lir. Erstes Blatt Mittwoch, l.Zuli 1936 186. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, «mtzer ä*™™ ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags unb feiertags ÄW V M AB ▼ für die Mittagsnummer ®Ä: ffamiüenK: M G A Ä AA A ▲▲ M 8 «▲ ÄA jAk A AA bi-«.,.UHrb--«°rm>»°g, Heimat im Bild Die Scholle fl M 11 M W ZZV Grundpreise für! mm hohe jäs;-m II1II7 KL7 II ft7! Zl 11 Air 111ft7 I b=m V/IV!lvllVl «IllvIUvi Sw vJr V «"*•“ «■<•*•'* MZM General-Anzeiger für Oberhessen ktlyien. Anzeiger Gietzen tz | ft I I gen, Bader-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Krankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitatsVuch- und Steinörudcrd R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 3 Der AeguS als Klager vor der Völkerbundsversammlung in Gens Van Zeeland zum Präsidenten gewählt. Die italienische Denkschrift über Abessinien. Genf, 30.Juni. (DNB.) Der zweite Tagungsabschnitt der 16. Völkerbundsversammlung wurde unter dem Vorsitz des englischen Außenministers Eden als Ratspräsident eröffnet. Die Sitzung begann mit der Verlesung des Schreibens, in dem der bisherige Präsident, der tschechoslowakische Staatsvräsident Dr. B e n e s ch , sein Amt niederlegt. Während der Verlesung betrat der Negus Haile Selassie an der Spitze einer zahlreichen chwarz gekleideten Abordnung den Saal. Eden prach Dr. Benesch den Dank der Versammlung für eine Tätigkeit aus. Die Versammlung wählte darauf den belgischen Ministerpräsidenten van Zec- l a n d zum neuen Präsidenten mit 47 von 51 Stimmen. Dan Zeeland verlas die Denkschrift der italienischen Regierung. Sie legt das von der italienischen Regierung unternommene Aufbauwerk dar. Dieses Werk betrachte die ita lienische Regierung als eine heilige Kulturmission, die sie gemäß den Grundsätzen des Völkerbundspaktes auszuüben gedenke. Es werde der italienischen Regierung zur Ehre gereichen, den Völkerbund von den Fortschritten ihrer Zivilisationstätigkeit, deren schwere Verantwortung sie auf sich genommen habe, zu unterrichten. Zum Schluß weist die italienische Regierung aus die Notwendigkeit einer geeigneten Völkerbundsreform hin, an deren Verwirklichung sie mitzuarbeiten bereit sei. Jedoch müsse die italienische Regierung auf die Notwendigkeit Hinweisen, unverzüglich die Hindernisse zu beseitigen, die die Verwirklichung des Werkes der internationalen Zusammenarbeit, an dem Italien aufrichtig im Sinne der Aufrechterhaltung des Friedens mitzuarbeiten wünsche, behindern. Südamerika droht mit dem Austritt. Argentinien verlangt Beachtung des Pakts. Der argentinische Vertreter Ruiz G u i n a z u begründete den Antrag seiner Regierung auf Einberufung der Versammlung. Dieses Vorgehen sei der Auffassung von der Gleichheit aller Staaten entsprungen, die ein Gemeingut aller amerikanischen Republiken darstelle. Der Grundsatz der Achtung der gebietsmäßigen Unversehrtheit der Staaten sei 1926 von allen amerikanischen Kongressen verfochten worden. Denn der Völkerbund seinen universellen Charakter bewahren wolle, müsse er sich unbeschadet der jeweiligen besonderen Umstände auch zu diesen Grundsätzen bekennen. Wenn sich hingegen die Art, wie der Pakt angewendet werde, nicht mit diesen amerikanischen Grundsätzen vereinbaren ließe, so müsse sich die argentinische Regierung überlegen, ob sie weiterhin mit dem Völkerbund zusammc arbeiten könne. Der Aeaus spricht Nach dieser argentinischen Erklärung, die als Antrag auf Nichtanerkennung der Annexion Abessiniens angekündigt worden war, bestieg der Negus unter dem Licht der Scheinwerfer die Tribüne, um eine Erklärung in amharischer Sprache abzugeben. Bei dem ersten Wort ertönte ein alles übertönendes Gepfeife aus den Reihen der italienischen Journalisten. Sie wurden innerhalb weniger Minuten von einem starken Polizeiaufgebot a b g e f ü h r t, während die meisten Delegierten klatschten. Die fast einstündige Rede des Negus, die mit ihrer Uebersetzung ins Französische und Englische den größten Teil der Dienstagssitzung des Völkerbundes aussüllte, wurde in amharischer Sprache gehalten, denn, so sagte Halle Selassie, wenn ich amharisch spreche, kann ich besser meine Gedanken mit der ganzen Kraft des Herzens ausdrücken. Haile Selassie wurde dann vom Präsidenten der Versammlung folgendermaßen das Wort erteilt: „Der nächste Redner ist Seine Majestät der Negus Haile Selassie. Ich erteile dem Hauptdelegrerten von Abessinien das Wort." Der Negus erklärte, daß er heute hier stehe, um die seinem Volk geschuldete Gerechtigkeit und den Beistand zu fordern, der ihm vor acht Monaten von 50 Nationen versprochen worden sei. Noch nie habe ein Staatsoberhaupt vor der Völkerbundsversammlung das Wort genommen. Aber noch nie sei auch ein Volk das Opfer einer solchen Ungerechtigkeit gewesen wie das abessimsche, dem die Auslieferung an seinen Angreifer drohe. Um ein Volk zu verteidigen, das um seine Jahrtausende lange Unabhängigkeit kämpfe, sei er nach Genf gekommen, nachdem er selbst an der Spitze seiner Armee gestanden nabe. Der Regus schilderte hierauf die Schrecken desGaskrieges, unter dem sein Land zu leiden gehabt habe und gab seiner Erbitterung darüber Ausdruck, daß er i n f e l n em v e r - trauen auf die wirksame Hilfe des Völkerbundes, das ihn veranlaßt habe, vorteilhafte Angebote der italienischen Regierung abzulehnen, enttäuscht worden sei. Die abessinische Regierung habe nie erwartet, daß andere Völker, deren eigene Interessen nicht unmittelbar auf dem Spiele standen, das Blut ihrer Soldaten vergießen könnten. Die abessinischen Krieger hätten nurverteidigungsmittel verlangt. Aber die wiederholt geforderte 3 i - nanzhilfe für den Ankauf von Waffen sei ständig verweigert und die Benutzung der Eisenbahn Dschibuti —Addis Abeba für Waffentransporte praktisch unmöglich gemacht worden, heute bestehe nicht die Unmöglichkeit, sondern die Weigerung, den Angreifer aufzuhalten. 3m Ramen Abessiniens verlange er von der Versammlung „alle Wah- nahmen zu treffen, um dem Pakt Achtung zu verschaffen." Der Negus fuhr dann fort: Ich erkläre vor der Welt, daß der Kaiser, die Regierung und das abessinische Volk sich nicht vor der Gewalt beugen werden, daß sie ihre Forderungen aufrechterhalten und alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel gebrauchen werden, um den Sieg des Rechts und des Paktes durchzusetzen. „Vertreter der Welt", so schloß der Negus, „ich bin nach Genf gekommen, um vor Ihnen die peinlichste der Pflichten eines Staatsoberhauptes zu erfüllen. Welche Antwort soll ich meinem Volk geben?" Nach der Rede des Negus wurde die Sitzung auf Mittwoch vertagt. Bis jetzt sind Reden der Vertreter Frankreichs, Englands, der Sowjetunion, der Südafrikanischen Union, Kolumbiens und Panamas vorgesehen. Das Echo in London. London, l.Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu den gestrigen Ereignissen in Genf schreibt der Sonderkorrespondent der „Times", daß die Ankündigung, Italien würde den Völkerbund über die Fortschritte seines Zivilsationswerkes in Abessinien unterrichten, in Völkerbundskreisen mit gemischten Gefühl en aufgenommen worden sei: dieser Teil des italienischen Memorandums scheine aber zu zeigen, daß Italien beabsichtige, Abessinien nach den Richtlinien des Mandatsartikels der Völkerbundssatzungen zu verwalten. Die Tendenz neige im großen und ganzen dahin, mit dem Urteil zu warten, bis Ergebnisse vorhanden seien. „Daily Telegraph" hebt das Angebot der italienischen Note zur Mitarbeit Italiens an der Völkerbundsreform hervor, und schreibt, daß im italienischen Memorandum zum erstenmal amtlich bekanntgegeben werde, daß die italienische Regierung mit Abessinien zweimal über eine Beilegung des Krieges im geheimen verhandelt habe. Der Sonderkorrespondent der „Morning Post" in Genf berichtet über die Szene, die sich in der Nachmittagssitzung der Völkerbundsoersammlung abgespielt hat, er erinnere sich nicht, jemals in einer internationalen Versammlung einer solchen Szene beigewohnt zu haben. Ein Höllenlärm sei losgebrochen, als der Negus das Podium betreten habe. Die italienische Note sei in versöhnlichem Ton, aber unmißverständlich in ihren Zielen. Sie verlange vom Völkerbund die Anerkennung der Tatsachen in Abessinien. Stillschweigend würde eine solche Anerkennung eine Bedingung zur zukünftigen Mitarbeit Italiens in den internationalen Angelegenheiten bedeuten und (bildlich gesprochen) „eine auf Europa gerichtete Pistole". „News Chronicle" spricht den Verdacht aus, daß die italienischen Journalisten, die die Lärm-Szenen beim Auftreten des Negus veranlaßt haben, auf Befehl Roms gehandelt hätten. Auch „Daily He- rald" spricht von einer von Rom aus organisierten Demonstration, die von weltbekannten Journalisten der großen italienischen Zeitungen durchgeführt worden sei. Wenn heute Eden die Aufhebung der Sanktionen vorschlagen werde, würde die Dölkerbundsversammlung wahrscheinlich nicht einstimmig dafür sein. Neuseeland, Südafrika und jedenfalls noch andere würden dagegen stimmen. Oie italienische Flagge über Moyale. Addis Abeba, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nachdem vor einigen Tagen aus dem südlichen Ast c s s i n i e n Unruhen gemeldet wurden, zu deren Bekämpfung eine Autokolonne aus dem Somaliland beordert wurde, haben die Italiener jetzt e i n- heimische Truppen an die Südgrenze gesandt. Am Montag wurden die Grenzorte Moyale, Kenia und Somasia besetzt und die italienische Flagge gehißt. Gautag Hessen-Nassau 8.—12. Juli in der Gauhauptstadt Frankfurt a. Main. Wie bereits mitgeteilt, wird der Gautag Hessen-Nassau vom 8. bis 12. Juli in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main am 8. Juli mit der Weihe des Flug- und Luftschiffhafens Rhein- Main beginnen. Am Donnerstag, dem 9. Juli, findet anläßlich des Gautages auf dem Römerberg eine Festaufführung „Die Verschwörung des F i e s k o" statt. Am Freitag, dem 10. Juli, wird in Anwesenheit des Reichsbauernführers Darre das neue Erbhofdorf Riedrode geweiht und Samstag, der 11. Juli, gehört den 20 Sondertagungen der einzelnen Aemter der NSDAP. Am gleichen Abend tagt in der Festhalle das gesamte Führerkorps der NSDAP, des Gaues Hessen-Nassau. Weiterhin ist für diesen Abend und auch für den Sonntagnachmittag ein großes Volksfest auf dem neuen Ausstellungsgelände bei der Festhalle vorbereitet. Am Sonntag, dem 12. 3uti, werden auf dem neuen Ausstellungsgelände an der Bismarck-Allee (hinter dem Fefthallenoelände) 104000 Politische Leiter, Männer der SA., SS., des RSKK., DAF.» der Werk- fcharen, des Reichsarbeitsdienstes, der Technischen Rothilfe und des Luftschutzes aufmarschieren. Auch der BDM. wird durch Abord- nungen vertreten fein, vor diesen 104 000 wird um 11 Uhr in wohl der gewaltigsten Massenkundgebung des Gaues, Reichsleiter und Reichs- minister des Innern, Dr. Wilhelm Frick, sprechen. Die Nationalsozialisten des Gaues Hessen-Nassau erfüllt es mit besonderer Freude, daß Reichs- innenminifter Frick sich bereiterklart hat, seinen Urlaub zu unterbrechen und einzig wegen des Gautages nach Frankfurt zu kommen, weil Pg. Frick als Verwalter eines der allerwichtigsten Ministerien in Deutschland in stärkster Weisti Mit nerantworllich ist für die Gestaltung des neuen Deutschen Reiches, Pg, Frick ist es auch gewesen, der als erster Nationalsozialist ein Ministerium m Deutschland schon im Jahre lSM übernommen hall Seine damalige Tätigkeit tn Thüringen war das erste Sturmzeichen einer Umgestaltung der Ver waltung nach nationalsozialistischen Grundsätzen. Außerdem hat sich auch Reichsleiter und Reichsminister, Reichsbauernsuhrer Walter Darre bereiterklärt, bei der Weihe des neuen Erbhofdorses Riedrode zu sprechen und voraussichtlich auch am Samstag auf der Sondertagung des Amtes für Agrarpolitik das Wort zu ergreifen. Pg. Darrö, der erst vor wenigen Wochen anläßlich der Reichsnährstandsschau längere Zeit in unserem Gau weilte, war von der Durchführung dieser gewaltigen Ausstellung und vor allem auch von der mustergültigen Zusammenarbeit mit allen Stellen der Partei so befriedigt, daß er nach so kurzer Zeit gern wieder in seinen Heimatgau Hessen-Nassau kommt. Roch ein dritter Reichsminister hat fein Erscheinen für den Gautag zugesagt. Reichsleiter Reichsminister Dr. W. Franck wird im Schumann - Theater vor etwa 3000 Bürgermeistern, Landräten, Kreisdirektoren und Beigeordneten des Gaues sprechen. Auch Staatssekretär S t u ck a r t kommt nach Frankfurt und spricht ebenfalls im Schumann- Theater vor den Politischen Leitern mehrerer Aemter. Unter den Rednern der 20 Sondertagun- gen sind außerdem noch so viel bekannte Namen, daß man wirklich nicht weiß, mit wem man bei der Aufzählung beginnen soll. Redner der S o n d e r t a g u n g e n werden sein: Reichskriegsopferführer Oberlindober, Dr. Walter Groß, Leiter des rassenpolitischen Amtes; Klaus S e l z n e r, Horst Dreßler-Andreß, Dr. Johann von Leers. Von der Reichspropagandaleitung z. B.: Amtsleiter Walter Schulze und der Leiter des Reichsringes T i e ß l e r ; der Reichsärzteführer Dr. Wagner, Bernhard Köhler, Hartmann Lauterbacher spricht vor der HI., der Propagandawalter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt Maierhofer, die Parteigenossen Knop und Schneider vom Obersten Gaugericht und Amtsleiter vom Pressepolitischen Amt der NSDAP., Sündermann spricht vor den Presseamtsleitern, Schriftleitern und den Pressereferenten der Gliederungen. Trotz dieser großen Liste bekanntester Redner der NSDAP, ist es nicht ausgeschlossen, daß noch weitere bekannte Parteigenossen von der Reichsleitung nach Frankfurt kommen werden. Noch niemals'konnte der Gau Hessen-Nassau eine solche Reihe glänzender Redner für einen Gautag einsetzen. Die große Kundgebung der 104 000 und vor allen Dingen die Sond'ertagungen und die Tagung des gesamten Führerkorps des Gaues werden sich für die Tätigkeit der Partei im kommenden Jahre aufs Fruchtbarste auswirken. Aber auch den vielen Amtsleitern und Parteigenossen, denen es nicht vergönnt ist, zum Reichs- parteitaq nach Nürnberg zu fahren, ist auf diese Weise Gelegenheit gegeben, wertvollste Anregungen von dem Gautag in Frankfurt mit in das letzte Dorf des Gaues zu nehmen. Oie Luftwaffe im Abeftimenkrieg. Es ist der Zeitpunkt gekommen, eine militärische Bilanz des abessinischen Feldzuges zu ziehen. Sie wird für jede Waffe ungemein interessant sein: für die Infanterie mit ihren farbigen Hilfstruppen ebenso wie für die Artillerie und die Panzertruppe. Sie wird ein bedeutsames Bild der Maßnahmen entrollen, die für die Vorbereitung des Feldzuges erforderlich waren, die während der Periode des Kampfes verstärkt werden mußten und die an die Etappe erhebliche Anforderungen stellten. Wir brauchen nur an den Wegebau zu erinnern, der genau so wichtig war wie die Kämpfe bei Adua, am Amba Aladschi oder bei Gorahai. Einen besonders breiten Raum wird in der Geschichte dieses ostafrikanischen Feldzuges, des größten Kolonialkrieges, den die Welt je gesehen hat, d i e Luftwaffe für sich in Anspruch nehmen dürfen, obwohl es ihr nicht gestattet war, sich im modernen Sinne zu entfalten. Ihr fehlte der Gegner. Fliegerkämpfe gab es nicht. Zwar nahm man anfänglich an, daß die Abessinier ein paar Flugzeuge den Italienern entgegenstellen würden, ja, es sah sogar so aus, als ob die aufbegehrende farbige Welt Flugzeuge nach Abessinien schicken und auch Kampfflieger entsenden würde. In den Vereinigten Staaten wurde jedenfalls ein heftiger Propagandafeldzug unter den Negern eingeleitet, verpuffte aber wirkungslos. Weder erhielt der Negus die in Aussicht gestellten Flugzeuge, noch betraten diejenigen, die sich schon im Dienste des Negus fühlten unb in abessinischen Kampfflugzeugen den Italienern entgegenstürmen sahen, jemals abessinischen Boden. So mußten also die Italiener die große Enttäuschung einstecken, kein Zeugnis ihrer Leistungsfähigkeit als Kämpfer und Fechter der Lüfte ablegen zu können. Aber die italienische Luftwaffe kehrt trotzdem voller Ruhm aus diesem Feldzug zurück. Sie ist mehr als einmal durch die abessinische Erdabwehr gepackt worden. Es hat auch Unternehmungen gegeben, bei denen kein Flugzeug ohne Treffer zurückkehrte, aber die Flugzeugabwehr funktionierte doch nicht hundertprozentig, obwohl wirklich gute Flaks vom Ausland den Abessiniern geliefert worden waren. Es zeigte sich vielmehr, daß nur ein ausgezeichnet geschultes Bedienungspersonal in der Lage ist, mit diesen Waffen dem Gegner Schaden zuzufügen, genau so wie das Flugzeug nur dort wirklich von Wert ist, wo die zur Luftwaffe gehörenden Mannschaften durch jahrelange Hebungen Höchstleistungen zu vollbringen vermögen. Aber die Flaks kamen erst wenige Monate vor, teilweise auch erst während der kriegerischen Ereignisse nach Abessinien, so daß die abessinischen Soldaten über allgemeine Kenntnisse nicht hinauskamen. Sie schossen zwar verhältnismäßig gut, aber verhältnismäßig gute Leistungen genügen nun einmal dort nicht, wo moderne Waffen zum Einsatz gelangen. Auch in der Armee Ras N a s i b u, wo wider Erwarten die besten Soldaten standen, war es dem türkischen Generalstabschef nicht gelungen, in den sechs Monaten des Krieges die Flakmannschaften soweit zu schulen, daß sie den Italienern Verluste beibringen konnten. Die meisten Verluste der Italiener — insgesamt fallen sie gar nicht ins Gewicht — sind auf Motorenschäden zurückzuführen. Anoesichts der Unfähigkeit der abessinischen Flak- mannskchaften hatten es die Bombenflieger natürlich nicht sonderlich schwer, ihre Aufgaben zu erfüllen. Soweit sie mit der kämpfenden Truppe zusammenwirkten, hatten sie durch Bombenabwurf das Artilleriefeuer zu verstärken und vor allem Bomben in die von der Artillerie nicht erreichbaren Winkel abzuwerfen, dann aber die ausgescheuchten abessinischen Verteidiger unter MG.-Beschuß zu nehmen. Je mehr die Abessinier ins Wanken gerieten, desto größer wurden auch ihre Verluste' durch das MG.-Feuer der italienischen Luftwaffe. Die Bomber hatten aber auch in den Kampfpaus-m den Feind zu beunruhigen, ja, in diesen Zeiten hatten sie einen doppelt schweren Dienst, der für die Piloten deswegen zur Strapaze wurde. w-ül Oe stets viele hunhort Kilometer zurück- zulegen hatten, bis sie die Front erreichten. Es ist zwar später dafür gesorgt worden, daß dicht hinter der sich vorwärtsbewegenden Front Flugplätze angelegt wurden, aber das Gros der Flieger kam doch aus dem alten Kolonialgebiet. In diesen Kampfpausen galt es nicht nur, tief im Innern des Landes liegende Städte, die als Sammelpunkt neu ausgehobener Mannschaften gelten konnten, zu zerstören oder auch, wie das zwei Mal der Fall war, das kaiserliche Hauptquartier in Dessie heimzusuchen, es wurden vor allem die Ortschaften und Lager dicht hinter der abessinischen Front unter einen starken Bombenhagel genommen. Meist fanden nur Kilobomben Verwendung, die genügten, um die gewünschten Ergebnisse zu .teitiaen. So gelang es den Bombern, allmählich die Zufuhr und Versorgung der abessinischen Front in Unordnung zu bringen, zu mal die Beherrschung des Luftraumes hinter den abessinischen Linien alle Truppen- und Munitionstransporte des Negus tagsüber zum Erliegen brachten. Man wagte es nicht mehr, sich bei Tageslicht in Bewegung zu fetzen. Und nachts konnte man wegen des schwer passierbaren Geländes nur mit der Hälfte der Marschleistungen aufwarten. Das Vorhandensein einer guten abessinischen Luftwaffe und einer ebenso guten Flakartillerie hätte es den Italienern allerdings nicht erlaubt, durch ihre Bomber die Basis der abessinischen Verteidl- aung in die Brüche gehen zu lassen. Dafür konnten sie ungestört ihre eigenen Straßen zu den Stunden bauen, da sich die abessinischen Munitionstransporte im Busch oder in Höhlen verstecken mußten. Frankreichs Frauenrechtlerinnen demontieren. MW'' W7 Ml S Kurz vor dem größten pferdesportlichen Ereignis in Frankreich, dem Rennen um den Großen Preis von Paris, kletterten zahlreiche französische Frauen über die Barriere auf die Rennbahn und entfalteten dort große Plakate, mit denen sie das Wahlrecht forderten. — (Presse-BUd-Zentrale-M.^ Oie Kampfbünde in Frankreich. Vertrauensvotum der Kammer für die Politik des Kabinetts Blum. Der Feldzug, reich an Abenteuern aller Art für die Luftwaffe, aber auch an schönen kameradschaftlichen Handlungen, ließ die Luftwaffe auch noch als Transportmittel in die Erscheinung treten. Die unerhörten Geländeschwierigkeiten erforderten gebieterisch Einzelaktionen, bei denen von vornherein feststand, daß die handelnde Truppe auf eine Verbindung mit der rückwärtigen Linie verzichten mußte. Aber man hatte das Flugzeug, das die auf sich gestellten Kolonnen begleitete, das austauchende Gegner angriff und verscheuchte, aber auch den allein marschierenden Truppenteilen fortlaufend Wasser, L e b e n s m i t t e l und Munition zuführte. Die Hilfe aus der Luft bewährte sich bei dem Vorstoß durch die Danakilwüste. In ununterbrochener Folge kamen und gingen die Flugzeuge. Vielfach warfen sie über den Lagern der Italiener ihre Vorräte ab oder landeten auf rasch hergestellten ebenen Flächen in unmittelbarer Nähe, um ihre Vorräte auszuladen. Es sind sogar der Truppe auf diese Weise lebende Tiere zugeführt worden. Das Flugzeug hat aber auch sehr oft abgeschnittene Abteilungen versorgt und auch den in Reserve stehenden Truppen Mitteilung von besonders gefährlichen Situationen gemacht. Als Auge des F e l d h e r r n hat es sich gut bewährt, wenn es auch Wochen gab, da man wegen der guten Tarnung der Abessinier manches Mal nur mit magerer Ausbeute nach Hause kam. Wenn der Feldzug rascher zu Ende ging, als selbst auf italienischer Seite angenommen wurde, so ist die Ursache hierfür einem Vorfall zuzuschrei- schreiben, der die Luftwaffe ganz besonders berührte. Ein Flieger namens Tito mußte an der Südfront wegen eines Motorenschadens niedergehen. Er geriet in abessinische Gefangenschaft. Die Abessinier schlugen ihm den Kopf ab und reichten diese „Trophäe" von Lager zu Lager und von Ort zu D'rt. Dieser Vorfall wurde rasch bekannt. Die Italiener gingen nun zur rücksichtslosen Kriegsführung über. Sie setzten jetzt die modernen Waffen ganz anders als bisher ein, sie boten auch wesentlich größere Truppenmassen auf. Gewisse Einzelheiten dieser Kriegführung haben die englische. Presse veranlaßt, zu behaupten, daß die Italiener Giftgasbomben gebraucht hätten. Wir können das nicht feststellen. Richtig ist aber, daß die Ermordung des Kriegsgefangenen Tito zu einer enormen Steigerung der Kräfte auf italienischer und dementsprechend zu einem rascheren Verfall der Verteidigung auf abessinischer Seite führte. pariser Vlättersiimmen über die Sitzung in Gens. Paris, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Kundgebungen italienischer Pressevertreter in Genf gegen den Negus finden in den französischen Zeitungen große Beachtung. Das „Journal" meint, die einfachsten Anstandsregeln seien gerade für die Pressevertreter als die geladenen Gäste des Völkerbundes und als die unparteiischen Beobachter besonders geboten. Außerdem finde man darin einen Mangel an Achtung für einen Mann, dessen Haltung man als Italiener nicht zu billigen brauche, aber dessen Unglück wenigstens Achtung erheische. Das ,F)euvre" schreibt, die schwarzen Stunden des Völkerbundes seien nun gekommen. Daß eine siegreiche Regierung den Befehl gebe, den Besiegten mit einem Pfeifkonzert zu erniedrigen und daß auf der Tribüne gekämpft werde, scheine ein getreues Bild der derzeitigen internationalen Lage zu geben. Künfttg könne dem Völkerbund keine wichtige politische Frage mehr anoertraut werden. Der Völkerbund könne höchstens noch als diplomatischer Versammlungsort und als politischer Rahmen zur Herstellung wichtiger Bündnisse dienen. Das versuche übrigens die derzeitige Regierung mit Recht zu verwirklichen. Es sei die letzte Karte, die ausgespielt werden könne. Die prachoolle Rede des Negus sei die e r n i e d r i g e n d st e, die die Regierungen von London und von Paris je zu hören bekommen hätten. Oer österreichische Bundeskanzler nicht in Genf. Wien, 1. Juli. (DNB.) Amtlich wird u. a. mit- aeteilt, daß der französische Außenminister Del- b o s und der englische Außenminister Eden den Wunsch geäußert haben, noch während der gegenwärtigen Tagung des Völkerbundes mit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg in persönliche Fühlung zu treten. So sehr man auch von österreichischer Seite für diese Anregung empfänglich ist, so ift .es Bundeskanzler Dr. Schuschnigg sowohl mit Rücksicht auf die Kürze der Ratstagung als auch au ferne eigene Arbeitseinteilung im Jnlande nicht möglich gewesen, gegenwärtig von Wien abzukommen. Die nächste Dölkerbundsversamm- I u n g wird ihm aber Gelegenheit zu einer Begegnung mit den Chefs der französischen bzw. englischen Diplomatie bieten. polens„Feieriag desMeeres". Warschau, 30. Juni. (DNB.) In Gdingen bei dem „Feiertage des Meeres" sprach der polnische Staatspräsident im Rundfunk. Die jährlichen „Feiertage des Meeres" bedeuteten den jährlichen Schwur der ganzen Nation, daß niemand und nichts Polen aus der Reihe der See» ftaaten verdrängen werde. Das Meer habe dem polnischen Volk die Wege in die weite Welt geöffnet, habe es mit den anderen Völkern gleichgestellt und ihm die Freiheit und das Recht ye- geben, überall zu sein, wo Meer und Himmel ist. Polen biete die Hand zur Zusammenarbeit Auch a.Ehepaar. Preisangabe u. ooömen einer änieigi' Crednerstr. 18 1.^03020 an d.G.A. 3/15 BMW. Cabrolimousine zu verkauf. 03024 Mühlstraße 22. beit zu Ende bringen. Wieder einmal steht Posten Möbel fertig da. Der Maler muß noch seine Arbeit tun. Dann "märtet ein neues Erzeugnis der Drogerie Kreuzplatz 10 Kaufm. Büro sucht ab sofort ein. flotten Lehrling (3unge od. Mädchenlf.alleBüroarbeiten. Kenntnisse in Stenographie u. Schreibmaschine bevorzugt. Bewerbung, mit handgeschr. Lebenslauf u. Zeugnisabschr. unt. 03023 an den Gieß. Anz. 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Ohne diese Vorarbeit und Mitarbeit ist nichts möglich, denn am Anfang allen wirtschaftlichen Geschehens steht die Arbeit. II. Oer Handel bringt die Güter vom Erzeuger zum Verbraucher. In der Möbelfabrik von Schulz & Lehmann sind die vor kurzem noch so zahlreich vorliegenden Aufträge ausgeführt. Die Gefolgschaft will und soll weiter beschäftigt werden. Sie arbeitet zur Zeit für das Lager. Seit einigen Tagen ist bereits der Reisende des Betriebes unterwegs und besucht die Kundschaft. Er zeigt ihnen die neuen Entwürfe, nennt Preise und empfiehlt die Qualitätsarbeit der Gefolgschaft von Schulz & Lehmann. In irgendeiner Stadt prüft der Möbelhändler Otto Krause aufmerksam das Angebot, vergleicht mit den Werbeschriften anderer Werkstätten und entschließt sich dann zu einer Bestellung. Er hofft, daß die neuen Küchenmöbel von Schulz & Lehmann Anklang finden werden. Herr Krause kann es sich nicht leisten, sie für längere Zeit im Laden stehen zu lassen. Dazu ist sein Betriebskapital zu klein. Er kauft die Möbel auch nicht gegen sofortige Barzahlung, sondern mit einer Zahlungsfrist von drei Monaten. Eine Woche später bringt der Spediteur, sorg- fälüg in Lattenverschlägen verpackt, die Möbelsendung. Die Rechnung über 980 Mark ist schon cm Vortag eingetroffen. Dabei war ein Brief, in dem Schulz & Lehmann bitten, die Zahlungsverpflichtung durch die Unterschrif des beigelegten Wechsels, fällig in drei Monaten, a n - zuerkennen. Während der Möbelhändler Otto Krause nach sorgfältigem Auspacken und Prüfen der Sendung den Wechsel durch seine Unterschrift „annimmt" (der Bankmann sagt „akzeptiert") und sich damit wechselmäßig — d. h. den strengen Be- Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzelger In Verbindung mit der Einweihung eines Bücherei-Ergänzungsbaues konnte die Marburger B l i n d e n ft u d i e n a n st a l t am 28. Juni die Feier ihres 20jährigen Bestehens begehen. Die Anstalt wurde während des Weltkrieges begründet, als viele ihres Augenlichtes beraubte Soldaten von der Front zurückkehrten und sich nach einem neuen Beruf umsehen muhten. Sic hat sich in den 20 Jahren ihres Bestehens zu einem Unternehmen entwickelt, das einzigartig in der Welt dasteht und dank seiner vorbildlichen Einrichtungen bereits Hunderten von Blinden einen neuen Lebensinhalt vermittelte. Die Bibliothek der Anstalt hat sich von 250 Blindenschriftbänden im Jahre 1916 auf gegenwärtig 21135 Bände entwickelt und umfaßt vornehmlich theologische, philosophische und juristische Fächer. Seit Begründung der Blindendrucke- r e i im Jahre 1920 wurden dort 490 Blindendruckwerke herausgebracht, darunter in den letzten Jahren u. a. Adolf Hitlers „Mein Kampf", Bis- marcks „Gedanken und Erinnerungen", Goeb- b el s' „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei", B e u - m e l b u r g s „Sperrfeuer um Deutschland usw. Eine 1924 angegliederte mechanische Werkstätte fertigt Blindenschrifttafeln, Spiele, Stenographiermaschinen, elektrische Doppelschreibmaschinen usw. Die seit 1921/22 bestehende Aufbauschule mit Reform- Realgymnasialziel, die einzige höhere Blindenlehr- anstalt für Deutschland und die angrenzenden deutschsprachigen Länder, umfaßt den Unterricht von Untertertia bis zur Reifeprüfung. Zahlreiche erfolgreiche Püfungen, darunter etwa 400 Staats- und Fakultätsprüfungen, wurden von den Schülern im Laufe der Jahre abgelegt. Die Schüler find in einem eigenen Heim, das in einem verkehrsarmen, idyllischen Seitentälchen des Marbachtales liegt, untergebracht und haben dort auch die Möglichkeit, auf einem Spielplatz ihren Körper zu kräftigen. Mit Erfolg führte die Anstalt in den letzten Jahren aud) Lehrgänge zur Einführung in das Zeitungs- ßammeiiöQet vertilgt jedesUn- geziefer. 03026 Sdiomber, Gießen, jetzt Kirchstraße 20. Sachverständig.i.Ge- richtsangelegenb, Telefon 3983. Druckschriften In getauten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Nähe d. Kliniken per 1. Cttob. zu vermieten. Schr. Angeb. u. 03017 an d. Gieß. Anz. H-Wiei sofort zu verm. Näheres 4205V Seltersweg 69 1 Gut ausgestatt. 3-Ziffl.-Wohfflgen mit Ballon und eingerichtet.Bad in der Schubert- u. Händelstraße per sofort oder später zu verm. Näher bei »712D Adolf Schmidt, Licher Straße 5. wesen durch. ' Neue Dagnerdokumenle aufgefunden. Nach einer Meldung der „Münchener Zeitung" sind in einem Schulhaus im bayerischen Mittelschwaben neueWagner-Dokumente gefunden worden. Es soll sich dabei um einen Original» brief Richard Wagners und einen Klavierauszug der „Meistersinger" als Druckbogen mit eigenhändigen Korrekturen Wagners handeln. Das letzte Dokument könnte von größter Bedeutung sein, da es wertvollen Einblick gibt in die Drucklegung und Vollendung des „Meistersinger"-Klavierauszuges. Die Dokumente stammen von dem Kapellmeister Ludwig Eberle, der sich um die Berliner Erstaufführung der „Meistersinger" große Verdienste erwarb und die Papiere als Anerkennung von Richard Wagner erhalten hat. Gefunden wurden sie bei einem Bruder Eberles, der als Lehrer in Mit- telfchwaben wirkt. fenfchaft gemäß. Hier ist etwas verwirklicht, was feit Goethe viele Menschen sich wünschten, eine Verbindung wissenschaftlicher Akkuratesfe mit künstlerischer Tiefsicht. — Hans Richter: „Ferrols beruhm. test er Sohn". Roman. Geheftet 2,70 Mk., Ganz- leinen 4 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW. 68. — (183) — Finnland mit feinen taufend Seen und feinen klippenreichen Flüssen, ist der Schauplatz die- es Romans, in de mder Verfasser von dem Leben einer Neufundländer-Hundefamilie erzählt und von den Schicksalen der Menschen, denen die Tiere ge- hören. Ein deutscher Arzt, der in der ländlichen Abgeschiedenheit eines Gutshofes in Finnland feinen wissenschaftlichen Forschungen nachgeht, ist der Besitzer dieser Hunde. Seine Tochter fuhrt den Haushalt. In diesen kleinen Kreis tritt eines Tages ein erkrankter deutscher Steuermann. Durch ihn wird bald das Leben der Gutshofbewohner in neue Bahnen gelenkt. In buntbewegten Szenen rollt die spannende Handlung ab, bei der die treuen Neufundländer bedeutsam eingreifen. — Klaus Zelter: Sonnensegler. Die Geschichte eines Segelflugzeuges. (Die junge Reihe.) Albert Langen/Georg Müller, München 1936. — (176) — Was die Beharrlichkeit des Willens ver- mag, offenbart diese prächtige Geschichte vom Bau eines Segelflugzeuges, das in gemeinschaftlicher Arbeit von einer kampf- und flugbegeisterten Mann- schäft gebaut wirb. Besessen von ihrer Idee, rnei- ftern biese Jungen ihre Aufgabe unb ruhen nicht eher, bis ber „Sonnensegler" sich stolz in bie Lüfte erhebt. — Mikkjel Fönhus: Der Wolfstöter. Eine Erzählung. (Die junge Reihe ) Albert Langen- Georg Müller, München. — (174.) — Nils Harre, der Wolfstöter, von dem der norwegische Dichter in dieser Geschichte erzählt, jagt bis zur Erschöpfung, ohne Gewehr, nur mit Speer und Messer bewaffnet, hinter den gierigsten Räubern seiner nordischen Heimat her. Mit Spannung nehmen wir teil an diesem abenteuerlichen Kampf zwischen Mensch und Tier, der ohne Furcht vor dem Tode bis zur äußersten Entscheidung geführt wird, und bei dem allein Mut und Stärke, die höchsten mann- lichen Tugenden, den Ausschlag geben. Sie kann das, obwohl weder das Ergebnis der Betriebsarbeit dieser Woche verkauft, noch das der vorhergehenden Wochen bezahlt wurde. Die Abnehmer zahlen ja nicht in bar, sondern auf Kredit gegen Hergabe von Wechseln. Aber diese Wechsel find ein geeignetes Kreditinstrument und werden von der Bank gekauft. Die Bank ist es, die bei diesem Vorgang die Arbeitsleistung der Betriebsgemeinschaft von Schulz & Lehmann bevorschußt. Das ist ja auch ihre volkswirtschaftliche Aufgabe. Denn es ist Sache der Kreditinstitute, bei der Finanzierung der Gütererzeugung zu helfen und Hilfestellung bei der Entlohnung der Arbeit zu leisten. Wie es in der Bank weiter zugeht, und welche vielfachen Funktionen sie zu erfüllen hat, das soll im weiteren Kapitel gezeigt werden. (Fortsetzung folgt.) ____________ Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Noch immer setzt sich die Zufuhr feuchter Meeres- lüft, die aus verschiedenen Breiten des Atlantik auf das Festland zukommt, fort. Eindringende frische Meeresluft wird noch im Laufe des Mittwoch zum Auftreten gewittriger Niederschläge Anlaß geben. Anschließend setzt wieder langsam eine Besserung ein, doch ist das Aufkommen beständig schönen Wetters noch nicht wahrscheinlich. Aussichten für Donnerstag: Noch verbreitete gewittrige Niederschläge, die im Laufe des Mittwochs einfetzen, wieder mehr wechselhaft be> wölktes Wetter mit noch einzelnen kurzen, teilweise aber gewittrige Nachregen. Im ganzen noch warm, doch ziemlich schwül, südwestliche Winde. AussichtenfürFreitag: Zunächst vielfach aufheiternd und warm und schwül, dann erneut gewittrige Schauer. Lufttemperaturen am 30. Juni: mittags 22,7 Grad Celsius, abends 17 Grad; am I.Juli: morgens 14 5 Grad. Maximum 28,6 Grard, Minimum heute nacht 11 5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Juni: abends 23 Grad; am 1. Juli: morgens 22,7 Grad. — Sonnenfcheindauer 2,6 Stunden., Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil 1. 23.: H L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Sonnige Stimmet« Wohnung mit Zubehör im 3. Stock zu ver- rnietenp.1.8.36. Zu erfragen: Tapetenhaus Täuber! Seltersweg 70 2-Zimm.-WohD.,» 3Zimm.-Wohn.,4OMk. 4-Zimm.-Wohn.,55Mk. 5-Zimm.-Wohn,75Mk. zu vermieten durch 4207V Büro MAer Seltersweg 81 I. Am Anfang steht die Arbeit. In einer gesunden Volkswirtschaft besteht ein ungestörter Kreislauf von der Arbeit über Geld, Banken, Börse wieder zur Arbeit. Diese etwas schwierigen Zusammenhände sollen im folgenden eingehend an einem Beispiel erläutert werden. Jahrzehntelang wächst irgendwo im deutschen Mittelgebirge der Wald Die seine Bäume einst pflanzten, sind heute vergessen. Ihre Urenkel und deren Söhne sind inzwischen herangewachsen. Eines Wintertags kommen sie mit Aexten und Sägen. Die vom Förster gezeichneten Hoä)stämme fallen einer nach dem anderen Tagelang hallt der Arbeitslärm der Waldarbeiter, bis die Stämme fertig zurecht geschnitten und entastet da liegen. Dann haben die Bauern der Walddörfer lange Zeit hindurch zu tun, auf ausgefahrenen Waldwegen das Holz zur Sägemühle zu bringen. Dort schrillen die Kreissägen, und es häufen sich die Stapel mit frisch geschnittenen Brettern. Nach einiger Zeit verladen die Arbeiter der Sägemühle wieder einmal eine Waggonladung voll Bretter. Jrn sinnreichen Getriebe des deutschen Verkehrswesens rollt der Eisenbahnwagen lange Strecken über Weichen, durch Bahnhöfe, an immer wachen Wcichenstellerhäusern und Bahnwärterbuden vorbei und steht dann auf dem Güterbahnhof einer großen Stadt. Ein Lastauto rollt heran, kräftige Hände packen zu, laden aus. Wenige Stunden spater füllt sich das Bretterlager der Möbel- Am Montagnachmittag 4 Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Philipp Lind en struth, Müll er im Alter von 60 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Lindenstruth, geb. Schwalb. j Vermietungen"] Neuzeitliches EiML-Haiis (7Zimm.,2Man- sarden-K., 2 Terrassen, alles Zubehör) in beiter Wohnlg Zentral- heizung. 600 qm Lbstgart.abl.10. evtl, auch früher -.vermiet. Schr. Angeb. u. 03010 an d. Gieß. Anz. Die von RADIO 4 Röhren, Nora billig zu verlauf. 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Zimmer vreisw. z. d. 03027 Wo?sagtd.G.A. stimmungen des Wechselgesetzes entsprenchend — zur Zahlung am Verfalltage verpflichtet, kommen die ! Möbel ins Schaufenster. Zur gleichen Zeit, wie ein Brief mit dem Wechsel an Schulz & Lehmann abgeht und diesem damit eine sogenannte Kredit- Unterlage verschafft, stehen die Möbel im Schaufenster und lenken die Blicke der Vorübergehenden auf sich. Durch die Kreditgewährung der Industrie und des die Warenverteilung vermittelnden Großhandels stehen in den Läden und Schaufenstern des Einzelhandels die mannigfaltigsten Erzeugnisse der Wirtschaft und bieten sich in reicher Auswahl den Verbrauchern an, denn es ist die Aufgabe des Handels, die Güter vom Erzeuger zum Verbraucher zu bringen. III. Lohnzahlung. Es ist Mittwoch und übermorgen muß die Möbelfabrik Schulz & Lehmann die Wochenlöhne an ihre Gefolgschaft auszahlen. Das Bankguthaben bei der Bank ist im Augenblick sehr niedrig und reicht nicht aus. Größere Zahlungseingänge sind bis Freitag morgen nicht mehr zu erwarten. Schulz & Lehmann setzen sich mit ihrer Bank in Verbin- bung. Sie stehen mit dem alten, angesehenen Bankhaus, das schon seit Jahrzehnten am Orte ansässig und mit der heimischen Wirtschaft aufs engste verbunden ist, seit einer Reihe von Jahren in vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen: auf Grund früherer Abmachungen haben sie daher die Möglichkeit, einen Wechselkredit in Anspruch zu nehmen. Deswegen hatten sie ja auch für die Lieferung an den Möbelhändler Otto Krause, wie bei ihren anderen Kunden, einen Wechsel ausgestellt und von ihm „q u e r s ch r e i b e n" (d. h. seine Unterschrift, quer an den linken Rand gefetzt, an- bringen) lassen. Am Donnerstagvormittag geht der kaufmännische Lehrling von Schulz & Lehmann zur Bank unb gibt drei Wechsel, darunter den auf Otto Krause über 980 RM., ab. Am Bankschalter wird sofort geprüft, ob die drei „Abschnitte", wie der Bankmann sagt, durch Aufkleben von Wechselstempelmarken auf der Rückseite richtig versteuert sind. Am Nachmittag werden in der Wechselabteilung der Bank die drei Wechsel weiter bearbeitet. Da sie ordnungsgemäß- ausgestellt und auf der Rückseite durch die Unterschrift von Schulz & Lehmann richtig an die Bank übertragen sind, wird eine Abrechnung ausgestellt. Die Bank kauft die Wechsel. Dabei zieht sie für die Zeit bis zur Fälligkeit der drei Abschnitte einen Zinsbetrag ab, sie nennt das „diskontiere n". Dann werden dem Konto von Schulz & Lehmann die End- bcträge der diskontierten Wechsel nach Abzug einer Provision gutgeschrieben. Am Freitag kann der Bote von Schulz & Lehmann die benötigten Lohngelder abheben und erhält sie in der geeigneten Zusammenstellung von kleinen Scheinen und Münzen jener Art. Im Kontor der Möbelfabrik lassen sich daher die bereits ausgeschriebenen Lohntüten schnell füllen, und am Feierabend trägt die Gefolgschaft ihren wohlverdienten Arbeitslohn nach Hause. MkM. von 3 Erwachsen, zum 1. Oktober gesucht. Schristl. Ang. m. Preis u. 03014 an d.G.A. 3-Z.-WolNlinl! vart.,Altwohng. von 2 erwachsen. Personen sofort od.später gesucht evtl. Tausch geg. 6-Z.-Wohnung. Schristl. Angev. unt. 03018 an d. Gieß. Anzeiger. Fräulein sucht einfach möbliert. Ein Preisausschreiben lustig und interessant zugleich, winkt mit schönen Preisen. Eine Broschüre bekommen Sie kostenlos, auf Wunsch auch durch die Post, von A.Ruhl jr. Gießen Seltersweg 67 Fernsprecher 3170 _______ 4040V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzelle veröffentlicht kompl.Küchen- Einrichtunq Mangel, Stühle n. and. zu verk. Kilbinger Goethestr. 23II. 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Der kürzlich verstorbene italienische Gelehrte Ettore C a r d a n i aber hatte sich als Forschungsgebiet die Ausnutzung der wirklichen Dulkankräfte, namentlich des Vesuvs erwählt, der seit 63 n. Ehr. (schon seit diesem Jahre kündete er seinen verheerenden ersten geschichtlichen Ausbruch von 79 n. Ehr. durch Erdbeben an) der tätigste der italienischen Vulkane ist. Ein tätiger Vulkan stellt zweifellos einen beträchtlichen Wärmespeicher dar. Er stößt Gas und Dämpfe aus, die große Mengen wertvolle Chemikalien enthalten, und es ist keineswegs zu phantastisch gedacht, wenn man diese Stoffe gewinnen will; tut man es doch schon mit bestem Erfolg in Larderello. Ja, es bleibt noch zu erwägen, ob man nicht durch planmäßiges Anzapfen einem bösartigen Vulkan seine Neigung zu Ausbrüchen ein für allemal nehmen kann. C a r d a n i dachte sich jedenfalls die Energiegewinnung aus Vulkanen, die er mit dem Namen „Rote Kohle" belegte, nicht allzuschwer. Die eigentlichen vulkanischen Herde sucht man in nur geringen Tiefen von 10 bis 20 Kilometer in der Erdrinde. Ob diese Herde mit Oer zweite Festakt des Heidelberger ilmversitätsjubiläums Bei oberflächlicher Ueberlegung könnte man meinen, daß die Menschheit sich den größten Teil der ihr auf Erden zu Gebote stehenden Naturkräfte bereits unterworfen und dienstbar gemacht hat. Da ist einmal als älteste Kraftquelle das Feuer in Gestalt der Brennstoffe. Feuer ist einst die Grundlage der Kultur gewesen und bildet noch heute die meistverwendete Kraftquelle. Wind und Strömung des fließenden Wassers waren die nächsten Helfer, nur bescheidene Kraftlieferer, weil man sich ihrer außer zum Segeln und zum Mühlenbetrieb nicht zu bedienen wußte. Erst mit Ausnutzung des Wassergefälles, mit Erzeugung elektrischer Energie aus Wasserkraft, bot sich ein einfaches Mittel, große Kraftmengen auf engem Raume ohne viel Umstände zu erzeugen und fort- Heidelberg an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil. Reichsminister Rust besuchte die versammelten Führer der Deutschen Studentenschaft im Schwetzin- ger Schloßpark. In seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär Zschintsch, der Chef des Wissenschaftsamtes Dahlen, der Chef des Ministeramtes H o h l f e l d e r und der Ches der Hochschulabteilung Bacher. Der Minister stellte fest, daß die von der Deutschen Studentenschaft bisher geleistete Arbeit seine volle Anerkennung finde und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Hoch- Der Rektor und die Dekane der jubilierenden Universität. Don links nach rechts: Professor Bötticher, Professor E n g i s ch , Professor Odenwald, Rektor Professor Dr. Groh, Professor G ü n t e r t, Professor Schneider, Professor Vogt. — (Scherl. — Aufnahme: Hoffmann.) Der Vulkan als Kraftwerk. Kann der Vulkan zur segenspendenden Energiequelle werden? zuleiten. Doch die Erzeugung von Kraft aus Brennstoffen ist eigentlich eine häßliche Vergeudung, man lebt gleichsam vom Kapital statt von den Zinsen, gleich, ob man Kohle oder Holz oder Naphta brennt, Gas benützt oder Oel im Motor verpufft. Man wird eines Tages damit geizen müssen. Warum also nicht lieber früher an den Ausbau jener Kraftquellen gehen, die auf unabsehbare Zeit unerschöpflich sind? Da ist einmal die Windenergie, die größte Energiespenderin überhaupt auf Erden, wenn wir auch noch zu ungeschickt sind, sie zu fesseln. Dann die Sonnenstrahlung, die auch den Wind erzeugt. Auch bis zu ihrer Einspannung hat es noch gute Wege. Weiterhin die Gezeitenkräfte, deren Einfangen nur an wenigen Stellen lohnt und daher für die Allgemeinheit wenig Interesse bietet. Wellenschlag des Meeres wäre auch eine schöne, nur noch recht unerforschte Kraftquelle. Vorderhand sind alle Wellenmotoren nur Spielzeuge. Einen schönen, leider vom wirtschaftlichen Standpunkt aus rettungslos unwirtschaftlichen Versuch unternahm der kühne Pionier der Technik, Claude, als er den Wärmeunterschied des Oberflächen- und Tiefsee-Meerwassers in tropischen Meeren ausnützen wollte. Kritische Leute hatten es ihm freilich gleich ausgerechnet, daß es wohl geht, aber nicht lohnt, und heutzutage muß eine Anlage eben lohnen. Das ist ja auch das Entscheidende bei den S o n n e n k r a f t m a s ch i n e n , daß sie wohl gehen, aber nicht oder wenigstens nur an wenigen Stellen lohnen. großen Magmakammern in etwa 120 Kilometer Tiefe in Verbindung stehen, ist ungewiß. Aus dieser Art aber steigt der Ausbruch durch einen die Erdrinde durchdringenden Schlot oder Eruptionskanal an die Oberfläche. Der Auswurf bildet allmählich jene Berge von Geröll aus Lava, Tuffstein, Aschen usw., wie wir sie auch am Vesuv finden, der zum sogenannten „vulkanischen Typ" gehört, einer besonders unruhigen und unberechenbaren Kategorie im Gegensatz zum hawaiischen mit ruhigem Lavafluß, dem strombolianischen mit ungefährlichem Auswurf und dem peleanischen mit Glutwolken. Die Felsmassen oben auf dem Vesuv bestehen aus erstarrter Lava, die ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, also die Wärmeenergie gut abhält, so daß man durch sie Anzapfbohrungen bis in die nötige Tiefe niederbringen könnte. Es wäre dann möglich, die entweichenden Dampf- oder Gasschwaden aufzufangen und zum Betrieb von Röhrenkesseln zu benützen. C a r d a n i hat auf Grund von Messun- gen und Berechnungen die dauernde Wärmeabgabe des Vulkans ziemlich genau geschätzt. Er unterschied drei Formen der Kraftabgabe: erstlich durch Strahlung und Leitung, dann burck Fumarolen um den Krater und andere Ausblasestellen, und schließlich durch die sehr heißen, aus dem Krater entweichenden Gase. Die größte Wärmemenge wird nach Caldani durch die Gaswolken abgeführt. Nun schätzt man die Tiefe des Dorherds auf etwa 250 Meter und die dort herrschende Wärme auf 1200 Grad. Der Boden in dieser Zone dürfte etwa 800 Grad heiß sein, die Temperatur der ausstrahlenden Gase beträgt immer noch 600 Grad. Die Gaswolken strömen in einer Menge von etwa 1700 bis 1800 Kubikmeter je Sekunde aus und sind doppelt so dicht wie Luft. Sie führen also ziemlich 200000 Kalorien je Se- künde ab. Zählt man die Energieabgabe der zwei anderen Verlustquellen mit dazu, so kommt man auf einen Kraftverlust von 300 000 Kalorien je Sekunde. Das entspricht einer Menge von 43 Kilogramm Kohle und 7000 Kalorien Heizwert in der Sekunde, von 155 Tonnen in der Stunde und Heidelberg, 30. Juni. (DNB.) Der zweite Festakt am Dienstag wurde mit Max Regers „Vaterländischer Ouvertüre", vom Gewandhausorchester unter der Leitung Professor Hermann Abend- r o t h s hervorragend zu Gehör gebracht, eingeleitet. Dann wurden die bereits mitgeteilten Ehrenpromotionen vorgenommen, wonach drei wissenschaftliche Vortrage folgten. Staatsminister Dr. Wacker- Karlsruhe sprach über die Geschichte, Bedeutung und Aufgabe der Universität Heidelberg. Er umriß die Stellung der Universität Heidelberg im geistigen Kampf der Jahrhunderte. Anschließend sprach Professor der Philosophie Dr. h. c. Krieck (Heidelberg) über die Objektivität der Wissenschaft als Problem. Professor Krieck sagte u. a.: Der Herr Reichswissenschaftsminister hat die Grundprobleme der Erneuerung der Wissenschaft als der Zentralaufgabe der künftigen deutschen Hochschule in einer Weise Umrissen, die darum für uns verpflichtend ist, weil wir als Männer der Wissenschaft derselben Weltanschauung und derselben Aufgabe unterstehen wie die Staatsführung. Wir begegnen uns folgerichtig im selben Mittelpunkt, nämlich in der Frage nach einer neuen Sinngebung und Rechtfertigung der im Umbruch befindlichen Wissenschaft, und wir freuen uns dieser Begegnung, weil sie uns zeigt, daß von der Führung des nationalsozialistischen Staates die ungeheuren Möglichkeiten neuer Wissenschaftsgestaltung ergriffen werden. Die Wissenschaft eines Volkes ist Ausdruck und Teil seines Gesamtlebens und ist daher mit den Bedingungen und Grenzen, mit Weg und Sinn dieses Lebens verbunden. Rechte Wissenschaft ist nicht abgelöste, sich selbst genügende Erkenntnis, sondern sie enthält notwendig aufbauende Formenkraft an Menschentum und Lebensordnun- gen Wir erkennen und anerkennen keine Wahrheit um der Wahrheit, keine Wissenschaft um der Wissenschaft willen. Wahrheit bleibt zwar Weg und Gestaltungsgesetz der Wissenschaft, Ziel aber ist die Gestaltung des Menschentums und der völkischen Lebensordnung gemäß dem Charakter und Naturgesetz der Gemeinschaft. Wissenschaft hat also ihren Wurzelgrund in der Weltanschauung. Wir wissen uns auch in der Wissenschaft auf einem Weg zu neuen Zielen, der uns von Charakter, Schicksal und Geschichte vorgeschrieben ist, auf einem Weg, auf dem voranzugehen wir berufen sind, und den die anderen Völker, das eine früher, das andere später, mit innerer Notwendigkeit ebenfalls werden beschreiten müssen. Professor Dr. med. Johann Stein (Heidelberg) sprach dann über „Arzttum und V o l k". Die große Verantwortung und die hohen Anforderungen werden alle, die zum Arzt berufen find, zu einer neuen starken Gemeinschaft zusammenschließen. Sie werden durch gleiche Weltanschaung, durch gleiche Erziehung, in gleicher Pflicht, in gleichem Glauben und in gleicher Treue und gegenseitiger Achtung miteinander verbunden sein. Eine solche Gemeinschaft wird mehr fein und mehr vermögen, als es die höchste Zahl individueller Aerzte je vermochte, darum wird aber auch dieser Arzt an seinen Eid gebunden sein, an einen Eid, der das heilige Zeichen seines hohen Berufes und dieser neuen Gemeinschaft fein soll. 2000 Jahre hindurch hat ärztlichen Generationen des Abendlandes der Eid des Hippokrates gegolten. Der hinter uns liegenden Zeit war der Geist dieses Eides fremd. Wir aber wollen ihn mit dem Geist der Bewegung erfüllen, die Volk und Arzt zu neuem Wirken geführt hat. Neichsminister )tmt vor den Gtudentensckastsführern H e i d e l b e r g , 30. Juni. (DNB.) Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft und die örtlichen Studentenschaftsführer aus dem Reich nahmen nach ihrer Arbeitstagung in Bleibt noch die Wärme unserer Mutter Erde. Sie ist zweifellos da und nicht so leicht zu erschöpfen. Aber wie ihr beikommen? Der Vorschläge, sie anzuzapfen, gibt es genug. Meist gründen sie sich aber auf eine keineswegs im angenommenen Maße nachgewiesene Steigerung der Erdwärme nach der Tiefe zu. Und wie tief muß man wohl gehen, bis man die Wärmezufubr dauernd und ergiebig genug findet, um auf feine Kosten zu kommen? Doch man braucht nicht an den ungünstigen Stellen Löcher in die Erde zu bohren, man kann es auch billiger haben. Es gibt ja Vulkane, die uns die Erdwärme gleichsam als Anzapfleitung bis an die Erdoberfläche bringen, die gewissermaßen für uns aufgehobene Wärmespeicher aus alter Zeit darstellen. Der erste geglückte Versuch dieser Art war die Errichtung des Werkes Larderello in Toskana, wo man schon seit vielen Jahren die Energie der S o f f i o n i, der „Blaserohre", auffängt, sehr heiße Dampfstrahlen, die dort aus der Erde bringen und, wie schon ihr starker Gehalt an Borsäure und am den Chemikalien erweist, Reste alter vulkanischer von laauuw iuiuien mi Tätigkeit sind. In Kalifornien und in Island aber I Als Esse betrachtet, jagt also der^Vesuv^lneWarme« sorgte Mutter. * was sie alles schon verstehen. Ihre Umwelt ist zwar noch recht klein; aber innerhalb ihrer Begrenzung wissen die Kinder viel besser Bescheid, als viele Erwachsene das in ihren Lebensräumen je ver- Ritterlichkeit in der Lust. Von Hans Sörensen. Richard V. T h o m a s , der kürzlich bei einem Rekordflug verunglückte amerikanische Fliegerkommodore, war ein Freund Deutschlands. Oft erzählte er von feinen Kriegserlebnissen als Kampfflieger an der Westfront. Seine Lieblingsgeschichte war diese: „Es war zwischen den Fronten üblich geworden, daß nach dem Abschuß von Flugzeugen eine Nachricht abgeworfen wurde, ob die Flieger tot ober gefangen seien. In letzterem Falle warf man bann Päckchen mit Wäsche unb Kleibung usw. über bem Flugplatz ab, wv.bie betreffenben Gefangenen untergebracht waren. So hatten wir einmal sechs ober sieben Kameraben verloren, als uns ein beutsches Flugzeug bie Aufforberung brachte, biesmal bie Päckchen unmittelbar auf bem beutfchen Flugplatz abzugeben, ba sie gewöhnlich beim Abwurf enizwei- gingen. Zeit und Erkennungssignal wurden genau angegeben, volle Feuerpause der Flak zugesichert. Gegen starke Bedenken meines Vorgesetzten stieg ich auf, feuerte gegen acht Uhr einen roten Doppelstern und landete unbehelligt auf dem deutschen Flugplatz. Sofort erschien ein Offizier, begrüßte mich höflich und führte mich in die Messe zu meinen gefangenen Kameraden. In dem Raum waren keinerlei Kriegstrophäen zu sehen. Ich beschloß, für den Fall eines Gegenbesuches daheim dasselbe zu veranlassen. Alles ging glatt. Wir tranken Kaffee, und nach zwanzig Minuten mußte ich wieder fort, höflich verabschiedet. Aber kaum war ich in der Luft, da fing der Motor an zu bocken. Eine Fehlzündung folgte der anderen. Ein Verdacht wollte in mir hochsteigen, ob das nicht etwa die Pointe eines deutschen Scherzes sein sollte. Nach allem Erlebten konnte ich das nicht recht glauben, ließ jedoch nach meiner Landung den Motor genau untersuchen. Nichts zu finden — bis der Mechaniker schließlich sagte: „Sie haben statt achtundvierzig Gallonen Brennstoff nur vierund« zwanzig verbraucht. Da stimmt was nicht .. Da kam es heraus. Die Deutschen hatten ihre Gast» lichkeit soweit getrieben, mein Flugzeug zu tanken, ohne daß ich es bemerkte — nur leider mit einem leichteren Gemisch, das unsere Vergaser nicht verarbeiten konnten. So wäre ich beinahe,bocb ab- gestürzt. Wir schwiegen diese gänzlich vorschriftswidrige Sache natürlich tot. Aber auf diese Weise kam »ch einmal dazu, bei deutschen Fliegern zu Gast zu fein. mögen. Ich erzählte einmal vom Elefanten, sagte, der habe zwar keine Ohren oder nur ganz kleine, worauf mich die ganze Gesellschaft laut auslachte. „O Paul," rief ein vierjähriger Junge, „Elefantenohren sind doch furchtbar groß und so komisch, weißt du, wie Fensterputzlappen!" Ich möchte behaupten, daß jener Vergleich von den Winbmüh- len-Flügel-Ohren, den wir Erwachsenen so gern anwenden, wesentlich unrichtiger ist als dieses Bild, das ja selbst für das Stoffliche der Elefantenohrlappen vollkommen zutrifft. Uebriqens, bei spielerischen Unterhaltungen mit kleinen Kindern sind die Mädchen meist ergiebiger als die Jungen, die erst von Verlegenheit und eigensinnig schweigsamen Stolz frei gemacht werden müssen. Bei den Mädchen habe ich immer schon während der ersten Begegnung eine frauenhafte Anschmiegsamkeit erlebt, wie ja überhaupt m dem kleinen Töchtern, erstaunlich klar das Frauliche und vor allem die Muttergefühle wirksam und erkenn- ^^Man gebe einem unverbildeten, gesund erzogenen Mädel ein kleines Kaninchen auf den Arm; wenn der Beobachter überhaupt vom glückselig strahlenden Gesichtsausdruck des Kindes fre.kommt, roiro jede Mutter, jede Kinderpflegerm ihre Helle Freude daran haben, zu sehen, wie gut und wie fcbön wie richtig die Kleine das ihr anvertraute Derkind im Arm hält — durchaus eine zart be- Seligkeit der Kinderjahre. ! Von Paul Eipper. Unzähligen Kindern sah ich zu bei ihren Spielen; tausendmal wohl saß ich zwischen ihnen, kein Erwachsener für die Kleinen, vielmehr em Gleicher unter Gleichen, und wenn ich mich später darüber besann, weshalb denn aus solchen Kinderspielen eine reine Seligkeit aufleuchtet, so meine ich, der Grund liegt in der bedingungslosen Hingabe eines Kindes an seine Spielbeschäftigung. Da sitzt die Tochter auf der Gartenbank; aus dem Puppenwagen hat sie „ihr" Kind hervorgeholt, die glänzend anlackierte Zelluloidpuppe mit dem gehäkelten Kleidchen. Aber es ist vielleicht noch zu frühlingskühl, das Köpfchen muh geschützt werden, es sind ja nur so wenig Haare drauf gemalt. „Nun, dann feij’ ihm dach sein Mützchen aus", rat irgend- ein Erwachsener dem Mädchen und halt tue Sache dadurch für erledigt. Wer aber Augen hat, um zu sehen und ein aufgeschlossenes Herz, für den beginnt jetzt ein in seiner Innigkeit beglückendes Erlebnis: das erst fünfjährige Menschenkind ist ^ erfüllt von seinen „Mutterpflichten , das fern Gesicht angespanntesten Ausdruck verrat die Stirne sich furcht und der ganze Umkreis der Außenwelt m sich versinkt. Nur noch eine Notwendigkeit erfüllt den Kosmos dieser kindlichen Mutter, deren Finger mit restloser Zartheit das Häubchen über den Puppenkopf streifen. Liebe, ererbtes Können und unbewußtes Verantwortungsgefühl; all dies liegt schon im Kinderspiel. Und wenn erst das Puppenbett entzwei gegangen ist, wenn die hölzernen Seitenteile wackeln, nicht mehr halten wollen! Dann wird ausgeregt die Freundin zu Hilft gerufen, und wieder strömt alle L-bensenergie der beiden Kinder nur auf tueftn einen Punkt. Meinungsverschiedenheiten tauchen aus, werden leidenschaftlich verwarfen bekämpft und befolgt; zwei Temperament- prallen gegeneinander, doch schließlich finden ste den Weg, der zum Ziele führte: die Puppe kann >m wieder ganz gemachten Bettchen schlafen. Ich habe die glückhafte Rundfunkmikrophon mit noch ",'^,^^^l>chtigen Kindern sprechen, singen und spielen zu dürfen. Erstaunlich ist für mich heute genau noch so wie ersten Tag die Erkenntnis, w.evi-l man nut Am schönsten ist natürlich das selbstgebastelte Spielzeug. Ein Schiff, aus Kork und Laubsägeholz zurecht gezimmert, durch Stecknadeln und Schnur mit einem tadellosen Geländer versehen, aufgetakelt und bewimpelt, dieses „kostbare" Erzeugnis vieler Nachmittags-Sorgenstunden wird triumphierend unb behutsam zum nächsten Weiher getragen. Vielleicht daß ein paar sachverständige Kameraden mittommen dürfen; am liebsten mochte man allerdings ganz allein den Stapellauf erleben, weil man zwar von der Seetüchtigkeit des Fahrzeuges voll überzeugt ist, doch nicht so ganz sicher weiß, welche Unbill letzten Endes dazwischen „funkt". Man braucht auch alle Anspannung, um jeden Handgriff beim Jns-Wasser-Setzen richtig zu machen. Ja, wenn der Kahn erst schwimmt! So findet manches Kinderspiel ganz von selbst zu nützlicher Mitarbeiterschaft im Dienst der Erwachsenen. Der Junge, der seine ersten Kinderjahre draußen auf der Wiese zwischen Kälbchen, Ziegen und Schafen zugebracht hat, der wird unschwer em guter Hirte werden, ein Betreuer des ihm schon fühzeitig anvertrauten, lebendigen Gutes. Gemißt arten auch manche Kinderspiele in Streitereien aus; ich habe stets gesunden, daß man sich als Erwachsener nicht sofort in diese Dinge einmischen soll. Der Begriff des „Habenwollens" hat sehr viel Gewalt in jedem Kindeicherzen und ein neues Spielzeug erweckt stets den Neid der Kameraden, fei es das mit Stolz vorgezeigte kleine Einrad, oder ein elastischer Gummiball. Nicht mit Strafen und herrischem Dazwischenfahren soll man das Kind zur Ordnung weisen; gütige Belehrung in vertrauter Abendstunde, geduldiges Eingehen auf die Psyche der Kleinen schafft Dorbauenb' eine neue, bessere Einstellung, so wie es auch nach meiner Ansicht sehr leicht ist, in jebem Kinde den Tierschutzgedanken zur Tat werden zu lassen. Man braucht den Buben und den Mädchen nur zu erzählen, daß der erwachsene Mensch viel stärker und viel klüger ist als die Tiere, und daß es keine Heldentat fei, sondern durchaus feige, em Tier zu quälen. Gut müsse man zu allen Tieren sein, so wie die Eltern gut zu ihren Kindern sind. bast-^Zupäcken"'-rfttzt?ab°r^auch noch'einl SXlÄÄ 5UW Barschem, der überlegende Verstand, die Besinnung auf die Mog- llchk-i^n. das Spielzeug praktisch anzuwenden. Der dreisührige Sohn eines Bauern hat 311 Ostern das alte Holzpferd seines großen Fuders neu geschenkt bekommen. Zwar sind die Räbchen im Futzaestell schon recht windschief; doch selvstver stündlich rollt es der Junge auf denHch hinaus, dickt vor den Ackerwagen, und nun iPann* er J , nen Gaul wie er das beim Vater oft gesehen hat, einwandfrei ans Wagscheit, macht ‘ab, faden ein langes Leitseil, schwingt einen alten ab- drei- bis fünfjährigen Kindern reden kann, und gebrochenen Spazierstock als Fuhrmannspeitsche - " " - ' *...... unb kann es einfach nicht begreifen, baß der Schimmel nicht schon zu traben beginnt. Oder läuft das Pferdchen doch in der Vorstellungswelt des verträumten Knaben, — wer weiß? wenden. Wirtschaft >er- gesteigert wird. 33'/» v.H. des Butteebedarfes des Volkes müssen wir selbst erzeugen und 6 bis 7 Milliarden Liter Milch mehr schaffen, um die (Erzeugung dem Bedarf anzupassen. Wir müssen den Win- terbedarf sichern uno darum mehr erzeugen und einlagern können, was nur dann erfolgreich sein wird, wenn wir Qualitätsware haben. Wir müssen aber auch billig liefern können. Es wird nur durch geschlossenen Einsatz ein solches Ziel erreicht wer- den, ohne daß der Preis herabgesetzt wird. Dazu ist notwendig, daß die Betriebe richtig angespannt und voll ausgenutzt werden. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Der Führer des Ländlichen Genossenschaftsver- bandes Bürgermeister Weyrauch- Ober-Mossau und der Geschäftsführer Dr. Hi11ernann - Frank- furt a. M. stellten der Molkereigenossenschaft Als- feld das beste Zeugnis für ihre erfolgreiche wirt- fchaftliche und genossenschaftliche Arbeit aus. Sie Aeugestaltung des Mlkereiproduktenmarkles 53. Jahresversammlung der Molkereigenossenschaft Alsfeld. menge in die Lust, die einem Fünftel der in Italien verbrannten Kohle entspricht. Ihre Energiemenge aber entspricht einem Viertel der gesamten in Italien verfügbaren Wasserkraft. Kein Wunder also, daß man im kohlenarmen Lande Italien hin- ler diesem Problem her ist, und so wäre es gar nicht erstaunlich, wenn dieser vulkanische Störer des Friedens und Verwüster reiche Länder eines Tages gerade den von ihm so bösartig bedrohten Gebieten zur Quelle des Reichtums wird. P. Große Strafkammer Gießen. Die Kammer verhandelte in der gestrigen Sitzung gegen die Angeklagten R. und K. aus Homberg wegen Raubes. Beide saßen am 20. Januar d. I. mit einem Zeugen in einer Wirtschaft in Homberg und sprachen tüchtig dem Alkohol zu. Der Zeuge, der an jenem Tage zu Geld gekommen war, sah sich veranlaßt, die Zeche zu zahlen. Alsdann begab man sich getrennt nach Hause. Die beiden Angeklagten entschlossen sich jedoch, die an jenem Abend polikik der Universität Göttingen, Professor Or. A. Schürmann einen Vortrag über „Die Neugestaltung des Mol- kereiproduktenmarktes". Er betonte, daß nicht gewirtschaftet werden kann, wenn nicht die Wirtschaft- lichkeit des Betriebes gesichert ist. Nur das übermäßige Streben nach dem Nutzen, das dahin geht, den anderen auszunützen, das bekämpft der Nationalsozialismus und lehrt, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht. In einem Vergleich der Hofe von früher zu heute zeigte der Redner die Berechtigung dieses Grundsatzes und fügte diesem die Erkenntnis hinzu, daß 80 v. H. aller Einnahmen des Betriebes aus der Milchwirtschaft kommen. Erst durch die Preisfestsetzung nach der Machtübernahme wurde dem Bauern eine 100prozentige Sicherheit für eine wirtschaftliche Betriebsführung gegeben. Aus praktischen Erfahrungen m Holland uno Dänemark schilderte Professor Schürmann die ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit und Organisation des Molkereiproduktenmarktes dieser Staaten, gegen deren Qualität der Butter, der konzentrierten Erfassung und deren Lieferorganisation jede Kon- kurrenz aussichtslos ist. Gegenüber solchen Leistungen kann man mit der Gesamtleistung des deutschen Bauernstandes nicht zufrieden sein und man muß ganz energisch dahin streben, zu dem Prinzip der Leistung zu kommen. Unser Handeln muß vor der Verantwortung bestehen können. Der einzelne Bauer muß sich seiner Orgamfatlon unterordnen, -in diesem Falle dem Milchwirtschafts- verband; denn freiwillig wären wir nie zu einer Regelung des Marktes gekommen. Er muh sich verpflichtet fühlen, sich den großen Molkereien anzuschließen, damit diese mindestens 4 bis 5 Millionen Liter Milch verarbeiten und dadurch die Unkosten verringern und die Qualität der Ware heben können. Da wir einen großen Markt zu beliefern haben, muß die Landbutter abgeschafft und nur noch Molkereibutter geliefert werden. In einer so entscheidenden Zeit für den Bauern muß jeder einzelne erfaßt und zur Mitarbeit herangezogen werden, damit die gesamte Leistung einer Landschaft ♦ Abänderung des Reichskraftwagentarifs. Auf Grund der Beratungen des Ta- rifbeirates für den Güterfernverkehr am 29. Juni über die vom Reichskraftwagenbetriebsverband ge- stellten zahlreichen Anträge auf Abänderung des Reichskraftwagentarifs hat der Reichs- und Preußische Verkehrsminister die Geltung des auf den 30. Juni befristeten Tarifs mit folgenden Aende- rungen mit Wirkung bis zum 31. März 1937 verlängert: Die im Tarif vorgesehenen Zuschläge ur Wagenladungsfracht von 4, 6 und 8 RM. fallen fort. Es entfällt ferner die Verpflichtung der Unternehmer, für Stückgüter und Teile von La- düngen im Gewicht über 2,5 Tonnen Rollgebuhren zu erheben. Mein Mainische Börse. Gemüse hatte sehr starkes Gesamtangebot, der Verkauf war nur teilweise befriedigend. Erbsen und Spinat im Preise etwas höher, Rotkraut und Wirsing gefallen, im übrigen unverändert. Es notierten: Blumenkohl 15 bis 40, Bohnen, Treib 30 bis 38, do. dick 10, Erbsen, Sack 10 bis 12, do. Gärtner 12 bis 15, Gewürze!, gr. Bdl. 30 bis 40, Salatgurken la 25 bis 35, do. Kasten 10 bis 25, do. Einmach 10 bis 12, Karotten Bdl. 4 bis 5, i/3 kg 10, Kartoffeln, Erstlinge 8 bis 8i/2, Kohlrabi 2 bis 4, Kopfsalat 2J2 bis 5, Steinpilze 30, do. Pfifferlinge 35 bis 38, Radies 32/- bis 4i/2, Rettich, St. 5 bis 10, Rhabarber 4 bis 5i/2, Rotkraut 16 bis 18, Spinat 12 bis 16, Tomaten, Treib 40 bis 45, Weißkraut, früh 7 bis 8, Wirsing 4 bis 5, Zwiebeln m. Schlotten Bdl. 3 bis 5, Erdbeeren I 25 bis 30, do. II 20 bis 22, do. unsortiert 16 bis 20, do. Monats 50 bis 60, Heidelbeeren 22 bis 25, Him- ! beeren-Garten 25 bis 30, Johannisbeeren 17 bis 20, Kirschen la 28 bis 30, Kirschen 18 bis 25, do. | Sauer 16 bis 25, Stachelbeeren, reife 18 bis 30, bei dem Zeugen festgestellten guten finanziellen Verhältnisse auszunugen und ihm das Geld abzu- nehmen. Sie machten sich auf den Weg und trafen den Zeugen außerhalb Hombergs an der Land- ftraße auf einem Schotterhaufen liegend schlafend an. Während K. auf Geheiß des Angeklagten R. dem Zeugen die Hände fest- und den Mund zuhielt, suchte R. den Zeugen ab und will ihm 2,20 RM. entwendet haben. Der Zeuge gab jedoch an, daß ihm mindestens 50—60 RM. fehlten, was jedoch nicht bewiesen werden konnte. Das Gericht verurteilte unter Zubilligung mildernder Utnftänöe R. zu 2 Jahren und K. zu 1 Jahr 3 Mo - nate'n Gefängnis und rechnete beiden Angeklagten 5 Monate erlittener Unterfuchungshaft an. Wegen Verbrechen nach § 171 Z. 3 StGB, wurde ein Mann aus Geis-Nidda zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen desselben Delikts erkannte das Gericht gegen zwei Einwohner aus Selters auf 1 Jahr 2 Monate bzw. 8 Monate Gefängnis. * Alsfeld, 29. Juni. Die Molkereigenofsen- schäft Alsfeld hielt ihre 53. ordentliche Iahresver- fammlung ab. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein bedeutungsvoller Vortrag eines Göttinger Wissenschaftlers. Direktor Wald (Alsfeld) erstattete den Geschäftsbericht, der das stattliche Ergebnis einer ©ejamterfaffung von 4 961 117 Kilogramm Milch aus 23 Liefergemeinden voranstellte. Don dieser angelieferten Milch wurden u. a. 372 402 Kilogramm als Frischmilch, 381917 Kilogramm zur Käsebereitung und 4133 639 Kilogramm zur Herstellung Deutscher Molkereibutter verarbeitet. Die 4 133 639 Kilogramm Milch ergaben 168 733 Kilogramm, gleich 3 374,66 Zentner Deutsche Markenbutter. . , An Milchgeld wurden frei Molkerei ausbezahlt 582 334,76 Mark, was pro Liter einen Durchschnittspreis von 12,08 Pf. ergibt. Auf die gesamte angelieferte Milch umgerechnet wurden ein Liter Milch mit 1,53 Pf. gestützt. Damit hat die Marktordnung ihre gewollte segensreiche Auswirkung ausgeübt. Das Geschäftsjahr 1935 erbrachte einen Ueberfchuß von 23 161,43 Mark, von dem nach Ab- zug von 12 506,94 Mark Abschreibungen 10 654,49 Mark zur Verfügung als Restmilchgeld verbleiben. Die Mitgliederzahl ist von 633 auf 657 gestiegen. Die Zahlungsbereitschaft der Molkerei ist außer- ordentlich aünstig. Die Jahresrechnung schließt mit 174 594,60 Mark, die Bilanz mit 135 617,27 Mark. Anschließend an die Jahresversammlung hielt der Direktor des Instituts für Agrarwesen und Agrar- nehmen. Es wird deshalb dringend davor gewarnt, die Auslandsreise anzutreten, bevor nicht die Reife- Zahlungsmittel tatsächlich von den Reisebüros oder der Devisenbank ausgestellt worden sind. Reisende, die dies nicht beachten, verstoßen gegen die nationale Disziplin, denn sie schädigen das Ansehen des Deutschen Reiches, wenn sie beim Ausbleiben der beantragten Reisedevisen ohne Mittel im Auslande dastehen und fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Darüber, ob zu Erholungs- und Urlaubsreisen nach Ländern, mit denen Reiseabkommen bestehen, im Rahmen der verfügbaren Reise kontingente Reisezahlungsmittel «MS negativ aus, so ist es gut, sich mit Anträgen auf Zu- ?.Pr’tolen *taL. 25 bts 32' bo" ie nad) 5)6 1 teilung von Reisedevisen an die Devisenbehörden zu bis 6.- Mark. - - M ■ 1 Rindvieh- und Schwememarkt in Herborn. * Herborn, 30.Juni. Auf dem gestern hier abgehaltenen Markt waren aufgetrieben: 38 Stück Rindvieh und 420 Stück Schweine. Es wurden bezahlt: für junge trächtige Rinder 300 bis 400 , Mark, für trächtige junge Kühe 350 bis 400 Mk., (66 50) umgefefot wurden. Auslandsrenten ohne für ältere Kühe 280 bis 330, für Rinder 150 bis Sonderbeweauna. 200 Mark pro Stück. Auf dem Schweinemarkt Im weiteren Verlaufe waren die Umsätze sehr ge kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen 20 bis 22 Mar , ring geworden. Die Aktienmärkte lagen auch wei- von 6 bis 8 Wochen 23 bis 28 Mark, von 8 bis terhin in sich fest. Bemerkenswerte Veränderungen 12 Wochen 29 bis 38 Mark pro Stuck. traten nicht mehr ein. Auch Renten still, nur Dol- ■ lar-Bonds spekulativ weiter gesteigert, so Städte- Dollar-Bonds auf 69,6 v. H. Preußen und auf I 60s30l)rfeiCr jHi)ÖlulUD$. 70,25. Der Pfandbriefmarkt lag weiterhin normal. ™ schönsten Som- Growaa^88^50 (88)^ SMX*Wintershall 124 (123,50), mermetteiPbeaünftigt, beging der Rhönklub sein 60. Growag 88,50 (88),.Ka ^ntersyau 1M(i«Wb Gründungsfest, verbunden mit feiner Hauptoer- Auto-Union^?6 (126) Üf^wie- sammlunq als ein Rhön-Heimalsest vom 27 bis k Auto-Unlon 126 (126), Ufa wie I H ^m in Fulda. Als Auftakt fand eine lieber 64, NSU. wieder 139. giertenoerfammlung aller Zweigvereine statt, in der Tagesgeld am Monatsletzten aus rnarkttechnifchen &ü[.rcr ^er deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Gründen etwas verknappt, der Satz wurde 3,50 $rofejjor Dr. Werner (Darmstadt), ein umfassen- (3) v. H. des Referat über die Ziele der deutschen Wander- Abendborfe fester. „ bemegung im nationalsozialistischen Staat hielt. Bei ruhigen Umsätzen lag die Abendbörse für 2Ibenos fand in den FuldaM Stadtsälen die Be- Aktien weiter freundlich. Die Mittagsschlußkurse, bie grüfcungsfeier statt, in ber nach ber Begrüßnrrns- zum Teil schon fester waren, mürben Gelb gefragt, ansprache bes Führers des Rhönklubs Jystizrat Dr. Die Führung hatten weiterhin Montanwerte in Er- P j e i f f e r (Fulda) sich ein buntes Programm ab- roartung günstiger Ziffern aus ber Rheinstahl- wickelte, wobei ein Rhön-Heimatfpiel uraufgefuhrt Bilanzfitzung. IG. Farben mit 169,25 o. H. gut ge- würbe. halten, Verein. Stahlwerke amtlich um 0,25 v. H., Nach einer Kranznieberlegung an ben Gräbern im freien Markt um nochmals 0,25 v. H. bis 98,13 der verstorbenen Präsibenten bes Rhönklubs am v. H. höher. Siemens waren etwa 1,50 v. H. höher Sonntagmorgen fanb in Anwesenheit ber Kreislei- mit 207 gefragt. Auch Daimler bis 122,40 (122,13) tung Fulba die Festsitzung statt. In Vertretung des höher gesucht. Fuldaer Oberbürgermeisters entbot Kreisleiter Bür- Deutsche Anleihen sehr still und unverändert. Auch germeifter Ehser dem Rhönklub die Grüße der zertif. Dollar-Bonds auf Höhe der gestiegenen Mit- Stadtverwaltung und überbrachte ihre Glückwünsche tagskurse gefragt, so Preußen-Dollar 70,25 v. H. zum Jubelfest. Auch hier ergriff der deutsche Wan- Der weitere Verlauf blieb ausgesprochen freund- derführer wieder das Wort, wie er auch am Nach- lich bei allerdings geringen Umsätzen. Siemens mittag bei der großen Kundgebung im Schloßgar- wurden schließlich zu 207,75 gegenüber dem schon ten sprach, bei der Trachtengruppen aus erhöhten Frankfurter Schlußkurs von 207 und dem der Rhön und aus Oberhessen V o 1 k s - Berliner Schlußkurs von 205,25 o. H. notiert. Auch tänz- und Spiele zeigten. Den Höhepunkt des Kaufhof um 0,25 v. H., BMW. um 0,25 v. H. fester. Dolksfestes am Sonntagabend bildete eine große Die 3'/»- und 4proz. Schweizer Bundesbahn je Beleuchtung bes Fulbaer Schlosses. 1 v. H. höher. Don Großbankaktien Dreebner unb titnhorfr<>iinh// DD.-Bank je 0,25 v. H. freuüblicher, außerdem ßltl ^SunOCrfTeuiW Frankfurter Bank 0,75 o. H. höher. Wrurfeilt $öSr"1nörte0iman$nroTÖfr-36emna^m6ontam LPD. Darmftabt 30.Sunt Bor drtia« .Seit merken zu dem höchsten Tageskurs. Es notierten: war in der Hammelbacher Gegend em Landstreicher Reichsaltbefitz 112,65 v. H., 6 v. H. Verein. Stahl- verhaftet worden, der zahlreiche Sittlichkoltsver» werke 102 50 Farbenbonds 136,25, 4'/- v.H. Frank- brechen an minderjährigen ÄmbetH begangen hatte, furter Hyp Bank Goldpfandbriefe R 1—4 97, do. Der gefährliche „Kinderfreund stand nun vor der i 101,13 4 v. H. Oesterr. Staats- Darmstädter Strafkammer und wurde zu zwei ' ' - - - - — - fünf Jahren Ehrverlust ZHittagsbörfe. Tendenz: weiter freundlich. Frankfurt a. M., 30. Juni. Der Ultimo ist gut überwunden, bie Wirtschaftsberichte und Gefell- fchaftsabschlüffe regen immer wieder an, so daß bei mangelndem Angebot die Börse wiederum feste Aktienkurse hatte. Es führten einige Spezialwerte des Montan- und Automobilmarktes, wobei man auf bie morgige Aufsichtsratssitzung von Rheinstahl unb auf bie baldige Berichtsvorlage von BMW. verwies. Rheinstahl fetzten 0,75 v.H.: Klöckner 0,90, Buderus 0,50; Verein. Stahlwerke 0,65 v.H. höher ein. Der Farbenmarkt lag ruhiger, aber ebenfalls fest, IG Farben 168,75 (168), bann 169,25. Don Maschinen- unb Motorenwerten BMW. lebhafter unb 143 (142)) bann 144, Daimler mitgezogen unb 1,50 v. H., Muag 1 v.H. fester. Eher fchwacher lagen roieber Eßlinger Maschinen, wo angeblich an- haltenb Verkäufe von einer Seite vvrliegen sollen. Don Zellstoffwerten Aschaffenburger in Nachwir- tung ber Hauptversammlungs-Ausführungen 0,90 v. H. fester. Ziemlich ruhig lagen Elektrvwerte. Etwas fester Licht & Kraft, Siemens um 1,50 v.H. höher, behauptet lagen RWE. unb Schuckert. Im einzelnen waren Zementwerke gut gehalten, von Bauaktien Holzmann etwa 1,25 v. H. schwächer. Hanfwerke Füssen 0,50 v.H., Deutsche Linoleum 0,90 v. H. freunblicher. Reichsbahn-Vorzugsaktien gaben 0,13 v. H. nach. Westbeutsche Kaufhof fast ohne Umsatz aber anfangs 0,75 v. H. abgeschwacht. Deutsche Anleihen lagen ziemlich ruhig und un- verändert, so Altbesitz und Kommunal-Umschuldung. Ein ziemliches Geschäft war wieder in Dollar- ... dankten ben verantwortlichen Führern für ihre um-1 Lissabon Stadt 75,50, 4 » H Schweizer Bundes- ichtige Leitung, durch die die Genossenschaft unter bahn 224, do. 3'/,proz. 217, Adca. 75, Mmk für ben 700 des Rhein-Main-Derbandes mit an erster SBraumbuftrie E 142 Coinmerzbank 92,25, DD.- Stelle aufgerückt ist und appellierten an ben Ge- Bank 93,25,Dresdner Bank 93,75, Frankfurter Bank meinschaftsgeist ber Milcherzeuger, sich geschlossen U)? Reichsbank 195, Buderus 105 Harpener 127, hinter bleie. Unternehmens stellen. W . werke 98,40 bis 98,50, Aku. 54, AEG. 35,13, Auslandsreisen BMW. 144, Bekula 153, IG. Chemie volle 231, bo. 50proz. 162,50, Conti Gummi 193, Daimler E Nicht ohne JteiftrreoironeT. 122,25, Deutsche Erböl 127,75, Scheideanstalt 270, Fn der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in Deutsche Linoleum 190,25, IG. Farben 169,25, denen deutsche Reisende Auslandsreisen antreten, Feinmechanik Setter 90, Gesfürel 139,75, Goldschmidt ohne die Mitnahme der von ihnen bei einem deut- 114,50, Holzmann 121,75, Junghans 99,50. scheu Reisebüro oder einer Devisenbank beantragten Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. ’M»; »VK. K.51 S 3? XISÄSS ben. Demgegenüber muß darauf h y j' steigend Die Preise waren bei durchweg zufrieden- regelung (Reiseabkommen) besteht, jeweils nur d.sche Psirsiche genügendem Marn, greife |e|t. beftimmte Devisenkontingente zur' tn-mu»e n Verfügung stehen. Da diese fast regelmäßig hinter den Anforderungen des deutschen Reisepublikums zurückbleiben, können die Reisebüros und Devisenbanken keine Gewähr für eine Zuteilung der bei ihnen beantragten Reisezahlungsmittel über- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. .... .... Qiff„n neben bie fiobe der auleht beldiloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 4 oLombardzmssuh 5 v. tz.____________________________ Die pinier oen Puptrrr» -u»n —•• o--- Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Frankfurt a. M. 2krlm Schluß- kurs Schlußk. Abend- dürfe 30 fi Schluß- kurs 29.6. Schlußk. Mittag« dürfe 30-6- Datum Schlußkurs 29 6. Schlußk. Abendbörse 30.6- Schluß« kurs 29.6. Schlußk. Mittag- börse 30.6 29.Juni Amtliche Notlemn Geld | Ärie f 30.5uni Schlußkurs Schlußk. Abend- dürfe Schlußkurs Schlußk. Mittag- dürfe Amtliche Geld Notierung | Brief Z)atnm 6% Deutlche RetchsaiUethe o. 1927 4% Deuyche Reichsanl. von 1934 5¥1% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche 2lnl.«2U>löl—Sdjulb mti AuSlkss.-Rechten ............. *yt% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... *¥i% ehem. 8% Hessischer BolkS- float 1929 lrück-ahlb. 102%) .. *y,% ehem. 8% Hessische Landes vant Darmstadt Gold R. 12... 5%% ehem. 4 ya% Hess. Lande» Hypothekenbank DarmstadtLiqu. 4%% ehem. 8% Darmst. komm Landesb.Goldschuldverfchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Aurlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *yt% ehem.8% Franks. Hyp.-Bani Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 5%% ehem. 4'/,% Franks. Hyp. Bank-Ltqu^Pfanbbriese....... 6«/i% ehem. 4>/,% Rheinische Hyp^Bank-Ltqu..Goldpfe. .. ■ % ehem. 7% Pr. LandeSpfano briesanst., Gold Komm. C61.20 Eteuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,2f>% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 iVi% desgl. von 1913......... 5% abgest. Goldmexikaner von 91 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih» Serie ..................... 29.6 101,65 98,25 102,13 112,5 100,15 98,75 97 101 93,5 123,5 119,4 97 101 97 97,5 95 109,5 9,5 9 9 14,13 30.t 101,65 98,25 101,75 112,65 100,2 98,75 97 101 93,5 123,5 119,25 97 101,13 101,4 97,5 95 109,5 2,5 9,25 z 13,9 29.6 101,65 98,25 101,5 112,65 100,3 98,75 119,65 101,5 97,5 98 109,5 9,5 8,85 9,13 14 30.6 101,65 98,25 101,5 112,65 100,3 98,75 97 119,5 101,5 97,5 95 109,5 31,25 2,55 9,3 8,75 9,13 13,9 4% vesgl. Sene n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . 2'/.% Anatolier .............. Samburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prlvat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ........ li A.E.G......................0 Bekula.....................8 Elektr. LieserungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Aesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderu» ................... Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2,/2 Hoesch Eisen—Köln-Neuesfen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........f Klöcknerwerke ...............1 Mannesmann-Röhren........ 6,5 9,75 5,65 15 16,5 123 117 92,4 92,5 93,5 195 36 153 133 157,75 132,5 140,5 130,25 136,25 155,75 205,75 142 103,25 125,4 128 112 134,5 107,13 102,75 6,3 9,8 5,6 14,5 16,25 123,5 117 92,25 93,25 93,5 195 35,13 153 134 158,5 132 139,75 130,5 136 156 207,75 104,75 126,75 112,4 134,5 108 102,9 6,5 5,65 14,75 37,5 16,5 117 92,4 92,5 93,5 194,25 35,9 153,5 133,13 158 132,25 140,5 130,5 135,4 156 205 141,75 103,25 126,25 127 112,25 134,5 107,65 102,75 6,3 9,75 5,7 43,5 14,9 39,5 16,65 123 117,25 92,25 93 93,5 195 35,13 153,4 132 158 131,75 139,75 131 136 155,5 205,25 141 105 128,13 127 112,5 1$4,5 108 102,9 Mansselder Bergbau....... 6¥i Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Ryetnstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8J4 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....1Y» g. G. Farben-Industrie.......? Scheideanstalt ..............9 Goldschmidt ................ 6 RütgerSwcrke ............... 6 Metallgeiellschast............. 6 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cemenkwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. C Lemberg.................. k Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......( Dessauer Gas .......... "< Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein « Koppel ..........0 Westdeutsche Kaushos.........0 Chade...................... Accu mvlatoren-Fabrü....... 11 Eonti-Gummi.............. 11 Matnkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker........IC 140 140,5 97,25 26,75 168 270,5 113,5 130 137,25 1123,25 i 141,4 150 55 85,5 143 107,5 120 190,65 45,25 438 200 191,5 1 31,5 98,75 »| 228 140,5 240 142,25 98,3 26,95 124,25 169,25 270 114,5 130 137,5 121,75 141,4 150 54 86 142 108,4 122,25 190,25 44,75 434 204 193 1 32,75 98,75 140,75 131 240,5 147,5 97,65 26,75 126,9 125,75 183,75 168^4 113,75 129,9 137,4 122,75 112,4 54,9 86,5 142 107,5 119 120,5 191 79,75 44,4 435 191,75 1 I 228 141 130,65 240 141,5 98,13 26,75 128.5 125,25 169,25 114,65 129,75 136,5 122 112,5 54,25 86,13 142,5 107,5 120 124 190,25 79,5 44,5 434 204 193,25 | 321? ■öueno» Rire Brüssel.... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... HelstngforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Favan ..... Jugoslawien £•<10..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork... _________r Amerikanische Belgische Not Dänische Not Englische Nvl Französische Holländische Italienische 9 Norwegische Deutsch Oest Rumänische Schwedische Schweizer N Spanische Nc Ungarische N 41,96 0,139 3,047 55,66 46,80 12,465 5,495 16,44 168,97 19,53 0,728 5,654 62,65 48,95 11,33 64,28 81,20 34,03 10,30 2,482 trhn,30 Juni Noten...... Roten ...... erreich, ä 100 iten......... 42,04 0,141 3,053 55,78 46,90 12,495 5,505 16,48 169,31 19,57 0,730 5,666 62,77 49,05 11,35 64,40 81,36 34,09 10,32 2,486 Banfnof i Schilling en 4L96 0,139 3,047 55,68 46,80 12,47 5,495 16,455 169,17 19,53 0,729 5,654 62,67 48,95 11,32 64,30 81,28 34,09 10,31 2,483 Geld 2,435 41,84 55,43 12,435 16,405 168,70 62,45 64,08 81,10 33,70 42,04 0,141 3,053 55,80 46,90 12,50 5,505 16,495 169,51 19,57 0,731 5,666 62,79 49,05 11,34 64,42 81,44 34,15 10,33 2,487 Mf""" 2,455 42,00 55,65 12,475 16,465 169,43 62,71 64,34 81,42 33,89 Nr. 151 Dritter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, I.Zuli 1956 Gießener Studenten im ReichsleWngskamps t. An- Nachdruck verboten! 13. Fortsetzung. mir bei- Be- „Du scherzt, Papa!" lachte Maria Terry, als ihr der Vater das Heiratsprojekt vortrug, nicht in dem Sinne, wie es mit Torwald besprochen hatte, sondern rein privat, väterlich beratend. In den Kreisen der Einzelhändler legt man häufig viel zu wenig Werte auf die geschmackvolle und zugkräftige Ausgestaltung der Schaufenster. Das Schaufenster ist nun einmal die Visitenkarte des Daß der Alte sie so maßlos verwöhnt hatte, war auch nicht auf ihre, sondern lediglich seine Rechnung gegangen. Um so höher war es zu werten, daß sie sich so entwickelt und ihre Charaktere nicht darunter gelitten hatten. Wo sie auftauchten, waren sie willkommen, heimsten die Sympathien ein. Auch Maria konnte sie gut leiden. „Ich will mal sehen, was sich machen läßt", sagte er, als Torwald sein Schweigen mit keinem Worte unterbrach. „Vielleicht geht es. Ob Wolfgang oder Hylmar, hat ja nichts zu sagen. Mir ist jeder von den beiden willkommen. Unter Umständen hätte ich nicht einmal mit ihrem Geld gerechnet. Aber nun, da wir es so notwendig brauchen, spielt das natürlich mit eine Rolle. Ich glaube auch mit Bestimmtheit zu wissen, daß Marias Herz noch frei ist." „Das ist nur zu hoffen, Herr Kommerzienrat." „Haben Sie etwas Gegenteiliges bemerkt?" „Durchaus nicht. Nur kann man bei jungen Mädchen niemals mit Gewißheit sagen, ob sie nicht schon gewählt haben." „Allerdings! Aber dann müßte ich sicher etwas davon bemerkt oder irgendeine Andeutung erhalten, oder sie einmal bei einem Stelldichein überrascht haben. Ich weiß von jedem ihrer Schritte." „Dann ist es ja gut", meinte Torwald, verneigte sich und ging bedachtsam aus dem Zimmer. ,2)u willst nicht?" .Doch, doch, Maria! « Was LahinLerllegt? Nun. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr.6 verwirklichen helfen. Für den Reichsleistungskampf 1936/37 der Gießener Studentenschaft sind folgende Themen gestellt: 1. „D a s Dorf K l e e b e r g" (einschließlich Ober- und Nieder-Kleen), das unter Berücksichtigung seiner besonderen Eignung durch seine Geschichte, den vorhandenen Ringwall und das alte Schloß, die enge Bebauung usw. eine reiche Anregung bietet. Die Führung hat die Medizinische Fachschaft (Bernhard Datz). Straf- und Schluhvorschriften bilden den dritten Teil des 21 Artikel umfassenden Gesetzes, dem sich ein 15 Seiten umfassendes Verwaltungsgebühren- Verzeichnis, geordnet nach den einzelnen gebührenpflichtigen Gegenständen jeweils mit Angabe der Gebühr, anschlieht. Mahnende Llnfallziffern. DRV. Das Relchsverkehrsminisle- r i u m teilt mit: Als Opfer des Straßenverkehrs in der vergangenen Woche sind im Reichsgebiet 149 Tote und 4434 Verletzte zu melden. Das bedeutet wieder eine Steigerung der Zahl der Getöteten gegenüber der Vorwoche. Darum, Ihr Strahenbenuher, wenn Ihr nicht auch einmal Opfer des Verkehrs werden wollt: Augen auf! Auf andere Rücksicht nehmen! ständig fahren! Dekorationskurse der Deutschen Arbeitsfront. Einmalige Ausstellung. „Siehst du, Liebling, das ist nun so ein Herzenswunsch von deinem alten Vater, daß du solch einen Schwiegersohn bringen möchtest." Maria schwieg. „Sind sie nicht wirklich nette Jungens, die den? Jeder ein Prachtstück! „Sag einmal, Vater", unterbrach sie seine geisterung. „Was steckt denn nun eigentlich hinter dieser Lobeshymne? Laß mich einmal klar sehen, dann sollst du auch eine klare Antwort von mir haben/' „Aber Kindchen!" wich er aus. Verfluchtes Gold! Vornan von L. Schneider Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. „Wie denn?" fragte Terry mutlos. „Woher denn nehmen? Von wem denn? Sagen Sie mir nur, von wem? — Ein einziger Fehlgriff und wir sind verloren, noch ehe wir überhaupt daran denken dürfen, uns wieder emporzuarbeiten." „Allerdings, Herr Kommerzienrat! Fehlgriffe dürfen nicht mehr gemacht werden." „Das sagen Sie so, Torwald. Haben Sie unsere Bilanzen im Gedächtnis? Zum Heulen! Und unsere Schulden — zum Zähneklappern!" „Ich habe von Rechtsanwalt Schelling gehört, daß in der nächsten Woche die Testamentseröffnung Amselmanns stattfindet." „Und--?" „Er soll jedem seiner Söhne eine Million in bar hinterlassen haben." „In bar", wiederholte Terry mit einer Betonung, als habe er noch nie eine solche Summe nennen hören. „Das ist — das sind zusammen zwei Millionen." Ja " Terry lachte verzweifelt. „Die werden gerade so dumm sein, uns ihr Geld zur Verfügung zu stellen, wo es jetzt ganz andere Möglichkeiten gibt, es sicherer und gewinnbringender anzulegen, als bei "^Das ist in diesem Falle nicht ausschlaggebend, Herr Kommerzienrat. Ausschlaggebend ist nur Ihre Maria?" Trotzdem Torwald keine Antwort gab, hatte Terry begriffen. „Sie denken an eine Heirat?" „ _ . „ „An nichts anderes, Herr Kommerzienrat. "fim —!" Terry nahm seine Wanderung durch das Zimmer wieder auf: Maria und einer der jungen Amselmanns. — Es ®ar §ar nichts Absonderliches an diesem Vorschlaa. Von den beiden Jungens war jeder h^sch, gebildet und was die Hauptsache war, em Charakter Sie hatten nichts oder nur wenig von ihrem Vater vererbt bekommen, weder seine Geldgier, noch seine Brutalität, noch das Ungeschlachte seines Wesens. Zudem hatten auch sie, wie die gesamte Jugend überhaupt, den Geist der neuen Zeit sofort begriffen und sich hineinqelebt in die große, mächtige, alles umfassende Gemeinsamkeit des Volkes. Solchen Mannern konnte man seine Tochter wohl anoertrauen. Karl-Ernst Eichhofs waren. Diese Studenten sind durch ihre Arbeit so lehr mit der Bevölkerung von Ruppertenrod verbunden, daß sie ihr jetzt — nach Semesterschluß — freiwillia ihre Kräfte zur Erntehilfe zur Verfügung gestellt haben. Eine zweite Gruppe von vier Teilnehmern (Wilhelm Schäfer, Walter Neurath, Liefe! Götze und Alexander Weide) lieferte ebenfalls eine wertvolle Arbeit über „Das deutsche Watte n m e e r". Von drei anderen Gruppen, mit den Themen „Der Betrieb als Ei n h e i t", bearbeitet an der Zigarrentabrick Rinn & Cloos, Heuchelheim, „Das Veterinärwesen imRa hm e n der Erzeugungsschlacht des Reichs- n ä h r st a n d e s" und „Humus- und Mine- ral-Düngun g", wurden die Gruppenführer Fritz Z e i s e w e i ß , Heinrich Sälzer und Erich Didier mit Auszeichnungen bedacht. — Endlich erhielten auch sieben Teilnehmer einer Arbeitsgemeinschaft über „Schillers Dramen" (Karl Ei t - meier, Fritz Leisen Heimer, Grete Keller, Heinrich C r a h , Gisela G e e st, Dieter Berger und Walter I a r r a s ch) die Ehrenurkunde. Der Tod Georg Amselmanns war für die Dysolt- werke ein schwerer Schlag. Im Grunde genommen hatte Amselmann recht gehabt: man hatte zu wenig auf die neue Zeit und ihr Streben geachtet, war immer im alten Fahrwasser dahingesegelt und hatte die Augen vor der Flut verschlossen, die schon in Bewegung war und sich anschickte, alles Morsche, Brüchige, alles, was den Keim der Fäulnis in sich trug, hinwegzuschwemmen. Diesem Quellen und Drängen, diesem Emporreißen und Vorwärtsschieben aber war das lecke Schiff der Dysoltwerke nicht mehr gewachsen. Es hatte so kommen müssen, wie es gekommen war. Kommerzienrat Terry, die Hände in den Rocktischen vergraben, durchquerte sein Arbeitszimmer von einer Ecke zur anderen. Zwischenhinein horchte er mit halbem Ohr auf das, was der erste Prokurist, der dem Unternehmen seit 25 Jahren feine Kraft geliehen hatte, zu ihm sprach: daß es weit nicht so schlimm sei, als es im Augenblick aussehe, daß jetzt jedem geholfen werde, der ehrlichen Wilsens sei, sich Helsen zu lassen. „Sie werden sehen, Herr Kommerzienrat, wenn wir erst wieder reinen Tisch gemacht haben und die abschutteln, die sich bislang auf unsere Kosten sattgefressen haben, dann geht es wieder auswärts mit uns. Dann kommen mir wieder hoch. Das Reich stundet uns ine Steuern. Di- Regierung wird Verständnis für un- fere Lage haben, schon deswegen, well sie ja selber weiß, wie schwer es in der letzten Zell war, sich über Wasser zu halten und weil sie ooch m erster Linie darauf bedacht ist, sovieien als möglich Arbeit und Brot zu geben und kein Jnterefse daran hat, daß wir die Betriebe schließen. Sie wird uns im Gegenteil unterstützen, so well es uur geht, daß wir niemand zu entlassen brauchen. Wir müssen nur schauen, ob wir nicht Kapital beschaffen kömien." Aus der Provinzialhauptstadt. Juli — der Heuert. LPD. Mit dem Monat Juli beginnt die zweite Hälfte des Jahres. Dqs Jahr hat nun feinen Höhepunkt erreicht. Mit dem Juli hebt der eigentliche Sommermonat an; im Volksmund wird er auch „Heuert" genannt. Im Bauernspruch heißt es: „Im Juli muß es vor Hitze braten, was im September soll geraten." Dies deutet an, um Feldfrüchte ausreifen zu lassen. Alt und jung auf dem Lande zieht nun bei der Frühmorgendämmerung hinaus auf die Wiesen, um zu wenden und zu häufeln, was fleißige Schnitterarbeit in regelmäßige Gleichen gelegt hat. Hoch beladen fährt bann Wagen an Wagen mit duftendem Heu ins Dorf. Der Beginn der Ernte, die da und dort schon im Juli, wenn die Tage recht heiß sind, einsetzt und die die schwere Arbeit des Bauern lohnen soll, ist gekommen. Um Jakobi herum sind die ersten Aepsel, die Jakobi-Aepsel, auf dem Markt zum Verkauf. Auch die ersten Kartoffeln werden schon geerntet. Für die Hausfrauen bringt die Beerenernte und die Kirschenernte eine Zeit erhöhter Tätigkeit, die Zeit des Einkochens, der Dorratssammlung für den Winter. Für den Juli gibt es viele Bauernregeln und Prophezeihungen, die an Namen von Kalender- heiligen geknüpft find. Einige davon lauten: „An St. Kilian sähe Wicken an." — „Dor Jakobi ein Rüb, nach Jakobi ein Rübchen." — „Jst's zu Jakob dürr, geht der Winter ins Geschirr." — „Werfen die Ameisen am Anna-Tag höher auf, so folgt gewiß ein harter Winter drauf." Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. „Arbeitsdank", Maidengruppe, 20.30 Uhr Gruppenabend im Pfälzer Hof, Schanzenstraße. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Drei um Christine". Neues LandesgebührengesehfürHessen Mit Wirkung vom 1. Juli dieses Jahres tritt ein vom Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung mit Zustimmung des Reichsfinanzministers erlassenes Landesgebührengesetz in Kraft, das im „Hessischen Regierungsblatt" Nr. 8/1936 verkündet wird. Nach Artikel I werden für einzelne Amtshandlungen, die auf Veranlassung der Beteiligten von Landesbehörden oder kraft staatlichen Auftrages von anderen Verwaltungen (außer Reichsbehörden) vorgenommen werden, Verwaltungsgebühren nach Maßgaben eines Gebührenverzeichnisses erhoben. Die Gebühren fließen in die Landeskasse. Wegen der Gebühren für Auftragshandlungen kann die Landesregierung eine andere Regelung treffen. Gebührenfrei find nach Artikel II Amtshandlungen, die eine Behörde in Ausübung einer öffentlichen Gewalt veranlaßt, es sei denn, daß die Gebühr einem Dritten als mittelbarem Veranlasser zur Last fällt. Die Mindestgebühr beträgt 0,50 RM. In den weiteren Artikeln werden die Erhebung Hauptgesichtspunkte der medizinischen Arbeit sind: Oefsentliche Gesundheitspflege, Wohnungsverhält- niste, Stallwesen, Seuchenbekämpfung u. a. An die- er Aufgabe arbeiten mit: 1. die Kulturwissenschaft- liche Fachschaft (Vorgeschichte, Siedlungs- und politische Geschichte, Brauchtum, Sitte. Liedgut, Bauweise, Landgängerei, Erbcharakterkunde); 2. die Staatswissenschaftliche Fachschaft (Beoölkerungs- tatistik, Wirtschaftsstruktur usw.); 3. die Theologische Fachschaft (Kirchengeschichte, Volksreligion); 4. die Juristische Fachschaft und 5. die Land- und Forstwissenschaftliche Fachschaft. Es findet in der 2. Septemberwoche in Kleeberg ein 8- bis lOtägiges Lager aller Mitarbeiter statt. 2. „Die hochschulpolitische Bewegung nach den Befreiungskriegen, besonders in Gießen", wofür Gießen durch die „Schwarzen", die durch Karl Folien großen Einfluß auf die gesamte Burschenschaftsbewegung aus« übten, reiches Quellenmaterial bietet. Die Führung für diese Aufgabe hat die Kulturwissenschaftliche Fachschaft (Otto Rein). Hierfür sind zu bearbeiten: 1. die zeit- und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen, der Umbruch des Humanitätsideals zum politischen Denken usw.; 2. der Zusammenhang zwischen Kriegsteilnahme und politischem und hochschulpolitischem Ideal; 3. die Allgemeine Deutsche Burschenschaft als hochschulpolitischer Kampfbund gegen den landsmannschaftlichen Partikularismus; 4. das „Teutfch- Christliche" Burschenschaftsideal; 5. die Neuorientierung des Studiums am neuen politischen Ideal; 6. neue Körper- und Liedkultur und am Schluß: Das Scheitern des Ideals (Sinn, Ziele und Schicksal der Korporationen). Die 3. Aufgabe, „Die Waldtypen der Forstämter Gießen und Schiffenberg" ist der Forstwissenschaftlichen Fachschaft (E d ft e i n), die 4. „Fragen der Volksernährung" (Ad. Urban) und auch die 5. „Erbbiologische Feststellungen an 4500 hessischen Sippen" (Dr. Koller) der Medizinischen Fachschaft zugewiesen. Als Einzelthemen vergeben wurden 6. „Deutschland im Urteil englischer Gäste" an eine Studentin, die während der Olympifchen Spiele die erforderlichen Erfahrungen sammeln wird, und 7. „Die antisemitischen Grundlagen des deutschen Idealismus, dargestellt an Hegels theologischen Jugendschriften". Die Gießener Studentenschaft geht mit den zwei ersten Themen an Aufgaben heran, die reichskonkurrenzfähig sind. Die ganze Fragestellung bet diesem Reichsleistungskampf sieht mehr oder weniger die Mithilfe der Volksgenossen, wie z. B. beim Dorf Kleeberg, bei der hochschulpolitischen Frage, bei der Körper- und Liedkultur, den Waldtypen usw. vor und damit gewinnen diese Arbeiten über die Studentenschaft hinaus an Bedeutung, so daß diesem Reichsleistungskampf ein reicher Erfolg zu wünschen ist. Die Studenten aller deutschen Hoch- und Fachschulen sind im vergangenen Jahre zum ersten Male aufgerufen worden, sich am „Reichsberufswettkampf der deutschen Juaend" in einer ihrem Wollen und Können angemessenen Form zu beteiligen. Auch die Gießener Studenten haben mit ihrer Teilnahme am „Reichsleistungskampf der deutschen Studenten" ihren Willen zur Mit- und Aufbauarbeit am Werk des Führers, ihren Willen zur Zusammenarbeit mit dem werktätigen Volksgenossen unter Beweis gestellt. Sie haben sich dabei unter den deutschen Hoch- und Fachschulen nicht den schlechtesten Platz erworben. Sie sind in die Betriebe gegangen, um sich einen Einblick in die Lage und Sorgen des deutschen Arbeiters zu verschaffen, sie find auf die Dörfer hinausgezogen, um ihre Verbundenheit mit dem deutschen Bauern zum Ausdrud zu bringen; sie haben sich an die Werke der großen Dichter und Denker gefetzt, um Fragen an sie zu stellen und Antworten von ihnen über die politischen Probleme unseres Volkes und Staates und ihrer Geschichte zu erhalten. Sie haben sich ernsthaft gefragt, was ihre Ein- zelwissenschaft zum Verständnis der wissenschaftlichen rasse- und bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung beitragen kann. Sie haben viele ihrer Untersuchungen und Versuche in eine Form zu bringen gewußt, die von namhaften Wissenschaftlern anerkannt wurde und darum auch für die Wissenschaftsgestaltung des Dritten Reiches fruchtbar gemacht werden können. Sie haben durch die Art ihrer Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, mit den Betrieben, Behörden und Professoren ein Beispiel für wahre nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit gegeben. Bei der Lösung der ihnen und von ihnen gestellten Aufgaben stand niemand für sich; alle wirkten an einem Ziel mit, an einer gemeinsamen Aufgabe. Zweifellos mußte dieser Reichsleistungskampf, weil er der erste war, auch seine Mängel haben. Nicht alle, die sich daran beteiligt haben, haben sich restlos bewährt. Aber das, was dabei geleistet wurde, gibt der Gießener Studentenschaft neuen Mut und neue Kraft, um sich tatkräftig für den neuen Reichsleistungskampf einzusetzen. Von den für den RLK. eingesetzten Gruppen erreichte zwar keine einen Reichssiegerpreis, aber mehrere Gruppen wurden der Ehrenurkunde für „wertvolle" Arbeit gewürdigt, so besonders die ganze Gruppe, die die „Rassen- und volkskundlichen Untersuchungen an der Bevölkerung" von Ruppertenrod am Vogelsberg durchgeführt hat, deren Teilnehmer Fritz Müller, Heini Mohr, Ernst Stuhl, Bernhard Datz, Walter G r e b , Alfred Keßler, Erwin Pfeiffer und Die Vorbereitungen für den neuen Reichsleistungskampf hat der örtliche Wettkampfleiter 2): Hoffmeister bereits in Angriff genommen. Die neuen Aufgaben find gestellt und aus dem Anschlag ersichtlich. Die einzelnen Fachschaften sind sich darin einig, keinerlei Partikularismus und Eaoismus einzelner oder einzelner Gruppen zu duloen, sondern die verfügbaren Kräfte in überfachschaftlicher Gemeinschaftsarbeit, in Mannschaften, die' aus Vertretern der verschiedensten Wissenschaftszweige zusammengestellt sind, zu vereinigen. Wie die Volksgemeinschaft nicht des Führers entbehren kann, wenn die in ihr ruhenden Kräfte aktiviert werden sollen, so ist auch in der wissenschaftlichen Arbeit Führung notwendig, Führung der jüngeren Studenten durch ihre Lehrer und älteren Kameraden. Das ist der einzige Sinn der Einzelgänaer und Stoßtrupps, die sich beim Vortraa des Angriffs bewähren, daß sie „Gruppenführer' für diejenigen Kameraden werden, die mitzuarbeiten gewillt sind. Deshalb ist auch der RLK. der deutschen Studenten nicht zuletzt eine organische Auslese derjenigen, die die Idee der nationalsozialisttschen Volksgemeinschaft Um nun den Einzelhändlern und ihren Gefolgschaftsmitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich an Ort und Stelle von der Art des Unterrichtes und seinen Einrichtungen zu überzeugen, können diese am kommenden Donnerstag, 2. Juli, von 14 bis 16 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Saal, die Ausstellung der Schaufensterkojen besichtigen und werden hierbei vom Leiter der Lehrgänge, Eschmann, fachmännisch beraten. Wir laden alle Betriebsführer und ihre Gefolgschaftsmitglieder hierzu ein. Interessenten an einem weiteren Dekorationslehrgang wollen sich an die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Tel. 3275, wenden. Oie Benutzung der Jugendherbergen während der Gommerferien. LPD. Noch wenige Tage trennen uns von den großen Sommerferien. Dann ziehen Tausende von Jugendlichen, Schüler, Jungarbeiter, Angestellte usw., aber auch Aeltere hinaus, um bet ihren Wanderungen Deutschland zu erleben. Geschäftes und soll nicht nur Ware zeigen, sondern in erster Linie das Publikum anloden, zum Kauf anreizen, mit anderen Worten, es soll für das Geschäft werben. Diele Einzelhändler sind allerdings nicht in der Lage, ihre Schaufenster so zu dekorieren, daß eine gute Werbewirkung erreicht wird, desgleichen sind viele Angestellte der Einzelhandelsbetriebe, die nicht in der Lage sind, einen ständigen Dekorateur zu halten, ebenso wenig befähigt, diese Werbewirkung zu erreichen. Die Deutsche Arbeitsfront hat sich deshalb in Verbindung mit der Wirtschafts- gruppe Einzelhandel veranlaßt gesehen, hier mit entsprechender Schulung einzusetzen und hat die Deutsche Dekorationsschule Duisburg nach Gießen verpflichtet. Die Teilnehmer an dem zur Zeit laufenden Dekorationslehrgang werden zunächst mit der Schrifttechnik (Lackschrift, Plakatschrift, Spritzverfahren, Tupfverfahren usw.) vertraut gemacht und dann in die Kunst der Schaufenster- beforation eingeweiht. Jeder einzelne Teilnehmer wird individuell, entsprechend seiner Branche und der Eigenart des Schaufensters seines Betriebes, unter- wiesen und hat so die Möglichkeit, das im Lehrgang Erlernte sofort in der Praxis verwenden zu können. Für die Unterrichtung stehen acht Schaufensterkojen zur Verfügung. Der Lehrgang läuft zur Zeit in zwei Abteilungen, und zwar in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und in der Zeit von 20 bis 23 Uhr.________________ und der Erlaß der Verwaltungsgebühren und die Beschwerde hierüber gesetzlich geregelt. Artikel 9 bestimmt: Entstehen bei der Vornahme einer Amtshandlung besondere (außergewöhnliche) Kosten, so sind sie vom Schuldner zu ersetzen, auch wenn die Amtshandlung an sich gebührenfrei ist. Für derartige Kosten gelten die Vorschriften über Gebühren sinngemäß. Im übrigen sind allgemeine Auslagen, wie Postgebühren, Kosten der Vordrucke usw. nicht zu ersetzen. Außer den Verwaltungsgebühren werden für das Land sonstige Gebühren erhoben: a) für Benutzung öffentlicher Anstalten ober sonstiger Einrichtungen und Gegenstände im Eigentum ober Besitz bes Laubes (Benutzungsgebühren); b) für Arbeiten, die von Landesbehörden oder Landesbeamten ausgeführt werden (Leistungsgebühren); c) für Begutachtung, Prüfung ober Untersuchung bestimmter Unternehmungen, Anlagen, Geräte, Fahrzeuge oder sonstiger Gegenstände, die von Landesbehörden (Landesbeamten) oder im Auftrag solcher vorgenommen werden (Sachverständigenge- bübren u. bergt); d) für Prüfungen, auf Grund deren bte Befähigung zur Anstellung im Landesdienst ober im Dienst äffentlicher Körperschaften erworben wird, ober für sonstige Prüfungen (Prüfungsgebühren). wie ich dir schon sagte, einzig und allein mein Wunsch, einen solchen Schwiegersohn zu bekommen." „Das ist nicht alles, Papa!" „Was sollte sonst noch sein?" Damit er nicht immer ihrem forschenden Blick ausgesetzt war, begann Terry im Zimmer auf und ab zu gehen. „Und siehst du," rang er sich ab, „du bist doch jchon ein großes, kluges Mädchen und wirst begreifen, daß man in der Jetztzeit mancherlei Transaktionen abschließen muß." „Aha!" „Sei nicht voreilig, Maria!" „Durchaus nicht, Papa!" Sie stand nun mit einem verschmitzten Lächeln vor ihm. „Du brauchst mir nichts weiter mehr zu erklären. Ich habe schon begriffen. Es ist dir weniger um einen der Jungen zu tun, als um deren Geld." „Ich schätze die beiden Amselmanns sehr hoch." „Zugegeben, Papa! Aber der Hauptfaktor ist eben doch ihr Mammon. Bei mir ist es umgekehrt: wenn überhaupt einer von ihnen in Frage käme, würde ihr Mammon mir nichts, ihre Persönlichkeit aber alles bedeuten. — Es kommt aber keiner von ihnen in Frage, Papa!" „Kind--!" „Nein", sagte sie kopfschüttelnd. „Es geht nicht. Ich würde dir ja gerne den Gefallen tun, aber es ist mir nicht möglich." „Was haben dir denn die Jungens getan, Maria?" „Nichts! — Wirklich nichts", bekräftigte sie, des Vaters ungläubiges Gesicht gewahrend. „Was sollte ich auch gegen sie haben? Sie sind nett, haben alle Tugenden, die man sich wünschen kann.--Aber sie sind nun einmal nicht mein Typ! Durchaus nicht! Warum soll ich mir also einen Mann nehmen, für den ich nichts übrig habe, als Freundschaft?" „Die schließlich die Grundlage für jede gute Ehe ist." „Es nützt dir nichts, Papa", lachte sie, legte von rückwärts beide Arme um feinen Hals und schmeichelte ihre Wange gegen die feine. „Wenn's brenzlich wäre — ja. — Wenn dir das Wasser einmal sozusagen bis an den Hals geht — dann vielleicht. Aber solange es noch nicht soweit ist — oder ist es schon soweit, Papa?" t Fortsetzung folgt!) 90 Zähre Gesangverein „Germania" Wißmar den Oberheffen serem Dorfe Wasserleitung unb„ elektrisches Licht an- kennuna über das gelegt, ein neues Schulhaus für zwei Schulklassen dankte dem Kreis» und zwei Lehrerwohnungen gebaut und neuerdings chr Erscheinen. deren Anschaffung. Der Freiwilligen Sanitäts- kolonne zollte er seine volle Anerkennung über das Geleistete." Bürgermeister Rinnt *' feuerwehrinspektor für seine Ausführungen, der Feuerwehr für ihre Leistungen und den Gästen für auch die Hauptstraße des Dorfes gepflastert, lauter Begebenheiten, die seine Arbeit wesentlich vermehr» ten. Herrn Horn ist es wesentlich zu danken, daß festgelegt. 352 Kriegerkameraden fahren nach Kassel. Die Beteiligung Am Sonntag, 19. 3uli 1936, Sonderzug zur Rosenschau in Steinfurth. Am 19. Juli mittags gegen 1 Uhr fährt ein Son» Verzug nach Bad-Nauheim zur großen Rosenschau in Steinfurth. Bon Bad-Nauheim nach Steinfurth führt ein Spaziergang durch die Rosenfelder. Fahrpreis von Gießen—Bad-Nauheim und Eintrittspreis beträgt etwa 1,10 Mark. Anmeldungen werden durch die Orts-Betriebswarte und die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Morgen kann sich jede Hausfrau von dem tadellos in Eis verpackten Fisch überzeugen. Um zur Regelmäßigkeit in der Marktordnung beizusteuern und dem Fischer zu einem geregelten Verdienst zu verhelfen, aber auch den Fleischmarkt zu entlasten, ist es für uns Binnenländer eine Verpflichtung, auch in den heißen Monaten Seefisch zu verbrauchen. Durch leichtverdauliches Eiweiß, hochwertige Salze und Vitamine, besonders Jod, das z. B. unserem weichen Dogelsbergwasser fehlt, ist der Fisch auch durch seine Preiswürdigkeit ein unentbehrliches Nahrungsmittel und vollwertiger Fleischersatz. Er wird nun nicht immer und ewig gekocht und mit Senfsauce auf den Tisch gebracht, sondern in Fett oder Speck mit Zwiebeln, Grünem, Tomaten, Rahm gedämpft, gebacken oder ähnlich wie Fleisch als Gulasch oder Frikadellen zubereitet. Salat ergänzt und vergrößert den Nährwert einer solchen Mahlzeit. Da der Fischabsatz auf dem Lande unregelmäßig ist und jede Frau mithelfen muß, daß nichts verdirbt, bestellt die Hausfrau bei ihrem Kaufmann in der Vorwoche die nötige Menge. Der Fischtag für den Gau Hessen-Nassau ist vom Reichsnährstand, Abteilung Marktordnung, auf Mittwoch nsf. Schuster im Preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft nimmt im Recht des Reichsnährstandes in einem Aufsatz über die neue Naturschutzverordnung u. a. auch zu dieser Frage Stellung, und zwar wie folgt: Da die in den Gärten und Anlagen umherstreunenden Hauskatzen der Vogelwelt und ihrer Brut besonders starken Abbruch tun, wird dem Grundeigentümer oder Nutzungsberechtigten gestattet, fremde, unbeaufsichtigte Katzen, die während der Zeit vom 15. März bis 15. August und so lange der Schnee den Boden bedeckt (weil sich dann die Katze an die Futterplätze besonders leicht heranschleichen kann) in Gärten, Obstgärten, Friedhöfen, Parks und ähnlichen Anlagen betroffen werden, unversehrt zu fangen und in Verwahrung zu nehmen. Der Fang ist der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Holt der Eigentümer die Katze nicht innerhalb von drei Tagen ab, so ist sie an die Ortspolizeibehörde abzuliefern, die sie unschädlich macht. Wird eine Katze, deren Eigen- tümer bekannt ist, innerhalb eines Kalenderjahres mehr als zweimal in Verwahrung genommen, so ist sie ebenfalls unschädlich zu machen. * Berstadt, 30. Juni. Herr Johs. Horn III. von hier hat im Laufe dieses Monats mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter das Rechneramt niedergelegt. Seit 1902 bekleidete er in unserer Gemeinde das Amt des Gemeinde- und zugleich auch das des Markrechners. Dazu übernahm er im Jahre 1906 auch noch das Amt des Kirchenrechners, so daß er einen großen Teil seines Lebens den finanziellen Belangen feiner Gemeinde und Kirche, wie auch der Bergstädter Mark widmete. Ein nur kurzer Rückblick auf diese lange Dienstzeit stellt der außerordentlichen Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit dieses Mannes ein glänzendes Zeugnis aus. Seine hohe Begabung und fein ausgezeichnetes Gedächtnis kamen ihm bei der Erfüllung seiner Amtspflichten natürlich sehr zustatten. Während seiner Dienstzeit wurden in un- Die deutsche Arbeitsfront ■ I n.9.=Gcmeinfchaft „Kraft durch freute" OieLollarerhistorischeKriegerkamerad- schastsfahne beim Neichskriegertag. * Lollar, 1. Juli. Zum Reichskriegertag in Kassel konnte heute die Kriegerkameradschaft Lollar 1846, die älteste Soldatenvereinigung Hessens, ihre Traditionsfahne entsenden. Diese Fahne gehört zu den 27 ältesten Kyffhäuserfahnen und stammt aus Deutschlands schwerster Zeit, a u s d e m Jahre 17 4 2, als Marodeure und Banditen Dörfer und Straßen unsicher machten, oft an der „Garküche" bei Kirchberg lagerten, wobei eines Nachts der dortige Pfarrer geknebelt und ausge» plündert, die Haushälterin getötet "wurde. Zur Niederhaltung des Gesindels wurden B ü r g erwehren gegründet, die Felddienst unter Waffen, ;. B. auf dem Trieb, abhielten, und denen Feld- ahnen verliehen wurden. So auch 1742 der Lol- larer Bürgergarde! Der Zahn der Zeit hat das Fahnentuch zernagt, nur in Teilen ist noch der alte hessische Löwe erkennbar. Nun steht dieses alte Denkmal treuer Soldatenkameradschaft in vorderster Reihe, geehrt und ehrend diejenigen, welche im Dritten Reich erst recht dem Führer und dem Reich die Treue halten. Blitzschäden im Kreise Friedberg. (Ein junges Mädchen vom Blitz erschlagen. Friedberg, 30. Juni. (LPD.) Die Gewitter haben im Kreise Friedberg starken Schaden angerichtet. In Nieder-Florstadt wurde eine erst vor wenigen Jahren neuernd)tfcte Scheune, die mit Heuvorräten angefüllt war, durch den Blitz in Brand gesetzt und vollständig eingeäschert. Durch das sofortige Eingreifen verschiedener Feuerwehren konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. In der Gemarkung W i ck st a d t wurde ein junges Mädchen bei Feldarbeiten vom Gewitter überrascht und vom Blitz erschlagen. Don der Neichsautobahn. Lpd. Bad-Nauheim, 30. Juni. Zur Zeit ist die Ueberbrückung der Wintersteinstraße in vollem Gange. Auch die Arbeiten an der großen Brücke über die StraßeNieder-Mörlen—Ober-Mörlen schreiten rüstig vorwärts. Ein lebhaftes Bild bietet der Bad-Nauheimer Güterbahnhof. Dort verlädt man täglich große Mengen Zement, Split, Kies und Esten, die dann auf Lastwagen zu den Baustellen befördert werden. Canbfrds Gießen :: Heuchelheim, 30. Juni. Am vergangenen Samstag fand die Inspektion der Feuerlöscheinrich- tungen der Gemeinde Heuchelheim durch Herrn Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. Unter Führung von Oberbrandmeister Ludwig Schmidt VII. war die Wehr angetreten und zeigte zunächst ihr Können im Fuß- und Geräte-Exerzieren. Der anschließende Braydangriff erfolgte unter Mitwirkung der Freiwilligen Sanitätskolonne auf dem Fabrikgrundstück der Firma Rinn & Cloos AG. In der nachfolgenden Kritik vor versammelter Mannschaft gab Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sein Urteil Über die Wehr ab, das sich wie folgt kurz zusammenfassen ließ: „Der Gesamteindruck war sehr gut, das Fuß- und Geräteexerzieren recht gut, der Brandangriff schneidig und nahm den vorgesehenen Verlauf, ließ jedoch erkennen, daß bei einem Großfeuer eine Motorspritze die Arbeit der Feuerwehr sehr erleichtern könnte und empfahl Ichaft 5, Gesundheitslehre 1, Religion und Philo» ophie 1, Staatswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 4 Bände. Nach auswärts kamen 17 Bände. *♦ Erfolg bei der Schutzhundeprü- ung in Marburg. Bei der am Sonntag in Marburg abgehaltene'n Schutzhundeprüfung für deutsche Schäferhunde erreichte Frl. Virginie Hütte n d e r g e r (Gießen) mit ihrer Hündin P u r g a die höchste Bewertung „Vorzüglich". ** Ausdruck; der Rotlaufseuche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebestand des Wilhelm Repp, Gleiberger Weg Nr. 42, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeordnet. ** Wann und w o darf ma n Katzen fangen? Katzen sind oft beunruhigende Streitobjekte. Manch lieber Sänger aus der Vogelwelt, der sich allzu sicher in seiner Gartenhecke dünkt, wird das Opfer einer wildernden Hauskatze, die auch dem Jäger nicht selten ins Handwerk pfuscht. Unter diesen Umständen taucht immer wieder die Frage auf: Wieweit können unbeaufsichtigte Katzen gefangen und gehangen werden? Ministerialrat abgeholfen. # Vom vorderen Vogelsberg, 29. Juni. Die Heuernte, welche soweit beendet ist, ist sehr gut ausgefallen. Bei den Heugrasversteigerungen zeigte sich infolgedessen eine sehr geringe Kauflust. Die Obsternte hält nicht, was die Frühjahrsblüte erhoffen ließ. An vielen Bäumen ist der gesamte Fruchtansatz abgefallen. — Einen für das Auge wohltuenden Anblick gewähren zur Zeit die blühenden F l a ch s f e l d e r, die wie kleine blaue Seen aus dem Farbenbild der Natur hervorleuchten. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 29. Juni. Der Kreiswett- kampf im Kleinkaliberschießen der Kameradschaften des Kyffhäuserverbandes Lauterbach wurde an drei verschiedenen Orten und zwar in Lauterbach, Schlitz und Bermutshain durchge-- führt. Bei diesem Kreiswettkampf ging es nicht allein um Meisterehren, sondern es war zugleich auch ein Ausscheidungsschießen für das künftige Landesschießen. Die Beteiligung war in diesem Jahr eine viel stärkere, denn früher. Die Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich gebessert. Die beste Mannschaft stellte Bermutshain mit 501 Ringen und der beste Einzelschüße war der Schütze Karl Schmelz aus Maar mit 157 Ringen. Geschossen wurde in den drei Anschlagarten je fünf Schuß auf eine besondere Scheibe. In der Einzelleistung waren die Schützen in drei verschiedene Klassen eingeteilt, in einer Mannschaft schossen vier Schützen. Preußen. Kreis rvehlar I Krofdorf, 29. Juni. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1 936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 147 250 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I = 360 Dom Hundert, Grundoermögensteuer II = 360 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrage = 360 v. H., Gewerbesteuer nach dem Kapital - 360 v. H., Bürgersteuer - 500 v. H. Die Einwohnerzahl nach der letzten Personenstandsaufnahme beträgt 2530. Zur Einführung des Turnunterrichts für Mädchen in der Volksschule ist ein Betrag von 420 Mark im Haushaltsplan vorgesehen. Die Fürsorgeausgaben sind mit 14 000 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Für die Unterhaltung der öffentlichen Wege, Drücken, Straßen und Plätze sind 5150 Mark zur Verfügung gestellt. Die Feuerlöschverhältnisse haben durch die Anschaffung einer Motorspritze eine wesentliche Verbesserung erfahren. Für den Neubau einer Kanalanlage in der Hauptdorfstraße sind 4000 Mark im Haushaltsplan vorgesehen und für die Fertigstellung der Badeanstalt 2000 Mark. = Rodheim a. d. B., 28. Juni. Dieser Tage fand im Raume Krofdorf, Vetzberg, Rodheim eine Gefechtsübung von Truppen aus Gießen statt, die zahlreiche Zuschauer angelockt hatte. Nach Schluß der Uebung rückten die Abteilungen nach Rodheim, wo die Feldküche bereit stand. Schnell knüpften sich zwischen der Rodheimer Bevölkerung und ihren Gästen herzliche Beziehungen und als aus dem Saale frohe Tanzweisen lockten, war schnell ein rechter Manöverball im Gange, der der Rodheimer Jugend Gelegenheit gab, ihre Begeisterung für unsere herrliche Wehrmacht unter Beweis zu stellen. Im Laufe des Abends richtete Ortsgruppenleiter Karl Keller herzliche Grußworte an die Gäste und brachte den Führergruß aus, der begeisterte Aufnahme fand. Leider wurde allzufrüh zum Aufbruch geblasen. Mit einem Extrazug der „Bieber* lies" fuhren die Abteilungen Dann kurz nach Mitternacht nach Gießen zurück. = Wißmar, 29. Juni. Gegenwärtig steht auch hier der Flachs in der Blüte und ist mit feiner blauen Blüte eine Zierde für das Feld. Der letzte Flachs hier in der Gemarkung wurde im Jahre 1921 von einigen Bauern gezogen. Die Rapsernte ist im Gange und verspricht einen guten Ertrag. In diesem Jahr hat sich der Anbau gegen das Vorjahr fast um das Doppelte erhöht. — Die Straße, der sog. Erlenweg, im Wißmarbachtal ist jetzt nach Fertigstellung der Walzarbeiten wieder zum Verkehr freigegeben. Ferne schlingt. Schon von jeher sind die Gesangvereine die Träger des deutschen Gedankens gewesen und haben ihre völkische Aufgabe ernst genommen. Durch Weltkrieg, Inflation und tiefsten kulturellen Niedergang haben sie ein wertvolles Kulturgut in die neue Zeit hinübergerettet. Sie stehen hinter dem Führer, bereit, auch fernerhin neben den alten die ihnen neu zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen, immer den Blick auf das eine große Ziel gerichtet: Deutschland! Zum Schluß forderte er alle noch Fernstehenden und besonders die Jugend zum Eintritt in die Gesangvereine auf. Alsdann ergriff als Vertreter des verhinderten Kreisleiters der NSDAP. Ortsgruppenleiter Henrich das Wort. Er übermittelte die Grüße der Kreisleitung, der Ortsgruppe und der angegliederten Formationen. Er führte u. a. aus: Der Gesang und besonders das von den Vereinen in erster Linie gepflegte Volkslied ist der Ausdruck völkischen Lebens. Schon Jahn hat im Jahre der Dereins- grünbung das Wort geprägt: „Der Gesang ist der Boden des Lebens und der Liebe zum Volke." An- fnüpfenb an dieses Wort zeigte er, wie das Volkslied zu allen Zeiten Künder der deutschen Seele war. Die Sänger haben die nationale Pflicht, es zu pflegen. Der Führer hat uns wieder die Möglichkeit gegeben, in Sicherheit und Ordnung alles Wahre, Gute und Schöne zu hegen. Er schloß mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer. Die beiden Nationalhymnen schlossen sich an. Mit Gastsingen, Tanz und Volksbelustigung fand das Fest seine Fortsetzung. Ein alter Spruch der Großmutter lautet: In Monaten ohne „r" darf man keinen Fisch essen! Warum? ftagen wir heute. Hitzeeinwirkung und mehrtägiger Transport sind durch die Kühlwagen der Eilftachtzüge überwunden und unschädlich gemacht. In einer Nacht durchbraust so ein Zug das ganze Reich von den Hafenstädten bis zum Süden unseres Vaterlandes. Und am nächsten des Kreises Gießen am Reichskriegerkag. Zu dem am kommenden Samstag und Sonntag in Kassel stattfindenden Reichskriegertag haben zahlreiche Kameraden aus dem Kreisverband Gießen des Reichskriegerbundes (Kyffhäuferbund) ihre Teilnahme zugesagt. Aus 70 verschiedenen Kameradschaften fahren 352 Kameraden mit ihren Fahnen nach Kassel. Die Stadt Gießen ist mit etwa 50 Kameraden beteiligt. ** Große Erdbewegungen auf dem Trieb. Gegenwärtig sind auf dem Trieb, unmittelbar an der Volkshalle umfangreiche Erdbewegungen im Gange. Auf dem Platz werden gegenwärtig Erdmassen in der Höhe von einem Meter abgetragen und mit Hilfe von Loren und Feldbahnen abtransportiert. Das gewonnene Erdreich wird zur Schaffung des Unterbaues der Schlageter- straße verwandt, die bis zum Philosophenwald durchgeführt werden soll. Die Abttagungsart ist insofern interessant, als man das Erdreich mit einem schweren Pflug aufreißt, der von einem Traktor gezogen wird. ** Der Ertrunkene aufgefunden. Der dieser Tage beim Baden in der Lahn ertrunkene 19jährige Bäckergehilfe Linker aus Feldkrücken konnte, etwa 1000 Meter flußabwärts von der Unfallstelle, aufgefunden und geborgen werden. Die Leiche des bedauernswerten jungen Mannes wurde zur Beerdigung in feine Heimatgemeinde übergeführt. **LehrlingsfreisprechungdesHand- werks im Kreis Gießen. Am kommenden Samstag veranstaltet die Kreishandwerkerschaft Gießen eine Feier, bei der die Freisprechung sowie Ueberreichung der Gesellenbriefe an die Junggesellen des gesamten Handwerks des Kreises erfolgen wird. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 1561 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 10, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 1006, Jugendschriften 256, Länder- und Völkerkunde 93, Kultur- geschichte 3, Geschichte und Biographien 109, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 48, Heer» und Seewesen 12, Haus- und Landwirt» das einmal begonnene Werk des Kriegerdenkmals in der Zeit der Inflation auch vollendet wurde. In kirchlicher Hinsicht sind die Renovierung des In- nern der Kirche und die vor zwei Jahren zur Ausführung gelangte Warmluftheizung, vorab aber die Uebernahme des hiesigen Schulgutes in kirchliche Verwaltung zu erwähnen. Bei all diesen Geleaen- heiten konnten und durften Orts-, Mark- und Kirchenvorstand unbesorgt sein, denn die finanzielle Seite der Angelegenheit lag in guter, treuer Hand. Auch wird ihm unvergessen bleiben, daß er außerdienstlich gar manchem Volksgenossen selbstlos und hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite stand. Kreis Alsfeld. „!" Ruppertenrod, 29. Juni. Gestern hielt die hiesige Spar - und Darlehnskajse ihre Generalversammlung ab. Präsident I. KratzV. hieß die Mitglieder willkommen. Im vergangenen Jahre sind fünf Mitglieder, K. Wendland (Ober-Ohmen), H. Belling, K. Preiß, August Horst Wwe. und Polizeidiener Günther (Ruppertenrod), durch den Tod ausgeschieden. Ihrer wurde durch Erheben von den Sitzen gedacht. Rechner D ö l l verlas den Geschäftsbericht. 93 Mitglieder gehören der Genossenschaft an. Der Umsatz betrug 280 651,16 gegen 262 777,17 RM. Die Spareinlagen betragen 83 632,41 RM., das sind 11 619,11 RM. mehr als im Vorjahre. Der Stand der Darlehen beläuft sich auf 17 846,07 RM., um 146,55 RM. mehr als im Vorjahre. Bei der Landes- bauerntaffe hat die Genossenschaft ein Guthaben von 40 827,75 RM., um 8722,75 RM. mehr als im Vorjahre. Der Umsatz an Düngemitteln stieg um fast 50 v. H., während derselbe in Futtermitteln und Saatgut zurückgegangen ist. Die Genossenschaft hat abgesetzt: 972 Zentner Winter-, 28 Zentner Sommer- getreide und 24 Zentner Flachs. Die sachlichen und persönlichen Unkosten betragen 5407,77 RM. Der Reingewinn beziffert sich auf 585,41 RM. Die Genossenschaft stellte ihren Mitgliedern je eine Düngerstreu- und Beizmaschine zur Verfügung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Es wurde beschlossen, die Geschäftsanteile mit 6 v. H. zu verzinsen. Dis Aernter blieben alle bei ihren Inhabern. Direktor V ö l z i n g hielt eine Ansprache, in der er auf den Aufstieg des deutschen Volkes und damit auch den des deutschen Finanzwesens unter der starken Hand unseres großen Führers hinwies. Direktor Dö l- z i n g empfahl dann noch die Anschaffung je einer Saatgutreinigungs- und Flacksentsamungsmafchine durch die Genossenschaft. Präsiden! Kratz schloß die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer. # Ober-Ohmen, 29. Juni. Die Notstandsarbeiten der Gemeinde sind beendet. Als letzte Arbeit wurde die Ausweitung der Kurve am Transformatorenhaus vorgenommen, da diese Stelle für die zum hiesigen Sägewerk fahrenden Langholzfuhrwerke eine Gefahrenecke bildete. Diesem Uebelftanb ist nunmehr Da» aber ist notwendig, wenn man nach seiner Tageswanderung in den Jugendherbergen übernachten will? Nor allem, lieber Wanderer, besorge dir bei deinem Helmat-Ortsverband oder dessen Ausgabestellen den gültigen Jugendherbergsausweis. Und wenn du Sann' abends — voll des Schauens — in der Jugendherberge Einkehr halten willst, ohne wegen Platzmangel abgewiesen zu werden, so melde dich rechtzeitig' an, und man wird dir sogar ein Bett freihalten. Und noch eins: Wandere nach Möglichkeit nicht mit Mem Reichsherbergsverzeichnis von 1930 oder gar noch früher. In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer Jugendherbergen erstellt und andere wegen Unzulänglichkeit geschloßen. Das Reichsherbergsverzeichnis 1936, welches ebenfalls bei den Ortsverbänden des Jugendherbergsverbandes oder durch die Buchhandlungen erhältlich ist, gibt dir Aufschluß über Bettenzahl, Kochgelegenheit usw. Alle weiteren Auskünfte gibt dir gern der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Landesverband Rhein-Main, Frankfurt, Hansa-Allee 150, Fernsprecher 51166. = Lollar, 30. Juni. Auf Veranlassung der Kreisfilmstelle lief gestern im hiesigen Lichtspielhaus der große Film „Tannenber g", der den Russeneinbruch in Ostpreußen, den Verlauf der Schlacht bei Tannenberg und den Sieg Hindenburgs über die Russen in anschaulicher Weise schildert. Um 8 Uhr fand eine Vorführung für die Schulen von Mainzlar, Daubringen, Ruttershausen und Staufenberg und um 10 Uhr eine für die hiesige Schule statt. Der Film machte auf die Schüler einen tiefen Eindruck. = Saubringen, 30. Juni. In dieser Woche wurde mit dem Ausbau der Kanalisation in der oberen Waldstraße begonnen. Der Fuhrwerksverkehr ist gesperrt. — Dieser Tage kehrte die Ober- klasse unserer Schule, die in der Jugendherberge zu Zwingenberg eine Landschulheimwvche mitmachte, wieder in unser Dorf zurück. Die Wanderungen durch den Odenwald, Bergstraße, durch das Ried bis zu Deutschlands erstem Erbhofdorfe Riedrobe hatten allen Buben und Mädchen ausgezeichnet gefallen. + Lauter, 30. Juni. Heute wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Gemeinde- flurschütz Johannes V i e h l zu Grabe getragen. Der Verstorbene stand im 67. Lebensjahre 20 Jahre bekleidete er in treuer Pflichterfüllung das Amt des Gemeindeflurschützen. Vorher hatte er ebenfalls 20 Jahre im Dienste eines hiesigen Bauern gestanden. Im Namen der Gemeinde legte Bürgermeister P i tz einen Kranz nieder. A Großen-Linden, 29. Juni. Am Samstag hielt der Spar- und Vorschußverein Großen-Linden im Saale des Gastwirts PH. Schaum seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats W. Feller eröffnete die Versammlung und erstattete eingehenden Bericht über das Geschäftsjahr 1935. Es wurde dabei hervorgehoben, daß die Einlagen um 9 v. H. gestiegen sind. Die Zinsenrückstänoe sind noch als hoch zu bezeichnen. Der Reingewinn soll wie folgt Verwendung finden: 1050 RM. an den gesetzlichen Reservefonds, 3600 RM. kommen zur Verteilung an die Aktionäre, 9206,72 RM. werden als Vor- läge für 1936 verwandt. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 30. Juni. (LPD.) Das traditionelle Rosenfest hatte wieder eine große Besucherschar ins Kurhaus gelockt. Der große Bühnensaal war mit 10 000 Rosen in ein herrliches Blumenmeer verwandelt. Fräulein Eleonore Fuhs, Pittsburg (USA.), wurde Rosenkönigin von Bad-Nauheim für 1936. Kreis Bübingen. eWißmar, 29. Juni. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Gesangverein „Germania" das Fest seines 90jährigen Bestehens. Eröffnet wurde es mit einem Festkommers am Samstagabend, wobei der Vereinsführer Willi Moos eine eindrucksvolle Begrüßungsansprache hielt. Er bat die Sänger, auch fernerhin dem deutschen Liede und dem Verein die Treue zu halten und das überkommene Erbe zu verwalten. Chöre des Jubelvereins und Musikvorträge der Kapelle Lynker (Lollar), sowie turnerische Darbietungen des Turnvereins füllten den Abend aus. Am Sonntag bewegte sich dann bei herrlichem Wetter ein Festzug durch die prächtig geschmückten Ortsstraßen, an dem sich die Ortsvereine und zahlreiche Gastvereine beteiligten. Aus dem Festplatz angekommen, begrüßte der Dereinsführer die Sänger und Gäste, sowie den Vertreter des Kreises Gießen des Deutschen Sängerbundes, Eberle (Lollar), und den Vertreter der Kreisleitung der NSDAP. Ortsgruppenleiter Henrich. Nach einem Begrüßungschor des Jubelvereins unter Leitung feines Dirigenten Wilhelm Bitten- b o r f überbrachte der stellvertretende Kreissängerführer Eberle dem Jubelverein die Grüße und Glückwünsche des Deutschen Sängerbundes. Hinweisend auf die Begrüßungsworte des Vereinsführers, der die Vereins» geschichte in großen Zügen schilderte, stellte er fest, daß der Gesangverein „Germania" einer der ältesten der hiesigen Gegend ist. Gerade am Deutschen Liedertag, mit dem die Jubiläumsfeier zusammenfällt, fühlen wir so recht, wie das deutsche Lied ein einigendes Band um alle Deutschen in der Heimat und in der Für Sonntag, 2. August, ist eine Rheinfahrt geplant. Anmeldungen hierfür können bereits abgegeben werden. Der genaue Fahrpreis sowie die Abfahrtzeit sind noch nicht bekannt. Omnibusfahrt nach Schotten. Zu dem Motorradrennen „Rund um Schotten" am 19. Juli fährt ein Omnibus von Gießen aus. Der Fahrpreis beträgt 2,70 Mark. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle entgegengenommen. Omnibusfahrt nach dem Nürburgring. Zu dem Rennen um den „Großen Preis von Deutschland" (26. Juli) fährt ein Omnibus. Der Fahrpreis beträgt von Gießen aus 7 Mark. Mittwochs: Fischtag im Gau Hessen-Nassau. Volkswirtschaftliche Zeitfragen. Altmaterial als Serlobjeft Zugehörigkeit von Grundstücken und Gebäuden zum Vetriebsvermögen. angewachsen. Wie sich aus diesen Zahlen ergibt, ist der durchschnittliche Betrag einer Ueberweisung mit 289 Mk. verhältnismäßig niedrig, er bestätigt uns die schon erwähnte Tatsache, daß der Spargiroverkehr vorwiegend dem Geldverkehr des Mittelstandes dient, aus dem ja überhaupt sich der Großteil der Sparkassenkundschaft zusammensetzt. Es gehört zu den alt überlieferten Grundsätzen der Sparkassen und Girokassen, daß sie die Geldbeträge, die im örtlichen Einlagegeschäft, hier also durch Sammlung der Zahlungsverkehrsguthaben der mittelständischen Kundschaft, gesammelt werden, auch wieder im eigenen Heimatbezirk durch Ausleihung als Kredite fruchtbringend arbeiten lassen. Insgesamt haben die Spar- und Girokassen zur Zeit 1,1 Millionen Stück kurzfristige Betriebskredite tm Gesamtbeträge von über 1800 Millionen Mark ausqe- liehen. Als Durchschnittsbetrag ergibt sich 1639 Mk Es zeigt sich also auch hier, daß die Spar- und Girokassen, ebenso wie in ihrem Hypothekengeschaft, bei ihren Ausleihungen grundsätzlich den Kleinkredit bevorzugen, um der mittelständischen Wirtschaft die erforderliche Kredithilfe zu gewähren. Hält man sich vor Augen, welche Hilfe der Millionenschar der Kreditnehmer durch die Gewährung dieser billigen Kredite geleistet wird, so erkennt man, daß mit der Pflege des unbaren Zahlungsverkehrs nicht lediglich Vorteile für denjenigen, der bargeldlos zahlt, verbunden sind. Selbstverständlich wird es angenehm empfunden, wenn man bequem vom Schreibtisch durch Ausfertigung einer Spargirokarte seine Zahlungen leisten kann, anstatt Wege, Mühe und Anstellen am Schalter in Kauf nehmen zu müssen. Außer diesen Vorteilen für den Benutzer des Spargiroverkehrs seien noch erwähnt die Sicherheit, die Einfachheit, die Ausschaltung von Geldverlusten durch Diebstahl, Raub, Feuersbrunst und die Möglichkeit einer geordneten Kassensuh- runq. Ebenso wichtig und vorteilhaft für die gesamte deutsche Volkswirtschaft ist es jedoch, daß die durch den Spargiroverkehr gesammelten Milligr- denbeträge dem Kreditbedarf der örtlichen bodenständigen Wirtschaft nutzbar gemacht werden können Gerade darin sehen die deutschen Sparkassen und' Girokassen mit ihren Girozentralen eine der wichtigsten Aufgaben, die sie zu erfüllen haben. Die getarnte „Zugabe". Neue Mißbräuche im geschäftlichen Wettbewerb. solch Zubehör nicht zugegeben werden, weil es nicht handelsüblich ist. Zulässig ist vielmehr nur im wesentlichen „eine dem üblichen entsprechende Verpackung der Ware". Dabei ist zu beachten, daß die Gegenstände, die zur Verpackung dienen, keinen selbständigen Gebrauchswert besitzen dürfen. Wenn z. B. Kaffee in einer Dose abgegeben wird, die sich „vorzüglich" zur Frischerhaltung der Ware oder gar als Behälter für andere Gegenstände verwenden läßt und auf diese Eigenschaften noch besonders hingewiesen wird, dann handelt es sich nicht mehr um eine zulässige Verpackung. frier muß der gesamte Handel dafür Sorge tragen, daß die Mißbräuche, die der Gesetzgeber nicht will und den Fachhandel schädigen, aufhören. Bei einigem guten Willen ist das möglich, weil jeder, der im kaufmännischen Leben steht, weiß, wenn er es wissen will, was eine handelsübliche Verpackung ist. Reklamegegenstände, die auch jetzt noch weiter gewährt werden können, sollen nicht durch ihren Gebrauchswert für den Empfänger werben, sondern durch eine sichtbare Bezeichnung für die her- stellende oder verkaufende Firma. Zulässig sind Reklamegeqenstände in der Form der Werbegabe, die häufig zu Weihnachten oder Neujahr, unabhängig von der Abnahme einer bestimmten Ware, in Form von Kalendern, Notizbüchern usw ver- geben werden. Im übrigen muß der Reklamegegenstand absolut geringwertig sein; das gleiche gilt für die geringwertige Kleinigkeit. Solche sind z. B. Bilder in Zigarettenpackungen, Zuckerwerk für Kinder und anderes mehr. Dagegen sind Bleistifte, Schuhkreme, Feueranzünder und ähnliche Zir- tikel schon keine geringwertigen Kleinigkeiten mehr, schiedene Knochenmehle, die z. T. als Futtermittel be- nutzt werden, Seife und der gute Knochenleim, dessen Festigkeit kaum zu übertreffen ist, und noch viele andere nutzbare Stoffe sind Erzeugnisse der heutigen Knochenverwertung. Eines ist bei allen diesen Abfallprodukten zu be- denken: der einzelne Knochen, die einzelne Zinn- tube ist wertlos; 100 000 Knochen und 100 000 Zinntuben stellen aber schon einen ganz beträchtlichen Wert dar, der der Volkswirtschaft dann erhalten werden kann, wenn sich jeder in den Dienst der Sache stellt. Nicht umsonst bemächtigten sich die Juden, als sie über die deutschen Grenzen fluteten, gerade des Sammel- und Verwertungsgeschäftes von Abfallprodukten. Die Tatsache, daß fast alle auf diesem Gebiet tätigen Juden damit den Grundstein für späteren Reichtum legten, sollte allein schon zu denken geben. . Noch an unendlich vielen anderen Beispielen ließe sich zeigen, wie sehr der einzelne durch volkswirtschaftliches Denken mithelfen kann, wertvolles Gut zu erhalten und unsere Rohstoffe zu bessern; aber wir wollen nicht Beispiele um der Beispiele willen nennen, sondern aufzeigen, daß Volkswirtschaft nicht eine Angelegenheit weniger, sondern Sache des ganzen Volkes ist. 1 Karton = 5,60 Mark. Hier werden betriebsfremde Waren miteinander verkoppelt, so daß ohne weiteres der Verdacht der Gesetzesverletzung entsteht. Eine Bestätigung dafür gewinnt man durch die Nachprüfung des Preisbildes, wobei dann meistens herauskommt, daß nicht die Zweckmäßigkeit der Warenverbindung, sondern die Preiswürdigkeit des Mitgehartikels als Anziehungskraft für die Hauptware dienen soll. Es handelt sich also um eine verschleierte oder getarnte Zugabe. Der Reichswirtschaftsminister hat bereits einen Erlaß vom 24. 6. 35 gegen die Umgehung des Zugabeverbots durch solche gekoppelten Verkaufe Stellung genommen. Er hat ausdrücklich festgestellt, daß das rechtmäßige Kombinationsangebot sich durch die Zweckmäßigkeit der Warenzusammen- stellung empfiehlt, während die Anziehungskraft des zur Verschleierung einer Zugabe mißbrauchten Gesamtangebots demgegenüber in der wirklichen oder auch nur vermeintlichen Verbilligung des als Vorspann für die Hauptware dienenden Mitgeh-Artikels liegt. Die Einschaltung der Reichswirtschaftskammer hat zu einem Gutachten dieser Instanz vom 14. November 1935 Anlaß gegeben. Darin wird gesagt, daß die Absicht der Verschleierung eines Zugabe- geschäfts bei willkürlichen Warenverbindungen regelmäßig anzunehmen ist. Eine willkürliche Warenverbindung liegt vor, wenn die Zusammenstellung als solche den Verbrauchern keine besonderen Gebrauchsvorteile liefert. Das rechtmäßige Kombinationsgeschäft empfiehlt sich also durch die Zweckmäßigkeit der Zusammenstellung. In dem'Gutachten der Reichswirtschaftskammer ist jedoch auch die Feststellung getroffen worden, daß keine nach dem Zugabeoerbot unzulässige Der- koppelung vorliegt, wenn für die gekoppelten Waren Einzelpreise ausgeworfen werden und dabei ausdrücklich angeboten wird, daß die Waren zu diesen Einzelpreisen auch allein abgegeben werden. Inzwischen hat jedoch das Einigungsamt beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag in Frankfurt festgestellt, daß das Publikum von der Möglichkeit, den Mitgeh-Artikel zu Einzelpreisen zu erwerben, nur höchst selten Gebrauch macht. Das Einigungsamt ist deshalb der Ansicht, daß unter Berücksichtigung der psychologischen Einstellung des Publikums mit der gekennzeichneten Vertriebsort derselbe Erfolg erzielt werden kann wie mit der verbotenen Zugabe. DasWesen der neuen Meisterprüfung bei der geringen Kaufkraft anderer Länder, die von der Weltwirtschaftskrisis nicht weniger als wir betroffen wurden, nicht gelingen kann, unseren Export beliebig zu steigern, sondern daß um jeden noch so kleinen Schritt vorwärts auf dem Weltmarkt schwer gerungen werden muß. Diesen Kampf führt nun zwar der deutsche Exportkaufmann, und der einzelne Mann im Reich darf schon seiner Tatkraft vertrauen; aber er kann noch mehr tun. Er kann fast täglich und stündlich mithelfen, diesen Kampf zu erleichtern, wenn er in volkswirtschaftlichem Sinne zu denken und zu handeln gewohnt ist. Um dieses volkswirtschaftliche Denken für jeden zur selbstverständlichen Pflicht zu machen, läßt sich kein Rezept aufstellen, aber es ist schon viel erreicht, wenn es gelingt, daß jeder Mensch davon überzeugt wird, daß jedes noch so nebensächlich erscheinende Ding volkswirtschaftlichen Wert besitzt. In jedem Haushalt fallen Knochen, Lumpen, Papier, Zinntuben, Alteisenstücke (Rasierklingen) und viele andere Dinge ob. Wer einmal Gelegenheit hatte, die gerade zur Zeit in Berlin laufende Ausstellung „D i e Deutsche Gemeinde" zu besuchen, konnte sich an Hand von Anschauungsmaterial darüber ins Bild setzen, welche Stoffe aus Knochen z. B. hergestellt werden können. Oele, Fette (Glyzerin, Stearin), ver- Die Bedeutung des Spargiroverkehrs lör den Mittelstand. Innerhalb der vielgestaltigen Einrichtungen, die in der deutschen Volkswirtschaft für die Abwicklung des unbaren Zahlungsverkehrs dienen, nimmt der Spargiroverkehr, die von den Sparkassen, Girokassen und Girozentralen getragenen Zahlungsverkehrsorganisation, eine bedeutende Stellung ein. Gerade im Laufe der letzten Jahre, die durch ein erfreuliches Aufblühen der gesamten Wirtschaft im Zeichen der nationalsozialistischen Führung gekennzeichnet sind, konnte auch der Spargiroverkehr einen erheblichen Aufschwung aufweisen. Kennzeichnend für die immer weitere Ausdehnung dieser Tatsache, daß zur Zeit drei Millionen Kontoinhaber (neben den über 30 Millionen Sparkontoinhabern) dem Spargiroverkehr a»geschlossen find. Vorwiegend bedienen sich die Schichten der mittelständischen Wirtschaft dieser einfachen, bequemen und billigen Zahlungsweise. Handwerker, Hausbesitzer, Angehörige der freien Berufe, wie Aerzte und Apotheker und weite Kreise der Beamtenschaft wissen sich die erheblichen praktischen Vorteile, die die Führung eines Spargirokontos bietet, zunutze zu machen. Die drei Millionen Kontoinhaber, die ihre Konten bei insgesamt rund 4000 Girostellen unterhalten, wickeln im Laufe eines Jahres über 200 Millionen Stück Geschäftsvorfälle über ihre Konten ab. Neben Barem- und -auszahlungen, Scheckziehungen, Scheckeinzugsaufträgen u. ä. Dienstleistungen nehmen sie allein den Spargiroverkehr, den Ueberweisungsverkehr der Sparkassen, jährlich mit über 114 Millionen Ueberweisungen in Anspruch. Ganz gewaltige Beträge werden durch den Ueberweisungsverkehr bewegt. So betrugen die Umsätze im Jahre 1934 53 Mrd. Reichsmärk. Sie sind im Vergleich zum Jahre 1933, in dessen Verlauf 39 Mrd. Reichsmark überwiesen wurden, also sehr erheblich V. A. Man muß sich heute von dem Glauben frei machen, daß volkswirtschaftliches Denken nur jenen vorbehalten sei, die es im Leben so weit brachten, daß sie ihren Namen mit einem Dipl. oec. versehen können. Diese Vorstelluna von der Volkswirtschaft ist noch ein Ueberbleibsel aus überwundener Zeit, denn die Annahme, Volkswirtschaft sei etwas viel zu Schwieriges und zu Kompliziertes um jedem Menschen einen hinreichenden Ueberblict Über sie zu verschaffen, wurde oft genug von denen im Volke gezüchtet, die hinter der Unerfahrenheit und Unaufgeklärtheit des Volkes um so besser ihre Schliche in die Wirklichkeit umsetzen und auf Kosten des Volkes Millionen über Nacht verdienen konnten. Diese Zeit ist heute vorbei. Die Da kswir - schaft ist wir kl ich wied er die Wirtschaft des Volkes geworden, die jedem Rechte und Pflichten gibt, der diesem Volke angehort. Dieselben Grundgesetze, die in der Haushaltwirtschaft jedes einzelnen gelten, sie gelten m gleichem Maße für die Stadtwirtschaft wie für die Volkswirtschaft. Em Volk kann auf die Dauer ebensowenig feine Inufen- Den Ausgaben iwerschreiten, wie der einfache Mann wenn es nicht zugrunde gehen will und wie der einzelne durch erhöhte Leistung seinen Lebens standavd heraufsetzen kann, so kann auch em V durch vermehrte Anstrengungen größere Werte schaffen, die der Allgemeinheit also jedem in der Gemeinschaft, zugute kommen. Em Mann, der aus irgendeinem Grunde stark verschuldet ist, wird s nen Etat nur wieder ins Gleichgewicht bringen können, wenn er sparsam lebt. Ein verschuldeter Staat muß nach gleichen Gesichtspunkten handeln wenn er die an ihn gerichteten Forderungen emmal ube winden wL ^dieser Wille muß heute >eden Deutschen in der Ueberzeugung beherrschen, datz sich auch seine Lebensmöglichkeiten m gleichem Maße und in gleichem Tempo bessern w« er m • hilft, die Schwierigkeiten im Staatshaushalt zu ve Durch einen Erlaß des Reichswirtschaftsministers werden schon jetzt die neuen fachlichen Vorschriften für die Meisterprüfung einheitlich im ganzen Reiche in Geltung gesetzt. . , Damit ist die Voraussetzung geschaffen, daß die künftigen Meister alle nach den gleichen Maßstäben geprüft sind und an jeden im ganzen Reich die gleichen Mindestanforderungen gestellt werden. Auf der anderen Seite kann jeder, der die Meisterprüfung machen will oder muß, an Hand der fachlichen Vorschriften schon vorher selbst prüfen, ob er den Anforderungen gewachsen ist oder nicht, denn das Ziel der Neuordnung des Meisterpru- funqswesens ist Klarheit, Gerechtigkeit und Einheitlichkeit. Es soll künftig keine MPA.-Dorsitzenden mehr geben, die ein oder gar anderthalb Augen zudrücken oder umgekehrt einem unbeliebten Prüfling die Prüfung bis zum Durchfallen erschweren können. Die fachlichen Vorschriften find aber auch deswegen sehr wichtig, weil es ohne solche Vorschriften keine Anwendung des großen Befähigungsnachweises gibt. Gruppen von Arbeitenden, die nicht in irgendeiner Meister- prüfungsoorschrift erfaßt find, können nicht vom Handwerk betreut werden und daher künftig nie einen selbständigen Handwerksbetrieb eröffnen. Trotzdem soll bei der Festlegung der neuen fachlichen Vorschriften ein Auseinandergleiten m zu viele Spezialsparten vermieden werden. Wer Den Messerschmiede-Meisterbrief haben will, muß eine Ahnung haben vom Messerschmieden, und genau ist es so im Büchsenmacherhandwerk. Wenn also die Spezialsparte zu weit vom Grundhandwerk entfernt ist, wird sie ihm in den künftigen fachlichen Vorschriften wieder angenähert. Die neue Meisterprüfungsordnung soll aber vor allem lebensnah sein. Jeder soll sie verstehen kon. nen, nicht bloß der Fachmann oder ein geübter Derwaltungsmann. Es muß möglich fein, auf Grund der Vorschriften jede Beschwerde zu klaren. Das deutsche Handwerk erstrebt eine Leistungs- Steigerung, die künftigen Meister sollen auch em Meister-Können nachweisen. Aber es sollen keine Professoren oder Büchergelehrte erzogen werden. Die Einheitlichkeit der Anforderungen im ganzen Reich wird auch dadurch gewährleistet, daß kunflig die Mitglieder der Meisterprüfungskommission selbst Meister des Handwerks sein müssen, für das Die Prü ung abgelegt wird In kleinen Handwerken wird es also dereinst weniger Prüfungsausschüsse geben als bisher, indem etwa Meisterpruftingsaus- schüsse bestellt werden für einen ganzen Landey Handwerksmeisterbezirk, statt nur für einen Kam- Die Zugabe hat im deutschen Wirtschaftsleben vor Um Erlaß der Zugabeverordnung im Marz 1932 große Verheerungen angerichtet. Die übelste Erscheinung war wohl der entartete Wettbewerbs- famof der sich zwischen den verschiedensten Bran- che/des Einzelhandels entwickelt hatte. Es ist. noch in aller Erinnerung, daß z. B. Kaffeegeschaf e nahezu sämtliche Artikel der Porzellanbiunch als Zugabe" verwandten, so daß die Porzellan- aeschafte sich nicht anders zu helfen wußten, als durch den sogenannten „Abwehrkaffee . So entstand der groteske Zustand, daß in einem Kaste e- aefchäft von der einfachen Tasse bis zum vollstcm- hfn/n ^Protce sämtliches Porzellangut und umgekehrt in Porzellangeschäften „Kaffee" als Zugabe erworben" werden konnte. Mit dieser^ Zuständen ha die Zugabeverordnung im Marz 1932 uno oa nachfolgende Gesetz über das Zugabewesen aus dem Anhänger dtesie Systeme S. Etiketten dazu boten nach 'hr°r Ansicht übli»e53u^ Mr?zür Pfleg/des Bieres). Aber trotzdem dar. '°^ute weiß jeder, daß Deutschland mit Rohstoffen nicht gerade gesegnet ist. und daß wir mv, sie^uber Haupt o°m Ausland kausin zu k°nnen.F e^t g^ waren nach dem o5ia"u(j. lieber müssen, um für ihren „ .neue Rohstoffe her ein n e h nen. Jeder weiß aber auch, daß [tmQrtt unj, überaus starken Konkurrenz aus dem Wettmar« uno lich stets zum Betriebsvermögen. Er , bildet notwendiges Betriebsvermögen, auch wenn der gewerblich genutzte Teil nur die Hälfte ober weniger als die Hälfte des Wertes des Grundstücks umfaßt. Nur in den Fällen, in denen der der ge- ■ werblichen Benutzung entsprechende Teil des Grundstücks im Verhältnis zum Gesamtwert des Grundstücks von untergeordneter Bedeutung ift, ift von einer Zurechnung dieses Teils des Grundstücks zum Betriebsvermögen abzusehen (vgl. auch RFH.-Urteil im Reichssteuerblatt 1936 S. 278). Ein Grundstücks- teil wird in der Regel als Teil von untergeordneter Bedeutung angesehen werden können, wenn sein Wert nicht mehr als ein Fünftel des Wertes des Grundstücks ausmacht und den Betrag von 10 000 Reichsmark nicht übersteigt. Andererseits ist zu beachten, daß der Vollkaufmann auch den nichtge- werblich genutzten Teil des Grundstücks in fern Betriebsvermögen aufnehmen kann. Das muß er dann in feiner Buchführung und Bilanz einwandfrei zum Ausdruck bringen. • Entsprechendes gilt für die Behandlung von Grundstücken und Gebäuden bei Personenge - f ellschaf ten, insbesondere von solchen Grundstücken und Gebäuden, die nicht der Gesamtheit der Gesellschafter, sondern nur einem oder mehreren (aber nicht sämtlichen) Gesellschaftern gehören (vgl. Reichssteuerblatt 1932 S. 388 und 624), aber ganz oder teilweise für Zwecke der Personengesellschast genutzt werden. Hier ist entscheidend, ob bas Grund stück eine wesentliche Grund - lagedesUnternehmens bildet (Reichssteuerblatt 1932 S. 388). Trifft dies zu, so ift es nach Maßgabe der obigen Ausführungen als notmen» diges Betriebsvermögen zu behandeln. Nicht für die Einkommensteuer zu verwenden imd die für die Einheitsbewertung geltenden abweichenden Vorschriften des § 49 Reichsbewertungs-Durch- führungsbestimmungen 1935, wonach em Grundstück, das mehreren Personen gehört, stets zum Grundvermögen zu rechnen ist, ohne Rücksicht darauf, in welchem Umfange es einem gewerblichen Betrieb der Beteiligten dient. Wird ein Grundstück, das einem oder mehreren (aber nicht sämtlichen) Gesellschaftern einer Personengesellschaft gehört, ganz oder zum Teil von der Personengesellschaft gegen Entgelt genutzt so darf das Entgelt, das die Gesellschaft dem Gesellschafter entrichtet, bei der einheitlichen Gewinnfeststellung nicht als Betriebsausgabe abgesetzt werden denn die Vergütung, die ein Gesellschafter für die Ueberlassung von Wirtschaftsgütern erhalt, gehört zu seinem Gewinnanteil (§ 15 Ziffer 2 Einkommensteuergesetz). Bei der Ermittlung der Ge- minnanteile der einzelnen Gesellschafter ist Die Tat« : fache, daß der Gesellschafter neben seinem Vertrags- mäßigen Gewinnanteil noch eine Vergütung für : die Ueberlassung des Grundstücks erhält, zu berud« sichtigen. Die dem Gesellschafter infolge der lieber» , lassung des Gebäudes oder Grundstücks an die Ge- - sellschaft erwachsenden Aufwendungen sind als Be- > triebsausgaben bei der Berechnung seines Gewinn- - anteils abzufetzen. da sie für den Empfänger einen besonderen Gebrauchswert besitzen und der Fachhandel durch ihre „Zugabe" geschädigt wird. Die weitaus gefährlichste Form der neuartigen „Zugabe" ist die verschleierte oder getarnte „3 u g a b e" in Form der gekoppelten Verkäufe, frier besteht in der Tat die Gefahr, daß der ganze Zugabeunfug bei veränderter Betriebsart wieder auflebt. In der Tat haben die Zugabefreunde, ob- wohl der Gesetzgeber bereits bei Erlaß der Zugabeoerordnung die Umgehungsversuche dieser Art untersagt hat, hier mit ihren Machenschaften eingesetzt um die alten schlechten Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen. Man rechnet bei den Zugabeinter- essenten mit der im rechtmäßigen Handel üblichen Kombination von Warenverkäufen, wie z. B. Kölnisch Wasser und Seife, Geschenkkörbe mit ver- schiedenen Artikeln usw. und dann mit der Talsache, daß es unter Umständen schwierig fein wird, berechtigte Kombinationsverkäufe von verdeckten Zugabe'geschäften zu unterscheiden. In Wirklichkeit empfiehlt sich das angebrachte Kombinationsangebot durch die Zweckmäßigkeit der Zusammenstellung der Waren. Nicht zweckmäßig ist es z. B., wenn 1000 gewickelte Karamellen mit einer Glasuhr, wie es tatsächlich geschehen ist, gekoppelt werden, wobei, um den gesetzlichen Ansprüchen scheinbar zu genügen, beide gesondert in Rechnung gestellt werden. Dann wird so verfahren, 1000 Karamellen = 4,20 Mk., 1 Glasuhr lt. Abbildung = 1,40, zusammen Durch die auf dem Gebiete der Reichsbewertung 1 durch das Reichsbewertungsgesetz 1935 eingetretene 1 Rechtsänderung bei der Behandlung von Grundstücken, die teilweise eigengewerblichen Zwecken dienen, war es zweifelhaft geworden, ob die Bestimmungen des Reichsbewertungsgesetzes sinngemäß auch für Zwecke der Einkommensbesteuerung Anwendung zu finden hatten. Da bei Verkäufen von Grundstücken erlittene Verluste bzw. erzielte Gewinne im allgemeinen einkommensteuerrechtlich nur zu berücksichtigen sind, wenn diese Verluste bzw. Gewinne entweder im Rahmen eines Betriebs anfallen oder wenn die Voraussetzungen der §§ 22, 23 (Spekulationsgeschäfte) vorliegen, war eine Klärung erforderlich. Durch die nunmehr ergangene Ergänzung der Veranlagungsrichtlinien zur Einkommensteuer 1935 wird darauf hingewlesen, daß die Grundsätze des Reichsbewertungsgesetzes 1935 nicht auf das Gebiet der Einkommensteuer übertragen werden können. Welche Wirtschaftsaüter, so heißt es in den Ergänzungsrichtlinien, für die Einkommensteuer dem Betriebsvermögen zuzurechnen sind, ergibt sich in den meisten Fällen aus ihrer tatsächlichen Beziehung zum Betrieb (vgl. RFH.-Urteil un Reichssteuerblatt 1934 S. 404). Grundstücke und Gebäude, die Betriebszwecken dienen, wie z. B. Fabrikgrundstücke und dergleichen, sind stets notwendiges Betriebsvermögen. Wird ein Grundstück oder Gebäude nur teilweise für Zwecke des Betriebs, im übrigen aber für andere Zwecke genutzt, so muß nach der bisherigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs der Grundstücks- oder Gebäudeteil, der der gewerblichen Benutzung entspricht, als notwendiges Betriebsvermögen behandelt werden, es sei denn, daß dieser Teil von nur untergeordneter Bedeutung ist (Reichssteuerblatt 1931 S. 348). Diese Behandlung teilweise gewerblich und teilweise privat genutzter Grundstücke und Gebäude für die Zwecke der Einkommensteuer entsprach auch im wesentlichen der Rechtslage auf dem Gebiete der Einheitsbewertung nach dem Reichsbewertungsge etz 1931. Nach § 45 Absatz 2 Reichsbewertungsgesetz 1931 war bei teilweise gewerblich und teilweise privat genutzten Grundstücken stets der gewerb- l i ch genutzte Teil des Grundstücks als B e tri ebs- grundstück anzusehen. Diese Rechtslage hat sich, durch das Reichsbewertungsgesetz 1934 geändert. §57 Absatz 2 Reichsbewertungsgesetz 1934 bestimmt, daß ein Grundstück, das zu mehr als der Halste seines Wertes einem Gewerbebetrieb dient, ganz als Betriebsgrundstück, und ein Grundstück, das zur Halste seines Wertes oder weniger einem Gewerbebetrieb dient, ganz als Grundvermögen behandelt rmrd. Es ist im Hinblick auf diese Aenderung der Rechtslage bei der Einheitsbewertung zweifelhaft geworden, ob für die Einkommensteuer noch an Der oben darqestellten Auffassung des Reichsfinanzhofs fest- gehalten werden kann. Die Frage ist 3U b e j ah en. 2ßirb ein Grundstück teilweise gewerblich und teilweise privat genutzt, so g e h ö r t d e r der gewerblichen Benutzung entsprechende Grundstück steil einkommen steuerrecht- merdezirk. Uedrigens fei ausdrücklich betont, daß es jetzt in der Uebergangszeit ein Durchfallen nach den neuen Vorschriften und Richtlinien noch nicht gibt, jo lange diese nicht in Kraft sind. Die G r u n d f o r d e r u n g e n in den neuen fachlichen Vorschriften schaffen Klarheit über die Menge der verschiedenen Kenntnisse, die der Prüf' fing unbedingt besitzen muh, die M i n d e st a n - f o r t» e r u n g e n über das Mah dieser Kenntnisse. Sie sind aber der wichtigste Teil für die Prüfenden wie für die Prüflinge. Sie enthalten genaue An» gaben über die Mindestbeschaffenheit der Arbeits- proben. An Hand dieser Vorschriften muh die schlechte Arbeitsprobe beurteilt werden können. Durch Vergleiche sind genaue Angaben über die Mängel der Arbeitsprobe möglich. Bei manchen Arbeiten werden Fehler, die nicht gemacht werden dürfen, sogar direkt angegeben. In der Vollkommenheit und Klarheit dieser Beschreibungen liegt der Wert der Prüfungsordnung. Es find sogar Angaben nötig über die Arbeitsmaschinen, die verwendet werden dürfen, damit nicht der Prüfling benachteiligt ist, der in einer weniger gut eingerichteten Werkstatt geprüft wird als ein anderer. Es liegt im Zuge der neuen Nachwuchsfchulung des Handwerks, dah der Gedanke der Grundausbildung auch bei der Auswahl der Aufgaben i n der einzelnen Sparte gewährleistet bleiben muh. Bei der Festsetzung der Arbeitsproben für Spezialsparten darf einer Sparte nicht allzuviel geschenkt werden: wo auf der einen Seite etwas erlassen wird, müssen auf der anderen Seite höhere Anforderungen gestellt werden. Im Interesse der Klarheit liegt es auch, dah genau angegeben wird, wieviel Arbeitsproben in der einzelnen Sparte zu verlangen sind. Dadurch wird wiederum verhindert, dah ein örtlicher Meisterprüfungsaus- schuh unzureichende Anforderungen stellt. Einheitlich wird der Grundsatz verfochten, dah zu den Arbeitsproben keine vorbereiteten Teile mitgebracht werden sollen. Ebenso soll das Meisterstück ganz vom Prüfling selbst angefertigt werden. Die Vorschriften sollen auch gerade die Selbstverständlichkeiten enthalten, auf die Fachleute so oft glauben verzichten zu können. Die Genauigkeit der Vvr- fchriften schützt den Meisterprüfungsausschuh und den Prüfling. Mit der Einführung des großen Befähigungsnachweises ist die Meisterprüfung Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk geworden. Damit ist sie für den Einzelnen lebenswichtig und für die Gesamtheit eine Einrichtung von höchster Verantwortlichkeit. Da bereits in zwei bis drei Monaten die neuen fachlichen Vorschriften für alle Vollhandwerke ausgearbeitet fein sollen, werden schon die meisten Handwerker nach diesen neuen Vorschriften geprüft, die nach den Bestimmungen des großen Befähigungsnachweises die Meisterprüfung bis 1939 nachholen müssen. Die Lehrlinge von heute werden in der Zwischenprüfung schon auf das Neue vorbereitet: sie ist im Anfang der Berufslaufbahn eine Grenze für solche, die offensichtlich auf das falsche Geleise geraten sind. So wird sich künftig vom Beginn der Lehrzeit bis zur Selbständigmachung ein Ring schließen. G.Jl.-fport Gießener Studenten bei den Deutschen Hochschulmeister- schasten in Bonn erfolgreich. Mit einer stattlichen Anzahl von Wettkämpfern war die Universität Gießen in Bonn bei den Meisterschaften der Deutschen Studentenschaft vertreten. Wenn auch die Sieger meist von den großen Hochschulen wie Köln, Berlin, München, Breslau gestellt wurden, so bewies doch gerade unsere kleine Universität, daß man sie nicht ohne weiteres im sportlichen Wettkampf übersehen darf. Bei den Juniorenmeisterschaften wurde P i tz e n 1 Sieger im 100-Meter-Lauf mit 11,6 Sek. Im Mannschaftskampf der Grundausbildung (1. bis 3. Semester) belegte unsere Mannschaft den vierten Platz unter rund 40 Hochschulen. Die Wettkampfmannschaft der Universität Gießen hatte in ihrem Mannschaftskampf, der aus 200, 800, 3000 Meter, 110-Meter-Hürden, Hochfprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, 4X100- Meter und 4X400-Meter bestand, viel Pech und mußte sich mit dem 26. Platz begnügen. So bekam z. D. Gießen in beiden Staffeln wegen Ueberschrei- tung der Wechselmarken nur eine ganz geringe Punktzahl. Trotzdem kann unsere Hochschule mit den gezeigten Leistungen zufrieden sein. ^FC.Teuionia" Watzenborn-Steinberg I. Mannschaft — I. Mannschaft Lollar 1:3 (0:2). Mit dem Rückspiel am Samstagabend (Watzenborn-Steinberg I. Mannschaft gegen Lollar I. Mannschaft) beendet der FC. Teutonia die Gesellschaftsspielserie vor der Sperre. Beide Mannschaften traten ersatzgeschwächt an. Bei den Teutonen machte sich wohl das Fehlen von Schäfer und Lang am meisten bemerkbar. Nachdem am vorvergangenen Sonntag die Teutonen in Lollar mit 6:3 Toren gewannen, gab es diesmal ein anderes Bild. Das Spiel selbst befriedigte in keiner Hinsicht. Eine Tatsache, die umso mehr überrascht, als es doch gerade beide Mannschaften waren, die sich stets die feschesten und schönsten Spiele lieferten. Diesmal wurden nun die verhältnismäßig zahlreichen Zuschauer enttäuscht. Während der ersten Halbzeit, bet gleichwertig verteiltem Spiel, gelang es Lollar zweimal zu Erfolgen zu kommen. Zum ersten Tor sandte der freistehende Rechtsaußen unhaltbar ein. Dann fand ein Weitschuß den Torwart Happel nicht auf feinem Platz und Lollar führte 2:0. Auf der Gegenseite waren die Lollarer die Glücklichen. Pfosten und Querlatte waren wiederholt Retter in der Not und so ging es nun in die Pause. Bei Wiederbeginn des Spieles machte sich bei den Stürmern der Teutonen eine auffallende Unlust bemerkbar. Wohl gelang es Fett, auf 1:2 zu verkürzen. Die Gäste wurden dann eine halbe Stunde lang in ihren eigenen Strafraum zurückgedrängt, doch Lollar verteidigte geschickt. Nachdem der Spieler K. Haas freiwillig und der Verteidiger Burger auf Befehl des Schiedsrichters das Feld verließen, konnten die Teutonen nicht verhüten, daß Lollar durch einen Durchbruch zum dritten Tore kam. Die 1. Jugendmannschaft fuhr nach Garbenteich und gewann gegen die dortige Jugendmannschaft überlegen mit 7:0 Toren. Die »letzten Vier" der Frauen in Wimbledon. In Wimbledon wurden am Dienstag auch die „letzten Vier" im Fraueneinzel ermittelt; es find dies „oben" Helen Jacobs (Amerika) und Jadwiga Jedrzejowska (Polen) und „unten" Simone Mathieu (Frankreich) und Hilde Sperling (Dänemark). Frau Mathieu schaltete die deutsche Ranglistenerste Frl. Horn 7:5, 6:3 aus. Im Gemischten Doppel wurde das deutsche Paar Horn-Lund von Mathieu-Petra (Frankreich) 6:4, 10:8 ausgeschaltet. Eine Heber» raschung gab es im Männerdoppel, wo die Franzosen Bo.otra-Brugnon über die Dorjahrssieger, die Australier Crawsord-Quist 3:6, 7:5, 2:6, 9:7, 6:2 aeroannen. Don Cramm-Henkel spielten gegen die Amerikaner Allison-van Ryn. Der Kampf mußte beim Stande von 6:4, 8:10, 4:6, 6:3 wegen Dunkelheit abgebrochen werden. HeimischeLeichtathlelenbeldenGallmeistekschastm Spielvereinigung 1900 Gießen. Bei herrlichstem Wetter fanden Sonntag die Leichtathletik-Meisterschaften des Gaues Hessen in Kassel statt. Nicht alle 1900er-Dertreter konnten zu Erfolgen' in den von ihnen bestrittenen Konkurrenzen kommen. So fiel Bepperling dem sehr scharfen Tempo im 800-Meter-Lauf zum Opfer. Dieser Lauf brachte insofern eine große Ueberrafchung, als es dem unbekannten Seibert aus Staffel gelang, die hervorragende Heil von 1:54,8 Minuten zu laufen und dabei Leute wie Neu (Kassel) und Linke (Wetzlar) auf die nächsten Plätze zu verweisen. Ebenso überstand Franz Koch den 200- Meter-Dorlauf nicht, es fehlte am nötigen Stehvermögen. Lediglich Arthur Kilo hat feinen Meistertitel im Diskus siegreich verteidigt und zwar mit einer Leistung von 42,50 Meter vor Otto Luh, DfB.- Reichsbahn, der knapp unter 40 Meter blieb. Im Kugelstoßen erreichte Kilo 13,31 Meter und belegte hiermit den 4. Platz. Sieger blieb hier Otto Luh. Damit haben sich die beiden Gießener Werfer für den am kommenden Sonntag stattfindenden Gaukampf Westfalen — Hessen in Corbach qualifiziert. Auch Hans Peters zeigte sich in guter Form. Hinter Ries, CT. Kassel, und E Neidel, Tv. Heuchelheim, belegte er mit der guten Zeit von 4:16,8 Minuten den dritten Platz, der Sieger benötigte 4:14 und E Neidel, der an Peters im Spurt noch vorbeiging, 4:16. Turnverein Heuchelheim. Bei den am Sonntag in Kassel ausgetragenen Gaumeisterschaften konnten die Leichtathleten des Tv. Heuchelheim trotz starker Konkurrenz zu guten Erfolgen kommen. Ludwig U l m konnte leider, durch ungünstige Zugverbindung am rechtzeitigen Erscheinen verhindert, an dem 100-Meter-Lauf nicht teilnehmen. So mußte er die ihm weniger gut liegende 200-Meter-Strecke laufen. Sein 5. Platz mit 23,9 Sekunden ist beachtlich. Erwin Neidel lief die 1500 Meter und konnte einen schonen 2. Platz mit 4:16,2 Minuten hinter Ries (Kassel) und vor Peters (1900 Gießen) belegen. Peters, der bei den letzten 100 Meter noch 5 Meter vor lag, muhte sich dem guten Endspurt des jungen Neidel ergeben. Hans Neidel konnte feine Zeit im 5000-Meter- ßauf von 15:58 Minuten, die er bei den Kreis- meisterfchaften gelaufen hatte, nicht wiederholen. Mit 16:16 Minuten konnte er sich den Titel eines Gaumeisters über 5000 Meter holen. Keine Konkurrenz, große Hitze und Gegenwind drückten auf das Tempo. Am kommenden Sonntag wird Hans Neidel den Gau in Corbach bei einem Gaukampf gegen den Gau Westfalen im 5000-Meter-Lauf vertreten. Das firewtiirnfefl in MM. Am Samstag, 4 , und Sonntag, 5. Zuli. Die Vorbereitungen für bas Kreisturnfest in Wieseck am kommenden Samstag, Sonntag und Montag find abgeschlossen. Die Unterbringung der Wettkämpfer ist dank der Wiesecker Gastfreundschaft fichergestellt. Man darf mit einem guten Verlauf des Festes rechnen. Am Samstagnachmittag werden die Wettkämpfer erwartet. Bereits um 16 Uhr findet eine Kampfrichtersitzung für Riegenführer und volkstümliche Wettkämpfer statt, anschließend folgt die Flaggenhifsung. Im Anschluß daran wird mit den Wettkämpfen begonnen. Am Abend wird eine Gefallenen-Gedenkfeier die Turner vereinigen. Die Wettkämpfe des Sonntags beginnen kurz nach 6 Uhr und dauern in den verschiedenen Wettkampfarten bis zum Nachmittag. Man erwartet in den Wettkämpfen sehr gute Ergebnisse, da der Kreis über eine Reihe ausgezeichneter Turner verfügt. Der Montag bringt das Kinderturnen und das Volksfest. Die Öffentlichkeit ist weitgehend auf das Fest aufmerksam gemacht worden. Die Turner des Kreises feien hiermit aber noch einmal besonders aufgerufen. Mit dem starken Besuch des Turnfestes ist der Zweck verfolgt: Alle Turner und Turnerinnen, alle Besucher des Turnfestes sollen neue Anregungen erhalten, um nachher wieder mit neuem frischem Mut an die turnerische Tagesarbeit heranzugehen! hervorragendes Meldeergebnis. Das Meldeergebnis zu den Wettkämpfen ist außerordentlich gut ausgefallen. An den Wettkämpfen nehmen ca. 250 Turner mehr teil als im vergangenen Jahr. An diesen Meldungen sind 20 Vereine mehr als im Vorjahre beteiligt, und die Teilnahme der Dereinsriegen wird sich auch um 45 v. H. erhöhen. wertvolle Plakette für den Zwölfkampffieger. Die Gemeindeverwaltung hat den Turnern des Feftvrtes alle nur denkbare Unterstützung bei den bisherigen Arbeiten für das Fest zuteil werden lassen. Sie wird auch weiterhin alles nur Mögliche tun, um der Veranstaltung den notwendigen Rückhalt zu geben. Wie groß das Interesse der Gemeindeverwaltung an dem Turnfest ist, wird rein äußerlich schon dadurch kundgetan, daß sie für den ersten Zwölfkampfsieger eine wertvolle Plakette gestiftet hat. Der Gruß des krelsfachamtsleilers. Zum 3. Kreisturnfest euch Allen, liebe Turnschwestern und Turnbrüder, ein herzliches „Gut Heil — Heil Hitler!" als Gruß. Wenn sich im Laufe der Jahrzehnte seit der Begründung der Turnkunst durch Friedrich Ludwig Jahn die jetzt im Reichsbund für Leibesübungen aufgegangene Deutsche Turnerschaft zu einem so großen und geschlossenen Bund entwickeln konnte, dann waren es mit die Turnfeste, die an diesem Aufstreben hervorragenden Anteil haben. Turnfeste waren stets über den Rahmen der dort zur Durchführung kommenden Wettkämpfe hinaus Feier- und Weihestunden voll leuchtender Innerlichkeit, in denen sich echtes turnerisches Leben und Streben offenbarte. Auf diesen Festen, die von tiefem, inneren Gemeinschaftsleben zeugten, strömten die deutschen Turnschwestern und Turnbrüder zusammen, losgelöst von der stillen Alltagsarbeit in den Vereinen, um in Treubekenntnissen zu Volk und Vaterland dem tieferen Sinn turnerischer Arbeit Ausdruck zu geben. So soll auch das diesjährige Kreis- turnfeft, das erste unter der neuen Reichsbundflagge, ein wahres Spiegelbild turnerischer Betätigung in ihrer Vielgestaltigkeit werden. Mögen diese Feststunden allen denen, die durch turnerische Arbeit Dienst am Volke tun, neue Spannkraft, Freude und Frohsinn bringen, um dann wieder zu Hause den ihnen vom Reichsbund für Leibesübungen gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Laßt uns durch unsere Arbeit in der Leibeserziehung unser Teil dazu beitragen, den Menschentyp heranzubilden, den Deutschland braucht, um den Bestand unseres Volkes, das unser Führer Adolf Hitler wieder einig, frei, stark und wehrhaft gemacht hat, für alle Zeiten zu sichern. Heil Hitler Karl Daupert, Kreisfachamtsleiter für Turnen. Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschaft Gießen 4195A Der neue Kühlschrank Hassia-Sprudel »Wo.sm Bowlenwein 3S46D Ha“! Barhenne, Gnanthstr.5, Fernspr. 3169 1856 1936 Enning 6ffl5JullB56 1936 GWsSllMst am Sonntag, öem 5.3uli 1936 Beginn nachmittags ab 15 Uhr, wozu wir unsere Mitglieder nebst Angehörigen herzlich einladen. Gäste können eingeführt werden.' Der Vorstand. 41950 Schuhhaus 6r. 36-42 Gr. 36-42 1.95 Edmund Darre Gießen, Seltersweg 87 42QQA IMEDRC DRUCKSACHEN VW ELIXDK Brühl, Oietten JtDtdtcyelämpmngott Schwarzarbeit fönnen Arbeit« Aoge bete von Handwerkern nur mit Namensnen- nung u. unter Vorlage besGewerbenachweise, ausgenommen werden Verlag WBiricucrtfnjttflm Statt Karten! Die Geburt unserer Tochter Gisela zeigen hocherfreut an Otto Rinn und Frau Hildegard, geb. Äoeiel Uiphe, den 30.3uni 1936 z. Z. St.-Iosephs-Krankenhaus, Gießen 03013 Marburg a.d.Lahn 10 Jahre Marburger Festspiele 20. Juni bis 12. Juli aeisD „Der Sturm“ — „Käthchen von Heilbronn“ — „Die Hammelkomödie“. Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7. Spielplan durch Verkehrsamt Marburg. Sonderschau gebrauchter Qualitätsfahrzeuge 25. Juni bis 4. Juli Filiale Frankfurt a. M. Mainzerlandstraße 196 Fernsprecher 73254/56 Wenige, aber nur erstklassige Stücke neuester Konstruktion, Cabriolets und Limousinen in verschiedenen Stärken u. a. 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