Nr. 25 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, ZY.Ianuar 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger (Biegen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Such- und Zteindruckerel R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8^/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Jahrestag der Wende. Die Gründung des Dritten Reiches und die Summe der seit der Machtergreifung vor nunmehr Zwei Jahren geleisteten Aufbauarbeit kann nur gemessen werden an denjenigen Verhältnissen, die damals im deutschen Vaterland anzutreffen waren. Sie waren erschütternd; sie waren schlechthin hoffnungslos! Niemals würde man dem Minderheitenführer Adolf Hitler die Tore zur Reichskanzlei geöffnet haben, wenn er nicht der letzte, aber auch der allerletzte Trumpf gewesen wäre, den man gegen den Bolschewismus auszuspielen hatte. Es liegt in der Eigenart des menschlichen Denkapparates begründet, daß die schlechten Erinnerungen stets eher sich verflüchtigen als die guten. Sonst würden unauslöschlich in die Seele aller Deutschen die Zustände eingebrannt sein, die damals, am 30. Januar 1933, im ganzen Reiche herrschten. Man erinnere sich daran, daß Maikowsky erst in der Nacht nach dem Siege ermordet wurde; daß der Reichstagsbrand vier Wochen später den Himmel rötete; daß im Frühjahr noch die damalige bayerische Regierung die Mainlinie mit Waffengewalt gegen Berlin zu verteidigen drohte. Das sind nur ganz kleine Stichproben. Vielleicht fragt man einmal auf den Arbeitsämtern an, wie hoch die Zahl der Erwerbslosen damals gestiegen war; vielleicht holen Handel und Industrie ihre damaligen Umsatzziffern noch einmal hervor; der deutsche Bauer wird gut daran tun, seine damalige Lage noch einmal zu überdenken. Jahrestage sind Gedenktage. Das Dritte Reich hat das Vergessen überwundener Sorgen leicht gemacht. Es ist in diesen Jahren, um mit Dr. Goebbels zu reden, bei uns keine Langeweile aufgekommen. Und selbst heute, nachdem die „graue Romantik des Alltags" von uns Besitz ergriffen hat, gibt es immer noch Höhepunkte nationaler Begeisterung und nationaler Solidarität, die das Herz rascher schlagen lassen, und die über so manchen Kleinkrieg des täglichen Lebens leichter hinweghelfen. Der zweite Jahrestag der Machtergreifung und damit die Halbzeit des Vierjahresplanes steht unter einem glücklichen Stern. Der Sieg an der Saar hat — für alle Welt sichtbar — den ersten großen außenpolitischen Erfolg des neuen Regimes gebracht. Er hat eine Bresche geschlagen in das Bollwerk des bösen Willens und des Defaitismus, das uns umgibt. Er hat willkommene Gelegenheit gegeben, nun erst recht eine Politik der Verständigung und der Gleichberechtigung weiterzuführen, die ausgeht von den Grundprinzipien der Ehre und der Freiheit der deutschen Nation. Systematik und Organisationswille des deutschen Menschen haben schon sehr bald zu einer Zusammenfassung der im Zuge der Revolution immer wieder anstürmenden neuen Eindrücke zu kurzen prägnanten Schlagworten geführt. In der Tat urn- reißen die fast schon zu Gemeinplätzen gewordenen Formeln vortrefflich den Sinn des Geschehens und Werdens. „Politik ist das Schicksal!" — das ist die Antithese der längst widerlegten Weisheit, daß alle politische Entwicklung zuerst von wirtschaftlichen Voraussetzungen diktiert sein müsse. Von der Politik her hat Adolf Hitler die Zerrüttung unseres Eigenlebens und unserer Zusammenarbeit mit anderen Völkern aufgerollt. Nur von der Politik her, die von einem Charakter geformt ist, konnte und kann die Gesundung der deutschen und damit der Weltwirtschaft in Gang gesetzt werden. Dem veralteten Prinzip vom Primat der Wirtschaft folgend war die Antwort der Umwelt auf die Machtübernahme der Boykott und die wirtschaftliche Isolierung. Beschneidung und Abdrosselung unseres Exportes, Zurückziehung und Kündigung unserer Kredite; Fortsetzung des Weltkrieges mit den Mitteln der Wirtschaft: das war die Haltung emer Welt, in dem internationale Großmächte den Ton angaben. r r Dieser unerbittlichen Kampfansage gegenüber konnte nur eins Erfolg haben: die Zusammenballung des nationalen Willens und Glaubens zu einer unzertrennlichen Schicksals- und Volkgemeinschaft, zu einer nationalen Solidarität, die aufgebaut ist auf gegenseitiger Achtung aller Volksgenossen, die durchdrungen ist von der Ueberzeugung, daß der einzelne nichts, daß aber die Nation all.es bedeutet. Die Abkehr vom programmatischen Materialismus zum völkischen Idealismus war daher die wichtigste aber auch die weitaus schwierigste Aufgabe, für die das Regime Adolf Hitler das ganze Volk zu gewinnen hatte. Mit Phrasen und guten Worten wäre diese Sendung nicht zu erfüllen gewesen. Es war notwendig, den letzten Mann davon zu überzeugen, daß der Nationalsozialismus keine geistige Konstruktion im leeren Raum sondern ein handgreifliche Tatsache ist. Von Anfang hat der Führer darauf verzichtet, mit schönen Versprechungen das Paradies auf Erden als demnächst erreichbare Einrichtung vor- zutäuschen. Er hat an allen Beginn die eiserne Pflicht des einzelnen gestellt. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" — das ist kein leerer Wahn, sondern das ist das Alpha und Omega des nationalsozialistischen Prinzips. Die andere Säule des Dritten Reiches ist der Grundsatz von „Blut und Bode n", der Grundsatz von der völkischen und rassischen Einheit, von der Rückkehr zur Naturverbundenheit und Bodenständigkeit. Alles Geschehen dieser beiddn Jahre ist auf einen einzigen Nenner zu bringen: Wie ist das Volk glücklich zu machen? Wie ist der bestmögliche Zustand materieller und geistiger Zufriedenheit zu erreichen? Wie ist die Erhaltung und Festigung des völkischen Zusammengehörigkeitsgefühles uub feine Sicherung gegen alle Widerstände durchzuführen?. Das große Gesetzgebungswerk des 30.3anuarl935 verkündet. Das neue Reichsstaiihattergesetz und die Gemeindeordnung erlassen. — Oie ersten Maßnahmen zur Rückgliederung des Saarlandes getroffen. Die neuen Zuständigkeiten der Reichsstatthalter. Berlin, 29. Jan (DNB.) Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1. (1) Der Reichs st atthal ter ist in seinem Amtsbezirk der ständige Vertreter der Reichsregierung. (2) Er hat die Aufgabe, für die Beobachtung der vom Führer und Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik zu sorgen. § 2. (1) Der Reichsstatthalter ist befugt, sich von ämtlichen Reichs- und Landesbehörden sowie von den Dienststellen der unter Aufsicht des Reiches oder Landes stehenden öffentlich-rechtlichen Körperschaften innerhalb seines Amtsbezirkes unterrichten zu lassen, sie auf die maßgebenden Gesichtspunkte und die danach erforderlichen Maßnahmen aufmerksam zu machen sowie bei Gefahr im Verzüge einstweilige Anordnungen zu treffen. (2) Diese Rechte kann er auf die ihm beigegebenen Beamten nicht übertragen. § 3. Die Reichsminister können bei Durchführung der ihnen obliegenden Aufgaben den Reichsstatthalter unbeschadet der Dienstaufsicht des Reichsministers des Innern unmittelbar mit Weisungen versehen. § 4. Der Führer und Reichskanzler kann den Reichsstatthalter mit der Führung bergan» desregierung beauftragen. In dieser Eigenschaft kann der Reichsstatthalter ein Mitglied der Landesregierung mit seiner Vertretung beauftragen. § 5. Auf Vorschlag des Reichsstatthalters ernennt und entläßt der Führer und Reichskanzler die Mitglieder der Landesregierung. § 6. Der Reichsstatthalter fertigt nach Zustimmung der Reichsregierung die Landesgesetze aus und verkündet sie. § 7. Das Recht der Ernennung und Entlassung der Landesbeamten steht dem Führer und Reichskanzler zu. Er übt es selbst aus oder überträgt die Ausübung anderen Stellen mit dem Recht der Weiterübertragung. § 8- Das Gnadenrecht steht dem Führer und Reichskanzler zu. Er übt e^ selbst aus oder überträgt die Ausübung anderen Stellen mit dem Recht der We-iterübertragung. § 9. (1) Der Führer und' Reichskanzler ernennt den Reichs st atthalter und kann ihn jederzeit abberufen. (2) Der Führer und Reichskanzler bestimmt den Amtsbezirk des Reichsstatthalters. (3) Auf dos Amt des Reichsstatthalters finden die Vorschriften des Reichsministergesetzes vom 27. März 1930 (RGBl. I, S. 96) sinngemäß Anwendung. § 10. (1) In Preußen übt der Führer und Reichskanzler die Rechte des Reichsstatthalters aus. Er kann die Ausübung dieser Rechte auf den Ministerpräsidenten übertragen. (2) Der Ministerpräsident ist Vorsitzender der Landesregierung. Er fertigt im Namen des Führers und Reichskanzlers nach Zustimmung der Reichsregierung die Landesgesetze aus und verkündet sie. § 11. Das Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 7. April 1933 (RGBl. I, Seite 173) in der Fassung der Gesetze vom 25. April 1933 (RGBl. I, Seite 225), vom 26. Mai 1933 (RGBl. I, Seite 293) und vom 14. Oktober 1933 (RGBl. I,. Seite 736) wird aufgehoben. § 12. Der Reichsmini st er des Innern erläßt die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen Rechts-undVerwaltungsvorschriften, soweit sie nicht dem Führer und Reichskanzler Vorbehalten sind. Berlin, den 30. Januar 1935. Der Führer und Reichskanzler. (gez.) Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern. " (gez.) Frick. Der Reichsminister der Justiz. (gez.) Dr. G ü r t n e r. Die Begründung. In der Begründung zu dem von der Reichsregierung beschlossenen Reichsstatthaltergesetz wird darauf hingewiesen, daß dem Gesetz zwei Leitgedanken zugrundeliegen: 1. Dadurch, daß neben den Reichsstatthaltern Landesregierungen unter dem Vorsitz von Ministerpräsidenten bestehen, Haden sich im Saufe der Zeit nicht unerhebliche Schwierigkeiten ergeben. Solange der Reichsstatthalter in dem durch das bisherige Statthaltergesetz vom 7. April 1933 näher abgegrenzten Umfange Befug- Führer und Volk sind eins. K WZ - H r:# _ & ■ W , W\ Kto X ?s W U7 Die Befreiung des Bauerntums durch Erbhofgesetz und Marktregulierung war genau so wie die Beseitigung des Klassenkampfes, die Schaffung der Deutschen Arbeitsfront und der Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit eine Notwendigkeit, um die gröbsten Schäden zu beseitigen, die seit einem Jahrhundert und mehr eingerissen waren, die den Bestand der sozialen Ordnung gefährdeten und ein entsetzliches Chaos herbeizuführen drohten. Daß es zur Sicherung des Erfolges der Totalität des autoritären Führerstaates bedurfte, war eine Erkenntnis, die in der Geburtsstunde der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei aufgestellt worden war. Vorn ständischen Aufbau bis zur Gründung der Reichskulturkammer, von der Einführung bevölkerungspolitischer Grundsätze bei der Neugestaltung des Steuerrechts bis zum Reichsstatthaltergesetz zieht sich quer durch das öffentliche Leben des Dritten Reiches die einzige große Linie der Entwicklung: der Aufbau des Dritten Reiches aller Deutschen auf dem Fundament des Volkstums, auf den Begriffen der Pflichterfüllung und der Treue, auf den Prinzipien der Wehrhaftigkeit, der gegenseitigen Achtung; auf dem Grundsatz der Friedensliebe und des Verständigungswillens nach innen und nach außen! Der Reichskanzler Adolf Hitler hat am Abend der Machtübernahme vom deutschen Volke eine Frist von vierJahren gefordert, um sein Programm zu verwirklichen. Die Hälfte dieses Zeitraumes liegt an diesem Jahrestage hinter uns. In dieser Zeit sind gewaltige Erfolge erreicht worden. Ein Blick auf die Straße zeigt schon die große Wandlung, die überall im Daterlande vor sich gegangen ist. Verschwunden sind die Zusammenrottungen kommunistischer Elemente; die junge Generation ist von einer neuen Haltung erfüllt, sich ihrer Verantwortung bewußt. Ruhe und Sicherheit herrschen in Stadt und Land. Der Bauer erfreut sich fester Preise und der Gewißheit, daß er nicht von seiner Scholle vertrieben werden kann. Die Arbeitslosigkeit ist entscheidend zurückgeworfen. Das wirtschaftliche Leben zeigt aller Orten neue Ansätze zu frischem Unternehmungsgeist. Bäuerliche und städtische Siedlungen legen davon Zeugnis ab, daß die Erschließung eigener Kräfte im Lande zum großen Teil die Ausfälle des Exports ersetzen kann. Neue Triebkräfte gehen für Handel und Handwerk aus dieser Belebung der Binnenwirtschaft hervor. Außenpolitisch besitzt das Reich die Achtung aller großen Völker. Mag es mit seiner unabänderlichen Forderung nach Gleichberechtigung nicht in allen Hauptstädten der Welt beliebt sein, mag die feindliche Propaganda auch an manchen Stellen noch so rege fein, Deutschland ist ein Faktor, mit dem man ernsthaft rechnen muß. Seine Außenpolitik bevorzugt eine neue Tonart: offen in ihrer Friedensliebe, unbeirrbar in ihren Zielsetzungen, Feind aller undimchsichtiaen Paktbildungen, Getragen von dem aufrichtigen Wunsche, mit jedem Nachbarn von Volk zu Volk zu verhandeln. Diese Haltung hat auch aus vielen Ländern ihr Echo gefunden, das sich besonders in den jungen Kräften der Nationen verständnisvoll äußert. Der Umschwung in Deutschland trägt zwei Hauptzüge: den Elan des Volkes und die Stetigkeit der Führung. An diesen beiden Energien prallen schließlich alle Hindernisse und die unleugbaren Schwierigkeiten ab, die einer Nation in unserer Lage bei ihrem Neuaufbau entgegenstehen. Der Verlauf der großen nationalen Feste, die gewaltige Beteiligung an den Abstimmungen dieser zwei Jahre, die Opferfreudigkeit bei Sammlungen für die Zwecke der Bruderhilfe, darin und in vielem anderen sprach der freudig mügehends tieift der Nation. Die Stetigkeit der Führung aber erhielt ihre Vollendung in der Uebernahme Der Befugnisse des Reichspräsidenten durch den Reichskanzler, der damit „der deutsche Führer" geworden ist. So tief das deutsche Volk von dem Heimgang seines großen Feldmarschalls und Reichspräsidenten de- wegt war, so freudig hat es sich hinter Adolf Hitler gestellt, der nun das Staatsoberhaupt des neuen Reiches ist. Es war ein gewaltiges Zeichen von dem Willen der festen und stetigen Führung durch die neuen Männer, daß sie in Der Mitte des verflossenen Jahres Den Versuch einer Revolte im Keime erstickten, es war ein fernerer Beweis für ihr staats- und realpolitisches Denken, daß dis Reichswehr als der alleinige Waffenträger der Nation feierlich anerkannt wurde. Am zweiten Jahrestag der Regierung Adolf Hitler werden zwei wichtige Gesetze verkündet, die dem Ausbau des einheitlichen Reiches dienen: das Gesetz über die R e i ch s st a 11 h a l t e r, die die Träger der Befugnisse der preußischen Oberpräsidenten sein werden und die neue Reichsgemeinde-Ord- n u n g. Diese beiden Gesetze fügen sich ein in die stattliche Reihe von Maßnahmen und Umbauten, die im Verlauf zweier Jahre zu dem Ziele getroffen wurden, dem deutschen Volke eine neue ft a a t« liche Form zu geben, die seiner Besonderheit gerecht wird, ohne die historischen Entwicklungen außer Acht zu lassen. Allein diese großen Reformen, die das neue Deutschland auf Bahnen sieht, für die die besten Geister der Nation sich durch Jahrzehnte eingesetzt haben, machen das zweite Jahr der Regierung Adolf Hitlers zu einem bedeutungsvollen Abschnitt in der Geschichte unseres Vaterlandes. Möge durch die Einigkeit und die nationale Hingabe aller Deutschen das dritte Jahr unter demselben glücklichen Zeichen stehen! nisse der Landesverwaltungen ausübts, konnten diese Schwierigkeiten kaum entstehen. Nachdem aber durch das Neuaufbaugesetz vom 30. Januar 1934 d t e Landesgewalt zur Reichsgewalt wurde, ist die Stellung des Reichsstatthalters sowohl im Verhältnis zur Landesregierung wie im Verhältnis zur Reichsregierung unklar geworden. Nach dem bisherigen Rechtszustand war es nicht möglich, den Reichsstatthalter zugleich zum Vorsitzenden der Landesregierung zu machen, da nach § 2 der Reichsstatthalter „nicht gleichzeitig Mitglied einer Landesregierung sein" durste. Nunmehr werden die staatsrechtlichen Voraussetzungen für die Verbindung der Aemter des Reichsstatthalters und des Vorsitzenden (Führer) der Landesregierung geschaffen. 2. Das Ziel des Gesetzes ist die Angleichung der Stellung der Reichs st atthalter an die der preußischen Oberpräsidenten. Eine derartige Maßnahme liegt auch in der Richtung der im Zuge der Reichsreform unter dem Gesichtspunkt der „Einheit der Verwaltung" anzustrebenden einheitlichen „Reichsmittel- i n st a n z Das 2. Gleichschaltungsgesetz, durch das die Reichsstatthalter eingeführt wurden, ist im wesentlichen Punkten durch die staatsrechtliche Entwick- luna überholt. Von den fünf Zuftändigkeits- kreisen, die das Gleichfchaltunasgefetz den Reichsstatthaltern zuweist, ist die Befugnis zur Auflösung des Landtages gegenstandslos. Die Befugnis zur Ernennung und Entlassung der Mitglieder der Landesregierung ist ebenfalls überholt, nachdem die Unterscheidung zwischen Reichsaewalt und Landesgewalt beseitigt ist und bte Mitglieder der Landesregierungen den Reichsfachmini st ern unter st ellt sind. Das Gesetz, das jetzt van der Reichsregierung beschlossen wurde, behandelt die drei verbleibenden Zuständigkeitskreise: Gesetzesausfertigung, Beamtenernennung und Gnadenrecht. Der Reichsstatthalter, der bisher neben der „allgemeinen Gleichschaltungsaufgabe" und den oben angeführten Zuständigkeiten auf bestimmt abgegrenzten Gebieten der früheren Landesgewalt keinerlei Verwaltungszuständigkeit hatte, wird nunmehr Vertreter der R e i ch s r e g i e r u n g und Organ der Verwaltung. Seine Stellung ist, soweit es sich um die unmittelbare Reichsverwaltung handelt, der des preußischen Oberpräsidenten angeglichen. An Stelle der „deutschen Lände r", für die nach dem Gleichfchaltungsgefetz die Statthalter gestellt wurden, ist nur noch von Amtsbezirken die Rede. Indem der Führer und Reichskanzler den Amtsbezirk bestimmt, ist hinsichtlich der Abgrenzung dieser Bezirke Bewegungsfreiheit gegeben. Für Preußen ändert sich am bisherigen Rechtszu- ftand fo gut wie nichts. Das Reich übernimmt das Saarland. Reichsminister Or. Frick zum Gesetz über die vorläufige Verwaltung des Saarlandes. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Wilhelm Frick, gewährte unserem Mitarbeiter eine Unterredung über die Rückgliederung und Verwaltung des Saargebietes nach dem 1. März, bei der sich folgende Fragen und Antworten ergaben: „Sie haben, Herr Reichsminister, in Ihren Aeußerungen nach der siegreichen Saarabstim- mung erklärt, daß die Verwaltung des Saarlandes möglichst rasch und reibungslos auf das Reich übernommen werden wird. Darf ich Sie fragen, wie die gesetzliche Ueberleitung erfolgt?" „Das Reichskabinett hat in feiner Sihnng vom 24. Januar das Gesetz über die vorläufige Der- waltung des Saarlandes beschlossen. Da das Saarland Teil eines deutschen Reichsgaues werden wird, bedürfen die Fragen einer vorläufigen Regelung. Der vorläufige Charakter derselben ergibt sich aus der Bestellung eines Reichskommissars für die Rückgliederung des Saarlandes. Während im Reich die Drei-Gliederung der Verwaltung, die des Reiches, der Länder und der Gemeinden besteht, fällt die Landesverwaltung im Saarland weg. In der Person des Reichskommlffars wird das Amt des preußischen Oberpräsidenten und das des Regierungspräsidenten vereinigt werden. Das Gefehgebungsrecht, das bisher die Regierungskommifsion des Saargebiets ausübte, geht auf die Reichsregierung über. Daher werden alle Behörden im Saarland auf gehoben, die als Zentralverwaltungen gegolten haben. Ls wird trotz der raschen Durchführung der Aebernahme der Verwaltung bestrebt fein, Härten zu vermeiden." „Welche Amtsgewalt wird der Reichs« kommisfar für die Rückgliederung des Saarlandes ausüben?" „Alle jene Verwaltungsgebiete, die nicht den Reichszentralbehörden und den besonderen Fachbehörden vorbehalten sind, werden beim Reichskommiffar z u - fammengefaßt. Rach dem eben beschlossenen Gesetz hat ihm die Reichsregierung folgende drei Gruppen von Aufgaben und Zuständigkeiten zugewiesen: 1. ist er der ständige Vertreter der Reichsregierung im Saarland. Als solcher hat er gegenüber sämtlichen Reichsbehörden und sonstigen Dlenststellen der Reichsmittelinftanzen. deren örtlicher Bereich das Saarland umfaßt, alle jenen Befugnisse, die nach der zweiten Reuaufbau- Verordnung vom 27. Rovember 1934 den preußischen Oberpräsidenten zugewiesen worden sind und die nunmehr nach einem Beschluß der Reichsregierung den Reichs statthaltern eingeräumt werden, 2. hat er auf den ihm zugeteilten Verwaltungsgebieten die Aufgaben und Zuständigkeiten einer höheren Verwaltungsbehörde. Lr ist nach § 3 des Gesetzes Reichspolizeibehörde, 3. übernimmt er, ohne daß das Saarland hierdurch eine öffentlich-rechtliche Körperschaft wird, die Aufgaben der Provinzialverwaltung und des Lan- desfürforgeverbandes. Der Reichskom- miffar hat einen allgemeinen Vertreter, der die Amtsbezeichnung „Regierungspräsident" führt, dem er bestimmte Aufgaben und Zuständigkeiten zuweifen kann, und der ihn im Falle zeitweiser Behinderung vertritt." „Was wird den Geschäftsbereich des Reichskommlffars bilden?" „Der Geschäftsbereich des Reichskornmifsars umfaßt das gesamte Gebiet der allgemeinen und der inneren Verwaltung. Lr ist grundsätzlich f ü r alle Angelegenheiten zuständig, die nicht ausdrücklich anderen Dienststellen vorbehalten find; aber auch von diesen wird eine Reihe dem Reichskommiffar direkt unterstellt werden. Die Geschäfte führt er unter der fachlichen Leitung der Reichsminister und unter der Dienstaufsicht des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern." „Welche Reichsmittelbehörben, zu deren örtlichen Bereich das Saarland gehört, werden außerhalb des Saarlandes ihren Sitz haben. Werden diese eigene Dienststellen am Sitz des Reichskommissars errichten?" „Vorläufig werden außerhalb des Saarlandes u. a. folgende Reichsmittelbehörden ihren Sih haben: Für die Abgabenverwaltung das Landesfinanzamt in W ü r 3 b u r g; für die Arbeitsverwaltung das Landesarbeitsamt Rheinland in Köln; für die Justizverwaltung das Oberlandesgericht und der General- staatsanwalt in Köln; für das Verforgungs- wefen das hauptverforgungsamt in Koblenz; für die Berghoheilsverwaltung das Oberbergamt inBon n; für die Reichs luftf ahrt Verwaltung das Luftamt in Darmstadt. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Saarpfalz mit dem Sih in Saarbrücken. —- Für das Landesfinanzamt in Würzburg und das Landesarbeitsamt in Köln werden besondere Zweigstellen in Saarbrücken errichtet werden. Auch die anderen außerhalb des Saarlandes liegenden Behörden können Beauftragte ober Verbindungsorgane zum Reichskommiffar entfenden. Reichs- p o ff und Reichsbahn werden in Saarbrücken eigene Direktionen errichten." „In welcher Form wird die Umoersal-Nach- folge im Saarland geregelt werden?" „Sämtliche Behörden des Saarlandes werden Reichsbehürden und alle Linrichtungen des Saarlandes Reichseinrichtungen. Dies bedeutet auch den privatrechtlichen Uebergang des Eigentums des Saarlandes mit allen auf ihm liegenden Lasten auf das Reich. Von dieser Regelung bleiben unberührt die Gemeinden und anderen Körperschaften öffentlichen Rechts. Die Beamten der erwähnten Behörden und Linrichtungen werden unmittelbare Reichsbeamte, soweit die zuständigen TUiniffer nicht eine andere Regelung treffen. Auch die Lehrer erhalten in Anlehnung an den im Reich bestehenden Zustand die Rechte und Pflichten von Reichsbeamten." „Können Sie mir, Herr Reichsminister, auch noch etwas über die Rechtsangleichung des Saarlandes sagen?" „Auch diese Frage ist im Gesetz genau geregelt. Zur Entlastung der Reichsgesehgebung bei der Einführung deutschen Rechts im Saarland ist eine weitgehende Ermächtigung an bie z list ä n d i g e n Reichsminister vorgesehen. Im Interesse der Einheitlichkeit und der Gewinnung eines zentralen lleberblickes ist in dieses Verordnungsrecht der Fachminister der Reichs- und Preußische IHinifter des Innern eingeschaltet. Da im Saarland ab 1. März 1935 das deutsche Reichsrecht nach dem Stande von 1918, ferner preußisches sowie bayerisches Landesrecht nach dem gleichen Stande, überdies aber auch das unter der Völkerbundverwaltung neu geschaffene Recht, die sogenannten „Ordonnanzen" gelten, bedarf es für die Inkraftsetzung der im Reich geltenden feit 1919 erlassenen Rechtsnormen jeweils besonderer Bestimmungen. Ls können auch noch eine Reihe anderer Maßnahmen erforderlich werden, für die in dem genannten Gesetz ebenfalls Vorsorge getroffen worden ist." „Herr Reichsminister, das Saarland kehrt als vollwertiges Glied zum deutschen Vaterland zurück. Wird dies auch in einer entsprechenden Vertretung des Saarlandes im deutschen Reichstag seinen Ausdruck finden?" „Die Reichsregierung hat am 30. Januar, dem historischen Tag der Machtergreifung des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, ein Gesetz verkündet, in dem auch diese Frage geregelt ist. Um der Rückkehr des Saarlandes in das Deutsche Reich sichtbaren Ausdruck zu verleihen und dem deutschen Volke an der Saar die ihm gebührende Vertretung zu gewähren, wird die Zahl der Reichstagsabgeordneten um fo viel Abgeordnete aus dem Saarland vermehrt werden, als die Zahl von 60 000 in der Stimmenzahl (477 000) enthalten ist, die am 13. Januar 1934 für den Anschluß an das Deutsche Reich abgegeben wurde. Das Saarland wird demnach durch acht Abgeordnete im deutschen Reichstag vertreten fein, die der Führer und Reichskanzler selbst auf Vorschlag des Reichskommissars für die Rückgliederung des Saarlandes aus der Zahl der R e i ch s t a g s w ä h le r des Saarlandes ernennt.“ Oie Stellung der Gemeinden im neuen Staat. Die Ausgabe der Gemeindeordnung. Die von der Reichsregierung beschlossene neue deutsche Gemeindeordnung tritt am 1. April 1935 in Kraft. Nach der Einleitung zu dem Gesetz will die Gemeindeordnung die Gemeinden in enger Zusammenarbeit mit Partei und Staat zu Höch st en Lei st ungen befähigen und sic damit in Stand setzen, im wahren Geiste des Schöpfers gemeindlicher Selbstverwaltung, des Reichsfreiherrn vom Stein, mitzuwirken an der Erreichung des Staatszieles: In einem einheitlichen, von nationalem Willen durchdrungenen Volke d i e Gemeinschaft wieder vor das Einzel- fchickfal zu stellen, Gemeinnutz vor Eigennutz zu setzen und unter Führung der Besten des Volkes die wahre Volksgemeinschaft zu schaffen, in der auch der letzte willige Volksgenosse das Gefühl der Zusammengehörigkeit findet. Die Gemeindeordnung ist ein Grundgesetz des nationalsozialistischen Staates. Auf dem von ihr bereiteten Boden wird sich der Neubau des Reiches vollenden. Die Grundlagen der Gemeindeverfafsung. Der erste Teil des Gesetzes behandelt die „Grundlagen der Gemeindeverfassung". Danach sind Gemeinden öffentliche Gebietskörperschaften, die sich selb st unter eigener Verantwortung verwalten. Ihr Wirken muß in Einklang mit den Gesetzen und den Zielen der Staatsführung stehen. Die Gemeinden haben in ihrem Gebiet alle öffentlichen Aufgaben unter eigener Verantwortung zu verwalten. Eingriffe in die Rechte der Gemeinden sind nur im Wege des Gesetzes zulässig. Jede Ge- meinde hat eine Hauptsatzung zu erlassen, die der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedarf. Das Gebiet jeder Gemeinde soll jo bemessen sein, daß die örtliche Verbundenheit der Einwohner gewahrt und die Leistungs- fähiakeit der Gemeinde zur Erfüllung ihrer Aufgaben gesichert ist. Nach § 5 ist Einwohner der Gemeinde, wer in der Gemeinde wohnt. Bürger ist dagegen nur der, der das Bürgerrecht besitzt. Er ist verpflichtet, seine Kräfte jederzeit ehrenamtlich dem Wohl der Gemeinde zu widmen. Leiter der Gemeinde ist der B ü r g e r m e i st e r, der von den Beigeordneten vertreten wird. Bürgermeister und Beigeordnete werden durch das Vertrauen von Partei und Staat in ihr Amt berufen. Zur Sicherung des Einklangs der Gemeindeverwaltung mit Der Partei wirkt der Beauftragte der NSDAP, bei bestimmten Angelegenheiten m i t. Die G e - meinderäte stehen als verdiente und erfahrene Männer dem Bürgermeister mit ihrem Rat zur Seite. Die Gemeinden haben ihr Vermögen und ihre Einkünfte gewissenhaft zu verwalten. Oberstes Ziel ihrer Wirtschaftsführung muß sein, unter Rücksichtnahme auf die wirtschaft- lichen Kräfte der Abgabepflichtigen die Gemeindefinanzen gesund zu erhalten. Der Staat führt die Aufsicht über die Gemeinden. Er schützt sie in ihren Rechten und sichert die Erfüllung ihrer Pflichten. Die Gemeindeverwaltung. Der Bürgermeister führt die Verwaltung in voller und ausschließlicher Verantwortung. In Stadtkreisen führt der Bürgermeister Die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Zur Sicherung des Einklangs der Gemeindeverwaltung mit der Partei hat der Beauftragte der NSDAP, außer bei der Berufung und Abberufung des Bürgermeisters, der Beigeordneten und der Gemeinderäte bei dem Erlaß der Haushaltssatzung und bei der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes mitzuwirken. Dem Bürgermeister stehen Beigeordnete als Stellvertreter ■jut Seite. Der Erste Beigeordnete, führt in Stadtkreisen die Amtsbezeichnung Bürgermeister. Der mit der Verwaltung des Gel d- wesens beauftragte Beigeordnete führt die Amtsbezeichnung Stadtkämmerer. Die übrigen Beigeordneten in Städten führen die Amtsbezeichnung S t a d t r a t. Der Bürgermeister vertritt die Gemeinde. Erklärungen, durch die die Gemeinde verpflichtet werden soll, bedürfen der schriftlichen Form. Der Bürgermeister ist Dien st vorgesetzter aller Beamten und Arbeiter der Gemeinde. Er stellt sie an und entläßt sie. In G e - meinden mit weniger als 10000 Einwohnern sind Bürgermeister und Beigeordnete ehrenamtlich tätig, während bei Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern die Stelle des Bürgermeisters oder eines Beigeordneten hauptamtlich verwaltet werden muß. In Stadtkreisen muß der Bürgermeister ober der Erste Beigeordnete hauptamtlich angestellt sein und die Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwalt ungsdien st haben. Die Stellen hauptamtlicher Bürgermeister und Beigeordneter sind vor der Besetzung öffentlich auszuschreiben. Die eingegangenen Bewerbungen sind dem Beauftragten der NSDAP, zuzuleiten, der nach Beratung mit den Gemeinderäten in nichtöffentlicher Sitzung bis z u Drei Bewerber v o r s ch l ä g t. Der Beauftragte der NSDAP, übermittelt seine Vorschläge durch die Aufsichtsbehörde den zuständigen Stellen. Sind diese mit dem Vorschlag einverstanden, so ernennt die Gemeinde den Bewerber. Anderenfalls sind neue Vorschläge einzureichen. Stellen ehrenamtlicher Bürgermeister brauchen nicht ausgeschrieben zu werden. Im übrigen gelten die gleichen Vorschriften. Hauptamtliche Bürgermeister und Beigeordnete werden a u f 12 Jahre berufen, ehrenamtliche Bürgermeister und Abgeordnete auf sechs Jahre. Die Gemeinderäte haben die Aufgabe, die dauernde Fühlung der Verwaltung mit allen Schichten der Bürgerschaft zu sichern. Sie haben den Bürgermeister cigenoerantwort- lich zu beraten und seinen Maßnahmen in der Bevölkerung Verständnis zu verschaffen. In Städten führen sie die Amtsbezeichnung Ratsherr. Ihre Höchstzahl beträgt in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern 12, in den übrigen kreisangehörigen Gemeinden 24 und den Stadtkreisen 36. Der Beauftragte der NSDAP, ist nicht Gemeinderat. Er kann an den Beratungen des Bürgermeisters mit den Gemeinderäten teilnehmen, besonders wenn es sich um Angelegenheiten handelt, bei denen er ein gesetzliches Mitwirkungsrecht hat. Die Gemeinderäte werden von dem Beauftragten der NSDAP, im Benehmen mit dem Bürgermeister au f 6 Jahre berufen. Auf ihre nationale Zuverlässigkeit, ihre Eignung und ihren Leumund tft zu achten. Die Angelegenheiten, die der Bürgermeister mit den Gemeinderäten zu beraten t)at, sind im Gesetz einzeln genau feftgelegt. Zur beratenden Mitwirkung für einen bestimmten Verwaltungszweig können Beiräte vom Bürgermeister berufen werden. Einwohner und Bürger. Alle Einwohner der Gemeinden sind berechtigt, die öffentlichen Einrichtungen Der GemeinDe zu benutzen und verpflichtet, Die Gemeindelasten zu tragen. Die Gemeinde kann bei dringendem öffentlichen Bedürfnis für die Grundstücke ihres Gebietes den Anschluß an Wasserleitung, Kanalisation, Müllabfuhr, Straßenreinigung und ähnliche der Volksgemeinschaft dienende Einrichtungen und die Benutzung dieser Einrichtungen und der Schlachthöfe vorschreiben. Für Zuwiderhandlungen können Zwangsgelder bis zur Höhe von 1000 Reichsmark angedroht werden. Bürger der Gemeinde sind die deutschen Staatsbürger, die das 2 5. Lebensjahr vollendet haben, feit mindestens einem Jahr in der Gemeinde wohnen und die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen. Hauptamtliche Bürgermeister und hauptamtliche Beigeordnete werden Bürger ohne Rücksicht auf die Wohndauer mit dem Amtsantritt in der Gemeinde. Mit der Genehmigung der Aufsichtsbehörde kann das Bürgerrecht auch anderen Einwohnern ohne Rücksicht aus die Wohndauer verliehen werden. Das Bürgerrecht der Soldaten ruht. Das Bürgerrecht erlischt durch Wegzug aus der Gemeinde und durch den Verlust des deutschen Staats« bürgerrechts. Es wird verwirkt durch ehrenrührigen Verlust des deutschen Staatsbürgerrechts oder der bürgerlichen Ehrenrechte. Ferner dann, wenn das Bürgerrecht nach den Vorschriften der neuen Gemeindeordnung aberkannt wird. Die Gemeinde kann verdienstvollen deutschen Staatsbürgern das Ehrenbürgerrecht verleihen, sie kann dieses Recht wegen eines unwürdigen Perhaltens wieder aberkennen. Der Bürgermeister bestellt die Bürger zu e h r e n- amtlicher Tätigkeit. Mit Dem Verlust des Bürgerrechts endet jede ehrenamtliche Tätigkeit. Die ehrenamtliche Tätigkeit kann aus wichtigen Gründen, die im Gesetz einzeln aufgeführt sind, a b g e l e h n t werden. Der Bürger, Der zur ehrenamtlichen Tätigkeit bestellt wird, ist wie ein Gemeindebeamter zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ehrenamtliche Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte haben eine besondere Treuepflicht gegenüber der Gemeinde. Die Gemeinde kann ehrenamtlichen Bürgermeistern, Beigeordneten und Kassenverwaltern eine angemessene Aufwandsentschädigung bewilligen. Wer sonst ehrenamtlich tätig ist, hat nur Anspruch auf Ersatz seiner Auslagen und des entgangenen Arbeitsverdienstes im Rahmen von Zeugengebühren. Die Gememdewirffchaff. Das Gemeindevermögen ist pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten, damit es mit möglichst wenig Kosten den bestmöglichsten Ertrag bringt. Die Gemeinde soll Vermögensgegenstände nur erwerben, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendig ist. Vermögensgegenstände, die zur Erfüllung Der OemeinDeaufgaben in absehbarer Zeit nicht gebraucht werben, Dürfen veräußert werden. Die Gemeinde darf wirtschaftliche Unternehmungen nur errichten oder wesentlich erweitern, wenn Der äffe n H i d) e Zweck Das Unternehmen rechtfertigt unD Dieser Zweck nicht besser und wirtschaftlicher durch einen anderen erfüllt werden kann. Für jedes Unternehmen sind wirtschaftlich besonders sachkundige Bürger als Beiräte zu berufen. Die Gemeinde darf Darlehen nur im Rahmen des außerordent- lichen Haushalts aufnehmen, und zwar nur zur Bestreitung eines außerordentlicyen und unabweisbaren Bedarfes, der anderweitig nicht gedeckt werden kann. Für jedes Rechnungsjahr hat die Gemeinde eine Haushaltsfatzung zu erlassen, die den Haushaltsplan, die Gemeindesteuern, den Höchstdetrag der Kassenkredite und den Gesamtbetrag der Darlehen festlegt. Die Haushaltssatzung bedarf in wichtigen Punkten der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. Die Kassengeschäfte führt ein Kassenverwalter. Der Bürgermeister hat über die Einnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres im ersten Viertel des neuen Rechnungsjahres Rech- nung zu legen. Stadtkreise müssen ein Rech- nungsprüfungsamt einrichten, das unmittelbar dem Bürgermeister oder dem von ihm bestimmten Beigeordneten untersteht. Aufficht. Der Reichsminister des Innern ist oberste Aufsichtsbehörde. Die Aufsichtsbehörde kann Entschließungen und Anordnungen des Bürgermeisters, die das bestehende Recht verletzen oder den Zielen der Staatsführung zuwiderlaufen, auf- heben und verlangen, daß getroffene Maßnahmen rückgängig gemacht werden. Zur Einleitung der Zwangsvollstreckung gegen eine Gemeinde wegen einer Geldforderung bedarf der Gläubiger einer Zulaffungsverfügung der Aufsichtsbehörde, es sei denn, daß es sich um die Verfolgung dinglicher Rechte handelt. Ein Konkursverfahren über das Vermögen der Gemeinde findet nicht statt. Der Reichsminister des Innern kann Aufgaben, die dem Reichsstatthalter zustehen, a u f nachgeordnete B-ehörden übertragen. Die Aufgaben des Reichsftatthalters nimmt in Preußen der Oberpräsident wahr. Der Stell- Vertreter des Führers bestimmt, wer Beauftragter Der NSDAP, im Sinne des Gesetzes ist. Die neue Gemeindeordnung findet für die Hauptstadt Berlin keine Anwendung. Ziele -er Wehrmacht für 1935 it m 1. 2. 3. Staatssekretär Feder tritt in den 4. * 7. August. Beisetzun indenburgs im Ii hrt n r Tag der nationalen Soli» Reichsjustizkommissar Dr. Frank Nationaldenkmal von Tannenberg. — Straffreiheitsgesetz aus Anlaß der Vereinigung der Aern- ter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers. 19.August. Durch Volksabstimmung wird die Vereinigung dieser Aemter in der Hand Adolf 6. Dezember. Ruhestand. 8. Dezember, d a r i t ä t. 19. Dezember. eine IU5* % it« ch' tne Pird, hn. ,te im re re ie en n. t. und ög- ten ?ns= sülzen- i in bür- darf nur Die Chronik des zweiten Lahres der nationalsozialistischen Erhebung „ , , die kommenden Rüstungsverhandlungen der großen Seemächte spielen sich außerhalb des Genfer Rahmens ab. Deutschland ist daran nur als Zuschauer beteiligt. Es ist aber klar, daß, mag diese Konferenz ausgehen wie sie will, aus ihrem Ergebnis sich auch auf dem Gebiet der Seerüstungen zwangsläufig Rückwirkungen im Sinne sachlicher deutscher Gleichberechtigung ergeben müssen. Im ganzen gesehen, wird also die außenpolitische Linie der deutschen Wehrpolitik im Jahre 1935 das Ziel unaufhaltsam verfolgen, das ihr der Führer Ein Ausblick am zweiten Jahrestag der nationalen Erhebung Von Major Lost Meichswehrministerium). langen eines Staates in der zentralen Lage Deutsch, lands haben. Diese Binsenwahrheit sollten sich die. jenigen vor Augen halten, die selbst unaufhörlich ausrüsten und von Deutschland als Vorleistung für die Aufhebung des Teiles V des Friedensdiktates die Unterschriften unter den Ostpakt, das österreichische Garantieabkommen und die Rückkehr nach Genf verlangen Nach der glücklichen Lösung der Saarfrage wird also das Thema „Sicherheit" die äußere Politik der kommenden Monate beherrschen. Die deutsche Stellungnahme ist mit aller Klarheit in dem kürz, lichen Interview des Führers und Reichskanzlers festgelegt. Sie gipfelt in vier Punkten: Deutschland wird von sich aus den Frieden niemals brechen; die deutsche Gleichberechtigung — und zwar nicht nur die moralische, sondern auch die sachliche — ist die Voraussetzung für jede Beteiligung Deutschlands an internationalen Abma- chungen und Vereinbarungen; die deutsche Politik wird nicht Abmachungen eingehen, deren Konsequenzen nicht ganz eindeutig zu übersehen sind; „Wer uns anfaßt, greift in Dornen und Stacheln!" 'tigt rt- füllt rt- ür- inde ent- jur >en an- 30.Januar 1934. Gesetz über den Neuaufbau des Reiches. Die Hoheitsrechte der Länder gehen damit auf das Reich über. Die Reichsregierung kann neues Verfassungsgesetz geben.— Der Reichskanzler verkündet im Reichstage die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung. 14. Februar. Der R e i ch s r a t wird a u f g e h o - b e n. Die Gesandtschaften der Länder beim Reich kommen in Fortfall. 1. März. Im Saargebiet wird die „Deutsche Front" gebildet. 21. März. Der Reichskanzler eröffnet die Arbeitsschlacht 19 3 4 auf der Baustelle der Reichsautobahn in Oberbayern. 17. April. Frankreichs Note an England stellt vor die Ausführungsgarantie der Ab- rüstunasfrage die Bedingungen der eigenen Sicherheit. 1. Mai. Tag der nationalen Arbeit. — Der Reichsminister des Innern wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Innenministers beauftragt. — Ein Reichsmini st erium f ü r Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird errichtet. 2. Mai. Es wird der Volksgerichtshof gebildet. 11. Mai. Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet in einer Rede im Sportpalast den F e l d z u g gegen Nörgler und Miesmacher. 15. Mai. Gesetz über die Regelung des Arbeitseinsatzes. 7. Juni. Der Staatsjugendtag wird verkündet. 14. Juni. Der Reichskanzler Adolf Hitler trifft sich mit Mussolini in Venedig. 16. Juni. Der Reichsmini st er der Justiz übernimmt die Geschäfte des preußischen I u st i z m i n i st e r s. Staatsminister Ke r rl wird Reichsminister ohne Geschäftsbereich. 30. Juni. Niederschlagung der Röhm-Revolte. 2. Juli. Die dabei vollzogenen Maßnahmen werden durch Gesetz als Staatsnotwehr rechtens erklärt. 8.Juli. Reichsminister Rudolf Heß wendet sich in einer Rede an die Kameraden der Fronten des Weltkrieges hüben und drüben. 13. Juli. Rede des Reichskanzlers vor dem Reichstage. „In dieser Stunde war ich verantwortlich für das Schicksal der deutschen Nation und damit des deutschen Volkes ober st er Gerichtsher r." 25.Juli. Unruhen in Wien. Tod von Bundeskanzler Dollfuß. 27.Juli. Der bisherige Vizekanzler von Papen wird Sondergesandter in Wien. 30.Juli. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird mit der Führung der Geschäfte des Reichs- wirtschaftsministeriums betraut. 2. August. Reichspräsident von Hindenburg ist um 9 Uhr in die Ewigkeit eingegangen. — Das Amt des Reichspräsidenten wird durch Gesetz mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Die bisherigen Befugnisse beider Länder gehen auf den Reichskanzler Adolf Hitler über. — Vereidigung der Wehrmacht. Fundament des wieder das eherne Hitlers genehmigt. (Ja 38,12 Mill., nein 4,27, ungültig 0,86 Millionen Stimmen). 26. August. Der Führer und Reichskanzler erklärt bei der Saar-Treuekundgebung auf dem Ehrenbreit ft ein, daß die Saarfrage die einzige Territorialfrage sei, die uns von Frankreich trennt. 5. September. Beginn des Reichsparteitags in Nürnberg. 18. September. Eintritt Sowjet-Rußlands in den Völkerbund. 9. Oktober. Das Winterhilfswerk 1934/35 wird eröffnet. — Attentat in Marseille, durch das König Alexander von Südslawien und Minister Barthou getötet werden. 30. Oktober. Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, legt sein Amt nieder. 1. November. Reichsinnenministerium und preußisches Innenministerium werden zusammengelegt. 5.November. Dr. Goerdeler wird Reichskommissar für Preisüberwachung. 30. November. Die Arbeitslosigkeit sinkt auf 2354000 (5 355 000 im Jahre 1932). 3. Dezember. In Rom wird ein Abkommen über die Umstände bei der Rückgabe des Saargebiets vereinbart. ch. de 3U nt« les ’n. ks- e> öfe en rt en- des leit, igeir sind, rcn« Ge- qestellt hat und das das Ziel jeder gesunden Wehrpolitik und jeder Wehrmacht sein muß, die letzte und stärkste Sicherung des Staates und Volkes gegen äußere Gefahre n zu bilden, um allein durch ihr Dasein die Kriegsgefahr abzuwenden. Und die innere Wehrpolitik wird diesem Siel bienen. Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei, in denen das kleine Berufsheer von Versailles und Weimar, wie es die Berufspflichten des deutschen Soldaten vom Frühjahr 1930 noch forderten, die Doppelaufgabe hatte, als „Machtmittel der gesetzmäßigen Reichsgewalt" den Bestand des Reiches „nach außen und nach innen" zu schützen. Und alle Spekulationen der Emigrantenpresse auf innere Zwistigkeiten und Gegensätze zwischen Wehrmacht und den Organisationen der NSDAP, werden bleiben, was sie sind und waren: unerfüllbare Wunschträume Haßumnebelter Gehirne. Die Führertagung vom 3. Januar 19 3 5, die symbolisch das neue Jahr einleitete, war der st ärk st e Beweis der inneren Zusammengehörigkeit von Wehrmacht und Partei, die auf getrennten Wegen und in klar abgegrenzten Arbeitsfeldern dem gemeinsamen Ziel dienen. Die Armee hat es nicht mehr nötig, den Bestand des Staates „nach innen" zu schützen. Ihr Oberbefehlshaber hat ihr dafür eine lohnendere Aufgabe gestellt; nämlich zusammen mit den anderen Organisationen des Staates und der Partei „ein nationaler und gesellschaftlicher Schmelztiegel für die Erziehung eines neuen deutschen Menschen" zu sein. Diese Aufgabe konnte das Reichsheer des Weimarer Zwischenreiches schon aus Gründen der äußeren starren Wehrorganisation nicht lösen, denn nur zwei vom Hundert der waffenfähigen Jugend Deutschlands fanden im jährlichen Durchschnitt Eingang in die Armee, um sie nach 12jähriger Dienstzeit wieder zu verlassen. Die inneren und äußeren Schranken des verflossenen Wehrsystems sind gefallen und damit ist die Bahn freigelegt für eine Entwicklung, die die Wehrmacht wieder zu einer Schule derNa - tion im Sinne Scharnhorsts und B o y e n s machen wird. Was soll die neue Wehrmacht in Wahrheit sein? Vor nahezu 130 Jahren gab Scharnhorst auf diese Frage die Antwort: „Die Vereinigung aller moralischen und physischen Kräfte aller Staatsbürger", und er sagte weiter, daß es darauf ankomme, Armee und Nation inniger zu verschmelzen. Wir sind sicher, daß uns das Jahr 1935 diesem Ziel näher bringen wird. Die deutsche Wehdmacht wird dann Bei- bere inde den ös- Aid) Lus- im Gemeinschaft ftudeniischer Verbände. Berlin, 29. Jan. (DNB.) Unter ber Führung des Staatssekretärs und Chefs der Reichskanzlei Dr. Lammers haben sich nachstehende Verbände zu einer „Gemeinschaft st u d entischer Verbände" zusammengeschlossen: Akademischer Jngenieurverband, Akademischer Ruderbund, Akademischer Turnbund, Altburschenschaftlicher Ring, Deutsche Landsmannschaft, Deutscher Wissenschaftsverband, Kartell der akademischen Segleroereine, Kösener SC.-Verband, Miltenberger Ring, Sonders- häuser Verband, Wartburg-Kartell, Weinheimer SC., Wernigeroder Schwarzer Ring. Die Gemeinschaft bejaht aus innerster Ueberzeugung das deutsche Korpora- tionsstudententum und ist der Ueberzeugung, durch gemeinsame Arbeit dem nationalsozialistischen Staate besser dienen zu können, als es der einzelne Verband allein vermag. In ihrem aufrichtigen Streben, sich als wertvolle Diener der nationalsozialistischen Bewegung zu erweisen, betonen die Verbände ausdrücklich, daß sie eine enge Zusammenarbeit mit dem von der NSDAP, ausschließlich mit der weltanschaulichen und politischen Erziehung der Studenten beauftragten NS.-Studentenbund als Selbstverständlichkeit ansehen. Die Reichsleitung der NSDAP, hat der Gemeinschaft auf die Mitteilung über ihre Gründung nachstehendes Schreiben zugehen lassen: Sehr geehrter Pg. Lammers! Im Auftrage des Stellvertreters des Führers und für den NS.-Studentenbund bestätige ich mit bestem Dank Ihre Mitteilung über die Gründung der Gemeinschaft studentischer Verbände. Im Interesse der u. E. unbedingt notwendigen endlichen Beruhigung des Korporationslebens an den Hochschulen begrüßt die Partei diesen Zusammenschluß auf das wärmste und ist gern bereit, in der von Ihnen uns mitgeteilten Form mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Heil Hitler! Gez. D r. Wagner. das ück- 05 05 Teals- ren- chls nn, der Die als- f)cn, Ben Staates und gleichzeitig eine große Schule der Nation sein. Mögen die anderen das „Militarismus" heißen! Wir nennen es Dienst am Frieden eines freien, gleichberechtigten und starken Deutschland nach dem Wort seines Führers: „Keinen Deutschen für einen neuen Krieg, aber für die Verteidigung des Vaterlandes das ganze Volk!" Keine Einheitsfront, kein diplomatischer Druck und keine alten oder neuen Militärbündnisse werden diese klare deutsche Linie umbiegen können. Die Entwicklung ist über bas französische „Nein" vom 17. April 1934 hinweggegangen, sie wird auch alle kommenden Versuche, das wehrpolitische Rad der deutschen Geschichte rückwärts zu drehen, erfolglos machen. Nichts wäre übrigens leichter, als ber Abschluß einer internationalen Vereinbarung über Rüstungsbegrenzung, sofern man im anderen Lager nur gewillt wäre, das Wort „Gleichberechtigung" richtig aufzufassen. Nebenbei sei vermerkt, daß der Abschluß eines solchen Abkommens durchaus nicht mit der Rückkehr Deutsch- lands in den Völkerbund verbunden sein muß. Die Sowjet-Union und die Vereinigten Stoa- ten haben sich in den vergangenen Jahren sehr eifrig und völlig „gleichberechtigt" an der Abrüstungs- konferenz beteiüat, ohne Mitglieder des Völkerbundes zu sein. Auch die kommenden Rüstungsver- wird Reichsminister ohne Geschäftsbereich. 3.Januar 1935. Neujahrsempfang führender Männer des Staates, der Partei und der Wehrmacht durch den Reichskanzler und Führer in der Staatsoper. 8.Januar. Französisch-italienisches Abkommen in Rom. 13.Januar. Volksabstimmung'im Saargebiet. 476 000 Stimmen für Deutschland, 46 000 für den Status quo, 2000 für Frankreich. 15. Januar. Die Abstimmungskommission in Saarbrücken verkündet das Ergebnis. Ansprache des Führers und Reichskanzlers an das deutsche Volk. Große Freudenkundgebungen im ganzen Reich. 17.Januar. Der Völkerbundsrat beschließt die un» geteilte Rückgabe des Saargebiets an Deutschland. Als Termin ist der 1. März 1935 bestimmt. 24. Januar. Das neue Gesetz über die Reichs» ft a 111) a 11 e r und die Deutsche Gemeindeordnung werden vom Kabinett beschlossen. 26. Januar. Erster Jahrestag des d e u t s ch - p o l» nischen Abkommens. UaberaQ in der deutschen Presse konnte man um die Jahreswende Würdigungen der Arbeit und der inneren Entwicklung der Wehrmacht im Jahre 1934 finden. Dies war ein erfreuliches Zeichen wachsen- der Volksverbundenheit des Soldaten und oorbe- haltloser Anerkennung der Bedeutung der Wehrmacht, die als die Säule des Staates — neben der NSDAP, als dem politischen Willensträger — vom Führer die Aufgabe zugewiesen erhielt, als einziger Waffenträger der Nation „die letzte auf unabsehbare Zeit wirkende Sicherung des neuen Zustandes" und damit des Dritten Reiches zu sein. Wenn im folgenden der Rückblick auf 1934 durch einen Ausblick auf 1 93& ergänzt werden soll, dann gelten dafür mehrere Einschränkungen. Pro- phezeiungen sind immer eine mißliche Sache. Der Soldat, zu nüchterner Betrachtung der Tatsachen erzogen, wird sich vor derartiger Zukunftsmusik besonders hüten. Aber gerade der Soldat, dessen Gegenwartsarbeit mehr als die vieler anderer Be- rufsstände der Zukunft dient, muß voraus- denken können. Vorausdenken — nicht voraus- disponieren und nicht prophezeien! Er muß die großen Linien sehen, die die Wehrmacht zu ihrer wesentlichen Bestimmung führen, er muß das Gesetz, nach dem er angetreten ist, klar vor Augen haben, um es in der Zukunft zu erfüllen. Diese großen Entwicklungslinien aber sind in der jüngsten Vergangenheit so eindeutig festgeleat wor- den, daß ihre Fortführung in die Zukunft nicht schwer fällt. Zwei Erinnerungstage geben äußere Anhaltspunkte für einen Ausblick. Am30. Januar jährt sich zum zweiten Male der Tag der Machtergreifung Adolf Hitlers und die Geburts stunde des neuen Reiches. Drei Tage danach könnte die „Konferenz zur Herabsetzung und Begrenzung dLr Rüstungen" ihren Eintritt ins vierte Lebensjahr „feiern", wenn zu dieser „Feier" auch nur der geringste Anlaß bestände. Zwei Erinnerungstage, die unmittelbar nichts miteinander zu tun haben, und die doch innerlich durch ihre Gegensätze verknüpft sind. Indem Adolf Hitler ein einiges, freies, gleichberechtigtes und in gleicher Sicherheit lebendes Deutschland zum Ziele seiner Arbeit machte, setzte er sich in Gegensatz zu jener „Gesellschaft der Nationen" und deren Werkzeug, der sogenannten Abrüstungskonferenz, deren Hauptbestreben dahin ging, Deutschland auf einem Zustand minderen Rechts, geschmälerter Freiheit und ständiger Unsicherheit zu halten. An diesem Gegensatz ist die Abrüstungskonferenz gescheitert. Dieser Gegensatz führte zum Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. Jetzt soll Deutschland den verlassenen Platz in Genf wieder einnehmen. Man spricht jenseits des Rheines von „realer" Würdigung der Tatsachen, jenseits des Kanals von einer Art „Gnadenerlaß", der dem 15 Jahre dauernden wehrpolitischen Gefängniszu- ftand Deutschlands — reichlich spät nach unserer Ansicht! — ein Ende machen soll. Man ist nüchterner geworden und spricht nicht mehr von einer Konferenz zur „Herabsetzung" der Rüstungen, sondern nur von „Begrenzun g". Man reicht das Zuckerbrot einer an allerlei Vorbehalte geknüpften Anerkennung eines deutschen Rüstungsstandes, wie er sich etwa in den englischen und italienischen Memoranden von Anfang 1934 abzeichnete, und droht gleichzeitig mit der Peitsche neuer Militärbündnisse, neuer Sicherheits- und Garantieabkommen, kurz mit der völligen „Isolierung" eines störrischen Deutschlands, wenn es sich weigern sollte, die Grenzziehung von 1919 freiwillig anzuerkennen und sich zum aktiven Mitspieler bei allen Händeln zu machen, die im friedlosen Europa entstehen können. Man besinnt sich auf die Gleichberechtigungsformel vom Dezember 1932 und vergißt nur, daß die gleiche Formel eine Ziffer enthält, die von den Siegermächten eine „wesentliche Herabsetzung" der Rüstungen fordert. Denn die Rüstungs- und Sicherheitslage der Welt hat sich feit jener Formel, und nicht erst seit dem Auszug Deutschlands aus Genf, gründlich geändert. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man die gewaltige Ausrüstung rings um Deutschlands Grenzen mit Einzelheiten belegen. Zu dem kaum entwirrbaren Netz der früheren Militärbünisfe Frankreichs sind im vergangenen Jahr die militärpolitischen 21 b m ach ungen mit England und der Sowjetunion und Anfang 1935 die in gleicher Richtung zielenden Vereinbarungen mit Rom gekommen. Merkwürdig, daß man an- aesichts dieser Tatsachen Deutschland mit dem Gespenst einer „Isolierung" schrecken zu können glaubt. Die Sicherheit eines Staates ist kein unveränderlicher Begriff, sondern immer abhängig von den militärischen und politischen Sicherheitsfaktoren der Nachbar st aaten. Werden diese unaufhörlich verstärkt und ausgebaut, so.muß das notwendig Rückwirkungen auf das militärische Sicherheitsver- STANDARD )ie •n* ne )et rtg es eft ;en :ub mit jer* ,en )er ces ch' ch' leimt' je» für IFFM iife ir 'XX' as hat Japan in China vor? Schaogtu -IDandJcfu^ß i O In einem kleinen Teil unserer gestrigen Auflage ist versehentlich zu den Meldungen über die politische Lage in China eine falsche Karte beigegeben worden. Wir bringen deshalb für die von der Verwechslung betroffenen Leser heute die richtige Karte. Wenig Aussichten für London. Laval gegen die Opposition. Paris, 29. Jan. (DNB.) In der Kammer erklärte der Abg. Franklin-Bouillon, der durch seine ständigen deutschfeindlichen Auslassungen bekannt ist, er habe gehofft, daß vor der Londoner Reise des Außenministers eine Aussprache über die französisch-englische Politik stattfinden würde. Man wisse, was England wolle, nicht aber, was Frankreich wolle. Man gedenke in London durch neue Zugeständnisse den Frieden zu festigen. Frankreich könne sich auf eine solche Politik nicht einlassen. Die deutsche Politik fußte auf dem Gedanken der Revision und die Politik Frankreichs und der Verbündeten auf dem Gedanken der Nichtrevision. Es sei unmöglich, Wasser und Feuer miteinander zu vermengen. Es gebe nur zwei Lösungen: Eine Lösung des Mutes oder des Verzichtes. Nur der Mut könne Frankreich retten. Außenminister Laval erwiderte, Frankreich und England sollten ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen, weil sie sich der Solidarität ihrer Interessen und der gemein fa men Verantwortlichkeit bewußt seien. Man werde sich über die deutschen Rüstungen unterhalten. Man sei sich der nationalen Realitäten bewußt und kenne die Erfordernisse der nationalen Verteidigung. Frankreich wolle sein Teil an der soliden Organisation des europäischen Friedens übernehmen, könne sich diesen Frieden aber nicht ohne Sicherheitsgarantien vorstellen. Eine neue Atmosphäre ist im Entstehen, die die notwendige Annäherung dev Völker leichter gestalten muß. Vor einigen Tagen ist in Rom in einer Weise, die von Dauer sein muß, die Entente zwischen zwei großen Völkern besiegelt worden. Beide sind fest entschlossen, in einem Geist des gegenseitigen Vertrauens an der Erhaltung des allgemeinen Friedens zusammenzuarbeiten. Unsere Londoner Besprechungen werden von der wachsenden Freundschaft geleitet sein, die Frankreich und England verbinden muß. Wir wissen, daß unsere Sicherheit unentbehrlich ist für die Erhaltung des Friedens in Europa. Wir wissen und man weiß das ebenso im Auslande, daß Frankreich immer bereit ist, seine loyale und wirksame Unterstützung jeder internationalen Anstrengung für die Festigung des Friedens zu gewähren. * Nicht nur die sehr vorsichtig gehaltenen Erklärungen Lavals in der Kammersitzung, sondern auch die Berichte aus London haben in Pariser politischen Kreisen den Eindruck verstärkt. daß man sich vor allzu großem Optimismus in der Beurteilung des französisch-englischen Meinungsaustausches hüten solle. „Petit Parisien" warnt namentlich vor Hoffnungen auf ein Bündnis mit England. Das „Echo de Paris" berichtet, daß der englische Standpunkt in einer Denkschrift von vier oder fünf Seiten niedergelegt fei, die der englische Botschafter in Paris am Samstag Laval überreicht habe. Die Kenner dieser Denkschrift bezeichneten sie als „schlechter M a c d o n a l d". Simon finde kein anderes Heilmittel gegen die „Verletzung des Versailler Vertrages" durch Deutschland als den Abschluß eines Abkommens über Rüstungsbeschränkung und internationale Rüstungskontrolle, durch die die Erklärungen vom Dezember 1932 über die Gleichberechtigung wirksam werden sollen. Die französische Presse habe viel von Sicherheitsgarantien gesprochen, die England angeblich anbiete. Vielleicht fei diese Frage mündlich berührt worden, aber in dem Schriftstück vom 26. Januar werde sie mit S t i l l s ch w e i - gen übergangen. Auf der Grundlage eines solchen Paktes könne nichts zustande kommen. Flandin und Laval würden unter diesen Umständen einen Gegenentwurf nach London mitnehmen müssen. Vielleicht würden sie sogar gezwungen sein, an die Barthou-Note vom 2 7. April v. I., wenn auch auf ihre Weise, wieder anzuknüpfen. England wünscht keine neuen Verpflichtungen. Forderung gegen Forderung. London, 30. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Zum französischen Ministerbesuch erklärt Reuter, es fei unwahrscheinlich, daß Großbritannien bei den bevorstehenden Besprechungen weitere Verpflichtungen auf dem europäischen Festlande übernehmen werde. Die Frage der Aufhebung der Abrüstungsklauseln von Versailles werde erörtert werden, ohne aber deshalb unbedingt den Mittelpunkt der Besprechungen zu bilden. In London bestehe die Neigung, die Aussprache m ö g - l i ch st flüssig zu halten. Die deutsche „Aufrüstung" soll nur als eine Frage von vielen behandelt werden. Eine erneute Bekräftigung und Verschärfung von Locarno in Form eines Versprechens britischen Beistandes in der Luft für den Fall eines Angriffes auf Frankreich fei höchst unwahrscheinlich. Großbritannien sei aber nach wie vor bereit, im Falle einer Gefährdung der österreichischen Sicherheit gemeinsame Beratungen aufzunehmen. Zu der gestrigen französischen Kammerdebatte sagt „Daily Herald", die Haltung der französischen Regierung habe sich in den letzten zehn Tagen zweifellos v e r ft e i f t. In London werde erwartet, daß Laval auf einer Verstärkung der französischen Rüstungen beharren und eine Er« örterung deutscher Aufrüstung für den Augenblick ablehnen werde. Er werde versuchen, die britische Unterstützung für feine Forderung au gewinnen, daß Deutschland sich bereiterklären müsse, nach Genf zurückzukehren und den O st - Pakt und den Donaupakt zu unterzeichnen. Außerdem werde er eine Verstärkung der britischen Verpflichtungen aus dem Locarnopakt verlangen. Die britische Regierung erkenne es deutlich, daß nicht der geringste Anhaltspunkt dafür vor, Händen fei, einen solchen Plan auch nur als Erörterungsgrundlage mit beit Deutschen e i n z u g e h e n. Sie sei damit ein« verstanden, daß Sicherheit und Rüstungsbearen, zung gemeinsam behandelt werden müßten Sie werde sich aber nicht dazu bereitfin, den, neue Verpflichtungen für Großbritannien als Einleitung zu Erörterungen zu übernehmen, bei denen Frankreich Bedingungen stellen wolle, die für Deutschland unannehmbar feien. Es scheine somit n i ch t d i 4 gering st e Aussicht zu bestehen, daß die Londoner Besprechungen zu irgendeiner Vereinbarung führen würden. „News Chronicle" weist auf die innerpolitis ch e n Schwierigkeiten Lavals hin. Die Mitglieder der französischen Regierung, die eine Politik der Vereinbarungen mit Deutschland vorzögen, hätten keine Aussicht, im Innern über den General st ab und H e r r i o t und im Auslande über Sowjetrußland und die Kleine E n t e n t e zu siegen, wenn nicht zwei Voraussetzungen erfüllt feien: Großbritannien müsse viel bestimmtere Zusagen hinsichtlich der Unterstützung gegen einen Angreifer in Westeuropa machen und Deutschland dürfe trotz feiner Begeisterung über dis Saarabftimmung keine sofortige völlige und bedingungslose Gleichberechtl, g u n g erwarten. Wetterbericht Infolge nächtlicher Aufheiterung und dadurch verstärkter Ausstrahlung ist auch bei uns eine erhebliche Frostverschärfung (Tieftemperaturen der vergangenen Nacht zwischen —5 und —10 Grad Kälte) eingetreten. In Norddeutschland macht sich dagegen mit kräftigen westlichen Winden eine Zufuhr feuchter Ozeanluft bemerkbar, die dort Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen gibt. Im Nordsee« gebiet Regen und im Ostseegebiet Schnee. Diese Westströmung wird auch bei uns voraussichtlich noch im Verlaufe des Mittwoch stärkere Bewölkungszunahme und das Einsetzen von Niederschlägen bringen, die aus Schnee bestehen werden. Gleichzeitig wird damit eine Frostmilderung in den Niederungen verbunden fein. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig, sonst wolkig bis bedeckt und zeitweilig Schneefall, bei westlichen Winden Frostmilderung. Lufttemperaturen am 29. Januar: mittags —0,8 Grad Celsius, abends —4,1 Grad; am 30. Januar; morgens —8 Grad. Maximum —0,6 Grad, Minimum — 8,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Januar: abends 0,2 Grad Celsius; am 30. Januar: morgens —0,3 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag? Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. des Verstorbenen. Gießen, Grabenstraße 3. Tilly Kreß geb. Schmidt Michael Kreß. Wir bitten von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. ________________________________________________________________0379 Unser Vater und Schwiegervater Herr Carl Schmidt ist im 76. Lebensjahre für immer von uns gegangen. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. Blumenspenden sind nicht im Sinne an Ala, Düsseldorf 24. 541V die Führerschaft. 540D »gäeA. na»-, ■>! G l^ss LOCKST^*. 7 1 sofort gesucht. Preisangebote unt 0381 an den Angesehene zum Geschäftsbetrieb berechtigte Westdeutsche Bausparkasse sucht für Oberhessen einen tWigen (Beral-Beitretet zwecks Einführung ihres neuen Aremdgeld-Tarifs mit verkürzter Wartezeit. Nur seriöse, fachkundige Bewerber richten Eilangebote mit Angabe von Referenzen unt. DI. 60 Die Gießener Drogisten-Fachschule sucht mit Beginn des neuen Schuljahres eine oder zwei Lehrkräfte für folgende Hauptfächer: Chemie, Chemikalienknnde Botanik, Drogenknnde. Nebenfächer: Physik, Fachlatein, Luftschutz, Sanitätsdienst usw. - Der Unterricht ist als Tagesunterricht zu halten. — Freundl. Bewerbungen unter 547D an den Gieß. Anzeig. $eif»e Sitoe! heute eintreffend: 542 d Pa.Schellfischeo.K.,Pfd.35-40Ps. ff. Kabeljau und Seelachs o. K. Pfund 25 und 28 Pf. Bratschellfische, Goldbarsch grüne Heringe FrifcheJischfilets,Pfd.35,40LNPf. Frische Bückinge, Pfund 26 Pf. Geräuch. Heringe, ger. Seelachs Frischen Rollmovs, 3 Stück 25 Pf. Richard Grünewald Bahnbofstr. 27 Fernspr. 3631 zu mieten gesucht Preisoffert, unt. 0377 a. den Gieß. wer will im Frühjahr ein Zahrrad kaufen!! Schreiben Sie uns, wir machen Ihnen einen Vorschlag, der Sie begeistert L M» Pe Stricker, Fahrradfabrtib Bradcwede—Bielefeld 824 I Mietgesuche I Gut möbliertes Werkiiatt z«n“er Avil i|iuu vonDauermieter Spezial-Seidenhaus leistungsfähig und preiswert, daß an Private liefert, sucht Vertreter Günstige Chancen. Schriftl. Stege« bote unt.0376 an d.Gießen. Anzeig. Junge Dame, in braunem Kleid, Pelzmütze u. grauem, mit braunem Pelz gefüttertem Mantel, die am vergangenen Sonntag im Eilzug 14.37 ab Ffm. nach Gießen fuhr, wird von ihr gegenüberjitzendem Doerrn um Lebenszeichen gebeten. Gefl. Mitteilung unter 549V an den Gießener Anzeiger erbeten. VHfr Kriegerverein Gießen Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Karl Ludwig Petri findet am Donnerstag, dem 31. Januar, nachmittags um 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Um zahlreiche Beteiligung bittet MASS-5CHNEIDEREH WenigGeldund viel erreichen Mästen in der halben Zeit Lähmung, steife Beine weichen HESA nimm u. Du kommst weit < HESA -EiweiBkraftfutter Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 VornehmI Geschmackvoll! Persönllchl Dleee wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Donnerstag, den 31. Januar 1935« nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28Fiahiero zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Schreibtisch, 1 Trumeaufviegel, 1 Chaiselongue, 1 Vertiko, 1 Wa* renschrank, 1 Waschkommode, eine Hessen-Kauf-Aktie,- ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteige» rungslokal): 2 Opel-Personen- wagen, 8 Diwans, 3Chaiselongues, 1 Eisschrank, 2 Kühlschränke, fünf Schreibtische, 4 Bücherschränke^ 1 Schreibtischsessel, 1 Korbgarnitur, 4 Warenschränke, 1 Registratur- schrank, 3 Schreibmaschinen, 3 Klaviere, 5 Sessel, 5 Büfetts, 1 Kredenz, 1 Radioanlage, 1 Bohner, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 2 Grammophone, drei Vertikos, 1 Nähmaschine, 3 Gläser» schränke, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 17 Bde. Brockhaus, 2 Bilder, 1 Trumeauspiegel, 1 Registrierkasse, 3 Ladentbeken, 1 Vermeffungsmstrument, 30 Flaschen Metallvutz, 20 Mas ch. P olitur, 16 Kanister Autopolitur, 6 Kanister Oberschmieröl, 2 Mantelkessel, eine Bohrmaschine, 1 Standuhr. Möll 552 D Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 Telefon 3239. Gymnasium, Realgymnasium Oberrealschule und Lyzeum zu Gießen. Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Donnerstag, den 7. Februar 1935, vormittags 9 bis 1 Ahr, im Direktorzimmer der bettef- fenden Anstalt entgegengenommen. Hierbei sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis vorzulegen. Für die Aufnahme in Sexta ist der vierjährige erfolgreiche Besuch der Grundschule erforderlich, doch können besonders leistungsfähige Schulkinder auch schon nach dreijährigem Grundschulbesuch mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde ausgenommen werden. 5450 Gesund., älteres, mit all.Hausarb. vertrautet, im Kochen u. Plätt, perfektes [4seD Mädchen das bereits in guten Häusern gebient hat und über erste Zeugnisse verfügt, per sofort gesucht. Frau Dr. Goetz, Homberg, Oberhesfen. Für einige Monate 548D Oie Direktionen: l)r. W0lkewitz. Angelberger. Leonhardt. Schelhorn. 9e£enJ£älte Fenstermäntel Dichtungsstränge Filzstäbe 9c6r. tfeelßatfi Selters weg 20 554 A llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Alteingeführte, gutgehende MMollzgri nebst Versandgeschäft (neu hergerichtet. Laden) in bester Geschäftslage in einem betriebsamen Land- städtch.Nähe Gießens zu günstigen Bedingungen umständeh. sofort zu verpachten evtl, später zu verkauf. Gewerbsm.Vermittlung ausgeschl. Nur erstkl.Kraft soll s.meld.Schriftl. Angeb. U.506D and. Gieß. Anzeig. iiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiinHiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiH FrüMingsreisen nach ORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN SPANIEN PORTUGAL TENERIFE AFRIKA' AZOREN 3.-O-APRIL- 1.-14-MA1 • IS.MAL^IJUNL__ ? 2 Sb; lR.RFo.ro. AB 250. RM 8 < In Giefoem H. Kretas chmar, Selters weg 24 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI! 6-7-Mlg. mögl. mit Zentralheizung und Garten zum 1. April 1935 gesucht. Schr.Angebunt. 0367 a. d. G. A. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHi Ges. per l.Febr. gut möbl., mögl. sev. gel. Zimmer NäheBahnhofstr. Off. m. Pr. unt. K. S. 1235 ( 537V) an d. Gieß. Anz. | Vermietungen] Fn guter Lage d. südl. Stadtviert. sind zum 1.Avril evtl, früher zwei evtl, drei schöne Helle, a. Dampf- Heizung angeschl. Zimmer m. bes. Eingang u. Klos. für Büro- öiro. Solch Mummae zu vermieten. Schr. Ang. von Interessenten u. 0347 a. d. G. A. | Stellenangebote) Aelt. alleimteh. Herr, in d. Nähe Gieß., sucht eine mumn» z. Führung fein. Haushaltes. Schrift!. Angeb. unter 0380 a. den solides Mädchen für tagsüber sofort gesucht. Hahn, Wolkengasse 27, Ecke Bahnbofstr. jVerschiedenes | NamsteWoäie Zye GelD-lßtter/p Ziehunggarani. 8. Februar 1935 «530 15000 WOOO 15000 IQISOXuopppnoit POPWo.fiTfe Kfiln StaatL Lott. nUip, Einnehmer 55av Darmstadt Schnlstr. 15 Postscheck 24500 Frkf.u. a.Verkst Stets elegant durch die Stärkewäsche der Großwäscherei Edelweiß fließen 7W0a Ruf 3487 Meß* ff MßdM abjuneb. Bestell. erb.wirv.Poftk. DampMgewerk Lollar Mercedes Mk. 182.- 8ohonf.montLM.7J0 FranzVofitACo., ließen Seltersweg 44 47CGA KleineAnzergen hn Gießener Anzeige» meiden von Tauiendea beachtet und gelei-'n. Stootwet Gießen. Tonn., 31. Jam. 20 bis 22.15 Uhr (Geschl.Vorstell.! NS.'Kulturgem» Dentfche^fibnLd Was ihr wollt, Lustspiel in 5 Akten voll W, Shaksspear^ "rch ver, e erheb, der Den 0 Grad acht sich rne Zu. t Anlaß Arbsee. re. Ni >tlich noch völkungs. gen brim leichzeilig Rieberuni Ä «in. °b-D«n. Slin, -m». Er«i, iu iid„, "sm. m. ch'di« >° L°n. "^ninj ‘Poii. Ai )le eim ^wit Aus. ab und truß. ^wenn c^u. !n eine» 'Utsch. lber dis °^igs rechti« Vielfach zeitweilig ülderung. gs -0,8 l. Januarr ib, Mini, n 10 cm lsius- am beschlage n. Lange. B. Lange, i übrigen ans Deck, : Theodor । Verlag: nbrurferel n. h25Pf. ßf. mehr. |s 15 Pf. )34 gültig. reichen leit reichen mstweit itfutter MN [ Persönlich i Ruf 3861 auuarl^ Beigere ften der guten ksache zeitlichen Aus- mäßigen Pre's*” mavlung! neauivieK ctiko» 1 An. nmobe, em- :>ä ;ss gttlk («» SV 51 Krs ■« oferr» 1 . .i X Vanne' -s ft «gyilck ndubr- 552ö b»Ä elefon^ »e-lmAA Nr. 25 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, ZO.Zanuar (955 Aus -em Reiche -er Krau. FÜR ALTERE UND STÄRKERE DAMEN! oder Neues aus Altem. müssen in diesem Raum vermieden werden, bilden sie doch täglich eine Quelle von Vorwürfen und Ermahnungen, und unser Streben ist es doch, sovrel Kindertränen wie möglich ungeweint zu lassen. Gestattet sei lediglich ein B l u m e n t o p f, den das Kind selbst betreuen darf. Und dann — die Farbe. Farbe ist Freude, Farbe ist Musik! Unser Auge unsere Seele dürsten nach Farbe. Die Wände sind mit hübschen Bildern geschmückt, die geeignet sind, die Phantasie des Kindes anzuregen. Man denke hier an Ludwig Richter oder an einen anderen deutschen Maler des Märchens und der deutschen Landschaft. Säuglingszimmer und Schlafgemach sind hell. Die Spielstube oder S p i e l e ck e unseres Heranwachsenden Lieblings aber zeigen lustige Würfelbuntheit. Blaue, grüne oder rote Möbel vor leuchtend farbigen Grund gestellt, d. h. vor eine Wand, die möglichst nicht tapeziert ist, sondern mit Qelfarbe bestrichen, geben einen fröhlichen Anblick. Die Qel- farbenwä'nde lassen sich leicht reinigen und sind deshalb besonderes hygienisch. Ein blitzsauberes Kinderzimmer mit Hellen, freundlichen Fenstern ist der beste Ersatz für Bewegung in Luft und Sonne. Wir wollen gesunde Kinder haben. Rahmen der Jahreszeit nicht mangeln darf. Die bestehenden Kinderheime und Kinderhorte leisten in dieser Hinsicht Vorbildliches. Aber auch im eigenen Zuhause wird es oft möglich sein, mit wenig Kosten einen Raum, und sei es auch nur eine Ecke im allgemeinen Wohngemach, zu schaffen, der ähnliche Vorzüge aufweist. Also vor allen Dingen ein Fußboden, der vor Sauberkeit glänzt und möglichst mit Linoleum belegt ist. Doch wo die Mittel knapp sind, genügt auch eine blankgescheuerte Diele. Ein Teppich darauf oder eine Matte, die nicht nur als waschbar gepriesen ist, sondern in der Tat auch hin und wieder mit Wasser und Seife in Berührung kommt. Weiter muß man alles vermeiden, was Tischdecken, Fenstervorhänge oder „Volants" heißt, sei es nun der Schirm der Lampe, der am besten aus Papier gefaltet ist und jeden Tag abgewischt werden kann, oder um Polstersessel und Sofa herum. Polstermöbel gehören überhaupt nicht ins Kinderzimmer, statt dessen aber ein niedriger Spieltisch. Jeder alte Tisch, dem man die Beine in richtiger Höhe absägt und dessen Platte man mit Linoleum benagelt, ist dazu geeignet. Niedrige Stühle und niedrige Schränke oder Regale, die man unschwer auch selbst zimmern kann, ergänzen die Einrichtung. Alle zerbrechlichen Dinge Strümpfe haben das Schicksal, an der Spitze und der Ferse zuerst kaputt zu gehen und wenn sie sich absolut nicht mehr stopfen oder mit neuen Füßlingen versehen lassen, so sind die Rohre meist noch gut und zu schade, um fortgeworfen zu werden. Was kann man nun mit ihnen anfangen? Die feinen maschinengestrickten Rohre, besonders von seidenen oder waschseidenen Strümpfen eignen sich sehr gut zu S ch u h b e u t e l n für die Reise. Das Rohr wird etwas unterhalb der Wade abgeschnitten, fein gesäumt, eingelesen und eng zusammengezogen, so daß ein kleiner langer Sack entsteht. Durch den doppelt gearbeiteten Strumpfrand wird ein farbig passendes Seidenband oder eine Kordel gezogen, Seidene Herrenkravatten brechen durch das Knoten in erster Linie an den Stellen, die täglich in Falten gelegt werden, während das untere Ende meist noch brauchbar bleibt, wenn es nicht gerade Flecken bekommen hat. Sammelt man nun diese Stoffteile regelmäßig beim Ausscheiden einer Kravatte, so lassen sich aus diesen, oft doch recht hübsch gemusterten Resten sehr nette kleine Taschen verfertigen, die, je nach Größe und Art, sich zu kleinen Taschennähzeugen, Beuteln für Stopfgarne, für Schlüssel, Einbänden von Merkblöcken und Photomäppchen verwenden lassen. Weiße oder farbig seidene oder Batist Nachthemd en, die auf Schulter-, Aermel- und Brustteilen mürbe geworden, sonst aber noch brauchbar sind, geben sehr praktische, nette Schonbezüge für Kleider und Mäntel. Die Hemden werden oben quer ab- qeschnitten, nach beiden Seiten etwas abgeschrägt, entsprechend der Bügelform und mit französischer Naht zusammengenäht. In der Mitte läßt man einen Schlitz für den Haken des Kleiderbügels offen und besetzt den unteren Saum mit einem breiten farbigen Streifen, der sich auch, wenn man die Mühe aufwenden will, oben als Einfassung statt der französischen Naht wiederholen kann. ßienau o. Kleist. Für stärkere und ältere Damen sind die beiden Kleider bestimmt, die wir heute zeigen. Aus dunklem, nicht zu leichtem Wollstoff ist das einfache Kleid rechts, dessen durchgehend eingelegte Fa l t e n p a r t i e n mit doppelten Steppnähten streckend wirken. Die beiden Gürtelteile unterbrechen weder die vordere noch die hintere Mittelpartie, den Kragen- und Taillenschluß bilden je ein paar senkrecht'gestellter Knebel aus farblich passendem Holz. Dem kleinen, angeschnittenen Kragen ist em zweiter, gleichgroßer Kragen aus Pique oder heller Crepeseide aufgelegt. Für das elegante Nachmittags- und Theaterkleid links ist besonders schwerfallende, stumpfe Seide (Crepe reversible, Cotele) auch ferner Wollgeorgette in dunklen Tönen gedacht. Besonders geeignet ist der oben angeführte Crepe reversible, dessen glänzende Seite noch innen verarbeitet wird. Auch bei diesem Kleid gehen die vordere wie die hintere Mittelbahn durch, die vordere ist am Halsausschnitt leicht drapiert. Der R a g l a n ä r m e l ist in Ellbogenhöhe ein wenig erweitert und überfallend geschnitten. Den gezogenen Gürtel verbindet vorne eine altsilberne Filigran sch ließe, wie sie sich in vielen Familien als Erbstück befindet. Auch die Aermelknöpfe können von gleicher Arbeit fein. H. Etwas über Frauenberufe. Bon Otto Bern-t, Berlin Seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus nimmt die deutsche Frau und Mutter den Ehrenplatz wieder ein, der ihr bei unseren Ahnen von grauester Vorzeit an eingeräumt war. Zu dieser zeitlosen Einschätzung steht nicht im Widerspruch, daß nicht nur all jene Mädchen, deren Lebensweg aus den verschiedensten Gründen nicht in eine Gemeinschaft zu zweit mündet, schon aus rein materiellen Gründen auf Erwerb angewiesen sind, sondern daß es auch eine Reihe von Berufen gibt, für die sich die Frau von Natur aus weit besser eignet als der Mann. Es ist das bleibende Verdienst des Nationalsozialismus, den Begriff „berufstätige Frau" von dem leisen Beigeschmack, den er durch die bewußte oder unbewußte Fehlleitung eines morschen Systems bekommen hatte, befreit und den Weg zu diesen wahren Frauenberufen in folgerichtiger Durchführung seines Gedankengutes klar gewiesen zu haben. Ja, man wird sogar sagen können: ob und wie schnell das deutsche Volk sein fernes Ziel, die völkische und seelische Wiedergeburt, erreicht, wird nicht zuletzt davon abhängen, in welchem Maße gerade auch der berufstätigen Frau die Geichschaltung gelingen wird. Welches sind nun diese Berufe, für welche die Frau sozusagen von Natur aus bestimmt ist? An erster Stelle — in dieser Reihenfolge soll keine Wertung zum Ausdruck kommen — sei auf das weite Betätigungsfeld der Wohlfahrt verwiesen, der im neuen Deutschland eine ganz andere, tiefere Bedeutung zukommt. Heute, wo das deutsche Volk eine unlösliche Gemeinschaft bildet, ist der Beruf der Fürsorgerin in jeder Hinsicht einer der aussichtsreichsten überhaupt, gleich ob sie im Dienste der Kommune oder irgendeiner anderen Organisation steht; so würde z. B. gerade auch das kirchliche Gemeindeleben die so dringend erforderliche Belebung erfahren, wenn sich die berufstätige Frau mehr in seinen Dienst stellen würde. Mit dem Erstarken des Sinns für artechtes Familienleben werden sich auch für die Kindergärtnerin größere Wirkungsmöglichkeiten ergeben. Auch des allzu oft unterschätzten Berufs der Krankenschwester sei hier gedacht. — Nach wie vor steht der Weg zu der Fülle von h a u s w i r t s ch a f t l i ch e n Berufen offen, die auch durch unsere neuzeitliche Auffassung der Ernährung erhöhte Bedeutung gewinnen. Auch der durch den Nationalsozialismus zu neuem Leben erstandene Begriff von Blut und Boden hat eine Erweiterung der Frauenberufe namentlich in der Landwirtschaft gezeitigt: waren Frauen hier bisher meist nur in untergeordneter Stelle anzutreffen, so eröffnet sich ihnen außer durch die allgemein bedeutend intensivere Bewirtschaftung nunmehr auch im Gartenbau und vor allem in der überall aufblühenden Siedlung ein Betätigungsfeld, dessen Umfang sich gegenwärtig auch noch nicht annähernd übersehen läßt; nicht ohne Absicht hat der deutsche Frauenarbeitsdienst außer den Haus- und landwirtschaftlichen Heimen >auch ausgesprochene Siedlungsheime errichtet. Wenn früher von Frauenberufen die Rede war, kam man gern auf die sogenannten geistigen Berufe zu sprechen. Wo man auch heute noch in dieser einseitigen Art davon spricht, liegt zweifellos ein Ueber- bleibsel aus einer Zeit vor, die gottseidank für immer hinter uns liegt. Niemand wird in Abrede stellen, daß die Frau als Frauen- und Kinderärztin und vor allem auch als Lehrerin und Erzieherin zu Großem berufen ist; für alle andern Posten liegt rein zahlenmäßig eine so geringe Nachfrage vor, daß sich eine allgemeine Einstellung hierauf nicht lohnt. Abschließend sei noch der künstlerischen Berufe gedacht, in denen wir die Frau nicht missen mögen; freilich werden sich in einer Zeit, in der nur die Leistung entscheidet, nur wirklich starke Talente durchsetzen können. Auch die hiermit verwandten Gebiete des Kunsthandwerks, der Reklame und vor allem der Mode bergen eine Fülle von Wir- ■ kungsmöglichkeiten für die berufstätige Frau in sich. Kartoffelklöße. Die Wintergemüse werden knapp, der Geschmack mancher Kartoffeln läßt zu wünschen übrig — sie müssen aber verbraucht werden — das ist die Zeit, da man mit Vorliebe Kartoffelklöße auf den Tisch bringt. Bei richtiger Zubereitung schmecken sie ausgezeichnet, sie sind außerdem sparsam, da sie einem Bratenrest mit reichlich Tunke zu neuem Ansehen verhelfen. Sie geben auch ohne Fleisch mit einer Specktunke ober geschmortem Obst ein sättigendes Mahl. Manche junge Hausfrau fürchtet sich ein wenig vor den Klößen, — davor, daß sie entweder zu schwer und fest werden — oder daß sie crbkochen. Den richtigen „Kloßverstand", wenn wir so sagen dürfen, bringt nur die Uebung und gute Beachtung der Kochregeln: der Teig muß gut gemischt werden, solange, bis alles von einer Farbe ist, sonst kochen die Klöße leicht ab. Der Teig darf nicht an den Fingern kleben, man muß dann noch etwas Mehl untermischen. Am besten kocht man einen Probekloß. Die Klöße müssen gleichmäßig groß sein und in einem flachen großen Topf mit reichlich Wasser gekocht werden, sie müssen steigen können, dazu brauchen sie Raum. Das Wasser muß beim Hineingeben der Klöße flott kochen. Man deckt den Topf solange zu, bis alle Klöße kochen, dann nimmt man den Deckel ab. Sobald sie schwimmen und sich drehen, sind kleine Klöße gar, größere kochen etwa 10 bis 15 Minuten. Klöße von gekochten Kartoffeln: Man rechnet auf 750 Gramm gekochte, heiß durchgepreßte Kartoffeln etwa 75 Gramm Mehl, 8 bis 10 Gramm Salz, 1 bis 2 Eier. In die Mitte gibt man in Butter geröstete Semmelbröckchen, formt mit de- mehlten Händen und wälzt zum Schluß in Mehl. Sie schmecken ausgezeichnet zu Schlesischem Himmelreich. Dazu wässert man Backobst am Abend vorher, kocht es mit Rauchfleisch oder Rippenspeer und macht die Tunke mit etwas angerührtem Kartoffelmehl sämig. Sehr gut schmecken Wickelklöße: Zu 2V? Pfund gekochten geriebenen Kartoffeln gibt man etwa ein V2 Pfund Mehl, ein Ei, Muskat und Salz, mengt den Teig recht gut durch, damit er bündig wird und wandelt ihn auf bemehltem Brett ein Zentimeter dick im Rechteck aus, bestreicht dis Platte mit zerlassener Butter und bestreut sie mit as sollen wir tragen? . PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Die Frau als Volksgenosiin li im Staat Ein Gespräch mit Gertrud Scholtz-Klink, ' Führerin der Deutschen Frauen. ! Wenn man sie — die Mutter und „Frauen- I führerin" ist — sieht und sprechen hört, spürt man, < daß Jugend nicht eine Frage des Alters, vielleicht 1 nicht einmal Temperaments-Angelegenheit ist, son- ' dern Sache der Glaubensfähigkeit. Sie ist absolut ; jung, denn sie ist beseelt von der unbändigen Sehnsucht und dem heißen ©tauben, bie Menschen, nicht nur die Frauen, zu neuen Zielen führen, erziehen zu können. Die Alten wollen immer nur ordnen, leiten, vermitteln. Ihre ganze Persönlichkeit schien sich mir in dem Satz widerzuspiegeln, den sie sagte: „Solange nicht die heiße Sehnsucht in uns ist, die uns nie satt werden läßt, nützen alle äußeren Formen und ,Errungenschaften^ gar nichts. Wenn diese Sehnsucht verstummt, können wir uns begraben lassen. Es ist die Sehnsucht, die in Hunderten von Generationen lebte und starb und dennoch durch die Jahrtausende immer fortwirkt: die Sehnsucht nach dem deutschen Menschen. Sie soll uns ganz verzehren." * Ich sprach mit ihr über den Begriff der „deutschen Frau" und den gewissen Widerspruch, der sich mir zwischen*der Ueberbetontheit, die dieser Begriff in der letzten Zeit erfahren hatte, einerseits und ihrem Streben nach einem deutschen Menschen andererseits zu zeigen schien. „Welche Stellung nimmt d i e Frau als Dolksgenossin im Staat ein?" „Wir Haden nun einmal das Erde der .Frauenbewegung^ anzutreten — ihre unnatürlichen Dogmen haben nicht nur die Denkungsweise einzelner Frauen, sondern auch manches Mannes verwirrt, und so steht gerade in der täglichen Arbeit immer wieder die Frage vor uns: Wie schaffen wir ein richtiges — das ist ein natürliches — Verhältnis zwischen Mann und Frau? Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es da für uns Frauen ein sehr probates Mittel gibt: Wir wollen nicht mit lauten Forderungen kommen und auch nicht mit langen Programmen. Wir wollen durch die täglichen und stillen Leistungen beweisen, daß wir da sind und wozu wir da sind; damit unterstellen wir uns den natürlichen Gesetzen und Gegebenheiten. Dann brauchen wir nicht mehr um Rechte zu kämpfen, dann ergeben sie sich von selber ,aus der Situation'. Programm ist immer Ungetanes, und nur mit der Tat können wir uns beweisen!" „K i nder kriegen? — Oder Berufsarbeit . . .?" „Bleiben Sie nicht haften an der äußeren Form! Jede Tat ist uns recht, durch die die Frau die Kräfte ihrer eigenen Persönlichkeit entwickelt! Berufsarbeit darf zwar niemals zu einer Auspeitschung von Kräften führen, die der Seele und dem Organismus der Frau nicht entsprechen. Doch selbst an der Maschine wird die Frau alles, was ihr Wert gibt, bewahren können, solange die ihr innewohnende Kraft die Arbeit bestimmt und sie nicht .Arbeitssklaoin' wird, die in der Ardett verkümmert, statt in ihr aufzugehen. Ich kenne übrigens auch Männer, die solchen Gefahren erliegen . „Muß aber das Ziel solchen Menschsems nicht jeder selbst und ganz allein erleben und erkämpfen' „Der Nationalsozialist weiß, daß es auf diesem Weg einen Führer gibt und ein Erlebnis das Die Jugend in diesem Geiste formt! In uns selbst wuchs dieser Glaube in den Kampfjahren." „Wodurch wollen Sie heute die Schule der K a'm p f j a h r e ersetzen?" .Zuerst, indem wir selbst bFefern Geist treu bleiben, indem wir bleiben, was wir damals waren, immer wieder der Opfer gedenken, des Einsatzes und dessen, wofür wir uns zusammentaten. Nur fo können wir Führer sein, die auch die anderen für ides Seidenband ober eine Körbel gezoae die ben Verschluß bes Schuhbeutels bildet F, jeden Schuh ist ein solcher Sack bestimmt, so daß ein Paar Strümpfe ein Paar Schuhbeutel ergibt. Außer dieser Verwendung eignen sich seine Strumpfrohre aber auch besonders gut zum Beziehen von Kleiderbügeln. Der Lange nach mehrmals um einen Holzbügel gewickelt ergeben fie eine gute Polsterung und Halt für leicht herab- rutschende Kleider. Starke handgestrickte Rohre von Sportstrümpfen eignen sich zu T o p s l a p p t' n, wenn sie vierfach aufeinandergelegt, überwendlich zusammengenäht und umhäkelt werden. diesen Geist erobern! Neben diesem Erlebnis, das uns formte und in dessen Geist wir formen wollen, ist uns heute im Ardeitsdienst die große sozialistische Erlebms- schule entstanden. Im Deutschen Frauenarbeitsbienst wird das deutsche Mädchen zum Dienst am Volk in einer Form herangezogen, ine alles andere in den Hintergrund stellt und die ben Mabchen zugleich bie Besinnung auf sich ^bst, auf ihr künftiges Frauentum bringt. Ich komme selbst aus bem Arbeitsbienst. Dort gibt es fern Ich. Dort gibt es nU1£®5e ist also ^neJ ber Hauptaufgabengebiete, bie (=•'* Deutschen Frauenwerk' verwalten, ber weibliche Arbeitsdienst. Was steht daneben? Der größte Block unserer Organisation ist die ßMWSK ah. Van frühester Jugend an gilt es, d°-Kirst, s° zu pflegen, so zu erziehen, baß es zu eine Menschen heranwächst unb an Geist un Ko p gestählt seinen Platz in ber Welt ausfullt. mot, Luft und Wasser sind die Grundlagen der Volks aesunbheit! Die Fenster auf, damit d e Sonne herein kann, damit f r i s ch e Luft die R durchspült und würzigen Odem verbreitet Hausfrauen müssen Reinlichkeltsfanat.ker sein Aber nicht immer lacht bie Sonne. Da g Sorge dem Kinderzimmer, dem Licht und Lust 1 gerosteten Semmelkrumen. Dann wird der Teig tzu einer dicken Rolle geformt, in etwa 8 Zentimeter breite Streifen geschnitten, diese an den Schnittflächen zusammengedrückt und in Salzwasser im offenen Topf 10 bis 15 Minuten gekocht. Statt der Semmel kann man auch Fleischreste oder Schinken nehmen. Gibt man die Wickelklöße zu Obst, trägt man sie mit brauner Butter oder gerösteten Speckwürfeln auf. Klöße von rohen Kartoffeln. 1. Rezept: 5 Pfund Kartoffeln werden nach dem Schälen ins Wasser gerieben, die Masse ausgepreht. Man gibt einen Kaffeelöffel Salz und knapp einen halben Liter kochende Milch zum Brühen darüber, streut 50 Gramm Grieß hinein, mischt die Masse und formt mit nassen Händen Klöße. 2. Rezept: Das gleiche Gewicht Kartoffelmasse brüht man mit soviel kochendem Wasser, daß die Masse nicht zu weich wird und mischt einen Suppenteller gekochter Kartoffeln darunter. Diese rohen, sogenannten „grünen" Klöße schmecken ausgezeichnet zu jedem fetten Braten, aber auch zu gekochten Schweinshaxen mit Sauerkraut oder Meerrettichtunke. M. Schmidt-Theile. „Wenn -er Nachthauch glänzt auf dem stehenden Strom..." Deutsche Dichter entdecken Winterschönheit und Wintersport. Naturgesühl und Sport sind zwei eng zusammenhängende Begriffe. So war die Entdeckung der Hochgebirgsschönheit durch Rousseau und Goethe die notwendige Grundbedingung für die Entwicklung der Hochtouristik. So mußte man auch erst den Winter lieben, seine Schönheit verstehen lernen, ehe man daran ging, sich mit Jubel und Herzenslust in Kälte, Eis und Schnee zu tummeln. Das liebevolle Betrachten und Erfassen der winterlichen Natur geht mit dem langsam erwachenden Interesse am Wintersport im 18. Jahrhundert bei uns Hand in Hand. „Schaden bringst, Winter, du uns überall!" und „Möchte verschlafen im Winter die Zeit!" — diese beiden Strophen-Ansänge Walthers von der Bogelweide kennzeichnen die Empfindung, die den Deutschen durch lange Jahrhunderte dem Winter gegenüber beseelte. Wo man die ersten Spuren einer freundlicheren Auffassung findet, da ist es doch immer die Freude an dem Kontrastgesühl des warmen Zimmers zu der Kälte da draußen. Selbst der hellsichtige und fein empfindende Hamburger Naturfreund und Gartenliebhaber Barthokd Heinrich Brockes, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts bei „Betrachtung einer sonderbar schönen Winterlandschaft" in Entzücken gerät und in zahlreichen „Wintergedanken" die Klarheit der Luft, das Glitzern der Sonnenstrahlen auf dein Schnee, den sanften Fiockenfall, die Anmut der Eisblumen usw. mit Behagen geschildert hat, betrachtet olle diese Wunder nur vom Zimmer aus. Was er vom Laufen und Springen br der bitteren Kälte hält, das sagt er allen denen, die nicht am Ofen bleiben und sich keinen Pelz leisten können: „Gott gibt sogar bloß im Bewegen Ein wohlfeil Mittel, das uns nützet, Das auch den Dürftigen beschützet. Ihm die zu heftige Gewalt des Frostes mindert Und die dadurch ihm sonst erregten Schmerzen lindert." Schlittschuh- und Skilauf war bei den nordischen DölLern schon seit vorgeschichtlicher Zeit als praktisches Verkehrsmittel üblich. Auch sind Schiiten und Schlittschuh wohl stets eine Winter- kust der Jugend gewesen, die die strengen Behörden nachdrücklich bekämpften. Verschiedene Schul- orünungen untersagen z. B. bei harter Strafe „jenes unnatürliche, geradezu narrische Hin- und Herlaufen auf Eisflächen." Die Holländer hatten im 17. Jahrhundert bereits einen reich ausgebildeten Wintersport und ihrs Maler entdeckten alle die Reiz^, die die winterliche Natur dar- bietet. Aber in Deutschland erregte die Nachahmung solcher „holländischen Sitten" das Entsetzen des ehrsamen Bürgers. Sa schreibt z. 23. die gelehrte und streng aus gute Sitte haltende Gottsched in, die Gattin des Leipziger Literaturpapstes, am 10. Januar 1735: „Ich sehe der Wut dieser Menschen ganz gelaMn aus meinem Fenster zu, setze mich an meinen Schreibtisch und ergötze mich in meinem geheizten Zimmer mit meinen Büchern mehr als alle Schtittenfohrer mit ihrer frostigen Lustbarkeit." Von Preußen ging die erste deutsche 'Lerherrlichung des Winters aus, denn in der Heldenzeit des großen Friedrich regte sich hier eine Borliebe für die männlichste Jahreszeit, und der Berliner Poet Ramler pries in feiner 1744 gedichteten Ode „Sehnsucht nach dem Winter" den Jüngling, „der auf hartem Wasser laut jauchzend umherschweift, die Füße beschuht mit dem Stahl." Klopstock dürfte durch dieses Gedicht auf den Schlittschuh hingewiesen worden fein, dessen begeisterter Prophet er etwa fünfzehn Jahre spater wurde. Klopstock ist der erste Deutsche, von dem wir wissen, daß er den Winter mit ganzer Seele liebte. Er ist der eigentliche Entdecker der Winterschönheit und des Wintersports bei uns geworden. Dabei knüpfte er nicht nur an die Holländer an, sondern aus seiner Liebe zum alten Germanentum erweckte er in seiner Phantasie das Bild des nordischen Gottes Tialf, der, in Tierfelle gehüllt, mit dem Bogen bewaffnet, „S ch r i t t s ch u h e" — so nannte Klopstock den Schlittschuh nach Der altdeutschen Form — unter den Füßen, über die^ Eisfelder dahingleitet. Für den ersten unserer klassischen Dichter war es die freudigste Zeit des Jahres, „wenn der Nachthauch glänzt auf dem stehenden Strom". Ums Jahr 1760 beginnt feine Begeisterung für den Schlittschuhsport. „Kaum daß der Reif sichtbar wird", so erzählt P. H. S t u r z , „ist es Pflicht, der Zeit zu genießen, und eine Bahn oder ein Bähnlein aufzuspüren. Klopstock waren um Kopenhagen alle kleinen Wasseransammlungen bekannt, und er liebte sie nach der Ordnung, wie sie später oder früher zufroren. Auf die Verächter der Eisbahn sieht er mit hohem Stolze herab. Eine Mond- n a d) t auf dem Eise ist ihm eine Festnacht der Götter." „Es gibt für mich keine Leibesbewegung, die der Gesundheit so vorteilhaft ist als diese", schreibt er einmal, und für den oft kränkelnden Stubenhocker Gleim hat er ein treffliches Rezept bereit: „Es ist doch ewig schade, daß Sie fid) nicht durch Schlittschuhlaufen kurieren. Es ist eine von den besten Kuren: Recipe, drei Helle Stunden des Vormittags, zwei des Nachmittags; gute Gesellschaft; viel Frühstück; item ein wenig Nordwind zum Trünke bei der Arznei." Klopstock ist der eifrigste Vorkämpfer des Wintersports gewesen. „Eislauf predigt er mit der Salbung eines Heidenbekehrers", erzählt Sturz, „Und nicht ohne Wunder zu wirken, denn auch mich, der ick) nicht zum Schweber gebaut bin, hat er auf das Eis argumentiert". Die Männer und Jünglinge, die nun den „Tanz auf dem Waffer- fothurn" verbreiteten, haben von Klopstock das Schlittschuhlaufen gelernt, so Matthias Claudius, die Grafen Stolberg, Goethe. Den ungarischen Grafen B a t t h y a n i schickte er als Sendboten des Schlittschuhlaufens in feine Heimat. Mehr aber noch als fein Tun und Reden wirkte fein Dichten. Die schönen „Eisoden" hatte jeder auf den Lippen. Goethe erzählt in „Dichtung und Wahrheit", wie er, Klopftocks Verse deklamierend, am heiteren Frostmorgen aus dem Bette sprang, um auf die Eisbahn zu eilen und dort zu üben. Mathias Claudius singt nun sein Preislied: „Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest gnd auf die Dauer." Friedrich Leopold Stolberg gibt 1776 in feinem „Winterlied" die erste ganz objektive Beschreibung der Schönheit winterlicher Landschaft. Am stärksten Der Perlmutterknopf. (Frzähluag von Gert Lynch. „Und fei brav!" ermahnte die Mutter noch, als der Zug abfuhr. Alex lehnte im Fenster und winkte, so lange die dufter ,zu sehen war. Dann zog er die Tüte ans feiner Tasche rmfr begann zu kauen. „Heda, Klemer, schließ" mal das Fenster, es zieht", fugte jemand. Aker gehorchte ungern. Er wischte die Scheibe mit der Handfläche ab und ließ kein Auge von der fliegenden. Landschaft. Wie die Alleebäume flitzten! Ein Motorrad sauste neben dem Zuge her und überholte ihn langsam. Alex, die Hände am Mefstnggriff, schob unbewußt in der Fahrtrichtung, um den Zug zu beschleunigen. Schade, daß der Lokomotivführer keinen Dampf gab und sich überholen ließ, dachte er. Allmählich erlahmte seine Aufmerk- famkeik, und er beschäftigte sich damit, das Glas zu behauchen, und Hauser in den Beschlag zu malen. Spater kam der Schaffner und sagte, daß er jetzt aussteigen müsse. Die Großmutter stand am Bahnhof und holte den Enkel ab. „Du bist aber alt geworden, Großmutter, du haft lauter Falten am Mund", begrüßte er sie. Die Großmutter lächelte milde: „Wenn du so alt bist wie ich, Alex", sagte sie, „bann wirst du ebenso viele Falten haben." Großmutters Häuschen lag ganz in der Nähe. Die roten Topfblumen an den Fenstern leuchteten bis zur Straße herüber. Als sie Kaffeee tranken, mußte Alex von den Eltern und aus der Schule erzählen. Hernach durfte er die Schachtel mit den Photographien aus der Kommode nehmen. Am besten gefiel ihm der Groß- vater, wie er als Soldat neben feiner Kanone stand. „Schade, daß er schon tot ist", sagte Alex, und die Großmutter nickte leise dazu. „Darf ich jetzt ein bißchen hinausgehen?", fragte er „So geh", sagte die Großmutter, „aber gill Obacht auf deine Kleider!" Er schlenderte die Trift entlang und fand drei Jungen beim Spielen. Jeder besaß eine große Ku- Hel, und wer die Kugel des andern traf, gewann einen Knopf. Alex schaute erst eine Weile zu und fiagte bann, woher sie die großen Kugeln hätten. „Das geht dock) dich nichts an", sagte der, welcher der größte war, „wer bist denn du überhaupt?" „Ich wohne bei meiner Großmutter", erklärte Alex und wies nach dem Häuschen mit den Blumen um Fenster. „Ad) so", sagte der Große, „das ist natürlich was anderes. Wentz dv willjtz kannst du uütftüelea." Alex bekam eine Kugel und zehn Knöpfe geliehen und spielte mit. Doch er verlor, und als sie auf« hörten, hatte er keinen Knopf mehr. Es wurde beschlossen, morgen weiterzuspielen. Am Abend suchte die Großmutter ihren Vorrat an Knöpfen zusammen. Es waren genau zweiundfünfzig. Alex ließ sie in Viererreihen über den Tisch marschieren, und die Großmutter hatte ihre Mühe, bis sie ihn endlich ins Bett brachte. Vom nächsten Tage an kam Ale§ nur mehr zum Essen und Schlafen nach Hause. Sein ganzes Interesse galt diesem Kugelspiel. Er hatte den Bogen bald heraus. Da er geschickter war als die Dorf- jungen, gewann er fast immer. Tag für Tag wurde die Zahl seiner Knöpfe größer. Besonders hatten es ihm die Perlmutterknköpfe angetan, die doppelt so viel wert waren wie die gewöhnlichen. Er putzte sie blank und hielt sie schief, daß sie schillerten und gleißten. So ging die Ferienwoche zu Ende. Am Sonntag besuchte er mit der Großmutter den Gottesdienst. Sie trug ihren schwarzen Mantel, auf dem vier talergroße Perlmutterknöpfe saßen. Diese hatten einen ganz erlesenen Schimmer und leuchteten wie das Abendrot, aber mit Grün und Blau zwischendurch. Alex konnte sich gar nicht satt scheu daran. Da er aber die Großmutter mitten unter der Predigt fragte, ob sie noch einen solchen Schimmerknopf übrig habe, erhielt er den strengen Verweis, doch den Mund zu halten. Als sie wieder nach Hause kamen, hängte die Großmutter den Mantel in den Schrank zurück. Alex bemerkte es, und ein schwarzer Gedanke wurde in ihm lebendig und beherrschte ihn schließlich ganz. Morgen mußte er wieder heimfahren. Wenn, dann mußte es heute nacht geschehen. Er schlief in der gleichen Stube, in der sich der Schrank befand. Die Großmutter begab sich in ihre Kammer. Lange hielt er sich munter, bis er gegen | Mitternacht leise aufftanb, sein Messer öffnete, den Schrank aufsperrte und im Dunkeln einen Perl- lutterknopf von Großmutters Mantel heruntersäbelte. Er versteckte den Schatz in seinen Kleidern und legte sich wieder hin. Und am anderen Morgen fuhr er vergnügt in die Stadt zurück und ließ den großen Perlmutterknopf immer und immer wieder im Lichte spielen. Die Schule begann. Alex zeigte den Schimmerknopf in der Klasse herum.' Da er aber wenig Bewunderung erntete, verlor der Gegenstand bald an Reiz. Reue Eindrücke begannen ihn zu beschäftigen, und nach acht Tagen warf er den Perlmutterknopf in die Kramschachtel. So vergingen zwei Monate. Da traf eine Depesche ein. Die Großmutter war unerwartet über Rocht gestorben. Als Alex in lKeMtxüs gesetzt wurde, Mud er wi-s vom Donner gerührt. Er redete kaum mehr ein Wort. Die Eltern hätten nicht geglaubt, daß es ihm so nahe gehen würde. Es war ein sonniger Vormittag, als die Großmutter zur letzten Ruhe getragen wurde. Alex ging zwischen den Eltern an der Spitze des Trauerzuges. Der Pastor hielt vor dem offenen Grabe eine ergreifende Rede, und die Mutter meinte heftig. Dann traten alle nacheinander vor die Grube und streuten Erde auf den versenkten Sarg. Auch Alex kam an die Reihe. In schweißiger Hand hielt er krampfhaft den großen Perlmutterknovf, und mit der Erde, die er abroarf, fiel auch der Knopf mit hinab. Er blinkte im Sonnenlicht, und der Vater, der den Sohn beobachtete, wurde aufmerksam. Mach dem Begräbnis, als sie in Großmutters Stube allein waren, wurde Alex zur Rede gestellt, was da geglitzert habe, wie er die Erde hinabwarf. Alex bekam einen starren Blick. Seine Augen füllten sich langsam mit Tränen. Er öffnete den Kleiderschrank, wies auf den fehlenden Perlmutterknopf und sagte, indem sein Körper von einem Schluchzen geschüttelt wurde: ,Hch bin schuld, daß die Großmutter gestorben ist. Ich hab' sie — zu Tode geärgert —." Und es dauerte lange, bis es den Eltern gelang, ihm das auszureden. Deutsche Bach-Hcindel-Schüh-Keier 1935. Die Durchführung der „Deutschen Bach- Händel-Schütz-Feier 19 3 5" ist vom Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda der Reichsmusikkammer übertragen worden. Sie erstreckt sich auf den Zeitraum vom 22. Februar bis zum 24. Juni 1935. Die Grundidee der großzügig angelegten Gedenkfeier ist folgende: Man will das Leben der drei Meister, von denen Schütz 1585, Bach und Händel 1685 geboren wurden, gleichsam in einem symbolischen Aufriß den Menschen der Gegenwart nahebrinaen. Durch die Art und Reihenfolge der einzelnen Veranstaltungen soll deutlich werden, in welchem Zusammenhang das Leben dieser größten deutschen Musiker mit ihrem Schaffen steht, aus welchen Quellen sie schöpften, und was sie immer wieder von neuem dem deutschen Volk, aus dem sie stammen, zu sagen haben. In Verwirklichung dieser Idee werden in all den deutschen Städten, die in einer Beziehung zum Leben von Bach, Händel *unb Schütz stehen, musikalische Veranstaltungen stattfinden, die teils unter Berücksichtigung der örtlichen künstlerischen Kräfte, teils unter Hinzuziehung der besten Künstler des ganzen Reiches abgewickelt werden Men. In jeder einzelne» Stadt werden vornehmlich solche Werke berücksichtigt werden, die zum Wirken jedes der einzelnen Meister gerade in dieser Stadt eine Beziehung haben. Aber auch die Umwelt der Meister, die Vorgänger, von denen sie beeinflußt, die Lehrer, von denen sie unterrichtet wurden, werden mit einbezogen. Eine Ergänzung dazu bilden Lichtbildervorträge, Fe st ansprachen usw., — alles in der Absicht, das Verständnis für Bach, Händel und Schütz überall zu wecken und zu fördern. — Auch der deutsche Rundfunk hat sich in dankenswerter Weise in den Dienst der Sache gestellt und wird nicht nur eigene Bach-, Händel- unb Schütz-Sendungen veranstalten. Maier-Ireundschast. Das kleine Haus, in dem ber geniale französische e Karikaturist D a u m i e r starb, ist ihm einst von dem französischen Maler Camille Corot zum Geschenk gemacht worben, aber nur wenige erinnern sich der Umstände, unter denen diese Besitz- Übertragung stattfand. Corot hatte erfahren, daß Daumier, der inzwischen alt geworden war und nicht mehr arbeiten konnte, von seinem Hausbesitzer gemahnt und unausgesetzt gequält wurde, weil er feine Miete nicht immer ganz pünktlich bezahlen konnte. Corot geht daraufhin zu dem betreffenden Hausbesitzer, kauft das Haus, in dem Daumier wohnt, und läßt bann von einem Notar ein Schriftstück aufsetzen, in bem er als Besitzer verfügt, baß die alte Hütte fortan stets bas Eigentum besten bleiben sollte, ber sie nun bewohnt. Die Urfunbe in der Tasche läuft er zu Daumier: „Du, dies Haus hier ist eben verkauft worden, du haft einen neuen Hauswirt", ruft er dem Freunde entgegen. „Ich kenne ihn, ich wollte dich ihm empfehlen, aber unglücklicherweise ist er noch schlechter auf dich zu sprechen als der bisherige, und wayrschein- lich wird er dir kündigen. Da, hier hast du einen Zettel, den dir zu übergeben er mich bat." Und er überreichte Daumier den Kaufvertrag. Daumier nimmt sich gar nicht die Mühe, das Schriftstück erst anzusehen; er hält es für einen Brief mit Mahnungen und Drohungen, hastig und nervös zerknittert er den Bogen und ärgerlich wirft er das Knäuel in die Ecke. Corot aber beginnt zu lachen. Er hebt das zerknitterte Papier schnell auf, sorglich faltet er es auseinander und mit lauter Stimme lieft er dann den Inhalt vor. „Mein alter Daumier", sagte Corot schließlich, „du bist jetzt dein eigener Hauswirt. Ich glaubt, du wirst dich nicht vor die Tür setzen." Daumier war sehr stolz und zurückhaltend, aber in diesem Augenblick brach etwas wie Rührung durch fein äußerlich rauhes Gebaren. Und bann sagte er einfach: „Du bist der einzige Mensch, pon dem ich irgend etwas annehmea kann..." und modernsten aber kommt, wie jedes Gefühl, das die Zeit bewegte, die Begeisterung für den Winter in dem jungen Goethe zum Ausbruch. „Eine mächtige Kälte zieht durchs Fenster bis hierher an mein Herz, zu tausendfacher Ergötzung", schreibt er Anfang Februar 1774. „Ein großer Wiesenplan draußen ist überschwemmt und gefroren. Gestern trug*5 noch nicht, heut wird gewagt. Vor zehn Tagen ungefähr waren unsre Damen hinausgefahren, unseren pantomimischen Tanz mit anzusehen. Gleich darauf taut es, und jetzt wieder Frost. Hallelujah! Amen!" Wo Goethe hinkommt, wirbt er Anhänger für den Wintersport. Ebenso wie in Wetzlar und D a r m ft a b t bringt er in ber Heimat Frankfurt ben „Schrittschuh" unter die Sohlen, und nun wird das Schlittschuhlaufen allmählich überall in Deutschland üblich. Besonders in Weimar werden auf den gefrorenen Schwansee-Wiesen große Eis- feste veranstaltet mit Musik und Maskeraden, mit Schlittenfahrten und Ringelstechen auf dem Eise. Auch die Damen des Hofes ergötzen sich an den „Beflügelungen des Stahls", aber durchgesetzt hat sich die Beteiligung des schöneren Geschlechts an diesem Vergnügen erst im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Goethe hat die Herrlichkeit der Winterstimmung und das Vergnügen des Eislaufes in feinen Dichtungen öfters künstlerisch gestaltet. Durch ihn wurde die Entdeckung von Winterschönheit und Wintersport, die Klopstock begonnen, vollendet. Die Rückkehr zur Natur, die Rousseau gepredigt, führte die Pflege der Leibesübungen herauf. Die körperlichen Hebungen, die so lange verpönt waren, werden nun in den Mittelpunkt der Ertüchtigung der Jugend gestellt. Der „Groß- und Erzvater der Turnkunst", der treffliche G u t s m u t h s, wurde auch der Verkünder des Wintersports, indem er den turnerischen und erzieherischen Wert des Eislaufes und ber Eisspiele hervorhob und bas Schlittschuhlaufen eine Bewegung nannte, „die alles übertrifft, was Bewegung heißt." Jahn zählt in feinem weithin wirkenden „Deutschen Volkstum Eislauf und Schlittensport unter den Hebungen auf, die jeder betreiben sollte. Hnd als erst die Sportbewegung die Jugend ergriffen hatte, gehörte ihr die Zukunft. C. W. KommunalpMche Arbeitstagung in Alssetd. * Alsfeld, 25. Jan. Dieser Tage fand hier unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. 23 ö I« fing wieder eine Tagung der 5t r ei sa Stellung Alsfeld im Deutschen Gemeinde- tag, Landesdienststelle Hessen, Hessen-Nassau im kleinen Saale Gasthauses „Vaterland" statt, zu der die Bürgermeister des Kreises Alsfeld nahezu vollzählig erschienen waren. In seinen einleitenden Worten begrüßte der Vorsitzende den neuen stellvertretenden Kreisdirektor, Regierungsrat Dr. Lotz, mit herzlichen Worten. In feiner Erwiderung betonte Reg.-Rat Dr. Lotz, daß es fein Bestreben fei, mit den Bürgermeistern des Kreises Alsfeld in das gleiche Vertrauensverhältnis zu kommen wie in Büdingen in seiner 12jährigen Wirksamkeit dort. Die Bürgermeister seien die Frontkämpfer in der Verwaltung, von ihnen mühten besondere Führerqualitäten verlangt werden. Der Bürgermeister müsse in erster Linie Nationalsozialist sein und das Vertrauen seiner Gemeinde sich verdienen, daneben aber auch das erforderliche Rüstzeug für sein Amt besitzen, diesem Zwecke dienen die jetzt von der Gauamtsleitung für Kommunalpolitik eingerichteten Schulungskurse von der Gauschule in Bad Soden im Taunus. Als erster Referent sprach sodann Lehrer E^k ch e n- auer über „Die Schaffung von Schwimmgelegenheilen in den Gemeinden." Ausgehend von der grundlegenden Aenderung, welche die Jugenderziehung im Dritten Reiche erfahren habe durch die in ben Vordergrund gestellte körperliche Ertüchtigung und Charakterbildung, wies der Redner darauf hin, baß der Schwimmsport für die Erziehung der Jugend sehr wichtig sei. Lehrer Eichenauer erläuterte sodann die einzelnen Möglichkeiten zur Errichtung von geeigneten Schwimmgelegenheiten in den ländlichen Verhältnissen. Wichtig sei dabei, daß stets Abteilungen für Schwimmer und Nichtschwimmer und ausreichende Hmkleideräume geschaffen würden. In Gemeinden mit Bächen könne man sich durch Stauung des Wassers mit dem Bau von Schleusen und Wehren behelfen, in anderen Fällen müsse man einfache Behälter bauen. Zu erwägen seien aud) gemeinsame Schwimmbäder für mehrere benachbarte Gemeinden. Der Referent appelierte an die Bürgermeister, diese Bestrebungen tatkräftig zu unterstützen. Die Ausführungen fanden lebhafte Zustimmung. Als zweiter Punkt der Tagesordnung wunden die Zuschüsse der Gemeinden zur Jugendpflege behandelt auf Grund der von tier ©auleitung an die einzelnen Kreisleiter gegebenen Anweisung. Hierüber gab Reg.-Rat Dr, Lotz nähere Mitteilungen. Die Aussprache ergab, daß in den meisten Gemeinden diese Angelegenheit im Sinne der politischen Leitung bereits durch Einstellung entsprechender Beträge im Voranschlag der Gemeinden geregelt ist. Der Vorsitzende empfahl den wenigen Gemeinden, bei denen dies noch nicht der Fall ist, entsprechend zu verfahren. Nach den Mitteilungen der Kreisleitung soll für die finanziell schwächer gestellten Gemeinden ein Härteausgleich stattfinden. Heber die Ausführung des Reichsjagdgesehes referierte Bürgermeister Dr. Völsing. Er wies auf die kürzlich erlassenen hessischen Hetzerleitungsbestimmungen hin, die teilweise sehr einschneidende Aenderungen für die Gemeinden bringen und erläuterte die hauptsächlichsten Hebergangsbestimmun- gen hinsichtlich ber jetzt für Verpächter und Pächter gegebenen Kündigungsmöglichkeiten, sowie die Neugestaltung der gemeinschaftlichen Jagdbezirke, auf Grund der Bestimmung, daß die Mindestgröße eines gemeinschaftlichen Jagdbezirks für Hessen auf 250 Hektar festgesetzt ist; von Wichtigkeit ist ferner die Bestimmung, daß die bisherigen Pachtverträge für die Gemeindejagdbezirke unter 250 Hektar am 31. März 1935 kraft Gesetzes erlöschen. Bürgermeister Dr. Völsing erläuterte sodann noch das künftige Verfahren bei den Verpachtungen der Jagden; das Gesetz läßt bezüglich der Art der Verpachtung freie Hand, ob diese freihändig oder durch öffentliches Ausbieten erfolgen soll. An das Referat schloß sich eine rege Aussprache an Das Vürgscheinverfahren zur Sicherstellung von Domanialgesällen usw. behandelte Bürgermeister Dr. Völsing in einem Referate. Er empfahl den Gemeinden sorgfältigste Prüfung der Zahlungsfähigkeit der Bürgen, da die Bürgermeister für die von ihnen verschuldeten Aus- fälle an Staatseinnahmen infolge fahrlässiger Behandlung der Bürgschaftsbescheinigungen persönlich haftbar gemacht werden können. Die Bescheinigung der Zahlungsfähigkeit ber Bürgen dürfe durchaus nicht als eine reine Formsache angesehen werden, er warnte vor dieser Auffassung. Unter Mitteilungen gaben die Referenten des Kreisamtes verschiedene Ausschreiben des Ministeriums an die Gemeinden bekannt, unter denen von besonderem Interesse die Aenderung des Rechtsmittelverfahrens bei de r B ärger steuer war. Bürgermeister Dr. 23 Ö I \ i n g gab Die Ausschreiben des Deutschen Gemeindetagcs an die Gemeinden bekannt. Von Interesse war Dabei die Anweisung, daß es keinesfalls zulässig ist, öffentliche Fürsorgeaufgaben an die Dienststellen des Amtes für Volkswohlfahrt abzuschieben. Die NSV. lei nicht dazu da, die öffentliche Fürsorge zu entlasten; ihre Leistungen feien vielmehr rein zusätzlicher Art. Bürgermeister Diehl (Ruhlkirchen) referierte am Schluffe der Tagung über die Kurse an der kommunalpolitischen Gauschule in Bod Soden, Deren Teilnahme er dringend empfahl. Die anregend verlaufene Tagung wurde von Dem Vorsitzenden in Der üblichen Weise geschlossen. L Nr. 25 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 50. Januar (935 Aus Oer Provinzialhauptstadt. Schweigen und Handeln. Die Zeiten, in denen ein innerlich zerrissenes Deutschland beim Ausland um Hilfe bettelte, sind vorbei. Unser Millionenvolk hat sich auf sich selbst besonnen. Jeder einzelne von uns weiß heute, gleiche gültig, an welcher Stelle er auch stehen mag, daß er einsatzbereit sein muß bis zum Aeußersten, um ein geschlossenes, selbstbewußtes Auftreten unseres Staates auch nach außen zu rechtfertigen. Nur diese unbedingte tätige Bereitschaft auch zu schweren persönlichen Opfern bewies dem Ausland den unbeugsamen Willen unserer Volksgenossen an der Saar, 'zurückzukehren zum Reich. Nur dies zähe Festhalten am Volkstum brachte schließlich den so heiß herbeigesehnten Erfolg, dem auch wegen seiner überwältigenden Einmütigkeit selbst die Anerkennung internationaler Konferenzen nicht versagt werden konnte. Nichts anderes, nur in viel kleinerem Maße, fordert der 3. Februar von dir. Weiter helfen sollst du, Grundpfeiler zu bauen, die das aufwärtsstrebende Staatsgefüge sicher tragen können, um das Reich nach innen und außen gleich gefestigt erstehen zu lassen. Grundbedingung und damit Baustein eines solchen Gebäudes muß die lebensfähige, gesunde deutsche Familie sein. Deswegen wendet sich die N S.- Volkswohlfahrt mit der Plaketten- sammlung am 3. Februar an dich, um dich auf die Maßnahmen des neuen Jahres zum Schutze von Mutter und Kind hinzuweisen: Denn allzu schwer drückt des Armen Herz die Last: daß schuldlos seine Hand liegt frierend jetzt im Schoß, daß brach muß liegen seiner Muskeln Kraft. Er tatenlos muß sehn, wie Weib und Kind der Not, dem Elend preisgegeben sind. E. C. Laux. Vor allem aber dient der Verkaufserlös der Plaketten dazu, einen durch internationale Konkurrenz schwer darniederliegenden Arbeitszweig vor bitterster Not zu bewahren. Die aus Galalith hergestellte Plakette der feit 75 Jahren hauptsächlich in Schwöllen in Thüringen ansässigen Steinnußknopfindustrie, bringt Hilfe für ein besonders durch die Ungunst der wirtschaftlichen Lage betroffenes Gebiet. Darum tragt am 3. Februar mit dazu bei, eurer stark bebränften Volksgenossen den tatbereiten Opferwillen eines in feinem Vorwärtsstreben einigen Volkes zu zeigen: Es ist nicht dein Verdienst, wenn noch der Arbeit Segen wohltätig dich umfängt! Es mahnt dein Blut, gebietet dir dein Herz in deutscher Brust, daß opfernd du dem Bruder helfen mußt! E. C. Laux. Heute keine Gottesdienste in Gießen. Dom Ersten Pfarramt der Evangelischen Gemeinde Gießen wird uns mitgeteilt: Die für heute, Mittwoch abend, vorgesehenen Gedenkgottesdienste in den evangelischen Kirchen zu Gießen anläßlich des Jahrestages der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler fallen aus. Des bedeutsamen geschichtlichen Tages wird am kommenden Sonntag in den evangelischen Gottesdiensten gedacht werden. Deutsche Arbeitsfront. Berufsgruppenamt, Berufsgruppe der Werkmeister. Die für Samstag, 2. Februar, angesetzte Monatsversammlung muß wegen eines Appells in Wetzlar ausfallen und wird auf Sonntag, 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, verschoben. Tagungslokal: Kaufmännisches Vereinshaus, Gießen, Wernerwall. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung bitten wir alle Berufskameraden, zu dieser Versammlung zu erscheinen.__________________________________ Fahnen heraus zum 30. Januar! Am 30. Januar, 20 llhr, im (Safe Leib Großes Militärkonzert des Musikzuges der SA.-Standarte 116, Gießen, verbunden mit einer Kundgebung der NSDAP. Gießen (§s spricht: Oer Oberbürgermeister der Stadt Gießen pg. bitter. Os nehmen teil: Sämtliche Gliederungen der NSOAP. - Oie politischen weiter der Gießener Ortsgruppen sind um 20 Uhr vor dem CafL Leib mit Fahnen angetreten. Alle Volksgenossen sind zu dieser Kundgebung eingeladen. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Oie künftige Ausübung des Handwerks. Oie Eintragung in die Handwerksrolle. Von der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt wird uns mitgeteUt: Die bisher in der Presse veröffentlichten Mitteilungen über den Inhalt der 3. Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 18. 1. 35 sind in den Kreisen der handwerklichen Gewerbetreibenden vielfach mißverstanden worden. Um Unklarheiten zu beseitigen, seien die wichtigsten Bestimmungen der Verordnung, die die künftige Ausübung eines Handwerks und die Eintragung in die Handwerksrolle betreffen, kurz dargelegt: 1. Vom 24. 1. 1935 an (dem Tage des Inkrafttretens der Verordnung) ist die Ausübung eines Handwerks abhängig von der Eintragung in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer. Personen, die nach diesem Termin den selbständigen Betrieb eines Handwerks anfangen, können die gemäß § 14 der Gewerbeordnung erforderliche Anmeldung bei der zuständigen Gemeindebehörde nur vornehmen, wenn sie vorher in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen sind und diesen Nachweis durch Vorlage der Handwerkskarte, oder eines vorläufigen Ausweises erbringen. 2. Handwerker, die nach dem 24. 1. 35 den selbständigen Betrieb ihres Handwerks beginnen wollen, können nur in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen werden, wenn sie die Meisterprüfung abgelegt haben, oder die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besitzen. 3. Ausnahmen zu den unter Ziffer 2 genannten Bestimmungen können in besonders gelagerten Fällen die höheren Verwaltungsbehörden nach Anhörung der Handwerkskammer aussprechen. Die zuständigen höheren Verwaltungsbehörden werden von der obersten Landesbehörde noch bestimmt. Für die selbständigen Handwerker, die vor dem 24. Januar 1935 ihr Gewerbe bei der zuständigen Gemeindebehörde ordnungsgemäß angemeldet hatten und ihr Gewerbe an diesem Tage selbständig ausübten, die jedoch die Meisterprüfung in ihrem Handwerk nicht abgelegt haben und die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen nicyl besitzen, gelten folgende Uebergangsbestimmungen: a) Sind diese Handwerker vor dem 1. Januar 1932 in die Handwerksrolle der Handwerks- kammer ordnungsgemäß eingetragen worden, so bleiben sie von der Verordnung unberührt. b) Sind diese Handwerker in. der Zeit vom 1. Januar 1932 bis 23. Januar 1935 ordnungsgemäß in die Handwerksrolle eingetragen worden, so ist in jedem Falle nachzuprüfen, ob der Gewerbetreibende nach dem 31. Dezember 1899 geboren ist. Trifft dies zu, so ist er verpflichtet, bis zum 31. Dezember 1939 die Meisterprüfung abzulegen oder die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen zu erlangen, andernfalls erfolgt zu diesem Zeitpunkt die Löschung aus der Handwerksrolle, und die weitere Ausübung des Handwerks ist nicht möglich. c) Alle selbständigen Handwerker, die zwar vor dem 24. Januar 1935 ihr Gewerbe ordnungsgemäß bei der zuständigen Gemeindebehörde angemeldet hatten und Är Gewerbe an diesem Tage ausübten, die jcfjod) aus irgendeinem Grunde nicht in die Handwerksrolle eingetragen wordev sind, sind von Amts wegen in die Handwerksrolle der Handwerkskammer einzutragen. Sind diese Gewerbetreibenden nach dem 31. Dezember 1399 geboren, so müssen sie bis zum 31. Dezember 1939 die Meisterprüfung in ihrem Handwerk ablegen ober die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erlangen. Weitere' Ausführungsbestimmungen sind in aller Kürze zu erwarten. In diesem Zusammenhang wird darauf hinge- roiefen, daß die letzte Frist zur Anmeldung der Meisterprüfung 1935 am 31. Januar 1935 abläuft. Anmeldung rum Freiwilligen Arbeitsbiene. DNB. Arn 1. April 1935 werden in den Arbeitsdienst Freiwillige eingestellt, die am 1. Januar 1935 das 20. Lebensjahr vollendet und das 25. noch nicht überschritten haben. Diese Einstellungen erfolgen letztmalig mit einer Verpflichtung auf 6 Monate. Wer durch freiwillige Leistung des Ehrendienstes an Volk und Vaterland den Arbeitsdienstpaß erwerben will, möge sich baldigst bei dem ihm nächstliegenden Meldeamt für den Freiwilligen Arbeitsdienst persönlich melden und vormerken lassen, damit seine Bewerbung berücksichtigt werden kann. Das Arbeitsplatz-Austaulchverfahren wird hierdurch nicht berührt. Ebenso werden davon nicht berührt die Bestimmungen über den Eintritt von Abiturienten.in den Arbeitsdienst. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/1935. Kreisführung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Stühpunktbeauftragten des Winterhilfswerkes des Kreises Gießen. B e t r.: Üft o n a t 5 b e r i cf) t A. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Berichte A bis einschließlich 31. d. M. hier eintreffen müssen. NSLB. Abt. höhere Schule. Neusprachliche Fachschaft. Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Freitag, 1. Februar, 16 Uhr, in der Oberrealschule statt. Dortrag Professor Dr. Glaser. Gäste willkommen. Fachschaft Volksschule Giehen-Stadt. Freitag, 1. Februar, im Zeichensaal der Schiller- chule, 17 Uhr, Sitzung. (1. BDA.-Arbeit: Herr Roth. 2. Kulturkrise der Broncezeit: Herr Szczech.) • Fachschaft „Körperliche Erziehung." Denr angekündigte Lehrgang des Pädagogen für rhythmische Erziehung Otto Biensdorf, findet tatt vom 4. bis 6. Februar 1935 in der Turnhalle der neuen Peftalozzischule in Gießen. Meldungen dazu können noch bis zum 1. Februar 1935 an W. Mohr. Gießen, Wilfonftraße 8, abgegeben werden. Da Biensdorf in seinem Kursus Rücksicht nimmt auf ländliche Verhältnisse, ist der Lehrgang auch für Lehrkräfte der Landschulen zu empfehlen. Die nähere Zeit wird noch bekanntgegeben. Die Stunden liegen voraussichtlich nachmittags und abends. Neichsmarine-Abordnung besucht Gießen. Wie wir vom Marine-Verein Gießen hören, trifft am Samstag, 2. Februar, 15.23 Uhr, auf dem Gießener Bahnhof eine Abordnung von 15 Mann der Reichsmarine ein, bestehend aus Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der 3. Torpedobootshalbflottille. Die Abordnung wird zum Besuche der Kameraden des Marine-Vereins, und um Land und Leute kennenzulernen, einige Tage in Gießen verweilen und während dieser Zeit bei Kameraden des Marine-Vereins in Privatquartieren untergebracht. Die Kameraden der Reichsmarine werden am Samstagabend an einem Kameradschaftsabend der Marine-Stürme des Standortes Gießen teilnehmen, während ihnen am Sonntag die Kameraden des Marine-Vereins in verschiedenen Führungen die Schönheiten der Stadt und der Umgebung zeigen werden. Abgabe der Steuererklärungen. Die Finanzämter Gießen, Grünberg und Hungen veröffentlichen in unserem heutigen Anzeigenteil eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1934. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß eine allgemeine Verlängerung der Frist nicht in Betracht kommt, sondern die Steuererklärungsfrist nur in einzelnen Fällen nach Maßgabe der Vorschrift des § 167 Absatz 4 AO. verlängert werden kann. Interessenten finden Näheres in der heutigen Bekanntmachung. Vorschriften über Preisschilder und Preisverzeichnisse beachten! LPD. Die Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt mit: Dem Reichskommissar für Preis- Überwachung sind Klagen darüber vorgebracht worden, daß die Vorschriften über Preisschilder und -Verzeichnisse noch immer nicht hinreichend beachtet werden. Folgende besondere Klagen wurden vorgebracht: 1. Häufig seien die Preisaushänge so undeutlich geschrieben, daß man sie kaum lesen könne. Th.F.schreibt den Theaterbericht. Aus Fontanes Berliner Kritikerzeit. Theodor Fontane, der „Wanderer durch die Mark Brandenburg", war ein sehr besorgter Freund des Theaters, das ihm nicht selten als eine verzerrte Nachäffung des Lebens und der Dichtung er» sthjen. Seine harten Urteile über Aufführungen entsprangen der schweren Enttäuschung eines begeisterten Schönheitsfreundes. Der „Lichtschein, der in der Hamlet-Dichtung aufflammen und unser Herz mit Entzücken und Grausen wie ein blutiges, hoch in den Himmel hineinwachsendes Nordlicht erfüllen muh", erschien ihm in der Darstellung als matte Straßenlaterne, die aus Mondschein und weißen Nebeln gewobene Elfenstimmung des „Sommernachtstraumes" ward zu „etwas unsagbar Langweiligem, was'durch Zauberstäbe, grüne Kochel- jchuche und allerhand Lichtreflexe nicht gehalten werden kann." Aber allmählich gewöhnte er sich an diese auf» 'erlegte Pflicht der Theaterkritik und gewann sie sogar lieb. Mit rührender Pünktlichkeit war er bei jeber Erstaufführung im Schauspielhause, das er mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgte. An der äußersten Rechten des Parketts dicht un er der Sntenöantenloge besaß er seinen angestammten Eckplatz, an den er sich so gewöhnt hatte, daß er sich mit einer Eingabe an Herrn von Hulse n wandte, als der Sitz in einer Spielzeit anderweitig vergeben war. Mit hochgezogenen Brauen, den Oberkörper vorgebeugt, den Blick sorgenvoll 9etP°n.nt- saß er „in leibhaftiger Fragestellung' da. Schrieb er am anderen Morgen feine Kritik, so., durfte i n niemand stören, und das alte Dienstmädchen flüsterte jedem Besucher mit wichtiger Miene zu. „Der Herr hat heute Kritik." Das Urteilen und vor allem das Tadeln fiel dem Dichter nicht leicht. Seine angeborene Liebenswürdigkeit und Güte wollte nicht verletzen, sein -ver- antwvrtlichkeitsgefühl aber zwang ihn zur Strenge. „Ich bin in einem Zwiespalt", schreibt er darüber. „Laß es laufen", sagt die eine Stimme in mir, „nein, nein", sagt die andere. Und ich glaube. Die zweite Stimme hat Recht. Der Einzelne hat keine Verpflichtung, sich dem stupiden Begeisterungsbah 011s bloßen Artigkeiten oder Gutheit anzuschließen. Das ist nicht mehr gut, daß ist schwach. Aber ich habe mir immer wieder einen Ruck geben müssen, denn alles Lärmmachen und Streitsuchen miDer- steht meiner Natur." Andererseits wollte er sich mit dem vielen Tadeln nicht selbst unsicher machen und „in ein verstimmtes Krakehlertum hineinschreiben"; wo er loben konnte, tat er es aus vollster Seele. Groß war seine Bescheidenheit. „Ja, wenn ich .studiert' hätte. So bleibt man ein kleiner Töf- fel und ist unterm Schlitten", erklärt er einmal, Aber Unsicherheit läßt er nicht aufkommen: „Es ist meine Stärke, mich um Doktrinen nicht allzuviel zu sorgen und in letzter Instanz den Mut zu einem einfachen Appell an mein Herz zu haben." Das ist das Erquickende an seinen Theaterbetrachtungen, daß ein echtes Gefühl unumwunden das Große anerkennt und das Kleinliche verdammt. „Ich habe mich nie für einen großen Kritiker gehalten", schreibt er an seine Tochter. „Aber doch muß ich für natürliche Menschen für meine Schreibereien ein wahres Labsal gewesen fern, weil jeder die Antwort auf die Frage „weiß ober schwarz , „Gold ober Blech" baraus ersehen konnte: ich hatte eine klare bestimmte Meinung unb sprach sie mutig aus. Diesen Mut habe ich wenigstens immer gehabt." Seine Rollenschilberungen sinb häufig von köstlichem Humor eingegeben. So heißt es von der Luise, einer weinerlichen, „jedes Wort in Krepp wickelnden" Liebhaberin: „Ob sie stand oder ging, es war immer, als würde Rosmarin vor sie hm- qestreut und der Cbopiniche Trauermarsch aus einer Kulisse her gespielt." An eine übertriebene Darstellung des Jaqo sind die Worte geknüpft: „Verbrecher sind auch Menschen. Ein Verbrecher mit einem ewig vorn eingeknöpften Verbrechen ist gerade so unwahrscheinlich wie ein Bademantel mit einem Luisenorden." Einen besonders steifen Bo- linqbrofe aus der ,'Junqfrau" versetzt er „oorlaufiq als Jnfanterieleutnant in die 6. (Brandenburgische) Division." Durch all diese kleinen Spöttereien aber bricht immer wieder eine starke Liebe zum Theater hindurch. Der „Th. F." war durchaus kein „Theaterfremdling", wie wohl der Berliner Witz seine Anfangsbuchstaben ergänzte, sondern er hat auch noch, als er die berufsmäßige Kritik aufgegeben hatte, der Bühne ein sehr lebendiges Interesse bewahrt. Was wir her deutschen Technik im Mittelalter verdanken. Unter dem Eindruck der gewaltigen Fortschritte der Technik in den letzten Jahrzehnten vergessen wir allzu leicht, daß uns aus den vergangenen Jahrhunderten wertvolle Erfindungen überliefert worden sind, und daß sich die deutsche Technik schon vordem Dreißigjährigen K r t ege größter Weltgeltung erfreute. Unter den Sturmen der Völkerwanderungen waren viele Errungenschaften der Technik des Altertums verloren gegangen. Aber schon mit der Entwicklung der deutschen Städte vollzog sich seit dem 11. Jahrhundert ein bedeutender Aufschwung, an dem handwerkliche Technik und Kunst in gleicher Weise teilhatten. Im mittelalterlichen Handwerk sind, wie C. Matt- schoß in der im Verlag Bibliographisches Institut AG. Leipzig erscheinenden Zeitschrift „Deutsche Rundschau" ausführt, wichtige W e r k z e u g e geschaffen worden, denen unsere neuzeitliche Industrie vieles verdankt. Wir brauchen nur an die großen Erzgießer, vor allem an den berühmten Peter Vischer in Nürnberg zu denken. Auch das Bauwesen hatte mit seinen Wunderwerken des Straßburger Münsters, des Ulmer Münsters und des Kölner Doms den Ruhm der deutschen Kunst und der deutschen Handwerkstechnik weit über Die Grenzen des Reiches hinausgetragen. Eine der stärksten Wirkungen aber ist wohl von der ersten Großindustrie, dem Bergbau ausgegangen, Den ein freier und tüchtiger Bergarbeiterstand m Deutschland bald zur höchsten Blüte brachte. Die Berg- ordnunq Annabergs von 1509 und die von Joa- chimsthal von 1548 haben als Rechtsgrundlage für diesen wichtigen Erwerbszweig noch heute ihre Bedeutung. Karl V. bezeichnete die Bergwerke im Jahre 1525 als „die größte Gabe und Nutzbarkeit, die der Allmächtige den deutschen Landen gegeben habe". Die großen Handelsherren, wie die Fugger und Welser, hatten auch in anderen Ländern gewaltige Bergwerksunternehmungen. Das im 16. Jahrhundert erschienene Buch über Bergbau und Hüttenwesen des Joachimsthaler Bergarztes Agri- cola ist mit der Fülle seiner Beobachtungen und Forschungsergebnisse ein Werk, das in der gesamten Geschichte des Bergbauwesens eine große Rolle gespielt hat. In erster Linie verdient auch die Entwicklung in der Herstellung der Feuergeschütze erwähnt zu werden. Ber'eits zwischen 1321 und 1331 sind die erften primitiven Pulvergeschütze tm deutschen Arbeitskreis entstanden, und bald war die Kunstfertigkeit der deutschen Büchsenmeister in aller Welt bekannt In der Bestellungsurkunde des Augsburger Büchsenmeisters Heinrich -Roggenburger von 1436 heißt es: „Er kann das Gießen der Buchsen groß und klein das Schießen so behend, als man je gesehen hat und das Pulver dazu machen. Er kann Feuerpfeile schießen und werfen, gegossene, werfende Werke groß und klein und auf einen solchen Sinn fertigen, wie es in deutschen Landen noch nie gesehen worden, Denn sie stehen nach dem Wurfe still, daß sie sich nicht rühren noch verrücken, ohne daß man sie zu binden oder zu fassen nötig hat und werfen Steine von 5 bis 6 Zentner; ferner macht er Züge, mit denen man 100 Zentner heben kann, dann Schirme zu Büchsen und Streiwägen, Brücken, die man über Land führen kann, zum Anlegen auf Gräben und fließende Wasser. Ueberbas versteht er Türme, Häuser, Wasser-, Wind- und Roßmühlen zu bauen, gegossene, irdene und hölzerne Deichseln zu fertigen, Brunnen auf Berg und Thal zu leiten und Bildwerk zu formen. Er erhielt jährlich 110 Gulden Lohn." Von nachhaltigster Wirkung auf das Geistesleben der ganzen Welt aber war wohl die Erfindung der Buchdruckerkunst, von der Lamprecht in seiner Deutschen Geschichte mit Bewunderung sagt: „Rede und geschriebenes Wort, bisher nur mühsam fortpflanzbar, auf keine rasch erwerbliche mechanische Vermittlung reduziert, wurden jetzt allgemein zugänglich gleich der rollenden Münze; ja mehr noch: Sie galten nicht mehr als Privileg der Reichen, sondern wurden zu freiem Gute, fast wie Licht, Lust und Wasser." Schon im Jahre 1500, also nur ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung, sollen bereits 16 299 Werke in 208 verschiedenen Orten an 213 verschiedenen Druckstellen hergestellt worden sein. Und dieser Siegeslauf der Drucktechnik setzte sich ungehemmt bis in unsere Gegenwart fort, die ohne das gedruckte Wort nicht mehr vorstellbar ist. Tanzverbot in Tokio. Die tanzlustige Jugend von Tokio ist zur Zeit sehr bekümmert. Die Landeshauptstadt hat einen neuen und sehr gestrengen Polizeichef bekommen, dem der Tanz der Jugend offenbar ein Greuel ist. Kazuo Oguri, so heißt der Gestrenge, huldigt der Ansicht, daß der Tanz beider Geschlechter sich mit den alten japanischen Sitten nicht vertrüge; er will allerdings gestatten, daß Ehepaare miteinander tanzen dürfen. Sehr schlecht scheint der Polizeige- maitige auf die tanzlustigen Studenten zu sprechen zu sein, denen er am liebsten das Tanzen überhaupt untersagen mochte. Tokio ist aber eine moderne Stadt mit zahlreichen Tanzlokalen, die nicht einfach aus moralischen Bedenken geschlossen werden können. Aber Kazuo Oguri hat angekündigt, er werde sämtliche Tanzlokale streng überwachen la sen und bei den geringsten Verstoßen gegen die altjapanische Moral exemplarisch eingreifen. In der Tagespreise von Tokio hat der Tanzgegner aller- dinqs wenig Freude. Die tanzfreudigen Mannlein und Weiblein der Hauptstadt geben, so höflich Die Japaner sonst sind, ihrem Unmut über Die veralteten Anschauungen Oguris recht kräftig Ausdruck. 2. In vielen Fällen fehlten die vorgeschriebenen Angaben über Gewicht, Maß oder Stückzahl. 3. Es käme auch vor, daß irreführende Preisbezeichnungen gemacht würden, indem z. B. zu einem in großer Schrift verzeichneten Preise die Worte „von — an" oder „Anzahlung" in kaum erkennbarer Weise hinzugesetzt würden. 4. Es seien sogar Fälle beobachtet worden, in denen Preisaushänge auf beiden Seiten mit verschiedenen Preisen beschrieben worden seien, so daß dem Kunden nach Bedarf die eine oder andere Seite zugewendet werden konnte. Bekanntlich stehen den Polizeibehörden auf Grund des § 7 der Verordnung über die Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom 8. Dezember 1931 in der Fassung der Verordnung vom 15. April 1932 Zwangsmittel zur Verfügung, die gegen Verstöße gegen die Preisschilderoorschrif- tcn angewandt werden sollen. Bei besonders schweren Verstößen wird auch die Schließung der Betriebs- und Geschäftsräume auf Grund des § 2 der erwähnten Verordnung in Betracht kommen. Generalmajor Eullmonn f. Wie uns kurz vor Redaktionsschluß mitgeteilt wird, ist vorgestern im 91. Lebensjahre der Generalmajor a. D. CullmannEjn Gießen verstorben. Der Heimgegangene war ein Offizier, der noch in hessischen Militärdiensten gestanden hatte. Er erfreute sich in weiten Bevölkerungskreisen unserer Stadt großer Wertschätzung. Daten für den 30* Januar. 1781: der Dichter Adalbert von Chamisso auf Schloß Boncourt in der Champagne geboren (gestorben 1838); — 1933: Adolf Hitler wird Reichskanzler. Vornotizen. — Tageskale r^d er für Mittwoch. Cafe Leib: 20 Uhr, Kundgebung der NSDAP, mit Militärkonzert. — Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr „Der König" (Sondervorstellung für die AMRG. Gießen). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich sehne mich nach dir". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahres- Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Zur Feier des Tages der Machtübernahme verzeichnet der Spiel- plan für den heutigen Abend als Sondervorstellung für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regiments-Vereine Gießen (AMRG.) eine Wiederholung des nationalen Dramas „Der König" von Bötticher. Dieses von der großen Idee getragene Dichtwerk fand am Tage der Saarabstimmung unter der Spielleitung von Kurt L ü p k e seine weit über Gießen hinaus sehr beachtliche und vielbesprochene Erstaufführung. Anfang 19.30 Uhr. Die für diesen Abend eigentlich vorgesehene 16. Vorstellung des Mittwoch-Abonnements fällt daher aus. — Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hält nach dem Zusammenschluß der beiden ostdeutschen Heimatoerbände (Deutscher Ostbund und Vereinigung heimattreuer Oberschlesier) seine Jahreshauptversammlung ab. Auf Anordnung des Ostreferenten der Gauleitung der NSDAP, finden! im Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) die Sammlung aller Ostdeutschen (Memel, Ost- und Westpreußen, Danzig, Posen, Schlesien, Oberschlesien und Hultschin) in Gießen und in Oberhessen statt. (Siehe gestrige Anzeige.) **DieAnmeldungderSchülerfürdie höheren Schulen betrifft eine Anzeige der höheren Lehranstalten in unserer heutigen Ausgabe. Die Eltern seien auf die wichtige Ankündigung besonders hingewiesen. ** R i ch t i g st e l l u n g. Unserem Bericht über den Vortrag von Kapitän a. D. Madlung ist nachzutragen, daß es sich bei einem der drei im Schlußsatz genannten Teilnehmer nicht um Karl Arnold, sondern um Wilhelm Arnold, einen seit 1921 in Gießen ansässigen Lützellindener, handelt, der seit der Indienststellung des Schiffes an Bord der „Goeben" war. Reichsgründiingsseier und Kameradschastsabend Am gestrigen Vorabend des zweiten Jahrestages der Machtübernahme durch den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler versammelten sich aus Einladung der Dozentenschaft und der Studentenschaft der Universität Gießen viele Volksgenossen aller Stände und Berufe mit den Angehörigen der Universität zu einer Reichsgründungsfeier, verbunden mit einem K a - meradfchaftsabend, im Saale des Studentenhauses. Der Aufforderung war so zahlreich Folge geleistet worden, daß der Saal voll besetzt war. Vor Beginn des gemeinsamen Abendessens — es gab als Eintopfgericht Erbsensuppe mit Schweinefleisch und Wurst, von dem Preis des Essens flössen pro Teilnehmer 50 Pfennig dem Winterhilfswerk zu, um auch bei dieser Gelegenheit der hilfsbedürftigen Volksgenossen zu denken — hielt der Führer der Dozentenschaft und Kanzler der Universität Prof. Or. Hummel eine Ansprache, in der er die Teilnehmer des Abends zunächst im Namen der Dozentenschaft und der Studentenschaft begrüßte und dann betonte, daß wir gerne des ruhmreichen Tages gedenken, an dem die Macht in Deutschland in die treuen und festen Hände des Führers gelegt wurde und daß wir das Dritte Reich als eine Aukunfls- aufgabe betrachten, die Verpflichtung und Ziel ist, vom Führer uns gefetzt, und wofür wir unser Leben lang mitzuarbeiten haben, jeder an seiner Stelle. Für die Dozentenschaft und die Studentenschaft ist diese Stelle die Gießener Hochschule, um deren weiteren Ausbau und weitere Entwicklung zu fördern in d e m Sinne, der dem Dritten Reich entspricht. Die Hochschulen seien früher nicht ganz zu Unrecht als weltfremd und lebensfern bezeichnet worden. Das sei etwas, was im Dritten Reich nicht bleiben dürfe und rasch überwunden werden müsse. An unserer Hochschule seien der Rektor, die Dozenten und alle Studenten einig in dem Ziel, darin eine Wandlung herbeizuführen. Die Hochschule müsse aus der Vereinsamung heraus, sie müsse wieder ein lebendiges Glied im deutschen Volke werden. Dabei solle die stille und auf sich selbst gestellte Forschungsarbeit nicht vernichtet werden, denn sie habe auch früher schon manches geleistet, was dem deutschen Volke nützlich sei. Die heutige Entwicklung wäre nicht möglich gewesen ohne diese stille Forschungsarbeit. . Es fei zu wünschen, daß der Forscher dem Volke nahe bleibe und daß er mit und in dem Volke lebe und wisse, was das Volk bedürfe, in welcher Richtung er feine Forschung auszurichten habe, wenn er dem Volke nützen wolle. Damit solle nicht eine reine Zweckarbeit erstrebt und anerkannt werden, jedoch dürfe man das Ziel des ganzen Volkes nicht aus dem Auge verlieren. Das sei nur dann möglich, wenn der Forscher mit dem Volke in enger Fühlung bleibe, dem er etwas zu geben habe, das aber auch ihm etwas zu bieten vermöge. Der Forscher dürfe nicht allein nur der geistig Gebende sein, sondern auch von der anderen Seite her müsse ein geistiger Einfluß vorhanden sein, der dem Forscher Ziel und Richtung seiner Arbeit anweise und dadurch die Forschungsarbeit für das ganze Volk nützlich werden lasse. Um diese Wandlung in Fluh zu bringen, hätten die Dozentenschaft und die Studentenschaft die Vertreter aller Stände und Berufe an diesem Abend vereinigt, damit sie mit den Angehörigen der Hochschule in enge Verbindung kämen und neue Bande sich gestalten könnten. Das sei die Gemeinschaft, die von der Universität als Hochschulkreis verstanden werde, die enge Verbindung zum Ruhen beider Teile. Die heute angeknüpften Bande sollten ein Anfang fein, der mit dazu beitragen möchte, daß an diesem Abend ein neuer Baustetn mitgeliefert werde zu dem gewaltigen Neubau des deutschen Volkes, den der Führer errichte und an dem mitzu - arbeiten uns zur Aufgabe gemacht fei. (Lebhafte Zustimmung.) Edler von Graeve betonte, daß die Studentenschaft sich den Worten des Kanzlers voll anschließe. Wir müßten alle auch bei dieser Gelegenheit daran denken, daß wir noch am Anfang dessen stünden, das wir einst als geschichtliches Werk unseren Nachkommen überlasten möchten. Immer wieder sei daher aufzurufen zu neuer Mitarbeit und Begeisterung für das große Werk, das wir als Gefolgsleute des Führers mitzubauen hätten. Anschließend wurde gemeinsam das Lied „Volk ans Gewehr" gesungen. Hierauf sprach Pg. Klostermann über die Bedeutung des 30. Januar. Er erinnerte einleitend an die tiefbewegten Stunden, als die Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler dem deutschen Volke am 30. Januar 1933 mitgeteilt wurde. Weiter rief er die große Begeisterung, die dieses gewaltige geschichtliche Ereignis überall in Stadt und Land auslöste, den Zuhörern in Erinnerung. Damals wurde das Wirklichkeit, wofür der Führer und feine alten Mitkämpfer 10 Jahre lang gerungen und gestritten hatten und das zu verwirklichen sie alles einzusetzen bereit waren. Mit dem gewaltigen Umbruch am 30. Januar 1933 war ein System erledigt, aber noch nicht das Zwischenspiel von 1919 bis 1933, da erst noch der Liberalismus und der Marxismus überwunden werden mußten. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an das traurige Erbe, das der Führer bei feinem Amtsantritt vorfand. Er wies sodann auf die tatkräftige Inangriffnahme der gewaltigen Reformarbeit hin, durch die nach und nach die Souveränität der Länder abgebaut, die Landtage aufgelöst und die Reichsstatthalter eingesetzt wurden, die die Idee des Führers zu verkörpern und dafür zu sorgen haben, daß nirgendwo in Deutschland wieder Sonderinteressen aufflammen können. Ganz organisch, Schritt für Schritt, feien dann weitere Maßnahmen des Neuaufbaues durchgeführt worden. Dem Volke war immer wieder klarzumachen, welchem Ziel diese Maßnahmen dienten, damit es dem Führer willig folgen konnte. Nachdem bisher schon ein Teil der politischen Wiederaufbaumaßnahmen erfolgreich durchge- führk werden konnte, stehe unser Volk jetzt vor gewaltigen Entscheidungen innerpolitischer Art. Während durch die Hetze von Emigranten und Juden ein wirtschaftlicher Boykott gegen Deutschland verkündet und propagiert wurde, sei unser Volk dank der Kühnheit des Führers bereit, sich unabhängig vom Ausland zu machen. Heute schon sehe das Ausland ein, wie gewaltig es sich durch diese Boykotthetze habe irreführen lassen und wie falsch und gering es den deutschen Forscher- und Erfindergeist eingeschätzt habe. Der Führer habe durch seine große und einzigartige Arbeit nicht nur das deutsche Volk, sondern auch das Ausland in seinen Bann gebracht. Der Redner wies hierbei auf das überwältigende und erhebende Bekenntnis der Saar zum deutschen Mutterlande hin, das die Aufmerksamkeit der ganzen Welt gesunden habe. Nunmehr stehe unser Volk wieder vor einem 30. Januar, der in der kommenden Geschichte einen sehr wichtigen Platz einnehmen werde. Dieser 30. Januar 1935 werde uns in verschiedener Richtung große Neuerungen bringen, z. B. durch die neue Reichs-Gemeindeordnung, nach der in Zukunft jede Gemeinde in Deutschland nach den gleichen Grundsätzen geleitet werde. Darüber hinaus werde der Neuaufbau des Reiches in organischem Geschehen seinen weiteren Fortgang nehmen. Wenn man heute zurückblicke und an das große Derk des Führers denke, dann müsse man aber auch an die noch zu leistende Arbeit sich erinnern, für die in den bisherigen zwei Jahren der nationalsozialistischen Regierung die Basis geschaffen worden sei. Vor allem komme es dabei auf die weitere inner- politische Erziehung zum Nationalsozialismus an, dessen Weltanschauung überall zum Durchbruch gebracht werden müsse. Die alten Gefolgsleute des Führers feien jederzeit bereit, den Kampf für die- fes Ziel durchführen, damit die nationalsozia- listische Idee überall rein und klar herauskomme und dem ganzen Volke zur Verfügung stehe, weil der Nationalsozialismus in Deutschland nur noch bie einzig mögliche Staatsform fei, wenn wir ein glückliches Deutschland aufbauen wollen. Große Männer würden einem Volke nur alle Paar hundert Jahre einmal geschenkt. Wir wüß- ten, daß auch dem Leben des Führers ein Ziel gefetzt fei, Damit für alle Zukunft die Brücke vom heute zum kommenden geschlagen werde, müsse dafür gesorgt werden, daß das große Gedankengut Adolf Hitlers dem deutschen Volke für alle Zeilen rein erhallen bleibe. Zu diesem Zwecke werde vor allem die Jugend im nationalsozialistischen Geiste geschult, weil sie der Garant sei für den Fortbestand des großen Werkes Adolf Hitlers. Der Jugend müßten die ungeschriebenen Gesetze des nationalsozialistischen Gedankengutes übermittelt werden, man müsse sie die große Gemeinschaft erleben lassen, damit sie als künftige Vertreter des nationalsozialistischen Ordens allezeit die Grundsätze des Führers vertreten und immer dafür einstehen könnten als Garanten der nationalsozialistischen Weltanschauung in Deutschland, als Prediger der nationalsozialistischen Idee. Wenn in dieser Weise die nationalsozialistische Politik und Aufgabe Überall erkannt werde, dann sei es etwas Großes und Gewaltiges, das wert sei, daß sich die besten Männer dafür zur Verfügung stellten. Niemand in der Welt solle und werde jemals behaupten können, daß die Vertreter des Nationalsozialismus schlechten Willens gewesen seien; Irrtümer würden von ihnen zugegeben und verbessert. keiner im deutschen Volke soll bei dem Aufbau abseits stehen, jeder Volksgenosse solle mithelfen. Rur dann könne Deutschland wieder genesen und groß werden, wenn auch der letzte deutsche Volksgenosse sich dafür einsehe, daß die Gedanken und Wahnahmen des Führers sich überall im Volke und in der Welt durchsetzen. Mit diesen Gedanken stehe man am Vorabend des 30. Januar. So solle die staatstragende Bewe- geung des Führers immer richtunggebend sein. Die Worte Adolf Hitlers müsse jedermann als eine Mahnung empfinden, allezeit voll und ganz seine Pflicht zu tun, sich dem Führer zu verschreiben und mit ihm zu arbeite n an dem Neuaufbau eines großen und herrlichen Deutschland auf Jahrhunderte hinaus. In diesem Sinne gelobe auch diese Versammlung dem Führer, immer in unwandelbarer Treue und aufrechter Gefolgschaft zu ihm zu stehen und an seinem Werke mitzuarbeiten. Mit großer Begeisterung stimmte der Kreis der Teilnehmer in das von dem Redner ausgebrachte dreimalige Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des deutschen Volkes, den Schöpfer des Nationalsozialismus und das deutsche Vaterland ein. Anschließend wurden die ersten Verse des Deutschlandlied und des Horst-Wessel-Liedes gemeinsam gesungen. Dem Redner wurde mit großem Beifall zugestimmt. Oer Standortälteste der Reichswehr betonte in einer kurzen Ansprache im weiteren Verlaufe des Abends, daß die Wehrmacht es schwer empfunden habe, welchen dornenvollen Weg sie nach dem Weltkriege im deutschen Vaterlande gehen mußte, nachdem an der Front der deutsche Soldat sich brav und ehrlich geschlagen habe. Die Wehrmacht danke es dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, daß er ihr die Fahne wiedergegeben habe, unter der die deutschen Soldaten im Kriege geblutet hätten und gefallen feien, sie danke dem Führer, daß er die Wehrmacht wieder habe zu Ehren kommen lassen und den Geist der Wehrhaftigkeit im deutschen Volke erneut geweckt habe. All das erfülle die Wehrmacht mit Stolz und verpflichte sie, stets in Treue zu dem Führer Adolf Hitler und feiner Bewegung zu stehen, auf Gedeih und Verderben. (Stürmischer Beifall.) In diesem Sinne wirke die Wehrmacht im Geiste des Führers an der Ertüchtigung der deutschen Jugend und an dem Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes. In Dankbarkeit und Treue grüße er als Vertreter der Wehrmacht den Führer und Reichskanzler mit dem Rufe HeilHitler! (Starker Beifall und begeisterte Heil-Hitler-Rufe.) Standartenführer Lutter als Standortältester der Gießener SA. gedachte vor allem der Männer, denen es zu danken war, daß die nationalsozialistische Revolution durchgeführt werden konnte: der alten SA.-Männer. Er wies dabei auf die gewaltige und stets einsatzbereite Opferfreudigkeit des unbekannten SA.-Mannes hin, deren Gemeinschaft im Jahre 1923 aus 48 alten Frontsoldaten entstanden war und sich bann immer mehr ausbreitete als Stoßtrupp des Führers und als Wegbereiter der Machtübernahme. Wit Stolz müsse gesagt werden, daß der alte SA.-Waun es gewesen fei, der die Durchführung der nationalsozialistischen Revolution erkämpft habe. Der SA.-Rlann, der vor der Machtübernahme auf die Straße gegangen fei und in Liebe und Treue zum Führer alles eingesetzt habe, könne mit Recht von sich behaupten, daß er mehr geleistet habe als diejenigen Volksgenossen, die heule auch mit- arbeitelen. Die Taten der SA. vor der Revolution seien mit Gold überhaupt nicht aufzuwiegen, dennoch verlange der alte SA.-Mann keine Belohnung für sich, sondern er sehe seinen schönsten Lohn in dem Bewußtsein, in Treue seine Pflicht für den Führer getan zu haben. Der Grundsatz der selbstlosen Treue habe die SA. bisher geleitet und werde für sie auch weiterhin maßgebend sein. Selbstlose Treue, alles für Deutschland, nichts für sich selbst! (Starker Beifall.) Das Kameradschastslager der Studenten unter Leitung des Kameradschaftsführers Pall» mann bereicherte den Abend durch eine Anzahl Sprechchöre und durch gemeinsame Lieder, die dankbare Anerkennung fanden. Im übrigen war die Zeit zwischen den verschiedenen Ansprachen der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Der Mufikzug der Standarte 116 unter der Stabführung von Kamerad E i n b r o d erfreute im Verlaufe des Abends durch feine ausgezeichneten instrumentalen Darbietungen, die verdientermaßen mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Schaufensterwettbewerb für junge Kaufleute. Zur Eröffnung des 2. Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend in der Woche vom 17. bis 24. Februar. Der letzte Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend steht in allen Kreisen der schaffenden deutschen Menschen und in der deutschen Wirtschaft noch in eindrucksvoller, lebhafter Erinnerung. Die Jugend des ganzen Volkes, in einer Begeisterung und in einem Willen in der Hitler-Jugend geeint, bekannte sich über alle Standesunterfchiede hinweg zum deutschen Grundsatz: Tüchtig im Beruf! Fleißig, gewissenhaft und treu in der Arbeit! Alle für die Berufsertüchtigung der jungen Deutschen geleistete Arbeit hat den Sinn und das Ziel, ihn zu einem vollwertigen Mitarbeiter in seinem Berufe zu erziehen, aus ihm einen im Nationalsozialismus verwurzelten deutschen Arbeitsmenschen zu machen, dessen Wirken und Schaffen im Betrieb zugleich Dienst am Volk ist. In zäher Beharrlichkeit und mit größter Zielklarheit führt die Hitler- Jugend damit das von ihr begonnene Aufbaumerk weiter. Der im März dieses Jahres zurch Durchführung gelangende 2. Reichsberufswettkampf wird durch den vom 17. bis 24. Februar ftatfinbenben Schaufensterwettbewerb eröffnet werden. Die jungen Berufskameraden aus den Einzelhandelsgeschäften werden in ganz Deutschland zu diesem Wettbewerb aufgerufen. Dem Berufsnachwuchs im deutschen Einzelhandel soll damit Gelegenheit gegeben werden, die im Schaufenster liegende Werbemöglichkeit für den Verkauf Zu erkennen und unter Beweis zu stellen, ob und in welchem Ausmaß er sie erfolgreich auszunutzen befähigt ist. Der Schaufensterwettbewerb wird diesem Gebiet beruflicher Erziehungsarbeit auf breitester Grundlage neuen Auftrieb geben. Bereits in früheren fahren sind solche Schaufensterwettbewerbe für die Kaufmannsjugend in einigen Teilen von Deutschland ausgeführt worden. Im nationalsozialistischen Deutschland wird zum ersten Male in allen Teilen des Reiches diese Veranstaltung erfolgen. Es wird bei diesem Wettbewerb der Jugend ganz besonderer Wert darauf gelegt werden, daß sich nicht nur die großen, sondern auch die vielen mittelgroßen und kleineren Einzelhandelsbetriebe daran beteiligen. Auch die jungen Berufskameraden in diesen Ge- chaften, die sich sehr oft in Nebenstraßen, Vororten und Kleinstädten befinden, wollen ihr Können und ihren Leistungswillen beweisen. Gerade in diesem Leistungswettbewerb der Jugend sollen jeder junge Kamerad und jede junge Kameradin spüren und wissen, daß man sie „entdecken" wird, ob sie nun im größten Geschäft der Hauptstraßen, oder in einem kleinen Laden einer Nebenstraße ihre Pflicht an ihrem Arbeitsplatz und in ihrem Beruf erfüllen Ausschlaggebend ist einzig und allein die Leistung' Der vor den Augen der Oeffeutlichkeik sich ab- wickelnde Schaufensterwettbewerb wird in ganz besonders starkem Ausmaß Ehrgeiz und Schaffensdrang unserer jungen Arbeitskameraden anspornen. Sie werden sich regen, werden planen und überlegen, wie durch das Schaufenster neue Verkaufserfolge ihres Geschäftes errungen werden können. Bei jeder Erziehungsarbeit an der deutschen ntFn A tTn?er ""eut von größter Wichtigkeit, sich nach den für das Dolksganze lebensnotwendigen Gesichtspunkten auszurichten. Der junge Kauf- mann muß sich auf feinem beruflichen Ausbildungsweg den Grundsatz zu eigen machen, daß er mit jeder beruflichen Teilarbeit Dienst an der deutschen Volkswirtschaft zu leisten hat. Gerade auch der Schaufensterwettbewerb wird ihm das lebendig machen können. Das Schaufenster hat eine nicht unwichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Ein zugkräftig dekoriertes Schaufenster bringt Umsatzbelebung und Absatzsteigerung und gibt dadurch der Gesamtwirtschaft neue Arbeitsmöglichkeit. Bei richtiger Gestaltung der Schaufenster- dekoration kann der einzelne Handel- oder Gewerbetreibende erfolgreich an dem Arbeits- beschaffungsplan des Führers und am Kamps gegen Schundwaren für den Qualitätsgedanken mitwirken. Die Oeffentlichkeit wird an diesem Schaufenster- Wettbewerb lebhaften Anteil nehmen und sich von dem Leistungswillen und Leistungsvermögen der jungen deutschen Generation im Berufsleben über- zeugen können und wollen. So wird der Schau- Denkt an die Linderung der Rot! Verwendet die Dohlsahrtsbriefmarken! fenftermettberoerb den rechten Auftakt bilden für öen Leistungswettbewerb der g e f a m ■ ten deutschen Jugend in allen Berufen und an allen Arbeitsplätzen im deutschen Wirtschafts» leoen, der dann wenige Wochen später im zweiten Reichsberusswettkampf vor sich gehen wird. Unsere jungen Kameraden im Einzelhandel werden sich der Ehre würdig erweisen, als erste Gruppe zu diesem Wettstreit anzutreten. Rundfunkprogramm Donnerstag, 31. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6 30* Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen^ sprach — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8 30* Gymnastik. 9: Werbekonzert der Reichspostreklame' 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten 1015- Schulfunk, Volksliedsingen. 10.45: Praktische 9tat‘. schlage für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saar- dienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II 14 15- Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachr-ch- ten der Gauleitung. 15.15: Kinderstunde. 16* Nachmittagskonzert. 18: Deütsche Gespräche: „Ein fialh« vergessener." Zum 90. Geburtstag von Ernst von Wildenbruch. 18.20: Ein industrielles Großunternehmen organisiert seinen Absatz. Ein Gespräch mit Dr. fiurt Kühn, Frankfurt a.M 18.35: Katechismus für Sprachsunder. 18.50: Unterhaltungskonzert 19.45: 5er Zeitfunk bringt: Tagesspiegel Nach? ck- ten. 20: Nachrichten. 20.1Ö: Sinfonie «r 3 in Del Dur von Paul Büttner. 21: Kali, Bergwerk und M15- 2^3»rW[,5tÜmn*h ®ei£n' 22: Nachrichten 22-15• Nachrichten aus dem Sendebezirk 22 20» Wmtersportecho aus Garmisch. Partenkirchen" 23« u"b®r9rf>n'ff«- 22.35: Kammermusik. Unterhaltungsprogramm im Januar. Eiu Ruckbltck. 24 bi« 2: Nachtmusik. ©.Jf.-fpor/ Or. Becker im Führerstab der OT. Der Reichssvortführer hat den DT.-Gauführer In Pommern, Landrat Dr. Becker, in den Führer- rat der Deutschen Turnerschaft berufen. Dem Führerrat gehören nunmehr der Reichssportführer und DT.-Führer von Tschammer und Osten, dessen Stellvertreter Oberturnwart S t e d i n g , der Wirtschaftsführer T o y k a, Reichsdietwart Münch und Dr. Becker an. Boni Berliner Reitturnier. Am Montagabend stand beim Internationalen Berliner Reitturnier der Preis des Preußischen Ministerpräsidenten im Mittelpunkt der Geschehnisse. Der Wettbewerb, der als Zwei-Pferde-Zeitspringen ausgeschrieben war, wurde von dem bisher so erfolgreichen Oblt. Schlickum mit „Wange" und „Dedo" vor dem Franzosen Lt. de Bartillat auf „Saida" und „Welcome" gewonnen. Am Dienstagnachmittag gab es nur Prüfungen für deutsche Reiter und in Deutschland gezogene Pferde. Das Inländer-Jagdspringen (Kl. Sa) gewann SA.-Reiter H. v. Zastrow mit „Christel" in 79,3 Sek. vor „Abendglanz" unter Sydow und Rittm. Momm auf „Baccarat". Auch in der anschließenden Material-Prüfung um den Inländer- Preis gab es einen SA.-Sieg „Anette" unter Alt- Haus und Voigt auf „Monarch" belegten die beiden ersten Plätze. Oie deutsche Heeres-Skimeisterschast. Finnland gewann den Patrouillenlauf. - Rach einer kurzen Ruhepause am Montag wurden die Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen am Dienstag mit der Ski-Meisterschaft der deutschen Wehrmacht fortgesetzt. Als erste Prüfung wurde der Heeres-Patrouillenlauf über 25 Kilometer ausgetragen, der der Eigenart der Waffenträger entsprechend ganz auf Zusammenarbeit und Kameradschaft aufgebaut ist und bewußt auf die Spitzenleistung einzelner Verzicht leistet. Jede Patrouille bestand aus drei Mann und einem Führer. Besonderes Interesse brachte man dem Kampf der ..Ländermannschaften" Deutschlands und Finnlands entgegen, der von den Gästen nur knapp in 2:06,49 gewonnen wurde. Unsere Patrouille benötigte 2:09,16 und blieb damit nur um noch nicht einmal drei Minuten geschlagen. Eine ausgezeichnete Leistung, wenn man bedenkt, daß die Deutschen den letzten Teil der Strecke an der Spitze lagen und spuren mußten. A. II. — 32t. München und 2132t. Plauen heeres-TNeisler. Die Heeres-Meisterschaft, die in zwei Gruppen — Hoch- und Mittelgebirgstruppen — zur Durch- führuna gelangte, sah das A. II — JR. München bzw. AIR. Plauen siegreich. Bei den Münchnern war Mathias W ö r n d l e die treibende Kraft, bei den Plauenern Glaß. Ausgezeichnetes leistete auch die Patrouille des AIR. München mit Joseph Hieble, Eisgruber und Bader, während es bei den Görlitzern, trotz Mitwirkens von Herbert L e u p o l d , nur zum dritten Platz reichte. Zugendskilauf im Sau XII/XIII im Deutschen Gkiverband. Vom 25. Dezember 1934 bis zum 6. Januar 1935 fand eine Jugendskifahrt des Gau XII-XIII im Deutschen Skiverband unter Leitung des Gaujugend- wartes Karl Althaus (Gießen) und dreier weiterer DSV.-Lehrwarte ins Walfertal (Vorarlberg) statt. Trotzdem die Schneeberichte damals nicht allzu günstig lauteten, wurde die Fahrt in bester Stimmung angetreten. 45 Jungens und Mädchen aus Gießen, Wetzlar, Betzdorf, Mainz, Frankfurt, Grünberg und Dortmund waren aus etwa 90 Anmeldungen herausgesucht worden. Die Pünktlichkeit und Einordnung des Arbeitsdienstes und der Geist echter Skikameradschaft gaben diesem Jugendskikurs das Gepräge. In vier Leistungsgruppen wurde unter Leitung geprüfter Lehrkräfte fleißig geübt und herrliche Bergtouren unternommen. War bei Ankunft auf der Karl-Flick-Hütte im Schwarzwassertal (1300 Meter) die Schneehöhe 20 Zentimeter, so betrug sie am Ende des Kurses etwa IV2 Meter. Bei der am Silvester im Walsertal stattgefundenen Prüfung für das DSV.-Leistungsabzeichen nahmen zwei Jungens und ein Mädchen mit Erfolg teil. Am 2. und 3. Februar 1935 findet in Schmitten im Taunus der Gaujugendtag der mitteldeutschen Skijugend statt. Am Samstagabend wird der Skifilm „Eine Weihnochtsfahrt ins Walsertal" (von der letzten Jugendskifahrt) uraufgeführt. Am Sonntagmorgen ist bereits um 7 Uhr großes Wecken mit anschließender Morgengymnastik. Nach dem Morgenkaffee finden die Abfahrtsläufe und das Skispringen für drei Altersklassen statt. Eine Fuchsjagd und die Siegerverkündigung werden den Tag beschließen. Die Jugend des Skiklub Gießen wird am Samstagnachmittag mit einem Postauto die Reise antreten. Falls die Schneeverhältnisse in der Umgegend Gießens es gestatten, wird ein S k i sta f f e l l a u f zwischen den hiesige Schulen ausaetragen werden. Vom Skiklub Gießen und von Gießener Sporkgeschäften sind hierzu wertvolle Bücherpreise gestiftet worden. Südwestdeutsche Hochschulmeister- schasten im Schwimmen Zwei neue deutsche Hochschulrekorde. Im Frankfurter Hallenbad wurden am Sonntag die Südwestdeutschen Hochschulmeisterschaften int Schwimmen ausgetragen, an denen die Hochschulen Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Darmstadt, Gießen, Marburg und Frankfurt a.M. beteiligt waren. Am besten schnitten die Heidelberger ab, die sämtliche Mannschaftskämpfe gewinnen konnten. Zwei neue deutsche Hochschulrekorde wurden aufgestellt. Ramme (Freiburg) schwamm 200 Meter Brust in 2:57,1 Minuten und die Heidelberger Mannschaft über 4X100 Meter Brust in 5:43,5 Minuten. Im Kraulen siegte der Heidelberger Heyer, im Rückenschwimmer Diehl (Karlsruhe). Der beste Springer war der Gießener Meyer. Bei den Schwimmerinnen stellte Frankfurt die besten Kräfte. Ein Wasserballturnier gewann Darmstadt mit 5:0 gegen Frankfurt und 3:0 gegen Heidelberg, das vorher Frankfurt 2:0 besiegt hatte. Im Hochschul-Dreikampf siegte Frankfurt mit 27 Punkten gegen Marburg mit 20 und Gießen mit 10 Punkten. Gau Brandenburg - Gau Nordhessen. lieber das Bundesspiel Brandenburg — Nordhessen am 6. Januar 1935 in Fulda schreibt die Fußballwoche, Berlin, u. a. folgendes: „Mit einem Irrtum soll gleich vorweg aufgeräumt werden: Die Nordhessen sind nicht nur Kämpfer, sind nicht nur fleißig bemüht, sie können auch spielen, einige Mitglieder der Mannschaft haben sogar die Anlagen zu größerer Fuß- ballkarriere erkennen lassen. So der famose linke Verteidiger Lippert aus Gießen, der Krause und Brunke übertraf und der beste Verteidiger auf dem Platze war... Die Nordhessen schenkten unseren Leuten nichts, forderten ihnen das Letzte ab. Und am Schluß mußten wir heilfroh sein, durch einen famosen Kopfstoß von Berner das siegbringende Tor zu erobern. Wir hätten uns nicht über das Schicksal beklagen können, wenn die Hessen das dritte Tor erzielt hätten ... Leugers und Lippert sind aber nicht die einzigen starken Einzelkräfte im nordhessischen Auswahlteam. Der Mittelläufer Mainz, der technisch gute linke Läufer Straßer und die beiden kolossal flinken und geschmeidigen Außenstürmer Kleim und Markert sind gleichfalls gute Spieler von guter Klasse, die sich durchaus sehen lassen konnten und sich weit mehr, als den Reichshauptstädtern lieb war, zur Geltung brachten ... Zwischenrunde um den Fußball-Bundespokal. Die Zwischenrundenkämpfe der acht Vorrundensieger um den Fußball-Bundespokal finden am 3. Februar statt. Es spielen die Gauauswahlmannschaften in folgenden Städten: Gau III (Brandenburg) gegen Gau IX (Westfalen) in Berlin (Preußen-Sportplatz), Gau VII (Nordmark) gegen Gau V (Sachsen) in Hamburg (Viktoria-Sportplatz), Gau XIV (Baden) gegen Gau XV (Württemberg) in Mannheim (Stadion), Gau VIII (Niedersachsen) gegen Gau VI (Mitte) in Magdeburg (Cricket-Dikto- ria-Sportplatz). Oie Tabelle der 2. Kreisklasse Gießen B Gew. Unentsch. Verl. Tore Pkte. VfB. Reichsbahn III 11 1 0 54:13 23:1 Alten-Buseck 7 2 3 41:23 16:8 Wißmar 6 1 5 22:26 13:11 Treis 3 4 5 20:40 10:14 Grünberg II 4 1 7 21:33 9:15 Londorf 4 1 7 17:30 9:15 1900III 1 2 9 10:21 4:20 VfB. konnte auch dieses Jahr die Spielserie ungeschlagen beenden, ein schönes Zeichen der Beständigkeit der Mannschaft. Alten-Buseck folgt an zweiter Stelle und wird, da VfB. zu den Aufstiegspielen nicht zugelassen wird, an deren Stelle die Aufstiegspiele bestreiten. Wißmar konnte sich erst gegen Ende der Spielserie durchsetzen. Treis, Grünberg und Londorf haben gezeigt, daß sie kämpfen können. 1900 ist sehr abgefallen. Die Mannschaft trat verschiedentlich nicht an und verschenkte die Punkte. Jugend-Fußball im BfB. Am Sonntag weilte die erste Jugendelf des VfB.- Reichsbahn zusammen mit der Liga in Dillenburg und landete einen verdienten 4:2-Sieg gegen die dortige Jugend. Obwohl körperlich unterlegen, zwangen sie doch durch ihr technisch einwandfreies Spiel den Gegner immer mehr in die Defensive. Hervorzuheben sind der Mittelläufer, der Halblinke und die Verteidigung. FV. »Teutonia" Laubach. Laubach I — Ruppertsburg I 0:2 (0:0). Das zwischen den beiden Mannschaften auf dem Laubacher Sportplätze ausgetragene Verbandsspiel hat die Meisterschaft des hiesigen Bezirks entschieden. Obwohl die Einheimischen besonders in der ersten Halbzeit eine weit größere technische Heber» legenheit an den Tag legten als ihre eifrigen Gegner, so endete der Kampf doch mit einer unverdienten Niederlage für die Teutonen. Das Drängen der Platzmannschaft war so stark, daß ihre Verteidigung zeitweise auf der Mitte des Spielfeldes stand. Nach der torlosen Halbzeit kam in der 20. Minute der zweiten Spielhälfte die nichtgeahnte Wendung. Ein Ruppertsburger Stürmer brach durch und konnte nach Ueberfpielen eines Verteidigers zum ersten Erfola einsenden. Obwohl die Laubacher weiter in Angriff lagen, konnte der Ausgleich nicht erzielt werden. Bei einem erneuten Vorstoß der Gäste machte ein Laubacher Verteidiger Hand, und der fällige Elfmeter wurde ebenfalls verwandelt. Mit 2:0 unterlagen die „Teutonen", die mit sichtbarem Pech verfolgt waren, und müssen nun den zweiten Platz in der Tabelle einnehmen. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Kinzenbach — Erda 3:0 (2:0) abgebrochen. In einem harten Kampf standen sich beide Mannschaften am vergangenen Sonntag zum Verbandsspiel in Kinzenbach gegenüber. Die einheimische Mannschaft war, trotzdem sie einige Zeit ausgesetzt hatte, recht aut in Form und vor allem technisch und taktisch besser als der Gegner, der sich erwar- tungsgemäß hartnäckig zur Wehr setzte. Kinzenbach bot eine gute Gesamtleistung und hätte sicher das Spiel noch höher gewonnen, falls dies nicht von den Gästen in der 2. Hälfte beim Stande von 3:0 abgebrochen worden wäre. Handball im Gau XII (Lahn-Oillkreis) Vezirksklasie. M t o. Gießen — T v. Münchholzhausen 3:10 (1:6). Die Gäste traten zu diesem Spiel mit Ersatz an, der sich aber gut einfügte, und errangen einen verdienten Sieg. Die Platzmannschaft vermochte in der ersten Hälfte keinen ernsthaften Widerstand zu leisten und überließ den Gästen die Initiative. Der Erfolg blieb nicht aus. Bis zur Pause mußte der Gießener Schlußmann sechsmal das Leder aus dem Kasten holen, wogegen nur ein Erfolg auf feiten der Platzmannschaft erzielt wurde. Die zweite Hälfte brachte eine etwas ausgeglichenere Partie, trotzdem waren auch hier wieder die Gäste tonangebend. Die Mannschaft des Siegers hat sich damit wieder an die Spitze der Tabelle gesetzt. Tv. Kirchgöns — Tuspo. Marburg 12:3 (8:2). Die Platzmannschaft bestritt in diesem Spiel das letzte der Verbandsserie. Die Höhe des Resultats überrascht. Die erste Hälfte war maßgebend für den hohen Sieg. Nach der Pause wurde das Spiel matter und brachte auch noch vier Erfolge für die Platzmannschaft. Die Tabelle der Bezirksklaffe noch dem Stand der Spiele vom 27. Januar: Spiele Tore Punkte Tv. Münchholzhausen 13 88:73 18:8 Tv. Kirchgöns 14 83:61 18:10 Kurhessen Marburg 9 81:46 14:4 Tv. Roth 12 57:65 14:10 Tv. Lützellinden 11 61:47 13:9 Tv. Goßfelden 12 60:76 9:15 Mtv. Gießen 12 46:72 6:18 Tuspo. Marburg 11 53:89 2:20 krelsklaffe I: Tv. Atzbach — T v. K r o f d o r f 5:3 (2:1). Das Spiel brachte den erwarteten knappen Sieg der Platzbesitzer. Es wurden gute Leistungen geboten, wenn auch nicht die Form früherer Spiele erreicht wurde. Mitte der ersten Hälfte ging Atzbach in Führung, die sie mit dem Resultat von 2:1 bis zum Wechsel inne hatte. In der zweiten Hälfte verlor der Gast einen Spieler und mußte mit zehn Mann weiterspielen. Die Mannschaft griff indessen immer wieder an und brachte das Tor des Gegners noch des öfteren in Gefahr, wenn es auch nicht ausreichte, der Platzmannschaft den knappen Sieg zu entreißen. kreisklaffe II: To. Launsbach — Tv. Dorlar 8:8 (2:2): Bei Dorlar machte sich der eingestellte Ersatz stark bemerkbar und ließ die Mannschaft nicht zur Entfaltung kommen. Zudem war der Gegner in jeder Beziehung auf der Scheibe und setzte der Mannschaft hart zu. Die erste Hälfte brachte nach guten Lei- stungen der Hintermannschaften nur je zwei Tore zustande. Die zweite Hälfte verlief weit wechselvoller und interessanter. Beide Mannschaften versuchten nun mit allen Mitteln zu einem Ergebnis zu kommen. Man trennte sich mit einem gerechten Unentschieden. Tv. Wißmar — To. Lollar 16:4: Ein Schützenfest erlebte man in Wißmar. Die Mannschaft der Gastgeber hatte sich etwas besonderes vorgenommen und spielte das beste Spiel der 23er- oandsserie. Der Sturm schoß aus allen Lagen und ließ den Gästen keine Zeit zu Gegenaktionen. Die Mannschaft des Siegers konnte damit ihr Torverhältnis wesentlich verbessern, während das Ergebnis auf den Tabellenstand wenig Einfluß hat und der zweite Platz schon sicher ist. Deutschlands Dünger für den Länderkampf mit Schweden. Die deutsche Staffel wird am 3. Februar in Malmö in folgender Aufstellung den Schweden gegenübertreten: Bantamgewicht: W. Möchel (Köln); Federgewicht: Hering (München); Leichtgewicht: Ehrt (München); Weltergewicht: Schäfer (Schifferstadt); Mittelgewicht: Neuhaus (Esten); Halbschwergewicht: Siebert (Darm, ftabt); Schwergewicht: Hornfischer (Nürnberg). Oberhessen. Landkreis Gjeßen. = Wieseck, 29. Jan. Der von der hiesigen Schulgruppe des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande durchgeführte Verkauf von Kornblumen für das Winter- hilfswerk des deutschen Volkes ergab den Betrag von 51,30 Mark. Vor einigen Tagen wurde der Ueberschuß des Kasperle-Theaters, an dem über 400 Schulkinder unserer Gemeinde teilnahmen, als ansehnliche Summe von über 40 Mark der VDA.° Kasse zur Verfügung gestellt. § Mainzlar, 28. Jan. Die hiesige S A. veranstaltete im Saale von Müller einen Kamerad- schaftsabend,der mit Musik eingeleitet wurde. Truppführer S p e h r e r (Staufenberg) hielt eine kurze Ansprache. Das gemeinsam gesungene Lied „Volk ans Gewehr", ein Gedicht, von einem SA.- Mann vorgetragen, und weitere musikalische und gesangliche Darbietungen unterhielten ausgezeichnet. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangten zwei Theaterstücke sehr gut zur Aufführung. Der Trupp Staufenberg brachte außerdem ein Lied vierstimmig zu Gehör. In kameradschaftlicher Verbundenheit verbrachte man bann noch einige Stunben. OO Harbach, 29. Jan. Die von ber Bezirksgruppe bes VDA. ber hiesigen Schule zugestellten 80 Kornblumen konnten restlos verkauft werben. Am Samstag würbe außerbem eine Straßensammlung veranstaltet. Sie brachte annähernb 4 Mark ein. Im ganzen konnten 12.49 Mark an ben Lanbesverdanb bes VDA. abgefanbt werben. Die am Tage ber beutschen Schule (16. September 1934) burchgeführte Sammlung ergab 5,98 Mark unb bie Listensammlung am 23. Febr. 1934 ben Betrag von 14,21 Mark. "X Watzenborn-Steinberg, 29. Jan. Am Samstag feierte ber Gesangverein „G e r - m a n i a", ber ber älteste Verein am Orte ist, sein 6 6. Holzheim, 28. Jan. Der Kaninchen- unb Geflügelzuchtverein Holzheim hielt seine biesjährige Generalversammlung im Rathause ab. Der Vereinsvorsitzende, ßanbroirt Heinrich Alles, leitete bie Versammlung. Nachbem ber Jahres- unb Kassenbericht bekanntgegeben waren, würbe bem Gesamtoorstanb Entlastung erteilt. Der seitherige Vorstanb würbe für bas neue Jahr wie- ber vorgeschlagen. Es würbe noch beschlossen, am 16. Februar einen Züchterabend mit Familienfeier zu veranstalten. Die Versammlung würbe in ber üblichen Weise geschlossen. — Am Sonntag würbe ber Flurschütz i. R., Konrab Jung XIII., zur letzten Ruhe gebettet. Jung war einer ber letzten' Altveteranen von 1870/71. Der Kriegerverein erwies ihm bie letzte Ehre dadurch, baß er ihm bas Geleit gab unb eine Ehrensalve am Grabe abfeuerte. Der Verstorbene, ber im 86. Lebensjahre ftanb, hatte 26 Jahre bas Amt bes Flurschützen inne, welches er zur vollsten Zufriebenheit ber Gemeinbe versah. 146 Oll OlUTSCHt TELE FUN KEN Telefunken stellt Ihnen zwei Geräte der Telefunken-Meisterklasse zur Wahl: TELEFUNKEN-*ein. Es wurden aus der Reihe der Teilnehmer des Abends recht wertvolle Anregungen für dieses Tätigkeitsgebiet gegeben. Kreisobmann Schmoll übertrug die Bildung des Ortsverbandes Alsfeld der NS.-Kulturgememde Bürgermeister Dr. Völsing. Sämtliche Erschienenen erklärten ihren Beitritt zu dem neuen Ortsverband. Nach dem Programm für den Monat Februar ist am 3. Februar ein Lichtbildervortrag vor Dr. Kaufmann- Gießen über Aegypten vorgesehen und am 17. und 18. Februar zwei Operngastspiele der Deutschen Musikbühne Berlin mit „Fidelio" und „Fledermaus". — Ein Angestellter einer hiesigen Firma verunglückte auf einer Autofahrt nach Ohmes. Das Auto überschlug sich und stürzte die Böschung hinunter. Wie durch ein Wunder kam der Fahrer ohne Verletzungen davon. Ein tragisches Verhängnis wollte es aber, das der junge Mann beim Abtransport des Autos noch verunglückte. Bei dem Herausziehen des verunglückten Autos aus dem Graben durch ein anderes Auto schlug das schwere Zugseil bei dem plötzlichen Anziehen dem zu nahe herangetretenen jungen Mann gegen das Bein und verursachte einen schweren Beinbruch, der die sofortige Ueberführung des Verletzten in das hiesige Kreiskrankenhaus erforderlich machte. n. Lehnheim, 28. Jan. Ein tragischer Todesfall ereignete sich in unserer Gemeinde. Die 53jährige Frau S pr a n k e l bekam beim Mel- ken einen Herzschlag, dem sie sofort erlag. Als ihr Mann einige Minuten später in den Stall trat, fand er sie tot vor.____________________ Spremftnnven oer Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. WIHeWfflM zur Abgabe der Steuererklärungen für die Einkommensteuer. körperschaststeuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1934. Die Steuererklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1934 sind in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1935 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke wie folgt abzugeben: I. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer sind verpflichtet: L Unbeschränkt Einkommensteuerpflichtige: 1. wenn ihr Einkommen den Betrag von 8000 RM. überstiegen hat oder 2. wenn ihr Einkommen weniger als 8000 RM., aber mehr als 4000 RM. betragen hat und darin Einkünfte von mehr als 300 RM. enthalten find, die weder der Lohnsteuer noch der Kapital- ertragsteuer unterlegen haben oder 8. ohne Rücksicht auf die Hohe des Einkommens, wenn es ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden hat und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses ermittelt ist. B. Beschränkt Einkommensteuerpflichtige: wenn ihre gesamten inländischen Einkünfte, nach Abzug der Einkünfte, die der Lohnsteuer oder der Kapitalertragsteuer unterliegen, 4000 RM. übersteigen oder 2. ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer inländischen Einkünfte, wenn diese ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden haben und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses ermittelt ist. II. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die fiörper- schaftsleuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaften, und zwar: 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gefellschaften mit befchränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); 2. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften; 3. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit; 4. sonstige juristische Personen des privaten Rechts; 5. nichtrechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen; 6. Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts (hierzu gehören u. a. sämtliche öffentliche Versorgungsbetriebe). B. Beschränkt steuerpflichtige Körperschaften, und zwar: 1. Körperschaften, Personenvereinigungen und Ver- möaensmassen, die weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz im Inland haben; 2. Körperschaften, Personenvereinigungen und Der- mögensmassen, die nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind. m Ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens haben abzugeben eine Einkommenserklärung bei Beteiligung mehrerer Personen an den Einkünften aus a) Land- und Forstwirtschaft, b) Gewerbebetrieb, c) selbständiger Arbeit, d) Vermietung und Verpachtung unbeweglichen Vermögens. Die Verpflichtung zur Abgabe der Erklärung obliegt in diesen Fällen den zur Geschäftsführung oder Vertretung befugten Kerfonea» h IV. Zur Abgabe einer Steuererklärung zur Amsah- steuer sind alle Umsatzsteuerpflichtigen verpflichtet mit Ausnahme: 1. der Straßenhändler, Wandergewerbtreibenden und anderen Umsatzsteuerpflichtigen, die nach § 57 der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1932 zu Anzahlungen und zur Führung eines Straßenheftes verpflichtet sind; 2. die nichtbuchführenden Landwirte, soweit sie für ihre Umsätze Vorauszahlungen nach den jeweils geltenden Umfatzsteuerdurchschnittssätzen geleistet haben. Wegen der durch die Durchschnittssätze nicht abgegoltenen Umsätze, die über den gewöhnlichen Betrieb der Landwirtschaft hinausgehen (Umsätze aus Sonderkulturen, Weinbau, Forstwirtschaft) ist eine Umsatzsteuererklärung abzugeben, wenn diese Umsätze in der Zeit vom 1.7.1933 bis 31.12.1934 den Betrag von 1500 RM. überstiegen haben. Ferner haben nichtbuchführende Landwirte, die gleichzeitig gewerblich tätig sind, eine Umsatzsteuererklärung dann abzugeben, wenn die Umsätze aus dem gewerblichen Betrieb gegebenenfalls zusammen mit Umsätzen aus Sonderkulturen, Weinbau und Forstwirtschaft in der Zeit vom 1.1. bis 31.12.1934 den Betrag von 1500 RM. überstiegen haben. Ohne Rücksicht auf ein etwa vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist in allen Fällen der.in der Zeit vom Ende des vorangegangenen. Veranlagungszeitraums bis zum 31.12.1934 erzielte Umsatz anzugeben! 531D Die zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten Haven die Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zu gesandt wird; die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt aufgefordert werden. VI. UALITSTl 42.00 37.50 29.75 Pelzen Gießen Bahnhofstraße 2-4 553 A| Das deutsche Fach- Geschäft für Bekleidung undAusstattung Preiswerte Wintermantel aus gemust. und uni Stoffen, sportliche Verarbeitung 19.50 16.50 11.50 Praktische Damenmäntel aus Marengo und Bouclö-Stoffen, gute Ausführung 32.50 27.50 21.50 Flotte Wintermäntel aus modernen Stoffen, mit Pelzkragen 24.50 19.75 15.75 Elegante Damenmäntel flotte jugendliche Formen, mit schönen Bitte, besichtigen Sie unsere Schaufenster! Bitte, besuchen Sie uns! KÄMPFT GEGtW NOT Sammtiabteichm x am2.u3Tebr. Erwerbt Grundpreis von 5 Pf. für die MüUmetertulie veröffentlicht I HAN O M A G A. KIRCHER Gießen - Bleichstraße Nr. 15 Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag dis zu 10 v. H. der festgesetzten Steuer auserle^t werden. ■ Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Umsatzsteuer sowie fahrlässige Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) werden bestraft. Gießen, Grünberg, Hungen und Alsfeld, den 30. Januar 1935. Die Finanzämter. HANOMAG ••vor $«• eich ein Automobil eine Probefahrt im Hanomag, sdto» iw 2 375 IM an. | Einspaltige | werden zum ermäSIgten | Kaufgesuche"] Bauplatz 500-600 qm geg. bar au kaufen gesucht. Schriftliche Angeb. m. Preis unter 0378 an d. Gießen. Anzeig. Wirkauf.a.Priv. Pianos Flügel Lichtenstein, Ffm., Beil 104. Tel.26864. 84sV | Verkäufe Ein fettes Schwein 3 Zentr. lebend, tu verkaufen. Kleinanzeigen Wohnhaus i.d.N.v. Gießen innen und außen neu renoviert, el. Licht,Wasserleit., Scheune, Viehstall m.Heubod., Holzremise,4Aar Garten, auch Ge- legenheitLandzu erwerben, Umft. halber z. verkauf. Günst. Gelegenheit f. Geschäftsmann Stellmacher oder Bäcker, da nicht am Ort. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß.Anzeig. «Iss Gehr. Rollschrank fürBüroz.kaufen gesucht. Schrift!. Ang. u. 0382 an den Gießen.Anz. TORPEDO nur RM. 188.— schon für mA 7.90 monntlich Alleinverkauf Niederhausen 4 Co. Bahnhof Strafe fieüenüb. Hotel Schütz in meinem 316A für modische , Ü OB Inventurverkauf! Wenn so hübsche Dinge so billig zu haben »ind. sollten Sie bald zu mir kommenl CARLISiqwacx 'jNHABER CARL HEINZ SCHLÜTER I GIESSEN SELTERSWEG 81 Dauerwellen Die Sicherheit gut und doch preiswert bedient zu werden, verbürgt Ihnen der Name Walter Wahl Spezial-Damen- Salon jetzt: Bahnhofstraße 63 Machen Sie ein en V ersuch, auch Sie werden zufrieden sein! 65iD Öffentl. Handelslehranstalt Gießen Liebigstraße 16, Fernruf 2480 I. Schulziel: 1. Gründliche Vorbildung für Berufe der Wirtschaft und Verwaltung; 2. Vertiefung der Allgemeinbildung u. nationalpolitischen Erziehung. (Für Mädchen auch hausfraul. Fächer.) II. Abteilungen: 1. Zweijährige Handelsschule f. Schüler und Schülerinnen nach Sjähr. Schulbesuch. Abschluß mit der „Mittleren Reife“. Schulgeld RM. 17.-, keinerlei Nebengebühren. 2. Höhere Handelsschule und Sonderkurse von 1 Jahr, für Teilnehmer (innen) mit Obersekunda-, Prima- Reif eu. Abitur. (Prüfung entspricht der „Prüfung für praktische Kaufleute an Universitäten u. Handelshochschulen). Schulgeld RM. 19.—, keinerlei Nebengebühren. IH. Anmeldungen täglich bis spätestens lo. April 1935. Verspätete Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Eintritt während des Schuljahres nicht möglich. Prospekte kostenlos. Mittwoch, SO. Zanuar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Hr.25 viertes Blatt Am Grabe des Hitlerjungen Horst Alarchwinski iHv dort W Gerlinde ging mit hinunter. Gsielas Koffer waren schon am Nachmittag abgeholt worden. Unten im Wagen saß Doktor von Sachs. Er stieg aus, alß die Mädchen kamen. ^Behüte» Sie mit weim Schwester Gerlinde Gerlinde blieb immer dieselbe. Geduldig trug sie die Last, die das Schicksal auf ihre zarten Schul- tern gelegt hatte; und sie hatte für die Mutter immer ihr altes, sonniges Lächeln, auch wenn sie innerlich manchmal am Zusammenbrechen war. Wie gut! Das Kind scheint in seiner sonnigen Art die ganze Schwere ihres Schicksals doch nicht o zu empfinden!, dachte Frau Steinbrück dann und war ein wenig getröstet. Sie fühlte nur zu gut, daß ihre Tage gezählt waren. Darüber trösteten alle Worte und Medikamente des Arztes nicht hinweg. Ihren Stuhl mit der bequemen Rückenlehne und den Armlehnen konnte Frau Steinbrück schon seit acht Tagen fast gar nicht mehr verlassen. So saß sie denn untätig und sah hinaus in den Tanz der wirbelnden Schneeflocken. Der Winter hielt unheimlich lange an in diesem Jahre. Seit Mitte Dezember dauerte schon diese grimmige Kälte, und jetzt schrieb man bereits den 27. Januar. Frau Steinbrück zählte die Stunden, bis Gerlinde kam. Das Kind, dieses Kind — wie ein Gnadengeschenk erschien der Mutter Gerlinde in ihrer kindlichen Reinheit des Herzens, über das sie selber nun bald nicht mehr in mütterlicher licher Liebe würde wachen können. Mit müden Händen griff sie nach der Zeitung, die die Wärterin sorglich bereitgelegt hatte, während sie draußen in der Küche sauber machte. Mechanisch blätterte sie. Nichts schien ihr Interesse mehr zu wecken. Es war, als ob sie schon ganz mit dieser irdischen Welt abgeschlossen hätte. Und doch drehte sie auch das letzte Blatt noch herum, vielleicht nur in dem schwachen Drang, etwas zu tun, nicht ganzmüßig zu sein. v , Plötzlich wurden ihre Augen groß und beinah starr. Ganz fett gedruckt stand da: Gesucht!!! äußerster Anspannung aller Kräfte niemals ein» treten. Bei der Erzeugungsschlacht könne es sich produktionspolitisch nur darum handeln, den nötigsten Bedarf selbst hervorzubringen. Damit würde aber die Voraussetzung geschaffen für Deutschlands Unabhängigkeit auf nahrungspolitischem Gebiet vom Ausländ. Die Landwirtschaft solle auch im Interesse der industriellen Rohstoffversorgung, also im Interesse von Millionen deutscher Arbeiter, für weitere Devl- senersparnis sorgen. Die Landwirtschaft habe bereits eine Ersparnis von 4 Milliarden Mark ermöglicht. Die Erzeugungsschlacht schaffe aber auch neue A r b e i t s'm ö g l i ch k e i t e n , denn wenn sich das Einkommen der Bauern infolge des intensiveren Anbaues erhöhe, werde auch ihr Bedarf größer werden. Es komme bei der Erzeugungsschlacht nicht darauf an, daß die Anbaufläche, z. B. für Weizen, erhöht werde, sondern darauf, daß aus der vorhandenen Bodenfläche die größte Leistung herausgeholt werde. Das Bauerntum schicke sich an, mit der Erzeugungsschlacht zur Gewinnung der Nahrungsfreiheit erneut zu beweisen, daß es sich seiner Stellung und seiner Aufgabe im Staat bewußt ist, daß es daran arbeiten will, Deutschland frei und unabhängig und zu dem zu machen, was Adolf Hitler will, zu dem Staat der nationalsozialistischen Weltanschauung. Das vom Referenten in der Abteilung IV des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda, Braekow, Berlin, behandelte Thema „Die Landesstellen und die Pressepolitik des Reichs" beleuchtete in der Hauptsache interne Angelegenheiten der Pressearbeit. Der Referent schilderte die Organisation der Landesstellen und ihre Aufgaben und kam ausführlich auf die Pflichten der Schriftleiter zu sprechen. Das Schriftleitergesetz gebe dem Schriftleiter ein ganz neues Berufsethos. Er sei von der bisherigen Abhängigkeit gegenüber wirtschaftlicher Beeinflussung befreit und nur dem Staat gegenüber abhängig. In einem sich anschließenden kameradschaftlichen Zusammensein hatten die Vertreter der Presse Gelegenheit zu einer Aussprache mit den Referenten, von der ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. __________________ Graf Karl von Nyssen sucht seine Tochter, Frau Klara Steinbrück, geborene Gräfin von Nyssen, oder irgendwelche Nachkommen aus der Ehe seiner Tochter mit dem Bildhauer Waldemar Steinbrück. S o - f artige Mitteilungen dringlichst gegen hohe Belohnung an Graf Karl von Nyssen. Schloß Buchenrode (Thüringen). Ein unheimlicher, gurgelnder Laut zerriß die Stille des kleinen Zimmers. Die Zeitung fiel zu Boden Frau Steinbrück sackte zusammen, schlug vom Stuhl herunter und prallte hart auf den Die- l?" Mein Gott, mein Gott, was ist denn? Ach bi« liebe Zeit — ach je, ach je ..." Die Pflegerin kam aus der Küche herübergerast. Sie zitterte von Schreck an allen Gliedern. Ganz deutlich hatte sie den dumpfen Fall gehört. i ^Fortsetzung folgt!) Unter großer Beteiligung fand in Neukölln bei Berlin die Beerdigung des durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Hitlerjungen Horst M a r ch w i n s k i statt. Reichsminister R u st legte einen Kranz im Namen des Führers nieder und gab einen kurzen Rückblick auf den Weg der Bewegung, der von Gräbern umsäumt ist. Der durch Krankheit verhinderte Reichsjugendführer Baldur v. Schirach ließ ebenfalls einen Kranz niederlegen. Der Führer des Gebietes Berlin, Ober- qebietsführer Axmann, ermahnte die Jungen, im Sinne des Toten weiterzuarbeiten, der ein Vorbild an Pflichterfüllung war. Große Scharen von Hitlerjungen, Jungvolk und BdM. gaben dem Toten das letzte Geleit. — Unser Bild zeigt Reichs- minifter Ruft am offenen Grabe. Reichsminister Geldte zum 30. Januar. Nürnberg, 29. Jan. (DNB.) Im „Fränkischen Kurier" gedenkt Reichsminister S e l d t e des Tages des 30 Januar, den er einen doppelten wunderbaren Abschluß nennt. Der 30. Januar war aber auch der Tag eines neuen historischen Anfangs. Adolf Hitler rief das ganze deutsche Volk auf. Er rief alle, d i e guten Willens waren und sind zum gemeinsamen selb st losen Dienst an der Zukunft des Vaterlandes auf. Das ganze deutsche Volk war Soldat genug, Adolf Hitlers Ruf zu hören und zu folgen. Und nur durch den vom Führer gewollten Einsatz aller ist es gelungen, die Schwungkraft zu erzeugen, mit der das deutsche Volk das nationale Unglück der Verarmung an Arbeit überwand und vollends überwinden wird. Wir wollen nie die vom Führer und Reichskanzler so tatkräftig aufgenommene Parole Hindenburgs zur echten und wahrhaften Einigung des deutschen Volkes vergessen, und wir wollen helfen, daß die beiden starken Säulen des neuen Reiches, die B e - w e g u n g und die Wehrmacht, von jedem Deutschen in ihrer Notwendigkeit anerkannt und nach besten Kräften gefördert werden. Dem Führer haben wir in Treue unsere Mitarbeit im neuen Reich gelobt und diesem unseren Führer Adolf Hitler rufen wir alten Frontsoldaten ein Frontheil zum 30. Januar 1935 zu. sah den Mann flehentlich an, und ihre Worte erstickten beinah in Tränen. .. „Ohne Sorge, meine Gnädigste. Ihre Schwester ist aus anderem Holz als Sie. Die geht nicht unter", sagte Doktor von Sachs lächelnd, aber Gerlinde fand, daß fein Gesicht etwas Satanisches hatte in dieser Sekunde, und sie hatte das Gefühl, als ob sich die Schwester dem Teufel ausgeliefert Noch einmal umarmten sich die Schwestern. Dann gab Gerlinde Doktor von Sachs die Hand. „Also nochmals, Prost Neujahr, Gnädigste! Die restlichen Fünfhundert bekommen Sie im Januar pünktlich." r , . „r. s Gerlinde nickte nur. Dann fuhr der Wagen da- D°ßanqfam tappte sich Gerlinde ins Haus zurück. Noch immer läuteten die Silvesterglocken, ©ernnbe aber empfanb nichts Frohes bei ihren Klangen, fonbern nur tiefen Schmerz. Wenn sie sich mit Gisela im letzten Jahre auch nicht mehr so gut verstauben hatte, war es aber boch bie Schwester, mit der sie bie Kinberzeit verlebt, mit ber sie Freub unb Leib geteilt hatte. Ein Stück von ihrem Herzen war mit Gerlinbe bavongegangen. Oben saß sie noch eine ©tunbe mit ber Mutter beisammen. Dann gingen sie zu Bett. Giselas Bett lag unberührt. So fremb, so leer schien Gerlinbe plötzlich bas kleine Schlafzimmer Sie wühlte sich in bie Kissen unb schluchzte all ihren Schmerz hinein, währenb ber Nachtexpreß Berlin—Paris bie Schwester ins neue Jahr hm- , eintrug, ins neue, lachenbe Leben ... 9. Kapitel. Pressekonferenz der Landesstelle Hessen-Nassau. Eine Ansprache des Gauleiters. - Oie gesamte deutsche presse im Dienst des nationalsozialistischen Staats. Es war alles so gekommen, wie Gerlinbe Steinbrück es in bumpfer Angst vorausgeahnt hatte. Die Gesunbheit ber lieben Mutter ließ immer mehr zu wünschen übrig. Voller Unruhe ging Gerlinbe am Morgen ins Geschäft, unb voller Unruhe kehrte sie abenbs mit eiligen Schritten heim. Die tausenb Mark, bie sie für ben Verkauf ihres Wagens erhalten hatte, brachte sie auf bie Spar» kaffe An einen Umzug war jetzt im Winter noch nicht zu benfen, unb ber Zustanb ber Mutter war augenblicklich so, baß ber Spezialarzt, ben Gerlinde zu Rate gezogen hatte, davon abriet ^rau Steinbrück in ein Bad für Herzkranke zu schicken. Gerlinde hatte wirklich eine Pflegerin für die Mutter nehmen müssen. Es war eine ältere, aber noch rüstige und sehr bescheidene Frau die immer gleichmäßig freundlich und gewissenhaft ihre Arbeit versaß, so daß Gerlinde wenigstens in dieser Einsicht beruhigt sein konnte. Ack mein Mädelchen, was hast du für Kummer und Sorge mit mir!" klagte Frau Steinbrück oft und betrachtete mit nassen Augen die fluchtigen Kartengrüße, die Gisela aus Paris schickte, und die immer' begeistert davon sprachen, wie herrlich es Gisela trat vom Fenster zurück und griff nach ^^Die ^Henkersmahlzeit!" sagte sie in einem Anflug von Galgenhumor „Na, denn Prost-Neiyah . „Gott segne uns allen das neue Jahr D d) nicht nur uns, sondern dem ganzen deutschen Boi e fflflta grau Steinbrück wterrH. »VerM deins Bei dieser ungeheuren Arbeit soll — und das ist auch der Wille des Führers — jeder nach seiner Art und seinem Können mitwirken. Ich möchte betonen, daß insbesondere auch mir nicht erwünscht ist, im Gau eine uniformierte Presse zu haben. Die Vielgestaltigkeit des heutigen Staatslebens erfordert von jedem einzelnen eine verschiedene Stellungnahme. Gerade das Aufeinandertreffen der verschiedenartigen Betrachtung gibt ja erst letzten Endes die Möglichkeit zu einer einheitlichen Zusammenfassung. Die Betreuung der Presse ist dementsprechend von zwei Gesichtspunkten aus zu sehen: Der Staat hat die Verpflichtung, von sich aus dafür zu sorgen, daß zwar nicht eine uniformierte, aber eine einheitliche Vertret u n g aller Belange des Volkes zutage tritt. Für die Parteipresse und für die Belange der Partei ist eine besondere Einrichtung geschaffen worden. Während auf der einen Seite der Staat im Ministerium für Volksaufklarung und Propaganda die gesamte Betreuung der Presse hat, ist es auf der andern Seite die Partei, die für die Parteiprefse ihre besondere Organisation hat^die^ alle Belange, die die Partei angehen, der Presse übermittelt. Beide Stellen sind durch die Art der Arbeit gezwungen, einhellig zusammenzuarbeiten. Durch diese Zusammenarbeit unb vielfach durch Personalunion ist aber sichergestellt, daß ich am Beginn des dritten Jahres der national» ozialistischen Regierung sagen kann: Die national» ozialistische Presse ist mit ein Kampfmittel der NSDAP., die insbesondere das Wollen des Nationalsozialismus und damit den Willen des Führers in die letzte Hütte, in bie letzte Wohnung ber Großstabt hineinträgt. Darüber hinaus wirb bie gesamte Presse, also auch die der Partei nicht angehörige, ihre Ehre drein setzen, i n enger Zusammenarbeit mit der natio- nalsozialischen Presse dieses Werk und diese Aufklärung so vollkommen zu gestalten, daß der letzte Volksgenosse davon erfaßt wird, so daß im dritten Jahr der nationalsozialistischen Regierung es Tatsache werden wird, daß die g e- s a 'm t e d e u t s ch e P r e s s e i m D i e n st steht d e r beherrschenden Idee des national» sozialistischen Staats, im Dienst der nationalsozialistischen Weltanschauung. £anbedbouernfüf>rer Nr. Wasner behandelte sodann das Thema „ D i e Erzeu„» gungsschlacht des Reichsnährstandes . Das gesamte deutsche Volk müsse dazu beitragen, um die Erzeugungsschlacht zum Siege zu führen. Deshalb müsse sich auch die Presse aus innerster Ueberzeugung in den Dienst der Sache stellen. Der Warenaustausch mit dem Ausland solle nicht unterbunden, sondern nur in gesunde Bahnen gelenkt werden. In einem 60-Mil- lionen-Volk könne eine Ueberproduktion selbst bei Aufgaben der Rechisresorni. Berlin, 29. Jan. Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit Reichsminister , Dr. Frank. „Im Vordergrund meines Werkes", : so sagte der Minister u. a., „steht der mir vom Füh- • rer gegebene Auftrag, die Rechtsreform na- - tionölsozialistischzuüberwachen. Mein Interesse gilt gegenwärtig vornehmlich dem A u s - j bau des deutschen Strafrechts. Der amt- liche Ausschuß hat mir nunmehr seinen Entwurf zugestellt, der aber noch wesentlicher A e n - berungen bebarf, bie in Zusammenhang mit ber Akabemie für beutsches Recht erfolgen müssen." Der Ausbau ber Strafprozeßorbnung, ber Arbeitsgesetzentwurf unb bie Kobi- fizierung bes Wasserrechtes find befonbers weit vorwärts getrieben. Auf bem Gebiet bes bürgerlichen Rechts stehen im Mittelpunkt bes Interesses bie Reform bes Ehefcheibungsrechts. Ob es in nationalsozialistischem Sinne tragbar ist, eine völlig zerrüttete Ehe ohne Verschulben zu scheiben, also an bie Stelle bes reinen Schulbprinzips bas objektive Eheaufhebungsprinzip zu fetzen, ist eine befonbers schwierige Aufgabe, wenn Kinber in der Ehe vorhanben finb. Der nationalsozialistische Staat ist ein Staat bes Volkes, er hat baher ein Interesse an ber Fruchtbarkeit ber Ehe unb an ber weitgehenben Sicherung bes Mutter- undKinberrechts. Zuerst steht baher bie un - bedingte Pflicht der Eltern für bie Kinder zu sorgen. Diese Pflicht stellt stets einen hervorragenden Gesichtspunkt für die Aufrechterhaltung ber Ehe im Interesse ber Volksgemeinschaft bar. Derwanbt mit biefem Problem ist die Frage nach bem Recht des unehelichen Kindes. Die nationalsozialistische Regierung erstrebt einen sorgfältigen Ausgleich in dieser Frage. Sie sieht die Ehe als grundlegende natürliche Einrichtung der Volksgemeinschaft an, die es zu sichern und auszubauen gilt. Ethisch gesehen ist die Mut- t e r s ch a f t schlechthin als ein F u n b a m e n t ö e r Gemeinschaft zu betrachten. So hat auch die uneheliche Mutter Anspruch auf beson- bern Schutz. • Frankfurt a. M., 29. Jan. Im Frankfurter ! Rathaus waren Schriftleiter fast sämtlicher Zei- < tungen im Bereich ber Landesstelle Hessen-Nassau | des Reichsministeriums für Volksaufklärung und i Propaganda zu einer Pressekonferenz versammelt. । Diese Konferenzen sollen in Zukunft allmonatlich । flattfinben. Sie verfolgen den Zweck, alle fragen zu klären, die in ber Arbeit ber Presse für Staat unb Volk von Bedeutung sind. Michsstatthatter und Gauleiter Sprenger sprach einleitend kurz-über die Ausgaben der Presse. Die Presse, so führte der Gauleiter aus, steht wie alles andere im Dien st des Volkes und damit im Dienst des Staates. Ich danke Ihnen allen, daß Sie in diesen zwei Jahren der nationalsozialistischen Regierung, jeder an seiner Stelle und jeder in dem Rahmen, in den er gestellt ist, alles getan haben, um m i t z u a r b e i t e n am Wiederaufbau des gesamten Volkslebens und am Wiederaufbau des deutschen Ordnungsstaats. N r I Heimat nicht im fremden Lande, meine Gisela!" frtlf tdTl Durch das geöffnete Fenster drangen die mach- iUjUV |vll lUf Vvllll tigen Glockenstimmen. Da klangen die drei Glaser mit einem State? Swä ROMAN VON KÄTHE METZKER. gS *" ” """ Urheberrech,-schütz: Füns-Türme-B-rlag. Halle (6.). Margen würden da nur^zwe. «s 21 Fortsetzung Nachdruck oerboten! miteinander gegessen hatten, nur zwei Bestecke, Die Schwester öffnete Gerlinde die Tür. Sie nur zwei Tassen ... Unb bas rourbe bann immer war schon im Reisekleib. Wieber burchzuckte Ger- so fein. Hätte sie boch bleiben \ollen. linde der alte Schmerz. Doch dann wurde sie ruhi- Aber Gisela zwang diese Regung hinab. -Wenn ger, als sie der Mutter gegenüberstand, die ihr ihr Leben der Kunst schenken wollte, 1PuBte.Jie heute wohler aussehend und auch wunderbar ge- hart bleiben. Das dumme Mädelchen wußte nicht, faßt schien. daß viel mehr als die Kunst ihre eigene Sucht nach Unb doch schlichen die Stunden. Gisela wollte den Reichtum und Ruhm es war, die sie m die Fremde Nachtschnellzug benützen, der 12.45 Uhr von Berlin hinauszog. Oder — sie wollte es nicht wissen? wegsuhr. , . , . .. s . Leise ging sie hinaus. Es war soweit. Die Ab- „Mutti, Linde ... Freut euch doch - denk doch, ' « » ^ar da. . morgen abend tanze ich schon m Paris! Ihr ~ Reisemantel und die Kappe in der Hand, braucht wirklich nicht bange zu sein. Ich bin doch „ wieder ins Zimmer. nicht in Afrika bei den wilden Löwen, andern in w' ^ stürzte Gisela auf die Mutter einer Stabt höchster Kultur - in Pans , ersuchte "^unG n .^8 an öercn Brust. „Denk sie bie Stimmung zu Heven. an wich' Immer — auch bu, ßinbe —, vergeßt „Du willst unbebingt oufbleiben, Muttchen. Schlechte nicht' Ich weiß, ich war nicht immer Strengt es bich nicht zu sehr an? fragte ©erlrnbe $ G ^ält Vielleicht wirb's besser, sorglich bie Mutter, bie sich ben ganzen 21benb schon ^enn jd) mieber he'imkomme ..." Gisela schluchzte ^Mein,^Linbe, laß schon!SilvesteriftJo em et^= K^^^e mutter unb Gerlinbe konnten ihre ner Tag. Man weiß nicht, ob b ä) „ Tränen nicht hemmen. mal so zusammen verlebt. EmJahr ist.lang, Die Mutter ging an ben Schreibtisch, nachdem sagte Frau Steinbruck mit^mildemi Lächeln bas behutsam aus Giselas Umarmung fretge- burchsichtiges Gesicht wundersam verschonte, ia fast hatte, unb nahm ein kleines, schmales Buchverklärte. v ™ r x« tinf itnh bp- lein heraus. Reiselektüre? Nein. Gegen zwölf Uhr stanb Gerlinbe auf und - e5 ift bas Beste, was ich dir mrh reitete einen dünnen Punsch. Ger- geben kann. Wenn du treu bleibst, wird es dich Der Zeiger ber Uhr ruckte uneniwegi .. . Ueffer beschützen als Mutterhänbe es können. Lies linde kam aus der Küche zuruck und stellte ,ch J fti(len Stunden in di-Iem Buch, gend die Glaser aus den T ch. zeigte, dann brauch- ich nicht bang- um dich zu sein. Seiner {prad’ em W°rü Als die M Wenn du glaubst, stehst du in Gattes Schutz. Dann öffnete Gisela bas Fenster. $ ar n0£h nicht kann bir nichts geschehen. einer Prosit. Noch einer. Aber es war nocy n ; । Testamentchen an sich, soweit. , f. k»mb — 1. Joh. 4 2" hatte bie Mutter mit ihrer fernen "Eine Minute noch", sagte' ^Ämde le s , I $anbf$rift eingetragen. Wcfjts weiter- Sifela fannte ihr war, als zöge in biefer emen ’aRmute noeg Bibelstelle nicht. Nun, sie würbe sie spater mal blitzschnell alles an ihr wruber, was Das d i hatte ihr bie Mutter bamit etwas gangene Jahr an Leib und Sorgen gebracht yan moIIenö Dann begannen die Glocken zu kling • Unten klang deutlich die Hupe eines Wagens, leise, bann immer mächtiger tönten ihre fernen ba _ Doktor von Sachs. Jetzt muß ich Stimmen über bie Weltstadt. Das Jahr w ", |agtc Gisela. Noch einmal bedeckte sie die Wangen der Mutter mit zärtlichen Küssen, bann riß '■ ■ Wirtschaft iapag 30,25 bis mittel, gering, kleiner Uebersl Oberheffen 5ranffurt a-M. Berlin Sranrfurt a. M. 3erlin furt rur» börsc ■Datum Datum 28 1. f29-l 8 8 84.5 127 I 0 Banknoten. Geld 145.75 Sckwetzer Roten, 28-t. । 29/ Gedenket der hungernden Vögel! Schützt die Tiere vor der Kälte! 2.488 58.20 54.64 12.24 16.43 168.62 21-19 61.57 63.12 80.76 33.92 51 114 53.5 71-5 51 66 38 84 109 127 103.75 51.5 1135 53.5 71.75 129.5 51 65.75 90-25 37.9 159.75 146 29.5 105 50.75 114 53.65 71-25 130-25 52 65-25 92-25 37 75 160 145 62.86 80.44 33.78 16 bis 20 bis bis 18 span., Blut 12 bis 18 span., blond 19 ital., Blut 20 bis 22 ital., Mandarinen 23 span. Mainzer Schlachtviehmarkt. 2.468 57.96 54.42 1220 16.37 167.94 21.11 , 61-33 50.5 114 53.9 71.25 52.4 65.5 37.5 160 146 30, 89-5 । 164.5 Der Rentenmarkt blieb vernachlässigt, Kommunal-Umschuldung und Reichsbahn-VA. lagen etwas schwächer, im übrigen blieben die Mittagskurse, auch für Stadtanleihen und Pfandbriefe, unverändert. Von Auslandswerten zeigte sich bei erhöhten Kursen Nachfrage nach Warschau-Wiener Bahnprioritäten, Mark Obligationen 14,25 bis 14,50 (13,75), Stücke-Obligationen 13,50 (12,75). U. a. notierten: Altbesitz 113,75, Stahlverein- Bonds 96,40, Reichsbahn-VA. 118,75, Adca. 70,50, Commerzbank 79,50, Meininger - Hypotheken - Bank 100, Gelsenkirchen 72,90 bis 73, Klöckner 86,90, Mannesmann 80,13 bis 80,25, Phönix 57,75 bis 58, Rheinstahl 95,50, Stahlverein 48 bis 48,13, AEG. 31 bis 31,40, AKU. 50,50, Daimler 52,40, Scheideanstalt 206,75, IG. Farben 142,25 bis 142,75, Eßlingen-Maschinen 72,25, Holzmann 84, Metallgesell- schaft 93,75, Mainkraft 89,50, Rütgerswerke 102,25, Schuckert 101,50, Kaufhof 37,50, Hapag 30,25 bis 30,50, Norddeutscher Lloyd 32,50, AG. für Verkehrswesen 87,50. rabl 3 bts 4, Kopfsalat, Steige 24 Stuck, 250 bis 350 span., Meerrettich, je nach Güte, 10 bis 28, Rosenkohl 15 bis 18, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 8 bis 10, 7 bis 10 holl., Sellerie, je nach Größe, 5 bis 30, Spinat 12 bis 16, ital. 12 bis 13, Tomaten, Steige 20 Pfund, 400 bis 500 Kanada, Weißkraut 4 bis 5, Wirsing 4 bis 6, Winterkohl 5, Zwiebeln 7. denken des plötzlich verstorbenen Mitglieds Wilhelm Michel. Der Schriftführer Braun erstattete . dann den Jahresbericht und gab Rechenschaft über die Tätigkeit des im vorigen Jahre eingesetzten . Ueberwachungsausschusses für die zur Baumberei- nigung durchzuführenden Maßnahmen, wie Bekämpfung von Schädlingen, Ausputzen der Bäume, Spritzen ufw. Besonders zu erwähnen ist die Anschaffung einer Karrenspritze, die achtzig Liter faßt und bei einem Druck von zwanzig Atmosphären arbeitet, so daß der Verein heute über zwei Obstbaumspritzen verfügt. Hierauf gab Rechner Erb einen Bericht über die Kassenverhältnisse, die als befriedigend zu bezeichnen sind. Die Prüfung der Kaßenführung ergab ordnungsmäßigen Stand. Dem Rechner sowie dem Gesamtvorstand wurde hierauf Entlastung erteilt. Die Neuanschaffungen haben die Einsetzung eines Gerätewartes zur Beaufsichtigung und Instandhaltung der Gerätschaften immer dringlicher erscheinen lassen. Herr Philipp Hartmann erklärte sich zur Uebernahme dieses Amtes bereit und wurde gewählt. Um eine allgemeine Obstboum- spritzung zur ermöglichen, wird der Obst- und Gartenbauverein die zuständige Kommission veranlassen, bei der Gemeinde ein Gesuch einzureichen, die Spritzung durch die Gemeinde durchführen zu lassen. Die für diese Maßnahmen grundlegende Verordnung des vergangenen Jahres wurde verlesen und besprochen. Unter Punkt „Verschiedenes" wurden noch Anfragen der Mitglieder beantwortet und u. a. angeregt, evtl, die am besten gepflegten Baumstücke zu prämiieren. Dieser Vorschlag 'bleibt für eine weitere Besprechung offen. Jedoch wurde noch einmal auf die Dringlichkeit einer allgemeinen Baumpflege nicht nur zur Erzielung eines größeren und gesünderen Ertrages an Obst, sondern auch aus volkswirtschaftlichen Gründen hingewiesen, damit unsere Volkswirtschaft mehr und mehr von der Einuhr ausländischen Obstes unabhängig wird. Auf die vorbildlich durchgeführten Maßnahmen der Kreise Büdingen und Schotten in dieser Hinsicht wurde besonders hingewiesen. Nach Verlesung der Genehmigung des Protokolls schloß der Vorsitzende die Generalversammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer. Anschließend saßen die Mitglieder noch lange in reger Aussprache beisammen. rer an seinem Wiegenfeste erfolgte. Möge den beiden Jubilaren noch ein froher Lebensabend be- fchieden sein. — Im Saale von Wikt Hock fand die Brennholzversteigerung des Forstamts Laubach statt. Es wurden bezahlt für den Raummeter Buchenscheitholz 8 bis 9 Mark, für Knüppel 5 bis 6, Reisig 1,— bis 1,50 Mark. Landkreis Gießen. Lang-Göns, 28. Jan. Die zweite Brenn- h o l z v e r st e i g e r u n g, bei der das Holz aus dem Walde „Junge Mark" zum Verkauf kam, fand wegen des schlechten Wetters am Samstag in der Turnhalle statt. Im Vergleich zum vorigen Jahr war erheblich mehr Holz geschlagen worden, und diese Menge drückte die Preise, die ziemlich hinter denen der ersten Versteigerung zurückblieben. Es kosteten je zwei Raummeter Buchenscheit 20 bis 21 RM., Buchenknüppel 15 bis 16 RM., Eichenknüppel 10 bis 12 RM., Kiefernscheit 11 bis 13 RM., Tannenknüppel 9 bis 10 RM., je 50 Wellen Buchenreisig 7 bis 8 RM., Eichenreisig 9 bis 10 RM., Tannen- und Kiefernreisig 3,50 bis 4,50 RM. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. TI., 29.Jan. Trotz des Frostes blieben die G e m ü s e z u f u h r e n gut, die Nachfrage hat sich bei meist leicht erhöhten Preisen etwas gebessert. Ausländische (Salate waren sehr stark angeboten und im Preise rückläufig. U. a. notierten Blumenkohl, Steige 18 Stück, 600 bis 650 ital., Eskarol, Steige 12 bis 24 Stück, 180 bis 200 ital., Feldsalat Freiland 25 bis 30, do. Mistbeet 40 bis 60, Gelbe Rüben 2% bis 3, Gewürze!, großes Bündel, 25 bis 35, Karotten 3% bis 5, Unterkohl- Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Unteroffizier ä. in Gießen. Heber die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Artillerie, ist im Brockhaus-Konversationslexikon folgendes zu lesen: Barbara, zu den sog. 14 Nothelfern gezählte Hei- . lige, wurde nach der Legende um 240 zu Nikome- dien in Bithynien oder 306 zu Heliopolis in Aegyp- ; ten wegen ihres Bekenntnisses zum Christentum nach grausamen Martern von ihrem eigenen Vater Dioskur enthauptet. Der Vater wurde unmittelbar nachher vom Blitz erschlagen. Deshalb wird die heilige Barbara bei Gewittern angerufen. Wie gegen die Wirkung von Blitz und Donner, wurde sie auch die Schutzheilige der Artillerie, ebenso der Waffenschmiede und Bergleute. Eine gleiche Linie zur Artillerie findet sich darin, daß die heilige Barbara ebenfalls die Schutzheilige für Türme und Festungen ist. Auf französischen Kriegsschiffen heißt die Pulverkammer noch jetzt Sainte-Barbe. Die bildende Kunst gibt ihr als Hauptsymbol den Kelch in die Hand, aber auch das Schwert und einen Gefängnisturm: als Personifikation des Glaubens er« scheint sie auf Raffaels Sixtinischer Madonna. Gedächtnistag der B. ist der 4. Dezember. Als Schutzpatronin der Artillerie gilt die heilige Barbara seit Bestehen dieser Waffe. Darüber ist im Brockhaus- Konversationslexikon weiter folgendes zu lesen: Herstellung und Gebrauch der Geschütze lagen von Anfang an einer Zunft ob, die von den Büchsenmeistern oder Konstablern mit ihren Gehilfen gebildet wurde; Fürsten und Städte nahmen diese auf Zeit in Dienst und bewilligten ihnen ausgedehnte Vorrechte. Die Zunft umgab sich mit dem Schleier des Geheimnisses, durch den herrschenden Aberglauben der Zeit aufs beste unterstützt, und ar- beitete nur mit ihren zünftigen Gehilfen. Solche Verhältnisse konnten der Verwendung der neuen Knegsnnttel nur in hohem Grade hinderlich sein. Einsichtsvolle Herrscher bestrebten sich daher, die A. aus den Banden der Zunft zu befreien und die neue Waffe selbst in die Hand zu nehmen. Gaben schon die Artillerieschulen, wie sie von den Vene- tianern (1506) und demnächst von Karl V. (1513) ,3ur Burgos errichtet wurden, hierzu einen Anstoß, so geschah doch ein viel entscheidenderer Schritt durch Gustav Adolf von Schweden. Dieser teilte der Infanterie unmittelbar Geschütze zu, die von Mus- ketieren bedient wurden und wesentlich leichter waren, fo daß sie den Bewegungen der Truppen vermochten. Die schwedischen Regiments- geschutze, die bald auch in anderen Armeen Eingang fanden, legten gewissermaßen den Grund zu einer von den Fesseln der Zünftigkeit befreiten Ar- tillerieroaffe und zu einer manövrierfähigen Feld- arhUerie. Das Aufkommen der stehenden Heere för« derte den militärischen Charakter der A. wesentlich. CTürdMf'h.o rieten Katholische Gemeinden. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Spezialwerle fest. Frankfurt a. M., 29. Jan. Obwohl sich die Hmsatztätigkeit zu Beginn der heutigen Mittagsbörse fast nur auf wenige Spezialwerte beschränkte, verkehrte die Börse in freundschaftlicher Haltung und wies überwiegend Kurserhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 0,75 v. H. auf. Freilich war das Geschäft in den meisten Papieren infolge der nur kleinen Auftragserteilung der Kundschaft gering, einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft, wie Ab- schlsse und Lageberichte, boten der Tendenz aber eine kräftige Stütze. Starke Beachtung fand auch, daß der Monat Dezember 1934 der beste Steuermonat seit Oktober 1931 gewesen ist. Innerhalb der Kulisse war eine gewisse Zurückhaltung, die mit dem Ultimo in Zusammenhang zu bringen ist, auch weiterhin unverkennbar. Sehr lebhaftes Geschäft hatten im Anschluß an me Abendbörse erneut Schiffahrtsaktien, ohne daß hierfür besondere Ursachen bekannt wurden. Es eröffneten Hapag mit 30 bis 30,50 (29,65) und Nordd. Lloyd mit 32 bis 32,40 (31,75). Lebhaft waren außerdem Reichsbankanteile wegen ihres renten- ahnlichen Charakters mit 160,90 bis 162,50 (161,25). Am Montanmarkt waren Rheinstahl auf Gerüchte, nach denen man mit einer fünfprozentigen Dividende (i. V. 3,5 v. H.) rechnet start gefragt und auf 94 (92,75) erhöht, wovon auch die übrigen Montanwerte profitierten. So gewannen Gelsenkirchen 0,50 v. H., Klöckner, Mannesmann und Phönix je 0,75 v.H., nur Buderus (— 0,50 v. H.) und Stahlverein (— 0,25 v. H.) ließen etwas nach. Vor Kaliwerken kamen Westerregeln mit 114,25 (110) zur Notiz. Elektropapiere tendierten ebenfalls weiter freundlich, Gesfürel plus 0,75 v.H., Schuckert 99,50 bis 100, (99,25), Siemens plus 0,50 v. H., Accumu- latoren nach Pause 160 (158,50), dagegen gaben AEG. 0,40 v. H. nach. Für Maschinenaktien hielt etwas Interesse an, Eßlingen 72 (71), Moenus mit 87 gut behauptet. Fester lagen außerdem Fein- . Mechanik Setter mit 70,40 (69), Bank für Brau- 1 möuftrie mit 114,25 (113,65), AG. für Verkehr plus ' 0,13 v.H., Rütgerswerke plus 0,25 v.H. Deutfch- Atlanten-Telegraf lagen mit 125 unverändert. Et- ' was schwacher notierten IG. Farben 142,25 (142,40) ! Scheideanstalt 206,50 (207), Deutsche Erdöl 103,25 1 (104), AKU. 50,50 (51). 1 Bueno« »tah Brüssel .... Nio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helnngsors.. DariS ...... Holland .... Italien..... $(iDan...... Jugoslawien £81o..... ; Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Drag....... Budapest ... Neuhort... Am O b st m a r k t blieben deutsche Aepfel gut angeboten, Nachfrage allgemein befriedigend, besonders nach guten Früchten. Preise leicht erhöht. Angebot von Apfelsinen, meist spanischer Herkunft, sehr stark, von Mandarinen gering. Geschäft langsam, Preise für Mandarinen etwas höher, sonst unverändert. U. a. notierten: Aepfel I 20 bis 25, II 15 bis 18, Wirtschaftsä^fel 10 bis 15, Amerikaner, Kiste ca. 40 Pfund, 1300 bis 1450, Kochbirnen 7 bis 12, Apfelsinen blond 10 bis 15 span., kernlos 15 ~ .... ...... * Bellersheim, 28. Jan. Am Samstag hielt die Ortsgruppe des N S. - Frontkämpferbundes (Stahlhelm) W o h n b a ch in Bellersheim in der Wirtschaft Angermüller einen Kameradschaftsabend ab, an dem auch die Frauen der Kameraden teilnahmen. Der Abend wurde eröffnet durch den ftelloertretenden Ortsgruppenführer Kamerad Seifert, der die Kameraden begrüßte. In seiner Rede legte er die Bedeutung des Bundes dar, forderte die Kameraden auf, die Feldkameradschaft weiter zu pflegen bis zur engsten Volksverbundenheit, zum Wohle unseres Volkes und zur Unterstützung unseres Führers Adolf H i V- ler, auf den von allen Besuchern ein dreifaches Sieg-Heil ausgebracht wurde, worauf das Deutschlandlied und das Horst-Wesiel-Lied gesungen wurden. Im gemütlichen Teil wechselten alte Soldatenlieder mit Militärhumoresken und Vorträgen ab bie großen Beifall fanden. Als Beherzigung der vorausgegangenen Rede und als ein schöner Erfolg 1 tS <&’ dah bei der Tellersammlung neun- zehn Mark für die Winterhilfe für unsere notleidenden Volksgenossen gesammelt wurden. Der Abend verlief in harmonischer Weise. Jeder Volksgenosse ist heimgegangen mit dem Bewußt- ein, wirklich schöne Stunden in der Volksgemeinschaft verlebt zu haben. D a u d r i n g e n, 28. Jan. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt im' Gasthaus $ed)t' seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Wilhelm Walter VII. eröffnete öie Versammlung mit ehrenden Worten zum Ge- Donnerstag, 31. Januar. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. rt-. , „ „Freitag, 1. Februar. wietzen. 7 Uhr: Segensamt. — Lich. 715 Se« gensmesse. Samstag, 2. Februar. Gießen. 7 Uhr: Wachsweihe. Pbtllpp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Lemeutwerl fcatiftabt.. 0| 83 I o 109-75 Mainz, 29. Jan. Auftrieb: 44 Ochsen (zum Viehhof direkt 6), Bullen $0, Kühe 356 (12), Färsen 134 (2), Kälber 283 (8). Schafe 3, Schweine 727 (35). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 36 bis 39, b) 32 bis 35, c) 26 bis 31, d) 22 bis 25. Bullen b) 28 bis 31, c) 22 bis 27. Kühe a) 32 bis 34, b) 26 bis 31, c) 20 bis 25, d) 13 bis 19. Färsen a) 38, b) 32 bis 37, c) 25 bis 31. Kälber b) 35 bis 42, c) 28 bis 34, d) 20 bis 27. Schafe nicht notiert. Schweine a) 51 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 46 bis 51. Marktverlauf: Rinder belebt, ausverkauft. Kälber «eringes Geschäft. Schweine mäßig belebt, ' ' stand. Der Rentenmarkt war vernachlässigt, die Kurse konnten sich aber behaupten. So chtdesitz mit 114,13, spate Reichsschuldbuchforderungen mit 99,25, Zinsvergütungsscheine mit 89,80, auch Kommunal-Um- schulduna waren unverändert, während Stahlverein. Bonds 0,25 v. H. nachgaben. Reichsmark-Anleihen lagen sehr ruhig. Am Pfandbriefmarkt bestand überwiegend etwas Kaufinteresse und die Kurse lagen vielfach um 0,25 bis 0,50 v.H. höher. Angebot lag kaum noch vor. Stadtanleihen waren dagegen offeriert und zumeist bis 0,75 v.H. gedrückt. Staatsanleihen lagen still. Industrie-Obligationen zogen teilweise weiter an. Auslandsrenten waren ge- schastslos. 9 . An der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft in Schiffahrtsaktien wesentlich ruhiger, die Kurse blieben aber gut behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten traten meist leichte Befestigungen um 0,25 bts 0,50 v. H. ein, so bei Farbenindustrie, Rütgers- werke AEG., Schuckert, Mannesmann, Braubank ®d>”äd>er lagen Ilse Genuß mit 123 (124,50). Am Kassamarkt war die Haltung meist fest. Industrie-Aktien gewannen bis zu 2 v. H. etwas mehr Rhenser Mineralbrunnen 48 (44), Seil- mdustrie Wolff 63 (57), ferner waren Heidelberger Straßenbahn mit 14,50 (11,50) gesucht, während Schramm Lack auf den voraussichtlichen Dividenden- aussall bzw. Nichtwiederaufnahme anqeboten wa- ren, Taxe 66 (70). Hypothekenbank und andere Bankaktien lagen weiter fest. — Tagesgeld unverändert 3 v.H. Abendbörse: fest. s)ft?eL”crrf)ÖItn^mä6i9 lebhaftem Geschäft war die Abendbörse am A k t l e n m a r k t weiter fest. Neben Sch^fahrtspapieren waren auch Bergwerksaktien gefragt und hoher. Ferner zeigte sich vermehrtes Interesse für die bisher vernachlässigten Farben- industrie-Aktlen zu 142,25 bis 142,75. Von Elektrowerten zogen AEG. auf 31,40, Schuckert nur per Haffe auf 101,50 an, außerdem waren Daimler-' L -?yen 52'40'. Eßlingen-Maschinen auf 72,25 erhöht. Etwas leichter lagen Holzmann AKU Metallgesellschaft. Am Kassamarkt blieben die festen Mittagskurse behauptet, von Großbankwerten erhöhten sich Commerzbank auf 79,50 (78,75). Im tfremertebr waren Torpedo-Weilwerke auf die qün- l'gen Bilanzziffern stark erhöht und zwar' auf i l??;50 gellte mittag schon fest und etwa 100), konnten ihren letzten Kurs von 85 ! (83,50) gut behaupten. । dem Redner und schloß die Versammlung mit Heil Hitler! + Lauter, 28. Jan. Hier wurde einer unserer ältesten Mitbürger, Förster i. R. Tröller, Z u Grabe getragen. Der Verstorbene stand im 82. Lebensjahre. Nachdem er Militär- und Polizeidienste getan hatte, kam er als Förster nach Rudingshain und Weickartshain. 1921 trat er in den Ruhestand und siedelte nach Lauter über. Die Beamten des Forstamts Laubach ehrten ihn als pflichttreuen Beamten und legten einen Kranz nieder. Ortsgruppenleiter Lind (Grünberg) legte im Namen der NSDAP., der der Verstorbene angehörte, einen Kranz nieder. — In dieser Woche können zwei unserer ältesten Einwohner ihren Geburtstag feiern. Am heutigen Montag, 28. Januar, feierte die älteste Einwohnerin Elisabeth Schmidt in körperlicher und geistiger Frische ihren 86. Geburtstag. Seinen 83. Geburtstag feiert am 30. Fanuar Hch. Feldmann. Der Jubilar freut sich sehr, daß die Machtübernahme durch unseren Füh- D Weickartshain, 26. Jan. Gestern abend and im hiesigen Schulsaal eine Bauernoer- ammlung unter Leitung des Ortsbauemführers B i n g m a n n statt. Der Redner des Abends, Zandwirtschafts - Referendar Dietz (Orünber^), prarf) über die Durchführung der Erzeugungs- fchlacht und betonte, daß der Bauer alles varan- setzen und einen noch höheren Gewinn seiner Erzeugnisse herbeiführen müsse, um Deutschland von dem Ausland unabhängig zu machen. In der Hauptsache müsse noch Brotgetreide, Fett, Faser- und Wollstoffe, sowie Flachs in größeren Mengen angebaut werden. In einer anschließenden regen Aussprache kam er u. a. auf die Einrichtung und Ausnutzung des Silo sowie auf die Genossenschaften ZU sprechen. Ortsbauernsührer Bingmann dankte . * Lang-Göns, 28. Jan. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht hielt in einer sehr gut besuchten Bauernversammlung D r. H o'r n (Gießen) einen interessanten und lehrreichen Vortrag über „Die Fütterung unserer Haustiere". Im besonderen sprach er dabei über die Aufzucht der Jungtiere, gab Auskunft über die Futtermittel, die Einfuhr und die Erzeugung in Deutschland. Er fand reichen Beifall. Im Anschluß fand eine Besprechung über die geplante Ueberführung der Schäfereigesellschaft in die Gemeinde, bei der auch Kreis- bauernfübrer Dörr schuck das Wort ergriff, statt Ein »entsprechender Beschluß wurde noch nicht gefaßt. s*1“«* «Ä- tictiluSf. Mittag- beirff 29-1 «W ZS 4% desgl. Serie 11 ’........... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vi%8iumän.oereinf).$Renteb.l9i3 4% Rumänische vercinh. Rente .. 214% Anatolier .......... Hamburg-Ämerika-Pake: .... o Hamburg-Südam. Dampfschiff I o Hansa-Dampfschiff......... 0 Norddeutscher Lloyd ........’ o A-G. für Verkehrswesen Slkt. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privol-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft............... 0 Dresdner Bank............ ' 0 Reichsbank .....•••.•••...*"12 ALS.................. 0 Bekuka....................J Licht und Kraft ..... 6 Reiten & Guilleaume......... 0 Unternehmung. 5 Rh-'inische tfletaüiffc.....H 5 Schuckert & Go........... ' 6 Siemens« Halske.III.IUI'" 7 LahmeyerLLo............I*10 Buderus ........... 0 Deutsche Erdöl ..........4 Gelsenkirchener............... Harpener .................. 0 ■©oefrf) Eisen—Köln-Neuesseu . I 0 Alse Bergbau ........... g vW Bergbau Genüsse........ 6 Älödnenuerfe ................ Mannesmann-Röhrea »••••••• 0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter dcn Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befch ,offenen Dividende 29.9 Schweizer Roten. — Spanische Noten. 165 ' Lrtaarijche Rota» Schluß« kurz 28.1 _________Serlin, 29.Januar Amertlamiaie Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ............... Englische Roten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............* Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten ........;.... Schwedische Noten.. ........ an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. 2)7. Schultheis Patzenhofer .......0 Situ (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ...............o Lellstoff Waldhof ............o Zellstoff Aschaffenburg .......0 Destauer GaS .......... 7 Daimler Motoren ............ v Deutsche Linoleum ........... v Ctenftein & Koppel..........0 Leonhard Tietz ..............0 Ebade......................10 Arrumulaloren-Fabrik........0 SontMhmmi ..... 0 Grttzner................ 01 90 q 1 E?KKtra2t^’et,e Höchst 2.M.... 4 89 5 Süddeutsch« Zucker e| 153 \ _________ bärse Frankfurt a. M. Serfln Schluß- kurü Schluß!. Abendbörse Schluß» kurs Gchlußk. Mittag» börse Datum 28.1 | 29.1 28.1 I 29.L Mansfelder Bergbau ......... 0 Kokswerke.................. 0 Bhontx Bergbau......... 0 Rheinische Braunkohlen .....10 Nheinstahl.................. y Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben.»......5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3. ®. Farben-Znoustrte.......7 ScheideanfkaU.......... 9 Goldschmidt ................ 0 Rütgerswerke...............0 Metallgesellschaft.............0 93.25 56.5 216.25 92-75 47.5 12.4 110 142-4 207 93-13 100.25 92-75 93 58 216.75 95-5 48.13 12-9 113 114-25 142-75 206.75 100.75 93.5 93.5 102.5 56-75 216-5 93.5 47-25 1225 113 111 153.75 142-4 93.13 100-5 93,5 92.75 103-5 57-65 215.5 95.25 47.9 12-75 112.25 113.75 153 142 94-65 101.75 94 28.Januar 29-Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 M2rief Geld ! Brief 0.628 0 632 0.628 0 632 58.99 58.17 58-29 58.17 0-194 0-196 0.194 0.196 3-047 3.053 3.047 3-053 54-70 54-80 54.63 54.73 81.38 12.265 5-412 16.45 168.70 21.34 0713 5.661 61.61 49-05 11.13 63-20 80.88 34-08 10.42 81.22 81.38 81-22 12-25 5-41 16.41 168.36 21-30 0-713 5-649 61.57 48-95 11-12 63-16 80.72 34-04 10-40 12-28 5.42 16.45 168.70 21-34 0.715 5.661 61.69 49-95 11-14 63.28 80-88 34.10 10.42 12 235 5.402 16.41 168.36 21.30 0 711 5.649 61.49 48.95 11.11 63.08 80.72 34.02 10.40 2.537 1 2.543 2.515 2.521 6% Deutsche RetchSankethe v. 1927 6% efiem.7% Dt. ReichSank. v. 1929 £14% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Slnk.-Ablös.-Schuld mit . iüuslos.-Rechten ......... 99 100.9 114-13 99-25 96 99 114.25 96 96 995 100 97 97 104.5 1-25 8.15 7.9 8 10.5 6 99-25 101-5 113-75 995 96 98-5 114.9 96.25 96.25 99-25 99.5 97 97 104.5 1.2 8.3 8.25 8 10-5 8 99 101 113-7 99.25 96 114.25 96 100 97 97 104-5 28 1.25 8.05 8 10.75 99.13 101-75 113.7 99,25 96 114.65 96-5 99-75 97 97 104-5 28.5 8.35 8.3 10-85 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... «% eljem 8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12...... 6V-% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui.. Oberhessen Provinz-Ankelhe mit Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammekabl. An- leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 S% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 W/o ehem. 4H% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Bsandbriefe....... W/o ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.^okdpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 SteuerguiM. Verrechnungskurs 4% Oesterretchische Goldrente. 4,20% Oesterretchische Silberrente *% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 414% desgl. von 1913 . .. 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anletbe Serie I..................... 4.75 4.75 — _ 6.75 6-75 — 7-15 4.3 4-3 4.25 4-3 35.75 35.5 35.9 358 29-65 1 30-5 29-65 1 30.25 — 1 —' 25 25-25 ——— 31.75 32.5 31.4 I 32.5 86 87 5 85 65 ! 87 75 H79 — 107.5 108-5 78-25 79.5 77.75 79 79.75 80.5 79 75 80.5 80.75 81.5 80-75 81-5 161-25 163 ISO 5 163 30.4 31.4 30 31 140-5 141 25 140.75 141.5 105-5 105-5 106 105.75 117-9 118.65 118-5 118-5 85 84.5 84 84.25 114.5 115 25 115.4 116-4 110.25 112-25 111 112 99-25 101-5 99.25 100.75 142.75 143 25 143 143.25 120.5 — 120.9 121-25 92.25 i 92-13 92.4 92.4 ,104! 103.25 103.75 103-5 71.75 | 73 71.9 72.9 100.25, 100 75 100.75 100-75 — — 85-5 87-25 —— ' — 150.5 — 124-5 , 123-5 124 123.5 85 1 86.9 85-25 36-9 79-25 1 80.25 79.4 1 80-13