Ur. 254 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch. Zü. Oktober 1955 Gießener Anzeiger ÄVÄS JBH7 W A Q von Anz-!g-n Ä‘r: * A A AA ^MW AA A A ▲ A A AA bkswÄXg“ Heimat im Bild - Die Scholle fl BB^B B Mw HX M B B ▼ WH V W z ■ W ■ M g9T 4^11^ Grundpreise mm höhe Monats-Bezugspreis: W MW ■ BSLr Bz ■ ■ ■ B B Bz B B B ckJr B für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 Bl V M B ■ B ■■ B B BT B B B B «Bf B B B Br B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 B DM M B B lk^ H B B H B. B BL B BL B anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr .. „ W M M W* ^B^ B W B ^B^ B" M»BL 50 Rpf.,Platzoorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ w ~ ▼ vorh.Bereinbg.25°/o mehr. in?olg-"^höhtt-^"G-w°tt (Ermäßigte Grundpreis-: MWM General-Anzeiger für Oberhessen i|||s gtonifurt -m Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße r Mengenabschlüsse Staffel B ^Generale von morgen" Von Karl von Schoch, Generalleutnant a.D. i. Unter der Ueberschrift „Generale von morgen" hat der bekannte englische Militärschriftsteller C. I. F Fuller eine in hohem Maße fesselnde Streitschrift herausgegeben. Es muß als ein großes Verdienst des Verlages Ludwig Voggenreiter in Potsdam (Preis 1,80 Mk.) — (411) — hervorgehoben werden, daß er in einer ganzen Sammlung von Schriften aus dem Ausland, die sich mit der schwerwiegenden Frage „Volksheer oder Berufsheer" befassen, auch der Studie Fullers den gebührenden Raum eingeräumt hat. Der englische Verfasser kritisiert mit leidenschaftlicher Rücksichtslosigkeit „das Feldherrntum im W e l t k r i e g". An die Spitze seiner Ausführungen stellt er die Worte aus einer Schilderung der Kämpfe um Gallipoli: „Geschäftsmäßig, unpersönlich geführt wird der Krieg zu einer rohen seelenzermürbenden Plackerei, zur Ursache des Klassenhasses und schlechter Dienstauffassung. Unsere älteren Offiziere, wie hoch auch ihr Rang sei, müssen es wieder lernen, so wie Seeleute die Gefahr mit ihren Leuten zu teilen. Das war einst britische Art, aber leider wurde sie im letzten Krieg allzu oft vergessen." Diese Sätze bilden sozusagen das Leitmotiv der ganzen Abhandlung. Schon vor dem Krieg, so behauptet Fuller, wurde die Kriegskunst immer mehr schablonisiert und geriet immer tiefer in eine Art von krassem Materialismus. Schuld daran föi vor allem der ständig wachsende U m - f a n g der Heere, der die Leitung erschwert und zum Ausweg mechanischer Maßnahmen zwang. An einer Reihe von Beispielen sucht Fuller dann nachzuweisen, daß die höheren Führer jede persönliche Fühlung mit der Truppe verloren hätten. Hier sei schon umgreifend bemerkt, daß in allen j Schilderungen Fullers immer etwas Wahres ist; wer etwa wollte leugnen, daß der Kampf und die Führung aus bombensicheren Unterständen nicht ein schwerer Nachteil gewesen ist? Aber die Verallgemeinerung und teilweise maßlose Uebertrei- b u n g e n stempeln das Ganze doch zu einer Ten- denzschrift. Wenn er zum Beispiel den kühnen Satz aufstellt: „Der G e i st schwand dahin" oder „Das System der Truppenführung, wie es in der Neuzeit arbeitete, hat das Feldherrntum enthauptet, und die Schlachten find ein plumpes Ringen und Würgen kopfloser Ungetüme entartet", so ist wohl genau das Gegenteil richtig: der Führer, der mit dem Säbel in der Faust mitten in seiner Truppe kämpft — und das ist Fullers Jdealgestalt — bedarf entschieden weniger Geist als jener Kommandeur, der, in einen Unterstand hinabgezwungen, mit dem Zirkel in der Hand die schwierigsten Entscheidungen gewissermaßen prophetisch vorausahnen und berechnen muß. Welcher Führer hätte nicht als schweren Nachteil empfunden, daß er, statt seinen ganzen Befehlsbereich mit eigenen Augen zu übersehen, fast nur auf die Augen und die Meldungen anderer angewiesen war? Aber auch ein Fuller wird nicht bestreiten können, daß die Zeiten von 1870 unwiederruslich vorüber sind, wo bei Wörth der Kronprinz Friedrich und Mac- rncihon von ihren Feldherrnhügeln aus auf etwa 2V2 Kilometer s i ch gegenüberstanden und nach persönlichen Eindrücken das Gefecht leiten konnten. Er wird auch die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß heute eine Jnfanteriebrigade im Gefecht einen Breitenraum von sechs Kilometer und mehr einnimmt und daß schon aus diesem Grunde das Heldenbeispiel eines Generals, der in den vordersten Reihen ficht, in den allermeisten Fällen ganz wirkungslos bleiben muß, schon weil er nur von 'wenigen Gruppen rechts und links gesehen werden kann. Will man die an sich berechtigte Forderung Fullers ihrer Uebertreibung entkleiden, so wird man sagen können: Der General Napoleon Bonaparte, der 1796 mit der Fahne in der Hand die Brücke von Ledi stürmt (oder gestürmt haben soll), war damals eine Ausnahme und wird in Zukunft erst recht eine solche bleiben; ebenso aber wird jeder höhere Führer sich bewußt sein müssen, daß auch in einem kommenden Krieg die Pflicht ihn in die vorderste Reihe rufen kann. Wenn aber Fuller sich weiter zu dem Satz versteigt: „Glanz und Ruhm war dahin, die Macht der Fuhrerpersönlichkeit nicht länger fühlbar, so sei ihm einzig der Name H in» denburg entgegengerufen, der Name, der feit Tannenberg bis zum letzten Ende wie ein Zauberwort gewirkt hat, auch wenn er nicht im vordersten Graben war! Ein weiteres Kapitel erzählt uns „Beispiele persönlichen Einsatzes"; wir können uns ein Eingehen darauf um so eher sparen, als sie zum größten Teil früheren Zeiten, dem amerikanischen Sklavenkrieg und Kolonialunternehmungen angehören und überdies fast nur von ganz unberühmten Größen berichten. Ungleich wichtiger erscheint der nächste Abschnitt „Erkannte Schwäch e n". Als die schlimmste dieser Schwächen gilt Fuller das durchschnittlich viel zu hohe Alter 2)er Generäle. Wir lesen da recht beachtenswerte Sätze wie: „Erstens ist eben der Krieg ein Bereich Öer jungen Männer; zweitens ist es Tatsache, daß ein Mensch mit wachsendem Alter immer vorsichtiger und zaghafter wird, und drittens werden erfahrungsgemäß seine Ansichten immer starrer." Man wird die Richtigkeit dieser Anschauungen im allgemeinen zugeben, aber doch beifügen müssen, daß gerade die deutsche Kriegsgeschichte auch neben dem .Marschall Vorwärts" noch manchen alten General äufroeift, der Fuller Lügen straft. Wenn er dann weiter den greifen General schildert, der gar nicht mehr in der Lage ist, die Muhen eines Krieges mit feinen Leuten zusammen zu tragen, zu biwakieren oder Kommisbrot zu essen und 'an einem eiligen Frühstück teilzunehmen, weil er Litauen unterhöhlt das Memelstatut. Ein aus Litauern bestehendes „Gtatutgericht" soll in Streitfällen zwischen Litauen und dem Memelland die Memettonvention bindend auslegen. Man hätte erwarten sollen, daß nach dem für die litauische Politik so katastrophalen (Ergebnis der Me- melwahlen vom 29. September die* Kownoer Regierung die Lehren aus diesem Ereignis ziehen würde. Tatsächlich aber stellt die erste Handlung, die der litauische Staat nach dem Abstimmungssieg der Memelländer vorgenommen hat, eine neue Verletzung der Memelsatzung dar. Der Staatspräsident Smetana hat nämlich die sieben Richter ernannt, die das am 13. März dieses Jahres beschlossene Statutgericht bilden sollen. Wie nicht anders zu erwarten war, sind die Mitglieder ausschließlich litauischer Nationalität. Steht schon diese Tatsache in klarem Widerspruch zu der Gleichberechtigung der Memelländer, so ist auch das Gesetz f e I b ft, das das Statutgericht einführt, mit den Bestimmungen der Memelkonvention nicht in Einklang zu bringen. Dieser nur von Litauern beherrschte Gerichtshof maßt sich nämlich an, gewissermaßen in Vertretung des Haager Gerichtshofes über alle Kompe- t e n 3 ft r e i t i g f e i t e n zu entscheiden, die zwischen dem Memeldirektorium, dem Landtag und dem Gouverneur, zwischen den autonomen Behörden des Mernellanhes und den litauischen Zentralbehörden in Kowno entstehen können. (Er soll fein Urteil darüber abgeben, ob die Gesetze und Anordnungen, die von der litauischen Regierung, dem Gouverneur ober den autonomen Memelbehörden erlaßen werden, mit dem Memel st atut überein ft immen. Die von ihm getroffenen Entscheidungen sind für alle Gerichte sowohl auf litauischem als auf memelländischem Boden bindend. Außerdem ist diesem Gerichtshof keine zeitliche Frist gesetzt, innerhalb deren er seine Ent- jcheioungen fällen muß. Damit ist den Litauern die Möglichkeit gegeben, jede Beschwerde, die von memelländischer Seite erhoben wird, Jahre hindurch zu verzögern, dagegen die Anordnungen Kownos, mögen sie noch so unrechtmäßig sein, im Handumdrehen gutzuheißen und in Kraft treten zu lassen. Angeblich soll das Statutgericht den Litauern dazu dienen, ihre Souveränität s r e ch t e über das Memelland zu wahren. In Wirklichkeit aber ist es ein neues raffiniertes Mittel, um d i e Autonomieverpflichtungen zu umgehen und auch nach der Volksabstimmung vom 29. September die räuberische Unterdrückungspolitik gegen das Memeldeutschtum fortzusetzen. Aus dem von den vier Großmächten garantierten Memelstatut, dessen Auslegung dem Völkerbundsrat und dem Haager Gerichts- h 0 f vorbehalten war, ist somit ein Rechtsmittel geworden, daß von einem einseitig zu° lammengesetzten litauischen Gerichts- h 0 f ausgelegt werden soll. (Ein derartiges Statutgericht ist nach dem Memelstatut in keiner Meise vorgesehen. Es entsvricht ebenso wenig wie das „Statutsgesetz" diesem Statut. Es ist aber auch unmöglich, daß ein von Litauern einseitig zusammengesetztes Gericht über die Auslegung eines internationalen Vertrages entscheiden kann, der von vier Großmächten unterzeichnet worden ist. Dieses „Statutgesetz" kann deshalb weder für die Memelländer noch für die übrigen Vertragspartner als bindend gelten. Nach Artikel 17 des Status kann die litauische Regierung bei Meinungsverschiedenheiten in der Auslegung des Status keineswegs allein entscheiden. Sie ist im Gegenteil dazu verpflichtet, sich den Entscheidungen des Ständigen Gerichtshofes im Haag zu fügen. Litauen hat mit der Einsetzung des Statutsgerichts bewiesen, daß seine Zusicherungen an die Signatarmächte, das Autonomiestatut zu achten, eitel Schall und Rauch sind, daß es weder fähig noch willens ist, die Durchführung der Memelsatzung zu gewährleisten. Damit ist jener Fall eingetreten, den kürzlich im englischen Unterhaus der konservative Abgeordnete Hauptmann C a z a l e t im Auge hatte, als er den Vorschlag machte, das Memelproblem in der Weise zu lösen, daß für eine Reihe von Jahren eine internationale Kontrolle eingerichtet werde, und daß dann möglicherweise eine Volksentscheidung über die weitere Zugehörigkeit des Memellandes entscheiden müsse. Wir Deutschen haben die Gesamtrevision des Memelstatuts niemals zum Gegenstand unserer auswärtigen Politik gemacht, wir haben nur verlangt, daß die Unterzeichner des Statuts, also Litauen und die Garantiemächte, das vertragliche Recht der Memelländer auf Selbstverwaltung und kulturelle Autonomie erfüllen. Aber dis Frage nach der Durchführbarkeit des Memelftatuts ist jetzt erneut von den Litauern verneint worden. Noch keine brauchbaren Verhandiungs- grundlagen im Abessinienkonflikt. Drummond bei Mussolini. — Die Sachverständigen besprechen sich in Paris. Die italienischen Anregungen von England abgelehnt. Rom, 29. DFL (DNB.) Mussolini hatte am Dienstag eine Unterredung mit dem britischen Botschafter Drummond, lieber den Inhalt der Besprechung wird strengstes Stillschweigen bewahrt. In unterrichteten italienischen Kreisen erklärt man, es werde nur sondiert, ob sich vielleicht irgendeine Verhandlungsgrundlage biete. Falls Frankreich und England Vorschläge und Anregungen unterbreitet hätten, würde sie Italien mit Aufmerksamkeit und Interesse prüfen. Man warnt jedoch, die internationale Lage zu optimistisch zu betrachten. Das Pariser „Petit Journal" will genaueres über die Vorschläge wissen, die der Besprechung englischer und französischer Kolonial- sachverständiger zugrunde gelegt waren. Das Blatt berichtet darüber: „Man wird eine Unterscheidung zwischen den a m h a r i s ch e n und dem nichtamharischen Abessinien machen. Das erstere wird unter öie Kontrolle des Völkerbundes gestellt werden. Danach ergeben sich folgende Punkte: 1. Verwaltung: ein italienischer Berater beim Negus, italienische Lokalgouverneure oder italienische Berater in den Randprovinzen und besonders westlich von Addis Abeba. 2. A r m e e : Einrichtung eines Fremdenlegion - Systems, das die Aufstellung italienischer Einheiten und zum Teil italienischer Truppenteile gestattet. 3. Gebiets-Bestimmungen: Harrar bleibt bei Abessinien; Ogaden wird Italien zugesprochen; in Tigre und Dana kil werden Grenzberichtigungen vorgenommen, die wahrscheinlich darauf hinzielen, die von Italien gemachten (Eroberungen zu bestätigen. 4. Abessiniens Zugang zum Meer: Man wird vom Freihafensystem abgehen zugunsten eines Korridors. Es scheint aber noch nicht entschieden zu sein, ob dieser durch italienisches, französisches oder engliches Gebiet gehen soll." Nach Meldungen aus London handelt es sich bei diesen Vorschlägen um italienische Entwürfe, die von englischer Seite als nicht diskutabel bewertet worden sind. „Preß Association" berichtet darüber, daß der Sachverständige des Londoner Außenamtes für abessinische Fragen, Maurice Petterson, in Paris mit seinem Kollegen vom französischen Außenministerium St. Quentin Anregungen geprüft habe, die aus einer italienischen Quelle stammten. Beide hätten aber diese Anregungen für praktisch wertlos erklärt. Der Pariser Vertreter der „Times" berichtet über Gegenvorschläge zu den italienischen Anregungen, die die französische Regierung versuchsweise ausgearbeitet habe und die jetzt in London geprüft würden. Es handele sich um rein französische Ideen. Von einer Vereinbarung könne schon deshalb keine Rede sein, da Petterson, der am Sonntag nach London zurückkehrte, gar keine Vollmachten dazu besaß. Wahrscheinlich habe er nur mitgeteilt, ""welche Vorschläge nach seiner Ansicht offenbar unannehmbar für Großbritannien sein würden. Heber den Inhalt der französischen Vorschläge sei nichts zuverlässiges bekannt, man glaube aber, daß sie eine italienische Kontrolle der einen oder der anderen Art über mehrere Provinzen vorsehe. „Gazeta Polska" schreibt, für die Ansichten des großen Teiles der englischen Qeffentlichkeit sei die Bemerkung des konservativen Lord Wvlmer bezeichnend, daß ein italienischer Sieg schlecht, aber eine italienische Niederlage noch schlimmer wäre. England werde seinen ganzen Einfluß aufbieten, um ein befriedigendes K 0 mpr 0 - miß zu erreichen, das das italienische Ausdehnungsrecht berücksichtigt und dessen Ko st en natürlich Abessinien zu tragen habe. Die Losung des „bewaffneten Friedens" werde der Regierung vermutlich den Wahlsieg sichern, da sie nach einer gewissen Beruhigung des englischitalienischen Konfliktes eher künftige Streitigkeiten ernsterer Natur ins Auge fasse. Italien wehrt sich gegen die Sanktionen. Rom, 29. Dkt. (DNB.) Bei feiner Abwehr gegen die Sühnemaßnahmen wird Italien grundsätzlich den Warenbezug aus den Sanktions- ländern ablehnen bzw. den Handel mit nicht unter die Sanktionen fallenden Erzeugnissen auf einen vollkommen ausgeglichenen Clearingverkehr einschränken. Nach dem Ausfall der Kohlentransporte aus England hofft man, den Kohlenbezug aus anderen Ländern steigern zu können. Für Getreide und Zucker ist der Jnlands- verbrauch vollständig f i ch e r g e ft e l l t. Für Zucker bleibt sogar ein Ueberschuß zur Verfügung. Ohne die in den letzten Tagen zustandegekommenen Verträge über größere Gefrierfleifchlieferun- gen aus Argentinien und Brasilien hätten für die Rationierung des Fleischverbrauches heute schon einschneidendere Maßnahmen getroffen werden müssen. Soeben wurde jedoch in Rom ein Vertrag unterzeichnet, daß Brasilien 33 000 Tonnen Gefrierfleisch nach Italien schickt, während es sich bereits im Juni zur Lieferung von 22 000 Tonnen verpflichtete. Die Regierung hat zwei Maßnahmen getroffen, durch die der Fleischverbrauch herabgesetzt werden soll. Vom 5. November ab bleiben für die Dauer von sechs Monaten die Fleischerläden am Dienstag jeder Woche geschlossenem Mittwoch können nur andere Arten als Rind-, Schaf- und Schweinefleisch verkauft werden. Die Fleischerläden, die seit einigen Wochen Sonntags geschlossen sein mußten, können bis vormittags 11 Uhr geöffnet bleiben. In der gleichen Zeit wird in den Hotels, Restaurants und Speisewagen nur ein Fleisch- oder Fischgang geliefert. Zur Papiereinsparung werden alle staatlichen Veröffentlichungen auf ein Mindestmaß beschränkt. Ferner sollen bei der Ausstat- tung von Büros alle Neuanschaffungen von Möbeln und anderen Bürogegenständen möglichst eingeschränkt werden. Alle staatlicken Telegramme und staatlichen Telephongespräche sollen gekürzt werden. Schließlich soll zur Kohlen- einfparung der Bürobetrieb auf die Zeit von 8 bis 18 Uhr beschränkt bleiben, um während des Winters mit Heizung und Licht zu sparen. feit vielen Jahren gewohnt ist, zwischen wohlgelüfteten Decken zu schlafen, an sauber gedeckter Tafel zu speisen, „pünktlich um neun Uhr zu frühstücken". (Zum Vergleich etwa mein Kriegstagebuch vom 14. Mai 1915: „Zum erstenmal fast feit drei Wochen ausgeschlafen bis 5 Uhr morgens"), so muh ich freilich dagegen Verwahrung einlegen, wenn damit die deutsche Generalität mitgetroffen werden sollte; kann mir aber auch nur schwer vorstellen, daß die sportgehärteten englischen Generäle insgesamt derart verweichlicht gewesen sein sollten. Teilweise erklärlich und verzeihlich werden ja Fullers Schilderungen dadurch, daß er selbst nur die Westfront und den Stellungskrieg kennt; hätte er etwa den großen deutschen Durchbruch 1915 von Gorlice bis zu den Pripetsümpfen oder aber den Feldzug gegen Serbien mitgemacht, so würde er sich kaum zu der unwissenden Behauptung versteigen, „daß schließlich im Weltkrieg alle Führer über dem Divisionskommandeur eigentlich eine Art von Der- waltungsbeamten gewesen seien". Weit mehr Berechtigung wird man dem Kritiker zuerkennen müssen, wenn er seinen Zorn gegen b en Fernsprecher losläßt. Wer von uns hatte nicht gleichfalls über die „Quasselstrippe" geflucht? Wieder ist ein wahres Wort an seinem Ausruf: „Nichts war im Weltkrieg schrecklicher, als Zeuge davon zu fein, daß eine lange Kette von Männern, angefangen vom Bataillonskommandeur und endend mit dem Armeeführer in Fernsprechzellen saßen und redeten, redeten, anstatt zu führen, zu führen und immer wieder zu führen!" Aber er fährt dann fort: „Es ist ein Trugschluß, an dem besonders der Fernsprecher schuld ist, daß der Ueberblick über die Lage immer umfassender wird, je weiter rückwärts der General sitzt; und je mehr Ueberblick, desto besser; je mehr örtliche Eindrücke, desto wünschenswerter." Hier begeht der Verfasser wohl selbst den größten Trugschluß; denn ein Armeeführer, der nur auf eigenen Ueberblick und örtliche Eindrücke hin „führen" wollte, müßte den ganzen Tag von einem Regiment zum anderen, von einem Armeekorps zum nächsten im Wagen sausen und käme in Wirklichkeit gerade deswegen überhaupt nicht z u m „Führe n", weil die Lage am rechten Flügel sich zehnmal verändert hätte, bis er am linken Flügel ankäme. Hier ist also Ursache und Wirkung einfach verwechselt. Bei der Riesenausdehnung der Gefechtsräume kann der Feldherr nicht aus einer Reihe persönlich erschauter Eindrücke zum richtigen Entschluß kommen, sondern immer nur, wenn er ein Gesamtbild des Schlachtfeldes gewinnt; das heißt, jeder Führer muß eine Stelle haben, wo alle Meldungen zusammenlaufen, wenn er nicht freiwillig auf das verzichten will, was Fuller mitR-cht selbst fordert: eine vernünftige Leitung aller seiner Truppen. Daß der englische Schriftsteller sozusagen als Schulbeispiel für seine Auffassung die Marneschlacht heranzieht, ist für ihn selbstverständlich. „Moltke verlor in Spa über 150 Kilometer hinter der Front die Führung des Heeres und besonders des wichtigen rechten Flügels ebenso aus der Hand, als hätte er sein Hauptquartier auf dem Mond auf- geschlagen." Ganz richtig; über dieses Zurückbleiben des Großen Hauptquartieres ist mehr als genug Tinte verspritzt worden; und doch ist das Schulbeispiel falsch aewählt; es geht an dem gründ- legenden Fehler vorbei. Für die sieben Armeen der Westfront hätte mit Kriegsbeginn ein gemeinsamer Führer „Oberroe st" mit einem besonderen Stab geschaffen werden müssen. Dieser Oberwest" durfte nicht mit der Sorge um Ostpreußen und um das Zurückweichen der österreichischungarischen Heere belastet sein; noch weniger damit, tfb die deutsche Flotte oder die U.-Boote ausfallen sollten, ob die Kolonien noch halten, was Japan und Italien vorhätten. Für ihn durfte es nur das eineZiel geben: Ich muß imWestensiegen; ick muß die Marneschlacht gewinnen! Und dieser „Oberwest" wäre eben dann von selbst in der Zeit um den 9. September nahe bei seinen Truppen und vor allem nahe dem Entscheidungsflügel gewesen und hätte sich durch persönliche Rücksprache mit den Führern der 1. und 2. Armee den nötigen Einblick und den nötigen Eingriff in die Entscheidung gesichert! Der Geburtstag des Reichsministers Dr. Goebbels. Persönliche Glückwünsche des Führers. Berlin, 29. Oft. (DNB.) Anläßlich des 38. Geburtstages des Reichsministers Dr. Goebbels fanden sich in seiner Wohnung eine große Zahl von Gratulanten ein. Gegen Mittag erschien der Führer selbst, um Dr. Goebbels persönlich seine Glückwünsche zu überbringen und ihm ein wertvolles O ri g i n a l g e m ä ld e von Spitz- w e g zu überreichen. Musikkapellen der SA. und der Marine-SA. sowie ein Trommler- und Fanfarenkorps des Jungvolks und ein Singchor der HI. und des BDM. brachten dem Berliner Gauleiter ein Geburtstagskonzert. Den ganzen Tag über liefen zahllose Glückwunschschreiben, Telegramme, Blumengrüße und Geschenke aus allen Schichten des Volkes ein, unter denen sich auch eine vom Gau Berlin-Brandenburg des Reichsarbeitsdienstes überreichte und von Arbeitsmännern in mühseliger vierwöchiger Arbeit selbstgeschnitzte G e- schlechterwiege für den am 2. Oktober geborenen Stammhalter des Ministers befand. Reichsminister Rust sandte an Dr. Goebbels fol- oendes Telegramm: „Lieber Parteigenosse Goebbels! Auch fürs neue Lebensjahr wünsche ich Ihnen jene lebendige, unermüdlich wirkende Kraft für Volk und Führer, die Sie schon so lange Jahre eingesetzt haben. In treuer Kameradschaft Bernhard Rust." — Der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat folgendes Telegramm gesandt: „Wenn ich Ihnen zu Ihrem heutigen Geburtstage meinen herzlichen Glückwunsch übermittle, so gedenke ich dabei nicht nur des alten erprobten Kampfgefährten und immer treuen Mitarbeiters am herrlichen Werk unseres Führers, sondern auch des zielbewuhten Berliner Gauleiters, der aus seiner Liebe zum werktätigen deutschen Menschen immer und jederzeit das Wollen und die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront mit Verständnis und Tatkraft zu fördern wußte. Mit meinen Glückwünschen soll Ihnen deshalb heute auch mein und aller meiner Mitarbeiter kameradschaftlicher Dank die innige Verbundenheit unserer Arbeit Aum Ausdruck btingen. Dr. Robert Ley." — Auch Ministerpräsident Siebert hat dem Minister die Glückwünsche der bayerischen Landesregierung und seine persönlichen Glückwünsche übermittelt. Sicherung des Kirchenfriedens in den Gemeinden. Berlin, 29. Oktober. (DNB.) Der Reichs- k i r ch e n a u s s ch u-ß hat in einem Runderlaß an die Landeskirchen zu der vielumstrittenen Frage der Benutzung der kirchlichen Gebäude für Veranstaltungen der einzelnen kirchlichen Einrichtungen Stellung genommen. Er hat betont, daß die besonderen Umstände zwar eine Notregelung erforderten, hierbei der Gesichtspunkt der unbedingten Einheit der evangelischen Gemeinde beachtet bleiben müsse. Im einzelnen wird betont, daß jeder ordinierte G e i st l i ch e, der in einer Gemeinde f e st angestellt ist, das Recht auf Benutzung der kirchlichen Gebäude seiner Gemeinde zu gottesdienstlichen Zwecken hat. Ferner wird der Grundsatz aufgestellt, daß die Entscheidungen der Gemeindekörperschaften über die Einräumung der Kirchen zu Sondergottesdiensten jederzeit von einer höheren Instanz überprüft werden können. Mit Nachdruck wird endlich heroorgehoben, daß alle Gottesdienste innerlich und äußerlich so zu gestalten sind, daß sie als ordentliche Gottes- dienste der ganzen Gemeinde dienen. Jeder Mißbrauch der Gottesdienste für kirchen- politische Zwecke soll vermieden werden. ♦ In Verfolg der Maßnahmen des Herrn Reichs- minifters zur Wiederherstellung des Kirchenfriedens hat der Landeskirchenausschuß für die Evangelische Kirche der Altpreußischen Union in einem Runderlaß an die Konsistorien eine grundsätzliche Entscheidung in dem Sinne getroffen, daß Disziplinarverfahren und Disziplinarmaß- nahmen kirchenpolitischer Art sofort zu überprüfen und auszusetzen sind. Von der D e r- Hängung von Ordnungsstrafen im Verwaltungswege ist abzusehen; bereits verhängte Strafen sind nicht mehr einzuziehen, bereits gezahlte Strafen sind zurückzuzahlen. Beurlaubungen, die gegen Geistliche und Superintendenten wegen ihrer Stellungnahme im Kirchenstreit ausgesprochen worden sind, sind grundsätzlich aufzuheben. In dem Erlaß werden die besonderen Fälle aufgezählt und eine Ueberprüfung in dem angeführten Sinne zur Pflicht gemacht. Devisenschiebungsprozeß gegen katholische Ordensschwestern. Berlin, 28. Ott. (DNB.) Dor der 4. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts begann der bisher größte Devifenprozeß gegen katho- lische Ordensangehörige. Die Anklage richtet sich gegen die Generalprokuratorin in der „Genossenschaft der Schwestern unserer lieben Frau" Anna S ch r o e r s aus Mülhausen bei Kempen am Rhein. Die Gesamtsumme der von der Angeklagten ins Ausland gebrachten Beträge soll sich auf 825000 Mark belaufen. Der größte Teil dieser Summe wurde in den Jahren 1 932 bis 1 93 4 unter Mißbrauch der Ordenskleidung in Reichsbanknoten nach Holland geschafft und hier angelegt, 180 000 Mark gelangten über die Universum-Bank in Münster zur Uni- versum-Bank in Amsterdam. Die Angeklagte hat ferner durch unrichtige und unvollständige Angaben Devisengenehmigungen in Höhe von 360 000 Mark erschlichen. Das Geld diente zum Rückkauf von Obligationen der ausländischen Ordensanleihen Bei einem Tilgungsgeschäft in Dollarbonds verdiente oas Mutterhaus rund 300 000 Mark. In Amsterdam wurden die verschobenen Reichsmarkbeträge n e Warnung an China bedeute. Palastes begangen. Jahrelang bot der Platz, an dem einst der Münchener Glaspalast stand, den traurigen Anblick einer Schutthalde. Dank der Initiative des Führers erfährt nun dieser Platz im Herzen der Stadt nach den von Professor T r o o st hinterlassenen Skizzen und durch die Arbeit der Professoren Wackerle und Bieber gartenbaulich und architektonisch eine Ausgestaltung, die die Fremdenstadt München um eine neue Sehenswürdigkeit bereichert. Es entsteht hier ein Stadt- park mit einer prächtigen Brunnenanlage, einem Gaststättenbau und einem Ausstellungstempel. Das Gaststättengebäude besteht aus einem Hauptbau und Tokio, 30. Okt. (DNB. Funkspruch.) Amtlich wird bestätigt, daß der japanische Generalkonsul K a b a g o e und der Kommandeur der japanischen Streitkräfte Nordchinas General Tada im Auftrage der japanischen Regierung bei den zuständigen chinesischen Stellen dagegen protestiert haben, daß entgegen den verttaglichen Abmachun- Sparen für Freiheit und Brot! Reichsbankpräsident Dr. Schacht spricht zum Rationalen Spartag. 3. F. Lehmann. Dem Gedächtnis eines deutschen Verlegers. Die Woche des deutschen Äuches ist besonders dazu angetan, eines Mannes zu gedenken, der in außergewöhnlichem Maße sich um das völkische Schrifttum verdient gemacht hat schon in einer Zeit, die dafür nur wenig Verständnis aufbrachte und solche Mühen nicht lohnte. Im Frühjahr hat Julius F Lehmann, der bekannte Münchener Verleger, die Augen geschlossen, nachdem er noch hat erleben dürfen, wie so vieles, für das er viele Jahrzehnte hindurch rastlos gekämpft hatte, im nationalsozialistischen Reich verwirklicht worden ist. So ist es wohl wert, sich mit dem Lebensgang dieses seltenen Mannes zu befassen. Seine treue Lebensgefährtin hat ihn warmherzig und schlicht für die Nachwelt ausgezeichnet („Verleger I. F. Lehmann", ein Leben im Kampf für Deutschland, Lebensbild und Briefe. Herausgegeben von Melanie Lehmann mit 12 Bildern in I. F. Lehmanns Verlag München 2 SW, Preis 5,80 Mark. — 396). — I. F. Lehmann entstammt einer pfälzischen Familie, sein Vater war Arzt in Zürich, er selbst ist auch dort aufgewachsen, hat seine Lehrzeit bei dem bekannten Schweizer Verlag Orell Füßli durchgemacht, ging bann in die Buchhändlerstadt Leipzig, richtete aber bald als Grundlage für den eigenen Verlag schon mit 25 Jahren in München eine medizinische Sortimentsbuchhandlung ein. Der Medizin wie der Stadt München blieb er fein Leben lang verhaftet. Die „Medizinische Wochenschrift" wurde die Grundlage des Verlags, und der große Erfolg, den die Medizinischen Atlanten hatten, gaben I. F. Lehmann die Möglichkeit, die volksdeutsche Literatur zu pflegen, deren Notwendigkeit ihm im Verkehr mit Männern des Vereins für das Deutschtum im Ausland, des Evangelischen Bundes und des Alldeutschen Verbandes, mehr noch auf eigenen Grenzlandwanderungen aufgegangen war. Diele Derlagserfcheinun- gen aus dieser Zeit haben ihm mehr Kummer als geschäftlichen Erfolg gebracht. In einem Brief an Houston Stewart Chamberlain aus dem Jahre 1904 schrieb er: Mir ist mein Verlag, soweit es sich nicht um rein geschäftliche Unternehmungen handelt, die man des Geldes wegen ausführen muß, ein Stück von meiner Person, von meinem Namen, meiner Ehre. Wie ich nie ein Buch drucken würde, das Ansichten vertritt, die nach meiner Auffassung schlecht sind, auch wenn sich geschäftlich noch so viel daran verdienen ließe, so freue ich mich wie ein Kind, wenn es mir gelingt, ein schönes Werk schaffen zu helfen, ein Werk das meinem Volke nutzt und meinem Verlag zur Ehre gereicht---" Dieses Sicheinswissen von Persönlichkeit und Lebenswerk gab I. F. Lehmanns Verlag die große einheitliche Linie, aber auch die kämpferische Note seines Begründers und Leiters. Sie trat besonders zutage in den ersten Kriegsjahren, als es vielen einsichtigen Männern mit Schrecken klar wurde, daß der Reichskanzler Bethmann-Hollweg nicht der tahlharte Mann war, ein Volk durch seinen schwer- ten Kampf um fein Dasein zu führen. Damals chrieb der Gießener Professor Freiherr von Liebig seine Kampfschrift gegen Bethmann, um den Kanzler zum Rücktritt zu zwingen, und I. F. Leh- mann übernahm es, allen Nachstellungen der amt- lichen Zensurstellen zum Trotz, die Schrift zu Der- legen und in die Hände aller führenden Persönlichkeiten gelangen zu lassen. In dieser Zeit entstand auch die Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung", die auch in der Zeit des politischen und sittlichen Niederganges tapfer für die völkische Wiedergeburt gekämpft hat. Die Revolution in München ließ natur» gemäß einen Verleger, der sich politisch so exponiert hatte, wie I. F. Lehmann, nicht ungeschoren. Aber die Schreckenstage der Kommunistenherrschaft konnten ihn nur bestärken in dem Bewußtsein der Notwendigkeit, mit den Waffen des Geistes den Kampf wetterzuführen um die Seele seines Volkes. Viele Vorkämpfer der nationalen Erhebung haben schon in diesen ersten Jahren Zuflucht im Hause Lehmann gefunden. Den Weg der nationalsozialistischen Bewegung hat Lehmann schon vor dem 9. November 1923 mit heißem Herzen und tätiger Mithilfe begattet. Kriegserinnerungen in einer Zeit, als ganz andere Dinge auf dem Büchermarkt die große Mode waren, rafsenhygienische Schriften, darunter Gün- thers bekannte Raffenkunde und die Erblichkeitslehre von Baur-Fifcher-Lenz gaben damals dem Verlag I. F. Lehmann das Gesicht des zielbewußten unbeirrbaren nationalen Kämpfers. Die Briefe feines Inhabers zeigen aber auch, welcher Mut und welche opferfreudige Einsatzbereitschaft dazu gehörten, um in den Sorgen dieser Zeit und unter den vielen Rückschlägen nicht müde zu werden. Die national- ozialisttsche Revolution fyat feinem unverwüstlichen Optimismus und seinem Glauben an die Kraft des Guten in unferm Volk Recht gegeben. Die Skizze seines Lebens, noch mehr die Briefe leben einen starken Eindruck von dem Charakter dieses Mannes, von der Vielseitigkeit seiner Jnteres- en, dem großen Kreis seiner Mitarbeiter und Freunde, über die er doch niemals vergaß, daß in öer eigenen Familie die stärksten Wurzeln seiner Kraft ruhten. Sv wird dies Lebensbild eines deut- chen Verlegers aus der Zeit der völkischen Er- Neuerung Deutschlands im geschichtlichen Mosaik dieser Zeit seinen Platz erhalten. . __e. Kunst unv Wissenschaft. Amtseinführung des neuen Präsidenten der Reichs- filmkammer. In Gegenwart einer großen Zahl von Vertre- ern deutschen Filmschaffens fand in Berlin die eierliche Amtseinführung des neuen Prä- löenten der Reichsfilmkammer Staatsminister Pro- essor Dr. L e h n i ch und die Uebergabe dieses Am- tes durch den bisherigen Präsidenten Dr. S ch e u e r- mann statt. Dr. Scheuermann gab einen Rück- bM auf d>- bisher von der Reichsfilmkammer g°. leistete Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß unter der neuen Leitung der Reichsfilmkammer der deutsche tfUm sich weiterentwickeln und die Reichs- filmkarnrner unter der Schirmherrschaft des Reichs- xltn/fler5 Sr.‘ Goebbels zur Bannerttäc erin des o l l kn s werde. Staatsminister Dr L e h- mch meinte in seiner Entgegnung, er müsse betonen, daß der Nationalsozialismus kein Staats- ilmmonopol und keine staatliche Filrnwirt- chast wolle; er verlange Verantwortung von ledern Filmschaffenden. Und deshalb solle auch der Privatinitiative freier Lauf gelassen werden. Seine Stellung als Präsident der Reichsfilmkammer bitte er nicht als eine Art Polizeiaufsicht zu betrachten, sondern er werde stets aufs engste mit denen Zusammenarbeiten, die er zu de- treuen habe. Sein Streben vereinige sich mit dem derjenigen, die guten Willens seien, den deutschen Film zu schaffen. Er sei sich bewußt, daß eine VÄv bcr in ber Filmwirtschaft bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten fortbauern werde. Wich' tig sei, daß alles ausgerichtet fei nach dem Ziel* der Willensbildung der Nation. lich bereiterklärt, jeder Sparkasse gegen Hinterlegung der gezeichneten Reichsanleihe jederzeit Geld zur Verfügung zu stellen, wenn sie dieses zur Auszahlung von Guthaben an die Sparer braucht. Es ist also nicht so, daß, wenn eine Sparkasse Reichsanleihe zeichnet, dadurch der Sparer selbst sein Guthaben in Reichsanleihe festlegt. 3m Gegenteil, die Sparkasse kann sich, wenn sie Reichsanleihe gezeichnet hat, um f o lelch- ter von der Reichsbank alle Mittel beschaffen, die sie zur Auszahlung von Sparguthaben braucht. Die Anlage von Sparguthaben in Reichsanleihe bedeutet also eine verstärkte Sicherheit für den Sparer, der jederzeit über sein Sparguthaben verfügen kann. Alle deutschen Sparkassen zusammen, bei denen über 13 Milliarden Sparguthaben angelegt sind, haben davon bisher nur anderthalb Milliarden in Anleihen des Reiches und der Länder angelegt. Dagegen haben die Sparkassen in vielen anderen Ländern — z. V. in Frankreich und Italien — viel größere Teile in Forderungen an den Staat angelegt. U. a. besitzen selbst die fünf Londoner Großbanken über fünf Milliarden Reichsmark an englischen Staatspapieren. Dieser Vergleich ist ein schlagender Beweis für die außerordentlich vorsichtige und solide Finanzpolitik der nationalsozialistischen Staatsführung. Die erste Milliarde, die wir aufgelegt haben, war ein guter Anfang. Wollen wir auf dem Wege des Schutzes der Währung, des Schutzes der Sparguthaben, des Schutzes solider Finanzführung weiter fortfahren, so werden wir auch weiterhin das Vertrauen und den Sparsinn unserer Bevölkerung anrufen müssen. Es ist selbstverständlich, daß der nationalsozialistische Staat auch seinerseits für sparsame Ausgaben- g e ft a 11 u n g Sorge trägt. Während wir den großen Einnahmen und Vermögen auch direkte Lasten zumuten, wollen wir den breiten Sparerkreisen keine Lasten auferlegen, sondern ihnen und ihren Sparkassen die Möglichkeit geben, Ersparnisse in zinsbringenden Anleihen anzulegen und dadurch bei der Durchführung der großen Staatsaufgaben mitzuwirken. Wir haben durch das Anleihestockgesetz dafür gesorgt, daß auch die anonymen Kapitalgesellschaften ihrer vaterländischen Pflicht genügen. Im übrigen aber soll es keinen Zwang geben. Das Dritte Reich wird nur stark sein, wenn es auf das Vertrauen und auf das freiwillige Zusammenwirken aller bauen kann. Hierzu kann Deutschland die in ihrer Zusammenfassung erfreulich steigende Masse der Spargroschen von Arbeitern, Bauern, Handwerkern und Beamten nicht entbehren. Das neue Deutschland sorgt nicht für den Großkapitalisten, sondern für d i e Volksgemeinschaft. Der Segen aus Wirtschaftsbelebung und Arbeitsbeschaffung kommt jedem Volksgenossen zugute. Unsere neugeschaffene Rüstung schützt jeden Deutschen in seinem Arbeitseinkommen und sichert ihm seine erarbeiteten Ersparnisse. Freiheit und Brot werden uns nicht geschenkt, wir müssen sie durch Pflichterfüllung erringen. Sparen ist Pflichterfüllung für unser Volk, für uns selbst und für unsere Kinder. Die Losung für den Nationalen Spartag 1935 heißt: „Sparen für Freiheit und Brot!" Berlin, 29. Okt. (DNB.) Reichsbankpräfident Dr. Schacht führte im Rundfunk zum, „Nationalen Spartag" u. a. aus: „Freiheit und Brot!" Unter diesen kurzen Stichworten wurden die beiden großen Ziele des Nationalsozialismus für das deutsche Volk zusammengefaßt. Sie bedeuten auf der einen Seite die Sicherung unserer politischen Selbständigkeit und nationalen Unabhängigkeit und auf der anderen Seite die Beschaffung ausreichender Arbeitsmöglichkeiten, um unser wirtschaftliches Dasein zu sichern und unsere kulturelle Lebensführung auf einen möglichst hohen Stand zu bringen. Das erste Ziel, die Freiheit, verwirklicht der Nationalsozialismus durch die Wiederwehrhaftmachung des deutschen Volkes; das zweite Ziel, das Brot, wird durch die unter Führung Adolf Hitlers eingeleitete Wirtschaftspolitik gesichert. Diese beiden Grundlagen unseres Volkslebens stelle ich Ihnen allen, meine deutschen Volksgenossen, vor Augen. Die Erlangung von Freiheit und Brot ist ohne die Arbeit des Sparers nicht denkbar. Sparen heißt, das, was man erwirbt, nicht sofort und restlos wieder verzehren, sondern es bei Sparkassen, Banken, Versicherungen usw. a n \ a m m e I n , auf daß damit die Beschäfttgungs- möglichkeiten vermehrt und Kapitalgüter geschaffen werden, die uns die Arbeit erleichtern und das Leben angenehm gestalten. Nur wer spart und durch seine Ersparnisse zum Aufbau des deutschen Volkes beiträgt, hat ein moralisches Anrecht daraus, an dem wachsenden allgemeinen Wohlstand unseres Volkes teilzunehmen. Er erwirbt damit aber auch das Recht, daß der Staat über seinen Ersparnissen wacht und ihn vor Verlusten schützt. Der Nationalsozialismus hat daher den Schutz des Sparers immer wieder vorangestellt. Er hat deshalb durch die . ganze Neugestaltung der Wirtschaftspolitik dafür gesorgt, daß die Erfolge der Wirtschaft nicht mehr wie früher nur einzelnen bevorzugten Klassen, sondern dem Volksganzen zugutekommen. Das ist der Sinn aller jener Gesetze uno Maßnahmen, durch die der nationalsozialistische Staat nicht nur die Aufsicht über d i e Ban- k en und Kreditinstitute an sich genommen hat, sondern durch die er die gesamte Wirtschaftsausübung unter feineFührung gestellt hat. Was die Wirtschaft leistet und erwirbt, soll ihr nicht genommen werden, aber sie soll die Erträge so wieder verwenden, daß dem Volksganzen dadurch gedient wird. Sonder- interejfen einzelner Schichten und Klassen gibt es im Nationalsozialismus nicht. Diese auf das Wohlergehen des Volksganzen und aller Schichten des Volkes gerichtete Politik ist es, die der Staatsführung Adolf Hitlers das große Vertrauen sichert, das im ganzen Volke heute zu unserem Führer vorhanden ist und das immer wieder den Neid unserer Gegner erweckt. Immer wieder versuchen sie, dieses Vertrauen, in dem die Stärke des deutschen Volkes liegt, zu erschüttern. Das geschieht mit besonderer Vorliebe auf finanziellem Gebiet. Unsere Gegner zweifeln an unserer Kraft und unserem Willen und haben doch bisher nicht vermocht, diese Kraft und diesen Willen zu mindern. Mit Genugtuung kann es uns alle erfüllen, daß die kürzlich aufgelegte Anleihe von einer Milliarde Mark zur Hälfte durch die Banken im öffentlichen Markt, zur anderen Hälfte durch die Sparkassen untergebracht ist. Für die Sparkassen bedeutet die Anlage in Reichsanleihe eine Steigerung ihrer Flüssigkeit. Die Reichsbank hat sich näm- Wechsel im Amt des Reichslustsportführers. Bert im, 29. Okt. Der Reichsluftsport- fuhrer Oberst L ö r z e r tritt in das Reichsluftfahrtministerium über, um in einer höheren Stelle der Luftwaffe Verwendung zu finden. Zu feinem Nachfolger ist Oberst Mahnte, bisher Kommandeur der Fähnrichsschule Eiche, ernannt worden. Oberst Lärzer, mit 44 Abschüssen einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger, übernahm im März 1933 den Aufbau des als Einheitsorganisation gegründeten Deutschen Luftsportverbandes und wurde im August 1935 Reichsluftsportführer. Sein Nachfolger, Oberst Mahnte, ist einer der ältesten deutschen Vorkriegs- flieger. Im Frühjahr 1911 wurde Mahnte zu der entstehenden deutschen Fliegertruppe nach Döberitz kommandiert. Er nahm schon an dem Ersten Oberrheinischen Zuverlüssigkeitsflug und im Herbst 1911 an dem ersten Manöver teil, in dem Militärflugzeuge eingesetzt wurden. Im Kriege war Obe^t Mahnte Führer einer Feldfliegerabteilung und später im Stabe des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte. lieber 200 neue Notverordnungen in Frankreich. Paris, 30. Okt. (DNB. - Funkspruch.) Heber 200 neue Notverordnungen sind im Kabinettsrat verabschiedet worden. Sie beziehen sich u. a. auf die Verwaltungsreform, die Einsparungen im Haushalt und ein besseres Arbeiten der öffentlichen Einrichtungen. Besonders bedeutungsvoll sind die Verordnungen über den Schutz des Sparkapitals und über die Regelung des (Setreiöemarftes. Die Regierung ijat die Gelegenheit benutzt, um durch Verordnung das staatliche Tabakmonopol in Elsaß- Lothringen einzurichten. Von innenpolitischer Bedeutung ist die Schaffung einer Staatspolizei in etwa 150 Gemeinden in der unmittelbaren Umgebung von Paris. Es wird bemerkt, daß die Regierung ihr Notoerordnungswerk zur Wieder- aufrichtung der Finanzen und zur Verwaltungsreform mit aller Entschiedenheit vor dem Parlament verteidigen werde. Japanische Warnung an China. bei der Universum-Bank unterverschiedenen Decknamen angelegt. Die Angeklagte bat bereits eingeräumt, daß die Scheinkonten seit 1932 hauptsächlich auf ihr Betreiben eingerichtet worden seien, „damit der Orden sich in Notzeiten besser helfen könne". Die Angeklagte hat die verbotenen Devisengeschäfte durchgeführt, nachdem und obwohl ihr mündlich gestellter Antrag auf Genehmigung des Rückkaufs eigener Obligationen von der Devisen- telle abgelehnt worden war. In dem Prozeß, der übrigens mit Hilfe von vier im Gerichtssaal aufgestellten Mikrophonen a u f Schallplatten ausgenommen wird, ergab die Vernehmung der Angeklagten, daß auch hier der berüchtigte Bankdirektor Dr. H o f i u s als „Sachberater" aufgetreten ist. Er soll den Anstoß zum Aufkauf der Obligationen gegeben haben. Die hierfür benötigten Gelder wurden von der Schroers Aum größten Teil persönlich über die Grenze ge- chafft. Dabei ist die Angeklagte in ihrer Ordenskleidung, mit den Banknotenbündeln in den Taschen, vorsichtig und verstohlen durch Gärten hinter dem Zollhaus herum über die Grenze geschlichen. Die Angeklagte hat auf Betreiben des Dr. Hosius auch noch für andere Klöster Geld ins Ausland geschmuggelt. Ein Beamter der Devisenstelle Düsseldorf, der die ersten Ermittlungen durchgeführt hat, erklärte auf die Frage des Vorsitzenden, ob die Generalprokuratorin den Eindruck erweckt habe, daß ihr das Vaterlandsfeindliche und Volksschädigende ihres Treibens bewußt war, daß die Angeklagte mit einem leisen Lächeln über alles hinweggegangen fei. Erst als sie eingesehen habe, daß es keinen Ausweg mehr gab, habe sie sich zu einem Teilge- ständnis bequemt. München erhält einen neuen Stadtpark. Im Rahmen der Feierlichkeiten am 3. November in München, über die wir schon ausführlich berichtet haben, wird auch das Richtfest der neuen Bauanlagen auf dem Gelände des alten (Blas- SS’aus einem JoauptDau uno haben, daß entgegen den verttaglichen Abmachun- 3roet mebrigeren seitlichen Flugelbauten. Haupt- gen nichts gegen die a n 11 j a p a n i f d) e £"b Än" v M?ten architektonischen Bewegung IN China unternommen werde. Formen gehalten Der Ausstellungstempel wird mit In der Erklärung wird festgestellt, daß die Orqa- emer reicheren Architektur ausgestattet. Die Brun-j nisationen der Kuomintang sowie der Blau- nenanlage umfaßt eine 30 Meter lange und 15 Meter Hemden ihre aeaen Javan und die Reaiernna breite Wasserfläche, in deren Mitte sich eine sechs von Mandschukuo § gerichtete Tätigkeit in%er? Tletcr hohe Neptungruppe erheben wird. Mit der steckter Form fortseken könnten Es wird Fertigstellung der Neuanlage ist bis Anfang Mai weiter erklärt, daß dieser Protest gleichzeitig ei nächsten Jahres zu rechnen. Warnung an China bedeute ' Regierungswechsel in Spanien. Steuern für die eigene Tasche. Großzügige Ausplünderung der Bauern Ein Destechungsskandal die Ursache zum Sturz des Kabinetts. - Der bisherige Ministerpräsident Ehapaprieta bildet auch die neue Regierung unter Ausschluß der belasteten Minister. Madrid, 29. Okt. (DNB.) Der spanische Ministerpräsident und Finanzminister Chapaprie- t a hat dem Staatspräsidenten den Rücktritt des gesamten Kabinetts mitgeteilt und ist von diesem sofort mit der Neubildung der Regierung beauftragt worden. Die neue Regierung setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Ehapaprieta (unabhängig)-, Außenminister: Martinez de Velasco (Agrarier); Justizminister: Salmon (Katholische Volksaktion — CEDA.); Kriegsminister: Gil Nobles (CEDA.); Marineministerium: Rahola (Katalanische Liga); Finanzminister: Ehapaprieta; Innenminister Pablo Bianco (radikal); Unterrichtsminister: Bardaji (radikal); Minister für öffentliche Arbeiten: Lucia (CEDA.); Handelsminister: U s a b i a- g a (radikal). Die neue Regierung unterscheidet sich nur unwesentlich von ihrer Vorgängerin. Die parteimäßige Zusammensetzung ist dieselbe: Drei Radikale, drei Vertreter der CEDA., ein Agrarier, ein Unabhängiger und ein Mitglied der Katalanischen Liga. An die Stelle des bisherigen Außenministers Lerroux ist der Führer der Agrarier und bisherige Handelsminister deVe- l a s c o getreten und an die Stelle des Letzteren der Radikale U s a b i a g o. Der Unterrichtsminister R o ch a ist durch den Präsidenten der parlamentarischen Finanzkommission Bardaji ersetzt worden. Die schnelle Lösung der Regierungskrise hat überall Erstaunen hervorgerufen, da es das erlle Mal ist, daß in Spanien eine Krise innerhalb weniger Stunden behoben wurde. In politischen Kreisen erblickt man darin einen Beweis für den Arbeitswillen des Regierungsblockes. * Seit dem Sturz des Königshauses — und auch schon vorher! — hat es in Spanien an Kabinettsund Staatskrisen keineswegs gefehlt. In bunter Aufeinanderfolge find die verschiedenen Regierungen vorbeigezogen wie ein Kaleidoskop der inneren Wirren, die das Land seit geraumer Zeit erschüttern. Ein Kabinettsturz, wie er wieder einmal erfolgt ist, dürfte daher nicht weiter verwundern. Und trotzdem konzentriert sich diesmal die Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße auf die parlamentarischen Vorgänge; denn es ist ein häßlicher Finanzskandal, der zu dem Beschluß des Ministerpräsidenten C h a p a - prieta geführt hat, den Rücktritt seiner Regierung zu erklären. Bei diesem Skandal handelt es sich um angebliche Bestechung hoher Regt e r u n g s st e l l e n , die zur Hergabe von Konzessionen für die Errichtung von Spielbanken veranlaßt werden sollten. Ein Jude Daniel Strauß soll dabei die Hauptrolle gespielt haben und auch der Neffe des bisherigen Außenmini ft ers Lerroux soll in die Affäre verwickelt sein. Daniel Strauß hat eine bewegte Laufbahn hinter sich. Heber seine Staatszugehorigkeit lausen die verschiedensten Versionen um. Es wird nacheinander behauptet, er sei deutscher Emigrant, Schweizer oder Holländer. Strauß selber hat jedoch erklärt, daß er zuletzt die mexikanische Staatsangehörigkeit erworben habe. Strauß machte zuerst von sich reden, als er im Jahre 1933 in Barcelona unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sich in die Organisation des Boxkampfes zwischen Schmeling und Paolino einschaltete. Bei dieser Gelegenheit hat er erhebliche Summen unterschlagen, so daß er den Schauplatz seiner Tätigkeit alsbald nach Holland verlegte, wo er ein Glücksspiel-Unternehmen in Form eines elektrischen Roulettespiels betrieb, das er sich selber ausgedacht hatte, das er aber alsbald wieder aufgeben mußte, weil die niederländischen Behörden mit diesem Unternehmen nicht einverstanden waren und ihn samt seinem Aparat über die Grenze abschoben. Er versuchte nun, die Spanier mit seiner „Erfindung" zu beglücken. Tatsächlich gelang es ihtn auch, die Konzession für die Errichtung von Spielbanken in Spanien zu erhalten. Einflußreiche Beamte und Parteimänner wurden zu diesem Zwecke bestochen. Strauß stellte mit dem Neffen des damaligen Ministerpräsidenten Lerroux einen Plan auf, durch den der Bürgermeister von Madrid, Alonso, und der ehemalige Unterstaatssekretär im Innenministerium, Benso, in Form einer Beteiligung von 150 000 Peseten an der geplanten Spielbank interessiert werden sollten. Die Zustimmung des Direktors der Sicherheitspolizei sollte ebenfalls durch eine Summe von 50 000 Peseten erkauft werden. Aber nur 48 Stunden erfreute sich die internationale Gesellschaft des nordspanischen Modebades San Sebastian an dem Roulettespiel. Dann wurde der Betrieb geschlossen, weil der Skandal an die Oeffent- lichkeit drang. Strauß aber versuchte es nun mit einem Er- prefsungsmanöver, indem er die Rückzahlung einer Summe von 400 000 Gulden verlangte, die er angeblich in das Geschäft gesteckt hätte, widrigenfalls er Dokumente oorlegen würde, die die spanische Regierung vor der Oeffentlichkeit unmöglich machen würden. Das spanische Volk wird es seiner jetzigen Regierung hoch anrechnen, daß sie auf den Erpressungsversuch nicht eingegangen ist, sondern unverzüglich einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß eingesetzt hat, der an Hand der von Daniel Strauß vorgelegten Dokumente den ganzen Skandal geprüft und beurteilt hat. In einer stürmischen Parlamentssitzung wurde dann der Bericht der Untersuchungskommission angenommen und der Abgeordnete Alonso freigesprochen, während die übrigen in die Angelegenheit verwickelten Beamten und Politiker für schuldig erklärt wurden. Die unmittelbare Folge dieser Cortes-Sitzung war der Rücktritt der Regierung und die Abdankung der beiden Minister Lerroux und Rocha, die zwar beide nicht in eigener Person, aber durch ihre Umgebung an den Durchstechereien beteiligt waren. Die interessanteste Person, deren Namen bei dieser Gelegenheit genannt wird, ist der bisherige Minister des Aeußern, Lerroux, der dem politischen Leben der letzten vier Jahre seinen Stempel aufgedrückt hat. Alexandra Lerroux ist schon ein alter Mann, ein radikaler Republikaner, der an allen revolutionären Bewegungen in Spanien seit 35 Jahren seinen Anteil gehabt hat. Er ist der Führer der katalanischen Freimaurer, antireligiös und Aus all Rundfunkübertragung der Trauerfeier für Ministerialrat Laubinger. Aus der Volksbühne am Horst-Wessel-Platz in Berlin überträgt der Deutschlandsender am Donnerstag um 11 Uhr die Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Präsidenten der Reichs- theaterkarnrner Ministerialrat Otto Laubinger. Um 10.50 Uhr wird ein einführender Funkbericht gegeben. Beisetzung von Geheimrat Seeberg. Auf dem hinterpommerschen Landsitz des verstorbenen Berliner Theologen Reinhold Seeberg fand am Sarge des Heimgegangenen eine Trauerfeier statt. Der als Geistliche amtierende Professor Koepp von der Universität Greifswald, ein Schüler des Verewigten, gedachte der Bedeutung des bis zuletzt rastlos tätig gewesenen Heimgegangenen für die deutsche theologische Wissenschaft. Im Auftrage des Reichsministers Ruft sprach Professor K o e p p e n, dessen herzlichste Anteilnahme an dem schweren Verlust aus, den die Wissenschaft erlitten habe. Im Namen der Berliner Universität grüßte der Dekan der Fakultät, Professor Fendt, den toten Gelehrten. Für den Zentralausschuß für die Innere Mission der evangelischen Kirche, deren Präsident Reinhold Seeberg gewesen ist, gedachte Bischof Caro der unvergeßlichen Verdienste See- bergs am Werke der Inneren Mission. Ein Beauftragter der Berliner Studentenschaft gab deren tiefen Dank an den Toten beredten Ausdruck. Sie habe in dem Abgeschiedenen den großen Gelehrten verehrt, der sich das Herz der akademischen Jugend erobert habe. Ferner sprach Professor B r u n st e d t - Rostock im Auftrag des kirchlich-sozialen Bundes. Gefolgt von der Trauergemeinde wurde die sterbliche Hülle dem Ahrenzhopper antikirchlich eingestellt; ein Pazifist reinsten Wassers, der aber während des Weltkrieges trotzdem hinter der Entente stand und mit allen Mitteln versuchte, die Kriegserklärung an Deutschland zu betreiben. Gtelch nach dem Umsturz in Spanien am 14. April 1931 übernahm er das Außenministerium in der ersten republikanischen Regierung Zamoras und bildete in der Folgezeit als Ministerpräsident verschiedene Regierungen, deren letzte im April dieses Jahres scheiterte, nachdem der politische Widerstand gegen die radikale Linie seiner Politik immer stärker geworden war. Lerroux wurde aber im Kabinett Ehapaprieta noch einmal Außenminister. Er dürfte aber jetzt wohl angesichts der sonderbaren Entwicklung voraussichtlich endgültig von der politischen Bühne abgetreten sein. Trotz der Beteiligung der stärksten parlamentarischen Partei, der Katholischen Volksaktion, steht die Regierung auf schwachen Füßen, da innerhalb der daran beteiligten Parteien hinsichtlich der katalanischen Frage stark voneinander abweichende Anschauungen vertreten sind. Man darf allerdings nicht verkennen, daß das Kabinett auf erfolgreiche Maßnahmen zur Durchführung des nationalen und wirtschaftlichen Aufbaues zurückblicken kann und daß die Gegnerschaft in der Hauptsache als ein Manöver der Linken betrachtet wird. Der stärkste Mann des Kabinetts ist unzweifelhaft der Kriegsminister und Chef der Katholischen Volksaktion Gil Robkes, in dem weite Kreise der spanischen Politik den kommenden Mann sehen. Gil Nobles ist ein Politiker, der mit seinen 37 Jahren noch weite Entwicklungsmöglichkeiten besitzt und der mit ziemlicher Sicherheit in einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt an das Steuer des Staates treten wird. Wann der große Augenblick für Gil Nobles kommen wird, läßt sich nicht übersehen. Bisher zögerte feine Partei, die republikanische Staatsform Spaniens anzuerkennen und hielt es mit der Politik ihres Chefs, der als königstreu gilt und der in den Grundbegriffen der Religion, der Ordnung und des Privateigentums groß geworden ist. ?r Meli. Fri edh o f zugeführt, wo 'Reichsbischof Müller die Grabrede hielt. 250 Iahre Hugenotten in Brandenburg. Aus Anlaß der 250jährigen Wiederkehr der Aufnahme der Hugenotten durch den Großen Kurfürsten veranstaltet die französische Gemeinde in Berlin eine dreitägige Gedenkfeier, die mit einem Festgottesdienst ihren Auftakt nahm. Der herrliche alte Dom am Gendarmenmarkt konnte die Zahl der an der Feier teilnehmenden Mitglieder der französischen Kolonie kaum fassen. Alle Ministerien und Behörden hatten Vertreter entsandt. Vom Diplomatischen Korps bemerkte man u. a. den Botschafter Frankreichs und den schweizerischen Gesandten. Die Stadt Berlin war durch Oberbürgermeister Dr. S a h m vertreten. Der Festgottesdienst begann mit dem Einzug der 29 Pfarrer des Konsistoriums der französischen Kirche. Die Festpredigt hielt der älteste Pfarrer der Kirche, Lorenz. Er wies auf die Bedeutung des 29. Oktober hin, des Tages, an dem der Große'Kurfürst 1685 im Edikt von Potsdam den auf Grund ihres religiösen Bekenntnisses in Frankreich unterdrückten Hugenotten in Brandenburg eine neue Heimat gab. Dem Festgottesdienst schloß sich die Enthüllung eines Calvin-Denkmals an, das an der Außenfront des Französischen Domes in Form einer großen Gedenktafel angebracht ist. 38. Frankfurter Jnseklenlauschbörse. Die 3 8. Frankfurter Jnsektentausch- b ö r f e , veranstaltet vom Entomologischen Verein „Apollo" unter Mitwirkung des Internationalen Entomologischen Vereins sowie des Vereins für Insektenkunde, findet nächsten Sonntag in Frankfurt statt. Die Jnsektenbörse ist die älteste, bekannteste und besuchteste der Welt/ Nach den bisherigen Anmeldungen in der Ukraine dnrch Sowjetbeamte. Moskau, 30. Okt. (DNB. Funkspruch.) In einer Verordnung des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion wird der Bundeskommissar für die Finanzen Grinko wegen mangelnder Kontrolle der ukrainischen Finanzverwaltung gerügt, dem ukrainischen Finanzkommissar ein scharfer Verweis erteilt und eine sneihe von hohen Beamten der Finanzverwaltung a b g e • setzt und dem Gericht übergeben. Der staatliche Kontroll-Ausschuß hat in der Finanzverwaltung der Stadt Charkow und des Charkower Gebiets grobe Unregelmäßigkeiten, die Erhebung von zusätzlichen Steuern und Abgaben aus eigener Machtvollkommenheit, d. h. die wirtschaftliche Ausplünderung der Bevölkerung und die unkontrollierte Verausgabung von mehreren Millionen Rubel entdeckt. Der Charkower Sowjet hat außer den üblichen Steuern die Bauern mit zusätzlichen Abgaben für jedes Pfund verkaufter Lebensmittel, für die Verpachtung von Markträumen, selbst für die Genehmigung von Aushängen von Ladenschil- dern und für Instandsetzung der Häuser belegt. Aus den eingenommenen Geldern sind dann „Sonderfonds" gebildet worden, die zur „Belohnung besonderer Verdien st e" verschiedener hoher Beamter dienten. Auf diese Weise haben sich die Leiter der Finanz- verwaltung eine Quelle geschaffen, aus der sie sich gegenseitig dauernd Belohnungen „bewilligten". Darüber hinaus find von ihnen aber auch insgesamt 5,6 Millionen Rubel aus den staatlichen Mitteln verschleudert worden. Da eine Kontrolle des ukrainischen Finanzkommissariats oder des Moskauer Bundeskommissariats nicht ausgeübt wurde, konnten diese Machenschaften zwei Jahre lang getrieben werden. dürfte die Börse, die alljährlich von mehreren Hundert Entomologen, Jnsektensammlern und Händlern aus dem Reich und dem Auslande besucht wird, mit besonders interessantem Material beschickt werden. Einige hunderttausend Insekten, sowie lebendes Material, gelangen dabei zur Ausstellung. Euwe gewinnt die zwölfte Partie. Im Schachwettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen Aljechin und Euwe wurde in Amsterdam die 12. Partie gespielt, in der Euwe die weißen Steine hatte. Aljechin, der offenbar nicht in guter Form war, kam schon in der (Eröffnung in Nachteil und brachte später ein unkorrektes Figurenopfer. Er geriet dadurch sehr bald in eine unhaltbare Stellung und muhte nach 35 Zügen die Partie a u f g e b e n. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 5, Euwe 4, remis 3. Diphtherie und Scharlach in Heidelberg. Mit Rücksicht auf die zunehmende Ausbreitung von Diphtherie und Scharlach in Heidelberg hat die Polizeidirektion die Schließung sämtlicher Kleinkinderanstalten, Kleinkinderschulen usw. in Heidelberg auf zunächst 14 Tage angeordnet. Der Rhein führt Hochwasser. — Ueberschwem- mungen in der Schweiz. Von verschiedenen Orten der Schweiz und auch vom Hochrhein wird Hochwasser gemeldet. Seit Sonntag regnet es im Hochalpengebiet ohne Unterbrechung. Im Gebirge der Voralpen sind in den letzten zwei Tagen Niederschlagsmengen von 50 bis 60 Millimeter gemessen worden. Da in den letzten Tagen der Föhn im Gebirge zur Schneeschmelze führte, was sonst im November ober Dezember eintritt, ist Hochwasser zu befürchten. Der Rhein ist in den letzten 40 Stunden in Basel und Waldshut stark gestiegen und hat bereits das Vorgelände überflutet. Im Kanton Uri find die Bergbäche über die Ufer getreten, fo daß die Gotthardtstraße an zwei Stellen unterbrochen ist. Die Reuß führt in ihrem Unterlauf ebenfalls Hochwasser. An der Grenze zwischen Kanton Waadt und Bern brach das Wasser in ein Bauernhaus ein und riß Vater, Mutter und zwei Kinder mit sich fort. Alle vier ertranken. Der Knecht wurde unter den Trümmern des zusammengestürzten Hauses mit eingedrücktem Brustkorb aufgefunden. — Die die Kantone Glarus und Uri verbindende Klaufenstraße wurde vom Hochwasser überflutet und an einer Stelle verschüttet. ist verbürgt lippenfest und bronce- farbenfrei, gewährt somit dem Raucher unverfälschten Tabakgenuß. 0 S ncueTjtuiuLtuxk au<5 6 flticMaamm lyftdWut, 3% Rabatt i.Marke* 50 g-Paket -.85 50 50 50 50 50 .65 50 .75 .55 .45 Ceylon-Mischung rot-gold . Ceylon-Mischung rot . , • Indische Mischung grün * - China-Mischung schwarz-gold •• blau . . , „ „ schwarz . . L wohlschmeckend, aromatisch in verschied. Geschmacks- -Z richtungen. 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Bei einzelnen Neubauten ist diesem Erfordernis be- hli Der 8115 unj ßii.W ’sßenuab 3 nsbefßi Zeigten I epublikc all, der Staat ji >iirteid)( Pflegestätten, wo langwierige innere Krankheiten behandelt werden, und wo oft überhaupt kein Arzt verfügbar ist, der etwa bei einem Verunglückten einen operativen Eingriff vornehmen könnte. Nach der Behaupttung der Pariser Blätter kommen infolge dieser unzulänglichen Einrichtungen jährlich Hunderte von Menschen mitten im Brennpunkt der „Zivilisation" hilflos ums Leben, denen geholfen werden könnte. Die Blätter sind sich darum einig in der Forderung, wenigstens in jedem Stadtbezirk eine Hilfs st elle für Kranke und Verunglückte zu errichten, wie es mit den Wachen der Feuerwehr längst geschehen ist. Ganz schlichter berichtet ein Leser, daß er b e i einer Reise nach Deutschland erfahren habe, daß dort jedes Kind die überall in den Großstädten zu jeder Tag- und Nachtstunde erreichbare „(E r ft e Hilfe" kenne und sie zu erreichen wisse. Das ist bei uns wahrlich kein Kunststück. Abgesehen davon, daß bei jedem Fernsprecher das Rufzeichen für die „Erste Hilfe" angeschlagen ist, würde ein dieser Einrichtung Unkundiger sofort mit der richtigen Stelle verbunden werden, wenn er das Fernsprechamt anruft. Ereignet sich bei uns ein Unfall, wie er im Treiben namentlich der Großstadt unvermeidlich ist, so beeilen sich vorübergehende Anwohner, die nächsten Geschäftsleute und Gastwirte um die Wette, die Erste Hilfe anzurufen und gewöhnlich erhält diese die Anrufe sofort von mehreren Seiten. Vielleicht hätten die Franzosen besser daran getan, statt ihrer überflüssigen Militär- und Rüstungskommissionen auch einmal einen Ausschuß nach Deutschland zu schicken, der diese friedlichen Einrichtungen studiert hätte. Jeder junge Franzose lernt von der ersten Schulunterrichtsstunde an, daß Frankreich das schönste, das am besten regierte, das mustergültigste Land der Welt ist. Manchmal treten aber doch Zufälle ein, die einige Zweifel an so viel Herrlichkeit aufkommen lassen könnten, wenn der Durchschnittsfranzose sich etwas mehr in anderen Ländern umgesehen hätte. Da wurde kürzlich ein Spaziergänger in einem Pariser öffentlichen Park ohnmächtig. Man schaffte ihn, so hieß es in dem Polizeibericht, „so schnell wie möglich" nach dem nächsten Hospital, wo es sich herausstellte, daß ihm nicht mehr zu helfen war. Da es sich um den früheren Minister und Botschafter Henry de Jouvenel, einen Mann von europäischem Namen handelte, so erfuhr man nachträglich noch etwas mehr, nämlich, daß es eine volle Stunde gedauert hatte, bis der Kranke in das sehr entlegene Hospital eingeliefert wurde, und daß man ihn wahrscheinlich hätte retten können, wenn früher Hilfe zur Stelle gewesen wäre. Im Anschluß an diesen aufsehenerregenden Fall ist nun in der Pariser Presse ein lebhafter Feldzug gegen solche Zustände in der „Hauptstadt des Lichtes" ausgebrochen, und dabei kommen wenig erbauliche Dinge heraus. Es wird behauptet, daß ähnliche Vorkommnisse sich beinahe täglich ereignen, nur hat man sie bisher als unabwendbar hingenommen. Die Pariser Krankenhäuser liegen ganz wahllos verteilt, wie gerade Baugelände für sie frei gewesen war. In einem vollen Viertel des gesamten Bannkreises von Paris fehlt jegliches Krankenhaus. Dafür liegen sie in einigen Bezirken dicht beieinander, stellenweise Türe an Türe. Aber dabei handelt es sich vielfach um Vom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat den wegen Mordes an der ledigen Emma Ernst vom Schwurgericht in Glogau zum Tode verurteilten Otto Titze aus Sprottau zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Der Gnadenerweis ist ergangen, weil Titze, der bis dahin unbestraft war und sich des besten Leumundes erfreute, den Entschluß zur Tat in jugendlicher Unreife und Verzweiflung gefaßt und die Tat unter dem schlechten Einfluß eines anderen begangen hat. Durch den Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat den wegen Mordes an der ledigen Frieda Stein vom Schwurgericht m Glogau zum Tode verurteilten Franz Poczatek aus Sedfchin zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der In e Landes inittag fnng nen Die fehlende „Erste Hilfe". Paris entdeckt französische Zustände. meistel $eWr 3# Mn rcrs an Fahnen so wind präge- Die v Hierin^ thealer-L reits Rechnung getragen, besonders in der Friedens» straße. Sehr im Rückstand befinden sich aber die meist drei- und mehrstöckigen Häuser. Welchen Gefahren der Briefträger bei den jetzt fast überall ge- bohnerten Treppen ausgesetzt ist, zeigte ein kürzlich in der Liebigstraße oorgekommener Fall, wo der Briefträger die frisch gebohnerte Treppe herunter- fiel und sich eine Brust- und Rippenquetschung zu- zog, an der er wochenlang darniederlag. Darum ihr Hausbesitzer und Mieter, erleichtert eurem Briefträger seine mühsame Arbeit und verlegt euren Briefkasten unten ins Haus oder davor! Was in anderen Städten möglich ist, sollte auch in Gießen nicht unmöglich sein, wobei auf die musterhafte Einrichtung in Frankfurt a. M. hingewiesen sei. Auch Gießen hat sehr viele hohe Häuser, aber selten die Briefkasten unten im Haus. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während wir am Dienstag an der Vorderseite des neuen Ptlantikwirbels lagen und bei lebhaften westlichen und südwestlichen Winden Warmluftzufuhr hatten, die sich in verbreiteten, wenn auch meist leichteren Regenfällen und stärkerem Temperaturanstieg äußerte, kamen wir in der Nacht zum Mittwoch in den Bereich kühlerer Meeresluft. Ihr Einbruch erfolgte bald nach Mitternacht unter schweren Böen und verstärkter Niederschlagstätigkeit, wobei Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km pro Stunde erreicht wurden, lieber England ist erneut heftiger Luftdurchfall im Gange, so daß im ganzen mit der Fortdauer sehr unbeständiger Witterung gerechnet werden kann. Doch sind bei der Lebhaftigkeit der Entwicklung längere Niederschläge unwahrscheinlich. Aussichten für Donnerstag: Sehr veränderlich, bewölkt mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen, meist kürzeren Niederschlägen, bei kräftigen bis stürmischen, aus Südwesten bis Westen kommenden Winden Temperaturen um 10 Grad Celsius. Lufttemperaturen am 29. Oktober: mittags 8,4 Grad Celsius, abends 5,7 Grad; am 30. Oktober: morgens 5,5 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum 1,5 Grad._________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Or. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. I iliigkeil j ringenb 1 Ts tüf b Wltungc Iller Selb n mußte. ( Ihle (Bem lanimortu S Heist er’ laues vi lUMjtiilu Die Ueberschwemmungen in allen Teilen der Schweiz vom Genfer See bis zum Bodensee nehmen nach den letzten Meldungen ernsten Charakter an. Besonders schwer betroffen ist das Berner Oberland, wo Straßen und Eisenbahnlinien durch Erdrutsche verschüttet worden sind. Aus mehreren Orten des Emmentals werden ebenfalls Hochwasserschäden gemeldet. Hamburger Dampfer rettet schwedische Schiffbrüchige. Die Bordleitung des Hamburger Dampfers „Odin" meldet, daß der Dampfer östlich von Bornholm die aus vier Mann bestehende Besatzung des gesunkenen schwedischen Seglers „Alfhild" g e - b o r g en hat. Dampfer „Odin" befand sich auf der Reise nach Lulea und hat die Fahrt fortgesetzt. Die Unwetterkatastrophe in INittelamerika. Bei der W i r b e l st u r m k a t a st r o p h e, die auf Haiti so viele Todesopfer gefordert hat, ist auch die Küste von Nikaragua, namentlich Cape Gracias a Dios, schwer heimgesucht worden. Der amerikanische Flieger Kingsley, der das Gebiet überflogen hat, berichtet, daß nur noch das Zollhaus und das Gebäude des Generalkommandos erhalten seien. Er habe zahlreiche Verletzte und Tote wahrgenommen. Der Bruder des Präsidenten von Nikaragua, Oberst Sacasa, brachte im Flugzeug Sanitätsmaterial und Lebensmittel an Ort und Stelle, um die ärgste Not zu lindern. Inzwischen ist der Motaguafluß an der Nordostküste von Honduras infolge eines Wolkenbruches derartig angeschwollen, daß das Hochwasser das umliegende Land überschwemmt hat. Die Städte Teia und Lima und die ausgedehnten Bananenplantagen stehen unter Wasser. Panik in einem brennenden Straßenbahnwagen. In einer belebten Geschäftsstraße von Los Angeles schlugen plötzlich aus dem Unterteil eines Straßenbahnwagens mit einem weit hörbaren Knall Flammen heraus. Die Fahrgäste des Straßenbahnwagens wurden von einer Panik ergriffen, zertrümmerten die Fenster und versuchten aus dem Wagen herauszuspringen. Dabei erlitten vierzig Personen Schnitt - und Brandwunden; dreißig Verletzte mußten in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Brand, der vermutlich infolge Kurzschlusses entstanden war, konnte bald gelöscht werden. Dieder ein politischer Mord in der Sowjetunion. Wie die „Prawda" berichtet, ist in Gorki (früher Nischni - Nowgorod) der „Stoßtrupparbeiter" S ch m y r e w der Fabrik „Trud" ermordet worden. Zweifellos handelt es sich um einen p o - l i t i s ch e n Mord. Schmyrew wollte die sogenannten „Stachonowschen" Arbeitsmethoden einführen, die in jüngster Zeit in der Sowjetindustrie verbreitet werden und die auf verstärkte Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft zwecks Steigerung des Arbeitsertrages abzielen. Heuchelheim, Montabaur, Mogendorf, den 29. Oktober 1935. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 31. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 22 aus statt 6257 D Heute abend 8 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Katharine Volkmann, geb. Germer im 91. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterb’iebenen; Ludwig Schäfer, Gastwirt, nebst Angehörigen» eorbnu Ibeg natu liung des tifes (Seiet 8her unte' roelbftnei in ein leben Holks, ° MU guh g großen wem Stet biogen dm HJPnd)tübe '. Wie dii bfdiroer do ianfrid)teti I6nufen f Hung i maljo^ SrVufun Menml 5» »eföi Mofigl foni Das sind die zwei die in keinem Haushalt fehlen dürfen. Besonders jetzt, wo es kalt wird. Wärmflasche und Leibwärmer sorgen für Wärme überall, und Wärme heilt. Und beide sind ja so billig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 5223* Gießen — Ruf Nr. 2145/2146 Vogtsche Privat- I Handelsschule Gießen I Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1- und ^jährigen \ Handelslehrgänge I Anmeldungen und Aus- 1 künfte Goethestraße 32 1 5620 A gegeben iltarh obe ^Tujte zu Ity’it und Ifoie eint! IW Kc So sie ' Aechi j denen , "blich Q ! W mek ’len 2lu Vertreter gesucht von alter deutscher Vers.-Gesellschaft für Gießen bei Übertragung des bestehenden Inkassos. Herremmit guten Beziehungen werden um Angebote gebeten unter F.A. 621 an Wefra Werbeges- m. b. H. Frankfurt a. u gl7 N ""ch darüb Wes ein gpmitqi «le-- ohm \ oib Mehr, j i lelversc gen ur ; Und al. j j Griners Megi I h 6 j e ; dem 'n i d"s •"elfter I j fluhf t i wi"en. Eitlen !' ni ti: Sauberes, fleitz. Mädchen f. sofort gesucht. Linkmann [0,662 Wilhelrnftraße63 Mnäcta für besseres Kolonialwaren- Geschäft sofort gesucht. Schrift!. 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Für die aufrichtigen Anteilnahmen beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren tiefempfundenen Dank. Besonderer Dank gilt Herrn Pfarrer Büchler für die erhebenden Worte, und dem Krieger- und Gesangverein für die ehrenden Nachrufe und Kranzniederlegungen. Auch danken wir allen Freunden und Bekannten für die vielen Blumen- und Kranzspenden und die Teilnahme beim letzten Gang. Im Namen aller Hinterbliebenen: Heinrich Karl Lieh, Metzgermeister. Londorf, 25 Oktober 1935. 6253 D Verkäufe Gute Nutz-und Fahr-Kuh zu verkauf. 6264D Watzenborn, Ludwigstraße 28 1 Nähmaschine 1 Wanduhr zu verkauf, oiees Kaiserallee 103. Tafel bi vnen President Poger u.IulesDanolles 5 Pfd. 80 Pf. zu verkaufen. 6245D Bleichstr. 24 I. Gut erhaltener heigel (Schiedrnayer) zu verkaufen. Angebote an die Bürgermeisterei Alsfeld. C25»P Kaufgesuche lolite Slaeduhr gegen bar zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 04653 an den Gieß. Anz. wert (Pfund RM 2.50) er ist Pakete 50 Pfg. und 1.» Für die wohltuenden Beweise inniger Teilnahme beim Heimgang unseres Heben Entschlafenen Karl Nicolaus senior und für die vielen Kranzspenden sagen wir hiermit aufrichtigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Kohlen Koks Briketts HolZ »508 D in nur besten Qualitäten UM* Steinstr.73, Tel. 3581 Gie en, den 30. Oktober 1935. 6265 D Stellenangebote] Wer will an neuem Ber- kaufsreldzug Mitarbeiten? 60-Pf.-Million.- Artikel. Jedenn. ist Käufer ’ Boll- komm. risikolos. Gr.Instruktions- vlanleihw.Schr. Sie unt. 6261D an d. Gieß. An;. Ordentl., junges Mädchen von achtb. Eltern für x/2 Tage in kleinen Haushalt gesucht. 04654 Babnhofltr. 42 n. | Mietgesuche | Arbeiter sucht sofort heizbar, leer. Zimmer auch Mansarde, inmitt. d. Stadt. Schr.Angeb.unt. 04656 a. d.G.A. Aachläffe von $ m 20 v. b. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeig, Angesehene Lebensvers.-Anstalt mit zeitgemäßen Tarifen u. 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Oktober (935 Berufung -er neuen Gemeinderäte im Kreise Gießen Aus der Provinzialhauptstadt Die Hausfrau am Gpartag. rate zu vollziehen. ofrlcn Auffassungen und Meinungen und der bei WICH tiU! |UI|U1|UCH UHU JJl IIIUIIHCII U"U UL l UVl , - ' . ■ - < . ■ , r< s Sn Beschlußfassungen sich ergebenden Verantwor- sagte hierauf in seiner Rede an die Gerneinderäte' Hausfrau bei ihren Einkäufen Diese im Interesse oes triyslosigkeit durfte den Kurs der Gemeinde beftim-^u. a.: Die Deutsche G?meindeordnunq ist ein Akt Gongen liegenden Bestrebungen unterstützt, ist eine überwunden 6 1 n n b d u n f t alt r e r n bildlich anderes ist, als das des früheren Staates. iM mehr das vielköpfiae Parlament mit seinen sich selbst, und preis* 2.50) er ist Pakete \ SOPfg, i uitf Krmv Bürgermeisters rn der Gemeinde auch als der Ihrige in Erscheinung tritt. Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte sollen ein Männerbund, eine verschworene Gemeinschaft sein mit dem eisernen Willen, das Beste für ihre Gemeinde herauszuholen. Wenn Sie so handeln, dann haben Sie den Sinn der Deutschen Gemeindeordnung ersaht, dann dienen Sie der Gemeinschaft. So werden wir Selbstverständlichkeit. Ein anderes Gebiet, auf dem gerade der Hausfrau noch viel zu tun übrig bleibt, ist das des Schutzes und der Erhaltung von Wer- Es ist eine geschichtliche Stunde, zu der wir Sie hier zusammengerufen haben, und ich bitte nun als Vertreter der Partei den Pg. Kl o st e r m a n n , den Gemeinderäten die Urkunden ihrer Berufung zu höhere Verantwortung zu tragen. Sie, meine Herren Bürgermeister, sind die Führer der Gemeinde. Ihnen werden die Gemeinderäte zur Mithilfe und zur Beratung beigegeben. Ziehen Sie die Gemeinderäte zur Mitarbeit heran, sorgen Sie stets für eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, damit die Gemeinderäte stets das Gefühl für eine wirklich verantwortungsvolle Mitarbeit haben. Die Gemeinden haben die Tlot durchaus noch nicht überwunden, für sie stehen noch schwere Aufgaben zur Lösung bevor. Vor allem ist es dringlich, das Problem der Arbeitslosigkeit endgültig zu beseitigen. Allein schon in dieser Hinsicht ergeben sich große und schwere Aufgaben, die nur dann gelöst werden können, wenn der Bürgermeister und die Gemeinderäte so Zusammenwirken, daß in der Gemeinde ersprießliche Arbeit geleistet wird. Auf diesem Wege werden die Gemeinden auch wieder zu ihrer einstigen Blüte gelangen. Sie sind aber auch Vertreter des Volkes und von ihm berufen, allerdings in anderer Form als früher, jetzt durch den Beauftragten der NSDAP., die das Volk vertritt und Träger des Staates ist. ist, der neue G untl'tz in Deutschland auch in der Gemeindeverwaltung seinen Einzug gehaltrn bat; daß die Prinzipien, nach denm heute die G mein- den geführt werden, andere sind als in den letzten hundert Jahren. ®-nn man heute weiß, daß die G'meindcn noch ein Auseinanderfallen in Gruppen und Grüppchen, in Klassen und Parteien schon in der Gemeinde verhüten und dafür sorgen, daß die Gemeinden in einer Willensrichtung marschieren und dadurch dem Führer die Arbeit unendlich erleichtern. Wenn Sie so an Ihre Arbeit Herangehen, dann wird daraus reicher Segen für das deutsche Volk erwachsen. Bei. Ihrer Berufung hat nicht die Aufsichtsbehörde mitgewirkt, sondern der Beauftragte der Partei, Pg. David Müller, hat Sie im Einvernehmen mit den Hoheitsträgern in den Ortsgruppen und mit den Bürgermeistern für Ihr Amt ausgesucht. Seien Sie stolz darauf, daß Sie berufen sind, ehrenamtlich in der Gemeinde mitarbeiten zu dürfen. Sie sind eine Auslese und sollen es werden. Seien Sie stolz auf Ihr Amt, bleiben Sie aber auch bescheiden angesichts der gewaltigen Aufgaben, die Ihrer harren. Seien Sie sich bewußt, daß man in Hunderten von Jahren noch sprechen wird von dieser revolutionären Tat der Deutschen Gemeindeordnung, die wir geschaffen haben und die heute im Kreise Gießen verwirklicht wird. Wenn ich Ihnen nunmehr die Berufungsurkunden aushändige, so denken Sie immer daran, was damit geschieht. Damit wird ein Stück aller Weltanschauung endgültig zu Grabe getragen, damit sinkt ein Teil der Vergangenheit in die Vergessenheit. Damit beginnt etwas Neues, dessen Auswirkungen wir heute noch gar nicht ermessen und erfassen können, etwas, was als Grundstein des Dritten Reiches gewertet werden wird. Denken Sie daran, daß Sie die ersten sind, die von der Partei zu Gemeinderäten berufen wurden, daß Sie damit selbst als Revolutionäre gekennzeichnet sind, daß in ihrem Gefolge immer wieder neue Menschen kommen, von demselben Geiste beseelt wie Sie, und seien Sie stolz darauf, daß Sie in dieser Zeit leben und schicksalhaft mit ihr verbunden sind, daß Sie mitarbeiten an diesem Zeitgeschehen und daß Sie Zeitgenossen des größten Deutschen aller Zeit en sind, Adolf Hitlers. Anschließend überreichte Pg. Klostermann den Gemeinderäten die Berufungsurkunden. Nach einer weiteren kammermusikalischen Darbietung (Variationen über das Deutschlandlied) wurde die feierliche Stunde mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes geschlossen. Vereidigung von vier Bürgermeistern Im Anschluß an diese Feier fand in Gegenwart der Gemeinderäte ihrer Orte die feierliche Vereidigung der Bürgermeister H o r st (Queckborn), Grieb (Allendorf a. d. Lda.), Konrad (Odenhausen) und Wenzel (Lang-Göns) durch Oberregierungsrat Dr. Schön hals statt. Die Vereidigung fand mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer ihren Abschluß. Pg. Klostermann bei der Ueverreichung der Berufungsurkunden. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) elm Lange, csch Wilhelm uot: für den nzergenleiter: halt der An. 9929. Druck h' und Stein, n Gießen. -blich 25 Ps. 5 Pf. mehr, tags 15 N, 'hr. i 1935 gültig, zum Aufstieg der Nation beizutragen. Wenn die deutsche Hausfrau, die den größten Teil des Volkseinkommens bewirtschaftet, überall für den Spargedanken gewonnen wird, so ist vieles auf dem Wege zu einer ausreichenden heimischen Kapitalbildung erreicht. Es kommt aber nicht nur darauf an, im Rahmen des Möglichen Ersparnisse zu machen, sondern sie auch umgehend dem Wirtschaftskreislauf zu- zuführen. Ueberall in Deutschland gibt es Sparkassen und andere Kreditinstitute, die der Hausfrau bei dieser Aufgabe gern zur Verfügung stehen und für eine volkswirtschaftliche Nutzbarmachung der zahllosen kleinen Kapitalbeträge unablässig Sorge tragen. Iforno^n. Tageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Der Vogelhändler". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bosambo"; „Abessinien" (Nachtvorstellung). — Goethe-Bund Gießen, Kaufmännischer Verein Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula Lichtbildervortrag „Im Süden Abessiniens". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz. 16 bis 17 Uhr Ausstellung friesischer Maler der Gegenwart, Kleintierplastik von Lily König. Sfabfffjeater Gießen. Heute, von 19.30 bis 22.30 Uhr, in der neuen Bearbeitung „Der Vogelhändler", Operette von Karl Zeller. Musikalische Leitung Paul Walter; Spielleitung Paul W r e d e. (5. Mittwoch-Abonnement.) Büraerme nou -> o Am kommenden Montag, 4. November, findet in Gießen im Universitäts-Cafe eine Versammlung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindet igs statt. Die Tagesordnung sieht u. a. einen Vortrag von Oberregierungsrat Dr. L i ft vom Arbeitsamt Gießen über „Die Unterbringung von Arbeitslosen aus den Großstädten in ländliche Bezirke" sowie einen Vortrag eines Vertreters der Landesversicherungsanstalt Hessen über „Fragen aus der Invalidenversicherung" vor. idrte Ma^nuna. Von der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront, Gau Hessen-Nassau, wird uns geschrieben: „Bei mir wird nichf mehr kassiert", ist eine Antwort, die wir immer wieder von einer bestimmten Art Mitglieder erhalten, wenn aufkommende d Leib*’’“ ie überall nd beide In zunehmendem Maße hat sich in der deutschen Bevölkerung die Erkenntnis verbreitet, welche Bedeutung der richtigen Führung des Einzelhaushalts für das gesamte Wirtschaftsleben zukommt. Nicht mit Unrecht hat man daher einmal die Hausfrau als *cn „F i n a n z m i n i st e r der Familie" bezeichnet Die Hausfrau kann aber ihre Aufgaben nur dann meistern, wenn sie mit offenen Augen die wirtschaftlichen Vorgänge und Zusammenhänge beobachtet und ihren Haushalt jeweils darauf einzustellen versteht. So kann und darf sie sich heute z. B. nicht den Forderungen verschließen, die die Veränderungen der Weltwirtschaft und damit auch unserer Devisenlage herbeigeführt haben. Die deutsche Industrie ist unablässig und mit Erfolg tätig, für Dinge, die uns fehlen, vollwertigen und oft sogar preiswerteren Ersatz zu schaffen. Daß die ton und der Kampf gegen jegliche Verschwendung. Nicht nur der Anschaffungskosten m-gcn, sondern mehr noch aus volkswirtschaftlichen Gründen sollte jede Hausfrau bemüht fein, durch sorgfältige Pflege und Verwertung aller Bestände, im Haushalt das Ihre zu tun, damit nicht unnötig j Volksvermögen verloren geht Es werden z. B. noch immer durch unsachgemäße Behandlung der Wäsche iährlich Werte in Höhe rrn 300 bis 400 Millionen Mirk vernicht"t ^wo 2 T?'lionen Zentner Fett im Wert' von 10 Millionen Mark gehen jährlich mit d'm G'schir'-kvülwEfer verloren Noch manche Zohlen ließen fi'-h anführen, die zeigen, daß eine noch viel größere Bedachtsomkeit und Sparsamkeit angebracht ist. nicht aus kleinlichen Erwägungen heraus mit Rücksicht auf den eigenen Geldbeutel, sondern gerade aus den großen Gesichtspunkten unserer Volkswirtschaft Zu einem solchen überlegten und planmäßigen Haushalten gehört es auch, daß die Hausfrau regelmäßig einen Sparpfennig z u - r ü ck l e g t. Irgendwie müssen gewisse Ausgaben doch gemacht werden. Diejenige Hausfrau, die rechtzeitig durch kleine Rücklagen für die Bedarfsfälle vorsorgt, schneidet beim Kauf ungleich besser ab. Ein anderes Gebiet, auf dem die Mitwirkung der Hausfrau im Wirtschaftsleben unerläßlich ist, ist der Kampf gegen das Borgunwesen Auch hier ist das beste Gegenmittel die rechtzeitige Bereitstellung von Ersparnissen. Es kommt dabei nicht auf die Höhe der Beträge an, sondern darauf, daß man sich regelmäßig im Rahmen einer überlegten Haushaltsführung einrichtet. Jetzt begeht das deutsche Volk wiederum den Nationalen Spartag, der ein Weckruf an alle Volksgenossen fein will, durch sparsames Verhalten zur Festigung der eigenen Existenz, aber auch fr”* i des düngen zu treffen. Sie als feine Berater haben nach bestem Gewissen und Können zu urteilen. Sie sind mit ihm auf Gedeih und Verderb verbunden. Sie müssen Ihre Meinung als freie Männer frei und offen sagen, und der Bürgermeister hat die Verpflichtung, Ihre Ansicht bei feiner Beschlußfassung mit zu berücksichtigen. Aber die Beschlüsse trifft er selbständig. Mögen vielleicht auch hier und da einmal Meinungsverschiedenheiten vorhanden sein, so müssen sie doch für die Entscheidung des Bürgermeisters Verständnis bei der Bevölkerung wecken. Sie sind erst dann echte Parteigenossen und Nationalsozialisten, wenn Sie nach den Beratungen aus der Gemeindestube hinausgehen und den Entschluß des Bürgermeisters zu Ihrem eigenen machen und dafür sorgen, daß dieser Entschluß des adio • Photo >630 D Seltersweg 67 loUU Telephon 3170 r Bürgermeister allein aber soll alle Ent- ssse fassen. Als Ehrenbeamte der Gemeinde - ^QUs oh l ich ie? ,°6er °bei ' 1°^ a. ®enn QnA Wagstütjg. ? 150 i Ugland isi :,J° daß jw Nr ®itt™ bei der Peh- erschlage um L: Sehr Den Weiterung, .'^schlato, Zwesten bis uren um io mittags 84 30- Dttober: Minimum / ?r, sondern nur die verantwortungsbewußte, der deutsch 'n Revolution. Heute fetzen wir für un- : irjaEterftarfe Persönlichkeit kann Tröoer der neuen seren Kreis den Schlußstein. Deshalb haben wir ' ie? fein. Jnfolaedelfen ist für den Gemeinde- diese Feierstunde veranstaltet, in der wir ihnen fr als selbständig beschließende zum Bewußtsein rühren wollen, daß jetzt tatsächlich Körperschaft im nationalsozialistischen Staat iuse' ihrgänge enundAas- thestraße 32 562QAJ die zwei aushalt'* lers na'i oben. In den G"weinden liegen die starken Rr fte zum fruchtbaren Wirken für die Volksgesamt- 6er und damit auch für die Gemeinde. Nur wenn । dir einzelnen Glieder gesund sind, kann auch der ga ze Körper gesund fein. ' I So sieht der nationalsozialistilche Staat mit i^echt in den Gemeinden die starken Zellen, auf | tenen sich allein ein gesunder Staat aufbauen kann. |i( Form der Selbstverwaltung ist im nativnalsozia- 11,8 Milliarden Mark Schuld n haben, dann kann man sich ein Urteil bilden üb*r den Zustand in .dem sich die Gemeind m in ihrer Gesamtheit be- ! sand n, als mir di-> Macht übernahmen. Das ist 'eine so gewaltige Belastung, die nur dann bewältigt werden kann, wenn man versucht, die besten Menschen mit den besten Absichten an die Stellen zu bringen, wo sie durch ihr e'genverantwortliches Wirken erreichen, daß die Zellen des Deutschen Reiches, die Gemeinden, wieder gesund werden. Sie sind als Gemeinderäte dazu ausersehen. Sie sind Parteigenossen und Nationalsozialisten, Sie sind deutsche Männer, die besten, die wir im Kreise Gießen haben. Sie wurden nicht, wie einst, von einer oder mehreren, sich bekämpfenden Gruppen gewählt. Sie wurden durch die P a r t e i und ihren Beauftragten berufen. D i e P a r t e i i st d e r e i n- zige politische Willensträger der Nation, und die Partei ist das Kraftzentrum, das dafür 'sorgt, daß die Grundsätze, die die Partei groß und stark gemacht haben und sie den Staat erobern ließen, immer wieder in Erscheinung treten. Sie sind der Ring, der um den Bürgermeister als 'dem Verantwortlichen gelegt ist. Sie sind keine beschlußfassende Körperschaft mehr, denn Beschlüsse werden nicht mehr gefaßt. Der Bürgermeister allein hat unter seiner vollen Verantwortung alle Entschei- In einer eindrucksvollen Feier in der Aula bft j ^ndesunioersität fand am gestrigen Dienstagnach- i rittag die feierliche Ueberreichung der Bern- । fungsurkunden an d i e neu berufe- ' Mn Gemeinderäte der Orte des Kreises Gießen statt. Damit verbunden war die füerliche Vereidigung von vier neuen Bürger- ' neiftern. Die Aula trug an der Stirnseite hinter dem Ssebnerpult ein großes Fahnentuch mit dem Hoheits- . züchen der Bewegung, vor dem Rednerpult war in- I ritten zahlreicher Blattpflanzen die Büste des Füh- r«5 aufgestellt, rings von der Empore grüßten die lohnen des Dritten Reiches. Der schlichte und doch si würdige Schmuck gab der Aula ein festliches Genüge. Der weite Raum war nahezu bis auf den figten Platz besetzt. Die Feier wurde stimmungsvoll mit einer Kam- i^rmusikdarbietung von Mitgliedern des Stadt- Ümter-Orchesters eingeleitet. Danach sprach zunächst Oberreaterungsrat (Dr SchönHals 5 Vertreter des Kreisamts Gießen. Er sagte u. a.: 's unser Führer und Kanzler Adolf Hitler am -Januar 1933 die Macht übernahm, befand sich die -rroaltung in einem Zustande der latenten Krise, ^besondere auf dem kommunalpolitischen Gebiet zi gten sich die Auswirkungen des parlamentarisch- riIublikanischen Regimes in einem allgemeinen Ver- jöl, der überall in dem liberalistisch-demokratifchen Giaat zutage trat. Die Vielzahl der Parteien und Pirteichen brachte es mit sich, daß in den Gemeinde- jjirlamenten keine sachliche Arbeit mehr geleistet mrbe. Der durch die Politisierung der Verwaltung hebeigeführte allgemeine Niedergang zeigte die Un- fö,igkeit der Gemeindevertretungen zu wirklich nutz- bi ngender Tätigkeit. Es war klar, daß bei der Bereinigung der Ver- m (hingen nach der Machtübernahme der Gedanke dr Selbstverwaltung zunächst ausgeschaltet werden Mßte. Es wurden zunächst Kommissare eingesetzt, di Gemeindeverwaltungen gleichgeschaltet und ver- airwortungsbewußte, vom nationalsozialistischen List erfüllte Volksgenossen zur Mitarbeit Heran- gi ogen Im Zuge des nationalsozialistischen Auf- iiiues verkündete der Führer zwei Jahre nach der Puchtüb er nähme die Deutsche Gemeindend n u n g als eines der wichtigsten Grundgesetze bi nationalsozialistischen Staates und der Neuord- riing des Reiches. Der Zweck und das hohe Ziel die- ’fp Gesetzes ist aus feiner Präambel ersichtlich, nach bi unter Berufung auf den Schöpfer der deutschen Mbstverwaltung Freiherrn vom Stein in einem einheitlichen, vom nationalsozialistischen Willen durchdrungenen Volke die wahre Volksgemeinschaft geschaffen werden und Gemeinnutz vor Eigennutz gehen soll. W gutem Grund ist in dieser Präambel auf den fln ßen preußischen Staatsmann Freiherrn Dptn Stein hingewiesen worden. In Preußen liien damals die Verhältnisse ähnlich wie bei der Dichtübernahme. iWie die Reformen des Freiherrn vom Stein den fd'Der darniederliegenden preußischen Staat wieder aurichteten, so soll die Deutsche Gemeindeordnung bfiiifen fein', die beutfehe Selbstverwal- turg im Sinne und Geiste des Nationalsozialismus zu erneuern. Die große Deutung dieses G"fehes li-mt darin, daß hier zum einmal in den. deutschen Geschichte an Stelle des «splitterten Landesrechts ein einheitliches f a-'schaffen wurde. Damit ist die Grundlage geieben für den weiteren Aufbau der Verwaltung ^öSs. KelfyJ bi» Ärfi lr. 254 Zweites Blatt ------------------ ° ütJ -»1 stehen Sie in einem gewissen Treueverhältnis zu dem Bürgermeister. Sie sind nicht mehr Vertreter einer bestimmten Gruppe, oder eines Berufsstandes. Sie sind Ehrenbeamte, für Sie gilt allein das übergeordnete Interesse der Allgemeinheit. Sie sollen wissen, daß Sie von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, durch die Person des Beauftragten der Partei, in Ihr Amt berufen find. Ihr ganzes Handeln soll daraus gerichtet sein, daß das Programm der NSDAP, verwirklicht wird, durch Ihr Wirken soll örtlich der Nationalsozialismus in die Tat umgefeht werden. Nun ein Wort an die Herren Bürgerrnei- ft e r. Auch der Bürgermeister hat heute eine weit k in Raum mehr vorhanden. irne sind heute hier zusammmnekammm um als leim einberäte berufen zu m^rbrn. S'" müssen Ihöbarüber klar sein, baß bas 9rmf einG m ''nde- rtte ein anberes ist, als bas 9fmf "in's G m inbe- rfhsnitgliebes. Deshalb möchte ich Ihnen in bie- M Stnnbe faaen: Ös nibt keinen Gemeinderat als Körperschaft mehr, sondern nur noch G"meinder^te als Ein- zMversonen. Es gibt auch keine grn und keine Beschlußfostunaen M"hr. ^ie smd als Ehrenbe^wte baut h^r’^en, d-n Bür- g rmeifter in den Anaeleae^^eiten der Ge- kwllegium bilden. Nur bei der Persön- I <■*’$ e i t lieat die leben^ "e Eijs'rnnu, „hie ihm Volke lebt, mit dem Volke fühlt und für !>-!S Volk kämptt." Sie sollen eigenverant- it-A r f H A e (E«ntef,''’r"fer h»s irristers sein. Sie sollen frei und unbeein- flnhf urteilen nach bestem Wi^en und (Seit [ Bettina über die Zwanzig alt werden würde? N März wird sie zwanzig Jahre, das wußte man. Baron Alois Hammerschmied, Rudolfs, Onkel, hatte viel getrunken. Er vertrug auch viel, man merkte ihm nicht an, wenn er zu oft das Glas 9e' leert, falls ihm nicht etwas in der Weinftimmung verquer ging. Und jetzt ging ihm etwas verquer. Er ärgerte sich über Hans Syden. . - Weil er ihn schon gekannt, als er noch die Sch"' lermütze getragen, nannte er ihn beim Vornamen. Er ärgerte sich, weil Hans Syden nur imme für wenige Minuten herüberkam an diesen « und dann schnellstens wieder bei den Hochwaw landete. Er hatte schon eine Bemerkung daruv zu Gräfin Jutta gemacht. Die ahnte zwar, wie dem Enkel ums Herz ®a * aber sie gab innerlich zu, das Benehmen von Ha mußte auffallen. Doch ihr Mund gab es nicht 3 - der lächelte: „Bedenken Sie, Baron, Bettina i Gretels beste Freundin." (Fortsetzung folgt!) gilben M ber 3 Wb zahll hk ber ! Wl nach ton Rückt ^lnsjahi M muri Mer E ^alh r’N tn Sten WMniei Mtbilbk i Hiner Klingen e im nächst, k" nad) I f.-rorbe fclKr An ßitrfens i hi mat gk i bie f M ber n Heimat. Der weitere Verlauf des Abends war ganz den unterhaltenden volkstümlichen Darbietungen ge. widmet. Die Klaffe la der Pestalozzischule brachte mit einer erstaunlichen Disziplin der Sprache unb des Ausdrucks drei Sprechchöre zum Vortrag, die starken Beifall fanden. Eine große Freude bereitete dO Singgruppe der Goetheschule den Zuhörern. Unter der Leitung von Lehrer Dietrich mürbe schönstes deutsches Liedgut zu Gehör gebracht. So hörte man zunächst Schenkendorfs Reiterlied mit seiner einzigartig schönen Melodie und mit dem nicht weniger schönen Text. Wie frisch wurde bas Lied „Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus" ne. jungen! Herzlich freute man sich auch über bie ernste Wiedergabe des bekannten Liedes „Freiheit, l die ich meine!" und über das schneidige Liedchen „Heraus, heraus die Klingen". Mit drei der schön- st ften Verse des Abendliedes von Matthias E l au. d i u s schloß die Singgruppe ihre mit stürmischem Beifall aufgenommenen Darbietungen. Turnerin- nen des Turnvereins 1846, die sich ebenfalls für H §er ü Wt ici’a V geriet < ISnb«" ! Sind) öi -u be d - Lich v dich lassen" ein schönes Erlebnis. Ausgezeichnete musikalische Darbietungen füllten die Pausen. Der Ortsringleiter Dr. Michel hielt die Schluß- ansprache, in der er allen Mitwirkenden herzlich dankte und anschließend einen Teil des Winter- arbeitsplans des Ortsringes Gießen bekannt gab. Das Deutschlandlied beschloß den gehaltvollen Abend. Eine Sammlung für die Winterhilfe erbrachte einen ansehnlichen Betrag. Große Strafkammer Gießen. Der Richard Johann B u g i e l, geb. am 14. 8. 1897 zu ßipptne (Polen), ohne festen Wohnsitz, wurde wegen Diebstahls im Rückfall zu einer Zuchthaus st rafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt unter Anrechnung von 2 Monaten zwei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Gegen den Angeklagten wurde außerdem die Sicherungsverwahrung angeorb- net und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von vier Jahren aberkannt. Der Angeklagte, der zwölfmal vorbestraft ist, darunter allein zehnmal wegen Diebstahls, entwendete am 8. August 1935 aus dem Hofe einer Gastwirtschaft in Lollar ein fast neues Herrenfahrrad. Die Beweisnaufnahme ergab, daß der Angeklagte in erster Linie nicht aus Not, sondern um sich Mittel zum Trinken zu verschaffen, gehandelt hat. Wegen Verbrechen im Amt gemäß den Paragraphen 350, 351 StGB, wurde der Angeklagte Uniformen für Forstbeamte und Deutsche Jagerschaft in feinster Maßarbeit. Erste Spezialkräfte, Garantie lüs tadellosen Sitz. Herren - Bekleidungsham Gießen, G.m.b.H., Marktplatz, Rv2oä Mattes Atzten I- Pf° ürfenbe [ Grui iren al 5 Evar t denn Mdet jerer 6 ich der i Bertt ibringÜ rche zu indes ter Le unench 8 en eind Mglied Sn Jto<) Q, I Oberhessen k! Den muß man gehört haben, den zweiten 8 .....• ........ mit dem Gesang des Deutschlandliedes und Horst-Wessel-Liedes wurde die Kundgebung des ge- der jkägur konnten mit Auszeichnungen bedacht wer- ikr. Allen Beteiligten wurde für die vorbildliche Kwlchmückung ihrer Häuser und Vorgärten Aner- MLNg und Dank des Vereins ausgesprochen, hehrr-r H i l d bat um weitere Unterstützung des !ere ns. Besonderen Dank sprach er Bahnhossvor- LPD. Frankfurt a. M., 29. Okt. Die Landes- bouernfchaft Hessen-Nassau teilt mit: In der Woche vom 20. bis 27. Oktober hotte sich das gesamte deutsche Volk zu einer würdigen Hilfe für den deutschen Weinbau vereinigt. Der Erfolg des geschlossenen Einsatzes des gesctmten deutschen Volkes für das kostbare Gut des Winzers zum „lag der deutschen Traube und des deutschen Weines" läßt sich in der Zwischenzeit an folgenden Ergebnissen recht anschaulich feststellen: Die jährliche Normalernte an deutschem Wein beträgt etwa 220 Millionen Liter. Die Ernte 1934 brachte einen Ertrag von 470 Millionen Liter. Vor dem Einsatz lagen davon noch etwa 200 Millionen Liter in den Kellern der Winzer und Winzer- genossenschaften. 3n der Weinwerbewoche wurden als Patenwein etwa zwölf Millionen Liter abgefeht. Diese Wenge entspricht etwa einem Drittel der normalen Ernte an Wosel. Saar und Ruwer. Dazu hat die anerkannte Güte des Patenweins dem Weinbau auch für die Zukunft viele neue Freunde zugeführt. Etwa 225 deutsche Städte hatten die Patenschaft für rund 300 Winzerorte übernomin dem reich mit Fahnen und Symbolen des Dritten Reiches geschmückten Saalbau Lotz einen Kameradschaftsabend. Mit einem Eröffnungsmarsch und einem Vorspruch über den Adel der Arbeit, gesprochen von Frl. Schmidt (Gießen), wurde die frohe Feierabendstunde eingeleitet. Sodann begrüßte Werkmeister K e st e l alle Gefolgschaftsmitglieder und deren Angehörige. Besonderen Gruß entbot er dem Vertreter des verhinderten Chefs, Prokurist Kuhl, und dem kaufmännischen Personal von Gießen. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß dieser erste Kameradschaftsabend der Firma auch der erste in unserem Orte sei und dazu beitragen möge, die Volksgemeinschaft im Betriebe weiter auszubauen. Prokurist Kuhl dankte im Namen aller Gießener Betriebsangehörigen für die Einladung und herzliche Begrüßung der Filiale Garbenteich und zog m seinen weiteren Worten einen Vergleich mit dem sammensein an. y Garbenteich, 28. Okt. Die Betriebsge- ..... . . ' ' • • t Igh. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, 31. Oktober. Reformationsfest. Gießen. Stadlkirche. 9 Uhr: Gottesdienst für die weibliche Jugend, Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9: Gottesdienst für die männliche Jugend, Pfr. Bech- tolsheimer. — Wiefeck. 10: Schulgottesdienft, Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein. — Heuchelheim. 10: Schulgottesdienst aus Anlaß des Reformationstages. — Kirchberg. 10: Reformationsgottesdienst, Kollekte für die Gustav-Adolf-Stiftung. — Treis an der Lumda. 9.30: Schulgottesdienst. — Klein- Linden. 10: Reformationsfeier. — Garbenteich. 9: Jugendgottesdienst. — Hausen. 10.15: Jugendgottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftspfr. Naumann, Kollekte. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftsdechant Kahn. — Wiinzenberg. 20: Gottesdienst mit Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein. — Trais-Wünzenberg. 18.30: Gottesdienst mit Kollekte für den Gustav-Adolf- Verein. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst (Mitwirkung des Posaunenchors), anschl. Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Haupt- qottesdienst (Mitwirkung des Kirchenchores). — Hungen. 10: Gottesdienst zur Vorfeier des Refor- mationsfeftes; 20: Gottesdienst zur Vorfeier des Reformationsfestes. — Albach. 9: Reformationsgottesdienst. — Steinbach. 10: Reformationsfeier. men, wodurch wertvolle Dauerbeziehungen für die Zukunft angeknüpft wurden. Im Bereiche der Landesbauernschaft Hessen - Nassau wurden im Laufe der Weinwerbewoche etwa 4 0 0 0 0 0 Liter 1 93 4 er Wein abgesetzt. Ferner dürften etwa 800 000 Liter aus Rheinhessen und dem Rheingau nach den übrigen deutschen Verbrauchergebieten ausgeführt worden sein. Die Gesamtentlastung des hessen-nassauischen Weinmarktes betrug somit allein an 1934er Wein 1,2 Millionen Liter. Den größten Verbrauchererfolg weifen die Städte D a r m st a d t und Gießen auf. Darmstadt hat mit 93 000 Einwohnern über 80 000 Liter und Gießen mit 35 000 Einwohnern über 30 000 Liter Patenwein umgesetzt. Es liegen auch bereits zahlreiche Aeußerungen rheingauer und rheinhessischer Winzer vor, denen wir entnehmen, daß die Abnahme der 1934er Wein- vorräte eine sehr fühlbare Entlastung gebracht hat und daß die schwierige und kostspielige Frage der Beschaffung von neuem Faßraum im wesentlichen als gelöst anzusehen ist. Schwere Betrügereien jüdischer Weinhändler. Als arischeFirma getarnt—Gewinne bis zu 400 V.H. erzielt. Mainz, 29. Oktober. (LPD.) Die Mainzer Kriminalpolizei teilt mit: Einem großangelegten Schwindel einer hiesigen Weinhandelsfirma ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Das umfangreiche Material bedarf noch einer eingehenden Sichtung, die vielleicht noch weitere Betrügereien und Manöver zutage bringen wird. Der Kriminalpolizei war zur Kenntnis gekommen, daß die jüdische Weingroßhandlung S. H e y- mann Söhne unter dem arischen Decknamen Fritz Porsch & C o. große Betrügereien verübte. Der Inhaber der Firma Fritz Porsch & Co. war früher Angestellter der Firma Heymann Söhne gewesen und von dieser zur Errichtung einer S ch e i n f i r m a unter Androhung der Entlassung gezwungen worden. Die Teilhaberschaft des Fritz Porsch, der inzwischen ganz aus der Firma aus- geschieden ist, wurde aber schon nach zwei Monaten wieder gelöscht, so daß die scheinbar arische Firma Fritz Porsch & Co. wieder ganz in jüdischen Händen war. Die Firma S. Heymann Söhne verkaufte geringen L a n d w e i n, mit entsprechenden Bezeichnungen und Etiketten versehen, als Qualitätsweine bekannter rheinischer Lagen, wobei sie Gewinne bis zu 4 0 0 v. H. erzielte. Dabei handelte es sich stets um ein- und denselben Wein aus demselben Faß. Außerdem wiesen die Preislisten der Firma S. Heymann Söhne und der Firma Fritz Porsch & Co., trotzdem es sich um die gleichen Inhaber handelte, Preisunterschiede von 40 bis 60 d. H. zu ungunsten der „arischen" Firma auf. Das gleiche Manöver wurde mit Weinbrand und Kirschwasser ausgeführt, wobei ebenfalls ein- und dieselbe Sorte Weinbrand unter sechs verschiedenen Qualitätsbezeichnungen und Preisen in den Handel gebracht wurde. Die Firma unterhielt 5 0 jüdische Vertreter, die sich meist aus dem „blonden Judentyp" rekrutierten und so die Käufer täuschten. Auch das Auftreten dieser Vertreter bei dem Kunden widersprach allen kaufmännischen Gepflogenheiten. Zwei der Inhaber der Firma, Karl und Heinrich Heymann, wurden in Haft genommen. Die Verhaftung des dritten Inhabers Julius Heymann, der sich zur Zeit in Berlin befindet, steht bevor. Die Geschäftsräume und Keller sind versiegelt worden, die Korrespondenz wurde beschlagnahmt. orslbeanü Jagersch it. Erste Spei • tadellosen s idungsha larktplatz. ■ Rundfunkprogramm. Mittwoch, 30. Oktober: 12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschl. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht: Elektrodörfer. Stromwerbung auf dem Lande. 15.15: Was der herbstliche Wald erzählt. Don Dieter Bassermann. 15.30: Zur „Woche des deutschen Buches". 17: Programmwechsel zum Ultimo. Keine Prolongationen — alles neue Kräfte. 18.30: Aus Zeit und Leben: Die Junggesellinnen von Frankfurt. Eine Sied- lungsgenosienschaft berufstätiger Frauen. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20 Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Ein Volk arbeitet. 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten, anschl. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Funkbericht aus dem Hörselberg. Das Mikrophon besucht die Venusberg- und Tannhäuserhöhle. 23: Nachtmusik und Tanz. 24—2: Nachtkonzert. Donnerslag, 31. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Zeitangabe, Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk — Volksliedsingen. 11.20: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Lieder und Instrumentalmusik aus Oesterreich. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Zur „Woche des deutschen Buches": „Schrifttum und Weltanschauung". Von Prof. Hans Hagemeyer, Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums. 18.45: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde (III). 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20.10: Orchesterkonzert, Werke von Max Reger. 21: Bei Nacht sind die Katzen ja grau. Eine katzenmusikanekdotische Begebenheit um einen Walzer von Strauß. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Nationalsozialistischer Rundfunk. Dr. Kurt Berendt. 22.30: Menschen und Landschaft, eine Funkfolge. 23: Kammermusik. 23.30: Komm, Trost der Welt, du stille Nacht, Hörfolge. 24 bis 2: Nachtkonzert. schlossen. <£ Reiskirchen, 30. Okt. Im Verlaufe Weinwerbewoche fand am Samstag hier in der Gastwirtschaft „Zum Hirsch" ein Winzerfest statt, mit dem eine Feier für die einrückenden Rekruten verbunden wurde. Die Veran- ist beispielgebend in der Rundfunktechnik. Preis für den Telefunken T 523 WL RM235.-, für den T 523 GWL RM 264.-, mit Röhren. staltung war außerordentlich zahlreich besucht und nahm bei frohgestimmten unterhaltenden Darbietungen und Tanzmusik einen schönen Verlauf. <£ Reiskirchen, 30. Okt. In der Montagnacht ereignete sich in unserem Dorfe ein tragischer Unglücksfall. Während der Abwesenheit seiner Eltern kletterte des zweieinhalb- jährige Söhnchen einer hiesigen Familie aus dem Bett und stürzte die Treppe herunter in den Hausflur. Als die Eltern nach Haufe kamen, fanden sie ihr Kind im Hausflur bewußtlos auf. Der schnell herbeigerufene Arzt stellte eine Gehirnerschütterung und Prellung von Rippen fest. Das Kind liegt in bedenklichem Zustand danieder. + Grünberg, 29. Okt. Nach eingehender Beratung in einer nichtöffentlichen Gemeinde- ratssitzung hat der Bürgermeister den Steuersatz der ^Bürger ft euer auf 500 v. H. der Reichssätze festgesetzt. Dieser Satz bestand früher ebenfalls, nur im letzten Jahre hatte der Gemeinderat eine Senkung auf 400 v. H. beschlossen. Das bedeutete ein Mindereinkommen von rund 4000 Mark. Da dieser Ausfall nicht anderweitig ausgeglichen werden konnte, ebenso die weitere Senkung der Sondergebäudesteuer, sowie der später einsetzende Tilgungsdienst bei dem Gemeindeumschuldungsverband ausgeglichen werden müssen, ergab sich die jetzige Festsetzung der Bürgersteuer, die mittlerweile von der Landesregierung ihre Genehmigung gefunden hat. * Londorf, 30. Okt. Wie die N S. - G e - meinschaft „Kraft durch Freude" mitteilt, wirken bei dem heiteren Abend „Lache mit uns" Frankfurter Künstler mit. Das Programm bringt Tanz, Ansage, Gesang, Artistik in bunter Reihenfolge. Anschließend Tanz. Der Vorverkauf hat schon sehr stark eingesetzt, und es ist wohl mit einem sehr starken Besuch zu rechnen. erlobiM orgeschritten, 4 wo der § lebhaft. W iber farbeT und stB imkeit beoba n Syden M nan rechnet' Gretels A it Mißfalle", für die i"! des beg^ Bettina N paarmal M r mit ihr- ' iet Weil ft und wr«* ei|e i®1 ® itte st 9f"' iuf l«-6„w8 Ä.S einN«E x°°U s-S I« Ä *<*,*•: d 9° V* zaro"' s> ete Berk für seine wertvolle Mitarbeit aus. 2 gut begrüßte er die dem erweiterten Vorstand V ^getretenen Mitglieder Bäckermeister L. I h r i n g, Höiebesitzer Hugo Hummel und Metzgermeister Hem ann Stein. Ferner dankte er den Ausschüssen I25 Vereins für ihre tatkräftige Mitarbeit. Zum Schi ß des Berichts wurde noch auf die Derfchan- bi-Lig des Heimatbildes durch alte, überflüssige Rfellcmeschilder und dergleichen hingewiesen und einstigen und dem heutigen Deutschland. Dem Schöpfer des Dritten Reiches, unserem Führer Adolf Hitler, dankte er für die Beseitigung der Klassengegensätze durch die Errichtung der Volksgemeinschaft und die Schaffung der Grundlage für solche frohe Feierabende. Mit dem Wunsche, daß der gute Kameradschaftsgeist sich nie trüben möge und mit einem „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland schloß er seine Ansprache. Anschließend wurde gemeinsam das Deutschland- und das Horst-Wessel- Lied gesungen sowie noch einige Lieder vorgetragen, die zur Bereicherung des Abends besonders eingeübt waren. Gedichtvorträge, humoristische Vorträge und die Aufführung eines Theaterstückes durch Betriebsangehörige füllten den weiteren Teil des Abends aus. Werkmeister K e st e l dankte am Schluß der Feier allen, die durch ihre Mitwirkung zum Gelingen des Abends beigetragen hatten und zollte dem Organisator des Abends, Herrn Schmidt (Gießen), besondere Anerkennung. Bei Konzert und Tanz verbrachte man noch einige Stunden in wahrer Betriebs- und Volksgemeinschaft. J) Großen-Linden, 29. Okt. Die N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstag zum Abschluß der Weinwerbewoche unter Leitung von Ortswalter Stei- n e l in den beiden Sälen von Pf. Schaum und Faber ein gemütliches Winzerfest. Die Standartenkapelle trug zur Unterhaltung bei. Herr Kurt Richter vom Stadttheater Gießen trug in vortrefflicher Weife einige schöne Lieder vor. Alle Darbietungen sanden lebhaften Beifall. 8Alten-Bufeck,29. Okt. Die Ortsgruppe A l t e n - B u s e ck veranstaltete am Samstagabend im Saale von Ph. Einhäuser eine Kundgebung. Der Einladung waren außer den Mitgliedern der Partei und deren Formationen eine große Zahl Ortseinwohner und Auswärtige gefolgt. Unter schneidiger Marschmusik der SA.-Kapelle Großen-Buseck erfolgte der Einmarsch der Fahnen, der Hitler-Jugend und der Ortsgruppe in den festlich geschmückten Saal. Bürgermeister Kahl eröffnete die Versammlung. Hierauf sprach der Gauredner Pg. Zimmermann in anschaulicher Weise über die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Regierung, wobei er besonders das Rassenproblem erörterte. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte er die Besucher auf, Nationalsozialisten der Tat zu sein, das WHW. 1935/36 tatkräftig zu unterstützen und christliche Nächstenliebe zu üben. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine zu Herzen gehenden überzeugenden Worte. Mit dem Treuegelöbnis auf den Führer und E. Frl '"lei n Frl. 31. $| 1 »?’e °rtr°g- fQl4 rimld)en SS# fyimath ltun9. in de, s Bauern j ibungen ein Tesangvü yWten 3k (Wenzel) t isbrud, ich, .Ausgezech !e Pausen, leit die Sch!- "tenben her- l des Win i bekannt c. " gehaltvv. die Win,n Betrag. f Gieße, geb. am U festen Wohin fall zu M m Jahr u- der Anrecht erlittenen Unu m wurde ach rung angec enrechte aus t Der Angeklac r allein zehnr. 8. August Ifc t Lollar ein V ufnafjme er::: nicht auM . M r>eM, maß ben W der AnM Sm itiifSi 7 wurd/i re hinaus 1 n- Turih ebenfalls > S H. aus Trals-Horwft zu einer Gefängnis- frrafe von zwei Jahren und in die Kosten ds Verfahrens verurteilt. Zehn Monate Unter- stchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. I 2?r Angeklagte bekleidete feit dem Jahre 1919 das 2nt des Gemeinderechners. Als er sich im Jahre pl!25 für mehrere tausend Mark einen Stall baute, griet er in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten u.b unterschlug von 1925 bis 1928 etwa 8000 Mk. 2Ud) danach wußte sich der Angeklagte noch Gelder Ai beschaffen, indem er Einnahmen nicht verbackte, so daß es wiederholt vorkam, daß bereits gezaylte Seuern und Abgaben noch einmal angefordert wurden. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig, was strafmildernd in Betracht kam. Hinter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich fcoonn das Gericht mit bem P. W., wohnhaft in Fiedberg, der wegen Sittlichkeitsverbrechens unter Zubilligung mildernder Umstände zu neun M o - nuten Gefängnis verurteilt wurde, unter An- nchnung von einem Monat drei Wochen Untersuchungshaft. «wrik Oekanatsfest des Evang. Bundes Iile"- in Watzenborn-Steinbera. 12 MMonen Liter Patenwein abgesetzt. Der Erfolg der Weinwerbewoche in Hessen-Nassau. — Darmstadt und Gießen im Verbrauch an der Spitze. KE N VZ der »5 von Telefunken«. Seine Klangfülle gebeten, für die Beseitigung dieser Schilder einzutreten. Anschließend fand eine rege Besprechung über die Arbeit der kommenden Zeit statt, wobei insbesondere die Notwendigkeit betont wurde, daß die in erster Linie an der Hebung des Fremdenverkehrs wirtschaftlich interessierten Kreise die Tätigkeit des Vereins tatkräftig unterstützen müßten. Der Vereinsführer schloß nach der Ausspra'che und der Verlosung und Verteilung der im Blumenschmuckwettbewerb gewonnenen Preise die Versammlung mit dem Wunsche, daß der Verein auch im neuen Wirkungsjahr wertvolle Arbeit für die engere Heimat leisten möge. Feuer im Bauernhof. )—( Ruppertsburg (Kreis Schotten), 29. Okt. Heute vormittag brach auf dem in der Nähe unseres Dorfes gelegenen Henriettenhof in einer alten Scheune mit Holzfachwerk Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit über die mit Heu und Stroh vollgefüllte Scheune verbreitete. Die zu Hilfe eilende Bürger- und Feuerwehr unseres Ortes mußte vor allem die angrenzenden Gebäude unter Wasser halten, um die weitere Ausdehnung des Brandes auf die übrigen Hvfgebäude zu verhüten. In kurzer Zeit erschien auch die Laubacher Feuerwehr mit der Motorspritze. Da in dem vorbeifließenden Mühlbach reichlich Wasser vorhanden war, konnte die Motorspritze mit voller Kraft in Tätigkeit treten, so daß der Brand nunmehr bald abflaute. Die Feuerwehr von Villin- gen eilte ebenfalls rasch herbei, brauchte aber nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Dank der eifrigen Feuerwehrarbeit konnten alle übrigen G e - bäude des Hofes gerettet werden, die Erntevorräte und die landwirtschaftlichen Maschinen in der Scheune sind jedoch den Flammen zum Opfer gefallen. Gemeinderat in Nidda. □ Nidda, 28. Okt. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung, bei der zum ersten Male die neuen Ratsherren tätig waren, mit folgenden Angelegenheiten: Beschlossen wurde die Erhebung der Bürgersteuer in Höhe von 500 v. H. des Landessatzes. Im vorigen Jahre wurde der gleiche Betrag erhoben. Die Gemeinde-Hundesteuer beträgt im Jahre 1935 8 RM. Von einer besonderen Besteuerung mehrfachen Hundebesitzes wurde Abstand genommen. Gleichzeitig wurde beschlossen, dem Kreisamt Büdingen den Erlaß einer Polizeiverordnung über Errichtung von Miststätten vorzuschlagen. — Zur Zeit werden in unserer Stadt einige Straßen kanalisiert. Landkreis Gießen. + Steinbach, 29. Okt. Am Sonntagabend and die feierliche Verpflichtung der NS.-Frauen- ch a f t der Ortsgruppe Steinbach statt. In dem estlich geschmückten Saale des „Einhorn" hatten ich die Frauenschaften von Steinbach, Albach und Garbenteich und zahlreiche Gäste versammelt. Nach dem Vortrag eines Musikstückes durch die Kapelle eröffnete die Leiterin der Frauenschaft Frau Kl Ücker die Veranstaltung. Es folgten Gedichtvorträge von Mitgliedern der Frauenschaften Steinbach und Albach und ein Sprechchor der Garbenteicher Frauenschaft. Schulrat Nebeling (Gießen) sprach darauf in packender Art über „Die nationalsozialistische Frau und die Politik". Die Frauenschaft Steinbach sang darauf das Schwurlied in dreistimmigem Chor. Nach einer Ansprache über die Aufgaben der Frauenschaften nahm Pg. N e b e l i n g die Verpflichtung der Frauenschaft vor. Nach Ausgabe der Mitgliedskarten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Es schloß sich dann ein gemütliches Bei- ' Watzenborn-Steinberg, 29. Okt. Am Slnntagnachmittag wurde hier das diesjährige D kanatsfest des Evangelischen Bundes für das Dekanat Gießen gefeiert. Im Fttgottesdienst predigte in der bis zum 'letzten Platz dachten Kirche der Vorsitzende des Landesverbands, Pfarrer Dr. Berger, Darmstadt. In tief« (fflirfenöen, zu Herzen gehenden Worten zeigte er ad Grund von Matthäus 19, 6 die großen Ge- salren auf, die unserm Volk drohen, wenn es sich bä- Evangelium nehmen ließe, den größten Schatz, ini! dem es von Gott im Laufe einer reichen Geschichte beiiiaöet worden ist. Höhe- und auch Tiefpunkte vierer Geschichte wurden vor den Hörern lebendig, ft ch der Predigt richtete Pfarrer Trapp- Gießen il Vertrauensmann des Bundes im Dekanat einen nvringlichen Appell an die Gemeinde, treu zur H che zu stehen und die Reihen des Evangelischen Bliöes zu stärken. Darbietungen des Kirchenchors nrr Leitung von Herrn Sommer und des Po- aßnenchors unter Herrn Philipp umrahmten eindrucksvollen Gottesdienst. Eine Anzahl neuer Hglieder trat dem Bunde bei. Abschied von Dekan Engel. ^Obbornhofen, 28. Oktober. Gestern ver- i^chiedete sich Dekan I. Engel im vollbesetzten Zl leshause von der Gemeinde, um am 1. Novem- jei in den Ruhestand zu treten, lieber 40 Jahre jqi er als Seelsorger der Gemeinde vorgestanden ile sich durch sein leutseliges Wesen, seine stete ißsbereitschast die Liebe, Achtung und Verehrung Gemeindeglieder erworben. In Oppenheim i.» h. geboren, hat seine ganze Lebensarbeit dem )infte unserer Gemeinde gegolten. Nach Abschluß eh?5 theologischen Studiums und dem Besuche Predigerseminars zu Friedberg wurde ihm am ;).5iai 1895 die hiesige Pfarrverwalterstelle über- rk en, auf der er am 31. August 1898 fest angestellt vuDe. Am 17. Dezember 1918 wurde er durch die Esche Kirchenregierung zum Dekanatsstellvertreter ini am 2. August 1919 als Nachfolger des Dekans )e ner zu Hungen zum Dekan des Dekanats ..jiirgen ernannt. Wenn der verdiente Geistliche in Veit nächsten Tagen feinen Wohnsitz zu feiner Toch- i?r nach Erfurt verlegt, so stellt er doch ein isuß»rordentlich seltenes und vorbildliches Beispiel Inrr Anhänglichkeit an die Stätte seines ersten Wirkens und die Landverbundenheit seiner ihm zur ijjeinat gewordenen Gemeinde dar. Wie man hört, |)U die hiesige Pfarrstelle aus Ersparnisgründen ron der nur 10 Minuten entfernten Pfarrei Bel - ferst) e im bis auf weiteres mitversehen werden. Ärrkehrs- und Derschönerungsverein Lich. -?Lich, 29. Okt Der Verkehrs - und Ver- Hdpnerungsoerein Lich hielt gestern abend nper Gastwirtschaft Ludwig Heller seine dies- jj ihr. ge ordentliche Hauptversammlung ab. □ei Vereinsvorsitzende, Lehrer Hild, begrüßte ins- iteiribere Gartenbauinspektor i. R. R e h n e l t (Glesien. Nach Verlesen des Protokolls der letzten Jah- negfuuptversammlung durch den Schriftführer 8h. tmann gedachte der Vorsitzende mit ehrenden Worten der im vergangenen Vereinsjahr ge- Sjottenen Mitglieder, des 2. Vorsitzenden Paul K. köiler, Stadtrechner Ludwig Häuser und fiÜQUimann Ferdinand Zimmer, die in üblicher Wei« geehrt wurden. Im Anschluß an die Begrü- Mnss hielt Gartenbauinspektor R e h n e 11 einen Lüli)bildervortrag über das Thema „Die Pflanzen- vdelt der Tropen und das koloniale Problem". An fljant) zahlreicher Lichtbilder eigener Aufnahme fchil- der Vortragende eine Reife durch den Suez- fiiincl nach Ceylon. Der Vereinsoorsitzende gab dann eiireiL Rückblick auf die vom Verein im verflossenen Memnsjahr geleistete Arbeit. Erfreulicherweise ist tiie Mitgliederzahl wiederum gestiegen. Die Rech- rm wurde geprüft, für richtig befunden, dem Ihdiner Entlastung erteilt und Dank für seine Miüiewaltung ausgesprochen. Der Fremdenverkehr i!ü lich weist in diesem Jahr den gleichen Besuch , - mSh Fremden, wie im Vorjahr auf. Besonderes meinschaft der Z i g a r r e n f a b r i k e n Niig nmerk habe der Verein auf die Hebung des Balth. Noll, Filiale Gardenteich, veranstaltete Gebildes und die Verschönerung der Anlagen »-----* -•* gcetigtet. Der Blumenschmuckwettbewerb erfreute W Luch in diesem Jahre einer guten Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung, lieber 80 Preis- Wer spach hat mehr vom Leben! Dem sparsamen Menschen sind die Schönheiten unserer Heimat erschlossen. — Er kann sich ein behagliches Heim einrichten — Lieber Sparen führt der Weg zu einer guten Berufsausbildung, zur Selbständigkeit, zu wirtschastlichem Aufstieg. Deshalb spart bei der BEZIRKSSPARKASSE GIESSEN Zweigstelle in Lich (Oberhessen) 6233 D Meyrink. Neu-Ausgabe zu chlNeichsmark 6250A Adreßbuch Sta di und Kreis Gießen Keine Minute Langeweile - Herz und Humor Bezaubernde Musik - Zwei glänzende Schlager Vorher: herrl. Beiprogramm n.üfa-Ton-Woche tägl. 4, 6, 8.30, Sonntags 3 5.30, 8.30 Uhr K l eine Anzeigen 'M (Siebener Anzeiger morden von Tauienven beachtet und nelel^n abzugeb. Bestell, erb. wir v.Postk. OampisagewerkLohai B.Nuhn A.6..Lollar. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Mittwoch Eine neue Meisterleistung des Regisseurs Geza von Bolvary, dessen große Erfolgsfilme immer die Welt erobern! Der Film der großen Komiker mit Magda Schneider Wolf AI bach- Retty.Theo Lingen, Gustav Waldau, Ilans Moser. Richard Roinanovsky, H. von Donnerstag, den 31.Oktober 1935, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im BersteigerungSloknl im „Löwen", Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 6 Diwans, 2 Sessel, 2 Klaviere, 1 ^Registrierkasse, 2 Kassenschränke, 5Schreibmaschinen,5Schreibtische,! 2 Kühlschränke, 2 Chaiselongues, 1 Kautsch, 1 Grammophon, eine Korbgarnitur, 50 Bände Romane, 1 Küchenbüfett,l(Lisschrank,lSarg, 1 Staubsauger, 1 Negistraturschr., 1 Eiskonservator, 1 Büfett, 2 Nähmaschinen, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Wanduhr, 1 Ovelwag., 5 Autolaufdecken, Autopolitur, 1 Ladentheke, 1 Aktenregal, 1 Schrank, Mantelkessel, Schaufelstiele, Gärt- nersvaten, Türbänder, Handhobel Sensen, Einkochavvarate, einen Näucherapparat. 62030 M Gerichtsvollzieher in Gieszen Ludwigstras;e33. Del. 3239 3hr neuer 3cpptth Don (ßntfdi II ^ochstätter > V , llÄM BRAND Der Schweinezuchtverein Lang- Göns läßt Montag, den 4. November, nachmitt. 2 Uhr, im Hofe des Vorsitzenden einen gut genährten schweren Eber versteigern. 6266d Ter Vorstand. Gießener Konzertverein Einladung zum Konzert-Abonnement 1935/36 In diesem Jahr sind 9 Konzerte vorgesehen u. zwar: Georg Kulenkamp!! (Violine) — Gustav Bley'W riton) — Wilhe m Backhaus (Klavier) Die Kammermnsikvereinig"ng d.Städt Orchesters Vier Symp oniekonzarte des verstärkten SM Orchesters mir Solisten Chorkonzert: Haydn — Die Schöplung ***$*"■* Äi 230 Millionen Reichsmark für Eigenheime Über 16000 Bausparer der Gemeinschaft der Freu de Wüstenrot in Ludwigsburg haben ihr Ziel schon erreicht. Die neue Bau e.dzuteilung erbrachte soeben wiederum 3,2 Millionen RM für 29b GdF-Bausnarer. We» sich und seiner Familie in absehbarer Zeil ein Eigenheim erstellen möchte, verlange sofort die kostenlose Broschüre ,.Durch Bausparen zum Eigenheim"von der ältesten u. größten deutschen Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot in Ludwigsburg. Neue Baugeldzuteilungen folgen regelmäßig. linnen-3'@6ee-Oeeeatif! UrnnndilinU 05 Schwerhörige! Eine Umwälzung bedeuten die neuen Akustik - Modelle und bringt Ihnen wieder Lebensmut. Machen Sie einen Versuch! Wußten Sie,daß ein Hören durch die Knochen möglich ist? Unser langjähriger schwerhöriger Spezialist, Herr F. Bohrend, Hannover, Lutherstraße 4, Akustikhaus, zeigt diese letzte Neuheit kostenlos und unverbindlich am Freitag, den 1. November, In Gießen, Hotel Viktoria, von 10 bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. 6247v Wir erwarten Sie bestimmt in Ihrem Interesse. Gratis-Prospekt B.H. durch Deutsche Akustik-Ges. m. b. H., Berlin-Reinickendorf. 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Darin waren ihm jedoch die Brüder Lu- miere über: die Schuld daran lag nicht bei ihm — eher fdjoti bei dem Direktor einer Großbank, der Skladanowskys Bitte um Kredit mit den Worten ablehnte: „Für solche Hirngespinste habe ich nichts übrig!" Die Direktoren des Wintergartens erkannten dagegen besser die Möglichkeiten: sie sicherten sich als Erste die im Mai 1895 von Skladanowsky mit Ko- dak-Film aufgenommenen Szenen eines Va- ristekünstlers, sowie „von Kindern ausgeführter Tanz", Bilder zweier Reckkünstler, Aufnahme „Russischer Tanz" und ähnliches. Jeder der Filme hatte eine Länge von sechs bis acht Meter. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Vom 1. November ab bringt der Berliner Wintergarten in seinem Programm eine Darbietung mit Max Skladanowsky, dem Erfinder des Films: zur Erinnerung an die vor genau 40 Jahren erfolgte Uraufführung der Skladanowskyschen Erfindung an gleicher Stelle und damit an die erste Bekanntmachung der Oeffentlichkeit mit einer „Novität" (wie es damals hieß), die später eine so ungeahnte Bedeutung erringen sollte. Skladanowsky hatte seit 1892 daran gearbeitet und im Mai 1895 in einem Pankower Gartenrestaurant die erste Freiaufnahme gedreht. Die Direktoren des damaligen Wintergartens hatten davon gehört und machten die „Reise" nach Pankow, das ja zu dieser Zeit sozusagen noch außerhalb Berlins lag. Sie waren von den Darbietungen Skladanowskys so entzückt, daß sie ihn sofort für ihre Bühne verpflichteten — und außerdem dazu, vorher nichts über sein „B i o s c o p" verlauten zu lassen. Nicht einmal anmelden durfte er sein Patent, aus Furcht, ein anderer könnte es zu früh erfahren. Und vielleicht hätte er es auch gar nicht gekonnt; denn erst von dem Honorar vermochte er die Gebühren überhaupt zu bezahlen. Kosten 150, Gage 2225 Mark Wie große Hoffnungen man auf die Darbietungen Max Skladanowskys setzte — sein Bruder Emil half ihm dabei —, beweist schon die Höhe des Honorars: man bot ihm für den Anfangsmonat 2 2 2 5 Mark. Eine für damalige Zeiten ganz ansehnliche Gage. Und wenn man nun dagegen hört, daß ihn seine Erfindung, die „intermittierende Scheibe", wie er sie bezeichnete, ein doppeltes Schneckenradgetriebe aus Präzisionsstahl in der Anfertigung ganze 150,25 Mark gekostet hat, und die Linsen aus dem heute noch am Mühlendamm befindlichen Optikergeschäft von O b e n a u s sogar bloß je 1,50 Mark, die gesamte optische Einrichtung 10 Mark —: dann möchte man meinen, „hat der aber ein gutes Geschäft gemacht". Nun, ganz so „rosig" war es nicht, denn er hat Jahre darauf verwenden müssen, ehe er zu seiner Erfindung kam. Bereits auf der Schule hat er sich als besonders begabt erwiesen, und zwar schon mit 11 Jahren in der ersten Klasse. Photographie, Glasmalerei und die technische Herstellung von Nebelbilder-Geräten (Bilder, wie wir sie von der Laterna magica aus unserer Jugendzeit her kennen) füllten seine Lehrzeit aus; schließlich übernahm er die Anfertigung von Lichtbildern für seinen Vater, der öffentliche Vorträge hielt, und dem er dabei halst Das erste Mal, daß er auf diese Weise auftrat, war am 18. November 1879; dabei hatte er die Aufgabe, das große Doppelprojektionsgerät zu bedienen: und seit dieser Zeit war er von dem Wunsch beseelt, den starren Bildern Bewegung einzuhauchen. Ein Kinderspielzeug wies ihm den Weg dazu, und so fand er die Möglichkeit, sich hintereinander fortbewegende Bilder vorzuführen, das also, was wir den Film nennen. Allerdinas gibt es manchen, der ihm — zu Unrecht — das Vorrecht an dieser Erfindung streitig zu machen versucht. Denn schon am 30. März 1890 hatte L e P r i n c e in der Pariser Oper eine Probevoraufführung ähnlicher Art veranstaltet, aber Skladanowsky hatte von ihm ebenso wenig gewußt wie etwa von den Versuchen Lum i er es. Unbestreitbar war Skladanowsky der Erste, der eine öffentliche Filmci^fführung veranstaltet hat. Das geschah am 1. November 1895. „Wie er das macht, das soll der Teufel wiffen." Oie Geburtsstunde des deutschen Films vor 40 Jahren. Charakter dadurch erhalten, daß es die Wintergartenproduktion in verblüffend echten lebensgroßen Copien wiedergibt." Zwei Tage später eine neue Meldung von der Vollendung des Bioscop-Aufbaues und die Erwartung, daß „es eine außergewöhnliche Attraktion zu werden verspricht". Am 1. November konnte man dann zum ersten Mal im Anzeigenteil groß die Ankündigung lesen: Neu! Das Bioscop! Neu Die interessanteste Erfindung der Neuzeit. Oie erste Und bann setzten d i e er st en Besprechungen ein, etwa 50 an der Zahl, die meisten für damalige Verhältnisse ausfallend ausführlich. Eine stellte fest: die Erfindung ist „lehrreich und amüsant" und „mit vielem Geschick verwertet"; zum Schluß heißt es: „Nur das Zittern der einzelnen Figuren erinnert an die Zusammensetzung aus vielen kleinen, durch Elektrizität rasch bewegten und belichteten Bildern". Ein anderes Urteil: „Zu den interessantesten Darbietungen gehört unstreitig das B i o s c o p, ein in Lebensgröße übertragenes Edi- sonsches Kinetoscop, das mit minutiöser Genauigkeit die Bewegung tanzender, turnender und ringender Menschen wiedergibt." Und wieder ein anderer: „Der ingeniöse Techniker benutzt hier ergötzliche Momentphotogramme und bringt sie in vergrößerter Form zur Darstellung, aber nicht starr, sondern lebendig. Wie er das macht, das soll der Teufel wissen?" Und im Fachblatt urteilt man schließlich so: „In Lebensgröße werden ... aus die Bühne gezaubert, daß man staunt. Die Piece ist unstreitig die interessanteste des Abends, so daß man allgemein bedauert, daß sie am Schluß des Programms steht." Doch das war nicht zu ändern; der Raum mußte ganz verdunkelt werden, und daran waren die damaligen Varietebesucher eben noch nicht gewöhnt. Gage bezahlt - Auftreten verhindert? An das Auftreten im Wintergarten schlossen sich gleich andere an; so zum Beispiel für den Januar 1896 nach Paris in die Folies Bergeres. Doch nach den ersten Tagen befürchtete man Schwierigkeiten; man bat die Brüder, von weiteren Aufführungen abzufehen, bezahlte ihnen aber die volle Monatsgage von 3000 Franken, — weil man anders nicht konnte. Doch man wollte anscheinend nicht tfnen Deutschen einem Franzosen (Lumiere) gegenüber in Schutz nehmen. Die Skladanowskys gingen dann nach dem damaligen Christiania (Oslo), nach Stockholm, Holland und in einige deutsche Städte. Als Lu - m i b r e jedoch zwei Monate später sein Theater in Berlin aufzog, nahm man es als eine große „Offenbarung" hin: wieder zeigte sich diesmal die Wahrheit des alten Wortes: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande." Skladanowsky fyat damals für die von ihm herausgegebenen Taschenbücher — sie sind heute manchmal noch für Städtebilder in Gebrauch — auch Wilhelm I. und Bismarck ausgenommen — allerdings nicht sie persönlich, sondern einen Opernsänger und einen Mimiker, die sie so gut Wiedergaben, daß beide sich damit einverstanden erklärten. Er hat es mit solchen Aufnahmen und mit seiner Erfindung gewiß nicht zu Vermögen gebracht; die Patente erloschen bald, da er auf die Dauer unmöglich Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg überreichte dem Ministerpräsidenten General Göring ein Bronzestandbild des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. als Hochzeitsgeschenk des Offizierkorps' der Wehrmacht. Der Künstler hat die Statue erst jetzt fertigstellen können. — Unser Bild zeigt den Reichskriegsminister und General Göring mit seiner Gattin vor dem Standbild. — (Scherl-Bilderdienst-M.) So konnte die „Uraufführung" vor 1500 Zu-1 schauern stattfinden. Ein ereignisreicher Abend, die Geburtsstunde des deutschen Films! Sogar eine eigene Begleitmusik wurde dazu komponiert; die Noten sind noch heute im Besitz Skladanowskys. Weil aber damals das Auswechseln der Filme nicht so schnell ging wie heute, projizierte er die Titel mit Hilfe einefl* anderen Gerätes auf die Leinwand, so daß die Pausen zwischen den einzelnen Aufnahmen den Zuschauern kaum auffielen. Eine „außergewöhnliche Attraktion". Am 24. Oktober erfuhr zum ersten Mal die Oeffentlichkeit etwas von dieser Erfindung; allerdings wurde nicht gleich gesagt, um was es sich handelte, sondern es wurde vorerst nur angedeutet: „Jin Wintergarten wird die kleine Bühne zur A u f- nahrne einer Novität vorbereitet, die überall — bei Laien wie in wissenschaftlichen Kreisen — das größte Aufsehen erregen wird." Und, um die Neugierde noch mehr zu entfachen, wird hinzugefügt: „lieber die geradezu verblüffende Art, in welcher die merkwürdige Erfindung einem großen Zuschauerkreis zu gleicher Zeit-vorgeführt wird, wird vorläufig nichts verraten." Drei Tage später heißt es: „Auch Skladanowskys ,Bioskop< ist nahezu vollendet. Dasselbe wird einen ausnehmend originellen Geschenk der Wehrmacht an General Göring. NIVEA creme; - v ’ - A'l. Gießener Giadiiheaier. Shakespeare: „Komödie der Irrungen" Die „Comedy of Errors" ist eines der ersten Lustspiele, eines der frühesten Dramen Shakespeares überhaupt. Es ist zu bedenken, daß unter dem Gattungsnamen und Sammelbegriff „co= medy" bei Shakespeare eine ganze Stufenleiter dramaturgischer, dichterischer und menschlicher Ausdrucksmöglichkeiten zusammengefaßt wird, daß unter diesem Namen die ganze weite Bogenspannung einer Dramengruppe sich vereinigen läßt, die, weder „tragedy“ noch „history“, vom Schwank über das Lustspiel bis zur echten Charakterkomödie reicht. Und wenn man, nicht chronologisch, sondern dichterisch betrachtet, den „Kaufmann von Venedig", der schon nah an der Tragödie streift, an den Enopunkt dieser Entwicklung stellt, so steht die „Komödie der Irrungen", wiederum nicht nur zeitlich, auf dem entgegengesetzten äußersten Flügel. .* Die Grundlage für das Stück boten, wie man weiß, die „Menaechmi“, die „Zwillinge" des Plau- tus, eine altrömische Verwechslungsposse, die in ihrer Wirkung bereits auf der verblüffenden Aehnlichkett der beiden Brüder beruhte; eine „History of Errors", die ihrerseits eine Bearbeitung des plautt- nischen Stückes darstellte, erschien in London schon vor Shakespeare, und es ist anzunehmen, daß Shakespeare diese Fassung kannte und als Vorlage für sein eigenes Stück benutzte; das ältere ist nicht erhalten, was man vor allem um deswillen bedauert hat, weil man vermutet, daß die Verdoppelung des Doppelgänger- und Verwechslungsmotives dort noch nicht vorhanden, also eine Erfindung Shakespeares gewesen sei. * In der Tat wird erst durch eine solche Steigerung des ursprünglichen Einfalles die „Komödie der Irrungen" zu dem, was sie ist: zu einem Urbilde des Schwankes, von dessen Möglichkeiten und dessen Situationswirkungen Generationen von Theaterdichtern durch Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag gelebt haben. Ohne daß freilich einer — so muß man hinzufügen — die Leichtigkeit und souveräne Beherrschung der Szene erreicht hätte, mit der hier Shakespeare die Fäden der Verwirrung in der Hand hält und fünf Akte lang ein ausgezeichnetes Theater aufführt. Das Motiv scheint wirklich bis zur äußersten denkbaren Konsequenz gesteigert und zugespitzt: zwei Zwillingsbrüder, die sich nicht nur zum Verwechseln ähnlich sehen, sondern auch aus denselben Namen Antipholus hören und nur durch die ^Nennung der Städte ihrer Herkunft, Ephesus und Syrakus, voneinander unterschieden werden können. Dbefibrein hat jeder von ihnen einen Sklaven bei sich, und diese Sklaven sind wiederum Zwillingsbrüder, welche sich auch gleichen wie ein Ei dem andern und pben'alls denselben Namen tragen: Dro- mio von Syrakus und Dromio von Ephesus. Man hat eingewendet, daß dies eine unmögliche und unstatthafte Voraussetzung sei und eigentlich gegen die Spielregeln verstoße; das mag an sich richtig sein, aber für ein Genie, wird man hinzufügen dürfen, gelten eben die Spielregeln und Voraussetzungen der Durchschnittsschreiber nicht. Jedenfalls hat der Erfolg dem Manne aus Stratford weit über dreihundert Jahre lang recht gegeben, und wer sich sonst bei ihm auskennt, wird einräumen müssen, daß eben durch so gehäufte Unwahrscheinlichkeiten das Stück in eine Sphäre der Unwirklichkeit hineingehoben wird, die an die Märchenwelt der späteren Shakespeare-Lustspiele erinnert und den Zuschauer auf die heiterste Weise verzaubert. * Shakespeare hat es, der Wirkungen des phantasievollen Spieles auf dem Theater sich wohl bewußt, meisterlich verstanden, die beiden Brüder und die beiden Sklaven jeweils erst im allerletzten Augenblick sich begegnen zu lassen, wenn die Verwirrung auf den Höhepunkt gestiegen ist und alle Möglichkeiten einer friedlichen und befriedigenden Lösung erschöpft zu sein scheinen. Fast fünf volle Akte lang spielt er in immer neuen Variationen mit dem Einfall, daß der eine Bruder für den anderen, der eine Sklavenzwillina für sein wandelndes Ebenbild gehalten wird. Bei den beiden Dromios führt dies nur dazu, daß der eine unschuldigerweise die Prügel bezieht, die dem anderen zugedacht waren. Verblüffender aber wirkt sich der Umstand aus, daß der Antipholus aus Syrakus unvermutet in Ephesus auftaucht und dort wider Willen die Rolle feines nichtsahnenden Bruders zu spielen beginnt dergestalt, daß bald beide sich doppelt sehen, jeder sich von Hexerei genarrt glaubt und zuletzt keiner mehr aus und ein weiß. Wir erinnern uns aus dem „Amphitryon", dessen Wiederentdeckung im Film wir neulich erlebten, zu welchen erstaunlichen Wirkungen solches Doppelspiel führen kann, und in der Tat ist eine der heitersten Szenen der „Irrungen" eben jene, wiederum nach Plautus, wo die Frau des verheirateten Antipholus im wahrsten Sinne des Wortes aus „Versehen", aber im guten Glauben mit dem ledigen Antipholus bei Tisch sitzt, während der rechtmäßige Gemahl zu spät kommt, ausgesperrt wird und unten hungrig an der verschlossenen Tür tobt, wobei wiederum das Doppelspiel der beiden Sklaven die anmutige Begleitmusik abgibt. - ........ So geht das weiter — wir zahlen absichtlich nicht alle Variationen des Motivs auf — bis zu jener echt shakespearefchen Schlußszene, die an die Vorgeschichte anknüpft und die durch Schiffbruch ausem- andergesprengte Familie aufs glücklichste wiedervereint: nicht nur die Zwillingsbrüder samt den Zwil- lingssklaven, sondern auch — oh unerhörter Zufall! — die beiden alten Eltern der Antipholus; mehr kann man billigerweise nicht verlangen. Der Aufführung lag die Übersetzung von Hans Rothe zu Grunde, dem wir die erfolgreiche Neubearbeitung einer Reihe von Shakespeare-Stücken verdanken. Er weist (in einer Einführung im Programmheft) auf eine Zeitungsnotiz hin, die er nach der Drucklegung seiner Neufassung entdeckte: sehr interessant, daß die Wirklichkeit, wieder einmal, vor erstaunlichen Unwahrscheinlichkeiten — ganz ähnlich wie in der Fabel bei Shakespeare — nicht zurück- schreckt und überdies den witzigen Schluß der neuen Fassung gleichsam bekräftigt: daß nämlich die beiden Dromios sich in dieselbe Frau verlieben. Im übrigen hat die Neufassung Rothes den gewohnten Text nicht unerheblich umgestaltet. Er bat die Vorgeschichte gestrichen und gibt die Exposition zum Schluß; er läßt ferner das alte Elternpaar nicht persönlich auftreten, hat den Herzog eingespart und hat auch sonst einiges geändert: mit Glück und Taktgefühl, wie zugegeben werden muß; er hat manches, was Tieck umständlicher und „klassischer" übersetzte, unserer Umgangssprache angenähert ... und dennoch, dies ist entscheidend, nichts Unehrerbietiges getan: diese Neufassung ist sehr ebenmäßig im Geiste des Originals gehalten, und was wir sahen und hörten — mehr kann zum Lobe der Bearbeitung nicht vorgebracht werden — war und blieb allenthalben unmißverständlich doch der junge Shakespeare. * Die Aufführung — vom Intendanten Schultze- Griesheim geleitet — war entzückend, man muß es sagen; sie war die beste, einheitlichste und innerlich geschlossenste, die wir bisher hier erlebt haben. Man merkte deutlich, daß gerade den Stücken Shakespeares die besondere Liebe des Spielleiters gehört. Alle Szenen, von der ersten dis zur letzten, waren auf den echten Lustspielton gestimmt, von schwebender Heiterkeit und graziöser Unwirklichkeit erfüllt. Ernst Bräuer ließ eine zarte Bühnenmusik dazu spielen, und Herr Löffler hatte sich mit dem Bühnenbild, in dem ein klassisches Altertum und ein Märchen-Orient sich zwanglos zu verbinden schienen, selbst übertroffen. Es war da Gelegenheit zu einer herrlichen Balkonszene gegeben, in welcher nicht Romeo, sondern Dromio die Hauptrolle spielte, und zu einer anderen, ernstlicher empfundenen und gesprochenen, an der man merken konnte, wie hoch sich dieses kecke Erstlingswerk des jungen Briten über zahllose Nachläufer aus allen Zonen des Erdballs erhebt. Wenn es (beim Lesen) schon bedenklich erscheint, daß der Herr den Diener, der Diener den Herrn, ja die Geliebte den Liebenden und selbst die Frau den eigenen Mann nicht sollte erkennen können und mit einem anderen verwechselt — um wieviel gefährlicher mußte dergleichen auf der Bühne wirken, wo sich die Sachen „hart im Raume stoßen"; aber, wunderbar, es wirkte gar nicht gefährlich, gar nicht gezwungen, sondern ganz natürlich und übernatürlich zugleich: die beiden Antipholus, Heinz Rosenthal (aus Syrakus) und Hans von S p a l l a r t (aus Ephesus) waren so geschickt und fließend aufeinander eingespielt, daß man die zum Verwechseln aeschaffene Zwillingsbruderschast lächelnd anerkannte und dennoch, hier und dort, die Individualitäten, des Liebhabers wie des Ehemannes, gewahr wurde. Ein köstliches Doppelspiel boten die beiden äthiopischen Zwillinge, die von Herrn Kühne und Herrn Frickhoeffer gegeben wurden: der eine mit der gedrechselten Beredsgmkeit und dem trockenen Witz der shakespearefchen Narren, der andere mit unbezahlbaren Frechheiten aus dem Hintergründe während der schon geschilderten Szeye des Mittagsmahles. * Auch die weiblichen Rollen waren vorzüglich besetzt. Aenne M a r k g r g f gls Adriana wirkte hier viel persönlicher und konnte sich weit mehr entfalten als in dem modernen Lustspiel, mit dem sie bei uns begann: die uralte, in jedem Gewände und Zeitstil aktuelle und hörenswerte Eva-Klage der liebenden Frau und eifersüchtigen Gattin kam bezwingend natürlich und unwiderstehlich komisch heraus. Inge B i r f m a n n bestätigte hier vollkommen den starken, ersten Eindruck, den sie als Natalie im „Homburg" hinterlassen hatte: ihre Luziana war eine ganz shakespearesche Erscheinung, zart, anmutig, mit warmem Herzton empfunden und gespielt; die Balkon- und Fensterszene hätte auch in einer minder scherzhaften Umgebung durchaus überzeugend gewirkt. Sehr roihiq machten sich ferner die stattliche, sehr verliebte Mvhrenköchin Emmelina (Frau Stirl), deren sich Rothe augenscheinlich mit besonderem Vergnügen angenommen hat, und Fräulein Decker als das leichte Mädchen Julia (bei Tieck ganz schlicht: Courtisane), eine immerhin verfängliche Figur, die doch nirgends Maß und Sphäre des Sttickes überschritt. Die Herren Geiger (sein Angelo war eine treffend ausgespielte und abgerundete Episode), Neuhaus, Nieren und Mosbacher vervollständigten das Ensemble im Sinne der beschwingten Inszenierung. * Der Erfolg war groß und wohlverdient. Den anhaltenden Beifall der erheiterten Besucher konnte zuletzt auch der Intendant im Kreise der Seinen entgegennehmen. hth. die hohen Gebühren bezahlen konnte. Nach wie vor übt er aber, unterstützt von seinem Sohn Erich, seinen alten Beruf aus, Laterna-magica-Streifen, zum Teil selbst aufgenommene, für Vorträge, Schulen usw. zusammenzustellen. Denn mit seinen 72 Jahren fühlt er sich, wie er dem Besucher erzählt, „noch mächtig jun g", er will 100 Jahre alt werden", fast so alt wie seine Urgroßmutter, die mit 115 Jahren starb. Wirtschaft. Nindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 559 Stück Großvieh, 175 Fresser und 135 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 390 bis 510 Mk., 2. Qualität 290 bis 380 Mk., 3. Qualität 170 bis 280 Mark: c) Rinder 1he bis Xjährig 100 bis 175 Mark, 7v bis 2jährig 170 bis 260 Mark, tragend 240 bis 460 Mark; d) Kälber, bis zu zwei Wochen 38 Mk., bis zu vier Wochen 54 Mark, bis zu sechs Wochen 70 Mark. Marktoerlauf: Schleppend, kleiner Ueberstand. Nächster Markt: 12. November. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 29. Okt. Die vorbörslich gehegten Erwartungen, daß die Kundschaft auf Grund der günstigen Wirtschaftsnachrichten sich etwas lebhafter am Geschäft als bisher beteiligen werde, Haven sich nicht erfüllt. Der Auftragseingang hielt sich in engsten Grenzen, und auch die Umsätze waren äußerst klein. Die Grundstimmung blieb trotzdem freundlich, obgleich die ersten Kurse am Aktienmarkt angesichts der starken Geschäftslosigkeit kaum behauptet waren. Erneut schwach lagen Scheideanstalt mit 217 (220), IG. Farben lagen mit 148,50 unverändert. Elektroaktien bröckelten fast durchweg um 0,25 bis 0,50 o. H. ab, lediglich Labmeyer konnten sich auf den guten Abschluß voll behaupten. Montanwerte brockten nur geringe Veränderungen, Hoefch gewannen 0,25 v. H., Rheinstahl 0,75 v. Sy, dagegen verloren Stahloerein 0,25 v. Sy; Klöckner und Mannesmann lagen etwa behauptet. Kunstseideaktien notierten niedriger, so Bemberg mit 104 (105,25) und AKU. mit etwa 54,50 (54,75). Von Verkehrswerten gingen Norddeutscher Lloyd 0,13 v. Sy, AG. für Verkehrswesen 0,50 v. Sy zurück, Havag lagen mit 16 unverändert. Reichsbankanteile liehen 1 v. Sy nach auf 172,50. Deutscher Eisenhandel und Eßlingen Maschinen lagen behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten lagen Anfangskurse noch nicht vor. Am N e n t e n m a r k t blieb die Tendenz freundlich, die Umsätze waren bei höheren Kursen jedoch klein. Altbesitz gewannen 0,25 v. Sy auf 113, späte Schuldbuchforderungen 0,25 o. Sy auf 97,50 und Kommunal-Umschuldung 0,15 v. H., Zinsoergütungsscheine lagen mit 90,65 unverändert. Etwas fester lagen außerdem Umtausch-Obligationen des Stahlvereins bei Erhöhungen bis 0,50 v. Sy Von fremden Werten eröffneten Ungarn Gold mit unverändert 9,40 v. Sy Bei kleinen Umsätzen war die Kursentwicklung am Aktienmarkt im Verlaufe uneinheitlich, doch hielten sich die Abweichungen in engen Bahnen. Etwas höher lagen AEG. mit 36,90 nach 36,65, Gesfürel mit 121,75 nach 121,40, IG. Farben mit 148,75 nach 148,50, letztere gingen wieder zurück auf 148,25. Stärker erholt waren Scheideanstalt mit 218,50 nach 217, dagegen lag in AKU. einiges Angebot zu 54 Brief nach 54,75 vor. Am Rentenmarkt waren Kommunal-Umschuldung bei etwas lebhafteren Umsätzen weiter erhöht, außerdem stiegen Dekosama I auf 113 (112,30). Zinsoergütungsscheine erhöhten sich auf 90,80 nach 90,65. Goldpfandbriefe lagen ziemlich unverändert, es bestand etwas Nachfrage. Von Stadtanleihen zogen 4,50 v. Sy Darmstadt von 1928 auf 92 (91,50) und 4,50 v. Sy Mainzer von 1926 und 1928 auf 91,75 (91,50) an. Auslandsrenten lagen sehr still. — Tagesgeld war auf UttimoDor» Bereitungen gefragt und stieg auf 3 (2,75) v. Sy Abendbörse: Renten lebhaft und fest. An der Abendbörse stand der Rentenmarkt im Vordergrund. Das Geschäft war ziemlich lebhaft, fest lagen besonders Kommunal-Umschuldung, die 0,40 d. Sy gegen die halbamtliche Berliner Notiz gewannen. Zinsvergütungsscheine stiegen auf 90,85 (90,80), Dekosama I auf 113,25 (113). Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 97,50 unverändert, während Altbesitz nicht notiert wurden (Taxe 113,13 nach 113,25). Aktien lagen dagegen vernachlässigt und gegen den Berliner Schluß zeigten die Kurse uneinheitliche Tendenz. Etwas fester lagen u. a. Reichsbank mit 173 (172,25). Scheideanstalt gaben wieder etwas nach auf 218 (218,50). Im übrigen hielten sich die Veränderungen im Rahmen von 0,13 bis 0,25 v. Sy In Großbankaktien vorliegendes Angebot wurde ausgenommen, nur Commerzbank ermäßigten sich auf 85,25 (85,50), während DD-Bank zu 84,50 und Dresdner Bank zu 85 behauptet blieben. Von Auslandswerten waren Schweiz. Bundesbahnen leicht erholt, 4prozentige 186,50 (186), 3,5proz. 176,50 (176). U. a. notierten: JG.-Farben-Bonds 121, Reichsbahn-VA. 122,65, 4proz. Rumänen 4,80, 4proz. SBB. 186,50, 3,5proz. SBB. 176,50, Braubank 116, Reichsbank 173, Harpener HO, Mannesmann 82,75, Rheinstahl 106,25, Stahloerein 80,25, Aku 53,50, Betula 141,65, Conti-Gummi 156, Scheideanstalt 218, Dt. Eisenhandel 103, Dt. Linoleum 142,50, Licht und Kraft 129,75, Eßlingen Masch. 80, JG.-Farben 148,50, Gesfürel 121, Holzmann 90,25, Metallgesellschaft 104, Schuckert 118, Südd. Zucker 210,75, Schöfferhof-Binding 163,25, Hapag 16. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 29. Okt. Das starke Angebot am G e m ü s e m a r k t hielt an. Bei schleppendem Geschäft blieben die Preise gegen die Notie- rungen vom letzten Freitag nahezu unverändert. U. a. notierten: Blumenkoyl 20—50, Eskarol 4—8, Feldsalat 25—35, Karotten 4—5, gelbe Kartoffeln 3,30—3,50, Kopfsalat 4—10, Meerrettich 35—40, Rosenkohl 16—22, Note Rüben 4—5, Rotkohl 33/«—6, Sellerie je nach Größe 5—28, Spinat 5—6, Schwarzwurzel 15—22, Tomaten I 12—15, II 6—10, Haus-Tomaten 20—25, Weißkraut 3V2—4, Filterkraut 4—4% Wirsing 3—6, Zwiebeln 5V2—6. Am Obstmarkt zeigte die Lage kaum eine Aenderuna. Aepfel sind gut, Birnen genügend an- geboten. Nachfrage zeigt sich in der Hauptsache nach besten Früchten, im übrigen ist das Geschäft schleppend. Preise kaum verändert, beste Auslesen über Notiz. Ausländische Trauben haben bei starkem Angebot lebhaften Verkauf. U. a. notierten: Aepfel I 20—25, II 14—18, Wirtschaftsäpfel 10—14, Goldparmänen I 22—25, II 16—20, Schafsnase 12, Landsberger 20—23, Tiroler 16—30, Jugoslawen 17 bis 24, Birnen I 20—25, II 14—18, Kochbirnen 6 bis 10, Diehls Butterbirne 15—20, Vereins Dechant I 20—25, Charneu I 20—25, Mollebusch I 20—22, II 15—18, Haselnüsse 35—40 itaL Kastanien 12—18, Trauben 15—18, itaL 17—22, holl. 35—45, span. 20—23, bulgar. 17—22, Walnüsse 33—40, Zitronen 4—5. SJL-'Svort Handball für das Winterhilfswerk! Die Spiele im kreis Lahn-Dill. Am nächsten Sonntag stellt sich das Fachamt IV, wie schon in den beiden letzten Jahren in den Dienst des Winterhilfswerks. Ueberall sind zugkräftige Spiele angesetzt worden, damit der finanzielle Erfolg auch gesichert ist. Es fehlt nur noch das Werben bei den Freunden des Handballs und bei all denen, die das Werk des Führers unterstützen helfen wollen. Gelegenheit, interessanten Sport zu sehen, ist jedenfalls da. Es werden spielen: 1. in Dorlar: Tv. Dorlar — T. u. Spgde. Wetz- lar-Niedergirmes; 2. in Dutenhofen: Dutenhofen-Allendorf an der Lahn — To. Münchholzhausen; 3. in Heuchelheim: Tv. Heuchelheim — Tv. Atzbach; 4. in Lützellinden: Tv. Lützellinden — Spvg. 1900 Gießen; 5. in Wißmar: Tv. Wißmar — Mto. Gießen; 6. in Holzheim: Tv. Holzheim — Hausett-Gar- benteich; 7. in Grüningen: To. Grüningen — Hausen- Garbenteich-Lich; 8. in Hochelheim: Tv. Hochelheim — Hörns- heim-Groß-Rechtenbach; 9. in Treis: Treis an der Lumda-Londorf — Allendorf an der Lumda-Beuern; 10. in Alsfeld: To. Alsfeld — Arbeitsdienstlager Alsfeld; 11. in Lang-Göns: Tv. Lang-Göns Jugend — Holzheim-Grüningen Jugend; 12. in Ruttershausen: Tv. Ruttershausen — Staufenberg-Wißmar Jugend; 13. in Waldgirmes: T. u. Spgde. Wetzlar- Niedergirmes — Tv. Münchholzhausen Jugend. Die Spielwarte der Platzvereine sorgen für die nötige Reklame, interessieren die örtlichen Stellen der Partei und ihrer Gliederungen für die Spiele, während es den Gegnern überlassen ist, die spiel- stärksten Mannschaften auf den Plan zu bringen. Die Reineinnahmen fliehen dem Winterhilfswerk der Platzvereine zu. Die Gaudietwarte des NfL. und die Gaupreffewarte der DT. tagen in Potsdam In den Tagen vom 1. bis 3. Nebelmonds 1935 findet in Potsdam unter Leitung des Reichsdiet- roarts und Presseführers der DT. Kurt Münch eine Reichstagung der Gaudietwarte des Reichsbundes für Leibesübungen und der Gaupressewarte der Deutschen Turnerschaft statt. Die Tagung dient nicht nur geschäftlichen und fachlichen Besprechungen, sondern in erster Linie auch weltanschaulicher und politischer Schulung. Ferner ist der Besuch kultureller Veranstaltungen und die Besichtigung der Sporterholungsstätte Hohenlychen vorgesehen. So werden die Tagungsteilnehmer dem Abend „Dichtung und Natipn" der N S. - K u l t u r gemeinde im Festsaal des Berliner Rathauses, wobei der Präsident der Neichsschrifttumskammer Staatsrat Hanns I o h ft spricht, beiwohnen und auch einer Feierstitnde in der Potsdamer Garnisonkirche, bei der der Organist der Garnisonkirche, Professor Dr. Becker, mitwirken wird. Da der erste Tag ganz der sachlichen Arbeit gehört, werden die Gaudietwarte des RfL. für Leibesübungen und die DT.-Gaupreffewarte, zu denen sich noch die Gaublattschristler der DT. gesellen, getrennt tagen. Am zweiten und dritten Tag des Lehrgangs finden alle Veranstaltungen für Diet- roartc und Preffewarte gemeinsam statt. Es werden bei den Gemeinschaftssitzungen u. a. sprechen: E.L. Schellenberg über „Kultur und Kunst"; Pg. Maaß, Leiter der Schulungsburg Werlsee der NSDAP., über „Der nordische Gedanke"; Pg. C. M. Holzapfel, stellvertretender Amtsleiter der NS.-Kulturgemeinde, über „Aufgaben und Bedeutung der NS.-Kulturgemeinde"; stellvertretender Reichsdietwart Pg. E. S ch n e e m a n n über „Die Zusammenarbeit des Pressewarts mit dem Diet- roart"; Schriftleiter Pg. Willi Buch über „Der Preffewart und die Politik". Olympia-Lichtbilderwerbeabend des RfL. Nur noch wenige Tage trennen uns von dieser Veranstaltung. Wohl selten wird eine solche Gelegenheit geboten, vom Sinne der Olympiade und insbesondere vom Ausbau der XI. Olympischen Spiele in Berlin unterrichtet zu werden. Pflicht jedes Volksgenossen ist es, sich sowohl innerlich als auch körperlich auf eine gesunde Körpererziehung, einzustellen, und man erinnert sich der Worte unseres Führers und Reichskanzlers, der im Jahre 1933 folgendes zum Ausdruck brachte: „Im Dritten Reich gilt nicht nur das Wissen, sondern auch die Kraft, und höchstes Ideal ist uns der Menschentyp der Zukunft, in dem strahlender Geist sich findet im herrlichen Körper, auf daß die Menschen über Geld und Besitz wieder den Weg zu idealeren Reichtümern sinden." Dieses herrliche Wort muß besonders diejenigen aufmuntern, die bisher dem Turn- und Sport- roefen wenig Verständnis entgegengebracht haben, gerade diesen Volksgenossen gilt der Ruf, sich ein- Augliefoern in die große deutsche Sportgemeinschaft, so daß es im nächsten Jahr auch nicht einen einzigen gibt, der abseits steht und den völkerverbindenden, dem Frieden dienenden Sinn der Olympischen Spiele nicht versteht. Ergebnisse der Kreisklaffenspiele. Grünberg — Heuchelheim 2:5; 1900 II — Lollar 2:7; Aßlar — Holzhausen 5:2; Ehringshausen gegen Hermannstein 10:0; Pyilippstein — Burgsolms 2:3; Spfr. Wetzlar — Albshausen 7:2; Stockhausen gegen Steindorf 2:2; Ulm — Werdorf 2:1 abgebrochen, 1900 III — DfB.-R. III 0:4; Heuchelheim II — Alten- *Buseck 2:3; Großen-Linden — Garbenteich 1:8; Lich — Steinbach 0:2; Grüningen — Steinberg II 2:3; Rodheim II — Krofdorf 1:1; Lollar II gegen Launsbach 6:1; Tv. 1846 — Vetzberg 11:0; Großen- Buseck II — Flensungen 8:3; Oberndorf — Aßlar II 2:5; Niedergirmes II — Naunheim II 4:1. Sportverein 1920 Heuchelheim. Grünberg I — Heuchelheim I 2:5. Unter den denkbar ungünstigsten Umständen konnte die erste Mannschaft des Spv. 1920 Heuchelheim am Sonntag in Grünberg einen verdienten 5:2-Sieg erringen. Heuchelheim II — Alten-Buseck I 2:3. Die zweite Mannschaft leistete auf eigenem Platz ihrem Gegner, der Ersten vom Spv. Alten-Buseck hartnäckigen Widerstand und gab sich nur knapp 3:2 geschlagen. Bei etwas weniger Schußpech der Heuchelheimer hätte das Ergebnis leicht umgekehrt lauten können. Sportverein 1920 Lollar. Der vergangene Sonntag sah die Mannschaften des Sportverein 1920 Heuchelheim mit wechselndem Erfolge kämpfen, und zwar spielten 1900 Gießen II — Lollar I 2:7. Lollar II — Launsbach I 6:1. Lollar Jugend — Leihgestern Jugend 1:5. Die I. Mannschaft siegte überraschend glatt und sicher in Gießen. Die zweite Mannschaft, die bis auf einen Mann in stärkster Aufstellung angetreten war, fertigte ihren Gegner aus Launsbach sicher mit 61 Toren ab. Auch sie war ihrem Gegner in technischer und taktischer Hinsicht weit überlegen. Die dritte Els trat wider Erwarten gegen Grünberg nur unvollzählich an, so daß sich der Schieds- richter gezwungen sah, das Spiel für Grünberg gewonnen zu erklären. Die Jugend mußte ebenfalls mit reichlich Ersatz und außerdem noch unvollzählig spielen. Fast die Hälfte ihrer besten Spieler waren krank. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Lollar I 2:7 (1:3). Der Torunterschied ist etwas ungünstig für die Blauweißen ausgefallen. Wohl war Lollar die schnellere und eifrigere Mannschaft, aber um fünf Tore war die Ligareferve von 1900 nicht schlechter. 1900 III. — DfB.-R. III 0:4. Hier waren die VfBer in jeder Beziehung überlegen. Vorbildlich das aufopfernde Spiel ihres Mittelläufers, des 42jährigen Capeller, der der beste Mann auf dem Platze war. 1900 verstand es nicht, zwei Elfmeter auszunutzen. 1900 1. 3gb. — Heuchelheim 1. 3gb. 5:1. Eine feine Leistung der Blauweißen. Die körperliche Überlegenheit der Gäste glichen sie durch großen Eifer und Hingabe aus. Sportverein 1928 Garbenteich. Die Jugendmannschast des Sportvereins Garbenteich trat in Wiefeck zum fälligen Verbandsspiel an und mußte eine unverdiente 4:3-Niederlage hinnehmen. V. f. R. Lich. Lich I — Steinbach I 0:2 (0:2). In einem spannenden Treffen erlitt Lich eine weitere Niederlage in der neuen Spielsaison. Der Kampf wurde auf beiden Seiten hart durchgeführt. Steinbach war in der ersten Halbzeit teilweise feld- überlegen. Nach der Pause hatte Lich mehr vom Spiel. Sofort nach Anstoß waren die Gäste tonangebend. Die Licher fanden sich nicht zurecht. Steinbach nutzte das aus und stellte das Ergebnis innerhalb 15 Minuten auf 2:0. Lich ging nun mehr aus sich heraus, konnte jedoch keine zählbaren Erfolge buchen. Nach der Pause hatte Lich das Spiel in der Hand, jedoch fehlte es an der Entschlossenheit der Stürmer, die lieber den Ball noch einmal abspiel- ten, als auf das Tor schossen. So fiel der Sieg an die Gäste. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Die Schüler landeten auf heimischen Gelände einen haushohen 12:0-Sieg über ihre Gäste aus Klein-Linden. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linben I — Garbenteich I 1:8 (0:5). Am Sonntag weilte Garbenteich zum fälligen Verbandsspiel in Großen-Linden. Sofort nach Anstoß entwickelte sich bei mäßigem Fußballwetter ein flottes Spiel, das die Gäste auf Grund ihrer besseren Gesamtleistung stets leicht im Vorteil sah. Ihren besten Mann hatten sie in dem Stürmer Stumpf, der auch den größten Anteil an dem hohen Sieg hatte. Klein-Linben 3gb.—Großen-Linben 3gb. 2:6 (0.6). Die Jugend war sich ihres schweren Ganges nach Klein-Linden bewußt und legte sich gleich mächtig ins Zeug. Die Platzelf konnte dem technischen Spiel der Gäste nur einen riesigen Eifer entgegensetzen und mußte sich eine hohe Niederlage gefallen lassen. Herbst-Feldbergtauf im Schnee. Am gestrigen Sonntag fand, wie alljährlich, im Taunus der vom Skiklub Taunus, Frankfurt a. M., ausgeschriebene Waldlauf der Skiläufer statt. Der -Lauf führte über etwa 8 Kilometer auf Umwegen vom Sandplacken nach dem Feldbepg. Die Gesamtsteigung betrug etwa 300 Meter. Die Witterungs- Verhältnisse waren die denkbar ungünstigsten. Herr „Winter" hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Skijünger im weißen Gelände zu begrüßen. Eisiger Wind jagte die Nebelschwaden über die weiße Kuppe des Feldbergs, als um 10 Uhr die Herrenklasse startete. Mit Skistiefeln und Skistöcken versehen gingen die Läufer auf die Strecke, die teils durch Wald, über Geröll, Schneefelder, Schlamm und tiefe Pfützen führte. In Anbetracht dieser Schwierigkeiten ist es als eine außerordentliche Leistung zu bewerten und zeugte von dem erbitterten Kampf der Teilnehmer, daß der seitherige Streckenrekord um eine Minute verbessert wurde. Die Altersklasse hatte die gleiche Strecke zu bewältigen, während die Jungmannen 4,5 Kilometer und die Jugendlichen 2 Kilometer zurückzulegen hatten. Der Skiklub Gießen konnte sowohl in der Herrenklasse einen schönen Erfolg durch H. R ü b f a m e n, als auch in der Altersklasse durch Emin S ch ü ß l e r, der an fünfter Stelle ankam, erzielen. Datum 8% 3)eutfd)c Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 6Vi% Donna-Anleihe von 1980 .. Deutsche A"i..Ablüs..Schuld mit Auslos.-Rechte" 4*/t% Deutsche Relchspostimatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahld. 102%) ........... ehern. Hessische LandeSbant Darmstadt Mold N. 12........ 6Vi% ehe in. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslvs.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslvs.-Rechten