Nr. 76 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, 30. März 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern «folge höherer Gewalt Sernsprechanschlüffe Anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Der Minister wünscht die Diskretion zu wahren, bis auch die Berichte seines Kollegen und Reisebegleiters Eden aus Moskau, Warschau und Prag vorliegen. Dann wird das Ergebnis der Erkundungsfahrten als Ganzes verarbeitet und gewertet werden können. Der britische Außenminister weiß natürlich so gut wie die deutsche Regierung, warum in einer nervösen Atmosphäre doppelte Vorsicht am Platze ist, wenn nicht durch irgendwelche unzeitgemäße Aeußerungen die größte Delikatesse erfordernden diplomatischen Verhandlungen erschwert, ja unter Umständen gar kaputtgemacht werden sollen. Aber es ist das Schicksal aller solcher notwendigerweise in kleinstem vertrautem Kreise gepflogener politischer Besprechungen, daß je weniger Authentisches aus dem Beratungszimmer an die Oeffentlichkeit dringt, je mehr eine gewisse Presse bemüht ist, auf der Suche nach Sensationen, ihren politischen Phantasien und Kombinationen die Zügel schießen zu lassen, statt sich an die amtlichen Verlautbarungen zu halten, die ja, wie Sir John Simon im Unterhaus bestätigt hat, dem Charakter des Berliner Besuches als Erkundungsfahrt Rechnung tragend, lediglich von einer Klarstellung der beiderseitigen Auffassungen über die im Londoner Protokoll vom 3. Febr. angeschnittenen Fragen sprechen konnten. Wenn namentlich aus Paris, Rom und Moskau der Widerhall des Berliner Besuchs recht aufgeregt und nervös klingt und das Urteil der Preße unter Verzicht auf ruhige Sachlichkeit sich in Kombinationen und Behauptungen ergeht, die keinerlei Greifbare und stichhaltige Unterlagen erkennen lassen, so nimmt das nicht weiter wunder nach der Begleitmusik, die die gleiche Presse zu Beginn der Berliner Reise Simons bereits angestimmt hatte. 5n Paris herrscht nach wie vor die heimliche Angst vor, aus der persönlichen Fühlungnahme des britischen Außenministers mit denz. Führer des nationalsozialistischen Deutschlands könnte doch ein besseres Verständnis für die Beweggründe der deutschen Außenpolitik herausgesprungen sein, ja vielleicht gar eine menschliche Annäherung, die für die Zukunft den Engländern eine allseitigere Einstellung zu den großen europäischen Problemen erlauben würde, als bisher, wo man in London kontinental- europäische Dinge durch die französische Brille zu beschauen sich gewöhnt hatte. Hatte man in Paris trotz der Unterstützung gewisser frankophiler Kreise im britischen Foreign Office und in der Konservativen Partei die Berliner Reise Simons nicht verhindern können, so wird doch wenigstens nachträglich mit allen Mitteln der Versuch gemacht, die deutsch-englische Unterhaltung ihrem Sinn nach zu verfälschen, indem man Ergebnisse abstreitet, die überhaupt nicht erwartet werden konnten, und den Beteiligten Forderungen in den Mund legt, die zwar den Stempel des Unwahren deutlich an der Stirn tragen, aber trotzdem geeignet sind, in der allgemeinen Nervosität alarmierend und verwirrend zu wirken, womit denn ja auch das tiefere Ziel dieser Sensationsmacherei um jeden Preis erreicht fein dürfte. Man kann nur hoffen, daß sich «die -für den Gang der Politik Verantwortlichen durch diese Quertreibereien nicht beirren lassen in der Verfolgung des Ziels, einmal durch eine allseitige offene und ehrliche Aussprache eine Klarstellung der politischen Auffassungen, eine Bereinigung der politischen Atmosphäre und dann im weiteren Verfolg eine wahrhafte Zusammenarbeit aller Mächte zur Sicherung des europäischen Friedens durchzusetzen. Sir John Simon hat in seiner kurzen Erklärung im Unterhaus bereits gegen diese unverantwortlichen, zu sehr durchsichtigen Zwecken unternommenen Quertreibereien Front gemacht. Er hat gewiß damit auch neben den phantasiereichen Schilderungen in der französischen, italienischen und sowjetrussischen Preffe seinen besonderen Freund, den „Daily Telegraph" gemeint, der schon mehrmals versucht hat, dem ihm unbequemen Außenminister ein Bein zu stellen, und der nun seinen französischen Freun- den zuliebe mit lügenhaften Behauptungen über die Berliner Besprechung politische Brunnenvergif- tung großen Stils betreibt. Simon hat die Nützlichkeit einer direkten Aussprache zu zweien, wie sie ja der Führer von jeher als bestes Mittel für die Anbahnung einer allseitigen Verständigung propagiert hat, warm anerkannt, auch wenn dabei „ein beträchtliches Abweichen der Meinungen" festgestellt werden muß. Eine künstliche Panikstimmung zu erzeugen, wie es eine gewisse Presse in Paris, Rom und Moskau anscheinend als ihre Aufgabe betrachtet, liegt jedenfalls nicht der geringste Grund vor, wenn man nicht eben den graddzu verbrecherischen und das allgemeine Friedensbedürfnis der Völker Europas verhöhnenden Zweck, verfolgt, jede Annäherung zwischen Deutschland und den drei anderen großen, sich für die europäischen Geschicke verantwortlich fühlenden Nationen zu Hintertreiben und damit die Tendenz der Gruppen- und Fronten- 6Übung zu fördern, die schon in der politischen Entwicklung der Vorkriegs-Aera so' verhängnisvolle Folgen gehabt hat. Eine besondere Rolle in diesem Kampf von krassen Machtgelüsten, gefährlicher Intrigensucht und blin- dem Mißtrauen gegen die politische Vernunft spielt S o w j e t r u ß l a n d. Die Furcht, in einer drohenden kriegerischen Auseinandersetzung mit Japan Edens Besprechungen in Moskau. Eine Zusammenkunft mii (Statin. — Besserung der Beziehungen sestgestetti. Moskau, 29. März. (DRV.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet: 3n einer Inständigen Unterredung zwischen Eden und Litwinow wurde der Meinungsaustausch über alle früher berührten Fragen fortgesetzt. Der britische Minister und der Volkskommissar tauschten auch Meinungen über die Entwicklung der englisch-sow- jetrussischen Beziehungen aus und stellten mit Befriedigung ihre bedeutende Besserung fest. Ls wurden Dege erörtert, die sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder weiter festigen sollen. Am Freitagnachmittag fand im Kreml, im Arbeitsraum des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, M o l o t o s s, eine Unterredung des Grohsiegelbewahrers Eden mit dem Generalsekretär der kommunistischen Partei Stalin statt, die über eine Stunde dauerte. An der Unterredung nahmen Lord L h i l st o n, Lord Lranburne, der Direktor im Foreign Office, Strang, Molotosf, Auhenkommissar Litwinow und Botschafter M a i s k i teil. Rach der Unterredung erklärte Eden englischen Journalisten, daß die Unterredung interessant und eindrucksvoll gewesen sei. Anschließend besichtigten die englischen Gäste den Kreml. Morgen ist Eden mit seinen Begleitern Gast bei Litwinow zu einem Frühstück in kleinerem Kreise, das in einem Landhaus Litwinows bei Moskau stattfindet. e Der Eindruck in London. London, 30. März. (DNB.-Funkspruch.) Die englische Presse berichtet ausführlich über -die Besprechungen des -ordsiegelbewahrers Eden in Moskau insbesondere über seine Zusammenkunft mit Stalin. Allgemein wird betont, daß beide Seiten über den Verlauf der Unterredung zufrieden seien, gleichzeitig wird aber auch darauf hin gewiesen, daß Eden die englische Regierung in keiner Weise fest gelegt habe, da seine Besprechungen von vornherein nur zur Unterrichtung bestimmt seien. „Times" berichtet aus Moskau, daß in der Unterredung zwischen Stalin und Eden dieselben Fragen wie bei der Besprechung mit Litwinow erörtert worden seien, nämlich die englisch-französische Erklärung vom 3. Februar und die Auswirkung der Berliner Besprechungen. Das Wissen und die Auffassungskraft Stalins in internationalen Angelegenheiten habe einen tiefen Eindruck auf den englischen Besucher gemacht. Ls zeige sich bereits, daß der Besuch Edens viel dazu beigetragen habe, um das Mißtrauen Moskaus zu zer ft reuen. Man verstehe in Moskau zwar wohl, daß d i e Sympathien des englischen Volkes mehr nach Berlin als Moskau gerichtet feien, aber nach fowjetrufsifcher Ansicht müsse England seine privaten Freundschaftsgefühle den Interessen des Friedens unterordnen. In Moskau glaube man jetzt, daß einer der nächsten Schritte der Vorschlag eines s r a n z ö s i sch - r u s s l sch - t s ch e ch o- slowakischen Paktes der gegenseitigen Unter st ühung sein werde. Von sowjetrussischer Seite werde voraussichtlich nicht verlangt werden, daß England sich auf einem solchen Vertrag festlege. Alles, was man wünsche, sei, daß England nichts gegen derartige Bemühungen zur Erzielung der Sicherheit in Osteuropa unternehme und nicht andere ermutige, ihnen Widerstand entgegenzusetzen. Rach sowjetrussischer Ansicht werde eine englische Unterstützung der deutschen Ablehnung des Ostpaktplanes gleichbedeutend damit sein, daß Deutschland freie Hand im Osten erhalte. Rur die Londoner Vorschläge in ihrer Gesamtheit böten eine angemessene Friedensgarantie. „Daily Telegraph" meldet aus Moskau, Eden habe sich anscheinend besonders bemüht, die Befürchtungen Sowjetrußlands zu zerstreuen, daß England ein Vorurteil gegen irgendein Land oder System habe. Die Annahme, daß Sowjetrußland Angriffspläne hege, habe bisher keine Grundlage in den Moskauer Besprechungen gefunden. Die vorliegenden Informationen gingen vielmehr dahin, daß Sowjetrußland vollauf mit innerpolitischen Angelegenheiten beschäftigt sei. Eden und Stalin seien sich auch darüber einig gewesen, daß b t e Konferenz von Stresa möglicherweise ein Wendepunkt für den Weltfrieden werde. Von beiden Seiten sei die Hoffnung ausgesprochen worden, daß Deutschland an einem etwaigen Plan für die Aufrechterhaltung des Friedens, der auf der Strefaer Konferenz aufgestellt werden könne, m i t a r b e i t e n werde. Als Folge der Verhandlungen mit Eden fei Sowjetrußland bereit zu der Anerkennung guter politischer und Handelsbeziehungen mit Großbritannien in allen Teilen der Welt. „Daily Mail" und „Daily Expreß" heben hervor, daß die Frage der kommunistischen Propaganda in den britischen Staaten bei den Moskauer Besprechungen gar nicht zur Sprache gekommen sei. Der liberale „News C h r o n i c I e" veröffentlicht unter der Überschrift „Eine englisch-russische Entente" einen Bericht seines Sonderberichterstatters, in denk es u. a. heißt, Eden könne in London berichten, daß es heute keinen friedlicheren Staat in der Welt gebe, als Sowjet- ruß l a n d. Die englische Friedensbewegung müsse annehmen, daß Rußland zu einem organisierten Frieden bereit sei und daß man sich auf Sow- jetrußland a l s einen zuverlässigen Verbündeten verlassen könne. Der wichtigste Punkt der Mission Edens in Moskau sei jedoch, daß es ihm gelungen fei, zum ersten Male feit dem Weltkriege die Möglichkeit für eine wirkliche Zusammenarbeit mit Rußland im Interesse, des Weltfriedens zu schaffen. Im sozialistischen „Daily t) et alb“ heißt es u. a., man glaube, baß Stalin der Hoffnung Ausdruck gegeben habe, daß eines Tages ein fern- östlicher Pakt zur Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen Osten, dem Rußland, Japan, die Vereinigten Staaten und Großbritannien beitreten würden, Zustandekommen würde. Die frühere englandfeindliche Einstellung in Moskau fei jetzt so gut wie verschwunden, man befürchte in Moskau nicht mehr, daß sich England bemühe, eine sowjetfeindliche Koalition zu schaffen. Rach russischer Ansicht sei es sehr wichtig, Deutschlands Recht auf absolute Gleichheit als Großmacht anzuerkennen und alle Türen offen zu lassen, damit Deutschland dem Kollektivsyskem beitreten kann. Die Kleine Entente fädelt sich ein. Titulescu in Paris. — Wehrfreiheit Ungarns und Bulgariens gegen Beitritt zum Donaupakt? Paris, 29. März. (DNB.) Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u ist in Paris eingetrof- fen. Titulescu sprach mit Außenminister Laval über die Ergebnisse seiner Besprechungen mit Be- nesch und Jeftitsch. Das „Echo de Paris" drückt seine Freude aus über den Zusammenhalt der Kleinen Entente und der Balkanunion, deren Zusammenarbeit mit Frankreich jedoch ein Zusammengehen zwischen Paris und Moskau voraussetze, denn das sei eines der noch fehlenden beiden Glieder in der Kette der Völker, die den Frieden wollten. Das andere noch fehlende Glied fei die zwar angebahnte, aber noch nicht vollzogene Aussöhnung zwischen Italien und Südsla- w i e n. Auf diese beiden Punkte müßten sich die Bemühungen der französischen Diplomatie richten, Laval lasse es hierbei an Eifer fehlen, denn seine Hoffnungen seien im Grunde genommen nach Berlin gerichtet gewesen. * Zu dem Besuch Titulescus bei Laval schreibt „Gazeta P v l s k a", das wichtigste Problem für die Kleine Entente fei die Frage der Rüstungen Ungarns und Bulgariens, denen Suvich die eventuelle Anerkennung der Gleichberechtigung vorgeschlagen habe. Frankreich habe dieser Initiative grundsätzlich zu gestimmt, jedoch als Bedingung gestellt, daß die betreffenden Staaten dem Donaupakt beiträten, der eine gegenseitige Garantie der bestehenden Grenze enthalten solle. Diese Bedingung, die jede revisionistische Aktion ausschließe, sei von der Kleinen Entente als völlig befriedigend anerkannt worden. In Paris habe man noch feine Nachricht, wie Budapest und Sofia sich zu diesem System stellen würden, nur Oesterreich habe bereits seine Zustim- I m u n g zum Ausdruck gebracht. 600000 Mim unter Waffen. Italien steht gerüstet» Rom, 29. März. (DNB.) Der italienische Senat hat in Gegenwart Mussolinis den Wehrhaushalt genehmigt. Der Staatssekretär im Kriegsministerium, General B a i st r o c ch i, machte Angaben über den Stand des Heeres, bas durch seine Ausrüstung, Motorisierung, Organisation und einheitliche Gesamtleitung den Bedürfnissen eines modernen Krieges vollkommen gewachsen sei. Wann ein Krieg ausbreche, könne niemand voraussagen. Man könne aber behaupten, daß er nach wenigen Tagen politischer Spannung ausbrechen würde. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, sich von niemanden zuoorkommen zu lassen, um nicht die Initiative des Angriffes zu verlieren und dem Willen des Feindes das Gesetz des Handelns zu überlassen. Der Bewegungskrieg sei für Italien eine gebieterische Notwendigkeit. Das Reglement werde in Anpassung an diese Notwendigkeiten ausgearbeitet. Die Organisation der Grenzen sei dadurch wirksamer gestaltet worden, day d i e traditionellen Einfallstore zum großen Teil abgestoppt seien, freilich nicht durch gewaltige und kostspielige Festungen, sondern durch Operationsstützpunkte. Die Infanterie werde mit allen Waffen ausgerüstet, die zur lieber» Windung jeglichen Widerstandes und zum Aufhalten jeder Offensive notwendig seien. Für die Ausrüstung der Artillerie werde vor allem auf den Bewegungskrieg Rücksicht genommen, damit sie die Infanterie auf jedem Gebiete und in jeder Lage wirksam unterstützen könne. Ein großer Teil der Kavallerie fei motorisiert worden. Der General st ab werde einer Reform unterzogen. Besondere Aufmerksamkeit werde der engen Zusammenarbeit zwischen Landheer und nach bem deutsch-polnischen Ausgleich auch an der Westgrenze des Riesenreiches unter Druck gesetzt zu werden, hat die Bolschewiken in die Arme Frankreichs und des Völkerbundes getrieben. Und wenn auch im Fernen Osten eine gewisse Entspannung zu verzeichnen ist, so verleiten die Moskauer Machthaber doch der Haß gegen das nationalsozialistische Deutschland und das Mißtrauen gegen den polnischen Nachbarn zu nachhaltigem Störungsfeuer gegen jeden Versuch einer Konsolidierung des Friedens. Im Wortschatz der sowjetrussischen Diplomaten spielt die Sicherung des Friedens zwar eine besonders hervorragende Rolle, aber wie diese Sicherung nach Moskaus Wünschen aussehen soll, wissen wir aus den Erörterungen über den Ostpakt leider nur zu genau. Deutschlands und Polens Grenzen sollen jederzeit Im Kriegsfälle für den Durchmarsch französischer oder russischer Truppen offen stehen, so möchte es Moskau, und um dem Pariser Freund seine Bündnisfähigkeit besonders zu illustrieren, wird die Vermehrung der Roten Armee auf 900 000 Mann bekanntgegeben, womit das bolschewistische Rußland wiederum wie vor dem Kriege die größte Militärmacht der Welt geworden ist. Die stärkere politische Aktivität scheint von Paris auf Moskau übergegangen. Während es anfangs französische Politiker wie Herriot und Barthou waren, die Sowjetrußlands Blicke nach Europa zu lenken suchten, um einen Widerpart gegen Deutschland zu haben, das soeben Völkerbund und Abrüstungskonferenz verlassen hatte, so scheint Moskaus Bestreben jetzt mehr und mehr dahin zu gehen, die alte französisch-russische Militärallianz vor allen Dingen zu erneuern, auch unter Preisgabe des nordöstlichen Sicherheitspaktes und auf die Gefahr hin, Frankreich von England zu trennen. In Moskau finden alle Tendenzen zu einer Isolierung Deutschlands wärmste Förderung. In diesem Sinne wird mit aller Macht in Paris gearbeitet. Daß Laval den vorgesehenen Besuch in Moskau, bei dem man das Bündnis unter Dach und Fach zu bringen hofft, er ft nach der Konferenz von Strefa machen will, hat in Moskau begreifliches Mißfallen erregt, muß man doch befürchten, daß sich in Strefa bei den Besprechungen zwischen Laval, Simon und Mussolini auf Grund der Berichte über die englischen Erkundungsfahrten nach Berlin und den östlichen Hauptstädten eine Basis für eine Zusammenarbeit mit Deutschland ergeben könnte, die dann die sowjetrussischen Sonderwünsche zurückdrängen müßte. So werden die roten Diplomaten alles daransetzen, um den britischen Lordsiegelbewahrer Eden, der jetzt in Moskau ihr Gast ist, von der Nützlichkeit der Wiedererweckung des alten Bündnissystems zu überzeugen, in dem England in der Hinterhand den Vorteil hatte, die Freiheit des Handelns bis zu dem ihm geeigneten Augenblick bewahren zu können. Es gibt auch heute schon wieder in England Pessimisten, die an die Simonsche Idee eines allumfassenden Sicherheitspaktes nicht mehr glauben, sondern den Frieden am besten durch Militärbündnisse alten Stils gesichert halten. Das bedeutete also die Rückkehr zu einer Situation, in der verschiedene Mächtegruppen bis an die Zähne bewaffnet wie Kettenhunde einander gegenüberliegen, argwöhnisch und mißtrauisch, bellend und schnappend und auf den Augenblick lauernd, wo sich irgendwo eine Gelegenheit ergibt, um aufeinander loszufahren und sich zu zerfleischen. Daß dies für die europäischen Völker das Chaos und für die europäische Kultur den Untergang bedeuten müßte, kann die asiatische Macht Rußland, deren kommunistischer Weizen in einer europäischen Katastrophe blühen würde, wenig interessieren. Aber englische Staatsmänner sollten die ungeheuren Gefahren spüren, die in einer solchen aus müder Resignation geborenen Katastrophenpolitik liegen und die Pflicht als Europäer in sich fühlen, alles daranzusetzen, um in offener und ehrlicher Aussprache mit Optimismus und Zähigkeit den Boden für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der großen europäischen Kulturnationen zu bereiten, auf dem bas steter aufmerksamer Pflege bedürftige Friedenspflänzchen besser gedeihen wird, als im Dornen- und Distelgestrüpp eines in feindliche Heerlager aufgespaltenen, in einiger Angst vor dem tödlichen Zusammenprall dahinvegetierenden Weltteils. Luftwaffe geschenkt. Baistrocchi schloß: „3m April werden wir rund 600 000 Mann unter den Waffen haben, die vollkommen ausgerüstet und in geschlossene Einheiten gegliedert sind. Wir sind für jede Aufgabe bereit, die uns das Schicksal stellen wird. Kein Ereignis wird uns unvorbereitet überraschen.^ Regierungskrisis in Spanien. Madrid, 29. März (DNB.) Nach dreistündigem Ministerrat hat die spanische Regierung beschlossen, den aus dem Oktoberaufstand in Asturien bekannten Sozialistenführer P e n a, der zum Tode verurteilt worden war, zu begnadigen. Gleichzeitig mit ihm wurden 20 weitere zum Tode verurteilte Aufständische begnadigt. Dieser Beschluß hat die der Katholischen Volksaktion, den Agrariern und den Liberaldemokraten angehörenden Kabinettsmitglieder veranlaßt, ihren sofortigen Rücktritt bekanntzugeben. Ministerpräsident Lerroux hat darauf dem Staatspräsidenten den Rücktritt des Gesamtkabinetts angezeigt. Voraussichtlich dürfte die neue Regierung sich parteipolitisch mehr oder weniger aus den gleichen Kräfte n , wie die eben zurückgetretene rekrutieren. Schon deshalb wird in weiten Kreisen die Krise als überflüssig und für Spanien schädlich angesehen. Einen tieferen Sinn könnte sie nur dann haben, .wenn Gil Nobles, der Führer der stärksten Partei, der katholischen Volks- a k t i o n , sich entschlösse, die Regierung s e l b st zu bilden und die Mehrzahl der Minister für das neue Kabinett zu stellen. Gil Nobles scheint aber den Zeitpunkt hierfür noch für verfrüht zu halten. Oer Führer berichtet dem Reichskabinett Annahme des Reichshaushaltsvoranschlags 1935. Berlin, 29. März. (DNB.) Vor Beginn der heutigen Kabinettssitzung gab der Führer und Reichskanzler in einer Ministerbesprechung einen eingehenden Bericht über die mit den englischen Ministern geführten politischen Verhandlungen. Das Reichskabinett beschäftigte sich alsdann vorzugsweise mit dem Reichshaushalt für 19 35, der nach dem Vorschlag des Reichsfinanzministers nach eingehender Erörterung angenommen wurde. Mit Rücksicht auf den noch nicht endgültig feststehenden Ausgabenansatz, z. B. für die bisherigen auf das Reich übergegangenen Länderjustizverwaltungen und für das Saargebiet kann eine endgültige Gesamtsumme für den Reichshaushalt noch nicht f e st g e st e l l t werden. Ferner verabschiedete das Reichskabinett ein drittes Gesetz zur Aenderung des Gemeinde- umschuldungsgesetzes, wodurch die noch verbliebenen ungeregelten Verbindlichkeiten der Gemeinden bereinigt werden, sowie ein Gesetz über die Regelung des Landbedarfs der öffentlichen Hand, durch das eine Reichsftelle für diese Zwecke errichtet wird, die dem Reichskanzler unmittelbar untersteht. Durch ein besonderes Gesetz wird die Landbeschaffung für Zwecke der Wehrmacht noch im einzelnen geregelt. Angenommen wurden zwei Aenderungen des Besoldungsgesetzes sowie schließlich ein Reichsgesetz über den Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg. Das Gesetz sieht als Mitglieder des Zweckverbandes die NSDAP., das Deutsche Reich, das Land Bayern und die Stadt Nürnberg vor. Er ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Organe des Zweckverbandes sind der Leiter des Zweckverbandes und die Verwaltungsräte. Leiter und Stellvertreter werden vom Führer und Reichskanzler bestimmt. Der Leiter führt die Verwaltung in voller ausschließlicher Verantwortung. Er hat vor Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung, insbesondere zur Feststellung des Haushaltsplanes usw. die Verwaltungsräte zu hören. Erhebt ein Verwaltungsrat Einspruch, so hat der Leiter die Entscheidung des Führers und Reichskanzlers herbeizuführen. Die Kosten des Zweckverbandes werden durch Spenden und Beiträge aufgebracht. In der Begründung zu dem Gesetz wird u. a. gesagt, daß die Ausstattung der Stadt Nürnberg für die Reichsparteitage f o erhebliche Aufwendungen erfordere, daß die Stadt nicht in der Lage sei, alleinige Trägerin der Baukosten zu sein. Es handelt sich dabei insbesondere um die großen Versammlungsplätze, Steintribünen, Auf- marschstraßen, die große Kongreßhalle, Lagerplätze, Kulturhalle, Umänderungen des Dutzendteiches und des Tiergartens. Der Zweckoerband soll die Kosten der künftigen Bauausführungen tragen, während der Aufwand der Vergangenheit außer Betracht bleiben soll. Imposante Huldigung für drei Meister deutscher Tonkunst. Reichsminister Goebbels spricht auf einer Kundgebung der Reichümusikkammer. Berlin, 29. März. (DNB.) Irn Rahmen der Deutschen Bach-, Händel-, Schütz-Feier 1935 veranstaltete die R e i ch s m u s i k k a m m e r in der bis auf den letzten Platz besetzten Philharmonie eine feierliche Kundgebung, in deren Mittelpunkt die Gedenkrede des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, stand. An der Feier nahm neben den Vertretern der Reichsregierung, der Parteileitung und zahlreicher Behörden das künstlerisch interessierte Berlin teil. Die Philharmonie hatte sich zu Ehren der drei großen Meister deutscher Tonkunst in ein überwältigend schönes Blumengewand gehüllt, dessen Duft das ganze Haus erfüllte. In gewaltigen Ausmaßen beherrschte das WappenderKunstdie Frontseite des Saales, flankiert von den Bannern des Dritten Reiches. Das Podium war meterhoch mit frischem Grün abgedeckt, von roten Azaleen gekrönt, während weißer Flieder das Rednerpult und Narzissen die Brüstung verdeckten. Die Reliefs der Gefeierten an den Wänden trugen golddurchwirkten Lorbeer; auch die Logen und der Rang waren mit Grün eingefaßt, aus dem Priemeln leuchteten. Das frische Grün, die sanften Farben der Frühlings- blutnen schufen zusammen mit dem matten Gold der Ornamente, der schwarzweißen Gewandung aller Mitwirkenden ein wahrhaft festliches und schönes Bild, übergossen von einer Flut gleißenden Lichtes. Einen besseren Auftakt als den F e st g e s a n g aus Psalm 47 und 66 von Heinrich Schütz hätte die Feier nicht finden können. Die herrliche Ratswahl-Kantate Johann S e - bastian Bachs fand eine ebenso würdige Wiedergabe durch den Bruno Kittelschen Chor und das Philharmonische Orchester. Die Solis bestritten Elisabeth Friedrich (Sopran), Eleonore Schloßhauer (Alt), Walter Ludwig (Tenor), Wilhelm Strienz (Baß), Fritz Heitmann (Orgel), Ferdinand Leitner (Cembalo) und Erich Röhn (Violine). Nach dem dankbaren Beifall nahm dann der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminisler Dr. Goebbels das Wort. Es ist das erste Mal in unserer Geschichte, so führte er u. a. aus, daß sich eine deutsche Regierung mit dem ganzen Volk, das durch sie repräsentiert wird, zu einer Feier für die großen Meister deutscher Tonkunst Bach, Händel und Schütz vereinigt. Es ist damit auch das erste Mal, daß eine deutsche Regierung die Sache der Musik und der Musiker in solcher Weise zu ihrer eige- n e n macht. Je mehr die Musikpflege in den letzten Jahrzehnten nur ein Vorrecht bestimmter Kreise zu werden schien, desto geringer wurde die Verbindung, die das Volk in seiner Gesamtheit zu der Musik eines Bach, Händel und Schütz hatte. Der Idealismus, den die erstarkende Musikwissenschaft und eine in der Entwicklung begriffene musikalische Jugendbewegung im ersten Abschnitt unseres Jahrhunderts für die Wiedererweckung Bachscher, Hän- delscher und Schützscher Musik aufgebracht hat, soll nicht verkannt werden. Was aber konnte eine kleine Zahl von Idealisten der Musik gegen die schon ba- mals grassierende Ueberfrembung des deutschen Musiklebens und gegen die Zersetzungstendenzen einer auf äußere Oberflächlichkeit gestellten Zivilisation ausrichten! Dr. Goebbels gab dann einen kurzen Abriß der persönlichen Entwicklung der drei Meister, um darauf die Frage aufzuwerfen, worin nun ihre spezi- fisch deutsche Art begründet liege. Dem deutschen Volke sei durch seine geographische Lage, wie durch seine rassische Veranlagung eine ganz besondere Aufgabe gestellt: Nicht nur der fremden Einflüsse aus den benachbarten Kulturkreisen nach und nach Herr zu werden, sondern aus ihrem Widerspiel neue, der deutschen Art gemäße Ideen hervorzubringen. Dazu kommt die starke Bindung des deutschen Menschen an das Metaphysische, sein Drang nach unmittelbarer Auseinandersetzung mit dem Geistigen, sein immer wieder von neuem unternommener Versuch, in die Bezirke dieses Geistigen vorzustoßen, ja es schließlich in allem irdischen Sein wieder zu erkennen. Ein grandioser Kampf hat sich auch auf dem Felde der Musik abgespielt, der im Grunde darum ging, ob die Musik nur als eine äußere Zutat des Lebens zu gelten habe, ober ob sich in ihr unmittelbar etwas von jener gottdurchbrungenen Welt offenbare, bie ber Deutsche aus seinen besten Herzenskräften heraus sich innerlich zu erobern trachtet. Dr. Goebbels wies nun im einzelnen nach, wie ge- rabe Schütz, Bach unb Händel dieser deutschen Aufgabe gerecht geworden sind, und schloß bann: „Sie waren Deutsche, nicht nur weil sie blutmäßig aus dem deutschen Volke hervorgegangen sind, sondern mehr noch, weil ihr ganzes Leben ein Ringen um bie bestenKräfte ihresDeutsch- tums gewesen ist. An seiner Unsterblichkeit zu arbeiten, ist bie Pflicht jeder Generation deutscher Menschen. Ihr haben unsere großen Meister ihre besten Kräfte geweiht Die Ehre und Dankbarkeit, die wir ihnen zollen, gilt damit unserem Volke in feiner edlen Stärke und demütigen Kraft." Das Or gelkonzert F = 2) ur Georg Händels mit Orchesterbegleitung unter Hermann Stange und des gleichen Meisters erschütternd gewaltiges „Halleluja", das von dem Hause zu Ehren der drei großen Meister deutscher Tonkunst stehend angehört wurde, beschlossen die Kundgebung, die eine einzigartige Huldigung ewiger deutscher Kunst war. Devisenvergehen bei zahlreichen katholischen Klöstern festgestellt. Berlin, 29. März. (DNB.) Entgegen umlaufenden falschen Gerüchten wird von der Zoll- fahndungsstelleBerlin folgendes mitgeteitt: Mitte März d. I. fanden wegen dringenden Verdachtes schwerer Devisen- und Effektenschiebungen durch die zuständigen Zollfahndungsstellen Unter« j u d) u n g e n bei zahlreichen katholi- sch en K l ö st e r n im ganzen Reich statt, mit dem (Ergebnis, daß große Vergehen in devisenrecht- l'cher Hinsicht festaestellt wurden. Soweit sich bislang übersehen läßt, handelt es sich um Werte von runb 2% MilltonenMark. Eine Reihe von Geistlichen, Ordensschwestern und Ordensbrüdern befindet sich in Haft. Einzelheiten können im Interesse der schwebenden Ermittlungen vorerst nicht bekanntgegeben werden. Weitere Berichte bleiben jedoch vorbehalten. Oie Verhaftung des Journalisten Berthold Jacob. Berlin, 29. März. (DNB.) Zu den in der ausländischen Presse erschienenen irreführenden Meldungen über die Verhaftung des Journalisten Berthold Jacob erfährt das DNB.: Der wegen Landesverrats, Hehlerei usw. vorbestrafte und deshalb bereits 1932 in das Ausland geflüchtete Berthold Salomon, genannt Jacob, wurde 1933 ausgebürgert und ist seitdem staatenlos. Er lebte in Straßburg und gab eine Hetzkorrespondenz heraus. In den Kreisen der Emigranten spielte er eine gewisse, aber selbst dort stark umstrittene Rolle. Salomon, genannt Jacob, hatte nach den bisherigen Feststellungen die französisch-schweizerische Grenze bereits illegal überschritten und beabsichtigte, sich ebenfalls auf illegalem Wege in das Reichsgebiet zu begeben, um sich dort mit Vertrauensleuten zu treffen. Es gelang den deutschen Grenzbeamten, ihn beim Belgien ändert die Goldparität des Belga Oie Kammer stimmt den Währungsgesetzen und dem Wirtschastsprogramm der neuen Regierung zu. Brüssel, 29. März. ■ Ä: WA i i M M 1 Podor-Biklmaterndienst Ludwigshafen, 30. März. (DNB.) Der Bi- jchof Dr. Ludwig Maria Hugo von Mainz ist heute Nacht in Ludwigshafen sanft und ruhig entschlafen. Die Leiche wird in der Bonifatiuskirche in Ludwigshafen aufgebahrt und um 14 Uhr durch den Bischof von Speyer eingesegnet. Danach erfolgt die Ueberführung. nach Mainz. ♦ Dr. Hugo wurde 1871 in Arzheim bei Landau in der Pfalz als Sohn eines Lehrers geboren Er wurde in dem bischöflichen Konvikt zu Speyer erzogen, wo er das Gymnasium besuchte und dann Theologie und Philosophie an der Universität Innsbruck und in Rom am Collegium Germanicum studierte. Darauf wirkte er als Geistlicher an verschiede- nen Orten seiner pfälzischen Heimat, wurde 1903 Präfekt am Konvikt in Speyer und war 1904 Pfarrer in Remigiusberg. Damals griff er als „einfacher Landpfarrer", wie er sich bezeichnete, in den Streit um die Modernismus-Enzyklika ein. 1905 wurde er Domvikar in Sveyer. 1921 berief ihn der Papst zum Koadjutor des lange schwerleidenden Bischofs Dr. Kirstein von Mainz mit dem Recht der Nachfolge. Als Dr. Kirstein im April 1921 starb, wurde Dr. Hugo die Nachfolge übertragen. Oie Finanzierung der Kleinsiedlung. Berlin, 29. März. (DNB.) Für die Fortführung der großen wohnungs- und siedlungspolitischen Aufgaben ist die Fraae von entscheidender Bedeutung, inwieweit der Realkredit der besonders der Kleinsiedlung, in stärkerem Maße erschlossen werden kann, da in Zukunft mit so um« fangreichen finanziellen Beihilfen des Reiches, wie bisher kaum gerechnet wer- den kann und daher eine Umstellung auf die normale Finanzierung aus der Wirt- schäft heraus erstrebt werden muß. Hierüber fanden im Reichsarbeitsminifterium Verhandlungen mit den Spitzenverbänden des Realkredites statt. Grundlage der Erörterungen bildeten die beiden Erlasse des Reichsarbeitsministers über die Ablösung von Reichsdarlehen für Kleinsiedlungen („Ablösungserlaß") und die Uebernahme von Reichsbürgschaften für Kleinsiedlungen („Bürg- schaftserlasse"). Die Vertreter der Realkreditinstitute erklärten übereinstimmend ihre Bereitwilligkeit, an den Finanzierungsaufgaben nach Kräften mi tzürn i r k e n. Sie gaben ferner wertvolle Anregungen, bie das Reichsarbeitsministerium weiter verfolgen wird. Steuerermäßigung bei Instandsetzungen. Berlin, 29. März. l!>IWIIII!IIWIIllfllIIlIlll!IIIIIIlfllI>>IlII«««>lIflIWI!lllIIlllIIIfllllII» SELTERSWEG N2 69 Fernsprecher Nr. 2373 1672 0 WaschanstaltSonnenlicht Ludw. Lucas, Bad-Hauheim, Tel.2441 Sammelstelle: Gießen, Hammstraße 4, Telefon 3869 liefert einwandfr. Mangelwäsche Pfd. 20 Pf., Stärkewäsche, Gardinenwaschen und -spannen bei billig.Berechnung. 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Sj. vöm staatlichen Soll unter Senkung um 4 v. H. Weiter wurde beschlossen, für die Stromabgabe aus dem städtischen Elektrizitätswerk ab 1. April 1935 die Tarife des Ueberlandwerks Oberhessen einzuführen. Landkreis Gießen. Z Steinbach, 30. März. Am 6. April feiern die Eheleute Hubertus Becker und Marie, geb. Hahn das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten sind 74 Jahre alt und erfreuen sich einer erstaunlichen körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Hubertus Becker ist am 9. 11. 1860 zu Garbenteich als Sohn des dortigen Tagelöhners Johannes Becker geboren, er war bis zu seiner Pensionierung Straßenwärter in Steinbach, Frau Marie Becker, geb. Hahn, ist zu Steinbach am 5. 12. 1860 geboren als Tochter des Johannes Hahn, Landwirtes zu Steinbach. Aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor. wg. Großen-Bufeck, 29. März. In der Nähe der Oberpforte ereignete sich ein Verkehrsunfall. Der Motorradfahrer Karl Becker aus Alten-Buseck hatte in Bauern als Fahrgast den Metzgermeister Meyer aus Gießen mitgenommen. Auf einer schlüpfrigen Stelle der Straße geriet der Motorradfahrer ins Schleudern und beide Fahrer stürzten. Während der Besitzer des Motorrades nur unwesentliche Verletzungen erlitt, mußte der Soziusfahrer, der eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, in die Klinik nach Gießen gebracht werden. + Grünberg, 29. März. Der hiesige Verkehrsverein hielt jetzt seine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer Schweiß- g u t h erstattete den Jahresbericht. Die Arbeiten bestanden hauptsächlich in der Unterhaltung des Wegenetzes in den Anlagen im Brunnental. Auf dem Diebsturm wurde eine neue Wetterfahne mit der Jahreszahl 1933 und dem Hakenkreuz angebracht. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 105. Die Rechnung zeigt bei einer Einnahme von 684,82 Mark und einer Ausgabe von 338,75 Mark einen Ueberfchuß von 346,07 Mark. Für das neue Jahr oll neben den üblichen Ausbesserungsarbeiten an den Wegen, wozu ein Waggon Basaltkleinschlag be- Jrüfajafirs-ftoffe jeglicher Art sind eingetroffen. Beachten Sie bitte unsere Schaufenster Geschäfts - Übernahme! Der geehrten Einwohnerschaft von Gießen zur Kenntnis, daß ich ab Montag, den 1. April 1935, das altbekannte Kolonialwarengeschäft der Familie Kopp, Bismarokstr. 80, übernehme. Die Wünsche meiner geschätzten Kundschaft restlos zu erfüllen, wird mein größtes Bestreben sein. Ich bitte das der Familie Kopp entgegen gebrachte Vertrauen auf mich übertragen zu wollen Karl Rodenhausen Feine kunstseidene ©amemmterroälcfie TORPEDO nur RM. 188.— schon für 489Ä 7.90 monntlich Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhofstraße fiefienüb.Botel Schätz illlllllllllllllllllllllllllll Danksagung Für die so vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir hierdurch unseren innigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Luise Weber und Kinder. Heuchelheim, den 30. März 1935. DEUTSCHE WK MÖBEL Flieder, Jasmin, Ribes, [1878D Deutzia, Weigelia, und viele andere Ziersträucher, Liguster und andere Heckenbflanzen, Stachel- und Johannisbeeren, Hoch- u. Busch-, Fels- und Blütenstauden. LMm Mm Stauden- und Landschafts- Gärtnerei, Alker SieinöoiöetlDeg Televbon 4082. Kusjieuer-'toältfte Leib-, Bett-,Tisch- und Köchenwäsche in feiner, schöner aber preiswerter Ausführung halten wir vorrätig. Nervös-Erschöpfte 1 Spezialkuranstalt Hofheim i. Taunus 3 bei Frankfurt a. M. 1R„v Tel. 214 - Mäßige Preise - Prospekte durch: Praktische Konfirmationsgeschenke A. Reinig TeL 3369 — Inh.: W. Georg — Seltersweg 30 1883 D Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Um verkehrswerbendes Material zu gewinnen, will der Verein für einen Wettbewerb von guten Bildern einen Betrag von 50 Mark zur Verfügung stellen. Weitere Fragen der Verkehrswerbung kamen noch zur Sprache, u. a. wurde auch darauf hingewiefen, daß unsere neue, geräumige Turnhalle zur Veranstaltung größerer Tagungen geeignet sei. In diesem Zusammenhänge wurde erwähnt, daß nach der im Jahre 1186 erfolgten Gründung der Burg Grünberg das Jahr 1936 das 750jährige Jubiläum unserer Heimatstadt bringe. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. O Grüningen, 29. März. Die Spar- und Darlehnskasse hielt im Gasthaus „Taunus" ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Adam Bender, eröffnete die Versammlung. Direktor Jakob Christian Engel gedachte zunächst der Toten des vergangenen Jahres. Genossenschaftsrechner Karl Euler gab die Bilanz des Jahres 1934 bekannt, aus der zu entnehmen war, daß sich der Umsatz bedeutend erhöht hat. Die Bilanz wurde einstimmig gutgeheißen. Die Uebernahme des Einheitsstatuts wurde einstimmig beschlossen. Das satzungsgemäß aus- scheidende Vorstandsmitglied Jakob Christian Engel sowie die drei aussck)eidenden Mitglieder des Aufsichtsrates Heinrich Adam Euler, Heinrich Adam Gilbert und Adam Euler wurden auf Vorschlag des Ortsbauernführers M a r st e l l e r wieder gewählt. Der Reingewinn vom Jahre 1934 wurde dem Reservefonds zugeführt. Die Genossenschaft Oberhessen. Siadtratssitzung in Butzbach. pb. Butzbach, 29. März. In der gestrigen Stadtratssitzung wurden zunächst die Rechnungen der Stadt und der städtischen Betriebe vom Rechnungsjahr 1933 ohne Beanstandungen genehmigt und die erforderlichen Beschlüsse über Kreditüberschreitungen, Mehreinnahmen, Niederschläge von uneinbringlichen Zahlungen usw. gefaßt. Der Wirtschaftsplan des Forstamts über den Stadtwald, in dem zur Fällung in diesem Rechnungsjahr 3297 Festmeter, für Kulturkosten 507 Mark, für Wegebau 600 Mark eingestellt sind, wurde genehmigt. Nach Erledigung mehrerer Vorlagen über Grundstückskäufe beschloß der Stadtrat für den Bauunternehmer Fritz Vogt zur Erbauung von 14 Wohnungen für einen Zwischenkredit in Höhe von 120 000 Mark seitens der Stadt selbstschuldnerische Bürgschaft unter der Bedingung zu übernehmen, daß vor dem Baubeginn die endgültigen Hypotheken eingetragen und die Auszahlung des Zwischenkredits nur auf Weisung entsprechend dem Baufortschritt erfolgt. Die Bürgschaft wird auf ein Jahr befristet. Sodann genehmigte der Stadtrat den Voranschlag der Stadt für das Rechnungsjahr 1935, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 507 000 Mark, den Voranschlag des Elektrizitätswerkes mit 218 200 Mark, des Wasserwerks mit 38 600 Mark und des Armenfonds mit 13 700 Mark. Der Umlagebedarf beläuft sich auf 135 000 Mark. Unter Beibehaltung der seitherigen Sätze ergibt sich ein Steueraufkommen von 135 722,90 Mark, so daß dieses um 722,90 Mark höher ist als der Bedarf. Da der Unterschied gering ist, kann er unberücksichtigt bleiben. Demgemäß wurde beschlossen, für die Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1935 die seitherigen Sätze beizubehalten. Diese betragen: von Gebäuden und Bauplätzen 34 Pf., von landwirtschaftlich genutzten Grundstücken 47 Pf., vom Gewerbekapital 70,4 Pf., vom Gewerbeertrag 290 Pf., Sondergebäudesteuer bis 7000 Mark Wert zählt zur Zett 138 Mitglieder. Das Gesamtvermögen beträgt 17 000 Mark. Mit dreifachem Sieg-Heil aus den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Preußen. Kreis Dehlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 29. März. Mit dem Ablauf des alten Schuljahres (1934/35) werden aus der hiesigen Schule nach achtjährigem "Schulbesuch 18 Knaben und 19 Mädchen entlasten, gegen 14 Knaben und 18 Mädchen im Vorjahre. Neu ausgenommen werden mit Beginn des neuen Schuljahres am Montan, 1. April, 14 Knaben und 17 Mädchen, gegen 11 Knaben und 16 Mädchen im Vorjahre. Konfirmiert werden am Palmsonntag in der hiesigen Kirche insgesamt 96 Knaben und Mädchen der Gemeinden Rodheim, Bieber, Vetzberg und Fellingshausen. Im Vorjahre betrug diese Zahl nur 80. Wie bereits angedeutet, findet die Konfirmation in diesem Jahre erstmalig (statt wie bisher am 2. Osterfeiertag) am Palmsonntag statt, und zwar in Rodheim für die Gemeinden Rodheim, Bieber und Vetzberg und in Fellingshausen für die dortigen Konfirmanden. Brandstiftung nach fünf Jahren aufgeklärt. LPD. Limburg, 29. März. Im Juni 1930 war die Sabelsmühle bei Heiligenroth bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Dem damaligen Besitzer der Mühle, Jakob N e u r o t h, wurden von der Versicherungsgesellschaft 60 000 Mk. ausbezahlt, für die er einen Neubau erstellte. Das Geschäft florierte aber nicht, und die Mühle sollte zur Versteigerung kommen. Der 30jährige Sohn des Neuroth beging in letzter Zeit mehrere Diebstähle, wobei er schließlich erwischt wurde. Die Frau des jungen Neuroth, der ihr Mann erzählt hatte, daß er gemeinschaftlich mit seinem Vater die Mühle angezündet hätte, wurde schließlich von Gewissensbissen geplagt und bezichtigte ihren Mann und ihren Schwiegervater der B r a n d st i f t u n g. Vater und Sohn wurden eingehend verhört, und sie gestanden, daß sie gemein* schaftlich im Keller den Brand angelegt haben. Wanzen u. jedes Unaez. vertilgtgewissenhaft u. diskret u. schriftl. Garant. oi384 Schomber, Kammerjäger, Gießen, nur Kirchenplatz 18. Bell. Dankschr. Sachverständig. in Gerichts- . angelegenheiten. Ultoütftloi jegl. Art kauft, Mmueiimg v. Speichern u. Kellern übern. H. Helferich, 01383 Gießen, Krofdorf. Str. 8. Althändler, Rosenzüchterei Gillmann, Leih- gest.Weg 118, gibt Buschrosen u. Hochstumme inert.5Odaß uns das Leid stark machen möchte, schloß der Redner seine eindrucksvollen Worte. Im wetteren Verlaufe des Abends sah man einen einzigartigen Film aus der deutschen Ostmark. Herr Lothar Buchholtz aus Marienburg, der einen Teil der Filmaufnahmen selbst gemacht hatte, gab in fast dichterischer Sprache die notwendigen Erklärungen und brachte damit das Land im deutschen Osten den Zuhörern nahe. In klaren Bildern wurde die Abtrennung der deutschen Gebiete im Osten gezeigt, man sah und hörte von den überragenden Kulturtaten der Deutschordensritter, sah im Lichtbild die Städte Danzig und Königsberg, viele andere kleinere Städte Ostpreußens und deren Fülle von Schönheiten. Im Geiste erlebte man den Russeneinfall von 1914 und sah die Verwüstungen im öanb. Das Tannenbergdenkmal erstand in ausgezeichneten eindrucksvolle Bildern. Schließlich zeigte der Film die großen landschaftlichen Schönheiten des ostpreußischen Landes, die Seen, die Rominte- ner Heide, die ausgedehnten Wälder, die Kurische Nehrung mit ihren Dünen, die samländische Küste mit ihrem Bernsteinbergbau und vieles andere mehr. Mit einem eindrucksvollen Bild vom Ab- stimmungsdentmal vor der Marienburg, das die Inschrift trägt „Dies Land bleibt deutsch!" fanden der Film und der Vortrag ihren Abschluß. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Vereinsführer C o st o r z den Abend. Gemeinsam wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen. stellenden Behörden die Arbeit zu erleichtern, bestimme ich, daß die Jahresjagdscheine aus dem Jagdjahre 1934 bis zum 2 0. April 1935 einschließlich Gültigkeit behalten. Die Jahresjagd- schvine aus 1934 werden demnach sämtlich am 21. April ungültig." (Nachdruck erwünscht.) Familientag her Familien Kling. Am Mittwoch, 27. März, versammelten sich bei Gastwirt Henkel in Gießen, der demnächst sein 40jähriges Geschäftsjubiläum feiert und auch Kling- sches Blut in den Adern hat, die Angehörigen der Familien Kling. Aus Wieseck und Gießen hatten sich etwa 30 Personen zusammengefunden und teilweise schon Bilder der Vorfahren und den Stammbaum mitgebracht. Manche Verwandte, die sich vorher nie gesehen, lernten sich erst jetzt kennen. Es wurde auch bekannt, daß bereits ein Klingsches Wappen, ein schwingendes Glöckchen, besteht. Bei der nächsten Zusammenkunft sollen auch die auswärtigen Verwandten alle alten Photos und die Stammbäume vorlegen, damit man sämtliche Vorfahren möglichst erfaßt und zu einer großen Ahnentafel vereinigen kann. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 30. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 30 Pf., Honig 40 Pf. bis 1,10 Mark, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. Bornotizen. — To g e s k a le nde r für Samstag: NSLB., Bezirk Gießen-Üand, 15 Uhr im Hotel Köhler: Bezirkskonferenz. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Traum ein Leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Asto- ria-Lichtspiele, seltersweg: „Der Fall von Dasker- ville". — Reichssender Frankfurt in Gießen: 20 Uhr Großer Bunter Abend in der Volkshalle. — Bezirksobstbauverband Gießen: 15 Uhr Kath. Vereinsbaus, Hauptversammlung. — Handarbeitsausstel- lung in der Goetheschule von 15 bis 17 Uhr. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Frischer Wind aus Kanada". — Lichtspielhaus,Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Deutsche Stenografen- schast: 9 Uhr in der Oesfentlichen Handelslehranstatt, Liebiastraße 16 II, Leistungsschreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben. — Mtv., 20 Uhr im Caif6 Ebel: Famiüenabend zugunsten der Winterhilfe. — Oberhessische Viehversicherungsanstalt: 15 Uhr im Hotel Hopseld, ordentliche Mitgliederversammlung. — Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 11 bis 13 Uhr. — Handarbeits-Ausstellung in der Goetheschule von 11 bis 18 Uhr. — Vortrag im Johannessaal, 20 Uhr, von Pfarrer Kr Ücker über „Die evangelische Kirche in Oesterreich." — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Samstag,- 30. März, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinoe, Ring Deutsche Bühne, die dramatische Dichtung „Der Traum ein Leden" von Grillparzer; Spielleitung Intendant Hanns König. — Sonntag, 31. März, 19.30 Uhr, zum letztenmal die heitere Begebenheit in vier Tagen: „Frischer Wind aus Kanada" von H. Müller (Nürnberg), Musik von H. Walter; Spielleitung Intendant Hanns König. — Dienstag, 2. April, in dieser Spielzeit zum erstenmal Künnekes Operette: „Der Vetter aus Dingsda". Leitung Hub, Cujö, Rabenau. Anfang 20 Uhr. — Mittwoch, 3. April, Wieder- holung: „Der Vetter aus Dingsda"; Beginn 19.30 Uhr. — Freitag, 5. April, 20 Uhr, die Operette: „Der Vetter aus Dingsda" von Künneke. — Die NS. - Kultur gemeinde, Ring Deutsche Bühne, hat in unserem gestrigen Anzeigenteil den Spielplan für April und die Tage der Kartenausgabe bekanntgegeben. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. — E i n Vortrag über „Die evangelische Kirche in Oe st erreich" findet am morgigen Sonntagabend im Johannessaal statt. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ .** D i e Dienststunden der Polizeidirektion Gießen für den Publikums- verkehr ab 1. April sind von IVt Uhr vormittags bis 14 Uhr mittags. Samstags von 1% bis 12 Uhr. Für Samstag nachmittag ist in der Zeit von 16 bis 17 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können. ** Dienstjubiläum. Arn 31. März kann Herr Carl Ulmer (Darmstadt) auf eine ununterbrochene erfolgreiche 25jährige Tättgkeit als Reisender der Firma Georg Philipp Gail AG., Zigarrenfabriken in Gießen, zurückblicken. Der Firmeninhaber und die engeren Mitarbeiter des Jubilars werden ihm an diesem Tage gelegentlich einer schlichten Feier ihren wärmsten Dank für seine treuen Dienste und für eine hoffentlich noch recht lange Fortdauer derselben ihre aufrichtigsten Wünsche persönlich darbringen. ** Arbeitsjubiläum in der Stempelfabrik Kreuter. Der Betrieb der Stempel- und Farbenfabrik von Joseph K r e u t e r , Frankfurter Straße, kann am Montag, 1. April, wiederum die Ehrung eines Jubilars vornehmen. An diesem Tage ist der Graveur Kurt Saupe, Friedensstraße 47 wohnhaft, seit 25 Jahren in dem Betrieb der Firma Kreuter als Graveur beschäftigt und schon seit längeren Jahren Meister der Gravieranstalt. Anläßlich dieses Jubiläums wird sich die Belegschaft des ganzen Betriebes mit ihrem Be- tnebsfuhrer zu einer Feierstunde vereinigen. Dem Jubilar wird, wie allen seitherigen Jubilaren der Firma, ein namhaftes Geschenk überreicht werden, außerdem wird die Belegschaft einen Kamerad- schaftsabend, und zwar auf Wunsch am 1. April, veranstalten. Daß unter den Mitarbeitern der Firma Kreuter schon eine ganze Anzahl Jubilars zu verzeichnen sind, ist ein eindrucksvolles Zeugnis für tos . harmonische Verhältnis zwischen dem Betrlebsfuhrer und seiner Gefolgschaft und in gleicher Weise rühmenswert für beide Teile. oerlorengegangener Teile des Organismus ist Ausgabe und Ziel der Regeneration, der regenerativen Zellwucherung. Sie steht unter dem beherrschenden Einfluß des Gesamtkörpers. Störungen des Gesamtkörpers, insbesondere bestimmte Giftwirkungen, führen zu Entgleisungen dieser regenerativen Zellwucherung zur Geschwulst» und Krebsbildung. Hier spielt der Stoffwechsel die größte Rolle. Schädigungen der Atmung und Steigerung der Gärung sind die grundlegenden Störungen der Krebskrankheit. Einen Krebserreger gibt es nicht. Die Bedingungen der Entstehung der Krebskrankheit, für die auch der Erblichkeit eine große Bedeutung zukommt, sind bereits zum Teil durch die Forschungen der letzten Jahre aufgeklärt, aber große Aufgaben sind trotz dieser früher kaum geahnten Fortschritte noch zu lösen. Zu dem gleichen Thema über „Wachstum und Differenzierung" hielten im Laufe des Donnerstag- nachmittaa Dr. Bauer (Leipzig), Dr. Burkhardt (München), Dr. Schmidt (Tübingen) und Professor O r s 6 s (Debreczin) interessante Vorträge auf Grund eigener Untersuchungen und Versuche. Es folgten dann die Vorträge von Dr. Schairer- Tübingen und Dr. B ö h m i n g - Rostock. Prof. D o m a g k- Elberfeld berichtete über seine neuesten Versuche über die Immunisierung gesunder Tiere gegen bösartige Geschwülste. Es folgten dann Prof. Saltykow-Zagreb, Prof. Büngeler- Danzig mit Vorträgen teils über gewebliche, teils über chemische Geschwulstfragen. Prof. Becher- Gießen berichtete über die Reaktion des Eierstocksgewebes bei dem Eindringen von tierischen Parasiten. Den Schluß bildete eine Filmdemonstration von Dr. S ch o p p e r - Gießen über das Verhalten des embryonalen und erwachsenen Lungengewebes in der Kultur. Die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Schlesier und der Ostdeutschen, wie auch der Reichsbund der Deutschen Beamten in Gießen hatten für den gestrigen Freitag abend zu einem Filmvortrag in das Gaf6 Leib eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht. Der Vereinsführer des Bundes der Schlesier und Ostdeutschen in Gießen, Herr Kostorz, hieß die Besucher willkommen und sprach bann in kurzen Ausführungen über die Landschaft Ostpreußens, ferner von den schweren Jahren des Krieges in Ostpreußen, von dem Befreier des Landes, dem Generalfeldmarschall von Hindenburg, und dem hehren Denkmal des Gedächtnisses für die großen Taten, dem Tannenbergdenkmal. Der Redner gedachte der schweren Tage, die besonders in der jüngsten Zeit das Memelland erlebt, gedachte aber auch in Dankbarkeit der Entspannung der Atmosphäre zwischen Deutschland und Polen durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Im Anschluß daran hielt der ehemalige Gießener Studentenpfarrer Sukker, der gegenwärtig aus Lauenburg (Pommern) in Gießen zu Besuch weilt, eine kurze Ansprache über den deutschen Osten. Alle Blicke seien, so führte er u. a. aus, nach dem deutschen Osten gerichtet. Litauen richtete über 126 deutsche Menschen. Ein Sturm der Ertrüstung gegen diesen Angriff auf Deutschlands Ehre gehe durchs Vaterland. Das Memelland sei und bleibe deutsch, trotz aller Willkür. Man glaube in Litauen, mit Gewalt die deutsche Gesinnung im Memelgebiet töten zu können. Aber der deutsche Mensch wisse, daß sein Heil nur im Vaterland begründet sein könne. Deshalb werde auch das Erwachen des volksdeutschen Gedankens im Memelgebiet mit allen Mitteln geknechtet. Im Hinblick auf die Urteile von Kowno an das „Weltgewissen" appellieren zu wollen, sei nicht möglich. Ein „Weltgewissen" gebe es nicht. Wir könnten nur an unser eigenes Gewissen und an unser eigenes Ehrgefühl appellieren. Mit sentimentalen Reden fei hier nichts auszurichten, wir müßten vielmehr alle zum äußersten Opfer bereit fein, llnb wenn einmal vom Osten her gefragt werde, ob wir bereit feien, für den Osten einzustehen, bann müßten wir alle mit einem klaren unb kräftigen Das war ein Wetter! Einmal herrlichster Sonnenschein, dann wieder dunkle Wolkenwände und prasselnde Regenschauer. Doch wir kämpften uns ourch, gingen schmale, nasse Wege unb kamen auf schlüpfrigen Pfaben bis zum Gipfel bes kleinen Hü-els, auf dem oben eine Holzlaube thront. Wir sahen das Spiel des Windes mit den Wolken. Wie sie kamen, wie sie wechselten! Jede Minute batte der Himmel ein anderes Gesicht. Dann wieder schob sich eine große, graue Wolke majestätisch langsam vor und deckte alles zu mit ihrer Masse. Ein Regen ging nieder, ganz kurz unb heftig. Dann aber segelte em weißer Wolkenberg heran, zerteilte sich, unb es waren nur noch kleine Schäferwölkchen. Dazwischen bie Sonne, wie eine Königin. Sie kam immer wie- ber siegreich hervor Sie brachte Golb und Silber in bas Wolkenspiel. Sie beleuchtete brunten in der Mulbe den Bauern, der mit ruhigen Schritten hinter seinem Pfluge Verging. Wir sahen die dampfenden Pferde, die blinkende Pflugschar beim Wenden am Ackers- enbe. Und wir sahen den Nachbar, wie er langsam, aber ebenso ernst mit seinen zwei Kühen Furchen in die herb duftende Erde schnitt. Die braunen, feuchten Schollen glänzten. Während nun die Säemaschine laut ratternd über den großen Acker fuhr, holte der „kleine" Bauer das weiße Säetuch hervor und begann, mit langen, gemessenen Schritten über den Acker zu schreiten. Er warf die goldenen Körner in die erwartungsvolle Erde. Der Wind wehte stark, der Mann hatte beim Nachfüllen feine Mühe, daß ihm das Säetuch nicht wegslog. Dann kam wieder ein Regenschauer. Wir standen geschützt in der Waldlaube. Nicht lange, und die Sonne drang mit neuer Stärke hervor unb bestrahlte sieghaft bas bampfenbe Feld. Unablässig arbeiteten die Bauern weiter. Wir können uns kein schöneres Bild vom beginnenden Frühling denken als die pflügenden und säenden Bauern. Sie sorgen für unser tägliches Brot, sie lassen sich nicht beirren von Regenschauern. Wind unb Wetter trotzend schreiten sie über ihren Acker. Sie bergen die kleinen Körnlein, die einst im Sommersonnenschein reiften, in der dunklen Erde. Aber des Lebens geheimnisvolle Kräfte schaffen auch im Dunkel des Bodens. Die Körnlein werden sich regen, sie werden auferstehen und Sieger bleiben. Sie recken sich der Sonne entgegen. Das ruhende Leben im Samen wird geweckt, die kleinen Körnlein senden ihre zarten Würzelchen in das Erdreich. Sie fangen an und werden selbständig, kleine, grüne Spitzchen schauen bald aus den braunen Schollen. Sie laben sich an der Sonne, werden vom Tau getränkt und wachsen immer höher. Der Sommer wird kommen, die Halme werden sich bttden, und Aehren werden erscheinen. Wir sehen im Geiste schon die wogenden Kornfelder, Klatschmohn, Rittersporn und Kornblumen werden die goldene Fläche schmücken. Stundenlang kann man den säenden Bauern zuschauen. Und wir müssen daran denken, daß die Saat im Herbst eigentlich eine viel tiefere Bedeutung hat, daß sie zu einer Zeit geschieht, wenn rings die Natur sich anschickt, zur Ruhe zu gehen, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, die Wiesen braun und gelb werden. Ist da der Säemann nicht wie das Bild des Lebens selber, der mitten in das Sterben der Natur neue Keime, neue Hoffnungen legt? Und doch lieben wir den Säemann im Frühling nicht minder, denn nun sehen und fühlen auch wir, wie ringsum überall neues Leben erwacht, wie es überall rauscht und sprudelt. Unbezwinglich ist das Leben, der Glaube an die Zukunft, an die neue Saat. Es werden vielleicht noch schlimme Tage kommen, Hagelkörner können fallen, und Trockenheit kann einsetzen. Aber immer wieder sehen wir den Säemann mit seinen ruhigen Schritten über den Acker schreiten und die goldenen Körner der Erde anvertrauen. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land; doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand. Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn wir heimgehen. Wuchs und Gedeihen drauf. Der sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, der wickelt Gottes Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot; es geht durch unsere Hände, kommt aber her von Gott. Matthias Claudius. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Wie wir schon berichteten, gastiert das Frankfurter Schumanntheater am 6. April in der Gieße- Jlcr. Dolkshalle mit einem Großvarietsprogramm. Eintrittskarten zum Preise von 40 bis 60 Pfennig x ä^^ben: Musikhaus Challier, Kreisdienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstr. 18, Zimmer 10, Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen- Walltorstraße 16, bei den Orts- Betriebswarten „Kraft durch Freude" und bei sämtlichen Amtswaltern der DAF Dem Schumanntheater ist es gelungen, für fein ©aftfptel m der Gießener Volkshalle die „6 Dam- Hofers , die luftigen Holzhackerbua'm, zu verpflichten Sie kommen eben von einer Amerikatournee zurück. 3wei Veranstaltungen des Reichsbundes Volkstum und Heimat. Für die kommende Woche lädt der Reichsbund Volkstum und Heimat zu zwei Veranstaltungen ein, denen wieder viele Volksgenossen Interesse ent» geaenbrtngen werden. 3. April, 20,15 Uhr, per- au stattet der Heimatbund zusammen mit dem „Sang-rkranz" einen Heimatabend im Studentenheim im Lechgesterner Weg. Herr Stadtbaurat Grave r t, einer unserer besten Heimat- kenner und Heimatforscher, hält einen Lichtbildervortrag über „alte und neue Straßen um ließen". Dieser Vortrag behandelt die Entwick» tung unseres Straßennetzes von der Zeit der ersten Besiedlung des Gießener Beckens an und zeigt den Einfluß der Straße auf Lage und Form so mancher Siedlung in unserer Nachbarschaft. Auch die ersten Straßen im eigentlichen Stadtgebiet Gießen werden anhand eines Planes unsersucht. Mit Abschluß der Besiedlung des ganzen Gebietes im 14 Jahrhundert erfolgt auch ein Stillstand im Stra^ Aus der proviuzialhaupistadi. I Die neue Saat. •* Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 31. März, kann der Kaufmann Heinrich Reuter, Ludwigsplatz 4, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Geschäftsjubiläum. Metzgermeister Eduard Sack, Walltorstraße 1/3, kann am kommenden Montag, 1. April, das .Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit in dem von seinen Vorfahren überkommenen Geschäft begehen. Die Familie Sack ist nach den Aufzeichnungen in den Gießener Kirchenbüchern bereits seit dem Jahre 1580 in Gießen wohnhaft und hat seitdem von Generation zu Generation in ununterbrochener Reihenfolge bis auf den heutigen Tag das Metzgerhandwerk betrieben. In Anknüpfung an die vorbildliche Handwerkertradition der Familie Sack und im Bewußtsein seiner Verantwortung für die Aufrechterhaltung des hohen Ansehens seiner alten Familie hat Metzgermeister Eduard Sack das Geschäft nach bewährten Grundsätzen weitergeführt und es zu einer achtunggebietenoen Stellung in unserer Gießener Geschäftswelt gebracht. Herr- Sack und seine Gattin konnten vor einigen Tagen auch ihre Silberhochzeit begehen. Anläßlich dieses Doppeljubiläums übermittelte Herr Sack der Winterhilfe eine namhafte Spende. ** Schulperfonalie. Dem Lehrer August A l b a ch zu Ober-Gleen (Kreis Alsfeld) ist eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rainrod (Kreis Alsfeld) mit Wirkung vom 29. April ab übertragen worden. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre in der Ortsdurchfahrt Treis a. d. Lumda ist wieder aufgehoben worden. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ♦* Liebig-Museum. Morgen Sonntag von 11 bis 12 Uhr geöffnet. Eintritt frei. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag, 2. April, wird hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt abgehalten, am Mittwoch, 17. April, findet Schweinemarkt statt. ** Für den städtischen Kanalbetrieb soll die Lieferung von einem Waggon Steinzeugröhren vergeben werden. Lieferanten seien auf die heutige Bekanntmachung des Städtischen Hoch- und Tiefbauamts besonders hingewiesen. ** Sitzung des Provinzialausschusses. Am nächsten Montag, 1. April, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Händlers Otto Balser in Gießen gegen den Bescheid des Kreis- omts Gießen vom 4. Januar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1935. — Klage des Georg Gröninger in Friedberg gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg vom 12. 6. 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft im Hause Usa- gasse 12. — Klage des Kaufmanns Walter S i e - fei in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 22. Januar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1935. — Klage des Bernhard Stern in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 5. Februar 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für das Kj. 1935. Tlundfunkprogramm. Sonntag, 31. März. 6.35: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Eine Funkfolge zu Lätare. 10.15: Der Kreis um Bernhard Scholz. Zum 100. Geburtstag des rheinischen Komponisten. 10.30: Große Jungarbeiter-Kundgebung auf der Zeche Friedrich-Ernestine. Es spricht: Reichsjugendführer Baldur von Schirach. 11.30: Bach-Kantate. 12: Mittagskvnzert I. 13: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.15: Mittagskonzert II. Schall und Platt wechseln ihr Personal. 14: Kinderfunk. Kasperl als verwunschener Prinz. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Wetter über Deutschland. 18.10: Jugendfunk. Singende Jugend. 18.45: Franz Abt zum Gedächtnis seines 50. Todestages. 19.25: Schach dem Zaren. Eine Stunde weltgeschichtlicher Entscheidung. Dramatische Szene von Wilhelm Müller- Scheld (Ursendung). 20.10: G. Verdi: Die sizilianische Vesper. Oper in fünf Akten. 22.10: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Unterhaltungsund Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 1. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45 Sozialdienst. 12: Mittagskonzert des Landesorchesters Gau Württem- berg-Hohenzollern. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: „Die Herrin von Bayreuth". Cosima Wagner zum 5. Todestag. 15.40: Bücherfunk. 16: Leid und Volkstanz der Ausländsdeutschen. Eine Sendereihe. 16.30: Ein rhein-hessischer Volksdichter. Wilhelm Holzamer zum 65. Geburtstag. 16.50: Bücher, die uns erwarten. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Wir sind die Männer vom Bauernstand! Eine Funkfolge. 21: Pfälzische Bauernmusik. 21.30: Der Zeitfunk bringt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kammermusik. 23.15: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Amtsgericht Gießen. Der Sch. aus Gießen fuhr am 17. November 1934, von Gießen kommend, in sehr schnellem Tempo nach Klein-Linden. In der Höhe der Veterinärkliiniken fuhr er einen Lastkraftwagen an. Ohne sich um den Umfall zu kümmern, fuhr er weiter. Der Angeklagte erhielt burcf) Strafbefehl eine Geldstrafe von 50 Mk. und wetzen seines rücksichtslosen Verhaltens eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Auf seinen Einspruch hin verblieb es in der gestrigen Hauptverhandlung bei der im Strafbefehl erkannten Strafe. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Frühjahrsgeländelauf des Kreises Gießen in Heuchelheim. Wie im ganzen Reich, fo kommt am morgigen Sonntag auch für den Sportkreis Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten, Wetzlar und Dillkreis) der Frühjahrsgeländelauf zum Austrag. Die Ausrichtung der Veranstaltung hat der 'Turnverein Heuchelheim übernommen. Es steht zu erwarten, daß sie einen würdigen Auftakt zur Leichtathletiksaison 1935 bildet. Um eine gute Sichtung der Kräfte vornehmen xu können, ist eine verhältnismäßig starke Zergliederung in Klassen vorgenommen worden. Die A-Klasse führt über fünf Kilometer. Von den gemeldeten Läufern sind hier die bekanntesten die beiden 1900er Faulseit und Schaaf. Damit soll jedoch nicht gleichzeitig die Frage nach dem Sieger beantwortet sein. Ein starkes Feld wird sich in der Klasse B (drei Kilometer) am Start einfinden. Hierin sind alle Vereine vertreten, die Meldungen abgegeben haben. Voraussagen sind außerordentlich liefern. Man hofft auf einen Sieg der komplett antretenden Dritten. Die erste Jugend fährt nach Steinberg. Ihre augenblickliche Spielstärke läßt einen Erfolg erwarten. Die zweite Jugend und erste Schüler treten auch auf den Plan. Spielvereinigung 4900 Gießen. 1900 I gastiert In Bübingen. Die Blauweißen nutzen die Pause zwischen den Pokalspielen zu einer Freundschaftsbegegnung beim Verein für Rasenspiele Büdingen aus. Die Gastgeber sind in den letzten Jahren im Fußball sehr nach vorn gestoßen. Nur außerordentliches Pech brachte sie beim Abschluß dieser Saison um die Meisterschaft der Bezirksklasse. Einen wirklichen Aufschluß über das Stärkeverhältnis wird wohl diese Begegnung nicht ergeben, da die Spielvereinigung 1900 wider ihren Willen nicht in stärkster Aufstellung antreten kann. Neben Lippert, der mit einer süddeutschen Auswahlelf in Marseilles (Südfrankreich) weilt, wird man vor allem den Mittelläufer Heilmann sehr vermissen. Heilmann wird durch Jäger und Lippert durch Schmelz vertreten. Im Angriff wirken Dörr, Birkenbihl und Hammer wieder mit. Trotz der zahlreichen Umstellungen und Veränderungen dürfte die Gießener Elf kaum schwächer sein, wie in den letzten Spielen. Der VfR. Büdingen hat seine besten Kräfte im Mittelläufer und im schußkräftigen und auch sicheren Sturm. Die gestellte Aufgabe wird für die Gießener auf dem fremden und auch völlig unbekannten Platz in Büdingen keine leichte sein. Jngendspiele. Während die erste Jugendelf und die Schüler beim VfR. Butzbach weilen, trägt die zweite Jugend auf eigenem Platz ein Freundschaftsspiel aus. Scköne Erfolge werden wohl abermals die Ergebnisse sein. Fußballabteilung des Turnvereins 1846 Gießen. Tv. 1846 I — FC. 1926 Grünberg L Am Sonntag tritt die Fußball-Abteilung des Tv. 1846 Gießen auf dem Universitätssportplatz erstmalig vor das Gießener Publikum. Kurz nach Mittag spiell die 2. Mannschaft gegen die gleiche von Grün- berg. Anschließend beginnt das Spiel der 1. Mannschaft beider Vereine. Nach den seitherigen Resultaten der Turnermannschaft zu urteilen, dürfte ein sehr spannender Kampf zu erwarten sein, bei dem erst nach dem Schlußpfiff des Schiedsrichters der Sieger feststehen sollte. Tv. 1846 Gießen stellt zu dem Kampf folgende Mannschaft: Groß; Fuß, März; Diehl, Schrod, Marienhagen; Zoch, Tenesch, Schumacher, Repp, Balser. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Aßlar — Leihgestern. Am kommenden Sonntag fährt die 1. Mannschaft der Spieloereinigung 1926 nach Aßlar bei Wetzlar, um dort das fällige Rückspiel auszutragen. Das Vorspiel konnten die Leihgesterner hoch mit 6:1 gewinnen. Die Leihgesterner haben in der letzten Zeit durch Spielerabgänge an Spielstärke verloren. Trotzdem dürften erst die Aßlarer nach Kampf zu ihrem Siege kommen. Vor dem Spiel der 1. Mannschaften treffen sich die beiden Jugendmannschaften zum Gesellschaftsspiel. Handball im Gan XII (Lahn-Oillkreis). schwierig, da die Stärkeverhältnisse der Vereine aus den entfernteren Gruppen wie Alsfeld und Schotten nicht bekannt sind. Mit der Drei-Kilo- meter-Klafse geht an den Start — allerdings unter getrennter Wertung — die Jungmannschaft (Jahrgänge 1915/16). Hier müssen die Gebrüder Reidel aus Heuchelheim als ausgesprochene Favoriten bezeichnet werden, lieber zwei Kilometer ist eine sogenannte Sprinterklasse eingerichtet, die ebenfalls viel Anklang gefunden hat. Die Jugend startet in vier verschiedenen Altersklassen. Es wird hier die Landjugend stark zu beachten sein. VfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn — Naunheim. Durch die Nsuansetzung bes, wie erinnerlich, beim Stande von 2:2 Toren Abgebrochenen Spieles, sind die Naunheimer am Sonntag noch einmal auf dem Waldsportplatz zu Gast. Der Pokalkampf des Dor- fonntages hat gezeigt, daß die Gäste sich zur Zeit in glänzender Form befinden. Besonders ihr Sturm ist gefährlicher und durchschlagskräftiger geworden. Wenn auch auf der Gegenseite die Leistungen des Gastgebers zurückgegangen sind, so dürste doch der Rückhalt des heimischen Publikums und die Tatsache, daß die Gießener in entscheidenden Spielen schon öfter nach der angenehmen Seite überrascht haben, vielleicht in diesem Spiele von entscheidender Bedeutung sein. VfB.-Reichsbahn II — Sportverein Albshausen I. Die Gießener haben sich in diesem Spiele einen Vertreter der Kreisklasse Wetzlar verpflichtet. Den Gästen geht der Ruf voraus, daß sie nicht nur zu kämpfen verstehen, sondern auch technisch auf der Höhe sind. VfB. - Reichsbahn III — Flensungen I. Die Gäste, die der Gruppe Grünberg angehören, werden, wenn sie ihre frühere Spielstarke behauptet haben, den Gießenern einen spannenden Kampf Gauklasfe (Pflichtspiele): In der Gauklasse kommen am Sonntag drei Spiele zur Durchführung. In Wetzlar treffen Tv. Wetzlar und CT. Kassel aufeinander. Bei einem Verlust des Spiels werden die Kasselaner wohl keine Chance mehr haben, Gaumeister zu werden. Iura Kassel spielt gegen 1900 Gießen. Tu s p o 86/09 Kassel wird das Spiel gegen Tv. Kirchbauna nicht leicht nehmen dürfen. Bezirksklasse (Aufstieg): In der Bezirksklasse kann der nächste Sonntag bereits eine Klärung bringen. Wenn es Pohl- Göns gelingt, die Marburger Kurhessen auf eigenem Platz zu schlagen, bann wird wohl der Tv. Kesselstadt die meisten Aussichten haben, Meister zu werden. II. Kreisklasse (Aufstiegspiele): Im Kampf um die Meisterschaft der II. Kreisklasse treffen sich am Sonntag Tv. Dorlar — Mtv. Gießen II. Die Mannschaften werden sich sicher einen spannenden Kampf liefern. Der Ausgang ist offen. Tv. Katzenfurt — Tv. Garbenheim. Die Einheimischen haben keine Chance, dieses Spiel zu gewinnen. TD. Burg-Gemünden — TD. Herborn. Die Einheimischen haben bei dem Spiel gegen Garbenheim bewiesen, daß sie auf eigenem Platz nicht leicht zu schlagen sind. Das Spiel am Sonntag sollte zu ihren Gunsten enden. Freundschaftsspiele. Mit Rücksicht auf die in den einzelenen Kreisgebieten der DT. veranstalteten ' Winter-GeräteWetturnen ist das Freundschaftsspielprogramm nicht allzu reichhaltig. TD. Hochelheim — TD. Lang-Göns. Hochelheim hat die neu zusammengestellte Mannschaft des TD. Lang-Göns zu einem Spiel verpflichtet, das sie sicher gewinnen sollte. Auch bei den beiderseitigen zweiten Mannschaften wird es einen sicheren Sieg der Platzbesitzer geben. TD. Albach — TD. Münzenberg. Der TD. Albach nimmt mit diesem Spiel ebenfalls den Spielbetrieb wieder auf. Ob es ihm gelingt, gegen die Gäste aufzukommen, muß abgewartet werden. TD. Holzheim — TD. Dornholzhau- f e n. Dor einiger Zeit hat die Platzmannschaft in Dornholzhausen verloren. Aus diesem Grunde wird sie alles daran setzen, das seinerzeitige Resultat zu revidieren. Nach der derzeitigen Form zu urteilen, sollte ihr das auch gelingen. Die Jugendmannschaften sollten sich einen ausgeglichenen Kampf liefern. TD. Alsfeld — TD. Romrod. In Alsfeld kommt ein Lokalkampf zum Austrag. Romrod hat einige Zeit ausgesetzt. Die Spielstärke wird aber reichen, um den Gastgebern einen ausgeglichenen Kampf zu liefern. TD. Ruttershausen — TD. Staufenberg. Beide Mannschaften, die sich ziemlich gleichwertig sind, haben sich schon oft mit wechselndem Erfolg gegenübergestanden. Auch das neuerliche Zusammentreffen muß als offen bezeichnet werden. TD. Allendorf (Lahn) — TD. Groß- R e ch t e n b a ch II. Die Gastgeber treten am Sonntag erstmalig verstärkt an und sollten deshalb, zumal auf eigenem Platz zu einem sicheren Sieg kommen. ,»Zum Frühjahr Wir bieten: Fachliche Beratung . Eigene mustergültige Anfertigung • Authängen und Abändern durch unsere Dekorateure Kostenlosen Zuschnitt bei Selbstanfertigung • Illustr. Prospekte gratis GEBR. SEELBACH SELTERSWEG 20 GIESSEN FERNRUF 3627 Das führende Fachgeschäft fürGardinen u. 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Die Ver- einsführer im Kreise Gießen sind ebenfalls eingeladen. Besuchszeiten: Sonntags von 11 bis 1 Uhr Dienstags, Mittwochs, Donnerstags von 16 bis 17 Uhr sterung und lernen, was gute Kameradschaft heißt. Deshalb arbeiten wir auch im BdM. nicht nach dem Gymnastiksystem, denn die Gymnastik ist ein Sonderzweig des Sportes, der nie allen Mädeln gerecht werden kann. Vor allem wird sie von den Jungmädeln abgelehnt, denn gerade die Jungmädel empfinden die' größte Freude am natürlichen Spiel. Mädel, die sich besonders für Gymnastik und Tanz eignen, können sich außerhalb des BdM. bilden. Der BdM. lehnt alles ab, was mit Rekord zu tun hat. Wir wollen nicht die Leistungen einzelner besonders begabter Mädel fördern, sondern die Ertüchtigung all unserer Mädel bewirken. Unsere Körpererziehung soll ein Ausdruck der Seele der neuen weiblichen Jugend werden. Auf der Grundlage des Sportes baut sich unsere Gesamtschulung auf. Deshalb müssen wir die Körperertüchtigung selbst in der Hand haben, deshalb turnen wir nicht in Turnvereinen. Doch werden Mädel, die auf Grund ihrer hohen sportlichen Begabung einer besonderen Steigerung ihrer Leistungen bedürfen, von uns in den Turnverein überwiesen, damit sie sich dort auf ihrem Spezialgebiet betätigen können. Im BdM. wollen wir eine verantwortungsfreudige, lebensnahe Jugend erziehen. Wir verlangen von unseren Mädeln eine klare, bewußte Haltung. Auch das kleinste Mädel in unseren Reihen soll spüren, daß es schön ist, leistungsfähig zu sein. Bund deutscher Mädel, Untergau 116. Jungmädeluntergau 116. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. h. Die aus eigner Versicherung gewährte Invalidenrente wird neben Hinterbliebenenbezügen auf Grund versicherungsfreier Beschäftigung nicht gekürzt. Die Weiterversicherung kann Ihnen deshalb nur empfohlen werden. Pflanz® kartoffeln (Industrie) Fr. Henneken, Hofgut, Gießen, Marburg.St r.65 Tel. 3404. 6. Domenico Mangone Jeden Mittwoch und Freitag nachmittag TANZTEE Unser Geschäftsbericht für das Jahr 1934 II. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz vom 31. März bis 7. Avril 1935. Bürgermeisterei Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskarten Gesamtschau der Arbeiten von Hans Krauß, München zum 70. Geburtstag Iungmädels beim Waldlauf unterwegs. — (Aufnahme: Hitler-Jugend.) Die Grundlage des BdM.-Sports ist das Spiel, geführt werden. Es erzieht zu Gemeinschaft und denn es bewirkt die einfachste und natürlichste Aus- Unterordnung besser, als alle Worte es vermögen, bildunq des ganzen Körpers und kann in jedem Im Spiel lernen die Mädel das „Wir" über das Alter, an jedem Ort und zu jeder Jahreszeit durch- „Ich" zu stellen, sie empfinden Freude und Begei- Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, KaufmännischerVerein) Montag, den 1. April, abends 8 Uhr, Neue Aula 5. Licbtbildervorlrag: Bergingenieur Kurt Berdemerlen Mil Me$$or Wegener im üröiilaiite Mitglieder des G.-B. und K. V. freien Eintritt, Vvamttevungs - Vferrdemavkt Mittwoch, den 3. Avril 1935, 8.30 Uhr Cafe Amend Ab Montag, dem 1.April 19 35 die neue Hauskapelle Max Rust mit dem hervorragenden jugendlichen Job. Steinbach, Gießen Wolkengasse 21. ibssV „Evangelische Kirche in Oesterreich“ Vortrag von Pfarrer Kröcker aus Purkersdorf bei Wien am Sonntag, 31. März, abends 8 Uhr im Johannessaal.Johanneskirche. Eintritt frei. i8biD Jedermann herzlich eingeladen. gteiiMet in Gießen am Mittwoch, dem 3. April 1935, im Anschluß an den Pferdemarkt. Beginn 11 Uhr vormittags auf dem Ge- lande neben dem Pferdemarktplatz DEUTSCHE BANK UND DISCONTO GESELLSCHAFT Neue Behaglichkeit in Ihrem Heim erhalten Sie durch moderne Innendekoration Eine kleine Auslese hierin zeigt eines meiner Schaufenster! Etamine weiß 150 cm breit per Meter WIESECK Am Sonntag, dem 31. 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März (935 Mlingssonne lockt die Kinder zu Wem Spiel! Beobachtungen auf Gießener Straßen und Plätzen. Nach der Schule; Bereinigung kleiner Meinungsverschiedenheiten. Wie viele balgen sich hier? Mädchen beim Seilspringen. Der kleine Kavalier hat sich zum Seilschwingen zur Verfügung gestellt. Rrrrrrr! Die Klingeln im Schulhaus schrillen durch die Gänge und in die Schulsäle, in denen Jungens und Mädchen während der Vormittagsstunden auf den Bänken saßen, mehr oder weniger unruhig, weil draußen die Frühlingssonne schien. Ordentlich mojm war es in den ersten Tagen der vergangenen Woche geworden, und der Frühling führte sich gut ein. Daran können auch einige kalte Tage nichts mehr ändern. Zu solcher Zeit fällt es den Kindern schwerer, in der Schule zu sein, als in den Stunden, da es regnet und stürmt. Aber nun hat sie die Klingel und damit auch der Lehrer freigegeben. Wenn es gerade Mittwoch oder Samstag ist, dann wissen sie, daß ihnen der Nachmittag ganz gehört. In wenigen Sekunden nach dem alarmierenden Glockenzeichen ist das Schulhaus erfüllt von dem vielstimmigen Lärm, wie ihn losgelassene Jugend zu vollführen pflegt. Die Treppen werden im Sturm genommen. Es gilt, möglichst rasch das Freie zu gewinnen. Für Minuten ist dann auch der Schulhof, der Tummelplatz der Pausen, von Leben und Bewegung erfüllt, bis sich die Scharen nach allen Richtungen verlaufen. Hin und wieder treiben sich aber noch einige herum, die untereinander noch etwas auszumachen haben. In handgreiflichen Auseinandersetzungen wird beleidigte Fungenehre gerächt. Denn so etwas darf nicht auf- 1 ie schoben werden. Der Schulhof ist just der rechte Kampfplatz. Wer unten liegt, hat immer Unrecht, schließlich verkrümeln sich auch diese und machen lich auf den Heimweg. — Oder auch nicht! Wenigstens nicht gleich! Denn ruf dem nahen Oswaldsgarten wird in diesen lagen die Messe aufgebaut, und da gibt es für Jungens, wie auch für Mädchen, allerlei zu sehen. Die Jungens interessierten sich bisher besonders für die vier Zeppeline im Kleinformat, die in den letzten Tagen noch erdgebunden auf einem Wagen lagen und darauf warteten, ihrem Zweck zugeführt tu werden. Die Jungens umlagerten die blanken Dinger und beschäftigten sich mehr ober weniger hochachtungsvoll mit den konstruktiven Einzelheiten. Manch einer wollte dabei die Festigkeit der Steuer- Ilächen probieren und tat das, indem er sich darauf- ietzte. Schließlich kam von Zeit zu Zeit einer der eim „Doppfche". (Auf dem glatten Asphalt geht es besonders gut.) in her Nähe beschäftigten Arbeiter herbei und verjagte die neugierige Gesellschaft. Aber es war klar: diese Aufsicht war eine Sisyphusarbeit. Hatte er die eine Gesellschaft vertrieben, dann war in der nächsten Minute eine andere da. Es gab in dieser Woche auf Oswaldsgarten keinen abgeladenen Wagen, auf dem sich die Jugend nicht belustigt hätte. Die Schausteller ließen die Jungens und Mädchen gewähren. An den massiven Wagen war ja nichts koputt zu machen. * Die Kinder waren in den schönen Tagen der vergangenen Woche wenig' zu Hause zu finden. Die warme Frühlingssonne lockte allzu sehr. Allenthalben wurde das Spielzeug hervorgekramt, mit dem sie sich auf der Straße beschäftigen. Vom Boden oder aus dem Keller wurden die Stelzen geholt, denn die jüngeren Jahrgänge möchten ihre Umgebung auch einmal aus der Perspektive der Erwachsenen sehen. Außerdem ist es ein Vergnügen ganz eigener Art, auf Stelzen zu marschieren. Schneller kommt man zwar nicht vorwärts, etwas anstrengend ist es auch — aber Stelzenlaufen muß man im Frühling, wenn man im Besitz solcher verlängerter Beine ist. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Ebenso wie man im Frühling „doppsch e" muß! Die Mutter wird um ein geeignetes Stück Kordel gequält und um einen entsprechenden Stecken. Der Gehsteig der Straßen ist dann der Spielplatz, und die Erwachsenen tun gut, einen Bogen um die Spielbeflissenen zu machen. Die von dem schnurrenden Kreisel faszinierten Kinder haben nämlich kein Auge für ihre Umgebung. Mit besonderer Vorliebe und zur steten Sorge der Eltern wird der „Doppsch" auf der glatten asphaltierten Straße getrieben, weil es da am besten geht. Autofahrer, Motorradfahrer, Radfahrer werden — fo scheinen die Kinder zu denken — schon aufpassen ... Selbstverständlich spielt auch der Ball eine große Rolle. Die Mädchen spielen mit Eifer und ohne viel Lärm mit ihren Bällen an Hauswänden und Gartenpfosten. Viele zeigen sich dabei sehr geschickt. Es gibt dabei ein richtiges System des Spieles, die „Probe"; wer den Ball auch nur einmal fallen läßt, hat verloren. Das ist ein friedlicher Wettbewerb, der sehr der Art der Mädchen entspricht. Wesentlich anders ist die Situation, wenn eine Rotte Jungens einen Ball hat. Das bedeutet unweigerlich „Fußball" — auch wenn der Ball noch so klein ist. In der Polizeiverordnung steht zwar nichts davon, daß die Straße auch als Fußballplatz Verwendung finden kann, die Jungens spielen aber doch auf der Fahrbahn, wenn kein Sportplatz und kein Schutzmann in der Nähe find. Mancher Vater merkt die Teilnahme seines Sproßlings an solchen Fußballkämpfen' erst dann, wenn eine Rechnung über zerbrochene Fensterscheiben zu bezahlen ist. Meistens kommt es ja nicht heraus, wer es war, denn so bald es klirrt, rückt die ganze Bande mit Blitzesschnelle ab. Eine große Rolle im Verkehrsleben spielen auch die Fahrzeuge der Jugend. Der Roller erfreut sich aller Sympathien, bei den Jungens, wie auch bei den Mädchen. In raschem Tempo geht es auf dem Gehsteig hin und her und mit x-Kilometer- Geschwindigkeit in die Kurven. Uebrigens ist das Rollerfahren eine glückliche Verbindung zwischen Spiel und Sport. Manchmal ist der Roller auch Beförderungsmittel. Da klemmt sich dann irgend so ein kleiner Kerl hinter die.Lenkstange und der andere, der Stärkere, besorgt den Antrieb. Kinder sind erfinderisch. Sehr beliebt ist auch das Dreirad. Das „Klicker n" wird von Jungens und Mädchen mit gleicher Leidenschaft und Ausdauer geübt. Stundenlang* beschäftigen sich die Kinder damit. Meistens dauert es so lange, bis der eine Teilnehmer seinen ganzen Bestand verspielt hat und der andere Spieler triumphierend abzieht. (Sofern er nicht gemogelt hat und erst eine „Naht" bezieht, bevor er feinen Gewinn in Sicherheit bringen kann!) Die Stadtverwaltung hat in allen Anlagen Sandkästen aufstellen lassen, die insbesondere von kleineren Kindern gern aufgesucht werden. Mit einer einzigen kleinen Schaufel und, wenn es hoch kommt, mit einigen Sandformen ober einem Eimer- chen läßt sich viel machen. Sehr beliebt ist der Bau einer Burg, die mit Mauern und Gräben umgeben sein muß. Meistens soll in diesen Gräben — wie es sich für eine mittelalterliche Burg ziemt — auch Wasser fließen, das irgendwoher geholt wird. Dieses Wasser aber, mit seiner auflösenden Kraft bedeutet meistens das Ende der Burg, über die zym effektvollen Abschluß ein Sturm der Zerstörung hereinzubrechen pflegt. Mit deutlich sichtbaren Spuren ihrer Tätigkeit an Händen und Kleidern, manchmal auch im Gesicht kehren die „Burgbaumeister" dann zu der darüber hocherfreuten Mutter zurück. Ein schönes und unterhaltsames Spiel ist das Seilspringen, das „Hippe". Es wird in der Hauptsache von Mädchen geübt. Kleinere Jungens beteiligen sich zwar auch daran, aber schon die Schulpflichtigen halten es für unter ihrer Würde, mit den Mädchen zu spielen. Wer es dennoch tut, braucht oft für den beißenden Spott feiner Kameraden nicht zu sorgen. Seltener sieht man gegenwärtig das früher sehr beliebte „Heckele" oder „Hinkeln", das Spiel „Himmel und Hölle". Nur hin und wieder trifft man einmal auf dem Gehsteig die mit Kreide gezogenen Striche mit den kindlichen Hieroglyphen an, die in einer bestimmten Regel zu überspringen sind. Auch vom „Landstechen" scheint die männliche Jugend etwas abgekommen zu sein. Das „Knüppelches- Spiel" ist ebenfalls etwas in Vergessenheit geraten. Schade! ♦ Die Reihe der kindlichen Spiele ließe sich noch lange fortsetzen. Es mag aber an dieser Stelle genug sein. Interessant ist es, festzustellen, daß manche Spielsitten der Kinder landschaftlich gebunden und in den Spielregeln oft auch verschieden sind. Ganz abgesehen davon, daß man für die einzelnen Spiele überall andere Namen hat. Immer läßt sich aber auch eines feststellen: Die Jugend, soweit sie sich auf der Straße ihre Unterhaltung sucht, weiß sich immer mit den denkbar geringsten Mitteln Unterhaltung zu verschaffen. Fast jedes Kind ist da ein kleiner Erfinder. Mancher Junge entwickelt dabei schon in früher Jugend Eigenschaften, die ihn dann zum Anführer einer ga-nzen Gesellschaft machen, die zum Zweck kleiner Abenteuer in die Gegend zieht. Im Wettbewerb mit den Kameraden gewinnt hierbei jeder einzelne an Kräften, und an Geschicklichkeit. Man geht kaum fehl mit der Behauptung, daß diejenigen, die sich im kameradschaftlichen Spiel bewähren und durchsetzen, auch später in der Regel ihren Mann stellen werden. Nur Muttersöhnchen und Stubenhocker bleiben, wenn die Frühlingssonne scheint, hinter dem Ofen ... Ein Anziehungspunkt für Jungens sind die Zeppeline auf Oswgldsgarteü- Im Sandkasten: Die Vorarbeiten für den Burgbau werden gemeinsam betriebene Zwei Jungens und ein Roller. (Ein luftiger Transport.) m In o ir Auch den Mädchen gefällt das Stelzenlaufen gut. (Aha! Wir werden photographiert!) W. - J Auf dem Dreirad; kleine Ruhepause. (Was gibt es dort Interessantes?) 1 Ballspiel an der Hauswand; bas Spiel der Mädchen (SäuMche Ausnahmen; Gichcucr Junge deutsche Nation meister der Reichsautobahn". Bauer, und das ist seine erlegte „Riese" gehoben, geschobe schleppt und als leckerer Braten 4 Zentimeter näher an die Burg heranbringen, aber ten und hier leichter getätigt werden kann als bei sie arbeiten zähe und unermüdlich weiter, den übrigen Jnsektenvölkern. Beachtet meine Worte Beschwerden zum Trotz. — Laß dir Zeit, xxx und handelt nach ihnen! ' Rur kurze Zeit noch, dann lockt die immer früher Pflanzengattung ein und das andere Tier gehört,, sich erhebende Sonne das emsige Heer dieser fleißi- Mal auch Zeit! das nur mit Hilfe seiner Pflanze leben kann. | gen Sechsfüßler (emsig-ununterbrochen tätig wie die immer noch eist man- alb» schaut den Jungen an. Sohn in die Augen. „Hm", brummt der Antwort. Aus dem Reichsparteitag - Film „Triumph des Willens". Betrachten wir diese Derse als eine Forderung, die von allen Jugendleitern gar nicht ernst genug genommen werden kann, da Kinder bekanntlich lieber zuviel als zu wenig Blumen pflücken, sie aber leider dann, wenn sie ihnen auf dem Weitermarsch unbequem werden, auch wieder leichten Herzens fortwerfen! Bedenke man wohl, daß fast zu jeder lvc tim c, allen Laß dir Zeit, wenn die Arbeit schwer ist! Und hier an der Burg, wo du den beschaulichen Beobachter spielst, laß dir dieses "" ' 2 '1 — Die beiden von vorhin arbeiten immer noch eifrig. Da rennen zwei andere vorüber „Jürgen Hein, wo bist du bloß immer mit deinen Gedanken", muß der Dorfschullehrer am Montag oftmals tadeln. Ein strenger Blick trifft den Jungen. Für Minuten versucht Hein den Multiplikationen zu folgen, um dann wieder in seine wui ?rdnf! Jas Schlachlr Fache einen gu: Hilden Ultimo Wung gM ä der Bor, X Großo tai5 wieder n h mittleren und Hl als in bei V* sowie «die Beschick! 1199) etwas zu Msestigung, tz eingeschoben einen guten 5 vurde bei Mark oar, geräumt. ArnKalber der einigen Schi tonnten sie sich behaupten. Best führt. Die Zusu 100 liere schwö würbe nach mi: Hamel un NNe und l etoas höhere Ü wurde jedoch ger 3m Schwei Urtift um etwa rtb bei etwa- M und mittt Wand (ca. : Der Kamerad. Von Herybert Menzel. Wenn einer von uns müde wird, Der andre für ihn wacht. Wenn einer von uns zweifeln will, Der andre gläubig lacht. Wenn einer von uns fallen sollt, Der andre steht für zwei. Denn jedem Kämpfer gibt ein Gott Den Kameraden bei. tgb 'M l'rai ALlMU' ,gc. ^ine Bel /iung5Derf Lasis , o 26. Marz OItalieniW 5 24. Marz tft: Die Luftp Mischt' A Neue »es ’' Befreiung Neuregelu' 1935, Anc stelle für jfl; B^rbilligte ... „Hier ist die Schriftleitung ... Wir möchten Sie mal wegen des Straßenbaus interviewen ... Jawohl ... Jawohl ... Ich komme gleich hin ..." Knecks. Lag der Hörer wieder auf der Gabel ...?? ... und stand der Hauptschriftleiter neben Palle. Der war eben eingetroffen, hatte sich in der Haupt- schriftteitung dazwischen geschaltet und alles mit angehört ... ??? ... ??r ... Palle ist im hohen brechen." „Vater", unterbricht Jürgen das Schweigen, „ich möchte ..., ich will ... pflügen", sagt der Junge kurz heraus. Der alte Hein wendet fein Gesicht und Fest sehen sich Vater und Jungvolk singt. Der Tag begann so grau und leer, mir roars im Herzen bang, da plötzlich kam ein Zug daher, eins zwei im Takt und Jungvolk fang: Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt. Und dazu strahlten Augen blau Und Füße gingen schnell. Da war die Straße nicht mehr grau, in allen Herzen klang es hell: Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt. Das Lied, das klang die Straße lang und machte froh den Sinn. Da wars auch mir nicht mehr so bang, den ganzen Tag ginge durch mich hin: Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt. E. O. Palle ist eine Kanone im Fach. Dabei ist er aber nicht „vom Fach", sondern Pimpf — und zwar einer von der schlimmsten Sorte. Für den Hauptschriftleiter bedeutet er „das fürchterlichste Subjekt, das auf der Erde herumlaufen darf". Aber sie schließen jedesmal Frieden, wenn Palle sich wieder als Kanone bewährt hat. Und Palle bewährt sich oft als Kanone. Palle ist Hans Dampf in allen Gassen. Er entdeckt alles. Wenn ein Motorradfahrer in eine Schaufensterscheibe gesegelt ist, oder wenn ein Mann hundert Jahre alt geworden ist, oder wenn der Sturm einen Dachziegel heruntergemissen hat, der beinahe einem alten Mann auf den Kopf geflogen wäre — Palle weiß es. Flitzt auf seiner Tretkiste in die Schriftleitung und kriegt die Wut, wenn die Meldung mal in den Papierkorb fliegt. Neulich hat Palle seine erste Lokalspitze verbrochen. Stillschweigend hat er sie mir überreicht. Stillschweigend habe ich sie ihm wiedergegeben. Hundert Leser hätten das Blatt abbestellt. „Spießer!" hat mich Palle angezischt. Armer Palle, wenn du die Menschen kenntest! Wer Palle überhaupt ist? ... Palle ist ein Pimpf, der die schönsten und frechsten Pimpfenschriebe schreibt. Palle ist ein Pimpf, der den Mut besaß, den Hauptschriftleiter zu überfallen, um bei ihm Eindruck zu schinden. Er hat Palle zum ständigen Mitarbeiter für die Jugendbeilage und für den örtlichen Teil befördert. Palle kriegte nicht genug. Ging auf Eroberungen aus. Schmierte sich auf dolle Weise beim Metteur an und kriegte den Faktor rum, daß er ihm die Anfänge des Setzens klar machte. Spielte am Kalander den starken Mann und verbrannte sich in der Bleigießerei die Pfoten. Dort geht er nicht mehr hin. Ließ sich die Technik der Rotationsmaschine erklären und wollte sie neulich anlassen, als noch die letzte Platte fehlte. Da hat es einen Krach gegeben ... Erschien dann in der Schriftleitung und fragte mich, ob nicht wieder ein „anständiges" Buch eingetroffen sei. Damit meint er ein Jung- volkbuch, das „zur gefälligen Besprechung der Redaktion überreicht" wird. Ist eins da, dann klemmt er fich's unter den Arm und haut ab. Am nächsten Tag — solange herrscht Ruhe im Beritt — gibt er dann sein Urteil ab: „Knorke" oder „Quatsch". Wehe, wenn dann in der Jugendbeilage eine saubere Besprechung von mir steht. Palle und ich sind geschiedene Leute — für drei Tage. Das ist Palle! Neulich kam Palle nach der Schule in die Lokalschriftleitung geflitzt. Es war noch keiner da. Palle nahm den Hörer, drehte die Nummernscheibe und Palle fliegt im hohen Vogen... Ein Pimpf sammelt Erfahrungen in einem Zeitungsbetrieb. »om^ranl Der Frankfurts erlaufenen Wo borkten eine vaglkich bös Am Menen Füll' f* Nerfchi M. Hoffnung q vmnfuffer angt Ästigen Witte *en für ^chmischfusse- Mil nur bei ( y die wen y Für heft *»"d Klei, f4flotfenbf! Sh-r ^Grunq fest SW jS »arbeit ° ßE möchte ich heute bei euch ein besonderes Wort einlegen, weil gerade die Beobachtung am Ameisenhaufen die besten Aufschlüsse gibt über die Tätigkeit volkbildender Jnsek- Bogen rausgeflogen ... Am nächsten Tag stand im örtlichen Teil eine Reportage „Ein Pimpf unterhält sich mit dem Bau- ----- -- ... W.G. Ein Hitlerjunge lauscht der Rede de« Führers We-he der lebenden Raupe, die einem unsere Fresser in die Quere kommt und nicht rechtzeiöS durchzugehen vermag! Die bissige Ameise packt Beute furchtlos hinter dem Kopfe und beißt ffl fest. Der vielbeinige Goliath windet und frürrm11 sich, um den kleinen David abzuschütteln. Jetzt no-t Zuzug. Immer mehr Ameisen kommen Herd«' kneipen und zwicken die große Raupe und laiVM Gift in ihre Wunden gleiten. Der Kampf des zelnen „Großen" mit der Masse der „Kleinen" en^l mit dem Sieg der Kleinen. Im Triumph wird br| erlegte „Riese" gehoben, geschoben, getragen, s'I eigene Gedankenwelt zu versinken. Wie froh ist er, als endlich der Unterricht zu Ende ist, und wie schnell rennt er nach Hause. Pack zu, Jürgen! Nach dem Mittagessen nimmt ihn der Vater nun wirklich mit aufs Feld. Stumm gehen sie nebeneinander her. Dort am Waldrand ist noch das' letzte Stück ungepflügtes Land. Die Pferde, die Jürgen zum Pflug führt, stampfen schnaubend durch den aufgebrochenen Boden. Dann sind sie am Arbeitsplatz. Der Junge spannt an, und der Vater setzt den Pflug in die Erde. „Pack zu, Jürgen!" Und nun hält Jürgen Hein in seinen jungen Fäusten den Pflug, den fein Vater sonst führt. Er zittert ein wenig, doch schon ruft er: „Hü!" und langsam ziehen die Pferde an. Jürgen drückt den Pflug in die Erde, der Boden bricht, und hinter ihm zieht sich die erste von seiner Hand gezogene Furche zum Wald, von wo ihm der Vater nachschaut. Jetzt ist er an der anderen Seite des Feldes, und er wendet die Pferde. Mit einem Blick überprüft er die neu geleistete Arbeit und vergleicht sie mit der seines Vaters. Krumm und schief ist seine Furche, tief und flach, wie wenn der Pflug der ungeübten Hand nicht folgen wollte. Und dort die Furchen seines Vaters, gerade, ausgerichtet, eine wie die andere. „Du mußt es schaffen, auch du mußt solche Furchen ziehen." schleppt und als leckerer Braten verspeist. Nicht Grausamkeit und Mordgier treibt die nen Sechsfüßler zum Uebersall. Bittere NotweM keU, der Hunger, die Erhaltung ihrer Art iP N Ursache des vermeintlichen Frevels und Mov ^ Ein so großes, in den Sommer hinein au13llt* stetig wachsendes Volk braucht viel Nahru^- Erlebnis beim Affenpaüen. Vor mir liegt der aufgeklappte Tornister, daneben ein riesiger Stapel: Hemden, Decken, Handtücher, Eßwaren, alle die Siebenfachen, die eine große Fahrt — meiner Ansicht nach — erfordert. Und dos alles soll mein armer kleiner Tornister schlucken! Er sieht recht winzig aus neben den riesigen Ausmaßen der „unbedingt notwendigen" Ausrüstungsgegenstände. Eine gelinde Verzweiflung- erfaßt mid); doch unverdrossen gehe ich an die schwere Aufgabe, alles kunstgerecht zu verstauen. Erst nach dem > dritten Versuch gebe ich es auf. Nie im Leben — | geschweige denn in der mir verbleibenden Stunde bis zum Antreten — werde ich diese Massen bewältigen. — Als die Not am größten ist, kommt mir ein rettender Gedanke. Auf dem obersten Bü- cherbrett steht ein abgegriffener Band: „Ratgeber in tausend Nöten." Schon oft hat er mir geholfen. Warum nicht auch jetzt? Ich schlage auf — und ein Stein fällt mir vom Herzen. In wundervoller Ausführlichkeit lese ich unter der Rubrik „Tor. nister": „An die Körperseite des Tornisters werden nwg- lichst weiche Gegenstände gelegt." (Stimmt! Beim letzten Ausmarsch hat mich die Butterdose die ganze Zeit am Rücken gepeinigt.) ,Zn den Tornister, deckel kommen Wäschebeutel mit einem Fahrten- Hemd und einem farbigen Ersatzhemd, Turnhose, Badehose, sechs Taschentücher, vier Paar Socken, zwei Handtücher und die Trainingsjacke. — In den T o r n.t ft e r t a ft e n gehören: Schlas. sack, Trainingshose, „Kulturbeutel mit Waschlap. pen, Seife, Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm, Bürste und Spiegel, Nähbeutel mit Nähzeug, Sicherheitsnadeln, Hosen- und Zeltbahnknöpfen, Ersatzschnürsenkeln usw., Putzbeutel mit Schuh- und Koppelputzzeug, Turnschuhe, Eßbeutel mit Löffel und Gabel 1 (das Taschenmesser ist in der Hosentasche!), mehrere Leinenbeutel mit Lebensmitteln. Ähbt SÄ Litz: M W ^hur 'M Argen lernt pflügen. Graue Wolken ziehen über frischgepflügte, feuchte Felder. Dann und wann huscht das helle, klare Licht der Sonne wärmend über die Landschaft, doch dann wieder wandern die Wolken, und alles ist grau und ernst. Still liegt das Dorf, und Ruhe lagert über den sonst so geschäftigen Bauerngeräten. Sonntagsfriede. Nur heiser klingt das Gebell des alten Wachhundes vom Hofe des Bauern Hein. — Der alte Hein fitzt am Fenster, raucht feine Pfeife und starrt auf das Land. So sitzt er nun den ganzen Tag bis zur Dunkelheit, und es ist, wie wenn er nicht genug die Felder sehen könnte. Der Hein ist überhaupt etwas sonderbar. Selten nur hört man ihn sprechen, doch wenn es im Dorfe brennt, holt er das Vieh aus oen Flammen heraus, schweigend, wie wenn es seine Pflicht wäre. Sein ältester Junge, der 14jährige Jürgen, ist fast genau so wie er. Schweigend sitzt er beim Heimabend der Jungenschaft. Doch beim Nachtkriegsspiel des Fähnleins, da ist es immer der Jürgen, der sich als ganzer Kerl zeigt. Der Junge wandert über biee Felder feines Vaters. Herrlich sieht die frisch umgebrochene Erde aus. Jürgen fühlt sich unendlich frei auf diesem Boden, und er lacht den fliegenden Wolken zu. Er greift nach dem Felde, und in seinen Händen hält er einen Klumpen feuchter Erde. „Erde", denkt Jürgen, „Vater hat sie gestern gepflügt." Plötzlich richtet er seine Augen auf, starrt in das graue, wandernde Wolkenmeer, ein Gedanke durchwühlt seine Brust ... und ich? Ich habe der Mutter auf dem Hofe geholfen, warum darf ich nicht pflügen? Bin ich nicht stark genug, sollen meine Kräfte nicht hinreichen, den Pflug zu führen? Regen klatscht in sein Gesicht, der Wind heult wilder, es will Sturm werden. Morgen wird das letzte Stück unter den Pflug genommen, morgen will ich pflügen. Immer heftiger peitscht der Sturm den Regen über das Land. Jürgen stemmt sich gegen ihn, und er lacht trotz Sturm und Regen, denn er will und ist ein Kerl. Der Bauer Hein sitzt am Fenster, und neben ihm steht sein Sohn. Sie starren beide auf das Feld, und der eine denkt: „Das ist mein Land, mein Pflug durchbricht die Erde", der andere: „Das soll mein Land werden, mein Pflug soll es durch- „Hü!" schreit er wieder, und die Pferde stampfen zum Waldrand zurück. Mit aller Kraft drückt Jürgen den Pflug in dies Feld. Tief wirft er die Erde, und feine Fäuste geben dem Pflug feine Richtung. „Pflüg weiter", sagt der Bauer Hein, und wieder wendet der Junge den Pflug, besser werden die Furchen, Schweiß rinnt vom Gesicht, die Pferde dampfen, und die Sonne glüht im Westen schon zum Untergang. Mit kurzen Pausen nur hat Jürgen nun das ganze Feld gepflügt, mit feiner letzten Kraft zieht er die letzte Furche durch den feuchten Boden. Jetzt ist sein Tagewerk vollbracht, und sein Vater schweigt. Der Junge spannt die Pferde ab, und beide gehen dem Hofe zu, als schon die Sonne hinter dem weiten Feld versunken ist. Jürgen sieht den Vater von der Seite an. Hart und altig ist sein Gesicht, er blickt auf seine Hände, sie ind groß und schwielig. Der Junye versteht, woher )ie Falten kommen und die Schwielen an den Händen, er versteht, weshalb der Vater schweigsam ist. Nie hat er gedacht, daß die Bauernarbeit so schwer ist. Aber dennoch, auch er will so werden wie fein Vater, auch seine Hand soll gewohnt sein, den Pflug zu führen. Hart ist die Arbeit, und darum können nur ganze Kerle Bauern werden, und Jürgen will ein ganzer Kerl sein. Helfi Pflanzen und Tiere schuhen! Deutsche Jugend im Frühling in der Heimatnatur. Von A. Kneipp, Gießen. Märzenluft flüstert, und Märzenwind rauscht. Frühlingserwachen, dich hab' ich belauscht. Knospende Fülle an Busch und an Baum, Heimliches Sehnen im Wachen und Traum! Jagende Vögel in liebender Lust, Sprossendes Leben in jeglicher Brust! Jauchzende Jugend durchstreifet den Hain, Ewiger Frühling ihr Hoffen und Sein! „Jauchzende Jugend durchstreifet" Garten, Wiese, Feld und Wald. Die Erhaltung und Förderung ihrer körperlichen Gesundheit verlangt dies, und auch Geist und Seele, richtig geführt, erstarken in der Natur durch die Natur. Die Heimat wird der Jugend näher gebracht, ihre Verbundenheit mit dem Heimatboden inniger. Das Gefühls- und Willensleben muß dabei gekräftigt, anderseits aber auch gezügelt und gebändigt werden. Kenntnis auch der einfachsten Lebewesen in Pflanzen- und Tierwelt und ihrer Lebenserscheinungen sollte auf diesen Streifen weitaehende Förderung erfahren, damit der Zug des Leides, der beständig durch die ganze Natur geht (Wer leben will, muß töten!), nicht unnötig vermehrt werde. Für die Blütenwelt bittet Johannes Trojan: „Brichst du Blumen, sei bescheiden, Nimm nicht gar so viele fort! Sieh, die Blumen müssen's leiden. Doch sie zieren ihren Ort. Nimm ein paar, und laß die andern Stehn im Gras und an dem Strauch! Andre, die vorüberwandern, Freun sich an den Blumen auch." Alle Ausrüstungsgegenstände werden mit kleinen Namensschildchen gezeichnet. — Die Decke wird sauber so gerollt, daß sie gerade um den Tornister herumreicht und mit dem unteren Rand des Tornisters abschließt. Um die Decke kommt die sauber zusammengelegte Zeltbahn. Sie wird etwas breiter gelegt als die Decke, um diese bet Regen vor Nasse zu schützen. Beim Festscknallen ist darauf zu achten, daß alle Falten glattgestrichen werden. Die Schnal-s len der Mantelriemen befinden sich immer an der Körperseite, so daß die Enden der Riemen zum Körper hin weggesteckt werden." Ich klappe das Buch zu. Gerettet! Jetzt versahrei ich nach Vorschrift: alles wird vorschriftsmäßig er- leoigt. Jetzt nur noch eins: zumachen! Doch - o Pein! — Die Riemen reichen nicht! Ich helfe mir mit einem dazwischengebundenen Stück Bindfaden. (Was kein ordentlicher Mensch tun soll! Es gibt sicher einen Anpfiff.) Endlich ist das schwere SM Arbeit geschafft. Meine gute Laune steigt um 100 Prozent. Gerade als ich den Tornister mit einem kräftigen 1 Ruck auf den Rücken werfe, schrillt die Flurklingel. Mein Freund Max! Ein erstaunter Blick trifft mich, eine nicht mißverständliche Handbewegung zwingt mir den Tornister wieder von den Schultern. — Nach zehn Minuten angestrengten Zusehens geht ein in doppeltem Sinne „erleichterter" Hitler-Junqe mit seinem Kameraden und einer verhältnismäßig vernünftig aussehenden Tornister zum Antreten. Wie mein Freund Max das fertiggebracht ho!? — Den kleinen Kniff will ich zum Schluß noch verraten. Er warf die Hälfte wieder heraus! 1.8. I Befruchtung der Blüten in die Wege leiten. Bei euren Streifzügen im Wald, namentlich im Nadelwald führt euch eure Entdeckerfreude zu chem Bau der so überaus nützlichen roten W a m e i f e, und für die Bewohner dieser Siedlungen Ameise ober „Jmeße", wie sie wetterauisch heißt) schon in aller Frühe, wenn ihr noch schlaft, aus dem Bau zur Arbeit. Kommt ihr bann zu ihnen, so beobachtet! Da laufen zehn, zwanzig, Hunderte! Das wibbelt und kribbelt, eilt hin und her, die kreuz, die quer. Gib acht, daß dein schwerer Stiefel nicht eine Anzahl Arbeiterinnen des fleißigen Völkchens zertritt! Hungernde Kinder würden vergebens der sorgenden Nährmütter harren. Siehst bu dort die Deffnungen im Tannennadel- Haufen am Waldrand? Das find die Tore der „Ameisenburg". Bringst du deinen Zeigefinger in die Nähe der ausgestellten Wachen, so recken im Nu einzelne Ameisen die Vorderkörper auf und bedrohen dich mit scharfen Beißzangen. Andre spritzen eine Tropfen Gift. Bringe den durch solche Ameisen äure benetzten Finger an deine Nase! Ameisensäure riecht scharf stechend. Mein Freund Grünrock behauptet, es gäbe kein besseres Mittel gegen Kopfschmerzen als dieses. Doch nun tritt schnell zurück! Schon bestürmen dich die mutigen Soldaten des kleinen Arbeiterstaates. Sie fürchten auch dich Rissen nicht und beißen. Werde nicht unruhig und schlage nicht zornig um dich! Streiche sie vorsichtig ab von Schuh und Wade! Kneipt dich ein Soldat — der Biß ist zu verschmerzen. Warum wolltest du ihn töten? Diese Krieger tun ja nichts anderes als das, was jeder echte deutsche Junge, wenn er groß geworden ist und Waffen tragen kann, auch einmal tun muß und gern tun wird: Haus und Hof und Volk und Vaterland verteidigen gegen den Feind, der sie bedroht. Die Ameisen schaffen munter von früh bis spät. Ihr Hasten erscheint zuerst regellos. Blickt man jedoch genauer hin, so entdeckt man gebahnte Straßen, die von der Burg nach allen Seiten in den Wald führen. Dort schieben und zerren zwei an einem Zweiglein, das .zehn- bis zwölfmal so lang als jede einzelne Ameise ist. Es gilt, Baustoff heranzuschaffen. Die Burg ward zu klein. Ich beobachte, daß die zwei den Balken in 15 Minuten nur etwa und betasten sie in aller Eile mit den Fühlern. Handelt es sich um eine Untersuchung, ob die beibcn Balkenschieber vielleicht in unauffälliger Weise in die Burg kommen und dort spionieren wollen? - Kein Angriff erfolgt — also: gut Freund! Da hasten einige vom Bau, andere zum Bau. Was bringen die neuen zehn, oder sind es gar hundert? Hcrz von der Tanne, Nadeln zum Bau, JnfektenfleW auch süße Milch von den Blattlauskühen, die auf Sträuchern und Bäumen auf der Weide sind. (9ar hilflos sind die Ameisenkinder, weiße fußlose Mädlein in den düsteren, aber warmen Kammern m der Burg. Ohne eifrige Pflege und gute Fütterung würden sie bald zugrunde gehen. Ebenso hilflos sind die Puppen, kleine weiße Fäßchen (Ameiseneier nennt man sie fälschlicherweise), wie sie im vergrämen Sommer drüben an der sonnigsten Stelle M Ameisenburg zu Hunderten lagen, behütet und bewacht von einem ganzen Schwarm von Wärtern und Soldaten. Sieh! Dort auf dem breitesten Wege kommt langsam ein Leichenzug. Sechs oder acht Träger schlepp-n einen toten Käfer zum Bau. Sie wollen ihn !mj gewiß begraben. Es fragt sich nur — wo? Etwa in der kühlen Erde? Nein, nein! Hier wird gefressen i*b im — Magen begraben. Zerteilt in feine kleine Happen wird das Fleisch des Käferleichnams ocr- schwinden. Täglich wird bie Umgebung von Ameisen-! bürg nach allem durchsucht, was der Tod dah-n-I raffte. Käferrippchen, Mäuseschinken, Vogelschleglein, Raupenbraten zerteilt, verspeist, begraben! Vernichtung der Pflanze bedeutet Vernichtung des Tieres. Zwei unserer schönsten Schmetterlinge beispielsweise, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs — wer möchte diese prächtigen Falter missen — sterben allerorts aus, wo die Nesseln, dieses lästige Unkraut!? völlig ausgerottet werden, weil die Kinder beider Falter, ihre Raupen, auf Nesseln leben. Darum, deutsche Jugend, schütze alle Pflanzen und Tiere, solange du nicht genau ihren Unwert kennst! Wie schön sind im Frühling die zuerst seidengseichen, später goldgelben Weidenkätzchen? Pflückst du sie ab, so beraubst du.die Bienen und Hummeln ihrer ersten Nahrung für sich und ihre Brut. Freue dich mit deinen Augen ihrer Schönheit, aber laß die Hände davon und hilf mit, daß auch d i e Erwachsenen das Bienenbrot nicht stehlen! Nicht lange mehr, dann wirft der Schlehdorn einen zarten, weißen Blütenschleier über seinen borstigen Kopf, ihm folgen im Erblühen seine Verwandten, die Steinobstfruchtler, und mit diesen fast gleichzeitig decken sich Birn- und Apfelbäume mit Blütenschnee. Wie herrlich geschmückt erscheint dann besonders der Apfelbaum unserem Auge, weil sein Schneekleid m der Regel mit einem wundervoll zarten Rosa ober Rot getränkt ist! Alle Blütenbäume aber sind gedeckte Dsche für eine ganze Anzahl Kerbtiere, die der Mensch zwar nicht alle zu seinen Freunden zählt: aber wieder sind Biene und Hummel, bie nützlichen Helfer des Menschen, bie wichtigsten unter ihnen. Lernt sie kennen und schonet sie: denn ihrer Tätigkeit am blühenden Obstbaum verdankt ihr im Sommer und nden Genuß von Kirschen, Pflaumen, Aepfeln irnen! Sie sind es ja in erster Linie, die die k >zel. >e wird, iifeln will, en sM. f ein Tott »Warfen. Dister, baneb(n Ntiid)«, eine «roj, Ordert. Unb g 'n-ster schlug eü Aigen bi in Ausrüstung W erfaßt miq; Aufgal-, M nach öem w m Leben - Ebenden Auch W Massen b roßten ist, komü oem obersten & Band: „Ratgeb-: *,et mit g-h-IsL Mge auf - urj 3n wundervolle der Rubrik „T«i> sters^ werden ms- ' (Stimmt! M verdöse die gare den Tornister >t einem Aahrts itzhernd, Turnho-i, iier Paar 6odn lgsjocke. — gehören: Schl-s. tr mit Waschly ta, Kamm, Büw hzeug, Sicherheit- pfen, Ersatzschnc- h- unb Koppels Löffel und Eck sentasche!), mehre! «erden mit klein- • Die Decke nü : um den Tornis-t en Rand des Id kommt die sauk wird etwas breis >i Regen vor 8läi ’t darauf zu achte, werden. Die Schn^ sich immer an U der Riemen M tet! W oerfafot rschn'ftsmäßig e-> mafyxO. Dvön M Äch helfe m t Stuck Bindfad^ tun soll! Cs das schwere So. Laune steigt N mit einem W M die Flurklin» ich. eine nicht M )inqt mir den t । - Rach gehn ,eht ein in W Zunge mit M l"ntigMachi ,«heraus! -H ioHiere" woue« £■§? L'W ittlavskuhe"'? K ornxnZFÜste-! -ÄS- i^nJ im Sk5; Li.-r.r-- « °ch-r-5> fl/Jbiinfl q'Qi) doh S*jJ> -s ■KW# SioP^t und u,v ÄLZ i&e frginp! - r* Der ^ne" TW? !frt 11« 1Ä? Ls... Wirffchast. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 563t Neue französische Ausfuhrverbote.. 564: Erläuterungen zum österreichischen Auslands- zahlungsgefetz. — Der Wortlaut des Gesetzes. 565: Keine Belganotierung an der Berliner Börse. Zahlungen im deutsch-belgischen Verrechnungsverkehr werden jedoch weiterhin auf Basis des Berliner Mittelkurses vom 26. März ausgeführt. 566: Italienische Eisenbahnumrechnungskurse ab 24. März 1935. 567: Die Luftpostzuschläge nach Südamerika und Brklisch-Gambia. 568: Konzessionszwang für bulgarische Exporteure. 569: Neue Bestimmungen für Ermäßigung und Befreiung von Rundfunkgebühren ab 1. April. 570: Neuregelung der Wollwirtschaft ab 1. April 1935, Anordnung W 14 der Ueberwachungs- stelle für Wolle und andere Tierhaare. 571: Verbilligte Ostergrußtelegramme nach Uebersee. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Schlachtviehgeschäft nahm auch in dieser Woche einen guten Verlauf. Da man dem bevorstehenden Ultimo in den jeweiligen Auftriebsziffern Rechnung getragen hatte, konnten sich die erhöhten Preise der Vorwoche gut behaupten. Am Großviehmarkt ergaben sich darüber hinaus wieder merkliche Steigerungen, insbesondere in mittleren und geringen Färsen, die bis zu 6 Mk. höher als in der Vorwoche notierten. Ochsen, Bullen, Kühe sowie beste Färsen zogen bis zu 2 Mark an. Die Beschickung war mit insgesamt 966 (gegen 1199) etwas zu knapp, woraus auch die weiteren Preisbefestigungen resultieren. Ein am Donnerstag eingeschobener Zwischenmarkt nahm ebenfalls einen guten Verlauf. Nach lebhaftem Geschäft wurde der Markt, der qualitativ wieder gut beschickt war, geräumt. Am Kälbermarkt unterlagen die Preise wieder einigen Schwankungen, im großen und ganzen konnten sie sich aber auf der letzten Preislage etwa behaupten. Beste Kälber waren nur wenig zugeführt. Die Zufuhr stellte sich mit 1651 um rund 100 Tiere schwächer, als in der Vorwoche und wurde nach mittelmäßigem Handel ausverkauft. Hümmel und Schafe fanden nur wenig Nachfrage und ließen im Preise leicht nach. Die etwas höhere Beschickung von 133 (91) Tieren wurde jedoch geräumt. Am Schweinemarkt vermochten sich die Preise um etwa 1 Mark zu heben, trotzdem verblieb bei etwas geringerer Zufuhr (4149 gegen 4231) und mittlerem bis ruhigem Geschäft einiger Ueberstand (ca. 120 Stück). Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt zeigte in der abgelaufenen Woche an den Futtermittelmärkten eine stimmungsmäßige Erleichterung, obgleich das Angebot in hochwertigen und preis- gebundenen Futtermitteln, wie Soyaschrot, Oel- kuchen, Zuckerschnitzeln, Kleie usw. weiterhin sehr tnapp blieb. Das Verbot der Koppelgeschäfte und die Hoffnung auf eine baldige Verwendung von Grünfutter angesichts der für das Wachstum sehr günstigen Witterung waren im wesentlichen die Faktoren für die gewisse Entspannung. Die sog. Melassemischfutker waren reichlich angeboten und fanden nur bei ermäßigten Preisen Abnahme, soweit sie die weniger hochwertigen Mischungen betrafen. Für beste Mischungen, wie z. B. mit Oel- kuchen und Kleie, wurden die geforderten Preise bewilligt, es bestand auch noch gute Nachfrage. Kartoffelflocken fanden wegen ihres zu hohen Preises kaum Beachtung. Auch für Futtergetreide ist eine gewisse Erleichterung festzustellen, speziell für Futtergerste war die Nachfrage nicht mehr so dringlich, nachdem seitens der Reichsstelle Ersatzfuttergetreide in Form von eosiniertem Roggen und Weizen zur Verteilung kam, wobei Eosinroggen wegen seines billigeren Preises gegenüber Eosinweizen bevorzugt wurde. Hafer war dagegen kaum angeboten, Abschlüsse wurden nicht bekannt: hierfür, besteht die Nachfrage noch fort. An den Brotgetreidemärkten ist eine Wesentliche Aenderung der Lage noch nicht eingetreten. In Weizen hat sich das Angebot allerdings weiter verringert, es bleibt aber noch ausreichend. Für besten Weizen zeigten die Mühlen zur möglichst späten Lieferung (hauptsächlich für Juni-Juli) einige Nachfrage, mittlere und geringe Qualitäten blieben vernachlässigt. Das Angebot in Roggen war weiter reichlich und übersteigt bet weitem den Bedarf. Die Landwirtschaft bot allerdings weniger an, während der Handel aus vorhandenen Lagerbeständen starke Verkaufsneigung bekundete und weiter wesentlich unter Festpreisen offerierte. Lediglich einige Provinzmühlen nahmen kleinere Mengen auf. Die Mehlmärkte hatten weiter sehr stilles Geschäft. Der März- und Aprilbedarf der Mühlenkundschaft ist schon gedeckt, höchstens zur Lieferung im Monat Mai wurde etwas verkauft. Weizenmehle find dabei besser zu verkaufen, als Roggenmehle. Commerz- und privat-Bank. Auch die Commerz- und Privatbank verwendet ihren Gewinn für 1934 zur Stärkung der Rückstellungen, obwohl sich die im Vorjahre vorgenommene Generalbereinigung der Bilanz als vollkommen ausreichend erwiesen hat. Im Berichtsjahre wurden insgesamt 17 228 neue Kredite von rund 294 Millionen RM., gegenüber 13 507 neuen Krediten im Vorjahre mit rund 284 Millionen RM. ausgeliehen. Die Gesamtumsätze konnten von 71 auf 82 Milliarden RM. gesteigert werden, nachdem im Vorjahr ein Rückgang von 86 auf 71 Milliarden eingetreten war. Die Einnahmen aus Zinsen, Devisen, Wertpapieren und Sorten erbrachten 26,46 (24,65), in Provisionen und Sonstiges 31,63 (31,22) Millionen. Da in diesen beiden Posten Sondergewinne enthalten sind, sind die Einnahmen trotz der Umsatzsteigerung gleich geblieben. Handlungsunkosten erforderten 40,29 (41,43), Steuern 3,41 (3,91). Es verbleibt ein Betriebsgewinn von 14,39 (10,52) Millionen. Hiervon werden 12,5 Millionen zur Stärkung der Rückstellungen verwandt und 0,5 an den Pensionsfonds überwiesen. Zum Vortrag verbleiben 1,39 (im Vorjahre wurde bekanntlich der Betriebsgewinn einschl. einer Entnahme von 20 aus den offenen Reserven in voller Höhe mit 30,52 zu Abschreibungen und Rückstellungen verwandt). Nhein-Mainische Mittagsbörse. Knapp behauptet. Frankfurt a. M., 29. März. Die Börse eröffnete bei kleinen Umsätzen infolge von weiteren Ultimo-Abwicklungen der Kulisse zumeist noch etwas schwächer, die Rückgänge erreichten aber in den meisten Fällen nur geringes Ausmaß. In sich war die Haltung der Börse eher etwas widerstandsfähiger, obgleich eine gewisse Unsicherheit wegen des Schicksals der Belga nicht zu verkennen war. Inzwischen wurde bekannt, daß die belgische Regierung die Herabsetzung der Goldparität des Belga um 30 v. H. beschlossen hat. Vom Publikum lagen nur am deutschen Rente n m a r k t kleine Aufträge vor. Etwas gefragt waren Altbesitzanleihe zu 111,90 (111,75), ferner einige Goldpfandbriefe und Stadtanleihen. Im freien Markt zeigte sich Nachfrage nach zertifizierten Dollar-Bonds bei leicht befestigten Kursen. Zins- vergütungsscheine^ späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung blieben gut behauptet, ebenso Reichsbahn-VA. zu 120,40. Am Aktienmarkt waren Montanaktien im Hinblick auf die etwaigen Folgen einer Belga- Abwertung auf den deutschen Eisenexport noch schwächer. So gingen Stahlverein auf 79,25 (80), Klöckner auf 87,75 (88,75), Rheinstahl auf 100,75 (101,50), Mannesmann auf 79,25 (80) und Buderus auf 92,50 (93) zurück, auch Harpener lagen mit 102,75 bis 102,25 (103) niedriger. In Erwartung des Ergebnisses der heutigen GV. waren am Elektro- marft AEG. mit 38,25 bis 39,13 (37,75) ziemlich lebhaft. Dagegen gaben Siemens auf 147,25 (148), Gesfürel auf 117,25 (117,25), Felten auf 86,40 (87,40) und Mainkraftwerke auf 94 (94,50) nach, Schuckert konnten sich mit 102,75 voll behaupten. Von chemischen Werten eröffneten IG. Farben 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,75 v. H. und Metallgesellschaft 0,65 v. H. schwächer, Scheideanstalt waren andererseits 0,50 v. H. fester. Sonst setzten zunächst ein: Süddeutscher Zucker 164 (166), Daimler 92 (93), Hanfwerke Füssen 82,90 (83,50), Hapag 33,75 (34) und Norddeutscher Lloyd 35 (35,50). Reichsbank blieben mit 158 unverändert. Nach den ersten Kursen konnten sich am Montanmarkt Stahlverein und Rheinstahl um je 0,50 v. H. erholen, auch Hapag lagen wieder 0,40 v. H. höher. Im Verlause zeigte das Kursniveau nur wenig Veränderung, es herrschte allgemein starke Zurückhaltung. Am Montanmarkt waren Stahlverein und Rheinstahl schließlich wieder auf Vortagsstand erholt, auch Harpener lagen 0,25 v. H. höher, bagegen kamen Mansfelder mit 95 (96,50) zur Notiz. Am Elektro- marft gingen AEG. bei stark nachlassendem Geschäft auf 38,75 zurück, während Schuckert nochmals 0,25 v. H. anzogen. Von Schiffahrtswerten lagen Norddeutscher Lloyd 0,50 v. H. freundlicher, auch Daimler 0,50 v. H. erholt. Schwach waren Deutsche Linoleum mit 147,40 (150), andererseits lagen Bernberg mit 116,75 um 1,25 v. H. fester. Niedriger waren außerdem noch Rheinische Braunkohlen mit 207,75 (209) und Laurahütte mit 21,13 (22,25). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 111,75 ab, im übrigen lagen die variablen Werte unverändert. Arn Pfandbriefmarkt zogen Goldpfandbriefe vereinzelt bis 0,25 v. H. an, Kommunal-Obligationen und Liquidationspfandbriefe lagen gut behauptet. Stadtanleihen waren größtenteils 0,13 bis 0,25 v. H. fester, Staatsanleihen lagen still. Von fremden Werten waren Ungarische Goldanleihe mit 7,13 v. H. (7) leicht erholt. Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Abendbörse gut behauptet. Bei freundlicher Grundstimmung verkehrte die Abendbörse in ruhiger Haltung. Die Kurse lagen im Vergleich zu den zum Teil wesentlich erholten Berliner Schlußkuvsen gut behauptet. AEG. zogen auf die Ausführungen in der GV. über den Geschäftsgang auf 39 (38,75) an, ferner waren Stahl- verein bei etwas größeren Umsätzen auf 80 (79,65) erhöht, Rheinstahl lagen mit 103,50 ebenfalls fester. Südd. Zucker gingen um 1 v. H. auf 163 zurück. Für Großbankaktien zeigte sich weitere Nachfrage, speziell für Commerzbank in Erwartung des Abschlusses mit 85,50 (84,50), DD-Bank und Dresdner Bank mit 87 je 0,75 v. H. höher. Renten lagen still und gut behauptet. Einige Stadtanleihen zogen bis 0,25 v. H. an. U. a. notierten: Altbesitz 112, 6proz. Stahlverein 99,13, 4,5proz. Darmstadt von 1928 93,75, 4,5proz. Frankfurt v. 1926 93,75, 4,5proz. Mainz von 1926 93,75, 5,5proz. Franks. Hyp.-Liquid. 99,85, 5,5proz. Rhein. Hyp.-Liquid. 100,13, Commerzbank 85,50, DD-Bank 87, Dresdner Bank 87, Rhein. Hyv.-Bank 130, Harpener 102,50, Rheinstahl 103,50, Staylverein 80, AEG. 39, Bekula 139, Ehern. Albert 94,50, Conti-Gummi 154,75, Scheideanstalt 209,50, Dt. Linoleum 147,50, Licht und Kraft 122,25, JG.-Far- ben 142,75, Gesfürel 118, Holzmann 87,50, Lah- meyer 122, Metallgesellschaft 94, Miag 81,75, Rüt- gerswerke 107, Schuckert 103,13, Siemens 150, Südd. Zucker 163, Reichsbahn-VA. 120,50, Hapag 34. Frankfurter Eiermarkt. F r a n k f u r t a. M., 29. März. Mit Rücksicht auf das Monatsende war. das Geschäft in der letzten Märzwoche klein. Das Publikum zeiate dagegen beim Kleinhandel noch zufriedenstellende Nachfragen, wenngleich die billigsten Sorten bevorzugt werden. In deutschen Eiern waren die Zufuhren ausreichend, während sie sich aus dem Auslande etwas verringert haben. Die Preise blieben fast unverändert, nur hier und da ergaben sich geringe Abweichungen nach unten. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Handelsklasseneier S 9% bis 10, A 9% bis 9%, B 8% bis 9, C 8% bis 8%, D 7% bis 7%; Holländer Klasse S 9% bis 10, Klasse A 9% bis 9%, Klasse B 8K bis 8%; Dänen und Flandern Klasse S 9% bis 9%, Klasse A 9 bis 9%, Klasse B 8% bis 8%; Bulgaren 7% bis 8, Jugoslawen 7% bis 7%. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 29. März. Auf dem Buttermarkt ist die Lage ziemlich ausgeglichen. Die Ankünfte haben sich sowohl in deutscher als auch in ausländischer Butter etwas verknappt. Die Nachfrage des Konsums blieb gut, so daß die angebotenen Mengen restlos abgesetzt werden konnten. In holländischer Butter zeigte sich etwas Mangel. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, deutsche feine Molkereibutter 142 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120, holländische Butter je nach Qualität 145 bis 148. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 31. März. Laetare. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Kröcker-Pur- kersdorf (Oesterreich): 11: Kinderkirche für ine Mar- kusgemeinde: Pfr. Kröcker-Purkersdorf (Oesterreich): 18: Propst Knodt. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld: Beichte und hl. Abendmahl für die Militärgemeinde: 11.15: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld: 18: Pfr. Bechtolsheimer. — Iohannessaal. 20: Vortrag über „Evangelische Kirche in Oesterreich"; Pfr. Kröcker-Purkersdorf (Oesterreich). — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.45: Hauptgottesdienst: Kollekte; 11: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst; 20: Passionsandacht. — Großen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte..— Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Taubringen. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 11: Vorstellung der Konfirmanden. — hausen. 9.30: Vorstellung der Konfirmanden. — Cid). 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt (Gießen); Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 13.30: Studienrat Dr. Unverzagt (Gießen). — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 10.45: Kindergottesdienst; 11.30: Eröffnung der Ausstellung „Die Ev. Kirchengemeinde" im neuen Rathaussaal. — Cangd. 13: Gottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 20: Abend- mahlsfeier für die Jugend. — Münzenberg. 11: Hauptgottesdienst mit Kollekte für Bethel; 20: Passionsabendgottesdienst mit Kollekte für Bethel. — Trais-Münzenberg. 13.30: Gottesdienst mit Kollekte für Bethel. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst.— Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. Dienstag, den 2. April. Münzenberg. 20 Uhr: Mädchenabend. Mittwoch, den 3. April. Gießen. Stadttirche. 18 Uhr: 5. Passionsandacht; Propst Knodt. — Münzenberg. 20: Frauenabend. — Cich. 20: Passionsandacht. — Langsdorf. 20.30: Passionsandacht. — Ober-Gleen. 19.30: 5. Passionsandacht. — Kirtorf. 20.30: 5. Passionsandacht. Donnerstag, den 4. April. Gießen. Kavelle des Allen Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Anthes. Freitag, den 5. April. Gießen. Petruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp'. — Bettenhausen. Bettenhäuser Brandtag 1635—1935. 10: Gottesdienst; Kollekte. Evangelische Stadlmission (Lüberstraße 14). Sonntag, den 31. März. 13.30 Uhr: Sornttagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 3. April. 20.30 Uhr: Bibdlstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 30. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 31. März. 4. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 20 Predigt und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — jungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 1. April. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, den 2. April. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 3. April. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Donnerstag, den 4. April. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 5. April. Gießen. 9 Uhr: Segensamt; 20: Fastenandacht. —• Lich. 7.30: Segensmesse. Reuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 31. März. 9.30 Uhr: Gottesdienste; 16: Gottesdienste. Mittwoch, den 3. April. 20.30 Uhr: Gottesdienste. Baptislen-Gemeinde (Gartenstrahe 13). Sonntag, den 31. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, den 4. April. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Prediger Lotz. Oesfentttcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr. Marx und Sanitätsrat Dr Schliephake. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Pelikanapotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch losfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. ■Öerhn Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 28 3 29 3 28 3 29 3 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100 100 100 100 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 102,4 96,25 96,25 A4% Dmmg-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102 102,5 112 Auslos.-Rechten ............. 111,75 112 111,65 4'/,% Deutsche Reichspostschatzan- 99,4 Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 99,4 99,4 99,4 srückzahlb. 102%) ............ 98,25 98,25 98,25 98,25 4^2% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 97,25 97,25 —— 61/z% ehem. Hess. Landes-Hhpo- thekenbanl Darmstadt Liaüi ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. 99,9 99,9 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhesten Provinzen leihe mit 93,9 94 — — Auslos^Rechten ............ - Deutsche Komm. Sammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 114,25 114,5 114.5 114,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97.25 97,5 — — 6!4% ehem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... 99,8 99,85 6Vt°/o ehem. 4>/2% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... *Vi°'o ehem. 8% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 100 100 100,25 100,13 97,5 97,5 97,5 97,5 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand' „briefanlt, Gold Komm. Obi.VI 97,5 97,5 97,5 97,5 Eteuergutlch.Berrechnungsk. 35-39 105,9 105,9 105^9 105,9 4% Oesterreichische Goldrente.... *{20% Oesterretchtlche Stlüerrente _ 24,5 24,5 1,13 4% Ungarische Goldrente....... 7 7,13 7,1 7,05 4% Ungarische Staatsrente b. 1910 6,5 4 .?% desgl. von 1013.......... 6,7 10,5 6,8 _ 6,95 6% abgest. Goldmexikaner von 99 * ^Türkische Bagdadbahn-Anleihe 10^3 10,5 Serie 1.................... 8,25 8,25 — — Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend» bör<> Schluß« lurs Schlußk. Mittagbörse Batnrn 28 3 29 3 28 3 29.3 4% desgl. Serie 11 .......... 8,25 8,25 — 8,7 5% Ruman. vereinh. Rente b. 1903 4,4 — — 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,9 6,75 6,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. ' 4,1 4 4,05j 4,05 2%% Anatolier ............ 34 34 Hamburg-Amerika-Paket .... . 0 34 34 34 33,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — —— 28,5 28,75 Norddeutscher Lloyd ........ . 0 35,5 35,4 35,5 35 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 0 81,5 81 81,75 81 Berliner Handelsgesellschaft .. . 5 109 108,25 108 107,25 Commerz- und Privat-Bank .. . 0 83,25 85,5 83 84,75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............... . 0 85,5 87 85,5 86,25 Dresdner Bank............. . 0 85,5 87 85,5 86,25 Reichsbank ................ 12 158 158 158,5 159,75 A.E.G..................... . 0 37,75 39 38,13 38,75 Bekula.......'............. 10 139,5 139 139,65 139,4 Elektr. Lieferungsgesellschaft.. . 5 110 110 110 110,75 Licht und Kraft ........... ey, 120,5 122,25 120,75 122,5 Felten & Guilleaume........ . 0 87,4 86,75 87,5 86,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 118,25 118 118,4 118 Rheinische Elektrizität ....... . 5 —— — 114 113 Rhein. Wests. Elektr......... . 6 — —— —— — Schuckert LCo.............. . 4 102,5 103,13 102,5 103,5 Siemens & Halske........... . 7 148 150 148.5 150,4 Lahmeyer LCo............. . 7 122 122 122 121,75 Buderus .................. . 0 93 92,75 93,5 94 Deutsche Erdöl ............. . 4 102,75 102,25 102,9 102,65 Gelsenkirchener............. . 0 — — — — . 0 103 102,5 103 102,5 Hoesch Eisen—Köln-Reuessev . 0 92,75 92 Ilse Bergbau ............. . 6 •— — — — Ilse Bergbau Genüsse....... . 6 122,75 123,25 123,5 123,9 Klüctnerwerke ............. 88,75 88,5 88,5 88,5 Mannesmann-Röhren...... . 0 80 79,65 80,25 79,9 Frankfurt a. M. Berkin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Saturn 28.3 29-3 28 3 29 3 Mansfelder Bergbau....... .. 8 96,5 95 96 95,5 Koköwerke ................ .. 6 — — 104 104,75 Phönix Bergbau........... .. 0 — — — — Rheinische Braunkohlen .... . 12 — 207,75 — 208 Ryeinstahl ................ 3% 101,5 103,5 101,25 103,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 80 80 80,65 79,65 Otavi Minen ............. .. 0 12,13 12,4 12,25 12,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — — 107,25 107,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 109 108 109,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7V2 148 148,5 148,25 148,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 142 75 142,75 142,5 142,75 Scheideanstalt............. .. 9 208,5 209.5 — — Goldschmidt .............. .. 0 99 100 99 100 Rütgerswerle ............. .. 4 107,5 107 107.25 106,9 Metällgesellschaft........... .. 4 94,25 94 94,25 93,75 Philipp Holzmann ......... .. o 87,5 87,5 88,5 87,75 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 118,25 118 - Cementwerk Karlstadt....... .. 4 - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ _ 103 102,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,5 53,25 53,9 53,4 Bembcrg................. .. 0 115,5 116,75 115,5 116,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 114 114,5 114,13 115 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 81 80,5 81 81 Dessauer Gas............. .. 7 —— — 124,9 124,9 Daimler Motoren.......... .. 0 93 92,5 92,65 91,9 Deutsche Linoleum......... .. 6 150 147,5 151,9 147.5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 87,65 87,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 36 36,25 36,25 36,4 Chade .................... .. 0 226 227,5 225,75 226,5 Accumnlatoren-Fabrik...... . 19 —— —— 157,5 157,75 Conti-Gummi ............ 8 155,25 154,75 155,25 155 Gripner.................. .. 0 37 37 37,5 37 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 94,5 94 - Süddeutscher Zucker....... .. 9 166 163 162,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 28. März 29. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire 0,658 0,662 0,658 0.662 Brüssel ... — — (Rio de Jan 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,44 53,54 53,91 54,01 Dairzig ... 81,24 81,40 81,27 81.43 London... 11,965 11.995 12,07 12,10 Helsingfors 5,285 5,295 5,335 5,345 Paris .... 16,41 16,45 16,41 16,45 Holland .. 168,21 168,55 168,15 168,49 Italien... 20,72 20,76 20,58 20,62 Japan.... 0,701 0,703 0,706 0,708 Iugoslawie 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 60,15 60,27 60,68 60,80 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 10,86 10,88 10,96 10.98 Stockholm. 61,72 61,84 62,25 62,37 Schweiz .. 80,72 80,88 80,72 80.88 Spanien.. 34,02 34,08 34,02 34,08 Prag..... Budapest . 10,39 10,41 10,39 10,41 Reuyork ... 2,489 2,493 2,495 2,499 Banknoten. Berlin, 29-März Geld Brief Amerikanische Noten...... 2,447 2,467 Belgische Noten.......... 47,90 48,10 Dänische Noten ......... 53,70 53.92 Englische Noten ......... 12,035 12.075 Französische Noten....... 16,35 16,41 Holländische Noten....... 167,73 168,41 Italienische Noten........ 20,36 20.44 Norwegische Noten ...... 60,47 60,71 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling «■— — Rumänische Noten....... —— Schwedische Noten........ 61,04 61,28 Schweizer Noten.......... 80,34 80,66 SUnntfriie Raten.......... 33,55 33,69 Ungarische Rot«................ Neue Stoffe in schöner, gediegener Ausführung FÜR DAS FRÜHJAHR! 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