tjr.281 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag,!. Dezember 1936 ßrltbetTti täglich, nutzer Konnmgs und Feiertags ■Klagen: Die Illustriert, Ljetzener FamMenblätter Heimat im Bild - Die Scholl, V Monatr-Vezugspret«: njlit 4 Beilagen RM. 1.95 Übne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen ,on einzelnen Nummern .infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse lrtter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. sichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: MNksurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und ZteindruSerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeige« für die Mitlagsnummer bis 8* /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf „Platzvorschrift nach vorh.Bereinbg.250/o mehr. Lrmästtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Jer Kaiser-Wilhelm-Kanal. Don Konteradmiral a. D. Gadow. Ausländische Kommentare zur deutschen Erklärung vom 15. November haben xeist ihre Bedeutung für das Benutzungsrecht des j^iier-Wilhelm-Kanals besonders hervorgehoben, r iline solche Hervorhebung ist der Regierungserklä- yng nicht zu entnehmen, jedoch ist diese Wafser- iaße gleichfalls in ihr genannt, und die Kündigung 1=5 auf ihr bisher ruhenden Servituts nach Artikel V ISO bis 386 des Versailler Diktats ist in der Tat pH besonderem militärisch - politischem Interesse, liese Bestimmungen besagten, kurz zusammen^ ssaht: 1. Der Kanalweg steht allen mit Deutsch- - iinb in Frieden lebenden Nationen für ihre iriegs- und Handelsschiffe völlig gleich- tzrechllgt frei und offen. 3. Die Abgaben müssen len Selbstkosten angemessen und für alle gleich sein, 'er Verkehr darf nur nach allgemeinen Zoll-, Ge- sindheits-, Sicherheits- und ähnlichen Vorschriften ixschränkt werden. 3. Das Reich muß den Kanal ;||en und betriebsfähig halten. 4. Unstimmigkeiten höherer Art sollen vom Haager Gerichtshof ent- chieden werden, kleinere in einer Kieler ersten jnstanz. Daß diese Bestimmungen eine Sonderlage iir das besiegte Deutschland zum Zweck der E i n - chränkung seiner Souveränität sein 1 vilten, ergab schon damals ein Vergleich mit ähm ichen Vorgängen. Eine Meerengenkonserenz in Brüssel 1910 hatte als „internationale Wasserwege" □eber den Nordostsee-Kanal noch den von Korinth mgrsehen, da beide keine unentbehrliche Verbindung darstellten und keinen Eingriff in sine Gebietshoheit rechtfertigten. Als solche unent- dchrlichen Verbindungen wurden vielmehr nur , ter Suez- und Panamakanal gesehen. Leiter empfand die deutsche Regierung sofort, daß :er Text des maßgebenden Artikels lückenhaft war lhö die Lage während eines Krieges nicht berücksichtigte, auch eines solchen nicht, an dem Deutschland unbeteiligt war, also Neu- iralitätsrechte genoß. Der Suezkanal war nach [sinem Statut auch f ü r den Kriegsfall cbsolut neutralisiert, selbst gegenüber Interessen der Türkei, der damals die Oberhoheit roch zustand. Er durfte nicht befestigt werden. Für I inen Panamakanal war zuerst ein gleiches Befestl- Zungsverbot geplant, das aber sehr bald fallen gelassen wurde, und die USA. wurden keineswegs verpflidjtet, den Kanal auch im Kriegsfall offen zu Halten. Wie berechtigt die Forderung nach einer i klareren Fassung war, die von den Verbündeten abgelehnt wurde, sollte sich sehr bald zeigen. Als Rußland 1920 Polest überfiel, i hatte die deutsche Regierung ihre Neutralität erklärt und ein Aus - und Durchfuhrverbot erlassen, wozu sie berechtigt war. Als Kanalarbeiter Schwierigkeiten machten, einen dänischen Dampfer mit Kriegsmaterial für Polen durchzulassen, erließ idie Regierung ein Kanalverbot für solche Transporte für beide Kriegführende. Auch Kriegsschiffen Das Passieren zu verwehren, hielt sich die Regierung nicht für stark genug. Hiernach wurde im März 1921 dem französischen Dampfer „W i m b 1 e- I i o n" mit Kriegsgerät für Polen die Durchfahrt »erboten. Die Botschafter erhoben Einspruch und iiie Sache kam vor das Haager Gericht, das Deutschland Unrecht gab und ihm Schadenersatz auferlegte. Die Begründung des Urteils war ebenso lehrreich ' ■für die Einstellung dieses angeblich übernationalen Gerichts wie für die Bewertung der deutschen choheitsrechte. Es wurde feftgeftellt, daß der Kaum International fei, ohne Referoatrechte des Eigentümers, solange er nicht selbst kriegsbeteiligr lei. Eine Gefährdung der deutschen Neutralität liege so wenig vor, wie beim Suezkanal, und auch Amerika habe den Panamakanal bis zu feinem Kriegs- Eintritt für alle Art Verkehr geöffnet, ohne feine Neutralität zu verletzen. Da im übrigen Deutschland Kriegsschiffe durchlassen wolle, könne es um so weniger Kriegstransporten auf Handelsschiffen die Durchfahrt verweigern. Dieses auf der allerdings halben deutschen Maßnahme aufgebaute Argument schlug durch, jedoch gaben drei Richter ein abweichendes Gutachten ab. Zwei von ihnen, ein Italiener und Schweizer, erklärten, die Neutralitätsfrage wäre offenbar bei Abfassung der Bestimmung nicht beachtet und Deutschland daher, mangels Klarheit, dazu berechtigt, im Zweifel feine Bestimmungen im Sinne feiner Handlungsfreiheit und Hoheit auszulegen. Wenn man Deutschland Zoll- und Polizeirechte zuerkannt habe, so müßte es auch das höhere Recht der eigenen Sicherung haben. Demnach würde die Kanalfteiheft notwendigerweise durch Erfordernisse der Verteidigung ober Neutralität eingeschränkt. Ein drittes abweichendes Gutachten (Prof. Schücking) führte aus, jedes Servitut sei im Zweifel einschränkend auszulegen. Der Kanal fei nicht neutralisiert, Deutschland habe nicht ausdrücklich auf das Recht verzichtet, in Kriegszeiten besondere Maßnahmen zu treffen und nach römischem Recht geht „Unklarheit eines Abkommens zu Lasten seines Urhebers". — Solche Haarspalterei und Majorisierung noch einmal zu erleben, konnte für das wehrfreie Reich nicht mehr in Frage kommen, und seine Erklärung Dom 6. November beendet jetzt alle Zweifel. Es konnte u. 11. dabei offen bleiben, ob Deutschland auch die Verpflichtung zu gleichmäßiger Behandlung des Kanalverkehrs mit Abgaben ufw. aufbeben, oder ob es der eigenen Schiffahrt Vorzugstarife gewähren würde. Die Berechtigung dazu wäre ohne Zweifel gegeben, schon aus wirtschaftlichen Gründen, da in diesen Zeiten verminderten Weltverkehrs die Einnahmen zur Unterhaltung der teuren Kunststraße keineswegs immer die Ausgaben Oer ungarische Staatsbesuch in Wien. Gemeinsames ehrliches Öllingen um den wahren Frieden Europas. Wien, 30. Nov. (DNB.) Zu Ehren des ungari- chen Reichsverwesers von Horthy und feiner Gemahlin gaben am Sonntagabend in der feenhaft erleuchteten großen Galerie des Schlosses Schönbrunn der Bundespräsident M i k l a s und seine Gemahlin ein Abendessen, an dem neben Bundeskanzler Schuschnigg und der österreichischen Regierung der ungarische Ministerpräsident D a r a n y i und der Außenminister von Kanya, sowie das diplomatische Korps, darunter der Botschafter von Popen mit Gemahlin, teilnahmen. Im Laufe des Abends hielt Bundespräsident Jlliklas einen Trinkfpruch, in dem er u. a. sagte: In Euer Durchlaucht Staatsbesuch erblicke ich nicht nur eine Bekundung der zwischen Oesterreich und Ungarn bestehenden freundschaftlichen Beziehungen. Ihnen kommt vom Gesichtspunkt ge- chichtlicher Betrachtungen, wie auch gefühlsmäßig eine besondere Bedeutung zu. Ganz besondere Freude erweckt es in uns allen, daß mein Willkommensgruß gerade dem Staatsoberhaupt des durch eine jahrhundertelange Geschichte, durch viele gemeinsame Ruhmestaten, Freud und Leid mit uns verbundenen Königreiches Ungarn gilt, mit dem uns für die Gegenwart und Zukunft weitgehende gleichgerichtete Interessen in der großen Weltpolitik zusammenführen. Wie die Geschichte unserer beiden Länder schick- salsmähig durch viele Jahrhunderte verbunden war, so sieht auch die Gegenwart Oesterreich und Ungarn kameradschaftlich Seite an Seite in die Zukunft vorwürtsschreiten, in zäher Verfolgung der gemeinsamen Ziele, die unseren leitenden Staatsmännern vorgezeichnet sind. Es ist ein gemeinsames ehrliches Ringen um den Frieden Europas. Euer Durchlaucht kommen noch den eindrucksvollen Tagen aus Italien zu uns. Ich weiß mich daher eines Sinnes mit Euer Durchlaucht, wenn ich der Gefühle aufrichtiger Freundschaft und der wertvollen und wirksamen Zusammenarbeit gedenke, die unsere beiden Länder mit dem Königreich Italien zu der ausschließlich dem Frieden und dem Ausbau dienenden Arbeitsgemeinschaft der Römer Protokolle verbindet. Meine Segenswünsche gellen dieser ehrlichen Friedensarbeit unserer drei Länder, die durch die Wiederherstellung des naturgegebe» nen freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den beiden deutschen Staaten Oe st erreich und dem Deutschen Reich noch eine erhebliche Förderung erfahren hat. So mag denn auch die sinnfällige Bekräftigung alter Freundschaft, die wir in dem Besuch Eurer Durchlaucht und Ihrer erlauchten Frau Gemahlin erblicken dürfen, neue gute Früchte tragen. Reichsverweser Molaus von Horthy erwiderte mit einem Trinkspruch, in dem es heißt: Unsere beiden Völker, durch Jahrhunderte hindurch zu gemeinsamer Wehr gegen den äußeren Feind verbunden, haben sich nach den durch die Katastrophe des Jahres 1918 verursachten Irrungen und Wirrungen wieder freundschaftlich die Hand gereicht. Sie haben sich wiedergefunden zu gemeinsamer und zielbewußler Tätigkeit im Interesse der Förderung der Wohlfahrt im Donaubecken und der Schaffung eines dauerhaften Friedens in Mitteleuropa. Ich kann mit Befriedigung feststellen, daß die freundschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder im Herzen beider Nationen tief verankert sind. Wir kommen zu Ihnen in Ihre schöne, auf die geschichtlichen Traditionen mit recht stolze Hauptstadt aus Italien. Der außergewöhnlich warme Empfang, der uns dort zuteil wurde, lieferte den Beweis dafür, daß auch das italienische Volk die von uns befolgte und von der italienischen Regierung unterstützte politische Richtung in allen Stücken gutheißt. Sie haben, Herr Bundespräsident, mit Recht darauf verwiesen, daß unser gemeinsames ehrliches Ringen der Erhaltung des Friedens in Mitteleuropa gilt. Unseren beiden Staaten liegt jede feindliche Absicht gegen dritte Länder fern. Wir suchen die Lösung auf realpolitischer Grundlage bei gegenseitiger Anerkennung der Interessen aller in Betracht kommenden Staaten. Unsere Zielsetzung ist durchaus nicht unvereinbar mit der Freundschaft mit anderen Staaten, wie dies u. a. auch hervorgeht aus der von Eurer Exzellenz selbst erwähnten Wiederherstellung des naturgegebenen freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Oesterreich und Deutschland. Um es kurz zu sagen: Unsere aus den römischen Protokollen sichergebenden Bestrebungen beruhen auf einer Interessengemeinschaft freier, unabhängiger Staaten, die nur das eine Ziel vor Augen haben: Im Kampf um die Wiederherstellung normaler Verhältnisse in Mitteleuropa, ihren Völkern mit friedlichen Mitteln einen Platz an der Sonne zu sichern. Nach dem Abendefsen fand in den Sälen des Schlosses Schönbrunn ein großer Empfang statt. Den festlichen Abschluß der Veranstaltung für den Reichsoerweser von Horthy bildete am Montagabend eine Galavorstellung in der festlich geschmückten Staatsoper. Außer Vertretern des politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Oesterreich war auch das diplomatische Korps mit Damen erschienen, von deutscher Seite Botschafter von Papen, Botschafter von Stein und der Militärattache Generalleutnant Muss, ebenfalls mit Gattin. Nach der Festvorstellung fand ein vom Bundespräsidenten und Frau M i k l a s dem Reichsverweser und Frau Horthy gegebenes Abendessen statt. In der Nacht verließen die ungarischen Gäste im Sonderzug Wien. L u politischen Besprechungen. Zwei amtliche Wiener Mitteilungen. Wien, 30.Nov. (DNB.) lieber die politischen Besprechungen, die anläßlich des Besuches des ungarischen Reichsverwe- f e r s zwischen den österreichischen und ungarischen Staatsmännern stattfanden, wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: „Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und der ungarische Ministerpräsident von Daranyi hatten heute nachmittag eine längere Aussprache. Ebenso fand eine eingehende Unterredung zwischen Staatssekretär für Aeußeres Dr. Schmidt und dem ungarischen Außenminister von Kanya statt. Das Ergebnis dieser beiden Unterredungen, die sich im Geiste aufrichtiger freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den aktuellen Fragen befaßten, war für beide Teile überaus be friedigend und wies eine vollkommene Uebereinftimmung der Anschauungen auf." Weiter wurde folgendes Communique verlautbart: „Der ungarische Minister des Aeußeren von Kanya empfing heute abend den Besuch des deutschen Gesandten in Wien, Botschafter von Papen, und sodann den Besuch des polnischen Gesandten in Wien, Gawronski." ■ ■ . ■. Uß ?/ U LL- •••■ •'/v Der ungarische Reichsverweser Admiral Horthy in Wien. Der ungarische Reichsverweser Admiral von Horthy stattete im Anschluß an seine Italien- reife der österreichischen Regierung einen Besuch ab. Zu seiner Begrüßung hatte sich dev Bundespräsident M i k l a s auf dem Bahnhof eingefunden. Nach seiner Ankunft schritt der ungarische Reichsoerweser, gefolgt vom österreichischen Bundespräsidenten, die Front der Ehrenkompanie ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) decken. Man könnte also sehr gut die Ersparnisse der fremden Schiffahrt durch Vermeidung des Seeweges um Jütland und Skagen in Beziehung fetzen zu den Kanalabgaben, so daß der Anreiz zur Benutzung der Abkürzung immer noch bestehen bliebe, und dafür dem deutschen Verkehr einen Rabat! gewähren. Aber die deutsche Erklärung sieht aus Gründen der Billigkeit hiervon ab und versichert: „Es findet kein Unterschied in der Behandlung deutscher und fremder Schiffe statt. Das gilt auch für die Frage der Schiffahrtsabgaben. Dabei fetzt die deutsche Regierung voraus, daß auf den Wasserstraßen der andern beteiligten Staaten Gegenseitigkeit geübt wird." Es hat sich also niemand zu beklagen, außer denen, die die Absurdität der Diktate von 1919 unter den heutigen Verhältnissen noch nicht erfaßt haben. Was die strikt militärische Seite der Frage betrifft, fo ist wohl bekannt, daß der Kanalweg als innere Verbindung der deutschen Seestreitkräfte eine Lebensnotwendigkeit ist, schon vom alten Moltke gefordert wurde und sich im Weltkriege als unentbehrlich erwiesen hat. Es ist also der Zustand wieder hergestellt, daß das Reich sich in Spannungs- und Kriegszeiten den Schutz dieser wichtigen Verbindung unter Umständen durch Verweigerung der Einfahrt ebenso vorbehält, wie es seine Benutzung von Neutralitätsinteressen abhängig macht. AatwmlsozjaWWeKampsspiele im Rahmen der Reichsparteitage Berlin, 1. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat, wie der „Völkische Beobachter" berichtet, folgende Anordnung erlassen: 1. In Verfolg meiner Proklamation beim Reichsparteitag der Ehre schaffe ich hiermit für die künftigen Reichsparteitage die Nationalsozialist ifchen Kampsspiele. 2. Träger dieser Kampfspiele in Vorbereitung und Durchführung ist die SA. 3. Die erforderlichen Ausführungsbestimmungen erlasse ich nach den Vorschlägen des Stabschefs der SA. Der Reichssportführer wird als Sportreferent der Obersten SA.-Führung zur Mitarbeit bestimmt. Der Stabschef unterrichtet mich fortlaufend von den geplanten Maßnahmen. Dank des Aeichsschatzmeisters der NSDAP. München, l.Dez. (DNB.) Reichsschatzmeister Schwarz veröffentlicht folgende Danksagung: „Es ist mir leider nicht möglich, all den Gratulanten anläßlich meines 61. Geburtstages persönlich für die übersandten Glückwünsche zu danken. Ich bitte daher, auf diesem Wege meinen aufrichtigsten und herzlichsten Dank entgegennehmen zu wollen." Völkerbundsrat in Paris? London, 1. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Nach einer Meldung der „Times" wird die Sitzung des Völkerbundsrates zur Erörterung der von den spanischen Bolschewisten eingebrachten „Klagen" Mitte nächster Woche stattfinden, vielleicht am 10. Dezember. In Dölkerbundskreisen werde als Tagungsort Genf ober Paris genannt. England werde voraussichtlich heute das Telegramm des Generalsekretärs des Völkerbundes beantworten. Zweifellos werde in der Antwort zum Ausdruck gebracht, daß die Sitzung abgehalten werden müsse, obwohl die britische Regierung die Zweifel anderer Mächte an der Zweckmäßigkeit des Vorgehens der spanischen Bolschewisten teile. „Daily Telegraph" ist der Ansicht, die britische Regierung werde den Vorschlag unterstützen, unter Umftänben Paris als Tagungsort zu wählen. Eden habe gestern mit den diplomatischen Vertretern der Ratsmächte die ganze Frage befprocyen. Allerdings habe die französische Regierung Bedenken gegen Paris als Sitz der Tagung, weil sie davon ungünstige Rückwirkungen für Frankreich befürchte. Oer Antikommunismus eine defensive Bewegung. Italienische Klarstellungen.—Entlarvung -er imperialistischen Politik Liiwinow-Finkelsteins. Rom, 30. Noo. (DNB.) In Fortsetzung seiner Polemik gegen Litwinow-Finkelstein weist der Direktor des „Giornale d'Italia" am Montag nochmals die gegen Italien gerichteten Verdächtigungen seiner Spanien-Politik zurück und verlangt von Litwinow-Finkelstein die sofortige Bekanntgabe seiner Unterlagen. „Giornale d'Jtalia" sagt dabei, wenn Litwinow- Finkelstein dieser Forderung nicht nachkomme, so heiße das nur, daß seine Angaben erfunden seien, was heute schon feststehe. Litwinow-Finkelstein treibe dlso eine provokatorische Politik, mit der die eigentlichen düsteren Ziele verschleiert werden sollen. In Wirklichkeit liegen die aggressiven Absichten bei Sowjetrußland. Das genaue dokumentarische Material, das das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" über die Vorgänge in Spanien veröffentlicht habe, liefere den Beweis, daß man in Moskau die Völker in zwei Lager teilen wolle, und daß Spanien für die erste Aktion großen Stiles gegen die faschistischen Staaten und Ideen auserkoren worden sei. Die angebliche Friedenspolitik Litwinow-Finkelsteins sei eine klare Kriegspolitik, wie sich das auch aus dem Moskauer Bericht des „Temps" vo-m 28. November ergebe, wonach ein sowjetrussischer Offizier beim Erscheinen Stalins auf dem Sowjetkongreß klipp und klar erklärte: „Die rote Armee werde nicht nur verhindern, daß der faschistische Angriff auf sowjetrussischen Boden getragen werde, sie werde vielmehr ihrerseits marschieren, um ihn auf seinem eigenen Boden zu schlagen." Diese typischen Worte seien, so betont das Blatt, der beste Kommentar für die großen Rüstun - gen Sowjetrußlands, das seinen heftigen Expansionsdrang ebenso sehr in der äußeren Mongolei, wie mit seinen Drohungen gegenüber den kleinen baltischen Staaten Lettland, Estland und Finnland offenbare. Diesem neuen s o w j e t r u s - fischen Imperialismus werde der Deckmantel des unteilbaren Friedens umgehängt. Die kommunistische Offensive mache die Abwehr zu einer allgemeinen Pflicht, und Litwinow-Finkelstein sollte nicht vergessen, daß immer neue sowjetrussische Transport- und Munitionsschiffe für die spanischen Roten, zuweilen sogar unter Mißbrauch der englischen Flagge, den W'i ins Mittelmeer und nach Spanien nehmen. In dem gleichen Artikel heißt es schließlich, daß, wenn Litwinow-Finkelstein heute die Stimme gegen die antikommunistische Bewegung und die entsprechende Verständigung zwischen Berlin und Rom bzw. Berlin und Tokio erhebe, so müsse festgestellt werden, daß der Antikommunismus eine defensive Bewegung sei, die nicht gegen Sowjetrußland, sondern gegen den Kommunismus und damit gegen die Komintern gerichtet sei. Die Moskauer Regierung habe immer behauptet, mit der Komintern nichts gemein zu haben. Der unüberlegte Protest Litwinows-Finkelsteins verrate aber einen inneren Zusammenhang zwischen den beiden Stellen, den man bis jetzt vergebens durch ein Spiel mit Worten habe verschleiern wollen. Eden Wer das deutsch-japanische Abkommen. London, 30. Nov. (DNB.) Außenminister Eden gab am Montag im Unterhaus auf Befragen eine Erklärung über das deutsch-japanische Abkommen ab. Eden führte aus: „Der Wortlaut des am 25. November in Berlin von den Vertretern der deutschen und der japanischen Regierung unterzeichneten Abkommens ist den britischen Botschaftern in Berlin und Tokio von den Außenminister der beiden Länder kurz vor der Veröffentlichung mitgeteilt morden. Hierbei versicherte der deutsche Außenminister dem britischen Botschafter, daß irgendein militärisches oder anderes Bündnis zwischen Deutschland und Japan nicht vorhanden sei. Der japanische Außemininster erklärte, daß überhaupt kein Geheimvertrag bestehe. Ich habe keine Mitteilung darüber, daß Italien schon ein ähnliches Abkommen mit Japan abgeschlossen hat. Was die Haltung der britischen Regierung angeht, so ist im Unterhaus bekannt, daß die Regierung ausdrücklich jede Tendenz einer Teilung der Welt in verschiedene Lager, besonders auf ideologischer Grundlage, ablehnt. Die Politik der britischen Regierung besteht weiterhin darin, alles in unserer Macht stehende zu tun, um freundschaftliche Beziehungen zwischen allen Nationen zu fördern." Die Komintern in Barcelona? Der Eindruck des deutsch-jaHanischen Abkommens. Paris, 30. Nov. (DNB.) „Matin" will nähere Aufklärungen über die Absichten Sowjetrußlands machen können, insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Tätigkeit der Komintern. Die Unterzeichnung des deutsch-japanischen Abkommens, so schreibt das Blatt, habe in Sowjetrußland einen sehr viel st ä r k e - ren Eindruck gemacht, als man dies allgemein glauben machen wolle. Eine Gruppe in Moskau fei der Ansicht, daß Sowjetrußland sich nicht eher in einen Konflikt einlassen dürfe, bevor es nicht einer zumindesten wohlwollenden Haltung der bürgerlichen Staaten sicher sei. Zu diesem Zweck habe man vorgeschlagen, den politischen Sih der Komintern aus Sowjetrußland zu verlegen. Es handle sich jedoch nur um das politische Sekretariat, während der technische Dienst und die Geheimarchive nach wie vor in Moskau bleiben sollten. Die Versammlungen der Dritten Internationale aber sollen in Zukunft an dem neuen Sih stattsinden. Der ursprüngliche Gedanke, das politische Büro der Komintern nach Paris zu verlegen, sei auf- gegeben worden, da man eine zu heftige Reaktion in der französischen Öffentlichkeit befürchte. Es scheine jedoch, als ob man sich nunmehr auf Barcelona geeinigt habe. Diese Lösung habe nach Ansicht der bolschewistischen Kreise auch den Vorteil, den Kampf endgültig nach dem Westen Europas zu übertragen. Die katalanischen Behörden hätten schon ihre begeisterte Zustimmung zu diesen Plänen gegeben, Die schwarze Flat des Liebeis. Ein englischer Hirtenbrief. London, 30. Nov. (DNB.) In einem Hirtenbrief, der am Sonntag in allen römisch- katholischen Kirchen der Erzdiözese von St. Andrew und Edinburgh verlesen wurde, nennt der Erzbischof Dr. MacDonald den Kommunismus die größte geistige, moralische und soziale Gefahr, der die Welt heute gegenüberstehe. Wo auch immer der Kommunismus sein anmaßendes Haupt erhebe, bleibe eine gräßliche Spur der Gewaltätiqkeiten, des Blutvergießens und des Frevels zurück. Diese Macht behaupte sich durch eine Tyrannei, die angesichts ihrer Rechtlosigkeit und Rücksichtslosib- keit in der Geschichte nichts ihresgleichen finde. Die unaussprechlichen Greuel, die den Aufstieg der kommunistischen Macht in Rußland begleitet hätten, und die schrecklichen Verbrechen, die während der letzten Monate von der roten Revolution in Spanien begangen worden seien, seien lediglich die Durchführung des kommunisti- schen Planes, der, wenn die richtige Stunde komme, auf jedes Land der Welt angewandt werden würde. Es könne wahrlich gesagt werden, daß sich in der Geschichte niemals zuvor eine solche schwarze Flut des Nebels über die Welt ergossen habe, wie sie sich jetzt von Moskau aus verbreite. Molotow verherrlicht das Judentum. Hemmungslose Beschimpfungen Deutschlands. Moskau, 30. Nov. (DNB.) Eine anderthalbstündige Rede des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, Molotow, vor dem Rätekongreß bestand in dem Schema, daß den meisten Kongreßreden zugrunde gelegt war: In der Verherrlichung der „Sowjetdemokratie" und in hemmungslosen Beschimpfungen gegen den „Faschismus", die offenbar eine Antwort auf die Reden des letzten Nürnberger Kongresses der NSDAP, darstellen sollen. Bekanntlich hatte es damals die Sowjetpresse vorgezogen, die Nürnberger Anklagen gegen den Bolschewismus vor der Öffentlichkeit der Sowjetunion voll und ganz zu verschweigen. Molotow sprach nunmehr von „modernen Menschenfressern" und führte als Beispiel dafür — die deutsche Judengesetzgebung an! Ihr gegenüber betonte er, daß die bolschewistische Auffas- sung der Judenfrage sich mit einem Ausspruch Stalins decke, der erklärt hätte, daß der „Antisemitismus als gefährlicher Rest des Kannibalismus für die werktätigen Massen besonders bedrohlich sei. Aktiver Antisemitismus werde in der Sowjetunion mit dem Tode bestraft. Ferner erklärte Molotow, daß die Haltung des Bolschewismus zur Judenfrage dadurch bestimmt fei, daß das jüdische Volk den genialen Befreier der Arbeiterklasse Karl Marx hervorge- bracht habe. In der Sowjetunion würden die Juden als „talentierte Organisatoren und Verteidiger der Sache des Sozialismus" gefördert. Schließlich kam Molotow auch auf das deusich- japanische Abkommen gegen die Komintern zu sprechen und versuchte, es als eine „Verschwörung gegen den Frieden" hinzustellen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung, daß der Kommunismus den Frieden, die gegen ihn gerichteten Kräfte jedoch den Krieg bedeuteten. Moskau putscht auch in Indien. London, 30. Nov. (DNB.) Am Montag gab der Unterstaatsfekretär für Indien, Butler, im Unterhaus eine Erklärung über die Lage an per indischen Nordwest grenze ab. Er teilte mit, daß die Grenzstämme den Wunsch geäußert hätten, daß britische Truppen einen Demonstrationsmarsch durch die fraglichen Gebiete veranstalteten, da sie dem Treiben des die Unruhen verursachenden Fakirs sonst nicht Einhalt gebieten könnten. Um die regierungstreuen Eingeborenen zu stärken, sei dieser Marsch beschlossen worden, dem manche Stämme ernsten Widerstand entgegengesetzt hätten. Verluste seien wegen der Geländeschwierigkeiten unvermeidlich gewesen. Während der dreitägigen Aktionen seien 19 Offiziere und Mannschaften getötet und 119 verwundet worden. Butler bestätigte dann noch auf Anfrage, daß die Stammesangehörigen, die die Unruhen verursachten, nicht aus dem britischen Teil des Gebietes, sondern aus den angrenzenden Bezirken kämen. Außerordentlich bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein Artikel in der „Evening News", in dem betont wird, daß auch bei diesen Unruhen Moskau sei ne Hand im Spiele gehabt habe. Durch den Fakir von Jmpi habe Moskau verbreiten lassen, daß die Engländer in Indien erledigt seien, und daß man ihnen getrost trotzen könne. Jetzt stehe die indische Regierung vor der Notwendigkeit, eine schwierige und kostspielige Strafexpedition zu organisieren, um das britische Ansehen an der Grenze und jenseits der Grenze wiederherzustellen. Die deutsch-spanische Freundschaft. Geschäftsträger General a. D. Faupe» überreicht sein Beglaubigungsschreiben. Salamanca, 30. Nov. (DNB.) Der neuernannte Geschäftsträger des Deutschen Reiches, General a. D. Faupel, überreichte am Sonntagabend dem Bevollmächtigten für auswärtige Angelegenheiten der spanischen Nationalregierung, ©errat, im Hauptquartier des Generals Franco fein Beglaubigungsschreiben. Dabei hielt der Geschäftsträger General a. D. Faupel folgende Ansprache: „Euer Exzellenz! Ich habe die Ehre, Euer Exzellenz mein durch den deutschen Reichsaußenminister, Freiherrn von Neurath, unterzeichnetes Einführungsschreiben zu überreichen. Diese Ernennung bedeutet für mich die größte Genugtuung, da ich schon in meiner Eigenschaft als Präsident des Jbero-Arnerikanischeen Instituts und der Deutsch-Spanischen Gesellschaft, beide in Berlin, Gelegenheit hatte, für die Engergestaltung der kulturellen Bande, die unsere beiden Länder einen, zu arbeiten. Es ist für mich eine besondere Ehre, dieses Amt in dem historischen Augenblick anznlreten, wo mit immer größerer Klarheit zum Ausdruck kommt, daß der Kommunismus die größte Gefahr und eine dauernde Bedrohung für den ersehnten Frieden darstellt und daß er der gemeinsame Gegner aller zivilisierten Völker ist." Der Leiter der außenpolitischen Abteilung der spanischen Nationalregierung, ©errat, dankte dem deutschen Geschäftsträger für seine Worte und gab der Genugtuung darüber Ausdruck, daß gerade der dem spanischen Volke schon seit langem bekannte und für die Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern so überaus verdiente General a. D. Faupel zum Geschäftsträger des Deutschen Reiches bei der spanischen Nationalregierung ernannt worden sei. Darauf erfolgte die Einführung des deutschen Geschäftsträgers beim Staatschef General Franco und die Vorstellung der Beamten der deutschen diplomatischen Vertretung. In den dabei gehaltenen Ansprachen wurde die traditionelle Freundschaft und Verbundenheit zwischen Deutschland und Spanien gefeiert Nach Beendigung des offiziellen Aktes blieben Staatschef General Franco und seine Mitarbeiter noch längere Zeit im zwanglosen Gespräch mit dem Geschäftsträger F a u p e s und den übrigen deutschen Herren zusammen. Sowohl bei der Hin-, wie auch bei der Rückfahrt wurden dem deutschen Geschäftsträger durch eine verstärkte Ehrenwache eines marokkanischen Eliteregimentes und Guardia Civil militärische Ehren erwiesen. In feierlicher Form wurde der deutsche Geschäftsträger durch den Chef der spanischen Nationalregierung sowohl von seinem Hotel abgeholt, als auch wieder dorthin zurückgeleitet. Sestise Kämpfe an der Madrider Front. Salamanca, 30. Nov. (DNB.) Der Heeresbericht gibt bekannt, daß die Nationalen am Sonntag die Kampftätigkeit wieder aufnahmen. Die Front der Roten wurde westlich von Madrid in nördlicher Richtung durchbrochen. Dabei wurden das Dorf Pozuelo de Alarcon und die diesen Ort beherrschenden Höhen , die von Feind stark befestigt waren, eingenommen. Die Bolschewisten haben allein bei dem Angriff einer einzigen Kolonne der nationalen Truppen über 400 Tot» und hundert Gefangene verloren. Eine andere nationale Kolonne fügte dem Gegner bei einem Sturmangriff schwere Verluste zu. Hier ließen die Bolschewisten über 200 Tote auf dem Kampfplatz. Außerdem fiel zahlreiches Waffenmaterial und viel Munition den nationalen Streitkräften in die Hände. Amtliche Nachrichten von der N o r d a r m e e besagen ferner, daß die Nationalen die Ortschaft Hu- mera westlich von Pozuela de Alarcon (etwa vier Kilometer norwestlich von Madrid) besetzt haben. In der Nacht zum Sonntag haben ßuftftreitträfte der nationalen Regierung die Häfen von -Al i - cante und Cartagena mit zahlreichen schweren Bomben belegt. Obwohl bolschewistische Jagdflieger und Kriegsschiffe d en Bombenangriff zu ftnren versuchten, wurden sichtbare Erfolge erzielt. Nationale Flugzeuge bombardierten am Sonntag die Eisenbahnstationen Pedro Abad el Carpio und Montoro (etwa 40 Kilometer östlich von Cordoba) und die in der Nähe der Bahnhöfe haltenden Züge, die beschädigt wurden. Drei sowjetrussische Dampfer in Cartagena versenkt. London, 30.3too. (DRV.) General Q u e i p o d e Llano teilte am Hlonfag über den Rundfunksender von Sevilla mit, daß bei der Beschießung von Cartagena drei sowjetrussische Dampfer versenkt worden seien, von denen einer eine Granatenladnng an Bord gehabt habe. Erfolgreiche nationale Luftangriffe. Front vor Madrid, 1. Dez. (DNB. Funk- spruch vom Sonderberichterstatter des DNB ) An der Madrider Front kam es am Mon'ag zu heftigen Kämpfen um die westlich von der Hauptstadt gelegene Ortschaft Pozuelo d e Alarcon. Nachdem während des Vormittags die nationale Artillerie die feindlichen Stellungen unter Feuer gehalten hatte,, erschienen gegen 14 Uhr fünf nationale Bombenflieger in Begleitung einer Jagdstaffel. Bei herrlich klarem Wetter warfen die Flugzeuge aus etwa 800 Meter Höhe ungehindert ihre Bombenlast ab, die beim Feind beträchtlichen Schaden und riesige Verwirrung verursachte. Etwa eine Stunde später, nachdem die nationalen Flieger bereits wieder fort waren, erschienen zwei rote Bomber, die ungefähr an der gleichen Stelle die nationalen Stellungen bombardierten. Da sie jedoch außerordentlich hoch flogen, war der von ihnen angerichtete Schaden nur gering. Ungeachtet der Gefechtstätigkeit bei Pozuelo griffen die nationalen Truppen am Montag auch die Madrider I n n e n st a d t von der Universitätsstadt ausgehend erneut an. Nationale Artillerie beschoß vor allem die Geaend um die Montana-Kaserne. An der Ponton-Brücke kam es zu heftigen Feuergefechten, da die Roten alles daran fetzten dwse Brücke unbrauchbar zu machen. Im Park der Casa de Campo bat sich ein regelrechter Stellungskrieg entwickelt. Die Bolschewisten wehren sich ver- zweifelt und bringen immer neue Verstärkungen heran, doch müssen sie fast täglich vor den un- aufhaltsam vordringenden nationalen Truppen eine mehr oder weniger große Strecke zuruckweichen. Nach in Salamanca eingetroffenen Berichten belegten bte nationalen Flugzeuge am Montag an der Aragon-Front die feindlichen Stellungen bei Fuendepotos und Alcubierre, sowie die Straßk- von Villamayor nach Farlete erfolgreich mit Bomben. An der © ü d s r o n t bombardierten sie bi« vorgeschobenen roten Stellungen an der Landstraße von Villaharta nach Pozoblanco und von Espiel nach Älcaracejos (nördlich von Cordoba). Rationale Erfolge an der SMaya-Front. Lissabon, 1. Dez. (DNB. Funkspruch.) Qn seiner Rundfunkansprache über den Sender Sevilla meldete General Queipv de Llano am Montagabend neue nationale Erfolge an der Biskaya-Front, wo mehrere strategisch wichtige Punkte besetzt werden konnten. Gegenangriffe der Bolschewisten in der Nähe Bilbaos und bei Villarea (Provinz Alaoa) wurden mit großen Verlusten für die Roten zurückgeschlagen. In Astu- r i e n meldeten sich 228 Ueberläufer bei den nationalen Truppen. Der Vormarsch an der Front von Madrid geht, wie der General weiter erklärte, zwar langsam, jedoch unaufhaltsam vorwärts. Straße nach Straße wird von den nationalen Gruppen in erbitterten Kämpfen den Roten entrissen. Zum Schluß seiner Ansprache forderte der General die vermögende Zivilbevölkerung auf, die Familien der an der Front Kämpfenden mit allen Mitteln zu unterstützen. Die bolschewistischen Bestien. Salamanca, 1. Dez. (DNB. - Funkspruch.) Vom Sonderberichterstatter des DNB.: Der rote Rundfunksender Madrid gab am Montagnachmü- tag die Hetzrede eines Anarchisten wieder, die ein bezeichnendes Licht auf die verbrecherischen Absichten und die V e r t i e r t h e i t der marxistischen und anarchistischen Horden wirft. Der anarchistische Mordbrenner scheute sich nicht, öffentlich zu erklären, daß der Kampf jetzt soweit gediehen sei, daß man nicht mehr von humaner Gestaltung des Krieges sprechen dürfe. Gegen die „Faschisten" sei jedes Mittel recht. „Dir werden uns nicht mehr scheuen", so schloß der Redner, „unsere Bomben und unseren Granatenhagel auf die Zivilbevölkerung zu werfen und die Familien der Faschisten zu töten und zu verwunden. Dir wollen der Delt beweisen, zu was wir fähig sind. Denn die Delt uns Kanaille nennt, so wollen wir auch wirklich Kanaillen fein.“ Auch der Rundfunksender Barcelona rief am Montagabend zum „Austilgungskrieg" gegen das nationale Spanien auf. Man werde nichts unver- MÄ i Ad -in r»5* SSy ;SS-> OlUNg nI$! ; Wast.u'ü Men einer g das noch i k zMe, das -besitzt, em ip zu einer D o 5 gering Bem ö entrichtet. 6 ■ Jahren, um ■ -Mslosigkeit i sde. Jeder ab 5 genug M j daß es auch I ,'fl üebenskams *1 ,x.6rl sucht lassen und sämtliche Mittel anwenden, um die Faschistenbrut endgültig auszurotten.(!) Note Milizen in Malaga unter sowjetrussischem Kommando. SieZ London, 1. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus zuverlässiger Quelle aus Gibraltar meldet, sind ein sowjetrussischer General und mehr als 100 sowjetrussische Offiziere in Malaga eingetroffen und haben das Kommando über die dortige rote Miliz übernommen. Zweimal täglich würden die Milizmänner von den sowjetrussischen Offizieren ausgebildet: im Laufe dieser Woche erwarte man 2 Ö sowjet- russische Flugzeuge in Malaga. „präsident^Casarwvas geht nach Paris auf „Urlaub". Paris, 30. Nov. (DNB.) Havas meldet aus Barcelona, daß der Präsident des katalanischen Parlaments, Casanovas, am ©onntagnachmittag nach Paris abgereist sei. Wie der Havas-Bericht- erftatter weiter meldet, habe Casanovas um einen Urlaub von einigen Tagen nachgesucht. In der letzten Zeit sei Casanovas im Innenministerium zu- rückgehalten worden, um die Ergebnisse einer Unter« suchung über politische Umtriebe gewisser extremistischer Organisationen abzuwarten. Der Havas-Mel« düng zufolge habe es sich aber nicht um eine Verhaftung gehandelt. Der innere Kampf in der französischen Volksfront. Paris, 1. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Die Pari- fer Presse beschäftigt sich immer eindeutiger mit der Frage, welche Partei aus der „Volks"' front zuerst ausbrechen werde. Daß es innerhalb der Volksfront bedenklich gärt, wird als stillschweigende Voraussetzung hingenommen. Anlaß zu dem Meinungsstreit gibt vor allem die Bemerkung des Kommunisten Thorez, wonach das Schicksal der „Volksfront nicht von einem bestimmten Ministerium abhänge, d. h., daß ein Sturz der Regierung Blum nicht das Ende des Volksfront- Versuches zu bedeuten brauche. Gegen diese kommunistische Auffassung wendet sich die marxistische Zeitung „Populaire" mit alleip Nachdruck und schreibt u. a.: Thorez scheint sich ein» „Volksfront-Regierung unter dem Vor- sisi. eines anderen Marxisten als Leon Blum als möglich vorzustellen. Das fei entweder ein Witz ober eine etwas gewagte Behauptung. Die sozialdemokratische Partei stehe hinter ihrem Vorsitzenden. Wenn man also plane, den Ministerpräsidenten Leon Blum zu stürzen, dann würde man auch seine Partei als solche zu Fall bringen. Die Kommunisten müßten an ihre Verantwortung denken. Nach mehrfachen Erklärungen Blums zu schließen würde die kommunistische Partei, wenn sie gegen die Regierung Blum stimme, sofort den Rücktritt der Regierung heraufbeschwören, gleichviel wie das ziffernmäßige Abstimmungsverhältnis ausgehen würde. Es hänge von den Kommunisten allein ab, ob die Feinde der „Volks"- front-Regierung triumphieren sollen. Scharfe Kritik am französisch-sowjetrussischen Pakt. Paris, 30. Noa. (DNB.) In einer Versamm- hing nationaldenkender Franzosen in Versailles geißelte Senator H a y e den französisch-sow- jetrussischen Patt. Wenn Frankreich in Europa vereinzelt dastehe, so deshalb, weil seine Politiker mit Sowjetrußland und sogar mit der Komintern paktieren. Der Kampf gegen d i e ko mm unistische Gefahr wurde auch von sämtlichen anderen Rednern gefordert. Paris, 30. Nov. (DNB.) Unter Vorsitz von Ministerpräsident Blum hat am Montagabend eine Besprechung der Minister stattgefunden, die für die Landesverteidigung zuständig sind. Auch Außenminister Delbos wohnte den Bev- handlungen bei. I Siel, 30. § aus dem l liier für die a 6e am 20. N tragische Weise in diesem lagt Wen** & Muni* MM. Älle Sä W herbes Mn Kn de ssche Still als :> Xrauergc 1 ityffitn Mit der iitriiti Särge, uttzliiil. Die übi riM die in die ii dn Kapelle a M mit einen Gier hallen d Klebenden Ka Mgen und die birine. 7 IZkoß ist die iärgen niedergi Wer5 legt sieht mai tiers der Ärie :ir Luftwaffe, de M Schleswig-^ Kiel. N Abschieds Wischen Mari Me Seele" na Siofftn r ®.“rt zu f, iss Kriegsmarin rufi W «men Irt L“? SEebt. W di- entW O4 iie« Ar V’ön einer Al K" an euch I?,^chen fol fei fe | 18'. Me IWir ouf: FhAMen >«Äm l’m, bas ' s. A Ute r5 Zimier K".>e „Tag -er nationalen Solidarität." Jn diesem Jahre am Samstag, 5. Dezember 1936. Berlin, 30.Jtoo. (DNV.) der „lag der nationalen S o 116 a r i f ä r findet in diesem Aahre am Samstag. 5.Dezember, statt, wie dlsher werden auch in diesem Jahre wiederum die führenden und bekannten Persönlichkeiten aus par- Ki, Staat. Kunst und Wissenschaft für das Vln- terhitfswerk sammeln. Die Sammlung wird in den Ilachmittagsstunden des 5. Dezember durchgeführt. Der „Tag der nationalen Solidarität" 1935 erbrachte fast 4,1 Millionen Mark zugunsten des win- ierhilfswerkes. Er muh auch in diesem Jahre ein voller Erfolg werden. Ehrendienst. Denn im Auslände die großartigen Erscheinungen des neuen Deutschland bewundert werden — fei es nun die Winterhilfe, oder die NS.-Gemein- meinschaft „Kraft durch Freude", die Olympiade läer irgend ein anderes Werk — so spricht man mit Anerkennung von der „Organisation", die solche» schuf und in der die Deutschen Meister seien. Wo in dieser Welt die Einrichtungen des nationalsozialistischen Deutschland nachgeahmt werden, nimmt man daher diese Organisation, die Kunst der Gliederung, der Propaganda und Zusammenfassung, als Beispiel. So anerkennend das für uns Deutsche immer sein wird, so verkennt man allzuleicht den Kern der Sache. Das Geheimnis unserer Erfolge ist durchaus nicht in der Organisation allein zu suchen, so notwendig diese auch ist, sondern in der Gesinnung. Man kann in einem großen und reichen Lande eine wunderschöne Organisation für ein soziales Hilfswerk „aufziehen" und wird doch nur bescheidene Erfolge aufweisen, wenn die Bevölkerung nicht den richtigen G e i st der Hilfsbereitschaft und der Brüderlichkeit besitzt, der zum Gelingen einer großen Sammlung für Wohlfahrts- zwecke die Voraussetzung ist. Es kann anderseits ein Land, das noch vor drei Jahren Millionen Arbeitslose zählte, das keine großen natürlichen Reichtümer besitzt, ein freiwilliges Hilfswerk durchführen, das zu einer Dolksfache wird, bei der nicht nur der Wohlhabende gern feinen Betrag, sondern auch der gering Bemittelte mit Begeisterung fein Scherflein entrichtet. So war es in Deutschland schon vor drei Jahren, und so ist es noch heute, obwohl die Arbeitslosigkeit und damit die Massennot geringer wurde. Jeder aber weiß, daß es immer noch Schäden genug gibt, die aus schwerer Zeit übrigblieben, und daß es auch viele Alte und Schwache gibt, die den Lebenskampf nicht mehr aufnehmen können. Und weil dieses Volk geläutert ist in schlimmen lagen, weil es die Not an den Haustüren von Millionen gesehen hat, zum großen Teil selber darunter litt, deshalb ist es erfüllt von dem großen Schwünge der Solidarität. Solidarität ist dasselbe wie Sozialismus, wenn wir dieses Wort nicht im Sinne des Klaffen- kampfes verstehen, sondern wenn wir mit ihm die Summe aller menschlichen und gesellschaftlichen Beziehung bezeichnen. Sozialismus bedeutet die Bereitschaft eines Volkes, zu gemeinsamen Zielen in guter Kameradschaft zu streben und, wenn es sein muß, diese Gemeinschaft auch im Tode zu besiegeln. Am kommenden Sonntag ist der Tag der n 'a - tionalen Solidarität innerhalb der Deran- staltungen des Winterhilfswerkes. Es soll nicht so sein, daß das große WHW., das Gemeinschaftswerk der Nation, in feiner vielen Kleinarbeit allein eine Sache der vielen „kleinen Leute" werde, die von Haus zu Haus, von Treppe zu Treppe eilen, um Gelder und Sachspenden einzuholen. Nein: keiner im deutschen Lande schließt sich aus, weder von der Gabe, noch von der Arbeit, wenn an ihn der Ruf ergeht? Am nächsten Sonntag wird das wieder einmal demonstriert werden, wenn die führenden Männer des Staates, der Partei, der Gemeinden, der öffentlichen Körperschaften, die Beamten aus Ministerien und Rathäusern, die Männer der Kunst, des Sports, der Presse usw. mit der Sammelbüchse durch die Straßen unserer Städte und Dörfer gehen. Das deutsche Volk versteht diese Aktion sehr gut in seinem höheren Sinne und wird gern und freudig am Tage der „Prominenten" seine Gaben für" den Dienst der großen Hilfsgemeinschaft bereithalten. Die Männer und Frauen, die am 5. Dezember, am Tage der nationalen Solidarität, zu uns kommen werden, erheben keinen Anspruch darauf, besonders geehrt, oder bedankt zu werden. Sie haben den ganz einfachen Gedanken der Pflichtersül- I un g für eine große und schöne Sache, den Wunsch, mithelfen zu können, um Hunger und Kälte auch in diesem Winter zu überwinden. Diese Sammler kommen nicht zum ersten Male, zum großen Teil helfen sie auch bei den übrigen Aktionen des WHW., aber an dem einen Tage des Jahres wollen sie auch für sich allein das Herausstellen, was deutscher Sozialismus bedeutet: nationale Solidarität! Dazu fühlen sie sich dem Werke Adolf Hitlers am stärksten verbunden und damit wollen sie beitragen, daß der Erfolg groß und eindrucksvoll fei. Es ist ein Ehrendienst am Volke, der geleistet wird — und das deutsche Volk wird diesen Dienst durch reiche Spenden vergelten! Oie Beisehung der Gefallenen des„U 18". Ergreifende Feier in Kiel. Kiel, 30. Noo. (DNB.) Am Montagnachmittag fand auf dem Gamifonfriedhof in Kiel die Trauerfeier für die acht Verunglückten von „U 18" statt, die am 20. November in der Lübecker Bucht auf tragische Werse ums Leben kamen. Ganz Kiel steht an diesem Tage im Zeichen der Trauer. Unzählige Hakenkreuzsahnen, auf Halbmast gesetzt, bekunden die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Kriegsmarine. Alle Schiffe, auch die der Handelsmarine, haben Trauerbeflaggung angelegt. Graue Regenschleier hüllen den Hafen ein. Feierliche Stille liegt über dem Garnisonfriedhof, als bie Trauergäste durch das Spalier zur Gruft schreiten. Mit der Kriegsmarineflagge bedeckt stehen hier drei Särge, umgeben von Blumen und Tan- nengrün. Die übrigen fünf Särge der toten Kameraden, die in die Heimat übergeführt werden, find in der Kapelle aufgebahrt. Der Kommandant von „U18" mit einem Oberfeldwebel und einem Unteroffizier halten die Totenwache. Davor stehen die überlebenden Kameraden von „U18", die Angehörigen und die Ehrenabordnungen der Kriegsmarine. Groß ist die Zahl der Kränze, die an den Särgen niedergelegt werden. Den Kranz des Führers legt Generaladmiral Raeder nieder. Weiter sieht man u. a. Kränze des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, des Oberpräsidenten und Gauleiters von Schleswig-Holstein sowie der Kriegsmarine- ftabt Kiel. Nach Abschiedsworten des evangelischen und des katholischen Marinepfarrers und dem Choral „Harre meine Seele" nahm Flottenchef Admiral Förster das Wort zu folgender Ansprache: „Im Namen der Kriegsmarine und besonders im Namen der Flotte rufe ich euch gefallenen Kameraden von ,U18‘ einen letzten Abfchiedsgruß zu. Ihr starbt für eure geliebte U-Bootwaffe, die Waffe, die uns durch die entschlossene Tat unseres Führers vor anderthalb Jahren wieder in die Hand gegeben wurde und die ihr mithalft, fchlagferttg und scharf zu machen. Ihr fielt im Angriff, wie Weddigen fiel, bei einer Angriffsübung, die höchste Anforderungen an euch stellte, weil sie euch bereit und fähig machen soll zur höchsten Leistung, die wir alle von euch erwarten. Doll Stolz und Begelste- rung setztet ihr dabei euer aanzes Können und Wollen, setztet ihr dabei euer Leben ein. Ihr ging! dahin getreu eurem Eid in der Erfüllung eurer soldatischen Pflicht. Euer Opfer soll uns eine Mahnung sein, jederzeit in höchster Einsatzbereitschaft auf unseren Posten zu stehen, jeder an der ihm zugewiesenen Stelle. Wir stehen erschüttert an diesen Sargen. Wir vereinigen uns in aufrichtiger Trauer mit den Verwandten und Angehörigen, die mit dem Verlust dieser blühenden Leben so viel Glück und so viel Hoffnung aus ihrem Leben schwinden sahen. Und wir drücken stumm in kameradschaftlicher Teilnahme die Hände den geretteten Kameraden von ,U 18‘. Aber aufrecht und stark gehen wir von dieser Abschiedsstunde wieder an unsere Arbeit, an das Werk, an dem sie mit so großem Mut arbeiteten und mitgewirkt haben, an den Ausbau unserer geliebten Kriegsmarine. Auch über diesen Gräbern soll und muß das Wort stehen: .Nicht klagen, wieder w a g e n !‘ So wollen wir Abschied neh. wen von unseren toten Kameraden. Wir wollen ^hnen noch einmal danken für ihre Pflichterfüllung und ihre Kameradschaft im Leben und Sterben. '•Bir wollen ihnen versprechen, daß wir sie immer in treuer Erinnerung behalten werden als leuchtendes Vorbild. Wir wollen dann mit frischem Mut von dieser Stunde des Friedens und der Er- füllung an unseren Dienst für Deutschlands Ehre und Größe Herangehen. Und so rufe ich über die Gräber unserer toten Kameraden hinweg den Lebenden zu: Vorwärts mit Gott für Führer und Vaterland." Kommandos ertönen. Die Ehrenkompanie tritt unter das Gewehr. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden verliest der Ches der U- Boot-Flottille „Weddigen", Kapitän z. S. L o y k e , die Namen der mit „U 18" Gebliebenen. Drei Salutsalven folgen. Oer Oberbefehlshaber der Kriegs- marine,GeneraladmiralOr.h c.Raeüer, wendet sich darauf an die Angehörigen der toten Kameraden von „U18": „Im Namen des Führers und Reichskanzlers soll ich Ihnen allen noch einmal sagen, wie er von ganzem Herzen an Ihrer und der Kriegsmarine Trauer teilnimmt und wie er selbst in Dankbarkeit, Stolz und Anerkennung unserer Gefallenen gedenkt. Im Sinne dieser Worte, denen sich der Reichskriegs- Minister anschließt, drücke ich Ihnen allen und im Geiste unseren lieben Gefallenen die Hatü)!" Und an die überlebende Besatzung von „U18" gewandt sagte er: „Ueberlebende! Nun wieder im Geist der Gefallenen weiter vorwärts im Namen unseres Führers und Volkes." Nach der ergreifenden Trauerfeier wurden die sterblichen Ueberreste des Stabsmatrofen Schrumrn aus BüdolÄiorf bei Rendsburg, des Mafcbinisten- maats Wanfleck (Schönewerda, Provinz Sachsen) und des Torpedoboots - Obermechanikergastes Panitzi (Groß-Voigtsberg in Sachsen) der Erde übergeben. In die Heimat übergeführt werden: Oberleutnant (Jng.) Bastian (Breisach am Rhein), Obermaschinist Czygan (Kronau, Ostpreußen), Stabsmatrose Dorrath (Niedereichstädt, Provinz Sachsen), Stabsheizer Ulrich Ehrig (Neumünster) und Oberheizer Abels (Düsseldorf-Rath). Empfang der Kulturschaffenden im Propagandaministerium. Aus Anlaß der dritten Jahrestagung der Reichskulturkammer neranftaüete der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in den Festräumen feines Ministeriums einen großen Empfang. Der Abend sah die führenden Persönlichkeiten des deutschen Kunst- und Kulturlebens als Gäste des Präsidenten der Reichskuttur- kammer vereint. Reichsminister Dr. Goebbels, Frau Magda Goebbels und Staatssekretär Funk hießen die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. An dem Empfang nahmen außer den Reichsfultur- fenataren viele namhafte deutsche Künstler aus dem ganzen Reiche teil. Besonders stark waren die Angehörigen des Berliner Theater- und Filmlebens vertreten. Man bemerkte ferner viele der bekanntesten deutschen Maler, Bildhauer, Komponisten, Dichter, Musiker und Architekten. Die Präsidenten, Präsidialräte und Geschäftsführer der Einzelkammern der Reichskulturkammer waren fast vollzählig erschienen. Unter den Anwesenden befanden sich ferner zahlreiche Persönlichkeiten des polittschen Lebens, darunter Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Reichsjustizminister G ü r t n e r und Obergruppenführer vonIagow. Nach den sachlichen Beratungen der Reichskulturkammer und des Reichskultursenats war dieser Abend der freundschaftlichen und herzlichen Unterhaltung der deutschen Kunstschaffenden mit den leitenden Persönlichkeiten der nationalsozialistischen Kulturführung gewidmet. Mit seinem überaus harmonischen Verlauf war er ein neuer schöner Beweis für die enge Verbundenheit, die zwischen dem Betreuer des deutschen Kunstschaffens, Reichsmim- fter Dr. Goebbels, und den deutschen Künstlern besteht. a p £ L VollauioroobilvonKM^U j deßrlMrfrfy! f Setzen Sie sich möglichst sofort mit Ihrem OPEL-Händler in Verbindung, um Ihren Auftrag noch rechtzeitig unterbringen zu können. Eine Ersparnis bis zu 5O^o und mehr des Kaufpreises ist nach den Bestimmungen über Steuerermäßigungunter gewissen Bedingungen bei Anschaffung eines fabrikneuen Wagens bis Ende des Jahres möglich. Um auch den »Steuerkäufern«, d.h. allen denen, die diesen bedeutenden Vorteil nutzen wollen, höchsten Gegenwert zu bieten, bringt OPEL jetzt schon die 1937er Modelle der bewährten Typen OPEL P4, OPEL »Olympia« und OPEL »6«. - *■ Vfv ■ . tjETZT wfaMggLOt Deutsche Jugendliche in Polen verurteilt. Das Urteil im Tarnowitzer Prozeß. Kattowitz, 30. Nov. (DNB.) Vor dem Gericht in Tarnowitz ging am Samstag der Prozeß gegen 49 deutsche Jugendliche zu Ende, der Mitte November begonnen hatte. Die Anklage warf den deutschen Jugendlichen Geheimbündelei vor. Die Angeklagten, von denen acht nicht zur Verhandlung erschienen waren, gehörten zu den aufgelösten Jugendorganisationen „Oberschlesier Wanderbund Kattowitz", „Tarnowitzer Wanderbund" und „Jugendgruppe des Verbandes deutscher Katholiken in Polen" in Radzionkau. Die Staatsanwaltschaft erblickte das Vorliegen der Geheimbündelei darin, daß diese drei Vereine vor ihrer Auflösung untereinander organisatorische Verbindungen gehabt hätten. Sie hätten Gliederungen unterhalten, deren Bestehen vor den Behörden geheimgehalten worden sei. Ebenso seien die Aufgaben und Ziele der Jugendvereinigungen geheimgehalten worden. Die Vernehmung der Angeklagten wie auch der Zeugen, unter denen sich eine Anzahl Kriminalbeamter befand, erbrachte keinen Beweis für die zur Last gelegten Beschuldigungen. In seiner Anklagerede bezeichnete der Staatsanwalt die Betätigung und das Ziel der Jugendorganisationen als rein politisch und beantragte daher wegen Geheimbündelei gegen die Angeklagten hohe Strafen. Das Urteil fiel überaus streng aus: Die Hauptangeklagten Horn und Freier wurden zu je 2% Jahren Gefängnis verurteilt. Acht Angeklagte erhielten je Jahre, neun Angeklagte je ein Jahr und acht Angeklagte je acht Monate Gefängnis. Sieben Angeklagte im Alter von 15 bis 17 Jahren wurden zur Unterbringung in einer Erziehungsanstalt verurteilt. Drei dieser Angeklagten, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhielten einen dreijährigen Strafaufschub. Während dieser Zeit sollen sie jedoch unter Vormundschaft gestellt werden. Nur in sieben Fällen kam das Gericht zu einem Freispruch. Keinem der Verurteilten wurde eine Bewährungsfrist zugebilligt, obwohl sie alle noch unbestraft sind und in jugendlichem Alter stehen. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht zunächst fest, daß die Angeklagten Mitglieder ordnungsmäßig angemeldeter Vereine waren, also keinem Geheimbunde angehörten. Dagegen stellte es sich auf den Standpunkt, daß die Organisationsform dieser Vereine und ihre Arbeit bzw. ihr Ziel vor den Behörden geheimgehalten worden sei. Nach der Urteilsverkündung stellte der Staatsanwalt mit der Begründung, daß Fluchtverdacht vorliege, Haftantrag für alle Angeklagten, die bis zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Diesem Antrag widersetzte sich die Verteidigung, die ihrerseits die Haftentlassung des Angeklagten Freier beantragte, der sich als einziger noch m Untersuchungshaft befindet. Nach kurzer Beratung gab das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes insofern statt, als es die Verhaftung des Angeklagten Horn anordnete. Weitere Verhaftungen gestattete das Gericht nicht. Die Haftentlassung Freiers wurde abgelehnt. Das Gericht erklärte sich jedoch bereit, Horn und Freier gegen eine Sicherheitsleistung von je 6000 Zloty freizulassen. Zum Schluß legte die Verteidigung im Namen sämtlicher Verurteilten B e- r u f u n g ein. Tiefer Eindruck bei der deutschen Volksgruppe. Kattowitz, 30.Nov. (DNB.) Das überaus harte Urteil des Tarnowitzer Bezirksgerichtes gegen die deutschen Jugendlichen hat bei der deutschen Volksgruppe einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Die deutsche Minderheitenpresse bringt am Montag das Urteil in großer Aufmachung auf der ersten Seite und nimmt in umfangreichen Kommentaren Stellung zu diesem harten Richterspruch. Das Organ der Jungdeutschen Partei in Polen, „Der Aufbruch", schreibt u. a.: „Die ganze deutsche Volksgruppe in Polen fühlt sich durch dieses harte Urteil bis ins Herz getroffen. Die ganze Tragik der deutschen Jugend tritt hier zutage. Indem das Urteil den toten Buchstaben des Gesetzes über den lebendigen Geist stellt, soll der deutschen Jugend jede Möglichkeit genommen werden, sich entsprechend ihrer Weltanschauung zu organisieren und die für den künftigen Bestand unserer Volksgruppe notwendige Erziehungsarbeit zu leisten. Es sieht so aus, als ob jedes offene Bekenntnis zum Deutschtum ein Verbrechen wäre." Die „Kattowitzer Zeitung" erklärt: „Älit tiefster Erschütterung nimmt das Deutschtum das Urteil zur Kenntnis, das in Tarnowitz gegen unbescholtene junge Menschen gefällt worden ist. Der Paragraph 165 des Strafgesetzbuches, dessen Uebertretung das Gericht als gegeben angesehen, hat, wurde mit aller Strenge angewandt. Das Schicksal derjenigen Jugendlichen, denen die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt droht, rührt nicht nur die Empfindungen der Eltern dieser jungen Menschen, sondern die aller deutschen Väter und Mütter. Die verurteilten jungen Deutschen werden durch den Spruch des Tarnowitzer Gerichtes zu verlotterten Individuen gestempelt. Verständnislos nimmt die deutsche Volksgruppe das harte Urteil auf." SolftfWiWe Drohungen gegen Lettland, Estland und Finnland. Moskau, 30. Nov. (DNB.) Der Leiter der Kommunistischen Partei des Leningrader Gebiets, einer der Stellvertreter Stalins im Sekretariat der Gesamtpartei, S ch a n o w, richtete am Sonntag in einer längeren Rede auf dem Rätekongreß, der, wie üblich, weniger den Fragen der „Verfassung , sondern Beschimpfungen des „Faschismus" gewidmet war, auffallend scharfe Drohungen gegen die Nachbarländer des Leningrader Gebiets: Lettland, Estland und Finnland. In diesen kleinen Ländern, sagte Schanow, gebe es „große Abenteurer, die ihr Land faschistischen Großmächten als Operationsbasis gegen die Sowjetunion zur Verfügung stellen möchten". Diese kleinen Länder müßten sich in acht nehmen, daß die Sowjetunion nicht ihr ihnen zugekehrtes Fenster weit aufmache und „mit $ i I f e her roten Armee nachsehe, was drüben los fei!!" Roosevelt in Buenos Arres. Buenos Aires, 30. Nov. (DNB.) Am Montag kurz nach 18 Uhr MEZ. traf Präsident Roosevelt an Bord des amerikanischen Kreuzers „Indianapolis" in Buenos Aires ein. Die gesamte argentinische Hochseeflotte war den amerikanischen Kriegsschiffen bis zum Kap Polonia an der Küste von Uruguay entgegengefahren und geleitete den amerikanischen Präsidenten gemeinsam mit einem Geschwader von 35 Marine-Flugzeugen nach der argentinischen Hauptstadt. Im Hafen wurde Roosevelt, der sich in Begleitung seines Sohnes befand, vom argentinischen Staatspräsidenten General I u st o feierlich empfangen. Zur Begrüßung hatten sich außerdem der argentinische Außenminister Dr. Saavedra Lamas, der amerikanische Staatssekretär H u l l, der argentinische Landwirtschaftsminister, der päpstliche Nuntius als Doyen des Diplomatischen Korps und der amerikanische Botschafter ein- gefunben. Ferner waren die Spitzen der Militär- unb Zivilbehörben anwesenb. Eine vieltausenbkäp- fige Menschenmenge bereitete Präsibent Roosevelt eine begeisterte Begrüßungskunbgebung. Nach einer Ansprache bes Bürgermeisters von Buenos Aires, in ber biefer ben amerikanischen Präsibenten herzlich willkommen hieß, geleitete General Justo seinen Gast burch bie festlich in ben argentinischen unb amerikanischen Farben geschmückten, van bichten Menschenmengen umsäumten Straßen nach ber amerikanischen Botschaft, wo Roosevelt Quartier nehmen wirb. Präsibent Roosevelt stattete um 17 Uhr (22 Uhr MEZ.) bcm Präsibenten ber argentinischen Republik, General Justo, im Regierungspalast einen offiziellen Besuch ab. Die Zusammenkunft ber beiben Staatsoberhäupter, ber auch ber argentinische Außenminister beiwohnte, verlief sehr herzlich. Aus aller Welt. Millionenstiftung eines englischen Automobil-Industriellen. Der bekannte englische Industrielle Lord Nuf. field, ber erst kürzlich burch eine Stiftung an die Universität Oxford in Höhe von 2 Millionen Pfund Sterling von sich reben machte, hat für bie Arbeiter und Angestellten seiner neun Automobilfabriken einen Betrag von 2 215 Millionen Pfund ausgeworfen. Der genannte Betrag stellt den Gegenwert von einer Million Stammaktien ber Morris Motors Ltd. bar, beren Dividenbe zur Errichtung eines Morrisfonbs benutzt werben soll, aus bem bie Lohnempfänger anteilmäßig Divibenbe und außerbem die Bezahlung ihres jährlichen Urlaubes erhalten sollen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Die Witterung Mitteleuropas wirb noch immer von bem nordischen Sturmwirbel beherrscht. Während er aber am Montag noch milde Meeresluft auf das Festland verfrachtete und zu verbreiteten Regenfällen Anlaß gab, Ijat sich unter stark böigen Westwinden in der Nacht zum Dienstag eine Zufuhr kälterer Meeresluft eingestellt. Sie gab zu rasch wechselnder Bewölkung mit schauerartigen Niederschlägen, in den Gebirgen vielfach in Schnce- form, Anlaß. Heber dem Atlantik ist bereits ein neuer Sturmwirbel in Entwicklung, so daß eine durchgreifende Abkühlung für die Niederungen nicht zu erwarten ist. Im Gebirge wird sich jedoch wieder Frost einstellen. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit Aufheiterungen, aber auch einzelnen Niederschlagsschauern (im Gebirge vielfach Schnee oder Graupeln), bei teilweise böigen West- bis Nord- westwinden, Temperatur wenig geändert. Lufttemperaturen am 30. November: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 1. Dezember: morgens 3,5 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum heute nacht 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. November: abends 3,1 Grad; am 1. Dezember: morgens 3 Grad Celsius. — Niederschläge 2,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf- und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Statt Karten. vom Tode ereilt nachtsgeschenk? 761?A Reflektor .... RM. 4 — Im Namen aller Hinterbliebenen: RM. 3.— Birne Frau Emma Schüßler, geb. Stein. Gienen, Groß-Umstadt, den 28. November 1936. 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Aber Jahrtausende vor der Benutzung gemünzten Goldes, Silbers und Kupfers hatten unsere Vorfuhren doch bereits Wertmesser, die dem Handelsverkehr eine breitere Grundlage gaben, als es der noch viel ältere Tauschhandel vermochte. Galt im Tauschverkehr nur das eine Tauschobjekt im jeweiligen Verhältnis zum andern Tauschgegenstand, so ist „Geld" etwas, das innerhalb eines gewissen Gebietes ständig „gilt". Finden wir den Begriff „gelt“ — althochdeutsch — oder „jelt“ — altfriesisch — in altgermanischen Sprachdenkmälern, fe ist damit noch nicht Münzgeld, sondern „Leistung" oder „Gegenwert" zu verstehen. Im Langobardischen gab es beispielsweise das Wort „launegild“, das bedeutet „Lohnentgelt", also die Gegenleistung für geleistete Dienste. Noch Walther von der Dogelweide bezeichnet mit dem Worte „gelt“ eine Schuld: „nun grozer gelt ist abe geslagen“ (meine große Schuld ist abgeschlagen, vom Kerbholz getilgt). Hören wir vom „Wergeld", althochdeutsch were- gelt, so ist darin ein Ersatzanspruch für erlittenen Schaden — Tötung, Eigentumsverletzung — zu verstehen. Und eben daraus entwickelte sich der Begriff „Geldwert", „Preis"; denn alte Rechtsgrundsätze setzten solche Werte genau fest. Für die Tötung eines Freien mußten soundso viel Stücke Vieh oder Spangen Goldes gegeben werden, um die Blutrache — oder später die gerichtliche Sühne — abzuwenden. Wir sehen hier gleich, in welchen Stoffen die Geldwerte errechnet wurden. Gerade das „kugildi“, das Kuhgeld, spielt eine bedeutende Rolle im altgermanischen Rechtsleben. Außer den Metallspiralen war beliebte Gegengabe — z. B. beim Kauf oder aber als Geschenk an Gesolgs- mannen — der Ring. Mit der Zeit stellte man sehr rohe Ringe — die sich ihrer scharfen Kanten halber gar nicht zum Tragen eigneten — massenweise her, nur um sie als Zahlungsmittel zu verwenden. Waren ehedem bronzene Sicheln und kupferne Doppeläxte Dinge von Gebrauchs- und Geldwert, so verfertigte man sie bei steigendem Handelsbedarf schon vor Jahrtausenden in Mengen als „Stückgeld". Natürlich trat nun die Gebrauchsfähigkeit völlig zurück; es war schlechte Serienware, was die Form, Wertmetall, was den Stoff anbetrifft; und es ist bei alten Funden ein Zeichen, daß wir es mit echtem „Gerätegeld" zu tun haben, wenn der Gegenstand in „Kümmerform" — also gebrauchsunfähig — erscheint, wie z. B. die Sicheln so klein und die Aexte so schwach waren, daß sie keinen praktischen Zweck erfüllen können. Hacksilber wurde als Geld verwogen. Käse wurden in christlicher Zeit als Zins gezahlt, in Rund- und Backsteinform. Bei den Friesen wurde weit ins Mittel- alter mit dem „vadmal“, dem Tuchmaß, bezahlt, Tuchstücken von bestimmter Größe und Güte. Dabei mag von unseren nordischen Nachbarn erwähnt sein, daß man in Telemarken bis fast zur Neuzeit nach Tierfellen rechnete; und auf den Färöer zahlte man bis 1836 mit Schaffellen zum Kurssatze von 1/24 Speziestaler fürs Stück. In Island hieß die Umlaufmünze „fisk“, nach dem Trockenfisch, mit dem man zahlte — nicht tauschte —; und ein „Nahrungsmittelgeld" hat sich auch in Ostfriesland und an der Unterelbe noch bis 1793 erhalten. Als Strafmaß für Versehen erscheint im Deichregister die Tonne Bier. Erst später wurde der Umrechnungswert in Talern dazugesetzt. Dieses „Dazusetzen" eines Münzbetrages zu geldwerten Gegenständen ist es gewesen, was in viel älterer Zeit „Richtpreise" für marktgängige Ware schuf. Im Görlitzer Landrecht finden wir die Viehwerte in Münzgeld umgerechnet, wenn mit solchem die Tötung oder Fortnahme eines Tieres — anstatt mit Naturalersatz — gutgemacht werden sollte: „Einis lambis iLammes) gelt, daz sind vier phen- ninge, des scnafis achte, einis jarigen swinis drie Schillinge“. Die Ueberleitung vom Naturalgeld zum Kunst- g e l d beruht auf der Tatsache, daß manche — und wohl die ältesten — Münzeinheiten Gewichte waren. Wie England heute noch das „Pfund" hat, so haben wir die „Mark"; sie war ehedem ein altdeutsches Gewicht von Halbpfundschwere. Andere Geldarten haben andere Namensentstehung. Der Pfennig — althochdeutsch phantinc, pfenninc — hat die gleiche Wortwurzel wie „Pfand", ist also „Wertsicherung". Der Gulden ist ursprünglich ein „guldin pfenninc“. Der Schilling hat seine Bezeichnung von althochdeutsch „scillin“ aus „scellan“, d. h. schellen, klingen. Der Groschen ist der „dena- rius grossus“, der Dickpfennig; Dukaten wurden unter der Münzhoheit des Herzogs — dux, duce — geschlagen. Auf dem Kreuzer war ein Kreuz. Der Heller (Häller) ist der „Händleinpfennig" aus Schwäbisch-Hall, eine überaus beliebte Silbermünze des 13. Jahrhunderts. Der Taler heißt nach dem „Joachimstaler Gulden", einer märkischen Münzprägung. Zahllose Verpflichtungen wirtschaftlicher Art erfüllte man durch Geldhingabe schon in alter Zeit, woraus eine Vielfältigkeit bereits der altdeutschen Wirtschaftsverhältnisse zu entnehmen ist. Das „widergelt“ ist die Rückzahlung, etwa eines Darlehens. Torgeld, Sperrgeld, Marktgeld, Brückengeld, Waaggeld, Wachgeld mußten der Bauer und der Handelsmann entrichten oder wer sonst zu Markte zog oder die Lande durchquerte. Wassergeld ist bei uns Brückenzoll oder Fährgeld, denn so schlimm war es nicht in deutschen Landen, wie es W e r ni k e 1704 von unserm Nachbarn schildert: „Es macht in Frankreich viel Geschrey, als man daselbst das Wasser schätzte und ein gewisses Geld auf alle Brunnen setzte". Ein „Nadelgeld" bekam die Tochter vermögender Leute; der Lehrling mußte „Lehrgeld" bezahlen; und wenn er sich als Meister später niederließ, entrichtete er zur Aufnahme in die Innung ein „Werkengeld". In uralter Zeit mußte der Käufer eines Gehöftes — außer der sonstigen Kaufsumme — der Frau des Verkäufers ein „Herdgeld" für Abtretung der Herdgewalt zahlen. Gibt man heute ein „Trinkgeld", so wirkt das etwas lächerlich, wenn man es einem Mädchen gibt, das im seltensten Falle diese Gabe „vertrinken" wird; viel geschmackvoller sagte man im Mittelalter dafür „Seifengeld". Und auch wenn ein Bote eine Nachricht brachte, so reichte man ihm ein „Badgeld", damit er sich nach dem heißen Ritte erquicke. In Baden gab ehedem der Bräutigam bei der Verlobung seiner Braut ein Goldstück — womöglich eine seltene Münze. Das ist ein Rest des alten „Treugeldes", das auch bei andern Verträgen — denn das ist eine Eheverab- redung — gezahlt wurde, z. B. der Mietzahler oder das Draufgeld bei Gesindeanstellung und beim Diehhandel. Der „Ehetaler" wurde anderwärts erst am Tage der Hochzeit geschenkt. Er galt als heilig, sein Verlust — auch wenn er ausgegeben werden mußte — bedeutete Unheil. Bei der großen Wichtigkeit des Geldes im Wirtschaftsleben ist es gar kein Wunder, daß unzählige Bräuche, zahlreicher Aberglauben sich um das „liebe Gel d" ranken. Den „Heckpfennig" hätte gern jeder, denn er macht mühelos reich. Wer ihn nun leider nicht hat, soll — nach altem Volksglauben — feine Barschaft bei zunehmendem Monde zählen, dann nimmt sie auch zu. Wer Schlag 12 in der Silvesternacht mit einem Geldstück in der Hand vom Tische springt, bat das ganze Jahr Geld genug. Nicht nur beim ersten Kuckucksruf, sondern auch beim ersten Gewitter des Jahres soll man seine ■ i ■ ■ in ii ii—am Geldbörse schütteln. Ins erste Bad eines Kindes warf man früher eine Münze, damit das junge Menschlein im Leben dereinst fromm, sparsam und glücklich werde. Die Westgoten zeigten einem Knaben, der demnächst sieben Jahre wurde, einen Apfel und ein Geldstück zur Wahl; griff er nach der Münze, so war er gescheit genug, so daß nunmehr die Erziehung durch die Männer der Sippe erfolgen konnte; andernfalls blieb er noch eine Weile am Schürzenzipfel der Mutter hängen. Das Anspucken des am Arbeitstage erstverdienten Geldes ift — als segensbringend — weitbekannt. In Schlesien sagt man dabei noch: „Pui, pui, hol mehr!" Halldgeld vom Junggesellen bringt besonderes Glück. Am Weihnachtsmorgen legt noch heute so mancher Bauer eine Münze in den Wassertrog des Viehes; dann gedeiht es; die Kuh kalbt leicht und milcht gut. Am Neujahrsmorgen nimmt der Hofeigner die Münze mit in die Kirche und legt sie in den Klingelbeutel. Am Heiligen Abend — oder zu Silvester — steckt man Pfennigstücke in die Rinde der Obstbäume als „Geschenk", das jene nun mit gutem Fruchtertrage vergelten. Wie besinnlich unser Volk feit alters den Segen ober auch den Unsegen des Geldes anschaut, das bezeugen viele Sprichwörter: „Geld ist ein guter Diener, aber ein böser Herr". Das wird immer so sein; denn der Mensch kann nur von dem Dinge Segen haben, das er mit Vernunft gebraucht. So heißt es denn anderwärts zutreffend: „Geld will einen guten Vormund haben". Ein alter Vers be- ftätigt solche Erfahrung: „Reich ist, wem dient sein Geld, Arm ist, wer dient dem Gelbe". Immerhin stimmt es schon: „Geld im Handel ist wie Seel im Leibe"; und trotz seiner bewußt humorvollen Uebertreibung hat auch dieses uralte Wort recht: „Ein mann ohn gelt is ein tödtliche Leich". Ja, selbst ein Hohlkopf kann durch Geldbesitz zu Ansehen oder doch zu Einfluß kommen. Denn „bas Gelb, bas stumm ist, macht grab, was krumm ist." Aber ber bummerhaste Protz macht sich auch lächerlich: „Wo Gelb ist, ba ist auch Ehre", sagte ber Frosch, als er sich aufblies und auf einen Heller satzte! (setzte). Ebenso drastisch sagt das Sprichwort: „Für Geld bekränzt man einen Esel". Dennoch ist Geld eine Macht, denn Geld ist ber Mittler ber Wirtschaft hier auf Erben. Doch einmal ist auch diese Macht vorbei; sagt doch der Volksmund voll schlichter Weisheit: „Geld öffnet alle Türen außer ber Himmelspforte". Die Jagd im Dezember. Dezemberjagb — Winterjagb im schneeverhängten Walb auf Kahlwilb unb Sauen, auf Fuchs ober Has-Treiben über Wiese unb Sturz, Pirsch ober An- ftanb am eisklirrenben Bach. So muß die Dezemberjagb sein, wenn sie bem Jäger wirklich Freube machen soll. Aber nicht nur um seiner Freube, fonbern auch um bes Wilbes willen brauchen wir einen Winter, ber biefen Namen wirklich verbient unb nicht einen, ber sich nur kalenbermäßig feststellen läßt. Dauernb milbe Winter schaffen einen Wilbstanb, ber nicht wiberstanbsfähig genug ist, weil bie natürliche Auslese fehlt. Leiber hat sich ber hinter uns liegenbe Herbst schon unerfreulich genug angelassen! Die Aussichten auf eine gute Hasenjagb schienen noch im September gegeben zu sein. Damals traf man bei ber Hühner- jagb Junghasen in Menge an, wenn auch in einzelnen Revieren schon bamals bas Frühjahr mit seinem ungünstigen Verlauf nicht ohne Einfluß geblieben zu sein schien. Die nassen Herbstwochen haben leiber bie Hoffnungen stark heruntergebrückt. Denn es entwickelte sich bas gleiche Vilb wie im Jahre 1930. Auch bamak schien ein gutes Hasenjahr bevorzustehen, bis ber Regen einsetzte unb nicht enben wollte. Dann fanb man überall bie eingegangenen Hasen, 20 bis 30 Stück in einzelnen Revieren, unb zwar wie heute fast alles geringere Hasen von biesjährigen Sätzen, bie vollkommen abgemagert waren. Wenn sich Reoierinhaber, bie selbst nicht viel in ihr Revier kommen, einmal bei Bauern, Förstern ober Schäfern umtun wollen, werben sie erfahren, woher bie geringen Strecken bieses Jahres zum größten Teil kommen. Im Walb unb Feld sind bie Üeberrefte ber eingegangenen Hasen, burch Fuchs ober Krähe oft verschleppt, zu finden. Als Ursache des Eingehens kommt, wie Fallwilduntersuchungen ergeben, vor allem die Kokzidiose in Frage, die, wie in Kaninchenställen, vor allem Jungtiere befällt und oft ganze Würfe vernichtet. Kleine tierische Schmarotzer in der Darmschleimhaut oder in den Gallengängen rufen sie hervor. Daneben mag, wie 1930, auch die sog. Pseudotuberkulose der Nagetiere eine Rolle spielen, hervorgerufen durch einen Spaltpilz, der mit der Losung des Hasen nach außen gelangt. Werden nun bestimmte Aecker, etwa Wintersaat am Waldrande, gern und oft von Hasen zur Aesung aufgesucht, so ist die Möglichkeit der Infektion sehr groß. Dieser Krankheitserreger tritt immer bei feuchtem Wetter verstärkt auf unb kann außerorbentliche Verluste Hervorrufen. Sodalb aber bas Wetter trockener wirb, weil Frost bie Feuchtigkeit binbet, ober wenn gar eine Schneebecke sich über bie Erbe legt, bann gegen bie Eingänge sofort zurück. Hasen, bie über bie Kokzibiose glücklich hinweggekommen sinb, ohne baran einzugehen, werben übrigens immun bagegen, wie bas auch bei Kaninchen ber Fall ist. Daraus mag es sich erklären, daß im wesentlichen Junghasen eingehen. Was kann der Jäger dagegen tun? Leider wenig. Die Stärke, mit der die Krankheiten auftreten, ist durch die Witterung bedingt, auf die der Mensch keinen Einfluß hat. Alle Bekämpfungsmittel können bei Erkrankungen freilebender Tiere nur bedingt und in gewissen Grenzen ihr Ziel erreichen. Was erreicht werden soll, ist, der Verbreitung ber Erreger möglichst einen Riegel vorzuschieben. Es ist besroegen angebracht, mit flüchtigen Hunben bas Felb abzusuchen. Erkrankte Hasen sinb immer matt unb werben meist leicht von Hunben gegriffen. Auch ein ausgiebiger Abschuß wirb von Olt-Ströse in „Wilbkrankheiten" für notroenbig erklärt, wobei darauf hinzuweisen ist, daß gegen die Verwertung der geschaffenen Hasen keinerlei Bedenken bestehen. Besonders gefährlich ist gleichgültiges Verhalten gegen Fallwild. Eingegangene Hasen sind zu sammeln und an einer Stelle zu verbrennen, ober tief zu vergraben. Dabei ist burch Verwittern Vorsorge zu treffen, baß Raubwilb sie nicht roieber ausscharrt. Dem Fuchs bürste bei bem Wegfangen ber kranken Hasen auch eine gewisse Bebeutung zukommen. Es wäre aber verfehlt, ihm auch bie Beseitigung bes Fallwilbes zu überlassen. Fuchs wie Krähe verschleppen ihre Beute, nachbem sie biese vorher zerrissen unb zerhackt haben, unb verbreiten daburch bie Krankheitskeime. Leider muß auch von Verlusten unter Rehwild berichtet werden. Es scheinen vor allem Kitze zu sein, die gefunden werden. Verschmierte Spiegel Deuten auf bie gleichen Krankheitserreger hin, bie im feuchten Frühjahr oft starke Einbußen bebingen. Gegenüber biefen für ben Jäger sehr schmerzlichen Erscheinungen, bie seine ganzen Berechnungen Nur in sich selbst erlebt der Mensch das Wunderbare. Perlender Schaumwein frei« gert die Freude am Erlebnis und beflügelt die Fantasie. SCHAUMWEIN '■&cinat fcoKsinn! „Zwischen Abend und Morgen." Gloria-Palast. Dies ist ein Jrnperialfilm im Ufaleih, eine französische Produktion: Marcel L'H e r b i e r und Charles Spaak schrieben das Drehbuch nach einem Roman von Claude F a r r ö r e. Zwischen Abend und Morgen, in einer nebligen Nacht, vollzieht sich das Schicksal bes französischen Kreuzers „Alma". Am Abenb hat der Kommanbant, Kapitän be Corlaix, zu einem Bordfest eingelaben. Nach ein paar Stunden muß ber Ball vorzeitig abgebrochen werben: ber Kreuzer hat Befehl zum Auslaufen erhalten, um einen Aufstanb unb ein auf ber Seite ber Aufständischen Fämpfenbes Meuterer- schiff zu bekriegen. Die weiblichen Gäste verlassen den Kreuzer, auf bem man alle Vorbereitungen trifft, ben Hafen zu verlassen. An Bord bleibt, infolge eines unglücklichen Zufalls, außer ber Besatzung nur eine Frau, bie junge Gemahlin bes Kommanbanten, Jeanne be Corlaix: sie hat in einem erst diesen Abend an Bord kommandierten Offizier, Oberleutnant d'Artelle, einen guten Freund wierdererkannt; be Corlaix weiß nichts von dieser früheren Bekanntschaft; Jeanne leugnet auch, ihn zu kennen, sucht aber heimlich eine Aussprache mit d'Artelle bie bieser ablehnt. Jeanne wirb von b'Ar- telles Burschen irrtümlich in besten Kammer emge» schlossen. Inzwischen läuft der Kreuzer aus. Spater findet d'Artelle zu seiner Bestürzung Jeanne m seiner Kammer,- faßt sich aber und macht ihr, bie ihrem Mann alles gestehen will, klar, daß man dem Kommandanten Jeannes Anwesenheit verheimlichen müsse; er hofft sie morgens heimlich in Bi- ferta ausbooten lasten zu können. Jeanne bleibt also in schrecklicher Angst in d'Artelles Kammer. Vom Ausbooten ist am Morgen keine Rede mehr: das Schiff ist in Nacht und Nebel auf ben meuternden Kreuzer gestoßen, hat ihn nach schwerem Gefecht versenkt, ist aber selbst burch einen lorpebotreffer im letzten Augenblick zum Sinken gebracht worden. Unter ben Geretteten befinben sich Jeanne, Der Kommanbant, ber noch immer nicht weiß, baß seine Frau an Borb war, und ber erste Offizier, Bram- bourg; b'Artelles ist gefallen. De Corlaix, ber bis -uletz't auf seinem Schiff blieb unb später verwundet aufgefischt würbe, wird nach seiner Entlassung vor ein Kriegsgericht gestellt: man macht ihm den Prozeß, weil er das Feuer zu spat eröffnet habe er behauptet, er habe von bem im Nebel östsiachst unerkennbaren feindlichen Schiff französische (rrren= nungsjignale erhalten. Brambourg hat sie auch gesehen, kann sich aber, am Kopf verwunbet, nicht mehr erinnern. Alles hängt an seiner Aussage. Da opfert Jeanne ihre Ehre für bie bes angeklagten Gemahls: sie sagt aus, baß sie beobachtet habe, wie Brambourg bie Signale erkannt habe — Brambourg erinnerte sich jetzt, be Corlaix wirb frei- gesprochen und erhält ein ehrenvolles neues Kommando. Unb auch Jeannes Ehre wirb wieberher- gestellt — burch einen letzten Brief bes fterbenben b'Artelles, ber jeden Schatten eines Derbachtes von ihr nimmt. Dem beutfchen Betrachter wird im Gesamtaufbau unb in allerlei Einzelheiten manches frembartig Vorkommen, unb er wirb finden, baß der Film feine französische Herkunft — er wird aber von deutschen Schauspielern gesprochen — weder in der Fabel an und für sich noch im theatermäßig stark betonten Darstellungsstil verleugnen kann. Marcel L'H e r b i e r, der bei ber Abfassung bes Buches mitwirkte, führte auch Regie. Seiner Spielführung boten sich — schon vom Stoff her — ungewöhnliche Möglichkeiten: vor allem in ber Wiebergabe bes nächtlichen Kreuzergefechtes (die Aufnahmen erfolgten mit Genehmigung des französischen Marineministeriums) unb später in ber großen Szene vor bem Kriegsgericht, das übrigens in voller Oeffentlichkeit stattfindet. — Darstellerisch zieht A n- nadella in ber Rolle ber Jeanne naturgemäß alle Aufmerksamkeit auf sich. Wir sahen sie hier zuletzt in „Natascha" und „Variete". Es ist schade, daß sie nicht auch die deutsche Fassung selber spricht; dadurch geht doch manches vom ursprünglichen Eindruck verloren; man denke zum Vergleich an „Variete", wo sie mit Albers zusammen spielte. Wer sie dort und in „Natascha" sah und hörte, wird sich eine Vorstellung davon machen können, in welchem Grade sie auch für diese neue Rolle, deren Charakter und Umfang wir anzudeuten versuchten, befähigt erscheint. Besonders charakteristisch für bie Art, wie sie ihre Aufgabe bewältigt, scheinen bie Szenen bes Abschieds von ihrem Gatten, bie Episobe im Lazarett unb zuletzt bie große Gerichtsszene. Die übrigen Darsteller werben bem deutschen Besucher kaum bekannt sein. Unter ben im äußeren Typus unb im Charakter scharf belichteten unb miteinanber kontrastierenden Offiziersgestalten seien genannt: Victor Trancen (be Corlaix), Pierre Renoir (Brambourg) unb Robert Vibalin (b'Artelle). —An ber Kamera: Kruger unb Fossarb. Deutsche Bearbeitung: Elli Rieck. * Im Beiprogramm: ein technisch bemerkenswerter Farbenfilm; ein Kulturfilm „Im Lanbe ber Königin von Saba" (Helfritz-Expebition nach Sübara- bien i Ma-Tonwoche. Dr. Hans Thyriot. Mniher Bomben. Von Emerich OReecf. Vorweihnachtszeit bedeutet für bie Stabt Lieg- nitz und ihre Bomben- unb Bombenfplitterfabriken Hochkonjunktur. Von Liegnitz aus find bie Bomben, feine schmackhaften Bomben, über die ganze Welt geroanbert und haben biefem jungen deutschen Weihnachtsgebäck einen Ruf geschaffen, ber bem ber guten, alten beutfchen Weihnachtsgebäcke nicht nachsteht. In bie ganze Welt gehen die Bomben — nach Amerika, nach Afrika. ÜeberaU werden sie geschätzt, unb überallhin kommen jährlich zu Weih- nachbem bie Pakete mit ben köstlichen Liegnitzer Erzeugnisse. Die alten Liegnitzer, bie irgenbroo draußen wohnen, müssen zu Weihnachten ihr Paket mit Bomben haben. Aber auch die ehemaligen Kadetten von Wahlstatt. Denn alle Kadetten, die in Wahlstatt erzogen wurden, sind ben Liegnitzer Bomben verpflichtet. Sie sinb herzlich gern und recht oft von dem nahen Wahlstatt herübergekommen nach Liegnitz, um im „Omnibus" ihren Kaffee zu schlür- fen und sich an den Herrlichkeiten, die die Kunst eines Meisterkonditors und -pfefferküchlers aus dem Ofen hervorzauberte, zu erfreuen. Der „Omnibus" war der mittlere Raum einer kleinen Konditorei in ber Frauenftraße. In bem alten, engen, aber um so traulicheren Caf6 fühlten sich bie jungen Solbaten wohl. Viele hohe Offiziere haben hier in ihren jungen Jahren verkehrt. Selbstverstänblich auch ber Reichspräsident v. Hindenburg, als er Wahlstätter Kabett war. Unb als er 1928 zum letzten Male in Liegnitz weilte, ba entsann er sich sehr wohl ber kleinen Konbitorei. In bieser kleinen Konbitorei wurden die Bomben im Jahre 1853 erfunben. Der Erfinber war einer ber Gebrüber Müller, benen bie Äonbitorei gehörte. Der Name, ben er seinem Gebäck gab, ist leicht auf die militärische Kundschaft bes Cafös zurückzuführen. Mit „Bomben" gingen bie jungen Solbaten um. Ihrem Kriegshanbwerk zuliebe nannte ber Lebküchler Müller feine neue Erfinbung Liegnitzer Bombe. Er schuf auch bie ungefährlichen „Bombensplitter", ein Gebäck, bas aus bem gleichen Teig wie bie Bomben besteht. Müllers Bomben würben ein Volltreffer. Ganz Liegnitz unb bald auch Schlesien versammelte sich bei „Bombenmüllers". Aus ber kleinen Konbitorei würbe eine „Fabrik". Sie allein konnte bald die Nachfrage nicht mehr bewältigen. Andere Fabriken taten sich auf unb hatten Erfolg. Drei Firmen sind es im wesentlichen, die jetzt die Liegnitzer Bomben Herstellen und versenden. Aber auch alle anderen Liegnitzer Konditoren haben gelernt, bie Bombe zu machen. Mehr als hunbert Kleinbetriebe verschicken ebenfalls eine sehr beachtliche Menge von Bomben; denn auf keinem schlesische Weihnachtstisch bürfen sie fehlen. So wirkte bie Jbee eines einzelnen sich nutzbringend für sie alle aus. 12 000 Bomben aller Größen stellt in der Vor- weihnachtszeit ein einziger Großbetrieb täglich her. Die größte Bombe heißt „Dicke Bertha" unb hat, wie einst bie echte, einen Durchmesser von 42 Zentimeter. In halbmeterbreite unb vier bis fünf Meter lange Streifen wirb ber Teig, dessen Zusammensetzung streng gewahrtes Geheimnis ist, ausgerollt unb bann mit einer Meschung aus Zitronat, Manbeln, Rosinen unb verschiedenen Gewürzen bestrichen. Nun werben bie Bänber zusammengerollt unb in Stücke geschnitten. In kleinen Würfeln gelangt bie fertige Teigmaste in bie Form. Ist sie gefüllt, so roanbern bie Bomben in ben Ofen zum Backen. Den Schokolabeüberzug erhalten sie von ber Ueberzugsmaschine. Jetzt ist bie Bombe fertig. Sie kommt in ben Packraum, wo Liegnitzer Möbels barauf warten, sie in einen hübschen Karton zu stecken, ihn zu umschnüren unb mit einer Bleiplombe zu verschließen. Aber nicht nur Bomben unb Bombensplitter kommen aus Liegnitz. Pfefferkuchenmänner mit bunten Bildern unb Weihnachtskrippen aus Lebkuchenteig sind nach wie vor begehrt. Selbst bie alte Kunst ber Zuckerbäckerei lebt noch in ber Katzbachstabt. Buntbemalte Zuckerhühner unb -Hasen usw. haben noch immer ihre Liebhaber. Die Bombe aber hat alle anderen Liegnitzer Gebäckerzeugnisse in friedlichem Wettstreit hesiegt. Unb bas „Bombarbement" mit Leckerbissen aus Honigteig läßt alle Welt sich gern gefallen. Teure Schnupftabaksdosen. Bei ber bekannten Kunsthanbelsfirma Christie in Lonbon wurden in ben letzten Tagen wertvolle alte Schnupftabaksdosen versteigert, die hohe Preise erzielten. Der höchste Preis von 5000 Mark wurde für eine feinemaillierte Pariser Dose mit einem Stilleben von Carnet be Bal, aus ber Zeit um 1770, gezahlt. Anbere Dosen derselben Zeit brach- ten 1500 unb 1300 Mark. Für eine goldene ovale Schnupftabaksdose aus der Zeit Ludwigs XV., die emailliert und mit Diamanten besetzt ist, gab em Sammler 4600 Mark. Eine andere goldene ovale Schnupftabaksdose aus der Zeit Ludwigs XVI., auf ber Schlittschuhläufer bargeftellf sind, in einem Goldrahmen mit Perlstickerei, wurde für 3200 Mark verkauft. über den Haufen werden und seine Arbeit gefährden können, muß verlangt werden, daß möglichst viel Fallwild zur fachmännischen Untersuchung gebracht wird. Das folgert eigentlich schon aus § 32 des RJG., wonach Meldepflicht bei Auftreten von Wildseuchen besteht. Die wahre Ursache kann aber nur der Fachmann feststellen. Das Veterinär-pathologische Institut in Gießen, Frankfurter Straße 94, sowie die Untersuchungsstelle für Wildkrankheiten am Städtischen Schlachthof in Mainz führen kostenlos solche Untersuchungen aus und beraten dazu den Jäger oft noch über Abwehrmaßnahmen. Es liegt also alle Ursache vor, zu verlangen, daß sich der Jäger dieser Hilfe bedient, zumal Unterlassungssünden in einem Reviere so und so viele andere in Mitleidenschaft ziehen können. Und nun zum erfreulicheren Teil für den Jäger, die Jagd! Im Rotwildrevier stehen die Wildjagden, d. h. der Abschuß von Kahlwild im Vordergründe. Dasselbe gilt für das Damwild. Die Rauschzeit des Schwarzwildes hat begonnen. Wo Sauen im Sommer oder Herbst zu Schaden gingen, erwartet der Jäger sehnsüchtig den ersten Schnee und dann noch recht oft eine „Reue . Alles andere Jagen bleibt Stückwerk, nur der Schnee verspricht Erfolg. Wir hatten hintereinander zwei ganz schneearme Winter, die dem Schwarzwild eine Vermehrung gestatteten, die dem Jäger und dem Bauern gleich unerwünscht ist. Abhilfe dagegen schaffen nicht Klagen und Schreibereien, sondern allein ein gut vorbereitetes Jagen bei Schnee. Wo Sauen vorkommen, muß planmäßig gekreist werden und müssen Schüßen und Hunde aus Abruf zur Verfügung stehen. Daß man dann den Sauen wirklich Abbruch tuen kann, haben die Streckenberichte in schneereichen Wintern immer bewiesen. Aus den Berichten der Tageszeitungen ging in den letzten Wochen deutlich hervor, wie die Schwarzkittel unstet und flüchtig umherwechseln. Wurden sie morgens da gesehen, so kam die gleiche Rotte nachmittags 10 und mehr Kilometer entfernt zu Gesicht. Sie sind wenigstens im Westen der Provinz nicht an einen festen Einstand gebunden. Drum heißt es bei Schnee überall auf den Läufen sein, damit es rechtzeitig heißt: „Sauen fest!". Im Rehrevier steht der Abschuß weiblichen Wildes noch im Vordergründe, während der Bock schon Schonzeit hat. Roch läßt der ^getätigte Abschuß in zahlreichen Revieren zu wünschen übrig. Drum müssen die kommenden vier Wochen bis zum Ende der Schußzeit benutzt werden, um den Abschuß zu erfüllen. .. Die Feldtreibjagden auf Hasen kennzeichnen die Jagd des Dezembers. Konnten seicher bei ihnen auch Feldhühner geschossen werden, so ist dies im Julmond nicht mehr gestattet. Es ist auch besser, ihnen Deckung und Fütterung zu verschaffen, da^ mit eine genügende Grundlage für das kommende Jahr bleibt. Der Fasan hat noch Schußzeit und macht dem Schützen besondere Freude, wenn ihn der Schuß aus Hauseshöhe in voller Fahrt herunterholt. Die von Norden vordringende Kälte bringt E n - t e n und Gänse in unsere Reviere. Der Balg des Raubwildes ist jetzt auf der Höhe. Drum kommt der Bejagung dieses Wildes eine erhöhte Bedeutung zu. D ä ch s e liegen nun oft zu mehreren im Winterbau und lohnen das Graben. Da über eine lieber« handnahme der Dächfe geklagt wird, sollte man die paar Wochen noch nutzen? Der F u ch s b a l g wird erfreulicherweise wieder besser beachtet und bewertet als seither. Bei den prachtvollen Erzeugnissen der Veredelung der Fuchspelze durch deutsche Kürschnereien können wir auf fremde Pelztiere verzichten und uns freuen, daß wir solche schönen Pelze aus eigenem Lande gewinnen können. Es ist ja bekannt, daß die Füchse zuaenommen haben, seit der mühelose, aber qualvolle Fang im Tellereisen verboten wurde. Dafür liegen heute eigentlich regelmäßig Füchse auf der Strecke der Treibjagd, und wenn die Nutzwildjagd demnächst beendet ist, winkt dem Jäger im Bejagen des Fuchses viel Waidmannsfreude. Auch unsere Edelpelzträger, die beiden Marder, haben jetzt Jagdzeit, wozu sich noch der Iltis gesellt. Das „Ausneuen" eines „Gelbkehlchens" ist eine so interessante, wenn auch nicht mühelose Jagdart, daß her pafr,"nnierte Waidmann sie sich nicht entgehen lassen wird. Bei frohem Jaaen denkt der wahre Jäger auch an Stunden der Not, die für fein Wild kommen können, und sorgt vor. Er denkt aber auch an sein Volk, das in Not ist. Das Winterhilfswerk der deutschen Jägerei ist im vollen Gang. Keiner wird sich entziehen wollen. Drum Jäger, tue deine Pflicht! Hubertus. Wirtschaft. Brermverbot und Vorverlegung d t monatlichen Preiszuschläge für Brotgetreide. DNB. Der Reichsnährstand hat mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bereits vor einiger Zeit angeordnet, daß die Bauern und Landwirte das für sie festgesetzte Ablieferungssoll an Roggen und Weizen zu 60 v. H. bis zum 31. Dezember 1936, zu 80 v. H. bis zum 31. Januar 1937 und den Rest bis zum 28. Februar 1937 erfüllen müssen. Diese Termine sind im Vergleich zu den Zeitpunkten, an d^.nen die Bauern und Landwirte im allgemeinen die letzten Mengen ihres oerkaufsfähigen Getreides an den Markt zu bringen pflegen, verhältnismäßig frühzeitig gelegt worden. Unter diesen Umständen würde es ben ab- lieferungspslichtigen Getreideerzeugern gegenüber eine Härte bedeuten, wenn für Brotgetreide an den bisherigen gleichbleibenden Monatszuschlägen zum Grundpreis feftaehalten würde und infolgedessen diese Monatszuschläge vom März ab den Getreideerzeugern für das Getreide nicht mehr zuaute kämen. Aus bierim Grunde wird durch eine Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft rolacnbe Regelung betroffen: Die Hälfte des Gesamtbetrages der Monatszu- schläae, wie sie bisher für die Zeit vom Januar bis Juni 1937 festgesetzt waren, nämlich 6 Mark für die Tonne, wird zu dem Dezembervreis binzu- geschlaaen. Die bisherigen Monalszuschläae fallen dementsprechend vom Januar 1937 an fort, so daß also für das laufende G"treidewirtschastsiahr die hiernach neu festgesetzten Dezemberpreise bei Roggen und Wrizen unv»ränd"rt bestehen bleiben. Lm Jahresdurchschnitt änb-’rt sich her Preis für Roggen und Weizen durch diese R"aelung nicht Jn- solaed"ssen tritt auch keine Erhöhung der Mehl- unh Brotpreise ein. Eine roritere Verordnung, die der Reichsminister für Ernäbruna und Landwirtschaft im Einvernehmen mit dem Rrichsminister der Finanzen erlassen hat, bringt ein Verbot, künftig Roagen oder Weizen zu Branntwein zu verarbeiten, ober Brotaetreide für die Zwecke der .Herstellung von iBronnfmrin zu erwerben, zu veräußern ober sonst in ben V^kebr zu drinnen. Hat hie Brennerei die auf biefe Meise frei roerbenben M"nnen an Brotaetreide von einem anderen bezogen, also nicht selbst erzeugt, so muß das Getreide den Getreibewirtschaftsverbänden zur Verfügung gestellt werden. Ist das zum Brennen bestimmte Brotgetreide in d e m landwirtschaftlichen Betrieb erzeugt, zu dem die Brennerei gehört, so wird das Ablieferungssoll dieses Betriebes an Roggen ober Weizen erhöht. Das Ausmaß ber Erhöhung wird den einzelnen Betrieben besonders bekanntgemacht werden. Bei einigen Brennereien sind aus dem Vorjahre nach nicht aufgebrauchte Bestände an Malachitroggen vorhanden. Diele Bestände dürfen von den Brennereien noch zur Herstellung von Branntwein verwendet werden. Keine Weizenmeblverkäufe für Januar. Meldung der Roggen- und Welzenbestände der Verteiler. Fwd. Die Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft wird, wie wir erfahren, heute eine Anordnung veröffentlichen, durch die Verkäufe von Weizenmehl zur späteren Lieferung als im Dezember vorläufig untersagt werden. Roggenmehl wird hiervon nicht betroffen, so daß also Verkäufe von Rogqenmehl zur Lieferung im Januar vom 1. Dezember ab zulässig sind. Gleichzeitig wird die Hauptvereinigung eine Anordnung erlassen, nach der alle getreideverteilenben Betriebe (Händler und Genossenschaften einschließlich der einer Mühle angeschlossenen Getreidehandelsbetriebe) verpflichtet sind, ihren gesamten Bestand an inländischem Roggen und W-izen (kontingentiert und nichtkontingentiert), den sie am 30.11. haben, dem zuständigen Getreidew'^tschastsverband zu melden, und zwar muß die Meldung bis zum 10.12. abgegeben sein. Als Bestand gelten alle am 30.11. im Eigentum der betreffenden Betriebe befindlichen Mengen auf eigenem und fremden Lager, ferner die von dem betreffenden Betrieb zu dem vor dem 1. 12. 1936 maßgebenden Preis gekauften, aber noch nicht in seinen Besitz gelangten Mengen. Ferner sind nach dieser Anordnung auch die getreidelagernden Betriebe (Lagerhausunternehmunaen, Spediteure usw.) verpflichtet, die bei ihnen am 30.11. auf Lager befindlichen Bestände an Roggen und Weizen unter Angabe der einzelnen 2Iuttraageber bis zum 10.12. dem zuständigen Getreidewirtschaftsverbanb zu melden. Die bereits bestehende Andienunasvtticht für Brotgetreide sowie die M"lde- und Andienunas- vfl'chten für Futtergetreide bleiben davon natürlich unberührt, müssen also nach wie vor unverändert erfüllt werden. Nhein-Mainische Börse. Miklagsbörse gut behauptet. Frankfurt a. M., 30, Nov. Die Börse erfuhr auch am Wochenbeginn keine Geschäftsbelebung. Es fehlte weiterhin an entsprechenden Anregungen, vor allem aber an Aufträgen aus dem Publikum. Die Haltung war bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Der günstige Verlauf der Zeichnungen auf die Reichsanleihe regte etwas an. Zu den ersten Kursen erfolgten verschiedentlich noch kleine Abgaben, danach ergaben sich auf den meisten Marktgebieten leichte Erhöhungen. Am Aktienmarkt wichen die Kurse nur geringprozentig ab. Am Montanmarkt notierten Vereinigte Stahl mit 121,40 bis 122 (121,50), Rheinstahl gewannen 0,65 v. H., Mannesmann 0,40 v. H., Hoesch 0,25 v. H., dagegen verloren Klöckner 0,65 o H. JG.-Farben waren nach unverändertem Beginn auf 167,25 (166,50) erhöht, Metallgesellschaft 0,25 d. H. höher mit 152. Von Elektroaktien ließen Elektrische Lieferungen 1,25 v. H., Siemens 0,25 v. H. nach. Maschinenaktien lagen etwas uneinheitlich, Muag plus 0,65, Junghans plus 0,25 v. H., Rheinmetall minus 0,50, Daimler minus 0,10 v. H. Im einzelnen lagen Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 v. H. freundlicher, Südd. Zucker 1 d. H., Westdeutsche Kaufhof bei wesentlich kleiner gewordenen Umsätzen 0,25 v. H. leichter. Reichsbank und Schiffahrtswerte blieben behauptet. Am Rentenmarkt waren Altbesitz weiter schwächer mit 117,65 (118,20), Kommunal-Umschul- bung zunächst 89,50 (89,65), bann 89,60 bis 89,70. Zertifizierte Dollar-Bonds bröckelten bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. ab, auch Reichsbahn- DA. ließen 0,25 v. H. nach. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt freundlich, das Geschäft wies jedoch keine stärkere Belebung auf. Einige Umsätze hatten Montanwerte, Verein. Stahl 122,50 nach 122, Mannesmann 119,50 nach 118,65, Hoesch 118,50 nach 118. JG.-Farben erhöhten sich auf 167,75 bis 168 nach 167,25, Westdeutsche Kaufhof auf 60,25 nach 59,75. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die ersten Kurse meist in Geltung. Die später notierten Werte lagen zumeist etwas freundlicher. Am variablen Rentenmarkt schwankten Kom- munal-Umschuldung zwischen 89,60 und 89,70, zertifizierte Dollar-Bonds lagen etwas fester, 6proz. Preußen 70,90 nach 70,65, 6,5proz. Preußen 71,25 nach 71, 6proz. Spargiro 70 nach 69,50. Am Pfandbriefmarkt lagen Liquidationspftmdbriefe etwas uneinheitlich. Stadtanleihen blieben größtenteils unverändert, 4,5proz. Darmstadt von 1928 nach Pause 94 (94,75). Der Freiverkehr lag sehr ruhig. Tagesgeld war noch gefragt und zog auf 3,25 (3) v. H. an. Abendbörse ruhig. Bei wenig veränderten Kursen bewegte sich das Abendbörsengeschäft in sehr engen Grenzen. Der Auftragseingang war nur gering, während die Börfenkreise selbst Zurückhaltung zeigten. Die Grundstimmung blieb jedoch weiter freundlich und die Kursabweichungen nach beiden Seiten gingen kaum über 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Berliner Schluß hinaus. AG. für Verkehrswesen gaben 1 o. H. nach (123), etwas höher gefragt wurden Bekula mit 171 (170,75) und Bergwerkswerte lagen durchweg voll behauptet. Die Farben-Aktie bröckelte auf 167,50 (167.75) ab. An den Rentenmärkten herrschte Geschäftsstille, Kommunal-Umschuldung schwankten zwischen 89,55 bis 89,70 (89,65), wobei es nur zu kleinen Umsätzen kam. U. a. notierten: 6proz Vereinigte Stahlwerke 102,13, Commerzbank 108.50, DD-Bank 109,25, Dresdner Bank 106 25, Zarpener 150, Mannesmann 119, Hoesch 118, Rheinstahl 150, Verein. Stahl 122, BMW. 140. Bemberg 111.25. Bekula 171, Conti Gummi 162.50, Scheibeanstalt 263 50, Eßlinger Maschinen E 98.40, JG.-Farben 167,50, Gessürel 143.25, Goldschmidt 127 75, Junobans 11175, Metallgesellschaft 152 50, Moenus 96 50, Schuckert 156,75, AG. für Verkehrswesen 123, Ha- pag 14,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Nov. Wenn auch die Anlieferungen von Brotgetreide im November etwas günstiger waren, so ist es doch zum Monatsende recht ruhig geworden, so daß an den Großmärkten kaum Angebot vorliegt. Die Versorgung der Großmühlen läßt vereinzelt zu wünschen übrig, so daß einige ihr November-Kontingent nicht ganz abmahlen können, während die Provinzmühlen sowohl in Roggen, wie in Weizen über ausreichende Vorräte verfügten. Futtergerste und Haier fommen. kaum an den Markt, vielfach werden sie auf dem Lande vom Verbraucher selbst ausgenommen. Das Mehlgeschäft ist allgemein flott, es wurde allen Bedarfsansprüchen entsprochen. Futtermittel werden recht begehrt, besonders Kleie, Biertreber und Deb kuchsn, aber auch für Schnitzel steigt das Interesse. Rauhfutter findet freundlichere Nachfrage. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 203, W 16 206, W 19 210, W 20 212, Roggen R 12 166, R15 169, R18 173, R19 175 Großhandelspreis, der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter» gerfte —, Braugerste 232, Futterhaser —. Weizen- mehl Type 790 W13 28,10, W 16 28,20, W19 28,20, W 20 28,35, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,80 bis 6, do. drahtgepreßt 6,20 bis 6,40, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,70 bis 3, do. gebündelt 2,50 bis 2,70. Kartoffeln: Gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Nov. Auftrieb: Rinder 1023 (gegen 807 am letzten Montagsmarkt), darum ter 151 (128) Ochsen, 112 (94) Bullen, 619 (502) Kühe, 141 (83) Färsen. Kälber 412 (469), Hümmel und Schafe 78 (187), Schweine 3974 (3620). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark- Ochsen a) 45 (am 23. Nov. 43 bis 45), b) 41 (39 bis 41), c) 36 (—). Bullen a) 43 (41 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (26 bis 33), d) 20 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) /tl bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (38 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 58 bis 65 (60 bis 65), b) 42 bis 55 (45 bis 55), c) 35 bis 40 (40), d) 25 bis 34 (30 bis 39). Hämmel b2) 42 bis 45 (42 bis 44), c) 35 bis 40 (35 bis 40), d) 32 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt: bei Kühen verblieb Ueberstand. Kälber langsam, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Großmarkt für Fleisch und Fettwaren: Angeboten waren 456 Viertel Rindfleisch, 252 halbe Schweine, 58 ganze Kälber, 43 Hämmel, zwei Kleinvieh. Nottert wurden pro 50 Kilogramm tn Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Hammelfleisch b) 90 bis 100. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren: Roher Speck unter sieben Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 972: Behandlung von Mustersendungen kontingentierter Waren in Frankreich. — 973: Einschränkung der privaten Verrechnungsgeschäft mit Frankreich. — 974: Deutsch-Südamerikanischer Industrie- und Handelsführer: ein Werbefeldzug für die deutsche Wirtschaft in Südamerika. Kunst und Wissenschaft. Deutscher Ueberseepreis. Schriftleitung und Verlag von Westermanns Monatsheften hatten einen Preis von 3000 Reichsmark ausgesetzt für eine noch nicht veröffentlichte Niederschrift, die als Roman, Erzählung oder Tatsachenbericht ein deutsches Schicksal, Erlebnis ober Lebensbild in Uebersee gestaltet. Der Preis wurde jetzt zu gleichen Teilen und mit je 1500 RM. Adolf Kaempffer für feinen deutschen Südwestafrikaroman „Farm Trutzberge" und Gg. Schwarz für feinen mexikanischen Revolutionsroman „Der schwarze Prinz" zuerkannt. Der Anfang des Romans von Kaempffer erscheint schon in der Dezember-Nummer der Zeitschrift. Westermanns Monatshefte tragen durch die Ausschreibung des Preises dazu bei, Verständnis und Anerkennung für Wesen und Lebensrecht des deutschen Volkstums in fremden Erdteilen bei den anderen Nationen zu wecken und zu fördern. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 3. Dezember. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45 Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Aus der Märchen- unb Spielzeug-Welt. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Fischer erobern bas Eismeer. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Ratgeber für ben Weihnachtsbüchertisch. 17.40: „Zum Sehen geboren — zum Schauen bestellt". Deutsche erleben Heimat unb Welt. 18: Konzert. 19: Klaviermusik von Franz Liszt. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Meisterwerke beutscher Tonkunst (II) Liszt — Wagner — Beethoven — Strauß. 22:Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus bem Sendebezirk. Nachrichten ber DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. <1 N findet aic । ‘Je statt. Achs Achtfache Erkr * grundlegende ÄiiUr heute abend fir chorg, Kam öd Leitung führt lagesfi IWeater: 2( Am-Kalast, Se Mzen° - Lich G Mlchen-Vor feine finge". - Wat, 20 Uhr, Wisches Lrauc ph des Gymnaf Sft n do- flSin10,6 ? r«< i 4 Kohl । j v ^uiinb doch I V** |W! schon M freier vom ■ fei? I . d!- L verbunden, I-irten des Son Wn Sonnenr jung erhält. !iug und Acker 21, es darf nie irden, und alle ihen. So liegt > Offenbarung cht im gegenfeil a ber Sönnern lMtskM unb M Lebenskraft M Lichi W za -sen. »neuere; feg Buntheit dei 1111)1» °m> Ul ^Wichtige" ; in ben roam M 9* ® I Wtmnters ai v jeine BefreM I riie haben hc I Jenliebe und h k ein Ausdru li des herausko ' . den Landin 'I rende mit ch I Here Bedeutu in und Webe .der ersten bis Copyright by 3 Fortsetzung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. FrankwN a. M. Berlin Schluß* kurs Gchiußl. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Datum 28 11 30 11 28 11 30 11 6% Deupche Relchsanleihe o. 1927 101,25 101,25 — 101,2 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,13 98.13 — 98.1 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mit 102,9 102,9 — 102,65 Ausloi.-Rechten ............ 118,2 117,65 118 117,65 454% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934. 1 ...... 99,9 — 99,9 V/i% ehem. 8% Hessischer Volks- ftaat 1929 (rüdjrtfilb. 102%) ... 98,5 98,5 — — 4/i% ehem. 8% Hessische Landes van, Darmstadt Gold iR. 12... 97 97 • 6*/2% ehem 4^,% Hess. Landes Hypothekenbank DärmstadtLiou. 100,6 100,6 — — 4^,% ehem. 8% Darmsl. Komm Lande-b.Goldichuidverlchr R.6 93 93 - — Oberhessen Provinz-Anleihe mi. Auslol.-Rechten ............ 130,65 130,5 - Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloj..Rechten 122 121,75 - 122 4 !4% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97,25 97,25 —— 97,25 t>/i% ehem. 4/t% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 100,9 100,75 — 6%% ehem. 4/t% Rheinische Hyp..Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,75 100,65 — 100,8 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 _ 97,5 4/*% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £bl. 20 95 95 —- 95 Steuergutich. Berrechnungsk. 34-38 109,8 109,8 — 109,9 4% Lesterretchtjche Golbrenle... _ — — 22 4,20% Oesterreichische Silberrente — —— — — 4% Ungarische Goldrente ....... 7,9 7,8 —— 7,75 4% Uugarische Staatsrente v. 1910 — — — 6,55 4/i% desgs. von 1913......... — 6,65 — 6,8 6% abgest. Gold Mexikaner von 99 — 8,75 —— 8,6 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.................... — — — * Franksurt a.M. Berlin Schluß« kurü Schluß,. Abmd- börlr Schluß- furd Schluß!. Mittag- börie Datum 28 11 30 11 28 11 30-11- 4% vesgl. Serie li ............ _ — _ — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,75 ___ 6,5 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,05 9,7 — 9,75 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,75 5,525 — 5,6 i /*% Anatolier............ 30,5 30,45 — 30,25 Hamburg-Amerika-Paket .....0 14,5 14,25 14,4 14,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 39,5 Norddeutscher Lloyd .........0 14.5 14,5 14,25 14,4 A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 123,75 123 123,25 123,25 Berliner Handelsgeselischaft ... 6 123,5 124 Commerz, und Prioat-Bank ... 4 108,5 108,5 — 108,5 Deutsche Bank und Disconto* Gesellschaft................ 4 109 109,25 _ 109,25 Dresdner Bank..............4 106,25 106,25 — 106,25 Reichsbank ................12 186 186 186 186,65 A.E.G...................... 0 _ Bekula..................... 8 170 171 170 170 75 Elektr. Lieferungsgelellschaft... 6 135,25 134 135 132,5 Licht und Kraft ............ 7 155 155 155 155,4 Felten & Guilleaume......... 4 137 137 137 137 GeseUsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 143 143,25 142,75 143,13 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138,75 138,5 138,75 138,9 Lchuckert L Co............... g 155,5 156.75 156 157 LiemensS Halske............ 8 197,75 197,5 198 198,25 LahmeyerLCo....... 7 135,5 137 135,25 137,5 Deutsche Erdöl...... 4 H3 1431,75 14375 143J5 Harvener................. 2/i 153 150 153 150 Hoesch Eilen—Köln-Neuesseu .. 3 117,75 118 117,5 118 Ilse Bergbau ............... 6 192,5 - Hlse Bergbau Genüsse........6 144,5 144,25 144,75 145 Klöcknerwerke .............. 8 124,25 124,13 124 123,75 Mannesmann-Röhreu ......8 118,25 119 118,4 118,9 Frankfun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abend- börie Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 28-11 30-11 28-11 30-11- ManSselder Bergbau....... 6K 153 153,75 153 153 Kokswerke ............... .. 6 — — 137 137,5 Rheinische Braunkohlen .... 12 221,5 222,5 221,5 222,5 Rbeinstahl ................ .. 4 149,5 150 149 149,9 Bereinigte Stahlwerke...... »Vi 121,5 122 121,75 121,75 Olavi Minen ............. .. 0 25,13 25,13 25,4 25 Kaliwerke Aschersleben... ... .. 5 138 137,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 134 135 133,5 135,13 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1¥> 189,75 3. G. Farben-Invustrte..... .. 7 166,5 167,5 166,4 167,75 Scheideanstalt............. .. 9 264 263,5 Goldschmidt .............. .. 5 128,5 127,75 129 127,65 Rülgerswerke ............. .. 6 137,25 138 137,9 137,25 Metallgeiellichaft........... .. 5 151,75 152,5 151,75 153 Philipp Holz mann......... .. 4 133 132,75 134,5 134,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 167,25 167,25 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - — - Schultheis Payenhoser ..... .. 4 — _ 99,9 99,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 57,5 — 57 Bemberg................. .. 6 112,65 111,25 112 111,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 159,5 160 160,25 160 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 139 139,5 139,5 139 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —— 109,75 109.75 Daimler Mororen.......... .. 0 122 121 121,5 121,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 164,5 165 164,65 164,5 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 —— — 91 91 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 60 61 59,75 60.9 Cbade .................... . . 9 240 239 240 239 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — Conti-Gummi............. . 11 162 162,5 162 162,5 Grttzner.................. .. 0 34,25 34,4 34,25 34,75 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95 Süddeutscher Zucker....... . 10 204 203 204,25 204 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.211. 28Movember 30Movember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Ärief Geld | 33rlcf juem» üui 0,692 0,696 0,692 0,696 Brüssel ... 42,05 42,13 42,05 42,13 Rio de Jan. 0,147 0,149 0,147 0,149 Sosta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,40 54,50 54,44 54,54 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,18 12,21 12,19 12,22 Heliingfors. 5,38 5,39 5,38 5,39 Paris ..... 11,59 11,61 11,595 11,615 Holland ... 134,99 135,27 135,21 135,49 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan ..... 0,711 0,713 0,711 0,713 Fugoilawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,23 61,35 61,27 61,39 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,065 11,085 11,07 11,09 Stockholm.. 62,81 62,93 62,85 62,97 Schweiz ... 57,16 57,28 57,16 57,28 Spanien... 21,48 21,52 21,48 21,52 Prag...... 8,771 8,789 8,766 8,784 Budapest .. Äemjorf ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Berlin,30 November (O Ärle, _ Amentanyche Dtoten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,92 42,03 Dänische Noten ................. 54,28 54,50 12,205 Englische Noten ................. 12,165 Französische Noten............... 11,545 134,88 11,585 Holländische Noten ............... 135,42 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,11 61,31 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Stolen............... 62,68 62,94 Schweizer Noten................. 57,01 57,23 Spanische Noten................. Ungarische Noten ...............T — — ?eid stieg jn ,7'Uch Gotte- etwas i tz' !°lt Heise 'M mir ge^ ?bu! Du tQft ^ während j dich doch ;,;nna blickte Q M t»«n ihr. ’Äi Kxi 1^6 \ * dir 5 l«6 5 & Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, l.DezemberfyZö ___—_ Reichskriegsopsersührer Oberlindober in Gießen. Bei seinem Besuch in unserer Stadt wurde der Reichskriegsopfersührer Brigodeführer Oberlindober von einer Ehrenabordnung derNat.- Soz. KOV. begrüßt, die mit ihrer Fahne und der Fahne des Reichsbundes ehem. Kriegsgefangener vor dem „Hotel Schütz" Aufstellung genommen hatte. Trotz des um mehr als eine Stunde verspäteten Eintreffens des Gastes hatten sich auch viele andere Volksgenossen eingefunden. Der Reichskriegsopferführer ging sofort nach seiner Ankunft auf einen schwerkriegsbeschädigten Kameraden im Fahrstuhl zu - t und begrüßte ihn. Hierauf tauschte er herzliche Begrüßungsworte mit dem nach Gießen gekommenen Gauamtsleiter des NS.- Kriegsopferamtes und Gauobmann der NSKOV., Ziegler (Frankfurt a. M.) Der Kameradschaftsführer der Gießener Ortsgruppe, Oberleutnant a. D. B o n h a r d meldete dem Gast die Ehrenabordnung, deren Front der Reichskriegsopferführer abschritt. Ein Jungvolkjunge überreichte dem Reichskriegsopferführer einen Blumenstrauß. Am Abend stellte dann eine Abordnung an der Kaserne am Landgraf- Philipp-Platz erneut die Ehrenformation. (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) Aufruf zum 4. Reichsberufsweitkampf. Der Führer hat auf dem Reichsparteitag der Ehre dem deutschen Volk seinen Vierjahresplan verkündet. Alle natürlichen Mängel sollen in Deutschland durch Genialität und Fleiß ausgeglichen werden. In diesem Sinne rufen wir die Jugend der Stirn und der Faust zum 4. Reichsberufswettkampf. kommt alle aus den Betrieben, den Dörfern und Städten und bekennt euch mit Freuden im Gegensatz zum antreiberischen Skachanowfystem in Rußland zum freiwilligen Leistungswettbewerb. Es geht um die Ehre der Ration! Der Reichsleiter der DAF.: Dr. R. Ley. Der Reichsjugendführer: Baldur v. S ch i r a ch. Die erste Sitzung des Gauausfchuffes für den 4. Reichsberufswettkampf. NSG. Die gesamte schaffende deutsche Jugend hat den Ruf des Führers zur Mitarbeit am Vierjahresplan mit Begeisterung ausgenommen. Sie stellt den 4. Reichsberufswettkampf ganz in das Zeichen dieses großen Planes und wird erneut das freiwillige Bekenntnis zur Leistung ablegen. Als Helfer und Berater in diesem großen Werk haben sich die Führer der Bewegung, des Staates, der Wehrmacht und der Wirtschaft innerhalb unseres Gaues, an ihrer Spitze Gauleiter und Reichsstatt- Halter Sprenger, in dem Gauausschuß des 4. Reichsberufswettkampfes zu- sammengefchlosfen und werden an seiner Gestaltung mitwirken. Die erste Sitzung des Gauausschusses findet am Mittwoch, 2. Dezember, 10 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses zu Frankfurt statt. Auf ihr wird der Gauleiter selbst das Wort ergreifen und die Vorbereitungsarbeiten zum friedlichen Leistungswettkampf der deutschen Jugend eröffnen. forderlich. So kann die Erstaufführung der Komödie „Seiner Gnaden Testament" von Hjalmar Bermon, am Freitag, 4. Dezember, nicht stattfinden. Dafür geht am Freitag das Lustspiel „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts in Szene und wird somit in den offiziellen Spielplan der Miete-Dorstellungen ausgenommen Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. NSV., Ortsgruppe Gießen-Ofl Velr. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 1., und Mittwoch, 2. Dezember, von der RS -Frauenschaft durchge- führt Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern Betr. Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Dezember, täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Ortsgruppe Giehen-Nord. Winkerhilfswerk 1936/37. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie B) bis spätestens am Freitag, 4. Dez., 20 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Ortsgruppe Giehen-Süd. Am Dienstag, 1., Mittwoch, 2. und Donnerstag, 3. Dezember 1936, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die RS.-Frauenfchaft die WHW.-Pfund- sammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. NSDAP. Ortsgruppe Giehen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des RSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Hilfs- kasfenbertrag für die Monate Januar, Februar und März 1937 am Dienstag, 1. Dezember, Mittwoch, 2. Dezember und Donnerstag, 3. Dezember jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe. Frankfurter Straße 29 H. Bei Nichtbezahlung der Beiträge erfolgt Abmeldung bei der Hilfskasse in München. Kreisfiimstelle. Der Groß-Tonfilm „Friesennol" wird von der Gaufilmstelle Hessen-Nassau an folgenden Terminen oorgeführt: Dienstag, 1. Dezember, in Treis a. d. Lda.; Mittwoch, 2. Dezember, in Allendorf a. d. Lda.; Donnerstag, 3. Dezember, in Londorf; Freitag, 4. Dezember, in Geilshausen; Samstag, 5. Dezember, in Großen-Buseck; Sonntag, 6. Dezember, in Heuchelheim; Montag, 7. Dezember, in Reiskirchen; Dienstag, 8. Dezember, in Beltershain; Mittwoch, 9. Dezember, in Ettingshausen; Donnerstag, 10. Dezember, in Steinbach; Freitag, 11. Dezember, in Annerod; Samstag, 12. Dezember, in Watzenborn-Steinberg; Sonntag, 13. Dezember, in Großen-Linden; Montag, 14. Dezember, in Klein-Linden; Dienstag, 15. Dezember, in Kirch-Göns; Mittwoch, 16. Dezember, in Gambach; Donnerstag, 17. Dezember, in Nieder-Florftadt; Freitag, 18. Dezember, in Assenheim; Samstag, 19. Dezember, in Kaichen; Sonntag, 20. Dezember, in Nieder-Mörlen; Montag, 21. Dezember, in Nieder-Wöllstadt; Dienstag, 22. Dezember, in Ober-Eschbach; Mittwoch, 23. Dezember, in Nieder-Erlenbach. Dieser Film schildert in spannender Handlung das Schicksal deutschen Kolonisten in Rußland und die rassischen Gegensätze zwischen Deutschtum und Bolschewismus. Niemand sollte den Besuch dieses außergewöhnlichen Spielfilms versäumen. Eintrittskarten im Vorverkauf durch die Ortsgruppen. Hitler-Jugend Bann 446 Gießen. Betr.: Tätigkeitsberichte der Stellenleiter. Die Tätigkeitsberichte folgender Stellenleiter müssen am 2. Dezember auf der Adjutantur des Bannes vorliegen: KS., WS., G., S„ K., R., Pr., GA. Termin ift einzuhalten Betr.: Anträge auf hJ.-Ehrenzeichen. Anträge auf Erlangung eines HJ.-Ehrenabzei- chens werden wieder entgegengenommen. Dienststunden des Bannes 116. Im Winter sind die Dienststunden des Bannes 116 täglich von 9 bis 13 und von 15 bis 21 Uhr. Sprechstunden des Bannführers Dienstags und Freitags von 15 bis 18 Uhr, Samstags von 9 bis 11 Uhr. Sprechstunden der Adjutantur und Personalstelle täglich von 15 bis 17 Uhr, außer Samstags. Sprechstunden der Verwaltungsstelle täglich von 15 bis 17 Uhr, außer Samstags. Sprechstunden der Sozialstelle Dienstags von 20 bis 22 Uhr, Samstags von 17 bis 19 Uhr. Sonstige Sprechstunden nur nach vorheriger Vereinbarung. Hitler-Zugend, Iungbonn 446. Betr.: Dienst der Fähnlein 1 bis 5 und 21/116. Der Dienst für die Junggenossen fällt in dieser Woche aus; es wird lediglich zur Führerschulung angetreten. Betr.: Führerschulung des Stammes 1/116. Zur Führerschulung tritt die Führerschaft des Stammes 1/116 am kommenden Mittwoch, 2. Dez., pünktlich 20.15 Uhr, an der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt an. 3öhne putzen ist viel, Zötzne pflegen alles. Nicht darauf kommt es an, mit welcher Kraft Sie die Zähne putzen, sondern darauf, daß auch der äußerste Winkel der Zahnreihen erfaßt wird. — Nivea- Zahnpasta wirkt auch dort, wo die mechanische Reinigung nicht hinreicht Das ist dann Zahnpflege. llr. 281 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. Mittwinter. Der Dezember ist von altersher der Monat, der -in'Ähreszeitlauf der Natur den Abschluß und die eßte Reinigung bringt. An seinem Ende aber steht Die Wintersonnenwende, der Anfang des neuen Sternenjahres. Mittwinter kommt heraus — das Leißt im Volksglauben, daß nun das alte Jahr Jcinem Ende entgegengeht, nachdem die Stürme der ^rbftmonate das letzte Leben und Grün aus der Natur in alle Winde verweht haben. Mutter Erde lut sich uns nun wie nach einem Großreinemachen .•fl sauberen und gepflegten Zustande auf Alle Zrnte ist lange eingebracht, der Toten wurde an ^hrem Ehrentage gedacht, alles Gewesene liegt nun jinter uns. Wohl scheinen uns Wald und Flur fast ^starrt. Und doch wieder ist es wie ein Hauch der Erwartung des Neuen und des Kommenden. Schimmert nicht schon die Wintersaat mit den ersten jriinen Spitzen durch das Erdreich, zeigen nicht die Läume schon erste schwellende Triebe? Ja, mitten □n kalten Winter beginnt das neue Leben. Mitt- winter, das ist die Wende vom Tod zum Leben, das st die Feier vom Dunkel zum Licht, die in zahlrei- tjen Bräuchen zu allen Zeiten im Volksleben leben- >ig wurde und erhalten blieb. St. Nikolaus und der erste Adventssonntag deu- LN auf die Verkündung des aufgehenden Lichtes inb des neuerstehenden Heils mit ihren ersten Licht- ein hin. Und denken wir nur an das „Tirolische Zrauentragen", wenn die Menschen das Bild der Gottesmutter als einer in Hoffnung gehenden Frau mter dem Gesang frommer Lieder durch ihr Land tagen, Sinnbild des Neuerstehens des Jahrgottes ur Zeit der winterlichen Sonnenwende. Die viel- oche Buntheit des Brauchtums in diesen Tagen : eigen uns immer wieder, wie sehr diese Wende >ie Menschheit bewegt hat. Es ist eine unheimliche Zeit für alles Leben, und so haben sich die Men- chen von jeher auch mit allerlei Zauber beschäftigt, im Unheil und Unglück abzuwehren, um das Böse u beschwichtigen und die Zukunft zu erforschen. Über in den warmen Glanz der strahlenden Lichter iber der großen Sonnenwendfeuer, die in der Nacht les Mittwinters angezündet werden, haben sie stets illch eine Befreundung mit den guten Mächten ge- mcht, sie haben sich gegenseitig durch die Hilfe und Nächstenliebe und durch Geschenke zu erfreuen veracht, ein Ausdruck innerer Glückseligkeit im An- »lick des heraufkommenden Lichtes. Für den Landmann haben Mittwinter und Sonnenwende mit ihrem Brauchtum von jeher ihre besondere Bedeutung gehabt. Ist er doch mit dem Wesen und Weben der Natur durch seine Arbeit von der ersten bis zur letzten Stunde des Jahres so iinig verbunden, daß für ihn auch das Wieder- rstarken des Sonnenlichtes, wie es sich in der win- erlichen Sonnenwende ankündet, tiefsten Sinn und Deutung erhält. Für ihn ist die Wendezeit heilig, 3flug und Acker ruhen und müssen wohl verwahrt ein, es darf nicht gesponnen und nicht gewaschen verden, und alle alltäglichen Beschäftigungen müssen lvhen. So liegt im Mittwinter für die Menschheit !ie Offenbarung der ewigen Lebensquelle, und sie ucht im gegenseitigen Erfreuen, sie sucht im Anzün- 'en der Sonnenwendfeuer und der Lichtlein am Adventskranz und am Christbaum dieser allgewal- igften Lebenskraft, der Freude und dem Glauben nn das neue Licht und an das neue Leben Ausdruck zu geben. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Jngeborg". — Hloria-Palaft, Seltersweg: Zwischen Abend und Morgen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.15 ilhr Märchen-Vorstellung „Frau Holle"; „Arme Heine Inge". — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, 20 Uhr, Film- und Lichtbildervortrag: .heimisches Brauchtum" von Dr. Winter in der Aula des Gymnasiums. Stadltheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von Jngeborg, Komödie von Curt Goetz statt. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Die Vor- tellung findet als 11. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Mehrfache Erkrankungen int Personal machen eine grundlegende Umstellung des Spielplans er- Wege im Rebel. Roman von Käthe Meßner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mitleid stieg in ihr auf: „Ja, um Gottes willen, Ralf, wie siehst du denn aus? Ist etwas mit dir geschehen?" Rauh, fast heiser klang seine Stimme: „Mit mir geschahen? Was soll mit mir geschehen fein? Schließlich kann ich ja nicht so gut aussehen wie du! Du hast dich ja — dort — in Oberhof — erholt, während ich gearbeitet habe! Nicht wahr, du hast dich doch gut — erholt?" Janna blickte auf Das Abgebrochene, Stockende an seiner Antwort schreckte sie auf. Eine geheime Ironie schien in seinen Worten zu liegen. Dabei detrachtete er sie unausgesetzt, wendete den Blick nicht von ihr. Fast zitternd fragte sie endlich: „Was ist denn, Ralf? Warum siehst mich denn io an?" „Ich? Oh, nichts Besonderes. Es ist dir wohl nicht angenehm, wenn ich dich ansehe?" Wieder schien es Janna, als ob in seinen Worten ein geheimer Sinn verborgen läge. Ein seltsames Lächeln umspielte seine Mundwinkel, während er sprach. Wußte er etwas? War nicht alles verloren, wenn er schon etwas erfahren hatte, wenn 2r schon wußte, daß sie und Gerhard ... Pauline, die mit einem Tablett eintrat, um den Tisch zu decken, überhob sie ihrer Antwort. Beim Essen würde sich leichter sprechen lassen, dachte Janna, sprach sich innerlich Mut zu. „Darf ich dir Tee einschenken, Ralf?" fragte sie leise. Doch jetzt saß Ralf schweigend auf seinem Platz, die Blicke auf das Tischtuch geheftet. Wie verzerrt tvar sein Gesicht. Noch einmal versuchte sie es: „Du mußt aber doch etwas essen, Ralf ..." „So iß du doch, wenn du essen kannst! So iß du doch! Siehst du denn nicht, daß ich nicht essen kann! Hörst du, ich kann nicht essen! Ich kann nicht!! Ich kann nicht!!" Fast geschrien hatte es Ralf. Dann stieß er plötzlich seinen Stuhl zurück, stürzte zur Tür. Einen Augenblick später verriet das laute Dröhnen der Haustür, daß er das Haus verlassen hatte. Janna war totenbleich geworden. Zitternd hatte sie Ralfs Ausbruch mitangehört. Dann brach ein Stöhnen aus ihrer Brust. Fassungsloses Schluchzen, in dem das Weh von Jahren sich zusammengedrängt zu haben schien, erschütterte ihren Körper. Lange weinte sie so. Endlich,--es schienen Stunden vergangen zu sein, — — erhob sie sich und langsam und unendlich müde hinüber in Frau von Bermanns Haus, in dem bereits alle Lichter erloschen waren. Ralf Rammelt aber tat während dieser Nacht kein Auge zu, sondern wartete in einem stillen Zimmer der Weststadtklinik Stunde für Stunde, um den Bericht über Olga Willnoffs Zustand entgegenzunehmen. Alles andere in seinem Leben schien ihm bedeutungslos geworden zu sein — wenn nur Olga Willnoff nicht starb. Wenn nur er, Ralf Rammelt, kein Mörder war ... Und fast brach er zusammen vor Erregung, als die Oberschwester gegen Morgen selber erschien, um ihm das vorläufige Urteil des Arztes mitzuteilen. „Reden Sie, Schwester, um Gottes willen, reden Sie doch, Schwester, sie ist doch nicht tot?", rief er fast stammelnd vor Angst. „Nein, nein!" beruhigte ihn die Schwester. „Es ist noch nicht jede Hoffnung verloren! Allerdings schwebt die Patientin noch immer in großer Lebensgefahr, und wir müssen Sie auf alle Fälle bitten, die Eltern der jungen Dame zu benachrichtigen! Wir hätten es schon selbst getan, — — aber da Sie der Dame näher zu stehen scheinen, wäre es vielleicht angebrachter, wenn Sie diese Aufgabe übernähmen, nicht wahr?" Hastig stimmte Rammelt zu, während er sich die Stirn trocknete. „Selbstverständlich brauchen Sie sich darum nicht zu bemühen, Schwester! Ich werde die Eltern selbst oenachrichtiqen!" XII. Gerhard Brand hatte sich bei seinem Bruder nicht angemeldet, und so löste sein unverhofftes Erscheinen im Verwaltungsgebäude der Brand A.-G. großes Erstaunen aus. Man hatte zwar längst von feiner wunderbaren Rückkehr gehört, aber noch niemand hatte ihn bis jetzt zu sehen bekommen. Es war das erstemal seitdem, daß er das Büro seines Bruders auffuchte. Unwillkürlich lächelte Gerhard, als plötzlich alle Schreibmaschinen stillstanden, und einer nach dem andern von den Angestellten, die in dem großen Vorsaal arbeiteten, ihn ansah, als könnte er es noch nicht begreifen, daß es wirklich Dr. Gerhard Brand war, der vor ihnen stand. Erst als der alte Bürochef, der Gerhard noch als kleinen Jungen gekannt hatte, freudig bewegt auf ihn zuging und ihm die Hand drückte, war der Bann gebrochen. Alle standen nun auf und drängten sich, ihrer Freude Ausdruck zu geben, daß ihr junger Teilhaberchef, den sie schon als tot betrauert hatten, gerettet und wieder zu ihnen zurückgekehrt war. Gerhard bemerkte ihre Anhänglichkeit mit aufrichtiger Freude, gab dann dankbar ihre Begrüßung zurück. Wie schön mußte es sein, hier wieder mitzuarbeiten ... hier zu arbeiten, ja ... während zu Hause ein geliebtes Weib auf ihn wartete ... Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn. Immer nur Janna, Janna war in feinen Gedanken Ein schmerzlicher Zug trat in sein Gesicht, während er nun langsam zum Büro seines Bruders hinüberging. Auch hier erwarteten ihn Sorgen und Schwierigkeiten. Wie würde das alles noch auslaufen? „Gerhard! Du?!" rief auch Walter Brand in größter Ueberrafchung aus, als die Türe zu feinem Büro sich plötzlich öffnete und fein Bruder eintrat. „Wo kommst du denn auf einmal her? Ich denke, du bist in Oberhof?" „Dort bin ich ja auch erste heute nachmittag abgereist!" entgegnete Gerhard. „Wie du dir vor- stellen kannst, lag mir nun zuerst daran, hierher 3u kommen, um mit dir über die Geschäftslage zu sprechen!" Walter Brand schob dem Bruder einen Stuhl heran: „Darüber bin ich auch aufrichtig froh, Gerhard! Aber zuerst eine Frage: Hast du in Oberhof noch mit Rammelt über das Gutachten gesprochen?" Unwillkürlich fuhr Gerhard zusammen: „Mit Rammelt? Wie kommst du daraus? Rammelt ist doch gar nicht in Oberhof!" „Dann hast du ihn eben nicht gesehen! Dr. Rammelt ist mit seiner Braut, einem Fräulein Heller, glaube ich, schon seit einigen Tagen dort! Leider weiß ich es selbst erst seit vorgestern, sonst hätte ich dich davon benachrichtigt!" „Dr. Rammelt mit seiner Braut in Oberhof!? In höchstem Erstaunen rief Gerhard es aus. „Wer hat dir das gesagt, Walter?" „Olga Willnoff!" erwiderte Walter, ohne die Verwunderung seines Bruders weiter zu beachten. „Ich habe sie selbst nach Oberhof geschickt, damit sie mit Rammelt wegen des Gutachtens verhandeln sollte. Das heißt, eigentlich hat sie sich selber dazu angeboten. Sie meinte, im Auftrage ihres Vaters gewissermaßen, der als Rechtswalter unsere Angelegenheiten vertritt, könnte sie ganz gut etwas aus- richten, um unsere Interessen wahrzunehmen. Und weil du dich so hartnäckig geweigert hattest, selber mit Rammelt zu sprechen, dachte ich ..." „Olga Willnoff! Unbegreiflich!" sagte Gerhard endlich, der seines grenzenlosen Erstaunens kaum Herr werden konnte. „Olga Willnoff soll sich an- geboten haben, unsere Interessen wahrzunehmen?! Und seit wann seid ihr denn so befreundet, daß du ihr derartig wichtige Angelegenheiten überläßt?!" „Seitdem du dich geweigert hast, diese wichtigen Angelegenheit selber auszuführen!" Walter Brand gab es nicht ohne Schärfe zurück; fuhr dann in etwas milderem Ton fort: „Selbstverständlich würde ich ihr unter gewöhnlichen Umständen die Sache nicht übertragen haben, Gerhard! Aber du hast ganz recht, Olga Willnoff und ich sind befreundet! Noch mehr sogar, ich liebe Olga Willnoff, und wenn sie von Oberhof zurückkommt, will ich mich mit ihr verloben!" Eine einschlagende Bombe hätte Gerhard nicht stärker überraschen können als diese Nachricht. Er überlegte schnell. Er kannte Olga Willnoff zu gut, um sich von ihr verblüffen zu taffen. Da steckte etwas dahinter, und sicher nichts Gutes! Erst das Spiel mit ihm und die Irreführung Jannas, dann der plötzliche Umschwung auf Walter, und obendrein noch Verhandlungen mit Jannas Verlobtem. (Fortsetzung folgt!) Gutes Licht - Gute Arbeit LUI) CDEll/. M MPrj-j ZJ‘ Zwei EP. und 1. Pr. v Ä 9 SUr A m>nTr»v /Qrt;L l % ^ k.o < lt UN Fißler (Gießen). von Tagung der heimischen Vienenzüchter ist erst sicher, wenn Russen: EP. W. Viehl (Grünberg), 2. Pr. L Är( ^ mb 'ßl-r (Gießen). J M M MW" ßai nach Zander sind einer besonderen Norm bis jetzt noch nicht unterworfen. Der Erfolg der Reinzucht Hermelin: EP. I. Holz (Heuchelheim), K. Hof, mann, 1. Pr. I. Dolz (Heuchelheim), 2. Pr. L. Krei- dem in Frage kommenden Volk beigesetzt ist. Hierzu gab der Redner aus der reichen Erfahrung seiner ling (Gießen), W. Zahrt (Großen-Linden), H. Koch (Albach). Kurzhaar schwarz: 2. Pr. R. Scherb (Lol. lar). Kurzhaar Lux: 2. Pr. O. Steih (Gießen). Angora: EP. W. Falk (Hungen), K. Fißler (Gießen), 1. Pr. W. Wardega (Leihgestern). Die Zugendizruppe Lollar konnte sich für chre Tiere einen Ehrenpreis, einen 1. Preis und einen 2. Preis sichern. Den Ehrenpreis des Landesbauernführers für verschiedene Fleischgerichte eigener Herstellung er- hielt L. Kreiling (Gießen). Der Loudwin-Ehren. preis fiel für vier verschiedene Pelzkragen eigener Herstellung an W.Ullrich (Gießen). Den Ehren, preis des Landesbauernführers erhielt für einen Fuchspelz aus Kanin E. Moos (Lollar). Gießener wochenmorktprette * Gießen, 1. Dez. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f Molkereibutter 1,52 Mk., Markenbutter 1,55 bis ßew-Linden), 1. Pr. W. Sommerlad (Großen-Lin- den), 2. Pr. Ch. Stühler (Grünberg). an Hand von Farbentafeln und geometrischen Kör» pern bei verschiedenartigen Lichtwirkungen machte der Vortragende den erheblichen Wirkungsgrad der zweckmäßigen und der unzweckmäßigen Beleuchtung auf das Auge und damit auch auf das Empfinden des Menschen deutlich, gleichzeitig gab er Hinweise dafür, wie man eine richtige und zweckentsprechende, d. h. auch publikumswirksame Beleuchtung in den Schaufenstern und Verkaufslokalen, ebenso an den Arbeitsplätzen erzielt. Den Abschluß der lehrreichen Vortragsstunde bildete die Vorführung eines Lehr-Tonfilms: „Das Licht", in dem die Darlegungen des Vortragenden durch eine große Reihe von Bildern aus dem Leben und Schaffen der Menschen in zahlreichen Betriebswerkstätten und Berufen in guter Weise beispielgebend nach der positiven und warnend nach der negativen Seite hin erläutert und unterstrichen wurden. Man konnte dabei die. Feststellung machen, daß mit ganz geringen und durchaus nicht kostspieligen Maßnahmen, lediglich durch zweckmäßige Anordnung, die besten und vollwertigstenNutzeffekte der Beleuchtung erzielt werden können, die Verbesserung also nicht immer gleichbedeutend ist mit einer großen, ja vielleicht für manchen Betrieb untragbaren Geldausgabe. Durch diesen Film wurde jedenfalls klar, daß richtiges und zweckmäßiges Beleuchten genügt, um den Arbeitsplatz mit Licht so auszustatten, daß er nach jeder Richtung hin allen Ansprüchen genügt, die man vorn Standpunkt der Gesundheit des Arbeiters, der Wirtschaftlichkeit des Betriebes und der Schönheit des Arbeitsplatzes aus erheben muß. Die lehrreichen Schilderungen des Vortragenden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der zweite Vortrag befaßte sich mit der Behandlung der Völker in der. hessischen kullurbeule. Diese Stockform, die sich immer mehr im Gebiete von Lahn, Main und Fulda einführt, ist als geradezu ideal anzusprechen, da die Arbeitsweise einfach und sehr erleichtert ist. Mit dem Rähmchenmaß 25X25 trägt die Beute der Ueberwinterung des Volkes in Kugelform besonders Rechnung. Auf höhere Anordnung hin soll bei der in Aussicht gestellten Regelung der Stockformen die Breitwabe verschwinden. Jeder Imker muß dem Bautrieb des Volkes Rechnung tragen, um den Brut- und Sam- meltrieb wachzuhalten. Dies hat durch Zugabe eines Baurahmens zu erfolgen. Die Ausführungen des Obmanns fanden reichen Beifall. Unter den Vereinsmitteilungen wurde noch besonders auf die große Ausstellung des Reichsverbandes der deutschen Kleintierzüchter in Essen hingewiesen, die von den acht Reichsfachgruppen beschickt werde. Zur Teilnahme an der Jrnkertagung und - s ch u l u n g in Frankfurt a. M. am 13. Dezember sind die örtlichen Obmänner für Binenenzucht verpflichtet, da dort sämtliche Gebiete der Imkerei zur Verhandlung stehen. Die amtliche Viehzählung zu Anfang Dezember erfaßt auch die Bienenstöcke. Die Obmänner sollen dafür Sorge tragen, daß auch die Völker der Nichtmitglieder erfaßt werden. Die Vor- von 59 auf 78 erhöht. Der Dereinsführer verlas die Namen der elf Verstorbenen, die in üblicher Weise geehrt wurden. Im letzten Jahr hat sich das Vermögen des Vereins um 1017 Mark vermehrt und gleichzeitig konnten 233 Mark mehr für Arztkosten und rd. 68 Mark mehr für Krankenhauskosten bewilligt werden. Dem WHW. wurde ein Betrag überwiesen. Auch an der Adolf-Hitler- Spende ist der Verein beteiligt. Mit einem Bekenntnis zum Führer und unter dem Gesänge der Nationallieder wurde der erste Teil der Tagung beschlossen. Hierauf erstattete der 27 Jahre dem Vorstand als Rechner angehörige H. Stimmer den Kassenbericht, aus dem zu entnehmen war, daß rd. 17 158 Mark Einnahmen rd. 15 591 Mark Ausgaben gegenüberstehen, so daß ein Ueberschuß von rund 1566,77 Mark verblieb. Da die gesetzliche Rücklage 11 079 Mk. ausmacht, bleibt dem Verein noch ein beachtlicher Barbestand. Dem Rechner und dem Vorstand wurde auf Antrag Entlastung erteilt. Da die Versammlung über die Auflösung des Sanitätsvereins nicht beschlußfähig war, wurde in einer vorsorglich einberufenen zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung um 16 Uhr nach eingehenden Erläuterungen des Vcreinssührers Simon einstimmig die Auflösung des Sanitätsvereins Gießen beschlossen. Gleichzeitig wurde einstimmig beschlossen, das Vereinsvermöaen dem neu zu gründenden „Sanitätsverein gegr. 1885, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" mit Aktiven und Passiven zu übertragen. Der Vereinsführer E. Simon sprach noch ein. mal allen, die sich in uneigennütziger Weise für dieses Werk gemeinschaftlicher Hilfe eingesetzt haben, Dank und Anerkennung aus. Ganz besonders dankte er dem Rechner Stimmer. Aus der Versammlung heraus sprach Mitglied Ernst A ß m a n n dem bisherigen Veremsvorsitzenden den Dank und die Anerkennung für die geleisteten Dienste aus. In einer Gründungsversammlung wurde zunächst E. Simon zum Vorsitzenden bestimmt. Als Beauftragter des Reichsaufsichtsamtes gab dieser die Gründe zu diesem Schritt bekannt und schlug die Gründung eines „Sanitätsverein gegr. 1885, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" mit dem Sitz in Gießen vor. Nach der einstimmigen Zusage wurden die Satzungen, die allgemeinen Dersicherungsbedingungen und die neuen Tarife beraten und genehmigt. Den Mitgliedern des früheren Sanitätsoereins und der Freien ärztlichen Hilfskasse Wieseck wurden ihre früheren Mitgliedschaften anerkannt. Es wurde die Heber. nähme des Vermögens,, der Verträge und Ver- vflichtungen und Abkommen des aufgelösten Sani- tatsverelns auf den neu gegründeten Verein beschlossen und ein Aufsichtsrat gewählt. Geschäfts- c j t* & Lohkaninchen: . 1__. Schäfer (Großen-Linden), 2. Pr. H. Müller (Leih^ gestern). Lohkoninchen schwarz (Häsinnen): EP. W. Schmelz (Großen-Linden), W. Sommerlad (Grv. mann (Großen-Linden), EP., 1. und 2. Pr. K. Ser» Höfer (Gießen). V. Klein-Silber gelb: Zwei EP. Ä.«äsagnet (Grünberg), 1. Pr. A.Rinker (Großen-Linden), 2. Pr W. Hofmann (Daubringen). Klein-Silber braun: 1.Pr. M.Oswaw (Grünberg). Englische Schecken: EP. und 2. Pr. L Kreiling (Gießen). Holländer: H. Stroh (Gießen). * Klein-L I Achen ist es ■ dörflich Schichte un «lagabenb f . porfgem e i n R der NLG., Mitglieder des 0 fcs Molkst Pflüder der j -nberg, vrtsx -Wer unseres Eiche", br N durch F ? einem Cho, Wrmonie", Di ^oß-Rechtenbo Mer Rau ^arbeit für W. Krieg u" den. 2lu «der Redner 'JMOjäfjri ff "N Jahre Ä9 sprach U ‘ Uni) 18 Kleans I. C Rommen: W ?n$ß5, s° Hf En: iS’r 5 in unserem ckBen »Spinnstube ^er schön- / Jjnö gepslegt «Söbe nr ÜiSchultei )ift -men § wm Der tti >st Ml®; j 2 ueabo s> weÄ wen uni) W Mein hem >!ichsnmtterinen y(21 Weil höchst an di Lang'G Paße zwisch' heute nachm» * oerhältnisi IMe des Str ato auf einen Mährer. Dat 8kt, aber auc cher kamen Eanitätsauto i Motor de; )a5 Mo, n »lizei, feine j aß den Anordnungen Folge geleistet war. Im Innern der Häuser brannten wohl die Lichter, aber von außen war nicht das gerinafte zu sehen. Die Uebung wäre noch eindrucksvoller verlausen, wenn es nicht mondhell gewesen wäre. Die Uebung konnte als sehr gut bezeichnet werden. Kreis Friedberg. = Butzbach, 30. Nov. Als Abschluß des Wanderjahres 1936 veranstaltete der Taunusbund m festlich geschmückten Saale des „Deutschen Halles" sein diesjähriges Auszeichnungsfest. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Ader- holt übernommen. Der Vereinsführer Gg. F ü l - l i n a gab einen Ueberblitf über die Tätigkeit des Bundes im vergangenen Jahre. Anschließend sprach Gebietsführer Valentin über das große Wandertreffen in Eisenach und Freiburg und über den bereits beschlossenen, neu zu schaffenden Wanderweg von Schlesien nach dem Saarlande, der auch unsere an Sehenswürdigkeiten reiche Stadt berühren soll. Es wechselten nun in bunter Reihenfolge gesangliche, musikalische und Theaterdarbietungen einander ab. Der Vereinsführer zeichnete sodann zahlreiche Mitglieder für vielfache Beteiligungen an Wanderungen aus. Durch den Gebietsführer wurde an 25 Wanderfreunde die silberne Nadel des Bundes für ihre 25jährige Mitgliedschaft verliehen. Mit gemeinsamen Liedern wurde der schön verlaufene Abend in vorgerückter Stunde geschlossen. — In der letzten Zeit wurden auf dem hiesigen Güterbahnhof eine größere Anzahl Eisenbahnwagen mit Kartoffeln verladen, die durch die Ortsbauernschaften der umliegenden Dörfer für das Winterhilfswerk gespendet worden waren. denen sie sich nicht ab fand, verloren. Gauliga-Handbatt-Ergebnisse ET. Kassel — Kurhessen Kassel 7:7. Tuspo. 86/09 Kassel — Tv. Wetzlar 8:6. Jahn Gensungen — VfB. Kurhessen Marburg, kampflos für Gensungen. SpV. Kassel — Tuspo. Bettenhausen 7:8. 3m Olympia-Siadion: Endspiel um den Tschammer Pokal. Das zweite Endspiel um den Tschammer-Pokal ist vorn Fachamt Fußball für den 3. Januar in der Deutschen Kampfbahn auf dem Reichssportfeld zu Berlin angesetzt worden. Dadurch ist der Entscheidungskampf um den Wettbewerb der Vereinsmannschaften zwischen dem FC. Schalke 04 und dem VfB -Leipzig in den Mittelpunkt der Fußball-Ereignisse am ersten Sonntag des neuen Jahres gestellt worden. Kui^e Sportnotizen. Die deutschen Eissport - Mei st er. schäften wurden wie folgt vergeben: Schnellauf- Meisterschaft auf dem Rießersee vom 28. bis 29. Ja- nuar; Kunstlaufen in Hamburg am 16. und 17. Ja- nuar, ebenso ein Teil der Eisschieß-Meisterschaften; in Krefeld, Köln, Dortmund und Düsseldorf. Eis« Hockey-Meisterschaft an den Tagen vom 3. bis 7. Fe- bruar. Die Wettbewerbe im Weitschießen werden in I. krelsklasse. Tv. Hörnsheim — Tv. Dutenhofen 9:5 (3:4). Man möchte Hörnsheim wirklich gönnen, daß feine Bemühungen, einen neuen Sportplatz zu erhalten, endlich belohnt würden. Denn was sich gestern wieder den Spielern offenbarte, konnte man eher als einen Acker bezeichnen. Daß unter diesen Umständen keinesfalls ein schönes Spiel aufkommen kann, ist klar. Wenn auch der Kampf wenig schöne Momente aufwies, dann ist damit nicht gesagt, daß der letzten Einsatz fehlte. Im Gegenteil: beide Mannschaften waren voll auf der Höhe, und zwar Dutenhofen in der Halbzeit und Hörnsheim zum Schluß. Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 10:0 (8:0). Einen überzeugenden Sieg landete auch diesmal Holzheim wieder über feinen alten Lokalriva- len. Wenn auch Grüningen mit Ersatz antrat, so hätten doch Tore fallen müssen. Leider verftand es fein hilfloser Sturm nicht, die Chancen auszuwerten, zumal dazu noch die gegnerische Hintermannschaft auf der Hut war. Nach der Pause war Holzheim einmal nicht mehr so aktiv, zum anderen hatte man sich aber auch auf der Gegenseite entsprechend eingestellt. Die Ausbeute war deshalb auch mit zwei Toren sehr gering I Oberstdorf ausgetragen. Tv Garbenheim —Tv. Dorlar 15:5 (6:2). Runge und Mur ach unsere beiden erfolg- Mit einem Sieg der Garbenheimer hatte man all-1 reichen Olympiaboxer, wurden eingeladen, sich cm damit begannen neue Lieferungen. Das Dorf, das zu dieser Zeit etwas 280 Einwohner zählte, mußte am 1. Tage der neuen Einquartierung, am 8. September, folgendes aufbringen: 268,20 Zentner Heu, 67,03 Zentner Hafer und 12,43 Zentner Gerste, ohne die Mengen an Brot, Roggen und sonstigen Lebensrnitteln. Am 21. und 22. April 1797 erlebte unser Dors seine schwersten Tage. Es kam zur Schlacht zwischen Gießen und Grüningen. Die Franzosen plünderten während 13 Stunden das Dorf völlig aus, der Schaden wurde von dem damaligen Lehrer Frank auf 14 000 Gulden veranschlagt. Das Dorf geriet infolge der weiteren Kriegsmaßnahmen in immer höhere Schulden. Länger als ein Jahrhundert mußten in unserer Gemeinde Kriegsschulden, die aus diesen Jahren stammten, abgetragen werden. Erst im Jahre 1907 wurden die letzten Kriegsschulden getilgt. Schullehrer Frank schreibt in der Kirchenchronik vom Jahr 1997 u. a. folgendes: „Gleich nach der Schlacht bei Grüningen kam ein Waffenstillstand zuwege, der 22 Monate dauerte. Die französischen Truppen wurden in das ganze Oberfürstentum repartiert, wo endlich alles draufgegangen. Das Land ist dadurch so auf- und abgezehrt worden und hat soviel Schulden gemacht, daß Kindeskinder sie nicht bezahlen können." Diele der mitgeteilten Kriegserlebnisse unseres Dorfes ergänzte und belegte der Redner durch Urkunden, die er der von früheren Lehrern geführten örtlichen Kirchenchronik entnommen hatte. Zum Schluß kam der Vortragende noch auf die Ursachen dieser Notzeiten zu sprechen. Er schilderte, wie allein die deutsche Uneinigkeit und die Selbst- sucht an dem großen Unglück schuld gewesen seien, unrd forderte zur Einigkeit aller Volksgenossen auf. Nur ein starkes Volk mit zielbewußter Führung sei imstande, zu verhindern, daß solche Zeiten noch einmal über Deutschland kommen können. Ortswart Neuser von der NSG. „Kraft durch Freude" dankte dem Vortragenden und dem mit» wirkenden Gesangverein „Harmonie", der durch den Vortrag schöner Volkslieder zur Ausgestaltung des Abends beitrug. Ortsgruppenleiter Dr. Tröst- mann nahm Bezug auf die Ausführungen des ....... ~ ------ untz = Wißmar, 30. Nov. In der jüngsten _ erfolgten in fast allen Gemarkungsteilen Neuan - Pflanzungen von Ob st bäumen. Die jungen Bäume waren in einer Sammelbestellung von der Obstbaumschule des Kreises Wetzlar bezogen worden. Den Pächtern der neuen Schrebergärten Vogelsberger Seimatschau Blut und Boden. . Schotten, 1. Dez. Am morgigen Mittwoch Mrd in Schotten im Rahme» des Bauerntages der »reisbauernschaft Oberhessen-Ost eine „Vogelsberger Heimatschau Blut und Boden" eröffnet. Es gibt wenige Gebiete in unserem Gau, die in eben dem «TOafce wie der Vogelsberg aus einer Fülle über- lommener Zeugen alter bäuerlicher und handwerklicher Kultur eine Ausstellung aufbauen können. Mes, was in Schotten gezeigt wird, ist eng mit der oberhessischen Heimat verbunden und atmet die Eigenart dieses Landes. Die „Vogelsberger Heimat- schau Blut und Boden" dürfte eine in ihrer Geschlossenheit und Vollkommenheit eine seltene Dar- jieüung von Landschaft und Volkstum der Heimat bedeuten. Landkreis Gießen * Lollar, 30. Nov. Bei der 2. Landesfach- gruppen-Geflügelfchau in Frankfurt a. M. errangen folgende Züchter des Brieftauben- und Geflügelzuchtvereins Lollar Auszeichnungen: Hühner: Barnevelder, doppelt gef.: Richard Schulze, einmal fg 3, zweimal sg, einmal a. Italiener, schwarz: Heinrich Riehm V., einmal sg 1 Z, einmal sg 3, einmal fg, einmal g. Zwerg- hühner: Sebright, silber: Ludwig Spuck, einmal Ehrenpreis, einmal g. Sebright, gold: Ludwig Spuck, einmal sg 1 Z, bestes Tier, einmal sg. — Tauben: Thüringer Flügeltauben, blau: Karl Zimmermann, zweimal sg 1 Z, einmal bestes Tier, einmal fg, einmal g. # Göbelnrod, 30. Nov. Nachdem sich nunmehr die Feldarbeiten ihrem Ende nähern, hebt nun in unserem Orte das althergebrachte Spinn- ftubenleben an. Wenn auch die einzelnen Bräuche der Spinnstube in verschiedener Hinsicht eine Abwandlung erfahren haben, so ist es doch erfreulich, daß der schöne alte Brauch auch durch die heutige Jugend gepflegt wird. * Göbelnrod, 30. Nov. Im Saale von Wilhelm Schulteiß veranstaltet die NS.-Frauenschaft einen Haush altungskursus. Die Beteiligung der Frauen und Mädchen unseres Ortes ist sehr gut. □ Queckborn, 30. Nov. In unserem Orte wird gegenwärtig Kochunterricht erteilt. 26 Frauen und Mädchen nehmen teil. Die Lehrerin, Fräulein Hechler aus Bensheim, stellt der Reichsmütterdienst. — Zur Zeit werden in unserem Orte 21 Weihnachtspakete hergerichtet, die demnächst an die NSV. zur Ablieferung kommen. s. Lang-Göns, 30. Nov. Auf der Provin- zialstraße zwischen Lang-Göns und Kirch-Göns kam es heute nachmittag zu einem Auto uns all, der noch verhältnismäßig glimpflich ablief. Durch die Glätte des Straßenpflasters rannte ein Personenauto auf einen an der Seite der Straße fahrenden Radfahrer. Dabei wurde das Rad vollständig zerstört, aber auch das Auto stark beschädigt. Beide Fahrer kamen mit kleineren Verletzungen davon. (Sanitätsauto und Arzt waren bald zur Stelle. Da der Motor des Autos nicht beschädigt war, konnte das Auto, nach Aufnahme durch die Straßenpolizei, seine Fahrt fortsetzen. < Holzheim, 30. Nov. Dieser Tage fand auch in unserem Dorfe eine Verdunkelungs- Übung statt. Dank dem Verständnis der Ein- wohnerlchaft für die Wichtigkeit einer solchen Uebung war um 20 Uhr, nachdem die Signalisten wurde zur Pflicht gemacht, je einen Zwetschenbaum zu pflanzen, der ihnen von der Gemeinde gestellt werden wird. Die Maßnahmen stellen eine erhebliche Erweiterung des heimischen Obstbaues dar. + Kinzenbach, 30. Nov. Der hiesige BDM. ammelte dieser Tage für das Winterhilss - werk Weitzkraut, Wirsing und Rotkohl. Es wurde Gemüse im Gesamtgewicht von 5,25 Zentner aufgebracht. — Die am Sonntag von Mit- § liebem der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführte teichsgeldsammlung erbrachte den ansehnlichen Betrag von 40 Mark. <£ Rodheim a. d. Bieber, 30. Nov. Zum ersten Male trat gestern die hiesige N S. - Frauenschaft mit einem Spielabend im Saale Bender an die Oeftentlichkeit. Die unter der Leitung von Fräulein Hilda Heitz stehende Jugendgruppe der Frauenschaft hatte das dreiaktige, nach dem Stormschen Märchen „Die Regentrude" eingerichtete Dolksspiel gleichen Titels von Heinrich Lindau einstudiert. Die Aufführung fand den lebhaften Beifall der zahlreichen Besucher. War das erste Spiel ernsteren Charakters, so betonte das zweite Die heitere Note. Auch diese Aufführung wurde mit starkem Beifall belohnt. Gesangliche und musikalische Darbietungen unterhielten in den Pau- en. Die Leiterin der NS.-Frauenschaft, Frau kreis Alsfeld. —/— Homberg, 30. Nov. Der Verkehrs- verein Homberg ist bei der Reichsbahndirektion Frankfurt vorstellig geworden, um auf der Strecke Burg- und Nieder-Gemünden—Kirchhain an die um 18.33 Uhr von Alsfeld und 18.57 Uhr von Gießen einlaufenden Züge eine Anschlußmöglichkeit an den um 18.30 Uhr von Burg- und Nieder-Gemünden abgehenden Güterzug zu erhalten. Die in Alsfeld beschäftigten Personen müssen in Burg- und Nieder-Gemünden eineinhalb Stunde auf Anschluß warten. Bei der dauernde Zunahme des Verkehrs auf dieser Strecke wäre es im vielseitigen Interesse sehr zu vegrüßen, wenn diesem Ansuchen stattgegeben würde. — Die NS.-Gemem- schäft „Kraft durch Freude" brachte anläßlich des dritten Jahrestages in der Stadthalle das Lustspiel „Holzappel" von H. A. Weber, das die Hessen- Nassauische Volksbühne Wiesbaden aufführte. Das Lustspiel wurde mittags und abends gespielt und erfreute sich besonders abends eines recht zahlreichen Zuspruchs. Kreis Bübingen. Aus dem Niddatal, 30. Nov. In der letzten Novemberwoche macht sich in steigendem Maße die Grippe bemerkbar. Ganze Familien liegen darnieder. Die Krankheit^ beginnt im allae- meinen mit hohem Fieber und äußert sich in heftigen Hustenanfällen, da die Lunge ober die oberen Luftwege angegriffen sind. Der Verlauf der Krank- heit ist im allgemeinen gutartig. »FE.Teulonia^Wakenborn-Sieinberg 2. Mannschaft — 1. Mannschaft Mufchenheim 4:1 (1:1). Die zweite Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und schlug die erste Mannschaft von Mufchenheim im Verbandsspiel mit 4:1 Toren. Wenn man wohl auch mit diesem Resultat gerechnet hatte, so war man in der ersten Halbzeit etwas enttäuscht. Die Gäste waren den Teutonen körperlich überlegen und dadurch kam in der ersten Halbzeit auch das ausgeglichene Spiel zustande. Nach der Halbzeit kam durch eine Umstellung im Sturm die einheimische Mannschaft besser in Schwung und konnte auch noch drei weitere Tore schießen, denen Mufchenheim nichts mehr entgegensetzte. Beide Mannschaften befleißigten sich einer anständigen Spielweise. Zugendkpiele der Sp.-Ag. 1900. 1900 1. Jgd. — Tuspo Mieseck 1. Jgd. 4:1. Ein schönes und spannendes Spiel lieferten sich die beiden oben genannten Mannschaften. Die Wie- fecker traten mit einer Mannschaft an, die den hiesigen körperlich etwas überlegen war. Das Spiel begann mit flotten Angriffen beider Parteien und man konnte die ersten Minuten eine leichte lieber- legenheit der Gäste feststellen. Trotzdem gelang es den Blauweißen kurz nach Beginn des Spieles in Führung zu gehen. Allmählich kam mehr System Die Handballer hatten sich am letzten Sonntag außerordentlich viel vorgenommen. Eine große Zahl von wichtigen Spielen galt es unter Dach zu bringen. Wenn auch in den weitaus meisten Fällen die favorisierten Mannschaften vorne zu finden waren, so ging es trotzdem auch diesmal nicht ohne Ueberraschüng ab. Das gilt besonders für die erste Mannschaft des Tv. Wetzlar, die auch gegen Tuspo 86/09 Kassel verlor und durch diesen erneuten Punktverlust um jede Aussichten gekommen ist. Bezirksklasse. Tv. Heuchelheim — Spvgg. 19 0 0 Gie° ß e n 3:8 (1:4). Man hatte nach dem guten Ab- schneiden der Platzbesitzer in der letzten Zeit erwartet, daß sie auch 1900 trotzen würden. Selbst ein Sieg ober aber zu mindestens ein Unentschieden lag durchaus im Bereich des Möglichen. Leiber haben bie Heuchelheimer ihre Anhänger stark enttäuscht. Die Mannschaft fanb sich zu keiner Phase bes Kampfes so, daß sie Gießen hätte gefährlich werben können. Die Spielweise war zeitweilig sogar direkt hilflos. Man vermißte nicht nur bie zügige Zusammenarbeit ber einzelnen Mannschaftsteile, auch ber Sturm vergaß ganz die ihm ae- stellte Aufgabe. Anders dagegen bei Gießen. Die Mannschaft spielte wie aus einem Guß und ihr Sieg stand nie in Frage. Tv. Hochelheim — Mtv. Gießen 8:9 (3:7). Wenn die Gießener diesen knappen Sieg errungen haben, so können sie von Glück sagen. Denn ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf allein gerecht geworden. Wohl konnten sich die Mtver bis zur Pause einen sicheren Vorsprung erkämpfen, mußten bann aber alles dareinsetzen, um die ungestümen Angriffe ber Platzbesitzer abzuwehren. Wenn auch Gießen Ersatz in seinen Reihen hatte, so überrascht auch biefes Ergebnis roieber, zumal bamit erneut bewiesen wirb, baß Hochelheim als eine typische Heimmannschaft angesprochen werben muß. Tuspo W. - Niedergirmes — To. Münchholzhausen 8:10 (5:3). Noch bis kurz vor Schluß lagen die Platzbesitzer knapp in Führung. Sie mußten sich aber bann doch, nachdem sie sich in ber ersten Halbzeit zu sehr ausgegeben hatten, knapp und zudem noch unverdient geschlagen bekennen. * Klein-Linden, 29. Nov. In den letzten Jahren ist es üblich geworden, alljährlich einen der dörflichenWinterab ende der Heimatgeschichte unseres Dorfes zu widmen. Am Samstagabend fand wieder ein solcher Abend als Dorfgemeinschaftsabend statt. Im Rahmen ber NSG. „Kraft durch Freude" trafen sich die Mitglieder des Ortsrings des Landschaftsbun- des „Volkstum und Heimat", ferner die Mitglieder der Heimatvereinigung Schif- f e n b e r g, Ortsgruppe Klein-Linden, und viele Einwohner unseres Dorfes im Gasthaus „Zur deutschen Eiche". Ortswalter Neufer von ber NSG. „Kraft burch Freube" eröffnete den Abend, der mit einem Chorvorttag bes Männer gefangner eins „Harmonie", von Chormeister Lehrer S p o r y (Groß-Rechtenbach) geleitet, seine Einleitung fanb. Lehrer Rau, als Beauftragter ber Volksbildungsarbeit für unser Dorf, sprach bann über das Thema: Kriegs- und Notzeiten in Klein- Linden. Aus Urkunden und Ueberlieferungen hat der Redner bie Kriegsgeschichte unseres Dorfes vom 30jährigen Krieg bis zum Felbzug in China im Jahre 1900 zusammengestellt. In feinem Vortrag sprach er über bie Kriegs- und Notzeiten im 17. und 18. Jahrunbert bis zum Erscheinen Napoleons I. Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Wie andere Gemeinden unseres Vaterlandes, so hs§ auch Klein-Linden sehr unter den Schrecken des 30jährigen Krieges gelitten. 1626 fanden große Truppendurchzüge durch unsere Heimat statt. Die Pest wütete, so daß bei Kriegsende Klein-Linden nur noch 125 Einwohner zählte Wahrend des Rachekrieges Ludwigs XI\. von Frankreich gegen Holland (1672 bis 1679) hatte das Dorf sehr stark unter (Einquartierung zu leiden. Auch mar es verschiedenemal Plünderungen ausgesetzt. Im Oesterreichischen Erbfolgekrieg (1741 bis 1748) und im S i e b e r j a h r i g e n Kriege mußte unser Dorf ebenfalls große Opfer an Geld und Blut bringen. Am 30. und 31. Marz 1745 besetzten die Franzosen unsere Gegend und forderten große Mengen Lebensmittel aller Art von den Einwohnern. Dazu wütete noch das Fleckfieber in unserem Dorf. In vier Jahren starben 106 Ein- wohner, das war fast die Hälfte ber gesamten Einwohnerzahl, im Jahre 1759 würben allein 37 Personen Opfer bes Fleckfiebers. Nach breifeig Friedensjahren . begannen bie Kriegsnöte roieber. Die französischen Revolutionskriege spielten sich auch in unserer Gegend ab. Die Lieferungen an Lebensmitteln Sonnten kaum bewältigt werden. 1794 wurde in der Kurg zu Klein-Linden ein französisches Lazarett Elufgeschlagen. Die Gemeinde mußte sämtliche zur Ausstattung benötigten Gegenstände und dazu noch die Lebensmittel für die Insassen aufbringen. Aus den im Gemeindearchiv enthaltenen Urkunden des damaligen Gemeindeschreibers Johannes Weigel Seht hervor, welch furchtbare Lasten das Dorf zu tragen hatte. 1796 erhielt das Dorf an französischer Einquartierung: 30 Offiziere, 76 Unteroffiziere, 497 Mann, 722 Knechte und 1993 Pferde. Am 15. Juni einem im Januar in Helsingfors stattfindenden internationalen Turnier zu beteiligen. Reichsdeutsche Fechtersieae gab es bei den international ausgeschriebenen Meisterschaften der Steiermark in Graz. Julius Eisenecker (Frankfurt) und Hedwig Haß (Offenbach) holten sich die Titel im Florettfechten. Herber-Baier, unsere deutschen Olympiasieger und Weltmeister im Eiskunstläufen, nahmen an der sonntäglichen Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle teil und ernteten von 10 000 Zuschauern für ihr großes Können reichen Beifall. Rudolf Wolke und Willi Heinrich sicherten sich am Sonntag die erstmals zur Vergebung gekommenen Titel eines deutschen Meisters der Zeitungsradfahrer. Der Wettbewerb wurde in zwei Klaffen als Zweitagefahrt von Berlin über Wittenberg nach Leipzig durchgeführt. Münchens Kunstturner gewannen vor 4500 Zuschauern den Dreistädtekampf gegen Frankfurt und Leipzig mit 950 Punkten. Die Frankfurter verwiesen mit 908 Punkten Leipzig mit 890,3 Punkten auf den letzten Platz. Bester Einzelturner war Schmelcher (München) mit 112,4 Punkten. D i e Fußball-Weltmeisterschaft wird 1938 doch in Frankreich stattfinden, nachdem Deutschland bereits in diesen Tagen den Gerüchten, sich um die Weltmeisterschaft bewerben zu wollen, entgegengetreten war. Wie bei der FIFA.-Vorstandssitzung in Frankfurt a. M. bekannt wurde, werden die Spiele zwischen dem 4. und 19. Ium abaewickelt. James Braddock, der Schwergewichts-Weltmeister und nächste Gegner unseres Max Schrne- ling, ist jetzt auf Geheiß der Neuyorker Boxkorn- mission untersucht und von drei Aerzten als vollauf geheilt bezeichnet worden. Braddock wird jetzt mit dem Training beginnen können. Die Kraftfahrzeug-Winterprufung 1 937 wird vom 3. bis 6. Februar in Garmisch- Partenkirchen durchgeführt. Sie setzt sich nach einer Mitteilung der ORS. aus einer Langstreckensahrt nnd einer zweitägigen Zuoerlässigkeitsfahrt zusammen. Frankreichs Radfahrer nahmen am Sonntag für die am Freitag im Länderkampf in Berlin erlittene Niederlage Revanche und gewannen den zweiten Länderkampf mit 2:0. Bei den Fliegern siegte Gerardin vor Richter, Merkens und Michard und bei den Stehern gewannen Paillard, Metze und Lacquehay die drei Läufe, so daß Frankreich 2:0 siegte. Sintersportzeil! - Lernt Skiläufen. 6 Lehrkurse überall. Immer mehr breitet sich in Deutschland der Skisport aus, immer größer wird die Zahl der Anhänger dieser gesunden Leibesübung, und so ist es nur verständlich, daß die maßgebenden Stellen alles tun, die Voraussetzungen zu schaffen, daß jeder Volksgenosse diesen Sport ausüben kann. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führt schon seit ihrem Bestehen Skikurse durch und die gleiche Organisation hat auch in dankenswerter Weise in Verhandlungen mit der deutschen Sportartikel- Jndustrie dafür gesorgt, daß die für den Skisport notwendige Ausrüstung zu einem Betrag zu erstehen ist, den jeder Volksgenosse aufbringen kann. Auch das Fachamt Skilauf beteiligt sich lebhaft an der Schulung der Anfänger, und in den nächsten Wochen werden unter der Aufiicht und Leitung des Fachamtes Skikurse veranstaltet. Weihnachts-Ferienkurse der Jugend. Das Fachamt Skilauf im Gau XII/XIII führt während der Weihnachtsferien einen Iugend-Ski- kursus und eine Jugend-Skifahrt ins Hochgebirge durch. Beide Veranstaltungen dauern vom 25. Dezember 1936 bis zum 5. Januar 1937. Der Jugend- Skikursus steht unter Leitung von Lehrer L ö f f e r t in Gersfeld (Rhön), an den auch Anmeldungen zu richten sind. Unterkunft und Verpflegung erfolgen in der Jugendherberge Gersfeld. Zu diesem Lehrgang können Jugendliche (Buben und Mädel) im Alter von 14 bis 20 Jahren, die Mitglied des Fachamtes Skilauf sind, gemeldet werden. — Die Jugend fahrt ins Hochgebirge führt ins Walfertal, wo die Karl-Flick-Hütte des Polizeisportvereins Frankfurt die Unterkunft bildet. Zugelassen sind Jugendliche von 14 bis 20 Jahren, die entsprechend vorgebildet sind und bereits zu den Fortgeschrittenen gerechnet werden können. Gau-Jugenüwart O t t m a n n , Frankfurt, Neue Kräme 27, ist Leiter der Fahrt; an ihn sind auch die Meldungen zu richten. Sonntags-Skikurse im Taunus. Entsprechende Schneeverhältnisse vorausgesetzt finden vom 6. Dezember bis 31. Januar im Taunus in der Nähe des Sandplackens unentgeltliche Skikurse für Mitglieder des Fachamtes Skilaufen statt. Die Kurse werden mit kleinen Skiwanderungen verbunden. Geplant sind außerdem laufende Wochenkurse auf dem Feldberg und in Schmitten. Fahrten ins Walfertal. Vom 17. Januar bis 4. April veranstaltet das Fachamt Skilaufen mehrere Hochgebirgs- Skikurse im Walfertal. Die Kurse beginnen jeweils an einem Sonntag, die Leitung haben geprüfte Lehrwarte des DSV. Vorgesehen sind Kurse in H i r s ch e g g vom 17. bis 31. Januar, 31. Januar bis 13. Februar, 7. bis 21. Februar, 14. bis 28. Februar, 21. Februar bis 7. März und 28. Februar bis 14. März und bei der Karl- Flick-Hütte vom 24. Januar bis 7. Februar, 7. bis 21. März und 21. März bis 4. April. Außerdem läuft noch ein Kursus vom 25. Dezember bis 1. Januar in Oberweißenbrunn in der Rhön. Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle des Fachamtes Skilauf, Gau XII/XIII, Frankfurt a. M., Kirchnerstraße (Hapaghaus). Aus aller Wett. Der Londoner Kristallpalast durch ein Riesenfeuer zerstört. London, 1. Dez. (DRV,) Am Wontag in den späten Abenstunden geriet der berühmte Londoner k r i st a l l p a l a st, eines der bekanntesten Londoner Ausstellungsgebäude aus den neunziger Jahren, in Brand. Das Feuer, das anscheinend durch Kurzschluß entstanden ist, breitete sich im gan- zen Gebäude mit ungeheurer Geschwindigkeit aus, so daß nach kurzer Zeit der Riesenpalast in Flammen stand. Rach Witternacht brannte der Palast noch immer. Heber 65 Feuerwehrlöschzüge waren herbeigeeilt, um das Feuer zu bekämpfen. Trotz aller Bemühungen der Feuerwehr ist jedoch der größte Teil des Palastes z e r st ö r t worden. Rur zwei feiner Haupttürme stehen noch. Bei dem Grohfeuer ist auch der größte Teil der neu eingerichteten Londoner Fernsehsendestelle zerstört worden. Das Kristalpalast-Orchesler, das in der Gartenhalle spielte, konnte sich mit Wühe und Rot retten, mehrere Hotels in der Rähe wurden geräumt. Die Feuerwehr suchte vor allem zu verhindern, daß ein- stürzende Trümmer die Rachbarschaft gefährdeten. Sie hatte mehrere Verwundete zu beklagen. Der Kristalpalast war ein riesiges Gebäude an der Themse, das ursprünglich im Hydepark die große Ausstellung 1851 beherbergte, und dann als Vergnügungs- und Ausstellungshalle an feinen jetzigen Platz im südlichen Stadtteil Sydenharn neu zu erstehen. Der Kristalpalast ist durch seine Musikveranstaltungen weit über die Grenzen Englands berühmt geworden. Im Jahre 1895 wurde hier das große Händelfeft abgehalten. Während des Krieges diente der Kristalpalast der Admiralität, um später seinen eigentlichen Bestimmungen zurückgegeben zu werden. Der Wert des Christalpalastet wird auf 1,5 Millionen Pfund Sterling (etwa 18 Millionen Mark) geschätzt. Infolge des Brandes haben Hunderte von Menschen ihre Arbeitsstelle verloren. Um 2 Uhr morgens war der Brand noch nicht gelöscht. Um diese Zeit kam ein stärkerer Südwind auf, der die Flammen auf den Nordflügel abtrieb. Der Kristalpalast war Staatseigentum. Er wurde von mehr als einer Million Menschen jährlich besucht. Schriftenfolge über die Kämpfe der deutschen Freikorps. Die Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeres- gefchichte bearbeitet eine Schriftenfolge über die Kämpfe der deutschen Freikorps und Truppen in der Nachkriegszeit. Das beim Reichsarchiv vorhandene Material über diese Kämpfe ist unvollständig. Ein großer Teil des für die Forschung wichtigen Materials befindet sich in den Händen von Privatpersonen. Auch Regimentsvereine und ähnliche Organisationen verfügen teilweise noch über einschlägige Akten und Aufzeichnungen. Das Reichskriegsministerium bittet daher alle Privatpersonen, Organisationen usw. an dem amtlichen Werk über die deutschen Freikorps durch Ueber- sendung von Material tatkräftig mitzuhelfen. Alle Zusendungen werden erbeten an das Heeresarchio, Potsdam, Am Reichsarchiv 8. Schulschiff „Deutschland" in Rio de Janeiro. Das Schulschiff „Deutschland" des Deutschen Schulschiffoereins ist wohlbehalten in Rio de Janeiro angekommen und wird am 7. Dezember nach Montevideo weitersegeln. Rundflug des LZ „Hindenburg" in Südbrasilien. In Rio de Janeiro stieg das Luftschiff „H i n d e n- buro" zu einem Rundflug über d i e süd brasilianischen Staaten Sao Paulo, Para und St. Catharina auf. Nachdem bereits vor einiger Zeit der Plan dieses Rundfluges bekanntgeworden war, waren die Anmeldungen zur Teilnahme so zahlreich, daß bei weitem nicht allen Wünschen nachgekommen werden konnte. Alle verfügbaren Plätze waren binnen kurzem vergeben. Auf Einladung des deutschen Botschafters Dr. Schmidt-Elskop nahmen an diesem Rundflug u. a. auch zahlreiche Vertreter der brasilianischen Regierung, sowie ein Vertreter der Landesgruppe Brasilien der NSDA. teil. „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen gelandet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstag unter Führung feines Kommandanten Kapitän Schiller von feiner letzten Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. Das Luftschiff ist trotz des Föhnsturmes, der bis zu 10 Sekundenmeter erreichte, um 1.11 Uhr glatt gelandet. Kunss und Wissenschaft. Erna Sack für eine englische Filmrolle engagiert. Kammersängerin Erna Sack wurde auf Grund ihres Londoner Gastspiels und ihres ersten deutschen Films von der größten englischen Filmfirma für die Hauptrolle eines englischen Films verpflichtet. Berufung Professor Gerlachs. Professor Dr. G e r l a ch , Ordinarius an der Universität Basel, hat einen Ruf an eine Hochschule im Reich erhalten. Diese Berufung gewinnt insofern besondere Bedeutung, als Professor Ger- lach in der letzten Zeit im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stand. Wie erinnerlich, ist die durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt verfügte fristlose Entlassung des Professors Gerlach durch den Spruch des Appellationsgerichtes vom 23. November 1936 aufgehoben worden. Professor Gerlach ist damit auch in der Schweiz restlos rehabilitiert und in sein Amt in der Baseler Universität wieder eingesetzt. Verleihung des Volkspreises für deutsche Dichtung. Im Rahmen einer Morgenfeier fand in Braunschweig die feierliche Verleihung des diesjährigen Volkspreises für deutsche Dichtung der NS. - Kulturgemeinde und der Raabe-Gesellschaft sowie des Dichterpreises der Stadt Braunschweig an den Verfasser des historischen Werkes „Schicksal und Liebe des Niclas von Eues", Hans Künkel, statt. Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Hesse unterstrich die Bedeutung des Dichterpreises der Stadt Braunschweig: Wir erfüllen damit die Verpflichtung, nicht nur den Dickst-r Wilhelm Raabe zu ehren, sondern aufbauend auf sein Schaffen zur Förderung der Dichtkunst unseres neuen Reiches beizutragen. Aus der Hand des stellvertretenden Amtsleiters der NS.-Kulturgemeinde, Pg. Holzapfel, nahm Hans Künkel den Dolkspreis entgegen. De Rektor der Londoner Hniverfität gestorben. Der Rektor der Londoner Universität Sir Edwin Deller, der sich vor einigen Tagen bei der Besichtigung des neuen Universitätsgebäudes durch herabfallendes Baumaterial eine Verletzung des Rückgrates zuzog, ist g e ft o r b e n. Dänemark ehrt den deutschen Reformator Vugenhagen. In Kopenhagen fand, als Abschluß der 400-Jahr- Feier der Einführung der Reformation in Dänemark, in der deutschen St. Petri-Kirche eine Gedenkfeier für den damaligen Sendboten Martin Luthers, den Wittenberger Stadtpfarrer Johann Bugenhagen, statt. An der Feier nahmen das Königspaar, die gesamte höhere Geistlichkeit des Landes, Vertreter der Behörden und der Universität, die deutsche Gesandtschaft, die Partei und die deutsche Kolonie teil. Oie italienische Kammer feiert den afrikanischen (Steg. Rom, 30. Nov. (DNB.) Zur Eröffnungssitzung der italienischen Kammer am Montag waren sämtliche Abgeordnete in Uniform erschienen, um der Verherrlichung des italienischen Sic. ges in Ostafrika und der Enthüllung der Marmortafel, in der Mussolini als Gründer des Imperiums verherrlicht wird, einen militärisch, feierlichen Charakter zu geben. Der Präsident der Kammer, Graf C i a n o, hielt in Der Uniform eines Admirals die Eröffnungsrede, in der cr mehrmals von der „Faschistischen Kammer" sprach und unter stürmischen Beifallskundgebungen das Treuegelöbnis der Kammer zum Duce erneuerte. Die Spätausgaben der römischen Abendblätter betonen den militärischen Charakter dieser Kammersitzung und schildern in anschaulicher Weise die Begeisterung, mit der Mussolini bei Der Enthüllung der verschiedenen Marmortafeln zum ost- afrikanischen Feldzug gefeiert wurde. Den Höhe- punkt erreichte die Kundgebung, als Mussolini beim Verlassen der Kammer nicht das bereitstehende Auto bestieg, sondern zu Fuß an der Spitze von etwa 370 Abgeordneten Den Weg nach dem Palazzo Venezia antratt. Der chilenische Botschafter ist am Montag vom italienischen Außenminister zur Entgegennahme feines Beglaubigungsschreibens empfangen worden, das an den König von Italien und Kaiser von Aethiopien gerichtet ist. In italienischen politischen Kreisen wird es lebhaft begrüßt, daß damit Chile, wenn auch nicht rechtlich, die Eigenschaft des Königs von Italien als Kaiser von Aethiopien anerkannt hat. Amerikanische Klottenbauplane. N e u y o r k, 1. Dez. (DNB. Funkspruch.) „New- york Times" behauptet, von entscheidender Stelle des amerikanischen Marineministeriums erfahren zu haben, Präsident Roosevelt werde nach seiner Rückkehr aus Buenos Aires auf gründ der vom letzten Kongreß erteilten Vollmachten den Auftrag zum Bau zweier Großschlachtschi ffe geben. Der Bau soll Anfang 1937 beginnen. Jedes der Schiffe wird rund 50 Millionen Dollar kosten. Sie werden wahrscheinlich 35 000 Tonnen groß fein und eine Geschwindigkeit von mindestens 25 Knoten erreichen. Besonderer Wert wird auf die Bestückung gelegt, die einen beträchtlichen Teil der Unkosten in Anspruch nehmen wird. Die Schlachtschiffe sollen Drei Geschütztürme mit 35,5-Zentimeter- oder sogar 38-Zentimeter-Geschützen erhalten. Die endgültige Festsetzung Des Kalibers, so melDet Die Zeitung, sei abhängig Davon, ob Japan bereit fei, 35,5-Zentimeter-Geschütze als Höchstgrenze für Die Bestückung von Schlachtschiffen anzuerkennen. Nach Der Meldung haben sich die Vereinigten Staaten zu dieser Maßnahme entschlossen, weil England angekündigt habe, daß es sofort nach Ablauf Des Flottenvertrages von 1930 vom 31. Dezember mit Dem Bau von zwei Großkampfschiffen beginnen werbe. Die in Der Stärke Der Aufrüstung alles bisherige übertreffen würben. «.Rätekongreß droht mit Annektion der baltischen Staaten." L o n D o n, 30. Nov. (DNB.) Sämtliche Morgenblätter bringen sehr ausführlich die Reben, die auf Dem Sowjetkongreß in Moskau gehalten roorDen sind. „Daily Telegraph" überschreibt seinen Bericht: „Rätekongreß droht mit Annektion Der baltischen Staaten". Allgemein wirD Die an» griffsluftige TenD enz Der Roten her» oorgehoben. Rundfunkprogramm Witlwoch, 2. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. In Der Pause, 7.00: Nachrichten. 8.10. Gnm- nastik. 8.30: Werkskonzert. 10.00: Schulfunk: „Das Forellenquintett von Franz Schubert". Eine belauschte Karnrnerrnufikprobe. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.40: Lanbfunk. 11.45: Sozialdienft. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten, auch aus Dem SenDebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.00: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme. 15.00: Volk und Wirtschaft. Rohstoffe aus eigener Kraft! Kunstharz (6). 16.00: Kammermusik. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Burgen über Berg und Fluß. Ein winterlicher Funkbericht aus Dem Werratal. 18.00: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitpunkt bringt den Tagesspiegel. 20.00: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Nur Der Frei» beit gehört unser Leben". 20.45: „Berliner Pfann- kuchen — mit bester Füllung". 22.00: Nachrichten. der ges Reichstag I hierhin wm 9 ig und Der M BerN I Allheit der ü M Mister und t | Staatstomn I',[ beiden Bei krbürgermeisi Mrmeister is bemeine Der We Beigeord» mfter. 3n y 6er Seiler bi Mikk, her bü Wbx Haust iMM 'ft der ifl Reich to Sesehe ^.ttinng ; rffflfufe verab i Weden en t Snmdsähen er lchgesehliche Skllnd- uni Mnft nur m Ml einheitlich, Die Aenderung livischen Lande 1. April 1938 Steuer- und C km Einsiihrunc Mach die (Be Ne Gewerb Smerbefleuetq Ne Grunds ßnindsleuerges ^den genannl Otto Faber, Gießen Mühlstraße 22 Ruf 3096 GIESSEN SELTERSWEG 81 7619 D SINN» .INHABER ■ CARL HEINZ SCHLÜTER Prospekte, Vorführg. u. Probefahrt bereitwilligst. 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