% Samstag, I. August 1956 186. Jahrgang 178 Erstes Blatt Friedensfest Olympia gütirr schützt, das Große und Erhabene seiner Verve Das Ergebnis des kunstwettbewerbs 3 3 ($1 ,auc: § p 5 5 hiUli gan mg )eni Meit achtet und den Aufstieg zu neuer Grüße steten hat. [5 erste Nation dieser Welt hat Deutschland Lsibesübungen in der Erziehung r gleichberechtigten Rang gegeben. Dhrer und alle seine Mitarbeiter haben in H wir wieder Achtung vor uns selbst gewon- ijcfoen und wieder stark geworden sind, darum Ivnnen wir den anderen Nationen mit Ach- ven Kämpfer eine kurze Ansprache zu richten, wie es Herodot und Thukydides im alten Olympia getan haben. Ich danke von Herzen den internationalen und deutschen Preisrichtern, die mit Hingabe ihres Amtes gewaltet haben, und ich hoffe, daß die ausstellenden Künstler Freude an dieser durch Professor Tessenow in so vollendeter Weise hergerichteten Ausstellung haben und viele der Kunstwerke begeisterte Freunde finden, die sie kaufen und ihr Heim damit schmücken. Anschließend gab Staatssekretär a. D. Dr. L e ■ fatlon vollbringen kann, wenn sie einem Ereignis eine besondere Kote verleihen will. Für die eigentlichen Olympischen Spiele in Berlin ist alles das, was man auf diesem Gebiete bisher gesehen hat, übertroffen worden, auch alles, was in Los Angeles vor vier Jahren geleistet worden ist. Damals haben die Amerikaner schon Großes vollbracht, aber diese großen Dinge scheinen im Vergleich zu dem, was das Deutsche Olympische Komitee, unterstützt durch seine Regierung, vollbracht hat, altmodisch. Sogar die Mitglieder der verschiedenen fremdländischen olympischen Ausschüsse sind sprachlos über diese seit Monaten "gemachte Anstrengung, dieser sportlichen Wett- veranstaltung den größten Rahmen zu geben. Der „F i g a r o" betont, man möge nicht von Militärsport oder von Vorbereitung auf den Krieg sprechen; denn das ist Politik, und die Sportsleute wollen davon nichts wissen. Wenn diese These richtig wäre, müßte man von der Voraussetzung ausgehen,. daß das Dritte Reich die Absicht habe, Frauen in die Schützengräben zu schicken, denn auch die jungen Mädels marschierten auf. Wer aber so urteile, möge sich doch einmal die Mühe machen, die deutschen Sportsleute zu beobachten. Der würde mühelos zugeben, daß diese Jugend keineswegs kriegerisch eingestellt sei, daß sie einfach mit der tätiijn und lebendiger Anteilnahme den Sport zu ^Angelegenheit der ganzen Nation und! te olympische Idee zur Herzenssache jedes Deutschen gemacht. Im neuen Deidüsclland ist die olympische Idee des völkerver- wald die er st en olympischen Sieger, und zwar in den K u n st w e t t b e w e r b e n bekannt: Mil ungeheurem Beifall nahmen die Zuhörer das außerordentlich günstige Abschneiden der deutschen Weltkampfleilnehmer auf, die nicht weniger als 5 goldene, 5 silberne und 2 bronzene Medaillen erringen konnten; ein wahrhaft prächtiger Auftakt der XI. Olympischen Spiele und der bisher größte deutsche Erfolg bei den Olympischen kunstweltbewerbenl Herbert Kastinger (Kampfstätte für Auto-, Rad- und Pferdesport in Wien). II. Malerei und Graphik. a) Gemälde in jeder Technik. Goldene Medaille: fällt aus. Silberne Medaille: Oesterreich für Rudolf Hermann Eisenmenger (Läufer vor dem Ziel). Bronzene Medaille: Japan für Takahara Fujita (Eishockey). b) Zeichnungen und Aquarelle. Goldene Medaille: fällt aus. Silberne Medaille: Italien für Romano Dazzi (4 Kartons für Fresken in der Faschistenakademie für Leibesübungen, Rom). Bronzene Medaille: Japan für Sujaku Suzuki (japanisches klassisches Pferderennen). 3 " 3 £ Der Olympische Kunstwettbewerb. Feierliche Eröffnung durch Reichsminister Or. Goebbels. 5 Goldene, 5 Gilberne, 2 Bronzene Medaillen von Deutschen errungen Sonne in den Augen und der Freude im Herzen lebe. Das großartigste sportliche Treffen. Em englisches Urteil. London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Leitartikel weist „Daily Telegraph" darauf hin, daß heute bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin die Flaggen von 50 Nationen aus den fünf Kontinenten auf dem Reichssportfeld flattern werden. Persönlicher und nationaler Wett- streit werde seinen Höhepunkt in den Kämpfen erreichen, die die internationale Verständigung mehr bessern könnten, für die der Sport ein so wirkungsvoller Werber sei. Deutschland habe für die Olympischen Spiele nie zuvor gesehene Vorbereitungen getroffen. Eine neue Stadt sei um das Stadion herum entstanden, und für eine Viertelmillion Zuschauer sei jede Bequemlichkeit geschossen. Wenn nun auch die Wetterbedingungen günstig sein würden, dann würde hier das großartig st e sportliche Treffen vor sich gehen, das die Welt jemals gesehen hat, und das im Geiste von allen Ländern der Erde verfolgt werden würde. ? ®3; 3 be!n» e st Olympia! % stolze Werk einer Hatton. Der Eindruck in Italien. Werk einer Ration sei, die es verstanden habe, die Vorbereitungen des olympischen Schauplatzes mit einer ganz ungewöhnlichen Tätigkeit zu treffen. „Gazzetta dello Sport" betont, ganz Deutschland, das ganze Volk und das ganze Land seien von der olympischen Atmosphäre durchdrungen. Die Olympiade^ sei eine Frage der Ehre, des Stolzes und der Würde für das Volk, welches sie organisiere. Deutschland erfülle diese Grundsätze in vollkommener Weise. Nicht Gruppen von Menschen arbeiteten am Bau der Olympiade, sondern ein von entschlossenem Arbeitsfieber gepacktes Heer. Alles übertroffen! Begeisterung der französischen Berichterstatter. Paris, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die französischen Berichte über den Auftakt der Olympischen Spiele in Berlin lauten fast durchweg begeistert: Der Berliner Berichterstatter der Agentur havas schreibt: Schon bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen haben sich die aus- ländischen Besucher eine genaue Vorstellung davon gemacht, was die deutsche Organ!- Atz Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zum Beginn. 5:re Jahrtausende unserer Zeitrechnung hat das 0 3 5 q o- " , 4 2- ~ znern Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte die Olympische Kunstausstellung. Unser Bild aeiat Reichspropaqandamimster Dr. Goebbels (links) mit dem Reichsbeauftragten für tünftlerifdje Formgebung, Hans Schweitzer, in der italienischen Abteilung. (Scherl-Bilderdi-nst-M.) *3$ *2 Berlin, 31. Juli. (DNB.) In der Halle VI des Ausstellungsgeländes am Kaiserdamm unter dem Funkturm wurde Freitag mittag in feierlicher Form die Olympische Kunstausstellung, der K u n st w e t t - bewerb der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936, durch Reichsminister Dr. G o e b - b e l s eröffnet. Dem Festakt wohnten zahlreiche Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, des Organisationskomitees, des Diplomatischen Korps, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, zahlreiche Gauleiter und Reichsstatthalter, viele Mitglieder des Kultursenats, sowie zahlreiche Ehrengäste bei. An diesen Wettkämpfen der Kunst beteiligten sich die Bildhauer, Waler, Graphiker und Architekten aus 23 Rationen mit ungefähr 900 Werken, die auf dem fast 5000 qm umfassenden Hallengelände der Halle VI in einem einheitlichen, dem Zweck angemessenen festlichen Eharakter zur Ausstellung kommen. Die musikalischen Siegerwerke und die Schöpfungen der Dichter werden an anderer Stelle der Oeffentlichkeit vorgetragen werden. In der festlich ausgeschmückten, mit den Wappen der 23 beteiligten Nationen dekorierten Ehrenhalle begrüßte der Präsident des Organisationskomitees, (ötaatefetretor a. Ä. Lewaio, Reichsminister Dr. Goebbels, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Körniges Graf d e Baillet-Latour und den italieniDyen Propagandaminister A l f i e r i. Er führte etwa folgendes aus: Es ist mir eine freudige und angenehme Pflicht, den 23 Nationen, die sich an der Kunstausstellung beteiligt haben, den wärmsten Dank hierfür auszusprechen. Es gehört unter die tiefsten und glücklichsten Gedanken des Begründers der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Couber- t i n, daß er von Anfang an den Wunsch Hegte, mit den sportlichen Kämpfen der Olympischen Spiele Wettbewerbe der schönen Künste, der Malerei, der Poesie und Musik zu verbinden. In seinem nunmehr in deutscher Sprache vorliegenden olympischen Erinnerungen schildert er, wie er jahrelang gewartet, um diesen Gedanken in die Wirklichkeit zu versetzen. Er wollte die, wie er sagt, seit anderthalb Jahrtausenden unterbrochene glückliche Ehe zwischen den Musen und den muskelstarken Männern wieder festigen, aber es dauerte wiederum zwei Olympiaden, bis zum ersten Male in Stockholm, dieser vorbildlichen Durchführung der Olympischen Spiele, eine Kunstausstellung mit ihnen verbunden war. Um den Preis der Poesie hatte sich Coubertin damals selbst unter einem Pseudonym beworben und eine Goldene Medaille erhalten. Aber eins fehlte bisher bei den früheren Kunstausstellungen, wo doch von besonderer Wichtigkeit ist, daß auch die Muse der Musik neben der Muse der D i ch t k u n st und den Musen der bildenden Künste vertreten war. Das ist zum ersten Male hier in Berlin verwirklicht. Und wir wollen noch ein weiteres tun, indem wir einen großen Europäer, und zwar den in aller Welt berühmten schwedischen Forscher und Forschungsreisenden Dr. Sven Hedin bitten, am 5. August im Stadion an die dort versammelte Menge und die akti- ' iy 3$: ' * C’ E 2; ® l »Hl „E nlwengeborene heilige Feuer verbun- 3Egbert fißit zwölf Tagen und Nächten ist es von 3 ßairi) IU Land, von Volk zu Volk als Sinnbild f i c:) w i g erneuernder Jugend und r.3 2’3 eil dien des Friedens geeilt. Im Hain von entzündet, wird es über der Wettkampf- ^3 jtäire >er Hauptstadt des neuen Deutschlands lohen. i hat die olympische Idee einen herrlichen. I. Baukunst: a) städtebauliche Entwürfe: Goldene Medaille: Deutschland für Werner March (Reichs- sportfeld); silberne Medaille: Vereinigte Staaten von Nordamerika für Charles Downing Lay (Marinepark, Brooklyn); bronzene Medaille: Deutschland für Theo Nußbaum (Stadtplan Köln: Sportflächen im Stadtgebiet); b) architektonische Entwürfe: Goldene Medaille: Oesterreich für Hermann Kutschern (Skistadion); silberne Medaille: Deutschland für Werner March (Reichssportfeld); bronzene Medaille: Oesterreich für Hermann Stiegholzer und ! F e. > Q E« ;• üMi land, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Eekhr Olympischen Spiele, schreibt der „Cor- ri ue della Sera" mit Bezug auf die beut« scheur-eranstalter des gewaltigen Ereignisses, sollen ,K3V y bi ? Straft eines Volkes feiern uni) ber ,:zeiaen, was ein Volk gelte, bas sich nach Leiden wieder aufgeridjtet habe. Mlclf Hitler, der Führer eines durch liljtolin und geistige Lin,rach, wieder aufge- bii)!»n mächtigen Volkes, habe die XI. Olym- pii<)( eröffnet, erklärt die „Gazzetta del Popolo . sich die Geschichtsschreiber einst mit u inner Zeit beschäftigen werden, dann werden s'ieanch bei dieser Olympia verweilen müssen, dii,DM!ffchland eine würdige, ja eine °^»iib li a e Stätte für die Durchführung o^b e k l lympifchen Spiele i ft. Q.ua.2, 2)eichchland, geformt nach dem Willen des Füh- ^s-lrerd inb beseelt von seinem Geiste ist schöner, freier 3 2^=;unlJ gijünber geworden, ein Land des wahren 2 ri;ieD e n 5, das mit starker Hand feine Kultur- ML- «XA&AUAÜ AUaaI ASS (Elsner Familienblätter ■ ■■ IW Grundpreise für 1mm höhe MMimÄld-DieScholl. ■ MM ■ Ä W ■ K l> | ■■ ■ ■ X |/|1 I 1/ ■ von 22 mm minlttr-vezugspreis: ■ ■ ■■ MM ■ ■ ■ JF ■ ■ H 'M ■ Breite 7 Rpf., für Text. Dsi Beilagen RM. 1.95 V V M ■ < ■ ■■ ■ ■ ■ A ■ ■ HM UL ■ ■ ■ Wk ■ anzeigen von 70 rnrn Breite O!)i' Illustrierte , V W L W M I W W 50Rpf.,Plahvorschrist nach Millgebühr .. , -25 M ■ ■ W M ^F vorh.Dereinbg.25^ mehr. »Ä» Kr V -*r w« iril.i- höherer Gewalt _ , _ M.. r < Stellen- V-r-ms-, gemein. -MM General-Anzeiger sm Sberhessen ===== rif)trn. 6 behördlicheAnzeigenbRpf. sporw am mSn 11688 Druck ttitb Verlag: vrühl'sche llnwerfitat5 v»ch- und Zteindruckerei R.Laage ln Gießen. Zchriftleitung und GeschSftzstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsie Staffel 8 ren Sliter wahren. „li-ius, Altius, Fortiu s", der olympisch Wahlspruch, ist auch der unsere geworden, Eit s — schneller mögen die Segnungen des meinlhichen Fortschritts den Völkern beschieden seir^ 2 l t i u s — höher mögen sie in die Sphäre des :I"mpischen Ideals rücken, F o r t i u s ker, nige das Band sein, das sie verbindet, starker ber-: Gl. ube an die Kraft der Idee und starker auch die i tic fnung, daß die Heimkehrenden — um mit 'bem I-äfibenten des Internationalen Olympischen Gras Baillet-Latour, zu sprechen — den p"S^:tie»(|tneig d e s Friedens aus dem gastlichen anö mit heimnehmen zum Schutze der Kul- zum Segen der Volker. rmliefern olympischen Geiste des Friedens mag --L-ö/rami n rgigen Tage der friedliche Wettstreit der ber Welt beginnen, zur Ehre ber Lander d un'4 itm Ruhme des Sports, ein wahres Frie- - " Ul ,UUUI IWIIIHI ■ --------- S JtunJa ntgegentommen. Und wie wir im Innern 0 Frieden wieder gefunden haben, so wün- 3 2 wir auch den Frieden in der Welt, * " ein.ik' 'lympischen Frieden, ber unsere Eigenart unb Sil: 2iahrt, wie wir die Eigenart unb Sitte ande- biiTyewen Sports mit ber antiken Geisteskultur zu einisiverrlichen Synthese ber Harmo- ni ^Mischen Können, Geist unb Seele gemeßen. Zu welcher Höhe ber Führer sein Volk in fern Gebanken geführt hat, zeigen nicht nur bien ftrbereitungen für bie XI. Olympischen Spiele, jei|i|en nicht nur bie gewaltigen, nach bem Willen 8- 6 besk Führers geschaffenen olympischen Kampf- unb 51 or 5 Fei^siitten, fonbern auch der Empfang unserer k 3 £ GaH,»gleich welcher Nation. I M MMM8M D Die Weltpresse als Gast beim Reichspropagandaminister. Im Marmorsaal des Zoo in Berlin fand ein großer Empfang der Weltpresse durch den Reichsminist« Dr. Goebbels statt. Hier unterhält sich Dr. Goebbels mit dem italienischen Propagandamini st« A l f i e r i (rechts.) — (Scherl-Bilderdienst-M.) Auch sie find unter den Gewinnern der fünf Goldmedaillen. Unter den Olympiasiegern in den Kunstwettbewerben befinden sich auch Werner E ck (links) für seine Olympische Festmusik und Werner March für seine Gestaltung des Reichssportfeldes. — (Scherl-M.) waten de Vaillet-Laionr: „Lieber Herr Präsident des Organifationskomitees, meine Herren Minister, meine Damen und Herren! Es drängt mich, dem festen Willen des Internationalen Olympischen Komitees meine Anerkennung zu sagen, das trotz der relativ mißlungenen Versuche fortgefahren hat, den athletischen Leistungen im Stadion die vom Sport belebten Schöpfungen der Künstler beizugesellen. Schon Los Angeles hatte uns mit dem Umfang seiner künstlerischen Kundgebung, wie auch mit dem Wert der damals ausgestellten Werke überrascht. Wir hatten daher allen Grund zu hoffen, daß Berlin noch einen weiteren Fortschritt verzeichnen würde. Die Kunstausstellung, die wir heute einweihen, übertrifft unsere optimistischen Erwartungen, ja es ist noch etwas ganz Neues hinzugetreten in bem musikalischen Wettbewerb, der bisher kaum eine Teilnahme gefunden hatte. Zum erstenmal sind hier Schöpfungen von wahren Meistern zusammengekommen, und ich begrüße es ganz besonders, daß diese Werke in einem großen Konzert der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollen. Ich beglückwünsche die Organisatoren aufrichtig zu ihrer Arbeit und danke allen denen, die dazu beigetraaen haben, dem modernen Sport diese künstlerische im antiken Griechenland so in Ehren gehaltene Rote zu verleihen." Dann sprach Reichsminister Dr. Goebbels: Eure Exzellenzen! Verehrte Gäste! und die ihr eigenen Anforderungen versenken müßte. Er war somit künstlerisch gezwungen, die Sportidee in einem erhöhten Maße mitzuerleben. Nicht so unmittelbar, aber doch noch nahe genug ist auch heute der Zusammenhang zwischen Plastik und Körperkultur. So ist eine ganze Anzahl von Aufträgen an unsere besten Bildhauer für die Ausschmückung des Berliner Reichssportfeldes gegeben worden, die naturgemäß sportliche Motive zum Gegenstand der Darstellung haben. Damit sind erneut die Wege beschritten, die für die Zeiten höchster plastischer Kunst charakteristisch sind und die durch mehr als ein Jahrhundert sehr zum Unglück des Bildhauers verlassen waren: die Einbindung des Bildwerkes in den Bau. Es darf dabei auch nicht übersehen werden, daß bei aller Mannigfaltigkeit des hier Gezeigten der Maler dem sportlichen Geschehen noch am fernsten steht. Er arbeitet zwar, das muß man ihm zugutehalten, unter besonders erschwerenden Bedingungen. Er hat die starke Konkurrenz der Photographie und des Film zu bestehen. Das Auge vor allem des Sportmannes ist von der Exaktheit der Wiedergabe des sportlichen Geschehens durch die optische Linse verwöhnt. Er ist deshalb geneigt, dieselbe unbedingte realistische Wirklichkeit vom Maler zu verlangen und übersieht, daß die Kunst des Malens aus ganz anderen Ursprüngen entstanden und deshalb auch zu ganz anderen Ergebnissen führt. Es werden darum im allgemeinen falsche Maßstäbe angelegt bei der Bewertung der Malerei auf sportlichem Gebiet, was ersichtlich eine deutliche Entfremdung zwischen Sport und Malerei zur Foltze hat. Der Sport hat dem Maler deshalb nur wenig Aufträge gegeben, und umgekehrt ging der Maler meistens nur, von außen veranlaßt, nicht aus künstlerischem Drang und innerer Ergriffenheit an die Darstellung sportlicher Motive. So ist auch manches Symbolhafte zu erklären, dem wir auf dieser Ausstellung im Malerischen begegnen. Und doch zeigt gerade die Malerei am einprägsamsten, wie weit eine Idee in die Tiefe dev Volksganzen eingedrungen ist. Denn all ihre Werke sind nur dann und insoweit lebendig, als sie als wirklich volksverbundene Kunst aus derselben seelischen Grundstimmung erwachsen, die die Gesamtheit eines Volkes trägt und bewegt. 3e weiter und tiefer der Geist der Körperkultur die Gesamtheit durchdringen wird, um so wahrer und natürlicher muh ihr Derk im Ausdruck werden. Dann erst wird sich die fruchtbare Synthese vollziehen: denn auch das Ringen um den olympischen Lorbeer ist Ausfluß lebendigsten Volkseins. Kunst und Sport sind moderne Lebensformen. Beide werden im tiefsten Grund aus der Seele der Völker gestaltet. Hier sind ihre Spitzenergebnisse im Jahre 1936 in Berlin zu einer Internationalen Gesamtschau vereinigt. Das neue Deutschland grüßt Sie und heißt Sie von Herzen willkommen. Möge aus den großen internationalen Wettbewerben des Jahres 1936 in Berlin reicher Segen nicht nur für Deutschland, sondern für alle Völker entspringen! Das deutsche Volk, sein Führer und seine Regierung wünschen und wollen das. In diesem Sinne begrüße ich die Künstler und Sportler der Welt in der Hauptstadt des Deutschen Reiches und erkläre die Internationale Olympische Kunstausstellung des Jahres 1936 in Berlin für eröffnet. Oer Führer wieder in Berlin, Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der F ü h r e r uist Reichskanzler traf am Freitag um 16 Uh: von München kommend auf dem Flughafen Tempel. Hof unerwartet mit seiner ständigen Begleitung ein. Er wurde von den dort zum Empfang des Mit. nischen Kronprinzen anwesenden italienischen un- deutschen Persönlichkeiten begeistert begrüßt. Auch die vielen Zuschauer des gleichzeitig ftattfinbenben Großflugtages auf dem Tempelhofer Flughase«, jubelten dem Führer zu. Oer italienische Kronprinz in Berlin. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der italienisch« Kronprinz H u m b e r t o , der als begeisterte!: Sportsmann den Olympischen Spielen Berlin Mi beiwohnen wird, traf am Freitag um 16.10 Uhi: mit einem Sonderflugzeug auf dem Flughafen in Tempelhof ein. Der Reichsminister des Aeußerir, Freiherr von Neurath, der in Begleitung des Chens des Protokolls Gesandten v. B ü l o w - Schwantu auf dem Tempelhofer Flughafen erschienen woi,,, hieß den hohen italienischen Gast im Namen de-s Führers und der Reichsregierung Herz-« lich in der Reichshauptstadt willkommen. Fernen waren auf dem Flughafen Tempelhof zu seinen Begrüßung anwesend der italienische Botschaften A t t o l i c o mit den Mitgliedern der Botschaft der italienische Propagandaminister Alfieri., der italienische Finanzminister T h a o n biii Revel, die italienischen Militärattaches, sowin der Inspekteur der italienischen „schnellen Truppe" General di Giorgio, von deutschen Seite Staatssekretär Lammers, der Km-- mandierende General des III. Armeekorps Ar- neralleutnant v. Witzleben, der Kommando: von Berlin Generalleutnant Schaumburg. Stil der Abfahrt des Kronprinzen mit Gefolge oonti Tempelhofer Feld brachte die zum Dolksflugtazz auf dem Flughafen weilende Menschenmenge ihm herzliche Ovationen dar. Vorfeier der Eröffnung im Berliner Schloß. Reichsaußenminister von Neurath spricht im Namen der Reichsregierung. c) Arbeiten der graphischen Künste. Keine Medaillen. d) Gebrauchsgraphik. Goldene Medaille: Schweiz für Alex Walter Diggelrnann (Plakat Arosa I). Silberne Medaille: Deutschland für Alfred Hier! (Plakatentwurf „Internationales Avus- Rennen"). Bronzene Medaille: Polen für Stanislaw Ostoja Chrostowski (Pachtclub-Diplom). III. Bildhauerkunst. a) Rundplastiken. Goldene Medaille: Jta- lien für Farpi Vignoli (Sulky-Führer). Silberne Medaille: Deutschland für Arno Breker (Zehnkämpfer). Bronzene Medaille: Schweden für Stig Blomberg (Ringende Knaben). b) Reliefs. Goldene Medaille: Deutschland für Emil Sutor (Hürdenläufer). Silberne Medaille: Polen für Josef K l u k o w s k i (Ball). Bronzene Medaille: fällt aus. c) Plaketten. Goldene Medaille: fällt aus. Silberne Medaille: Italien für Luciano Mer- cante (Medaillen). Bronzene Medaille: Belgien für Jose Dupon (Hindernis, Doppelsprung, Ächtung, Teddy!, Liebkosung, Vor dem Hindernis, Pokalsieger). IV. Literatur. a) Lyrische Werke: Goldene Medaille: Deutschland für Felix D ü h n e n (Der Läufer). Silberne Medaille: Italien für Bruno Fattori (Profili Azzuri). Bronzene Medaille: Oesterreich für Hans Helmut Stoiber (Der Diskus). b) Dramatische Werke: keine Medaillen. c) Epische Werke: Goldene Medaille: Finnland für Urho K a r h u m ä k i (Avovetee). Silberne Medaille: Deutschland für Wilhelm Ehmer (Um den Gipfel der Welt). Bronzene Medaille: Polen für Jan Parandowski (Dysk Olimpijski). V. Musik. a) Kompositionen für Solo- ober Chorgesang: Goldene Medaille: Deutschland für Paul Höffer (Olympischer Schwur). Silberne Medaille: Deutschland für Kurt Thomas (Kantate zur Olympiade 1936). Bronzene Medaille: Deutschland für Harald (Beniner (Der Läufer). b) Kompositionen für ein Instrument: keine Medaillen. c) Kompositionen für Orchester: Goldene Medaille: Deutschland für Werner E g k (Olympische Festmusik.) Silberne Medaille: Italien für Lino Liviabella (Jl Vincitore). Bronzene Medaille: Tschechoslowakei für Jaroslav Kricka (Bergsuite). Außerdem wurden in allen Wettbewerbsgruppen ehrenvolle Anerkennungen ausgesprochen. Fanfarenklänge leiteten dann über zur Ansprache des Meine Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Die Internationale Olympische Kunstausstellung Berlin 1936 zeigt die Ergebnisse des Kunstwettbewerbs der XL Olympischen Spiele, der auf dem Gebiete der bildenden Kunst nach den international festgelegten Bestimmungen durchgeführt worden ist. Das Gesicht dieser Ausstellung ist deshalb von vornherein eindeutig geprägt durch eine festum- riffene Zielsetzung: Gestattung der großen Idee des Sports durch die Kunst und insbesondere durch die Kunst von heute. Denn jedes wettbewerbende Werk muß innerhalb der ablaufenden Olympiade, also in den vergangenen vier Jahren, entstanden sein. Diese bindende Beschränkung auf Thema und Zeit und damit zusammenhängend diese Gleichrichtung in Voraussetzung und Ziel gibt uns die Möglichkeit, in dieser Ausstellung einen internationalen Rechenschaftsbericht zu sehen, denn jede Völker- und Menschenschicksale bewegende Idee muß ihren Ausdruck im künstlerischen Schaffen ihrer Zeit finden. Und umgekehrt, im künstlerischen Schaffen eines Volkes kann die Ernsthaftigkeit und Tiefe, der Grad der Durchdringung des Lebens durch eine Idee erst bekannt werden. Dieser Zusammenhang zwischen der Idee und den gestaltenden Kräften war dem Erneuerer der Olympischen Spiele durchaus geläufig, als er im olympischen Programm von vornherein den internationalen Kunstwettbewerb vorsah. Das in dieser Ausstellung in den vorgeschriebenen Disziplinen der Baukunst, Plastik und Malerei nunmehr vorliegende Ergebnis ist nach vielen Seiten außerordentlich aufschlußreich. Es demonstriert vor allem den unzerreißbaren Zusammenhang zwischen Auftragswillen und gestaltender künstlerischer Kraft. Denn jede wirklich große künstlerische Leistung entsteht immer nur dort, wo dem Künstler der klare und unmißverständlich formulierte Äuftrag erteilt wird, wie es bekanntlich bei allen großen Kunstschöpfungen der Vergangenheit der Fall ist. Aus diesem Grunde nun ist die geforderte Synthese zwischen Sport und Kunst zunächst und am weitesten bei der Baukunst, als der Mutter aller Künste, vollzogen. Nicht nur, daß im Zusammenhang mit der Verbreitung des Sports in aller Welt den Sau- künstlern zahlreiche Aufträge für Sportplätze und Kampfbahnen gegeben wurden, mehr noch: gerade die abfolute Neuheit und Besonderheit der Aufgabe machte es notwendig, daß der Architekt stch bei feinen Planungen tief in das Wesen der Körperkultur Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, hatte Freitag abend nach einem alten Brauch, der bei allen Olympischen Spielen der letzten Jahrzehnte durchgeführt wurde, die Vorkämpfer des olympischen Geistes zu einer Vorfeier der Eröffnung der Spiele geladen. Im Weißen Saal des Berliner Schlosses waren der Einladung von Staatssekretär a. D. Dr. L e - w a l d die meisten Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees unter Führung des Grafen de Baillet-Latour gefolgt. Unter den Gästen sah man den Kronprinzen Paul von Griechenland, den Prinzen Gustaf Adolf von Schweden, Pring und Prinzessin Axel von Dänemark, Außenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Funk, Staatssekretär Körner, Staatssekretär P f u n d t n e r, den Reichssportführer vonTschammerund Osten, Dr. Karl Diem, General D a l u e g e , SS.-Grup- penführer H e y d r i ch , Staatskommissar Dr. L i p- pert, Reichsluftsportführer Mahnte, den Ches des Protokolls, von Bülow-Schwante, Gauarbeitsführer Decker, den Berliner Polizeipräsidenten Graf H e l l d o r f, SS.-Ooerführer Breit- Haupt, Ministerialrat Bernd, Intendant Beu- melburg. Än ausländischen Gästen sah man Gras Bonacossa (Italien), Avery Brundage (Vereinigte Staaten), Lord B u r g h l e y (England), D i rf m a n i s (Lettland), Edström (Schweden), F e a r n l e y (Norwegen), Graf Gautrer-Vig- n a l (Schweiz), Staatsrat Guth-Jarkovsky (Tschechoslowakei), Pascha Sabri Hussein (Aegypten), Professor Kano (Japan), den Vorkämpfer der Freizeitgestaltung Kirby (Vereinigte Staaten), Armand Massard (Frankreich), Senator Jules de M u s z a (Ungarn) den früheren französischen Marineminister P i £ t r i, Marquis d e Polignac (Frankreich), Gras Rosen (Schweden), Baron van der Oye-Schimmel- p e n n i ck (Niederlande), Dr. Wang (China), Prinz Mohamed Posuf Khan (Indien). Weiter war Sven Hedin erschienen. Zahlreiche Vertreter der Reichsministerien und der Bewegung waren der Einladung des Präsidenten des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele gefolgt. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald hielt während des Festmahls eine Ansprache, in der er sagte: In der Verfassung der Olympischen Spiele sei es nicht vorgesehen, daß man den festlichen Empfang vor der Eröffnung der Spiele veranstaltet, aber es sei ein alter Brauch, der auch Gewohnheiten des alten Hellas entspreche. Nur seien damals die Damen, die der Einladung heute so zahlreich gefolgt seien, nicht zugelassen gewesen. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald begrüßte in launigen Worten die Gemahlinnen der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Er führte dann weiter aus, daß der Geist des Friedens und der Freundschaft in den Olympischen Spielen gefördert werde. heule schon könne man feststellen, daß dem olympischen Gedanken der Siegerpreis zu geben fei Noch niemals hallen die Olympischen folgende Rede: Eure Exzellenzen, meine Herren! Mit packenden Worten hat uns Exzellenz L e - wald, der verdiente Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, soeben geschildert, wie die Olympia-Fackel, im ehrwürdigen Heiligtum in Griechenland entzündet, durch die Lande getragen wird, umjubelt von alt und jung der sieben Länder, durch die der Lauf geht, und mit Spannung verfolgt von allen Völkern des Erdballes. Die Flamme nähert sich dem Ziel. In wenigen Stunden wird sie in unserer Mitte sein und das Licht aus Olympia wird über dem schönsten und gewaltigsten Feste leuchten, das je in der Hauptstadt des Reiches gefeiert worden ist. Mil Freude und Slolz bekennen wir Deutsche uns zu dem olympischen Gedanken, dem Gedanken von der Notwendigkeit der Harmonie von Körper und Geist. Es ist das unvergängliche Verdienst des Barons de Coubertin, dem wir am heutigen Vorabend der XI. Olympischen Spiele in dankbarem Gedenken unsere aufrichttgsten Wünsche senden, diesen olympischen Gedanken des alten Hellas wieder zu frischem Leben erweckt und darüber hinaus ihn zum Gemeingut der Nationen der Welt, besonders der Jugend Der Welt, gemacht zu haben. Kräftigung des Körpers und Stählen des Willens, friedlicher kameradschaftlicher Wettkampf um die Lorbeeren des Siegers, Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft und Freundschaft — das ist die Flamme, die uns leuchten soll. Im Zeichen dieser großen und erhabenen Idee werden die Spiele stehen, die morgen in Gegenwart unseres Führers und Reichs- Spiele eine fo zahlreiche Beteiligung gefunden, noch niemals habe ein großes Volk mit solcher Hingabe, mit solchem Verständnis für den wahren Inhalt der olympischen Idee und mit solcher Begeisterung für dieses Fest gerüstet, noch niemals habe man das lodernde Feuer der Olympischen Spiele durch die Lande getragen. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald wandte sich be« ■ sonders an den Kronprinzen Griechen« l a n d s , den Präsidenten des griechischen Olymp!' schon Komitees und begrüßte dann noch einmal in französischer und englischer Sprache seine Gäste. Im weiteren Verlauf des Abends hielt kanzlers und in Anwesenheit zahlloser (Säfte aus nah und fern auf dem Reichssportfeld beginnen werden. Wir tragen die zuversichtliche Hoffnung im Herzen, daß dieser Gedanke der friedlichen Kameradschaft und des ritterlichen Wettbewerbes unter freien, gleichberechtigten Nationen bei gleichzeitigem Stolz auf die eigenen Leistungen und neidloser Anerkennung der Lei- stungen des Gegners durch den Verlauf der Spiele verlieft und gefestigt werde, und daß er für unsere gemeinsame Zukunft nicht nur auf sportlichem Gebiet richtungweisender Grundsatz werden möge. Die Reichsregierung, in deren Namen ich zu sprechen die Ehre Hobe, entbietet den hier so würdig vertretenen Nationen, sowie den Kämpfern und Kämpferinnen ihre herzlichsten Willkommensgrühe, und sie wünscht den XI. Olympischen Spielen, deren Vorbereitung und Zustandekommen der hin' gebungsvollen, zielbewuhten Arbeit des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees zu danken ist, einen stolzen erfolgreichen Verlauf. Eure Exzellenzen, meine Herren! Ich mein Glas auf ein glückhaftes Gelingen der a Olympischen Spiele. . Dem Außenminister antwortete mit besonoer liebenswürdigen Worten des Dankes Graf ° Baillet-Latour. Die Olympischen Spiele, I führte er aus, seien in Berlin in mustergull g e r Form vorbereitet. Reichsaußemiiimsttt Freiherr von Aeurath t 31 7.35 ihr: & 9.15 Uhr: Ai nalen ! tionstoi und zu 10.00 bis 10. 9.30 Uhr: E Intern, von 78 Jugend Fahrt Unter i i 10.45 Uhr: E stehend je einet . Kriegen 11.00 Uhr: L MDisch morsch« Berlin i ß a f o u Traf B< und des der. 3J0 ^renmi 11.30 Uhr.- ßj( begeben Nana &Un9 öui ftu. «Sun», ft M Q Mud di Men j ?erunb ■ K ®",ti rl‘«arten ?er*>ner g Me, 5 ft öen Mtgmp N ft ”o *»0, § Noch sfr ft ft 1 »en W ’®<» ! zu Ä t”* : ‘=&S: : ltb ; FÄ ! VenM" ithen W* el gn fremW11 : um einen« - ©piefennnM,. : iejn werden, Ligen Ürnern beit geratenen o : zu erweäen und i ür den uns W I punkt. König | schwedische Ger ! R. T. Lassan, d i legs in Me ! William A. E !' Freunde aus d pischen Spiele, ' den. Als Archi gemeinsam ent barer Juneigi aber auch alle) ! hinscheiden be i Verschönerung gilt mein Dan ! Arn 27.7.10 3m ersten I Slstl . Das gesamt Führers Folg die Jugend vc , zu empfangen. Stolz auf d " nalen Olympifi Dr. Lewald, Ta Friedrich ju M Die Olympia-Stadt in festlicher Erwartung Mer sprechen zur Welt! Vie Hüter der olympischen Idee zur XI. Olympiade. uNt. Koich >Wrn Das Tagesprogramm des 1. August ♦ 1(45 ins r.ooo des Ul 00 195 M5 Reichs^ ‘gonbofr rühre! 1 um | die Olympiastraße, den Olympiaplatz Stadion gebracht. Olympiaflug des ^Hindenburgs. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am heutigen Samstag um 7.15 Uhr vom Weltflughafen Rhein- Main zu seiner Olympiafahrt aufgestiegen. 65 Fahrgäste waren an Bord. Die Führung hat Kapitän Max p r u st. 1(300 (30 Uhr: Großes Wecken durch die Wehrmacht. Uhr: Abfahrt der Mitglieder des Internationalen Olympia-Komitees und des Organisationskomitees vom Hotel Adlon zum Dom und zur Hedwigs-Kathedrale. bis 10.45 Uhr: Gottesdienst. Uhr: Eintreffen von tausend Angehörigen des Internationalen Sportstudentenlagers und von 780 Angehörigen des Internationalen Jugendlagers auf dem Lehrter Bahnhof. Fahrt vom Lehrter Bahnhof zur Straße Unter den Linden. Uhr: Ein Ehrenbataillon der Wehrmacht, be- stehend aus zwei Kompanien des Heeres und je einer Kompanie der Luftwaffe und der Kriegsmarine, tritt vor dem Ehrenmal an. Uhr: Die Mitglieder des IOK. und OK., die inzwischen am Zeughaus eingetroffen sind, marschieren mit dem Kommandanten von Berlin unter Führung des Grafen Baillet- Latour die Front des Ehrenbataillons ab. Graf Baillet-Latour und Mitglieder des IOK. und des OK. legen am Ehrenmal Kränze nieder. Dorbeimarsch des Ehrenbataillons am loser »rhelb * Der Führer betritt mit den Mitgliedern IOK. und des OK. das Stadion. Beginn der Eröffnungsfeier im Stadion. feldstraße zum Coubertin-Platz bzw. über Glockenturmstrahe zum Glockenturmplatz. 15.15 Uhr: Abfahrt des Reichskriegsministers Ge- neralfeldmarfchall von Blomberg, der begleitet ist von den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtteile über die Triumphstraße zum Glockenturm. Anschließend Abfahrt des Führers von der Reichskanzlei, auf dem gleichen Wege zum Glockenturm. 16.00 Uhr: Das Olympische Feuer wird vom Lustgarten über die Triumphstraße bis zum Adolf-Hitler-Platz und über die Reichsstraße, 8 Uhr. Die Ehrenkompanie der Wachttruppe ist Im Anmarsch. Jetzt hat sie das Brandenburger Tor erreicht. Unter den rauschenden Klängen des Deutschlandliedes hält sie ihren Einzug durch das Mittelportal. Rechts und links strömen die Menschenmassen mit. Helle Begeisterung bricht überall durch. Alle Fenster sind dicht besetzt von winkenden und jubelnden Menschen, als das Locken der Pfeifen und Trommeln einsetzt, das in das bekannte Lied „Freut euch des Lebens" übergeht. In feierlichem friderizianischem Stechschritt, dem langsamen Paradeschritt, geht es über die Mittelpromenade bis nach dem Lustgarten am Schloß und dann zurück. 100000 geflügelte Zoten unterwegs Draußen im Westen der Stadt, auf dem Militärsportplatz in Berlin-Spandau, haben sich in den frühen Morgenstunden 100 000 Brieftauben als geflügelte Boten in die Luft erhoben, um der Welt den Beginn der Olympiade-Tage zu künden. Aus allen Städten Deutschlands und aus 13 fremden Ländern sind sie nach Berlin gekommen. Richt weni- ger als 216 Eisenbahnwagen waren zu ihrem Transport notwendig. Die Heeresbrieftauben- Anftalt Spandau und die Brieftauben-Züchter Groß-Berlins haben sie bis zum Augenblick des Fluges betreut. Heute nachmittag werden auf dem Reichskampffeld während der Feierlichkeiten noch etwa 20 000 Brieftauben vom Maifeld aus ihren Flug antreten. Don den geflügelten Boten sind Flugstrecken bis zu 1500 Kilometer zurückzulegen. Einzelne müssen dorthin zurückgehen, woher das olympische Feuer kam. Das Organisations-Komitee hat für diese Veranstaltung, die gleichzeitig als Wettflug durchgeführt wird, Erinnerungsplaketten herstellen lassen, die an die Brieftaubenzüchter des In- und Auslandes verliehen werden. er ildfiö 15 begü m Berlin, um 16.10 Flughch ir beste hing liest m-Schi! r|d)ienen i m Nam e r u n g: nmen. Fr (Hof zu je Lotst, her Ach r Alfii Thaon tadjfo, |s । „IN on beutt btt $ .ttlotps Sommer imburg Gefch n Bolkch chemeH 15 DO iing gefcy )lt tnMl* für ben * und mH gerüstet, । e Zeier nde geh«? wandte n Gr>!' noch seine 6- 5 hielt an der Konferenz der fünf Locarno- Mächte wird soeben folgende amtliche Meldung ausgegeben: Der Außenminister Graf Ciano hat dem französischen Botschafter, sowie den englischen und belgischen Geschäftsträger empfangen und hat sie ist Beantwortung ihrer Mitteilung vom 24. Juli davon unterrichtet, daß die italienische Regierung gründ- sätzlich gern an der Konferenz der fünf Locarno-Mächte, deren Datum noch zu vereinbaren sei, teilnehmen werde. Er hat hinzu» gefügt, daß die italienische Regierung es als nützlich erachte, daß die Konferenz durch einen geeigneten Gedankenaustausch auf dem ordentlichen diplomatischen Wege im Interesse ihrer hohen Ziele gebührend vorbereitet werde. Don dieser Mitteilung hat Graf C i a n o den deutschen Botschafter benachrichtigt. Dr. Th. L e w a ld , Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, Berlin 1936. Oie Spiele beginnen Seit mehr als drei Jahren erwarteten wir voll Freude und Zuversicht den Tag, der die Eröffnung der Spiele einleitet. Aus aller Welt find nun unsere Gäste, denen wir die Versicherung sportlicher olympischer Gastfreundschaft entgegengesandt haben, herbeigeströmt. Berlin, in diesen Tagen die sportliche Hauptstadt der Welt, hat das festliche Kleid angelegt. Wochen der Freude und des Erlebens liegen vor uns. Mögen sie in den Herzen nicht nur unserer Gäste, sondern aller Völker der Erde zu einem stets wachsenden Verständnis für die völkerverbindenden Ideale des olympischen Gedankens führen. Reichssportführer oonTschammer undOsten. Berlin, 31. Juli. (DRB.) Der Reichsminisier des Auswärtigen, Freiherr von Reurath, empfing heute den britischen und den s r a n z ö s i - s ch e n Botschafter sowie den belgischen Gesandten und teilte ihnen mit, daß die deutsche Regierung die Einladung der drei Regierungen zu einer Fünfmächtebefprechung über einen De st Pakt annehme. Lr wies betontere darauf hin, daß diese Besprechung in jeder Hinsicht, auch wegen des Programms, forg- fältiger diplomatischer Vorbereitung bedürfe. Der italienische Botschafter wurde im gleichen Sinne unterrichtet. Stälien ebenfalls bereit. Rom, 31. Juli. (DRB.) Ueber die grundsätzliche Bereitschaft Italiens zur Teilnahme Die Richtlinien der französischen Außenpolitik Außenminister Oelbos spricht in der Kammer. Deutschland kommt zur Fünfmächtebesprechung. Oie Erklärung der Aeichsregierrrng fordert sorgfältige diplomatischeDorbereitung 16 Uhr. Uhr: Rach Beendigung der Jugendfeier im Lustgarten fahren die Mitglieder des OJK. und des OK. über die südliche Straße Unter den Linden und die Wilhelm straße zur Reichskanzlei, wo der empfang beim Führer stattfindet. Uhr Fahrt des IOK. und des OK. von ter Wilhelmstraße über die Straße Unter den Linden, Brandenburger Tor, e^ar.(o tv”^' ger Chaussee, Bismarckstraße, Kais^damm, Adolf-Hitler-Platz, Heerstraße, Reichssport- Berlin, 31. Juli. (DRB.) Das heilige :l:mpische Feuer durcheilt bereits die deut- -ifili: Lande. In wenigen Stunden hat es die ^eichshauptstadt erreicht, flammt es, umjubelt oon .juHerttausenden, auf den Altären der Feststadt ml in der Feuerschale des Marathontores an der )Il-ipischen Stätte auf. In wenigen Stunden teilt unter dem Dröhnen der Geschütze unter den .Umgen der Fanfaren, dem Gesang der Olymp)- *a Hymne und dem Lauten der Glocke die die I stEd der Welt gerufen hat, das Fahnentuch mi er fünf verschlungenen Ringen am Hauptmast nvor der Welt den Olympischen Frieden .u verkünden. Mit Deutschland fiebert eine ganze Bitt dem Ereignis, dem größten Sportfest aller ie-en entgegen, zählt sie die Stunden, die fie von )ei feierlichen Zeremonie der Eröffnung trennen. '•i diesem Augenblick erheben die Hüter der lmpischen Idee, der Begründer der neuzeitlichen 5p *(e und lebenslängliche Ehrenpräsident der )impif(hen Spiele, der greife Baron Pierre d e lvubertin, der Präsident des Internationalen )lmpischen Komitees, Graf de Baillet-La- v r, Dr. Th. Lewald, und der Präsident des Deckschen Olympischen Ausschusses, Reichssport- üher Hans von Tschammer un d O st en, hr Stimme. Sie sprechen durch das Deutsche Teyrichtenbüro zur Welt und erklären: Kien Manen der neuzeitlichen Olympischen Spiele ('N dem Augenblick, da Deutschlands Bemühungen in einen glänzenden Verlaus der XI. Olympischen vrsle nun bald mit dem verdienten Erfolg gekrönt len werden, gilt mein dankbares Gedenken den- xrgen Mynnern, die mir vor nunmehr 40 Jahren i ei »ef tonten haben, als es galt, den in Vergessensei geratenen olympischen Geist zu neuem Leben in rwecken und so die Voraussetzungen zu schaffen lüften uns jetzt bevorstehenden gewaltigen Höhe- puSt. König Konstantin von Griechenland, der Ich: irdische General Victor Balck, der ehrwürdige R 5. Lassan, der frühere Leiter des englischen Colle; in Cheltenham, der amerikanische Professor ßHicrm M. Sloane — jene treuen und erlauchten Fi.unde aus der Geburtsstunde der modernen olym- pichen Spiele, weilen nicht mehr unter den Leben- be Als Architekten des Tempels, den sie mit mir jei einfam entworfen haben, zolle ich ihnen in dank- jbcnsr Zuneigung den verdienten Tribut. Ihnen, mt*r auch allen neuen Mitarbeitern, die nach ihrem HMeiden beigetragen haben zur Festigung und vfschönerung des von ihnen errichteten Gebäudes, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumfchein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. D. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Psi Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Psi, mit der Illustrierten 5 Psi mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. und in ausgezeichneter Zusammenarbeit mit von Tschammer und Osten und dem Deutschen Olympi- schen Ausschuß, damit beschäftigt, eine Organisation zu wollenden, die die Bewunderung der ganzen Welt erwecken wird. Die am heiligen Feuer von Olympia entzündete Fackel ist unterwegs: von Hand zu Hand weiter- gegeben, wird sie am 1. August im Olympischen Stadion zur selben Stunde eintreffen, wo die eherne Glocke mit vollem Klange die Eröffnung der Spiele der XI. Olympiade einläuten wird. Rach den Wettkämpfen werden die Sieger, die Stirne mit den Lorbeerkränzen umwunden, vorbeiziehen und, wie ich zu hoffen wage, wird jeder Mitkämpfer in feine Heimat mit dem Oelzweig zurückkehren, dem Sinnbild des olympischen Friedens, der von der ganzen Welt mit lauter Stimme gefordert wird zum Schutze der Kultur und zum Heile der Völker. Graf de Baillet-Latour, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. „WerhätteansolcheErfüllung gedacht." Die Jahre der Vorbereitung der XI. Olympischen Spiele sind vorüber, die letzten Stunden harter Anspannung liegen hinter uns. Der Tag des Festes ist gekommen, und wir sehen der Feier freudigen Herzens entgegen. Alle unsere Erwartungen find übertroffen. Wer hätte je vorher an solche Erfüllung gedacht. Das neue Deutschland hat sie uns gegeben. Unser Führer und Reichskanzler verlieh unserer Arbeit seinen Schwung und seine Kraft und so steht heute eine Kampfstätte vor unseren Augen, die in der Welt nicht ihresgleichen hat, und die Völker der Erde kommen zu uns in einer Zahl, wie es nie zuvor der Fall war. Die Reichshauptstadt Berlin hat sich in eine wahre Feststadt verwandelt; freudige Scharen von Deutschen und Ausländern aus aller Welt durchziehen zu Tausenden ihre reichgeschmückten Straßen. Den fremden Sportsmannschaften ist von der ganzen Bevölkerung ein von ihnen mit Freude, Dank und Ueberraschung empfundener Empfang bereitet. Möge über diesem Fest olympischer Frieden walten und möge es so verlaufen, daß sich unsere Gäste bis an das Ende ihres Lebens der Stunden in den olympischen Kampfstätten mit Freude erinnern! Ehrenmal. Hi30 Uhr: Die Mitglieder des IOK. und des OK. begeben sich durch das Spalier zu Fuß zum Empfang im Alten Museum. Dort Begrüßung durch den Preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. 12)00 Uhr: Aufmarsch von 28 600 Mitgliedern der Hitlerjugend, des Deutschen Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel zur Jugendkundgebung im Lustgarten. 12.15 Uhr: Rach Beendigung des Fahneneinmar- sches grüßt der Reichsjugendfuhrer Baldur von Schirach im Namen der deutschen Jugend die Jugend der Welt. Nach ihm sprechen Reichssportführer v o n T s ch a m - m e r u n d O st e n und Reichsminister R u st. Darauf nimmt Reichsmmlster Dr. Goebbels das Wort. 1550 Uhr: (Eintreffen des Olympischen F-uers im Lustgarten Das Olympische Feuer.nimmt den Weg über die Berliner Stratze m Ma- rienfelde, die Dorfftratze in Mariendorf die Berliner Straße in Tempelhof. Belle°ll'°nee straße. Belleallianceplatz. Wilhelmstraße Unter den Linden. Lustgarten. En MunS des Olympifchen Feuers auf dem Altar vor dem Alten Mufeum und dem Altar vor der Fahnenwand mit den Fahnen aller an. Ben Olympischen Spielen beteiligten Nationen. Die Hitlerjugend hütet das Feuer bis um Paris, 1. Aua. (DNB. Funkspruch.) In der Nachtsitzung der Kammer gab Außenminister D e l b o s eine längere Erklärung ab. Die Londoner Verhandlungen hätten für ganz Europa Gründe zum Vertrauen erbracht. Die Frankreich gegenüber eingegangenen Verpflichtungen blieben unversehrt. Frankreich habe nicht vergessen, was es feiner Sicherheit schuldig fei. Ohne daß es auf eines feiner Rechte verzichte, wolle es nicht auf einer negativen Haltung beharren, und es habe deshalb alle Möglichkeiten einer Entspannung und einer Verständigung angeboten und feinen gemeinsamen Dillen für eine allgemeine europäische Regelung zum Ausdruck gebracht. Jede Son- derbesprechung von einer Macht zur anderen bringe die Gefahr mit sich, die Befürchtungen Dritter wachzurufen. Aus diesem Grunde hätten England, Belgien und Frankreich die anderen interessierten Mächte benachrichtigt, woraus sich ergebe, daß die Engerschließung der Bande nicht als eine Koalition von Privatinteressen ausgelegt werden könne. Die Politik der Regierung sei daraus gerichtet, zu verhindern, daß Europa in zwei isolierte Blocks zerfalle. Das wäre zugleich eine Herausforderung der Vernunft und die schlimmste der Gefahren. Frankreich werde nicht in die Innenpolitik der anderen Länder eingreifen. Es wolle den Frieden mit allen Ländern, ohne Rücksicht auf ihr inneres Regime. In diesem selben Geiste lehne es die Regionalpakte ab, die nach feiner Ansicht zum Kriege führen würden. Aus demselben Grunde bleibe es der kollektiven Sicherheit zugetan, die die unbedingte Voraussetzung für die Wahrung des Friedens fei. Die Konferenz der Fünfmächte werde kein Direktorium fein, noch der Ansatz zu einem europäischen Direktorium. Die kleinen Staaten mühten Stimme im Rat haben. Die in der Verlautbarung von London nacheinander aufgezählten Etappen bedeuteten weder Ausschluß, noch Verzicht. Die Verhandlungen mußten zu einem positiven Friedenswerk führen. In diesem Sinne gab D e l b o s von der Z ust i m- mung Deutschlands und Jtal lens Kenntnis, an der Konferenz teilzunehmen. (Lebhafter Beifall links und auf der äußersten Linken.) Frankreich fordere nicht, es habe den tiefen Wunsch, im Frieden mit seinem Nachbarn im Osten zu leben. Die Gründe seien endlich stabilisiert. Das sei eine , bedeutsame Tatsache. Aber die „Verletzung (!) des Paktes von Locarno und die Militarisierung der 1 entmilitarisierten Zone seien wichtige Ereignche, die nicht nur Frankreich allein, sondern ganz Europa Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das gestern über den britischen Inseln gelegene Schlechtwettergebiet hat sich südwärts auf das Festland verlagert. In seinem Kreis herrscht heute früh nach Frankreich zu, sowie in West- und Süddeutschland Regenwetter. Mit dieser Entwicklung hat die gesamte Wetterlage wieder eine durchgreifende Um» gestaltung erfahren, so daß auch für die Folge mit recht unbeständigem Wetter gerechnet werden muß. Aussichten für Sonntag: Unbeständi» aes zu Niederschlägen geneigtes Wetter, bei westlichen Winden Tagestemperaturen zwischen etwa 15 und 20 Grad Celsius. mg der lienifäi: ’egriifjt Mfinb er Fitz interessierten. Sei es übrigens gewiß, daß die Der» chiedenen Auffassungen wirklich unüberbrückbar eien? Es liege jedenfalls nicht im Interesse Frankreichs, daß sich Deutschland außerhalb der europäischen Gemeinschaft stelle (?). Außenminister Selbes verzeichnete dann mit Befriedigung die in Montreux zustandegekommene Regelung der Dardanellen-Frage, berührte kurz das deutsch-österreichische Abkommen und die Danziger Angelegenheit und kam dann auf die Ereignisse in Spanien zu sprechen. Die spanische Regierung sei Frankreich befreundet, und die Freundschaft Spaniens fei für Frankreich besonders wertvoll. Die Ereignisse in Spanien bildeten den Anlaß zu Angriffen gegen die französische Regierung. 2Han habe sie beschuldigt, Waffen an die spanische Regierung geliefert zu haben. Sie hätte dies tun können, denn es handele sich um eine rechtmäßige Regierung. Sie habe es aber nicht getan aus Gründen der Doktrin und der Menschlichkeit und auch, um nicht denen einen Vorwand zu liefern, die die Militärgruppe unterstützen möchten. Im Schlußteil seiner Rede führte D e l b o s aus, die Regierung sei entschlossen, eine neue Anstrengung zu machen, um die allgemeine Wirtschaft zu bessern. V len N* W» ung w infl «*> «b«“ rie W* «amCi #■ utf st heiles W' ji । 5h i i iW" Berlin, 1. Aug. (DNB.) Der 1. 21 u gu ft 1 936 ist angebrochen, der feierliche Eröffnungstag der XI. Olympifchen Spiele Berlin 1936. Endlich t der Tag da, auf den die Sportler der Welt, be- onders aber Deutschlands, und geradezu in fieberhafter Spannung die Reichshauptstadt, seit Jahren gewartet haben. In einer Farbenpracht ist die Reichshauptstadt aufgewacht, wie man sie hier noch nie erlebt Hal. Ueber Rächt noch waren tausende Hände tätig, um den letzten Schmuck herzurichten, kein Fenster, keine Tür, kein Giebel wollte ungeschmückt bleiben. Fiebernde Erwartung liegt über Berlin. Die Berliner Innenstadt hat nicht erst zu erwachen brauchen. Die ganze Nacht über waren die froh und festlich gestimmten Berliner und ihre Gäste aus dem Reich und dem Ausland unterwegs, und bei Sonnenaufgang waren schon Hunderttausende aus den Beinen, um sich an der Triumphalis, besonders auf der Prachtstraße Unter den Linden einen guten Platz zu sichern für die großen Ereignisse, die der Eröffnung der Olympischen Spiele vorausgehen sollen. Mit Festgottesdiensten und großen Jugendspielen auf allen Plätzen Berlins, mit einer feierlichen Totenehrung, einem großen Empfang im Alten Museum und mit einer Jugendfeier im Lustgarten wird bas große olympische Geschehen im Jahre 1936 eingeleitet. Oas großeWecken durch die Wehrmacht Das Festprogramm beginnt mit dem Großen Wecken der Wehrmacht. Erwartungsvoll hält ein dichtes Menschenspalier die Linden besetzt. Rauschende Militärmusik vom Tiergarten her. Es ist gi mein Dank! !:"m 27. 7.1936. Pierre d e Coubertin. im ersten Jahre der XI. Olympiade. A-n Vorabend der Schlacht. >as gesamte deutsche Volk, dem Aufruf des tfiirers Folge leistend, bereitet sich, darauf vor, bit Jugend von 53 Nationen mit offenen Armen zu »empfangen. | iötolz auf die Ehre, die ihnen vom Internationa 'n Olympischen Komitee erwiesen wurde, sind j£i Lewald, Carl Ritter von Halt und Herzog Adolf Fredrich zu Mecklenburg, unterstützt von Carl Diem Programm: Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied. „Olympia-Fanfaren" von Herbert Windt. Auf das Kommando: „Heißt Flagge!" werden von der Abteilung der Kriegsmarine unter dem Geläut der Olympia-Glocke auf sämtlichen Masten des Stadions die Flaggen der an den Olympischen Spielen beteiligten Nationen gehißt. Die Mannschaften marschieren ein, Griechenland an erster, Deutschland an letzter Stelle. Baron Coubertin spricht. Ansprache des Präsidenten des Organisationskomitees Exzellenz Lewald. Der Führer eröffnet die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936. Die Olympiaflagge wird gehißt. Eine Abteilung Artillerie schießt Salut. Zur aleichen Minute werden 30 000 Brieftauben ausgelassen. .Olympische Fanfaren" von Paul Winter. Olympische Hymne" von Richard Strauß. Lauf des Fackelläufers durch das Stadion, Entzünden des Olympischen Feuers. Dem Führer wird vom Marathonsieger von 1896 Louis der Oelzweig von Olympia überreicht. Der Vertreter der deutschen Mannschaft I s m a y r leistet den Olympischen Cid. „Halleluja" von Händel. Ausmarsch der Teilnehmer. Abfahrt des Führers. Beamter sucht Schön möblier t. hön möblier LI Beamter hid Zimmer l.*** 3-Zimmer s stimmt bei: 4393V Dounenöetfen v.tÜMk.an Von der Reise zurück 4797D Verreist bis 20. August einschließlich Heilpraktiker Nmoi 03479 4837A ■ Neuzeitliches Reisenden RM.4.80. Oanzleinenband.. Frankfurt am Main :rankfurt am Main Kronpnnxenetr.tf | erteilt au, Baurat i Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Kam Germania- Drogerie C. Seibel Parfümerie Hermann Plank Bestens bekannte und eingeführte Nahrungsmittelfabrik sucht zum Besuch des Kolonialwarenhandels des Reisebezirkes Gietzen einen tüchtigen, ebenfalls gut eingeführten gegen Gehalt, Spesen und Provision zum soforttgen Eintritt. Herren, möglichst mit markenartikelmätziger Schulung, die als repräsentative Verkäufer anzusprechen sind und dafür Referenzen angeben können, wollen sich unter Beifügung eines Bildes und Zeugnisabschriften schriftlich ausführlich bewerben unter 4823V an den Gietzener Anzeiger. Heute, 1. August, 20.30 Uhr 4833D Kameradschattsabend im Hessisch. Hof. Gardinen- geschmackvoll stone und biiHg 2 W? grolle Ml.ZINIMl zusgmm.od.einz. sofort zu Derrn. Schr. Ang. unt. 03491 a.d.G.A. Wohnung mit Küche und Bad z. 1. 9. 36. Schr. Ang. unt. 4851va.d.G.A. Aelter.Ebevaar (Beamt., n. hier versetzt) sucht 3-Zimmer- Wohnung m. Zubehör zum 1. Sept. od. spät. Schr. Ang. unt. 03493 a.d.G.A. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und >ittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3 60. Die deutsche Landschaft Von E. L Schellenberg. Br.RM.1.20, geb.RM.1.80 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Augenarzt Dr. Gros 3 schöne ' Mansard.-Zimmer m. Heiz., in still. Hause, möbl. od. leeranberufstät. Dameabzug.03329 Wartweg 41 p. Woll-Steppdecken Daunendecken werd.angeferttgtu. aufgearbeitet Sethge Jeden m$Bone Mk. 1BMW.- Motorrad Type R 11. 750 ccm, steuerfrei, Mod. 34/35 gebr., verkauft: Ed. Kratz, B.M.W.-Vertr., Ober-Obmen, Oberhessen, Tel. Mücke 65. 4853D tüchtige Bezirksleiter Verlangt wird Werbetalent,Organisationsbefähigung, Lebendighaltung des vorhandenen Vertreterapparats, gute Umgangsformen im Verkehr mit Publikum und Vertretern, Verhandlungsgeschick. Geboten wird festes Gehalt, Beteiligung am Gesamtgeschäft, auskömmliche Reisespesen, bei Bewährung entwicklungsfähige Dauerstellung, Einweisung in die Pensionskasse.— Einwandfreie Persönlichkeiten. auch Nichtfachleute, die den verlangten Anforderungen entsprechen, « erden gebeten, Bewerbung mit Lebenslauf, Lichtbild und Zeugnisabschriften einzureichen unter 4830V an den Gießener Anzeiger Mit der Hand ?Tun Sie das nicht mehr, denn mit der kleinen Bohnen-Schneldemaschine geht es nicht nur schneller, sondern auch gleichmäßiger. Sie Ist wirklich billig bei J. B. Häuser w Gießen usi a Tg Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Gute Position Angesehenes Unternehmen sucht einen energischen, vorwärts streb enden Herrn von gutem Ruf, nicht unter 25 Jahre alt, der sich zum Kundenbesuch in allen Kreisen eignet. Bei Bewährung erfolgt Anstellung mit gutem Einkommen und besten Entwicklungsmöglichkeiten. Wir erbitten Bewerbungen unter F. M. 417 an „Wefra“ We beges. m. b. H., Frankfurt a. Blain. 4826 V Klempner-uiid Installateur- Geselle wird eingestellt £0Bl51HO| Goethestratze 35 Große deutsche Lebensversicherungs - Gesellschaft sucht für Teile von Hessen und Hessen-Nassau Für Hotel in Oberh. wird Fräulein gesucht, die einen Haushalt führen kann und am Büfett mithelfen mutz. Schr. Ang. m. Lichtbild und Äisabschr.u. a.d.G.A. Gröberes Anwesen mit 2 Etagenhäusern, für Ge- schäftszw.sehrge- eignet, zu verk. Schr. Ang. unt. 03511 a. d. G.A. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff. Wtt, SlkvMeü'Werel Gietzen, Walltorstratze 24. 4«?aA Die Haut bekommt unschöne Poren, löcher. Besser ist ein tägliches Wasche» mit der echten Steckenpferd- Teerschwefel-Seife von Bergmann & Co., Radebeul, Zu haben in allen Fachgeschäften, be- WW 8x3 m, mit Eisenkonstrukt., an mein Fabrikgeb. Abendstern zu kaufen ges. 03478 W. Rinn 8., Heuchelheim. 7-Zimmer- Wohnung m.Badu.Warm- wanerversorg., i. guter Lage, per 1. Okt. zu verm. Näheres: [03456 Hindenburgw.17 Büro, Tel. 2358 Gutausgestattete 2-,3-u.4-Zimmer- Wohnungen m. einger. Bad u. Balk., in der Schubert- und Händelstr., und 1 Garage per sof. od. spät, zu verm. Näher. Licher Stratze 5 i. Laden. 4847D 2-Zimmer- Wohnung m. Balk. u. all. Zubeh., i. schön. Lage,a.Einzelv. od. ält. Ehepaar zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03482 a. d. G.A. MM 50 Jahre, eigen. Heim, m. Herrn bis 55 Jahre, in guten Verhältn., kennen lernen zw. spät. Heirat. Schr. Ang. unt. 4810va.d.G.A. LUDWIG HAAS Gießen, Blockstraße 7 Beachten Sie bitte die Auslagen! MU- M nnoen Aulweg Wartweg. Es sind n. einige Neubauwohn., 3 Zimmer mit Zubehör, frei; beziebb. 1. 9. 36. Direkte Anfrag. Empfehlung! Empfehle mich für Ofen- und Herdt" putzen, Ausmauern, Wafchkeffelseheni aufsparsamsten Gebrauch des Ärcndet.. Kleinere Maurer-Reparaturen. Christian Kippec Ofensetzer und Maurer 03511 Gießen, Schiffenberger Weg Nr. U. Professor Dr.Walflm Frauenarzt verreist 3. August - 20. August Schöne 6-Zimmer- Wohnung i. Erdgeschoß, m. Bad, im südlich. Stadtteils.freier Lage, alsb. oder später zu verm. Näheres: [4798D Kaiserallee 24 I (2-3 Uhrnachm.) Zum Vertr. ernst. Fabrikate an Krankenh., Sanat., Anstalten, Drogerien und Apotheken wird tücht. Vertreter gesucht, der gute Bez. unterh. u. bestens eingef. ist. Ausführl. Angebote m.Ref. unter 4850V an den Gietzener Anzeiger. TexlN Vevtvetev bei Detail-Gesch., auch in d. Prov. nachweisb.gut eingef. z.Mitn. ein. in allen Arttk. reichh. und gut fort. Kollekt.von alter sehrleistungsfäh. Lhemniher Strumps-Fabrikation ges. Gebot, wird: Prompt. Liefg. ab Lag.,monatl.Prov.u.kl. Sves- Zusch. Gefl. Ang. v.Herr., mögl. m. eig.Wagen m.genauerAngab. des Bezirks und la Liefer.-Ref. unter B. K. 2230 an Ala»Ani.A.Q.,Ciiemiiitz. 3x3-Zimmer-Baus im Südviertel 3x3-Zimmer-Haus im Nordviertel 4x4-Zimmer-Hau8 i. Süd-Ostviert. 3x4 Zimmer-Haus im Ostviertel 2 Einfamilienhäuser zu verkaufen. Näheres durch: W. Bachmann, Immobil.,Hyvo- itheken, [48isD I Gnauthstr. 14 I. |Verschiedenes| Landwirtstocht. 29 I., ev., a. gut. Fam.,einwdfrei. Verggnh.,angen. Aeutz.,kvl.Ausst., wünscht zwecks Heirat tücht., sol. Arbtr. od. Angestellten entspr. Alts, ken- nenzul.Strengste Diskr.wirdzuges. Nur ernstg. Bild- zuschr.m. Berufs- ang.u.03483G.A. Weller Herd und Oien gut erhalten, zukaufengesucht. Schr. Ang. unt. 03516 a. d. G.A. Mündlich können ©ieeSnurwenlgee sagen, schrifllich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie eS allen Leistungsfäh. württemb.Firma mit hervorragend.Kollektion in Aussteuerwäsche sucht allerorts einige tücht. und äutz. zuverläss. Domto n. tzmeu die Erfahrung in Privatverkauf besitzen u. an zuverlässiges Arbeiten gewöhnt sind. Zuschrift, erbeten unt. L. N. 5395 durch Süweg Ann.-Exp., Stuttgart. a. uns n. Frankfurt a. M. Ausk. ich Herr Meyer, Ä-Wotoj. sofort zu verm. Zentr. d. Stadt, sauberes Haus. Kl. Fam. erw. Schr. Ang. unt. 03490 a.d.G.A. 2kl.,ineinanderg. Zimmer a. berufst, allein- steh.Frauz.vrm. Anzm. zw. 7 u. 8 Uhr bei Welz, Seltersw. 6, Eingang Kavlansg., b. Geitze. l 03484 Schöne 4-Zimmer- Wohnung I. Stock, m. Bad u. fliehend, kalt. Wasser, Ofenhz., sonnig, freigeleg., Südviert., Nähe Kliniken, zum 1. Okt. zu verm. Schr. Ang. unt. 4835Da.d.G.A. Schöne geräum. 4-Zimmer- Wohnung mit oder ohne Garage sofort zu vermieten. 484iv Kaiserallee 49. Jung. Ebevaar (Beamt.,Dauermieter) sucht z. 1. 9. 1-2 Wn möbl. Simmel mit Küchenben., mögl. Zentralh. (evtl, auch leer). Genaue Preisangebote unter 03449 a.d.G.A. iSBE z. 1. 10., mögl. Nordviertel ges. Schr. Ang. unt. 03489 a. d.G.A. Schöne, geräumige 4-S-Zimm.- Wohnung mitBad,inruhig. Lage, für sofort oder später von Dauermieter gesucht Schr. Ang. unt. 03471 a.d.G.A. Kleinr.-Ehev. sucht z. 1.10. ev. spät, schöne 3-4-Z.-Wohn. Schr. Ang. mit Preis u. 03494 an d. Gietz. Anz. Geräumige 3-4-3lmmet- BWnno mögl. mit Bad, in guter Lage, von ält. Beamt. (2 Pers.), Dauermieter, für Okt. od. spät, gesucht. Schr. Ang. unt. 03503 a.d.G.A. Ruhig, ält. Ehev. sucht zum 1. 10. 1936 oder später 3-Zimmer- Wohnung m. grotzer Küche (Altbau bevorz.) Schr. Ang. unt. 03488 a. d. G. A. Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Stellenangebote| Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnis- abschriften vem Be- werbungtlchretben beilegen i — Lichtbilder undBewerbungSunter» lagen müsfen zur 93et- Meldung von Verlusten auf der Müdfeite Namen und Anschrift des Bewerber« tragen I NoH 100 ccm Sachs- umstandshalber zu verkauf. 03517 JnLöbersHof4. Gebrauchte laloersalzleile neu eingetroff.: 4/20 Frnt 11/40 Chrysler 8/38 Benz 10/45 Adler (Standard 6) 4/16 Ovel 8/40 Ovel 1,8 Ovel usw. Autoschlachthof Gietzen Marburger 03518 Stratze 51 Radio-Avvarat Blaupunkt, vier Röhren, Gleichstrom, billig abzugeben. 03470 Walltorstratze 2 (Laden) • Gebrauchte • und neue LadeneinricM Glasschräcke und Glaskasten für jede Branchi Schreibtisch, Rollschrank. 43MI) Fritz HeimanD d\e »'<*' d e\en\ppe^5. e^.e4e^ C. Seibel, Frankfurter Str.. 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 274V Familiendrucksacfieni Verlobunosenz*ig®n Vermahlungsanzelfl«" GeburtsanzelO«n bei Brühl. Schulstr.1 tooermoli im Nordviettv der Stadt M WeihbindergeiV- zu packten 0ef- Schr. Ang. UM 03504 a.d. GL Gesucht «500.- n.v.Sechstg.gA monatl.Ruckza^. v.40Mk.abl.9-^ dopp. Sicherheu. Schr. Ang. UÄ» 03508 a.d.G.^- Für Gietzen, Oberhessen und angrenzende Gebiete wird von leistungsfähiger Frankfurter Beieuditunss-tStoBtjanölung gut eingeführter Vertreter, der die Installateure usw. bereits mit anderen Artikeln besucht, eingestellt. Schrift!.Angeb. mit Ref. unt. 03487 a. d. Gietz.Anz. preisw. z. verm. Zu erfr. (03510 Roonstratze20lI Moderner Laden 33 qm, m. Hin- terzimm., Keller, Abort und Verschlag, Plockstr.il preiswert per sofort zu vermiet. Näheres: [4814D Liebigstratze47l | Mietgesuche | Dauermieter sucht 5-6-Zimm.-Mn. zum 1. Oktober. Schr. Ang. unt. 4839Oa.d.G.A. Sanitäre Anlagen Heizungen.Reparaturen nur bei WithoiS Seltersweer6*^ - ■> Telefon 2037 Bezirksvertreier(innen) für diverse Bezirke für 4321 v neuzeitliche tVevbeavttkel gegen auskömmliche Provision gesucht. Nachweisbar gute Existenz. Ausführliche Angebote mit Lebenslauf und Referenzen an Scheffler-Verlag, Hamburg 3. Z.- Wohnunnen zu verm. Näher. Crednerstr. 38. Cs sind zu ver- , mieten (ab 1. 8. 1936): Im städt. Haus Marttlaubenst.4I eine Wohnung, bestehend aus: 3 Zimmer, Kammer, Küche mit Sveisek., Balkon u. Keller, Bad; desgl. ab 1.9. 36 im städt. Haus Marttlaubenstr.2 eine Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern und Kammer, Küche m. Speisekamm. Ballon u. Keller, Bad; sowie Am Rie- gelvfad 30 eine Wohnung: 3 Z. u. Küche m.Sv.- Kamm.,Kamrn., Bodenverschlag, Kelleru. Gartenanteil. Anfragen sind zu richten an das Vermessungs-u. Grundstücksamt, Gietzen, Berg- stratze 20. 4845p 3-Zimmer- Wohnung in der Nähe des Bahnhofs z. vermieten. (03469 Näheres: Liebigstratze 48. MraiL-tas (7Zimm.,2Man- sarden-K., 2 Terrassen, aller Zubehör) in bester Wohnlg.Zentral- heizung. 600 qm , Obstgart.abl.10. evtl, auch früher z. vermiet. Schr. An eb.u.4828P an d. Gietz. Anz. Geräumige HWinum mit Bad, Balk., Heizung, evtl. m. Garage, Hinden- burgwall 11II, ver 1. Ott. evtl, früher zu verm. Näh. A. Becker, Keplerstratze 9, Tel. 3804. 4704P Herrschaftliche 7-Zimmerwohnung mit Bad u. Zubehör, Frankfurter Str. 34p, zum 1. 9. 1936 zu vermieten. Näheres: [484oD A. Becker, Kevlerstr. 9. ?-Zimmer-Wohng. Gartenstr. 14 I, m.Veranda,Bad u. reich!, grohen Zubehörräumen, frei geworden. Besichtig, täglich 16-18 Uhr oder nachvorhergehd. Anmeldg. 03477 NSIL 500 ccm, nicht steuerfrei, in einwandfreiem Zustand,z.verk.03507, Leihgestern, Hindenburgstr.55 Triumph 200ccrn,sahrber., f. 130^^3. vrk. Triumvb-Vertr. Otto Schomber, Ovvenrod bei Gietzen. (03492 4-Mhg. Wobnd., Balk., Schrankz., Zentralh;, Guten- bergstr. 141, ab 1. Okt. z. verm. Näheres: [4842D Lndwigsvl. 31. 2^-Zimui.-Wohn. mitZentralheiz., per 1. Sevtemb. 3-Zimm.- Wohnung mit Zentralheiz. und Bad, ver 15. September 4-Zimm.-Wohnnng mit Zentralheiz. und Bad, per 15. September 7-Zimm.-Wohnnng mit Zentralheiz. und Bad, ver sofort zu verm. Näheres durch W. Bachmann, Immobil.,Hypotheken, [4819Ü Gnauthstr. 14 I 1 Grammophon m. Platten, elktr. Schalldose für Radio zu verk. LvNy- (03512 stratze 4IIH. ww natnnofdiine schw.Eichen,versenkbar, i. Nachlaß abzugeben. Näheres: (03472 Plockstratze 11 p M memangei Wo (Mine (beid.Handbetr.) bill. z. verk. 03461 Marb. Str. 49 1 Sehr gut erh., gr. 2lürig. Eisschrank dito Fliegenschrank f. Gastwirt oder Metzg., sow. verschied. Hausbal- tun^sgegenstde. preisw. abzugeb. Goethestr. 54 p. Zu verkaufen: Eisschrank (mittl.Gröhe), Eis. Flaschenschrank (für 160 Flaschen). Gietzen, (03499 Wilhelmstr. 56 I Speisezimmer neuwertig, von Künstlerhd. entworfen, vrachtv. Handarb., preiswert z. verk.03514 Levver, Bahnhofstt.65111 Durch Sterbefall ist gut erh., weih lack. Küchenein- richt., schwarzeichener Ausziehtisch und Stühle usw. zu verkaufen. 03522 Anzusehen morgens um 8 Uhr und nachm. von 2 bis 4 Uhr. Goethestr. 23II Kleiderschrank Sofa, Sviegel, Küchenrahmen zu verk. [03486 Kramer Aulweg 44. WM m. 1 u. 2 Betten mit voller Pens, zu verm. [03520 Frankf.Str.34p Möbl. Zimmer ver 1. 8. zu vermieten. [03485 Mäusburg 3II Nähe Bahn!03468 l-2tnöbL3imtn. billig zu verm. Crednerstr. 18 I Kl., schön möbl. Zimmer evtl. m. Pension zu verm. [03515 Plockstratze 11II Etilata mit Hn ca. 45 qm (Seltersweg) zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03502 a.d.G.A. Mrejpe 1,20 m breit, mit 10 Normalstuf., bill. z. verk. 4834 O M.Bolz, Marktstr. 27. Änsichtskarten- sammlung m.ausl.Marken- werten abzugeb. Schr. Ang. unt. 4855V a.d.G.A. | Kaufgesuche"] 1 Mer oder Einlegeschwein zu kauf, gesucht. Schrift!. Ana. unt. 03521 an 0. Gietz. Anz. Miei- Wohnhaus aus erster Hand zu kaufen gesucht Schr. Ang. unt. 4813va.d.G.A. Kl., gebrauchter Lieferwagen sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03519 an 0. Gietz. Anz. Motorfahrrad gebr., zu kaufen gesucht. [03466 tch. Schweitzer, eun, Kr. Wetzl., Bachstratze 5. Gietzen, Älicen- stratze 27. (4825 V Mibau A.G. Frankfurt a.M., Alte Rothofstr. 6, Fernspr : 26054. Schöne 3-Zimm.-Wohnung m. .Küche u. Gar- tenant.. frei gel., nabe d. Haltest., i.Wieseck,Graben- sttahe '«», ver 1. Sevtember zu verm. Näheres: Wieseck.Allcen- strahe 43. (03473 Geräumige 3-2imm.-Wohn. mit Badezimm., Bodenkammer undGartenanteil sofott od. z. 1. 9. zuverm.Schriftl. Bewerbungen erbeten. (tsooD Baugenonenfdjan 1894. e.G.m.v.6. Gietzen. Garten, günstig. Mietpreis, per 1. 9. zu verm. Schr. Ang. unt. 4852V a.d.G.A. 6-Zimmerwohnuog (Bad, Balk., Zubeh.) 1. 10. od. früh.z.vm. 4308 D Dr. Schäffer, Johannesstr. 15 Grotze 6-Zimm.-Wohnung ver sofott oder 1. September zu vermieten. 03474 Stevhanstr. 25 p 5-Zimm.- Wohnung mit Bad, Heizg. u. Zubeh. sofort zu verm. (03453 Hindenburg- wall 22. Zu baldigst. Eintritt gewandtes Ziinmer- mädehen für Privathaushalt in der Nähe von Gietzen ges. Schr. Bew. unt. 4827va.d.G.A. Küchen- mädchen zu sof. ges. 4827D Hoffmann, Hofgüll b. Lich. |Stellengesuche| Junger Schrein« sucht Dauerstell. zwecksweit.Ausbildung in einer Möbelschreiner. Schr. Ang. unt. 03500 a.d.G.A. Verkäufe """[ Ein hochtragend. Vogelsberger Fahr-llind zu verk. [03506 Leihgestern, Rathausstratze 4. Ich habe einige weitze Mische Laufenten (Jungenten) aus bester Hochleist.- Zucht abzugeben Dr- Renneri Winnerod, Waldbaus(4796D Entchen z. Mast u. Zucht v. versch. Rassen bat brll. abzug. Geflügelzüchter Karl Komv, Klovvenheim, (Fttedb.-L.)483iv I Vermietungen | Ellis. @6118 I ■ 1 ■ Wieseck, Lichten. Weg,6Z.,Küche, Bao, Zenttalh., 5-Zimmer- Wohnuna m. Bad, Balkon usw., in tadellos. Zust., ver sofott od.svät.zuverm. Schr. Ang. unt. 03509 a.d.G.A. Schöne [03498 5-Zimm.-Wohnung mitBad,patt.,z. 1. Okt. zu verm. Näh.b.K.Hahn, Löberstratzel7p Schöne 4-ev.5-Zimm.- Wobnung mit Ballon, i. d. Lieb^gstr., 3. St., an ruhige Fam. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03476a.d G.A. Neuzeitliche 4-Zimmer-Wohng. mit Bad u. Heizung Setersweg Nr. o4 II zu vermieten. Näheres ABecker.Keplerstr.9 Tel. 3804. (4730D 4-Zimmer Wohnung Stadtmitte zum 1. Okt. zu vermieten. : Schr. Ang. unt. 4854va.d.G.A. Einfemil.-te in den Ostanlag., , 7 grotze u. 4 kleinere Zimmer, Bad, Heizung, Garten, z. 1. Oktober zu d. günstigsten Beding, zu verkaufen 00. zuverm. [4801V Näheres: Bismarckstratze4 1800 qm Baugelände am Aulweg, hinter dem Weiher, auch geteilt zu verk. Näh. durch W. Bachmann, Immobil.,Hypotheken, (4817V Gnauthstr. 14 I. Schön gelegene Banvlätze, a. d. Marburger Sttahe,m.Kan.-, Wasser-, Gas- u. Lichtanschluh, keine Stratzen- kosten, preiswett zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 4846va.d.G.A. Garten im Alten Feld zu verkaufen od. zu verpacht. [03495 Ldwgstr. 33 H. P 4/20*1- rimnsine gut erhalten, preiswert zu verkaufen. 4734D Holzheim Hauptitratze 13. IMawil 8/35, 6fach 6er., la Zustand, zu verkaufen. 03501 Marb. Str. 22. Einige gebr. 5-7-To-Anhänger 2$. Kipper Elastic-bereift, sowie Mnllilog 22/28 PS, und Lanz Kühler-Bulldog 30 PS, mit Seilwinde, günstig z. verkaufen. 4822V Karl Mager, Darmstadt, Mühlstratze 64 ¥2 Telephon 4966. Nr. 178 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 1. August ltzZ6 Das Olympische Feuer lodert auf deutschem Boden! Mit unbeschreiblichem Jubel an der Grenze des Reiches empfangen. WWMWW Hier traf die Fackel mit dem Olympischen Feuer aus deutschem Boden ein. (Scherl-Bilderdienst-M.) Hellendors im FeWmuck. Hellendorf (Sachsen), 31. Juli. (DNB.) Die kleine, 450 Seelen zählende Grenzgemeinde Hellendorf an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze hat sich in den letzten Tagen in ein wahres Schmuckkästchen verwandelt. Mit begeisterndem Eifer haben die Hellendorfer Volksgenossen ihr landschaftlich so reizvoll gelegenes Dörfchen am Fuße des Osterzgebirges hergerichtet, um die olympische Fackel an 'der deutschen Grenze zu begrüßen. Den zu ungezählten Tausenden zusammengeströmten Gästen bietet sich ein unbeschreiblich schöner Anblick. Am historischen Gasthof „Erbgericht" am Ortseingang ist ein prächtiger Triumphbogen errichtet worden, der von zwei riesigen Hakenkreuzfahnen flankiert wird. Durch ein fast zwei Kilopünktlich um 11.45 Uhr kündeten die olympischen Fanfaren in Hellendorf die Ankunft des letzten Fackelläufers auf tschechoslowakischem Gebiet an. An der Grenze übernahm der erste deutsche Läufer, Zollbeamter Oberturnwart Golda mm e r, von feinen tschechoslowakischen Sportkameraden die brennende Fackel und entzündete damit auf dem Altar am historischen Rundteil in Hellendorf das Olympische Feuer. Unbeschreibliche Begeisterung begleitete die Ankunft der Olympischen Flamme. Zahlreiche Ehrengäste haben sich zu der Feierstunde eingefunden. Man sieht u. a. Reichsstatthalter und Gauleiter Martin Mutschmann, den Befehlshaber im Wehrkreis IV und Kommandeur des IV Armeekorps General der Infanterie List, die sächsischen Minister Dr. Fritsch, Lenk und Kamp, Gausportführer Ministerialrat Kunz, SA.'Brigadeführer von Karlshausen und NSKK.-Brigadeführer Lein. 30000 warten aus das Feuer. Unübersehbar scheint die Menschenmenge, die den Festplatz füllt. Fast 30000 Menschen haben sich hier versammelt. Auch drüben jenseits der Reichsgrenze sind die Straßen rechts und links mit Fahnen geschmückt. Die kilometerlange Grenzstraße von Peterswalde bis zum Rundteil in Hellendorf entlang bilden tausende frohgestimmter Menschen ein dichtes Spalier. Kurz vor der Grenze heißt ein Transparent in tschechischer Sprache die Sportler der ganzen Welt willkommen. Vor Beginn der ^Feier verliest Landesstellenleiter Pg. S a l z m a n n folgendes Telegramm des Reichssportführers: „Die im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen vereinigten 6 Millionen Turner und Sportler Deutschlands sind sich der Bedeutung des Augenblicks, in dem das olympische Feuer deutschen Boden erreicht, voll bewußt. In diesem Augenblick geloben sie im Sinne des von der hellenischen Auffassung der Leibesübungen ausströmenden Kulturwillens zu arbeiten im Reiche Adolf Hitlers bis zur Erreichung seiner Ziele. Wir geloben im Sinne des Wortes unseres Führers zu handeln. Möge das olympische Feuer nie verloschen. Heil Hitler?" Sie Feier beginnt: Schmetternde Fanfaren eröffnen die benhourbige Stunde. Kreisleiter Ge risch er (Pirna) kennzeich- nete in seiner Begrüßungsansprache den Sinn des Fackelstaffellaufes. Machtvoll steigt die olympische Hymne auf. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als die Olympia-Fanfare um 11.45 Uhr das Rahen des Läufers kündet. Eine unbeschreibliche B e g e i st e r u n g hat sich der Menschen- massen bemächtigt. Man sieht, wie der letzte tschechoslowakische Fackelträger vor der deutsch-tschechoslowakischen Reichsgrenze im Lauf innehält. Run übergibt der letzte tschechoslowakische Läufer an der Reichsgrenze seinem deutschen Sportkameraden, dem Hellendorfer Zollbeamten Oberturnwart Pg. Goldammer, die Fackel, die dieser unter den brausenden Heilrusen der Menge zum Altar in Hellendorf trägt. Sekundenlang neigt sich die Fackel über den Altar. Dann flammt zum ersten Male die olympische Flamme auf deutschem Boden auf. Die Rede des Reichsstattdalters Milchmann. & ’ ? r ■V' , W- . 'M - - M tiefst verwandt ist. Deshalb bekennt sich Deutschland zum olympischen Gedanken nicht aus Zweckmäßigkeitsgründen, sondern in der Ueberzeu- gung, für eine große Idee einzutreten, in deren Dienst sich alle Länder und Völker unterschiedslos zusammenfinden können. Es ist deshalb mehr als ein äußeres Beispiel von großartiger Einmaligkeit und bedeutet mehr als eine organisatorische Leistung größten Ausmaßes, wenn dieser 3000 Kilometer lange Fackellauf durch alle Schwierigkeiten bewältigt worden ist. 3n dieser Tatsache liegen symbolhafte Werte, die ein ganzes Programm bedeuten. And dieses Programm, das Olympia heißt, läßt aller Welt offenbar werden, daß die Welt von Zwietracht und Schwäche, die sie gefährden, nur gefunden Reichsstatthalter Mutsch mann hielt bei ber Uedergabe des olympischen Feuers an den deutschen Läufer eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Zum ersten Male geht die Fackel des heiligen Feuers von Olympia in die Obhut deutscher Sportler über, um von morgen an dem friedlichen Wettkampf der Jugend der Welt symbolisch üoranzuleuchten. Von der Altis hat die heilige Flamme sechs L ä n d e r d u r cy - eilt und nicht nur den tausenden lunger begeisterter Sportler, die das Feuer trugen, sondern der gesamten Jugend aller dieser Völker ist der o l y m - pische Gedanke Gemeingut geworden Das griechische Erziehungsideal, das in den hellenischen Wettkämpfen zu Olympia (einen erhabensten Ausdruck fand, hat Jahrtausende überdauert Es sand bei uns den größten Widerhall, well die olympische Gesinnung und Haltung der natio- noNo^ialistischen Weltanschauung zu Ungebrannte Postkarten als Andenken an das heilige Feuer. mnrhhom ht>r Lllnmoiicke Fackellauf das südböhmische Städtchen Neuhaus verlassen hatte, sengten die mnmbnh^e6r an au dem Altar Postkarten und Briefe an, um auf diese Weise -m Andenken Einwohner an der ^ellou[ ^ben. - (Scherl-Bilderdienst-M.» kann, wenn sie sich des olympischen Gedankens als Kulturträgers bedient. And wenn die Antike das über Krieg und haß erhabene Ideal der Gemeinschaft und des Friedens in sportlichem Wettstreit der Jugend zu Olympia am besten gewährleistet sah, so rufen wir heute die Jugend der ganzen Welt auf, am sie durch das Gemeinschaftserteb- uis des Sportes zu Kündern des Friedens in allen Völkern zu machen. So wie sich die erste Fackel dieses Staffellaufes an der Flamme zu Olympia entzündet hat, so soll sich unsere Zeit immer wieder am männlichen G e i st des Altertums entzünden und die Klarheit dieses Lichtes auf immer in unserem Geist und in unserem Herzen lassen. Den Völkern, die heute noch durch gewissenlose Verhetzung auseinandergehalten werden, soll die Olympische Flamme Mahnuna sein, sich im Sinne der völkerverbindenoen Idee der Olympischen Spiele zu friedlichen Wettkämpfen zu stellen und sich nicht im Völker- und Bruderkampf selbstmörderisch zu zerfleischen. Taghell soll der Schein der Fackel in das Dunkel der Weltkrise hineinflackern und all die Feinde bannen, die den Völkern den Frieden nahmen. Das Olympische Feuer soll aber auch aller Welt offenbaren, wie unsinnig und wie verlogen die Greuelmärchen sind, die gewisse Hetzer über unser Deutschland der Ehre und der Freiheit verbreitet haben. Alle werden sich im Schein dieser Friedensfackel überzeugen können, daß unser Vaterland e i n Land der Ruhe und Ordnung mit einem friedfertigen Volk von Arbeitern der Faust und der Stirn ist, daß unter unserem Führer Adolf Hitler unermüdlich und zäh an seinem eigenen Aufbau werkt und schafft. So möge diese weihevolle Stunde, die wieder einmal den Brückencharakter unseres sächsischen Grenzraumes sinnfällig kennzeichnet, uns und die ganze Welt immer stärker in den Bann der olympischen Idee ziehen. Ihr Läufer zweier Nachbarnationen aber, die ihr euch an dieser geschichtlich denkwürdigen Grenzstätte ablöst, versprecht, die Flamme des Friedens und der Kraft weiter zu nähren, bis das große Zukunftswerk vollendet ist. Adolf Hitler und das gesamte deutsche Volk kennen nur ein gemeinsames großes Ziel: der (Erhaltung des Friedens der Welt zu dienen. In diesem Sinne grüßen wir unseren Führer, der mit der Vorbereitung dieser Olympischen Spiele dem Friedensgedanken neuen Impuls gegeben hat, mit einem dreifachen Sieg-Heil! Kaum ist ein letztes Wort verhallt, da wird ein Schwarm Brieftauben aufgelassen, der den Läufern von der Reichsgrenze nach Berlin voranfliegen wird. Der erste deutsche Läufer entzündet am Altar die erste deutsche Fackel und trägt sie den ersten Kilometer in deutsches Grenzland hinein. Er kann sich bei Beginn seines Laufes vor der begeisterten Menschenmenge kaum seinen Weg bahnen, lieber Gottleuba und Berggießhübel tragen die Läufer die Flamme. Dem Olympischen Feuer voraus eilt ein Auto mit Hornisten und eine Ehrenabordnung des NSKK., die das Nahen des Läufers künden. Ueberall auf der Straße jubelt die Bevölkerung den Fackelträgern zu. Das Olympische Feuer flammt auf deutschem Boden auf. * r- Am Freitagmittag brachte der letzte tschechische Läufer die Fackel mit dem Olympischen Feuer zu dem Altar, der in H e l l e n d o r f, unmittelbar an den deutsch-tschechischen Grenzpfählen, aufgerichtet worden war. Unser Bild zeigt den tschechischen Läufer, wie er das Feuer auf dem Altar entzündet. (Scherl-M.) Der Sattellauf durch Sachsen. Um 13.40 Uhr traf der Läufer mit dem Feuer aus dem Pirnaer Rathausplatz ein und entzündete mit feiner Fackel auf dem Altar das Olympische Feuer. Die Feier war umrahmt von Weihesprüchen der Sportjugend und Musikdarbietungen. Hunderttausende von Zuschauern versammelten sich am Königsufer in Dresden. Auf dem Platz vor dem Finanzministerium war der olympische Altar errichtet worden. Dor dem Altar hatten Reichsstatthalter und Gauleiter Mutschmann sowie die übrigen Ehrengäste Aufstellung genommen. Inmitten einer Ehreneskorte von Sportkameraden erschien der Läufer und überreichte dem Kreisleiter Walter seine Fackel, der damit auf dem Altar die olympische Flamme entzündete. Der Gauführer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen Dttnisterialrat Kunz gab ein erneutes Bekenntnis zu Dem olympischen Gedanken ab. Oberbürgermeister Zörner entzündete die Fackel des neuen Läufers. Dann fetzte sich der Läufer unter den brausenden Zurufen der Hunderttausende in Bewegung, um mit dem olympischen Feuer die Strecke nach Berlin zu beginnen. Meißen empfing auf dem alten Marktplatz das Olympische Feuer. Die ganze Stadt nahm an der Weihestunde regsten Anteil. Brausender Beifall folgte einer Ansprache von Kreisleiter und Büraer- meister Drechsel, der dann mit der Fackel den ersten Kilometer bis zum Bahnhof zurücklegte. Auf preußischem Gebiet. Als letzten Bezirk in Sachsen durchlief die olympische Staffel die Amtshauptmannschaft Großenhain. Von einer Fanfare begrüßt erschien pünktlich um 21.30 Uhr der Fackelläufer, der dem Bürgermeister Dr. Bernhardt die Fackel überreichte Unter Glockenläuten setzte sich der nächste Läufer in Bewegung. Preußisches Gebiet wurde kurz vor 22.30 Uhr erreicht. Es war fast Mitternacht, als vom Wachturm der alten Burg von Liebenwerda ein Zeichen die Ankunft des olympischen Feuers verkündete. Bald stand der Läufer mit dem heiligen Feuer vor dem Gauleiter Jordan, der u. a. sagte: Der Weg dieser Flamme ist der Weg zu unserem Führer. >■ So überschritt das Olympische Feuer die letzte Grenze. Unser Bild zeigt den letzten tschechischen Fackelläufer, wie er feinen deutschen Nachfolger, den Zollassistenten Goldammer, durch Handschlag an der Grenze begrüßt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Vorgriffe. Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanz- Ministerium hat in der „Deutschen Steuerzeitung" den Ertrag der Reichs st euereinnah men im ersten Viertel des lausenden Rechnungsjahres mit berechtigter Befriedigung kommentiert. Ein Mehr- aufkontmen von rund 415 Millionen Mark gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres bedeutet' in der Tat einen ansehnlichen Erfolg, nachdem bereits das erste Viertel des vorigen Haushaltsjahres, nämlich die Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 1935, im Vergleich zu der gleichen Zeit 1934 einen starken Anstieg der Reichssteuereinnahmen gebracht hatte. In den höheren Einnahmen aus Besitz, und Verkehrssteuern, sowie aus Zöllen und Verbrauchsabgaben spiegelt sich der aewaltige Erfolg wider, den das national- sozialistische Deutschland auf den Gebieten der Arbeitsbeschaffung zu verzeichnen hat. Die Reichssteuereinnahmen bilden einen Teil jener Löhne, Geschäftserträge und Verkehrsleistungen, in denen sich der Aufschwung der Binnenwirtschaft kundtut. Die erhöhten Wirtschafts- leistungen sind jedoch mit einem zusätzlichen Kapitalaufwand erzielt worden, der nur zu einem Teil wirklich verdient, zum anderen Teil dagegen im Hinblick auf spätere Wirtschaftserträge vorweggenommen ist. Eine von einheitlichem Geist und starkem Willen getragene Volkswirtschaft kann sich solche Vorgriffe leisten. Die letzten 3% Jahre haben aelehrt, daß frühere Ansichten über die Grenzen solcher Vorgriffe irrig waren. Dagegen steht auch jetzt fest, daß solche Vorgriffe nicht eine unbegrenzte Zeit fortdauern können, sondern daß ein gesundes Gleichgewicht zwischen einer Belebung der Binnenwirtschaft und einer Stärkung der Außenwirtschaft eintreten muß. In der Aussprache des britischen Unterhaufes vom vergangenen Montag ist wieder einmal von einer Revision der R o h st o f f o e r s o r g u n g die Rede gewesen. Deutschland ist nach wie vor arm an Devisen und ist daher gezwungen, in der Versorgung mit ausländischen Rohstoffen und Nahrungsmitteln sozusagen von der Hand in den Mund zu leben. Dies kann ohne Schaden für einzelne wichtige Wirtschaftszweige nur dadurch geschehen, daß die Devisenzuteilung für Rohstoff- und Nahrungsmitteleinfuhren scharf überwacht und nach der Dringlichkeit geordnet ist. Der Nachteil hierbei ist jedoch,' daß der Wagemut des Unternehmers in enge Grenzen eingeschnürt wird. Er hat nicht die Möglichkeit, eine plötzlich im Auslande sich bietende Absatzmöglichkeit wahrzunehmen und durch Bereitstellung größerer Warenposten die ausländische Derbraucherschaft an bestimmte deutsche Erzeugnisse zu gewöhnen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat daher bei jeder sich bietenden Gelegenheit die heutige deutsche Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung als eine Der- legenheitslösung bezeichnet, die möglichst bald entbehrlich gemacht werden müsse. Ohne eine Mitwirkung derjenigen fremden Länder, die über große Kapitalien verfügen und in deren Besitz überseeische Rohstoffquellen stehen, wird sich an dieser Lage nichts ändern lassen. Bei der Auswertung der internationalen Sta- tistik über das W e l t g e s ch ä f t muß beachtet werden, daß nicht jede Steigerung des Wertes der ausgetaufchten Waren eine echte Zunahme des Geschäfts ist. In der Welt vollzieht sich ein zwar langsamer, aber ziemlich stetiger Anstieg der Preise, und zwar zunächst für Nahrungsmittel und Rohstoffe. Die früher oft gehörte Behauptung, Deutsch, land werde als nichtbeteiligt an den Rohstoffquel- len der Erde auch von dem katastrophalen Preis- stürz, der sich auf diesem Gebiete in der Zeit von 1924 bis 1931 vollzogen hat, nicht betroffen, war schon damals nicht sehr beweiskräftig. Das wäre gleichbedeutend mit der Behauptung, daß man sich seiner Armut freuen solle, weil man dann nicht der Gefahr einer Entwertung des Vermögens ausgesetzt sei. Nachdem aber die Preise für Rohstoffe und Nahrungsmittel innerhalb der letzten beiden Jahre im Durchschnitt um mindestens 10 v. H. gestiegen sind, ohne daß zunächst die Preise für die industriel- len Fertigwaren eine gleiche Entwicklung genommen haben, ist diese Beweisführung noch weniger Eberhard Wolfgang Möllers „Frankenburger Würfelspiel". Zur bevorstehenden Uraufführung auf der Äieirich-Eckart-Äühne. Die für den 2. August vorgesehene Uraufführung des „F r a n k e n b u.r g e r Würfelspieles^ von Eberhard Wolfgang Möller, mit der die Dietrich-Eckart-Bühne im Reichssportfeld Berlin feierlich eröffnet wird, bildet einen Höhepunkt des kulturpolitischen Rahmenprogramms der Olympischen Spiele und — nach der Münchener Reichstheaterfestwoche und den Heidelberger Reichsfestspielen — zugleich das dritte große Ereignis und Erlebnis im nationalsozialistischen Theaterplan dieses Jahres. Die Dietrich-Eckart-Bühne ist ein Freilichttheater von bisher völlig unbekannten Ausmaßen, welches architektonisch gan^ aus dem Geiste des Nationalsozialismus erwuchs; sie stellt, dichterisch wie darstellerisch, vollkommen neue Aufgaben. Möller, der politisch und künstlerisch aus der Kampffront der jungen nationalsozialistischen Generation hervorging, gestaltete sein „Frankenburger Würfelspiel" ausdrücklich und bewußt im Hinblick auf die Gegebenheiten der neuen Riesenbuhne. Inhaltlich liegt das Werk auf der gleichen Ebene wie die „Briefe der Gefallenen" von Möller, denen im letzten Jahre der Staatspreis zuerkannt wurde: auch hier will der Dichter die Größe, Härte und Herrlichkeit des deutschen Menschenideals gestalten. In Matthias Wiemann und Werner P l e i st e r wurden zwei der begabtesten jungen deutschen Regisseure mit der Bewältigung der neuartigen Aufgabe betraut. Die Darsteller, unter denen sich eine Reihe junger, noch unbekannter Kräfte befinden, bilden kein Star- Ensemble, sondern eine von einheitlichem Gestaltungswillen beseelte Mannschaft, die eine völlige Geschlossenheit des künstlerischen Eindrucks verbürgt. Für die Massenszenen haben sich mehrere hundert Arbeitsdienstmänner zur Verfügung gestellt. Insgesamt beträgt die Zahl der Mitwirkenden über 1200. "So stellt die Uraufführung des „Frankenburger Würfelspieles" ein nationales und künstlerisches Er- eianis hohen Ranges dar: es ist der mit außerordentlichen Mitteln unternommene, kühne und richtunggebende Vorstoß der Reichsdramaturgie, der Dichter und Darsteller auf dem Wege zu einem großgearteten, nationalsozialistischen Freilichttheater. * Berlin, die Stadt der größten sportlichen Wett- kämpfe, hat sich die monumentalste Freilichttheaterstichhaltig. Wenn sich irgendwo in der Welt politi- sche Spannungen oder gar kriegerische Auseinandersetzungen ergeben sollten, in deren Verlaus die Zufuhr unterbrochen oder gestört wird, geraten die« jenigen Länder in besondere Verlegenheit, die keine eigenen Rohstoffquellen besitzen und die aus Mangel an Kapital und Kredit keine beträchtlichen Vorräte auf Lager legen konnten. Eine verantwortungsvolle Politik, wie sie im neuen Deutschland getrieben wird, konnte nicht daran vorbeigehen, für d i e deutsche B i n n e n w i r t s ch a f t die Rohstoffversorgung zu bessern und zu sichern und darüber hinaus wagemutige Deutsche an der Erschließung wirtschaft, lichen Neulandes zu beteiligen. Das Ausland hat uns oft den Fehlschlag von von Maßnahmen vorhergesagt, die von der nationalsozialistischen Regierung Deutschlands ergriffen worden sino. Wenn allerdings in einem Land Saboteure und Angsthasen die Möglichkeit haben, ihre düsteren Vermutungen zu verbreiten, sv kann dasjenige Maß an Tatkraft und Selbstsicherheit nicht aufkommen, das erforderlich ist, um auch ein schwie- riges Werk zum günstigen Ende zu führen und auf einem schmalen Gebirgspfad das Ziel zu er«, reichen. Sieht man sich die inneren Schulden an, die in anderen Ländern, beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika, zur Uebermin- dung der schweren Krise gemacht worden sind, so wird man den deutschen Aufwand sehr viel ruhiger und optimistischer beurteilen können. Weitaus die meisten von den Ausgaben, die mit Hilfe der Vorgriffe auf künftig zu bildendes Kapital vorge- nommen worden sind, steigern entweder die Leistungsfähigkeit des deutschen Pröduktionsappara- tes, oder stärken die Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit der in der Wirtschaft beschäftigten Menschen. Allein die Befriedung der Wirtschaft, d. h. die Beseitigung der Gefahr von Streik und Aussperrung, bedeutet eine nationalwirtschaftliche Ersparnis, die viele hundert Millionen Mark im Jahr ausmachen kann. Wird beispielsweise in einem Kohlengebiet, das 200 000 Angestellte und Arbeiter beschäftigt, einen Monat gestreikt, so entgehen der Bevölkerung des betreffenden Distrikts 200 000 mal 25 Arbeitsschichten, deren jede etwa mit 6 Mark bewertet werden muß. Ein Streik von dem geschilderten Ausmaß würde also allein an Arbeitslöhnen einen Ausfall von 30 Millionen Mark ergeben. Wenn auch kein Grund oorliegt, daß wir uns wegen der Vorgriffe auf die Wirtschaftserträge kommender Zeiten Sorgen machen, so ist doch eine starke nationale Initiative notwendig, um besseres Gleichgewicht in der deutschen Wirtschaft herzustellen. Dazu bedarf es, daß jeder einzelne Deutsche eine lebendige Vorstellung von der Notwendigkeit eines deutschen Zugriffs z u den Rohstoffquellen Der Welt erlangt. KörperertüchtigungdertveiblichenLugen- in China. Von Hwang liming, Nanking. Die Verfasserin dieses Beitrages, Frau D- H- Chen, ist die Vorsteherin der gymnastischen Abteilung der Ginling - Frauen- Universität in Nanking. Ihre berufliche Ar- beit und ihre öffentliche Tätigkeit übt sie jedoch auch heute noch unter ihrem Mädchennamen Hwang Liming aus. Ihr Vater war schon vor dem Kriege chinesischer Lettrö bei unseren Konsulaten in Formosa und Nanking. Frau P. H. Chen ist mit der chinesischen Olympia-Mannschaft nach Berlin gekommen und nimmt an dem Internationalen Sportlehrerkongreß teil. Die Schriftleitung. Zum ersten Male in der Sportgeschichte Chinas treten weibliche chinesische Leichtathletinnen und Schwimmerinnen zum Wettbewerb an einer inter« nationalen Olympiade an. Chinesische Sportlehrerinnen beteiligen sich an . dem internationalen Sportlehrerkongreß in Berlin. Diese Tatsachen sind ein schlagender Beweis für die gewaltige Urnstel- lung, die während der letzten zwanzig Jahre in der Körperertüchtigung der chinesischen Frau statt- gesunden hat und sich über ganz China auszuwirken beginnt. Mehrere tausend Jahre lang herrschte in China der Grundsatz, daß Frauen schon dann die höchsten Tugenden erfüllten, wenn sie gehorsame Ehefrauen und gute Mütter waren. Wenn sie liebliche harmonische Gesichter, zarte schlanke Körper und kleine „Lilienfüße" hatten, die ihnen einen langsamen, als anmutig geltenden Gang verliehen, dann galten die chinesischen Frauen für hübsch, wobei es von untergeordneter Bedeutung war, ob sich in den Gesichtsausdrücken auch Charakterstärke und Klugheit ausdrückten. Die Erziehung der Frauen beschränkte sich auf die Erlernung des Haushaltes, auf Kochen, Nähen und Sticken. Einige wenige Frauen der wohlhabenderen Klassen hatten wohl auch Gelegenheit, im Lesen, Schreiben und Gedichtemachen ausgebildet zu werden. Nur sehr wenige Mädchen genossen eine körperliche Ausbildung, meistens in der Kunst des „chinesischen Boxens , das durch richtige Atemkunst und wohlabgerundete Bewegungen der Gliedmaßen und des Körpers Anmut und Gesundheit verleihen sollte, gelegent- lik auch im Fechten. „Mu-Lan" ist eine der historischen Heldinnen, die, als Mann verkleidet, zwanzig Jahre lang für ihren Vater ins Feld zog, ohne daß ihr Geschlecht erkannt wurde. Stimme und Macht der Frau fand, wenn überhaupt, ihren Ausdruck nur im Hause, und dann meistens erst, wenn sie Großmutter oder Schwiegermutter geworden war. Dieser Zustand erhielt sich durch die Jahrtausende hindurch, ohne irgendwelche grundsätzlichen Aenderungen, bis zum Ende der Man- dschu-Dynastie und dem Anfang der chinesischen Republik (1911). Vor etwa zwanzig Jahren wurde unter amerikanischem Einfluß eine Schule für Körpererziehung durch die Vereinigung christlicher junger Frauen in Schanghai gegründet, aus der in den Jahren 1916 bis 1925 über hundert Sportlehrerinnen hervor- gingen, die in ganz China ihre Tätigkeit aufnahmen. Sie waren die Pioniere für die moderne körperliche Ausbildung der chinesischen Mädchen und haben außerordentlich viel dazu beigetragen, daß die alten Ideen und Gewohnheiten allmählich dem Verständnis für die Notwendigkeit der Heranbildung einer kräftigen weiblichen Jugend weichen. In Schanghai taten sich bald einige weitere Sport- und Turnschulen auf. Es machte sich dann das Bedürfnis bemerkbar, den Sportlehrerinnen eine breitere wissenschaftliche Grundlage zu geben, woraufhin die ursprüngliche P.-W.-C.-Ä.-Schule mit der Ginling-Frauenschule in Nanking vereinigt wurde. Nach einer vierjährigen Ausbildung erhalten die Schülerinnen ihre Bestallung als ausgebildete Sportlehrerin. Da jedoch deren Zahl das heutige Bedürfnis nach sportlich vorgebildeten Frauen nicht deckt, so sind zweijährige Kurse für solche Mädchen eingerichtet, die nicht genügend Zeit und Geld für* eine vierjährige Ausbildung aufbringen können.' Außer der Physisch-gymnastischen Abteilung der Ginling-Schule gibt es heute in China noch zwei andere Institute, wo Vollkurse für Sportlehrerin- nen abgehalten werden: die Zentral-Universität in Nanking und die Hopeh-Normalschule in Tientsin. Das Jahr 1932 brachte der weiblichen und allae- meinen Körpererziehung in China einen neuen oe- merkenswerten Anstoß. Erstmalig fand in Nanking auf Veranlassung der National-Regierung ein Kongreß von Sportlehrern und Sportlehrerinnen sowie Vertretern von Sport- und Körperertüchtigungsorganisationen statt, auf dem die einschlägigen Fragen der körperlichen Ausbildung in China erörtert wurden. Es wurde ein allgemeiner Plan für die körperliche Erziehung des Volkes aufgestellt und Anlage geschaffen. Die Dietrich-Eckart-Bühne, die an das Stadion unmittelbar anschlieht, bietet 20 000 Menschen Platz. Trotz der Nähe der Straßen, auf denen in diesen Wochen die Wagenkette nicht abreißt, liegt dies Theater in feierlicher Stille. Das amphitheatrale Halbrund nimmt die Zuschauer auf, und trotz der gewaltigen Zahl vermittelt es nie den Eindruck der Massenschaubühne. Diese Bühne gibt dem Theater einen neuen Impuls von den gewaltigen Flächen her, zwingt durch die Gestaltung des Raumes und durch die feiernde Gemeinde (nicht „Publikum") zu neuen dramaturgischen Lösungen. Diese Bühne bedeutet einen Bruch mit jener Tra- bition des Theaters und der Freilichtbühnenbewe- gung, die des falschen Ansatzes wegen im Pathos und in der Masse erstarrte. Die ganz neue Welt, die dies Theater erschließt, erlebt man, wenn man das „Frankenburger Würfelspiel" von Eberhard Wolfgang Möller sieht. Dieses Werk wirkt dort so überzeugend und beherrscht derart die Erfordernisse dieser Bühne, daß man dem Dichter Dank sagen muß. Das Spiel führt uns in die Schicksalsjahre des Dreißigjährigen Krieges. Deutschland verblutet sein bestes Blut. Das Jahr 1625 ersteht, und wir alle sitzen zu Gericht über eine Willkür, die Deutsche damals Deutschen zufügten. Die sieben Ankläger des Gerichts nehmen das Wort und fordern Rechtfertigung von Ferdinand II., der Oesterreichs und Deutschlands Kaiser war. Sie bezichtigten ihn, das Vertrauen des Volkes unaufhörlich mißbraucht zu haben. Wahnsinn und Unvernunft haben ihn getrieben. Sein Frevel habe den Bauern den Tod gebracht und den Herren den Mut genommen. Statt kraft seines Zepters Einheit zu stiften, habe er entzweit, was zusammengehörte. Die letzten Bauern trieb er in den Tod, als sie sich mannhaft wehrten gegen die Priester, die ihnen ihren Glauben nehmen wollten. Ferdinand, der Habsburger, der den Tod über das Deutsche Reich brachte, hört die Reden der Kläger: „Es ist schon wahr: ich habe dreißig Jahre das Reich verwüsten lassen; ja, ich habe sie zwingen wollen, meinem Gott zu dienen. Und keinen Herrn, und keinen Bauern, keinen, wer es auch wäre, habe ich entlassen aus diesem fürchterlichen Gottesdienste, solange sie den rechten Glauben nicht besaßen." Die Kläger, die im Namen der oberösterreichischen Bauern sprechen, fragen, was denn der rechte Glaube sei. Ferdinand weist sie an seine Räte, die Beichtväter. denen der Kaiser nur Werkzeug ist. Der eine Beichtvater, Lamormain, verteidigt: „Wie viele Worte, Herr, um so geringe Veranlassung. Was sind schon Bauern? Und was ist schon diese Handvoll Bauern, welche verdorben sind, damit der Glaube lebe." Caraffa, der zweite Beichtvater, nennt Maximilian, den Herzog von Bayern, der seinerseits den verantwortlichen Statthalter in Oberösterreich als Verantwortlichen zitiert: den von Herbersdorf. Nun ersteht eine der grausamen Szenen aus der Zeit, als Herbersdorf der Mächtigste war in Oberösterreich. Er läßt durch Sturmgeläute die Bauern rufen, die es wagten, gegen feine Willkür Rebellion zu machen. Unbewaffnet sollen sie vor sein Tribunal kommen; dann soll ihnen Gnade widerfahren. Seinem Wort glaubend, rücken in vielhundertköpfi- gen Gruppen die Bauern heran, lieber den „Aufruhr" der Bauern will der von Herbersdorf rechten. Er sieht die Bauern ohne Waffen, singend mit ihren Weibern herankommen. Dor so viel Glauben wird ihm sein Gewissen bang: „Ach, ich kenne das, Wenn man sie ansieht, krümmen sie den Rücken, doch in der Tasche ballen sie die Faust." Die Wortführer der Bauern stehen nun dem Statthalter gegenüber, verteidigen ihr Recht und ihren guten Glauben. Sie glauben an den Kaiser, der das Gute will — sie hassen seinen Statthalter, der Blut gegen Blut zu Tode hetzt. Der von Herbersdorf hat ihnen Gnade versprochen, aber er bricht sein Wort. Den Pakt, in dem er allen Aufständischen das Leben schenkt, will er mit dem Blut der Bauernführer besiegeln. Da schreien die Tausend auf — was einer tat, das taten alle. So wollen sie gemeinsam sterben. Der von Herbersdorf weiß sich im Besitz von Reiter und Kanonen. Darum kann er mit den Bauern, die waffenlos hierher kamen, fein Spiel treiben. Die 36 Anführer sollen um ihr Leben würfeln. Das Spiel findet nun feinen dramatischen Höhe- punkt. Macht steht gegen Recht, hassender Hohn gegen einfältigen Glauben. Einer nach dem anderen treten die Bauern heran, werfen die Würfel auf den schwarzen Mantel, der ausgebreitet am Boden liegt — und verspielen alle ihr Leben. Da geschieht das Wunder. Eine Gestalt in schwarzer Rüstung ist unter sie getreten. Er fordert die, die wehrlose Bauern zu diesem Spiel um Tod oder Leben reizten, zu gleichem Einsatz. Alle müssen sie würfeln: Maximilian, Ferdinand, der von Herbersdorf und alle andern. Einsatz ist der Besitz alles dessen, was sie im Leben ihr eigen nannten an Macht und Ansehen. Sie verlieren' Die sieben Richter brechen über die Taten den Stab. Währenddessen ziehen die Bauern ab. Die Bühne ist leer und nur leise noch hört man den Chor. ein Zentralausschuß von zwölf führenden Personen des Sportlebens eingesetzt, darunter drei Frauen. Seitdem hat der Lanocsausschuß für Körperertüch. tigung jährlich ein- bis zweimal getagt, und 1934 wurde ein Generalinspekteur [ür Körperertüchtigung von dem Erziehungsministerlum ernannt, der für die Aufstellung von physischen Lehrplänen an den Schulen und in den Gemeinden sowie für die Weiterentwicklung der einschlägigen Anstalten Sora, zu tragen hat. Zur Zeit haben wir drei große Landesorganisationen in China, die sich der körper- lichen Ausbildung der Jugend widmen: 1. die Landesoereinigung für Amateur-Athletik, die mit der Veranstaltung von Wettbewerben innerhalb und außerhalb Chinas betraut ist; 2. den Landes- ausschuß für körperliche Erziehung, der sich mit den Fragen und der Verwaltungspolitik der körperlichen Ausbildung befaßt; und 3. die Landesoereinigung für Körpererziehung, die die Forschungs- arbeit zu leisten hat wie: Untersuchen der Verhält- nisse und Probleme in China, Ausarbeiten geeigneter Methoden und Anpassen der Organisation an die besonderen Bedürfnisse des chinesischen Volkes in allen Landesteilen. Unsere Arbeit trägt jetzt schon ihre Früchte. Die Unsitte des Fußbindens stirot und wird in einigen Jahren in China überhaupt nicht mehr zu sehen sein. Das alle Schönheitsideal eines zarten, feinen Frauenkörperchens macht gesünderen Auffassungen Platz, und je mehr die alten Vorurteile verschwinden, um so größer wird die Liebe der weiblichen Jugend zum Sport und zur körperlichen Betätigung. Anfänglich wagten die Schulen es nur, einfache und schwedische Gymnastik und leichte Sportspiele, dann auch Volkstänze in ihren Lehrplan aufzunehmen. Heute können die Mädchen sich in allen Ballspielen, Korbball, Baseball, Hockey, Tennis, Fußball, üben, sie lernen auch Charakter- und sonstige Tänze. Vor einigen Jahren noch hielten die Studentinnen sich eng an das Programm, das vorgeschrieben war, jetzt drängen sie sich freiwillig zu allen Arten des Sports, zum Schwimmen, Radfahren, Wandern, Rudern usw. Das letzte Rudersportfest der Ginlingschule auf dem Lotussee bei Nanking brachte gute Leistungen der Studentinnen und bewies das zunehmende Interesse der Oeffent- lichkeit an der sportlichen Betätigung unserer weiblichen Jugend. In allen Schulen müssen sich die Mädchen an den täglichen Leibesübungen beteiligen; in einer Anzahl von Schulen lassen sich die Studentinnen im chinesischen Boxen ausbilden. Kurz und gut, die sportliche Betätigung innerhalb und außerhalb des Schulhofes nimmt schnell zu, was sich auch dahin auswirkt, daß die verheirateten Frauen nicht mehr körperlich so untätig wie früher sind, sondern sich dem Tanz und Sport außerhalb des Hauses hingeben. Chinesische Mädchen nahmen an den letzten drei großen athletischen Landesveranstaltungen teil. Die erste fand 1930 in Hangtschau, die zweite 1933 in Nanking und die dritte 1935 in Schanghai statt. Von Veranstaltung zu Veranstaltung verbesserten sich die Rekorde. Die Begeisterung und das Interesse der zuschauenden Volksmengen für den weiblichen Sport nahm sichtlich zu. Der Einfluß unserer Bemühungen macht sich in der äußeren Erscheinung und dem Geiste der heutigen Chinesin schon sehr bemerkbar. Ihr Gang ist freier, ihre Haltung aufrechter, ihr Körper und ihre Muskeln sind entwickelter, ohne daß sie dabei ihre natürliche Anmut und Grazie verloren hat. D'e meisten Mädchen tragen kurzgeschnittene Haare, ihr Sportkleid läßt Arme und Beine frei, während früher der ganze Körper vom Kleide bedeckt fern mußte. Die heutige Chinesin hat mehr Zutrauen zu sich selbst und fühlt sich selbständiger. Mit dem Wechsel der Ideen und Sitten erweiterten sich die Möglichkeiten für die chinesische Frau, sich nicht nur an allen Arten von Sport zu beteiligen, sondern auch nützliche Dienste an der Allgemeinheit zu leisten. Sie betätigen sich in der „neuen Leb:ns- beroegung" und an allen sozialen Arbeiten und Einrichtungen. Sie können heute sogar an dcn Ausbildungsschulen für die Polizei und für Soldaten gefunden werden. Sie haben Stimme und Einfluß auf jeglichem Gebiete, auf dem sie Mitarbeiten wollen. Das hebt ihren Geist, und mit frohen und zufriedenen Gesichtern gehen sie wieder durch die Straßen jeder chinesischen Stadt. Dieses Spiel ist die rechte Weihe der neuen Bühne und ein erhabener Beitrag zu den Olympischen Spielen, den Festen des Friedens, die mit ihrem Geist auch Einheit schenken wollen. Wilhelm Utermann. Oer Philosoph Heinrich sickert f. In Heidelberg ist der feit einigen Jahren ent- pflichtete Ordinarius für Philosopyie an der Universität Heidelberg, Geheimer Hosrat Professor Dr. Heinrich Rickert im Alter von 73 Jahren gestorben und, wie er es gewünscht hatte, in aller Stille zu Grabe getragen worden. Heinrich Rickert, am 25. Mai 1863 in Danzig geboren, begann seine akademische Lehrtätigkeit 1891 als Privatdozent in Freiburg, wo er 1894 Extraordinarius und 1896 zum ordentlichen Professor für Philosophie ernannt wurde. In gleicher Eigenschaft hat er von 1916 an in Heidelberg auf dem Lehrstuhl Kuno Fischers und Wilhelm Windelbands, dessen Schüler er war, gelehrt und als Führer der berühmten südwestdeutschen Philosophenschule eine außerordentliche Anziehungskraft auf die Studierenden Ausgeübt. Sein klares Denken, seine ordnende Schau des systematischen Gebäudes gewissermaßen in Fortsetzung des kritischen kantischen Idealismus haben Philosophen und Philologen aus aller Welt nach Heidelberg gezogen. Rickert gestaltete die von Windelband gelehrte, auf den Begriff des Wertes gegründete Unterscheidung von Natur- und Geisteswissenschaften zu einem umfassenden System der Kulturphilosophie aus. Von Heinrich Rickerts zahlreichen Büchern nennen wir: „Der Gegenstand der Erkenntnis", „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung", „Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft", „Die Probleme der Geschichtsphilo- sophie", „Die Philosophie des Lebens", „System der Philosophie I", „Kant als Philosoph der modernen Kultur", „Wilhelm Windelband". — Als Rickert 1933 feinen 70. Geburtstag beging, ehrte die Reichsregierung den berühmten Gelehrten durch Verleihung der G o e t h e m e d a i l l e. Hochschulnachrichten. An der Universität München wurde der ordentliche Professor für Pharmakologie und Pharmazie in der Tierärztlichen Fakultät, Dr. Albert Jodlbauer, und der ordentliche Professor für angewandte Zoologie Geh. Regierungsrat Dr. Karl E s ch e r i ch wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Unzweifelhaft haben die chinesischen Frauen in den letzten zwanzig Jahren große Fortschritte gemacht. Unser Ziel ift es, daß in zehn Jahren jedes chinesische Mädchen die körperliche Ausbildung erhält und aufnimmt, die für sie und ihre Lebenszwecke paßt. Wir werden stark sein, nicht nur kör- perlich, sondern auch geistig und sozial. Wir werden niemals in unseren Bemühungen ermüden oder vor Schwierigkeiten Haltmachen, sondern wir werden erfolgreich sein in jeder Arbeit, die wir aufnehmen. Wir werden dann fähig sein, weise zu denken, gerecht zu urteilen und richtig zu handeln als Einzelwesen und als Mitglieder der Gemeinschaft. Wir werden leben und rückhaltlos dienen dem Besten der menschlichen Gesellschaft. Um die Verbilligung der Strompreise. NSG. Das nationalsozialistische Ziel der Ber- vollkommnllng und Sicherung der Energieversorgung zum Zwecke einer Rüstung der deutschen Volkswirtschaft für alle ihre Ausgaben und zur Erzielung möglichst billiger Pro- duktionsbedingungen zugunsten aller Kreise der Bevölkerung und der Wirtschaft verlangt eine Unterordnung jeglichen Ligeninteresscs unter das Gesamtwohl von Volk und Staat. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat sich den Fragen der Energieversorgung stets mit ganz besonderer Hingabe gewidmet und erreicht, daß der Gau Hessen-Nassau auf diesem Gebiete im Reich eine beachtenswerte Rolle spielt. Anläßlich einer Besprechung über die Gasversorgung d e s Rhein-Main-Gebietes mit dem Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft, Direktor Krecke, Berlin, nahm der Gauleiter Gelegenheit, mit Direktor Krecke das Rheinhessische Elektrizitätswerk in Rhein-Dürkheim (Kreis Worms) zu besichtigen. Schon seit langem standen nämlich in dem Versorgungsgebiet dieses Werkes strittige Tariffragen zur Debatte, deren wahrer Grund in einer Besprechung mit der Werksleitung ermittelt werden sollte. Ueberraschenderweise stellte sich dabei heraus, daß dieser Betrieb vor kurzem höheren Ortes zu einer Umstellung von Braunkohlen auf Steinkohlen veranlaßt worden war, obwohl die Kessel- bzw. Feue- runasanlagen ganz besonders rationell auf den Verbrauch von Braunkohlen eingestellt sind. (Das Verfahren ist dem Werk weitgehend patentamtlich geschützt.) An Ort und Stelle wurde festgestellt, daß bei voller Belastung der Kessel der mit Steinkohlen geheizt wurde einen bedeutend geringeren Wirkungsgrad zeigte, als der noch mit Braunkohlen fahrende. Ohne Frage wird die verlangte Umstellung also eine gewisse Verteuerung bringen. Der Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft, der durch eingehende Fragen an den Betriebsdirektor Radtke reges Interesse zeigte, stellte eine, gründliche Untersuchung dieser auffälligen Wirtschafts- Maßnahme in Aussicht und versicherte, sich persönlich für die Sache einzusetzen. Gauleiter (Sprenger machte durchaus keinen Hehl daraus, daß ihn die bisherige Behandlung der Angelegenheit der Dinge außerordentlich befremde. Er berief sich mit Recht auf die Forderungen der Partei, die schon in der Kampfzeit auch durch ihn persönlich eine Verbilligung des Strompreises für Bevölkerung und Wirtschaft verlangten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Verteuerung der Kohlenversorgung des Werkes eine Verbilligung der Tarife hemmt, wenngleich nicht außer Acht gelassen werden darf, daß die Brennstofffrage eine nicht so große Rolle spielt wie die Frage der Energieverteilung durch das Leitungsnetz. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß nunmehr alles veranlaßt wird, um eine sinnvolle Lösung des hier akuten Problems zu erreichen. An der Besichtigung nahm noch SA.-Oberführer Diehl (Gau Obernheim) als Leiter des Rhein- hessischen Elektrizitätsverbandes teil. Deutsche Rennwagen in Pescara. Mit dem Acerbo-Pokal findet am 15. August ein weiteres großes italienisches Automobilrennen statt. Die deutschen Firmen Auto-Union und Mercedes- Benz haben für dieses in Pescara zur Durchführung kommende Rennen ihre Zusage gegeben. Rosemeyer, Stuck und Varzi starten für die Auto- Union, Caracciola und Faggioli sollen die Mercedes-Wagen steuern. Dem Fahrer, der die schnellste Runde dreht, winkt als Sonderpreis die vom Duce gestiftete Goldmedaille, während der Preis des Königs von Italien für den besten italienischen Fahrer in der Gesamtwertung bestimmt ist. Kurze Sportnotizen. Schon 360 Nennungen liegen für die am 15. und 16. August in Frankfurt a. M. stattfindenden Pferderennen vor, die damit das größte Frankfurter Nachkriegsrennen werden. Aus 17 Nationen wurden bisher zum internationalen Tennisturnier, das im Anschluß an die Olympischen Spiele vom 22. bis 25. August in Wiesbaden durchgeführt wird, Teilnehmer gemeldet. * Die „Tour de France“ wurde am Freitag mit der 19. Etappe von La Rochelle nach Angers über insgesamt 213 Kilometer ausgefahren. Zuerst aab es ein Rennen mit Massenstart bis L a Roche für Pone, das der Belgier Kint gewann. Ein anschließendes Mannschaftsrennen „gegen die Uhr" bis Cholet (67 Kilometer) gewannen die Belgier und den Schlußteil der Strecke holte sich der Franzose Maye. Im Gesamtergebnis hat sich der Belgier Verwaecke wieder hinter seinen Landsmann S. Maes auf den zweiten Platz vor A. Magne vorgeschoben. Der Olympische Pokal, eine Stiftung von Baron Coubertin, der alljährlich einem Sportverein oder -Verband, der sich auf dem Gebiete der sportlichen Jugenderziehung auszeichnet, zuerkannt wird, wurde für das Jahr 1937 dem Oesterreichifchen Eislaufverband zugesprochen.* Die Fecht-Weltmeifterfchaften 1937 werden nach einem Beschluß des Internationalen Fechtverbandes bei feiner Berliner Tagung in Berlin durchgeführt. Zum Präsidenten des Internationalen Fechtverbandes wurde der Belgier A n s p a ch auf vier Jahre wiedergewählt. ♦ Sportamt „Kraft durch Freude". Heute: Reichsspor t a b z e ichen, Frauen und Männer: Von 17.30 bis 19 Uhr, Unioerfitäts» sportplatz am Kugelberg. Neuanmeldungen nimmt der Sportlehrer vor Beginn der Uebungsftunbe an. Der Kursus läuft über sechs Doppelstunden und kostet für Mitglieder der DAF. 1,80, für Nichtmitglieder 3,— Reichsmark. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene: Von 18 bis 19 Uhr, Frauen und Männer, Kesselbach, Schwimmbad. ♦ Morgen folgende Kurse: Tennis: Von 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Städtische Tennisplätze om Schützenhaus. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene. Von 9 bis 10 Uhr, Männer und Frauen, Grohen-Buseck, Schwimmbad. 9er Sport - eine Lebensgewohnheit! Ein Abkommen zwischen Reichssportführer und Reichsjugendführer. Volkswirtschaft und Sport. liaröen Mark, sondern mit einem Dutzend Milliarden Mark rechnet. Jrn Olympiajahr werden es allerdings erheblich mehr sein. werden schon dadurch, daß sportliche Veranstaltungen aller Art, wie sie jahraus, jahrein sich vollziehen, nicht nur eine starke, sondern vielleicht die stärkste was wieder einmal zeigt, daß der Sport nicht nur Geld kostet, sondern im Gegenteil neue Möglichkeiten der wirtschaftlichen Betätigung erschließt. Eine Schätzung, was der Sport insgesamt für die deutsche Volkswirtschaft bedeutet, wird immerhin an eine Summe herankommen, die nicht mit 1 oder 2 Mil- Preußen. Kreis Wetzlar. J) Rodheim, 29. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 123 795 Mark und im außerordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 2000 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 260 v. H., Grundvermögensteuer II 260 v. H., Gewerbeertragssteuer 500 v. H., Gewerbekapitalsteuer 1000 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Die Gemeinde hat einen hauptamtlichen Polizeivollzugsbeamten angestellt. Das Auskommen an Gemeindesteuern beträgt: Grundoermögensteuer I 10 300 Mark, Grundvermögensteuer II 16 900 Mk., Gewerbeertragssteuer 2800 Mark, Gewerbekapitalsteuer 1200 Mark, Bürgersteuer 10 000 Mark. Im außerordentlichen Haushalt ist eine Einnahme von 2000 Mark des Erlös aus dem Verkauf von Grundstücken vorgesehen; der Betrag soll zur verstärkten Tilgung von Gemeindeschulden Verwendung sinken. Die Gemeinde besitzt 170 Hektar Wald. CO Königsberg, 28. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 31156 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögensteuer I 200 v. H., Grundvermögensteuer II 200 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrage 200 v. H., Gewerbesteuer nach dem Kapital 200 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages und Bürgersteuer 100 v. H. des Reichssatzes. Die Gemeinde besitzt 68 Hektar Wald und 52 Hektar landwirtschaftlich genutzte Grundstücke; die Einwohnerzahl nach der letzten Personenstandsaufnahme beträgt 508. Für die Unterhaltung der Gemeindewege sind 1000 Mark und für den Neubau von Straßen und Wegen 1800 Mark im Haushaltsplan vorgesehen. Das Auskommen an Gemeindesteuern beträgt: Grundvermögensteuer I 500 Mark, Grundvermögensteuer II 4000 Mark, Ge- roerbeertragfteuer 150 Mark, Gewerbekapitalsteuer 120 Mark, Bürgersteuer 600 Mark. Als Ersatz für früher bezogenes Losholz wurde bisher an die Ortsbürger eine Entschädigung von zusammen 1300 Mark aus der Gemeindekasse gezahlt. Wenn auch nicht in jedem Jahre und in jedem schenalter, denn der größte Teil des deutschen Dol- Lande eine Olympiade veranstaltet wird, wenn kes, der sich heute auf die Reife macht, tut das nicht, also auch nicht Jahr für Jahr für die Olympiade wie das früher üblich war, um einfach die Zeit tot- beträchtliche Summen in Bewegung gesetzt werden, zuschlagen, oder weil es eine gesellschaftliche Verso bleibt nichtsdestoweniger das, was unter dem pflichtung war. Heute wird vielmehr gereift, um Sammelbegriff „Sport" erfaßt wird, heute ein das schöne Deutschland kennenzulernen. Es wird wichtiger Bestandteil der Volkswirtschaft. So weit aber auch gereift, gewandert, gefahren, geflogen und und so umfassend ist die sportliche Betätigung heute gerudert, roell es teils zum Zweck der körperlichen entwickelt, denn schließlich beschränkt sich diese Be- Ertüchtigung gehört, teils als Mittel zur Erreichung tätigung nicht nur daraus, daß um Höchstleistungen dieses Zweckes dient. Es wäre eine reizvolle Aufgabe gekämpft wird, sondern der Sport ist auch zu einer für die volkswirtschaftliche Statistik, einmal nach- Sache der Volkserziehung und der Volksbildung zurechnen, welche Summen in Bewegung gesetzt geworden. Wenn vor einem Menschenalter ein 1 " u r '.....«*-*--*" rx-rx Turnverein ein Fest veranstaltete, wenn Radfahrerriegen öffentlich eine Schauleistung vorführten, ..... . , wenn es schließlich Rennen der Kraftwagen gab, Anziehungskraft bilden. Nicht nur die Sportler im so spielte sich das mehr am Rande des öffentlichen engeren Sinne werden dadurch angezogen, auch die Lebens ab, war aber kaum eine Sache, die mit Zuschauer, so daß für ihre Beförderung und Der- dem gesamten öffentlichen Leben verbunden war. pfteaung neue volkswirtschaftliche Einrichtungen ge» Das alles war Sport in einem Sinne, wie er heute schaffen werden müssen. Vielleicht ist es nötig, in nicht mehr verstanden wird. Denn heute ist das, diesem Zusammenhang daran zu erinnern, daß es was den Sport in allen feinen Teilen angeht, über um die Jahrhundertwende in ganz Deutschland alle Spalten einer Tageszeitung verstreut. Wenn keinen Wintersport gab, daß die heute bevorzugten eine Tageszeitung schon ein Spiegelbild des öffent- Gebirge für den Wintersport im Winter damals lichen Lebens ist oder fein soll, so wirb Sport und ausgestorben waren. Heute werden allein im Winter- sportliche Betätigung heute im Leitaufsatz ebenso fpor'f einige Dutzend Millionen Reichsmark umgesetzt, abgehandelt wie unter dem Strich, im eigentlichen ■ • ' ‘ ‘ *- r —x L — Sportteil, sowie im Wirtschaftsteil. Wer sich heute vom Sport abwendet, weil er ihm aus irgendwelchen Gründen nicht zusagt, hat kein Verständnis für die Entwicklung, versteht auch nicht, daß der Gestaltwandel alle Gebiete ergreift. Das in der Kraftwagenindustrie, daß im Fahrradbau beträchtliche Summen angelegt fein müssen, fen, bas leuchtet ein; allein nicht biefe Dinge, bie sich sofort sichtbar aufbrängen, finb es, bie ben Sport auch zu einer Sache der Volkswirtschaft machen, fonbern bas hängt bamit zusammen, baß bie Ertüchtigung eines Volkes, sowie alles, was dazu bienen kann, notwendig auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Die Ertüchtigung des deutschen Volkes mar in der Vorkriegszeit auch eine Aufgabe der allgemeinen Wehrpflicht, wurde ober nicht fo umfassend durchgeführt und vollzogen, wie das heute nicht nur im Zeichen der fünf Ringe geschieht. Wenn ein Volk sich im internationalen Wettbewerb durchsetzen soll, so genügt es nicht mehr, als Volk der Denker und Dichter dazustehen. Schon vor dem Kriege war ein ganz anderer Einsatz für bie internationale Geltung not- wenbig als nur Denken unb Dichten. Heute hat sich dieser Einsatz auf allen Gebieten bes öffentlichen Lebens gesteigert, zumal sich mehr als einmal gezeigt hat, baß im Wettkampf der Völker nur jene Völker aufsteigen, bie für biefen Kampf gerüstet und die in jeber Hinsicht tüchtig finb. Wenn wir uns heute einmal überlegen, daß es bas Ziel ber -Versailler Politik war unb ist, bas deutsche Volk wehrlos unb bamit untüchtig für ben Wettbewerb ber Völker zu machen, fo verstehen wir auch, warum es Schicksal für bas beutsche Volk war unb ist, daß bem Nationalsozialismus bie Führung tn ber Vorbereitung unb im Vollzug bes Ausstiegs ber Nation zugefallen ist. Die Staats- unb ßebensauf- faffung bes Nationalsozialismus war unb ist not- wenbig, um bie Ertüchtigung bes deutschen Volkes, also was wir auch Sport nennen, nicht davon abhängig zu machen, ob bie finanziellen Mittel vor- hanben feien ober nicht. Wenn eine Nation au steigen will, bars bas nicht an ber Gelb rage scheitern, gerabe bann nicht, wenn biefer Aufstieg, wenn diese Ertüchtigung bes Volkes auch zu einer Sache ber Volkswirtschaft geworben ist. Wenn M ber Lebensstil eines Volkes wanbeit weil sportliche Be tätigung unb körperliche Ertüchtigung im Zusammenhang mit geistiger Schulung oon iung aus geübt werben, so ist es schließlich dieser Leben, stil, ber auch ber Volkswirtschaft die Tragung gibt Wie sich ber Gestaltwanbel im öffentlichen Leben vollzogen hat, erkennen wir nicht baran, baß es tn allen Stäbten unb Dörfern Geschäfte gibt bie irgenb- wie mit Geräten hanbeln, die mit Leibesübungen und körperlicher Ertüchtigung, also mit bem Sport, Zusammenhängen. Sportliche Tätigkeit ist heute auch das Wandern und Reisen geworden, sc» daß alles, was mit dem Reiseverkehr susammenhang volkswirtschaftlich auch irgendwie mit VoUserztehung und Leibespflege verbunden ist. Das Reifen, ganz einerlei welche Verkehrsmittel babei in Frage kommen hat heute einen ganz anderen Sinn, als vor einem Men- Das Abkommen zwischen dem Reichssportführer und bem Jugenbführer bes Deutschen Reiches eröffnet ein neues Kapitel in ber Geschichte der deutschen Leibeserziehung. Die Turnstunde war bas Aschenbrobel ber alten Schule. Neben Singen unb Zeichnen galt bie körperliche Uebung als Nebenfach. Für bie meisten Schüler freilich war sie ein Hauptfach, unb natürlich auch für bie Turnlehrer. Die beiben Tage ber Woche, an benen ber Stunben- plan „Turnen" verzeichnete, waren für bas Schwänzen im allgemeinen nicht beliebt. Vielen Jungen genügte ber Betrieb auf bem Schulhof nicht, unb so gingen sie in bie Turn-, Schwimm- unb Sportvereine ber Stabt, um hier ben notroenbigen Ausgleich für bas Auswenbiglernen von Gebichten unb lateinischen Vokabeln zu suchen. Der innere Zusammenhang zwischen geistiger unb körperlicher Erziehung ging babei allerdings leicht verloren. Nur 3u oft würben bie Interessen ber Jungen ganz einseitig entroeber burch ben Sportverein ober burch bas Klassenzimmer in Anspruch genommen. Ja, es bilbeten sich sogar unter ben Schülern manchmal zwei Parteien, bie sich gegenseitig hänselten unb ein wenig verachteten. So würbe bie geistige Aus- bilbung oft auf Kosten ber körperlichen Ertüchtigung vernachlässigt ober umgekehrt. Die weltanschauliche Revolution bes Nationalsozialismus hat biefen Zwiespalt grundsätzlich beseitigt. Sie sieht bas Jbeal ber Erziehung in einer möglichst gleichmäßigen, harmonischen Ausbilbung ber körperlichen, geistigen unb seelischen Kräfte. Weder der Muskelprotz noch der Geistesathlek darf der neuen Jugend als erstrebenswertes Ziel gelten. Die Umgestaltung bes Lehrplans ermöglichte es zunächst, bem Bebürfnis ber Jugenb nach vermehrter körperlicher Betätigung in ber Schule einigermaßen Befriebigung zu verschaffen. Darüber hinaus aber richtete sich auch die ganze weltanschauliche Erziehung, wie sie vor allem in der Hitler- Jugend und im Jungvolk betrieben wurde, auf die Vereinheitlichung ber geistigen unb körperlichen Ertüchtigung. Bei Fahrten, Märschen unb Gelänbespielen entfaltete sie einen neuen Stil sinnvoller Körperhaltung. Er erforberte nicht nur Kraft, Gewanbtheit, Mut unb Schnelligkeit, fonbern zugleich auch bie Fähigkeit zum Führen unb zum Unterorbnen, erforberte nicht bie schöne Leistung bes einzelnen, sondern ben Zusammenhalt, den Erfolg einer Mannschaft. So hatten sich brei Gruppen herausgebilbet, bie sich ber Leibeserziehung der deutschen Jugend widmeten: Schule, Sportverein unb politische Organisation. Daß hierbei gewisse Ueberschneibungen, aber auch gewisse Lücken entstauben, ist erklärlich. Hm nun außerhalb der Schule, deren körperliches Erziehungsprogramm ihrem Wesen nach naturgemäß immer beschränkt bleiben muh, die gesamte deutsche Jugend zu erfassen, und nach einheitlichen Gesichtspunkten auszubilden, wurde btr Vertrag zwischen ber Hitler-Jugenb unb dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen geschloffen. Dieser Vertrag bestimmt, daß die körperliche Erziehung aller Jungoolkangehörigen ausschließlich im Deutschen Jungvolk unb nicht in ben verschobenen Sportvereinen zu erfolgen hat. Da bas Jungvolk nach Durchführung feiner letztjährigen Werbeaktion fast restlos alle Jugenblichen im Alter von 10 bis 14 Jahren in seiner Organisation vereinigt, ist bamit bie bentbar breite ft e Grunblage Einen guten Platz bei den Olympischen Spielen hast du am Lautsprecher. Werde Rundfunkhörer. für eine gesunde sportliche Betätigung bes ganzen deutschen Volkes geschaffen. Bei ber Hitler-Jugend, bie ja eine politische Ausleseorganisation schon darstellt, mußte natürlich eine andere Regelung getroffen werden. Die Angehörigen ber HI. werben also, falls sie Luft unb Neigung bazu haben, nach wie vor ihre zusätzliche körperliche Ausbilbung in ben Vereinen bes DRL. suchen. Durch eine entsprechend Auswahl unb Schulung bes Ausbilbungspersonals in den Vereinen soll jedoch sichergestellt werden, daß die Art unb Weise ber körperlichen Erziehung in ben Vereinen nicht im Wioerspruch steht zu ben Grundsätzen, bie bie Erziehungsarbeit in ber HI. bestimmen. Das große Ziel des Vertrages besteht nach einem Wort des Reichsfportführers darin, die Leibesübungen zu einer allgemeinen Gewohnheit des deutschen Volkes zu machen. Daß diese hohe Ausgabe gerade an jenem Tage in Angriff genommen wird, an dem auf dem Berliner Lustgarten die sonnengeborene Flamme Griechenlands vor ber versammelten beutschen Jugend das Olympische Feuer entzündet, soll uns unb ber Welt ein neuer Beweis dafür fein, daß bie Erweckung des olympischen Geistes für Deutschland nicht Teil eines einmaligen Festprogramms, sondern eine dauernde innere Verpflichtung ist. Geschichten ans aller Wett. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der Methusalem der Shetlandponys. (te) Wellington. So wie bie Menschen haben auch bie Tiere bestimmte Altersgrenzen. Bei ben Einhufern liegt sie bei etwa 10 bis 15 Jahren. Das älteste seiner Rasse bürste wohl ein Shetlanbpony auf Neuseelanb sein, bas auf bas ehrwürbige Alter von fünfunbvierzig Jahren zurückblicken kann. Dabei ist biefer Ururgrobvater nicht etwa gebrechlich ober schlecht gelaunt, ganz im Gegenteil, et hat noch jugendliches Feuer. Unb auch Ausbauer. Jeben Tag trägt er bie Kin- ber feines Herrn auf feinem Rücken zur Schule unb holt sie roieber ab, ba sie ben langen Schulweg nicht zu Fuß machen können. Wenn man sich überlegt, wieviel Menschenjahre ein Pferbejahr finb, bann ift wohl anzunehmen, baß ein so uralter Mensch eine ähnliche Leistung kaum vollbringen mürbe. Der Regenwurm-Automat. (th) Neuyork. Neben seinem Barbiergewerbe betreibt Herr William P. in Northhampton im amerikanischen Staate Massachusetts auch noch einen wohlorganisierten Fischköber-Verkauf, b. h. also in ber Hauptsache, daß er Regenwürmer für Angler an den Mann bringt. Mit ber Zeit jeboch ist es ihm offenbar lästig geworben, mitten im Haarschneiben unb Rasieren seiner Kunben in ben Nebenraum abberufen zu werben, wo seine anbere Kunbschaft nach Ware ruft. Unb ba William P. ein erfinberifdjer Geist ist, ersann er in seinen Mußestunben einen Regenwurm- Automat, ben er vor einigen Wochen aufgestellt hat unb der sicherem Vernehmen nach glänzend arbeitet. Der bedürftige Angler braucht nur eine kleine Münze in den Schlitz zu stecken, und schon kommt unten eine Hand voll Würmer heraus. William P., den vielleicht seine Kunden Nr. 1 daraus aufmerksam gemacht haben, daß es ihnen wenig appetitlich erscheint, von einer Hand im Gesicht bedient zu werden, bie eben noch Würmer verkaufte, beschäftigt in seinem „Regenwurmbetrieb" zehn Schuljungen, bie regelmäßig lebenbe Würmer suchen unb ben Automaten bamit füllen, der eine Sehenswürdigkeit der Stadt geworden ist. „Rufen Sie Nr. 17311!“ (r) Dublin. Charles Gourney faß gegen Mitternacht allein vor bem Kamin. Der Raum war sonst vollkommen bunkel. Der Feuerschein bes Kamins warf jtitternbe Schatten auf bie Wänbe. Plötzlich hörte Gourney ein Geräusch im Nebenzimmer. Er roanbte lauschend ben Kopf. Jetzt ging bie Türklinke herunter. Gourney griff langsam, taftenb zu einem kleinen Tisch zu seiner Rechten. Die Tür sprang aus bem Schloß. Sie öffnete sich, jemanb trat in ben Raum. In biefem Augenblick sprang Gourney auf unb richtete bie Pistole, bie er aus ber Tischschublabe ae- nommen hatte, auf ben Fremben: „Bitte, treten Sie näher. Machen Sie keine angreifende Bewegung. Bei Maaenbesch wer denn Sodbrennen 2 2ch schieße Sie sonst nieder. — Bitte, kommen Sie hierhin. Setzen Sie sich auf diesen Stuhl hier. Er- zählen Sie mir, wer Ihnen den Tip gab, aus« gerechnet bei mir einzubrechen!" Der Fremde starrte auf die Pistolenmündung, die au* Afn gerichtet war, und erzählte. Gourney horchte zu und fügte dann Zu dem Fremden: „Bitte, gehen Sie dort zum Schreibtisch hinüber. Rusen Sie Nummer 17311 an. Verlangen Sie im Dubliner Polizeipräsidium den Chef vom Dienst zu sprechen. Sagen Sie ihm, daß ich ihn bitten lasse, hierher zu kommen." Zehn Minuten später traf der Chef vom Dienst mit zwei Beamten ein. (Er nahm seinen Weg durch den Garten. Er war höchst erstaunt, als er in das dunkle Zimmer trat und in dem einen Sessel einen Menschen sitzen sah, der die Hände hoch hielt und im anderen Gourney, der auf jenen Fremden die Pistole gerichtet hatte. „Nehmen Sie ihn, Herr Inspektor. Er wollte ausgerechnet bei mir einbrechen. Ich habe ihn für Sie verhaftet. Die Pistole ist alt und nicht geladen. Aber erzählen Sie mir nun, wie der Mann eigentlich aussieht, der hier vor mir sitzt..." Der Verhaftete zuckte zusammen. Er schabte Gourney in die Augen: „Damned, er ist blind — ich habe es nicht gemerkt!" Der Bulle als Streikbrecher. (nn) Paris. Jetzt, nachdem die Streikbewegungen in Frankreich vorüber sind, findet man in der Presse hie und da niednche Geschichten und Vorkommnisse aus dieser bewegten Seit. Eine der nettesten ist die Geschichte, die sich nach einem Pariser Blatt auf einem größeren Gutshofe in der Nähe von Dijon abgespielt haben soll. Dort erschienen eines Tages in aller Herrgottsfrühe sechs „Genossen" am Wirtschaststor und erklärten dem herbeieilenden Gutsbesitzer, sie seien gekommen, auch seine Arbeiter und Angestellten zu einer „Sympathieaktton" zu bewegen. Zuvorkommend und höflich bat der Besitzer die Herrschaften, die mächtige rote Schleifen an ihren Rockaufschlägen trugen, doch in den Hof einzutreten, schloß dann unbemerkt hinter ihnen das Tor, gab vor, feine im Stall beschäftigten Leute herausrufen zu wollen und betrat diesen. Die sechs Genossen sahen sich derweilen interessiert in dem von hohen Mauern umschlossenen Hofe um. Bis sich plötzlich die Stalltür wieder öffnete und ein riesiger Bulle darin mit gesenkten Hörnern erschien. Beim Anblick der knallroten Rosetten stieß er ein abgrundtiefes Gebrüll aus und stürzte vor, — die sechs erschreckten Klassen- kampser aber erwachten aus der Erstarrung des ersten Entsetzens und kletterten, um Hilfe rufend emsig wie die Affen auf Bäume und Schuppendächer —. Dann erschien der Besitzer wieder mit einigen Arbeitern, trieb den aufgeregten Bullen in den Stall zurück, öffnete das Wirtschaftstor, und wie begossene Pudel zogen unter dem Hohngelächter der ganzen Gutsbelegschaft die sechs Helden der Internationale ab —. Der Schatz der Mademoiselle. (ha) Freiburg (Schweiz). Fräulein B. war im Laufe der Jahre sehr mißtrauisch geworden. Sogar den Geldschränken schenkte sie kein Vertrauen mehr. Als sie vor ein paar Jahren Ausschau hielt, was sie mit ihren 25 000 Fränkli anfangen sollte^ packte sie diese in «eine Kassette und vergrub den Schatz in einem großen Trümmer- hcmfen, der hinter einer alten Ziegelei lag. An sich wäre alles in Ordnung gewesen — aber die Mademoiselle hatte nicht gemerkt, daß ihr Tun die Aufmerksamkeit eines Knechtes erregt hatte, der vorsichtig nachgrub und jene Kassette fand, aber vorläufig noch an ihrem Platz beließ, denn die Mademoiselle pflegte jeden dritten oder vierten Tag mit einer langen Eisenftange an jenen Schutthaufen zu gehen und mit ihr nachzutasten, ob die Kassette auch noch vorhanden sei. Das ging so feit dem Jahre 1930. Der Knecht, der die Mademoiselle belauscht hatte, hatte längst seinen Dienst quittiert. Er war in schlechte Gesellschaft geraten und hatte schließlich in einer Strafanstalt einem anderen Häftling von jenem Schatz des alten Fräuleins erzählt. Beide gingen nun nach ihrer Freilassung hinaus nach Freiburg, um den Schatz zu heben. Als daher die Mademoiselle wieder mit ihrer langen Stange kam und nach der Kassette tastete, mußte sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß ihr Schatz verschwunden war. Die Kriminalpolizei, die man herbeiholte, untersuchte sogar die Steine in der Nähe des Verstecks und sand eine Anzahl Fingerabdrücke, die schließlich zur Verhaftung jenes Knechtes von einst führte. Auch sein Spießgeselle wurde kurze Zeit später erwischt. Doch von dem Geld sand man keine Spur. Die Banditen, die sich schon im sicheren Besitz des Schatzes fühlten, erklärten sich schließlich bereit, den Schatz zurückzugeben, wenn man jedes Strafverfahren gegen sie einstelle. Aber inzwischen hatten die Kriminalisten von Freiburg Polizeihunde auf die Spur gesetzt. Sie entdeckten in einem alten Koffer, der in einem Keller in Freiburg versteckt war und ferner in der Wohnung der Eltern des Knechtes genau auf 50 zu 50 geteilt den gestohlenen Schatz. Die Mademoiselle hat ihre Franken wieder. Aber man erzählt sich im Kanton Freiburg, daß die Steuerbehörde lebhaftes Interesse für jenen Schatz beweise und vergebens in den Steuererklärungen der Mademoiselle nach einem Hinweis auf jene Fränkli geforscht habe. Ein Sportplatz im alten Pompeji. J. Z. R o m. Nach monatelanger Arbeit ist ein Sportplatz im alten Pompeji festgestellt worden. Aus Befehl Mussolinis, der sich besonders für die Ausgrabungen in Pompeji interessiert, geht man jetzt daran, den Platz mit äußerster Vorsicht bloßzulegen. Der Platz ist etwa 150 Meter lang und 120 Me- ter breit. Er ist von einer Marmormauer umgeben; der Eingang war mit Marmorsäulen geschmückt. In der Mitte des Platzes befindet sich em Schwimmbecken aus Marmor und ohne besonderen Schmuck. Bei den Ausgrabungen fand man auch eine Neihe von Skeletten. An der Haltung der menschlichen Ueberreste war noch deutlich zu erkennen, daß diese Pompejaner vom Tode ereilt wurden, als fie versuchten vor dem Aschenregen zu flüchten. Ein Skelett hielt noch einen silbernen Talisman in der Hand. Sobald der Sportplatz völlig ausgegraben und mstandgesetzt ist, soll auf ihm ein Treffen von Sportlern aus ganz Italien ftattfinben, als „Zeichen der Wiedergeburt anttken Lebens und der Beständigkeit der Rasse." Ein neuer Narciso gesucht. (u) Lissabon. Auf den Kanarischen Inseln genießen die Bewohner ein wahrhaft paradiesisches Klima. Man behauptet, daß auf keiner Insel der Erde so viel alte Leute lebten, wie gerade hier. Vor einigen Tagen starb nun in Orotavo der Renommiergreis, ein gewisser Narciso Borges, der das sagenhafte Alter von 107 Jahren erreichte. Er mußte, wenn die Fremden auf den Inseln ankamen, am Kai stehen und ihnen erzählen, daß das prachtvolle Klima ihn so gut erhalten habe. Mitunter brachte er auch eine Schar seiner Enkelkinder mit. An Kindern, Enkeln und Urenkeln hatte er nämlich 96, als er das Zeitliche segnete. Man sucht jetzt einen neuen Renommiergreis, der als Attraktion nichts anderes zu tun hat, als am Kai herumzustehen und das Klima der Kanarischen Inseln zu rühmen. tim Liszts Erbe. B. Li. Budape st. Die ungarische Zeitung „Magyarsag" druckt ein Interview mit dem Großneffen von Franz Liszt ab. Dieser Großneffe, ein Böttcher namens Karoly Liszt, führt seit 36 Jahren einen Prozeß gegen den ungarischen Staat, von dem er die Herausgabe des Lisztschen Nachlasses verlangt, soweit er in Ungarn deponiert ist. Es handelt sich vor allem um große Kunstschätze, die Liszt dem Budapester Nationalmuseum geschenkt hat. Karoly Liszt gründet seine Ansprüche auf einen Brief, den Liszt im Jahre 1883 an das Museum gerichtet hat. Liszt hatte damals seinen Wohnsitz in Ungarn aufgegeben, und zwar weil ein Mann, der sich bei Liszt um eine Stellung beworben hatte, aber abgewiesen worden war, wenige Tage später den ungarischen Staatsmann Graf Meilath ermordet hatte. In dem Schreiben an das Museum soll Liszt seine in Budapest befindlichen Effekten dem Museum geschenkt haben; Karoly Liszt behauptet jedoch, sein Großonkel habe seine Kunstschätze dem Museum nur zur Aufbewahrung übergeben. Das gehe klar aus einem anderen Brief Liszts hervor, der aber leider in Weimar verloren gegangen sei. Die Gerichte haben die Klagen des Karoly Liszt bisher stets abgewiesen, und da der Kläger durch seine Prozesse bereits sein ganzes Vermögen verloren hat, dürfte es vorläufig zu keiner neuen Klage kommen. Der überlebensgroße Polizist. (sh) Warschau. Man wird den 2,36 Meter großen Polizeisergean- ten Zub nicht mehr im Straßendienst von Warschau sehen. Er hat sich versetzen lassen und gebeten, ihn nur noch im Innendienst zu verwenden. Man wird ihn wohl pensionieren müssen. Man müßte einen Tanzsaal für ihn als Büro einrichten und gewaltige Möbel, Sessel und Tische oder zum mindestens doch einen gewaltigen Hocker für ihn Herstellen lassen. Weshalb er von der Straße flüchtet? Eines Tages kam ein winzigkleiner Schüler zu ihm und bat ihn um eine Auskunft. Der Riefe mußte sich aus feiner Hohe niederbeugen, um die Frage zu verstehen und dem Kind die nötigen Erklärungen zu geben. Am Straßenrand aber standen die Freunde jenes Schülers und bogen sich vor Lachen angesichts der akrobatischen Bemühungen des Rle« sen. In der Folgezeit erschienen nun Tag für Tag Schüler und baten um irgendeine Auskunft. Nach, dem der Riese gemerkt hatte, daß man sich nur über ihn luftig machte, verfiel er erst in Melancholie, versah seinen Dienst nur noch nachlässig und mek» bete sich schließlich fort. Aus aller Wett. Stanborfmelbung des „Graf Zeppelin". Das nach Südamerika fahrende Luftschiff „Graf Zeppelin" stand nach Mitteilung der Deutschen Seewarte Samstagmorgen um 8 Uhr über dem Ozean etwa 1000 Kilometer südwestlich von den Kapver- dischen Inseln entfernt. Englisches Flugzeug mit zehn Personen überfällig. Große Erregung herrscht auf der Kanalinsel Guernsey, weil ein dort am Freitagabend gestartetes, mit acht Fluggästen, dem Piloten und dem Funker besetztes englisches VF-Flugzeug an feinem Bestimmungsort Jersey, wo es 20 Minuten später landen sollte, nicht eingetroffen ist. Auch um Mitternacht lagen noch keine Nachrichten über das Flugzeug vor, obwohl von Rettungsbooten von den benachbarten Orten und allen in der Nähe befindlichen Schiffen Nachforschungen angestellt worden sind. Oberst Lindbergh auf der Deulschlandschau. Am Freitag besuchten Oberst Lindberab und Frau in Begleitung des amerikanischen Militär- und LuftattachLs Major Smith und Dr. Freiherr von Koeppelle von der Attache-Gruppe des Reichsluftsahrtministeriums die Ausstellung D e u t s ch l a nd. Nach eingehender Besichtigung aller Abteilungen besuchte Oberst Lindbergh das Lager des Reichsarbeitsdienstes in der Ausstellung und äußerte sich sehr anerkennend über das Gesehene. wegen Totschlages zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Berliner Schwurgericht verurteilte den 30 Jahre alten Otto Ludewig, der in der Nacht zum 10. Juli d. I. in Marwitz (Kreis Osthavelland) den dänischen Fischautofahrer Petersen getötet hat, wegen Totschlages zu der Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Ludwig, ein brutaler und rücksichtsloser Mensch, hat den dänischen Kraftfahrer im angetrunkenen Zustande ohne ersichtlichen Grund durch einen Messerstich getötet. Das Gericht hat daher keinen Anlaß gesehen, von der gesetzlichen Höchststrafe ab- zugehen. Feuer in einem Pulvermagazin in Athen. Im Pulvermagazin des Athener Arsenals brach ein Brand aus, durch den etwa 40 Tonnen Pulver vernichtet wurden. Das Feuer konnte bald erstickt werden. Man vermutet, daß der Brand eine Folge der außerordentlichen Hitze ist, die hier seit Tagen herrscht. Der Gesamtschaden hat eine Hohe von fünf Millionen Drachmen. Seltersweg 71 4815V Hiermit zur Kenntnis, daß ich mein 03496 Uoieswohtfahrt 4838 D A. v. Soosten G. m. b. H. • 430 D Leibniz-Keks 4809 D 698 Stellt fllloftoiplätjo3uu Wägung Sämtliche Bedachungs - Materialien auf Lager Ausführung aller vorkommenden Facharbeiten A für Wiederverkäufer ERNST MUTH Ludwlgatraße Nr. 42 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Hofmann, Lehrer. In tiefem Schmerz: Joh. Schmidt und Kinder. Nur Marktplatz 2 4829A Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 2. August, um 13i/2 Uhr, in Lang-Göns statt. Wieseck (Gießener Straße 128), den 30. Juli 1936. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 3. August, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Lang-Göns, Vilbel, Gießen, Darmstadt, Essen, Düsseldorf, am 1. August 1936. Der Konkursverwalter Besonders billige Restei Nutzen Sie diese außerordentlich günstige Gelegenheit! Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparatur-Werkstatt: DammstraßeS L*ünstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager Besichtigung ohne Kaufzwang Sofort lieferbar I Am Donnerstagabend entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Agnes Schmidt, geb. Weiß im Alter von 47 Jahren. 1-io.flugust-1936 cmc NachsMbvug von öaft-lLpftegostelloa fite Dos fthoiungswrot Oos Doutfdion Voltes und fite Dte Klnöoolanöooo- IWteung öucdj. Nach längerem Krankenlager ist unsere liebe Mutter. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Hofmann Wwe. geb. Gorr im beinahe vollendeten 75. Lebensjahre, nach einem arbeitsreichen Leben, am 1. August 1936, friedlich entschlafen. In tiefer Trauer: Margarete Hofmann / Wilhelm Hofmann Else Hofmann, geb. Frank. Heuchelheim und Gießen, den 1. August 1936. Die ßecrdigung findet am Montag, dem 3. August nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause Gartenstraße 7 aus statt. Aai>el-Nennholz (Anfeuerholz) gibt laufend ab ««»d Sompfffloeroert Mnvskero Ludwig Kröck Telefon 3580* Wichtige Neuerscheinung! MSWMWMlMiM Naturschutzverordnung oom 18. Mürz 1936 GR(DBi. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentar» zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er- günzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rcchtsan- wälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barien-Handlungen und LehrmittelgeschSfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derkäufer, Kranzbindereien und die mit derüber- wachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usro. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. fjugo Bermflhler verleg, W.-MlerWe Billige Stoffe im Konkurs-Verkauf bei Alfred Richter KG Bekanntmachung. Dienstag, den 4. August 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 19. August 1936. 4820C Gießen, den 1. August 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. OachMeigelcIiäil nunmehr auch in GIESSEN betreibe Gestern nachmittag entschlief nach langer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Pauline Hofmann geb. Diemer im 48. Lebensjahre. Eridi Carle,Dadidedcermeister Lollar, Telefon 84 — Gießen, Bleichstraße 26 03533 Ihr Schuhwerk gehört in die W SCHUHoHANSA das Geschält der guten Schuhreparatur Unser Prinzip: Sauberste Ausführung, bestes Material, billige Preise, schnellste Lieferung. Wildleder-u. feinfarb. Schuhe werden mit unser. Spezialisten auf das Sorgfältigste behandelt. Schuh-Instandsetzungs-Fabrik »HANSA« m. U8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, I. August 1936 XL OLYMPISCHE SPIELE Q&P „Wir Deutschen wollen der Welt auch auf diese Welse zeigen, dah wir die Olympischen Spiele getreu dem Befehl unseres Führers und Reichskanzlers zu einem wahren Fest des Friedens und der aufrichtigen Verständigung unter den Völkern gestalten werden “ Aus der Rede des Präsidenten des Deutschen Organisationskomitees für die Olympischen Spiele, Dr. Ritter v. Halt, zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele zu Garmisch-Partenkirchen. BERLIN 1936 3m Aeichssportseld. Die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936 sind eine Sache der ganzen Nation. Das kommt in vielfältiger Weise nicht nur in dem lebhaften Anteil aller Volksschichten zum Ausdruck, das zeigen auch die letzten Stunden auf dem Reichs- f p o r t f e l d in Berlin. Damit am Tage der Eröffnung und während der Spiele alles wie am Schnürchen klappt, sind noch einmal alle Beteilig, ten auf den Beinen, um ihrem Werk den letzten Schliff zu geben. Da sind die Gliederungen der Bewegung, die SA., die mit 28 000 Mann zur Er- Öffnung und zur Schlußfeier den Absperrdienst, mit 4000 Mann zum Marathonlauf den Absperrdienst versieht; da ist die SS., die 6500 Mann für den Ordnungsdienst in Bereitschaft hält, nicht zu vergessen der große Apparat des NSKK., der mit seinem Straßenhilfsdienst, dem Autolotsendienst, dem Touristikdienst die Kraftfahrer aus aller Welt betreut. Unsere Arbeitsmänner, denen die sanitäre Fürsorge der Sportler auf dem Reichssportfeld obliegt, machen sich noch einmal mit ihrem Arbeitsgebiet vertraut; andere Kameraden aus ihren Reihen, die gemeinschaftlich mit anderen Gliederungen der nationalsozialistischen Jugend und der Wehrmacht in der Dietrich-Eckart-Bühne mitwirken, sind zur Stelle. Auch die Wehrmacht hält.einen letzten Appell ab, insbesondere die Musik- und Spielmannszüge des Heeres, die Luftnachrichtentruppe, die einen Teil der Nachrichtenübermittlung bearbeitet, upd die Matrosen, in deren Händen die Beflaggung liegt. Hoch oben auf der Ehrentribüne haben die Fernschreiber der Luftnachrichten- truppe ihre Arbeitsstätte. Dort laufen von allen Kampfstätten, nicht nur vom Reichssportfeld, sondern auch aus Grünau und aus Kiel, die Ereignisse ein. Ein Reich für sich ist auch die Anzeige- bühne. Die drei Stockwerke hohe Anlage verfügt über 3500 Tafeln. Mannschaften einer SS.-Nach- richtenabteilung versehen hier den Dienst. Jeder hat eine bestimmte Anzahl von Tafeln und ein vorher bestimmtes Feld der großen Anlage zu be- dienen. Auch sie haben es in ihrer Tätigkeit schon zu einem Rekord gebracht, indem es ihnen gelang, in einer Stunde die vollständigen Angaben für 15 Siegerehrungen zu setzen. lieber der Anzeigebühne liegt die Flaggenkammer, in der Marineoffiziere noch einmal die Matrosen unterweisen. Jede Flagge der beteiligten Staaten ist mindestens dreimal vorhanden für den Fall, daß in einem Wettbewerb eine Nation drei Sieger stellt. In den Presseräumen ist es auch schon lebendig geworden. Das Deutsche Nachrichtenbüro mit seinem großen Stab von Mitarbeitern, Fernschreiber, Hell-Schreiber, Funkschriftleitung und allen modernen technischen Einrichtungen für die Nachrichtenübermittlung trifft neben den großen aus- ländischen Agenturen seine letzten Vorbereitungen. Auch die P o st hat Mustergültiges geleistet. In dem Sonderpostamt für die Presse hat jede Beamtin und jeder Beamte seinen Arbeitsplatz angewiesen erhalten. Aus dem Getriebe der Arbeit tun wir noch einen Blick hinüber in die Langemarck-Halle zu Füßen des 80 Meter hohen Turmes, der die Olympiaglocke trägt. Die 76 Fahnen der Regimenter, die vor Langemarck im Feuer standen, haben bereits ihren Ehrenplatz gefunden. Ihrer gedenkt in Ehrfurcht die Nation an dieser Stätte, an der sich auf den Ruf der Glocke die Jugend der Welt zu friedlichem Wettstreit zusammenfindet. W II y Deutschlands Florett-Mannschaft für Olympia. Von links: Heim, Erwin C a s m i r (Fachamtsleiter und aktiver Teilnehmer), Eisenecker, Lerdon, Rosenbauer und Adam. (Scherl-Bilderdienst-M.) Olympische Zeittafel. Oie Veranstaltungen und Wettbewerbe der ersten drei Tage. Samstag, 1. August: 16 Uhr: Eröffnungsfeier im Olympia-Stadion. 21 Uhr: Festspiel im Olympia-Stadion. Sonntag, 2. August: Leichtathletik. 10.30 Uhr: 100 Meter (12 Dorläufe), Hochsprung Ausscheidung in zwei Gruppen); 11 Uhr: Kugel- toßen (Ausscheidung); 15 Uhr: Hochsprung (Ent- cheidung), 100 Meter (vier Zwischenläufe), Speerwerfen Frauen (Vorkampf und Entscheidung); 16 Uhr: 800-Meter-Lauf (sechs Vorläufe); 1730 Uhr: Kugelstoßen (Vorkampf und Entscheidung), 10 000- Meter-Lauf (Entscheidung); 18.30 Uhr: Start des Fackel-Staffellaufes nach Kiel, Sieger-Zeremonien jeweils im Olympia-Stadion. Fechten. 9, 10.30 und 13 Uhr: Vorrunden der Florett- Mannschaftskämpfe jeweils Turnhalle und Kuppelsaal im Reichssportfeld. . -,T .. 15, 17 und 20 Uhr: Zwischenrunden der Florett- Mannschaftskämpfe jeweils Turnhalle und Kuppelsaal im Reichssportfeld. Freistilringen. 11 Uhr: Vorkämpfe: 18 Uhr: Vorkämpf- jeweils in der Deutschlandhalle. 20 Uhr: Gewichtheben (Feder und Leicht. gewicht-Entscheidung) in der Deutschlandhalle. 9 Uhr: Moderner Fünfkampf (Gelande- ritt) in Döberitz. . , 20.30 Uhr: ,.Das Frankenburger Würfelspiel Dietrich-Eckart-Bühne. Montag, 3. August: Leichtathletik. 11 Uhr: chammerwers-n (Ausscheidung); 15 Uhr: 400-Meter-Hürdenlauf (sechs Vorlaute), chommer- werfen lVorkampi und Entscheidung); 15.30 Uhr. 100-Meter-Laus (zwei Vorentscheidungen fiw Man- ner); 16 Uhr: 100-Meter-Laus Frauen (sechs Vor. lause)' 17 Uhr: 100-Meter-Laus Manner (Entschei. düng; 17.15 U^: 800-Meter-Lauf (drei Zwischen- laufe)’ 17.30 Uhr: 100-Meter-Lauf Frauen (zwei Zwischenläufe); 18 Uhr: 3000-M°t-r-Hmderms fdre, Vorläuse); 19.15 Uhr: Vorführung: Dänemark; Sieger-Zeremonien; 21 Uhr: Wiederholung des Festspieles, jeweils im Olympia-Stadion. 14 Uhr: Polo (Ausscheidungsspiele) im Maifeld. 9 und 15 Uhr: Moderner Fünfkamp (Degenfechten) im Tennisstadion. 10 Uhr: Freistilringen in der Deutschlandhalle; 18: Freistilringen (Zwischenkämpfe) in der Deutschlandhalle. 20 Uhr: Gewichtheben (Halbschwergewicht- Entscheidung) in der Deutschlandhalle. 17.30 Uhr: F u ß b a l l - D o r r u n d e (Norwegen — Türkei); im Mommsen-Stadion; 17.30 Uhr: Fußball-Vorrunde (Italien — USA.) im Post- Stadion. 21.30 Uhr: Kiel: Eintreffen des Fackelstaffellaufes an der Kieler Förde. Das Olympische Hockey-Tumier. Für die ersten drei Spieltage des Olympischen Hockey-Turniers (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) hat die technische Kommission des Internationalen N u r m i im Olympischen Dorf. Hier unterhält er sich mit seinem Landsmann S a l m i n e n (rechts). (Scherl-Bilderdienst-M.) - Einzug der Deutschen ins Olympische Dorf. Reichssportführer von Tschammer und Osten zieht an der Spitze der deutschen Mannschaft in das Olympische Dorf ein. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M MGW'M - * -V; M y/, jp - - - Hockey-Verbandes folgende Spielzeiten und Schiedsrichter festgesetzt: Dienstag: 16.30 Uhr: Frankreich — Schweiz, Schiedsrichter: Turball-Jndien und Eveking-Holland; 18 Uhr: Holland — Belgien, Schiedsrichter: Reinberg-Deutschland und Furgeot-Frankreich. Platz 2: Afghanistan — Dänemark, Schiedsrichter: Iassoy-Deutschland und Crosset-Schweiz. Mittwoch: 16.30 Uhr: Platz 2: Japan — USA., Schiedsrichter: Schenkmann-Deutschland und Lepetre-Frankreich; 18 Uhr: Indien — Ungarn, Schiedsrichter: Quarges van Ufford-Holland und Demaurez-Frankreich. Donnerstag: 16.30 Uhr: Holland — Schweiz, Schiedsrichter: Liegeois-Belgien und Dr. Hörmann-Deutschland; 18 Uhr: Deutschland — Dänemark, Schiedsrichter: Doboe-Belgien und van T'lam-Holland. Ergebnisse der Olympia-Gternflüge. Die beiden Olympiasternflüge, die in getrennter Wertung deutsche Maschinen und Apparate 17 anderer Länder nach Berlin durchführten, sind abgeschlossen. Die genauen Ergebnisse liegen jetzt vor. Von den 154 deutschen Maschinen, die zum Sternflug starteten, erreichten 110 rechtzeitig das Ziel. 16 Maschinen sind ausgefallen, 28 weitere kamen erst noch Kontrollschluß auf dem Flughafen Rangsdorf an. Nach dem vorläufigen Ergebnis hat die Lifte der zehn Erftplacierten folgendes Aussehen: 1. Hptm. Speck v. Sternburg, Reichsluftfahrt- mmifterium (BFW.) 285 Pkt.; 2. Dr. Rall-Stutt- aart (Klemm) 260 Pkt.; 3. Major Polte, Reichsluftfahrtministerium (Begl. General der Flieger Milch) (BFW.) 250 Pkt.; 4. Kalkstein-Böblingen (Klemm) 246 Pkt.; 5. Kopp-Böblingen (Klemm) 243 Pkt.; 6. Braun-Danzig (Klemm) 241; 7. Hptm. Scharfbier- Berlin-Staaken (Focke-Wulf) 238; 8. Vogel-Hamburg (Focke-Wulf) 236; 9. Ministerialdirigent Müh- lig-Hofmann, RLM. (Klemm) 234; 10. Tank-Bremen (Focke-Wulf) 228 Pkt. Die Flugzeuge der Teilnehmer, die rechtzeitig eintrafen, verteilen sich wie folgt auf die nachstehend aufgeführten Typen: 51 Klemm-Tiefdecker; 23 Focke- Wulf; 9 Arado; 7 Fieseler; 6 BFW.; 4 Bücker, 4 Heinckel, 2 Gerner; 2 Schwalbe; 1. Erla; 1 Motte. Von den Teilnehmern am Internationalen Sternflug, 3u dem 47 Maschinen auf 17 Ländern aufgestiegen sind, liegt folgendes vorläufiges Ergebnis vor: 1. Fukfa-Tschechei (Praga-Baby) 1445 Pkt.; 2. Polma-Tschechei (Praga-Baby) 1097; 3. Peterek- Polen (RWD 13) 907; 4. Simonsson-Schweden (Klemm) 765; 5. Meißner-Polen (RWD. 13) 682. Olympia-Großflugtag in Berlin-Tempelhof. Im Rahmen der Berliner Olympia-Flugveranstaltung hatte die Reichshauptstadt nun auch ihren Großflugtaa, dessen vielseitige Vorführungen sich gestern nachmittag vor unübersehbaren, nach Hunderttausenden zählenden Menschenmassen, die das Tempelhofer Feld umsäumten, reibungslos abwickelten. Neben den Kolonnen der DAF. waren die Mitglieder des Deutschen Luftsportverbandes aufmarschiert. Kurz vor Beginn des Olympia-Groß- flugtages landete der Führer und Reichskanzler, dem die Menge eine begeisterte Huldigung darbrachte. Den Aufstieg von sieben Freiballons, die unter Führung alter Ballonführer in östlicher Richtung den Blicken entschwanden, folgte der „A l V- herrenstart" der beiden Dorkriegsflieger Hans Grade und Alfred Friedrich auf den historischen, etwa vor 25 Jahren gebräuchlichen Baumustern „Grade" und „Taube". Darauf kam der Segelflug an die Reihe. Eine von neun Klemm- Maschinen geschleppte S e g e l f l u g st a f f e l zog lautlos einen wundervollen Segelflugreigen am blauen Himmel. Nachdem in Rangsdorf der Deutsche Graf Hagenburg auf Focke-Wulf mit 658,83 Punkten vor den Tschechen Siroky und Novak als Sieger in dem vom Reichsluftfahrtminister gestifteten „Preis der Nation" hervorgegangen war, starteten diese drei Kunstflieger zu einem Vorführungswettbewerb, an dem auch die beiden besten deutschen Pilotinnen teilnahmen. Graf Hagenburg erzielte 89Punkte, Novak 80 und sein Landsmann Siroky 74. Liesl Bach lag mit 60 Punkten vor ihrer Kameradin Vera von B i s s i n g mit 50 Punkten. Das übrige großartige Programm umfaßte den Start von etwa 10000 Kinderballons, eine luftige Einlage, die allgemeinen Beifall fand, die Vorführung moderner Leichtflugzeuge, ferner einen zweiten Luftreigen, an dem u. a. die viermotorige Schweröljunker „Generalfeldmarschall von Hindenburg" unter Flugkapitän Brauer, die Ju86 unter Baier und H 70 unter der Fliegerin Melitta Schiller beteiligt waren. Auch ein gleichzeitiger Absprung von 8 Fallschirmpiloten klappte vorzüglich. Die Generalität der Luftwaffe, der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch an bet Spitze, weilte auf der Flughafenterrasse im Kreise der ausländischen Flieger. n V 11 ■ I Ä Der Mittelstreckler der Schweiz, Dr. M a r t i n (links) und Beccali (Italien), zwei alte Bekannte, begrüßen sich im Olympischen Dorf in Berlin. (Scherl-Bilderdienst-M.) Olympia 1940 in Tokio. 3n feiner Arbeilssihung am Freilag beschloß das Internationale Olympische Komitee in Berlin mit 36 gegen 27 Stimmen, die XII. Olympischen Spiele 1940 nach Tokio, der Hauptstadt Japans, zu vergeben. * Am Vorabend des großen Weltsportfestes in Berlin ist die Entscheidung über den Austragungsort der XII. Olympischen Spiele gefallen. In heißem Wettlauf zwischen Tokio und Helsingfors ist die japanische Hauptstadt als knapper Sieger hervor» gegangen. In der nicht öffentlichen Sitzung des IOK. am Freitag im Hotel Adlon in Berlin erhielt Tokio 36, Helsingfors 27 Stimmen. Die Vertreter beider Städte hatten Gelegenheit erhalten, ausführlich über die Durchführung der XII. Olympischen Spiele 1940 in ihren Ländern zu berichten. Die schwerwiegende Entscheidung fiel nach gründlicher und objektiver Prüfung aller vorliegenden Unterlagen und Pläne. Begeisterung in Tokio über die Entscheidung des Olympischen Komitees T o ki o , 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Nack« richt von der Entscheidung des Olympischen Komitees über die Durchführung der XII. Olympischen Spiele 1940 in Tokio wurde mit großer Begeisterung ausgenommen. Die Schiffe und Fabriken ließen die Sirenen heulen, und auf den Plätzen wurde Feuerwerk abgebrannt. Am Sonn- tag wird eine große Feier in Tokio stattfinden mit einem Festessen, Aufmärschen und Feuerwerk an fünf Plätzen. Die Flugzeuge und alle Verkehrsmittel tragen die fünf Ringe: auch die Fahrscheine sind damit geschmückt. Ueberall sieht man die Olympia-Flagge und die Nationalflagge. Die Presse veröffentlicht die Baupläne für das neue Stadion im Meiji-Park und für die neuen Hotels. Olympia-Pokal für Oesterreich. Auf der Sitzung, die das Internationale Olympische Komitee am Freitag in Berlin abhielt, wurde dem Oesterreichischen Eislauf-Sport- verband für das kommende Jahr der Olympische Pokal zuerkannt, der alljährlich für besondere Verdienste auf dem Gebiete der Jugenderziehung vergeben wird. Baron Pierre de Coubertin, der Neubegründer der Spiele und Ehrenpräsident des IOK., hatte den Preis im Jahre 1906 zur Verfügung gestellt. Deutschland kam bereits zweimal in den Besitz des Pokals, und zwar erhielt ihn im Jahre 1909 die Deutsche Turnerschaft und im Jahre 1932 die Deutsche Hochschule für Leibesübungen. Göing (1900 Gießen) in der Olympischen Äaskettballmannschast. Deutscherseits ist auch die Meldung für das Bas- kett-(Korb-)Ball-Turnier der Olympischen Spiele abgegeben worden. Die hohe Ehre, in dieser Mannschaft mitwirken zu dürfen, ist auch dem Mitglied der Spiel- Vereinigung 19 0 0 Unteroffizier G ö - i n g zuteil geworden. Emil Göing ist von der Heeressportschule Wünsdorf gemeldet, an die er Anfang dieses Jahres berufen wurde. Hoffentlich gelingt es dem sympathischen Sportsmann, der den Gießener Sportanhängern durch seine Leistungen in der 1900er Gauliga-Handballmannschaft noch in bester Erinnerung sein dürfte, die deutschen Farben gut zu vertreten. 3m Olympia-Lager her H.-3. Eröffnung durch Stabsführer Lauterbacher. In Verlin-Grunewald wurde das Olympia-Lager der f)3. durch den Slabsführer Hartmann Lauterbacher im Namen des Reichsjugendführers eröffnet. Festlich geschmückt lag die weite Lagerwiese, auf der die aus dem ganzen Reich ausgewählten tausend hitlerjungen zur Eröffnungsfeier aufmarfchiert waren. Stabsführer Lauterbacher umriß mit kurzen, knappen Dorten Sinn und Ziel dieses HJ.-Lagers. Als Lager wie alle anderen Sommerlager der HI., unterscheide es sich nur in dem einen Punkt von diesen, daß einmal besonders verdiente HJ.-Kameraden in einer großen Zeltlager- gemelnschaft zusammengefaht würden. Das Erlebnis, das die hitlerjungen bei den Kämpfen der jungen Athleten aus aller Welt haben würden, sollten sie mit offenen Augen in sich aufnehmen und daraus eine echte ritterliche Kampfesarl kennen- lernen. Anschließend besichtigte der Stabsführer das Lager und verweilte noch einige Zeit im Kreise seiner Kameraden. ♦ Da es bei der Olympia neben den sportlichen Wettkämpfen vor allem auch darauf ankommt, daß sich die junge Generation der einzelnen Völker kennen und verstehen lernt, hat man im Rahmen der Olympischen Spiele auch ein großes Jugendzeltlager errichtet, in dem sich Jugendabordnungen aus rund dreißig Ländern der Welt zusammenfinden. Und parallel zu diesem internationalen Jugendlager ist auch die Hitler- Jugend daran gegangen, sich ein eigenes Lager aufzubauen, nicht zuletzt, um ihren ausländischen Kameraden einen Einblick in ihre Arbeit und ihren Dienst zu geben. Mitten im Grünewald, dicht an der großen Rennstrecke der Avus, ist in wenigen Tagen dieses Olympia-Lager der Hitler-Jugend entstanden. Noch Anfang dieses Monats sahen wir dort nur einen der vielen HI. - Sportplätze, am 0 Feskstimmung In der Reichshauptftadt. In den letzten Stunden vor den Olympischen Spielen befindet sich die Reichshauptstadt Berlin in einer hochgehenden Feststimmung. Hier ein Konzert Der Berliner Philharmoniker vor dem berühmten Caf6 Kranzler Unter den Linden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oesterreichs Olympiakämpferinnen Unter den Linden in Berlin. Die österreichischen Olympiateilnehmer legten am Freitag am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Hier sieht man den Abmarsch der weiblichen Teilnehmer nach der Kranzniederlegung. (Scherl°M.) 10. Juli waren die ersten Mannschaften, das sogenannte Aufbaukommando, eingetroffen, und nun, knapp drei Wochen später, steht das Lager fix und fertig da. Es ist in der Tat eine beachtliche Leistung, denn es galt ja nicht nur, das eigentliche Lager zu errichten und abzugrenzen, sondern es mußte darüber hinaus auch eine Reihe von Verbesserungen an dem Sportplatz vorgenommen werden, eine Anage zum Kugelstoßen sowie eine Sprunggrube hergestellt und endlich das ganze Gelände planiert werden. Vorbei an der Lagerwache betreten wir das eigentliche Gebiet des Lagers. Rechterhand sind die insgesamt 120 Zelte in offener Rechteckform aufgebaut, eingeteilt in je fünf Gruppen. Die jungen Kameraden, insgesamt rund 1100, die hier in einer Stärke von je 40 Mann aus den 25 Gebieten der Hitler-Jugend zusammengefaßt sind, haben es sich schon recht wohnlich eingerichtet. Vor jedem Zelt finden wir einen Vorgarten, der in scherzhafter Weise eine Besonderheit des betreffenden Gebietes, aus dem die Kameraden kommen, zeigt. So haben z. B. die Jungen aus dem Gebiet Sachsen vor ihrem Zelt aus Kienäpfeln eine große Kaffeekanne dargestellt, als Hinweis auf den sächsischen „Bliernchenkaffee". Die Kameraden vom Rhein haben große, meist witzige Spruchbänder angelegt. In der Mitte der Lagergruppen befinden sich lange Reihen von Tischen und Bänken, an denen die Jungen ihre Mahlzeiten einnehmen. Und über Den einzelnen Gruppen ist je ein großer Tiefstrahler angebracht, der nach Einbruch der Dunkelheit für Beleuchtung sorgt. Die technische Bereitschaft des HJ.-Gebietes Berlin hat u. a. auch für die Lichtversorgung Vorsorge getroffen und insgesamt 1500 Meter Starkstromleitung gelegt, so daß neben den wichtigsten Plätzen auch die Verwaltung, die Kommandantur, die Führerzelte sowie die Sanitäts- ‘baratfe mit elektrischem Licht versorgt sind. Unser besonders Augenmerk zieht der an der Längsseite des Lagers errichtete zehn Meter hohe Kommandoturm auf sich, an dessen oberster Spitze eine Lautsprecheranlage angebracht ist. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, sowohl von der Kommandantur wie von 5er Geschäftsführung aus Anweisungen durchzugeben. An weiteren technischen Einrichtungen verdient auch die Telephvnanlage eine besondere Erwähnung. Insgesamt 3000 Dieter Fernsprechleitung durchziehen das Lager und ermöglichen eine Verständigung zwischen der Wache, der Kommandantur, der Verwaltung, den Arztbaracken, sowie den einzelnen Führerzetten. Aber auch sonst ist hier für alles Erforderliche Vorsorge getroffen worden. So besteht u. a. ein eigenes kleines Postzelt mit einem roten Brief, kästen. Eine große Sanitätsbaracke ist in jedem Falle in der Lage, erste Hilfe zu gewähren. Während sich so in der einen Hälfte des Lager« Platzes der eigentliche Lagerbetrieb abspielt, befindet sich in'der anderen Hälfte der große Sportplatz. Hier sehen wir einige Kameraden beim Kugelstoßen, andere üben sich im Weit- und Hoch« sprung, und wieder andere wollen auf der Aschenbahn ihre Ausdauer im Langstreckenlauf erproben. Auch die 60 Sportlehrer, die für die Zeit des La- gers aus den einzelnen Gebietsführerschulen der Hitler-Jugend zusammengeholt wurden, sind dabei und beobachten die Leistungen. Denn während dieser Zeit bis zum 18. August soll^ja den einzelnen Teilnehmern, soweit sie es noch nicht besitzen, Gelegenheit geboten werden, das HJ.-l§port- abzeichen zu erwerben. Nachdem wir so einen Uederblick über die tadellose Organisation und den vorbildlichen Aufbau des Lagers bekommen haben, wobei allerdings im Gegensatz zu den sonstigen Sommerlagern der Hitler-Jugend die großen Gulasch-Kanonen fehlten (die Verpflegung hat die Stadt Berlin übernommen) — unterhalten wir uns noch einige Zeit mit dem Führer des Lagers, Oberbannführer Schlünder, dem Leiter des Amtes für körperliche Schulung in der Reichsjugendführung. Er weist zunächst auf das Ziel dieses Lagers hin und betont, daß den Hitlerjungen, die hier als eine Elitemannschaft aus ihren Gebieten sich versammelt haben, in erster Linie natürlich die Möglichkeit zur Teilnahme an den Olympischen Spielen gegeben werde. Da aber andererseits auch in diesem Rahmen eine körperliche und weltanschauliche Erziehungsarbeit geleistet werden solle, sei der Tagesplan so aufgebaut, daß jeweils 500 Mann zu den Spielen gehen, während die anderen 500 in dieser Zeit körperlich und weltanschaulich geschult werden. L. Darüber hinaus fei im Rahmen des Lagerprogramms auch vorgesehen, den Teilnehmern Gelegenheit zum Besuche der Reichshauptstadt zu geben Den Höhepunkt der ganzen Lagerzeit wird endlich eine am 12. August stattfindende Großveranstaltung bilden, auf der die Lagerbesatzung einen Querschnitt durch die körperliche Erziehungs- und Ertüchtigungsarbeit der Hitler-Jugend gibt. Geist der Antike. Von Gurt Hohel. Der Geist der Antike fand in Deutschland zwei Stätten der Auferstehung: das klassische Weimar und das klassische Berlin. Sv verschieden wie diese Städte, so verschieden ist die erstandene Antike in ihnen. Es ist viel Mißverständnis zwischen ihnen gewesen bie auf unsere Zeit. Und die größten Deutschen, sinnbildlich für beide Städte, Friedrich der Große und Goethe, haben sich nicht ergänzt in ihrer schöpferischen Liebe zum hellenischen Altertum, sondern im Gegenteil ... Das Mißverständnis: es kommt klar zu Tage in einem der Gespräche mit Goethe, die uns Ecker- mann überliefert hat. Da sagt Goethe im Jahre vor seinem Tode über das Dämonische: „Es wirft sich gern an bedeutende Figuren, auch wählt es sich gern etwas dunkle Zeiten. In einer klaren prosaischen Stadt, wie Berlin, fände es kaum Gelegenheit, sich zu manifestieren ..." Und dann kommt der unglückliche junge Kleist aus dieser „prosaischen Stadt", als Inkarnation der ins Geistige übersetzten Dämonie Preußens — und der südländisch heitere Goethe von Weimar versteht ihn nicht, mordet die Wirkung von Kleists heiterstem Werk, dem „Zerbrochenen Krug", durch eine an sich verdienstvolle Weimarische Aufführung mit unsinnigen Pausen ... Sieht, fühlt, ahnt das Genie in Kleist nicht. Goethe erlebte die Dämonie Preußens nicht, die sich in Kleist unselig, für alle Späteren beseligend, gesammelt hatte. In der idealischen Stille von Weimar war eine Antike entstanden, die sich nach Menschheitllchem sehnte und es in der engen Zelle der Humanität zu beschwören suchte. Goethe sagt von der preußischen Hauptstadt: hier werde „Poesie durch Geschichte, Charakter und Ideal durch Portrait, symbolische Behandlung durch Allegorie, Landschaft durch Aussicht, das Allgemein-Menschliche durchs Vaterländische verdrängt . " Der große Dichter und Genius von Weimar mißdeutet die natürliche Kraft jenes klassischen Berlin, das aus seiner preußischen Natur heraus realistisch Geschichte in Kunst und Ideal umsetzte. Neben Kleist, dem jung Dahingegangenen, steht der in der Baukunst ebenbürtige Gilly, den auch ein dunkles Schicksal früh dahinnahm. Neben Alexander von H u m b o l o t, der die großartige Realität des ganzen Erdraumes erschaute und geistig gestaltete, stand der realistische Bildner S ch a d o w, und hinter ihm noch der bewußt preußisch schäft fende Schinkel. Und verdankte nicht Goethe selber dem in Berlin geistig wurzelnden Winkel- mann, dem Schusterssohn aus Stendal, unerhört viel? — Er, der große Gestalter im Wort hatte einmal gesagt: „Dem deutschen Künstler, so wie überhaupt jedem neuen und nordischen, ist es schwer, ja beinahe unmöglich, von dem Formlosen zur Gestaltung überzugehen ..." Aber in dem klassischen Berlin um 1800 sehen wir einen Stil erwachsen, der eben gerade aus der herben, männlichen Realistik des Erbes des großen Friedrich die Gestalt findet und aus eigenem Erleben schafft: die Heldengestalt und das Siegessymbol. Das ist keine Nachahmung mehr, das ist eigener lebendig geschaffener Stil! Was Goethe im Wort gestaltend geschaffen hatte in Weimar, das blieb uns die Stadt als Bauwerk schuldig. Der zierliche Klassizismus der privaten Räume der weimarischen Schlösser ist kein bleibendes, lebendiges Denkmal der inneren Größe des klassischen Deutschland, wie es die antikischen Bauten Schinkels und seiner Vorgänger und Nachfolger in Berlin sind. Der preußische Stil wies in Die Zukunft, die Idylle von Weimar blieb ein schöner Traum Aber es liegt über dieser preußischen Klas - sik ein Hauch des Tragischen: unerfüllt blieb das Erbe Kleists, unerschöpft blieben die Visionen und Pläne der großen Berliner Baumeister. Im Zeitalter der Gründerjahre und alledem, was folgte, ging der preußische Stil unter, so wie die große innerliche Geistesgestalt des preußischen Idealismus Kants, Fichtes und Hegels unterging. Der Weltkrieg mußte erst wieder eine Geistigkeit wecken, die an diese Klassik anknüpfte und sie schöpferisch erneuerte. Sind wir deshalb undankbar gegen Weimar? — Keineswegs! Goethe hatte in Berlin einen musikalischen Freund, den Begründer der ersten deutschen Liedertafel, Komponisten vieler Goethe-Lieder, den Maurermeister Zelter. Als der im Alter einmal Goethe in Weimar aufsuchte, machte ihn der greife Dichter mit Eckermann bekannt, und sie verlebten sehr heitere Stunden. Goethe sprach später über ihn zu seinem Eckermann und meinte, man müsse sich an einer gewissen Derbheit des Berliner Freundes nicht stoßen. ,^Jch kenne kaum jemand, der zugleich so zart wäre wie Zelter. Und dabei muß man nicht vergessen, daß er über ein halbes Jahrhundert in Berlin zugebracht hat. Es lebt aber, wie ich an allem merke, dort ein so verwegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß, um sich über Wasser zu halten.. Kein anderer als eben Goethe konnte den Tatbestand Berlin so klar aussprechen: preußische Rauheit, soldatische Härte mit der Zartheit einer Innerlichkeit, die durch alle Werke feiner Klassik klingt... Berlin nimmt heute eine große Ueberlieferung auf, wenn es zur Feier der Olympiade 1936 eine antikische Haltung erneuert und den Menschen antiker Tugend, der heroischen Jugend, einen festlichen Sammelplatz erbaut. Die Bauten des neuen Olympia-Stadions ragen jetzt in wahrhaft antiker Größe und baulicher Klarheit auf dem Hügel des Grunewaldes, wo einst neben der Heerstraße das Stadion in Anlehnung an antike Motive für die 1914 ausfallende Olympiade eingerichtet ward. Was wir heute sehen, ist viel gewaltiger, klarer und wirkungsvoller. Es entspricht den besten Dau- trabitionen der preußischen Hauptstadt. Es kommt jetzt daraus an, auch die innerliche Anknüpfung an diesen baulich erneuerten Geist der Antike zu finden: alles zu überwinden, was die Zeit seither verdarb. Das ist keine kleine Aufgabe. Die Olympiade kann ein äußerer Anstoß dazu werden. Innerlich — ist der Wea noch weit. Aber die Jugend, die sich heute dessen bewußt ist, hat in sich die Hindernisse weggeschafft, die einst dem Geiste Fichtes, Hegels und Schinkels entgegengesetzt wurden. Der Raum für einen Menschen antikischer Freiheit und Größe ist geschaffen, Berlin hat eine große Aufgabe angepackt. Es kommt jetzt darauf an, ob es die geistige Kraft speichern kann, sie innerlich zu lösen. — Das heißt: Weimar in sich aufzunehmen und im Deutschen zur lebendigen Blüte eines Volkstums zu bringen. Zeitschriften. — Langenscheidts English Monthly Magazine bringt im Augustheft wertvolle unterhaltende Beiträge: Das Danziger Problem, eine Beurteilung aus dem englischen Lager; eine eindrucksvolle Schilderung der Schönheit und Romantik der „Cornischen Riviera", des beliebtesten Ferienaufenthaltes an der südwestlichen Küste Englands; Betrachtungen über das Reichssportfeld, das Olympische Dorf und die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne; Interessantes aus dem Privatleben des reichsten Mannes der Welt, des Nizarn von Haiderabad. Preis des reich illustrierten Heftes 50 Pf. Oie »Olympia-Ziel-Zeitlupe". Die Aufgabe der Schiedsrichter bei den Wettläufen der Olympischen Spiele, die Reihenfolge der durchs Ziel Gehenden und die Lauszeit des Siegers festzustellen, stößt oft auf Schwierigkeiten und «st einwandfrei in zweifelhaften Fällen nur durch die Filmkamera zu lösen. Nachdem eine solche auch schon bei früheren Wettläufen angewandt worden ist, wird jetzt bei den Olympischen Spielen zum erstenmal die deutsche Olympia-Ziel-Zeitlupe regelmäßig als Hilfsgerät bei den Entscheidungen benutzt werden. Dieses Gerät, das in der Genauigkeit feine Vorgänger erheblich übertrifft und dabei nicht gewöhnliche, sondern räumlich wirkende Zeitlupenbilder gibt, wird von Hans Pan- der in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" eingehend beschrieben. Für die Zeitlupenwirkung ist die Zahl der Ausnahmen gegenüber den gewöhnlichen ganz wesentlich erhöht, und so beträgt die Aufnahmegeschwindigkeit bei der Olympia-Zeitlupe, die mit dem 16-Millimeter-Film arbel« tet, 100 in der Sekunde. Wenn 16 Bilder in jeder Sekunde vorgeführt werden, so ergibt sich eine reichlich sechsfache Verlangsamung der Bewegungen, bei der genügend Einzelheiten zu unterscheiden sind. Um den aufgenommenen Film möglichst rasch nach der Beendigung des Wettlaufs vorführungsfertig zu haben, hat eine deutsche Firma einen neuen außerordentlich lichtempfindlichen Film ausgearbeitet, der bei Verwendung sehr lichtstarker Objekte selbst unter schlechten Lichtverhältnissen Belichtungszeiten von Viooo Sekunde zuläßt. Im Untergeschoß des Stadions ist eine Umkehranstalt eingerichtet, in der Schmalfilme unmittelbar in fertige Positive umgewandelt werden, so daß sich der neue Schmalfilm in etwa 10 bis 12 Minuten verarbeiten und vvrführungsfähig machen läßt. Zwei miteinander gekuppelte Zeitlupenkameras werden von einem gemeinsamen Antriebsmotor betätigt und laufen genau übereinstimmend; sie fteben so, daß die Bildreihen etwa dem entsprechen, was ein linkes und ein rechtes Auae sehen würde. Daneben befindet sich das zugehörige Zeitmeßgerät, und die Zeitmessung wird auf jedem Einzelbilds festgehalten. Das entscheidende Neue liegt barin, daß Filmstreifen geliefert werden, die als räumlich wirkende ßaufbiloer vorgeführt werden können. Das geschieht im Vorführungsraum des Stadions, in dem sie durch einen Bildwerfer nach einem erst neuerdings verwirklichten Verfahren auf eine Wand geworfen werden. Aus der Provinzialhauptstadt. Männer an der Strecke. Rack! — rack! — rack! Rhythmisch dröhnt der Hackenschlag durch die sommerliche Landschaft. Oe» bräunte Männer stehen gebeugt zwischen blitzenden Schienen. Ihre Arme heben und senken sich im gleichmäßigen Schaffen. Rack! — rack! — rack! Streckenarbeiter! Männer mit Muskeln und Schwielen! Männer, denen die Aufgabe obliegt, den Bau des Bahnkörpers instand zu halten. Das Band der Schienen dehnt sich schier endlos auf massiven Schwellen. Auf den Schienen gleiten die stählernen Kolosse der Züge. Die Schwellen aber tragen im Verein mit der Packlage die Last. Die Last ist chwer und verursacht schädigende Wirkungen. Diesen Wirkungen gilt der dröhnende Hackenschlag der Streckenarbeiter. Rack! — rack! — rack! Es ist nicht einfach, in der Glut des Sommers unck in der Kälte des Winters hier zu stehen. Tag für Tag. Stunde für Stunde. Es gibt leichtere Berufe. Richt jedem weht der Wind so um die Rase. Richt jedem werden Muskeln und Sehnen in solchem Maße beansprucht. Rack! — rack! — rack! Ab und zu taucht ein Punkt am Horizont auf. Worauf die Pfeife des Kolonnenführers gellt. Dann springen die Streckenarbeiter zur Seite. Wischen sich den Schweiß und schauen. Manchmal ist es ein Guterzug, der gleichmäßig vorbeirollt. Die Zeichen der heimatlichen Direktionsbezirke schimmern grau und weiß. Interessanter sind die Personenzüge, diese praktischen menschlichen Behausungen zwischen den Stationen. Am interessantesten die V-Züge, die in rasender Hast vorüberdonnern. Man kann gerade den einen oder anderen Namen auf den Richtungsschildern entziffern und die bekannte Form des Speisewagens erkennen. Mehr sieht der Streckenarbeiter nicht, aber er kennt das Wegziel des Zuges, und seine Phantasie zaubert ihm für Augen- blicke die ferne Landschaft. Bis die Pfeife des Kolonnenführers wieder zur Arbeit rüst und die Hackenschläge erneut erdröhnen. Rack! — rack! — rack! Anders sieht die Sache vom Fenster des Abteils aus. Ferienzeit! Tausende reisen zur Erholung. Ins Gebirge, an die See. Ihr frohes Interesse gilt allem, was sich ihnen in wechselnder Folge längs des Schienenstranges bietet. Sie sehen Wälder und blumige Wiesen. Blühende Felder , und den weiten blauen Himmel. Aber auch die Männer an der Strecke streift ihr schweifender Blick. Sekundenlang haftet das Auge an den stämmigen, sonnenverbrannten Gestalten. Blitzt das Bewußtsein auf, daß diesen Männern die Sicherheit und Sorglosigkeit der raschen Reise durch das Land mit zu verdanken ist. Der Hackenschlag hallt hinter den Ferienreisenden her. Rack! — rack! — rack! Er kommt vom Arbeitskameraden, dessen Schaffen Dienst an der Gesamtheit ist. _ . Diele Streckenarbeiter stehen tagtäglich am Schienenweg. Der Rhythmus ihres Schaffens klingt überall, wo eiserne Stränge die deutsche Landschaft durchqueren. Ein gemeinsames, hartes, aber auch selbstbewußtes Lied der Arbeit: Rack! — rack? — rack? W.S. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. RSG. „Kraft durch Freude": Sommerfest im Hardtwäldchen. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Skandal um die Fledermaus". — Artillerieverein: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im Hessischen Hof. — Eisenbahnfahrbeamten-Derein Gießen: 20 Uhr Mitgliederversammlung in der „Stadt Wetzlar". Tageskalender für Sonntag. RSG. „Kraft durch Freude": Sommerfest im Hardtwäldchen. — Gloria - Palast, Seltersweg: „Skandal um die Fledermaus". — Oberhessifcher Geschichtsverein: 8.30 Uhr Abfahrt am Bahnho zur Gleiberg - Besichtigung unter Führung von Stadtbaurat Gravert: 14.30 Uhr Abmarsch zum -Schisfenberg ab Hotel Hindenburg-, ab 17 Uhr geselliges Beisammensein auf der Schiffenbergterrasse. Mitwirkung der Hausfrauen bei der Preisüberwachung. Es liegt im allgemeinen Interesse, wenn auf dem so äußerst wichtigen Gebiet der Dolksernährung alle Preis-Ueberschreitungen ohne Ausnahme, auch wenn sie dem Verbraucher noch so unwichtig erscheinen sollten, der Polizei auf schnellstem Wege schriftlich, telephonisch oder mündlich zur Kenntnis gegeben werden. Rur durch diese äußerst Gebt Hitler-Freiplahspenden! Fahnen heraus! Aus Anlaß der XI. Olympischen Spiele haben damit sie neugestarkt wieder in den Alltag zurückkehren können. Venn daher in den nächsten Tagen die unermüdlichen Derber aus allen Gliederungen der Bewegung wiederum an deine Türe klopfen, deutscher Volksgenosse, dann höre ihre Bitte ruhig an und überlege mit ihnen, ob nicht auch du es ermöglichen kannst, jetzt für den Spätsommer oder Früh- herbst für einen verdienten Volksgenossen ober ein bedürftiges Kind einen Ferienurlaub zu gewähren. Cs ist dadurch jedem noch einmal die Möglichkeit gegeben, feinen Teil am Aufbau eines gefunden deutschen Volkes mitzuschaffen und dem Führer einen kleinen Teil unserer riesigen Dankesschuld abzutragen. heil Hitler! Dr. Hildebrandt. Kreisleiter. Die NSV. hat auch in diesem Jahre wiederum den Auftrag erhalten, bedürftige deutsche Volksgenossen und die gesamte bedürftige deutsche Jugend zu verschicken und damit eine Aufgabe übernommen, die für die Zukunft unserer Ration von größter Bedeutung ist. Auch die Bevölkerung des Kreises Detterau hat ich diesem Huf nicht verschlossen und hat während der ersten Werbeaktion für die Kinderlandver- chickung und die Adolf-hitter-Freiplahspende im April d. I. bewiesen, daß sie diesem großen, be- deutenden werk des deutschen Volkes gegenüber das notwendige Verständnis aufbringt. Aber noch warten viele Volksgenoffen und Kinder. Auch fie müffen in diesem Jahre noch verschickt werden, fie sollen ebenfalls Erholung bekommen, wertvollen Mitteilungen der einzelnen Volksgenossen ist es möglich, wie die Polizeidirektion Darmstadt mitteilt, den leider immer noch vorkommenden Dolksschädlingen ein für alle Mal ihr unsauberes Handwerk zu legen. Insbesondere richtet sich diese Bitte an die Hausfrauen, deren Mitwirkung bei der Preisüberwachung nicht zu entbehren ist. Die Mitarbeit der Hausfrau ist ein ausschlaggebender Faktor für die erfolgreiche Durchführung der Preisüberwachung im Einzelfall. Olympiaquartiere in den O-Zügen erhältlich. DRV. Die RSV.-helfer des Olympia-Quartier- amtes in Berlin haben ihren Olympia-V-Zugdienst ausgenommen. Im Umkreise von etwa 300 Kilometer um Berlin bieten fie in allen wichtigen V-Zügen, die Olympiagäste nach Berlin bringen, den Zureifenden Quartierfcheine für die Unterbringung in Privatquartieren in verschiedenen Preislagen an. Die Helfer find durch eine Armbinde kenntlich und haben einen grünen Lichtbildausweis. Sie find angewiesen, eine Vermittlungsgebühr von 2 Mark für den Ouartierschein zu erheben. Olympiagäste, die sich noch kein Quartier in der Heichshauptstadt besorgt haben, tun gut, von dieser für fie bequemen Einrichtung Gebrauch zu machen, die fie jeder langwierigen Suche nach einer Unterkunft schon auf der Anreise enthebt. Die Scheine sind auf den jeweiligen Gasthaushalt ausgestellt. Der V-Zug-Dienst wird ausgeübt am 31. Juli, am 1., S., 14. und 15. August, auch in Racht-V-Zügen. Das Lustschiff «Hindenburg" über Gießen. Es war eine große Freude für all die vielen Volksgenossen, die sich heute gegen 7.45 Uhr auf den Wea zu ihrer Arbeitsstätte befanden, mit der Fahrt des Luftschiffes „Hindenburg" über Gießen einen nicht alltäglichen Morgengruß zu erleben. In wundervoller ruhiger Fahrt zog es von Osten her unmittelbar über unsere Stadt. Das stolze Schiff, umzogen von feinen wehenden Wolkenschleiern, bot einen schönen Anblick und wurde wohl von allen Dolsgenossen mit den Augen verfolgt, solange es zu sehen war. Soldatentag in Gießen. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften bereitet, wie im Vorjahre, auch für diesen Monat einen Soldatentag vor, der nicht nur die Mitglieder der Soldatenkameradschaften, sondern alle alten Soldaten überhaupt und natürlich auch die aktiven Soldaten zu einer gemeinsamen kameradschaftlichen Feier vereinigen soll. Der Soldatentag wird am Sonntag, 16. August, stattfinden. Als Stätte der Veranstaltung ist das Waldgelände in der Nähe der früheren Waldeslust vorgesehen. Der „Tag der alten Soldaten" wird am Vormittag mit gemeinsamem Kirchgang eingeleitet, anschließend soll an den Gefallenen-Denkmälern mit Kranzniederlegung und stillem Gedenken die Erinnerung an die gefallenen Kameraden des Feldzuges von 1870/71 und des Weltkrieges wieder besonders wachgerufen werden. Am Nachmittag beabsichtigen die alten Soldaten in geschlossenem Zuge vom Brandplatz aus nach der Stätte des kameradschaftlichen Beisammenseins zu marschieren, um dort zusammen mit ihren Angehörigen bei mancherlei geselligen Unterhaltungen, für die vielseitige Vorbereitungen getroffen werden, frohe Stunden zu verleben. Die ganze Veranstaltung soll die kameradschaftliche Verbundenheit der alten Soldaten und die unverbrüchliche Gemeinschaft mit der aktiven Truppe erneut vor aller Öffentlichkeit bekunden und weiterhin in den Herzen aller ehemaligen und Gegenwärtigen Träger des Ehrenkleides der deutschen Soldaten vertiefen. Oie Lockerung des Arbeitöverbotes für Empfängerinnen von Ehestandsdarlehen. Der Reichsminister der Finanzen hat bekanntlich unter dem 28. Juli die Sechste Durchführungsverordnung über die Gewährung von Ehestandsdarlehen erlassen. In einem Runoerlaß an die Präsidenten der Landesfinanzämter wird nun dazu noch ausgeführt: Die Arbeitslage im Deutschen Reichsgebiet hat sich so günstig entwickelt, daß zwecks Bereitstellung von Arbeitskräften für gewisse Arbeitsgebiete eine Lockerung des Verbots der Ausübung einer Arbeitnehmertätigkeit durch Darlehensschuldnerinnen erforderlich geworden ist. Insbesondere benötigt die Landwirtschaft zur beschleunigten Einbringung der Ernte weibliche Arbeitskräfte, die nicht mehr in ausreichender Zahl unter den Dolksgenoffinnen, die nicht mit Hilfe eines Ehestandsdarlehens geheiratet haben, zur Verfügung stehen. Der Reichsminister der Finanzen hat deshalb die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigt, die Ausübung einer Arbeitnehmertätigkeit ausnahmsweise dann zu gestatten, wenn a) eine Darlehensschuldnerin vorübergehend während der Zeit der Einbringung der fernte in der Landwirtschaft als Arbeitnehmerin tätig sein will oder b) wenn eine Darlehensschuldnerin in Hausarbeiten als Aufwartefrau (Tagesoder Stundenfrau) tätig werden will und wenn eine Bescheinigung des für den Arbeitgeber zuständigen Arbeitsamtes beigebracht wird, daß nach der Arbeitstage im Bezirk eine Wiederbeschäfttgung der Darlehensschuldnerin erwünscht ist. In dem unter Buchstabe a) bezeichneten Fall ist die Erlaubnis nur für eine beschränkte Zett zu erteilen. Bis auf weiteres ist die ausnahmsweise Aufhebung des Arbeitsverbots nur vorgesehen in Den unter den Buchstaben a) und b) bezeichneten Fällen. Der Reichsminister der Finanzen hat deshalb die Präsidenten der Landesfinanzamter ermächtigt, alle Anträge auf ausnahmsweise Aufhebung des Arbeitsverbots, die nicht hierunter fallen, abzulehnen. Polizeibericht. Auffinden einer Hand. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: Arn 3. Juni 1936 wurde auf einer Aschenhalde in Rheydt eine rechte Hand, anscheinend die eines Mannes, aufgefunden, an welcher der Kleinfinger fehlt. Die Hand ist hinter den Fingerwurzeln durch Abreißen oder Abquetschen, vermutlich infolge eines Unfalls, der bereits einige Wochen vor Auffindung erfolgt sein kann, vom Arm getrennt worden. Wer kann Angaben machen, die jede Polizeibehörde entgegennimmt. der Reichs- und preußische Minister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda für die B e f l a g g u n g d e r öffentlichen und privaten Gebäude folgendes bekanntgegeben: Die öffentlichen Gebäude flaggen nach Maßgabe des Runderlaffes des Reichs- und preußischen Ministers des Innern vom 15. Dezember 1935 in der Reichshauptstadt vom 29. Juli, im übrigen Reich vom 1. August a b bis einschließlich 16. A u g u st. Empfangs- und Abschiedszwecken dienende öffentliche Gebäude und Einrichtungen können aus diesen Anlässen bereits vorher und über den 16. August hinaus beflaggt werden. Auf diesen Gebäuden und Einrichtungen können neben der Reichs- und Rationalflagge (Reichsdienftflagge) auch die olympische Flagge und die Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden Rationen gesetzt werden. Bei letzteren ist die Flagge Griechenlands an erster Stelle zu sehen; es folgen die Flaggen der übrigen teilnehmenden Rationen nach der deutschen ABE- Folge, zuletzt Deutschland (als Gastgeber). Die Bevölkerung wird aufgefordert, vom 2 9. Juli ab bis einschließlich den 2 0. August mit der Reichs- und Rationalflagge zu flaggen. Es können auch die Olympische Flagge und Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden ausländischen Rationen gezeigt werden. Die Flaggen werden während der Rächt nicht eingezogen. Monats- und Wochenkarten für Angestellte bis 180 Mk. Seh-ilt werden billiger. Nach der Machtübernahme hatte die Deutsche Reichsbahn für Angestellte bis zu einem Monats- verdienst von 180 RM. ermäßigte Monats- und Wochenkarten eingeführt. Gegenüber den ermäßigten Arbeiterzeitkarten bestand aber noch ein Aufschlag, der sich aus der Erhebung der Beförderungssteuer erklärt, die bisher nur für die Arbeiterzeitkarten m Fortfall kam. Die Bestrebungen des Sozialamtes der DAF. auf grundsätzliche G l eich b e - Handlung von Arbeitern und Angestellten haben zu einer Anregung bei den zu- ständigen Reichsbehörden geführt, auch für ermäßigte Angestelltenzeitkarten die Steuerbefreiung durchzuführen. Der Reichsfinanzminifter hat dieser Anregung mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 ent- sprochen, so daß dann eine sicherlich sehr begrüßte Senkung des Preises dieser Angestelltenzeitkarten erfolgt. _ Die öcutfdic Rrbeitofront ; n.9.=0emcinfdiaft „Graft durch freute Rheinfahrt. Am Sonntag, 16. August, findet eine Rheinfahrt statt. Der Sonderzug fährt ab Gießen nach Brau- bad). Von Braubach aus geht es mit einem Dampfer nach Rüdesheim. Dort gibt es einen längeren Aufenthalt, damit den Teilnehmern Gelegen- heil geboten ist, das Niederwalddenkmal zu besichtigen. Nachmittags fährt der Dampfer wieder nach Braubach zurück, von wo es mit der Bahn zuruck- qeht. Der Gesamtfahrpreis beträgt ab Gießen 4,30 Mark. Für Zufahrt mit fahrplanmäßigen Zügen erhalten die auswärtigen Teilnehmer 75 o. H. Fahrpreisermäßigung. Anmeldungen müssen bis zum 8. August auf der Kreisdienststelle Gießen. Schon- zenstraße 18, erfolgen. Urlaubsfahrt 50/36 Saarlal. Bei der Urlaubsfahrt vom 10. bis 18. August nach dem herrlichen Saartal sind noch Plätze frei. Anmeldungen können täglich auf der Geschäftsstelle erfolgen. Der Gesamtfahrpreis einschl. volle Verpflegung beträgt 18,50 Mark. Unbekannte Fracht. Roman von Frank F.vrann. Nachdruck verboten! 3. Fortsetzung. „Nein", antwortete Terbrügge ernst, „zurück fahre ich nicht wieder." „Was willst du in Hamburg anfangen? ,Zch weiß es noch nicht." Rudolf Terbrügge war ganz ehrlich. Er griff in seine Jackentasche und zog eine Postkarte hervor. „Kennst du... , er suchte und las ab, „kennst du eine Straße m Hamburg, die Vorsetzen heißt?" „ _ „ „Ja. Sie geht am Hafen entlang. Der Fahrer lachte, er schien ein unbeschwertes Gemüt zu haben. Das Leben gefiel ihm. „Wenn dir einer von den Dorsetzen geschrieben hat, ist er sicherlich em Seemann. Rate ich richtig?" „Ja". Rudolf Terbrügge nickte. „Mein Freund John Schnakenbeck ist auf einem großen Fisch- dampfer angestellt." „ ... „Na, groß sind Fischdampfer eigentlich alle nicht. Wenn du dagegen die „Kap 2Irtona oder so einen Kasten an den Sankt-Pauli-Landungsbrucken liegen siehst, wird dir das klar." „Er ist auf dem Dampfer »Neuwert ., und sie sah ren weit hinaus in das Weiße Meer und zur Ba ^D-/°F°hr-r ,°h ihn an. „Und da willst du auch anheuern?" erkundigte er sich. Die Frage war nahe- ‘‘‘Itubolf Terbrügge starrte ihm aus den Mund als hab- ihm der Mann in der Lederjacke eine Olsen barung gegeben. Er antwortet- Nicht Der Kraft- waaen ratterte gerade über das Kopfpflaster vor Hellen Der Fahrer hatte auf die Straße Obacht zu geben Er glaubte wohl, die Antwort Terbrugges ub-rhort zu haben und fragte nicht nach emmal. In Gedanken versunken sah Rudolf xerorugge. Er sah nichts von dem netten kleinen Städtchen das sie durchquerten. Er sah einen Dampfer auf der Elbe. Am Bug stand geschrieben "Neuwerk Das Schiff fuhr stromabwärts, nach Norden, an Helgoland vorbei in die Nordsee hinaus. Und Rudolf Terbrügge stand an der Reeling ... Gleich hinter den Elbdrücken, Harburg im Rücken, bog die Kraftwagenkolonne zum Afrikakai ab, denn die Konservenladung sollte mit einem Woermann-Damvfer abgehen. In Lome oder Daressalam wollte man auch einmal Burgdorfer Spargel essen. Der Fahrer hielt seinen Wagen einen Augenblick an. „Hier mußt du absteigen", sagte er. Wir fahren direkt an den Kai. Aber du kannst die Straßenbahn nehmen. Hast du ein paar Groschen mitgekriegt?" „Danke, ja", entgegnete Rudolf Terbrügge, und er schüttelte dem freundlichen Mann herzlich die Hand. „Vielleicht kann ich es später einmal ausgleichen, Landsmann." Ratternd fuhr die Kolonne wieder an. Rudolf Terbrügge stand allein. Er las das Straßenschild, Zweibrückenflraße. Ja, zwei gewaltige, eiserne Brücken waren da über den Strom gespannt. Auf der einen kam eine lustiggelbe Straßenbahn heran. Sie hielt haargenau vor dem Wartenden. Er stieg ein. „Zum Dorsetzen", sagte er. „Da müssen Sie umsteigen", erklärte der Schaffner. ,Hch sage Ihnen Bescheid." Rudolf Terbrügge setzte sich in den Wagen. Freundliche, hilfsbereite Menschen überall, dachte er. Ich werde schon durchkommen. Er betrachtete die Fahrgäste. Das waren noch Leute seiner Art, Bauern, die vom Lande hereinkamen. Als sie sich unterhielten, erkannte er froh feine eigene breite Aussprache. _ Aber dann änderte sich das Bild. Die Landleute fliegen aus. Es schien da auf einem großen freien Platz eine Art Markt abgehalten zu werden. Städtischgekleidete stiegen ein. Sie hatten es alle eilig, lasen während der Fahrt Zeitungen, sprangen dann urplötzlich, ohne aufgeschaut zu haben, wo sie sein könnten, vom Sitz hoch und stiegen aus. Die Straßen waren breit und von lärmenden Gefährten angefüllt. Die Häuser — ja, das waren ja wohl schon Wolkenkratzer? —, Rudolf Terbrügge war nie vorher in Hamburg gewesen. Er kannte nur Lüneburg; das hatte ihm gut gefallen. Diese große, hastende, geräuschvolle Stadt verwirrte ihn. Und wie endlos lange diese Fahrt dauerte! Er tippte schüchtern den Schaffner an. „Muh ich denn noch nicht umsteigen?" Der Uniformierte sah ihn an. „Wohin wollen Sie denn?" „Nach dem Vorsetzen. Sie sagten doch..." „Da hätten Sie umsteigen müssen. Ich habe doch laut und deutlich „Meßberg" ausgerufen. Nun kommen Sie am besten mit bis zum Hauptbahnhof. Da nehmen Sie die Ringbahn. Ihr Fahrschein gilt allerdings nicht mehr, der ist abgelaufen." Er nahm das bedruckte Blatt Terbrügge aus den Fingern, riß es durch und gab es zurück. Rudolf Terbrügge empfand das als die erste Unfreundlichkeit auf dieser Fahrt. . Am Hauptbahnhof nahm er sich vor, zu Fuß zu gehen. Er schritt über eine breite, lange Brücke. Das Wasser rechts und links war ja wohl die Elbe? Aber dann erfuhr er, daß er über die Alster gekommen war. Wieder ein Bahnhof. „Bitte, wo ist die Straße Dorsetzen?" — „Geradeaus, dann links; aber fahren Sie lieber, es ist weit." Er wollte nicht fahren. Schon ein bißchen gereizt schritt er weiter. Die Straßen — ober war es das ungewohnte Pflaster — ermüdete ihn. Er erkundigte sich noch einmal nach dem Weg. Ja, die Richtung war richtig. Ein großes Feld mitten in der Stadt. Weiter. Ein Denkmal, aha, Bismarck. Weiter. Tuteten nicht schon Dampfer? Er schritt rascher aus. Da tat sich vor ihm ein Ausblick auf den Hafen über die Landungsbrücken von Sankt Pauli hinweg auf. Er blieb stehen. Das gab es also wirklich, das sah nicht nur auf Bildern so aus! Die Geschäftigkeit in den Straßen schien sich auf dem breiten Strom fortzusetzen. Kleine Fahrzeuge, mit bunten Ringen am Rand der Schornsteine, schossen hin und her. Fähren drängten quer über den Fluh. Sirenen tuteten und schrien wieder ganz hell. Wuchtig, gelassen erscheinend gegen das kleine Gewimmel, strebten dicht aufeinanderfolgend zwei Uebersee- bampfer seewärts. Der eine, größere, wurde von Schleppern gezogen, der zweite fuhr mit halber eigener Kraft. Rudolf Terbrügge blieb minutenlang stehen und staunte das bewegte Bild an. „Flut", jagte jemand neben ihm zu einem Freund, „die Dampfer gehen hinaus." Rudolf Terbrügge stand im Wege Andere Vorübergehende stießen ihn beiseite. Er achtete es nicht, erst allmählich kam wieder eigene Bewegung in seine Glieder. . . Er setzte seinen Weg fort. In ihm war eine große Verwunderung. Vielleicht war es auch Angst, er dachte: werde ich mich jemals hier einfugen können. Es ist keine Erde da, zu ackern! keine Tenne zum Dreschen; kein Stall, in dem Vieh steht. Eisenbahnen, Kraftwagen, Schiffe. Der Boden ist steinern. Aber die Menschen, nicht wahr, sind ja wie ich. Sie leben, sie sind lebendig und werden den Nächsten leben lassen. Gewiß hat man hier nicht auf mich gewartet. Ich bin kein Narr. Ich werde niemals in einem dieser prächtigen Motorwagen sitzen; das weih ich. Eine Stadt erobert man nur in den Märchen. Amerika, Zeitungsjunge, Tellerwäscher; am Ende Millionär. Aber vielleicht kann ich an dec Maschine eines dieser vielen Schiffe stehen. Viele liegen still. Warten sie vielleicht auf Mannschaft, fehlen Leute an den Kesseln und vor den Feuern? Hitze vertrage ich gut. Ich will es John Schnaken» beck sagen. Es wäre schön, wenn ich nicht in der Stabt bleiben müßte. Lieber auf ein Schiss. Das Wasser ist doch wenigstens ein bißchen ähnlich Öen Wiesen, Den Weiden. Wenn der Wind über das Gras ging, habe ich oft an das Meer denken müssen, ohne es je gesehen zu haben. Aber es muß ähnlich sein, weit und still. Ich will zur See fahren. Ja, das will ich! — Die Straße mit dem bemerkenswerten Namen Dorsetzen sand sich bann endlich auch. Sie führte wirklich am Wasser entlang. Kleinere Dampfer lagen am Kai. „Nach Stettin" stand bei der Anlegestelle ober „Nach Kopenhagen, Güterannahme jeden Dienstag und Freitag." Das Haus mit der Nummer 146, das John Schnakenbeck seinem Freund Terbrügge auf der Postkarte angegeben hatte, war nur niedrig, aber dafür schön gelb gestrichen. Unter den Fenstern des ersten und zugleich obersten Stockwerks hatte es einen breiten blauen Streifen, auf dem ständ in weißer Oelfarbe: „Zum Seemannsheim". Rudolf Terbrügge flieg die zwei Stufen, die in den Schankraum zur ebenen Erde führten unb trat ein. Eine dicke blonde Frau war dabei, Metallteile des Schanktisches zu putzen. Sie erwiderte seinen Gruß. Eine jüngere lag neben einem Eimer an der Erde und wischte Wasser vom Boden auf. Als fit den Namen John Schnakenbeck hörte, richtete sie sich ein wenig auf und sah den Eingelretenen musternd an. Rudolf Terbrügge erkannte, daß sie sehr hübsch war. Beinahe so hübsch wie seine Antje. Cs gab ba eine Ähnlichkeit. Aber die Antje hatte noch schönere Augen, blauere, größere. Urlanbsfahrt 51/36 Znntal — Wasserburg. Urlaubsfahrt 52/36 Salzachtal — Burghausen. Zu diesen beiden schönen Urlaubsfahrten, die in der Zeit oom 10. bis 18. Auaust stattfinden, sind noch einige Plätze frei. Umgehende Anmeldungen können bis $ur endgültigen Besetzung täglich noch auf der Kreisdienststelle erfolgen. Der Fahrpreis elnschl. volle Verpflegung beträgt bei der 1. Fahrt 36 — Mart, bei UF. 52/36 37.— Mark. Vorsicht an Straßenkreuzungen! Beachtet das Vorfahrtrecht! An -Straßenkreuzungen würden die Fahrzeuge, die gleichzeitig von verschiedenen Richtungen dort ankommen, zusammenstoßen, wenn nickt bestimmt wäre, wer Vorfahren darf und wer anhalten muh. Jeder Kraftfahrer, Radfahrer oder Fuhrwerkslenker muß die Dorfahrtregeln kennen. Sie sollen daher von Zeit zu Zeit in Erinnerung gebracht werden. Erste Regel ist: Grundsätzlich hat die Vorfahrt, wer von rechts kommt. Zweite Regel: Kraftfahrzeuge und motorisch angetriebene Schienenfahrzeuge, also vor allem die Straßenbahnen, haben die Vorfahrt vor dem übrigen Verkehr. Diese beiden Regeln gelten nicht, wo durch Ver- kebrszeichen etwas anderes bestimmt ist: Wer ein auf der Spitze stehendes weißes Dreieck mit rotem Rand vor einer Straßenkreuzung rechts von seiner Fahrbahn sieht, muß dem Querverkehr auf der Kreuzung die Vorfahrt lassen. Die Vorfahrt auf den Fernverkehrsstraßen wird auch durch die schwarzgelben Nummernschilder bezeichnet. Wer sie an der Straße sieht, in die er einfahren will, muß dem Verkehr dort die Vorfahrt lassen: wer sie an seiner Straße findet, darf vorfahren. Wer auf einer Hauptverkehrsstraße fährt, findet rechts von seiner Fahrbahn auf der Spitze stehende Vierecke mit rotem Rand, die ihm zeigen, daß er die Vorfahrt hat. Wer aus einer kleinen Nebenstraße, einem Feldweg oder einer Gasse herauskommt, muß ebenso wie der aus der Ausfahrt eines Grundstücks Kommende sich in den auf der Straße fließenden Verkehr mit oesonderer Vorsicht einfädeln, auch wenn er selbst von rechts kommt. Erfolge der oberhessischen Geflügelzüchter auf dem 6. Welt-Geflügel- Kongreß in Leipzig. Der 6. Welt-Geflügel-Kongreß in Leipzig schließt am 2. August seine Pforten. Er war aus allen Teilen der Welt reich beschickt, 42 außerdeutsche Länder hatten ihre Vertreter nach Leipzig entsandt. Die deutschen Geflügelzüchter erlebten zum ersten Male in unserm Vaterland eine Weltschau. Von dem Ausmaß der Beschickung durch Tiere gibt allein schon der Umstand Zeugnis, daß nicht weniger als 759 Ehren- und 77 Zusatzpreise zur Verteilung zur Verfügung standen. Auch aus unserer Provinz Oberhessen war die Weltschau gut beschickt. Trotz der weiten Reise und der verhältnismäßig hohen Kosten hatten viele Züchter ihre Tiere zum Weltkongreß entsandt. Eine große Anzahl konnte mit Auszeichnungen bedacht werden. (Es bedeuten E = Ehrenpreis, Z = Zusatzpreis, v = vorzüglich, sg — sehr gut, g = gut, b = befriedigend.) In der Abteilung Leistungsgeflügel, die allein von deutscher Seite mit 1400 Tieren beschickt war, errangen folgende oberhessische Züchter Erfolge: Ludwig Emrich (Röthges) auf Weiße Leghorn, gekörte Junghähne: zweimal g, b; derselbe auf einen Stamm Jungtiere derselben Rasse g und auf eine Jungtierherde derselben Rasse g. Geflügelfarm Karl Deeg (Gießen) auf eine Jungtierherde Weiße Leghorn sg und E. Die Abteilung Rassegeflügel wies allein von deutscher Seite 8000 Tiere auf. Es errangen Friedrich Dauer (Gießen) auf Rhodeländer sg und E, Heinrich Becker (Allendorf a. d. Lahn) auf Russische Orloffs, rotbunt, sg und E, Lehrer Ludwig Stoll (Altenburg bei Alsfeld) auf Gelbe Italiener, zweimal sg und E, Heinrich Kraft 3. (Wallenrod) auf Schwarze Rbeinländer sg, Z, E und g, Karl Philipp 4. (Watzenborn-Steinberg) auf Neuenglische Zwerg- kämpfer, birkenfarbig, sg, E und Z, Heinrich Rühl 4. (Garbenteich) auf Neuenglische Zwergkämpfer- rot- sch'ckig, b, Ernst Bender (Griedel) auf Emdener Gänse g. Auch die Beschickung mit Tauben aus unserm Heimatgebiet war gut. Hier wog natürlich die Spezialrasse der Hessischen Kröpfer die andern bei weitem auf. Mit Auszeichnungen wurden bedacht: Gräfin zu Solms-Laubach auf Brünner Kröpfer, weiß: g, Hermann Haus (Dauernheim) auf Hessische Kröpfer, schwarz: sg 1 und Z, derselbe auf Hessische Kröpfer, rot: sg 1 und Z, Heinrich Rüdiger (Eckartshausen) auf Hessische Kröpfer, schwarz: bestes Tier der Klasse, sg, zweimal E, ferner derselbe auf Hessische Kröpfer, rieselköpfig: sg 1 und Z, Adolf Nohl 2. (Reichelsheim) auf Hessische Kröpfer. weiß: sg 1 und Z und Philipp Ostheim (Echzell) auf Altdeutsche Kröpfer, getigert: sg 1 und Z. Gießener IVochenmarkwreise * Gießen, 1. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, / kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11/, Klasse D 10/, ungezeichnete 10, Wirsing, / kg 8 bis 10. Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 25, gelb 15 bis 20, Erbsen 15 bis 25, Tomaten 28 bis 35, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, / kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Frühäpfel, / kg 20 bis 30 Pf., Falläpfel 7 bis 8, ausländische Aepfel 70, Birnen 20 bis 50, Kirschen 30 bis 35, Pflaumen 35 bis 40, Zwetschen 30, Mirabellen 35 bis 40, Pfirsiche 40 bis 50, Himbeeren 25 bis 35, Brombeeren 35 bis 40, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannisbeeren 12 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 70, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Der nächste Rindvieh -(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 4. August, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch 19. August statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.) Rundfunkprogramm. Das Programm des „Olympia-Deltsenders-Verlin" Einheitsprogramm des Deutschen Rundfunks (Ursender: Deutschlandsender). Sonntag, 2. August: 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Anschließend Musik in der Frühe. 7.50: 2. Tag der XI. Olympischen Spiele. Proqrammdurchsage. 8: Sonntägliche Mu- fit. 9 Uhr: Unterhaltungsmusik. Dazwischen Leichtathletik: Der Geländeritt des modernen Fünfkampfes. 100-Meter-Lauf — Vorläufe. 12: Meister ihres Faches. 13: Großes Mittagskonzert. 15: Bunte Musik. Dazwischen Leichtathletik: Hochsprung — Entscheidung: 100-Meter-Lauf — Vorläufe: Speerwerfen (Frauen) — Entscheidung: 800-Meter-Lauf — Vorläufe: Kugelstoßen — Entscheidung: 10 000- Meter-Lauf — Entscheidung. 18: Zur Unterhaltung- Dazwischen: Hörberichte von den Hockey-Ausscheidungsspielen. 19: Olympia-Echo: 2. Tag. 20: Musik am Abend. Dazwischen Gewichtheben: Federgewicht — Entscheidung: Leichtgewicht — Entscheidung. 22: Wetter und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Singende, klingende Welt!. 24: Nachtmusik. 0.50 bis 1: Intermezzo. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Montag, 3. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Anschließend bis 8: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45: Frühgymnastik und 7 bis 7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 3. Tag der XI. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8.05: Aus Mozarts Zeit. Was man auf dem Berge hört. 8.45: Nur für den Deutfchlandfender: Deutscher Seewetterbericht. 9: Solistisches Musizieren. 10: Unterhaltungsmusik. Dazwischen nur für den Deutfchlandfender: Leichtathletik: Berichte über 400-Meter-Hür- den-Vorläuse. 12: Militärmufik. Dazwischen 12.45: Olympia-Siegertafel 1896—1936. 13: Fortsetzung der Militärmusik. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Schallplatten. Dazwischen Leichtathletik: 400-Meter-Hürden-Vor- läufe. Hammerwerfen-Entscheidung. 100-Meter-Lauf- Zwischenläufe. 100 - Meter - Lauf - Frauen - Vorläufe. 100-Meter-Lauf-Entscheidung. 800-Meter-Lauf-Zwi- schenläufe. 100-Meter-Frauen-Zwischenläufe. 16: Melodie und Rhythmus. 17.40: Volkslieder. 18: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Hörberichte aus der 2. Halbzeit der Fußball-Ausscheidungsspiele: Italien — USA., Norwegen — Türkei. 19; Olympia- Echo: 3. Tag. 20.10: Oper im Funk: Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-phantastlsche Oper von Otto Nicolai. 20.10: Nur für den Dkutsch- landsender: Blasmusik. Dazwischen Gewichtheben: Halbschwergewicht-Entscheidung. Eintreffen des Fackelstaffelläufers am Olympiahafen in Kiel. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia- Echo. 22.45: Nachtmusik. 0.50 bis 1: Fortsetzung der Nachtmusik. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Großes M.-Sommersest am Hardtwäldchen. Der „Gießener Wä'dchestag" in neuer Gestalt. - Großzügige Vorbereitung Ein Fest der Volksgemeinschaft. Der heutige Samstag und der morgige Sonntag bringt unserer Stadt wieder einmal ein großes Sommerfest. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bereitete es in den letzten drei Tagen mit großem Eifer vor, um der Veranstaltung möglichst von vornherein den Erfolg zu sichern. Es ist eine glückliche Idee zu nennen, das große „Sommerfest der NS.-Gemeinschaft »Kraft durch Freude'" als Anknüpfung an eine alte Sitte, an den „Gießener Wäldchestag" zu veranstalten, das vor Jahrzehnten von verschiedenen Gießener Vereinen am Hardt- wäldchen durchgeführt wurde. Den äußeren Anlaß dazu gab die Deutsche Festwoche für Freizeit und Erholung, die sich, für das ganze Reich, an den kürzlich beendeten „Weltkongreß für Freizeit und Erholung" anschließt, lieber» all in den größeren, mittleren und kleineren Städten sollen Veranstaltungen abgehalten werden, die der Vertiefung der Volksgemeinschaft dienen und dem schaffenden Menschen einige Stunden unbekümmerter Freude bringen sollen. Die Vorbereitung, die für das KdF.-Sommerfest am Hardtwäldchen getroffen wurden, sind denkbar großzügig. Für nicht weniger denn 4000 Besucher werden Sitzplätze geschaffen, die zum größten Teil überdacht werden, so daß die Gäste auch gegen einen eventuellen Regenschauer geschützt sein werden. Vorgestern und gestern waren zahlreiche Hände damit beschäftigt, lange und geräumige Zelte aufzuschlagen. Inmitten des Platzes, der von zwei Seiten durch die Zelte klar begrenzt wird, wurden zwei Tanzflächen geschaffen, deren jede 100 Quadratmeter groß ist. Zwischen beiden Flächen wurde ein Zelt für die Musik errichtet. Selbstverständlich ist auch ein schönes Karussell auf dem Platz zu finden, eine Schießbude gibt die Möglichkeit, dem schönen Volkssport zu huldigen und dabei nette Preise zu gewinnen. Darüber hinaus wird selbstverständlich ausreichend für Speise und Trank gesorgt sein. Ein origineller Rostbratwurststand wird ebenfalls geschaffen. Der Platz selbst, auf dem das Sommerfest statt- finbet, liegt ideal und erscheint für eine solche Veranstaltung wie geschaffen. Eine große Wiese, unweit dem Umspannwerk an der Krofdorfer Straße, stellt den Hauptschauplatz dar. Auf der einen Seite ist er durch herrlichen Wald begrenzt, der dort ziemlich steil anfteigt. Das hügelige Gelände am Hardtwäldchen, die saftigen Wiesen der unmittelbaren Umgebung, die reifenden Getreidefelder an den Hängen und im Lahntal, und die Stadt im Süden bilden einen überaus reizvollen landschaftlichen Rahmen. Hinzu kommt noch, daß oom Festplatz aus der Gleiberg zu sehen ist, der das Bild im Norden großartig abschließt. Weitere Sitzgelegenheiten werden im Walde selbst geschaffen und zwar in unmittelbarer Nähe des dortigen Fünfzigerdenkmals, hinter dem steil eine hohe Felswand aufsteigt. Dieser Teil des Fetzplatzes trägt einen geradezu romantischen Charakter und wird angenehmsten Aufenthalt bieten, um so mehr, als gleichzeitig der Ausblick auf den zu Füßen liegenden Wiesenfestplatz möglich ist. Der Festplatz ist für die Fußgänger auf schönen Wegen und in verhältnismäßig kurzer Zeit zu erreichen. Von der Rodheimer Straße aus gelangt man rasch auf den (Bleiberger Weg, der unmittelbar nach dem Hardtwäldchen führt. Ein etwas weiterer aber ebenfalls sehr reizvoller Weg führt über die Hardtallee, um den unteren Hardthof vorbei zum Hardtwäldchen. Für Kraftfahrzeuge ist der Festplatz in kürzester Zeit über die Krofdorfer Straße zu erreichen. Die Einfahrt zum Festplatz wird gekennzeichnet sein. Das Fest findet bereits heute feinen Auftakt. Die heutigen Nachmittagsstunden sind besonders den Kindern vorbehalten, für die mancherlei Unterhaltung vorgesehen ist. Die Kinder werden durch ein Kasperletheater unterhalten, das schon in Kloster Arnsburg große Freude auslöfte; Sackhüpfen, Topfschlagen, Wurstschnappen und andere Vergnügungen werden die Jugend ausgiebig beschäftigen. Im Mittelpunkt des Sonntagnachmittags werden die Aufführungen der Wetterauer Spielfchar stehen, die einige ihrer luftigen Schwänke zechen werden. Die Leitung hat der „Unkel Kuonerad" Studienrat Philipp-Friedberg. Die Standartenkapelle NW 4 Friedberg wird — 40 Mann stark — für die nötige musikalische Unterhaltung sorgen. Wenn das Wetter dem Sommerfest einigermaßen günstig ist, sollten einige sehr unterhaltsame Stunden zu erwarten sein, die nicht nur der Erholung der arbeitenden Volksgenossen dienen, sondern auch dazu beitragen werden, — bedingt durch die Schönheit der landschaftlichen Umgebung — die Heimatliebe zu vertiefen. Deutsche Artilleristen weihen ihr Reichsehrenmal E n Sonderzug von Gießen für die Artilleristen in Oberheffen in Vorbereitung. Arn Sonntag, 30. August, wird in Köln, am deutschen Schicksalsstrom, in der Nähe der Brücke, über die in den Weltkriegsjahren unzählige Truppentransporte gingen, das Reichsehre n m a l der deutschen Feldartillerie feierlich enthüllt und geweiht werden. Zu der Feier werden die Artilleristen des Weltkrieges aus dem ganzen Reiche in großer Zahl erscheinen. Die Weihe wird der bekannte Heerführer im Weltkriege, General der Artillerie von G a 11 w i tz , vornehmen. Neben diesem hochverdienten General und dem Führer des Waffenringes der deutschen Artillerie, Generalleutnant Freiherr von Matter, werden noch zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten der Partei, der Regierung, der Wehrmacht und der artilleristischen Waffe erscheinen. Die Feier soll ein Bekenntnis der heute noch lebenden Artilleristen des großen Krieges zu ihren im Weltkrieg gefallenen Kameraden und zu ihrer alten Waffe fein. Aus Gießen und aus der Provinz Oberheffen wird die Denkmalweihe von zahlreichen Kameraden der Artillerie besucht werden. Der Artillerieverein Gießen, der für Oberheffen und die angrenzenden preußischen Gebiete die vorbereitende Arbeit übernommen hat, beabsichtigt, bei ausreichender B't.iligung einen Sonderzug von Gießen nach Köln und zurück bei der Reichsbahn zu beantragen. Die Abfahrt von Gießen nach Köln soll am Samstag, 29. August, um die Mittagszeit erfolgen, damit die Fahrtteilnehmer noch in den zeitigen Nachmittagsstunden in Köln ankommen. Die Unterkunft kann in Gasthäusern, Privatquartieren oder in Massenlagern je nach Wunsch des einzelnen Kameraden, erfolgen. Am Samstagabend sollen Wiedersehensfeiern der einzelnen Regimenter und ihrer Kriegsformationen stattfinden. Am Hauptlesttag, Sonntag, 30. August, wird vormittags in Gegenwart der offiziellen Persönlichkeiten, der Ehrengäste und der nach vielen Tausenden zählenden alten Artilleristen die feierliche Weihe des Reichsehrenmals erfolgen. Bei dieser Feier werden Abordnungen sämtlicher Garnisonen des Rheinlandes zugegen sein. Der Ehrensalut bei der Denkmalweihe wird von einer Batterie geschossen werden. Nach der Denkmalweihe wird ein Vorbeimarsch der alten Soldaten den Abschluß der Feier bilden. Die Nachmittagsstunden stehen den Kameraden zur beliebigen Ausnutzung zur Verfügung. Am Abend wird ein großes Militärkonzert mit Rhein- und Dombeleuchtung und Feuerwerk den Ausklang des großen Artilleristentreffens bilden. Die Rückfahrt der oberhessischen Artilleristen von Köln dürste am späten Sonntagabend nach dem Abschluß der Festbeleuchtung erfolgen. Es ist für die Hin- und Rückfahrt eine außerordentliche Fahrpreisverbilligung, voraussichtlich 50 bis 60 Prozent, wahrscheinlich, sodaß die Fahrtteilnehmer für die Hin- und Rückfahrt Gießen — Köln — Gießen 5 bis 6 Mark zu zahlen haben werden, ein so billiger Preis, wie man ihn sonst für eine Fahrt nach Köln und zurück nicht eingeräumt erhält. Dabei ist jedoch Voraussetzung, daß sich aus Oberhessen und den angrenzenden preußischen Kreisen eine genügende Anzahl Kameraden meldet, um die erforderliche Besetzung des Sonderzuges zu erreichen. Anmeldungen sind an den vom Artillerieverein Gießen beauftragten Kameraden Wilhelm Stephan, Gießen,' Bahnhofstraße 24, Fernsprecher 3729, bis spätestens zum 15. August zu richten. Dabei ist auch anzugeben, ob die Unterbringung in einem Gasthaus, im Privatquartier oder in einem Massenquartier gewünscht wird. Oberheffen. CanöM# Gießen. ch Saubringen, 1. Aug. In der Waldstraße (verlängerte V rgstraße) wurde nunmehr mit Kanalisierungsarbeiten begonnen. Es ist die letzte Straße unseres Dorfes, die noch der Kanalisierung bedurfte. — Steinbach, 1. Aug. Der 10jährige Sohn des hiesigen Landwirtes und Fuhrmannes Anton Haas fiel dieser Tage, als er beim Umdecken der Scheuer half, vom Gerüst herunter auf die Tenne. Er brach dabei eine Rippe und zog sich Blutergüsse besonders im Rücken zu. * Grünberg, 1. Aug. Am heutigen 1. August kann die Gemeindehebamme Kath. Graulich auf eine Dien ft seit von 25 Jahren zurückblicken. Segensreiche Arbeit und opferfreudige Beritschast für ihre Gemeinde hat sie stets bewiesen. Mögen der Jubilarin noch viele Jahre weiteren Schaffens beschieden fein. < Virklar, 31. Juli. Unsere Gemeinde läßt zur Zeit den Oberstock des Gemeindesaales durch entsprechende Neuherstellungs- und Umbauarbeiten zu Unterkunftsräumen der Hitlerjugend Herrichten. Diese Maßnahme findet allseits Anklang, wird doch hiermit in schöner Weise ein langgehegter Wunsch der HI. zweckentsprechend erfüllt. lD H u n g e n , 31. Juli. Steuerassistent Peter Heiß am Finanzamt Hungen wurde zum Steuersekretär, die Steuerdiätare Hahn und Zimmer, ebenfalls am Finanzamt Hungen, zu Steuerassistenten ernannt. flrefo Wetzlar. = Wißmar, 1. Aug. Der hiesige Arbeiter Otto Drommershausen erlitt dieser Tage an seiner Arbeitsstelle in den Buderusschen Eisenwerken zu Lollar einen Unfall. Mit einer erheblichen Fußoerletzung mußte er in die Chirurgisch, Klinik nach Gießen gebracht roefben. — Einen weiteren Unfall hatte der hiesige Bäcker Seip aix verzeichnen. Er fuhr mit dem Motorrad gegen ein Fuhrwerk eines hiesigen Maurermeisters und kam dabei zu Fall. Glücklicherweise zog er fick nur leid), tere Verletzungen zu. Das Motorrad wurde erheblich beschädigt. * Rodheim a. d. B., 1. Aug. Am morgigen Sonntag findet hier ein Missionsf est statt. Festprediger sind Pfarrer Kalbhenn (Merlau) und Missionar Geißlinger (Wiesbaden, früher in China). Auf die heutige Anzeige fei hmgewlefen. Hitler-Urlaub. NSG. Vielen Tausenden bedürftiger SA.- und SS.-Männer konnte in diesem Jahr durch die Fürsorge des Führers ein kostenloser Erholungsurlaub auf dem Lande verschafft werden. Der Aufruf für die Hitlerfreiplatzspende führte in unserem Gau zu einem vollen Erfolg. Durch den Opferwillen der Einsichtigen kam die nationalsozialistische Dolkswohlfahrt in die Lage, wiederum eine großzügige, vorsorgliche Gesund- heitspolitik zu treiben, wiederum Jahrhunderte alte Gegensätze und Vorurteile auszugleichen und zu beseitigen. Die Hitlerfreiplatzspende führt Menschen und Be- rufe einander näher, die sich früher kaum kannten. Die große Kameradschaft des deutschen Volkes wird durch die Hitlerfreiplatzspende offenbar, die der Ausdruck ist der großen Volksgemeinschaft, wie sie der Führer verlangt. Es gilt den Trägem des Kampfes für das neue Deutschland Anerkennung für ihre Leistungen und Entbehrungen zu geben. Die Hitlerfreiplatzspende schafft Volksgemeinschaft, hilft mit am Aufbau des ewigen Deutschlands. Meldungen nimmt jede NS>Gliederung entgegen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. August. 8. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: fein Gottesdienst; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche der Markusgemeinde. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Aus- feld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. Siehe Johanneskircke. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrasfistent Zschau. — Fohannessaal. 10.45: Christenlehre für die Luthergemeinde. — Tvieseck. 9.30: Gottesdienst. — Alten-Buseck. 10.30: Dekan Sattler. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.45: Gottesdienst und Christenlehre. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 13: Hauptgottesdienst; Psarrassistent Feix (Gießen). — Treis c. d. Cda. 10: Hauptgottesdienst; 11: Katechismuslehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend; Missionar Walther (Gießen); 10.30: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 11: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Cid). 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl. — Rieder-Besfingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11.15: Hauptgottesdienst; Pfr. Hotz (Villingen). — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kandidat Schäfer (Cid)).— INünzenbera. 10.30: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Trais-lNünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Beitsberg. 9: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Dirberg. 10.30: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Harbach. 14.15: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. Mittwoch, den 5. August. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Evangelische Ztadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 2. August. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 15: Ge» rneinschaftsstunde (nur Mitglieder); 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 5. August: 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 2. August. 20.30: Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 5. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, den 6. August. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Reuaposlolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 2. August. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 5. August. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Vaptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 2. August. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30 Uhr: Predigt. — Donnerstag, den 6. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 2. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 5. August. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Donnerstag, den 6. August. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 7. August. Gießen. 7 Uhr: Segensamt. — Lich. 6.15: Segensmesse. veffenlNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r 3 t • : Dr. Geyer, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Perlon rem ®Qll Ultil ’ dle Ur. p8sur(aub « tarn dir öie Lag» 1 Tesund! n°erte alte n und zu n und $c. w kannten, wlkes wird 'die der lit wie sie ägern dez Erkennung zu geben. ^meinschast, Wands 3 entgegen. Trinitatis, dienst; 9.30: Gemeinde.- r; zugleich >: Pfr.Slus- !sgemeinde: Hofs. Siehe er Weg Al. faal. 10.45: - Dieses 30: Dekan Steinbach, ködgen. 10: sdienst. - farra Merit auptgottes- Linden. 9: übliche Lu- 0: Kinder- sdienst. - Steinberg. 0: Stifls» gingen. >: fjaupb eMvM. :«V- MeMre. I mit Chri- 11: Kinder- :st mit Cbri- Gottesdienst «Hain. 12.30: - Harbach. kollette. rdandacht. ze 14. Sonn- icht: 15: @e- 50: Eoangeli' ugust: 20.30: (CanbtsM Sonntag, den insstunde. - ibelstunde. - Jugendbuno- r«6= Uhr: ®ott“ )en5.8W# Sonntag.6en . 20.30 »hr. [i 20.30 Uhrr .,ch Dfi** .. ftommujj0" Andacht- hvE "unViÄ1 j't Predigt- .6.15: , * JSOO. »#■ Samstag, 1. August 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Ir.Uß viertes Blatt .. < -*v _ Ä--: *'i . ' J ■ • •» ,< ;fx?.. x v-.i M 3 M O . ■« W X-' ''■X' Z<'$ti5V$ ■ . " X -• hx • - *- .:.X: ' 5 ’? ’ hi IX fI- X j ix i« O Ex U : . MM > II ii X VORSKSHnr«! i,AHCSAM pÄt'^ä - £ 4'* jSfcx O' l >-•»XML .L • vtaiiAitt Die Folgen Am Seltersweg: Gesperrt in einer Fahrtrichtung! Gesperrt für jeglichen Fährverkehr! Eins der neuen Warnzeichen vor ungeschützten Bahnübergängen. Eindrucksvolles Warnungsplakat bei Lich. B-rkehrswidrig-s Verhalten ist Gesahr! Ein Bauernmädchen geht schräg über den Platz am Selterstor. Lutzgänger in Vejahrl Sie sollten auf dem Bürgersteig warten. Grützte Verlehrssündel Der Wagen biegt falsch in den chindenburgwall ein. „Manneszucht", oder „Ordnung". Unmißverständlich also! Leider sind wir noch weit von jenem Jdeal- zustand entfernt, wie er in der Reichsstraßen-Ver- kehrsordnung allenthalben zur Forderung erhoben wird. Wenn dem anders und besser wäre, dann brauchte das Reichsverkehrsministerium nicht allwöchentlich jene höchst betrübliche Statistik zu veröffentlichen, die immer wieder von vielen Toten berichtet, die im Laufe einer Woche Opfer des Verkehrs wurden. Ganz abgesehen von dem Heer der Schwer- und Leichtverletzten! Diese Statistik eines vermeidbaren Vergaserbrandes. der zu beobachten. Es gibt Autofahrer, die unmittelbar unter oem Parkoerbotsschild ihren Wagen stehen lassen, wenn sie nicht ein wohlmeinender Volksgenosse auf das Verbot aufmerksam macht. Ein junger Radfahrer stellt sein Fahrrad rasch am Geländer des Bürgersteiges ab, selbstverständlich da, wo es am meisten stört. Zwei Mädchen biegen nebeneinander aus dem Seltersweg in den Hinden» burgwall ein und unterhalten sich dabei sorglos von Rad zu Rad. Kaum eine Minute später begeht ein Autofahrer die schwerste Sünde, die am Sel- terstor begangen werden kann: er fährt von der Frankfurter Straße her um die Straßeninsel herum in den Hindenburgwall ein (!). Einige Fußgänger, die gerade die Insel erreicht hatten, schütteln die Köpfe. Ein Motorradfahrer bringt es fertig, an der schärfsten Kurve am Hettler-Eck unmittelbar am Geländer abzusteigen, obwohl gerade dort die Fahrzeuge die Kurve zum Hindenburgwall eng zu nehmen haben. Bald darauf passiert ein rankes Bauernmädchen in hübscher Marburger Tracht den Platz. Aber wie!? Die Geländer hat das Mädchen offensichtlich als eine Störung empfunden, es über- sieht auch beide Fußgängerwege und geht schräg, auf längstem Weg, über den Platz. Zahlreiche Fußgänger warten meist auf der Fahrbahn das vorbei- fahrende Auto ab, anstatt auf dem sicheren Bürgersteig stehenzubleiben. Radfahrer benehmen sich auch hier ziemlich willkürlich. So mancher Radfahrer gibt schon lange vorher sein Fahrtrichtungszeichen, andere wieder denken überhaupt nicht daran die Hand zu heben Alle diese hier nur in kürzester Form dargestellten Fälle sind keine Erfindungen, sondern Tatsachen, die stündlich am Selterstor in vielen Varianten beobachtet werden können. Wie unwichtig erscheinen all diese Verkehrssünden, wenn nichts passiert, wenn es wieder und immer wieder gut abläuft. Wie rasch sind dann die Sünden von allen Beteiligten vergessen. Wie aber, wenn sich die Verkehrssünde zum Unfall auswächst, wenn es dramatisch wird, daß allen, die den Vorfall beobachten, das Blut auf dem Weg zum Herzen stockt, wenn es im Tragischen, meist aber im Traurigen endet?! Leser sagen, mühsam nachgrübelnd in seinem Gewissen. Er findet vielleicht wirklich keine begangene Sünde, die er vor Gott, der Welt oder der Polizei zu berichten hätte. Hier liegt ein entscheidender Punkt: die meisten Verkehrssünden werden unbewußt begangen, sie dringen gar nicht als solche bis in das Bewußtsein, sondern bleiben gedanklich irgendwo hängen und werden zwei Minuten später immer wieder begangen! So haben viele Menschen in Gießen immer noch den fragwürdigen Ehrgeiz, in einem möglichst weiten Winkel über den Seltersweg zu gehen, also auf möglichst langem Weg, um sich auf diese Weise ausgiebig in der Gefahrenzone zu bewegen. Es geschieht gewohnheitsmäßig! Um im rechten Winkel die Straße zu überqueren, würde ja auch den Gedanken daran und außerdem den Entschluß dazu voraussetzen! Beides erscheint manchem für diesen einfachen Fall ein zu großer geistiger Aufwand. Der Kraftfahrer hat es zu entgelten. Er muß seine Aufmerksamkeit zum Aeußersten steigern. Der Seltersweg am Samstagnachmittag und am Samstagabend ist — verkehrspolitisch gesehen — ein ganz düsteres Kapitel. Daß in dieser Hauptstraße nicht mehr Unfälle geschehen, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß die Fahrzeugführer das an Vorsicht mehr aufbie- Sache von ihr zu tun war. Betrüblich genug, daß es nicht schwerfällt, innerhalb von 10 Minuten 10 verschiedene Verkehrssün- Immer noch mehr Verkehrsdisziplin! Zetrübliche Wochenstatistiken. - Rücksicht ist Höflichkeit im Straßenverkehr. Oie Kamera ertappt Verkehrssünder. ten, was sich die Fußgänger in den Stunden eines gemütlichen Bummels schenken. Wie aufschlußreich ist eine halbe Stunde Beobachtung am Selterstor! Sicherlich ist dort die oer- kehrstechnische Lage am schwierigsten, aber es ist durch die Schaffung einer neuen verkehrstechnischen Anlage (Straßeninsel, Fußgänger-Ueberwege, Geländer) die Voraussetzung dafür geschaffen, daß sich der Verkehr in Ordnung abwickeln könnte. Die Polizei hat an dieser Stelle (wie auch an mancher anderen Stelle) alles getan, was nach Lage der Die Forderung, die der Straßenverkehr an den ?nlksgenossen stellt, ist wohl kaum kürzer und voll- inbiger auszudrücken, als es im einleitenden Satz ;s Kapitels „Verhalten im Verkehr" der Reichs- : aßen-Verkehrsordnung vom 28. Mai 1934 gesagt „Jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr hat sich so zu verhalten, daß er keinen anderen schädigt oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt." '2In Stelle einer Regelung aller erdenklichen Der- lchrsvorgänge, die doch nicht vollständig und wegen hres Umfanges nicht volkstümlich fein kann, wird jenige sei, auf den Rücksicht genommen werden muß. Selbstverständlich gibt es auch Kraftfahrzeugfahrer, die sich als die alleini- gen Herren der Straße fühlen und die der staunenden Mitwelt inmitten der Stadt gerne vorführen, was ihr Wagen leistet. Im übrigen braucht man die Hand nicht umzudrehen. Verkehrssünder sind wir allzumal! Wer von sich behaupten wollte, daß er sich nie gegen Verkehrsvorschriften vergangen habe, der lügt oder er ist, wenn seine Behauptung pure Wahrheit sein soll, ein Engel, zu gut für diese Welt, mindestens aber ein Uebermensch! „Ich entsinne mich im Augenblick keiner begangenen Verkehrssünde!" könnte vielleicht mancher sollte eine ernste Warnung sein, die wohl jedem Volksgenossen in das Stammbuch gehört. Wer wollte für sich behaupten, daß ihn dies nicht an- ainge, wo ihn doch — aus eigener oder fremder Leichtfertigkeit oder aus einem unglücklichen Zusammentreffen ungünstiger Umstände — schon an der nächsten Straßenecke das Schicksal treffen kann! Dabei braucht noch lange nicht der Aengstlichkeit das Wort geredet zu sein! Es ist demgegenüber nur die Tatsache festzuhalten, daß die meisten Verkehrsunfälle in irgendeiner Leichtfertigkeit ihre Ursache haben. Wer sich nur einmal eine halbe Stunde lang an irgendeiner belebten Stelle aufhält (möglichst nicht verkehrswidrig), wird kaum Augen genug haben, um alle jene Leichtfertigkeiten zu beobachten, die sich viele Volksgenossen immer wieder zu schulden kommen lassen. Wie viele beachten die Verkehrszeichen überhaupt nicht oder denken, daß sie vielleicht nur „für die anderen" da sind! Diele wandeln oder fahren mit überaus erstaunlicher Sorglosigkeit ihres Weges uno scheinen zu denken, daß ja „der andere" aufpassen soll, der Motorradfahrer und der Autofahrer natürlich in erster Linie. Manche Mitmenschen sind gar heute noch der Meinung, daß der Fußgänger allein der- cjso von jedem Verkehrsteilnehmer ein Verhalten t »dangt, das von einem sorgfältigen, verständigen, tie jeweilige Verkehrslage beachtenden Menschen c?5 elbstoerständlich gefordert werden muß. ^as scht Verantwortungsgefühl voraus, erfordert äußerste Rücksichtnahme auf andere Derkehrsteil- rchmer, erhebt außerdem die Forderung der Hof- lchkeit, die sich mehr und mehr auch 'm Straßen- r»rkehr durchsetzen sollte. Sch leßlich laßt sichZU cll dem noch das Wort „Disziplin m die Waag, svale werfen, dessen Sinn und Begriffsbestimmung in Grunde niemand unbekannt jem fann. 2>as tiort „Disziplin" heißt auf gut Deutsch «Zucht, Die Reihe der Verunglückten allein aus unserer Stadt ist groß genug, um eindrucksvolle Warnung zu sein. Kaum ein Tag vergeht, da nicht auch in unserer Stadt ein Arm- ober Beinbruch, eine Ge- Hirnerschütterung usw. als Folge eines Verkehrs- Unfalles zu berichten finb. Wieviel mehr sollte jeher- mann bie Unsallmelbungen ber Zeitung als eine (Sämtliche Ausnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.) Mahnung zur Vorsicht betrachten, nicht etwa als Sensation (als die sie nie gedacht ist)! Dabei ist es kein Kunststuck, sich auf der Straße richtig zu benehmen. Die dreieckigen Zeichen, die gebieten, auf das Vorfahrtsrecht der Fahrzeuge in den Hauptstraßen zu achten, die Sperr- und Fahrtrichtungszeichen an Einbahnstraßen sind nicht zu übersehen, die Vorsichtszeichen vor den Schulen, die Warnschilder vor Gefahrenstellen und alle die anderen Zeichen, die der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer dienen, sind so klar und eindeutig, daß es eine reichliche Portion Gleichgültigkeit bedeutete, wollte jemand behaupten, daß er diese Zeichen nicht verstünde. Im übrigen: Unkenntnis schützt nicht vor Strafe! Die Volizeibeamten des Straßendienstes, die sich während der Verkehrserziehungswoche in den Dienst der Verkehrserziehung stellten, fühlten sich sicherlich nicht als Schulmeister, sondern lediglich als Diener an der Volksgemeinschaft. Der Kumpf, den auch gegenwärtig wieder die Reichsregierung in verstärktem Ausmaße gegen den Verkehrsunfall führt, darf nicht ein Kampf gegen Windmühlenflügel fein. Derkehrsfchilder sind auch nicht Schikane, sie sind nicht zur Behinderung des Verkehrs da, sondern zu dessen Förderung. Sie stellen nicht Verbote um des Verbotes willen dar, sondern sind Maßnahmen, die als Mittel gegen den Derkehrstod aus dem täglichen Leben erwuchsen. Wer wollte sich heute noch der Notwendigkeit der Einbahnstraße verschließen? Wer sähe nicht ein, daß eben nur an bestimmten Stellen geparkt werden darf? In unserer Stadt entstand der vorbildliche und viel benützte Parkplatz an der Plockstraße, der Oswaldsgarten wurde zum Parkplatz gemacht, und täglich kann man dort die Riefen der Landstraßen, die Fernlastzüge, parken sehen, die fast einen großartigen Anblick bieten, wenn ihrer mehrere in Reih und Glied stehen. Früher dagegen hatten sie oft manche Straße zum Engpaß gemacht. Das nationalsozialistische Dritte Reich hat schon zahlreiche unlösbar scheinende Aufgaben angegriffen und in guter Weise gelöst. Manche Aufgabe wird aber noch zu lösen sein. Eine dieser Aufgaben ist die Erziehung des Volkes zur Verte h r s d i s z i p l i n. Die Volksgemeinschaft kann keinen Volksgenossen entbehren, der durch vermeidbaren Unfall zu erhalten ist. Die Erziehung zur Verkehrsdisziplin setzt nur guten Willen und etwas Selbstbeherrschung jedes einzelnen voraus. Es sollte nicht notwendig sein müssen, daß dem Kraftfahrer jede Derkehrssünde in den Führerschein eingetragen werden muß als ernste Mahnung für die Zukunft. Man kann nur wünschen, daß der Polizei recht wenig solcher Eintragungen zu machen bleiben. Auch das kürzlich vom Reichsverkehrsminister heraufbeschworene Gespenst des Führerscheins für Fahrräder sollte lediglich Gespenst bleiben können und nicht zur Wirklichkeit werden müssen, denn das würde zwangsläufig einen Rückschritt bedeuten. Es liegt an jedem einzelnen, zur Verhütung von Verkehrsunfällen beizutragen. Das bedeutet eine Verpflichtung sich selbst, dem Nächsten und nicht zuletzt der Volksgemeinschaft gegenüber! Wirtschaft. Oie preise für deutsche Frühkartoffeln. Fwd. Soeben hat der Vorsitzende der Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft unterm 28. Juli die für die Anlieferungszeit vom 31. 7. bis 6. 8. 1936 gültigen Erzeugerpreise für deutsche Speisefrühkartoffeln festgesetzt. Für weiße, rote und blaue Sorten gilt am 31.7.1936 ein Mindestpreis von 3,15 Mark und ein Höchstpreis von 3,65 Mark; für runde gelbe Sorten ein Mindestpreis von 3,55 Mark und ein Höchstpreis von 4,05 Mark; für lange gelbe Sorten ein Mindestpreis von 3,95 Mart und ein Höchstpreis von 4,45 Mark. Sämtliche Preise fallen täglich um 0,05 Mark. Rhein-mainischer Getreidemarkt. Die anhaltenden Regenfälle haben die Entwicklung des Brotgetreidemarktes sehr gehemmt, indem etwa vorhandenes Angebot von neuem Getreide wieder kleiner geworden ist, oder die erwarteten neuen Zufuhren überhaupt nicht heran- kamen. Für Mahlroggen erstreckt sich das Interesse in der Hauptsache auf baldige Lieferung, wobei auch ostdeutsche Herkünfte genommen werden, während man sich für später mit hiesigem Roggen einzu- decken gedenkt. Immerhin liegt jedoch kaum ein Angebot vor, trotzdem im Starkenburger Bezirk die Roqgenernte in weitem Umfange eingesetzt hat. Wintergerste ist wieder wesentlich weniger angeboten, teilweise weil die Ernte nicht abgeschlossen werden konnte, teils weil die Landwirtschaft selbst wegen der Witterungsschäden mit dem Verkauf wartet. Die Nachfrage bleibt sowohl für Futter-, wie für Jndustriezwecke gut. Sommerger st e für Brauzwecke wurde noch nicht angeboten; es liegen auch noch keine Muster vor. In Hafer beschränken sich die Zufuhren auf kleine Mengen norddeutscher Herkunft, die aber wegen ihrer hohen Preise kaum begehrt sind. Weizenmehl bleibt lebhaft gefragt, da die Bäcker mit einem größeren Bestand alten Weizenmehls in die neue Campagne eintreten wollen. Das Angebot ist nicht sehr reichlich, genügt aber doch den Anforderungen. Roggenmehl hat laufendes Geschäft. Futtermittel liegen unverändert. Kleie und Biertreber sind reichlich am Markt, auch Schnitzel wurden wiederum zugeteilt; dagegen ist die Beschaffung von Kartoffelflocken kaum mehr möglich. Oel- kuchen und Mischfutter haben stilles Geschäft. In R a u h f u t t e r kommen kaum Umsätze zustande. Rhein-mainische Diehmärkte. Auf sämtlichen Märkten hielten sich die Auftriebe nahezu aller Viehgattungen erheblich unter der Nachfrage. Bei Rindern und Schweinen erfolgte weiterhin Zuteilung, Kälber, Hämmel und Schafe hatten meist lebhaften Verlauf und z. T. steigende Preise. Von den insgesamt zugeführten 619 (722) Stück Großvieh entfielen auf Frankfurt 388 (518), auf Mainz 148 (129), auf Wiesbaden 83 (75), so daß der Rückgang besonders am Frankfurter Markt spürbar wurde. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Der Restbedarf an Rindfleisch konnte durch zusätzliche Lieferungen von ausländischem Frisch- und Gefrierfleisch sichergestellt werden. Am Schweinemarkt setzte sich der saisonmäßig bedingte Rückgang der Zufuhren fort auf 5332 (6975) Stück. In Frankfurt standen 3249 (4409), in Mainz 725 (839), in Wiesbaden 907 (1198) und in Darmstadt 471 (529) Stück zum Verkauf. In Wiesbaden war die Qualität gut, im übrigen mittel. Es erfolgte weiterhin Zuteilung, doch konnte auf keinem Markt dem 90 v. H. betragenden Kontingent entsprochen werden. Auch der Kälbermarkt zeigte rückläufige Zufuhr mit 1673 (2041) Tieren, so daß bei lebhaftem Geschäft die Preise allgemein etwas anzogen. In Frankfurt genügten die 1034 (1275) nicht der Nachfrage, ebenso in Darmstadt mit 72 (116). In Wiesbaden standen 300 (333) und in Mainz 267 (317) Stück zur Verfügung. Der Gesamtauftrieb an Schafen mit 194 (196) Stück hielt sich auf der Höhe der Vorwoche und bei gleichbleibenden Preisen wurden die Märkte nach meist lebhaftem Geschäft geräumt. Rhein-Mainische Börse. Zilitfagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Börse lag am Aktienmarkt weiter fest. Das Geschäft beschränkte sich jedoch zumeist auf Spezialwerte, im übrigen war die Umsatztätigkeit ruhiger als an den Vortagen. Vom Publikum lagen weitere Kaufaufträge vor, dagegen zeigte die Kulisse verschiedentlich Neigung zu Abgaben. Im Durchschnitt stellten sich weitere Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. Ganz erheblich ruhiger lag der Montanmarkt, an dem einiges Angebot herauskam, so daß die Kurse keine weitere Erhöhung aufwiesen. Rheinstahl ließen 1,50 v. H. nach, Verein. Stahlwerke und Hoesch Eisen bröckelten je 0,25 v. H. ab, Buderus, Mannesmann und Klöckner blieben gut behauptet; Laurahütte 21 (21,75). Fest blieben jedoch Harpe- ner mit ca. 137,50 (136,50). Lebhaftes Geschäft verzeichneten erneut Kunstseide AKU. mit 62,75 (61), auch Bemberg mitgezogen und 2 v. H. höher. Weitere Nachfrage des Rheinlandes zeigte sich für Westdeutsche Kaufhof zu 59,75 (58,50). Außerdem setzten Zellstoffaktien ihre Steigerung fort; Aschaffenburger 123,50 (121,50), Feldmühle 136,75 (136,50), Waldhof ca. 156,25 (155,50). Am Elektromarkt traten Gesfürel mit plus 3 v. H. mehr hervor, RWE. gewannen 2 v. H., Siemens und Schuckert bis 1 v. H., während Betula 0,50 v. H. verloren. AEG. in Erwartung des Ergebnisses der Sanierungs-Sitzung sehr still. IG. Farben bei etwas größerem Geschäft als bisher fest mit 171,90 bis 172,50 (171,25). Maschinen- und Motorenaktien zogen 0,50 bis 1 v. H an, Muag plus 1,25 v. H., Junghans mit 107 bis 106,75 (107,25) etwas leichter. Im einzelnen setzten Reichsbank 1 v. H., Gement Heidelberg 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. freundlicher ein. Das Geschäft am Rentenmarkt war unverändert ruhig. Altbesitz und Kommunal-Umschuldung je 0,13 v. H. niedriger, auch zertif. Dollarbonds nur knapp gehalten. Von Industrie- Obligationen 6proz. Verein. Stahl 103,25 (103). Am Äuslandsrenten- markt lagen Mexikaner etwas höher, 4,5proz. Bewässerungsanleihe 10,10 (9,90), 5proz. innere 6,45 bis 6,4772 (6,40), auch Ungarn Gold weiter erhöht mit 9,30 (9,20) und I. Anatolier 45 (44,65). In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich, jedoch noch Überwiegend fest. Montanwvte gingen allerdings um etwa 1—1,50 v. H. zurück. Kunstseide Aku unter lebhaften Schwankungen 63 nach 62,40 und anfangs 62,75—63. Am Elektromarkt Betula 156 bis 155,50 nach 155, RWE. 138,50 nach 138,13 und Siemens 206,50 nach 205, dagegen AEG. 38,40 (38,65). Zellstoffwerte blieben ebenfalls, Aschaffenburger 124,25 (123,50). Von später notierten Werten Eßlinger Maschinen nur per Einheit 102,50 (100) rat., Südd. Zucker 229,75 (228), Scheideanstalt 272—273 (270), Harpener 138 (136,50) und Otavi Minen 31,25 (3Q,50). Am Einheitsmarkt stiegen DD.-Bank auf 105,75 (104,50), Dresdner Bank auf 105,50 (104,50), Commerzbank nur mäßig höher mit 102,65 (102,50), aber zu 102,75 gesucht. Ferner waren einige Brauereiaktien gesucht und fest. Renten blieben geschäftslos. Von Kaffarenten gaben Liquidationspfandbriefe überwiegend 0,13 v. H. nach. Stadtanleihen lagen ziemlich unverändert, ebenso Goldpsandbriefe. Dekosma I 119 (119,25). Im Freiverkehr waren jugoslawische Restquoten weiter fest, Salzkammergut 1,27, Rudolf Silber-Bahn 1,25, Oesterr. Eisenbahnanleihe v. 1913 0,55. Der Freiverkehr war wenig verändert, Frankfurter Handelsbank 41 (42), Kali Wintershall 129,25 (128). Tagesgeld zu 3 o. H. unverändert bei ausgeglichener Lage. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse war das'Geschäft bei freundlicher Grundstimmung nicht sehr lebhaft. Die Kulisse zeigte mit Rücksicht auf den Börsenausfall in Berlin und Düsseldorf etwas Zurückhaltung, zumal da nennenswerte Publikumsaufträge fehlten. Zellstoffwerte lagen weiter fest, Aschaffenburg 125 (124), Waldhof 156,75 (156). Außerdem blieben Westdeutsche Kaufhof gefragt und zogen auf 60,75 (60,13) an. Ferner konnten sich die meisten Montanwerke von den tiefsten Mittaaskursen etwas erhöhen. Im übrigen blieben die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß aut behauptet. Deutsche Renten lagen sehr ruhig. Im Freiverkehr hatten Rest- quoten weiter feste Tendenz und größere Umsätze. Man nannte jugoslaw. Salzkammergut 1,30, do. Rudolf-Silber 1,30, do. zur Oesterr. Eisenbahnanl. v. 1913 0,60 bis 0,65, do. Polenquote 1,40, ital. rumän. Quote zur österr. Eisenbahnanl. 0,30. 11. a. notierten: 4,50 v. H. Reichspost Schatz 35 100,30, 6 v. H. IG. Farben 130,75, 5 v. H. Mark komm. El. Wk. 100, 4,50 v. H. Franks Hyp. Gold R. 8 bis 10 97, 4,50 v. H. Rumänen 5,50, 3,50 v. H. Schweiz. Bundesbahn 217, 4 v. H. Oesterr. Staatsbahn v. 1883 7,05, AKU. 62,90, AEG. 38,25, Aschas- fenburger Zellstoff 125, Betula 155,50, Buderus 118,75, Daimler 132,25, Deutsche Erdöl 133,50, Scheideanstalt 274, Deutsche Linoleum 174,75, Licht & Kraft 157,50, IG. Farben 172,25, Gesfürel 146,50, Harpener 137,50, Hoesch 121,75, Junghans 106,75, Klöckner 122,50, Laurahütte 20,75, Mannesmann 116, Muag E 119, Moenus 99, Schuckert 164,25, Verein. Stahl 115,75, Kaufhof 60,75, Zell- ftoff Waldhof 156,75, Adca 88,75, Commerzbank 102,75, DD.-Bank 105,75, Dresdner Bank 105,50, AG. für Verkehr 119,50, Reichsbahn-VA. 123,13, Otavi Minen 31,25. Stanffurter Obst- und Gemtisemackt. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Zufuhren von Gemüse blieben, mit Ausnahme von Erbsen, weiterhin ausreichend, lleberangebot von Salat- qurken und Pilzen. Geschäft annehmbar. Preise für Kohlgemüse sehr gedrückt, sonst wenig verändert. Ueberstände in Bohnen, Gurten, Wirsing und Pilzen. U. a. notierten: Blumenkohl I 40 bis 60, II 25 bis 35, III 18 bis 20, holl. 35 bis 45, Bohnen: Pfälzer 7 bis 8, Gärtner 12 bis 16, Wachs 15 bis 18, Stangen 18 bis 20, Erbsen 20 bis 25, Eskarol 7 bis 12, Gurken (Treibhaus) 10 bis 20, 15 bis 18 holl., Einmach-Gurken: Essig 0,70 bis 1,00, Salz 1,10 bis 1,40 per 100 Stück, Karotten % kg 4 bis 5, Kartoffeln: Böhms 4,70 bis 4,80, Erstlinge 4,90 bis 5,00, Kopfsalat 4 bis 8, Pfifferlinge 22 bis 25, Steinpilze 20 bis 24, Rettich Stück 3 bis 10, Römischkohl 5 bis 6, Roke Rüben 6 bis 8, Rotkraut 4 bis 6, Spinat: Blätter 12 bis 14, Wurzel 13 bis 15, Tomaten (Treibhaus) 15 bis 25, bulg. 12 bis 15, ital. 14 bis 17, Weißkraut (Spitzkohl) 2% bis 4, Wirsing 3 bis 5, Zwiebel 6 bis 6V4. Am Obstmarkt war das Angebot gut, nur Pflaumen, Zwischen und Pfirsiche geringer zugeführt. Nachfrage befriedigend, Preise teilweise rückläufig. 11. a. notierten: Sommer-Aepfel I 15 bis 30, Gravensteiner 33 bis 34 ital., Aprikosen 45 bis 55, ital. 35 bis 39, Zucker-Birnen 8 bis 12, Früh-Birnen 15 bis 25, Brombeeren 30 bis 32, Heidelbeeren 22 bis 24, Himbeeren (Garten) 45 bis 50 (Wald) 28 bis 30, Johannisbeeren 12 bis 14, Sauerkirschen 25 bis 32, Mirabellen 25 bis 30, Pfirsiche 28 bis 40, ital. 29 bis 38, Pflaumen 28 bis 32, Reineklauden (frühe) 20 bis 25, Spillinge 24 bis 28, Stachelbeeren 12 bis 18, Zwetschen 32 bis 36, Zitronen 150 Stück 9 bis 9,50. Jranffurfer Buffergrofemarff. Frankfurt a. M., 31. Juli. Am Buttermarkt kann die Versorgung nach vorübergehender (Spannung wieder voll durchgeführt werden, da sowohl die Erzeugung im eigenen Gebiet infolge des schwächeren Trinkmilchverbrauchs gestiegen ist, wie auch die Zufuhren aus deutschen Ueberschußgebieten ausreichend erfolgen. Die Einfuhren aus Holland hal- ten sich weiter in engen Grenzen. Es notierten in RM. per per 50 Kilo frei Frankfurt a. M. (Groß, hanidelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Land- butter 125, Holländische Butter 148. — An den Fettmärkten blieb die Lage unverändert, ebenso die Preise. Margarine A 97, B 86, C 56. Deutsches Schmalz 100. Frankfurter Eiergrohmarkl. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Eier-Derfor. gung ist noch nicht voll befriedigend. Es sind allerdings in letzter Zeit größere Zufuhren aus deutschen Ueberschußgebieten und auch aus dem Auslande erfolgt. Kühlhauseier kamen erstmals an den Markt. Es notierten in Pfennigen pro Stück frei Frank- furt a.M. (Großhandelsverkaufspreise an den Klein- handel): Deutsche Markeneier (Frischware) S 12% bis 13, A 11% bis 12, B 10% bis 11, C 10 bis 10%, O 9 bis 9%. Flandern A IOV2, B 9%, C 9%. Deutsche Markeneier (Kühlhausware) 8 10, A 9%, B 8%, C 8%, D 7%. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 652: Abzug von Provision von Vertretern und Kommissionären in Polen bei der Ueberroeifung ins Ausland. — 653: Bekanntmachung KP 173 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Konzentrationslager für jugendliche Verbrecher. Lpd. Frankfurt a. M., 31. Juli. Der Polizeibericht meldet: Wie bereits mitgeteilt, konnte vor einigen Tagen ein Raubüberfall auf einen hiesigen Kassenboten durch das rechtzeitige Zugreifen der Kriminalpolizei verhindert werden. Unterdessen konnte noch ein vierter junger Mann ermittelt und festgenommen werden, der Kenntnis von dem geplanten Uebersall hatte und der für die Durchführung der Tat eine Pistole mit Munition zur Verfügung gestellt hatte. Bei diesem jungen Mann handelt es sich um den mehrfach vorbestraften Franz B. aus Frankfurt a. M. Es ist den Maßnahmen des nationalsozialistischen Staates zu verdanken, daß die Allgemeinheit vor solchen verbrecherischen Elementen geschützt wird. In der Systemzeit hätte man solchen Burschen nicht viel anhaben können, da die sogenannten vorbereitenden Handlungen, die für eine Straftat getroffen wurden, nicht zu bestrafen waren. Heute aber ist die Polizei in der Lage, Personen, die Vorbereitungen zu einem Verbrechen getroffen haben, in vorbeugende P 0 lizeihaft zu nehmen, da sie als gemeingefährlich aus der Volksgemeinschaft aus* zuschließen sind. Diese vorbeugende Polizeihaft ist über die festgenommenen jungen Burschen nun verhängt worden; sie werden demnächst in ein Konzentrationslager untergebracht werden. Geschästseinbrükbe in Frank vr Lpd. Frankfurt a. M., 31. Juli. In den letzten Tagen wurden wieder mehrere Geschäfle von Einbrechern schwer heimgesucht. Aus einer Herrenmaßschneiderei entwendeten sie verschiedene Herrenstoffe, Binder usw., aus eir. n Higarrengeschäft größere Mengen Zigaretten und Zigarren. In einer Metzgerei „arbeiteten" sie vergeblich. Der von ihnen in Aussicht genommene Geldschrank hielt ihren anscheinend ungeeigneten Brechwerkzeugen stand. So begnügten sie sich hier mit einigen Würsten und einer Mark Kupfergeld. Weiter statteten die Einbrecher noch einer Konditorei und einem Lebensmittelgeschäft Besuche ab und raubten hier größere Warenmengen. Hinterziehung der Reichsfluchtsteuer. Frankfurt a.M., 31. Juli. (LPD.) Das Schöffengericht verurteilte in Abwesenheit den zuletzt in Frankfurt a. M. ansässigen Simon Mannheimer wegen Hinterziehung von Reichsfluchtsteuer in Höhe von 14 112 Mark zu einem Jahr Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe. Der jetzt angeblich sich in Frankreich aufhaltende Angeklagte hat Ende vorigen Jahres Deutschland unter Mitnahme seines Vermögens von rund 56 000 Mark heimlich verlassen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. UL Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schluß- kurs Echlußk. Mittagbörse Datum 30-7 31 7 30-7 3L7. 6% Deutsche Retchsantethe 0.1927 101,25 101,4 101,25 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 97,65 97,65 97,65 97,7 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 102 101,75 102,25 102 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 112,65 112,5 112,65 112,8 4yt% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100 100,35 100,4 100,3 4W/> ehem. 8% Hessischer Bolte staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 — 98,75 4/i% ehem. 8% Hessische Landes bcmi Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 97 97 5y2% ehem. 4/x% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 101 101 •* 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm Landeeb.Goldschuldverschr. R.6 93,75 93,75 ** Oberhesjen Provinz-Anleihe mli Auslos.-Rechten ............ 123,75 —- 124 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,25 119 119,25 119,4 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hyp. 6/i% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. ... 101,4 101,13 101,4 101,4 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe 91. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4*/2% ebem. 7% Pr.Landespfand briesanst., Gold Komm. £61.20 95 95 95 95 Steuergutsch-Berrechnungsk. 84-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Österreichische Goldrente... — 29,75 29,4 — 4,20% Oesterretchische Silberrente 2,55 2,7 2,65 2,6 4% Ungarische Goldrente....... 9,2 9,3 9,13 9,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,5 8,7 8,5 8,75 4/i% desgl. von 1913.......... 8,tz5 8,8 8,6 8,9 5% abgest. Goldmexikaner von 99 14,5 14,5 14,4 14,6 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1.................... — — Frankfurt a.M. -Berlin Schlußkurs Schlußt. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 30.7 31.7. 30.7 31.7. 4% vesgt. Sene n ........... — — — — 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,7 6,7 6,75 — 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,1 10,15 10,2 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente . . 5,5 5,5 5,5 5,55 2Y<% Anatolier ............. 44,65 45 44,13 45,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 15,75 15,75 15,75 15,75 0 — —- 47,5 48,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,9 16,9 16,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 119,5 119,5 119 119,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 126 126 125,75 126,75 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- 4 102,5 102,75 102,5 102,65 Gesellschaft................ 4 104,5 105,75 104,5 105,75 Dresdner Bank.............. 4 104,5 105,5 104,5 105,5 Reichsbank ................ 12 195,5 196 196 197 A.E.G............. O 38,65 38,25 38,65 38,13 Bekula..................... 8 155,5 155,5 1559 156 Elektr. LieferungSgesellschast ... 6 132 131,75 132,25 131,5 Licht und Kraft ............. 7 157,75 157,5 157,75 157,5 Felten & Guilleaume......... 4 139,5 139 139 139,65 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 143,5 146,5 143,5 146,4 Rheinische Elektrizität ........ 6 133,25 — 133,25 133,25 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 136,13 138,5 137,65 138,75 Schuckert LCo............... 6 163,75 164,25 163,5 164,25 Siemens L Halske............ 8 204 205,5 203,75 205 LahmeyerLLo.............. 7 144 143,5 143,5 144,25 Buderus ................... 4 119,5 118,75 119,25 118,75 Deutsche Erdöl .............. 4 135 133,5 134,75 133,25 Harpener................. i/2 136,5 137,5 136,75 137,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 122,5 121,75 122,75 121,75 Ilse Bergbau ............... 6 — — 172,5 — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 138 137,5 137,25 138 Klöcknerwerke ............... 8 122,5 122,5 122,65 122,25 Mannesmann-Röhren........ 8 116,25 116 115,5 115,75 Franlfun a.M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 30.7. 31.7 30.7. 31.7. Mansselver Bergbau....... 6K 151 151 151 150,5 Kokswcrke ................ .. 6 — 133,5 134,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 225,5 —— 225,9 227 Nheinstahl................ .. 4 152 150,25 152 150 Bereinigte Stahlwerke...... 8/1 116,5 115,75 116,4 115,75 Otavi Minen ............. .. O 30,5 31,25 30,75 31,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 127,25 127,5 127,5 127,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 126,25 126 126,5 125,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... iv. 183 182 182,5 g. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 171,25 172,25 171,4 172 Scheideanstalt............. .. 9 270 274 Goldschmidt .............. .. 5 119,75 119,5 120 119,75 Rütgerswerke ............. .. 6 132,75 134 132,75 133,25 Metallgesellschast........... .. 5 140,75 140,65 141 139,75 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Lementwerk Karlstadt....... .. 4 132,25 133,25 131,5 132,5 .. 7 ’ü 151,5 - Z Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 109,75 109,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 61 62,9 59,75 62,5 Bemberg................. .. 6 87,25 88,4 87 88,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 155,5 156,75 155,5 156 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 121,5 125 121 124 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 117 113,65 Daimler Motoren.......... .. O 133,25 132,25 133 132,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 173,25 174,75 173,65 175 Orenstein L Koppel ........ .. O — — 87,9 88,13 Westdeutsche Kaufhof...... .. O 58,5 60,75 58,13 60,4 Chade .................... .. 9 394 399,5 394 399,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 218 —— 218 — Conti-Gummi............. . 11 187,65 189,25 188 189,75 Gritzner.................. .. O 36,25 36,9 36 37 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 99 100 - Süddeutscher Zuck«....... . 10 228 229,75 - 229 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. 30-IuIi 31 3ul Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Dries Geld I Srlc _ duenuä Am 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel .... 41,96 42,04 41,96 42,04 -Rio de Ian. 0,143 0,145 0,143 0,145 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,67 55,79 55,67 55,79 Danztg .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,47 12,50 12,47 12,50 HelitngforS. Paris ..... 5,499 16,405 5,511 16,445 5,499 16,405 5,511 16,445 Holland ... 168,89 169,23 168,89 169,23 Italien.... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,727 0,729 0,728 0,730 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,67 62,79 62,67 62,79 Wien...... 48,95 11,33 49,05 11,35 48,95 11,33 49,05 11,35 Lissabon... Stockholm... 64,30 64,42 64,30 64,42 Schweiz ... 81,18 81,34 81,18 81,34 Spanten... 33,82 33,88 33,77 33,83 Prag...... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — —• —- Neuyork ... 2,485 2,489 2,486 2,490 Banknoten. Berlin, 31. Juli Äeld..... — Amerilanlsche Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 55,47 55,69 Englische Noten ................. 12,435 12,475 Französische Noten............... 16,355 16,415 Holländische Noten............... 168,47 169,15 Italienische Noten................ — ■— Norwegische Noten .............. 62,45 62,71 Deutsch Oesterreich, & 1OO Schilling —— —- Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 64,08 64,34 Schweizer Noten................. 81,00 81,32 Spanische Noten................. 33,43 33,57 Ungarische Noten................ — — Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. r """— Kerientage auf Sylt Don Margarete Boie. Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Barges. Lin frohe» Fersenbüchlein für alle, die auf der wunder« reichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Die bekannt« Heimatschriftstellerin erzählt im Plauderton für jung und alt von Dünen und Strand,Wattenmeer,Pflanzen- und Tierwelt, DogelfreistStten und Naturschutzgebieten auf Sylt. Für die Fugend, die ihre Ferien am Strande der Nordsee verlebt, ist diese» Büchlein ein reizendes Geschenk. Preis kartoniert Reichsmark 0.9a Durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Sermühler Verlag/ Vin.-LLchterfelöe Zweitägige Vogelsbergwandenmg Kisfingen feiert in diesem Jahr ein Jubi- es eben so mit sich. liegt hinter uns. das ver- Die 205 Bad läum: in dieser steinernen Domorgel durch die Jahrhunderte weiterNingt, dann bist du entweder so arm wie ein übersättigter Weltenfahrer oder so stumpf wie ein Landstreicher, und einen künstlerischen Hochgenuß läßt du dir entgehen! Gewiß, es bietet sich dir in unserem deutschen Vaterlande Gelegenheit zu großem Erleben, ohne daß du dich vorbereiten müßtest. Das wogende, unendliche Meer wird dir den Blick weiten, der anmutige Wechsel von Berg und Tal An übersonnter mittel« deutscher Landschaft wird dich auf reine Freude stimmen, und eine Feierstunde im stolzgetürmten Hochgebirge wird auch dein Ich stolzer und willens« stärker machen. Aber zwischen diesen Land« schaftskulissen stehen deine Volksgenossen auf der Scholle, und wenn du ihr Tun und Treiben schätzen und lieben lernen willst, dann* lies erst einmal, wie sagt die schlichte Frau, die den Besucher führt, in ihrem unterfränkischen Dialekt, „mit dem englische König, dem russische Kaiser, ja, sogar hohe Schi- nese (Chinesen); einmal soll hier e ganze Reih Monarsche zusammen gewese sein und unser Bismarck um Rat gefragt habbe." In einem angrenzenden Raum steht ein rührend bescheidener Schreibtisch, auf dem noch die Gänsekielfeder, im Glase steckt, wie Bismarck sie wohl zum letzten Male im Sommer 1893 aus der Hand legte. „Den Gänsekiel hat er sich immer selbst ge° schnitte", sagt die Führerin, „un auf dieses Blatt hier hat er sich immer eingetrage, wenn er sei Kur angetrete hat." Man sieht ein Blatt, das mit den Namenszügen Bismarcks angefüllt ist, und dahinter sind die Daten der Ankunft und Abfahrt jedesmal gewissenhaft verzeichnet. Andenken und Geschenke von Kissinger Freunden und Verehrern liegen bunt zerstreut auf dem Schreibtisch, Granat- 1. Tag. Nidda — Breitenstein — Bilstein — Hoherodskopf. Zu dieser Wanderung ist, da unterwegs keine Einkehr möglich ist, Rucksackoerpflegung erforderlich. Von unserem Ausgangspunkt Nidda, das freundlich am gleichnamigen Flüßchen gelegen ist, benutzen wir auf der ganzen Wanderstrecke die rote Strichmarkierung. Wir verfolgen zuerst die Straße nach Michelnau, hinter dem uns alsbald der Wald aufnimmt, und kommen nach geraumer Zeit zum Breitenstein (340 m). Hier wenden wir uns nordöstlich, kreuzen die Straße Eichelsachsen—Glashütten und gelangen zum Hofgut Zwiefalten, einem ehemalig landgräflichen Jagdschlösse, das leider seinen Wirtschaftsbetrieb eingestellt hat. Eine umfassende Aussicht nach dem hohen Vogelsberg sowie nach der Gießener Gegend, der Wetterau und dem Taunus belohnt uns reichlich für den Aufstieg. Durch prächtige Waldung führt uns das Zeichen weiter über den Bilstein, einer mächtigen Basaltkuppe mit wiederum herrlicher letzte Gewichtsangabe 1890 vermerkt „nur" Pfund. An dem Haus in der Bismarckstraße, wo Attentat durch Kullmann in letzter Minute Flugfeld den Ausgängen en: steigen!" Ein eine“""*"“"'“ splitter aus den Feldzügen von 1866 und 1870/71, die als Briefbeschwerer dienten. „Un hier, sei Ruhebett, hat müssen extra für ihn angefertigt werde, weil er so groß un stattlich war un es recht bequem habbe wollt." „Woher wissen Sie denn das alles so genau?" „Ei, man interessiert sich doch dafür", meint die Frau begeistert, „un hier im Ort sind noch Leut, die den Bismarck lebhaftig gesehe habbe!" In der Saline ist das Bad Bismarcks noch so erhalten, wie er es täglich benutzt hatte. Es ist ein in grünlich schimmernde Kacheln eingelassenes Bassin, zu dem Stufen hinunterführen, die Badewanne eines Riesen. Ein Schild: „Das Bismarck- Bad ist der öffentlichen Benutzung freiqegeben", das nicht alltägliche Erlebnis, in der Bismarck- Wanne zu baden, kostet allerdings sieben Mark, aber auch heute noch sind die Bismarck-Verehrer zahlreich, die davon Gebrauch machen. An der Waage prüfte der Altreichskanzler fein Gewicht immer gewissenhaft nach, und dort prangt auch eine Tafel mit den Gewichten Seiner Durchlaucht des Fürsten Bismarck." Man kann sich eines Lächelns nicht erwehren, wenn man sie studiert — der berühmte Badegast hat eigentlich immer mehr zu- als abgenommen. 1874: 207 Pfund; 1876: 219 Pfund; 1877: 230 Pfund; 1878: 243 Pfund; 1879: 247 Pfund; 1880 aber hat Bismarck 10 Pfund abgenommen, und nun nimmt er weiter ab. Das Erlebnis der Landschaft. Von Paul Georg Münch. Daß Wandern mehr ist als Kilometer-Ablaufen, das ist gottlob heute eine Binsenweisheit. Wandern ist auch mehr als Stählen der Muskeln, Bräunen der Wangen und Weiten der Lungen, mehr als Entfesselung von Berufspflicht oder Schularbeit, mehr als das beglückende Gefühl des Losgelöstseins von Alltagskümmernissen, deutsches Wandern ist Eroberung von Land und Leuten. Wer voll Sturm und Drang durch die Gaue wandert, frei und ledig aller Fesseln, bleibt vielleicht nur ein übermütiges Füllen, das sich auf der Weide tummelt und seine Bocksprünge macht; das Wesen deutschen Wanderns ist nicht Blindlingsglück und seliges Taumeln, sondern Suchen der Landschaftsseele, Aufstöbern tieferer Zusammenhänge zwischen Land und Leuten. Willst du auf glückhafte Fahrt ausziehen, darfst du dich also nicht vom Zufall treiben lassen, sondern mußt dir einen Plan machen, und du wirst um so größeren Gewinn eintragen, je besser du dich vorbereitet hast. Mache dich zuvor, das ist das erste, mit dem bodenständigen Schrifttum des Gaues vertraut, den du durchstreifen willst! Wer aus dem Wuppertal kommt und sich in Rübezahls Reich umschauen will, der muß schon oft und gern aus dem Sagenborn des Riesengebirges geschöpft haben, sonst versteht er die Menschen nicht, die in diesen Waldbergen mit den sturmumheulten Bauden leben. Zum zweiten: Ehe du die Wanderschuhe anziehst, sei sattelfest in der Geschichte des Gaues! Du kommst etwa nach Leipzig und überschaust von der Plattform des Völkerschlachtdenkmals den Schlachtfeldgau. Hat dich der Zufall hergeweht, wirst du nicht viel mehr sehen, als eine Stadt mit weitgedehnten Vororten. Vertieftest du dich aber vorher in die Geschichte jenes großen Völkerringens, siehst du jetzt auf einmal, wie sich um den Korsen der eiserne Ring der Verbündeten schließt, die Namen kleiner Nester lassen dich aufhorchen, und die große „Straße des 18. Oktobers" füllt sich mit dem bunten Treiben marschierender Kolonnen. Solche Schau wird dir zum Erlebnis, solches Wandern bringt Gewinn. Ein Landstreicher und ein satter Weltentrotter kommen an einer althistorischen Stätte, etwa an einer Burgruine mit stolzem Namen vorüber; beide werden eineft Augenblick flüchtig schauen und dann vorübergehen wie die Esel durch die Mühle. Denn der Landstreicher ist auf der Flucht vor Pflichten, und der Weltentrotter ist Sklave von Genüssen. Der Wanderer aber, der vor seinem Aufbruch gute Bücher über Land und Leute las, dem schlägt aus der Ruine warmer Lebenshauch entgegen, und über Jahrhundertklüfte hinweg baut sich ihm plötzlich eine Brücke zum Verstehen unserer Ahnen. Wenn der junge Schwabe aus den gottgesegneten, klingenden und singenden Gefilden seiner Heimat nach Ostpreußen kommt, muß er die herbe Landschaft mit den Augen der Kreuzritter zu schauen wissen. Wer nicht mit allen Fasern seines Herzens danach fiebert, nun endlich einmal die Marienburg zu schauen, von der er schon so viel las, der wird das Letzte, das Beste, die Seele von Land und Leuten, nie und nimmer begreifen. Wer geschichtskundig ist, glaube mir, hat mehr vom Wandern! ... ... Zum dritten: Unterrichte dich, wie künstlerisch schauende Menschen die Bauwerke des Gaues jähen, den du durchwandern wirst! Lies über den Stil, den schöpferischen Geist der Zeit, aus dem heraus die Marienkirche in Danzig oder der Dresdner Zwinger oder alte schlesische Rathäuser errichtet wurden — auf Worte, auf Fachausdrücke kommt es dabei nicht an, und wegen des Mitschwatzenkonnen ift es nicht! Aber wenn du nicht deine Rheinfahrt damit abschließt, daß du, bis ins Herzinnerste auf- gewühlt, eine Viertelstunde lang schweigend vor dem Kölner Dom stehst, in dem Steingefüge ein Ausschwingen der Seele zu Gott spürst und den Choral von der Sehnsucht gotischer Menschen horst, der Aus Vismarcks Spuren in Vad Usingen Erinnerungen an einen berühmten Kurgast. eitelt wurde, erinnert eine Tafel an diese Tat, die damals ungeheures Aufsehen erregte. Bismarck nahm die Angelegenheit mit der ihm eigenen Ruhe auf und tat sie mit dem Ausspruch ab: „Die Sache ist zwar nicht kurgemäß, aber das Geschäft bringt ......... C. K. Katzensprung nach Stockholm Wochenendausflug mit „Zu 51". sie im Laufe der Geschichte das wurden, was sie heute sind! Als deutscher Mensch durch deutsche Landschaft schreiten, das bedeutet nicht: nur an besonders Reiz- vollem naschen und angesichts irgendwelcher Landschaftsperlen oder Juwelen der Baukunst nach Art schwärmerischer Backfische in Derzückungsschauer geraten, nein, es heißt: das Land und seine schollen- (affigen Leute in ihrer Ganzheit fchauen, sie geschichtlich, erdkundlich, künstlerisch, nach Sitte und Brauchtum erfassen. Wenn du so vorbereitet auf die Fahrt gehst, schließlich auch einmal ins Ausland, bleibt dein Blick immer und allerorten auf das Ganze gerietet und du bewahrst deinem Sinn die Ausschlagsfeinheit der Magnetnadel, die sich immer wieder zu dem festen Pol zurückfindet: Deutschland! die berühmte Rakoczy-Quelle wurde vor 200 Jahren wieder entdeckt und hat seitdem viel zur Entwicklung des alten Kurortes zum Weltbade beigetragen. Der gefeiertste Badegast war Bismarck, und es ist natürlich, daß noch manche Erinnerungen an ihn hier aufbewahrt werden. Ein Mitarbeiter von „Reclams Universum" ist einmal den Spuren Bismarcks in Bad Kissingen nachge- aangen und erzählt davon sehr unterhaltsam. Er suchte zunächst die Wohnung des Reichskanzlers in der Oberen Saline auf, die er 18 Jahre lang während seines alljährlichen Kuraufenthalts innehatte. Da sieht man noch den Saal, in dem die Konferenzen abgehalten wurden, für heutige Begriffe einen recht bescheidenen Raum, mit zwei, drei kleinen Tischen und kaum einem Dutzend Stühlen, in der Mitte ein kreisrundes Sofa; ein lebensgroßes Bild Bismarcks steht auf einer Staffelei und sieht den Besucher mit ernstem durchdringenden Blick an. „Große Konferenze wäre hier", gehen läßt, um Ferren zu machen. Aber eins soll nicht vergessen werden: die schwedische Küche. Der Ausflug ist beendet. Unsere „Ju 52" wendet sich heimwärts. Unermüdlich arbeiten die drei Motoren, in 2700 Meter Höhe geht es über eine Wolkendecke hinweg, die schneeweiß zu uns heraufleuchtet, während Sonnenlicht durch unsere Kabine flutet. Nichts sehen wir von der Ostsee, nichts vom Mecklenburger Land. Erst kurz vor unserem Ziel wird die Wolkendecke durchbrochen. Ein Häusermeer breitet sich vor unseren Augen aus. Noch eine Kurve, dann rollt das Flugzeug schon auf dem ■aängen entgegen. „Alles aus« wrucksooller Wochenendausflug Besinnliche Mselsahtt. Don Koblenz nach Trier. Mit einem mächtigen Akkord schließt am Deutschen E ck die zarte, immer gemütvolle Melodie des Moseltals. Machtvoll überfällt die Größe der Rheinlandschaft den Moselfahrer, der die Empfindungen, die die intimere Mosellandschaft angeschlagen und weiter gesponnen hat, im eigenen Herzen gerne nachklingen lassen möchte. Darum soll man flußaufwärts fahren, von Koblenz nach Trier. Gerade Trier ift ein guter Abschluß für eine besinnliche Moselfahrt. Die Stadt ruht in ihrer Tausendjährigkeit. In das Alter verlassener Plätze streut lichtes Baumgrün leuchtende Jugend. Das Moseltal ist eine ruhige, besinnliche Gegend, deren Hastlosigkeit jeden einfängt. Der Autofahrer wird sich immer dabei ertappen, daß er bald hinter Koblenz schon den Fuß lässiger auf den Gashebel setzt. Auch der Fluß fließt nicht rasch und stetig; er gleitet beharrlich, wie einer, der sehr viel Zeit hat. Er geht auch nicht im geraden Wege auf sein Ziel los; er zirkelt Bogen und Schleifen, deren große Zahl wiederum das Geheimnis der Vielfalt guter Weinlagen im Mofeltal ist. Jeder weiß, daß es sehr viel Wein an der Mosel gibt. Um aber die Poesie des Weines zu erfüllen, muß man einem Moselaner reden hören. Don diesem wird man erfahren, daß der Wein nicht nur „süffig" und „spritzig" ist, nein: er ist auch •Mumia", „zart", „anspruchsvoll", ja, „elegant". Man sagt ihm Eigenschaften nach, die wir gemeinhin bei reizvollen Frauen festzustellen gewohnt sind. Voll eigener Intimität ist das Moselwirts- h a u s. Große Hotels gibt es nur vereinzelt. Aber die Moselgaftstube, klein und behaglich, eint im Sommer frohe Autofahrer und Paddelbootwanderer, die sich unter der Väterlichkeit des Wirtes wohlfühlen müssen. Oft haben Generationen von Wirten, die wiederum Geschlechterfolgen von Gästen bekannt Snb, im gleichen kleinen Reich der Gaststube regiert, eberlieferung gilt auch hier. Irgendwo an der Mosel sah ich in einem alten Wirtshaus eine Sammlung von ehrwürdigen, feinen Stichen, die die Entwicklung der Postkutsche zeigten. Gerade an diesem Ort hatten diese Bilder mir manches zu sagen: gewiß, die Form des Reisens ist anders geworden seit der Zeit der Postkutsche. Doch das Wesen des Reisens ist im Moseltal das gleiche geblieben. Hier heißt es heute wie damals: nachdenkliches Reisen ohne Hast, es läuft keinem etwas davon. Wolkengebirge hinweg, durch Waschküchendunst hindurch, von Böen geschaukelt, unbeirrt und sicher der schwedischen Hauptstadt entgegen. Hin und wieder zerreißt die Wolkenschicht. Dann fällt der Blick auf das nahezu menschenleere Südschweden mit feinen unendlichen Wäldern und den unzähligen Seen. Mehr und mehr nähern wir uns Stockholm. Meeresarme schneiden tief ins Land hinein, die Seen rücken teilweise dicht zusammen, wir kommen in das Gebiet der Schären, die uns denn auch bald nach der Landung aufnehmen. Schönes Wetter ist plötzlich da. Mit einem Motorboot geht es hinaus in das Gewirr der Inseln mit den Landhäusern der Stockholmer, die zu dieser Jahreszeit in der Einsamkeit Erholung suchen. Viel Zeit für Stockholm hatten wir nicht. Aber auf Ausflügen ist es nun einmal so, daß man den Blick nur hier- oder dorthin werfen kann. Weitläufig ift die königliche Residenz mit ihren Prachtbauten. Vielleicht zu ausgedehnt für den, der aus einer Stadt mit dichtem Straßengewirr und lebhaftem Verkehr kommt. Stockholm gleicht einem Ort mit friedlicher Sonntagsruhe. 500 000 Einwohner können auch keinen großen Betrieb machen, besonders nicht in den Monaten, die dem Stockhoimer die fom- merllche Wärme bringen, und die er sich nicht ent- Fernsicht zum Hoherodskopf, wo wir im Klubhaus des VHC. Unterkunft für die Nacht finden. • 2. Tag. hoherodskopf — Rudingshain — Lardenbach — Mücke. Am anderen Tage gehen wir gelben Strichen nach, erst über die Wiesen, hieraus durch Wald an der Niddaquelle vorbei nach dem im Grund liegenden Rudingshain, das wir durchschreiten und zur Staatsstraße emporfteigen. Hier treffen wir blaue Dreiecke, denen wir jetzt, gemeinsam mit weißen Dreiecken, bis zum Petershainer Hof, wo Erfrischungen zu haben sind, folgen. Von hier bis zum Schluß leiten uns nur noch die weißen Dreiecke. Wir kommen über die Alte Höhe (537 m) und den Judenkopf (467 m) mit überraschend schönen Ausblicken durch Lardenbach, später über den Flensunger Hof und Flensungen nach der Bahnstation Mücke, von wo wir heimfahren. Die Wanderzeit beträgt an beiden Tagen je fünf Stunden. Kopenhagen liegt ganze neunzig Flugminuten von Berlin entfernt. Die gleiche Zeit braucht man mit der Straßenbahn, um vom Ostrand der Reichs- Hauptstadt quer durch das Zentrum hindurch nach dem Westrand zu gelangen. Fordert diese kurze Reisezeit nicht geradezu zum Ausflug nach dem Norden, nach Kopenhagen und dem einige Flugstunden oaoon entfernt liegenden Stockholm auf? Will man einen derartigen Ausflug schon mit Gewalt als „Reise" ansprechen, dann kann man doch nur von einer kurzen Reise sprechen. Nicht viel mehr Zeit nimmt unser Abstecher in Anspruch. Mit einer „Ju 52" geht's vom Tempel- Hofer Flughafen los. Regen begleitet uns nach Kopenhagen, Regen läßt uns hier bedauerlicherweise nicht los. Bis auf ein paar Stunden allerdings, die dem Studium der Umgebung dieser entzückenden Residenz mit ihrem lebhaften Getriebe dienen. Ein flinkes Auto bringt uns zur Stadt hinaus, nachdem wir kreuz und quer darin herurn- gefahren waren. Klampenborg ist unser Ziel. Seeluft genießen wir in tiefen Zügen. Brausend rollen die Wogen des in der Abendsonne glänzenden Sundes heran, überstürzen sich, klatschen am Seesteig empor, überspülen ihn und rauschen zurück. Draußen verschwindet ein mächtiger Kahn qualmend am Horizont. Noch einmal gibt es Regen in reichlichen Mengen. Das über Dänemark und Südschweden liegende Tief ist zwar im Weichen begriffen, schüttet aber über Kopenhagen aus, was nur aus den Wolken heraus kann, worüber sich indessen kein Kopenhagener aufzuregen scheint. Don Regenschirmen ist feine Spur zu entdecken. Man tut einfach so, als ob das schönste Wetter wäre und kümmert sich im übrigen nicht weiter darum, wie weit der Dauerregen durch die Kleidung geht. Es regnet hier so oft, daß niemand mehr danach fragt, wie dicht die Tropfen fallen. Auf nach Stockholm! Mit unserer „Ju 52" unter Kapitän Limbachs sicherer Hand geht es über Freuden der Seereise. Von Gerhard Ludwig Milau. Aus welchen Gründen reisen die Menschen in den meisten Fällen? Um sich zu erholen und um zu lernen. Wer sich eine Erholungsreise ins Ausland gönnen kann, sollte sie auf deutschem Boden unternehmen, nämlich mit einem deutschen Schiff, wo das Leben als Schönheit blüht und wo ihm neben körperlicher Ausspannung eine Auffrischung seiner geistig-seelischen Kraft und eine Er- Weiterung des Wissens zuteil wird, wie sie so beglückend und abwechslungsreich nur eine Seereise bietet. Man kann in der Tat nichts Befseres tun, da Seereisen zur Zeit auch zu den durchaus erschwinglichen Feriengenüssen gehören. Wer noch keine Seereise gemacht hat, kann es wohl kaum begreifen, wenn einer sagt, daß eine Fahrt durchs Mittekmeer oder ins nordische Land Peer ©nnts die schönste Zeit seines Lebens gewesen sei. Diese Reisen haben jenes gewisse Etwas, das sich nicht in Worte fassen, sondern nur erleben läßt. Es ist ja nicht nur, daß man all den Herrlichkeiten der fremden Länder mit einem aefteigerten Lebensgefühl gegenüberfteht und sie gleichsam paradiesisch lieht. Es kommt vielmehr hinzu die wohltuende Atmosphäre des Schiffes. Wer einmal als Mitglied der harmonischen Bordgemeinschaft eines Erholungsreisendampfers unter der südlichen Sonne oder in der feierlichen Stille eines norwegischen Fjordes oder durch die erhabene Wunderwelt der Arktis dahingefahren ist, reich verpflegt und betreut von einer Schiffsmannschaft, die sich daran gewöhnt hat, Wünsche zu erraten, der kann ermessen, welchen Glanz solche Tage der Seele geben können. Mit dem Augenblick, in welchem der Passagier das Schiff betritt, wird ihn die Feiertagsstimmung an Bord gefangennehmen. Geräuschlos fängt die ganz auf Erfahrung ausgebaute Organisation der Seereise an zu funktionieren. Der Kapitän und Hunderte von geschulten Kräften wachen über das Wohl des Fahrgastes. Schttfslejtuna, Reiseleitung und Besatzung sorgen dafür, oaß die Reise für jeden zu einem Erlebnis wird. In der sicheren Obhut eines deutschen Schiffes kann jeder gut schlafen. Das wissen auch die Ausländer, die mit berechtigter Vorliebe deutsche Dampfer benutzen. Das warme Morgenbad, die Pflege der Wäsche, die Sauberkeit und Bequemlichkeit überall, die lange und auf jeden Geschmack abgeftimmte Speisekarte, die vielen, vielen Möglichkeiten der Unterhaltung geistiger und körperlicher Art, des gesellschaftlichen Vergnügens und auch des Ruhens in einsamer Beschaulichkeit geben immer wieder einen Beweis davon, wie vorbildlich der Dienst am Reisenden organisiert ist. Und das ganze Bord- leben mit seinem bunten vergnüglichen Drum und Dran spielt sich in einem Rahmen und in Räumen ab, die von hervorragenden Künstlern geschaffen und ausgestaltet worden sind, so daß diese Erholungsreisen in Sonne und Seeluft auch immer zu einem ästhetischen Genuß werden. Ob man auf längeren Fahrten nach dem Süden ober nach dem Norden gondelt oder kurze Reisen über die Ostsee bis nach Finnland hinauf unternimmt, ob man das liebliche Madeira und die Kanarischen Inseln besucht oder einen kurzen Abstecher nach der „Immergrünen Insel Irland" macht, immer wird das Reiseleben wie ein schöner oollharmonischer Akkord vorüberklingen, immer werden Schiff und Meer zwei Quellen unerschöpflicher Anregung fein. An Bord der deutschen Dampfer erlebt man so viel Schönes an Freude und Zeitvertreib, wie man sich nur wünschen kann und dabei alles mühelos und ohne alle Reifeumständlich- feiten. Hotelwechsel und Kofferpacken gibt es nicht. Um den Reiseplan braucht man sich keine Sorgen zu machen, auch um ein Visum nicht. Man braucht keine fremden Sprachen zu erlernen. Das Schiff und seine Führer sind die besten Freunde und Berater des Reisenden. Man verläßt das Heim an Bord nur, um die Herrlichkeiten und historischen Merkwürdigkeiten der fremden Länder zu genießen, ergeht sich unter fremden Völkern, besieht Berge, Täler und Seen, sanft hingeschmiegte Landschaften und Meeresbuchten, romantische Fjorde, klassische Bautrümmer, stolze Schlösser, versunkene Gärten, interessante Museen, himmelwärts strebende Kathedralen, erlebt die Geheimnisse Afrikas, die Abenteuer des bunten Orients und — schreitet geruhsam wieder an söord zurück. Erwartungsfreudig und geborgen gleitet das Schiff neuen Wundern entgegen, die das Herz erfreuen. Jeder Hafen bringt andere Schönheiten und jeder Tag auf dem Meer bedeutet neue Erholung für Körper und Geist. See- reifen sind immer eine glückliche Zeit. Verjüngt, freudebeschenkt und gestärkt an Leib und Seele, kehren die Gäste in die Heimat zurück. Für eine Weile ift das Fernweh beschwichtigt, bis die Sehnsucht und die Freundschaft zum Schiff, die Erinnerung an das gute Leben auf den schönen Dampfern unaufhaltsam wieder zu neuen' Zielen und zu neuen Ufern locken. So groß der Gewinn einer Seereise aber für das persönliche Wissen und die eigene Gesundheit ist, so groß ist er auch für die Weltgeltung Deutschlands. Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden 101'v Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. DL Schnlie-Kahleyss, Nervenarzt Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen u.Oberh. Auf ins schöne Maintal Freudenberg Perle des Maintals umyeb.v.Laub-u.Tannenw., schön. Freib.biet. herrl.Sommeraufenth. 6asth. u. Pens. „Zur Rose“. Sch.Fremdz. fl.Wasser,gute Vewfl.Pens.-Preis v.3.30an.8s8«ugoVilIl.Prosv.b.GA. Oie Jagd im August Erntezeit! „Schwerbeladen schwankt der Wagen ...!" Ueberall, wo seither sich wogende Aehren- felder dehnten, schaffende Menschen, singende Sensen, klappernde Maschinen! Da wechselt das Wild, das hier wochenlang einen ruhigen, von blutsaugenden Insekten ziemlich freien Einstand fand, wieder zum Wald zurück. Die hohe Zeit des Rehwildes, die Brunft, ist da. Die beste Zeit für den Weidmann, um sein Wild kennen zu lernen, sei es nun, daß er pirscht oder dort sich ansetzt, wo der Bock seine Ricke zu treiben pflegt, sei es, daß er mit dem Buchenblatt ihn betört, jedenfalls kann er vor Augen bekommen, was sein Revier an Böcken birgt, und danach seinen Abschuß einstellen. Der wird vor allem einmal den Abschußböcken gelten müssen, die zu Junibeginn rasch ins Feld ausgewechselt waren und seitdem verschwunden blieben. Sie möglichst rasch wegzunehmen, entspricht dem Willen des Jagdgesetzes, um so mitzuhelfen an einer baldigen Besserung unserer Rehstände. Darüber hinaus soll der Abschuß starker Böcke, der von Monatsbeginn an in unserem Jagdgau freigegeben ist, den Heger lohnen. Je später er allerdings in der Brunft erfolgt, die ja bis über die Monatsmitte hinaus sich ausdehnt, um so besser für den Stand des Revieres. Rot- und Damwild stehen gern in der Nähe der Felder, wo milchiger Hafer und' Kartoffeln locken. Der Rothirsch trägt sein Geweih blank und tritt in die Feiste ein. Damit aber gibt ihn das Gesetz auch dem Jäger frei, und es hebt das Jagen an, das an Können und Ausdauer des Jägers die höchsten Anforderungen stellt, die Jagd auf den Feisthirsch. ' Das Schwarzwild hat in den letzten Wochen oft von sich reden gemacht, wenn es in Jagdbezirken neu auftrat, wo es seither nicht bekannt war. Seine Bejagung ist, solange Feld und Flur vollkommen und hoch bewachsen sind, außerordentlich schwierig und der Erfolg gewöhnlich höchst unsicher. Besser wird das natürlich jetzt, wenn das Feld kahler wird. Aber zum wirklich erfolgversprechenden Jagen auf Sauen gehört nun einmal Spurscbnee, und an dem hat es' in den letzten Wintern gefehlt. Man soll aber auch beim Schwarzwild nicht immer nur die „schwarze Seite" sehen, denn mit seine» massenweisen Vertilgung von Engerlingen und anderen Insektenlarven, wie auch von Schnecken und Mäusen macht es Schädlinge gefährlichster Art in Mengen unschädlich. Gerade die Engerlingsschäden sind in diesem Jahre in manchen Teilen Oberhessens recht beträchtlich. Selbstverständlich ist es die Aufgabe der Jägerschaft, das Schwarzwild überall nach Kräften kurz zu halten. Am 25. August geht die Jagd auf das Rebhuhn auf. Voraussagen, wie sie werden wird, läßt sich heute noch nichts. Aber wer am 25. August mit Freude Hühner jagen will, tut gut daran, schon vorher einmal nach Hühnern zu suchen. Einmal weiß er dann, wo er sie bei Jagdaufgang finden wird, zum andern gewöhnt er sich und seinen Hund, der seither kaum Anstrengungen gehabt hat, wieder an die ungewohnte Arbeit, die bei dem hohen Kartoffelkraut und der starken Entwicklung der Rüben in diesem Jahre nicht ganz leicht sein wird. Er bekommt aber seinen Hund auch wieder in die Hand, der vielleicht in der Zeit des Nichtstuns allerlei vergessen hat, was „zum guten Ton" auf der Hühnerjagd gehört. Vollkommen verdorbene „erste Tage" hat jeder Jäger schon einmal erlebt. Die kann er sich aber ersparen, wenn er vorher schon etwas vorarbeitet. Mit Monatsbeginn ist die Ringeltaube als einzige Wildtaubenart wieder zum Jagen freige- aeben. Sie hat ihren Namen nach zwei weißen Flecken am Halse, die einen Ring vortäuschen. Diese Flecken fehlen den jungen Tauben, und darauf sollte der Taubenjäger achten.^Denn gegen den 1. August als Eröffnungstag der Taubenjagd läßt sich ins Feld führen, daß viele Tauben im August, ja im September noch brüten oder füttern. Werden wahllos alte Tauben draußen auf den Stoppeln abgeschossen, so gehen die Gelege zu Grunde, oder verhungern die Jungen. Drum Augen auf bei Taubenabschuß! Die Jungenten sind nun wohl alle flügge und damit jagdbar. Bei der Entenjagd muß das Bestreben vorhanden sein, keine führende Mutterente zu schießen. Denn ohne diese Rücksichtnahme werden wir den Entenbestand nie mehr hochbringen, der ohnehin schon unter Entwässerungen usw. dauernd zu leiden hat. Es werden unbeabsichtigt auf dem Abendstrich schon genug Enten geschossen. Eine interessante Jagdart dagegen ist, einen guten Was- serhund vorausgesetzt, die Jagd auf den Mauserpel, d. h. auf den Erpel in der Schwingenmauser, der nicht streichen kann, dafür um so gewandter zu schwimmen und zu tauchen versteht. Wo viele Enten vorhanden sind, ist seine Bejagung bei dem zahlenmäßigen Ueberwiegen der Erpel durchaus erwünscht. Bei der Hühnerjagd werden auch Fasanen vorkommen, die aber noch nicht besagt werden dürfen. Sie sollen aber den Jäger daran erinnern, daß dem- nächst eine Zeit kommt, in der der Fasan seine Hilfe braucht, der Winter. Jetzt kommt die beste Zeit, um die ständigen Fütterungen in Ordnung zu bringen. Denn im Dorf brummt die Dreschmaschine, und der Abfall beim Dreschen, der meist verbrannt wird, ist unbedingt notwendig, um eine Unterlage für die Fütterung herzustellen, die noch allerlei Sämereien enthält, in die hinein aber auch das Futter geschüttet wird, damit Hühner und Fasanen es scharren können, wie es ihrer Lebensgewohnheit entspricht. Drum kann dem Jäger nicht genug empfohlen werden, sich jetzt die nötigen Mengen von Kaff sicherzustellen, sie am besten gleich an Ort und Stelle zu fahren und seine gedeckten Fütterungen gründlich damit aufzu- füllen. Je früher und besser das geschieht, um so treuer bleibt das Wild dem Revier. Hubertus. Explosion eines 28-cm-Geschosses bei Görz. Drei Todesopfer. In der Nähe von Görz fanden fünf Personen, die nach Metallmaterial aus dem Weltkrieg suchten, zwei nicht explodierte 28-cm-Geschosse. Während sie daran hantierten, um sie zu öffnen und zu entleeren, explodierte das eine der Geschosse und tötete zwei Personen auf der Stelle. Die anderen drei wurden schwer verletzt. Im Krankenhaus starb noch ein dritter infolge der erlittenen Verletzungen. Auf zur Kirmes „Wieseck Sonntag, den 2., und Montag, den 3. August Es ladet freundlichst ein Adolf Schepers und die Burschen Gasthaus zum kühlen Grund Gute Speisen und Getränkei - Hausmacher Wurst! - Zum Ausschank gelangt das gute Ihring-Melchior-Bier. 4802d Zur WieseckerKirmes am Sonntag, dem 2., und Montag, dem 3. August 1936, laden freundlichst ein WILHELM DORFELD und die Burschenschaften I Im Ausschank Mainzer Aktienbier 48030 Es spielt die Stimmungs-Kapelle SEP’L WELB. MwA n Mitin Sonntag, den 2. August, nachmittags 2 Uhr Festprediger: Pfarrer Kalbhenn, Merlau, und Missionar Geistlinger, Wiesbaden