llr.102 Erstes Blatt Samstag, 2. Mai 1936 186. Jahrgang Metzener Anzeiger ^scheint täglich, außer ^■■r ä Ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags " /V MB ▼ für die Mittagsnummer LLLL fiÄ*AS*A**4*♦ 11AA4A4AA4I ‘.“TTlT'Z «x«. 111 IPKr IIPI 71IIWHIPI WLL vlvllvllvl 441 MV lUv 1 SS P°_nr einzelnen Nummern llf Ermäßigte Grundpreise: infolge leerer Gewalt V Stellen-, Sereins-, gemein- ZKZM General-Anzeiger für Oberhessen MW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Npf. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatsvuch- und Zteindruckerei R. Lauge in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Tag der Arbeit - Tag der Freude. Das deutsche Volk beging in einmütiger Geschlossenheit den Nationalen Feiertag des 1. Mai. Deutscher Freudentag. Der Auftakt in der Reichshauptstadt. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Als in der Frühe des 1. Mai die Glocken den Freudentag des deutschen Volkes einläuteten, hat sich das ganze Deutschland in ein Festgewand gekleidet. In Stadt und Land, von der Küste bis zu den Alpen, vom befreiten Rhein bis zu des Reiches Ostmark sind leuchtend Millionen Freiheitsfahnen emporgestiegen. An diesem Tage hat sich vor drei Fahren, erstmalig sür alle Welt sichtbar, das deutsche Wunderder Volkwerdung vollzogen, als sich alle Stände und Schichten brüderlich die Hand reichten, den Klassenkampf, den Standesdünkel und den ewigen Hader abschworen, im unerschütterlichen Glauben dem Schöpfer der deutschen Einheit zuriefen: „Führer befiehl, wir folgen!" Roch ehe die Glocken den Freudentag einleiten, zieht mit klingendem Spiel die Wache mit den Spielleuten und dem Musikzug des J.-R. 67 zum Wecken durch die Innenstadt, trotz der frühen Morgenstunden und des bedeckten Himmels, wie immer begleitet von fröhlich nebenher marschierenden Menschen. In überreichem Festschmuck stehen die Straßen. Seit 9 Uhr formieren sich die Marschkolonnen und setzen sich in 25 riesigen Heeressäulen mit dem gleichen Ziel in Bewegung. Trommelwirbel, Fanfarenklänge, Marschmusik, Liedersang! Ueberall klingt das Lied des nationalen Feiertages des Volkes auf: „Freut euch des Lebens!" Wie immer an Schicksals- oder Feiertagen fanden sich vor der Reichskanzlei schon in den frühesten Morgenstunden viele Tausende Berliner ein. Unter dem unbeschreiblichen Jubel der Menge erscheint der Führer um 8.45 Uhr, um sich zur großen Jugendkundgebung.in das Poststadion zu begeben Immer wieder donnert ihm aus vielen tausend Kehlen der Morgengruß der Berliner entgegen. An einem unübersehbaren Menschenspalier entlang, aus dem brausende Heilrufe aufklingen, fährt der Führer durch die Wilhelm- straße zum Poststadion, wo ihn die Bannerträger der Zukunft, Deutschlands Jugend, erwarten. selbst wieder Träger des Lebens dieses Volkes in der Zukunft werden. Roch leben wir in einer Zeit, über der die Schatten derVergangenheit liegen. Roch befinden sich unter uns Millionen von Volksgenossen, die irgendwie erfüllt sind von Vorstellungen, die sie aus dieser Vergangenheit in die Gegenwart mitübernommen haben. Es ist nicht so einfach für diese Männer und Frauen, sich so ganz loszulösen von den Einwirkungen ihrer Erziehung, der Beeinflussung früherer Generationen, ihrer eigenen Jugend, und ihres eigenen Wachsens. Allein, was dieser Generation vielleicht nicht mehr ganz gelingen kann, das muß Euch — uttd ich weiß es, meine Jugend, das wird Euch — vollkommen gelingen. Denn ihr kennt diese Vergangenheit nicht mehr. Ihr habt das Glück, schon aufzuwachsen in diesem neuen Wollen, in diesem neuen Werden. Ihr tragt schon in Eurer Kleidung diesen Einheitsgedanken des deutschen Volkes. Und wenn wir vor wenigen Wochen erst erlebten, daß sich in diesem Jahr über 90 v. h. des neuen Jahrganges in unserem Jungvolk einfanden, dann wissen wir damit, daß über 90 v. h. dieser Jugend endgültig gewonnen sind diesem neuen Staatsgedanken, diesem neuen deutschen Volksgedanken und diesen neuen deutschen Idealen. Wir fordern von dir nun, meine Jugend, daß du kapituliert und schwach wird. Und es ist schön, daß unsere deutsche Jugend diesen Weg der Härte geht. Es ist ein unendlich männlicher Zug in ihr. Ich bin glücklich, so über euch hinwegsehen zu können: Ihr seid die schön st enNachko mm e n unserer Vorfahren und seid die s ch ö n st e Hoffnung für eine st arte kommende deutsche Nation. Vor allem aber verlangen wir, daß du, deutsche Jugend, in dir schon vorbildlich die deutsche Volkwerdung gestaltest, daß ihr alle lernt, euch mehr und mehr zu einer Gemeinschaft zu verschmelzen und daß ihr lernt, den Wert des einzelnen zu messen an seinem Verdienst für diese Gemeinschaft, für eure Gemeinschaft heute und im größeren Sinne für die Gemeinschaft unseres Volkes morgen. Das erwarten wir von dir, deutsche Jugend, und das erwarten wir besonders an dem Tage, der wie kein anderer unserer deutschen Volksgemeinschaft geweiht ist: am Tage des 1. Wai. Euch besichtigen wir an diesem Tage und sind stolz, euch so zu sehen. Stolz und glücklich zugleich. Stolz, weil ihr unsere Jugend seid, und glücklich, weil wir wissen, daß das Werk, das wir aufgebaut haben, nicht mit unserer Gene- Die deuischeZugend huldigt dem Führer. „Oie schönste Hoffnung für eine starke kommende deutsche Nation/' - & X . * 3m poststadwn. Das weite Rund des Poststadions war ein einziges wogendes Meer von den Trägern der braunen HJ.-Hemden und der schwarzen Jungvolk-Jacken. Aus der Arena hoben sich die blauen und weißen Matrosenmützen der Marine-HI. ab. Der BDM. bildete in seinen weißen Blusen aus dem der Haupttribüne gegenüberliegenden Rang einen geschlossenen Block. Schmetternde Fanfarenklänge gaben das Zeichen zum Beginn der Kundgebung, die Reichsjugendführer Baldur v. Schirach mit einer Ansprache eröffnete, in der er zunächst die Sieger und Siegerinnen im Reichsberufswettkampf begrüßte und dann weiter mitteilte, daß die große Werbeaktion für das Deutsche Jungvolk zu einem so gigantischen Erfolg geführt habe. Aus den vorliegenden Meldungen gehe hervor, daß im allgemeinen 90 o. H. aller Zehn- bis Vierzehnjährigen erfaßt feien. Aus einigen Gegenden fei bereits die hundertprozentige Erfassung gemeldet. Der Führer hat uns beauftragt, so erklärte der Reichsjugendführer, in diesem Jahre eine große, die ganze Jugend umfassende Organisation zu bilden, die den Namen „Die R e i ch s j u g e n d" tragen soll, und ihr, die ihr als Führer innerhalb der Hitlerjugend seit Jahren tätig seid, ihr sollt die Führung dieser Organisation übertragen bekommen. Mit eurer unermüdlichen Arbeit für das Jungvolk habt ihr die Voraussetzungen für den Aufbau dieser großen Gemeinschaft geschaffen. Nach der Rede des Reichsjugendführers und dem Liede „Tritt heran, Arbeitsmann" richtete Dr. Goebbels als Gauleiter von Berlin Grußworte an die im ganzen Reich aufmarschierten Jungen und Mädel. Auch an diesem Nationalfeiertag sei die deutsche Jugend wieder als erste aufmarschiert, um zu bekunden, daß sie ebenso entschlossen sei wie die Erwachsenen, den Sinn und das neue Ethos der Arbeit im nationalsozialistischen Staat zu erkennen und zu begreifen. „Diese Jugend", so betonte Dr. Goebbels, ,',hat es leichter, als mir es einmal gehabt haben. Denn während wir in unseren jungen Jahren heiß und leidenschaftlich um ein neues Weltanschauungsideal rangen, findet sie bereits den festen Boden dieses Ideals vor. Diese Jugend ist nicht gottlos, wie man ihr von feindlicher Seife da und dort nachsagt, sie ist s o gläubig wiese eine deutsche Jugend gewesen ist. Es ist eine Gläubigkeit der Kraft, des Stolzes und der Selbstbehauptung, die sie erfüllt. Sie dient dem Volk und damit einer höheren moralischen Sittlichkeit. Wir haben sie gelehrt, tapfer zu sein wie ihre Väter es waren, wir haben sie nicht die Furcht, wohl aber die Ehrfurcht gelehrt. Wir haben sie die Tugend derkameradschaft gelehrt, und zwar nicht in den Theorien der Lehrbücher, sondern in der tausendmal erhärteten Praxis des Alltags. Wir haben sie gelehrt, die Klassenunterschiede zu überwinden und sich zu der schwer erkämpften Einigkeit unseres Volkes zu bekennen. In diesem Sinne legt ihr in dieser Morgenstunde ein Bekenntnis zu Volk und Staat, zum National- sozialismus und zum Führer ab, indem> ihr me großen Tugenden unseres Volkes, denen ihr nach- eifern sollt und nacheifern wollt, verkörpert s h - Wir grüßen das Reich — wir grüßen das -lioir — wir grüßen den Führer!" Nach der Rede von Dr. Goebbels brauste ein einziger Ruf aus hunderttausend Kehlen durch das Stadion: Der Führer war durch das Haupttor in das Stadion eingefahren. Aufrecht im ®ogen stehend, fuhr er langsam auf der freigetaffenen Laus- bahn zwischen der Arena und bei Rängen mitten durch die Jugend hindurch, immer wieder mit begeisterten Heilrufen begrüßt. Die 80 000 Jungen und Mädel sangen darauf das weihevolle Lied der Jugend „Aufhebt unsere Fahnen" von Fritz Sotke. Als der Reichsjugendführer dann verkündete: „E s spricht unser Führe r". klangen erneut die Heilrufe auf, aber bann war es ganz still unb mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten bie Jungen unb Mäbel ben Worten bes Führers. Der Führer fmd)i zur Juaeno. Selten in ber beutfchen Geschichte, so begann ber Führer seine Ansprache,» war einer jungen Generation ein so schönes Schicksal beschieden wie Euch. Ihr lebt als deutsche Jugend in einem jungen Reich, in einem jungen Reich erfüllt mit einem freudigen Leben, mit einer starken Hoffnung, mit einer unzerstörbaren Zuversicht. Ihr lebt in einem Reich mit jungen, neuen Ideen, erfüllt von jungen, neuen Kräften. Die heutige deutsche Generation hat unendlich viel in ber Ueberroinbung ber beutschen Zersplitterung unb Uneinigkeit erreicht: lieber Stammesunterfchiede, künstliche Ländergrenzen unb Parteien hinweg hat sich in einer neuen Bewegung sieghaft bie Einigung ber beutschen Nation vollzogen, ihre Einigung zu einer Auffassung, in einer Jbee unb für einen gemeinsamen Lebenskampf. Die Einigung bamit aber auch für bas Einschlagen eines Weges in biefem Kampf ber Einigkeit unb Geschlossenheit in allen Hanblungen. Ihr erlebt es, meine Jugenb, daß zum ersten Male in unserer Geschichte 99 Prozent eines Volkes sich zu diesem Geist die Einheitlichkeit bekannt haben. Ihr habt das Glück, die Jugend, d e r Nachwuchs dieses Volkes zu sein. Ihr könnt in diesem Volk Euer Leben ausbauen und damit eine i d e a l i st i s ch e Jugend bist, weil wir glauben, daß nur aus dieser idealistischen Grundhaltung heraus eine wirkliche Volksgemeinschaft entstehen kann! Wenn jeder nur an sich allein denkt und jeder nur seine Interessen vor Augen hat, bann kann keine Volksgemeinschaft werben. Es hat jeher nicht an sich allein zu benten, sondern vor allem an die Gemeinschaft, an bie Gesamtheit aller Volksgenossen. Es erforbert von bem einzelnen ein Aufgeben persönlicher Wünsche, einen Verzicht auf bie Erfüllung persönlicher Hoffnungen. Ader es ist notwendig, wenn wir jene größere Hoffnung erfüllen wollen, daß unser Volk b e st e h e n soll auf dieser Welt. Wir verlangen daher, daß du schon in deiner Jugend lernst, Opfer auf dich zu nehmen, Opfer an deiner persönlichen Freiheit, Opfer an deiner freien Zeit, Opfer an vielen kleinen Genüssen des Lebens; Opfer, indem du Sorgen übernimmst, nicht für den einzelnen, nicht für dich allem, deutscher Knabe und deutsches Mädchen — sondern für Eure kleine unb boch so große Gemeinschaft. Unb wir verlangen zweitens, beutsche Jugend, daß bu charakterstark wirst! Daß bu an- ftänbig denken lernst, daß du alles das ablehnst, was schädlich ist und immer schädlich sein wird. Wir verlangen, daß bu charakterstark wirst, inbem bu bich zu ben Idealen und Tugenden bekennst, die zu allen Zeiten die Grundlagen für große Völker gewesen sind. Und wir verlangen weiter drittens, daß bu hart bist, beutsche Jugend, unb hart wirst! Wir können eine Generation von Muttersöhnchen, von verzogenen Kinbern nicht brauchen. Was wir benötigen, das sind Knaben und Mädchen, die später einmal tapfere Männer und Frauen sein können. Wir müssen eine harte Jugend verlangen,. damit später einmal, wenn das Leben in seiner Härte an sie herantritt, sie nicht vor dieser Härte ration stirbt, sondern weiterlebt unb weiterleben wird, solange es Deutsche gibt auf dieser Welt. So wollen wir an diesem 1. Wai uns alle wieder vereinigen in dem Bekenntnis zu unserem Volk, zu seinem Schicksal, zu seinem Kampf, zu seiner Gegenwart und zu seiner Zukunft, die in euch liegt. Deutsches Volk und Deutsches Reich Sieg-heil!" Nach dem Sieg-Heil des Führers fangen die Zehntaufenbe das Lied der Hitler-Jugend „Vorwärts, vorwärts!" Zum Abschluß brachte der Reichsjugendführer ein Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk aus, in das die Jugend machtvoll einstimmte. Und noch einmal war nun das Stadion ein einziges Meer jugendlicher Begeisterung, als der Führer bann roieber burch einen Walb von ausgestreckten Fahnen bas Post- stabion verließ. Trmmphsahrt des Führers zum Lustgarten. Die Fahrt bes Führers zum Lustgarten würbe zu einer einzigartigen Kunbgedung ber Freube unb bes Vertrauens ber Schaffenben. Tausende von Händen reckten sich dem Führer entgegen, der in seinem Wagen stehend, nach allen Seiten dankte. Auch aus ben Fenstern unb von ben Dächern ber Gebäube winkten unb jubelten begeisterte Menschen, die schon feit vielen Stunden auf ihren Plätzen gewartet hatten. Eine erhebende Kundgebung auf dem 6 Kilometer langen Weg bis zum Endpunkt der via triumphalis, dem Lustgarten, der Stätte des feierlichen Staatsaktes. Der Führer begrüßt den Reichsjug^ndführor. Rechts sieht man einen Ausschnitt aus dem Aufmarsch der Jugend. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ein Volk -es Friedens und -er Arbeit. Oer festliche Staatsakt im Berliner Lustgarten. Der Lustgarten im Festschmuck. Die heimlichen Bauten des alten Museums, des Doms und des Schlosses umspannen die Feierstätte auf drei Seiten, während die Spree die vierte abgrenzt. Das mit dunkelrotem Sammet umkleidete Rednerpodium steht inmitten der großen Freitreppe des Museums. Vor dem Dom und der Spreeseite säumen die Tribünen bis zur Straße vor dem Schloß des Aufmarschfeld. Hohe Fahnenkulissen, deren schlanke Säulen goldene Hoheitszeichen tragen und im Hintergrund der mit goldbebänderten Girlanden geschmückte Schlüterbau des Schlosses vermitteln den Eindruck der Geschlossenheit. Stolz reckt sich 40 Meter hoch der herrliche Maibaum aus dem Warndt empor. Lorbeerumrankt trägt er das Hakenkreuz auf der Spitze. In 30 Meter Höhe hängt an mächtigen Goldbändern der 60 Zentner schwere Maikranz. Um 10 Uhr beginnt der Einmarsch der Ehrenabordnung en in das gewaltige Rechteck. Kurz nach 11 Uhr marschieren 17 Feldzeichen und 700 Fahnen, die der Deutschen Arbeitsfront mit frischen Maien geschmückt, aus dem Schlüterhof des Schlosses zur Freitreppe. Auf den Tribünen haben die Reichsregierung, das Führerkorps der Bewegung, die Generalität, fast das ganze diplomatische Korps mit dem Doyen, dem päpstlichen Nuntius Mfg. Or- senigo an der Spitze, die Arbeiterdelegierten und die Sieger des Reichsberufswettkampfes ihre Plätze eingenommen. Eine Stunde vor Beginn marschieren mit klingendem Spiel die Ehrenkompanien ein, an der Spitze die der Wehrmacht, gefolgt vom Arbeitsdienst, einer Ehrenkompanie der Leibstandarte und dem Ehrensturm der SA., die die Reservebrigade 29 ausschließlich aus Trägern des Eisernen Kreuzes 1. Klasse gestellt hat. Als die vier Musikkorps der Wehrmacht unter der Leitung des Heeresmusikinspizienten Prof. Schmidt den Badenweiler Marsch intonieren, der ankündigt, daß der Führer die Fahrt zum Lustgarten angetreten hat, zieht der Hirnryel die letzten Schleier fort, überstrahlt schönste Maiensonne ein farbensattes, unvergeßlich schönes Bild. Von der Feststraße her klingt fernes Brausen herüber und schwillt zu mächtigen Akkorden an. Der Führer kommt. Kommandos ertönen, die Musikkorps spielen den Präsentiermarsch. Dröhnender Jubel geleitet den Führer in den Lustgarten. Begleitet von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsminister Dr. Goebbels, dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring, Reichsführer SS. H i m m- l e r und seiner ständigen Begleitung, schreitet der der Führer die Front der Ehrenformationen ab. Als er die Freitreppe betritt, wiederholt sich der Jubelsturm, der von den Fanfaren unterbrochen wird, die den Beginn des Staatsaktes ankündigen. Reichsminister Dr. Goebbels nimmt das Wort: Mein Führer! Ich entbiete Ihnen den Gruß der Reichshauptstadt. Zwei Millionen Berliner, Männer und Frauen, haben Ihnen bei der Anfahrt über die Triumphstraße ihre Huldigungen entgegengebracht. In diese Huldigung haben im ganzen Lande, in Stadt und Dorf, bis in die letzte kleinste Bauernhütte, die deutschen Menschen mit eingestimmt. Es ist dieses ganze deutsche Volk, mein Führer, das Ihnen am 29. März seine Dankbarkeit, seine Treue, aber auch sein Vertrauen zum Ausdruck gebracht hat. Es ist das vierte Mal, mein Führer, daß Sie die Nation zum Nationalen Feiertaae am 1. Mai aufgerufen haben. Am 1. Mai 1933 war es ein Tag der Gläubigkeit. Am 1. Mai 1934 war es ein Tag der Willenskraft und Entschlossenheit, am 1. Mai 1935 war es ein Tag der wiedergewonnenen Freiheit, und in diesem Jahre, mein Führer, ist es wieder ein Tag der deutschen Ehre geworden. Sie haben der Nation die Grundlage eines neuen Lebens gegeben, eine Grundlage, die Sie mit dem ganzen Volke zusammen durch Arbeit und im Kampf gebaut und befestigt haben. Sie waren in diesen Jahren der Herold des Volkes, der Wegweiser der Nation. Jeder Arbeiter, jeder Bauer und jeder Soldat hat Ihnen aus innerer Verpflichtung mit heißem Herzen beim Ausbau des Landes geholfen. In diesem Glücksgefühl begehen wir am 1. Mai 1936 den Feiertag der Nation. Sie haben diesem Volke den inneren Frieden wiedergegeben. Dieses Volk weiß, daß Sie, so Gott will, auch ein Wegbereiter des äußeren, des Weltfriedens, sein werden. Sie waren uns in diesen Jahren Vorbild im Mut und in der Arbeit. Es ist keine Phrase, wenn die Nation von Ihnen sagt, daß Sie ihr erster Arbeiter sind, (Bravorufe.) Das danken 3hnen die Millionen in Zechen und Gruben und die Millionen hinter dem Pflug. In Treue und Vertrauen mit Ihnen verbunden, wollen wir Ihnen am heutigen Festtag des Boltes ein starkes Gefühl mitgeben, das Sie mitnehmen sollen in die Arbeit des kommenden Jahres deutschen Aufbaues. ~ In diesem Sinne, mein Führer, grüßen wir Sie mit unserem alten Kampfruf: Sieg-Heil, Sieg-Heil! Sieg-Heil! In das Sieg-Heil auf den Führer fallen die Hunderttausende auf der Stätte der Kundgebung, aber auch die Millionen auf der Feststraße begeistert ein. Die große Rede des Führers. Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen! Wenn früher über deutsches Land der 1. Mai kam, dann begannen die Regierungen zu zittern: „Welchen Aus gang wird wohl dieser Tag bringen?" Das war damals die bange Frage. Auf der einen Seite marschierte das sogenannte „freie revolutionäre Proletariat", und auf der anderen Seite, da behütete der Republik treuester Schirmherr die Oeffentlichkeit vor der Auswirkung dieser Freiheit. Der Gummiknüppel stand bereit, der Freiheit die gebührende Form beizubringen und sie in Zaum zu halten. In der Novemberrepublik pflegten an diesem Frühlingstage, am Tage der werdenden grünen Natur, die Menschen gegenseitig aufeinander einzuschlagen. Jeder 1. Mai brachte Tote und viele hundert Verletzte, und die Menschen waren froh, wenn er wieder vorbei war. Und wenn wir heute die Blicke außerhalb Deutschlands schweifen lassen, dann kommt es uns vor, als wäre es dort auch jetzt noch nicht viel anders. Als wir im Jahre 1933 zur Macht kamen, da befand sich in diesen Wochen das deutsche Volk mitten in einem gewaltigen Umbruch. Eine Wenn wir entschlossen waren, diesen 1. TUai nunmehr für alle Zukunft zum nationalen Feiertag zu erheben, der dieser Gemeinschasts- leistung, der Arbeit unseres Volkes, gewidmet fein soll, dann wollten wir damit aber auch einmal für immer die Lüge zerstören, daß dieser neue Staat etwa ein Staat gegen den Arbeiter sein würde. Wir waren vom ersten Tag an von der heiligen Ueberzeugung durchdrungen, daß das Deutschland der Zukunft entweder ein Deutschland wahrhafter Volksgemeinschaft sein oder daß es vergehen werde. Wir wollten diesen neuen Staat aufbauen auf einer Zusammenfassung aller der Willionen Wenschen, die durch ihre Arbeit, sei es mit der Stirn oder sei es mit der Faust, dieses Gemeinschaftsleben sicherstellen. Dieser Tag sollte allen zeigen, daß unser Regime nicht auf den Bajonetten, sondern in den herzen ruht, daß es im Volke lebt, aus dem Volke feine Kraft schöpft, daß es mit dem Volke marschiert und für dieses Volk handelt. (Jubelnde Beifalls- kundgebungen der Massen.) And wir wollten damit zugleich einen Appell über den Erfolg der Arbeit des Jahres und einen Aufruf für die Fortsetzung dieser Gemeinschastsleistung in der Zukunft verbinden. Man mag die Frage vielleicht oft gehört haben: Warum machten sie dann eine Revolution? War das nicht auch auf anderen Wegen zu erreichen? Konnte man nicht auch mit den vorhandenen früheren Erscheinungen diese Probleme verwirklichen? Nein! Wir Deutsche sind in einer besonders ungünstigen und unglücklichen Lage in der Welt: Ein Volk von außerordentlichen Fähigkeiten, von großem Fleiß erfüllt, mit einer seltenen Tatkraft begabt, auf einem engen Lebensraum, leidend unter dem Mangel zahlreicher Rohstoffe und doch im ganzen erfüllt von dem Bedürfnis einer hohen Kultur und eines hohen Lebensstandards. Was heißt es, wenn wir in Deutschland bei unseren beengten Verhältnissen sieben Millionen Erwerbslose besitzen und nun daran gehen müssen, diese Zahl zu verringern, um endlich jedem deutschen Volksgenossen wieder Arbeit und Brot zu sichern? Was bedeutet dies gegenüber den Verhältnissen in anderen Ländern, in denen oft auf dem zwanzigfachen Raum auch nicht mehr Menschen leben und die doch nicht in der Lage sind, diese selben Aufgaben glücklich zu lösen, die wir nun einmal lösen müssen, weil sie uns gestellt sind? Revolution ging über Deutschland, aber fie unterschied sich von ähnlichen Vorgängen früherer Art durch die unerhörte Disziplin ihres Vorgehens und ihres Ablaufs. Nicht wilde Haufen zogen damals durch die deutschen Straßen und vernichteten die Werke des Aufbaues unseres Volkes, zerstörten Häuser und Anlagen, plünderten die Geschäfte — Nein! Aber obwohl Deutschland äußerlich ein Bild des tiefsten Friedens bot, vollzog sich doch im Innern die größte Umwälzung der deutschen Geschicht, eine Revolution, legalisiert durch das Vertrauen des Volkes, eine Revolution, die eigentlich nur aufräumte, was an sich schon zerbrochen war. Sie hat dem deutschen Volk nicht eine neue Auffassung gebracht, sondern einer neuen Auffassung endgültig die allgemeine Anerkennung verschafft. In diesen damaligen Wochen des inneren Umbruches unseres Volkes entschlossen wir uns, als symbolischen Abschluß dieser nationaliozia- listischen Revolution d e n 1. M a i, der früher durch Jahrhunderte ein Feiertag war, Festtag der werdenden Natur, nun ebenfalls zum Feierta g zu proklamieren. Wenn früher unsere marxistischen Regierungen es nicht fertiggebracht hatten, den von ihnen einst okkupierten Tag des 1. Mai zu einem wirklichen Festtag zu erheben, dann waren wir entschlossen, diesen Tag für alle Zeiten zum Tag der deutsch en Arbeit und damit zum Tag der deutschen Volksgemeinschaft zu machen. Denn dieser Tag war für uns ein Bekenntnis zu jener Arbeit, die nicht bestehen kann auf dem Boden der Zerwürfnisse und des gegenseitigen Kampfes: Es gibt keine Gemeinschaftsleistung, Die sich nicht aufbaut auf einer allgemeinen friedlichen Achtung! Es gibt keine Gemeinschaftsleistung, die sich nicht aufbaut auf dem Respekt vor allen denen, die an dieser Gemeinschaftsleistung teilhaben! Ich kann mich nicht bekennen zu jener These, die sagt: Wenn es eben nicht geht, dann geht es eben nicht. Rein! Es muß gehen! (Die Massen geben ihrer Zustimmung stürmischen Ausdruck.) Aber eine Voraussetzung ist uns dabei vorgeschrieben: Es kann nicht gehen, wenn in Deutschland der Wille und der Lebenskampf unseres Volkes sich nach 40 und 50 Seiten hin zersplittern. Wenn schon die Rot so groß ist, daß der Verstand und die Tatkraft unzähliger Wenschen an ihrer Behebung verzweifeln, dann muh eine Rettung völlig aussichtslos sein, wenn die Ration nicht befähigt ist, zu einem Entschluß oder auch nur zu einer Auffassung, und damit zu einer Handlung und zu einer Tat zu kommen. Wenn man überhaupt die deutschen Aufgaben lösen wollte, dann war es notwendig, zunächst das deutsche Volk in eine Form zu bringen, die es gestattete, die Willionen Einzelwesen zu einer Einheit zu verschmelzen, ihren vielgestaltigen auseinanderstrebenden Willen i n einen Willen zu verwandeln, die Tatkraft von fo vielen Hunderttausenden und Willionen in eine einzige geschlossene Handlung zu bringen. Rur so konnte man überhaupt daran denken, diese Aufgaben zu lösen, die uns das Schicksal gestellt hat. Und es ist weiter notwendig, dem Volke selbst wieder die Ueberzeugung seines Wertes beizubringen. Solange jeder nur sich sieht, solange lebt er nur in der begrenzten Tatkraft seiner eigenen Persönlichkeit. Es ist notwendig, in jedem Einzelnen die Ueberzeugung lebendig werden zu lassen: Du stehst nicht allein, du brauchst an diese Probleme nicht mit deiner Tatkraft, nicht mit deinem Willen allein heranzutreten. Nein! Blicke um dich! Du bist nur ein Teil von Millionen. Dein Wille ist nur ein Wille von Millionen anderen Willen. Und wenn du mit deinem Willen glaubst an einer Aufgabe verzagen zu müssen, dann erkenne: Gewaltiger als dein Wie ist der Wille aller derer, die nun hier stehen! Diese Gemeinschaft wird Fragen lösen, an denen du sicherlich verzagen und verzweifeln würdest oder scheitern müßtest; aber bie Gemeinschaft, sie wird dieser Probleme Herr werden! (Brausende Stürme der Zustimmung.) Es war notwendig, dem deutschen Volke jenes große Gefühl der Gemeinschaft zu geben: So wie der einzelne Soldat nichts ist, aber alles im Rahmen seiner Kompanie, seines Bataillons, feines Regiments, seiner Division und damit im Rahmen der Armee, so ist auch der einzelne Volksgenosse nichts, aber alles im Rahmen der Volks, gemein schäft. Hier wird plötzlich aus dem schwachen Willen von 60 Millionen einzelnen ein gigantischer, gewaltiger ,zusammengeballter Wille aller. (Jubelnde Beifallskundgebungen.) Das muß jeden Volksgenossen sichtbar werden, und deshalb hat auch unsere Bewegung dieses ganze besondere Gepräge bekommen. Deshalb diese Massenkundgebungen, diese Massendemonstrationen, diese Generalappelle der Nation. Es muß jeder in einer solchen Stunde tiefinnerlich durchdrungen fein von dem Gefühl: Jetzt stehe nicht ich dem deutschen Schicksal gegenüber, sondern eine Willionen- a r m e e ist angetreten! Ich bin ein Teil von ihr, einzeln mögen wir vielleicht schwach sein, z u s a m m e n g e n o m m e n sind wir unzerbrechlich! (Die Wassen geben diesen Worten des Führers brausenden Widerhall.) D e s h a l b ist es notwendig, die E i n h e i t als die Voraussetzung anzusehen für die Behebung unserer Röte, für die Ueberwindung unserer Schwächen und damit für die erfolgreiche Durchführung des deutschen Lebenskampfes. Deshalb ist es notwendig, eine unermeßliche Konzentration des Willens unseres Volkes herbeizuführen, diesem konzentrierten Willen die großen Lebensaufgaben zu zeigen und an diese Aufgaben und Projekte heranzutreten mit einem Entschluß und mit einer Tat. Glauben Sie, meine Volksgenossen, was soll denn der genialste Mensch auf dieser Welt tun, wenn er zur Verwirklichung seiner Pläne nicht die notwendigen Instrumente besitzt. Dies können nur Toren denken, die glauben, ein Mensch kann alles. Jawohl, rTämlid) bann, wenn es ihm gelingt, alle für sich zu erobern! Wenn ihm die Vorsehung die Kraft gibt, in seinem Willen ein Volk z u vereinen, wenn ihm die Vorsehung die Fähigkeit gibt, in seinem Sinn ein Volk denken zu lassen, dann kann er Gewaltiges auf dieser Welt vollbringen! Immer aber ist die Voraussetzung für den Erfolg seines Handelns die hinter ihm stehende or- ganisierte Gemeinschaft. Genau so, wie derjenige ein Narr ist, der glaubt, ein Feldherr könne Schlachten schlagen dank seines Genies ohne eine entsprechende Armee! So wie der Feldherr nicht zu trennen ist von seinen Soldaten, so kann der Politiker nicht getrennt werden von seinen Volksgenossen, von der Bewegung, die ihn trägt, vow den Menschen, mit denen er seine Pläne zu ver-" wirklichen gedenkt. Mag er tausendmal überzeugt sein von der Fähigkeit seines Genies und seinen Einfällen: er wird nichts verwirklichen können, wenn es ihm nicht gelingt, bewußt oder unbewußt die Millionen zu Gehilfen seines Handelns zu erziehen und sie in seinem Sinne denken zu lehren. Erst mit einer neuen starken Gemeinschaft der Nation konnte man dann darangehen,' bie großen Probleme, bie uns im Innern gestellt sind, zu lösen. Unb Sie alle, die Sie heute hier stehen, sind Mitarbeiter an der Lösung dieser Probleme. Mögen Sie nun hinter dem Pflug einhergehen, irgendwo in einer kleinen Werkstatt arbeiten, in einer gewaltigen Fabrik, in einem Kontor, in einem Büro, es ist einerlei: UeberaU sind sieMitarbeiteranbie- f e n großen Gemeinschaftsaufgaben! Unb wenn mancher bie Frage erhebt: Warum stellen Sie bie Aufgaben so groß? — Weil ich glaube, baß man ein großes Volk nur dann mit einem feiner würdigen Lebenssinn erfüllen kann, wenn man ihm auch große Aufgaben stellt! (Tosende Zustimmungskunbgebungen der Massen.) Die Männer, die vor Jahrtausenden einem Volk bie Aufgabe stellten, Pyramiden zu bauen, bie wußten, warum sie es taten. Sie haben an biefen gewaltigen Gemeinschaftsleistungen 4000 Jahre menschlicher Kultur aufgerichtet! Unb wenn wir heute gewaltige Gemeinfchafts- aufgaben stellen, bann wissen wir auch, warum wir es tun! Rur bie große Gemeinschaftsaufgabe kann ein Volk zu einem Gemeinschaftssinn erziehen. Sie allein kann einem Volk auch bie letzte innere Vefriebigung gewähren. Es muß ber einzelne über seinem hauple bie Wonumente ber Gemeinschaftsarbeit sehen, bamit er nicht wurzellos wirb unb schwan- fenb wie ein Rohr im Winbe. Diese Gemeinschaftsaufgaben, sie finb große, weil bewußt groß gestellt, sie finb schwere, aber fie finb schöne Aufgaben. Sie können nur erfüllt werben, wenn bas ganze Volk einig unb geschlossen ist. Zur Erfüllung biefer Aufgaben ober benötigen wir ben inneren Frieben unseres Volkes. Unb wir er- ziehen es baher in biesern Sinne. Wir haben alles beseitigt, was an Klassenkampf auch nur erinnern könnte. Unb wenn von rechts ober links die rudimentären Ueberreste der Vergangenheit oft an uns Große Gemeinschastsansgaben erziehen ein Volk zum Gemeinschastssmn. Der große Staatsakt im Lustgarten, Links der bsi seiner AMrache» = tScherl°W>- I r W i {• Jh'" 'f ' V, N Ä MM ... y \ tz , I l MM • -*•’ -v'T ' KMWU ..SWWWW.'-«« j - ■ udfll L—_A—VL—VL-^ ses, die Patinakuppeln des Domes und der Fries des Museumsbaues waren in magisches Licht getaucht. Wuchtig, von mehreren Scheinwerfern angestrahlt, strebt der riesige Maibaum in den abendlichen Himmel, große Schatten werfend auf das im Halbdunkel liegende Schloß. Kurz nach 10 Uhr hallt über den Lustgarten das Kommando: „Präsentiert das Gewehr!". Generaloberst Göring schreitet die Fronten ab. Das wuchtige Dröhnen der Kesselpauke, die Klänge des Präsentiermarsches werden fast übertönt von dem Jubel der Tausende, die diesem abendlichen Schauspiel beiwohnen. Dann spricht in seiner markanten, mitreißenden Art Ministerpräsident Generaloberst Göring. Nachdem der Beifall verrauscht war, ertönte das Kommando zum Großen Zapfenstreich der Wehrmacht, ein eindrucksvoller Abschluß für diesen ereignisreichen Tag. Noch einmal huschen die Scheinwerfer über den Wald von Fahnen zwischen den Säulen des Museums, noch einmal steigen aus Tausenden von Kehlen die Nationalhymnen zum Himmel. Dann hüllt sich der Lustgarten langsam in Dunkel, weithin sichtbar bleibt der deutsche Baum aus dem Warndt, an dem die Fahnen des Dritten Reiches flattern und die goldenen Bänder vom Nachtwind bewegt werden. Oie Maifeier der Re'chskulturkammer. Am Abend des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes trafen die Angehörigen der Reichskulturkammer auf Einladung ihres Präsidenten, Reichsminister Dr. Goebbels, in dem herrlich ausgeschmückten Festsaal von Kroll zu einer öffentlichen Maifeier zusammen, die die gesamte Gefolgschaft mit den gleichfalls geladenen Ärbeiterdele- gierten aus dem Reich und den Reichsberufswettkampfsiegern in einer einzigen großen Kameradschaft und Gesinnungsgemeinschaft vereinigte. So wie hier fanden zu gleicher Zeit in der Reichshauptstadt, wenn auch meist in kleinerem Umfange, etwa tausend Betriebsfeiern statt. Außer dem Reichsminister sah man die Präsidenten der Schrifttums-, Musik- und Filmkammer, die Reichskultur- walter Hinkel, Moraller und Schmidt-Leonhardt, ferner den Dichter Gerhart Schumann und den Komponisten Franz Philipp, sowie zahlreiche andere bekannte Persönlichkeiten von Theater, Schrifttum, Kritik und Film. Oie Feiern der Ausländsdeutschen. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes ist nicht nur ein Tag der Freude und der Gemeinschaft für alle Volksgenossen im Reich, er ist auch für die Deutschen im Ausland ein gemeinsamer Feiertag geworden. Dieser Tag gibt ihnen Gelegenheit, das Gefühl der Verbundenheit und der Zusammengehörigkeit mit der Heimat zu stärken und zu beweisen. Von den 517 Ortsgruppen der Auslandorganisation der NSDAP, wurden überall in der Welt, wo Deutsche leben, Feiern veranstaltet. 50 führende Männer der Bewegung sprachen auf rund 180 Veranstaltungen der reichsdeutschen Kolonien im europäischen Ausland. Kunst und Wissenschaft. Der Lileralurpreis der Stadl Berlin verliehen. Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1936 wurde erstmalig der im Jahre 1935 geschaffene L i t e r a t u r p r e i s der Haupt st a d t Berlin verliehen. Das Kuratorium des Literaturpreises hat den Preis folgenden Werken zuerkannt: Einen Preis von 5000 Mk. für den Roman „H a s k o" von Martin L u s e r k e, einen Preis von 3000 Mark für den Roman „M o n t Royal" von Werner Beumelburg, und einen Preis von 2000 Mk. für die Gedichtsammlung „D a s f e st l i ch e Wort" von Rudolf Paulsen. Elmendorffs Nachfolger: Generalmusikdirektor Karl Fischer, Mainz. Generalmusikdirektor Karl Fischer, der zur Zeit das musikalische Leben in Mainz leitet, routbe zum Nachfolger des nach Mannheim berufenen Generalmusikdirektors Karl Elmendorfs an das Deutsche Theater in Wiesbaden verpflichtet. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Der Schwerpunkt des ausgedehnten Hochdruckgebietes verlagert sich von Großbritannien nach Skandinavien. Damit ist auch für uns fortschreitende Witterungsbesserung zu erwarten, die sich aber nur ganz allmählich durchsetzen wird. Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und tagsüber wieder etwas wärmer, im wesentlichen trocken, nordöstliche Winde. Aussichten für Montag: Voraussichtlich weiter fortschreitende Witterungsbesserung und Erwärmung. Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 2. Mai: morgens 8,3 Grad. Maximum 14 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 11,5 Grad; am 2. Mai: morgens 9,6 Grad. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 36: 10 270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. upb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. feg Inbffllh le. Mögen lendwo in gewaltigen xo, es \\t x anbie« (gaben! ih" Barum - Weil ich bann mit litten tann, lt! (Tosende I Die Män> die Aufgabe die wußten, iesen gewal- hre mensch' soll denn ' wenn er e notwen- iur Toren >. jawohl, e für sich die Kraft zu ver. Fähigkeit M lassen, Welt voll- tg für den ehende or» wie der« Herr könne ohne eine Herr nicht kann der ten Volks« trägt, von >e zu vek. Überzeugt inb seinen n können, unbewußt, ies han> nne denken n Gemein, »arangelM em gestellt chicksal Nen. *• von b fein, r un- diesen einschaflr- lt auch, GeiM nein Gellem kann frledigung er seinem >aflsarbell ib schnM- t Gemein' nnM'd chöne Aus' irMIlbÄ »ifl. teigen w» lind haben * tut -rinn'« ,1, di- * t oft an u»8 i i als Hebung unserer lgreiche impses. 'eßliche unseres lrierlen en zu Projekte Hund was uns Grenzen geblieben, wir haben den anderen dutzendmal die Hand entgegengehalten — Was will man dann noch mehr? In diesen 3V< Jahren ist das deutsche Volk im innern stark und fest geworden. Allein es hat seine Festigkeit nie mißbraucht, um vielleicht einen anderen zu bedrohen. Im Gegenteil: Wir haben in diesen 3V4 Jahren versucht, diese Festigkeit als einen Faktor der Stabilität in das europäische Leben einzufügen. Wenn das anderen nicht gefällt — was können dann wir dafür? Wir erlebten es ja in diesen Wochen. Vor ganz kurzer Zeit haben wir der Welt ein großes Ange- b o t gemacht. Nicht von einigen Juristen und Advokaten ausgeklügelt, sondern vom gesunden Menschenverstand, einfach und klar. Wenn man will, kann man Europa damit die Innere Ruhe und das Gefühl der Sicherheit geben. Aber was erleben wir? Im selben Augenblick, in dem wir ohne Rücksicht aus Vergangenheit oder Gegenwart uns bereit erklären, allen Völkern die Hand entgegenzustrecken, Verträge mit ihnen abzuschließen, im selben Augenblick sehen mir schon wieder eine neue Hetze a u s b r e ch e n. (Stürmische Pfuirufe.) Wieder verbreitet man Lügen Deutschland würde morgen oder übermorgen in Oesterreich einfallen. (Pfuirufe und Gelachter der Massen.) Ich frage mich: Wer sind denn eigentlich diese Elemente, die keine Ruhe keinen Frieden und Verständigung haben wollen, die fortgesetzt ^tzen und Mißtrauen säen müssen, wer sind sie eigentlich? (Stürmische« viel- tausendstimmige Zurufe: Die Juden!) Ich weiß (stürmischer, minutenlanger^Beifall^Jch^weiß^es^ Wir haben in diesen drei Jahren nichts getan, was irgendeinem anderen Volke Leid hätte zufügen können, keinen Schritt vollzogen, der irgend jemanden weh tun konnte. Wir Haden nach nichts die Hand ausge ft reckt, nicht gehört. Wir sind in unseren i geblieben, wir haben den anderen herantreten, und halb zweifelnd, halb zögernd, uns fragen: Ja, soll das wirklich — glauben Sie __ vollkommen gelingen, werden Sie das Wunder ser- tigbrmgen alle diese Differenzen wirklich zu besei- kigen? — Dann antworte ich: Das Wunder — mein ueber Freund — das uns gelungen ist seit dem Jahre 1919 bis heute, das ist w e i t größer als das Wunder das noch zu erfüllen wir uns vorqenom- men haben! (Begeisterte Jubelstürme.) Damals, da stand ich auch an einem Tag hier an diesem Platz, da drüben an dieser Terrasse und da waren wilde Hausen hier mit roten Fahnen, die einen mit Sichel und Hammer und die anderen ohne sie. Und sie diskutierten und brüllten und schrien und boten insgesamt ein bejammernswürdiges Bild des deutschen Arbeiters. Damals stand ich, ein Unerkannter und Unbekannter, ein Namenloser dort. Und heute stehe ich hier!! (Unbeschreiblicher Jubel schlagt dem Führer bei diesen Worten entgegen.) Wer will zweifeln oder wer will bestreiten, daß dies ein wunderbarer und gewaltiger Weg i st. Wer will bestreiten, daß dieses Bild von letzt, diese Ordnung und diese Ausrichtung etwas a n d e r es sind als das wilde turbulente Getriebe und Geschrei von damals? Und wenn ich so sei en- fest auf die Erfüllung der uns gestellten Aufgabe baue, dann weise ich auf unsere deutsche I u- gend hin. Denn: Wenn es uns gelungen ist, diese Ausrichtung fertigzubringen an Menschen, die vorher schon m Unordnung geraten waren, dann wird es uns um so leichter gelingen, eine Jugend in Ordnung zu halten, die diese Unordnung nicht mehr kennenlernt. (Erneute brausende Kundgebungen.) Wir werden den Geist der Aussöhnung und der Verständigung in unserem Volke niemals mehr einschlummern lassen. Eine neue Führergene- ration wächst heran. Es soll sich keiner täuschen. Wenn wir einmal vom Schicksal von dieser irdischen Bühne weggenommen werden, dann werden andere, jüngere an unsere Stelle treten, und es wird niemals mehr in Deutschland diese Regen- schirmpolitiker der Vergangenheit geben. Ein hartes Geschlecht ziehen wir heran. Was wir im Kampf erprobten, das werden sie fortsetzen. (Begeisterte Zustimmung der Massen.) Wenn wir diese gewaltigen Aufgaben im Innern unseres Reiches anpacken in der lieber- zeugung, daß der Friedeimvolke dafür die Voraussetzung ist, dann ist — das wissen wir — in gräßerm Sinne auch der Friede nach außen notwendig zur Erfüllung dieser Ideale. Wir versprechen uns nichts von einem Europa, das dem Irrsinn gegenseitiger haßerfüllter Angriffe ausgesetzt ist oder verfällt. Weil wir gewaltige Pläne besitzen, weil wir uns große Aufgaben gestellt haben, wollen wir den Frieden bewahren. Das kann so mancher kleine Politikaster in anderen Ländern gar nicht begreifen. Wir sind nicht eine kurbulente Masse, in der jeder tut und tun kann, was er will. Wir hqben unser Volk ausge- richtet nach großen Gemeinschaftsleistungen, wir haben uns große Ziele gefetzt, und wir können den anderen nur sagen: kommt uns dabei nicht in die Quere, laßkuns in Ruhe! (Langanhaltende stürmische Beifallskundgebungen der Massen.) Wir sind mit unseren inneren Schwierigkeiten selbst fertig geworden, ohne ein anderes Volk in Mitleidenschaft zu ziehen. Werdet ihr mit den euren gefälligst auch selbst fertig und versucht nicht, andere in eure Händel hineinzubringen. (Erneute Beifallsstürme.) Wir haben es nicht notwendig in Deutschland — und ich kann das gerade an diesem Tage vor euch, meine Volksgenossen, sagen: Ich habe es nicht notwendig, mir durch irgendeinen Ruhrnesakt, der Millionen Tote im Gefolge hat, bei meinem Volk Achtung und Respekt zu verschaffen. Die habe ich auch ohnedem! (Tosender, minutenlang anhaltender Jubel und stürmische Heilrufe begleiten diesen Satz.) Ich stehe nicht auf schwankendem Boden, ich brauche nicht Millionen von unserem Volk zur Schlachtbank zu führen, damit Millionen andere vielleicht an mich glauben! (Die Kundgebungen der Massen setzen sich fort.) sind nicht die Millionen, die zu den Waffen greifen müßten, wenn diesen Hetzern ihre Absichten gelingen würden. Sie sind es nicht! Bei keinem Volk! Es ist ein kleiner Interessenten- klunge!, ein internationaler, der davon lebt, die anderen Völker durcheinander zu hetzen. Wir kennen diese Genossen aus unserem eigenen Lande, und wir sehen ihre Spuren zwischen allen Völkern. Um so notwendiger aber ist es, daß wir erst recht und gerade deshalb an unserer Einheit und Geschlossenheit hängen. Die ist es heule schön in Deutschland, ein Volk zu haben, das stall mil dem Gummiknüppel regiert zu werden, s i ch s e l b st f ü h r t, selbst ordnet und selbst leitet. Wie ist es schön heute, bei uns ein Volk zu haben, das sich nicht bemüht, sich gegenseitig das Leben schwer und sauer zu machen, sondern das beginnt, mehr und mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Wir sind so glücklich, in diesem Volke leben zu können, und ich bin stolz darauf, euer Führer sein zu dürfen. So stolz, daß ich mir das nicht vorslellen kann, was auf der Welt mir dies zu ersehen vermöchte. Lieber, tausendmal lieber unter euch der letzte Volksgenosse, als irgendwo anders ein König! (Nicht endenwollender Jubel brandet dem Führer entgegen.) Und dieser Stolz erfüllt mich besonders gerade am heutigen Tage. Als ich vorhin durch diese langen Straßen fuhr und links und rechts diese Hunderltausende und Millionen von Volksgenossen sah aus allen Betrieben und Werkstätten, aus unfern Fabriken und Kontoren, da ist mir das Herz so recht aufgegangen, da habe ich so recht gefühlt: Das ist unser Deutschland! Das ist unser Volk, unser herrliches deutsches Volk und unser liebes Deutsches Reich! (Minutenlang jubelnde Bewegung.) In dieser Stunde, so glaube ich, können wir nur den Wunsch haben: Möchten die anderen Völker nur einen Blick hierherein werfen, möchten sie nur dieses Volk des Friedens und der Arbeit sehen, dann glaube ich, würden sie die Hetzer nehmen und von sich weisen! (Brausende Zustimmungskundgebungen.) Dann würden sie verstehen und begreifen, warum diese Höch st e nationale Gemeinschaft zugleich der Höch st e Garant einer wahrhaften europäischen Ordnung und damit einer wirklichen menschlichen Kultur und Zivilisation ist und sein wird. So bitte ich Sie denn in dieser Stunde, die Herzen zusammenzunehmen und den Geist zurückblicken zu lassen in die Vergangenheit und dann mitzuempfinden das Glück, das uns dadurch geworden ist, daß wir wieder zurückgefunden haben zu einer Gemeinschaft, zu einem Volk. Und diesem Volke wollen wir uns als verschworen erklären an diesem 1. Mai der Arbeit und der Volksgemeinschaft mit unserem alten Bekenntnis: Unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich — Sieg Heil! Eine ungeheure Welle der Begeisterung brandet empor aus den Hunderttausenden und schlägt dem Führer bei seinen Schlußworten entgegen. Noch in die Heil-Rufe hinein intonieren die Musikkorps die Lieder der Nation, die von allen entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten dankerfüllt gesungen werden. Dann tritt Dr. Ley an das Mikrophon und schließt die einzigartige Kundgebung mit den Worten: „Deutschland ist Adolf Hitler und Adolf Hitler ist Deutschland." Adolf Hitler Sieg-Heil! Der grenzenlose Jubel, der sich nun erhebt, begleitet den Führer, solange er an der feierlichen Stätte zu sehen ist. ©äffe des Führers. Empfang der deutschen Arbeiterabordnungen und der Sieger im Reichsberufswettkampf. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Die Ar beiterdelegierten aus allen deutschen Gauen und die Reichs sieger und Reichssiegerinnen des Reichsberufswettkampfes, dazu die Träger des Nationalen Buch- und Filmpreises wurden am Nachmittag des 1. Mai im „Haus des Reichspräsidenten" vom Führer empfangen. Der Führer begrüßte jeden einzelnen mit einem kräftigen Händedruck. Er erkundigte sich bei jedem einzelnen nach seiner wirtschaftlichen Lage, der seiner Arbeitskameraden und der Entwicklung des Betriebes, in dem er arbeite. Frei und unbefangen plauderten die Arbeiter über alle sie bewegenden Fragen. Die meisten von ihnen hatten natürlich das Anliegen, daß der Führer bald auch einmal in ihre Stadt kommen möge. Und als sich dann ein Münchener meldete, da meinte der Füyrer scherzend: „Sie können nun aber wirklich nicht sagen, daß ich bald einmal zu Ihnen kommen soll!" Bei den ' Reichsautobahnarbeitern erkundigte sich der Führer eingehend nach Einzelheiten ihres Bauabschnitts, und auch sie richteten an den Führer die Bitte, er möchte doch zur Einweihung ihrer Strecke kommen, denn gerade sie wollten ihn an diesem Ehrentag ihrer Arbeit in ihren Reihen haben. Eine Reihe von Abordnungen überreichte dem Führer Erzeugnisse ihrer heimischen Werkarbeit. Nicht große kostbare Geschenke, aber dafür um so mehr Beweis der Anhänglichkeit gerade der ärmsten Söhne Deutschlands zu Führer und Volk. So hatte ein Arbeiter aus dem Bergischen Land eine riesige Bretzel mitgebracht, ein Solinger Stahlarbeiter einen Brieföffner mit Elfenbeingriff und Hakenkreuzrunen, ein Prachtstück deutscher Wertarbeit, ein Webarbeiter aus Wuppertal eine Spitzendecke aus deutschen Werkstoffen. Die Delegierten aus dem Gau Essen überreichten einen blank polierten Block Kohle mit einem Treuegedicht der niederrheinischen Knappen. Ein Arbeiter aus dem Allgäu überbrachte dem Führer ein Stück glitzerndes Schleifglas und ein Spinnwebmuster, und ein Arbeiter aus einer Hannoveraner Gummifabrik hatte Kraftwagenreifen mitgebracht, die zu 95 v. H. aus deutschem Buna-Gummi hergestellt sind. Ein Weber aus der Oberlausitz übergab dem Führer eine Aufnahme von dem Junkvolkfähnlein seiner Ortsgruppe und bat den Führer, er möchte eine Reihe anderer Ausnahmen unterschreiben, die das Heim des Fähnleins schmücken sollen. Manch einer erzählte dem Führer von Begegnungen aus der Kampfzeit und erinnerte ihn an eine frühere Anwesenheit in seinem Heimatort. Dann kamen die Reichssieger und Reichssiegerinnen des Reichsberufswettkampfes an die Reihe. Hier sprach der Führer zunächst dem Schöpfer und Leiter des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Ax- m a n n, feinen Dank aus und begrüßte dann die 35 Jungen und Mädel, die von einer Million Wettkampfteilnehmer als die besten deutschen Jungarbeiter ermittelt wurden. Er fragte sie nach ihren Aufgaben, ihrem Alter, ihre Ausbildung und ihren Zukunftsplänen. „Dies ist der schönste Augenblick meines Lebens!", so sagte eine junge Korbmacherin zum Führer. Die Jungen und Mädel, die Sieger im Reichsberufswettkampf geworden sind, haben nun die Möglichkeit, kostenlos nach ihrer Wahl weiter ihre Fachausbildung zu genießen, eine schöne Belohnung für Fleiß, Können und Tüchtigkeit. Dann wandte sich der Führer den Trägern des Nationalen Buch - und Filmpreises zu. Er dankte Gerhart Schumann in herzlichen Worten für seine Gedichte. Der Träger des Nationalen Filmpreises, der Regisseur Carl Frölich, der den preisgekrönten Film „Traumulus" schuf, hat in seiner Bescheidenheit die Verleihung des Filmpreises nicht erwartet, und war kurz vor dem 1. Mai verreist. Dafür war es gelungen, den Mann herbeizurufen, der die Hauptrolle dieses Films verkörperte und mit seinem meisterhaften Spiel dem Film wesentlich zum Erfolg verhalf: Emil Jannings. Auch ihm dankte der Führer sehr herzlich und man spürte bei Emil Jannings, wie er innerlich bewegt war von diesem Augenblick. Besonders herzlich war der Dank des Führers an den Organisator der unvergleichlichen Feiern des 1. Mai, Oberregierungsrat Pg. G u 11 e r e r, vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und seine Mitarbeiter, sowie an Architekt Speer, den Schöpfer der Nürnberger Parteitagsbauten, des wie bei vielen Großkundgebungen auch der Feier des 1. Mai in Berlin das künstlerische Ge- icht gegeben hatte. Mit einer abschließenden An- prache dankte der Führer noch einmal den Anwe- enden für alle überbrachten Grüße, für die Ge- chenke, für das Vertrauen und die Treue, und für ihr Kommen. Die Teilnehmer des Empfangs waren dann noch einige Zeit Gäste des Führers im „Haufe des Reichspräsidenten". Fackelzug zum Lustgarten— festlicher Abschluß eines großen Tages Ehe noch die Sonne hinter dem Häusermeer verschwand, machte sich im Westen Berlins schon wieder der Auftakt zu der großen Schlußkundgebung im Lustgarten bemerkbar. Kilometerlang hatten sich in der Gegend des Sportpalastes die sechs großen Marschblocks formiert, deren Spitze die Wehrmacht mit den Abordnungen des Wachregiments Berlin, der 1. Marine-Unteroffiziers-Lehrabteilung aus Kiel und der Wachtruppe der Luftwaffe emnahm. Um 20.15 Uhr setzte sich nach dem Kommando „Großer Zapfenstreich — Stillgestanden!" der Zug mit klingendem Spiel in Bewegung. Auf gut eine Viertelmillion muß man die Menge schätzen, die auf dem vier Kilometer langen Wege über den Potsdamer Platz und die Friedrichstraße zu den „Linden , das prachtvolle Schauspiel dieses imposanten Fackelzuges in sich aufnahm. Den Abordnungen der Wehrmach folgten starke Gliederungen der Leibstandarte Adolf Hitler und der Schutzpolizei. Mit geschultertem Spaten, der im Schein der Fackeln blinkte, kamen in mustergültiger Haltung die jungen Arbei^dienst- männer. Hinter der SA. die Manner des NSKK., dann die politischen Leiter, Bahnschutz und Postschutz. Der Deutsche Luftsportverband nahm mit 600, der Luftschutzbund mit 300 Mann an dem Marsch teil. Die über 400 Mann starke Abordnung des Kysf- häuserbundes führte eine Abteilung von ehemaligen Schutztrupplern in ihren schmucken Uniformen. Soldatenbund und NS.-Marinebund, Technische Nothilfe und Notes Kreuz, die Feuerwehr und die Werk- scharen der Deutschen Arbeitsfront bildeten den Abschluß. „Freut euch des Lebens!", das war das Grundmotiv der Veranstaltungen dieses 1. Mai, der mit seinem überzeugenden Bekenntnis zum Gemeinschaftswillen sich würdig an seine Vorgänger anreihte. So freudig, so heiter und eindrucksvoll gestaltete sich auch der Abschluß der offiziellen Feiern am Abend im Lustgarten. Die Formationen des Fackelzuges marschierten zwischen den Tribünen vor den Treppen des Alten Museums auf, dessen Wandelgang hell erleuchtet war. Fackelträger flankierten sie und dichte Schwaden Rauch zogen durch die Lichtkegel der Scheinwerfer. Die Fassade des SchlosV Stotel- Gesundheit ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkomin- netes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Seit über 20 Jahren bewährt DEUTSCHE WIK MÖBEL Mustergültig in Form und Arbeit KM Vereine Namhafte Versichernngs- Gesellschaft sucht I.Gießen nebenbernfliche Vertreter. Sehr. Angeb. unter 2821 v a. d. Gießener Anzeiger. Führende Matzkorsett-Fabrik §inlegsU>eine „nirfl fY.AÜrtJnl . .ft O T Hl rt r n " - r ges. gesch. Fabrikat „ Helwaro kräftig nach. 2165 V München. 2769V Alleinverkauf für Groß-Frankfurt Frankfurt am Main Wieseck 2808 V 2840 D 28<0 v 10,— RM. 3,— 2,— Bekanntmachung Eisenbahn Gießen—Gelnhausen; hier: Aende> folgt. und Bindefrist 4 Wochen. 2816C ^lESSQI-HIHDENßURGVäl^ Der Oberbürgermeister: Ritter. 1,60 „ Frankfurt Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Bedeutende Aktiengesellschaft sucht für denVerkauf ihrer weltbekannten Schn eil w a agen, Au f s chnittmas ch inen, elektrischen Fleischwölfe und Kaffeemühlen einen eingeführten, tüchtigen Schöne, sonnige 4-Z.Woliny. mit Küche, in gr. jCrt Nähe Gieß, per 1. Juli oder später zu verm. Srhr. Ang. unt. 02000 a.d.G.A. Schlafzimmer mit Kapokmatratzen prompt lieferbar.UnserelOSchau- fenster sind abends beleuchtet! Vertreter! Auf horchen! • Unser klein., billiger u.pat. Apparat ist sehr begehrt und leicht verkauft! Besuchen Sie Dörfer, kleine Städte? Eisen-u. Fahrradhändler, Schmiede und Landwirte? 300 BiC. monatlich and mehr! Eventuell Festansteil. Nehmen Sie ihn mit! Tausende Aufträge sind bereits eingeg. Nur verkaufsgew., selbtreis. Herr. erh. kostenl.Ausk. d. Firma H.Höhn, Augsburg C.4.66. Die VIII. Rate beträgt: Familienlogen mit 4 Plätzen . . Sperrsitz, Reihe 1 bis 7; 1. Rang, Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze . . . Sperrsitz, Reihe 8 bis 11; 1. Rang, Reihe 3 und 4 und Logenrückplätze . Sperrsitz, Reihe 12 bis 15; 2. Rang, folgt Zusendung der Abonnementskarten. Die Restbeträge für das Wahlabonnement müssen bis spätestens 15. 2Hai beglichen sein. Gießen, den 30. April 1936. Die Bürgermeisterei: Ritter. Ständige Sftnnafjme von sämtl. Altmaterial u. Flaschen geg. sofort. Kasse in mein. LagerNeuenw.6 Hrch. Schneider Bestellung, werden sos.abgeholt. Deutsch.Geschäft Bekanntmachung. Abgabe von Stockholz. Aus den Abteilungen 74, 75 und 76 des Stadtwaldes (Licher Straße zwischen der 6. und 8. Schneise, 3-Zimmer-Wohnung mit Zubehör, im Zentrum der Stadt gelegen, alsbatd zu vermieten. Schriftliche Anfragen unt. 2812D an den Gießener Altzeiger erbeten. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVodlACo., Gießen Seltersweg44 IHI * Schöne bezw. S-Z.-Wohnung mit all. Zubeb. ab 15.Junibzw. 1. Juli an ruhige Mieter zu verm. ©ehr. Ang. unt. 02008 a. d.G.A. ießen, den 30. April 1936. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt Gravert. Preise: 1,50, 1,94, 3,38 RM. l/9 Ltr. 5,45 RM, 7i Ltr. 9,70 RM. Molmuiig Stadtmitte l.Juliod. früher zu vermieten. Schr. Ang. unt. 2827Da.d.G.A. links) kann Fichtenstockholz in jeder beliebigen Menge unentgeltlich abgegeben werden. Abgabebescheinigungen werden im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 8, ausgestellt. 2815C Gießen, den 30. April 1936. Der Oberbürgermeister: Ritt e r. 3-Z.-Wöhnuno mit eingerichtet. Bad, i. d. Beethovenstraße sof. od. spät. z. verm. Näh. bei (2841D Adolf Schmidt, Gießen, Licher Straße 5. Sonntag,3.Mai, vorm. 10.30 Uhr, Zusammenkunft Waldkaserne (Licher Straße). Empfang der Kameraden aus Friedberg und Bad-Nauheim. Erscheinen unbedingt erwünscht. Der (2796 D Standortleiter. WH' d4 AlllllMch abzugeb. Bestell, erb.wir v Postk. üamplsägewerkLollar B.NuhnA.G., Lollar. Ltfid Proben kostend ^HANDLWS ^ukörfasrik _ _ Tüchtiges, nicht zu junges Mädchen d.auchwasch.tann z. 15. Mai ges. Frau [02012 Photogr. Uhl, Franks. Str. 5. [Stellengesuche} KrüftigerJunge, Ostern 1936 aus der Schule entlassen, sucht Mlskelle als Metzger Sckr. Ang. unt. 01984 a.d.G.A. Wenn der Haarwuchs Ihnen Sorge macht verwenden Sie vertrauensvoll das echte Birkenwasser von Dr. Dralle. Der lästige Juckreiz ist sofort beseitigt. Das Haar gesundet von Grund auf und wächst voll und 6-Zimm. Wohn, mit all. Zubeh., SelterSweg 8511 zu verm. [2802D Näheres bet A. Becker, Keplerstrahe 9 Schöne, sonnige 5 z. Wohnung in Lollar, Nähe Bahnh.,a.Haupt- siraße, billig zu verm. dtäher. d. NechtSnnwalt Heev, ^llieen- strnße 29 [2835D Schöne 5 Z.-Wohnung Ludwigftraße81, per 1. Juni zu vermiet. Näber. A. Becker, Kevlerüraße 9, Tel. 3804 (28360 BaoplUe am Professoren- ecku.i.Güntbers- graben zu verk. Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9, Tel. 38 04 ( 2838 0 Gleich-uni Drehiiram- Moioren jeder Größe und Spannung zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 2853Pa.d.G.A. Asbest- Platten 1,2,3,4 u. 5 mm, wieder am Lager. 2040 CarlSchunck Laden»3-Zimm.Wohn. Mitte der Stadt gelegen, alsbald zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 28110 an den Gießener Anzeiger erbeten. SleMMn-rmMeeMM Die Einlösung der VIII. Rate der Abonnements erfolgt am: 2822C Montag, dem 4. Mai, von 10 bis 13 Uhr für die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, dem 5. Mai, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Mittwoch-Abonnenten, Mittwoch, dem 6. Mai, von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr für die Freitag-Abonnenten. rung der Straßen- und Baufluchtlinie zwischen Schiffenberger Weg und Heegstrauchsweg. 2. Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1936. 3. Erhebung einer Filial- und Warenhaussteuer für das Rechnungsjahr 1936. Gießen, den 30. April 1936. Mnsarden- Wohnung Neubau, 3 Zimmer und Gliche, zu verm. [28460 Earl Becker II. Bal) uh offtr. 16. Nähe Bahn l-2möbl^jimm. zu verm. [01999 Crednerstr. 181. Bin Kassekäufer für jed. Quantum Weizen, markenfrei Futterhafer «aeD und bitte um Angebot. W. Hesemann, Gießen Lindenplatz Telephon 3851 Bekanntmachung. Dienstag, den 5. Mai 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7.30 bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Bieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 27. Mai 1936. 2792C Gießen, den 2. Mai 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Bezirks-Vertreter im Bezirk Gießen. Verkaufsunterstützung vom Werk aus. Sehr gute Verdienst- möglichkeit. Zuschriften mit Bild, Referenzen und Erfolgsnachweisen erbeten unter J. 1072 durch Anzeigengesellschatt m. b. H., Frankhirt am Main Garage Einf.Seltersweg mit Durchg. zum Hindenburgwatl sofort zu verm. Schr. Ang. unt. 02003 a.d.G.A. UrierleiiüiüÄ Verlangen Sie kostenlose Broschüre durch Regierungiraf I. R. Wlggeri, Banzkow 36 bei Plate (Meddbg.) 6-Z.-Wohng. (.Stock, in schöner Lage, zum 1. Juli 1936 zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01994 a.d.G.A. Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n. Stimmungen sachgemäß u. preisw. «eso UtalK, Giefoen. LudwißstrabeSp. Teleph. 2403. esleos eiogeLVersicherungsgesellschan alle Versicherungszweige, mit konkurrenzfähigen Prämien und Bedingungen, sucht für Gießen und Umgebung fleeisnefenSetireier Vorhandener Jnkassobestand wird übertragen. Ausführliche Angeb. mit Angabe von Referenzen erbeten unter F. M. 1131 an ALA, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 15. (2307V Ml« Ludwigstraßel4, Hinterhaus, sof. zu verm. (23370 Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. Ein männlicher u. ein weiblicher sMMW gesucht. Vorzusteilen Montag von 10 bis 12 Uhr. 28I8L- Rudolf Karstadt, Karzentra Tüihüse Name für einen leichtverkäusl. Mk. 1.25- Hausbaltungsschlager ges. Großer Verdienst, jede Hausfrau kauft. Metailwfabr. Jansen, Auslieferung, Ktiln-Sttlz, Zülpicherstr. 81. 2819V NEUES vom Edelweißrade Ich kann Ihnen nur sagen, daß ich in jeder Beziehung befriedigt bin. Das Edelweißrad hat bis hierher eine Bahnreise von 914 km gemacht. 350 km habe ich es schon geprobt. Studienrat H. Mochel, 25. 2. 1935, Freiburg i. Br. Vor 22 "Jahren habe ich ein Edelweißrad und für meine Schwester eine Edelweiß-Nähmaschine bezogen. Das Edelweißrad ist nochietzt in gutem Zustande trotz täglichem Gebrauch. An der Edelweiß-Nähmaschine bis jetzt noch keine Reparatur. Arbeiter j. Vortmann, 30. März 1935, Flaesheim. Auch Sie werden wir zufriedenstellen. Ober 3 Million Edelweißräder eelt 1897 schon geliefert Lieferung an Private. Verlangen Sie unseren neuesten Katalog Nr. 136 selreiötiii mit im Ausland erworbenen sehr guten englischen u. französischen Svrachkenntniss., flotte Stenotn- pistin, gute buchhalterische Fertigkeit sucht Stellung. Schr. Ang. unt. 2852Qa.d.G.A. Verkäufe Schöner WoWod billigst z. verkauf. Slückiath & Bender Walltorstraße 35 Tel. 3519. [2700D Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für den 1500 m langen Straßenkanal im Aulweg zwischen Schubertstraße und Wartweg und dem Wartweg zwischen Aulweg und Bergwerk sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen und Angebotsoordrucke find ab Dienstag, den 5. Mai 1936, bei uns erhältlich. Die Angebote find spätestens zum Eröffnungstermin am 28170 Donnerstag, dem 14. Mai 1936, vormilalgs 10 Uhr, an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote er- Oberhessen ist a. organisationsbefähigten und vertrauenswürdigen Herrn sofort zu vergeben. Fachkenntnisse nicht erfordert,da alle notw. Unterlagen zur Verfügung stehen. Zur Übern, w. etwas Kapital benötigt.— Herren, denen an selbständ. u. leit. Stellung bei gutem E nk. gelegen ist, wollen sich unt. Angabe der bisherigen Tätigkeit und verfügbaren Mitteln bewerben unter R. 1001 an Ala Anzeigen A. G., Reihe 1........... Sperrsitz, Reihe 16 bis 18; 2. Rang, Reiye 2 bis 3......... 2. Rang, Reihe 4 und 5 und vordere IRonfaröe 2 Z. m. Küche, an jung. Ehev. od. ein*. Dame z. 1. 6. zu verm. Schr. Ang. unt. 02010 a.d.G.A. Zwei große leere Zimmer in guter Lage, ohne Küchenbenutzung zu verm. Schr. Ang. unt. 02001 a.d.G.A. Elegante MeFFe-Wmung insonnigster,zentraler Lage, best. ausgest.7Zimm. u. Schrank- und Mädchen)., Bad (kompl.),Etagenheizung, Garten- anteil usw. Bes. geeignet für jede Art Praxis, da 2 Eingänge vorh. Preisw. zu vermieten z. 1.7.36 evtl, früher. Schr. Ang. unt. 02002 a.d.G.A. Selterswcg 67 I 7-Zimm.-Wohnung Heizung, Glas- Verandau.Dach- garten usw. per 1. Juli zu verm. Anfragen 102015 bei Kilbinger, Franks. Str. 6, mögl.vormittags Schöne pari., mit Bad, ist wegen Versetzung p. 1. Auü zu vermieten. Schr. Ang. unt. 2834Pa.d.G.A. Einige tüchtige JlmnttM sofort gesucht Zimmergeschäft Gebr. Rohm Briefmarkensammlung, 1500Stck.,Eur.u. Uebersee, preiswert abzugeben. Schr. Ang. unt. 01987 a. d.G.A. | Kaufgesuche"] Häuschen bei3000RM.An- zahlung zu kauf. gesucht.Ausführ- liche schr. Ang.u. 02006 a.d.G.A. Neuzeit!. [2789D Dieselmotor 10 ?8,Univers.- Biegemaschine, beides gebraucht, zu kauf, gesucht. Angeb. u. L. 60 vostl. Herborn. möüt.3lmmec billig zu vermieten. [02007 Kaiserallee 58 p 1-2 schön möbl. Zimmer an berufstätige Dame zu vermieten. (01991 Goetbestr. 68 p. Großes, freundl. Zimmer gut möbl. l Herr.- Schreibt^Chaise- longue),zuverm. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. oioso Gut möbl. Zimmer m. voll. Pens., a. ohne,sof.zuverm. Zu erfr. in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. oiooe sucht noch einige branchekundige Damen zum Besuch von Privatkundschaft zwecks Vorführung und Verkauf ihrer hochwertigen Qualitätserzeugnisse nach Maß. Geboten wird: Hohe Provision u. Svesenzuschuß. Damen, die Wert auf gute Bedienung der Kundschaft legen und Dauerstellung suchen, w.schriftl. Angebote u. 2795D a. d. G.A. emr. Empfehlungen] leichlhaoplallen „Heraklilh' liefert prompt und billigst H.GIalthaar&SohD Telefon 3144 Frankfurt. Str. 19 Mtthlstrafle 18. Vornehm / Geschmackvoll/ Persönlich / Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache oietet ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren Billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 WWll Samstags, 3 bis 5 Uhr, ges. 2848D Werner, Blockstraße 7. Zum sofortigen Eintritt tüchtiges hpMiM gesucht. (2847D Plockstr. 11 III. Ordentliches Tagesmädclien gesucht, das in der Hausarbeit etwas erfahr, ist. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 01990 Zuverläss., brav. Alleinmädchen, d. gut koch., back. u.alleHausarbeit verriclit.kann,w. n.Wiesbaden f. e. Etagenhaush, b. mit. Lohn u. gut. Behandlung ge Alt.25-33F.Off m.Bildu.Zeugn AbschrFrauKäst- ner,Taunusstr.4 4 Zimm.-Wolin. m.Zentralheizg., Rad(Südv.),sof. od.svät.zuoerm. Schr. Ang. unt. 2771Da.d.G.A. 3-Zimm.- Wohnung mit Bad, schöne, freie Lage (Neubau),evtl.m.Garage zum 1.6. zu vermiet. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz.280i D Am Mittwoch, dem 6. 7Nai 1936, 15 Uhr, findet im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 6, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Lud- wigstraße, Ludwigsplatz, Alter Friedhof und der | Mietgesuche"! Seb. 6-7-Zim.-Wohng. kpl.Badez.,Zen- talheiz u.warme Wasservers. mit all. Zub. u. Gar- tenant. in schön., ruh. Lage, sowie Nähe d. Bahnb. z. l.Juliod. früh, z. mieten gesucht Ausf.Ang.m.Pr. an Paul Eim, Posener Str. 3. 3-4-Zimni.-Wohng. oonDauermieter (4 erm. Person.) zum 1. 7. 36 zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 01993a. d.G.A. 3-4:Zimin'-Wohng. sucht ält. kinderl. Ehep. (Beamt.) für sofort oder später. Schr. Ang. unt. 01997 a.d.G.A. Eins. Dame sucht 3-4-ZJohnung in ruhig. Hause. Schr. Ang. unt. 2831 Da. d.G.A. Gebrauchter weißer Küchenschrank nnd 2 Stühle zu verkaufen (2824D Ludwigstraße62 Biedermeie rsoia schön^ alt. Stück, aus Privatbesitz zu verk. - Desgl. Schreibmaschine kl. Underwood, in best. Zustand. Zu erfr. (2305 D Televbon 4134. Gut erh., mod. KIntzelWgen zu verk. [01992 Kaiserallee 3411 (Vorderhaus) ginöeiroaoen gut erh., zu verk. MüllsliWen zukauf.ges.[v2004 JmGartfeld8lr. ' Itnn ohne Risiko regelmäßig u. Dkl Zeigend verdienen will, dem errichten wir eine gewerbsmäßige „ 2804V Veviviebsfielle für unsren bek. Bremer Röstkaffee, Tee und Kakao. Schreiben Sie an Bremer Kaileehandel Flolhmeier 4 Gells Bremen, Stavendamm 7. )er Alleinverkauf unserer Markenerzeugnisse Schönes, sonnig. Tovvel - Schlafzimmer od. eins. Zimm.m.Pens., auch Kochgele- genh., sof. z.vm. Schr. Ang. unt. 2843Da.d.G.A. 2 Zimmer m. Kochgelegenheit, zu vermiet. Schr. Ang. unt. 2850D a.d.G.A. Laden mit 2 Schaufenstern, inmitten d. Stadt, z. 1.7. 36 billig zu verrniet. Schr. Ang. unt. 2803D a.d.G.A. Lager, Büroräume Dammstt . 35-37 zu verm. 9iäher. A. Becker, Kevlerstraße 9. Tel.38<>4 ihuD I a. Zustand, bitt, zu verkauf. 02014 Balser, Dammstraße 8. Bliithner Konzert-Flügel, sehr gut erhalten, billig zu verkauf. Anzusehen vormittags (01988 Stevbanstr. 27 I Reich eingelegte Truhe,groß.Oel- gemälde (Landschaft), Brandkiste zu verkauf. Schr. Ang. unt. 01985 a.d.G.A. Kleiderschrank, 2tür.,Eiche,35 NußbüwUBettst. m.Sprungr.15 und verschiedene Klaviernoten zu verk. Adresse zu erfr. i. d. Geschst. d.G.A.Anzus.v. 10-17 Uhr. 01986 1 Staubsauger, Gleichstr., f. neu, 1 Nadio, Telef., Gleichstr., f. neu, 1 Gasbackofen, gut erhalten, iKinderfahrrad wegzugsh. preis- wertz.verk.(02005 Babnhofstr.l6lV fiammerjöger vertilgt jedes Ungeziefer. [02013 Schomber, Gießen, jetzt Kirchstraße 20. Sachverständig. i.Ge- richtsangelegenh | Verschiedenes! 600 Meter Garten- Land im Alten Feld zu verpachten 2854D Näheres: Bismarckstr. 14. Gutes -Klavier aus Privathaus für d. Sommermonate zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt. 2855Da.d.G.A. Aelt. Beamtin, auch Beamtenwitwe oder Beamter findet bei alleinsteh. Dame in schön. Privathaushalt gute Unterkunft u. voll gut. Pens. Schr. Ang. unt. 2842Da.d.G.A. Mündlich können Sieesnurvanigen sagen, schrifllich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allan Heute abend, 20.30 Uhr, KameFadschaits- abend im [2813D Hessischen Hof. stflöiiöeoiet Gießen 2rioD Sonntag, 3.Mai, 19—21.30 Uhr, außer Abonnem. Preise von 0,50 bis 3,- RM. Zum letztenmal! Tiefland Oper von Eugen d'Albert. Musikal. Leitung Paul Walter. Spielleitung Paul Wrede. DienSt., 5. Mai, 20 bis 22.30 Uhr, Erstaufführung „Fn Luv und Lee die Liebe', Mittwoch,6.Mar 19.30 bis 22 Uhr, Schwarze Husaren , Freitag, 8. Mar, 20 bis 23 Uhr, Erstaufführung Der Apotheker und Susannes Geheimnis Samstag,9.Mai, 20 bis 22.30 Uhr, zum letztenmal! Die unvollkommene Ehe (D. B.) , ^onntag,10.Mai 11.15-12.151161, letzte Morgenfeier 19 bis 21.30 Uhr, zum letztenmal! Schwarze Husaren Alleinstehende I ält. Dame sucht ! 2-Zimmer-WoliDg. für 1. Juni evtl. auch später. Scbr. Ang. unt. 01995 a.d.G.A. Berufstät.Dame sucht einbettiges Zimmer v. Samstag auf Sonntag, ungef. zweimal i. Mon. in gutem Hause. Sehr. Ang. unt. 2856D a.d.G.A. Möbl. Zimmer m.2Betten,mögl. Stadtmitte, sof. f. 8 Wochen ges. Schr. Ang. unt. 01983 a. d.G.A. Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift «ondern nur Zeugnisabschriften vem Be- werbungsfchretben beilegen 1 — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müllen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite >Jia» men und Anschrist der Bewerber» tragen l Tüchtig. VerkäiLer(iiiiieii) f. Lebensmittel- Schlag. z. Priv. u. Gesch. Verk. ges. Hoh. Verd. Komm.-Lag. w. übergeb. [2794V Keim & Fung, Langen (Hessen) Drogerie sucht Lehrling mit guter Schulbildung. Schr. Ang. unt. 2828Da.d.G.A. Aeltere, unabhängige Frau oder Mädchen ■ für kleinen Haus- : halt sof. gesucht, i Schr. Ang. unt. t 01982a.d.G.A. .1 4. ytung, jxeige 4 unu o unu uuiucic ; Seitenreihe........• . - Rach Ueberweisung auf Postscheckkonto _ am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen er- zu verk. [2844D Cbrist.Stellerll Lich, Unterstadt 11. Vogelsberger Rind hochträchtig, zu verkaufen. 01998 Hattenrod, Licher Straße 19 Boxer billig zu verkauf. Legler, Hessen- straße 20 (02009 4X7- Zimmerhaus Universitätsnähe erbteilungsh. zu verkaufen. 2839D Näh. A. Becker, Keplerstraße 9. Gelegenheits löafe in Zugmaschinen, Bulldoggs und Anhängewagen zu günstigen Bedingungen bei Karl Mager, Darmstadt, Mühlstrahe64 ¥2 Tel. 4966 [01947 Horex-Motorräder Vertreter: avesD Karl Faber, Gießen Mühlstraße 22 Telefon 3096 Vermietungen lioctzltatter-Tapeten Fächgesctiaff IW WM V BRANDPLÄTZ ...und zum Bauen Aberm an n Nr. 102 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 2. Mai 1936 W -V d. - 4 >< M K>; v, V.v' v H yv-v :< ihm als Arbeiter den Segen der Arbeit aufs neue vermittelte, der ihm als Bauer fein tägliches Brot zurückgab und ihm als Soldat die Waffe schmiedete, die Reich, Volk und Nation beschützt. In diesem Sinne grüßen wir ihn. Er ist unsere Hoffnung und unsere Zuversicht. Vor ihm und uns liegt seine große deutsche Aufgabe, der wir alle hingegeben sind. Wir werden sie meistern, weil er uns mit Kraft und Willen dazu erfüllte. Eine neue Zeit hat angefangen, die Sonne ist wieder aufgegangen über Deutschland!" Die Feierstunde klang aus mit Carl Maria von Webers „Jubelouvertüre", gespielt unter Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe, und dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen. Marxistische Maifeiern tm Ausland. Berlin, 2. Mai. (DNB. Funkspr.) Aus verschiedenen Städten des Auslandes sind Meldungen über Veranstaltungen und Kundgebungen am 1. Mai eingelaufen. Aus Warschau wird berichtet, da^ die Umzüge der marxistischen Gewerkschaften in Polen, von kleineren Zwischenfällen abgesehen, ruhig verlaufen sind. Fast durchweg wurde die Streikparole von der Arbeiterschaft befolgt. Einzelne Autodroschken, die sich in Warschau nicht am Streik beteiligt hatten, wurden von Demonstranten umgestürzt. In Buenos Aires, wo fast vollständige Verkehrsruhe herrschte, veranstalteten die Marxisten einen großen Umzug, in dem Lenin- und Stalin- bilder mitgeführt wurden. In der Provinz Buenos Aires überfielen Banditen einen Personenzug und steckten ihn in Brand. Man nimmt an, daß es sich um ein anarchistisches Attentat handelt. — In Montevideo und Asuncion verliefen die Maifeiern in Ruhe Der Staatspräsident von Paraguay, Oberst Franco, erklärte in einer Rede, daß seine Regierung nicht kommunistisch sei. Es handele sich um eine nationale Regierung, die „exotische Thesen" ablehne. Befürchtungen bezüglich bolschewistischer Einmischung seien unbegründet. Kapital und Industrie sollen nicht vernichtet, jedoch verstaatlicht werden. In Lille kam es während der Kundgebungen zu Zwischensällen. Etwa 50 Kommunisten schlugen sämtliche Schaufensterscheiben eines Geschäfts ein. Eine andere Gruppe verhinderte die Abfahrt von Autobussen einer Privatgesellschaft. Versuche, dem Personal eines großen Kaufhauses die Arbeitsaufnahme unmöglich zu machen, scheiterten. Die Lieferung von Gas und Elektrizität wurde nicht gestört. Dagegen konnten in dem ganzen Gebiet von Lille- Roubaix-Tourcoing die öffentlichen Verkehrsmittel nicht in Betrieb genommen werden, da die Angestellten nicht arbeiteten. Marxistische Haufen machten einen Umzug zum Rathaus, wo der Bürgermeister eine Rede hielt. In Spanien ist es an verschiedenen Orten zu Ausschreitungen gekommen. In Mairena del Al- cor wurde der Ortsgeistliche aus seiner Wohnung herausgeholt und zur Teilnahme an dem roten Umzug gezwungen. Die Marxisten verlangten ferner von ihm die Herausgabe der Kirchenschlüssel, belegten daraufhin das Gotteshaus „feierlich" mit Beschlag und verwandelten es in eine proletarische K a m p f st ä t t e. In der Provinz Sevilla nahmen 16 Familien eigenmächtig eine Reihe von Bauernhöfen in Besitz, um sie auf eigene Rechnung $u bewirtschaften. In Cuenca wurde das Parteibüro der katholischen Volksaktion von einer Horde Marxisten überfallen: diese vernichteten sämtliche Unterlagen für die Landtagswahlen, schleppten die Möbel auf die Straße und zündeten sie an. In Gandia wurde die Kirche g e st ü r m t und auf dem Turm eine rote Fahne gehißt. In Cullera schleppte der Marxistsnmob Die Pariser Morgenblätter bringen ausführliche Berichte, meist auch mit Lichtbildern, über den Verlauf des l.Mai in Berlin und in Deutschland. Die Rede des Führers wird in langen Auszügen wiedergegeben. Eigene Stellungnahmen finden sich jedoch fast nicht. Das „Q u o t i d i e n" ist das einzige Blatt, das auf die Ausführungen des Führers im Lustgarten eingeht. Das Blatt schreibt, daß eine offene Aussprache zwischen Frankreich und Deutschland zu gegebener Zeit vielleicht ein Unglück verhüten könnte. Wenn es sich um das Leben von Millionen handle, so fragt das Blatt weiter, bestehe da nicht g e - radezu die Pflicht zu einer solchen Aussprache? Habe man nicht die Pflicht, die Gelegenheit zu einer Aussprache wahrzunehmen, statt sich gegenseitig anzuklagen? Welch schreckliche Verantwortung laste auf allen denen, die das Mißverständnis zu einer unüberbrückbaren Kluft machten. Die meisten norditalienischen'Blätter geben ausführliche Schilderungen von der Feier des 1. Mai in Deutschland und veröffentlichen die wichtigsten Stellen aus den Reden des Führers. Der „(Sortiere della Sera" hebt hervor, daß Hitler den sämtliche Heiligenbilder und Statuen auf die Straße und verbrannte sie unter dem Beifall der Menge. In Titulcia gab es bei einem Kampf zwischen politischen Gegnern mehrere Verletzte. Italienischer Durchbruch an der Güdfront. Graziani meldet schwere Niederlage des Dedschas Nasibu. Rom, 30. April. (DNB.) Der Heeresbericht Marschall Badoglis besagt u. a.: „Die gewaltige Verteidigungslinie von Sassabaneh und B u l l a l e, die, von belgischen und türkischen Ofsizieren entworfen und erbaut, von den abessinischen Truppen des Dedschas N a s s i b u hartnäckig und tapfer verteidigt wurde, ist von den Truppen des Generals Graziani im Sturm genommen worden. Sassabaneh und Bullale wurden besetzt. Die Armee des Dedschas Nassibu flutet auf dem Karawanenweg nach Dschidschiga zurück. Die Vortrupps unserer drei Abteilungen haben gemeinsam D a g a b u r besetzt. Die Verfolgung dauert trotz der ständig ungünstigen Wetter- Verhältnisse und des Steigens der Flüsse an. Der Gegner hat mehr als 5000 Mann verloren. Unsere Verluste betragen vom 14. bis zum 30. April: 50 Offiziere sowie 1800 Mannschaften. Nie Beisetzung König Fuads. Kairo, 30. April. (DNB.) Am Donnerstagvormittag wurden die sterblichen Ueberreste des Königs Fuad unter größter Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Unmittelbar hinter dem Sarge chritten die Vertreter des Thronfolgers, Prinz Mohamed Als und Ministerpräsident Ali Mäher Pascha. Es folgten die Prinzen des königlichen Hauses und die Kabinettsmitglieder, die Sonderbotschafter von Deutschland, Italien, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Belgien und der Türkei sowie der britische Oberkommissar in Aegypten. Zwei Stunden dauerte es, bis der Sarg die Rifai- Moschee erreichte. Auf dem weiten Wege begleitete eine unübersehbare Menschenmenge mit lauten Totenklagen den König, wie es Landessitte ist. Alle Fenster, Dächer und Balkone der Häuser, an denen der Trauerzug vorbeiging, waren dicht besetzt. Die Straßen säumten Militär und Polizei. König Faruk ist am Donnerstag von London nach Aegypten abgereist. Als Vertreter des Königs von England hatte sich auf dem Bahnhof ein Bruder, der Herzog von Kent, eingefunden. Auch der englische Außenminister war zugegen, um persönlich von dem jungen König Abschied zu nehmen. In Dover bildete eine Ehrenwache des Hoch- länder-Regiments Spalier. Der König begab sich an Bord des französischen Dampfers „Cote d'Azur", der bis Calais von zwei englischen Zerstörern begleitet wird. Das Staatsvetteidigungsgeseh in praa. P r a g, 30. April. (DNB.) Das Abgeordnetenhaus hat die Novelle zum Republikschutzgesetz (Spionagegesetz) und das Gesetz über die Staatsoertei- digung verabschiedet. Für die Gesetze stimmte die ganze Koalition und von den Oppositionsparteien die Slowakische Volkspartei, die Nationale Vereinigung, die Faschisten und die deutschen Christlich-Sozialen, für einen Teil des Staatsverteidigungsgesetzes, soweit es Maßnahmen während eines, Krieges betrifft, auch die Sudetendeutsche Partei. Die Vertreter der ungarischen Christlich-Sozialen, die ungarische Nationalpartei und die Zipser Deutschen waren nicht erschienen. Leider sind die Bemühigungen der Sudetendeutschen, dem Gesetz die Giftzähne auszubrechen, erfolglos geblieben. Damit hat sich das Parlament einfach über die Stellungnahme seiner stärksten Partei hinweggesetzt. Es war bemerkenswert, daß der Verteidigungsminister Machnik, der das Gesetz sogar als dringlich (?) bezeichnete, feststellte, daß der Völkerbund zur Verhinderung von Angriffskriegen unfähig ist. So recht der Minister damit hat, so ergibt sich doch die Frage, gegen welchen angeblichen kriegerischen Gegner die Tschechoslowakei plötzlich ein so dringliches Sondergesetz durchpeitschen muß — nachdem sie sich, getreu dem Vorbild Frankreichs und auf dessen Geheiß, mit dem Bolschewismus verbündet und sogar seine militärischen Vertreter ins Land geholt hat. Der Minister teilte mit, die ersten Maßnahmen würden in den Grenzgebieten getroffen werden — die Notleidenden werden also wieder einmal in erster Linie die Sudetendeutschen sein. Diese forderten in ihren Anträgen Maßnahmen zur Verhinderung noch größerer Arbeitslosigkeit im sudetendeutschen Hungergebiet, falls etwa sogenannte lebenswichtige Betriebe aus den Grenzgebieten ins Innere verlegt werden sollten: das Gesetz bietet jede Möglichkeit, weitere deutschsprachige Arbeiter brotlos zu machen. Weiter forderten sie Kerkerstrafen für Mißbrauch des Gesetzes mit dem Ziel der Entnationalisierung der Minderheiten, Schutz der verfassungsmäßigen Rechte aller Staatsbürger bei Durchführung des Gesetzes und einen befonberen Ueberwachungsaus- jchuß. Friedenswillen des deutschen Volkes erneut bekräftigt habe. Die Turiner „Stampa" stellt Hitlers Protest gegen die Verleumdung Deutschlands in den Voroergrund ihrer Betrachtungen. In Schlagzeilen-Ueberschrift stellt die „Gazzetta del Popolo" fest, daß der Führer erklärt habe, keine „Aktion" gegen Oesterreich zu unternehmen. Die Londoner Morgenblätter berichten ausführlich über die Festlichkeiten am Nationalfeiertag des deutschen Volkes. Große Beachtung wird der Rede des Führers im Lustgarten gewidmet. Besonders werden die Ausführungen des Führers hervorgehoben, in denen er die Behauptungen von einem bevorstehenden deutschen Angriff auf Oesterreich oder die Tschechoslowakei Lügen straft. „Daily Telegraph schreibt, Hitler bestätigte von neuem den Wunsch Deutschlands nach Frieden und betonte, daß Deutschland keine Einmischung des Auslandes in seine inneren Angelegenheiten dulden werde. Seine Fahrt nach dem Lustgarten habe einem Triumphzuge geglichen. „News Chro- nicle" hebt hervor, daß der Führer sein Friedensangebot verteidigt und die internationale Kriegs- clique angegriffen habe. Das Miseverkehrsabkommen mit der Schweiz gekündigt. Berlin, 30. April. (DNB.) In den letzten Wochen sind in Bern zwischen Vertretern der deutschen Regierung und des Schweizerischen Bundesrates Verhandlungen geführt worden, die ein doppeltes Ziel verfolgen. Einmal sollten die Schwierigkeiten beseitigt werden, die in den vergangenen Monaten bei der Durchführung des Reise- verkehrsabkommens entstanden waren. Ferner sollte eine Grundlage für eine umfassende Neuregelung des gesamten Waren- und Zahlungsverkehrs mit der Schweiz einschließlich des Reiseverkehrs gefunden werden. Diese Bemühungen haben leider bisher zu keinem Erfolg geführt. Infolgedessen hat sich die deutsche Regierung veranlaßt gesehen, das Reiseverkehrsabkommen zum 30. Juni 1936 zu kündigen. Sie hat hierbei zum Ausdruck gebracht, daß die Kündigung nur vorsorglich erfolgt, und hat dem Schweizerischen Bundesrat vorgeschlagen, die Zwischenzeit bis zum 30. Juni zu Verhandlungen zu benutzen, um vom 1. Juli 1936 ab den gesamten Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz, also den Warenverkehr, den Kapitalverkehr und den Reiseverkehr, neu zu regeln. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an Botschafter von Ribbentrop zur Vollendung seines 4 3. Lebensjahres folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Lieber Herr von Ribbentrop! Zu Ihrem heutigen Geburtstag nehmen Sie meine aufrichtigsten Glückwünsche entgegen. In herzlicher Freundschaft Ihr Adolf Hitler." ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing den Pressechef der chinesischen Nationalregierung, Herrn Gesandten Dr. Tang L e a n g • 1 i, der ihm im Auftrag des zur Zeit in Bad-Nauheim weilenden früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wang Ching-wei dessen Lichtbild sowie ein kostbares Gemälde eines zeitgenössischen chinesischen Künstlers überreichte. * Der Führer und Reichskanzler empfing den italienischen Landwirtschaftsminister Rossont in einer halbstündigen Unterredung, nachdem der Minister vorher den Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, den Reichsleiter Rosenberg und den Ministerpräsidenten Generaloberst Göring aufgesucht hatte. Anschließend legte Minister Rosioni in Anwesenheit einer Abordnung des Berliner Fascio am Reichsehrenmal einen Lorbeerkranz mit den italienischen Farben nieder. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat den Generalforstmeister Dr. von Keuüell zum Staatssekretär ernannt. Staatssekretär von Keudell wird in den Dienstgeschäften des Reichs- forftamtes die seither als ständiger Stellvertreter des Reichsforstmeisters geführte amtliche Bezeichnung „G e n e r a l f o r st m e i st e r" weiter führen. ♦ Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP, gibt bekannt: Angesichts auftretender Fragen teile ich mit, daß es n u r eine einzige Stelle für deutsche Vorgeschichte gibt und zwar die Abteilung Vorgeschichte in meiner Dienststelle, Leiter: Hauptstellenleiter Professor Dr. Hans R e i n e r t h. * Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, spricht am Montag, 4. Mai, in der Zeit von 19.40 Uhr bis 20 Uhr über alle deutschen Sender zum Dankopfer der Nation. ♦ Zwei Grazer Mittelschüler wurden, weil sie am Geburtstag des deutschen Reichskanzlers angeblich nicht in ihrer Allteigskleidung zum Unterricht erschienen waren, von ihrer Anstalt ausgeschlossen. In Danzig ist die für den Reiseverkehr geltende Freigrenze von 20 auf 50 Gulden erhöht worden. Im Hinblick darauf, daß die Währungslage der Freien Stadt Danzig sich im Laufe der letzten Monate günstig entwickelt hat. Buntes Allerlei. Was der Taucher erlebt. Der erste Abstieg eines Tauchers ist ein merkwürdiges Erlebnis, das uns der englische Taucher Jack H e m i n g anschaulich schildert. „Mit den schwer belasteten Füßen im Wasser", schreibt er, „sinkt man rasch, und im ersten Augenblick hat man das sichere Gefühl, daß dieser Abstieg zu schnell vor sich geht, und zu nichts Gutem fuhren kann. Aber wenn man sich mit der Hand an der letzten Sprosse der Leiter hinabläßt, dann hat man plötzlich die Tragkraft der luftgefüllten Taucherrüstung und gewinnt wieder Vertrauen. Man vergewissert sich, daß alles an dem Luftschlauch und der Signalleine in Ordnung ist. Man tastet in seinem Gürtel nach dem Messer und den anderen Werkzeugen, die man bei sich führt, und bann läßt man sich getrost sinken. Zunächst geht alles gut und glatt. Doch je mehr das Licht des Tages verblaßt und die Dämmerung einen umdrängt, je stärker das unheimliche Gefühl vollkommener Einsamkeit auftritt, desto unsicherer fühlt man sich, ohne noch die körperlichen Veränderungen wahrzunehmen. Wenn man sich zu rasch herabfallen läßt, fühlt man vlötzlich den schweren Druck und muß die Geschwindigkeit wieder verringern. Ist man schließlich glücklich auf dem Meeresboden angelangt, dann fühlt man sich eine Minute ober auch länger ganz hilflos, als ob man bas Gewicht bes Universums allein tragen müßte. Aber diese lähmende Schwere weicht, und plötzlich empfindet man, wie sich die Muskeln den außergewöhnlichen Forderungen angepaßt haben, wie der Körper seine Bewegungsfreiheit wiedererlangt und nun geht man, wenn auch zunächst langsam, an die Arbeit. Das Licht von oben ist je nach der geographischen Lage sehr verschieden. An manchen Orten des Ostens bringt bas Tageslicht so hell herein, baß ber Taucher auch noch in ber größten Tiefe sehen kann. Aber in ben norbischen Gewässern herrscht eine unsichere und unheimliche Dämmerung. Im allgemeinen fyot der Taucher hier wenig zu fürchten, besonders in den nördlichen Breiten, wenn der Luftschlauch und die Sianalleine in Ordnung sind, aber in den östlichen Meeren fehlt es nicht an aufregenden Abenteuern, von denen uns Taucher unter Wasser berichtet haben. Einer fühlte sich plötzlich umhüllt von einer dicken gallertartigen Meeralae, die seinen Telephondraht abriß und seinen Luftschlauch zusammenpreßte. Er konnte sich erst nach einem furchtbaren, fast halbstündigen Kampf mit feinem Messer befreien, als er schon fast völlig erschöpft war. Als er die schaurige Masse von seinem Kopf weggescbnitten hatte, schloß sich die Alge an der verwundeten Stelle sofort wieder zusammen. Häufiger werden Taucher von Tintenfischen angegriffen. Ein solches Untier preßte einen riesigen Fangarm um den Taucher, bevor er noch die Gefahr wfannt hatte, so daß er seine Signalleine verlor. Er befreite sich mit dem Messer, wäre aber beinahe noch einmal von dem Untier gepackt worden, als er die Leine wiederzuerlangen suchte. Die größte Gefahr für den Taucher bilden wohl die Haifische; sie sind imstande, blitzschnell mit ihren scharfen Zähnen Telephondvaht, Luftschlauch und Signalleine zu zerstören und ben Mann in ben Meerestiefen in eine furchtbare Lage zu bringen.* „Da« Schiff der Hochzeitsreisenden.-' Während ber neue englische Luxusbampfer ber Cunarb-White-Star-Linie, bie „Queen March" für seine erste große Reise über ben Atlantik ausgestattet wirb, füllen sich bie Listen, in denen sich die Reisenden frühzeitig Plätze sichern. Ueberraschenderweise finden sich unter diesen Reiselustigen viele junae Ehepaare, die auf ben Gebauten verfallen sind, ihre Hochzeitsreise auf ber „Queen Mary" zu machen; Tag um Tag finben sich neue Eheleute ein, so baß jetzt schon ber neue Dampfer ben Namen „Das Schiff ber Hochzeitsreisenben" trägt. Allerbings müssen die jungen Ehepaare recht wohlhabenb sein, wenn sie sich eine solch teuere Reise gestatten können, bafür werben sie sich aber rühmen können, an einem großen Ereignis ber englischen Schiffahrt teilgehabt zu haben, womöglich an einem Kampf um bas Blaue Banb bes Ozeans. Oie neue Michsautobahn- Sroßtankstelle in Betrieb. Vettere Tankstellen In Frankfurt, Mannheim und Heidelberg geplant. Lpd. Frankfurt a. M., 1. Mai. Am Nationa- len Feiertag des deutschen Volkes wurde die e r st e deutsche Reichsautobahn - Großtankstelle an der Zubringerstraße bei Darmstadt dem Betrieb übergeben. Sie ist insofern von besonderer Bedeutung, als sie aus drei Richtungen kreuzungsfrei erreicht werden kann und somit gleichzeitig Gefahren für den Autofahrer ausschließt. Wie Direktor P ü ck e l von ber Obersten Bauleitung bei ber Abnahme ber Tankstelle erklärte, ist hier eine große Versuchstankstelle entstauben, bie wertvolle Erfahrungen liefern wirb beim Bau ber in Zukunft entstehenben Stellen in allen Teilen Deutschlcmbs. In ben inneren unb äußeren ringförmigen Tankstraßen können zu gleicher Zeit sechs Kraftfahrzeuge, sogar Lastzüge, aufgestellt unb be- bient werben. Sechs Zapfstellen, bie an brei Großtanks angeschlossen stnb, werben elektrisch betrieben unb sichern so gleichzeitig schnellste Abfertigung ber Kunben. Eine leichte Kontrolle burch ben Kunben ist burch ein Ziffernblatt gegeben, an bem zwei Zeiger bie entnommene Menge anzeigen. Im Tankhaus selbst ermöglicht eine kleine Werkstatt sofortige Reparaturen, während neben einem Aufenthaltsraum für ben Tankwärter demnächst ein Erfrischungsraum für den Kunden eingerichtet wird. Auck eine öffentliche Fernsprechstelle ist vorhanden. Waschräume und Toiletten für Damen und Herren, sowie ein kleiner Sanitätsraum mit Ruhebett vervollständigen bie Anlage. So ist mit ber Schaffung blefer Tankstelle bem Autofahrer eine weitere Möglichkeit gegeben, ohne unnützen Aufenthalt feinen schnellen und sicheren Weg auf den Straßen des Führers fortzusetzen. Im übrigen ist geplant, auch an der Ein- bzw. Ausfahrt von Mannheim unb Heibelberg, sowie an der Umgehungsstraße bei Frankfurt je eine Autobahntankstelle einzurichten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. Dortelweil. Bezüglich der an Sie auszuzahlenden 200 Mark können Sie einen Zahlungsbefehl gegen die Kinder Ihres Schwagers, vertreten durch Ihren Vater als gesetzlicher Vertreter, nehmen. Ihr Schwager kann die 6 Morgen Land nicht verkaufen, da sie im Eigentum einer ungeteilten Erbengemeinschaft stehen. Sie können daher in Vollmacht Ihrer Frau als Miterbin bei Gericht Antrag auf Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft stellen. Die Bestellung eines Rechtsbeistandes ist angesichts der Einfachheit der vorzunehmenden Rechtshandlungen nicht notwendig. Sie müssen lediglich bet Stellung des Antrages auf Erbauseinandersetzung durch Vorlage eines Erbscheins die Erbeneigen- schäft Ihrer Frau nachweisen. Den Erbschein erhält Ihre Frau auf Antrag und nach Vorlegung der notwendigen Unterlagen bei dem für den Wohnort Ihres verstorbenen Schwiegervaters zuständigen Amtsgerichts. einfache Rechnu ein für allemal die Schuhe putzt man mit Erdal 1fr. 102 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)______________Samstag, 2.Mi 1956 Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes in Gießen WU - - / V - 'N in der Anstatt zum 1. Mi ab ner der SS. und die Formationen der HI., etwa von 11 Uhr ab zu den Sammelplätzen um der Alle schaffenden Volksgenossen in unserer Stadt waren in eindrucksvoller Einmütigkeit auf Oswaldsgarten versammelt. — (Aufnahmen [6]: Photo-Pfaff.) kampfteilnehmer: Kurt Pflüger (Fachgruppe Druck), Ernst Becker (Fachgruppe Bekleidung), Otto B e p p l e r (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel), Emma Külbach (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel), Annemarie Stefens (Fachgruppe Gesundheitswesen), sämtlich aus Gie- ßen; weiterhin Paul Lehmann aus Hungen (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel) und Elisabeth Schlüter aus Grünberg (Fachgruppe Hausgehilfinnen). Im Anschluß an die Kundgevung marschierten die Gruppen singend und spielend durch die Stadt. Der Barsch der Betriebe. Bei schönem Sonnenschein versammelten sich etwa von 10.30 Uhr ab die Belegschaften der Betriebe und der Behörden an den Stätten ihrer Arbeit, ferner die Ehrenstürme der SA., die Män- geschmückt, an Hauseingängen und Geschäftshausfronten junge Tannenbäumchen und Maienzweige ausgestellt, ferner in zahlreichen Schaufenstern schöner Schmuck angebracht, der in sinnvoller Weise auf die Größe dieses Feiertages der Ehrung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters hinwies. Auch die öffentlichen Gebäude waren neben den Fahnen mit frischem Grün geschmückt, die Lokomotiven der Reichsbahn fuhren, geschmückt mit Fähnchen und grünen Zweigen, ihren Schienenweg entlang, unsere städtische Straßenbahn trug Flaggen- und Girlandenschmuck, auch die großen Kraftomnibusse der Reichspost zeigten sich mit festlichem Grünschmuck. Kurzum: überall, wohin man blickte, selbst auf nüchternen, mit Arbeitsmaterialien beladenen Baustellen konnte man ein schönes Bild der festlich-frohen Ausschmückung sehen, das der Bedeutung des Festes würdig war. Dazu kamen die frohgestimmten Menschen, die mit ganzem Herzen bei dem Sinn dieser Feier unserer Volksgemeinschaft dabei waren. In schöner Weise wurde die Vorfeier am Donnerstagabend eingeleitet mit dem in unserer Stadt nunmehr schon traditionell gewordenen Maien- b lasen, das bekanntlich vor einigen Jahren auf Anregung von Amtsgerichtsrat Gros nach dem Vorbild unserer Nachbarstadt Alsfeld auch hier zu einer freudig begrüßten und seitdem immer mehr in unserer Gießener Bevölkerung vertieften Einrichtung geworden ist. Die Darbietungen des Bläserchors vom Turm der Johanneskirche aus bereitete den Zuhörern eine schöne Freude und verdienen alle Anerkennung. (Nebenbei bemerkt sei in diesem Zusammenhänge darauf hingewiesen, daß das heutige Maienblasen um 19 Uhr vom Turm der Stadtkirche aus stattfinden wird.) r?troa von 20 Uhr ab war unser Gießener B D M. auf dem Plan, um den 1. Mai zu begrüßen. Die Mädels sangen in mehreren Gruppen in verschiedenen Bezirken der Stadt und marschierten im Anschluß daran unter dem Gesang schöner Lieder zum Abschluß ihres M a i s i n g e n s nach Oswaldsgarten. Hier hatten sich mittlerweile zahlreiche Manner und Frauen eingefunden, denen die nunmehr zur Einheit zusammengefaßten Gruppen des BDM mit ihren schönen Liedern eine Freude bereiteten. Etwa gegen 22 Uhr fanden die anerkennenswerten gesanglichen Darbietungen der Mädels ihren Abschluß. Der Morgen des 1. Mai ungetrübte Freude. Von Donnerstagnachmittag wurden in allen Straßen in überreicher Fülle die Fahnen gehißt, die Häuser vielfach mit Girlanden beiden Marschgruppen abzurücken. Die Marschgruppe I stand von der Ecke Gartenstraße aus über den Hitlerwall und die angrenzenden Seitenstraßen, die Marschgruppe II stand mit der Spitze Ecke Lud- wigstraße-Bleichstraße, dann durch die Ludwigstraße und in den angrenzenden Straßen. Beim Anmarsch der Betriebe zu den Sammelplätzen hörte man vielfach frohen Marschgesang, an manchen Stellen auch die Trommler- und Pfeiferkorps, überall sah man frohgestimmte Gesichter, auf denen sich die Freude der Menschen über diesen Feiertag widerspiegelte. Der Aufmarsch ging überall flott vor sich, so daß pünktlich um 11.30 Uhr der Marsch durch die Stadt angetreten werden konnte. Oie Marschgruppe unter Führung des Kreiswalters der Deutschen Arbeitsfront Hermann Wagner marschierte vom Hitlerwall aus über den Hindenburgwall, durch die Goethestraße, den Seltersweg entlang bis zur Ecke Kreuzplatz, durch die Kaplansgasse, die Bahnhofstraße und die Neustadt zum Oswaldsgarten. Viele Männer und Frauen, die sich zu beiden Seiten der Bürgersteige aufgestellt hatten, bekundeten den marschierenden Kolonnen ihre herzliche Sympathie. An der Spitze der Marschgruppe marschierten nach dem Marschgruppenleiter, DAF.-Kreiswalter Wagner, der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116, die durch ihre schneidige Musik wiederum sehr erfreuten. Dann folgten die Fahnen der SA., geleitet von dem Sturm 5/116 als Ehrensturm. Anschließend sah man die Motor-SA. mit ihren Standern, ihnen folgten die Gießener Werkscharen in ihren flotten Uniformen. Dann schlossen sich zahlreiche Betriebe aller Berufsarten an, in denen alles vom ersten bis zum letzten Arbeitskameraden der einzelnen Betriebe in flottem Tempo und zum Teil beim Gesang von Marschliedern einherschritt. Eine neue Abteilung der Marschgruppe wurde von der HI. unter Führung des Bannführers Schreiber eröffnet. Der Spielmannszug der HI. machte die schneidige Marschmusik, dann folgten hinter ihrem Bannführer die Fahnen der HI. und als Ehrengeleit eine Gefolgschaft der Marine-HI. und der HI. in der schönen und schnittigen Uniform. Ihnen schlossen sich wiederum viele Betriebe an, die zum Teil hübsche Marschbilder zeigten und durch flotten Gesang von Marsch- und Volksliedern ihrer Freude über den Tag Ausdruck gaben. Dabei mischten sich in den Gesang der Männer vielfach auch die frischen und hellen Stimmen der Frauen und Mädchen, zum Teil konnte man sogar geschlossene Mädchen-Sängerinnenchöre hören, die unermüdlich ihre schönen Volkslieder zur Freude aller Zuhörer sangen. Ferner sah man verschiedene geschmückte Wagen, in denen anscheinend Kriegsopfer im Zuge gefahren wurden, auch konnte man geschmückte Fahrzeuge sehen, die das hohe Lied der Arbeit verkündeten. * Die Marschgru"pe II. Die Marschgruppe II marschierte unter Führung des Ortsgruppenleiters Hermann Thomas durch die Bleichstraße über den Hindenburg- und den Horst-Wessel-Wall zum Oswaldsgarten. Auch in dieser Gruppe bot sich manches schöne und interessante Bild. Ein Jungvolk- Spielmannszug mit Trommeln, Pfeifen, Pauken und Fanfaren marschierte voraus, und jeder einzelne der strammen Pimpfe war sichtlich stolz auf die ehrenvolle Aufgabe, die ihm der 1. Mai brachte. Dem Spielmannszug unmittelbar folgten die Fahnengruppen der Partei, die Fahnen der Arbeitsfront, der Marine-SA. und viele andere mehr. Ferner marschierten hier die Politischen Leiter, der Arbeitsdienst, die Marine- SA., das Jungvolk und die Polizei. Den Zuschauern, die die Straßen säumten, bot sich ein schönes und abwechselungsreiches Bild. Verschiedene Innungen führten ihre Fahnen mit, außerdem auch charakteristische Berufsinsignien. Einzelne Innungen erschienen in der Berufskleidung. Die Metzger, Friseure und die Konditoren und die Bäcker hatten reines Weiß angetan, Schuhmacher und Möbeltransporteure hatten ihre blauen Schürzen um. Die Schuhmacher führten außerdem ihre schöne alte Jnnungslade mit sich. Verschiedene Textilfirmen hatten ihre weiblichen Angestellten mit einheitlicher Kleidung ausstaffiert und erreichten damit ein schönes, geschlossenes Bild. Auch vier Wäschermädel marschierten in ihrer lustigen Tracht mit Einen großen Teil des Zuges stellten die Universität und die Kliniken. Hinter der Fahne der Ludo- oiciana marschierte eine Ehrenabteilung des Nationalsozialistischen Studentenbundes in der einfachen braunen Kluft. Dem Rektor, dem Dozentenschaftsführer und den Dekanen der Fakultäten folgten Professoren und Studenten in großer Zahl. Die Angehörigen der verschiedenen Institute nahmen vollzählig teil. Die Kliniken waren ebenfalls mit allem im Dienste für einige Stunden abkömmlichen Personal dabei. Schließlich folgten in vielen Reihen die Beamten der verschiedenen Behörden. Inmitten des Festzuges fiel allgemein auch der Wagen auf, der dem Dankopfer der Nation gewidmet war und eine wirkungsvolle Werbung, wie auch einen mahnenden Aufruf zur Sprache dar- stellte. Der Wagen war durch den SA.-Sturm Der gestrige 1. Mai zeigte sich in seiner Wetter- Äusmachung würdig der großen Feier, die das ganze deutsche Volk in schönster Gemeinschaft vereinigte. Mit dem Abschied des April wurden wir erfreulicherweise auch das miserabele Wetter los das uns in den letzten Wochen mit hartnäckiger Konsequenz beschert war, denn am Donnerstag, als dem Vorabend des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes zeigte sich der Frühling mit lachendem Sonnenschein und angenehmer Luft von der besten Seite. Unter diesen Umständen bereitete Gießen Maienblasen vom Turm der Johanneskirche. 12/116 gestellt worden. Auf dem Wagen war ein großes Buch aufgelegt. Ein entsprechend großer Bleistift war auch zur Hand. Der Aufmarsch aus Oswaldsgarten vollzog sich dank der vortrefflichen Organisation in rascher, reibungsloser Weise. Eine riesige Menschenmenge hatte sich auf dem Platze und auf den angrenzenden Straßen vereinigt, um dort die lieber» tragung der großen Feier in Berlin zu hören. Vor dem Fahnenaufbau waren mit den Politischen Leitern die offiziellen Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen mit ihren Fahnen aufmarschiert. Von der Wehrmacht unserer Garnison war das Offizierkorps mit Generalleutnant Oßwald an der Spitze erschienen, ferner eine Ehrenkompanie unter dem Kommando ihres Chefs, Hauptmann Stumpf, außerdem einige weitere Formationen der Wehrmacht. Die Uebertragung von Berlin, die durch die gute Lautsprecheranlage einwandfrei zu hören war, folgte alles mit großer Spannung. Voll freudiger Begeisterung stimmte die riesige Versammlung am Schlüsse der Führerrede in die Huldigung des Führers auf unser deutsches Volk und Vaterland ein, ebenso in das unmittelbar anschließend ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis. Nach der Kundgebung rückten die Formationen geschloffen nach ihren Standquartieren ab, während sich die Gruppen der Betriebe auf dem Platze auflösten. Die Ehrenkompanie der Wehrmacht unter dem Befehl von Hauptmann Stumpf rückte mit einem schneidigen Vorbeimarsch im Paradeschritt vor Generalleutnant Oßwald ab. Der Ausklang des Tages. Die Nachmittags- und die Abendstunden vereinigten die Betriebsgemeinschaften in den verschiedensten Lokalen der Stadt zu kameradschaftlichen Feiern, bei denen der Geist der Volks- und Be- triebsgemeinscbaft das Leitmotiv und zugleich das tragende Fundament war. Es kann natürlich über wurde zum ersten Male in unserer Stadt mit feierlichem G l o ck e n g e l ä u t e von den Türmen unserer evangelischen Kirchen emgeleitet. Bald daraus begann das W e ck e n durch die Hitl e r = 3 u g e nb und das Jungvolk, das bei Wetter vor sich ging. Die Jugend zog mit frohem Gesang oder unter Dorantritt ihrer Spiettnann^zuge durch die Straßen und versammelte sich anschließend zu der ^uqendkundgebungaufOswaldögarten Dort marschierten die Formationen in mehreren Säulen gegliedert vor dem großen Fahnenaufbau aui Die'Kundgebung stand unter der Leitung von Binnführer Schreiber, außerdem waren noch Vertreter der Partei und eine ganze Anzahl -Volksgenossen erschienen. Die gute Lautsprecheranlage ermöglichte die klare Uebertragung der Ansprachen. Nach der Uebertragung von Berlin und den abschließend gemeinsam gesungenen Liedern nahm der Leiter des Amtes für Berufserziehung der DllF. in Gießen, Pg. M e r t h e s , die Ehrung der Sie - gerimReichsberufswettkamp f vor. Von den 2500 im Kreise Gießen beteiligten Wettkämpfern Haden 129 aus dem Kreise und 29 aus der Stadt Gießen Auszeichnungen erhalten. Muller Öen 29 Siegern der Stadt Gießen konnte Herr Merthes noch den'7 Gaubesten des Kreises Gießen eine Ehrenurkunde überreichen. Es sind dies folgende Wett- Hitler-Jugend mit ihrem Spielmannszug marschierte in der Gruppe I. Die Metzger nahmen in ihrer schmucken weißen Berufskleidung teil. - WM. 2 . ..... W' Baubelegschaften mit ihrem Festwagen in breiten Kolonnen unterwegs. Die Schuhmacher mit ihrer aus dem Mittelalter stammenden Zunftlade. Einzelheiten aller dieser Feiern nicht berichtet werden, da das viel zu weit führen würde, wir können aber die erfreuliche Tatsache berichten, daß nach unserer bisherigen Kenntnis der Vorgänge die Feiern allenthalben einen vortrefflichen und stimmungsvollen Verlauf genommen haben. Ehrung durch den Gauleiter. Gauleiter Sprenger nahm im Rahmen der Feier in Frankfurt die Ehrung der Reichs- oerufswettkampfsieger vor. Der Gauleiter führte u. a. aus: Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, dem Tage, an dem das oeutsche Volk vor aller Welt seine Einigkeit und Zusammengehörigkeit unter Beweis stellt, habe ich zunächst die Verpflichtung, die Sieger im Reichsberufswettkampf des Gaues Hessen-Nassau zu begrüben. Ich beglückwünsche die Jungen und Mädel, die aus diesem Wettkampf als Sieger im Reich heroorgegangen sind, zu ihren wundervollen Leistungen, die sie vollbracht haben. Ihr Sieg soll und muß ihnen A n - sporn fein, in den künftigen Jahren der Fortentwicklung ihres Könnens eine gesteigerte Leistung zu vollbringen. Dieser Sieg muß aber auch allen andern ein Ansporn sein, beim nächsten Reichsberufswettkampf unter den Siegern zu weilen. Allen Volksgenossen aber soll der Reichsberufswett- kampf vor Augen führen, daß wir den Platz, der uns gebührt, nur dann erringen, wenn jeder versucht, das Beste zu leisten im Dienst am deutschen Volk. Wir erreichen dieses Ziel, wenn wir alle dem Führer nach folgen. Hierauf wurden die Reichssieger, sieben Jungen und zwei Mädel, dem' Gauleiter durch den Stabsleiter des Gebiets, Oberbannführer Brandt, vor- geftellt und zwar: Hans Sander, Offenbach, Banklehrling (als Reichsbester des Gaues in Berlin als Gast des Führers); Hermann Geißler, Frankfurt a. M., Tapezierer; Richard Adam, Offenbach, Feintäschner; Robert Alban, Offenbach, Modellzeichner in Schuhfabrik; Heini Stuck, Frankfurt a. M., Gerber; Paul Eckert, Neuenschmitten, Steingutmaler; Josef Steier, Frankfurt a. M., Koch; Elfriede Müller, Wiesbaden-Biebrich, Blumenbinderin; Emilie Gutmann, Wiesbaden-Biebrich, Verkäuferin. Der Gauleiter reichte jedem der Sieger bealück- wünschend die Hand und ließ ihnen eine Ehrenurkunde überreichen. Dabei gab er feiner Freude Ausdruck, daß gerade die Gruppe Leder, die im Gau Hessen-Nassau eine so bedeutende Stellung einnimmt, so stark vertreten ist. Der Gauleiter lud dann die Jungen und Mädchen ein, nach der Kundgebung seine Gäste zu sein. Aus der Provinzialhauptstadt. „D mai, du edler moien!* Sonderbarererweise hat neben den anderen üblichen Bezeichnungen noch niemand dem „güldnen Monatskönig Mai" den Namen „Dichtermonat" gegeben. Uno das ist besagter „Wonnemond" doch gewiß, wie außer unserem Ueberschristsvers aus dem Jahre 1594, außer dem gesamten erhaltenen deutschen Schrifttum seit den ersten ritterlichen und klösterlichen Sängern, vor allem die neuzeitliche Dichtung beweist. Christan von Hamle singt 1210: „Der Maie kommt mit Schalle, die Vöglein fingen alle; von mancher Farbe reich ist die Heide wonnegleich." „Wonne" ist das althochdeutsche Wort „wunni" d. i. „Wiese" oder „Weide". Im Mai schickt man nicht nur das Vieh auf die Weide, sondern auch das Herz geht auf die „Weide", wie man ja noch heute von „Augenweide" spricht. Es ist also fast noch hübscher als vom „Wonnemond" vom „Weidemonat" zu sprechen; und durch die Sprachreinigung, die Karl der Große vornahm, erhielt der lateinische „majus" ja tatsächlich den Namen „wunnimanoth". Daß diese gesegneten Wochen außer Lebensfreude auch Lebensnahrung schaffen, sagt Friedrich von Logau — um 1640: „Dieser Monat ist ein Kuß, den der Himmel gibt der Erde, daß sie jetzund seine Braut, künftig eine Mutter werde." Der Bauer zumal empfindet als Pfleger der Scholle die große Bedeutung, die ein normaler Verlauf des Maien haben muß, und auch er findet — außer den sattsam bekannten Reimen — viele poetische Mairegeln. Im allgemeinen herrscht die meteorologisch anerkannte Meinung in jenen Bauernsprüchen, die besagen, daß ein überwarmer Mai schwere Rückschläge für die Reifezeit befürchten läßt. Es gilt also fast überall: „Abendtau und kühl im Mai bringt viel Wein und gutes Heu." In anderer Form heißt es: „Kühler Mai — viel Heu und Streu", oder „Kühler Mai bringt vielerlei". In Sachsen reimt man „Mai- rnond kalt und windig, macht die Scheuer voll und pfündig." Aber „Maienfrost den Blüten und Früchten das Leben koft't." Gewiß ist's alljährlich, daß sich Mamertus (11. Mai) nochmal „die Pantoffeln vorholt"; und friert er noch nicht an den Füßen, so tut es gewiß einer seiner Nachfolger bis zur „kalten Sophie" (15. Mai). Dennoch geht das Wachstum inzwischen rüstig voran; ja besagter „Sophie wächst der Flachs bis ans Knie", wenn alles gut geht. So gern man den Mairegen hat, der nicht nur Gras und Korn, sondern auch die Kinder wachsen läßt, so will man ihn an einigen Tagen nicht sehen: „Pankraz (12.5.) und Urban (25.5.) ohne Regen bringen dem Weine großen Segen"; auch sagt man — und Urban ist ja der Weinheilige! — „Wie Urban das Wetter hat, so findet's in der Lese statt." Aber auch in Gegenden, wo man sich nicht viel „mit Wein beschäftigt" sagt man: „Wie St. Urban sich verhält, so ist das Heuwetter bestellt", oder „Wenn's am Utbantage regnet, verliert jede Aehre ein Korn." Sonst aber kann man gute, nacht allzu grobe Güsse vertragen: „Mairegen up de Soaten, denn regnet bat Dukaten." Die „Maifeuchten", Tau und Regen, haben ja auch sonst ihren Wert; so macht z. B. der erste Tau zum Monatsbeginn die Menschen gesund und schön. In einem Volksliede überliefert Uhland uns solchen Brauch: „Mit dem Tau der Maienglocken wäscht die Jungfrau ihr Gesicht, badet sie die goldnen Locken." Ja, der Mai hat geheime Kräfte und er soll sogar die Herzen griesgrämiger Leute bezaubern können! Dornotizen. Tageskalender für Samstag. NSLB., Kreis Gießen, Mädchenerziehuna, technische Fächer: 15 Uhr in der Mädchenberufsschule Vorträge. — Gloria - Palast, Seltersweg: „Der müde Theodor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung". — Oberhefsiscker Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstieael (Dresden). — 19 Uhr Maienblasen vom Turm Der Stadtkirche. — Artillerie-Verein Gießen: 20.30 Uhr Kameradschaftsahend im „Hessischen Hof". Tageskalender für Sonnlag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der müde Theodor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung". — Heimatvereinigung Schiffenberg: 16 Uhr Hauptversammlung und Familienzusammenkunft aus dem Schiffenberg. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 10.30 Uhr Zusammenkunft vor der Waldkaserne und Empfang der Kameraden aus Friedberg und Bad-Nauheim. Der Theaterspielplan vom 3. bis 10. Mai. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 3. Mai, von 19—21.30 Uhr zum letzten Mal die Over „Tiefland" von Eugen dÄlbert, Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 5. Mai, von 20—22.30 Uhr Erstaufführung des Matrosenstückes „In Luv und Lee die Liebe , Lustspiel von Friedrich Lindemann. Spielleitung: Kurt ßüpfe. 29. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 6. Mai, von 19.30—22 Uhr die Operette „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. 29. Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 8. Mai, Erstaufführung der Oper „Der Apotheker", Komische Oper von Joseph Haydn. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede; hierauf „Susannes Geheimnis", Oper in 1. Akt von Eram- no Wolf-Ferrari. Musikalische Leitung: Paul W a l- t e r. Spielleitung: Paul Wrede. Dauer von 20 bis 23 Uhr. 29. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Samstag, 9. Mai, von 20—22.30 Uhr zum letzten Mal als Vorstellung der Deutschen Bühne die Luftspieloperette „Die unvollkommene Ehe", musikalisches Lustspiel von A. Nehring. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul Wrede. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. — Sonntag, 10. Mai, von 11.30 bis 12.30 Uhr 5. (letzte) Morgenoeranstaltung. Abschieds- konzert des Städtischen Orchesters. Werke von Johann Strauß. Leitung: Paul Walter. Für Stammabonnenten ist der Eintritt frei! Von 19 bis 21.30 Uhr außer Abonnement die letzte Operet- tenvorstellung der Spielzeit: „Schwarze Husaren", Operette, (nach einem Lustspiel von Leo Lenz) von W. W. Goetze, Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. Die heimatvereinigung „Schiffenberg" hält am Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg ihre Hauptversammlung ab. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft statt. (Siehe Anzeige vom Donnerstag.) Ratsherren-Sihung. Oberbürgermeister Ritter hat die Ratsherren unserer Stadt auf kommenden Mittwoch, 6. Mai, 15 Uhr, zu einer Sitzung in das Stadthaus, Bergstraße, ringelnden. Auf der Tagesordnung steht zunächst eine Straßen- und Baufluchtlinien-Aenderung zwischen Schiffenberger Weg und Heegstrauchweg, sodann werden sich die Ratsherren mit der Haushaltssatzung für 1936 und mit der Erhebung einer Filial- und Warenhaussteuer für das Rechnungsjahr 1936 beschäftigen. Die öcuifdie Arbeitsfront ' n.9.=6cmeinrdiaft „firaft öurdi frcubc" Unsere nächste Radwanderung wird am Sonntag, 3. Mai, durchgeführt. Die Wanderung führt zunächst nach Butzbach, über Münzenberg und Kloster Arnsburg nach Lich. Die Abfahrt erfolgt um 7.30 Uhr am Katholischen Vereinshaus. Führung Wanderwart N e b e. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Anmeldungen für die Heidelbergfahrt am 10. Mai werden noch bis zum 6. Mai auf der Kreis- dienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Der Fahrpreis beträgt 4,20 RM. mit Schloßbesichti- gung. Für die Wanderlustigen ist eine Wanderung in das Neckartal vorgesehen. Sportamt »Kraft durch Freude". Tenniskurse. Die Stunden für die Tenniskurse liegen: Montags von 18 —19 und von 19 — 20 Uhr, Dienstags „ 18 —19 „ „ 19 — 20 Uhr, Sonntags „ 8— 9 „ „ 9 —10 Uhr. Die Kosten für den 6ftünbigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF. 4,80 RM., für Nichtmitglieder 6,— RM. Lehrer, Schläger, Bälle, Platzmiete, Balljungengebühr ist im Preis mit einbegriffen. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenftrahe 18, entgegen. Reiten. Für die Reitkurfe Montags und Mittwochs abends find noch einige Plätze frei. Die Kosten betragener Mitglieder der DAF. 6,— RM., für Nichtmitglieder 9,— RM. (6 Stunden). Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenftraße 18. Für die Kurse Fechten, Schach, Rollschuhlaufen, Kindergymnastik werden ebenfalls noch Anmeldungen angenommen. Für die Kurse Schwimmen, Fröhliche Gymnastik und Allgemeine Körperschule ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Gießener wochenmarktpreise * Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 , Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Ganse- eier 30, Enteneier 9 bis 11, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 80 Pf. bis 1 Mk., Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 5 Pf., 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 25 bis 50 Pf., Zwetfchenhonig 40 bis 45, Nüsse 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, alte 20 bis 25, neue, das Bündel 30 bis 40, Radieschen, das Bündel 12 bis 15 Pf. Zirkus Althoff in Gießen. Schon seit einigen Tagen fallen an verschiedenen Stellen unserer Stadt die großen Reklametafeln auf, die der Zirkus Althoff aufstellen ließ. Die Reklamekolonnen haben darüber hinaus gute Vorarbeit geleistet, denn auch in vielen Schaufenstern prangen die bunten Plakate, die ja in ihrer Art unverkennbar sind. Zirkus Althoff, der den Ruf hat, Deutschlands ältester Zirkus zu fein, ist auch in Gießen kein Unbekannter. Nach großen Gast- spielerfolgen in London, Paris, Brüssel, Warschau und Köln kommt Zirkus Althoff mit seinem gesamten Material und seinem ungekürzten Programm nach Gießen. Dor allem besitzt Zirkus Althoff ein ausgezeichnetes Tiermaterial. Große Elefantendref-- furen, Löwendressur und Artisten besten Rufs sind die Hauptstützen des Programms. (Auf die heutige Anzeige fei hingewiesen.) Mit „Kraft durch Freude" zum Zirkus Althoff. Die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat mit der Direktion des Riefenrenn- bahn-Zirkus Althoff ein Abkommen getroffen, wonach die Mitglieder der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" und aller angefchloffener Formationen ab 2. Platz an aufwärts nur halbe Preise zahlen. Zu diesem Zwecke werden Ermäßigungs- karten herausgegeben, die kostenlos bei den Geschäftsstellen und den Orts- und Betriebswarten der K. d. F. zu haben sind. Evtl, fehlende Karten werden gegen Ausweis auch im Büro des Zirkus, Wagen 5, ausgegeben. Diese Ermäßigungskarten müssen zusammen mit Programm am Eingang und an den Kassen vorgezeigt werden. ** Evangelisch-kirchliche Personalien. Ernannt wurde der Pfarrverwalter Hans Vogel zu Spachbrücken, Dekanat Groß-Umstadt, zum Pfarrer dieser Pfarrei mit Wirkung vom 1. Mai 1936 ab. — Bestätigt wurde die von den Kirchenpatronen, den Sämtlichen Riedesel, Freiherren zu Eisenbach, Erbmarschalle zu Hessen vorgelegte Präsentation des Pfarrers Hermann D o tz e r t zu Lau- • terbach — 2. Pfarrei — zürn Pfarrer der 1. Pfarrei Lauterbach, Dekanat Lauterbach, mit Wirkung vom 16. April 1936 ab. ** Sitzung des Provinzialausschus- f e s. Am Montag, 4. Mai, vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialaus- fchuffes statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Otto Damm in Beuern gegen den Beschluß Des Kreisamtes Gießen vom 5. Oktober 1934 wegen Entziehung des Führerscheins für Kraftfahrzeuge; hier: Berufung gegen Das Urteil Des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 14. Dezember 1934. — Dienststrafverfahren gegen den Schutzmann Adolf Pfeifer in Vilbel. ** Wiederfehensfeier des Ref.-Jnf.- R e g t s. 116 in Friedberg. Am 23. und 24. Mai findet in Friedberg eine Wiederfehensfeier des Ref.» Jnfanterie-Regiments 116 statt. Die diesjährige Wiederfehensfeier foll in größerem Rahmen ftatt» finden. Aus diesem Grunde wurde der ehemalige Standort Friedberg als Festort gewählt, da viele Kameraden ihre Garnison einmal Wiedersehen wollen. ** Vieh markt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindoieh-(Nutzvieh-)Markt statt. WWMWWWMWWM. CL i. ■ i. ■ i i ! Gesunde Haut MMtzeWWWl jRoman von Marlise Köttlng. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Aber zwischen Dem, was Benedikte „leben" nannte, jenem aus Der Zukunft verheißungsvoll herüberlachenden Wunfchtraum und ihrem jetzigen Dasein tat sich ein Wirbel von Arbeit und Unruhe auf. Sie war ja noch Geschäftsangestellte und mußte bis zum Tag ihres Ausscheidens ihre Pflichten genau so erfüllen wie vorher. Dazu aber kamen noch hunderttausend Dinge. Da war zunächst einmal die Annahmeerklärung Der Erbschaft vor Gericht. Das gab Laufereien unD Zeitverlust. Der Personalchef gewährte mit unzu- frieDenem Gesicht Den erbetenen Urlaub. BeneDikte hatte wichtige Familiendinge als Segrünbung angegeben. Den wahren Grund mochte sie nicht sagen. Es war lächerlich, und sie ärgerte sich über sich selbst. Aber es beherrschte sie nun einmal ein kleiner Aberglaube. Ehe sie nicht alle Formalitäten ganz in Ordnung hatte, wagte sie nicht, an eine Aenderung ihres Daseins zu glauben. Und wenn sie so zwischen Haus, Geschäft und Gericht hin- und herhetzte, erschien es ihr wirklich ganz unmöglich, daß sie in wenigen Wochen dies alles hinter sich haben sollte. Nicht mehr jeden Morgen eilen müssen in das große Geschäftshaus mit feiner bereits am Mittag verbrauchten Luft, seinem künstlichen Licht auch am Hellen Tage, seinem unaufhörlichen Summen, seinen Menschen, seinem ewigen Hin und Her? Sie sollte nicht mehr vom Autobus zur Elektrischen hasten brauchen, um- tost von dem Lärm der Weltstadt? Sie sollte da irgendwo sein, in der Stille, wo nur Meer und Wind sprachen? Wo das Auge nicht ermüdete von immer neuen und wechselnden Bildern? Dort, wo man ausruhen konnte, in der großen Einsamkeit und Weite? Unfaßbar! Endlich war es so weit. Sie hielt alle notwendi- gen Dokumente in ihrer Hand. Es war ein regnerischer Vorfrühlingstag, als sie aus dem Amtsgericht herauskam. Der Wind fuhr in böigen Stößen um Die Ecke. Ein kleines KinD, an Der HanD feiner Mutter, stemmte sich mit feinem ganzen Körperchen gegen dies Wehen. Der Hut eines Dicken Herrn flog vom Kopf unD rollte vergnügt über Das Straßenpflaster. „Dieser verdammte Wind!", der Herr eilte mit bösem Gesicht seinem Hute nach, „wozu Wind überhaupt erfunden ist?" Benedikte hatte auch zu tun, um ihr Käppchen auf Den Haaren zu behalten. Der Wind zerrte an ihren Kleidern. Aber es war herrlich. Mitleidig lächelnd schaute sie dem wütenden Mann dort nach. Wozu Wind erfunden war? Ja, hier in Der Großstadt war er wohl unbequem. Aber draußen — daußen —, sie schloß Die Augen, atmete tief, — Draußen war Winb herrlich, war Stärke und Freude, Kampf und Leben! Jetzt erst kam ihr so ganz zum Bewußtsein, wie unnatürlich sie hier zu leben gezwungen gewesen war. Sie hätte laut jubeln mögen, und sie lief mit so strahlendem Gesicht die Straße entlang, daß manch einer sie erstaunt anschaute und je nach Temperament mitlächelte oder noch verdrossener wurde. Benedikte sah auf die Uhr: O weh, die zwei Stunden Urlaub waren schon überschritten! Der Personalchef würde schön brummen. Aber was kümmerte sie jetzt die schlechte Laune des Personalchefs? Was ging sie dies alles noch an? „Frei, frei, bald bist Du frei!" Es war wie eine MeloDie in ihr. Im Summen Der Elektrischen, im Klingeln Des Fahrers, im Hupen Der Autos schien es wiederzutönen. Eigentlich lustig, Daß selbst diese verhaßten Lärmgeräusche so schön und fröhlich fein konnten, wenn man selber fröhlich war. Nun betrat sie Das Geschäftshaus. Sie durcheilte die Korridore. Eine Kollegin kam ihr entgegen: „Sie kommen ja fo spät! Der Personalchef ist schon wütend." Benedikte lachte sorglos. Die Kollegin starrte sie entgeistert an: „Nanu, Sie scheinen sich ja nichts daraus zu machen? Freilich, wer immer fo pünktlich war wie Sie! Aber darauf darf man sich auch nicht ver- laffen. Wenn Ditzer schlechte Laune hat, ist ihm alles egal." „Mir auch!" Benedikte nickte der Kollegin übermütig zu und ging weiter. Die sah ihr völlig fassungslos nach. Was war nur mit Benedikte Zedlitz? Die war doch sonst geradezu ängstlich darauf bedacht, auch nicht den geringsten Anlaß zum, Tadeln zu geben. Und jetzt ließ sie sich alle naselang Urlaub erteilen. Dabei schien sie noch ganz gleichgültig, wenn der Urlaub überschritten war. Na, sie würde schon noch vernünfttg werden, die gute Benedikte, wenn sie erst der „Alte" anhauchte. Der Personalchef, Herr Ditzer, begegnete Benedikte gerade, wie sie vom Umkleideraum aus in ihre Abteilung gehen wollte. Wie eine gereizte Bulldogge fuhr er auf sie los: „Jetzt kommen Sie, Fräulein Zedlitz? Habe ich Ihnen bis zwölf Urlaub gegeben oder bis dreiviertel eins?" „Entschuldigen Sie, meine —" „Kommen Sie mir bloß nicht mit den ollen Kamellen! Erzählen Sie mir nur nicht, Ihre Uhr ginge falsch! Ich sage Ihnen, ich verfüge über ein wohlassortiertes Lager von Entschuldigungen — ich kenne sie alle. Wenn ich Ihnen Urlaub gebe, haben Sie auf den Punkt hier zu sein, auf — den — Punkt —", seine Stimme kippte, „und wenn Sie das nicht wollen, bann können Sie ja zum nächsten Kündigungstermin gehen —" Die letzte Silbe Des Wortes erstarb in Herrn Ditzers Munde. Ehe er noch hatte ausreden können, warf Benedikte mit dem liebenswürdigsten Lächeln von der Welt geschickt ein: „Bielen Dank, Herr Ditzer, ich nehme die Kündigung an." „Was — was sagen Sie?" Herr Ditzer lief noch röter an. Das war ia wohl doch nicht möglich. Jetzt, in dieser Zeit, Da jeder Mensch froh war, in einer einigermaßen bezahlten Arbeitsstelle sicher zu sitzen, kam diese Benedikte Zedlltz und sagte fo mir nichts, dir nichts: Ich nehme Ihre Kündigung an! Dabei hat er es doch gar nicht fo ernst gemeint. Er kannte alle feine Angestellten sehr genau. Die Zedlitz war eine der Tüchtigsten und Zuverlässig- ften. Wenn sie jetzt auf einmal außer Der Zeit Urlaub verlangte und noch dazu unpünktlich war — Herr Ditzer hatte da fo feine eigenen Gedanken — vielleicht steckte ein Mann dahinter — was sollte dann erst mit den weniger zuverlässigen Mädeln werben. Aber es hätte ihm leid getan um Benedikte Zedlitz. Er schätzte sie, ja er hatte sie gern. Sv lange sie unten die Kasse verwaltete, mar noch nicht ein einziger Fehler vorgekommen. Andere Kassiererinnen verrechneten sich einmal, da gab es bann schließlich die Ausgleichskasse, um derartige Fehler, aus Ermüdung ober Nervosität geboren, wieber in Ordnung zu bringen. Bei Benedikte Zedlitz jedoch sttmmte stets alles bis auf den letzten Pfennig. Selbst dem größten Ansturm Der Käufer war sie jederzeit gewachsen gewesen. Er dachte gar nicht Daran, sie fo einfach davongehen zu lasten. Aber strenges Regiment mußte sein. Wo kam man denn hin, wenn man jede Unpünktlichkeit so einfach hinnehmen wollte? „Mir scheint, Fräulein Zedlitz, Sie sind im Augenblick etwas aufgeregt", sagte er und bemühte sich zu lächeln. „Ich nehme Ihre Worte nicht zur Kenntnis. „Ich bitte durchaus, sie zur Kenntnis zu nehmen, Herr Ditzer." Benediktes Gesicht behielt das entwaffnende Lächeln. „Ich hätte sowieso gekündigt. Ich danke Ihnen, daß <5ie mir zuvorgekommen sind." „Aber wieso, warum, weshalb?" fragte Herr Ditzer. Sein Bullbvggengesicht sah jetzt geradezu bekümmert aus. „Sie wissen, Fräulein Zedlitz, die Personalleitung schätzt Sie. Haben Sie irgendwelche Gründe? Man könnte doch darüber sprechen--" Benedikte Zedlitz tat Herr Ditzer jetzt beinahe leid. Er war im Grunde doch ein guter Kerl, trotz feiner Poltrigkeit. In kleinen Dingen oft launisch, war er doch gerecht und mitfühlend, wenn es um ernsthafte Schwierigkeiten Der Angestellten ging. „Ich habe nicht den geringsten Grund, mich über irgend etwas zu beschweren, Herr Ditzer. Nur, ich gebe meinen Beruf auf, Herr Ditzer. Ich gehe aufs Land." „Aufs Land? Ja, was wollen Sie Denn da beginnen? Wollen Sie ein Geschäft ausimachen? Das würde ich mir doch sehr überlegen, Fräulein Zedlitz. Es ist heutzutage nicht einfach, etwas anzufangen, besonders für eine Frau. Die Spesen, die Steuern — nein, nein, dabei kann man Kopf und Kragen verlieren." (Fortsetzung folgt.) Deutsche Glaubensbewegung. _Die Ortsgemeinde Gießen der Deutschen Glaubensbewegung bittet uns um den Abdruck der nachstehenden Zeilen. D. Schriftl. „ Glaubensbewegung gibt folgende Entschlletzung bekannt, um über die letzten Vorgänge in dieser Bewegung Klarheit zu schaffen und damit den etwa entstandenen irrigen Ansichten entgegenzutreten. Die am 5. April 1936 in Berlin vollzählig versammelten oder rechtswirksam vertretenen Lands- gemeindeleiter der Deutschen Glaubensbewegung geben nach dem Rücktritt ihres bisherigen Leiters Professor Dr. Wilhelm Hauer, Tübingen, sowie dem Austritt seines Stellvertreters, des Grafen Ernst zu Reventlow-Potsdam, im Bewußtsein ihrer schweren Verantwortung vor Führer, Volk und Staat folgendes bekannt: 1. Das Ziel der Deutschen Glaubensbewegung ist die Ueberwindung der konfessionellen Zwietracht im deutschen Volksraum aus der Tiefe des mit jedem deutschen Menschen geborenen Gottglaubens. Die Quellen deutschen Glaubens sind die natürlichen Ordnungen, wie sie uns in Volk, Rasse, Heimat und in den großen Gestaltern deutschen Schicksals verpflichtend begegnen. Daraus ergibt sich die selbstverständliche Ablehnung aller Versuche, die Deutsche Glaubensbewegung in ihrer Zielsetzung zu einem konfessionellen Zusammenschluß, zu einer Sekte erstarren zu lassen und damit die konfessionellen Spannungen innerhalb des deutschen Volkes auf die Dauer zu erhöhen. 2. Dieses Ziel, das der V o l k w e r d u n g aller Deutschen bis in die Tiefe des Glaubens zu dienen bestimmt ist, kann aber nur erreicht werden, wenn sich die Arbeit der Deutschen Glaubensbewegung an demjenigen Grundwert ausrichtet, der zum erstenmal in der deutschen Geschichte für den vom Nationalsozialismus heraufgeführten Umbruch maßgebend war und bleiben wird. Dieser Grundwert ist aber nicht mehr, wie in einer vergangenen Epoche, der Einzelmensch, sondern dieser Grundwert ist das deutsche Volk, ist die lebendige, gott= gewollte und gottgefügte Gemeinschaft der Träger gleichen und artverwandten Blutes. Um die Erhaltung dieses Grundwertes, um seine Befreiung von jahrhundertealten geistigen und seelischen Fesseln geht heute der Kampf. Der Begriff des Glaubensschicksals darf daher unter keinen Umständen von dem des Dolksschicksals getrennt werden, wenn er nicht einen Rückfall in den Liberalismus und Individualismus einer vergangenen Epoche bedeuten soll. Unser Volksschicksal ist es, Deutsche zu sein, darum ist es unser aller Glaubensschicksal unseren Glauben, unsere Welt- und Gottschau aus der Tiefe deutscher Art zu schöpfen, wo sie ein göttlicher Wille angelegt hat. 3. Diese Zielsetzung und innere Ausrichtung der Arbeit schließt die bewußte und absichtliche Kränkung religiöser Gefühle christlicher Deutscher ebenso aus, wie sie den entschlossenen Kampf um die deutsche Seele, ihre Freiheit und Gottunmittelbarkeit gebietet. So richtet sich unser Streben niemals gegen den deutschen Volksgenossen christlicher Konfession, sondern gegen einen Konfession a l i s m u s , der deutsche Volksgenossen mit ihren tiefsten Kräften einer artfremden Wertung unterstellen will. 4. Aus dieser Zielsetzung ergibt sich unsere selbstverständliche und vorbehaltlose Treue zum Führer und zum Staat, die wir uns von niemand in Zweifel ziehen lassen. Wer versucht, unser Ringen u m die deutsche Volksgemeinschaft als einen Kampf gegen die Volksgemeinschaft zu deuten, der weiß nicht um jenes Lebensgesetz, wonach neues Leben immer mit Härten und Schmerzen verbunden ist. Wer gar in der „religiösen Ebene" ein „Gebiet für sich" sieht, das besonderen, außerhalb der Volksganzheit liegenden Gesetzen unterstehe, der spricht nicht die Sprache der Gegenwart und Zukunft, wohl aber die der Vergangenheit. 5. Aus dieser grundsätzlichen Auffassung über Ziel und innere Ausrichtung der Deutschen Glaubensbewegung ergibt fick für die künftige Gestal- tur>" der Leitung folgendes: Mit der Einordnung der von der Deutschen Glaubensbewegung zu leistenden Arbeit in das gesamte Geschehen ist die Bestellung eines einzelnen Leiters überflüssig geworden. Sie könnte vielmehr zu der Unterstellung führen, als wollte ich irgend jemand als „religiöser Führer", dem Führer und Kanzler zur Seite stellen. Wir kennen, wie das ganze Volk, nur einen Führer: den Führer und Kanzler des Dritten Reiches Adolf Hitler! Ihm und seinem Werk fühlen wir uns und unsere Arbeit allein verpflichtet. Die Leitung oer Deutschen Glaubensbewe^ mg wird daher gemäß dieser Grundhaltung in bie Hände von drei Kameraden gelegt. Diese sind: Wa>- ter von Lingelheim, Wilhelm H e ß .> e r g . Paul Orlow sky. Wirtschaft erma! Kirchliche Nachrichten jia erhöhen, nur Muag 91,50 (91,75). Leicht ermäßigt waren ferner Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof, Nordd. Lloyd, dagegen notierten Aschaffenburger Zellstoff, Feldmühle Papier und Zement Heidelberg etwas höher. Schwächer lagen Reichsbank mit 182,40 (184). Briefkasten der Redaktion. W. R. Auskünfte im Briefkasten können nur dann erteilt werden, wenn die Anfrage nicht anonym eingeschickt wird und dem Frageschreiben die laufende Bezugsquittung für den Gießener Anzeiger beiliegt. etwas fester. Mafchinenaktien konnten sich meist mäßi, '~ ’ 6. Mai. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 7. Mai. 20.30: Jugendbundftunde. Vaptistengemeinde. Gartenstraße 13. Sonntag, den 3. Mai. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, 7. Mai. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Tleuaposivlische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Samstag, 2. Mai. 20 Uhr: Gottesdienst.— Sonntag, den 3. Mai. 9.30: Gottesdienst. — Mittwoch, den 6. Mai. 20.30: Gottesdienst. Mittwoch, den 6. Mai. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 7. Mai. Gießen. Johanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde, katholische Gemeinden. Samstag, den 2. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 3. Mai. 3. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 5. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Mittwoch, den 6. Mai. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Freitag, den 8. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Oefsenttlcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Pelikan-Apotheke. bis 63 (59 bis 66), d) 42 bis 53 (50 bis 58). Hümmel b2) 47 bis 48 (47 bis 48), c) 42 bis 45 (42 bis 45). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 53 bis 56 (—). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe langsam, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftand 132 Schweine. Großmarkt für Fleisch undfürFett- waren. Beschickung: 1496 Viertel Rindfleisch, 166 ganze Kälber, 3 ganze Hämmel, 589 halbe Schweine, 7 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: Kuhfleisch a) 75, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren: roher Speck unter 7 cm 65 bis 70, Flomen 80. Marktverlauf: Schweinefleisch ruhig; Rind- und Kalbfleisch lebhaft. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Am Buttermarkt hat sich gegen die Vorwoche keine nennenswerte Veränderung ergeben. Die Anlieferungen der Molkereien blieben reichlich, auch stand etwas mehr als bisher holländische Butter zur Verfügung. Das Geschäft nahm einen flotten, aber durchaus normalen Verlauf, und jeglicher Bedarf konnte mühelos befriedigt werden. Die Qualität der Butter wird allgemein als zufriedenstellend bezeichnet. Es notierten in Reichsmark per 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125, holländische Butter 145 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Eine nennenswerte Steigerung der Zufuhr von deutschen Eiern war auch in dieser Woche nicht zu verzeichnen, die Anlieferungen zum Verteilerhandel blieben verhältnismäßig knapp. Diese Stellen führen weiterhin lebhafte Klage gegen den Schwarzhandel, da durch diesen dem Großhandel seine eigentliche Tätigkeit, nämlich die Verteilung an den Kleinhandel, nahezu genommen wird. Die Erzeugung hat sich weiter gehoben, die letzten Kaltwettereinbrüche haben augenscheinlich keinen nachteiligen Einfluß auf die Erzeugung genommen. Die Vorratsbildung für die Wintermonate geht in den Kühlhäusern weiter tatkräftig vor sich. Diese Maßnahme wirkt sich auf die derzeitigen Zufuhren naturgemäß etwas aus, ist aber für die künftige Marktversorgung unerläßlich. Ausländische Eier liegen zur Zeit nicht vor, nur ganz geringe Mengen Holländer, die aber schnell vergriffen waren. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Groß- handelsverkaufspreife an den Kleinhandel): deutsche Markeneier S 9% bis 10, A 83A bis 954, B 8n bis 9, C 7% bis 8%, D 1% bis 8. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Gemüse: Gutes Angebot von Kopfsalat, Radies, Rettich und Spinat. Spargelangebot langsam zunehmend. Ge- schäft zufriedenstellend, Preise für Zwiebeln und Spinat höher. Ausländisches Salatangebot knapper, Preise gestiegen, Verkauf flott. Ital. Frühkartoffeln und Erbsen genügend am Markt, Nachfrage gut. U. a. notierten: Erbsen, Körbchen ca 9 Kilogramm brutto 3,75 bis 4,30 ital., Gelberüben 5 bis 6, Gewürze! gr. Bdl. 30 bis 40, Salat-Gurken (Treibhaus) Stück je nach Größe 25 bis 50, Karotten 10 bis 12, gelbe Kartoffeln, 50 Kilogramm 3,90 bis 4,05, 14,00 bis 16,00 ital., Kohlrabi (Treibhaus) St. 18 bis 25, Kopfsalat (Treibhaus) St. 15 bis 20, Schlüpfer 25 bis 35, Lattich 25 bis 30, Holl Kopfsalat, Steige 30 St. 4,25 bis 5,00, Radies 4 bis 7, Rettich Bdl. 18 bis 60, Eiszapfen Bdl. 12 bis 15, Römifchkohl 8 bis 12, Rotkraut 16 bis 19, Sellerie je nach Größe 5 bis 25, Spargel I 0,80 bis 0,85, II 0,70 bis 0,75, III 0,50 bis 0,60, IV 0,30 bis 0,40, Spinat 5 bis 10, Weißkraut 14 bis 16, Zwiebeln 12 bis 13. Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot noch ausreichend; bessere Sorten sind jedoch nur schwach vertreten. Nachfrage gut, Preise unverändert. Apfelsinenangebot gut, Geschäft lebhaft. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 38, II 20 bis 26, III 15 bis 20, Roter Eifer 24 bis 30, Apfelsinen blond 15 bis 20 span., Blut 15 bis 20 span. Rhein-Mainische Börse. Fest. Frankfurt a. M., 30. April. Die Börse war am A k ti e n m a r k t in der Grundhaltung weiter fest, doch unterlagen die Kurse starken Schwankungen. Die vorbörslichen Kurst wurden nicht immer wieder erreicht, da die Kulisse, insbesondere zu den ersten Notierungen, einige Glattstellungen vornahm. Die Publikumskäufe hielten dagegen an, bevorzugt wurden Montanwerte und IG.-Farben. JG.- Farben fetzten zunächst mit unv. 169,25 ein, zogen dann bei sehr lebhaftem Geschäft auf 169,75 an und schwankten später zwischen 169,50 bis 170. Von Montanwerten Verein. Stahlwerke lebhaft mit 90,13, bis 90,75 (90,50), auch Mannesmann belebter mit 92,50 bis 93 (92,50), die übrigen Werte lagen recht still und nur wenig verändert. Elektroaktien notierten etwas uneinheitlich, schwächer waren Gessürel mit 138 bis 137,90 bis 138 (139), auch Siemens, RWE. und AEG. blieben nur knapp gehalten, dagegen lagen Licht und Kraft und Elektr. Lieferungen Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. Mai. Jubilate. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Fohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbefprechuna im Johannes- faal; Pfr. Anthes. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarraffiftent Weckerling; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarraffiftent Weckerling.— Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Wiefeck. 13: Gottesdienst (Kreisverbandstagung der Evangelischen Frauenyilfe); Kollekte. — Atten-Bufeck. 9.30: Beichte; Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls für die männliche Jugend. — Stein- 6ad). 10: Gottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Annerod. 9: Gottesdienst; 12 (mit fahrplanmäßigem Auto): Fahrt der Frauenhilfe zum Kreistreffen in Wiefeck. — Rödgen. 10.15: Gottesdienst; 12 (mit Eisenbahn): Fahrt der Frauenhilfe zum Kreistreffen in Wiefeck. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die Burschen; 13: Christenlehre. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst. — Klein-Linden. 9.30: Gottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Naumann; hl. Abendmahl; 13: Kindergottesdienft; 14: Stiftsdechant Kahn. — Wirberg. 10: Gottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten; Kollekte. — Veilsberg. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Pfarrassistent Metzler; anschließend hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst; Pfarrassistent Metzler; anschließend hl. Abendmahl für die Alten der Gemeinde. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Vellenhaufen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Haupt- gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre; 20.30: Gottesdienst zum Nationalfeiertag der Arbeit. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 3. Mai. 20.30 Uhr: Evangelisation. — Mittwoch, den Der Rentenmarkt hatte kein besonderes Geschäft, die Haltung war jedoch freundlich. Altbesitz noch etwas höher mit 133,40 (113,30), ferner Zinsoergütungsscheine 92,30 (92,25), dagegen gingen Reichsbahn-DA. auf 126,65 (126,90) zurück. Zertif. Dollar-Bonds, Schuldbuchforderungen und Kom- munal-Umschuldung lagen behauptet. Von fremden Werten 4 v. H. Ungarn Gold 8,85 (8,70). Im Verlaufe hatte das Geschäft am Aktienmarkt nur kleinen Umfang, da keine neuen Aufträge vorlagen und die Kulisse etwas Zurückhaltung zeigte. Die Grundstimmung blieb aber fest, und auch die Kurse wiesen eher noch nach oben. Von Elektroaktien RWE. lebhafter mit 131,25 nach 130,50, Reichsbank auf 183,50 nach 182,40 erholt. Die später notierten Werte lagen meist 0,50 bis 1 v. H. höher. Sehr fest Südd. Zucker mit 204 (199). Am variablen Rentenmarkt ergaben sich keine Veränderungen zum Anfang. Auch der Kassarentenmarkt wies nur geringe Abweichungen zu gestern auf, Liquidationspfandbriefe schwankten um 0,13 v. H. nach beiden Seiten. Stadtanleihen zumeist unverändert. Von Auslandswerten Schweiz. Bundesbahnen höher gesucht, 4prozentige zirka 216 bis 218 (214), 3Vrpro§entige zirka 200 bis 201 (199). Im Freiverkehr stiegen Wayß & Freytag auf 106,75 (105,25), Kali Wintershall auf 114 (113,25), während Pokorny auf 109 (110) zurück- gingen. Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörfe gut behauptet. Die Abendbörfe bewahrte die feste Tendenz des Mittagsverkehrs, das Geschäft war aber wesentlich ruhiger. Im allgemeinen erfuhren die Kurse nur geringe Abweichungen, es überwogen aber noch mäßige Erhöhungen. Sehr lebhaftes Geschäft erhielt sich in der Farben-Aktie, die auf 170,50 bis 170,75 bis 170.65 bis 171 anzog. Verein. Stahlwerke blieben mit 91,25 (91,50) nur knapp gehalten. Am Kasiamarkt kamen Brown Boveri mit 89 (84,25 am 25. 4.) wieder zur Notiz. Der Rentenmarkt lag still, zeigte aber gleichfalls voll behauptete Kurse. Von Auslandwerten wurden Schweiz. Bundesbahnen erneut höher geschätzt, eine Notiz kam aber nicht zustande. U. a. notierten: Altbesitz 113,40, 6proz. Vereinigte Stahlwerke 104,13, 6proz. Krupp 104,75, 4^-proz. Wiesbaden 91,65, 4proz. Rumänen 5,50, 4^proz. Bosnier v. 98 3,95, Adca 77,75, Commerzbank 88, DD-Bank 88,50, Dresdner Bank 88,75, Buderus 106, Harpener 127, Mannesmann 93,50, Hoesch 102,50, Rheinstahl 125,25, Laurahütte 23,50. Verein. Stahlwerke 91,25, AKU. 51,40, Bekula 147, MAN. E 111, JG.-Chemie volle 215,50, leere 164, Deutsche Erdöl 120,25, Scheideanstalt 232, Deutsche Linoleum 174, Brown Boveri 89, Eichbaum-Werger 94, Licht und Kraft 146,50, Eßlinger Maschinen 89,50, JG.- Farben 170,50 bis 170,75 bis 170,65 bis 171, Feinmechanik Jetter 80,50, Felten 124,75 Gesfürel E 137,75, Hanfwerke Füssen 87,40, Holzmann 117,75, Muag 92,75, Moenus 92, Rheag 131,75, RWE. 131,75, Schriftgießerei Stempel 59,50, Schuckert 141,25, Reichsbahn-VA. 126,65, AG. für Verkehrswesen 116,50. Frankfurter Schlachtviebmarkt Frankfurt a. M., 30. April. Auftrieb: Rinder 46 (gegen 42 am letzten Donnerstagmarkt), darunter 1 (2) Ochse, 4 (3) Bullen, 37 (33) Kühe, 4 (4) Färsen. Kälber 749 (569), Schafe 78 (109), Schweine 783 (657). Notiert wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber andere a) 71 bis 77 (am 23. April 75 bis 77), b) 64 bis 70 (67 bis 74), c) 54 Datum 168,5 170,25 I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ 4| 124,75 ! 125,25 117,9 Vanknoten. 29 I 30 I 29,65 I 29,65 I 96,75 97,5 — I 199 I 204,5 1 199,5 I 29,65 0 S 131,25 203,5 101 0 9,25 9,13 9 106,9 172,5 132,5 96,75 92,25 7 ß| 117,5 I 117,75 135,5 i 135,75 51,4 88,65 128,75 93,75 39,5 366,5 188 182,5 171 232 114 129 113,25 128,5 124 105,75 119,75 127,5 102 97 92,5 132 97,25 93,5 36 147 51,25 87,5 129 93,4 4 0 8 6 . 8 . 0 . 0 7*/. 12 . 8 4 0 6 5 0 7 0 Goldschmidt ... Rütgerswerke ... Metallaeiellichaft 105,5 120 126,75 101,4 39,5 363 188,75 181,75 107,25 174 114,25 129,13 125 106 120,25 127 102,5 36,25 147 126 146 124 138,25 131,75 130,25 141 186,75 134 36 147,4 126,5 146,5 124,13 138 132,25 132 141,25 186 134,5 105,75 120,75 127,25 102,25 167 132 97,25 93,25 106,75 51,75 87,5 128,4 93.9 135 107 172,25 84,4 39,13 362,5 189 107 51,75 89 129,5 94 135 106,5 174 85 39,75 368 187,75 182,25 Grttzner Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ------ 28,5 1,75 8,7 28,5 1,6 8,75 8,5 8,55 13,9 8,5 13,9 4% deSgl. Gerte II 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1902 S14%Rumän.vereinh.Rcntev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .- 2*4% Anatolier........... Schultheis Payenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... 1,75 8,85 8,6 8,65 14 8,9 8,7 8,75 14,1 36,13 147 125,75 ' 126,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Biotoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein S Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade.............. Accumulatoren-Fabrü Conti-Gummi....... 146 146,5 123,5 i 124,75 139 137,75 - i 131,75 130,75 i 131,75 141 । 141,25 186,5 186,4 134 I — 4% Orsterreichtslpe Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarin Staatörente v. 1910 4‘/2% bcöfll. von 1013 6% abgest. Goldme^kaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 7|169,25 9 231,5 5* 113,5 6 — ...........................® Bekula 40 Elektr. Lieferungsgesellschast... v Licht und Kraft ........... 67i Felten & Guilleaume * Gesellsch.s.Elektr.Unlernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert L Co...............* Siemens L Halske ......7 Lahmeyer L Co 7 Hamburg-Amertka-Pakei .... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................■ Und J’ifa ober «Sontin^ j es nicht ^'espalt un b ( Tieren 'M m den. das Licht - um den D sich Hintes gleichen 2h ?in andere. Lieblings^ zeitig erkm hertzoff ko flüchten. Al. zwei ineinai eine hatte wollte ihn i kes das Bild der einzelnen Toten des großen Krieges bei den Nachkommen zu verblassen beginnt: er ging den Ursachen dieser Erscheinung nach und richtete die ernste Mahnung an die Versammelten, besonders an die Hinterbliebenen, jede sich bietende Gelgenheit zu benutzen, um das Bild der Toten den Kindern und Enkeln lebenswahr und lebenswarm vor die Seele zu stellen. Sprechchöre und ein Lied der Schulklasse, in den Vortrag sinnvoll eingestreut, vertieften die Wirkung der aufrüttelnden Gedankengänge der Gedenkrede. In einem zweiten Teil machte der Redner Mit- teilung, wie die Anlage des Gedenkbuches gedacht ist, um dann in einyn dritten Teil unter starker innerer Beweaung aller Zuhörer zwei der verfaßten Lebensbilder zur Verlesung zu bringen. Der Gesangverein „Liederkranz" umrahmte die Feierstunde mit zwei stimmungsvollen Chören, worauf der Zellenleiter, Herr R i n k e r , die Veranstaltung mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler schloß, 'der der Nation Ehre und Freiheit zurückgab und durch die Erziehung des Volkes zu heldischem Denken erst wieder die Voraussetzung für solche würdige Ehrung unserer Gefallenen schuf. Eröffnung der Bauabteilung Alsfeld der Reichsautobahnen Oberhessen. 98 Zahre alt. A Lauterbach, 2. Mai. Der älteste Einwohner Lauterbachs, vielleicht auch von ganz Oberhessen, Karl Heinrich Vollmöller, kann am morgiaen Sonntag 3. Mai in körperlicher und geistiger Frische seinen 9 8. Geburtstag begehen. Der alte Schlagmüller, unter diesem Namen ist er weit über die Grenzen Lauterbachs hinaus bekannt, ist vom alten Schrot und Korn. Er raucht noch gerne sein Pfeifchen und ist selbst noch zu allerlei Späßen aufgelegt. Wer den alten Herrn daheim in der Hof- reite herumgehen sieht, merkt ihm sein hohes Alter nicht an. An den Geschehnissen der heutigen Zeit nimmt er noch regen Anteil. Er hat es sich auch bei der letzten Wahl nicht nehmen lassen, an die Wahlurne zu gehen, um dem Führer seine Stimme zu geben. Gefallenen-Gedenkbücher in Aonnenrotb. § Nonnenrot h, 30. April. Der Ortsring Nonnenroth des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat trat in Stracks Saal mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit, die dem Gedenken der Gefallenen der Gemeinde Nonnenroth gewidmet war. Der würdig hergerichtete Saal war von den Angehörigen der Gefallenen, der Nonnenröther Jugend und von fast allen Familien bis auf den letzten Platz besetzt. Von der Stirnwand des Saales grüßten die Bilder des Führers und des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg, umgeben von den Bildern unserer 16 Gefallenen. Die seit längerer Zeit geplante Gedenkstunde für die Nonnenröther Toten des Weltkrieges gab der Gemeinde Gelegenheit, Stellung zu nehmen zu einem Werk, das wohl eine Gefallenen-Ehrung besonderer Art genannt werden darf. Der Ortsringführer, Lehrer P l o ch, Nonnenroth, hat in mühevoller Sammelarbeit und auf Grund eingehenden Quellenstudiums ein ausführliches Lebensbild von je dem der gefallenen Söhne unseres Dorfes entworfen. Bereichert durch die Soldatenbilder der Toten, sollen diese kleinen Biographien gesammelt in würdiger äußerer Form demnächst als Gedenkbuch erscheinen. Anknüpfend an eine Verfügung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung stellte der Ortsringführer seine Gedenkrede in ihrem grundsätzlichen Teil unter die Frage: „Wie steht's um unsere Gefallenen?" Er kam zu der Feststellung, daß trotz der heldischen Haltung des Vol- H Alsfeld, 1. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes fand in Form einer besonderen Kundgebung die feierliche Eröffnung der Bauabteilung Alsfeld der Reichs- autobahnen statt. Zu diesem Zwecke hatten sich die Gliederungen der Partei, der Arbeitsdienst, Abordnungen der Deutschen Arbeitsfront sowie die Beamten und Angestellten der Reichsbahn oor dem Empfangsgebäude des Bahnhofs versammelt, woselbst Bahnhofsvorsteher L u h (Alsfeld) die Bauleitung der neuen Bauabteilung mit ihrer Gesolg- schaft in herzlichen Worten begrüßte und auf die enge Zusammenarbeit zwischen Reichsbahn und Reichsautobahn hinwies. Sodann setzte sich der Zug unter Dorantritt der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes Alsfeld m Marsch nach dem neuen Heim der Bauabteilung in der Schellengasse. Dort begrüßte Kreisleiter Kirchner namens der Partei die neue Behörde, wobei er besonders darauf hinwies, daß Deutschland immer dann Großes geleistet habe, wenn es einig und stark gewesen sei. Diese Einigkeit habe der Führer jetzt hergestellt durch die Gründung der Volksgemeinschaft. Daß der Führer gewillt sei, ganze Arbeit zu machen, beweise sein gewaltiges Werk der Reichsautobahnen, die nicht nur vom technischen Gesichtspunkt aus ihre große Bedeutung hätten, sondern die auch als Bindeglied der Volksgemeinschaft sehr wichtig seien. Bürgermeister Dr. Völsing bezeichnete es m seiner Ansprache als ein schönes und sinnvolles Zusammentreffen, daß die Eröffnung der Bauabteilung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes erfolge. Die Stadt Alsfeld erfülle es mit freudigem Stolz, daß sie eine Behörde in ihren Mauern aufnehmen dürfe, der von dem Führer eine gewaltige Landkreis Wehen. ♦ Grünberg, 1. Mai. Die von hier stammende Krankenschwester Emma Kropp, die erst seit kur. zer Zeit in der Gegend von Hanau tätig war, stürzte dort mit ihrem Fahrrad auf dem Wege zu einem von ihr betreuten Dorfe so Unglück» lich, daß sie mit s ch w e r e n V e r l e tz u n g e n dem Krankenhaus zu Hanau zugeführt werden mußte und dort verstarb. , •ar Hungen, 1. Mai. Am 1. Mar 1836 als gemischtes Warengeschäft gegründet, kann das älteste Geschäft am hiesigen Platze, die bekannte Firma Ph. F e n d t N a ch f., heute auf em 100jähriges Bestehen zurückblicken. Durch die Umsicht seiner verschiedenen Besitzer konnte sich das Geschäft beständig aufwärts entwickeln und es so zu seinem heutigen Ansehen bringen. Von Philipp Fendt, der neben seinem umfangreichen Land- Wirtschaftsbetriebe von 150 Morgen auch noch die Postexpedition und eine große Posthalterei hatte die Post verkehrte damals nach den verschiedensten Richtungen von hier aus, und das Haus, in dem sich das Geschäft noch heute befindet, ist auch jetzt noch unter dem Namen „die Post" bekannt ging Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts das Geschäft auf den zweiten Sohn des Inhabers, Georg Fendt, über, nach dessen Tod und nach kurzer Weiterführung durch seine Witwe es durch Kauf an den Kaufmann Hch. Adam Köhler im Jahre 1894 überging, dessen Witwe es längere Zeit weiterführte, bis es im Jahre 1928 von ihrem Sohne, dem Dipl.-Kaufmann Karl Wilhelm Köhler übernommen wurde, der heute alleiniger Firmeninhaber ist. Geleitet allezeit von streng re» ellen Grundsätzen, hat sich das Geschäft als echtes deutsches Unternehmen seinen guten Ruf nun wah- rend eines vollen Jahrhunderts erhalten. CSD Eberstadt, 1. Mai. Dieser Tage stürzte ein hiesiger Schüler unglücklich vom Fahrrad und erlitt einen doppelten Unterarmbruch. Der bedauernswerte Junge mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. -^Nieder-Ohmen, 30. April. Der Bergmann i. R. Heinrich Wagner feierte in körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 8 0. Geburtstag. Er aehort seit langen Jahren zum hiesigen Kirchenoorstand. Die Kriegerkameradschaft, deren Ehrenmitglied der alte Herr ist, ließ ihn durch einige Vorstandsmitglieder ihre Glückwünsche aussprechen und ein Geschepk überreichen. Für seine Rüstigkeit spricht die Tatsache, daß Wagner den vorjährigen Reichskriegertag in Kassel mit besuchte. Auch für dieses Jahr liegt seine Meldung bereits vor. Aufgabe zugewiesen sei mit dem Ziele, unser deutsches Vaterland mit dem modernsten und großzügigsten Verkehrsstraßennetz zu überziehen, wie es noch kein Staat der Welt aufzuweisen habe. Er bewillkommnete in herzlichen Worten die Bauleitung der Reichsautobahnen in Alsfeld und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bald ein recht gedeihliches Verhältnis zwischen der Reichsautobahn und der Stadt Alsfeld sich entwickeln möge. Er hoffe, daß der heutige Tag der Beginn einer neuen Periode des wirtschaftlichen Aufschwunges für die Stadt Alsfeld bedeute, und er schloß mit dem Gelöbnis zur Mitarbeit am Bau der Straßen Adolf Hitlers für ein freies, starkes, ewiges Deutschland. Anschließend dankte der Vorstand der Bauabtet- lung Dipl.-Ina. Erban in längeren Ausführungen für den herzlichen Empfang in Alsfeld. Der Reichsautobahn fei bis jetzt noch nirgends ein so herzlicher Empfang bereitet worden wie in Alsfeld. Er werde bestrebt sein, stets in engstem Zusammenhang mit der Partei zu arbeiten und in ein autes und gedeihliches Verhältnis zur Stadt Alsfeld zu treten. Er wies auf die gewaltige Bedeutung der Reichsautobahnen hin, für die er mit feinen Beamten feine ganze Kraft einfetzen werde. Seme Ansprache schloß mit einem Treuegelöbnis zu dem Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland-Liedes und des Liedes des unvergeßlichen Sturmführers Horst Wessel. Auf Befehl ging dann unter den Klangen des Präsentiermarsches die Reichsdienstflagge an dem Heim der Bauabteilung hoch. Die sehr stimmungsvolle Feier wurde von Musikstücken der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes und von aesanglichen und deklamatorischen Darbietungen der Hitler- Jugend würdig umrahmt. --1 -ENTRUPAL- —sS Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. Jetzt wäre es Zeit für den neuen Mantel Flotte sportliche Mäntel in schönen Stoffen und Formen, recht jugendlich aufgemacht 19.- 22.- 26.- 29.- 32.- Gabardine von uns groß geführt, praktisch und bequem, wetterschützend, in vielen Formen 25.- 28.- 34.- 39.- 42.- Frauen-Mäntel in schwarzen u. dunkelblauen Qualitäten, auch in großen Weiten 28.- 32.- 39.- 45.- 49.- Gummi-Mäntel eleganter verarbeitet wie sonst, viele entzückende Formen und Farben 13.- 16.- 19.- 22.- 24.- Kostüme Komplets und jetzt schon Sommer-Kleider ganz groß! Gebr. Imheuser AM MARKT Gardinen in geschmackvoller Ausführung liefert preiswert Wollen Sie sich mit zeitgemäß und geschmackvoll einrichten, dann fordern Sie bitte meinen Katalog Sie finden eine reichhaltige Auswahl in allen Zimmerarten Anfertigen u. A ufhängen billigst Bei Selbst - A nfertigung kostenloses Zuschneiden Beachten Sie bitte meine Auslagen Seb.Herbst, Möbelfabrik Bad Soden und Salmünster Ehestandsdarlehnsscheine werden in Zahlung genommen. Tel. 31 Salmünster 1454D Nur bei 2701A Drogerie Elges Seltersweg 66. Kohlen Koks Briketts Holz 23380 H.GIalHiaar&Sohn Telefon 3144 Frank!. Straße 19 MflhlitraBe 18. Werbe-Drucksachen hei Brühl, Schulstr.7 Ludwig Haas A usstattungsgeschäft Gießen, Plockstraße Nr. 7 Telephon Nr. 3305 2814 A Ein gutes Bett - gesunder Schlaf! Dazu wollen wir Ihnen verhelfen.Besichtigen Sie in unserem Schaufenster die Elastizität der Epeda-Matratze! Epeda-Matratzen werden in unserer Polsterwerkstätte hergestellt und sind Qualitätserzeugnisse, die allen Ansprüchen genügen. Außerdem finden Sie bei uns alles, was zu einem guten Bett gehört: Bett-Federn und Daunen Inletts in allen Farben (garantiert federdicht und echtfarbig) Metall-Bettstellen Kinderbetten Paidi-Fahrbettchen Stepp- und Daunendecken Gebr. Seelbach Gießen, Seltersweg 20 Annahme v. Bedarfdeckungsscheinen jed. Art z825 A W „Gefra“ AUtO-Politurl das ideale Lack- und Leder-Pflegemittel jedes Wagens Zu haben in jeder gewünschten Menge Spezialhandlung für Auto-Bedarfsartikel h Paul LaUfCFGießend Den Kopf beschütze mit Hut oder Mütze 283 >D Möbel Georg Koos Giefeen Schulstr. Nr. 6 Gegr.1894 Tel. 3904 02017 taimpiOM nur bei Withoii I iAnin m I inninoaifa E Lionin m. Lioninseife. Pelikan Apotheke Seltersweg 63 s 2793A1 Te) efon 2037. beseitigt überrasch. schnell Kuren Sie jetzt mit „Eldro“ Frühstücks- Kräutertee bewährtes, diätetisch. Genußmittel gegen Starkwerden! Verhütet läst. Fettbildung und erhält denKörperschlank undelastisch.Voll- kommen unschädlich. Paket RM. 1.10. bester Qualität große Auswahl! Unfallverhütende Sicherheits-Kupplungen für Lastwagen und Zugmaschinen Anhänger-Vertrieb J. Kahl Frankfurt a. M. 17 Savignystr. 53 — Tel. 72978 Doppelherz Iist dos bewährte £8^*00 * Nervenoufbovmit- W^rel Für Wo ebne- wdW rinnen. Nervöse, Schöpfte a. olle, Xj/ die sich mott und 0 ®leRd fühlen, als I ^ößigungsmittel unentbehrlich. Ra- sehen zu-1,95 RAA »Rn 370RMu.4,65RM1 Doppelherz - Dro- vWFw gees 1,50 RM. C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. U6v t.S\esjnrf -dieHühnßiauqen, jetzt nehme ich ab« .SMcrooM' Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast) 68 Pf., inApoth.u.Drog. Sicher zu haben: Med.-Drog.Hani Hindenburg H.Elges, Seltersweg 68a; Löwen-Drog. W. Kilblnger Nach!., Seltersw. 69: 8er- manla-Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39 61b -er NSv Zreiplätze für ihr Hilfswerk: Mutter und Rind Kinüer-Lanüverschickung hitler-Zreiplatzspen-e 1430 D Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparatur-Werkitatt: Dammstraße 8 Günstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager. Besichtigung ohne Kaufzwang. Segen graue Kaute Mr. 102 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Overhefsen) Somstög, 2. Mai 1936 Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Aufregende Zirkusnummer. er .. -rv v (bk) Sidney. In amerikanischen und australischen Zirkussen konnte man lange Zeit hindurch eine Tigernummer des Dompteurs Fritz Hertzoss bewundern. Die Vor- suhrung findet nicht mehr statt, seit jenem furchtbaren Abend, an dem plötzlich einer der Königstiger tollwütig wurde. Hertzoff befand sich bereits mit den Tieren im Manegenkäfig. Zu allem Unglück ging m den nächsten Sekunden infolge einer Kabelstörung das Licht aus. Der Tiger tat einen gewaltigen Satz um den Dompteur zu erreichen. Dieser aber hatte sich hinter einen Sockel geworfen. Außerdem setzte im gleichen Augenblick, als der rasende Tiger lossprang em anderer Tiger zum Sprung an. Dieser war das Lieblingstier Hertzoffs. Er hatte die Gefahr rechtzeitig erkannt und wollte Hertzoff offenbar retten. Hertzoff konnte sich im Dunkeln aus dem Käfig fluchten. Als das Licht wieder aufleuchtete, fand man zwei ineinander verbissene Tiger in ihrem Blute Der eine hatte den Dompteur töten wollen Der andere wollte ihn retten. Beide kamen ums Leben. Ein guter Magen. CK. Kalkutta. Im hiesigen Universitäts-Hospital wurden in einer sechsstündigen Operation aus dem Magen eines früheren Offiziers E. I. H. Drummond folgende Dinge zutage gefördert: 84 Rasierklingen, 233 Nägel von 5 bis 10 Zentimeter Länge, zerbrochenes Glas, mehrere Hundert Grammophonnadeln, Metallfeilen. Das Gesamtgewicht betrug 4,5 Kilogramm. Heute ist der Mann zum größten Staunen der Aerzte auf dem Wege Für Besserung. Unter dem Artistennamen Chamison war Drummond jahrelang auf Tourneen in allen indischen Städten und hat dort seine Fertigkeit im Verschlucken von Nägeln, Nadeln und Giften vorgeführt. Er behauptet, seine Unempfindlichkeit verdanke er den Studien der Yoga, der mystischen Uebungslehre der indischen Asketen. Sein Wissen um diese Geheimlehren rühre von einer Eisenbahnbekanntschaft mit einem Pogi her, die er kurz nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst gemacht h-abe. Er lernte die Wissenschaft von den Heilkräutern, er lernte ferner Atem- und Konzentrationskräfte so anzuwenden, daß er fähig wurde, die erstaunlichsten Vorführungen zum Besten zu geben und selbst medizinische Autoritäten mit seinen Leistungen zu verblüffen. Er weigerte sich zwar, Näheres von seiner Methode bekanntzugeben, behauptete aber auf das bestimmteste, daß jedermann, der die Geduld besitze, sich die Yogä-Lehren zu eigen zu machen, viele Dinge vollbringen könne, die dem Laien als Unmöglichkeit erschienen. Die Operation war nur durch einen Unfall notwendig geworden, den der merkwürdige Mann während einer Vorführung in Patna erlitten. Die Schätze von Port Arthurs B/Co. Chardin. Das Gerede, daß in der ehemaligen russischen Festung Port Arthur noch ein großer „Kriegsschatz" verborgen sei, will auch jetzt noch — 31 Jahre nach der Eroberung der Festung durch die Japaner — nicht verstummen und hat durch Angaben eines alten Mannes neue Nahrung erhalten. Dieser Mann, namens Ilja Alexandrow, ist nach mühseliger Wanderung aus China in Charbin eingetroffen. Er will sich nach Port Arthur beaeben, um dort die verborgene russische Kriegskasse, die „in 28 Kisten" verpackt ist, und deren Versteck Alexandrow genau zu kennen vorgibt, heben. Heber diesen Schatz, der angeblich einen Wert von 12 Millionen Goldrubel darstellt, hatte er folgendes vorzubringen: Als die Russen erkannten, daß sie die Festung gegen die Japaner doch nicht würden halten können, hätten sechs höhere Offiziere die 28 Kisten nachts heimlich in eine kleine Höhle geschafft, die dann mit Feldsteinen so geschlossen wurde, daß ihre Ent- deckung durch Unbefugte kaum zu erwarten war. Von den Offizieren, die geschworen hatten, das Versteck nicht zu verraten, fielen im Kampfe fünf. Nur einer kam in die Heimat zurück, wo er vor nicht langer Zeit verstarb. In seinem Nachlaß befand sich eine genaue Aufzeichnung der Stelle, wo der Kriegsschatz verborgen liegen soll. Wie Ilja Alexandrow zu diesem Plan gelangt ist, verrät er nicht. Er will sich auch nicht mit den Japanern in Verhandlungen einlassen, sondern den Schatz ganz allein für sich beanspruchen. Wie er die 28 Kisten Gold in Sicherheit bringen will, ist schließlich seine Sorge. Natürlich werden die Japaner ihn nicht in den Festungswerken dulden und ihm die Erlaubnis, dort nach dem Schatz zu suchen, verweigern. George Washingtons falsches Gebiß. (th) Washington. Das zahnärztliche Institut der amerikanischen Universität Maryland hat eine Ausstellung eröffnet, deren Reinertrag zur Errichtung einer zahnärztlichen Klinik verwendet werden soll. Das Hauptausstellungsobjekt, vor dem Studenten und Besucher sich tagtäglich drängen, sind die falschen Zähne George Washingtons, des großen Befreiers, die er sich gleich nach dem Revolutionskriege anfertigen ließ und bis ans Ende seines Lebens getragen hat. Dieses falsche Gebiß, das Eigentum des genannten Instituts ist, ist für ungefähr 30 000 Mark nach deutschem Selbe versichert und besteht aus zwei Kiefernachbildungen aus Elfenbein mit fast messerscharfen Kanten zum Beißen. Die Zähne sind nur oberflächlich angedeutet. Die beiden Kiefer werden hinten durch eine springfederartige Verbindung zusammengehalten, die das Kauen ermöglichte. Immerhin muß eine gewisse Kunstfertigkeit und Gewöhnung dazu gehört haben, dieses primitive Werkzeug zu benutzen. Die Katze als Horchposten. (ur) Philadelphia. Es ist nichts Besonderes, wenn in Amerika Zuchthäusler plötzlich beginnen, die Mauern ihres Gefängnisses zu unterwühlen, um auf diese Weise aus- zubrechen. Verblüffender ist es dagegen, wenn sich die Sträflinge, um eine Entdeckung ihrer dunklen Absichten zu verhüten, eines Tieres bedienen, das eigentlich zum „Personal" des Gefängnisses gehört. Ein solcher Fall ist jetzt aufgedeckt worden. 21 Monate hindurch arbeiteten die Sträflinge eines Gefängnisses Nacht für Nacht an einem unterirdischen Gang. Als Wachtposten hatten sie eine Katze dressiert, die jedesmal laut zu miauen begann, wenn irgendwo ein Wärter in Uniform auftauchte. Die Benachrichtigung erfolgte zeitig genug, um rasch alle Spuren der Wühlarbeit zu beseitigen und der Zelle das normale Aussehen zu geben. Die Katze ist inzwischen von der Gefängnisdirektion „strafversetzt" worden. Englands Volkssport: Golf. B. Li. Liverpool. Das in Deutschland leider viel zu wenig gepflegte Golfspiel ist in Großbritannien neuerdings so verbreitet, daß man es bereits als britischen Volkssport bezeichnen kann. Die Golfclubs haben nach den letzten Statistiken rund eine Million Mitglieder, eine Zahl, mit der nicht einmal die Tennisclubs wetteifern können. Auch unter den Frauen gewinnt das Golfspiel immer mehr Anhängerinnen. Etwa 250 000 Spielerinnen sind bis jetzt in Clubs organisiert. Das Golfspiel hat auch eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Etwa eine haloe Milliarde Mark wird jährlich für das Spiel ausgegeben, davon 25 Millionen als Gehälter der „Caddies" (Balljungen; entstanden aus dem Französischen „Cadets"), zwölf Millionen allein für Bälle und der Rest hauptsächlich für die Instandhaltung der Golfplätze und Clubhäuser. Die Volkstümlichkeit des Golfsports sucht man jetzt systematisch zu heben, indem man den ursprünglich recht teuren Sport stark verbilligt. So sind z. B. Golfplätze geschaffen worden, auf denen auch Anhänger des Sports spielen können, die nicht Mitglied eines Clubs sind. Die gesamten Unkosten belaufen sich in diesem Fall auf drei Mark für einen Spieltag. Hermelin — stark gefragt. E. Z. London. Die Pelzart, die augenblicklich am meisten gesucht wird, ist Hermelin. Britische Pelzhändler haben dieser Tage unbesehen den gesamten Hermelinvorrat bestellt, der in Polen zu haben ist. Die Ursache ist die bevorstehende Krönung des britischen Königs, an der alle Peers des Königsreiches in Krönungsroben teilzunehmen haben. Zu diesem Ornat gehört auch ein breiter Hermelinkragen. Da Hermelin seit vielen Jahren „unmodern" ist und nicht mehr getragen wird, sind die Hermelinvorräte in England selbst äußerst gering. Obwohl nur etliche Hunderte Hermelinkragen benötig werden, sind die britischen Pelzhändler unfähig, den Bedarf zu decken. Ob die Vorräte Polens ausreichen werden, steht noch dahin. Der einst sehr hohe Preis für den „königlichen" Pelz war in den letzten Jahren außerordentlich gesunken. Dank der Nachfrage der britischen Peers ist er neuerdings wieder erheblich gestiegen. Die Bollbärte von Texas. A. Z. Neuyork. In dem kleineren Ort Corwell in Texas ist es verboten, sich zu rasieren. Wer gegen das Verbot handelt, hat eine Strafe von fünf Dollar zu bezahlen. Der Fremde, der nach Corwell kommt, kann daher mit Erstaunen feststellen, daß es in der Stadt ausschließlich vollbärtige Männer gibt. Das sonderbare Rasierverbot hat seinen Grund darin, daß Corwell demnächst ein Jubiläum feiert Aus diesem Anlaß will man ein Festspiel aufführen, in dem die Gründung des Ortes geschildert wird. Nach Ansicht der Leute von Corwell trugen die Pioniere von Texas ausnahmslos Vollbärte. Um möglichst lebenswahr auszusehen, hat man daher vor einiger Zeit beschlossen, sich ebenfalls die Bärte wachsen zu lassen. Der Bürgermeister von Athen. Von unserem ständigen G. ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Athen, Ende April 1936. Die drei griechischen Politiker, die in der kurzen Zeit von zwei Monaten durch den Tod von der politischen Bühne Griechenlands abberufen wurden, wirkten entscheidend auf die politische Gestaltung Griechenlands. Diese drei waren die Vertreter der älteren Generation, die an den europäischen und an anderen Kriegen teilgenommen hatte und dadurch tief von diesen Ereignissen beeinflußt worden war. Gerade der Kretenser V e - n i f e l o s und General Kondylis erinnerten durch die Methoden, mit denen sie Griechenland regierten, sehr an die Zeiten des Krieges. Wer aus der Nähe die Entwicklung der griechischen Ereignisse verfolgte, beobachtete seit längerer Zeit einen heftigen Kampf zwischen der jungen und der alten Generation. Unter der neuen Generation sind nicht die wenigen Anhänger internationaler Gedankengänge zu verstehen, sondern die griechische Jugend mit ihrer gesunden Auffassung und ihren hohen Idealen. Die alte Generation lebt mit ihren Boshaftigkeiten, mit dem Haß und der Leidenschaft der Zerrüttung. Sie besitzt zwar die Macht, aber die neue Generation hat die Kraft, sich in nicht allzuferner Zukunft durchzusetzen. Aus diesem Kampfe wird mit Sicherheit d i e Jugend als Siegerin hervorgehen, sie lebt und bewegt sich innerhalb der heutigen Wirklichkeit, während die Alten an der Vergangenheit hängen. Eine führende Gestalt in dem neuen politischen Leben Griechenlands ist der Bürgermeister von Athen, Konstantin Kotzias, der soeben zu einem Besuch in Deutschland eingetroffen ist. Den Athenern, aber auch bereits in Deutschland, ist er als „K a p p a - K a p p a" bekannt, eine volkstümliche Bezeichnung, die aus den beiden Anfangsbuchstaben seines Namens gebildet ist. Als er die Stimme der Athener verlangte, um ihr Bürgermeister zu werden, wählten ihn von 65 000 Wählern 35 000. Würde er sich heute zur Wahl stellen, so ist es eine große Frage, ob seine Gegner 10 000 Stimmen gegen ihn zusammenbringen würden. Kotzias zeichnete sich schon als junger Student an der Rechtsfakultät der Universität Athen durch Fleiß und Auffassungsgabe aus. Seine Studien vervollständigte er in Italien, wo er sich besonders den wirtschaftlichen Problemen widmete. Während seines Aufenthaltes in Italien \roanbte er sich der Journalistik zu, mit der er auch heute noch eng verbunden ist. Vor etwa 15 Jahren gab er eine eigene Zeitung heraus, die „Chronika", die zur Schrittmacherin der griechischen Presse wurde. Er arbeitete dann mit dem bekannten Rechtsanwalt und späteren Ministerpräsidenten T s a l d a r i s zusammen. Später wandte er sich dem Handel zu. Schnell wurde er Vorsitzender des Kaufmännischen Verbandes in Athen. Als ruheloser und lebhafter Geist mit bewunderungswürdiger Energie reorganisierte er den griechischen Handel und gestaltete den Kaufmännischen Verband zu einer achtunggebietenden Macht aus, die oft Revolutionen, Putsche und Regierungskrisen zu verhindern wußte. Gleichzeitig wurde er Mitglied des obersten Wirtschaftsrates und Rat der Handel s- und Jndustriekammer Athens. Großes Bedauern erfaßte die Kaufleute, die ihn heute noch tief verehren, als sie ihren Vorsitzenden verlieren mußten, damit er zur Freude der Athener die Leitung der Stadt übernahm. Die bisherige Tätigkeit des Bürgermeisters Kotzias für die Stadt Athen ist wirklich Staunen erregend. Trotz der bescheidenen Mittel (der Voranschlag der Stadt Athen überschreitet kaum 160 000 000 Drach. oder 4 000 000 Mark) wurden die Straßen asphaltiert, die Plätze der Stadt in schöne Anlagen umgewandelt, neue Plätze errichtet, Krankenhäuser, Füidelhäuser, Gebäranstalten auf die Höhe der Zeit gebracht, so daß sie heute als vorbildlich angesehen werden können. Kotzias kontrolliert in den frühen Morgenstunden bereits persönlich die Stadtbauarbeiten und beaufsichtigt die städtischen Einrichtungen. Das künstlerische und literarische Leben Griechenlands findet in ihm einen warmen Förderer, ebenso liegt ihm der Sport am Herzen. Selbst ein alter Sportler im Fechten, unterstützt er mit Begeisterung alle Aeußerungen des Sportes, weshalb ihn fast alle Sportvereinigungen zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt haben und er außerdem Mitglied des griechischen O r g a n is a t i o n s k o mi t e e s der Olympischen Spiele wurde. Man kann beinahe sagen, eine Schwäche empfindet der Bürgermeister Athens für das Kind. Schon als Vorsitzender des Handelsverbandes sorgte er für die Verbesserung der Lebensbedingungen für die kleinen Kinder, und nach langen und geduldigen Anstrengungen ist es ihm gelungen, Kinderheime im Freien einzurichten, in denen heute bereits über 2500 Kinder in frischer Luft leben, lernen und spielen können. Mit dem Wahlspruch: Disziplin und Arbeit wurde der Bürgermeister Athens eine in ganz Griechenland bekannte Persönlichkeit. Er gilt heute als derjenige, der im Leben des griechischen Volkes noch eine hervorragende Rolle spielen wird. MWWWWWW mit Garantieschein C - _ ” ~ Zwischen Süß- und Saizwaffer. Von Hans Leip. Zwischen Süß- und Salzwasser bin ich geboren, zwijchen den liebreizenden Hamburger Alsterseen und dem Hasen wuchs ich auf, früh erschreckten mich die Bässe der Überseedampfer und der Schwell, den sie ans Elbuser warfen, früh begeisterten mich die hellen Jachtsegel und das ungeheure Spmngeweb der großen Passat-Windjammer, früh lernte lch um Cuxhaven herum die See kennen; und das Gefühl der Küste für die See, halb Abwehr, halb gnadenloses Verfallensein war von Anfang an in nur das Begreifen ihrer Rauheit, Unrast und Einsamkeit. Es ist das gleiche Empfinden geblieben, die gleiche verliebte Furcht. Als ich in der Schule die zehn Gebote lernen mußte mitsamt den wohlklingenden „Was ist das?" des Herrn Martin Luther, da verstand ich daran nur den ewig einleitenden Satz: Wir sollen Gott fürchten und lieben, und hatte dabei das -vuo und Erleben der See vor mir, die wilde Brandung, die endlose Weite, die erste frühe herzumdrehende ^Schön^'st auch die erstarrte Brandung des Gebirges Und wo man wie in Norwegen oder Teneriffa oder Kapstadt und hier und da an der Kante der Kontinente beides hat, Meer und Gebirge da ist es nicht schlecht. Aber dennoch, es bleibt dort ^miesvalt und Gegensatz, Meer und Land, und der finrunnt-fialbEreis Doch jeder lobt die Wiege seines Ws S° l°b ä di- f-uchte Schürz- d-r Ni-d°r- eibe bie qraue Gtromebene, geborgt nom munter «türmten Hllg-lhang Blank-n-,-- und O-v-lg-mn--, unter der pertmuttfarbenen Himm-lskupp-I müde «säumt °°n Deichen und Marschgräben und den Pangen sanften dickbeerblauen Schwüngen der Sune- “C »«»'«- Sy1““"' " e«- '•««»«"SÄ - lieben Gegend unter schräger Sonne «us hauchzart endloser Palette wandelnd gekleidet. Schon ist d wilde' Monstre-Feuerwerk gänge, aber es ist kurz, und die Nacht: t|IW plötzlich da; schön ist das zuckende Fa I des Nordlichts, aber es ist kalt und die Nacht will nicht enden. Hier aber auf der Aohe La Kamtschatkas, lau gelüftet vom finden sich in lang schwebenden Dämmerungen Tr penglut und Polarfeuer zusammen. Das ist der große Abendhintergrund des westlich gerichteten Strombetts, und die auslaufenden Schiffe — wie oft schien es meiner kindlichen Phantasie, daß sie, schon schwarz geschattet wie Kohlenbrocken, geradeswegs in die himmlische Gloria oder in den höllischen Ofen führen. Und nachts die fernen Bakenfeuer und die Lichter Buxtehudes, märchenhafter Goldstaub meilenfern, und näherzu die gleitenden Lampen der Schiffe, noch zählbar wie abgetropft vom Orion, der winters fo mächtig über Süd glitzert, hafenzu dichter und dichter, ein Milchstraßengewimmel, lärmvoll auch nachts, meteorisch durchzuckt vom Schweißfeuer der Werften. Bei Ostwind höre ich das Gebrumme des Hafens bis in mein Fenster und rieche den Sud aus Teer und Oel und Eisen und Faßholz und Sackleinen und den guten und Übeln Tausenddunst der Waren dieser Welt. Eine halbe Dampferstunde, ein Glas sozusagen unterhalb des Hafens, da wohne ich. Auf den Sanden drüben wippert das Frühlingsgeschrei des Wassergefieders, das tags, Möven, Seeschwalben, Kor- morane, Reiher und Krickenten, getupft dicht an den rosa Flutkanten fischt. Und der Ruf der Schiffe ist hier schon einzeln und von Ferne schwer. Sommers auf diesen S nden, Wasser und Wind preisgegeben, dem schon brackigen Wasser, getrübt vom Ärbeitsschweiß des Hafens, und doch, wie lieben wir es, die alte gute Flutsegnung und ihren herben, a[genbaften Geruch. Und der Wind von West hat schon die See in sich, und der Sand ist weiß wie an der See Und nirgends in der Welt sind Unberührtheit der Natur und Weltschiffahrt, Strandidyll und Großstadt so nahe beieinander wie hier. Tags in der Sonne geschmort, sandburgbefriedigt, einsam im rispelnden Küssewind, in wunschlosem Hinsinken und Derschweben, nur den Himmel über sich Sand und Wind und Wasser, unfaßlich und nurlos wie das geheimnisvolle Dasein selber, und man glaubt zu verstehen, daß unfaßlich und spurlos nur andere Worte seien für Glück. Abends im Hafen, ab Fahre VII durch den großartigen Schwall technischer Unterjochung der Natur, durch das tolle Bauwerkgewirr fester und schwimmender Sorte, das so klüglich berechnet und gefugt, qualmüberbaUt, klangdurchschüttert, movenbezuckert sich immer wieder als das erregendste neuzeitliche Zauberwerk aus Landschaft und Gehirn erweist, aus nüchternen, sachlichen Gründen erschaffen, von wilder Romantik durchtränkt, das Gebilde des Seehafens Sich verlieren in den Schluchten der kilo- meterlangen Speicher und Schuppen unter den Toren der Laufkrähne, unter den Rümpfen der Schiffe die aus Australien kommen oder Neuyork,, die vor kleiner Weile Rio sahen ober die schwülen Nächte atmeten von Penang oder den Masutdunst von Tampico, oder deren Alltag es ist, nach Indien zu fahren oder Island, deren Straßenecken Erdteile sind, die über die Weiten schweben, kometenhafte Linien, geschlossene Kapseln voll Gut und Blut, Lust und Leid, Welten für sich. An Bord der „Manhattan" Abschied zu feiern, den letzten Schrei Hollywoods auf der Leinwand des Gesellschaftssa^iles zu erleben und wieder zurück auf den Pier der Heimat zu treten, ehe der Blaue Peter sich aus dem Signalstag senkt. In den kleinen Bars Hafenstraße, Pinnasberg, Silbersack, Johannis Bollwerk, Vorsetzen oder auf St. Pauli Reeperbahn zu sitzen mit fremden Matrosen; vor den Läden zu stehen mit den seemännischen Ausrüstungen und mit den Schiffsersatzteilen; auf der „Deutschland" zu frühstücken ober auf einem abgesalzenen, rostigen, muschelbewachsenen Tramp. Von ewigem Abschieb ist bie Luft tränenfeucht, von Wieberkehr beseelt, salzig und süß vom Anhauch ber Meere unb der Frembe. O Gnabe ber Weite, Unersättlichkeit, Glück, Mühsal, Enttäuschung unb ewig neu faugenber Lockruf ber Ferne! O Palmen, Korallen unb Kolibris, Kühnheit ber Seefahrt, Gefahr, Urgewalt unb Wunber, Sehnsucht und Verdienstgier, Glückstraum, Genuß, Erholung und härteste aller Männerarbeit! Ja, selber mitfahren! Und selber heimkehren! Das ist es. Oder ist es die Sehnsucht danach? Ob es Java oder Santos war, zwischen Nordkap und Südsee strähnt >er Wind manch blondes und dunkles Haar. Die Hauptsache bleibt, daß man sich sehnt. Fahrt mit einer chinesischen Piratin Der amerikanische Journalist Aleko ßilius hatte das Glück — wenigstens empfindet er es als ein solches — von einem chinesischen Seeräuberschiff auf einem feiner geheimnisvollen Fahrten mitgenommen zu werden, und erzählt nun von feinen Erlebnissen. Die geschützbeladene Dschonke wurde dazu noch von einer Frau kommandiert und fuhr nach Bias Bay, nicht weit von Hongkong, dem berüchtigten Schlupfwinkel chinesischer Seeräuber. Von hort aus überfallen die Piraten nicht nur die Schiffe ihrer Landsleute, sondern kapern sogar auch gelegentlich vorüberfahrende Passagierdampfer, plündern sie und nehmen die Passagiere gefangen um ein reiches Lösegeld zu erpressen. Es hatte langer Unterhandlungen bedurft, bis der Amerikaner es durchsetzte, für 45 Dollar pro Tag mitgenommen zu werden. Aber es scheint, daß er das Herz der Kommandantin gewonnen hat. Diese Dame, die ihren Namen Lai Choi San, „Berg von Reichtum", nicht umsonst trug, war klein und zierlich, hatte tiefschwarzes Haar und vertauschte erst auf dem Schiff ihre vornehme weibliche Kleidung gegen eine einfache, männliche. Sie hatte dunkle, scharf und kühn blickende Augen mit einem harten Ausdruck darin. Jede Bewegung, die sie machte und jedes Wort, das sie sprach, zeigte deutlich einen starken Willen, dem alles gehorchen mußte. Die Mannschaft des Schiffes bestand aus ungewöhnlich großen, breitschultrigen Chinesen. Als das Schiff sich in Bewegung setzte, nahm die Kommandantin auf einer hohen Kiste auf dem Achterdeck Platz und spähte mit scharfen Augen aus. Ein mit Fischen reich beladenes großes Fischerboot schien ihr des Ueberfatls wert. Ihre Absicht aber wurde bemerkt, das Boot drehte und suchte zu fliehen. Die Piraten aber waren schneller, überholten die Fliehenden und zwangen sie, nach kurzem Gewehrfeuer zu halten. Nun erklärte der „Kommandant" sich für einen Inspektor, dem jedes Schiff Zoll zahlen müsse — andernfalls „würde sich ein Unfall ereignen". Dieser ereignete sich einige Stunden später bei einem großen Schiff in der Tat, aber ßilius durfte nicht Zeuge des lieber- falls sein. Er lag währenddessen an Händen und Füßen gefesselt in seiner Kabine, hörte über sich wildes Geschrei und Geschützfeuer, dann verstummte alles. Wieder in Freiheit gesetzt, begegnete ßilius zwei Gfangenen an Bord, die offenbar Kapitäne der gekaperten Schiffe waren. Man hatte sie zurückbehalten, um ßösegeld zu erpressen. Die Kommandantin war ßilius gegenüber höchst mitteilsam. Sie erzählte ihm, daß sie, von ihrem Vater in dem „Seeräuberberuf" ausgebildet, ein großes Vermögen erworben habe. Sie sei zweimal verheiratet gewesen. Ihr ältester zwangzigjähriger Sohn soll ein ehrsames Gewerbe ergreifen und als Kaufmann nach Amerika gehen; der kleine fünfjährige Sobn aber würde ihr Nachfolger auf dem Piratenschiff werden. In Bias Bay angekommen, hatte der Reporter Gelegenheit, das Haus zu besuchen, in dem die auf ßösegeld harrenden Gefangenen wohnten. Das Schicksal der Unglücklichen ist zuweilen sehr schwer, ßilius versuchte in Bias Bay und vor dem „Haus der Tortur" zu photographieren. Das wäre ihm fast sehr schlecht bekommen. Eine Volksmenge beobachtete ihn stillschweigend und begann ihn plötzlich mit großen Steinen zu bewerfen. Von den Chinesen verfolgt, war er froh, das Piratenschiff zu erreichen und zwei Tage später in Honkong zu landen. S.Jt-iport VfB.-R. I. Jugend — Leihgestern I. Jugend. Die Mckrunbe um die Fußball-Meisterschafi Handball im Kreis VHI (Lahn-DM Gesunder Iunge angekommen Reichartswalde (Ostpr.), Z0. April 1936. Bringen Sie Ihre 2889D am Sonntag, dem 3. Mai. Gardinen Dekorationen Paradies-Betten und Zubehör WUMMMMW Lehmbecker iOUttHAL kauft man sehr gut und preiswert bei Vertretung In Gießen: Hapag- ReisebUro Kreger, Seltersw. 89 Forstmeister W. Gruhn und Frau Anni, geb. Lecker Photoarbeiten ins Photohaus Central-Drogerie Dort werden sie gut und schnell erledigt stimmt unterliegen. — Die dritte Jugend hat auf eigenem Platze Aussicht, gegen Allendorf einiger- maßen gut abzuschneiden. Die beiden Schülermannschaften spielen auf eigenem Platze gegen Steinberg. Aufstiegspiele zur Bezirksklaste. Heil-Massage onhOD.TuFDen Frao A. Lorenz, staatl. geprüft. Schiffenb. Weg 19, Ruf 3797. 16PI,l) Vorverkauf: Circus-Kassen ab 5. Mai. Telephon 4110 ab 10 Uhr Riesen-Rennbahn Circus ALTHOFF bringt das ungeteilteGroßunternehmen mit mehr als 150 Menschen, 200 Tieren und 80 Wagen nach Gießen. Nach Riesenerfolg in London, Paris, Brüssel, Berlin und Köln bietet Circus Abschieds-Konzert im Stadtkaffee! Durch die ungewöhnlich hohen Unkosten sehe ich mich gezwungen, das Geschäft aufzugeben. Ich sage meinen verehrten Gästen ein herzliches Lebewohl und lade Sie nochmals ein zu einem Abschiedsabend mit Konzert F. Richter. 02011 Hartbrennhol-, ä Wagen 5 Ml., Anmachholz ä Wagen <> Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 3mD J. Wellhöfer, Televhon 2313, Marb.Str. 24. Mit diesem Spiele tritt die Jugend wieder einmal einer Mannschaft des hiesigen Kreises gegenüber. Da sie in den letzten Spielen gegen gute Gegner Gelegenheit hatte, ihr Können und ihre Spielerfahrung zu verbessern, so sollten sie allein auf Grund ihrer technischen Ueberlegenheit zu einem ^Ä"tt®Su8Äei in Lich und wird be-lsurflÄä Äu-sichün'auf Punkt^winn. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlag s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damltdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher4* Hugo Bermühler Verlag > Berlin-Lichterfelde Bleiberüverein Am Samstag, dem 9. Mai, 16 Uhr auf der Burg Gleiberg Heoeral-Yersammlong zu der hiermit alle Mitglieder eingeladen werden. 2798d Menken, Vorsitzender. Stolp, 1. SV. Jena und der Kölner CfR., wenn auch praktisch die eine oder andere Mannschaft ebenfalls hierzu zu rechnen sein dürfte (Eimsbüttel). Alle anderen aber können sich noch Chancen ausrechnen, wenn diese zum Teil auch noch so schwacy und gering sein mögen. Sie werden ihre Chancen verteidigen bis zum Letzten. Das um so lnehr, als ja der überraschungsreiche Vorrunden-Schluß mehr als deutlich bewiesen hat, daß die größten Favoriten verwundbar sind, wenn sie an der richtigen Stelle angepackt werden. Die Spiele in den vier (Baugruppen. Gruppe 1: Chemnitz: Polizei Chemnitz — Berliner SV. 92; Bochum: Schalke 04 — Hindenburg Allenstein. Gruppe 2; Bremen: Werder Bremen — DR. Gleiwitz; Hamburg: Tvd. Eimsbüttel — Viktoria Stolp. . Gruppe 3: Worms: Wormatta Worms — Stuttgarter Kickers; Nürnberg: 1 FC. Nürnberg — 1. SD. Jena. Gruppe 4: Mannheim: SV. Waldhof — 1. FC. Hanau 93; Düsseldorf: Fortuna Düs- seldorf — Kölner CfR. Anfang 4 Uhr msD Mit etwa 45 Jahren fängt es an!--- Ihre Augen machen nicht mehr mit. Sie können in der Nähe nichts mehr scharf erkennen und brauchen eine Sehhilfe. — Kommen Sie zu ^oA Optiker MAGNUS der berät Sie gut! Seilersweg Nr. 33 Kassenlieferant Die Ausstiegspiele nehmen am morgigen Sonntag ihren Fortgang. In der Bezirksklasse kann sogar schon eine Art Vorentscheidung fallen. Der Tv. Wetzlar muß nach Dörnigheim. Der dortige Turnverein galt noch bis vor kurzer Zeit als ernsthafter Anwärter für den Aufstieg in die Gauklasse. Nac^ dem aber Wetzlar am vergangenen Sonntag durch einen überlegenen Sieg seine derzeitige Form eindeutig genug unter Beweis gestellt hat, ist die Frage des Siegers wieder vollkommen offen geworden. Nach den Leistungen im letzten Spiel zu urteilen, ist sogar mit ziemlicher Sicherheit mit einem klaren Sieg der Wetzlarer rechnen II. Kreisklasse. pausenlos, Schlag auf Schlag, I 1OO Prozent Circus-Programm I Fahrende Kunst in mehr als I 100jähr. Familientradition ge- I pflegt, keine Revue! 2823V I Ein Besuch bei Altholi = Ein Erlebnisi | ALTHOFF BLUFFT NICHT! Billige Preise von 60 Pfennig bis 3 KM. I ==TIERSCHAU=— Herrl. Sammlung von mehr als 200 Tieren aus der ganzen Welt. U.a. Nilpferd, Alligator, Schlangen, Strauß, Känguruh Seehunde, schwarze Panther und viele andere. Landwirte, Eltern und Erzieher kommt mit euren Kindern! Einer der schönsten Marställe mit der einzigartigen Samm- I hing weltberühmter Tigerschecken. Tierschau ab 6. Mai ab 10-19 Uhr! Sonderfahrplan nach Schluß der Abendvorstellungen: Straßenbahn in Richtung Wieseck u. Volkshalle ab ark‘nlatz. Omnibusse der Reichspost: Richtung Giel’en —Launsbach—Wißmar—Krofdorf (bestimmt an allen Tagen), RichtungKl.-Linden- Lützellinden - Kl.-Rechtenbach-Gr.-Rechten- bach-Hörnsheim-Hochelheim (nur bei genügender Beteiligung, Anmeldung, an die Poststellen in den jeweiligen Orten). - Reichsbahn: Die Reichsbahn gibt zum Gastspiel des Circus Althoff Sonntagskarten v. folgend. Stationen aus: Friedberg.Cölbe. Herborn,W eilburg.Ulm, Wetzlar,Lollar,Londorf,Burg-u.Ndr.-Gemün- den, Nidda. Achtung I Die Züge Richtung Gie- ßen-Nidda ab Gießen 23.12. nach Grünberg ab Gießen 23.11, nach Wetzlar-Dillenburg ab I Gießen 23.08 fahren am 5., 6. und 7. Mai erst I 23.15 Uhr (nach Schluß der Abendvorstellung). I AchtungI Preisermäßigung! Inhaber von Fahr- I scheinen der Postomnibusse, von Sonntags- I karten der Reichsbahn, zahlen ab 1. Platz auf- I wärts nur halben Preis. Fahrscheine u. Sonn- | tagskarten müssen an d. Kasse u. am Eingang | vorgezeigt werden. Programmpflichtig - nur | f.Erwachsene u. nicht mit and.Ermäß. gültig. sein, um die in der letzten Zeit stark nach vorne gekommenen Gäste zu schlagen. Es ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen, aus dem höchstwahr- scheinlich Grüningen als Sieger hervorgehen wird. Auch in der Jugendklasse wird morgen vielleicht schon der neue Kreismeister festgestellt. In Lang- Göns treffen die beiden ernsthaften Anwärter aufeinander, me wohl sich die Spitze sicher unter sich streitig machen werden. Wohl hat Münchholzhausen seine derzeitige gute Form am vergangenen Sonntag erneut unter Beweis gestellt, seine Mannschaft wies aber besonders in der 1. Halbzeit bedenkliche Schwächen auf, die ihr vielleicht gefährlich werden können. Lang-Göns dagegen hat auch im letzten Spiel wieder einen ausgezeichneten Handball gespielt, so daß es, wenn nichts dazwischen kommt, auch den Sieger stellen dürfte. — Ein interessantes Spiel ist auch in Ruttershausen zu erwarten. Hier treffen Ruttershausen und Lützellinden aufeinander; wer Sieger werden wird, ist mit Bestimmtheit nicht zu sagen. Tv. H 0 l z h e i m — Tv. H a u s e n. Der Tv. Holzheim pflegt einen ausgedehnten Freundschaftsspiel- I betrieb, der ihm jeden Sonntag neue interessante Treffen bringt. So wird auch das morgige Spiel gegen Hausen sicher recht schön und spannend wer- den, weil einmal Holzheim seinen Siegeszug in der letzten Zeit nicht unterbrechen und Hausen zum anderen ein günstiges Resultat erzielen will. Wir rechnen mit einem knappen aber verdienten Sieg der Trn ch — To. Garbenteich Jugend. Zum erstenmal seit langer Zeit treten beide Mannschaften wieder auf den Plan. Aus dem Grunde ist es nicht möglich, etwaige Schlüsse auf den vermutlichen Ausgang zu ziehen. Tv. Münchholzhausen —Tv. Roth. Beide Gegner haben sich schon oft und mit wechselndem Erfolg gegenübergestanden. Nach den Ergebnissen der letzten Zeit zu urteilen, dürften die Gäste keine Chancen haben, das Spiel zu gewinnen, weil die Platzbesitzer wieder im kommen sind. Oerätemannscbostskampf. Grohen-Linden-Lelhgestern-Launsbach. Am Sonntag findet in Großen-Linden ein Ge- rätemannfchaftskampf der Turnvereine Launsbach, Leihgestern und Großen-Linden statt. Es ist dies die dritte Begegnung zwischen den drei Vereinen. Beim ersten Kampf siegte Großen-Linden vor Leihgestern und Launsbach, bei dem zweiten Austrag konnte Launsbach vor Großen-Linden und Leihgestern die erste Stelle erringen. Wie der Kampf am 10. Mai ausgehen wird, läßt sich nicht voraussagen, jedenfalls dürfte er einen sehr spannenden Verlauf nehmen. Tv. Dutenhofen — Tv. K a tz e n f u r t. Die Platzmannschaft dürfte, obwohl die Gäste zur Zeit auch wieder eine sehr starke Mannschaft haben, kaum einen oder gar beide Punkte aus diesem Treffen abgeben. Sie muß sich dann allerdings etwas besser anstellen, als in dem Spiel gegen Alsfeld. Tv. Allendorf (Lumda) — Tv. Grüningen. Allendorf ist zwar auf eigenem Platze sehr ..... ri..o.....— —- - , - . , . .. gefährlich. Die Mannschaft wird aber kaum so stark > betrieb, der ihm jeden Sonntag neue interessante Rundfunkprogramm. Sonntag, 3. Mai. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Musik am Morgen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. „Die Oefen im Amtsgericht", eine heitere Begebenheit von Walter Erich Schäfer. 11.30: „Olympischer Frühling". 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Mit dem Mikrophon auf Betriebsfeiern. 15: Deutsche Scholle. 16: Nette Sachen aus Köln. 18: „Maienzeit bannet Leid..." BDM. singt Mai lieber. 18.30: Wunschkonzert. 19: „Freudvoll und leidvoll..." Eine Funkfolge um die Liebe. 19.50: Sportbericht. 20: Operettenkonzert. 22: Nachrichten. Montag, 4. Mal. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gyrnnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (III). Franz Völker. 15: Wirtschaftsbericht. Dom Fleisch zum Fisch. Auch ein Stück Erzeugungsschlacht. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.30: Mit dem Mikrophon bei den Jungmädeln. Ausschnitte aus Heimnachmittagen. 17: Orchesterkonzert. 17.30: HJ.-Funk. Wir blättern um... Bücher für HI. und BDM. 18: „Fröhlicher Alltag!" Buntes Konzert. 19: lieber die trennenden Berge. Volksdeutsche Liederstunde des VDA., Kassel. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Volksmusik. „Herz Deutschlands — du schönes Kurhessen." Heimatklänge zwischen Weser und Lahn. Spielvereinigung 1900 Gietzen. 1900 — Post-Merkur, Frankfurt O.21L Die Blauweißen empfangen am Sonntag einen Gegner aus dem Mainbezirk. Post-Merkur, die der malnischen Bezirksliga angehören, ist eine Els, die mit den anderen Frankfurter Mannschaften wie Rot-Weiß, Germania 94, Sportfreunde usw. spielerisch auf einer Stufe stehen. Das geht daraus hervor, daß die Elf in den diesjährigen Verbandsspielen lange Zeit mit an führender Stelle lag. Zum Schluß waren es zahlreiche Spieleroerletzungen, die die Mannschaft stark an ihrem Leistungsvermögen hinderten. In der jetzigen Aufstellung: Rosa; Weinlein, Welker; Bingemer, Fischer, Huck; Deibele, Linnighäuser, Seitz, Grein, Reh besitzt die Mannschaft annähernd Gauliga- stärke, was die letzten Ergebnisse (gegen Neckarau 2:3, gegen Eintracht Frankfurt a. M. 1:3 und gegen Opel Rüsselsheim 1:0) andeuten. Die Spieler, die über den Rahmen hinausragen, find Linnighäuser, Rosa und Bingemer. Linnighäuser ist durch seine Tätigkeit beim Fußball-Sportverein Frankfurt a. JJi. bekannt. Rosa und Bingemer wurden schon repräsentativ herangezogen. Für die Blau-Weißen ist es diesmal ein anderer Prüfstein, als in den letzten Spielen. Mit der Aufstellung Schmidt; Schneider, Zeiler; Gunther, (Garth), Lippert, Jäger; Sinning, Ranft, Enders, Heilmann, Hain soll deshalb versucht werden, den vorderen Reihen mehr Schlagkraft zu ver- leiden. Die Tatsache, daß der Angriff die beste Verteidigung ist, war auch hier richtunggebend, denn, daß eine noch so gute Verteidigung kerne Spiele gewinnen kann, beweist die große Anzahl unentschiedener Spiele der Blauweißen in der abgelaufenen Verbandsserie. t Die unteren Mannschaften sind mit Rücksicht auf die Betriebswanderungen spielfrei gelassen worden. DfB.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Egelsbach. Mit diesem Spiele treten die VfB.er für einen Verein in spielerische Beziehungen, der in Gießen ein vollkommen Unbekannter ist. Gerade die Pokalspiele haben den Gastgeber aus dem Grunde für ine Gießener erst bekannt gemacht, weil die Mannschaft der Frankfurter Eintracht in Egelsbach antreten mußte. Die Frankfurter erfochten einen knappen Sieg, der auch gerade so gut für den Gastgeber hätte lauten können. Die Stärke der Egelsbacher liegt besonders in den hervorragenden Leistungen ihres Sturmes, aber auch die Hintermannschaft soll über gutes Können verfügen. Unter diesen Umständen dürfte aller Voraussicht nach die Gießener Mannschaft in Egelsbach nicht bestehen können und klar unterliegen. Durch das Fehlen von Leutheuser L, Wlodareck und Anthes muß die Gießener Mannschaft wieder einmal umgestellt werden. Es wird daher für die Gießener darauf ankommen, die Niederlage so niedrig wie möglich zu gestalten. VfV.-R. II — Allen-Bufeck I. In diesem Spiele haben die Platzbesitzer die Vorspielsniederlage wieder gut zu machen. Eine Auf- gäbe, die sie unbedingt lösen können. Man erwartet sogar die Platzbesitzer als hohen Sieger. n n,p.-S^a' 1 Dle neue u e, xristet 8cblneV°^etoemGaoe; tMbelten Sarnen- Vütliier 'zudeeken und streuen. n&chsten Anzeichnende pur ehe Klein Linden Gasthaus „$ur deutschen Eiche" Sonntag/ den 3. Mai TAXMZ Der erste Maisonntag bringt den Fußballern die ersten Gefechte der Meisterschafts-Rückrunde. Die Sache ist, wie es nicht anders zu erwarten war, auf der ganzen Linie hochinteressant geworden. Der Abschluß der Vorrunde am vergangenen Sonntag war sensationell genug. Schalke verlor auf eigenem Platz, Eimsbüttel wurde zu Hause von Werder Bremen geradezu niedergekantert, Waldhof mußte daheim mit 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf gleich etwas reichlich viele Federn lassen, der Nürnberger „Club" verlor in Frankfurt gegen die Wormser Wormatta einen vielleicht doch noch wertvollen Punkt; das waren Ueberraschungen in stattlichster Zahl und von beachtlichstem Ausmaße. Der Start zur Rückrunde nun zeichnet sich durch ein nicht minder „aussichtsreiches" Programm aus. Revanchen sind fällig, aber daß diese Revanchege- lüste so ohne weiteres zu stillen sein werden, ist nicht zu erwarten. Eher scheint es, als ob die Lage in den verschiedenen Tabellen am Sonntagabend noch verworrener sein könnte. Besonders, da ja jetzt die Ueberraschungen Trumpf geworden sind Ohne alle Aussichten auf den Gruppensieg sind nur vier Mannschaften, Hindenburg Allenstein, Aßlar — Lollar; Burg — Sportfreunde Wetzlar. In Aßlar kommt es für die Platzbesitzer darauf an, zum mindesten einen Punkt zu erringen, da sie sonst den Anschluß an die Spitze verlieren. Trotzdem die Wetzlarer ihre Spielstarke in den letzten Wochen etwas heben konnten, haben sie in Bad=Salzhausen*!L Das nervenberuhigende Heilbad Herz-u.Gefäßleiden •Rheuma Erschöpfungszustände -Katarrhe PAUSCHAL-«. VE RGÜNSTIGUNS KUR EN ! AUSKÜNFTE ERTEILT : M ESSISCHE B ADE D I R E KTION Spay am Rhein bei Boppard Pension Wirth 2851D Vorsaison: Volle Pension 3.25 bis 3.50 Mk. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Herrliche Lage. Rheinterrasse, Bad und WC. im Hause. früher: Haus der Handarbeit £ Seltersweg 73 2832 A \ ..... bitte al'e 1 ----- Z4U1 A ALTHOFF Der einzige Großcircus Althoff] Eröffnung ^GIESSEN g «Oswaldsgarten Urlaub auf See Reisen auf deutochen Schiffen sind Reisen auf deutschem Boden I dwfchlge Ferienreise nach Amerika jeden Donnerstag ab Hamburg ca RM 517.- einschllefllich Hotel und Verpflegung FrUhlinosfabrt nach Madeira mit M. S. „Milwaukee", dem Erholung»- und Vergnügungsrolsenschiff vom 12. bla 26. Juni Mindestfahrpreis von Hamburg bla Hamburg RM 250.- E» reist sich gut mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE i