Freitag. 5^. August 1935 Nr. 292 Erstes Blatt ;85. Jahrgang unternommen, diese Frage durch die Tat, durch das richtunggebende Beispiel zu lösen. Wir haben der Arbeit ihre Würde und dem Arbeiter seine Ehre wiedergegeben. Wir haben den Arbeiter vom seelisch bedrückten, unzufriedenen Tlur-Lohn-Empfänger emporgehoben zum selbstbewußten Soldaten der Arbeit. Die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht bedeutet eine Ehrenbezeugung vor dem Wert der Handarbeit und des Handarbeiters. Rational- fozialistifcher Gemeinschaftsgeist und nationalsozialistische Arbeitsauffassung sind also die ethischen Grundlagen unseres Arbeitsdienstes. Sie bestimmen seinen Sinn und Zweck. Im Auslande betrachtete man vielfach den Arbeits« dienst als eine verschleierte militärische Einrichtung. Wenn diese Auffassung zutreffend gewesen wäre, dann wäre der Arbeitsdienst nach Einführung der Das Oiptomat.sche Korps aus dem Reichsvartetaq Berlin, 29. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat, wie die NSK. meldet, auch in diesem Jahre die ausländischen Missionschefs oder deren Vertreter für die ganze Dauer des Reichsparteitages nach Nürnberg eingeladen. Die Betreuung des Diplomatischen Korps übernimmt wiederum SS.-Oberführer General von M a s s o w , Amtsleiter im Außenpolitischen Amt der NSDAP. 800 ausiandsdeuischeIungen bei der Kriegsmarine. Kiel, 29 Aug. (DNB.) Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen auf ihrer Deutschlandfahrt wird für die 8 0 0 auslandsdeutschen Jungen, die am Donnerstag in Kiel eintrafen, der Besuch 'm Reichskriegshafen Kiel zählen. Im Kasernenhof der Marineanlagen Kiel-Wik wurden die auslandsdeutschen Jungen durch den Kommandanten von Kiel, Kapitän z. S. M e w i s, auf das herzlichste begrüßt, der kernige Worte an sie richtete. Nach einem kräftigen Seemannsmahl, das an langen Mannschaftstischen in der Kaserne eingenommen wurde, hatte die auslandsdeutsche Jugend Gelegenheit, das Leben und Treiben der Kriegsmarine zu beobachten. Ganz besonderes Interesse erweckte das in allen Phasen vorgeführte Geschützexerzieren Nach der Besichtigung von einigen Kriegsschiffen begaben sich die Jungen auf Föhrde- dampfern nach dem Marineehrenmal in Laboe, wo unter dem Eindruck des Tages eine feierliche Kranzniederlegung zur Ehrung der 34 000 Seehelden, die in allen Meeren der Welt für ihre Heimat das Leben ließen, stattfand. Die auslandsdeutsche Jugend spricht heute schon begeistert von dem morgigen Tagesprogramm, das eine Fahrt der 800 Jungen auf dem Panzerschiff „Deutschland" und den Kreuzern „Leipzig" und „Köln" durch den Nordostseekanal nach Brunsbüttel- koog vorsieht. Unterwegs werden die Jungen nicht nur Gelegenheit haben, die Schiffe eingehend zu besichtigen, sondern auch einen Tagesablauf an Bord eines deutschen Kriegsschiffes mitzuerleben. Vor dem Empfang durch die Kriegsmarine hatlt heute vormittag auf dem mit Flaggen geschmückten Adolf-Hitler-Platz eine Begrüßung durch HI., Jungvolk und Schulen stattgefunden, bei der den auslandsdeutschen Jungen die Grüße ber zur Einweihung des Adolf-Hitler-Koogs abgereisten Führers übermittelt wurden, die die Jugend mit freudigem Herzen aufnahm. Berlin, 30. Aug. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" meldet aus Frankfurt a. d. Oder: Auf Einladung des Chefs des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, besuchten am Donnerstag die ausländischen Diplomaten und ausländischen Pressevertreter die im Spreewald gelegenen Arbeitsdienstlager in Lübbenau, Lübben, Cronenfelde und den Fliegerhorst bei Frankfurt a. d. Oder. In Frankfurt a. d. Oder sprach zum Abschluß der Fahrt zu .... Ueber die Lösung der sozialen Frage ist unendlich viel geschrieben und geredet worden. Im nationalsozialistischen Arbeitsdienst haben wir es Neichsarbellsführer Staate sekretör h'erl den ausländischen Gästen. Er führte u. a. aus: Ausländischer Besuch beim Arbeitsdienst Diplomaten und Pressevertreter unterrichten sich über den Sinn und Zweck des Arbeitsdienstes. rd» Vormittags imAizAitAr II n xAtAAr sskiä Ä1»» 1111IcIiIl.IIIl.I ZIIIiLIIIlI au»» 8-SS7:Ä XzlVIJVIlVl’ Vlll XÄ5 von einzelnen Nummern Ermäßigte Erundpretfe: infolge höherer ©eroalt —< zIa < < aa Stellen-, Vereins-, gemein- ä General-Anzeiger für Oberhessen »Ws richten: Anzeiger Sieben VW I 1 I I gen, Bäder-, Unterrichts- u. Dottfcbedtonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. grottffuri am Main 11688 vruck und Verlag: vrühl'fche UniversilSts Such- und Steinöruderet R. Lange in Gießen. Schriftleitung nnd Geschäftsstelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel 8 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Der Führer weiht Neuland am Meer. Giedlungsland an der schleswig-holsteinischen Küste der Nordsee abgerungen neuen Koog, den das Drifte Reich schuf, soll diese Halle ein Denkmal sein für das erfolgreiche Ringen um Reuland aus dem 2Heer und um Reuland des Wissens und der politischen Erkenntnis, hier wollen wir uns sammeln zur Arbeit im Sinne unseres Führers als eine Gemeinschaft der Tat. hier soll dem Siebter das Rüstzeug gegeben werden zum Kamps für Heimat und Volk im Geiste des Rationalsozialismus, der ihm die neue Heimat schenkte. Hinrich Lohse, Gauleiter und Oberpräsident von Schleswig-Holstein.- Handwerkskammerpräsident Kummerfeld führte sodann aus: Unsere Sprache ist zu arm, um Ihnen, mein Führer, all den Dank und all die Liebe ausbrücken zu können, die wir im Herzen fühlen. Nehmen Sie die Gewißheit mit, daß hier im Norden Menschen wohnen, die nur eine Richtschnur kennen: Ihr Wille, mein Führer! Wir sind stolz und glücklich, baß wir mitarbeiten dürfen an Ihrem großen Aufbauwerk. Der Führer vollzog fobann bie Weihe mit folgenben Worten: Deutsche Volksgenossen! Wenn wir hier auf diesem neuen Land stehen, so wollen wir zwei Erkenntnisse nicht vergeben: Arbeit allein hat dieses Werk geschaffen. Illöge das deutsche Volk niemals vergessen, daß zu allen Zeiten niemals das Leben dem Menschen als Geschenk gegeben ist, sondern daß es stets schwer erkämpft und durch Arbeit errungen werden muhte. Und die zweite Erkenntnis: So wie hier jeder Quadratmeter dem Meere abgerungen und mit unermüdlicher tapferer Hingabe beschirmt werden muh, so muh alles, was die Gesamt- nation schafft und baut, von allen deutschen Volksgenossen ebenso beschirmt werden, hier ist ein Symbol der Arbeit und des ewigen Ringens, des Flel- hes und der Tapferkeit! Riemand darf vergessen, dah unser Reich auch nur ein Koog am Weltmeer ist, und dah es nur Vestand haben kann, wenn seine Deiche stark sind und stark erhalten werden. 3n diesem Sinne vollziehe ich die Grundsteinlegung. Nach der Grundsteinlegung durch den Führest nahm Iieichsbauernführer OarrS das Wort. Wir stehen hier, fo führte er aus, auf altem deutschem Boden, der uns vom Meer entrissen wurde und jahrhundertelang vom Meer überspült war. Reuland ist gewonnen und damit ein Baustein für unsere Aufbauarbeit gelegt worden, und deutsche Bauern haben auf diesem Boden eine neue Heimat gefunden. Mit besonderer Befriedigung stelle ich fest, daß bet ihrer Auswahl der Gedanke der Volks- und Blutsgemeinschaft alter, gleichgesinnter Kämpfer in die Tat umgesetzt wurde. Bei der Durchführung der Ansiedlung wurde durch die Tat in vorbildlichster Weise nach dem Grundsatz gehandelt „Gemeinnutz geht vor Eigennutz." Der Reichsbauernführer schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler, das, von den Tausenden begeistert aufaenommen, weit über die Felder des neuen Landes hallte. Durch das Spalier der jubelnden Nordmärker verließ der Führer sodann feinen Koog. Auf der Rückfahrt vom Einweihungsplatz besichtigte der Führer den zukünftigen Dorfplatz der Dorfgemeinschaft Adolf-Hitler-Koog, die Schule und ein Bauernhaus. Der Führer fuhr dann zum Friedrichskoog und nahm den im Bau befindlichen Damm nach der Insel Trieschen in Augenschein. Am Fuß des Deiches befindet sich das Barackenlager der Arbeitsgemeinschaft „Sicherung Friedrichskoog- Spitze", in dem etwa 100 Arbeiter untergebracht find und hier gestaltete sich eine packende Stunde. Der Führer sprach im Ehraum einer Baracke zu den Arbeitern und gab ihnen einen Abriß über die gesamte politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands und feine Ausgaben für die Zukunft. Es war ein Erlebnis zu sehen, wie diese Arbeiter der Faust begierig Saß um Sah in sich aufnahmen und wie sich am Schluß der Ausführungen des Führers ihre Begeisterung spontan Bahn brach. Da saß der Zwanzigjährige nebenn dem Fünfzigjährigen, der zu Hause Frau und Kinder hat, alle im Werkanzug, wie sie eben oon der Arbeit im Schlick und Lehm gekommen waren. dieser Idee sich erwies, an die er nie geglaubt hat. Er war der einzige Ehrliche unter den Genfer „Großen". In seiner Manöverrede vor einem Jahre sagte er: „Der Krieg ist der Kassationshof der Völker. Trotz aller Konferenzen und aller Protokolle ist es die kriegerische Tat, welche die Menschheit begleitet und sie dis zu ihrem Ende geleitet. Die militärische Stärke ist das Bestimmende für die Rangfolge der Nationen. Sie beweist am besten die einem Volke innewohnende Kraft." Merkwürdigerweise hat man diese und ähnliche Worte nicht ernst genommen. Jetzt scheint der Augenblick gekommen, in dem sich ihre ernste Bedeutung blutig enthüllt. Erlaß des Führers an die Kriegsmarine. Kiel, 29. Aug. (DNB.) Der Führer hat nach Abschluß seines Flottenbesuches einen Erlaß an bie Flotte gerichtet, der durch Flaggensignale den Kriegsschiffen übermittelt wurde: „Beeindruckt von den Tagen bei der Flotte spreche ich den Besatzungen für die bei den Schießübungen gezeigten sehr guten Leistungen meinen Dank und meine Anerkennung aus. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht. Adolf Hitler." Adolf-Hitler-Koog, 29. Aug. (DNB.) Ein wichtiger Abschnitt in dem Aufbauwerk des nationalsozialistischen Deutschland, zu dem im wesentlichen auch die umfangreichen Landgewinnungsarbeiten an der schleswig-holsteinischen Westküste gehören, wurde am Donnerstag mit der feierlichen Einweihung des Adolf-Hitler-Koogs an der Dieksander- Bucht im Süderdithmarschen erreicht. Der Adolf-Hitter-Koog ist das erste fertige Werk der sogleich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in Angriff genommenen großen Landgewinnungsarbeiten. Richt weniger als 1333 Hektar neuen Ackerlandes find dem Meeresboden entrissen. Do früher kümmerliche Gräserfelder sich befanden, immer wieder überflutet von den Wassern des „Blanken Hans", sieht man heute, soweit der Blick reicht, fruchtbare Aecker und Getreidefelder. Die erste Ernte im Adolf-Hitter-Koog ist da. Der neue, 9,3 Kilometer lange Deich, der den Adolf- Hitler-Koog von dem Meer trennt, ist in verhältnismäßig kurzer Zeit emporgewachsen. Das weite Land hinter dem schützenden Wall des Deiches trägt stolz den Namen des Führers. Der Adolf-Hitter-Koog gibt mehr als 90 Familien auf dem neugewonnenen Land die Lebens- und Existenzgrundlage. Gegen 8 Uhr morgens trat der Führer feine Besichtigungsfahrt durch den Gau Nordmark, die Provinz Schleswig-Holstein, an. Die Fahrt führte über Eckernförde, Schleswig und Husum und dann über den neuen Damm, der die Insel Nordstrand mit dem Festlande verbindet, zur Insel Nordstrand. Der Führer überzeugte sich hier von den Land- geroinnungsarbeiten. Die Fahrt ging dann wieder über Husum nach Heide und Albersdorf, oon dort nach einer Mittagspause nach dem A d o l f - Hitler-Koog. Auf der Ehrentribüne erwartete Reichsorganisa- tionsleiter Dr. Ley den Führer. Oberpräsideni (Souleifer Lohse begrüßte sodann den Führer auf Deutschlands neuem Land, wobei er u. a. sagte: „Mein Führer! Sie stehen hier an der Nordsee auf neuem Land, das in harter Arbeit dem Meere abgerungen wurde. Seine Bewohner, die jetzt nach und nach dieses Land besiedeln, sind Nationalsozialisten, sind Kämpfer der ®eroegung aus jenen Zeiten, als es noch heiß herging im Dithmarschen. Wir haben um das Banner kämpfen müssen, das wir heute aufgerichtet haben in Ihrem Namen. Wir sind dabei aber nicht stehengeblieben. Köge sind entstanden und Deiche erbaut worden, und was wir heute Ihnen, mein Führer, zeigen durften, das ist ein großes Werk menschlicher Arbeit. Nachdem Sie, mein Führer, die Macht übernommen haben, können wir froh und frei arbeiten. Ich habe im Namen der gesamten Bevölkerung Schleswig-Holsteins Ihnen zu danken für Rat und Tat, mit der Sie uns immer zur Seite gestanden haben in dieser schweren Arbeit. Wir werden auch in Zukunft dieses große Werk fortsetzen und so Weiterarbeiten, wie es Ihr Wille ist!" Oberpräsident Lohse verlas bann die Urkunde zur Grundsteinlegung der N e u l a n d h a l l e, die den Volksgenossen des Adolf - Hitler - Kooges als Thing st ätte und Versammlungsort dienen wird: „Adolf Hiller, unser Führer, des Deutschen Reiches Kanzler, vollzog am 29. August 1935 die Grundsteinlegung zu dieser Reulandhalle. Der Wille unseres Führers hat erreicht, was unmöglich schien. Deutschland steht in neuer Gestaltung da. Das Aufbauwerk ist in vollem Gange. Das Schicksal unserer Heimat wendete sich, und mit neuem Mut und neuer Zuversicht haben wir unseren Kampf wieder ausgenommen, den Kamps mit dem Meere. Dem ersten Oie italienische Armee. Don Oscar Müller. Seit dem Jahre 1933 hat Mussolini die Verwaltung der drei militärischen Ministerien, Krieg, Marine und Luftmacht, in feiner Hand vereinigt. In feiner Eigenschaft als Ministerpräsident hat er die oberste Leitung des Generalstabs der Armee und des Nationalen Verteidigungsrates inne. Seine alljährliche Teilnahme an den großen Manövern hat sich bei dem gewaltigen Aufmarsch an der Brennergrenze zum tatsächlichen obersten Kommando der Manöver gewandelt. Das will heißen, daß Mussolini nicht nur der politische Diktator, sondern, unbeschadet der Stellung des Monarchen, auch der „Oberste Kriegsherr" Italiens ist, in dessen Hand nicht nur die Entscheidung über einen Krieg, sondern auch die Führung des Krieges liegen würde. Die Totalitätsidee des Faschismus, die keine Trennung der Gewalten kennt und alle Staatsfunktionen aus staatlichem und nationalem Geiste ableitet, hat in der Person dieses politischen Frontkämpfers, der in den 13 Jahren feiner Macht der militärischen Bereitschaft Italiens den größten Teil feiner Tatkraft zuwandte, ihren letzten Ausdruck gefunden. Es wäre müßig und subaltern, feine Fähigkeit zu militärischer Führung zu erörtern: in der Tat ist die italienische Armee, wie sie heute ist, in weitestem Maße feine Schöpfung, über deren Einsatz und Verwendung er allein zu bestimmen hätte. Die Reorganisation der unter den demokratischen Regierungen vernachlässigten Armee ist noch im Gange, in ihren Grundlinien aber bereits festgelegt. Die leitenden Gesichtspunkte sind nach der zahlenmäßigen Stärke die Aushebung und Ausbildung der gesamten wehrfähigen männlichen Bevölkerung im Alter von 21 bis 55 Jahren, die annähernd acht Millionen beträgt, nach der organisatorischen Seite die Reformierung des Unteroffiziers- und Offizierkorps sowie der Stäbe und des Generalstabs, nach der technischen die Nutzbarmachung der Erfahrungen des Weltkrieges und der modernen Anschauungen Dom Wesen eines künftigen Krieges. Italien hat gegenwärtig bei einer Bevölkerung von rund 45 Millionen einen Rekrutierungsbestand von etwa 560 000 Mann, von denen es jedoch bisher nur 300 000 einberief, die 22 000 Offiziere und 23 000 Unteroffiziere nicht eingerechnet. Die stehende Armee ist in 13 Korps zu 2 oder 3 Divisionen, im ganzen 31 Divisionen, gegliedert; dazu kommen 3 „fliegende" Divisionen, die bei den jetzigen Manövern zum ersten Male zur Verwendung kommen, und vier Brigaden „Alpini", einer für den Gebirgskrieg besonders geschulten Truppe. Die Infanterie zählt 112 Regimenter mit verschiedener Bataillonstärke. Das neue, in Vorbereitung begriffene, Rekrutie- rungsgefetz wird wahrscheinlich die jetzt bestehende Dienstzeit von 18 Monaten auf ein Jahr herabsetzen und den Bestand an wehrfähiger Mannschaft voll erfassen. In Wirklichkeit ist schon heute durch die letzten Mobilisationen für Afrika und die Aufstellung von Ersatzformationen der oben umriffene Friedensrahmen weit ausgedehnt: es stehen zur Zeit mehr als 500 000 Mann unter Waffen, und im Oktober werden es nach einer Ankündigung Mussolinis eine Million sein! Die vorfaschistische italienische Armee litt an einem Mangel an Unteroffizieren, an einem aus dem Kriege stammenden Ueberfluß an Subalternoffizieren und an einer Ueberalterung in den oberen Führerstellen. Die Zahl der Unteroffiziere ist um 6000 vermehrt worden, dürfte aber für die geplante Heeresver- stärkung nicht ausreichen. Das neue Beförderungsgesetz überwies eine große Anzahl von Subalternoffizieren in die Reserve oder zur Verwendung in den Jugendorganisationen und führte eine strenge Prüfungsauslese zwischen den verschiedenen Dienstgraden ' ein. Die Beförderung zum Stabsoffizier setzt nach den neuen Bestimmungen den erfolgreichen Besuch der Kriegsschule voraus; aus ihnen rekrutiert sich in schärfer Auslese der Generalstab der Armee. Durch die ganze Reform des Offizierskorps, das im früherer) Italien keine besondere soziale Stellung genoß,'geht unausgesprochen, aber sichtlich ein aristokratischer Zug, auch in gesellschaftlichem Sinne: Auf Mussolinis persönliche Anordnung ist dem in Rom gegründeten Klub der Offiziere aller Waffen der Palazzo Barberini, einer der schönsten Renaissancebauten mit der prunkvollen Fassade Berninis, zur Verfügung gestellt worden. Die technische Erneuerung steht unter dem modernen Gebot der Motorisierung und der schnellen Beweglichkeit kleinerer gemischter Verbände. Die Einheiten, besonders die „fliegenden" Divisionen, sind ausgiebig mit leichten Kampfwagen versehen, die zwei'Maschinengewehre führen, ebenso die Kavallerie, Motorisierung der schweren und leichten Artillerie, Einführung eines Gebirgswagens für die Alpenzonen, reichliche Verwendung des Motorrads, Traktoren für die schwere Artillerie, eine neue Haubitze und ein neues Fliegerabwehrgeschütz sind Einzelheiten dieser Reform, die die Fachmänner angehen. Der Gedanke, daß die Infanterie die ausschlaggebende Waffe bleibt, ist jedoch festge- halten; die dem Regiment zugeteilten leichten Maschinengewehre sind oon 56 auf 81 erhöht. Der Infanteriedivision sind Fliegerabwehrgeschütze (20 Millimeter) und Tankabwehrgeschütze (47 Millimeter) zugeteilt. Die ganze unter dem Begriff Motorisierung zu fassende Reform, die übrigens noch nicht fertig ist, dürfte sich im wesentlichen an das französische Vorbild anlehnen und folgt dem Zuge der Politik und der ©eneralftäbe, die bei den lateinischen Nationen in Krieg und Frieden zu einer möglichsten Einheit führen! Die Kriegsrüstung, die Mussolini Italien uder- gezogen hat, ist, wie man sieht, mehr als gewöhnlich und von erschreckender Stärke. Er hat sie begonnen, als man noch viel über Abrüstung redete, und zur Vollendung getrieben, als der Bankerott allgemeinen Wehrpflicht überflüssig geworden. Stattdessen hat der Führer nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht die allgemeine A r b e i t s d i e n st v f l i ch t jür die deutsche Jugend beiderlei Geschlechts eingefuhrt. Der Ärbeitsdienst hat grundsätzlich andere Aufgaben als der Wehrdienst! Er hat mit Waffendienst nichts zu tun. Arbeitsdienst bildet ein selbständiges Glied in der kette der nationalsozialistischen Erziehungseinrichtungen, das sich zwischen Schule und Wehrdienst einsügt. Wenn der Arbeitsdienst in mancher Beziehung soldatisches Gepräge trägt und soldatische Formen pflegt, fo1 hat das seinen bestimmten erzieherischen Grund. Unsere Arbeiter sollen sich nicht als Lohnsklaven, sondern als Soldaten der Arbeit fühlen. Deshalb erziehen wir im Arbeitsdienst unsere Arbeitsmänner zu soldatischem Ehrgefühl, soldatischer Pflichttreue und soldatischer Manneszucht. Eine andere irrige Auffassung vom Arbeitsdienst war die Auffassung, die den Freiwilligen Arbeitsdienst lediglich als produktive Erwerbslosenfürsorge, als eine vorübergehende Aushilfe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit betrachtete. Dies war die Auffassung des von uns überwundenen Systems. Wir haben mit dieser Auffassung schwer ringen müssen, um sie durch unsere nationalsoziall- stische Arbeitsdienstidee: Arbeitsdienst als Ehrendienst am Volk, als Schule der Ration, zu verdrängen. Unsere Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden können das stolze Gefühl haben, daß sie nicht nur Schüler und Schülerinnen sind, sondern Arbeiter im Dienste ihres Volkes. Der Arbeitsdienst steht insbesondere im Dienste unserer Siedlungs- arbeit. Die Arbeitsmänner bereiten den Boden vor für neue Bauern- und Arbeitersiedlungen, die Arbeitsmaiden helfen der schwerbelasteten Siedlerfrau. Die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht in Deutschland wird in der Geschichte als eine wahrhaft sozialistische und kulturschöpferische Tat, als ein Merkmal des sozialistischen 20. Jahrhunderts verzeichnet werden. Die Idee der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht wird ebensowenig wie seinerzeit die allgemeine Schulpflicht und allgemeine Wehrpflicht an den Grenzen Deutschlands halt machen. Wenn ich diese Ueberzeuguna ausspreche, so tue ich es nicht, um für die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht in anderen Staaten Propaganda zu machen. Wir mischen uns grundsätzlich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Völker. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn die Eindrücke des heutigen Tages ihnen zu einem richtigen Verständnis des Wesens des deutschen Arbeitsdienstes verhelfen würden und dann zum besseren Verständnis des Wesens des nationalsozialistischen Deutschlands, des Deutschlands Adolf Hitlers und seines heißen Wunsches, in Frieden, aber auch in Freiheit und Ehren völlig gleichberechtigt mit den anderen großen Völkern zu arbeiten. SS.-Obersührer General von Bassow begrüßte in Frankfurt a. d. Oder die Vertreter der ausländischen Diplomatie und Presse. Er gab dem Bedauern Alfred Rosenbergs Ausdruck, daß er krankheitshalber nicht zugegen sein könne, und dankte im Auftrage Alfred Rosenbergs allen Vertretern der ausländischen Diplomatie und Presse für die Annahme seiner Einladung. „Schon lange war es der Wunsch des Herrn Reichsleiters Rosenberg", so fuhr General v. M a s s o w fort, „ihnen im Anschluß an eine längere Reihe ihnen gehaltener Vorträge über den konstruktiven Aufbau unseres nationalsozialistischen Staatswesens an praktischen Beispielen zu zeigen, was unser Führer und Reichskanzler im Laufe kurzer Zeit in Deutschland schaffen ließ. Sie haben im vergangenen Herbst einen Einblick in die großzügig angelegten Kraftfahrstraßen getan, als Sie in Oberbayern Gäste des Führers waren: Sie haben auf dem Bückeberg an der ewig schaffenden Kraft unseres Bauerntums teilgenommen: diesesmal ist ihnen der Arbeitsdienst, Deutschlands Stolz, in seiner Aufgabe und seinem Wesen auf einer Rundfahrt in Verbindung mit verschiedenen Arbeitsprojekten vorgeführt worden. Der unser Vaterland in seinem Wollen und können verstehen lernen will, der mutz sich erst einmal der schaffenden kraft unserer Jugend im Arbeitskleid zuwenden. Dort findet er das Fundament: die echte Volksgemeinschaft." Telearammwechsei Wie der „Völkische Beobachter" weiter berichtet, hat zwischen Reichsleiter Alfred Rosenberg und dem Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hierl ein Telegrammwechsel stattgefunden. Reichsleiter Rosenberg bedauert in seinem Telearamm, durch Krankheit an der Teilnahme an der Veranstaltung verhindert zu sein und spricht die Hoffnung aus, daß die Besichtigung des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes allen Gästen einen Einblick in das ernste Bestreben der nationalsoziali- stischen Bewegung vermittelt hat. Der Reichsarbeitsführer spricht in seinem Antworttelegramm das aufrichtige Bedauern aller anläßlich der Arbeitsdienstlager-Besichtigungsfahrt im Rathaus der Stadt Frankfurt a. d. O. Anwesenden über die Abwesenheit des Reichsleiters aus und übermittelt herzliche Wünsche für baldige Genesung. Julius Freiherr von Waldthausen f. Dieser Tage ist einer unserer bekanntesten Di- plomaten gestorben, Julius Freiherr von Waldthausen, Schloß Bassenheim, Koblenz. Obgleich er seit einer Reihe von Jahren im Ruhestand lebte, hat sich die deutsche Regierung gern seiner Person bedient, um bestimmte Aufträge in fremden Ländern aus^uführen. So ist er es gewesen, der bei der Kaiserkrönung in Abessinien seiner Zeit dem Re- aus die Glückwünsche und Geschenke der deutschen Regierung überbrachte, und der vor ein oder zwei Jahren in Tokio in Japan dem 50jährigen Jubiläum der Deutsch-naturwissenschaftlichen Gesellschaft im Namen unserer Regierung beiwohnte. Er war einer der weitgereisten Menschen unseres Landes. In sämtlichen Erdteilen und in den meisten Ländern war er gewesen, und als er im Frühling dieses Jahres in Bad-Nauheim war, sagte er zu dem Schreiber dieser Zeilen, daß nur noch Grönland ihm unbekannt wäre. Dayin ist er auch im Sommer abgereist, obgleich er schon 77 Jahre alt war. Es war seine letzte irdische Reise. Die Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes. Ein Regierungsbericht vor -en Oberpräsidenten und Gauleitern. Berlin, 29. Aug. Im Reichsministerium für Er- nährung und Landwirtschaft fanden am 28. August vormittags mit den obersten Landesbehörden, den Oberpräsidenten, Vertretern der Preisüberwachungsstellen und nachmittags mit den Gauleitern bzw. Gauwirtschaftsberatern der NSDAP, eingehende Besprechungen über die Preisgestaltungfur Lebenshaltung statt. Auch Staatsrat Dr. L e y und Vertreter anderer Ministerien nahmen zeitweise an den Sitzungen teil. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen grundlegende Ausführungen des Staatssekretärs im Reichsernährungsministerium Pg. Herbert Backe Über die deutsche Ernährungslage. Staatssekretär Valle behandelte zunächst einige grundsätzliche Fragen der Ernährungswirtschaft und schilderte dann eingehend die Dersorgungslage und Preissituation bei den einzelnen Lebensmitteln. Er stellte fest, datz die Marktordnung heute nicht, wie vielfach angenommen, ein Schuh des Bauern, sondern ein Schuh der Verbraucher sei. Ohne die Marktordnung des Reichsnährstandes hätten wir wahrscheinlich heute nicht Schweinepreise von 50 Mark, sondern solche von 75 Mark, und die Butter würde nach dem Urteil der Sachverständigen nicht, wie seit langer Zeit, unverändert 1,30 bis 1,60 Mark, sondern 2 oder 2,50 Mark je Pfund kosten. Die Marktordnung hat den Bauern geholfen, als wir wie noch im Jahre 1933 und Anfang 1934 auf Grund handelspolitischer Abmachungen zur Siche- r.ing unserer Jndustrieausfuhr größere Lebensmittelmengen einführen mußten, als wir zur Ergänzung unserer Eigenerzeugung eigentlich benötigten. Heute zwingt die Devisenlage dazu, die Lebensmitteleinfuhr auf ein eben noch tragbares Mindestmaß herabzudrücken. Wir müssen uns darüber klar sein, daß jede Million, die wir für die Einfuhr von Lebensmitteln mehr ausgeben, angesichts unserer Devisenknappheit eine Verminderung unserer Rohstoffeinfuhr und damit eine Schmälerung der Arbeitsbeschaffung und eine Erschwerung der Erringung der Wehrfreiheit bedeutet. Umgekehrt erleichtert jede bei der Lebensmitteleinfuhr ersparte Million die Rohstoffversorgung, die Arbeitsbeschaffung und den Aufbau unserer Wehrmacht. In Erkenntnis dieser Zusammenhänge haben wir bereits in diesem Zeitpunkt die deutsche Landwirtschaft zur Erzeugungsschlacht aufgerufen, in dem auf einigen Gebieten (insbesondere Schweine, Fleisch) eine verhältnismäßige Uebererzeugung herrschte. Alle Schwierigkeiten, die jetzt auf einigen Preisgebieten für Lebensmittel vorhanden sind, haben ihre Ursache in einer Versorgunaslage, die es uns nicht gestattet, alle Sonderwünsche des Verbrauchers zu befriedigen. Im ganzen gesehen ist die Dersorgungsanlage mit Lebensmitteln aber auch heute noch so, daß jeder Deutsche ausreichend ernährt werden kann. Bei einem großen Teil der Lebensmittel find die Preise außerdem seit langem unverändert und werden es auch bleiben. Dies gilt für Brot, die Kartoffeln der neuen Späternte, Zucker, Milch, Butter, Margarine, Schmalz und Seefische. Spannungen haben wir lediglich bei Fleisch, Obst, Gemüse und Eiern zu verzeichnen. Zur Lage auf den einzelnen Gebieten erklärte der Staatssekretär etwa folgendes: Die Stabilität der Vrotpreise ist nach wie vor gesichert. Durch Marktordnung, Festpreise und die in der Hand des Reiches befindlichen Vorräte sind wir auf Grund des vorliegenden Ernteergebnisses in der Lage, den Markt und die Preise vollkommen zu beherrschen. Wir hätten in den letzten Wochen und auch jetzt noch sicher Schwierigkeiten beim Brot- preis, wenn das Reich nicht rechtzeitig die knappe Ernte des Vorjahres durch Einfuhren ergänzt und erhebliche Mengen selbst in die Hand genommen hätte. Dabei sind wir im letzten Jahre mit einer Getreideeinfuhr von rund VA Millionen Tonnen ausgenommen, obwohl wir in den Jahren 1924 bis 1932 durchschnittlich mehr als vier Millionen Tonnen jährlich eingeführt haben. Die Versorgung mit Speisekartoffeln ist ebenfalls vollkommen gesichert. Für S^eisezwecke benötigten wir in der Regel noch nicht einmal ein Drittel der Gesamternte. Eine schlechte Ernte würde sich also in einem Mangel an Futterkartoffeln für die Schweinemast auswirken, aber die Versorgung mit Eßkartoffeln nicht gefährden. Es ist demnach möglich, mit Rücksicht auf die Verbraucher den Kartoffelpreis in diesem Jahre ab 1. September d. I. je nach Sorte und Herkunft um bis zu 50 Pf. je Zentner niedriger festzusetzen, als im Vorjahr. Eins noch niedrigere Festsetzung war mit Rücksicht auf die notwendige Relation zu den Futtermittelpreisen, die gewahrt werden muß, nicht möglich. Bei Kartoffeln werden also die Preise nicht nur gehalten, sondern gegenüber dem Vorjahre sogar ermäßigt. Zucker, Milch, Butter, Schmalz. Die Zuckerversorgung ist gesichert, der Zuckerpreis wird stabil bleiben. Aus den Einnahmen der Zuckerindustrie werden bedeutende Mittel abgezweigt werden, um in stär- ferem Umfange als im Vorjahr, so weit es die Obsternte gestattet, verbilligte Marmelade herzustellen. Bei der Frischmilch sind Dersoraunasschwie- rigkeiten nicht vorhanden, weil nur ein Teil der Milcherzeugung als Frischmilch, der größte Teil in Form von Butter verbraucht wird. Die Marktord- nung wird die Milchpreise auch weiterhin auf dem bisherigen Stand halten. Bei Butter wurden 1924 80 v. H„ jetzt 87 v. H. des Bedarfs im eigenen Lande hergestellt, obwohl der Butterverbrauch heute höher ist als vor dem Kriege. Die Beschaffung der nicht im Inland erzeugten und zur vollständigen Bedarfsdeckung fehlenden Buttermengen bereitet keine Schwierigkeiten, da wir sie im Verrechnungsverkehr im Austausch gegen deutsche Fertigwaren aus den nordischen Staaten und aus Holland bekommen. Die Butterpreise werden stabil gehalten. Schwieriger ist es bei der Margarine versor- gung da hier die Rohstoffe zum geringsten Teil aus Deutschland stammen. Wir sind hier infolgedessen von der Devisenlage besonders stark abhängig, zumal die für die Margarineherstellung benötigten Oelsaaten aus Ländern kommen, die uns nur in unzureichendem Maße Fertigwaren abnehmen, infolgedessen benötigen wir für die Oelsaateinfuhr die besonders knappen Bardeoisen. Eine akute Gefahr für die Versorgung besteht auch hier nicht, die Margarinepreise werden auch weiterhin stabil bleiben. Beim Schmalz sind die Preise im wesentlichen stabil geblieben und werden nach der neuen, bereits bekannten Anordnung des Reichsernährungsmini- sters auch weiterhin auf dem Stand vom 31. März 1935 gehalten bzw. wieder auf diesen Stand zurückgeführt. Auch hier besteht jedoch eine gewisse Abhängigkeit von der Devisenlage, denn der Schmalzbedarf wird nur zu etwa 70 v. H. aus inländischer Erzeugung gedeckt. Die Fleischversorgung. Der Staatssekretär ging sodann auf diejenigen Gebiete ein, bei denen sich in letzter Zeit gewisse Spannungen hinsichtlich der Preise bemerkbar gemacht haben. Hinsichtlich der Fleischpreise erklärte er, oaß beim Rindfleisch in den Frühsommermonaten bis Ende Juli faisonmäßig immer eine Verknappung aus deutscher Erzeugung eintritt. Diese Verknappung wurde in früheren Jahren bei genügender Devisenlage mit Einfuhren aus dem Auslande ausgeglichen. In diesem Jahr war dies nicht möglich. Trotzdem brauchte sich kein Verbraucher beim Verzehr von Rindfleisch Einschränkungen aufzuerlegen. Heute sind durch Eingreifen des Reichs die erwähnten Spannungen beseitigt. An den Rindermärkten werden heute z. T. bereits wieder mehr Rinder aufgetrieben, als benötigt werden. Auf Grund dieser Lage haben wir die Anordnung herausgegeben, daß die Rindfleischpreise, von gewissen Ausnahmen abgesehen, dort, wo sie einen höheren Stand erreicht hatten, wieder auf das Niveau vom 31. März 1935 zurückgeführt werden. Schwieriger liegen die Verhältnisse zur Zeit noch am Schweinemarkt, aber auch hier sind die derzeitigen Spannungen vorübergehender Natur und werden in absehbarer Zeit behoben sein. Die Schweinebestände sind bereits wieder im Wachsen, so daß der Tiefstand der Schweineanlieferungen, den wir jetzt zu verzeichnen haben und der eine Folge der Dürre und schlechten Futterbetteideernte des Vorjahres ist, bald wieder einem stärkeren Angebot von Schweinen Platz machen wird. Hinzu kommt, daß wir auf Grund handelspolitischer Abreden in nächster Zeit erhebliche Schweinemengen aus dem Auslande einführen werden. Schließlich stehen der Bevölkerung in großem Umfange die erstklassigen und preiswerten Fleischkonserven zur Verfügung, die im vergangenen Jahr, als die knappe Futtermittelernte Z"U einem übermäßigen Verkauf von Schlachtvieh führte, hergestellt wurden. Wenn man demnach den Fleischmarkt im Ganzen betrachtet, so ist genügend Fleisch vorhanden, lediglich frisches Schweinefleisch wird vielleicht in nächster Zeit hier und da vorübergehend etwas knapp sein. In solchen Fällen muß die Bevölkerung zum Rindfleisch oder zu den Fleischkonserven ausweichen. Auf Grund dieser Gesamtlage ist ebenso wie beim Rindfleisch auch beim Schweinefleisch angeordnet worden, daß die Preise gründ- sätzlich auf dem Stand vom 31. März 1935 gehalten ober zurückgeführt werden müssen. Im übrigen ist bei der Beurteilung der Versorgunaslage mit Fleisch immer zu beachten, daß wir unseren Bedarf an Fleisch zu 98 bis 99 v. H. aus eigener Erzeugung decken, obwohl der Fleischverbrauch von 50 kg im Jahre 1913 auf 54,5 kg pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 1934 gestiegen ist. Obst und Gemüse. Am schwierigsten liegen die Dinge bei O b st und Gemüse. Eine Preissteigerung ist hier zweifellos vorhanden. Die Lage ist aber dadurch bedingt, daß ungünstige Witterungsverhältnisse (kaltes Frühjahr, Nachtfröste) die Obst- und Gemüseernte außerordentlich beeinträchtigt, teilweise sogar vernichtet haben. Eine Ergänzung durch Einfuhren war angesichts unserer Devisenlage nur in beschränktem Umfange möglich, zumal auch im Auslande die Witterung die Ernte unaünftig beeinflußt und zu Preissteigerungen geführt hat. Am stärksten betroffen wurden von diesen Verhältnissen Frühgemüse und Frühobst. Eine Entlastung kommt jetzt, wie bereits überall zu bemerken, aus natürlichen Gründen bei Spätgemüse und Spätobst. Die Spätgemüseernte wird befriedigend ausfallen. Die Eierversorgung. Zur Lage am Siermarft wurde daraus hin- gewiesen, daß die Eierschwemme in diesem Jahre auf Grund der Witterungsverhältnisse sechs Wochen früher einsetzte als in normalen Jahren. Infolgedessen hörten die Hühner aber auch schon sechs Wochen früher auf, Eier zu legen. Dieser Lage muhte der Reichsnährstand Rechnung tragen. Er hat infolgedessen, um die Eiererzeugung anzuregen und den Verbrauch auf dem Lande zu drosseln, die Preise im Durchschnitt sechs Wochen früher als im vorigen Jahre heraufgesetzt. Es ist jedoch nicht beabsichtigt, die Eierpreise in diesem Wirtschaftsjahr im gewogenen Durchschnitt über den Durchschnitt des Vorjahres steigen zu lasseiH Zu den Verhältnissen im Jnlande kam hinzu, daß uns bas Ausland nicht im vollen Umfange die Eiermengen liefern konnte, die handelspolitisch vereinbart worden waren. Im übrigen werden, sobald es die Witterung gestattet, Kühlhauseier in bedeutendem Umfange zu tragbaren Preisen aus den Beständen des Reiches abgegeben werden. Anschließend an die Ausführungen des Staatssekretärs wurden von Beamten des Reichsernäh- rungsminifteriums und Vertretern des Reichsnährstandes nähere Aufklärungen über die hinsichtlich der Preisüberwachung ergangenen Anordnungen und über die Dersorgungslage in einzelnen Gebieten des Reiches gegeben, soweit sich hierzu die Notwendigkeit auf Grund der Berichte der Gauleiter ober Preis- überwachungsbehorben ergab. Die Preisüberwachungsstellen würben erneut angewiesen, grundsätzlich unter keinen Umständen Preiserhöhungen zuzulassen. Tragisches Autounglück des belgischen Königspaares. Oer König verletzt, die Königin an einem Gchädelbruch verstorben. Luzern, 29. Aug. (DRV.) Der König von Belgien ist in der Rahe von Kühn acht am Vierwaldstättersee am Donnersiagvormittag mit feinem von ihm selbst gesteuerten Auko verunglückt. An einer Kurve geriet der Wagen plötzlich über die Böschung des Seeufers. Die Königin wurde dabei gegen einen Baum geschleudert. Sie erlitt einen Schädelbruch der den Tod herbeiführte. Der König wurde mehrfach am Kopf verletzt. Die Wunden sollen nicht gefährlich sein. Königin Astrid f. Königin Astrid von Belgien wurde als Tochter des Prinzen Karl Herzog von Westgotland und der Prinzessin Jngeborg von Dänemark am 17. November 1905 in Stockholm geboren. Im März 1926 begegnete Königin Astrid in Stockholm dem damaligen Kronprinzen Leopold von Belgien. Während des Sommers waren die schwedischen Prinzessinnen Gäste der belgischen Königsfamilie in deren Sommerresidenz und im November 1926 fand die Vermählung des Kronprinzen Leopold mit Prinzessin Astrid statt. Die Ehe wurde allgemein als reine Neigungsheirat angesehen. Am 11. Oktober 1927 wurde dem jungen Paar ein Töchterchen Josephine Charlotte und am 7. September 1930 der Thronerbe Bau - doin geboren. Nach dem plötzlichen Tod des Königs Albert I. im Februar 1934 bestiegen K ö - n i g Leopold III. und Königin 21 ft r i b ben Thron. Wie beliebt Königin Astrid beim belgischen Volk war, zeigte sich beim Einzug bes jungen Königspaares in Brüssel, als ihr begeistert zugejubelt wurde. Wie sich das Unglück ereignete. Ueber das furchtbare Kraftwagenunglück werden folgende Einzelheiten bekannt: Am Donnerstagmorgen zwischen 9 und 9.30 Uhr befand sich der König der Belgier in einem offenen Packarb-Sportkabriolett mit der Königin an feiner Seite und in Begleitung eines Hilfsfahrers, der hinten im Wagen sah, auf dem Wege von feiner Besitzung, der Villa Haslihorn in Horw, einem Borort von Luzern, nach Küßnacht am Rigi. Ein zweiter Kraftwagen mit der Begleitung des Königs folgte dem königlichen Wagen. Nach ben im Kraftwagen bes Königs befindlichen Bergausrüstungs- gegenftänben zu schließen war beabsichtigt, eine Bergtour zu unternehmen. 300 Meter von Küß- nacht entfernt ftreifte ber königliche Kraftwagen auf ber völlig geraben 5 Meter breiten Asphaltstraße ben etwa 20 Zentimeter hohen Straßenrand. Bei der Geschwindigkeit von 70 bis 90 Kilometer kam ber Wagen baburch aus dem Gleichgewicht und stürzte über den Straßenrand auf eine st eilabfallende Wiese hinunter. Dabei fuhr er mit voller Wucht gegen einen Ob ft bäum und dann in den See. Schilf und Schlamm hielten den weiteren Fall auf. Der König konnte sich mit Hilfe des Fahrers und der hinzugeeilten Begleitung aus dem Kraftwagen herausarbeiten und eilte, obwohl er selbst Kops- und Armverletzungen erlitten hatte, SU der am Boden liegenden Königin, die aus Das Künigspaar. — (Scherl-Bilderdienst.) dem Wagen herausgeschleudert worden war. Ihr Schädel war völlig zerschmet- tert. Nach einer Lesart war sie sofort tot, nach einer anderen soll sie etwa noch fünf Minuten gelebt haben. Don Küßnacht eilten sofort Leute zur Hilfe herbei. Auch ein Pfarrhelfer wurde herbeige, holt, der der Königin noch die letzte Oelung spendete. Die Leiche wurde dann sofort zugedeckt und bald darauf in einem von Küßnacht herbeigeschaff- ten Sarg nach der Villa Haslihorn bei Luzern zu- ruckgebracht. Die Behörden von Küßnacht verzichteten vorläufig aus eine Vernehmung bes Königs, bie im Laufe Des Nachmittags im Beisein bes belgischen Kon- suis nachgeholt werben soll. Die Ünglücksstelle würbe sofort abgesperrt, jegliches Photographieren wurde verboten. Der Kraftwagen ist inzwi- schen aus dem See herausgezogen worden. Er ist v o l l i b zerstört. Der König begab sich nach Kurzer ärztlicher Behandlung nach der Villa Hasli» Horn zurück. Oie Heimfahrt der toten Königin. Bem, 30. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die sterbliche Hülle der Königin Astrid wurde am Donnerstagabend von Haslihorn nach Luzern übergeführt. Gegen 22 Uhr wurde der Sarg in ben schwarz ausgewogenen und mit Blümer» gs» schmückten Bahnwagen gehoben. Der König und sein Gefolge reisen mit demselben Zuge in einem Schlafwagen. In Basel hatten sich zahlreiche Mitglieder der belgischen Kolonie eingefunden. Sie ließen durch die Hofdamen der Königin am Sarge Blumen niederlegen. Nach kurzem Aufenthalt würben die Wagen umrangiert. An der Landesgrenze verabschiedeten sich die beiden hohen schweizerischen Offiziere, die im Auftrage des Bundesrates den Zug begleitet hatten, und Übergaben die Wagen Vertretern der französischen Sicherheitsbehörde, die das Geleit bis zur belgischen Grenze übernehmen. Der König, der von dem furchtbaren Unglück so fd>wer betroffen wurde, muß auf ärztliche An- Ordnung das Bett hüten. Proklamation des belgischen Ministerrats. Brüssel, 29.äug. 3 Italien..... 20,36 20,40 20,36 20,40 Japan ...... Jugoslawien. 0,729 5,684 0,731 5,696 0,729 5,684 0,731 5,696 Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... 62,05 48,95 11,19 63,65 81,12 34,05 10,305 62,17 49,05 11,21 63,77 81,28 34,11 10,325 62,04 48,95 11,19 63,64 81,08 34,05 10,30 62,16 49,05 11,21 63,76 81,24 34,11 Budapest ... 10,32 Neuyort... 2,483 2,487 2,483 2,487 Gelb Ärlel Nr. 202 Drittes Blatt ©tefiener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 30. August 1935 Aus der Provinzialhauptstadt. Zur pilzzeit. Leider werden aus Unkenntnis die Pilze noch nicht fo häufig auf den Küchenzettel gesetzt, wie sie es ihrem Nährwert und ihrem Geschmack nach verdienen, da viele Hausfrauen eine Pilzvergiftung befürchten. Die meisten derartigen Erscheinungen sind nicht auf Giftpilze, sondern auf den Verbrauch nicht mehr frischer Pilze zurückzuführen. Die Pilze gehen durch ihren hohen Wasser- und Eiweißgehalt nämlich schnell in Fäulnis über Sie dürfen daher keinesfall länger als 24 Stunden aufgehoben werden; kommt man von der Pilzsuche heim, so sollen die Pilze nicht im Korb geschichtet bleiben, sondern müssen flach auf kühle Kellersteine ausgebreitet werden Am besten fängt man gleich an, sie zuzubereiten. Will man Pilze sammeln, so muß man sich eine gute Kenntnis bei einzelnen Pilzsorten aneignen. Es gibt sehr viele gute Pilzbücher mit genauen Abbildungen. Ein Verwechseln ist dann ausgeschlossen, es erübrigen sich dann auch alle vermeintlichen Vorsichtsmaßregeln bei der Herstellung von Pilzgerichten, da sie vollständig zwecklos sind. So laufen z B. ein silberner Löffel ober eine Zwiebel nicht schwarz an, wenn ein giftiger Pilz, beispielsweise Fliegenpilz ober Knollenblätterpilz, mitkocht. Auch bas Blauanlaufen unb Verfärben beim Durchbrechen der Pilze sind kein Merkmal für Giftigkeit, läuft doch der giftige Knollenblätterpilz nicht an, dagegen aber der sehr wohlschmeckende Butterpilz. Dasselbe gilt für austretenden Milchsaft beim Brechen der Pilze. Die giftigen Fliegen- und Satanspilze sondern keinen Milchabsatz ab, der Blutreizker dagegen, einer der besten eßbaren Pilze, sondert reichlich roten Saft ab. Die schleimige Oberfläche will bei Pilzen auch nichts besagen, sie tritt namentlich bei Regen auf und ist kein Merkmal für Gift, da Butterpilz und Buchenstockschwämmchen sehr schleimig sind, trotzdem sie eßbar sind. Längere Zeit galt die Lorchel als verdächtig. Auf Grund neuerer Forschungen ist es aber feststehend, daß die Lorchel an sich unschädlich ist, dagegen Schimmel- und Spaltpilze, die sich in der Nässe auf der Lorchel anfiedeln, Ursache der Dergiftungserscheinun- gen waren. Jedenfalls muß die Lorchel vor der Zubereitung stets gründlich gewaschen werden Wer sich zum Pilzsuchen rüstet, sollte stets einen leichten Blecheimer oder Korb zum Tragen der Pilze mitnehmen. In Papiertüten oder Säckchen zerdrücken die Pilze leicht und werden unansehnlich. Zur Ausrüstung gehört ebenfalls ein scharfes, nicht au kleines Messer, denn wird der Pilz abgerissen, so beschädigt man das Wurzelgeflecht des Pilz- lagere und beeinträchtigt dadurch die kommenden Ernten. Aus diesem Grunde ist es auch gut, große ausgewachsene Pilze als Sporenträger stehen zu lassen. Im übrigen ist es besser, Pilze, die man nicht genau kennt, lieber nicht zu nehmen. Man kann Pilze entweder in Weck oder in Büchsen einmachen, oder haltbar machen durch Einlegen in Essig, oder Trocknen. Besonders gut lassen sich Steinpilze und Champignons für den Winter trocknen. Die geputzten Pilze werden ungewaschen in fingerdicke Scheiben geschnitten und mittels einer Stopfnadel auf lange Baumwollfäden gezogen, die man an einer von der Sonne beschienenen Wand aufspannt. Dies Lufttrocknen ist dem Trocknen an der Herdwand vorzuziehen. Die getrockneten Pilze hängt man in einem losen Mullbeutel in einem luftigen, trockenen Raum auf. Beim Gebrauch werden die getrockneten Pilze gut gewaschen, am Tag vorher eingeweicht und mit dem Einweichwasser angesetzt. Man kann die Pilze, vor allen Dingen Champignons, auch sehr scharf trocknen, zu Pulver verreiben, das dann eine köstliche Würze für Suppen und Bratentunken gibt Auch roh gegessen, als Salat zubereitet, schmecken DasLnfanterie-Regiment Gießen auf dem Truppen-Uebungsplatz Alljährlich, etwa in den Monaten Juli—August, rückt die Truppe auf den Truppen-Uebungs-Platz. Die Einzelausbildung ist beendet, Gruppe, Zug und Kompanie sind theoretisch und praktisch in den Kampfformen geschult, und nun soll der Soldat beweisen, daß er feine militärischen Kenntnisse auch im Rahmen größerer Truppenoerbände, besonders aber in fremdem Gelände, wo keine Rücksicht auf Flurschaden zu nehmen ist, richtig zu verwerten weiß. Das Regiment Gießen übt in diesem Jahre in Altengrabow (ostwärts Magdeburg). Nach einem kriegsmäßigen Verladen rollten die vier Transportzuge am 6. August aus Bahnhof Gießen in Richtung Altengrabow ab. Unterwegs griffen Flieger die Transportzüge an. Das Warnungssignal der Hornisten ertönte, und schon hämmerten auf 0-Wagen aufgebaute MG s ihr Abwehrfeuer. Bald lag das abwechslungsreiche mitteldeutsche Land- schastsbild zurück und der Zug rollte durch den südlichen Teil des nördlichen deutschen Flachlandes. Ein ungewohntes Bild für den Hessen unb Rheinländer! In den Abendstunden war Altengrabow erreicht. Altengrabow ist ein sehr alter Uebungsplatz, der bereits im 17. Jahrhundert Erwähnung findet. Niedere Flachbauten wechseln ab mit massiven Steinhäusern und geben der Truppe eine gute Unterkunft. Weniger beliebt sind die Kopfstuben der Stallbaracken, die wegen der starken Belebung von einzelnen Zügen bezogen werden müssen, da die in Schwärmen auftretenden Fliegen den müden Schläfer nicht ruhen lassen, sobald es anfängt, hell zu werden, ganz zu schweigen von den vierbeinigen Mitbewohnern, von denen wilde Kaninchen die harmlosesten sind. Das Lager macht sonst einen sehr sauberen und sehr gepflegten Eindruck. Schone Anlagen und prächtige Blumenbeete geben ihm eine besondere Note. In den vor den Mannschaftsbaracken angebrachten Sandkästen zaubern die Künstler der einzelnen Kompanien mit einfachsten Mitteln (Kohle, Porzellanscherben usw.) die prächtigsten Bilder hervor. Besondere Erwähnung findet das prächtige Schwimmbad, das oft und gern von unseren Soldaten aufgesucht wird. Bei kühler Witterung treten an seine Stelle die Brausebäder. Eine Lesehalle, eine gute Bibliothek sowie ein Kino sorgen für Unterhaltung nach dem anstrengenden Dienst. Jeden Tag zwischen 18 und 19 Uhr spielt eine der fünf Musikkapellen in einem Musikpavillon, der ungefähr in der Mitte des Haupt- lagers liegt. Lobenswerte Erwähnung findet das aute Essen, das den Soldaten in den sauberen Lagerküchen verabreicht wird. An Sonn- und Ruhetagen fährt die Kompame meistens geschlossen mit dem Autobus nach Potsdam ober Berlin, um den kurzdienenden Soldaten i zu dem Erlebnis auf dem Uebungsplatz auch noch! einen Eindruck von der Reichshauptstadt, dzw. der Stadt zu geben, die einen großen Teil preußischer Geschichte in ihren Mauern birgt. Pilze ausgezeichnet. Hierzu eignen sich besonders Steinpilze und Champignons Man schneidet sie in Scheiben, schmeckt sie mit Essig und Del, ein wenig Salz und Pfeffer, ab H.Caesar. NGNAp,Ami für Beamte, Kreis Gießen Achtung! Zu der am Freitag, 30. August, um 20 Uhr, auf dem Dswaldsgarten stattfindenden Großkundgebung „Gegen die Staatsfeind e", bei der Reichsstatthalter Gauleiter Pg. Sprenger und Kreisleiter Pg. Kl oster mann sprechen werden, treten die Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen, vollzählig an. Aufstellung um 19.30 Uhr in der Steinstraße, Spitze Turnhalle, nach Fachschaften in Sechserreihen. Politische Leiter in Uniform. Führung übernimmt Stellv. Kreisamtsleiter Pg. Gust. Ulrich Heil Hitler! F.d.R.: Ulrich. Gez.: Heß. Aus parteiamtiichenBekanntmachunaev Die Gliederungen der Partei fordern ihre Mitglieder dazu auf, an der am heutigen Freitagabend auf Dswaldsgarten stattfindenden großen Kundgebung gegen die Staatsfeinde vollzählig teilzunehmen. Den Partei- und Volksgenossen ist die Teilnahme zur unbedingten Pflicht gemacht. Die politischen Leiter der Ortsgruppe Gieße n - N o r d treten um 19.10 Uhr vor der Geschäftsstelle im großen Dienstanzug an. Die politischen Leiter der Ortsgruppe G i e ß e n - 0 st treten um 19.15 Uhr am Ludwigsplatz im großen Dienstanzug an. Der NS.- Lehrerbund, Bezirk Gießen- Stadt, gibt bekannt, daß alle Mitglieder heute abend um 19.20 Uhr in der Steinstraße zur Teilnahme an der Kundgebung anzutreten haben. Die N S.-F r a u e n sch a f t in den Ortsgruppen Gießen-Nord, -Mitte, -Ost und -Süd macht ihren Mitgliedern ebenfalls die Teilnahme zur Pflicht. ♦ Der NS. -Lehrerbund des Bezirkes Gießen-Land veranstaltet am Samstag, 31 Kommt alle zum BDM.-Sportfest auf den Universitäts-Sportplatz. August, in der „Karlsruhe" bet Wieseck eine Fann- lienkonserenz, die einige Stunden echter Kameradschaft bringen soll. Die Mitglieder sollen durch entsprechende Darbietungen zur Ausgestaltung der Feier beitragen. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsdng Gießen. Arn Sonntag, 1. September, findet eine Heimatkundliche Führung durch Alt- Gießen statt unter Leitung von Universitäts-Professor Dr. Rauch und Stadtbaurat Gravert. Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Stadtkirche. Gäste willkommen! Relchslustschuhbund/ Drtearuppe Gießen. Infolge der Großkundgebung am heutigen Frei- t a g, 30. August, fällt der Unterricht in der Luftschutzschule Gießen aus. Die für diesen Abend vorgesehenen Vorträge finden, wie bereits den Teilnehmern bekanntgegeben, am Montag, 2 September, um 20 Uhr, in der Goetheschule, statt Ludwig Mosbacher. Neuengagiert am Gießener Stadttheater. Jawohl, so ungefähr schaue ich aus. Und im übrigen tue ich nichts, als mich freuen und nochmals freuen auf mein erstes Engagement. Ja, ich bin sogar irgendwie stolz darauf, daß es ausgerechnet Gießen sein soll, wo ich mir die ersten Lorbeeren bzw. faulen Aeppel holen darf. Warum? ... Nein, das wird nicht verraten. Sehen Sie, als Junge hatte ich mir in den Kops gesetzt, Rennfahrer zu werden. Und wenn ich Ihnen jetzt sage, daß ich bereits einige Rennen mit Erfolg hinter mir habe, fo ist das gar nicht übertrieben. Mit einemmal hat es mich gepackt ... Und aus roar’s mit dem Traum. Schauspielschule in Mannheim, Prüfung in Frankfurt, und jetzt wird Theater gespielt. Wie? Das werden Sie schon noch sehen. eporffurfc „Kraft durch Freude". Achtung! Ausfallende Sportkurse! Heute, Freitag, fallen alle KdF.-Sportkurse wegen der Großkundgebung auf dem Dswaldsgarten aus! f Samstag, 31. August, fällt der Kursus Leichtathletik auf dem Univerfitätsfportplatz sowie der Kursus Schwimmen in Lollar aus. Tennis am Sonntagvormittag. Am Sonntagvormittag laufen folgende Tenniskurse: von 8 bis 9 Uhr städtische Tennisplätze am Schützenhaus; von 9 bis 10 Uhr städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Anmeldungen nimmt das Sportamt, Schanzen- straße 18, entgegen. Das Kameradschaftsireffen der 724 er Am 7. und 8. September treffen sich anläßlich einer von den Kameradschaften Gießen und Frankfurt der ehern. 224er veranstalteten Wiedersehensfeier der ehern. Angehörigen des Referve-Jnfanterie- Regiments 224 einige Hundert alte Soldaten und Frontkämpfer in den Mauern der Stadt Gießen, nachdem eine ähnliche Zusammenkunft zuletzt im Jahre 1926 in Gießen stattgefunden hatte. Zu!ebem kommt einmal das GM Roman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Lottes scharfem Blick entging das Zögern nicht, das über die markanten Züge Gerlings glitt. Sie hätte ihm so gern vorgeschlagen, er mochte doch Monika nachreisen, aber er hatte etwas so Verschlossenes, daß sie es nicht wagte. Aber da sagte er plötzlich selbst: „Ich weiß, daß Fräulein von Jnnemann nicht im Guten von ihren Verwandten geschieden ist. Aber Sie waren doch ihre Freundin, gnädige Frau? Wissen Sie nicht, wohin sie abgereist ist?" Lottes Herz tat einen freudigen Sprung. Nun hatte sie ihn so weit, wie sie ihn haben wollte. „Natürlich weiß ich es. Sie sind nach München und wollen dort in den ,Vier Jahreszeiten' absteigen. So viel ich weiß, will Familie Klinke dort eine Zeit lang bleiben." „München: Aber von dort komme ich ja her. Ich hatte auch die Absicht, noch einige Zeit dort zu verbringen." „Nun, das trifft sich ja herrlich. Da müssen Sie Monika aufsuchen. Sie hat ihren Vater so sehr geliebt Wie glücklich wird sie sein, wenn sie jemandem begegnet, der ihren Vater kannte! Ich werde Monika sofort schreiben und Ihren Besuch ankündigen." Aber da unterbrach sich Lotte plötzlich. Ein schelmisches Lächeln glitt über ihre Züge. • Mit einer herzlichen Bewegung hielt sie dem Besucher die Hand hin. „Wollen wir Bundesgenossen sein, Herr von Gerling?" „Gern, gnädige Frau. Ich verstehe nur nicht..." „Ich habe es mir überlegt. Ich werde Monika nichts schreiben, nichts von Ihrem Besuch bei uns. Monika ist so eine romantische kleine Seele. Ich fände es viel netter, wenn Sie von jetzt an alles dem Zufall überlassen würden..." Einen Augenblick stutzte Gerling. Er hatte so viel Sympathie für diese nette, freundliche junge Doktorsfrau. Fast drängte es ihn, sich mit ihr auszusprechen, ihr seine wahren Absichten zu ver- r°2lber zugleich erinnerte er sich wieder der Worte Rolf Werders: „Willst du dich ihr nicht erst als ihr Jugendfreund nähern und sehen, ob ihr beiden euch noch so gut versteht mie damals . Er hatte damals jedes Kompromiß abgelehnt. Aber es war plötzlich so vieles anders. Monika von Jnnemann, die aus dem Haufe ihrer Verwandten lief, kaum daß sie mündig geworden, war vielleicht auch sonst in manchem ganz anders, als er sie sich vorstellte. „Wenn ich Sie recht verstanden habe, gnädige Frau, so soll Fräulein von Jnnemann nichts von meinem Besuch im Hause ihrer Verwandten erfahren?" „Ganz recht, Herr von Gerling. Sie werden gewiß Gelegenheit haben, sich Monika zu nähern. Hier in Wunsiedel wäre es ja nicht ganz einfach gewesen, aber in dem Getriebe eines großen Hotels wird es sicher leicht möglich sein. Und wäre es nicht nett, wenn Monika glauben würde, daß Sie ihr nur rein zufällig begegnet sind? — Wer weiß — Monika ist ja noch so weltfremd und schüchtern — vielleicht wird sie doppelt glücklich sein, wenn Sie sich als ihr Jugendfreund entpuppen werden, gerade wenn sie jetzt doch unter Fremden ist." „Einverstanden, gnädige Frau! Ich akzeptiere Ihren Vorschlag, und ich zähle auf Ihre Verschwiegenheit." „Das können Sie bestimmt, Herr von Gerling. Es soll ganz an Ihnen liegen, wann und ob Sie Monika aufklären wollen." Auch der Doktor, der sich eine Weile frei gemacht hatte und am Kaffeetisch erschien, den Lotte schnell zurechtgemacht hatte, wurde nun eingeweiht. Er lachte gutmütig. „Sehen Sie, Herr von Gerling, meine kleine Frau behauptet ja immer, Monika sei so romantisch veranlagt. Aber sie hat auch etwas dafür übrig, obwohl sie sich immer auf die vernünftige Frau Doktor hinausspielt. Und dann, Herr von Gerling, nehmen Sie sich in acht! Ich wette, meine Lotte spinnt so ihre Pläne; das bedeutet, daß ich ein langer Gymnasiast war, wie ich ihr in unserem Garten zuweilen das freche Näschen geputzt habe... Na ja, schon gut. Lotte — Herr von Gerling wird doch einen Scherz verstehen. Abgesehen davon, daß sich jeder gratulieren kann, der einmal die Monika bekommt." Es war eine gemütliche Stunde in dem gastlichen Doktorhause. Aber dann duldete es den Besucher nicht länger. Er verabschiedete sich mit herzlichem Dank und drückte besonders Lotte, die ihm schelmisch zuzwinkerte, herzlich die Hand. Aber kaum hatte er den Drt hinter sich, hielt er noch einmal an und legte ein kleines Bild, das er in der Tasche seines Rockes hatte, sorgfältig in die Brieftasche. Nein, Lotte hatte es nicht bemerkt, daß sie eines her Amateurbilder von Monika vom Tische heruntergestreift hatte; und sie hatte auch nicht beachtet, daß sich Herr von Gerling hastig danach bückte. Er hatte sich selbst keine Rechenschaft darüber geben können; ihn leitete einfach der Wunsch, ein Bild von Monika zu besitzen. Aber auch jetzt, da er seinen Fund verwahrte, empfand der sonst so überaus korrekte Gerling nicht die mindeste Reue. 5. Kapitel. Der elegante Speisesaal des Hotels war schon ziemlich gefüllt. Unter dem Licht der strahlend hellen Kristalllüster bewegten sich elegante, gutgekleidete Männer, Frauen in Abendkleidern und mit blitzendem, wenn auch wohl nicht immer echtem Schmuck beladen. An einem gut gewählten Tisch, nicht weit vom Eingang, saß ein tadellos gekleideter einzelner Herr. Er schien jemanden zu erwarten; denn immer wieder richtete er den Blick auf die Tür, durch die noch fast ununterbrochen Besucher kamen. Jetzt aber zuckte er zusammen. Eine kleine Gruppe betrat den Speisesaal. Voraus segelte mit sicheren, energischen Schritten eine kleine bebrillte Dame in einem dunkellila Atlaskleid; hinter ihr kamen ein junger Mann und ein großes blondes Mädchen in einem weißen Kleid, das er interessiert betrachtete Dieses junge Mädchen, das keinen Schmuck trug und die Haare in einem schlichten Knoten im Nacken zusammengenommen hatte, war sehr schön. Dbwohl es kaum den Blick hob, hatte es doch eine stolze und selbstbewußte Haltung und einen wunderschönen Gang. Friedrich von Gerling, der mancher Gefahr kaltblütig und ohne Wimperzucken ins Auge gesehen hatte, fühlte, wie sein Herz heftig zu schlagen anfing. Das war Monika von Jnnemann, ohne Zweifel. Denn sie war heute erst im Hotel eingetroffen. Die Klinkes hatten wohl schon vor einigen Tagen telegraphisch Zimmer bestellt, aber das herrliche Wetter hatte sie zu einem Abstecher in die bayrischen Alpen verlockt. Eigentlich war es ja die Idee Frau Klinkes gewesen, die bald Monikas echte Naturliebe erkannt hatte, und die durch schnell wechselnde Eindrücke den Schmerz in Monikas Brust, der durch den brüsken Abschied von ihren Verwandten Monika alle Freude verdüsterte, verscheuchen wollte. Es war ihr auch gelungen. Monika hatte mit Entzücken die herrlichen und immer wechselnden Landschastsbilder in sich ausgenommen und sich ihr bald voll Dankbarkeit angeschlossen. Im Anfang war sie auch Johnie gegenüber befangen gewesen. Sie mußte doch immer daran denken, was Frau Klinke ursprünglich im Sinn gehabt hatte. Und schließlich hatte er ja bei beiden unerwarteten Begegnungen sein großes Interesse an ihr verraten. Aber dies war wohl wirklich nur die überraschende Ähnlichkeit gewesen, von der Frau Klinke ihr erzählt hatte. Untuhie war wahrscheinlich, aus der Nähe betrachte?; gar nicht so besonders groß. Jedenfalls verhielt sich Johnie, der auch zu seiner Mutter sehr wortkarg war, zu Monika wohl recht höflich, aber es war nichts mehr von einem besonderen Interesse an dem jungen Mädchen zu bemerken. Monika war sehr froh darüber. Sie hatte sich eigentlich gefürchtet, obwohl sie nicht recht wußte. wovor. Aber sie war so gar nicht kokett, daß sie sich nur unter Bangen vorstellen konnte, daß ihr ein junger Mann, der für sie selbst gar nicht in Betracht kam, den Hof machte. Nun, Hofmachen war wohl etwas, das dieser Johnie Klinke nicht kannte. Dazu war er viel zu ernst und zu schwerfällig, viel zu gediegen und zu sehr in feine Bücher vergraben. Er schien sich schnell an die Gesellschafterin seiner Mutter gewohnt zu haben. Er behandelte Monika so höflich, wie es seiner guten Erziehung entsprach, aber die beiden sprachen kein überflüssiges Wort miteinander. Dafür war Frau Klinke froh, daß sie nun endlich ein Wesen um sich hatte, mit dem sie alles besprechen konnte, was ihr gerade in den Sinn kam. Und das war bei der lebhaften Frau gar nicht wenig. Sie war glücklich, eine fo geduldige Zuhörerin getroffen zu haben, und sie überschüttete Monika dafür mit Geschenken, die diese vergeblich abzulehnen suchte. Aber Frau Klinke ließ es sich nicht nehmen, Monika alles zu bieten, was ein junges Mädchen erfreuen konnte. Und es war ganz merkwürdig, so wenig sie für sich selbst die richtigen Kleider und Farben zu wählen verstand: für Monika hatte sie eine glückliche Hand. Sie schenkte ihr Kleider, die genau das waren, was den Scharm Monikas noch heben konnte. Friedrich von Gerling konnte kein Auge von ihr abwenden. Freilich, so schön hatte er sie sich nicht oorgefteUt, auch nicht so groß und von so einer wenn auch bescheidenen, doch sicheren Haltung. Merkwürdig, er hatte sich Monika eigentlich immer als ein kleines, hilfsbedürftiges, verschüchtertes Mädelchen gedacht Das kam wohl daher, daß er sie gekannt hatte, als sie noch so klein war, und daß er sie das letzte Mal bei dem Begräbnis ihres Vaters sah in dem stumpfen, düsteren Schwarz, in dem das arme Kind so verzweifelt und verlassen wirkte, daß es einem das Herz im Leibe umdrehte. Nein, er hätte Monika niemals erkannt; aber auch das Bild, das er bei sich trug, und das Monika in einem kurzen Rock mit weißer Bluse und Bauschärmelchen vorstellte, hatte nicht allzu viel mit dieser vornehmen jungen Dame gemeinsam. Friedrich von Gerling saß so, daß er den Tisch, an dem die Klinkes saßen, gut im Auge behalten konnte. Er mußte lächeln, wie beflissen der elegante Ober nach ihren Wünschen fragte. Nun ja, es waren doch sehr reiche Amerikaner, die ein ganzes Appartement im ersten Stock inne hatten und es ohne Wimperzucken schon einige Tage vor ihrer Ankunft bezahlt hatten. Solche Gäste waren selbst in den ersten Hotels der Stadt nicht allzu häufig. Gerling wandte sich nun nach flüchtiger Betrachtung Frau Klinkes ihrem Sohne zu. (Fortsetzung folgt!) Die Festfolge sieht it a. am Samstag, dem 7. September, einen Begrüßungs- und Kameradschaftsabend im „Schutzenhaus" am Trieb vor. Am Sonntag, 8. September, findet um 11 Uhr vom Oswaldsgarten Abmarsch mit Musik zum Ehrenmal auf dem Landaraf- Philivp-Platz und dort um 11.30 Uhr eine Gefalle» nen-Gedenkseier (Kranzniederlegung und Ansprache durch Pfarrer Trapp, Gießen, ehem. 3/224) statt. Anschließend erfolgt der Rückmarsch zum Oswaldsgarten; dort Vorbeimarsch an der Fahne und vor SA.-Oberführer Schütze aus München (ehem. 2. MGK. 224). Ab 15 Uhr Familienzusammenkunft im „Caf6 Leib". Die veranstaltenden Kameradschaften der 224er bitten, diese Mitteilung als Einladung zu den Veranstaltungen zu betrachten. Das „Klewwergäßche- Im Zusammenhang mit der regen Bautätigkeit am Nahrungsberg neben den Alten Friedhof ist in der letzten Zeit wiederholt von dem kleinen Gäßchen die Rede gewesen, das in gerader Fortsetzung der Bergstraße steil den Berg hinauf zur Höhe führt. Dieses Gäßchen wurde verschiedentlich als „Kleber- aaße" bezeichnet, wobei mancher vielleicht an den Kleber des Getreides, oder vielleicht auch an den bekannten französischen General Kleber gedacht haben mag. Diese Vermutungen sind sämtlich unrichtig, vielmehr kann das Gäßchen seine richtige VoruoNzeu. — Tageskalender für Freitag: NSDAP., Kreisleitung Gießen: 20 Uhr Kundgebung gegen die Staatsfeinde auf Oswaldsgarten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mach' mich glücklich . ** Sitzungen des Schwurgerichts Gießen. Das Schwurgericht Gießen tritt am Dienstag, 3. September, am Mittwoch, 4. September, und am Donnerstag, 5. September, zu Sitzungen zusammen. Am Dienstag wird gegen einen Mann aus Gelnhaar wegen Meineids, am Mittwoch gegen zwei Einwohner aus Grünberg, ebenfalls wegen Meineids, und am Donnerstag gegen einen Mann aus Neuß wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhandelt. ä ** AchtetaufdenHufbeschlag! Die Fuhr- Werksbesitzer haben alle Ursache, dem Hufbeschlag ihrer Pferde die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Diele Tiere haben nur einen Beschlag, der wohl für die Landstraße ausreicht, aber nicht für die glatten Asphaltstraßen. Deshalb ereignen sich auch täglich viele Stürze, bei denen die Tiere sich nicht selten schwer verletzen. Schon beim bloßen Ausgleiten ohne Sturz können Muskel-, Sehnen- und Gelenkbänder- ^errung die Folge sein. Also gerade beim Hufbeschlag spare man nicht und lasse seinen Pferden an den Vorderhufen eine Einlage geben aus Filz oder Gummi, dann laufen sie auch auf glatter Straße sicher. führte. Nach dieser Zeit entstand durch ständige Versetzungen unaufhörlicher Dirigentenwechsel. Im Jahre 1894 übernahm Lehrer Gödtel die Leitung des Vereins, und mit ihm begann der Aufschwung in den gesanglichen Leistungen. Als einer der ersten Vereine Oberhessens nahm der „Frohsinn" schon im Jahre 1897 an einem Gesangswettstreit in Frankfurt a.M.-Bockenheim teil. Es war ihm dort ein guter Erfolg beschieden, der ein guter Ansporn für die Sänger war und bei diesen nach weiteren Taten verlangte. Im Jahre 1898 fuhren die Sänger nach Bad-Kreuznach, 1900 nach Dieburg, 1902 nach Darmstadt zu den Sängerwettstreiten; jedesmal wurde der Verein mit dem 2. Preis gekrönt. In dieser Zeit fand auch die Aufnahme in den Lahntalsängerbund statt, die als eine besondere Auszeichnung empfunden wurde, da bis dahin diesem Bunde nur städtische Vereine angehören konnten. Nachdem Lehrer T r i n k h a u s wegen sonstiger Ueberlastung die Führung als Dirigent niederlegen mußte, übernahm Musiklehrer Albert K a st e n aus Gießen den Dirigentenstab. Mit kurzer Unterbrechung, in der Lehrer G e n g n a g e l und Lehrer Schmidt den Verein dirigierten, führt bis heute noch Musiklehrer K a st e n den Verein. Im Jahre 1911 wurde das 50jährige Jubiläumsfest mit einem Wettstreit verbunden, gefeiert, und im Jahre 1926 waren die Sangesfreunde vom ehemaligen Lahntalsängerbund und viele sonstige befreundete Vereine zum 34. Bundesfest des Lahntalsängerbundes Keichssporttag des DOM. am 1. September. am Kundgebung in Gießen Freitag, 30. August, 20 Llhr, auf dem Oswaldsgarten. Bezeichnung „K l e w w e r g ä ß ch e n" auf einen rein lokalen Ursprung zurückführen. Wie ein alter Leser des Gieener Anzeigers uns dazu schreibt, hieß der steile Pfad, der hinter dem „Busche (später Wenzels) Garten" zur Höhe des Nahrungsberges ansteigt, bei allen „Gießer Buwe" kurzweg das „K l e w w e r g ä ß ch e n", weil die „Gießer Buwe" früher an den dortigen Hecken ihre „M a i k l e w - w e r" (Maikäfer) suchten. Der Briefschreiber betont, es wäre zu verwundern und zu bedauern, wenn in einer Zeit, in der mit Recht auf die Erhaltung alter Volksbräuche und -Namen soviel Gewicht gelegt wird, dieser Ursprung des Namens des Gäßchens verwischt und damit dem schlichten „Maiklew- wer" das Feld der Erinnerung zugunsten jenes französischen Generals genommen würde. Schaufenster sind keine Anschlagsäulen? „Mitte dieses Monats wurde durch die Presse eine Verlautbarung der Fachgruppe Außenwerbung in der Reichsgruppe Handel veröffentlicht unter der Ueberschrift: „Fremde Plakate im Schaufenster" — „Aushang nur gegen Werbeabgabe", die geeignet ist, Unklarheiten über die für den Bogenan- schlag geltenden Bestimmungen des Werberates der deutschen Wirtschaft zu schaffen. Der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft stellt daraufhin folgendes fest: Die Wirtschaftswerbung durch Bogenanschlag (Plakate) ist außer an der Stätte der eigenen Lei- stung nur an den eigens dafür bestimmten Stellen (Anschlagsäulen und Tafeln einer jeden Ortschaft) zugelässen. In Schaufen st ern dürfen nur dann Bogenanschläge angebracht werden, wenn in diesen Anschlägen für Waren oder Leistungen geworben wird, die in dem gleichen Geschäft angeboten oder verkauft werden. Wirtschaftswerbung durch Bogenanschlag für fremde Unternehmen, für die das Geschäft, in dem der Aushang des Bogenanschlags erfolgt, nicht Stätte der eigenen Leistung ist, ist untersagt. In einem solchen Fall kann ein Anschlagbogen im Innern der Geschäfte nur in der Weise angebracht werden, daß der Bogenanschlag von der Straße aus nicht sichtbar ist. Erhält der Geschäftsinhaber für den Bogenanschlag sowohl für Anschläge an der Stätte der eignen Leistung als auch für Anschläge im Innern des Raumes ein Entgelt (in bar oder durch Sachleistungen, wozu auch Frei- oder Vorzugs- karten oder ähnliche Leistungen zählen), so ist die Werbeabgabe nach den Bestimmungen der 2. Bekanntmachung vom 1. November 1933 mit 2 Prozent zu entrichten. Die Schaufenster der Einzelhandelsgeschäfte sollen durch eine geschmackvolle Warenauslage für den Kauf der m dem Geschäft angebotenen Waren werben. Das Schaufenster kann diese Aufgabe nur voll erfüllen, wenn alle Wirtschaftswerbung, die mit der Art des Geschäfts nichts zu tun hat, aus dem Schaufenster herausbleibt Die Geschäftsinhaber werden nochmals aufgefordert, die Bestimmungen des Werberates der deutschen Wirtschaft über den Bogenanschlag in den Schaufenstern zu beachten. In Fällen von Uebertretungen behält sich der Werberat der deutschen Wirtschaft vor, gegen die betreffenden Werbungtreibenden und Geschäftsinhaber weitere Maßnahmen zu ergreifen. Postwertzeichen und Gchmuckblatt- Telegramme zum Michsparteitag. DNB. Die Reichspost hat für den Reichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg wieder besonders verbilligte Telegramme eingeführt, durch die in der Äeit vom 7. bis 21. September Grüße zwischen oen Reichsparteitagsteilnehmern und ihren Angehörigen und Freunden ausgetauscht werden können. Die Telegrammausfertigung erfolgt auf eigenen, künstlerisch ausgefertigten Schmuckblättern. Außerdem legt die Reichspost für den Parteitag 1935 eigene Postwertzeichen zu 6 und 12 Rps. auf, mit deren Ausgabe am 6. September begonnen wird. Oie Behandlung gestürzter Pferde. Die Asphaltstraßen sind für den Kraftfahrer eine große Bequemlichkeit. Leider sieht man aber oft, daß Pferde auf dem glatten Boden ausrutschen und binfallen. Häufig werden dann die armen Tiere bei dem Versuch, sie wieder auf die Beine zu bringen, arg mißhandelt. Man kann den Tieren aber auch ohne Prügel aufhelfen, wenn man sie folgendermaßen unterstützt: Dem Pferd, das zuerst von Zaum und Deichsel befreit wird, sind die Vorder- schenke! zum Aufbringen zurechtzulegen. Ein Mann stellt sich einige Schritte vor das gestürzte Pferd, nimmt mit jeder Hand einen Trensenzügel und gibt damit hebende Anzüge, gleichzeitig wird es am Schweif gehoben und mit Worten zum Aufstehen angefeuert. Glatter Boden ist vorher mit Stroh und Decken zu belegen, oder mit Sand oder Asche zu bestreuen, so daß Vorder- und Hinterfüße sofort Halt finden können. Sollte das Pferd trotzdem nicht aufspringen, so zieht man einen Gurt unter der Brust dicht hinter den Vorderbeinen durch und unterstützt es durch Heben auf beiden Seiten. Der hoheitsträger unseres Gaues Gauleiter pg. Sprenger und der hoheltsträger unseres Kreises Kreisleiter pg. Klostermann werden Stellung zu den wichtigsten Problemen und Fragen der Zeit nehmen. Dir fordern alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen aus, an dieser Kundgebung teilzunehmen. An diesem Abend soll die geschlossene Front der deutschen Bevölkerung gegen alle Staatsseinde und Dunkelmänner klar hervortreten. Zeder ehrliche Deutsche reiht sich deshalb am Freitagabend ein in die Front des deutschen Volkes gegen die Feinde des neuen Deutschland. Die Gliederungen der Partei, SA., SS., NSKK.- HZ., Zv^ BD2IL, DAF. und Arbeitsdienst marschieren geschlossen, die Arbeitsfront In Betrieben, zur Kundgebung. Anmarsch und Ausstellung aus dem Oswaldsgarten geht aus den zugesandten Plänen hervor. Die angeschlossenen Verbände, wie VS.-Beamtenbund, VS OB., VS.-Aerztebund, VS.-Frauenschaft usw., auch die Universität werden ausgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Vlitglieder, soweit fie nicht in den Gliederungen marschieren, ge- schlosten an der Kundgebung teilnehmen. Sämtliche uniformierten politischen Leiter und Pg. der Stadt und des Kreises Gießen, die an der Kundgebung tellnehmen, treten um 19.30 llhr an der Kreisleitung an. Vir verweisen aus das Rundschreiben der Kreisleitung. Dir alle marschieren sür Deutschland! Kreisleitung Gießen der 7IGOAP. 3.21.: Schmelz, kreispropagandaleiter. Oberheffen. Kundgebung des Arbeitsdienstes in Wahenborn-Steinverg. + Watzenborn-Steinberg, 29. Aug. In der Reihe der angesetzten Kundgebungen des NS-Arbeitsdienstes 5/222, Abteilung Gießen, fand hier am Mittwochabend im vollbesetzten Saale „Zum goldenen Stern" die erste dieser Art statt. Der musikalische Teil wurde von dem Musikzug des NS.-Arbeitsdienstes 222 unter der Stabführung des Kapellmeisters und Musikzugführers K n a f ausgeführt. Die Darbietungen des gutgeschulten Orchesters, das den größten Teil des Programms bestritt, standen auf beachtlicher Höhe und ernteten reichen Beifall. Oberfeldmeister Lösch begrüßte in seiner Ansprache alle Anwesenden und sprach über die Ziele und Bedeutung des Arbeitsdienstes. Er betonte u. a., daß heute die jungen Männer zu keinem Klassenkamps erzogen würden, denn nur Kameradschaft und Volksgemeinschaft diene dem Aufbau des deutschen Vaterlandes. Es folgten einige Rezitattonen von einzelnen Arbeitsdienstmännern. Das gut aufgeführte Theaterstück „Arbeit adelt", das an die Kampfzeit des Dritten Reiches erinnerte, fand eine dankbare Zuhörerschaft. Der Bezirksobmann des Arbeitsdankes Feldmeister Hans (Gießen) sprach dann über die Aufgaben des Arbeitsdankes. Wichtigste Aufgabe, führte er aus, sei die Betreuung der einmal aur Arbeit gebrachten deutschen Jugend durch den Arbeitsdienst im Arbeitsdank, denn diese Ar- beit sei Ehrendienst am Volke. Um die Volksgemeinschaft zwischen Land und Stadt auch zur Stadt- Land-Dewegung zu machen, sei nichts besser geeignet als der Arbeitsdienst, da gerade durch Bearbeitung von Deblanb die Jugend den deutschen Boden lieben lerne. Die Ausgabe, die so im Arbeitsdienst angefangen werde, falle im Arbeitsdank im Leben fortgesetzt werden. Dies bedeute eine Leistung für Volk und Vaterland. Zum Schluß forderte der Redner aus, einzutreten in die Reihen der Arbeitsdankes, um das Werk für die deutsche Jugend hochzuhalten. Nach einem Sprechchor schloß Oberfeldmeister Lösch mit einem „Sieg-Heil!" auf Führer und Kanzler den ersten Teil. Anschließend spielte die Kapelle zum Tanz auf. Jubiläum des Gesangvereins ,Frohsinn-, Londorf. * ß o nb o rf, 29. Aug. Der Gesangverein „Frohsinn" Londorf pflegt seit 75 Jahren das deutsche Lied, und seine gesanglichen Leistungen sind bekannt. Aus diesem Grunde darf wohl ermattet werden, daß die Geschichte dieses Vereins allseitiges Interesse findet. Die Gründung erfolgte im Jahre 1861 auf Anregung des damaligen Lehrers Ackermann, der auch den Verein als erster Dirigent zehn Jahre lang in Londorfs Mauern versammelt, sie werden sich sicherlich noch gerne an Londorf und seinen „Frohsinn" erinnern. Der Verein gehört seit der Umorganisation der Deutschen Sängerschaft zum Ohm-Lumdatal- S ä n g e r f r e i s. In der letzten Versammlung des Vereins waren sich die Sänger einig und es ist beabsichtigt, das 75jährige Jubiläum im kommenden Jahr festlich zu begehen. Ein Antrag an den Sängerkreis um Uebertrogung eines Wertungsslngens für 1936 soll gestellt, zu dem Sängerfest fallen auch die befreundeten Gesangvereine vom ehemaligen Lahntalsängerbund eingeladen werden. Ackerbestellung und ReichSautobohn. * Alsfeld, 29. Aug. Der Ortsbauernführer von Alsfeld, Müller, gibt auf Weisung der Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost bekannt, daß die Herbstbestellung auf den von der Reichsautobahn berührten Grundstücken im Bereich der Kreisbauern- schaft Oberhessen-Ost unbedenklich vorgenommen werden kann. Wiederherstellung der Kirche in Langsdorf. oo Langsdorf, 30. Aug. Die Wiederher- ft ellungs' arbeiten an unserem Kirchengebäude nähern sich ihrem Abschluß, so daß am kommenden Sonntag die N e u w e i h e stattfinden kann. Die Wände der Kirche hatten feit 42, das Gestühl seit mehr als 60 Jahren keinen Anstrich erfahren. Durch eine veraltete und wenig sachgemäße Heizungsanlage waren Wände und Decke so stark verrußt und verräuchert, daß die Instandsetzung nicht mehr länger verschoben werden konnte. Unter der sachgemäßen Leitung des Hochbauamtes Gießen und unter künstlerischer Beratung durch den Kirchenmaler Otto K i e n z l e ist das Gebäude nun zu einem architektonischen und künstlerischen Schmuckstück unseres Dorfes geworden. (Wir werden über diese Seite des Werkes in der „Heimat im Bild" eine Schilderung geben. D. Red.) Es war zunächst notwendig, eine zeitgemäße Beheizungsan läge zu schaffen. Der Gemeinderat entschloß sich zu dem bewährten System der Esch-Gaubenheizung. Dabei konnte die Heizgrube so angelegt werden, daß der Einwurf des Brennmaterials in den Kohlenraum unmittelbar von der Straße aus erfolgt, so daß jede Entwicklung von Staub in der Kirche vermieden wird. Die alten Oefen, die mit ihren Rohren den Raum in seiner ganzen Höhe durchschnitten, wurden befeitigt. Dann wurde die gesamte Rohrführung der eiet- krischen Lichtanlage unter Verputz gelegt. Ein gußeiserner Kronleuchter, der die Ruhe des Raumes sehr störte, wurde abmontiert und die Be- leuchtung der Emporen durch messingne Wandarme durchgefuhrt. Die Beleuchtung des Altars geschieht durch ein langes Schnurpendel, tn dem die Glühbirne geborgen ist. r Dann galt es, mancherlei im Laufe der Zett entstandene Bauschäden an Türen, Fenstern und Gestühl zu befeitigen. Da ein neues Kamin in die Wand gebrochen und durch das Dach geführt werden mußte, gab es auch Arbeit genug für den Schieferdecker. Die umfangreichsten Arbeiten fielen den Weißbindern zu, da Decke und Wände zu erneuern waren und das gesamte Gestühl gestrichen werden mußte. Es wurden unseren Tünchern dabei Aufgaben gestellt, die ihnen sonst in den schlichten dörflichen Verhältnissen nicht zuteil werden. Soweit es möglich war, sind alle Arbeiten von einheimischen Unternehmern vorgenommen worden. Die Ausschach- tungs- und Maurerarbeiten führte Meister Karl Jakob aus. Für die Anstreicherarbeiten hatten sich die Weißbiiäer Heinrich Schäfer VI., Gustav Roth, Otto Pauli und Ernst Rabenau zusammengetan. Die Schreinerarbeiten geschahen durch Wilhelm Krämer II., die Schmiedearbeiten durch Georg Rühl, die Spenglerarbeiten durch Wilhelm Keck, kleine Zimmerarbeiten durch Otto Bausch. Einzig die Dachdeckerarbeiten, ausgeführt durch Her- mann Fatum- Hungen, konnten nicht von hiesigen Handwerkern geleistet werden. Die elektrische Installation wurde durch unseren Zellenleiter Helmuth Fabian ausgeführt. Der Gemeinderat hat durch dieses Werk ein für unsere Verhältnisse wesentliches Stück in dem Arbeitsbeschaffungsprogramm des Führers vollbracht, für das ihm die Kirchengemeinde großen Dank schuldig ist. Landkreis Gießen. * Lollar, 30. Aug. Vom 2. September ab wird in Lollar die zweite Briefzustellung wieder eingeführt. )( Lollar, 29. Aug. Am Sonntag und Montag feierte Lollar auf zwei Plätzen die diesjährige Kirmes. Es war ein erfreulich starker Besuch festzustellen. Der Dienstagabend brachte den fröhlichen Ausklang der Kirmes. — Da unsere Wasserleitung den Ansprüchen des stark im Wachsen begriffenen Dorfes nicht mehr gerecht wird, ist eine Erweiterung des Wasserbehälters noch in diesem Jahre in Aussicht genommen. Damit dürfte wohl der Wassermangel, der sich während des heißen Sommers besonders stark bemerkbar machte, endgülttg behoben werden. * M ai n jlar, 29. Aug. Die Grummeternte ist bereits seit einigen Tagen beendet. Durch die lang anhaltende Trockenheit blieb der Ertrag etwas hinter der vorjährigen Ernte zurück. Durch den letzten anhaltenden Regen stehen die Hackfrüchte in unserer Gemarkung sehr gut. z Großen-Linden, 29. Aug. Die Gemeinde Großen-Lmden ist augenblicklich in der glücklichen Lage keine Wohlfahrtsunterstützungsempfänger, die aus der Gemeindekaffe unterstützt werden, zu haben. Bis vor kurzem hatte dis Gemeinde noch an zwei Erwerbslose Unterstützung zu bezahlen, die nunmehr auch Arbeit gefunden haben. Bei dem Arbeitsamt in Gießen werden auch nur noch einzelne Erwerbslose geführt. T Leihgestern, 29. Aug. Am letzten Sonntag fand im Gottesdienst die feierliche Aufnahme der diesjährigen Konfirmanden, 29 an der Zahl, statt. Im Anschluß an den Text 1. Korinther XII, 4 bis 6, zeigte die Predigt über den Gedanken „durch Mannigfaltigkeit zur Einheit", wie es Aufgabe des Unterrichts ist, die verschiedenen Anlagen und Charaktereigenschaften der Kinder in dem einen Gottes- und Christusgeist zusammenzufassen, wie es aber ebenso die Eltern und Paten als ihre Pflicht betrachten sollen, an dieser Arbeit fleißig mitzuhelfen. Denn nur durch gemeinsames Anfassen kann das Ziel erreicht werden, dem Kind den Weg zu einer in sich geschlossenen christlichen Persönlichkeit unter dem einen Geist zu weisen. — Nachmittags feierte die Kleinkinderschule ihr Jahresfest. Unter Vorantritt des hiesigen Posaunenchors marschierten unsere kleinsten Schüler, festlich geschmückt, mit leuchtenden Augen, geführt von Schwester Minna, in den Schulhof der alten Schule. Nach gemeinsam gelungenem Choral der Gemeinde sprach der Ortspfarrer im Anschluß an Psalm VIII, 3, über die Macht des kleinen Kindes, die es in feiner Unschuld und Reinheit, ebenso mit seinem Gebet auf den Erwachsenen ausübt. Lieder und frohe Spiele zeigten die kleine Schar mit Begeisterung bei der Sache. Gebet und Segen beschloß die Feier. Die Brezel in der Hand, stolz auf die geleistete Arbeit, traten sie, geführt von Vater und Mutter, den Heimweg an. = ßi d), 29. Aug. Die 50er-Feierder Altersgenossen und Schulkameraden von 1885/1935 am nächsten Samstag und Sonntag beginnt am Samstagnachmittag mit dem Empfang der auswärtigen Altersgenossen. Abends findet die Wiedersehensfeier statt. Am Sonntag ist vormittags Festgottesdienst in der Marienstiftskirche. Es schließen sich Kranzniederlegungen am Gefallenen-Ehrenmal und auf dem Friedhöfe an. Am Nachmittag klingt die Feier in einem kameradschaftlichen Beisammensein aus. ch Aus der nördlichen Wetterau, 29. Aug. Die Grummeternte ist gegenwärtig soweit beendet, nur einige Nachzügler sind noch an der Arbeit. Der Ertrag ist allgemein recht gering. Nur feucht gelegene Wiesengründe, brachten etwas bessere Ernte. Bei manchen Grasnutzungen lohnte kaum das Abmähen des meist ftengeligen Futters. Trotzdem ist die Qualität sehr gut. Die letzten Niederschläge haben den Graswuchs schon merklich gefördert, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Wiesen die ausgefallenen Grummetmenge noch in Form von Grünfutter im futterarmen Herbst nachliefen. Die Regenmengen kommen den Kartoffeln, Dickwurz und vor allem den Stoppelerbsen und Kleeschlägen zugute. Da, wo die Frühkartoffeln nicht abgestorben sind, haben die Knollen in ihrem Wachstum schon um mehr als die Hälfte zugenommen. In derselben Weise werden sich auch die kräftigen Niederschläge auf die Spätkartoffeln und Dickwurz auswirken, von denen ebenfalls eine reichliche Ernte in Aussicht nunmehr steht. Mehr denn je sind in diesem Jahre die Stoppelrüben ausgesät worden, die sehr gut aufgelaufen sind und einen guten Ersatz im Herbst für den Futterausfall versprechen. Ebenso ist einem vermehrten Zwischenfruchtbau dadurch Rechnung getragen worden, daß Gemenge aus Erbsen, Wicken, Senf und andern Futterpflanzen in verstärktem Maße auf die Stoppeläcker gesät wurden. Auch diese Saaten stehen nach dem Regen schon recht schön. Mehr als in dem Vorjahr sind die Bauersleute den Anregungen der Regierung nachgekommen und säen schon den Winterraps aus, um den Oelbedarf aus eigener Scholle sicherzustellen. — Auch in den Gärten sind die Gewächse in ein freudigeres Wachstum getreten. Bohnen und Gurken bringen jetzt nach dem Regen noch gute Erträge. Stellenweise ist das Kraut schon abgestorben, da die Kropfkrankheit, .eine wahre Gartenseuche, immer mehr auftritt, Ebenso steht es mit den Kohlweißlinge^ bereit -rk ein 1 dem voll. stoße» Illing Diontaa -Kir. .. festzu. glichen erlei. >len be« .ist eine Uterg • Damit 'end des machte, lernte urch die g etwas den letz, rchte in Tlitz. Zch yfiern Esührt Nelen 8U er. ^che» ..dabei lidjten ^weit '.'schen lchach. Karl hatten Gustav *u. zu- durch 'durch Schelm °U«ch. ch Her, llef'flen 5« Sn« elmuth lemetnbe lücklichen lungs« e unter- )atte die Munt} lefunben len auch n Sonn- ! 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Die Spätobsternte fällt teilweise mittelmäßig aus. 3n manchen Lagen ist eine völlige E^ernte zu erwarten. Leider fallen sehr viele Fruchte zur Zeit ob, so daß an vielen Bäumen der gesamte Ertrag bereits am Boden liegt. Kreis Alsfeld. £ Groß-Felda, 28. Aug. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern hrer beim D r e - gchen. Beim Herausfahren der Dreschmaschine Ichlug die Deichsel hin und her und traf dabei den Ernst Schuchmann von hier so unglücklich, daß er z w e i m a l d a s Bein brach. Der 23er- unglückte wurde ins Krankenhaus nach Alsfeld ge« ßchafft. Er ist um so schwerer getroffen, da er nach längerer Arbeitslosigkeit Arbeit beim Dreschen ge- lunden hatte und seine Frau im Frühjahr einige Wochen in der Klinik liegen mußte. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 29. Aug. Nach der mit Zustimmung des Beauftragten der NSDAP, und mit Genehmigung des Landrats für die Stadt Wetzlar erlassenen Hauptsatzung wird der Bürgermeister hauptamtlich angestellt. Dem Bürgermeister stehen ein hauptamtlicher Beigeordneter (Stadtkämmerer) und zwei ehrenamtliche Beigeordnete zur Seite. Die Zahl der Ratsherren beträgt 16. Zur beratenden Mitwirkung werden für folgende Verwaltungszweige Beiräte bestellt: a) für finanzielle Angelegenheiten, b) für Angelegenheiten der Stadtwerke. Der Bürgermeister kann außerdem nach Bedarf Beiräte zur beratenden Mitwirkung in be- timmten Einzelfragen berufen. Bürgern, die mindestens 20 Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel verwaltet haben, kann die Ehrenbezeichnung „Stadtältester" verliehen werden. Rod heim, 30. Aug. In unserem gestrigen Bericht über die Beisetzungsfeier des Konrad Platt sind einige Unrichtigkeiten unterlaufen, die wir hiermit richtigstellen: Die Kranzniederlegung hier Kyffhäuserkameradschast erfolgte in Abwesenheit lieg Kameradschaftsleiters durch dessen Stellvertreter, Wilhelm Hofmann. Die Trauermusik wurde mcht durch die Gießener Reichswehr, sondern durch iiie Krofdorfer Kapelle gestellt. Ergänzend sei noch berichtet, daß am Grabe weitere Kranzniederlegun- jen erfolgten, durch die NS.-Hago, die Schneider- nnung und den Coany. Jünglings- und Jungrauenverein. Ferner sei noch erwähnt, daß der Iemischte Chor die Trauerfeier durch Gesangsvor- :rag verschönte. , A Dornholzhausen, 29. Aug. In der hie- 4gen Gemarkung sollen auf einer Fläche von 37 Hektar (Acker- und Wiesenländereien) M e l i o r a » i: onsarbeiten ausgeführt werden, deren Ge- amtkoften vom Kulturbauamt Dillenburg auf 16 500 Mark veranschlagt sind. Die Arbeiten sind von dem Präsidenten des Landesarbestsamtes Hessen als Notstandsarbeit anerkannt. Die Zahl der Arbeitslosen-Tagewerke ist mit 2600 berechnet, so daß mit einer Grundförderung von 7800 Mark gerechnet werden kann. Der Resllretrag von 8700 Mark soll durch ein bei der Deutschen Rentenbank-Kredit- anstalt in Berlin aufzunehmendes Darlehen aufgebracht werden. Für dieses Darlehen hat der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft eine Zinsverbilligung dergestalt bewilligt, daß an Zinsen und Nebenleistungen (Verwaltungskostenbeitrag) vorläufig bis zum 31. März 1937 nicht mehr als 3,5 v. H. jährlich aufzubringen sind. Als Trägerin der Notstandsmaßnahme wollte die Gemeinde auftreten, auch die Aufnahme des Darlehns sollte durch die Gemeinde erfolgen. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat dem Anträge der Gemeinde auf Erteilung seiner Zustimmung zur Aufnahme des Darlehns jedoch nicht stattgegeben, da die geplanten Arbeiten nicht zu dem eigenen engeren Aufgabenkreis der Gemeinde gehören. Es soll vielmehr nach den Vorschriften des Preußischen Wassergesetzes eine G e - nossenschaft gebildet werden, die die Arbeiten durchführt und auch das Darlehn aufnimmt. Die beteiligten Grundbesitzer haben sich in einer dieser Tage in der Turnhalle abgehaltenen Versammlung mit der Bildung einer Genossenschaft und der Ausführung der Arbeiten durch diese einverstanden ertlärt. 00 Hochelheim, 29. Aug. Der hiesige Stützpunkt der NSV. zählte bisher 23 Mitglieder. Bei der vor kurzem durchgeführten Werbung ist die Mitgliederzahl auf 43 gestiegen. Dillkreis. * Offenbach, 28. Aug. Am gestrigen Abend fuhr hier ein mit Defen und Herden beladener Lastkraftwagenzug aus Endbach (Kreis Biedenkopf) auf feiner Fahrt nach Dresden gegen das Wohnhaus des hiesigen Einwohners H. und beschädigte das Gebäude so schwer, daß es unbewohnbar wurde. Glücklicherweise fielen dem Unfall keine Menschenleben zum Opfer. Verletzt wurde niemand. Das Auto wurde nur leicht beschädigt. Der durch den Anprall entstandene Schaden ist beträchtlich. Kreis Siedenkops m. Gl a d e n b a ch, 29. Aug. In Niedereisenbach sand eine Bauernoersammlung statt, in der eine Molkereigenossenschaft gegründet wurde. Der Beauftragte für Milchfragen, Dr. Müller, begründete die Notwendigkeit der Einrichtung einer Molkereigenossenschaft, der Bezirksbauernführer Klein hob die Bedeutung einer Genossenschaft für unseren Kreis hervor. Kreisleiter Thiele- Biedenkopf stellte den Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" im Zusammenhang mit der Arbeit der Genossenschaft heraus. Der Leiter des ländlichen Genossenschaftswesens Berg sprach über technische Belange, während der Kreisbauernführer die Notwendigkeit der Gründung einer Molkereigenossenschaft betonte. Einige der Anwesenden trugen ihre Namen in die aufgelegte Liste ein. Die Gründung gilt als vollzogen. In der demnächst stattfindenden Generalversammlung werden Vorstand und Aussichtsrat bestimmt. Iubiläums-Fuhball der Spielvereinigung 1900. Am morgigen Samstag und am Sonntag feiert Sie hiesige Spielvereiniguna 1900 das Jubiläum hres 35jährigen Bestehens. Am Samstagabend findet aus diesem Anlaß ein Kommers in der „Stadt Wetzlar" statt, der u. a. die Ehrung zahlreicher lang- l ähriger und verdienter Mitglieder bringen wird. Für den Sonntag ist ein reger Spielbetrieb auf Dem Platz an der Liebigshöhe vorgesehen. Der Reigen der Spiele wird durch die 1. Jugend eröffnet, Die gegen die spielstarke erste Jugend des Sportver- -ins 05 Wetzlar anzutreten hgt. Anschließend stehen «ch die 1. Schülermannschaften der Spielvereinigung mb des DfB. Kurhessen Marburg gegenüber. Der Nachmittag bringt eine Begegnung der j ! 1900er Alt-Herren-Mannschast mit der Alt-Herren- Mannschaft des VfB. Kurhessen Marburg. Den Höhepunkt und Abschluß des Spielprogramms stellt hier Großkampf der 1. Mannschaft von 1900 gegen bte Gauligamannschaft von Kickers Offenbach bar. Man barf hier zweifellos einen anregenben Kampf erwarten. Wir kommen auf bie Begegnungen noch zurück. ©er große Iubiläumspreis im Straßenrennen über 210 km. Veranstalter: Gießener Radfahrer-Verein von 1885 Gießen. Der Große Jubiläumspreis des Gießener Rad- sohrer-Vereins von 1885, der erst am kommenden Sonntag zum Austrag gelangen sollte, mußte um acht Tage verschoben werden und findet endgültig am L September 1935 statt. Das bis jetzt vorliegende Meldeergebnis zeugt davon, daß der Gießener Rad- 'ohrer-Derein bei den auswärtigen Fahrern immer in angenehmer Erinnerung steht; die besten Fahrer Deutschlands haben bereits ihre Meldungen zum Start abgegeben: z. B. Huth (Berlin), Fuhrmann (Breslau), W e n g l e r (Berlin), H a a k iinb Ketels (Bielefeld), Overbeck (Haagen) it. v. a., sowie unsere heimischen Fahrer: Neumann (1885) und Preiß (Germania). Weiter ist noch die ganze Schweinfurter Fahrer-Elite am Start vertreten, die in diesem Jahre die erfolgreichsten Straßenfahrer stellte. Neben vielen wertvollen Preisen wird noch der „Große Wanderpreis der Stadt Gießen" ausgefahren, und dem Verein zugesprochen, der in den gleichen Rennen in den Jahren 1935—1937 in der A- oder B-Klasse mit jeweils den drei besten Fahrern in den drei Jahren zusammen die kürzeste Zeit gefahren hat. Das Rennen dürfte die beste Besetzung finden. Aordheffens Handballer gegen Südwest. Für das am kommenden Sonntag in Hanau zum Austrag kommende Handballspiel gegen den Gau Südwest, der durch eine Frankfurter Städtemannschaft vertreten wird, hat der Gau Nordhessen folgende Elf aufgestellt: Erdmann (Kurhessen Marburg); Krämer, Bärwinkel (beide Tv. Wetzlar); Gruber (Dörnigheim), Fritzel (Nieder- cschbach), Hanke! (Tv. Vilbel); Helm, Schi- rakowski (beide Kurhessen Marburg), Malcha- r e k (Polizei Hanau), Strauch (Kesselstadt), Allendörfer (Lützellinden). 269 Leiterinnen und Reiter in Saarbrücken eingetroffen. Das Befreiungsturnier in Saarbrücken begann am Donnerstag mit dem Eintreffen der Teilnehmer am Sternritt. Riesig war die Beteiligung an dieser Dauerprüfung; nicht weniger als 269 Reiter und Reiterinnen trafen in Saarbrücken ein. Der jüngste Teilnehmer ist ein lOjähriges Mädchen aus Effen, der älteste ein 65 Jahre alter SA.-Reiter aus Köln. Fünf SS.-Reiter aus Königsberg legten mit rund 1300 Kilometern bie weiteste Entfernung zurück vor vier Reitern von ber Wasserkante, bie 1000 Kilometer anzureiten hatten. Frau (3erba Fried- richs (Potsdam) als einzige alle drei Sternritte dieses Jahres mitgemacht. Schach-Ecke. Gearbeitet von F. Sämisch Eine Blindpartte / Von F. Samisch Gespielt am 18. Mai in einer Blindvorstellung zu Düffeldorf-Denrath 6. §61—13 0—0 8 Weiß: F. Sämisch Schwarz: Karl Fenske L d2—d4 §68—f6 2. ct—c4 e7—e6 3. §bl—c3 d7—d5 4. Lei—65 Lf8—e7 5. " ° (Hatte Schwarz sogleich b5 gespielt, so wäre Weiß in der Lage gewesen, c5 zu verhindern, z. B. 11. Ld3 c5? 12. LX$6 §Xf6 13. dXc5 LXc5 14. §e4!, und Weiß gewinnt einen Bauern.) 11. a3—a4 (Die Verhinderung von b5 bedeutet immerhin eine nicht unwesentliche Erschwerung des schwarzen SpielsH 1L . . . b7—b6 12. 0—0 Lc8—b7 13. Dc2—e2 Tf8—e8 14. Tfl—dl §f6—d5 (Erweist sich als schlecht; eine klare Ausgleichs- Möglichkeit ift aber bereits schon unwahrscheinlich.) 15. Lc4Xd5l Lb7Xd5 16. §c3Xd5 e6Xd5 (Er- zwungen, denn LXg5 17. §Xg5 DX65 scheitert an 18. §c7z und 17. . . . eXd5 an 18. Dh5.) 17. L65Xe7 Dd8Xe7 18. dXc5 §d7Xc5 19. De2—c2 De7—e4 20. a4—a5! §c5—a4 21. Dc2—b3 (Weiß konnte auch sehr stark b3 spielen; ich wollte aber im Angriff gewinnen.) 2i. . . . b6—b5 (Es drohte Figurenverlust durch Td4.) 22. Tdl—d4! (Der Verzicht auf den Dauern d5 erklärt sich damit, daß ich die folgenden Wendungen voraussah und mit der Dame auf d5 schlagen wollte, ohne es zum Damentausch kommen zu lassen.) 22. . , . Ta8—c8 23. TclXcS Te8Xc8 24. h2—r»4 De4—bl+ 25. K61—h2 DblXb2 26. Db3Xd5 Tc8—f8 27. §f3—e5 Db2Xf2? (Führt zu einem reizenden Schluß; Schwarz mußte sogleich §c3 ziehen, denn nach dem Textzug fällt der Bauer f7.) 28. Td4—f4 §a4—c3 (Gegen die Drohung TXf7 ist sonst nichts zu erfinden, k B. Del 29. TXf7 DXh4+ 30. K61 Del+ 31. Tfl+, oder 30. . . . Td8 31. Tf8-H nebst Df7=t=.) 29. Dd5—c5l Df2—d2 30. §e5Xf7l (Führt auf zwingende Weise zum Matt und ist aus diesem Grunde präziser als TXf7, denn Schwarz hätte darauf noch Dd8 ziehen können. 9luf TXf7 TXf77 wäre es allerdings zu dem hübschen Abschluß 31. Dc8+ Tf8 32. De6+ Kh8 33. §f7+ K68 34. §h6+ Kh8 35. D68+1 nebst §f7* gekommen.) 30. . . . Tf8—e8 (Wegen der Drohung §h6+ darf der Turm nicht stehenbleiben.) 31. §f7—h6+l g7Xh6 32. TI4—64+ Kö8—h8 (Aus Kf7 wäre 33. Df5+ nebst T67-F gefolgt oder auch 34. De5+ und auf Kd8 35. Td4+J K. Dc5—c7!, und Schwarz gab auf, da auf Tg8 34. De54- c6 8. a2—a3 a7—ab (Für bes. ser halte ich den Entlastungszug §e4.) 9. Ddl—c2 d5Xc4 (Richti- ger geschah zunächst Te8, denn dieser Zug muß auf jeden Fall geschehen, während das Schlagen auf c4 nicht fortlief.) 10. LflXc4 c6—c5 b c d e f j b • b c d e f < h StelluogSbttd vor de» 9L 3*6* von Weitz 7 6 5 7 6 5 3 2 3 2 ♦ gDfanfl bet «vfgabe vov Dr. H. vo» Gottschall Weih: Ka7, De2, Ta5, Lei, Lei, 8e8, Sb5 (7). Echwarz: Kb6, TcS, Lg5, Bo4 (4). Weitz zieht und setzt in zwei Zügen matt. L De2—b2! Droht auf Turmzüge 2. Db84=, auf KXh5 2. Vd2ch, und auf Läuferzüge (mit Ausnahme von LXe3+) 2. Sg4=t=. L---Lg5Xe8+ 2. Db2—b64=. Eine hübsche Potntel Zweizüger von Kurl Renner. Schwarz: Kd8, Ta7, TcS, Lb8» Lbl, Be6 (6) Wettz: Kb8, Dd2. Tc7, Te7, BcS. d6, e3 (?) Weiß setzt in 2 Züge« matt 2 4 8 7 6 8 7 6 5 b e d e f t h a b c d e f g h Kl« ■ Q w HR Q Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Der Dichter auf dem TNaskenfest. Der englische Dichter Charles Dickens war einem Maskenfest eingeladen, zu dem jeder Gast in ber Tracht eines Scottschen Romanhelben erscheinen sollte. Zur allgemeinen Verwunderung kam Dickens gegen diese Vorschrift in seinem gewöhnlichen Ge- sellschaftsanzuge und spazierte höchst vergnügt in den Sälen umher. Schließlich fragte der Gastgeber: „Verzeihung, Herr Dickens, welchen von Scotts Helden stellen Sie eigentlich dar?" „Ich bin der, den Sie in jedem Scottschen Roman antreffen", antwortete Dickens lächelnd, „ich bin der freundliche Lese r." Das kommt davon. Lehrer: „Fritz, wenn du immer höflich und artig und zuvorkommend bist zu allen Menschen, was werden dann deine Kameraden von dir sagen?" Fritz: „Die werden sagen, mit dem können wir' s ja machen!" „Geistlicher" Zuspruch. Bei der Hochzeit eines pommerschen Fischers nimmt auch der Pastor am Festschmaus teil. Der Brautvater kratzt sich hinter dem Ohr. Er mochte gern mit dem Pastor anstoßen, weil sich das so schickt; aber einfach „Prosit" zu ihm sagen, wie zu einem gewöhnlichen Sterblichen, das kann man doch wohl nicht. Er grübelt und grübelt, bis ihm endlich die Erleuchtung kommt. Mit schwerem Schritt geht er zum Herrn Pastor hin, stößt kräftig mit ihm an und ruft dann laut: „Halleluja, Herr Pastor. Wie du mir, so ich dir! Der große Musiker Max Reger war gelegentlich von einer geradezu infernalischen Grobheit. Das bewies er wieder einmal, als er der Erstaufführung der Oper eines jungen Komponisten beigewohnt hatte urtb danach teilnahm an einem gemeinsamen Festmahl. Da machte man dem jungen Musiker Komplimente über Komplimente, erhob ihn zum Himmel — nur Reger stand stumm dabei und hörte sich die Tiraden an. Der neugebackene „Meister" nahm das ebenso mißfällig wie erstaunt auf und fragte endlich: „Und Sie, verehrter Herr Professor, haben Sie mir denn gar nichts zu sagen —?" Reger musterte ihn eine Weile und schüttelte bann i den Hopf —: „Nein! Ich habe Ihnen heut abend so ziemlich drei Stunden im Theater zugehört — und Sie haben | mir ja auch nichts gesagt!" Hoherodskops-Fest ein Fest der Heimat. Wie wir schon berichtet haben, findet am Sonntag auf dem Hoherodskopf zum Dritten Male ein Bergfest mit volkstümlichen Wettkämpfen statt, erstmals wieder nach dem Kriege. Die starke Anziehungskraft zeigt sich in einem ausgezeichneten Meloeergebnis, das das Dreifache der Zahl des zweiten Hoherodskopf-Festes (1913) beträgt. Die Herbstmonate waren von jeher die Zeit der Bergfeste, wie sie in allen Gauen der Deutschen Turnerschaft durchgeführt werden. Sie sind zum Teil älter als der Verband der Deutschen Turnerschaft. Denken wir nur an das älteste der deutschen Bergfeste, das Feldbergfest, das in diesem Jahre zum 82. Male auf der sagenumwobenen Taunushöhe gefeiert wurde. Wir begrüßen es, daß auch unsere engere Heimat durch Die Neubelebung des Hoherodskopf-Bergfestes wieder ein Bergfest erhalten Hai und wünschen, daß es mit der Zeit zu einem echten Fest der oberhessischen Heimat gestaltet wird. Mit über 600 Meldungen zum Hoherodskopf-Fest am nächsten Sonntag! Das ist für unseren ländlichen Gau eine stattliche Zahl und eine erfreuliche Verheißung für die Zukunft. Was macht die Bergfeste so anziehend? Das ist der Geist, der ihnen innewohnt! Bergfeste sind nämlich nicht Turnfeste schlechthin, sondern sie werden stets von einem besonderen Geist getragen. Die Bergfeste der Turner, die ja in begrüßenswerter Weise seit diesem Jahre auch für die Sportler offen sind, wurzeln tief im Deutschen Volkstum und bringen immer wieder die Verbundenheit der Turner und Sportler mit ihrer Heimaterde zum Ausdruck. Zum ersten Male nach langen Jahren ruft der Hoherodskopf wieder zum Wettstreit. Der Ruf ist von den Wettkämpfern freudig ausgenommen worden. Er soll aber auch gehört werden von allen Freunden der deutschen Leibesübung, von allen Freunden der hessischen Heimat. Das Meldeergebnis. Die Meldungen für das am kommenden Sonntag stattfindende gau- und reichsbundoffene Bergfest auf dem Hoherodskopf sind nun abgeschlossen. 663 Wettkämpfer werden um den Eichenkranz kämpfen. Das genaue Meldeergebnis für die volkstümlichen Dreikämpfe ist: Turner-Oberstufe: 29 Bewerber; Turner-Unterstufe: 176 Bewerber; Jugendturner- Oberstufe: 67 Bewerber; Jugendturner-Unterstufe: 127 Bewerber; Turnerinnen-Oberstufe: 34 Bewerberinnen; Jugendturnerinnen: 88 Bewerberinnen; Altersturner A (30 bis 40 Jahre): 74 und Alters- turner B (über 40 Jahre): 68 Bewerber. Gut besetzt sind auch die 4X100-Meter-Staffeln (10 Turner-, 3 Jugend- und 2 Turnerinnen-Mann- schäften). 23 Turner nehmen am Keulenweitwerfen teil. Bei den Altersturnern kämpfen drei Mannschaften im Steinstoßen und vier Mannschaften im Tauziehen. Im Kampfe um die Wilhelm-Will-Staf- fel (10X100 Meter) stehen sich die Kreismannschaften der Kreise Lahn-Ohm, Lahn-Dill und Wetterau- Vogelsberg gegenüber. Das ist ein ausgezeichnetes Meldeergebnis. I Ll Hausmittel gegen I oplsdtmerzen,Migrine x^und Nervensdimerzen, Unbehagen und Schmerzzustände. Seit Jahrzehnten behauptet sidt Gtrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Cilrovanllle Immer zur Harid haben. Erhältlich in allen Apotheken. 6 Pulver, oder 12 Oblaten-Pdig. RM 1.10. Verschiedenes RM.SOOObis RM. 6000.- n.rentabl.Wohn- hauö in Gießen als 1. Hypothek gesucht. Evtl, als Anzahl. b.Kauf. Schr.Angeb.nur von Selbstgeber unter 4784D an denGietz.Anzeig. 3500 M. auf 1. Hypothek gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03637 an d. Gieß. Anz. Pa8 klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kenner in neuem Gewände und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr.W. 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In Gießen gibt es mehr als tausend Frauen, denen auf diese Weise dauernd Wäsche gestohlen wird - der Dieb ist der Sttapazier- teufel — das ist das Reiben, Bürsten und Rubbeln der Wäsche. Mindestens einige hundert Mark könnten Sie im Laufe der Zeit sparen, wenn Sie mit Burnus einweichen würden - denn auf diese Weise löst sich schon beim Einweichen fast aller Schmutz. Alles strapazierende Waschen wird unnötig. Wascharbeit, Seife und Waschmittel wird gespart. 4523 v Für kleinere Hebel z. B. kleine Unfälle, leichtes Unwohlsein, Kopfschmerz usw. muß eine Haus Apotheke da sein. In jedem Haushalt sollte sie sein, in jedem Betrieb handwerklicher Art muß sie sein. Ich stelle Ihnen als anerkannter Fachdrogist gerne das Notwendigste dafür zusammen. Verbandskästen für kleinere Betriebe zu 9.75 Mk. und 12 Mk. Verbandsschrünke f. größere Betriebe......von 13 bis 20 Mk. Fragen Sie dieserhalb Drogerie Kreuzplatz 10 Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei & MOM -D DL ’s FH A Mk j-i’/Ut 4". Pi Buchwalder (Schweiz) eine starke Verfolgergruppe Aufruf! ein. An die Bevölkerung der Stadt und des Kreises Gießen! Am Sonntag, dem 1. September, findet das Sportfest des BD21L und der Zungmädel auf dem Univerfitätsfportplah in Gießen statt. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr mit der Morgenfeier. Die sportlichen Darbietungen und Wettkämpfe sangen um 14.30 Uhr an. Die Arbeitsdienstgruppenkapelle wird spielen. Die gesamte Bevölkerung von Gießen wird hierzu eingeladen. heil Hitler! Klo ft ermann, Kreisleiter. Fußball-Terminlisten der Kreis klaffen im Kreis Gießen 1. Kreisklasse Gruppe Gießen. 8. 9.: 15. 9. 22. 9.: Deutsche Mädels marschieren zum Sport auf. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Lustschutz 8. schafft wahre VolkSgemeinfchast. 15. 22. 29. 9.: Steinbach — Garbenteich; Lich — Großen- 22. 9 : Grünberg II — Flensungen; Lollar III — Gründern II — Flensungen; Lollar III — Geilshausen; Daubringen — Gr.-Buseck II; 29. 29. 13.10.: Gr.-Buseck II — Rüddingshausen; Treis — Daubringen; Krofdorf; Lollar II 27 10.: Rodheim II 3.11 10.11.: 17.11.: Gruppe Gießen B. 17.11.: Gruppe Gießen C. 8. 9.: Kurze Svorinotizen. Die 15. 9.: Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Geschmackvoll 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne Gewinnauszug Familien-Drucksache über 150 M. gezogen 313157 Nachdruck verboten Ohne Gewähr BrühPsche 332207 49688 billig, gesund und sparsam I 4907D 2Jo.0pel-Blili 66 Gewinne zu 500 M. 12374 37505 44836 45609 fflr naturg.jbebens-u.Kurmittei,Gießen Ld.lüäusbnrg 19. Ziehungstag 29. August 1935 Mdes-W- n. WegeMliil 349376 366526 380671 966 6 Zylinder/64 PS/4000 Radstand 275978 272782 378125 380014 Chassis 1123 10685 55599 80892 4. 3.45 TO Chassis mit Führerhaus 4000- 4350- bei uns offen. 4896V Preise ab Werk Gewinne zu je Prompt lieferbar durch Motorwagen JwetfÄötidmpnmgoet 3wr 44487 70114 - 93759 106315 105870 158577 268304 339669 101538 115622 132350 149059 165411 180826 207561 227061 245306 259601 269365 287558 311533 320420 326903 336336 342137 353155 368845 375912 389394 113401 132239 146492 163705 178912 204069 222820 244063 254884 268660 283386 308064 319637 326326 334084 341816 353151 366812 375598 388609 128392 137909 157928 178611 189969 200976 226827 237866 252516 267862 292534 296891 314229 318952 322244 336894 119745 131280 138289 160249 180109 191080 207827 227399 238753 253161 277657 292706 304559 314889 319900 323477 337416 342639 353986 368821 381739 20564 39104 66151 81489 4601 25106 40725 69022 85925 102426 120160 141534 157739 171123 190786 217988 236443 250640 262472 273503 296897 314130 321690 329121 337131 344330 358072 372958 378069 397363 106263 126241 144229 163211 173815 199490 221991 239091 252585 265591 277478 305462 319306 325157 333695 340948 349158 361408 374433 382871 39PP01 102338 116540 138198 152219 169536 182529 215748 233641 249248 259630 272652 291135 314115 321260 327393 337017 343863 354286 370245 376365 390709 104041 125711 143575 161101 172880 196711 220469 236688 251881 265040 273633 305045 316112 322801 332684 337320 348566 359245 373862 378236 398271 18465 37925 65344 81343 120424 134510 139294 169257 182420 196320 220643 231775 246362 260455 283815 294919 311641 316303 320526 327600 339597 343998 360333 370975 388810 120079 131619 138852 168196 182252 191713 208235 230137 243867 258397 277677 292921 311615 316075 320012 325251 338596 343415 359721 370515 386105 ri 135898 141099 204203 244704 308806 316411 386455 5. soll - - 96078 97955 98971 116089 ------ ------ verblieben: 2 UKräuterhauslUNG mar — Vetzberg; Lollar II — Rodheim II. Alten-Buseck — Lollar II; Krofdorf — Wißmar meter) den Italiener Mealli nach 7:40:28 Stunden Fahrzeit als Sieger. In 7:40:47 Stunden führte RM. 3550- 196114 213907 230971 239318 246473 281092 288441 288595 302789 346613 354471 366720 370298 371045 375732 381294 387102 — Flensungen; Geilshausen — Daubringen; Lollar III — Grünberg II. Daubringen — Rüddingshausen; Flensungen — Treis; Geilshausen — Gr.-Buseck; Londorf — Lollar III. Treis — Londorf; Rüddingshausen — Flensungen Lollar III — Rüddingshausen; Londorf — Grünberq II 24 Gewinnt zu 2000 M. 125273 128218 —- 104 Gewinnt zu 500 M. 10334 17237 21365 35073 35470 37756 43263 58316 65402 70801 ----- Tv 1846 Gießen; Krofdorf — Vetzberg; Alten-Buseck — Launsbach. 9.: Wißmar — Alten-Buseck; Fellingshausen — Rodheim II; Vetzberg — Launsbach; Tv. 1846 Gießen — Krofdorf. 15929 25399 53259 73372 94640 106712 122700 135679 145694 174263 188088 198302 225513 233063 247602 265025 28^044 295910 313678 317204 321791 33f528 340461 345716 365181 373767 390063 Rüddingshausen — Treis. 9.: Flensungen — Londorf; Geilshausen — Grünberg II; Großen-Buseck II — Treis; Lollar III — Daubringen Grünberg II; Londorf — Geilshausen — Flensungen. 4 Gewinne zu 5000 M. 318621 369446 8 Gewinne ,u 3000 M. 23592 227435 aus frisch eingetroffener Sendung, solange Vorrat.. Liter nur Mk. 2.—. Original-Packung ‘/2Liter nur Mk. 1.25 Der Verbrauch von Oliven-Oel im Haushalt ist Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II melade usw.), Verbraucysgegenständen (Reinigungsmaterialien, Seifenflocken usw.), Rauchwaren im Wege des öffentlichen Anerbietens für das 5. Klaffe 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuß.) Klaffen-Lotterie als Zweiter durchs Ziel, in der sich auch Bautz (Deutschland) befand. Der Deutsche kam als Vierter 16 Gewinnt, zu 2000 M. 18677 24992 150845 160150 255697 297440 381262 334 Gewinnt zu 300 2R 16263 ----- ----- ' ! c 8. 9.: Alten-Buseck — Fellingshausen; Krofdorf — Launsbach; Lollar II — Vetzberg; Wißmar — Rodheim II. 15. 9.: To 1846 Gießen — Lollar II; Fellingshausen — Krofdorf; Launsbach — Wißmar; Vetzberg — Alten-Buseck 22. 9.: Lollar II — Fellingshausen; Rodheim — gestern. Lollar — Rodheim; 1900II — Wieseck; Leihgestern — Grünberg; Großen-Buseck 13.10.: Rodheim II — Vetzberg; Alten-Buseck — Tv 1846 Gießen; Launsbach — Fellingshausen; Krofdorf — Lollar II. 20.10.: Wißmar — Lollar II; Vetzberg — Fellingshausen; Alten-Buseck — Rodheim II; Tv. 1846 Gießen — Launsbach. 56 Gewinnt zu 1000 M. . _______________ 85546 90925 143991 156890 160170 163052 194082 ( Anteuerbol, ) <6md gibt laufend ab E n-Oe 1 6esund und Daubringen — Treis; Londorf — Geilshausen; Lollar III — Großen-Buseck II; Rüddingshausen — Grünberg II. Flensungen — Daubringen; Treis — Lollar III; Großen-Buseck II — Grünberg II; Geilshausen — Rüddingshausen. Die Internationale Motorrad« Sechstagefahrt, die in Oberstdorf beginnt und endet, hat mit 74 Mannschafts- und 253 Einzelmeldungen ein überaus gutes Nennungsergebnis. Um die internationale Trophäe für Ländermannschaften bewerben sich neben Deutschland noch England, Frankreich, Italien und die Tschechoslowakei. Halbjahr vom 1. Oktober 1935 bis 31. Dezember 1936 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hessischen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Derdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur vom 2. bis 4. September 1935, vormittags von 9 bis 12 Uhr, 9.: Steinbach — VfBR. III; Garbenteich — Lich II; Großen-Linden — Grüningen; Lich — 1900 III. Vornehm Persönlich Disziplin das Gesicht der nächsten Generation bestimmen. Wir haben die Aufgabe und die Verantwortung, uns für unser Land gesund zu erhalten. Darum hat der Reichsjugendführer die sportliche Ertüchtigung des BDM. als wesentlichen Bestandteil in unsere Arbeit hineingestellt. Am Fest der Deutschen Jugend haben wir im Wettkampf mit der gesamten Jugend bewiesen, daß wir unsere sportliche Arbeit ernst nehmen. Am Sonntag wollen wir zeigen, wie weit wir in dieser Arbeit gekommen sind! Die Führerin des Obergaues 13. gez. Else Riese, Gauführerin. Ehrengast Deutschlands bei den Olympischen Spielen wird Paavo Nurmi (Finnland) sein, der jetzt in Helsingfors von Dr. Diem persönlich eingeladen worden ist. Auch der olympische Marathonsieger von 1896 in Athen, Sp. Louis, dürfte 1936 in Berlin sein. ' 20.10.: Flensungen — Lollar III; Treis — Geilshausen; Daubringen — Grünberg II; Londorf — Großen-Buseck II 27.10.: Rüddingshausen — Londorf; Gr.-Buseck II Launsbach; Fellingshausen — Wißmar; Tv. 1846 Gießen — Vetzberg. 3.11.: Krofdorf — Alten-Buseck; Wißmar — Tv. 1846 Gießen; Launsbach — Rodheim II. 10.11.: Tv. 1846 Gießen — Fellingshausen; Wiß- 2 Gewinnt zu 5000 M. 10 Gewinne zu 3000 M. 291801 338858 Großen - Buseck — Grünberg; Leihgestern — Heuchelheim; Rodheim — Wieseck; Lollar - VfB. II. A „ >.: Grünberg — Lollar; Heuchelheim —1900 II; Wieseck — Großen-Buseck; VfB. II — Leih- 341411 342139 348647 351541 366438 366452 374847 378040 891082 397272 Im Gewinnrade Herero-Aufstand in Südwest-Afrika aus. Für die Woermann-Linie entstand damit eine ungeheure Aufgabe, die sie vollendet gelöst hat. Riesenhafte Transportleistungen waren zu bewältigen, und zwar unter den widrigsten Verhältnissen. 1890 wurde unter Führung von Adolph Woer- mann die Deutsche Ost-Afrika-Linie gegründet, die sich gleichfalls hervorragend entwickelte. 1911 starb Adolph Woermann, eine der überragenden Gestalten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Auf ihn hatte Bismarck das Wort vom „Königlichen Kaufmann" geprägt. Seine Nachfolger führten das Werk mit Glück und Geschick weiter. Was in Jahrzehnten tüchtiger Aufbauarbeit geschaffen war, schlug der Krieg in Trümmer. Unmittelbar nach Beendigung des Krieges wurde der Wiederaufbau der Flotte in die Wege geleitet. Schon 1920 gelang es, die Fahrt wieder aufzunehmen, wenn auch zunächst nur mit gecharterten Schiffen. Ein Jahr später konnten die ersten Neubauten in Dienst gestellt werden, und 1922 war es bereits möglich, einen monatlichen Dienst mit neuerbauten Passagierdampfern nach Südwest- und Süd-Afrika einzurichten. In den folgenden Jahren wurde der Dienst erfolgreich ausgebaut. 1935 wurden zwei große schnelle PassgAierdampfer von je 16 000 Bruttoregistertonnen von den Deutschen Afrika- Linien in Auftrag gegeben. So stehen die Deutschen Afrika-Linien für zukünftige Notwendigkeiten gerüstet da, zumal seitdem Ende 1934 ihre Organisation eine gründliche Vereinfachung und Verbesse« rung erfahren hat. — Heuchelheim. 29. 9.: Rodheim — 1900 II; Grünberg — VfB. N; Heuchelheim — Lollar; Großen - Buseck — Leihgestern. 13.10.: 1900 II — Großen-Buseck; Lollar — Wie- seck; Leihgestern — Rodheim; VfB. II — Heuchelheim. 20.10.: Rodheim — Grünberg; Großen-Buseck — Lollar; Wieseck — VfB. II; 1900 II — Leih- gestern 27.10.: Grünberg — Heuchelheim; Leihgestern — Wieseck: VfB. II — Rodheim; Lollar — 1900 II. 3.11.: Rodheim — Heuchelheim; Wieseck — Grünberg: 1900II - VfB. II. 10.11.: Großen-Buseck — VfB. II; Heuchelheim — Wieseck: Leihgestern — Lollar; Grünberg — 1900II. 17.11.: Rodheim — Großen-Buseck. Matti Järvinen, der bekannte finnische Weltrekordmann im Speerwerfen, wird zusammen nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGcwerbenachweiie« au genommen werben Lerlaa Sieben erAni tigere Linden; Grüningen — Lich II; Steinberg II — 1900 III; VfBR. III — Allendorf. 13.10.: Garbenteich — Steinberg II; Großen-Lin- den — Steinbach; 1900 III — Lich II; Allendorf — Grüningen; Lich — VfBR III. 20.10: Steinberg II — Lich; Steinbach — 1900 III; Lich II — Großen-Linden: Grüningen — VfBR III; Garbenteich — Allendorf. 27.10.: Allendorf — Lich II; 1900III — VfBR. III; Lich — Steinbach: Grüningen — Steinberg II; Großen-Linden — Garbenteich. 3.11.: Lich — Lich II; VfBR III — Steinberg II; Steinbach — Grüningen: Garbenteich —- 1900 III: Allendorf — Großen-Linden. 10.11.: Grüningen — Lich; Großen-Linden — 1900 III; Steinberg II —Lich II; VfBR. III — Garbenteich. 17.11.: 1900 III — Allendorf; Steinbach — Steinberg II. 24.11.: Allendorf — Lich: Lich II — Steinbach. 2. Kreisklasse. Gruppe Gießen A. Distet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aue» führungeerten schnell und zu mMBIgen Preisen Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 38 Gtwinne zu 1000 M. 9448 62578 65150 80772 88493 89837 94091 116881 134428 148312 154009 213885 279239 307920 322813 333707 334080 378617 386728 Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der SelbstkosL i von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebot zu der am 28. August 1935 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin Dienstag, den 17. September 1935, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die ein^ureichenden Warenmuster müffen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster ijum Ausschreiben vom 28. August 1935" versehen sein. Gießen, den 28. August 1935. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstatt hrt (giolton Pritschen wagen... (Ladefläche 3500x2000) 9. Steinberg II — Allendorf; Grüningen — Garbenteich; VfBR. III — Großen-Linden. 8.: Allendorf — Steinbach; Garbenteich — Lich: Gr.-Linden — Steinberg II; 1900 III — Grüningen; Lich II — VfBR. III. 61444 80425 88436 88757 96442 98237 108076 119738 120650 ------ 189344 199413 203478 280152 291685 307580 Atterstreffen der heimischen Tmnlreise Die Turnkreise 8 Lahn-Dill und 11 Wetterau- Vogelsberg im Gau XII Hessen veranstalten wie im Vorjahre wieder Alterstreffen, die der Pflege der Turnkameradschaft dienen und auch mit einfachen Wettkämpfen verbunden sind. Die Altersturner des Lahn-Dill-Kreises treffen sich am 15. September in L i ch und feiern dort mit den Licher Turnfreunden und der Licher Bevölkerung das 75jährige Bestehen des Turnvereins Lich, der 1860 gegründet wurde und somit zu den ältesten Vereinen des Turnkreises Lahn-Dill gehört. Das Altersturnen des Turnkreises W etter au- Dogelsberg findet am 28 und 29 September in Ortenberg statt. Wie im Vorjahre sind damit wieder belehrende Vorträge verbunden. So wird Dr. med. Koch- Nidda sprechen über „Das Alters- turnen vom medizinischen Standpunkt" und Kreisoberturnwart Dr. S i e g e r t - Stockheim die so wichtigen Kampfrichterfragen eingehend behandeln. Fünfzig Jahre Woermann-Linie. Am 31. August begeht die Woermann- Linie ihr 50jähriges Bestehen. Schon seit 1849 hatte Carl Woermann begonnen, Segelschiffe nach der Westküste Afrikas auszusenden. Der eigentliche Gründer der deutschen Afrikaschiffahrt ist aber Adolph Woermann. 1882 richtete er mit drei kleinen Dampfern die erste regelmäßige Linie nach der Westküste ein. 1904 war die Flotte auf 36 Dampfer von insgesamt 75 000 Bruttoregistertonnen gestiegen. Anfänglich fuhr die Woermann- Linie nur nach der Guinea-Küste. Die deutsche Kolonie Südwest-Afrika war noch so unentwickelt, daß ein regelmäßiger Dienst nicht lohnen konnte. Erst von 1898 ab konnte eine monatliche Linie nach Südwest eingerichtet werden. 1904 brach der große Am 1. September werden die Mädel vom BDM.-Obergau Hessen-Nassau in allen größeren Städten unseres Obergaues mit insgesamt siebzehn Sportveranstaltungen an die Oeffentlichkeit treten, um Zeugnis abzulegen von einem Teil unserer Arbeit. Der Sport ist ein wesentliches Mittel unserer Erziehung zur nationalsozialistischen Weltanschauung. Sport ist nicht Selbstzweck für uns, sondern Ausdruck unserer Gemeinschaft; nicht die Leistung des einzelnen Mädels, sondern die Leistung der Gruppe entscheidet. Wir wissen, daß unser Volk gesunde und starke Mädel braucht, die durch ihre Haltung und ihre 100C000, 4 zu ,e 50000, 2 zu je 80000, 2 au t« 20000, 36 zu je 10OQ0, 54 zu je 5000, 158 >u te 8000, 824 zu je 2000, 1086 zu je 1000, 1644 au te 50f 6648 zu ie 300 Mk. *5n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Schweizer Radrundfahrt sah auf der fünften Tagesetappe Genf—Bern (249.8 Kilo- mit einigen anderen guten finnischen Athleten Mitte September in Düsseldorf, am 18. September in Wuppertal und am 22. September in Stuttgart starten. Der Hochspringer und Diskuswerfer Kotkas, der Mittelstreckler Höckert und der Langstreckenläufer Toivonen werden Järvinen begleiten. Der Bedarf an 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, 2. Backwaren, 3. Derzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Mar- Wierz (Deutschland) gewann die vierte Etappe der Radfernfahrt Warschau — Berlin, die über 108 Kilometer von Posen nach Schneidemühl führte und damit erstmals auf deutschen Boden gelangte. Im Spurt siegte Wierz vor seinen Landsleuten Leppich und Hauswald, denen vier Polen dichtauf folgten. Die Zeit des Siegers ist 3:17:10 Stunden. 378317 381082 382366 390076 398594 358 Gewinnt ,u 300 M. 1810 4807 5377 6689 10265 10645 13327 13433 16217 17194 23166 23301 28205 29735 34241 35546 35617 35632 35658 35816 38788 38826 40979 43543 43562 46260 48275 51087 53526 55917 68208 58531 60942 ' 61515 65132 72202 72645 72683 74381 74511 76688 77946 78079 78920 79437 83623 86249 86767 89464 91429 92076 92451 101448