Nr. 2b Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag. Zl.Zanuar 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eichener Familienblatter Heimat im Bild-Die Scholle Monatr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernfvrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anichrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sichen postscheckionlo: Krontturt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnift und Verlag: vrühl'sche UniversttStr Such- und Steindruckerei «.Lange in Siesten. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstraste 1 Annahme von Anzeigen Mr die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen oon 70 mm Breite 60 Rpf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das kommunale Grundgesetz Am 30. Januar 1935 ist d i e neue Gemeindeordnung als ein Grundgesetz des nationalsozialistischen Staates und seiner Einheitsidee veröffentlicht worden. Die Steinsche Selbstver« w a l t u n g der Gemeinden beruhte vornehmlich darauf, daß die Besten und Bewährte st en ohne obrigkeitliche Bevormundung die Geschicke einer Gemeinde leiteten, aber die ybeen des Freiherrn vom Stein sind später durch den Partei- ismus derart verzerrt worden, daß von der Uridee nur wenig übrigblieb. Immerhin war es bis zum Kriege möglich, dem gewaltigen Wirtfchafts- auffchwung in einer einigermaßen funktionierenden Selbstverwaltung eine Parallele zu setzen und die Großtaten der Gemeinden im Städtebau, Gesundheitswesen usw. zeugen von dem gesunden Kern, der in de,p Ansicht von der Regierung durch sich selbst steckte. Nach dem Zusammenbruch aber wurde die Kommunalpolitik, die doch in erster Linie rein sachliche und wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen hat, vielfach Tummelplatz der wüstesten Parteipolitik. Die Stadtverordnetenversammlungen ahmten besonders in den Großstädten bis ins Kleinste die Red.e- maschinerie und das Parteicnwesen des Reichstags nach, und so kam es, daß die Arbeit in den Gemeinden häufig unfruchtbar wurde, weil die Selbstsucht der Parteien über das Allgemeinwohl ging. Mit Zorn und Abscheu sah der Bürger auf die Männer, die in nutzlosen Redereien sich betätigten und die Gemeindefinanzen oft durch Unkenntnis heillos verderbten. Die Anarchie in den Gemeinden war ein Ausfluß des Marxismus. Er hatte nur das Wahlrecht geändert, und zwar im demokratischen Sinne, hatte aber das Vielerlei der Formen der Gemeindever- verwaltung bestehen lassen. So gab es z. B. in Preußen in den alten Provinzen neben dem Bürgermeister und der Stadtverordnetenversammlung den Magistrat, i m Westen bestand dagegen die Bürgermeisterverfassung, wonach der Bürgermeister direkt mit den Stadtverordneten verhandelte, immer aber dem Majoritätsprinzip unterlag bzw. der Kvllegialverfassung, so daß er in Wirklichkeit nur von dem Ausfall der Majoritäten abhängig war. Die Verschiedenartigkeit der Verwaltungstechnik war es aber nicht allein, die zur Verwirrung und zur Erschwerung der Arbeit führte. Nicht minder chaotisch waren Finanzgebarung und Steuerpolitik. Weil die Einheitlichkeit, die straffe Disziplin, die Gesamtplanung in allem und jedem fehlte, gab es keine festen Normen für die Etats, für die Ausgabenwirtschaft, für den Verwaltungsapparat. Verstand es ein Bürgermeister, sich feines Gemeinderates oder — in anderen Gegenden — seiner beiden städtischen Körperschaften geschickt zu bedienen, ober waren die Parteiverhältnisse in den städtischen Vertretungen eindeutig oder weniger kompliziert, so hatte er die Möglichkeit, entweder seinen Etat auszubalancieren oder sich und seine Stadt an den Rand des Ruins zu bringen. Hunderte von Millionen an Ausland- schulden zeugen von den Sünden vergangener Zeiten, namentlich in den Großstädten; unerträgliche Steuersätze sind bis in die letzten Jahre hinein erhoben worden; und andere Gemeinwesen litten wieder unter falsch aufgefaßter Sparsamkeit ihrer Stadtväter, die es am Notwendigsten mangeln ließen. Die neue deutsche Gemeindeordnung hat im Zuge der Reichsreform grundsätzlich Wandel geschaffen. Sie hat restlos mit den Rudimenten einer unheilvollen Vergangenheit aufgeräumt. Die Parteienwirtschaft ist beendet worden; das Führerprinzip ist an ihre Stelle getreten. Willensbildung und Vollzug liegt in der Hand eines Mannes, des vom Staate bestellten und dem Staat allein verantwortlichen Leiters der Gemeinde. Nicht mehr von unten, sondern von oben wird die Kontrolle ausgeübt. Die NSDAP, als Trägerin der Staatsidee ist als Vertreterin des Gesamtvolkes maßgebend eingeschaltet. Als G e m e i n d e r ä t e und Beiräte werden verdiente Bürger berufen, die nationale Zuverlässigkeit, anerkannte Verdienste und eine umfassende Sachkenntnis aufweisen müssen. Sie haben, auf dieser Voraussetzung fußend, das Recht und die Pflicht verantwortungsvoller Meinungsäußerung. Ihr Dienst ist Ehrendienst. Die Selbstverwaltung ist auch weiterhin Grundprinzip geblieben. Die Staatsaufsicht, die ihre höchste Spitze im Reichsinnenmini- fterium hat, wird nur bei sachlich und politisch höchst bedeutsamen Angelegenheiten Eingriffe vornehmen. Der Staat behält sich den Einfluß auf die Besetzung der verantwortlichen Gemeindeämter vor; der Staat ordnet die Wirtschaftsführung der Gemeinden, sie Vv quibiert bas traurige Erbe ber Vergangenheit auch auf finanziellem Gebiete unb trägt Sorge, baß in Zukunft bie Leistungsfähigkeit ber G e - m e i n b e einzige Norm ber Ausgabengestaltung bleibt. Die oberste Kommunalaufsichtsbehörbe wird auch die Neuglieberung ber Gemeinben hinsichtlich ber Gemeinbegrenzen, beren Auflösung ober ihre Zusammenfassung zu leistungsfähigen G e m e i n b e - Derbänben je nach Bebarf in Angriff nehmen, ohne dabei aUerbings über geographische, wirtschaftliche unb historische Trabition sich hinwegzusetzen, unb nicht ohne bie örtliche Verbunbenheit ber Bewohner — ben wohlverstanbenen Lokal- patriotismus — zu berücksichtigen. Es ist dafür Sorge getragen, daß die Aufgabengebiete der Gemeinden auf das notwendige Der Führer an das deutsche Volk. Rückblick und Ausblick am zweiten Jahrestage der nationalsozialistischen Erhebung. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer erläßt anläßlich des 30. Januar folgenden Aufruf: An das deutsche Bott! Heute und in dieser Stunde vor zwei Jahren hat der Nationalsozialismus nach einem auch in der Geschickte parlamentarisch regierter Staaten einzigartigen Aufschwung die M ach t und d a - mit die Verantwortung im Deutschen Reiche erhalten. Wie der Ausbruch des Weltkrieges nicht nur in der Erinnerung der lebenden Zeugen, sondern auch für kommende Geschlechter eine geschichtliche Wende darstellt, so nicht minder der Regierungsantritt des Nationalsozialismus für unser deutsches Volk. Eine in dumpfer Verzweiflung dahinsiechende Nation hat er wieder aufgerichtet und mit starkem gläubigen Vertrauen in den inneren Wert und in die schöpferische Kraft des eigenen Lebens erfüllt Und dies ist fein größtes und entscheidendstes Verdienst: Dem Wandel der äußeren Symbole entsprach die Wandlung des Inneren der Menschen! 3n freudiger Selbstdisziplin haben sich unzählige Millionen unseres Volkes in den Dienst der neuen Idee gestellt. Neben die fanatischen Kampfer unserer revolutionären Nationalsozialisten Partei traten die Soldaten der traditionsreichsten Wehrmacht (Eine Mobilißerunq menschlicher Kräfte in einem visher kaum vorausgeahnten Umfange trat ein. Angefangen von den MiUionenscharen unserer Jugend bis zur gigantischen Gemeinschaft der in einer Front vereinten tätigen Arbeiter der Stirn und Faust sehen wir die Zeugen nationalsozialistischer Organifations- kunst und Organisationsarbeit. Es wurde dabei nicht eine alte Welt zerbrochen, um später eine neue aufzubauen, sondern die sich neu erhebende hat die alte überwunden. In keinem Augenblick unserer nationalsozialistischen Revolution trat irgendwo eine Leere ein. In keinem Stadium unseres Vordringens und unserer Kämpfe herrschte das Chaos. Die unblutigste Revolution der Weltgeschichte und dennoch eine ihrer einschneidendsten! Es war daher ein am Ende aussichtsloser Versuch, durch eine internationale Hetz- und Lügenkampagne den Charakter unserer nationalsozialistischen Revolution wegleugnen oder verfälschen zu wollen. Hunderttausende Männer und Frauen aller Nationen, die in den hinter uns liegenden beiden Jahren Deutschland aus eigenem Augenschein zu beurteilen in die Lage kamen, sind Zeugen geworden der Große und Disziplin der nationalsozialistischen Erhebung. Und sie sind weiter die besten Zeugen des Aufbauwerkes unserer Arbeit. Und wenn ich am 30. Januar 1933 vom deutschen Volk zur Durchführung des ersten Arbeitsprogramms vier Jahre Zeit forderte, dann find schon in der hälfte dieser Frist mehr als Zweidritteides Versprochenen eingelöst worden! Keine demokrattsche Regierung der Wett kann sich daher mit größerem Vertrauen und größerer Zuversicht dem Votum ihres Volkes unterwerfen, als die nationalsozialistische Regierung Deutschlands! Wir haben deshalb auch nicht die Revolution einer Revolution wegen gemacht, sondern unser Aufbauwille eines neuen Deutschen Reiches erforderte die Beseitigung der es bedrückenden alten Gewalten. Die überwältigende Mehrzahl aller unserer damaligen Widersacher aber haben uns im Innersten ihres Herzens längst Abbitte geleistet. Was wir stets erhofften, ist eingetreten. Indem sie unser Wollen und unsere Arbeit einer gerechten Prüfung unterzogen, fanden sie am Ende in uns und durch uns doch bas verwirklicht, was sie im tiefsten Herzen auch nicht anbers ersehnten: Ein Deutschlanb ber Ehre, ber Freiheit unb bes sozialen Glücks! Wenn wir ben heutigen Tag in biefem Jahre nicht in großen Festen feiern, bann in bem Gefühl ber Trauer, bie uns erfaßt angesichts bes im vergangenen Jahre erfolgten Io bes bes Mannes, ber heute vor zwei Jahren mich unb bamit bie nationalsozialistische Bewegung mit ber Führung Deutschlanbs betraut hat. Wir alle bebenken in Deulsch-Amerikaner von innerer Ergriffenheit ein Schicksal, bas unsere Be- roegung so symbolisch aus ber Vergangenheit in bie Zukunft führte! Dann aber soll bas größte Fest biefes Jahres nicht ein Fest ber Erinnerung an bie Uebernahme ber Macht fein, fonbern ein Fest ber Freube am Tage ber Rückkehr ber Deutschen bes Saar- I a n b e s. Sie werben ein Volk finben, bös i h r e r würbig unb ein Reich, in bem zu leben für ben Deutschen roieber ein Glück geworben ist. Sie werben finben eine Volksgemeinschaft, in ber unzählige Millionen Menschen in treuer Kamerab- schaft, vom nationalsozialistischen Kämpfer bis zum Solbaten, vom Arbeiter bis zum Beamten in reb« kicher Pflichterfüllung tätig finb am Neuaufbau eines Staates unb an ber Erziehung einer Nation, bie ehrerfüllt, frieblich unb fleißig bestehen will in biefer Welt. Berlin, ben 30. Januar 1935. ber Saar beim Führer. § ®nn M, w ' • V'XX : v-rv . .. W-.. Am 30. Januar empfing ber Führer nacheinanber eine Reihe auslanbsbeutscher Volksgenossen, bie zur Saar-Abstimmung nach Deutschlang gekommen finb unb sich jetzt roieber auf ber Heimreise befinben. Zunächst empfing er Frau Iba Monbenach, bie aus Schanghai zur Saar-Abstimmung kam unb burch eine zweitägige Verspätung bes Sibirienexpresses nur noch burch bas von ber Reichsregierung zur Verfügung gestellte Flugzeug Saarbrücken rechtzeitig erreichen konnte. Anschließenb unterhielt sich ber Führer mit einer jungen Deutschen aus ber ehemaligen Kolonie Deutsch - Ostafrika unb trug ihr Grüße an bie bort lebenben beutschen Volksgenossen auf. Später würben 2 0 0 Deutsch- Amerikaner vom Führer herzlich begrüßt. Der Führer bankte ihnen, baß sie bazu beigetragen haben, ben herrlichen beutschen Sieg an ber Saar au erkämpfen, unb bat sie, auch in Amerika ihr deutsches Vaterlanb nie zu vergessen. Der Führer und Reichskanzler empfing den bekannten deutschen Verteidiger in internationalen politischen Prozessen, Rechtsanwalt Professor Dr. Friedrich Grimm, MdR., der im Kampf um bie Saar eine hervorragende Rolle gespielt hat. Der Führer sprach Professor Grimm s e i n en Dank für die hingebende unb erfolgreiche Arbeit in bem Saarbefreiungskampf aus. Professor Grimm hatte Gelegenheit, bem Führer ausführlich über feine 15jährige Tätigkeit als Verteibiger bes beutschen Rechtsstanbpunktes bei internationalen Prozessen unb über seine von bem Kampf gegen Versailles ausgehenbe Arbeit auf bem Gebiete ber internationalen Rechtssprechung und Rechtsforschung zu berichten. Maß beschränkt werden, und daß ihnen keine Pflichten übertragen werden, die über bie örtlichen Bebürfnisse hinausgehen. Vor allem 'st bafür gesorgt, baß bie völlige Einheit ber G e - meinbeoerroattung wieberhergestellt unb erhalten bleibt unb baß bie Gemeinbe- politik restlos im Sinne der Gesetze unb ber Ziele ber Staatslenkung geführt wirb. Der Staat unb bas Volk haben auch für bie Gemeinbe bie oberste Richtschnur zu sein. In ber Begründung bes Gesetzes heißt es, bie Gemeinschaft sei vor bas Einzelschick - sal zu stellen. Die Gemeinschaft ist ber Staat unb bie Partei, unb beshalb gibt es in einem Einheitsstaat nur eine ©emeinbeorbnung. Das Gesetz macht nicht nur bem Vielerlei ber Gemeinbeorbnun- gen, fonbern auch ben gewählten Parlamenten der Gemeinden unb ber Abhängigkeit ber Gemeinbe- leitung von einer Majorität ein Enbe. An die Stelle nichtfaßbarer Majoritäten tritt bie Verantwortlichkeit in ber Selbstverwaltung. Die einheitliche Gemeindeordnung als Schrittmacher der Reichsresorm. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Zur Presse sprach ber Staatssekretär im Reichs- unb Preußischen Innenministerium, ©rauert, über Bebeutung unb Auswirkung der neuen deutschen Gemeindeordnung. Dieses Gesetz sei die erste Kodifikation aus Teilen des öffentlichen Rechts für ganz Deutschland, das die Grundlage bilden soll für die weitere Entwicklung der Reichsreform. Eine Verwirklichung ber Reichsreform von heute auf morgen fei nicht möglich, weil in allen ßänbern gerabe das öffentliche Recht vollkommen zersplittert sei. Die Hauptaufgabe zur Vorbereitung ber Reichsreform müsse sein, biefes zersplitterte öffentliche Recht zunächst zu vereinheitlichen. Die Zusammenarbeit zwischen Partei unb Staat trete geräbe in ber Gemeinbe- orbnung am beutlichsten hervor, ba ber national- sozialistische Staat an ber Grunbidee der Selb st Verwaltung habe f e st h a l t e n und im Rahmen der Selstverwaltung die Mitwirkung der Partei im gemeindlichen Leben habe gesetzlich regeln wollen. Es mußte daher der Leiter ber Gemeinben als Letztverantwortlicher in allen entscheibenden Fragen klar herausgestellt werben, es mußte aber auch bas genossenschaftliche Element ber Steinschen Selbstverwaltung, bie Mitwirkung ber in ber G e - meinbe lebenben Bürger im Gesetz gesichert werben. Hierzu biente als Vorbilb ber Preußische Staatsrat, der als ein beratendes Gremium geschaffen wurde; ihm entspreche der Gemeinderat als beratende Einrichtung. Die Gemeinderäte seien gehalten, a l s Einzelpersönlichkeit ihre Meinung zu äußern. Sie seien bewußt nicht als Korporation aufgefaßt. Da das Volk durch die NSDAP, repräsentiert werde, mußte anstelle der Wahl die das Volk repräsentierende NSDAP, treten. Ferner sei in dem Gesetz die ehrenamtliche Tätigkeit zum Durchbruch gekommen. Es fei bewußt nicht in das Gesetz hineingenommen worden, daß die Gemeinderäte unbedingt Mitglieder der N S D AP. fein müßten. Auch Nicht-Parteimitglieder, bie ber Beauftragte ber NSDAP, nach ihrer politischen Einstellung unb ihrem fachlichen Können zur Mitarbeit für geeignet halte, sollten in ben Gemeinberat berufen werben können. Nach ber vom Führer getroffenen Entscheibung soll, nachbem bas Mitwirkungsrecht bei ber Ernennung ber leitenben Beamten für bie Partei sichergestellt ist, für bie Verwaltungstätigkeit eine weitere Einmischung ober Mitwirkung von NSDAP. -Beauftragten nicht mehr ft att f i n b e n, weil biefe Mitwirkung auch durch die Gemeinderäte sichergestellt ist. Nur in zwei Punkten ist eine Ausnahme gemacht worden: Bei der Hauptsatzung und bei der Verleihung oder Entziehung von Ehrenbürger- und Ehrenrechten. Im übrigen'sei im Gesetz klar zum Ausdruck gebracht, daß der Leiter der Gemeinde ohne irgendwelche Einwirkung eines außenstehenden Kreises seine Geschäfte zu führen und die Verantwortung dafür zu tragen hat. Der Staat habe sich in der neuen Gemeindeordnung im allgemeinen auf ein negatives Aufsichtsrecht beschränkt: die Ablehnung un* tragbarer Anordnungen der Gemeindeverwaltungen. Nur in einem Punkt habe sich der Staat ein An« ordnungsrecht vorbehalten, wenn es sich z. B. um Haushaltsfragen und wirtschaftliche Angelegenheiten handelt. Dieses Anordnungsrecht ersetzt die Zwangsetatisierung der früheren Jahrs. i M * K! Am Grabe von Sans Eberhard Mikowski Wirt- führung und G Sorte gemacht in Ver- Ablösung der Wache. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Ende Januar. daß alle die, die sich aus diesem Gebiet bis heute betätigt haben, weder in die Partei körn- men, noch mit irgendeiner Aufgabe betraut werden. Soweit sie in der Partei früher waren, wird die Wiederaufnahme ver- Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der Leiter des Sozialen Amtes in der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Axmann, der Leiter des Jugendamtes der DAF. und des Sachreferates Jugend im Berufsgruppenamt, Gebietsführer Langer, Professor Dr. Carl Lüer, der Leiter der Reichsgruppe Handel, stellv. Leiter der Reichswirtschaftskammer, August Haid, der Leiter des Berufsgruppenamtes der DAF., Dr. Franz Hayler, der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. von Renteln, der Stabsleiter der DAF., Reichsamtsleiter der R S. - H a g o , Ministerialdirektor Reichard, der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Ernst Otto Lehmann, der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel, Hermann M. Lorz, der Reichsfachgruppenleiter in der R e i ch s k a m m e r der bildenden Künste und Paul Freudemann, Präsident der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels haben folgenden Aufruf erlassen: Wir rufen hiermit alle im Einzelhandel tätigen jungen deutschen Kaufleute zum Großen Wettbewerb über Schaufen st e r d e k o r a t i o n in der Zeit vom 17. bis 24. Februar 1935 auf. Der Schaufensterwettbewerb gelangt als Teilaufgabe innerhalb des 2. Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend zur Durchführung. Als junge Kaufleute im Einzelhandel steht Ihr an besonders wichtigem Platz in der Wirtschaft! Der Einzelhandel ist mit seinen vielseitigen Aufgaben Treuhänder zwischen Erzeuger und Verbraucher. Was der deutsche Bauer anbaut, was 2. Nicht minder setzen die Bestrebungen waltungen, in der Wirtschaft usw. ein, »risch afts posten und ähnliche Dinge heute schon listenmäßig zu verteilen. Das obige Verfahren wird in entsprechender Weise auf diese Kategorie von Menschen ebenfalls angewandt. Konjunkturritter, aus welchen Beweggründen sie ihr übles Handwerk auch treiben mögen, ob aus reaktionärer Veranlagung oder aus persönlichem Egoismus, waren schon immer die übel st en Erscheinungen im Staats- und Wirtschaftsleben. Ich hoffe, daß dieser erste Hinweis genügt, um sonst noch Uebereifrige vor Schaden zu bewahren. chef Lutze. Ein Choral leitete die Weihestunde ein. Dann erklang das Lied vom guten Kameraden, während die Fahnen und Feldzeichen sich zum Gruß senkten. Stabschef Lutze hielt eine Ansprache, in der er der Blutopfer der nationalsozialistischen Bewegung gedachte. Diese Opfer dürften nicht vergebens gebracht sein. „Wir, die wir heute abend an. dieser heiligen Stätte stehen, schwören den gefallenen Kameraden: Wir werden so wie Ihr die Treue bewahren bis zum Tode, und wir werden immer SA. - Männer sein nicht nur in schönen Stunden, sondern — dafür soll uns gerade der heutige Abend Symbol sein — auch wenn man d i e schwerste Stunde von.uns fordert. Als äußeres Zeichen trägt von nun an die Standarte Char- lottenburg den Namen Standarte Mat- ko w s k i." Stabschef Lutze schloß mit dem Gelöbnis, dem Führer zu Helsen auch jetzt in der Zeit des Aufbaues. Nach der Ansprache Lutzes wurde das Horst- Wessel-Lied gespielt, das von der tausendköpfigen Menge in den Straßen mitgesungen wurde. Reichsminister Dr. Goebbels führte dann u. a. aus: Wir tun gut daran, uns in der Pflicht des Alltages dieser Männer, die von uns gegangen sind, zu erinnern und ihr Opfer auch im Stellungskampf heilig zu halten. Wir könnten es vor der Geschichte nicht verantworten, daß wir einen Schritt zurückwichen vor dem Ziel, als wir einmal Opfer forderten für eine Sache, für die wir nicht selbst bereit wären, uns selbst hinzugeben. Noch stehen mißgünstige Gegner uns gegenüber, noch ist trotz härtester Anstrengungen nicht alle Not gebannt, noch liegen im Lande die Probleme zu Häuf, die darauf warten, daß wir sie lösen. Wir haben keinen Grund zu feiern, aber Grund zu arbeiten. Hocherhobenen Hauptes, so schloß Dr. Goebbels, dürfen wir vor den Richterstuhl der Geschichte hintreten. Das Ganze des Landes haben wir in unsere Hand genommen, und wir geloben es feierlich: Wir werden es nicht lassen, bis diese Hand kraftlos im Tode geworden ist. Mutig und aufrecht beginnen wir den Marsch in das dritte Jahr unseres Aufbaues und unseres revolutionären Umbruches, eingedenk der verpflichtenden Worte: Ueber die Gräber vorwärts!" Das von den Mustkzügen gespielte Deutschlandlied beendete die Weihestunde. weigert. Das gleiche Verfahren gilt für alle Zukunft. Ich bitte die gesamte Organisation der Deutschen Front, mir die Unterlagen zu verschaffen, damit von vornherein diese Nationalsozialisten unmöglich werden kann. Mandschukuo gegen die Mongolei Japanisch-mandschurische Truppen griffen nördlich v o m B ö r s e e Streitkräfte der äußeren Mon- golei an. Sie führten drei Angriffe durch, denen die Mongolen zwei Stunden lang standhielten Da jedoch ihre Verluste sehr schwer waren, zogen sich die Mongolen zurück. Die vereinigten japani ch- mandschurlschen Truppen besetzten daraufhin Khalkamiao. Chinesischen Kreisen kam das erneute Vorgehen der japanischen Militärs nicht unerwartet. Gegen Konjunkturritter und Postenjäger. Neustadt a.d.H., 29. Jan. (DNB.) Der Saar- b e o o l l m ä ch t l g t e des Reichskanzlers, Gauleiter Burckel, erläßt folgenden Aufruf: 1. Eine Reihe von Leuten im Saargebiet hält die Zeit für gekommen, sich bei mir schriftlich oder nn Saargebiet selbst persönlich als den kommenden Mann für diesen oder jenen Po st en anzumelden. Diesem Treiben habe ich einige zugesehen, und zwar mit der ausschließlichen Absicht, diese Leute kennenzulernen. Ich teile mit. muß, auch ersetzt, nichts weiter. Er scheut in der Ablösung nicht einmal bei so heiklen Abteilungen wie dem Finanzwesen zurück, er kennt keine Furcht. Und das Volk nimmt alle Aenderungen gelassen hin in dem Gefühl, Mussolini will es, also wird es schon richtig sein. Von den abtretenden Staatsdienern braucht selten einer zu fürchten, daß er nun endgültig in der Versenkung verschwinde. Das würde ja nicht dem Sinn einer Wacheablösung entsprechen. Der junge Journalist, der frühere Korporationsminister B o t - tai, tritt zum Beispiel jetzt an die Stelle des Gouverneurs von Rom, die bisher Fürst Boncompagni-Ludovisi bekleidete, und damit ist er dem Herzen des Duce wieder so nahe wie das Kapitol dem Palazzo Venezia. Es liegt ein tiefer Sinn in dem Cambio della guardia. Japanischer Vorstoh in der Mongolei. Schanghai, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) -wahrend in den japanisch-chinesischen Reibungen mindestens vorübergehend Ruhe eingetreten ist, be- ein japanischer Vorstoß auf einem anderen Schauplatz, nämlich an der Westgrenze von Aufruf zum Schaufensterwettbewerb der jungen Kaufleute. Zweiter Reichsberufsrvettkampf der deutschen Jugend. deutsches Handwerk an Wertarbeit schafft, was deutsche Industrie erzeugt, wird durch den Unternehmungsgeist des Kaufmanns gefordert und so geleitet, daß alle Volksgenossen daran teilhaben. Deshalb muß sich der deutsche Einzelhandelskaufmann der volkswirtschaftlichen Auswirkung seiner Arbeit bewußt sein! Er hat die große Aufgabe, den arbeitschafsenden Wert des Kaufens und d a s Verständnis für deutsche Qualitätserzeugnisse in das Volk hineinzutra- gen. Die Beeinflussung des Käufers beainnt bei der Ausstellung im Schaufen f£e r ! Des- palb ist das Schaufenster eines der wichtigsten Kampfmittel bei der Verkaufswerbung. Sehr häufig gibt es dem Käufer erst den eigentlichen Anlaß zum Vttreten des Geschäfts. Kundenwerbung durch das Schaufenster wird daher zur Lebensnotwendigkeit rarj!cn Einzelhändler. Das Schaufenster ist das Gesicht und der Spiegel seines Geschäftes. Aus diesem Grunde muß der Kaufmann im Einzelhandel öie Kunst des Dekorierens beherrschen. Schon früh hat er sich mit dieser Werbekunst zu befassen. Unser Schaufensterwettbewerb gibt Euch Gelegenheit, Euer Können auf diesem Gebiete zu zeigen. Dabei muß es Euer Bestreben sein, auch hier nationalsozialistischem Wollen Ausdruck zu verschaffen. Die vom Werberat der deutschen Wirtschaft ausgesprochenen Grundsätze einer in Gesinnung und Ausdruck deutschen, geschmackvollen Ausstellungsweise müssen in die Tat umgesetzt werden. Jeder einzelne von Euch ist zur Beteiligung aufgerufen und soll seinen Mut und seinen Willen zum Leistungswettstreit unter Beweis stellen. Heil Hitler! SreugeWffe für ben Mm. Der Reichsbischof sagt in einem Aufruf u a • Zum zweitenmal feiern wir die Wiederkehr jenes denkwürdigen Tages, an dem der greise Generalfeldmarschall und Reichspräsident unseren Führer und Kanzler in die entscheidende Leituna unteres Vaterlandes berief. Wir alle sind die Zeuc^n der unsere ganze Gegenwart erfüllenden Entwicklung wie sich em großes Volk zurückfindet zu sich selbst und zu seiner fchopsungsmäßiben Bestimmung. Als evangelische Christen stehen wir mitten in dem Geschehen unseres Volkes unb tränen unfern Aufbauwillen für Dienst und Hinaabe Opferbereitschaft und Selbstverleugnung als Ver.' antwortung vor Gott. Deshalb rufe ich meinen xD2n?-e l$ern Volksgenossen in allen Gemeinden zu^ fie diesem Gedenktag der neuen deutschen Geschichte dadurch die innere Weihe geben, daß sie Berlin huldigt -em Führer. Am Tage der nationalen Erhebung in der Neichshauptstadt. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Am zweiten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution zeigt die Reichshauptstadt wie an allen Tagen der nationalen Freude reichen Flaggenschmuck. Behörden, Privathäuser und Fahrzeuge haben geflaggt. Eingeleitet wurde der Jahrestag mit Gotte s d i e n ft e n in allen evangelischen und katholischen Kirchen, in denen Gottes Segen für das Wirken und Schaffen des Führers herabgefleht wurde. Der Schulunterricht wurde in den meisten Berliner Schulen mit einer feierlichen Flaggenhiffung begonnen. In einer gemeinsamen Feier wurde auf die Bedeutung des 30. Januar für das deutsche Volk hingewiesen. Auch an den Hochschulen fanden Feiern statt, die mit dem Gedenken an den Tag der Gründung des Reiches im Jahre 1871 verbunden waren. Betriebsführer und Gefolgschaften versammelten sich zu Betriebsappellen. Von amtlichen Feiern wurde abgesehen. Dafür hatte das Winter- hslsswerk Spenden im Werte von 23 Millionen Mark zusätzlich zur normalen Leistung des Winterhilfswerkes zur Verteilung gebracht. Wahrhaft ein großer Tag der sozialen Tat! Vor der Reichskanzlei am Wilhelmsplatz ammelten sich immer neue Scharen von Volksgenossen an, die sich auch durch das wenig angenehme Wetter nicht abhalten ließen, dem Führer ihre Huldigungen darzubringen. Auf die immer wieder- holten Rufe der Menge erschien der Führer, reudig begrüßt, am Fenster und dankte. Hitler- Mädchen mit Blumen in der Hand hatten das Glück, dem Führer persönlich ihre Glückwünsche aussprechen zu können. Der Führer mußte ich immer wieder am Fenster zeigen, da den ganzen Tag über trotz der strengen Kälte und des Schneetreibens Hunderte und Tausende auf dem Wilhelmsplatz sich sammelten und immer wieder nach dem Führer verlangten. Abends besuchte der Führer die „Meistersinger"-Vorstellung in der Berliner Staatsoper mit Clemens Kraus. Reichsmimster Rust an die Erzieher. Die dem vormussolinischen Italien so vertraute Kabinettskrisis ist dem jüngeren Italien schon zu einem Fremdwort und dem jüngsten zu einer fremden Erscheinung geworden. Es gibt kein Kabinett mehr im demokratischen Sinne, es gibt keine Krisis mehr. Auf einen Wink des Duce treten die Minister an und ab, sie sind wieder, was ihr Name besagt: Diener, freilich Diener des Staates und der faschistischen Revolution, sie sind einfache Soldaten, die zu einer Leistung aufgerufen werden und nach ihrer Durchführung wieder zurücktreten in Reih und Glied. Mussolini will das Bild sogar noch mehr vereinfacht haben: er spricht nur von einer Ablösung der Wache, dem cambio della guardia, und unter diesem Stichwort erfährt denn auch eines Morgens das Volk die Neuerung. Nichts von Aufregung und Krisenmacherei, keine unterirdischen Wühlereien und Korridorintrigen, kein Parteiengezänk und Zeitungskampf, keine umtobten Rednerkanzeln, keine Vertrauensfragen und Mißtrauensanträge, keine Worte. Nur ein einziges Wort des Führers: Ablösung vor! Die völlige Reibungslosigkeit, mit der sich so ein Mimsterwechsel vollzieht, die Plötzlichkeit, mit der er da ist, überraschend selbst für die Betroffenen, die nicht selten irgendwo im hohen Norden oder tiefen Süden der römische Befehl erreicht, der auch ein Ernennungs- oder Verbannungsedikt fein kann, dieser geräuschlose Organismus, dieser so unsüdliche Verzicht auf grelle Kulissen und Theaterdonner macht auf den fremden Beobachter einen tiefen Eindruck. Was könnte auch den Zeitungswechsel, den grundändernden Umsturz in Italien deutlicher machen? Auch der Unwilligste muß an einem solchen Tage merken, wie unerschütterlich das faschistische System eingewurzelt und — wie beispiellos die Macht des römischen Staatslenkers ist. Noch niemals seit der Entstehung Roms hat ein Herrscher eine derart unumschränkte Gewalt in seiner Hand gehabt und so weise davon Gebrauch gemacht. Keiner war so wenig auf gefährliche Freundschaften angewiesen, keiner brauchte sich so wenig vor der Laune der Massen zu fürchten. Mussolini selber machte vor einigen Tagen den Anfang zum Kabinettswechsel, indem er mit Rücksicht auf die Ereignisse in Afrika das Kolonialministerium übernahm. Er ist nun Ministerpräsident und außerdem siebenfacher M i n i ft e r : Minister für Aeußeres, Inneres, Krieg, Marine, Luftschiffahrt, Korporationen und Kolonien. Wie er an acht Schreibtischen zugleich arbeiten kann, scheint nahezu ein Rätsel, da er ja daneben noch allekhand in der Partei und Miliz zu erledigen hat. Im Gymnasium haben wir uns an Casar begeistert, weil er angeblich vier verschiedene Briefe zu gleicher Zeit diktieren konnte (wahrend heute schon so mancher unbekannte Zeitungsmann fünf Artikel gleichzeitig unter die Feder nehmen muß); vom Duce weiß man, daß er trotzdem noch Muße findet, zahllose Besucher zu empfangen, Geige zu spielen und seine Abende zu Hause zu verbringen. Nicht die Machtausübung ist das Größere an ihm, sondern das A r b e i t s g e n i e. Er braucht durchaus keinen zwanzigstündigen Arbeitstag,-um fein Pensum zu erledigen. Sechs Minister umgeben ihn jetzt nur noch, die für die Finanzen, die Justiz, die öffentlichen Arbeiten, die Landwirtschaft, die Erziehung und den Verkehr, also sozusagen die unpolitischen. Darunter sind bekanntere und unbekanntere Namen. Der neue Fmanzminister, Thaon de Revel, stammt aus dem Hause des zum „Herzog des Meeres" ernannten Knegsadmirals, der neue Verkehrsminister Benni war früher Fabrikarbeiter. Der Landwirtschafts- wlmster R o s s o n i ist ein alter Syndikalist, wie auch Razza, der Mann für die öffentlichen Arbeiten. Solmi, der die Justiz übernimmt, ist feinem Fach treu geblieben, hingegen hat der alte Haudegen De A e c ch i wieder einmal gründlich den Beruf gewechselt. Fast alle aber waren Journalisten oder Publizisten. Sehen wir uns einmal an dem Beispiel D e 4jecd)is den Werdegang eines mussolinischen Mit- arbetters an. Vor zehn oder elf Jahren ließ er sich «h der ausländischen Pressevertreter von den Karikaturisten noch gutmütig aufs Korn nehmen, sein kolossaler Schnauzbart, der kaum bei Pilsudski seinesgleichen hat, reizte dazu. Als einer der Qua- ö rum Dirn des Marsches auf Rom konnte er uns dabei aufregende Dinge erzählen. Von einem Unterftaatsfefretär in der Pensionsverwaltung geht er zu den Finanzen über, dann wird er — wie nad) ihm die anderen Ouadrumvirn De Bono und Valbo — auch „in die Wüste geschickt", wie böse Zungen tuscheln, in Wirklichkeit aber als Gou- v e r neur nach Somaliland, das heute so viel von sich reden macht und nächstens sogar recht aktuell zu werden verspricht. Kurz vorher noch Generalkommandant der Miliz, denkt er an . Verwendung der Schwarzhemden in den Kolo- malkampfen, besetzt Obbia und Migiurtini, ist aber em paar Monate später i m r ö m i's ch e n S e n a t. L. rauf erhält er den Titel eines Grafen von Val Cismon. Er wird Staatsmini ft er und nach den Lateranverträgen italienischer Botschafter am Vatikan. Ja, das.gibt es. Dbroobl nur em Teilchen von Rom, ein winziger §»nl^M-lprr-er italienischen Reich, gegen den die Jicpublif San Marino ein Kontinent scheint, glaubt es Die Vatikanstadt ihrer souveränen Würde schuldig zu sein, drüben im „Ausland" eine eigene Botschaft 3u unter halten, em richtiges Palais mit allem Drum ^Pnff7ran'k^an Zwar gegenseitig in die hnH Cr*ab^r roam sich wachen, Italien muß halt auch einen Botschafter „entsenden". Daß sich unh nQt k!"r bi^cr Welt erstarrter Formen und steifer Etikette besonders behaglich gefühlt hätte nimmt1 P^hnrh1^3U glauben. Jedenfalls t bQxb Ä h'sionfchen Studien seine Zuflucht, ?^dLetter der Nationalgesellschaft für die Geschichte l 9lmen!f°/ £reift Zur Feder, gibt eine Zeit- 'Kommissär im Staatsarchiv und , roirö von der philosophischen Fakultät der Univer- - fitat Turm mit einem freien Lehrauftrag geehrt. < Und nun also Erziehungsmini st er. 9frhp?£S einwenden daß es nicht gut sein könne, ] arbeitsfrafte zu wechseln, kaum daß sie richtig im Geschirr sind, andrerseits gewinnt jedoch Mussolini ' auf b.efe Weise -in burchge spielte- In- ] ftrument, von dem er weiß, daß jede Taste den Ton gibt, den er haben will. Und darin liegt das , Geheimnis seiner erfolgreichen Herrschaft. Es wird ihm so leicht keiner „zu groß", es tanzt keiner außer b er Reihe. Die Nebenkräfte können J1.?.;, Eigenherrschaft ausreifen, bevor der kritische Augenblick eintreten könnte, drückt der Duce ! mit sicherem Blick, häufiger mit natürlichem Instinkt i auf den Knopf, und in der großen Maschinerie wird c nur ein Rädchen umgeschaltet oder, wenn es fein < Rächtliche Weihestunde. Berlin, 31. Jan. (DNB.) In der Mai- kowfkistraße in Charlottenburg, wo vor zwei Jahren zwei Minuten nach Mitternacht Sturrn- ührer Eberhard Maikowski und Oder- wachtmeister Zauritz fielen, fand heute Nacht eine Weihe st unde statt. Die Gedenktafeln an dem Hause, vor dem Maikowski und Zauritz von Kommunisten erschossen wurden, waren mit frischem Grün geschmückt. Aus großen Opferschalen loderten Flammen empor. Die Fahne des Sturms 33 und eine Polizeifahne mit der Inschrift „Zauritz" hatten davor Ausstellung genommen. Nachdem die Ehrenformationen der SA., SS., Polizei und der politischen Organisationen herangerückt waren, erschienen kurz vor Mitternacht der Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels und Stabs- Berlin, 30. Jan. (DNB.) Reichserziehungsminister Rust wendet sich mit einem Aufruf an bie deutschen Erzieher, in dem es u. a. heißt: ."Seit zweieinhalb Jahrtausend sind mit ganz wenigen Ausnahmen sämtliche Revolutionen gescheitert, weil ihre Führer nicht erkannt haben, daß das Wesentliche der Revolutionen nicht die Machtübernahme, sondern die Erziehung des Menschen ist". Mit diesen Worten aus dem Sommer 1933 hat der Führer seiner siegreichen Gefolgschaft nach der Erringung der Macht die Befehle für den weiteren Vormarsch gegeben. Nun hat Hitler wahrlich die Macht Die lebende Generation gehört ihm. Eine unermeß- liche Predigt- und Erziehungsarbeit hat Knaben, Manner und Greise gleichzeitig erfaßt em ganzes Volk ist durch die NSDAP, und ihre Arbeitsformationen indieSchulegenommen worden. Die nationalsozialistische Bewegung trägt in sich das Erbgut ungezählter Geschlechter/ Aber ziau' 4«lf: d) ‘"f in bet er. u.a- jenf nerw' g. Äls W tragen flet' leinen en z^ n Se' »B P ■ < IN ■ Viktor Lutze Er den riums beauftragt. Beileid aus. Heil Hitler! zu dem Hinscheiden des Hitler-Jungen Horst Marschwinski, spreche ich Ihnen und der gesamten Hitler-Jugend im Namen der <52L und in meinem Namen mein tiefempfundenes Das Reichsstatthaltergesetz darf zunächst als ein Uebergangsgesetz gelten, denn es ändert nichts an dem bi sherigen Z u ft a n d e i n Preußen, wo der Reichskanzler selbst R e i ch s st a 11 h a l t e r ist, diese Aufgabe aber an den preußischen Ministerpräsidenten delegiert hat. Die Neuordnung des preußischen Staatsgebiets in Das Wiesbadener Adolf-Hitler-Haus der HL. Gauleiter Sprenger vollzieht die Weihe. LPD. Wiesbaden, 30. Jan. Heute weihte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger das auf der Höhe der Herbert-Norkus-Straße liegende und weit über die Stadt ragende Gebietshaus auf den Na- Z. Z. Garmisch, den 26. Januar 1935. Lieber Pg. Schirach! Zu dem schweren Unglückssall, der die Berliner Hitler-Jugend getroffen hat, insbesondere die Nachforschungen hätten sich lediglich aus Vermutungen und Gerüchte gestutzt, auch von der Abhaltung geheimer Versammlungen der Neumann-Partei sei nichts zu merken gewesen. Der Ches der Reichskanzlei Staatssekretär r Lammers, Führer der „Gemeinschaft studentischer Verbände". Oos Reichsstatthaltergefetz. Die Schaffung einer Rcichsmittelinstanz. Englands Deranlworlung für die Organisierung des Friedens. Eine Verständigungsgrundlage für London erzielt? Ein englischer Staatsmann beim Führer. Sein Eindruck: „Deutschland will keinen ^Hierauf fiel die Hülle und gab die Inschrift ,Adolf-Hitler-Haus" frei. Unter den Klangen des Flaggenliedes der HI. stiegen die Fahnen der HI. und des Jungvolks an den Masten hoch. Em Vorbeimarsch vor dem Reichsstatthalter beendete bie Kundgebung. „ Das Beileid der SA. zum Tode des Hiller-Jungen rNarschwinski. Zum Tode des in Berlin tödlich verunglückten Hitterjungen Horst Marschwinski richtete der Chef des Stabes der SA. folgendes Schreiben an Reichsjugendführer: B e r l i n , 30. Jan. (DRB.) Der F ü h r e r u n d Reichskanzler empfing heute den beurlaubten Reichswirtschaftsminister und preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Schmitt Dr. Schmitt sprach die Bitte aus, mit Rücksicht auf seine immer noch nicht wiederherge- st e l l t e G e s u n d h e i t aus seinen Aemtern entlassen zu werden. Zu seinem aufrichtigen Bedauern sah sich der Führer und Reichskanzler veranlaßt, dieser Bitte st a 11 z u g e b e n. sprach dem Minister für seine sachkundige, uneigennützige und aufopfernde Mitarbeit am Wiederaufbau des Reiches seinen Dan t aus. Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt versicherte dem Führer die Bereitwilligkeit, nach ferner völligen Wiederherstellung jeberaeit feine Straft und seine Erfahrungen auch weiterhin in den Dienst des Reiches zu stellen und ihm zugedachte Aufgaben zu übernehmen. Der Präsident des Reichsbankdirektormms, Dr. Schacht, wurde vom Führer und Reichskanzler erneut mit der weiteren Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsm i nist e r s und auf Vorschlag des preußischen Minister- Präsidenten auch mit der weiteren Führung der Geschäfte des preußischen Ministers sur Wirtschast und Arbeit beauftragt. Der rurückaetretene Reichswirtschaftsmmister Schmitt ist 1886 in Heidelberg geborem Er pr°m°. eierte tum Dr. jur. und Uetz sich 'n München als Rechtsanwalt nieder. Als solcher trat er m bw TOund)-. ner ^mtiqnieberlalfunq des Allianz-Konzerns em und begann seine Tätigkeit als SchadenreguUe- rungsbeamter in der Unsall-Hastpsiicht-Branche. Be> Ausbruch des Krieges ruckte er als Referve- ossizier beim Bayer. Leib-Ins.-Regt m da- Feld- wurde schwer verwundet und deshalb dienstent lassen. Zu feiner Gesellschaft -uruckge hrt, mnröe er 1916 zur Geschäftsleitung nach Berlin ver etzl und am 2. 5. 1921 Generaldirektor seiner Gesell- schäft. Unter seiner Führung hat sich der LlUlanz- Konzern von einer mittleren deutschen Dersich rungsgesellschaft zu einem Versicherungskonze Weltgeltung entwickelt. Schmitts.schnelles Eingreifen für die Verbindlichkeiten der m Schwierigkeiten geratenen Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- AG. wurde allgemein bewundert. Mit Rücksicht s das gefährdete Vertrauen von Publikum und ' schäft zum deutschen Versicherungsgewerbe garantierte er die eingegangenen Versicherungsverpstuy- tungen des Frankfurter Konzerns. Schon fett jay- ren gehörte Schmitt zu dem Kreise der von Ad i Hitler für die Leitung der NSDAP, herungezog- nen Sachverständigen. Nach dem Rücktritt Dr. y - genbergs wurde Schmitt als sein Nachfolger 1» zum Reichswirtschaftsminister ernannt. Seme wir schaftspolitische Aufbauarbeit im Dienste des nationalsozialistischen Staates wurde Ende Jun 19o durch eine schwere Erkrankung jäh unterbrochen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wurde wenig spater mit der Führung des Reichswirtschaftsminifte- Krieq". Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Marqueh of Lo'thian, Vertreter der Liberalen Parte, im britischen Oberhaus, der in Berlin an einer Tagung der deutschen Rhodes Scholars teilnahm, wurde vom Führer und Reichskanzler empfang e n. Er hatte auch Gelegenheit, mit dem Stellvertreter des Führers General von Blomberg, dem Reichsaußenmimster Freiherrn von Neurath sowie dem Beauftragten für Rüstungsfragen von Ribbentrop non 1916 bls 1921 intim. Mitarbeiter des damaligen Premierministers Lloyd George. Er gründete 1910 die berühmt gewordene englische Zeitschrift „Round Table", die sich mit den großen politischen Aufgaben des britischen Weltreiches befaßt und in den maßgebenden Kreisen Londons in außenpolitischen Fragen als richtunggebend angesehen wird. Bei Bildung ber nationalen Regierung 1931 wurde er in das Kabinett berufen, wo er sich bis 1934 mit den Problemen der Dominions und insbesondere Indiens befaßte. Lord Lothian ist bekannt als Anhänger einer engen Zusammenarbeit Englands mit den Vereinigten Staaten und steht dem weltpolitischen Gedanken von Cecil Rhodes nahe. Lord Lothian faßte in einer Unterhaltung mit einem Reuter-Vertreter feine Eindrücke von feinem Besuch im neuen Deutschland in den Satz zusammen: „Deutschland konsolidiert sich nach der Revolution. Es will bestimmt keinen Krieg." Die „Times" veröffentlicht einen Aufsatz Lord Lothian's, in dem er u. a. sagt: Nach seinen langen Unterredungen mit Hitler und führenden Mitgliedern der nationalsozialistischen Partei sowie mit den leitenden Männern des Auswärtigen Amtes und der Reichswehr glaube er, daß b i e A us f ichten für ben Frieben viel besser feien als viele Leute glaubten, wenn nur bie br,tis ch e Regierung bie Lage mit Festigkeit be- h a n b e l n würbe. Der Nationalsozialismus fei u. a. eine Bewegung persönlicher unb na» tionaler Selbstachtung. Er sei zürn großen Teil ins Leben getreten, um der Erniedrigung Deutschlanbs ein Ende zu machen. Deutschland rüste in vertragswidriger Weise arst und Frankreich suche ein Gegengewicht durch neue eigene Rü st ungen u n d d ur d) m 111- tärische Bündnisse zu schaffen. Die daraus drohende Gefahr sei viel großer als 1914 denn infolge der Entwicklung der Lu f t w affe würden die Staatsleiter genötigt fein, ihre Entscheidungen nicht mehr wie früher binuen eimger Tage, sondern binnen einige r M * ut e n zu treffen, falls sie nicht ihre eigenen Hauptstädte verwüstet sehen wollten. , Lord Lothian vertritt die tteberzeugung, daß Deutschland nur ein Heer haben wolle, das groß herzliche Fürbitte tun für unseren Führer und Kanzler unb für unser Volk unb Vaterland. Der Kyffhauser-Bundesführer Oberst a. D. Reinhard richtete an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Zum 2. Jahrestag der nationalsozialistischen Erhebung entbiete ich dem Führer und Reichskanzler den Dank der alten Soldaten des Kyffhäuserbundes. In unentwegter Arbeit für das Volk der soldatischen Gesinnung, dem Sie, mein Führer, aus bem Verrnächt - nis der Front das Dritte Reich schufen, stehen wir ein für das Deutschland der Ehre unb bes Friebens." Der Leiter des Hauptamtes für Beamte der Reichsleitung und Reichswalter des Reichsbundes der deutschen Beamten Hermann Neef richtete an ben Führer unb Reichskanzler ein Telegramm, in bem es u. a. heißt: Die beutsche Beamtenschaft empfinbet es als eine herrliche Fügung bes Schicksals, zur lebenden Generation zu gehören, der das Glück zuteil wird, an dem gewaltigen Werk des Aufbaues des nationalsozialistischen Deutschlands mitzuarbeiten. Sie gelobt in dieser Stunde erneut unwandelbare Treue und Gehorsam bis in ben Tod. Möge ber Segen bes Höchsten, ber auf Ihrem Werk, mein Führer, in den vergangenen Jahren so sichtbar ruhte und am 13. Januar b. I. das abgetrennte beutsche Saarland in Ihre Obhut gab, Sie auch fernerhin durch alle Zukunft begleiten. Heil dem Führer! * In einer Festsitzung der Saarbr ück er Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, die Hauptverkehrsstraße von Saarbrücken, die Bahnhof st raße, in Abolf-Hitler- Straße und. den bisherigen Landwehrplatz in Horst-Wessel-Platz um 3 u.b e n e n n c n. Andere Umbenennungen sollen einer späteren Sitzung vorbehalten bleiben. ,* Der Hessische ® t a a t s m i n i ft e r hat folgendes Telegramm an den Führer gerichtet: „Zum zweiten Jahrestage der Uebernahme der Reichsregierung entbietet bie h e s s i s ch e L a n - besregierung bie herzlichsten Glückwünsche unb bas Gelöbnis unroanbelbarer Treue. Gez. Jung, Hessischer Staatsminister." Reichswirtschastsminifier Nr Schmitt zurückgetreten. Reichtzbankpräftdent Dr. Schacht erneut beauftragt. ßonbon, 31. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" befaßt sich mit der in ben Pariser Besprechungen zwischen bem britischen Botschafter unb bem Außenministerium am Mittwoch erzielten (Einigungsformel, deren Inhalt offiziell nicht bekanntgegeben wurde. Der wesentliche Inhalt sei folgender: 1. Der Teil des kürzlich in Rom unterzeichneten französisch-italienischen Protokolls. in dem ein einseitiges Vorgehen Deutschlands hinsichtlich der Rüstungen für unzulässig erklärt wird, findet dievolleUnterftühungGroh- br i < a n n i e n s. 2. Die Notwendigkeit derpraktifchenver- wirklichung des Gleichderechti- gungsgrundsahes, der in der Erklärung der fünf Regierungen vom 11. Dezember 1932 über Gleichberechtigung und Sicherheit enthalten ist, wird bekräftigt. 3. Als Lösung wird vorgeschlagen, daß gewisse Bestimmungen des TeilesV des Friedensvertrages durch eine gemeinsame Erklärung außer Kraft gesetzt werden, vorausgesetzt, daß in Genf eine allgemeine Abrüstungs- Vereinbarung zustandekommt, die Ausführungsbürgschaften einschließt. 4. Es wird ein allgemeiner europäi- scher Friedenspakt vorgeschlagen, der diebestehenden regionalen Pakte einbezieht. Deutschland müsse .nach Genf zurückkehren, um von den Vertragsbeschränkungen entbunden zu werden. Die in Dublin geführten Besprechungen Zwischen ber beutschen Regierung unb ber Regierung bes irischen Freistaat es haben zu Vereinbarungen über eine Forberung bes gegenseitigen Warenverkehrs geführt. Dabei ist besonders ben Interessen Deutschlanbs an ber Ausfuhr von Jnbustrieerzeug- nisten unb ben irischen Interessen an ber Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse Rechnung getragen worben. * Der Führer der Partei ber unabhängigen Klein» lanbwirte, Tibor von Eckhardt, legte lne bisherige Vertretung Ungarns beim Völkerbund nieber unb ersuchte ben Ministerpräsibenten, bie zwischen ihm unb Gömbos zuftanbegekommens Einigung in ber Frage bes Wahlrechts als gegenstandslos zu betrachten. Die Partei der Der Senat hat die Vorlage über ben Beit r t t t der Vereinigten Staaten zum Stan- digenJnternationalenGerichtshofim Haag n i ch t r a t i f i z i e r t. Für bie Vorlage ftimm» ton 52 Senatoren, gegen sie 36. Da für eine Ratt» fizierung die Zweidrtttel-Mehrheit erforderlich ist, gilt sie als abgelebt. „Times" äußert große Unruhe über „Anzeichen von Zynismus und Pessimismus, die sich in ben letzten Tagen in Paris bemerkbar machten" unb roenbet sich gegen bie Unglückspropheten unb Obstruktionspolitiker in allen ßänbern, bie bie größte Gefahr für ben europäischen Frieben seien. Die brei britischen Unterhänbler, Macbonalb, Simon unb Balbwin, brächten als Führer von brei in ber nationalen Regierung vereinten Parteien ben einheitlichen Wunsch ber britischen Oef entlichkeit zum Ausbruck, bie feit vielen Jahren geführten Abrüstungsverhanblun- g e n zu einem Abschluß gebracht zu sehen. An bieten Bemühungen mochten sich natürlich andere Länder unb vor allem Deutschlanb beteiligen. Aber bie unmittelbare Aufgabe ber fünf Staatsmänner sei, zwischen Großbritannien und Frankreich eine Versöhnung der b e u t- chen Gleichberechtigungsforderung mit der französischen S 1 ch e r h e 115 - forberung zustanbe zu bringen. Frankreich be- larre barauf, baß bie Sicherheit entroeber m einer gesamteuropäischen Lösung ober in einem Bündnissystem bestehen müsse. Es erwarte vor allem, bah Großbritannien sich an einem K o l le ktiv- system beteilige unb baburch ein U e b e r = gewicht an Macht gegenüber bem Angreifer sicherstelle. Falls es von Großbritannien die Uebernahme einer aktiven Verantwortlichkeit nicht erhalten könne, bann werbe es so gut wie sicher zu bem System ber Bünbniffe zurückkehren. Die britische Diplomatie werbe ehrlich ihr äußerstes tun, um eine Lösung zu finden Der Artikel 2 bes Locarnovertrages enthalte vielleicht ebensosehr die Darstellung einer einfachen Wahrheit wie eine feierliche Verpflichtung. Großbritanniens Aufgabe sei es, bie von ihm bereits eingegangenen Verantwortlichkeiten zu erörtern unb neu zu bekräftigen. „Daily Telegraph" schreibt u. a., Flandin unb Laval werben mit Macbonalb unb Sir John Simon Zusammentreffen, getragen von bem Beimitzt- fein, daß eine Vereinbarung z w 1 s ch en ihnenjetztgesichert ist. Die Atmosphäre für biete wichtigen Besprechungen in ber europäischen Politik, bie währenb bes Wochenenbes wenig aussichtsvoll erschien, hat sich infolge ber Unterrebum gen des britischen Botschafters in Pans, Sir George Clerk mit bem französischen Außenminister ge- änbert. Sir George Clerks Besprechungen haben bazu beigetragen, gewisse auf Mihverstänbnisse be- ruhenbe französische Siebenten hinsichtlich ber Haltung Großbritanniens gegenüber ber beutschen Ausrüstung zu zerstreuen. Anscheinend war man in Paris des Glaubens, daß Großbritannien für bie Anerkennung ber beutschen Aufrüstung fein werbe, ohne babei bie Forberung nach einer neuen Rüstungsgrenze unb nach hinreichenben Sicherheitsgarantien aufrechtzuerhalten. Bwher hat i^ank- reich ben Stanbpunkt vertreten, baß Deutschlanb Sicherheitsgarantien burch den Bei- tritt zu neuen Pakten geben müsse, bevor die Frage seiner Rüstungen auch nur erörtert werben könnte. Großbritannien glaubt, daß biese Fragen. - y untrennbar sinb unb gleichzeitig erwogen Reichsgaue ist noch nicht erfolgt dafür «b^ haben unb geregelt werben sollten. Infolge ber letz- die Befugni se b er e 1 ch s tat t h a Iter ten Pariser Besprechungen ist es wahrscheinlich, daß in den einzelnen Landern jetzt «ne neue Laval sich der Ansicht der britischen Grundlage erfahren, die der Entwicklung der letzten Regierung anschließen wird. Die britische zwei Jahre Rechnung tragt. Die Reichsstatthalter *4 »nb°°"«nemn Ä/Ä ftTl KÄ jn ^,,oÄf»Äfüt bas Wrte »JÄVÄ’ta n3”'* i chkg Z'wa ü men entgegengesetzt sind. Es verlaute, die statthalter standen zwar unter der Dienstaufsicht des tetzten Beratungen^der britischen Minister hätten zu Reichsmimsters des Innern, aber unter keiner dem Beschluß geführt, daß Großbritannien k e i n e Fachaufsicht. Durch das neue Gesetz rmrd. diefer neu en Ver p f l i ch t ungen auf bem cxiro-A Zustanb daburch geanbert, daß letzt bie Reichsstatt. väUchen Festlanb eingehen könne. Es sei Halter zum Leiter ber Lanbesreg'.erung ein Kompromiß vorgeschlagen worben, wonach Groß- ernannt werden können, was bisher (außer: i britannien sich zu einer automatischen Teilnahme an Preußen) nicht möglich war. bilben m Zukunft eknem Locarnokrieg" verpflichten wollte. Die Mehr- zwischen der KrelSinstanz und der Ze^ralinst nz ^t^er Minister sei aber ba gegen gewesen, - die Reichs-Mittelinstanz. Dazu erhalten ^^5 Chronic 1 e" ist ber Meinung, daß bie bie Reichsstatthalter Verwaltungsbefugni se über die Haltung ber französischen Staatsmänner in Lon- Reichssonberbehorben, die in ^em Bezirk vorha do n ^be?o nder so 0 n einer Art Ultimatum d e r den sind (Finanzbehorden Arbeitsämter usw.). Kleinen Entente beeinflußt sein werde. Sie Wenn sie bie Leitung ber Lernbes^erung aus babe damit gebroht ihre Verbindung m i t üben, so geschieht es nicht nach dem Kollegialsystem, Frankreich zu Ösen und anderweitige sonbern nach bem Präsibialsystem Sie sind Le tt n ter stütz uäg zu suchen, falls nicht der Ab- ter, nicht Vorsitzender.ungefähr as m schluß eines^Ostpaktes ber Legalisierung der deut- Preußen ber Oberprasibent ist, ber feil15!”t9tehr das Amt bes Reichsstatthalters von feiner bisherigen politischen Aufgabe in biejemge ber V e r. waltung hinein. Im Reich besteht nach dem Erlaß bes Reichsstatthalter-Gesetzes und der deutschen Gemeindeordnung eine einheitliche I n- stanzvonobenbisunten, m Preußen sind die Dberpräfibenten mit den gleichen Befugnissen gegenüber den Reichsbehörden ausgestattet, wie der genug fei, um das deutsche B°tk und besonders ,hen I ^;4ff^‘»“‘te0Vbnnbuenn Nationalsozialismus gegen ben S 0 m m u n t s = © e m 1 n b e 0 r b n u n g , muszu oerteibigen, falls dieser jemals in ber Form £ge - ^tthaltergesetz und bie Einrichtung der wünsche und 2. seine besorgten Blicke mehr , nach Osten als nach Westen richte. I Kleine politische Nachrichten. Nachdem Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg in den letzten Monaten einige Wochen zur Erholung außerhalb Berlins weilte, wird nunmehr ber Chef ber Heeresleitung, General ber Artillerie, Fchr. v. Fritsch, im An- schluß an bie Heeres-Skimeisterschaften einen E r - holungsurlaub in ben bayerisch en Bergen verbringen, nach besten Beenbiguna bie Besichtigung einiger sübbeutscher Stanborte in Aussicht genommen ist. Der Leiter ber japanischen Delegation bei der ßonboner Flottenkonferenz, Vizeabmiral P a m a - moto, ber sich auf ber Durchreife nach Tokio in Berlin einige Stunben aufhielt, stattete bem Beauftragten ber Rechsregierung für Ab- 1 rüftunqsfragen, von Ribbentrop, einen Be- such ab; ebenso suchte er ben Chef ber Manne- leitung, Abmiral Raeder, auf. men bes Führers. Rach einer stimmungsvollen (Einleitung ber Weihestunbe burch Fanfarenstöße, Sprechchore und Liebervorträge der HI. und des Jungvolks erklärte Gebietsführer Kramer: Das neue Heim Jet äußerer Ausdruck für bas innere Wachstum des organischen Aufbaues ber HI., es mahne alles bas auszurotten, was ben Gegnern ber nationalsozialistischen Bewegung Vorschub leisten konnte. Mit dem Gelöbnis an den Führer, das Haus als Bollwerk d e r T r e u e zu fuhren, und> mit M e m e U ü n d e r - P r 0 z e ß erklärte ein dem Ausdruck des Dankes an den Jteichsftattbalter r Gautschen Grenzpolizei, daß über die 'schloß der Gebietsfuhrer. führtJ Waltung militärischer Hebungen ber Parteien Reichsstatthalter Gauleiter S p r enger führte f sestgeste111 werben konnte, bann aus, ber 30. Januar mahne bas deutsche e r r ni cy 1 r!,_ ... c Volk immer zum Dank an bie Vorsehung, baß sie ihm biesen Führer geschenkt habe. Alle müßten sich biefes Führers würbig erweisen unb ihm treue Gefolgschaft leisten. D u r ch da s Beispiel der Leistung mußten auch bie heran- qe.wqen werben, bie noch außerhalb ber HI. stehen. Gerabe auf bem Gebiete ber vorbilblichen Werbung hätten Gebietsführer Kramer unb seine Mitarbeiter Hervorragenbes geleistet. Die Weihe des Hauses werbe vollzogen im festen Versprechen, ben schöpferischen Gestaltungswillen des Führers weiterzu- i unabhängigen Kleinlandwirte wird ihre Haltung [ gegenüber der Regierung Gömbös davon abhängig machen, wie die Wahlrechtsoorlage der Regierung in ihrer endgültigen Form beschaffen sein wird. Der Entschluß Tibor von Eckhardts ist eine Folge der außerordentlich scharfen Angriffe der Regierungspartei gegen Tibor von Eckhardt. Der Schritt Tibor von Eckhardts bedeutet eine Verschärfung der innenpolitischen Lage Ungarns. ♦ Die indische Nationalversammlung hat nach zweitägiger Aussprache den englisch- indischen Handelsvertrag mit 66 gegen 58 Stimmen abgelehnt. Von sechs Todesurteilen, die der spani- schen Regierung zur Entscheidung vorgelegt worden sind, sind vier zurückgewiesen worden, während zwei Urteile voll st reckt werden. Hierbei handelt es sich um einen bei der Oktoberrevolution zu den Aufständischen desertierten Heeresangehörigen und einen P o l i z e i b e a m t e n, der ebenfalls auf Seiten der Revolutionäre kämpfte. Beide hatten sich schwerer Mordtaten schuldig gemacht. * Die Weiterführung der Citroen- Werke scheint gesichert zu sein. Ein Ausschuß von drei Sachverständigen, darunter der bekannte R.e i - fenfabrikant Michelin, übernimmt die Leitung. Zwölf Banken haben sich zusammenqetan, um dem Unternehmen einen ersten Vorschuß in Höhe von 50 Millionen Franken zur Verfügung zu stellen. Man rechnet mit der baldigen Wiedereinstellung sämtlicher Arbeiter. Sowietrußlands Außenhandel. Moskau, 30. Ian. (DNB.) Auf dem Sowjetkongreß gab Volkskommissar R o s e n g o l z ein Bild der sowjetrussischen Außenhandelsbeziehungen Die Sowjetunion sei infolge der Industrialisierung auf zahlreichen Gebieten von der Einfuhr unabhängig geworden und zu einem Teil schon selbst zur Ausfuhr von Industriewaren übergegangen. Zwar habe der Aufbau von 16 großen Eisenwerken in den letzten vier Jahren 154 Millionen Goldrubel an Einfuhr erfordert, aber in der gleichen Zeit sei die Produktion von Walzeisen von 4,6 auf 6,6 Millionen Tonnen angestiegen und der Anteil des eingeführten Walzeisens an dem jährlichen Verbrauch von 31 v. H. auf 3 v. H. herabgesunken. Im Handel mit den Vereinigten Staaten habe die Johnson-Bill, die die Kreditgewährung an säumige Schuldner verbiete, zur Folge gehabt, daß der sowjet-amerikanische Handel einen Tiefstand erreicht habe. Deutschland nannte Rosengolz einen Pionier in der Anbahnung der Handelsbeziehungen der Sowjetunion mit dem Auslande. Er sprach die Hoffnung aus, daß Deutschland auch weiterhin vorangehen werde in der Findung neuer, den gegenwärtigen Verhältnissen angepaßter Handelsformen. Die Sowjetunion werde in vielen Fällen zu Barzahlungen übergehen, um hohe Zinsen zu sparen. Die Rote Armee. Moskau, 31. Jan. (DRB.) Auf dem Sowjet- kongrstz sprach der stellvertretende Kommissar für WA" W 8WWWMWWWW vSäty - Die vermißte Goldsendung des Flugzeuges Paris—London gefunden. Die Goldladung eines Flugzeuges Paris—London, die, wie gemeldet, bei einem heftigen Sturm alldem Flugzeug gestürzt ist, ist in der Rahe von Olse- ment im Departement Somme von einer Frau aus freiem Felde aufgefunden worden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeork Frankfurt a. 2IL Infolge der verstärkten Zufuhr ursprünglich feucht- milder Ozeanluft ist es in der Nacht zum Donners- tag allgemein in Deutschland zu Niederschlägen gekommen, sie bestehen, abgesehen vom Nordwesten des Reiches, wo bereits Regen fällt, allgemein aus Schnee. Ein rasch nachfolgendes Luftdrucksteiggebiet wird zunächst Aufheiterung und dadurch nächtliche Frostverschärfung bringen, die noch durch die allgemein liegende Schneedecke begünstigt wird Ein neues, bei Island und Nordengland erkennbares Fallgebiet deutet jedoch darauf hin, daß anschließend wieder eine Zufuhr milder Ozeanluft erwartet werden kann. ~ , Aussichten für Freitag: Zunächst Aufheiterung mit nächtlicher Frostverschärfung, dann wieder zunehmende Unbeständigkeit und bei westlichen Winden Frostmilderung. AussichtenfürSamstag: Bei westlicher Luftzufuhr Fortdauer der unbeständigen, zu Niederschlägen neigenden Witterung mit langsam fortschreitender Milderung. Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags —1,5 Grad Celsius, abends —1,9 Grad: am 31. Januar: morgens —1,4 Grad. Maximum —1,3 Grad, Minimum — 9,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Januar: abends —0,4 Grad, am 31. Januar: morgens —0,2 Grad Celsius. — Nieder, schlage 0,7 mm. — Schneehöhe 1,4 cm. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —8 Grad, 43 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel gut. Vogelsberg. Hoherodskopf: Schneefall, — S Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee. Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 5 Grad, 52 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee. Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, —10 Grad, 140 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, SA und Rodel sehr gut.___ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W. Lang«, für Feuilleton: Dr Hans Thyriol. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047 Druck und Verlag: Brühl icht llmversitäts Buch and Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. ünd Samstags 15 Pf» mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Oie Wache zieht auf! Die Berliner Reichswehrwache zog an dem nationalen Festtage mit Musik auf. Bei ihrem Marsch wurde sie — namentlich Unter den Linden — von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. das Verteilungswesen Tuchatschewski über den starken Ausbau der Sowjetwehrmacht in den letzten vier Jahren. Danach ist die Luftflotte in diesem Zeitraum um 330 v. H., die Zahl mittlerer Tanks um 792 v. H., die Zahl leichterer Tanks um 760 v. H. und in der Flotte insbesondere die Zahl der U-Boote um 535 v. H. angewachsen. Infolgedessen sei der M a n n - schaftsbestand der Armee von 562000 auf 940 000 und der M i l i t ä r h a u s h a l t von 1934 gegenüber dem Voranschlag von 1 665 000 000 auf tatsächlich fünf Milliarden Rubel gewachsen. Aus aller Wett. Sechsfacher Mord nach 13 Jahren aufgeklärt? Von der Gendarmerie in Hohenwart bei Schrobenhausen (Bayern) wurde ein gewisser Josef Pfleger aus Deimhausen verhaftet, der dringend verdächtig ist, Ende März 1922 die furchtbare Bluttat in der Einöde Hinterkaife.ck, bei der sechs Personen auf bestialische Weise ums Leben gebracht worden waren, begangen zu haben oder an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Die Verhaftung Pflegers erfolgte auf die Anzeige seiner eigenen 20jährigen Tochter Maria. Pfleger ist auch wegen Sittlichkeitsvergehens und anderer Delikte, bereits mit Gefängnis vorbestraft. Dieser Tage soll nach tier Aussage der Tochter Pfleger ihr die Tat eingestanden haben. Er habe noch einen Mittäter gehabt, der aber gestorben sei und dessen Namen er nicht nennen wollte. Pfleger schilderte seiner Tochter eingehend den Hergang der Bluttaten. Danach waren er und sein Komplize nächtlicherweile in das Anwesen eingedrungen und hatten zunächst den alten Bauern mit einer Hacke niedergeschlagen, dann als die Magd aufwachte, auch diese getötet. Darauf hätten sie dem kleinen Kind, das in der Kammer nebenan lag, den Schädel zertrümmert, ebenso einem anderen, das ihnen in die Hände gelaufen sei. Nachdem sie dann noch die Frau Gabriel, die verwitwete Besitzerin des Anwesens, und ihre Mutter durch Schläge auf den Kopf getötet hatten, hätten sie alle sechs Opfer in den Stadel geschleppt, und mit Heu zugedeckt. Von der gemachten Beute habe jeder 700 Mark bekommen. Die Tochter, die seinerzeit sieben Jahre alt war, will sich noch erinnern können, daß der Vater ihr damals viel Geld gezeigt habe, über dessen Herkunft er aber nichts verlauten ließ. Die Tochter ist bereit, ihre Aussage zu beeiden, und erklärte, daß sie ihren Vater deshalb anqezeigt habe, weil sie wünsche, daß die fürchterliche Tat gesühnt werde. Bei seiner Vernehmung leugnete Pfleger alles und bezichtigte seine Tochter der Lüge. Die Untersuchung nimmt ihren Fortgang. 91 fN denk derk tet Mia Mei Setrv Doike Strai 5Rori schiw solgf dem A am listi! die sind aerei die nehr statt und Bot M< ob; B' tri B K- in K' fti tc w ni Ki B- sp' st. 6i be M bi m ei li b: bi vl to Wagenmeister i. R. Gießen, den 30. Januar 1935. 561 D Regierungsbezirk Kassel Der Vereinsführer. «7SO Der Vorstand. fiTfl'"1 Kleinanzeigen Rodelschlitten! Schlittschuhe! I Vermietungen11 Zimmer " für berufstätia für berufstätige ch Versicherungsbestand und Organisation werden zum weiteren Ausbau zur Verfügung gestellt. — Für erste Kraft beste Entwicklungsmöglichkeit — Direktion!:vertrag — Seschäftskarten bei Brühl, Gießen Ausführliche Bewerbungen mit Erfolgsnachweisen und Lichtbild erbeten unter 679V an den Gießener Anzeiger. Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! Kameradschaft!. Verelnignng ehern.Leibgardisten, BleBen. 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Svrechstd. leden Freitag,Gießen, Hindenburgw.15 9-7 Uhr durchg. ZUM AuMche^HÄenIeimgen non HHchirrullö Hausgerät In tiefer Trauer? Charlotte Kratzenberger und Kinder. Erwerbt am 2. und 3 Februar Edgar Borrmann K.6. Gießen 672 a Ruf 4165 Heute morgen entschlief sanft nach langem schweren,mit großer Geduld ertragenem Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herr Bernhard Kratzenberger KÄMPFT GEGEN DIE NOT SCHÜTZT MUTTER U. KIND Eisenb.-Fahrbeamten-Verein. Unser Kollege, Wagenmeister i. R. Bernhard Kratzenberger ist gestorben. Die Beerdigung findet Freitag. den 1. Februar d. J. um 15 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten die dienstfreien Kollegen sich recht zahlreich zu beteiligen. Bekanntmachung Betr.: Den Stadtrat. Nach Feststellung der Gemeindewahlkommission treten an Stelle der aus dem Stadtrat ausgeschiedenen Herren Gerichtsassessor Wilhelm Hahn und Gastwirt Franz Soldan nach dem Wahlvorschlag „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei" die Herren Karl Braun, Schlossermeister, und Wilhelm Wilke, Kaufmann in den Stadtrat ein. Die Niederschrift über die Feststellung der Gemeindewahlkommission liegt am 1.» 2. und 4. Februar 1935 im Stadthaus, Bergstraße 20 (Zimmer Nr. 18), Vormittage von 8 bis 12 Uhr, zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung der Gemeindewahlkommission können während der Offenlegung von den Stimmberechtigten schriftlich oder zur Niederschrift erhoben werden. 560C Gießen, den 30. Januar 1935. Bürgermeisterei Gießen. (Gemeindewahlkommission.) Ritter, Oberbürgermeister. Wohnung 7Zimmer, Badezimmer, Balkon, großer Garten zu vermieten. Schr. Angeb. unt. 0387 an o. Gieß. Anz. 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DerVereinsftihrer. bii bh he un nü Ai & A L Al ’N ’POc ita um die b greif hinei den ’ Zeit len l auch eine hlQcf)' mitt i'9en Net Wei Es Sei nitf Fei aus 6ri tiuii du f diese Nr. 2b Zweites Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, Zt.Zanuar 1935 Der zweite Jahrestag der Machtübernahme in Gießen. Die ReiKsgiMdimgsseier der Universität LindrllcksvÄe Kundgebung der Partei verteilenden und verkleinernden Devise: ich kenne keine Deutschen mehr; ich kenne nur noch Parteien. Partei gegen Partei, Konfession gegen Konfession, Weltanschauung gegen Weltanschauung: so gerät Deutschland in die Hände der Fremden; wohlwollend in den Bund der Völker ausgenommen: dort läßt es sich am leichtesten verwalten. Und nur ein Konkurrent scheint sich mit den westlerischen Völkern um die Verwertung des Leichnams zu streiten: das rote Rußland. Aber der Herr der Geschichte will unserem Volk alles zeigen, was in ihm liegt; in der einen Stunde seines Lebenstags. In vier Kriegsjahren ist an der Front ein neuer Geist gewachsen; ein Männergeschlecht, das mit völlig neuen Augen die Welt mißt; das an den äußersten Grenzen menschlicher Existenz d i e eigentlichen Dinge erfuhr, die das Leben eines Volkes ermöglichen und tragen: Kameradschaft, Gemeinnutz, Führung und Gefolgschaft, Bescheidenheit, Sauberkeit und soldatische Haltung. Während Ausländer — mit ihren Devisen herrlich lebend — das verhungernde Deutschland bereisen und ihm wohlwollend den Puls fühlen, regt es sich unter der Decke des Zerfalls. Unmerklich erst: ganze sieben Mann; dann stärker geworden und durch Verrat zerschmettert; und dann in einer immer schneller wachsenden Lawine. Ein Volk beginnt sich auf sich selber zu besinnen. Die Rot hat ihm den Führer geschenkt; diesmal einen mitten aus dem Volk. Heber Millionen von kriegsgefallenen, über Zerspaltung, haß, Würdelosigkeit, hunger steigt der Weg bergan; der eine Mann an der Spitze; gehaßt, geschmäht vom eigenen Volk. Vis zu dem Tag, an dem er es als Ganzes gewonnen hat: bis zum 30. Januar 1933. Ein Reich, gebaut und zerschlagen; ein neues Reich, bas Reich der deutschen Sehnsucht, gegründet: in 62 Jahren. Aber Arndt hat recht, wenn er seine Deutschen vor dem bloßen Anschauen und Bewundern ihrer Geschichte warnt. Dauern die Jahre der Beruhigung zu lange, dann verfallen wir dieser Gefahr. Der 1 8. Januar 1871 und der 30. Januar 1 9 33 stehen so nahe beisammen, und was zwischen ihnen sich bereitet, ist so gewaltig, daß es unserer Generation wahrhaftig ein Leichtes sein muß, ihr geschichtliches W i s s e n als lebendiges Geschichtsgewissen wachzuhalten. Die Urenkel sollen es an ihrem Leben spüren, daß Gott uns nicht vergebens statt des gleichmäßig rinnenden Stroms die Sturmflut geschickt hat; daß wir uns von ihr ergreifen ließen und willig lernten. Friedrichsruh ist für zahllose Deutsche ein Wallfahrtsort der Rückschau gewesen. Die beidep Januartage dürfen für UNS immer nur Wallfahrtsorte der Ausschau sein; der Ausschau auf unsere Aufgabe. Diese Ausschau wird immer, wo deutsche Menschen zu ihr zusammentreten, im Entschluß gehorsamer Gefolgschaft gipfeln den Männern gegenüber, ohne deren feste Hand das deutsche Volk niemals etwas Entscheidendes hingestellt hat. Unser Stolz über diese beiden Tage unseres Schicksals ist groß und stark. Was zwischen ihnen geschah, macht ihn zugleich demütig. Demütig nicht nur, weil es in den 62 Jahren in solche Tiefen hinabging; sondern demütig in dem Bewußtsein, daß wir — wie unsere Väter und Großväter —allein die Bereitschaft des Willens und das Ja zu den Zielen geben können; daß es aber jene wenigen ganz Großen find, die aus Volksart und Zeitgeschick je und je unsere Bereitschaft und die Wegweisung zu neuen Höhen für uns herauszaubern; die das deutsche Wunder tun: VismarckundHiller.und zwischen ihnen der große Treuhänder zwischen beiden Zeitwenden, Hindenburg. Stolz ist in uns an diesem Tag. Kein Uebermut, keine Anmaßung. Aber der Glaube an unseren weltgeschichtlichen Auftrag und der Wille, ihn zu erfüllen. Dem Führer geloben wir ihn. Ihm, der das Dritte Reich erbaut, ein dreifaches Sieg-Heil! Die Versammlung stimmte begeistert in das dreifache Heil auf den Führer und Reichskanzler em, erfüllt von tiefem Glauben an die Zukunft unseres Volkes, und das herz voll Dankbarkeit für den Führer, der uns dieses Reich geschaffen und uns diese Ordnung des Staates geschenkt hat. Wir denken heute zurück an die Zeit, als wir Reichsgründungsfeiern abhielten, die von Begeisterung erfüllt waren, bei denen vaterländische Lieder gesungen wurden von einem Drittel des deutschen Volkes, während der größte, der beste Teil des deutschen Volkes abseits stand. Da ist es heute cm- Orten ergriffen die dort führenden Männer der PO. bzw. der Arbeitsfront das Wort zu kurzen Betrachtungen über die Bedeutung des Tages. Neues Liebeswerk des WHW. am 30. Januar. Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution nahm das deutsche Winterhilfswerk Gelegenheit, die von ihr gepflegte soziale Arbeit in besonderem Maße zu steigern und einen erneuten Beitrag zur Linderung der Not der noch arbeitslosen und hilfsbedürftigen Volksgenossen zu geben. So wie im ganzen deutschen Vaterlande, wurden auch in unserer Stadt Tausende von Lebensmittel- und Kohlengutscheinen ausgegeben.. Die Verteilung der Lebensrnittel- und Kohlengutscheine fand in diesem Jahre nicht in der Volkshalle statt, sondern die Verteilung war den einzelnen Ortsgruppen anheimgestellt, denen die entsprechende Menge von Gutscheinen zugestellt worden war. So versammelten sich zahlreiche Volksgenossen, insbesondere die minderbemittelten Einwohner unserer Stadt in den verschiedenen Sälen. In kurzen Feiern wurde auf die Bedeutung des Tages der nationalsozialistischen Revolution für unser deutsches Volk hingewiesen und der Arbeit des Führers gedacht, der stets bestrebt ist, mit allen seinen Werken dem deutschen Volke zu neuem Aufstieg, zu neuer Kraft zu verhelfen. Musikalische Darbietungen verschönten die Feiern. Innerhalb unseres Stadtgebietes wurden insgesamt über 4000 Lebensmittelgutscheine im Wert von je einer Mark ausgegeben. Außerdem gelangte eine größere Anzahl von Steinkohlen- und Brikett-Gutscheinen zur Verteilung. Neben der fälligen Ausgabe der Kohlengutscheine der Serie B wurden den Familien zusätzliche Kohlengutscheine ausgehändigt. In unserer Stadt konnten so etwa 2000 Kohlengutscheine zur Verteilung gelangen. Im Kreise Gießen wurden insgesamt etwa 11 000 Lebensmittel- und nahezu 6000 Kohlengut- | scheine verteilt. Diese großartige W'iHerhilfeaktion stellt einen erneuten Beitrag zur Festigung der Volksgemein- I schäft dar. die Gedenkrede, in der er in mitreißender Weise Bedeutung des Tages kennzeichnete. Er sagte u. Wir begehen heute einen Feiertag, denTag der Reichsgründung, einen Tag, den wir vor Jahren begangen haben, aber immer mit einer leisen Hoffnung, daß das Reich der Deutschen doch einmal s o aussehen möchte, wie wir es gerne sehen würden und wie es der Traum der besten Deutschen seit einem Jahrtausend war. Heute, am zweiten Jahrestage der Machtübernahme des Nationalsozialismus, feiern wir diesen Tag nicht in rauschender Begeisterung, aber Auf Einladung der Gießener Parteileitung vereinigten sich gestern abend die Gießener Volksgenossen zu einer Kundgebung im Saale des Cafe Leib, der in allen Teilen bis zum letzten Plätzchen besetzt, ja überfüllt war. Die Kundgebung stellte einen würdigen Abschluß des Gedenktages dar. Nach einigen einleitenden Darbietungen des Musikzuges der'Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann folgte der feierliche Einmarsch der vier Ortsgruppenfahnen, die von der Menschenmenge ehrfurchtsvoll mit dem Hitlergruß empfangen wurden. 2)A- stellvertretende Kreisleiter Hopfenmul- ler eröffnete hierauf die Kundgebung, gemeinem wurde das Lied „Volk ans Gewehr" gesungen. Sodann hielt Oberbürgermeister Ritter die a.: Nach der Reichsgründungsfeier mit Kameradschaftsabend am Dienstagabend im Saale des Studentenhauses (üergl unseren gestrigen Bericht) stand der gestrige Mittwoch überall im Zeichen der zwe i- ten Wiederkehr des Jahrestages der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Im Verlaufe des Vormittags, zum Teil auch in den frühen Nachmittagsstunden, vereinigten sich in den Betrieben und den Behördengebäuden die deutschen Volksgenossen zu Betriebsappellen. Die Straßen der Stadt zeigten schon seit den frühen Morgenstunden außerordentlich reichen Flaggenschmück, der das äußerlich sichtbare Zeichen der Gefolgschaftstreue unserer Gießener Bevölkerung zu dem Führer Adolf Hitler darftellte. Nie Betriebsüppeiie Aus zahlreichen Berichten über Betriebsappelle am gestrigen zweiten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution ergibt sich die Feststellung daß die Appelle überall in würdiger Weise verlaufen find und der Bedeutung des Tages in vollem Maße gerecht wurden. Im Hinblick auf die Tatsache, daß die Betriebsappelle in allen Orten bei den Unternehmungen und den behördlichen Verwaltungen stattfanden, überall eine kurze Ansprache brachten und der Verbundenheit des schaffenden deutschen Volkes mit dem Werke des Führers zum deutschen Wiederaufbau Ausdruck gaben, ist es aus Raumgründen leider nicht möglich, jeden einzelnen Bericht abzudrucken. Erwähnt sei heute folgendes: bei dem Betriebsappell her städtischen Verwaltung und Betriebe sprach Oberbürgermeister Ritter, bei dem Betriebsappell im Gießener Anzeiger war der Kreisschulungsleiter Michel als Redner erschienen, in den Zigarrenfabriken von I. B. Noll sprach der Kreispropügandaleiter Schmelz, vor der Oberstufe der Goetheschule sprach der Schulamtsanwärter Jun g, in der Höheren Privatschule Gießen wurden u. a. Berichte über den Verlauf des 30. Januar 1933 aus dem Buche „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" von Dr. Goebbels verlesen, bei dem Betriebsappell in den Didier-Werken in Mainzlar sprach der Kreisamtswalter der Deutschen Arbeitsfront Hermann Wagner. In zahlreichen anderen den, was in der deutschen Seele lebt: höchste Höhe, tiefste Tiefe, schreckliches Versagen und äußerste Leistung. Unser Volk hat viele Lektionen in seiner Geschichte bekommen; und es hat oft nicht gelernt. Wer die Strecke zwischen Januar 71 und Januar 33 überschaut, muß verstehen: es ist, als hätte der Herr der Geschichte uns einmal alle Möglichkeiten unseres Schicksals in der Spanne eines einzigen Menschenlebens ins Gewissen hämmern und zur Wahl stellen wollen: wählt; ich habe es in eure Hand und Verantwortung gegeben; als hätte der große Lehrmeister dieses eine Volk in unheimlicher Ballung alle seine Charakterzüge schonungslos schauen lassen: so bist du — nun entscheide dich. Hätten wir in unserem Volksgedächtnis nichts als diesen einen Zeitraum, wir hätten doch alles, dessen der Deutsche bedarf, um alles aus seiner Geschichte zu lernen. Was liegt zwischen jenen beiden Gipfeln deutschen Schicksals? Der eine Gipfel: ein Wann überrennt die Wanern zwischen den deutschen Ländern; er überrennt zugleich den Eigennutz deutscher Fürsten und Stämme. Er kennt genau den Zeitpunkt, diese Ernte einzubringen; weiß, daß das Feld mit edelstem Blut getränkt sein muß, um solche Frucht zu bringen. Dann macht sich ein neues deutsches Volk auf den neuen Weg: Reichtum. Kultur. Erfindungen ohne Ende liegen am Weg. Es ist ein großes Vorwärtsstürmen im Wettlauf der Volker. Aber ihm ist eine unheimliche Sattheit eine schreckliche Ruhe der Gewissen. Darüber geht dem Volk langsam einer seiner größten und wichtigsten Stände verloren: der deutscheArbeiter. Mitten in der Befriedigung, im Ausruhen auf der Ordnung, die der IS. Januar 1871 gebracht hat, brechen Trennungsgräben zwischen Brüdern eines Volkes immer tiefer auf; mit ihnen ein Bildungsdünkel, der von echter Menschenbildung nichts mehr weiß. Langsam wird verwirtschaftet, was zum Wurzelbestand gehört- die Ehre eines großen Standes, das Wissen um Blut und Boden samt den Maßstäben, mit denen ein gesundes Volk über alle Standesgrenzen hinweg seine Menschen mißt und richtet. Mitten in alledem bringt dasselbe Volk verschwenderisch prachtvolle Menschen hervor: Bauern, Arbeiter, Gelehrte, Soldaten. Aber die Sattheit und das Gefühl unbedrohter Sicherheit machen, daß sich die Menschen der Zügel entwöhnen: sich, ihre Familie, ihresgleichen fördern; aber nicht mehr das Ganze des Volks sehen und seine Belange. Die gute deutsche Bürgerlichkeit glaubt, auch Marxismus und eine ordentliche Portion Liberalismus verdauen zu können, nimmt ohne viel Beunruhigung den deutschen Arbeiter als Revolutionär und Marxist hin. Tödliche Bazillen hält man für bloße Anreger im Volkskörper; im Notfall wird man sie hinauskom- manbieren. Nur ein kleines Grüpplem bewegter Jugend wittert Gefahr; und sucht sich ihrer zu erwehren, wirklichkeitsfremd und romantisch. Hin und wieder steht ein Mann, der feine Sorge um Deutschland mutig Sorge nennt; er ist Außenseiter und Ruhestörer. Die Waage des Geschicks schwankt zwischen Gipfelleistungen und Zerfallserschelnungen. Mitten aus dem drohenden Zerfall reckt sich Deutschland hoch, der ganzen Welt zu zeigen, was in ihm steckt, was es heißt, wenn Deutsche in Anigkeit sich zum Kampf stellen. Vier lange Jahre. Die Welt zittert vor uns Barbaren; so sehr, daß ihr dieses Zittern nicht aus den Knochen will, als das Reich langst am Boden liegt. 1919 stellen ihm auch wohl- wollende Neutrale die Diagnose: tot! 15 Jahre lang lobt sich alles aus. was an Zer- fallsmöglichkeiten im Deutschen steckt: vor dem Krieg fielen die Stände auseinander; jetzt fallen die Stände in sich auseinder; es gibt fein B o 11 mehr. Wer regiert, tut es nur für Parteien; ist politischer Geschäftsmann mit der alle Verantwortung weislich gebracht, einen Rückblick darüber zu geben, wie es möglich war, daß diese deutschen Menschen abseits standen und dieses Volk doch wieder zusammenge- führt wurde, so daß seine Werte wieder an die Oberfläche kamen und heute jeder einzelne Volksgenosse sich mitverantwortlich fühlt für das Werk unseres Führers. Bismarck schuf das Zweite Reich und überbrückte damit die Gegensätze der Fürsten, deren Macht er zurückdrängte. Er mutzte aber den Fürsten und ihren Regierungen die Eigen st aatlichkeit und die Macht' der Gesetzgebung lassen. Nachdem dieses Reich zusammengebrochen war, ging bas Recht des Reiches wiederum verloren. Die Regierungen der einzelnen Länder richteten sich nicht nach den Interessen des Reiches, und die Führer im Reich, die Minister, kümmerten sich nicht um die Interessen des Volkes, sondern dachten nur an ihre Partei und an ihre Ministersessel. Wie oft haben wir erlebt, dah einzelne Länder Klage führten gegen das Reich und das Reich dabei unterlag, weil sich die Führer im Reiche Rechte anmaßten, die wohl im Interesse des Reiches waren, aber gegen die Verfassungen der einzelnen Länder verstießen. In jenen Jahren war das Reich gespalten in einzelne Länder, und das Volk war wieder in sich gespalten. Wir haben auch erlebt, daß das Volksheer, das stolzeste Heer vor d-em Kriege, das mächtige und starke deutsche Heer, in dem die Besten aus dem Volke für ihr Volk dienten, eingesetzt wurde gegen die Massen der Arbeiter, als diese im Streik für ihre Rechte standen. Die Arbeiterschaft streikte ha« mals wegen berechtigter Lohnforderungen, die ihr nicht bewilligt werden sollten, und als die Polizei manchmal nicht ausreichte zur Zurückdrängung der Arbeiterschaft, wurde gegen diese das Volksheer aufgeboten, das auf diese Weise zur Verteidigung der Interessen des Kapitalismus gegen das schaffende deutsche Volk eingesetzt wurde. Das mutzte natürlich Konflikte im Staate schaffen. Wenn wir da- In Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht und vieler weiterer Gäste beging unsere Alma mater Ludoviciana zum ersten Male in einem gemeinsamen Festakt die Gründungsfeier des Bismarckreiches und den Tag der nationalsozialistischen Erhebung. Die Neue Aula bot ein prächtig farbenfrohes Bild, als unter feierlichen Orgelklängen Rektor und Senat in hergebrachter Weife ihren Einzug hielten. Zum Eingang des Festaktes fang dann der Akademische Gesangverein Ernst Moritz Arndts Gelöbnis in der Vertonung Stefan Temesoarys. Darauf betrat Seine Magnifizenz der Rektor Professor Är. Pfähler das Pult zu einer Festansprache, in der er folgendes ausführte: Wir Deutschen haben eine eigenartige Neigung, die Höhepunkte unserer Geschichte zu verselbständigen, sie aus dem Strome des Vorher und Nachher herauszunehmen, Denkmäler aus ihnen zu machen und aus ihrer Feier eine bloße Sitte. Es ist, als müßten wir uns angesichts des ungeheuren Auf und Ab unseres Volkslebens, angesichts der ungezählten Zeiträume des Niedergangs klammern an die Stunden, die auf einen Gipfel geführt haben. E. M. Arndt, dessen 75. Todestag gestern war, und dessen Lieder diese Feier umrahmen, hat dieser deutschen Neigung den Satz entgegengefteüt: „Der Väter Tugenden und Taten können nur als ferne Sterne über unserem Leben leuchten, zu welchen wir mit Sehnsucht aufblicken müssen; können wir nichts weiter als sie a n s ch a u e n und bewundern, so steht unser Leben unter ihnen still, und wir werden ratlos in der Irre laufen, wenn Wolken einmal ihren Glanz verhüllen." * Rur bann feiern wir die beiden Reichsgrün- bungslage. ben 18. Januar 1871 unb ben 30. Januar 1933, sinnvoll, wenn wir sie für uns unb die Rachfahren als Leuchttürme ins Weer unserer Geschichte stellen, bie bas Vorher unb Rachher in ein scharfes Licht rüden. Der 18. unb der 30. Januar finb zwei solche Leuchtfeuer; so nahe beieinander, bah man vom einen jeweils noch ben Schein bes anberen sehen kann. Es gibt heute noch Menschen, die über jede verlorene Semesterstunde klagen und gleichzeitig darüber, dah nicht jeder dieser Tage für sich gefeiert wird, jeder Feiertag mit seinem eigenen geschichtlichen Recht ausgeftattet. Mir scheint dagegen: wir haben allen Grund in der Anordnung des Reichskultusmimste- riums die beide Tage ineinsbindet, mehr, viel mehr zu sehen als einen bloßen Verwaltungsakt. Denn diese beiden Tage gehören auf ewig m der deutschen Geschichte zusammen; nicht um ihrer selbst willen, um to mehr als die beiden Eckpfeiler, die di7b°h7r gewaltigste Spanne dieser Geschichle umgreifen Wir selber sind |o sehr m di-se Spanne hineingezogen, daß sie uns unmöglich m ihrem ganzen 21usmatz sichtbar werden kann Wer an einer Zeit selbst teilhat, die Jahre, Stunden und Minuten mitleben muß, dem zieht sich das Gewaltige, auch wenn es noch so gehäuft ist, auseinander m eine Breite, die es veralltaglicht, zur Gewohnheit macht. Es wäre schon gut wir wurden oster einmal mit den Augen unserer Urenkel auf diesen win- "gen Zeitraum non 62 Jahren, den jeder von uns miterlebt zurückschauen. Mit den Augeni der Urenkel- dann würden sich, weil alles Geschehen in der Fernschau sich verkürzt und zusammenpreßt, diese 62 Jahre zu einem einzigen Tag deutscher schichte verdichten; für die Urenkel ganz gewiß zu d e m Tag schlechthin, den sie wählen wurden, wenn sie sich unter allen Tagen Deutschlands für den überreichsten, fruchtbarsten und schönsten zugleich entscheiden müßten. Wenn unter den Urenkeln einer das Epos der deutschen Seele gestalten wird, wird er in keinem Zeitraum so wie in diesem von den beiden Januartagen umgrenzten alles verwirklicht fm- worauf man gemeinsam die beiden Nationalhymnen sang. In fesselnden Ausführungen behandelte dann Professor Dr. G. Sessous in seiner Festrede das für unseren Kampf um Nahrungsfreiheit und ausreichende Rohstoffversorgung ungemein bedeutsame Thema „Die Pflanzenzüchtung und ihre Bedeutung für die Selb st Versorgung des deutschen Volke s". Der Vortragende ging davon aus, daß bereits vor dem Weltkriege Deutschland für rund 10 bis 20 Millionen Volksgenossen Nahrung vom Auslande einführen mußte und daß die Selbstversorgung noch ungünstiger gestaltet wurde durch den Versailler Vertrag, der uns bester landwirtschaftlicher Ueberschußgebiete beraubte. Den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung ist es zu danken, daß ohne Vergrößerung der Anbaufläche sich schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts die Erträge wesentlicher landwirtschaftlicher Produkte beträchtlich gesteigert hatten. Hieran hat auch die Pstan- zenzüchtung einen großen Anteil gehabt. Der Vortragende verfolgte die Entwicklung von der Wild- zur Kulturform der Pflanze, um zu zeigen, wie mir an Körnern aus prähistorischen Funden im Vergleich mit denen des Mittelalters oder gar unserer Zeit den gewaltigen Fortschritt sehen können, den die Entwicklung der vier Hauptgetreide- arten durchgemacht haben muß. Würde man beispielsweise auch unter günstigen Boden- und Düngungsverhältnissen eine der wilden Stammformen unseres Getreides heute anbauen, so würden wir nur einen Bruchteil von dem auf derselben Fläche ernten, was unsere heutigen Zuchtsorten dei gleichem Aufwand leisten. Dieser gewaltige Fortschritt ist das Ergebnis Jahrtausende langer zunächst unbewußter, später bewußter Verbesserung der vom. Menschen in Kultur genommenen Pflanzen. Zielbewußte Auslese schuf Sorten, die unseren klimatischen Verhältnissen besser angepaßt und „daher auch leistungsfähiger waren als die ursprünglich eingeführten. Auch aus einheimischen Landsorten suchte die Veredelungsauslese das Leistungsfähigste heraus. An der Zuckerrübe und an der Kartoffel wurden die außerordentlichen Ertragssteigerungen gezeigt, die eine systematische Veredelungsauslese zur Folge haben kann. Ein anderer Weg zur Ertragssteigerung ist Neuzüchtung entweder durch Bastardierung oder Verfolgung aufgefundener Muta. Honen. Hierbei gelingt es, durch den Anbau von Süßlupine dem bislang großen Mangel an Eiweißfuttermitteln abzuhelfen. An der Gewinnung eines winterfesten, gegen Rostpilz immunen und backfähigen Weizens wird eifrig gearbeitet, gelungen sind bereits über hundert Zuchtsorten einer gegen ben Kartoffelkrebs widerstandsfähigen Kartoffel. Die Züchtung eiweißreicher Gersten sowie von Gräsern und Klee als Eiweißlieferanten spielt eine hoch bedeutsame Rolle. Selbstverständlich wird auch an der Verbesserung der Faserqualität unserer Gespinstpflanzen, sowie am Oelgehalt und an der Möglichkeit der Einführung neuer fettliefernder ; Pflanzen Joie der Soja gearbeitet Ebenso bietet die Obst- und Gemüsezüchtung große volkswirtschaftliche Möglichkeiten. Bekannt sind die Bemühungen um die Züchtung von gegen Meltau und Reblaus immunen Reben. Um genetisches Material zur Blutauffrischung zu gewinnen, arbeiten wissen- schastliche Expeditionen in der Urheimat unserer Kulturpflanzen. Zu diesem Zweck geht z. B. in diesem Jahre unter der Leitung eines jungen Wissenschaftlers des Gießener Landwirtschaftlichen Instituts, die vom Forschungsdienst der deutschen Wissenschaft ausgerüstete Hindukusch-ExpedlHon nach Asien. So nimmt die deutsche Pflanzenzuchtung eine hervorragende Rolle ein in der Erzeugungsschlacht, der das Ziel gesetzt ist, durch Ertragssteigerung zur Nahrungsfreiheit zu kommen. Nachdepi der Vortragende seine hochaktuellen Ausführungen beendet hatte, wurde der Festakt mit einem wiederum vom Akademischen Gesangverein unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Prof. : Dr Stefan Temesvary klangschön vorgetragenen Lied von Ernst Moritz Arndt beschlossen. gegen heute unser Heer betrachten, dann sehen wir in diesem Reichsheer die guten Grundlagen des Staates, wir sehen in ihm die Formationen, die das Lebensrecht und die Existenz des deutschen Volkes nach außen hin zu verteidigen jederzeit bereit sind, auf die der Führer und das deutsche Volk voll Vertrauen blicken und auf die der Führer und das Volk in berechtigter Weise stolz sind. Die Parteien schmälerten einst das Ansehen der Regierung und hetzten das Volk gegeneinander, und so wurde aus dem Reiche Bismarcks ein Reich der Parteien, die sich gegenseitig zer- fleischten und das Volk schädigten zur Freude jener Staaten, die unserem Vaterlande feindlich gesinnt waren. Das Ende erlebten wir dann darin, daß alle Stände und Schichten des deutschen Volkes abwärts glitten, es dem deutschen Volke und dem Einzelnen immer schlechter ging und die Not immer entsetzlicher wurde. Heute dagegen erleben wir einen Neuaufbau unseres Volkes und Vaterlandes, den wir ständig in erfreulicher Weise vorwärtsschreiten sehen. Bevor dieser Neuaufbau aber in Angriff genommen werden konnte, mußten die Voraussetzungen in geistiger und seelischer Hinsicht für dieses Werk vorhanden sein. Diese Voraussetzung hat nur einer geschaffen: Adolf Hitler, dem wir das alles zu verdanken haben. Adolf Hiller hat um die Seele des deutschen Volkes gekämpft, er machte dem deutschen Volke klar, daß nur durch das Zusammenarbeiten aller Stände und Berufe das Wohl des Staates und des ganzen deutschen Volkes erreicht werden könne. 3m Kampfe gegen die Parteien hat er die Grundlagen für den Aufbau geschaffen, den wir heute im Gange sehen. Durch das Reichsstatthaltergesetz fiel die Macht der Länder. Mit dem gestern veröffentlichten Gesetz ist nun auch die letzte Schranke gefallen, sind nunmehr die Staatsminister keine Staatsminister mehr, sondern nur noch Behördenvorsteher. Heute haben wir in diesem Gesetz die Grundlagen und Voraussetzungen für die Neugestaltung des Reiches, denn nunmehr sind auch die Länder beseitigt und die Reichs statt Halter ausführende Organe der Reichsregierung. Damit ist jetzt schon, zwei Jahre nach der Machtergreifung, ein einheitliches Reich, eine einheitliche Führung und eine einheitliche Staatsgewalt geschaffen, die vom Führer a u s g e h t. So ist durch die gewaltige Geistesmacht eines einzigen Mannes, des Führers, ein geeintes deutsches Volk geschaffen worden. Der Redner forderte dann alle Volksgenossen auf, an diesem großen Werke des Führers immer mitzuarbeiten und sich dabei stets mit allen Vorgängen der staatlichen Neugestaltung vertraut zu machen. Bei der Betrachtung der Grundlagen für diese Mitarbeit erklärte der Redner, er unterscheide heute zwei Arten von Nationalsozialisten. Er sagte: Jeder Deutsche ist ja heute Nationalsozialist, auch der . frühere schärfste Gegner von uns, weil er doch zugeben muß, daß es jetzt wieder aufwärts geht, und er die früheren furchtbaren Zustände nicht mehr herbeiwünschen kann. Ich kenne die Parteigenossen von früher, die mit der Bewegung groß geworden sind, weiter diejenigen, die e i n - getreten sind und sich eifrig an den Schulungsabenden beteiligen, sowie die Masse des Volkes, die mit dem Herzen das erfaßt hat,was der Führer will und die ebenfalls die Gedanken des Führers mitträgt. Ich kenne aber auch die gelernten Nationalsozialisten, die zwar ihr Opfer bringen für den Wiederaufbau unsere^ Volkes, die aber mit dem Herzen nicht beim Nationalsozialismus sind. Wir wollen aber nicht gelernte Rationalsozia- liffen, sondern wir wollen den deutschen Menschen, der mit dem herzen dabei ist und alle Zeit bereit steht, auch das Letzte herzugeben für das große Werk des Führers im Interesse des deutschen Volkes. Solche Menschen brauchen wir, die aus innerer Begeisterung Mitarbeiten, die aus ihrer inneren Einstellung heraus die anderen Volksgenossen mitreihen, bei denen bet unverbrüchliche Glaube an den Führer vorhanden ist, ebenso wie bei den alten Parteigenossen. Denn wir wissen, daß alles, was der Führer bisher getan hat, stets zum Wohle des deutschen Volkes war, und daß alles, was er weiter tut, nur zum heile des deutschen Volkes sein wird. Dir wissen, daß wir keinen edleren und keinen größeren Menschen unter uns haben, als den Führer Adolf Hitler, dem wir immer unser ganzes Sein voll Vertrauen überlassen können. Wenn heute in manchen Gegenden des Reiches Meinungen geäußert werden, die z. B. an dem Werk der ,Lraft durch Freude" Kritik üben und erklären, es werde viel zu viel für den Arbeiter getan, der deutsche Arbeiter werde verwöhnt usw., so ist dazu nur zu sagen, daß der deutsche Arbeiter früher nicht zu seinem Recht gekommen ist und als vierter Stand behandelt wurde. Wir haben aber 1914 erlebt, daß trotz der Verseuchung durch den Marxismus und trotz der Verhetzung durch die Sozialdemokratie dieser deutsche Arbeiter aufstand wie ein Mann und sich bereitstellte zur Verteidigung der deutschen Heimat, des deutschen Bodens, obwohl er selbst keinen Anteil an diesem Boden hatte. Damit hat der deutsche Arbeiter gezeigt, welche großen Werte in ihm liegen. Diejenigen, die glauben, heute noch immer besondere Rechte für sich in Anspruch nehmen und eine bevorzugte Behandlung fordern zu können, werden sich daran gewöhnen müssen, daß ihnen das Verwöhntsein abgewöhnt wird. Wir kennen nur ein deutsches Volk und gleiche Rechte für alle, die jedem Stand des Volkes zugebilligt werden. Der Rationalsozialismus kennt keine Unterschiede im deutschen Volke, er kennt feine Schicht der Herren und keine Schicht der Diener, sondern jeder deutsche Volksgenosse soll mit allen seinen Kräften beitragen zur Arbeit für die Gesamtheit. Das ist das Reich, das der Führer will, wofür wir ein Jahrzehnt lang gekämpft haben, wofür die deutschen Volksgenossen in den beiden letzten Jahren freudig opferten und das wir stets mit allen Kräften zu verteidigen bereit sind gegen' alle Angriffe von außen und von innen. Dieses Reich hat sich bewährt in der Einigung der deutschen Stämme und Schichten. Das ist ein ungeheurer Gewinn, den seit einigen Jahrtausenden die Besten der Deutschen kaum jemals zu erhoffen wagten. Wenn wir heute diesen Rückblick anstellen und lassen die Zeit der letzten 20 Jahre an uns vorüberziehen, so ist es uns wie ein Traum, wie rasch und gewaltig das alles gekommen ist, und es kommt uns dabei klar zum Bewußtsein, in welch großer und gewaltiger Zeit wir leben und wie alücklich und froh wir sein können, daß wir in dieser Zeit die Einigung der deutschen Stämme erleben dürfen. Diese Erkenntnis müssen wir immer wieder in uns beherzigen. Daraus erwächst uns aber auch die Pflicht, alles zu tun, damit die Grundlagen für dieses gewaltige Werk stets fest im Herzen des deutschen Volkes gelegt sind, damit der Gedanke der Volksgemeinschaft immer tiefer wurzelt und sich immer mehr in unseren Herzen befestigt, damit das Dritte Deutsche Reich, das wir aufbauen und über alle Zeiten hinweg befestigen wollen, auch der Stolz der kommenden deutschen Volksgenossen ist. Wir wollen uns dieser Pflicht immer bewußt fein und mit gläubigem Herzen dem Füh - rer in vollem Vertrauen folgen, damit wir selbst einst sagen können: Wir haben auch einen Anteil am Aufbau dieses deutschen Volkes. Wir können mit Stolz und mit Ehre dem Führer in die Augen schauen. Wir wollen alle feine G e - Hilfen sein bei der Vollendung dieses großen und herrlichen Reiches der Deutschen, das bestehen soll auf Jahrtausende. Diesen Willen und diese Treue und Bereitschaft zur Arbeit am Werke unseres Führers geloben wir, indem wir dem Führer unser dreimaliges Sieg-Heil darbringen. Voll Begeisterung stimmte die große Versammlung in dieses Sieg-Heil des Dankes und des Gelöbnisses für Adolf Hitler ein. Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Horst-Wefsel- Liedes gesungen. Dem Redner brachte der langan- Veränderungen im Gießener Gtadtrat. Die Bürgermeisterei Gießen (Gemeinde-Wahlkommission) gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß an Stelle der aus dem Stadtrat ausgeschiedenen früheren Mitglieder Gerichtsassessor Wilhelm Hahn und Gastwirt Franz S o l d a n der Schlossermeister Karl Braun und der Kaufmann Wilhelm Wilke in den Stadttat eingetreten sind. Wichtige Lohnsteuer-Bestimmungen. Vorn Finanzamt Gießen wird uns mitgeteilt: 1. Bei Abführung der Lohnsteuer in bar oder durch Ueberroeifung: a) Arbeitgeber, die im Kalenderjahr 1934 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar oder durch Ueberroeifung abgeführt haben, müssen für jeden am 31. Dezember 1934 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 19 3 4 mit der vollzogenen Lohnsteuerbescheinigung auf der zweiten Seite derselben übersenden. Die Ueberfenbung hat bis zum 15. Februar 1935 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1935 ausgeschrieben worden ist. Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden. b) Für die im Kalenderjahr 1934 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1934 dem Arbeitgeber nicht Vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1934 ausgeschiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohnsteuer- bescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte 1934 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, müssen die Arbeitgeber Lohnsteuer- überroeisungsblätter zum gleichen Zeitpunkt an das Finanzamt der Betriebsstätte übersenden. Vordrucke zu Lohnsteuer-Ueberwei- sungsblättern werden von den Finanzämtern auf Antrag unentgeltlich an die Arbeitgeber abgegeben. 2. Bei Verwendung von Steuermarken: Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1934 Steuermarken verwendet worden sind, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Steuerkarten 1934 mit den mit Marken beklebten Einlagebogen bis zum 15. Februar 1935 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1934 gewohnt haben. 3. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1934 in keinem Dienstverhältnis standen, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Steuerkarten 1934 bis zum 15. Februar 1935 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1934 gewohnt haben. 4. Für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1934 den Betrag von 8400 RM. überfliegen i)atr sind von dem Arbeitgeber außer der Lohnsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte 1934 besondere Lohnzettel auszuschreiben und bis zum 31. Januar 1935 an das für den Arbeitnehmer nach feinem Wohnsitz zuständige Finanzamt einzusenden. Wird der Lohnzettel an die zweite Seite der Steuerkarte 1934 angeklebt, dann erübrigt sich die Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert. haltende starke Beifall der Versammlung die volle Zustimmung der Hörer zu seinen Worten zum Ausdruck. Hierauf verließen die Sahnengruppen mit den vier Ortsgruppenfahnen unter dem deutschen Gruß den Versammlungsraum. Damit fand die Kundgebung ihren Abschluß. Bei musikalischen Darbietungen des Musikzuges der Standarte oerbfleben die Volksgenossen sodann noch einige Zeit beisammen. Herrenloses Geld im Schnellzug. Im Schnellzug Frankfurt—Gießen—Hagen fan- den gestern nachmittag Reisende im Netz eines Abteils einen Koffer und eine Tasche. Die Tasche enthielt eine beträchtliche Summe Bargeld. Da sich im Zuge niemand als Inhaber der Gegenstände meldete, wurden sie in Herborn aus dem Zuge geholt und im Bahnhof in Verwahrung genommen. Wie wir hierzu auf Anfrage an zuständiger Stelle erfahren, hat die Angelegenheit inzwischen ihre Aufklärung gefunden. Eine Frau aus Lich, die in Frankfurt Einkäufe getätigt hatte und den Schnellzug zur Rückreise benutzte, stieg in Gießen um, ließ aber den Koffer und die Tasche versehentlich liegen. Koffer und Tasche mitsamt dem Geldbetrag konnten nach telegraphischer Anforderung der Inhaberin wieder zugestellt werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 31. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 11 bis 13, ausländische 10 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis Gedenket der hungernden Vögel! Schuht die Tiere vor der Kälte! 13, Wirsing, des Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 20, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30< Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater (Deutsche Bühne), 20 bis 22.15 Uhr: „Was ihr wollt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hermine und die sieben Aufrechten". — Astoria- Lichtspiele: „Dick und Dof". — Oberhessischer Kunst- oerein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr: 1. Jahres-Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute abend geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, Aufführung des Lustspiels: „Was ihr wollt" von Shakespeare unter der Spielleitung von Intendant Hanns König. Kein Kartenverkauf! — Gießener Hochschulgesellschaft. Am kommenden Montag findet im Saale des Studentenhauses ein Lichtbilder-Vortrag von Unioersi- tätsprofessor Dr. Zwick über seine Studienreise in den Vereinigten Staaten statt. (Siehe heutige Anzeige.) — Kolonialausstellung in Gießen- Vom 1. bis 9. Februar wird im Saale des „Einhorn" am Kirchenplatz die „Deutsche Kolonial- Wanderausstellung" gezeigt, die in der Erinnerung an den Erwerb der deutschen Kolonien vor 5Ö Jahren vom Kolonialpolitischen Amt in München zusammengestellt worden ist. Die Eröffnungsfeier findet am morgigen Freitag, 1. Februar, statt. Die Ausstellung verfolgt den Zweck, in allen Kreisen der Aus der Provinzialhauptstadt. Mit Percy kann man Pferde stehlen! Eine tolle Sache aus dem Wilden Westen. Don O. W. poenicke. 1. Der Cowboy Percy Pukridge steckte sich den schwersten Coltrevolver ei» und begab sich mit wuchtigen Schritten zu Jasomir Pancake. Pancake besaß die größte Ranch an der mexikanischen Grenze, die schönsten Pferde und eine hübsche Stieftochter, in die sich Percy verknallt hatte. Grace mochte den armen Cowboy nicht weniger gern, und ganz Los Bavos wartete darauf, daß die beiden ein Paar würden. Percy klopfte und trat ein. „Tag, Mr. Pancake", brummte er, „ich komme wegen Grace —" Der Alte kauerte in einem Sessel wie ein zeusam, mengerollter Igel und kicherte: „Habt Ihr schon mit Grace gesprochen? Natürlich habt Ihr schon mit Grace gesprochen! Also in Gottesnamen — Ihr sollt sie haben! Werdet glücklich mit ihr!" „Na, dann ist ja alles in Butter", sagte Percy. „Einen Augenblick", meinte Pancake, „da hätte ich noch eine Bedingung! Ich möchte einen Gaul von Euch haben, Percy! Bringt mir heute abend das schönste und beste Pferd aus Los Banos, bann könnt Ihr morgen Hochzeit machen. Ihr sollt mir Eure Geschicklichkeit beweisen, Percy! Und Euren Pferdeverstand. Grace soll nur einen Kerl haben, der in die Welt paßt. Wenn Ihr mir heute abend den Gaul bringt, habt Ihr Grace und noch tausend Dollar dazu." Percy kratzte sich den Kopf. „Woher soll ich ein Pferd nehmen? Ich bin ein armer Cowboy, Pancake!" Der Alte kicherte: „Jim Scott hat fabelhafte Pferde!" „Seid Ihr verrückt? Soll ich Pferde stehlen?" „Habe ich das gesagt? Wiedersehen!" Und Percy ging wutschnaubend. 2. Am Abend kam Percy mit einem wirklich fabelhaften Gaul. Die alte Pancake bemühte sich vergebens, ihr Entzücken zu verbergen. „Ich hoffe, Percy, mein Mann wird zufrieden sein. Er muß bald kommen. Wollt Ihr nicht warten?" „Keine Zeit. Könnt Ihr mir nicht das Geld auszahlen?" „Tausend Dollar waren es?" Percy nickte. „Tausend." Die Alte stöhnte. Dann kramte sie in der Kommode. „Ich habe nur neunhundert Dollar, Percy. Wollen wir es dabei lassen?" „Meinetwegen", knurrte Percy und steckte das Geld ein. 3. Am Abend kam der alte Panoake heim. „Ist der Gaul da?" Die Alte nickte: „Ja. Percy hat das Pferd gebracht. Ein selten schönes Tier, Jasornir. Ich habe hundert Dollar heruntergehandelt, neunhundert hat er nur gekriegt und war auch zufrieden." Der Rancher sank ächzend auf einen Stuhl und starrte entgeistert seine Frau an. „Verflucht!", schrie er, „ich habe doch dem Kerl, dem Percy schon auf der Straße die tausend Dollar und das Jawort gegeben!" Er rannte zur Tür. In diesem Augenblick kam der Sheriff vorbei. „Hallo, Sheriff", rief ihn Pancake an. „Ihr geht doch zum Markt runter? Wenn Ihr Percy trefft, sagt ihm, er möchte sofort noch einmal zurückkommen — ich hätte was Wichtiges für ihn!" 4. „Das verstehe der Teufel!", sagte Percy und blickte den Sheriff kopstchüttelnd an. „Ich habe ihm ein Pferd verkauft, er hat mir Grace und das Ja- wort gegeben, ich will jetzt schnell zu Grace, weil wir doch morgen schon heiraten wollen —" Plötzlich unterbrach er sich und durchsuchte alle Taschen, „jetzt hat doch der Alte ganz vergessen, mir das Geld für den Gaul zu geben! Also deswegen soll ich noch einmal zurückkommen!" Er sah auf die Uhr. „Grace wartet. Ich kann Grace doch nicht warten lassen, Sheriff, könnt Ihr mir vielleicht die tausend Dollar geben? Ihr könnt sie Euch gleich vom alten Pancake holen. Er hatte sie vorhin auf dem Tisch liegen." Der Sheriff zog feine Brieftasche. „Hier sind tausend Dollar. Wenn ich Euch damit einen Gefallen erweise —" „Einen großen Gefallen, Sheriff", nickte Percy und steckte das Geld ein. „Ihr kommt doch zur Hochzeit? Und vergeßt nicht, sofort zu Pancake zu gehen, um Euch das Geld zu holen!" 5. Der alte Pancake erlitt fast einen Tobsuchtsanfall, als der Sheriff sein Anliegen vorbrachte. Doch er mußte sich höllisch vorsehen. Denn wenn Percy das Pferd von Jim Scott gestohlen hatte, kam er schließlich noch als Anstifter an den Galgen. Er verspürte ein würgendes Gefühl im Halse und loderte seinen Kragen. Dann griff er in die Tasche und zahlte zum drittenmal die tausend Dollar aus. Als der Sheriff gegangen war, trat Percy ins Zimmer. Er kam von seiner Hochzeit mti Grace und grinste vergnügt. „Ich habe Euch etwas mitzuteilen, Pancake — die Cowboys von Jim Scott haben mich leider erkannt, als ich für Euch den verdammten Gaul stehlen mußte. Doch Jim Scott will den Mund halten, wenn ich ihm taufend Dollar als Ersatz zahle. Im andern Falle kommen wir beide an den Galgen, darauf- könnt Ihr Gift nehmen!" Er schob dem taumelnden Rancher einen Stuhl unter. „Also gebt mir tausend Dollar — für meine Bemühungen und Aufregungen will ich nichts haben — zahlt, und wir sind quitt!" Und Pancake zahlte zähneknirschend. Den Gaul könnt Ihr mitnehmen!", brüllte er außer sich. „Soll das heißen, daß Ihr ihn mir schenkt?" Pancake nickte schwach. „Darf ich bann um eine Schenkungsurkunde bitten?" Und Percy bekam auch die Schenkungsurkunde. An der Tür drehte er sich um und sagte vorwurfsvoll: „Ihr habt mir noch gar nicht zur Hochzeit gratuliert, Schwiegervater?" Jasornir Pancake hatte Schaum norm Mund. „Fahrt zur Hölle!", schrie er. 6. Pancake wollte seinen Kummer mit Whisky betäuben und ritt zur Bar. An der Theke schlug ihm jemand herzhaft auf die Schultern. Es war Jim Scott. „Scotty!", hauchte Pancake. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Scotty", begann er, „es war nicht mein Ernst als ich zu Percy sagte, Ihr hättet die besten Pferde — aber wer hätte gedacht, daß der Hund von Percy Euch den besten Gaul aus dem Corral halt' Laßt uns einen trinken, Scotty, und denkt nicht mehr daran. Hat er Euch wenigstens sofort die tausend Dollar gebracht?" Scotty stierte ihn verständnislos an -Was phantasiert Ihr da? Ich woiß'van nichts'" Nein Ilm Scatt wußte wirtlich Don nichts. Ihm fehlte fein Tl-r, das konnte er mit der arödten Sicherheit behaupten da erst h-ute allen ,einen Pserden der Stempel der Ranch eingebrannt worden war. Was wollte also der alte Pancake? Jasornir Pancake raste stolpernd zur'Ranch, in- Werte seine Corrals und stellte fest daß ein Pferd fehlte, eins seiner besten Tiere, uL Äs der Gaul, den Percy für viermal tausend Dollar an ihn verkauft hatte. Und den Pancake wiederum an Percy verschenkt hatte. Mi einem Winierstranß. Don Johan Luzian Von der Fichte, der schön gewachsenen, die über der sprudelnden Quelle wächst, deren Wurzeln vom Wasser des Lebens trinken, deren breitladende Zweige nach allen Seiten ebenmäßig fächern, unter denen bas Wild trinken kommt, in denen die Meisen zirpen und bas Eichhörnchen huscht, von ber schö- nen, immergrünen Fichte brechen wir uns die Wmterzweige, sie heimzuttagen in die gewärmte etube, uns zu erfreuen an zierlichem Nadelwerk und harzigem Duft. Und wir klettern von ber üueüe ben Hang hinauf, wir tragen das Grün zwischen des Buchengestrüpps rostbraune tote Blätter, Deren grünes Blut wieder he im gezogen ist in ben Hast unb das Mark, unb es lockt uns, nun auch vom Toten zu brechen. Du wählst also zum Fichten- grün das rostrote Buchengezweig mit den gekrüll- ten knisternden Blättern, unb stehst da am Hang, mein liebes Mädchen, mit blühendem Leben, und bindest das Grüne mit dem Braunen zusammen und rufst: Wie schon, sieh, wie es leuchtet in der weißen Sonne! Dann streifen wir weiter über lehmige Wiese unb wilden Unkrautsacker, du schwingst deinen grünbraunen Strauß über dir durch die nebelnde Luft und singst in den kalten Tag mit lachendem Mund unb reckst bich am kahlen Dornbusch hoch ins trockene Rosengerank, ins wuchernde Brombeergestrüpp unb brichst dir die grauen Früchte der kletternden Wald- rede, des wolligen zierliche Teufelzwirns, und immer neue Schönheit kommt in deinen Strauß: die roten Beeren des Hagelbornstrauchs, bessen Holz schwefelgelb leuchtet, wo du den Zweig abbrachst, und dort gibt es auch noch blauschwarze, reifbehauchte Schlehenfrüchte für dich, und $in Blutstropfen perlt dir auf dem Handballen, dessen du nicht achtest, denn du stehst schon inmitten der Distelstauden, Zwischen den metallisch goldgelben, kunstvoll geschnittenen Distelköpfen und brichst dir davon kleine und große Stengel unb nimmst auch von der spgklgarauen verttockneten Kümmelstaud^ weil dich die Dolbenform lockt, unb nun ist dein Strauß, dein Wlntersttauß, dein Tobesstrautz von mancherlei Farben unb Formen belebt, unb auf dem Grunde des Fichtengrüns ordnest du alles ln deinen Armen die toten Stauden unb Beeren bestens? b ^"de, blühende junge Mutter Oberheffen Die Ergebnisse. gegen spröde Haut Urheberrechteschutz: Fünf-Türme-Verlag, falle (S ). Nachdruck verboten! 22 Fortsetzung. wiedergab. SX CREME M 3 2 3 as soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Eberstadt, 30. Jan. Im hiesigen Turn- verein fand gestern eine Sitzung statt, mit der eine Gerätebesichtigung verbunden war. Im Verlaufe der Zusammenkunft gab der Vereinsfuhrer G. K o ch einen ausführlichen Bericht über den in Gießen abgehaltenen zweiten Kreisturntag des Kreises Lahn-Dill, der von den Mitgliedern Der- menhanglos schienen. . „Vater, lieber Vater! Du — gibst mir die Hand — zur Versöhnung — mir — und meinen Kin- dern. Oh — meine Linde — nun brauchst du nicht mehr dein hartes Brot zu verdienen — auch Gisa nicht mein armes, verirrtes Kind — nun seid ihr reich'... Ach, hat Gott dein hartes Herz doch gerührt, Vater? Ich hab' es ja so — bitter gebüßt — und hatte ihn doch nur lieb — aber er war nicht chlecht — nur schwach — wie Gisa ... Oh, mein Sott, nun kommen meine Kinder in die Heimat du wirst sie liebhaben, Vater — sie werden feine Sorgen mehr haben — keine Sorgen mehr ... Frau Steinbrück lächelte wirklich bei diesen Worten beinah selig. ,Keine Angst ... Mit einem Male aber veränderte sich der Ausdruck ihres Gesichts jäh. Es wurde fahl, die Augen irrten umher — dann ging der Blick rote tn unendliche Ferne — und erlosch. Die kleine Gerlinde hatte das treueste Herz auf dieser Welt verloren. * Spät am Abend krabbelte eine ältere Dame die Treppen zu der kleinen Mietwohnung hinauf und klopfte leise. t v , . .. . Gerlinde öffnete selbst, doch dann schrie sie auf, und alle Starre schien sich von tfyrer ®ruft ju lösen, die bis zu diesem Augenblick unheimlich über Und dann war es soweit, daß Gerlinde der Mutter das letzte Lebewohl sagen mußte. Mit wankenden Knien machte sie die wenigen Schritte zu dem offenen Grabe hin. Da stand sie nun totenblaß und doch erschütternd in ihrer er- greifenden Schönheit. Ein vater- und mutterloses ; lind. . , Sie beugte sich zu der Schale mit ftischen Blu- men. Kein Auge blieb trocken bei diesem Anblick, und ein hörbares Schluchzen ging durch die Reihe der Anwesenden. _, . „Mutter!" Ein markerschütternder Schrei gellte, dann brach Gerlinde am Grabe der Mutter lautlos zusammen. ~ . .. Menschen sprangen hinzu. In Hast wurden die letzten Trauerzeremonien erledigt, mähend man Ger- linde schon ins Auto trug. Polternd schlugen die schweren, gefrorenen Erd- chollen auf Frau Steinbrücks Sarg. Die Menschen eilten schnell davon. Es war bitter kalt, und man wollte sich nicht noch der Gefahr einer Erkaltung aussetzen. . Die Tote war vergessen über der Lebenden, um die Scholzchen sich in Angst und Sorge bemühte. Doch Gerlinde schlug bald die Augen auf tote konnte sich sofort an das erinnern, was geschehen erzählte. „Ja, ich stehe da auch vor einem Rätsel —- iv eine ganz ungewöhnlich starke Erregung muh doch ihren Grund haben. Hat die Kranke nichts erzählt? „Gar nichts, gar nichts, Herr Doktor", beteuerte die alte Frau und preßte das Taschentuch an ote verheulten Auges, _________ _____ w Gerlinde ^war völlig gebrochen. Sie schluchztemcht und klagte nicht mehr In der ihr eigenen stillen Art ertrug |ie auch jetzt den größten Schmerz ihres Kreis Friedberg. 4- Butzbach, 30. Jan. Geldspenden in der Form von Eintragungen in das „0 p fe r b u d) des Deutschen Volkes" in unserer Gemeinde laufen nach wie vor reichlich ein. Bisher wurden insgesamt 1400 Mark gezeichnet. „Mademoiselle Gisela Steinbrück schwer er- krankt, Lungenentzündung, Kommen unmöglich. Schwester Louise." Landkreis Gießen. £ Wieseck, 30. Jan. Gestern abend fand im Sitzungssaals der Gemeinde die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der erste Kommandant Schäfer erstattete zunächst den Geschäftsbericht. Im Jahre 1934 fanden acht Hebungen statt, an denen 73 v. H. der Aktiven teilnahmen. Außerdem fand die Besichtigung durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt, bei der die Wehr recht gut abschnitt. Die Feuerschutzwoche fand ihren Abschluß mit einem Werbemarsch und einem Brandangriff, bei dem die SA.-Reserve den Absperrdienst versah. Besucht wurde der Feuerwehrverbandstag in Bad-Nauheim, beim Kreisfeuerwehrtag in Leihgestern war die Wehr fast vollzählig vertreten. Die Wehr zählt heute 40,69 Mark. ~ n r v ri . * Leih gestern, 31. Jan. Im Laufe des gestn- gen Tages wurde der 36jährige Handwerksbursche W e i z m a n n aus Neckarsulm von der Gendar- merte fe st genommen, da er, während er tm Dorfe bettelte, sich in beleidigenden Aussprüchen gegen die Reichsregierung erging. (D Grüningen, 30. Jan. Auf Anregung des hiesigen Obstbauvereins hielt in dem gut-! besetzten Rathause Herr Vogt (Frankfurt) einen mehrstündigen Vortrag über Schädlingsbekämpfung. Es wurde eine Kommission gebildet, welche die für den Obstbau schädlichen Bäume anblättet, damit der Besitzer gezwungen wird, diese Bäume zu entfernen. Ferner wurde angeregt, in diesem Jahre von der Gemeinde eine Spritzaktion durchzuführen, damit auch die Besitzer von Obstbäumen, die sich noch an keiner Schädlingsbekämpfung beteiligt haben, heran- gezogen werden können. Weiter gab der Redner Mit aller Anstrengung gelang es ihr endlich, Frau Steinbrück auf das Bett zu tragen, das schon seit Wochen hier im kleinen Wohnzimmer aufge- schlagen war. Die Kranke gab keinen Laut von sich. Sie lag in tiefer, schwerer Ohnmacht. Die arme Wärterin wußte nicht, was sie zuerst tun sollte. Wie war das nur gekommen? Hatte sie etwas versäumt? Aber gerade heute morgen war die Kranke doch so still, wenn auch sehr schwach gewesen, und hatte ihr ausdrücklich gesagt, daß sie ruhig allein bleiben könne. Frau Müller möchte inzwischen in der Küche sauber machen, damit der kleine Haushalt immer schön in Ordnung bliebe. Frau Müller bat die Nachbarin, doch ein paar Minuten bei der ohnmächtigen Frau Steinbrück zu warten, während sie selber, so schnell sie ihre alten Beine trugen, ans Telephon beim Kaufmann Gefährliche Einbrecherbande in Mainz verhaftet. Mainz, 30. Jan. (LPD.) Seit einiger Zeit wurde Mainz und nähere Umgebung von einer Einbrecherbande in Schrecken gehalten. Bet ihren Raubzügen nahmen die Diebe mit sich, was ihnen in die Hände fiel. Den Nachforschungen der Kriminalpolizei ist es nunmehr gelungen, drei Täter dingfest zu machen. Es handelt sich um den 34jährigen Peter M u ß l e ck, den 23jährigen Nikolaus Josef Rauch und den 24jährigen Karl Scho rnsth eimer. Bis jetzt konnten ihnen dreizehn Einbrüche, die sie in Mainz, Weisenau, Gonsenheim und Harxheim verübten, nachgewiesen werden. Ohne Zweifel kommen sie aber für weit mehr Einbrüche als Täter in Frage. Die Ermittlungen sind noch im Gange. Bei den Tätern konnte noch eine erhebliche Menge des Diebesgutes ermittelt und den Geschädigten zurückgegeben werden. Aber noch schien ihr Leidensweg nicht zu Ende zu fein. Der nächste Tag brachte eine neue Hiobsbotschaft. Aus Paris kam ein Telegramm. Meldete die Schwester ihre Ankunst? Gerlinde öffnete es ahnungslos, wurde dann aber ganz erregt und reichte es, ohne ein Wort zu sagen, Fräulein Scholz. Das Telegramm kam aus dem Pariser Krankenhaus St. Jeanne. Es war von einer Krankenschwester ausgesetzt und lautete: unten im Hause eilte. Zuerst den Arzt, der sofort zu kommen versprach dann Gerlinde. In einer halben Stunde waren beide b^ Ger- linde war sofort mit einer Taxe aus dem Geschäft heimgefahren. Totenbleich lehnte sie an der Tur „Mutti, was ist mit meiner Mutti? schluchzte sie ununterbrochen, während der Arzt Frau Steinbrück eine Kampfereinspritzung machte. Dann trat er mitleidig zu Gerlinde heran und sttich ihr väterlich über Das Haar: „Siebes, armes Kind, seien Sie ganz, ganz tap- fer! Eine ganz unerklärliche Erregung mutz Ihre liebe Mutter so gepackt haben, dah ihr schwaches Herz dabei fast versagte. Aber — ihre Stunden waren sowieso gezählt. Das kranke Herz war schon so matt, daß alle Bäder hier nicht mehr^hatten helfen können. Ein neues Herz kann auch der beste Arzt nicht einsetzen. Das kann allein Gott wied gesund machen — aber nicht mehr in diesem Le- Wie aus weiter Ferne fanden die Worte Oerün- des Ohr. Sie schluchzte nicht mehr. Wie erstarrt roa das Mädchen in ihrem furchtbaren Schmerz, to wußte und hörte aus allem heraus nur das^etn . die Mutter wollte von ihr gehen — die Mutter! Draußen sprach der Arzt noch kurz nut der AZar- terin, die ihm in wenigen Worten den Vorgang 89 Mitglieder, von denen 74 aktiv Mitwirken. Kommandant Schäfer dankte allen Kameraden für ihre Mithilfe und hofft, daß es so bleiben möge. Den Kassenbericht erstattete Kassierer Friedrich Kreiling. Kamerad Christian Kreiling bestätigte die Richtigkeit der Kasse. Die Einnahmen be- tragen in 1934 232,31 RM., die Ausgaben 217,25 RM. Der Beitrag der passiven Mitglieder beträgt im Jahr 2 RM. Der Uebungsplan für 1935 wurde wie folgt festgesetzt: am 16. März, 31. März, 13. April 28. April, 11. Mai, 26. Mai, 15. Ium, 30. Juni, 14. Juli, 25. August. An Neuanschaffungen werden Schläuche benötigt. Kommandant Schäfer verlas noch ein Merkblatt über die Kreismotorspritze und gab weiter noch bekannt, daß in der zweiten Woche des Februar Unterricht über „Gisela, meine Gisela! Geh du nicht auch noch von mir!" meinte Gerlinde auf. Und wieder mußte Scholzchen das arme Kino an ihr Herz nehmen und es streicheln und ftrei- cheln. Worte halfen hier nicht. Dann kam der schwerste Tag für Gerlinde, die Mutter auf ihrem letzten Wege zu begleiten. Es war doch immerhin eine ziemlich stattliche Schar, die dem schlichten Sarge der stillen Dulderin folgte. Viele Hausbewohner hatten es sich nicht nehmen lassen diesem Begräbnis beizuwohnen. Wie so oft bei solchen Anlässen, waren auch hier Neugier und Sensationshunger im Spiel. Zu viele Menschen gibt es leider, für die die Tragik anderer em willkommenes Schauspiel ist. Die arme Kleene kann einem leid tun; bet arme Ding Die Jroße soll wohl in Paris fein. Die kam doch immer mit so ’nem Kavalier im Auto an. Is Tänzerin", so tuschelte man sich zu. Selbst hier auf dem letzten Wege konnten einzelne Frauen ihre Geschwätzigkeit nicht zügeln, wahrend andere in wirklich ehrlichem Mitleid im Trauerzug schritten. Aus dem Modehaus Merkur war ebenfalls eine ganze Anzahl Kollegen anwesend Selbst der Pro- vagandachef, der Gerlinde besonders schätzte, hatte es 9fid) nicht nehmen lassen, der Mutter Gerlindes die letzte Ehre zu erweisen. Ernste, eindrucksvolle Worte sprach der Pfarrer. Und die Sensationshungrigen kamen wirklich noch auf ihre Kosten ... Denn beiläufig erwähnte er, daß die verstorbene Frau Klara Steinbruck eme geborene Gräfin von Nyssen gewestn sei. Hm, da spitzte sich manches Ohr! Nun rourbe frei- lich vieles klar. Jetzt war feder überzeugt, baß er schon immer gefunden habe, baß bte Frau Stein- brüd so etwas Besonberes, so etwas Vornehmes an sich gehabt habe. Unb bie Mäbels auch. Diese Tatsache gab bem Hausklatsch noch lange Nahrung. An Gerlinbe aber ging alles vorbei. Sie horte bte Worte bes Pfarres nicht unb sah nicht, was um ste i vorging. Sie sah nur mit unheimlich starren Augen auf ben Sarg, ber bas Liebste barg was sie auf her Welt besessen hatte, unb ben nun bie schwarzen Männer in bie kalte, schwere Erbe senkten, die nichts ihr gelegen hatte. . Es war „Scholzchen", bie ben Weg hierher ge- funben hatte und die nun erschüttert am armseligen Totenbette derjenigen stand, die sie früher nur in Glanz unb Reichtum gekannt hatte. Scholzchen hatte es keine Ruhe gelassen. Si- mußte nach Gerlinde sehen, mutzte sehen, ob sie ihr nicht beistehen konnte. Und wirklich. Scholzchen nahm alles in die Hand. In ihrer klugen, resoluten Art erledigt- sie für Gerlinde alles, was bei einer 1° traurigen Gelegenheit zu erledigen ist. Sie war es auch, die an Gisela nach Pans telegraphierte, und sie war es, di- Gerlinde mit zu sich nach Hause nahm in ihre hübsche, freundliche Wohnung, nach- dem der Leichenwagen Frau Steinbruck bereits einen Ueberbücf über die nationale Notwenbigkeit bes beutschen Obstbaues. Sobann schilderte er bie Pflanzung unb Zucht ber Obstbäume. Im Namen des Obstbauoereins sprach Obstbaumwart Aller dem Redner für den lehrreichen Vortrag Dank aus. Mit „Sieg-Heil-" auf ben Führer unb Voltskanzler rourbe ber Vortrag geschlossen. oo Eberstabt, 30. Jan. Der Korns blumenoerf auf bes VDA. zugunsten des Winterhilfswerkes erbrachte in unserer Gemeinde den Betrag von 9,60 Mark. heutige Anzeige.) Oberbürgermeisterwahl in Worms. LPD. Worms, 30. Jan. Am Mittwochabend fand im festlich geschmückten Ratssaal die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Einstimmig wurde der seitherige kommissarische Oberbürgermeister Pg. Bartholomäus auf die Dauer von zwölf Jahren zum Oberbürgermeister der Stadt Worms gewählt. Die Wahl wurde in Anwesenheit des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiters Sprenger, vollzogen, der den neuen Oberbürgermeister herzlich beglückwünschte und Ausführungen zur neuen Reichsgemeindeordnung machte. Anschließend sprach der neugewählte Oberbürgermeister, der erklärte, baß er bestrebt fein werbe, das volle Vertrauen ber Wormser Bürgerschaft zu erringen und nationalsozialistischen Geist in das Herz eines jeden Wormsers zu bringen. Wieder ein Kokainschmuggler festgenommen. LPD. Darmstadt, 30. Jan. Das Kokain der hiesigen pharmazeutischen Großfabrik E. Merck scheint einen unwiderstehlichen Zauber auszuuben. Nachdem in den letzten Monaten bereits eine Reihe von Kokainschmugglern aus ber Schweiz, Frankreich unb ber Tschechoslowakei in naiver Weise versucht hatten, Kokain zu erlangen unb babei ber Polizei in die Hände gefallen waren, kam gestern wieder ein Tscheche auf die Idee, in Deutschland Kokain entgegen den gesetzlichen Vorschriften zu erhalten und dann über die Grenze zu schmuggeln. Sein Versuch mißglückte, denn die Polizei nahm ihn fest. Bor dem Strafrichter wird er alsbald erfahren, welche Strafen für die Verletzung deutscher Gesetze verhängt werden. Geflügel-Aussteilung in Watzenborn-Steinberg. Y Watzenbom-Steinberg, 29. Januar. Am Samstag und Sonntag hielt der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Watzenborn-Steinberg im Lokale „Zum grünen Baum" (Ludwig Schmandt) feine diesjährige Lokal-Ausstellung ab. Die Schau war in vier Abteilungen mit insgesamt 138 Ausstellnummern gegliedert. Die Ausstellungsleitung (Karl Häuser, Wilhelm S ch w i n d t und Karl Weih) hatte für eine stattliche Anzahl Zusatzpreise gesorgt. Als Wertungsrichter amtierte Wilhelm Nern (Pohl-Göns). „Verzeihen Sie mir die Schwäche, liebes Fraulein Scholz — aber ich konnte nicht dafür — e» war so schwer", flüsterte Gerlinde leise. Ist ja alles gut, mein Kind", erwiderte Scholzchen beruhigend. „Nur nicht aufregen! Jetzt ganz till sein." r r Wie auf ein ganz kleines Mädchen sprach Scholz- chen auf Gerlinde ein, die sich auch scheinbar etwas beruhigen ließ. — w , , _, , Gegen Abend dieses schweren Tages fuhr scholzchen noch einmal hinaus nach der kleinen Stern- brückfchen Wohnung. Sie schloß die Fenster, die noch immer weit geöffnet standen und entnahm einem Wäscheschrank verschiedenes Notwendige sur Gerlinde, die sie nicht von sich zu lassen gedacht«. „Das Arme, das Gute — keinen hat sie, gar keinen mehr. Da muß die alte Scholz doch zu was nütze fein", sagte sie und nahm es als eine Fügung des Himmels dankbar an. Sie sah sich in ber kleinen Wohnung um. Sauber, aber ärmlich war alles hier. , Die schone reiche Komtesse, wie furchtbar mutz sie gelitten haben?! Unb wie still hat sie gewiß alles ertragen! Ein ganz grausames Schicksal. Die wenigen Sachen, bie herumlagen, räumte fit auf unb stellte sie an ihren Platz. Auch eine Zeitung lag ba noch. Cs war bie Zeitung, in ber tfratt Steinbrück noch zuletzt gelesen hatte, und burch bi« sie in so furchtbare Erregung versetzt worben war. Aber bas wußte ja keiner. Auch Scholzchen nicht» die bas Blatt gedankenlos nahm unb Gerlindes Nachtzeug hineinwickelte. Dann schloß sie die stm«. kleine Wohnung sorgfältig ab unb fuhr schEens nach Hause. (Fortsetzung folgt.) Hühner. Wyandottes, schwarz: K. Philipp IV., sehr gut, 1 gut, 2 Z. Sussex, bunt: K. Plipp IV., sa., 1 g., 1 Z. — Rhobeländer: Hch. Sommer, ja.' 2 g., 1 Z. — Barnevelder, schwarz: Heinrich ßaub'er, 1 sg., 1 g. — Italiener, gelb: Otto Dern, 2 sg., 1 Z.; Otto Weiß, 3 sg., 5 g., 1 Z.- Italiener, schwarz: Wilh. Hof, 2 sg., unb Reichsfachschafts-Ehrenpreis; Lubw. Dern, 3 fg.; Karl Burger, 1 fg. — Italiener, gestreift: Ludw. Heß, 2 fg., 2 g., 2 Z. — Italiener, rebhuhnf, rofenk.: Karl Dern, 2 fg., 2 g., 2 Z. — Italiener, rebhuhnf., einfadif.: Karl Dern, 1 g. — Rheinlänber: Wilh. Peußer, 1 fg., 3 g., 1 Z.; Wilh. Schwinbt, 4 fg., 2 Z.; Karl Anbermann, 1 fg., 1 g., 1 befriedigend (Z. gleich Zusatzpreis.) Waffergeslügel: Rouen-Enten, rotlbfarb.: Hch. Sauber, 2 fg., 1 Z. — Khaki Campbell: Lubw. Heß, 4 fg., 1Z. — Laufenten, weiß: K. Philipp IV., 1 fg., 1 g., 1 Z. Zwerghühner. Goldwyandottes: O. Häuser, 4 fg., 1 g., 2 Z. — Wyandottes, schwarz: K. Andermann, 2 sg., 1 g., 2 Z. — Rhodeländer: Heinrich Pfeiffer, 1 sg., 1 g., 1 Z — Holländische Weißhauben: Gg. Jammer, 3 sg., 2 g., 1 Z. — Lang- shan, schwarz: Hch. Sauber, 4 fg., 2 Z. — Zwergkämpfer, neuengL, birfenf.: K. Philipp IV., 8 fg., 3 g., 2 Z. — Zwergkämpfer, neuengL, goldhalsig: Ludw. Heß, 1 fg., 1 g., 1 Z — Zwergkämpfer, neuengL, silberhalsig: Rich. Burger, 2 sg., 1 g., 1 Z.; Hch. Pfeiffer, 1 fg. — Zwergkämpfer, neu- engL, braunbruftig: K Philipp IV., 1 fg., 1 g., 1 Z — Zwergkämpfer, neuengL, rotscheckig: Hch. Ruhl, 5 fg., 4 g., 2 Z. — Zwergkämpfer, altmodisch, Porzellans.: Otto Häuser, 2 sg., 1 g., 1 Z. Tauben. Kröpfer, altdeutsche, blau m. Binden: Karl Weiß, 5 sg., 1 g., 2 Z. — Tigerscheck: Karl Philipp IV., 1 sg., 1 g., 1 Z. — Rotfahl: K. Weiß, 1 g. — Luchstauben, geschubt: Karl Häuser X., 4 fg., 2 g., 1 Z — Strasser, blau ohne Binden: K. Philipp IV., 2 sg. — Starenhals, schwarz mit Binden: Ludw. Heß, 1 sg., 3 g. — Steinheimer Bagdetten, weiß: Otto Sommer, 1 fg. Jugendgruppe. Rheinländer, schwarz: K. Häuser, 2 SLA. — Altd. Kröpfer - Tigerscheck: Otto Häuser, 2 A., 1 LA. UIU|1 VIII ■V'**/* — -1---7-r--I ir r> Verlesung der Genossenschaftsstatuten entspann sich! eine eingehende Aussprache über bie Methoben des Verkaufs, über bie Divibenbe, wie auch über bie Beschaffung von Saatgut. Mit breifachem „Sieg- Heil!" auf ben Führer Abolf Hitler wurde bie Versammlung geschlossen. - CO Klein-Linben, 30. Jan. Infolge Erkrankung vieler Schulkinber an Grippe muhte die hiesige Volksschule ab Mittwoch auf einige Tage geschloffen werden. Die Sammlung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland für das Winterhilfswerk ergab ben Betrag von Bevölkerung für ben kolonialen Gedanken zu werden unb zu zeigen, baß koloniale Politik ein wich- tiger Teil ber deutschen Raumpolitik und für den Ausbau der deutschen WeltgeltuiH von entscheidender Bedeutung ist. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. e* Arbeitsjubiläum. Die Hausangestellte Fräulein Lina Gabriel kann am morgigen Frei- taa 1 Februar, auf eine 25jährige Tätigkeit im Hause von Herrn August Kübel, Marktplatz 16, zurückblicken. ** Eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Vermögens st euerer- klärungen 1935 erlassen die Finanzämter Gießen, Alsfeld, Grünberg und Hungen in unserem heutigen Anzeigenteil. Auf die Bekanntmachung sei besonders hiygewiesen. ** Preußisch - Süddeutsche Staats- Lotterie. Die Lose zur bevorstehenden 5. Klasse müssen bis zum 1. Februar erneuert sein. (Siehe Gegen Abend schlug Frau Steinbrück wirklich noch einmal die Augen auf; aber sie erkannte ihre Umgebung nicht mehr. Ein frember Glanz lag tn ihren Blicken, unb sie flüsterte unaufhörlich Worte, die Gerlinde, die jedes Wort auffing, ganz zusam- „Nun, es ist ber Aermsten vielleicht bas Schwerste I Lebens. Scholzchen umsorgte sie mütterlich, und erspart. Diese entsetzlichen Herzanfälle müssen ja | bankbar nahm Gerlinbe bte freunbliche Fürsorge eine furchtbare Qual gewesen sein. Die kommen nun nicht roieber. Sie wirb gewiß noch einmal auf- wachen. Vielleicht auch noch etwas sprechen. Mber das ist nur noch einmal ein letztes Aufflackern. Ich glaube nicht, baß sie diese Nacht überlebt", sagte ber Arzt in ehrlichem Mitgefühl. „Rufen Sie mich, wenn es soweit ist", fügte er noch hinzu. Dann fiel bie Tür leise hinter ihm ins Schloß. tze und gab weiter noch bekannt, baß einsführer Koch, Dietmar! Hemrick) Neir- in ber zweiten Woche bes Februar Unterricht über jchmidt und Oberturnwart ^Wilhelm Reit- den Gebrauch der Gasmaske unb später Unterricht schmibt besucht war. Es rourbe beschlossen, Ln- über bie Armaturen ftattflnben soll. Mit einem fang März eine Winterhilfeveranstaltung mi yiesi- Sieg-Heil auf ben Führer wurde die General- gen Turnverein durchzufuhren. Nach der Erledi- Versammlung geschlossen. gung verschiedener interner Fragen schloß der Ber- ,»s SS"."mÄ: ä'SÄS« Lebensabend verbringen. ? Lich, 30. Jan. Die Ortsgruppe Lich △ Daubringen, 29. Jan. Die BäuerlichederNSDAP. hielt gestern in Steins Saal ihren - Bezugs- und Absaßgenosfenschaft Schulungsabend für den Monat Januar ab. Daubringen hielt dieser Tage ihre Generalver- ^ach einleitenden Begrüßungsworten des Schu- sammlung ab. Der 1. Vereinsführer, Bürgermeister lungsleiters ber Ortsgruppe, Pg. 3)r İ e p p e . Deines, gab einen Tätigkeitsbericht feit ber Auf- unjj foem gemeinsamen Gesang bes Liebes ,,-uolü lösung unb ber Ueberführung bes früheren Raifsei- an5 Gewehr" sprach ber Kreisschulungsleiter und senvereins im April vorigen Jahres in die jetzige Kreispressewart Pg. Michel (Gießen). Der Red- Genossenschaft. Sodann erfolgte die Wahl eines ner Qing aU5 vom 30. Januar, dem Jahrestage per 2. Vereinsführers. Gewählt wurde Wilhelm Karl nationalen Erhebung und der Wiedergeburt Deutsch- Walter. Zum Schriftführer wurde Ludwig K l i n- [anbs< schilderte in anschaulicher Weise die Ereig- g e l f) ö f e r bestimmt. Nachdem bie Frage ber niste an biesem Tage im Jahre 1933 in ber Wil- Sicherstellung ber Genossenschaft geklärt war, er- Helmstraße in Berlin, bie bas ganze Deutschland folgte eine Verlosung von ©egenftänben, die von aufhorchen unb aufjubeln ließen, ging bann em auf dem früheren Raiffeifenverein übernommen wor- bie ^e, mühevolle unb von Erfolg gefronte Arbeit den waren. Der Rechner gab im weiteren Verlaufe ber Regierung Abolf Hitlers, zeigte die mannigeinen Ueberbücf über ben gegenwärtigen Stand ber jachen Widerstänbe im Innern unb im Auslanb, bie Vereinsfinanzen. Der Haushalt ist ausgeglichen. babei überroinben waren und überwunden rour« Der Umsatz ist, gemessen daran, daß bie Genossen- ben, streifte kurz bie Stellung zur Jubenfrage, hob schäft erst ein Jahr besteht, befriebigenb. Nach per in jeincn weiteren Ausführungen befonbers hervor, ~ ' ' - - "^'baß jeber Parteigenosse unb jeber Volksgenosse, dec das Braunhemd trage, sich stets bewußt sein müsse, daß das Braunhemd ein Ehrenkleid sei und datz er in seinem Wirken und Handeln so dastehen müsse, daß jeder Volksgenosse in ihm sein Vorbild sehen kann, so rote unser großer Führer Adolf Hitler stets Vorbild war und noch heute ist und bleiben wird. Mit ber Forderung unb Mahnung, unserem Führer allzeit vertrauensvolle Gefolgschaft zu leisten, schloß ber Redner seine Ausführungen. Der Schulungsabend wurde mit dem Gruß an den Führer und mit bem Horst-Weffel-Lieb geschloffen. L UALITÄTl Jk Sir Jerg schaue' götun' baren Gabb' arten. qebir( taujer Gleis- Und gelsf wie । ganze bitten, btiriin penzir an de lande- In und Z den i aus# schult gevx M' sluss sich maj beck wec 5 heil 5)ir phc hin skai zur wil Ml crh de- La es ehe bt enk lier der St no Ää Ve hu Eb Grl nod) erf)o der jui sich U stall em Me hohl Mee gebe weg mit W DÖl' "ft Hel 6h fom ?ng< stche E- Feue anbe Suges E- Elho abiui lasse! Cf Leer eben der 75. Geburtstag von Professor Schmeil. dern. Kreis Alsfeld. Preußen Ge- Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ü. D. Wenn Ihre Großmutter bedürftig ist, so sind in erster Linie deren Kinder, und wenn diese nicht dazu in der Lage sind, die Enkel gemäß ihrer gesetzlichen Erbfolge und dem Verhältnis ihrer Erbteile unterhaltspflichtig. Diese können aber nur insoweit in Anspruch genommen werden, als ihr eigener standesgemäßer Unterhalt nicht dadurch gefährdet wird. Ist im vorliegenden Falle eine solche Gefähr- Der bekannte Naturforscher und Pädagoge Professor Dr. Otto S ch m e i l feiert am 3. Februar in Heidelberg seinen 7 5. Geburtstag. Hunderttausende von lebenden Deutschen kennen aus ihrer Schulzeit den „Schmeil" als Lern- und Lesebuch. Schmeil hat als Reformator des naturkundlichen Unterrichtsbuches seinen festen Platz in der Geschichte der Pädagogik. Die Bücher Schmeils, die 'N dreizehn verschiedenen Sprachen übersetzt sind, haben für die Weltgeltung der deutschen Unterrichtsmethodo auf dem Gebiet der Biologie die denkbar großts Wirkung erzielt. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. B., 30. Jan. Bei dem Bericht in Rr. 24 des Gießener Anzeigers vom 29. d. M. über schulische Angelegenheiten in Rodheim a. d. B. hat sich leider ein Irrtum heraus- qestellt: Die angekündigte Elternversammlung findet nicht am Freitag, 1. Februar, sondern erst Samstag, 23. Februar, im Gasthaus Schlierbach statt. 0 Lützellinden, 30. Jan. In der Gastwirtschaft von Franz fand eine Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Rach der Eröffnung durch den Ortsbauernführer Lenz hielt Diplomlandwirt Dornberger - Wetzlar einen Vortrag über das Reichsnährstandsgesetz und das Erbhofgesetz. Rach einer kurzen Pause sprach Stabsleiter Fischer über Getreidefragen, Milchwirtschaft und über hie Maßnahmen zur Sicherung der Unabhängigkeit der deutschen Landwirtschaft im Eiweißfutterbedarf durch die Einsäuerung von Grün- futter in Silo. Außerdem wurde ein Film über Grünlandverbesserung und Verwertung durch Grün- futtersilos vorgeführt. Die Versammlung wurde dann in der üblichen Weise geschlossen. △ Dornholzhausen, 29. Jan. Der Landrat hat zu Gemeinderäten berufen: Stützpunktleiter Pg. R e u t e r, SA.-Scharführer Pg. M e h l - mann, Pg. Wilhelm La über, Pg. Philipp Schieferstein, Landwirt Anton Althen und Wegewärter Heinrich Arnold. Als Schöffen wurden berufen: Pg. Landwirt untr Händler Joh. Zörb und Landwirt Wilhelm Klös I. Die Gemeinderäte und Schöffen wurden in der jüngsten Sitzung vom Gemeindeschulzen Jakobi in ihr Amt eingeführt und verpflichtet. — Am Sonntagabend wurde in der Turnhalle der Tonfilm „Douaumont" von der RS.-Gaufilmstelle vorgeführt. Die Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuches, besonders auch aus den Nachbargemeinden. Nachmittags fand eine Kindervorstellung statt. = Niederkleen, 30. Jan. Der Landrat hat düng Ihres standesgemäßen Unterhalts gegeben, so können Sie die Zahlung von Unterhaltsbeiträgen verweigern. Rundfunkprogramm Freitag, 1. Februar: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: „Unser deutsches National-Epos". Hörfolge. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert L 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Doppel- konzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Jugendfunk. Wir gehen in unseren Berufsschulabend! Ein Dreigespräch. 18.15: Wandlungen. Erlebnisse aus unserer Zeit von Ludwig Waldweber. 18.30: Der Himmel im Februar. — Welche Katastrophe im Weltenraum zeigt uns der neue Stern im Herkules an? Ein Gespräch mit Professor E. Sittig, Frankfurt a. M. 18.50 Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Meißener Porzellan. Funkfolge. 21: Im Zeichen der heiteren Kunst. Von Johann Strauß bis Eduard Künneke. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Volksmusik. 22.45: Der Zeitfunk bringt die Sportschau. 23: „Der Wilderer- Sepp" (Wiederholung). Ein heiterer Einakter. 24 bis 2: Schall und Platts fidele Nachtschicht! die Lage der evangelischen Kirche in Oesterreich in der Gegenwart. Aus den fesselnden Darlegungen wurde ersichtlich, wie tapfer und mannhaft gerade die Evangelischen Oesterreichs sich stets entsetzten für die heiligen Güter des Glaubens und des Volkstums. Der Vortrag schloß mit einem warmen Appell an die Zuhörer, die Arbeit des Evangelischen Bundes, der Deutschtum und Evangelium auf seine Fahne geschrieben hat, tatkräftig zu for- Auflösung des Dekanates Nidda im Sommer 1934 bekleidete. Außerdem war Pfarrer Scriba Abgeordneter mehrerer hessischer Landessynoden und 1933 unter Prälat D. Dr. Dr. Diehl als Landeskirchenrat Mitglied der alten hessischen Kirchen- regierung. Seit Jahren ist" er führendes Vorstandsmitglied der Deutschen Dorfkirchenbewegung. Kreis Schotten. (D Schotten, 30. Jan. Der Evangelische Bund veranstaltete am vorigen Sonntag m der hiesigen Stadtkirche einen evangelischen G e - m e i n b e a b e n b , in dessen Mittelpunkt em Vortrag von Pfarrer Trapp (Gießen) stand über „Das Evangelium in Oesterreich einst und jetzt . Der Vortragende, der selbst früher m Oesterreich als Bikar tätig gewesen war, gab ein sehr anschauliches Bild von der leidenden und kämpfenden evangelischen Kirche Oesterreichs in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens, schilderte dann die mit der Jahrhundertwende einsetzende neue evangelische Bewegung und gab schließlich einen Ueberblick über _8— Rieder-Ohmen, 29. Jan. Der Pfarrverwalter Helmut A l t zu Nieder-Ohmen, Dekanat Grünberg, ist vom Landeskirchenrat mit Wirkung vom 16. Januar zum Pfarrer dieser Wirret ernannt worden. Pfarrer Alt stammt aus Eichendorf; er bestand im Mai 1930 theologische Schlußprüfung und wurde sodann Assistent der Stadtkirchen- und Friedensgemeinde zu Offenbach. Seit Juni 1931 ist er Verwalter m Nieder-Ohmen. Kreis Scholten. w. Schotten, 30. Jan. Am Sonntagnachmittag beging die hiesige Hitlerjugend die feierliche Einweihung ihres neuen Iugendh e l - m e s. Ein Raum der Oekonomiegebäude im alten Brauhaus, inmitten der Stadt gelegen, ist durch eigene Kraft der HI. in ein schönes, behagliches Heim umgestaltet worden. Die Stadt Schotten und viele Private haben den Ausbau durch Spenden von Holz und dergleichen Materialien unterstützt, ein Radioapparat ist vorhanden, der Raum ist schon ausgeschmückt. Bei der Einweihungsfeier sprachen Kreis- leiter Krommund Regierungsrat Schwa n Glückwünsche aus. Scharführer Bohner dankte allen Stellen, die die schöne Heimstätte haben schaffen helfen. Kameradschaftlich verlebten die zahlreichen Gäste der Jugend einige schone Stunden. — Dieser Tage feierte die ä l t e st e Einwohne r t n der Stabt Frau Elisabethe Rühl auf der Gänsmuhle in völliger geistiger und körperlicher Frische ihren 9 2. Geburtstag. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 29. Jan. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihre Generalversammlung bei Kamerad Schaaf ab. Zu Beginn der Versammlung erörterte der erste Brandmeister, Fr. L i e h r , die' Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren. Sodann gedachte man des verstorbenen Ehrenmitglieds und Mitbegründers der Wehr, H. L a t h e r I. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde durch den Rechner G l e i ß n e r die Jahresrechnung vorgetragen. Dem Rechner wurde „Entlastung'erteilt. Nachdem die Uniformfrage erörtert und verschiedene interne Angelegenheiten ej-^bigt waren, wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Kameradschaftlich blieb man noch geraume Zeit beisammen. — Bei der auf Veranlassung des Forstamtes Kirtorf in den umliegenden Staatswaldungen durchgeführten T r e i b i a g D auf Wildschweine erlegte Forster Sennin g e r (Lehrbach) einen starken Keiler. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. 8. Lang-Göns, 28. Jan. Am gestrigen Sonntag weilte der derzeitige Propst der Propste! Oberhessen, Pfarrer Trommershausen (Frankfurt a. M.) in unserer Gemeinde. Er predigt- im Vormittagsgottesdienst und wohnte der Prüfung bet Christenlehrpflichtigen unb am Nachmittag bem Kindergottesdienst bei. Am heutigen Montag besuchte er bie hiesigen Schulklassen, um einen Einblick in ben Religionsunterricht zu nehmen. Kreis Bübingen. ben Stützpunktleiter ber NSDAP., Pg. Karl Mack, ben rangältesten Führer ber SA., Truppfuhrer Karl Brück, ben lanbwirtschaftlichen Ortsfachberater, Pg. Karl Nern, Pg. Wilhelm Braun, Lanbwirt Heinrich K n o r tz unb Landwirt Karl Hoffmann. -Als erster Schöffe ist ber Lanbwirt unb Zimmermann Louis Ulm, als zweiter Schöffe ber Lanbwirt Wilhelm Bink berufen. Die Ge- meinberäte unb Schöffen würben durch den Ge- meindefchulzen Ohly in ihr Amt eingefuhrt und vereidigt. Kreis Biedenkopf. 8 Gladenbach, 29. Jan. Die Schüler der „Freiherr vom Stein-Schule" sammelten im Auftrage des Vereins für das Deutschtum im Ausland für das Winterhilfswerk und konnten den Betrag von 50,66 Mark abliefern. § Erdhaufen, 29. Jan. In einer Verfamm- lung, die unter der Leitung von Bürgermeister Thome stand, wurde hier eine Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes gegründet. Es traten sofort 30 Mitglieder bei. Zum Gemeindegruppenleiter wurde Ludwig Scheid bestimmt. )( Niederweidbach, 31. Jan. Frau Elisa- betha Brück, Wwe., konnte am gestrigen Mittwoch, 30. Januar, in körperlicher unb geistiger Frische ihren 9 3. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau nimmt an allen Tagesereignissen noch lebhaften Anteil. -8.- Nidda, 29. Jan. Auf die durch den Tod des Pfarrers Laut erledigte e r ft e P f a r r ft e l l e unserer Stabt ist burch ben Lanbesbischof ber seitherige zweite Pfarrer von Nibba, Dekan August Scriba, berufen worben. Pfarrer Scriba würbe 1876 in Burkharbs geboren. Nach vorübergehenber Verwaltertätigkeit in Lonbori würbe er 1904 Pfarrer in Stumpertenrob, fobann 1912 Pfarrer in Eichelsborf. Seit 23. Dezember 1927 ist er zweiter Geistlicher in Nibba. Am 11 Mai 1923 war er bereits zum Dekan bes . .... £- Dekanates Nibba ernannt, welches Amt er bis zur folgenbe Personen als Gememberate berufen: g^tiicHtehxipfLen,. MM Versuchspackung 25 Pf. 7107V Eröffnung der Deutschen ResLStadt Mainz Freitag, den 1. Februar 1935 große 568 D Ala Vereinig. I. koloniale WiedereewinnnnO. Santfihr. (Heften j AnzeigeN-Altiengesellschaf Heinrich George Karin Hardt Jnlandvermögens. \MC D Q C DRUCKSACHEN VV C 1% D G Brühl'sche Druckerei Billige Angebote fordert werden. Masken-Stoffe Masken-Schnitte Masken-Hefte Bitte besichtigen Sie unser Schaufenster. Bitte besuchen Sie uns. Verstopfung od. Verdauungsstörungen, oft der Beginn nicht leicht zu nehmender Übel. 1 Herrengehpelz, schwarz,mit Persianer Kragen, wenig getragen, 1 Damenfahrpelz, 1 Stehleiter oas» zu verkaufen. 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I Lichtspielhaus - Gießen W Heute Donnerstag: Beginn der Aufführungen des großen deutschen Spitzenfilms gg Hermine und | die sieben Aufrechten Alb. Lieven, Paul Henkels Regie: Frank Wysbar Die Presse schreibt: B. Z.:.....ein deutscher, ganz und gar deutscher Spitzenfilm tritt seinen Siegeszug an. Völkischer Beobachter: „Der Film trägt, bis in jede Einzelheit unverkennbar, das Gesicht von Frank Wysbar, und dieser Wysbar ist ein Regisseur von ausgeprägtem Willen zu Niveau und persönlichem Ausdruck, von Intelligenz und unzweifelhaftem filmischen Können. Diese Qualitäten weist auch der Film auf: dem zu Recht das Prädikat „künstlerisch“ verliehen wurde. 244A Ferner: „lieber die rauhe Rhön11 Kulturfilm und Ufa-Ton-Woche Werktags 4.00,6.00,8.30 Uhr, Sonntags 3.00,5.30,8.30 Uhr Kolonial-Ausstellung am 1. Februar, abends 7 Uhr, im Saale des „Einhorn . Es werden gezeigt völkerkundliche Sammlungen und Gegenstände aus unsem früheren Kolonien. Koloniale Erzeugnisse vom Rohprodukt bis zum Fertigfabrikat. 559D Eintritt 30Pf., Kinder u.Erwerbslose15 Pf. Geöffnet von 15-21 Uhr, Sonntag den ganzen Tag v. 10-18 Uhr Veranstalter: Cafe ffmend 31. Januar: Abschiedsabend der Hauskapelle Erich Nestler Ab Freitag, 1. Febr., die neue Hauskapelle Stfmidt-Strüning Kassel - das singende Quartett Jeden Mittwoch und C7^PP Freitag nachmittag: LCLTlj-Lee 563 d Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe der Vermögenserklärungen 1935. I. Die Vermögenserklärungen 1935 sind in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1935 unter Benutzung der vorgeschviebenen Vordrucke abzugeben. II. Von den unbeschränkt Vermögenssteuerpflichtigen haben eine Vermögenserklärung über ihr Gesamtvermögen abzugeben: 1. Natürliche Personen a) die ledig sind, wenn ihr Gesamtoermögen 10 000 RM. übersteigt, b) die verheiratet oder verwitwet sind, wenn ihr Gesamtoermögen 20 000 RM. übersteigt. Hierbei ist das Vermögen der Ehefrau und der minderjährigen Kinder mit zu berücksichtigen. 2. Nicht natürliche Personen a) Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften: ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Gesamtvermögens. b) Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften. Versicherungsoereine auf Gegenseitigkeit, sonstige juristische Personen des privaten Rechts, nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, außerdem Kreditanstalten des öffentlichen Rechts: wenn ihr Gesamtoermögen 10 000 RM. übersteigt. III. Offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und ähnliche Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) anzusehen find und die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben, haben eine Vermögenserklärung abzugeben, wenn das Vermögen der Gesellschaft 10 000 RM. übersteigt. IV. Beschränkt Vermögenssteuerpflichtige haben eine Vermögenserklärung über ihr Jnlandvermögen abzugeben, und zwar ohne Rücksicht auf die Höhe des Am Montag, dem 4.Februar 1935,20 Uhr c.t.l gr__ spricht Herr Universitäts-Professor x)r. Zwlu r im Rahmen eines Lichtbildervortrags üb. seine i I Astoria-Lichtspiele I I Heute bis Sonntag einschließlich: essA H 4 Lustspieltage! iDick und Dof! die Weltmeister des Humors in B ihrem neuen wüsten Sturman- ■ griff auf das Zwerchfell, in: Die beiden Wüstensöhne ■ Erstklassiges Beiprogramm, u a. ■ Kultur-Füm und Wochenschau ■ Täglich 4 u. 8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr ■ anstaltung ergebenstein.Gästesind willkommen._______ Ort:Gr°b.Sa°ldesStudentenb-uses,Letbgesterner Weg 16. B66d Gießener Hochschulgesellschaff. RM 1.05, 1.95 in Apotheken und Drogerien. Einzigartige Erfolge mit OleüiinMcn,- b. 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Italien, * m, außerdem Kechts-wenn . überfteigt- haben eine ermogen ab die hoheöe3 mit ^-rdenr j °in°k Ah-n SÄ Ur. 26 Drittes Blatt Donnerstag, Zl.Zanuar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (vberheffen) SJL-tfpont hinein. * Spiele floß das I Watzenborn-Stein- rgebildet I berg Stelle und ist nicht zugesichert. * lassen will. ♦ und träi stände zu verlassen! * Pkte. 24:4 19:7 17:11 17:13 15:17 14:18 10:16 8:20 6:22 Verein SV. 05 Wetzlar 1900 Gießen T. u. Spv. Naun- Gew. 12 9 8 8 7 6 4 3 2 Verl. 2 3 5 6 8 8 7 9 10 öffne man die^Tür desselben mit kräftigem Fluch, uche mit scharfem Blick nach emem Funken und blase so lange in den Ofen hinein, bts das Feuer gänzlich erloschen ist. Dann stehe man auf, massiere das schmerzende Kreuz, entleere das Ofeninnere und beginne von neuem (wie oben!). Erst wenn bte Hütte ich mit beizenden Rauchschwaden zu füllen beginnt, gebe man sich der süßen Hoffnung hin, daß es endlich brennt... Sammelleidenschaft unter den Tieren. gesichert. Tuspo. Bissenberg ist aus der Klasse nicht mehr zu verdrängen. _ . r Dramen 1914 Frohnhausen hat seine Serie beendet und belegt zur Zeit den 5. Platz. VfB. Reichsbahn hat seine Spiele alle durchgesuyrt und in seinen letzten Spielen gezeigt, daß die Mannschaft doch reif ist für die Bezirksklasse. — Der BC. Sinn behauptet sich gerade noch. Unentsch. 0 1 1 1 1 2 2 2 2 heim Tuspo. Bissenberg Dranien 1914 Frohnhausen VfB. Reichsbahn Gießen DerElszellgleMeralsVaumeWSkandmavlens Blick auf eine nordische Winterlandschaft. Bon unserem H v.G.-Serichierstatter Es wird höflichst ersucht, die wenigen vorhandenen Schallvlatten nicht zum Skiwachsen zu verwenden, kbwohlsichFräulein F. diese Äethade patentreren „Wie mache ich rasch Feuer?" Man nehme nes Holz, zerkleinere es zu Stricknadelstarke, 500 Späne. Sodann lege man eine Schicht Papier sorgfältig in den Ofen, schichte 300 Spane darüber, sende ein Stoßgebet gen Himmel undzünde an. Hal man Glück, daß die Späne zu knistern begannen, so frohlocke man nicht, sondern lege andächtig etwas größere Scheite nach. Bemerkt man rn nn ©er Tabellenstand der Bezirksklaffe, Gruppe Gießen-Dill Zeitschriften. Im Dezember/Januar-Heft der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey,München) erörtert u. a. Heinrich Weinstock die Bemühungen um ome wirk« liche und echte Reform unseres Bildungswesens. Eine wahre Erneuerung und Reinigung des Gymnasiums wird nur aus einer tiefen und gewaltigen Erneuerung und Reinigung des deutschen Geistes hervorqehen." In jener unerbittlichen Feststellung Nietzsches ist zugleich der Zeit „einer tiefen und gewaltigen Erneuerung und Reinigung des deutschen Geistes" die Erneuerung und Reinigung unserer -otb dungsanstalten nicht nur verheißen, sondern auch anbefohlen. Wir vertrauen darauf, daß dieser Glaube kein frommer Wahn ist, weil, was Nietzsche nach dem Siege von 1871 vergebens ersehnt hatte, von uns nach dem Zusammenbruch von 1918 erwartet werden muß, wenn anders wir nicht auf einen Sinn der über uns verhängten Schicksale überhaupt verzichten wollen, nämlich: daß „jetzt Einflüsse aus der metaphysischen Wirkung des Krieges zu erhoffen sind. Weinstock schließt sich vollständig der aristokratischen Auffassung Nietzsches über den Bildungs- beqriff an, einer Auffassung, die sich bei dem zum Grundsatz unseres ganzen völkischen Lebens erhöbe- neu Führergedanken heute von selbst verstehen sollte. Die Kenntnis dieses Aufsatzes des hervorragenden Pädagogen sollte sich jeder verschaffen, dem es in ernstem Verantwortungsbewußtsein um die Zukunft unserer Bildungsanstalten, um die Zukunft der deutschen Bildung zu tun ist. Hochschulnachnchien. Nach langer Krankheit ist der Vorstand des Kunsthistorischen Seminars der Erlanger Universität, Professor Dr. Friedrich Haack, im Alter von 6a Jahren geworben. Er wirkte in Erlangen bis 1934 als Konservator der Staatlichen Gemäldesammlung. Professor Haack ist bekannt geworden durch sein Buch „Die Kunst des 19. Jahrhunderts , in dem er vor allem die deutsche. Kunst in den Vordergrund rückte. _ , rc ix- Professor Dr. Hermann Frenzel Extraordi- norius an der Universität Köln, hat einen Ruf als Chefarzt der Hals-. Nasen- und OhrenNinik an den Stadt. Krankenanstalten in Dortmund an« ^Pr7s7ss°r Dr. F. E. O. Schultze. Ordinarius für Philosophie. Pädagogik und experimentelle P y- chologi«, der im Herbst o. I. von der Universität K ö n i g s b e r g an die Universität Halle versetzt worden war, wird auf seinen Antrag an die Universität Königsberg zurückversetzt und ent- pflichtet. Teutonia Watzenborn-Steinberg und Rb.-Tuspo. Dillenburg werden wohl absteigen müssen, wenn nicht eine neue Zusammenstellung der Gruppe erfolgt. Marburger Brief. In der Bezirksklasse „Gruppe Marburg" sicherte sich der VfB. Kurhesfen die Tabellenspitze durch einen 2-1-Sieg auf dem schwierigen Gelände in Ockers- Hausen. Der Platz war stark aufgeweicht, auch brauste ein eisiger Wind über den Platz, so daß sich kein rechtes Spiel entwickeln konnte. Der VfB. war die erste Halbzeit stark feldüberlegen und schoß zwei Tore. Ockershausen holt gleich nach Halbzeit em Tor auf und ist nun seinerseits unter Hilfe starken Rückenwindes feldüberlegen. Die Hintermannschaft, in der Weyand im Tor einen großen Tag hatte wehrt jedoch die vielen Angriffe des Platzvereins sicher ob. Lorey (Kassel) war dem Spiel ein guter Leiter Die beiden anderen Spiele kamen nicht zum Austrag. Gemünden scheute die weite Reise nach Botten- hvrn, Gladenbach ist verbandsseitig gesperrt, so daß auch Breidenbach ohne Gegner war. — Der Tormann W e y a n d des VfB. Kurhessen spielt am kommenden Sonntag in der Gaumannschaft gegen den Gau Bayern. Das Spiel des VfB. gegen Biedenkopf ist daher vom Spielplan abgesetzt worden. Die Abfahrtsläufe in Garmisch. Norweger überraschen. Die Deutschen Wintersportmeisterschaften wurden am Mittwoch mit den Abfahrtsläufen für Manner und Frauen fortgesetzt. Dabei gab es eine große Ueberraschung, denn es gelang den beiden nor- ßere Mächtigkeit und sein schwereres Gewicht das Haupttal viel tiefer ausschürfen, so daß bald die Seitentäler hoch über der Talsohle gleichsam in die Luft ausmündeten und ihr Wasser in brausen- d e n F ä l l e n über oft mehrere hundert Meter hohe, senkrechte Wandstufen ins Haupttal hinabsandten; eine auch in den Alpen häufige Erscheinung, die aber in Norwegen den ganzen Charakter der Fjord- und Tallandschaft beherrscht und in diesem Maße niemals durch die Wirkung des Wassers allein hervor- gerusen sein könnte: damit ein Wasserfall entstehen kann, muß der Gletscher vorgearbeitet haben! Aus einem letzten natürlichen Stausee mündet der „Elv" dann endlich in den Fjord. Und das Merkwürdige ist nun — die Meisten wissen das nicht, weil man es nicht sehen kann — daß die Fjorde nicht an ihrer Ausmündung, sondern ungefähr in der Mitte am tiefsten sind: die Fjorde sind nicht etwa durch die fressende Wirkung des Meeres entstanden (sonst müßte sich zwischen Hamburg und Amsterdam ein Fjord an den andern reihen!), sondern auch sie sind Botne größten Ausmaßes, Eiszeitglet- scherbecken, deren Sperrmoränen unter dem Meeresspiegel gesunken sind, so daß das Salzwasser einströmen konnte. Es fragt sich, wo all der Schutt, der Schlamm und der Sand geblieben sind, den der Eiszeitgletscher in seinem Jahrtausende langen Fluß zu Tal getragen hat. Nun, der ist durch die Fjorde ms Meer geschwemmt und ragt vielfach in Gestalt von Schlammbänken über den Wasserspiegel. T r o m 5 ö , die größte Stadt nördlich des Polarkreises, liegt auf einer solchen fruchtbaren Schlammbank, und ohne sie wäre die Stadt wohl kaum entstanden. Das Durcheinander von hohen Jnselbergen einerseits, die wie Götterburgen aus dem Meere ragen und zum Festlandkörper gehören, und ange- schwemmten flachen Schlamminseln und Landzungen andererseits ergibt längs der Küste ein eigenartig buntes Landschaftsbild. Wohl nirgends ist das so auffallend wie vor der Ausmündung des Geiranger Fjordsystems, rings um Ale - sund. Diese flachen Inseln und Halbinseln sind von größter volkswirtschaftlicher Bedeutung, denn sie Die Eiszeit war es, die Skandinavien seine wohl sicher nicht endgültige, aber doch heutige Gestalt verlieh. Dem Gletscher allein ist es zu verdanken, daß Norwegen eines der schönsten Länder der Erde ist, und daß es außerdem ein Polt zu ernähren vermag. Er allein hat den Formenreichtum der Taler, die tausend Seen, ja selbst die Wasserfalle geschaffen. Sein Werk find die Fjorde, und die Bewohn- barkeit und der Fischreichtum der Küste sind auf die Arbeit des Gletschers zurückzuführen. Für den der das erhabene Schweigen und die öde Einsamkeit des Kosmos sucht, hat der Gletscher auf den inneren Hochflächen Geröllwüsten hinterlassen, die ihres- überslüssig erscheint alles menschliche Dichtwerk, gemessen an dem unerschöpflichen Erfindungsreichtum der Natur, der Wirklichkeit! Hier an Torghat- t e n — so heißt der durchlöcherte Jnselberg — hat sich einmal die Brandung des Meeres durch eine weichere, leichter lösliche Gesteinsschicht mitten hindurchgefressen. Damals, als Skandinavien noch nicht zum zweiten Male emporgehoben worden war. Auch jenes Rondane-Gebirge hoch oben und weit drinnen im Binnenlande ist vom Meere abgelagert worden. Und zwar vor (geologisch gesprochen) gar nicht allzu langer Zeit, sonst wären die Kalkkuppeln längst wieder zerfallen. Aber sehen wir nun von unterer höchsten Aussichtswarte westwärts! Auch hier grenzenloses, einförmiges Hochland, wenn man auch dazwischen die Schluchten ahnt, in denen sich die Fjorde zum Meere winden. Aber im Gegensatz zu dem ganz eisfreien Gebirge des trockenen, kontinentalen Ostens sehen wir hier nahe der niederschlagsreichen, also im Winter schneereichen Küste eine Vergletscherung, die wie eine letzte Spur der Eiszeit anmutet. Hier schimmert Jostedalsbrä, der g r ö ß t e G l e t - scher Europas (wenn man vorn isländischen Vatnajäkul absieht). Ein nach allen Richtungen hin viele Meilen weites, kaum gegipfeltes Hochplateau ist ganz und gar von feinem mächtigen, aber spaltenarmen Firn übergossen. So etwas gibt es in den Alpen nicht, wo man immer noch die Struktur der Gletscher übersehen kann, die hier gewöhnlich aus mehreren zerklüfteten Quellbecken in einer gemein» amen Zunge abfließen. Diese unabsehbare Firn- wüste von Jostedalsbrä, ihre zahllosen Abflußgletscher und ihre vielen kleineren, aber gleichgearteten Trabanten: das allgs erinnert an den Nordpol. Oder eben an die Eiszeit. Und wenn je eine neue Eiszeit heranrucken sollte, t>ann — so empfindet man es! — wird sie von Jostedalsbrä ausstrahlen bis in bas Herz Europas Anschlagzettel aus bayerischen Gkihütten. Bon Gertraud von Boeck Es ist verboten, mehr als einmal pro Nacht und pro Person zwecks „Wetterinsormation" das Weite zu suchen, da sonst die mühsam kondensierte Lust entweichen oder sich verbessern könnte. * Es wird gebeten, sich während der Nacht möglichst oft umzudrehen und sonstige Verschiebungen vorzu- nehmen damit etwaige im Nachlassen begriffene Staubwolken neuerdings aufgescheucht werden und somit eine bessere Atmung*vermitteln. Es ist zu empfehlen, bei freier Wahl die unteren Laaer aufzusuchen, da nur hier ein langsames, aber sicheres Erfrieren garantiert werden kann. Es ist gestattet, morgens als Erster aufzustehen, Feuer zu machen, Wasser zu holen und für die kud-r-u Kaffee zu kochen. Ungestörtes Arbe.ten w.rd geben Platz für Besiedlung und fruchtbaren Boden für Dolksernährung. Aber damit nicht genug, besteht der ganze Meeres- gründ vor der norwegischen Küste aus versunkenem Schwemmlande. Im Gegensatz zu den sehr tiefen Fjorden ist das Meer so flach, daß die Fische sich hier millionenweise zur Paarung sammeln. Außerdem dringen die schweren kalten Strömungen, die auf dem Grunde des Weltmeeres versinken, nicht in diese „Flachsee" vor, und die Wunderwirkung des Gols- stromes wird dadurch noch erhöht. — Erst einige Meilen außerhalb der Küste und ihres Jnselgurtels bricht der Meeresgrund bei „Storeggjen", „der großen Kante", in ozeanische Tiefen nieder. Verblüffend, aber wahr: ohne die Eiszeit wäre Norwegen ein arktisches, ein unbewohntes Lan d! Es hätte nicht die Wärmeentwicklung der Flachsee: nicht den F i s ch s e g e n: nicht den Wohnraum und Nahrungsgrund auf den Schlammbanken der Küste. Es gäbe nicht den Reichtum nordischer Kultur. — Und wenn die Einnahmen durch den Fremdenverkehr heute an fünfter Stelle der norwegischen Außenhandelsbilanz stehen, so ist auch dies ein Geschenk des Gletschers, der das Land zu berückender Schönheit geformt hat: Eine wild zerrissene Küste mit hundertfünfzigtausend Inseln davor; ein Gewirr von Fiorden, ein Ueberreichtum an Talstufen und Wasier- fällen und eine Unzahl von Seen. Das alles, gibt es nur in Ländern, die der Gletscher bis zum Meeresspiegel hinab bearbeitet hat: in Feuerland; aber nicht in Portugal, das geologisch sonst mit Norwegen wesentlich übereinstimmt. Auch unsere königlich stolzen Alpen haben ihre Eiszeit gehabt, denn der Mont Blanc ist doppelt |o hoch wie der Galdhöppig. Aber das ist sehr mel langer her, denn in der südlicheren Lage mußte der Gletscher früher abschmelzen. Darum hat dasWa,- ser hier die meisten Gletscherseen langst wieder zu- geschwemmt — ebenso wie andererseits die Verwitterung wohl den betörendsten Kamm- und Gip- felreichtum ausgesägt hat, den die Welt kennt Nur die Spuren der Eiszeit sind nicht mehr so frisch und deutlich. ♦ er, „hatte Muido eine besondere Vorliebe; vermißte man sie, dann wußte man schon, wo sie zu finden waren. Bald pflegte meine Frau jeden Abend seine Backentaschen auszuleeren. Anfänglich sträubte er sich später kramte er von selbst seine Schätze aus, wenn er auf den Schoß genommen wurde. Da kamen dann Steinchen, Erbsen, Münzen, Bohnen, Nägel, Korke, Fingerhüte, Glasstöpsel und andere Dinge zum Vorschein, davon er die nicht anderweitig gebrauchten behalten durste, denn er verlor fein einziges Stück." Auch unter den Vorrat sammelnden Nagetieren soll es einige geben, die nicht nur eßbare, sondern auch ungenießbare Dinge auf - speichern. Die Discacha der südamerikanischen Pampa stapelt ganze Karrenladungen von Viehknochen- und Hörnern um den Eingang ihres Baues auf; wenn die Gauchos etwas suchen, gehen sie zuerst an diese Orte. Es hat die Forscher schon lange beschäftigt, welchem Trieb die Tiere bei derartigen auf den ersten Blick nutzlosen Handlungen wohl folgen. Schrenck v. Notzing ist der Ausfassung: Vielleicht erleichtern sie sich in der einförmigen baumlosen Ebene auf diese Weise die Orientierung, da ihre Sehschärfe bei dem fast .ständigen Aufenthalt unter der Erde sehr gering ist. Ein ausgepichter Dieb unter den amerikanischen Waldratten ist die Bergratte des westlichen Kolo- rado, di« alles mit sich schleppt, was ihr in den Weg kommt und die ganze Trödel-Magazine aus Kleidern, Schuhen, Messern, Löffeln und anderen Dingen in ihrer Höhle oder in unmittelbarer Nahe davon aufstapelt. Auch der hamstergroße Ziesel der aus dem Osten fetzt sogar bis Schlesien und Sachsen gekommen ist, ist ein Raritaten-Sammler und trägt gern glänzende Dinge zusammen unter denen Glas- und Porzellanscherben und Metall- gegenstände die Hauptrolle spielen. Der Pfleger eines Baumhörnchens aus dem Urwald Kameruns fand in der Behausung seines Zöglings ein ganzes Arsenal von Zündhütchen, Patronenhülsen, bunten Scherben und anderem. Von den Raubtieren sind zwei Fuchs- und zwei Schakalarten dafür bekannt, Lf» sie vollkommen unbrauchbare Gegenstände £U= sammenholen. Ein Fovschungsr^sender beklagte sich schon im 18. Jahrhundert über den Polarfuchs, der hm rudelweise Messer, Stöcke, Säcke, Strumpfe und Schuhe von den Wohnstätten weggeschleppt hnhe Der Azara-Fuchs Südamerikas wird mimer Är Dstbst°hl- °°n 3äumen, Sätteln Steg, bügeln und Messern bezichtigt. Auch der Schabracken- Schakal Afrikas ist bei den Eingeborenen deshalb so unbeliebt, weil er stiehlt was mchtmet-und naaelfeft ist. Man vermutet, daß bei den Nagern vor allem die Besitzfreude Beweggrund -hre-.Tuns ist während man den Raubtieren eine ausgeprägte Lust zum Stehlen zur Last legt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Hammerfest, im Januar 1935. Wir wollen von Galdhöpiggen, dem höchsten Berge Skandinavien, aus das Land überschauen. Ringsum ragen die mächtigen Feldhörner Jötunheims, doppelt drohend durch ihre unnahbaren Gestalten und durch die schwarze Farbe ihres Gabbrogesteins. Gabbro ist eine der härtesten Felsarten. Darum haben die Gipfel von Jötunheim der gebirgseinebnenden Verwitterung der Jahrhunderttausende Widerstand geleistet. Sie konnten zum Gletscher der Eiszeit sagen: „Geh außen herum!" Und in jener Epoche waren sie wohl die einzigen Felsspitzen Skandinaviens, das damals so aussah wie heute das Innere von Grönland, das seiner ganzen Ausdehnung nach unter einer unvorstellbar dicken, aber flachen Eismasse begraben ist. Und darum sind sie noch heute die einzigen wahren Alpenzinnen des grenzenlosen und einförmigen, nur an den Küsten ausgezackten skandinavischen Hochlandes. gleichen suchen. ...... Hier oben fiel all der Schnee, der sich allmählich in Massen häufte, und unter seinem eigenen Gewicht VC. Smn zum Gletscher verhärtete. Und von hier aus f^' ®ahenbo1 Eis durch die Täler ab, die das Wasser vorgebildet 14 13 14 15 16 16 13 14 Dillenburg 14 SV. 05 Wetzlar steht an erster ------ mehr einzuholen. Es fei denn, daß er die zwei noch ausstehenden Spiele verliert und 1900 Gießen seine drei ausstehenden Spiele gewinnt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist das Rückspiel 1900 Gießen gegen 05 Wetzlar am 10. Februar. Auch Naunheim hat sich einen guten Tabellenstand Es ist nicht absolut notig, seine Mannllchkelt durch Leeren der Rumslasche zu beweisen, man. kami d es ebensogut durch Holzhacken tun. Einige Klafter hinter der Hütte harren überschüssiger Krafie. Anfängerinnen wird geraten, sich burÄ ® ^ttteb abspülen und Jodfen beliebt zu machen. Eme mttM mäßige Skiläuferin, die einen anständigen Maner Nörrenaus den Tisch bringt, hat auch °m° g-w.sie Daseinsberechtigung. Neuhinzukornrnenden sei gesagt: Es ist nicht verboten, die Hütte in sauberem und aufgeräumtem Zu Seit je hat es unter den Menschen leidenschaftliche Sammler gegeben, und zwar war es xW nur ihr Ziel kostbare Reichtümer anzuhaufen, die jeder Zeit wieder an den Mann gebracht werden können, sondern sie haben stets auch mit viel Liebe und Sorgfalt seltsame und nutzlos erscheinende Dinge zusammengetragen, die von anderen ^erhaupt unbeachtet blieben, oder die erst viel spater, vielleicht nach dem Tode des Besitzers, einen unerwarteten Wert erhielten. Dieser Sammeltrieb muß in der menschlichen Natur angelegt sein, denn schon den Kindern erscheinen alle möglichen und unmöglichen Gegenstände aufhebenswert, vom verrosteteni Jta- gel angefangen bis zu Briefmarken- und Zigare - tenbilder. Daß es auch in der Tierwelt leidenschaftliche Sammler gibt, ist eigentlich nur von emigen Vögeln allgemeiner bekannt. Krähen^.Elstern und Dohlen haben, wie in der „Jllustnrten Zeitung, Leipzig" mitgeteilt wird, eine unüb erratndliche Zu- nrigung zu Schmucksachen und anderen glauz°ud n Dingen, die sie sich mit viel List zu beschaffen wissen. Auch in Horsten des Kolkraben hat man schon manche blanken Gegenstände Kunden, die J „Meisterdieb" gestohlen hatte. Wenn diese rabenartigen Vögel anscheinend durch die Sd)rotengr des Erwerbs und durch ein ausgesprochenes Desitz- gefühl zu ihren Diebereien verlockt werden, so durften anbere Vögel, wie die Kragenvogels Australlens und Neuguineas, mehr einem ästhetischen Neiz f - gen, wenn sie Blumen, Muscheln und tige Federn zur Ausschmückung ihrer lunswolle „Lauben" heranholen. „Rantaten-Sammler sind jedoch auch unter den Saugetieren zu fmden Wider Erwarten gehören unter den Affen oll^v Anschein nach nur die Meerkatzen dazu. Brehm schildert eine, die vor allem hinter Goldmünzen diuterher war, die sie aus der Kasse ihres Besitzers stahh und in den Backentaschen verbarg. Pechuel-Lvesche^berich tet von einer Schnurrbart-Meerkatze (Blaumaul), die er fünf Jahre lang gepflegt »edterfie ihre Beute unter Schranken, m.Gardinen-Falten h Aber in diesen bisher gleichmäßig abfallenden Tälern grub nun das Eis jene Botne aus, überall da, wo die Zunge des Gletschers für kürzere oder längere Zeit endete; und vor jedem Becken wurde mit all dem Geröll, das von den Bergen auf den Gletscher fiel und mit ihm zu Tal floß ober auch von der Talsohle abgeschürft und vom Fuße des Gletschers weitergeschoben wurde, eine Moräne angehäuft, ein Staudamm aufgeschüttet. Nach der Eiszeit sammelte sich dann in diesen natürlichen Staubecken alles Schmelzwasser der Gletscher zu fenen Seen aus denen die kurzen heutigen Flußläufe Norwegens zum größten Teil zusammengesetzt sind. lieber all da, wo die Seitentäler in die „Fiord- ... «» n r i e 11 oe- täler" einmünden, vereinigten sich die Quellgletscher ',°naw-m/uüd wst zum Houptgletscher. Dieser konnte durch ,°m° gro^ In ihre steilen Flanken sind klein«, aber harte und zerborstene Gletscher gebettet. Die haben sich in den Hängen der Berge Mulden gegraben, Becken ausgehöhlt und diese wieder mit ihrem Moränenschutt abgedämmt. Das kann nur das Eis mit seiner •. gewaltigen Last und seiner zäh fließenden und schürfenden Gletscherzunge. Das dünn- und schnellflüssige Wasser kann nur Rinnen graben, aus denen sich später durch die Verwitterung Täler mit einigermaßen gleichmäßigem Gefälle bilden. Das Gletscherbecken zu schaffen, den „Botn", wie man es in Norwegen nennt, aus dem später das Seebecken wird, — 'bas ist dem Eis vorbehalten. In Kohle und Kreide gezeichnet ist dieses Jötunheim, mit harten Strichen hingeworfen auf den Hintergrund des Himmels — wie in wilder Fieber- phantasie. Nirgends sieht man in ein grünes Tal hinab, auch im Osten nicht. Dort erstreckt sich das skandinavische Hochland formenarm und endlos bis zur Morgenröte. Wie ein graues Meer, das in wildem Aufruhr zu Stein erstarrt ist; aber gegen Morgen allmählich abgedacht. Nur im Nordoften erheben sich darüber die mächtigen Kalkkuppeln des Ronda ne-Gebirges. So liegt dieses Land am äußersten Rande der Welt, — und fo lag es schon am äußersten Rande der Zeit, lange, lange, ehe die Alpen aus dem Meere stiegen. Skandinavien ist eines der ä 11 e st e n S t u ck e der Erdoberfläche; älter als das Leben hoher «ntivickelter Tiere, denn sein Fels birgt kein« Fossilien. Von dem wilden und glühenden Vulkanismus der jungen Erde wurde es aufgeworfen — vor Sternenzeiten —, und durch die Schrumpfung der noch kaum erstarrten Erdoberfläche wurde es m Kämme gefaltet — in einer unausdenkbar fernen Vergangenheit; bann wieder abgetragen in Jahrhunderttausende langer Verwitterung zu einer Ebene in Höhe des Meeresspiegels und bei weiterer Erkaltung der Erde und Schrumpfung ihrer Rinde nochmals ein paar tausend Meter über das Meer erhoben, zu seiner heutigen stolzen Hohe, unb wie- der war es vom Wasser zerfurcht und tm Begriff zu verfallen, als der Gletscher der Eiszeit sich kalt und schwer barüberlegte. Unvorstellbar sinb bie Kräfte, die ine Erbe gestalten «unb verwickelt unb verwirrend ist der ewige Wechsel Zwischen Land und Meer Vor der nord-norwegischen Küste ragt eine hohe Felseninsel. Etwa hundert Meter über dem Meere ist ein Loch quer durch den ganzen Berg gebohrt wie ein riesiger Bergwerksstollen Die norwegische Phantasie schmückt dieses Naturwunder mit ganzen Sagenkreisen aus, ebenso wie sie Jötunheim mit den R ie s e n d e r V? r Ze i t bevölkert. Aber wie armselig, wie wegischen Springern Birger und Sigmund Ruud die beiden ersten Plätze zu belegen. Für Birger Ruud, den Sieger, wurde 5:17 gestoppt, Sigmund Ruud benötigte 5:23,2, während der erste Deutsche Johann P f n ü r (Partenkirchen) als Dritter 5:30,2 brauchte. Bei den Frauen siegte Christel Cranz klar mit 5:25 für die etwas verkürzte Strecke. Deutsche Lishockey-Weislerfchaft. Im festlich geschmückten Olympi-a-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen begann am Mittwoch die Deutsche Eishockey-Meisterschaft mit der Vorrunde, die nach dem Pokalsystem ausgetragen wird. Im ersten Spiel schlug der SV. Rastenburg den SC. Meiningen überlegen mit 12:1 (4:0, 2:0, 6:1). Das vorgesehene Treffen EV. Füssen — Beuthen 09 fiel aus, da Beuthen 09 nicht antrat, so daß die Füssener kampflos eine Runde weiter kamen. Die zweite Begegnung führte den Berliner Schlittschuh-Club mit der Altonaer Schlittschuhläufer-Vereinigung zusammen. Die Berliner zeigten sich eindeutig überlegen und siegten 8:0 (3:0, 1:0, 4:0). Das Gau-Wintertreffen des Turngaues Rordheffen auf dem Hoherodskopf. Der Turnaau Nordhessen veranstaltet kommenden Sonntag auf dem Hoherodskopf sein diesjähriges Wintertreffen, bei dem sich Turner und Turnerinnen nach erfrischender Bergwanderung ein Stelldichein geben werden. Wie schon kurz mitgeteilt worden ist, sind damit Schneelauf-Wettkämpfe verbunden, die von der Fachschaft Schneelauf der DT. im Fachamt Schneelauf des Reichsbundes für Leibesübungen durchgeführt werden. Die Fachschaft Schneelauf der DT. hat in der kurzen Zeit ihrer aufbauenden Tätigkeit aus der Mitgliederschaft der Turnerschaft eine große Zahl Männer und Frauen neu für den Wintersport erfaßt und allein im Gau Nordhesien über tausend Schneeschuhläufer dem Fachamt Schneelauf zugeführt. Daß auch der Wettkampfgedanke lebendig ist, das beweist das verhältnismäßig gute Meldeergebnis zu den Wettkämpfen. Daß auch der Bezirk Gießen des Deutschen Ski-Verbandes eine Reihe von Teilnehmern zu den Wettkämpfen entsendet, wird lebhaft begrüßt, ist diese kameradschaftliche Zusammenarbeit doch ein erfreulicher Auftakt für die Zukunftsarbeit, die nur noch gemeinsam vom Fachamt Schneelauf durchgeführt werden wird. Die unter der Oberleitung von DT.-Gauschnee- laufwart Deuter (Fulda) zum Austrag kommenden Wettkämpfe beginnen um 9 Uhr mit dem Start zum Langlauf in allen Klassen (Obmann Kreis- schneelaufwart Dr. Loh- Gießen). Die Strecke über 6 Kilometer führt vom Klubhaus nach den Forellenteichen, zurück zum Bismarckturm, an der Hohe Rain-Bahn vorbei, die Galoppschneise hinunter, zurück zum Klubhaus. Für die Altersklasse sind sechs Kilometer (1 Runde), für die Turnerklasse (2 Runden) 12 Kilometer, für die Jugendklasse 1918/19 8 Kilometer (2 Runden zu 4 Kilometer), für die Jugendklasse 1920/21 6 Kilometer (1 Runde), für die Turnerinnen 4 Kilometer (1 Runde) vorge- schrieben. In allen Klassen gelten vier Läufer des gleichen Vereins, von denen die drei ersten bewertet werden, als Mannschaft. Um 11.30 Uhr wird zum Abfahrts-Hindernislauf in allen Klaffen gestartet (Obmann H. Schilling- Hanau a. M.). Der Nachmittag bringt noch Scherzwettkämpfe und Spiele auf Schneeschuhen. Außerdem findet ein Lehrgang für Anfänger während des ganzen Tages statt, den Lehrwart Hoffmann- Friedberg leitet. Die Siegerverkündung wird das Gauwintertreffen beschließen, das — wie oben schon gesagt — nicht nur eine Wettkampf- und Schneelaufveranstaltung ist, sondern auch ein Wandertag für Turner und Turnerinnen „ohne Bretter", ist das Wandern feit Jahns Zeiten doch einer der wesentlichsten Zweige turnerischer Betätigung. Der neue 2 eg derFußball-Gportjugend Ein Vortrag des Fußball-Zugendführer des DFB. in Gießen. Der Kreis Lahn-Dill im Gau 12 des Deutschen Fußballbundes hatte für den gestrigen Abend die Vereins-Jugendführer und Jugendlichen zu einem Vortrag in das Hotel „Bayerischer Hof" eingeladen. Der Jugendführer des Deutschen Fußballbundes, Gabriel (Berlin), weilte in Gießen zu Gast und hielt, nach herzlicher Begrüßung durch den Kreisführer Henkel, einen aufschlußreichen und gleichzeitig begeisternden Vortrag über den neuen Weg, den die deutsche Fuß- balljugend gehen soll. Der Redner erinnerte zunächst an jene Zeiten, in denen die Bahnbrecher des Fußballsportes sehr darum zu kämpfen hatten, überhaupt Fußball spielen zu können und zu dürfen. Er erinnerte an die vielen Schwierigkeiten, die damals zu überwältigen waren. Jene Vorkämpfer aber erkannten schon damals den großen Wert, der im Fußballsport steckt. Deshalb ist auch die Jugend zu jenen Wannern -r gestoßen, weil die Jugend einen sehr feinen Instinkt für das Richtige und Zukunftweisende hat. Der Krieg hat die Entwicklung unterbrochen. Viele Sportler, tüchtige Soldaten, fielen. Aber die Zurück- kehrenden bauten neu auf. Abermals fand sich die Jugend zu ihnen. Die Fußballbewegung ist in der Folge ungeheuer gewachsen. Verein um Verein entstand. Dann kam aber die trübe Zeit, in der der Materialismus im Sport Einzug hielt. Es hat eine Zeit gegeben, in der ein Verein gegen den anderen, ein Verband gegen den anderen stehen zu müssen glaubte. Zu einer Zeit, da Adolf Hitler die Macht im Staate übernahm, hat man um den Bestand des deutschen Sportes bangen müssen. Die Jugend strömte zur Hitler-Jugend, weil sie Ideale wollte. Aber dann wurde der Sport neu aufgebaut. Der Sport mußte sich einen neuen Weg schaffen und hat sich ihn geschaffen. Die Aufgabe des Sportes ist es, Dienst am Staate und am Volke zu leisten. Jeder muß eine 100prozentige Leistung vollbringen. Jeder Sportjunge muß deshalb allgemein ertüchtigt werden. Aber wie — so stellt der Redner die Frage — sieht es hier in den Vereinen aus? Allgemeine körperliche Ertüchtigung ist nicht durch das Spiel am Sonntag und nicht durch das Training auf dem Papier zu erreichen. Es ist nötig, daß der Uebungsbetrieb systematisch aufgebaut wird. Zielgerichtet muß der Uebungsbetrieb sein. Die allgemeine Ertüchtigung soll aber nur die Grundlage sein und zwar die Grundlage dafür, einen Wettkampf in irgend einer Disziplin überhaupt bestreiten zu können. Das Spiel, der Kampf, soll ein Mittel zur Erziehung sein. Bei einem Fußballspiel gehen 22 Jungens in den Kampf, jeder mit dem Willen zum Sieg. Der Wille zum Sieg ist eine kämpferische Schulung für das tägliche Leben. Jugend, die im Kampfspiel heranwächst, wird auch mit dem Willen zum Sieg für Volk und Vaterland kämpfen. Deshalb ist Sport restloser Dienst am Vaterland. Der Fußballsport ist außerdem gemeinschaftsbildend. Im Dreß fallen etwaige Unterschiede unter den Jungens fort, im Dreß muß eine starke Gemeinschaft bestehen. Auf dem Sportplatz kann keiner „angeben", auf dem Sportplatz muß er etwas leisten. Die Leistung ist auch ohne weiteres erkennbar. Der Nichtskönner, der INaulheld spielt da einfach keine Rolle. Außerdem muß jeder Gesinnung beweisen. Auf dem Sportplatz, im Kampfe zeigt sich jeder intuitiv so, wie er wirkklich ist. Jeder ist also -in seinem Innersten zu erkennen. Paßt er nicht in die Gemeinschaft einer Mannschaft, dann wird er eben verschwinden müssen. Allzulang wurde „Jugendpflege", aber keine ernsthafte Erziehung betrieben. Die Jugend pflege erzog Schwächlinge, die Jugendführung will Kerle erziehen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Aufbau der DFB.-Jugend, wie sie in den wesentlichen Einzelheiten bereits bekannt ist. Insbesondere umriß er die Aufgaben des Vereinsjugendführers, des Oberjungführers, des Mannschaftsführers. Der Vereinsjugendführer soll nicht mehr der Dienstmann der Jugendmannschaften sein, sondern der Richtungsweiser. Ihm ist der Jungführer verantwortlich, ihm sind die Mannschaftsführer verantwortlich. Der Mannschaftsführer hat Besehlsgewalt über die Mannschaft. Der Mannschaftsführer hat dafür zu sorgen, daß die Elf zum Spiel pünktlich zur Stelle ist und stets diszipliniert auftritt, daß die Gäste gastfreundlich empfangen werden, daß der Platz in Ordnung ist und — daß die Mannschaft mit wahrem Sportgeist kämpft. Eine Wannfchaft soll lieber mit 8:0 anständig verlieren, als unanständig 1:0 gewinnen. Dir müssen wieder zur untadeligen Sportauffassung kommen. Die Allgemeinheit ist nicht am Sieg her einen oder anderen Mannschaft interessiert, sehr aber an der Haltung und der Art der Jugend. V o m S p o r t - jungen muß äußer st e Disziplin verlangt werden können. In Mannschaftsabenden soll der kameradschaftliche Geist untermauert werden. Da soll sich der Junge einmal persönlich äußern, der Arbeiterjunge den Gymnasiasten hören und umgekehrt. Sorgen und Freuden sollen geteilt werden. Der Jahrgangsführer soll dafür sorgen, daß die Jugend auch dem Verein dient, wenn auch das große Ganze des deutschen Sportes nicht vergessen sein soll. Es geht auf die Dauer nicht an, daß immer nur die verdienten alten Mitglieder an der Kasse stehen müssen und Karten abreißen. Die Fußballjugend soll auch in das Gelände hinaus. Das muß nicht ein Lauf über 5 Kilometer fein, sondern soll xin Marschieren, Laufen, über Gräben springen, Steine werfen und stoßen, Körperschule auf einem sonnigen Platz, Bäume erklettern, ein Reiterspiel in der Sandkaute usw. sein. Insgesamt soll der Sportjunge eben so erzogen werden, daß er im ganzen täglichen Leben etwas taugt. Wer nur dazu angetan ist, in der Jugend Unheil anzurichten, muß verschwinden. Der Sportbegriff muß wieder in reinster Form an die Jugend herangebracht und gepflegt werden. Der Jugendliche muß im Sport Dienst sehen und diesen Dienst mit dem Herzen und mit aller Kraft seiner Persönlichkeit leisten. Der Sport soll eine Lebensaufgabe sein, weil er Dienst am Volk ist. Den Jung, und den Wannschaftsführern, wie auch dem Vereinsjugendführer ist aufgegeben, der Jugend vorzuleben. So wie der Führer dem deutschen Volke vorlebt, von seiner Lebenshaltung und seiner geistigen Haltung, von seinen Taten aus der große Deutsche ist, so soll der Mannschaftsführer in kleinem Kreise seiner Gemeinschaft vorleben. Mit der Aufforderung: „Jungs, geht an die Arbeit! Geht an die Arbeit unter dem Gedanken ,Zch kann, ich will, ich diene!" Diese drei Worte müssen über dem Tun eines jungen Sportlers stehen! Deutschland, wir glauben an dich, weil wir an unsere Kraft glauben!" — Lebhafter Beifall. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Kreisführer Henkel gab bekannt, daß der Gaujugendführer D o n d r a n dienstlich versetzt sei. Er gab dem Bedauern Ausdruck, daß der Gau einen so verdienten Mann verlieren muß und sprach dem Scheidenden den herzlichsten Dank aus für die der Jugend im Gau Nordhessen geleistete Arbeit. Wirtschaft. * Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. — Voraussichtlich vier Prozent Dividende. In der Aufsichtsrats-Sitzung der Gesellschaft, die laufende Angelegenheiten behandelte, wurde beschlossen, der ordentlichen Generalversammlung die Einziehung der im Eigenbesitz des Unternehmens befindlichen nom. RM. 300 000 fünfprozentigen Vorzugsaktien vorzuschlagen. Gemäß einem ihr zustehenden Rückkaufsrecht hatte die Gesellschaft diese Aktien am 31. Dezember 1934 zurückerworben. — Die Abschlußarbeiten für das am 31. Dezember 1934 beendete Geschäftsjahr seien noch im Gange. Mit allem Vorbehalt könne mitgeteilt werden, daß das vorjährige Geschäftsergebnis bei angemessenen Abschreibungen (i. V. 1,39 Mill. Abschreibungen auf Anlagen und 0,99 Mill. RM. andere Abschreibungen) die Verteilung einer Dividende von voraussichtlich 4 Prozent ermöglichen wird. Die Bilanzsitzung wird im Laufe des Monats März stattfinden. Rhein-Marnstche Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 30. Jan. Die Haltung an der Börse war weiter fest, das Geschäft hat sich allgemein etwas belebt. Von der Kundschaft lagen einige Kaufaufträge für Spezialwerte vor, daneben boten mannigfache Berichte aus der Wirtschaft, insbesondere der Siemens-Abschluß, der Tendenz eine kräftige Stütze. Abgaben wurden kaum vorgenom- men, so daß fast allgemein Befestigungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. überwogen. Ausgesprochen lebhaftes Geschäft entwickelte sich am Aktienmarkt in Montanwerten, für die sich die vagen Gerüchte über Dividendenzahlungen und -Erhöhungen hartnäckig erhalten. Es eröffneten Klöcknerwerke, Mannesmann und Harpener je 1 v. H., Buderus 0,90 v. H. fester, ferner waren Gelsenkirchen, Phönix und Stahlverein sowie Rheinstahl bis 0,50 v. H. höher. Am Elektromarkt konnten sich Siemens auf den auf 9,63 (9,03) Millionen RM. erhöhten Abschluß mit wieder 7 v. H. Dividende auf 145,40 (143,25) befestigen, während Schuckert mit 100,75 (101,50) etwas nachgaben. Tarifwerte wurden durch die Dividendenerhöhung bei Charlottenburg Wasser angeregt, es gewannen Be- kula 1 v. H., Gessürel 1,75 v. H., Licht & Kraft lagen 0,65 v. H. leichter; fester waren weiterhin AEG. mit 31,90 (31,50). Schiffahrtsaktien blieben fest, die Umsätze sind jedoch kleiner geworden, Nordd. Lloyd 34 (32,50), Hapag 30,90 bis 31 (31,50). Am Chemiemarkt setzten IG. Farben mit 142,75 zunächst unverändert ein, bald nach dem ersten Kurs waren sie bei lebhafterem Geschäft auf 144 erhöht. Metallgesellschaft gewannen 1 v. H., Deutsche Erdöl 0,75 v. H., während Scheideanstalt 0,75 v. H. nachgaben. Im einzelnen setzten u. a. ein: Reichsbank 163,50 bis 164 (163), Daimler 52,65 (52,40), Südd. Zucker 166 (164,50), Westdeutsche Kaufhof 37,90 (37,50), Zement Heidelberg 109,75 (109), Aschaffenburger Zellstoff 72,25 (71,25), aber Waldhof 43,75 (53,90). Kunstseide AKU. lagen mit 50,50 unverändert, Deutsche Linoleum 65,40 (65,50). Der Rentenmarkt blieb weiter vernachlässigt bei zumeist nur knapp behaupteten Kursen. Es eröffneten Altbesitz mit 113,50 (113,75), späte Reichsschuldbuchforderungen mit 99,13 (99,40), Zinsoergütungsscheine mit 89,75 (89,80), Stahloerein-Bonds mit 96,25 (96,40), auch Kommunal-Umfchuldung gaben leicht nach. Reichsbahn-Vorzugsaktien lagen aber mit 119,25 höher. Von fremden Werten Ana- toliere 35,90 (35,50), ferner erhielt sich Interesse für Warschau-Wiener Bahn-Prioritäten. Abendbörse: etwa behauptet. An der Abendbörse bestand nur wenig Unternehmungslust, da Kundenaufträge kaum vorlagen, während die Großbanken mit Rücksicht auf den Ultimo Zurückhaltung zeigten. Die Grundtendenz blieb aber fest, die notierten Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß etwa behauptet. Schiff- fahrts- und Montanaktien bröckelten meist leicht ab, auch einige Elektropapiere lagen etwas niedriger. Schuckert und Reichsbank waren angeboten und lagen etwa 1 v. H. unter Berlin, wurden aber nicht notiert. IG. Farben blieben unter kleinen Schwankungen gehalten, etwas fester lagen AG. für Verkehrswesen und Kunstseide AKU. Am Kassamarkt waren die Kurse für Großbankaktien, die heute mittag bis zu 1,50 v. H. anzogen, gut gehalten. Lechwerke Augsburg kamen mit 99 (98) zur Notiz. Am Rentenmarkt herrschte bei gut behaupteten Kursen weitgehendste Geschäftsstille. Etwas Interesse zeigte sich bei leicht erhöhten Kursen für Russen- Prioritäten. Von JndustrieObligationen kamen 6 v. H. Fürstenberg-Bräu mit 97,50 (97), andererseits AEG. R 5 bis 8 mit 95,50 (am 26. Januar 98,50) zur Notiz. U. a. notierten: 5,50 v. H. Pounganleihe 102, Altbesitzanleihe 113,75, Stahlverein - Bonds 96,25, Bank für Brauindustrie 115,25, Commerzbank 80, Deutsche Diskonto 82, Dresdner Bank 83, Gelsenkirchen 73,50, Klöckner 88, Mannesmann 81,25, Phönix 58,13, Rheinstahl 95,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Jan. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt blieb allgemein ruhig. Für Brotgetreide bestand Zurückhaltung, das Angebot war etwas kleiner, als seither. Futtergetreide und Futtermittel aller Art blieben sehr stark gesucht, dem nur geringes Angebot gegenüberstand. Oelhaltige Artikel fehlten vollkommen. Das Mehlgeschäft blieb sehr ruhig, insbesondere nach Roggenmehl bestand keine Nachfrage. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 205, WXIII 209, WXVI 213; Roggen RIX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167, G XI 170, G XII 172; Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200; Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75; Weizenfuttermehl 13; Weizenkleie W XIII 10,66, WXVI 10,87; Roggenkleie R XIII 9,90, R XV 10,14, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen- Nassau fallen. Sojaschrat mit Monopalzuschlag 13; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstatton. Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90; Heu (südd.) 11; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder qe« bündelt) 5 bis 4,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Jan. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 25 Rinder (10 Ochsen, 6 Bullen, 7 Kühe, 2 Färsen), 965 Kälber, 114 Schafe, 400 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 44 Mark, Hämrnel 32 bis 36, Schafe 24 bis 30, Schweine 46 bis 53 Mark. — Mqrktver- lauf: Kälber ruhig, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine rege. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin $ranffurt a. M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. W. --ch'us- AL Schlußk. kurs börsc 29J. | 30.1. 93 93 58.13 30.5 30 142 142.9 79.5 102.75 I 84.75 1 84-5 I I 109.75 I - 85.4 Banknoten. io 28.5 o 37-5 37.9 o 10.65 Grttzner 01 Mainkrastwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zuck« ... .. .. 8| 30 | 89.5 164-61 29-9 30 6 MS 168.5 Die hinter den Papieren Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 30.25 25-25 100-75 87.25 52-4 65.5 84 109 127 160 146 160 145 95.75 48-75 12-25 112 113-5 153-5 31.4 141.25 105-5 118.65 84.5 115 25 112-25 101.5 143.25 32.5 87.5 92-75 104 73-5 101 5 123.5 86-9 80-13 80 5 81-5 163 30-4 26.25 I 9 0 (I 0 143 206 94-25 160 146 94.25 102-5 94.5 2.479 58.20 54-49 12.205 16.43 168.68 21-19 61-40 82 83 164 c 0 0 0 0 7 0 0 0 G lo 0 0 161 146-5 80.5 81.5 163 50.5 114-5 53-75 71.5 30 90.5 U6 31 141 5 105.75 118-5 84.25 116-4 112 100 75 143.25 121-25 31.75 142-75 107 119.75 84.5 116-9 110.5 100.5 144.25 121.5 32.5 87 75 108.5 79 105.13 50-25 116 53-75 72.25 130-5 51-65 64 89 37.75 124-5 88 81-25 82 83 164.25 93 104.25 58-25 30-65 142-5 105-75 119-25 84 116-25 111 100 145,4 121 33-5 86 75 109-75 80 58 21675 955 48.13 12.9 113 114-25 92-13 1 103.25 । 73 100.75 33.13 87-25 109-75 80 105 50.75 114 53.65 71-25 130-25 52 65-25 92.25 37.75 101 88 148.25 124 88 25 81.13 94-65 101.75 94 Schultheis Patzenhoser Atu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. 92-75 103-5 57.65 215.5 95.25 47-9 12.75 112.25 113.75 153 Mittag, börse 29-1 |30-1 100-75 102.75 93-5 1 94-75 Siemens S Halske. Labmeyer&Lo. .. 1.2 8.3 8.25 8 10-5 50.5 114 53-9 71-25 1.25 8.2 8-4 8-2 11 142.75 I 206.75 . 94] 1-2 8-25 8.3 8-3 10-75 123-5 86.9 80.25 95-5 48-5 12-5 113 113-5 153 924 i 92.5 103-5 103.25 72.9 । 73-75 62.95 80.76 33-93 8-35 8 3 PbÄpV Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Gemeutwerk Karlstadt.. Seilstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... Daimler Motoren ... Deutsche Linoleum ... Orenstein S Koppel .. Leonhard Tietz ...... Ebade Aceumulatoren-Fabrü Eonti-Gummt....... 52 64.5 «HP SS I. ®. Farben.Inoustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt . RulgerSwerke Metallgesellschaft Mansjelver Bergbau .. Kokowerke ........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetsurth Vuverus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................ o Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. o Ise Bergbau ............... e Ise Bergbau Genüsse e Klöcknerwerke ............ o Mannesmann-Röhre, Datum .......o .......0 .......0 10 .......0 .......0 .......0 6 6 .....iVi *% Oesterretchtfche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Stlberreute 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4'4 desgl. von 1913 ..... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn«Anlethe Serie l.......... .......... »•«.»....................... Bekula o Hektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft g Selten & Guilleaume o Unternehmung. 5 Mantsche Elektrizität 5 Schuckert S Co............... 5 Hamburg-Amertka-Paket o Hamburg-Sudam. Dampfschiff . o Hansa-Dampfschtff..........o Norddeutscher Llohd o 21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ Frankfurt a. TR. «Berlin Schluß- kurs Gchiuyl. Abend« börsc Schluß» lurs Schluß!. Mittagbörse Datum 29 1. 30-1 29-1 30.1 4% desgl. Serie 11.......... 8 4.75 6-75 4-3 35.5 8 4.6 7 4.3 35-9 7-15 4-3 35.8 7.25 4-2 35 65 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. «k% Anatolier ............. Frankfurt 0.2)1. Berlin tztzchluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börie Datum 29.1 l 30.1 29-1. 30.1. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 99-25 99 99.13 99.25 •% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1989 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 101-5 102 101-75 102.25 Auslvs.-Rechten ........ 113-75 113.75 113.7 11365 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bollöstaat 1929 iruckzahlb. 102%).......... 99-5 99.25 99,25 99-2 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.............. 96 96 6Vi% Hess. Landes^, ypotheken- bank Darmstadt Liqut....... 98-5 99 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......... Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Vank 114.9 114.4 114.65 114.4 ®oldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Bank 96.25 96-25 96-5 — Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 96.25 96-25 _ 6Vi% ehem. *y.% Franks. Hhp.- Bank«Liqu..Pfandbriefe...... 99-25 99-25 6y,% ehem. t'/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. . 99-5 99-75 99-75 99-5 •% ehem. 8% Pr. Landespfank» briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 •% ehem. 7% Pr. LandeSpfanl» briesanstalt, Pfandbriese R. 10 97 97 97 97 Eteuergutsch. Verrechnungskurs. 104.5 104.5 104-5 104-5 29.Januar 30-Januar Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Dries Geld 1 Brief Buenos Aire. 0 628 0.632 0.628 0.632 Brüssel..... 58-17 58-29 58-17 58.29 Rio de Ian. 0.194 0196 0.194 0-196 Sofia ...... 3-047 3-053 3.047 3-053 Kopenhagen. 54-63 54.73 54.48 54-58 Danzig..... 81-22 81 38 81.22 81.38 London ..... 12 235 12-265 12-20 12-23 Heljingfor».. Parts ...... 5.402 5-412 5-385 5-395 1641 16.45 16-41 16-45 Holland ... 168.36 168.70 168.42 168 76 Italien..... 21-30 21.34 21-30 21-34 Japan ...... 0 711 0713 0-710 0.712 Jugoslawien 5 649 5.661 5-649 5-661 Oslo..... : 6149 61.61 61.32 61 44 Wien....... 48.95 49.05 48-95 49-05 Lissabon.... 1111 1113 11-075 11-095 Stockholm... 63 08 63.20 62-91 63 03 Schweiz .... 80 72 80.88 80-72 80-88 Spanten.... 34 02 34.08 34-03 34-09 Prag....... 1040 10.42 10-40 10-42 Budapest ... — — — Reuyork... 2.515 2.521 2-505 2-511 Serlin, 30.Januar ____Geld AmerikamiMe Roten.............. 2-458 Belgische Roten..............—» 57.96 Dänische Roten ................. 54.27 Englische Roten ................ 12 165 Französische Roten............... 16.37 Holländische Roten............... 168.00 Italienische Roten................ 21-11 Norwegische Noten .............. 61-16 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 62.69 Schweizer Noten................. 80-44 Ungarisch* Stota «•<•**•••••■»«• 33-79