Nr 505 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 50. Dezember 1955 /TI ALaa a aa Sn8~= M WA “W J^k firunbpreife «sssu tllllc HIl lllcl 2X 11 iIl 111 K_ 1 kL.'.AsLL §L§L" ■$ v/IVIIVIIVI- W11IV »HVw »äs Auch bnN.chtnsch.mm UM OM 4hf Urmädigte (Srunbprtife: taM«nS.r ®S „ __ Stellen«,UJ.reins.,gemein» -S-M General-Anzeiger sm Sbecheffen MM- richten: Anzeiger Stehen V *7 I behördliche Anzeigen 6Rpf. SranMm Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatsBuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Zchrlstleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel d Ausbildungsvorschriften: die I schreiten, voll Stolz werden sie vor Vater und für die Infanterie (Einzel- Mutter treten. Sie werden nichts dagegen haben, der diesem Jahre sind an s---------o- . , , Ausbildungsvorschrift für die Infanterie (Einzeb ausbildung und Gruppe), der Pionierdienst aller Waffen, die Fahrvorschrift (Fahren vom Bock) und an Verwaltungsvorschriften: die Urlaubsordnung, die Anzugsordnung und die Wehrmachtverwaltungs- schaft in Montevideo an der Aufstandsbewegung unmittelbar beteiligt sei. Der brasilianische wenn man sie ein wenig verwöhnt und bewundert. Dann aber werden sie mit frischen Kräften in ihre Standorte zurückkehren und mit verdoppeltem Eifer ihren Dienst tun. Sie wissen: 1936 wird hohe Anforderungen an sie stellen, als das Jahr, in dem zum erstenmal ein ganzer Jahrgang junger Deutscher in noch nicht 12 Monaten zu vollwertigen Soldaten werden soll. Abessinien meldet die Rückeroberung von Abbi Addi. Blutige Kämpfe beim abessinischen Gegen- stoh an der Nordfront. Addis Abeba, 28. Dez. (DNB.) Arn 22. Dezember begann an der Nordfront eine große Schlacht, die bis zum Heiligen Abend dauerte. Die Abessinier griffen hier mit Teilen der Armee Ras Seyoums die große befestigte Anlage der Italiener erwähnen: Je eine Aufklärungsübung in Ostpreußen und beim Kraftfahrkommando Berlin, eine Sperr- und Aufklärungsübung motorisierter Verbände beim Wehrkreise VII, eine Führer- und Nachrichtenrahmenübung in Schlesien, ein Lehr- und Versuchsschießen auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog. Der Umarbeitung alter und der Herausgabe neuer Vorschriften wird seit Kriegsende große Aufmerksamkeit gewidmet. Alle Kriegserfahrungen, alle Erfahrungen des Auslandes, soweit sie zugänglich sind, werden nach genauer Nachprüfung am Schreibtisch und bei der Truppe in ihnen verarbeitet. In Moskau beklagt den Verlust seines Sprung bretles in Südamerika. Montevideo war der Mittelpunkt für die Wühlarbeit der Komintern. Uruguay weist eine sowjeirussische Protestnote zurück Oie Regierung von Montevideo halt weitere Erörterungen für unangebracht. Auch im Völkerbund sollte man das Dekret der Regierung von Uruguay öffentlich anschlagen und den Mitgliedern zu ernstestem Studium ans Herz legen. Die argentinischen Rechtsblätter wie „Cri* sol" und „Bandeira Argentina" sowie „La Fronda" begrüßen die Maßnahme der Regierung von Uruguay. Die großen Blätter „N a c i o n" und „Prens a" sind in ihren Betrachtungen etwas zurückhaltender, empfehlen aber der argentinischen Regierung eine aufmerksame Beobach« tung der Vorgänge für den Fall, daß die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Argentinien und Sowjetrußland einmal in Frage kommen sollte. Interessiertes Echo in Italien. Die kommunistischePropagandain allerWett Rom, 29. Dez. (DNB.) Unter dem Stichwort „DerBolschewismus erhebt dasHaupt" weift das halbamtliche Sonntagsblatt Voce d'Jtalia anläßlich des Abbruches der diplomatischen Beziehungen Uruguays mit Sowjetrußland auf das Anwachsen der bolschewistischen Weltpropaganda hin, die sich in den letzten Wochen wieder mächtig erhebe und nicht nur in Südamerika, sondern auch inAsien, in Afrika und nicht weniger in Europa ihr Unwesen treibe. Ihre erste Nahrung finde sie in der täglich deutlicher werdenden Unzulänglichkeit mancher parlamentarischen Regierungen. Das Vorgehen Japans in Nordchina sei vor allem durch den Willen gerechtfertigt, diese fünf Provinzen vor dem Kommunismus zu retten. Alle europäischen Staaten mit großen asiatischen Interessen würden ohne Ausnahme die Wirkungen dieser für die asiatische Seele besonders verfänglichen Propaganda zu spüren bekommen, und es sei höchst verwunderlich, daß diese Staaten für die Größe der Gefahr keinen Sinn hätten. Das Blatt erinnert an die von Moskau na challen Ländern gegebenen Weisungen für eine Wiederaufnahme des antifaschistischen und antinationalsozialistischen Propagandafeldzuges. Das Zahr der Nehmende. Von Oberstleutnant a. O. Benary. Das Jahr 1935 wird in der Geschichte der Wehrmacht für alle Zeiten als das Jahr der Wehrwende fortleben. Es macht einen Strich unter eine unglückselige Vergangenheit und öffnet den Blick in eine hoffnungsreiche Zukunft. Der Erlaß des Führers vom 16. März hat dem deutschen Volke mit der allgemeinen Wehrpflicht das Urrecht jedes freien Mannes wiedergegeben, den Lebensraum feines Volkes mit der Waffe in der Hand zu schützen. Das Wehrgesetz vom 21. Mai gab dem Wehraedanken Form und Gestalt, verankerte die neue Wehrmacht fest im Gefüae des nationalsozialistischen Staates. Wehrdienst ist wieder Ehrendienst am Volke geworden, zu dem jeder wehrtüchtige deutsche Mann verpflichtet ist. Im Kriege haben über die Wehrpflicht hinaus alle deutschen Männer und Frauen ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Die allumfassende Kraft eines Zukunftskrieges, die Staatsführung und Wirtschaft, alle Elemente der Erde, des Wassers, der Luft gleichmäßig in ihren Bann legt, erfordert eine straffe Zusammenfassung der zivilen und militärischen Befehlsgewalten in einer Hand. Der Führer und Reichskanzler ist daher zugleich Oberster Befehlshaber der Wehrmacht. Unter ihm übt der Reichskriegsminister als Oberbefehlshaber der Wehrmacht die Befehlsgewalt über die drei Wehrmachtsteile: das Heer, die Kriegsmarine und die Luftwaffe aus. Altes entstand wieder neu: der Reichs- wehrminister wurde wieder Reichskriegsminister, die Befehlshaber in den Wehrkreisen wieder Kommandierende Generäle. Vorschrift erschienen. Die Beziehungen zu fremden Heeren wurden sorglich gepflegt. 52 stemdländische Offiziere waren für längere oder kürzere Zelt zum Heere kommandiert. Außerdem wohnten mehr als 30 fremde Offiziere an einzelnen Tagen dem Dienst bei oder besichtigten Heereseinrichtungen. Den Gesandtschaften in Budapest, Belgrad und Helfingfors wurden Militärattaches neu zugeteilt. Der Militärattache in Finnland ist zugleich für Schweden, Norwegen, Dänemark, Estland und Lettland, der für Ungarn auch für Bulgarien bevollmächtigt. Für das Jahr 1936 rüstet sich das Heer, zahlreiche Gäste zu den Olympischen Spielen zu empfangen. Es hat ihnen auf dem Truppenübungsplatz Döberitz ein eigenes Dorf errichtet und einen erfahrenen Offizier als Kommandanten eingesetzt Die Sportleute des Heeres haben im letzten Jahre bewiesen, daß sie nicht zu verachtende Gegner für die Gäste sein werden. Sie haben in allen Zweigen des Reitens, der Leichtathletik, des Schwimmens und Wasserspringens, des Skilaufes, des Geräteturnens und im modernen Fünfkampf, im Wettbewerb mit Sportkameraden aller Länder beachtliche Erfolge davongetragen. - , 3m Kampf gegen hunger und Kalte steht die Wehrmacht mit an erster Stelle: Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften opfern gern und reichlich von ihrem Gehalt und ihrer Löhnung. Mehr als 11 000 Fahrzeuge und Feldküchen mit mehr als 23 000 Begleitern und Fahrern sind dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt mehr als 1 000 000 Essenportionen, mehr als 70 000 Brote ausgegeben worden. Am Tage der ^eichsstraßen- lammlung haben auch die Beamten der Wehrmacht die Sammelbüchse geschwungen, und am Tage der nationalen Solidarität haben sich die Bewohner der Kasernen zu eigenen Sammlungen zusammenge- ^Das^Jahr 1935 klingt für die Mehrzahl der jungen Soldaten fröhlich aus. Zum erstenmal winkte zu Weihnachten oder Neujahr Urlaub. Voll Stolz werden sie im feldgrauen Rock durch die Straßen des Heimatstädtchens, des Heimatdorfes bei Abbi Addi an. Nach einem außerordentlich blutigen und schweren Kampf wurde Abbi Addi von den Abessiniern eingenommen. Am 24. begann die Schlacht von neuem. Die Italiener zogen starke Ersatzkräfte heran. Bombengeschwader unterstützten die italienischen Truppen. Es kam zu einem überaus blutigen Ringen, das auf italienischer Seite von starken Artillerie- und MG.- Abteilungen unterstützt wurde. Nach abessinischen Frontmeldungen siegten die Abessinier auf der ganzen Linie. Nach der Einnahme von Abbi Addi stürmten die abessinischen Truppen die italienischen Bollwerke und MG.-Nester nördlich und nordöstlich der ursprünglichen italienischen Stellung. Die Verluste sollen auf beiden Seiten außerordentlich hoch fein, da die Abessinier ohne Deckung in das Maschinengewehr« feuer ftürmten und es schließlich zum Schweigen brachten. Unter den Gefangenen sollen sich nach abessinischen Meldungen 2 0 i t a l i e n i»s ch e europäische Offiziere befinden. Die abessinische Beute beträgt 12 Maschinengewehre in Gefechtsstellungen, eine riesige Menge Munition und zahlreiche Karabiner. Mehrere hundert Askaris aus Erythräa sollen ebenfalls gefangengenommen worden fein. Im Schire-Gebiet sollen sich nach abessinischen Meldungen die I t al jener ebenfalls auf dem Rückzüge befinden, der unaufhaltsam fortfdjreitet. Italienische Erkundungsflieger überfliegen ständig das Gebiet bei Amba Alagi. Die Gefechtstätigkeit an der Nordfront hält weiter in unverminderter Stärke an. Ein Bericht aus dem italienischen Hauptquartier. Asmara, 29. Dez. (Vom Kriegsberichterstatter des DNB.) Die Lage an der italienisch-abessinischen Nvrdfrvnt kann nicht als ungünstig angesehen werden. Seit den Zusammenstößen am Takazze und der Zurücknahme der italienischen Wachtposten vom rechten Flußufer nahmen aus Schire vorrückende abessinische Truppen Fühlung mit dem rechten italienischen Flügel. Bei den Zusammenstößen wurden die Abessinier auseinandergetrieben. Auch ihr Versuch, sich am Tembien-Plateau festzusetzen und von dort aus vorzufühlen, wurde durch blutige italienische Gegenangriffe vereitelt. Der Aufbau des Heeres konnte nur Schritt für | Schritt vor sich gehen. Die Panzer truppe ist erst in diesem Jahre gleichberechtigt unter die andern Waffengattungen getreten. Ihre Bedeutung ist da- 1 durch unterstrichen worden, daß der „Inspekteur der Kraftfahrtruppen" in „Kommandierender General , der Panzertruppen" umbenannt worden ist. Die endgültige Gliederung der Panzertruppen steht noch nicht fest. Zu den Panzertruppen zählt man: Kraftradschützen-, Schützen- (Infanterie auf geländegängi- gen Kraftwagen), Panzer- (Kampfwagen-) Ver- änbe, Aufklärungs- und Panzerabwehrabteilungen. Am 12. Oktober wurden diejenigen Wehrpflichtigen aus dem Heere entlassen, die sich in den vorhergehen- , den Jahren zu einer kurzen freiwilligen Dienstzeit verpflichtet hatten. Für sie rückte zum erstenmal ein geschlossener Jahrgang (1914) D i e n st - pflichtiger in die Kasernen ein. Der Tag ihrer Vereidigung war auch der Tag der H i s s u n g der neuenReichskriegsflagge. An den Feiern und Veranstaltungen des Staates und der Partei nahm die Wehrmacht im weitesten Umfang teil. Unvergeßlich bleiben jedem Zuschauer ihre Vorführungen auf dem Reichsparteitag m Nürnberg und beim Erntedankfest auf dem Bucke- berg. Im eigenen Kreise gedachte die Wehrmacht bei feierlichen Appellen des Geburtstages des Führers, der gefallenen Helden des Weltkrieges am Heldengedenktag, der Wiedervereinigung der Saar mit dem Reich, der Kameraden der Arbeit, des Todestages des Reichspräsidenten und General- feldmarschalls von Hindenburg und seiner Ueber- führung in die Gruft des Reichsehrenmales Tannenberg. Die Führer des Heeres im Weltkriege Hindenburg und Ludendorff ehrte die Wehrmacht durch Aufstellung ihrer Büsten im Berliner Zeughaus bezw. im Reichskriegsministerium. Den Tag, an dem vor 125 Jahren die Kriegsakademie durch Scharnhorst gegründet wurde, beging sie feierlich im Beisein des Führers in dem neuen Heim der Kriegsakademie zu Berlin in der Kruppstraße. Räumlich mit der Kriegsakademie wird fortan die Wehrmachtsakademie vereinigt fein In die Wehrmachtsakademie wird alljährlich eine kleine Anzahl Ofiziere aller drei Wehrmachtsteile einberufen, um in enger Zusammenarbeit die Führungsgrundsätze für Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe einheitlich zu gestalten. Der Aufbau der Wehrmacht hat naturgemäß für bas Heer viel Arbeit, angespannteste Tätigkeit auf den Schreibstuben und den Kasernenhöfen gebracht. Dennoch kam die taktische Ausbildung der Trupps nicht zu kurz. Sämtliche Einheiten der Infanterie, Kavallerie, Artillerie und Kraftfahrkampftruppe fuchten im Frühjahr und Sommer für längere 3eit Die Truppenübungsplätze auf. Sämtliche Truppen hatten Gelegenheit, im Spätsommer und Herbst zum mindesten im Rahmen eines verstärkten Infanterie-Regiments in der Nähe ihrer Standorte zu üben. Beim VI. und IX. Armeekorps erweiterten sich diese Hebungen zu Man övern je einer kriegsmäßig gegliederten Division auf und in der näheren Umgebung der Truppenübungsplätze Munster und Grafenwöhr, denen mit vielen hohen Würdenträgern des Reiches und der Partei auch der Führer beiwohnte. Der Führer nahm auch an ber Kraftfahrtransportübung teil, bei der ein verstärktes Infanterie-Regiment von Dresden nach Grafenwöhr auf ftrafeengängigen Lastkraftwagen befördert wurde und die mit einer Aufklärungsübung motorisierter Einheiten verbunden war. Än anderen größeren Sonderübungen sind zu London, 30. Dez. (DNB. Funkfpr.) Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Uruguay und Sowjetrußland ist, wie die „Times" aus Riga berichtet, sowohl der Räteregierung wie der (ommuniftifdjen internationale unangenehm. Beide hätten Uruguay seit langem als Sprungbrett für ihre unterirdische Arbeit gegen die Nachbarstaaten Uruguays benutzt. Die kommunistische Internationale habe sich in Montevideo sicher gefühlt. Bei den Vorbereitungen für den letzten Weltkongreß m Moskau habe sie sich sogar offen mit den Fortschritten gebrüftet, die die von Montevideo aus gelenkten kommunistischen Kräfte im Latein-Amerika erzielt hätten. Nach dem amtlichen Bericht der Komintern hatten die drei Tagungen der kommunistischen Parteien in Süd- und Mittelamerika unter anderem den Erfolg, B e zi e h u n - gen zu den breiten Massen der Indianer besonders in Paraguay, herzustellen und die „nationale indianische Selbständig- keit - Bewegung" einzuleiten. Der Bericht der Kommintern hat ferner betont, daß die Konferenz in Montevideo im Oktober 1934 besondere Pläne für b e n Umsturz in Brasilien und Küba auszuarbeiten hatte. Komintern und Sowjetregienmg sind eins. Feststellungen in Buenos Aires. Buenos Aires, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die „Deutsche La-Plata-Zeitung", das führende deutsche Blatt Argentiniens, weist darauf hin, daß das Dekret der Regierung Uruguays die Tatsache eines Zusammenhangs zwischen den Komintern und der Sowjetregierung neuerdings in das rechte Licht rücke. Zwischen den Komintern, der Zentralstelle für die Propaganda der kommunistischen Weltrevolution, und der Sowjetregierung bestehe nur eine „formelle" nicht aber "eine „praktische" Trennung. Beide feien im Grunde ein und dasselbe. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion wird von den der Regierung nahestehenden Blättern mit Beifall begrüßt. Die Zeitungen weisen besonders daraufhin, daß der Schritt der Regierung besonders geeignet sei, die Beziehungen zu den Nachbar st aaten z u fördern. Das Regierungsblatt „El Pueblo" bezeichnet die Maßnahme der Regierung gegen die Sowjetunion als einen B e - weis für die brüderliche Zufammenar- b eit der Nationen auf dem amerikanischen Kontinent und spricht von einer durchaus berechtigten Abwehr gegen die Uebergriffe von Ausländern. Das Blatt „La Manana" schreibt, daß keine Nation die Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten durch eine andere Nation dulden könne, namentlich wenn damit eine Zerstörung der politischen und sozialen Ordnung des Landes beabsichtigt werde. Die Sowjetumtriebe in Uruguay blieben lange Jahre hindurch von der Oeffentlichkeit verhältnismäßig unbemerkt, obwohl unterrichtete Kreise annahmen, daß Uruguay, seitdem es im Jahre 1929 die Sowjetunion anerkannt hatte, das b o l s ch e - wistische Aktionszentrum für Südamerika sei. Die Presse aller südamerikanischen Länder wies in den letzten Jahren immer wieder darauf hin, daß alle kommunistischen Bewegungen in Südamerika von Uruguay aus geleitet würden. Als vor Jahren zahlreiche Meutereien tm Heer und in der Flotte Chiles stattfanden, erklärten die chilenischen Blätter, daß die Leitung und ine Finanzierung der Bewegung von Montevideo aus erfolgt sei. Auch die argentinischen Aufstände im Jahre 1931 wurden nachweislich / AMM --- XarMiieUMtiredde* am Sonntag im uruguayischen Außenministerium eine Rote, in der behauptet wurde, die Beschuldigungen der uruguayischen Regierung gegen die Sowjetgesandtschaft feien vollkommen unbewiesen, weshalb er sie unter Protest zurückweise. Der uruguayische Außenminister E s p a t t e r andte diese Rot mit einem Schreiben an 2Hin- k i n zurück. Darin heißt es: 3n Kenntnis des Wortlautes Ihrer Rote teile ich mit, daß ich es nicht für angebracht hatte, in eine Erörterung der Gründe für den Abbruch der diplomatifchen Beziehungen zur Sowjetunion einzutreten, da Sie nicht mehr anerkannter diplomatischer Vertreter bei unserer Regierung sind. Wegen der unangebrachten Wendungen, die Sie gebraucht haben, sehe ich Sie davon in Kenntnis, daß ich Ihre Rote nicht behalten kann und daher zurückgebe. Außerdem habe ich mit Erstaunen gesehen, daß Ihre Rote heute nachmittag veröffentlicht worden ist. xAOIC&AV • ÄDUA-' * AKSUM ''-X' E, s Montevideo, 30. Dez. (DRB. Funkspruch.) in Uruguay vorbereitet. Als dann vor einiaen Der bisherige Sorojefgefanbte Minkin überreichte Wochen i n N o r d b r a s i l i e ni fr-- - 2 -....... Aufstandsbewegung ausbrach, meldeten die brafv dann vor einigen Botschafter in Montevideo wurde bei der Uruguay, die kommunistische ischen Regierung vorstellig, woraus der Staatsprasi. ziunianusoemegung uusumu,, meldeten die brasi- dent Dr. Gabriel Terra ein scharfe geheime Unter, lianischen Zeitungen, daß die So w j e t gef a nd t- s u ch u n g anordnete. Man erfahrt, daßi der'Sony t ö ■ • *- gesandte auf das schwerste kompromittiert sei. Oie Trauerfeier für die Opfer des Eisenbahnunglücks von Groß-Heringen. Apolda, 28. Dez. (DNB.) Ganz Apolda hat fick in ein würdiges Trauergewand gehüllt. Aus allen Häusern hängen umflorte Fahnen. Auf dem Weg zur Horst-Wessel-Schule sind hohe schwarze Pfeiler mit brennenden Feuerschalen und schlanke Fahnenmasten errichtet. Vor der mit Grün verkleideten Pforte der Horst-Wessel-Schule sind Ehrenwachen aufgezogen. Der erste Blick in die wundervoll ausgeschmückte Halle fällt auf die in drei langen Reihen aufgebauten Särge. Zu Häupten der Sargreihen erhebt sich bis zur halben Höhe eine Hecke von frischem Grün und leuchtenden Chrysanthemen. Zwischen vielarmigen Kerzenleuchtern stehen •t VH BH 1 > r D ML 14’. ' i KM • •v'W’ Ehrenwachen vor den Särgen in der Trauerhalle. (Scherl-Bilderdienst-M.) unbeweglich die Ehrenposten mit umflorter Armbinde. Hinter dem schwarz verhängten Rednerpult hängt mit Flor überdeckt die Nationalflagge. Wenige Minuten vor 11 Uhr nehmen die SÄ.-Stan- darte Thüringen und die SS.-Standarte Gera sowie die Fahnenträger aller Ehrenabordnungen zu Häupten, die NSKK.-Männer aus Bald Sulza, die an den Rettungsarbeiten so hervorragenden Anteil hatten und den Trauerzug nach Apolda geleiteten, an den Seiten der Särge Aufstellung. SS.-Männer der Stabswache Weimar tragen große Kränze mit weißen Syringen als letzten Gruß des Führers in den Händen. Die Schleifen in den Farben der Nationalflagge tragen in Goldbuchstaben die Worte „Der Führer Adolf Hitler". Der ganze Raum ist in ein einziges Meer von Blumen verwandelt, unter denen die Särge völlig verdeckt sind. Die brennenden Christbäume in den Ecken werfen ein tröstliches Licht in die überfüllte Halle. Von der Empore klingt Schuberts bewegende Klage „Der Tod und das Mädchen" auf, gespielt vom Streichquartett des Nationaltheaters Weimar. Dann tritt der Präsident der Reichsbahndirektion Erfurt, Lammertz, an das Rednerpult und verliest bei allgemeiner Bewegung die Namen der bedauernswerten 32 Todesopfer, die hier zur letzten Ruhe gebettet sind. Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft Dr. Dorpmüller hob in seiner Ansprache hervor, daß seit den Tagen des ersten Eisenbahnunglücks sich die besten Köpfe bemühten, das Sicherungsnetz immer dichter und enger zu spannen. Aber trotz aller Erfolge wüßten die Eisenbahner von dem Wert der Sicherungen soviel, daß es keine Apparatur ohne Fehlerquellen gebe, und daß hinter allen Sicherungen der Mensch stehe mit seinen unzulänglichen Sinnen. Versage er, so sei auch meist alles Mühen umsonst. Das soll keine Resignation bedeuten, kein Nachlassen in den Bemühungen, dem Unheil entgegenzutreten, im Gegenteil jedes Unglück verlange gebieterisch, daß man weiter forsche und suche und den Kampf mit ihm aufnehme. Im Namen des Reichs- und preußischen Verkehrsministeriums und des Verwaltungsrates der Reichsbahn hob Staatssekretär Königs hervor, daß den Leidtragenden ein Trost sein möge, daß das ganze deutsche Volk an ihrem Schmerz innigsten Anteil nehme. Für das Land Thüringen sprach Ministerpräsident M a r s ch l e r die Anteilnahme des ganzen thüringischen Volkes aus, das durch das Unglück besonders schwer betroffen wurde. Erschütternd erklang dann die Litanei Schuberts, gesungen von Fräulein Adam vom Nationaltheater Weimar. Zum Schluß nahm im Auftrage des Führers der Gauleiter und Reichsstatthalter S a u ck e l das Wort. Der Reichsstatthalter brachte das tiefe Empfinden des gesamten deutschen Volkes über die Schwere der Katastrophe zum Ausdruck und entbot den letzten Gruß des Führers. Unter feierlicher Stille legte die Ehrenwache die Kränze als letzten Gruß des Führers nieder. Der Reichsstatthalter wandte sich dann zu den Hinterbliebenen der Toten und versicherte auch ihnen innigste und herzlichste Anteilnahme des Führers. Sie könnten oechchert sein, daß er jetzt in dieser schweren Stunde unter ihnen weile, lindernd im schweren Geschick sei für sie alle und für uns die tröstliche Gewißheit unserer großen deutschen Volksgemeinschaft, die in ihrer Gesamtheit Trägerin des Schmerzes sei. Mit dem „Ave verum corpus“ von Mozart klang die Trauerstunde aus. Nach Abschluß der Trauerfeier zogen die Teilnehmer, die Ehrenabordnungen, die an den Rettungsarbeiten beteiligten Mannschaften und die im Hofe der Horst-Wcssel-Schule angetretenen Formationen der SA., SS., NSKK., Abordnungen der Politischen Leiter, der HI., der Technischen Nothilfe, der Reichsbahn, der Sanitätskolonnen und der Feuerwehr an den mit Kränzen bedeckten Särgen vorüber, um den Toten einen letzten Gruß zu entbieten. Nachmittags wurden teils mit der Bahn, teils mit Kraftwagen die Särge in die nahegelegenen Heimatorte gebracht, wo die Opfer zur letzten Ruhe gebettet wurden. Eine Aeststelluna der Reichsbahn Erfurt, 28. Dez. (DNB.) Um im Umlauf befindlichen Gerüchten über die Ursache des Eisenbahnunglücks bei Groß-Heringen die Spitze abzubrechen,' stellt die Reichsbahndirektion Erfurt fest, daß es sich bei dem Personal der Vorspannlokomotive des O-Zuges um gründlich ausgebildete, schon lange im Dienste der Reichsbahn befindliche Leute handelt. Sowohl dem Lokomotivführer als auch dem Heizer wird von ihren zuständigen Dienststellen das beste Zeugnis ausgestellt. Beide hatten bisher noch keine Dien st strafen. Der Lokomotivführer erhielt einmal eine Belohnung von 20 Mark für Vermeidung einer Betriebsgefahr. Von einer Uebermüdung des Personals oder Ueber- spitzung des Dienstplanes kann keine Rede sein. Der Lokomotivführer Dechant und der Aushilfsheizer G u t j a h r, die am Heiligen Abend ihren Dienst in Weißenfels um 16 Uhr angetreten haben, hatten vor Beginn der Unglücksfahrt Ruhepausen von 26 bzw. 49 Stunden. GW I MW ? : S.W W <1 MG *7 ■- s -zV. i V" '%• - ä) L ■ **4^*'i W Z, Zä WM ' /' K Z Reichsstatthalter Sauckel bei seiner Ankunft vor der Trauerhalle. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Verantwortung übernehmen wolle, eine Minister« krise zu eröffnen. Auch „Figaro" ist überzeugt, daß die Regierung Laval bis zum Ende der Wahlperiode im Amte bleiben werde. Die radikalsozia« listische „Ere Nouvelle" kommt zu dem Ergebnis, daß die Mehrheit der radikalszialisti« schen Kammergruppe stets gegen bitt Regierung gestimmt und daß mindestens ein Zehntel der radikalsozialistischen Abgeordneten keine Meinung habe. Man müsse daher zum Stimmzwang zurückkehren. Hätte es diesen bei den letzten Abstimmungen bereits gegeben, würde Her- riot den Parteivorsitz nicht niedergelegt haben. „Ami du Peuple" zieht aus dem Ergebnis der Kammeraussprache die Schlußfolgerung, daß der Völkerbund eine Kriegsmaschine bleibe. Laval werde in der Frage der Oel-Sühnemaßnahmen nach- geben, falls es der antifaschistischen Internationale gelingen sollte, nach der englischen öffentlichen Meinung auch die Amerikaner dafür zu gewinnen. Laval habe versichert, daß der französisch- sowjetrussische Pakt nicht als ein Militärbündnis angesehen werden könne. Da aber der Pakt den gegenseitigen Beistand für den Fall vorsehe, daß eines der Länder angegriffen werde, genüge da nicht ein G r e n z z w i s ch e n f a l l, um die kriegerischen Pazifisten Frankreichs zu veranlassen, die Mobilisierung herbeizuführen, u m d e n Bolschewismus zu retten? Wenn es in Frankreichs Beziehungen zu Deutschland ein Gegengewicht geben werde, werde mehr Aussicht sein, den Streitfall friedlich zu regeln, wenigstens soweit Deutschland in Frage komme. , Lavals Kurs bleibt der gleiche. Die Auffassung in London. London, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die außenpolitische Erklärung, mit der sich Laval einen knappen Abstimmungssieg in der Kammer sicherte, wird von der englischen Presse mit einer gewissen Zurückhaltung besprochen. Seine Versicherungen über die Zusammenarbeit Frankreichs mit dem Völkerbund und mit England finden zwar Anerkennung, die Blätter lassen es jedoch nicht an Andeutungen fehlen, datz Laval seine Rede in erster Linie nach p a r l a m e n t s t a k t i s ch e n Gesichtspunkten formuliert habe. „Daily Telegraph" schreibt, es sei klar, daß Frankreich von der Außenpolitik Lavals nicht begeistert sei. Man müsse sich jedoch sagen, welche Politik größere Zustimmung beim Volke und beim Parlament gefunden hätte. Die Erklärung über die französischen Unterstützungsversprechungen für England seien in sich richtig. Es sei jedoch nicht gesagt worden, daß die Franzosen bereit stehen würden, um sich an der Abwehr eines Angriffes gegen die britischen Schiffe zu beteiligen, Laval sei immer noch entschlossen, seine beiden Pferde gleichzeitig zu reiten. Sein Favorit sei immer noch die Aussöhnung, obwohl es sicher sei, daß es zu keinem neuen gemeinsamen Versuch einer friedlichen Regelung kommen werde, bevor sich entscheidende Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz abgespielt haben. Die bestehenden Sühnemaßnahmen würden zwar aufrechterhalten, aber die Stellungnahme Frankreichs zu der Kardinalfrage, der O e l s p e r r e , hänge von der Zustimmung der französischen Kammer und der Bereitschaft des amerikanischen Kongresses zu ähnlichen Maßnahmen ab. „Times" schreibt, durch die Rede Lavals seien die Aussichten für eine Zusammenarbeit Englands und Frankreichs an der Aufrechterhaltung des Friedens durch kollektive Zusammenarbeit verbessert. Das Blatt weist auf die Aeußerung des französischen Ministerpräsidenten über eine Annäherung an Deutschland hin und betont: Eine deutsch- französische Annäherung sei stets eine wichtige Bedingung für eine vertrauensvolle internationale Zusammenarbeit für den konstruktiven Frieden gewesen. Je stärker und wirksamer der Völkerbund gemacht werden könne, um so größer sei die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung. Laval über das deutsch-französische Verhältnis. Knappe Mehrheit für das Kabinett Laval in der Kammer. Paris, 28. Dez. In der Kammer beantragten die radikalsozialistischen Abgeordneten Delbos, Cam- pinchi und Cot, daß zuerst über den von ihnen ein- aebrachten Entschließungsentwurf abgestimmt werde. Der Entwurf, der praktisch einen reinen Mißtrauensantrag darstellte, hatte folgenden Wortlaut: „Die Kammer bedauert, daß die Regierung nicht deutlicher der Welt den Eindruck des treuen Beharrens auf der von Frankreich feit 1919 verfolgten außenpolitischen Linie vermittelt hat zur Wahrung des Friedens in der Gegenwart und in der Zukunft, indem die Regierung gleichzeitig die nationale Sicherheit in den Vordergrund ihrer Erwägungen stellt, einer Sicherheit, die mit den Satzungen des Völkerbundspaktes verbunden ist. Die Kammer lehnt jeden Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über." Die Regierung lehnte diesen Antrag ab und stellte dagegen die Vertrauensfrage. Bei der A b- stimmung über die Vertrauensfrage erhielt die Regierung 296 gegen 276 Stimmen. Die Mehrheit beträgt demnach 20 Stimmen. Nach der Abstimmung wurde die Vertrauensentschließung des Abgeordneten Chappedelaine und einiger anderer Abgeordneter der Mitte mit einer Mehrheit von 304 gegen 261 Stimmen angenommen. Die Entschließung lautete: „Die Kammer ist den englisch-französischen Ucberüeferungen treu, sie billigt bie Erklärungen ber Regierung und vertraut ihr, daß sie in der Achtung der Völkerbundssatzung ihr Werk der Aussöhnung, der internationalen Verständigung und des Friedens fortsetzt. Sie lehnt jeden weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über." Ministerpräsident Laval hatte vor der Abstimmung eine längere Rede gehalten. Er betonte, daß er den Völkerbundssatzungen stets treu geblieben sei und nie gegen eine Verpflichtung, die Frankreich übernommen habe, verstoßen habe. Er sei mit den englischen Ministern sofort einig gewesen darüber, daß militärische Sühnemaßnahmen, eine Blockade und eine Schließung des Suezkanals nicht in Frage kommen könnten, kurz alles, was zu einem Kriege führen könnte. Die Sühnemaßnahmen feien von Frankreich ordnungsgemäß durchgeführt worden. Man könne nicht sagen, daß er die Beziehungen Frankreichs zu England gefährdet habe. Die Frage, ob Frankreich England in den Erdölmaß nahmen folgen werde, fei gar nicht zeitgemäß. Erst müsse der amerikanische Kongreß darüber beschließen. Laval bestritt die Richtigkeit der Behauptung, daß das Verhältnis zwischen Frankreich und England gespannt sei und lieferte Unterlagen dafür, daß er die italienische Regierung durchaus nicht in Unkenntnis darüber gelassen habe, daß er dem Völkerbundspakt treu bleiben und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erfüllen werde. In seinen weiteren Ausführungen ging Laval auch ausführlich auf das deutsch-französische Verhältnis ein. Solange eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland nicht erfolge, gebe es keine wirksame Friedensgarantie in Europa. Er habe kein Sonderabkommen zwischen Frankreich und Deutschland im Auae, sondern eine Verständigung im Rahmen der kollektiven Sicherheit in Europa. Sir Samuel Hoare habe ihm gesagt, welche Aussichten sich für die französisch-englische Politik ergeben würden, wenn die deutsch- französische Verständigung möglich würde. Dann könnten England und Frankreich zusammen Deutschland nach Genf zurückzuführen versuchen. Laval berichtete ferner über die Unterredung zwischen dem französischen Botschafter und dem Reichskanzler Adolf Hitler. Er wies die Behauptung rundweg zurück, daß bei dieser Gelegenheit von irgendeinem Sonderabkommen zum Schaden eines östlichen Staates die Rede gewesen sei. Francois Poncet habe dem Führer mitgeteilt, daß in einigen Tagen das f r a n - zöfifch-fowjelruffifche Abkommen von der Kammer ratifiziert werden würde. Dieses Abkommen fei nicht gegenDeutsch- land gerichtet. Er habe allerdings auch das Bedauern Lavals übermittelt, daß Deutschland sich nicht an dem gegenseitigen Beistandspakt beteiligen wolle. Francois Poncet und Reichskanzler Adolf Hitler feien einig in dem Wunsch gewesen, daß zwischen Frankreich und Deutschland ein gutnachbarliches Berhättnis in der gegenseitigen Achtung zustande käme. Laval fuhr fort, daß er sich um die Regierungsform der einzelnen Staaten nicht kümmere. Er fei nach dem faschistischen Rom und nach dem kommunistischen Moskau gefahren, und wenn die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland im Rahmen der Politik der allgemeinen Sicherheit zu einem Erfolge geführt haben werde, würde er auch nach Berlin gehen. Das französisch-sowjetrussische Abkommen sei kein Militärbündnis, sondern ein Abkommen der gegenseitigen Hilfeleistung, das nicht im Widerspruch zum Locarnopakt stehe. Er habe die selbsttätige Anwendung der Bestimmungen des Paktes ohne vorherige Prüfung des Falles durch den Völkerbundsrat abgelehnt. Während der Bestattungsfeier für Marschall Pilsudski habe er eine dreistündige Unterredung mit General Göring gehabt und dabei die Möglichkeiten besprochen, wie beide Länder versuchen könnten, sich einander zu nähern. Er wünsche nicht, daß auf der Tribüne der französischen Kammer Worte gesprochen werden, die diese Aufgabe noch schwieriger gestalten. Das Gesetz über die Kampfbünde angenommen Paris, 29. Dez. (DNB.) Die Kammer trat am Samstagabend gegen 10 Uhr wieder zusammen, um die zweite Lesung der Gesetzesvorlagen über die Kampfbünde, über die Regelung des Waffentragens und über die Aufforderung zu Gewalttaten in der Presse vorzunehmen. Ein Antrag des rechtsgerichteten Abgeordneten Dommange, die Auflösung der Bünde auch auf die geheimen Gesellschaften und Vereinigungen auszudeynen, wurde mit 417 gegen 104 Stimmen adgelehnt und das Gesetz im ganzen mit 403 gegen 104 Stimmen angenommen, ohne daß die Regierung die Vertrauensfrage zu stellen brauchte. Das Gesetz über die Regelung des Waffentragens sowie das Gesetz über die Pressevergehen wurden durch Handaufheben verabschiedet. Die Kammer vertagte sich dann auf Montag vormittag. pariser Blätterstimmen. Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach dem leidenschaftlichen innenpolitischen Kampf der letzten Tage ist betonte Ruhe in der politischen Presse eingekehrt. ,Le Jour" greift die Gerückste auf, die von einem Rücktritt der radikal- sozialiftischen fünf Minister bei Wiederzusammentritt des Parlaments am 14. Januar wissen wollen. Das Blatt glaubt jedoch, daß mit dieser Möglichkeit kaum ernsthaft zu rechnen sei, da Her- riot nicht drei Monate vor den Neuwahlen die Genugtuung in Rom. Rom, 29. Dez. (DNB.) Der Kammersieg La« vals ist in der italienischen Hauptstadt mit' fühlbarer Genugtuung ausgenommen worden. Der Londoner Korrespondent des Mailänder „Popolo d'Jtalia" und des „Messagero" in Rom spricht von einem harten Schlag, der den Uebersanktionisten Englands durch den Kammersieg Lavals widerfahren sei. Nach seiner Ansicht wird dieser Sieg vor allen Dingen auch zu einer Beruhigung der durch den Rücktritt von Sir Samuel Hoare entstandenen psychologischen Spannungen beitragen. Zunahme der italienischen Transporte durch den Suezkanal. London, 29. Dez. (DNB.) In der am 28. Dezember zu Ende gegangenen Woche haben nach einer Meldung aus Port Said zufolge, die italienischen Truppentransporte durch den Suezkanal e r • heblich zugenommen. Die Listen der Kanal» behöben enthalten folgende Aufzeichnungen: 10 346 Offiziere und Mannschaften, 2966 Arbeiter, 17 416 Tonnen Material, 388 Tonnen Benzin, 5750 Tonnen Zement und 222 Maulesel. Die Parlamentssitze für die Heiden Macdonalds. London, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Unterhaus-Nachwahlen, in denen die beiden Macdonalds (Vater und Sohn), die bei den letzten Parlamentswahlen ja unterlegen waren, a l s Kandidaten der nationalen Regierung auftreten, dürften keineswegs so reibungslos verlaufen, wie es dem Wunsche Baldwins entsprochen hätte. Die schottische Nationalisten-Partei wird den Professor D e w a r Gibb als Gegenkandidaten Ramsay Macdonalds in den Universitätswahlen aufstellen. Der jüngere Macdonald wird im Wahlkreis Roß und Cromarty möglicherweise mit drei Gegenkandidaten, nämlich einem Äonferritioen, einem Liberalen und einem Arbeiter- parteiler zu rechnen haben. Der oppositionelle „Daily Herald" meldet, ein Teil der konserva - t i Den schottischen Studentenschaft fei über die Zumutung der englischen Regierung, Macdonald als konservativen Kandidaten aufzustellen, entrüstet und habe sogar überseeische Studenten, die ein Stimmrecht besitzen, telegraphisch aufge« fordert, gegen Macdonald zu stimmen. Das Oberhaupt der orthodoxen Christenheit gestorben. Der griechisch-orthodoxe Patriarch Photios der Zweite ist nach längerem Leiden im Alter von 63 Jahren in Istanbul g e ft o r b e n. Der Verstorbene wurde 1929 zum Oberhaupt der orthodoxen Christenheit gewühlt und hatte seinen Sitz in Konstantinopel. Tote des Lahres 1935 Aus aller Welt zerstört. * boot unter, die vierköpfige Besatzung konnte mit Mühe gerettet werden. In dem schwer mitgenommenen Fischerdorf Espinho wurden 51 Fischerhäuser Französischer Rekordflugversuch Paris—Madagaskar gescheitert. Die französischen Flieger P f a r a b o d und Klein, die von Paris nach Madagaskar aufgestiegen waren, um die Rekordleistung von Gsnin Robert zu überbieten, sind kurz nach dem Start auf dem Zwischenlandeplatz Wadi Haifa im Norden der Libyschen Wüste im englisch-ägyptischen Sudan abgestürzt. Pfarabod wurde dabei getötet und Klein verletzt. Die Flieger hatten bereits Zwischenlandungen in Tunis und Sirt (Tripo- litanien) oorgenommen. Schweres Kraftwagenunglück bei Versailles. In der Nähe von Versailles ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Ein Lastkraftwagen fuhr infolge Steuerbruches auf dem Marktplatz des Ortes Magny-en-Vexin in mehrere Marktbuden, vor denen zahlreiche Kauflustige standen. Etwa ein Dutzend Menschen gerieten dabei unter die Räder des Wagens. Zwei von ihnen wurden auf der Stelle getötet und acht mußten mit zum Teil schweren Verletzungen in ein Krankenhaus übergeführt werden. Auf der Landstraße tödlich verunglückt. Ein tödlich verlaufener Unfall ereignete sich auf der Provinzialstraße Kochern—Landkern (Mosel). Der Metzgermeister Esser aus Kochern befand sich in Begleitung von zwei Personen zu Fuß auf dem Heimwege. In einer scharfen Kurve wurde Esser von einem entgegenkommenden Radfahrer erfaßt und zu Boden geworfen, wobei er so unglücklich aufschlug, daß ihm der Schädel eingedrückt wurde. Der Tod trat schon wenige Minuten später ein. Großes Bootshaus in Holland eingeäschert. Jahre in voller Manneskraft erhalten bleiben und die große Aufgabe des endgültigen Aufbaues der SA. als der treuen und kampfbereiten Garde des Führers vollenden mochtest. Zn dieser Zuversicht übermittle ich Dir den Ausdruck meiner Verbundenheit und kameradschaftlichen Mitarbeit für Dich und Dein schweres und verantwortungsvolles Werk. Mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler Dein (gez.) Josef Goebbels." — Reichsjugendführer von Schirach sandte folgendes Telegramm: „Lieber Stabschef! Zu Ihrem heutigen Geburtstag sende ich Ihnen die kameradschaftlichen Grüße der ganzen deutschen Jugend, denen ich meine persönlichen Glückwünsche hinzufüge. Nehmen Sie diesen Gruß auch als Zeichen der inneren Verbundenheit von Jugend und SA. Heil Hitler? In herzlicher Kameradschaft Ihr Baldur von Schirach." Anderthalb Jahre Gefängnis für e nen arischen ^affenicbänder. Berlin, 28. Dez. (DNB.) Wegen Rassenschande verurteilte die 14. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts den 38jährigen Alfred Klaffte zu anderthalb Jahren Gefängnis. Der Angeklagte, ein Arier, hatte auf Grund eines Heiratsinserats im Juni 1934 eine jüdische Witwe kennen gelernt und war am 1. August 1934 zu ihr nach Wilmersdorf gezogen. Nach Erlaß des auf dem Nürnberger Parteitags verkündeten Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre zog der Angeklagte zwar von der Jüdin fort, hielt trotzdem aber noch die Beziehungen aufrecht. Nach seinem eigenen Geständnis hat er in der Zeit bis zu seiner Verhaftung Anfang Oktober noch intimen Verkehr mit ihr gehabt. Die starken Regengüsse in Nord- und Westspanien dauern an. Fast sämtliche Flüsse, deren Spiegel sich teilweise um sechs Meter gehoben hat, sind über die Ufer getreten. Die Landstraße von Madrid nach Santander ist durch die Fluten unterbrochen, so daß der Verkehr lahmliegt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Madrid und Galicia ist durch Erdrutsche unmöglich gemacht. Ein Personenzug e n t g l e i st e bei Montedurado. Häusereinstürze, Vernichtung von Getreide- und Viehbeständen werden aus zahlreichen Provinzen gemeldet. Zwischen Valencia und Albacieto stürzte ein mit 27 Personen besetzter Autobus über die Böschung ab. Elf Insassen wurden schwer verletzt. Ueberschwemmungen in Frankreich. Die anhaltenden R e g e n f ä l l e und die Schneeschmelze lassen die Flüsse in fast allen Teilen Frankreichs stark ansteigen. Ueberall werden Ueberschwemmungen gemeldet. Das Rhonetal ist bedroht. In Avignon hat sich die Lage erneut verschlechtert. Bei Lyon gab es zahlreiche Erdrutsche. Die Marne ist in wenigen Stunden um 80 Zentimeter gestiegen. In den Savoyer-Alpen sind mehrere Wohnhütten unter der Last des 2 bis 3 Meter hohen Schnees zusammengestürzt. Die Bewohner konnten rechtzeitig ihre Häuser räumen. Die Bombardierung des Lavastromes des Hlauna Loa erfolglos. Der Abwurf von insgesamt 20 600-Pfund-Bomben auf den Krater des Mauna Loa und den Lavastrom bei der Stadt Hilo (Hawai) ist anscheinend erfolglos geblieben. Der Lavastrom ist in der Zwischenzeit unter lautem Getose um weitere anderthalb Meilen in Richtung auf die Stadt Hilo vorgerückt. Er befindet sich nur noch in einer Entfernung von drei Meilen von dem Wasserreservoir der Stadt. Man plant ein erneutes Bombardement des Lavastromes. Zahlreiche Opfer eines Taifuns über den Philippinen. Nach den in Manila vorliegenden Berichten aus den entlegenen Teilen der Insel Luzon (Philippinen) hat ein vor einigen Tagen wütender Taifun 39 Todesopfer gefordert. Der 7000 Tonnen große amerikanische Frachtdampfer „Golden Peak" wurde in der Nähe von Tandoc auf Süd-Luzon auf eine Felsklippe geschleudert. Man hofft aber das Schiff abschleppen zu können. großer Wahrscheinlichkeit die Kriegsmaschine lahmgelegt hätte, konnte nach Wunsch durchgeführt werden. Das Schicksalsjahr hat die Mangelhaftigkeit der mit untauglichen Mitteln konstruierten Dolker- solidarität erwiesen. Das ist zunächst einmal die fatale Bilanz. Für Italien hingegen hatte der Dälkerbundskrieg auch sein Gutes; er schweißte das vom Duce zurechtgehämmerte Volk noch fester zusammen, die große Stunde hat kein kleines Geschlecht gefunden. Stabschef Luhes 45 Geburtstag. Hannover, 28. Dez. (DNB.) Dem Oberpräsidenten Stabschef Lutze wurden aus Anlaß eines 45. Geburtstages vielfache Ehrungen bereitet. Auf dem Flugplatz Hannover, wo der Stabschef Samstagnachmittag eintraf, hatte eine Hundertschaft der Schutzpolizei Aufstellung genommen, deren Front der Stabschef abschrttt. Anschließend trafen das Gruppenführerkorps und ine Amtsfcholl der Obersten SA.-Führung ein, und Obergruppenführer von Jagow sprach dem Stabschef den Dank dafür aus, daß er der SA. das Vertrauen des deutschen Volkes wiedererworben habe. Der Führer hat an Stabschef Lutze zu seinem 45. Geburtstag folgendes Telegramm gerichtet: „Zu Ihrem heutigen'45. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche und verbinde sie mit der Hoffnung, daß es Ihnen vergönnt ist, auch in Zukunft Ihre verdienstvolle Arbeit als mein Stabschef an der SA. fortzusetzen."—Reichsminister Dr. Goebbels hat an Stabschef Lutze das nachstehende Telegramm gesandt: „Lieber Viktor? Zu Deinem heutigen 45. Geburtstage übersende ich Dir meine herzlichsten Grüße und aufrichtigsten Glückwünsche. Es ist unser aller Hoffnung, daß Du dem Führer, der Partei und dem Vaterland noch viele sie fliegen wieder. Wir in Rom wissen, was die Stunde geschlagen hat. Die Welt glaubt nicht daran oder mag nicht glauben. Was tüt her Völkerbund? Hatte er beizeiten jene Entschlossenheit bekundet, die ihm nun so schlecht zu Gesicht steht, so würde er sich manchen Vorwurf und, vielleicht, der Welt Schlimmeres erspart haben. Aber er ist verfilzt mit tausenderlei Interessen. Auch die Diplomatie der Kabinette zeigt sich so ausfallend zurückhaltend, daß wirklich kein großer Argwohn dazugehört, hinter dem Dreikömgs- vertrag allerhand Versprechungen und halbe Zusagen zu wittern. In Genf wollte man die dicke Luft nicht riechen, die sich einem in Rom auf die Nerven legte. Als ich im Februar berichten konnte, daß Italien eine Vereinigung seiner bet» Öen Kolonien Eritrea und Som all - land anftrebe, gab es ein ungläubiges Lächeln, zumal bei den Engländern, und eines schonen Frühlingstages wurde ich denn auch „durch die alle Zweifel zerstreuende Front von Strefa dementiert". In Wirklichkeit gingen in Strefa die Meinungen weit auseinander, denn die „großen Drei verstanden unter der Einheitsfront drei verschiedene Dinge. Frankreich dachte nur an die deutsche Gefahr", wie sie durch tue Wiedereinführung der deutschen Wehrpflicht brennend geworden schien, England glaubte seine Grenze am Rhein liegen, Italien aber kam gerade durch die Erstarkung Deutschlands, die politisch gleichbedeutend war mit der Zurückgewinnung seiner BünDnisfahigkett, von dem Gedanken einer Frontstellung gegen das Dritte Reich ab — wenn es ihn jemals im Ernst gehegt hatte. In Rom las man mit Behagen die französischen Zeitungen, die Mussolini ermunterten, sich ruhig Abessinien zu nehmen. Was gehe Frankreich das Sklavenreich des Negus an? Mussolini nützte die Zeit, ließ der Komödie, die in Genf mit der „Verdammung Deutschlands vorbereitet wurde, freien Lauf, baute feine Rückendeckung aus, schickte immer mehr Truppen dorthin, wo Italiens Grenze lag. Er festigte die guten Beziehungen zu Oesterreich und Ungarn, machte Frieden mit Jugoslawien, betrieb die Oelforderung m Albanien und blies nach einiger Zeit die Presie- fehde gegen Deutschland ab, Gewiß, chgu.vuUe m Stresa unterschrieben, daß „die drei Machte sich jeder einseitigen Aufhebung von Vertragen, welche den Frieden Europas in Gefahr bringen konnten, mit allen Mitteln widersetzen werden , aber lag Abessinien in Europa? Und wie kam man ihm von allen Seiten entgegen, als es sich darum handelte, dis zum Ende der abessinischen Regenzeit eine gute Haltung nach Genfer Schnitt zu bewahren? Politiker von Rang glaubten tatsächlich an Die sagenhafte „Konferenz von Rom". Italien ging seinen Weg, es ist nicht seine Schuld, wenn ihn andere, absichtlich oder nicht, übersahen. Es hieße den Kopf in den Sand stecken, schrieb ich im Mai, den kriegerischen Willen Mussolinis als Pose zu nehmen. Die Dinge haben dann ihren naturgemäßen Lau genommen, in Ostafrika donnern die Geschütze und aus der Blüte von Stresa ist die seltsame Frucht von Genf geworden, der Sanktionskrieg. Bevor er aber Italien auf die Knie zwang, brachte er Verwirrung in die eigenen Vo.lkerbundreihen. Bevor das „Experiment" an einem lebenden Volkskörper zu Ende geführt werden konnte, mußte Großbritannien zunächst einmal von feinem Schiedsrichterftuhl heruntersteigen und zugeben, daß es Dinge gibt zwischen Völkerbund und Gens, denen die Weisheit der Paragraphen nicht gewachsen ist. Die Sanktionsfront wankt von Buenos Aires bis Bukarest, nicht einmal die Benzinsperre, die mit Anno fatale. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, am Jahresende. Wind wehte am Anfang, Sturm steht am Ende. Es ist so gekommen, wie es Mussolini schon in den Zeiten der Ruhrbesetzung vorausgesagt hatte: 1935 würde das kritische Jahr Europas werden, das Schicksalsjahr, das Anno fatale, fatale — das Wort hat im Italienischen eine vielfältige Bedeutung, es heißt auch soviel wie verhängnisvoll und verderblich, gemeint war ober das Fatum, das Un- entrinnbare, die große Wende im Volker, schicksal. ' . . , ., _ . . Manche übersetzten es einfach mit Krieg und wer damals den Kalender unter dem Gesichtswinkel des Versailler Vertrags betrachtete, mochte fick versucht fühlen, die düstere Prophezeiung auf das Datum der Saarabstimmung zu beziehen und befürchten, sie könne zu einem neuen europäischen Streitfall führen. Um so angenehmer die Heber» raschung der Friedensfreunde, als sich nach den ersten bewegten Tagen nicht nur die Wolken über dem Rhein lichteten, sondern auch die ernste Verstimmung zwischen Den lateinischen Schwestern einem herzlichen Einverständnis wich. Hell, fast zu grell beleuchtet ist der Palazzo Farnese, die französische Botschaft, als am Dreikönigstag Mussolini dort unter Blitz und Donner einfährt. Großer Emfpang, Großes steht bevor. Draußen die Elemente in Aufruhr, die Fenster klirren unter dem unaufhörlichen Anbranden der krachenden Luft- massen, fahler Wetterschein zuckt den ordenprangenden Gästen ins Gesicht, es ist, als ob sich eine Schlacht ganz in der Nähe abspiele. Auf glatten Diplomatengesichtern stirbt das konventionelle Lächeln. Aber Mussolini nimmt Laval unterm Arm und führt ihn in ein Nebenzimmer. Und dort wird der Friede geboren, die neue Entente, unter dem Rollen und Grollen der Dreikönigsnacht. Wir warten ... Endlich, strahlend wie ein junger Vater, tritt der Duce aus der Türe und verkündet die frohe Botschaft: „Das Schicksalsjahr beginnt unter den verheißungsvollen Zeichen der französisch-italienischen Abkommen!" Einige Tage später wird es in den Kasernen lebendig, die Zeitungen sprechen deutlicher von Abessinien, Mussolini übernimmt das Kolonialministerium. Er ist nun Ministerpräsident und siebenfacher Minister: für Aeußeres, Inneres, Krieg, Marine, Luftwehr, Korporationen und Kolonien, das heißt, alle politischen Aemter sind in feiner Hand vereinigt. An die Stelle des Gouverneurs von Rom, die bisher Fürst Boncompagni-Ludovisi bekleidete, tritt einer der jüngsten und tatkräftigsten Faschistenführer, der frühere Korporationsmimster Bottai. Februar: Mobilmachung? Zu Tausenden und Zehntausenden strömen die Freiwilligen zu den Fahnen, die Schiffe in Neapel stehen unter Dampf, die Geschütztürme spielen. Ein Sturm der Begeisterung tobt durch Schulen und Universitäten, preßt Mutter und Sohn noch einmal auf dem Bahnhofsteig zusammen, die alten Schützengrabenlieder, gesungen von der neuen Generation, klingen aus, die Rotationsmaschinen donnern und zermalmen die Zeit, die zwischen heute und der Eroberung Nordafrikas durch Marius liegt — die römischen Adler, Ein großes Schadenfeuer vernichtete in einer der lebten Nächte in Oofter Ringdejk (Holland) ein großes Bootshaus samt 32 Motorbooten und Segeljachten sowie 125 Booten. Das Feuer wurde erst bemerkt, als die hellen Flammen aus dem Dachstuhl schlugen. Die Feuerwehr konnte nur noch ein zweites Bootshaus retten, das sonst ein Opfer der Flammen hätte werden können. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 50 000 Gulden. Von einem Dieb erschlagen. In Höfchen bei Hermeskeil (Landkreis Trier) fanden die Bewohner eines Hauses vor ihrem Anwesen den 24jährigen Landwirt I. Knob t o t auf. Es stellte sich heraus, daß aus der Wurstküche Fleischund Wurstwaren, die aus einer Hausschlachtung herrührten, verschwunden waren. Man nimmt an, daß Knyb den Dieb überraschte und von diesem erschlagen wurde. Aus dem Heimweg erblindet. Als ein Einwohner aus Neunkirchen (Kreis Siegen) in Begleitung seiner Ehefrau von einem Spaziergang zurückkeyrte, mußte er plötzlich die furchtbare Feststellung machen, daß er auf dem Heimweg allmählich das Augenlicht verlor. Kaum war er zu Hause angekommen, als schon beide Augen völlig erblindet waren. Der Bedauernswerte war im vergangenen Jahr aus der Fremdenlegion heimgekehrt. Man nimmt nun an, daß die plötzlich zum Durchbruch gekommene Erblindung auf eine in der Fremdenlegion zugezogene Tropenkrankheit zurückzuführen ist. Die internationalen Schwindelgeschäfte des Gefchwifterpaares Zakob. Die Erhebungen in der Angelegenheit des verhafteten jüdischen Journalisten Heinrich Eduard Jakob und seiner Schwester Alice Jakob bringen immer neues aufsehenerregendes Material zutage. Es steht jetzt fest, daß das Gefchwisterpaar sowie der vor kurzem in Wien verhaftete Valutaschmuggler Jacobsen, genannt Kohl, außer mit anderen schon bekanntgegebenen Schwindlern auch mit einer gefürchteten englischen Aktienschwindlerbande, den „White collers" (Bande des weißen Kragens), die von einem gewissen Ben Factor, einem Hochstapler großen Stils, geführt wird, in Verbindung standen. Ein besonderes Geschäft dieses Faktor war die Verwertung gestohlener Aktien; die österreichische Generalvertretung dieses Zweiges des Hochstaplerunternehmens scheinen Jakob und seine Schwester innegehabt zu haben. Es steht jetzt schon außer allem Zweifel, daß die Verbrechen der Geschwister Jakob weit über das gewöhnliche Ausmaß hinausgehen und ganz gefährlichen internationalen Charakter tragen. Amerikanischer „Entführter- als Betrüger entlarvt. Als eine Irreführung der Polizei und öffentlichen Meinung stellt sich die vergangene Woche in der Presse der Vereinigten Staaten sensationell ausge- Britisches Schiff mit 30 2Uann Besatzung verschollen. Wie aus Melbourne (Australien) berichtet wird, ist das britische Schiss „Paringa'Xseit dem 23. Dezember verschollen. An diesem Tage hatte es Western Port (Viktoria) verlassen, um das Oel- tankschiss „Vincas" zur Verschrottung nach Japan zu bringen. Die „Vincas" wurde dieser Tage bei Lake Entrance (etwa 400 Kilometer östlich von Western Port) angetrieben. Die verschollene „Pa- ringa" hatte eine Besatzung von 5 Europäern und 25 Chinesen. Erdbeben in der Schweiz. In der Schweiz wurde Montag früh um 4.37 Uhr ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt. Zn den Wohnungen bewegten sich die Bilder an den Wan- ben, und viele Leute wurden aus dem Schlaf geschreckt. Erdstöße in Süddeutschland. Heute (Montag) früh, etwa 4.40 Uhr, wurde in Karlsruhe ein ziemlich starker Erdstoß verspürt, nachdem bereits vorher, etwa 4.10 Uhr, ein weniger heftiger Stoß wahrgenommen worden war. Beim zweiten Stoß schwankten die Möbel in den Wohnungen zum Teil recht erheblich, und die Einwohner wurden aus dem Schlafe geschreckt. Auch aus Baden-Baden, Rastatt und Achern, sowie aus Pforzheim und Heidelberg werden Erdstöße ge- meldet. Auch in Württemberg wurden Montag früh 4.10 Uhr und 4.40 Uhr Erdstöße verspürt. In Stuttgart war Das Beben jedesmal so kräftig, daß vor allem in den Höhenlagen Die Fenster flirrten unD Die Bevölkerung aus Dem Schlaf geschreckt wurde. Das Beben wurde auch in Heilbronn, Mergentheim, Schwäbisch-Gemünd, Reutlingen, Tübingen, Rottenberg, Horb, Balingen, Ulm und Reudenstadt wahrgenommen. .. Auch in Nürnberg wurden zwei E r d st o tz e verspürt. Die Bewegungen dürften in Süd-Nordrich- tung verlaufen sein. Sie waren nur schwach zu verspüren. Schwere Unwetterschäden in Spanien und Portugal. Das Unwetter, von dem Portugal seit einigen Tagen heimgesucht wird, hat Formen angenommen, wie sie hier seit Jahrzehnten unbetont! sind. Viele Flüsse sind über die Ufer getreten, so auch Douro : unb Tejo. Das Ende des Hochwassers ist noch , nicht abzusehen. Die schweren Regengüsse haben i außerordentlich großen Sachschaden angerichtet. Die Einfahrt in die Häfen von Lissabon und Porto ist i nur mit großer Mühe möglich. Viele Schiffe befinden ■ sich in Seenot. Im Hafen Lissabon ging ein Segel- „Graf Zeppelin ; Der Turnierretter Axel Ho 1 st. — (Scherl-BuDerdienst-M.) machte Entführungsgeschichte heraus, in deren Mittelpunkt Caleb M i l n e steht. Milne ist der Enkel eines bekannten Textilfabrikanten aus Philadelphia. Im Kreuzverhör der Bundesgeheim- polizei gestand er, die Entführung inszeniert zu haben, um Reklame für sich zu machen und eine Stellung als Schauspieler zu bekommen. Kraftwagenfahrer fanden den 23jährigen Betrüger nach fünftägiger Abwesenheit geknebelt im Straßengraben. Milne, der auch Erpressungsbriefe an seine Familienangehörigen sandte, erklärte, er habe sich am Arm Nadelstiche beigebracht, um Morphiumeinspritzungen seiner Entführer vorzutäuschen. „S. V. P.“ Wie bereitet man Champignons zu? Wo befindet sich der nächste Optiker? Wann war der Frieden von Oliva? Dies sind einige von den unzähligen Fragen, die das neue Pariser Auskunftsbüro täglich beantworten muß. Es ist dies kein Privatunternehmen, sondern eine neue postalische Anstalt, durch einen besonderen Telephonanruf zu erreichen. Man dreht auf der Nummernscheibe die drei Buchstaben „S. V. P. (S’il vous plait)“, und dann meldet fick das phantastische Haus, in dem Fachleute aller Gebiete auf den Anruf warten, um aus dem Stegreif die richtige Antwort zu geben oder in der umfangreichen Bibliothek in einem wissenschaftlichen Buche nachzulesen und rasch und sicher Auskunft zu geben. Die ersten Nobel-Preis- träger können ebenso genannt werden wie die letzten leichtathletischen Weltrekorde, das Programm der Pariser Theater erfährt man ebenso prompt wie die Grundsätze Colberts. Aber das „S. V. P.“ gibt nicht nur Auskünfte, sondern es besorgt auch vergessene Einkäufe, holt den Arzt, sucht verlorene Hunde und bringt ein Geburtstagsgeschenk ins Haus. Natürlich laufen dann auch Fragen ein wie: „Was aß Marat jeden Morgen zum Frühstück?" oder: „Wieviel Kleidungsstücke besaß die Jungfrau von Orleans?" Mit solchen Spaßvögeln muß das „S. V. P.“ eben rechnen, und dann heißt es, allen Witz und alle Schlagfertigkeit bereithalten, um auf diese vorwitzigen Fragen eine ebenso dumme Antwort zu finden. Der Löwe und die Sängerin. „Geschichten aus dem Wiener Wald" bekommt man manchmal zu hören, die etwas absonderlich sind und eher geeignet, das Zwerchfell in hüpfende Bewegung zu setzen. Die Sängerin, die dieses altbewährte Repertoirestück in Kopenhagen in einem Barietä vortrug, tat zwar ihrerseits nichts, um diese erschütternde Wirkung hervorzurufen. Diese führte vielmehr ein Löwe herbei, der plötzlich neben der Sängerin an der Rampe stand und sie anstarrte. Hätte die Künstlerin Geistesgegenwart besessen, so müßte sie bemerkt haben, daß der Wüstenkönig nicht etwa blutgierig, sondern recht verlegen zu ihr aufschaute. In ihrem Schreck brach sie aber den Gesang ab, schrie ganz unmusikalisch auf und wollte entfliehen. Sie stolperte aber und zog es unter diesen Umständen vor, in Ohnmacht zu fallen. Dem Löwen ging dieser Schrei und dann die jähe Flucht aber ebenfalls auf die Nerven. Er jagte nach der anderen Seite davon, wo er sich winselnd seinem Dompteur zu Fijßen legte, ihn um seinen Schutz anflehend. Denn dieser Leu war alles andere als ein Wüstenkönig, mar in Gefangenschaft geboren, ein betagtes Tier, das so friedlich wie ein Kätzchen war und große Angst vor Menschen hatte. Der Dompteur hatte große Mühe gehabt, den Alten an die Seite der Sängerin zu schicken — vielleicht hatte aber auch der Gesang der Künstlerin dem Löwen nicht behagt. Jedenfalls hatte der Besitzer des Löwen nichts Schlimmes beabsichtigt, sondern ihr nur den Beweis erbringen wollen, daß sie selbst wilde Tiere mit ihrem Gesang herbeilocken und zähmen könne. Mit der Schreckhaftigkeit der Dame hatte er allerdings nicht gerechnet. Die Vogelzwerge im Berliner Zoo. Besondere Lieblinge der Besucher des Berliner Zoologischen Gartens sind die Kolibris, die jetzt schon dreieinhalb Jahre in dem von Zwitschern und Pfeifen und Locklauten erfüllten Vogelhaus leben. Wenn man ihnen zusieht, wie sie gleich lebendigen Edelsteinen durch ihren kleinen Glaspalast flirren, wird einem das Wunder ihrer Erhaltung in unserem rauhen nordischen Klima erst richtig klar, und wieder bekommt man Ehrfurcht vor der Kunst unserer modernen Zoologen, die es vermochte, diesen exotischen Gästen hier eine neue Heimat zu schaffen. In Mittelamerika, wo die Kolibris zu Hause sind, schwirren sie wie Insekten von Blumenkelch zu Blumenkelch, tauchen ihre langen feinen Schnäbel bis auf den Grund der Blüte und nehmen den Honig auf, der ihre Nahrung bildet. Wie Bienen oder Hummeln schlagen sie auch zwanzig- bis fünfzigmal mit den bunten kleinen Flügeln in der Minute auf und nieder. Im Berliner Vogelhaus hat man ihnen zwischen die tropischen Pflanzen ihrer Heimat Honiggläschen mit langen Röhren aufgehängt, an denen sie nippen, zur Freude der staunenden Besucher. Von ihrer Kleinheit macht man sich einen Begriff, wenn man erfährt, daß der Hummelkolibri, ein Vertreter der kleinsten Arten, nur etwa zwei Gramm wiegt, ein winziger, aber um so kostbarer Vogelzwerg. Büchertisch. — Hans Friedrich Blunck, Deutsche Schicksalsgedichte. Neue erweiterte Auflage. „Schriften an die Nation" Band 57/57a. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Gebunden 1,60 Mark. — (570) — In der neuen Auflage, die um zahlreiche Gedichte erweitert ist, wird uns dieser niederdeutsche Dichter in der ganzen Vielseitigkeit seines lyrischen und balladesken Schaffens offenbar. Diese Gedichte umfassen deutsches Schicksal in organischen Zyklen von unbestechlich klaren, innerlichen Versen. Die Form ist edel und schlicht. Ein besinnliches Buch, besonders auch für die Jugend geeignet. — A m Bienen st and. Von Pfarrer Ludwig. 9. Auflage, 144 Seiten mit vielen Abbildungen. Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin W 57. Preis 1,35 Mark. — (560) — Das Buch bietet einen kurz gefaßten, gediegenen Leitfaden, der hauptsächlich in die imkerliche Tätigkeit einführt und darin durch eine große Anzahl lehrreicher und anschaulicher Abbildungen unterstützt wird. Bei der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Bienenzucht, die nicht allein in der Gewinnung von Honig und Wachs, sondern hauptsächlich in dem durch Befruchtung von Obstbäumen und anderen Kulturgewächsen erzielten Nutzen besteht, dürfte das Buch großem Interesse namentlich bei Landleuten, Lehrern, Pfarrern, Gärtnern, Förstern und Siedlern begegnen, zumal vom rein materiellen Standpunkt abgesehen, die Beschäftigung mit der Bienenzucht außerordentlich anregend ist. — Dr. Fritz Taeger: Orient und O c c i- dent in der Antike. Verlag I. C. B. Mohr (Paul Siedeck) Tübingen. Preis 1,50 Mark. — (579) — Der Vortrag des jetzt zu Marburg lehrenden Historikers, gehalten vor der Dozentenschaft der Universität Gießen stellt sich die Aufgabe die Auseinandersetzung zwischen der morgenländischen und der nordisch-abendländischen Welt in der Antike zu zeichnen. Die politische Entwicklung nur andeutend skizzierend, legt er das Schwergewicht darauf, die geistigen Wechselbezie- Hungen zwischen den beiden wesensverschiedenen und doch vielfach sich durchdringenden und befruchtenden Mächten herauszustellen. Zu diesem Zweck wählt er besonders markante Beispiele der myke- Nischen, mittelalterlich-griechischen, hellenistischen und kaiserzeitlichen Periode aus, um die weltgeschichtlich bestimmenden Kräfte und Erscheinungsformen zu charakterisieren und den großen Strukturwandel der Mittelmeervölker, der in der Spätanttke zu einer tiefgehenden Vermischung der beiden Kreise führt, verständlich zu machen. Mord im Kreise Limburg. Ein Mädchen getötet und nachträglich an einem Baume aufgehängt. LPD. Limburg, 29. Dez. Am letzten Freitagmorgen wurde, wie die Kriminalpolizei mitteilt, in unmittelbarer Nähe des Ortes Dauborn im Kreise Limburg die ledige 22jährige landwirtschaftliche Arbeiterin Erna Lang aus Dauborn an einem Baume erhängt aufgefunden. Nach Lage der Umstände liegt Mord vor. Die Lang hat sich am Vorabend (Donnerstag, 26. Dezember 1935, also am zweiten Feiertag) gegen 20 Uhr mit einem Manne in Dauborn getroffen. Beide sind bann in Richtung auf den Tatort zugegangen. Einige Minuten später haben Ortseinwohner Schreie gehört. Die Lang ist wahrscheinlich erdrosselt und dann von dem Täter mit Hilfe eines mitgebrachten Strickes an einem Baum aufgehängt worden. Als Täter kommt höchstwahrscheinlich eirt Mann in Frage, der mit der Lang, die im zweiten Monat schwanger war, ein Verhältnis hatte und sich ihrer entledigen wollte. Möglicherweise handelte es sich aber auch um ein Eifersuchtsdrama mit einem früheren Verehrer. Es ist bekannt, daß die Lang verschiedene Liebschaften unterhalten hat. Personen, die irgendwelche Angaben machen können, werden gebeten, der Frankfurter Mordkommission, die zur Zeit in Dauborn beim Bürgermeisteramt tätig ist, oder einer anderen Polizeistation Mitteilung zu machen. Auch scheinbar unbedeutende Angaben können für die Aufklärung von Wichtigkeit sein. Auf Wunsch werden die Nachrichten ftreng ver- traulich behandelt. Eine nahmhafte Belohnung steht zu erwarten. Für 4000 Mark Schmucksachen gestohlen. Bad Homburg, 28. Dez. (LPD.) In der Wohnung einer älteren Dame, die in der belebtesten Verkehrsstraße der Stadt gelegen ist, wurde am Heiligenabend eingebrochen. Dabei fiel dem Dieb eine feuersichere Kassette in die Hand, in der sich Schmuck- und W e r t g e g e n- stände im Werte von über 4000 Mark und außerdem 160 Mark Bargeld befanden. Der Homburger Polizei gelang es, den Täter bereits am ersten Feiertage fe st zunehmen. Dadurch war es auch möglich, die gestohlenen Werte restlos wieder herbeizuschaffen. Der Täter, der geständig ist, konnte bereits am Freitagvormittag dem Richter vorgeführt werden. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß auch viele der in den letz'- ten Monaten in der Umgebung verübten Einbrüche auf das Konto des gleichen Täters gehen. Näheres muß allerdings erst die Untersuchung ergeben. Weiterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Am geflogen Sonntag wurde auch bei uns mit lebhaften westlichen Winden die feucht-warme Luft durch kältere Meeresluft ersetzt, so daß in den höheren Mittelgebirgen neue Fröste aufgekommen sind. Durch einen kräftigen, zur Zeit mit seinem Zentrum bei Irland liegenden Wirbel werden erneut kältere Luftmassen auf dem Festlande oorge- stoßen, die vornehmlich am Montag bei uns noch Anlaß zu verbreiteten Regenfällen unb bei kräftigen Böen zu gewittrigen Erscheinungen Anlaß geben werden. Die Temperaturen werden sich vorerst noch über dem jahreszeitlichen Durchschnitt halten. Aussichten für Dienstag: Bei kräftigen westlichen Winden wechselnd bewölktes Wetter mit schauerartigen Niederschlägen, wieder etwas kühler, doch für die Jahreszeit zu mild. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der unruhigen und unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 30. Dezember: morgens 2,7 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends 0,3 Grad; am 30. Dezember: morgens 0,3 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Düsseldorf, Gießen, den 30. Dezember 1935. 05548 Gießen (Krofdorfer Straße 26), Mainz, den 28. Dez. 1935. Die Beerdigung hat in der Stille stattgefunden. 05530 7719 D Frau Ernestine Mahr, geb. Scheublein . (Hinden- tü. 5). Näh. verm. Gießen (Schanzenstraße 1). den 28. Dezember 1935. 05539 7702C 65 Schotter. Klein-Linden, den 30. Dezember 1935. 7703D 7726 D Kleinanzeigen Nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied heute plötzlich und unerwartet, wohl versehen mit den hl. Sterbesakramenten, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter Grundpreis von 5 Pf. für die Mltllmeterzelle veröffentlicht! Tövelmann.oskii Chauffieren von 370 lfd. m. Nähere Angaben durch das unterzeichnete Forst- amt. Schriftliche Angebote bis 6. Januar 1936, mif- Gießen, den 28. Dezember 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. | Vermietungen] S-Zinun.-Wohn. m. Küche, Bad, Mansardez., Zubehör p. 1. 4. zu Die Beerdigung findet am Neujahrstag. nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause Hintergasse 2 aus statt lags 12 Uhr. Gießen, den 28. Dezember 1935. Hessisches Forstamt Gießen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. Dezember, vormittags 11 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofs aus statt. burgw. 5). Näh. im Gartenh. bei In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Drolsbach Familie Ludwig Jung Familie Heinrich Weber. Beioeünnfl non MWüMvelten. Zum Ausbau des Allen Anneröder Weges zwischen Plattenhausen und 1. Schneise werden vergeben: Anfuhr von 370 cbm Basaltsteine. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Ernst Mahr. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hin* scheiden unserer lieben Verstorbenen sprechen wir hierdurch unseren innigsten Dank aus. In tiefer Trauer: Familie Strierath-Glock Am 2. Weihnachtsfeiertag entschlief sanft in dem Herrn unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Herr Joh. Jakob Lather Lohnkutscher i. R. im 88. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Scheid. Gott der Allmächtige nahm Sonntagabend 8% Uhr unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Joh.Wilh. Reuschling nach kurzer, schwerer Krankheit im 76. Lebensjahre zu sich in sein himmlisches Reich. Bekanntmachung. Betr.: Baulandumlegung im Eichgärtengebiet. Auf Grund des Artikels 26 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 wird hiermit öffentlich bekanntgemacht, daß für die Grundstücke Flur III Nr. 197 bis 202, 202Vlo, 2206/io, 221, 222, 223, 224710, 2246/io, 225, 226, 227Vio, 2275/10, 328, 330 und Flur XVIII Nr. 58, 76 bis 85, 85Vio, 857w, 86 (teilweise), 87 (teilweise), 113 (teilweise), 114 und 115 der Gemarkung Gießen die Baulandumlegung beschlossen wurde, welche die Bezeichnung „Baulandumlegung im Eichgärtengebiet" führt. Weiter wird bekanntgegeben, daß während der Dauer des Umlegungsverfahrens die Errichtung von baulichen Anlagen jeder Art sowie der Uebergang zu einer Bewirtschaftung des Grundstücks, die von der bisherigen oder gewöhnlichen Art der Bewirtschaftung erheblich abweicht und geeignet ist, das Umlegungsverfahren zu verhindern, zu erschweren und zu verzögern, in dem Umlegungsgebiet untersagt sind. Im Widerspruch mit dem Verbot errichtete Bauten oder wirtschaftliche Umänderungen bleiben im Umlegungsverfahren unberücksichtigt. [ Einspaltige | werden zum ermäßigten Laden für Metzgerei geeignet zu mieten gesucht,ev.Haus- kauf. Schr. Angebote m. Preis u. 05540 an den Gieß. Anzeiger. [Stellenangebote) Tüchtig, ehrlich. Mädchen das alle Hausarbeiten versteht p.2.Jan.gesucht. Zu erfr. i. d. Ge- schäfsst. d. Gieß. Anzeigers. 770M Wille oder Mädchen für sof. ges. 7721V Plockstraße 9p. [ Verkäufe Marken- Piano sehr gut erhalt., schw.vol.,Elfen- beinkl., garant. Stimmhaltung, für nur 400 RM. sofort zu verkauf. E. Zollinger Klaviertechmker und Stimmer Gießen 05543 Seltersweg69H. Telefon 3119. Steuerfreies Motorrad (Jmveria 500) zu verkauf. 05534 Tchleenbecker Krofdorf 313. Grün emailliert. Dauerbrandoien it. schwarz. Füll' ofcn z. verk. 055'45 Walltorstr. 4 p. | Kaufgesuche"] KlelWWN mögl. steuerfrei, zu kauf, gesucht. Schr-Angeb.unt. 05533 a.d.G.A. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Wilhelmine Barth, geb.Werner für die Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Familie P. Kordaun Familie P. Schirmbeck Gießen, im Dezember 1935. 3-Zimmerwohnung mit Badezimm. und Zubehör z. 1. Februar 1936 oder früher zu vermieten. Schr. Bewerbungen erbeten an (7?ooO hougenonenfdjan 1894 e. G. M.V. 9. Gießen. Jimmer möbl., Badbe- nutzung zu vermieten. Hlndel- »lrafleljpn_05542 | Mietgesuche"""] Beamter sucht 3-4-3immet- MNW mögl. mit Bad, zum 15. 1. 36. Schr. Angeb. u. "5541 a.d.G.A. lliööl.Slinaier ruhig, gut heizb., (Nähe Bahnhof) sofort zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. m. Preis u. 05535 a.d.G.A. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 31. Dez., nachm. 14 Uhr, sollen im „Löwen“, dahier, Neuenweg 28, bzw. an Ort nnd Stelle (Bekanntgabe 1. ob. Lokal) zwangsweise gegen Barzahl, versteigert werden: Haus-, Laden- u. 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Alt-Sold auch Silbergeld kauft ständig otoÄerichierstaiier Hans Ewald Kleine 1*. Ein junger Freund ist von uns gegangen, und es ist, als ob fein Hingang uns, die wir ihn gekannt haben, zwänge, einander in besonderer Weise die Hand zu reichen. Sterben und Sterben kann gar sehr verschieden fein. Diesem Tod ging ein langes qualvolles Leiden voraus, und doch verbinden sich ihm jetzt schon für das Gefühl Worte, die mit Leben und Jugend verbündet sind. Unverminderte Liebeskraft für feine Freunde, Mannhaftigkeit, — ja die Kraft zu unvermindert guter Kunstarbeit, fast bis zum letzten Augenblick, bis die Hand sich nicht mehr heben konnte. Dies könnte für die Bleibenden tiefe Beschämung fein, denn wie oft versagten wir bei weit geringerer Versuchung. Was seine Kunst auszeichnete: die frühe Disziplin des Geistes, die Reinlichkeit des Handwerks, ein jugendlich reicher Angriff des Ganzen ohne Schwulst, — dies zeichnete den Menschen auch als Menschen aus. Immer gefühlvoll, aber immer diszipliniert. Und wie anmutsvoll kann sich beherrschte Haltung mit dem sprungbereiten übermütigen Impuls der Jugend verbinden, — dies war fein äußeres Bild, wie es uns bleiben wird; stets unbelaftend feine Gegenwart, nie eigensüchtig oder eitel fordernd, aber ganz geöffnet, aufnahmefähig, ein junger Künstler, der auch jene seltene, feine Intelligenz besaß, die keine Ausbaumöglichkeit für die Zukunft ausschließt. Das schöne Symbol dafür das geöffnete Tor im Dürerschen Wappen, die Geöffnetheit, ohne die der Künstler so leicht erstarrt. Daß die Freunde ihn vermissen werden, daß eine Lücke bleiben wird, — ist dies ein Stück Unsterblichkeit? Soviel bleibt gewiß: es ist etwas Verschiedenes um das Sterben. Gar mancher Tod läßt die Menschen bedrückt und gesenkten Hauptes auseinandergehen, neu beladen statt erlöst. Dieser Tod aber ruft uns Freunde zusammen, als ob die heilige Ferne, in die der Gegangene entrückt ist, ihm die Befehlskraft zuerteilte, uns zu verpflichten, daß wir uns feiner, feines Arbeitsmutes, feiner unverrückbaren Treue den wahren Werten des Lebens gegenüber, seiner letzten aroßen Tapferkeit der letzten großen Aufgabe gegenüber nicht unwürdig zeigen. Editha Klipstein. Die Totenmaske des jungen Malers, die wir hier wiedergeben, wurde von dem Gießener Bildhauer Carl Bourcarde abgenommen. Winterlicher Voaelbefnch. Don Peter Bauer Sperlinge. Wenn über Nacht die Erde gefriert und eine steinharte Kruste ansetzt, dann sind viele hungrige Schnäbel in Not. Nicht so die Spatzen, die immer wissen wo es etwas gibt und dreist genug sind, auf ein Fensterbord zu flattern. Die Wärme, die die Fenster atmen, sagt ihnen, daß da drinnen andere Möchte regieren, als im Freien und daß man sich auf alle Fälle einmal durch bettelhaftes Schilpen bemerkbar machen müsse. Es sind die kecksten und verwegensten Abenteurer unter ihnen, die einzeln das Fenster belauern und ihre spitzen Rufe erschallen lassen. Dabei drehen und wenden sie den Kopf mit einer nervösen Hastigkeit, der nicht das geringste Geräusch entgeht. Ehe noch der Fensterriegel knirscht, sind sie — husch! — in Deckung. Dann aber fallen sie auf die hingeschütteten Speiseüberreste und Brosamen her und stopfen sich so rasch als möglich den Wanst voll. Im Nu ist nämlich der ganze Schwarm da und stochert auf das Mahl los. Manche sind voll Gier und Heißhunger und möchten am liebsten alles auf einmal hinunterwürgen. Der Schnabel ist ihnen nicht groß genug. Sie plustern sich auf und machen sich so breit als möglich, so sehr auch andere über ihre Vielfresserei schimpfen. Und nicht eher verlassen sie die Stätte, bis sie prall und dick wie Bälle sind und kaum noch atmen können. Wenige nur picken bedächtig und fliegen mit jedem Bissen davon, um ihn in Ruhe genießerisch zu verzehren. Es sind die schlanksten Vogel, von edlerer Körperform, die im Springen wie im Fliegen angenehm auffallen gegenüber den schwerfälligen Dickwänsten. Diese haben noch immer nicht genug. Es reute sie scheinbar, daß sie davongeflogen waren. Sie finden, daß sich noch manches schlingen läßt. Endlich plumpsen sie, zum Bersten voll, in irgendein Geheck hinab, der Verdauung zu pflegen. Haubenlerche. Es sind keine Städter wie die Sperlinge, die jedes Kind kennt. Darum fallen sie in den winterlichen Straßen sofort auf, so unscheinbar kehrrichtfarben auch ihr Gefieder ist. Immer sind sie zu zweien. Das kecke Häubchen, dem sie ihren Namen verdanken, schmückt Männchen wie Weibchen. Sie hüpfen nicht mit geschlossenen Beinen wie die Spatzen, sondern schießen wie von einer Feder aufgezogen in raschem zierlichen Trippelschritt über den Fahrweg, oder nur bis zur Mitte und wieder zurück, weil so viele Autos kommen. Wo wir nichts als Staub sehen oder Schmutz, finden sie mit behenden Bücklingen nach rechts und links immer noch Leckerbissen, so winzig sie auch sein mögen. Die Haubenlerchen sind mehr vorsichtig als furcht- fam, enteilen wenn man ihnen näherkommt, fliegen aber erst im letzten Augenblick einen Sprung weit davon oder sie ducken sich plötzlich dicht an den Boden, daß sie einem Hümpelchen hingewehtem Kehrichts gleichen. Lauf sowohl wie Flug geschehen so leicht und leis, daß man immer überrascht ist. So geräuschlos gleiten die Eulen durch die schwarze Nacht. Mauern und Tore überfliegen die Haubenlerchen selten. In den winterlichen Gärten und Höfen tummelt sich Vogelvolk genug. Sie lieben große Gesellschaften ebenso wenig wie die Enge zwischen den Häusern. Nur in der Weite der Fluren fühlen sie sich wohl. Freie Plätze und Straßen sind ihnen schon begrenzt genug. Darum zigeunern sie nur zu Zweien umher, und kein Pärchen stört das andere. Krähen. Sie bleiben meist in Horden beisammen, wie sie in der Frühe des Tages von ihren Schlafbäumen her aufbrachen. Sie finden überall etwas für den immer hungrigen Krähenmagen und bevorzugen dis Randgebiete der Stadt: die Mündung der Abwässer in den Fluß, die Umgebung der Lagerhäuser und den Güterbahnhof. Sie sind nicht wählerisch und stochern mit ihren scharfen Schnäbeln in jedem Unrat herum. Selbst Verendetes und Verwittertes wird hinuntergewürgt. Wo sie sich niedergelassen haben, stolzieren sie selbstbewußt herum, unbekümmert um den Lärm der Lastautos und der rangierenden Lokomotive. Zwischen den Gleisen und Schwellen strolchen sie und picken, was beim Verladen Vertilgbares zu Boden fiel. Bei jedem verdächtigen Geräusch, das sie feinhörig aus dem Getose der Arbeit heraushören, recken Sie den Kopf und stehen einen Augenblick wie erstarrt. Wiederholt oder nähert sich, was sie stutzig werden ließ, so heben sie sich mit einigen Flügelschlägen empor, um aber schon nach einem kurzen Strich über die Erde hin wieder herabzugleiten. Tut dagegen Flucht not, schwingen sie sich, oft mit einem ärgerlichen und heiseren „Kräh?" höher und besetzen die nächsten Bäume. Wie verklumptes Astholz hocken die plumpen Vogelleiber dann in dem schwarzen Gezweig. Bevor noch das erste Laternenlicht in den verdämmernden Tag blinzelt, steigen sie schwarmweise auf und rudern in hohem Flug über die Straßen hin, einem nahen Gehölz oder Baumweg am Rande der Stadt zu, wo sie Nachtquartier beziehen. Unterwegs schließen sich ihnen neue Horden an, die von nahen Aeckern und Wiesen aufschwärmen. Wie schwere Wolken folgen sie einander in kurzen Abständen und wenn man sie nicht sieht, hört man aus der Höhe ihre krächzenden Stimmen, Zeitschriften. — Im neuesten Heft der „I11 u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) findet sich u. a. ein interessanter Beitrag „Vom Zauberbrauch zur Bohrmaschine" mit zahlreichen zeitgenössische» Kupfer- und Holzschnitten: er behandelt die qt»e schichtliche Entwicklung der Zahnheilkunde: auch bl« Bedeutung der Zähne für den menschlichen Körper, und ihre Pflege wird an Hand einprägsamer Illu« ftrationen erläutert. — Vom Walfisch im Nordmeer berichtet der Textbeitrag eines Fahrtteilnehmers und reiches Abbildungsmaterial. Viel Interesse wird auch die Erzählung „Le Fils de VHomme" finden, die das Schicksal des jungen Herzogs von Reichsstadt, des Sohnes Napoleons I., behandelt. sicht — alle früheren ähnlichen Unternehmungen scheiterten an der Starrköpfigkeit und dem fast einzig in der Welt dastehenden übertriebenen Egoismus einiger führender griechischer Politiker, die — entgegen dem millionenfach geäußerten Volkswillen nach innerem Frieden — durch Reden und durch die ihnen gefügige Presse die Leidenschaften des Volkes mit Geschick immer wieder erneut aufputschten, um dann in diesen erregten und getrübten Wassern ihre eigenen politischen Geschäfte um so besser durchführen zu können. Solche verwerflichen Methoden lösten auch in Griechenland das Mißfallen der jüngeren Generation aus, und so bildeten sich Bewegungen, die sich den Kampf gegen den Parlamentarismus zum Ziele fetzten. Ist also einerseits durch die Wiedereinführung der Monarchie die Frage nach einer festeren Hand gelöst, so stehen die Kämpfe um den Parlamentarismus noch aus. Bereits viele Ansätze wurden gemacht, jedoch ist es bisher keinem der vielen, oft sogar vielversprechenden Versuche geglückt, sich durchzusetzen. Der Wunsch allein genügt ja nicht, aber es war bisher in Griechenland niemals möglich, einen wirklichen Führer dieser sonst alle Aussichten auf Erfola in sich bergenden Bewegung zu finden. Die ost geäußerte Ansicht, daß der griechische Volkscharakter eine moderne straffe Regierungsform nicht ertragen könne, sondern nur die Herrschaft der Parteien dulde, ist völlig irrig. Richtig daran ist nur, daß sich Faschismus oder Nationalsozialismus nicht wörtlich ins Griechische übertragen lassen. Parteiideale sind im griechischen Wahlkampf nicht ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit. So kommt es, daß Veniselos, Tsaldaris u. a. trotz ihres hohen Alters noch großen Einfluß auf die Massen haben. Somit steht dem Lande außer dem Bemühen um die Versöhnung noch der Kampf zwischen den Gegnern und Befürwortern des parlamentarischen Regimes bevor. Schon heute ist mit Sicherheit zu erwarten, daß bei der geplanten Anwendung des Verhältniswahlsystems Die kommende griechische Kammer eine Unmöglichkeit in der Partei^usammen- setzung sein wird, d. h. in der Zusammensetzung der politischen Führer. Diese werden mit der bereits dokumentarisch nachgewiesencn Eigensinnigkeit kaum oder nur für kurze Zeit zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit bereit sein. In ihrem klassischen Egoismus, den sie über alles und — trotz aller tönenden Reden, in denen sie stets „das Beste des Volkes" im Munde führen — noch weit über das Volkswohl stellen, werden sie ihre eigenen Interessen kaum zurückstellen. Das gibt natürlich den jugendlichen Gegnern für ihren Kampf gegen das veraltete und auch in Griechenland längst überholte Regierungssystem brauchbare Waffen in die Hand und mit der Zeit wird auch hier die Notwendigkeit lehren, daß der Parlamentarismus zum Wohle des schönen Griechenlands einer neueren und lebenskräftigeren Form weichen muß! Silvesternacht mit Rasputin. Ein Bacchanal/ ein Attentat und eine Prophezeiung. Don Dr. A. v. Andreevsky (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Petersburg 1913 ... . Im begehe kein Silvester, ohne an diese Nacht zu denken, die ich in Petersburg im Jahre 1913 zu Silvester in einer Gesellschaft, deren Mittelpunkt Rasputin bildete, verlebt habe. Am Silvesterabend hatte sich in einem prunkvollen Palais an der Neva eine glänzende Gesellschaft versammelt. Alle warteten auf Rasputin, der — sich selbst eingeladen hatte. Es galt damals in aristokratischen Kreisen für eine große Ehre, den Wundermönch unter seinen Gästen zu sehen. Diele Gäste hatten sich sogar uneingeladen eingefunden. Aber wer kümmerte sich um gesellschaftliche Etikette, wenn es sich um Rasputin handelte! Jeder wollte dab^i sein: denn man hoffte mit Recht, daß Rasputin in mancher verzwickten Angelegenheit, die nur an höchster Stelle gelöst werden konnte, behilflich sein werde. Gegen 11 Uhr abends erschien Rasputin, wonach die ganze Gesellschaft sich zu Tisch setzte. Die opulente Tafel bog sich unter der Last der Speisen und Getränke. Rasputin trank unheimlich viel. Er konnte P o - kale voll Wodka vertragen, ohne mit dem Auge zu zwinkern. Beim Dessert war er immerhin so weit, daß er nach Zigeunermusik verlangte, ein Zeichen des beginnenden Rausches. Man mußte sich vor Rasputin bei Klängen von Zigeunermusik fürchten. Eine Zigeunerkapelle versetzte ihn nämlich in jenen ekstatischen Zustand, bei dem er stets jede Besinnung verlor, und der ihn zu bacchantischen Orgien hinriß. Der Hausherr wollte eine derartige Orgie in seinem Hause nicht leiden, wagte aber andererseits nicht, Rasputin zu widersprechen. Dieser war bereits im Begriff, eine Zigeunerkapelle aus einem naheliegenden Luxushotel kommen zu lassen, als einer der Gäste vorschlug, ein Lokal in einem Dorstadtviertel, das durch seine Zigeunerkapelle berühmt war, aufzusuchen. R a s p u t i n, der sonst sehr eigensinnig war und stets seinen Willen durchzusetzen verstand, zeigte sich diesmal nachgiebig und wir begaben uns auf den Weg. Eine Reihe von Schlitten verlies das Haus, und in brausender Fahrt sauste man durch den kristallklaren Schnee über die Neva-Brücke nach der Insel, auf der sich das mondäne Lokal befand. Kaum waren wir eingetreten, als die Zigeunerkapelle Rasputins Lieblingslied anstimmte. Die feurigen Klänge setzten sein Blut in Wallung. Der „Wundermönch" tanzt. Er sang die wehmütige, leidenschaftliche Melodie mit, warf dann seinen Rock ab und fing an zu tanzen. Es war unglaublich, wie dieser schmutzige Muschik wie besessen tanzen konnte. Rasputins Zähne waren schwarz wie Kohle. Wahrscheinlich hat er nie im Leben eine Zahnbürste ye- kannt! Dieser tierische Mensch hatte aber beim Tanzen etwas unbeschreiblich Faszinierendes an sich. Der große Festsaal, der uns zur Verfügung gestellt wurde, füllte sich mit Menschen, die den gefürchteten Wundermönch tanzen sehen wollten. Unter den glänzenden Vertretern der höchsten Gesellschaft der Zarenresidenz machten sich stumme Männer in plumper Kleidung bemerkbar. Diese Individuen, die sich diskret in den Saal hineingeschlichen hatten, waren Detektive der Ochra- n a, die von dem Zaren den Auftrag erhalten hatten, stets für die Sicherheit des „Wundertäters" zu sorgen. Rasputin geriet immer tiefer in feinen Rausch. Er redete unbekannte Damen an und erlaubte sich dekolletierten Frauen gegenüber Z u - dringlichkeiten, wobei aber keiner von ihren Kavalieren es waaen durfte, den frechen Wundermönch zurückzuweisen. „Alle Anwesenden sind meine Gäste", erklärte Rasputin und ließ den Sekt in Strömen fließen. Rasputin ließ sich nämlich nicht lumpen und gab das Geld, das ihm für feine Vermittlungen am Hofe aus zahlreichen dunklen Quellen zuströmte, mit vollen Händen aus. Er öffnete feine dicke Brieftasche und ließ Hundert-Rubel- Scheine zwischen das Publikum regnen. Jeder konnte sich das Geld einstecken. Als das Geld alle zu sein schien, befahl Rasputin' seinem Begleiter, sofort nach Hause zu fahren und aus einer gewissen Truhe neue Nubelscheine zu holen. Die Orgie wurde immer wilder. Rasputin befand sich ganz in der Macht des Alkohols. Er walzte sich auf dem Boden, sprang auf Tische, zertrümmerte mit seinen schweren Bauernstiefeln kostbares Kristall, tanzte auf zwei Stühlen, machte akrobatische Sprünge bis an die Decke, sang mit heiserer Stimme, küßte alle Damen, packte zwei und wirbelte in einem wilden Tanz mit ihnen herum. Was konnte jetzt alles noch geschehen? Jemand wagte es, Rasputin einen Lokalwechsel oorzuschlagen. Der Wundermönch schien an diesem Abend zu allem bereit zu sein. Attentat auf Rasputin. Als wir unterwegs waren, knallte plötzlich ein Schuß. Die ganze Gesellschaft wurde von einer Panik ergriffen. Niemand wußte, woher der Schuß kam. Man wußte aber, daß Verschwörer dem Wundermönsch auf den Fersen waren und jede Gelegenheit wahrnahmen, um ihm auf den Leib zu rücken. Als Rasputin den Schuß hörte, wurde er plötzlich nüchtern und schrie: „Zurück in die Stadt!" Jetzt fuhren wir in das Haus eines Bankdirektors, der mit Rasputin eng befreundet war. Zwei Offiziere, die sich in unserer Gesellschaft befanden, wurden auf Befehl Rasputins, dem sie verdächtig erschienen, von den Detektiven verhaftet. „Die gemeinen Hunde hassen mich, das lese ich in ihren Blicken", erklärte Rasputin düster. In der Wohnung des Bankdirektors nahm die Orgie ihren Fortgang. Der Bankdirektor war bald so betrunken, daß man ihn fortschleppen mußte. Rasputin, der nun wieder nüchtern geworden war, trank weiter und nahm ungeheure Quantitäten Sekt zu sich. Plötzlich sprang er auf und ging auf einen Garde-Offizier zu, der in der Ecke saß und einer hübschen Dame den Hof machte. Der Offizier blieb unter dem durchdringenden Blick Rasputins wie versteinert sitzen. „Du hast in deiner Tasche einen Revolver", sagte der Wundertäter, „mit dem du mich erschießen willst. Du wirst es aber nicht tun. Drei Jahre habe ich noch zu leben!" Der Offizier brach nach diesen Worten Rasputins ohnmächtig zusammen. Der Wundermönch hatte seine Gedanken gelesen. Die Prophezeiung Rasputins sollte drei Jahre später in Erfüllung gehen. So lange gelang es ihm, sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Kurz vor Weihnachten des Jahres 1916 — fast drei Jahre nach dieser seltsamen Silvesternacht — fiel er dem Attentat des Für st en Jussupofs und seiner Freunde zum Opfer. JtunDfunfprogramm. Dienstag, 31. Dezember: 6 Uhr: Charal, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau. Gefährtinnen großer deutscher Komponisten. Eine Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert. 18: Das alte Jahr vergangen ist ... Eine Funkfolge. 18.30: Mit Lasso und Peitsche. Haupt-Gala-Extra-Elite- Jahresabschluß-Vorstellung des Zirkus Brrr. 19: Silvester-Ansprache: Reichsminister Dr. Goebbels. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20: Die Fledermaus. Operette in 3 Akten. 22 bis 3 Uhr Fortsetzung des FleÄermausballes und Silvefterfeier des fidelen Gefängnisses. Mittwoch, 1. Januar 1936. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. Aus I. S. Bachs Orgelbüchlein. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Der soldatische deutsche Mensch. 10: Mozart und Schubert. Zwei Namen, mit denen der Musikfreund das neue Jahr getrost beginnen kann. 10.30: Chorgesang. 11.10: Karl Heinrich Waggerl erzählt aus seiner Kindheit. 11.30: Friede sei ihr erst Geläute. Hörwerk vom Guß der Olympia-Glocke. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. Was Hans fürs Win- tcrhilfswerk tat. Ein Hörspiel. 14.45: Das Schläfchen ist getan. Biente Musik zum Nachmittag. 16: Ost und West — Nord und Süd. 18: Das wollen wir genau nicht mehr wissen ... Eine Entrümpelungsaktion. 18.30: Kleinkunst der Großen. Ein heiteres Funkspiel um deutsche Dichter 19.30: Sport- bericht. 19.45: Auftakt 1936. 20: Mit den drei lustigen Gesellen ins Jahr 1936. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Im bunten Wirbel. Solistenpotpourri am laufenden Band. 24 bis 2: Großes Opernkonzert Donnerstag, 2. Januar. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: „Wir Arbeiter bauen am ewigen Reich". Eine Feierfolge der DAF. für den Beginn der Arbeit im neuen Jahr. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert I des NS.-Reichssympho- nieorchesters. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht: Die Leipziger Messe, die Musterkollektion Deutschlands. 15.15: Kinderfunk. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 18.40: Das aktuelle Buch. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Achtung! Das Rätsel-Mikrophon. Neues musikalisches Rätsel von Hans Rosbaud. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Spätabendmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wirtschaft. Das „Gparwunder des Januar". Jeder Mensch, dem es ernst mit der Gestaltung seines Lebens ist, nimmt den Jahreswechsel zum Anlaß, sein bisheriges Leben rückschauend 3u überprüfen und das neue Jahr mit guten Vorsätzen tu beginnen. Die guten Vorsätze zum Jahreswechsel wirken sich vielfach so aus, daß gerade im Januar sich mehr Menschen als sonst auf die Pflicht besinnen, für die eigene Zukunft und die der Angehörigen zu sorgen. Nach solchen Ueberiegungen versteht sich dann manch einer dazu, gerade im Januar verstärkt an die Bildung von Rücklagen zu gehen und auch sonst eine größere Stetigkeit in seinem Leben eintreten zu lassen. Dieses Bestreben, die Zukunft wirtschaftlich zu untermauern, ist eine der wichtigsten Ursachen für das sogenannte „Sparwunder des Januar". Selbst wenn man berücksichtigt, daß zum Jahresbeginn Zinseneingänge, Weihnachtsgeschenke, Erlöse aus dem Weihnachtsgeschäft und manches andere auf Sparkassenbuch gutgeschrieben werden, bleibt als wichtige Erklärung für das starke Anwachsen der Einlagen bei den Sparkassen alljährlich im Januar doch nur der allen verantwortungsbewußten Menschen eigentümliche Drang übrig, im neuen Jahr besonders eifrig zu sparen. Dies sollte denen, die bisher noch abseits stehen und sich noch nicht in das Millionenheer der Sparer eingereiht haben, zu denken geben. Auch ihre Gedanken mögen sich beim Uebergang ms neue Jahr einmal der Frage widmen, ob es nicht die Rücksicht auf die eigene Zukunft und die der Familie gebietet, ein Sparkassenbuch anzulegen, oder ein bereits bestehendes beharrlicher als bisher zu benutzen. Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1394: Zur Regelung des Warenverkehrs mit den Niederlanden für 1936. 1395: Verlängerung des Abkommens über den Warenverkehr mit Dänemark bis zum 31. Januar 1936. 1396: Bekanntmachung KP 81 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1397: AendevunH der Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung über den Verkehr mit Gold. 1398: Keine Zahlung in Scheidemünzen im Verkehr mit Belgien. 1399: Bekanntmachung KP 82 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1400: Einfuhrgesuche für Maschinen und Metalle für das 1. Vierteljahr 1936 In Italien. 1401: Neue Ausfuhrverbote in Italien, u. a. für Wolle und Wollabfälle. Rhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 28. Dez. Ohne daß das Geschäft zum Wochenschluß eine Belebung aufwies, mar die Börse allgemein freundlich aeftimmt. Die Kurse zeigten zumeist nach oben. Es lagen in einigen Spezialwerten keine Kauforders vor, während Angebot kaum zu bemerken war. Die Kulisse hiett dagegen mit Neuanschaffungen vor dem Jahresende zurück. Den notierten Werten lagen daher nur sehr kleine Umsätze zugrunde. Am Aktienmarkt stellten sich überwiegend Erhöhungen von 0,25—0,75 v. H. ein. Von chemischen Werten blieben Scheideanstalt weiter gesucht, mit 219 (217), IG. Farben' lagen mit 148,25 unverändert. Am Elektromarkt setzten Bekula 0,50, Felten 0,25, RWE. 0,40 und Licht & Kraft 0,13 v. H. höher ein, Siemens und AEG. lagen behauptet. Von Bergwerkspapieren gewannen Hoefch 0,25, Klöckner 0,40, Stahlverein 0,25 v. H., nur Buderus aaben 0,50 v. H. nach. Feste Haltung zeigten Reichsbankanteile mit 178,50 (177,13), ferner Kunstseide Aku mit 51 (49,50), vermutlich auf höhere Meldungen aus Amsterdam. Je 1 v. H. fester notierten noch Deutsche Linoleum und Zellstoff Waldhof. Von Schiffahrtswerten gewannen Nordd. Lloyd 0,25 v. H., Hapag lagen mit 14,50 unverändert. Am Rentenmarkt war das Geschäft gering. Altbesitzanleihe lagen mit ca. 109,65 (109,90) nur knapp gehalten, während Kommunal-Umschuldung mit 87,60, Zinsvergütungsscheine mit 91,55, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,90 und Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,50 gut behauptet blieben. Von fremden Werten fanden Mexikaner einiges Interesse. Im weiteren Verlaufe blieb die Haltung f e ft, das Geschäft zeigte verschiedentlich eine Ausdehnung. Im großen und ganzen blieben die ersten Kurse unverändert oder lagen um Bruchteile eines Prozentes fester, wesentlich fester waren aber Daimler Mo- «eT toren mit 89—90,50 (88,13). Außerdem stiegen Reichsbank auf 179,50 nach 178,50, Deutsche Linoleum auf 139,25 nach 137,50 und IG. Farben auf 148,75 nach 148,25. Am Rentenmarkt kamen Altbesitz mit 109,60 (109,90) zur Notiz, zogen aber am Börsenschluß auf 110,25 an. Zinsvergütungsscheine erhöhten sich auf 91,60 nach 91,55, sonst ergaben sich keine Veränderungen. Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidations-Pfandbriefe notierten uneinheitlich bei Abweichungen von 0,13 v. H. Stadtanleihen lagen im allgemeinen unverändert, etwas höher Frankfurter, 4,50 (7), 92 (91,75), 4,50 (6), 91,50 (91). Mexikaner lagen uneinheitlich: 5prvz. äußere Gold 12,40 (12,65), 4proz. Gold 7,15 (7,40), 4,5proz. Irrigation 7 (7,13), dagegen 5proz. innere Silber 5,30 (5,20). Im Freiverkehr stiegen Adlerwerke Kleyer auf 88,90 (87,50). Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 457 Rinder (65 Ochsen, 34 Bullen, 240 Kühe, 108 Färsen), 732 Kälber, 98 Schafe, 1628 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 43 Mark, Bullen 38 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 36 bis 43, Kälber 48 bis 76, Hämmel 40 bis 47, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfutter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franliur a. JJl. Berun Schluß« turs Schlußk. Abend« bSrse Schlußkurs Schlußk. Mittag börse Datum 27.12 28-12 27-12- 28 12. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,4 100,4 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97 97 97,5 97 5y2% Boung-Anlethe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,5 102,5 — 103,4 Auslol.-Rechten ............. 109,9 110,25 109,75 110,4 4 */»% Deutsche Reichspostschatz an 100 100,2 99,9 99,9 6% e^em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem.8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,75 97 97,25 97 96,25 96,25 96,25 96,25 Sy2% ehem. 4y,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarnistadtLiaui 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverschr. ÖL 6 100,65 100,75 — — 92 92,25 —— Oberhessen Provinz-Anleihe mit .116,25 Deutsche komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 112 112 112,4 112,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,4 96,4 — — 5%% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- 100,95 100,8 ßy2% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 4y,% ehem. 8% Pr. Landespfand- 100,75 100,1 100,9 100,9 briesanstalt, Pfandbriefe 9t 19 97 97 97 97 4'/,% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obi.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 107,9 107,9 107,9 107,9 4% Oesterreichtsche Goldrente.... — — 28,25 28,9 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 1,2 1,2 1,25 — 9,05 8,95 9,1 9,05 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,9 8,65 8,9 8,8 4y»% desgl. von 1913.......... 8,85 8,9 9 9 6% abgest" Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 12,65 12,4 12,7 12,5 Serie | Frankfurt a.UL Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- bön'e '-Datum 27 12 28.12 27-12- 28-12- 4% besgl. Serie li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%N»män.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier .............. 9,5 5,8 8,5 4,85 38,75 9,5 5,7 8,65 4,8 38,75 9,9 5,6 8,55 4,8 38,9 5,5 4,85 39 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und D'sconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 14,5 16,25 85,25 84 83 83,25 177,13 14,5 16,5 85,25 83,75 83 83,75 179,5 14,65 24,75 16,25 85,5 113,9 84 83 83,25 177,4 14,5 16,25 85,4 113,9 83,75 83 83,75 180 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Clektr. Lieferungsgeiellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 34,5 133,5 111,5 126,75 109,13 124,25 34,4 134 112,25 127,5 109,5 124,25 129 34,75 134,25 112 126,75 109,9 124,25 34,65 134,65 112,5 127 110,25 124,75 129 Rhein. Wests. Clektr..........6 Schuckert L Co............... 4 130,13 119 130,5 119 130 119,13 130,25 119,25 Siemens L Halske............7 163,5 163,5 162,75 163,5 LahmeyerLCo..............7 121,5 119,75 119,65 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................0 Hoefch Eisen—Kbln-Neuessen .. 93,5 104 108 83,5 93 105,5 108 84,25 93,5 104,25 108 83,25 92,9 105,25 108,75 84,5 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ < Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Rühren C 125,25 79,75 M,4 125,5 81 78,65 125,25 80 78,4 153,25 125,75 81,13 I 78,65 Sranffurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 27-12. 28-12- 27-12- 28.12- ManSfelder Bergbau .. .......6 — 117,25 117,5 117,75 Kokswerke ........... ....... 6 — — 114,5 115 Rheinische Braunkohlen ..... 12 210 — 208,5 209,25 Rheinstahl........... ....... 4 102,5 102,25 102 101,9 Vereinigte Stahlwerke. .......0 73,25 73,5 73,25 73,4 Otavi Minen ........ .......0 17,5 17,65 17,65 17,5 Kaliwerke Aschersleben. .......5 121 120,5 Kaliwerke Westeregeln. .......5 —— 114,5 114,5 114,25 Kaliwerke Salzdetfurth .....I7i 174 173 173,5 9- G. Farben-Jndustrte.......7 ScheideanstaU...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerle ............... 6 Metallgelellschaft.............4 148,25 148,75 148,25 148,65 217 219 — . —— 106 105,5 106,13 106 111,75 112 112,25 112,25 110 110 109,65 — Philipp Hohmann........... 4 85,25 I 86,5 I 85,5 I 86,5 Zementwerk Heidelberg ...... 7 117 117,75 — — Cementwerk Karlstadt......... 6| 128 I 128 1 —I — Schultheis Patzenhoser .......4 Alu (VlUoemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstctn & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade....................7»/, Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummi...............8 Gritzner....................o| Mainkraftwerke Höchst 41 Süddeutscher Zucker ttMWM 10 — — 100 100,65 49,5 51 49,75 51,25 100,25 101 100 99 115 116 115,25 115,75 80 79,65 79.5 79,5 — — 118,25 119,75 88,13 90,5 87,75 90,65 136,65 139 136,5 139,25 —— — 74 74 24,5 25 24,5 24,75 282 284 282,5 284,25 — — — 168,13 159,25 159 159,25 159 23,25 24,25 i 24 244 87 87 — 199,5 199,5 198,5 198,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 5 Pwzenres m Hetzen »W Lino- . Farben auf Massenbesuch in der Artilleriekaserne. Die Ankündigung, daß die Artilleriekaserne in Gießen am gestrigen Sonntag der Zivilbevölkerung zur Besichtigung offenstehe, hat bei den Volksgenossen in Stadt und Land ein außerordentlich starkes Echo ausgelöst. Bereits vormittags von 9 Uhr ab herrschte starker Zustrom zu allen Gebäuden der Kaserne. Mit größtem Interesse besichtigten die Besucher die Wohngebäude der Soldaten, die Stallungen, die Geschütze und die Wirtschaftseinrichtungen der Truppe (Küche, Kantine). Eine Anzahl Artilleristen hatte sich bereitgestellt und führte die Besucher in gruppenweiser Zusammenfassung überall herum, wobei die Soldaten voll Freude und Stolz von ihrem militärischen Leben und Wirken erzählen und dabei zu erkennen gaben, wie sehr sie mit ganzem Herzen bei ihrem Dienst für das Vaterland sind. Die vielfältigen Fragen der Besucher wurden mit größter Bereitwilligkeit beant- Iroortet, ebenso wurden Erklärungen über die verschiedensten Einrichtungen und Dinge gegeben. In den Nachmittagsstunden verstärkte sich der Zustrom der Besucher noch ganz gewaltig, man kann sogar sagen, daß sich eine wahre Völkerwanderung nach der Kaserne entwickelte und zeitweise zu einem ansehnlichen Gedränge in den Korridoren, Stuben und Ställen führte. Männer, Frauen und Kinder, Jung und Alt, alle betrachteten mit starkem Interesse die schönen Einrichtungen in den Unterkünften unserer Artilleristen, ließen die Blicke interessiert über das Pferdematerial in den Ställen schweifen, beobachteten aufmerksam die Arbeit der mit der Pferdepflege betrauten Kanoniere, musterten (namentlich die Frauenwelt) gründlich und sachkundig die ausgezeichneten Einrichtungen in der Küche und suchten und fanden schließlich Stärkung in der gutbesetzten Kantine. In allen Gebäuden herrschte bis in den Abend hinein regster Betrieb, wobei namentlich der Kasernenblock des Nachrichtenzuges mit seinen durch den Weihnachtsschmuck-Wettbewerb schön geschmückten Stuben besondere Aufmerksam- Kul'sse hielt Jahresende >er nur sehr überwiegend chemi- blauschwarzen Himmel, kommt aus dem Lautsprecher die Stunde alter Musik, die Gavotte eines Franzosen, um dessen Spinett wohl die Pistolenschüsse der Fronde in Pariser Gassen lärmten, als er die Töne mit heiterer Grazie zu Perlenschnüren reihte, und dann nach einem Sprung von Minuten lauschen wir schon dem Largo aus dem friderizia- nischen Konzert, und in die Flöte des großen Königs, die in den Sälen von Sanssouci tönte, bläst irgendein fremder Mensch seinen lebenden Atem, und Bratsche und Cello fallen gehorsam ein, wenn der königliche Flötist mit dem Nicken des Zopfes das Zeichen gibt... Und das Hofkonzert des Vierzehnten Ludwig musiziert nun in die sinkende Nacht, das Konzert, welches klang, als der Sonnenkönig in seiner Pracht, umgeben von schönen Damen und abenteuernden Kavalieren, einer Frau von Maintenon vielleicht liebenswürdige Blicke zuwarf, indes an den Grenzen der Raubkrieg brannte und die französischen Bauern sich Brot aus Häcksel buken... Doch wie würde die alle leidgenährte Erde noch Menschen tragen, Menschen mit immer wieder jungen Augen, wenn es nicht jene wehende, zärtliche Schönheit der Kunst gäbe, wie sie nun aus den heiteren Tonschritten eines mozartischen Menuetts erklingt? ... Das stille Haus in der Einsamkeit der Winterwälder ist durchklungen von den Harmonien, dunkel und kalt durchrauscht es die Nacht, das kahle Gezweige der Buchen peitscht der Westwind vom See, aber aus dem Munde des Lautsprechers wehen darüber hin die Sarabanden und Menuette der alten, zeitlos festlichen Musica... Johan Luzian. zu Gesicht bekam. Ich habe noch keinen Film erlebt, der so an den deutschen Herzen rüttelt und doch zugleich Verstand und Sinne unwiderstehlich fesselt. Und der Gesamteindruck dieses prächtigen Abends? „Fabelhaft!" „Einzigartig!" „Ein Meisterwerk deutscher Filmkunst!" sagten die Deutschen, in deren Augen ersichtlich Liebe zur alten Heimat und un- hohlener Stolz auf ihr großes Vaterland strahlten. „Sua terra e uma maravilha!“ — „Euer Stück Erde ist ein Wunderland", sagten mir Brasilianer mit ehrlicher Ueberzeugung. Diese Antworten in gefühlsmäßig verschiedenen Abstufungen geben zusammengefaßt ein Werturteil, das zu gleichen Teilen unserem Volke, dem Vaterlande und dem Film als solchen gilt. Eine interessante Würdigung dieser Drei und des Auslandsdeutschtums an sich enthält die Antwort eines höheren Offiziers der brasilianischen Marine, dessen Weltanschauung von dck unseren himmelweit verschieden ist: „De vos Alle= Beim Hören alter Musik. Während im Lautsprecher eine Sarabande Bach mit den hüpfenden Tönen des Cembalos >73 ,90 127 147 ,82 ,80 275 405 375 ,83 ,98 7'7 ,95 ,13 1,29 1,8 1,00 ,486 41,98 0,139 3,053 54,92 46,90 12,305 ,415 16-41 169, 20,0! 0,7'9 5,6g 61,76 49,05 11'1} 63'J 80, J 34,g 10,98 !,<* Betula 0,50, Kraft 0,13 gen behaup- hoesch 0,25, iur ißuberus igten Reichs- r Kunstseide iere Meldun- otierten noch aldhos. Don Lloyd 0,25 )ert 'chäft gering. (109,90) nur Umschuldung 91,55, Ipöle und!Ns- Haupte! Nit* ijitaner em- Das deutsche Wunderland. Don draußen gesehen. „Diesmal machen wir die ganze deutsche Kolonie ton San Francisco mobil!" meinte unser Filrn- ti art, als er vorsorglich die runden Blechtrommeln tuspadte, die den Film „Echo der Heimat" enthielten. „Auch die anderssprachige Elite der Ctabt wird kommen", ergänzte zuversichtlich der Dufklärungswart. „Na, ist das nicht etwas genagt? ... die verstehen doch kein Wort deutsch?" nendete Schulze vorsichtig ein. „Mensch, wenn Adolf Hitler bei uns redet, verstehen sie alle d-utsch", erwiderte der Werbemann in seinem la- äsenden Optimismus. „Und ich sage euch, die Dor- f hrung wird ein Ereignis für die ganze Stadt!" 5iad) diesem siegbewußten Schlußsätze leitete er auch sigleich den hierzulande üblichen großen Tamtam em. Und er behielt recht. Der Film schlug ein. Ich I3be nun 26 Jahre in Brasilien, aber einen Publi- k.imserfolg wie diesen habe ich hier noch nicht er- I3bt. Also die Sache ging so: Den Auftakt bildete d,e Kindervorführung am Nachmittag, zu der wir r»ben der deutschen auch die Jugend der anderen (schulen eingeladen hatten. Und sie alle kamen zu frnuf! Die Zauberworte „Hitler" und „Deutschland" Huben heute hier draußen eine ungeahnte Zugkraft. 2xi hatte uns nämlich die gegnerische Lügenpropaganda — ungewollt natürlich — schön vorgearbei- htt. Unvergeßlich bleibt mir der E i n d r u ck auf bi e Kinder, die Kopf an Kopf mit glühenden Drangen dasaßen. Wie staunten da die Kinder- augen, weit aufgerissen, als auf der Leinwand die Tilder aus dem neuen Deutschland vor- üaerzogen Dor allem natürlich die Vorführungen dir deutschen Jugend bei der Arbeit, bei Sport und Lpiel. Solche Massen von ihresgleichen in solcher Cubnung, im herrlichen deutschen Landschaftsrah- nsen hat die hiesige Jugend noch nie beisammen gfsehen. Und wie schrien die Kinder jubelnd auf, 025 das heitere Kasperle-Theater und andere deutsche Knderbelustigungen an die Reihe kamen, als Lach- sc'lven und frohes Jauchzen durch den Saal dröhn- tm. Die Aufregung der Erlebnisse rötete noch die langen der jungen Welt, als sie heimwärts eitlen und dort von dem Gesehenen erzählten. Kein Diunder, daß damit auch die Spannung unter den Erwachsenen mächtig wuchs. !Dieser Abend wurde denn auch wirklich das er- »artete große Ereignis. Das Kino war „proppen- oill", die Stimmung entsprechend. Selbstredend ttor alles, was hier deutsch spricht, zur Stelle. Aber 4>.z 54§ l!/- 0 63.98 60.96 ft? mit 109,60 Anschluß aus ihten sich auf wie Seränbe« inberi, Liqui« itlich bei Ab- hen lagen im - Frankfurter, 1) Meäkaner Gold 12,40 oz. Irrigation •r 5,30 (5,20). > Myer aus ar ft irberiM) Hm rauftrieb: 457 e 108$arfen), e. tojtet® len 38 te K Iber 48 bl-16' i 57 M«!.- r MelmW ie wurden ZU' 9* 6.30; fe- 8'»5: z! . ,®IU /'bei, ,m ^symph,. “US bem Noch. 'Ni. 15. '"Rüster, fall ,7. l W: IP«8tl de, Ken. 20.10; ""I'kolische, N- 22.15: "E. Spät. 'HaS 16: tun>P«. °6en. (L 30- e Sport. ?rci lufti, *="■ ».15: > bun. ben Banb. feit fand. Allenthalben konnte man von den Be- uchern nur eine einzige Stimme des Lobes und )er Anerkennung, wie auch der Freude und Zu» riedenheit über die gute Unterbringung unserer Soldaten in der Artilleriekaserne hören. Dieser Be« ichtigungstag hat in guter Weise dazu beigetragen, nicht nur die Wohn- und Wirkungsstätte unserer Artilleristen der Zivilbevölkerung bekannt zu ma« chen, sondern auch das enge Band der Verbundenheit zwischen den Soldaten und den Volksgenossen im Zivilkleid noch mehr als bisher zu festtgen und zu vertiefen. pg. Klostermann als Kreisdirektor nach Groß-Gerau versetzt. Der Landespressedienst des DNB. berichtet aus Groß-Gerau folgendes: „Zu Beginn des Jahres 1936 wird das seit geraumer Zeit von Regierungsrat G u t e r m u t h vertretungsweise geleitete' Amt eines Kreisdirektors neu besetzt. Als Kreis» direktor für den Kreis Groß-Gerau wird Kreis» direktor Klo st ermann, zuletzt Kreisdirektor in Gießen, tätig sein." Pg. ÄIo ft ermann, der aus Klein-Steinheim stammt, war nach Beendigung seiner fachlichen Ausbildung als Lehrer in mehreren Orten der Provinz Starkenburg tätig und kam dann als Lehrer nach Vockenrod im Kreise Alsfeld. Neben seinem Schulamt war er als Vertreter der nationalsoüali» stischen Bewegung im früheren Hessischen Landtag, im Kreistag und Kreisausschuß des Kreises Alsfeld, ferner eine Reihe von Jahren im früheren Provinzialtag der Provinz Oberhessen ehrenamtlich tätig. Nach der Machtübernahme wurde er in die Mi» nisterialabteilung für Kultus und Bildungswesen in Darmstadt berufen, von dort wurde er als Bürgermeister nach Schlitz versetzt, sodann erhielt er seine Berufung nach Gießen, wo er seit März 1934 als Kreisdirektor des Kreises Gießen, zugleich auch als auch die einheimische Intelligenz war zur Stelle, die brasilianischen Behörden ebenfalls, und nicht zu vergessen die Konsuln samt der Auslese der fremden Kolonien der Stadt. So rollte dann der Film an: Zuerst die zauberhafte Stimmung der herrlichen Landschaften am Rhein, dann die ehrwürdigen Baudenkmäler aus der tausendjährigen deutschen Geschichte, die Wunderwerke deutscher Technik und Kunst. Alles meisterhaft untermalt und trefflich her- vorgehoben durch schöne deutsche Musik, durch Melodien, die jedes deutsche Herz höher schlagen lassen. Diese Bilder, technisch und filmisch großartig zusammengestellt, trugen die Zuschauer mit magischer Gewalt in jenes Deutschland, von dem wohl jedes der Anwesenden in der letzten Zeit soviel gelesen ober gehört hatte ... allerhand Gutes und viellicht noch mehr Böses. Und nun sahen sie alle dieses Land mit eigenen Augen, konnten sich selbst ein wahres Bild davon machen. Ein internationales Publikum, wie es wohl kein Kino in Deutschland je in seinen Räumen hatte, sah nun dieses fleißige deutsche Volk bei der Arbeit, in Stadt und Land, sah die Männer des Arbeitsdienstes in Wald und Moor, sah ferner auch die heute bereits weltberühmten Reichsautobahnen entstehen. Und vor diesem anspruchsvollen Publikum, das auch die sonstige Filmproduktion der ganzen Welt gut kennt, rollten bann auch die Bilder der großartigen deutschen Turn- und Sportveranstaltungen vorbei; es sah die vorbildliche Massen- oisziplin der Deutschen bei Freude, Spiel und Sport, sah vor allem auch die mustergültige Erziehung der neuen deutschen Jugend, ihre körperliche und gei- stigestige Ertüchtigung für den friedlichen Wettbewerb mit ben anberen Kulturvölkern. Und bann schließlich der Höhepunkt des Abends, der Führer selbst: Ein Ruck ging durch die Versammlung. So mancher stieß unwillkürlich den Nachbar "an: Also das ist er! Freund und Gegner (es waren nicht nur Freunde des neuen Deutschland da) verwendeten kein Auge von dem Manne, dessen Name heute schon schicksalsumwittert ist, wie der weniger Sterblicher vor ihm. Und als Adols Hitler dann sprach, hätte man wirklich eine Stecknadel zu Baden sollen hören. Mäuschenstille! Man bedenke dabei: Die Hälfte der Anwesenden versteht kein Wort deutsch, um die Worte an sich würdigen zu können. So wirkte die Persönlichkeit an sich, die Größe so schön gepaart mit Schlichtheit und Würde. Der Film rollte weiter, doch der Geist dieses Mannes begleitete uns fühlbar auf dem letzten Teil dieser wundervollen Filmreise,, auf der jeder der anwesenden Deutschen wohl auch ein Zipfelchen seiner trauten engeren, ack so fernen Heimat Gauobmann Ziegler vom Kriegsopferamt Hessen-Nassau in der NSKOV. legte in seinen Be- grüßungsworten die Betonung auf das Bedürfnis, als Frontsoldat unter Kameraden Weihnachten zu feiern. Wenn die Frontsoldaten der Krie^opfer- versorgung am nächsten Sonntag für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes eintreten, dann werde dies ein gutes Omen für das neue Jahr 1936 bedeuten. Wenn die Kameraden am 5. Januar mit den Angehörigen, oder mit Hitlerjungen den Volksgenossen in Dorf oder Stadt die Sammelbüchsen Hinhalten, dann solle zum Bewußtsein kommen, wie gering dieser freiwillige Ehrensold gegenüber dem Opfer ist, das die Kriegsblinden dem Vaterland im Weltkrieg gegeben haben. In die besten Wünsche für die erblindeten Kameraden schloß er die Bitte für den Frontsoldaten Adolf Hitler ein, daß ein gütiges Schicksal ihn dem Volke noch recht lange erhalten möge. Unter Führung des Bauerschen Gesangvereins wurde das Lied „O du fröhliche" gemeinsam gesungen. Mit den Chorgesängen „Heilig" von Schubert und „Hymne an die Nacht" von Beethoven gaben die „Bauern" der Feier eine weihevolle Stimmung. Obmann Kranz dankte ihnen bewegt für die große Freude, die sie den Blinden bereiteten und dankte zugleich für die jahrelange freundliche und kameradschaftliche Unterstützung bei den Feiern der Kriegsblinden. Aus Dankbarkeit hierfür ernannte der Bund der erblindeten Krieger Bezirk Gießen den Bauerschen Gesangverein zu seinem Ehrenmitglied, worüber dem Vereinsführer L e y eine kunstvoll ausgeführte Ehrenurkunde überreicht wurde. Dereinsführer Ley dankte gerührt für diese seltene Auszeichnung seines Vereins und versprach, den Blinden auch für die Zukunft selbstverständliche Treue und Kameradschaft. Der Chor unter Leitung seines Dirigenten Otto Gutjahr dankte mit dem „Deutschen Sängergruß". Nachdem Tochter und Sohn des stellv. Obmanns D o g e l mit zwei Klaviersolis erfreut hatten, wurden die Mitglieder und Angehörigen mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Musik und Gesang leiteten zu der Bescherung der Kriegsblinden über, die ein Geldgeschenk erhalten, und dann kam der Nikolaus zu den Kindern, die ihn mit schönen Gedichtvorträgen empfingen und die er beschenkte. Der Obmann rief bann zur Beteiligung in Dor unb Stabt bei ber W H W. - S a m m l u n g auf unb erinnerte an bie Erneuerung ber Fahrscheine für bie Begleiter. Er wünschte allen recht viel Freube unb Gesunbheit im neuen Jahr, b-amit sie vertrauensvoll unb gläubig bas Schicksal meistern unb bei aller Härte unb Not bie Güte begreifen lernen, bie Leid in Segen wanbelt. Lieber unb Musik, bie ihnen ber Gesangverein unb bie eifrigen Solbaten-Musiker in reichlicher unb schöner Weise barboten, beschlossen bie Feier. Leiter ber Provinzialbirektion Oberhessen unb seit April 1934 als Kreisleiter der NSDAP, tätig war. Seine Versetzung in das Amt des Kreisdirektors von Groß-Gerau erfolgte auf feinen Antrag. Dornotizen. Tageskalender für Montag: Stabttheater: 20 bis 23 Uhr „Maskenball*. Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebeslieb". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Im weißen Röß'l". Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr als Vorstellung der NS* Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne „M asten» b a l l", Oper von Verbi. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: ber Intendant. Die Karten vom 11.11. haben Gültigkeit für diese Vorstellung. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an ber Abenbkasse. Fortgesetzte Beschädigungen der Münzfernsprecher. Belohnung für Namhaftmachung der Täter. Die Kriminalpolizei st ekle Gießen teilt uns mit: In ber letzten Zeit werben bie im Interesse ber Allgemeinheit auf ben freien Plätzen ber Stadt aufgestellten Münzfernsprecher von zerstörungssüch» tigen Burschen in ber schwersten Weise beschädigt unb in der unglaublichsten Art verunreinigt. U. a. wurde an einem Fernsprecher ber mit einer Panzerschnur befestigte Hanbapparat abgeschnitten und entwendet. Die Ermittlung des oder der Täter war bis jetzt nicht möglich. Die Reichspostdirektton Frankfurt a. M. hat daher für die Namhaftmachung des Täters eine geldliche Belohnung in Aussicht gestellt, die von Fall zu Fall festgesetzt wird, damit der an Vandalismus grenzenden Tat ein Ende bereitet wird. Personen, die sachdienliche Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, für die Täterermittlung machen können, werden gebeten, der Kriminalpolizeistelle Gießen Nachricht zu geben. Wem gehört der Rodelschlitten? Am 22. Dezember wurde ein noch gut erhaltener I Rodelschlitten bei der Polizeidirektion abgeliefert. der winterstillen Luft daheraeweht kommt, wird der Himmel im Westen metallisch braun unb von kaltem Rot und von hauchzartem Gelb, und die Ränder der Berge erheben sich wolkig im weißen Hauch gegen diese blanke, harte Farbe, bis von Osten und Norden und Süden die dunkle Umarmung der Nacht über schneelastigen Wäldern, froststillem Tannicht, über Dorfrand und Seegrund und Ackerweiten das letzte Licht dieses Tages auslöscht. Während Gepaltiges geschieht mit der Gelassenheit ewigen Zeitmaßes unter dem jchneewehenden. Aus der Provinzialhauptstadt. Lärm in der Aeujahrsnacht. Kaum ist Weihnachten vorüber, da geht es auch , chon an das Rüsten für die Neujahrsnacht. Wieder , illen sich die Schaufenster. Diesmal aber mit bun- ; • m Tand. Masken, Narrenmützen, Konfetti, Pa- - ierschlangen, Glücksfiguren zum Bleigießen Haufen ich Lärminstrumente und Feuerwerkskörper kün- ■ 'ich Trubel an; in den Wemhandlungen und Le- iicnsmittelgeschäften locken Werne unb Punsche. Gar viele gehen an biesen Vorbereitungen zu uöhlicher Ausgelassenheit unberührt vorbei. Es finb ’iie Besinnlichen unter uns. Sie meinen, baß ber Augenblick bes Jahreswechsels nicht dazu angetan ft, laut zu jubeln unb zu lärmen, fonbern baß stille Ankehr unb Rückschau bie letzten Stunben bes wahres füllen sollten. Wer wollte ihnen verwehren, ~i einer ernsten Feier das neue Jahr zu erleben? Niemand! Es gibt aber auch Menschen unter uns, üe nur zu gern tadelnd „Anstoß nehmen" an dem luftigen Treiben im Haus unb auf ber Straße, unb lie in biesem Lärm ber Neujahrsnacht eine Kultur- (lufigteit, ja eine Verrohung ber Lebenssitten er- fiden, beren wir uns schämen müßten Wie ist es? Müssen wir uns schämen, wenn wir Isiie Neujahrsnacht durchtollen? Unb liegt, wie eben» Iills viele behaupten, ber Grunb für biefes „Trei- |$n" in bem Entstehen unb Anwachsen ber mo- Jgernen Großstäbte, von wo es auf bie kleineren Städte und auf das Land übergegriffen hat? Weit gefehlt! Just umgekehrt ist es! Nicht die hiroßstädte find schuld an diesem Lärm der Neu- jührsnacht. Was sich in ihnen abspielt, an Heber» raut und Lust, wurzelt in den Gebräuchen einer ' eit, bie noch gar keine Stäbte kannte, wurzelt im Brauchtum unserer germanischen Vorfahren. In ler Neujahrsnacht, so glaubten unsere Ahnen, zog | Hie ,wilbe Jagb" ober bas „wütenbe Heer" ober nid) bas „Totenheer" burch die Lust. Wodan jnb Frau Berchta herrschten in diesen Nächten, die man auch „Löselnächte" nannte, da in ihnen das Los" der kommenden zwölf Nächte fällt. Unser Mutiges Bleigießen ist ein Ueberbleibsel dieses Glaubens, in der Neujahrsnacht in die Zukunft hen zu können. Vor allem aber waren es die Geister, vor denen raan sich in ber Neujahrsnacht zu schützen suchte, weswegen blieb man in bieser Nacht auf, um gegen ie Ueberfälle dieser Geister gewappnet zu fein; mb man verbrachte bie Nacht mit Erzählungen :im Sagen unb Märchen. Es gab besondere „Er- tthler", bie man zu sich einlub. Um ben Geisterzügen entgegenzutreten, unter» xlhmen bie Menschen jener Zeit bann auch selbst mzüge, in benen sie als verkleibete Götter unb 'leister auftraten. Diese Sitte hat sich in vielen !|i Kutschen Dörfern noch in ben Umzügen maskier- •r Burschen unb Mäbchen erhalten. Sie ziehen von -aus zu Haus unb klopfen überall an ben Haus- Ären an („Klophengehen"). In anberen Gegenben mferes Vaterlanbes blieb von bkesen Umzügen Mr noch bie Sitte ber — Neujahrsbesuche! Unb Dienn wir heute zum Jahreswechsel Kartenglüd- : wünsche versenben, so ist bas ber letzte Rest bes Klopfengehens", ben eine kapitalistische Welt nie» I h rorts dadurch gänzlich verschwinden ließ, daß man nner wohltätigen Stiftung „zur Ablösung der Neu- sihrskarten" eine bestimmte Summe zuzuwenden pflegte, über bie bann in ber Zeitung öffentlich ejuittiert würbe. Doch nicht überall verzichtete man auf bas „Auf- l'Ieiben" unb bas „Umherziehen" in ber Neujahrs- ixicht, wenn es auch anbere zeitgemäßere Formen mnahm. Wenn heute also ebenfalls bie Neujahrs- mcht „burchwacht" unb mit Lärm begangen wirb, h ist bas nicht eine Unsitte ber Großstäbte, son- Lirn überkommenes Gut unserer ältesten Vorfah- l!»n, besten wir uns wahrlich nicht zu schämen iuauchen. Wer also ben Jahreswechsel ernst unb besinnlich Oer Goldfisch. Ein Kaufmann hatte einen Golbfisch — teils zu seinem Vergnügen, teils um Käufer anzuloden — in bas Schaufenster seines Lebens gestellt. Der ewigen Fragerei seiner Kunben mübe, befestigte er nach einigen Tagen an bem Glasbassin, in bem ber Golbfisch munter umherschwamm, ein Plakat: „Dies ist ein Goldfisch. — Er ist lebendig. — Er ist nicht verkäuflich. — Ich habe nur diesen einen. — Ich habe ihn geschenkt bekommen. — Die Flüssig» keit, in der der Goldfisch schwimmt, ist Master. — Das Wasser ist aus der Wasserleitung. — Wann der Goldfisch schläft, weiß ich nicht. — Auch nicht, wie alt er ist. — Ebenfalls nicht, wie lange er noch leben wird. — Er beißt nicht. — Er kann nicht herausspringen. — Er frißt alles, was ich ihm gebe. — Wenn er tot ist, beabsichtige ich, nie mit» ber einen Goldfisch anzuschasjen." Der Bezirk Gießen bes Bunbes er» blinbeter Krieger in der NSKOV. bereitete seinen Mitgliedern und Angehörigen auch in diesem Jahre eine Weihnachtsfeier im Katholischen Vereinshaus zu Gießen. Mitglieder des Musikkorps JR. 36 Gießen leiteten mit altvertrauten Marschweisen und ausgesuchter Unterhaltungsmusik den Nachmittag ein. Fräulein Elfriede Vogel (Gießen) sprach einen von dem Bezirksobmann Josef Kranz (Friedberg) verfaßten Prolog „Wir Kriegsblinden". Bezirksobmann Reallehrer Josef Kranz (Friedberg) hieß die große Familie der Wanderer in der Dunkelheit eines schweren Schicksals mit herzlichen Worten willkommen. Mit dem Bestteben, jedem einzelnen eine Freude zu bereiten, vereine sich der Wille, ihnen damit eine Stärkung im Kampfe mit dem schweren Schicksal zu vermitteln, das sie zu meistern haben. Der Obmann begrüßte weiter die treuen Gefährten der blinden Krieger, die tapferen Frauen und Kinder, die auf ihre Freiheit gern verzichten, um dem Vater die schwere Bürde des Alleinseins tragen zu helfen. Er gab dabei auch der Freude Ausdruck über das Erscheinen zahlreicher Ehrengäste. Damit verband er den Dank an den Bauerschen Gesangverein, der sich erneut in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat. Besonderen Dank sagte er seinem Stellvertreter und Mitarbeiter Gg. Vogel (Gießen), der in unermüdlicher Arbeit mit seiner Familie die vielen Vorbereitungen getroffen hat. Der Direktor der Blindenanstalt Friedberg Schmidt gab einen kurzen Einblick in die Vorgänge zur Errichtung der Blindenschule und gedachte der segensreichen Mitarbeit des Reallehrers Kranz, der 16 Jahre hindurch mehreren hundert Schülern Rüstzeug für ihren Kampf um das Dasein gegeben habe. Als einziger blinder Lehrer der Anstalt habe er bewiesen, daß zum Blinden nur der Blinde von jenem geheimnisvollen Erleben sprechen könne, das sie gemeinsam umschließe. Für die Behördenvertreter überbrachte Bürgermeister Dr. Hamm die Grüße und Glückwünsche unb die besonderen Grüße des Oberbürgermeisters, der als Frontsoldat größtes Verständnis für die Kameraden zeige. Er erinnerte an die große Freude der Wiederaufrichtung des Heeres, die auch dem Kriegsblinden eine Genugtuung bedeute, denn die Ehre, die der Führer dem Volke wiedergegeben, fei auch eine Auszeichnung für diejenigen, die in der alten Armee opferbereit dem Vaterlande gedient haben. Dem Führer, der der sicherste Hort des Friedens gerade in diesen krisenreichen Tagen sei, danke das ganze Volk in Ergebenheit und Treue. Den alten Frontkameraden und ihren Angehörigen wünschte der Redner ein gesundes, freudiges neues Jahr. Die Grüße des Landeshauptmanns Traupel und der Hauptfürsorgestelle überbrachte deren Vertreter Arnold, die des Versorgungsamtes Gießen Regierungsrat Klahr. I^gehen will, braucht sich nicht stören lasten. Wer ü>er die „bösen Geister" dieser Nacht vertreiben (elfen will, soll sich auch nicht stören lassen. der entweder gestohlen oder von Kindern auf der Straße stehengelassen worden ist. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, sich bei der Kriminalpolizeistelle zu melden. Weihnachts Jamilienabend des Sparerbundes. Zum erstenmal feit seinem elfjährigen Bestehen Hütte der Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, am vergangenen Samstagabend zu einem Weihnachts- Familienabend in das Hotel „Hindenburg" eingeladen. Der Ortsgruppenwalter H. Lorenz gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck und brachte Glückwunschschreiben zur Verlesung. Nach einem von Annemarie Hopfner vorgetragenen Prolog „Deutsche Weihnacht", nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtsliede und drei von Fräulein Christelene Partenheimer mit hervorragender Die Frontsoldaten des Weltkrieges trommeln für bas große Werk des Führers im Frieden. Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung sammeln am 4. und 5. Januar 1936 für das Winterhilfswerk. Stimme (unter geschickter Klavierbegleitung von Fräulein N. H o o s) zum Vortrag gebrachten Weihnachtsliedern sprach der Redner des Abends Missionar Walther (Gießen). Nach allgemeinen Betrachtungen über Werden und Sinn einer christdeutschen Weihnacht kam der Redner auf die Weihnachtsfeiern in Kamerun zu sprechen, einer deutschen Kolonie, in welcher der Redner vor dem Weltkriege seine missionarische Tätigkeit ausübte. Er schilderte die Form der Weihnachtsfeier in den deutschen Kolonien, sprach von der Freude, die die schwarze eingeborene Jugend beim Anblick eines geschmückten Palmbaumes und bei der Bescherung, meist mit Kleidungsstücken, erfüllte. Er sprach ferner davon, wie die zum Christentum bekehrten Neger auch heute noch dem Heilande treu seien und sehnsüchtig den Tag erwarteten, an dem die Verwaltung in Kamerun wieder an die Deutschen übergehen würde. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redners wurde gemeinsam das Lied „O du fröhliche" gesungen. Nach einer halbstündigen Pause bei Kaffee und Kuchen und einigen sehr schön von Mitgliedern der Ortsgruppe zu Gehör gebrachten Musikstücken kam im zweiten Teil der Veranstaltung zunächst ein Gedicht „Ein Jahr — frei ist die Saar" zum Vortrag, das sehr beifällig ausgenommen wurde. Dann hielt der Ortsgruppenführer H. Lorenz an Hand von 50 sehr guten Bildern einen Lichtbildervortrag über „Winter und Weihnacht in deutschen Landen". Das gemeinsam gesungene Lied „Es ist ein Ros entsprungen" sowie Erzählung und Gedicht „Christmette im Frankfurter Dom" folgten. Im weiteren Verlauf des Abends gab der anwesende Ortsgruppenwalter des Saaroereins, Herr Thum, in einer kurzen Ansprache seiner Freude und seinem Dank über die von dem Sparerbund schon in früheren Jahren für Rückgliederung des Saarlandes zum Deutschen Reich geleistete Unterstützung Ausdruck. Nach zwei weiteren Musikstücken ergriff der Versammlungsleiter das Schlußwort, dankte allen Mitwirkenden, appellierte zur Treue zur Sparerbewegung und schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Vaterland und Führer den ersten Weihnachts-Familienabend des Sparerbundes. * * * Seinen 70. Geburtstag begeht am 31. Dezember in bester körperlicher und geistiger Frische der Universitäts-Hilfsamtsgehilfe und ehemalige Hausverwalter des Korps Teutonia Wilh. Müller, Bismarckstraße 22. * * Arbeitsjubiläum. Am 2. Januar 1936 kann die Köchin Elisabeth Nau auf eine fünfzigjährige Tätigkeit im Hause des Herrn Prell, frühdr Gasthaus „Stadt Mainz", Kreuzplatz, zurückblicken. Die Jubilarin ist jetzt 68 Jahre alt und seit vielen Jahren treue Bezieherin des „Gießener Anzeigers". * * Der Postdienst am Neujahrstag. Am kommenden Mittwoch, 1. Januar, wird im Postbetrieb der Schalterdienst wie an Sonntagen durchgeführt, in der gleichen Weise wird auch die Briefkastenleerung erfolgen. Für die Ortsbriefzustellung ist mindestens ein Bestellgang vorgesehen, der Nichi müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 21. Fortsetzung. Nachdruckoerboten! Eine heiße Angst war in ihr. Aber ihre Stimme klang ruhig und gütig, wie die einer Mutter: „Nicht wahr, Günter, du läßt dich nicht mehr beunruhigen? Du bist dir nicht klar darüber, was da eigentlich in dir ist und in dir wühlt. Du bildest dir ein, daß es von Mia Rechberg aus geht, aber in Wirklichkeit ist es ja nur die Vergangenheit, die wieder in dir lebendig geworden ist, die Enttäuschung damals, die nun in Erfüllung alter Wünsche umschlagen möchte. Und das bringt dich eben ein bißchen durcheinander und auseinander. Aber darüber wirst du schon Hinwegkommen. Ich will ja nur, daß du deinen Frieden wiederfindest, und ich werde immer für dich da sein, wenn du mich brauchst. Das darfst du nicht vergessen, Günter, das sollst du keinen Augenblick vergessen! Und immer, wenn es dich mal so recht bedrängt, dann kommst du zu mir — ja? Dann sprechen wir darüber, und dann wird es auch wieder klar und ruhig in dir werden." Er beugte sich vor und zog ihre Hand an seine heiße Stirn. „Wie gut du bist, Annelies! Ich werde nie vergessen, wie gut du bist. Und ich werde immer zu dir kommen, wenn es not tut." 8. Kapitel. Baron de Costa hatte die Hände auf die hölzerne Brüstung gestützt, die den fast senkrecht abfallenden Hang der Anhöhe am Ufer des Neckars abschloß. Leise rauschte über ihm in den Bäumen der Nachtwind. Ein paar Sterne blinzelten durch die Blätter herab, als hätten sie sich in dem Baumgewölk verfangen. Ab und zu glitt unten noch ein Boot am Ufer hin. Stimmen klangen abgerissen herauf, die Klänge einer Handharmonika verwehten im leisen Winde über dem Wasser. War es nicht eine Gitarre? Oder eine Mandoline? Sang nicht ein verträumter Gondoliere sein schmel- Zustelldienst richtet sich inj übrigen ganz nach dem Bedarf. In der Orts-Geldzustellunq wird ebenfalls eine Bestellung erfolgen, jedoch ohne Postaufträge und Nachnahmekarten. Die Ortspaketzustellung ruht. Auf dem Lande findet eine Briefzustellung nach allen Orten statt. * * D i e Baulandumlegung im Eichgärtengebiet betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. * * Vergebung von Notstandsarbei- t e n. Das Forstamt Gießen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Notstandsarbeiten zum Ausbau des Alten Anneröder Weges aus. Interessenten mögen die heutige Bekanntmachung beachten. * * Das Jahr 1936 ist ein Schaltjahr und hat somit einen 29. Februar. Er fällt auf einen Samstag. Die beweglichen Feste des Jahres 1936 werden an folgenden Tagen gefeiert: Aschermittwoch am 26. Februar, Ostersonntag 12. April, Christ. Himmelfahrt 21. Mai, Pfingstsonntag 31. Mai, Fronleichnamsfest 11. Juni. Der erste Adoentsonn- tag ist am 29. November, das Weihnachtsfest fällt auf einen Freitag und Samstag, so daß mit dem anschließenden Sonntag, 27. Dezember, drei Feiertage sind. Der Heldengedenktag fällt auf Sonntag, 8. März, der Feiertag der nationalen Arbeit auf Freitag, 1. Mai, der Erntedanktag auf Sonntag, 4. Oktober. Frühlingsanfang ist am Freitag, 20. März, Sommeranfang am Sonntag, 21. Juni, Herbstanfang am Mittwoch, 23. September, und Winteranfang am Dienstag 22. Dezember. Die Winterhilfelotterte beginnt! Wik dem heutigen Tage ziehen wieder die „grauen Glücksmänner" in unsere Stadl ein. An den hauptsächlichsten Verkehrsplähen der Stadt werden sie, wie im vorigen Jahre, wieder ihre Stellung beziehen und in ihren grauen Uniformen und roten Loskasten bald wieder mit dem Straßenbild verwachsen sein. Volksgenossen! Jtn Kampf gegen hunger und Kälte ist auch die Reichswinterhilfe- Lotterie ein wichtiges Glied des Winter- hilfswerkes des deutschen Volkes. Richt nur, daß ihr mit dem Kauf von Losbriefen ein gutes Werk tut und den ärmsten deutschen Volksgenossen helft, ihr habt ja noch die Wöglichkeit eines Gewinnes! Und diese Aussicht hilft das Opfer leichter tragen. Auch die Prämienscheine haben am Schluffe der Lotterie Gewinnmöglichkeiten, sammelt sie sorgfältig auf bis zur Ausspielung. Volksgenossen, wenn euch die grauen Glücksmänner begegnen, nehmt gebefreudigen Herzens Lofe der Reichswinterhilfe-Lotterie! Obecheffen. Oie Gchotiener in Neuyork ehren die alte Heimat. * Schotten, 29. Dez. Der S ch o t t e n e r Männerchor in Neuyork, der bekanntlich Anfang Dezember seine Fünfzigjahrfeier in Gegenwart des als Ehrengast eingeladenen Bürgermeisters Menge! aus der alten oberhessischen Heimatstadt Schotten beging, hat Bürgermeister Menge! als Vertreter der Heimatstadt und damit zugleich die alte Heimat selbst in besonderer Weise geehrt. Der Verein ernannte Bürgermeister Men - g e l zum Ehrenmitglied des Schottener Männerchors in Neuyork und ließ ihm durch den Vereinspräsidenten das mit Diamanten besetzte Ehrenabzeichen sowie ein Erinnerungsbild des Jubiläumschors Überreichen. Bürgermeister Menge! kam am vergangenen Samstag m Hamburg an, er kehrte allerdings nicht sofort nach Schotten zurück, da er von dem deutschen Generalkonsul in Neuyork Borchers den Auftrag bekam, in Berlin an verschiedenen Stellen der Partei, des VDA. usw. über seine Eindrücke in Amerika und im Kreise der deutschen Landsleute in Neuyork Bericht zu erstatten. Bürgermeister Menge! hält sich gegenwärtig in Berlin auf und wird voraussichtlich Ende dieser Woche nach Schotten zurückkehren. Trauersitten eines Dorfes. "Y" Harbach (Kreis Gießen), 29. Dez. Der Tod hält auch in diesem Winter in unserem Orte wieder reiche Ernte. Im Zeitraum von knapp zwei Wochen waren vier Todesfälle zu verzeichnen. Aus diesem Grunde wurden alle Feiern und Veranstaltungen, die sonst um die Weihnachtszeit stattfanden, möglichst eingeschränkt. Die hiesige Bevölkerung hält nach altem Brauch streng an der Trauerzeit fest. Die nächsten Angehörigen der Verstorbenen trauern ein Jahr und tragen in diesem Zeitraum dunkle Kleidung. Die Sitte verlangt, daß sie sich während des Trauerjahres an keine weltlichen Feiern und Veranstaltungen beteiligen. Am Morgen des Tages, an dem die Beerdigung ftattfintiet, läuten die Glocken in gewissen Abständen siebenmal hintereinander und zwar dreimal kurz, dreimal lang und einmal kurz. Wenn ein kleines Kind stirbt, werden von einem Angehörigen aus der näheren Verwandtschaft zwei „Bräumädchen" und zwei Träger bestellt. Bei größeren Kindern sind es je vier. Die Einladung gilt als Ehrensache, und ihre Annahme wird auch als solche aufgefaßt. Eine Ablehnung kommt daher nicht in Frage. Bräumädchen und Träger trauern vier Wochen und leben während dieser Zeit sehr zurückgezogen. Die Bräumädchen schmücken am Tag der Bestattung den Sarg des Kindes. Zu diesem Zwecke flechten sie gemeinsam aus Immergrün oder Buchsbaum ein Kreuz und ein Herz. Das Kreuz kommt auf den Sargdeckel, und das Herz wird an der Vorderwand des Sarges befestigt. Außerdem wird der Sarg mit Girlanden geschmückt. Als Sinnbild der Reinheit und Unschuld tragen Kreuz, Herz und Blumengewinde weiße Papierblumen. Die Beteiligung bei allen Beerdigungen ist sehr groß. Nicht nur die Verwandten und Freunde geben dem Toten das Geleit, sondern auch viele der übrigen Dorfbewohner erweisen dem Verstorbenen die letzte Ehre. Oer Haushalt -er Stadt Laubach für 1936 □ 2 a u b a cf), 29. Dez. Die Ratsherren genehmigten in der letzten Sitzung im alten Jahr, die von Bürgermeister H ö g y geleitet wurde, den vorgelegten Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1936, der in Einnahme und Ausgabe nzit rund 145 000 Mark abschließt, mithin gegen das Rechnungsjahr 1935 um fast 14 000 Mk. niedriger ist. Die Umlagen stellen sich, wie im Vorjahre, auf 10 000 Mark. Weiterhin gelangen die Bürgersteuer (500 Prozent) und die Biersteuer (200 Prozent) mit den seitherigen Sätzen zur Erhebung. Im übrigen sei der Haushaltsplan, wie der Bürgermeister in seinen Ausführungen erwähnte, nach nationalsozialistischen Grundsätzen aufgestellt und biete die Gewähr für eine ordnungsgemäße Gemeindeführung. Zwei Scheunen mit Inhalt niedergebrannt. LPD. F r i e b b e r g, 28. Dez. In den frühen Morgenstunden des Samstag entstand aus bisher noch ungeklärter Ursache in dem Kreisort Ober- Mörlen ein Großfeuer, dem zweiScheu - n c n zum Opfer fielen. Der Brand kam in den nebeneinander liegenden Anwesen der Landwirte K. Frey und I. Sturm aus. In kurzer Zeit standen die beiden Scheunen in hellen Flammen. Die Feuerwehr mußte sich auf die Sicherung der übrigen Gebäude beschränken. Die beiden Scheunen brannten i mitsamt den Erntevorräten vollständig nieder. Außerdem kamen zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, sowie ein Personenkraftwagen in den Flammen um. Landkreis Gießen r. Klein-Linden, 29. Dez. Am Freitagabend hielt der Geflügelzuchtoerein Klein- Linden im Cafä Lutz eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Es wurde beschlossen, am 18. und 19. Januar 1936 eine örtliche Geflügelausstellung durchzuführen. Eine Verlosung zendes Liebeslied? Zogen unten nicht ampelgeschmückte Barken ihre Spur durch die dunkel glänzende Flut? Und wuchsen dort drüben nicht die Schatten winkliger Häuser und uralter, stolzer Paläste in den Nachthimmel? Costa war es, als müßten die zirpenden, schwirrenden, sehnsüchtig-träumerischen Serenaden von ganz Venedig lebendig werden und die schönste Frau der Welt an seine Seite zaubern. Er rief sich mit einem Aufrecken der Schultern zur Ordnung. Elegien und Sentimentalitäten waren fehl am Platze! Es war natürlich der Wein, der einem in Kopf und Blut herumspukte. Costa wandte sich um. An einer langen Tafel unter den Bäumen saß eine fröhliche Gesellschaft beim Wein. Stimmen schwirrten durcheinander, Scherze wurden laut, heiteres Lachen flog sprühend auf. Ein paar Laternen schwankten, und die Nacht spülte wie lauer Wellenschlag um Herz und Stirn. Costa wandte sich wieder zurück, mit leichtem Stirnrunzeln, ohne daß er sich dessen bewußt wurde. Ja, es war der Wein, dieser gewandte und zu jeder Zeit gefällige Gaukler! Hier war nicht Venedig. Und hier war auch nicht ein Hauch von Mia zu spüren ... Aber man mußte daran denken, ob man wollte oder nicht — an die berauschend schönen Tage dort unten im Süden. Es war kaum ein halbes Jahr her. Mia war nicht lange nach dem plötzlichen Tode ihres Mannes nach Venedig gefahren, und er, Costa, war ihr nachgereist. Es waren herrliche, sinnverwirrend schöne Tage gewesen. Mia hatte ihm Hoffnungen gemacht — heute noch wartete er vergebens auf die Erfüllung. Und seit einiger Zeit war sie spurlos verschwunden, hatte anscheinend strenge Anweisungen gegeben, ihren Aufenthaltsort vor ihm geheimzuhalten. War sie seiner überdrüssig? Lockte sie irgendein Abenteuer, von dem er keine Ahnung hatte? Er fuhr sich mit der Hand über den dunklen Scheitel. Da ertönte hinter ihm ein lauter Zuruf: „Costa, Herrlichster von allen — wo bleiben Sie denn? Wollen Sie Ihre Kenntnisse in der Geographie auffrischen? Das da unten ist schon seit undenklichen Zeiten der Neckar, wird es wohl auch bleiben." Lachen folgte den Worten des blondschopfigen jungen Mannes, der, mit dem Weinglas in der Hand, aufgestanden war. „Laß ihn nur!" rief ein anderer. „Er denkt an seine stille Liebe — an .Goldfasan'... !" „Oder an die schöne Mia!" verbesserte eine hochgewachsene Studentin. Man winkte ihr verstohlen zu. „Vorsicht!" warnte ein ältlicher Schauspieler. „In diesem Punkt ist er scheußlich empfindlich!" Costa kam langsam heran. Es war nicht zu erkennen, ob er den Ausruf der Studentin beachtet hatte. Mit liebenswürdiger Gelassenheit nahm er feinen Platz wieder ein. Der Wein war gut, und so flieg die Stimmung mit der vorrückenden Zeit noch erheblich. Es fiel bei der allgemeinen lebhaften Unterhaltung nicht auf, daß Costa eine Zeitlang grübelnd ins Leere starrte. Plötzlich schien er irgendeinen Entschluß gefaßt zu haben, und von diesem Augenblick an war er einer der Lebhaftesten und Ausgelassensten. Eine kleine, rassige Malerin, die ihm gegenüber« saß, ließ ihre Augen spielen: „Sie sind heute ein süßer Kerl, Costa! Man könnte sich direkt in Sie verlieben!" Er lachte dunkel. „Tun Sie es! Ich werde mich morgen auch verlieben?" „Morgen erst? Schiebt man sowas denn auf?" „Kann vorkommen! Bestimmt, es kommt vor. Ich werde mich morgen rasend verlieben. Mit rasender Vernunft." „Dann vergessen Sie nur nicht, sich ein Patent auf diese Sorte von Liebe erteilen zu lassen!" „Werden wir tun!" Es war spät geworden, als man sich endlich trennte. Mit raschen Schritten ging Costa nach einem ziemlich geräuschvollen Abschiednehmen durch die stillen Straßen nach Hause. Er war aufgeräumt wie seit langem nicht und summte leise den Kehrreim eines Schlagers vor sich hin. Jawohl, es blieb bei dem gefaßten Entschluß! Das war die einzige Möglichkeit, Mias Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Die kleine Komödie, die dazu notwendig war, mußte man eben auf sich nehmen. Das ganze Leben war ja schließlich eine Komödie, wenn es nicht gerade eine Tragödie war. Am anderen Morgen, nachdem er sich mit Sorgfalt rasiert und ein ausgiebiges Frühstück zu sich genommen hatte, begab er sich nach dem Stall, der nur wenige Minuten vom Hause entfernt tag. Er und ein Preisschießen sollen mit der Ausstellung verbunden werden. I Großen-Linden, 30. Dez. Am Samstag hielt die hiesige Pferdeoersicherung unter dem Vorsitz des Altbürgermeisters Lang bei Tast, wirt Schaum ihre Generalversammlung ab. Ez wurde folgendes beschlossen: Die Pferde derjenigen Besitzer, die dem SA.-Reitersturm angehören, sollen beim Hindernisreiten als versichert gelten. Von der Versicherungssumme dieser Pferde sollen besonders 2 v. H. Prämie erhoben werden. Ferner soll der Wert sämtlicher Pferde der Zeit entsprechend erhöht werden. Georg T e x t o r , Großen-Linden, ift als Untererheber bestimmt worden. > Heuchelheim, 30. Dez. Zu seiner dies, jährigen Weihnachtsfeier hatte der Turn, verein feine Mitglieder am gestrigen Sonntag in die Turnhalle eingeladen. Bei vollbesetztem Saale — besonders die Kinder waren stark oer. treten — wurde die Feier mit einem schön vorge. tragenen Chor eröffnet. Einem kurzen Begrüßungswort des Vereinsführers folgte dann abwechselnd turnerische Vorführungen der Schüler und Schult, rinnen. Während die Schüler ßangftabübungen, turnerische Spiele und Gruppen oorführten zeigten die Schülerinnen einige sehr schöne Tänze, wovon der Mondtanz und der Schneeflockentanz besonderen Beifall fanden. Ein von Schülern und Schülerinnen mit großer Sorgfalt gespieltes Weihnachtsstück zeigte, daß die Kleinen ihre Aufgabe, mit viel Liebe zur Sache ausführten. Unter dem Tannenbaum en schien dann der Weihnachtsmann, alle Kinder bekamen Brezeln, den Schülern und Schülerinnen wurde außerdem noch ein kleines Schriftchen über, reicht. Die Feier wurde umrahmt von gemeinsam gefundenen Weihnachtsliedern und musikalischen Vorträgen der Hauskapelle. Z A 11 e n - B u s e ck, 29. Dez. Am zweiten Weih, nachtsfeiertag veranstaltete die hiesige Sänger. Vereinigung ihr diesjähriges Wintervergnügen, das sehr gut besucht war. Zwei Theaterstücke wurden flott und natürlich bargeboten. Den Haupttei! der Unterhaltung bestritten die, guten Gesangsvoi- träge des Vereins; sie standen unter der bewährten Leitung von Dirigent L. Schreiner - Alten-Bu- feck. Reicher Beifall belohnte alle Mitwirkenden für ihre Darbietungen. Kreisführer Müller vom Sängerkreis Gießen des Hessischen Sängerbundes hielt eine Ansprache; er forderte alle Volksgenossen auf, sich noch mehr als bisher der Pflege des Gesangs zu widmen. Bei Tanz und dem Gesang fröhlicher Lieder blieben die Besucher bis spät in die Nacht in bester Stimmung beisammen. rag. Großen-Buseck, 29. Dez. Der Turn, verein 1899 Großen-Buseck hielt gestern abend im Saale der Gastwirtschaft „Zum Schwanen" seine Generalversammlung ab. Der zweite Dereinswalter Karl Hahn (Kreiswalter der DAF. in St. Goarshausen), der zur Zeit in Großen- Buseck weilt, hieß alle Teilnehmer willkommen und sprach kurz über die Bedeutung des Turnens im Dritten Reich. Dann gab der Turnwart Wilhelm Stephan einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1935, das dem Verein wieder schöne Erfolge brachte. Die Kasse, von Karl Henß mustergültig geführt, wies einen befriedigenden Stand auf. Die Revisoren fanden die Kasse in bester Ordnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Dank wurde dem seitherigen ersten Vereins- Walter Heinrich Größer für feine uneigennützige Arbeit für den Verein und feine 30jährige Mitgliedschaft gesagt. Dann bestimmte der Leiter der Versammlung den engeren Vorstand und verpflichtete ihn durch Handschlag. Der engere Vorstand fej?/ sich wie folgt zusammen: erster Dereinswalter Kurl Henß, zweiter Vereinswalter Karl Hahn, Dlet- wart und Verbindungsmann zu Partei und chj. Unterbannführer Schneider. Der erweiterte Vorstand wurde dann von dem ersten Vereinswalter Karl Henß in folgender Zusammensetzung bestimmt und verpflichtet: stellvertretender Dietmar! und Sportwart Ernst Schwalb, erster Rechner Heinrich Schmidt, stellvertretender Rechner Bal- ^asar B o n a r i u s , erster Schriftführer Karl *ühl, stellvertretender Schriftführer L. Seipp, Oberturnwart Wilhelm Stephan, erster Turnwart Wilhelm Hahn, zweiter Turnwart Karl Bonarius, dritter Turnwart Otto Dort, Schülerturnwart und Werbewart Karl Dort, stellvertretender Sportwart Friedrich Müller, Zeugwart Karl Schlund. Im weiteren Verlauf der Versammlung hielt der Dietwart, Unterbann« sichrer Schneider, eine kurze Ansprache, in der er betonte, daß alle jungen Turner gleichzeitig auch in der Hitler-Jugend stehen müßten, um an den monatlich ein- bis zweimal stattfindenden Schu« versäumte es keinen Tag, nach „Goldfasan" zu sehen. Die Stute, die vor kurzem in Auteuil ihren zweiten Sieg errungen und eine glänzende Zukunft vor sich hatte, ließ ein freudiges Schnauben hören, als er eintrat. Er klopfte ihr zärtlich den schlanken Hals und schob ihr die Hand vor die bebenden Nüstern. Sie ließ die Ohren spielen und legte ihm den Kops auf die Schulter. Er streichelte sie und kraute ihr die kurzgeschorene Mähne. „Bist mein gutes, treues Tier! Könnten manche ein Beispiel an dir nehmen!" Kurz nach elf Uhr fuhr fein Wagen in mäßigem Tempo an Mias Villa vorüber. Es war ein nicht ganz neuzeitliches, aber sehr geräumiges Haus mit einer langgestreckten Veranda und einem ebensolchen Balkon darüber. An abfallender Straße gelegen, bot es einen prachtvollen Blick auf den Neckar. Es machte den Eindruck, als ob Costa an dem Haufe hätte vorbeifahren wollen. Plötzlich aber stoppte er ab. Man konnte glauben, daß er es sich anders überlegt hätte. Er fuhr das kurze Stück bis zum Eingang zurück, hielt an und schaltete aus. Wenige Augenblicke später drückte er auf den Knops der Klingel an der Gartentür. Es dauerte eine Weile, bis das Hausmädchen mit unverkennbarem Zögern herauskam. „Nur nicht so zaghaft, mein Kind!" lächelte Costa. „Ich komme nur auf einen Sprung." Sie öffnete die Tür, offensichtlich sehr unsicher und immer noch zögernd. „Ja — aber -gnädige Frau ist doch immer noch nicht zurück „Weiß ich! Oder ich dachte es mir wenigstens! Aber Fräulein Birkner ist doch da, nicht wahr? Wenn Sie jetzt etwa auch .nein' sagen, soll Sie der Deubel holen! Aber Spaß beiseite — ich möchte Fräulein Birkner guten Tag sagen." Das Mädchen maß ihn mit einem zweifelnden Blick. „Ihr seid gut dressiert, mein Engel?" lächelte Costa- „Aber keine Angst, ich will wirklich nicht wissen, wv die Gnädige steckt. Interessiert mich heute gar ni% Also kommen Sie nur schon und melden Sie mich gefälligst!" Er ging mit raschen Schritten voran. Stumm folgte ihm das Mädchen. (Fortsetzung folgt 1) Li 01 W inirom tfnten ckiö Kan iit onble M einem iiüei oon Nitti föidjh 1'3(10. nb ! 9 Mark li 4 Mark IHschwei ) J 45 M Hm bu M Preis JJJnber fi Wb.r ( M fii jWeijt T itelt Q stöhle nur ' unltt dur° ÄJ5 Schäfer men ber l weiteres tangjäl)ri! wesen zu Reichte be !ii e i t f d) liier, Ott IP, G zech sieue 'rab. :i)in sm i twchl sche zobe i ipunk ber st bi isien für Msall sstehlin ;1i1b Mur ^Bei Tanz Niod) einil i T St Htm Kreis jtlameraber Heuer Wei Airch den äü'tgeitellt M auf i b 8( Uch'-i In’ r >1. Mu btr -riiQ,enö 5 v in D 3er W 8aF bilden BHte (US, frs Meude \ 5?? T Lerv »•'S W einer Hr ur Ä &“ Sfö ■ # ®r0, 5'* KS U 3«? j i 05 M -;?,5 eine Men er? M Saar i i PezeM “ y ffia Hier* r.\ät A ji fas Lo Mr es« Anlaß ssjDersar ttriben. D Wüf jnochruch, nommen. Kreis Büdingen. Fußball der heimischen Mannschaften die M8* ?•! r Kreis Schotten. et Höhe durch rod vertauschte ein junger Mann aus Maar seinen Hut mit dem eines Burschen aus Romrod. Dieser lief, als er die Verwechslung bemerkte, hinter dem jungen Manne her, um sich seinen Hut wiederzuholen. Dabei kam es zu einem Streit, in dessen Verlauf der Bursche aus Maar und ein Begleiter von ihm durch den Burschen aus Romrod mehrere Messerstiche erhielten und hilflos auf der Straße liegen gelassen wurden. Später fand man die Verwundeten auf und brachte sie in ärztliche Behandlung. Die Verletzungen des einen jungen Mannes erwiesen sich als so schwer, daß er in das hiesige Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der Messerstecher wurde in Haft ge- der Mannschaften. Die DfBer behaupteten in Dillenburg in einem harten Kampfe einen Punkt. 1900 schläat den Spitzenreiter. 1900 — Vissenberg 5:2 (1:0). (1500 Meter in 4,20 Min.) zu nennen. In den Sprintstrecken fehlte es an überragenden Kräften. Annehmbares leisteten W. M ü l le r (100 Meter in 11,6 Sek.), K. Felsing und K. Schmidt (200 Meter in 24,4 bzw. 24,6 Sek.). Bei den Springern tat sich Unteroffizier Beyer mit 1,69 Meter im Hochsprung hervor. Ein guter Schritt vorwärts konnte in der I u - gendleichtathletik getan werden. Erfreulich war nicht nur das rein zahlenmäßige Anwachsen der Jugendabteilung, sondern auch die schöne leistungsmäßige Ausgeglichenheit, insbesondere in der A=, 6- und v-Jugend. Wenn die Jungens weiterhin so begeistert bei der Sache sind, wird es um die Gießener Leichtathletik gut bestellt sein. In der Frauen-Abteilung hätte die Beteiligung zuweilen stärker sein dürfen. Gute Leistungen erzielten die Viererstaffel ( Frl. Diehl, Frl. Lösch, Frl. Guth und Frau Bepperling), Frl. Diehl im 100-Meter-Lauf und Frl. Lippert im Speerwerfen. Ausgleich nicht vor der Pause fiel. Zweimal war er Retter in höchster Rot. Dagegen hatte Günther Gelegenheit, den Vorsprung zu vergrößern. Ein Schuß von Schmelz, der an die Latte ging, sprang ihm vor die Füße und aus kurzer Entfernung ging sein allzu weicher Schuß dem Tormann in die Hände. Rach der Pause waren beide Mannschaften mit noch mehr Temperament bei der Sache, denn noch stand der Kampf auf Messers Schneide. Als Bissenberg in der 50. Minute durch ein wunderbares Kopftor seines Halblinken ausgeglichen hatte, sah man ein rassiges und packendes Kampfspiel. Als Schmelz auf Steilvorlage von Clement den Führungstreffer schoß, begann die große Zeit der Blauweißen. Wilhelmi, Clement und Schmelz verwirrten in schönem Zusammenspiel die Hintermannschaft der Gäste. Schmelz war es auch, der den Treffervorsprung vergrößerte. Eine Ecke, von Clement getreten, köpfte er tadellos ein. 1900 war weiterhin im Vorteil. Der Mittelläufer der Gäste, der sich verschiedentlich bei Abwehraktionen unerlaubter Mittel bediente, mußte den Platz verlassen und den verhängten Strafstoß schoß Clement zum 4. Treffer ein. Kurz darauf gelang dem Rechtsaußen der Gäste das zweite Tor. Doch wenig später war es Clement, der durch Elfmeter die alte Differenz sehr vielversprechend aus. Wilhelm! und Schmelz ainaen jederzeit auf sein Vorhaben ein. Die beiden Außen dagegen fielen etwas ab. Die besten Leute der Gäste waren die beiden Verteidiger, Mittelläufer und der Rechtsaußen und Halblinke. Schiedsrichter Fiedler, Groß-Auheim, merkte man die frühere aktive Tätigkeit an. Seine Entschel» düngen waren von unbeirrbarer Bestimmtheit. DfB.-Reichsbahn Gießen. Unentschieden in Dillenburg. Der Sieg der 1900er bedeutet in dieser eine ansprechende Leistung. Watzenborn hat diese Niederlage eine große Chance, doch noch vom Tabellenende wegzukommen, eingebüßt. Der Lokalkampf in Naunheim endete unentschieden Dieses Ergebnis entspricht den Leistungen bei- ,olds°l°n i"l* iteuil ihren F. be 3irfunft oo • iben hören. * den föfon'W bebentat N legte ihm btn’' [ierl gönnten £ ss beineme* hen v ob 6*1" km > t*ä SIÜ' d-s 'Stele Die Leistungskurve der Blauweißen geht in den letzten Wochen stetig nach oben, auch dieser Kampf bewies es wieder. Trotz des morastigen Bodens zeigten die Platzbesitzer ein gutes Spiel. Sie waren ihrem Gegner fast in allen Belangen überlegen. Besonders in technischer Hinsicht. Bissenberg zeigte ein äußerst temperamentvolles Spiel. In Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles hatte sich eine ansehnliche Zuschauerzahl eingefunden.. Bissenberg durch sein halbhohes Spiel mit weiten Schlägen, schuf zu Beginn einige kritische Situationen vor dem Tor der Gastgeber. Dagegen wollte das Spiel der Blauweißen nicht so recht laufen. Auch verschiedenes Pech ließ die Gastgeber zu keinem Erfolg kommen. So z. B. ging em schöner Kopfball von Clement an den Pfosten. Erst em Tor von Wilhelmi, das aus einem Strafstoß resultierte belohnte die Bemühungen. Aber auch Bissen- Iä’nnÄo’leine besten Leute. Clement- 9JL-tfport LeichWletikderSpielveremigungimIchrelyZS Ausgezeichnetes Leistungsniveau. — ileber 200 Siege. Fußball-Ergebnisse der Bezirksklasse. 1900 Gießen — Bissenberg 5:2, Watzenborn-Steinberg — Sinn 1:2, Naunheim — 05 Wetzlar 3:3, Dillenburg — DfB.-R. 0:0. Zum Jahresschluß soll eine kurze Bilanz über das in der Saison 1935 durch die Leichtathletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 Gießen Geleistete Aufschluß geben. Ihrer Tradition als des Leichtathletikpioniers des Lahnbezirks gemäß waren die 1900er auch diesmal wieder sehr rührig, und zwar wurde auf insgesamt 25 Veranstaltungen gestartet. Davon wurden auf eigenem Platz durchgeführt bzw. ausgerichtet acht. Einen sportlichen Höhepunkt stellten wieder die Nationalen Wettkämpfe dar, die jedoch infolge notwendig gewordener Verlegung auf den Himmelfahrtstag leider nicht den gewünschten Publikumserfolg hatten. In den offenen Wettkämpen wurden insgesamt 205 Siege errungen, und zwar 72 erste, 71 zweite und 62 dritte. Wurden Die Mannschaftskämpfe noch eingerechnet, so träte eine wesentliche Erhöhung dieser Zahl ein. Das Gebiet des Mannschaftskampfes war es in der abgelau- enen Saison eigentlich gerade, wo die Spielvereinigungsleute ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnten. So stehl Gießen 1900 in der diesjährigen Deutschen Vereinsmeisterschaft, Klasse A, mit 7249,87 Punkten an 19. Stelle im Reich. Dabei manch bekannten Großstadtverein hinter sich lassend. Dieses Ergebnis darf sich sowohl die Vereinsführung, als auch die Leitung der Leichtathletik- Abteilung Obmann Gg. Richtberg und Trainingsleiter W. Schmidt — als Bestätigung dafür auslegen, in zielbewußter Arbeit eine breite Leistungsbasis geschaffen zu haben. Daß dabei auch die Förderung der Spitzenkönner nicht außer Acht gelassen wurde, erhellt aus den in den einzelnen leichtathletischen Disziplinen von den Blau-Weißen erzielten Leistungen. Obenan steht Arthur Kilo mit seiner Diskusleistung von 45,42 Meter, auf Grund deren er kürzlich mit der 30-Bestennadel des Reichsbundes für Leibesübungen — Fachamt Leichtathletik — ausgezeichnet wurde. Eine noch höhere Wertung verdient jedoch die Tatsache, daß der 1900er die Proben der Olym- pia-Prüfungskämpfe recht gut bestand und daraufhin in die Olympia-Kernmannschaft dn- gereiht wurde. Einen weiteren Kernmannschafts-Anwärter hätte die Spielvereinigung 1900 in Feldwebel Otto G u- gel stellen können. Leider hatte dieser das Mißgeschick, kurz vor Saisonbeginn durch eine Knie- verletzung zur Untätigkeit verurteilt zu sein. Gugel konnte erst im Herbst wieder starten und brachte es noch auf 40,60 Meter im Diskuswerfen. Eine wertvolle Kraft war auch wieder der recht vielseitige Heini Jung. Er wurde zweifacher Gaumeister, nämlich über 400-Meter-Hürden (Zeit: 59,2 Sek.) und im Stabhochsprung. In der letztgenannten Disziplin erreichte Jung die Wettkampfleistung von 3,50 Meter dreimal. Ein schönes Beispiel für sportliche Lebensführung und systematisches Training gaben auch in diesem Jahre wieder die beiden Mittelstreckler Bepperling und Peters. Reinhard Bepperling lief gleich zu Anfang der Saison eine 400-Meter-Zeit von 53,3 Sek. heraus, während Hans Peters mit 2:02,5 Minuten für die 800 Meter und 4:17,4 Min. für die 1500 Meter recht beachtliche Leistungen erzielte. Von den Nachwuchsleuten wären hier Unteroffizier L a n g r o ck (400 Meter in 53,9 Sek.) und Marcel Baumstieger i der Laienspielschar der NS.-Gemeinschaft ” Wör «a, „Miaz durch Freude", Gießen. Die Darsteller wur- b, erfter M -jr it)re vortrefflichen Leistungen mit reichem - ■ cu-fc 6- DPsiU belohnt. Herr R ü b s a m e n und Herr Schriftführer j n g, beide aus Gießen, halfen mit Liedern ^rer U- W utI|fc Mundart-Gedichten den Abend verschönern, an, erster ^ D^ilanz unö Unterhaltung verbrachte man dann r lurnman S- vcvch einige gemütliche Stunden. irt Otto M Steinheim, 29. Dez. Die Preise für irt Kan M Ftzr^e l haben in letzter Zeit wieder angezogen, iedrich Mu Ui s^^nö vor einigen Wochen das Stück mit 18 bis weiteren M>. 1(J rlarf bezahlt' wurde, kostet es heute 22 bis troart, Untern' &arf. Gesucht sind auch Springer und Ein- Ansprache, leM.weine, für die je nach Alter und Gewicht 30 ier gleichzeitig Mark geboten werden. Die Nachfrage ist vor ißten, um ain a|Ln durch die gute Kartoffelernte bedingt. Hoch ttfindenden w inj greife steht das Zuchtvieh. 15 Monate alte Midir finden für 200 Mark leicht Käufer, trächtige 16Ur bringen den doppelten Preis. Frifchmel- i!e Kühe mit dem ersten Kalb und guter uheiftung werden mit 550 bis 600 Mark, Der» ir auch noch darüber gehandelt. ventsfeier im Saale des Schützenhofs eingeladen, die sich eines starken Besuchs, auch der Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe, erfreute. Neben dem Gesang gemeinsamer Lieder kam ein von Ihrer Durchlaucht der Gräfin zu Solms-Lau- b a ch künstlerisch einftutnertes Weihnachtsspiel zur Aufführung. Pfarrer Schmidt hielt die Ansprache. Auch Ortsgruppenleiter Henze war anwesend und hielt eine kurze Ansprache. — Die Weihnachtsbe- cherung der hiesigen Kleinkinderschule fand, nie üblich, am vierten Advent nachmittags in un- erer Stadtkirche statt. Nachdem die Kleinen ihre leißig gelernten Gedichte und Liedchen vorgetra- ;en hatten, erhielten sie ihre Gaben. Die Erwachsenen hatten ihre Helle Freude an den strahlenden Kinderaugen. — Am Sonntagnachmittag fand aus dem Marktplatz der Auftakt zur Weihnachtsfeier der Ortsgruppe der NSDAP, unter dem weithin strahlenden Christbaum statt. Die eigentliche Feier folgte abends im Saale des Schützenhofs und war bereits lange vor Beginn überfüllt. Nachdem durch den Lautsprecher die Weinachtsansprache von Dr. Goebbels übertragen worden war, leitete das Schülerorchester der Realschule den Abend durch einen Marsch ein. Dann wurde ein stimmungsvolles Weihnachtsspiel aufge- geführt, das ausklang in dem Lied ,,2Iüe Jahre wieder." Studienassessor H a i n z begrüßte die Besucher und sprach von dem Wunsch des Führers, die Liebesbotschaft des Weihnachtsfestes in die Tat umzusetzen, die in der Weihnachtsgabe des deutschen Volkes in schönster Weise zum Ausdruck kommt. Nach dem Vortrag eines Gedichtes durch eine Schülerin und dem Gesang von „O du fröhliche" erschien zur großen Freude der Kinder auf der Bühne der Weihnachtsmann und teilte seine Gaben aus. Dann spielte ba$ Schülerorchester der Realschule eine Weihnachtsphantasie, und das bereits bei der Weihnachtsfeier in der Realschule aufgeführte Krippenspiel erfreute auch hier die Herzen aller. Das Schlußwort sprach Ortsgruppenleiter H e n z e, der auch für die folgenden Jahre eine solche Weihnachtsfeier in Aussicht stellte. Er sprach allen, die zur Ausgestaltung des Abends beigetragen hatten, den Dank der Ortsgruppe aus und ermahnte vor allem zur Dankbarkeit gegenüber dem Führer, dessen Verdienst es ist, daß wir heute unser deutsches Weihnachtsfest begehen dürfen. Dies Gefühl der Dankbarkeit fand feinen Ausdruck in einem gemeinsamen dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes. Kreis Alsfeld. * Flensungen , 29. Dez. Bei H o l z h a u erarbeiten verunglückte der 26 Jahre alte Holzhauer Heinrich Schäfer von hier so erheblich, daß er der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. Dort liegt der bedauernswerte Mann mit schweren Verletzungen darnieder. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend befriedigend. oo Groß-Felda, 27. Dez. Den Belegschaften des hiesigen Sägewerkes WilhelmHill, der Molkereigenossenschaft Groß-Fel- d a und der Spar- und Darlehenskasse Groß-Felda wurde zu Weihnachten eine große Freude zuteil. Neben der Lohnzahlung erhielten die Belegschaftsmitglieder einen Geldbetrag und außerdem schöne Gebrauchsgegenstände als Weihnachtsgeschenke ausgehändigt. Kreis Lauterbach. Die VfV.-R.-Elf ist dieses Jahr offensichtlich von Pech verfolgt. Sie verloren in diesem Spiele ihren aktivsten Stürmer Antes in der 11. Spielminute. Unter diesen Umständen bedeutet das Unentschieden einen Erfolg. Die Dillenburger spielten in stärkster Aufstellung. Leider war die Mannschaft in ihrer Spielweise zu hart. Ihre besten Leute waren der linke Verteidiger, der Mittelläufer und der linke Flügel. Die Gießener spielten mit Helcher; Hauptfeld, Lehrmund; Heß, Knauß, Fehling; Antes, L. Schmidt, Schorge, Wlodareck, Szponich. Helcher im Tor war der Held des Tages. Er hielt die unglaublichsten Bälle. Die Verteidigung war gut, nur fehlte bei Hauptfeld der befreiende Schlag. In der Läuferreihe überragte Knauß. Der Sturm war nur, als er noch vollständig spielte, eine Einheit. Später mußte er sich auf Durchbrüche beschränken, zeigte aber hier feine Gefährlichkeit. Die Dillenburger hatten Anstoß. Dieser wurde sofort abgefangen und schon spielte sich der Gießener Flügel durch, konnte sich aber vor dem Tor nicht durchsetzen. Auf der Gegenseite versuchten die Dillenburger schon jetzt eine Entscheidung herbeizuführen. Die Gießener Verteidigung zeigte sich aber jeder Lage gewachsen. In der 11. Spielminute umging Antes drei Gegner. Als er zum Schuß ansetzte, stürzte sich ihm der gegnerische Tormann entgegen, und bei dem Zusammenprall wurde Antes so verletzt, daß er nicht mehr mitwirken konnte. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit hielten die Gießener das Spiel offen. Ein Alleingang von Szponick hätte fast zu einem Erfolge der Gäste geführt, aber fein scharfer Schuß sprang von der Latte ins Feld zurück. Meixner bei den Dillenburgern vergab kurz darauf zwei Torgelegenheiten. Dann war Halbzeit. Nach Wiederbeginn spielten die Gießener mit verstärkter Läuferreihe auf Halten. Hierdurch wurden die Gastgeber stark feldüberlegen, konnten sich aber vor dem Tore auch nicht durchsetzen. Zehn Minuten vor Schluß verfehlte Helcher einen Ball, Hauptfeld konnte diesen jedoch von der Linie ins Feld zurückköpfen und machte dadurch die klarste Torchance der Dillenburger zunichte. Kurz vor Schluß hatte Wlodareck zweimal hintereinander Gelegenheit, den Sieg der Gießener herbeizuführen. Er zögerte jedoch zu lange und seine Schüsse konnten dadurch abgestoppt werden. Bei dem Schlußpfiff waren die Gießener froh, wenigstens einen Punkt aus diesem dramatischen Kampf gerettet zu ) Borsdorf, 29. Dez. Hier wurden dem D? riwart Karl Strauch II. unv dem Bahn- unten Heinrich Dickel sieben bzw. fün sch . chtreife Kaninchen aus dem Hofe 1 .|fr hlen. Anscheinen zur Irreführung der Ver- /oWii wurde eines der gestohlenen Tiere geschlach- tel unter Stroh auf der Dungftätte versteckt. Die CWrö merie verfolgt eine bestimmte Spur, die in bet riid)tung nach dem Vogelsberg zu weist. teW; l9 Ijau** •s»* ist u eW” 1 .. Kk ten ** V wieder herstellt. Der Sieg der Blauweißen war m jeder Hinsicht verdient. Die Mannschaft scheint sichtlich bemüht, den ungünstigen Eindruck der Anfangsspiele zu verwischen. Alle Spieler legten den größten Eifer an den Tag. Fischer war gegen die beiden Tore machtlos. Die Verteidigung zeigte ihr altgewohntes sicheres Spiel. In der Läuferreihe war Mank etwas schwach, dagegen zeigten Heilmann und Schäfer em I äußerst eifriges Spiel. Der Sturm hatte in dem hnnentrio feine besten Leute. Clements Debüt fiel LPD. Lauterbach, 29. Dez. Gelegentlich eines Tanzvergnügens in dem Kreisorte Wallen- junger Mann aus Maar les Burschen aus Romrod. haben. Die dritte Mannschaft siegte wider Erwarten in Allendorf mit 3:2 Toren. Die Gießener nahmen dieses Spiel sehr ernst und vollbrachten dadurch eine gute Leistung. Die zweite Jugend schlug die erste Jugend von Steinbach mit 6:0 Toren. Außer ihrem Eifer hat- ten die Gäste den Gießenern nichts entgegenzu- setzen. Die dritte Jugend wurde in Garbenteich mit 11:0 Toren überfahren. Der Gegner war viel zu schwer für die Gäste und ihnen körperlich auch überlegen. Die Spiele der zweiten Mannschaft und der ersten Jugend konnten wegen schlechter Platzverhältnisse nicht ausgetragen werden. Riesen-tteberraschung in Aordheffen. SD. Vad-Rauheim schlägt Hessen Bad Hersfeld 3:2. Daß der letzte Sonntag im alten Jahr solche Ueberraschungen in den Fußball-Meisterschaftsspielen der Gauliga Nordhessen bringen würde, hatte wohl kaum jemand für möglich gehalten. Der Tabellenletzte und Neuling SÄ. Bad-Nauheim, der in den Punktespielen bisher noch keinen Sieg an feine Fahnen heften konnte und der seine Zähler in drei unentschiedenen Treffen errang, schlug am Sonntag den Tabellenführer Hessen Bad Hersfeld, der bisher nur einmal besiegt wurde, und zwar von dem Gaumeister Hanau 93, zu Hause knapp mit 3:2 (0:2). Der SV. Bad-Nauheim steht trotz des doppelten Punktgewinns weiter am Schluß der Tabelle, aber immerhin wird man jetzt mit ihm rechnen müssen, und vor der Abstiegsgefahr kann er sich noch retten. Einen unerwarteten Ausgang nahm auch die Begegnung in Fulda zwischen Germania und VfB. Friedberg. Die Fuldaer Germanen, die immer im Vorderfeld eine gute Rolle spielten, wurden überraschend von dem VfB. Friedberg 3:1 (3:1) bezwungen. Im dritten Kampf des Sonntags konnte der Altmeister Borussia Fulda aus Kassel gegen Kurhessen nur einen ganz knappen 1:0- (O:O)-Sieg mit nach Hause nehmen. — An der Spitze der Tabelle steht weiter Hessen Bad Hersfeld mit 17:7 Punkten vor Hanau 93 (15:5) und Borussia Fulda (15:7). Zwischen diesen drei Vereinen wird es auch noch einen harten Endkampf um die Meisterschaft geben. 0 Laubach, 28. Dez. Mancherlei Weih- nimflt 5 f e i e r n fanden in der letzten Woche' in unilnm Städtchen statt. Vor Beginn der Ferien hÄe der Leiter der Realschule zu einem El- terraienö eingeladen, der mit viel Liebe und Ge- fdiji? in weihnachtlicher Weise ausgestaltet und von fri>? Weihnachtsstimmung erfüllt war. Den Auf- tali bildete der von dem Schülerorchester flott ge- I*. „Marche h^roique“ von Schubert. Alsdann s bcissißte der Leiter der Schule, Studienassessor Hioi iz, die Besucher und sprach kurz über die BWeltu^ solcher Elternabende für ein vertrauensvoll Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern inrrialb der Schulgemeinde. Er berichtete ferner mir «er Gründung eines Schülerorchesters, die in bei» Iifcten Monaten erfolgt ist unter Leitung.der Sy.trun Dr. Kammer und Hühner. Große löste ferner die Nachricht aus, daß von Qstr ab der Schule eine Untersekunda angegliedert Sodann erfreuten die Schüler und Schülerin- nrn !mrch einige schöne Darbietungen. Der Schul- ch:o sang unter Leitung von Reallehrer Haas ei nu Weihnachtslieder, das Orchester trug eine Rvicmze von Mozart vor, und das uralte und bcoc iroig neue Weihnachtswunder rvurde in einem dot aroßer Innerlichkeit erfüllten Krippenspiel zur DMlllung gebracht. Nach anschließendem Vortrag ei h;< t Weihnachtsgedichte bildete der gemeinsame öteiigg von „O du fröhliche" den Schluß des wohl- gi fingen en Elternabends. — Die hiesige Ortsgruppe dck^S.-Frauenschaft hatte zu einer Ad- Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Union Niederrad 4:0; FV. Saarbrücken — Opel Rüffels- heim 4:3. Bayerns Fußball - G a u l i g a f p i e l e sind am Sonntag wegen Unbefpielbarfeit der Platze in München, Nürnberg und Fürth sämtlich ausgefallen. „Torlauf" statt „Slalom". Der Preffewart des Fachamtes Skilauf macht darauf aufmerksam, daß es in Zukunft amtlich nur noch die Bezeichnung Frauen und Männer in den Ausschreibungen und den offiziellen Ergebnissen geben darf. Gleichfalls wird das norwegische Wort „Slalom" durch den guten deutschen Ausdruck Torlauf ersetzt. Rießer See gewinnt Ritter-von-hatt-Wanderpreis. Am Sonntagnachmittag fand auf dem Olympischen Kunsteis-Stadion das Endspiel um den Dr.- Nitter-von-Halt-Wanderpreis statt, das von SC. Rießer See 1. Mannschaft und dem BTE. Budapest bestritten wurde. Vor 3000 Zuschauern siegten die Rießer Seer in einem auf gutem Eise mit viel Tempo ausgetragenen Spiel. Trotz des Regens, der während der ganzen Spieldauer anhielt, waren die Leistungen ausgezeichnet. Bei hartem Kampf verlief das erste Spieldrittel torlos. Im zweiten Abschnitt legten die Ungarn schärfstes Tempo vor, sie kamen auch zum Führungstreffer. Noch vor dem Pausenpfiff konnten aber die Rießer Seer ausgleichen. Das Tempo wurde im Schlußdrittel noch verschärft, besonders die Ungarn lagen ständig im Angriff. Als dann in den letzten Minuten den Deutschen ein Alleingang glückte, war das Spiel entschieden. Rießer See hatte 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) Spiel und Wanderpreis gewonnen. !u^\ui«ftL>enben teilnehmen zu können. Der ersteVer- , C, S-.LT "«liier Karl henk dankte ur das chm durch vS .'(O ie Berufunq entgegengebrad)te Vertrauen und I den Verein nach besten Kräften zu^üh. ] if..N «i i'rei. Die Versammlung beschloß, am 1. Februar 2>Set4 turnerische Veranstaltung abzuhalten, deren dem Winterhilsswerk zugute kommen soll. I Cftid) einer Schlußansprache des zweiten V-rems- r" bt|o,: „;(/( 5 und mit einem Gedenken an den Führer lolrWI Hitler sand di- Generalversammlung des 7^'S'TI.rn-ereins ihr Ende. Während des anschfteßen- den kameradschaftlichen Beisammenseins sprach , Ktclchahn noch Uber das natwnastozmllststch- tteU ^ner fr?2l!ifb. uroert und über Ernährungsfragen des deut- him |c£™3rloC6e n - Bu, eck, 29. Dez. In der jüngsten °°llb§ZA'°nnte die bi-sig- Ortsgruppe den Be- ar,n Harr aon 191,41 Mark an das WiNterhilss. cm fööii »*nÄ ab,ühren. Davon brachte die Arbeitssront in '"D«)»-°k a-BuIeck durch den Verkauf von TurplakeUen °bwDM Mark aus, aus Einzel,penden chngen 25 Mk. fer und A ei Bei der «Sammlung der karitativen Verbände In9ftabübi,n, qingin in der Zelle Oppenrod 20 Pfennige in Ehrten..Mrk-rdsf-lden 2 77 Mark in Grotzen-Buftck Täni«. V ia05 Mark ein. Der Verkauf der Holzreiterchen befnS: eritcfcte in Oppenrod 10 Mark, in Burkhardsfel- ASSaliO Mark, in Großen-Bufeck 71,44 Mark. wE11? + Ir e i 5 a. d. Lda., 28. Dez. Der Waldarbeiter i)e mit ch Bender rutschte heute morgen beim Sannenbo» UmUtauen eines Baumes tm Walde aus alle RinS utj) J?l rücklings in seine eigene Axt, wo- inb durch er eine klaffende Wunde im Rücken erlitt, Schriften -ldi i i ne sofortige Ueberiührung in die Klinik nach oon erforderlich machte. — Der Landwirt Jo- ib mufif Konrad D p p e r von hier begeht morgen, ra '^29. tejember, in voller körperlichen und geistigen m FWs feinen 86. Geburtstag. ■y. Wtji D» x Watzenborn-Steinberg, 29. Dez. SR Borftanb der Freiwilligen Feuer- ^lniervergMank h- hatte am gestrigen Abend seine Mitglieder Wrftütfe b im bis Lokal von Kamerad Karl Philipp zur n: -°en haup! Ijih-es-Hauptversammlung eingeladen. Uten ©efangsDÜnlaß des 8jährigen Bestehens der Wehr war ?r oer bemäirdii ersammlung mit einem Familienabend per» ’ncr = Slitern-buabm. Der Abend wurde mit einem schneidigen MtiviMMMück der Kapelle Robert Häuser und einem r Müller: Bbrsruch, gesprochen von Frl. Meta S ch m a n d t, in Sängerbund ngldtet. Bei der Feier waren anwesend die Police DolksgeU tisiheLeitung und die Gemeindeverwaltung, außer- [ Pflege bes -dem Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und die dem GesangsiiKKniraden Münch und Schmidt von den Gie- r bis fpät in fscjie Wehren. Beim Vortrag des Jahresberichtes imen. dMcs den Kommandanten K. S ch m a n d t konnte Dez. Der Tu: fejiglitellt werden, daß die Wehr immer, wenn es ietf hielt gtr gcali.cauf ihrem Posten war. Der Geschäftsbericht ift ,^um Ec- fdxici mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer ab. Der zr u,H Kanzler Adolf Hitler. Rechner Ernst -Walter ber D Mo d ler gab hierauf die Rechnung bekannt, die Zeit in Grr mnt imem Kaffenbestand von 213,87 Mark abfchloß. ' willkommer Dir eon zwei Rechnungsprüfern vorgenommene des Turner R^oi>uon ergab keine Beanstandung, so daß dem ummart WiL Röchsr Entlastung erteilt wurde. Bürgermeister die Tätigkeit Siich ser überbrachte der jungen Wehr im Na- m Verein M;- mim »er Gemeinde die besten Glückwünsche für ihr non Sari ronitnes Gedeihen. Neun Kameraden konnten auf en befrichMrlaLlU.hrige, treugeleistete Dienste im Feuerlösch- )en die Me inwusei zurückblicken. Bürgermeister Schäfer über- wmd- den Kameraden Karl S chm andt, Otto 'N ersten l chmIdt, Karl Sommer, Karl Hau- ineEim Sommer, Otto Maid, Karl Phi- ■'jSShk Ernst harnisch und Otto Burger die - her steiler k 21 ü -znchnungsmedaille für 15jährige Dienstzeit in linf) Dprnfii delr -euerwehr. Im Namen der Geehrten sprach r/wnnh kWrQb Häuser Dankesworte und gelobte, auch ? wchel)in dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem rxTatn den zur Wehr" die Treue zu halten. Kreis- Mei und. feHrwehrinspektor Bouffie r sprach seine ©huf» tnÄnfoe aus und wies in großen Zugen auf die ,rL AL'glbe der Feuerwehr im Dritten Reich hin. Den Zusammen^ W6-" unFt des Abends bildete ein Lustspiel, gespielt tretender Dien?: 6 WEINBRAND: %FL V,F1. Weinbrand-Verschnitt 2.40 1.35 Weinbrand-Verschnitt Scharlachberg 2.60 1.45 Reiner Weinbrand 2.80 1.55 Reiner Weinbrand Scharlachberg. 3.35 1.80 Jamaika-Rum-Verschnitt 3.20 1.70 Batavia-Arrak-Verschnitt 3.50 1.90 Schaumweine, Liköre, Punsch-Essenzen in den verschiedenen Qualitäten. WEINE: FL o. GL 1934er Rhodter Rosengarten 0.70 Hambacher, natur 0.75 1933er Niersteiner Domtal 1.05 1934er Bruttiger Rathausberg .....1.05 Bemkastier Herrenberg 1.20 Senheimer Lay 1.10 1934er Bockenheimer Rotwein 0.58 Ingelheimer Rotwein 0.85 Tarragona 1.05 Malaga 1.15 Wermuth 0.75 7724 A Eishockey und Springw ettkämpfe des Sonntags. Das Eishockeyturnier um den „Dr.- Ritter-von-Halt-Pokal" in Garmisch-Partenkirchen ergab im dritten Spiel einen 2:0-Sieg (0:0, 1:0, 1:0) der Zehlendorfer „Wespen" über die ungarische Mannschaft. Die Budapester siegten am Samstag über die Riesserseer Reserve knapp mit 2:1 (2:1, 0:0, 0:0). Einen Frankfurter Eishockeysieg gab es in Kandersteg (Schweiz). Der Sport-Club Forsthausstraße Frankfurt a. M. gewann dort gegen die Reserve der Universität Cambridge 2:1. Gegen den Akademischen SC. Zürich erlitten die Frankfurter eine Niederlage mit 0:2. Indische Hockeyspieler trafen am Samstag zu einer Wettspielreise durch Deutschland in Hamburg ein. Gegen den „Club an der Alster" erreichten die indischen Gäste noch etwas enttäuschenden Leistungen nur ein Unentschieden von 2:2 (2:2). Beim Berliner Eishockey-Turnier im Sport-Palast siegte am Freitagabend Polens Nationalmannschaft über den BSC. mit 4:2, während der LTC. Prag über Göta Stockholm 7:2 gewann. E i n Nacht-Skispringen wurde am Samstag auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt. In der Klasse 1 siegte H interm aier (Reichenhall) mit zwei Sprüngen von je 48 Meter vor dem Norweger Sörensen, der 46 und 47 Meter stand. Ostler (Partenkirchen) kam auf den dritten Platz. Toni Bader setzte sich bei dem Skispringen in Oberammergau gegen die besten deutschen Springer erfolgreich durch. Er gewann mit Sprüngen von 60 und 64 Meter und Note 220,2 vor Haselberger (Traunstein), Marr (Oberhof), Sörensen (Partenkirchen) und Stoll (Berchtesgaden). Den weitesten Sprung des Tages stand der Iungmann Kraus (Johanngeorgenstadt) mit 67 Meter. Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Bezirksklasse: Tv. Heuchelheim — Tv. Münchholzhausen 12:6 (6:3); Tv. Wetzlar — Mw. Gießen, kampflos für Wetzlar; Tv. Roth — Tuspo. Marburg 6:6 (4:2); Tv. Lützellinden — Tv. Hochelheim 8:3 (2:3). 1. Kreis kl ässe: Tv. Niedergirmes — Tv. Holzheim 8:8 (5:5); Tv. Garbenheim — Tv. Atz- bad) 3:7 (1:4). 2. Kreis kl ässe: Spvgg. 1900 Gießen — Tv. Hausen 7:8 (4:4). Jugendklasse: Tv. Dutenhofen — Spv. 05 Wetzlar, kampflos für Wetzlar; Niedergirmes — Tv. Garbenheim, kampflos für Niedergirmes; Tv. Lich gegen Tv. Garbenteich 3:2 (2:2); Spvgg. 1900 Gießen — Mtv. Gießen 2:4 (0:3). Schlaganfall am Führerstand der Lokomotive. LPD. Wetzlar, 29. Dez. Wie erst jetzt bekannt wird, erlitt am Heiligen Abend der Lokomotivführer Karl H e r t st e i n aus Wetzlar, als er die Strecke Albshausen—Grävenwiesbach befuhr, am Führe r st a n d der Lokomotive einen Schlaganfall. Der Heizer führte den Zug ordnungsgemäß weiter. Willkommene Arbeitsgelegenheit. LPD. Biedenkopf, 28. Dez. Don der ©au« amtsleitung der NSV. ist an die Heimarbeiter im nördlichen Teil des Kreises Wittgenstein ein Auftrag zur Herstellung von 40 000 Holzlöffeln erteilt worden. Kircklicke Nact,richten. Evangelische Gemeinden, Dienstag, den 31. Dezember. Silvester. Gießen. Sladtkirche. 20 Uhr: Propst Knodt. — Zohanneskirche. 20: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 18: Studienrat Reinhardt; Beichte, hl. Abendmahl für die Luthergemeinde. — Petruskapelle. 20: Pfr. Trapp. — Wieseck. 18: Liturgische Jahresschlußfeier. — Alten-Vuseck. 19.30: Gottesdienst. — Annerod. 18.30: Gottesdienst; Kollekte. — Rödgen. 20: Gottesdienst; Kollekte. — INainz- WanhlÜQCQ von3bis 20 v*erha,ten sie bei wieder- HuLllldouu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Große Premiere Heute Montag Alessandro Ziliani der König der Tenöre, der selten begnadete Sänger der weltberühmten Mailänder Scala mit der entzückenden Carola Höha dem scharmanten Paul Hörbiger % mit Fita Benkhoff, Bndoll Platte lar. 18: Gottesdienst. — Lollar. 20: dienst. — Treis a. d. Lda. 18: Liturgische Silvesls feier; Posaunenchor. — Klein-Linden. 20: Gotts dienst; Kollekte. — Garbenteich. 17.30: Jahressch^.; gottesdienst. — Haufen. 19: JahresschlußgoLtesdieni — Dettenhausen. 18.30: Gottesdienst. — Langgd», 20: Gottesdienst.. — INünzenberg. 20: Silvest^ gottesdienst; Kollekte. — Trais-Münzenberg. ig.z, Siloestergottesdienst; Kollekte. — Langd. 18.30: T, tesdienjt. — Deitsberg. 19: Gottesdienst; Kollekte. Heuchelheim. 20: Jahresschlußgottesdienst. — SfpiB bad). 20. — Albach. 19. — Kirtorf. 18: (Bottesbw, — Ober-Gleen. 17: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14.) Dienstag, den 31. Dezember. Silvester. 21 Uhr: Silvesterfeier. . Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). , 21 Uhr: Silvesterfeier. . Katholische Gemeinden. Dienstag, den 31. Dezember. Silvester. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 17.30: Predigt uns Andacht; 19: Beichte. — Laubach. 15: Predigt urg Andacht. — Hungen. 18: Predigt und Andacht. - Lich. 20: Predigt. Reuapostolifche Gemeinden, händelstrahe 1 —- Ederstrahe 13. Dienstag, den 31. Dezember. Silvester. 20.15 Uhr: Gottesdienst (nur im Lokal H8nbg straße). Eine Offenbarung sich verschenkender und versagenderLiebe Auf der Bühne; Das Taomina-Balett, 4 Tänzerinnen in ihren reizenden Tanz - Schöpfungen. Vorher: erstklassiges Beiprogramm a. Fox-Ton-Woeh 1 Täglich: 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntag: 3, 5.30, 8.30?Uhr. 1 — Cafe Amend Silvester-Feier Tanz Eintritt nur gegen Verzehrkarte von RM. 1.50, welche zur Verrechnung gelangen. Ab heute am Büfett erhältlich. 7720D Dunkler Anzug erbeten. Das neue Jahr fängt gut an... Drogerie Elges Seltersweg 66 Ruf 3458 7683 A wenn Sie es freudig und hoffnungsvoll mit einem guten Tropfen begrüßen. — Den richtigen Stoff bekommen Sie im 6eschäftsdmcksachen Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr.7 Statt Karten. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen 7706 D Statt Karten? Oie glückliche Geburt ihres Sohnes Klaus zeigen an Gießen (Friedrichstraße 25), den 30. Dezember 1935 771 od Dienstag, 31. Dezember, geschlossen Bezirkssparkasse Giefeen 7697 D Vermählungs-Anzeigen liefert BrUhl’sche Druckerei Sylva Rinn, geb. Schulz Hans Rinn Bernardiene Nögler Paul Scheld Wegen Abschlufearbeiten bleiben unsere Geschäftsräume am Aßmannshausen am Rhein / Bellersheim Neujahr 1936 Die schöne u. stimmungsvolle Silvester-Feier ist und bleibt im 77350 RHEINGOLD Kapelle: Mitgl.der Reichswehr Restaurant Stuttgarter Hof Seltersweg 50 05532 Dienstag, 31. Dezember, große Silvester-Feier Am Neujahrstag, ab 20 Uhr: Familien-Konzert Man kann nie oft genug den herrlich gelegenen ScbiHq besuchen. Silvesternacht geöffnet Winterspezialität: 7722d Fenerzangenbowle Erstes Kulmbacheri Cafe Ebel Große Silvesterfeier 77330 Sekt- und Likörstuben 1. Januar: Familienkonzert/Tanz Heinrich Weimar und Familie, Gießen Konditorei und Gaf6 Brot« und Feinbäckerei Nest.Gtadt Mainz Lia MM 7711 D SeMmMerMM Begrüßen Sie es Feuerwerk mit einem guten Tropfen gebiete von RM. 0.70 bis 3.50 in billiger Auswahl bei Der gute Flensburger Pott-Rum in allen 7704 A 1.80, 3.30 Giehblei Feuerwerk Ungefährliche Scherzartikel erhöhen die Silvesterfreude.- Zimmerfeuerwerk Blei zum Gießen Ich empfehle aus eigener Kellerei: Naturweine in Literfl. von RM. 0.85 bis 1.40 Qualitäts-Flaschenweine aller Weinbau- 2.25 2.50 2.75 3 00 Gefahrlose Feuerwerkskörper bengalisches Feuer (rot und grün), bengalische Fackeln Wir wünschen allen unseren werten Gästen u. Bekannten ein frohes neues Jahr! MeineAnzeigk« im Gießener Anzeiger werden von Tauiendev beachtet nnb gelesen. Weinbrände: Weinbrand-Verschnitt Weinbrand „Spezial“ Weinbrand „Grünsiegel“ .... Weinbrand „Hausmarke"***.. Rum und Arrak: Jamaika-Rum-Verschnitt 38°/, Jamaika-Rum -Verschnitt 40% Jamaika-Rum -Verschnitt 45°/a Schaumweine: Hausmarke v. Söhnlein ... Landgraf von Hessen Elges Privat (Mosel Sekt) Söhnlein Sonder Cüvee... Unsern sehr verehrten Gästen und Bekannten ein glückliches neues Jahr 7705V Carl Wörner und Frau Ab heute täglich frische Berliner Pfannkuchen und Kräppel Stärken Batavia - Arrak -Verschnitt. Henkell Trocken, Deinhard Cabinet Kupferberg Gold, M. M. u. Söhnlein Rheingold, 4.50 Frankfurter Straße 41 Telephon Nr. 2833 7095 d IUC Telephon 2398 / Plockstraße 5 Silvesterleier in sämtlichen Räumen Verzehr-Karte Mk. 150 zu haben am Büfett od. abends sowie Neujahrs-Brezeln in bester Qualität Zum Jahreswechsel entbieten wir allen unseren Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche! 1.30, 2.40 1.45, 2.70 1.85, 3.50 2 30, 4.30 1.45, 2.75 1.65, 3.00 1.90, 3 50 Drogerie Kreuzplatz 10 Mslkl-M Ab 1. Januar spielt täglich Salon-Orchester Sllvester-Karplm C. 6. Kleinhem Bahnhofstraße 61, 77«! Lichtspielhaus« Bahnhofstraße Ab heute Montag Das unsterbliche Lustspiel mit ' Christi Mardayn, die fesche Rösslwirtin Herrn. Thimig. der verliebte Leopold Willy Schaeffers, der ewig meckernde Giesecke Theo Dingen, der Pseudofürst. ... und alles staunt noch lang, die bekannten Schlager: „Im weißen Rössl am Wolfgangsee Dort steht das Glück vor der Tür‘ „Es muß was Wunderbares sein von dir geliebt zu werden“ Eine prächt. Stimmung nehmen Sie mit nach Hause also heute noch ins „weiße Bö»* Im Beiprogramm: Friedliche* Abeeei®11’ und Ula-Ton-Woche 7««8A Täglich 4, 6, 8.30 - Sonntags 3, 5.30, 8.30 - Geschäft wie immer gut und preiswert SlloeftttWn Filets von allen Sorten Kochfische aller Art Seehecht,Heilbutt/Schollen • Rotzungen • MMMWeu- Marktstratze 23 — Tel. 2417. 7707 a und zum Bauen , ,,,,,, „,,,,,,„,,1,,,,,,,,,,,,^ Neue Scherzartikel Alessandro ZILIANI