nt. 126 Erstes ölatt swi^1 ^'2168C Prutft un6 Verlag: vrühl'sche Univerfilätr Such- und Steindruckerel «.Lange In Gießen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Ut)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Vereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-vezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Slud) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschluffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 186. Jahrgang Dienstag, 2. Juni 1956 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Die Weihe des Marine-Ehrenmals in Laboe. Kiel 30. Mai. (DNB. Funkipruch., Ais der Morgen graut, kommt Bewegung in die Krieas. marinestad. Siel Während noch die Sonderzüae h,n nWhmbCr T ®5ren,a?. bringen, «ammein sich auf den Platzen die Formationen des NSD Marine, bundes, der SS.. SA.. Marine-SA., der des Jungvolks und BDM. und anderer Verbände'zum Ab ransport nach Laboe. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen gleiten wir an dem an Bojen festgemachten b ye»;^Urnbf1r9"-.bem Schilf des Befehlshabers der Aufklarungsstreitkrafte, Konteradmiral Böhm vorbei; weiter an den Kreuzern „Leipzig-, „Köln" ^Konigsberg dem Flottenflaaaschiff „Admiral Graf Spee den Panzerschiffen „Admiral Scheer" und „Deutschland", dem Segelschulschifs „Gorch Fock" und dem Aviso „Grille". Die Ftotte hat am Morgen mit Flaggenparade grohen Flaagenschmuck angelegt und auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht die Kriegs flagge des Weltkrieges in Großfock gefetzt. Am Achtermast der „Grille^ leuch- tet der Stander des Führers, der sich an Bord des Schiffes befindet. Bei bedecktem Himmel heben dre Leiber der Kriegsschiffe sich bläulich schimmernd von dem Graugrün des Wassers ab. Auch auf dem Kommandogebäude der Marinestation weht, wie auf allen anderen Gebäuden der Kriegsmarine, die alte Flagge neben der jetzigen Reichskriegsflagge. Ankunst in Laboe. Das kleine Fischerdorf Laboe steht heute in einem Flaggenschmuck, der einzigartig ist. Wie ausgerichtete Soldaten stehen die hohen Fahnenmaste in kleinen Abständen nebeneinander, von dem schmucken kleinen Hafen bis hoch zum Ehrenmal, eine Strecke von etwa zwei Kilometer. Ehrenstürme der SS. stehen auf beiden Seiten des Strandweges. Die niedrigen Häuser des Bade- und Fischerdorfes find mit rührender Liebe ausgeschmückt. An den offenen Fenstern sind die Bewohner mit ihren Bekannten versammelt. In unaufhörlicher Folge läuft Schiff auf Schiff ein. Endlos ist der Zug der Kraftwagenkolonnen, die auf dem Landwege die Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches heranbringen. Run stehen wir am Fuße des Ehrenmals. Wir betreten durch den Säulengang den landeinwärts gelegenen Ehrenhof. Dort stehen vier Blocks. Einer der Wehrmacht, aus 14 Kompanien der Flotte und der Marineartillerieabteilungen, Schiffsstammdivisionen und Schulen beider Marinestationen. Daneben Ehrenabordnungen der Parteigliederungen und Verbände und in drei großen Blocks die Abordnungen des RS. Deutschen Marinebundes. Um 10 Uhr erfolgt der Einmarsch von 800 Fahnen des RS.-Marinebundes, die sich dem Kreisrund des Ehrenhofes bei der Aufftellung anpassen. Reichsstatthalter General a. D. Ritter von Epp, der Ehrenvorsitzende des RS. Deutschen Marinebundes, begrüßt seine alten Mitkämpfer aus dem Weltkrieg, die sich aus den aufmarschierten Ehrenabordnungen mit ihren Khaki-Uni- formen deutlich sichtbar abheben. Die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr, und unter den Klängen des „Holländischen Ehrenmarsches" marschieren die alten, mit dem Frontkämpfer-Ehrenkreuz geschmückten Flaggen der deutschen Kriegsmarine in den Ehrenhof ein, wo sie unmittelbar hinter dem Rednerpult Aufftellung nehmen. Vom Turm des Ehrenmals herab erklingen Fanfaren- stöße: Der Führer kommt! Die Ehrenkompanie der Kriegsmarine präsentiert das Gewehr. Das Deutschlandlied erklingt. Der Führer betritt den Ehrenhof und schreitet die Ehrenkompanie ab. Der Staatsakt. Nun spielt der Musikzug das Sanctus von Schubert. Die große Weihestunde hat begonnen. In tiefem Schweigen lauschen wir dem gedämpften K - W "/ M?z'' - •- z v - ■ " ‘■'t / W Nach dem Weiheakt begab sich der Führer in die Weihehalle des Ehrenmals und legte dort einen Kranz nieder. Links von ihm Generalfeldmarschall von Blomberg, rechts Generaladmiral Drhc. Raeder. Im Hintergrund säumten die Traditionsfahnen das Rund. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Spiel. Der Sprechchor der Kriegsmarine spricht dann „Das Mahnmal", eine Dichtung von Kapitänleutnant Fuchs. Wie aus einem einzigen Munde gesprochen hallen die Worte des Chors durch den Ehrenhof, unterbrochen von kurzem Trommelwirbel. Ergreifend die Aufzählung der Opfer deutschen Seeheldentums, erhebend, aufrüttelnd der wuchtige Ausklang. Der Erbauer des Ehrenmals, Architekt G. A. ZU u n 3 e r (Düsseldorf) übergibt das Denkmal dem Führer des JIS Deutschen Marinebundes, Fregattenkapitän a. D. hinh- mann (Bremen). Fregattenkapitän a. D. Hintz- mann übernimmt im Namen des Bundes, des Bauherrn dieses Werkes, das Ehrenmal. Mit besonderem Dank an diejenigen, die vor einem Jahrzehnt trotz aller damals^ entgegenstehenden Hemmungen den Entschluß gefaßt hatten, ihren im Weltkriege gebliebenen Marinekameraden ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten. Des | Mannes, so sagt der Redner weiter, gedenken wir dabei in dieser Stunde voll Dankbarkeit, der im Sommer 1927 die Entscheidung für die Grundsteinlegung des Baues gab und damit den Bund vom Planen zum handeln geführt hat, des damaligen Ehrenpräsidenten unseres Marinebundes, Admirals Scheer. Das Mahnwort, das er nach der Grundsteinlegung an die Kameraden des Bundes gerichtet hat: „Zum Wollen gehört das Vollbringen. Zur Seemannsehr' muß es gelingen." ist beherzigt worden. Dankbar und stolz sind wir, daß unser Marine- Ehrenmal diese Weihe heute in diesem Staatsakt vor dem Führer empfangen soll, daß Sie, mein Führer, selbst den ersten Kranz in der Weihehalle vor dem Ehrenbuche der deutschen Kriegsmarine im Namen des deutschen Volkes niederlegen wollen. 34 836 Namen, die Namen aller im Weltkrieg 1914 bis 1918 gebliebenen Angehörigen der deutschen Kriegsmarine, stehen in diesem Buche. Fregattenkapitän H i n tz m a n n erinnert dann an das Wort, mit dem Admiral Scheer am 8. August 1927 den Grundstein zu dem Ehrenmal gelegt hat: „Für deutsche Seemannsehr', für Deutschlands schwimmende Wehr, für beider Wiederkehr." Wir weihen das deutsche Marine-Ehrenmal heute in dem dankbaren Bewußtsein, daß mit der deutschen Ehre die deutsche Seemannsehre wiederher» gestellt ist, in stolzer Freude, daß Deutschlands schwimmende Wehr wiedergekehrt ist. Unter ihren Schutz, unter den Schutz der deutschen Kriegsmarine, soll das Ehrenmal in dieser Weihestunde gestellt werden. Dafür danken wir dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und dafür danken wir Ihnen, Herr Admiral, daß diese 55 deutschen Kriegsflaggen, die im Kampf auf deutschen Kriegsschiffen geweht haben und auf Befehl des Führers mit dem Ehrenkreuz des Frontkämpfers geschmückt worden sind, als Traditionsflaggen der Kriegsmarine ihre bleibende Stätte in b er Weihehalle unseres Ehrenmales erhalten sollen. Dort werden sie schweigend den Gefallenen und all ihren Mitkämpfern, die im Weltkriege Deutschland hoch in Ehren gehalten haben, danken. Dort werden sie schweigend die Soldaten der deutschen Kriegsmarine mahnen, so wie ihre Kameraden der Vorkriegs- und Kriegszeit Deutschland in alle Zukunft hoch in Ehren zu halten. Admiral von Trotha spricht. Nach der Rede des Führers des NS.-Marine- bundes leitete das vom Musikzug gespielte Lied „O Deutschland hoch in Ehren" zur Rede des Vizeadmirals von Trotha, des Chefs des Stabes der Hochseeflotte in der Skagerrak-Schlacht über. Admiral von Trotha erinnerte an die Heldentaten der deutschen Flotte im Weltkriege, die aus dem so ungünstigen Helgoländer Winkel die ganze weite deutsche Küste gedeckt habe, so daß kein feindliches Geschoß je deutsche Gestade berührte. Ihre Kraft habe uns den benachbarten neutralen Staaten gegenüber den nötigen Halt gegeben und einen Einbruch Englands in die Ostsee verhindert und auf der anderen Seite die Russen in Schach gehalten. Alle Fronten des Weltmeeres, Flanderns Küste und der Entscheidungskampf um die Dardanellen künden von den Heldentaten der Marine. In dem gewaltigen Ringen vorm Skagerrak habe die deutsche Flotte unter Führung des Admirals Scheer deutsche Seemannsehre unauslöschlich mit der Geschichte verbunden. Mit seinen Hammerschlägen habe Admiral Scheer den Urstein dieses gewaltigen Bauwerkes dem deutschen Boden eingefügt. Wir alle aedenken heute dieses Mannes, der als S i n n - bilddeutschen Seegeltungswillens vor uns steht. Die Kühnheit seines Willens und die Stärke feiner Entschlußkraft finden in den gewaltigen Linien dieses Bauwerkes ihren lebendigen Ausdruck. Sie sind in alle Zukunft ein Wahrzeichen dafür, daß die Einheit deutschen Volkstums und der Wille zur See untrennbar miteinander verbunden sind. Der Oberbefehlshaber der Kriegs- marine,(Seneraladmiralvi-.k.o.Iraeder führte dann u. a. aus: Mit freudiger Genugtuung übernehme ich das Marine-Ehrenmal in die Obhut der Kriegsmarine. Das Ehrenmal, vor dessen ragenden Bau seit langer Zeit bereits die Flaggen der passierenden Schiffe in Ehrfurcht sich senken. In einem freien Deutschland, als freies, aufrechtes Volk, das in mannhafter Geschlossenheit hinter seinem Führer sich aufs neue die Achtung der Außenwelt erobert hat, dürfen wir heute — 20 Jahre nach der Skagerrakschlacht — diese Weihestunde begehen. Es lag von jeher im Wesen einer richtig verstandenen Überlieferung, im Vorwärts- und Äufwärtsschrei- ten nicht hängen zu bleiben an Dingen und Zeit- Links und rechts neben dem Führer gehen Generaladmira, Raeder und General,-IdmarjchaU vonBlomberg. — (Scherl-Bllderdtenst-M.) "tWÖW" I Vv VAt i - V-• LZ. rW Hunm Tv mi & 'M s 8W Die Ehrentafel in dem Ehrenmal in Laboe führt die Namen all der Schiffe auf, die mit wehender filaaae vor dem Feind sanken. — (Scherl-Bilderdienst-M^ strömungen, deren fruchtlose Vergänglichkeit nur allzuoft in der Geschichte das Leben der Völker mit Stillstand zu behaften drohte. So konnte es auch nicht dem aufrechten Sinn unserer auf der Wahl- ttatt gebliebenen Kameraden entsprechen, starr fest» zuhalten in unversöhnlichem Geist gegenüber jenen tapferen Männern und Seeleuten, die einst das Schicksal uns zu ehrlichem Kampfe entgegenstellte. Wo immer wir in offener Schlacht mit der englischen Flotte die Klingen gekreuzt haben, stets haben wir in ihr den stammes- und sinnesverwandten Gegner kennen und achten gelernt, der treu seiner ruhmreichen Ueberlieferuny gleich uns nur das eine Ziel vor Augen hatte, sein Aeußerstes zu tun in opferbereiter Pflichterfüllung für das Wohl seines Landes. So vereinen sich heute die Gedanken der deutschen Kriegsmarine mit denen der britischen Flotte in der gemeinsamen Erinnerung an jene Männer, die beiderseits im Kanonendonner der größten Seeschlacht aller Zeiten in heldenhaftem Seemannstod dahingegangen sind, wie die Pflicht, wie die Ehre ihrer Flagge es ihnen befahl. Kann es eine stolzere Erfüllung des Vermächtnisses einer vielfach einzigartigen Ueberlieferung geben, als wenn nachher unter dem Donner der Salutgeschütze der hier versammelten Seestreitkräfte das Ehrenmal durch den Führer des deutschen Volkes und Obersten Befehlshabers unserer wieder» erstarkenden Wehrmacht seine Weihe erhalten wird? Der Lorbeerkranz aus seiner -and vor dem Ehrenbuch der deutschen Kriegsmarine, er sei uns für alle Zeiten Sinnbild unserer unwandelbaren Treue und Dankbarkeit, aber auch eine ständige Mahnung, an Pflichtauffassung und Opferbereitschaft jenen gefallenen Kameraden nachzueifern, deren Namen nun in der Weihehalle ihre bleibende Stätte gefunden haben. Der Geist der alten Flotte fand seinen Ausdruck im Willen zur Wehrhaftigkeit, die den alten Heldensinn in den Dienst eines neuen Volkstums stellte. So konnte die junge Reichsmarine heranwachsen, die unter der Führung und oft entsagungsvollen Hingabe eines Trotha, eines Behnke und eines Zenker aufs neue zum reinsten Träger des deutschen Einheitsgedankens, der deutschen Ehre und der deutschen Freiheit wurde. Die rettende Tat von Scapa Flow hat unserer Marine die Ehre gesichert. Sie, mein Führer, haben uns die Möglichkeit gegeben, darüber hinaus dem Vermächtnis und dem Geist der Treuesten unserer Getreuen folgend, zur befreienden Tat zu schreiten, zum Aufbau einer Kriegsmarine, die stets eine Gewähr sein soll für Die Sicherheit eines friedliebenden Volkes unter den gleichgeachteten und gleichberechtigten übrigen Nationen. Unter der Obhut dieser deutschen Kriegsma- rine möge auch der himmelwärts ragende und seewärts schauende Bau des Marineehrenmals allzeit ein Zeuge sein von deutscher Treue und deutscher Pflichterfüllung, von deutschem Heldensinn und deutscher Opserbereitschaft, von glückhafter deutscher Seefahrt und verantwortungsfreudiger Hingabe an die Gemeinschaft des deutschen Volkes und an die geheiligte Sache des deutschen Vaterlandes Mein Führer! Aus nächtlichem Dunkel haben Sie .uns und haben Sie mit der Marine ein ganzes dankbares Volk aufwärts geführt aur Morgenröte einer lichteren Zukunft. Der Segen des Allmächtigen möge Sie und das deutsche Volk geleiten auf dem steilen, dornenvollen Weg des Aufstiegs, den Sie uns führen. Wir aber, die wir hier in Ihrer Gegenwart zu weihevoller Stunde versammelt sind, wir geloben Ihnen im Angesicht dieses nationalen Heiligtums aufs neue unwandelbare Treue und Gefolgschaft. Wir bringen die Empfindungen, die in diesem für die Marine historischen Augenblick unsere Herzen erfüllen, zum Ausdruck, indem wir rufen: Des deutschen Volkes Führer Adolf Hitler, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, unser deutsches Volk und Vaterland: Sieg Heil. Der Kranz des Führers. Ein Kommando. Die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr, und nun bringt der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk aus. Der Führer schreitet durch den breiten Eingang des Ehrenhofes zur Ehrenhalle, in der die Modelle der Skagerrak-Schlacht, der Flandernküste und von Scapa Flow, wo die deutsche Flotte ihr Ehrengrab fand, ausgestellt sind. Durch einen tunnelförmigen Niedergang schreitet der Führer unter dem Lied vom guten Kameraden in die unterirdische Weihehalle hinein, durch deren Oberlichtfenster nur gedämpft das Tageslicht einbringt. Als der Führer einen Kranz vor dem Ehrenouch der 34 836 gebliebenen deutschen Seehelden niederlegt, feuert die gesamte Flotte einen Salut von 21 Schuß zu Ehren der toten Kameraden ab. Während des Ehrensaluts senken sich im Ehrenhof die Fahnen und die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr. Unter dep Klängen des Badenweiler Marsches erfolgt dann der Ausmarsch der Bundesfahnen, hinter Denen die Ehrenabordnung der alten Kolonialkämpfer aufmarschiert war. Wenige Minuten später schreitet der Führer die Tnbüne herab, um mit seiner Begleitung über den Strandweg zum Hafen zurückzukehren. Weitere Kranzniederleg ungen inLaboe Laboe, 30. Mai. (DNB.) Zur Einweihung des Marine-Ehrenmals in Laboe war auch eine Abordnung der ehemaligen österreichisch-ungarischen Kriegsmarine erschienen. Sie bestand aus dem Präsidenten des Oesterreichischen Marineverbandes, Linienschiffskapitän i. R Bruno Diettrich, in dessen Begleitung sich Fregattenkapitän a. D. Bruno A n d r e 11 a befand. Die bulgarische und die türkische Kriegs» marine waren gleichfalls durch Abordnungen ver» treten. Nachdem der Führer das Ehrenmal ver- lassen hatte, legten die Abordnungen im Beisein von Vizeadmiral Saalwächter Kränze nieder. Im Auftrag des Stabschefs wurde für die SA in der Weihehalle des Marine-Ehrenmals in Laboe zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen der Kriegsmarine durch den Führer der SA.-Gruppe Nordmark Gruppenführer Meyer-Quade in Anwesenheit einer Abordnung des Stabes der Gruppe Nordmark und der Marine-SA. ein Kranz nieder» gelegt. Oie Skagerrak-Wache in Berlin. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Mit klingendem Spiel zog am Samstagmittag die nach Berlin kommandierte Kompanie der 2. Unteroffiziers-Lehr» abteilung von Moabit in die Innenstadt, um anläßlich des 20.Iahrestags der Skagerrakschlacht die Ehrenwachen zu stellen. Die seltene Gelegenheit, „blaue Jungens" in ihren schmucken Uniformen zu sehen, zog Tausende und aber Tausende Berliner an. Am Ehrenmal vollzog sich die Vergatterung. Zwölf Als Abschluß der Flottenparade fand am Freitagabend ein Großer Zapfenstreich der Marine statt. Im Glanz der Scheinwerfer bot die im Hafen üegenoe Flotte ein herrliches Bild. (Scherl-Bilderdienst-M.) Mann betraten die Weihestätte und bezogen alsbald Posten. Beim Rückmarsch schwenkte an der Ecke Wilhelmstraße ein Teil ab, um die Wache am Brandenburger Tor zu übernehmen. Eine dritte Abteilung schließlich bezog ihre Wachposten vor der Reichskanzlei. Zur gleichen Stunde, Da Die Teilnehmer an Der Skagerrak-Schlacht mit ihren TausenDen von Karne- raDen Des NS.-MarinebunDes in Kiel-Laboe zur Weihe Des Marine-Ehrenmals angetreten waren, geDachten auch Die Berliner KameraDschaften Des NSD.-MarinebunDes mit einer feierlichen Kranz- nieDerlegung im Ehrenmal Unter Den LinDen ihrer 34 000 Gefallenen. Im Anschluß Daran fanD ein Vorbeimarsch statt. Mit wehenDer alter Kriegs- lagge unb Den neuen Bunbesfahnen marschierte fas „blaue Tuch" vorbei. Am Pfingstsonntag Gerammelte sich Die KameraDschaft Der „Kurzen Marinekanonenbatterie 10" zu einem Appell im Berliner Zeughaus. Dabei übergab sie Dem Zeughaus ein originalgetreues MoDell Des 42-cw-Geschützes. Skagerrak-Gedenkfeier des Nationalsozialistischen Deutschen Marinebundes. Kiel, 30. Mai. (DNB.) Am SamstagabenD fanD in Der NorDostseehalle in Kiel eine KunDgebung Des Nationalsozialistischen Deutschen MarinebunDes statt. Nach Dem Einmarsch von über 800 BunDesfahnen nahm Der KommanDierenDe ADmiral Der Marine- tation Der Ostsee, ADmiral Albrecht, Das Wort. Er wies auf Die große BeDeutung Des Tages hin. Sein Dank galt Dem Führer, Der Den Kranz für Das Deutsche Volk unter Dem Salut Der Flotte in Der Weihehalle Des Ehrenmals nieDerlegte. Nach Den Nationalhymnen sprach Der stellvertretenDe BunDessührer Des SolDatenbunDes, OberpräsiDent Gauleiter Schwebe (Kobura). Mit Der ReDe ver- banD sich eine Ehrung all Der Männer, Die von jeher als brave Deutsche ihr Leben in Die Opferschale zu werfen wußten. Ein Sprechchor, Der Der Skagerrak- chlacht geroiDmet war, leitete zur Festrebe Des Vizeadmirals a. D. von Trotha über, Der auf Die KameraDschaft hinwies. Die nirgenDs tiefer, schöner unD sonniger sich formen könne als ip Der Enge Der Borbwänbe auf Der UnenDlichkeit Des Meeres. unter Dem Sternenhimmel Der Ewigkeit. Mit einem Streifblick auf Die FlottenparaDe erklärte Der Reb- ner, unser Seemannsherz ist besonDers warm geworben unb hat höher geschlagen, als wir bie stolzen Schiffe in ber Kieler Bucht ziehen sahen. Die Einheit bes Volkstums, bie uns ber Führer geschenkt hat, hat auch bas weite Tor zum Weltmeer roieber ausgestoßen. Für seine Willenskraft wollen wir bem Führer in bieser Stunbe aus tiefstem Herzen banken. Wir, bie wir ben Weltkrieg erlebten, wissen besser als je eine Generation ben Wert bes Friebens zu schätzen. Wir wissen aber auch, baß, wenn wir ben Frieben hüten wollen, wir auch stark sein müssen, um bem Frieben bie Achtung zu sichern. Die Kunbgebung klang aus mit einer Ansprache bes Führers bes NSD.-Marinebunbes, Fregattenkapitän a. D. Hintzmann (Bremen), ber ben Dank an alle aussprach, bie ben Bau bes Ehrenmals ermöglichten. Starker Eindruck in England. London, 1. Juni. (DNB.) Die großen Londoner Blätter berichten ausführlich über die eindrucksvollen Feierlichkeiten bei der Einweihung des Ehrenmals in Laboe, wobei vor allem auf das Gedenken an d i e britischen Gegner in der Rede des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder hingewiesen wird. Der Times-Vertreter hebt besonders die freundlichen Gefühle für England hervor, die er bei allen Deutschen angetroffen habe. Für einen Engländer, der mit der deutschen Marine in Kiel in enger Fühlung gewesen fei, gebe es bestimmt nichts Angenehmeres als die ihm erwiesenen Freundlichkeiten. Die Kameradschaft des Meeres sei noch stärker als die Nationalität. In ähnlichem Sinne äußert sich der Vertreter des Observer, der am Schluß seines Berichtes u. a. schreibt: Angesichts der mir von allen Seiten zuteil gewordenen Freundlichkeiten bin ich überzeugt, daß Deutschland e r n ft • l i ch Freundschaft und Zusammenarbeit mit England wünscht. Ich bin der Ansicht, daß enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern unb ein beferes Verstehen bes in Deutschland) herrschenben neuen Geistes eine ber stärksten Hoffnungen für ben Frieben Europas unb ber Welt ist. Vor Bildung des Kabinetts Blum. Ein einheitliches Wehrministerium unter Oaladier. — Delbos vermutlich Außen- und Kolonialminister. Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der genaue Zeitpunkt bes Kabinettwechsels steht noch immer nicht fest Man rechnet aber für ben 4. Juni mit bem Rücktritt ber Regierung Sarraut unb ber Beauftragung L 6 on Blums unb ür ben 5. Juni mit ber Bekanntgabe ber Zusam- nensetzung bes neuen Kabinetts im amtlichen Ge- etzblatt bes gleichen Tages. Fest steht, baß ßöon Blum nur bie Minlsterpräsibentschatt ausüben unb baß er bem rabikalsozialistischen Ab- jeorbneten Dalabier ein einheitliches Wehrmini st erium unb bie Stellvertretung bes Min'sterpräsibenten übertragen wirb; Dalabier wirb brei Unterstaatssekretäre für Heer, Kriegsmarine unb Luftfahrt zu feiner Seite haben, wahrscheinlich bie Abgevrbneten R u- c a r t, Campinchi unb C o t Außerbem wirb ein „M ini ft erium für auswärtige A n - g e l e g e n h e i t e n unb für bas überseeische Frankreich" unter bem rabikalsozialistischen Abgeordneten Delbos zusammengefaßt werben, bem als Staatssekretäre Abgeorbneter Vienot für norb- afrikanische unb Abgeorbneter b e Tessan für sonstige Kolonialfragen zur Seite stehen Als Staatsminister sollen bem Kabinett angehören: Paul Saure (als Vertreter ber Sozialistischen Partei), Chautemps (als Vertreter ber Rabikalsozialistischen Partei) unb Paul-Boncour (als Vertreter ber Sozialistischen Vereinigung) Weiter sollen besetzt werben: Finanzministerium: Vincent- Au r i o ( (Sozialist), Arbeitsministerium: Lebas (Sozialist), Lanbwirtschaftsministerium: Monnen (Sozialist), Pensionsministerium: R i v i e r e (Sozialist), Wirtschafts-, Industrie- u Handelsministerium: Spinafse (Sozialist), Innenministerium Sa» l e n g r o (Sozialist), Kolonialmlnisterium Mou° tet (Sozialist), Öffentliche Arbeiten Morizet (Sozialist), Postministerium: S e 11 i e r (Sozialist), Justizministerium: Violette (Sozialistische Dgg.). I o l i o t»C u r i e soll bas Gesunbheitsministerium angenommen haben. Paul-Boncour wirb weiterhin französischer Vertreter beim Völkerbunb bleiben und ber frühere sozialistische Abgeorbnete M o ch soll Generalsekretär bei ber Ministerpräsibentschaft werben. Ser neue Wehrmini st er Dalabier soll sich mit Leon Blum bereits über bie Notwenbigkeit geeinigt haben, von einer Herabsetzung ber Liensizeit auf $in Jahr vorläufig abzu- sehen, bagegen wirb er nach ber ersten Vertrau» ensabstimmung in ber Kammer Entwürfe einbringen, bie teils bie Verstaatlichung, teils eine scharfe staatliche Überwachung berRüstungs- inbuftrie zum Ziele Haden. Hur ein Zwlschensiadimn auf dem Wege zum Endziel. Entschließung des sozialistischen Parteitags. Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspr.) Der sozialistische Parteitag am Pfingstmontag schloß mit ber einstimmigen Verabschiebung einer Entschließung, in Der als politisches Ziel bezeichnet mirD: Zerschlagung Des Faschismus, VerteiDigung Der öffentlichen Freiheiten Kampf gegen Die Herrschaft Der Banken unD Der InDustrieinteressen, Behebung Der Arbeitslosigkeit, WieDerbelebung Der Wirtschaft WieDerherstellung Der republikanischen Gesinnung in Der Verwaltung, Demokratisierung Des Heeres Verkürzung Der MilitärDienstzeit unD schließlich Die Forderung, daß Frankreich an der Spitze der Nationen stehen soll, die entschlossen für den Frieden eintreten. Die Entschließuna dringt die Hoffnung zum Aus- druck, daß nach Zurücklegung der gegenwärtigen Etappe siegreich der Marsch in Richtung aus „den ganzen Sozialismus, die ganze Regierungsgewalt" angetreten werden möge „Der völlige Umsturz der kapitalistischen Herrschaft, die Klassenkämpfe, Wirtschaftskrisen und imperialistische Gegnerschaften erzeugt, ist und bleibt bis zur vollständigen Verwirklichung das revolutionäre Ziel der sozialistischen Partei und der notwendige Auftakt zum Ausbau der sozialen Ordnung." rr£^rour£e, auch noch beschlossen, daß sich bie sozia» listischen Abgeorbneten ber Wiederwahl bes Ab» georbneten Bouisson zum Kammeroorsitzenben wibersetzen. Noch kein Streikende in Paris. Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspr.) Der Der- banb ber Metall- unb Maschineninbustrie von Paris und Umgebung gab in ber Montagnacht be- rannt, baß zu bieser Zeit noch immer 15 F a - vxjten von ihren Belegschaften besetzt waren und daß verschiedentlich die Streifen- ben Mitglieber ber Werksleitungen in ihrer persön» lichen Freiheit beeinträchtigten. Gewisse Unternehmungen hätten Nachricht erhalten, daß sich oe» Streik nicht nur auf anbere Anbustriezwekge ausdehne, sondern auch wieder auf die Metallindustrie zurückschlagen würde. Das Deutschtum in der Tschechoslowakei. Hauptversammlung des Deutschen Kulturverbandes. Trauten au, l.Juni. (DNB.) Die Hauptver- sarnrnlung des Deutschen Kulturverbandes, des größten deutschen Schulschutzoereins in der Tschechoslowakei, fand am 31. Mai in der Riesengebirgsstadt Trautenau statt. Die Versammlung, an der auch Abgeordnete und Senatoren der Sudetendeutschen Partei mit Konrad Henlein an ber Spitze teilnahmen, zeigte ein Bilb schönster Geschlossenheit. Im Mittelpunkt ber Begrußungs- kunbgebung ftanb bie Rebe bes Rektors ber beut- schen Universität in Prag Professor Hilgen- reiner, ber, wieberholt von stürmischen Beifalls- funbgebungen unterbrochen, u. a. ausführte: „Wohl hält man uns Lanbkarten unb Stäbtenamen vor unb möchte baraus schließen, baß wir in biefem ßanbe nur Zugewanberte unb Fremblinge sind. Man spricht sogar von einem oerbeutschten Gebiet. Ader mehr als Lanbkarten, mehr als Stäbtenamen bebeuten ber Ku11urfleiß ber Deutschen unb bie Kulturarbeiten im Laufe ber letzten sieben Jahrhunberte. Wir wollen nicht Kampf, aber w a s unser ist, soll auch unser bleiben. Wir wollen nur bas Recht, in unserer eigenen Heimat baheim zu sein." — Der Festzug am Nachmittag zeigte ein buntes unb freubiges Bild. Fast IVt Stunben bauerte ber Vorbeimarsch, bei bem befonbers zahlreich bie Turners ch a f t und bie Iugenb vertreten waren. Dicht gebrängt stauben viele Tausenbe von Zuschauern in ben Straßen. Man schätzt bie Gesamtbeteiligung auf minbeftens 30 000. Die Mufferi-Bewegung in Holland. Amsterdam, 2. Juni. (DNB.) Auf der Heide bei ßunteren unweit Amersfoort fanb am zweiten Pfingsttag ber ß a n b t a g b e r N S B., bie „Eerste Haagespraak" statt, an ber etwa 40 000 Anhänger ber NSB. aus allen Teilen Hollanbs teilnahmen. Man sah alle Bevölkerungsschichten vertreten. Der Schulungsleiter ber NSB., van Duyl, erklärte, bas heutige Hollanb habe von seinen Vorfahren bas große überseeische niebrländische Imperium geerbt. Dieses Imperium gelte es auszu» bauen unb zu verteibigen. Das letzte Iahrhunbert habe bie Hollänber stumpf gemacht. Heute rufe die NSB. bie Nieberlänber zur Selbstbesinnung, zur Wehrhaftigkeit unb zu Opfern auf. Nur babur^ könne ber Befitzstanb bes überseeischen nieberlän» bischen Imperiums gehalten werben Dann sprach ber Führer ber Bewegung, Mussert. Seine Rebe war eine scharfe Kampfansage an bie Reaierung unb an bie Parteien, benen Mussert vorwarf, Wegbereiter bes Kommunismus zu fein. Er meinte, daß bie Parteien bas nieberlänbifdje Volk burch bie Macht ber Gewerkschaften, burch bie Art ber Auszahlung ber Krisenunterstützung unb burch Gewissenszwang ber Römisch-Katholischen Kirche unfrei gemacht habe. Diese Ketten der Unfreiheit könne nur bie NSB. burch Vernichtung ber politischen Parteien sprengen. Mussert wies auf bie ftänbig zunehmenbe Arbeitslosigkeit hin unb for- berte bie Einführung ber Ärbeitsdienft- pflicht, um bie nieberlänbifdje Iugenb ben verberblichen Einflüssen ber Arbeitslosigkeit zu entziehen. Auch Mussert verlangte energische Maßnahmen zur Verteidigung ber nieber- ländischen überseeischen Besitzungen, deren Verlust für die Niederlande bedeuten würde, daß drei Millionen Holländer zuviel auf ber Welt wären. Verschärfte Spannung in Nordchina. Nanking, 30. Juni. (Ostasienbienst bes DNB.) Die Schienen auf ber Eisenbahnbrücke zwischen Tientsin unb Tangku würben entfernt unmittelbar, nachdem ein Sonderzug mit japanischen Truppen aus Tientsin abgefahren war und kleinere Abteilungen dort ausgeladen waren. Nach Beseitigung des Schabens trafen weitere 1500 Mann japanischer Verstärkungen in Tientsin ein, von benen 600 Mann nach Peiping unb Tungschau roeiterbe« förbert unb als japanische Besatzungstruppen untergebracht würben. Die chinesische Presse spricht von einem neuen Mukbenzwischeniall unb befürchtet politische Rückwirkungen. „Sin Wen Pehpao" weist auf eine Reihe geheimnisvoller Umftänbe hin, bie ben Militärtransport begleiteten. So habe ber Sonberzug häufig gehalten unb ein großer Teil bes japanischen Militärs fei bereits vor bem Unfall in Tschanghu» eichuang ausgestiegen. Die Ursachen für biefe Vorgänge feien durchsichtig. Chinejen seien an all bem nicht beteiligt. Gerabe in ben letzten Tagen hätten bie chinesischen Behörben eine besä n b e r s scharfe Kontrolle auf der Bahnstrecke ausgeübt. Wie die Agentur Domai aus Tokio berichtet, ist man im Auswärtigen A m t stark beunruhigt über den Anschlag auf einen Militärzug in Tientsin. Die Vorgänge bewiesen, wie notwendig die Truppenverstärkungen in Nordchina seien, gegen die die Nankingregierung grundlos protestiere. Die Regierung in Nanking verhalte sich aber vollkommen untätig gegenüber allen japanfeindlichen Kundgebungen. Sicher sei, daß einflußreiche Kreise der Kuomintang hinter dem Anschlag unb ben Kunbgebunaen ständen. Die nächste Aufgabe bestehe jetzt darin, die Hintergründe aufzuklären. Der chinesische Botschafter Shu-Shi- Ding legte beim Außenminister Arita gegen die japanischen Truppenverstärkungen in Nordchina Verwahrung ein. Er wies darauf hin, daß in Nordchina Ruhe und Ordnung herrsche. Arita lehnte ben Protest ab. Er legte die verstärkte unterirdische Tätigkeit der Kommunisten bar und erklärte, daß diese sowie ber Bombenanschlag aus einen Eisenbahntransport in Tientsin die japanischen Truppenverstärkungen durchaus rechtfertige. Neuorganisierung der japanischen Flotte Tokio, 2. Juni. (DNB. Ostasiendienst.) Die japanische Marine künbigt eine Neuorganisierung bet Flotte an. Es wurde die Bildung eines beit* MH >g $«••<<'3?5 .yi£ 7/. SS Das neue Verwaltungsstatut für Ltalienisch-Ostafrika. den oer« ,w ent« je Maß« ieder« ungen, n würde, der Welt Eröffnung desLnternationalenKongresfes für gewerblichen Selbstschutz. tlb ön. W 1U3, M EM WM'^ WWM ehemaligen Untertanen des Negus wird nach dem bisherigen örtlichen Brauch verfahren, wobei in dritter Instanz der Gouverneur von Addis Abeba die Entscheidung hat. Besondere Bestimmungen gelten für die muselmanischen Bewohner des einstigen abessinischen Reiches. Zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Weißen und Abessiniern werden vom Gouverneur von Addis Abeba entschieden. In strafrechtlichen Fragen werden italienische und ausländische Staatsangehörige nach italienischem Gesetz von italienischen Richtern abgeurteilt. Berufungen beim Appellationshof in Rom sind zulässig. Farbige Bewohner werden vom Gou- verneur und in schweren Fällen vom Regierungs- gerächt als Schwurgericht abgeurteilt, dem der Gouverneur von Addis Abeba als Vorsitzender und zwei ehrenamtliche Richter und einige angesehene Persönlichkeiten mit beratender Stimme angehören. ’toer. des der 1 der Der. ‘toten lei», Mer ungs. deut. Jen. 'salls. -Wohl n Dor diesem sind, Gebiet* tarnen scheu sieben was i- Wir enen ag am Bild, ch, bei t und |t stan« tragen, bestens r Heide Weiten „Cerste Hänger ahmen, m. , Durjt, in Dar« Dmpe« ausyi« hundert rufe die mg, zur dadugh eberlon« i sprach ne Rede gierung l Weg« meinte, rch die r Aus. h ®e« Kirche er Un* ung der auf die inb sor« z. M ME Rom, 1. Juni. (DNB.) Der italienische Mmrster- rat stimmte am Pfingstmontag dem von Mussolini als Kolonialminister vorgelegten Gesetz über die Ordnung und Verwaltung von Italien i s ch - O st a f r i k a zu. Unter der amtlichen Bezeichnung „Jtalienisch-Osta'frika" sind künftig die Gebiete des Kaiserreiches Abessinien und der beiden italienischen Kolonien Eritrea und S o- maliland zu verstehen, die politisch-militärisch und wirtschaftlich vom Generalgouvernement I t a l i e n i s ch - O st a f r i k a mit Sitz m der Hauptstadt Addis Abeba verwaltet werden. Jtalienisch-Ostafrika zerfällt in fünf Gouvernements. Dem Generalgouverneur und Vizekönig ist ein stellvertretender Generalgouverneur und für die militärischen Fragen ein Generalstabschef beigegeben. Der Zentralregierung werden zwei beratende Organe zugeteilt, der Regierungsrat, der aus den höchsten Beamten von Jtalie- nisch-Ostafrika gebildet wird, und die allgemeine Consulta, der auch sechs italienische Vertreter aus Landwirtschaft, Handel und Industrie und sechs Stammesführer und Rotabeln angehören. Addis Abeba erhält unter einem Stadtgouverneur eine besondere Verwaltung. Das Gesetz legt auf die einheitliche politische, administrative und militärische Aktion in den fünf Gouvernements größten Wert. Es enthält ferner weitgehende Garantien für die mohameda- n i s ch e und für die k o p t i s ch e Religion. Die mohammedanischen Kultstätten, Einrichtungen und Religionsschulen werden in ganze Jtaliemsch-Ost- afrifa wieder hergestellt, Rechtsstreitigkeiten vom Kadi gerichtet und der Unterricht der arabischen Sprache in den muselmanischen Gebieten Ostafrikas obliqatv risch erklärt. Di- koptisch- Kirche bleibt wei- terbin dem Patriarchen, von Alexandrien unterstellt. Für die neuen Verwaltungsausgaben m Ost- osrika werden zunächst 95 verantwortliche Reglern n q s p ° st - n und über 300 Hilfsstellen emge- richtet. Sie werden zum großen Teil Beamten und staatlichen Angestellten übertragen, die an oem vbessinischen Feldzug teilgenommen haben. Wetter wurde ein Straßenbauvrogramm für Abessinien genehmigt und ein Betrag von 50 Millionen Lire für den Wohnungsbau m Ost- asrika bereitgestellt. Ferner ist eine neue Ge- richtsordnunq für das gesamte eroberte abessinische Gebiet in Kraft getreten. Danach sind' m Zinilrechtsfragen italienische und ausian- dische Staatsangehörige bezüglich ihrer Rechte und Pflichten g l e i ch g e st e l l t und der italienischen Gesetzgebung unterworfen. Mit den Berlin, 1. Juni. (DRV.) Im Reichstags- fitzungssaal in der Kroll-Oper wurde der Internationale Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz, zu dem 43 Rationen ihre Vertreter entsandt haben, feierlich eröffnet. Der Kongreß steht unter dem Ehrenoorsitz des Präsidenten der Akademie für deutsches Recht, Reichsminister Dr. Hans Frank. Die im Jahre 1897 ins Leben gerufene internationale Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Rechtsbeziehungen auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes von Land zu Land zu pflegen und insbesondere auf die Verbesserung und Fortbildung der auf diesem Gebiete bestehenden internationalen Abkommen und Verträge hinzuwirken, steht unter dem Präsidium des Vorsitzenden der deutschen Landesgruppe, Landgerichtsdirektor a. D. Direktor Dr. Gerdes. An der feierlichen Eröffnung nahmen die diplomatischen Vertreter aller auf dem Kongreß anwesenden Nationen teil. Man sah ferner u. a. als Vertreter der Reichsregierung Reichsjustizminister Dr. Gürtner, Generalmajor Zinetti in Vertretung des Reichsluftfahrtministers Göring, den französischen Botschafter Francois-Poncet, den italienischen Botschafter A 11 o l i c o , die Staatssekretäre Dr. Freister, Dr. Schlegel- berger, Pfundtner, Krohn, Landfried, Trendelenburg. Nach Begrüßungsworten des Präsidenten, Landgerichtsdirektor a. D. Dr. Gerdes sprach neichsjustizminister ör. Gürtner im Auftrage der Reichsregierung. Er betonte die hohe Aufgabe des Kongresses, den technischen Fortschritt als Gemeingut der Kulturwelt zu fördern. Ein Land, das sich darauf beschränken wolle, die Früchte anderer Nationen zu ernten, sich aber versagen würde, wenn es sich darum handele, ihr Wachstum zu umhegen und zu pflegen, würde Raubbau treiben an den Gütern der Menschheit. Der zwischen st aatliche Erfindungsschutz sei dayer eine Sache der Ehre der Völker ebenso wie eine Angelegenheit ihres wirtschaftlichen Gedeihens. Reichsjustizminister Dr. Gürtner wies Sarg verbleibt während der ganzen Nacht unter Ehrenwache der Wehrmacht im Fackelschein auf der Kownohöhe. Die Bevölkerung hat Gelegenheit, von dem Parteigenossen und großen Heerführer des Weltkrieges Abschied zu nehmen. Am Mittwoch, 3. Juni, um 11 Uhr beginnt der Staatsakt auf der Kowno-Höhe. Der Reichs- kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, werden Ansprachen halten. Dann erfolgt die Ueberführung zum Fried- h o f durch die Trauerparadeaufstellung der Wehrmacht. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels hat folgende Anordnung getroffen: „Hiermit ordne ich an, daß sämtliche Dienstgebäude der Parte i und der angeschlossenen Verbände am Tage der Beisetzung des verstorbenen Parteigenossen Generals der Infanterie, a. D. Karl Litzmann am Mittwoch, dem 3. Juni 1936, Trauerbeflaggung setzen. Die Parteigenossen werden aufgefordert, sich der Trauerbeflaggung anzuschließen. — Der Reichs- und Preußische Mini st er des Innern gibt bekannt: Aus Anlaß der Beisetzung des verstorbenen Generals der Infanterie Litzmann flaggen am Mittwoch, dem 3. Juni 1936, alle öffentlichen Gebäude im Reich halbmast. — Sämtliche deutschen Sender werden am Mittwoch, dem 3. Juni, um 11 Uhr, die Trauerfeier übertragen. ,s DB) Wische mittelbar, Nische» war und rin. M )00 Mann ion denen weiterbe« i unW ion einen politische auf A den MberM 1(WU‘ diese M. n an .en leWN eine.be 5er Dabn .richtet, ,'st ininnN [big ?’? rdch'!>° grundlos Ä hinter itergruL SHU'SA tz B ft)*Ä Edoardo Mascagni, der Sohn des bekannten italienischen Komponisten, der als Freiwilliger am abessinischen Feldzug teilgenommen hatte, ist m Somali-Land gestorben. Edoardo Mas- cagnt hatte schon den Weltkrieg als Pionier mitgemacht und war auch in Ostafrika als Straßenbauer in einer Pionierabteilung tätig. Englische Konservative bei Mussolini. R o m, 1. Juni. (DNB.) Der englische Botschafter Sir Eric Drummond hatte am Pfingstmontag eine neue Unterredung mit Staatssekretär S u o i ch, die zweite innerhalb weniger Tage. Ferner sind drei englische Parlamentsmitglieder, die konservativen Abgeordneten Lord Mansfield, Kennet de Eoucy und Miss am gleichen Tage von Mussolini empfangen worden. Lord Mans- field erklärte dem Vertreter des Reuter-Büros, daß bei dem Besuch weniger über die Vergangenheit als über die Zukunft gesprochen worden sei. Nach dem Eindruck Lord Mansfields erwarte Mufso- lini eine Anregung zur Wied er her stel- lung der englisch-italienischen Freund- schäft durch die britische Regierung. Er habe seiner Meinung Ausdruck verliehen, daß es zwischen Italien und Großbritannien keinen Streit zu geben brauche, zumal die italienische Politik in feiner Weise gegen die britischen Interessen gerichtet sei. Lord Mansfield sprach die Hoffnung aus, daß die Unterredung mit Mussolini zur alten guten Verständigung zwischen beiden Ländern, die in der Zukunft notwendiger sei, denn je, fuhren werde. ten Kampfgeschwaders neben den bisher ^udenen zwei Geschwadern beschlossen. Ferner wurde die Bildung eines dritten Mar ine - flugzeuggeschwaders mit dem Mutterschiff Kamoi und zwei Zerstörern unter Konteradmiral Tokan beschlossen. Die japanische Presse sieht in den tur Friedenszelten außergewöhnlichen Neubildungen der ernsten Auffassung, die die japanische Manne über die zwischenstaatliche Lage hegt. Staatsbegräbnis für General der Infanterie a. D pg. Ätzmann. Berlin, 30. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß die Beisetzung des am 28. Mai verstorbenen Generals der Infanterie a. D. Parteigenossen Litzmann, am Mittwoch, dem 3. Juni 1936, 11 Uhr vormittags als Staatsbegräbnis in Neu-Globsow durchgefuhrt wird und den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda mit der Durchführung beauftragt. Am Dienstag, 2. Juni, nach Beendigung der Familienfeier wird der Trauerkondukt um 22 Uhr von dem Gutshaus in Neu-Glabsow durch ein Fackelspalier der SA. und Bevölkerung z u r Kowno-Höhe, die sich im Park des Besitztums des verstorbenen Generals befindet, geleitet Der dann auf die Bedeutung des neuen deutschen Patentgesetzes hin, insbesondere auf die zahlreichen Bestimmungen, durch deren innergesetzliche Regelung Deutschland den Gedanken des internationalen Rechtsschutzes durch die Tat gefördert habe. Veichsminister Dr. Frank brachte das Interesse der Reichsleitung der NSDAP, und aller an der Zusammenarbeit der Völker auf dem Gebiete des Schutzes der geistigen Arbeit und der Förderung des Rechtswesens Beteiligten zum Ausdruck. Der Minister wies darauf hin, daß der Nationalsozialismus durch seinen Gründer und Führer Adolf Hitler einen unvergleichlich starken Ausdruck des Schutzes der schöpferischen Persönlichkeit erhalten habe, der als rechtspolitisches Fundament in der Gesetzgebung des Deutschen Reiches verankert sei. Dr. Frank würdigte die internationale Bedeutung des deutschen Patentgesetzes, das wesentliche Forderungen früherer internationaler Konferenzen für das deutsche Reichsgebiet bereits verwirkliche, und wies auch auf die erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hin, die die Probleme des Wettbewerb- und Warenzeichenrechtes darftellten. Der Minister schloß: In weiten Teilen der Welt ist ein Konkurrenzkampf unter den einzelnen Volkswirtschaften entstanden, der einerseits unter dem Appell an das gute Recht, anderseits mit geradezu höhnischem Hinweis auf die Brachialgewalt geführt wird. Auch in diesem Hinblick ist allein schon das Bestehen der Internationalen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz ebenso wie Ihr Kongreß ein Sinnbild dafür, daß auch auf diesem Gebiet die ernste Stimme des Selbstschutzes zugunsten unserer Produktion immer deutlicher und stärker wird. Die Erfinder aller Völker schauen auf Sie! Die gesamte Wirtschaft der Welt blickt auf Sie! Handeln Sie!" Nach der Eröffnungsfeier fand für die Ehrengäste und die Kongreßteilnehmer, unter denen sich 500 ausländische Vertreter von 43 verschiedenen Nationen befinden, ein Empfang durch Reichsminister Dr. Frank im Festsaal der Krolloperstatt. VfCHlil Sil Mscheüievergilbt unö grau, wird üurch komm und oh die Str behänd hobene rung fi striertei die an oertretu Nie, oder des rung 3 nahmen gesamte! waren । Präsiden mittlere auch sp rade ir Tage l mächer Mutter auf fol Besprea Mfons erste P hatte sei jährigen Die n 1 Sängerin DoUssii munijti hat. 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Forges Davanzati stand drei Jahrzehnte lang in der vordersten Reihe des italienischen Journalismus. Vor zwei Jahren wurde er in den italienischen Senat berufen. Am 31. Mai entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grobmutter Frau Lina Müller, geb. Mayer Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Goldene Medaille ^Cns*“"1935 <* der Beweis, dass auch ihre Familie Hermann Müller Familie Wilhelm Müller Familie Otto Müller Gießen (Kreuzplatz, z Z. Kaiserallee 46), Frankfurt a. M., Steinbach i.T., den 2. |uni 1936. DieTrauerfeier findet Mittwoch, 3.Juni, nachm. 3Uhr statt __82504 Die englische Regierung hat bei Falfield in Cloucestersshire eine Gasschutzschule eröffnet, in der jährlich rund 800 Instrukteure ausgebildet werden. Die Bereitstellung von 3 0 Millionen Gasmasken für die englische Bevölkerung ist in vollem Gange. ♦ Zu im Ausland verbreiteten Gerüchten über einen A u f st a n d erklärt die Regierungvon Paraguay, daß im ganzen Lande völlige Ruhe herrsche. Anlaß zu den Gerüchten habe offenbar die Verhaftung einer kleinen Gruppe von Politikern, die gegen Präsident Franco arbeite, gegeben. Wetterbericht des Relchswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. gegengenommen hatten. Im vorigen Jahr beteilig« ten sich in der Meisterklasse 108 Schreiber, in diesem Jahr rund 400, woraus hervorgeht, wie erfolgreich die Arbeit der Deutschen Stenographenschaft auf diesem Gebiet in einem Jahr war. Kunst und Wissenschaft. Der Führer ehrt den Erbauer der Ordensburgen Vogelsang und Eröfsinsee. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1085a Bahnhofstraße Frankfurt a.M., 2. Juni. (Vorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb Rinder (10 Ochsen, 14 Bullen, 71 Kühe, 24 Färsen), 452 Kälber, 2833 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 45 Mark, Bullen 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 38 bis 76, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber mittelmäßig; Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Am 1 Pfingstfeiertag verschied uns allen unerwartet mein treusorgender lieber Mann, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate, der Schreiner Johann Horst In tiefem Schmerz: Kath. Horst, geb. Graulich Gieren (Weserstrabe 15), den 2. Juni 1936. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 2 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. ________________3561D MW gesucht für Einfamilienhaus (2 Personen) Mithilfe im Garten undBienenzucht. Frankfurt a. M. Sehr. Ang. mit. 3555D a.d.G.A. Bekanntmachung. Betr.: Baulandumlegung im Eichgärtengebiet der Gemarkung Gießen. Nachdem die Erinnerungen gegen den Umlegungsplan rechtskräftig erledigt sind und der der Umlegung zugrunde liegende Bebauungsplan genehmigt ist, erkläre ich den Umlegungsplan hiermit vollziehbar. Als Tag der Ausführung gilt Samstag, den 6. Juni 1936. Die Ueberweisung der neuen Grundstücke erfolgt an diesem Tage um 9 Uhr an Ort und Stelle. 3562C Die den Beteiligten überwiesenen Grundstücke und die an Stelle der eingeworsenen Stücke tretenden Entschädigungsansprüche treten mit diesem Zeitpunkt in Ansehung aller rechtlichen Beziehungen, insbesondere hinsichtlich des Eigentums aller übertragbaren dinglichen Rechte und aller Verfügungs- und sonstigen Eigentumsbeschränkungen, an die Stelle der durch sie ersetzten Grundstücke. Gießen, den 27. Mai 1936. Der Vorsitzende des Umlegungsausschusses. Dr. Hamm, Bürgermeister. Ich habe meine Praxis nach Lonystraße 20 Ecke der Bleichstraße verlegt 02508 Albert Börstel, Dentist Wir Haden uns verlobt Luise Lang Georg Späh Pfingsten 1936 Gießen (Neuenweg 52) --0J5O9 Auf Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda hat der Führer und Reichskanzler dem Architekten Clemens Klotz aus Köln, dem Erbauer der Ordensburgen Vogelsang und Eröfsinsee, aus Anlaß seines 50. Geburtstages am 31. Mai 1936 den Professor-Titel — Für das Büro eines größeren Herren- konfektions-Geschästes wird ein WMilMW Kenntnisse in Buchführung, Stenogr. und Schreibmasch., sowie gute Handschrist Äe- dingung. (Zintrittsdatum: 15.6. oder 1.7. Schristl. Ang. unt. 3566D a. d. Gieß. Anz. Mittwoch. 3.3uni 1936. nachm. 2 Uhr versteigere ich dahier, Neuenweg (Bet- steigerungslolul) hejro. an Ort und Stelle zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, neu und gebraucht. 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Bei häufig aufheiterndem Himmel und südlichen Winden stellt sich Wärmezunahme ein, die aber bald wieder Anlaß zur Bildung gewittriger Leichlbaoplallen MW" liefert prompt und billigst tolltoÄ Telefon 3144 Frankfurt. Str. 19 Mtthlstraße 18. endlgung seinen feierlichen Segen. In der festüch geschmückten Peterskirche waren sämtliche in Rom anwesenden geistlichen Würdenträger, die Vertreter des diplomatischechn Korps am Hl. Stuhl, Abgesandte sämtlicher italienischer Diözesen und viele Tausende von Pilgern aller Nationen anwesend. Deutscher Gteuographentag in Bayreuth. In Bayreuth erfolgte in Anwesenheit von 4000 Mitgliedern der Deutschen Stenographenschaft die Austragung der diesjährigen Meist e r s ch a f t in der Kurzschrift und im Maschinenschreiben sowie die feierliche Einweihung des „Hauses der Deutschen Kurzschrift', womit die Uebersiedlung der Reichsführung der Deutschen Stenographenschaft von Kulmbach nach Bayreuth vollzogen wurde. Der Reichsführer der Deutschen Stenographenschaft, Pg. Karl Lan g, legte am Grabe Hans Schemms einen Kranz nieder. Vor dem Neubau des Hauses der Deutschen Kurzschrift versammelten sich Tausende von 8esiteilneh- mern zur feierlichen Einweihung. Der Architekt Ritter von Popp übergab die Schlüssel an den Führer der Deutschen Stenographenschaft. Der Leiter der Landesstelle Bayerische Ostmark Pg. Kolbe hob hervor, daß es ein Werk von Reichsbedeutung sei, das hier entstanden ist. Es folgten Begrüßungs- worte von Oberregierungsrat Kolb, des Geschäftsführers des NS.-Lehrerbundes. Der Reichsfuhrer der Deutschen Stenographenschaft, Lang, bemerkte, das Haus der Deutschen Kurzschrift werde eine Stätte der Arbeit sein, deren Auswirkungen sich über das ganze Reich und darüber hinaus in die ganze Welt erstrecken würden. Aus dem Meisterschaftsschreiben, an dem 400 Wettbewerber teilnahmen, gingen 57 als Deutsche Meister hervor, davon 27 mit dem Prädikat „hervorragend". Die ersten zwölf Plätze wurden wie folgt belegt: 1. Frl. Olga Fischer, Berlin, auf Mercedes; 2. Frl. Grete Röhrbein, Berlin, auf Mercedes: 3. Frau Ilse Preusch 0 ff, Falkenstein i. 33., auf Continental: 4. Frl. Irma Heinrich, Chemnitz, auf Continental; 5. Frl. Lisbeth Fischer, Chemnitz, auf Continental; 6. Frl. Ilse Benck, Kiel, auf Continental; 7. Dora Birnbaum, Loebau (Sachsen), auf Ideal; 8. Frau Hildegard Vogt, Schweidnitz (Schlesien), auf Ideal; 9. Frl. Ilse Funk, Zella-Mehlis, aus Mercedes; 10. Frl. Maria Müller, Mannheim, auf Ideal; 11. Frau Gerda Wesling, Mielkendorf bei Kiel, auf Mercedes; 12. Frl. Maria Mei - n i g, Buckenhof bei Erlangen, auf Mercedes. Gegenüber dem Vorjahre ist eine bedeutende Qualitätssteigerung festzustellen, die sich sowohl auf die Durchschnittsgeschwindigkeit, wie auch .. auf die Sauberkeit der Darstellung, die Formschönheit der Briefe, sowie die Sicherheit der eigenen und fremden Stenogramm-Uebertragung bezieht. — Der beste Herren-Sieger, Johann Schaber aus Koblenz, erscheint erst als 19. auf der vollständigen Siegerliste. Es wurde derart schnell gearbeitet, daß die Schreiber das ihnen angesagte Programm in kürzerer Zeit in Reinschrift (Maschine) abliesern konnten, als sie es mit Hilfe der Kurzschrift ent- Ztalienreise des Vundeskanziers Schuschnigg Wien, 2. Juni. (DNB.) Montag um 22 Uhr ist Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ganz überraschend mit dem Rom-Schnellzua nach Italien a b g e r e i st. Die Tatsache der Abreise des Bundeskanzlers nach Italien wird amtlich bestätigt. Ungewiß ist nur, nach welcher Stadt sich Dr. Schuschnigg begeben wird. Die amtliche Meldung lautet: „Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat sich im Anschluß an die Pfingstfeiertage zu einem kurzen Erholungsaufenthalt an die italienische K ü st e begeben und wird Ende dieser Woche wieder in Wien eintreffen." — Es scheint festzustehen, daß der Bundeskanzler eine Unterredung mit Mussolini haben wird, entweder in Rom oder in einer italienischen Küstenstadt. Selbstverständlich werden an diese Reise weitgehende Vermutungen geknüpft. Am wahrscheinlichsten wird angesehen, daß die Reise mit der in der „Wiener Zeitung" veröffentlichten Verordnung über die Bundesdienstpflicht zusammenhängt, da man einen Prote st schritt der Kleinen Entente erwartet. Auch innerpolitische Gründe werden ins Treffen geführt, da die Gegensätze zwischen Schuschnigg und der H e i m w e h r immer noch nicht beigelegt seien, im Gegenteil scheinen die Heimwehren ihre Widerstandsstellung ausbauen zu wollen. Zu der Jtalienrelse des österreichischen Bundeskanzlers wird von zuständiger italienischer Seite erklärt, daß Schuschnigg wie im vorigen Jahre auch jetzt wieder zu einem kurzen Urlaub nach Italien komme, wo er sich i n e i n e m B a d e- ort einige Tage ausruhen wolle. Eine Begegnung mit Suvich sei nicht ausgeschlossen, doch wird versichert, daß Vorbereitungen für eine Unterredung mit Suvich oder Mussolini noch nicht getroffen worden seien. Verstärkung der britischen Garnisonen in Palästina. London, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Aus Aegypten sind zwei weitere Bataillone Infanterie nach Palästina in Marsch gesetzt worden, so daß dort jetzt im ganzen fünf Infanterie-Bataillone mit entsprechenden Luftstreitkräften, Tanks und Panzerkraftwagen-Abteilungen zum Einsatz gelangt sind. Die neuerliche Verstärkung der Truppeneinheiten deutet einerseits auf eine Verschlechterung der Lage hin, anderseits auf die Absicht, den Aufruhr möglichst in diesem Monat niederzuschlagen. Da aller Voraussicht nach die Ernte im Laufe des Monats beendet sein wird, befürchtet man, daß mit Beendigung der Ernte arbeitslos werdende Arbeiter sich den Aufrührern anschließen werden. Danzig-polnische Wirischastsvechandlungen. Danzig, so, Mai, (DNB,) In polnisch-Danziger Verhandlungen wurde sestgestellt, daß die Danziger Firmen, die an der Ausfuhr aus Polen Baumpfähle Rosenstäbe Latten ™»D Dachpappe Karbolineum Happel&Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 xz z xp Bürobedarfshaus Franz Vogt & Co Gießen » Seltersweg 44 Ruf: 2464 Störungen geben wird. Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis heiter, tagsüber ziemlich warm, späterhin aufkommende Neigung zu gewittrigen Störungen, südliche Winde. Lufttemperaturen am 1. Juni: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 7 Grad; am 2. Juni: morgens 5,7 Grad. Maximum 15 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Juni: abends 18,8 Grad; am 2. Juni: morgens 12,5 Grad. — Sonnenscheindauer 6,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor KümmeL D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Günstiger Bausparvertrag abzugeb.D.B.S. Schr. Anfragen unter 02512 an den Gießen Anz. Ein gut erhalt. Tisch uni> Bettstelle zu verkauf. 02499 Bleichstr. 16II. Gut erhaltener «tnder- portwagen zu verkauf. 02510 Kreuzblatt 11II. [ Empfehlungen |W. Vertreter m. gut. Umgangsform.z.I.Junivon grüß. Unternehm, gesucht. 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Schulstr. 7 sowie an der Einfuhr nach Polen Mitwirken, infolge der polnischen Devisenvorschriften nicht schlechter behandelt werden dürfen als Firmen, die in Polen ansässig sind, daß die Bezahlung von Danziger Firmen durch polnische Abnehmer usw. nach Möglichkeit vereinfacht werden muß und der Warenbezug aus und über Danzig keiner unterschiedlichen Behandlung ausgesetzt werden darf. Zwei Unterausschüsse sollen sich mit dem Warenverkehr und dem Zahlungsverkehr befassen. Außerdem wird ein gemischter Ausschuß für Devisenfragen vorgesehen, der die Schwierigkeiten, die sich für die polnisch- Danziger Wirtschaftsbeziehungen aus den polnischen Devisenvorschriften ergeben, aus dem Wege schaffen soll. Kleine politische Nachrichten. General der Kavallerie a. D. v. Pappritz, ehemaliger Gouverneur von Königsbergs ist in Oranienburg gestorben. Günther v. Pappritz war 1856 in Radach (Brandenburg) geboren. An der China-Expedition 1900/01 hatte Pappritz als Major im Generalstab des vstasiatischen Expeditionskorps teilgenommen. * Der ungarische Kultusminister H 0 m a n traf am Pfingstmontag von seiner Deutschlandreise nieder in Budapest ein. Zu seiner Begrüßung war der deutsche Gesandte v. Mackensen auf dem Bahnhof erschienen. Der König von Belgien hat den bisherigen Ministerpräsidenten van Zeeland gebeten, die Bildung einer neuen Regierung der nationalen Einigung zu übernehmen. Van Zeeland hat diesen Auftrag aus persönlichen Gründen abgelehnt. [Vermietungen | । 7 Zim. Wolino. ’ Seltersweg 67 l. mit groß. Glasveranda,'' eizung u m., sehr geeignet für Arzt, Rechtsanwalt u a. zum 1. Juli vermiet. 02455 'üüdulifiiininaet Franks. Str. 6 1. Stevttanstrasre 5-Zimm.-Woiiiiiing m.Z.2.St., ww. 3-Zimm.-Wolinung m. 3. 3. Stock, z. 1.,\uli zu üeriu. Scbr. Ang. unt. 02507 and.G.A. Nähe Balm l02502 möbl.3immcr billig zu vermiet. 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Juni 36 oder für sofort solides, anftänd. Mädchen nicht unter 20 ' Jahren gesucht. Bedingung: Kochkenntnisse. Mobs Kantine Kaserne an der Stadt Lich. 02514 ommerwronen ^18?c/J6 ... und zum Bauen Abe r m a n n Nr. 126 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhess^n) Dienstag, 2.Zuni 1936 Ser spanische Hexenkessel. Von unterem v r streichelt-, liest er sich °tw°s g-fa l-n das eigentlich dem Haarfchneider zustand Auf lauf e Blicke achtete er nicht, und andeutende Worte konnte er mit einer (o törichten Gegenfrage beantworten, daß es der Dame Abendrot immer schwerer fiel, den Jüngling nicht für herzlos zu halten. Und eines Mittags fiel es ihr zu schwer. Im Hause des Weinhändlers herrschte noch die Sitte, daß alle Hausgenossen an einem aßen, auch die Köchin Katharina mußte sich dafür em- richten. Herr Anckemann saß der Hausdame gegenüber an der Schmalseite des Tisches, rechts neben ihm die Köchin und links das Hausmädchen Julla während der Tristan und der Kellermeister ih Plätze rechts und links von der Hausdame hatten. Die Schüsseln wurden von den Essern selber herum gereicht; dabei hatte es der Tristan also rechts mit dem Hausmädchen und links mit der Hausdame zu tun. in die neue Gereiztheit die alte Verbitterung hinein; und der Weinhändler hätte ein anderes Gesicht machen müssen als das mit den blinzelnden Augen in der schlagflüssigen Röte, um das Fräulein Abendrot nicht an seine gescheiterten Hoffnungen zu erinnern, die sich bei dem blonden Tristan nur einen Trost hatte holen wollen. Sie wisse schon, wie man in diesem Haus ihre Bildung verlache, Spott zu ernten, wo sie Anerkennung verdient habe. Aber nun sei das Maß der Kränkungen voll und sie verließe noch heute eine Stellung, die ihrer unwürdig sei! Siebes Fräulein Abendrot! sagte der Weinhändler noch einmal in die gestörte Stimmung hinein; und es war, als spräche das blaugeblümte Zimmer selber zu der aufgeregten Dame: Ich würde mir das noch überlegen! Doch weckte gerade die harmlose Anrede den Dämon ihrer Enttäuschung; als habe er damit endlich den versäumten Antrag gemacht und sie könne sich für die Versäumnis rächen, fuhr es ihr heraus, daß sie sich zu gut für die Liebe eines Weinhändlers fei! Sie griff mit beiden Händen in die Luft, als müsse sie da gesponnene Fäden zerreißen, brach in ein Gelächter aus, das ihr sogleich in einen Weinkrampf mißriet, und verließ, mit hoch- gezogenen Schultern ihr Kleid an sich raffend, das Zimmer. Gak! Gak! machte Herr Anckemann gegen seine Gewohnheit hinter ihr her und hob die Hand nach der Pute, das Signal zur Fortsetzung der Tafel zu geben. Doch nun trat die Köchin Katharina in ihre beleibte Erscheinung. Als sei auch ihre Frauenehre beleidigt, stand sie auf, raffte die Schüssel und verschwand damit unter der Feststellung in die Küche, daß die Pute kalt sei und daß sie den Wein abgießen müsse; so daß sie zu Vieren vor leeren Tellern saßen. Da hatte Herr Anckemann genug von dieser verunglückten Namensfeier: Sorgt, wie ihr was kriegt! befchied er: Ich gehe in den Schwanen. Gloria-palast: ,0er Abenteurer von Paris". Russisches Emigrantenschicksal in Paris, ein oft behandeltes, beliebtes und meist auch ergiebiges Thema. Ein paar Szenen lang wird man sogar an „Towarisch" erinnert. Allerdings bringt das Buch von Axel Eggebrecht die entscheidende Handlung etwas umständlich und schwerfällig in Gang. Hinzu kommt, daß Karl Heinz Martin diesen Film für die Terra inszeniert hat; Martin ist ein bekannter, erfahrener und begabter Theaterregisseur. Das wird hier besonders deutlich: er inszeniert nicht eigentlich filmisch, sondern theatralisch — mit merklicher Betonung der ziemlich ausführlichen Sprechpartien, auch kleinerer episodenhafter Einlagen. Das erweckt den Eindruck, als ob es sich um die Verfilmung eines Stückes handelte, was gar nicht der Fall ist. (Jedenfalls wird nichts dergleichen erwähnt.) Filmisch vrauchvar ist an dieser Fabel allenfalls die Spielsaal-Szene und das hübsche Motiv „Potemkinsches Dor ", das überhaupt eigentlich als Leitmotiv für die ganze Geschichte gelten könnte: ein emigrierter russischer Fürst verdient seinen Lebensunterhalt als Arti t in einem Pariser Variete und ermöglicht damit ogar seinem jüngeren Bruder ein teueres Studium in Oxford; der weiß nichts von dem Leben, das der Aeltere führt und glaubt an ein aus dem Zusammenbruch gerettetes fürstliches Vermögen. Die zufällige und unvermutete Entdeckung der wahren Zusammenhänge führt zur Katastrophe, doch spielt auch eine Liebesgeschichte mit, und da das Mädchen, um das es sich handelt, den Fürsten nicht nur Hebt, sondern auch über viel Geld und einen einflußreichen Vater verfügt, findet das Pariser Abenteuer ein erfreuliches Ende. Martins Regie, von der schon die Rede war, hat ihre besten Augenblicke in einigen Dialogszenen, auch in der Aufmachung und .Ausmalung des von eigentümlicher Atmosphäre umgebenen Schauplatzes. Peter Voß spielt den Abenteurer, äußerlich stellenweise an Silbers erinnernd, mit Zurückhaltung und gedämpfter Melancholie, so daß man ihm das Kosakentemperament des kaukasischen Schwertertanzes kaum zutrauen möchte. Sehr gut wirken im Typus, ohne eigentlich im Vordergründe zu stehen, Hilde von Stolz und Andrews Engelmann. Karin Hardt, ein wenig spröde und ungelöst, läßt nur in einigen Szenen den ganzen Umfang ihrer Begabung erkennen. Hannes Stelzer spielt hier eine ähnliche Figur wie neulich im „Traumulus" — recht glaubwürdig. Theodor Loos steht diesmal leider nur episodisch auf der Szene. — Der Film erschien am zweiten Feiertag, übrigens kurz nach der Berliner Uraufführung, bei recht gutem Besuch im Gloria-Palast. Reichhaltiges Beiprogramm: Ufa-Wochenschau; ein Kultursilm „Zwischen Blausee und Blümelisalp"; Karl Valentin und List Karlstadt in der Lustspielszene „Beim Rechtsanwalt"; ein Vorspann zu „Stjenka Rasin"; auf der Bühne Exzentriktanz und Musik. —r— 7.Reichs-MdeMeiibewerbausderMasserkuppe Deutschlands fluabegeisterte Jugend beim Modellwettbewerb auf der Wasserkuppe. (DNB.-Heimatbilderdienst. — Aufnahme: Schneider.) einen Der Fußball an psingsten stimmen. Nach einem stillen Gedenken für auf der Fahrt von Essen nach der Wasserkuppe mit dem Motorrad tödlich verunglückten Wettbewerbsteilnehmer schloß Major Huber den 7. Reichs- Modellwettbewerb mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler und die deutsche Luftfahrt. Die Ergebnisse: Bei 987 Gesamtstarts konnte die Wettbewerbsleitung 806 Starts nicht werten, da sie die Mindestbedingungen nicht erfüllt hatten. Gemeldet waren insgesamt 346 Modelle, von denen 340 zugelassen wurden. In der Gesamtwertung nach Landesgruppen wurde 1. Sieger die Landesgruppe Pommern mit 5351 Punkten, die auch den Ehrenpreis des Reichsluftsportführers, 150 Mark in bar und einen großen Werkzeugkasten zugesprochen erhielt: stark in Erscheinung wie an Ostern, es gab diesmal weitaus weniger Spiele, aber doch teilweise recht reizvolle Begegnungen. Im Kampf um den A u f - stiegzur Gauliga wurde in den Gauen ©üb« west, Baden, Württemberg und Bayern gespielt. Eine weitere Entscheidung fiel in Württembergs wo Union Bückingen sich den Aufstieg in die erste Klasse tete den Kampf befriedigend. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Hanau 1860 3:3 (2:0). Dieses Resultat entspricht dem Spielverlauf. Wohl hatte mancher der Zuschauer damit gerechnet, daß den Blauweißen, nachdem ihnen gegen den teils böigen Wind eine 2:0 Führung geglückt war, ein eindeutiger Sieg zufallen würde. Die Gäste wußten sich aber entsprechend einzustellen, und an der taktisch spielenden Hintermannschaft zerbrachen immer wieder die Angriffe der Platzbesitzer Mit dem starken Wind als Bundesgenosse ist die Ueberlegenheit der Gäste recht deutlich. Zahlreiche Angriffe rollten auf das Tor der Blauweißen, und es wurde mehr wie einmal bedenklich in ihrem Strafraum. Trotzdem waren es die Platzbesitzer, die in Führung gingen. Einen weiten Abschlag von Schäfer nahm Hain auf und flankte hinter die zu weit aufgerückte Verteidigung. Schmelz, der nachsetzte, dirigierte den Ball an dem herauslaufenden Tormann vorbei ins leere Tor. Auf dieselbe Art und Weise kamen sie auch zum zweiten Erfolg. Wieder war es Schmelz, der eine hohe Vorlage von Heil- mann an dem ihm entgegeneilenden Torwächter vorbei ins Netz beförderte. Nach der Pause gelang es den Gästen, auf 2:1 zu verbessern. Ein Durchspiel des Jnnenstrums schloß der Halbrechte mit erfolgreichem Schuß ab. Im Gegen- Treffen um den „T s ch a m m e r - P o k a l" ihre Reife für die erste Klasse noch nicht beweisen. Die Elf war wuchtig und schnell, blieb aber spielkulturell weit hinter den Friedbergern zurück. Dabei hatte Friedberg noch das Pech, kurz vor Beginn an Stelle des nicht erschienenen Wittmann den Mittelläufer E i s e n r e i ch ins Tor stellen zu müssen Außerdem konnte nach der Pause Mittelstürmer Mass infolge einer Verletzung nur noch als Statist mitwirken Trotzdem war aber Fneoberg stets die bessere Mannschaft. Mass brachte den VfB. in der 10. Minute in Führung, zwei Minuten später fiel durch den Halblinken Roth der Ausgleich. Kurz vor der Pause führte Friedberg durch einen Kopfball des Linksaußen Keßler 2:1, und eine Minute vor Schluß schoß der Rechtsaußen S ü - ßenberger, übrigens der beste Mann auf dem Platze, das dritte Tor. Knorr (Gelnhausen) lei« LPD. Von der Wasserkuppe, 1. Juni, s Eine weitere starke Hebung und Verbreiterung des < Niveaus im deutschen Modellbausport waren das ( hervorstechendste Kennzeichen des 7. Reichs- i Modellwettbewerbs auf der Wasser- ! kuppe in der Rhön in dem 340 Modelle in Kon- i kurrenz traten. Große Zuschauermengen pilgerten wiederum zum Berg der Flieger hinauf. Bestleistungen in den Ausscheidungs-Wettbewerben innerhalb der einzelnen Landesgruppen des DLV. hatten । bis zu 25 Modellbauern aus den Landesgruppen , die Teilnahmeberechtigung für den Reichs-Modell- j Wettbewerb erbracht. Nahezu 80 v. H. der Wettbewerbsteilnehmer stellten die Luftsportscharen der HI. und die i TNodellarbeitsgemeinschaften des Jungvolks. In der technischen Prüfung, welche dem Wett- 1 bewerb vorausging, waren 340 Modelle von gemeldeten 346 zugelassen worden. Mit Reichsluftsportführer Oberst Mahncke weilten zahlreiche Ehrengäste auf der Wasserkuppe: Ministerialdirigent Dr. Untrieser und Oberst M o j e r aus dem Reichsluftfahrtministerium, Vertreter des Reichserziehungsministeriums, der Reichs- jugendführung und der Gliederungen der Partei. Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch und der stellver- tretende Gauleiter Landrat Dr. Burkhard! (Fulda) wohnten dem zweiten Wettbewerbstag bei. Die feierliche Flaggenhifsung und Eröffnung des Wettbewerbs mußte infolge des dichten Nebels und eines Regenschauers auf 10.30 Uhr verschoben werden. Doch dann stellte sich eine Witterung ein, welche die Aufnahme des Wettbewerbs immerhin ermöglichte, wenn auch die kalten und böigen Windverhältnisse größere Leistungen sehr erschwerten, wie die an den beiden Pfingstfeiertsgen vorherrschende ungünstige Witterung den Ablauf des Wettbewerbs beinahe in Frage gestellt hätte. Major Huber, der Leiter des Wettbewerbs, begrüßte bei der Eröffnungsfeier die Ehrengäste und die Wettbewerbsteilnehmer und umriß in eindringlichen, markanten Worten die Aufgaben und den Sinn des Modellbausports. Trotz der Bruchgefahr und dem Fehlen für Modellwettbewerbe unerläßlicher günstiger meteorologischer Voraussetzungen setzte ein lebhafter Startbetrieb an den fünf Startstellen ein, wie eine vorzügliche Organisation einen mustergültigen Wettbewerbsbetrieb ermöglichte. Am Abend des ersten Pfingstfeiertages vereinigten sich die Wettbewerbsteilnehmer mit 1000 Hit- lerjungen und Iungvolkpimpfen aus dem großen Zeltlager der HI., das auf der Wasserkuppe von der Gebietsführung Kurhessen errichtet worden war, am Fliegerdenkmal, wo Oberst Mahncke von einer Steinkanzel aus eindringliche Worte des Gedenkens an die Pioniere und Helden der Luftfahrt richtete, Mahnworte an die junge deutsche flugbegeisterte Generation. Ein Holzstoß flammte auf und das Lied vom guten Kameraden erklang. Die Witterungsverschlechterung des zweiten Wettbewerbstages ließ erst gegen 12 Uhr Startmöglich feiten zu, so daß sowohl für Handstarts, wie auch für Hochstarts der Stört freigegeben wurde. Eifrig und unablässig wurde gestartet, und die Wettbewerbsleitung verlängerte den Start bis 18 Uhr. In seiner'Schlußansprache bei der Preisverteilung beglückwünschte Major Huber von der Reichsluft- sportführung die Wettbewerbsteilnehmer zu ihren trotz der ungünstigen Witterungslage hervorragen- den Leistungen, in deren Rahmen sogar ein neuer Rhön-Streckenrekord von 11000 Weier aufgestellt wurde, Leistungen, die zuversichtlich für die Lösung künftiger Aufgaben im Modellbausport wieder gesichert hat. Um den „T s ch a m m e r - P o k a l" gab es zwei Spiele in Hessen, aus denen der VfB. Friedberg und Kassel 03 als Sieger hervorgingen Beide Mannschaften nehmen als letzte Vertreter des Gaues 12 an den weiteren Runden um den Pokal teil. Das Programm der Freundschaftsspiele brachte interessante Paarungen. Die beiden Rivalen im Kampf um die „Deutsche" landeten eindrucksvolle Siege. Der 1. FC. Nürnberg gewann in Frankfurt gegen eine Kombination Eintracht-Fuhballsport- verein 4:2 lind Schalke schlug Schwarzweiß Essen 6:2. Hannover 96 weilte im Gau Hessen und siegte in Marburg und gegen Kurhessen Kassel mit 2:1 bzw. 3:1. Die Gaumeister von Südwest und Hessen, Wormatia Worms und Hanau 93, trafen sich in Worms; die Einheimischen gewannen 3:0. Sonst gab es noch zahlreiche Treffen, in denen vielfach Mannschaften der Bezirksklasse recht starke Partner der Gauligavereine waren. Im Reich kamen ebenfalls zahlreiche Spiele, zum Teil mit ausländischen Gästen, zur Durchführung. Bulgariens Meister Lev- sky Sofia gewann in Königsberg gegen Prussia Samland 5:1 und unterlag MSV. v. d. Goltz Tilsit 1:2 und der Teplitzer FK. schlug den Sachsenmeister Polizei Chemnitz mit 4:3. Aus dem Ausland ist als wichtigstes Ereignis das Länderspiel zwischen Ungarn und Italien zu erwähnen, das in Budapest von den Italienern glücklich mit 2:1 (1:0) gewonnen wurde. Um den „Tschammer-pokal" Spielv. Kassel — SL. 03 Kassel 1:2 (0:1). Vor 1200 Zuschauern standen sich an Pfingsten die Kasseler Vereine Spielverein und „03" im Pokalspiel gegenüber, aus dem „03" als knapper, aber verdienter Sieger hervorging. Durch einen von Pape verschuldeten Elfmeter ging „03" in Führung und durch Horn fiel in der 75. Minute mitten in einer starken Ueberlegenheit des Spielvereins der zweite Treffer. Der Spielverein strengte sich dann nochmals mächtig an und kam schließlich durch den Halblinken Schwarz zum Ehrentor. Der Fußballsport trat an Psingsten nicht so I VfB. Friedberg — Kewa Wachenbuchen 3:1 (2:1). „ l Kewa Wachenbuchen, die sich in den Aufstiegs- doch teilweise recht spielen die Zugehörigkeit zur Gauliga erkämpfte, “ £ konnte in diesem vor 800 Zuschauern abgewickelten 2. Sieger: Landesgruppe X Westfalen, 4007 Punkte; 3. Sieger: Landesgruppe VII Sachsen, 3843 Punkte; 4. Sieger: Landesgruppe V Magdeburg, 3688 Punkte; 5. Sieger: Landesgruppe I Ostpreußen, 2955 Punkte. ßin^elfieger: 1. Joachim Schmidt (Allenstein) 1613 Punkte, Preisträger des Wanderpreises des Deutschen Luftsportoerbandes. 16 Ehrenpreise des Reichserziehungs- minifteriums wurden den Landesgruppen des Deutschen Luftsportoerbandes zugesprochen. Den Ehrenpreis des Reichsjugendführers erhielt die HI.-Schar des Allenfteiners Joachim Schmidt (Werkzeugschrank). Schmidt selbst erhielt ein Buch mit der Widmung des Reichsjugendführers. Einen zweiten Ehrenpreis der Reichsjugendfuh- rung für die beste Leistung eines Iungvolkpimpfes erhielt die Schar des Hans Joachim Haas aus Gladbeck (Westfalen). . ä Einzelsieger im Handstart: Klasse A, Dauer: 1. Joachim Schmidt (Allenstein) 461 Sekunden; 2. Bruno Krause (Pr.-Eylau) 367 Sek.; 3. Ulrich Guidtke (Berlin-Tegel) 265 Sekunden. Strecke: 1. Günther Pieper (Stettin) 8000 Meter; 2. Klaus Pawelke (Kätscher) 4100 Meter; 3. Johannes Grie- pentrog (Stargard) 2700 Meter. Klasse B: 1. Franz Schulze (Salzwedel) 501 Sekunden; 2. Rudolf Betz (Jena) 367 Sek.; 3. Hans Joachim Haas (Gladbeck), 288 Sek. Strecke: 1. Walter Kautenhahn (Penig) 4500 Meter; 2. Rudolf Elger (Leipzig) 1850 Meter; 3. Walter Hartmann (Kahla) 1800 Meter. Klasse C: Dauer: 1. Wolfgang Puch (Burg) 139 Sek.; 2. Walter Arland (Lützschena), 74 Sek.; 3. Otto Müller (Raguhn) 67 Sek. Strecke: 1. Walter Böckstiegel (Westfalen) 650 Meter; 2. Paul Armes (Zeuthen) 5K0 Meter. Klasse D: Dauer: 1. Wolfgang Jlgner (Breslau), 296 Sek.; 2. Kurt Pauly (Leipzig), 102 Sek.; 3. Franz Patales (Quakenbrück) 90 Sek. Strecke: 1. Ernst Quaas (Gelsenkirchen) 960 Meter; 2. Franz Patales (Quakenbrück) 750 Meter; 3. Alfons Menzel (Dresden) 600 Meter. Hochstart: Klaffe A und B: Dauer: 1. Gerhard Richter, Altdamm, 755 Sekunden; 2. Alfred Däummichen, Berlin, 335 Sekunden; 3. Hans Garbrecht, Freienwalde, 310 Sekunden. Strecke: 1. Hans Denker, Brambaur, 2980 Meter; 2. Willi Haubert, Gispershausen, 2500 Meter; 3. Bruno Ruft, Hildesheim, 1920 Meter. Sonderpreise wurden für neue deutsche Werkstoffe zugesprochen: Ein Sonderpreis von 1200 Mark für eine außergewöhnliche Konstruktion, die erstmalig in Deutschland in der Luftfahrt bzw. einer ihrer Gliederungen angewendet wurde, erhielt Lip pritsch, Dresden, für ein f erngesteuertes Flugmodell, das mit einem Röhrenempfänger ausgestattet war und einwandfreie Flugfähigkeit auf Kommando der Startleitung zeigte. Es führte einen Flug von 104 Sekunden Dauer aus. Der Konstrukteur der Sende- und (Empfängeranlage dieses einzigartigen und bedeutsamen Geräts ist der Dresdener Student Sykora. Gleichfalls einen Sonderpreis von 200 Mark erhielt Sinn, Göppingen, für ein selbstgesteuertes und gleichzeitig mit einer Fernsteuerung versehenes Modell. Für Selbststeuergeräte wurde ein Sonderpreis Egar Kuhn, Fulda, zugesprochen, dessen Modell 194 Sekunden in der Lust blieb und 700 Meter zurücklegte. 18 Wettbewerbsteilnehmer erhielten für besonders gute Bauausführung Sonderpreise, an erster Stelle das Modell von Paul Armes, Berlin. Für ein schwanzloses Ganzmetall-Modell erhielt Hansen, Baden-Baden, einen Anerkennungspreis. Deutsche Rudersiege in Ostende. Zu einem großartigen Erfolg für unsere deutschen Ruderer gestaltete sich an Pfingsten die internationale Regatta in Ostende auf der idealen Kampfstätte des Brügge-Ostende-Kanals. Gegen die besten Ruderer von vier Nationen wurden vier Siege herausgeholt, von denen der Erfolg des Kölner Ruderoereins von 187 7 im Achter über den Sieger des Londoner Head of the River-Rennens, den Thames Rowing-Club London, wohl der schönste ist. Füth (Rüsselsheim) verteidigte seinen Vorjahressieg im Einer sehr eindrucksvoll; über zwei Längen ließ er seinen Klubkameraden von Opel und den Engländer Warren hinter sich. Der Wassersportoerein Godesberg gestaltete den Start im Vierer ebenfalls siegreich. Köln 77 holte sich noch den Junior-Zweier, verlor dagegen den Zweier-Ohne knapp gegen SN. Antwerpen — Die nur von belgischen Vereinen umkämpfte Nordsee-Meisterschaft errang SN. Brüssel mit drei Längen vor SN. Gent. Kanonen-Lagdspringen in Warschau. Rittmeister Brandt wiederholt seinen Vorjahrssieg. Der gestrige Tag des internationalen Warschauer Reitturniers brachte vor etwa 5000 Zuschauern ein Kanonen-Iagdspringen, in dem sich erneut die deutschen Vertreter hervortaten. Unter 73 Bewerbern gelangte Deutschland mit sechs Pferden in den Stichkampf um den Sieg und belegte mit Alchimist (Rittmeister Brandt) und Tora (Oblt. K. Hasse) die beiden ersten Plätze. Rittmeister Brandt, der den Wettbewerb im Vorjahre auf Baron IV gewann, konnte sich somit zum zweiten Male in die Siegerliste dieses schweren Springens eintragen. Nur Alchimist, Tora und Schneemann behaupteten sich zusammen mit Zbieg (Rittmeister Sokolowski, Polen) bis zum dritten Stechen, in dem die vier Hindernisse schon Ausmaße bis zu 5 Meter Breite und 1,90 Meter Höhe aufwiesen. Nur Alchimist, der am Vortage ganz knapp geschlagen worden war, bewältigte auch hier noch den Kurs fehlerlos, während Tora und Zbieg je vier, Schneemann (Hptm. von Barnekow) acht Fehler machten. Auch die folgenden Plätze fielen an Deutschland, der alte Schimmel Wotan und Olaf, beide unter Hptm. v. Barnekow, hatten noch das zweite Stechen bestanden. Der Er» fola der deutschen Reiter wurde äußerst beifällig aufgenommen. Weitere Sportberichte im 3. Blatt. angriff vergrößerten die Blauweißen jedoch ihren Vorsprung wieder. Eine gute Zusammenarbeit des rechten Flügels vollendete Enders durch eine glänzende Einzelleistung. Dies war den Gästen zuviel. Sie machten starke Anstrengungen, um das Resultat zu verbessern, was ihnen auch in der 70. Minute gelang. Ein durch Handspiel verursachter Strafstoß vor der Strafraumlinie war die Ursache. Kurz vor Schluß war es den Gästen, nachdem die Blauweißen verschiedene Chancen nicht auszunutzen wußten, vergönnt, den Ausgleich zu erzielen. Kritik: Bei den Gästen, die teilweise recht hart spielten, waren der Linksaußen Sachs, Mittelläufer und die beiden Verteidiger die besten Spieler. Der Tormann war durch unentschlossenes Herausls" 'en nicht ganz schuldlos an den beiden ersten Toren Bei den Blauweißen, die in der Aufstellung Fischer, Zeiler, Schäfer, Langsdorf, Heilmann, Mank, Schellhaas, Ranft, Enders, Schmelz, Hain antrat n, wollte es nicht immer klappen. Das Fehlen Lv- perts beunruhigte teilweise die Sicherheit in der Verteidigung. Am angenehmsten überraschte Fisch r im Tor. Der Sturm zeigte sich in einzelnen Smel- abschnitten noch recht unbeholfen. Schiri Grote-Lollar fand bei den Gästen rvdjt immer Anerkennung mit seinen Entscheidungen Germania Warburg — 1900 1:1. Auch dieses Resultat entspricht dem Spielverlauf, denn was die eine ober andere Partei in dem Spielablauf an Torgelegenheiten herausarbeitete, war nicht so unterschiedlich, daß ein Sieg als verdient hätte angesprochen werden können. lieber» Haupt fehlte dem Spiel fast vollkommen jede Linie. Es war mehr Kampf als Spiel. Der Spielverlauf war nicht allzu ereignisreich. Die Unternehmungen der beiden Stürmerreihen in in den Anfangsminuten scheiterten meistens an den Verteidigungen. Die Blauweißen fanden sich zuerst. Dem Sturm wollte jedoch vorerst nichts gelingen. Schellhaas köpfte eine Flanke von Hain knapp neben den Pfosten. Ein Strafstoß von Schmelz strich haarscharf über die Latte. Erst in der 30. Minute spitzelte Enders eine Vorlage Ranfts in die linke untere Ecke. Diese Freude dauerte jedoch nicht lange, da hatten die Germanen ausgeglichen. Ein ab gemehrter Ball kam zu dem Halbrechten, und dieser schoß wuchtig ein. Wenig später wären die Platzbesitzer fast zu ihrem zweiten Erfolg gekommen. Einen scharfen Schuß holte Fischer aus der äußersten unteren Ecke, bekam den Ball aber nicht zu fassen, und nur den dazwischenfahrenden Lippert gelang es, die Gefahr zu beseitigen. Nach der Pause wurde das Spiel etwas lebhafter. Schnell wechselten die Situationen. Zu Erfolgen kam es aber nicht mehr. Lediglich verschiedene Ecken auf beiden Seiten waren die Ausbeute. Ganz zum Schluß erreichte das Spiel feinen Höhepunkt, als die Germanen zum kraftvollen Endspurt ansetzten. Hier zeigte sich aber Lippert in seiner ganzen Größe. Noch so sicher erscheinende Aussichten machte er durch fern schnelles Dazwischenfahren zunichte. Kritik: Germania Marburg hatte in der Verteidigung und dem Mittelläufer die besten Leute. Der Sturm konnte sich mit feinem durchsichtigen Spiel nicht durchsetzen. Bei den Blauweißen war die Verteidigung Lippert, Schmelz, Fischer, der beste Mannschaftsteil. In der Läuferreihe lieferte Mank ein gutes Mittelläuferspiel. Schmitz leistete ein großes Arbeits- Pensum und auch Erhard war jederzeit auf dem Posten. Der Sturm mit Schellhaas, Ranft, Enders, Heilmann, Hain hatte mehr schwache als mite Momente. Germania Warburg II — 1900 II 0:3. Die Reserve zeigte sich von der besten Seite unö gewann recht sicher. Es war eines der besten Spiele, was man von der Mannschaft sah. Das ist so schön beim Motorrad: Es braucht nur einen schmalen Pfad! ^nfinenlal-Reifen Nr. 126 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, Z.Zuni 1956 Gießen ehrt die Skagerrak-Kämpfer. Die Stadt schafft auf Anregung des SA.-Marine-Sturmbannesll/34 einen Skagerrak-Platz. Die feierliche Grundsteinlegung. schreibbrief zurück Will er die Einsendung dieser Papiere vermeiden, so muß er die Zahlung unmittelbar be. einem Postamt vornehmen oder vor« nehmen lassen. Postscheckkunden, die aus ihrem Postscheckkonto unter die Devisenfreigrenze fallende Ueberweisun- gen oder Barzahlungen leisten, die Einsendung ihres Reisepasses an das Postscheckamt aber vermeiden wollen, können den Auftrag mit dem Reisepaß ■' 'S; W i . r: & * ; MW Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadt. Die drei Hammerschläge bei der Grundsteinlegung. Der Führer des Marine-Sturmbanns, Mettenheimer. Einer Anregung des SA.-Marine-Sturmbannes 11/34, vertreten durch seinen Führer, Oberscharführer Mettenheimer, Rechnung tragend, hat sich die Stadtverwaltung bereiterklärt, den breiten und langgestreckten Platz vor der Pestalozzischule m den Eichgärten zu einer Stätte der Ehrung für die Skagerrak-Kämpfer zu machen und ihm den Namen „Skagerrak-Platz" zu geben, lieber die Einzelheiten dieses Planes haben wir im Gießener Anzeiger vom 28. Mai bereits berichtet. Anläßlich der zwanzigsten Wiederkehr der Tage der ruhmreichen Schlacht am Skagerrak ist im Rahmen einer besonderen Feierlichkeit des S A. - M a - rine-Sturmbannes 11/34 Gießen der erste Schritt zu dieser Ehrung erfolgt: die Grundsteinlegung zum Skagerrak-plah. Am Samstag vereinigten sich die Kameraden des Marine-Sturmbannes mit ihren Angehörigen zunächst zu einem Kameradschaftsabend im Cafe Leib Am Pfingstsonntagmorgen fand ein Großes Wecken des Musikzugs der Marine-Standarte 34, eines Spielmannszugs und von Abordnungen der Manne-SA. und der Marine-HI. statt, das durch eine Reihe von Straßen führte. Nach den Kranzniederlegungen am Gefallenen-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz durch den Führer des Marine-Sturmbannes 11/34, Oberscharführer Mettenheimer, und durch die Marine-Kameradschaft, sowie dem Aufziehen einer Ehrenwache der Marine-SA., Marine-HI. und der Marine-Kameradschaft, marschierten der Marine- Sturmbann 11/34, die Marine-HI., ein Ehrensturm der Standarte 116, eine Abordnung des. NSKK und die Marine-Kameradschaft Gießen vom Bootshaus der Marine-Kameradschaft aus unter den Klängen der Marine-SA.-Musik durch die (Eber= straße, Wernerwall, Hitlerwall, Moltkestraße zur Pestalozzischule in den Eichgärten zur Grundstein- legunqsfeier An dem künftigen Skagerrak-Platz hatten sich mittlerweile zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht usw. und eine große Menschenmenge eingefunden. Die Formationen wurden nach ihrem (Eintreffen dem Standartenführer Lutter gemeldet, sodann nahmen sie im offenen Viereck vor dem mit Grün geschmückten Grundstein Aufstellung Die Feier der Grundsteinlegung leitete der Führer des Marine-Sturmbannes 11/34, Oberscharführer Mettenheimer, mit dem Vorlesen der Grundsteinurkunde ein. deren Wortlaut wir in unserem Vorbericht vom 28 Mai bereits mitgeteilt haben. Anschließend wurde die Urkunde in eine englische Kartusche gelegt und verlötet, die aus der Skagerrakschlacht stammt und von dem Führer des Marinesturmes Bad-Nauheim, Scharführer Brückmann, gestiftet wurde Die Kartusche wurde sodann dem Grundstein beigefügt Hierauf sprach in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Oberbürgermeisters der Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadt Gießen. Er betonte zunächst, daß es der Stadt Gießen zur Ehre gereiche, auf Anregung des Marine-Sturmbanns diesen Platz als Skagerrak-Platz ausbauen und dazu den Gedenkstein für die toten Helden der größten Weltmeerschlacht legen zu konnem Sodann erwähnte er ein Erlebnis aus der Zeit kurz nach dem Kriege, als die damalige deuchche Flatte vor der englischen Küste aus eigenem En. schlust und unter eigener Verantwortung des Flöt- tenbesehlshabers in'der Zeit der tiefsten Ern.edr,- gunq Deutschlands gerade versenkt worden war. Damals fiel bei der Beerdigung eines an feiner schweren Kriegsverwundung "erstorbenen Kam - den das tragische Wort „Auch umsonst Dieses Wort wär in jenen Jahren der Ausdruck des gegualten Herzens und der Niederlage des Baterlandes trotz des heldenmütigen Ringens seiner Sohne des Schmerzes über den deutschen Bruderkampf un des immer stärkeren Abgleitens M d°uttchen B° - kes ohne irgendeinen Anblick auf den W l stieg des Vaterlandes Dennoch es Manner die sich mit diefem Niederbruch nicht abfanden und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft Nicht aufgaben. Sie waren bestrebt, alles zu tun um das deutsche Vaterland wieder aufste,gen zu ehem Der Redner wies auf diesen Wiederaufftieg un er dem einzigen deutschen Führer Adolf ' der in einer weltgeschichtlich Kurzen Zett d Deutsche Reich geschmiedet und das Volk geeint hat. Wenn heute die alten Feldzugsteilnehmer bei dieser Skagerrakfeier wieder zusammenstehen, dann werden sie dank des Werkes unseres Führers Adolf Hitler es am meisten empfinden, daß der Tod ihrer Kameraden im großen Kriege noch nicht umsonst gewesen ist und daß für die Wiedergeburt Deutschlands dem Führer und Frontkameraden Adolf Hitler ganz besonders der Dank der einstigen Kriegsteilnehmer gebührt. In dieser dankbaren Erinnerung gelten die Hammerschläge bei dieser Grundsteinlegung dem Gedächtnis der Toten, der Zukunft der deutschen Seegeltung und der Stadt Gießen zur Ehre, daß sie mit der Schaffung dieses Platzes Gelegenheit hat, das Gedächtnis an die große Tradition der deutschen Marine aufrechterhalten zu dürfen. Die Toten des Weltkrieges, der Schlacht vom Skagerrak find dabei unter uns zum Appell angetreten und schauen auf uns; sie erwarten von uns und den nachfolgenden Geschlechtern das Versprechen, in ihrem Sinne für Deutschland zu leben und wenn es sein muß, auch zu sterben. Hierauf tat Dr. Hamm im Namen der Stadt Gießen die drei Hammerschläge zur Grundsteinlegung mit den Worten: Dem Gedächtnis der toten Helden vom Skagerrak. Der Zukunft deutscher Seegeltung. Zur Ehre der Stadt Gießen' Der Führer des Marinesturmbanns 11/34, Oberscharführer Mettenheimer, begleitete als nächster seine Hammerschläge mit den Worten: In treuer Kameradschaft zu unseren Gefallenen. In Liebe zu unserer Heimat. Im Glauben an Deutschlands Zukunft im Dritten Reich. Als einstiger Mitkämpfer in der Skagerrakschlacht gab der Scharführer der Marine-SA Gießen Georg Emrich seinen drei Hammerschlägen folgende Geleitworte: Ihr habt nicht umsonst gestritten. Ihr habt nicht umsonst gelitten Mit ihnen vorwärts immer, rückwärts nimmer. Der Führer des Marine-Sturmbanns brachte sodann den Treuegruß an den Führer aus. Freudig stimmte die Festgemeinde in den dreimaligen Sieg-Heil-Ruf auf den Führer ein. Anschließend wurden die ersten Verse des Deutschland-Liedes und des Horst-Wessel-Lindes gesungen Die Formationen marschierten hierauf nach dem Landgraf-Philipp-Platz, wo ein Vorbeimarsch vor dem Standartenführer Lutter die Feierlichkeit des Vormittags beendete Der KameradschastSaberw am Samstag im Cafö Leib war sehr stark besucht. Der mit vielen kleinen Fähnchen geschmückte Saal wies vor der Bühne einen bis zur Decke reichenden Flaggenmast auf. Mit den Angehörigen der Manne- SA.-Männer waren zahlreiche Ehrengäste erschienen. Der Marinestandartenmusikzug 34 unter Führung von Musikzugführer Oberscharführer Scheid leitete den Abend mit dem Marsch „Unsere Marine" von R Tiehle ein. Das gemeinsam gesungene Sturmlied der Gießener Marine-SA. .Heute gehts an Bord" leitete über zu dem Einmarsch der Sturmfahnen und der Fahne des Marine-Bundes. Dann folgte die Flaggenparade unter den Klängen des Prafentiermarsches der Marine. Rottenführer Thein gab durch einen sinnigen Vorspruch der Freude über die zu neuen Ehren wiedererstandene deutsche Marine Ausdruck Ein vom Sturm 11/34 gestelltes lebendes Bild war dem Gedenken an die gefallenen Kameraden gewidmet. Der Führer des Marinesturmbannes 11/34, Oberscharführer Mettenheimer, entbot hierauf in einer Ansprache den Willkommensgruß Hierbei gedachte er besonders der fünf anwesenden ehemaligen Marinesoldaten, die vor zwanzig Jahren an der großen Seeschlacht am Skagerrak mitgekampft haben, der Kameraden E m r i ch, G r ä f i n g h o l t, Krämer, W e h r u m. der fünfte war Hans Mettenheimer, der Redner, selbst. Er erinnerte weiter an die in Kiel stattfindende große Kundgebung, an der auch Gießener Kameraden und der Standartenführer der Marine-SA. teilneh- men Mit Freude sprach er von der erhebenden Feier am Vormittag in Gegenwart des Führers und Reichskanzlers am Marineehrenmal Laboe, das der Marine-Bund zu Ehren der 34 836 gefallenen Marinesoldaten geschaffen hat. In knappen Umrissen gab der Redner dann noch einmal einen Ueberblirf über das gewaltige Zusammentreffen der englischen und der deutschen Flotte vor zwanzig Jahren am Skagerrak. Wie groß die Uebermacht der Engländer war, das belegte der Redner mit Zahlen, von denen allein die Anführung der 150 englischen Einheiten •Vs., MM SW Der Skagerrak-Mitkämpfer Scharführer Emrich. mit 37 Großkampsschiffen gegenüber 99 deutschen Einheiten mit nur 21 Großkampfschiffen und 60 000 englischen gegenüber 45 000 deutschen Soldaten für sich sprechen, der Verlust von 61000 Brutto-Registertonnen gegenüber 115 000 der Feinde, die 2550 Gefallenen, deren 6945 der Engländer zu beklagen hatte und nicht zuletzt die Gefangennahme von 177 Engländern Aus dem Handeln und dem Geist der Marine, die bei Scapa Flow heldenmütig ihre eigenen Schiffe versenkte, um sie nicht auszuliefern, machte der Redner die tiefe Bedeutung der Wiederaufrüstung der Flotte durch den Führer und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler verständlich, dem der Dank durch ein dreifaches Sieg-Heil ab» und der devifenrechtlichen Erklärung ebenfalls einem Postamt zur (Eintragung des Vermerks vorlegen oder vorlegen lassen Im Verkehr mit dem Ausland dürfen künftig auch inländische Scheidemünzen nicht mehr versandt werden. Aus der Provinzialhauptstadt. Das Heu düstet. Vor mir steht ein Feldblumenstrauß, den ich mir heute am Wiesenrande pflückte. Der Strauß ist nicht allzu dick, denn die Menge allein tut es ja nicht. Aber der wunderbare Farbenreichtum der paar Blumen entzückt mich immer wieder. Ich habe mir ja nur ein ganz bescheidenes Teilchen von der Sommerpracht hier in mein Zimmer gerettet. Wir wollten die letzten Maienglöckchen im Walde suchen und hatten auch noch ein kleines Sträußchen gefunden, aber die meisten waren schon am Verblühen. Alles hat seine Zeit auf dieser Erde Auch der Monat Mai mit seinen schönen Glöckchen Als wir dann aber am Wiesenrand auf dem alten Baumstamm saßen und die Herrlichkeit des schmalen Talgrundes betrachteten, da mußten wir schon einige der schönsten Blumen zu einem Strauße vereinigen Ich habe von jeher eine Vorliebe für diese einfach blühenden und doch so prächtig wirkenden Wiesenblumen gehabt Veilchen und Dtaiglöckchen sind nicht mehr, der Garten gibt uns auch noch nicht viel. Da ist alles erst im Werden, denn die Hauptblütemonate sind hier Juli und August. Aber draußen die Wiesen entfalten ihre Pracht wie in jedem Sommer. „Im schönsten Wiesengrunde" fangen die Kinder, die dort vorüber- zogen. Und so ist es auch. Das schöne, satte Grün, durchwirkt mit dem bunten Blumenteppich, ist ein Bild des Lebens, ein Zeichen des Ueberflufses. Da gaukeln die Schmetterlinge im Sonnenlicht, Fliegen und Mücken summen in der Luft, kleine Käfer versuchen, an den langen Grasstengeln emporzuklimmen. Vom Walde erklingt Vogelgesang, und die Grillen zirpen ununterbrochen ihr eintönig Lied. So steht auch eben wieder die Wiese vor meinem Auge: voll Leben, voll Blumenduft und Vogellaut. Und die bescheidenen Blümlein erinnern mich an die Schönheit draußen. Da leuchtet die breite Wucherblume mit ihren schneeigen Randblättern und dem goldgelben Blütenteller. So sauber und fo frisch sind hier die Farben abgetönt, daß man sich nicht satt sehen kann daran. Waren es nicht die Die Kranzniederlegung der Marinekameradschaft Gießen am Gefallenen- Ehrenmal vor dem Marine - Kameradfchaftshaus an der Wißmarer Straße bei gleichzeitiger Ehrenwache ehemaliger Marine- foldaten (Aufnahmen [4]: Photo - Pfaff, Gießen). ? 7 Hx 4 gestattet wurde, an das sich der gemeinsame Gesang der Nationallieder anschloß. Von Seemannsliedern umrahmt zeigte der Manne-Sturm 11/34 zusammen mit der Marine-HI. durch eine Pyramide den frischen Seemannsgeist in den eigenen Reihen, und die Marine-HI. bewies durch ihre Bodenübungen die frisch-fröhliche Vorbereitung auf den Seemannsberuf. Mit dem Ausmarsch der Fahnen wurde der offizielle Teil beschlossen. Dann folgte frohe kameradschaftliche Geselligkeit Der Ausklanu Im Bootshaus der Marinekameradschaft fand gestern ein gemeinsames Mittagessen statt, bei dem aus der Feldküche ein kräftiges Eintopfgericht verabreicht wurde Im und um bas Haus herum herrschte im Laufe des Nachmittags buntbewegtes Leben und Treiben, zu dem der Marinestandarten- Musikzug die beschwingten Weisen spendete Devisenvorschriften für den Postverkehr. Nach den neuen Vorschriften der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ist die Freigrenze von 10 Mark für gewisse weitere Zahlungszwecke aufgehoben worden Wer Zahlungen innerhalb dieser Freigrenze nach dem Ausland leisten will, muß fortan eine vorgedruckte „Devisenrechtliche Erklärung" unterschreiben, daß die Zahlung aus seinen eigenen Mitteln erfolgt und daß sie keinem Der in der „Erklärung" aufgeführten Zwecke dient, für die eine Ausnutzung der Freigrenze verboten ist. Den Zahlungszweck muß der Absender in der „Erklärung" angeben, das Formblatt bat er in lieber« einftirnmung mit der Unterschrift in seinem gleichzeitig vorzulegenden Reisepaß zu unterschreiben. Ein Formblatt zur devisenrechtlichen Erklärung erhält der Poftbenutzer kostenlos bei jedem Postamt. Von Postagenturen und Poststellen werden diese Formblätter nicht vorrätig gehalten, bei Bedarf werden sie beim zuständigen Postamt angefordert. Postagenturen und Poststellen nehmen Zahlungen nach dem Ausland, und zwar sowohl genehmigungsfreie als auch genehmigungspflichtige nicht mehr selbst an. Sie übersenden jedoch die bei ihnen eingereichten Auslandpostanweifungen oder Wertsendungen — bei Freigrenzenzahlungen mit dem Reisepaß und der devisenrechtlichen Erklärung des Einzahlers, bei genehmigungspflichtigen Zahlungen mit der Devisengenehmigung oder -bescheinigung — dem zuständigen Postamt zur Prüfung und weiteren Behandlung. Den Paß oder die nicht voll ausgenutzte Devisengenehmigung oder -bescheinigung erhält der Absender g. F. in gebührenfreiem Ein- Blumen, die wir einst — lang ist es her! — zerzupften, um festzustellen: Sie liebt mich nicht, sie liebt mit von Herzen, mit Schmerzen usw.? Und dann waren wir froh, wenn das Blumenorakel etwas Günstiges ausgesagt hatte. Nun stehen die Wucherblumen vor uns im Glas und nicken uns zu, als ob sie sagen wollten: Weiß du noch? Und daneben leuchten die tiefblauen Blüten des Wiesensalbeis, (ist es nicht so, als ob sie den Rachen öffneten, um etwas zu verschlingen? Und strecken sie ihren Griffel nicht aus der yelmartigen Oberblüte wie eine Schlangenzunge heraus?), die gelben und weißen Sternchen des Labkrautes, die gelben Hahnenfüße und die etwas' helleren Blüten des Hederichs, den die Bauern wohl als Schädling bezeichnen. Aus dieser Blütenpracht ragen einzelne Grashalme mit ihren zierlichen Rispen und ähren- förmigen Blüten. Das waren wohl einst die Vorfahren unseres Getreides. Und doch taucht nun die bange Frage auf: Wie lange wird die Schönheit draußen auf den Wiesen dauern? Der Frühling verging, das Gras ist reif. Die Schnitter kommen. Gräser und Blumen fallen unter dem kalten Stahl. Wenn wir abends an den Wiesen Vorbeigehen, dann strömt uns der süße Duft des Heues entgegen. Es find nur einzelne Stücke, die abgemäht wurden, aber werden die andern auch an die Reihe kommen. Ass ich noch ein kleiner Bub war da ging der Ortsbiener einige Tage vor der Heuernte mit der Schelle durchs Dorf und gab bekannt, daß der kleine oder der große Grund gemäht würden Die Leute sagten dann- Der Grund ist aufgetan! Die Wiesen lagen alle zusammen, Wege gab es nur wenige, und so kam es, daß man erst auf sein Grundstück kommen konnte, wenn man über das eines ober mehrerer Nachbarn ging oder fuhr Deshalb wurden diese Wiesengründe gemeinsam gemäht Am frühen Morgen zogen dann alle Wiesen- besitzer hinaus in den Grund Die Grenze wurde „abgegangen" An den einen Grenzstein mußte ich mich stellen, mein Vater ging an das entgegengesetzte Ende, und dann schritt er, mich immer fest im Auge behaltend, auf mich zu. Ich durfte meinen Platz nicht verlassen. Die hohen, schönen Grashalme wurden zusammengetreten, und eine deutliche Grenze hob sich nun ab. Dann begann das Mähen. Heute ist es anders. Fast überall hat die Feld- btreinigung dafür gesorgt, daß die kleinen Wiesen- stücke zusammengelegt wurden, und jeder Bauer kann nun auf einem Wege bequem zu seinem Grundstück gelangen. So kommt es, daß schon einzelne Wiesen gemäht sind, andere noch nicht. Aber es wird nicht lange dauern, dann ist der Grund leer, und der Wind bläst über die kahlen Wiesen. Wehmut schleicht in unser Herz. Kaum hat das Arbeitsfront und Universität arbeiten zusammen. Die Arbeitsgemeinschaft, die zwischen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront und dem Betriebswirtschaftlichen Seminar der Universität unter Leitung des Professors Dr. A u l e r bereits längere Zeit besteht, wirkt sich immer mehr zum Nutzen der Beteiligten aus. Nicht allein, daß die Studierenden der Universität in diesem Seminar Referate halten, um diese zusammen mit den Männern der Praxis aus der Deutschen Arbeitsfront zu besprechen, wird durch das Heranziehen von in der Deutschen Arbeitsfront Tätigen die engste Bindung zwischen Wissenschaft und Praxis angestrebt. Im letzten Seminar-Abend sprach der Kreisberufswalter der DAF., Pg. Wilhelm M e r t e s über die Auswirkung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit auf die Leistungsfähigkeit im Betriebe. Der Redner betonte — wie uns berichtet wird — daß sich der Führergedanke, so wie er sich in der Politik durchgesetzt habe, auch in der Wirtschaft durchsetzen muß. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, dessen Wichtigkeit durch die Unterschrift des Führers betont wurde, bildet hierzu die Grundlage. Selbstverständlich ist es, daß die Machtstellung, welche dieses Gesetz dem Betriebsführer gibt, nicht für diejenigen geschaffen ist, welche aus dieser Machtstellung heraus nur eigennützige Ziele verfolgen. Während früher der Betrieb lediglich als Mittel zum Geldverdienen angesehen wurde und hierdurch den Widerstand der Arbeitnehmer hervorrief, der sich ausdrückte in dem von den Gewerkschaften gepredigten Klassenkampf, ist heute der Betrieb zu einer Ganzheit geworden, die wirtschaftliche Güter für die Gemeinschaft zu erzeugen hat. Der Betriebsführer ist der Gemeinschaft für die Erfüllung der Betrieosziele verantwortlich, und so, wie der Betrieb nicht Selbstzweck ist, ist es auch nicht die Wirtschaft. Während der Betrieb für die Güter der Gemeinschaft zu sorgen hat, hat die Wirtschaft dafür zu sorgen, den Menschen Arbeit und Brot zu geben. Zur Erreichung der großen Betriebsausgaben ist es notwendig, daß das Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft geordnet wird. Kameradschaftliches Gebundensein muß im Zusammenklang mit technischer und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Betriebsgemeinschaft als eng- verbundene Schicksals- und Leistungsgemeinschaft zu dem ersehrnten Erfolg führen. Erst dann, wenn sich der Glaube und das Vertrauen zur Führung in den einzelnen Zellen der Wirtschaft, dem Betriebe, genau so Eingang verschafft hat, wie in der Politik, muß jede Betriebsgemeinschaft, getragen vom Sinne sozialer Ordnung, zu einer nach höchsten Zielen strebenden Gemeinschaft werden. Der Redner streifte dann die Einrichtungen der Deutschen Arbeitsfront, insbesondere die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude", die den Menschen die Möglichkeit gibt, ihren Urlaub außerhalb des Alltags zu verbringen, um neue Kraft für den Lebenskampf zu schöpfen. Die Forderung nach Ur* laub muß einstens von dem Betriebsführer laut werden, da dieser die Notwendigkeit des Ausspannens der Menschen erkennen muß. Dann sprach Pg. Mertes eingehend über die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront. Gerade die Erziehung der Menschen im Beruf zur Höchstleistung ist eine Notwendigkeit für alle Berufsstände. Die Aufgabe der Berufsauslese ist es, die blutsmäßige Anlage des Menschen bei Eintritt in das Berufsleben zu erkennen. Die Berufswahl soll daher in Zukunft keine private Angelegenheit mehr sein. Der Leiter der DAF. sagte einmal: „Nicht jedem Menschen einen Arbeitsplatz, sondern jedem Menschen seinen Arbeitsplatz." Durch richtigen Arbeitseinsatz und vollkommene Berufserziehung wird eines Tages das Problem der ungelernten Arbeiter gelöst werden. Pg. Mertes sprach dann über den Reichsberufswettkampf, der in Zukunft nicht bei der Jugend stehen bleiben wird, sondern auch auf alle Menschen, die im Beruf stehen, ausgedehnt werden soll. Meister soll sich in Zukunft nur der nennen können, der auch immer wieder seine Leistung und sein Können unter Beweis zu stellen bereit ist. Dr. Ley schuf am 1. Mai 1936 das Leistungsabzeichen der DAF., welches an die Berufserziehungsstätten der Wirtschaft (Industrie, Handwerk, Handel) und der Oeffentlichen Betriebe (Reichsbahn, Reichspost usw.) und zwar an Lehrwerkstätten, Anlernwerkstätten, Werkschulen und Dauereinrichtungen für die berufliche Schulung Erwachsener, verliehen werden soll, die im Sinne nationalsozialistischer Berufserziehung vorbildlich sind und ihre Leistungen dauernd unter Beweis stellen. Zum Schluß betonte der Redner, daß berufliche Ertüchtigung Pficht an der Gemeinschaft zum Wohle der Gesamtheit sei, Professor Dr. Auler dankte für die Ausführungen des Pg. Mertes und erläuterte die Auswirkungen der Leistungssteigerung im Betriebe auf die Produktion und deren Absatz. Jahk mlf Sonnenschein und Wärmö begonnen, da müssen schon die Gräser und die Blumen sterben. Wir wissen wohl, daß wieder neues Grün und neue Blumen auf den leeren Wiesen erstehen, aber die erste Pracht der Sommerwiesen wird nicht wieder erreicht. Die schönen Tage schwinden bald. Wohl steigt die Sonne noch, aber nicht mehr lange. Dann ist die Höhe des Jahres da. Es geht wieder abwärts. Unbekümmert und sorglos aber freut sich unsere ländliche Jugend in der Zeit der Heuernte. Das ist leichte und doch so schöne Arbeit für sie. Die Kinder hellen beim Wenden, beim Kegelsetzen, beim Heimfayren. Auf dem hochbeladenen Wagen zu sitzen und hinaus in die Welt zu schauen, ist das nicht herrlich? Woyl die schönsten Jugenderinnerungen knüpfen sich an die Zeit der Heuernte. Und versunken in die Farbenpracht meines Wiesenblumenstraußes sitze ich hier an meinem Schreibtisch und lasse mich von ihm in die Vergangenheit zurücktragen. M. C. Dornotizen. Tr geskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Abenteurer von Paris". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Karenina". Truppen-Einzug in Gießen. Ein MG.-Bataillon (motorisiert), das am 10. Juni, 12 Uhr, in Gießen eintrifft, wird vorübergehend den Standort Gießen beziehen. In der Frankfurter Straße wird eine Vorbeifahrt vor dem Standortälteften stattfinden. Das Bataillon fährt dann über Hindenburgwall, Ludwigsplatz, Sicher Straße zur neuen Kaserne am Kugelberg, wo eine Begrüßung des MG.- Bataillons durch den Standortältesten, General O ß w a l d, stattfinden wird. 25 Lahre Leiter des Chemischen Unter* suchungsamtes. Am 1. Juni waren es 25 Jahre, daß Direktor Karl Wrede als Leiter des Chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberhessen tätig ist. Aus diesem Anlaß hatten sich am Pfingstsamstag alle Mitarbeiter in den mit Blumen geschmückten Räumen des Untersuchungsamtes zu einer schlichten und herzlich-ehrenden Feierstunde zusammengefunden. Zunächst überbrachten Kreisdirektor Dr. Lotz und Prooinzialrat Vogt mit einem wertvollen Geschenk und einer Urkunde dem Jubilar die besten Glückwünsche der Provinzial-Direktion. In einer kernigen und in warmen Worten gehaltenen Ansprache hob Kreisdirektor Dr. Lotz die großen Verdienste des Direktors Wrede besonders hervor, die er sich nicht nur um den Ausbau des Amtes, sondern auch durch seine Tätigkeit als Leiter dieses gemeinnützigen Institutes erworben hat und daß so sein Name und der des Amtes über die Grenzen der Provinz hinaus bekannt geworden sei. Hierauf schilderte der Vertreter des Jubilars Dr. K l i n g id -kurzen Zügen den Werdeaang und den Ausbau des heute so angesehenen Institutes. Nach der Gründung im Jahre 1891 war es zunächst mit dem hygienischen Institut vereinigt, und wurde es später wieder abgetrennt. Als Direktor Wrede am 1. Juni 1911 das Amt übernahm, war es noch in den kleinen Räumen des Oktroi-Häuschens am Walltor untergebracht. Nach der notwendig gewordenen Verlegung in das jetzige Gebäude war es erst möglich, neue Arbeitsgebiete erfolgreich anzufassen und den Aufgabenkreis zu erweitern. Dies hatte zur Folge, daß die Räumlichkeiten auch hier zu eng wurden, so daß — allerdings erst unter der Regierung Adolf Hitlers — der notwendige Erweiterungsbau errichtet werden konnte. Der Jubilar könne mit berechtigtem Stolz und voller Genugtuung auf seine 25jährige leitende Tätigkeit zurückblicken. Denn es sei ihm gelungen, aus kleinen Anfängen heraus ein angesehenes Institut zu schaffen, ausgerüstet mit dem modernen Rüstzeug der Wissenschaft und dazu berufen, gemeinnützigen Zwecken zu dienen, der Erhaltung von Volksvermögen und der Volksgesundheit. Möge — so sagte zum Schluß sein Mitarbeiter — es Ihnen noch viele Jahre lang bei bester Gesundheit vergönnt sein, in bewährter und vorbildlicher Weise unser Amt zu führen, damit es als Wohlfahrtseinrichtung ein Baustein sei und MmtWütiisw Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 29 Fortsetzung Nachdruck verboten! Das war ja merkwürdig, dieser späte Besuch. Schließlich hätte es ja auch noch bis morgen Zeit gehabt. Als sie die Haustür öffnete, lag alles dunkel vor ihr. Fräulein Giesecke und Josua waren offenbar schon schlafen gegangen. Wie unangenehm, Steffens jetzt hier ganz allein zu empfangen. Aber sie konnte schließlich nichts dagegen tun. „Bitte, wollen Sie hier eintreten." Sie schaltete das Licht an, es erfüllte den kleinen behaglichen Raum bis in jede Ecke mit hellem Schein. Steffens trat ein. „Darf ich Ihnen irgend etwas anbieten, irgendeine Erfrischung?" „Vielen Dank, nein, ich möchte nur Torssons Auftrag übermitteln." Sie setzten sich beide an dem Tisch nieder. Steffens zog ein beschriebenes Blatt hervor. „Herr Torsion möchte auf seine Kosten eine Ausstellung in Paris veranstalten, wo die Bilder Ihres Onkels besonders geschätzt worden sind. Er garantiert Ihnen zehntausend Mark. Wenn Sie mit dem Angebot einverstanden sind, werden die Bilder morgen bereits abgeholt." Benedikte schwindelte es geradezu. So viel Geld für diese Bilder, sie konnte es einfach nicht fassen. „Selbstverständlich bin ich einverstanden." „Dann wäre nur eine kleine Formalität nötig, Fräulein Zedlitz. Sie müßten bitte einen Brief an den Kunsthändler schreiben, den Herr Torsion Ihnen hier vermerkt hat. In dem Brief müßten Sie versichern, daß die Bilder durch Erbschaft Ihr Eigentum geworden sind, und daß Sie den Kunsthändler, Herrn Dupont, damit beauftragen, die Bilder zu verkaufen." „Das tue ich natürlich gern", erwiderte Benedikte, „aber warum übernimmt Herr Torsion das nicht?" ,Ein kleiner Geschäftstrick, Fräulein Zedlitz. Sowie man weiß, daß Torsion hinter der Geschichte steckt, werden die anderen Pariser Kunsthändler bleibe in dem großen Aufbauwerk unseres genialen Führers. Sodann überreichten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein künstlerisches Reliefbildnis des Führers und ein hübsches Album mit den Photobildern und mit launigen Versen der jetzigen und früheren Mitarbeiter. Tief ergriffen dankte hierauf Pg. Wrede in bewegten Worten für die erwiesenen Ehrungen und Glückwünsche mit Geschenken. Er verlieh seiner herzlichen Freude Ausdruck, so ihm aus berufenem Munde und von seinen Mitarbeitern bestätigt wurde, daß er den Platz, auf den er vor 25 Jahren gestellt wurde, voll und ganz ausgefüllt habe. In diesem Zusammenhang betonte er, daß ihm die Hilse der Mitarbeiter und das harmonisch-ideale Arbeitsoer- hältnis unentbehrlich gewesen sei. — Unter den Gratulanten, die überaus zahlreich sich gemeldet hatten, waren Behörden und Fach- genossen aus zahlreichen Städten Deutschlands; auch der Verein deutscher Chemiker, dessen Bezirksgruppe Oberhessen Pg. Wrede führt, war mit einem herrlichen Blumenangebinde vertreten. Gegen Schluß der Feierstunde erschien Oberstaatsanwalt K n a u ß und überbrachte Glückwünsche und würdigte die wertvollen Verdienste des Jubilars auf gerichtschemischem Gebiet, die er sich wiederholt und in reichlichem Maße in gedeihlicher Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft erworben habe. Zustizinspektor Ritter-Gießen. Zu dem Dienstjubiläum des Justizinspektors Wilhelm Ritter beim Landgericht Gießen, der — wie wir am Samstag bereits berichteten — am 1. Juni auf eine 41jährige Dienstzeit zurückblicken konnte und aus diesem Anlaß von dem Führer und rebellisch. Torsion hat in der letzten Zeit ein außerordentliches Glück mit seinen Verkäufen in Frankreich gehabt. Betraut nun aber ein Privatmann einen Händler mit den Verkäufen, dann bleibt die Meute still. Das ist der Grund." „Also ich bin einverstanden, Herr Steffens." „Ja, dann wären noch die Studienmappen Ihres Onkels. Mit der Prüfung ist Herr Torsion noch nicht fertig geworden. Sie lassen ihm wohl noch etwas Zeit? Ich hoffe, daß dabei auch noch eine schöne Geldsumme herauskommen wird/ Benedikte lachte: „Ich bin gar keine Geschäftsfrau, Herr Steffens, und ich muß Ihnen sagen, ich bin ganz erschlagen von dem Angebot Torssons. Ich hatte nie gedacht, daß für die Bilder so viel Geld erzielt werden könnte." Steffens lachte gleichfalls: „Gut, daß Sie mir das sagen und nicht Torsion, sonst hätte er gleich etwas heruntergehandelt. Nun, Fräulein Zedlitz, so darf ich mich wohl verabschieden und morgen Herrn Torsion in diesem Sinne berichten. Halt, da fällt mir noch etwas ein, eine private Anfrage. Kennen Sie die Familie Krüger? Besonders die Tochter, diese Rosine Krüger?^ „Flüchtig, Herr Steffens. Warum denn?" „Ja, Fräulein Rosine hat sich bei uns oben auf der „Burg" als Kindermädchen anqeboten für die Lonneschen Kinder in Dänemark. Sie macht soweit einen ganz guten Eindruck, aber Gräfin L nne hat Bedenken, sie zu verpflichten. Da war doch damals die eigentümliche Geschichte zwischen der älteren Schwester, der Marie--" „Davon weiß ich nichts, Herr Steffens." „Ach so, natürlich. Sie sind ja nicht von hier. Gräfin Lonne hat es auch erst durch Zufall von einem der Angestellten erfahren, die Marie Krüger hat sich doch vor drei Jahren im Bodden ertränkt, man sagte, wegen dieser Geschichte mit dem Lehrer Petersen." Benedikte fühlte, wie ihr das Blut in einem jähen Schlag zum Herzen strömte und ebenso unvermittelt wieder abebbte. „Davon habe ich keine Ahnung", brachte sie mühsam heraus. „Nun, das tut auch nichts. Schließlich kann ja die jüngere Schwester auch nicht für das, was die ältere getan hat. Nur, Sie begreifen, da es sich Reichskanzler geehrt wurde, wird uns von dem Pressedezernenten beim Landgericht Gießen noch folgendes mitgeteilt: Der Jubilar ist feit dem 1. September 1927 bei dem Amtsgericht Gießen tätig, nachdem er zuvor über 24 Jahre lang am Amtsgericht Lich beschäftigt war. Als Urkundsbeamter bei den Grundbuchämtern Gießen-Stadt und Gießen-Land ist er weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt geworden und erfreut sich sowohl als Mensch, wie als Beamter allgemeiner Wertschätzung. Seit 1. April d. I. ist Herr Ritter Bezirksrevisor (Kostenrevisor) für den Landgerichtsbezirk Gießen. Verleihung von HZ.-Ehrenzeichen. NSG Es häufen sich in letzter Zeit die Anfragen wegen der HJ.-Ehrenzeichen. Da die Prüfung sämtlicher Anträge naturgemäß lange Zeit in Anspruch nimmt, kann die Auslieferung der Ehrenzeichen bei der großen Zahl der Anträge nicht sofort und auf einmal erfolgen. Alle Anfragen sind daher zwecklos und können in Zukunft nicht mehr beantwortet werden. Gießener Dochenmarktprelse. * Gießen, 2. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Enteneier 9, Wirsing, % kg 10 bis 15, gelbe Rüben, das Bündel 15, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grün 45 bis 60, Spargel 30 bis 50, Erbsen 30, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 14, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, kg 15 bis 18 Ps., Acpfel 30 bis 70, Blumenkohl, das Stück 25 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 35 bis 45, Oberkohlrabi 15 bis 18, Rettich, gerade um eine Stelle bei Kindern handelt, muß man vorsichtig fein. Gräfin Lonne ist in diesen Dingen besonders ängstlich"--- * Benedikte wußte später nicht, wie sie diese letzten Minuten ertragen hatte. Alles war ihr wie in Nebel gehüllt. Sie sah das Gesicht ihres Besuchers nur von fern, hörte seine Worte nur ganz undeutlich und verschwommen. Lediglich das eine lebte klar und deutlich in ihr, was Steffens von dieser Marie Krüger gesagt, und daß Jens mit all dem irgendwie zu tun haben sollte. Sie wollte es nicht glauben, es konnte nicht sein. Und doch, jetzt fielen ihr taufend Einzelheiten ein, und jede einzige war wie eine feine spitze Nadel, die sich in ihr Herz bohrte. Einmal war sie mit Jens Petersen zum Güllen hinunter gewandert, ganz weit in die Heide. Da waren sie an dem letzten Gehöft der Insel, einem stattlichen Bauernhof, vorbeigekommen. Eine alte Frau und ein junges Mädchen hatten vor der Tür gesessen. Ihr war es ausgefallen, wie diese beiden Jens Petersen mit haßerfüllten Blicken anstarrten und wie Jens Petersen feinen Kopf abwandte und sehr blaß und stumm an ihnen oor- überging. Benedikte war es sonst gewohnt, daß sich alle Menschen hier auf der Insel einen Gruß boten, wenn sie sich trafen. Dieses stumme Vorübergehen Jens Petersens hatte sie etwas stutzig gemacht. Als sie sein verschlossenes Gesicht sah, hatte sie jedoch nicht zu fragen geroagi. Dann war ihr einmal durch Josua von der Feindschaft zwischen Jens Petersen und £em Hause des Fischers Krüger berichtet worden. Doch auch da hatte sie sich nicht erkundigen mögen. Jetzt aber ließen ihr die leicht hingeworfenen Worte Steffens' keine Ruhe mehr. War jemals zwischen Jens Petersen und Marie Krüger irgend etwas vorgekommen? Warum hatte er ihr nichts davon gesagt? In ihrem Leben war kein Man je gewesen. Aber hätte sie auch nur einen Teil ihres Herzens irgendeinem geschenkt, in der Verlobungsstunde würde sie es Jens Petersen anoertraut haben. Alles mußte ja klar und wahr und offen zwischen ihnen sein. So forderte sie es für sich, so hatte sie es auch von ihm erwartet. Aber vielleicht würde er ihr noch davon erzählen, vielleicht war es etwas ganz Schweres, Trauriges gewesen, und er wollte die erste Stunde nicht damit belüften' das Stuck 10, das Bündel 15 bis 30, Sellerie, Stück 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. **DiePfing st feiertags nahmen zum Teil einen Verlauf, den man nur als außerordentlich programmwidrig bezeichnen kann. Es ist ein starkes Stück von dem Wettergott, wenn er uns zu Pfing- ften, an der Wende vom Mai zum Juni, eine Außentemperatur beschert, bei der man sich gezwungen sieht, selbst am Nachmittag und in Den Abendstunden den Ofen im Zimmer wieder m Gang zu bringen, um eine wenigstens einigermaßen erträgliche Temperatur zum Sitzen zu bekommen. Diese ungewöhnliche Erscheinung zeigte sich am Pfingstsonntagnachmittag und -aoend in zahlreichen Wohnungen. Kein Wunder, daß bei dieser Stilwidrigkeit der Ausflüglerverkehr am ersten Feiertag allenthalben recht dünn war. Unseren Ausflugsgastwirten ist dadurch am ersten Feiertag manche Hoffnung enttäuscht worden. Auch am Vormittag des gestrigen zweiten Feiertages zeigte das Wetter noch verhältnismäßig wenig pfingstliche Eigenschaft, erst die gestrigen Nachmittagsstunden brachten ein Pfingstwetter, mit dem man sich einverstanden erklären konnte und das denn auch in reger Weise zu Spaziergängen benutzt wurde. Alles in allem also: ein PsinAten von recht mäßiger Beschaffenheit! Trotzdem war der Reiseverkehr insbesondere auf der Bahn recht lebhaft, zum Teil herrschte sogar Hochbetrieb. Dagegen konnte man bei der Straßenbahn viele schwach besetzte Wagen fahren sehen, erst am gestrigen Nachmittag und Abend steigerte sich auch hier die Frequenz. Bedauerlich ist es auch, daß in den Nächten, insbesondere auch in der verflossenen Nacht, die Temperatur einen sehr empfindlichen Rückschlag brachte, so daß wohl an den Gartenkulturen mancherlei Schaden entstanden sein dürfte. Zusammenfassend kann man sagen, daß wir alle uns den Verlauf der Pfingstfeiertaae erheblich anders und schöner und vor allem wesentlich sommerlicher vorgestellt hatten. Hoffentlich macht der weitere Verlauf des Juni die bisherige Enttäuschung wieder gut. ** Autozusammenstoß. Am gestrigen Pfingstmontagnachmittag stießen an der Ecke Gartenstraße und Hitlerwall ein größerer Kraftomnibus und ein Personenauto zusammen. Durch die Wucht des Zusammenpralls wurde das Personenauto einige Meter weit bis fast an den Bürgersteig zur Seite geschleudert, wobei eine Insassin des Wagens durch die zersplitternde Fensterscheibe Schnittwunden erlitt. Nach erster Hilfeleistung durch die schnell herbeigeeilte Sanitätswache wurde die Frau zur weiteren Behandlung der Klinik zugeführt, von wo fie jedoch nach ärztlicher Behandlung wieder entlassen werden konnte. — Ein weiterer Verkehrsunfall ereignete sich ungefähr zur gleichen Zeit an der Ecke Bismarkstraße-Ludwigstraße. Zum Glück verlief auch hier alles glimpflich. ♦* Kleine Unfälle. Der 13 Jahre alte Otta Bauer von hier mußte mit erheblichen Weichteiloerletzungen am linken Oberschenkel der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. — Beim Brotschneiden verletzte sich der 17 Jahre alte Hans Walldorf mit dem Messer so erheblich an der linken Hand, daß seine Ueberführung in die Ehirur-' gische Klinik notwendig wurde. — Der 30 Jahre alte Adolf Göbel aus Erda mußte wegen einer schweren Kopfverletzung ebenfalls die Chirurgische Klinik in Gießen aufsuchen. Rundfunkproqramm Dienstag, 2. Juni. 6.00 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: von Stuttgart: Gymnastik. 8.30: von Bad Salzschlirf: Bäderkonzert. 9.30 von Freiburg: Allerlei Unterhaltungsmusik. 11.30: Bauernfpnk. 11.45: Sozialdienst. 12.00 von Leipzig: Mittagskonzert I. 13.15 von Leipzig: Mittagskonzert II. 14.10: Wunschkonzert. 15.00: Volk und Wirtschaft. Die Technik auf dem Lande. 15.15: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? 15.30: Die deutsche Frau. Agnes Dürer. Lebensbild der Frau eines deutschen Künstlers. 16.00 von Freiburg: Unterhaltungskonzert. 17.30: Deutsche erfinden die moderne Handfeuerwaffe. Hörfolge. 18.00 von München: Erich Kloß nimmt Abschied von den Hörern. 19.00 von Kassel: „Es geht ein Liedchen im Volke". 20.10 von Saarbrücken: „Horrido und Weidmannsheil!" 22.30 von Hamburg: Unterhal- tungs- und Volksmusik. 24.00 bis 2.00 von Stuttgart: Nachtmusik. Mittwoch, 3. Juni. 6.30 Uhr von Berlin: Frühkonzert. 8.10 von Stuttgart: Gymnastik. 8.30 von Freiburg: Bäderkonzert. Ihr Herz war ihr schwer. Warum mußte Jens ausgerechnet heute abend fort fein? Sie hätte ihn so nötig gebraucht, um all diese Angst von sich abzu- schütteln. In ihrer großen Unruhe schämte sie sich doch, wie ein einziges Wort ihr die Zuversicht ihrer Liebe auch nur einen Augenblick hatte beeinträchtigen können. Und von wem kam dieses Wort zudem? Von Steffens! Die alte Abneigung gegen ihn wurde wieder lebendig. Nein, sie wollte nichts von all dem glauben, ehe sie Jens gesprochen. 15. Hein Lüders und die Fischerfrauen hatten recht prophezeit. Als die sternlose warme Nacht langsam in den Morgen hinüberdämmern wollte, kam ein grauer Schleier im Westen auf und überdeckte den ersten fahlen Tagesschimmer. Man fuhr bei Regen mit den gefüllten Netzen in den Hafen von Oeoens- höe ein. Benedikte hatte die ganze Nacht nicht schlafen können. Immer wieder hatte sie sich von einer Seite auf die andere gewälzt. Kam der Schlummer für eine Stunde, dann brachte er wirre Träume mit sich, so daß sie gequält auffuhr. Sie atmete auf, als endlich das Tageslicht fahl durch die Vorhänge brach. Fünf Uhr! Sie lief ans Fenster, zog die Vorhänge zurück und öffnete es weit. Feuchte Regenluft schlug herein. Meer und Bodden schienen in einem gleichmäßigen Grau ertrunken. Undeutlich zeichneten sich die Masten der Segelschiffe im Hafen ab. Jetzt sah sie ein paar Kutter langsam mit gerefften Segeln hereinlaufen. Kamen da die Männer schon vom Fischfang zurück? Gott sei Dank, dann war auch Jens dabei! Hastig zog sie sich an, warf einen Regenmantel über, setzte die Regenkapuze aufs Haar und eilte hinaus. Als sie dem Hafen entgegenging, sah die letzten Fischer in ihren Häusern verschwinden. Nur Jens kam allein, den Kopf gesenkt, wie in tiefen Gedanken. Er sah Benedikte nicht, bis sie vor ihm stand. „Guten lag, Jens!" Er schrak auf, sein Gesicht war bleich und schien ihr irgendwie beunruhigt. (Fortsetzung folgt) 10 von Köln: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30 nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst 12 von Saarbrücken: Mittagskonzert. 14.10: Das Phänomen der Stimme (VII): Muiza Korius 15 Volk und Wirtschaft. 15.15 von Trier: Trier gestern heute und morgen. 16 von Freiburg: Volksmusik und Kammermusik. 17.30 von Kassel: „Klappernde Mühle und rauschendes Wehr". 18: Unser singendes, Hingen» des Frankfurt. 19.40 von Breslau: „Drei Tage Mittelgebirgsfahrt 1936". 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Lachpillen. 22.15 von Hamburg: Streiflichter aus Kiel. 22.30 von Trier: Volksmusik. 23: Neuere deutsche Musik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Oberheffen. Hochzeit im Licher Fürstenhaus. W. Lich, 2. Juni. Die enge Verbundenheit zwischen Schloß und Einwohnerschaft kam erneut bei der Vermählung der Prinzessin Christ in ezu Solms-Hohensolms-Lich mit dem Oberleutnant Franz Adolf Graf von Arnim am Samstag zum sichtbaren Ausdruck. Die Sängervereinigung „Cäcilia" hatte es sich nicht nehmen lassen, bereits am Freitagabend im Schloß- Hof dem junaen Paar ein Ständchen zu bringen. Machtvoll erklang unter Chormeister I l g e s Leitung das Lied „Ich hebe meine Augen auf" zum sternenklaren Himmel empor. Passende Volkslieder bildeten den Abschluß. Geschäftsführer Schmidt brachte nach dem Chor das Hoch auf das Brautpaar aus. Oberleutnant Graf Arnim dankte und antwortete. Die kirchliche Trauung fand in der festlich geschmückten und mit Pfingstmaien bestell- ten Marienstiftskirche statt. Eine große Gemeinde wohnte ihr bei. Unter den Klängen einer Fantasie von Johann Sebastian Bach zogen Braut und Bräutigam nach alter Sitte unter Vorantritt des kleinen Brautzuges, geführt von den Eltern bzw. von dem Bruder, in das Gotteshaus ein. Gemeindegesang und zwei Chöre des Kirchen- bzw. Frauenchors unter Leitung von Organist Stein und Frl. Marie Jäger („Der Herr ist mein getreuer Hirt" von I. S. Bach und „Sei getreu bis in den Tod" von A. Neithardt) umrahmten die Feier, in deren Mittelpunkt die Ansprache des Geistlichen über das für die Feier gewählte Wort Evgl. Matthäus Kap. 22, Vers 35 bis 40 und die darauf folgende Trauung standen. Nach der Feier begab sich der große Hochzeitszug über den Kirchplatz und durch die Unterstadt zu Fuß nach dem Schloß. Eine große Menschenmenge umsäumte die Straßen. Unter den Festgästen waren u. a. neben den Eltern (Fürst und Fürstin Reinhard zu Solms- Lich) und der Mutter des Bräutigams (Gräfin Adolf Arnim-Muskau), der frühere Großherzog und Erbgroßherzog von Hessen, Fürst Bentheim- Steinfurt, Fürst Dohna-Schlobitten, Prinz Wilhelm von Hessen, Fürst zu Castell-Castell, Prinz Alexis von Hessen, Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms- Lich mit ihren Gemahlinnen, sowie mehrere Offiziere des Regiments, in dem der Bräutigam steht. Eine Feier im Schloß folgte, an der auch die Vertreter der Stadt, Bürgermeister Geil und Beigeordneter Wahl, teilnahmen. Dor 50 Jahren. X Wieseck, 1. Juni. Heute vor 50 Jahren, am 1. Juni 1886, wurde unsere Gemeinde von einem großen Hagelschlag heimgesucht. Aus diesem Anlaß verlas im Gottesdienst des zweiten Pfingsttags der Ortsgeistliche folgenden Eintrag in der Chronik von der Hand des damaligen Pfarrers Wahl, der auf dem Friedhof von Hausen bei Gießen seine letzte Ruhestätte gefunden hat: „Hagelschlag. Am 1. Juni zogen mehrere schwere Wetter über Gießen, über Wieseck und einen gro- ;en Teil unserer Gemarkung. Zwischen 4 und 6 Ihr nachmittags, zwei volle Stunden lang, entlud ich ein furchtbares Hagelwetter über einem Teil )er Gießener, Wiesecker und Alten-Busecker Gemarkung, von Westen kommend. Auch die ältesten Leute In Wieseck erinnern sich nicht eines solch heftigen Hagelschlags. Hagelkörner bis zur Stärke eines Taubeneies fielen in großer Menge mit unglaublicher Heftigkeit nieder. Auf den Beeten im Pfarrgarten vermochte man manches kaum wiederzuerkennen. Sehr groß ist der Schaden, der an den Früchten, Roggen und Weizen angerichtet worden ist. Auf vielen Aeckern, namentlich auf dem Urfulum, ist der Roggen refp. das Roggenstroh alsbald dürr geworden und abgemäht worden. Die Halme der meisten Aecker waren mehrmals geknickt, die Entwicklung war also gestört. Der Schaden für viele ist sehr groß, der Gesamtschaden wurde alsbald auf 99 175 Mark von einer eigens eingesetzten Kommis- sion geschätzt. Viele haben diese Heimsuchung mit christlicher Ergebung in Gottes väterlichen Willen auf sich genommen. Der Hagelschlag geschah am Dienstag vor dem Himmelfahrtsfeste. An diesem Tage wurde in der Predigt auf diese Heimsuchung und Züchtigung Gottes von feiten des Ortsgeistlichen geziemend Rücksicht genommen und zum Gottvertrauen, zur Umkehr zu Gott dem Herrn ernst-freundlich ermahnt. Gott versuchts, uns zu sich zu ziehen durch Freud und Leid, er leite! uns mit dem Stab Sanft und mit dem Stab Wehe. Traurig steht es um den, der sich weder durch diesen noch durch jenen antreiben läßt, dem gen Himmel aufgefahrenen Heilande mit allem Ernste nachzufolgen. Dies die Grundgedanken der Predigt. Gott bewahre uns gnädig vor allzu schwerer Heimsuchung! Sein heiliger Name sei gepriesen immer und ewiglich! Soli Deo gloria! (d. h. „Gott allein die Ehre!") — Eine Eingabe an Groß- herzogliches Ministerium des Innern und der Justtz, versaßt von mir, dem Ortsgeistlichen, und unterschrieben von mir und einigen der einflußreicheren Bürger, dabei Bürgermeister Sommerlad und Lehrer Horn, um Verwilligung einer Unterstützung an Geld zur Anschaffung von Saatkorn wurde, da die Gewährung einer Unterstützung im vorliegenden Falle die Sorglosigkeit der Landleute, die sich gegen Hagelschaden versichern könnten, befördern hieße, abschlägig beschieden. Nun Gott wird's versehen, die vom Hagelwetter heimgesuchten Landwirte sind getrost und sind der guten Zuversicht, daß das Jahr auch so herumgehen und Gott helfen werde. Die Hilfe des Herrn haben wir auch reichlich erfahren." Goldene Konfirmationsfeier. Leihgestern, 1. Juni. Am zweiten Pfingst- feiertag begingen die vor 50 Jahren konfirmierten Leihgesterner ihre. goldene Konfirmationsfeier. Unter Orgelspiel, während sich die versammelte Gemeinde ihnen zu Ehren von ihren Plätzen erhob, zogen sie unter Führung des Ortsgeistlichen in die Kirche ein und nahmen in den beiden vordersten Bänken vor dem mit Blumen geschmückten Altar Platz. Es waren sieben Frauen und neun Männer, von denen zwei Frauen und drei Männer von auswärts zu diesem Tage nach hier gekommen waren. Der Ortsgeistliche gedachte in seiner Predigt nach dem Textwort: 1. Johannesbrief, 2. Kapitel, Vers 15 bis 17, dem Texte ihres Kon- firmattonstages, ihrer einstigen Konfirmation und in ergreifenden Worten auch der Kameraden, die nicht mehr unter ihnen weilen dürfen. Anschließend an den Gottesdienst besuchten sie auf dem Friedhof die Graber ihrer verstorbenen Schulkameraden. Auch ihr alter Lehrer, der Rektor i. R. I u n g in Bad-Nauheim, hatte sich zu der Feier eingefunden. Eine Nachfeier führte sie am Nachmittag nochmals bei Gastwirt Schröder (in Benders) zusammen. Städtische Aufträge nur an Mitglieder der NSD. LPD. Lauterbach,!. Juni. Der Bürgermeister der Stadt Lauterbach gibt bekannt, daß sämtliche Lieferanten der Stadt Lauterbach in Zukunft nur noch dann Aufträge erhalten, wenn sie die Mitgliedschaft in der NSV. nachweisen. Landkreis Gießen. * Gröningen, 1. Juni. Auf der Landstraße Grüningen—Steinberg ereignete sich heute ein Auto Unfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Der Autofahrer verlor in einer scharfen Kurve die Herrschaft über den Wagen und fuhr die Straßenböschung hinab, wobei sich der Kraftwagen überschlug. Die beiden Insassen wur- den zum Glück nur leicht verletzt, der Kraftwagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. I Lich, 1.Juni. Brauereibesitzer Hans Jhring, hat dem Verkehrs, und Verschönerung s- verein unserer Stadt das etwa 2000 Quadratmeter große Grundstück an der Bahnhofstraße neben Steins Saalbau zwecks Schaffung einer Anlage zur Verfügung gestellt. Der größere Teil wird mit Ziergras und Blumen eingepflanzt, das große Beet in der Mitte wird eine besondere Zierde des Platzes bilden. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat auch eine Anzahl der auf- gestellten Bänke neu Herrichten lassen und empfiehlt sie dem Schutze der Bevölkerung. Schwerer Derlehrsunfall im Taunus. Lastkraftwagen mit 4VPerfonen überschlägt sich zweimal. — Zahlreiche Verletzte. LPD. K ö n i g st e i n, 1. Juni. Pfingstmontag gegen 10.30 Uhr ereignete sich an der Einmündung der Reifenberger Landstraße in die Limburger Landstraße, an der sog. Eselshecke, ein folgenschwerer Bertehrsunfall. Ein mit 40 Mitgliedern des Turn- und Sportvereins Rückingen bei Hanau besetzter Lastkraftwagen eines Transportunternehmers in Nieder-Rodenbach befand sich auf der Heimfahrt von Ober-Reife n- berg, wohin am ersten Feiertag ein Ausflug unternommen und auch übernachtet worden war. Auf der steil abfallenden Straße vom Roten Kreuz nach der Eselshecke versuchte der Fahrer zur Unterstützung der Bremse in einen kleineren Gang umzuschalten, was ihm jedoch bei der rasenden Geschwindigkeit nicht gelang. Die immer rascher werdende Fahrt und die Unmöglichkeit, den Wagen abzubremsen, scheint im Zusammenhang mit entgegenkommenden Fahrzeugen ein starkes Schwanken des Lastkraftwagens verursacht zu haben, der dann beim Einbiegen in die Limburger Landstraße in der Richtung Glashütten sich zweimal seitlich überschlug und erst in einer Schonung nahe der Straße wieder auf den Rädern stehend zum Sttllständ kam. Der Umstand, daß der Wagen mit starken Streben und einem Planentuch überdeckt war, verhütete eine Katastrophe von unübersehbarem Ausmaß. Immerhin erlitten etwa 20 Personen teilweise erhebliche Verletzungen und mußten durch die schnellstens alarmierte Sanitätskolonne und mehrere Aerzte nach Anlegung von Notoerbänden mit Krankenwagen und Privatkraftwagen dem Königsteiner Krankenhaus zugeführt werden. Bei 6 Männern und 6 Frauen sind die Verletzungen schwer. Es handelt sich um Bein- ober Knöchelbrüche, Kopfverletzungen und Quetschungen. Die übrigen Verletzten konnten nach der ersten ärztlichen Hilfeleistung entlasten werben. Der Fahrer und ein sechsjähriges Mädchen blieben völlig unverletzt, wahrend alle anderen Insassen mindestens kleine Schrammen und Prellungen erlittten. Die Schuldfrage wurde sofort von der Polizei untersucht; die Ermittlungen hierüber sind noch nicht ganz abgeschlossen. Ein Geschäft wegen Preisüberschreitung sieben Tage geschloffen. LPD. Frankfurt a. TO., 29. Mai. Auf An- orbnung des Regierungspräsidenten in Wiesbaden ist einem Frankfurter Lebensmittelgroßhändler, der die vorgeschriebenen Großhandelspreise für Zwiebeln nicht einhielt, das Geschäft auf die Dauer von sieben Tagen geschlos- s e n worden mit der Begründung, daß das Verhalten des Händlers die Bestrebungen der Reichsregierung auf Innehaltung einer angemessenen Preishöhe fük die notwendigsten Lebensbedürfnisse gefährdet und daher eine Schädigung des Allgemeinwohls darstellt. Wegen Aaffenschande verurteilt. LPD. Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Zweite Strafkammer verurteilte den 26jährigen Juden Albert Perlhefter wegen Rassenschän- duna zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte verkehrte nach Erlaß des Gesetzes mit einer arischen Ehefrau, was der Frau des Beschuldigten bekannt wurde, die sich von ihm inzwischen hat scheiden lassen. Das Gericht sah den Fall als besonders schwer an, weil es sich um beiderseitigen Ehebruch handelte und der Angeklagte sich als besonders gefährlich erwiesen habe. Es sei nötig, daß eine abschreckende Strafe verhängt werde, denn es habe sich gezeigt, daß die Rassenschändungen des Angeklagten nicht aufhörten. Der Angeklagte habe sich nicht darauf berufen können, daß es sich um ein altes Verhältnis mit der arischen Frau handle, die zwischenzeitlich geheiratet hat, es habe sich auch um kein Verhältnis aus tiefer Zuneigung gehandelt. Die Jagd im Juni. „Im Juni reift der Jäger ins Bad", pflegte ein alter Jäger mir früher oft zu sagen. Am 1. Mai war die Jagd auf den Bock aufgegangen, eine Anzahl braver Gehörnträger lag auf der Decke, die Mehrzahl der anderen war ins Feld ausgewechselt und meist unsichtbar. Was sollte da der Weidmann im Revier, das erst im Juli, wenn der Bock auf das Blatt sprang, wieder Interesse gewann? Wie anders ist das Bild heute! An die Stelle des 1. Mai ist der 1. Juni als Eröffnungstag der Rehbockjagd getreten, aber nicht der Jagd auf den Bock schlechthin, sondern nur auf den schlechten Bock, den Bock, dessen Dasein und dessen Vererbung im Revier aus irgendwelchen Gründen unerwünscht ist Früher war es meist umgekehrt. Die besten Böcke wurden möglichst rasch auf ihre noch graue Decke gelegt, während das schlechte Zeug ungeschoren in die Brunft gelangen konnte, dort meist auch mit Nichtachtung gestraft wurde und sich von Jahr zu Jahr erhielt und vererbte, kurz eine Auslese, die nur zur Erhaltung des Schlechten und Ausmerzung des Guten führen konnte. Ganz andere Wege geht die Jägerschaft heute. Es geht darum, die deutschen Rehwildbestände, wie Generalforstmeister v. Keudell als Vertreter des Reichsjägermeisters in einem Aufruf an die deutsche Jägerschaft ausführt, in letzter Stunde vor einer völligen Entartung zu retten. Daran mitzuhelfen, ist die Pflicht jedes Jägers, der auf Rehwild die Büchse führen darf. Es muß Grundsatz fein, so führt der Generalforstmeister aus, daß kein guter Bock geschossen werden darf, solange ein schlechter noch am Leben ist. Das heißt in der Praxis, daß jetzt im Juni und bann im Juli der Weidmann alles daran setzen muß, die Böcke zur Strecke zu bringen, die ihm der Kreisjägermeister im Abschußplan als „geringe" Böcke freigegeben hat. Wir haben in unseren Revieren leider noch so viele Knvpfböcke, Korkenzieher, Moorböcke usw., daß wir mit der Erreichung des Zieles der Auslese, der Heranzucht starker, das Jägerherz höher schlagen lassender Böcke in absehbarer Zeit erst rechnen können, wenn wir alle emsig bemüht sind, das schlechte Zeug baldigst zur Strecke zu bringen. Je vollständiger und richtiger das gelingt, um so höher ist die jägerische Leistung. Denn eine Leistung an richtigem Ansprechen, an Ausdauer und Können ist es jetzt wirklich oft, wenn das Wild heimlich geworden ist und der Rehbock im Felde draußen feine Feistzeit verbringt. Erst wenn diese Aufgabe gelöst ist, soll auch ein gewisser Teil der starken Böcke, nachdem er sich noch einmal vererben konnte, zum Abschuß heranstehen. So ist die Anordnung des Gaujägermeisters für Oberhessen zu verstehen, wonach starke Böcke nicht vor dem 1. August 36 geschossen werden dürfen. Pflichtwidrig und unkameradschaftlich handelt nach den Ausführungen des Generalforstmeisters derjenige, der dagegen verstößt und der wegen seines Verhaltens in dem kommenden Jahre bei der Freigabe starker Böcke besonders „beachtet" werden soll. Im größten Teil der deutschen Jägerschaft ist die Erkenntnis wach, daß nur auf dem begangenen Wege eine Besserung zu erzielen ist und daß eine Entsagung jetzt die Hoffnung auf größere Jagdfreude in Zukunft in sich trägt. Mögen sich daher solche „Erziehungsmaßnahmen" möglichst vermeiden lassen! Die Jäger haben es selbst in der Hand. Es hat sich bei verschiedenen Winterjagden als höchst unerwünscht erwiesen, daß benachbarte Reviere untereinander nicht irgendwelche Abmachungen über „Wildfvlge" getroffen hatten, d. h. über bas Verfolgen krank geschossenen Wilbes über bie Grenze. So war es mitunter nicht möglich, offensichtlich schwerkrankes Wild von seinem Leiden zu erlösen, weil bas Ueberschreiten ber Grenze Jagb- vergehen gewesen wäre. Es erscheint erwünscht, baß „Wilbfolge" überall vereinbart wirb, wo die Jagden einwandfreier, vertrauenswürdiger Männer anein-- anderstoßen. Die Vereinbarung hat nur Gültigkeit, wenn sie schriftlich erfolgt. Auf die Regelung der „Wilbfolge" wie auf bie Verpflichtungen beim Ueberwechseln krankgeschossenen Schalenwildes hinzuweisen, wie sie sich aus dem Jagdgesetz ergeben, erscheint im Interesse von Jäger unb Wild bringenb geboten. Reh- unb Rotwild setzen. Da ist Ruhe im Revier erste Pflicht. Leider kommt immer eine ganze Anzahl von Jungwild durch Unverstand ober Rücksichtslosigkeit zu Schaben. Unoerftänbig hanbelt ber- fertige, der ein Kitz findet und mitnimmt, um es zum „Förster" zu bringen, strafbar ist er als Wilddieb, wenn er es mit zu sich nimmt, um es etwa großzuziehen. Rücksichtslos handelt derjenige, der feinen Hund umherstromern läßt und ihn vor allem auch bei Nacht nicht genügend verwahrt. Schärfster Jagdschutz ist jetzt am Platze. Kommt Jungwild zufällig in Jägers Hand, sollte die Wildmarkierung mit den Wilbmarken unb nach den Vorschriften der Deutschen Jägerschaft nicht unterbleiben. Manche Ricken drängen in der Satzzeit immer und immer wieder mit ihren Kitzen in große Wiesengründe hinein. Kommt dann in wenigen Verbesserte Mifchung' durch Spi^ en-Ernte 33 Tagen die ratternde Mähmaschine, dann sind totgemähte oder schwer verletzte Kitze die Folge. Darum ist es gut, wenn in der Mahdzeit der Jäger vor der Maschine hergeht und zu retten sucht, was «r finden kann. Neben Kitzen und Junghasen sind auch die Gelege von Hühnern und Fasanen gefährdet, vor allem im Klee. Auch hier ist der beste Weg zur Verhütung zu großer Verluste der einer Zusammenarbeit zwischen Bauer und Jäger. Weiß der Bauer, daß er es nicht umsonst tut, wenn er ein Stück seines Ackers oder seiner Wiese nicht gemäht stehen läßt, bis das Gelege ausgefallen ist, oder wenn er ein vermähtes Gelege, auf dem die Henne getötet wurde, dem Jäger sofort meldet, dann wird er um so vorsichtiger sein. Denn Spaß macht es ihm bestimmt an sich schon nicht, wenn er auf einmal feststellen muß, daß seine Sense eine brütende Henne verletzt oder geköpft hat. Das Ausloben von Belohnungen macht sich für den Jäger immer bezahlt. Es macht den Bauer darauf aufmerksam, daß er jetzt unter Umständen Schaden anrichten kann, und es zeigt ihm auch, daß seine Bemühung anerkannt werden soll. Mit dem Weiterbrüten vermähter Gelege sollte immer ein Versuch aemacht werden, denn Wildhuhneier sind nicht sehr empfindlich, wenn sie auch einmal einen ganzen Tag unbedeckt bleiben. Es macht viel Freude, wenn man eines Tages eine Kette oder ein Gesperre der Freiheit übergeben kann, die man vor dem sicheren Verderb gerettet hat. In solchen Maßnahmen liegt aber gerade die hohe Befriedigung, die durch die Hegerarbeit bei dem wahren Jäger ausgelöst wird. Hier trennen sich Jäger und Schießer. Im Fuchsbau sind Jungfüchse, die bald der Mutter ins Getreide folgen werden. Abschuß am Bau oder Graben der kleinen Freibeuter ist jetzt wieder am Platze; denn die stille Hoffnung mancher Fänger, daß das Tellereisen wiederkäme, hat der Oberstjägermeister gründlich zerstört. Die Bejagung des Fuchses muß also in der Hauptsache mit Pulver und Blei erfolgen. Dazu darf aber nicht nur der Winter benutzt werden; sonst ist zu befürchten, daß der Schaden an Jungwild zu groß wird. Und auch der Geflügel haltende Bauer hat ein Anrecht darauf, daß der Fuchs kurz gehalten wird. Hubertus. Internationale Kanuregatta auf dem Bodensee. Am Pfingstmontag war Radolfzell der Austragungsort für eine internationale Kanu-Kurz- ftreckenregatta, an der zahlreiche Schweizer Kanu- fahler beteiligt waren. Es gab in fast allen Bootsgattungen spannende Rennen, die zumeist bei strömendem Regen ausgefahren werden mußten. Besonders die Einer und Vierer waren scharf umstritten. Ergebnisse: Rennfaltboot-Einer: 1. Hörmann (Eßlingen) 4:42; 2. Resch (München) 4:45,9; 3. Moser (Zürich) 5:50,1. Rennfaltboot-Zweier: 1. Resch-Muggenthaler (München) 4:18,3; 2. Bolz-Axel (Neckarau) 4:24; 3. Gebrüder Wölzenmüller (München) 4:26,4. Kajak- Einer: 1. Moser (Zürich) 4:28; 2. Zahn (Mannheim) 4:30,3; 3. Hörmann (Eßlingen) 4:55,1. Kajak-Zweier 1. Weißgerber-Zahn (Mannheim) 4:50; 2. Kolb-Axel (Neckarau) 4:52. Kajak-Vierer: 1. Kanuoereinigung Eßlingen 3:50; 2 Mannheimer Kanugesellschaft 3:50 (totes Rennen). Kajak-Einer (Frauen): 1. H. Becker-Mannheim 3:54,4; 2. Ida Brand-Hof 4:13,2. Wandersaltboot-Einer (Frauen): 1. Hilde Becker- Mannheim; 2. Ida Brand-Hof. Rennfaltboot-Zweier (Junioren): 1. Plitt-Lorenz-Mannheim 4:21,2. Ka- jak-Einer: 1. Wölzenmüller-München 4:48. Kajak- Vierer (Junioren): 1. Mannheimer Kanu-Gesellschaft 3:45,2. Kajak-Einer (Frauen): 1. Käthe Ober- maier-Neckerau 4:05,1. Sämtliche Rennen der Männer gingen über 1000, die der Frauen über 600 Meter. Sportamt „Kraft durch Freude'-. heule folgende Kurse: Kindergymastik. Von 17.15 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene. Pon 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen, Volksbad. Tennis. Von 18 bis 19 und von 19 bis 20 Uhr, städtische Plätze am Schützenhaus. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Weitere Sportberichte im 2. Blatt. Unter Autotrümmern begraben. Zwei Schwerverletzte bei einem Verkehrsunfall. Mainz, 29. Mai. (LPD.) Am Donnerstag ereignete sich auf der Wiesbadener Landstraße zwischen Biebrich und Amöneburg ein Verkehrsunfall. Ein Lastkraftwagen wollte, aus Biebrich kommend, kurz vor Amöneburg nach links an die dortige Güterrampe einbiegen, als ein in gleicher Richtung fahrender Personenwagen aus Diez (Lahn) überholen wollte. Dem Fahrer des Personenwagens, der mit großer Geschwindigkeit fuhr, gelang die Ueberholung nicht mehr und er bremste scharf ab. Der Wagen geriet ins Schleudern und flog gegen den Hinteren Teil des Lastkraftwagens. Die beiden Insassen des Personenwagens wurden schwer verletzt aus dem stark beschädigten Wagen herausgezogen und ins Biebricher Krankenhaus gebracht. Nach den bisherigen Feststellungen trifft den Fahrer des Lastkraftwagens keine Schuld. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Araber, üstensand und Automobile. Re.senotizen von einem Kluge nach Tripolis. Von Or. Hans Bollmann. ©.jf.-ifportf Ausruf für das Deutsche Iugendfest. Berlin, 30. Mai. (DNB.) Für das vom 8. bis 21. Juni ftattfindende Deutsche Jugendfest haben die Unterzeichneten folgenden Aufruf erlassen: Das 3. Deutsche Jugendfest im Jahre 1935 hat zum erstenmal über die körperliche Leistungs- f ä t) i g f e i t der gesamten deutschen Jugend Aufschluß gegeben. Wir haben das Recht, auf diese Jugend stolz zu sein, und rufen nunmehr imIahre der XI. Olympischen Spiele für den 20. und 21. Juni zum 4. Deutschen Jugendfest auf. Wir erwarten, daß jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel an den Start geht. Unsere Jugend soll durch ihr Beispiel und durch ihren Schwung das deutsche Volk mitreißen und für den olympischen Gedanken begeistern. Sie soll der Welt, die in diesem Jahre ganz besonders auf uns blickt, ein Bild unserer Leibeserziehung geben, die sich am eindringlichsten in der Einheit des sportlichen Wett- k a rn p f e s und der Sonnenwendfeier beim Deutschen Jugendfest kundtut. Schließlich ist es unser Wunsch, daß am 20. Juni, dem Tage des Jungvolks, und am 21. Juni, dem Taae der Hitler-Jugend, sich die ganze deutsche Jugend kameradschaftlich in hartem, sportlichem Wettkampf als treueste Gefolgschaft des Führers zusammenfinde. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung: Rust. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern: Frick. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda: Dr. Goebbels. Der Jugendführer des Deutschen Reiches: Baldur von Schirach. Der Reichssportführer: von Tschammer. Gottfried von Gramm französischer Tennismeister. (5273,84) und JGSV. (5250,87); bei den Frauen lag Kassel mit 267,775 Punkten vor JGSV. mit 224 Punkten. Die Olympia-Kandidatinnen brachten trotz der ungünstigen Wetterverhältnisse einige gute Leistungen zuwege, wobei allerdings der Wind zu berücksichtigen ist. Frl. Mauermeyer (München) gewann das Diskuswerfen mit 45,04 Meter vor Mol- lenhauer,Hamburg, mit 41,59, Busch39,18, Hagemann 38,34. Die Münchnerin holte sich mit 1,50 Meter den Hochsprung vor Jack (Frankfurt) (1,42 Meter). Die 80-Meter-Hürden wurden von Frl. Seifert (Breslau) mit 12,3 Sek. vor Busch (12,9) gewonnen, im Speerwerfen siegte Kahle mit 40,56 Meter. Das Hauptereignis im Klubkampf der Männer war unstreitig der 800-Meter-Lauf, den Veit-München überraschend in 1:53,5 (Jahresbestzeit) vor Hamann-Berlin (1:55,2) und Lang-München (1:56) gewann. Auch die 5000-Meter-Zeit von Ostertag- München mit 15:24,6 Min. ist recht achtbar. Der Leichtathletik-Vierklubkampf wurde am Pfingstmontag abgeschlossen. Trotz diesmal durchaus günstigen Wetters kamen die Münchener nicht auf die erhoffte Punktzahl, doch ist zu berücksichtigen, daß sie einmal zwei ihrer besten Hammerwerfer infolge Erkrankung zu ersetzen hatten und zum anderen die Staffeln erst am Schluß der Wettbewerbe gelaufen wurden, als sich schon empfindliche Abkühlung störend bemerkbar machte. Erwähnenswert sind von den Wettbewerben des Sonntags besonders der 400- und der 1500-Meter- Lauf. lieber 400 Meter lief Hamann-Allianz Berlin ein großes Rennen. Auf Außenbahn hatte er schon beim Einkauf in die Gerade einen Vorsprung, den er bis ins Ziel gegen den schnellen Frankfurter Helmle bis auf vier Meter ausdehnen konnte. Hamanns 48,6 Sek. sind Jahresbestzeit, Helmle blieb mit 49,3 auch noch unter der 50 Sekunden-Grenze. Die 1500 Meter holte sich der Münchener Lang nach hartem Gefecht mit feinem Klubkameraden Leng- dobler, der aber im Endspurt nicht mehr mitkam. Auch Langs 4:02,4 Min. können sich sehen lassen. In der Gesamtwertung war der Sieg der Münchener jedoch nie gefährdet. Mit 12 771,81 Punkten besetzten sie den ersten Platz vor Allianz Berlin mit 12177,03, Hessen-Preußen Kassel mit 11062,91 und JGSV. Frankfurt mit 10 959, 09 Punkten. Bei den Entscheidungen der französischen Tennismeisterschaften im Pariser Tennisstadion schlug im Herreneinzelspiel der deutsche Meister Gottfried von Gramm am Pfingstmontag zum ersten Mal den besten Spieler der Welt Fred Perry-England in einem gewaltigen Fünfsatzkampf 6:0, 2:6, 6:2, 2:6, 6:0. Der Deutsche lag jedesmal in Führung, Perry konnte zwar aufholen, verausgabte sich aber dabei so, daß er im letzten Satz nicht ein einziges Spiel buchen konnte. Von Gramm hat damit zum zweiten Male den französischen Meistertitel erworben. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat an den Deutschen Tennismeister Gottfried von Gramm folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Herzlichen Glückwunsch zum Siege gegen stärkste europäische Klasse. Lade Sie nunmehr ein, Deutschlands Farben in USA. zu vertreten." Handball im Sportsreis Gießen. 1. Feiertag. To. Katzenfurt — To. Orüningen (Aufstiegspiel) 11:11. To. Katzenfurt Jgd. — To. Grüningen Jgd. 5:4. To. Dutenhofen — To. Gonzenheim (Ts.) 10:9 (9:3). To. Dutenhofen II — To. Gonzenheim II 11:6 (4:4). To. Dutenhofen Jgd. — To. W.-Nieder- Sirmes Jgd. 4:5 (2:0). Tv. Hörnsheim — Tgs. ffenbach 6:11 (4:2). To. Allendorf (Lahn) — Tv. Garbenheim 2:6 (0:2). Tv. Dorlar — To. Raunheim 15:6 (6:5). Tv. Lützellinden Jgd. — To. Garbenheim Jgd. 13:7. 2. Feiertag. A u f st i e g s p i e l e: Tv. Wetzlar — Tv. Dörnigheim 9:7 (3:2). Tv. Grüningen — Tv. Allendorf (Lumda) 4:7 (1:3). To. Katzenfurt — Tv. Alsfeld 4:14 (2:7). To. Lützellinden Jgd. — To. Ruttershausen Jgd. 21:5 (7:2). Freundschaftsspiele: To. Wetzlar II — Tv. Garbenheim I 6:13 (3:5). Tv. Atzbach — Tv. Wißmar 11:6 (8:2). Tv. Dorlar Jgd. — To. Burgsolms Jgd. 1:2 (0:2). To. Heuchelheim I — Tuspo Butzbach I 15:7 (7:4). Tv. Heuchelheim II — Tv. Allendorf (Lahn) I 5:5. Tv. W.-Niedergirmes — To. Gonzenheim 10:6 (5:3). Tv. W.-Niedergirmes II — Tv. Gonzenheim II 14:2 (8:1). Leichtathlet,k-Klubkampf in furt. An beiden Pfingsttagen gab es in F >rt auf dem schönen Sportplatz des JGSV nffurt einen Leichtathletik-Vierklubkampf, dessen misse für die Deutsche Vereinsmeisterschaft ger wurden. 1860 München, Allianz Berlin, Hessen ßen Kassel und der veranstaltende JGSP. F. n mrt am Main waren die Teilnehmer. Der Besuch hielt sich in ansprechenden Grenzen, doch störte ein starker Nordwestwind empfindlich. Trotzdem gab es besonders bei den Läufen zum Teil ausgezeichnete Ergebnisse. Zu gleicher Zeit wurde zwischen JGSV. und Hessen-Preußen Kassel ein Frauenklubkampf durchgeführt, in dessen Rahmenprogramm auch einige unserer Olympia-Anwärterinnen Kämpfe bestritten. Bei den Männern führt nach den Kämpfen des ersten Tages 1860 München klar mit 6085.07 Punkten vor Allianz Berlin (5740,33), Kassel Zwei Siege der Hockey-O»ympiaelf. Deutschland — Schweiz B 2:0 (2:0). Im Rahmen des Silberjubiläums-Turniers des HE. Wacker München wurde am Pfingstsonntag bei kühlem und regnerischem Wetter im Münchener Dante-Stadion vor rund 3000 Zuschauern das Hockeytreffen zwischen der Deutschen Olympia-Elf und der Schweizer National-B-Mannschaft durchgeführt. Die deutsche Mannschaft war recht gut, konnte aber bei der ausgezeichneten Verteidigung der Gegner kein höheres Ergebnis herausholen. Pon Anfang an bestimmte die deutsche Mannschaft das Spiel und war klar überlegen, so daß die Schweizer nur selten vor das deutsche Tor kommen konnten. In der 7. Minute kam der rechte Flügel gut durch, Stimme! gab den Ball an Kubitzki, der freistehend einschoß. Auch im weiteren Svieloer- lauf war das Schweizer Tor oftmals in Gefahr, aber Brunner hielt die unglaublichsten Sachen. Noch vor der Pause fiel der zweite Treffer für Deutschland aus einer Strafecke, die Cuntz zum 2:0 verwandelte. Nach der Pause war das Treffen anfangs ausgeglichener, bann behielten wieder die Deutschen die Oberhand und schafften vor dem Schweizer Tor die brenzligsten Situationen. Brunner war aber nicht zu überwinden. Selbst einige recht gefährliche Eckbälle konnten nicht verwandelt werden. Schließlich siel für Deutschland noch ein drittes Tor, das aber wegen Abseits nicht gegeben werden konnte, so daß es beim 2:0 blieb. Die„Harzrundfahrt"-e ngroßerErfolg Arenls nutz Scheller die Sieger. Die „Harzrundfahrt", eine der populärsten deutschen Straßenfernfahrten, hatte am Pfingstsonntag einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Ungemein groß war das Publikumsinteresse und auf den schweren Steigungen der Harzberge lieferten sich die Fahrer erbitterte Kämpfe. Sieger im Lager der Amateure wurde der jetzt in Schweinfurt beheimatete „ehemalige" Nürnberger Scheller, der sich schon am vergangenen Sonntag in die Siegerliste von ..Rund um die Hainleite" einzeichnen konnte. Bei den Berufsfahrern hatte der schnelle Magdeburger W e ck e r l i n g das Ziel als Spurtsieger passiert, doch auf einen Protest wegen unerlaubter Hilfe durch Geyer hin wurde er nur auf den vierten Rang gesetzt. Arents gewann so vor Umbern Hauer, Roth und Weckerling. Hoher deutscher 'ftadsieg. Die Schweiz in Singen 16:9 geschlagen. Die besten Amateur-Bahnfahrer Deutschlands und der Schweiz standen sich am Pfingstsonntag zum dritten Male in einem Länderkampf in Singen gegenüber. Die Deutschen gewannen sämtliche Wettbewerbe und triumphierten im Gesamtergebnis hoch mit 16:9 Punkten Erfreulich war, daß Weltmeister Merkens seine „schnellen Beine" wiedergefunden hat, er holte sich nicht nur das Malfahren, sondern dazu auch noch das Zeitfahren. Beide Male belegte der Schweizer Meister Wägelin den zweiten Rang. Wer viel Zeit hat und trotzdem immer in Eile zu sein vorgibt, wirkt lächerlich. Wer aber in das Tempo und die Hetze unserer Tage eingespannt ist, kann mit Hilfe unserer modernen Verkehrsmittel immer noch Zeit genug gewinnen, um schnell einen Blick in die weite Welt zu tun. Unsere Jugendsehnsucht nach Reisen in ferne Länder findet heute frohe Erfüllung. Selbst zu einem Besuch des schwarzen Erdteils bedarf es heute keiner besonderen Entschlüsse mehr, keines Panthersprungs und keiner Expeditionssorgen. Ein kleiner Sprung nach Afrika ist heute nichts anderes als eine flug- planmäßige Angelegenheit. Nach dem Frühstück Start in Tempelhof, Zwischenlandung in München, in 5000 Meter Höhe über die Alpen, ein Blick auf den Canale Grande und die Markuskirche von Venedig und wenige Stunden später am Spätnachmittag ein Bummel durch die Frühlingsstraßen von Rom. Eine abendliche Rundfahrt durch die mondüberglänzte Stadt vermittelt ein eindringlicheres Repetitorium, als es ungezählte Latein- und Geschichtsstunden je vermochten. Um dieser einen Stunde willen sei allen denen verziehen, die uns einst vor eingetrockneter Gelehrsamkeit die erhabene Größe dieser ewigen Stadt nicht sehen ließen. Das moderne Rom atmet den Geist des alten Imperiums. Ordnung, Disziplin und Sauberkeit sind der äußere Ausdruck dessen, was der Faschismus der Bevölkerung seiner Hauptstadt an innerer Haltung gegeben bat. Ueberraschend die strenge Regelung des lebhaften Verkehrs, die von jungen, drahtigen Beamten in schwarzem Tropenhelm und weißen Handschuhen mit liebenswürdiger Bestimmtheit geübt wird. Kein Hupenlaut der ungezählten Automobile, als wollte man die Ruhe der großen Zeugen geschichtlicher Vergangenheit, die uns hier auf Schritt und Tritt begegnen, nicht stören. Auf gepflegter Autostraße führt uns am nächsten Morgen der Weg nach dem Seeflughafen Ostia. Wie'bunte Vögel liegen die Wasserflugzeuge der Ala Littoria im Hafen an der Tibermündung. Bunt nicht allein aus Freude an der Farbe; sollte einer auf dem weiten Flug nach Afrika niedergehen müssen, so soll er auf den Wellen des Mittelmeeres leichter erkennbar fein. Gnau Strich führt die Strecke von Ostia an Neapel vorbei über die Straße von Messina nach Syrakus. Hier fesselt uns nicht so sehr das Mittagsmahl nach echt italienischer Küche mit Risotto, Spaghetti und ersten Walderdbeeren. An jeder Wand der Fliegerschuppen und Dienstgebäude des großen Hafens stehen in hohen, schwarzen Lettern lapidare Aussprüche des Duce. Jeder der vielen jungen Fliegersoldaten wird so täglich und stündlich an das gemahnt, was er seinem Volk und Staat schuldig ist. Weiter führt der Flug an der Ostspitze von Malta vorbei, das sich einsam und drohend aus dem Meer erhebt. Nach wenigen Stunden zeichnet sich die Küste Afrikas am Horizont ab. Als das Flugzeug in weiter Kurve über Tripolis dahingleitet, erscheint der schwarze Erdteil zunächst einmal blütenweiß. Die weißen Rechtecke der Häuser und die hellen Kuppeln der Araberniederlassungen und Moscheen leuchten aus dem Grün der Strandanlagen. * Nach der Landung bleibt nicht die Zeit, wie einst Scipio es tat, ein „Habeo te, Africa“ (Ich habe dich, Afrika) auszustoßen. Ein Gewimmel zerlumpter Araber- und Negerjungen, nach Centesimi und Zigaretten lüstern, umschwirrt den Reisenden. Vom hellsten Braun bis zum tiefsten Schwarz ein verwirrendes Völkergemisch. Zwei grundverschiedene Welten stoßen hier aufeinander. Elegante Hotels neben armseligen Eingeborenensiedlungen, modernste Stadtviertel neben in Jahrtausenden gewachsener arabischer Baukultur, auf neuzeitlicher Asphaltstraße das Luxusauto neben dem schwer be- pakten Esel und der Kamelkarawane; Am Abend beherrschen Frack und ordengeschmückte Uniformen das gesellschaftliche Bild auf vornehmen Terrassen, während draußen auf den Straßen und in den Vierteln der Araber die Eingeborenen in der Tracht ihrer Väter ihr Dasein fristen. Das alles find in die Augen springende Gegensätze und doch auch wieder Zusammenhänge, über die ein vo.schnelles Urteil nach kurzem Aufenthalt nicht gegeben werden kann und auch nicht gefällt werden darf. ♦ Im Straßenbild von Tripolis herrscht die Uniform. Weiße und farbige Soldaten, Marine, faschistische Miliz, uniformierte Beamte und uniformierte Jugend zeigen eindeutig, wer hier Herr im Lande ist. Wenn am Abend in stolzer Haltung unter klingendem Spiel die Wache aufzieht und mit Sonnenuntergang die Flagge am GafteTIo nte* dergeholt wird, verkündet ein Kanonenschuß, daß der Vehrkehr eine Minute zu ruhen hat. An jedem Abend das gleiche Bild. Unbeweglich stehen die Menschen entblößten Hauptes auf Straßen und Plätzen, und irgendwo in der Ferne verklingt ein Giovinezza. Nicht nur im Bau von Krankenhäusern, Schulen und Kasernen verkörpert sich der Wille des Kolonisators, der bezwingende Einfluß Roms auf die Menschen ist unverkennbar. Wer die Begeisterung der Massen beobachtet hat, wenn eine Rede des Duce durch Lautsprecher übertragen wird ober die Kapelle vor dem Kaffeehaus an der Post in Tripolis das Adualied immer und immer wieder spielen muß, erkennt sehr bald, daß hier — selbst unter Einbeziehung des südländischen Temperaments — sich unwägbare Kraftströme auswirken. * Balbo, der Generalgouverneur von Lybien. Der erst 39jährige herrscht nicht nur mit harter Hand, er ist auch beliebt. Wenn er repräsentiert, dann tut er es mit all dem Glanz und der Prachtentfaltung des Orients. Ein abendlicher Empfang in seinem Palazzo erscheint wie ein seltenes Blatt aus einem Märchenbuch. So haben wir uns als Kinder den Schauplatz der morgenländischen Geschichten aus 1001 Nacht vorgestellt, was hier zu kaum zu beschreibender Wirklichkeit wird. Por dem Palast halten unbeweglich auf edlen arabischen Schimmeln seine afrikanischen Reiter. Auf den Freitreppen und unter den grünen Bogen der Hecke im Park salutieren sporenklirrend die Söhne der Wüste im Schmuck ihrer roten Mäntel vor den Gästen des Marschalls. Schöne Frauen und Offiziere in glänzenden Uniformen promenieren im Garten an bunten Springbrunnen vorüber, und über allem leuchtet der afrikanische Himmel, der diesem Märchen erst den rechten Zauber verleiht. ♦ Inmitten der italienischen Propagandaschlacht wahrt der Araber unbeirrt die geheiligten Sitten der Väter. Im Araberviertel sind die einzelnen Handwerke geschlossen beheimatet. Die Gassen der Teppichweber, die Schuster, der Kupfer- und Silber- schmiede geben ein unverfälschtes Bild arabischen Lebens. Mit primitiven Werkzeugen schaffen sie kunstvolle Arbeiten, die wie die Architektur und die Tore ihrer Häuser den Sinn dieses Volkes für das Ornamentale offenbaren. Frei aus der Hand entstehen wundervolle, gleichsam als Erbgut überkommene Muster. In den Suks, die nach den Stämmen und Landesprodukten ihre Namen tragen, blüht der Handel. Für Vieh, Felle und Früchte ersteht hier der Kamelreiter und der Eseltreiber Töpfe, Stoffe, Schmuck und was ihm sonst an Bedarfsartikeln fehlt, um dann in tage» und wochenlangen Märschen seiner Wüstenheimat wieder zu- zustreben. Die Zeit ist für ihn fein Begriff in einem Lande, dessen Ruinenstädte, wie etwa Leptis Magna (125 Kilometer östlich von Tripolis), vor über 2500 Jahren gegründet, noch heute eine eindringliche Sprache reden vom Blühen und Vergehen machtvoller Reiche und hochentwickelter Kulturen. * Den Menschen von heute mahnt das Ehrenmal für die bei der Eroberung Libyens gefallenen Träger der Medaglia d’oro, die unserem Pour le m^rite entspricht, an die Toten dieser Tage. Als ein Sinnbild des vorwärtsstürmenden Lebens steht dagegen draußen in der Oase die nach modernsten Gesichtspunkten gebaute Tribüne der Autorennbahn. Unter dem weißen, frei tragenden Dach finden 20 000 Zuschauer Platz und Schatten. Ihre verchromten Geländer glänzen in der Sonne, ihre von deutschen Technikern gebaute Signalanlage gibt Auskunft über Sieg oder Niederlage. Ein beglückendes Gefühl, daß an diesem Vorposten der Zivilisation auch in diesem Jahr deutsche Fahrer und deutsche Wagen ehrenvoll bestehen konnten im „Großen Preis von Tripolis". Ihre Gegner waren die gleichen, wie sie hier seit Jahrtausenden dem Eroberer entgegentraten: der zermürbende Sandsturm und die Hitze, die den Menschen anspringt wie ein wildes Tier. Wer aber denkt noch daran, wenn am Abend nach dem Siege der Wind vom Meere kühlend herüberweht und der strahlende Sternenhimmel Afrikas Stabt und Land in seinen Zauber zwingt! Und so verstehen wir auch die alten Afrikaner, die eine Sehnsucht nach jenen afrikanischen Nächten lebenslang im Herzen tragen, auch wenn sie längst im hohen Norden wieder heimisch geworden sind.