Nr. 175 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 30. Juli 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlilffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universtlatrvuch- und Steindruckerei R. 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August und führt die Teilnehmer über Berlin, wo Reichsminister Dr. Goebbels zu ihnen sprechen wird, Potsdam, Döberitz, wo sie Gäste der Reichswehr, des Heeres und der Luftwaffe sind, nach Halle, Weimar, durch den Thüringer Wald, auf die W a r t b u r g , nach Würzburg und den alten Reichsstädten Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl nach Nürnberg. Von dort nach dem Hochlandlager des Gebietes Hochland der HF. bei Lenggries, wo sie vom 9. bis 16. August bleiben, ausruhen, die Bergwelt kennenlernen und als Wichtigstes, den Führer sehen werden Dann geht es weiter nach dem Bodensee, Lindau und der Zeppelinstadt Friedrichshafen über den Schwarzwald nach Freiburg und hinauf das Rhein- tal nach Kehl, Karlsruhe bis Heidelberg. Dann ins Saargebiet, von dort a n den Rhein durch das Industriegebiet des Westens hinauf durch ältestes deutsches Land nach Bremen, nach Hamburg, nach Kiel, von wo aus unsere jungen Kameraden als Gäste der deutschen Kriegsmarine durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren, um dann über Lübeck, Wißmar wieder nach Berlin zurückzukehren. Die ausländischen Kameraden müssen die Empfindung haben, daß sie die Gäste ganz Deutschlands sind, und gleichzeitig müssen ihre Gastgeber eine Ahnung von der Größe und Idee des Werkes bekommen. Darum sollen die auslanddeutschen Hitlerjungen immer in Privatquartieren untergebracht werden. Ein überwältigender Gedanke, daß der Hitlerjunge aus dem brasilianischen Urwald, aus der südwestafrikanischen Steppe und aus den Millionen-Städten Chinas hier neben all dem, was er täglich sieht, jeden. Abend noch die Gastfreundschaft eines deutschen Stammes erfährt. Wahrlich ein Erleben Deutschlands, wie man es der auslanddeutschen Fugend stärker und erinnerungsreicher nicht wünschen kann. C. von Kügelgen. -----------------'»> ändern wird und sie Deutschland so sehen wird, wie Ihr es mit eigenen 21 u g e n sehen werdet auf der Fahrt durch dieses neue Deutschland. Seht es Euch an und nehmt den Eindruck mit hinaus zu den Freunden und Kameraden, die nicht das Glück hatten, hierherkommen zu können. Erzählt ihnen von dem, was Ihr hier gesehen habt und erzählt ihnen von den großen Erfolgen, die das Deutschland des Führers in der kurzen Zeit feit seiner Machtergreifung vollbracht hat. Grüßt draußen die Deutschen in Eurer Heimat von der alten Heimat und sagt ihnen, daß sie nicht vergessen werden von uns. Montagnachmittag traf der Chef der ruhmreichen deutschen Hochseeflotte, Admiral von Trotha, im Deutschlandlager ein, der als Ehrenführer der Marine-Hitler-Fugend das Deutschlandlager besichtigte. Admiral von Trotha wurde auch vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, begrüßt. Die Fdee, deutsche Jungen aus allen Staaten, in denen sich reichsdeutsche Kolonien befinden, ins i Reich zu Lagerleben und einer Fahrt ! durch die deutsche Heimat einzuladen, ist s. noch nie in Angriff genommen worden und setzt i die Ueberwindung so außerordentlicher Schwierig- . feiten voraus, daß sie früher nie durchführbar ge- l wesen wäre. Auch zu den Pfingsttagungen , des VDA sind viele auslandsdeutsche Jugend- l gruppen nach Deutschland geströmt und im An- f schluß daran durch Deutschland gezogen. Das Welt- l treffen der Hitlerjugend aber hat die jungen Deut- > schen nicht nur aus Europa, sondern auch in über- 5 raschendem Maße von Uebersee für etwa i zwei Monate zusammengeführt, damit sie im ge- i meinfamen Zeltlager zusammen wohnen, zusammen 1 arbeiten, lernen, Sport treiben, fingen und spielen, i gemeinsam Deutschland erschauen, erfühlen, erleben. I Eine kurze Aufzeichnung des Planes für dieses I weltumspannende Jugendunternehmen zeigt seine i Größe. Nach umfassenden organisatorischen Vor- I arbeiten mußten d i e Reisen der Fugend- ?ruppen aus 51 Staaten nach Deutsch- and geregelt werden. Da die Ausländsdeutschen zum Teil von den Formen des deutschen Jugenderlebens keine Ahnung hatten, mußten sie in einem jetzt aufgelösten Vorlager bei Rheinsberg untergebracht und geschult werden. Das idyllische Riesenlager bei K u h l m ü h l e , das 3000 Jungen reibungslos mit allem versorgt, was jugendliche Phantasie sich zu ersinnen vermag, ist eine ebenso schwierige Aufgabe wie die sich daran schließende Fahrt durch ganz Deutschland. Besondere Fürsorge hat der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, dem Jugendtreffen geschenkt. Es war aber nur möglich, wie der Reichs- jugendführer Baldur v. Schirach in seiner Botschaft an die Jugend bemerkt, durch das Werk AdolfHitlers. Denn es ist nicht nur auslanbs- dcutfche Hitlerjugend dem Rufe gefolgt; aus vielen Staaten sind auch Volksdeutsche Jugendgruppen mit Einwilligung, ja, z. T. mit reger Förderung der fremden Regierungen (Chile!) nach Deutschland gekommen. So liegt dem Deutschlandlager 1935 ein großer Vertrauende- weis der Welt für das Dritte Reich zugrunde. Die Mahnung, die der Leiter der Auslandsorganisation Bohle an die auslandsdeutschen jungen Kameraden richtete, entspricht diesem Vertrauen. „Das Ansehen Deutschlands in der Welt", rief er ihnen zu, „hängt davon ab, w i e ihr dem Staate dient, der euch neue Heimat geworden ist. Ihr habt das Verständnis zwischen eurer neuen und eurer alten Heimat zu vertiefen und zu festigen". Ich habe das Lager bei Kuhlmühle am großen Baalfee am Tage seines Festes, dem bald die Auf- lysung folgen soll, kennengelernt. Doch nicht die Reden, nicht der Aufmarsch oder das chorische Spiel waren das wesentliche dieses Tages, sondern das Lagerleben. Sein Rahmen ist denkbar reiz- voll. In einer Gegend, die an Thüringens Vorberge gemahnt, liegt das etwa zwei Quabrathlo- Meter umspannende Zeltlager über Hügel und Taler verstreut zwifchen Laub- und Tannenwäldern an den weiten Flächen des lebhaft gebuchteten Baal- fees Die vier Zeltdörfer, darunter eine Abteilung Marine-Hitler-Jugend, eine vorbildliche gartenge- schmückte Baracke des Arbeitsdienstes und der Hilfs- zuq Bayern mit 40 Wagen bilden sozusagen bie größeren Niederlassungen in diesem Jugendland. Ueberraqt wird es vom Hügel der Nationen mit wehenden Fahnen und Rednerturm und vom steinernen Ehrenmal, das gleichfalls alle Fah- nen der vertretenen Staaten trägt. Eine beinahe kreisrunde Gletschermulde ist mit einfachsten Mit- teln zur T h i n g st ä 11 e ausgebaut; hier Men Die täglichen Vorträge über Geschichte und Weltanschauung statt. Bei Regenwetter nimmt ein Vor - trag53eit die 2000 bis 3000 Zuhörer auf. Aber auch das K i n o z e l t vermag etwa 600 Zuschauer zu fassen. In der technischen Zentrale sind alle Leitungen für das Kino, Telephone, Beieuchtung usw. vereinigt. Mit Stolz wurde mir hier berichtet, daß die Jugend selber alle Apparaturen fertiggestellt hat, Dagegen sind die Straße zum Lager und der Sportplatz vom Ar beitsdienst geschaffen worden. Hier führen nun feit einem Monat etwa 1400 deutsche Knaben aus dem Ausland gemeinsam mit 1000 reichsdeutschen Hitlerjungen das gesunde, fröhliche und erzieherische Lagerleben, das unserer fugend bekannt, im Ausland aber vielfach etwas schier Unglaubliches ist. Es war eine Freude, durch die Straßen der Zelte zu gehen, die mit stolzen Na- men und allerhand Zeichnungen versehen und mit Vorgärten geschmückt waren. Schilder mit allen erdenklichen Staatenbezeichnungen zeigten die Herkunft der Insassen an. In jedem Zelt wohnen etwa fünf „Ausländer" mit zwei deutschen Hitlerjungen zusammen. Ob man nun mit einem der dreihundert Holländer", mit „Süd-Amerikanern", „Chinesen", "Italienern" ober „Balten" sprach, immer stieß man auf bie gleiche freubige B eget ft e- r u n g. Die Jungen beim Spiel ober bei wilden Ringkämpfen, von ben Zuschauern mit lautem Ge- brüll begleitet, zeigten eine Jugenb in freier, frischer, aber bihipünierter Gemeinsamkeit. Schon in ben nächsten Tagen wirb bas Lager verlassen unb bie große Fahrt durch Deutschlanb angetreten. Mmbestens Zehn Kilo- meter lang wirb ber Zug sein, ben bie 50 Wagen mit ben Jungens unb bie 40 Wagen bes sie be- gleitenben Hilfszugs Bayern bilben werben. Scherl-Bildmaterndienst Rudolf Heß im Deulschlandlager Kuhlmühle, 29. Juli. (DNB.) Am Montag besuchte ber Stellvertreter bes Führers, Ru- bolf Heß, bas Deutschlanblager ber Hitlerjugenb. Nachdem er die Front der Ehrengefolgschaft abge- schritten hatte, besichtigte er das Lager und äußerte seine Zufriedenheit über das Gesehene. Er unterhielt sich eingehend und lange nut den aus- landsdeutschen Jungens. Zum Schluß vereinte eine Feierstunde auf der Thingstatte den Stellvertreter des Führers mit der Lagermann- fchaft Rudolf Heß führte dabei aus: „Meine lieben auslandsdeutschen Jungen! Wie Ihr, bin auch ich Auslandsdeutscher und wie die meisten von Euch im Ausland geboren und aufgewachsen. Ich weiß, wie schwer es ist draußen fein Deutschtum hochzuhalten. Ader es' ist nicht das Schlechteste, was draußen gehaßt wird Ich glaube, daß sich in der übrigen Welt allmählich das Bild, das sie von Deutschland hat. Kommunistische Propagandawelle Der kommunistische Ueberfaü auf die „Bremen* im Hafen von Neuyork, der hoffentsich bald eine den internationalen Regeln entsprechende Erledigung von der Regierung der Vereinigte Staaten erfährt, ist sicherlich kein zufälliges Ereignis gewesen, sondern steht in sichtlichem Zusammenhang mit dem erneuten Aufleben der weltrevolutionären Propaganda, zu der sich Moskau entschlossen hat. Es ist eine bekannte Hebung der bolschewistischen Politik, die Parole der Weltrevolution abklingen zu lassen, wenn sie politische ober biplomatische Ziele Hinbern würbe. Jeber europäische ober anbere Staat, ber nut ber Sowjetregierung in politische ober wirtschaftliche Verhanblungen eintritt, erhält bekanntlich bie bereitwillig unb lächelnb abgegebene Versicherung, baß eine Einmischung in bie inneren Verhältnisse unb, eine propaganbistische Beunruhigung nicht erfolgen unb, wo sie bebauerlicherweise vorgekommen fei, sofort gestoppt werbe. Eigentlich glaubt niemanb an bie Versicherung, aber bie Gier nach hanbelspolitischen Vorteilen ober, wie es bei Frankreich ber Fall war, bas Bestreben, ben roaffenftarfen Rätestaat als Bunbesgenossen für politische Machtziele zu gewinnen, übertönen immer mieber bie Sorge um bie Ruhe unb Sicherheit bes eigenen Lanbes. So war es auch bei ben Vereinigten Staaten, bie im Januar bieses Jahres bie Hanbelsvertrags» verhanblungen mit Sowjetrußlanb brüsk abgebrochen hatten, sie aber bann roieber aufnahmen unb vor kurzem zum Abschluß brachten, als Moskau mit bem Versprechen großer Lieferungen lockte. Die Unverschämtheit ber kommunistischen Banbe in Neuyork zeigt, baß bie bolschewistische Propaganba in ben Vereinigten Staaten sich jetzt keine Rücksicht mehr auferlegt; wenn sie heute gegen ein beutsches Schiff losgelassen wirb, so wirb sie morgen vor Einrichtungen unb Interessen bes „kapitalistischen" Amerikas ebensowenig Hemmungen haben. Ader biefer amerikanische Vorfall steht nicht vereinzelt ba. Aus allen Länbern unb Weltteilen häufen sich bie Nachrichten von einer neuen bolschewistischen Aktivität. Die japanischen Polizei- beworben haben ber Regierung umfangreiches Material über bie Tätigkeit ber Komintern in Japan geliefert, unb bie japanische Regierung hat sich soeben zu einem biplomatischen Schritt bei ber Sowjetregierung beswegen entschlossen. Ebenso hat bie chinesische Zentralregierung in Nanking bie Behörben in Chinesisch-Turkestan ange- wiesen, sofort energische Maßnahmen gegen bas Einbringen kommunistischer Agitations- unb Terrorgruppen zu treffen. Daß in Frankreich in weiten Kreisen tiefe Besorgnis herrscht über bie psychologischen unb politischen Wirkungen bes Bünbnisses mit Moskau auf bie französischen Ar- beiter, ist bekannt genug. Die triumphierenbe Mitteilung bes französischen Kommunistenführers C a - ch i n auf bem Moskauer Kongreß ber Komintern, daß die kommunistischen Versammlungen in Frank- reich noch nie s o gut besucht gewesen seien wie nach bem Abschluß bes Bünbnisvertrags, ist wohl nicht geeignet, bie Befürchtungen über bie Gefahr weiterer kommunistischer Erschütterungen abzumilbern. Der Pariser Appellationsgerichtshof, ber sich neulich mit ber Verurteilung ber Spionin Lybia Stahl unb ihrer Genossen zu beschäftigen hatte, hat festgestellt, baß biefe Spionage-Organi- jation, bie Auskünfte über bie französische Armee unb Kriegsmarine zu besorgen. hatte, mit ben „kommunistischen Jbealen ber Angeklagten" im Zusammenhang ftanb. Alle biefe Erscheinungen unb Vorfälle zeigen, baß bie sowjetrussische Politik, nachbem sie gewisse politische unb wirtschaftliche Ziele unb Erfolge, wie ben Eintritt in ben Völkerbunb, bas Bünbnis mit Frankreich unb ber Tschechoslowakei unb ben Han° belsvertrag mit Amerika erreicht hatte, jetzt zu ihrem eigentlichen Lebenselement, bem Vorwärtstreiben ber Weltrevolution, zurückgekehrt ist. In Deutschlanb muß man sich bar- über klar sein, baß ber Hauptstoß ber europäischen Propaganba sich gegen ben Nationalsozialismus richten wirb, ber bie große europäische Barriere gegen ben Bolschewismus aufgerichtet hat. Bestimmte Vorgänge zeigen bie Taktik an, mit ber Moskau vorgeyt. Schon im Juni hat das Moskauer amtliche Organ der bolschewistischen Jugend auf die Gelegenheit hingewiesen, die kommunistischen Jungarbeiter in Deutschland in die katholischen Jugendorganisationen hineinzuführen und mit ihnen gemeinschaftlich unter religiöser Tarnung den Kampf-gegen den nationalsozialistischen Staat zu eröffnen. Diese von Moskau ausgehende Parole ist von den kommunistischen Keimzellen auch sofort aufgenommen worden. In München wurden kommunistische Flubblätter beschlagnahmt, die sich „an die katholische Bevölkerung* wenden und in denen es heißt: „Wir Kommunisten schlagen euch vor, einen gemeinsamen Kampf für bie Gewissensfreiheit zu organisieren" Es ist kein Zweifel, baß in Moskau, aber auch an anberen Orten die Hoffnung wieder neu aufgelebt ist, dis nationalsozialistische Regierung in Deuschland zu Fall zu bringen und den europäischen Zustand wieder herzustellen, in dem Deutschland auf der einen Seite als nächste Etappe der Weltrevolution, auf der andern Seite als wehrloses Objekt europäischer Machtpolitik betrachtet wurde. Die Energie, mit der die Reichsregierung gegen die inneren Gegner des Staates, die sich bewußt oder unbewußt zu Helfershelfern dieser ausländischen Zielsetzungen machen, zeigt, daß die Gefahr überwunden werden wirb, •'i'-if 6" r p cf) f 3 e i ia erkannt würbe. Die Stoßtrupps der Weltrevolution. Kommunistische Wühlarbeit in aller Welt. — Bolschewistische Heharbeit in den französischen Kolonien. Moskauer Appell der Komintern Moskau, 30. Juli (DNB. Funkspruch). Der 7. Weltkongreß der Komintern hielt am Montag wiederum zwei Sitzungen ab, in denen die ausländischen Sektionen der Komintern, die Kampftruppen der W e l t r e v o l u t i o n — wie das Komintern amtliche Blatt es nennt — zum Appell antraten. Man erging sich womöglich noch offener als an den Vortagen in der Hervorhebung der eigenen Verdienste um die Weiterführung der Weltrevolution. Die Dormittagssitzung wurde mit dem Bericht eines Vertreters der „Kommunistischen Jugendinternationale" eröffnet, der sich lediglich in dema- gocpschen Phrasen und lügenhaften Behauptungen erging. Der Redner erklärte, es solle ein neuer Typ von Jugendlichen geschaffen werden, der in erster Linie Verfechter der weltreoolutionären Idee (!) sein soll. Ein Vertreter der Ukrainer stieß wüste Drohungen gegen Polen aus. Er erklärte, wenn die polnischen Radziwills noch einmal versuchen sollten, sich in irgendwelche sowjetfeindliche Abenteuer einzulassen, dann würden sie sich ihre Köpfe schon in beträchtlicher Entfernung von Kiew einrennen. Die ukrainischen Kommunisten seien sich wohl bewußt, daß sie jenseits der Grenze Feinde hätten, die nur darauf warteten, daß ein Fehler gemacht werde, um die Sowjet-Ukraine wieder in die Abhängigkeit von feudalen Großgrundbesitzern zu bringen. Anschließend fand ein chinesischer Kommunist Beifall, der als Berlreter der chinesischen „Sowjetrepubliken" für den Kommunismus in China warb. Er behauptete, daß heute in China bereits ein Raum mit insgesamt 56 Millionen Einwohner von Sowjets regiert werde und daß weitere 50 Millionen Chinesen der weltrevolutionären Bewegung angeblich mit Sympathie gegenüberftänden. Er schloß mit dem Ausruf, daß die chinesischen Sowjets ein Vorposten der Weltrevolution seien. Ein Vertreter der südslawischen Kommunisten bemühte sich sodann für den Kommunismus in Südslawien zu werben, und ein kanadischer K o m m u n i st teilte mit, daß seine Partei f ü r mindestens 90 v. H. aller Streiks verantwortlich zeichne (!). Ein Schweizer Kommunist meinte, daß es heute mit bem Stolz der Schweiz, der einzige stille Hort der Ruhe und des Friedens zu sein, vorbei sei. Die Klassenkämpfe seien dort i n vollem Gange, und die Kommunisten bemühten sich nach Kräften, diese Klassengegensätze ai^zunützen. Ein oster- reicht sch er Kommunist bat um den Verfall des Kongresses für das von den dortigen Kommunisten vollbrachte Werk des „Zustroms der revolutionären Arbeiter in die Reihen der Kommunistischen Partei". Anschließend trat ein Vertreter der kommuni st ischen Partei Jndochi- nas auf. Wan würde es in Paris mit besonderem Interesse vermerken, daß dieser Kommunist erklärte, seine Partei stehe schon a n der Spitze der indochinesischen revolutionären Bewegung, die die Kominterntagung mit der größten Aufmerksamkeit verfolge. Sie werde für die Kommunisten der französischen Kolonie Jndochina eine gute Schule sein, denn die indochinesischen Kommunisten führten stets, wie ihr Vertreter in Moskau wörtlich erklärte, „als Kriegsruf den bekannten Ramen des geliebten Führers der Weltrevolutlon Stalin auf den Lippen". Scharfe Mißbilligung des kommunistischen Rowdytums in der amerikanischen presse. R e u y o r k, 29. Juli. (DRV.) Die Presse verurteilt einmütig die „schmachvollen Vorfälle" auf der „Bremen", und zugleich den Bürgermeister La- guardia, der durch seine Bemerkungen in den letzten Tagen mindestens mittelbar die Vorbedingungen für die bedauernswerten Ausschreitungen schuf, indem er die buntscheckige und Rassenzwisten leicht zugängliche Bevölkerung Reuyorks weiter aufreizte. „New Pork Herald Tribüne" schreibt, es wäre unbillig, Laguardias Essay über Diplomatie verantwortlich zu machen für einen anscheinend von kommunistischer Seite inspirierten Tumult am „Bremen"-Pier. Aber unter den Ueberresten der Schlacht wurden Flugblätter gefunden, die zu einem Massenüberfall aufreizten. Die ganze Angelegenheit ist ein deutliches Zeichen, wie leicht es in Neuyork ist, die Leidenschaften europäischer Streitfragen zu Ausschreitungen zu entfachen. Die Neuyorker mögen sehr ausgesprochene Ansichten über Deutschland haben; es ist indessen keine Entschuldigung dafür, Kämpfe an dieser Küste zu veranstalten, und ein öffentlicher Beamter, der auch nur durch Fahrlässigkeit solche Vorfälle ermutigt, bringt sich selbst in Verlegenheit. Auch sind die letzten Bemühungen Laguardias nicht geeignet, sich aus dem absurden Durcheinander herauszuziehen, in das er sich selber brachte. Laguardias Beweise unterschiedlicher Behandlung seitens Deutschlands sind an sich unhaltbar und können keinesfalls die Hauptschwierigkeit überwinden, daß die Auslegung von Dertragsrechten nicht Aufgabe von Bürgermeistern ist. Die „New Port Times" schreibt: „Die skandalösen Tumulte, die von Kommunisten bei der Abfahrt der „Bremen" angestiftet wurden, können unter denkenden Menschen nur Sympathie für d i e erregen, die als Ziele dieser feindlichen Demonstration ausersehen waren. Das Schiff, ein Stück deutschen Gebietes, das für den Augenblick in unserem Hafen unter unserer verantwortlichen Obhut stand, hat jeden möglichen Schutz durch die Neuyorker Polizei erhalten. „Die vom Neuyorker Bürger- m e i st e r eingenommene Haltung, einem deutschen Ausländer ein bestimmtes Privileg vorzuenthalten, deutet einen weithin empfundenen Unwillen an. Aber wie wir bereits bemerkten, schien Laguardia bei seinem Schritt übel beraten gewesen zu fein, wie es sich nun auch durch seine verschiedenartige Wirkung auf verschiedene Gruppen unserer gemischten Bevölkerung erwiesen hat." Das Blatt erklärt schließlich, es sei mehr als je notwendig, daß die, auf denen die Verantwortung lastet, ihre Gefühle im Zaum hielten. Sehr scharf zieht die „Washington Po st" gegen die Unruhestifter zu Felde. Sie weist Senator King, Bürgermeister Laguardia und die Neuyorker Kommmunisten darauf hin, daß die auswärtigen Angelegenheiten zur alleinigen Zu- ständigkeit des Staatsdepartements gehörten, und daß die internationale Lage schwer kompliziert würde, wenn Einzelpersonen eigenmächtig in die Außenpolitik eingriffen. Was würden wir sagen, so führt das Blatt aus, wenn eine Horde zweifelhafter Elemente auf ein amerikanisches Schiff in Hamburg dringen und unsere Flagge herunterreißen würde? Zu dem Vorgehen von King, Laguardia und anderen sägt die „Washington Post": Wir kommen jetzt in die Zeit der Hundstage, wo Menschen schwierigste Dinge tun und wo sie eine Scheune abbrennen wollen, um eine Ratte zu töten ober wo sie bie Familie vergiften wollen, um Küchenschaben zu vertreiben usw. Das Blatt empfiehlt eine sorgfältige Lektüre bes Buches von Millis: „Der Weg zum Krieg", in bem klar geschildert werde, wie durch HetzeundHysterie Amerika ganz gegen seinen Willen 1917 in einen vollkommen nutzlosen Krieg gegen Deutschland getrie- den worden sei. Heutzutage sei Ruhe die erste Bürgerpflicht, sonst gebe es Dölkerverhetzung mit unabsehbaren Folgen. fiomnumiffen kündigen neue Werfälle an. Verstärkter Polizeischutz. Neuyork, 29. Juli. (DNB.) Eine Organisa- tion, die sich „Antinazi-Föderation" nennt, kündigte am Montag weitere Kundgebungen ge- gen deutsche Schiffe an und gab bekannt, daß in einer Versammlung von 278 Verbänden Pläne entworfen werden sollen, die sich gegen das Zeigen der Hakenkreuzflagge richten und zu einem Boykott der „Nazi- Schiffe" führen sollen. Durch diese erneuten Kundgebungen soll auf die Tatsache hingewiesen werden daß führende Amerikaner „Nazi- Schiffslinien" benutzen, ungeachtet der „Verletzung der Rechte amerikanischer Bürger in Deutschland und der freventlichen Angriffe auf ihre Religionsgenossen." Der Neuyorker Polizeipräsident Lewis Valentine hat weitgehende Maßnahmen zum Schutze der Hakenkreuzflagge gegen weitere kommunistische Demonstrationen getroffen. Die Polizei im Hafengebiet wurde verstärkt. Der am Montag eingetroffene Dampfer „W e ft e r n • land" legte in Hoboken an. Unter den Passagieren befand sich der führende Ehikagoer Geistliche H u r k m a n s, der erklärte, er sei in Deutschland höflich behandelt worden und habe keinen Versuch bemerkt, in Gottesdienste katholischer Kirchen einzugreifen. Die Moskauer Drahtzieher. Wie Litwinow sein Versprechen hielt. Washington, 29. Juli. (DNB.) Die Mel- düngen über die Aufforderung der kommunistischen Internationale an die Kommunistische Partei in den Vereinigten Staaten, die Agitation in den amerikanischen Arbeiterkreisen zu verstärken und Streikunruhen herbeizuführen, haben in Washington starke Erregung ausgelöst. Unterstaatssekretär Philips hat von der Moskauer Botschaft einen telegraphischen Bericht eingefordert. Der Bericht wird sorgfältig geprüft werden, insbesondere darauf hin, ob die Moskauer Anweisung im Widerspruch zu den Versprechungen Litwinows steht, hier keine kommunistische Propaganda zu treiben. Bekanntlich war dies eine wesentliche Vorbedingung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Washington und Moskau. Handgemenge. Zahlreiche Personen wurden verletzt. In kurzer Zeit hatten die Angreifer das Easö in ein Chaos verwandelt. Die Polizei schritt ein und nahm mehrere kom- munistische Rädelsführer fest. Da sich der kommunistische Pöbel in den Straßen darauf gegen die Polizei wandte, mußten Verstärkungen herangezogen werden. Die Polizei ging schließlich, unterstützt von Motorfahrzeugen, im Sturmlauf gegen die Menge vor, wobei von Säbeln und Gummiknüppeln stark Gebrauch gemacht wurde. Die ganze Umgebung des Hafens wurde von Polizeiketten abgeschlossen. Ferner wurden längst der Straße nach Berg en Dal und an allen Wegekreuzungen Polizei und Gendarmerie- patrouillen postiert. Die Zusammenkunft der Nationalsozialisten in Berg en Dal, wo sich die Nationalsozialisten auf auf einen großen, umzäunten Platz versammelten, verlief ohne Störungen. Sie wurde eingelei» tet mit einer Besichtigung der mehrere hundert Mann starken Sturmabteilung. Den Höhepunkt der Kundgebung bildeten Ansprachen des Parteiführers Major K r u e t und mehrerer Unter- ührer. Der Abtransport der Teilnehmer vollzog sich infolge der ausgedehnten polizeilichen Vorkehrungen ohne Zwischenfälle. Göttin wieder beauftragt. Den Haag, 29. Juli. (DNB.) Königin Wilhelmina hat den bisherigen Mimsterprast- deuten und Führer der Antirevolutionaren Partei Dr. C o l i j n mit der Bildung einer außer- parlamentarischen Regierung auf mog. lichst breiter Grundlage betraut. Erhebliches Aufsehen erregte es, daß Colijn seine e r ft e Besprechung mit dem katholischen Fraktionsvorsitzenden Pros. A a l b e r s e abhielt, der durch feine Kritik an der Politik Dr. Colijns die Kabi- nettskrife heraufbefchworen hat, selbst aber eine Neubildung auf' parlamentarischer Grundlage nicht z u st a n d e z u b r i n g e n ver- mochte. Man glaubt, daß sich zwischen beiden einflußreichen Politikern unter dem Zwang der Verhältnisse eine Wiederannäherung zu vollziehen beginnt. Am Nachmittag versammelte Dr. Colijn sämtliche Mitglieder seines bisherigen Kabi- nette, um mit ihnen eingehend die neugeschaffene Lage zu erörtern. Man erwartet, daß sich die meisten derzeitigen Minister Dr. .Colijn auch weiterhin zur Verfügung stellen werden. Der deulscheArbeilsdienst Hal nichts zuverbergen. Keine Absperrung der Arbeitsdienstlager gegen Ausländer. Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Leiter des Auf- tlärungs- und Außenamts beim Reichsarbeitsführer teilt mit: In ausländischen Zeitungen ist vor kurzem die Nachricht verbreitet worden, der Arbeitsdienst habe ausländischen Besuchern in Deutschland das Betreten der Laaer bzw. die Besichtigung von Arbeitsstätten und Arbeitsdienstlagern gesperrt. Diese Nachricht wurde mit Bewußtsein verbreitet, um den Verpacht zu erregen, daß der Arbeitsdienst irgend etwas zu verbergen habe. Wir können hier nur feststellen, daß diese Nachricht nicht den Tatsachen entspricht. Selbstverständlich rann nicht jeder zufällig in Deutschland reisende oder sich aufhaltende Ausländer in jedes beliebige Lager gehen und sich dort den Arbeitsdienst ansehen wollen. Das ist den Reichsangehörigen nicht gestattet, kann also auch einem Ausländer nicht gestattet werden. Man darf nicht übersehen, daß jeder Besuch von Fremden in Lagern und Arbeitsstätten zur Störung des Dien- st es führt und schon aus diesem Grunde Besuche, ganz gleichgültig, ob sie von Ausländern oder von Reichsdeutschen erfolaen, Einschränkung finden müssen. Dementsprechend ist angeordnet, daß nur führende Persönlichkeiten fremder Völker, d. h. Ausländer, die in ihrem Heimatlande irgend etwas bedeuten (auf den Gebieten der Politik, Wirtschaft, Kultur, Staatsführung usw.), Gelegenheit gegeben werde, Laaer und Arbeitsstätten zu sehen, wenn sie es wünschen. In welchem Umfange aber vom Reichsarbeitsführer durch fein Aufklärungs- und Außenamt dem Auslande Gelegenheit gegeben wird, den Arbeitsdienst zu besichtigen, das mögen folgende Tatsachen zeigen: Aus der Flut der Besichtigungen durch Ausländer in den letzten beiden Monaten wollen wir hier nur folgende erwähnen: Es haben die Dozenten der fremden Volker an den Hochschulen Berlin vor kurzem Gelegenheit gehabt, das Reichslehrlager in Rhinluch zu besichtigen. An dieser Besichtigungsfahrt habe sich die Vertreter von mehr als 30 Nationen beteiligt. Mitglieder japanischer Ministerien und des japanischen Parlaments haben Mitte Juni ebenfalls dieses Reichs- lehrlager in Rhinluch besichtigt. Angesehene Chinesen sahen Lanke, Bernau und Velten. 16 Professoren und Studenten holländischer Hochschulen haben am 9. Mai Lager in der Gegend von Northeim gesehen. Englische, französische und amerikanische Professoren und Studenten Anfang Juni Lager und Arbeitsstätten in Ostpreußen. Ferner sahen die ausländischen Studenten der Universität Jena am 19. Juni Lager m Thüringen. 24 solcher ausländischen Studenten in Freiburg am 15. Juni Lager und Arbeitsstätten im Schwarzwald. Eine englische Studien» k o m m i s s i o n aus 16 Personen bestehend, besuchte am 17. Juni Lager und Arbeitsstätten in der Ge- gend von Hildesheim und 17 holländische Angehörige der Universität Utrecht am 19. Juni Lager im bergischen Land. Am 17. Juli sahen 15 englische Studenten Lager und Arbeitsstätten in Franken und 33 Amerikaner am 27. Juli Arbeitsstätten und Lager im bayerischen Oberland. Die großen Kommissionen, die soeben in Deutschland weilten, wie z. B., die ibero-ame» rikanischen Journalisten, bie britischen Frontsoldaten, die Führer der b r i t i» schen Studentenschaft usw. haben alle Gelegenheit gehabt, Arbeitslager und Arbeitsstätten des Arbeitsdienstes zu sehen. Es haben auch eine ganze Reihe sehr maßgebender, führender Persönlichkeiten, bzw. Beauftragte ihrer Staa- t e n Gelegenheit genommen, sich durch den Leiter des Aufklärungs- und Außenamtes des Reichsarbeitsführers unterrichten zu lassen, der nie verabsäumt hat, solche amtliche Pertreter auch in Lager und Arbeitsstätten zu führen. So haben erst in den letzten Tagen Beauftragte Italiens Gelegenheit gehabt, sich zu informieren, und es ist ihnen in weitestgehendem Maße entgegengekommen worden. Frankreichs Marschroute für Genf. Wenig Hoffnung auf ein Kompromiß. Paris, 30. Juli (DNB. Funkspruch). Die Meldungen aus London und Rom lauten so widerspruchsvoll, daß die Pariser Presse über den möglichen Ausgang der Genfer Ratstagung im Dunkeln tappt. Ministerpräsident Laval wird heute vormittag dem M i n i st e r r a t den Stand der bisherigen Besprechungen über den italienisch-abessinischen Streit darlegen und am Nachmittag mit Eden Fühlung nehmen. Die Versicherung des halbamtlichen „Petit Parisien", daß Laval heute abend hoffnungsvoll nach Genf abreis e n könne, da England und auch Italien zum Entgegenkommen bereit sein würden, wird von anderen Blättern nicht unbedingt geteilt. Obwohl auch sie die Hoffnung auf eine vorläufige Regelung nicht aufgeben. Das „Oeuvre" stellt fest, daß man trotz allen guten Willens die Lage als höchst verworren, verwickell und heikel bezeichnen müsse. Laval wolle anscheinend dem Völkerbundsrat vorschlagen, Italien und Abessinien aufzufordern, die Verhandlungen lediglich zur Beilegung des Zwischenfalles von U a l u a l wieder aufzunehmen und nur im Falle des Scheiterns die Prüfung der Gesamtfrage nach dem 25. August in Aussicht zu nehmen. Man werde also im Grunde genommen, wieder einmal versuchen, Zeit zu gewinnen. Doch dürfe man sich nicht allzu große Illusionen machen. Der französische Wunsch, einem drohenden Bruch der faschistischen Regierung mit dem Völkerbund auszuschalten, stehe in schroffem Gegensatzzur Auffassung des englischen Kabinetts. Eden dürfte Laval darlegen, daß die Vertagung der grundsätzlichen Aussprache eher unheilvoll als heilsam wirken und den Krieg noch unvermeidlicher machen würde, wenn Italien sich nicht verpflichte, feine Truppen- und Kriegsmaterialtransporte einzustellen, und wenn es sich nicht zu einer friedlichen Regelung in den kommenden 4 bis 5 Wochen bereit erkläre. Es werde also zum größten Teil von der englischen Regierung abhängen, ob der Vorschlag Lavals eine günstige ober ungünstige Folge fjabe. Das Haupthindernis, auf das Italien stoße, fei England. Die Stimmung in Aegypten. London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie „Times" aus Alexandria meldet, ist das Interesse der Aegypter für den italienisch-abessinischen Streit groß. Es zeigt sich warmes Mitgefühl für Abessinien. Im Ruhestand lebende ägyptische und türkische Offiziere bemühen sich in großer Zahl um den Eintritt in bas abessinische Heer. Sorge herrscht auf den ägyptischen Märkten wegen der Preiserhöhung und des Mangels an Gerste infolge großer italienischer Ankäufe. Es wird erklärt, daß die ganze Ernte dahinfchwinde und daß Aegypten bald genötigt fein werde, Gerste zu einem hohen Preis einzuführen. England auf ein Flottenbauprogramm noch nicht festgelegt. Die britischen Neubauten werden sich nach den Plänen der anderen Seemächte richten. — Hoffnung auf eine Verminderung der Schlachtschiffe und gänzliche Abschaffung der ll-Boote. Auch in Holland schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Kommunisten. Amsterdam, 29. Juli. (DNB.) Die N a tio- nalsozialistifche Niederländische Arbeiterpartei veranstaltete am Samstagnachmittag in der Ortschaft Berg en Dal bei Nymwegen einen „Landtag", zu dem etwa 2500 bis 3000 Mitglieder erschienen waren. Dabei sind in Nymwegen Tagungsteilnehmer von marxi st ischen Horden in übel st er Weise angegriffen und mißhandelt worden. Betroffen wurden hauptsächlich in Westdeutschland ansässige Holländer, von denen etwa tausend mit einem Sonderdampfer nach Nymwegen gekommen waren. Da hier nicht genügend Omnibusse zur Verfügung standen, und infolgedesien sich die Abfahrt nack Berg en Dal nur langsam vollzog, wollten die Fayrtteilnehmer inzwischen die Stadt besichtigen. Auf den Straßen und an der Anlegestelle hatten sich Kommunisten zusammengerottet. Infolge der ftrenen polizeilichen Absperrungsmaßnahmen konnten sie allerdings nicht bis zu dem Dampfer gelangen. Dafür wurde aber eine etwa zehn Mann starke Gruppe der Tagungsteilnehmer in der Stadt von einer großen Anzahl von Kommunisten ü b e r fa H e n. Die Angegriffenen waren gezwungen, sich in ein Caf6 zurückzuziehen. Das nutzte aber nichts, da die Kommunisten nicht davor zurückschreckten, das Lokal zu ftür- men. Im Innern kam es zu einem erbitterten Der „Daily Herald" wird berichtigt. London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das gestern vom „Daily Herald" veröffentlichte angebliche britische Flottenbauprogramm für die nächsten 7 Jahre, das einen Kostenaufwand von 150 Mill. Pfund Sterling erfordern sollte, wird heute vom Marinekorrespondenten des „Daily Telegraph" als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnet. Der Korrespondent führt aus, das Programm der Admiralität habe noch gar keine endgültige Form, da es vollkommen von den Neubauten anderer Länder ab hängen werde, und da die britische Regierung sich ohne vorherige Ermächtigung durch das Parlament überhaupt nicht auf hohe Ausgaben festlegen könne. Es feien zwar mehreren fremden Regierungen in unverbindlicher Form Einzelheiten hinsichtlich der Zahl und der Typen von Kriegsschiffen, die England in den nächsten Jahren zu bauen gedenke, in vertraulicher Form mitgeteilt worden, aber das endgültige Ausmaß dieses Programms lasse sich nicht fest setzen, bevor die Absichten anderer Seemächte zumindest annähernd bekannt seien. Um dies.e Informationen zu erhalten, habe die Admiralität auf diplomatischem Wege eine rein vorläufige Schätzung der britischen Marineerfordernisse der nächsten Zeit übermittelt, die sich auf die vorhandenen fremden Programme gründeten. Voläufig fassen aber weder die Regierung noch die Admiralität ein endgültiges Bauprogramm ins Auge. Der Korrespondent bezeichnet folgende Darstellung der Lage als zuverlässig: 1. Das einzige Ziel der Seepolitik der britische« Regierung ist die Verhinderung eines neuen Rüstungswettlaufes nach Ablauf der Gültigkett des Washingtoner Schlüsseloertrages Kirchenstreit in Schottland. Nm eine TanzgeseLlschaft. London, 29. Juli. (DNB.) Zwischen der P r e s- byterianerkirche und dem schottischen Provo- sten William Murray ist ein ernster Konflikt aus gebrochen, der in schottischen Kirchenkreisen großes Aufsehen erregte. Der Provost hatte zu Weihnachten in seinem Hause eine harmlose T a n z g e s e l l - schäft für Jugendliche veranstaltet. Wegen dieses „schrecklichen Vergehens" wurde er seiner Aemter enthoben und der kirchlichen Rechte verlustig erklärt. Er erklärte daraufhin den Kirchen-- behörden den Krieg und beschloß, auf eigene Faust Gottesdienste in der Stadtbibliothek von Dornoch (Sutherlandshire) zu veranstalten. Der Zulauf zu diesen Gottesdiensten ist außerordentlich groß. Hunderte von Leuten konnten keinen Platz mehr finden, während die Gottesdienste in der presbyterianischen Kirche wegen mangelnder Beteiligung e i n g e st e l l t werden mußten. Ende nächsten Jahres. Um dieses Ziel zu erreichen, bemüht sie sich, alle wichtigen Seemächte zu veranlassen, ihre Karten auf den Tisch zu legen. Die einzige Geheimhaltung in der Angelegenheit ergibt sich aus der heiklen Natur der Verhandlungen. Gewisse fremde Mächte haben ihre Baupläne nur unter der Bedingung mitgeteilt, daß die britische Regierung sie als vertraulich behandeln werde. 2. Es ist niemals davon die Rede gewesen, in den Jahren 1937 bis 1938 acht Schlachtschiffe aufs Stapel zu legen. Voraussichtlich werden je zwei in den Jahren 1937 und 1938 und eines 1939 aufs Stapel gelegt werden, d. h. fünf Schiffe in drei Jahren. Bei einem erfolgreichen Aus- aang der nächsten Flottenkonferenz dürfte sogar die- ses bescheidene Programm vermindert werden. 3. Die Zahl der Kreuzer wird so bald wie möglich von 50 auf 6 0 e r h ö h t werden, falls nicht eine entscheidende Verminderung in den fremden Kreuzerprogrammen eintritt. 4. Weder Italien noch eine andere Seemacht hat formell die Abschaffung der Schlachtschiffe vor- aeschlagen, im Gegenteil ist Italien gegenwärtig da- bei, die beiden größten Schlachtschiffe der Welt zu bauen. 5. Auf der nächsten Flottenkonferenz wird Großbritannien endgültige Vorschläge zur Ab- schaffung und „Aechtung" des U.-Boo- tes machen. In dieser Beziehung wird es die uneingeschränkte Unter st ützung der Vereinigten Staaten, Deutschlands, und wie verlautet, die wohlwollende Fürsprache Italiens haben, dessen endgültige Entscheidung von der Haltung Frankreichs abhängen wird. Somit besteht nun zum erstenmal ein mächtiger Block für eine Abschaffung der U.-Boote und die Hoffnung auf eine schließliche Beseitigung dieser „unheimlichen" Waffe. Nichtarier und Wehrdienst. Berlin, 29. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung des Reichsinnenministers und des Reichskriegsministers über die Zulassung von Nichtariern zum aktiven Wehrdienst veröffentlicht. Als Personen arischer Abstammung im Sinne des Wehrgesetzes gelten diejenigen, die arischer Abstammung im Sinne der B e a m t e n g e s e tz g e b u n g sind. Die in der Beamtengesetzgebung vorgesehenen Ausnahmen gelten nicht für das Wehrgesetz. Personen, deren beide Eltern jüdischen Blutes sind oder die d r e i jüdische Großelternteile haben, werden zum aktiven Wehrdienst nicht herangezogen; soweit sie wehrfähig sind, werden sie ausnahmslos der Ersatzreserve II überwiesen. Ausnahmen können für Nichtarier zugelassen werden, d i e nicht mehr als zwei v o l l n i ch t a r i s ch e, insbesondere jüdische Großelternteile haben. Die Musterung wird ohne Rücksicht auf die Rassen- zugehöriqkeit durchgeführt. Ein der Ersatzreserve II überwiesener Nichtarier kann einen Antrag auf Heranziehung zum aktiven Wehr- d i e n st beim „Prüfungsausschuß für die Zulassung zum aktiven Wehrdienst" einreichen. Dieser Ausschuß besteht aus einem höheren Verwaltungsbeamten, einem Offizier und einem Amtsarzt. Kleine politische Nachrichten Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg hat sich zur Besichtigung des Segel- schulschifses „Gorch Fock" nach Flensburg begeben und wird an der Fahrt der „Gorch Fock" nach Travemünde teilnehmen. Anschließend wird sich Generaloberst von Blomberg zu Fahrten in der westlichen Ostsee für einige Zeit auf dem Flottentender „He la" einschiffen. * Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung Volks- und staatsfeindlichen Vermögens wird für den Bereich des Landes Baden das Vermögen des W i n d t h o r st b u n d e s, der B a d e n - wacht und der S ch o f e r s ch a r zu Gunsten des Landes Baden e i n g e z o g e n, da es nach Feststellung des Reichs- und preußischen Ministers des Innern zu volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen bestimmt gewesen ist. Kunst und Wissenschaft. Fro en US von seiner 12 Exp?di^ion zu^ückqeke rt Auf dem Hofe des Dölkermuseums in Frankfurt a. M. bot sich den Zuschauern am Montagabend ein buntes Bild. Der Asrikaforscher Geheimrat Professor Leo Frobenius kehrte mit sieben Kraftwagen von seiner 12. Afrika-Expedition nach einjähriger Forschertätigkeit zurück. Neben den Vertretern der Stadt, der Universität und der Partei begrüßten zahlreiche Freunde den Forscher und seine Mitarbeiter und -arbeiterinnen. Mit dieser Expedition, über deren Ergebnis sich Professor Frobenius sehr befriedigt äußerte, ist das Werk einer 30jährigen Arbeit abgeschlossen. Die Tradition dieser Fahrten soll von jetzt ab fortgeführt werden durch eine Gruppe junger Forscher, die unter Leitung des Frankfurter Instituts das Ziel und die Aufgabestellung dieser Tätigkeit übernehmen. Während diese letzte Expedition zunächst die Felsbilder Spaniens und Südfrankreichs aufnahm, durchquerte eine andere Gruppe Abessinien, und die jetzt heimgekehrte Abteilung bereiste mit Automobilen Transjor- danien und Libyen. Die Aufgabe der abessinischen Gruppe war es, die Galla-Kulturen im südlichen Abessinien zu studieren, es soll den -Forschern gelungen sein, in eine uralte eigentümliche Megalith-Kultur der Eingeborenen einzu- Dänemarks Bauerntum steht auf. Die Krisis der dämfchen Landwirtschaft /Zerrüttung der Ausfuhr./Verschuldung der Betriebe. Fast unvorbereitet sind die dänischen Bauern nach Kopenhagen gezogen und haben dem König ihre Forderungen klargelegt. Es ist bezeichnend, daß die wirtschaftliche Notlage des dänischen Bauernstandes ihn dazu trieb, dem Träger der Krone, seine Forderungen klar zu legen, nicht dem Parlament, das bisher nichts oder sehr, lehr wenig tat, um der dänischen Bauernschaft zu yelfen. Das germanische Gefühl, einem Mann an der Spitze die Treue zu halten und ihm die Sorgen mitzuteilen, überwindet die Risse und Parteien, die sich zwischen die Krone und das Volk schieben. Das Parlament ist gewarnt! Hilft es den Bauern nicht, entzieht es sich dem Gebot des Königs, die Allgemeininteressen über die Parteiinteressen zu stellen, dann ist auch Dänemark für eine Entwicklung reif, die gerade die Bauernführer an Deutschland bewundern. lieber den Rahmen der allgemeinen Wirtschaftskrise hinaus befindet sich die dänische Landwirtschaft in einer verzweifelten Lage. Sie ist als rassisch wertvollster Bestand des Volkes, unter der Einwirkung religiöser und landwirtschaftlicher Organisationen zu einem hohen Bildungsniveau gelangt und hat sich darauf konzentriert, die landwirtschaftlichen Produkte „st a d t - reif" zu machen, d. h. sie so zu liefern, daß der Städter auf eine möglichst gleichmäßige Ware rechnen kann. Dänemarks Fleischerzeugnisse, vor allem der Speck, der nach England geht, Dänemarks Milchprodukte wie Butter und Käse, bilden bis zu 80 v. H. d i e dänische Ausfuhr. Zwar hat der Uebergang der Getreide- und Viehwirtschaft eine große K a - p i t a l s i n v e st i t i o n zur Folge, aber in normalen Jahren wurden selbst die großen Zinsenlasten verhältnismäßig leicht getragen, da der arbeitsame Bauer und Häusler aus dem ständig an« wachsenden Butter- und Speckoerbrauch Englands und dem Butterverbrauch Deutschlands entsprechende Einnahmen hatte. Der Grund der starken Verschuldung liegt im dänischen Erbhofaesetz, denn die Vererbung macht die Aufnahme großer Schulden notwendig, weil der Betrieb ungeteilt in die Hände des mei st bietenden Erben übergeht, der die anderen Erben voll aus zahlen muß. Es war gewöhnlich so, daß der bäuerliche Erbe, ganz gleich ob der Großbauer oder Häusler war, die Stelle mit einer Verschuldung bis zu 90 Prozent antrat, die dann durch seine Arbeit um 30 bis 40 v. H. im Laufe seines Lebens getilgt wurde. Er konnte diese Tilgung vornehmen, weil sich immer mehr der dänische Außenhandel auf Speck und Butter und Eier konzentrierte, also auf Mono- p o l k u l t u r e n, die in normalen Zeiten bei Einfuhr billiger Futtermittel eine sehr durchdachte Betriebsrechnung erforderlich machten. Nach den Ergebnissen der dänischen Buchführung stammen 39,2 v. H. der Erträgnisse aus der Landwirtschaft und 32,8 v. H. aus der sehr spezialisierten Schweinezucht. Das Kapital ermöglichte den Bauern diese ganze Entwicklung, da es zu verhältnismäßig hohen Zinsen in der rationalisierten Landwirtschaft sich gern betätigte. Man sieht also, daß die Erbschaftsregulierung die Rationalisierung der dänischen Landwirtschaft eng zusammen hing und mit dem Eindringen der Finanz in die Landwirtschaft selbst. Diese Entwicklung der Veredelungswirtschaft erlitt den ersten Stoß durch das Kontingentierung s s y st e m der Länder, die in erster Linie für den dänischen Absatz an Agrarprodukten in Frage kamen. England hatte seit der Konferenz mit seinen Dominions in Ottawa diesen erhebliche Vorteile für die verstärkte Abnahme britischer Jn- dustriewaren zugesprochen. In Deutschland ordnete sich die Bauernwirtschaft unter nationalsozialistischer Führung neu, wobei der Fehler vermieden wurde, den Dänemark machte, nämlich nur einige Artikel der bäuerischen Wirtschaft zu bevorzugen und alle anderen Artikel, wie Futtermittel, aus dem Auslande einzuführen. Seit der Zeit ist die dänische Ausfuhr gewaltig rückgängig, vor allem nach England. Das Land, dessen Außenhandel so groß war wie der des gesamten Rußland mit 160 Millionen Einwohnern und halb so groß wie der Italiens mit 43 Millionen, obgleich es nur 3,5 Millionen Produzenten aufweist, hatte sich noch 1930 in der beginnenden Weltwirtschaftskrise voll behauptet. Sein Produktionsstand und der Absatz blieben sich auch 1931 gleich, aber dann begann der Abstieg, zumal die dänische Krone das Schicksal des englischen Pfundes mitmachte und vom Goldstandard sich löste. Es zeigte sich, daß die britischen Maßnahmen hauptsächlich auf Kosten der technisierten dänischen Landwirschaft gingen. Neuseeländische und kanadische Butter, Fleisch, Eier, drangen auf dem britischen Markt gewaltig vor und das Kontingentierungssystem führte zu einer immer stärkeren Schrumpfung der dänischen Ausfuhrmengen nach England, zugleich mit einem ft arten Preisverfall, da die Erzeugnisse der englischen Kolonien bedeutend billiger angeboten wurden als die dänischen und die Dänen einfach mitkonkurrieren mußten, um überhaupt noch Ware abzusetzen. Dadurch wurde die dänische Landwirtschaft heillos zerrüttet und gleichzeitig wurden die in ihr angelegten Kapitalien notleidend. Das kleine Land hat von den Wikingern her ein gesundes Gefühl für Disziplinierung und Zucht und irbnung und ebenso den gesunden Instinkt, sich einer Führung unterzuordnen. Aber im Krisensturm versagte die Leitung, die in den Händen von Parteien lag, fast vollkommen. Zwar wurde die Verschuldung durch einige Hilfsmaßnahmen erleichtert, die sich nicht mehr rentieren» den Bauernhöfe wurden wenigstens vor der öffentlichen Versteigerung gerettet, aber die Kapitalzinsen wurden nicht wesentlich herab» gesetzt, sie wurden also unerschwinglich für die dänische Landwirtschaft. Und die beiden Parteien, die im Folketing die Regierung stellen und dort die größte Mandatszahl haben, die Sozialdemokraten und die Radikalen, beides Gruppen, in denen rein städtische Verbraucherinteressen ebenso maßgebend sind wie die Feindschaft gegen das konservative, d. h. bewahrende Bauerntum schlechthin, widersetzten sich aus liberalistischen Tendenzen jedem Rettungsprogramm. Die bäuerische Grundbewegung ist seit diesem Versagen der parlamentarischen Parteien außerordentlich stark gewesen. Dor allem die kleinen Häusler wandten sich von den Parteien ab, also die eigentlichen Vertreter der landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft, wobei es soweit kam, daß die Schweine mit ausländischem Getreide gefüttert, mit deutschem Salz konserviert, mit schwedischen Messern geschlachtet und mit englischer Jute verpackt wurden. Die Krise traf also in erster Linie diese Lieferanten für den dänischen Absatzmarkt. Und sie scheint unlösbar, wenn nicht diese Gruppen von der landwirtschaftlichen Monopolbewirtschaftung d. h. der einseitigen Arbeit für die Veredelung der Produkte abgehen und nicht selb st wieder Produzenten werden. Man erkennt immer mehr, daß die dänische Landwirtschaft sich in einer Krise befindet, die nicht allein von der handelstechnischen und finanziellen Seite her gelöst werden kann, wenn auch zunächst diese beiden Faktoren ausschlaggebend sind. All diese Bedrängnisse haben die Bauern ihrem König vorgetragen, aber es wird selbst bei einer Aenderung der parlamentarischen Lage längere Zeit bedürfen, um die Umstellung zu bewerkstelligen. Der Ausmarsch in Kopenhagen. Empfang beim König. — Unbefriedigende Antwort der Negierung. Kopenhagen, 29. Juli. (DNB.) Die große Bauernkundgebung auf dem Schloßplatz Amalien- borg nahm trotz unfreundlichen Wetters einen eindrucksvollen Verlauf. Im Laufe der Nacht und am frühen Montagmorgen waren die letzten Teilnehmer an der Kundgebung mit Sonderzügen, Dampfern, Kraftwagen und Fahrrädern in Kopenhagen eingetroffen. Aus allen Gegenden der Stadt bewegte sich ein ununterbrochener Strom von Menschen nach dem Schloßplatz, wo um 10 Uhr etwa 40 000 Bauern versammelt waren. Kurz vor zehn Uhr erschien die königliche Familie auf dem Balkon des Schlosses und wurde von der Menge mit dem Gesang der Nationalhymne und Hurra-Rufen begrüßt. Der König hielt eine A n - spräche, die in ein Hoch auf Dänemark ausflang. Dann begab sich eine Abordnung, von dem Vorsitzenden des „Zusammenschlusses der Landwirte" K n u d b a ch geführt, zum König, dem sie in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Stau« n i n g eine Entschließung überreichte, in der die Sicherung des Produktionsprozesses für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch eine Reihe näher umriffener Maßnahmen verlangt wurde. Verhandlungen mit den im Reichstag vertretenen Parteien müßten innerhalb von höchstens 14 Tagen Klarheit darüber schaffen, ob man den Forderungen der Landwirtschaft nachkommen wolle. In seiner Antwort erklärte der König, daß er auf Grund seiner verfassungsmäßigen Stellung sich zu der Adresse nicht äußern könne. Er müsse sich vielmehr an die rechtmäßig gewählten Vertreter der Bevölkerung halten und stelle der Abordnung anheim, sich an den Ministerprä- s i b e n t e n zu wenden und ihm ihre Wünsche vorzubringen. Nach Rückkehr vom König wurde der Versammlung über den Empfang Bericht erstattet und eine Entschließung angenommen, in der die Regierung gefragt wurde, ob sie bereit sei, mit den Vertretern der Landwirtschaft zu verhandeln. Empörung löste eine Mitteilung aus, daß die Versammlung nunmehr aufgelöst werden müsse. Als Antwort hierauf wurde beschlossen, daß die Versammlung auf dem Schloßplatz ausharren solle, bis der Ministerpräsident sich bereit erklärt fjabe, eine Abordnng zu empfangen und auf die Wünsche der Landwirtschaft zu antworten. Diesem Wunsche kam der Ministerpräsident nach. Die Unterrreduna bauerte eine halbe Stunbe. Nach Rückkehr ber Aborbnung würbe mitgeteilt, daß der Ministerpräsident eine unbefriedigende Antwort erteilt fyabe. Er habe erklärt, daß am Montag um 15 Uhr eine Sitzung der Regierung stattfinden würde. Die Behandlung und Durchführung der verschiedenen Forderungen müsse jedoch von den, Fachministern geführt werden. Der Wirtschaftsausschuß des Zusammenschlusses der Landwirte wurde von der Versammlung mit Ergreifung der von ihr als notwendig erachteten Maßnahmen beauftragt, worauf die Versammlung sich auflöste. Im Kopenhagener Stadion fand nachmittags eine Kundgebung statt, zu der sich wieder Zehntausende von Bauern eingefunden hatten. Die Redner wandten sich gegen die Uebermacht des Kapitals, Zinsklaverei, Darteipolitik usw. und vertraten die Forderungen der Landwirte nach besseren Arbeitsbedingungen und Sicherung angemessener Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Hofjägermeister S e h e st e d erklärte u. a., daß der heutige Tag einen natürlichen Abschluß der ungesunden Verbindung zwischen der Landwirtschaft und dem Kapital bedeute, zwischen dem Bauern und dem jüdischen Kapitalisten, der die Landwirtschaft nur auszubeuten suche. Einer der Führer der dänischen nationalsozialistischen Bewegung, Lehensgraf Knuth, betonte, daß der nun eingeleitete Kampf sich nicht gegen die anderen Teile des arbeitenden dänischen Volkes richte. Man wünsche nur, reinen Tisch zu machen und der Spekulation und der Hochfinanz Zügel anzulegen. bringen. Die anbere Abteilung burchfuhr den Balkan und Palästina und wandte sich in Transjordanien hauptsächlich dem Studium der Felsbilder sowie der Untersuchung prähistorischer Steinwerkzeuge zu. Dann erfolgte in Begleitung von Geheimrat Frobenius eine Durchquerung ber Libyschen Wüste. Im Mai zog sich ber Forscher eine Blutvergiftung zu, bie ihn zwang, in Tripolis zu bleiben. Dr. R h o t e r t führte darauf die Expedition allein weiter durch die nördliche Sahara, Tripolitanien und Algerien bis zur marokkanischen Grenze, wo sie nach Spanien übersetzte. Von hier erfolgte die Rückkehr auf dem Landwege. Aus aller Welt. Dre.ster Zuwe!enraub Neuyorker Bandit n. (Ein ungewöhnlich dreister Ueberfall wurde in der Fifth Avenue auf eines der vornehmsten Iuwelengeschäfte verübt. Während Scharen von Spaziergängern die Straße bevölkerten und ein Polizist etwa 50 Schritte von dem Iuwelierladen entfernt war, betraten mehrere Banditen das <5e- schatf. In der Masse vornehmer Käufer — die Verbrecher waren sehr sorgfältig gekleidet — liehen sie s-ch einige Schmuckstücke vorlegen, um dann den Ge-1 , schästssührer und einen ebenfalls im Verkaufslokal | i sich aufhaltenden Herrn zu überfallen und zu fesseln. In aller Ruhe wählten sie dann miti 'Kennerblick den wertvollsten Schmuck und nahmen vor den Augen zahlreicher Passanten aus der Schaufen st erauslage eine Rubin- Halskette von unschätzbarem wert, die einst der Königin Marie-Antoinette gehört haben soll. Sie vergaßen auch nicht, eine Echtheits- bescheinigung, die mit dem Schmuck zusammen ausgestellt war, mitzunehmen. Mit ihrer Beute verliehen sie unbehelligt das Geschäft. Den Schätzungen nach haben die Verbrecher Edelsteine im Bette von 250000 Dollar mitgenommen. Ein Neuyorker Blatt spricht der geraubten Halskette einen wert von 250 000 Dollar zu. Von den Räubern fehlt bisher jede Spur. Man vermutet, dah sie einer internationalen Bande angehören, die es systematisch auf die Beraubung von Iuwelenladen abgesehen hat. Luckners „Mopelia" durch Feuer zerstört. Graf Luckners Viermaster „Mopelia", der i n Bremerhaven liegt, brannte fast vollständig aus. Als die Feuerwehr eintraf, hatte das Feuer bereits den Maschinenraum und die Kombüse erfaßt. Gegen 10.30 Uhr sank die „Mopelia". In den eigentlichen Brandherd, den Maschinenraum, drangen die Fluten aber nicht ein, so daß das Feuer auch noch von oben bekämpft werden mußte. Erst mittags war der Brand gelöscht. Inzwischen saß das Schiff völlig auf Grund. Die „Mopelia" ist voraussichtlich vollkommen verloren, was um so schmerzlicher ist, als sie er ft im vergangenen Herbst neu ausgerüstet worden ist. Gras Luckner unternahm mit dem 2500 Tonnen großen aus Holz gebauten Schiff, dem er den Namen „Vaterland" gab, von Bremerhaven aus Reisen nach den Vereinigten Staaten, wo er aufklärende Vorträge über Deutschland hielt. An Bord des Schiffes befanden sich Kapitän Lauterbach, seine Familie, ferner Gräfin Luckner und ihre Schwester. Deutsche Lokomotiven für Wüstendurchquerung. Nach dem Gesamtentwurf des Reichsbahnzentral' amtes in München wurde eine Diesellokomotive gebaut, die dazu berufen sein dürfte, der deutschen Industrie in großem Umfange Aufträge aus dem Auslande zu bringen. Abgesehen davon, dah die neukonstruierte Lokomotive bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde als hervorragendes Fahrzeug für unsere Nebenbahnen und alle nichtelelektrifizierten Strecken dienen wird, ist sie gleichzeitig die ideale Zugmaschine für Strecken, an denen Wassermangel herrscht. Frankreich und andere Länder arbeiten seit langer Zeit an ähnlichen Lokomotiven, um gerade für Wüstendurchquerungen eine Maschine zu schaffen, die sehr leistungsfähig und von der Wasserversorgung nicht zu sehr abhängig ist. Deutscher Technik ist es gelungen, eine derartige Lokomotive herzustellen. Sie wurde von der Lokomotivfabrik Krauß-J. A. Maffei AG. in Allach in Zusammenarbeit mit der Maschinenfakrik MAN., Augsburg, Voith-Heidenheim und Brown, Boveri & Cie., Mannheim, nach der Gesamtplanung des Reichsbahnzentralamtes in München erbaut. waschbaren in der Eifel. Junge Waschbären waren vor Jahren aus einer Form in der Eifel ausgebrochen. Jagdfreunde setzten, nachdem feststand, daß die Tiere sich sehr schnell an die veränderten Verhältnisse in der freien Wildbahn gewohnt hatten, einige weitere junge Waschbären aus. Wie wir nunmehr aus Jägerkreisen erfahren, haben sich die Tiere nicht nur an die Nahrungs- und Klimaverhältnisse der Eifel gewöhnt, sondern sich darüber hinaus in erheblichem Maße vermehrt. In dep Jagdrevieren im Ahrmündungsgebiet und in dem etwa 4000 Hektar umfassenden geschlossenen Waldgebiet, das sich von hier durch den ehmaligen Kreis Adenall bis in das Vulkangebiet des Kreises Daun zieht, hat heute bereits eine Anzahl Waschbären den Wildbestand vergrößert. Devisenschieber. Nach zehnwöchiger Verhandlung verkündete die vierte Große Strafkammer des Berliner Landgerichts das Urteil gegen die zwölfköpfige Sperrmarkschieberbande Leborius und Gen. Der Hauptangeklagte Willi Leborius wurde zu 13 Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und 150 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Gregor Seid o witsch, ein Ausländer, erhielt 11 Jahre Zuchthaus und 120 000 Mark Geldstrafe. Drei weitere Angeklagte wurden zu je 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei den übrigen Angeklagten stuften sich die Zuchthausstrafen von fünf bis zu zwei Jahren ab; zwei Angeklagte wur- i den freigesprochen. Das Gericht erklärte 13 400 Mark Bestechungsgelder als für den Staat verfallen. Bei den Verbrechen der Angeklagten handelt es sich um die größte Deoisenschiebung des Jahres 1934. Unter der Vorspiegelung, notleidende Unternehmungen zu sanieren oder neue Betriebe aufzuziehen, haben sich die Angeklagten die Freigabe großer Sperrmark- betrüge erschlichen. Bei dem zu elf Jahren Zuchthaus verurteilten staatenlosen Juden Seldo- witsch war während der Untersuchungshaft ein Kassiber gefunden worden, in dem er die Deutschen als Speichellecker beschimpfte und die Hoffnung aussprach, dah der Vorsitzende möglichst bald sterben möge. Gefängnis für Versicherungsbetrüger. Dor der Großen Strafkammer in Aachen hatten sich drei Juden wegen Versicherungsbetruges zu verantworten. Die Seele der Schwindeleien war der erst 1927 nach Deutschland eingewanderte Jude Laib Reiter, der sich seit 1931 mit Versicherungs- betrügereien beschäftigte. Bei zwei Unfallversicherungen war er zu hohen Prämiensätzen versichert. Merkwürdigerweise verunglückte Reiter kurz nach Abschluß der Verträge mehrere Male und konnte von den Gesellschaften die schöne Summe M Finnische Kriegsschiffe kommen nach Kiey w Lina Döll, geb. Schlapp von uns. Laubach, den 29. Juli 1935. Gießen, am 29. Juli 1935. 032.0 4362 D der 4370 D 4365 D I Die führende naturkundliche Monatsschrift! Werbe-Drucksachen hei Brühl, Schulstr.7 and Damen - Kleidungs - Stücke bügeln, dämpfen u. auffrischen per Anzug Reichsmark 1.80 Reparaturen billigst. Abholen und Zusenden kostenl. Tel. 2503 w a B Die Beisetzung findet Mittwoch, nachmittags 3y2 Uhr, statt Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ging heute meine herzensgute, unvergeßliche Frau, meine treu- sorgende liebe Mutter „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen,Wolkeng. 23, Inh.: L. Pitz, Schneider Gießen (Schlageterstr. 4), den 30. Juli 1935. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 30. Juli, gemeinsam um 2*/s Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. __________________________03706 im Alter von 71 Jahren. Er folgte seiner um einen Tag früher in die Ewigkeit vorausgegangenen Frau. In tiefem Schmerz: Wilhelm Haus und Frau. an, der die beiden am Boden liegenden schwer verletzten Motorradfahrer ü b e r f u h r. Beide wurden auf der Stelle getötet. Die Verunglückten stammen aus Rheinhessen. Wieder ein Erfolg deutscher Bergsteiger. Zwei Kemptener Bergsteigern gelang es in beständiger äußerst schwerer Kletterarbeit die dritte Nordwand des Widder st eines im Kleinen Walsertal zu durchgehen. Die Wandhöhe beträgt etwa 500 Meter. Dies stellt einen beträchtlichen Erfolg dar, um so mehr als die Bergsteiger mit einem ganz geringen Aufwand an Mauerhaken und dergleichen vorgingen. Absturz eines Freiballons. Ein Freiballon, der über Abensberg (Bayr. Ostmark) gesichtet wurde, stürzte wenige Minuten später ab. Die Bevölkerung sah, wie der Ballon plötzlich zu Boden gedrückt wurde. Die Insassen wollten noch etwas Ballast abwerfen, in demselben Augenblick wurde jedoch der Ballon von einem Wind st oß niedergeworfen. Von den vier Insassen wurde eine Person so schwer verletzt, daß sie kurze Zeit darauf starb. Die übrigen Insassen erlitten leichtere Verletzungen. Der verunglückte Ballon soll aus Stuttgart stammen. Beisetzung der Opfer von Taino. Unter größter Anteilnahme der Bevölkerung von Taino und Umgebung wurden die Todesopfer der Explosionskatastrophe beigesetzt. Nachdem es gestern gelungen war, die Leichen der übrigen Vermißten, insgesamt 35, aus den Trümmern zu bergen. Von dem Hause der Ballila, wo die Aufbahrung stattgefunden hatte, bewegte Der CC der Hassia L A.: Walther 3 Die ' innerun Wentel inen ho Line Erobere gen ^c >l de> nischen ein W der MI und, un her Küü den & Insel, t Dalparo Mensche Eine Kilometc migen o sich fast hob. Veda die t ununtert war, geg Wut tnai kleinen < und dar seinen N Spanien Als d trachtete, ganze'H Hunden einem m Mengen Meine liebe Frau Emmy Sommer, geb. Schaefer ist nach langem, schwerem Leiden am Sonntag, dem 28. Juli 1935, abends 9 Uhr, ruhig entschlafen. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 31. Juli 1935, nachmittags 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. In tiefer Trauer: Prof. Dr. R. Sommer, Geh. Med.-Rat i. R. In tiefer Trauer: Ludwig Döll, Rektor / Willy Döll. Wetterbericht des Reichswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt. Im Grenzgebiet zwischen dem über dem Baltikum und Finnland liegenden Sturmwirbel und einem mächtigen, westlich Irland liegenden Hochdruckgebiet herrschen über dem größten Teil Deutschlands außerordentlich kräftige Windei Sie brachten von Nordwesten her sehr kühle, polarmaritime Lust- massen über Mitteleuropa, die besonders in Norddeutschland zu Schauertätigkeit führten, aber auch noch in Süddeutschland kräftige Bewölkung Hervorrufen. Ausgedehnter Luftdruckanstieg läßt das westliche Hochdruckgebiet nach Osten hin langsam an Raum gewinnen, so daß bei abflauenden Winden mit einer allmählichen Beruhigung zu rechnen ist. Aussichten für Mittwoch: Heiter bis wolkig, nachts recht kühl, bei abflauenden nördlichen Winden stellenweise Niederschlagsschauer. Aussichten für Donnerstag: Langsam fortschreitende Beruhigung des Wetters, doch noch kühl und nicht ganz regensicher. Lufttemperaturen am 29. Juli: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 15,2 Grad, am 30. Juli: morgens 12,7 Grad. Maximum 21,9 Grad, Minimum 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 29. Juli: abends 20,3 Grad: am 30. Juli: morgens 17,3 Grad. — Sonnenscheindauer 9,8 Stunden. Nacht leie sich Schätzer Seeräul einnahir tisches § zu holen tän und meister t Und d ser unwi werden, Der Ka verärger land jun Sier tn einer Ziegen, a und ernö hielt er I teste zu Gipfel ai ganzes ( achtzig T sichtbar v Aufmerksc und töuri Fahrzeug 1711 erre seinem eil große Zul Unter Defoe, t unsterblich Allerdings Grusoes E Westindier In Kiel werden finnische Kriegsschiffe zum Besuch erwartet, der Küsteupanzer „Välnämol - nen", das Kanonenboot „Härneenrnaa und die beiden Unterseebote „I k o - T u r s o" und „V e- tehinen". Der finnische Schiffsverband wird voraussichtlich am 30. Juli einlaufen. Der Besuch läßt jene Zeit des Krieges wieder lebendig werden, in der von Februar bis Mai 1918 die deutschen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande die Befreiung Finnlands vorn bolschewistischen Joch unternahmen und auch siegreich zu Ende führten. Am 13. April 1918 konnten sich nach einem letzten heftigen Straßenkampf die deutsche Ostseedivision unter General Graf von der Golz und die Marinetruppen unter Konteradmiral Meurer in der befreiten Hauptstadt Helsingfors die Hand reichen. Die finnische Marine nimmt insofern eine Sonderstellung unter den nach dem Kriege entstandenen Marinen ein, als sie ihre Schiffe fast ausschließlich auf eigenen finnischen Werften gebaut hat. Als erster Organisator der finnischen Marine hat sich der frühere russische Linienschiffskapitän v. Schoultz große Verdienste erworben. Er hatte als russischer Verbindungsoffizier den Weltkrieg, auch die Seeschlacht vor dem Skagerrak auf einem englischen Großkampfschiff mitgemacht. Sein Buch „Mit der Grand Fleet im IflgesaiöödieD in Hausarbeit u. Küche erfahren, in ruhigen Haushalt (2Personen) gesucht. Schrift- lid)e Angeb. unt. 03205 a.d.G.A. Gestern abend entschlief sanft in Gott unser lieber, herzensguter Vater und Großvater Peter Haus Weltkrieg" gilt mit Recht als eins der besten Werke über die Seekriegsführung. Finnland verfügt über zwei ganz neue Küstenpanzer, von je 4000 Tonnen, armiert mit vier 25,4-Zentimeter- und acht 10,5-Zentimeter- Flugzeugabwehrkanonen, die oben genannte „V ä l n ä m o i n e n" und die „Jlmarinen . Die Schiffe, die einen Eisbrecherbug haben, sind, ebenso wie vier moderne U-Boote auf der Crichton-Vulkan-Werft in Turku (finnischer Name für Abö) gebaut. Ferner sind vorhanden 6 Kano n e n b o o t e von je 400 Tonnen, teilweise früherer russischer Besitz, zu denen noch eine Reihe von Torpedo- und Motorbooten und Minenschiffen treten. Sieben, zum Teil ganz neue E i s b r e ch e r, von denen der eine zugleich U-Boots-Mutterschiff ist, kennzeichnen die Schwierigkeiten, unter denen die finnische Marine einen großen Teil des Jahres zu kämpfen hat. Die finnischen Werften in Turku haben auch schon andere Kriegsmarinen beliefert. So sind die polnischen Minenleger „General Haller" und „Kommandant Pilsudski", ebenso drei ganz neue russische Flußkanonenboote für den Fernen Osten in Turku gebaut. Wir heißen die finnischen Kriegsschiffe herzlich willkommen und hoffen, daß ihr Besuch zur weiteren Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Finnland beitragen wird. Unterfertigter CC betrauert tief das Ableben seines lieben AH. Dr. med. Rudolf Petsch rez 1902 (XX) Facharzt zu Gießen sich der Trauerzug, an dem auch der Herzog von Bergamo, die Offiziere der in der Gegend stationierten Militärabteilungen sowie Ehrenabtei- lungen der Miliz teilnahmen, in die Kirche von Täino, wo die Einsegnung erfolgte. 17 Todes- opfer wurden dann auf den Friedhof des Ortes geleitet, während die Särge der anderen 18 Todesopfer in ihre Heimatorte übergeführt wurden. Etwa 15 000 Personen gaben den Opfern des Un- qlücks das letzte Geleit. Mehr als 60 Kranze, darunter einer des faschistischen Parteisekretärs schmückten die Särge. Die „schlanke Taille" einer Mohrrübe. Vor etwa fünf Jahren verlor eine Frau in ihrem Garten den Ehering. Trotz gründlichen Suchens blieb der Ring verschwunden und man gab ihn verloren. Bei der jetzigen Mohrrübenernte wurde die Ehefrau plötzlich stutzig über die „schlanke Taille einer Möhre, um die sich eine Art Gürtel schlang. Beim näheren Hinsehen erkannte sie ihren verlorengegangenen Trauring. Die junge Mohrrübe war durch ihn hindurchgewachsen, hatte ihn mit emporgehoben und auf diese Weise wieder ans Tageslicht befördert, wo er dann von der Verliererin selbst wieder entdeckt wurde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10 150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Großvater hatte angenommen, die Kleinen seien zu ihren Spielkameraden gegangen. Don Sandmassen verschüttet. Der 13jährige Hermann ©tief aus Weinheim wollte sich mit drei Kameraden nach Lützelsachsen begeben, um dort Verwandte zu besuchen. Als die Knaben an der Sandgrube bei der Turnhalle in Lützelsachsen vorbeikamen, stieg Herbert ©tief in die Grube hinunter. Plötzlich löste sich eine 8 bis 10 Meter breite Sandbank, rutschte ab und begrub den Knaben. Auf die Hilferufe seiner Kameraden kamen Erwachsene herbei, doch konnte der Junge nur noch als Leiche geborgen werden. Schwere Unfälle auf der Rückfahrt vom Jlürburgring. In Mayen wollte ein auf der Rückfahrt vom Nurburgring befindlicher stark besetzter Koblenzer Lastkraftwagen einen Personenwagen überholen. Dabei geriet der Lastwagen mit dem Hinterrad an einen Baum, kam ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen einen zweiten Baurn. Die Insassen des Lastkraftwagens wurden durcheinander geworfen und zum Teil herausgeschleudert. Dabei erlitten acht Personen Verletzungen. Sie wurden ins Mayener Krankenhaus gebracht. — Am Kammereck unterhalb S t. G o a r stießen ein Motoradfahrer und sein Begleiter, die sich ebenfalls auf der Rückfahrt vom Nürburgring befanden, mit einem Personenkraftwagen zusammen, wobei der Motorradfahrer und sein Begleiter mit großer Wucht auf die Straße geschleudert wurden. Im gleichen Augenblick kam aus entgegengesetzter Richtung ein Lastkraftwagen her- „£)er Naturforscher" Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeg. von OberftudienratOr. N. Nein u. Prof. Dr. W. Schoenlchen. »Oer Naturforscher^ unterrichtet fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Er ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschastlicheMonatsschrist für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht aus oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. Vierteljährlicher Bezugspreis: NM. 2^0. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. - Oer Bezug kann durch jede Luchhandlung erfolgen. Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde „„Wie Neu“! Ihren Anzug B all,H,xl von 2055 Mark Entschädigung einheimsen. Wie sich in der Verhandlung herausstellte, hat er die „Unfälle" stets absichtlich herbeiaeführt. Ein Verwandter Reiters, der Jude Moses Hausmann, „verdiente" auf gleiche Weise rund 2000 Mark an verschiedenen Unfällen. Ein Sohn dieses Angeklagten, Salomon Hausmann, meldete in kurzer Zeit fünf „Unfälle" bei drei Unfallversicherungen. Wie sich herausstellte, liefen noch acht Anträge bei anderen Versicher- rungsgesellschaften, bei denen Salomon Hausmann, verschiedentlich sogar unter anderen Namen um Aufnahme in die Unfallversicherung gebeten hatte. Das Gericht verurteilte Laib Reiter zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis. Außerdem wurde feine Ausweisung beschlossen. Moses Hausmann erhielt neun Monate und sein Sohn Salomon erhielt 16 Monate Gefängnis. Aus der Fachschaft Film ausgeschlossen. Die Leitung der Fachschaft Film in der Reichsfilmkammer hat das bisherige Mitglied Willi Z e y n in Berlin aus der berufsständischen Organisation ausgeschlossen, weik Zeyn als Tamer eines jüdischen Filmregisseurs in Erscheinung trat. Schießerei aus Eifersucht. Der Gastwirt und Bauer Pütt aus Krönau, Kr. Preuß.-Holland (Ostpr.), gab zu Beginn der Roggenernte für seine Leute ein Fest. Pütt tanzte dabei auch mit einer Hausangestellten, die schon über zehn Jahre bei ihm in Diensten steht. Den Arbeiter Danilos, der früher mit der Hausangestellten verlobt gewesen war, packte die Eifersucht. Er zog eine Pistole und drückte auf seinen Betriebsführer Pütt ab. Der Schuß ging jedoch infolge Ladehemmung nicht aus dem Lauf. Daraufhin richtete Danilof die Pistole auf das Mädchen, das aus dem Zimmer fliehen wollte. Der Schuß traf b i e Hausangestellte in den Rücken. Hierauf richtete Danilof die Pistole nochmals auf Pütt. Der Arbeiter Riemer schlug Danilof auf den Arm, so daß der Schuß gegen die Decke ging. Danilof versuchte, die Pistole jetzt gegen Riemer in Anschlag zu bringen. Ein weiterer Schuß ging ebenfalls fehl. In Notwehr griff Riemer zu seinem Taschenmesser und traf Danilof in den Hals. Der Stich durchschnitt die Schlagader. Wenige Minuten darauf war Danilof tot. Die Leiche Danilofs, der früher russischer Staatsangehöriger, zuletzt aber staatenlos war, ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Riemer, der als ruhiger und besonnener Mensch bekannt ist, wurde, da er in Notwehr gehandelt hat, auf freien Fuß belassen. Die schwerverletzte Hausangestellte schwebt in Lebensgefahr. Flammentod zweier Kinder. In Effelder (Eichsfeld) brach im Stall des Einwohners Ferdinand Mock Feuer aus, das verhältnismäßig schnell gelöscht werden konnte. Bei der Untersuchung des Brandherdes fand man zum allgemeinen Entsetzen die beiden vier bzw. fünf Jahre alten Kinder der Eheleute Mock e r ft i cf t und angekohlt vor. Die Wiederbelebungsver- fuche waren bei dem ältesten Kinde erfolglos. An dem jüngeren waren noch Lebenszeichen wahrzunehmen, doch starb auch dieses Kind nach einigen Stunden. Der Vater der Kinder arbeitet in der Fremde, die Mutter in einer Strickerei. Der alte Einmal da) war c Es muf unera behalten L $3 war Ach hall ®ar noch Wein Am günstige 11 "°ch Schic tri ?nie eine] r!5, und u bleiben un Heute nacht gegen 1 Uhr verschied an den Folgen eines Unfalles unser über alles geliebtes, unvergeßliches einziges Söhnchen und Brüderchen Wolfgang im Alter von 23/< Jahren. In tiefer Trauer: Paul Gottlieb Erna Gottlieb, geb. Renner Marianne Gottlieb. Gießen (Bleichstraße 9), den 28. Juli 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 31. Juli, nachmittags 3l/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ______________________________________________________________4366D Men. । । jMöd) ■ J5 'ch D ii H 1 N ?!' Der 5** l Ä Ellsrn, welche verreisen wollen, können ihre Kleinkinder oer- trauensvoll in unserem warm empfohlenen Priv.-Klnder- helm nahe der Ostsee un- terbringen. Begleitg. für Hin- u. Rückfahrt. Näh. a. W. unter 4372D an den Gießen. Anzeig. | Vermietungen | KleineWolmung an Ehepaar zu vermieten. 43mD Eichweg 6 I. Hlööl.3immtr ab 1.8. z.vermiet. 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Die Einäscherung fand in der Stille statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. ttr.175 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, ZO.Wi 1935 Die drei Helden der Robinson -Insel. „Santiago, Juli 1935. Die im Stillen Ozean westlich von der Küste Mittel - Chiles gelegene Inselgruppe Juan Fernandez wurde von der chilenischen Regierung wegen ihres Flora- und Faunabestandes zum Naturschutzgebiet erklärt. Gleichzeitig wurden zwei Deutsche, die seit vielen Jahren hier leben, zu Inspektoren der Inselgruppe ernannt, denen die Aufgabe zufällt, die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen." Die Inselgruppe Juan Fernandez ...! Alte Erinnerungen. i/mweht von dem Hauch heldischen Abenteuers, werden da wach, wenn wir diesen Namen hören. Laßt uns sehen —I Eine Generation nach dem Tode des spanischen Eroberers Pizarro wurde im Bereich seiner einstigen Machtsphäre eine Stadt namens Valparaiso „Tal des Paradieses", an der Küste Chiles von spanischen Pionieren gegründet. Im Jahre 1570 stieß e,n spanischer Seefahrer, Juan Fernandez, der zwischen den Häfen Valparaiso und Callao fuhr und, um den widerwärtigen Gegenströmungen an der Küste auszuweichen, sich vierhundert Meilen in den Stillen Ozean hineingewagt hatte, auf eine Insel, die auf dem gleichen Breitengrad lag wie Valparaiso — eine Insel, die noch nie bislang ein Menschenauge erblickt. Eine höchst eigenartige Insel war das, achtzehn Kilometer lang und viereinhalb breit, von grimmigen vulkanischen Felsenklippen bedeckt, deren eine sich fast tausend Meter über dem Meeresspiegel erhob. Der Seefahrer hatte große Mühe zu landen, da die Küste mit einem Bollwerk aus einer fast ununterbrochenen Linie hoher Klippen umgeben war, gegen die sich der Ozean mit niemals gestillter Wut warf. Nur eine einzige kleine Bucht mit einem kleinen Strand davor unterbrach dieses Bollwerk, und dort landete Juan Fernandez, um der Insel seinen Namen zu geben und sie für den König von Spanien in Besitz zu nehmen. Als der Seefahrer seine Entdeckung näher betrachtete, fand er zahlreiche Quellen Süßwassers, ganze Haine von Sandelholz, Tausende von Seehunden und riesige Hummern, die den Strand mit einem massiven Teppich bedeckten, in so ungezählten Mengen schwammen sie an Land. Das Wild des Robinson. Nachdem Juan Fernandez heimgekehrt, verbreitete sich das Gerücht von dieser Insel und ihren Schätzen rasch. Sie wurde später Treffpunkt für Seeräuber- und Kauffahrteischiffe, die hier Proviant einnahmen. So ging denn im Jahre 1704 ein britisches Schiff dort vor Anter, um Holz und Wasser zu holen. Ein Streit hatte sich zwischen dem Kapitän und dem Segelmeister entspannen. Dieser Segel- meister war ein gewisser Alexander Selkirk. Und der erklärte, er möchte lieber hier auf dieser unwirtlichen, unbewohnten Insel an Land gesetzt werden, als noch länger auf dem Schiff bleiben. Der Kapitän tat ihm den Gefallen, setzte seinen verärgerten Offizier an Land und segelte nach England zurück. Vier Jahre und vier Monate lebte Selkirk allein tn einer niedrigen Höhle am Meer, fing wilde Ziegen, aus deren Fellen er seine Kleider fertigte, und ernährte sich von den Hummern. Jeden Tag hielt er bald Ausschau nach einem Schiff und kletterte zu diesem Zweck auf einen Berg, von dessen Gipfel aus er eine Aussicht auf die See und sein ganzes Jnselreich hatte. Eintausendfünfhundertundachtzig Tage hielt er Wache, ehe endlich ein Segel sichtbar wurde. Er zündete ein Feuer an, um die Aufmerksamkeit der Seefahrer auf sich zu lenken, und wurde auf diese Weise von einem britischen Fahrzeug aus seiner Einsamkeit erlöst. Im Jahre 1711 erreichte er England, wo seine Berichte von seinem einsamen Leben auf Juan Fernandez eine große Zuhörerschaft fanden. Unter diesen Zuhörern war auch Daniel D e f o e, dem Selkirks Erlebnisse die Idee zu seinem unsterblichen Buch Robinson Crusoe gaben. Allerdings verlegte der Dichter den Schauplatz für Crusoes Erlebnisse, er wählte dafür die unweit von Westindien gelegene Insel Tobago. Dem Urbild des Robinson aber errichtete man später auf Juan Fernandez diese berühmt gewordene Bronzetafel' Zum Andenken an Alexander Selkirk, Seefahrer. — Aus Largo gebürtig in der Grafschaft Fife in Schottland. Er lebte vier Jahre und vier Monate in völliger Einsamkeit auf dieser Insel. Er wurde im Jahre des Herrn 1704 von dem Ruderschiff Cinque Ports, Depl. 96 Tonnen, Arm. 16 Geschütze, hier an Land gesetzt und am 12. Febr. 1709 von dem Kaperschiff „Herzog" gerettet. Er starb als Leutnant von H. M. S. „Weymouth" im Jahre 1723 im Alter von 47 Jahren. Diese Tafel ist in der Nähe von Selkirks Ausguck von Commodore Powell und den Offizieren von H. M. S. „Topaze" im Jahre 1868 gestiftet worden. Das ist die eigentliche Robinson- Insel—: das größte Eiland der aus drei Inseln bestehenden Gruppe von Juan-Fernandez: es heißt Mas a tierra und ist allein bewohnt. Im Südwesten ist die kleinere Insel Santa Clara vorgelagert. Mas a f u e r a , die dritte Insel, liegt hundertsechzig Kilometer weiter westlich. Noch heute können Wochen und Wochen vergehen, ohne daß ein einziges Schiff im Bereich der Robinson- Insel auftaucht. Aber nicht immer war es hier so einsam. Um das Jahr 1840 herum war das Eiland eine Anlegestelle für all die Paketschiffe, die nach Kalifornien fuhren, auch für amerikanische Walfänger, für Darwin und sein „Beagle".. und auch für Kapitän Palmer und seine „Annawon" Und damit hängt, unserem Gewährsmann, dem Weltfahrer Halliburton, zufolge, eine höchst merkwürdige und abenteuerliche Geschichte zusammen, durch die Kapitän Palmer nach dem Entdecker und Selkirk-Robinson sozusagen „der dritte Held von Juan Fernandez" geworden ist. Die Revolte der Sträflinge. Um jene Zeit diente die Insel Mas a tierra a l s Strafkolonie für chilenische Zuchthäusler. Unterirdische Gefängnisse, heute noch zu sehen, wurden in die Bergeshänge gegraben und die Gefangenen dort eingekerkert. Aber da brach eine Revolte aus, die Wächter wurden überwältigt, und dreihundert Zuchthäusler beiderlei Geschlechts befreiten sich und nahmen von der Insel Besitz. Eines Tages nun segelte ein gewisser Kapitän Palmer, der nichts von der Existenz dieser Sträflingskolonie wußte, auf einem Klipper aus Nantucket hinein in die Juan-Fernandez-Bucht, um feinen Süßwasservorrat zu erneuern. Ahnungslos ging er an Land. Sofort fielen die Zuchthäusler über ihn her, um sich dann seines Schiffes zu bemächtigen und damit zu fliehen. Kapitän Palmer mußte schwören, sie nach dem nächstliegenden Festlande zu bringen — dann kletterten dreihundert brüllende Zuchthäusler an Bord... Aber die Geschichte, die Halliburton in seinem bei Paul List in Leipzig erschienenen Buch „Der neue Robinson" wiedergibt, wird nun noch viel dramatischer! Denn unter den Zuchthäuslern waren auch zwanzig bis dreißig Frauen. Doch weigerte sich der Kapitän, diese mitzunehmen, und zwar aus dem guten Grunde, weil seine Gattin in der einzigen Kabine des Schiffes versteckt war und diese Kabine sicher von den weiblichen Sträflingen mit Beschlag belegt worden wäre. Darum wurden die rasenden Frauen unter Schreien und Protesten an Land zurückgetrieben, und die „Annawan" segelte mit ihrer sonderbaren Ladung nach Chile. Unterdessen blieb Frau Palmer, die einzige Frau unter den dreihundert Verbrechern, in ihrer Kammer verborgen. Zehn Tage lang hatte sie nichts zu essen — ihr verzweifelter Mann wagte nicht zu ihr zu gehen, aus Ängst, ihr Versteck zu verraten. Aber die Frau überstand diese Schreckensfahrt. Endlich erreichte man nämlich das Festland, und die Sträflinge stürzten halb wahnsinnig vor Freude an Land' Palmer, der übrigens seinen Schwur, sie zum nächstgelegenen Festland zu bringen, gehalten, sagte ihnen, daß es Peru sei. In Wirklichkeit aber war es ein Ort, der nur fünfundvierzig Kilometer bon Valparaiso und keine viereinhalb von einem chilenischen Soldatenlager entfernt lag... — und die Soldaten nahmen die ausgebrochenen Zuchthäusler sofort wieder fest. — Das sind die drei berühmten Helden von Juan Fernandez gewesen, der wirklichen Robinson-Insel unserer abenteuerfiebernden Jugend, die soeben unter Naturschutzgesetz und deutsche Inspektion gestellt wurde. yj T #< M Mtage der Radfahrer in Erfurt. In der Blumenstadt Erfurt wurden am Sonntag im Rahmen eines Reichstreffens des Deutschen Radfahrer-Verbandes die Meisterschaften der Amateure entschieden. Am Nachmittag zog ein großer Festzug durch die Straßen Erfurts, aus dem unser Bild eine originelle Gruppe radelnder Fensterputzer zeigt. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Fridl Fornattaz. Die neue Lperrr- und Lperettensoubrette des Stadtthcaters. i „Mein Lebenslauf begann wie der aller gewöhnlichen Sterblichen — mit meiner Geburt. Ich weiß nicht, ob mir an meiner Wiege gesungen wurde, daß ich einmal „unters Theater" gehen würde. Ich für mich bezweifle überhaupt, daß an meiner Wiege gesungen wurde, denn das habe ich damals ganz allein besorgt. Es soll zwar nicht sehr schön und melodisch geklungen haben, aber nach den Aussagen meiner Eltern und der ganzen umliegenden Nachbarschaft soll mein Organ schon damals zu den schönsten Hoffnungen berechtigt haben. Nachdem ich glücklich die Schule und die sonstigen allgemein üblichen Erziehungsmethoden überstanden hatte, war ich eines Tages auch schon erwachsen und der sogenannte Ernst des Lebens trat an mich heran. Und da ich schon in meiner frühesten Jugend bei den Erziehungsversuchen meiner Eltern mit meinem Organ die schönsten Erfolge erzielt hatte, lag der Gedanke nahe, diese Stimme weiter auszubilden. Ich lernte fingen! Neben einem eifrigen Klavierstudium am Konservatorium zu Zürich. Aber bald konzentrierte ich mich ganz aufs Singen und nach einem vierjährigen intensiven Gesangsstudium betrat ich die „Bretter", die angeblich die Welt bedeuten. Am Stadttheater in Zürich machte ich meine ersten dramatischen Gehversuche Und siehe da: „Ich wurde entdeckt" Der Oberregisseur engagierte mich für die wunderschöne Operette „1001 Nacht", in der ich die Soubrette spielen durfte. Ich war selig! Dazu noch ein durchschlagender Erfolg — beinahe hätte ich den Größenwahn bekommen. — Aber Gott sei Dank fiel dann auf „Sonnenschein" Negen. Doch schon ein Jahr darauf wurde ich als Soubrette ans Stadttheater Schaffhausen engagiert, wo ich zwei Jahre verbrachte Und jetzt komme ich nach dem schönen Gießen — das ist ein großes Ereignis für mich — denn ich bin zum erstenmal in meinem Leben für so lange Zeit in Deutschland. Aber ich freu mich! Ganz leise hoffe ich, daß die „Gießener" auch ein klein wenig nett zu mir sind!" Daten fiir den 30. Inti. 1810: Generalfeldmarschall Leonhard Graf von Blumenthal in Schwedt a. d. O. geboren (gestorben 1900); — 1879: der Schriftsteller Hans Franck in Wittenburg (Mecklenburg) geboren; — 1898: Otto Fürst von Bismarck in Friedrichsruh gestorben (geboren 1815); — 1918: Generalfeldmarschall Hermann von Eichhorn in Kiew ermordet (geboren 1848). Ein Mädchen verschenkt ein Segelschiff. Von Philander. Einmal hat mir eine ein Segelschiff geschenkt. Ich war aber damals erst vier Jahre alt. Es muß wohl ein früher Eindruck von fremder und unerwarteter Güte gewesen fein, der mich dies behalten läßt. Es war so: Ich hatte mir ein Loch ins Knie geschlagen und war noch ganz benommen von dem jähen Schreck. Mein Anzug war verdorben, und dieser wenig günstige Umstand brachte es mit sich, daß ich auch noch Schläge bekam. Nun trug ich meine ältesten Kleider und ums Knie einen Verband. Zornig schlich ich aus dem Haus und beschloß, bei dieser Familie nicht länger zu bleiben. So stand ich an Schalters Spielwarenfenster und schaute auf die vielen, bunten Dinge, die ich nicht besaß. Bekümmert und ohne Wunschkraft sah ich die Leute, die oorübergingen. Hie und da blieb einer stehen. Sie sahen die Sachen an und sprachen. Es war da zum Beispiel eine Dame mit zwei Töchtern, die eine kleiner, die andere größer als ich. Die deutete ins Fenster und schien sich mit der Mutter über die Auswahl zu beraten. Aber es ging mich nichts an. Erst viel später ist es mir eingefallen, daß sie mich damals fragte, ob ich dies wolle oder jenes im Fenster, und ob mir etwas fehle. Ich war aber so verloren in mich, daß ich es nicht merkte und kaum antwortete. Es war mir auch nicht ausgefallen, daß die Familie in den -Laden ging und wieder heraustrat. Bis auf einmal — die Mutter stand schon am Trottoirrand mit der Kleinen — die größere auf mich zukam wie eine Elfe, das Segelboot auf dem rechten Arm. «Sie war in einem weißen Kleid mit einer farbigen Schärpe, in Halbstrümpfen und einem Strohhut, zurückgeschoben, leichten Ganges. Und nun geschah jene Geste, die ich seither nimmer vergessen kann. Jene Gebärde, die „da" sagt, wenn die Blicke lief) ineinander stelle../ jener Tieftinn des Sichent- Äußerns, der das Geben seliger macht als das «Nehmen. Das Schenken, geübt durch ein Kind. Ich glaubte nicht, daß ich gemeint fein könne. Langsam und stumm nahm ich, was sie mir gab. Bedankt hab ich mich nicht, auch nichts gesagt. Ich nahm es schweigend und mit ernsten Augen, als hätte ich daraus gewartet. Die Schenkerin war fort. Und ich war in eine neue Verwandlung gestürzt, die mich wieder nach Haus zwang. Ich hatte ein Segelschiff, ein schlankes, zierliches Ding. Ein Segelschiff. Geschenkt. Ich hab oft an sie denken müssen und versucht, ihr Bild wieder zu finden in mir. Sicher war sie blond. Vielleicht waren es Fremde, Passanten aus dem Norden. Wie lieblich ihre Stimme klang! Und sie hat Mitleid gehabt mit mir, den sie für arm und elend hielt. Und sie hat ihre Mutter gebeten, in launigem Eifer aebeten, dem armen Jungen da etwas schenken zu Dürfen. Und tat's und hat keinen Dank bekommen, wie das Leben nun ist, diese Kette verpaßter Gelegenheiten. Mir ist, als müsse ich sie suchen, überall suchen, das Kind mit dem Segelschiff. Suchen wie der Sänger Blondel feinen königlichen Herrn, ziehend von Burg zu Burg und singend vor jedem Verließ. Es ist ja unmöglich, ihr noch zu danken, und doch möcht ich sie finden, um es zu tun. Vielleicht ist sie verheiratet oder eine Künstlerin. Vielleicht hat sie einen Oberlehrer oder eine Villa am Traunsee. Vielleicht, daß eine Tante von ihr mit der Kusine meiner Mutter . oder so. Vielleicht war ihr Bruder beim selben Regiment. Vielleicht ist sie häßlich und trägt eine Brille, und ich hab ihr in der Elektrischen keinen Platz gemacht. Ach, wenn ich sie fände! Was würde ich tun? Alles, alles wegen des Segelschiffes. Es kränkt mich, daß ich die nicht finden soll, die gut zu mir war. daß ich sterben werde, und ich hab der nicht gedankt, die aus der reinen Güte des Kindes, die als Fremde zum Fremden das erste, großherzige Gefühl des Gebens, des Freudemachens in mich senkte, daß ich die nie mehr sehen soll, daß jeder von uns allein ist, so sehr allein auf dieser klugen Erde. Ich will es nicht aufgeben, sie zu suchen. Denn sehen Sie, aus keinem anderen Grunde liebe ich die Frauen. Ich suche das Segelschiff, mein Segelschiff. Und wenn ich selbst nimmer kann, dann will ich zu meinem Sohn sagen: Zieh hinaus und suche. mein Kind, such mit dem Herzen bas glückhafte Schiff, das dich trägt, suche danach, daß dir auch eine einmal ein Segelschiff schenkt, ihr weißes Segelschiff schenkt. Es ist ja nicht nötig, daß du immer ein Loch im Knie hast. Dom Rordkap bis zu den Alpen. Es war ein guter Einfall des Lichtspielhauses, gerade jetzt in der Reisezeit einen stummen Film einzuschieben, der den notgedrungen Daheimgebliebenen einen kleinen Ersatz bieten kann für das, was Glücklichere jetzt schon genießen dürfen. Auch als Anregung zum Pläneschmieden für kommende Urlaubswochen ist diese Ueberschau landschaftlicher Schönheiten von der Steilküste Norwegens bis zu den Gipfeln Tirols und Graubündens sicher manchem willkommen. Greifen wir aus den so ganz verschiedenartigen Eindrücken nur einige wenige heraus. Wem ist z. B. die Holsteinische Schweiz bekannt, diese einzigartige Symphonie von Wald und Wasser? Stolze Herrensitze in saftiggrüne Wiesen und wogende Weizenfelder gebettet, verträumte Städtchen an weiten Seen, von herrlichen Buchenwäldern umsäumt; Plön mit seinem Schloß, Lauenburg, Ratzeburg und Mölln. Und dann die Lübecker Bucht mit ihrem Kranz stiller, zum Ausruhen einladenden Seebäder Und schließlich das.alte Lübeck, Gründung Heinrichs des Löwen, Haupt der Hansa und nun wieder emporstrebend in Handel und Gewerbefleiß. Seine wuchtigen Backsteinkirchen und Tore, das Rathaus mit Arkaden und kunstvoll verdeckter Stiege, die winkeligen Höfe, stolze Patrizierhäuser, sie künden von großer Vergangenheit eines kühnen Seefahrer- und Handelsherrngeschlechts. Und dann wandern wir an Hand des schnell von Nord nach Süd, von Ost nach West springenden Films nach Helgoland und den Nordseebädern, an den Rhein und in den Schwarzwald, zum Harz und ins Riesengebirge, die sich zwar beide im Schneekleid ihrer Wintersportsaison präsentieren, aber auch zur sommerlichen Jahreszeit sehr lohnende Reiseziele sind. Unbekannter ist sicher das in satte Kulturlandschaft gebettete Elb - t a l und die schroffen Zacken des Elbsandsteingebir- ges, die nicht einmal von Hochgebirgskraxlern verschmäht werden. Berchtesgaden und der Königssee, die Glanzpunkte der bayerischen Alpen ziehen an uns vorüber. Von da ist nur ein Sprung nach Salzburg und dem Salzkammergut mit der Mannigfalt seiner Seen, ringsum die großartige Gebirgswelt des Dachsteinmassivs. Nach Süden geht es mit der Mittenwaldbahn nach Innsbruck. Rauh weht der Wind von den frostigen Gipfel der Nordkette durch die unvergleichliche Maria-Theresien-Straße, das Glanzstück der Stadt Andreas Hofers, in der selbst das blühende Barock etwas von der kühlen Strenge der umliegenden Gebirgswelt annimmt. Zum Schluß gibt es viele schöne Bilder aus Graubünden, dem Paradies aller Wintersportler. —e Der Goldfund/ der arm machte. Ein alter schwedischer Trapper in der kanadischen Provinz Saskatschewan, der ein Goldfeld entdeckte, hat nicht nur keinen Nutzen davon gehabt, sondern ist dadurch auch um seine ganze Existenz gebracht worden. Gustav Nyrnan lebte als Pelzjäger in der Nachbarschaft von Beaver-Lodge am Äthabasca- See. Vor einem Jahr etwa stieß er durch Zufall auf Quarzstein, in dem es wie Gold glänzte. Da er feine genügenden geologischen Kenntnisse hatte, um den Wert dieser Entdeckung richtig einzuschätzen, nahm er einige Gesteinsproben, die er bei Gelegenheit untersuchen lassen wollte. Inzwischen aber führte er ruhig seine alte Lebensweise weiter Eines Tages kam nun ein Goldsucher an feine Hütte, Nyman zeigte ihm die Steine, und der andere erkannte sofort, daß hier ein reicher Goldfund gemacht worden war. Er nahm Proben zur weiteren Untersuchung in die nächste Stadt mit Der Entdecker hörte nichts mehr davon, bis eine Anzahl von Wasserflugzeugen auf dem See niederging Sie brachten alle Apparate für eine großzügige Ausbeutung des Goldlagers. Da Nyman feine Dokumente besaß, die ihm sein Anrecht sicherten, mußte er zusehen, wie andere den Reichtum ernteten, der ihm gehörte. Nicht nur Gold wurde abgebaut, sondern auch Kupfer und Radium in erheblichen Mengen. Der Trapper aber hatte das Nachsehen und wurde außerdem schwer geschädigt, denn durch den Lärm des Bergwerkes wurden die Pelztiere, die ihm bisher seinen Unterhalt verschafft hatten, aus der Umgegend vertrieben. Wirtschaft. Die Lndustrre- und Handelskammer Gießen flibt Auskunft: 1004: Bekanntmachung KP 3 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle vom 26. Juli 1935, betr. Kurspreise für unedle Metalle. 1005: Vom 1.8.1935 an sind Wertbriefe und Wert- käftchen aus Belgien nach Deutschland wieder zugelassen. .1006: Im Postverkehr mit Großbritannien und Nordirland sind vom 1. 8. 1935 gewöhnliche und eingeschriebene Briefe mit zollpflichtigem Inhalt zulässig. 1007: Postpakete mit Nachnahme nach Italien dürfen in Deutschland bis auf weiteres nicht mehr eingeliefert werden. Regelung deSLerkehrSmitSchlachtoieh Fwd. Im Reichsgesetzblatt Nr. 84 vom 27. Juli wird die zweite Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh veröffentlicht. Der § 2 der Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 27. Februar 1935 erhält danach folgende Fassung: „Für das Gebiet jeder Landesbauernschaft wird ein Schlachtvieh-Verwertungsverband gebildet. Der Reichsbauernführer kann im Falle eines wirtschaftlichen Bedürfnisses die Grenzen der Schlachtoieh- verwertungsverbände ändern. Aenderungen sind im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes bekanntzumachen." Die Rechte und Pflichten der durch die Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 27. Februar 1935 gebildeten Schlachtviehoerwertungsverbände gehen auf die neuen Schlachtvieh- verwertunasoerbände über, soweit die Landesbauernschaften, für deren Bezirk sie gebildet werden, die gleichen Namen haben, wie die bisherigen Schlachtviehverwertungsverbände. Soweit dies nicht der Fall ist, entscheidet der Neichsminister für Ernährung und Landwirtschaft darüber, welcher Schlachtviehoerwertungsoerband der Rechtsnachfolger ist. Die von den bisherigen Schlachtviehverwertungsverbänden erlassenen Anordnungen bleiben bestehen, so lange und so weit die zuständige Stelle sie nicht aufhebt. Die Verordnung tritt am 10. August 1935 in Kraft. * Das Kohlensyndikat bereitet internen Beschäftigungsausgleich vor. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage vieler Bergleute haben sich die Zechen des Ruhrgebiets entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, die dem Zweck dienen sollen, bis zum Ausgang des kommenden Winters (Februar-März 1936) sämtliche Schachtanlagen so zu beschäftigen, daß alle Beleg- sc! !tsmitglieder auf jeder Schachtanlage nicht unter 21 bis 22 Schichten je Monat verfahren werden. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, daß die Mitglieder des Syndikats sich über einen außerordentlichen internen Beschästiaungsausgleich verständigen. Dies ist selbstverständlich nur unter der Voraussetzung möglich, daß im Kohlenabsatz nach dem Inland und Ausland keine Veränderungen grundlegender Art eintreten. In der heutigen Mitgliederversammlung des Syndikats wurde ein sechs- köpfiger Ausschuß eingesetzt, der die erforderlichen Maßnahmen in die Wege leitet. * Konservenfabrik Joh. Braun AG., Pfeddersheim bei Worms. Das Geschäftsjahr 1934/35 (30. April) schließt nach RM. 9270 (15 831) Abschreibungen einschließlich RM. 6422 Vortrag mit einem Reingewinn von RM. 39 677 (13 825 Verlust, der aus Gewinnvortrag gedeckt wurde). In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Generalversammlung die Aufnahme der Dividendenzahlung mit 3 (Ö) v. H. auf RM. 947 500 Stammaktien vorzuschlagen und RM. 11252 Gewinn vorzutragen. * Süddeutsche Zucker A G., Mannheim. Nach dem Jahresbericht am 28. Februar 1935 waren im süddeutschen Gebiet Hektarerträge und -ausbeute befriedigend, so daß die Erzeugung 1934/35 um fast ein Viertel über der vorjährigen liegt. Die Arbeit in sämtlichen Fabriken verlief normal. Das Geschäft in Verbrauchszucker befriedigt bis jetzt. Die Gutswirtschaften brachten infolge befriedigender Ernten annehmbare Ergebnisse. Auch die schlesischen Fabriken, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, haben zufriedenstellend gearbeitet. Wie in den süddeutschen Fabriken, so wurden auch in Schlesien zur weiteren Verbesserung der Betriebe erhebliche Mittel aufgewandt. Somit ist auch das Betriebsjahr 1934/35 günstig verlaufen. Der Reingewinn beläuft sich auf 5 057 039 (3 912 291 bzw. 5 008 409) Mark. Hieraus sollen 10 v. H. Dividende (4,5 bzw. 9 v. H.) verteilt werden. Davon gehen 2 v. H. an den Anleihestock. 200 000 Mark erhält die im Vorjahre mit 1 Million Mark neu errichtete Südzucker-Unterstützungskasse. 1,857 Mark (1,562 bzw. 2,31) werden vorgetragen. Hhein-Mainische Börse. Mittagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 29. Juli. Die Börse eröffnete zum Wochenansang in ruhiger, aber nicht unfreundlicher Haltung. Der Ordereingang hielt sich in engen Grenzen, doch kam auch anderseits kaum Material heraus, so daß die Kurse am Aktienmarkt gegen die Vorwoche nur wenig verändert waren. Gmttstellungen wm Ultimo wurden nicht beobachtet, vielmehr erfolgten aus markttechnischen Gründen einige Deckungen. In der Farben-Aktie lagen einige Sperrmarkkäufe für holländische Rechnung vor, die den Kurs auf 157,36 bis 157,75 (157) erhöhten. Am Elektromarkt lagen Gesfürel schwächer mit 126,50 (129), auch LIEG, gingen weiter zurück auf 39 (39,75), dagegen lagen Schuckert und Lahmeyer je 0,50 v. H. freundlicher. Montanwerte waren stark vernachlässigt, Harpener eröffneten 0,25 d. H. niedriger, Mansfelder 0,50 v. H. hoher. Schiffahrtsaktien blieben behauptet, AG. für Verkehrswesen gaben 0,36 v. H. nach. Don sonstigen Rapieren setzten Reichsbank 0,25 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., Aku 0,13 v. H. leichter ein. Scheideanstalt erhöhten sich um 0,50 v. H., Moenus Maschinen blieben mit 87,50 v. H. unv. Aus den übrigen Marktgebieten lagen Anfangskurse nicht vor. Am Rentenmarkt mar das Geschäft ebenfalls sehr klein. Späte Reichsschuldbuchforderungen gingen leicht zurück auf 97,25 (97,36), ebenso ließen Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. nach. Kommu- nal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und Altbesitzanleihe lagen behauptet. Don fremden Werten eröffneten Anatolier mit 39,20 (39,50). 5proz. Mexikaner mit 5,50 (5,45) und 4proz. Ungarn Gold mit 10 (9,90). Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit minimal und auch die Kurse erfuhren im allgemeinen nur geringe Abweichungen, meist blieben sie auf An- fangsbasis behauptet. Etwas fester bzw. erholt waren IG. Farben bis 158,25 nach 157,75, Gesfürel 127 nach 126,50, Schuckert 128,50 nach 127,50, dagegen gingen Lahmeyer auf 134 nach 134,75 zurück. Von den später notierten Werten lagen Akkumulatoren mit 182 (185) schwächer, ferner gaben Klocknerwerke 1 v. H. auf 100 nach, dagegen erhöhten sich RWE. auf 132,50—133,25 (131,25), Jul. Berger auf 120,75 (119,25), Deutsche Linoleum auf 158,25 (157,75). Am Kassamarkt waren Aluminium Neuhausen stark gesucht, Taxe 320—325 (l. K. 308). Der Rentenmarkt lag weiterhin ruhig und unverändert. Etwas hoher notierten einige Industrie- Obligationen, ferner blieben IG. Farben-Bonds gesucht mit 130 (129). Zertif. Gulden-Obligationen waren gegen den Samstag um 0,50—1 v. H. erholt. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen unverändert, während Liquidationspfandbriefe teilweise etwas nachgaben. Tagesgeld war zum bevorstehenden Ultimo gefragt und zog auf 3 (2,75) v. H. an. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse blieb die Grundstimmung freundlich. Das Geschäft bewegte sich indes in denkbar engsten Grenzen. Anregungen lagen nicht vor und der Ordereingang war sehr spärlich. Die Kurse wiesen im Vergleich zum Berliner Schluß kaum Veränderungen oder nur solche um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten auf. Am Kassamarkt aaben von Bankaktien Commerzbank und Bayr. Hyp. Bank leicht nach auf 91,13 (91,25) bzw 90,75 (91). Don Jndustriewerten konnten sich Konservenfabrik Braun auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 3 v. H. um 1 v. H. auf 73 v. H. befestigen. Am Rentenmarkt zeigte sich einige Nachfrage nach Liquidationspfandbriefen, ebenso waren Industrie-Obligationen etwas beachtet. Zertif. Gul- den-Obligationen hatten zu den letzten erholten Mittagskursen einiges Geschäft. Fremde Werte lagen still. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,80, 6 v. H. Stahlverein 102.50, 5 v. H, Eisenbahn-Rentenbank Obl. 95,50, NSU.-Obligationen 101,50, »5,5 v. H. Nass. Landesbank Liquid. 101,25, 5,5 v. H. Franks. Hyp. Bank Liquid. 101,40, 5,5 v. H. Franks. Pfandbriefbank Liquid. 101,50, 5,5 v. H. Pilz. Hnp. Bank Liquid. 101.50, Bayer. Hyp. Bank 90.75, Berl. Handelsgesellschaft 117, Commerzbank 91.13, DD- Bank 91,50, Harvener 114,75, Ilse Genuß 131,50, Klöckner 100, Mannesmann 91,90, Stablverein 87.13, AKU. 61,50, AEG. 39,25, IG. Chemie volle 180, Conti Gummi 155.25, Deutscher Eisenbandei 105.50, Scheideanstalt 237,50. Eßlingen Maschinen 84.50, IG. Farben 158, Gesfürel 127, Goldschmidt 110, Holzmann 92, Mainkraft 97, Metallqestllschaft 116, RWE. 133.65, Schuckert 128, Doigt & Häffner 11, Waldhof 119,75. Frankfurter Schlackttvlehmartk. Frankfurt a. M., 29. Juli. Auftrieb: 571 Rinder (gegen 723 am letzten Montagsmarkt), darunter 50 Ochsen, 73 Bullen, 289 Kühe und 159 Färsen, zuzüglich 20 Rinder (Kühe) der Reichsstelle), 367 (461) Kälber, 39 (27) Schafe, 3614 (3468) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 41 (37 bis 40), d) 39 bis 40; Bullen a) 42 (42), b) 42 (40 bis 41), c 41 (38 bis 39), d) 38 bis 40 (35 bis 37); Kühe: a) 42 (42), b) 37 bis 41 (35 bis 39), c) 29 bis 36 (28 bis 34), d) 22 bis 28 (20 bis 27); Färsen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 41 (36 bis 40), d) 35 bis 40 (28 bis 35); Kälber a) 64 bis 66 (60 bis 62), b) 56 bis 63 (53 bis 59), c) 48 bis 55 (44 bis 52), d) 38 bis 47 (32 bis 43); Lämmer und Hämmel b2) Weidemast- hämmel 37 (37 bis 38), c) 36 bis 37; Schafe nicht notiert; Schweine al) 54 (54), a2) 54 (53 bis 54), b) 54 (53 bis 54), c) 53 bis 54 (52 bis 54), d) 51 bis 54 (50 bis 53), e) 45 bis 50, Sauen gl) 52 bis 54 (50 bis 52), g2) 48 bis 51 (44 bis 49). Die in Klammern gefetzten Preise sind die vom Montag, 22. Juli. Markverlauf: Rinder und Schweine sehr lebhaft, -ausverkauft; Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß- marftes: 533 Viertel Rindfleisch, 58 ganze Kälber, 12 ganze Hämmel, 218 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 70 bis 78; Kuh fleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch b) 72 bis 77. Fettwaren: Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 63 bis 68, Flomen 75 bis 80. Marktoerlauf: mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Juli. Am Getreidegroß. markt hielten die Mühlen im Einkauf von neuem Getreide noch zurück, zumal die heute vorgelegten Muster ein etwas geringeres Naturalgewicht als im Vorjahr aufgewiesen haben sollen. Auch das weiterhin nur schwache Mehlgeschäft dürfte hierbei von Einfluß gewesen fein; der Konsum deckte weiterhin nur den notwendigsten Bedarf. Neue Wintergerste wurde heute erstmals notiert mit 17,15 bis 17,25 Mark je 100 Kilogramm. Oelhaltige Futtermittel kamen nicht zur Notiz; die künftige Monopolabgabe wird um 2,60 Mark für 100 Kilogramm erhöht. Die Nachfrage blieb ebenso wie auch für Kleie und Mischfutter mit einem hohen Prozentsatz von ölhaltigen Futtermitteln groß. Es notierten: Weizen W 9 210, W 13 214, W16 218. Roggen R 9 170, R13 174, R15 178, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste 17,15 bis 17,25; Hafer H13 170, H 14 172, Großhandelspreise ab Station. Weizenmehl W 13 27,70, W16 28,15. Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75; Weizenfuttermehl 13; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13; Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 17,75 Geld. Trockenschnitzel 10,25; Heu 5,50. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegend 4,70, runde hiesiger Gegend 4,30, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 3,90 Mark je 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz: stetig. Aus -en preußischen Nachbargebieten. DAI.-Zugendwalter im Echulungslager. LPD. Frankfurt a. M., 29. Juli. In der Woche vom 27. Juli bis 3. August führt die G a u - Jugendwaltung der DAF. im Kreis Gelnhausen eine Schulungstagung durch, an welcher die Kreis-Jugendwalter der DAF., deren beste Mitarbeiter und die Kreis-Jugendreferentin- nen der DAF. aus dem gesamten Gau Hessen- Nassau teilnehmen werden. Sämtliche Jugendwal- ter verbringen diese Tage im Zeltlager des Bannes 98 der HI., während die Referentinnen im Spef- farthaus untergebracht sind. Führende Männer aus Partei, Staat und Wirtschaft werden zu den Lagerteilnehmern sprechen, sie im nationalsozialistischen Geiste schulen und mit den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft, die für die Jugendwalter in der Betreuung des Jungarbeiters liegen, vertraut machen. Die Tage im Schulungslager werden für den jungen Führernachwuchs in der Deutschen Arbeitsfront Tage der Arbeit, der geistigen und körperlichen Ertüchtigung und der Kameradschaft werden. Jüdischer Naffeverörecher ins Konzentrationslager eingeliefert. LPD. F r a n k f u r t a. M., 29. Juli. Das Geheime Staatspolizeiamt teilt mit: „Die Frankfurter Geheime Staatspolizei hat den in Wiesbaden, Mittelheimer Straße 11 wohnhaften 31jährigen jüdischen Kaufmann Ullmann und dessen Braut, ein 24jähriges arisches Mädchen, wegen Rasseschändung se st genommen. Das Mädchen, dessen Name nur aus Rücksicht auf die gut deutsch denkenden, schwer geprüften Eltern nicht genannt wird, ist in ein Konzentrationslager gebracht worden, wohin ihr der Jude Ullmann nachfolgen wird, sowie ein gegen ihn noch schwebendes Verfahren abgeschlossen ist. Ullmann ist einstweilen in Untersuchungshaft genommen worden wegen staatsfeindlicher Aeußerungen und Beleidigung eines Mitgliedes der Regierung. Ullmann betreibt eine Schuhreparaturwerkstätte. Das Mädchen brachte im Sommer 1933, also nach der Machtübernahme, Schuhe zur Reparatur in den Ullmannschen Laden. Ullmann näherte sich ihr, und im Jahre 1934 kam es zu einem festen Verhältnis zwischen den beiden. Er verstand es, sich das Mädchen völlig gefügig zu machen, das von ihm auch verführt wurde. Das Mädchen ist von dem Juden schwanger. Zu Pfingsten 1935 hat das Mädchen sich gegen das strengste Verbot seiner Eltern mit dem Juden verlobt. Die bedauernswerten Eltern wußten sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als gegen ihre artvergessene Tochter und gegen ihren Verführer bei der Staatspolizei Anzeige zu erstatten, nachdem sie kein Mittel unversucht gelassen hatten, um das rasseschänderische Verhältnis zu lösen, welchen Bemühungen die Tochter unter dem Einfluß des Juden stärksten Widerstand entgegensetzte. Die Eltern haben beantragt, das Mädchen durch staatliche Zwangsmittel von dem Juden zu befreien, welchem Anträge in der genannten, einzig zweckmäßigen Form entsprochen wurde. Die Geheime Staatspolizei macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen jüdische Rasseschänder und artvsrgessene deutsche Frauen und Mädchen vorgehen wird. Es sind bestimmte Maßnahmen getroffen worden, um dem allem deutschen Empfinden Hohn sprechenden Zustand ein Ende zu bereiten." Tiaffenschänder und Betrüger. LPD. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die Presse- stelle des Frankfurter Polizeipräsidiums teilt mit: Im Oktober 1933 machte sich der jüdische Kaufmann Manfred Strauß, 30 Jahre alt, Sandweg 44, an die minderjährige D. W. heran, bewog sie, aus ihrer Stellung auszutreten und mit dem ihr von dem Juden geliehenen Gelde eine Existenz zu gründen. Zu diesem Zwecke fertigte der Jude einen Darlehnsvertrag und einen Anhang „besondere Bedingungen" an, nach welchem der W. ein Betrag von 5000 Mark für Geschäftsgründung geliehen werden sollte. In Wirklichkeit war aber der Darlehensvertrag ein Knebelungsvertrag, nach welchem der W. lediglich die Arbeit zugeschoben wurde und sie ihren arischen Namen für das Geschäft hergeben mußte. Auch hat sich der Jude in rassenschänderischer Weise an der W. vergangen. Die Kriminalpolizei hat den Juden fest genommen, ha in der Abfassung des Vertrages ein Betrug erblickt wurde. (Steuersteckbrief. LPD. Frankfurt a. M., 29. Juli. Gegen den Kaufmann Max Rühstädt, geboren am 1. April 1879 in Ahno, zuletzt wohnhaft Frankfurt a. M., Amdtftruße 39, ist feilens des Finanzamts Frankfurt a. M.- West ein Steuer ft eckbrief erlassen worden. Der Steuerpflichtige schuldet dem Reich eine Reichsflucht st euer von 39 500 M k. Es ergeht hiermit die Aufforderung, den obengenannten Steuerpflichtigen, falls er im Inland betroffen wird, vorläufig fest zunehmen und ihn gemäß § 11, Absatz 2 der Reichsfluchtsteuer- Dorschriften unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in dem die Festnahme erfolgt, vorzuführen. und Elster. LPD. Herborn, 29. Juli. Kommt da schon seit vierzehn Tagen allabendlich zwischen 22 und 23 Uhr ein Igel aus dem Gehsteig der Wilhelmstraße anmarschiert, zwängt sich durch das Eingangstor eines Fabrikhofes und dort in einen Käfig, um sich an den Ueberreften zu laben, die eine zahme Elfter zuruckgelasfen hat. Als man bemerkte, daß der Igel feine Besuche regelmäßig fortsetzte, ergänzte man stets die Ueberrefte. Wenn der Igel mit seiner Mahlzeit fertig ist, trollt er wieder ab. Die Elfter aber, auf dem obersten Stengel des Käfigs fitzend, sieht anscheinend mit Wohlgefallen dem Vorgang zu. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Frankfurt O.3J1. | Berlin Schluß- kurs Schluß,. Abend« börsc Schlußkurs Schluß!. Miiiag- börie i)alum 1 27 7 29 7 27 7 29.7- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 101 100,75 100,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,9 97,9 98,25 98,13 6%% Young-Anleihe von 1980 .. 103,25 103,13 103,13 103,13 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mti Auslos.-Rechlen ....... 111,9 111,8 112,1 111,9 4*1,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1..... 6% ebem.8% Hess. AolkSstaat 1929 (rüclzahlb. 102%) .......... 100,5 100,4 100,5 100,4 97,75 97,75 97,5 97,5 4¥i% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12..... 96,4 96,5 6%% ehem. Hess. Landes-Hypo- lhekcnbank Darmstadt Liaui ... 101,13 101 _ _ 4/»% ehem. 8% Darmst. Komm. Laiidesb.Goldschuldverschr. R.6 93 93 _ Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen .......... 129,5 129,5 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,5 115,75 115,65 115,5 4^,%ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 _ 6’/j% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriefe...... 101,5 101,4 _ 6%% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. .. 102 101,9 102,4 102 iVx'.'o ehem. 8% Pr. Landespfand. bricsanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 i/i% ehem. 7% Pr. Landespfanl» briefanst., Gold Komm. Lbl.Vl 97 97 97 tzteuergutlch. Verrechnungsk. 85-39 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchilche Goldrente.... 29,75 29,75 29,5 — 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,55 1,55 1,6 1,6 4% Ungarische Goldrente .... 9,9 10 9,95 10,2 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 9,13 9,75 9,4 9,75 4/2% desgl. von 1913 ..... 9,9 — 9,55 9,9 6% abgest. Goldmexikaner von 99 12 12 12 11,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... _ 12 Frankfurt a. M »erlln Schlußkurs Schluvi. Abend» börsc Schluß- iure Schluß!. Mittag» börse Datum 27 7 29 7 277 29 7 4% vesgi. Serie II ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1003 4*/2%Rumän.vereinh.Renlev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 tz% Anatolier ............... damburg-Amertka-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd ........ 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Dani und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank......... 0 Reichsbank .......... 12 Ä.E.G......................0 Bekula.................... 10 Eleklr. LteferungSgeleMchaft... 5 Licht und Kraft .....&/. Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Eleklr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests Elektr.......... e Schuckert S Co............... Siemens L Halske.......... 7 Lahmeyer L Eo...... 7 Du denn ....... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. c Harvener ............... ( Hoescd Eisen—Köln-Neueste« .. 0 Ilse Bergbau e Ilse Bergbau Genüsse........ e Klöcknermerke ............ Mannesmann-Röhre» ....... 0 6,25 8,25 5,25 39,5 17,75 19,25 86,25 117 90,75 91,5 91,5 188,25 39,75 139,25 117,65 133 109,5 129 138,5 131,5 127 181,25 134,25 I 106,5 ’12,25 •14,25 103,5 170 132 101 91,5 6,25 8,4 5,25 39,2 17,5' 19,13 85,9 117 91,13 91,5 91,5 188 39,25 139,25 117,75 133,75 109 127 139,5 133,65 128 181,25 134 105,5 112 114,75 103 131,5 100 91,9 6,25 8,4 5,2 39,7 17,9 19,5 86,25 177,5 91 91,5 91,5 188,25 39,75 - 139,5 117,25 133,5 109,5 127,5 140 131,5 127 182 133,75 106 111,25 114,5 103 170 132,25 100 91,25 6,5 8,3 5,25 39,25 17,9 28,25 19,4 86,13 117,5 91,25 91,5 91,5 188,75 39,25 139,5 117,25 134 109 126,75 138,5 133,75 128 182,75 134,5 106 112 115 103,13 169 132 100,25 92,13 Frankfurt 0. M. Serkin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 27-7 29 7 27.7 29.7 ManSfelder Bergbau .. .......e 109,5 110 110 110 Kokswerke ........... .......5 ■ — — 122 122,13 Phönix Bergbau...... .......c — — Rheinische Braunkohlen ..... 12 222 221,5 221,65 221,5 Rheinstahl ........... .....S'/r 114,25 113,75 114,13 114 Bereinigte Stahlwerke. ....... 0 87 87,13 86,9 87,4 Otavi Minen ........ .......c 17,65 17,5 17,5 17,5 Kaliwerke Aschersleben. .......5 133,25 131,25 133,5 131,75 Kaliwerke Westeregeln . ....... 5 130,75 130 130,25 129,75 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7W 197 197 197 197 I. G. Farben-Jnvustri« ....... 7 157 158 157 158,13 Scheideanstalt........ ....... 9 237 237,5 110 Goldschmidt ......... ....... C 110,75 110 109,25 Rütgerswerke ........ ....... 4 . 120,4 120,4 119,5 120,65 MetallgeieUschast...... ....... 4 116 116 115,75 116,5 Philipp Holz mann .... 92 92,13 92,13 Zementwerk Heidelberg ......I 123 122,9 - — Cementwerk Karlstadt.. 135 - — Schultheis Payenhoser - _ 113 113,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 62,13 61,5 62.13 61,75 Bemberg............ .......0 • - — 115 114,5 Zellstoff Waldbof ..... .......0 , 119,75 119,75 119,25 120,5 Zellstoff Aschaffenburg .......c 90 91,25 90,5 91,75 Dessauer Gas ........ .......7 _ — 136,75 135,5 Daimler Motoren..... .......c ' 94 94 93,75 94 Deutsche Linoleum .... .......6 157,75 158,25 157,75 158,4 Lrenstcin & Koppel .. .......0 —— 89 89 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 ' 33,25 33 33 32,5 Chade ......... .......( I — —— 291,5 286,5 Accumulaloren-Fabrtk ...... 12 185 182 185 182 Conti-Gummi ....... ...... 8 1 155 155,25 155 i Griyner............. ....... 0 I 34,25 34,5 35 34,13 Mamkrastwerke Höchst 4 1 97 97 1 Süddeutscher Zucker .. ....... •. 193,25 193,25 193,13 193,25 Lombardzinsfuß 5 v H. Devi enmarkl Berlin — Frankfurt a. ZR. 27. Füll 29 Füll Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Atre Brüssel..... Rio de Ian. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heliingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien LSlo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schwetz .... Spanien.... Prag....... 0,663 42,01 0,139 3,047 54,99 46,90 12,315 5,43 16,395 167,03 20,41 0,725 5,684 61,90 48,95 11,17 63,50 80,92 34,01 10,285 2,481 erlin,29 Full 0,667 42,09 0,141 3,053 55,11 47,00 12,345 5,44 16,435 167,37 20,45 0,727 5,696 62,02 49,05 11,19 63,62 81,08 34,07 0,663 42,01 0,139 3,047 54,90 46,88 12,295 5,42 16,39 168,03 20,41 0,724 5,684 61,80 48,95 11,15 63,40 80,97 34,05 0,667 42,09 0,141 3,053 55,00 46,98 12,325 5,43 16,43 168,37 20,45 0,726 5,696 61,92 49,05 11,17 63,52 81,13 34,11 10,30 2,485 »rief * Budapest ... Reu york ... 2,485 Bankno en 2,481 Geld Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische? Holländische S Italienische 9i Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische N Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische Ho Noten.............. 2,433 41,82 54,84 12,26 16,34 167,61 18,96 61,59 63,18 80,74 33,69 2,453 41,98 55,06 12,30 16,40 168,29 19,04 61,83 63,44 81,06 33,83 n ............... ölen............... toten............... oren................ loten .............. neid). * 1OO Schilling oten............... loten............... len................. en................. reu................ Nr.l75 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyessen) Dienstag. Ztt.Znli 1955 Zu bemerken ist noch, daß die Frauen aller Länder ihn seit der Steinzeit suchen, aber immer noch nicht gefunden haben. M. A. Deutscher Wein als leichtes Sommergeiriink. Die heiße Jahreszeit gibt den Hausfrauen die besondere Aufgabe, neben einer leichten, bekömmlichen Ernährung, die vor allem aus Gemüsen, Obst, Milch und Milcherzeugnissen bestehen sollte, auch für erfrischende Getränke zu sorgen. In erster Linie kommen dafür natürlich unsere deutschen Obstsäfte in Frage, die preiswert, sei es als Dicksäfte „Condottieri" schildert die Kämpfe des italienischen Adels gegen die mittelalterlichen Söldnerführer. Geza von Bolvary wird mit Martha Eggerth in der Hauptrolle einen großen Musikfilm „Die W a l z e r k ö n i g i n" inszenieren. Eins der besten Schauspiele von Bernhard Shaw, „Pygmalion", hat Erich Engel für den Film bearbeitet. Jenny I u g o , Gustav Gründ- g e n s und Eugen Klöpfer spielen wesentliche Rollen in diesem Film. Leo S l e z a k ist der Falstaff in der für den Film bearbeiteten Oper von Nikolai „Die lustigen Weiber von Windsor". Das tragische Schicksal des großen deutschen Wanderzirkus Kapitän Schneider, der vor Jahren in Italien seinen wirtschaftlichen Zusammenbruch erlebte, ist Gegenstand des Films „Löwen hungern in Neapel". Heinz Hille hat in dem Film „ L i e b e s t r ä u m e " ein Spiel mit Franz Liszt inszeniert mit Franz H e r t e r i ch in der Gestalt des Komponisten. Auch Zellers beliebte Operette „Der D o g e l h ä n d l e r " ist für den Film bearbeitet worden. Ein phantastischer Abenteurer-Film „Verschollen" wird mit Harry Piel gedreht werden. In einem psychologisch interessanten Kriminalfilm sehen wir unter der Spielleitung von Karl Heinz Martin neben Marianne Hoppe und Peter Voß auch unsre Gießenerin Hanna Waag. Sie spielt auch die Titelrolle in Wildes, an dramatischen Momenten reichen Gesellschaftsspiel „Lady Windermeres Fäche r", das Heinz Hilpert für den Film in Szene gesetzt hat. Ein großer Expeditionsfilm voller exotischer Zauber wird „Die Kopfjäger von Borneo" sein. Englischer Herkunft ist der Fliegerfilm „Der Mann, der Wunder tut". Willi Forst inszenierte mit Pola Negri und Inge- borg T h e e k in den Hauptrollen den Film „ M a r z u r k a ", der bereits seine Erstaufführung erlebt hat. Gustav Fröhlich, Sybille Schmitz, Veit Harlan, Theodor Loos u. a. spielen in dem Film „Stradivari", der sich um eine verzauberte Geige aus der Werkstatt des Königs der Geigenbauer dreht. Fertiggestellt ist auch bereits der Film „Die blonde Carmen" mit Martha Eggerth in der Hauptrolle. Sie singt auch in dem Film „M a d d a l e n a", der prachtvolle Bilder italienischer Landschaft zeigt. DasLnfanterie-Regimeni Gießen übt in Oberheffen das Bataillon gegen 15 Uhr die Quartiere. In Ober- und Unter-Widdersheim, Grund- Schwalheim und B e r st a d t wurden die Grenadiere aufs herzlichste in den Quartieren empfan- Nie Gefechte am Montag. Das I. Bataillon. Der gestrige Tag war einer Dorpostenübung ge- widmet. Das I. Bataillon hatten sich auf dem Höhenrücken Hungen — Grube Abend st ern — Langd zur Verteidigung eingerichtet. Die Vorposten des Bataillons waren bis in den Abschnitt Trais-Horloff —Rodheim a. d. Horloff vorgeschickt. Der Gegner hatte sich zum Angriff in der Linie Steinheim —Glaubzahl bereitgestellt. Nach den Meldungen der eigenen Einheiten über die Stellungen des Gegners wurde vom Bataillons- fuhrer Feuerbefehl gegeben. Dem Angriff des Gegners konnte das I. Bataillon trotz feindlichen Kampfwagenangriffs Widerstand leisten. Nach dem Mißlingen des Angriffes von Rot wurde die Uebung abgebrochen. Nach der Besprechung des Uebungsverlaufs rückte die Truppe zum Biwak in der Nähe von K l o st e r Arnsburg ab. Hier entwickelte sich dann alsbald das bekannte frohe Biwaktreiben der Soldaten. Das Bataillon hatte die Ehre, in den Abendstunden den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger im Biwak inmitten der Soldaten begrüßen zu können. Das Biwat. Das gestrige Biwak des I. Bataillons bei Kloster Arnsburg gestaltete sich zu einer schönen Kundgebung der Verbundenheit der Zivilbevölkerung mit der Wehrmacht. Aus der ganzen Umgebung kamen Männer und Frauen, Burschen und Mädchen, um gemeinsam mit den Soldaten einige vergnügte Stunden zu verbringen. Auch aus Gießen waren viele Volksgenossen in Kraftwagen, mit der Eisenbahn, mit beitl Fahrrad gekommen, um am Biwak teilzunehmen. Der Reichstreubund der ehemaligen Berufssoldaten, Ortsgruppe Gießen, war mit etwa 60 Mitgliedern in zwei Omnibussen der Reichspost hmgefahren. Im Laufe des Nachmittags, kurz nachdem die Soldaten am Biwakplatz eingetroffen waren, wurden im nahen Wald,^ geschickt getarnt, die Zelte aufgeschlagen, die den Soldaten zum Nachtlager dienten. Bald waren auch die Biwakbäume mit Stroh umwunden und mit der Kompanienummer versehen. Auch der Stab hatte seinen Biwakbaum, auf dem das „St" prangte. Nunmehr setzte auch schon der Zustrom der zivilen Teilnehmer ein und bald herrschte reges Leben auf dem großen, abgeernteten Stoppelfeld. Der Reichstreubund Gießen, der gegen 20 Uhr geschloffen eintraf, wurde zunächst von dem Regiments-Kommandeur, Oberst V i e r o w , herzlich willkommen geheißen. Er gab seiner Freude Darüber Ausdruck, daß die alten Kameraden es sich nicht nehmen ließen, dabei zu sein. Oberstleutnant von Wachter begrüßte jeden der Kameradendes Reichstreubundes mit herzlichem Händedruck. Inzwischen hatte sich alles in bunter Reihe um die aufgepflanzten Bewakbäume gruppiert. Gemein- sam würden Volks- und Soldatenlieder gesungen. In lustiger Unterhaltung und bei gut erzählten und viel belachten Schnurren verbrachte man die Stunden. Mit großer Freude wurde auch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger allenthalben begrüßt. Als am Abend das Biwakleben im schönsten Gange war, ging er von einer Kompanie zur anderen und verbrachte inmitten der Soldaten und der Zivilbevölkerung einige Zeit. Im Verlaufe des Abends hielt er vor vielen aufmerksamen Zuhörern>eine kurze Ansprache, in der er zunächst für die freundliche Einladung zum Biwak dankte und seiner Freude darüber Ausdruck gab, unter den Soldaten weilen zu können. Daß heute wieder der Soldat zu allen ihm gebührenden Ehren gekommen sei, sei unserem Führer Adolf Hitler zu verdanken. Ihm durch Treue und Opferbereitschaft dafür zu danken, sei vornehmste Pflicht des Soldaten. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler und mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes klang die Ansprache aus. Den schönen und erhebenden Abschluß des Abends bildete der große Zapfenstreich. Das II. Bataillon. Den Samstag und den Sonntag verbrachte das Bataillon in den bereits mitgeteilten Quartierorten an der Ohm. Nach den anstrengenden Uebungs- tagen der vorigen Woche war der Sonntag ein willkommener Ruhetag. Wiederum zeigte reicher Flaggenschmuck in allen Dörfern die herzliche Anteilnahme der Bevölkerung. Die Soldaten standen überall sofort im besten Einvernehmen mit ihren Quartiergebern. In Nieder-Ohmen fand eine Veranstaltung von „Kraft durch Freude" statt, wobei auch die 7. Kompanie ihre Kräfte zur Verfügung stellte und dadurch an der Verschönerung dieses Abends großen Anteil hatte. Die Veranstaltung verwandelte sich in einen richtigen Manöverball, und die Mädels des Dörfchens waren nur schwerlich in der Lage, eine Tanzpause einlegen mit Marschsicherung marschierende Bataillon ein Angriff aus der Marschkolonne. An der Wegegabel Weitershain — Kesselbach und Weiters- hain —Odenhausen wurde die Uebung abgeblasen. Der Regimentskommandeur wohnte der Uebung bei. Nach eingehender Besprechung der Uebung rückten die Kompanien in ihre letzten Quartiere ein, wo ebenfalls wieder reicher Flaggenschmuck die Begeisterung der Bevölkerung für unsere Soldaten und die Freude über die feldgrauen Quartiergäste zeigte. Die Begrüßung war überall äußerst herzlich, die Aufnahme allenthalben glänzend. Quartiere wurden in Kesselbach, Odenhausen und in Allendorf a. d. Lda. bezogen: die 8. Kompanie hatte dabei das Glück, in Allendorf (Lumda) noch den Kerb-Montag mit erleben zu können. Die letzte Hebung am heutigen Dienstag zieht sich bis in die Gegend von Beuern hin. Das Bataillon wird im Laufe des heutigen Nachmittags wieder in Gießen eintreffen. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger im Biwak: in der Mitte der R e i ch s st a t t h a l t e r, daneben rechts der Regimentskommandeur Oberst V i e r o w , dann der Bataillonskommandeur Oberstleutnant von Wachter. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) M«N * < A zu können. Auch das Signalhorn ertönte etwas später, um die Soldaten daran zu erinnern, daß sie „nach Hause gehen und nicht so lang beim Mädchen stehen" sollten. Nach ruhigem Verlauf des Sonntags hatte das Bataillon am gestrigen Montag wieder eine interessante Uebung. In den frühen Morgenstunden verließ das Bataillon seine Quartiere, um die Ausgangsstellungen zu besetzen. Blau übernahm eine Sicherung der Rast der (nach der Annahme) bei Elpenrod, H a i n b a ch, Ermenrod ruhenden eigenen Truppe und zwar in der allgemeinen Linie Nieder-Gemünden, Burg - Gern ü n d e n, Nieder-Ohmen. Das II. Bataillon hatte die Sicherung übernommen mit dem Auftrag, bei feindlichem Angriff das Ostufer der Ohm unter allen Umständen zu halten. Alle Brücken über die Ohm waren gesperrt, Sicherungen waren bis auf die Höhen westlich der Ohm vorgetrieben. Um 8 Uhr erhielt das Bataillon den Befehl zum Weitermarsch über Bernsfeld — Weitershain — Bersrod. Zwischen Weitershain und Appenborn wurde die marschierende Kolonne aus den Wäldren rechts und links der Marschstraße vom Feind angegriffen. Es erfolgte nun durch das Das 111. Bataillon. Nach der wohlverdienten Sonntagsruhe stand das III. Bataillon am gestrigen Montag früh um 7 Uhr auf der Straße Ortenberg — Babenhausen zu einer neuen Uebung bereit. Die Verfolgung eines geschlagenen Gegners war der Uebungszweck dieses Tages. Das III. Bataillon, beiderseits angelehnt (Annahme), hatte mit feinen vordersten Teilen die Waldränder südlich der Straße Babenhausen — Bellmuth erreicht und war bei Uebungs- beginn im Vorgehen auf den Wald nördlich B o - benhaufen. Immer wieder wurde der sich neu festsetzende Gegner angepackt und zurückgedrückt, so daß das Bataillon bald den Nordrand des Waldes südlich Wallernhausen erreicht hatte und von dort in schnellem Angriff den etwas stark besetzten Galgenberg in Besitz nehmen konnte. Eine Bereitstellung auf dem Galgenberg zum Uebergang über den Nidda-Abschnitt beendete die gestrige Uebung. Ueber Nidda und Bad Salzhausen, wo eine längere Marschrast mit einem Promenaden- konzert vor dem Kurhaus eingelegt wurde, erreichte gen und glänzend untergebracht. Am heutigen Dienstag wird eine Uebung des III. Bataillons gegen das I. Bataillon I. R. Gießen in der Gegend von Bellersheim die diesjährigen Geländeübungen abschliehen. Aus der Provinzialhauptstadt. Der vorbildliche Ehemann. Eines Tages wird man in jeder größeren Stadt ein eigenartiges Denkmal erblicken: Ein großer, schlanker, rüstig ausschreitender Herr in gutsitzendem Anzug. Die ganze Erscheinung hat etwas bewußt Männliches, dabei aber auch Gütiges. In der rechten Hand hält er einen großen Strauß schöner Rasen, in der linken ein Paket. Aus der ganzen Haltung ist zu erkennen, daß dieser Mann seinem Heim zustrebt, wo ^rau und Kinder seiner warten ... Der vorbildliche Ehemann! Frauen werden zu Tausenden zu diesem Denkmal pilgern, und es wird in ein wogendes Blumenmeer gehüllt fein. Auf steinerner Ehrentafel wird der Tageslauf eines solchen Mannes verzeichnet sein, der voller Gleichklang und Daseinsfreude ist: Er erhebt sich morgens als Erster und beschwört seine Frau, ja noch liegen zu bleiben und sich zu schonen. Er zieht sich unter fröhlichem, leisem Singen an und bedauert, daß er während des Rasierens seinem Lebensgefühl nicht auch singend Ausdruck geben kann. Froh eilt er ins Geschäft. Aber niemals verläßt er das Haus, ohne seine Frau zu küssen, und während der Arbeit freut er sich den ganzen Tag über schon auf den Kuß beim Nachhausekommen. Bei Tisch ist er mit allem zufrieden und kann der lobenden Worte nicht genug finden über Fleiß und Kochkunst seiner lieben Frau. Er schont die Mundtücher und würde sich eher in den Finger schneiden, als einen Flecken auf das Tischtuch zu machen. Er kommt in allem so pünktlich nach Haus, daß die Frau die Uhren nach dieser Heimkehr richten und stellen kann. Wenn das Unalück es will, daß er ein paar Tage verreisen muß, schreibt er ihr täglich einen lieben Brief. Sie hat aber die Gewißheit, daß alles, was in diesem Brief steht, reine Wahrheit ist. Denn sie weiß, daß er ein völlig klarer Mensch ist, denn durch ihren Einfluß ist das abenteuerliche Flackern in seinen Augen schon längst dem reinen Leuchten einer steten, festen Liebe gewichen. Sie weiß, daß er sich zu Hause wohlfühlt, und daß es für ihn langweilig und ärgerlich ist, wenn er einmal allein ausgehen muß. Wenn er sie sieht, sagt er stets: „Wie nett du heute doch wieder aussiehst!", und wenn er mit ihr tanzt, flüstert er ihr ins Ohr: „Ich möchte immer mit dir tanzen!" Er führt genau Buch über das wenige Taschengeld, das er gebraucht, und er hat eine diebische Freude, wenn er sich heimlich etwas ersparen kann, um ihr irgendein kleines Geschenk mitzubringen. Er lacht aus vollem Herzen, wenn man ihm unterstellt, er habe eine andere Frau etwas zu lange angesehen. Er ist treu, arbeitsam und bescheiden. Er ermuntert die Frau, sich immer gut und neuzeitlich zu kleiden. Er verstreut keine Asche, zerschneidet keine Handtücher mit seinen Rasierklingen, hängt seine Hosen stets in Spannern auf und stellt feine Schuhe regelmäßig abends vor die Schlafzimmertür. Der Braunschweiger Löwe. Von Dr. Carl Walbrach Als Ergänzung zu dem Aufsatz von Professor Dr. Emil Waldmann „Geheimnisse um Den Braunschweiger Löwen" im „Gießener 2In3etger vom 23. Juli (2. Blatt) möchte ich kurz auf die Gefahr eingehen, der dieser „schönste Löwe des Mittelalters" zurZeit der Franzos en herrsch ast in deutschen Landen im Jahre 1812 ausgesetzt war. Herr Professor Dr. Bruno Henneberg, Der frühere Anatom an unserer Universität, hatte die Freundlichkeit, mich darauf aufmerksam zu machen, daß einer seiner Ahnen, Friedrich Ludwig Christian Henne berg, Präfekt des Okerdepartements, sich durch sein mannhaftes, unerschrockenes Auftreten gegenüber den anmaßenden Franzosen das unvergängliche Verdienst erroorben hat, den nachkommenden Geschlechtern den „Braunschweiger Löwen e r - halten zu haben. . Friedrich Ludwig Christian H e n n e b e r g wurde am 6. August 1748 in Braunschweig geboren. Da sein Vater schon früh starb, wuchs er m nicht gerade glänzenden Verhältnissen auf. Nach dem Schulbesuch studierte er Rechtswissenschaft in Helmstedt, Leipzig und Jena. Seine Beamtenlaufbahn begann er 1//4 als herzoalich-braunschweigischer Sefreta r; 1781 wurde er Legationsrat (heute Ministerialrat), 1791 Geheimer Sekretär des Herzogs. Fünf Jahre sp^er wurde ihm die Würde eines Kanonikus beim Kapitel des Domes St. Blasii übertragen, 1805 wurde er Dekan des Stifts. Neue schwere Aufgaben warteten seiner, nachdem sein Herzog, der Führer der preußischen Armee im Jahre 1806, sein Land verlassen mußte. H e n n e b e r g zögerte nicht, im Interesse des Landes unter der Fremdherrschaft im Dienst zu bleiben, wie er es dem Herzog versprochen hatte. Var allem führte er zusammen mit Geheimrat »on Wolsfradt die Steuerverwaltung weiter und verstand es, die Kontributionen der Franzosen auf ein erträgliches Maß herabzudrücken, und sich dennoch die Anerkennung der Eroberer zu erwerben Als Napoleon 1807 das Königreich Westfalen aufrichtete, das in acht Departements aufgeteilt wurde, übertrug König Jöröme Henneberg die Präfektur des Okerdepartements, zu dem ein großer Teil des Herzogtums Braunschweig, das Fürstentum Hildesheim und die Stadt Goslar gehörten. In dieser Eigenschaft als Präfekt trug Henneberg auch die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Stadt Braun- s ch w e ig. Dabei handelte es sich vornehmlich darum, Kundgebungen der Bürgerschaft zu verhindern, die gegen die mißtrauischen Franzosen gerichtet sein konnten. Ein besonderes Verdienst konnte er sich gelegentlich des berühmten Zuges erwerben, den Herzog Friedrich Wilhelm mit feiner schwarzen Schar 1809 von der böhmischen Grenze bis zur Wesermündung in der Hoffnung unternahm, dadurch einen allgemeinen Kampf der Deutschen gegen die verhaßten Eindringlinge entfesseln und siegreich durchführen zu können. Der Herzog war drei Tage in Braunschweig. Als die Gegner unter Reube11 und (9 r a t i e n in Eilmärschen anrückten, entwich er nach einem kurzen Gefecht nach Norden. Die beiden feindlichen Generäle, die annahmen, die Stadt Braunschweig stünde zu dem Herzog, wollten als Rache dafür die Stadt plündern lassen. H e n n e b e r g aber trat ihnen unerschrocken entgegen und erreichte, daß die Plünderungserlaubnis unterblieb. Er verwaltete sein verantwortungsvolles Amt weiter bis 1812. Zu Beginn dieses Jahres kam es zu Unruhen in der Stadt, sogar zu Kämpfen zwischen französischen und westfälischen Truppen. Man schab Henneberg die Schuld daran zu, weil er nicht tatkräftig genug gegen die Störenfriede vorgegangen sei. Er sollte abberufen und Staatsrat in Kassel werden. Dazu kam es aber nicht mehr, weil König Jerome infolge der Vorbereitungen zum Feldzug gegen Rußland abreifen mußte. Henne- berg erkrankte; sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, und am 26. April 1812 schloß er für immer die Augen. Hennebergs letzte Tat, um derentwillen hier sein Lebensgang nach der „Geschichte der Familie Henneberg" (1909) kurz geschildert wurde, und für die ihm das heutige und künftige Deutschland zu Dank verpflichtet ist, war: die Zerstörung des „Braunschweiger Löwen" verhindert zu haben. Spehr berichtet darüber: ,LUs die westfälische Regierung im Jahre 1812 mit dem Plane umging, den ehernen Löwen auf dem Burgplatze einschmelzen und zu Kanonen umgieße n zu lassen, rettete Henneberg dieses ehrwürdige Wahrzeichen der Stadt, indem er erklärte, er werde Sturm läuten lassen, wenn man es wage, das mit der Geschichte der Stadt im engsten Zusammenhang stehende Denkmal freventlich anzutasten. Es beruht auf einem Irrtum, wenn hier und dort angenommen wird, daß Henne- berg diese Drohung bei Gelegenheit der Anwesenheit des bekannten Kunstkenners D e n o n (er wählte im Auftrag Napoleons als Generaldirektor der Museen von Paris in den besetzten Gebieten die Kunstwerke aus, die nach Paris gebracht wurden) ausgesprochen habe, als dieser die bedeutendsten Schätze des Museums, der Wolfenbütteler Bibliothek und der Salzdahlumer Gemäldesammlung aussuchte, um solche nach Paris zu schicken. Denon war in Braunschweig von Ende Dezember 1806 bis Anfang Januar 1807. Zu dieser Zeit existierte aber weder das Königreich Westfalen, noch war Henneberg westfälischer Präfekt. Braunschweig wurde zu der Zeit von Napoleon als erobertes Land angesehen, und es würde wohl damals niemand gewagt haben, gegen eine etwa beabsichtigte Wegführung des ehernen Löwen ein auch nur schüchternes Wort auszusprechen. Denon ließ den Löwen einfach deshalb unangetastet, weil er denselben für ein „schlechtes byzantinisches Machwerk ohne allen Kunstwert" ansah. Auch muß bemerkt werden, daß die westfälische Regierung nie Ernst aus der Absicht des Einschmelzens des Löwen, wie der Brunnen auf dem Altstadkmarkte und dem Hagenmarkte gemacht hat. Es genügte die energische Verwendung Hennebergs, um die maßgebenden Behörden sofort zu veranlassen, den Plan ohne weiteres fal - l e n zu lassen." Oas Arbeitsprogramm der 3Rofo5$i(tn AK Die Rota-Film AG. tritt in die neue Spielzeit mit einem Programm, das neben 18 Spielfilmen auch einen Expeditionsfilm, zwei Filme der „London- Films" und drei Filme der Zwischenstaffel umfaßt. Ein Luis -Ir enter» Film ist der „Kaiser von K a l i f o r n i e n". Er schildert das heroische Schicksal eines deutsch-schweizerischen Auswanderers, der vor hundert Jahren der größte Kolonisator Kaliformens wurde. Der zweite Luis-Trenker-Film oder Süßmost, in jedem Haushalt selbst zu bereiten sind und für die uns reichlich Obst und Beeren- srüchte aus deutschen Gauen zur Verfügung stehen. Daneben sollten wir aber getrost unser Augenmerk etwas mehr als bisher auf unsere deutschen Weine richten. Es ist nämlich falsch, anzunehmen, daß Wein nur ein Getränk für reiche Leute, oder gar ein Luxusgetränk sei, wenn auch in Deutschland je Kopf jährlich nur 3 bis 3XA Liter verbraucht werden. Wie sehr wenig das ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Ländern, z. B. mit Frankreich, wo 30 Liter und mit Portugal, wo sogar 65 Liter jährlich je Kopf der Bevölkerung getrunken werden, wo also der heimische Wein tatsächlich ein Volksgetränk ist. Auch unser deutscher Wein ist nicht teuer, wenn man ihn als erfrischendes Getränk, verdünnt mit Wasser, mit oder ohne Zucker, oder verdünnt mit Sprudel, genießt. Wieviele gute und zugleich leichte, bekömmliche Weine aus deutschen Gauen stehen: uns dafür zur Verfügung! Wir haben hunderttausende kleiner und kleinster Weinbauern, hauptsächlich in der Westmark, an der Ahr, der Mosel, der Saar, der Nahe, im Rheingau, in Baden, Franken und Württemberg, denen es noch verhältnismäßig schlecht geht und die über jeden Liter Wein, den sie mehr absetzen können, herzlich froh sind, denn sie sind fast ausschließlich auf den Weinbau angewiesen und können nur bestehen, wenn ihnen ihre Erzeugung auch abgenommen wird. Nun war die vorjährige Weinernte besonders hoch und lag um etwa 50 v. H. höher als die früheren Durchschnittsernten. Wie sehr haben wir also Gelegenheit, diesen bedürftigen Weinbauern zu helfen und ihrem Rufe, alle ab und zu ein Glas Wein zu trinken, Folge zu leisten! Ein erfrischendes Getränk am heißen Sommertag — wer möchte das wohl verachten? Durch seinen Säure- und Zuckergehalt gibt uns das unser deutscher Wein, auch der Rotwein, der durchaus nicht nur für Glühwein im Winter zu gebrauchen ist, sondern, mit Wasser oder Sprudel verdünnt, leicht aesüßt, auch im Sommer prachtvoll schmeckt und seine erfrischende und dabei bekömmliche Wirkung nicht verfehlt. Für alle unsere Weine aber gilt, daß etwa verbleibende Reste in der Flasche vorzüglich zu mancherlei Süßspeisen, Suppen und anderen Gerichten, die früher wohl oftmals mit ausländischen Weinen bereitet wurden, zu verwerten sind. Gefechtsschießen. Wie das Kreisamt Gießen mitteilt, wird der Re- giments-Nachricktenzug am 1. August, vormittags von 5 bis 11 Uyr, auf dem Wiefengelände südlich der Straße Gießen — Reiskirchen, etwa zwei Kilomett-r östlich der Weggabelung Gießen— Rödgen, Gießen—Reiskirchen, ein Gefechtsschießen mit Schußrichtung nach dem Hohen Wartberg abhalten. Eine Sperrung der Straße Gießen—Reiskirchen ist nicht erforderlich. Das gefährdete Gelände wird von der Truppe selbst abgesperrt, den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. NS- Gemeinfchaft „Kraft durch Freude": von 6.15 bis 7.15 Uhr Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützei-hass. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Vom Nordkap bis zu den Alpen". Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 30. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 12 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (neue) 7 bis 8 Pf., der Zentner 5,80 bis 6 Mark, Falläpfel, das Pfund 8 bis 10 Pf., Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 50 bis 60, Brombeeren 50, Aepfel 40 bis 45, Birnen 15 bis 55, Kirschen 40 bis 50, Heidelbeeren 45, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 20 bis 25, Pflaumen 40 bis 45, Zwetfchen 45 bis 50, Mirabellen 45 bis 50, junae Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 10 bis 75, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken VA bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Suppengrünes 5 bis 8, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. * ** Neuer Kapellmeister für das Stadttheater. Kapellmeister Erich Bohner, der für die kommende Spielzeit an das Stadttheater Gießen engagiert war, erhielt einen Ruf als musikalischer Oberleiter nach Hanau und wurde von der Intendanz für diesen Posten freigegeben. An seiner Stelle wurde Herr Ernst Bräuer vom Staatstheater Kassel als zweiter Kapellmeister für die kommende Spielzeit verpflichtet. ** Die „Troher Chaussee" für große Lastfahrzeugegefperrt. Nach einer Polizeioerordnung des Kreisamts Gießen ist die sogenannte „Troher Chaussee", d. h. der die Gemeinden Alten- Buseck und Trohe verbindende Weg, für den Verkehr mit Lastfuhrwerken und Kraftfahrzeugen jeglicher Art von mehr als 2,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei- verordnuna find mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bedroht. ** Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 5. Klaffe der laufenden 45./271. Lotterie findet vom 8. August bis 11. September statt. Schluß der Erneuerung am 1. August 1935. ** Sonntagsrückfahrkarten zum DeutschenStenographentagin Frankfurt a. M. Zu dem vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfindenden Deutschen Steno- araphentag werden in einem Umkreis von 250 Kilometer von Frankfurt Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 2. August 0 Uhr bis 5. August und zur Rückfahrt vom 2. August 12 Uhr bis 6. August 24 Uhr. Die Rückfahrt mit diesen Karten ist nur möglich, wenn die Karten von der Festleitung abgestempelt sind. ** Für Briefmarkensammler. Zum 41. Deutschen Philatelistentag und 12. Bundestag, der vom 16. bis 19. August in Mainz stattfindet, und zu der damit verbundenen Briefmarkenausstellung in Wiesbaden hört man, daß sowohl in Mainz, als auch in Wiesbaden je ein Festpostarnt errichtet wird. Die dort aufgegebenen Postsachen werden mit einem besonderen Festpoststernpel entwertet. Die Festpostkarte mit eingedruckten Postwertzeichen zu 3, 5 und 6 Pfennig ist erschienen, ebenso das in künstlerischer Lederarbeit hergestellte Festabzeichen. Die Festpostkarte wird auf Wunsch den Sammlern, mit Festpoststempel entwertet, zugesandt. Die Deutsche Arbeitsfront. AE-Gemeinschast »Kraft durch Freude". Ilrlaubszug Büsum St. Peter - Ording vom 2. bis S. August. Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8, abgeholt werden. Der Zug fährt in Gießen ab 22.55 Uhr. Ankunft in Gießen am 9. August 6.56 Uhr. Wochenendfahrt nach Königstein im Taunus. Die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" fährt am Sonntag. 4. August, eine Wochenendfahrt nach Königstein im Taunus. Diese Fahrt bietet den Teilnehmern Gelegenheit, das schöne Städtchen Königstein und den Taunus kennenzulernen. Der Fahrpreis beträgt mit Mittagessen 4 Mark. Bildung einer Laienspielschar. Die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, eine Laienspielschar aufzustellen, die im Laufe des Winters bei verschiedenen Kreisveranstaltungen gutes Laienspiel zur Aufführung bringt. Volksgenossen, die Lust, Liebe und Talent mit» bringen, werden gebeten, sich bei der NS.-Gernein- schäft „Kraft durch Freude" Gießen, Schanzenstr. 18, zu melden. Wochenendfahrt in das schöne Oberhessen. Die NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" fährt am Sonntag, 4. August, eine Wochenendfahrt in das schöne Oberhessen. Die Fahrt geht in Gießen ab 6 Uhr über Laubach nach Schotten, von dort nach Gedern, von Gedern nach Hirzenhain. In Hirzenhain machen wir eine kleine Rast, gehen über den Berg nach dem Stauweiher Hillersbach, etwa 30 Minuten Weg, wo wir lagern und haben können. Am Hillersbach finb wir gegen 9.30 Uhr. Die Fahrt geht bann gegen 11 Uhr weiter nach Ortenberg, wo im Gasthaus „Zur Post" Mittagessen um 12.30 Uhr eingenommen wird. Nach dem Mittagessen machen wir einen Spaziergang durch Ortenberg und Umgebung. Wir behaupten nicht zuviel, wenn wir sagen, daß Ortenberg eines der schönsten Städtchen in Oberhessen ist. Gegen 15 Uhr geht die Fahrt weiter nach Bad Salzhausen, wo wir im Kurhaus unter schattigen Bäumen den Abend ver? bringen werden. Der Fahrpreis mit Mittagessen und Nachmittagskaffee beträgt 4,50 Mark pro Person. Großer Bunter Abend mit Willy Reichert. Willy Reichert — ein Name, der ein Begriff wurde, der Begriff des schwäbischen Humoristen. So wie der Name Rastellis unzertrennlich mit dem Jonglieren, der Name Caruso unzertrennlich mit Gesang verknüpft ist, so Reicherts Name als der Inbegriff schwäbischer Komik, einer Komik, deren erster Repräsentant er ist, einer Komik, die bisher keiner nachzuahmen verstand. Er wurde entdeckt — im Feld, in einer Kneipe, an einem klapprigen Klavier. Nach Kriegsende, wer kannte ihn da? Niemand, selbst in seiner Vaterstadt Stuttgart nicht. Heute ist er der populärste Mann Württembergs. Der Willy nennt man ihn, und es ist nicht nötig, mehr als das zu sagen: jeder weiß, wer gemeint ist. Es ist wahr: wer Reichert auf der Bühne sieht, sieht und liebt in ihm fein eigenes gutes ungelöstes Ich, das bei jedem Menschen, ach, so gerne gut, entspannt und freundlich fein möchte, nur bei den wenigsten so aus sich heraus kann wie bei ihm. Am Samstag, 24. August, kommt Willy Reichert zu einem ganz großen Bunten Abend der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nach Gießen. Schwimmbäder. Sämtliche KdF.-Ortswarte, in deren Bereich Schwimmoäder sind, melden diese umgehend. Gleichzeitig sind mit den Badeverwaltungen die Preise auszumachen, die unseren KdF.-Wandergruppen bei Benutzung eingeräumt werden. Meldung an die Geschäftsstelle KdF. Gießen. Termin: 3. August 1935. Danderwochenendzug Jtr. 1 nach dem kreis Westerburg am 17. und 18. August. Kosten 6 Mark einschließlich Bahnfahrt, lieber« nachtung und Verpflegung bis Sonntag nachmittag. Anmeldungen bei den zuständigen Dienststellen bis zum 1. August 1935. Folaende Orte werden belegt: Westerburg, Rennerod, Walmerod. Von hier aus werden Wanderungen unternommen, insbesondere nach dem Dreifelder Weiher. Wandern. Die Orts- und Betriebswanderwarte melden bis Zum 2. August die im Monat Juli veranstalteten Wanderungen. Teilnehmerzahl, getrennt nach männlichen und weiblichen Teilnehmern, sowie Durchschnittsalter ist anzugeben, desgleichen die Kosten pro Kopf, getrennt nach Fahrgeld und Verpflegung ober eventuell Rucksack-Verpflegung. Bis zum 10. August finb die Wanderunaen für den Monat September feftzulegen und schriftlich an die Geschäftsstelle „Kraft durch Freude Gießen, Schon- zenstraße 18, zu melden. Wanderwochenendzug Rr. 2 nach dem kreis Lauterbach am 24. und 25. August. Kosten 7 Mark einschließlich Bahnfahrt und Uebernachtung mit Verpflegung bis Sonntag nachmittag. Anmeldunaen bei Den zuständigen Dienststellen bis zum 1. August 1935. Folgende Orte werden belegt: Lauterbach, Schlitz, Herbstein, Bermuts- Hain, Ilbeshausen, Hochwaldhausen, Nieder-Moos. Von hier aus werden Wanderungen unternommen nach Bad Salzschlirf, Nieder-Mooser Teiche, Schalksbach-Teiche, Hoher Vogelsberg mit Geiselstein, Taufstein, Hoherodskopf, Bilstein, Herchen- yainer Höhe. Die Abfahrt erfolgt Samstags gegen 17 Uhr und die Rückfahrt Sonntags gegen 21 Uhr. Wer sich an einer Wanderung beteiligen will, muß dies auf der Anmeldung vermerken, damit er statt Mittagessen Wanderproviant von seinen Gastgebern erhält. Meldungen nimmt entgegen die Geschäftsstelle „Kraft durch Freude" Gießen, Schanzen- straße 18. Sportkurse des Sportamts Gießen Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam: Lyzeum, Dammstraße, Freitag, 20 bis 21.15 Uhr. Universitäts-Sportplatz, Dienstag, 19 bis 21 Uhr, Donnerstag, 16 bis 18 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen: Lyzeum, Dammstraße, Donnerstag, 20 bis 21 Uhr. Lollar, „Zur Linde", Dienstag, 20.30 bis 21.30 Uhr. Lyzeum, Damm» straße, Donnerstag, 21 bis 22 Uhr. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam: Reitschule Schömbs, Brandplatz, Montag, 21 bis 22 Uhr; Dienstag, 21 bis 22 Uhr; Mittwoch, 20 bis 21 Uhr; Freitag, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reichsfportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam: Universitäts-Sportplatz, Am Kugelberg, Donnerstag, 18.30 bis 20.30 Uhr. Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam: Universitäts-Sportplatz, Am Kugelberg, Samstag, 17 bis 19 Uhr. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam: Volksbad, Mittwoch, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Badeanstalt des Männerbadevereins, Montag, 18 bis 19.15 Uhr. Lollar, Schwimmbad, Samstag, 16 bis 18 Uhr. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam: Anfänge,': Städtische Tennisplätze am Schützenhaus, Montag, 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr. Kirche und Schule. §8 Grebenau, 29. Juli. Nachdem die Pfarrer- stelle der Pfarrgemeinde Udenhausen mit der dazu gehörigen Gemeinde Willofs feit dem Jahre 1929 verwaist war, wurde diese freie Stelle nun durch einen neuen Pfarrer besetzt. Von der Bevölkerung beider Gemeinden wird diese Maßnahme lebhaft begrüßt. Die seitherigen Gottesdienste in Udenhausen wurden vom Pfarramt Schwarz und die in Willofs vom Pfarramt Schlitz mitversehen. Am gestrigen Sonntag erfolgte nun in der Kirche zu Udenhausen die feierliche Ordinierung des neuen Geistlichen, Pfarrvikar Meier, durch Dekan Dr. Wendel Alsfeld und Pfarrer Müller-Grebenau. Die Kirche war dicht besetzt. Wir sanden zneinanver. Vornan von Klothilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 14 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Du bist die einzige Freundin seiner Tochter, Marlen, vergiß das nicht!" Es klang vorwurfsvoll. „Sei nicht böse, Karla!" Marlen griff nach Karlas Hand. „Ich weiß ja, wie gern du alles für mich tust. Und darum schäme ich mich auch nicht so sehr, etwas von dir anzunehmen. Dir gegenüber habe ich keinen Stolz. Aber ich sehe ja selbst ein: Jede kleine geldliche Beihilfe ist sinnlos. Man müßte Georg ^beruflich helfen können. Wenn ich selbst etwas Sicheres hätte, verdienen würde — ach, weißt du, manchmal kommen mir ganz törichte Gedanken. Manchmal vergesse ich die ganze Wirklichkeit und fange an zu träumen. Dann träume ich, ich bin reich und unabhängig, habe schrecklich viel Geld zur Verfügung und kann Georg helfen." Karla lächelte: „Und kann so ein Traum niemals Wahrheit werden?" „Aber Karla, wie wäre das möglich? Ich spiele ja nicht einmal in der Lotterie." Nun mußte Karla laut herauslachen: „Nun, manchmal spielt einer nicht in der Lotterie — und das Leben hat doch das Große Los für ihn." „Für mich nicht, Karla." „Abwarten", sagte Karla geheimnisvoll. Marlen sah sie erstaunt an. Wie meinte Karla das? Aber Karla lenkte ab. Sie wollte über ihren Plan und Dietrich nicht hier sprechen. Schließlich hätte der Chauffeur etwas hören können. Hauptmann von Weckenroth belegte Marlen und Karla gleich mit Beschlag. In feiner lärmenden, frohen Art begrüßte er Marlen. „Na, es wird Zeit, daß Sie kommen, kleine Marlen. Karla ist schon mit einer Unglücksmiene durchs ganze Haus gegangen. Sie kann ja ohne Sie nicht leben — und ich habe diese Tage von früh bis abends auf dem Felde zu tun gehabt Wenn nicht der Dietz einen Vormittag herübergekommen, wäre mein Mädel ganz vereinsamt gewesen." „Graf Veltheim war hier?" fragte Marlen. Ein verräterisches Rot lief über ihr Gesicht, was Karla mit innerem Vergnügen feststellte. „Ja, Dietz war hier", bestätigte sie. „Er hatte einiges mit mir zu besprechen. Aber so schrecklich, wie Väter es schildert, ist es ja nun doch nicht mit der Einsamkeit. Ich habe meine Bücher. Ich habe nachmittags meine Nähstunde mit den jungen Mädchen im Dorfe. Es gibt immer genügend du tun. Und..." Sie unterbrach sich, der Diener kam herein. „Das gnädige Fräulein wird von Herrn Graf Veltheim ans Telephon gebeten." „Entschuldigt, bitte!" Karla stand vom Eßtisch auf. „Ich bin gleich wieder da." „Na, dem Dietrich scheint es auch recht einsam zumute zu fein", meinte Hauptmann Weckenroth. „Gestern hat er doch erst drei Stunden bei Karla gesessen, heute telephoniert er schon wieder. Wissen Sie übrigens, daß er in wenigen Tagen abreift?" „Ich weiß." Marlens Stimme klang gepreßt. Hauptmann Weckenroth sah feinen Gast erstaunt an. Was für ein komisches Gesicht machte denn die kleine Marlen? Da aber kam Karla schon zurück. „Na, was hatte denn der Dietrich so Wichtiges?" „Ach, nichts", sagte Karla ausweichend, „er wollte mich nur noch etwas wegen seiner Reise fragen. Er kommt heute gegen Abend noch einmal her." „Sag mal, Karla", fragte Marlen, als sie später allein waren und Hauptmann Weckenroth wieder aufs Feld geritten war, „was meintest du eigentlich vorhin mit dem Großen Los und deinen geheimnisvollen Reden?" „Das werde ich dir heute abend sagen, Marlen?, wich Karla aus. Sie konnte doch Marlen nicht erzählen, was sie mit Dietrich am Telephon gesprochen hatte. Der hatte sie da nämlich gebeten, Marlen nicht vorzu- bereiten. Er wollte selbst diese entscheidende Frage an sie richten und zu diesem Zwecke heute nachmittag herüberkommen. 12. Kapitel. Es war nachmittags nach der Teestunde. Die Sonne lag mit ihrem goldenen Schimmer über dem knospenden Park. Die beiden jungen Mädchen laßen wieder in Karlas geliebtem Wintergarten, mit einer Handarbeit beschäftigt. Karla sah heim- uch auf die Uhr. Es war fünf. Jetzt würde Dietrich bald kommen. Wirklich, da klang schon von fern das Hupensignal. „Da kommt Dietrich!" Marlen zuckte zusammen und würde wieder glühend rot... „Ach, da möchte ich nicht stören." Sie raffte ihre Handarbeit zusammen und wollte gehen. Karla aber stand auf und drückte Marlen in den Korbsessel nieder: „Bleib, Marlen! Ich glaube, Dietrich wollte \iä) vor seiner Abreise von dir verabschieden. Ich Paffen " On8e ^lnau^’ kannst mich ja dann rufen "Aber Karla! Marlen war ganz hilflos. as war denn nur, daß Karla sie auf einmal mit Graf Veltheim allein lassen wollte? Karla schien es sehr eilig zu haben, fortzukommen. Sie konnte sie doch hier nicht gegen ihren Willen fest» halten. Da tauchte auch schon hinter der Glas- scheibe des lichten Raumes Graf Veltheim auf Jetzt öffnete Karla die Tür vom Wintergarten und begrüßte Veltheim „Auf Wiedersehen, Dietz", sagte sie. Gras Veltheim schien es ganz in der Ordnung zu finden, daß Karla ging. Marlen begriff immer weniger, was die beiden eigentlich wollten. Aber fliehen konnte sie nun nicht mehr. Jetzt trat Dietrich ein. „Guten Tag, Fräulein Korda!" sagte er. „Guten Tag, Graf Veltheim." Marlen versuchte, Veltheim anzufehen; aber es war wieder in ihr diese zitternde Befangenheit, dieses schmerzliche Glücksgefühl. Stumm standen sich die beiden Menschen einen Augenblick gegenüber. Marlen war so befangen, daß sie Veltheim nicht einmal zum Sitzen aufforderte. Schließlich war er es, der bat: „Darf ich einen Augenblick Platz nehmen, Fräulein Korda?" Marlen schämte sich, wie ungewandt und ungeschickt sie ihm erscheinen mußte — als ob sie gar nicht wüßte, was sich schickte. „Aber bitte, Herr Graf!" Dietrich Veltheim sah sich noch einmal um, ob die Tür geschlossen war. Dann schob er Marlen ritterlich den Korbsessel zurecht: „Bitte, nehmen Sie Platz, Fräulein Korda! Ich möchte Sie einige Minuten um Gehör bitten. Ich habe etwas mit Ihnen zu besprechen." Marlen setzte sich. Was war denn mit ihr? Ihr Herz klopfte plötzlich wie rasend. Eine Stille war im Raum. Nur draußen von fern tönten die abendfeligen Stimmen der Vögel. Eine Amsel schlug gleichmäßig und süß; eine Drossel ließ ihre feine Stimme ertönen. Die Bäume in ihrem ersten zarten Grün rauschten leise. Durchs offene Fenster drang der Duft der ersten Blumen, vermischte sich mit dem Atem der blühenden Pflanzen hier im Raume. „Fräulein Korda", begann Dietrich nach einer Pause, „ich habe Karla gebeten, Ihnen nichts von dem zu verraten, was ich Ihnen jetzt zu sagen habe. Ich wollte selbst diese entscheidende Unterredung mit Ihnen führen. Fräulein Korda, ich glaube, Sie sind von Karla über Das Testament meiner Tante Alberta unterrichtet." Er sah auf Marlen. Sie hatte den Kopf tief gesenkt. Jetzt nickte sie leicht. „Sie wissen also, Fräulein Korda, daß ich innerhalb eines Jahres nach der Eröffnung des Testaments verheiratet fein muß, soll ich nicht auf Schloß und Gut Veltheim verzichten müssen/ Wieder nickte der blonde Kopf. „Fräulein Korda, können Sie sich vorstellen, daß man für einen solchen Besitz alles tut? Nicht aus Geldgier, nicht um reich zu fein, sondern um den Grund und Boden der Väter zu bewahren, zu bebauen und ihn künftigen Geschlechtern zu überliefern?" Er hatte sehr ernst gesprochen. In feiner Stimme bebte Erregung. Jetzt hob Marlen zum ersten Male wieder den Kopf. Alle ihre Befangenheit war fort. In ihr war fein Fragen mehr, was Dietrich Veltheim mit all diesen Porten eigentlich bezweckte. Sie lebte jetzt ganz in den Gedanken Dietrichs, sie fühlte mit ihm mit. So vermochte sie ihn frei anzufehen. Ein gläubiges Leuchten war in ihren Augen: „Das kann ich nachfühlen, Graf Velcheim. Ich weih es ja von meiner Mutter her, wie bitter es meinem lieben Vater ankam, daß das väterliche Gut Majorat war, daß er dadurch kein Teil daran hatte. Wohl liebte er feinen Offiziersberuf leidenschaftlich. Aber Mutter hat es mir oft er- zahlt, daß er gesagt hatte: Die Sehnsucht nach dem Boden, auf dem man aufgewachsen ist, wird in einem Mann niemals still." Dietrich Veltheim atmete auf: „Dann werden Sie auch begreifen, Fräulein Korda, daß ich den Wunsch meiner Tante erfüllen will. Ich muß also heiraten. Das sehen Sie ein?" Der Glanz in Marlens Augen erlosch. Wieder senkte sie den Kops sehr tief. Sie hätte Dietrich Veltheim jetzt nicht ansehen können, denn Dann hätte er auf ihrem Gesicht Das verborgene Weh ge- lesen. O ja, er mußte heiraten! Er mußte eine grau freien — aber Diese Erkenntnis schmerzte tief... „Fräulein KorDa", Dietrichs Stimme wurDe wärmer, „ich habe lange überlegt. Sie können sich oorstellen. Der Gedanke, fo Plötzlich heiraten zu müssen, ist kein leichter — um so mehr, wenn man schon einmal geglaubt hat. Das Glück zu finDen, unD es war Dann nur ein Trugglück. Aber lassen wir Das", fuhr er hastig fort, „lassen wir Die 23er- gangenheit! Es geht um Die Gegenwart unD Die Zukunft. Ich bin fest entschlossen. Den entscheiden- ben Schritt zu tun. Eine Frau, Die sich mir an« vertrauen würDe, wäre fürs Leben gesichert. Ich wurde versuchen, ihr Das Leben so sorglos zu machen, wie ich es nur könnte. Sie würbe Die unumschränkte Herrin auf Schloß Veltheim fein. Keine äußere Sorge sollte ihr je nahe kommen." „2Bürbe sie auch anDern helfen Dürfen?" fragte Tcarlen plötzlich. Es kam aus ihr heraus, eigen!» fid) ohne Daß sie es wollte. Sie mußte plötzlich an QJeorg Denken. Und schon im voraus beneidete he die Frau Dietrich Veltheims. Sie beneidete sie oarum, daß sie neben diesem Manne leben durfte unb Gutes würbe tun können. Wie herrlich mußte es fein, über Gelb zu verfügen unb bas Elenb ber Wett em bißchen linbern zu helfen. Wenn sie zum Beispiel Georg helfen bürste! Aber bas waren Träume, törichte unb unerfüllbare Träume, aus denen Dietrichs Stimme sie jetzt erweckte. „Fräulein Marlen", feine Stimme wurde weicher, „Sie wissen, wie ich mit Karla Weckenroch stehe. Sie hat mir fo viel von Ihnen erzählt — nur Gates und Schönes." (Fortsetzung folgtI) Obecheffen Kirche und Schule Aus den preußischen Tkachbargebieten nicht 6.30: brachte. Die Entstehungsursache konnte noch geklärt werden. unter Benutzung einer Motorspritze und engen Schläuchen durch großen Benzinverbrauch überaus kostspielig erwies, anderseits die Anwendung einer ; großen Säugpumpe mit zwar weiten, aber un- ges, Trier. 16: Kleines Konzert. 16.30: Geschichte und Landschaft am Wege. Steine geben Brot. Funkbericht aus dem Quarzitbruch bei Köppern im Tau- )) Nidda, 29. Juli. Auf eine harte Probe Geduld wurden hier unlängst die Badelustigen stellt, als man zur Bodenreinigung 1 Schwimmbades das Wasser ablietz Bach auf natürlichem Wege zufließen, wenn auch die Füllung des Beckens von 2500 Kubikmeter Innus. 17: Buntes Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht! 18.45: Saardienst. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Wir Mädel in der Volksgemeinschaft. Es spricht die Reichsreferentin des BdM., Trude Mohr. 20.45: Von Bad-Nauheim: Ein heiterer Abend wie noch nie! 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.20: Menschen und Landschaft. Kreuz und quer durch südwestdeutsches Land. 23: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. halt mehrere Tage beanspruchte, bedingt durch die gegenwärtige Trockenheit. Nun tummett man sich verpflichtet. Dieses Amt versah er treu bis zum 30. April 1929. Am 1. Mai 1929 wurde er zum Polizeidiener unseres Ortes bestellt. Der Jubilar widmete während dieser Zeit seine ganze Kraft immer dem Wohle der Gemeinde, bei ihm galt immer der Wahlspruch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Hierdurch hat er sich das Vertrauen der hiesigen Volksgenossen erworben. csd Lollar, 29. Juli. Infolge der andauernden Trockenheit ist, insbesondere durch das Gießen der Gärten, der Wasserverbrauch unseres Ortes derart gestiegen, daß die Leitung nicht genügend Wasser herbeischaffen kann und man sich ! der t gebe s und daher genötigt sah, Spritzen in den Nur der langersehnte Abhilfe schaffen. 0 Aus dem jegliches Gießen und Gärten zu u n t,e r f a g e n. ausgiebige Regen kann hier unteren Lumdatal, Hundfunkvroqramm Mittwoch, 31. Juli. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. Musik am Morgen. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Reichswettkampf der SA. Hörbericht 2 Gruppe Westmark. 15: Nachrichten. 15.15: Des Kindes Leid und Freud. 15.50: Alt-Saarburg. Plauderei von Matthias Sast- Evangeltsche Bund seine Stoßkraft gegen die politischen und gegenreformatorischen Tendenzen Roms gerichtet habe, wende er sich heute hauptsächlich gegen einen neuen Feind der evangelischen Kirche, die Deutsche Glaubensbewegung, die unter Leitung von Prof. Hauer das Christentum bekämpfe mit-all jenen seichten Vorwürfen, die Freidenkertum und Marxismus feit Jahrzehnten bagegen ins Feld geführt hätten. Der Redner setzte sich im einzelnen mit diesen Vorwürfen, daß das Christentum mit seiner Predigt von christlicher Nächstenliebe, Sünde und Gnade weichlich und undeutsch sei, auseinander und widerlegte sie mit schlichter Sachlichkeit und großer Ueberzeugungskraft, der sich wohl niemand entziehen konnte, schließend mit der eindringlichen Mahnung, an Christus festzuhalten und zu bekennen, da nur dann das Dritte Reich festgegründet sei und Bestand haben werde, wenn das Deutschtum immer inniger sich mit dem Christentum verbinde. Nach dem gemeinsamen Gesang „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" und einigen geschäftlichen Ausführungen von Sekretär Müller sprach Dekan V o l p im Namen der Ortsgruppe des Evangelischen Bundes das Schlußwort, in dem er dem Festprediger des Vormittags und dem Festredner des Nachmittags den Dank des Evangelischen Bundes abstattete und der Versicherung Ausdruck gab, daß die Worte der Redner einen tiefen Eindruck hinterlassen hätten. Der Gesang des Lutherliedes „Ein feste Burg" beschloß die Feier. arbeiten hier rüstig fort, so daß in verhältnismäßig kurzer Zeit mit ihrer Beendigung gerechnet werden kann. Kreis Friedberg. Lpd. Friedberg, 29. Juli. Im Stadtteil „Vorstadt zum Garten" ereignete sich ein schwerer Derkehrsunfall, dem ein junger Mann zum Opfer fiel. Ein Pflastermeister aus der Umgegend passierte die stark ansteigende Straße am Dicken Turm, während sich ihm aus entgegengesetzter Richtung ein Radfahrer näherte. Bei dem Zusammen st oh erlitt der junge Mann schwere innere und äußere Verletzungen, denen er nach kurzer Zeit im Krankenhaus erlag. Kreis Bübingen Schrubber, Stahlbürste und Chlorkalk anwandte, um insbesondere den Algenansatz zu entfernen. Hierbei haben sich die Kameraden des Arbeitsdienstlagers besondere Verdienste erworben. Man wollte dann zur raschen Füllung des Schwimmbeckens das klare Wasser der Kohdener Bach verwenden. Da sich aber einerseits dieser Plan 8od«sr zu begreifen! S1“Ä sahrrmg machen, daß die meisten Menschen sich wohl morgens, aber nicht abends dieZähne putzen. Anscheinend wissen viele noch nicht, daß die Zähne gerade während des Schlafes durch die Zersetzung der Speisereste am meisten gefährdet sind. Deshalb sollte die abendliche Zahnpflege mit Chlorodont jedem M Selbstverständlichkeit werden! Wer regelmäßig die Quali- täts-Zahnpaste Chlorodont benutzt, hat immer blendend weiße Zähne und erhält sie bis ins hohe Alter gesund. Kreis Wetzlar. I Rod heim a. d. B., 29. Juli. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die hiesige Kleinkinderschule unter Leitung von Schwester Minna im Bechtholdschen Gartenlokal ihr diesjähriges Somme r f e ft. Um 15 Uhr bewegte sich von der Kleinkinderschule her unter Vorantritt des Posaunenchores ein festlich geschmückter Zug durch das Dorf. Im Schmuck von Blumenkränzen, glänzenden Auges, zogen die Kleinsten in wohlgeordneter Kolonne ihren Weg, sich heute als Haupt- und Mittelpunkt der Familie fühlend. Im Bechtholdschen Garten entwickelte sich bald reger Betrieb, denn Eltern und Verwandte waren in stattlicher Zahl erschienen, um sich mit den Kleinen zu freuen. Schwester Minna hatte sich sehr viel Mühe gegeben und ihrer Schar allerlei Liederspiele, Reigen usw. beigebracht, was ihr das Lob und die dankbare Anerkennung aller Besucher sicherte. Leider störte Regen die Veranstaltung wesentlich und erzwang erhebliche Einschränkung. <£ Rodheim a. d. B., 29. Juli. Am gestrigen dritten und letzten Schießtag beim P r e i s s ch i e° ßen der hiesigen Kameradschaft des Kyffhäuserbundes herrschte — wie zu erwarten war — auf dem Schießstande reger Schießbetrieb. Wie üblich, fanden sich die „großen Kanonen" erst in letzter Stunde ein, so daß die bisherigen Matadore. schon des Sieges sicher, noch kurz vor Schluß überschosien wurden und sich mit einem niederen Preise begnügen mußten. Im allgemeinen waren die Schießleistungen zufriedenstellend, und auch der ganze Verlauf des Schießens war ein voller Erfolg für den Veranstalter. Den ersten Preis holte sich mit 36 Ringen (sogar mit zweimal 36!) Herr Otto Wagner (Fellingshausen) vor Heinrich Bremer (Rodheim), 34 Ringe, und Kurt Moll (Rodheim), 34 Ringe. Kreis Marburg Lpd. Marburg, 29. Juli. In dem Gehöft des Gast- und Landwirts Georg Weber in Sarnau brach Feuer aus, dem zwei Scheunen mitsamt ihren Vorräten zum Opfer fielen. Das Wohnhaus konnte glücklicherweise gerettet werden. Bei den Löscharbeiten stürzte eine große Brandmauer ein, die mehrere Männer in große Gefahr Büchertisch. — P. C. Ettighofer: Wir st du ein st Rekrut...! Der Alltag des deutschen Soldaten, miterlebt, niedergeschrieben und geknipst. 60 Seiten mit 20 Photos. Preis 0,50 Mark. Verlag I. P. Bachem GmbH., Köln. — (219) — Wir erleben hier den Alltag des Soldaten im deutschen Reichsheer. Wir erfahren so, was es mit dem Soldatsein auf sich hat, begreifen, was es heißt, als Deutscher Waffenträger der Nation sein zu dürfen. Jeder, der seine Einberufung erwartet, und der sich über den Tageslauf im Heeresdienst unterrichten will, lese diese vorzügliche Broschüre. — Der NationalsozialistischeDeutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm): Geschichte, Wesen und Ausgabe des Frontsoldatenbundes. Herausgegeben vom NSDFB. (Stahlhelm) mit 17 Bildern in Kupfertiefdruck. Freiheitsoerlag, GmbH., Berlin W 68. — (151) — Nächt der nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitlers hatte der Stahlhelm, die Gründung des Frontsoldaten Franz Seldte, in den Jahren des deutschen Niederganges, den Gedanken der Front, des Zusammenstehens und der Befreiung von inneren und äußeren Fesseln am erfolgreichsten hochgehalten. Hier in diesem Buche ist in Bild und Schrift eine Geschichte dieses Weges vom Antreten des Frontsoldatenbundes bis zu jenem denkwürdigen Tage der nationalen Erhebung und weiter bis in das neue nationalsozialistische Deutschland hinein gegeben. Vorangestellt sind dem Buche die Namen jener Helden, die im Dienste des Stahlhelms ihr Leben für Deutschlands Befreiung ließen. Dann schildern führende Männer des Bundes feine Entstehung und feinen Weg, feine Organisation, feine politische und soziale Arbeit, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Sozialismus der Tat ist. Auf vielen Bilderseiten werden diese Darlegungen durch eindrucksvolle Dokumente der Zeitgeschichte, uns allen noch in frischer Erinnerung, ergänzt und erweitert. wieder nach Herzenslust tm nassen Element des Schwimmbades. 8 Nidda, 29. Juli. Ein erfreuliches Erlebnis hatte der hiesige 16jährige Emil Uhl, Schüler der Oberrealschule zu Gießen, und der 14jährige Realschüler Werner Croll dahier auf dem Ober- salzberg, als es ihnen am Ende einer über 400 Kilometer langen Fahrradtour nach Berchtesgaden gelang, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Hand in Hand und Auge in Auge gegen- überzustehen und etliche Worte mit ihm zu wechseln. Ihre Bitte um ein Autogramm wurde erfüllt. Kreis Schotten (•) Laubach, 29. Juli. Die Getreideernte nimmt infolge der trockenen, warmen Witterung einen raschen, guten Verlaus. Leider ist der Ertrag nicht überdurchschnittlich, da infolge der Hitze die Reise der Körner zu schnell vorgeschritten ist. Für die Kartoffelernte und die Gärten wäre ein ausgiebiger Regen dringend erwünscht. Kreis Alsfeld. * Homberg, 29. Juli. Der Steinbrucharbeiter Ludwig Kraus von hier zog sich bei feiner Arbeit eine schwere Beinverletzung zu und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. * Burg-Gemünden, 29. Juli. Auf dem nahen Hof Sorg ereignete sich ein Unglücksfall. Die 22jährige Tochter Paula der Witwe Backfisch stürzte beim Einbringen der Ernte von einem Erntewagen, geriet beim Sturz zwischen den Wagen und eine Mauer und erlitt dabei eine schwere Weichteilverletzung am rechten Oberschenkel. Die Verunglückte mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Sine verschmutzte jüdische Metzgerei in Grohen-L nden geschloffen. Auf Anordnung des Kreisamtes Gießen wurde tn Großen-Linden die Metzgerei des Juden Hermann Adler polizeilich geschlossen. Bei einer Revision des Betriebes durch die Gendarmerie wurde die Metzgerei in einem total verschmutzten und unordentlichen Zu st and vorgefunden. Im Schlachthaus und im Verkaufsraum hingen dieverstaubtenWändevoller Spinngewebe, in beiden Räumen hatten auch Katzen Unterschlupf gefunden. Auf der Ladentheke lagen vollkommen ungenießbare Fleisch teile, die von der Fleischbeschau zurückgewiesen worden waren und nach den ganzen Umständen von dem Juden verkauft werden sollten. Rücksichtsloser Autofahrer D L o l l a r, 29. Juli. Ein Unfall, der noch verhältnismäßig glimpflich verlief, trug sich auf der Straße nach Gießen zu ab. Als ein auf der Main-Weser-Hütte beschäftigter Arbeiter aus Altenoers sich mit dem Fahrrad nach Gießen begeben wollte, wurde er in der Nähe unseres Ortes von einem Auto umgefahren. Der Mann wurde hierbei in den Straßengraben geschleudert. Zum Glück trug er anscheinend außer Prellungen an Armen, Schu'tern, Brust und Rücken keine schwereren Verletzungen davon, doch ist er für einige Zeit arbeitsunfähig. Der Arbeiter ist um so mehr zu bedauern, als er erst kürzlich die Frau durch den Tod verlor und er fünf kleine Kinder zu versorgen hat. Der rücksichts- lose Autofahrer kümmerte sich nicht um sein Opfer, sondern fuhr ohne anzuhalten weiter. Landkreis Gietzen £ Heuchelheim, 29. Juli. Am Samstag und am Sonntag waren in unserem Orte Sänger aus dem Taunus zu Gast. Der Gesangverein ,L i e d e r k r a n z"-Heuchelheim hatte im Frühjahr gelegentlich einer Rheinfahrt den Gesangverein „A m i c i t i a" in Schmalbach im Taunus besucht und dabei Freundschaftsbande angeknüpft. In Erwiderung dieses Besuches kamen am Samstag die Gäste aus dem Taunus mit einem Omnibus hier an. Im Vereinslokal des Gesangvereins „Liederkranz" fanden sich die Sänger am Samstagabend zu einer schönen Feier ein. Nach dem Sängergruß begrüßte der Dor- sitzende des hiesigen Vereins die Gäste und sprach die Hoffnung aus, daß diese Zusammenkunft der Pflege des deutschen Liedes und der Geselligkeit dienen möge. Der Vorsitzende des Gesangvereins „Amicitia" Schmalbach dankte für die Gastfreund- schäft der Heuchelheimer, die durch ihre zahlreiche Anmesenheit bemiesen, daß sie den Gedanken echter Volksgemeinschaft richttg auffaßten. Beide Gesangvereine brachten im Laufe des Abends sehr schöne Lieder zu Gehör, die bei den Besuchern großen Beifall auslösten. Eine Musikkapelle sorgte für musikalische Unterhaltung, und bei Tanz und Gesang nahm die Feier in der Gartenmirtschast von Fritz V o l k m a n n einen mürdigen Verlauf. Am Sonntagmorgen machten die Heuchelheimer Sänger mit ihren Gästen einen Ausflug nach dem Gleiberg, nachdem inzmischen auch die Frauen der Schwalbacher mit einem Omnibus angekommen waren. Am Nachmittag fand im Dereinslokal des Gesangvereins „Liederkranz" noch eine kleine Abschiedsfeier statt. Bei bester Sttmmung fuhren die beiden Wagen mit den Schwalbacher Sängern um 18 Uhr zum Dorfe hinaus. CO Klein-Linden, 29. Juli. Unter guter Beteiligung der Eltern und Freunde feierte am gestrigen Sonntag die Kleinkinderschule ihr S o m m e r f e ft. Mit Blumen reich geschmückt, mar- schierten die Kleinen unter den Klängen des Posaunenchors von der Kleinkinderschule zum Festplatz im Burggarten. Hier boten sie nach einem Begrüßungs- gedicht Lieder und Spiele mannigfacher Art und echt kindlichen Gemütes, die von allen Besuchern mit viel Freude ausgenommen wurden. Pfarrer Bremmer sprach von der Freude und der Arbeit an den Kleinen und forderte zur Unterstützung der schwer um ihre Existenz ringenden Kinderschulstation auf. Er sprach allen Mitarbeitern am Werk, besonders aber Schwester Lina, für ihre aufopferungsvolle Arbeit Dank aus. Zum Schluß kam der Brezelwagen, von zwei Kleinen gezogen, und jedes Kind wurde durch Ueberreichung einer Brezel erfreut. Die Festkollekte mit 23,80 Mark fließt in die Kasse der Kleinkinderschule. y Watzenborn - Steinberg, 29. Juli. Am Samstagabend brachte der hiesige Gesangverein „Eintracht" unter der Stabführung des Dirigenten Georg Harnisch (Steinberg) seinem Mitgründer und Ehrenvorsitzenden Johannes Schäfer XI. zu seinem 8 0. Geburtstag ein Ständchen. Der Verein sang einige Volkslieder, die den fiorfibetagten zurückversetzten in feine Jugendzeit. Vorsitzender Karl Ruckelshaufen gedachte in herzlichen Worten der großen Verdienste, die der SOjäbriae sich in dem Verein erworben habe und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ein Geschenk. Der Jubilar dankte für diese Ehrengabe und gab dabei einen kurzen Ueberblick über die Vereinsgeschichte während seiner Amtszeit als Vorsitzender. Anschließend verbrachte man im Dereinslokal „Zum grünen Baum" einige gemütliche humorvolle Stunden. — Infolge der langanhaltenden Trockenheit kann die im Jahre 1929 angeschaffte P u m p a n l a g e die genügenden Wassermengen für die Gemeinde nicht mehr herbeischaffen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun die Anschaffung e i n e r ni? ue n Pumpe beschlossen, die in einer Minute 150 Liter Wasser in den Hochbehälter befördert. Weiter wurde beschlossen, daß die diesiährige Kirchweihe im Hinblick auf den Reichs-Parteitag in Nürnberg acht Tage früher, auf den 8. September, verlegt wird. y Watzenborn-Steinberg, 30. Juli. Der hiesige K i r ch e n ch o r unternahm mit 200 Teilnehmern am letzten Sonntag feinen diesjährigen Ausflug nach Bad-Nauheim. Dort wurde um 10 Uhr der Gottesdienst in der Dankes- kirche besucht, wo der Chor unter Führung seines Dirigenten Karl Sommer (Watzenborn) durch gesangliche Darbietungen den Gottesdienst verschönern half. Don selten der Kurgäste wurden dem Kirchenchor zahlreiche Anerkennungen zuteil. Nach gemeinsamem Mittagessen wurde der Johannisberg bestiegen und anschließend die Salmen besichtigt Um 15 Uhr wurden die Teilnehmer im Sprudelhof erwartet, wo unter Führung die unterirdischen Gänge und Badeanlagen besichtigt wurden. Hieran schloß sich ein dreiviertelstündiger interessanter IßorfTag. Die restliche Zeit b" A'.s-ntbaltes b.« Dekanatsfest des Evang. Bundes in Laubach. 0 Laubach, 28. Juli. Am heutigen Sonntag wurde in unserer Stadt das Dekanatsfest des Evangelischen Bundes gefeiert. Am Vormittag fand in der Kirche ein gut besuchter Gottesdienst statt, in dem der Direktor des Hess. Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht- Darmstadt, die Festpredigt hielt. Er sprach über den Text: „Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und stark!" In ernsten, eindringlichen Worten rief er die Gemeinde auf, getreu zu wachen und im festen, unerschütterlichen Glauben standzuhalten an dem Gott der Bibel, der unsere Stärke und Hilfe ist. Am Nachmittag sollte auf dem Ramsberg eine Versammlung unter Mitwirkung des Posaunenchors Einartshausen stattfinden. Da es jedoch anfing zu reanen, als die Gemeinde versammelt war, zog diese unter dem Klang der Posaunen hinunter zur Stadtkirche, wo der gemeinsame Gesang „Schönster Herr Jesu" die Feier eröffnete. Dann hielt Pfarrer Schmidt als Ortspfarrer die Begrüßungsansprache, die ausklang in dem Wunsche, daß Gottes Segen die Feier begleiten möge. Dann ergriff der Redner des Nachmittags, Pfarrer Heinemann (Brauerfchwend), das Wort zu einem mehr als einstündigen Vortrag über die Deutsche Glaubensbewegung. Während früher der auf.. J-JP! 2 5 i ä h r i g e treue D i e n ft 3 e it [ bid)ten Schläuchen auch nicht zum Ziele führte, so fitv htA X t A Tt a' a wi a , vi X a avhahmI man das Wasser aus dem Hohen st einer Flurschutz für bte hiesige Gemeinde ernannt und Bach auf natürlichem Wege zufließen, wenn auch 29. Juli. Begünstigt durch die trockene Witterung schreitet die Ernte ungemein rasch fort. Fast allenthalben ist der Schnitt des Korns beendet, und bald wird man überall die Dreschmaschinen brummen hören. Endlich ist nun auch der lang ersehnte Regen eingetreten, den besonders Kartoffeln, Klee, Dickwurz usw. nötig hatten. Während für die an der Lumda gelegenen Wiesen die Aussichten für die Grummeternte im allgemeinen nicht als schlecht zu bezeichnen sind, kann das,oon den höher gelegenen Wiesen nicht gesagt werden. Ein durchweichender Regen wäre jedenfalls von Vorteil. § Mainzlar, 29. Juli. Die hiesige Orts- gruppenwaltung der DAF. hatte am Samstagabend sämtliche DAF. - Walter der Orte Mainzlar, Staufenberg und Daubringen zu einem Appell bei Gastwirt Weimer in Daubringen zusammengerufen. Ortsgruppenwalter E. Schlapp leitete den Abend. Ortsgruppenwalter L. Vogel sprach über organisatorische Fragen. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache mit den sehr zahlreich erschienenen Block- und Zellenwaltern, sowie den KdF.-Warten an. Der Appell fand mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer seinen Abschluß. Anschließend blieb man noch einige Zeit kameradschaftlich beisammen. 4- Grünberg, 29. Juli In unserm Volks- schulgebäude, erbaut im Jahre 1889, sind die steinernen Treppenaufgänge derart ausgetreten, daß eine Ausbesserung dringend nötig ist. In einer eiligen Gemeinderatssitzung wurde diese Arbeit gutgeheißen. Es ist geplant, Plättchenbelag auf die Steine aufzulegen. Die Arbeit soll möglichst sofort begonnen werden, damit sie mit Ferienschluß beendet ist. O Grünberg, 29. Juli. Der hiesige S A. - Sturm 3/116 führte am Sonntag zwei weitere Hebungen des Reichswettkampfes durch: Kleinkaliberschießen und 1000-Meter-Hindernislauf. Im Schießen wurde eine Durchschnittszahl von 78 Ringen erreicht. Beim Hindernislauf, der unter Leitung von Obersturmführer F a u l st i ch (Mendorf a. d. Lda.) durchgeführt wurde, ergaben sich Zeiten von 4.48 Minuten bis 6.25 Minuten. Anwesend waren auch Standartenführer Lutter und Sturmführer Junker, welch' letzterer nochmals in einer Ansprache auf die Bedeutung des Reich- wettkampfes der SA. hinwies. > Queckborn, 29. Juli. Durch das anhaltend ttockene Sommerwetter ist die Ernte in unserer Gemarkung sehr weit fortgeschritten. Korn und Gerste sind bereits eingebracht. Mit dem Schnitt von Weizen und Hafer wurde begonnen. Die beiden Dreschmaschinen arbeiten bereits. Nach dem Körnerund Strohertrag kann man von einem guten Durchschnittsergebnis sprechen. — Die Bautätigkeit in unserem Orte ist in diesem Jahre nicht so rege, wie im Jahre vorher. Es werden einige An- und Umbauten ausgeführt und außerdem zwei Scheunen erstellt. Z L i ch, 29. Juli. Mit der Versetzung des Nachtwachedienstes in unserer Stadt ist Hans Korb (Lich) beauftragt und vom Kreisamt Gießen als Nachtwächter vereidigt worden. — Bettenhausen, 29. Juli. Die Landstraße von hier nach Langsdorf wird gegenwärtig um etwa einen Meter verbreitert. Der Fußpfad an der Zwetschenpflanzuna ist ausgehvben und mit Stücksteinen befestigt worden. Die Schotterauflage auf dem neuen Straßenstreifen sowie die Eindeckung für das neue Straßenprofil werden mit der Dampfwalze befestigt. Mit der Verbreiterung der vielbenutzten Straße wird einem lange gehegten Wunsche der Bevölkerung Rechnung getragen. — Für jeden Obstfreund ist es Heuer eine Freude, an der Staatsstraße von hier nach Bellersheim die überreich behangenen Birnbäume zu betrachten, während überall gerade für Birnen recht schlechte Ernte-Aussichten bestehen. Es ist die Sorte Neue Potteau, von der die Bäume zum Brechen vollhängen. —Die anhaltende Trockenheit macht dem Landmann wegen des knapp werdenden ©rünfutters Sorge. Der Kleeschnitt wächst nur dürftig nach, so daß bereits die Dickwurz geblättert werden müssen. Das ausgesäte Erbsenmischfutter ist schlecht aufgelaufen. ■ Hungen, 29. Juli. Dem Vorsteher des hiesigen Finanzamts, Regierungsrat Sieger, wurde aus Anlaß seines 40jährigen Dienstjubi- läums in einem Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers dessen Dank und Anerkennung ausgesprochen. — Dank des günstigen Wptters der lebten Wochen schreiten die Erntezur Abfahrt des Zuges verbrachte man am und auf dem Teich. Die recht schönen Stunden werden allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. 0 ©rüningen, 29. Juli. Wie in vielen Gemeinden, so wurde auch bei uns mit der Verzettelung des Kirchenbuches begonnen. Die mühevolle und schwierige Arbeit, die sich über einige Wochen erstrecken dürfte, wurde von Studienreferendar Wilhelm Fay übernommen. — Die Erntearbeiten in unserer Gemarkung sind in vollem Gang. Die Roggen- und Gersteernte sind schon abgeschlossen. Der Körnerertrag ist im Vergleich zu dem vergangenen^ Jahr geringer. Im Laufe dieser Woche wird mit dem Schnitt von Weizen und Hafer begonnen; damit setzt bei uns erst die eigentliche Fruchternte ein, da der Anbau dieser Getreidearten in unserer Gemarkung in weit größerem Maße erfolgt als die Aussaat von Roggen und Gerste. — Steinbach, 29. Juli. Noch ist die Ernte im Gange, Hafer und Weizen stehen zum Teil, da hat seit Samstag auch das Dreschen bereits eingesetzt. Auf der Höhe vor dem Dorfe stehen die Dreschmaschinen im Betrieb. wg. Großen-Buseck, 29. Juli. Der hiesige Polizeidiener August Pfeiffer kann am 1. August SJL-’SpoTt Nemeth drei weitere ungarische Tore. Nach dem, Wechsel erhöhte Boszi auf 5:1, dann kam Deutsch-| Gießen, Reifere große Erfolge der „16. Mn // Hoffmanns Rhön-Strecken-Weltrekord viermal überboten Das 1. Gaufest des RsL.in Gießen land durch Schirrmeister auf 5:2 heran, aber Ungarn stellte durch Nemeth die alte Differenz wieder her. Gegen Schluß kam Deutschland nochmals stark auf und erzielte auch durch Schulze einen dritten Treffer. Die übrigen Begegnungen des Tages sahen Schweden mit 2:0 (2:0) über Frankreich und Belgien mit 4:0 (2:0) über Südslawien siegreich. Deutschland kann am letzten Tage noch den zweiten Platz erreichen, wenn es seinen Kampf gegen Frankreich gewinnt und Schweden von Belgien geschlagen wird. Englands Sieg um den Davis-Pokal. Der Davispokal wird ein weiteres Jahr im Besitz der Engländer verbleiben, nachdem sich die Briten am Montag schon den zum Sieg notwendigen dritten Punkt gegen Amerika sicherten. Hughes-Tuckey schlugen das amerikanische Doppel Allison-van Ryn in fünf Sätzen 6:2, 1:6, 6:8, 6:3, 6:3. ninger zu den Deutschen Meisterschaften nach Frankfurt a. M., und Golf hat die leider zum gleichen Zeitpunkt ausgeschriebenen „offenen Golfwettspielen" des Hessischen Staatsbades in Bad-Nau- heim zu beschicken. Dieser r e st l o s e Einsatz der genannten Ortsgruppe für die große gemeinsame Sache darf als vorbildlich bezeichnet werden, zeigt er doch, daß man die Bedeutung des Gaufestes für Leibesübungen, dieser ersten Gemeinschaftsveranstaltung der geeinten deutschen Leibesübung, voll und ganz zu würdigen versteht. Oer weiße Sport beim Gaufest. Im Rahmen des bevorstehenden ersten Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII — Hessen in Gießen, kommt auch das Tennis zur Geltung, ein Sport, in dem Deutschlands Spitzen- Der packendste Kampf bei den Deutschen Rudermeisterschaften auf dem Baldeney-See bei Essen war der um die Achter-Meisterschaft, dessen Endphase unser Bild zeigt. Als Erste gingen die Berliner Berbands- mannschasten I und II durchs Ziel, während sich der Mainzer RB. mit dem dritten und die RG. Leipzig mit dem vierten Platz begnügen mußten. — (Schirner-M.) legung einer Strecke von etwa 500 Kilometer in Brünn landeten. Es sind dies: Oelh. s ch n e r auf „Kondor" und Bräutigam auf „B 10“, beide Luftfportlandesgruppe Dresden; Heinemann (Hamburg) auf „Rhön- fperber“ und S t e i n h o f f (Weimar) auf „Rhönadler“. Die Landemeldungen von S p a e t h e (Dresden), B a r t a u n e (Hannover) und Heini D i t t m a r, der heute erstmalig außer Konkurrenz startete, stehen noch aus. Der Segelflieger Heidrich (Essen), um den gestern bereits große Besorgnis im Fliegerlager 'Wasserkuppe bestand, meldete heute morgen seine Landung nahe der tschechischen Grenze in etwa 230 Kilometer Entfernung. Im Laufe des heutigen Tages trafen u. a. der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, und Kronprinz Wilhelm auf der Wasserkuppe ein, um sich den „Betrieb" anzusehen und sich einige Stunden im Kreise der Flieger wohlzufühlen. 4X100°m°Staffel: 1. BfB.-R. 60 Sek.; 2., Limburg, 61,2 Sek.; 3. Tv. Bad Homburg, 62,2 Sek. Die Gießener in der Aufstellung: Gusti Heberling, Anni Heller, Friedel Fischer und Gustel Luh; auf Außenbahn laufend errangen die Gießener Damen einen feinen Siea. Kugelstoßen: 1. G. Luh, BsB.-R., 8,48 m; 2. Guth, Bad Homburg, 8,38 m; 3. Taue, Bad Die „16. Rhön", die am nächsten Sonntag ihr Ende nimmt, trat mit dem gestrigen Montag in die zweite Woche der diesjährigen Veranstaltung ein. Gestern bot sich den Besuchern vom frühen Morgen an ein völlig anderes Bild, als am fast fluglosen Sonntag. Der frische Westwind war so recht für Ueberlandflüge geschaffen. Insgesamt wurden über 40 Streckenflüge ausgeführt. Einige Piloten allerdings, die sich zu früh vom Westhang entfernten, mußten ihren anerkennenswerten Eifer mit vorzeitiger Landung im Vorgelände der Wasserkuppe bezahlen. Etwa 20 Segelflieger landeten ihre Maschinen in der Gegend von Lichtenfels, Bayreuth und Weiden (Entfernung zwischen 120 und 200 Kilometer). Der Lufthansa-Pilot Nein brachte seinen „Kondor" sicher bei Marienbad zur Erde (etwa 210 Kilometer), Kreckel (Darmstadt) seinen „Rhönsperber" bei Karlsbad (220 Kilometer) und Blech (Breslau) seinen „Rhönbussard" bei Ronsperg (etwa 230 Kilometer), alle auf tschechischem Boden. Diese Leistungen wurden jedoch in den Schatten gestellt durch den Erfolg der nach, stehenden vier Segelflieger, die nach Zurück- Homburg, 8,21 m. , Hochfprung: 1. Kroll, FSV. Frankfurt, 1,35 m; 2. Friedel Fischer, VfB.°R., 1,35 m (durch Stechen entschieden); 3. Buff, Bad Homburg, 1,30 m; 4. Gustel Luh, VfB.-R., 1,30 (durch Stechen entschieden). _ Weitsprung: 1. Kroll, FSV. Frankfurt, 5,10 m; 2. Stritter, Limburg, 4,48 m; 3. Gustel Luh, VfB.-R., 4,22 m. 100 Meter: 1. Kroll, FSV. Frankfurt, 13,8 Sek.; 2. Stritter, Limburg, 14,2 Sek.; 3. Elfriede Schmidt-, VfB.-R., 14,6 Sek. 2 0 0 Meter: 1. Kroll, FSV. Frankfurt, 28,8 Sek.; 2. Elfriede Schmidt, VfB.-R., 31,7 Sek.; 3. Luise Weber, VfB.-R., 32,8 Sek. Die Gießene- rinne-n zeigten sich auf dieser Strecke von der besten Seite, wenn sie auch die Gaumeisterin des Gaues Südwest nicht schlagen konnten. Aktive Klasse I: Speerwerfen: 1. Erwin Jakob, VfB.-R., 52,10 m; 2. G. Pieh, VfB.-R., 48,10 m; 3. Krämer, Diez, 42,80 m. Jakob zeigte sich abermals als sicherer Werfer. Kugel st oßen: 1. Werner, Weilmünster, 12,47 m; 2. Stockschläger, Betzdorf, 12,27 m; 3. G. Pieh, VfB.-R., 11,48 m. Diskuswerfen: 1. Stockschläger, Betzdorf, 33,05 m; 2. G. Pieh, VfB.-R., 31,10 m; 3. E. Jakob, VfB.-R., 30,90 m. Hochsprung: 1. Werner, Weilmünster, 1,65 m; 2. G. Pieh, VfB.-R., 1,65 m; 3. Fischer, Betzdorf, 1,65 m (durch Stechen entschieden). 4X100-Meter-Staffel: 1. VfB. Diez, 47 Sek.; 2. VfB.-Reichsbahn, 47,7 Sek.; 3. Jugend- Reichsbahn Betzdorf, 48,3 Sek. Die VfB.er in der Aufstellung Siegmund, R. Fischer, Jakob, Huppert. 1500 Meter: 1. Seibert, Staffel, 4:31,2 Min.; 2. Sobezak, VfB.-R., 4:35 Min.; 3. Schwerdtel, Limburg, 4:35 Min. Brustbreite zurück. 800 Meter: 1. Seibert, Staffel, 2:08,4 Min.; 2. Pfaff, VfB.-R., 2:15,4 Min.; 3. Klappert, Betzdorf, 2:16 Min. 5000 Meter: 1. Schwerdtel, Limburg, 17,24 Min.; 2. Pfaff, VfB.-R., 17:34,6 Min.; 3. Rauch, Limburg, 17:38 Min. 110 Meter Hürdenlauf: 1. Feger, Diez, 20 Sek.; 2. Schwerdtel, Limburg, 21 Sek.; 3. Pieh, VfB.-R., 21,4 Sek. Pieh lief die Hürden zum ersten Male Rad-Meisterschasten beendet. Auf der Erfurter Radrennbahn wurden am Montag die am Sonntag wegen des Regens abgebrochenen Bahnmeisterschaften der deutschen Radamateure zu Ende geführt. Im Zweisitzerfahren setzten sich Klöckner-Hoffmann (Köln-Frankfurt) erfolgreich durch, nachdem Merkens-Karsch (Köln- Leipzig), die lange Zeit in Führung gelegen hatten, auf der Innenbahn eingeschlossen worden waren. Zum Einzelfahren über 25 Kilometer traten 14 Bewerber an; Meister Merkens fehlte, da er am Sonntag an den Vorläufen nicht teilgenommen hatte. Im Anfang lagen Hubrich (Berlin) und Nitel (Dresden) in Führung, die zeitweise recht groß war und 100 Meter betrug. Später schloß das Feld auf, dann ging aber der Berliner Bartels davon, der, da er auch nicht verfolgt wurde, seinen Vorsprung immer mehr ausdehnen und schließlich Rennen und Meistertitel gewinnen konnte. Ergebnisse: Z w e i s i tz e r f ach r e n : 1. Klöckner-Hoffmann, 2. Merkens-Karsch, 3. Jung-Rosenlöcher, 4. Jhbe- Hasselberg. Einzelmeisterschaft über 25 Kilometer: 1. Bartels (Berlin) 34:59, 2. Fiedler (Dresden), 3. Pietsch (Dresden), 4. Juno (Dresden), alle 200 Meter zurück, 5. Nitel (Dresden), eine Runde zurück, 6. Hoffmann (Klein-Steinheim), eineinhalb Runden zurück. Ungarn Sieger im Wasserballturnier. Deutschland 6:3 (4:1) besiegt. Beim Wasserballturnier in Brüssel um den Kle- belsbergpokal ist die Entscheidung bereits am vorletzten Spieltage gefallen. Ungarn besiegte Deutschland mit 6:3 (4:1) und erreichte damit 8:0 Punkte, eine Zahl, die von keiner anderen Nation mehr erreicht werden dürfte, da die Magyaren am letzten Tage gegen Südslawien einen hohen Sieg erringen ollten. Deutschland hielt sich in diesem Treffen ausgezeichnet, es hatte aber wieder das Pech, m dem Belgier Delahaye einen Schiedsrichter anzutreffen, der es in unverantwortlicher Weife benachteiligte. Delahaye gab eine ganze Anzahl von berechtigten 4-Meter-Würfen gegen Ungarn nicht. Der Kampf begann mit einer Üeberrafchung, denn Schulze sandte einen Bombenschuß zum 1:0 für Deutschland ms ungarische Tor. Es dauerte aber nicht lange, da hatte Ungarn durch Boszi ausgeglichen und bis zur Pause schossen Nemeth, Boszi und noch einmal Vorbildliche Zusammenarbeit einer Ortsgruppe des Alle Iachämler beteiligen sich am Gaufest in Gießen. Die letzte Sitzung der von Studienrat Dietz geleiteten Ortsgruppe Bad-Nauheim des R f L., die sich in der Hauptsache mit dem Gaufest des RfL. in Gießen beschäftigte, führte au dem Ergebnis, daß die Vertreter der 12 verschiedenen örtlichen Fachämter sich fast ausnahmslos für die Beteiligung am 1. Gaufest der Hessen aussprachen. Es werden am 4. August — z. T. recht stark — in Gießen vertreten sein: Turnen, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Boxen, Schießen, Tennis, Skilauf, Wandern und Kegeln. Die Fechter begleiten an diesem Tage die Bad-Nauheimer DT.-Gaumeisterin Christel Grö- DfD.-Reichsbahn-Leichtathletik. Erfolgreiches Abschneiden in Limburg. Der Start der Leichtachleten und Frauenabteilung in Limburg beim „Nationalen" der Turn- und Sportgemeinde VfR. 07 - Reichsbahn gestaltete sich sehr erfolgreich. Besonders die Frauen waren diesmal sehr gut und warteten teilweise mit ganz vorzüglichen Ergebnissen auf. Große Freude löste be- sonders der Sieg in der 4X100-Meter-Staffel aus. Die Laufzeiten find infolge des Windes nur relativ zu werten. Die Ergebnisse: JrauenHaffe: Achter-Kamps der DeutschenMdermeisterschasten spieler gerade in letzter Zeit großartig^ Erfolgs «* rungen haben, daß die ganze Welt aufhorchte. Mit dem vorläufigen Meldeergebnis zum Gaufest darf man zum mindesten in qualitativer Beziehung zufrieden sein. Eine Reihe von Spielern mit anerkannter Spielstärke und größerer Turniererfahrung haben bereits ihre Nennungen abgegeben, so daß die bevorstehenden Kämpfe einen interessanten Verlauf zu nehmen versprechen. Für die Einzelkonkurrenzen haben bis jetzt insgesamt ca. 50 Sportler und Turner genannt. Das Männer-Einzel wird irt zwei Klassen gespielt, damit auch die Spielschwäche« ren Gelegenheit haben, nicht nur einen sondern mehrere Kämpfe auszutragen. u Ä Die Entscheidungen dürsten auf Grund des Melde« ergebnisses im Männer-Einzel liegen zwi« scheu Dr. Tüscher-Kassel, Hamel-Hanau, Pfad-Bad- Nauheim, Hilmer, Scheel und Tüscher II. (alle Kassel), im Frauen-Einzel zwischen Barchfeld- Kassel, Weckesser-Marburg, Eyer-Bad-Nauheim und Berg-Gießen. Bezüglich der Doppelspiele läßt sich eine Voraussage nicht geben, da eine ganze Reihe von Spielern nicht paarweise genannt hat und die Zusammensetzung erst nach Dorliegen amtlicher Meldungen erfolgt. Die Wettspiele werden auf den Städtischen Tennisplätzen ausgetragen. Verbilligte Fahrkarten Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., Mainz und Kassel haben zugestanden, daß den Festteilnehmern, die noch nicht im Besitze der neuen Mitgliedskarten des Reichsbundes für Leibesübungen sind, die Fahrpreisermäßigung von 50 v. H. doch gewährt werden kann, wenn sie beim Reiseantritt die Mitgliedskarten ihres Vereins oder eine Bescheinigung ihres Vereinsführers, daß der Teilnhmer Mitglied des RfL. ist, beim Lösen der Fahrkarten vorlegen. Sonntagsrückfahrkarten werden von allen Bahnhöfen des Gaugebiets nach Gießen ausgegeben und gelten zur Hinfahrt vorn Samstag, 3. August ab 0 Uhr. Oie Festkleidung der Turnerinnen und Sportlerinnen beim Gaufest in Gießen. Die Gaustanenwartin des Gaues XII, Friedel Kasten, teilt mit: Es entspricht deutscher Sitte und deutschem Brauch, daß die Frau auf der Straße einen Rock trägt. Deshalb verbietet eine Verfügung des Reichssportführers von Tscham- mer und Osten auch Werbe- und Festzüge im Turn- und Sportdreß. Alle Turnerinnen und Sportlerinnen beteiligen sich am großen Festzuge beim 1. Gaufest des RfL. in Gießen. Wir zeigen auch nach außen, daß wir in treuer Sportkameradschaft an der Seite des Mannes stehen. Im Sonntagskleid wollen wir nicht mitmarschieren, inj Sportdreß können wir nicht mitmarschieren, wir brauchen also eine Einheitskleidung. Die Turnerinnen tragen das weiße Festkleid. Soweit es den Sportlerinnen aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist, sich ein Festkleid zu beschaffen, tragen sie einen dunkelblauen Rock und eine weiße Hemdbluse und dunkelblauen Binder. Die Fechterinnen, deren Arbeitskleidung schon mit Rock versehen ist, marschieren selbstverständlich in ihren schmucken, weißen Festanzügen. Kleinkaliberschießen in Blitzenrod. Am Sonntag fanb auf dem neuerbauten und ideal gelegenen Schießstand des Klein-Kaliber- Schützenvereins Blitzenrod das diesjährige Der- bandskreisschießen statt. Die Beteiligung der Kreis- vereine war sehr gut. 172 Schützen nahmen teil. 22 jugendliche Schützen traten ebenfalls zum Wettkampf an. Das Schießen galt als Auswahlschiehen für die kommenden Wettbewerbe im Bezirk, im Gau und im Land. Die Kreismeisterschaft errang mit dem sehr guten Ergebnis von 420 Ringen der Klein-Kaliber-Schützenverein Blitzenrod. Der gleiche Verein stellte auch mit seinem Mitglied List den Einzelmeister der Altschützen mit dem vorzüglichen Ergebnis von 99 Ringen. An zweiter Stelle folgte im Mannschaftskampf der Schützen über 21 Jahre die erste Mannschaft von Lanzenhain mit 394 Ringen, während sich die ersten Mannschaften von Lauterbach und Landenhausen mit 392 Ringen in den dritten Platz teilten. Im Mannschaftskampf der Schützen von 17 bis 21 Jahren siegte die Jungmannschaft von Lanzenhain mit 359 Ringen und errang sich damit die Teilnahmeberechtigung am Bezirksschießen. Zweiter wurde die Mannschaft von Engelrod mit 271 und dritter die Mannschaft von Blitzenrod mit 253 Ringen. Kurze Sportnotizen. Durch einen Diebstahl wurde Deutschlands Tennismeister Gottfried von (Stamm schwer geschädigt. Bei den Nationales Meisterschaften in Braunschweig wurde ihm aus der Garderobe fein Anzug entwendet, in dessen Taschen sich neben einem größeren Geldbetrag sämtliche Ausweise und eine goldene Uhr befanden, die einen Ehrenpreis des Deutschen Tennisbundes darstellte. * (Sin Basfettbad - Länderkampf kam im Lager Neustrelitz zwischen deutschen und amerikanischen Studenten zum Austrag Die deutsche Mannschaft hielt sich in dieser neu eingeführten Sportart sehr gut und verlor den Kampf nur knapp mit 14:21 (9:10), wobei die 7 Minuspunkte aus vermeidbaren Strafwürfen wegen technischer Fehler herrührten. Keine Blähungen mehr! Blähungs- und Verdauungsvulver. Frei von Chemikalien. Nicht abführend. Vorz. erprobtes Mittel bei Gefühl des Vollseins in der Magengegend. Spannung u. Beengung im Leibe, Luftausstosten, Atemnot, Beklemmung, Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel, Unfähigkeit klar zu denken, Gemütsverstimmung. Schlechte Verdauung wird behoben übermäßige Gas' bildung verbind., Blähungen auf natürl. 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