Nr 255 Erstes Blatt 185. Jahrgang vonnerstag/1 Oktober 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: finmlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttüts-Vuch- und Steinöruderei N. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Npf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise; Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«,Unterrichts-u» behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Neue Verhandlungen in Genf. Geringe Aussicht auf eine beffere Verständigungsgrundtage. Reformationsfest. Von Kurt Engelbrecht. Was niemand ahnen konnte, als die von nerviger Mönchsfauft geführten Hammerschläge an der Schloßkirche von Wittenberg erklangen, ist unbestreitbare Tatsache geworden: Ein Werk für Jahrhunderte war begonnen! Nur selten ist es Menschenwerk beschieden, auf Jahrhunderte, ja auf Jahrtausende hin spürbare Wirkungen zu erzielen. Der Donnerklang aber jener Hammerschläge von Wittenberg ist durch mehr als visr Jahrhunderte hingehallt und hat an Macht und Kraft nichts verloren — im Gegenteil, wir empfinden ihn in unseren Tagen stärker und eindrücklicher rufen und mahnen als je zuvor. Wie ist das zu erklären? Es genügt doch nicht, daß wir uns darüber wundern. Wir müssen einmal den Ursachen nachgehen, damit dies Wunder für uns und unsere Zeit fruchtbar werden kann. Da aber ist unser erstes frohes Erkennen: Es steht eine Vollpersönlichkeit hinter dem Werk! Eine echte Führernatur, ganz ergriffen von einem hohen, lauteren, geistigen Ziel und — nicht nur selber auf das äußerste begeistert, sondern gerade auch in reichstem Maße befähigt, die eigne Begeisterung auf andere zu übertragen. Und dieser Führer ist ein kerndeutscher Mann! So deutsch daß er von Angehörigen fremder Nationen bis auf den heutigen Tag gar nicht verstanden werden kann. So deutsch aber gerade, daß sein Wort und seine Tat im deutschen Vaterlande schlagartig ein ungeheures, nie bis dahin erlebtes Echo fanden. In der Tat, Wirkungen auf Jahrhunderte hin können immer nur erzielt werden, wenn hinter dem Werk eine echte Führerpersönlichkeit steht, die — wie das ja auch Luther in Worms bewiesen hat — jeden Augenblick bereit ist, ihr letztes, das Leben für das Werk hinzugeben. Ein mächtiger Geist und ein starkes Herz, das ist es, was Luther sein eigen nannte und was uns die Dauer und Unzerstörbarkeit seines Werkes verbürgt. Dann aber die Sache selbst, für die er kämpfte, für die er sich in ungezählten schlaflosen Nächten auftrieb und der er seine Geistes- und Seelenkräfte bis auf den letzten Rest widmete! Es war nicht seine eigene Sache, für die er focht. Niemand ist bescheidener hinter der Sache, der er diente, zurückgetreten als Luther. Es war die Sache Gottes und des über alles geliebten deutschen Volkes, die dem großen Reformator den Hammer in die Hand drückte! Die Sache Gottes ist Wahrheit, Gerechtigkeit, Treue, Opferbereitschaft, ist das, was man die adligen Tugenden des Charakters nennen kann. Die Sache Gottes ist weiter die selbstlose Liebe, wie sie das Evangelium verkündigt und durch jedes Wort Jesu hindurchklingen läßt. Diese Sache Gottes aber sah Luther vielfältig getrübt und verkannt. Es war höchste Zeit, daß dies Licht — um mit einem Bild aus dem Evangelium zu reden — wieder auf den Scheffel gestellt wurde, ehe es verlosch. Sein Volk jedoch sah er verführt und geblendet, so daß es die Sache Gottes nicht mehr als feine eigne Sache zu erkennen vermochte. Ein elender Krämergeist hatte sich der heiligsten und höchsten Dinge bemächtigt, Heuchelei und Scheinheiligkeit hatten Wahrheit und Gerechtigkeit verdrängt. Eine Sache um ihrer selbst, um ihrer Lauterkeit und Schönheit willen zu treiben, erschien ganz einfach als Dummheit. Luther ist der Erste, der uns wieder den Glauben geschenkt hat, es sei wirklich wesenhaft deutsch, eine Sache um ihrer selbst willen zu treiben. Der Erste auch, der uns wieder Mut gemacht hat, die Krämerseelen zum deutschen Tempel hinauszutreiben und uns auf unser Bestes, auf die selbstlose, gotteslautere Liebe zu Volk und Vaterland zu besinnen! Was sagt uns diese eine Tatsache nicht alles in unfern Tagen! Wie mächtig und urkräftig spüren mir nicht die geistigen und seelischen Wirkungen der Reformation untere eigene Zeit mit ihrem edelsten Licht- und Läuterungsstreben heilvoll beeinflussen! Wirkungen auf viele Jahrhunderte im deutschen Volk — sie wären in solchem Ausmaße, wie wir sie heute noch merken, kaum möglich gewesen, wenn Luther uns nicht das auch gegeben hätte, dessen über alles glückliche Vollendung vor 400 Jahren wir diesesmal beim Reformationsfest ganz besonders dankbar uns erinnern müssen: Das deutsche religiöse Volksbuch, die Bibelübersetzung. Hier ist ein wahres Wunderwerk an echter Volkstümlichkeit geschaffen. Um das richtig zu erkennen, braucht man Luthers Bibelübersetzung nur einmal mit einer anderen zu vergleichen. Keine Mühe ist gespart, deutsch verständlich und im edelsten Sinne eindrucksvoll zu reden. Wo es sich darum handelt, machtvoll zu überzeugen, fehlt es auch nicht an deutsch-volkstümlicher, kantig herber Urwüchsigkeit. Es gibt schlechterdings nichts, das Luther nicht beim rechten Namen zu nennen wüßte. Ueber dem ganzen Werke aber waltet der Genius des echten volksgeborenen Dichters, der in seiner Sprache Größtes und Gewaltigstes ebenso wie Feinstes und Zartestes zu gestalten weiß, ja, der es auch wagen darf, aus dem Geiste seines Volkes heraus neue Worte zu schaffen — in dem Bewußtsein, daß sie alsbald Volksgut werden. Wieder erkennen wir: Nur letzte Hingabe an die Sache und zugleich äußerste Liebe zu seinem Volk konnten ein solches Werk erstehen lassen. Unauslöschlich soll darum unser Dank sein, den wir heute Luther dem Deutschen geloben. Beweisen aber wollen wir diesen Dank dadurch, daß wir dem Werk seiner größten Mühen, Sorgen und Kämpfe wieder die Achtung und Ehrfurcht zollen, die es beanspruchen darf! Paris, 31. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse blickt wieder nach Genf, wo Laval und Sir Samuel Hoare am Freitag zu einer wichtigen Besprechung zusammentreffen. Daß auch Baron A l o i s i anwesend sein wird, erscheint einigen Blättern bereits als Beweis, daß Italien zu Verhandlungen bereit sei, während „Le Jour" erklärt, Aloisis Anwesenheit könne höchstens als eine Höflichkeitsgeste gegenüber dem Völkerbund gewertet werden. Der „Matin" schreibt, die Engländer wünschten zwar die Aussöhnung, wollten sich aber um keinen Preis vom Dölkerbundsweg entfernen. Die Sachverständigen hätten die Grundlagen einer Antwort auf die italienischen Anregungen ausgearbeitet, die zwar für Italien nicht das gewünschte Ergebnis haben werde, aber Dor- chläge enthalten werde, lieber diese habe Laval ich mit dem italienischen und darauf mit dem englischen Botschafter unterhalten. Die italienische Regierung habe begriffen, daß England in Genf bemüht sein wolle, zu einem annehmbaren Frieden zu gelangen, aber nur im Rahmen des Völkerbundes und auf dessen Grundlage. Rom habe daher Baron Aloisi nach Genf entsandt, denn die italienische Regierung wolle nicht die Verantwortung für ein neuerliches Scheitern der Verhandlungen tragen. Es sei zu erwar- en, daß der Vertreter Mussolinis bei seiner Fühlungnahme mit Laval und Hoare sich versöhnlicher zeigen werde, als früher. „O e u v r e" glaubt, daß die Vorschläge der Sachverständigen nicht über die der Dreier-Verhandlungen vom August hinausqingen und Italien nicht be- r i e d i g e n kannten, weil es praktisch kaum Gebiet als sein Eigentum in Abessinien erhalten würde. In Genf glaube man, daß möglicherweise zu den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Laval, Hoare und Aloisi auch ein Vertreter des N e g u s hinzugezogen werde, so daß man zum ersten Mal zu vieren über die Zukunft verhandeln könnte. ♦ Die „Times" warnt vor der Ansicht, daß die unermüdlichen Anstrengungen Lavals, Mussolini zu einer Vereinbarung zu veranlassen und Frankreich Asmara, 31. Okt. (DNB.) Die militärischen Vorbereitungen für den weiteren Vormarsch an der Dtorbfront sind abgeschlossen worden. Die Berichte der römischen Presse bekunden anschaulich, wie an der ganzen Front jenseits der Linie Adigrat—Adua —Aksum die in den letzten Tagen weit vorgeschobenen Posten ausgebaut und durch Truppennachschub st a r k besetzt wurden, lange Munitionskolonnen marschieren auf, neue Lager ckurden aufgeschlagen und Geschütze nach vorn gebracht. Der motorisierte Nachschub, der außer der Munition täglich 60 Tonnen Fleisch und 120 Tonnen Eis von Asmara an die Front schaffen muß, spielt sich nun normal ab. Nach der Gewöhnung der Truppen an das Klima der abessinischen Hochebene werden die drei italienischen Armeekorps ihre Linien weit in die Provinz Tigre hineintragen. Die systematisch durchgeführten Erkundungen unter gleichzeitigem Dorschieben der italienischen Linien sind in aus einer peinlichen Lage herauszuhelfen, in kurzer Zeit zu greifbaren Ergebnissen führen könnten. Man habe noch keinen Punkt erreicht, wo die Regierungen zweckmäßiger Weise einhaken könnten. Noch weniger gebe es etwas, was dem Völkerbund berichtet werden könnte, ohne dessen Zustimmung es keine Regelung geben könne. Lavals Bemühungen hätten bisher nur gewisse Gedanken gezeitigt, die von Sachverständigen zu prüfen seien, aber keine Verhandlungsgrundlage bildeten. Die englisch-französische Zusammenarbeit. Fühlungnahme der Admiralstäbe. London, 30. Okt. (DNB.) Reuter meldet, daß der französische Ministerpräsident Laval dem britischen Botschafter in Paris Sir George ClerE eine Denkschrift überreicht habe, in der die praktischen Maßnahmen für eine englisch « französische Flottenzusammenarbeit i m Mittelmeer im Hinblick auf Artikel 16 Abschnitt 3 der Völkerbundssatzung dargelegt werden. Die französische Regierung fasse nicht nur eine Zusammenarbeit zwischen den englischen und französischen Flotten, sondern auch eine solche zwischen den im Mittelmeer stationierten englischen und französischen Luft- geschwadern ins Auge. „Times" meldet, daß die französische Denkschrift durch ein Ersuchen der britischen Regt e r u n g veranlaßt worden war, verschiedene Punkte der langen Antwort Lavals vom 18. Oktober über die Mittelmeerfrage zu erläutern. Die neue Denkschrift enthalte Anregungen, die gegenwärtig von den britischen Marinesachverständigen geprüft und von ihnen und den beiden französischen Marinesachverständigen, Admiral Decour und Kommandant Deleuze, erörtert würden. „Daily Telegraph" sagt, die Frage der Zusammenarbeit der beiden Luftwaffen werde keine bedeutende Rolle spielen, doch werde die B e r e i t st e l l u n g französischer Luftstützpunkte im Notfälle erörtert werden. den letzten Tagen nirgends auf nennenswerten Widerstand gestoßen. Allerdings muß man mit der Möglichkeit rechnen, daß die abessinischen Truppen einen überraschenden Vorstoß versuchen und daß sie sich deshalb auf dem Wege nach Makalle in den Bergen versteckt halten, um ihren Aufmarsch nicht durch italienische Flieger stören zu lassen. Oie belgische Militärmission verläßt Abessinien. Brüssel, 30. Okt. (DNB.) Masor DothSe, der Leiter der belgischen Militärmission, hat das Kommando über die für den Schutz der in Abessinien lebenden Fremden bestimmte Sonderpolizei nicht angetreten. Dothee wird sich vielmehr mit dem Rest der Mission am 8. November in Dschibuti nach Belgien einschiffen. Jahrgang 1914. Oer Eintritt der jungen Mannschaft in das neue Heer Am 1. November werden die ersten „Gezogenen Rekruten" nach der neuen Wehrverfassung des beut- sehen Volkes ms Heer eintreten. Dieser Tag ist ein Wendepunkt in unserer Geschichte. Zum zweiten Male wird die Wehrhaftigkeit des ganzen Volkes praktisch durchgeführt. In den Jahren 1808/09 hatte schon einmal das einsame Genie Scharnhorsts in Preußen den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht durchgesetzt und ein Volk in Waffen erzogen. Der höchste Triumph dieses Volksheeres war der Weltkrieg der Deutschen, in dem das Volk siegte, den der deutsche Soldat, der deutsche Mann in Waffen bestand. Es versagte die politische Führung, weil sie mit alten, überalterten und eigentlich dem Prinzip nach schon in Scharnhorst überwundenen Begriffen nicht brechen konnte. Und nun ersteht im Volksstaate Adolf Hitlers aufs neue ein Volksheer, das dazu geschaffen ist, dieses schwer umkämpfte, durch Selbstverrat preisgegebene und nun politisch wiedererrungene und befreite Vaterland zu schützen. Es ist bei dieser Gelegenheit wertvoll, einmal den Blick zurückzuwenden in jene erste Zeit der allgemeinen Wehrpflicht, die sich 1819 bewährte. Der geniale Denker der Kriegskunst Carl von Clausewitz schrieb damals in einem Rechenschaftsbericht genau ein Jahrhundert vor dem Untergang des alten Heeres der preußischen Wehrpflicht unter dem Versailler Diktat — seine Gedanken zur allgemeinen Wehrpflicht nieder. Clausewitz verteidigt — nach den Siegen von 1813/14! — zuerst das preußische Heer gegen den Vorwurf, es sei zu groß für den kleinen Staat. Er meint: Friedrich der Große habe bei einer Bevölkerung Preußens von 6 Millionen eine Streitmacht von 200 000 Mann unterhalten. Jetzt, als zu Clause- witzens Zeit Preußen 11 Millionen Einwohner zählte, müsse man nach diesem Maßstabe eine Armee von 4 0 0 000 Mann haben. Im Hinblick auf die Bestimmungen des Versailler „Vertrags", der uns nur ein Heer von 100 000 Mann zugestand, sind diese Zahlen aus Clausewitz' Betrachtungen sehr wertvoll... Er meint nun weiter: „Geben wir dieser großen Armee noch einen Zusatz, indem wir die ganze Volksmasse mehr mit kriegerischen Einrichtungen durchflechten, so tun wir nur, was die veränderten Zeiten für uns durchaus notwendig machen..." Setzen wir statt der altertümlichen Worte „kriegerische Einrichtungen" unsere Begriffe soldatische Zucht und wehrhaften Gei st, so sehen wir, daß wir durchaus in der Schule von Clausewitz weiter gekommen sind. Wir stehen wieder in einer großen Wandlung. Wir erneuern d i e allgemeine Wehrpflicht inmitten einer gärenden und sowohl revolutionär als imperialistisch hochgespannten Umwelt. Wir bauen im Geiste Scharnhorsts und Clausewitz' weiter an dem großen Volksheere als einer Schule des Charakters, — einer Schule, in die uns der aus dem Volksheer in seiner ruhmreichsten Zeit, dem Weltkriege, hervorgegangene Führer Adolf Hitler, politisch genommen hat. Das Volksheer ist heute, 1935, die Vollendung der großen, politisch gewonnenen Volkseinheit, des wehrhaften, in Zucht der Gemeinschaft genommenen Volkes. Der junge Deutsche, der heute ins Heer eintritt, ist bereits innerlich vorbereitet für die höchste Schule durch Hitler-Jugend, SA. und Arbeitsdienst. Er empfindet in der Ausbildung mit der Waffe die höchste Weihe feiner Erziehung zum Reichsbürger. Der Heeresdienst ist ihm nicht nur eine Unterbrechung feiner „bürgerlichen" Existenz, weil es eben so fein muß, sondern er wird in der neuen Volksgemeinschaft, in dieser Dienstzeit, erst der Deutsche, der er werden soll. Und so gibt es im neuen Volksheere auch nur eine wachsende Vollkommenheit der Gemeinschaft durch Leistung im Dienst. Unter der Fahne sind wir wirklich alle gleich! Wie es unsere Frontkämpfer vorm Tode draußen waren. Sie werden der kommenden Mannschaft ewiges höchstes Beispiel fein. Denn da draußen, an der Front des großen Krieges, vollendete sich erst das, was Clausewitz und Scharnhorst geschaffen und gewollt hatten! Wenn die deutsche Jugend heute in die deutsche Wehrmacht eintritt, so weiß sie zwar aus eigener Erinnerung nichts von dem furchtbaren Trauerspiel, das sich 1914 bis 1918 vollzog-, nichts von der gewaltigen Leistung des deutschen Volksheeres, nichts davon, daß fast alle Völker der Erde mit ihrem Machthunger aufgeboten werden mußten, um das deutsche Volk militärisch zu überwinden. Der Jahrgang 1914, der berufen ist, der Zöger einer neuen soldatischen und militärischen UeberHeferung zu fein und zu werden, weiß auch nichts von den grauenhaften Ereignissen, die den düsteren Novembertagen 1918 folgten. Als der Jahrgang 1914 in der Schule heranwuchs, waren ringsum die Zeichen tiefen Verfalls zu spüren. Aber die lebendigen Kräfte des Wiederaufstiegs und der Erneuerung waren schon in Bewegung geraten. Wenn am 7. November 1935 der Jahrgang 1914 unter der neuen Reichskriegsflagge den Fahneneid ablegt, so ist das auch von Bedeutung in Hinsicht darauf, daß zwei Tage später, am 9. November das Gedächtnis der Helden gefeiert wird, die an der Feldherrnhalle in München für die Erneuerung Deutschlands, für den Wiederaufstieg zu Größe und zur Einheit gefallen find. Im Kampf mußte das neue Deutschland geboren werden, im Kampf gegen Bosheit und Niedertracht, im Kampf gegen innere und äußere Feinde. Ein Leidensweg, wie er hinter dem deutschen Volke liegt, wird sich nicht wiederholen. Dafür Roosevelt unterbindet die amerikanische Ausfuhr nach den kriegführenden Ländern. Oer Präsident warnt Handel und Industrie vor Geschäften mit Italien und droht Nachprüfung der Verschiffungen an. Washington, 31. Okt. (DNB. Funkspr.) In der Pressekonferenz erinnerte Präsident Roosevelt noch einmal an seine gegen die Ausfuhr van Kriegsmaterial gerichteten Kundgebungen und an feine Warnung, Handel mit den kriegführe n d e n Staaten zu treiben. Die amerikanischen Bürger sollten sich nicht durch lockende Angebote großer Kriegsgewinne in Versuchung führen lassen, Geschäfte zu tätigen, die den Krieg zwischen Italien und Abessinien verlängern würden. Die amerikanische Regierung werde genaue Erhebungen über alle Verschiffungen anstellten, die für die kriegführenden Länder bestimmt seien. Beispielsweise werde er auch Verschiffungen von Petroleum an dritte Länder genau überwachen lassen, soweit sie wahrscheinlich für Italien bestimmt feien. Noch vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten habe er einem amerikanischen Schuhfabrikanten, der einen großen Auftrag für die Lieferung von Militär st iefeln für Italien erhalten hatte, dringend geraten, den Auftrag abzulehnen. Dies zeigt deutlich den festen Entschluß Roosevelts, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um den Handel mit Italien abgu- schnüren. Er wird hierbei van der öffentlichen Meinung unterstützt. Die Proteste aus Industrie- kreisen haben nachgelassen, besonders weil nur w e- nige Geschäfte gegen Barzahlung getätigt werden könnten. Ford hat alle Verschiffungen nach Italien eingestellt. Wer wird die Sanktionen mitmachen? Die Anfrage des Völkerbundes. Genf, 30. Okt. (DNB.) In einem Bericht des Völkerbundssekretariats werden Angaben über die Stellungnahme der Regierungen zu den bisherigen Sanktionsvorschlägen gemacht. Die Vorschläge sind den 56 Mitgliedsstaaten des Völkerbundes zugeleitet worden. Die Zahl der eingegangenen Antworten beträgt für Vorschlag Nr. 1 (Waffen- ausfuhrsperre) 41, für Nr. 2 (Kreditsperre) 38, für Nr. 3 und 4 (Ein- und A u s- f u t) r f a n f t i o n e n) je 36. Für das Inkrafttreten der Wirtfchaftsfanktionen wird der 15. November vorgeschlagen-, den 1. Dezember haben Belgien und Portugal für ihre Kolonien vorgefchlagen. Nicht geantwortet haben außer Oester- reich, Ungarn und Albanien eine Reihe von südamerikanischen Staaten sowie Mexiko. An Vorbehalten wird nur erwähnt, daß die Schweiz zum Ersatz für den Vorschlag Nr. 3 eine besondere Regelung angeregt hat und daß Norwegen und Polen die Frage gewisser laufender Verträge aufgeworfen haben. Don den N i ch t m i t g l i e d e r n , an die die Sanktionskonferenz auch herangetreten ist, haben die Vereinigten Staaten geantwortet. Italien für einen neuen Vormarsch an der Aordsronl vorbereitet. Staat und Wirtschaft in Polen Auch Polen hat an sich erfahren müssen, daß die kerung begrüßt, die Sklaven befreien und Brot Der« H.?land wie im Ausland in den Vordergrund ge- 1, , . r, rr° . ' *-'*-*■ vn-yic-iuny uuiuuf ycnu;iei IHU, Ult ei Ut Swft?1 Junggenossen m chre zukünftigen Polen wichtigsten Wirtschaftsgruppe zu helfen. NSKK.'Einheiten. Hier hat die neue Regierung in gewisser Hinsicht frei« Hand, denn die außerordentlichen Vollmachten, z e i ch n u n ; geführt roori Werl Polen ein Landwirtschafts st aat ist, so ergibt sich von selbst, daß die Maßnahmen der Regierung darauf gerichtet sind, dieser für spannung der Grenzen sich nicht sofort abändern läßt. bürgt das nationalsozialistische Reich, dafür bürgt die neue deutsche Wehrmacht, dafür bürgt an erster Stelle der Jahrgang 1914! Die neue Reichskriegsslagge. Am 7. November feierliche Hissung und Vereidigung der Rekruten. Berlin, 30. Oktober. (DftB.) Am 7. November 1935, um 8 Uhr, wird zum ersten Male die neue Reichskriegsflagge in feierlicher Form von der Wehrmacht gefetzt werden. Bei dieser Feier wird ein Erlaß des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht an die Soldaten bekanntgegeben. Anschließend findet einheitlich In den Standorten der Wehrmacht die feierliche Vereidigung der am 1. November ein getretenen Rekruten der allgemeinen Wehrpflicht statt. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der i Wehrmacht hat angeordnet, daß die Oeffent-! lichkeit zu diesen Veranstaltungen Zutritt erhält. — Die Bekanntgabe der neuen Reichskriegsflagge erfolgt am 7. November. lieuglieheruno des Heeres. Berlin, 30. Okt. (DNB.) Im Laufe des Monats Oktober sind im Heer allgemein neue Degen für die Truppenteile ein« „ . , :oen. An Stelle der bisherigen Ortsbezeichnungen führen die Regimenter, selbständigen Bataillone usw. wieder wie früher N u m m e r n b e - ReiOsminiffer Dr. Goebbels empfängt die Schulnngsleiter des Reichsarbeitsdienstes Berlin, 30. Okt. (DNB.) Zu den in den Tageszeitungen bekanntgegebenen Grundsätzen des Reichskriegsministeriums für die Be-,^, , - „ . ■ < , ■ --------- willigung von Unter st ützungen an e h e - Staatsschopfung allem mch genuat um das neue malige Angehörige der neuen Wehr- Gebilde^wirtschaftlich und sozial fest zusammenzu- macht und ihre Hinterbliebenen wird darauf hin- J^. Wn ift aus Landesteilen gebildet worden, gewiesen, daß es sich hierbei nur um die zusammen- ?.le Dor &ei*J ^ne9e 3.u Deutschland, zu Oesterreichhängende Wiedergabe der schon eit Jahren Ungarn und zu Rußland gehörten. Das bedingte bestehenden Grundsätze handelt. Die aus dem Um- ?n ich schon eine gewisse Geaensätzlichkeit der wirt- bau der Wehrmacht notwendigen Aenderungen sind !?astllchen Entwicklung, trotzdem oder gerade weil dabei berücksichtigt worden. I alle drei Gebietsteile auch unter den früheren d. b9 für die vom 1 Januar 1921 nh mta hL' au$ &eut.e n0$ vorhanden, wird sich auch in ab- man do (Versorgungsabteilung), von den in der A?nden^ was auch ^rTeile ^"^eß-Polens entmilitarisierten Zone Wohnenden an den Landes- Ä allem um Lodz und Warschau selbst. Die hiernach irrtümlich an das Reichs- stiefeln vorwärts zu treiben. Es hat auch nicht viel ?.r..V gsmlnlsterlu m elngerelchten Unter- genützt, daß die französische Hochfinanz aus politi- stutzungs an trage können nicht beant- schen Gründen Anleihen über Anleihen wartet werden Die vor dem 1. Januar 1921 aus- gewährte, denn diese Anleihen konnten nur zu geschiedenen Unteroffiziere und Mannschaften und einem geringen Teil für die wirtschaftliche Ent- deren Hinterbliebene werden nach wie vor durch wicklung benutzt werden. Es scheint nun einmal ein die Versorgungsamter betreut. Gesetz der französischen Politik zu sein, Anleihen her nur solchen Staaten zu gewähren, die sich ver- ^rpeneragung Oer JWDHkW. pflichten, dafür aufzurüsten, um das Ergeb- Berlin, 30. Okt. (DNB.) Im Reichstagsgebäude nis dieser Aufrüstung, wenn es einmal sein muß, begann die große Reichsarbeitstagung der national- dieser französischen Politik zur Verfügung zu stellen, sozialistischen Kriegsopferversorgung un- Auch die Staaten der Kleinen Entente haben ähn- ter Vorsitz des Reichskriegsopferführers. Der Reichs- liche Erfahrungen wie Polen in dieser Hinsicht ge- und preußische Arbeitsminister hatte als Vertreter macht, ohne daß sich behaupten läßt, daß diese Ministerialdirektor Dr. Engel entsandt, der Reichs- französische Bündnispolitik der wirtschaftlichen und kriegsminister den Chef der Wehrmachtsversorgung sozialen Entwicklung gedient hat. Oberst Reinecke; für die Volksfürsorgestellen war Polen hat sich selbst einen Hafen an der Oberlandesverwaltungsrat Dr. Thonke erschienen, Ostsee gebaut; Polen hat auch für diesen Hafen ferner die Vertreter der großen Soldatenverbände, als Hauptzubringer die sogenannte Kohlenbahn Nach kurzer Begrüßungsansprache durch den eingerichtet, ohne daß alles dieses ausgereicht hat, Reichskriegsopferführer berichteten die Abteilungs- Polen irgendwie vor den furchtbaren Schlägen und leiter der Reichsdienststelle der NSKOV. Der erste Erschütterungen der internationalen Wirtschaftskrise Arbeitstag schloß mit einem Kameradschaftsabend zu schützen. Auch Polen hat zusehen müssen, wie und der Vorführung des Films „Ehre und Recht", diese Wirtschaftskrise denAußenhandeldros- An den Führer und Reichskanzler und an ben Helte, was bis 1933 noch verschärft wurde da- Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg durch, daß Polen mit Deutschland einen erbitterten wurden Telegramme abgesandt. Handels- und Wirtschaftskrieg führte. Die Ueberweisung aus der HZ. in ba« “tÄÄ Nationalsozialistische Krastfahrkorps Verhältnisses gesorgt, was Polen sicher viel mehr _. v genutzt hat, als französische Anleihen. Der Nachbar Die Motor-Standarte 147 des Nat.-Soz. Kraft- Deutschland kann von Polen kaufen und bezahlen, fahrkorps tedt mit: Mit der Ueberweisung der 18- aber das entfernte Frankreich kann polnische Er- jährigen Junggenossen aus der Hitlerjugend in die Zeugnisse nicht gebrauchen, so daß die französischen Gliederungen der Partei wird am 9 November Anleihen einmal bar verzinst und zurückqezahlt eine große Zahl von Hitlerjungen den Eintritt in werden müssen. Auch Polen hat an sich erfahren, bas Nat.-Soz. Kraftfahrkorps vollziehen. Nach einer daß eine gesunbe Wirtschafts- und Finanzpolitik Vereinbarung zwischen bem Korpsführer bes NSKK. nur möglich ist, wenn der Staat sich auf sich und dem Reichsjugendführer deckt das NSKK. feinen selbst stellt, wenn er es ablehnt, sich am Gänqel- Jug end nachwuchs ausschließlich aus band führen zu lassen. Erst recht dann, wenn dies den Reihen der Hitlerjugend. In der Gängelband schwer vergoldet ist. Es war die Poli- Erkenntnis, daß diese enge Zusammenarbeit mit tik des Marschalls Pilsudski, diese Unabhängigkeit der HI. eine für die Weiterentwicklung der Moto- und Freiheit zu erreichen, auch um den Preis rifierung Deutschlands bedeutungsvolle Vorarbeit harter Opfer. Es ist offenbar auch die Politik, die darstellt, übernimmt das NSKK. auch bereits die die neue polnische Regierung für sich in Anspruch Vorschulung der bestehenden Motor- nimmt, denn die große Rede, die der Ministerpräsportscharen der Hitlerjugend. In den Mo- sident Koscialkowsky vor dem Sejm gehalten tvrsportscharen werden von der HI. a l l e f ü r d e n hat, läßt deutlich erkennen, daß sich Polen trotz Motorsport begeisterten Jungen o o m aller inneren Schwierigkeiten aus eigener 16. Lebensjahre ab zusammengefaßt. Am 9. Kraft durchsetzen will. Das geht heute erst recht November 1935 werden nicht nur Jungen aus den nicht ohne Opfer, zumal der Staatshaushalt zu- Motorsportscharen der HI. in das NSKK. Über- nächst einmal und wirklich in Ordnung gebracht miefcn, es können auch alle für den Motor- werden muß. Der Ministerpräsident wies in seiner sport geeigneten und begeistertenHit- Rede darauf hin, daß im Haushaltsjahr 1930 die lerjungen indieReihen desNSKK. ein- Staatseinnahmen 1,5 Milliarden Mark betragen - -Der eines Kraftfahrzeugs, sowie hätten, während sie heute auf knapp 900 Millionen Führerscheins ist nicht unbedingte Pflicht. Nachdem Mark zusammengeschmolzen seien. Dabei muß das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps von sich Polen einen großen Teil dieser Einnahmen für die aus seinen gqamten Nachwuchs aus der HI. zu militärische Aufrüstung ausgeben, da der einmal nehmen bereit ist, ist es eine notwendige und er- geschaffene Rahmen auch bei einer politischen Ent- wartete Verpflichtung für die Junggenossen, sich zur'' *" ~ ......* * Ueberweisung in bas NSKK. zu meßen. Die Einheitsführer bes NSKK. unb bie Motorsachbearbeiter für bie Motorscharen ber HI. treffen jetzt bereits die notroenbigen Vorbereitungen für bie roürbiqe Feuerprobe. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Ende Oktober. Die große Stunde, die hi st o r i s ch e Stunde der Entscheidung über Sein oder Nichtsein als Weltmacht, hat nicht nur für die italienische Nation geschlagen; sie hebt auch für den Faschismus an. Der Führerstaat erlebt jetzt seine Feuerprobe und Mussolini selbst steht zwischen Jena und Helena. Wir sehen die Waage des Schicksals aufgerichtet, ohne in der Dämmerung schon die Gesichtszüge der Gottheit, die das Schwert in eine der beiden Schalen werfen wird, erkennen zu können. Niemand, der den Aufruf des Duce zum Gedenktag des 2 8. Oktober, des Marsches auf Rom gelesen oder gar in Rom selber verkünden gehört hat, wird sich der Wucht dieser quaderhaft gefügten Worte, dieser zusammengeballten männlichen Entschlossenheit entziehen können. Gleichviel, wie einer zum Krieg und Faschismus stehen mag, kein Italiener bleibt unergriffen, keiner, der nicht die Stimme des Vaterlandes selber daraus vernimmt. Und vor diesem Begriff, der dem Südländer bei seinem ausgeprägten Familiensinn mehr ein Mutterbegriff ist, das Heiligste, was es auf Erden gibt, senkt auch der heimliche Gegner den Speer. Dichterisch gedacht und kriege- risch gemeint, wie der Aufruf ist, müßte man ihn auch so übersetzen, um seinen mitreißenden Schwung voll erfassen zu können, aber auch in ber Form, wie ihn die Zeitungsagenturen in bie Welt hinaussenden, wird er überall verstanden werden, vor allem in Gens und London. „Die Zeit ist angebrochen, wo man mit Stolz Zeichnungen. Gleichzeitig ist eine Neugliederung Des Heeres in Kraft getreten. Den drei Gruppenkommandos unterstehen zehn Generalkommandos diesen wiederum die neuen I Reichsarbeitsführer Hier! (links) stellte dem D l»1H o n en mit folgenden Standorten der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels die Stabe: Königsberg, Allenstem, Elbing, Stettin, Schulungsleiter des Reichsarbeitsdienstes vor. Der Schwerin, Frankfurt a. d. O., Magdeburg Potsdam, Reichspropagandaminister gab seiner Verbunden- Oppeln, Liegnitz, Ulm, Wurzburg, Bielefeld, Mun- heit mit dem Arbeitsdienst Ausdruck. Der Arbeits- •£* mv-e V n' Hannover, $r^.cn' Leipzig, Ehern- bienst müsse vor allem auch biejenigen, die vorher mtz, München, Regensburg, Nürnberg, Hamburg, noch nicht durch die Schule einer nationalsozialisti- Vremen. Die Stabe der Kava ll er red lvi- schen Organisation gegangen seien, zum National- .iene™ ‘br\Qab% ^°Xba?\(ör.esIrQU i^nsmus erziehen. Was Erziehung ausrichten und Insterburg als Standorte. Außerhalb dieser könne, das sehe man z. B. daran, daß die B e - Divisionen .sind Pa n z e r t r u p p e n vorhanden, Dotierung alter Garnison st übte ganz deren enbgultige Glieberung noch nicht feststeht. | allgemein sich burch soßatisches Denken unb durch Unterstützungen an ehemalige Angehörige der neuen Wehrmacht. empfindet, was es heißt, leben und kämpfen zu soßatische Haltung auszeichne, ohne dafür andere dürfen. Die Stunde ist da, wo ein Volk feine Wider- Voraussetzungen mitzubringen als die Bevölkerung standskraft seinen Siegwillen mißt an der Große anderer deutscher Orte ohne Garnison. Ob das deut- °er feindlichen Kräfte. Unter der Drohung einer sche Volk nationalsozialistisch sei und bleibe, das wirtschaftlichen Belagerung, die von der Geschichte hänge von der systematischen, unausgesetzten ®rd £!!![* aIs, sinnloses, Unordnung und Elend in dis Ziehung ab. Die Ideale müßten in der Praxis Volker tragendes Verbrechen gebranbmartt wer- vorgelebt werden. Darin müsse eine Tradition °en muß, scharen sich alle dieses Namens würdigen geschaffen werden. Ob der Arbeitsdienst in 100 oder Htalrener zur erbittertsten Verteidigung zu« 200 Jahren über eine ebenso feste Tradition Der» fügte wie heute etwa schon die Armee, das hänge ®tn Volk in Waffen. Ein Volk hinter dem Hun« von der Arbeit der Männer ab, die heute die ^lvall. Sie wollen uns, so geht es von Mund zu Grundlagen dafür schaffen müssen. — (Scherl-M.) Mimd, langsam und systematisch ersticken, so wer- jden wir um so planvoller und entschlossener kämpfen und leiden und ausharren. Gab es schon einmal Aehnliches in der Geschichte? Die Zeitungen fragen es, die Redner. Vielleicht im alten Rom, als der feindumgebene Staat nicht zitterte, sondern die der Sejm dem Staatspräsidenten übertragen Hn Ruhe und Gelassenheit seine Machtmittel ver- hat, lassen es zu, daß die Regierung sofort Maß- Zehnfachte. Und Blumen fallen nieder zu Füßen der nahmen trifft, ohne vom Sejm oder von politischen Statue Cäsars auf der Via dell' Jmpero und mit Parteien unter Druck gesetzt zu werden. Die pol- Rosen und Chrysanchemen wird das Denkmal der nische Regierung will einen Steuerumbau, Abessinien Gefallenen, der Väter derer, die jetzt will vor allem eine Entlastung der Wirtschaft von Adua gerächt haben, überschüttet. Steuern und Abgaben, die an sich geeignet sind, Duce! Der Führer ist die Nation geworden, der die Erzeugungskosten zu erhöhen. Wenn die pol= Inbegriff ihrer männlichen Tugenden. Sie nimmt nische Industrie weiter wettbewerbsfähig bleiben die Feuerprobe an. soll, so kommt viel darauf, selbst Betriebskapital zu . Glf Jahre sind es her, da konnte die Ermordung bißen, um, was nicht weniger wichtig ist, in $u= eines Sozialistenführers den jungen faschistischen kunft auch unabhängig vor jeder staatlichen Hilfe Staat in seinen Grundfesten erschüttern; heute steht zu sein und zu bleiben. er w i e einMann in Wehr und Waffen Wie die Gesetze und Verordnungen, die dazu be- bietet einer Welt die Stirne. Angesichts der stimmt sind, die Wirtschaft Polens stärker als bis- neuen, in ihrer Wirkung noch unerprobten Kriegs- Her aus f i ch heraus zu entwickeln, im einzel- maschine, die sich auf ihn zuwälzt, hat er freilich nen beschaffen sind, das will die Regierung erst im ^ine andere Wahl: Stehen oder fallen. November mitteilen. Es wird wohl damit zu rech- $$ie wäre es ohne den Faschismus? Schon der nen sein, daß zu den Sparmaßnahmen, die als Gedanke wirkt lähmend. Man sieht ein tobendes Par- unvermeidlich gelten, eine Kürzung d e r B e - lament, raufende Abgeordnete, ein hilfloses Präsi- amtengehälter gehört, denn der Minister- dentenglöcklein wimmert dazwischen. Recht haben die Präsident hat in seiner Rede gerade von den Be- Riewiederkrieger, Recht die Militaristen, Recht die amten Opfersinn und Opferwillen gefordert. Trotz- Priester und Händler und Professoren. Man hört die dem werden die Ersparnisse nicht ausreichen, um den ®tr.a6e kreischen, Revolver knallen, berittene Polizei Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, weshalb oreinhauen. Gift und Galle in den Zeitungen, jeder der Ministerpräsident sowohl die Volksvertretung p* Feind, jeder ein Lump, jeder ein Verräter Und als auch die Bevölkerung darauf vorbereitet hat, miü doch jeder nur das beste. Hie Vaterland, hie sich auf die Erhöhung der Einkommen- Internationale! Der Rubel rollt ... steuer gefaßt zu machen. Es sollen nicht nur die Wäre es nicht so? War es nicht so nach dem Tarife erhöht werden, es soll auch der Kreis der vorigen Adua? Muß man überhaupt bis in die Kar- Steuerzahler insofern eine Erweiterung erfahren, thagerzeit, bis auf die letzten Jahre des vorigen als die steuerfreie Einkommensgrenze stark herab- Jahrhundert zurückgehen? Noch leben ja, die etwas gesetzt wird. Um diese Erhöhung tragbar zu machen, DOn der Hungerblockade gegen Deutschland zu berich- wird gleichzeitig ein Abbau der Lebenshal - Hen wissen, die den November 1918 und die Einfüh- tu nqs kosten durch Senkung der Tarife ber ^9 der Demokratie noch in den Knochen haben, öffentlichen Betriebe angefünbig't. Die Auswirkung wollen fein w i e die Deutschen im all dieser Maßnahmen braucht Zeit, wobei wieder \®rx e9*, aber vernünftiger als bie daran zu 'erinnern ist, daß Löhne und Gehälter Deutschen nach dem Zusammenbruch! heute an sich schon in Polen viel niedriger sind. \~ f° sagen sie heute in Rom. Schließlich sind die als sonst in Mittel- und Westeuropa. Dieser Ein- Erfahrungen dazu da, um daraus zu fernen kommensblock aber ist es, ber auch bestimmt, ob bie Möglicherweise ist allerdings das Vertrauen Kaufkraft ausreicht, um vor allem der Landwirt- daß der Duce schon alles zum Besten lenken werde' schäft verhältnismäßig angemessene Preise für ihre 3" groß. Es verführt da und dort zur Sorg- Erzeugnisse zu sichern. Das aber ist die Voraus- l o f i g k e i t. Statt wegen Hamsterns zu tadeln muß setzung dafür, daß die polnische Wirtschaft sich aus man die Leute zur Sparsamkeit ermahnen Italien eigener Kraft aus der Krise und ihren Auswirkun- bat ja nichts ober fast nichts: kein Holz, keine Kohle gen herauslotfen kann. kein Eifen, kein Benzin. Wir werben bie Automobile mit Holzgas betreiben, wir Werben Wolle aus Milch (^elvstauflosung erzeugen, die Eisenbahnen mit Elektrizität speisen des polnischen lieaierunashlockes. roiy roem-ecÄlJd)t ftatt Fleisch essen unb inzwischen „ ö unfern Viehbestanb verboppeln, sagen bie Optimisten Warschau, 30. Okt. (DNB.) Der polnische Re- aber bas alles braucht boch Zeit. England rechnet gierungsbßtf, dem sämtliche Gruppierungen des Bestimmtheit, Italien binnen Jahresfrist auf die Pilfudfki-Lagers angehörten unb ber bie Grunb- SY zwingen. Aus allen Poren wirb es bluten, (age aller bärigen Kabinette non 1926 ab bildete, " vie"Ver7weifl7ng°^üKe"um7efen°^Schlimmere- bat sich durch eigenen Beschluß aufgelöst. Oberst sich ereignen, wenn ber Führerstaat nicht bie Z ü- Slawek erklärte, baß ber Block seine Aufgabe erd 9 e 1 in ber Hand hielte. Unerbittlich geht er füllt habe, indem er die neue (Staatsoerfaffuna fo- des Lebensmittelmarktes vor, die wi° bie neue Wahlordnung schuf. Dadurch sei b a 5 U 'ffc ÄS "au.ehweMchon^ Parteisystem liquidiert worden. Durch Laich ober im Mutterleib, ber Börse vernichtet feine Selbstauflösung wolle der Block den Anschein ^ine Luft für Spekulationen! Der süße südliche vermeiden, als bliebe auch unter der neuen Ver- ^.n, wo ist er hingeraten? Da hat em «...W„. - DerWeppt — schon ist er öffentlich feines Amtes K°mpf Segen das Stachanow-System in Der Sowietumon Otanen bac6börie Siparitoen 3nfcIn noch immer zu neuen3iDiorbenraÄrtriV,*hn 3nPuftnc'T,!’at zur Genüge bie frembsprachlichen Senbunqen ^bes W.1SÄ B'ÄÄTS ÄS», M2SS £ .Äff SS titÄ'» Propagandist der Stachanow-Be- überhaupt dieser Gedanke, daß Italien nach Abessi- wegung Z e ch n o w von vier Arbeitern eines Koh- nien den Fortschritt und die Kultur Eurovas traae jenbergmerts er f 1 o g e n. Die Leiche wurde ver- zum Wohle der ganzen zivilisierten Weit' und die v^such"an'de^Äi?^ wird einMord-Befreiertruppen, Überfall LttLbe7vond'erBevöl! gr ub e gemeldet 9fu* Vi!r «„1” Lr ’ T”9 begrüßt, bie Sklaven befreien und Brot ver- 9£ , gemeioei. erenOhmtal,29. Okt. Erstmalig in diesem Jahre wurde in hiesiger Gegend deutscher Futtermais angebaut, während früher zu Fütterungszwecken ausschließlich der sogenannte „Pferdezahnmais" anzutreffen war. — In den letzten Wochen kann man hier von einer Z i- geunerplage sprechen. Es vergeht fast keine Woche, in der nicht der „schwarze Besuch" sich einstellt. Daß diese Wandergesellschaften gewisse Orte ganz besonders Heimsuchen, liegt sicherlich daran, daß sie hier gute Erfolge mit ihrer Fechterei haben. Leider wird nach solchen Besuchen auch manches vermißt. * Deckenbach, 30. Okt. Am kommenden Freitag können die Eheleute Peter Lingelbach II und Ehefrau Elisabeth, geb. Dörr, das Fest ihrer goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar ist 72 Jahre, die Jubilarin 74 Jahre alt. preusen. Krets Wetzlar. (D Krofdorf, 29. Okt. Am Sonntag hielt der Turnverein Krofdorf in feiner Turnhalle feine diesjährige Turnfchau, die insofern eine Einschränkung erfuhr, als der für den Nachmittag vorgesehene turnerische Teil der Jugendlichen beiderlei Geschlechts mit Rücksicht auf die auf dem Gleiberg im Beisein des Reichsministers Dr. Frank stattfindende Kundgebung ausfallen mußte. Trotz des sehr schlechten Wetters fanden sich am Abend Mitglieder und sonstige Einwohner, sowie viele Auswärtige in der Turnstätte ein, wo bis weit über Mitternacht eine frohe Turngemeinde den Vorführungen eines abwechflungsvollen Pro- EH ^asSgmtal Deines 6omcinfihafl$- gciftos-Deines Opfersinnos- •’EinRrtoUsbcfchoffongstoS" gramms mit viel Anteilnahme folgte. Die Uebun- gen, sowohl von Turnern und Jugendturnern als auch von Turnerinnen und Jugendturnerinnen fanden ungeteilten Beifall. Zu ihrem besonderen Recht kamen die immer gern gesehenen Volkstänze der Turnerinnen. Der Dietwart wies in kurzen Worten auf den vom Führer geforderten neuen Lebensstil unseres Volkes hin, der in der Volksgemeinschaft wurzele und der Opfergeist verlange. Unsere Turngemeinde, die im Dorfleben als Gemeinschaft schon vorbildlich fei, müsse auch im Opferbringen mit gutem Beispiel vorangehen. Und das könne nicht besser geschehen als daß jeder im Rahmen des jetzt begonnenen Winterhilfswerkes die Not lindern helfe. Welchen Widerhall die Ausführungen des Dietwarts in den Herzen der Anwesenden fanden, zeigte das stattliche Ergebnis einer Teller» fammlung, die restlos dem WHW. zur Verfügung gestellt wurde. * Fellingshausen, 30. Okt. Der im Braun st einbergwerk Gießen beschäftigte etwa 35 Jahre alte Bergmann Wilhelm Schleenbecker von hier erlitt bei feiner Arbeit einen schweren Unfall. Er zog sich einen Beckenbruch zu und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 31. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische, Kühlhaus) 11, (inländische, Kühlhaus) Klasse B 11V«, C IOV2, (frische) Klasse d I2V2, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 35 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mark, Boskop 25 bis 35 Mark, Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 40 bis 50, Zwetschenhonig 40, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumen- kohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 10 Pf. Verstöhe gegen die Marktordnung. Frankfurt a. M., 30. Oft. (LPD.) Der Ge- treidewirtschaftsverband Hessen und Nassau teilt mit, daß er den Firmen Jakob Jakob, Burg- gräfenrobe (Kreis Friedberg) und Julius Marxheimer, Bad Schmalbach (Untertaunuskreis), die Ablieferungsbescheinigungen für Getreide entzogen hat. Die genannten Firmen haben sich Verfehlungen gegen die Marktordnung zuschulden kommen lassen und müssen deshalb als unzuverlässig angesehen werden. Die Erzeuger werden hiermit gewarnt, diesen Firmen Getreide zu verkaufen. Da die Firmen die oorgeschriebenen Abljeferungsbe- Reinigungen nicht ausstellen können und der Erzeuger verpflichtet ist, sich die Ablieferung bescheinigen zu lassen, macht er sich bei dem Verkauf an diese beiden Firmen strafbar. Drei kleine Kinder im Heizkessel. Noch gut ausgegangen. Offenbach, 30. Okt. (LPD.) Als gestern abend ein Ehepaar an einem Garten der Waldftraße vorbeiging, hörte es lautes Klopfen. Da niemand zu sehen war, begab sich der Mann in das Gelände und öffnete einen dort liegenden älteren Heizkessel, dem zu seiner Ueberraschung drei kleine Kinder entstiegen. Die Kinder waren schon am Nachmittag beim Spiel in den Kes- s e l gekrochen und, ohne bemerkt zu werden, von einem anderen Kind, das die Tür zugeschlagen hatte, eingeschlossen worden. katholische Gemeinden. Donnerstag, den 31. Oktober. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 18: Rosenkranzandacht; 19: Beichte. Freitag, den 1.November: Allerheiligenfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Vesper; 15.30: Beichtgelegenheit; 17.15: Rosenkranzandacht; darauf Andacht für die Abgestorbenen; 19: Beichtgelegenheit. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Dich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt.' — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschloffen. Zur Woche des deolschen Boches 6283 D Gießen (Schiffenberger Weg 34), den 31.Oktober 1935. Die Beerdigung findet in der Stille statt E277D 6282 D Reiskirchen, Aßlar, den 31. Oktober 1935. 628 M SoMm: Aulweg32tlks. Maria Neuß, 17-18'/, Uhr. Berlins Violine). men.Lre'tag Gießen, Alicen- Straße 40 p. 6—7 Uhr durchgehen*. Werbe-Drucksachen ^ei Brühl, Schulst .T Altersvereinigung 1879 1929. Unseren Mitgliedern die traurige Mitteilung, daß unser lieber Alterskamerad Wilhelm Rinn von uns abberufen wurde. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. November, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. 6278 D Mäntel, Jacken । Paletots I "7 Füchse, Skunks V? I Zu Besatz-Felle 45-Z.-Wohng.| Äuiostblossev — und ^vafifahvev | Vermietungen | 2 leere ineinan- dergehende Zimmer per sofort zu vermieten. 04671 Bahnhofstr.48 <1 Eingang Horst- Wessel-Wall. Neue loli Gange zu vermiet. 046?6 Gr.Steinweg 18 zum 15.1.36 a.d. 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Kursen Taozschu'eMe WolMraße. 1 Ruf 3835. 3915L Wir verlieren in ihm einen treuen und von höchstem Pflichtbewußtsein erfüllten Kameraden, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Der Betriebsführer und die Gefolgschaft der Genossenschaft für Häute- und Fett Verwertung e. G. m. b. H. zu Kassel. Nebenstelle Giefeen. Am 29. Oktober abends entschlief plötzlich unser Mitarbeiter Herr Wilhelm Rinn 04673 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen um 2 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter, Schwester und Tante Auguste Görlach, geb. Alles nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 52 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen» Heinrich Görlach XI. Eberstadt, den 30 Oktober 1935. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Nov., nachm. 2 Uhr statt. Nr. 255 Zweites Matt GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag. 3t. Oktober |935 Aus der Provinzialhauptstadt. Nie Blumenkasten. Dankbarkeit ist die Pflicht jedes anständigen Menschen. Und so scheint es wohl am Platze, wenn wir herzlich jener gedenken, die nun endgültig, einer nach dem andern, sang- und klanglos verschwunden sind, nachdem sie uns einen ganzen Sommer lang durch ihr Dasein erfreuten: die Blumenkasten. Den Stadtstraßen gaben sie eine freundliche Note, verliehen selbst dem nüchternsten Hause einen Hauch von Anmut, dem altersschwachen Bau einen blühenden Schimmer von Jugend. Und erfreuten sie somit in ihrer Gesamtheit die Allgemeinheit, wie viel inniger noch einzeln ihre einzelnen Besitzer. Bedeuteten sie doch für Unzählige ihr Stückchen Sommer, ihr Stückchen Land. Kleiner Ersatz für die große Sehnsucht nach eigenem Besitz von Grund und Boden, die nie so groß mar, wie in unserer Mit vollen Segeln in den Kampf gegen hunger und Kälte, so heißt die erste Parole des diesjährigen Winterhilfswerkes. Als Erinnerungszeichen hieran wird am kommenden Sonntag die Gießener SA. und SS. für das WhW. eine Plakette verkaufen. Ein Wikingerschiff mit vollen Segeln — die Ausführung in Majolika! Zeit. Tausenden wurde sie zur Erfüllung und wird noch Tausenden zur Erfüllung werden. Aber Hunderttausenden von Stadtmenschen kann sie sich nicht erfüllen. Das hilft nichts und schadet auch nichts, denn wir leben zuletzt von unserer Sehnsucht nach dem Schönen, Guten, Besseren, und schon Hoffen und Erstreben bedeutet einen gewissen Reichtum. Die Blumenkasten aber konnte sich jeder verschaffen. Ihren hölzernen Grund füllte man einfach mit Boden, mit „der" eigenen Scholle, in die man dann, pflanzend und säend, Liebe und Vorfreude zugleich in reichstem Maße mitversenkte. Und es war, als ob aus ihnen und den Pflanzen zusammen ein ausgesprochener Kastengeist in all diesen grünen und weißen Kästen erwuchs, ein überaus freundlich gearteter Kastengeist, der diesen eigenen kleinen Schollen ungeahnte Kraft verlieh. So, daß sich auf ihrem kleinsten Raum ein ganzer Sommer zusammendrängen konnte, mit Geranien, Kres- sen, Petunien, Wicken: und mit ihnen erblühte täglich neue Freude, ganz bescheidene, persönliche, kleine Naturfreude, die nur ganz zu begreifen ist, wenn man an Schillers Wort denkt: „Die Natur ist ein ewig geteilter Gott." Abschied nehmen von etwas Liebgewordenem ist niemals leicht. Aber wir können uns in diesem Falle an den alten Schelm und versteckten Philosophen Till Eulenspiegel halten, von dem es heißt: „daß er beim Scheiden lachte, weil er, im Hoffen unverzagt, ans Wiedersehen dachte." Alles Behagen am Leben ist ja auf eine regelmäßige Wiederkehr der äußeren Dinge gegründet. Der Wechsel von Tag und Nacht, der Jahreszeiten, der Blüten und Früchte, und was uns sonst entgegentritt, damit wir es genießen können und sollen — diese sind die eigentlichen Triebfedern unseres irdischen Lebens. So schrieb Goethe. Wir wollen es auch auf unsre Blumenkasten beziehen, denen hiermit ein dankbarer Abschiedsgruß zugerufen sei, zugleich mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen!" E. v.M. Vornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 16 bis 18 Uhr allgemeine Körperschule auf dem Unioersitätssportplatz: 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr nur für Frauen fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule» Schömbs. — Lichtspiel- Abessinien im Urteil eines Kenners. Der Goethebund und der Kaufmännische Verein boten am gestrigen Mittwochabend zur Eröffnung ihrer Vortragsfolge für 1935/36 ein Vortragsthema, das wegen seiner großen aktuellen Bedeutung von besonderem Interesse war. Studienrat Wahlen- berg, ein Teilnehmer der Frobenius-Expedition 1935 nach Abessinien, sprach in der vollbesetzten Aula der Universität über Abessinien und bereicherte seinen außerordentlich fesselnden und aufschlußreichen Vortrag durch eine Reihe guter Lichtbilder. Der Vortragende, der mit einer Gruppe der erst im Juli d. I. heimgekehrten Frobenius-Expedition den Süden Abessiniens bereiste, legte das Schwergewicht seiner Schilderung nicht auf die Hauptstadt Addis Abeba, da hier der Ausländer nur das zu sehen bekommt, was den Behörden genehm ist. Er erzählte vielmehr von dem unberührten Inneren des Landes, in dem das Bild der einzelnen Stämme, ihrer Lebenserscheinungen, ihrer Geschichte und Kultur unverfälscht zutage tritt. Aus diesem Bericht erfuhr man, daß von einem einheitlichen abessinischen Volk überhaupt nicht zu sprechen ist, sondern die Herrschaft von dem staatstragenden Stamme der Amhara überall ganz allein ausgeübt wird, die Amhara nur ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen, die übrigen zwei Drittel den von den Amhara unterjochten Stämmen angehören. Nach der Ansicht des Vortragenden würden den eigentlichen Widerstand gegen die Italiener nur die Amhara aufbringen, während hinsichtlich der von ihnen unterdrückten Stämme in dem jetzigen Kriege allerlei Möglichkeiten und Gefahren für die Herrschaft des Negus und damit für die Machtstellung der Amhara nicht von der Hand zu weisen sind. Dabei ist auch von besonderer Bedeutung, daß der Stamm der Amhara nicht nur in rücksichtsloser Weise seine Macht ausübt, sondern selbst keinerlei Arbeit leistet und keine Steuern bezahlt, die unterdrückten Stämme alle Arbeit allein verrichten läßt, von dem Ertrag ihrer Arbeit lebt und ihnen auch alle Lasten des Reiches aufbürdet. Im Rahmen eines grohangelegten Ueberblicks über die Geschichte Abessiniens (das übrigens von den Landeseinwohnern nur Aethiopien genannt wird) schilderte der Redner das wechselnde Ringen zwischen dem Islam und dem Christentum, bis dieses sich durchsetzte, die durch dieses Ringen bedingten bewaffneten Auseinandersetzungen und die im Laufe der Jahrhunderte eingetretenen Entwicklungsformen im Leben der Stämme, in der Baukunst des Landes, in den Herrschaftsformen der Machthaber und in dem Verhältnis der verschiedenen Zweige der Dynastien untereinander, wie auch zu den Stämmen, sowie deren gegenseitiges Verhältnis. Dabei konnte man interessante Einblicke in die Sitten und Gebräuche der Stämme gewinnen, ebenso ein anschauliches Bild erhalten über die äußeren Lebensbedingtheiten (Verkehr, Wohnwesen usw.) der Einwohner des Landes. Vor den Zuhörern entrollte sich bei dieser Darstellung ein außerordentlich wechselvolles und interessantes Bild, dessen Kenntnis viel zum Verstehen der gegenwärtigen Voraänge in Abessinien beitragen wird. Im Anschluß an die Vorführung einer großen Zahl von Lichtbildern, mit denen der Redner Ausschnitte aus dem von ihm bereisten südlichen Teil Abessiniens bot, betonte er, daß der Süden des Landes ausgesprochen kolonialer Raum ist, der jetzt zwar von der Minderheit der Amhara beherrscht wird, die aber ihre Befähigung zum Kolonisieren im Verlaufe ihrer bisherigen, erst etwa 50 Jahre alten Machtstellung noch in keiner Weise bewiesen haben. Der jetzt zum größten Teile nutzlos daliegende Süden des Landes ist, im Gegensatz zum Norden, im Sinne der kolonialen Wirtschafts- erschließung außerordentlich fruchtbar, daher ist er auch bestens geeignet zur Aufnahme eines Bevöl- kerungsüberschusses, dessen Umsiedlung Italien als Krieqsziel erstrebt. Angesichts dieser Sachlage ist der Vortragende der Meinung, daß der italienische Hauptangriff nicht im Norden, sondern im Süden Abessiniens zu erwarten ist, das italienische Vorgehen im Norden vor allem nur Prestigegründe hat. Zum Schluß hob der Redner hervor, daß es im Interesse der weißen Rasse nicht wünschenswert ist, wenn noch einmal ein weißes Volk ein Adua (gemeint ist die vernichtende Niederlage der Italiener durch die Abessinier im Jahre 1896) erlebt, weil sich daraus für die Stellung der weihen Rasse Auswirkungen von ungeheurer Tragweite ergeben können. Die außerordentlich aufschlußreichen, mit großer Anschaulichkeit gebotenen Schilderungen des Vortragenden wurden mit starkem Beifall belohnt. haus, Bahnhofstraße: „Winternachtstraum" und „Abessinien" (Nachtvorstellung). — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr Ausstellung friesischer Maler der Gegenwart und Kleintierplastik von Lily König. Reformationstag - Gottesdienst für die Schulen. Heute morgen fanden aus Anlaß des Reformationstages für die hiesigen Schulen Gottesdienste statt. Die männliche Schuljugend fand sich in der Johanniskirche ein, in der Pfarrer Bechtols- h e i m e r die Predigt hielt, in der Stadtkirche sprach Pfarrer Becker vor der weiblichen Jugend unserer Stadt. Bund deutscher Mädel Untergau 116 Gießen. Dienstbefehl. Am Sonntag, 3. November, veranstaltet die HI. zum Tag des deutschen Buches um 10.30 Uhr eine Feierstunde in der Aula der Universität, in der der Dichter Karl Götz aus seinen Werken lesen wird. Es treten die Mädelgruppen 1/116, 2/116, 3/116, 4/116 des Standortes Gießen gruppenweise um 10 Uhr vor dem Finanzamt an. Die Unterführerin m. d. F. b.: K. Pfeffer. Oie Regelung der Kartoffelpreise. Verschiedene Anfragen aus dem Leserkreise hinsichtlich der Gestaltung der Kaötoffelpreise veranlassen uns, nochmals auf die vom Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — mit Wirkung vom 22. September 1935 veröffentlichte Bekanntmachung hinzuweisen. In dieser Bekanntmachung heißt es u. a.: Bei dem unmittelbaren Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfs durch den Verbraucher bei dem Erzeuger dürfen folgende Preise frei Keller nicht überschritten werden: a) in den Städten: Darmstadt, Offenbach, Mainz, Gießen und Bingen, weiß, rot, blau: 2,70 bis 2,90 RM. je Zentner; gelbfleischige 3 bis 3,20 RM. je Zentner, b) in den übrigen Gemeinden, weiß, rot, blau: 2,50 bis 2,70 RM. je Zentner; gelbfleischige 2,80 bis 3 RM. je Zentner. Der oberste Preis kommt nur für erstklassige ausgelesene Ware in Frage — alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne auf- weisen. Die Zuschläge für die Abfuhr und Abtragung seitens des Erzeugers zum Verbraucher sind in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergütung kann dafür nicht mehr gefordert werden. Kammermusikabend bei der BetriebS- gemeinschafi Schunk & Ebe. Man berichtet uns: Die Maschinen des Werkes ruhen. Die Belegschaft tritt in ihrer Arbeitskleidung in der Halle „Ruhr" zusammen. Die Halle „Ruhr", die sonst durchbraust ist von dem Dröhnen der Hämmer, dem Gestampf der Maschinen, dem Klang deutscher Arbeit, soll heute den Rahmen bieten, um den Arbeiten deutscher Komponisten lauschen zu können. Dort, wo sonst die hochge« schätzte deutsche Handarbeit täglich für das deutsa)- Volk verrichtet wird, soll heute die Arbeit deutscher Komponisten der Belegschaft zu Ohr gebracht werden. Erläuterungen des Herrn Hillenbrand ließen vor dem Vortrag jeweils die Person des Komponisten vor den Augen der Zuhörer erstehen. Die Einstellung des Komponisten und die hieraus resultierende Entstehung seines jeweiligen Werkes waren willkommene Erläuterungen, die jedem Zuhörer das Verständnis für den Vortrag vermittelten. Es wurde hier ein neuer Weg beschritten, der bewies, daß bei solcher Behandlung des Stoffes jeder Volksgenosse in die Lage versetzt werden kann, unsere Komponisten zu verstehen. In stummer Ergriffenheit lauschte die Betriebsgemeinschaft dem Vortrag von: Boccherini: Werk 32 N 4 Larghetto — mi- nuetto con moto; Haydn: Werk 64 N 5 Allegro moderato — adagio cantabile; Beethoven: Werk 18 N 4 Allegro ma non tanto; Schubert: Nachgelassenes Werk Andante con moto — Scherzo; Haydn: Werk 76 N 3 Poco adagio cantabile. Gefesselt hörte der deutsche Arbeiter in seiner Arbeitskleidung diese Werke, und es war herrlich, sehen zu können, wie jeder nach den gegebenen Er- lörterungen diese Musik mit dem nötigen Verständnis in sich aufnahm. Die Betriebsgemeinschaft Schunk & Ebe hat mit dieser Veranstaltung bewiesen, daß sie Wege gefunden hat, ihrer Belegschaft auch die so oft aus Unverständnis abgelehnte Kammermusik durch Beschreiten des richtigen Weges verständlich zu machen. Die Veranstaltung hat wiederum bewiesen, daß durch solche Darbietungen an den Plätzen deutscher Arbeit der Betrieb jedem Betriebangehörigen zur zweiten Heimat werden kann. Es wäre zu wünschen, daß andere Betriebe diesem Beispiel folgen, sind solche Veranstaltungen doch von nicht zu unterschätzendem kulturellem Wert. Elternabend der DOA.-Iungortsgruppe. Praktische Arbeit im Dienste der Ausländsdeutschen. In der Absicht, weitere Kreise für die Arbeit des VDA. zu werben, veranstaltete gestern abend die Jungortsgruppe des VDA. Gießen in einem geschmückten Raum des Studentenheims am Leih- gefterner Weg einen Elternabend, der ganz aus eigener Kraft der Gruppe bestritten wurde und einen sehr unterhaltsamen Verlauf nahm. Ein Satz aus einem Trio von Mozart, von W. und M. Schöttler und Heilwitz Roloff gespielt, bildete für den Abend einen glücklichen Auftakt. Dann wurden einige Gedichte vorgetragen, die Gedanken des Auslandsdeutschtums zum Ausdruck brachten. Sodann hielt die Führerin der Jungortsgruppe, Sigrid Müller eine Ansprache, in der sie zunächst die zahlreichen Gäste begrüßte und sich bann in ernsten Gedanken mit der Sache des Auslandsdeutschtums beschäftigte. Die Arbeit des VDA. fei, so führte sie u. a. aus, eine volkspolitische Arbeit. Der Führer wolle einen starken VDA. Es müsse jeder deutsche Mensch Mitglied in diesem Bunde jein, denn wir könnten der Brüder im Ausland nicht entbehren. Die Arbeit, die im Volksbund bisher geleistet worden sei, habe alle Anerkennung der Regierung gesunden. Die VDA.-Jugend stehe in ihrer Arbeit nicht mehr allein. Die Hitler-Jugend helfe die Arbeit nach Kräften unterstützen. Der VDA. fei ein Volksbund im Sinne einer verschworenen Ge- mTInschÜlft für das ganze Leben. Die Mitglieder aus den Schulen müßten nach der Entlassung aus der Schule neu erfaßt werden. Die Eltern hätten hier die Aufgabe, mitzuhelfen, die Jugend dem VDA. zu erhalten. Die Erfüllung seines kulturellen Sinnes sehe der Bund in der Aufrechterhaltung des deutschen Volkstums im Ausland. Arbeitsgebiet sei der Raum, in dem deutsche Volksgenossen wohnen. In vierzehn Staaten müßten deutsche Volksgenossen in bedrängter Minderheit leben. Wenn wir den Kampf aufgäben, dann müßten Lichtspielhaus. „Winternachtstraum." „Mittelholzers Abessinienflug". Im Lichtspielhaus läuft im Anschluß an „Bosambo" seit gestern der „Winternachtstraum" der Boston Films Co. m. b. H. in Berlin: ein komplizierter Silvesterscherz in Garmisch-Partenkirchen, der sich aus einer Kette von Mißverständnissen und Verwechslungen zusammensetzt, so daß, man um das Schicksal des auf Skiern verliebten jungen Paares besorgt wird, wenn man sieht, wie alles quer und daneben geht, wie der getreue und pedantische Bankkassierer als Betrüger verdächtigt wird, wie er alsbald einem richtigen Hochstaplerpaar in die Hände fällt, bloß aus Ahnungslosigkeit und gutem Herzen und um einem netten, jungen Mädel aus dem Geschäft zu einer guten Partie zu verhelfen. Und selbst die wäre beinahe noch im letzten Augenblick an schnödem Mißtrauen elend gescheitert. (Beinah.) Das sind, in großen Zügen, die Mischungsbestandteile einer harmlosen Abendunterhaltung, welche von Geza von Bolvary etwas weitschweifig, aber sonst ganz amüsant in Szene gesetzt und auch munter gespielt wird: Magda Schneider und Wolf Albach-Retty machen das junge Liebespaar; ein groteskes Duett bilden die Komiker Romanowsky und Moser, während Lingen diesmal etwas im Hintergrund bleibt Ferner spielen Waldau, Steinbeck, Meye- rind und Hedda Björnson in größeren Rollen mit. — Im Beiprogramm sieht man, außer der Wochenschau, die wir schon angezeigt haben, ein kleines Varieteprogramm (mit einem erstaunlichen Kraftakt) und einen Werbefilm der Bezirkssparkasse in Gießen. In einer Nachtvorstellung, die heute wiederholt wird, sahen wir den großangelegten Kulturfilm „M i 11 e l h o l z e r s A b e s s i n i e n f l u g", der gegenwärtig begreiflicherweise besonderem Interesse begegnet, weil er den Beschauer in das Land führt, auf das sich jetzt die Blicke der ganzen Welt richten. Es handelt sich um die filmische Ausbeute eines Expeditionsfluges, der den bekannten schweizerischen Flieger Walter Mittelholzer von Zürich nach Addis Abeba führte. Schon die einzelnen Etappen dieser Reise von Erdteil zu Erdteil sind interessant genug. Der Flug führte über Belgrad, Athen, Jerusalem und Kairo nach der Hauptstadt des Negus, und schon von diesen Vorstationen siebt man eine Anzahl landschaftlich und kulturell merkwürdiger und anziehender Bilder: so ist uns vor allem der Blick auf Palästina und der Flug über die Pyramiden das Niltal aufwärts in Erinnerung. Endpunkt des Fluges: Addis Abeba; hier sieht man Aufnahmen vom Kaiser Halle Selassie und von einer großen Parade abessinischer Truppen, Bilder und Szenen also, die uns inzwischen aus den Wochenschauen schon ganz geläufig geworden sind. Der fesselndste Teil der Expedition führt aber erst I von hier aus, nicht im Flugzeug, sondern im Kraftwagen, ins Innere des Landes; da erhält der Beschauer zunächst einen höchst aktuellen Einblick in die Landschaft Abessinien als Kriegsschauplatz, in Aufnahmen, welche die in den Zeitungen veröffentlichten Karten plastisch abrunden. Außerdem aber bekommt man auf dieser Fahrt ins Innere eine Vorstellung von Land und Leuten, von der sehr alten, stellenweise auch noch ganz primitiven Kultur dieses Volkes, von feinen Gewohnheiten, seiner Religionsübung, seiner Rechtspflege, seinem Familienleben. Man erlebt etwa die Vollstreckung eines Urteils, die Opferung eines Tieres am Fluß, die Hochzeit in einem einsamen Dorf, und man bekommt so ein Bild, das die schon gewohnten Aufnahmen vom Vormarsch der Italiener und von der Front oft überraschend ergänzt. Die Expedition war, wie man nach diesem Rechenschaftsbericht zugeben muß, nicht nur fliegerisch eine respektable Leistung, sondern hat sich auch photographisch durchaus gelohnt. —r— Kunst und Wissenschaft. Der Führer beim Konzert der Berliner Philharmoniker. Das jüngste Konzert des BerlinerPhilhar- manischen Orchesters, in dem Beethovens 9. Symphonie unter der Leitung Furtwänglers aufgeführt wurde, war zugleich ein bedeutsames Jubiläum für den Kittelfchen Chor, der an diesem Tage bei einer Wiedergabe des Beet- hovenschen Werkes mitwirkte. Zur Ehrung dieses Ereignisses waren der Führer, Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichspressecher der NSDAP. Dr. Dietrich, Staatssekretär Funk, Botschafter von Ribbentrop und die Adjutanten des Führers Brigadeführer Schaub und Hauptmann a. D. Wiedemann erschienen. Am Schluß des Abends überreichte Dr. Goebbels dem Dirigenten des Chors Bruno Kittel die Goethe-Me- batlfe für Kunst und Wissenschaft, indem er in einer kurzen Ansprache darauf hinwies, daß der Kittelsche Chor in den Berliner Aufführun- ?en des Beethoven-Werkes immer einen wesentlichen ünstlerischen Bestandteil gebildet habe. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal der Philharmonie nahm diese Auszeichnung Kittels mit stürmischen Kundgebungen auf. Der Hessenmaler Heinrich Giebel 70 Jahre alt. Am 1. November vollendet der bekannte Hessen- maler Heinrich Giebel sein 70. Lebensjahr. Seit 1904 ist Giebel in Marburg ansässig und hatte von 1913 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1934 das Amt eines Mal- und Zeichenlehrers an der Philippsuniversität inne. Giebels Kunst hat sich auf allen Gebieten bewährt: Figur, Porträt und besonders in der Landschaftsmalerei. Seine Motive findet er vorzugsweise in der hessischen Landschaft und in dem Leben ihrer Bewohner, mit denen er sich eng verbunden fühlt. Bernard hagen-rNedaille für Geheimrat Frobenius. Der Vorsitzende der Frankfurter Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, Universitätskurator W i s s e r, verlieh zu Beginn der diesjährigen Vortragsreihe der Gesellschaft die dem Andenken des Gründers der Gesellschaft gewidmete „Bernhard-Hagen-Medaille" an Geheimrat Professor Leo Frobenius, den Direktor des Städtischen Dölkermuseums in Frankfurt a. M. Universitätskurator Wisser wies darauf hin, daß die Medaille nur für hervorragende wissenschaftliche Verdienste auf den von der Gesellschaft gepflegten Gebieten verliehen werde, und daß Geheimrat Frobenius auf Grund feiner großen Verdienste, die er sich um die Erforschung der afrikanischen Kulturen im Laufe seiner 30jährigen Forschertätigkeit erworben habe, ein würdiger Träger der Medaille fei. 25 000-Mark-Spende bet Stadt Leipzig zur Buch-Woche. Aus Anlaß der Woche des Deutschen Buches fand in Leipzig, dem Mittelpunkt des deutschen Buchhandels, im Gewandhaus ein Festabend statt, der als Ausdruck des stolzen Bewußtseins von dem Wert und der Anerkennung des deutschen Buches gewertet werden kann. Den Festvortrag hielt der Balladendichter Börries Frhr. v. Münchhausen, der in künstlerisch vollendeten Ausführungen erschöpfend zu dem Thema „Buch und Kultur" sprach. Im Auftrage des Oberbürgermeisters machte der Leiter des Städtischen Kulturamtes davon Mitteilung, daß die Stadt Leipzig als Buchstadt auch in diesem Jahr einen außerordentlichen Beitra.a von 25000 Mark zur Verfügung stellt. Diese Summe soll dazu dienen, die Städtischen Büchereien einschließlich der Büchereien in den städtischen Schulen mit Büchern zu versehen. Sochschulnachnchten. Der Reichserziehungsminister hat, wie die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" mitteilt, den ordentlichen ProfeHor der Geschichte an der Universität Berlin, Wolfgang Windelband, auf den Lehrstuhl der Geschichte nach Halle versetzt. Der ehemals von Hermann O n ck e n besetzte Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Berlin wird mit dem ordentlichen Professor der Geschichte in München, Arnold Oskar Meyer, besetzt werden, während der Lehrstuhl der deutschen Geschichte an der Universität München dem ordentlichen Professor der Geschichte, Karl Alexander von Müller, übertragen werden soll, der schon bisher an der gleichen Universität einen Lehrstuhl für bayrische Geschichte innehatte. Beide Gelehrte werden im Sommer 1936 ihre neuen Aemter antreten. Windelband ist 1886 in Straßburg geboren, habilitierte sich 1914 in Heidelberg, wurde 1925 nach Königsberg berufen, ging aber schon im folgenden Jahr als Honorarprofessor nach Berlin, um dort gleichzeitig als Hochschulreferent unter den Ministern Becker und Grimme tätig zu sein. In seinen Arbeiten befaßte er sich mit der badischen Geschichte, mit der Geschichtsschreibung der Außenpolitik im Weltkriege und seit der Reichsgründung; er gab auch Briefe Bismarcks und Johanna von Bismarcks heraus. — A. O. M e ye r ist jetzt 58 Jahre alt. Seine Lehrtätigkeit führte ihn über Breslau und Rostock nach Kiel, wo er 1915 o. Prof, wurde. 1922 folgte er einem Ruf nach Göttinaen, feit 1929 lehrte er in München. Einige seiner Arbeiten sind Themen aus der englischen Geschichte gewidmet; auch beschäftigte ihn die Geschichte Schleswig-Holsteins. Seit 1921 folgten Monographien der Kaiserin Auguste Viktoria, des Fürsten Metternich, schließlich Bismarcks, dessen Politik er auch in Einzelstudien darstellte. — Karl Alexander v. Müller ist neuerdings durch die Uebernahme der Leitung der „Historischen Zeitschrift" und durch die vom Reichserziehungsminister R u st ausgespro- chene Berufung zum Ehrenmitglied des „Reichs- inftituts für Geschichte des neuen Deutschland" in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt worden. Der lange verwaiste Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der Universität Frankfurt ist zunächst vertretungsweise dem Professor Dr. phil. Joseph Müller-Blattau von der Universität K ö - n i g s b e r g übertragen worden. Er wird seine Vorlesungstätigkeit mit Beginn des Wintersemesters aufnehmen. wir auf ein Drittel unserer Volksgenossen m der Welt vernichten. Eine Welle deutschen Elends flute rings an unsere Grenzen. In den meisten Staaten, in denen die deutschen Volksgenossen in der Minderheit leben, sei man bestrebt, das Deutschtum und seine wertvollen Kräfte mit allen Mitteln auszurotten. In kurzen Schilderungen gab die Rednerin einen Begriff des beispiellosen Elends, das die deutschen Volksgenossen in Böhmen, in Litauen, im Memelland usw. in ihrer Existenz auf das schwerste bedroht. Ueberall aber, so fuhr sie fort, begegne man starrdhaftestem Deutschtum. Ihrer Treue müsie mit Treue begegnet werden. Die Jugend in der Iungortsaruppe des VDA. fei stolz darauf, im Dienst der edlen Sache stehen zu dürfen. In weiteren Worten erläuterte die Führerin der Iungortsgruppe den Aufbau und die Arbeit der Gruppe, stellte besonders das Positive der Arbeit heraus und schloß dann mit den Worten: .Helft mit, das Beste erhalten, das wir haben, unser deutsches Volkstum — im Glauben an Führer, Volk und Vaterland!" Lebhafter Beifall dankte der Führerin. In einer Pause wurden Lose verkauft. Als Gewinne wurden hübsche praktische Dinge ausgegeben. Besondere Aufmerksamkeit wurde einer A u s st e l - l u n g der in der Iungortsgruppe gearbeiteten Kinderkleider und Wäsche gewidmet, die von den Mädels als Spenden für die Kinder der schwer bedrängten sudetendeutschen Volksgenossen gefertigt worden waren. In der Ausstellung kam viel Fleiß und Hingabe an die gute Sache zum Ausdruck. Der weitere Verlauf des Abends brachte ein Schattenspiel, in dem die Arbeit der Ortsgruppe dargestellt wurde. Ferner machten Volkstanzaufführungen und einige Lieddarbietungen den Teilnehmern des Abends viel Freude. Die Veranstaltung hinterließ bei allen einen guten Eindruck. Gutes Licht, gute Arbeit! Derbeabend des Amtes „Schönheit der Arbeit". Das Amt „Schönheit der Arbeit" in der NS.» Gemeinschaft ,Lraft durch Freude" der DAF. veranstaltete im Caf6 Leib eine Werbekundgebung unter dem Motte „Gutes Licht, gute Arbeit", der auch der Kreishandwerksmeister S t ü h l e r beiwohnte. Pg. M e r t h e s von der DAF. begrüßte die Vertreter der staatlichen und privaten Betriebe zu diesem mit der Gewerbeaufsicht, der Elektro- Front und den Innungen gemeinsam veranstalteten Abend. Wie überall im Reich, so soll auch hier diese Aktion die Notwendigkeit guten Lichtes für die Herstellung guter Arbeit vor Augen führen. Bis jetzt arbeiten noch 70 bis 80 v. H. der Betriebe unter mangelhafter Beleuchtung. Oft wäre nur mit geringen Mitteln eine hohe Wirkung zu erzielen. Wenn Hutes Licht in die Betriebe getragen, d. h. die Schönheit der Arbeit in die Praxis umgewandelt wird, dann sind die Vorbedingungen zur Leistung guter Arbeit gegeben. Ingenieur Keil (Erfurt) von der Arbeitsgemeinschaft für Elektrowerbung wandte sich dann, unterstützt von Lichtbildern, den praktischen Dingen zu. Er sprach von dem Fortschritt der Technik, über dem aber besonders in den Jahren des Verfalls der schaffende Mensch vergessen worden war. Schließ, lich ist es der Mensch, der die Qualitätsarbeit leistet und wiederum ist es das Auge, an das die größten Anforderungen gestellt werden. Um das Auge und den Menschen zu schonen, hat die Deutsche Arbeitsfront und in ihr die Unterabteilung, das „Amt Schönheit der Arbeit", neben vielen anderen Maßnahmen diese Werbung für gutes Licht an den Arbeitsstätten im ganzen Reiche veranlaßt. Es sei an der Zeit, für ausreichende und zweckmäßige Be- Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. An die Betriebsführer des Kreises Gießen. Bett.: Wialerhilfswerk 1935/36. 3u diesem Jahre werden für das Mnterhilss- werk 10 v. h. der Lohnsteuer, jedoch als Mindestbeitrag 25 pf. pro Monat in jedem Falle, also auch bei lohnfteuerfreien Arbeitskameraden, abgezogen. Die Türplaketten werden bei der k r e i s w a l - tung der DAF„ Gießen, Schanzen- strahe 18 (Vorderhaus), nach Abführung der veträge verausgabt. Dir bitten Sie, die Abzüge entsprechend der Anordnung in Ihrem Betriebe ab 1. Oktober 1935 oorzunehmen. Die Einzahlung erfolgt auf das Konto Tlt. 2938 bei der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft Gießen oder auf Postscheckkonto Jlr. 161145 Frankfurt a. 2n„ WHD. 1935/36. Die Sammlung der Opfergaben und die Ausgabe der Türplaketten für das DHD. bei den DAF.- Mitgliedern, die nicht in den Betrieben erfaßt werden, geschieht durch den zuständigen Blockwalter der DAF. Die Mitgliedschaft zur RSV. schließt jedoch nicht den Erwerb der Türplaketten aus. wir hoffen, daß die Arbeitskameraden der DAF. sich genau so wie im vorigen Jahre für das whw. einsehen und die ehrenamtliche Tätigkeit unserer DAF.-Walter unterstühen. 3tur durch gemeinsame Opfer können wir die Jlot des winters bannen. Hierfür einzustehen ist wahrer Sozialismus! Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen. Vie deutsche Arbeitsfront n.5.=ßemeinf(hafl „firaft durch frcuöc' Auf Anweisung des Reichsministers des Innern, des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda und des Reichssportführers ist das Jahr 1935 das Jahr der Olympischen Schulung. Ein neues Geschlecht wird zur Zeit herangezogen, und die Olympischen Spiele 1936 müssen eine Sache des ganzen deutschen Volkes werden, auch der Volksgenossen, die hisher noch abseits der Leibesübungen standen. Damit alle diese Volksgenossen im Hinblick auf die im nächsten Jahre zu Berlin stattfindenden Olympischen Spiele, bei denen sich 49 Nationen in friedlich-sportlichem Wettstreit messen, Sinn und Ziel des Sportes kennen und verstehen lernen, wird die deutsche Olympische Schulung unterstützt durch die Werbeausstellung für die Olympischen Spiele 1936 vom 26. Oktober bis 24. Rovember 1935 im Saxophonsaal auf dem Frankfurter Festhallengelände. In vier großen Gruppen werden die Olympischen Spiele des Altertums, die Entwicklung, der Aufbau und die Organisation der Olympischen Spiele auch im Hinblick auf die sporlliche Bedeutung Deutsch, lands und die neue Organisation des deutschen Sportes gezeigt. Eintrittskarten zum Preis von 30 Pfennig sind auf unserer Dienststelle, Schanzenstraße 18, zu haben. Winterfahrten des Amtes Reifen, Wandern, Urlaub in Verbindung mit dem Sporlamt. 1. Allgäu — Pfronten: vom 25.12.1935 bis 1.1.1936 abends. Kosten 34.— Mark. 2. Schwarzwald —Kniebis: vom 26.12. 1935 früh bis 29. 12. 1935 abends. Kosten 21— Mark. 3. Schwarzwald — Kniebis: vom 17. 1. 1936 nachmittags bis 19.1.1936 abends. Kosten 16.50 Mark. 4. Schwarzwald — Kniebis: vom 17. 1. 1936 nachmittags bis 2. 2.1936 abends. Kosten 59.50 Mark. 5. Schwarzwald — Kniebis: vom 31. 1. 1936 nachmittags bis 2. 2.1936 abends. Kosten 16.50 Mark. 6. Rhön: vom 21.1.1936 bis 28.1.1936 nach- mittags. Kosten 17.25 Mark. 7. Allgäu — Pfronten: vom 7. 2. 1936 abends bis 16. 2.1936 abends. Kosten 39 — Mk. 8. W t t b g. Allgäu — Isny : vom 27. 2.1936 vormittags bis 5.3.1936 nachmittags. Kosten 22.50 Mark. 9. Schwarzwald — Kniebis: vom 21. 2. 1936 nachmittags bis 23.2.1936 abends. Kosten 16.50 Mark. 10. Schwarzwald — Kniebis: vom 21. 2. 1936 nachmittags bis 8.3. 1936 abends. Kosten 59.50 Mark. 11. Schwarzwald — Kniebis: vom 6. 3. 1936 nachmittags bis 8.3.1936 abends. Kosten 16.50 Mark. 12. Allgäu — Pfronten: vom 21.3.1936 abends bis 29.3.1936 abends. Kosten 36.—Mk. Für die Teilnehmer an diesen Fahrten ist Gelegenheit gegeben, an Wintersportkursen teilzunehmen. Nähere Auskunft erteilt und Anmeldungen nimmt entgegen die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, Ruf 2919. leuchtung im Betriebe zu sorgen. Man hacke die Lichtstärke nach bestimmten Einheiten errechnet und eine Norm für eine ausreichende Beleuchtung herausgefunden, die anzuwenden nur empfohlen werden könne. Man wolle beim Licht durch Einfassung des Beleuchtungskörpers eine Blendung der Augen verhindern, für ausreichendes Licht durch gleich- mäßige^ Beleuchtungsanlagen sorgen und durch zweckmäßige Lichtanlagen eine gewisse Wärme, Behaglichkeit und Freundlichkeit an die Stätte des wichttgsten Aufenthaltes des deutschen schaffenden Menschen bringen. Nach Beendigung der Lichtbild- aufnahmen zeigte der Redner an Beleuchtungskörpern die Unterschiede ihrer Wirkung. Mit einem Schlußwort und einem Schlußmarsch der fleißigen Musikkapelle schloß Pg. M e r t h e s die Kundgebung. In der Folge sollen Betriebsbesichttgungen stattfinden. Als erstem Betrieb wurde am Mittwochnachrnit- tag der Spezialfabrik für Kohlebürsten Schunk & Ebe im Windhof ein Besuch abgestattet. Diplom- Ingenieur M a x e i n e r nahm mit einem Spezialapparat die Messung der Lichtstärke an den Arbeitsplätzen in den Kontoren und den Werkstätten, besonders an den Maschinen, vor. Die Lichtanlagen wurden als vorbildlich bezeichnet. (Sporfontf „Ä’-aff durch Freude^. heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 16 bis 17.30 Uhr, Universi- tätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Don 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Hallentennis. Der erste Kursus beginnt am kommenden Samstag um 16 Uhr in der Dolkshalle. Alle Interessenten, die sich bisher gemeldet haben, bitten wir, um die angegebene Zeit in der Volks- Halle zu sein, um die Einteilung vornehmen zu können. Neuanmeldungen werden noch auf dem Sportamt und in der Dolkshalle angenommen. Bei genügender Beteiligung findet der zweite Kursus am kommenden Sonntag um 9 Uhr in der Dolkshalle statt. » ** Sitzung des Provinzialaus schuf- s e 5. Am Samstag, 2. November, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Ta- gesordnung: Beschwerde der Therese Ruhland in Bad-Nauheim wegen Versagung der Erlaubnis zum Handel mit Milch. Klage des Paul Kühner in Bad-Nauheim gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 8. Juli 1935 wegen Versagung der Legttimationskarte. Klage des Friedrich Adler in Ober-Seemen gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte. ** Wohnhausbau in der Fichtestraße. Zwischen dem Leihgesterner und dem Wartweg, in der Nähe der Poppeschen Gummifabrik, hat man mit der Erbauung eines mehrgeschossigen Wohnhauses in der zum Bebauen eröffneten Fichtestraße begonnen. Mit diesem Bauvorhaben wird der Anfang zur Erschließung eines neuen Bauviertels im Südtell unserer Stadt gemacht. Es steht zu erwarten, daß hier alsbald eine weitere Belebung der Bautätigkett einsetzt. Schöffengericht Gießen. Wegen eines Vergehens des Betrugs, sowie wegen eines Verbrechens der schweren Urkundenfälschung wurde der E. H. aus Grünberg, z. Zt. in Untersuchungshaft, zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Der schon vorbestrafte Angeklagte war für zwei Firmen tätig. Trotz Rechnungsvermerks erklärte er sich in etwa 70 Fällen Kunden gegenüber für berechtigt, Gelder zu kas- fieren. Auf diese Weise verschaffte er sich große Geldbeträge, die er jedoch nicht an die Firmen ablieferte, sondern für sich verwandte. Der Angeklagte fälschte außerdem, um sich die Provisionsforderung zu beschaffen, einen Bestellschein der einen Firma, indem er mit einer falschen Unterschrift die Bestellung fingierte. Unter Ausschluß der Oeffenllichkeit wurde der H. Pf. aus Friedberg wegen widernatürlicher Unzucht zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Sieben Wochen der erlittenen Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Tzduukec und, WUi&ikee - - foeidt* tag#* Körting-Radio 3iueiWluMöM Roman von Anny von panhnyö Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 32 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Nach einiger Zeit flammte der Aerger Baron Hammerschmieds wieder auf. „Hans blamiert ja das Mädel, ich fühle es ordentlich, daß die ollen Tunten hier im Saal schon klatschen! Heiraten kann er doch das Mädel nicht. Es ist am besten, Gräfin, wir brechen auf, dann muß er doch mit. Warten Sie, ich werde ihn holen." Ehe es Gräfin Jutta, die f6) über feine Reden ärgerte, verhindern konnte, war er schon aufgestanden und stelzte auf den Tisch zu, an dem Hans Sy- den die meiste Zeit des Abends verbracht hatte. Rudolf Hammerschmied tanzte eben mit der Landratstochter und Gretel mit einem jungen Apothekerssohn. Alois Hammerschmied verneigte sich kurz vor den Hochwalds, sagte lächelnd zu Hans Syden: ,^ch möchte Sie holen, lieber Hans, wir wollen aufbrechen. Uebriaens hatten wir heute abend wenig von Ihnen. Johannes Hochwald mochte den Baron nicht, und fast gegen [einen eigenen Willen mischte er sich ein. „Niemand von uns hält den Herrn Grafen fest." Jetzt meldeten sich die Geister des Weines etwas stärker und der hagere Baron lachte verhalten: „Na, na — schöne junge Damen haben zum Beispiel bestimmt Kraft, jemand festzuhalten ohne äußere Gewalt, nur rate ich da dringend zur Vorsicht." Er sah jetzt Bettina mit seinen merkwürdig hellen Augen an, dämpfte die Stimme. „Das Städtchen ist klein, ein guter Ruf ist leicht in Gefahr gebracht und dann bleiben die passenden Freier aus." Das war eine Bosheit, ja, eine Unverschämtheit, und der Baron begriff später niemals, wie er sich soweit hatte vergessen können. Kaum war die letzte Silbe seinem Munde entflohen, war er plötzlich ganz nüchtern. Er wußte klar, er hatte nur Hochwald eins auswischen wollen, weil der ihm einmal im Goldschmiedeladen gesagt hatte: ,Hch bitte Sie höflichst, Herr Baron, mich nicht so gönnerhaft zu behandeln." Damals hatte er verärgert erwidert: „Ihnen scheint nichts an meiner Kundschaft zu liegen?" Worauf die Ant- wort erfolgte: „Ich habe kein Talent, mich herablassend behandeln zu lassen, lieber verzichte ich auf den besten Kunden!" Und er hatte ihn gehen lassen, hatte dabei einen hochmütigen Zug im Gesicht ge- habt. Er war seitdem nicht mehr in dem Laden am Ritterplatz gewesen, dock hatte er manchmal ärgerlich an Johannes Hochwald gedacht. Heute aber war der alte Aerger kräftig hochgespütt und er hatte sich zu der Bemerkung hinreißen lassen, die er jetzt gern abgeschwächt hätte. 2Iber wie? Es lag ihm nicht, klein beizugeben. In Bettinas Wangen war bei der Beleidigung dunkle Röte getreten und ihr war es, als ob man an den Nachbartischen aufmerksam geworden wäre und die kleine Szene hier verfolgte. Johannes Hochwald und feine Frau saßen da, als hätte man mit Steinen nach ihnen geworfen, und auf Hans Sydens Stirn lag eine Wetterwolke. Aber niemand sprach. Es war ein Schweigen, so dumpf und bedrückend, wie es schweren Gewittern vorangeht. Bettina war es, als hielte jeder im Saal den Atem an, als spiele die Musik nur noch ganz leise, als warteten alle auf irgend etwas ganz Ungeheuerliches, auf ein Schauspiel, eine Sensation. Und es dachte doch niemand Daran. Wohl schauten ein paar Ballgäste her, aber nur aus Neugierde, weil der sehr bekannte Baron, den man im Städtchen den „wilden Reiter" nannte, am Tisch der Hochwalds stand. Seit der Baron so zu Bettina gesprochen und sich starres lastendes Schweigen über die fünf Menschen gesenkt, waren nur wenige Sekunden vergangen, doch Bettina schien es mindestens eine Stunde. Unb jetzt sprach Hans Sydens Stimme: „Sie hätten das eben nicht sagen dürfen, Herr Baron." Sein Ton war scharf. „Sie haben dadurch meine Braut beleidigt, Herr Baron — wir haben uns wirklich vorhin verlobt, Fräulein Hochwald und ich. Wir beabsichtigen allerdings, die Verlobung allen, auch meinen Verwandten, erst morgen bekanntzugeben, natürlich werde ich nach dem Dorgefallenen allen sofort Mitteilung davon machen." Seine Blicke sprachen zu Bettinas Eltern und zu Bettina selbst. Seine Blicke baten und befahlen zugleich. Er wollte die Beleidigung zunichte machen. Die Geister des Weines waren verflogen, der „wilde Reiter" verneigte sich vor Bettina: „Meinen ergebensten Glückwunsch!" Sie machte keine Miene, ihm die Hand zu reichen. Ihm war sehr unbehaglich zumute. Er murmelte: ,Zck will mich gleich verabschieden, es ist schon spät — Hans erhob sich, zog Bettina sanft vom Stuhle empor. „Komm, Bettina, wollen zu Großchen Jutta und Gretel gehen, ihnen erzählen, daß wir uns heute abend verlobt haben. Sie werden sich darüber freuen." Sehr laut sagte er es, man mußte es an den nächsten Tischen hören und sollte es auch. Niemand durfte wagen, ähnlich über Bettina zu denken, wie der Baron es getan. Dazu stand Bettina zu hoch, dazu war sie zu schade. Bettina grübelte gequält: Wozu die Komödie? Sie konnte ja doch nur von kurzer Dauer fein. Der Baron verneigte sich flüchtig vor allen und stelzte wieder zurück, meldet Gräfin Jutta: „Hans hat sich eben mit Bettina Hochwald verlobt. Ich möchte übrigens nach Hause fahren. Rudolf, du kommst doch mit." Der schüttelte den Kopf. „Nein, Onkel, dazu gefällt es mir hier noch zu gut, und daß Hans sich verlobt hat, finde ich großartig. Ich will chm gleicy gratulieren." Gräfin Jutta machte ein sehr erstauntes Gesicht. Hans hatte sich verlobt? Wie war das denn mög- lich? Nach allem, was er ihr vor wenigen Tagen gebeichtet, dachte er nicht im entferntesten daran. Er hatte chr doch erzähtt, er dürfe nicht daran denken, Bettina an sich zu fesseln, der Schatten einer Toten gebe ihn nicht frei, der Schatten stehe für immer zwischen ihm und Bettina, überhaupt zwischen ihm und jeder Frau. Gretel strahlte: „Die Nachricht ist ja herrlich, Herr Baron, wie schön, daß Bettina nun meine Schwägerin wird." Der Baron erklärte: ,Hch möchte mich also jetzt verabschieden," da standen bereits Hans Syden und Bettina am Tisch. Hans lächelte: „Liebes Groh- chen, Bettina und ich haben uns verlobt." Bettina zuckte zusammen. Weshalb sprach er nur so überlaut? Das eben hatten viele hier tm Saal gehört und hören müssen. Gräfin Jutta reichte Bettina die Hand. „Mein liebes Kind, ich freue mich sehr!" Sie zog Bettina neben sich auf einen Stuhl. Gretel drückte ihr die Hand, auch Rudolf Hammerschmied tat es. Baron Alois kam sich sehr überflüssig vor. „Höchste Zeit für mich, ich muß aufbrechen", sagte er und gab allen die Hand. Bettina übersah wieder seine Hand und Hans ging neben ihm her, geleitete ihn hinaus. Er zog ihn draußen in eine stille Gangecke, sagte heftig: „Sie haben Bettina Hochwald vorhin maßlos beleidigt. Sie werden ihr schreiben, sie um Verzeihung bitten." Er zuckte die Achseln. „Gut, ich werde an Fräulein Hochwald schreiben." Fort war er, stelzte schnellen Schrittes davon. Gräfin Jutta wollte die Hochwalds an ihren Tisch bitten, aber Bettina hielt sie davon zurück: „Lassen wir alles bis morgen, liebe Frau Gräfin, und gestatten Sie mir, mit meinen Eltern jetzt nach Hause zu gehen." Großchen Jutta neigte den Kopf. Bettina sah wirklich nicht aus wie eine strahlende Braut, die sie, nach allem, was auch Bettina wußte, kaum fein konnte. Gräfin Jutta dachte, sie würde ja bald aus Hans herausbringen, was für ein Grund hinter der plötzlichen Verlobung stand. Den Grund erfuhr sie noch in derselben Nacht, oder richtiger am frühen Morgen, denn es war schon Morgen, als das Auto im Waldschlößchen ankam. Gretel ging sofort schlafen, sie war sehr müde, doch Jutta Syden nahm den Enkel am Arm, zog ihn mit sich in ihr Wohnzimmer. „Jetzt, mein lieber Bub, rede dich frei von der Geschichte, mit der du dich heute abend belastet hast, denn ich kann doch unmöglich annehmen, du hast dich mit Bettina nur in einer Weinlaune verlobt, in einer Laune, die du selbst nicht ernst nimmst." ,Lch habe nur ein halbes Fläschchen getrunken, Großchen", gab Hans zurück, „trotzdem ich mir eigentlich vorgenommen hatte, mich ein bißchen an- zuheitern. Weißt du, Großchen, es ist nun mal eine ganz verquere Sache, seit ich immer und immer an Bettina denken muß, die ich früher nie begehrt habe und jetzt nicht begehren durfte, well das die andere, die Tote, nicht leiden wollte. Acht Monate ist sie tot unb ich schäme mich, es wieder sagen zu müssen, ich habe sie nicht geliebt, nur ihre Schönheit hatte mir den Verstand verwirrt. Aber die späte Erkenntnis nützt mir nichts, die Tote hält mich fest wie an einer eisernen Kette. Immer wieder zeigt sie sich, schiebt sich zwischen mich unb alles, was mich gerade freut ober beschäftigt, erinnert und mahnt mich stets daran, wie sehr sie mich geliebt hat unb daß sie noch auf Erden lebte, wenn ich nicht ihren Weg gekreuzt hätte. Ich liebe Bettina, aber ich habe nicht daran gedacht, mich mit ihr zu verloben. Doch eine Bemerkung des „wilden Reiters" brachte mich heute nacht dazu. Ohne zu überlegen handelte ich — well die kränkende Bemerkung auch mich kränkte." Er hatte sich in einen tiefen Sessel gedrückt und seine Stimme war wie zersprungen vor Erregung. Er wiederholte, was Alois Hammerschmied gesagt und daß er selbst sich nicht darüber einig gewesen, ob man nicht an einigen Nachbartischen die Worte verstanden haben könnte. Deshalb hätte er vorgebaut. Seine Liebe zu Bettina hätte sofort daran gedacht, sie zu schützen. Jutta Syden ging mit kurzen festen Schritten durch das teppichbelegte Zimmer hin und her, endlich machte sie vor dem Enkel Halt. Hast ganz recht getan, Hans! Aber was soll nun werden? Mit der Toten mußt du dick dock jetzt innerlich auseinandersetzen, denn wenn sie sich weiter zwischen euch stellen würde, wenn du von chrem Schatten nicht frei kämst, wäre eure Ehe ja von Beginn an zum Unglück bestimmt." Sie redete sanft zu: _ „Schließlich müßtest du, mit etwas festem Willen, über das Gespenst triumphieren können." Wenn dich Wally Wcllb auch noch so sehr geliebt hat, kann sie dich deshalb nicht festhalten wollen für immer. Das Gespenst ist doch eigentlich nur deine Einbildung, mein lieber Bub, nur Deine krankhafte Einbildung. Wenn Wally Walb irgendwie im Hause ihrer Pflegemutter tödlich verunglückt wäre, dächtest du längst ruhiger an sie. Weil es aber gerade auf der Autofahrt zur Schneiderin geschah, von der sie ihr Köfferchen abholen mußte, ehe sie dich am Bahnhof treffen wollte, das hat dich wirr gemacht. Du glaubst, sie würde die Autofahrt zur Schneiderin nicht gemacht haben, wenn du sie nicht am Bahnhof erwartet hättest, du redest dir deshalb ein, du trügejt die Schuld an ihrem Tode." Jutta Syden strich ihm mit der Hand über das sehr glatt gebürstete dunkle Haar. „Du leidest an einer fixen Idee, Hans, versuche das einzusehen. Bist doch sonst ein sehr energischer Mensch. Reiß dich zusammen, stelle den Blick nüchtern ein, sage dir einfach: Vielleicht wäre Wally Walb, auch ohne daß sie dich überhaupt gekannt, in demselben Auto und zu derselben Stunde, denselben Weg gefahren oder denke, das Schicksal hatte so wie so bestimmt, daß ihre Zeit auf Erden um war." Sie lächelte: „Bettina paßt gut zu dir und wir kennen sie alle, als gehöre sie ins Waldschlößchen. Jetzt, da ich weiß, warum du dich so plötzlich verlobt hast, bitte ich dich nochmals: Nimm dich zusammen, üifc dich nicht unterliegen von einem Sie riet chm: „Lege dich jetzt ein paar Stunden ins Bett und schlafe. Wenn du bann aufwachst und die tlare helle Wintersonne scheint, machst du Ordnung in dir!" Er küßte chr dankbar die Hand, well sie so besorgt um ihn war, aber er fühlte und wußte, mit dem Schatten Wally Walbs wurde er so bald nicht fertig. Er fürchtete, bamit würbe er niemals fertig (Fortsetzung folgt!) Volkswirtschaftliche Zeitsragen. en 3 gilt für d. h. die Freigrenze (vgl. oben!) überschreiten. Die Bürgersteuer wird für Personen, die im Jahre Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die versucht haben, sich ihren Schuldverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger zu entziehen. In den zurückliegenden Jahrzehnten mußte hierzu häufig )er sogenannte 1500-Mark-Vertrag herhalten. In all diesen Fallen fiel der Dollstreckungsversuch mei- tens fruchtlos aus. Den letztgenannten Fall behandelt, wie uns die Justizpressestelle Darmstadt mitteilt, ein kürzlich erlassenes Urteil des Landesarbeitsgerichts Darmstadt. Der Sohn eines selbständigen Schreinermeisters war durch rechtskräftige Erkenntnis als Vater eines unehelichen Kindes festgestellt und zur Unterhaltszahlung verurteilt worden. Er arbeitete zusammen mit seinem Vater und einem weiteren Gesellen im väterlichen Geschäft. Da er seinen Unterhaltungsverpflichtungen nicht nachkam, wurde sein Lohnanspruch gegen seinen Vater als Arbeitgeber gepfändet. Nachdem aber auch der Vater, der Schreinermeister R., auf die Lohnpfändung hin nicht zahlte, erhob das Kreisjugendamt für das unterhaltsberechtigte Kind gegen ihn Klage auf Zahlung des gepfändeten Lohnes. Der Schreinermeister wandte hiergegen ein, daß sein Sohn von chm keinen Lohn beziehe, sondern nur seinen Lebensunterhalt in Natur und ab und zu ein kleines Taschengeld von 1 bis 2 Mark erhalte. Es könne mithin kein Lohn gepfändet werden. Das Landesarbeitsgericht hat den Schreinermeister gleichwohl zur Zahlung verurteilt aus folgenden Gesichtspunkten: Es wurde fcstgestellt, daß der Schreinermeister R. ein gutgehendes Geschäft betreibt, in dem neben den bereits Genannten regelmäßig noch mehrere Lehrlinge beschäftigt werden. Die Landwirtschaft von 7 bis 8 Morgen wird von der Frau versehen. Der Sohn verrichtet im Geschäft durchweg alle vorkommenden Schreinerarbeiten. Der Einwand des Schreinermeisters, daß der seinem Sohn gewährte Unterhalt, den er mit täglich 3,25 Mark bewertet, und das ab und zu gegebene Taschengeld einen ausreichenden Lohn darstellen, wurde zurückgewiesen. Dafür sprach auch, daß der Sohn demnächst zu heiraten beabsichtigt und dann gewiß nicht mit einem derartigen Lohn einverstanden wäre. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, daß die Gewährung des Unterhalts und eines Taschengeldes nur eine unverhältnismäßig geringe Vergütung für die Arbeit des Sohnes darstellen würde. Leistet aber der Schuldner bei einem Dritten in einem ständigen Verhältnis Arbeiten oder Dienste, die nach Art und Umfang üblicherweise vergütet werden, unentgelllich oder gegen eine verhältnismäßig geringe Vergütung, so gilt im Verhältnis des Gläubigers zu dem Arbeitgeber eine angemessene Vergütung als geschuldet. D. h., nach dieser von der nationalsozialistischen Regierung erlassenen Gesetzesvorschrift muß sich der Arbeitgeber eines zahlungsunwilligen Angestellten gefallen lassen, daß er so gestellt wird, als sei zwischen ihm und seinem Beschäftigten ein ausreichender Lohn vereinbart. Hierin liegt, wie das Urteil ausführt, die grundsätzliche Aenderung der Rechtslage gegen früher, wo eine Lohnpfändung nur möglich war, wenn nach Lage des Falles der Wille der Parteien in einem solchen Falle auf den Abschluß eines Arbeitsverhältnisses gerichtet war. Die Unterhaltung des unehelichen Kindes ist eine moralische und rechtliche Pflicht. Der Kindesvater ist verpflichtet, mit allen Mitteln seine Arbeitskraft mindestens so auszunutzen zu suchen, daß er seiner Unterhaltspflicht nachkommen kann. Das entspricht dem gesunden Volksempfinden. Hat er dies bisher noch nicht getan, so muß er dies jedenfalls von dem Augenblick an tun, wo er Vater geworden ist. Kann ihm der väterliche Betrieb nicht den entsprechenden Lohn gewähren, so muß er anderswo Arbeit suchen, die entsprechend entlohnt wird. Es ist unsittlich, wenn der Vater an der bisherigen unverhältnismäßig geringen EnÜohnung des Sohnes festhält, denn es wäre die Folge, daß er für unverhältnismäßig geringes EntgeU die vollwertige Arbeitskraft des Sohnes nutzen kann, während dessen Kind leer ausgeht, obwohl dem Beklagten eine angemessene Entlohnung zugemutet werden kann. Das ist aber jedenfalls vom Standpunkt der heutigen Rechtsauffassung aus als wider die guten Sitten zu bezeichnen. Eines solchen als unsittlich zu bezeichnenden Verhaltens hatten sich aber Vater und Sohn schuldig gemacht, denn sie gingen nach der vom Gericht gewonnenen Auffassung bewußt darauf aus, das Kind um seinen Unterhalt zu bringen. • Mit dieser Auffassung hat das Landesarbeitsgericht im Gegensatz zu vielen früheren Entscheidungen einen neuen Weg beschritten, der in höchstem Maße dem gesunden Empfinden aller anständig denkenden Volksgenossen entspricht. Steuererleichterung, bei der neuen Sürgersteuer Ersetzten Hauskinder oder sonstige Personen im _______o__,_________... , ... Haushalt oder Betrieb der Eltern oder anderer Per- 1936 voraussichtlich einkommensteuerfrei onen eine Arbeitskraft, so wird, sofern ein Dienst- sein werden, auf die dem niedrigsten Reichssatz von vertrag nicht besteht, der halbe Wert der ge-13 RM. entsprechende Steuer auf Antrag er- Der niedrigste Reichssatz von 3 Mark „ ein kommen st euerfreie Personen, unter der Voraussetzung, daß sie wegen Gering- sic igkeit des Einkommens zu einem Einkommen- ftoierbetrage für 1934 tatsächlich nicht herangezo- $ei worden sind, ober bei einer Veranlagung frei« geteilt wären. Letzteres kommt in Betracht, wenn 19vorübergehend lohn- oder kapitalertragsteuer- xs ästige Einkünfte bezogen sind. Sei Verheirateten werden die Einkünfte he- — nicht dauernd getrennt lebenden — Ehe- gclten zusammengerechnet. Minderjährige, vor dem 11 Oktober 1917 geborene Kinder mit einem Arbeitseinkommen aus einem fremden Betriebe werbe selbst zur Bürgersteuer veranlagt, Gehalts- und Lohnempfänger, wie sonst, auf der Lohnsteuerkarte Was wir brauchen - das haben wir! Unsere Tlahrungsmittelversorgung ist gesichert. antragen. Für selbständig zur Bürgersteuer veranlagte Minderjährige (vgl. oben!) wird der Richtsatz für alleinstehende Personen angesetzt. Die Freigrenze beträgt — auch für Ledige — mindestens 400 Mark. In keinem Falle darf jedoch das Einheitswertvermögen vom 1. Januar 1935 (Grundvermögen, Betriebsvermögen, landwirtschaftliches oder dergl. Vermögen) 8000 Mark übersteigen. Ob die Freigrenze überschritten ist, richtet sich nach den voraussichtlichen steuerpflich- tigen Einkünften des Jahres 1936 im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Verluste bei anderen Einkommensarten sind auszugleichen; Abzüge für Sonderausgaben finden nicht statt. Don den Einkünften aus Arbeitslohn, Kapitalvermögen, sowie wie- )erkehrenden Bezügen sind Werbungskosten nicht ab- etzbar. Bei Arbeitnehmern ist die Höhe des Arbeitslohns bei der nächsten auf den Fälligkeitstag folgenden Lohnzahlung gemäß Lohnsteuerkarte maßgebend. Die Einkünfte des Jahres 1936 werden im übrigen grndsätzlich im Anschluß an die Einkünfte des Jahres 1935 geschätzt, Heuer Weg bei Lohnpfändungen. Eine wicht ge Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Darmstadt. Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird mitgetellt: Gerüchte! Wir alle kennen dieses hintergründige Flüstern von Ohr zu Ohr. ,Laben Sie schon gehört...?" „Ja, natürlich! Man hat mir erzählt... — „... und wissen Sie, das mit der Butter ... /' So raunen sich die alten Tanten beiderlei Geschlechts mit wichtig gereckten Hälsen und hochroten Köpfen bisweilen zu. Der kleinste Anlaß läßt sie in Aktion treten. In den meisten Fällen mag das nicht einmal böse gemeint fein, aber manchmal dürfte auch hinter dieser Gerüchtemacherei eine bewußte Sabotage der nationalsozialistischen Aufbauarbeit stecken. Und diesen Saboteuren des geschlossenen Aufbauwillens eines 65-Millionen-Volkes muß das Handwerk gelegt werden. So oder so! Wenn sie nicht zu belehren sind, dann wird man sie anders zu fassen wissen und auf eine nachdrücklichere Art von der Unzweckmäßigkeit ihres Tuns überzeugen. Gerade in den letzten Wochen erlebte man in dieser Hinsicht manches, worüber jeder vernünftige Volksgenosse nur erstaunt den Kops schütteln konnte. In einzelnen Zweigen unserer Lebensmittelversorgung war eine vorübergehende Knappheit eingetreten, die inzwischen wieder resllos ausgeglichen wurde- und schon schwirrten die Gerüchte durch die Luft! Keiner wußte eigentlich wirklich etwas, aber man „vermutete" und „glaubte". Während niemals auch nur im geringsten an der völligen Sicherung der Ernährungsgrundlage Deutschlands zu zweifeln war erzählte man sich die unsinnigsten Dinge. Aengstliche und überbesorgte unvernünftige Hausfrauen wurden dadurch zu Angstkäufen und einer sinnlosen Hamsterei verführt, die natürlich nun tatsächlich zu einem vorübergehenden Ausverkauf die- ser oder jener Waren infolge des plötzlichen Ansturmes führte. Inzwischen ist ja dieser Spuk wieder verschwunden Und manche Hausfrau wird sich nun im Stillen ihrer Unvernunft schämen. Ihnen allen mag das eine Warnung sein, sich in Zukunft nicht mehr von Dummköpfen ober böswilligen Saboteuren zu solchen Unbesonnenheiten verführen zu lasten. Denn eines soll und muß sich gerade jede deutsche Haus- frau bewußt fern: Die Lebensmittelversorgung Deutschlands ist gesichert! Niemals war weniger Grund zu einer Beunruhi- gung als heute, da durch den Reichsnährstand unter Führung des Reichs, und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walther Darre, für Die Sicherung der Ernährungsgrundlage unseres Volkes mit planvoller Zähigkeit und Energie gekämpft wird. Heute schon, nach einem Jahr der Erzeugungsschlacht, ist die Lebensmittelversorgung in den wichtig st en Erzeugnissen aus eigener Scholle gewährleistet! Dessen darf und muß sich der Verbraucher bewußt sein, Getreide, Mehl, Milch, Zucker, Fett, Kartoffeln usw. sind in ausreichendem Maße vorhanden; und das trotz sinkender ausländischer Lebensmitteleinfuhren. Noch im Zeitraum 1928/29 wurden nach Deutschland für 4 Milliarden Mark Lebensrnittel eingeführt — 1934 nur noch für 1,1 Milliarden! Jeder ist sich bewußt, welche Ersparung an Devisen dies bedeutet. Und jeder wird darin auch den klarsten und überzeugendsten Beweis für den Erfolg und die Notwendigkeit der Erzeugungsschlacht erkennen. Es wäre Irrsinn oder bewußte Böswilligkeit, dann noch von einer Gefährdung unserer Ernährung sprechen zu wollen. Gewiß sind noch vorübergehende Spannungen bei einzelnen Erzeugnisten vorgekommen. Sie wurden zum Teil durch eine immer noch nicht völlig lahmgelegte Spekulation verursacht, anderseits waren sie aber auch durch gewisse saisonmäßige Schwankungen infolge unvorhergesehener Witterungseinflüsse bedingt. Denn schließlich ist die Landwirtschaft ja kein Industrieunternehmen, bei dem die „Produktion" haargenau mit dem Rechenstift festgelegt werden kann. Das Wettermachen hat noch niemand gekonnt, auch die überschlauen Gerüchtemacher werden es wohl schwerlich lernen. So kann denn der Verbraucher das ruhige Bewußtsein hegen, daß die Lebensmittelversorgung unseres Volkes in rastloser Arbeit gesichert wurde. Er hat bann aber auch seinerseits bie Pflicht, durch einen planvollen Verbrauch — der nicht durch unbestimmbare Kleinigkeiten sich zur Kopflosigkeit hinreißen läßt — dieses große Werk unseres Volkes zu festigen. Und wenn wirklich einmal die Butter für wenige Tage etwas dünner aufgestrichen wird, ober wenn einmal gerabe dieses ober jenes Stück Fleisch nicht zu haben ist, dann soll man des Wortes einqebent ein: daß andere Völker um nationale Dinge Kriege Ühren, und daß der Deutsche darum wohl auch für olche einmal kleine persönliche Opfer bringen kann! währten freien Unterkunft und Bekösti - gung, Kleidung und sonstige Vorteile (z. B. Taschengeld) zu den Einkünften gerechnet. Der volle Wert der freien Station wird dabei, wie bei der Lohnsteuer, für weibliche Hausgehilfinnen, Lehrmädchen und sonstige gering bezahlte weibliche Arbeitskräfte mit 25 RM., für männliche Hausgehilfen, Lehrlinge, Gewerbegehilfen, landwirtschaftliche Arbetter und sonstige gering bezahlte, nicht angestell- tenversicherungspsiichtige männliche Arbeitskräfte mit 35 RM., für Gewcrbebehilfen und sonstige angestelltenversicherungspflichtige Arbeitnehmer mit 45 RM., für Angestellte höherer Ordnung (z. B. Werkmeister) mit 60 RM. monatlich angesetzt; z. B. bei einem volljährigen ledigen Haussohn, der im väterlichen Betrieb ohne Vereinbarung eines Angestelltenverhältnisses als Gewerbegehilfe tätig ist, der halbe Wert mit 210 bzw. 270 RM. jährlich; hinzu kommt ein Zuschlag für Kleidung und ein etwa gewährtes Taschengeld zur Hälfte. Bürger« steuerpflicht besteht, falls die so errechneten Bezüge Von Dr. jur. et rer. pol. K Wuth, Berlin Don der Bürgersteuer wird grundsätzlich jeder Ziolksaenosse vom 18. Lebensjahre an betroffen, lei einer allgemeinen Besteuerung dieser Art ist i* Beseitigung von Ungleichmäßigkeiten und Här- tsi von besonderer Bedeutung, so daß Befrei- tin g e n und Ermäßigungen bei der Bürger- °uer in besonders großem Umfanae vorgesehen nb. Bei ber Bemessung ber Bürgersteuer werben , machst bie Einkommensverhältnisse neben dem nmilienffanb zugrunde gelegt. Daneben hat nun- inchr das Gesetz zur Aenderung des Bürgerfteuer- asetzes vom 16. Oktober 1935 eine stärkere Berücksichtigung des Vermögens zur Folge. Vor aiiem sind die Befreiungen u. a. durch Erhöhung der allgemeinen Freigrenze und sonstige S-nderungen der Erleichterungsvorschriften e r - »eitert. Bürgersteuer für 1936 hat grundsätzlich jeder SMtsgenon’e zu zahlen, der am 10. Oktober 1935 (Stichtag) das 18. Lebensjahr erreicht hat, b. h. vir bem 11. Oktober 1917 geboren ist. Steucrpflicht Weht in der Gemeinde, in deren Bezirk er am L'ichtage gewohnt hat, ohne Rücksicht darauf, ob br Wohnsitz oder Aufenthalt später verlegt ist. Bei Bemessung der Bürgersteuer ist nunmehr zwi- scen der Besteuerung nach bem Einkorn- »en und nach dem Vermögen zu unterscheiden; letztere tritt bei Vermögen über 15 000 Mark erle£un£! Meiner werten Kundschaft zur gefl. Kenntnis, cfeß sich mein Geschäft, Metzgerei und Wirtschaft, ab 1. November 1935 fteinftraße 21 befindet. Das mir seither entgegengebrachte Vertrauen bitte ich mir auch weiterhin zu erhalten. Jfcinricfi Sörr, JHetzgermeifier — 627QP Nationalsozialistische Rechtsphilosophie. Professor Dr. Bley spricht vor den Iungjuristen auf dem Gleiberg. Die Jungjuristen im Gleiberg-Lager hatten sich am Dienstagmorgen wieder zur ernsten Schulungsarbeit zusammengefunden. Der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Gießen Professor Är. Ney gab ihnen in klaren, packenden Worten eine Einführung in die Grundgedanken nationalsozialistischer Rechtsphilosophie. Weil der Nationalsozialismus als Weltanschauung kein theoretisch-wissenschaftliches Gebilde ist, kann auch seine Rechtsphilosophie nicht mehr Philosophie im Sinne aufgeklärter, „voraussetzungsloser" Wissenschaft sein. Sie ist keine „Professorenphilosophie von Philosophieprofessoren", wie Schopenhauer sie nannte, in der die reine Vernunft im Sinne rationalistischen Denkens durch Auflösung in begriffliche Bestandteile, durch Klassifizierung und durch das Hineinzwängen in willkürliche Schemata die Wahrheit zu erforschen suchte und dabei noch glaubte, auch das geistige Band zwischen all den begrifflichen Bestandteilen finden zu können. Der Nationalsozialismus kenpt keine „voraussetzungslose" Philosophie. Für ihn hat sie einen praktischen Zweck. Sie soll den Menschen anleiten, sich in der Welt zu orientieren, soll ihm Auskunft geben in den ewigen Menschheitsfragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Diese praktische Seite aller Philosophie bringt es mit sich, daß sie notwendig an ihre Zeit gebunden ist, in ihrer Zeit denkt und die Sprache ihrer Zeit redet. Auch Rechtsphilosophie soll dem wirklichen, praktischen Leben zuführen, soll nicht nur theoretische Erkenntnisse vermitteln. Dies wird heute noch weitgehend verkannt, und mit Unrecht hält man diese Art Rechtsphilosophie, die nicht nur reine, abstrakte Vernunft voraussetzt und nicht nur analysierend denkt, für ein sinnloses Beginnen. Bei der Begründung nationalsozialistischer Rechtsphilosophie sucht man heute vielfach an ältere philosophische Systeme anzuknüpfen. Im Vordergrund steht dabei die Hegelsche Rechts- und Staatsphilosophie, die tatsächlich recht praktische Einschläge aufweist, eine preußische Staatsphilosophie im Geiste des Soldatentums und Beamtentums war und den ethischen Grundgedanken der Pflichterfüllung auch bis zur Aufgabe des Lebens besonders in den Vordergrund rückte. Diese Grundgedanken Hegels sind auch in weite Schichten des deutschen Volkes gedrungen, und der Nationalsozialismus konnte an diese Tradition anknüpfen. Trotzdem wäre es falsch, den Nationalsozialismus „h e g e li sch zu begründe n", seine Rechts- und Staatsphilosophie einfach zu übernehmen. Denn sein Fühlen und Denken war auch zeitgebunden, was das Denken der Freiheitskriege, des absolutistischen und konstitutionellen Staatssystems und letzten Endes des Frühliberalismus der Zeit eines Freiherrn vom Stein, Scharnhorst, Hardenberg usw., den der preußische Staat übernommen hatte. Hegel will die Welt aus einem Prinzip ableiten, vom menschlichen Bewußtsein der Selbstexistenz. Das individuelle Bewußtsein des lebendigen Menschen wird bei ihm gleichgestellt । der Idee, ist Konstitutionsfaktor der Welt, menschliches Bewußtsein ist Schöpfer und Baumeister der Welt, ein Stück Verwirklichung des schöpferischen Weltgeistes. Wie Hegel so eine Entwicklung der Welt aus dem Selbstbewußtsein des Menschen lehrt, so ist für seine Jünger in der Jetztzeit der Nationalsozialismus eine Entwicklungsstufe des menschlichen Bewußtseins, die genau so abwandelbar ist wie seine Antithese, der Liberalismus. Dieser Entwicklungsgedanke ist jedoch echt liberalistisch und widerspricht nationalsozialistischer Auffassung. Trotz der vielen praktischen Grundgedanken in Hegels Rechts- und Staatphilosophie, die auch im Nationalsozialismus eine großartige Wiederbelebung fanden, kann diese Rechtsphilosophie heute nicht schlechthin als nationalsozialistische übernommen werden. Manche der heutigen Philosophen knüpfen auch an Kant an. Dieser hat in der Mathematik und Naturwissenschaft den Versuch einer theoretischen Grundlage der Wissenschaft unternommen, er gab aber nicht eine theoretische Grundlage für alle Philosophie, wie man es ihm aus Mißverständnis oft unterschob. Seine Grundfragestellung ist: Woran liegt es, daß unser Urteil richtig ist; welches sind die Grundlagen richtigen Urteilens? Belanglos ist es, ob wir das Wesen der Dinge richtig erkennen. Vorausgesetzt ist auch, daß der Mensch richtige Urteile fällen kann. Die Gültigkeitsgründe eines Urteils stammen nicht aus der Erfahrung, sie sind vorgegeben, sind Denkformen oder Kategorien, „Urteile a priori". Doch gelten diese Kategorien nur für Erfahrungstatsachen, können sich nur mit diesen befassen; sie sind transzendental, aber nicht transzendent. Nach Kant ermöglichen die Kategorien nur Erkenntnisse der Mathematik und Naturwissenschaft. Eine Uebertragung auf das Recht ist unmöglich, wie es von jüdischen Gelehrten, von Kelsen und Gen., in echter Prinzipienreiterei getan wurde; dafür ernteten sie von ihrer Zeit besondere Lobeshymnen über ihre „unbestechliche Logik und fabelhafte Konsequenz". In der „Kritik der praktischen Vernunft" hat dann jedoch Kant die Menschheitsfragen nach Sinn und Aufgaben des menschlichen Lebens unabhängig von aller theoretischen Einsicht und allem reflektierenden Denken behandelt und damit auch die Rechtsphilosophie aus dem Bereich reiner rationalistischer Abstraktionen und Theorien herausgehoben. Auch in der Wert- und Gesellschaftsphilosophie Nietzsches finden sich schon starke Anklänge an nationalsozialistische Rechtsphilosophie. Zerschlagung des alten Individualismus, Erringen neuer Werte, der Uebermensch im Gegensatz zum schwächlichen' weichlichen Mitleidsmenschen, völkisches Selbstbewußtsein und die neue Gemeinschaftsform rassisch starker Menschen sind dort schon vorgezeichnet. Aus all dem ist zu ersehen, daß nationalsozialistische Rechtsphilosophie weder rein theoretisch, noch geschichtlich ist, sondern eigene Gedanken in eigener Sprache aus unserer Zeit heraus redet. Die rassische Erb lehre steht in ihrem Mittelpunkt. Dabei ist der Begriff der nordischen Rasse nicht rein biologisch aufgefaßt, wie es überhaupt keinen nordischen Jdealchp gibt. Entscheidend ist die geistige Grundlage, die Rassenseele. Dieser „in- telligible Charakter", wie ihn Kant nennt, ist das, was dem individuellen Menschen die Würde des Menschentums gibt, in ihm das gemeinschaftsbildende Gefühl der Freiheit und Selbstoerantwortung weckt. Es ist jene große metaphysische Ueberzeugung von einem inneren Erlebnis, daß außer der Gemeinschaft ein seelisches Erleben unmöglich ist, dem das frühdeutsche Mittelalter dadurch Ausdruck gab, daß es die „Fremde" das „Elend" nannte, in dem die besten seelischen Kräfte verkümmern mußten. Diese Ueberzeugung ist unbeweisbar, metaphysisch, In seinem einleitenden geschichtlichen Ueberblick im Jungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg am Dienstagnachmittag zeigte der Redner zunächst, daß das deutsche Volk feit seinen Anfängen ein Bauernvolk war, daß es den Boden als ein von Gott geschenktes Eigentum ansah, das keine Ware war, sondern gemäß dem Odalsrecht unveräußerlich an den jeweils besten Sproß des Bauern überging. Der Vortragende schilderte darauf eindringlich, wie diese auf die Verbindung von Blut und Boden gegründete Weltanschauung durch den feit dem frühen Mittelalter in Deutschland sich in verderblichster Weise geltendmachenden Einfluß des Judentums allmählich in den Hintergrund gedrängt, wie der Boden zur Ware wurde, und wie dadurch bedingt sich eine gefährliche Loslösung des deutschen Menschen vom Boden ergab, die ihre schlimmste Auswirkung in der Verstädterung, einem katastrophalen Geburtenrückgang und damit in der Zerstörung der Lebensgrundlage des deutschen Volkes hatte. Der Redner stellte klar heraus, daß die Rettung aus dieser Gefahr allein das Verdienst des Nationalsozialismus ist durch seine grundlegenden Gesetze: Reichserbhofgesetz, Reichsnährstandgesetz und das Gesetz zum Neuaufbau deutschen Bauerntums. Das Reichserbhofgesetz stellt die Verbindung von Blut und Boden wieder her und macht den Bauern wieder zum Treuhänder am deutschen Boden. Die Lebensquelle des Volkes ist dadurch gesichert. Dieser Einbruch in das liberalistische Recht muß aber, darauf wies der Redner besonders hin, in der Zukunft noch weitere Gebiete umfassen, so den städtischen Siedlungsboden für den deutschen Arbeiter. Durch das Reichsnährstandsgesetz wurden das gesamte Bauerntum und die Verteiler, Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der Organisation des Reichsnährstandes zu'sammen- gefaßt und damit die Grundlage geschaffen für die Hauptaufgabe des Reichsnährstandes, die richtige Verteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Das Gesetz zur Neubildung deutschen Bauerntums bezweckt die Verbindung derjeni- gen Bauernsöhne mit dem Boden, die nicht den ragt ins Jenseits hinein. Nicht biologische Einheit, sondern diese gemeinsame seelische Grund. Haltung bildet ein „Volk". Volk ist daher für den Nationalsozialismus auch nicht eine Summe von Staatssklaven bolschewistischer oder byzantinisti. scher Prägung, sondern die Einheit starker, freier, aber seelisch gleichgerichteter Persönlichkeiten, deren Kräfte und Fähigkeiten gefördert und entfaltet werden sollen zum Nutzen der Gemeinschaft. Weil die seelische Grundeinstellung in der nationalsozialistischen Rechtslehre die Hauptsache ist, wäre es falsch, sie zu zerreden, zu analysieren und zu schematisierens wenn sie sich auch in bestimmten Begriffen aus. wirken und darstellen lassen muß. väterlichen Erbhof übernehmen können. Die damit verbundene Aufteilung des Bodens im deutschen Osten ergibt durch Verankerung des deutschen Bauern ein zuverlässiges Bollwerk gegen den Bolsche. wismus. Der Redner schloß seine aufschlußreichen Ausfüh. rungen mit dem Wort Adolf Hitlers: „Der. geht nie, daß das heiligste Recht, das es auf dieser Erde gibt, das Recht auf Erde ist, und das größte Opfer das Blut, das man für diese Erde gibt." Führertagung im 6G. -Abschnitt XXX. Richtlinien für die kommende Winterarbeit. LPD. Marburg, 30. Okt. Die SS.-Füh. rer des Abschnittsbereiches XXX waren in Marburg zufammengekommen, um die Aufgaben und die Richtlinien für die Winterarbeit entgegen- zunehmen. Nach kurzem Gruß des Führers des SS.-Abschnittes XXX, SS.-Oberführer Ludwig, an die versammelte Führerschaft der SS.-Standar- ten 2 (Frankfurt), 35 (Kassel) und 83 (Gießen) brachte die Arbeitstagung zunächst am Vormittag und später in den ersten Nachmittagsstunden ein. gehende Referate der Sachbearbeiter im Stabe des Abschnitts, die die Führerschaft vertraut machten mit den Aufgaben, die in den kommenden Monaten an die SS. gestellt werden. Zahlreiche Anfragen der Führer der Standarten ergänzten das Bild. Die Sturmbann-Führer berichteten über den Stand der Ausbildung, der Einkleidung und der Erwerbslosig- keit in ihren Einheiten. Am Schluß der Arbeits- tagung sprach SS.-Oberführer Ludwig zusam- mengefaßt über die Aufgaben und Ziele der SS. Seine Ausführungen waren eine klare Absage an öie Kreise, die heute glauben, die Schutzstaffeln seien überflüssig und könnten aufgelöst werden. Sie gaben vielmehr jedem die Erkenntnis, daß die SS. heute wie in allen bisherigen Jahren ein wichtiges Instrument in der Hand unseres Führers ist. Das Sieg-Heil auf den Führer und das Treuelied der SS. beendeten die Arbeitstagung, deren Verlauf die Gewißheit gab, daß auch der SS.-Abschnitt XXX im kommenden Winter mit ganzer Kraft wei- ter die Aufgaben erfüllen wird, die gestellt wurden. Nationalsozialistische Agrarpolitik. Oer Hauptstabsleiter des Landesbauernführers spricht vor den Lungjuriffen. 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ÖQS grch Jrbe gibt?. V :k Hui irdigke iß r - Nr 255 Drittes Blatt ®tcfiener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Donnerstag, 31 Oktober (935 Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und BM. Der BDM., Obergau 13 Hessen-Nassau, teilt mit: Drei große Erziehungssäulen und -Faktoren gibt es nach dem Willen des Führers für die deutsche Jugend: Elternhaus, Schule und Hitlerjugend Gemeinsam sollen diese drei den jungen deutschen Menschen und Staatsbürger formen und bilden. Im Elternhaus wird der erste Keim gelegt, gehegt und gepflegt, vom Elternhaus aus sieht der junge werdende Mensch zum erstenmal seine Umgebung, sein Dorf, seine Heimat, sein Land und darüber hinaus sein Vaterland und die ganze große Welt. Hier bilden und formen sich die ersten Anfänge einer Weltanschauung. Das Elternhaus ist der Brunnen, aus dem der junge Mensch als lebendige Ouelle in sein Volk fließt, aus dem er immer neue Kraft schöpft, sich selbst erneuert durch die Kräfte, die er mitbekam. Schon früh tritt dann der zweite Erziehungsfaktor auf den Plan, die Schule, die dem werdenden Volksgenossen und Staatsbürger das Wissen gibt, das Können, das er braucht, um sich in einer Kulturwelt durchzusetzen. Dann kommt die Hitlerjugend und für uns Mädel der Bund Deutscher Mädel in der HI, und sagt dem jungen Menschen: Alles, was du vom Elternhaus mitbekamst, alles was dir die Schule an Wissen und Kenntnissen gab, das erhieltest du, um es einzusehen im Volk. Erhielten wir im Elternhaus die Waffen und das Rüstzeug, wurden diese in der Schule gestärkt und geschärft durch Erlernung der Kunst, sie zu führen, so gilt es in der Gemeinschaft der deutschen Jugend, diese Waffen zu gebrauchen, einzusetzen, um mit ihnen dem Ganzen, dem Volk und Land freiwillig zu dienen lieber die^kleine Gemeinschaft des Elternhauses, über die erweiterte kameradschaftliche Zusammenarbeit in der Schule vereinigt sich die deutsche Jugend in der Hitlerjugend zu einer einsatzbereiten Gemeinschaft, die morgen Volk fein wird. Immer einheitlicher und f e st e r muß die Zusammenarbeit dieser drei Erziehungsfaktoren werden, sie müssen gemeinsam an dem einen Ziel schaffen, d en deutschen Menschen zu erziehen, der Träger des Volkes sein kann, wie der Führer ihn braucht. Mm die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Bund deutscher Mädel in der Hitlerjugend enger zu gestalten, die sich am leichtesten festigt durch persönliches kennenlernen, durch persönliche Aussprachen und Besprechungen, werden die Führerinnen des BDM. von jetzt ab bestimmte Tage in der Woche festlegen, an denen sie die Eltern bitten, mit Fragen und auch Beschwerden zu ihnen zu kommen. Die Führerin des ÄDM., Obergau Hessen-Nassau, Else R i e s e , ist von nun an an jedem Montag von 8 bis 17 Uhr im Diensthaus in Wiesbaden, Park- straße 89, zu sprechen. Wir bitten alle Eltern und Erzieher, an diesem Tage recht oft nach Wiesbaden in die Dienststelle des Obergaues zu kommen, um die Verbindung zwischen Elternhaus und BDM. immer fester zu gestalten. Bund deutscher Mädel. Mntergau 116 Gießen. Der Sprechtag für die Eltern und Lehrer unserer Mädel und Jungmädel findet Montags von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr statt. In ärztlichen Angelegenheiten sind allein unsere beiden Untergauärztinnen zuständig, deren Sprechstunden noch an dieser Stelle bekanntgegeben werden. Heil Hitler! Die Mädeluntergauführerin m. d. F. b. gez. Käthe Pfeffer. Die Jungmädel-Untergauführerin m. d. F. b. gez. Ruth Fabian. Goldene Hochzeit und goldenes Geschästsjubiläum rfc MH außerdem eine Beschränkung in der beruflichen Tätigkeit. Der Meister selbst ist aber heute noch gerne gesehen. Bis kurz vor dem Kriege hatte Tätigkeit. Der Meister sich das Geschäft zu großer Blüte entwickelt, und den ganzen Tag über im Betrieb tätig und erfreut sich aller geistigen und körperlichen Frische. Seit 50 Jahren gehört Meister Wilhelm Kraushaar zum Kreis der treuen Leser des Gießener Anzeigers. — (Aufnahme: Karl Borst, Gießen.) mehrere Gehilfen fanden lohnende Beschäftigung. Der Krieg, die Inflation und der wirtschaftliche schätzt. Als „Schuhfrau", oder als „Schuhtante" war sie immer und überall Niedergang brachten allerdings einen Rückschlag. Das zunehmende Alter der Ehegatten forderte Am morgigen Freitag können der Schuhmacher- meister und Schuhhäuoler Wilhelm Kraushaar und Frau Katharine, geb. Jost, in Rödgen (Kreis Gießen) das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar, weithin bekannt unter dem Namen „Schusterpetter", kann gleichzeitig auf das LOjährigeBe stehen feines Geschäftes zurückblicken, das er aus kleinsten Anfängen heraus durch Fleiß und Sparsamkeit zu beachtlicher Höhe entwickeln konnte. Seine Ehefrau ist ebenfalls in weitem Umkreis bei der Bevölkerung bekannt und ge- F imwehrüblmg mit dem Schaumlöfchgerä'. Hoch schlugen die Flammen aus dem mit Teer und Oel übergossenen Holzhäuschen. (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) In wenigen Minuten war das Feuer gelöscht. Das Schaumlöjchgeral wird in Betrieb gesetzt. Im steten Bestreben, die Mannschaften der städtischen Feuerwache in ihrer Schlagfertigkeit zu fördern und für alle Fälle zu rüsten, werden mehrmals in der Woche Feuerlöschübungen unternommen, bei denen die Mannschaften der Wache zu beweisen haben, wie sie sich einzusetzen wissen. Die Notwendigkeit der Hebung besteht besonders für die Handhabung von Spezialgeräten. Eines der wichtigsten Hilfsmittel im modernen Feuerlöschwesen ist das Schaumlöschverfahren. Da die Gelegenheiten an sich selten sind, dieses Verfahren in Anwendung zu bringen, anderseits aber Brandfälle, bei denen es eingesetzt werden muß, gefährliche Ereignisse darstellen, führt die Feuerwache für ihre Mannschaften zur Hebung Brandangriffe mit dem Schaumlöschverfahren durch. Jetzt wurde wieder eine Hebung veranstaltet, die den Beweis erbrachte, daß unsere Feuerwehr mit dem modernen Gerät ausgezeichnet zu arbeiten weiß. Für den Zweck dieser Hebung wurde auf Os- waldsgarten aus rohen Brettern ein Häuschen errichtet, das zum Teil mit Holzvolle und anderen leicht brennbaren Dingen gefüllt und außerdem mit einer Menge von Deien und Teer übergossen worden war. Unter der Leitung von Brandinspektor Lenz nahm die Hebung einen raschen Verlauf. Wie eine große Fackel loderten die Flammen empor. Eine starke Rauchwolke stieg auf. Die Mannschaft der Feuerwache rückte aus, montierte sofort das Schaumlöschgerät, schloß es an den Hydrant an, und in wenigen Minuten war das Feuer gelöscht. Kaum 10 Minuten dauerte die gesamte Äk- tion, die eindrucksvoll unter Beweis stellte, welch ein wirksames Feuerbekämpfungsmittel das Schaumlöschgerät in den Händen unserer Feuerwache darstellt. Viele Zuschauer, insbesondere die Jugend, brachten dem Schauspiel alle Aufmerksamkeit entgegen. Aus dem Zagdgau Oberhessen. Die Pflichitrophäenausstettungen. Mit Rücksicht auf die Jagdausstellung in Berlin müssen die Pflichttrophäenausstellungen beschleunigt durchgeführt werden. Ich bestimme deshalb folgende Termine in den Kreisen.- Lauterbach, 16. November, ab 14 Hhr in Lauterbach. Alsfeld, 16. November, ab 16 Hhr in Alsfeld. Schotten, 17. November, ab 14 Hhr in Schotten. Büdingen, 17. November, ab 16 Hhr in Büdingen. Friedberg, 8. Dezember, ab 11 Hhr in Friedberg. Gießen, 8. Dezember, ab 15.30 Hhr in Gießen. Auszustellen sind sämtliche im Jahre 1935 in dem Kreis erbeuteten Geweihe, Gehörne und Keilerwaffen. Geweihe und Gehörne müssen aufgesetzt oder mit einer festen Aufhängevorrichtung versehen sein. Jedes Stück muß folgende Angaben an sich tragen: Jagdbezirk, Name des Jagdausübungsberechtigten, Tag des Erlegens, Gewicht, Nr. der Abschußliste. Ferner muß mindestens ein Unter« tiefernst mit ihm verbunden sein. Weitere Anordnungen durch die Herren Kreisjägermeister. Da die Bestimmungen wegen der Jagdausstellung in Berlin auch für die Staatsforstreviere gelten, ersuche ich ergebenft die Herren Forstamtsvorstände, die in den Staatsrevieren erbeuteten Trophäen bei den Pflichtschauen auszustellen und sich deshalb mit den Herren Kreisjägermeistern in Verbindung zu setzen. Nicolaus, Gaujägermeister. Kreis Giehen. Meine Bekanntmachung im Verkündigungsblatt vom 11. Oktober d. I. wird mit Rücksicht auf dis Jagdausstellung in Berlin dahin abgeändert, daß der Jägerappell verbunden mit der Pflicht- schau der 1935er Trophäen nicht am 5. Januar 1936, sondern schon am 8. Dez em6er 1935 Beethoven, Brahms, Gerster Zum 1. Symphonie-Konzert des Gietzener Kr n ertvereins. Die schaffensglücklichen Sommer, die Johannes Brahms Ende der siebziger Jahre in Pörtschach am Wörther See (Kärnten) verbrachte, ließen neben der zweiten Symphonie und anderen Werken das Violinkonzert in D-dur op. 77 heran- reifen. Den Plan eines größeren Werkes für Violine und Orchester hatte Brahms wohl schon lange mit sich herumgetragen-, hier fand er seine endgültige Gestalt. Wenn auch Brahms der elementaren Violintech- nik durchaus nicht fremd gegenüber gestanden hatte, so konnte er doch bei der Anpassung der Solostimme an die Möglichkeiten des Instruments des praktischen Beirats hervorragender Geiger nicht entbehren. Die Anforderungen, die er in diesem Werk an den Solisten stellt, reichen weit über das Maß hinaus, das bei den vorausgegangenen großen Violinkonzerten üblich war. Er sprengt die Heber- lieferung dadurch, daß er das Hauptgewicht auf die Sicherheit und Spannungsmöglichkeit der linken -and auf dem Griffbrett verlegt und die üblichen Vogenkünste der französischen Geigerschule, die über dem „Wie" der Ausführung oft das musikalische „Was" zurückdrängte, erst in zweiter Linie berücksichtigt. Die zeitgenössische Geigerwelt stand damit Dar einem technischen Novum: ja, man war geneigt, unberechtigter Weise von einem Konzert „gegen die Lioline" zu sprechen und übersah dabei, daß dem unbedingten Ausdruckswillen bei Brahms die überlieferten Formen nicht mehr genügen konnten, ohne ihn in Epigonentum verfallen zu lassen. Die Brahmsschen Jnstrumentalkonzerte tragen ausgesprochen symphonischen Charakter durch die Größe des musikalischen Inhalts; so war beispielsweise das d-moll=Quartett für Klavier und Orchester ursprünglich als Symphonie entworfen gewesen. Dieser leitende symphonische Grundgedanke mußte das Verhältnis zwischen dem Solisten und dem Niitschaffenden Jnstrumentalkörper grundlegend auf eine neue Basis stellen. Das konzertierende Instrument blieb nicht mehr der souveräne Führer, der • feine Virtuosität ins hellste Licht zu stellen vermochte, sondern sein Part wächst bei Brahms o-ganisch aus dem musikalischen Gesamtgeschehen braus, ihm wird nur das zugeteilt, was das gingen um das musikalische Problem gebietet. Hier ist die entscheidende Instanz für die Anforderungen an das Instrument, nicht aber, wie es sonst war. daß der instrumentale Eigencharakter vornehmlich zum Ausgangspunkt des Werkes wurde. Nicht nur die gleiche Schaffensperiode, sondern auch die nahe geistige Verwandtschaft schlagen die Brücke von der zweiten Symphonie in D-dur hin zum Violinkonzert. Das aus der Dreiklangsmelodik gewonnene Hauptthema beherrscht die Orchestereinleitung; nach einer Steigerung tritt die Solovioline ein, zunächst mit präludierendem Improvisieren, dann aber nimmt sie das in der Begleitung an- klingende Hauptthema auf und trägt es in hoher Lage über dem Orchester, ähnlich wie Beethoven in feinem Konzert das zweite Thema in der Höhe klanglich verklärt. Bei Brahms entwickelt sich das Gegenthema aus einer in dem Orchestervorfpiel nur kurz angeschlagenen Heberleitung. Die Durchführung strebt den letzten Grenzen des musikalisch-technischen Ausdrucksvermögens der Violine zu; Figurationen, Trillerketten, übermäßige Oktavsprünge, Doppelgriffe sind dafür kennzeichnend. Die große Kadenz mündet in das Hauptthema, und spannungsreiche Doppelgriffe geben der Koda in ihrem animato ein besonderes Ansehen Einer fernen, fast entrückten klanglichen Sphäre gehört das Adagio an. Die Oboe trägt, nur von den Bläsern begleitet, den Hauvtgedanken vor, die Violine führt ihn in schlichter Anmut weiter und gewinnt nach figurierten Zwischensätzen das leitende Thema wieder zu innigem verklärtem Ausklingen. Im Finale ergreift die Violine die Initiative Das von ihr angeschlagene Houptthema wird zum Leitgedanken der durch rhythmisch und geistig kontrastierende Zwischenteile belebten musikalischen, bildhaften Auseinandersetzung; in dem Poco piü presto steigert sich der bisher zweiteilige Rhnthmus num dreiteiligen und nach höchstem Akzent läßt Brahms die Solostimmen in Dovn-'larifsen klanglich absinken, er umgeht also absichtlich den meist üblichen efsektbaschenden Bravourschluß und gibt dem Musikalischen das Hebergewicht Bei aller Weichheit des im Adagio angeschlagenen Emvfindens trägt dieses Werk im Gegensatz zu den führenden Violinkonzerten der Romantik einen herben männlichen Charakter: feine tiefe Innerlichkeit weilt ihm in der gesamten Konzertliteratur eine bevorzugte Stellung zu. * Wie der schicksalsschweren „Fünften" Beethovens die Sechste („Pastorale") mit ihrem hin- gegebenen Naturerleben gegenübersteht, sobildenauch die Siebente und Achte im Schaffen des Meisters eine besondere Gruppe, die eine voll stärkster aufschäumender Lebensbejahung, die andere mehr mit einem Zuge der Verinnerlichung. Ein gesteigerter Lebensimpuls, ein Gehobensein durch ungeahnte Anspannung der Kräfte, eine Zusammenraffung des Willens geben der „Siebenten" die Grundsphäre, die das Körperliche selbst in den Kreis des großen Erlebens zieht und mit der unumgrenzten Macht des Rhythmischen in ihren Bann schlägt. Diese Erkenntnis danken wir Richard Wagner. „Alles Ungestüm, alles Sehnen des Herzens, wird hier zum wonnigen Hebermut der Freude, die mit bacchantischer Allmacht uns durch alle Räume der Natur, durch alle Ströme und Meere des Lebens hinreißt, jauchzend, selbstbewußt überall, wohin wir im kühnen Takte dieses menschlichen Sphärentanzes treten. Die Symphonie ist die Apotheose des Tanzes selbst: sie ist der Tanz in seinem höchsten Wesen, die seligste Tat der in Tönen gleichsam idealistisch verkörperten Leibesbewegung. Melodie und Harmonie schließen sich auf dem markigen Gebeine des Rhythmus wie zu festen menschlichen Gestalten, die bald mit elastischer zarter Geschmeidigkeit, schlank und üppig fast vor unseren Augen den Reigen schließen, zu dem bald lieblich, bald kühn, bald ernst, bald ausgelassen, bald sinnig, bald jauchzend, die unsterbliche Weise fort und fort tönt, bis im letzten Wirbel der Lust ein jubelnder Kuß die letzte Umarmung beschließt." Der Dualismus der Themen, der durch seine innere Gegensätzlichkeit die Ansatzpunkte für das Ringen um das musikalische Problem in der Durchführung gibt, fordert eine eigene formale Gesetzlichkeit Der leitenden Grundidee der Siebenten wäre diese formale Bindung hemmend gewesen, da hier die gestaltenden Kräfte vornehmlich durch den rhythmischen Impuls beflügelt werden, der mit feinem Herauswachsen und Herauskristallisieren des Motivischen die innere Organik der Siebenten bestimmt. So gewinnen beispielsweise die Themen des ersten Satzes ihr Wesen aus den rhythmischen Akzenten des ^-Taktes. Ein thematisches Gebundensein hätte den durch das ganze Werk hindurch bis zum diony- j fischen Taumel sich steigernden Impuls sich nicht ganz entfalten lassen. In der vorliegenden ©eftalt. der Siebenten konnte sich aber das Energieerlebnis des Schaffenden in seiner subjektiven Art im Lichte des Rhythmus klar ausbreiten; und so erscheint das ganze Werk in feiner heiteren Einstellung als eine gewaltige Aufwallung in großem Ausmaß. Eine Einleitung, die in ihrer Ausdehnung fast die Bedeutung eines selbständigen Satzes erreicht, eröffnet die Symphonie. Sie bereitet mit ihrer feierlichen Ruhe und ihrer rhythmischen Gespanntheit den Boden vor für die Entladungen des folgenden Vivace. Ein Allegretto (a-moll), an Stelle des in der Symphonie üblichen langsamen Satzes, gibt sich als eine Art Variation über das ständig wieder» kehrende rhythmische Motiv; in einer der frühesten Skizzen bezeichnet Beethoven das Allegretto als „Variations“. Ein a-molI-Ouartsextakkord eröffnet den Satz und schließt ihn auch wieder, gleichsam wie ein Vorhang. In seinem Verlauf wächst aus dem rhythmischen Motiv eine edle Gesangsmelodie heraus; ein Zwischensatz in Dur läßt den sinnenden melancholischen Grundzug des Ganzen durch ein verklärendes Sonnenlicht erhellen. Sprühend, in geistiger Nähe des ersten Satzes stürmt das Scherzo einher, dem sich ein sehr gegensätzliches Trio gegenüberstellt, das einem österreichischen Wallfahrtsgesang entstammt; zum Schluß des ganzen Satzes ruft sich das Triothema mit leisem Anklingen in die Erinnerung zurück. Das F'-mle steigert sich zur Ekstase in seinem wilden Wirbel, ►er in der Entfesselung zum dithyrambischen Taumel seinen Höhepunkt findet. ♦ Als Zeichen dafür, daß die Konzertvereinsführung neben der sorgsamen Pflege der Werke vergangener Epochen die Gegenwart nicht vergißt, gibt der Eingangsteil des Programms einem Vertreter der neuen Generation das Wort: Ottmar G e r • ft e r. Er steht dem Essener Folkwang Kreis nahe. Durch die erfolgreiche Aufführung feiner Over Madame Liselotte" hat er das Interesse der Musikwelt besonders auf sich gelenkt Seine moderne Schreibweise hält sich frei von äußersten Ertremen; seine eingängige Melodik ftüht sich gern auf altes Volksau t fo kehren in der Over z B. Volkslieder und Volkstänze als thematisches Material wieder. Diese Volksnahe beftätiate sich auch durch seine Lieder auf der Nürnberger Sängerwoche 1934. Dr. H. Seiffrfortffen — Langenscheid t's English Monthly Magazine. (Preis je Heft 0,50, vierteljährlich 1,35 RM.) Unter diesem Titel gibt der bekannte Sprachenoerlag Langenscheidt (Berlin-Schöneberg) eine neuartige, interessante und reich bebilderte Monatsschrift zur Pflege und zur Förderung eng. lischer Sprachkenntnisse heraus. Das Unterhaltende tritt bei dieser Zeitschrift in den Vordergrund, aber das Lehrhafte wird nicht vernachlässigt, wobei besonders auf spezifisch englische Verhältnisse zurückge- griffen wird, so daß der Benützer in zwangloser Weife mit Land und Leuten des Volkes bekannt gemacht wird, dessen Sprachen er erlernt. Die Hefte erscheinen uns zum Selbststudium vorzüglich geeignet, aber auch zum Auffrischen wieder in Vergessenheit geratener Schulkssnntnisse roie zur Belebung des Schulunterrichts. um 15.30 Uhr In Gießen im Cafs Leib stattfindet. Geöffnet ist die Ausstellung von 13 Uhr ab. Ablieferung Der Trophäen nebst Abschrift der Abschußlisten an die Herren Hegeringleiter spätestens bis zum 22. November d. I. Einsendung durch die Hegeringleiter an mich bis zum 30. November. Im übrigen bleiben die Anordnungen meiner früheren Bekanntmachung in Kraft. Die Herren Forstamtsvorstände ersuche ich er» gebenst, sich mit der Gesamtstrecke aus den Staatsrevieren an der Pflichtschau zu beteiligen uyd mir die Stücke bis zum 22. November einzuliefern. Nicolaus, Kreisjägermeister. Rundfunkprogramm. Freitag, 1. November. ‘ 6 Uhr: Choral. Morgensvruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8: Übertragung nach Stuttgart. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernfunk. 9.15: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.20: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. Der Aufstieg der Leichtmetalle. Aluminium und Magnesium. 15.15: Im Zeitspiegel: Schicksale der Zeit. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Deutsche Hilfe gegen Malaria. Eine Hörfolge von Dr. Karl Klinghardt. 19: „Sing mir das Lied, das so oft betört r Vergessene schwäbische Volkslieder werden neu entdeckt. Eine heimatliche Hörfolge. Zusammengestellt von Fritz Schneider und Ernst Stockinger. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nach- ricksien. 20.1'0: Der betrogene Kadi. Komische Oper. 21.10: Vom Schauinsland. Silberbergwerk. 21.40: Wir sprechen zu Ihnen! lieber wichtige Pläne im Monat November (Sternsendungen) und über Ihre Anteilnahme daran. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 23: Abendkonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 24 bis 2: Nachtkonzert. Zeitgenössische Musik. reiche namhafte Aktive sich in ähnlichem Sinne geäußert. Wenn Brundage in seiner letzten Rede sagte, daß er die Stimmung der echten und wahren Sportführer und der amerikanischen Athleten kenne, so hat er damit die Einstellung der Aktiven nicht besser zum Ausdruck bringen können. Viele Aktive haben sich sofort in aller Oeffentlichkeit hinter ihren Sportführer gestellt und eine Erklärung abgegeben, mit der die Teilnahme der Vereinigten Staaten an den Olympischen Spielen 1936 als dringende Forderung bezeichnet wird. Es find dies u. a. so hervorragende Athleten wie die Mittelstreckenläufer Glenn Cunningham und Bill Bonthron, der Sprinter Ralph Metcalfe, der Hürdenläufer Glenn Harbin, der Langstreckenläufer Joe Mc. Cluskey und Jack Torrance, der Weltrekordmann im Kugelstoßen. Kurze Gporknotizen. Zwei Millionen Reingewinn wurden bei dem in Schweden üblichen „Fußball-Toto" erzielt. Die Gewinne aus dem umfangreichen Wett- betrieb fließen in Schweden durchweg Zwecken der Sportförderung zu. 7 09 Fahrer haben zur Brandenburgischen Geländefahrt, die am 3. November ausgefahren wird, gemeldet. Die Meldungen verteilen sich auf 64 Mannschaften, 225 Einzel-Wagenfahrer, 210 Motorradfahrer und 82 Motorrad-Seitenwagenfahrer. Fußball-Gauligakämpfe in Nordhessen Die wichtigste Begegnung des Sonntags heißt Hanau 93 — Borussia Fulda. Da Hanau der Austragungsort ist, muß man dem Meister die besseren Siegesaussichten zusprechen. VfB. Friedberg kann Zuhause den Spielverein Kassel schlagen, dagegen ist der Ausgang des Spieles Kurhessen Kassel gegen 03 Kassel offen. 81 Meldungen zur Deutschen Waldlauf-Meisterschast. Wie nicht anders zu erwarten war, sind auch nach dem offiziellen Meldeschluß zur Deutschen Waldlaufmeisterschaft in Wittenberg am kommenden Sonntag noch Nennungen eingegangen. Die Zahl der jetzt gemeldeten Läufer ist damit von 66 auf 81 cm- gewachsen. Die Strecke ist rund 10,5 Kilometer lang und führt zum größten Teil durch welliges Gelände. Nur 2,5 Kilometer sind ebene Strecke. Der Reichssender wird eine Übertragung von dem Wettbewerb bringen. 40 cm Schnee im Harz. Die bereits gemeldeten Schneefälle im Oberharz haben weiter angehalten, so daß sich schon recht gute Wintersportmöglichkeiten bieten. In den tieferen Lagen des Harzes beträgt die Schneehöhe bis zu 25 Zentimeter, weiter oben wurden Schneedecken von 35 bis 40 Zentimeter Dicke gemessen. Begünstigt durch die W^idstille hat sich eine Winterlandschaft gebildet, wie sie schöner im Januar und Februar nicht anzutreffen ist. Der Wagenverkehr ist dem Schlitten gewichen, Wintersport ist jetzt im Harz wieder Trumps. Zsmayrs Weltrekord übertroffen. In Kairo wartete der Aegypter H a d r (Tunis) mit einem neuen Weltrekord im Gewichtheben auf. Irn beidarmigen Reißen verbesserte er den von Rudi Ismayr (München) mit 225 Pfund gehaltenen Rekord auf 229 Pfund. München verzichtet auf die Lustbarkeits- sieuer bei Sportveranstaltungen. Die Stadtverwaltung München, die schon wiederholt ihre fortschrittliche Einstellung gegenüber den Leibesübungen unter Beweis gestellt hat, erfreute jetzt wieder mit einer sehr begrüßenswerten Maßnahme Münchens Sportler. Oberbürgermeister F i e h l e r hat amtlich mitteilen lassen, daß die Stadt künftig darauf verzichtet, bei sportlichen Veranstaltungen der Amateure die städtische Lustbarkeitssteuer zu erheben. Die Stadt Nürnberg hat bereits in Nachahmung des guten Beispiels den gleichen Beschluß gefaßt. Vor dem Boxländerkampf Deutschland—Frankreich. Die Kölner Rheinlandhalle wird am kommenden Sonntag einen großen Tag haben. Die Nationalstaffeln der Amateurboxer von Deutschland und Frankreich tragen ihren dritten Länderkampf aus, und die zahlreichen Kölner und darüber hinaus westdeutschen Boxsportfreunde werden sich diese Gelegenheit, Europas Spitzenkönner im Kampf zu sehen, nicht entgehen lassen. Seit Jahren hat die deutsche Amateurbox-Länderstaffel keinen Kamps mehr verloren. Unsere Boxer haben den Pokal des tschechischen Ministerpräsidenten ungeschlagen gewonnen, sie haben gegen die Schweiz, gegen Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei immer glatt gesiegt. Auch die beiden bisherigen Kämpfe gegen Frankreich haben Siege der deutschen Staffel gebracht. Deutschland stützt sich auf folgende Mannschaft: Fliegengewicht: Färber (Augsburg); Bantamgewicht: Rappsilber (Frankfurt); Federgewicht: O. Kästner (Erfurt); Leichtgewicht: Fluß (Köln); Weltergewicht: Murach (Schalke); Mittelgewicht: Blum (Altona); Halbschwergewicht: Bernlö'hr (Stuttgart); Schwergewicht: Runge (Wuppertal). Amerikas Aktive wollen zum Olympia! Nach der eindeutigen Stellungnahme von Avery Brundage, dem Präsidenten des Olympischen Komitees der Vereinigten Staaten, haben nun auch zahl- In Glasgow standen sich bei schlechtem Wetter vor nur 18 000 Zuschauern die Liga-Auswahlmannschaften von England und Schottland im letzten Spiel des Jnterbritischen Länderwettbewerbs gegenüber. Der Kamps endete 2:2 (0:1). ♦ Claes Thunberg, der schon so oft seinen Rücktritt vom aktiven Sport angekündigt hat, wird aller Wahrscheinlichkeit doch noch einmal die Schlittschuhe anzieyen, und zwar steht der „Nurmi des Eises" in der jetzt veröffentlichten Liste der finnischen Olympiaanwärter. Stand her Fnßballkämpse her II. kreisliche. Gruppe Gießen A. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Garbenteich 5 5 0 0 10:0 Steinbach 3 2 0 1 4:2 Allendorf 2 1 0 1 2:2 Lich 3 1 0 2 2:4 Großen-Linden 4 1 0 3 2:6 Grüningen 3 0 0 3 0:6 Steinberg II 6 Spiele, VfB.-R. III 7, 1900 III 5 und Lich II 4 Spiele. Garbenteich führt ungeschlagen die Tabelle, die Mannschaft ist gut in Form, der Meistertitel sollte ihr nicht mehr zu nehmen sein. Mit zwei Derlust- punkten folgt Steinbach. Durch Zugang guter Spieler konnte die Mannschaft an Spielstärke gewinnen. Allendorf hat zwar erst zwei Spiele ausgetragen, doch ist damit zu rechnen, daß noch manche Punkte in Allendorf bleiben. Lich hat gegen das Vorjahr an Spielstärke verloren, aber die Mannschaft sollte in der Lage sein, sich einen besseren Platz in der Tabelle zu sichern. Grotzen-Linden hatte bis jetzt wenig Glück, aber die Mannschaft kann mehr, als der Tabellenplatz besagt. Grüningen hatte in den ersten Spielen wenig zu bestellen, doch ist aber eine Formverbesserung der Mannsckiatt zu verzeichnen. Die Mannschaften Steinbergs, VfB. III und Lich II spielen ohne Konkurrenz, die Spiele wurden daher nicht gewertet. Gruppe Gießen B. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Alten-Buseck 5 3 2 0 8:2 Krofdorf 4 3 0 1 6:2 Fellingshausen 4 2 0 2 4:4 Launsbach 6 2 0 4 4:8 Wißmar 2 1 1 0 3:1 Tv.1846 Gießen 4 1 1 2 3:5 Vetzberg 5 1 0 4 2:8 Lollar II 6, Heuchelheim II 3 und Rodheim II 4 Spiele. In dieser Gruppe führt Alten-Buseck, der vorjährige Meister. Die Mannschaft mußte durch Spielerabgänge stark verjüngt werden, doch blieb sie bis jetzt ungeschlagen. Krofdorf folgt. Nach schlechtem Start wurden gute Leistungen gezeigt, die Mannschaft hat noch Aussichten, Gruppenmeister zu werden. Fellingshausen spielte mit wechselndem Erfolg, ein guter Mittelplatz sollte der Mannschaft nicht zu nehmen sein. Launsbach verlor durch Herausstellungen gute Spieler, doch fehlt der Mannschaft noch Routine. Wißmar steht relativ am günstigsten, aber erst müssen die anstehenden Spiele ausgetragen sein. Sehr unbeständig ist die Mannschaft des Turnvereins 1846, die viel von ihrer ftüheren Spielstärke eingebüßt hat. Vetzberg konnte bis jetzt nicht überzeugen und ist verurteilt, der Punktlieferant für die anderen Mannschaften zu werden. Wirtschaft. * Verlängerung des Schwedenerzabkommens. Zwischen den Vertretern der rheinisch-westfälischen Hüttenwerke und der schwedischen Eisenerzgruben sind über eine Verlängerung des zuletzt bis zum 31. Oktober 1935 erneuerten Erzlieferungsabkommens Verhandlungen geführt worden. Wie der Fwd. erfährt, kam man dabei überein, das Abkommen auf der bisherigen Grundlage bis Anfang nächsten Jahres zu verlängern. Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse: Renten weiter fest, Aktien uneinheitlich. Frankfurt a. M., 30. Oft. Die Börse brachte heute erstmals etwas lebhaftere Umsätze, da einige Kaufaufträge Vorlagen. Das Hauptinteresse der Kundschaft richtete sich auf den Rentenmarkt, an dem das Geschäft ausgesprochen lebhaft war. Die Ausführungen Dr. Schachts zum Spartag gaben Anregung. Besonders lebhaft waren wieder Kommunal-Umschuldung, ferner Zinsvergütungsscheine bei allerdings gegen die Abendbörse unveränderten Kursen. Späte Schuldbuchforderungen zogen auf 97,65 (97,50) und Altbesitzanleihe auf 113,50 (113,25) an. Sehr fest lagen Wiederaufbauzuschläge mit 68 (67,25), außerdem zogen Umtausch- Obligationen des Stahlvereins bis 0,50 v. H. an. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung etwas uneinheitlich, im Verlaufe überwogen meist leichte Befestigungen. Lebhaftes Geschäft verzeichneten IG. Farben mit 148,50 bis 149 (148,25), wobei der Abschluß der Ruhrchemie etwas anregte. Scheideanstalt waren dagegen wieder angeboten und zunächst ohne sichere Bewertung. Elekttopapiere notierten meist 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, nur AEG. und Bekula verloren bis 0,50 o. H. Montanaktien fetzten zumeist etwas niedriger ein, waren aber nach den ersten Kursen etwas fester. Schwächer lagen Reichsbank mit 171,50 bis 171,75 (173), ferner gaben Zellstoffwerte bis 0,50 v. H. nach. Etwas fester, eröffneten Metallgesellschaft, Daimler und AKU. mit Erhöhungen von 0,50 bis 0,75 v. H. Schiffahrtswerte zogen etwa 0,13 v. H. an. Km Auslandsrentenmarkt entwickelte sich sehr lebhaftes Geschäft in der Ungarischen Goldrente, die auf 9,65 bis 9,85 (9,35) anzogen. Im Verlaufe blieb die Haltung allgemein freunb- lich. Das Geschäft am Rentenmarkt blieb bei ziemlich unveränderten Kursen lebhaft, nur Kommunal- Umschuldung lagen noch etwas höher. 5prozentige Stahloerein stiegen auf 98,25 (97,40), 1951er auf 93,75 (93.40). Von Goldpfandbriefen erhöhten sich Rheinische auf 96,25 (96), die übrigen lagen unver- ändert. Franks. Hyp. und Franks. Pfandbriefbank KO. gewannen je 0,13 v. H. auf 93,13, Rheinische KO 0,25 v. H. auf 93,25. Stadtanleihen lagen teilweise etwas höher, so Hanauer und Heidelberger. Dekosama I notierten unv. 113,25. Am Auslands- rentenmarft erhöhten sich Ungarn Gold auf 10 (9,85), 1913er und 1914er Ungarn gewannen 0,50 v. H. Aktien lagen späterhin ruhig. Höher notierten IG. Farben mit 149,50 (149), AEG. mit 36,75 (36,50), Reichsbank mit 172 (171,75), Deutsche Erdöl mit 104,25 (104), RWE mit 122,40 (121,40) und Stahl- verein mit 80,75 (80,25). Scheideanstalt tarnen mit 213 zur Notiz, das Angebot wurde nur zu 30 v. H. abgenommen. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse blieb das Geschäft auf allen Marktgebieten auf Mindestumsätze beschränkt, da nennenswerte Aufträge der Kundschaft nicht vorlagen. Die Kulisse übte etwas Zurückhaltung, nachdem sie sich heute mittag ziemlich lebhaft am Geschäft beteiligt hatte. Kursveränderungen von Belang traten sowohl am Aktien-, wie am Rente n m a r k t nicht ein. Etwas schwächer lagen Harpener mit 110,50 bis 109,90 (110,50), da Angebot für Berliner Rechnung vorlag, anderseits konnten sich Scheideanstalt geringfügig erholen auf 213,50 (213). Etwas höher gesucht waren außerdem AEG. zu zirka 37 bis 37,25 (36,65). Am Rentenmarkt blieben die erhöhten Kurse für späte Schuldbuchforderungen, Kommunal- Umschuldung, Wiederaufbauzuschläge und Zinsvergütungsscheine behauptet. Etwas fester lagen Dekosama I mit 113,50 (113,25) und 4,50proz. Thüringen mit 95,65 (95,50). Von Auslandrenten ließen Ungarn Gold auf 9,85 (9,95) nach. 11. a. notierten: Altbesitz 113,40, Schutzgebietsanleihen 10,25, 6proz. Skchlverein 102,50, Dekosama! 113,50, 4,50proz. Thüringer v. 27 95,65, JG.-Far- ben-Bonds 121,25, 6,75 Krupp Obi. 102,75, 5,50proz. Berl. Hyp. Liquid. 101,90, 4proz. Ungarn Gold 9,85, Commerzbank 85, DD-Bank 84,50, Harpener 110,50 bis 109,90, Mannesmann 83, Rheinstahl 106,25, Stahlverein 80,75, Akkumulatoren 169, AKU. 54, Bekula 141,65, Conti Gummi 156,50, Deutscher Eisenhandel 103,50, Deutsche Erdöl 104, Scheideanstalt 213,50, Deutsche Linoleum 142, Licht und Kraft 130, JG.-Farben 149,65, Gesfüre! 122,50. Gchweinemarkt in Gi-^en. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 187 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten fünf bis sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mark, sechs bis acht Wochen alte 22 bis 26, acht bis zehn Wochen alte 26 bis 30, zehn bis zwölf Wochen alte 30 bis 35 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Oft. Am Getreidegroßmarkt blieb das Geschäft klein. Brotgetreide war wenig angeboten, die Nachfrage war gleichfalls Sering. Am Futtergetreidemarkt bestand lebhaftes ntereffe für Futtergerste und Hafer, während Kn- gebot fast völlig fehlte. Futtermittel lagen ruhig und unverändert, für Kleie, ölhaltige Artikel sowie für Schnitzel hielt die starke Nachfrage an. Der Mehlmarkt lag sehr still. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210. Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173 Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Sommergerste für Brauzwecke 200—210. Weizenmehl W 13 27,85, W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45, Roggenmehl R 12 22,65, R 15 23,00, R 18 23,45, R 19 23,70 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Heu 8,00—8,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,20—3,40, dto. gebündelt 3,00—3,20. Frankfurter Schlacktviebmarkt. Frankfurt a. M., 31. Oft. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 69 Rinder (57 Kühe, 12 Färsen), 692 Kälber, 271 Schafe, 223 Schweine. Es kosteten Kälber 50 bis 76 Mark, Hämmel 42 bis 46, Schafe 35 bis 42, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zu- geteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlosfenen Dividende an. - Reichsbankdiskom 4 o H . Lombardzinsfuß 5 v H. Datum 8% Deutsche RetchSanlelhe v. 1SL7 *% Deutsche Retchsanl. von 1984 5H% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-AblSs.-Cchuld mit Auslvs.-Rechten ............. 4*/»% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6’/x% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... *V»% ehem. 8% Darmst. Komm. Landeöb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......... Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten <54% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 i'/i% ehem. *yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6%% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... iV«% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 ehem. 7% Pr.Landeöpsand- briefanst., Gold Komm. C61.VI kteuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 *% Oesterretchilche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Frankfurt 0.2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse 29 10. 30.10 29.10- 30-10. 100,25 100,4 100,3 100,4 98 97,9 98 97,9 102,13 102 102 — 113,25 113,4 113,13 113,4 100,25 100,2 100,2 100,2 96,5 96,5 — 96,4 96 96 96 — 100,5 100,5 — — — 91,25 — — — — — — 113,25 113,3 113,25 113,3 96,25 96,25 — — 100,65 100,75 — — 100,9 100,9 100,75 100,75 97 97 97 97 97 97 97 97 107,4 107,5 107,4 107,5 28,25 28 28,5 28,75 — 1,4 1,5 1,4 9,35 9,85 9,35 9,85 9,3 9,6 9,2 9,65 9,25 9,75 9,3 9,6 10,4 10,5 10,6 10,5 — 8,65 10 — Frankfurt a. M «Serlin Schlußkurs Schloßt. Abenb- börse Schluß- lurS Schlußk. Mittaa- börse Datum 29-10- 30-10. 29-10 30.10 4% vesgl. Serie 11 ........... 5,75 8,4 4,8 39 16 17,9 78,4 110,65 85,25 84.5 85 173 36,9 141,65 109,25 129,75 104 121 129 121,4 118 165 132,9 102 103,5 110 93,75 159 125,5 91,5 82,75 9,5 5,8 8,5 4,8 16,13 18 78,25 110,65 85 84,5 85 173 36,75 141,95 109,5 130 104 122,5 129 122,25 118 165 133 104 109,9 93,5 158 125,75 92 83 5,9 8,5 4,85 39,4 16,4 28,5 17,9 78,75 111 85,5 84,5 85 172,25 36,75 141,75 109,25 129,25 104 121,13 121,25 118 164 133 102,5 103,75 110,5 94 158 125,75 91,5 82,75 9,9 5,9 8,7 4,8 39,5 16,13 28,5 17,13 78,9 111,5 85 84,5 85 173 36,65 141,9 109,13 130 104 122,5 121,75 118 164,25 133 101,9 104,5 110,5 93,75 126,25 91,75 83 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y*% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd ......... o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft......... 0 Dresdner Bank.......... 0 Reichsbank ......... 12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ......6 yt Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schlickert L Co............... 4 Siemens L Halske......... 7 LahmeyerLCo. ............. 7 Buderus 0 Deutsche Erddl ........ .. < Gelsenkirchener.............. 0 Harpener.................0 Hoesch Eisen—Köln^steuefte» .. 0 Ilse Bergbau .............. 6 alle Bergbau Genüsse ........ 6 Klöcknerwerke .............|% Mannesmann-Röhre» ........ 0 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- bSrse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börse Datum 29.10. 30.10. 29.10. 30-10. Mansselder Bergbau .. e a • e e .. • — 118 118,25 118 Kvkswerke ........ .. 6 — 114,4 114,65 Phönix Bergbau...... .. 0 — — Rheinische Braunkohlen .... . 12 218 218 218 215,75 Rheinstahl ........ »y, 106,25 106,25 106,25 106 Bereinigte Stahlwerke. .. 0 80,25 18,75 80,75 80,4 80,65 Olavi Minen ....... .. 0 18,9 18,9 18,75 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 129 129 129 Kaliwerke Westeregeln . .. 6 —— 121,5 124 Kaliwerke Salzdetfurth 7y, 180 180 I <8. Yarben-Jndustri« .. 7 148,5 149,65 148,65 149,5 Scheideanstalt........ .. 9 218 213,5 Goldschmidt ......... .. 0 105,25 105 105 105 RütgerSwerke ........ .. 4 113,5 113 113,25 113,75 Metällgeiellschafl...... .. 4 104 104,5 104 105 Philipp Holzmann .... .. 0 90,25 90,25 90,75 90,75 Zementwerk Heidelberg • ä ■ — .. 6 116,4 116,25 - Cementwerk Karlstadt.. .. 4 130 130 - — Schultheis Payenhofer .. 4 — 102,5 102,25 Aku lAUgemetne Kunstseide) .. 0 53,5 54 53,5 54,13 Bemberg............ .. 0 104,5 104,5 104 164,5 Zellstoff Waldhof ..... .. 0 111 110,5 111,25 111 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 78 78 77,65 77,65 Dessauer Gas ........ .. 7 — — 125,4 126,5 Daimler Motoren..... .. 0 93,25 94,25 93,75 94,25 Deutsche Linoleum .... .. 6 142,5 142 142,9 142,5 Orenstein L koppel ... .. 0 79,9 79,5 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 24,5 24,5 24,75 24,5 Ehade ............... Becumulaioren-Fabrik. .. 0 290 292 290 293 12 169 169,5 169,25 Conti.Gumm» ....... -- 8 156 156,5 156,25 156,5 Griyner.................. Mainkrastwerke Höchst a.tt.. .. 0 28 28,25 28,25 29 .. 4 89,5 89,5 Süddeutscher Zucker .. .. 6 210,75 210 210,75 210,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. N. Banknoten. 29-Oktober 30 Oktober Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bries Buenos Lire. 0,675 0,679 0,675 0,679 Brüssel..... 41,87 41,95 41,84 . 41,92 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,140 0.142 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,58 54,68 54,60 54,70 Danzig..... 46,83 46,93 46,83 46,93 London ..... 12,22 12,25 12,225 12,255 HeliingsorS.. 5,39 5,40 5,395 5,405 Paris ...... 1ß,3ß Holland .... 168,75 169 09 168,68 169,02 Italien..... 20,24 20,28 20,20 20,24 Japan ...... 0,715 0,719 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo.....: 61,37 61,49 61,39 61,51 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lisiabon.... 11,09 11,11 11,09 11,11 Stockholm... 63,02 63,14 63,04 63,16 Schweiz .... 80,85 81,01 80,80 80,96 Spanien.... 33,95 34,01 33,96 34,02 Prag....... Budapest ... 10,275 10,295 10,27 10.29 Reuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin, Zg. Oktober Geld Brie> Amerikanische Rote».............. 2,438 2,458 Belgische Roten.................. 41,72 41,88 Däniiche Roten ............... 54,39 54,61 Englische Roten ................. 12,19 12,23 Französische Roten ............... 16,325 16,385 Holländische Roten............... 168,26 168,94 Italienische Roten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,23 61,47 Deutsch Oesterreich, 6 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,87 63,13 Schweizer Noten................. 80,62 80,94 Spanische Noten................. 33 6Q 33,74 Ungarische Äota................