Ur. 228 Erster Blatt Montag, 50. September 1955 185. Jahrgang r» =G8l lagen 5545 A .4. ftien nzahl i n 5551 * jge tten der der ment geliefert Eindruck, daß k e n s w e r t e In litauischen iheit für .Leslher jnus 3 1877V orch: Stimmung, die noch durch die Nachrichten über Unruhen in einzelnen Teilen des Landes und über eine bevorstehende Kabinettsänderung verstärkt würden. rtikel : 2028 □rauchen. lenPre'8' ssere 55449 Aegidienberg 4923. Der VDA. gedenkt der Abwehr der Separatistenschmach im Siebengebirge. Bad Honnef, 30. Sept. (DNB.) Bereits am Samstagmittag standen Bad Honnef, Aegidienberg und alle kleinen Orte am Siebengebirge ganz im Zeichen des vom 28. bis 30. September stattfindenden großen Jugendtreffens des VDA. der Westmark, das der heldenhaften Abwehr deutschen Volkstums gegen die Separatisten- s chm a ch gedenken soll. Mehr als 5000 Jungen und Mädel aus ganz Westdeutschland waren zusammengekommen. Den Auftakt der Veranstaltungen bildete am Samstagnachmittag die feierliche Einweihung des Separatistenabwehrdenkmals in Hoevel bei Aegidienberg, das von den Einwohnern von Aegidienberg an der Stelle errichtet wurde, wo damals die Separatisten vier Geiseln so schwer mißhandelten, daß einer von ihnen starb. Neben zahlreichen Volksgenossen nahmen als Ehrengäste auch viele Selbstschutzkämpfer von 1 9 2 3 sowie die drei Abwehrkämpfer, die in die Hände der Separatisten gefallen waren, an der Einweihung teil. Der bekannte Völkerrechtler Professor Dr. Grimm (Essen) weihte das Denkmal ein. Im Abend vereinte dann eine Feierstunde im Kurhaussaal von Bad Honnef die Abordnungen der ungezählten Jugendgruppen sowie zahlreiche Gäste. Der Bundesleiter des VDA., Dr. Hans Steinacher legte ein Treubekenntnis zum Memeldeutschtum ab. In bewegten Worten schilderte er die Tage des Jahres 1923. Professor Grimm schilderte den Kampf, den er geführt hat. Ein Teilnehmer der Abwehrkämpfe berichtete von dem Kampf im Siebengebirge. — Mit einem begeisterten Schlußappell des VDA. - Landesleiters Mittelrhein, Oberpräsidenten a. D. Staatsrat L ü n i n ck fand die große Kund- ruch infolge der sehr unpraktischen Anlage des 54immblockes ungeheuer erschwert wird, wer- London, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) In einer um 21 Uhr ausgegebenen Reuter - Meldung aus Memel über den Verlauf der Wahlen heißt es u. a.: Lange nach Anbruch der Dunkelheit belagerten noch protestierende Menschenmassen die 76 Wahllokale im Memeler Bezirk. Sie konnten keinen Zutritt erlangen, weil die vor ihnen befindlichen Leute so lange Zeit für ihre Stimmabgabe brauchten. Der britische Geschäftsträger in kowno, T r e st o n, unternahm während des ganzen Tages Rundfahrten, bei denen er die Wahllokale besuchte. Im letzten Augenblick hat auch Frankreich einen Legationssekretär in kowno und Italien seinen Generalkonsul in Danzig an Ort und Stelle gesandt. Die litauischen Beamten, die ihr B e st e s getan zu haben scheinen (?), um ein ungewöhnliches Wahlsystem in Gang zu bringen, sind beunruhigt über den Zusammenbruch ihrer Organisation. Die habe. Im übrigen habe man den die Deutschen eine bemer- Mehrheit erlangen würden. Kreisen herrsche eine pessimistische Vernichtender Eindruck aus neutrale Journalisten. Völliges Versagen der litauischen Behörden. - Vorsätzliche Komplizierung des Wahlverfahrens. - Mustergültige Disziplin des Memeldeutschtums. Co. meisten Memelländer sind dagegen erfreut. Sie erklären, ihre Voraussage bestätige sich, daß die ganze Wahl eine Komödie sei. Der Gouverneur General Kurkauskas brauchte zehn Minuten, um mit seinen Stimmzetteln fertig zu werden. Der Reuter-Berichterstatter nahm einen ungültigen Wahlzettelblock mit 187 Namen und riß vorschriftsmäßig 29 der kleinen Zettel ab. Er brauchte für die Auswahl, das Abreißen und das Zusammenlegen der Namenszettel acht Minuten. Beamte eines Wahllokals erklärten, daß mehrere alte Leute je eine Stunde gebraucht hätten. Es gab viele kleinere Streitigkeiten zwischen den litauischen und deutschen Beamten in den Wahllokalen. Eine Gruppe ausländischer Journalisten, die aus einem Wahllokal herauskam, wurde mit den Rufen empfangen: „Die Signatarmächte haben uns an die Litauer verkauft." gemalt der litauischen Staatsschutzpolizei übergegangen sind. Offenbar ist litauische Eingriff darauf zurückzusühren, daß Magistrat Memel, der bereits den bisherigen abschließendes Ergebnis noch nicht vor. Wenn man bedenkt, daß am Montag nur zehn Stunden für die Wahl zur Verfügung stehen, so ist jedenfalls damit zu rechnen, daß in Memel auch am Montag nicht alle Wahlberechtigten ihrer Wahlpflicht werden genügen können, lieber die Methode der S t i m m z ä h l u n g ist immer noch nichts bekannt. Die Wahlkommission, die sich damit beschäftigen wird, hat ihre Sitzung von Montag auf Dienstag 9 Uhr verschoben. Wann die Stimmzählung beginnen wird, ist auch noch nicht abzusehen, vermutlich aber erst am Dienstag ober Mittwoch. Beispielloser Wahlterror auch am Wahltage. Litauische Polizei bemächtigt sich am Vorabend Wählerlisten der Stadt Memel. Tilsit, 29. Sept. (DNB.) Das Direktoriumsmitglied A n y s a s hat am Samstag mit einem Aufgebot der litauischen Staatspolizei die Büros des Memeler Magistrats besetzt. Die Beamten und Angestellten des Magistrats wurden gezwungen, ihre Büros, in denen die Wählerlisten bearbeitet wurden, zu verlas- se n, so daß die sämtlichen Wählerlisten der Stadt Memel in die alleinige Verfügungs- Memelwahl unter größten Schwierigkeiten. Has Wahlverfahren versagt—Oie Wahl muß heute fortgesetzt werden.-Litauische Lieber griffe sabotieren die Wahlsreiheit. gebung ihr Ende. — Die Kundgebung wurde am Sonntag mit einer großen Befreiungsfeier Aegidienberg fortgesetzt. (-scheint täglich, außer Ä ä Annahme von Anzeigen Livnntags und Feiertags ▼ für die Mittagsnummer lüilagen: Die Illustrierte M jt A A A A W Jk A Aa bis 8^Uhr des Vormittags IniAlzAiiAr Ein rAiAAr »BF« vllCHClIEl ZiIKlIUlI bes rm einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: rssolge höherer Gewalt m ee y**, < < aa Stellen-, Vereins-, gemein- äsä. moneral -Anremer für thheMeti sssss SffSgtS wBWW-nilJWJJW |Ul WVVUWIUl KSWftFi r anstur/am^main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitätsVuch und Stcinöruderei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 MengenabschlMstaffeM Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Londoner SMersiimmen. London, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Alle Morgenblätter veröffentlichen ausführliche Berichte über den Wahlkampf im Memelland. Sie bringen ausnahmslos« anschauliche Darstellungen von dem völligen Versagen der litauischen Behörden bei der'Organisation des Wahlgeschäfts und von der dadurch verursachten ungeheuerlichen Verwirrung. Ein „Times"-Bericht aus Kowno trägt die Überschrift „Verwirrter Wahltag im- Memel". Es heißt u. a., daß es an Wahlloka - len und an Urnen gefehlt habe, daß alte Frauen in den Wahllokalen vor Ratlosigkeit gemeint hätten und daß eine Bauersfrau nach drei Stunden noch immer nicht jhrerWahlpflichtgenügt hatte. Festgestellt wird weiter, daß verschiedene Wähler die Stimmzettel anscheinend durcheinander gebracht hätten. Hervorgehoben wird auch, daß die Mehrheit der deutschen Wähler trotz mühsam unterdrückter Erregung sich mustergültig verhalten habe. Die „Times" sucht die Litauer gegen den Vorwurf in Schutz zu nehmen, daß sie die allgemeine Verwirrung vorsätzlich angerichtet hätten. Sie meint, sie hätten nur die Schwierigkeiten eines unerproo- tcn Wahlsystems unterschätzt. „Daily Expreß" dagegen sagt: „Das System der Stimmabgabe ist von den litauischen Behörden, die em Rückzugsgefecht kämpfen, um diese deutsche Stadt unter fremder Herrschaft zu halten, vorsätzlich kompliziert worden." „Daily Mail" schreibt u. a.: „Die Wahl entscheidet nicht, wie auch ihre Ergebnisse aussehen. Die große und wesentliche Frage, nämlich derGegensatzzwlschen deutscher bet«*1 ,S^ Kultur und litauischer Herrschaft, die von Sowjetrußland unterstützt wird, wird genau s o bleiben wie zuvor. Der Kampf muß fortdauern, und auf die jetzige Krise werden neue Schwierigkeiten folgen." „Morning Post" sagt: Die deutschen Landwirte, Fischer und Ladenbesitzer von Memel verhalten sich ruhig, um der Welt zu zeigen, daß sie nach 17jähriger Trennung vom Deutschen Reich noch immer nicht wünschen, die litauische Sprache zu sprechen, litauische Gebräuche anzunehmen, oder ihre Kinder in litauische Schulen zu senden. Der Sonderkorrespondent des „Daily Expreß" in Memel berichtet u. a.: Eine Menge warf mit Steinen und zertrümmerte die Fenster eines der drei Kinos von Memel. Da das Kino sich im Besitz eines Deutschen befindet, wird geglaubt, daß die Täter Litauer waren. Es wurde aber niemand verhaftet. Mengen empörter Männer und Frauen veranstalteten vor den Wahllokalen Kundgebungen, als erkennbar wurde, daß die Beendigung der Wahl an einem Tage unmöglich war. Was fast man in Paris. Paris, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse stellt fest, daß die ruhige Stimmung vom Sonntagabend entspannend wirken werde. Der Sonderberichterstatter des „Journal" hat denOEin- druck gewonnen, daß der Optimismus der Litauer, die besonders auf die Bauern zählten, übertrieben zu fein scheine; denn d i e Bauern und die Fischer könnten, seitdem Deutschland die Grenzen geschlossen habe, ihre Erzeugnisse nicht mehr absetzen. Sie seien unzufrieden und würden daher für di e Einheitsliste stimmen. Auch die Jugend sei säst vollständig für den nationalsozialistischen Gedanken gewonnen. „Journal" fordert die Garantiemächte, besonders Italien und England auf, die internationale Zusammengehörigkeit zu wahren. Frankreich wünsche die Wiederherstellung normaler Beziehungen mit Deutschland. Es habe deshalb in der Memelangelegenheit sehr aufrichtig zu verstehen gegeben, daß es auf die deutsche Eigenliebe Rücksicht zu nehmen wünsche. (?) Oer Eindruck in Warschau W a r s ch a u , 30. Sept. (DNB. Funkspr.) „Ga- zeta Polska" hebt in einer Meldung aus Memel das mangelhafte Wahloerfahren hervor, das den Anhängern des deutschen Blocks ein neues Argu- Einbürgerungsanträgen des Direktoriums unter Anzweiflüng ihrer Loyalität und Rechtmäßigkeit nicht ohne weiteres entsprochen hatte, sich auch zur Ausstellung der auf Grund der berüchtigten Verordnung der Wahlkreiskommission vom 4. September eingeführten Stimmscheine nicht her- gegeben bat. Der litauischen Willkür sind damit alle Wege zur Verstärkung ihrer Wahlbeeinflussung geöffnet. Aus Memel kommen zahlreiche Meldungen, nach denen das Zubringen der Kranken durch Autos der memelländischen Einheitsliste untersagt wurde. Kranke, die mit Autos zum Wahllokal kamen, wurden zurückgewiesen und durften nicht wählen. In Coadjuthen wurde eine Frau, die ein Kind erwartet, v o n P o l i z e i - beamten gestoßen, so daß sie nicht wählen konnte und nach Hause zurückkehren mußte. In Palleiten wurde der Pertrauensmann der Einheitsliste im Wahllokal von Polizeibeamten mit der Pi st ole bedroht. Besonders zahlreich sind die Fälle, in denen Alten, Kranken und Gebrechlichen, die nicht sehen können, die Wahl- hilfe verweigert wurde. Die Blocks mit den Kandidatennamen waren häufig falsch zusammengeheftet, Kandidaten der Einheitsliste fehlen. Weiter wird Beschwerde darüber geführt, daß die Umschläge von Wählern der Einheitsliste umgekehrt in die Wahlurne geworfen werden, so daß die Stimmzettel lose in die Wahlurne fallen. In Wieszen wurde bei einem Tumult d i e Wahlurne zerschlagen, so daß dort nicht weiter gewählt werden konnte. Oer ungarische Ministerpräsident in Berlin. Empfang beim Führer. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute den ungarischen Ministerpräsidenten G ö rn b ö s zu einer längeren Besprechung, an der auch Ministerpräsident Göring teilnahm. Nach einem Besuch beim Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg und beim Reichsaußenminister Fhr. v. Neurath begab sich Ministerpräsident Gömbös zum Ehrenmal. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Ministerpräsident Gömbös die Front der Ehrenkompanie ab. Er betrat sodann das Ehrenmal und legte einen Kranz mit den ungarischen Nationalfarben rot-weiß-grün und der Aufschrift: Den deutschen Helden — Der Königlich-ungarische Ministerpräsident" nieder. Nach dem feierlichen Akt der Kranzniederlegung erfolgte der Vorbeimarsch der Ehrenkompanie. Bei der Abfahrt erwiesen Tausende dem Ministerpräsidenten den deutschen Gruß. Ministerpräsident General Göring gab sodann zu Ehren des ungarischen Ministerpräsidenten in den Räumen seines Hauses ein F r ü h st ü ck. Neben Verwandten des Ministerpräsidenten waren zugegen die Reichsminister Frh. von Neurath, Generaloberst von Blomberg, Dr. Schacht und K e r r I, ferner Botschafter v. Ribbentrop, die Staatssekretäre Milch und Körner, Generalleutnant Beck sowie die Generalmajore Wever und Kesselring. Am Sonntagabend folgte der ungarische Ministerpräsident einer Einladung des preußischen Ministerpräsidenten in die Staatsoper zur fest- lichen Aufführung der Oper „Aida" von Verdi. Ministerpräsident Gömbös, Ministerpräsident Göring und Gemahlin sowie die Verwandten des preußischen Ministerpräsidenten Graf und Gräfin Rosen und Frau Lilly Martin nahmen in der Mittelloge Platz. In der Loge des Ministerpräsidenten betreuten Staatssekretär Körner und Ministerialrat Gritzbach die Begleitung des ungarischen Ministerpräsidenten. Nach Schluß der Vorstellung wurden dem ungarischen Ministerpräsidenten herzliche Ovationen bereitet. bin in den Wahllokalen in der Stunde durch- s Wittlich nur etwa 80 Wähler abgefertigt. In hm Bezirken, die weit über 1000 Wähler aufweifen, war demnach die Abgabe aller Stimmen in der gesetzlich vorgeschriebenen Wahlzeit vun 8 Uhr morgens bis 20 Uhr unmöglich, lias litauische Kabinett hat daher beschlossen, eine Abänderung des Wahlgesetzes dahingehend rnrzunehmen, daß die Wahl am Wontag tron 8 Uhr morgens bis 18 Uhr art) e n b s fortgesetzt werde. Wit Rücksicht chf die Anwesenheit der Vertreter der Signa- tcnmächte und zahlreicher ausländischer Iour- Misten will es Litauen anscheinend nicht auf sth nehmen, einem großen Wählerkreis infolge Zeitmangels das Wahlrecht zu nehmen. l:ie Wahllokale wurden am Sonntag pünktlich um 21 Uhr geschlossen. Dabei wurde die Abferti- . am. । der Wartenden sehr unterschiedlich behandelt. J-einzelnen Fallen wurden nur noch die im ' Yr.lraum selbst befindlichen, in anderen auch die iriim Vorräumen sich aufhaltenden Wartenden ab- ßifcrtigt. Als den Wartenden mitgeteilt wurde, daß a; Montag weiter gewählt werde, erklärten Lller, die vielfach acht bis neun Stunden Hiigeblid) gewartet hatten, daß sie am S):tag nicht mehr zur Wahl gehen wür- dkl!Arbeiter fragten vielfach: „Wer bezahlt uns den Sc:i dienst aus fall, unser Dienstherr gewiß rtj. Wir werden am Montag noch einmal li dl t e Stunden vergeblich warten. Laiirr die Wahlbeteiligung am Sonntag liegt ein Vertreter der Signatarniächte am Wahltage im Memelgebiet. Ausländische Beobachter bestätigen die Unmöglichkeit des WahlverfahrenS. — Selbst der litauische Gouverneur kommt nicht zurecht. Hemel, 29. Sept. (DNB.) Strahlende Herbst- forne leuchtet über dem Memelland, auf dem an biiiem Sonntag die Augen der ganzen Welt ruhen. MH einer ruhigen Nacht sind die Menschen früher cnagestanden, in dem Bewußtsein, daß anstrengende S mden vor ihnen liegen. Eine Stunde vor Begin dor Wahl, um 7 Uhr, sieht man vor den Whllokalen bereits kleine Schlangen an» ftiien, die von Minute zu Minute wachsen. Als es bei n anfängt, zählen die Wartenden schon nach Hinderten und Tausenden. Auf dem Lande haben fid die Wähler oft noch früher aufgemacht, boibie Anmärsche zu den Wahllokalen vielfach 10 bi 15 Kilometer betragen. itroa 60 Vertreter der ausländischen Presse beim en die Wahllokale, um sich ein Bild von dem Mhlbetrieb zu machen. In Memel kommen sie jariben Menschenschlangen vorüber in den Wahl- r i.u m, der meist überraschend klein ist für bi vielen Wahlnischen. In einem Raum wählen züleich 10, mitunter auch 30 und mehr Wähler. D Taschenuhren werden gezückt und Stichproben gnadjt. Es stellt sich heraus, daß „Rekordleute" es iniünf Minuten schaffen. Die große Mehrzahl aber di.ucht erheblich länger. Ein junger Litauer hat es erlich nach 16 Minuten hinter sich Alte Frauen elT brauchen eine halbe Stunde, eine Siu n b e und noch mehr Zeit. Dazu kommt bi Zeit für die Abfertigung an den Wahltischen. D stiller Verbissenheit erzählen die Memelländer, □ne schwierig der Wahlakt ist. Uebereinstim- 'nrnb hört man Klagen über die mangelhafte Psforierung der Blocks, so daß das Herausholen de Wahlzettel nur mit der Schere möglich ist. DI schwerer aber ist das Warten. Stunden nr Stunden vergehen, bis die herankommen, die fic pünktlich um 8 Uhr bei Wahlbeginn eingefun- fee haben Besonders anstrengend ist es für die «0:3 Alten, die meist sehr früh zur Stelle sind. ? jorenb ich es zu sehen, wie Greise und Kranke, Sanne und Blinde zur Wahlurne kommen. Ge- I Lälrmte werden auf Tragbahren herangetragen. Keile will fehlen. Alle wollen der Heimat die Treue jenen. Alles spricht deutsch! Ueberraschende Eindrücke der fremden Journalisten. STtit einem Staunen stellen die Vertreter der Wi'tmächte fest, daß es anscheinend nur Dihler der Einheitsliste gibt und auch die D.iiigen Litauer kommen zu derselben für sie beä üblichen Feststellung. Von einer Geheim- hllt un g der Wahl kann man beim besten Wil- (ei in diesen engen Räumen nicht reden. Man siet über die Schultern der Wähler hinweg, wie sie rh: „Gebrauchsanweisung" der Einheitsliste vor sidl haben und danach wählen. Außerdem sind die < Msevertreter erstaunt, kaum ein litauisches 5B । r t zu hören, wenn es nicht gerade aus dem ER.uit)e eines Wahlvorstehers kommt. Alle f p r e» ihrem zuständigen Wehrbezirkskommando fchriW , oder persönlich zu melden. 3m übrigen sind " i Anfragen bei dem Wehrbezirkskommando o®" : das Anbringen von Sonderwünsch°'° ' über Einberufung (z. V. Einberufung zu eine« , deren Truppenteil, lleberschreibung aus der t reserve I zur sofortigen Ableistung der । Dienstzeit usw.) zwecklos. Sie können nicht v r antwortet werden. gelöst werden. Wer nach der Annahme der Nürnberger Judengesetze aus eigene Faust Exzesse verübe, der vergreife sich am Staat, und der Staat werde ihn zurRechenschaft ziehen. Der kommende Winter stelle uns auch außenpolitisch angesichts der gespannten Weltlage große Aufgaben. „Wären wir heute wehrlos, so könnte keine Wacht der Welt uns davor bewahren, in den Strudel eventueller Ereignisse hineingerissen zu werden, heute beruht unsere selbstgewählte Reutralität auf der eigenen Kraft der Ration." Dr. Goebbels kam dann auf die Bedrängung der Wemel- deutschen zu sprechen und erklärte in diesem Zusammenhang unter begeisterter Zustimmung der Wenge: „Wan soll in der Welt so lange nicht mehr von Recht reden, solange man hier unter den Augen der Welt das Recht mit Füßen tritt." Die Welt möge im übrigen ihre Händel allein ausmachen. Wenn man aber versuchen sollte, uns in diese Händel hineinzuziehen, bann stoße man auf unsere Abwehr. Die Aufgaben des kommenden Winters nach außen und innen würden gemeistert werden, wenn wir alle zusammenhielten. Das deutsche Doll habe herumkritisieren, das verbitten wir uns." Schuldenmachen, das könne jeder Strohkopf. Ader Schulden abtragen, dazu gehöre der Mut zur Unpopularität. Und diesen Mut habe die nationalsozialistische Regierung aufgebracht. Keine Macht der Welt könne sie dazu bringen, etwas zu tun, was der Zukunft der Nation schade. Auch an der geheimen und offenen Verständnislosigkeit der Bürokratie werde das nicht scheitern, was der Nationalsozialismus für notwendig halte. Gewiß trete infolge der schlechten Ernte des vorigen 3ahres hier und da eine Verknappung einzelner Lebensrnittel ein. Aber der nationalsozialistische Staat werbe Wittel unb Wege finben, um bem ab- zuhelfen. Es werbe auch nicht gebulbet werben, baß manche Leute biefe Dinge zu ihrem persönlichen Vorteil ausnuhten. Das vom Führer aufgestellte Prinzip: Lohnerhöhungen find zur Zeit nicht möglich, ba- für muh aber auch j e b e Preissteigerung verhinbert werben — bieses Prinzip werbe in ben nächsten Wochen unb Wonaten rigoros burchgeführt werben. Die jetzige gespannte Weltlage verlange die volle Kraft der Nation, nicht nur durch den Aufbau der Armee, sondern auch durch Erhaltung der moralischen Widerstandskraft. Darum könne, so betonte der Minister unter lebhafter Zustimmung der Menge, eine Zersetzung des Volkes durch religiöse Streitigkeiten nicht geduldet werden. „Die Priester", so rief Dr. Goebbels aus, „mögen auf den Kanzeln bleiben, und wir bleiben auf den Versammlungstribünen. Beide aber mögen dafür sorgen, daß die politische Geschlossenheit des Volkes nicht angetastet wird." Niemand werde Deutschland helfen, wenn es in Schwierigkeiten gerate. Darum müßten gerade wir Deutsche besonders eng Zusammenhalten. „Wenn einer sich am Staate vergreift, so werden wir ihn", erklärt der Minister unter brausendem Beifall, „um der Zukunft des Volkes willen vernichten müssen!" Das gelte auch für die Judenfrage. Sie werde vom Staat Kinderbeihilfen für bedürftige kinderreiche Familien Neuer Schritt zum Ausgleich der Familienlasten. gehöre heute die ganze Nation an. Der Führer sei Wegweiser aus der Vergangenheit in die Gegenwart und aus der Gegenwart in die Zukunft. Ihm verdanke die Nation Brot und Arbeit und die na- tionale Freiheit. Deshalb gelte ihm der Dank des ganzen Volkes. Reichsminister Dr. Goebbels brachte diesen Dank in einem dreifachen Sieg-Heil aus, in das die Menge, ergriffen von den Worten des Ministers, begeistert einstimmte. Dann sangen die Hunderttausend das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, womit die erhebende Massenveranstaltung ihren Abschluß sand. Tausende von Menschen nach Godesberg geführt die dem Führer eine begeisterte Huldigung bereiteten Der Führer stattete am Samstagvormittag de, Kruppwerken in Essen einen Besuch ab Er besichtigte unter Führung von Dr. Krupp vor Bohlen und Halbach einige Abteilungen der Werke Die Arbeiterschaft der Kruppwerke bereife in jeder Halle von neuem dem Führer einen ft ür, mischen unb jubelnden Empfang. wieder sah man den Führer umringt von Hunden ten von Arbeitern im Werkkleid, die ihm drücken und ihm danken wollten. Gegen Mittag verließ der Führer Essen. Heidelberg, 29. Sept. (DNB.) Die Ortsgruppe Heidelberg der NSDAP, feierte am Samstag und Sonntag ihr lOjähriges Bestehen, das mit einer Ehrung von über 70 alten Kampfern feinen sinnfälligsten Ausdruck fand Auf einer öffentlichen Kundgebung führte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach u. a. aus: Es wäre billig für mich, an dieser Stelle gerade die Frage der studentischen Korporationen zu behandeln. Ich meine, wir wollen d i e Toten ruhen lassen und wollen nicht durch ein großes Geschrei, das wir über ihrem Grabe anstimmen, ihnen vielleicht das Gefühl geben, als feien sie noch in irgend einer Weife für uns wichtig und erwähnungswert. Ich möchte nur den deutschen Kor- porationsstudenten hier an diefer Stelle sagen: Tragt Ihr ruhig eure bunten Mützen und Bänder und tragt sie bis an euer Lebensende, aber nehmt es uns nicht übel, wenn wir als deutsche Jugend keine anderen Farben und Fahnen kennen wollen als die Adolf Hitlers. Laßt ihr uns in Frieden arbeiten, bann sollt ihr auch in Frieden Spargel essen (große Heiterkeit und stürmischer Beifall). Wir greifen auch nicht an. Es wäre für uns lächerlich. Die Millionenmacht dieser jungen Generation einzusetzen gegen ein paar alte Klubs und Vereine, die für uns Junge nichts Wesentliches und Wichtiges bedeuten können. Es sind nicht nur jene Kreise des früheren Kor- porationsstudententums. Es sind in erster Linie die Kreise, die immer nur in ihrer Konfession ein politisches Geschäft gesehen haben, die sich heute gegen uns wenden, bie uns bestreiten wollen das Recht, das uns der Führer gab, nämlich das Recht, die ganze deutsche Jugend zu einer Gemeinschaft und zu einer Kameradschaft zusammen- zuschließen (stürmischer Beifall). Wir können uns nicht aufhalten bei diesen unseren Feinden. Es ist mir gleichgültig, ob die letzten Reste der von uns überwundenen und niedergerungenen Zeit mit Lügen und Verleumdungen gegen mich aufstehen wollen. Ich fühle mich den alten Herren des Cösener SC. nicht verantwortlich und fühle mich nicht verantwortlich jenem Studententum, das unseren Füh- 16 Jahren und etwa 200 000 Familien mit sechs und mehr Kindern unter 16 Jahren. Sollte die Zahl der Anträge in den nächsten Wochen sehr groß werden, so wird nicht allen Anträgen sofort und dem einzelnen Antraamcht restlos entsprochen werden können. Bei der Zuteilung werden die Gröhe der Kinderzahl und,ber Grad der Bedürftigkeit berücksichtigt werden. Die Beihilfe wird jedoch in jedem Fall minbe» ft e n 5 -5 0 Mark für jedes Kind betragen. Der Betrag, der an 100 Mark fehlt, kann später, sobald unb soweit die Mittel es erlauben, unb wenn die Bedürftigkeit noch gegeben fein sollte, nachbeantragt werben. Es wirb angenommen, baß bis Weihnachten 1935 runb 50 000 Kinberbeihilfen zu burchfchnittlich 400 Reichsmark für bie einzelne kinberreiche bebürftige Familie gewährt unb bannt runb 300 000 Kinber unter 16 Jahren bebacht werben. Weiterhin werben laufenb 600Ö bis 10 000 Kinberbeihilfen monatlich zu burchfchnittlich 400 RM. gewährt werben können. Die erste Maßnahme zur Herstellung eines Ausgleichs der Familienlasten war die stärkere Berücksichtigung des Familienstandes i n den Steuergesetzen vom 16. Oktober 1934. Bei der Einkommensteuer wurde die Kinderermäßigung erhöht und bei der Büraersteuer, bei der Vermögenssteuer unb bei ber Erbschaftssteuer würbe ber Begriff ber Freibeträge für Kinber neu eingeführt. Die Gewährung von Kinberbeihilfen in bem burch die Verordnung vom 15. September 1935 ermöglichten Ausmaß ist ein weiterer Schrittt auf diesem Wege. Die soziale Gerechtigkeit gebietet, baß zunächst an die Kinderreichsten unb bei biefen an bie Bebürftigsten gebucht wirb. Oer Führer in Godesberg und Esten. Der Führer, ber am Freitag in Gobesberg weilte, nahm am Abend Gelegenheit, 80 alte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, die als Gäste ber Angestellten ber Stabt Köln a. Rh. hier weilen, einzeln mit Hanbschlag zu begrüßten. Ferner hatten bie Angehörigen des Lehrganges ber Reichs- führerinnenschule bes BDM. in Gobesberg Gelegenheit, im Rheinhotel Dreesen Gäste des Führers zu sein unb ben Führer in ihres Mitte zu sehen. Am Abenb veranstaltete bie Stabt Godesberg zu Ehren des Führers auf bem Rhein ein großes Feuerwerk. Die Anwesenheit bes Führers und bie wunbervolle Abenbstimmung hatte rer beschimpft.Jch fühle mich nur verantwortlich ber beutschen Jugenb, meinem Führer unb ber alten Garbe (Beifall) und meinen Volksgenossen. Ich weiß, wenn mich auch bie politifierenben Geistlichen ber Konfessionen nicht verstehen können oder wollen, wenn mich auch bie reaktionären Kreise unseres Volkes nicht verstehen, bie alten Nationalsozialisten werden es verstehen, warum ich bie Jugenb vor allen Einflüssen ber Zersetzung bewahre Wir haben in ben schweren Jahren alle bie Strafte kennengelernt, bie auch heute noch gegen uns finb, unb wir werben vor biefen Kräften niemals kapitulieren. Aber mir werben ihnen bie I u - genb niemals ausliefern. Es kommt nicht in Frage, baß bie Jugenb bes nationalsozialistischen Dritten Reiches unter ben Einfluß politifierenber Geistlicher gerät. Es kommt nicht in Frage, baß außerhalb ber Hitlerjugenb Organisationen bestehen bleiben, bie ganz klar unb beutlich bie Absicht verfolgen, gegen ben Staat ihre Sonberinteressen burchzusetzen. Es kommt nicht in Frage, baß biefe Jugenb, wenn sie herangewachsen ist unb wenn sie bie Hochschule Deutschlanbs bevölkert, sich roieber in Lebensformen äußert, die bem Nationalsozialismus direkt entgegengefteüt finb. Wir haben mit wahrlich nicht geringer Mühe unb unter großen Opfern unb Sorgen bie ganze junge Generation in eine Tracht gefleibet, bie jeher Junge trägt, ob er nun arm ober reich, protestantisch ober katholisch ist. Wir haben bas, was früher einmal war, ben Dünkel einer Klaffe unb dieses Gefühl des Unterdrücktfeins unb Ausgebootet- feins ber anberen Klassen übermunben. Bei uns ist wirklich eine Einheit, eine neue Gesell- schaftsorbnung gewachsen. Wir können als Generation heute von uns sagen: Wir finb eine s o - zialistifche Gemeinschaft, bei uns gibt es keine Farbe bes Stanbes ober bes Besitzes. Wir kennen keine Klassen mehr. Wir sind eine beutsche Jugenb! Was wir unter so unsäglichen Opfern errungen haben, wofür wir selber so viele Kameraden hingegeben haben, das geben wir nie mehr preis!" Drei Todesopfer bei einem schweren Aulounglö^- Auf ber Lanbstraße zwischen Singen bei 2)urM unb Wilserbingen in Baben ist ein Fernlastzug einem Lastauto zusammengestoßen, JUf sich acht Notstanbsarbeiter befanben. Die 3u|0b oes Lastautos würben herausgeschleudert, Zwei''>'■ ben tot auf bem Platze, fünf Mann wurden fH . verletzt. Der Fernlastzug ist bavongefohren. *■ Untersuchung ist im Gange. im Kriege unb nach dem Kriege einen berartigen Heroismus bewiesen, baß es niemals Zusam - menbrechen könne. Dieses beutsche Volk zu fuhren, das sei bie höchste Ehre, bie einem beutschen Mann widerfahren könne. Dr. Goebbels rief nochmals zu fester Geschlossenheit auf. „Wir sitzen alle in einem Schiff! Da muß j eher in bie Riemen greifen!". Die Veranstaltung in Karlshorst mit ihrem Z u - [ammenroirten von Volk, Armee unb Partei sei Beweis für bie Festigung ber Gemeinschaft. Die Partei habe ben Weg erkämpft. Der Gemeinschaft von Volk, Partei, Armee unb Fahne Die Verordnung tritt morgen in Kraft. B e r l i n, 28. Sept. (DNB.) Staatssekretär R e i n- harbt hatte bereits auf bem Kongreß des Reichsparteitages in Nürnberg eine Verordnung über bie Gewährung von Kinberbeihilfen an kinderreiche Familien angekündigt. Er hat nun weiter mitgeteilt, daß bereits bei der Schaffung des Gesetzes zur Förderung der Eheschließungen in Aussicht genommen war, mit Wirkung vom Jahre 1939 ab die Summe aller Rückflüsse aus gewährten Ehestandsdarlehen für bie Gewährung von Kinderbeihilfen zu verwenden. Die Mittel, die zur Gewährung von Ehestandsdarlehen zur Verfügung stehen, ermöglichen jedoch schon jetzt, d. h. ab 1. Oktober mit ber Gewährung von Kinberbeihilfen an kinberreiche Familien zu beginnen. Es kann zunächst selbstverständlich nur an bie Kinderreich st en und bei diesen an bie Bebürftigsten gedacht werden. Eine Familie ist kinderreich, wenn sie vier ober mehr zum elterlichen Haushalt gehörige Kinder, die das 16. Lebensjahr nicht vollendet haben, umfaßt. Unb eine Familie ist bedürftig, wenn der zum Unterhalt ber Kinder Verpflichtete nicht in der Lage ist, die Gegenstände, die zu angemessener Einrichtung des Haushalts erforderlich find, aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Die Gewährung von ^derbeihilfen setzt außerbem voraus: 1. Daß die Eltern Reichsbürger im Sinne bes Reichsburgergesetzes vom 15. September 1935 finb. 2. Daß Vorleben unb Leumund ber Eltern einmanbfrei finb. 3. Daß Eltern und Kinber frei von vererblichen geiftigen ober körperlichen G e br e ch en finb. Den Eltern unb Kinbern stehen Stiefeltern unb Stiefkinder gleich. Die Kinberbeihilfe beträgt bis z u 100 Mark für j e b e 5 Kinb , bas Das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Gehören beispielsweise zu einer bedürftigen, kinderreichen Familie fünf Kinder unter 16 Jahren und drei Kinder über 16 Jahre, so kann eine einmalige Kinderbeihilfe im Betrag bis zu 500 Mark gewährt werden. Der Höchstbetrag der Kinderbeihilfe, die einer Familie gewährt werden f-ann, ist 1000 Mark. Der Antrag auf Gewährung einer einmaligen Kinderbeihilfe ist bei der Gemeindebehörde zu stellen, in deren Bezirk der Antrag- stelleiPzur Zeit ber Antragstellung seinen Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die 'A u s z a h - lung der Kinderbeihilfe erfolgt durch die Kasse bes Finanzamts in Bedarfsbeckungsschei- ne n in Stücken von 10 und 50 Mark zum Erwerb von Möbeln, Hausgerät unb Wäsche. i Im Reichsgebiet leben runb 760 000 Familie mit ! vier ober mehr Kinbern unter 16 Jahren unb : 329 000 Familien mit fünf unb mehr Kindern unter Wenn wir alle zusammenhallen, wird das deutsche Volk alle Aufgaben meistern. Reichsminister Or. Goebbels spricht in Karlshorst zu Angehörigen der Wehrmacht. Tag volutionäre Aktivität und Initiative an den legen. erung 'Selisch -ph. die kirchllt r MederW scheu (Eoangr: Canbesfirit nil rechltt! n. Die VM Jurfinen verherrlichte weiter den, wie er sagte, , ur rschrockenen Helden TschudS, der „die chinesisch rote Armee von Sieg zu Sieg führe", was «M! bare Verherrlichung des nicht endenwollenden Bügerfriegcs in China durch die Sowjets be- i !eu°t. Moskau, 29. Sept. (DNB.) Es verlohnt, die Re.en zu verfolgen, die auf dem Kongreß der kcmmuniftifchen Jugendinternatio. itale gehalten werden. Der neugewählte Steuer- mann der Komintern und rechte Hand Stalins, der demchtigte bolschewistische Agitator Dimitroff )ane es nicht verabsäumt, gleich am Eröffnungstage in üiner Brandrede den jugendlichen Kommunisten Ue.Köpfe noch mehr zu verdrehen. Auch der eben- ävs von der Tagung der Moskauer Jnternationa- iftm her sattsam bekannte finnische Kommunist fcuufinen erstattete einen dreieinhalbstündigen Reicht über die Ergebnisse des 7. Weltkongresses )er Kommunistischen Jugendinternationale. diese Llusgch lassen werden r Deutschen I ahmng einet in voller Jt Bekenntnis' r Gesetz besL ^um Schluß das übliche Bild. — Alle singen gleichzeitig verschiedene Lieder in verschiedenen Sprachen durcheinander. Durch die Töne der Internationale hört man die „Bandiera Rossa" und den Marsch der chinesischen Roten Armee hindurch. Auch dieser Kongreß der kommunistischen Weltre- volutionierung ist wieder unter der Schirmherrschaft der Sowjetunion aufgezogen. Das zeigte schon die Aufmachung. Im Moskauer Gewerkschaftshaus prangten an der Stirnseite große Bilder von Stalin und Dimitroff: S o w j e t r e - gierung und Komintern Hand in Hand! Moskau als Zentrale d er Iugendzerjehung in aller Welt Oie (Sowjetunion nimmt die Hetzarbeit der Lugendinternationale unter ihre Fittiche. hmSiiche,, 1 £flnbes| Erfassung e^eid)5regie 'pater durch ’anbet und 9i 'Kn ist. der Zerre Hensfteii > die Volk; - . ______________________ n Bestand '^u»ende Land in ein förmliches Chaos ft schwersten gewandelt haben. Der „antifaschistische Kampes Dimitroff, der chinesische Kommunistenführer . tedun und andere werden als „Vorbilder" einer m sich A i ^„Avantgardisten der Weltrevolution" vorgestellt, -egelung ihre, ------" 1 können, ha 5 Treuhände, Mw, r 1935 W ^setz zur $ ten Kirche Die Einberufung des Weltkongresses der kommunistischen Jugend-Internationale zeigt, daß die welt- revolutionären Absichten des Bolschewismus a u f allen Lebensgebieten mit gleicher Konsequenz betrieben werden. Die kommunistische Jugend-Internationale verfolgt vor allem militärische Ziele. In der Sowjetunion ist der kommunistische Jugendverband (Komsomol) die breite Basis für den Aufbau der Roten Armee, die Vorschule für die militärische Ausbildung zur Weltreoolution. In den übrigen Ländern haben die Sektionen der KJJ., wie die Satzungen der KJJ. es unumwunden aussprechen, die Aufgabe der Zersetzung der jungen wehrfähigen Mannschaft und der militärischen Spionage. Die KJJ. ist die aktivste Trägerin des roten Einheitsfrontgedankens. Ihre Angehörigen sind von Moskau angewiesen, sämtliche Jugendorganisationen, besonders die sozialdemokratischen und konfessionellen, zu zersetzen und zur Einbeziehung in die rote Einheitsfront reif zu machen. Wenn demgegenüber in Washington mit ernsten Worten neuerdings mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen wegen dieses Kongresses der Jugendinternationale gedroht wird, so liegt dem eine völlig richtige Auffassung zugrunde: sowohl der Komintern-Kongreß wie der Kongreß der kommunistischen Jugendinternationale stellen flagrante Verletzungen der Verträge und eine unerträgliche Einmischung in die innerpolitischen Verhältnisse anderer Länder dar. Für uns Deutsche liefert dieses Ereignis nochmals den Beweis für die Richtigkeit unserer Auffassung über das Wesen des Bolschewismus, wie sie in den großen Reden des Führers und seiner Mitarbeiter auf dem Nürnberger Parteitag in einzigartiger Weise zum Ausdruck gebracht wurde. 5;n zweiten Teil seiner Rede widmete der fin- tistse Kommunist der Lage in den „kapita- li fisch en Ländern", der Arbeit der „auslän- Süslisn kommunistischen Parteien" im Kampfe gegen - !aEektierertum uyd für die Schaffung einer kom- -airnstisch-marxistischen Einheitsfront. Nur die rich- Anwendung und Verwirklichung der Beschlüsse i es!7. Weltkongresses der Komintern, so rief dieser l Olchewistische Agitator den Jugendlichen zu, sei i.iealleinige Gewähr für einen Sieg der antifa- i hmschen Front. Eine gewaltige Bedeutung habe ■ * v Einheitsfront in der Organisation der N-'senbewegung unter den Jugendlichen. Ginge» üer dieser Aufgabe müßten die jungen Kommuni- le, das Sektierertum beseitigen und ihre ganze re- -°« nen Dr. S pPwerte )ret eih6\ pf A leM $nt ersten Teil seiner Rede versuchte Kuusinen icu_ dem bekannten Beispiel der Potemkinschen Doifrer das Bild des heutigen Sowjetlandes t n rosigsten Farben hinzuwerfen, wobei er ibe nicht umhin konnte, die aufzubringenden ge- »ii igen Anstrengungen zur Ueberwindung der im De: e stehenden großen Schwierigkeiten im ein» eh-n zu schildern. Auch er tischte wieder die alte Kö- auf, daß angeblich die Sowjets aus einem .!Uf wirtschaftlichem Gebiet zurückgebliebenen und ' hcnchen Staat ein unzerstörbares Boll- e^ k geschaffen hätten, ohne dabei einzugestehen, i!af d i e K o m m u n i st e n s e l b st das einstmals oerfünbet 1935. ijsfanjlet x e kirchlichem ttL i EW Die Bthiln r unb ii '■ Jahr in M ibet stall, fe; |f durch W* hrbezir!r>»' teüung W । OHober ff 1935 ieu io biesm eben, ba betdi । ( angenow® ie In biesk« en ben 6t|il » fofem M befunben f i letzten W zvonAusD einen wirt lioen Veblngl H ° >" w jingetoiel».* ,6 * ipnee, srÄ gültig^ ,st in d" folgt «hE,b" ein-5^ fee * J defehle- •*" befu»*. 4 0«*? w-d« Z el, im üb*., betel«”^ nboofl A *•«5* Englands Bekenntnis zum Völkerbund. .ömres Antwort an Frankreich.—Keineweiteren Vervflichtungen,aber Erfüllung des Völkerbundsstatuts. $!□ n b o n, 29. Sept. (DNB.) Auf die Anfrage kiersfranzösischen Regierung, in welchem Maße kraikreich in Zukunft auf die sofortige und effek- ive Anwendung aller Sühne Maßnahmen durch England rechnen könne, die Ar- Hel 16 der Völkerbundssatzung für den Fall einer 8:nctzung der Völkerbundssatzung und der Anwen- lin von Gewalt in Europa vorsieht, m;!?sondere wenn ein europäischer Staat, fei es daß er Mitglied des Völkerbundes fei i ober nicht, in Europa zur Gewalt schreite, ktmunrnehr die britische Regierung geantwortet, hiinem Brief an den französischen Botschafter in 18raion verweist Sir Samuel Hoare auf seine 1 to rad)e an die Dölkerbundsversammlung am 11. (öepember, in der er betonte, daß die britische Re- itoig, soweit es in ihrer Macht stehe, alle vepflichtungen der Dölkerbunds- osmn g erfüllen werde. Er habe bereits in Genf u Behauptung zurückgewiesen, daß die Haltung ^Lk!oritischen Regierung eine andere sein könnte als teüiner nie schwankenden Treue gegen- bn r dem Völkerbunde. Der Völkerbund ib mit ihm Großbritannien träten für die kol- sttiiie Aufrechterhaltung der Völkerbundssatzung in hie Gesamtheit ein. Diese gelte besonders für iien festen kollektiven Widerstand gegen alle lliee eines nichtprovozierten Angrif- :e Unter besonderer Betonung dieses letzten stellt der britische Außenminister fest, daß en Mitglied des Völkerbundes seine Politik i m lioaus und im Hinblick a u f einen b e» erberen Fall, der möglicherweise ein» könnte, mit größerer Klarheit und Entschie- :o:ioen Handelns in Gestalt der Richter- sch un g der Bestimmungen eines Vertrages." Er Samuel Hoare betont dann weiter, daß es l k 3ewalthandlungen Abstufungen der Schuld r Hb i Abstufungen des Angriffs gebe. Je nach der (hciart des vetreffenden Falles könnten daher die cw Wrund von Artikel 16 zu ergreifenden Maß- iriürnen verschiedener Natur sein. Diese NüfTscheidunaen habe die französische Regierung fhie-te anerkannt. Dementsprechend müsse daran cimert werden, daß Elastizität in bezug auf ü 8tt:'agsverpflichtungen ein Teil der Sicherheit sei. SJfks Völkerbundsmitglied müsse anerkennen, was jfeairf) aus den Satzungen heroorgehe, daß die $Kt t nicht auf einem Fleck stehen t|lt d e. Die britische Regierung sei der Ansicht, tkjiber Völkerbund als Instrument kollektiver