§reitag,Zb Mai 1935 ttr.125 Erstes Blatt 185. Jahrgang ft-' Gietzener Anzeiger ■ A >• V I I ■k Flandins Mederlage ii !Nd« tu ■ < tt, Dis ■'I, 1-1 a Teledienst er » Ith II r Im 7 ife, irf, kt. -g, ’ ■ r] en is. le- en ?n Q. is it. 'hl 10, tat min bet* Dt. e. in io. it. dl. rt. mu« Pre« 9.45: t mit ; 14: m : I noch mehr in Mißkredit z u bringen mit der Behauptung, das Parlament werde niemals den Mut haben, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Aber niemals werde die Spekulation mit dem geldverbürgten Franc fertig werden, solange die Franzosen nicht vor ihrer Währung flüchteten. (Beifall.) Notwendig sei in erster Linie die Wiederher st ellung des Vertrauens in den Franc, sonst könne man das Ende nicht absehen. Bei der Einstellung seiner willenlosen Masse wisse man niemals, wo eine Abwertung aufhöre. Die Regierung verlange jetzt Handlungsfreiheit zur Drosselung der Spekulation und zur Bekämpfung der Panik. An dem Grundsatz der Einlösung der Banknoten in Gold solle nicht gerüttelt werden. Aber man könne nicht dulden, daß dieser Grundsatz zu einem unzulässigen Druck auf die nationale Währung mißbraucht werde. Zwangsmaßnahmen gegen „Miesmacher des Franc" seien unvermeidlich. Finanzmini st er Germain- Martin habe ihm seinen Rücktritt angeboten, um die Ermächtigungsoorlage nicht zu gefährden. Er, Flandin, werde vorläufig das Finanzministerium mitoerwalten. Es seien starke Einsparungen unvermeidlich. Wenn sein Kabinett abtreten müßte, so würde die kommende Regierung trotz der Bewilligung von Vollmachten zür Abwertung verurteilt sein. Der Mann auf der Straße, der Durchschnittsfranzose würde sich, nachdem infolge des Krieges schon einmal ein Währungszusammenbruch eingetreten sei, nicht damit ab find en, daß sein sauer erspartes Geld wegen «8 U,83 M ik.Z dM b der Feigheit der parlamentarischen Vertreter eine neue Wertverminderung erfahren solle. — Flandin hattö, als er nach Beendigung seiner Rede das Regierungszimmer in der Kammer aufsuchte, einen Schwächeanfall. Der ihn begleitende Arzt nahm sich des Ministerpräsidenten an. Eine letzte Warnung Herriots. Von der entscheidenden Abstimmung richtete Staatsminister H e r r i o t noch einen letzten Aufruf an die Abgeordneten, der Regierung Flandin die beantragten Vollmachten (die durch Annahme von Abänderungsanträgen im Laufe der Aussprache schon zeitlich eingeschränkt worden waren) zu bewilligen. Herriot warnte vor der Spekulation, die durch eine Regierungskrise neuen Auftrieb erhalten könnte, wies auf die Gefahren des Goldabflusses hin und malte das Gespenst der Entwertung an die Wand. Er fügte hinzu, vielleicht würde eine Entwertung des Franken e i n Wettentwerten in der ganzen W e l t auslösen. Bei der Abstimmung handele es sich um die Beantwortung der Frage: Soll am 31. Mai der Staat die Spekulation besiegen oder wird die Spekulation den Staat besiegen? — Der radikalsozialistische Abgeordnete Bonnet entwickelte dann die Ansicht' des Teiles der Radikalsozialisten, die gegen bie Vollmachten sind. Abgeordneter Kran kl in Bouillon verweigerte die Vollmachten mit der Begründung, daß gegen die Spekulation keine Verordnungen helfen, sondern nur bie Polizei. das Rücktrittsschreiben zu überreichen. Um 1.40 Uhr nachts, als die Sitzung der Kammer zu Ende war, hatte der Präsident der Republik bereits den Kammerpräsidenten B o u i s s o n zu sich berufen, mit dem er verhandelte, als die Mitglieder des zurückgetretenen Kabinetts erschienen. Oer Präsident der Republik dürfte dem Kammerpräsidenten den Auftrag der Kabinettsbil- düng anbieten und den Wunsch zum Aus- druck bringen, daß die neue Regierung m ö g l i ch st rasch gebildet werde, damit keine große Pause in der Ausübung der Regierungsgewalt eintrete. gm» .10: art: iche int n. 16: ibii« W am ein Son .15; auf ien. ort« iber nbe» und seitdem keine parteipolitische Bindung wieder eingegangen. pariser Banken aenchilich versieaelt. Paris, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) In der Nachtsitzung der Kammer hat Staatsminister Herriot auf gewisfe F i n a n z ü b e r w a ch u n g s- maßnahmen angespielt. Wie verlautet, sollen i m L a u f e d e r N a ch t auf Weisung der Pariser Staatsanwaltschaft eine oder mehrere Banken gerichtlich versiegelt worden sein. Keine Schließung der pariser Börse. pari 9, 31. Mai. (DRV. Funkspruch.) Entgegen in der Rächt verbreiteten Gerüchten wird von der Agentur Havas mitgeteilt, daß die pariser Börse am heutigen Freitag wie üblich slattsinden wird. Irland niemals Operationsbasis gegen Großbritannien. Dublin, 31. Mai. (DNB.) Präsident de Valero kam im irischen Landtag auf Gerüchte zu sprechen, die behauptet hatten, daß eine feindliche Handlung gegen Großbritannien von irgendeiner fremden Macht unternommen werden könne, die in Irland möglicherweise Truppen an Land setzen werde. Diese Gerüchte, so erklärte de Valera, erweckten den Anschein, als ob der irische Freistaat bereit sei, irgendeiner fremden Macht Möglichkeiten für einen Angriff auf Großbritannien zu eröffnen. Er stelle mit aller Entschiedenheit fest, daß es keine irische Regierung zulassen wurde, daß das Gebiet des Freistaates als Operationsbasis für einen Angriff auf Großbritannien benutzt werde. Irland werde alles in seiner Macht Stehende tun, um sein eigenes Gebiet zu verteidigen. Ein Krieg in Europa könnte auch für Irland eine sehr ernste Lage mit sich bringen. Irland habe kein Interesse an europäischen Kriegen. Irland sei bereit, ein Handelsabkommen mit Großbritannien zu treffen und feine Käufe Pfund für Pfund zu bezahlen. Es sei sogar bereit, Großbritannien eine Vorzugsbehandlung zu gewähren, Je freundschaftlicher man in Irland Großbritannien gegenüber sei, um so geringer sei das Interesse, dieses Land zu verletzen und um so mehr könne für die Sicherheit dieser beiden Länder getan werden. Unter gewissen Voraussetzungen sei Irland nicht nur zum Abschluß von Handelsverträgen, sondern auch von 23er teibigungsoer trägen bereit. .||Nj 11 Hmßon bildet ein „Kabinett der breiten Union" runfl ,662 2,06 ,161 1,053 4,92 16,85 2,305 5,425 16,39 68,2 20,55 0,7g 5.66J, 61,82 49,05 n,ie 63,42 80,40 33,94 10,33 2,488 Flandin erscheint. Ein letzter Appell an die Kammer. Zur allgemeinen Ueberraschung erschien bann Ministerpräsident Flandin, den Arm in der Binde,, von seinem Arzt begleitet, auf der Regierungsbank. Flandin bestieg sofort die Rednertribüne, um die Vorlage zu verteidigen. Seit einigen Jahren bereits werde von denen, die in Frankreich unter der Krise zu leiden hätten, eine starke Propaganda für bie Abwertung getrieben. Eine Cliaue, bie an die Regierung kommen wolle, versuche die Abwertungsthese durchzudrücken. Im Mai seien Hunderttausende von Flugschriften und Zeitungen im Lande vertrieben worden. Man habe auch die G e m e i n d e w a h l e n auf dem Lande in dieser Hinsicht ausgeschlachtet. Amerikanische Zei- fungsberidjterftatter hätten gemeldet, daß die Kommunisten bald die Herren Frankreichs sein würden. Man habe versucht, das Parlament Rücktritt -es Kabinetts Flandin. Oie französische Kammer hat mit 353 gegen 202 Stimmen -er Regierung -ie erbetenen Vollmachten zur Bekämpfung -er Frankenkrisis versagt.—Oas Kabinett Flan-in ist zurückgetreten.—Kammerpräsident Bouiffon mit -er Regierungsbil-ung beauftragt. Die entscheidende Sitzung der Kammer. Paris, 30. Mai. (DNB.) In der fieberhaften Spannung eines vollbesetzten Hauses und unter ungeheurem Andrang der Zuhörer wurde am Donnerstagnachmittag bie Kammersitzung eröffnet, in der die Entscheidung über das Ermächtigungsgesetz fiel. Der Kammerpräsident gab zunächst bekannt, daß es der Finanzausschuß a b g e l e h n t habe, in bie Erörterung der Vorlage einzutreten. Der Generalberichterstatter bes Finanzausschusses, B a r e t y , bezeichnete ben Goldabfluß als nicht beunruhigend; trotzdem fei aber die Gefahr nicht außer Acht zu lassen wegen möglicher Rückwirkungen auf die Lage des Schatzamtes. Am 28. Mai feien nicht weniger als anderthalb Milliarden Gold abgemanbert, unb zwar nicht nur ins Auslanb, besten Spekulation sich anfcheinenb feit bem 25. Mai entmutigt zeige> fon- bern ins Inlanb selbst. Gerabe bies müßte als alarmierenbes Anzeichen gelten, baß große Mengen Golb von französischen Staatsangehörigen gekauft worben seien. Es handele sich also um eine Vertrauenskrise, die in erster Linie mit dem Haushaltsfehlbetrag zu begründen fei. Dieser betrage für 1935 sieben Milliarden Franken, während das Schatzamt nur noch über sechs Milliarden flüssige Mittel bis . Ende 1935 verfüge. Die Ausgaben feien u m eine Milliarde höher als veranschlagt unb bie Einnahmen um fünf bis sechs Milliarben niedriger. Höchst beunruhigend sei auch der Fehlbetrag der Eisenbahn- gesellschaft mit rund vier Milliarden. Die Lebenshaltung der Nation sei eben nicht mehr ihren Einnahmen angemessen. Aus allen diesen Gründen habe der Finanzausschuß mit Stimmenmehrheit die Vorlage a b g e l e h n t, aber gleichzeitig seinen Willen bekundet, den Franken zu schützen und die Spekulation zu treffen. Der Schwerindustrielle Fernand Laurent übte ironische Kritik am Kabinett Flandin. Das Kabinett Flandin habe sich bei seiner Vorstellung in der Kammer als Verteidiger der Vorrechte des Parlaments aufgespielt; jetzt wolle er diese Vorrechte beschneiden. Seinerzeit habe die Regierung nur eines im Auge gehabt, dieHausse der Renten und die Baisse der Geldsätze. Man erlebe aber jetzt einen Rückgang der Rentenkurse und eine Verteuerung des Geldes. Die Finanzlage habe am 13. Wal angefangen, ernst zu werden, also genau a n dem Tage, als Laval sich in IH.oskan vor dem Grabe Lenins verneigt habe. Damit habe die reote Front in Frankreich neuen Auftrieb erhalten. Wenn sich die Regierung auf das Vorbild poincarLs berufe, fo fei zu erwidern, daß hinter poincare das ganze Land gestanden habe, aber Flandin fei kein poincare. Das Schicksal des Franken dürfe nicht mit dem Kabinett Flandin verknüpft werden. Der frühere Finanzminister R e y n a u d sagte, daß obwohl er selbst Anhänger einer Abwertung sei, heute, imZeichen der Panik, von einer solchen Maßnahme keine Rede sein könne. Die einzige Rettung für das. Land bleibe, daß in der kommenden Nacht eine neue Regierung aus Mitgliedern aller Parteien gebildet werde, der man morgen bie V o l l m a chten nicht verweigern würde. Damit wäre eine psychologische Wirkung erzielt, mit deren Hilfe man der Spekulation den Hals brechen und Frist gewinnen könne, um die Angleichung der französischen Währung an die übrigen Währungen vorzuberei- ten. Der Neusozialist Seat machte der Regierung zum Vorwurf, daß sie erst jetzt Vollmachten verlangt, die sie schon längst nach einem genauen Programm hätte beantragen müssen. Wenn man nicht Roosevelt sein wolle, dann laufe man Gefahr, Brüning zu werden. Eine gewaltige Deflation unter den jetzigen Umständen würde zwangsläufig zum Bürgerkrieg führen. Die Demission. Rach der Abstimmung über das Ermächtigungs- gesch, bei der die Regierung mit 151 Stimmen in der Minderheit blieb, begaben sich die Regierungsmitglieder zum Ministerpräsidenten Flandin in dessen Wohnung. Der Ministerpräsident unterzeichnete das Rücktrittsschreiben selbst und blieb wegen seines Gesund- heitszustandes zu Hause, während die anderen Minister sich gegen 2 Uhr nachts ins Elysee begaben, um dem Präsidenten der Republik Lebrun Skagerrak. Von Konteradmiral a. D. Brüninghaus, ehem Kommandant des Linienschiffes „König". Arn 1. Juni 1794 schlug Admiral Lord H o w e die Franzosen bei Cap Ouessant so vernichtend, daß er mit sieben französischen Linienschiffen im Schlepp in den Hafen von Portsmouth einlaufen konnte. Seit diesem Seesiege, zu dessen Erinnerung dav dankbare England eine Denkmünze mit der Inschrift „Non Sorte, sed Virtute“ (Nicht dem Zufall, sondern der Tüchtigkeit) prägen ließ, ist der „Glorius First of June“ einer der populärsten Feiertage für das englische Volk gewesen biszurSeeschlacht vor dem Skagerrak. Als am Spätnachmittag des 31. Mai 1916 die Gros der beiden Linienschiffs- geschwader unter den Admiralen Scheer und I e l • licoe ins Gefecht kamen, ließ der Chef des vordersten englischen Geschwaders an seinen Verband das Signal machen: „Gedenkt der Ueberlieferung des ruhmvollen I.Iuni! Rächt Belgien!" Er wählte sogar für das Wort „rächen" nicht die gewöhnliche Sprechweise „Revenge“, sondern das poetische „Avenge“. Mir ist sehr zweifelhaft, ob dieser Appell bei der doch sehr nüchternen Denkweise der englischen Seeleute wohl den beabsichtigten Erfolg Hervorrufen konnte. nTX. v , Da im vorigen Jahre die 20jährige Wiederkehr des deutschen Seesieges vor dem Skagerrak überall gebührend gefeiert wurde, darf ich mich heute darauf beschränken, darauf hinzuweisen, daß der Verfasser des bekannten Werkes „Mit der Grand Fleet im Weltkriege" zum Skagerraktage eine Studie in der Marine-Rundschau hat erscheinen lassen, die unter dem Titel „Nachkriegsgedanken über die Skagerrakschlacht" von Konteradmiral a. D. G. v. S ch o u l tz (Helsingfors) in sehr aufschlußreicher und fesselnder Weise die Seestrategie und Taktik der Engländer unb bie unsere beleuchtet. Der zaristische Kapitän G. von Schoultz, der als Verbindungsoffizier auf dem Flaggschiff des Admirals Burney eingeschifft war, hat die Skagerrakschlacht selbst au f englischer Seite mitgemacht. Er hält, um das vorwegzunehmen, mit einer maßvollen Kritik auch an gewissen deutschen Maßnahmen nicht zurück, kommt aber mit Bezug auf die Schlacht selbst zu folgendem Schluß: „In der Skagerrakschlacht haben sich die Deutschen als ihren Gegnern überlegen erwiesen, und das ist für eine junge Flotte, die noch keine großen Kriegserfahrungen gesammelt hatte, im Ringen mit der stärksten, sieg- und traditionsreichsten Flotte der Welt ein glänzendes Ergebnis". Daß oft anscheinend kleine, nebensächliche Dinge im entscheidenden Augenblick eine große Rolle spielen können, beweist die in dem offiziellen Marinewerk enthaltene und auch von Schoultz wiedergegebene Kriegslist, die Admiral Scheer beim Verlassen der deutschen Küste anordnete. Zur Täuschung der englischen Funkpeilstationen wurde das Funk- a n r u f z e i ch e n des Flottenflaggschiffes „Friedrich der Große" mit dem der Funkstation auf der dritten Wilhelmshavener Einfahrt ausgewechfe 11. Infolgedessen wurde sowohl dem Admiral Iellicoe, dem Chef der Grand Fleet, wie auch dem Admiral B e a 11X), dem Chef der Schlachtkreuzer, von der englischen Admiralität mitgeteilt, das deutsche Flottenflaggschiff und damit auch das deutsche Gros lägen noch auf der Jade! Diese Kriegslist spielte tatsächlich am Nachmittag des 31. Mai eine bedeutsame Rolle. Sie hielt Iellicoes Entwicklungsmanöver auf und durchkreuzte feine Pläne. Die schlechte Aufklärungsorganisation Beattys half ihrerseits den Deutschen, ebenso wie Scheers geschicktes Manöverieren, in erster Linie aber seine unerwarteten Kehrtwendungen. Da ich selbst das vorderste Linienschiff „K ö n i g" in der Skagerrakschlacht befehligt habe, auf das sich zeitweise nahezu das Feuer aller englischen Schiffe konzentrierte, kann ich aus eigener Wissenschaft bestätigen, daß das berühmt gewordene mehrmalige Herumwerfen der langen S ck l a ch t l i n i e durch Kehrtmachen mitten im stärksten feindlichen Feuer für jeden, der dabei war, eine einzigartige und stolze Erinnerung bleiben wird. Scheers Vertrauen in seine, in langer Friedensarbeit geschulten Besatzungen wurde nicht enttäuscht. Admiral von Schoultz unterzieht die See- strategie der Engländer einer nach meiner Ansicht richtigen Kritik. Die Seestrategie ist in England ftets von b e r Regierung unb nicht von ben Abmiralen gemacht worben. Auch N e l s o n , der in taktischen Fragen nie eine höhere Defehlsgewalt über sich anerkannte, fügte sich dieser Ueberlieferung. Auch der „Draufgänger" B e a 11 y , im Weltkriege mohl der populärste Admiral Englands, ordnete sich in dem Augenblick der Seestrategie, wie sie London für richtig hielt, unter, als er Nachfolger Iellicoes im Flottenkommando wurde. In taktischer Hinsicht allerdings waren die Ansichten Iellicoes unb Beattps grunbver- schieben. Der angriffslustiqe Beatty mar das genaue Gegenteil von dem vorsichtigen, nach Ansicht seiner Gegner im eigenen Lager zu vorsichtigen Ielli- coe. Es liegt in der Natur der Dinge, daß dieser Zwie- spalt sich auch in der Skagerrakschlacht ungünstig für die Engländer auswirkte. Was der Chef der Schlachtkreuzergeschwader mit schweren Opfern erreicht hatte — nämlich die deutsche Flotte zwei bis drei Stunden auszuhalten — wurde vom Flottenchef Iellicoe nicht ausgenutzt, weil er eben nichts aufs Spiel setzen wollte. Schoultz ist so scharf in feinem Urteil, daß er wörtlich sagt: „Man könnte denken, es wären nicht Teile derselben, sondern höchstens „verbündete" Flotten gewesen, die vor dem Skagerrak gegen die Deutschen fochten, ohne einander zu verstehen, so verschieden war ihre Taktik." Am schärfsten ist später Iellicoe von Admiral ! S t u r d e e dem Admiral des Falklandgeschwaders, I in der Skagerrakjchlacht Chef des vierten englischen Aachttiche VesprechMgen. Paris, 31. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Kammer- Präsident B o u i s s o n hat in der Nacht zum Freitag bis um 4 Uhr Vorverhandlungen über die Lösung der Ministerkrise geführt. Man rechnet damit, daß der Präsident der Republik ihm heute früh offiziell b.e n Auftrag zur .Kabinettsbildung geben wird und er auch im Stande fein wird, eine' grundsätzliche Antwort zu erteilen. Bouisson dürfte sich um die Bildung eines Kabinetts auf einer breiteren Grundlage bemühen, das von ben Altfozialisten bis zur republikanischen Vereinigung Loms Martin gehen soll. In ber Nacht hatte Bouisson llnterrebungen mit bem bisherigen Kriegsmarineminister P i e tri, ber als früherer Finanzminister veilleicht als Nach- k.o l g e r Germain-Martins in Frage kommt mit bem bisherigen Postminister Manbel und mit Herriot sowie mit einer Abordnung der sozialistischen K a m m e r f r a f 1: i o n Man nennt den sozialistischen Abgeordneten Frossard der ein Anhänger der Negierungsbeteiligung ist, bereits als künftigen Arbeitsminlster. Im übrigen hat man allen Grund zu ber Annahme, daß bie Regierungsbilbung, wenn irgenb möglich, noch Freitag vormittag erfolgt. Der kommende Rann. Paris, 31.Mal. (DRV. Funkspruch.) Kammerpräsident Fernand Bouisson hat sich heute vormittag in seiner Unterredung mit dem Präsidenten der Republik bereiterklärt, ein „Kabinett der breiten Union" zu bilden. * Kammerpräsident Fernand Bouisson, der als der Mann der Stunde gilt, ist Abgeordneter von Marseille. Er steht im 61. Lebensjahr, ist aus Constantine (Algier) gebürtig und von Beruf Industrieller. Im Jahre 1909 mürbe er zum erstenmal zum Abgeorbneten gewählt, 1924, als er auf ber Liste bes Linkskartells roieber zum Abgeorbneten gewählt würbe, trat er ber Sozialistischen Partei bei. 1927 würbe er a I s S o z i a - list zumKammerpräsibenten gewählt, ein Amt, in bem er sich als unbestrittener , P r a - sidenten-Fachmann" einen Ruf schuf. Vor etwa zwei Jahren vollzog Bouisson ohne erficht- lichen Grund Unb ohne großes Aufsehen seinen Austritt auf der Sozialistischen Partei und ist Erscheint täglich, außer JHSEBF A wf M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte /jT. A jk A ▲ A A A JfcA A ▲ A bi-8-/,Uhrde-V°rm:ti°g- ©ießener SamilienMättei «Ah HT W W dlSL OlWT Grundpreise für, mm höhe tnipKpiipr /■ iKPiiiPi Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW W ES BK H VK B Wj W A LM W W W M W B anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte e 1.80 wF Er BL H B B ML, B BL WÄ B* WmÜL wb/ 60 Rpf.,Platzvorschrift ober Zustellgebühr.. „ -.25 H ■ H 'T B R V schwieriger Satz 25°/« mehr ?oUn\&nÄS RJ V 6,mäW. »tun»,reife: infolge höherer Gewalt < < Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger sm Gberheffen ■ ch nAftftherffonto- behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrantfurt am Main 11688 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitats-Yuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Mengenabschlüsie Staffel 8 Der österreichWeVundeskanzlerzurMchStagsrede desMhrers relle Beziehungen verständnisvoll. mi pflegen. Die christlich-soziale „Reichs post ergeht sich in dem bei ihr üblichen Hetzton gegen Deutschland und dem Nationalsozialismus. — Die „N e u e F r e i e Presse" nennt die Rede em Musterbeispiel offenherziger Aufklärung und das „Neue Wiener T a g b l a t t" stellt fest, daß Oesterreich Europa für Der erste deutsche Fernseh-Kongreß in Vertin Ehrung des deutschen Erfinders Paul Nipkow. Berlin, 30.9? hat der englische, den E n t w u r \ t übergeben, wie d französischer rang geschehen is $u der Uebergal ^td) den deut „Ximes", zur '> le> man der An eines solchen Pak ^flelungant Je mit der Serri tewlautg jedoch, glicht fei, daß \ ^""Zösisch . | gewisse Aeränderu 5 stichhaltige ®rii ^er den Osteuropa ol)n " ^"Sriff «, ei ZU erwarten, d durch Zusammenfassung der dem Rundfunk ver? bundenen Kräfte in der Reichsrundfunkkammer eine Rundfunkeinheit von nationalsozialistischer Prägung zu schaffen. Wer die Ideen des totalen Staates erfaßt hat, muß das Primat des Politischen im Rundfunk anerkennen. Der deutsche Rundfunk wurde in umfassender Weise zum Träger der neuen Staatsidee. Der nationalsozialistische Staat hat wie bisher kein Staat der Erde die dem Rundfunk innewohnende Kraft erkannt und sie für seine politisch-kul- turelle Aufbauarbeit eingesetzt. Die gleichzeitig ver- kündete Arbeitsgemeinschaft bei der Reichsrundfunkkammer ist der organisatorische Ausdruck einer freien Vereinbarung der wirtschaftlich tätigen Kräfte innerhalb des deutschen Rundfunkwesens. Es folgte dann die Ansprache des Leiters der Fachgruppe Rundfunk-Industrie Dr. Goerz. Der Absatz von Rundfunkgeräten sei von 1 Oll 302 im Jahre 1932 auf 1 854 338 einschl. der Volksempfänger im Jahre 1934 gestiegen. Darauf hielt der Leiter der Fachgruppe Rundfunk-Großhandel, Günther, eine Ansprache, in der er ebenfalls den Wert des Abkommens der Rundfunkeinheit unterstrich. Den Abschluß der Kundgebung bildete die großangelegte Rede des Vizepräsidenten der Reichsrundfunkkammer, Reichssendeleiter Hadarnovsky, der über das Thema sprach: „Das Fernsehen, eine deutsche Erfindung. Was wir Paul Nipkow verdanke n." Auf der grundlegenden Erfindung Nipkows bauen weitere Arbeiten von Forschern, Technikern und Ingenieuren auf, die in ihrer Gesamtheit das ergeben, was wir heute als Fernsehen kennen. Die Aufgabe der Vorbereitung des Fernsehens darf nun als abgeschlossen betrachtet werden. Das Fernsehen ist in Deutschland verwirklicht worden. Wir haben das Fernsehen aus den Stuben der Gelehrten und den Laboratorien der Fachleute herausgetragen ins Volk. Das Fernsehen und der Rundfunk gehören zusammen. Das Fernsehen ist aber kein Ersatz des Rundfunks, sondern seine zukünftige Ergänzung. Darauf verlas Ministerialrat Dreßler-Andre ß die an den Führer und Reichsminister Dr. Goebbels gesandten Telegramme und ihre Antworten. Insbesondere der Gruß des Führers an den greisen Erfinder Nipkow rief stürmische Begeisterung hervor. scheu Staaten auf das empfindlichste zu stören vermocht. Wir Oesterreicher sind nicht nachtragend. Wir sind jedermann gegenüber stets gern bereit, in eine uns gebotene Friedenshand ehrlich einzuschlagen. Aber bisher haben wir dies noch nicht deutlich gesehen. Für eine Normalisierung der Beziehungen beider Länder bleibt die rückhaltlose Anerkennung der Berechtigung Oesterreichs, über sein Schicksal frei und ohne offene oder versteckte Einflußnahme von Faktoren außerhalb seiner Grenzen entscheiden zu können. Was der Herr Reichskanzler über die Notwendigkeit des Friedens sagte, wird von uns natürlich restlos unterschrieben. Oesterreich wünscht nichts sehnlicher, als daß der Menschheit eine neuerliche Katastrophe eines Krie- ges erspart bleibe, und Oesterreich ist überall dort zu finden, wo Bemühungen am Werke sind, einen solchen zu verhindern. Die Erklärung des Herrn Reichskanzlers, daß Deutschland weder die Absicht, noch den Willen habe, sich in die inneren österreichischen Verhältnisse emzumischen, Oesterreich etwa annektieren aber anschließen möchte, diese Erklärung nehmen wir mit Befriedigung und Genugtuung zur Kenntnis. Ebenso die grundsätzliche Bereitschaft, internationalen Vereinbarungen zuzustimmen, die in wirksamer Weise alle Versuche einer Einmischung von außen in andere Staaten unterbinden und unmöglich machen. Wir halten schließlich auch die Forderung nach genauer Definition des Begriffs Nichteinmischung für berechtigt, da niemand klarer als Oesterreich aus seiner eigenen jüngsten Geschichte Beiträge zu dieser Begriffsbestimmung zu liefern vermag. Es besteht keinerlei Gefahr, daß etwa Nach der am 1. Mai erfolgten Gründung der Fernsehgemeinschaft der Reichsrundfunkkammer fand am Mittwoch in Berlin der e r st e deutsche Fernsehkongreß statt. Die Veranstaltungen wurden mit der Enthüllung einer Gedächtnistafel zu Ehren des ersten deutschen Fernseherfinders Paul Nipkow und der Taufe eines neuen Fern- seh-Abtaftsenders der Reichsrundfunkgesellschaft eröffnet, der den Namen des Fernseherfinders trägt. Reichssendeleiter Hedamovsky würdigte Paul Nipkows Persönlichkeit und bezeichnete die Erfindung des Fernsehens als die Krönung der bisherigen elektrorundfunktechnischen Entwicklung. Der technische Direktor der Reichssendelei- tung, Dr. H u b m a n n schilderte die Widerstände, mit denen der Erfinder zu kämpfen hatte. Der Kongreß schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und dem Gesang der Nationalhymnen seine Eröffnungsfeier. Nach der Eröffnung des Kongresses begaben sich die Teilnehmer nach Schildhorn, wo die Ausschüsse der Fernsehgemeinschaft zusammentraten. Vor dem juristischen Ausschuß, der unter Vorsitz von Professor List-Darmstaot tagte, hielt Reichssendelei- ter Hadamovsky eine grundsätzliche Ansprache, in der er die politischen Grundlinien der Rundfunkgestaltung festlegte, die allein maßgebend sein können für die künftige Schöpfung des nationalsozialistischen Funkrechts. Nach Schluß der Ausschußberatungen äußerte sich der technische Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Hub mann zu einem Vertreter des DNB. über die weitere Entwicklung des Fernseh-Programms und das Ergebnis der technischen Beratungen des Fernsehkongresses. Die Fernsehaufnahmen, die auf dem Avus-Sportplatz von dem Training der Berliner Olympiakandidaten gemacht wurden, sind, rote Dr. Hubmann erklärte, gut gelungen. Das Fernsehen soll in steigendem Maße bei Kundgebungen, Veranstaltungen und Reportagen eingesetzt werden, lieber die weiteren Pläne der Fernsehgestaltung befragt, erklärte Dr. Hubmann, daß in absehbarer Zeit neben dem schon bestehenden Witz- lebener Sender auf dem Brocken ein zwei- ter Fernsehsender von mindestens doppelter Sehstärke errichtet werden soll. Der anläßlich des Fernsehkongresses eingeweihte Nipkow-Sender ist ein Abtastgerät, das in seiner technischen Funktion gewissermaßen dem Mikrophon des Rundfunksenders gleichzusetzen ist. Der Erste Deutsche Fernsehkongreß erlebte seinen Höhepunkt mit dem Festakt in der Krolloper in Aer in auf dem unter dem Ehrenpräsidium des Fernseherfinders Nipkow die Führer des deutschen Rundfunks das Wort zu grundlegenden Vorträgen über die Rundfunk- und Fernsehgestaltung ergriffen. Der Festakt stand im Zeichen der Rundfunkein- heit, der Zusammenarbeit aller Funkschaffenden des Rundfunksendewesens, der Hörerverbände und der Rundfunkwirtschaft. Der Präsident der Reichs- rundfunkkammer, Dreßler-Andreh, eröffnete die Tagung mit einer Ehrung des Fernseherfinders, des Ehrenpräsidenten der Fernsehgemeinschaft, Paul Nipkow. Im Auftrage seines Vaters verlas darauf der Sohn des Erfinders, Hauptmann Nipkow, eine kurze Aufzeichnung des Werdeganges seiner Erfindung. Darauf ergriff Ministerialrat Oreßler-Andreß das Wort zu einem Vortrag über „Die achte Groß- macht Rundfunk", in dem er u. a. ausführte: Ein wichtiger Erfolg ist es, daß es uns gelungen ist. Wien, 29. Mai. (DNB.) Im Bundestag erklär^ Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Oesterreich habe die Belastungsprobebe st a n d en, politisch, wirtschaftspolitisch, staatsfinanziell. Der Neubau des neuen Oesterreichs schreite genau nach den Zielen seines verewigten Führers fort. Heute sei auch Gelegenheit, um die Oesterreich und Europa bewegenden außenpolitis ch e n Fragen und zwischen st aatlichen Beziehungen zu erwägen. Eine solche Erwägung fei auch deshalb besonders aktuell, weil der Chef der Regierung des Deutschen Reiches in feiner pro- grammatischen Reichstagsrede vom 21. Mai unter direkter Nennnung Oesterreichs auch auf diese Pro- biente zu sprechen kam, so daß die eindeutige Klarstellung des österreichischen Standpunktes hierzu unerläßlich bleibe. „Wenn es im Jahre 1934 gelungen ist, das Han- delspassivum auf 290 Millionen Schil- l i n g z u senken und die gleich günstige Entwick- lung auch im laufenden Jahre anhält, dann spricht diese Tatsache deutlich genug für die gesunde wirtschaftspolitische Entwicklung Oesterreichs. Oester- reichischerseits wird die Ausdehnung des wirtschaftlichen Verkehrs nach keiner Seite hin gehindert, selbstverständlich auch nicht nach dem benachbarten Deutschen Reicy. Die Bankrate ist auf 4 v. H. gesenkt. Die Spareinlagen sind um 116 Millionen Schilling gestiegen. Die Oeffentlichkeit weiß, daß Oesterreich den Anspruch aus volle Gleichberechtigung angemeldet hat, ein billiges Verlangen, gegen welches kaum ernste Argumente ins Treffen geführt werden können. In der Forderung nach militärischer Gleichberechtigung ist einbegriffen das Verlangen nach Wegfall jener Be- schränkung, die uns die Einführung der allgemeinen Wehr p.f licht verbietet. Nur Oesterreich selbst kann entscheiden, wann und wie es von seinen wiedererlangten Rechten Gebrauch macht. Wir wollen erreichen, daß, wie das alte Vaterland, auch das neue Oesterreich weithin sichtbar repräsentiert sei durch makellosen Glanz seines Waffenrockes. „Daß Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Innern erforderlich sind, werden auch in der Tatsache begründet, daß immer noch, wenn auch zahlenmäßig unbedeutende. in versteckter Weise agitierende Kräfte im Lande am Werke sind, die ihre Aufgabe darin erblicken, nach Möglichkeit Unruhe zu erzeugen. Die Wehrkraft Oesterreichs ist auch heute stark genug, um jede Abenteuerlust im Keime zu ersticken. Mit Beharrlichkeit wird über den angeblichen Barbarismus Oesterreichs bei Behandlung seiner politischen Häftlinge Klage geführt. Nach dem Stande vom 28. Mai 1935 zählen wir 1734 politische Hälftlinge; von diesen befinden sich 351 im Lager Wöllersdorf. Beschwerden und Klagen in diesem Lager sind bisher überhaupt noch nicht laut geworden. Mit dem reichsdeutschen Nationalsozialismus haben wir uns in keiner Weise zu befassen. Er ist für uns eine reichsdeutsche Angelegenheit, gegenüber welcher wir nicht interessiert sind, sofern er sich auf die eigenen Staatsangehörigen beschränkt. So selbstverständlich mir daher das in Deutschland geltende „Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" re» pektieren, so unannehmbar wäre für uns die Forderung der Anerkennung der Einheit von Partei und Volk dort, wo Volks- und Staatsgrenzen nicht zusammenfallen. Oesterreich hat nie einen Zweifel darüber gelassen und wird es, solange wir leben, auch in aller Zukunft nicht tun, daß es sich als deutscher Staat bekennt. Der ö st erreicht sche Nationalsozialismus ist eine innerösterreichische Angelegenheit und untersteht ausschließlich der Souveränität unseres Staates. Daß er im neuen Oesterreich keinen Platz haben kann, beruht nicht zuletzt darin, daß wir die Auffassung, die Sicherung des Deutschtums setze die Vernichtung Oesterreichs voraus, wie es in einem viel zitierten grundlegenden Werke heißt, niemals teilen können. Die Beziehungen zu Italien werden zu hemmungsloser Verhetzung des österreichischen Volkes mißbraucht. Ich stelle fest, daß Italien niemals auch nur. den leisesten Versuch einer innerpolitischen Einmischung in Oesterreich unternommen hat, daß die Fabel von der politischen Abhängigkeit in den Bereich tendenziöser Erfindungen gehört." Schuschnigg wandte sich gegen die Forderung nach einer Volksabstimmung und sagte: Mancher österreichische Nationalsozialist rechnet vielleicht darauf, bei den parlamentarisch-demokratisch orientierten Ländern des Westens mit dieser Forderung auf Sympathie und Verständnis zu stoßen. Aber zu spät! Wir hatten eine Volksabstimmung am 25. Juli und auch an den nachfolgenden Tagen und beim Leichenbegängnis des Führers und auf dem Wiener Heldenplatz und seither Sonntag für Sonntag landauf, landein. Das Ergebnis bleibt: Das freie, nach allen Seiten unabhängige Oesterreich! Die von uns weiß Gott nicht gewollte Spannung mit dem Deutschen Reich erfüllt uns mit tiefer Trauer. Sie hat feit über zwei Jahren das friedliche Nebeneinanderleben der beiden deut- Reichstagung des Roten Kreuzes. Der Große Rat des Deutschen Roten Kreuzes und der Landesrat des Preußischen Landes- Männervereins vom Roten Kreuz traten zu ihren Jahresversammlungen zusammen. Dem Großen Rat gehören die Präsidenten der Landesverbände m den Stadthalterbezirken, sowie Vertreter führen- der Körperschaften und dem Roten Kreuz nahe- stehender großer Organisationen an. Mitglieder des Landesrates sind fast alle Oberpräsidenten. Zu der Tagung, an der Reichsarbeitsminister Seldte tetlnahm, hatte auch die Reichsleitung der NSDAP, einen Vertreter entsandt. Don den Mit- gliedern des Großen Rates waren u. a. anwesend: der Heeres - Sanitätsinspekteur Generalstabsarzt Bros. Dr. Waldmann, der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt, Hilgenfeldt, Generalleutnant K a u p i f ch , der braunschweigische Ministerpräsident K l a g g e s , die Ministerialdirek- toren Dr. (Butt und Dr. Frey, der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Dr. R e i t e r, der Prä- üdent des Reichsluftschutzbundes Generalleunant r<}om ™ e' der Reichsführer der Technischen othilfe, Wern re ich und die beiden Ehrenführe- nnnen des Reichsfrauenbundes des Deutschen Roten Kreuzes, Kronprinzessin Ceejlie und Dr. si. tu }Qbe- und daß au hu geliefert hab Sr von den für &Mierüb, 'N bA L-W "X C’ !°^ogen/JlDog S”*i. SS* W sich hätte. Ser „Völkische Seobachier" zur Schuschnigg-Me. Berlin, 30. Mai. (DNB.) Zur Bundestagrede des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg schreibt Dr. Walther Schmitt im „Völkischen Beobachter" u. a.: In Wien wurde eine originelle Rede gehalten. Originell nicht etwa wegen des Inhaltes, auch nicht wegen der Form, originell aber durch die Art, wie Begriffe zu Tatsachen gemacht wurden und Tatsachen zu Begriffen. Wie also Wirklichkeiten als reine Phantasien des Bösen Erwähnung fanden und die Wunschbilder einer phantasiereichen Politik plötzlich a l s etwas tatsächlich Vorhandenes von den Zuhörern akzeptiert werden sollten. Wozu schließlich die ewige Forderung nach einer Volksabstim - mung ? Auch hier zeigt die Rede die wahren Wirk- lichkeiten. ..Wir hatten eine Volksabstimmung am 25. Juli". Also Volksabstimmung! Bisher war dies das Datum eines versuchten politischen Gewalt st reiches, der unternommen wurde, weil die Regierung durch Derfassungsbruch die allgemeinen Wahlen grundsätzlich hinter- trieb. Man wird also in Zukunft die Tatsache einer blutig niedergeschlagenen Meinungsäußerung von Volksteilen in Neuwiener Lesart als Volksabstimmung aufzufassen haben. Als gewissermaßen innerösterreichische Illustration hierzu sei nur angefügt, was der ehemalige Vizekanzler Winkler und Mitarbeiter von Dollfuß in seinem soeben erschienenen Buch „Die Diktatur in Oesterreich" über die Frage der Abstimmung in Oesterreich schreibt: „Der Wahlsieg der NSDAP, am 5. März 1933 setzte die führenden Kreise der österreichischen Politik in schwerste Bestürzung. Die Rückschlüsse bestanden in der Parole: „Keine Wahlen in Oesterreich mehr, solange der Nationalsozialismus in Deutschland regiert." An dies fei zum Thema „Volksabstimmung" ergänzend erinnert. Diese Rede ist der schwerfällige Versuch, die überzeugende Wirkung, die Deutschlands klare Haltijng in der Oesterreich-Frage, neuerdings formuliert in der Rede des Führers, auch auf die anderen Völker macht, wenigstens einigermaßen abzuschwächen. Es ist allerdings nicht anzunehmen, daß dieser Zweck erreicht wurde. Linienschiff geschwaders, kritisiert worden. Wenn sein Flaggschiff „Benbow" nicht unmittelbar hinter dem I Flaggschiff Jellicoes dem „Iran Duke" gefahren wäre, so wäre er a u f eigene Faust ausgebrochen. Uns, der deutschen Flotte, wäre das nur lieb gewesen, da bei einer länger andauernden ran» < gierten Artillerieschlacht die Ueberlegenheit unserer Schießleistungen, unserer Munition und der Sink- , ficherheit sich bei den englischen Linienschiffen mit ; yoher Wahrscheinlichkeit ebenso ausgewirkt hätte, j wie bei den Schlachtkreuzern. Man darf nicht ver- , gessen, daß in der Tagschlacht selbst bei den Eng- । ländern die Schlachtkreuzer und großen Kreuzer , „Jndefatigable", „Queen Mary", „Jnvincible", „De- ■ fence", „Warrior" und „Warspite", die ersten fünf , als Totalverluste, der letzte als. gefechtsunfähig aus- j gefallen waren, während bei uns überhaupt kein , Totalverlust an diesen Schiffen eingetreten war. j Admiral Castex, der als Franzose nicht der Voreingenommenheit für uns Deutsche verdächtigt ist, kommt in seinen „Th^ories strat£giques“ zu sehr anerkennenden Schlüssen für die deutsche Führung. „Admiral Scheer, so heißt es an einer Stelle, „hat - gezeigt, daß selbst, wenn die ganze militärische Lage noch so ungünstig ist, man sich doch das Gesetz j des Handelns bewahren und damit jene ; moralischen Faktoren retten kann, die die erhaben- . ften Reserven für die Zukunft darstellen." Wir ] wünschen der jungen Reichsmarine, daß die rühm- । reichen Erinnerungen des 31. Mai/1. Juni 1916 in । ihr lebendig bleiben mögen. Mrinevolkswoche in Kiel, i Die Marine-Vvlkswvche, die vom 11. bis ^6. j Juni im Reichskriegshafen Kiel statt- findet, wird dem deutschen Volk ein Bild von der t Tätigkeit und den Aufgaben der Reichsmarine, , ihrem Schiffsmaterial und ihrer Tradition, aber ( auch von den vielfachen Aufgaben der . Reichsmarine im Frieden geben. In Kiel werden fast alle Schiffe der Flotte zusammenge- ’ zogen und zur Besichtigung freigegeben. Tägliche , Schauvorführungen geben den Besuchern einen Ein- \ blick in das Leben an Bord deutscher Kriegsschiffe. ' Jeder Tag beginnt mit einem großen Wecken, , bei dem die Spielleute von Gruppen in historischen Kostümen begleitet sind. Jeden Vormittag ist Gelegenheit gegeben, die spannenden Kämpfe um die Marinemeisterschaften zu verfolgen. In 1 die Zeit der Marinevolkswoche fällt auch die e r st e . internationale Marinepokalsegelwett- ‘ fahrt. An dieser Wettfahrt nehmen Offiziere der 1 Kriegsmarine zahlreicher europäischer Seemächte teil. Nachmittags finden Vorführungen des Dienstes an Land und an Bord sowie Gefechtsübungen statt. Alle Kämpfe sind für Zuschauer vom. Ufer aus gut • zu verfolgen. Auf dem Marinegelände werden in einer Ehrenhalle Bilder und Erinnerungsstücke an Großtaten und persönliches Hedentum aus der Ge- ■ schichte der deutschen Kriegsmarine gezeigt. Die Marinevolkswoche wird am 11. Juni in der Nordostseehalle mit einer Ansprache des Chefs der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, eröffnet. Bei dieser Feier wird eine große Weltkarte gezeigt. In sinnvoller Weise wird dabei der gefallenen Angehörigen der deutschen Seemacht gedacht. Die Karte verzeichnet alle die Plätze, an denen deutsche Kriegsschiffe ein ehrenvolles Ende gefunden haben. Bei dem Aufruf der einzelnen Schiffnamen stammen an diesem Abend auf dem entsprechenden Ort auf der Weltkarte rote Lichter auf. Der Abschluß der Marine- Volkswoche, Sonntag, 16. Juni, ist gleichzeitig der Auftakt zur diesjährigen Kieler Woche. Vormittags findet eine Truppenparade vor dem Oberbefehlshaber der Reichskriegsmarine statt. Bei einem großen Feuerwerk wird das Scheinwerferspiel sämtlicher im Hafen liegenden Kriegsschiffe aufleuchten. Oer NGOFÄ. übergibt der Reichsmarine -11 Kriegsflaggen. Kiel, 30. Mai. (DNB.) In einem feierlichen Akt übergab der NS. Deutsche Frontkämpferbund auf dem Flandernplatz in Kiel-Wik 11 bisher al 5 Bundesfahnen des Stahlhelm geführte ehemalige Kriegsflaggen der Marine, die im Weltkriege auf deutschen Kriegsschiffen dem Feinde entgegenflatterten und am Frei- tag in einem Standortsappell in der Wik mildern Ehrenkreuz, ausgezeichret werden, der deutschen Kriegsmarine. Als Vertreter der Kriegsmarine waren u. a. Konteradmiral Saalwäch - ter, der Kommandant von Kiel, Kapitän z. S. Mewis, und der Kommandant der 1. Marine- Unteroffizier - Abteilung Friedrichsort, Fregattenkapitän Schenck erschienen, als Vertreter des NSDFB. (Stahlhelm) Gauführer Exner und der Chef des Landesamtes, Major a. D. -Schmidt, der das Fronterlebnis und die vergangenen Jahre des erbitterten Kampfes um Deutschlands Erneuerung wachrief. Konteradmiral Saalwächter wies in seiner Erwiderung darauf hin, daß die deutsche Kriegsmarine die Fahnen treu bewahren und ihnen als treues Vermächtnis und Mahnung zugleich einen ihrer Tradition würdigen Ehrenplatz geben werde. Flotten- und Armeeführer stehen Pate bei Berliner Straßen. Aus Anlaß des Jahrestages der See- schlacht am Skagerrak hat der Polizeipräsident die Umbenennung zweier Straßen und einer Brücke oorgenommen, um das Andenken der drei Großadmirale und Flotten führ er der ehemaligen Kaiserlichen Marine von Ko st er, Prinz Heinrich von Preußen und von Holtzendorff sichtbar in der Reichshauptstadt fortleben zu lassen. Umbenannt sind: das Schöneberger Ufer in „Groß- admiral-von-Koster-Ufe r", die Regentenstraße in „Großadmiral -Prinz -Hein'rich- Straß e", die Von-der»Heydt-Brücke in „Groß- aömiral - von - Holtzendorff - Brück e". Die umbenannten Straßen und die umbenannte Brücke sind für diesen Zweck besonders geeignet, da sie in d e r Nähe des früheren Reichsmarineamtes, jetzigen Reichskrieasministe- riums liegen. Gleichzeitig hat der Polizeipräsident zu Ehren zweier hochverdienter Armeeführer des Weltkrieges, der verstorbenen Generalobersten von K l u ck und von Woyrsch, die Magdeburger Straße in „K l u ck st r a ß e" und die ©en» thmer Straße in „W o y r s ch st r a ß e" umbenannt. Die umbengnnten Straßen liegen im sogenannten Generalsviertel südlich des Landwehrkanals. Oesterreich jede innere Erhebung sofort als auf äußere Einflüsse zurückzuführende Einmischuna um- zuwerten versuchen würde. Das Regime in Oesterreich ist eine typisch innerösterreichiscke Angelegenheit, die einer offiziellen Beurteilung dritter Stellen niemals unterliegen kann. Oesterreich müßte es ablehnen, über das Thema Gewalt als Grundlage eines Regimes zu diskutieren, wenn nicht unter Gewalt überall das nämliche verstanden wird. Die engen Beziehungen, in die durch den Zusammenhang der Rede Oesterreich mit der benachbarten Schweiz gebracht wurde, klingt durchaus erfreulich, weil darin das Bekenntnis zu liegen scheint, daß es notwendig ist, den Deutschen in der Welt überall gleich zu behandeln, den deutschen Schweizer nicht anders als den deutschen Oesterreicher. Damit sind wir am entscheidenden Punkt angelangt. Was Oesterreich für sich fordert, läßt sich in drei Formeln zusammenfassen: 1. Die grundsätzlich gleiche Behandlung, 2. Zuerkennung grundsätzlich gleichen Rechtes und 3. die Anerkennung der gleichen Ehre, lieber alles andere kann man mit den Oesterreichern reden, über diese drei Punkte niemals. 3m Spiegel der Wiener presse. Wien, 30. Mai. (DNB.) Die Presseäußerungen zu der Rede des Bundeskanzlers bringen wenig neue Gesichtspunkte. Die „W jener Neuesten Nachrichten" schreiben: „Der Kanzler des Deutschen Reichs hat gesprochen, der Kanzler des zweiten deutschen Staates geantwortet. Die Antwort bedeutet keine weitere Vertiefung des Konfliktes. Die Auffassungen sind noch weit voneinander entfernt, und es ist wirklich schwer, sich vorzustellen, wie und wann die vorhandenen Gegensätze überbrückt werden sollen. Für jene, die in der Bereinigung des Bruderzwistes eine Selbstverständlichkeit deutschen Gemeinschaftslebens erblicken, heißt es Geduld haben. So scharf ablehnend in der Sache die Schuschnigg-Rede war, man darf dennoch feststellen, daß sie Möglichkeiten eines Friedensschlusses offen läßt. Die Geschichte würde unsere Generation schuld sprechen, wenn sie das klare Gebot der Zeit nicht achten und nicht alles daran setzen sollte, den deutschen Bruderzwist zu begraben/7 — Auch die amtliche „W i e - n e r Zeitung" unterstreicht den Friedenscharakter der Rede. „Ganz klar und eindeutig ist Oesterreichs Stellung zum Nationalsozialismus als solchen und zur gegenwärtigen deutschen Regierungspartei herausgearbeitet. Die österreichische Regierung ist sich ihrer Pflicht als deutscher Staat in allem bewußt. Sie ist aber auch von der Notwendigkeit durchdrungen, mit den Nachbar- staaten in Frieden und Eintracht zu leben und insbesondere wirtschaftliche und kultu- Die polnische M a r i n e l e i t u n g hat beschlossen, in Gdingen eine Marinewerft für den Bau von Kriegs- und Handelsschiffen zu errichten. Man hofft, schon im nächsten Jahr den ersten Schiffsbau in Angriff nehmen zu können. Ö0Ü 6 8il.'®r,7un6 1 ft«6“ Zäh" 0 fyoten De^ilidel teil?' ^raiif J Freude/ unb Führe* £ berrW, S2l.- Ks? fest nach 2 IttW ydlhestam> D«e> $rd ! l«i( 0 6 $ r die Unge m die Weiter l'Uosevell lehnt Urteil des Aegierungs rei n die Dersai E^cheidu^d aum Gegenstand ssl'naelftaat eine bundesa da dieses emei staatliche 6i tzs sei daher au/ selbst durch die fti ermchtigung an Mittel zu schaffe! scheidung praktlsa Zn unterrichtete Präsident in eine Stellungnahme zu und gleichzeitig ar Ibit Aufforderung lige Hebern Aichtlinien i ihrem bisherigen ihren Fortbestand Ansichten darüber ordnung unter d stand für die einander. Die Be ohne Strafandri Druck an Wirksc Kobu leN. x. Sabre in von der Groeben. Der Präsident, te "■ i • r a r hoffte. J. 4.0 nbfunf ner? funttammet ojiaüftiffyr )es totalen des Pv- men. Der aber ®ei(e 7 I 1 $ 7 H ist weil verbreitet. Auch bei vielen Gegnern Roosevelts, die bisher scharf gegen die Nira-Gesetze Stellung genommen hatten, werden Besorgnisse laut, es könnte zu Massenstreiks und Unruhen unter den Farmern und Arbeitern kommen. Ein hieb- und stichfestes neues Nira - Gesetz sei möglich, wenn die Bedenken des Bundesgerichts beseitigt würden. Das heißt erstens, daß die Bundesregierung nicht in die Souveränität der Einzelstaaten eingreife, sondern Alles, was je an Liebe und Sorgfalt für ein Naturprodukt aufgewendet wurde, erfüllt die Pflege für unsere »R6« Tabake,die in ihrer Reinheit das Beispiel höchster Vollkommenheit darstellen. it‘ Vv Können die Nira-Gesetze gerettet werden? Freiwillige Durchführung? — Aenderung der Verfassung? ?estagrede fite e-ne ori. ÖQ wegen J originell ^chen qe. Li- Wn Er. seiner Mch als s von den 11 schließlich ^obstiin. hren Wirk. Stimmung "Sher war en pfrli. ernommen sungsbruch hinter, ..Tatfache gsaußeruna als Volks. Illustration >°l'ge Vize- Dollfuß in Diktatur in immung in i WDAP. Kreise der ärzung. Die .Leine solange der (giert" An ' ergänzend h, die über« ire ßaltijng emuliert in eren Völker Iwächen. Er dieser Zweck rlin. Eni Wiener Ut°Pa für ^rf0'Qen Ein deutscher Entwurf für ein Lustlocarno Oer Entwurf in London lebhaft begrüßt. wie bisher I nt innewoh- ! politisch-klll- ichzeitig vri. bei btt torische Aus« ■ wirtschaftlich n Rundfunk- Leiters bei Aoerz. Dei 1011302 im Volksempfän- hielt der Lei- indel, Gun- alls den Wert. untersttich. >ete die groß' r Reichsrund' samovsky, ernsehen. s wir Paul grundlegenden Arbeiten von tn auf, die t« mir dwte Vorbereitung lassen betrach. »HW, uw । 12«boroK n. r>°- «K, i|an>me"6 undfunks, svn । eßler-il^ SSL treu?661' tu“" ^^goerbä^ 'Ä'SS »ona& yene Uter Bf otaiv^ eldt' tlsLiM her X V 'itek'd > ^'hoa^'ten c/ie Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes, Frau Elisabet Tornitius, den Dank für ihre treue Arbeit aus und überreichte ihr die Florence - Nightingale • Medaille des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, die höchste Auszeichnung für Verdienste auf dem Gebiete des Schwesternwesens. Der Präsident berichtete weiter auch über den Auslanddienst des Deutschen Roten Kreuzes. Der stellvertretende Schatzmeister, Major a. D. Blumberg, legte die Jahresrecynung füt 1934 und den Haushaltsplan für das neue Geschäftsjahr vor, die eine gesunde Finanzlage des Deutschen Roten Kreuzes zeigen, aber auch die Schwierigkeiten erkennen lassen, die bei der Aufbringung der Mittel für die umfassende Arbeit des Roten Kreuzes zu überwinden sind. Gruppenführer Herzog von Sachsen- Koburg und Gotha, gedachte des im vorigen Jahre dahingegangenen S ch i r m h e r r n des Deutschen Roten Kreuzes, Reichspräsidenten v. Hindenburg. Er wies mit besonderer Freude darauf hin, daß als fein Nachfolger der Führer und Reichskanzler die Schirmherrschaft übernommen habe. Der stellvertretende Präsident, SA.-Obergruppenführer Dr. Hoch- eisen, sprach über die organisatorischen und sachlichen Fragen der vielfältigen Rotkreuzarbeit. An- schließend folgten Fachvorträge über die einzelnen Arbeitsgebiete des Roten Kreuzes. Der Präsident, Herzog von Koburg, sprach der Ende Mai nach 36jähriger erfolgreicher Dienstzeit in den Ruhestand tretenden Generaloberin der Washington, 30. Mai. (DNB.) Das Ur- jil des Ober ft en Bundesgerichtes, daß die Ungesetzlichkeit der Nira-Ge- setzgebung ausgesprochen hatte, hat in den weitesten Kreisen der amerikanischen Bevölkerung schwere Bestürzung hervorgerufen. Im Weißen Haus häufen sich die Zuschriften an Roosevelt, die sich alle mit der obersten gericht- befr^bC,9aret? e,,t D Berlin, 30. Mai (DNB.) Die Reichsregierung hat der englischen Regierung auf deren Wunsch den Entwurf eines Luftlocarnopaktes übergeben, wie dies schon srüher seitens der französischen und italienischen Regierung geschehen ist. Zu der Uebergabe des deutschen Luftpaktentwurfs durch den deutschen Botschafter schreibt die „Times", zur Zeit der Londoner Besprechungen sei man der Ansicht gewesen, daß der Abschluß eines solchen Paktes gleichzeitig mit der Regelung anderer Fragen erfolgen müsse, die mit der Befriedung Europas verknüpft seien. Es verlaute jedoch, daß die britische Regierung der Ansicht sei, daß durch den Abschluß des französisch - sowjetrussifchen Paktes gewisse Veränderungen eingetreten seien, und daß es stichhaltige Gründe gebe, weshalb die Verhandlungen über den Abschluß eines Luftpaktes für Westeuropa ohne weitere Verzögerung in Angriff genommen werden sollten. Es sei zu erwarten, daß der Außenminister das Unterhaus dahin unterrichten werde, daß die britische Regierung seit der Stresaer Konferenz einen solchen Vertragsentwurf vorbereitet habe, und daß auch Hitler nunmehr seinen Beitrag dazu geliefert habe. Diese Vorschläge würden nunmehr von den fünf Signatarmächten des Locarno- Vertrages sorgfältig geprüft werden. Es werde nicht erwartet, daß es sofort zu einer Konferenz der fünf Mächte kommen werde, weil die vorbereitenden Besprechungen hierüber nur auf diplomatischem Wege vor sich gehen könnten. — „Preß Association" berichtet, daß der deutsche Luftpaktentwurf in britischen diplomatischen Kreisen begrüßt werde als eine entschlossene Geste des Vertrauens und als Zeichen der Bereitschaft zur Zusammenarbeit, um eine Befriedung Europas herbei- zuführen. — „Evening News bemerkt, daß der deutsche Entwurf als ein Zeichen für die Aufrichtigkeit der letzten Versicherungen Hitlers ange» sehen werde, wonach Deutschland bereit fei, an einem Luftabkommen teilzunehmen. — --Daily Terror" schreibt: „Wir hoffen, daß jedes Zuge- ständnis und jedes Angebot Hitlers ohne Vorurteile erwogen wird. Hitler hat offen eine vollzogene Tatsache über die deutschen Luftstreit- kräfte mitgeteilt; von diesem Punkt starten wir neu. Der Luftpakt kann von dem allgemeineren Problem der Befriedung Europas losgelöst werden. Wenn wir nicht alles tun können, laßt uns wenigstens etwas tun!" Belgien und Locarno VanZeeland zur Reichstagsrede desFührers Brüssel, 29. Mai. (DNB.) Im Senat hielt Ministerpräsident van Zeeland in seiner Eigenschaft als Außenminister eine längere Rede. Er ging von der Entschließung des Völkerbundsrates oom 17. April aus. Der Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede auf diese Entschließung geantwortet. Die belgische Regierung nehme aus der Rede zwei Punkte zur Kenntnis: 1. daß die Reichsregierung sich feierlich verpflichtet habe, die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht zu verletzen und 2., daß es seine Verpflichtungen aus dem L o - earnooertrag anerkannt habe. Solche Versicherungen müßten mit Befriedigung ausgenommen werden, aber erst die Tatsachen, die dieser Rede lichen Entscheidung befassen. In 90 von 100 dieser Schreiben wird Roosevelt angefleht, alles zu tun, um die Weiterarbeit der Nira zu ermöglichen. Roosevelt lehnt es vorläufig noch ab, sich zum Urteil des Obersten Bundesgerichtes zu äußern. In Regierungskreisen wird daraus hingewiesen, daß die Verfassung es verbiete, gegen die Entscheidung des Obersten Bundesgerichtes, die zum Gegenstand einen Vorgang in einem fei hä elftaat der Amerikanischen Union hat, eine bundesamtliche Regelung zu treffen, da dieses einen Eingriff in d ie einzel- staatliche Souveränität bedeuten würde. Es sei daher auch keine Möglichkeit gegeben, selbst durch die straffere Formulierung der Kongreßermächtigung an bas Weiße Haus, ein wirksames Mittel zu schaffen, um die bundesgerichtliche Entscheidung praktisch außer Kraft zu setzen. In unterrichteten Kreisen wird erwartet, daß der Präsident in einer öffentlichen Proklamation feine Stellungnahme zum Nira-Urteil bekanntgeben wird und gleichzeitig an alle Unternehmer und Arbeiter die Aufforderung richten wird, durch freiwillige Uebernahme der allgemeinen Richtlinien der Nira-Gefetzgebung diese in ihrem bisherigen Rahmen fortzusetzen und ihren Fortbestand wenigstens privat zu sichern. Die Ansichten darüber, ob eine solche freiwillige Unterordnung unter die Nira-Beftimmungen deren Bestand für die Dauer sichern kann, gehen auseinander. Die Besorgnis, daß die Nira-Gesetzgebung ohne Strafandrohung und ohne bundesamtlichen Druck an Wirksamkeit stark ein büßen würde. folgen müßten, würden zeigen, ob diese Ausführungen dazu beigetragen hätten, das Vertrauen in Europa wieder herzustellen. Durch die deutsche Wiederaufrüstung werde die Sicherheit B e g i e n s direkt betroffen. Die belgische Regierung müsse versuchen, die Sicherheitsfaktoren, die sich aus dem internationalen Statut Belgiens ergeben, zu verstärken. Locarno sei die sicherste Grundlage für den Frieden an einem der empfindlichsten Punkte Westeuropas. Der Pakt entspringe der unleugbaren geschichtlichen Tatsache, daß es im Interesse aller liege, das Gebiet Belgiens vor jeder Invasion zu bewahren. Die Wirksamkeit des Locarnovertrages hänge von derSolidaritätder Garantiemächte ab. Die Solidarität der drei Westmächte sei besonders in den Beschlüssen von Stresa und bei der Völkerbundsratsaussprache vom 17. April zum Ausdruck gekommen. Jeder Teilnehmer am Locarnopakt sei an der vertraglichen Beobachtung seiner Verpflichtungen direkt interessiert. Der Reichskanzler habe mit Recht die e n t = mililarisierteRheinlandzone als einen von Deutschland freiwillig im Interesse des allgemeinen Friedens geleisteten Beitrag bezeichnet. Nach der Ueberzeugung der belgischen Regierung sei der Rheinpakt für Westeuropa eine endgültige Lösung, die für alle Teilnehmer ehrenhaft und vorbildlich sei. Das französisch - sowjetrus- sische Bündnis könne die Locarnoverpflichtungen Belgiens weder direkt, noch indirekt erweitern oder einengen. In dem in Aussicht genommenen we st europäischen Luftpakt könne Belgien angesichts seiner geographischen Lage und mit Rück- sicht auf seine Streitkräfte nur in begrenztem Umfange Verpflichtungen übernehmen. Der Vertrag müsse im Geist und im Buchstaben dem Locarno- vertrag angepaßt sein. Es sei seine Aufgabe, den Locarnovertrag zu verstärken. Weitere Heeresverstärkung Italiens? London, 30. Mai (DNB.) Aufsehen erregt in der englischen Presse ein Reuterbericht, wonach Mussolini weitere 2 0 0 0 0 0 Mann unter d i e Waffen berufen will. Diese neue Mobilisierung soll damit begründet werden, daß es notwendig sei, die Besorgnisse, die man bei auswärtigen Mächten bezüglich der Brenner- Grenze habe, zu zerstreuen. Mussolini werde, wenn die weitere Mobilisation durchgeführt sei, 1,1 Millionen unter d e n Waffen haben. „Evening Standard" schreibt, daß Mussolinis Entscheidung auf Vergrößerung des stehenden italienischen Heeres zum Teil auf französischen diplomatischen Druck z u r ü ck z u f ü h r e n fei. Die Franzosen befürchteten, daß das Interesse des Duce für Abessinien zu einer Schwächung derjenigen Kräfte führen könnte, die in Europa zur Aufrechterhaltung des Status quo bereitständen. Mussolini habe erklärt, daß er Mann für Mann die Kräfte ersetzen werde, die er nach Abessinien schicke. Unbequeme „Gäste". Paris, 30. Mai. (DNB.) In Straßburg ist es in einer früheren Kaserne zu Zwischenfällen mit den dort untergebrachten etwa 3 0 0 Saar- flüchtlingen, von denen etwa 100 Frauen und 60 Kinder sind, gekommen. Die Flüchtlinge beanstandeten die Qualität der ihnen verabreichten Nahrung. Besonders in dem Flügel, wo die Frauen unnur den zwischenstaatlichen Verkehr regele, und zweitens, daß der Kongreß nicht mehr so viel gesetzgeberische Befugnisse an das Weiße Haus übertrage. Man glaubt aber ohne eine Verfassungsänderung ein wirklich durchgreifendes Nira-Gesetz nicht schaffen zu können. Da aber eine Verfassungsänderung in Amerika viele Jahre benötige und besonders am Vorabend neuer Kongreßwahlen sehr unbeliebt sei, so sei die weitere Entwicklung der Nira-Frage noch ganz ungewiß. Soweit sich bisher die unmittelbaren Folgen des Nira-Endes übersehen lassen, werden die Beschränkungen der Arbeitszeit und die Lohnfestsetzungen freiwillig fortgesetzt oder durch einzelstaatliche Gesetzgebung gesichert. Dagegen wird das Nachgeben der Preise, wenigstens bei einigen Industriezweigen, erwartet. Die Zigaretten- und S p i ri t u o s e n p r e i s e sind bereits gesenkt worden. E'.n Mitte Juni zu befürchtender M a s s e n st r e i k von 450 000 Arbeitern im Kohlenbergbau scheint weniger eine Folge der Beendigung der Nira-Gesetze zu sein, als der in letzter Zeit infolge der Besserung der Wirtschaftslage zunehmenden Streiklust. Merkwürdigerweise ergrif die Bestürzung über die plötzliche Au Hebung der Nira-Gesetze auch die r e p u b l i k a n i , te Heilung, da diese bei den Prä identschafts- wählen im nächsten Jahr die weitverbreitete Opposition gegen die Nira-Gesetze auszunutzen 3°b,s Mu WAS, cHUt Ma ’fE» Re uer e '9^ns. 9 Suf f'on ff -nk, . 99en v ^Ser6. 'sa. °/M ne /77 «r kergebracht sind, herrschte große Erregung. Zur Aufrechterhaltung der Disziplin wurde den Frauen verboten, ihre Stuben zu verlassen. Sie drangen aber mit Gewalt in die Stuben der Männer ein, beleidigten die wachhabenden französischen Mobilgardisten und leisteten ihnen Widerstand. Die Ordnung konnte jedoch wieder hergestellt werden. Einige männliche Flüchtlinge, die auf die Mobilgardisten eingeschlagen hatten, wurden in Polizeigewahrsam genommen und abbefördert. Die Kaserne wird vollständig geräumt. Die Flüchtlinge werden nach Roche- sur-Ponne befördert werden. Unbefriedigende Antwort Litauens auf die Vorstellungen derMemel-Gignatare London, 29. Mai. (DNB.) Außenminister Si- man teilte am Mittwoch im Unterhaus mit, daß die Antwort der litauischen Regierung auf die gemeinsamen Vorstellungen Englands, Frankreichs und Italiens wegen der Wiederher- stellung normaler Regierungsv er« bältnisse im Memelgebiet von der britischen Regierung als unbefriedigend angesehen werde. England habe sich mit den Regierungen Frankreichs und Italiens in Verbindung gesetzt, um eine Entscheidung über weitere angemessene Maßnahmen herbeizuführen. * „Popolo d'Jtalia" meldet, daß in Paris Gerüchte von einem neuen Schritt der Mächte in K o w n o im Umlauf seien. Laval habe den polnischen und englischen Botschafter e m p fa n g e n. Man glaube, daß darüber gesprochen worden sei, welche Maßnahmen man ergreifen könne, um Litauen zur Achtung des Memel st atuts zu bringen. Laval soll einen neuen Schritt in Kowno angeregt haben. Zuspitzung in Nordchina. Scharfe Erklärungen japanischer Militärs. Tokio, 30. Mai. (DNB.) Die Lage in Nordchina wird als bedrohlich angesehen. Man spricht davon, daß die japanische Armee zur Selbsthilfe gezwungen sei, falls China nicht durchgreifende Maßnahmen gegen den Terror der Kuomintang und ihrer militärischen Organisation, den „Blauhemden" ergreife. Japanische Blätter berichten, daß der Kommandeur der in Nordchina stationierten Truppen, General U m e t s u, in Tientsin mit Kriegsminister Hayafchi und dem Stabschef der Kwantung-Armee, General N i s h i o, vereinbart habe, eine wichtige Aenderung der Lage in Nordchina oorzubereiten. Gleichzeitig habe der japanische Militärattache in Peiping, Oberstleutnant Takahashi, der politischen und der militärischen Kommission in Peiping erklärt, daß Japan die Verletzung des T a n g k u - A b k o m m e n s durch China nicht ruhig hinnehmen werde. Wenn China nicht die Hetze gegen Japan und Manschukuo in Nordchina- einstelle, werde die japanische Armee endgültige Schritte tun, um die Lage zu klären, die chinesische Regierung werde dafür die volle Verantwortung tragen. Japanische Truppen würden die neutrale Zone besetzen, Tientsin und Peiping müßten in diese Zone einbegriffen werden. Die Vorgänge seien eine Folge der antijapanischen Politik Tschiangkaisch^ks. General P u, der Befehlshaber der chinesischen Truppen in Nordchina, habe nach Nanking berichtet und geraten, die haltlosen Beschuldigungen der japanischen Armee zurückzuweisen. Dem Schritt der japanischen Militärs bei den Peipinger Behörden ging ein gleicher bei dem Gouverneur von Hopei parallel. Die japanischen diplomatischen Stellen sind bemüht, die Bedeutung des Schrittes der Militärs a b z u s ch w ä ch e n. Die amtlichen chinesischen Stellen unterstützen dieses der Wahrung des Friedens dienende Bemühen durch größte Zurückhaltung. Politische Kreise weisen hingegen auf die Mukoener Erfahrungen hin und sind sehr pessimistisch. Meine politische Nachrichten. Ein im Deutschen Haus in Prag unter dem Ehrenschutz von Universitätsprofessor Dr. G e s e ° mann von der Sudetendeutschen Partei Konrad Henleins geplanter „Abend junger Sudetendeutscher" wurde verboten. Bel der Veranstaltung sollte die Kapelle der Sudetendeutschen Partei mitwirken und aus den Werken völkischer sudetendeutscher Schriftsteller der jungen Generation vorgelesen werden. ♦ Der Regierungspräsident in Kassel hat die „Fuldaer Zeitung" wegen der von dem Blatte gemachten Zusätze bei der Veröffentlichung der amtlichen Meldung über die Verhaftung von Inj atz en des Franziskanerklosters in Fulda wegen Devijen- schiebung auf acht Tage verboten. ♦ Der Führer und Reichskanzlerhat ebenso wie Reichsminister Dr. Goebbels und der Präsident der Reichsschrifttumskammer dem Geschichtsschreiber und Dichter Professor Dr H e r - mannStegemannzu seinem 65. Geburtstag m einem herzlichen Telegramm seine Glückwünsche ausgesprochen. # Nach seiner Rückkehr aus Berlin ist Botschafter von Hassel am Donnerstagabend vom italienischen Regierungschef Mussolini empfangen worden. Gtaatsnotwehr in Lichte des Nationalsozialismus. Ein Vortrag des Staatssekretärs Freister. Berlin, 30. Mai (DNB.) In der Deutschen Hochschule für Politik hielt der Staatssekretär im Reichs- und preußischen Justizministerium, Dr. Freister, einen Vortrag über das Thema „Staatsnotwehr im Lichte des Nationalsozialismus". Er zog zahlreiche Beispiele der letzten zwanzig Jahre an, wie die Rheinischen Selbstschutzabteilungen aegen den Separatismus, die Femerichter, den passiven Widerstand zur Zeit der Ruhrbesetzung, die Tötung Eisners, die Bildung von Terror- und Aktivistengruppen. Dr. Freister wies nach, daß die Beurteilung derartiger Handlungen je nach den Zeitläuften der innerpolitischen Spannung oder der Festigung des Staates verschieden sei und stellte fest, daß nach der jetzt tatsächlich erreichten inneren Befestigung, nach der Erringung einer wirklichen Einheit der Grund - a n s ch a u u n g e n, die mit dem nationalsozialistischen Umbruch eingetreten sei, gerade von den Vertretern und Vorkämpfern der Bewegung, die das Recht, in Staatsnotwehr zu handeln, bis 1933 in Anspruch genommen hätten, eine derartige Staatsnotwehr abgelehnt werde Man finde auch in der Politik des Staates, soweit es sich um Fälle handelt, in denen jemand glaubte im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung zu handeln, keine Billigung solchen Verhaltens, sondern in der Amnestiegesetzgebung der letzten beiden Jahre finde man die Erklärung, daß solches Verhalten unter bestimmten Umständen zwar verstanden aber nicht gebilligt worden sei. Es sei selbstverständlich, daß eine Bewegung, die felsenfest davon durchdrungen sei, daß der frühere Staat in seiner Grundlinie dem Ziel der Befreiung des Volkes entgegengesetzt gewirkt habe, in dem Ringen um die Beseitigung des Widerstandes sich auf den Standpunkt stellen müsse, daß Handlungen zugunsten des Volkes gegen den Staat möglicherweise zur Pflicht des einzelnen gehörten. In dem Augenblick, in dem diese revolutionäre Bewegung das Volk als Ganges ergriffen habe, sei die Vorstellung des Auseinander- fallens von Volk und Staat weggefallen und so habe sich trotz gleichbleibender grundsätzlicher Einstellung eine ganz andere Folgerung aus dem Problem der Staatsnotwehr ergeben müssen. Gegen diesen Staat könne eine Notwehrkhand- lung vom nationalsozialistischen Standpunkt aus nicht mehr in Frage kommen. Der nationalsozialistische Staat habe Möglichkeiten genug, um vorkommendenfalls eine anzuerkennende Handlung eines einzelnen, die dieser als Notwehrhandlung für Staat und Volk gemacht habe, auch anzuerkennen. Aus aller Wett. Oevisenverbrechen eines Iranziskanerpaters. Vor dem Berliner Schnellschöffengericht wurde gegen den Franziskanerpater Otto Goertler wegen fortgesetzten Devisenverbrechens in 6 Fällen verhandelt. Die Grundlage des Verfahrens bildet auch in diesem Falle wieder ein Kredit, den das Franziskanerkloster in den Jahren 1925/26 b e i einerholländischenBankin Höhe von ins- gesamt 960 000 Gulden, also rund 1,6 Millionen Reichsmark ausgenommen hatte. Der Angeklagte hatte, angeregt durch den berüchtigten Dr. H o f i u s, einen Teil der Obligationen, die sich ausnahmslos in ausländischem Besitz befanden, zurück- gekauft. Da eine behördliche Genehmigung zum Rückkauf der Obligationen natürlich nicht erteilt worden wäre, wurde der Rückkauf illegal vorgenommen. Der Angeklagte hat systematisch Reichsmarkbeträge über die deutsche Grenze nach Holland gebracht; die Gesamtsumme schätzte er auf m e h r e r e hunderttausend Reichsmark. Weiter hat der Angeklagte auch andere Wertpapiere in Holland gekauft, die zur Ablösung eines bei der Landesbank der Rheinprovinz aufgenommenen Hypothekendarlehens von 400 000 Goldmark, zur Abdeckung inländischer Verbindlichkeiten des Ordens sowie zur Bestreitung der Kosten für Bauten in Waldbreitbach und Darmstadt dienten. Den Behörden gegenüber hat der Angeklagte wissentlich unwahr behauptet, die Wertpapiere seien ein Geschenk von ausländischen Niederlassungen. Der Angeklagte wurde zu 10 Jahren Zucht- hüaüuüsü, 5 Jahren Ehrverlust und 350 000 NM. Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende darauf hin, daß es sich hier um einen besonders schweren Fall von Devisenver- brechen handele. Neu fei die Tatsache, daß der Angeklagte durch Ankauf von IG. Farbenaktien im Auslande einen Gewinn von 300 000 R M. erzielt habe. Wenn der Angeklagte sich auf das Interesse des Ordens berufe, könne ihm nur entgegengehalten werden, daß er bei diesem Geschäft dem Geist seines Ordens, der der Armut leben wolle, mit der gewinnsüchtigen Spekulation glatt ins Gesicht geschlagen habe. Der Angeklagte habe im Stil eines Großschiebers unter dem Ordenskleid riesenhafte Beträge zum Schaden des deutschen Volkes ins Ausland gebracht. Wenn auch nur hundert Leute in Deutschland in demselben Umfang wie der Angeklagte geschoben hätten, wäre unermeßliches Unglück die Folge gewesen. Vor der Urteilsverkündung hatte der Verteidiger des Angeklagten erklärt, daß ihm die Verteidigung als deutscher Katholik sehr erschwert worden wäre. Wenn die ausländische Presse glaube, die Kirche und die Caritas, die deutschen Katholiken überhaupt, mit dieser Art Devisenschiebern in einem Atemzug nennen zu dürfen, so irre sie sich. Diese Leute seien schuld daran, wenn er hier ausdrücklich erkläre, daß die Kirche mit diesen Straftaten nichts zu tun habe. Ich bin beauftragt, so sagte der Verteidiger, zu erklären, daß die deutschen Bischöfe mit aller Schärfe von diesen Angeklagten abrüden. Sie betrachten diese Leute, die ihr deutsches Vaterland und ihre Kirche so schwer geschädigt haben, k e i n e s f a l l s als Märtyrer. Der Hauptschuldige Dr. Hofius sietze leider nicht auf der Anklagebank, während die von ihm Verführten vor Gericht ihre Strafe empfingen. Schwere Unglücksfälle durch Blitzschläge. In Oestrich bei Iserlohn ereignete sich bei den Rheinifch-Westfälischen Kalkwerken ein nicht alltäglicher Unglücksfall. Während einige Arbeiter die letzten Vorbereitungen zur Sprengung einer großen Ladung trafen, zog ein Gewitter herauf und ein Blitzschlag entzündete die Spreng- ladung. Zwei Arbeiter wurden von den gesprengten Steinmasien begraben. Einer von ihnen konnte geborgen werden und wurde in schwerverletz- tem Zustande dem Krankenhaus zugeführt. Den zweiten Verschütteten, den 30 Jahre alten Andreas W e i n e r t, hat man trotz angestrengter Bemühung noch nicht bergen können. Bei Nieder-Heimbach am Rhein entlud sich ein schweres Gewitter. Zwei Freunde aus Singen hatten unter einem hölzernen Aussichtsturm Unterschlupf gesucht. Plötzlich schlug der Blitz in den Turm ein und der 35jährige Otto T r i l l o f s wurde auf der Stelle getötet, wahrend fein Freund, der 36 Jahre alte Heinrich Neumann, so schwere Verbrennungen auf der rechten Körperseite erlitt, daß er dem Krankenhaus zuge- führt werden mußte. Sein Befinden ist sehr ernst. Arbeitstagung der Reichsfachschaft für höhere Schulen auf Burg Lauenstein. Aus allen Gauen Deutschlands trafen dieser Tage mehr als hundert Mitglieder des NSLB. auf der herrlich gelegenen Burg Lauenstein bei Ludwigsstadt (Oberfranken) zu einer ersten Arbeitstagung der Reichsfachfchaft für höhere Schulen ein. Das umfangreiche Arbeitsprogramm fieht eine große Zahl von Vorträgen und Aussprachen vor. In Anwesenheit des stellvertretenden Staatssekretärs im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Ministerialdirektor Dr. Kunisch, wird die Tagung vom Reichs- fachschaftsleiter für höhere Schulen, Ministerialrat Dr. B e n z e, und dem stellvertretenden Reichsfach- schaftsleiter Studiendirektor Dr. Griepentrog geleitet werden. Eröffnung der Aührerschule der Deutschen Aerzteschafk. Unter Teilnahme des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wird, wie die NSK. meldet, am 1. Juni durch den Reichsärzteführer Dr. Wagner in Alt-Rehfe in Mecklenburg eine Führerfchule der Deutschen Aerzte- schäft eröffnet. Der Hauptteil der Feier wird durch alle deutschen Sender übertragen. Aus Mitteln der Deutschen Aerzteschaft, die ergänzt mürben durch reiche freiwillige Spenden, wurde am Ufer des herrlichen Tollense-Sees ein 2000 Morgen umfassender Gutsbesitz für den Neubau der Führerfchule erworben. Drei Unterkunftshäuser und ein Gemeinschaftshaus bieten Raum für vorerst dreiunddreißig Schulungsteilnehmer. Ein Gutsbetrieb, durch den die Kursteilnehmer mit Lebensrnitteln versorgt werden, ist der Schule angegliedert. Oberhaupt der Führerschule ist Dr. P e l t e r n , der seine ganze Kraft der Ausbildung des Führernach- wuchfes der Deutschen Aerzteschaft im Geist einer wahren Volksgemeinschaft und nationalsozialistischen Weltanschauung widmen wird. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Gestaltung der Großwetterlage hat roeiterä Fortschritte gemacht, und es wurde infolge der Verstärkung des zentraleuropäischen Tiefdruckgebietes auch wieder kühlere Luft aus dem Norden nach Deutschland in Bewegung gesetzt. Ihr Einsetzen brachte am Donnerstag eine Verstärkung und Ausbreitung der Gewittertätigkeit. Die damit eintretende größere Unbeständigkeit der Witterung werden wir vorerst behalten. Doch ist ausgesprochen unfreundliches Wetter nicht wahrscheinlich. Aussichten für Samstag: Bewölkt mit einzelnen schauerartigen und teilweise gewittrigen Niederschlägen, mäßig warm und nach Norden schwankende Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der unbeständigen, aber nicht durchweg unfreundlichen Witterung. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thnriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 85: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Zt.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Tlnzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Herren-und Knabenkleider,°° Sthieitier-Sdineifler ÄST Neustadt 10 merlpro ffen iZychwa n enwei ß Schmhütiwafler APHRODITE fcefthkunigl dieWdiung u.macht eine zarte Haut Drog. WinterHoff, Kreuzplatz 10 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Drog. Elges, Seltersweg 68a 2768v Drog. WinterhoH, Krenzplatz 10. im Garten, Balkon, Veranda gibt es schöne Gartenmöbel. Das hier sind nur zwei aus der großen Auswahl. Aber alle sind sehr preiswert bei J. B. 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Juli in Hamburg über Eidfjord, Bergen, Hellesylt, Merok, Svartisen, Nordkap. Hammerfest, Lyngseidet, Trollfjord, Aandalsnes, Olden!Loen, Gudvangen, Balholm. Koetentoae Auskunft und Drucksachen durch die II____l_ f* se | amerikanische Dampf- Hambura-Sud •chl«Hahrt»-G.«ellachaft ■ IWWI y Hamburg 8. Holzbrücke 8 Vertretung: Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 Stoffreste aller Art und Größe, für Damen* u. Kinderkleider, Blusen, Röcke usw. besonders billig M.G.Grode Frankfurter Straße 324?A der Film isl voll Jetzt ist Ihre „Arbeit“ beendet- und unsre beginnt. Wir in der Werkgemeinschaft v. Photo-Winterhoff nehmen es ernst mit der Betreuung unsrer Photo- Amateure. Aus jedem Negativ holen wir das Bestmögliche heraus, damit Sie immer noch mehr Freude am herrlichen Photosport haben. — Bringen Sie uns am Montag Ihren nächsten Film zum Entwickeln und Kopieren. Sie werden gut bedient bei Photo - Kino - Kreuzplatz 8. einmal Jede Frau sollte t als Rednerin auftreten. 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L ,v '1 I jeden ustadt 10 KJ Lande weitergearbeitet. So nahm man ihn immer weniger ernst, verlachte seine Arbeit und Elektrowärme, weil nur sie diejenigen hohen Temperaturen erreichen läßt, die zur chemischen Umwandlung vieler Stoffe notwendig sind. Die Gewinnung von Karbid und Stickstoff und ebenso die Herstellung vieler wichtiger Legierungen ist mit der umfangreichen Elektrizitätsanwendung aufs engste verbunden. Unter den verschiedenen Maßnahmen, die deutsche Auslandsabhängigkeit auf dem Treibstoffgebiet zu verdrängen, spielt die erhöhte Elektrizitätsanwen- düng, nämlich ein verstärkter Einsatz von Akkumulatorenfahrzeugen, eine wesentliche Rolle. Die 20 000 jetzt in Betrieb befindlichen Akkumulatorenfahrzeuge, die jährlich 70 bis 80 Millionen Kilowattstunden verbrauchen, bedeuten bereits eine umfangreiche Einsparung an ausländischen Treib st offen. Das gleiche gilt in noch viel größerem Ausmaß für die zahllosen elektromotorischen Geräte. Daß die elektrische Energie in Deutschland mit deutscher Steinkohle, deutscher Braunkohlen und deutscher Wasserkraft erzeugt wird, ist bekannt. Erst die Elektrizitätsanwendung hat außerdem dazu verhalfen, den großen deutschen Wasserkraftreichtum überhaupt nutzbar zu verwerten. Rund vier Milliarden Kilowattstunden wurden im Durchschnitt der vergangenen Jahre aus deutschen Wasserkraftvorkommen erzeugt', diese Zahl kann bei weiterem Ausbau vervielfacht werden. Erst ein knappes Viertel der 6V2 Millionen Kilowatt betragenden deutschen Wasserkraftvorkommen ist ausgenutzt. Der gesamte Vorrat entspricht etwa dem Muskelarbeitsvermögen von 200 Millionen erwachsenen Männern. 8 Ozeanflugzeuges mit einem neuartig konstruierten Motor, und es handelt sich in der geschickt einge- fädelten und aufgebauten Spielhandlung in erster Linie um rein technische Dinge. Die äußeren Höhepunkte ergeben sich denn auch aus der Schilderung dieser Motorenwelt, in der man sich um ein konstruktives Problem bemüht und auf der Rennbahn um Sekundenbruchteile kämpft. Es ist ja fein Zweifel, daß das große Autorennen auf der Avus mit allen technischen Finessen und filmischen Effekten photographiert, klanglich und sogar psychologisch an den Beschauer herangetragen wird, aber es gibt da eine Grenze der Spannung und im Grunde nichts Neues, seit man dergleichen fast in jeder Wochenschau — wenn auch nicht im Rahmen eines Spielfilms — vorgesetzt bekommt. Interessanter ist schon im zweiten Teil die filmische Erfassung und Uebertragung eines Ozeanfluges samt all den technischen Künsten und Errungenschaften unserer Zeit, die dazu gehören. Aber auch hier bleibt die Spannung für unser Gefühl im wesentlichen äußerer Art: kommt er heil hinüber, durch die Gewitterfront hindurch — und werden sie sich kriegen, wenn er glücklich die Wolkenkratzer von Neuyork unter sich hat? (Denn natürlich ist eine Liebesgeschichte dabei, und die zu Tode gehetzte Romanfrage wird zuletzt — sogar per Mikrophon — freudig bejaht.) Die Wünsche der Durchschnittsbesucher dürften so- Zwar dankten sie freundlich für jeden Gruß, aber jedem Gespräch gingen sie aus dem Wege. Sie wohnten auch noch nicht allzulange hier draußen. Auch von den übrigen Nachbarn kannte sie kaum einer näher. Sie hausten allein, ungestört, luden niemanden ein, machten selber keine Besuche. Oft genug hatten sie in der Stadt zu tun, um dann mit großen Paketen beloben wieder heimzukehren. Dem Bäckermeister Markin fiel das auf. So oft er an dem Hause der beiden Nachbarn vorüberkam, verwunderte es ihn, daß die Fensterläden und Gardienen stets dicht geschlossen waren. Und je mehr er herumhorchte, um so verwunderlicher wurde die Angelegenheit. Noch niemand hatte je das Haus der Beiden betreten. Die Männer, die man fast stets beisammen sah, besorgten alle Arbeiten allein. Niemals nahmen sie eine angebotene Hilfe an. Fast war die ganze Geschichte ein wenig unheimlich. Eines Tages kam der Sohn Martins zu Besuch. Es gab eine ganze Menge zu berichten. Unter anderem auch, daß sich ein falsches Silberstück in der Ladenkasse befunden hatte. Eines jener Stücke, die zur Zeit im ganzen Lande auftauchten und der Polizeibehörde viel Sorge verursachten. Alle Nachstellungen waren bisher vergeblich. Noch war keine Spur von den Tätern vorhan- handen. Die Nacht nach diesem Besuch schlief Martin unruhig. Schon manchen Abend hatte er sich über das nächtliche Treiben seiner Nachbarn gewundert. Während es am Tage bei ihnen verhältnismäßig still blieb, ging über Nacht das Poltern und Gehämmer los. lonifch-weimarischen Sprachverwirrung Epigramm: Welche Schrift ich zwei-, ja dreimal hintereinander lese? Das herzliche Blatt, Das die Geliebte mir schreibt. Der alte Bäckermeister überlegte sich die Sache einige Tage. Er sprach mit mehreren Bekannten darüber. Sie waren bereit, seine Aussagen zu oe- zeugen. So wartete er nicht mehr lange. Er war seiner Sache jetzt ziemlich sicher. Eines Tages erschien er auf der Polizeiwache in Cannstatt und teilte mit, daß er vermutlich eine Spur der Falschmünzer gefunden habe. Man schüttelte den Kopf. Aber als er dann feine Beobachtungen berichtete, wurde man doch aufmerksam. Man beschloß, so schnell wie möglich zu handeln, um die Bande dingfest zu machen. Der Vorsteher, sowie zwei Gendarmen zogen durch die winkligen Gassen und Gäßchen der Stadt zum Seelberg hinaus. Die Gartentür vor dem betreffenden Hause war verschlossen. Ein Gendarm öffnete sie. Fäuste donnerten gegen die Tür. Vor dem Garten sammelten sich die Leute an. Ein Gendarm hatte Mühe genug, sie zurückzuhalten. Einige Zeit verging. Drinnen rührte sich nichts. Erst auf erneutes Klopfen erschien ein Mann und öffnete. Er sah ein wenig verschlafen aus. Verdutzt starrte er auf die Obrigkeit. „Hausdurchfuchun g", sagte der Beamte. „Sie sind der Falschmünzerei verdächtigt. Warum haben sie nicht gleich geöffnet?" Er schenkte der Versicherung des anderen, daß er und sein Teilhaber nach der nächtlichen Arbeit noch geschlafen hätten, keinen Glauben. Achselzuckend fügte sich der Besitzer in die Haussuchung. Inzwischen war auch der Teilhaber erschienen. Ein wenig belustigt geleitete er die Beamten durch ro9ramm ln» Aus. :ltifenben r «fc. «nalbirets m Reichz, Merialrat Reichsfach, pentrog ^r. 1934 gültig. "NIVEA Hochschulnachrichten. Professor Dr. Prion, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Berlin, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger von Professor Schmalenbach an die Universität Köln abgelchnt. „Oer stählerne Strahl/' „Stählerne Strahl" ist der Name konstruiert, der mit verdampftem Benzin gespeist und elektrisch gezündet wurde. Sein Wagen besaß bereits Schneckenradsteuerung, Magnetzündung und viele andere neuzeitliche Konstruktionsteile, die erst nach langjährigen und umfangreichen Versuchen später wieder gefunden wurden. Aber soviel Marcus sich auch mühte, er konnte wohl die Geschwindigkeit steigern, doch es gelang ihm nicht, den Lärm des Motors zu dämpfen. Das wurde schließlich sein Verhängnis. Noch einmal erreichte er, daß er innerhalb Wiens vor geladenen Gästen aus höchsten Kreisen seinen Wagen vorführen durste. Und wieder war es der Radau, der abschreckte. Schon die An- und Abfahrt zu dem Vorführungsplatz genügte, um in den durchfahrenen Straßen die empörten und verängstigten Bewohner zu umfangreichen Protest b r i e f e n zu veranlassen. Obwohl die Probefahrt zu voller Zufriedenheit verlief, griff die Polizei bald darauf endgültig zu. Alle weiteren Fahrten wurden verboten. Marcus hatte fast sein gesamtes Vermögen in den Wagen gesteckt. Als man ihm drohte, den Wagen überhaupt polizeilich beschlagnahmen zu lassen, gab er nach und verkaufte seine sämtlichen Pläne und Konstruktionen an einen holländischen Finanzmann, der sich für feine Arbeiten interessierte. Er erhielt eine anständige Summe, die ihn vor der Armut rettete- Die Pläne brachten dem neuen Besitzer wenig Glück. Bevor er mit ihnen irgend etwas unternehmen konnte, fallierte sein Kaufhaus. Die Zeichnungen und Konstruktionsanlagen gingen verloren und wurden vergessen. Erhalten blieb der Wagen. Er bildet heute eines der wertvoll st en Museumsstücke für die Geschichte des Automobilbaus. M a r c u s wurde für lange Jahre vergessen Erst allmählich erinnerte man sich wieder seiner Andere sprangen bald für ihn in die Bresche, Landsleute, zäher als er, unerbittliche Vorkämpfer und Wegbereiter deutscher Weltgeltung. Kuriose Jahrzehnte begannen. Jahrzehnte, in denen, über tausend Widerstände, Gelächter und Gespött, der Siegeszug des neuen Verkehrsmittels begann, der zu nie erlebtem Triumph deutscher fiel» ft u n fl wurde ... Die Falschmimer-WerWtle. 1879 gab der Bäckermeister Martin in Cannstatt bei Stuttgart das Geschäft an seinen Sohn ab und zog vor die Stadt. Vier Jahrzehnte hatte er sich geplagt. Jetzt wollte er seine Ruhe haben. Am Seelberg hatte er sich ein Häuschen bauen lassen. Dort wollte er feine letzten Jahre verbringen. Der Seelberg lag dicht vor der Stadt. Man war nicht allzu allein, es wohnten bereits eine gute Anzahl Freunde dort. Und neue würden sich sicher bald hinzufinden. Man richtete sich ein. Zu den näheren Nachbarn gehörten zwei Männer. Wenn Martin an das Fenster trat, konnte er das rote Dach ihres Häuschens aus den Bäumen leuchten sehen. Er hätte die Beiden gern näher kennengelernt. Doch sie wichen aus. machte ihn zum Gespött. Die Zeitungen warnten vor ihm. Schutzleute wären bei jeder seiner Hebungen und Probefahrten anwesend. ~ schwerden über den Lärm des Motors Epigrammen." Am 6. Juni 1816 schlossen sich Christianens „froh- glänzende" Augen für immer. Noch ein halbes Menschenalter kann Goethe die Erinnerung an sie treu im Herzen hegen. Dankbar-heiter und weltlich-fromm vermag er im Gedenken an sie die Verse Jenseits dieses Allzumenschlichen aber — vielmehr auch in ihm erscheint das Menschliche dieser Frau, ihre Herzenswärme und Naturfrische, deren sinnenhafte Schönheit widerstrahlt aus den „Römischen Elegien" und den „Venezianischen eschafl. s Führers, I Die NSK. | ^ieführer *?,ut9 eine s Merzte, seiet wird Aus Mit. | Mzt umwürbe am » Morgen er Führer- r und ein ’rerft drei- lutsbetrieb, ’ensmittefn bett. Ober- ern, der führernach- Seift einer zialistifchen Die Abenteuer des Autos. Oie aufregenden Erlebnisse seiner Erfinder und seiner ersten Meister. — Von der Benzinkutsche bis zum Grand prigl914. Von lldo Wolter. Die deutsche Volkswirtschaft macht seit der nationalsozialistischen Machtübernahme gewaltige Anstrengungen, um die Rohstoffabhängigkeit vorn Ausland zu überwinden. Es ist zwar nicht möglich, in Deutschland Apfelsinen, Bananen oder Baumwolle anzubauen oder in großem Umfang Seidenkulturen zu entwickeln, aber die ununterbrochenen Fortschritte, welche die Chemie auf dem Gebiet der Stoffumwandlung gemacht hat, brachte so weit- tragende Ergebnisse, daß die Ersetzung zahlreicher ausländischer Stoffe durch gleichwertige oder gar höherwertige deutsche Stoffe möglich geworden ist. Ein Beispiel mag veranschaulichen, welche Rolle hierbei die Elektrizitätsanwendung gespielt hat. Es ist bekannt, daß man heute Aluminium zu zahlreichen Geräten und Maschinenteilen verwendet, daß Aluminium nicht nur für Küchengeräte aller Art, sondern auch in der Elektrotechnik, im Maschinenbau, im Fahrzeugbau und anderen Wirtschaftsgruppen ausgiebig verwendet wird, so daß sich der Aluminiumverbrauch innerhalb weniger Jahrzehnte mehr als vertausendfacht. 1895 zahlte man für 1 Kilogramm Aluminium mehr als 1000 Mark. Heute kostet 1 Kilogramm Rohaluminium nur noch 1,44 Mark. Erst die allmähliche Preisherabsetzung auf ein Siebenhundert - st e l des ursprünglichen Standes hat dem Aluminium den Weg zur praktischen, vielseitigen Anwendung freigemacht und ohne Eelektrizitätsanwendung, nämlich ohne die Elektrolyse, wären Preissenkung und Masseerzeugung überhaupt nicht möglich gewesen. Aber auch in zahlreichen anderen Fällen haben die Elektrolyse und andere mit Elektrizitätsanwendung verbundene Verfahren zu ähnlich großen Erfolgen geführt. Soda, Chlor, Aetzkali, Aetznatron, Bleichlauge und viele andere Chemikalien können mit Hilfe der Elektrolyse nicht nur billiger, sondern auch reiner als vorher gewonnen werden, ebenso auch die wertvollen Leichtmetalle Natrium, Kalium und Magnesium. Bereits 1930 verbrauchte die deutsche chemische und metallurgische Industrie nahezu 5,9 Milliarden Kilowattstunden. Ein großer Teil dieser Elektrizitätsmengen wird für elektrolytische Verfahren verbraucht, ein anderer in Form von in ien gro^ Mund zu seht, d-u^ s« länger- I r Christiane. 3u ihrem 170. Geburtstage am 1. Juni. Von Professor Or. Erich jenisch. Sie ist einfach Christiane. Weder als Christiane von Goethe noch als Christiane Vulpius hat die Zeit ihr Bildnis bewahrt. Für sie ist nicht wesentlich, woher sie kam, nicht, was sie wurde, — sie war und wird bleiben das „kleine Naturwesen", als das sie Goethe im Park von Weimar sah, wie sie ihm die Bittschrift überreicht: Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn. Wie Sterne blickend, Die Aeuglein schon. Noch der alte Goethe kann von ihr im Gespräch scherzend zugleich und ernsthaft sagen: „Sollte man wohl glauben, daß diese Person schon zwanzig Jahre mit mir gelebt hat? Aber das gefällt mir eben an ihr, daß sie nichts von ihrem Wesen aufgtbt und bleibt, was sie war." Die große Wendung, die in Italien sich in Goethes Leben vollzogen hatte, die er selbst als eine Wendung „gegen die Natur , d. h.. zur Natur hm bezeichnet, ist nicht so zu verstehen daß Goethe vor Italien der sinnenhaften Wirklichkeit der Natur abgewandt wäre. Aber in Italien mar er ein anderer geworden: eine neue Ansicht von Welt und Leben hatten sich in ihm entwickelt, die nach seiner Rückkehr keiner der Weimarer Freunde zu verstehen vermochte: „Aus Italien, dem formenreichen, war ich in das gestaltlose Deutschland zuruckgewie- sen, heitern Himmel mit einem düstern zu vertauschen; die Freunde, statt mich zu trösten und wieder an sich zu ziehen, brachten mich zur Verzweiflung. Mein Entzücken über entfernteste, kaum bekannte Gegenstände, mein Leiden, meine Klagen über das Verlorene schien sie zu beleidigen, ich vermißte jede Teilnahme, niemand verstand meine Sprache." Auch die Frau, die ihm freundschaftlich nahestand, an die er aus Italien seine Tagebücher richtete und der er noch von Terni aus schreiben konnte: „Wie verwöhnt ich bin, fühle ich erst jetzt. Zehn Jahre mit Dir zu leben, von Dir geliebt zu sein, und nun in einer fremden Welt . . Laß uns keinen andern Gedanken haben, als unser Leben miteinander zu endigen". — auch Frau v. Stein hatte sich ihm entfernt. Bald mußte er ihr schreiben: „Wenn ich gesprächig war, hast Du mir die Lippen verschlossen, wenn ich mitteilend war, hast Du mich der Gleichgültigkeit, wenn ich für Freunde tätig war, der I schreiben: Gott hab ich und die Kleine Im Lied erhalten reine. So laßt mir das Gedächtnis Als fröhliches Vermächtnis. ' $ ein m n 0en * Unter. ti?> 7 fein 7Qnn, r rechts Wr ernst. CG schulen ',eler$Q9e ’• auf ber ßubwifls, rVltS. Kälte und Nachlässigkeit beschuldigt. Jede meiner Mienen hast Du kontrolliert, meine > Bewegungen, meine Art zu sein getadelt .. Wo sollte da Vertrauen und Offenherzigkeit gedeihen, wenn Du mich mit vorsätzlicher Laune von Dir stießest?" In dieser Lage trat ihm Christiane entgegen: „Ein naives freundliches Wesen, mit vollem runden Gesicht, langen Locken, kleinem Näschen, schwellenden Lippen, zierlichem Körperbau und niedlichen, tanzlustigen Füßchen", wie sie Riemer schildert. In ihr traf Goethe unter dem düstern Himmel des Nordens ein Wesen, unmittelbar hervorgegangen aus der Hand jener Natur, der er sich im Süden zugewandt hatte, ein Wesen, in dessen Nähe es keine Spannungen, Mißverhältnisse, Probleme gab. Wie eine Erinnerung an das Glück Italiens mußte ihm dieses junge, dreiundzwanzigjährige Mädchen erscheinen. Er, der berühmte Dichter, der Freund der Fürsten, er wagte es, inmitten der strengen gesellschaftlichen Schranken, die ihn in der kleinen Landeshauptstadt umgaben, in unmittelbarer Nähe der einstigen Freundin, — er wagte es, offen und mit großartiger Selbstverständlichkeit dieses Geschöpf, aus einer durchaus nicht hoffähigen Familie- — ihr Vater, Amtsarchivar, war vor wenigen Jahren im Säuferwahn gestorben — zu sich in fein Haus zu nehmen. Damit nicht genug: auch Christianens Tante und ihre Halbschwester fanden bei ihm ein Unterkommen. Goethes Briefwechsel mit seiner Frau zeigt die Eigenart dieser Ehe, die er achtundzwanzig Jahre mit ihr führte. Was sie ihm bedeutete, was sie ihm gab und was sie ihm nicht gab, wird aus ihm deutlich. „Das Vernünftigste wäre vielleicht eine gute wirtschaftliche Gattin für mich, welche ihre Aufgabe darin sähe, mit in dem Zustand zu erhalten, in dem ich meiner überschweren Lebensaufgabe am besten nachkomme ... Sie müßte jung sein sehr heiter, sehr rüstig und wenig oder gar nicht „gebildet", und außerdem eine gute Wirtschafterin, aus eigener Neigung," sagt sich Friedrich Nietzsche Wie eine Verwirklichung dieses Frauenbildnisses erscheint Christiane. Gewiß blieb die eigentlich geistige Sphäre ihr unzugänglich, aber die herzliche, innige seelische Zuneigung hat ihr Goethe sein ganzes Leben hindurch bewahrt, em Zeichen dafür, wie nahe ihm Christiane stand Was bedeutet es angesichts dieser Tatsache, daß Christianens Briefe ohne die geringfte Rücksicht auf Orthographie geschrieben waren, wie sie „selbst sprach: nämlich thüringisch. Da steht „kram für Graben", „Eeckibbasche" für „Egmpage , „Gfiienqe für „Iphigenie" .. - aber auch „(Einfigeliebter" für „Einziggeliebter". Goethe half sich vor dieser daby- I. Sensation in Wien. Es war im Jahre 1875. Brütende Mittagssonne lag über den Straßen Wiens. Mit hängenden Köpfen standen die Gäule der Fiaker an den Haltestellen des Jnnenrings, während die Kutscher sich im Schatten der Bäume hielten. Matt und lustlos trieben die Menschen die Straße hinunter. Plötzlich durchbrach ein fremdes Geräusch die Stille. Ein seltsames Knattern ertönte, die Explosionen häuften sich. Irgendwo wurde geschossen. Einige Müßiggänger wandten sich. Andere schlossen sich an. Das Knattern gewann an Stärke. Menschen tauchten in der Ferne vor den Häusern auf, ein dunkler, geballter Knäuel, der die ganze Straße überflutete. Eilig fluteten sie heran. Zurufe schallten durch die Luft, Gelächter antwortete. Und dann erblickte man den Grund dieser ganzen Unruhe. Inmitten der Menschenmenge fuhr ein Wagen, eine alte Kalesche ohne Pferde. Langsam bewegte er sich voran. Niemand achtete der Flüche des Führers, der freie Bahn forderte. Das Getose nahm zu. Einige Jungens hängten sich trotz des drohenden Motorgeräuschs an die Kalesche an. Da blieb sie stehen. Der Motor schaffte es nicht mehr. Ein Schutzmann kam über die Straße und drängte sich durch die Menge, um Ordnung zu schaffen und den Ruhestörer festzustellen. Der Mann, dem er gegenüberstand, war der aus Mecklenburg stammende, aber in Wien lebende Ingenieur Marcus, eine große, breite Gestalt, mit groben ungepflegten Händen. Sein Anzug war voller Oelspuren. Er trug trotz der Hitze einen breiten schwarzen Hut. Hinter den breiten Brillengläsern blickten dem Mann des Gesetzes ein Paar blaue, jetzt zornig blickende Augen entgegen. Er packte einen der Jungen und zog ihn von dem Wagenrahmen herunter, auf dem sich der Motor befand. Dann gab er ihm, trotz der murrenden Menge, eine Maulschelle und ließ ihn laufen. Der Schutzmann griff ein Er trat vor das Gefährt und sah hinein. Wirr genug sah es da drinnen aus, eine Reihe von Hebeln, Drähten und Eisenftangen, aus denen Fein Mensch klug wurde. Marcus drängte den anderen eifersüchtig von dem Wagen und flieg wieder auf. Seltsam genug nahm er sich da oben aus. Die Menge lachte. Langsam zog der seltsame Wagen weiter. Der Gendarm lief nebenher. Auf.der Wache stellte man den Wagen sicher. Marcus tobte. Man verwies ihn an den Stadtrat. Sofort machte er sich auf den Weg, um sich einen Erlaubnisschein zu besorgen. Man empfing ihn nicht. Erst am nächsten Tage kam er vor. Da lag jedoch bei den Ratsherren bereits eine Reihe von Beschwerden über Ruhestörung vor. Eine Sachverständigenkommission trat zusammen, um den Wert des neuen Fahrzeuges zu prüfen. Es fuhr schneller als die Fiaker und die Pferdebahn. Aber es machte ungeheuren Krach und es stank. Es wurde mit Benzin getrieben. Eine Explosion konnte ungeheures Unglück mit sich bringen. Die Kommission sprach sich gegen die Verwendung aus. Schließlich erhielt Marcus die Erlaubnis, sein Vehikel in den Außenbezirken zu erproben. Marcus gab sich vorerst zufrieden. Er baute und konstruierte weiter. Oft genug blieb sein Wagen stehen, mußte geschoben oder von Pferden heimgeholt werden. Seine Versuche hatten sich allmählich herumgesprochen. Zuschauer fanden sich ein. Jeder Mißerfolg wurde mit Hohn und Gelächter quittiert. Marcus wollte Wien nicht verlassen. Es wäre besser gewesen, er hätte es getan und in der Stille irgendwo auf dem Bewülft mit gewittrigen ch Norden fiortbauet unfreunb- I Zeitschriften. — Das Maiheft der Zeitschrift „Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., führt uns hinaus in die Stätten des Lebens, wo eine Raffe ihre Tüchtigkeit beweisen muß. In der Zeitschrift „Neues Volk" wird laufend über alle Fragen des täglichen Lebens vom Standpunkt der Raffe aus Stellung genommen; niemand sollte daher die Gelegenheit des mühelosen Schulens in diesen wichtigen Fragen an sich vorübergehen lassen. Das Maiheft führt uns hinaus in'die Stätten des Lebens, wo sich nur gute Raffe behaupten kann. „Neues Volk" ist zu beziehen vom Verlag, Berkin SW 19, Lindenstraße 44. weit befriedigt fein. Aber wesentlicher scheinen uns die Szenen, deren Spannung — Regie: Franz Wenzler — nicht mit einem Autounglück, mit einem Ozeanflug oder mit einer explodierenden Turbine ihren Gipfelpunkt erreicht und zugleich sich lockert, sondern wo sie gleichsam ins Innere vordringt, in menschliche und seelenhafte Bezirke hineinreicht, wie das vor allem in den Fiebertraumbildern geschieht. Es ist da ferner die Atelierszene einer Filmaufnahme ober der kleine Ausschnitt aus einem Zeitungsbetrieb, die in ihrer Realität mindestens ebenso spannend, dabei aber menschlich bewegter und hintergründiger wirken als die Jagd der Motoren und der rasenden Räder. Karl Ludwig Diehl gibt den Konstrukteur und Rennfahrer Tetsus gepflegt, sympathisch und mit den sparsamen Mitteln, die wir bei ihm gewohnt sind. Dorothea W'i e ck: eine zarte und hingebende Frauengestalt, lebhaft abstechend von der als Typ recht. gut erfaßten, nervösen und oberflächlichen Katja (Friedl Haerlin). Alexander Go Hing in einer scharf profilierten Charakterrolle und Walter Frank als Filmregisseur sind ferner in dem kleinen Ensemble besonders hervorzuheben. — Der Film lief gestern zum erstenmal im Lichtspielhaus. Dazu eine eindringlich bildhafte Werbung für die Schönheit der Arbeit in deutschen Betrieben, Kunstflug - Aufnahmen, ein farbiger Mickymaus- Scherz, die Wochenschau und eine Vorankündigung des Films „Aufforderung zum Tanz". — r— täglich zu. Tatsächlich verursachte der Motor des Wagens ungeheuren Lärm. Aber er war trotzdem ein technisches Wunder für damalige Zeit. Schon gegen 1860 hatte Marcus mit feinen Arbeiten begonnen, vier Jahre darauf hatten Fachkreise zum ersten Male von seinen Versuchen erfahren. Nach unermüdlicher Arbeit hatte Marcus einen Motor i Bange. W. Lange, en übrigen Hans Beck, n: Theadei nb Verlag'. :einbrutferd hen. M 25 Pf. Pf. mehr. He Räume. Alles harmlos, nirgends eine Andeutung, daß hier illegale Arbeit geleistet wird. Endlich! Der letzte Raum bringt das gewünschte Beweismaterial. Unverkennbar -st er als Werkstätte eingerichtet. Maschinen, Kolben, Zylinder, Schwungräder, Werkzeug aller Art! Der Beamte sieht die Ueberführten an. Die stehen seelenruhig und ahnungslos neben ihm. Da berichtet er dann die Wahrnehmungen der Nachbarschaft. Die beiden Männer begreifen. Ihr Gelächter dröhnt durch den stillen Raum. Sie führen die Maschinen vor. Unmöglich, auch nur eine Münze mit ihr herzustellen. Die Namen der beiden Männer lauteten D a i m - l e r und Maybach. Zum ersten Male hatte die Gendarmerie von Cannstatt den neuen Motor gesehen, an dem nun in größter Heimlichkeit schon Wochen hindurch gearbeitet wurde, um das Patent sicherzustellen. Jenen Motors, der dann auch wirklich bald darauf das P a t e n t Nr. 2 8 0 2 2 erhielt. Motorboot - elektrisch. Im Jahre 1889 baute Daimler zum ersten Male seinen Motor in ein Boot ein. Er beging eine Unvorsichtigkeit. Noch vor Beendigung der Konstruktion unterhielt er sich mit verschiedenen Leuten darüber. Schon die Andeutung, daß das Boot eine größere Menge Benzin als A n t r i e b s st o f f mit sich führen würde, genügte ihnen, um das neue Borhaben Daimlers dem Magistrat zu melden. Benzin war feuergefährlich, soviel wußte man bereits darüber. Es konnte das größte Unglück geben, wenn eine größere Menge dieses Explosivstoffes durch irgendeinen Zufall zur Entzündung kam. Wenige Tage nach der Bekanntgabe seines Unternehmens, hielt Daimler eine polizeiliche Verfügung in den Händen, die alle praktischen Versuche mit dem neuen Motorboot kurzerhand verbot! Daimler verhandelte. Zuerst bei der Polizei. Dort wies man ihn an den Magistrat zurück. Der Bürgermeister war ein ängstlicher Herr. Er berief sich darauf, daß er für das Wohl der Bürger und der Heimatstadt verantwortllch sei. Die gewünschte Erlaubnis verweigerte er strikt. Am nächsten Tage sprach der Erfinder noch einmal vor. Er habe sich die Sache überlegt. Er wolle das Boot mit einem elektrischen Antrieb versehen. Ob man ihm dafür die Erlaubnis erteilen würde? Diese Erlaubnis wurde gegeben. Das Boot wanderte in die Werkstätte zurück. Dort begann ein kleiner Umbau. Rings um das Boot wurden Porzellanisolatoren befestigt, Kupferdrähte herangeschafft und dekorativ über das gesamte Schiff gezogen. Im übrigen blieb alles beim alten. Daimler gab bekannt, daß die erste Probefahrt mit dem elektrisch betriebenen Boot in Kürze stattsinden würde. Niemand erhob Einspruch. Das Boot wurde erneut zum Neckar hinunter- geschafft. Neugierige fanden sich in Hellen Hausen ein, um es zu besichtigen. Gerade, daß Daimler noch die Benzinkanister eingeschmuggeln konnte. Niemand ahnte Böses. , „, . - « Kurz vor der Probefahrt begab sich der Erfinder zur Polizei, um ihr die Wahrheit mitzu eilen, damit der Spaß nicht später für ihn böse Folgen zeitigte. Nach kurzer, aber heftiger Debatte gab der Vorsteher sein Einverständnis. Inzwischen hatten sich Scharen von Zuschauern eingefunden. Dicht umsäumten sie das Ufer. Langsam glitt das Boot ins Wasser. Daimler warf den Motor an. Er machte einen entsetzlichen Krach. Niemand hatte bisher geglaubt, daß Elektrizität einen solchen Radau machen könnte. Aber niemand bezweifelte auch, daß er es mit einem Elektroboot zu tun hatte. Dazu glänzten die weißen Porzellanköpfe zu sehr in der Sonne. Der Erfinder gab ernsthafte Erklärungen ab. Er führte den Krach auf die Fliehkraft der Elektrizitätsteilchen zurück. Er nahm Ratschläge entgegen. Und dann ratterte er mit seinem Boot davon. Es wurde ein voller Erfolg. Von Hunderten umjubelt kehrte Daimler an das Ufer zurück. Dann klärte er die Sache auf. Keine wissenschaftliche Ausführung hätte besser die Scheu vor dem neuen Treibstoff und dem Benzinmotor brechen können, als dieser kleine Schwindel es besorgte... (Fortsetzung folgt!) Mißner Porzellan und seine Tierdarsiellungen. Zur 225. Subdfeier der Staatlichen Porzellan-Manufaktur. Von Professor Or. H. Kraemer, früher Direktor des Tierzuchtinstitutes in Gießen. Die Keramik, die „Mischkunst" für die Töpferei, ist fast so alt wie die Geschichte 'der Menschheit. Sie bedeutet die planmäßige Mischung von Erdstössen, in der Hauptsache Ton, und deren Verarbeitung zu festen, nutzbaren Formen, unter denen seit Beginn der Entwicklung Vasen und Urnen eine große Rolle spielten. Ursprünglich wurde der nasse Ton nur von Hand geformt, getrocknet, im Feuer gehärtet, dann aber kamen die Erfindung der Drehscheibe und die Bemalung hinzu. Wie ein Geschenk des Himmels muteten sie an, diese ersten Gefäße, zu denen man vielleicht durch die Betrachtung von Kürbis-, Melonen- oder Kokosnußschalen angeregt wurde, und einige Menschenstämme jener Kulturstufe empfanden die Gottheit selbst als den ersten Töpfer. Ein schöner Fortschritt erfolgte durch die Glasur, die das Gefäß undurchlässig macht, die aber auch erst in Jahrtausenden ihre Vollendung erreichte, d. h. nicht mehr rissig war und keinen giftigen Bleigehalt mehr aufwies. Die Glasurfrage wurde später am wichtigsten, ob es sich nun handelt um Majolika bzw. Fayence, Tonwaren mit farbigem Scherben und deckender weißer Glasur oder um Steingut, bei dem der Scherben weiß und die Glasur durchsichtig ist. In den späteren alten Hochkulturen wurde aber die Keramik schon zur eigentlichen Kunst, also zum meisterhaften Können, das ursprünglich wohl auf Spiel- oder Nachahmungstrieb zurücksührt, oder auf irgendein Verlangen, seelische Stimmungen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Und überall bildet hier das Kunstwirken schon eine geschlossene Einheit, die sich selbst genügt, eine Einheit in Gestalt und Gehalt sowie in Formen und Ausdruck. Dabei ist diese Kunst auch zum Gewerbe geworden, zur angewandten Nutz- und Gebrauchskunst. Durch die Anwendung auf das tätige Leben muß aber zugleich neben' der rein ästhetischen Schönheit auch das Zweckmäßige und die Brauchbarkeit mit zur Beurteilung gelangen. So berühren sich hier die Dinge mit der Tierzucht, die ja lebendige Schöpfungen in nützlicher Schönheit herstellt — Vorbilder für die Betätigung der Künstler, die nun in erster Linie ganz prachtvolle Haustierplastiken schufen. Für die Landwirte und Tierzüchter ist der Begriff der „Schönheit" mit dem der Zweckmäßigkeit ganz besonders innig verbunden, während die Schönheit der Kunst im engeren Sinne die reine Ästhetik ihrer Werke in den Vordergrund stellt. Die Vereinigung dieser Gesichtspunkte zeigt uns vor allem die häufige plastische Darstellung der edlen orientalischen Pferde, dieser auch ästhetisch so wunderschönen und herrlichsten Geschöpfe. Für die anderen Haustiere war früher die Zeit noch nicht reif, um die Verkörperung der nützlichen, heute so hochentwickelten Leistungen allgemein in die künstlerische Erscheinung treten zu lassen. So siefern uns die Bilder von Rindvieh, Schafen, Geflügel, Kaninchen mehr nur allgemeine Zeugnisse des früheren Aussehens dieser Haustiere, und nur die Hunde zeigen schon frühzeitig vollendet rassige und zweckbestimmte Erscheinungen. Die allerersten Anfänge eines Hindrängens zum künstlerischen Handwerk bekunden sich in der Altsteinzeit vom Aurignacien über das Solutrsen und das Magdalänien nur in Gravierungen und Malereien der spanischen und französischen Höhlen, in großen, naturalistischen Bildern von Tieren, denen später solche von Tiermenschen und Menschen folgen, Jagd- und Kampfszenen, Tänze! In der Jungsteinzeit erst treten keramische Schöpfungen auf, in Gestalt plumper Tongefäße, mit besonderer herkömmlicher Ornamentik, also Schmuck und äußere Zier. In der Bronzezeit dagegen verkörpert sich das künstlerische Wollen schon mehr in gewählteren Formen. Wie in der Tierzucht! Erst der Sinn für dje Farben! Dann für Die Formen! Dann für die Leistung, die sich in den Formen erweist, höchste Zweckmäßigkeit und ihre Verwirklichung in der Gestalt. So ist hier der Gang der Entwicklung in den letzten fünfzig Jahren gewesen. Wir finden allerdings schon bei den primitiven Kulturen in der frühen Jungsteinzeit große Mannigfaltigkeit der Erzeugnisse in Verwendung, Form, Stil, Malerei und Verzierung, aber es bleibt doch alles zunächst noch das Werk des Arbeiters der Faust, „Handwerk". In den hohen alten Kckkturen dagegen regt sich der Arbeiter der Stirn, und hier zeigt sich nun eine wirkliche Kunst! China, Japan, Korea, Indien, Assyrien und Babylon, Aegypten, Griechenland, Italien! In Amerika auch Peru! In China wurden grünlasierte Ton- und Steinzeuggefäße schon unter der Han-Dynastie etwa 200 bis 220 nach Christo angefertigt; in der Tang-Zeit, rund 600 bis 900, kam es zu gewaltiger Verbreitung der Tonplastik, und im 9. Jahrhundert wohl schon ist durchscheinendes weißes Porzellan erfunden worden, das dann in den späteren Zeiten zu immer größerer Beliebtheit gelangte. Assyrien und Babylon schufen bereits eine Art von Fayence-Waren. Die Aegypter, die Lehrmeister Griechenlands, deren Kultur meist durch die Erfolge der Schüler zu sehr in den Schatten gedrängt und nicht hoch genug eingeschätzt wird, hatten schon im alten Reiche ein keramisches Kunstgswerbe, Gefäße aus Ton, oft mit grüner Glasur. Die Griechen schufen auf glanzlosem Untergrund ihrer schön gemalten ^fwiünb Urnen durch Natronsilikat eine undurchlässige Schuht wahrend dann die Römer dazu noch rote .Gefäße als „terra sigillata“ verfertigten. Die europäische Nmden blieb noch im Mittelalter bei einer einfachen Kunst der Töpferei mit farbigen Bleiglasuren, die besonders in den Hafnergeschirren und den Kachelofen der deutschen Renaissance blühte Die Fayence der islamitischen Völker Vorderasiens führte dann über Spanien und Italien zu der Fayence und Majo- lika des 15. und 16. Jahrhunderts. Dann kamen die berühmten Erzeugnisse von Delft in Holland, und im 17. und 18. Jahrhundert die Fayence-Fabrikation in Deutschland und Frankreich, bis endlich das Böttger-Porzellan zu der wunderbaren Höhe der Entwicklung in der keramischen Kunst führte. Porzellan! Welch eine Stufenleiter! Einst nur das primitiv notwendige, in der dunkelen Farbe der Erde, heute blütenweiß, in künstlerischer Vollendung, und damit auch die Möglichkeit entzündender Schmuckfarben in herrlicher Leuchtkraft. Hier ist auch schon der Scherben völlig gesintert, so daß keine Flüssigkeiten ihn eindringen kann, keine haarfeine Rissigkeit mehr in dem glänzenden Glasurstoff, der selbst vom Stahl nicht mehr geritzt wird. Das Porzellan erst gab die Möglichkeit, eine Feinheit der künstlerischen Gestaltung zu schaffen, wie sie in Stein oder Holz und selbst Bronze nicht in dieser Vollendung denkbar ist, und die Form wird hier noch einzigartig verklärt durch Leben, Feuer und Glanz der Farben. * Meißen! Liebliches Städtchen an der Elbe! Wie malerisch liegt es auf seinen Hügeln! Wie schön die spätgotische Albrechtsburg! Die Kirchen! Das Rathaus! In dieser herrlichen Umgebung von Natur und Kultur muß man ja auch „helle" und kunstsinnig werden! 1710 ist das Jahr der Erfindung des feinen Meißner Porzellans, durch Johann Friedrich Nötiger, und das Material läßt sich in dem Kaolin der Umgebung des Städtchens gewinnen. So ergänzten nun herrliche plastische Leistungen die Kulturgüter an Holzschnitten und Kupferstichen. Es bleibt ein unvergängliches Verdienst von August dem Starken, daß er die Bedeutung von Böttgers Erfindung sofort erfaßte, und wir dürfen auch auf Meißen stolz sein, das von Anfang an in seiner Kunst wohl noch Höheres zeitigte, als das ganze Europa in seinen verschiedenen Zentren der Kultur. Ein Glück, daß der Reichtum jener Schöpfungen in all seinen Modellen durch die zwei Jahrhunderte hindurch nie zerstört wurde, denn so gewinnen wir nun ein wundervolles Bild von der Entwicklung des deutschen Schaffens auf diesem Gebiete der Kunst. Auf der Albrechtsburg wurde einst die Staatliche Porzellan-Manufaktur gegründet, doch seit 1865 ist sie in den Gebäuden und Räumen untergebracht, in denen sie heute noch ihre Glanzleistungen vollbringt. Die erste Periode, die HöroÜrzeit, von'etwa 1720 bis 1740, erzeugte schon so wundervolle Vasen und Tafelgeschirre, daß heutige Preise dafür im Kunsthandel sich bis auf 30 000 Mark belaufen! Hier spricht nun auch der Seltenheits- und Sarnrn- serwert mff, denn Natürlich können solche Prachk- stücke auch heute noch in gleicher Vollendung hergestellt werden. Meißen ist stets unübertroffen geblieben in der Qualität des Stoffes, im keramischen Schaffen, in künstlerischen Leistungen, in Erfüllung höchster Ansprüche an Schönheit der Farben und Formen. Mancherlei Wandlungen hat das Warenzeichen erlebt. Die Kenntnis desselben ist sehr bedeutungsvoll, da sich daraus bei wertvollen Stücken in Museen oder Privatbesitz die Zeit der Herstellung ergibt, und der jeweilige Stil dann um so interessanter wirken kann. Auch schützt man sich bei Ankäufen dadurch vor Verwechselungen mit Erzeugnissen anderer Unternehmungen. Die heutige Form der zwei blauen Schwerter ist daher stets genau zu beachten. Stil und Gegenstände der Darstellungen im Laufe der Zeiten? Da sehen wir zunächst auch Figuren von Heiligen, Kirchenschmuck aller Art! Ferner Trachtengruppen, Vertreter der feinen Hofgesellschaft, und dadurch Bilder der Kultur und der Moden vergangener Zeiten, in prächtiger Veranschaulichung, viel besser als es bloße Bilder vermögen! Wir sehen ferner den Glanz der Tafel, des feinen Lebensgenusses! Gerade auch diese Geschirre sind klassisch, sind von Ewigkeitswert in Formen, Farben, Gemälden! Sie verkörpern frei die Hauptrichtungen verschiedener Zeiten und stehen auch wieder über ihnen — Empire, Biedermeierzeit, Jugendstil! Es haben die neuzeitlichen Schöpfungen Meißens auf diesem Gebiete, wie die von Rie - merschmiot, Esser, Niemeyer, van de Velde und Börner auch völlig neue und eigene Linien. Wir sehen endlich auch zahllose praktisch-technische Geräte, Schreibzeuge, Pfeifenköpfe, Dosen, Spielmarken, Knöpfe, — Meißen besitzt ohne Zweifel den größten Modellbestand von Künstlerwerken der Kleinplastik, und die Staatliche Porzellanmanufaktur ist damit zur Wahrerin eines wunderschönen Kulturgutes geworden. Man staunt Über diese Einigkeit von künstlerischer und technischer Vollendung, über die Verbindung von reiner Kunst mit Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit für das praktische Leben. Und das ist ja, was auch wir als Schaffende der Tierzüchtung wünschen, im Leben und in den Bildern sowie den p l a st i s ch e n D a r st e l l u n g e n der Tiere! Neben anderen hervorragenden Künstlern hat besonders Kändler gewirkt und auch den Grund gelegt für die gesamte moderne Tierbildnerei. Welch ein Leben! Wie fein die Beobachtungen über Haltung, Stellung, Bewegung, die er wohl besonders auch in dem Tierpark von August dem Starken beobachten konnte. Manche Linien sind etwas ins Humorvolle gezogen, aber stets in echten Humor, der gerade das Charakteristische in den einzelnen Gestalten hervorhebt. Die deutsche Züchterwelt, die auf der Ausstellung des Reichsnährstandes in Hamburg nun ihr prachtvolles Können aufs neue zur Schau stellt, gedenkt bei dieser Feier in Anerkennung auch der alten Kulturstätte am Ufer der Elbe und wünscht der Staatlichen Porzellan-Manufaktur von Herzen noch weitere Jahrhunderte ihrer stolzen Blüte! Aus aller Well. Iahresschau „Oer ZRofc Hahn" in Dresden. Die Ausstellung „Der Rote Hahn", deren Veranstalter die Stadt Dresden zusammen mit dem Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP., Abteilung Schadensverhütung, ist und die eine Volksschau für Feuerschutz und Rettungs- wesen darstellt, wurde feierlich eröffnet. Nach einem Dankeswort des Oberbürgermeisters ferner an alle an der Ausstellung Beteiligten überbrachte General der Flieger W a ch e n f e l d die Grüße des Reichsluftfahrtministers Göring als des Schutzherrn der Ausstellung. Der Präsident des Internationalen Komitees für Feuerschutz- und Rettungswesen, General Peuderoux, erklärte, die Ausstellung überrage in ihrer Bedeutung und ihrer erzieherischen Wirkung alles, was man sich auf diesem Gebiete vorstellen könnte. Der Präsident des Deutschen Luftschutzbundes, Generalleutnant a. 2). Grimme, schilderte die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes im Rahmen der Brandbekämpfungsmaßnahmen, die in der Jahresschau „Der Rote Hahn" eine umfassende Darstellung gefunden habe. Er ging sodann auf die Ausbildung der Selbstschutz- fräfte durch den zivilen Luftschutz und öie Erziehungsarbeit ein, die sich in den Großstädten und auch auf dem flachen Lande schon jetzt segensreich ausgewirkt habe. Die Eröffnung nahm Reichsstatthalter Mutsch- mann vor: In der Ausstellung sei eine Tat vollbracht worden, die fest in der nationalsozialistischen Weltanschauung verankert sei. Volksverbundenheit und praktische Hilfsbereitschaft seien ihre Triebfeder. Infolge Leichtsinns und Unachtsamkeit sänken täglich Werte von einer Million Mark in Schutt und Asche. Der Nationalsozialismus habe eine Abteilung der Schadensverhütung innerhalb der NS.-Volkswohlfahrt geschaffen. Die von ihr geleistete Arbeit sei bester Dienst am Volke. Dieser Aufgabe diene die Ausstellung „Der Rote Hahn", die dem Volke die Bedeutung des Brandschadens und Rettungswesens zeigen wolle. Reichsstatthalter Mutschmann schloß seine sich auch mit der Notwendigkeit des Luftschutzes beschäftigende Rede mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Oelbrand bei Lelle. In Nienhagen bei Celle brach auf dem Förderturm Elwerath 57 ein Oelbrand aus, der schnell die Ausmaße eines Großfeuers annahm. Zwei am Förderturm beschäftigte Arbeiter versuchten ohne Erfolg, das Feuer mit Handlöschern zu ersticken. Die Feuerwehren von Nienhagen, Westerzelle und Grotzmoor konnten gleichfalls nichts ausrichten. Die Celler Feuerwehr bekämpfte das Feuer erfolgreich mit dem Schaumgerät. Der ausgedehnte Brand konnte in einer halben Stunge gelöscht werden. Dem Feuer sind sämtliche Maschinen zum Opfer gefallen. Folgenschwere Gasexplosion in Neuyork. — äechs Tote, zehn Verletzte. Eine furchtbare Gasexplosion ereignete sich in einer der dichtbevölkerten Straßen Neuyorks. Die Explosion brachte ein dreistöckiges Gebäude in der 21. Straße zum Einsturz. Sechs Personen kamen bei dem Unglück ums Leben, während zehn Personen mit z. T. schweren Verletzungen aus den Trümmern geborgen werden konnten. Die von dem Unglück betroffene Gegend besteht vor allem aus alten Wohnhäusern, sog. „Elendskasernen", in denen sich auch viele kleine Läden und Garagen befinden. Die Explosion riß eine ganze Hausfront Ijeraus. Zahlreiche Hilfszüge der Polizei und Feuerwehr versuchten nach erfolgter Brandlöschung noch Ueberlebende zu bergen. und Flechten verschwinden durch ffleöijinol ficrba-Stife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Id schöner Gegend (Stellenangebote! des nörbl. Ober- ' • Hessens ist m ein. Gutsbause eine schöne 5-Zimin-toiL mit allem Zubehör auf längere Jahre zu vermiet. Schrift!. An frag, unt. 3245D a. d. GießenerAnzeig. Keine Ursprungszeugnisse, Iandern nur Zeugnis, abschriften dem Bewerbungsschreiben bet- legen I — Lichtbilder undBewerbungSunle» lagen müslen *ur 83et- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen i llllllllllllllllllllllllllllll Jung. Mädchen nicht unter 17 I., für sofort gesucht. 3ranO.8oiüfleif(D Liebigstr.66.^°O iWSWWen nicht unter 18 I., das schon in beff. Stellung war, sofort ob.fpöterge- sucht. Zu erfrag, in der Geschäfts- ftelled.G.A.b^O Stellengesuche ♦vür schulentlass. 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Ein Aufruf des Landesbauernführers an unsere Landjugend. Der Angriff auf den Nichisportler. „Kraft durch Freude" veranstaltet Leibesübungen auf Oswaldsganen. ist die Gesunderhaltung und Ertüchtigung der Jugend. Diesen Leitsatz soll sich jeder Deutsche vor Augen führen, nicht zuletzt auch der deutsche Bauer. Wenn in den vergangenen Jahrzehnten die Auffassung vertreten war, daß der Beruf des Bauern, seine körperliche Betätigung, alle Maßnahmen der Ertüchtigung und der Freizeitaktionen ausschlösse, so bejahen wir im völkischen Staat den Sport — überhaupt die gesamte geistige und körperliche Erziehung — auch für unsere Landjugend um so mehr. Als fadenscheinige Begründung für seine Ablehnung pflegte man anzuführen, daß die Arbeit des Bauern in der freien Natur und sein naturgebundenes Leben überhaupt seine Gesundheit ohnehin garantiere. Ist das Ziel des städtischen Sportes kräfte- fammlung, fo ist der Sport für den Bauern Kraftentspannung. Geistige Schulung soll Hand in Hand gehen mit der so überaus wichtigen körperlichen Erziehung durch Bauernsport, Spiel und Tanz. Und hier geht die Hitlerjugend den richtigen Weg. In allen deutschen Gauen erstehen im Sommer die Zeltlager der Hitlerjugend und des BdM., und es sollte auch für unsere Bauern und für alle Betriebsführer unumwundene Pflicht sein, Gedenken an Heute abend Feier ihren jugendlichen Söhnen, Töchtern und Arbeitern, die in den Reihen der deutschen Jugendorganisation als Garant für Deutschlands Zukunft stehen, einmal im Jahr die Möglichkeit für einen achttägigen Zeltlagerbesuch geben. Die Jugend wird zu Menschen heranreifen, die im Leben körperlich und geistig voll und ganz ihre Pflicht erfüllen werden. Und diese Voraussetzungen müssen schon in der Jugend gegeben werden. Im Sommerlager soll unserer Jugend neben weltanschaulicher Schulung und körperlicher Ertüchti- gung auch die Möglichkeit zu kameradschaftlichem Zusammensein gegeben werden, um so letzten Endes das nationalsozialistische Programm weiterführen zu können. In landwirtschaftlich ruhigeren Zetten vor der Ernte wird es wohl jeder Daker oder Vetriebs- führer ermöglichen können, seinen Sohn, seine Tochter oder seinen jungen Arbeiter einem Lager der Hitlerjugend anzuvertrauen. Kraft für die weitere Arbeit, geistig bereichert und Freude für sein Leben wird er mit zurückbringen und seinem Vater oder Vorgesetzten danken, der sein nationalsozialistisches Denken erneut durch die Tat für sein Volk bewiesen hat. Dr. Wagner, Landesbauernführer. die Skagerrak-Schlacht. vor dem Ehrenmal. Beim Tauziehen. (Aufnahme: Photo-Pfaff) M x / ■ »H Aus der provinzialhauptftadt "gesehene Einweihung des großen Ehrenmales in Laboe. EinesetteneBegegnunganderAutostraße Blick auf den Fuchsbau. — (Aufn.: Legler, Gießen.) freuen wir uns, mit dem munteren Völkchen unseren J darauf gefreut, und Kindern eine Freude machen zu Unsere Ztinoer 0 ’ nnn IlCUtll lUll J .......... ' mitgenommenen Kindern eine Freude machen zu waren nur noch abgenagte Knochenreste von äugen am V* s> - K gesäumt ist, halten wir lebhaft Ausschau. Dort hatte uns eine kürzliche Dorbeifahrt ein drolliges Schauspiel beschert: Eine wilde Karnickelgeselt- schäft die den über der Kurve liegenden Hang bevölkerte und dort ihr neckisches Spiel trieb. Heute nächstes Jahr vorgesehene Einweihung des großen deutschen Marine-Ehrenmales in Laboe. Der Fackelzug, zu dem die Kameraden des Marine-Sturmbannes 11/34 und der Marine-Kame- radschaft Gießen am heutigen Freitag um 20.15 Uhr auf dem Kanzleiberg antreten, wird sich nach dem Abholen der Fahnen gegen 20.45 Uhr vom Standarteckgebäude aus durch folgende Straßen bewegen: Landgrafenstraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel- Wall, Bahnhofstraße, Neustadt, Wernerwall, Steinstraße, Ederstraße zum Ehrenmal vor dem Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen. Das Sportmnt Gießen der NSG. „Kraft durch Freude" unter Leitung des Sportamtswarts, Sportlehrers Pg. K o e n i g e r, veranstaltete am Mittwochabend auf Oswaldsgarten ein T a u z i e h - und M e d i z i n b a l l t u r n i e r. An dem Turnier beteiligten sich Mannschaften von je acht Mann aus den Betriebsgefolgschaften: Deutsche Arbeitsfront, Arbeitsamt, Landes-Heil- und Pflegeanstalt und Güterabfertigung. Zunächst traten zum Tauziehen das Arbeitsamt gegen die körperlich schwächere Mannschaft der H e i l - u n d P f l e g e a n st a'l t an, das die Mannschaft des Arbeitsamts durch größere Taktik und Gewandtheit in wenigen Minuten gewann. Die Heil- und Pflegeanstalt gewann anschließend gegen die körperlich schwächere, meistens aus ganz jungen Kräften bestehende Betriebsgemeinschaft Güterabfertigung. Die letztere Mannschaft unterlag auch noch der Mannschaft der Deut- chen Arbeitsfront. Bei der Entscheidung Arbeitsamt und Arbeitsfront blieb die Arbeitsfront überlegen. In der Reihenfolge der Bewertung standen: 1. Deutsche Arbeitsfront, 2. Arbeitsamt und Landes- Heil- und Pflegeanstalt; 3. Güterabfertigung. Berm Das Bild zeig! oas Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen Marine-Kameraden vor dem Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen (früher Marine-Verein). n 1 Wie bereits im „Gießener Anzeiger vom 25. Mai berichtet, findet hier heute abend im Anschluß an den Fackelzug des Marine-Sturmbannes 11/34 und der Marine-Kameradschaft Gießen zum Gedenken an die Skagerrak-Schlacht eine Erinnerungsfeier, verbunden mit Kranzniederlegung, statt. Don einer größeren öffentlichen Veranstaltung wurde in diesem Jahre, gemäß Bundesanordnung und entsprechend dem Wunsche des Chefs der Marineleitung, abgesehen im Hinblick auf die für kleine, flinke Gestalten auftauchen und spielend und jagend zwischen den Schlupflöchern hin- und herhuschen. In die erste Freude der Wiederbegegnung mischen sich plötzliche Befremdung und Spannung. Unsere drolligen „Osterhasen" haben sich recht merkwürdig entwickelt, sind großer geworden und erdfarbig, dazu gleichmäßiger und geschmeidiger in der Bewegung. Auch die ursprünglichen Schlupflöcher erscheinen zu förmlichen Höhlen erweitert. Die Kinder wittern Unrat und forschen in den Gesichtern der „Onkels", ob ihnen vielleicht ein Bär auf- gebunden werden soll. Aber die Onkels stutzen ebenfalls verblüfft über die Wandlung ihrer Osterhasen. Halblaut werden die Beobachtungen erörtert, und offenbar dringt der Schall bis zu der kleinen Gesellschaft, die plötzlich verhofft und forschend zu dem Wagen und seinen Insassen hinunterlugt. Und nun löst sich das Rätsel rasch. Auf dem einstigen Tummelplatz der Karnickel stehen junge F u ch s eund recken ihre schlauen Köpfe neugierig herüber. Offenbar aber halten sie uns für gut Freund, denn bald tummeln sie sich vergnügt weiter und auch em kurzes Auftauchen der Alten formal keinerlei Beunruhigung in die übermütige Gesellschaft. Das erscheint vielversprechend zur Anbahnung größerer Vertraulichkeit. Eine nahe Bekanntschaft mit Fuchsen von der belebten Autostraße aus gehört nicht zu den Alltäglichkeiten. Also ran mit Vorsicht und Windsicherung. Auch die Kinder sind nicht zu halten und pürschen sich mit größter Behutsamkeit und glühend vor Eifer näher. Und wir werden belohnt. Wenige Meter vor uns taucht gänzlich unbefangen ein Jung fuchs auf, äugt auf die Straße herunter und geht gelassen wieder zuruck. Emen zwecken überraschen wir im Bau stehend^Dieser allerdings verschwindet erschrocken urplötzlich und damit bis auf weiteres die ganze Gesellschaft. Nun durchsuchen wir das Gelände. Der ganze Hang ist kreuz und quer durchwühlt. Die alten Fuchse müssen seck unserem letzten Dorbeikommen außerordentlich fleißig gewesen sein, hatten allerdings auch zur ^Qfhgung ihren täglichen Hasenbraten von: erster Hand^ Schade - die kleinen, drolligen, seidenweichen Kerlchen. Lufthunger und Frühlingssonne locken nach den recht ausgedehnten Heizmonaten in die Natur him aus, und bald schnurrt der Motor behaglich durch die maisatte Landschaft. Gegend und Wald sind herrlich; das Grün um diese Zeit noch von besam derer Frische und Zartheit. Langsam schiebt sich Marburg dem Fahrzeug entgegen. Die Straße ist zwar musterhaft, aber einige wecke Krümmungen strecken den Weg. An der letzten Rundkurve vor Marburg, die so malerisch mit rotkopfigen Steinen können. Stumm und andächtig forschen die Kinder- nun Böschungsrand, an dem hier und da ihnen uvrig rNedizmball zeigte sich die Wendigkeit der kleineren und beweglichen Turnierteilnehmer. Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt gewann gegen das Arbeitsamt, die Güterabfertigung gegen die Deutsche Arbeitsfront, in der Entscheidung kam die Mannschaft der Güterabfertigung an die erste Stelle. Die Placierung: 1. Güterabfertigung, 2. Heil- und Pflegeanstalt, 3. Arbeitsamt, 4. Deutsche Arbeitsfront. Die Mädchen aus den Gymnastikkursen von Frl. Plank und Herrn K o e n i g e r, die verschiedenen Betrieben angehörten, spielten in der Zwischenzeit Prellball, eine Sportart, die von der Frau viel Bücken und Wenden erfordert, so daß durch die Rumpfbewegungen große Geschmeidigkeit des Körpers erreicht wird. Nach Beendiguna des Turniers traten die Mannschaften in einer Linie an. Sportamtswart Koe- niger dankte allen Beteiligten. In das Sieg-Heil auf den Führer und in den Gefang des Horft- Wesfel-Liedes stimmten auch die zum Schluß zahlreichen Zuschauer ein. •Roller in dunkler Nacht. Der Drang, die Unvollkommenheit menschlicher , Beine durch mechanische Fortbewegung zu ersetzen, \ entspringt nicht allein dem Hang zur Bequemlich- i feit. Jener geniale Urzeitmensch, der vor nebel- । fernen Jahrtausenden das Prinzip des Rades ent- , deckte, hat der Menschheit wohl die Möglichkeit ge- : schenkt, hinfürder an Muskelkraft erheblich sparen ■ zu können. Aber der Witz des rollend"n Rades ist । ist nicht nur der, daß es praktisch ist, sondern auch , der, daß es Vergnügen macht. Jenes göttliche Vergnügen an der Beseelung der Materie nämlich, das selbst aus der bescheidensten Technik eine Angelegenheit des menschlichen Herzens machen kann. Es war nötig, solche allgemeinen Erwägungen an den Anfang unserer Geschichte zu stellen. Es mag sonst leicht sein, daß wir den Held dieser Geschichte mit höhnischem Lachen verfolgen, anstatt seiner mit dem stillen Lächeln des Verständnisses zu gedenken. ' Em Mann geht zur mitternächtlichen Stunde durch die Straßen seiner Behausung zu. Nichts Auffälliges ist an ihm, wie er so dahinschreitet im ernsten Anzug und würdigen Hut, mit dem gemessenen Schritt, den nur reifes Alter verleiht. Em einziger Umstand könnte ihn bestenfalls auszeichnen. Unter den Arm geklemmt trägt der, bedachtsame Pilger einen Roller. Jawohl, einen jener Roller, mit dem unsere lieben Kinder selig auf dem Pflaster entlanqzugleiten pflegen. Nun, unseres Mannes Sohn wird jenen Roller bei Bekannten stehengelassen haben, der Vater aber ist dort vorbelgekom- men und hat sich das Ding unter den Arm geklemmt, seinen Sprößling anderen Tags damit zu erfreuen. _ . . Einsam und still ist die Straße, und nur der Wind raschelt in den Vorgärten. Diese Einsamkeit aber ist es, die dem würdigen Wanderer plötzlich einen neckischen Gedanken einflößt, einen aberwitzigen, geradezu köstlichen Gedanken. „Wie wäre es wenn ich...? Wenn ich nun einfach mal den Roller besteige und...?" Mit Entschiedenheit, ja mit Entrüstung wird der verlockende Gedanke abgewiesen. Doch nur um so drängender kehrt er hartnäckig zurück. Das kleine Brett mit den zwei Scheibenrädern war stärker denn alle Vernunft. Machtvoll weckte es das Kind im Manne, dieses Kind aber wollte spielen und das auf der Stelle. Der Mann blieb also stehen und setzte leise den Roller auf das Pilaster. Er sah lange und sorg- sälttg die dunkle Straße auf und ab, doch alles blieb stumm und kein Mensch war zu seyen. Nur der Chronist lehnte aus seinem dunklen Fenster und verfolgte mit Spannung das aufkeimende Geschehen. Das konnte jedoch der Würdige mit dem Roller nicht sehen. Er hob vielmehr jetzt das rechte Bein auf das schmale Brett, faßte den Lenker fester und stieß bann vorsichtig mit dem linken Bein ab. i Knarrend setzte sich der Roller in Bewegung. > Doch welch überlegene Rolle der Fahrer im foe- > ruflichen Leben des Tages auch immer Beelen : mochte, hier versagte er zunächst. Emen Roller । elegant und ohne Schwanken zu fuhren ist eine i Kunst, die gelernt sein will. So kam in dieser nacht- ! Heben Stunde dem Vater die Erkenntnis daß es ' mancherlei gibt, was auch der kleinst- Sohn er- > heblich bester tun kann als der bedeutendste Er- 1 mgmCIübrigcn aber dachte unser cheld keineswegs daran, vor diesem widerspenstigen Holzgestell zu kapitulieren. Brennender Ehrgeiz bewegte nun erst recht seine männliche Brust/ Mit großer Entschlossenheit packte er von neuem den Lenker, Ort und Stunde, Alter und Würde unbekümmert vergessend. Seinen Bemühungen erschloß sich denn auch das Geheimnis der rollenden Schwerkraft. Der Chronist am Fenster aber wurde zuschauend von eben jenen Gedankengängen erfüllt, die am Eingang dieser Erzählung stehen. Deshalb lächelte er mit Wohlwollen und Verständnis dem würdigen Manne nach, der nun, glücklich und selbstvergesfend tretend, auf seinem kindlichen Roller die einsame Straße entlangglitt, bis er knarrend und spukhaft im schweigenden Dunkel verschwand. H. B. v. M. NSV., Ontsqrupve Gießen-Nord. Lefoensmittelopferring. Am Montag und Dienstag, 3. und 4. Juni, findet die Einziehung des Lefoensmittelopferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereitzuhalten und den Inhalt auf den Umhüllungen anzugefoen. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gerneinschaft „Straft durch Freuöe". Das Kabarett der Komiker kommt! Nachdem das Gastspiel des Frankfurter Schu- manntheaters in Gießen einen außerordentlichen Erfolg hatte, kommt nun das Kabarett der Komiker für zwei Tage in das Gießener Stadttheater. Es ist kaum glaublich, welche Kräfte zu den außerordentlich billigen Eintrittspreisen von 60 Pfg., 1— RM., 1,30 RM., 1/50 RM. von der NS.-Ge- meinfebaft „Kraft durch Freude" gewonnen wurden. Die Mitwirkenden des Kabaretts der Komiker smd u. a. Fritz Hampe, der Mann mit dem D-mel, Rudolf Benzinger mit seinem komischen Motorrad. Man muß gesehen haben, wie es erplo- diert, wie er es wieder zufammensetzt und bann unter Gepuff und Geknatter seine Runden auf der Bühne fährt. Im Stadttheater fährt der Rudi sein Motorrad! Lüderitz 6- Coniico, was diese beiden auf dem Silberdraht ausführen, grenzt ans Unglaubliche. Und dann ganz groß: die Humoresk-Melodios? Nach dem Aus- pinanbergehen der Comedian-Harmonckts sind die Humoresk-Melodios das Gesangsguintett, das bet allen großen Filmen und an den größten in- und ausländischen Filmen mitwirkte ©timmaterial und ausgezeichnete Komik zeickmen diese Künstler aus. Dann kommt der komische Kunftradfavrer Rufoe und wahre Lachstürme ergehen, bann: die bie luftigen Hofmusikgnten, die vier S a u n b s , wenn sie ihre musikalische Speisekarte vorspielen (die Klarinette ruft: ..Ober die Speisekarte"), dann rast das ganze Haus. Es ist in Gießen Tradition geworden, baß Kraft durch Freude" nur das beste zur Ausgestal- tung b"s Feierabends zeigt. Hi" wird es erneut unter Beweis gestellt. Sichern Sie sich rechtzeitig einen Platz im Vorverkauf. Sonberzug nach IKarburg zu den Festspielen am 16. Ium. i Die NS.-Gemeinschast „Kraftb urch Freube" fährt : am 16. Juni nach Marburg, um bie bärtigen Fest- : spiele auf bem Schloßberg zu besuchen. Der Gesamt- prcis beträgt 3,50 Mark. Darin sinb enthalten: > 1 Fahrt nach Marburg unb zurück; 2. Mittagessen; (Aufnahme: Photo-Pfaff) Das Ehrenmal vor bem Marine-Bootshaus. Die Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen, Gchanzenstraße 18. An die Ortsgruppen- und Betriebsgemeinschastswalter des Kreises Gießen! Betr.: Gautag Darmstadt am 1. und 2. Juni 1935. Die Ortsgruppen- und Vetriebsgemeinschafts- walter haben sofort von den von ihnen gemeldeten Mitgliedern die Fahrgelder zu kassiren, die nachstehend ersichtlich sind. Die Fahrgelder werden an den für die Ortsgruppe und für den Betrieb zuständigen Ortsgruppenkassenleiter der PO. abge- lieferk. der auch die Fahrkarten besorgt. Die kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront hat also nichts mit den Geldern und Fa h rkarte nbe sch a f fu ng zu tun, darauf ist besonders zu achten. Der Sonderzug verkehrt nur Samstag. Der Sonntagzug fällt aus. Die Fahnenabteilungen müssen also ebenso am Samstag fahren. Auf der Fahrt und in Darmstadt selbst ist von den DAF.- kameraden größte Disziplin zu bewahren. I Abfahrt der Züge und Fahrpreise. Grünberg ab 11.10 Uhr, Fahrpreis 2,40 KM Saasen „ 11.19 „ „ 2,40 „ Reiskirchen „ 11.27 „ „ 2,20 „ Großen-Vuseck „ 11.36 „ „ 2,10 „ Rödgen „ 11.41 „ „ 1,90 „ Giefeen 12.08 „ „ 1,90 „ Großen-Linden „ 12.19 „ „ 1,80 „ Lang-Göns „ 1226 „ „ 1.70 „ Der Sonderzug verläßt am Sonntagabend um 20.35 Uhr Darmstadt und ist um 23.37 Uhr wieder in Grünberg. Die Ankunft in Gießen ist um 22.47 Uhr. Dir betonen nochmals, daß der Zug am Sonntag Umstände halber ausfallen muh. 3. Stadtbesichtigung: 4. Besuch der Festspiele. Anmeldungen bis zum 10. Juni werden von allen „Kraft-durch-Freude"- Warten und in der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, entaegen- genommen. Bei der Anmeldung ist der Fahpreis gleich zu entrichten. Rheinfahrk. Wir fordern alle Kameraden auf, sich umgehend zu unserer ersten Rheinfahrt am 23. Juni anzumelden. Wer weiß, wie schnell die Fahrt besetzt ist! Achtung Gauparteitagsteilnehmer! Es wird nochmals besonders darauf hingewiesen, daß alle Träger des Gauabzeichens beim Gau- xarteitag am 1. und 2. Juni in Darmstadt im Hessischen Landestheater (Großes Haus) sowohl zur Vorstellung am Samstag, 1. Juni („Figaros Hochzeit"), als auch zur Vorstellung am Sonntag. 2. Juni, („Friedemann Bach") verbilligte Plätze zu 1,40 Mark erhalten. Das Bekenntnis zur Fliegerei. Es gibt zwei Arten von Bekenntnissen schlechthin: das eine geht nur über die Lippen, das andere kommt aus der Tiefe des Herzens! Das erste ist hohl und kraftlos, wenn sich mit ihm nicht der Wille paart, es zum Herzensbekenntnis ausreifen zu lassen. Das Herzensbekenntnis schöpft aus der unendlichen Fülle seine Kraft, ist treu und gläubig und kennt weder Bedenken noch Erwägungen. Wenn heute die deutsche Fliegerei um Mitglieder wirbt, dann nicht um Volksgenossen um der Organisation willen zu gewinnen, die die Unterstützung der Fliegerei nur im Munde führen, sondern die durchdrungen sind von der Erkenntnis, daß die Fliegerei und ihr innerstes Wesen stärkster Ausdruck des Willens, wieder aufzusteigen, sind und daß sie nationale Aufgaben um dieser Werte willen zu erfüllen hat. Deutscher Volksgenosse! Denn dein Bekenntnis zum Wiederaufstiegswillen deines Volkes aus dem herzen kommt, dann kannst du wirklich nicht zögern, Mitglied im Deutschen Luftsport- Verband zu werden! Platzkonzerte anläßlich der Lustfahrt-Werbewoche. Am Samstag, l.Juni, 1 7.1 5 Uhr, spielt die hiesige Militärkapelle vor dem Stadttheater, am Sonntag, 2. Juni, vormittags 11.15 Uhr, der Musikzug der Standarte 116 in der Anlage vor dem Gymnasium, lieber die Vortragsfolge berichten wir in unserer morgigen Ausgabe. Marschierende Schulklassen nicht durchbrechen. Von verkehrsamtlicher Seite wird mitgeteilt: „Es ist beobachtet worden, daß manche Fahrzeugführer Schulklassen, die geschlossen die Fahrbahn überschreiten, zu durchbrechen suchen. Ein solches Verhalten läßt sich mit der Vorschrift im § 25 der Reichsstraßenverkehrsordnung nicht vereinbaren. Im Interesse der Unfallverhütung muß erwartet werden, daß geschlossen marschierende Schulklassen, wenn sie die Fahrbahn von einer Seite zur anderen überqueren, durch den Fahrzeugverkehr nicht behindert und vor allen Dingen nicht gefährdet werden. Selbstverständlich haben auch die Führer von Schulklassen Rücksicht auf den Fahrzeugverkehr zu nehmen. Werden mehrere Schulklassen über die Straße geführt, so hat jede einzelne Klasse mit dem Ueberschreiten der Fahrbahn so lange zu warten, bis dies die jeweilige Verkehrslage zuläßt. Besonders in solchen Fällen muß eben jeder Teilnehmer om Verkehr auf den anderen Rücksicht nehmen und ihm behilflich sein. Verkehrsunfälle können dann nicht eintreten." Vornotizen. — Tageskalender f ü r Freitag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr Gymnastik in der Heil- und Pflegeanstalt: 20 bis 21.30 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum (Dammstraße). — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Hochtourist". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der stählerne Strahl . — Stadttheater Gießen. Heute 20 Uhr letzte Vorstellung der Spielzeit 1934/35 mit einer Wiederholung des tollen Schwankes: „Der Hochtourist" von Kratz und Neal; Spielleitung des lustigen Abends hat Kurt L ü p k e. Die Theaterleitung macht darauf aufmerksam, daß am heutigen Abend letzte Möglichkeit besteht, etwa noch nicht eingelöfte Umtauschgutscheine zur Verwendung zu bringen. Ende 22.15 Uhr. * ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Gewerbelehrer Georg Schuchmann zu Schotten, zur Zeit kommissarisch an der Berufsschule zu Friedberg, eine Gewerbelehrerstelle an der Berufsschule zu Gießen, mit Wirkung vom 20. Mai 1935 an. ** Die Gießener Militärkapelle spielt im Rundfunk. Am morgigen Samstagabend gibt das Musikkorps unserer Gießener Garnison unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e ein Konzert im Frankfurter Rundfunksender. Die Vortragsfolge ist aus unserem heutigen Abdruck des morgigen Rundfunkprogramms ersichtlich. Auf das Konzert sei hier besonders aufmerksam gemacht. ** Der Ausflüglerverkehr am gestrigen Himmelfahrtstage war bei dem prächtigen Wanderwetter außerordentlich stark. Zu Fuß, auf Fahrrädern, mit Kraftfahrzeugen und vor allem mit der Reichsbahn strömten Taufende hinaus in die herrliche Natur. Auf der Reichs- bahn herrschte schon bei den ersten Frühzügen sehr großer Betrieb, der auch noch zum Teil für die späteren Züge zutraf. Naturgemäß gab es am Abend bei der Heimkehr wieder Hochbetrieb ersten Ranges. Einige Züge mußten im Nahverkehr verstärkt gefahren werden. Der ganze Ausflüglerver- kehr, der besonders von den Inhabern der Aus- flügler-Gaftftätten mit Freuden begrüßt wurde, wickelte sich nach den bis jetzt vorliegenden Berichten überall glatt und ohne besondere Unfälle ab. ** Arbeitsvergebung. Das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über Lieserungs- und Arbeitsvergebungen für die Provinzialstraßenstrecken Lindenstruth—Grünberg, Ortsdurchfahrt Grünberg, Grünberg—Mücke, Mücke —Ruppertenrod—Ermenrod, Brauerschwend—Reuters und Ortsdurchfahrt Gedern. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Sie Ost deutschen von Gießen unternahmen gestern mit Angehörigen unserer Garnison einen Autoausflug nach Braunfels. Der Weg führte über die Spilburg nach Wetzlar, wo unter fachkundiger Führung eine Besichtigung der Goethe- Erinnerungsstätte und der Sehenswürdigkeiten erfolgte. In Braunfels wurden nach einer Mittagspause der Tiergarten und das Schloß besichtigt. Am Nachmittag fand ein Zusammentreffen mit den Ostdeutschen aus Wetzlar statt. Der Wetzlarer Orts- grllppenführer Baarz begrüßte die Landsleute. Er sprach den Wunsch aus nach häufigerer Zusammenarbeit der "ostdeutschen Heimattreuen in Gießen und in Wetzlar zugunsten der Brüder in der angestammten Heimat. Ortsgruppenführer K o» ft o r 3 (Gießen) sprach dann über die Bedeutung der Heimattreuen Bewegung für den deutschen Osten. Vordringlichste Aufgabe sei es, zunächst den Ferien- und Reiseverkehr nach dem schönen Osten Deutschlands zu lenken. Die Ostdeutschen bekennen sich zum Friedenswerk des Führers. Die Ansprache klang aus in einem begeisterten „Sieg-Heil" auf Volk und Führer. Mit den zahlreichen Wanderern gemeinsam wurden das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen. In landsmännischer Verbundenheit blieb man dann einige Stunden beieinander, gemeinsam wurde später die Heimfahrt angetreten. ** Folgenschwerer Sturz mit dem Fahrrad. Am gestrigen Himmelfahrtsnachmittag stürzte der 29 Jahre alte Arbeiter Adolf Kreiling aus Wiefeck mit feinem Fahrrad zwischen dem Daubringer Paß und Alten-Buseck so schwer, daß er bewußtlos liegen blieb. Die von Straßenpassanten herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedauernswerten Mann nach der Chirurgischen Klinik, wo er mit einem Schädelbruch barnieberliegt. ** Unfall eines Kinbes. Arn Mittwoch erlitt bas brei Jahre alte Söhnchen bes Händlers Kauß, An ber Kläranlage, burch einen Unfall einen Oberschenkelbruch, ber bie Ueberführung bes Kinbes nach ber Klinik erforberlich machte. Schöffengericht Gießen. Wegen schweren Diebstahls bzw. Anstiftung bazu hatten sich der W. G. aus Lang-Göns, ber K. A. aus Hochelheim unb bie A. E. aus Lang-Göns zu verantworten. G. unb 21., bem bie Anklage Rück- fallbiebstahl zur Last legt, fliegen in einen Keller ein unb entroenbeten 7—8 Flaschen Wein unb Kognak. Außerbem entroenbeten sie bei einem Metzger 20—30 Pfunb Blut- unb ßeberrourft. Um bas Diebesgut besser transportieren zu können, stellte bie Angeklagte E. einen Einkaufskorb zur Verfügung. Die Sachen würben barauf in bas Anwesen ber E. gebracht, bie bie Getränke in ihrer Wirtschaft feilbot. Das Gericht verurteilte G. zu 7 Monaten, unter Anrechnung von 5 Monaten 28 Tagen erlittener Untersuchungshaft, A. wegen Rückfallbiebstahl zu 1 Jahr 10 M o - naten unb bie E. zu 5 Mo naten Gefäng - n i s. Sämtliche Angeklagten tragen bie Kosten bes Verfahrens. Rundsunkprogromm. Samstag, 1. Juni. 6 Uhr: Von Breslau: Frühkonzert I. Als Einlage 6.30 bis 6.45: Gymnastik. 7: Von Breslau: Früh- konzert II. 8.10: Von Stuttgart: Gymnastik. 9: Nur Frankfurt: Nachrichten. 9.15: Nür für Frankfurt: Konzert. 11.30: Sozialbienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Don Stuttgart: Mittagskonzert I. 13.15: Don Stuttgart: Mittagskonzert II. 14.45: Aus ber Wun- berwelt ber Natur. 15: Von Koblenz: HI. im Vormarsch! Eine Lieb-, Musik- unb Sprechchorfolge von Hermann Schnepp. Zwei Reichssieger im RBWK. erzählen von ihrem Besuch beim Führer am 1. Mai 1935. 16: Von Köln: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Fahrt burchs sübwestdeutsche Laub. 18.20: Steg- reiffenbung. 19: Von Gießen: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter: 1. Marsch bes Porckschen Korps, Heeresmarsch 11/37, Parademarsch des 1. Garde-Reg. zu Fuß Berlin, Beethoven; 2. Marsch aus Moses, Parademarsch in Reg., Kolonne des 1. Garde-Reg. zu Fuß Berlin; 3. Der Rheinströmer, Heeresmarsch 1/1 d, Präsentiermarsch des Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Reg. Nr. 4 Berlin; 4. Viktoria-Marsch, Heeresmarsch 11/174, Parademarsch des Königin-Augusta-Garde- Grenadier-Reg. Nr. 4 Berlin, Neumann; 5. Hacke- täuer-Marsch, Parademarsch bes Jnf.-Reg. Nr. 16 Köln-Mühlheim, Beetz; 6. Der Torgauer, Heeres- marfch 11/160, Präsentiermarsch b. Jnf.-Reg. von Courbiöre Nr. 19 Görlitz; 7. Helenenmarsch, Heeresmarsch 11/173, Parabemarsch bes Jnf.-Reg. Graf Tauentzien von Wittenberg Nr. 20, Lübbert; 8. Herzog von Braunschweig, Heeresmarsch 1/9, Präsentiermarsch b. Jnf.-Reg. Großherzog Friebrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin Nr. 24 in Neuruppin; 9. Marsch über Motive aus ber Oper „Hugenotten", Heeresmarsch 11/118, Parademarsch des Jnf.-Reg. von Horn Nr. 29 Trier, Hübner; 10. Schwedischer Reitermarsch, Marsch der Finnländischen Reiterei, Heeresmarsch III/70, Parademarsch des Füsilier-Reg. Königin Viktoria von Schweden Nr. 34 Stettin; 11. Marsch über Motive aus der Oper „Der Brauer von Preston", Heeresmarsch 11/116, Adam; 12. Versailler Festmarsch zum 18. Januar 1871, Heeresmarsch 11/206, Parademarsch des 6. Pomm. Jnf.- Reg. Nr. 49 Gnesen Pomm., Trenkler; 13. Soldatenklänge, Heeresmarsch IT/175, Parademarsch des Jnf.- Reg. Markgraf Karl in Weißenburg, Buchholtz; 14. Regimentsmarsch des ehemal. Reg. Erbprinz Ludwig von Hessen-Darmstadt 1/67, Präsentiermarsch des Jnf.-Reg. General-Feldmarschall Prinz Fried- rich Karl von Preußen 91 r. 64 Prenzlau; 15. Marsch bes Kaiserl.-Russ. Grenabier-Reg. König von Preußen II/ 123, Parabemarsch b. Jnf.-Reg. von Voigts» Rhetz Nr. 79 Hilbesheim. Ausführung: Musikkorps bes I. (Hessischen) Grenabier-Bataillons 15. Infanterie-Regiments Gießen. Leitung: Obermusikmeister Ernst Krauße. 19.45: Don Hamburg: Bauernfunk. 20.15: Von Bab-Nauheim: Bunter Abenb. 22.45: Vom Deutschlanbsenber: Der Deutfchlanbflug 1935. lieber ben bayerischen Alpen. 23.10: Von Leipzig: Tanzmusik zum Wochenenbe. ist fcdbtvia&wi' Verlangen Sie kostenlos den Bild- Prospekt" Pudding mit Früchten "von M-MUM»«.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 35 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Als sie dann endlich in bie Stabt einfuhren, war Gerda ruhiger geworden. Sie hatte sogar ein- Besehen, daß sie sich so spät nicht mehr an ihre ranffurter Bekannten wenden konnte. Wie peinigend waren die Reden ihres Kindes für Kitty gewesen. Wieviel Liebe hatte aus allen Worten gesprochen, wie wenig hatte Gerda eine Mutter vermißt. Wie grenzenlos war ihr Vertrauen zu dem Vater. Die ganze Nacht hatte Kitty mit Entschlüssen gerungen und war zu keinem Entschluß gekommen. Sie wußte auch jetzt noch nicht, was sie tun sollte. Nur eins war ihr gewiß: Sie liebte das Mädchen! Sie würde den Kampf um ihr Kind weiter führen! „Gerda weiß noch nichts!" sagte sie endlich mit dumpfer Stimme. Ernst atmete auf. -Ich danke Ihnen, Kitty! Ich danke Ihnen auch im Namen Gerdas, die Sie mit Ihrer Mitteilung furchtbar getroffen hätten!" „Ach!" erwiderte sie ironisch. „Denken Sie wirklich an das Kind, nicht an den Vater?" „Kitty! Da Sie nun Ihre Tochter kennen,, werden Sie wissen, wie sehr sie an dem Vater hängt. Sie rauben ihr alles, wenn Sie ihr das Vertrauen zu ihm nehmen. Gestehen Sie doch selbst: Sie haben Gerda nichts von der Mutter gesagt, weil Sie fühlten, daß Gerda niemals die Mutter ver- mißt hat." Kitty zerdrückte bie Zigarette in bem Aschenbecher. „^r habt euch ja bie größte Mühe gegeben, ©erba nichts von ber Mutter wissen zu lassen/ „Wir haben alles getan, um ihr eine glückliche Kmbheit unb Jugenb zu schaffen. Wir 'konnten nicht warten, bis es ber Mutter einfiel, sich um bas Kinb zu kümmern." Kitty hielt sich gequält bie Ohren zu. „Jetzt höre ich Freb sprechen, ber erbarmungslos über mich weggehen will, der vor keiner Tat zurückschreckt, mir bas Mäbchen zu entreißen." „Er wirb es tun, Kitty! Wirb es noch heute tun. Er ist gestern mittag von seiner Reise zurückgekehrt!" Sie schrie leicht auf unb starrte ihn entsetzt an. „Er ist hier?!" „Ja! Nur feiner Frau haben Sie es zu vertranken, baß er nicht schon gestern nach (Serba geforscht hat!" Kitty sprang auf. „Dann habe ich keine Zeit zu verlieren, bann muß ich (Serba sofort sagen, baß sie meine Tochter ist." Er trat hastig vor sie hin. „Das werben Sie nicht tun!" Sie sah ihn seinbselig an. „Ich werbe es tun! Ich will mir bas Mäbchen erhalten! Freb braucht sie nicht! Er hat eine Frau, bie sich für ihn opfert! Was habe ich? Ich stehe allein, habe immer allein geftanben, trotz bes Reichtums, ber mich umgibt, trotz bes Namens, ben ich trage. Was weiß Fred von meinem Leben? Was wissen Sie von mir? Allen bin ich bie verwöhnte Frau. Alle schenkten mir Reichtum, äußeren Glanz. Geliebt hat mich niemanb." „Nun werben Sie ungerecht, Kitty. Sie haben eine Liebe besessen, bie keiner gleich kam. Daß Sie sich diese Liebe verscherzt haben, bleibt immer Ihre Schuld." Sie sank wie ermattet auf ihren früheren Platz zurück, stützte den Kopf in beide Hände und fuhr langsam und traurig fort: „Sie haben recht! Gewiß, ich war schlecht, leichtsinnig, gewissenlos! Das Schlimmste aber war: sch war feige! Ich..." Ein Schluchzen ging durch ihren Körper. „Ich hatte Angst vor dem ewigen Rechnen mit jedem Pfennig. Ich hatte auch nicht den Mut, mich an seine Seite zu stellen, als er als Dieb überführt wurde. Er hat mich damals geschont. Ich wurde nicht in die Verhandlung hineingezogen, konnte den Kommerzienrat Marckart heiraten, weil er nichts von mir wußte." Sie schlug plötzlich bie Hänbe vor bas Gesicht, schluch- zenb kam es aus ihr hervor: „Trotzbem habe ich diese Feigheit mit meinem ganzen Leben bezahlt!" „Sie haben sich das Leben nach Ihrem Gefallen eingerichtet, Kitty! Es war reich unb angesehen, wie Sie es sich wünschten!" „Ja! Was wollte ich mehr?!" Sie fuhr sich mit dem Taschentuch über bie Augen unb lachte kurz auf. „Meine Ehe ... Können Sie sich nicht benken, daß die Vergangenheit auch in mein Leben ihre «chatten warf? Daß ich jeben Tag angstvoll vor einer Entbeckung zitterte. Meine ganze Ehe war em Tanz auf bem Vulkan. Ich habe mich baran gewohnt, aber als ber alternbe, bis zur Brutalität eifersüchtige Mann enblich starb, konnte ich nur aufatmen. Ich habe ein Jahr um ihn getrauert, aber bann bann konnte ich eben nicht anbers, ich mußte bem Manne, bem metrt Liebe immer gehört hat, roieber begegnen." „Kitty, Sie haben ihn nun wiebergesehen. Sie müssen jetzt gehen. Sie bürfen Freb nicht noch einmal schaben. Bebenken Sie, baß Sie schon einmal sein Leben vernichteten." Sie lächelte spöttisch. „Habe ich bas? Oh, er kann zusrieben fein mit bem Tausch. Ich bin nicht wie bie kleine Frau Liane, bie sich für ihn aufopfert! Ich habe immer zuerst an mein Glück gebucht!" „Unb nun haben Sie eingesehen, baß Ihnen ber Weg zu seinem Herzen ein für allemal ver- sperrt ist?" „Ich habe nichts einqesehen. Nur etwas anbereist einqetreten: ich habe mein Mutterherz entbcrft. Sie mögen bies unmöglich, unfaßbar finben — es ist boch so! Ich lasse bas Kinb nicht!" Eiliae Schritte näherten sich ber Tür. Kittn legte ben Finger an ben Munb. Ein leises Klopfen wurde hörbar. Eine bange Minute verstrich, bann ftanb Kitty auf. öffnete bie Tür unb ließ Gerba eintreten. Das Mädchen trat schüchtern näher. Plötzlich aber blieb ihr Blick auf Ernst hängen. Mit einem Jubel- ms flog sie auf ihn zu und in seine Arme. Onkel! Onkel, du? Ja, was ist denn? — Kennst du Frau Marckart? Ist Pava schon zurück? Wirst du mich zu ihm bringen?" brach es stürmisch aus ihr hervor. Uf'ber ben Kovf bes Mäbchens hinweg trafen sich bie Blicke Kittys und Ernsts. Eine bange ftraae lag in bem feinen. Da senkte Kitty ben Kovf. ©mft nahm das erregte Mädchen in feine Arme. „Du hast ganz recht. Ich will dich holen. Bedanke dich bei Frau Marckart. daß sie dich Hierher gebracht hat — bann komm!" Gerda wandte sich nach Kitty um. „Ich danke Ihnen recht sehr. Ohne Sie wäre ich wohl auch jetzt nicht nach Frankturt gekommen. Verzeihen Sie. daß ich so ungeduldig war." Kitty gab ihr die Hand. „Es ist schon recht. Gerda!" Als sich aber das Mädchen von ihr abwenden wollte, zog sie es fast hastig an sich. „Zum Dank darfst du mir wohl einen Kuß geben!" sagte sie mit zitternder Stimme. Ohne zu zögern, bot Gerda die frischen Lippen der Frau zum Kuß. Als sie sich abwandte, war Kittys Antlitz erblaßt. Gerda aber drängte ungestüm zum Aufbruch. Ahnungslos verließ sie Die Wohnung der Mutter. Kitty stand allein, ihr Kopf senkte sich tief. Dun- fei schien es ihr geworden im Zimmer, dunkel auch in ihr selbst. Noch am gleichen Tage schrieb sie an Irene: „Meine liebe Irene! Wenn Sie diesen Bries in Händen halten, bin ich nicht mehr in Frankfurt. Meine Zeilen sollen em richtiger Abschiedsgruß an Sie fein, denn ich komme nicht wieder. Ich kehre nach Berlin zurück, dort ist der rechte Platz für mich. Hier werde ich sentimental; das steht mir nicht unb macht alt. Wäre ich ein Backfisch, mürben Sie jefet benken, sie ist verliebt. Sv können Sie nur annehmen, baß mir ein Flirt fehlt. Sie haben ganz recht. Auf bem Berliner Pflaster werbe ich alles finben, was ich brauche. Ich hoffe, baß Sie mich, wenn ich roieber richtig eingerichtet bin, recht halb einmal besuchen, unb ich verspreche phnen, baß Sie sich glänzenb bei mir unterhalten werben. Herzlichst Ihre Kitty." ♦ Nach einem kurzen, schweren Schlaf war Liane an biefem Morgen erwacht. Unb so plötzlich kam bie Erinnerung an bie Ge- schehnisse bes vergangenen Tages, ber letzten Nacht über sie, baß sie jäh von ihrem Lager auffuhr, mit beiben Füßen aus bem Bett sprang. Wo war Freb? Die Tür zu seinem Schlafzimmer stand halb offen. Sie eilte auf bie Tür zu — bas Zimmer war leer. Sie wankte ein paar Schritte zurück, lehnte sich kraftlos an bie Tür. Fred war fort. Nun war wohl alles umsonst gewesen. Nun würde sich sein ganzer Haß, fein ganzer Abscheu über Kitty entladen. Nicht aus- zudenken war das Zusammentreffen zwischen ihm und ber Frau, bie sich gewaltsam roieber in fein Leden hatte brängen wollen. Liane begann sich mit zitternben, eiligen Hänben anzukleiden. Ohne etwas zu sich zu nehmen, Der- liefe sie das Haus. Es schlug halb zehn Uhr, als sie vor der Wohnung Ernst Schröders stand. Die ältere Frau, bie ihr öffnete, musterte sie mit großen, verwunderten Augen. Herr Schröder wäre schon lange fort. Wohin er sich gewandt, wußte bie Frau nicht zu sagen. Liane verließ bas Haus. Welche Torheit von ihr, Ernst in feiner Wohnung zu suchen. Wie konnte er zu Hause sitzen, wo Gerba immer noch nicht gefunden war? (Schluß folgt.) t, bin sollen in ich n zu- hier : nnd i Sie ' nur iaben ■M Kon Mun. ■^or. >v°n ■ $Q| Steg, ■ und M: i Mrlin, M in Mkijy. Wiier. »Nea, Wrsch Morde, Dacke. >r-16 Mres- M Don Mres. Wraf »her. ■Wer. Dnzll. ■Ppin; Men", 1*8. Wischer ■ WReg. Dauer Mer. Deres« Mnf.. Daten. |M I 14. I Lud. Marsch Mried. iarsch Preu« oigtg« korpz ■ Infan« leister 'funk. !2.45: 1935. ipZig: Führer Oberheffen Besichtigung des Gießener Botanischen Gartens gepflcmzt. Daneben einige e Beet e", nach der in den Verschleifung der legt worden. Im wir auf stattliche ehemaligen Festungswerke, ange- oberen Teil des Gartens stoßen Bäume, die um das Jahr 1800 wurden. Damals diente dieser Platanen, deren Stämme durch das Ablösen größerer Borkenplatten stets kenntlich sind. Aus mehreren Beeten sind Schattenpflanzen, Maiblume, Fingerhut, Knoblauchsrauke u. a. Nachdem die Versammelten sich durch das Lied „Heut geht's an Bord" auf ihre große Reife vorbereitet hatten, berichtete Herr Holtz aus Deutschsüdwestafrika. In feiner Heimat, Deutschfüdwest, lebten zur Zeit noch etwa 14 000 Deutsche, ferner 16 000 Buren und Auslanddeutsche Studenten berichten. Kameradschastsabend der Biologischen Fachschaft der Gießener Studentenschaft Die am Sonntag von der Landschaft Rhein- franken und Hessen, Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, veranstaltete Führung durch den Botanischen Garten der Universität erfreute sich reger Beteiligung. Ortsringführer Dr. Michel begrüßte die Erschienenen. Darauf sprach Dr. Heidt, Assistent am Botanischen Institut, der sich als Führer zur Verfügung gestellt hatte. Dr. Heidt wies zunächst daraus hin, daß der Gießener Botanische Garten zu jeder Zeit regstes Interesse verdiene. Er fei der viert« älteste Garten Deutschlands und seine große Dörfer, die fast alle deutsche Namen hätten, wie Berlin, Friedensfeld usw. Die deutsche Sprache, oder besser gesagt der Dialekt der Schwaben, habe sich bis heute erhalten. Verschiedene Völker seien dort unten um die Deutschen herum ansässig, Russen, Türken, Rumänen, Bulgaren, Tartaren und viele andere mehr. Die deutschen Kolonisten, meistens Bauern, bildeten eine kleine Kulturgemein, schäft. Zum größten Teil feien sie evangelisch- lutherisch und sehr fromm. Gerade die Kirche halte dort unsere Brüder und Schwestern fest zusammen. Mit den Angehörigen der anderen Völker kämen die deutschen Siedler gut aus. Im rumänischen Parlament säßen auch Abgeordnete der deutschen Kolonie. Mit dem Mutterland Deutschland hät- ten sie immer in Verbindung gestanden, und wenn es nur in Gedanken gewesen wäre. Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus feien unsere Landsleute in der Fremde wieder von neuem stolz auf ihr Heimatland Deutschland ge- worden; sie könnten als gute rumänische Staatsbürger ebenso gute Deutsche sein. Gründung auf das Jahr 1609 zurückzuführen. Allerdings ist der untere Teil des Gartens erst später, Jahren 1805 bis 1810 erfolgten Nachbarorten 50 Ferienkinder aus Berlin und dem Ruhrgebiet zur Erholung auf einige Wochen untergebracht. $ Nidda, 27. Mai. Anläßlich des z e h n j ä h - rigen Bestehens der Schützengesell» schaft fand ein Schützenfest unter zahlreicher Be- teiügung von auswärtigen Schützen statt. Dem Fest ging ein Begrüßungsabend am Samstag in der stark besetzten Turnhalle voraus. Nach dem Willkommengruß durch Oberschützenyttister K. Nickel (Ober-Widdersheim) brachten tfut oorgetragene Mu- sikstücke der Standartenkapelle R. 222, wirkungsvolle Gesangsvorträge des Männergefangvereins Sänger- kranz sowie vorzügliche turnerische Vorführungen einer gut geschulten Frauenriege des hiesigen Turnvereins und gemeinsame Gesänge reichliche Abwechselung in der Unterhaltung. In einer Ansprache führte der erste Schützenmeister F G e i g e r die Volksgenossen durch die Geschichte des Schießwesens. Danach wurde das Ergebnis des K ö n i g s f ch i e - ß e n s bekanntgemacht. Beim Großkaliberschießen auf die Königsscheibe ging K. Nickel (Ober-Widdersheim )als König, L. Supp und K. Wallen- f e l s als feine Ritter, im Kleinkaliberschießen W. Wann als König, A. Spengler und H. Pfeifer als feine Ritter hervor. Hieran schloß sich die Fahnenweihe an, wozu viele Stiftungen von verschiedenen hiesigen Vereinen und Körperschaften erfolgten. Nach Ehrung der Vereinsgründer und hochherziger Spender durch eine besondere Nadel und anschließendem Dank an alle, die sich irgendwie um die Förderung der Schützengesellschaft' verdient gemacht hatten, wurde der unterhaltungsreiche Abend geschlossen. Am Sonntagvormittag sand eine Totenehrung am alten und neuen Kriegerdenkmal, sowie auf dem Friedhof statt. Gegen 14 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug der Schützen unter Beteiligung vieler hiesiger Vereine durch die Stadt nach den Schießständen am Ruppertshof, wo bis aum Eintritt der Dunkelheit Preisschießen stattfand. bei uns in Gießen eine Zitrone zur Reife, wie gerade feftgefteQt werden konnte. Das Ueberwinterungshaus ist bis auf einige Bananenstauden und eine große, schöne über 40 Zentner schwere Palme geräumt. Auf den Steingärten an diesem Haus sind Opuntien aepflanzt, welche Kakteenart auch bei uns unter leichter Schutzdecke den Winter über im Freien durchhält. Die an ihnen befindlichen Haare sind, wenn sie einmal in die Hand geraten, infolge der daran befindlichen Widerhaken, sehr schwer wieder daraus zu entfernen. In verschiedenen Wasserbehäl- tern werden Wasserpflanzen, wie Seerosen, Froschlöffel, Tausendblatt, Wasserpest usw. kultiviert. Letztere stammt aus Kanada (Elodea cana- densis) und hat durch ihr massenhaftes geschlossenes Auftreten schon mehrfach in Häfen und Wasserläufen Mißstände hervorgerufen. In einem der Wasserbehälter ist im Sommer die durch Geiseltierchen verursachte Rotfärbung des Wassers zu sehen, die vielerorts Veranlassung gab zu den Sagen über „Blutseen", „Blutregen". Mit dem neu errichteten Gewächshaus ist eine Heizung verbunden, die es später ermöglicht, die große Wasserpflanze (Victoriaregia)besAmazonasgebiets wieder zu kultivieren. Vor dem Ueberwinterungshaus ist eine Aufteilung des Platzes vorgenommen, die einmal die einkeimblättrigen Pflanzen von den zweikeimblättrigen trennt und innerhalb dieser beiden großen Gruppen wieder familienweise getrennte Pflan.-fenbeete aus« scheidet. Eine Felsgruppe zeigt eine Sammlung dickblättriger Dachwurzarten, deren Anpflanzung auf den Gebäuden im Volksglauben gegen Blitzschlag schützt. Auf den Giftpflanzenbee- t e n waren u. a. Bocksdorn, Seidelbast, Adonisröschen, Kornrade, Küchenschelle, Wasserschierling, gefleckter Schierling, Hundspetersilie, Goldregen und Eibe angepflanzt. Letztere muß, wie viele Ortsnamen heute noch bezeugen, früher in Deutschland weit verbreitet gewesen sein. Auch der Taumellolch, der mit anderen Gräsern den gefürchteten und schon in den Gräbern der Pharaonenzeit festgestell- ten Strahlenpilz beherbergt, gehört zu den giftigen Pflanzen. Am gefährlichsten ist wohl der G i f t s u m a ch (Rus toxicodendron), der schon bei bloßer Berührung auf der Haut Blasen hervorzurufen vermag. Auch eine Seltenheit, die schöne Schachblume (Fritillaria meleagris) gehört mit zu den giftigen Pflanzen. Beete mit Arzneipflanzen, auf denen Pfeffermünze, Thymian, Fenchel, Dill usw. angepflanzt ist, wechseln ab mit solchen, welche in Hessen g e- schützte Pflanzen enthalten. Hier finden mir Türkenbund, Küchenschelle, Seidelbast, Bergflockenblume, Frühlings-Adonisröschen, Frühlingsenzian u. a. m. Die auf dem Alpinum vorhandenen Alpenpflanzen zeichnen sich durch große Blüten, kleinen Wuchs, sowie Polster- und Rasenbildung aus. Alle diese Wuchsformen find durch Anpassung an die im Hochgebirge vorhandenen Wachstumsverhält- niffe entstanden. Zur Zeit zeigt das Alpinum einen prächtigen Blütenflor, an dem blühende Fetthennen, Kugelblumen, Audrietien, Steinbrecharten und andere Hochgebirgspflanzen Anteil haben. Der in südlichen Teilen Deutschlands an sonnigen Stellen vorkommende Diptam sondert im Sommer so viel ätherisches Del ab, daß es angezündet werden kann Und in hoher Flamme verbrennt. Die Berberitze ist als Zwischenwirt des Getreiderostes bekannt. An einer weiteren Stelle sehen wir die von Rektor i. R. Hellwig angelegten Beete mit „Pflanzen unserer Heimat". Hier sind neben anderen Pflanzen Seltenheiten wie Roßkümmel aus dem Biebertal, Blauer Steinsame vom Hangelstein, gelber Sturmhut vom Lollarer Kopf vertteten. Aus einem Orchideenbeet blüht gerade der bei uns sehr seltene Frauenschuh (Cypripedilum calceolus). Vor einigen Tagen waren zwei weitere Blüten des Frauenschuhs von einem „Blumenfreund" einige Stunden nach dem Aufblühen „gesammelt" worden. Schade, daß man diesen Pflanzenfreund nicht erwischt hat. Nach einem Blick durch die Scheiben des nicht zugänglichen Gewächshauses, in dem sich seltene Kakteen befinden, nahm die Besichtigung unter herzlichen Dankesworten des Ortsringführers an di- Erschienenen und den Führer Dr. Heidt ihr Ende. V. Am Mittwoch hatte die Biologische Fachschaft der Gießener Studentenschaft ihre Mitglieder und einige Gäste zu einem Kameradschastsabend au dem Schiffenberg eingeladen. Sehr zahlreich versammelten sich die Teilnehmer am Stadtausgang und gingen geschlossen zum Schiffenberg. Dort fand zunächst eine Führung durch die Bauten des Schiffenbergs statt. Herr Wessenberg, Assistent am Kunstwissenschaftlichen Institut, hatte die Führung übernommen und berichtete sehr interessant aus der Geschichte des Schiffenbergs. Nachdem die Sehenswürdigkeiten besichtigt waren, versammelte man sich im großen Saale des Wirtschaftsgebäudes. Hier begrüßte der Fachschaftsleiter der Biologen Dr. Heidt die Besucher und kam dann auf den Sinn dieses Kameradschaftsabends zu sprechen. Dieser Abend stehe unter dem Gedanken der Volkstumsarbeit. Außer- halb der Facharbeit wolle man sich auch um das kümmern, was jedem deutschen Menschen Pflicht sei, nämlich um das Schicksal unserer Büder außerhalb der Grenzen unseres Vaterlandes. Zuerst erzählte cand. med. Eckert aus Bessarabien aus feinem fernen Heimatland. Er dankte für das Interesse, das den auslandsdeutschen Studierenden gerade an der Universität Gießen entgegengebracht werde, unb für die gute Aufnahme der Auslands- deutschen, die sie bei der Gießener Studentenschast gefunden hätten. Deshalb würde es die auslandsdeutschen Studierenden immer freuen, wenn sie anderen Kommilitonen etwas aus ihrer Heimat erzählen könnten. 80 Tausend Deutsche lebten heute noch in Bessarabien, hauptsächlich in den drei unteren Kreisen des Landes, die früher zu Rußland und heute zu Rumänien gehören. Im Jahre 1814 feien die ersten Deutschen dort eingewandert, zum größten Teile aus Schwaben. Anfänglich fei es unseren Landsleuten dort unten nicht gerade sehr rosig gegangen; denn sie mußten zuerst in Erd- höhlen wohnen und viele Krankheiten ertragen. So hätten die ersten Dörfer einen ganz jämmerlichen Eindruck gemacht, und viele Schwaben, die damals auf Grund der russischen Versprechungen und unter dem Druck der napoleonischen Kriege dorthin aus» wanderten, wären gerne gleich wieder in ihre Heimat nach Deutschland zurückgekehrt, seien dazu aber finanziell nicht in der Lage gewesen. Aber der deutsche Fleiß habe sich im Laufe der Jahre durchgesetzt, und heute hätten wir dort 120 blühende auch die ersten Schulen dort gegründet. Wenn man früher von Siebenbürgersachsen, Banaterschwaben und Bessaraber gesprochen hätte, so fasse man sie heute alle zusammen unter der Bezeichnung Deutsche in Rumänien. Die Ausführungen der auslandsdeutschen Studierenden wurden mit großem Interesse und Beifall ausgenommen. Der Rektor der Landesuniversität und der Führer der Gießener Dozentenschaft, die im Laufe des Abends noch den Fachschaftsabend besuchten, wurden nachträglich von dem Fachschaftsleiter herzlich begrüßt. Professor Pfähler sprach noch anerkennende Worte zu dieser Art der Fachschaftsarbeit und wandte sich dann mit herzlichen Worten an die Vertreter der Ausländsdeutschen. Im kameradschaftlichen Kreise blieb man bis kurz nach Mitternacht auf dem Schiffenberg zusammen. Dr. Heidt schloß mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer diesen wohlgelungenen Abend der Biologischen Fachschaft ab. Mit Fackeln ging es I dann zurück zur Stadt. welche den Menschen jeweils erfreuende und ihm nützende Pflanzen der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit und der Karo- lingergeit den Besuchern zur Kenntnis bringen sollen. Dor dem Gewächshaus werden, wenn die Frostgefahr soweit beseitigt ist, die seither im geheizten Raum gepflegten Pflanzen tropischer Gebiete in Gruppen aufgebaut. Hier sehen wir in der Grupe „Afrikanische Pflanzen" unsere bekannte Zimmerlinde (Sparmannia africana) vertreten. Eine andere Gruppe zeigt Neuhol - ländische Pflanzen und wieder eine andere Pflanzen des M i tt e I m e e r g e b i e t s. Im Gewächshaus selbst befindet sich in der ersten Abteilung eine Gruppe Sukkulenten (Dickblattgewächse), die sich in der Hauptsache aus Kakteen und Wolfsmilchgewächsen zusammensetzt. In der zweiten Abteilung sind Palmen, Baumfarne (Hirschgeweihfarn), Bananen und Farne zu sehen. Die dritte und vierte Abteilung umfaßt ebenfalls Palmen, Palmfarne (Cycas), Bambus, Drazänen und Wärme und Feuchtigkeit liebende Blattpflanzen. Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der Besichtigung den Pflanzen des Mittelmeergebiets gewidmet. Hartlaubigkeit der Blätter und Behaarung der Pflanzen bilden in vielen Fällen einen Schutz gegen die intensive Wirkung der Sonnenstrahlen, die hier in dem meist trockenen Gebiet eine unerwünschte starke Verdunstung zur Folge haben würde. Auch die von den in undurchdringlichen „Macchien" stellenweise noch vorhandenen Pflanzenbestände meist immergrüner Gewächse ausgehenden Wolken ätherischen Oels, die den starken Duft dieser Landschaft verursachen, werden als Schutz gegen die starke Sonnenbestrahlung angesehen. Zu den Mittelmeerpflanzen gehören Stein- und Korkeiche, Oleander, Myrthe, Erdbeerbaum, Baum- Heide, Lorbeer und die, die Macchia undurchdringlich machende Stechwinde. Auch die verschiedenen Arten Apfelsinen- und Zitronenbäume sind heute im Mittelmeergebiet heimisch. Vereinzelt gelangt auch etwa 300 000 Eingeborene. Die Gefahr einer Verschmelzung mit dem Burentum sei nicht von der Hand zu weisen. In Südwest gebe es noch vier deutsche Privatschulen mit teilweise Vollmatur- Prüfung. In den letzten zehn Jahren seien wieder viele Deutsche dorthin eingewandert. Gerade die deutschen Vereine würden sehr viel zur Pflege des Deutschtums beitragen, um die deutsche Kultur im Kampf mit den anderen zu erhalten. Die Deutschen seien zum größten Teile Farmer. Die Diamantenindustrie im Süden, ebenso die Kupfer- und Bleiminen lägen zur Zeit still. Allerlei Wild sei in Deutschsüdwest zu finden, Deutschsüdwest sei für den Jäger das reinste Paradies. Das Wohl und Wehe der Kolonisten hänge zum größten Teil vom Regen ab. Da kein Ackerbau getrieben werde, feien die Farmer besonders auf die Rinderzucht angewiesen. Dazu sei es nötig, daß Regen die ausgedehnten Weiden fruchtbar mache. Schon viele Jahrzehnte feien die Deutschen in Südwest und hätten dort sehr viel geleistet. Im vorigen Jahre sei das Jubiläum der Gründung der Kolonie vor 50 Jahren gefeiert worden, da habe sich gezeigt, was die Deutschen dort alles vollbracht hätten. Heute herrsche große Begeisterung unter den Deutschen und sie ständen getreu zu Deutschlands großem Adolf Hitler. herum gepflanzt Teil des Gartens als Frostgarten. Hier stehen unsere einheimischen Laubbäume in prächtigen Exemplaren. An dem Stamm einer Lärche klettert Efeu bis in die Krone, ohne dem Stützbaum aber, wie oft angenommen wird, Lebenssäfte zu entziehen. Hier stehende empfindliche ausländische Bäume und sonstige Holzgewächse haben unter den diesjährigen Spätfrösten gelitten, so die Magnolien, die bei uns als Glyzine bezeichnete Chinesische Wistarie und vor allem der in Japan und China beheimatete Ginkgo. Die Blätter des zu den Nadelhölzern zählenden „Ginkgo biloba" und ihre charakteristischen Einschnitte haben die sich mit der Natur beschäftigenden Menschen schon früh zu Bettachtungen angeregt. Seine jetzige Volkstümlichkeit hat der Ginkgo aber erst erhalten, als Goethe 1828 einen Zweig dieses Baumes an Frau Marianne von Willmer sandte und ihm das bekannte im „West- östlichen Divan" enthaltene Gedicht beifügte. Eine Blutbuche gab Veranlassung, auf die durch Mutation entstehende Rotblütigkeit von Pflanzen hinzuweisen. Die rote Farbe der Blätter entsteht durch einen Ueberzug von Anthozyan über dem normalerweise vorhandenen Blattgrün. Weiter stehen hier einige schöne, aus dem Orient stammende Kreis Alsfeld. 3) Alsfeld, 27. Mai. Am Sonntag hielt der Sängerkreis Alsfeld im Hessischen Sängerbund sein erstes Wertungssingen mit an- schließender Kundgebung ab. Das Wertungssingen fand moraens 'n hm Sälen des Hotels „Deutsches Haus" und des Gasthauses „Vaterland" statt. An der anschließenden Kundgebung auf dem Marktplatz nahmen etwa 500 Sänger aus den einzelnen Gesangvereinen des Sängerkreises Alsfeld mit ihren Fahnen teil. Nach einem Eroffnungschor unter Leitung des Kreischormeifters, Lehrer Zoll- Alsfeld, hielt im Auftrage des Gaues Hessen des Sängerbundes Herr Wendler- Bad-Nauheim eine Begrüßungsansprache, in der er auf die hohe kulturelle Bedeutung des deutschen Gesanges hinwies. Der Redner gedachte zugleich der Gefallenen des Weltkrieges und der 400 für die Nationalsozialistische Bewegung gefallenen Kämpfer. Unter Leitung von Kreisforstmeister Zoll brachte der Sängerchor noch verschiedene recht ansprechende Lieder zum Vortrag. Das zwischendurch veranstaltete Gemeinschaftssingen aller an der Kundgebung Be- feifiaten gelang recht gut. Am Schlüsse b^r Kundgebung dankte Herr Wendler (Bad-Nauheim) den Sängern für ihre Leistungen, wobei er die hohe Bedeutung des deutschen Liedes, besonders in vaterländischer Beziehung namentlich in Kampfes- zeiten, würdigte und einen allgemeinen Appell zur Unterstützung der Bestrebungen des Gesanges an alle Erschienenen richtete. Die Kundgebung schloß mit einem Treugelöbnis für den Führer unb mit einer Huldigung für das Vaterland und für das deutsche Lied. Am Nachmittag fand die Kritik des Wertungssingens statt, anschließend ein gemütliches Zusammensein der Sänger im „Deutschen Haus"^ 3ut>enfreier Markt in Gedern. rl Gedern, 28. Mai. Der heutige zweite j u - benfreie Prämiierungs - unb Krämermarkt war noch besser besucht unb beschickt als ber erste. Aufgetrieben waren: 784 Schweine, 125 Kühe unb Rinber, 3 Ziegen unb 2 Pferbe. Der Schweinemarkt würbe vollstänbig geräumt. Die geringsten Ferkel kamen auf 25 RM. Verkäufe von Rinbvieh waren kaum zu verzeichnen. Bei der Prämiierung sah man sehr schönes Vogelsberger Vieh, auch viele ber Fleck- oiehkühe konnten sich sehen lassen. Die besten Vogelsberger stammten aus Rubingshain, vom Hof Zwiefalten unb aus Burharbs. Beim Fleckvieh kamen erste Preise nach Dubenrob, Gebern, Ober- lais u. a. O. — Der umfangreiche Krämer- markt erlitt am Nachmittag burch ben Gewitterregen eine Einbuße. Das Geschäft kam erst kurz vor ber Abbruchszeit vieler Stäube wieber einigermaßen in Gang. Landkreis Gießen. < Quecfborn, 30. Mai. Die Anfang März in Angriff genommene Notstandsarbeiten haben biefer Tage ihr Enbe gefunden. Die Arbeiten erstreckten sich auf Wegeba u, wobei wieder mehrere größere Stücke fertiggestellt werden konnten. Die dazu benötigten Steine wurden in ben Ge- meinbe-Steinbrüchen gebrochen. — Nach ben Regenfällen ber letzten Tage konnte jetzt mit dem Setzen ber Dickwurzpflanzen begonnen werben. Da bie Pflanzen biefes Jahr sehr knapp sind, ist jetzt schon rege Nachfrage festzustellen. X Nonnenroth, 29. Mai. Nachbem sich längere Zeit bie Sterblichkeit i n unserer G e m e i n b e weit unter bem Durchschnitt gehalten hatte, hat währenb ber letzten Monate ber Tob mit rauher Hanb in eine Reihe von Familien hineingegriffen. Erst in ber vergangenen Woche ftanb bas ganze Dörfchen, aufs Tiefste erschüttert, an bem Grabe einer jungen Frau im blühenben Alter von 27 Jahren. Jetzt bewegte sich wieber eine enblose Trauergemeinbe hinauf zu unserem stillen Bergfriebhof, um unter ben Trauerklängen der Gießener Stahlhelmkapelle unserem Mitbürger unb Frontsolbaten Wilhelm Metzger bas letzte Geleit zu geben. Ein heimtückisches Leiben, besten Keim er wohl schon lange in sich trug, warf ihr, ben hochgeschätzten, arbeitsamen Mann, im rüstigen Alter von knapp 47 Jahren, aufs Krankenlager, unb schon nach wenigen Tagen verschieb er zu Gießen in ber Mebizinifchen Klinik. Der Kriegerverein Nonnenroth unter seinem Führer Karl Rinker geleitete ben toten Kameraben zur letzten Ruhe. Der Gesangverein Lieberkranz sang unter ber Stabführung )es Chvrmeisters Lenz zwei ergreifenbe Grabge- änge. Eine starke Abvrbnung ber Ortsgruppe 2 i ch b e s NS. -Deutschen Frontkämpfe r- b u n b e s (Stahlhelm) schritt mit bem Kriegerverein unb bem Gesangverein bem Sarge voraus, ber von Stahlhelmkameraben getragen würbe. Unter ben Klängen vom guten Kameraben, ber vier Jahre als Pionier vor bem Feinbe ftanb, unter präsentiertem Gewehr ber Erbe übergeben. Drei Salven krachten als letzter Gruß seiner Stahlhelmkameraben über bas offene Grab; ehrönbe Nachrufe seitens ber am Grabe vertretenen Verbänbe vlgten biefem feierlichen Akt. Es legten Kränze nieber: Der Vertreter bes NS.-Deutfchen Front- kämpferbunbes, ber Arbeitsfront, bes Kiegervereins unb Gesangvereins, sowie ber Beauftragte bes Baugeschäfts, in bem ber Verstorbene als Maurer beschäftigt war. Die kleine Bergkirche vermochte bie große Zahl ber Trauernben bei ber anfchließen- ben Gedächtnisfeier kaum zu fassen. Kreis Bübingen. 3) Nidda, 28. Mai. Aus dem Bezirke Essen wurden in diesen Tagen hier 18 und in verschiedenen cand. med. vet. Weprich aus Siebenbürgen wußte noch manch Interessantes aus seiner Heimat zu berichten. Dor ungefähr 800 Jahren seien bie Vorfahren, meistens Moselfranken, borthin ein« geroanbert unb hätten sich seßhaft gemacht. Nach bem Weltkrieg gehöre nun bas Gebiet zu Rumänien, nachbem es vorher ein Spielball ber Politik gewesen fei. Der alte Dialekt habe sich bis zur Gegenwart rein erhalten. Deutsche Schulen unb Kirchen seien ber Zusammenhalt ber Auslandsbeutschen. Die beut« sche Eigenart im Bau unb bie Sitten ber beutschen Vorfahren seien heute noch sehr beutlich zu spüren. Die Kirche von Hermannstabt aus bem Jahre 1512 sei ber Kulturmittelpunkt ber Deutschen bes Lanbes. Ioh. 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Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvögleln, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Oanzleinenb., Gr.: 20 x 26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Abi.: Brauerschwend—Reuters, km 8,294—9,000: Liefern von 150 cbm Splitt. " „ 750 t Pslastersand (Fluhsand). •• n 650 Sack Zement. Herstellen „ 1420 qm Kleinpslaster. . .. 2820 qm Mittelpflaster. 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Der Oeutschlanvflug 1935 Der Handball !i i Die Leichtathletik ■ selbst alter sich in kur- ■P:R*ef3-S<:v •ri;8ö‘:\jr3?35‘ Deutscher Volksgenosse! Bekenne dich zur Luftfahrt deines Volkes! Opfere auch ihr! r diesem Spiel dürften die Hiesigen die Gefährlichkeit des linken Flügels der Gäste erkannt haben und sich dementsprechend einstellen. Die Wetzlarer Sportfreunde haben zurzeit eine Mannschaft, die auch in Gießen nicht enttäuschen sollte. Nachdem sie Naunheim geschlagen hat, gelang es ihr auch, die Heimmannschaft von Watzenborn-Steinberg Nach dem Ergebnis der Bewertung des ersten Streckenflugtages liegt für diesen Tag die Breslauer Kette mit 802 Punkten vor Bremen mit 780, Dresden 778, Danzig 759 und dem Mannheimer Fünferverband mit 730 Punkten. Mit Ausnahme der Bremer, die Focke-Wulff fliegen, sind alle übrigen Flugzeuge Klemm-Maschinen vom Typ „L 25". Am Mittwochmorgen erfolgte in Guben der Start zur zweiten Etappe nach Ostpreußen, wobei der Flug über Schneidemühl, Danzig, rund über ganz Ostpreußen mit K ö n i g s b e r g i. P r. als Tagesziel führte. Auf Grund der Punktwertung hat sich nach dem Ergebnis des Ostpreußen-Fluges gegen den ersten Tag in der Spitzengruppe nicht viel geändert. Mit 1307 Punkten führt jetzt Bremen vor Danzig, Breslau, Dresden, Hannover und Stuttgart. Am dritten Tage kam auf dem Stettiner Flughafen als erster Fünserverband die Flieger-Ortsgruppe Halberstadt an. Im Verlauf von etwa einer Stunde waren von 31 Verbänden 17 auf dem Zwangslandeplatz Stettin gelandet. Von Stettin aus ging es auf der 1244 Kilometer langen Nord- mark ft recke über Schleswig-Holstein, mit Westerland als nördlichsten Wendepunkt, über Hamburg zum Tagesziel Bremen. Unterwegs hatten die Flieger verschiedene Erkundungsaufgaben zu lösen. Die als erste in Stettin gestartete Dresdener Kett? traf in Hamburg um 11.28 auch als erste ein, eine Minute später folgte Halberstadt, dann kamen die Staffeln Hannover, Danzig und Breslau. Gegen 14.30 hatten auch die letzten Verbände — es waren die Bremer und die neun Klemms des RLM. — das Zielband überflogen. Kurz nach 15 Uhr gingen in Bremen die vier Dresdener Maschinen als erste nieder, gefolgt von der Halberftädter Fünferstaffel. Von den Hamburgern, die um 15.33 Uhr eintrafen, wurde ein Flugzeug bei der Landung beschädigt und mußte ausscheiden. Bis 19.30 Uhr hatten alle bis auf die Frankfurter Fünferkette und den Weimarer Verband, die ausgeschieden sind, das Tagesziel erreicht. Der Bremer Senat hat für die beste Verbandsleistung auf dieser Flugstrecke einen Ehrenpreis gestiftet, der nach der bisherigen Berechnung der Bremer Staffel sicher sein dürste. Diese Frage direkt zu beantworten, ist leider nicht möglich, denn es gibt so viele Gründe dafür, so daß ich wirklich nicht weiß, wo mit dem Aufzählen zuerst anfangen. Ich rudere, weil ich nicht nur gesund, sondern auch jung bleiben will. Ich rudere, weil ich mir meine innere und äußere Elastizität erhalten will. Ich rudere, weil es wirklich so sckön ist, nicht nur das Rudern als Sport allein, sondern auch das Genießen der Natur. Ich rudere, weil ich Freude an dem herrlichen Wettkampf habe. Kurz: Freude am Leben, das ist der Grund, warum ich rudere. Was weiß der Landgebundene von der Schönheit der Natur, wenn am frühen Morgen noch die Nebel leicht über dem Wasser liegen, was weiß der Land- gebundene von dem Zauber, der sich erschließt, wenn man in leuchtendem Sonnenschein sich an der Schönheit der deutschen Natur satttrinkt. Was weiß der Landgebundene von dem Frieden einer Dämmerstimmung auf dem trägfließenden Fluß und von der Köstlichkeit des Mondlichtes auf dem Wasserspiegel. Was weiß der Landgebundene von dem herrlichen Wettkampf, wenn das Boot über das spiegelnde Wasser gleitet, dem Ziele des Sieges entgegen. Hier erschließt sich dem deutschen Menschen, was ihm die Vorsehung gegeben hat und was den Ruderer in besonderem Maße von den anderen Sportarten unterscheidet: Das deutsche Gemüt und die Liebe zur Natur und Heimat. In den ersten Jahren nach dem Kriege wurde in Brandenburg das heutige Handballspiel geschaffen. Man kann daher Deutschland als das Mutterland dieser Sportart bezeichnen. Trotz größter Schwierigkeiten fand der Handball in Deutschland überraschend schnelle Verbreitung. Die DT. hat bereits im Jahre 1921 die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die von dem Turn- und Sportverein Spaädau gewonnen wurde. Die DSB. bereitete dem beliebten Spiel ebenfalls eine fruchtbare Stätte. Vorerst waren es hauptsächlich die größeren Stadt- und Polizei-Sportvereine, die Handball in ihren Spielbetrieb aufnahmen. Auf dem Lande siel es der Handballbewegung schwerer, Eingang zu finden, da hier Fußball vorherrschte. Immer wieder mußte auf die Vorzüge „unseres Spiels" aufmerksam gemacht und geworben werden. Nach und nach konnte man auch hier Erfolg feststellen. Die ganze Spielart und Taktik beim Handball bildet ein Kapitel für sich. Die rassige und vor allem überaus schnelle Spielweise tzibt dem Handball sein besonderes Gepräge. Es ist daher mehr denn je angebracht, für diese Leibesübung das Interesse zu heben. Seine internationale Bestätigung hat der Handballsport durch die Zulassung zur Olympiade 1936 in Berlin erhalten. Im Rahmen des Reichsbundes für Leibesübungen hat der Reichssportführer das eigene Fachamt Handball geschaffen. Der Fachamtsleiter, Brigade- Die große Werbeaktion für den- deutschen Sport in der Woche vom 26. Mai bis 2. Juni geht, schon im Hinblick auf die zeitliche Festlegung, ein Gebiet besonders an, nämlich die L e i ch t a t h l e - t i k. Was versteht man eigentlich unter Leichtathletik? Das Wort ist ein Sammelbegriff für bie Hebungen des sportlichen Laufens und Gehens, des Springens und des Werfens. In der Deutschen Turnerschaft hat man dafür die zusammenfassende Bezeichnung Volksturnen. Die hohe Bedeutung und Stärke der Leichtathletik liegt darin begründet, daß sie sich auf den natürlichen Gebrauch der menschlichen Glieder stützt, mithin also die natürlichste Form der Leibesübungen darstellt. Es läßt sich wohl schwer nachweisen, wann und von welchen Völkern die leichtathletischen Hebungen zuerst in sportlicher Form, d. h. in bewußter Körperausbildung und aus Freude an Kampf und Leistung, durchgeführt wurden. In einen festen Rahmen wurden sie jedenfalls von den Griechen gebracht. Bei ihnen bildeten Laufen, Springen und Werfen den Kernpunkt der Olympischen Spiele. Das ist auch nach dem Wiederaufleben der Spiele (im Jahre 1896), die heute eine Heerschau der Weltbesten darstellen, so geblieben. Die olympische Idee erstrebt einen Menschentyp, der in harmonischer Ausbildung seiner körperlichen und geistigen Anlagen und Kräfte die höchste Veredelung seiner Rasse darstellt. Es gehört zu den nationalsozialistischen Grundsätzen, daß der neue deutsche Mensch die Schule des Leibes, des Geistes und der Seele in gleicher Weise betreibt. Das legt gleichzeitig jedem Volksgenossen die Verpflichtung auf, an der Erreichung dieses Zieles mit- PR eise z, 1.80 u. 3.35 ?/2 Liter 5.40 furt, 12,32; 3. Wörlitzer, Pol. Wetzlar, 12,03; 4. Schott, 1900 Gießen, 11,60 Meter. 100 Meter, Klasse I: 1. Kersch, Allianz Frankfurt, 11,1; 2. Hill, MTV. Gießen, 11,2; 3. Hnverzagt, Eintracht Frankfurt, 11,3 Sekunden. Diskus, Klaffe I: 1. Kilo, 1900 Gießen, 41,04; 2. Junker, Stadtdspv. Frankfurt, 39,87; 3. Luh, VfB.-Reichsbahn Gießen, 38,53; 4. Gary, Marburg, 38,50 Meter. 400 Meter, Klaffe II: 1. Koch, Reichsbahn Frankfurt, 53,4; 2. Ketter, Fußbv. Weilburg, 54,6; 3. Armbrecht, Hess. Pr. Kassel, 55,4 Sekunden. 1500 Meter, Klasse II: 1. Wöll, Reichsb. Frankfurt, 4,25; 2. Borkowski, VfB. Marburg, 4:28,2; 3. Lohberger, Eintracht Frankfurt, 4:33,2 Minuten. 100 Meter, Klasse II: 1. Krück, Hess.-Pr. Kassel, 12,0; 2. Grübel, Stadtspv. Frankfurt, 12,1; 3. Reb- scher, 1900 Gießen, 12,2 Sekunden. Weitsprung, Klasse II: 1. Rack, Stadtspv. Frankfurt, 6,45; 2. Krück, Hess. Pr. Kassel, 6,24; 3. Mayer, TV. Siegen, 6,16 Meter. 100 Meter (Landvereine): 1. Rühl, TV. Romrod, 12; 2. Stengel, TV. Großen-Linden, 12,1; 3. Klinke!, TV. Lollar, 12,1 Sekunden. 1500 Meter, Klasse I: 1. Lang, VfR. Heilbronn, 4:08,2; 2. Becht, VfB. Marburg, 4:12,1; 3. Baurn- ftieger, 1900 Gießen, 4,20 Minuten. Weitsprung (Landvereine): 1. Stengel. TV. Gro- ßen-Linden, 6,38; 2. Klinkel, TV. Lollar, 5,93; 3. Hofmann, TV. Alten-Buseck, 5,68 Meter. Kugelstoßen (Landvereine): 1. Dietz, TV. Lollar, 10,98; 2. Stengel, TV. Großen-Linden, 10,87; 3. Klinkel, TD. Lollar, 9,83 Meter. Kugelstoßen, Klasse I: 1. Luh, VfB.-Reichsbahn Gießen, 14,78; 2. Junker, Stadtspv. Frankfurt, 13,25; 3. Sarx, Jahn Siegen, 12,67; 4. Kilo, 1900 Gießen, 12,23 Meter. 4X100-Meter-Staffel, Kl. I: 1. Stadtspv. Frankzuarbeiten. Gerade die Leichtathletik stellt dafür ein dankbares Gebiet dar. In ihrer Mannigfaltigkeit bietet sie eigentlich für Jeden Betätigungsmöglichkeiten. Gewiß, bei dem einen sind die Vorbedingungen günstiger als bei dem anderen. Aber eine körperliche Grundlage zur Leichtathletik ist eigentlich schon da, wo ein Körper ist. Deshalb fort mit den falschen Vorstellungen über Hngeeig- netheit usw.! . Von heute auf morgen lassen sich natürlich keine Fortschritte erzielen. Lohn verspricht nur die beharrliche Arbeit an sich selbst und das Eindringen in die Gesetze der einzelnen Bewegunasläufe. Damit soll keiner Schematisierung das Wort geredet werden. Aber es ist doch schon so, daß der technisch vollkommenste Sport auch gleichzeitig der schönste ist. Sehr wertvolle und inteiY'lfant gestaltete Anleitungen dafür geben die vom Propagandaausschuß für die Olympischen Spiele 1936 heraus- aebrachten Olympia-Hefte Nr. 8 (Laufen), Nr. 9 (Fünf- und Zehnkampf), Nr. 10 (Springen) und Nr. 11 (Werfen). Die Heltchm zum Preise von 10 Pf. das Stück sind erhältlich bei den NS.- Organisationen, den Fachamtsleitern für Leichtathletik und bei den meisten Vereinen. Es wird in dieser Schriftreihe auch immer wieder darauf hngewiesen, daß Spitzenleistungen notwendig sind und daß sie nur aus einer körperlich und geistig gleichmäßig aufgeschlossenen sport- und kampffreu- digen breiten Masse b-rausmachsen können. Das sei allen denen ins Stammbuch geschrieben, die, wahrscheinlich, weil sie nie das Glücksgesühl einer errungenen Bestleistung (und wenn es auch nur eine persönliche ist), oder eines erfochtenen sport- (13:1) geschlagen wurden. Besonders der deutsche Sturm konnte ausgezeichnet gefallen, der ein technisch hervorragendes Kombinationsspiel lieferte. Erfolgreichster Stürmer unserer Nationalelf war der Magdeburger Klingler, ihm am nächsten kam T h e i l i g - Hamburg. Nach diesem neuerlichen Sieg konnten wir von 12 ausgetragenen Länderkämpfen 10 gewinnen und nur 2 — gegen Oesterreich — wurden verloren. Marienberger Oreiecks-Hennen Zum 10. Male wurde am Himmelfahrtstag auf einer 15,94 Kilometer langen Rundstrecke das Marienberger Dreiecks-Rennen ausgetragen, dem etwa 100 000 Zuschauer beiwohnten, darunter auch Reichsstatthalter M u t s ch m a n n. Die deutschen Fahrer schnitten wieder sehr gut ab, denn in der 250er Klasse siegten sie durch Winkler- München auf DKW., in der Halbliter-Klasse war Mansfeld- Breslau (DKW.) erfolgreich, und bei den Seitenwagenmaschinen trug Löhner -. München auf NSH. die deutschen Farben zum Erfolg. Nur in der 350er-Klasse triumphierte ein Ausländer, der Schwede Strömberg auf Husquarna. Mansfeld fuhr mit einem Stundenmittel von 143,3 Kilometer die schnellste Runde. Auch bei den Ausweisfahrern waren mit Keitel und Klopfer in der 250 und 350er Klaffe zwei Deutsche siegreich. BfB. Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn Ha — Flensungen I 9:1 (2:1). 2stn Himmelfahrtstage kamen die Gießener in Flensungen einer Rückspieloerpflichtung nach. Die gesamte 'Mannschaft der Hiesigen befand sich in bester Spiellaune und spielte in der zweiten Halbzeit mit ihrem Gegner, wie sie wollte. Nach der 1:0-Führung der Hiesigen erzielte Flensungen den Ausgleich. Kurz vor Halbzeit gingen die Gäste erneut in Führung.. In der zweiten Halbzeit schossen die Gießener Tor auf Tor und stellten in bestechender Form das Endergebnis her. VfB.-Reichsbahn I — Sportfreunde Wehlar I. Für den Samstagabend haben sich die Hiesigen die Wetzlarer Sportfreunde zum Rückspiel verpflichtet. Wie erinnerlich, biteben die Gießener nach hartem Kampfe in Wetzlar knapper Sieger. In furt 45,4; 2. Hess. Pr. Kassel 46,6; 3. VfB.-Reichs- bahn Gießen 47 Minuten. Weitsprung, Klasse I: 1. Hnverzagt, (Sinfraa)t Frankfurt, 6,30; 2. Kermer, Hess.-Pr. Kassel, 6,08; 3. Krück, Hess. Pr. Kassel, 5.90 Meter. 3000 Meter, Klasse I: 1. Fix, Reichsb. Frankfurt, 9:30,5; 2. Walpert, Hess. Pr. Kassel, 9,42; 3. König, Hniversität Marburg, 9,59 Minuten. 200 Meter, Klasse I: 1. Hill, MTV. Gteßen, 23; 2. Grabke, Eintracht Frankfurt, 24; 3. Ey, Hniversität Marburg, 24,2 Sekunden. Dreikampf: 100-Meter, Weitsprung, Kugelstoßen (Landvereine): 1. Stengel, TV. Großen-Linden, 1837,3; 2. Klinkel, TV. Lollar, 1619,7; 3. Rühl, TV. Romrod, 1479,5; 4. Keßler, Hess. Frankenberg, 1405,6 Punkte. Speerwerfen, Klasse I: 1. Bohrmann, Stadtspv. Frankfurt, 52,40; 2. Wörlitzer, Pol. Wetzlar, 48,70; 3. Pieh, VfB.-Reichsbahn Gießen, 48,43; 4. Jakob, VfB.-Reichsbahn Gießen, 47,69 Meter. Hochsprung, Klasse II: 1. Fischnisch, Stadtspv. Frankfurt, 1,75; 2. Lepper, Tv. Alten-Buseck, 1,69; 3. Beyer, 1900 Gießen, 1,69 Meter. 10 000-Meter, Klasse I: 1. Holzapfel, TV. Münchhausen, 35:00,8; 2. Wied, Reichsb. Frankfurt, 35:36,9; 3. Pfaff, VfB.-Reichsbahn Gießen, 38,51 Minuten. 4X800-Meter, Klasse I: 1. VfB. Marburg 8:55,1; 2. 1900 Gießen 9,12 Minuten. Stabhochsprung, Klasse I: 1. Jung, 1900 Gießen, 3,50; 2. Grabke, Eintracht Frankfurt, 3,40; 3. Gitter, Weilburg, 3 Meter. Schwedenstaffel, Klasse II: 1. Hniversität Marburg 2:10,5; 2. 1900 Gießen 2,11; 3. VfB.-Reichsbahn Gießen 2:13,1 Minuten. 1000-Meter (Landoereine): 1. Lepper, TV. Alten- Buseck, 2:53,1; 2. Hofmann, TV. Alten-Buseck, 2,54; 3. E. Reidel, TV. Heuchelheim, 2,59 Minuten. In der ersten Hälfte waren die Südslawen leicht überlegen. Nach einem Eigentor des linken deutschen Verteidigers R i e ch e r t konnte der Rechtsaußen Zifko witsch sogar *'od) zwei weitere Tore erzielen, während untere B-Elf nur zu einem Treffer, ein von Riech« rt verwandelter Elfmeter, bis zur Pause kam. Nach dem Wechsel wurde der Kampf etwas offener; Deutschland glich durch einen . Bombenschuß des Mittelstürmers Schön und des Halblinken Damminger aus, aber der südslawische Mittelstürmer Marjano - v i c kam ebenfalls noch einmal durch und erzielte den Siegestreffer. In der deutschen Mannschaft stachen besonders Günther, Jürrissen, Dahmen und Damminger hervor, die Jugoslawen, die allein in der ersten Halbzeit sechs Spieler auswechselten, waren mit ihrer Eft weniger zufrieden. Deutscher Handballsieg über Schweden mit 21:3 Das 12. Handball-Länderspiel Deutschlands brachte uns gestern einen hohen Sieg in Hannover vor 12 000 Zuschauern über Schweden. Die deutsche Elf Solch Erleben in Einklang zu bringen mit der Arbeit des Alltags, ist des deutschen Ruderer Glück. Warum rudern Sie noch nicht? Melden Sie sich noch heute bei einem der Gießener Rudervereine, der Gießener Rudergesellschaft 1877 oder dem Gießener Ruderklub Hassia 1906 an. F. L. Deutsche Fußball-Niederlage in Belgrad. Die jugoslawische Nationalmannschaft schlägt 8-Elf 4:3. ’ Die Balkaikeise der deutschen Fußball-Auswahlmannschaft brachte leider keinen Erfolg. Nach der Niederlage in Sofia gegen Bulgarien wurde unsere B-Mannschaft auch in Belgrad von Südslawien knapp mit 4:3 (3:1) Toren geschlagen. Vielleicht war es den Deutschen etwas ungewohnt, bei Scheinwerferlicht zu spielen, denn der Kampf fand erst kurz vor Mitternacht auf dem mit 5000 Zuschauern besetzten Platz des SC. Jugoslawien statt. nationale Wettkänipse derSp.-Vgg.lWü Gießen Gute Leistungen. Bei den Würfen sticht die Leistung von Lüh (VfB.-Reichsbahn Gießen) im Kugelstoßen mit 14,70 Meter hervor. Im Diskuswerfen siegte erwartungsgemäß Kilo (1900) mit 41,04 Meter. Auch im Speerwerfen siegte der Favorit Bohrmann (Frankfurt) mit 52,40 Meter. In der Leistungsklasse II mußte off eine genaue Sichtung zur Ermittlung der Besten vorgenommen werden, da hier sehr zahlreiche Meldungen Vorlagen. Der 100-Meter-Lauf sah Kruck (Hessen-Preußen Kassel) vor Grübel (Stadtsportverein Frankfurt) und Gefreiter R e b s ch e r , 2. Komp. J.-R. 15 (Gießen 1900) erfolgreich. Heber 400 Meter — es waren Vor- und Zwischenläufe notwendig gewesen — ergab sich ein Sieg von Koch (Reichsbahn Frankfurt) vor Ketter (Weilburger FD.). Im Hoch- und Weitsprung dieser Klasse war Stadtsportverein erfolgreich. Es gewannen Fischnisch mit 1,725 Meter im Hochsprung und Rack mit 6,45 Meter im Weitsprung. Im Kugelstoßen ergaben sich Durchschnittsleistungen. Die Einrichtung einer Klasse für Landvereine erwies sich als recht glücklich. Die talentiertesten Leute waren hier Stengel (To. Großen-Linden), Rühl (Tv. Romrod) und Klinkel (Tv. Lollar). Hart umstritten waren die Staffeln. In der 4X100-Meter-Staffel Klasse I war der Stadtsportverein Frankfurt einmal mehr erfolgreich, während die 4X800-Meter-Staffel sicher von DfB.-Kurhessen Marburg gewonnen wurde. Allerdings hätten die 1900er mit Bepperling und Maxeiner reelle Siegesaussichten gehabt. Diese bestanden auch bei der Schwedenstaffel (Klasse II) für den Veranstalter, wenn der letzte Wechsel nicht mißlungen wäre. Die Ergebnisse: 800 Meter, Klasse I: 1. Lang, VfB. Heilbronn, 158- 2. Tölle, IG, Frankfurt a. M., 2:01,3; 3. Peters, 1900 Gießen, 2,03 Minuten. Kugelstoßen, Klasse II: 1. Bohrmann, Stadtspv. Frankfurt a. M. 12,92; 2. Fischer, Stadtspv. FrankLiebigstraße 23). Als Werbeveranstaltuna in der Reichs-Sportwerbewoche bringt der DRfL., Ortsgruppe Gießen, Fachamt Handball, am Samstag, 1. Juni, um 17.30 Hhr, auf dem Waldsportplatz ein Städte» Handballspiel zum Austrag. Jeder Aktive, jedes Vereinsmitglied versucht bis dahin einen neuen Anhänger des Handballspiels zu werben. führer Richard Herrmann, der Handballspieler und Fachmann ist, hat , z zer Zeit die Gefolgschaftstreue aller Handballfreunde und das Vertrauen seiner Mitarbeiter erworben und gesichert. Soldatische Disziplin und Hnterorbnung sollen mehr als bisher die Spieler auszeichnen, Kameradschaft die Verbundenheit der Mannschaften, der Vereine und des gesamten Fachamts bestimmen. Der Hebungsbetrieb und die Spiele sollen mit dem Ernst und der Gewissen- Hastigkeit durchgeführt werden, daß diese Leibesübung Dienst am Vaterland wird. In Gießen wird der Handballsport von folgenden Vereinen gepflegt: Männer-Turn-Derein, Gie- ßen (Anschrift: Rudolf Klein, Gießen, Bleichstraße 5). Spieloereinigung 1900 e. V., Gießen (Anschrift: Keiner u. Co., Gießen, Bahnhof- straße 8). Turnverein 1846, Gießen (Anschrift: A. Reining, Gießen, Lahnstraße 5). VfB.-Reichsbahn e. V., Gießen (Anschrift: Geschäftsstelle Gießen, Tä^hSEBÄLDS MAARTINKTUR Die gestern auf dem 1900er-Sportplatz durchgeführten Nationalen Wettkämpfe hatten leider nur einen schwachen Besuch aufzuweisen. Das war um so bedauerlicher, als durchweg recht beachtenswerte Leistungen gezeigt wurden. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch einen Aufmarsch der Teilnehmer. In seiner Eigenschaft als Führer der Ortsgruppe Gießen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen wies Dr. M ö ck e l - mann zunächst auf den Charakter der Veranstaltung im Rahmen der Reichssportwerbewoche hm. Er betonte die Notwendigkeit des Wettkampfsportes als Teil der zu errichtenden Sportpyramide und hielt den Teilnehmern gleichzeitig die völkische Mission im Rahmen des von Adolf Hitler ins Werk gefetzten Wiederaufbaues des Reiches vor Augen. Die Worte des Ortsgruppenleiters im DRfL. klangen aus in ein „Sieg-Heil!" auf den Führer. Obwohl die Wettkämpfe zeitweilig durch Gewitterschauer unterbrochen wurden und auch die Ergebnisse — z. B. den 100-Meter-Lauf der Leistungsklasse 2 — nicht unwesentlich beeinflußten, wurden Die Zuschauer stets durch die spannenden Kampfe im Bann gehalten und durch gute Leistungen für ihr Aushalten entschädigt. . . . In den Sprintstrecken der Leistungsklasie I dominierten Kersch (Allianz Frankfurt a. M.) über 100 Meter und Hnteroffizier Hill, 7. Komp. Gießen (Mtv. Gießen) über 200 Meter. Die Mittelstrecken waren das Rennen eines Mannes, nämlich von Lang (Heilbronn). Obwohl ihm seine Gegner nid)t gefährlich werden konnten, erliefen sie auch noch gute Ergebnisse. Die Langstrecken — 3000 und 10 000 Meter — hatten darunter zu leiden, datz einige gute Kräfte wegen der bevorstehenden Slch- tungswettkämpfe dem Start fernbleiben mutzten. Immerhin wurde mit schönen Leistungen aufgewartet. , . Bei den Sprüngen gab es zwar auch einige Ausfälle, aber die Leistungen können sich schon sehen lassen. Im Stabhochsprung bewältige Jung (Gietzen 1900) wieder 3,50 Meter. spielte vollkommen überlegen und war um Klassen die Heimmannicyasi i besser als die Skandinavier, die haushoch 21:3 » einwandfrei zu schlagen. lkchen Sieges gehabt haben, immer noch glauben, die wettkampfmäßge Betätigung ablehnen zu müssen. Was die einheimischen Verhältnisse angeht, so ist zu jagen, daß die Leichtathletik in Gießen seit Jahren eine gute Pflegestätte hat und daß unsere Stadt neuerdings auch zu einem wichtigen Stützpunkt in der Olympiaoorbereitung geworden ist. Gießener Leichtathleten war es auch schon vergönnt, die deutsche Farben gegen das Ausland zu vertreten. Es waren dies Ernst Paulus, Eugen E l d r a ch e r, Paul Gerhardt und Arthur Kilo. Den guten leichtathletischen Rus hat Gießen in erster Linie der Arbeit seiner Sport- und Turnvereine, die die Leichtathletik in ihr Aufgabengebiet einbezogen haben, zu verdanken. Ein alter und über die Grenzen des Heimatgebietes hinaus angesehener Leichtathletikpionier ist die Spielvereinigung 1 9 0 0 Gießen, deren Mitglieder sich schon in der Vorkriegszeit erfolgreich betätigten. Eine rührige leichtathletische Tätigkeit entfaltet auch der V f B.- Reichsbahn Gießen. Ebenso wird von den beiden hiesigen Turnvereinen, nämlich vom Turnverein von 18 4 6 und vom Männerturnverein, auf leichtathletischem Gebiet Ersprießliches geleistet. In sein Programm hat die Leichtathletik neuerdings auch den Postsportoerein Gießen ausgenommen. Der Leichtathletikbetrieb muß von den genannten Vereinen meist unter erheblichen finanziellen Opfern und von den Verantwortlichen unter solchen persönlicher Art durchgeführt werden. Ein schöner Lohn für dieses Bemühen wäre es daher, wenn recht viele Volksgenossen das notwendige Verständnis für die Leichtathletik erlangen und den Weg zu ihr finden würden. Zu diesem Zweck geben wir nachstehend die Trainingszeiten der einzelnen Vereine an und gleichzeitig die Stellen, bei denen Neuanmeldungen entgegengenommen werden: Spielvereinigung 19 00 e. 23.: Sportplatz an der Liebigshöhe; Dienstags und Donnerstags ab 17 Uhr, Sonntags vormittags ab 9. Uhr. Anmeldungen daselbst, an der Platzkaffe, bei Fa. Keiner & Co., Bahnhofstraße 8, sowie im Sport- Haus Schwan. VfB.-Reichsbahn: Waldsportplatz: Dienstags und Donnerstags ab 17 Uhr, Sonntags vormittags ab 9.30 Uhr. Anmeldungen daselbst sowie im Zigarrenhaus Gemmer, Bahnhofstraße 66. Turnverein von 18 4 6 e. 23.: Universitätssportplatz: Mittwochs und Samstags ab 16 Uhr, Sonntags vormittags ab 9 Uhr. Anmeldungen daselbst sowie bei dem Hausmeister der Turnhalle am Oswaldsgarten. Männerturnverein e. 23.: Sportplatz an der Klingelbach: Donnerstags ab 19 Uhr. Anmeldungen daselbst sowie bei dem Vereinsführer, Herrn K. Müller, Gnauthstrahe 26. Wirtschaft. loggen- u. Weizenverarbeitungsquote von Juni bis August. Der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen als Kontingentsstelle gibt auf Grund des § 16 der Satzung folgendes bekannt: 1. Die Verarbeitungsquoten für die Monate Juni, Juli und August 1935 werden auf je 8 v. H. des Roggenverarbeitungskontingents und je 9 v. H. des Weizenverarbeitungskontingents festgesetzt. 2. Denjenigen Mühlen, deren Tageshöchst- leistungsfähigkeit 2 Tonnen nicht übersteigt, wird bei Roggen der Rest des ihnen nach § 16 Absatz 3 der Satzung zustehenden Verarbeitungskontingents für die drei Monate Juni, Juli und August 1935 freigegeben, also insgesamt 29 v. H. des Roggenverarbeitungskontingents und bei Weizen gemäß der Gesamtfestsetzung der Verarbeitungsquoten für die übrigen Mühlen 25 v. H. des Weizenverarbeitungskontingents. 3. Für diejenigen Mühlen mit einer Tageshöchft- leistungsfähigkeit von über 2 Tonnen, denen nur Naturkraft zur Verfügung steht und ein Jahreskontingent von nicht mehr als insgesamt 3000 Tonnen Roggen und Weizen erteilt wurde, werden für die Zeit vom 1. Juni bis 31. August 1935 16 v. H. des Roggenverarbeitungskontingents und 25 v. H. des Weizenverarbeitungskontingents zur Vermahlung freigegeben. 4. Für die unter Pos. 2 und 3 erfaßten Mühlen erfolgt keine Festsetzung einer bestimmten Menge für jeden einzelnen Monat. 5. Ein Austausch von Roggen und Weizen im Rahmen der zur Verarbeitung freigegebenen Kontingentsmengen ist nicht gestattet. 6. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auch Lohn- und Umtauschmüllerei für Selbstversorger, Deputatempfänger und Empfänger eines Leihgedinges, sowie die Vermahlung für die Marine und Heeresverpflegungsämter im Kontingent liegen. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem Schweinemarkt in Gießen am Mittwoch standen 224 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis 6 Wochen alt 23 bis 25, 6 bis 8 Wochen alt 26 bis 30, 8 bis 13 Wochen alt 32 bis 40 Mark. Tendenz: schleppend, großer Ueberftanb. * * R h e i n st a h l 4 (3,5) v. H. Dividende. Der Generalversammlung der Rheinischen Stahlwerke, Essen, die am 1. Juli stattfindet, wird eine Dividende von 4 (3,5) v. H. auf das dividendenberechtigte Aktienkapital von 142 Mill. Mk. vorgeschlagen. * Ri^ebecksche Montanwerke A G., Halle (Saale). In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Hauptversammlung am 2. Juli die Ausschüttung einer Dividende von uno. 4,2 v. H. auf Grund des Jntereffengemeinschafts - Vertrages mit der IG. Farbeninduftrie AG. vorzufchlagen. Produktion und Absatz hätten sich in den meisten Erzeugnissen weiter günstig entwickelt. * Rütgerswerke 21®., Berlin. — Di - videndenerhöhung. Aus Beschluß der Aufsichtsratssitzung wird der Generalversammlung am 20. Juni eine Dividende von 6 (4) v. H. vorgeschlagen. Der Reingewinn stellt sich auf 1,74 (1,17) Mill. Mark, er erhöht sich durch den Dortrag von 243 000 (187 000) Mark auf insgesamt 1,98 (1,36) Mill. Mark. Der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres entspreche dem der gleichen Dorjahreszeit. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 29. Mai. Nach der lebhaften Aufwärtsbewegung von gestern zeigte die heutige Börse ein ruhigeres Aussehen, wobei die morgige Unterbrechung des Geschäftes etwas eingewirkt haben mag. Von der Kundschaft bestand überwiegend weiteres Anlagebedürfnis. Diesem standen jedoch etwas stärkere Realisationen der Kulisse gegenüber, so daß die Haltung bei erheblich kleiner gewordenen Umsätzen uneinheitlich war. Größere Veränderungen traten indes nach keiner Richtung ein. Am Aktienmarkt waren noch einige Speztal- beroegungen zu verzeichnen, so wurden Südd. Zucker etwa 5 v. H. höher taxiert, ferner erhöhten sich Felten noch um 2 v. H. und Bemberg in Nachwirkung der Dividendenerklärung um ebenso viel. Don chemischen Werten wurden Farben etwas realisiert, der Kurs lag zunächst bei 149,13 (149,25), später ging er auf 148,50 zurück. Scheideanstalt lagen mit 220 unverändert, Deutsche Erdöl 0,75 v. H. schwächer. Don Elektroaktien setzten Licht & Kraft 0,25 v. H., Gesfürel, Siemens, Schuckert je 0,50 v. H. niedriger ein, höher lagen Lahmeyer mit plus 0,75 v. H. RWE., Elektrische Lieferungen und AEG. lagen behauptet. Am Montanmarkt erhöhten sich Mansfelder Bergbau auf 119 (117,75), im übrigen hielten sich die Veränderungen im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Feste Haltung hatten noch Reichsbank mit plus 1,25 v. H., AG. für Verkehrswesen mit 90,75 bis 90,50 (89,50) und Deutsche Linoleum mit plus 1,50 v. H. Schiffahrtsaktien lagen uneinheitlich. Zellftoffaktien notierten schwächer, wobei die Ausführungen in der HD. der Aschaffenburger Zellstoff (—0,25 v. H.) mitgewirkt haben dürften, Waldhof verloren 1,75 v. H. Sonst eröffneten Motoren- und Maschinenwerte unverändert, AKU., Hanfwerke Füssen und Eement Heidelberg lagen noch bis 0,50 v. H. höher. Am Rentenmarkt blieb bas Geschäft gering und die Kurse bröckelten zumeist ab. So Altbefitz auf 115 (115,25), späte Reichsschuldbuchforderungen auf 96,40 (96,65). Kommunal-Umschuldung galten etwa 89,30 (89,40), Zinsvergütungsfcheine unverändert 90,20. Von Stahlvereins-Obligakionen gaben 5prozentige sowie 1951er (4,5prozentige) um je 0,25 o. H. nach. Am Auslandsrentenmarkt erhielt sich Interesse für Ungarn und Rumänen, für erstere gingen die anfangs bis 0,50 höheren Kurse später etwas zurück. Bei kleinen Umsätzen schwächten sich die Kurse in der zweiten Börsenstunde überwiegend leicht ab. Im allgemeinen betrugen die Rückgänge 0,25 bis 0,50, Schuckert verloren 1 v. H. Südd. Zucker wurden mit 180 bis 181 (1. K. 172,50) geschätzt. Gegen Schluß der Börse ergab sich wieder eine Erholung, so daß die Aniangskurse zumeist wieder erreicht wurden. Am Rentenmarkt waren späte Schuldbuchforderungen weiter angeboten, sie gingen auf 96,13 zurück. Der Pfandbriefmarkt wies nur geringe Veränderungen auf, Liquidationspfandbriefe lagen uneinheitlich. Stadtanleihen notierten vielfach 0,25 v. H. freundlicher. Am Auslandsrentenmarkt lagen Ungarn und Rumänen später bis 0,40 v. H. leichter, doch zeigte sich für Ungarn auf der ermäßigten Basis wieder Interesse. Mexikanische Anleihen lagen aut behauptet. Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. (gestern auch 2,50) leicht. Mittwoch 29. Mai, sand keine Abendbörse stall, frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Mai. Am (Betreibe» großmarkt blieb bas Geschäft allgemein gering. Brotgetreibe blieb im Verhältnis zur Nachfrage ausreichenb angeboten. Hafer und leichte Futtergerste waren fast nur im Austausch gegen Kraftfuttermittel erhältlich: schwere Futtergerste (ursprüngliche Braugerste) war angeboten, stellte sich aber für Futterzwecke zu teuer. Oelhaltige Futterartikel unb Kleie blieben sehr knapp. Das Mehlgeschäft lag still. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 210, W 13 214, W 16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178 (Großhanbelspreise ber Mühlen bes genannten Preisgebietes. Futtergerste G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172 (Großhanbels- preife ab Station). Bei Wafferoerlabung über 100 Tonnen 3,00 RM. mehr. Weizenmehl w 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 24,30, Type 997 R 15 24,20, R 15 24,70 plus 0,50 Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie w 13 10,92, W 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44 (Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation). Soyaschrot mit Monopckkzufchlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erbnuhkuchen m. M. 14,50 (Fabrikpreise ab füb- deutscher Fabrikstation). Treber 18,10 bis 18,25, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu 9,75, Weizen- unb Roggenstroh, brahtgepreßt ober gebünbelt 4,80 bis 5,00. frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Mai. Auftrieb: Rinder 7 (gegen 21 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 3 Kühe und 4 Färsen. Kälber 888 (874), Schafe 11 (41), Schweine 361 (353). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 57 bis 60 (am 23. Mai 60 bis 62), b) 52 bis 56 (53 bis 59), c) 44 bis 51 (44 bis 52) d) 34 bis 43 (34 bis 43). Hümmel und Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Schweine b) 46 bis 50 (48 bis 51), c) 46 bis 50 (47 bis 50), d) 43 bis 47 (44 bis 48). Marktverlauf: Kälber ruhig, ausoerkauft. Hämmkl und Schafe ruhig, ausoerkauft. Schweine schleppend, geringer Ueberftanb (26 Stück). Großhanbelspreise für Fleisch und für Fe11waren. Beschickung bes Fleischgroßmarktes: 1039 Viertel Rindfleisch, 199 ganze Kälber, 1 Hammel, 640 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in Mark: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch 68 bis 74. Kuhfleisch b) 56 bis 62, c) 42 bis 54. Färsenfleifch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: ruhig. Preußen. Rudolf Heß als Ehrenpate. Wetzlar, 29. Mai. (LPD.) Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminifter Rubolf Heß, hc^t bei bem elften lebenben Kinbe ber Eheleute Hilfsarbeiter Johann Valentin in bem Kreisort Blasbach bie Ehrenpatenschaft übernommen. Der Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler ist bereits bei bem zehnten Kinbe Ehrenpate. Kreis Wetzlar. (1) Krofdorf, 29. Mai. Dieser Tage hielt die Ortsgruppe Krofdorf des NS. - Deutschen Frontkämpferbundes ihren Kame- rabschaftsappell unb Schulungsabenb in Launs - bad) bei Kamerab Karl Schmibt ab. Befehle unb Verorbnungen würben bekanntgegeben. Dann fetzte Kamerab B i n b e w a l b feine Ausführungen über „Auslanbsbeutfchtum" fort burch einen Vortrags über „Auslanbsbeutfchtum in fremben Erbteilen". Hauptziel ber deutschen Auswanderer waren von jeher die Vereinigten Staaten von Amerika. Mindestens 9 Millionen deutschsprechende Bewohner werden heute dort gezählt. Sowohl im landwirtschaftlichen, als im gewerblichen und im Geistesleben haben die deutschen Einwanderer viel zum Aufblühen ihrer neuen Heimat beigetragen. Da bas ßanb unter englischer Herrschaft steht, ist bie Gefahr ber Verenglischung ber Deutschen groß. Auch in Kanaba, Mexiko, Mittelamerika, Argentinien unb Chile leben viele Deutsche, bie als tüchtige Arbeiter, Lanbwirte, Hanbwerker, Kaufleute unb Gelehrte sehr geschätzt werben. In Afrika ist nach bem Vertust unserer Kolonien bas Deutschtum nur schwach vertreten. Etwa 30 000 Deutsche leben unter ber übrigen Bevölkerung zerstreut. In Australien ist bas deutsche Element stärker vertreten; man rechnet hier mit minbeftens 100 000 beutschen Bewohnern, yn Asien leben die Deutschen, mit Ausnahme von Kiautschou, in ber Zerstreuung. Ihre Zahr ist geringer als vor bem Kriege, immerhin schätzt man sie auf etwa 50 000. In den überseeischen Ländern steht ber Entfaltung deutschen Wesens im allgemeinen nichts entgegen. In Schulen und Dereinstätigkeit, auch durch deutsches Schrifttum kann deutsches Wesen ungehindert gepflegt werden. Der politische Einfluß der Deutschen ist in ihren neuen Vaterländern nirgends groß, aber sie sind starke Stützen für den deutschen Außenhandel. Schließlich wurde noch dankbar ber Arbeit der Stahlhelm-Auslanbsgruppen ge- bacht, die fern der Heimat die Idee des neuen Deutschland der Welt gegenüber mutig vertreten. Durch Fühlungnahme mit den Frontkämpferorgani- fationen unserer ehemaligen Gegner bahnen sie den Weg zu einer Verständigung ber Völker an. Als Hundermillionen-Volk kann Deutschland seine geschichtlichen und kulturellen Leistungen gleichwertig nnben denen ber anberen Kulturvölker aufweisen. Deutsche bürfen in Zukunft nicht nur „Kulturdünger" für frembe Völker sein. Der Einfluß unseres hochentwickelten Volkes wird sich segensreich für bie beutsche Heimat, bas beutsche Volk unb für bie ganze Welt auswirken, wenn die Welt bem deutschen Volke endlich Gerechtigkeit widerfahren läßt. Mit Sieg- und Front-Heil auf Führer und Reich unb bem Gesang des Bundeslieb schloß der Kame- radschaftsabenb in üblicher Weise. Z Lützellinben,28. Mai. Am vergangenen Sonntag feierten Heinrich Jung unb Frau Marie, geb. Ulm, im Kreise ihrer Familie und nächsten Verwandten ihre silberne Hochzeit. Der Gesangverein, bem ber Jubilar feit fast 35 Jahren als aktiver Sänger angehört, ließ es sich nicht nehmen, sein Ehrenmitglieb burch ein Stäubchen zu erfreuen. ■ Lützellinben, 29. Mai. Die Arbeiten an ber Babeanlage ber Babegemeinfchast Lützellinben finb in vollem Gange. Nachdem bie Erbarbeiten burch bie Mitglieber ber Babe- gemeinschaft erfolgt finb, ist bie Betonarbeit bem Am 1. unb 2. Juni 1935 an jeder Tür die Plakette der deutschen Luftfahrt! Bauunternehmer Karl H o ß b a ch zur Ausführung übertragen worben. Das bereits angekaufte Holz finbet bei ber Einschulung ber Betonarbeiten Ver- roenbung, bas übrige wirb bei ber Herstellung ber Halle benutzt. Zur Finanzierung ber Anlage haben Mitglieber runb 1200 RM. zinslos bis zum Jahre 1940 zur Verfügung gestellt. Der größte Teil dieses Geldes ist bereits an den Kassenwart abgeführt. Durch die Vorauszahlung der Jahresbeiträge für 1935 und 1936 hofft man die laufenden Ausgaben zu ermöglichen. Man hofft, die Anlage bis Juni fertigstellen zu können, so daß der Badebetrieb noch in diesem Sommer ausgenommen werden kann. Kirche und Schule. Kreis Schotten. O Wingershausen, 29. Mai. Pfarrverwalter Engel erlangte bei ber Theologischen Fakultät ber Ruprecht-Karls-Universität zu Heibelberg bie Würde eines Doktors ber Theologie auf Grund einer Jnaugural-Defsertation über „Die Bildungsaufgabe bes evangelischen Religionsunterrichts". Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) M. in Gr.-B. Alle Schornsteine müssen, vorausgesetzt, daß bie in sie münbenben Feuerungen in Gebrauch finb, alle brei Monate in gleichen Zwischenräumen gefegt werben. Gleichgültig ist babei, wie oft sie benutzt werben. Eine Ausnahme besteht lebiglich für Schornsteine, in bie nur im Winter (15. Oktober bis 15. April) in Gebrauch befinbliche Feuerungen münben. Für biefe ift zweimaliges Fegen im Jahre ausreichenb. In ber Flegel genügt in jebem Jahre ein einmaliges Aus- brennen bes Schornsteins. Sollte jeboch ber Schornsteinfeger bei dem gewöhnlichen Fegen deutliche Spuren von Glanzrußanhäufung wahrnehmen, so hat er mit ber nächsten Reinigung rber, ®en” ®efQbr im Verzug ist, sofort ein Ausbrennen ber Röhre vorzunehmen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. . 7 149,25 149,4 149,25 104,25 105,5 119,5 ! 121,13 107,4 107,9 98,5 Banknoten. Briet 156 153,5 43,5 180 Bie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskonl 4 o H., 5 v. H o 6 41,65 ! 93,5 I 92,5 165,5 36,25 295 92 167 9 0 56,4 123,5 120 88 o 0 0 0 7 u 6 O 0 0 12 8 36 294,5 110,25 56,25 120 121,5 88,75 132,25 91,5 166,5 88,65 36 295 169,25 156 220 103,25 119 108 149 220 105 120 107,75 I. G. Farben-Jnduftrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 57 121,5 121,75 89 109,9 56,4 122,75 120,5 89 133,25 92 167 90,5 36,5 292,5 170 155,5 Gritzner Mainkraftwerke Höchst a.M>. Süddeutscher Zucker....... Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. Belgische Roten... Dänische Roten .. Englische Roten .. Französische Noten Holländische Roten Italienische Roten. 43,25 42 1 93,75 - 180 | 174,6 Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schillina Rumänische Noten.............* Schwedische Noten.........’ Schweizer Noten........... Spanische Noten Ungarische Not» 98,75 1 98,9 I 98,13 I 120 I 119,25 1 — 134 I -| Schultheis Patzenhoser Mu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstetn & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade ...................... Aecumulatoren-Fabrik . Conti-Gummi............... ■ Frankfurt a. M. Scrfln Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- turei Schlußk. Mittag, börse Datum 28 5 29 5 28 5 29 5 Mansfelder Bergbau .. ....... 8 117,75 119,25 119,5 119,5 KokSwerke........... .......6 — 122,65 122,9 Phönix Bergbau...... ....... O — — Rheinische Braunkohlen ..... 12 227,.25 227,5 227 228 Rhetnstahl........... .....8 yz 112,5 112 112 112,25 Bereinigte Stahlwerke. .......0 84,25 84,5 83,75 84 Otavi Minen ........ .......0 19 19 18,9 18,9 Kaliwerke Aschersleben. .......6 127 126 126,75 127 Kaliwerke Westeregeln. .......6 126,5 126,5 126,5 126,9 Kaliwerke Salzdetfurth .....7 ya 179 179 179,5 179 Frankfurt a.371. Berlin Frankfurt a. M «Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börsc Gchluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« Vörie Datum 28.5 29 5 28 5 29 5 Datum 28 5 29 5 28-5 29-5 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6*/i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablvs.-Schuld mit AuSIos.-Rcchten ............. 100,25 97 104 115,25 100,5 98,75 96,25 100,5 92,25 124,25 115,75 96,13 100,6 101 96,75 96,75 106,25 30,75 11 Id 11,25 13,75 12 100,25 97 104 115,4 100,5 98,75 96,25 100,5 92,25 115,4 96,13 100,4 100,75 96,75 96,75 106,25 33 11,25 11,25 11,4 14,25 100,13 97 104 115,13 100,4 116 100,75 96,75 96,75 106,25 31,75 1,4 11,2 11 11 13,9 12 100,13 97 104 115,13 100,5 98,75 115,75 100,75 96,75 96,75 106,25 33,5 1,45 11,5 11,25 11,3 14,2 4% vesgl. Serie 11 ............ 12 7,3 9,75 6,2 33,5 35 89,5 115,5 92,25 94 94 178 39,5 135,5 113,75 131,5 125,5 126,13 119,75 171 127 105 114,5 109 161 131,5 97,25 86,65 7,15 6,1 39,13 33,4 35 90,5 118 92,5 94 94 178,75 39,13 135,5 113,75 131,25 106,65 125,5 130,75 126 119,25 169,5 128 105 113,75 109,5 164 131,75 97 86,5 6,75 9,9 6,25 39,25 33,13 27,25 35 89,5 116 92,25 94 94 178 39,4 135,4 113,75 131 105 124,75 130 125,65 119,75 171 126,25 104,4 113,5 109 99,25 160 131,75 96,5 86,4 7,25 9,75 6,2 39,4 33,4 27 35 90,4 118 92,25 93,75 93,75 177,75 39,13 135,5 114,4 131 107 124,25 131 126,4 119 170 128 105,75 113,4 108,9 100,75 163 131 97,5 86,9 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%Rumän^ereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4l/i% Deutsche Retchspostschatzan. Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8°/o Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. -o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Retchsbank ................ 12 4%% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6Vi% ehern. Hess. LandeS-Hypo» thckenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Deutsche Komm. Cammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *¥t% ehern.8"/o Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar biü 1935 6Vi% ehem. 4Vt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... A.S.G....................... Bekula.................... 10 (Hehr.LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... ey. Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Clektr..........6 Schuckert S Co............... 4 Siemen« L Halske............. Lahmeyer«Co.............. 7 Buderus .......... O Deutsche Erdöl.............. 4 Gelsenkirchener........... 0 Harpener............. q 6V»% ehem. 4J4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu..Goldpse..... *y»% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y»% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913......... Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. O Ilse Bergbau ............... - Ilse Bergbau Genüsse........ 0 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhre« ........ 0 6% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadvahn-Anleihe Serie 1..................... 28.Mai 29. Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Aries Geld Aries Buenos Atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,08 Rio de Ian. . 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,82 54,92 Danzig..... 46,75 46,85 46,75 46,85 London ..... 12,275 12,305 12,275 12,305 HelsingforS.. Paris ...... 5,415 5,425 5,415 5,425 16,35 16,39 16,345 16,385 Holland .... 167,78 168,12 167,68 168,02 Italien..... 20,51 20,55 20,51 20,55 Javan ...... 0,723 0,725 0,722 0,724 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... ; 61,70 61,82 61,70 61,82 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Liiiavon.... Stockholm... 11,14 63,30 11,16 63,42 11,14 63,30 11,16 63,42 Schweiz .... 80,24 80,40 80,22 80,38 Spanien.... 33,88 33,94 33,87 33,93 Prag....... Budapest ... 10,31 10,33 10,32 10,34 Neuyork ... 2,484 2,488 2,483 2,487 Aerlin,29.Mai Geld 2,435 2,455 41,82 41,98 54,61 54,83 12,24 12,28 16,28 16,34 167,26 167,94 19,92 20,00 61,49 61,73 —— — — — 63,08 63,34 79,99 80,31 33,40 33,54