8 u> 9 & 3 Z % -8 V •ä y, ; •c ': o v »» ai' n vT U 3 n' 3 ^° :s»S • 0? ^?ö @O>' • 5.3 .*** e : 3« *?! .' 3 2 er® n !8h **0 »n3 :*ß3 ”<8 V -73 3 -a- h« 2?^ 5 r 3 O* 5®* « 5« o 2.2 3dfl ?:$ si 5 ft? • D 2. "ft >» 2? » !?5 »n: n i ■’H» Mz fsH 'P "S P 3 5 «"? Ä? * j |b zll M. 253 Erstes Natt 185. Jahrgang Dienstag, 29. Oktober 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richtens Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Uulverfitäts-Vuch- und §teindruckerei R.Lange ln Gießen. Zchrlftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das neue München im neuen Reich. Die Hauptstadt der Bewegung im Schmuck des neugestalteten Königsplatzes. Das Richtfest der großen Parieibauten am 3. November. I M ZWW München. 28. Okt. (DNB.) Der Führer hat München zur Haupt st a d t der Bewegung erklärt, er hat München auch die führende Rollo in der deutschen Kun st zugewiesen und durch diese doppelte Eigenschaft ist die ganze Entwicklung Münchens in der letzten Zeit entscheidend bestimmt gewesen. Vor vier Monaten konnte das Richtfest des „Hauses der deutschen Kun st" begangen werden, das nach dem Willen des Führers ein zentraler, repräsentativer Sammelpunkt deutschen Kunstschaffens sein wird. Nun ist mit dem 3. November der Tag gekommen, an dem am neu- gestalteten Königsplatz das Richtfest der großen Parteibnuten gefeiert werden kann. Es wird — zusammen mit der Eröffnung der großen Ludwigsbrücke und mit dem Richtfest des dank der Initiative des Führers aus dem Schutt des Glaspalastbrandes neuerstandenen Alten Botanischen Gartens — den 3. November 1935 zu einem Tag von größter Bedeutung in der Baugeschichte Münchens machen. Die Aeugestaltung des Königsplahes. Schon seit den Tagen seines Schöpfers Ludwigs I. war der K ö n i g s p l a tz in seiner klassischen Schönheit, die ihn zu den monumentalsten Platzanlagen ganz Europas gesellt, der besondere Stolz Münchens. Nun hat dieser herrliche Platz, von dessen Bauwerken eine wahrhaft weihevolle Stimmung ousströmt, eine Neugestaltung erfahren, die ihn zu der edelsten Kundgebungsstätte in der Hauptstadt der Bewegung macht. Ein Belag aus mächtigen Gr-nitplatten faßt den ganzen Platz zu einer Einheit zusammen. Auf der Ostseite ragen zwei mächtige Fahnenmasten von Stahl gen Himmel und 33 Meter über dem Platz entfalten die Adler der Hoheitszeichen ihre Schwingen. 18 in Eisen gegossene Lichtträger flankieren den Platz und geben lhm auch bei Nacht den Eindruck des riesigen Raumes. Eine große Lautsprecher- und Mikrophonanlage sorgt für einwandfreie Wiedergabe des gesprochenen Wortes über den ganzen Platz samt den anschließenden Straßenteilen. Die klassizistischen Fassaden der Glyptothek und der Staatsgalerie haben ein neues Gewand erhalten Gegenüber den Propyläen erheben sich — ewige Zeugen heldischer Opfertreue — d l e E h r e n- t e m p e l für die Werke jener Männer, die am 9. November 1923 ihr Leben zum Opfer brachten. Aus einem Sockel aus Muschelkalk streben 20 Pfeiler 7 Meter hoch empor und tragen einen freigespannten, aus Eisen und Beton konstruierten Beckenkranz. Auf Steinschwellen kommen die in Eisen gegossenen Sarkophage zu stehen, die die sterblichen Ueber- reste der 16 Toten des 9. November aufnehmen. 3n engstem Zusammenhang mit der vom Führer mit dem größten Interesse verfolgten Neugestaltung des Königsplatzes stehen die gewaltigen Führer- und Verwaltungsbautender NSDAP., die nach dem Willen des Führers Bauwerke werden sollten, die noch nach Generationen einen neuen Bauwillen dokumentieren. In der Tat sind diese in noch nicht 2% Jahren geschaffenen Parteibauten nicht nur ein symbolischer Ausdruck der Kraft und Größe der nationalsozialistischen Bewegung, sondern auch Zeugen edelster Baugesinnung und eines baulichen Kunstschaffens, wie sie München Jett den Ludovizianischen Zeiten nicht mehr erlebt hat. DerFuhrerbau, der sich in seiner Formgebung und seinem Baustoff ebenso wie der Verwaltungsbau harmonisch den Bauten des Königsplatzes anpaßt, enthält m feinem ersten Stockwerk den 700 Personen fassenden für feierliche Akte der Bewegung bestimmten Kon - greßsaal, in dem sich vor den 40 Senatssitzen im Halbrund ansteigend die Sitzreihen aufbauen. Für die riesigen Wandflächen des Kongr^saales sind nach einer Idee des Führers große Gobe- l i n s m i t D a r st e l l u n g d e r G e s ch i ch t e d e r Bewegung gedacht. Den Zugang zum Kongretzsaal vermitteln großangelegte Aufgänge in den beiden Treppenhallen beiderseits des Kongreßsaales. Die Treppenhallen sind in den zwei Hauptgeschossen durch offene Wandelhallen verbunden. Außer den Wandelhallen und RepräseiUa- tionsräumen im Hauptgeschoß liegen in den Geschossen an allen Punkten A r b e i t s r ä u m e. Im Untergeschoß ist ein Restaurant für etwa 400 Sitze samt allen dazu gehörigen Nebenräumen vorgesehen. Im Keller gelangte ein vorbildlicher Luftschutzraum zur Ausführung. Der Verwallungsbau, der in seinem Aeußern dem Führerbau gleicht, baut sich auch im Innern auf derselben Maßeinheit und Harmonie auf. Die repräsentativen Räume sind beim Verwaltungsbau zugunsten der Arbeitsräume eingeschränkt. Zwischen den beiden Treppenhallen liegen Schranksäle in zwei Geschossen, darüber eine Bibliothek. Den Hauptbestandteil dieses Baues bildet die Kartothek der Partei, für die etwa 250 Panzerschränke bestimmt sind. Die Monumentalbauten werden selbstverständlich alle Einrichtungen moderner Hygiene und technischer Hilfsmittel erhalten, wenn auch die Technik m diesen in den edelsten Formen gestalteten Kulturbauten nur unsichtbarer Diener bleiben soll. Als einzigen plastischen Schmuck werden die in hellem Donaukalkstein aufgeführten Parteibauten die in Bronce gegossenen Hoheitszeichen tragen. Die technischen Einrichtungen. Die beiden Bauten — in ihrer Monumentalität gleichermaßen Sinnbild der nationalsozialistischen Bewegung wie der deutschen Kunst — haben je einen umbauten Raum von 100 000 Kubikmeter und sind durch einen Doppelkanal von 105 Meter Länge miteinander verbunden, nämlich einen Gehtunnel, der dem Verkehr von Haus zu Haus dient, und einem Rohrkanal für alle Heiz-, Licht-, Kraft-, Telephon- und Meldeleitungen. Eine eigene Zentrale wird der Versorgung der Bauten mit Heizung, Warmwasser, Lichtund Kraft dienen, und der Flügelbau, der diese Zentrale aufnimmt, wird auch ein eigenes Scherl-Bil dma temdienst Postamt, die Telephonzentrale, Büroräume, Dienstwohnungen usw. enthalten. So ist auf der Grundlage der von Prof. T r o o st hinterlassenen Pläne und Modelle unter Führung seines langjährigen Mitarbeiters Architekt Prof. Gall ein gewaltiges Wert entstanden. Es gibt München einen Versammlungsplatz, wie ihn in dieser erhabenen Schönheit und Größe nur wenige Städte der Welt besitzen. Es schafft zugleich der nationalsozialistischen Bewegung jene repräsentativen Führerbauten, die ihrer Bedeutung würdig sind. Das Werk gibt München ein neues Gesicht und läßt mit vollem Recht von einem neuen München im neuen Deutschland sprechen. Als großartige, von edelstem Geist erfüllte Bauschöpfung gereicht dieses Werk München zur Zierde, Stolz und Ehre. Es ist aber auch ein edles Symbol der Gestaltungskraft und des Kulturwillens des von Adolf Hitler geführten nationalsozialistischen Deutschland. Großer Abend der Reichskulturkammer am Samstag, dem 2.November im Opernhaus in Frankfurt a. M. Der Abend beginnt nicht, wie in Presse uni Rundfunk bekanntgegeben, um 21 Uhr, sondern bo>. reite pünktlich um 20 Uhr. Alleinige Vorverkaufsstelle für den ganzen (Bau: Frankfurt a. Ul., Buchgasse 11 (Reichskammer der bildenden Künste), Telephon 29 891. Proletariat und ftaffe. Italien ist durch den Widerstand, den die auswärtige Politik des faschistischen Regimes gefunden hat, in eine starke innere Bewegung der Geister getreten, die sich in den letzten öffentlichen Kundgebungen Mussolinis interessant wiederspiegelt. Schon vor einiger Zeit hat er Italien als den „großen Proletarier" unter den Völkern bezeichnet, damit aber zunächst wohl nur schlaßwortartig darauf Hinweisen wollen, daß es als Übervölkertes, auf die Rohstoffe anderer Länder angewiesenes und in der früheren Verteilung der Welt benachteiligtes Land die Rolle eines Aschenbrödels unter den Nationen spielen muß, von denen ihm viele unter dem Gesichtspunkte historischer und kultureller Geltung eigentlich nachstehen müßten. Seinen Krieg in Afrika führt ja Italien hauptsächlich unter Berufung auf diesen Umstand, indem es sich so als Führer eines dynamischen Gesetzes der internationalen Politik gegen die Kräfte der konservativen Beharrung, der Verteidigung des heutigen Besitzstandes und der Statik veralteter Verträge bekennt. Gerade diese Rechtfertigung seines Vorgehens gegen Abessinien hat in der Welt viel Verständnis gefunden, sogar in England, dessen Stellung am meisten durch diese revolutionäre Theorie bedroht wird. Wie einst der Sozialismus als Bewegung zugunsten des vierten Standes tief in die Anschauungen des Bürgertums hineingriff, so scheinen wir jetzt in der internationalen Politik in eine Epoche zu kommen in der das Wort von den „Proletariern unter den Völkern" eine Rolle zu spielen berufen ist. In einer Rede, die der Duce an Bauernver- t r e i tu n g e n aus ganz Italien gerichtet hat, erweiterte er den Begriff von Italien als einem proletarischen Staat auch auf das Gebiet der inneren Politik. Dies ist ein neuer Akzent in der Entwicklung des italienischen Faschismus, der bisher das soziale revolutionäre Element, das in seinen Ursprüngen zweifellos auch enthalten war, eher zurückzudrängen, als voranzustellen geneigt war. Es ist also sehr bedeutungsvoll, daß Mussolini in einer entscheidenden Stunde, die das von ihm geschaffene Regime zu durchlaufen hat, die Z e r - störung des „plutokratischen Staates" als Ziel proklamiert und daß er den afrikanischen Krieg als einen Weg zu diesem Ziele bezeichnet. Die innerpolitiscben Beweggründe, die ihn zu dieser überraschenden Formulierung veranlaßten, kann man nur vermuten. Sie werden nach der positiven Seite darin zu finden sein, daß er durch die Generalmobilisierung des ganzen Volkes, durch die unabsehbaren Opfer, die der Krieg selbst, aber auch die wirtschaftlichen Sanktionen gerade den breiten Massen auferlegen werden, in erster Linie auf die Kraft und den Willen dieser Schichten zum Durchhalten angewiesen ist, wenn er nicht durch inneren „Defaitismus" gezwungen werden will, auf halbem Wege umzukehren. Nur wenn dem italienischen Bauern und Arbeiter glaubhaft gemacht werden kann, daß er nicht f ü r eine imperialistische Idee oder gar zum Nutzen einer aus dem Kriege gewinnenden Oberschicht nach Afrika zu gehen oder zu Hause zu hungern hat, daß sich vielmehr mit einem Siege Italiens gegen seine äußeren Feinde auch sein eigener Sieg im Staate selbst verbindet, wird Mussolini auf die Zähigkeit des ganzen Volkes rechnen können, die er bei feinem kühnen Unternehmen vorausgesetzt hat, obwohl sie nicht zu den hervorragendsten Eigenschaften des italienischen Volkscharakters gehört. Nach der negativen Seite mög^n bei der neuen Parole Erfahrungen der Gegenwart mitgespielt haben, die zeigten, daß die Wirkung der internationalen Widerstände, auf die Italien gestoßen ist, in den Kreisen des Bürgertums und des Besitzes stärker gewesen ist, als in der großen vom Faschismus teilweise leidenschaftlich erfaßten Masse des Volkes. Besonders wenn dies letztere richtig ist, so würde daraus heroorgehen, daß es dem Faschismus nicht gelungen ist, die volle geistige Einheit des Volkes in seiner Lehre zu verwirklichen. Ob die neue Prägung des Begriffs Proletariat dazu der richtige Weg ist, scheint uns von unserem deutschen Standpunkte aus zweifelhaft zu sein. Der Nationalsozialismus hat von Anfang an jede Scheidung des Volkes nach sozialen, berufs- und klassenmäßigen Gliederungen abgelehnt. So ist auch der Begriff des Proletariats, mit dem der Marxismus und die internationale Sozialdemokratie den Klassenkampf und die Zerstörung des Nationalstaats bestritt, aus dem deutschen politischen Sprachgebrauch und aus der Vorstellungswelt des deutschen Arbeiters verschwunden, denn das Band, das ihn an den nationalsozialistischen Staat bindet, ist nicht das der äußeren Lebenshaltung und der zufälligen so» zialen Stellung, sondern das der blut - und art* mäßigen Gemeinschaft. Gerade diesen höheren Begriff und Ursprung der Volksgemeinschaft hat der Faschismus bisher abgelehnt und ge- Die Feier des 9. November. Oie Toten des Opfergangs vom 9. November 1923 werden in die Ehrentempel am Königsplatz übergeführt. München, 27. Okt. n 14' ?lß ® e 5 • gegen den Angreifer selbsttätig unb schnell in Gang ? ' s ch P r t e i mit einem, bte <5 031a l« nofphf mor'n»n müHor* xaL |öemofraten mit 68 und die bäuerliche Linke, die Venstre, mit 28. Dazu tritt ein Abge« VI nnn Sam 1 i ft). ng Kleine politische Nachrichten. Reichsb^nkpräsident Dr. Schacht wird aus An- h6 des nationalen Spartages am heutigen Dienstag, dem 29. Oktober, 19.45 Uhr bis 20 Ehr über alle deutschen Sender sprechen. dig um den 16. Oktober herum in Ko- bürg abzuhalten. Auf der Tagung des Akademischen Turnbundes, die am Sonntag in Berlin statfand, wurde die Auflösung des ATB. bekannt gegeben. In Würzburg fand am Sonntag eine Tagung des Kartellverbandes farbentragender katholischer Studentenverbindungen statt, auf der die A u f l ö s u n g d e s Aktivenverbandes beschlossen wurde. Auflösung oder Nichtauflösung der einzelnen Verbindungen bleibt diesen s e l b st überlassen. ©er Chaco-Krieg beendet. Eine feierliche Erklärung der Friedens konferenz. -M ä<5 -- ffofter. verboten!) °ber 1935 knbetrieb j, "den: in i dem alte, 'enoem 3^., H der bauen Segen Höahtions. , 4bgeoröneii D°n fei Mehrheit 5 ofition stehen l,e sind nitfe n aus einen ition bei >en, bie bet r Führer bet >atte ben ven des nächsten ie 1929 unb i Zum Fülle, ms der parlü. lefunben. Die >gt mit zehn 'äuerliche hrem Führet )iese Aerluste ist die Frage T snicht dach f, der einen ierung allzu aus posaunt ihren; es- L / n düch a rnistenck National' ie Recht;- ie Bolls- Den mitA, aten in and- >ie Schles- e Sozial- läuerlichi ütt ein Abgi- n 11. Novern- >ach noch bei bas Auslaß , bie Laub- bemegun! enossenschast» irb wieder nui lern des N mlienborg n aufenben ib[! nicht von ui» Leerlauf bii illen aller bi- Vorlagen bü erer Zahl11 iqen Stimm’-1 im FalkeA Handel abg-- ß auf der 0 bie Annahs wpelung ob« Teile 3U,;r‘ irtfchaft M sich ihre wir i Ertrags bringend!^ immer * Parteien e die SaiJ ß, der M ° führte. * ,-S«Z ter das W der s 1 ch' ler®w 'N A elfte.811,1 ' ie es. JJ’ij it R.teH .‘W »lös rd was men rl£ den o^briti, ytott r ±ur Par a 5Q9en o, u'" «dtjen । u/diiql Buenos Aires, 29. Oft. (DNB. Funkspruch). 5>ie Friedenskonferenz von Buenos Aires hat am Lllontagabend in feierlicher Form eine amtliche Er- llärunq herausqegeben, wonach der Krregs- s ust a n d zwischen Bolivien und Paraguay b ee n- h e t set. Diese Erklärung ist von sämtlichen Vertretern der Vermittlungsmächte und der beiden bis- ber kriegführenden Staaten unterzeichnet. Der Vertreter Chiles, N i e t o del Rio, teilte der Preße mit, daß es sich bei dieser Friedenserklarung keineswegs um einen lediglich formalen Akt handele, Indern daß damit der ganzen Welt die B e e n d l- cung des Chaco-Krieges an gezeigt werde. Eine weitere Erklärung der Friedenskonfe- lsnz besagt, daß, nachdem nunmehr die militärische Seite des Streitfalles erledigt sei, die Konferenz strtfahren werde, die eigentlichen Strelt- ; unkte zwischen Bolivien und Paraguay zu pru- j*n. Sie sei überzeugt, daß die Lage einer endgul- tgen Lösung aller schwebenden Streitfragen gun- 1-ifl sei. strecke Schladen—Börßum der Bahndamm in einer Länge von 100 Metern weggeschwemmt, so daß die Gleise in der Luft schweben. Ebenso wurde der Bahndamm auf der Strecke Börßum—Hornburg auf einer Länge von 100 Meter weggeschwemmt. Wiesen und Aecker wurden zum Teil überschwemmt. Ls schneit in den bayrischen Bergen. Aus den bayerischen Bergen werden weitere Schneefalle gemeldet. 'Am Nebelhornhaus im Allgäu wurden am Montag früh 60 Zentimeter Schneehöhe gemessen. Es schneit weiter. Furchtbares Grubenunglück in Japan. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich in Fukuoka (Japan). Bisher sind 5 9 Tote und 15 Verletzte geborgen worden. Im Bergwerk befinden sich noch weitere 67 Bergleute. Es besteht nicht mehr die Hoffnung, sie lebend zu bergen. Das Unglück ist infolge schlagender Wetter entstanden. Großer Erfolg der Welt-Jugend-Sendung in England. Die große internationale Rundfunkveranstaltung „Jugend singt über die Grenze n", deren Organisation in deutschen Händen lag, hat i n England einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die englischen Rundfunkhörer konnten die Lieder der Jugend von allen großen Sendern der Welt hören. Der Empfang war durchweg sehr befriedigend. Die „Times" sagt: Jugend singt über die Grenzen, die kühnste internationale Rundfunkveranstaltung, die jemals versucht worden ist, hatte einen großen Erfolg. — Der „Star" schreibt in einem Leitaufsatz: Die Veranstaltung war eine. wundervolle Demonstration der Organisation und Zusammenarbeit. Ein Ostpreuhe feiert feinen 110. Geburtstag. Im Altersheim in Neidenburg (Ostpr.) wurde der 110. Geburtstag eines Insassen gefeiert. Dem seltenen Geburtstagskinde namens Friedrich Sadowski war bereits am Vorabend vom Reichssender Königsberg im Rahmen der Uebertragung „Lieber Volksgenosse" ein herzlicher Glückwunsch übermittelt worden. Am Geburtstagsoormittag überbrachten der Landrat, der Bürgermeister, der Kreisleiter des Bundes Deutscher Osten und Vertreterinnen der NS.-Frauenschaft dem Jubilar ihre Glückwünsche und Geburtstagsgaben. Vorher hatte Sadowski den Gottesdienst besucht. Dabei hatte ihm die katholische Gemeinde ebenfalls eine Ehrung zuteil werden lassen und ihm einen Blumenstrauß überreicht. Zahlreiche Glückwünsche waren auch aus den verschiedensten Teilen des Reiches eingelaufen. Durch die vielen Aufmerksamkeiten war der Jubilar sichtlich gerührt und erfreut. Der Schachwettkampf Aljechin — Euwe. Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generaloberst von Blomberg hat nachstehendes Glückwunschtelegramm an Reichs- tt i n i ft e r Dr. Goebbels gerichtet: „Z u hrem Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichst en Glückwünsche aus. Dankbar cedenke ich dabei unserer vertrauensvollen Zusammenarbeit und Ihrer fördernden An- t-ilnahme an dem Neuaufbau der Wehrmacht." Nachdem das NSKK. zum Erinnerungstag an ten ersten Sieg der Bewegung im Oktober 1922 leim „Deutschen lag“ in Koburg tn eine Man- tcre persönliche Beziehung getreten ist, hat Korps- fuhrer Hühnlein die Absicht den lahrlrchen Führerappell des NSKK. künftig flau- Im Schachwettkampf um die Welt- m e i st e r s ch a f t zwischen Aljechin und E u w e wurde im Haag die elfte Partie gespielt. Aljechin hatte die weißen Steine; die Eröffnung war em Damenaambit. Die Partie wurde von beiden Seiten aut und vorsichtig behandelt und endete nach 30 Züaen remis. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 5, Euwe 3, remis 3. Die nächste Partie wird in Amsterdam gespielt. Schweres Kraftwagenunglück in der Danziger Niederung. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen fuhr bei der Ortschaft Bohnsack im Kreise Danziger Niederung mit großer Geschwindigkeit gegen einen Kilometerstein und unmittelbar darauf gegen einen Chausseebaum. Dabei wurden der 49jährige Werkmeister und Fahrlehrer Otto Lukowski aus Dan-iia und seine Ehefrau getötet, wahrend die beides anderen Insassen der Bürovorsteher Georg Lange und der Handelsvertreter Adolf K a e s e - l e r aus Danzig, außerordentlich schwere Verls tz u » g ea daoongetragen haben. Aus aller Wett. furchtbarer Wirbelsturm über Haiti. 2000 Tote? Wie Reuter aus port-au-prince (Haiti) berichtet, ist der südöstliche Teil von Haiti von einem verheerenden Wirbelfturm heimgesucht worden, dem 2 000 Menschenleben zum Opfer gefallen sein sollen. Weitere 3000 Personen sind obdachlos. Die Gröhe des Sachschadens und das Ausmaß des Vernichtungswerkes an der Ernte ist noch nicht bekannt. Die Regierung von Haiti hat umgehend Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet. * Verheerende Folgen der Unwetterkatastrophe in Japan. In Tokio wurden die ersten amtlichen Berichte über die Folgen der Unwetterkatastrophe bekanntgegeben, die sich am Sonntag in Japan ereignete. In Tokio stehen danach 31577 Häuser unter Wasser, in Nagoja 15000. In dem Dorf Tazuda wurden durch einen Erdrutsch 30 Menschen lebend begraben. Hochwasser im Odergebiet und im harz. Durch den wieder verstärkten nordwestlichen Stauwind stieg wieder der Wasserspiegel im Odergebiet. Das Wasser stieg in der Stunde um zwei Zentimeter und erreichte einen Pegelstand von 1,32 Meter (65 Zentimeter über Mittelstand). Wegen der neuen Hochwassergefahr wurde Technische Nothilfe im Möllner-Revier zum Einsatz bereitgestellt. Im Dorbruch überwachte der Arbeitsdienst wieder laufend die Deichanlagen und dichtete die immer wieder auftretenden Undichtigkeiten. Die Kreisführung Groß-Stettin des WHW. hat eine großzügige Hilfsaktion für die Hochwassergeschädigten eingeleitet, die zum größten Teil in Massenquartieren untergebracht sind und von der NSV. verpflegt werden. ♦ Die schnelle Schneeschmelze und die starken Regengüsse im Harz haben ein starkes An st eigen der Flüsse zur Folge gehabt. Durch das Hochwasser der Oker und der Ilse wurde auf der Reichsbahn- $rift zurückgeworfen! Hier in der Grenzmark hat das Deutschtum seinen seit 19 20 größten Wahlerfolg ^fochten! Geschlossen ist es unter nationalsozialisti- jljer Führung in den Wahlkampf gezogen. In einer Rundfunkrede hatte Hofbesitzer Deichgräber, reben Pastor Schmidt der Hauptkandidat auf der fielen Liste der „Schleswigschen Partei", ausgerufen: Mir müssen unser Schicksal in die eigene Hand lehrnen." Unter diesem Kampfruf sicherte sich das Deutschtum Nordschleswigs mit 12 618 Stimmen tud) im neuen dänischen Reichstag seine Vertretung, -ie Stimmenzunahme beträgt 2761 gegen das ij-jMal; 1920 waren es nur 7505. Neben den Deutschen haben diedänischenNa- ionalsozialisten aekämpft. Wegen der ver- wickten Verteilung der sogenannten Zusatzmandate um Folketing ist es ihnen dieses Mal noch nicht ;elungen, ihren Spitzenkandidaten, Pastor M a l - i n g, und den Führer ihrer Bewegung, Dr. Haufen, durchzubringen. Dennoch ist ihr Er- ilg mit 16 212 über das Land verteilten Stimmen beachtlich; denn sie nahmen, außer in Nord- Schleswig nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten um ersten Mal am Wahlkampf teil. Staatsminister S t a u n i n g hat dem König iber den Wahltag, der in Ruhe und ohne allzu ^roße Erhitzung verlaufen ist, Bericht erstattet. In iierzehn Tagen wird das neue Kabinett ge- ildet. Es ist möglich, daß dieser oder jener Minier einem neuen Mann Platz macht. So gut wie -cher ist das Ausscheiden des Justizministers Zahle, essen angegriffene Gesundheit schon seit längerer 1 eit als Grund dafür angegeben wird. Am Kurs es Kabinetts aber wird sich nichts ändern. Weder men» noch außenpolitisch. Zum Ende des Jahres iuft das Gesetz über die Dalutazentrale ab. Sie it die Waffe der Regierung in ihren wirtschaft- chen Auseinandersetzungen mit dem Auslande. So- iel die Opposition auch Sturm gegen ihre rück- ^chtslose Anwendung gelaufen ist, so hat sie doch richts Besseres für sie vorschlagen können, solange iie freie Weltwirtschaft in Fesseln liegt. Bei den Verhandlungen über die Valutazentrale wird sich zum ersten Male das künftige Spiel der Kräfte im neuen Parlament abzeichnen. Der Füh- isr der Konservativen hat zwar erklärt, daß selbst- wrständlich aus dem Ergebnis der Wahl politische Folgerungen gezogen werden müßten. Einige wol- i n 'wissen, er habe damit sagen wollen, daß die jaltung der Opposition im Landsting sich ändern verde.'Darin müssen Zweifel gesetzt werden. Denn m Landsting sitzen die schärfsten polittschen und persönlichen Gegner des Staatsministers. Darum »irb kaum viel Zeit vergehen, bis der Kampf um ia3 Schicksal dieser zweiten Kammer des Reichs- «ges und ihre Ersetzung durch eine Körperschaft nur beratender Natur aufs Neue ausbrechen wird, van werden es freilich andere Faktoren fein, die tiit entscheiden, als die, welche jetzt dem Staats- tiinifter und seinem Außenminister zu einem bil- iqen Siege in krisenhafter Zeit verhalfen haben, vas Neue braucht Zeit zum Reifen; mit fremden Naßstäben können die Entwicklungen im skandi- - Eschen Norden nur schwer gemessen werden. Niese Partei ist in früheren Jahren die große Geien pielerin der Konservativen auf dem Lande gewesen. Noch 1926 stellte sie das Kabinett Madsen- N y g d a l. Schon drei Jahre später indessen riurde dieses bäuerliche Kabinett vom jetzigen so- , aldemokratisch-demokratischen abgelöst. Noch 1929 Ititte die Partei rund 492 000 Wähler, nur 100 000 weniger als die Sozialdemokratie; 1932 waren es mr noch 381000 und jetzt sind es noch 292 000 Datei ist allerdings zu berücksichtigen, daß fast 53 000 jur neu gegründeten Freien Dolkspartei ubergegan- cen sind, hinter der sich die unzufriedenen Scharen ter LS. gesammelt yaben. Der Rest der verlore- ien Wähler ist zur Sozialdemokratie und zu den Ütationalsozialisten gegangen. Geht man die Parteien im einzelnen weiter durch, \i stößt man auf die Tatsache, daß die Radi- !alen auf dem Lande und tn der Stadt ihre Stellung überraschenderweise nicht nur gehalten, imdern noch gestärkt haben Die Rechts- ants partei, hinter der sich der Freihandel «er Städte verbirgt, hat dagegen feine Erfolge «ringen können. Dann fallt der Blick auf die Zu- rahme der kommunistischen Stimmen. Luch die Sendlings Moskaus haben nicht nur in Kopenhagen und besonders in Aarhus Wähler ein» «fangen, sondern auch in den ländlichen 2 istrikten. Allein Nordschleswig hat ihren An- m (Siebener Anzeiger werden von laufen Deo beachtet unb gelejea. IriMes Boies fitem. Saaltäfsto'onne (Biegen 21«! Montag, dem 4. November d.J., beginnt in unserem Devot, Sonnenstraße 2, ein neuer 62s4D Ausbilbungskursus in der ersten Hilfeleistung bei llnglüMallen. Es wäre erwünscht, daß sich viele Volksgenossen über 18 Jahre an dem Kursus beteiligten. Anmeldung bis zum Samstag, 2. November, im Devot, Sonnenstrabe 2. Der K°lonn°nfüdr°k k $ fniarfc^benje« ^Nachschubs Straße», oie man im neuer hiM 3(f)erl<) mittags 12,9 29. Dftober: d, Minimum 00 Tiefe am Woher: inar- ieinbauer-3,9 r: Santa Roman. 232 Dlart. Echild- Buch schildert uxuzdampser, erqruppe mit ungewöhnlich nöglid) nicht ' lesen. f)eni. Di/ hütete Nach Ws n KaufmM ’n, die beion- iss mit ihren hkeiten inm igelt. In dm tenkirchen ergänzen Zeil, die Zeitwende um die M- itetigkeit und iesem Roman iden deutschen Nr. 253 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Warum kochen Stauen nicht so gut wie Männer? Sechs Küchenchefs antworten auf eine delikate Frage. Unsere Berliner ^.^.-Mitarbeiterin ist einer Frage auf den Grund gegangen, deren Be- antwortuna vermutlich zahlreiche Leserinnen, vielleicht sogar auch manche Herren der Schöpfung interessieren wird. Das hier mit« geteilte Ergebnis einer Rundfrage unter Sachverständigen wird aroar allerlei Einwänden begegnen: die wesentlichsten davon hat aber wohl die Verfasserin selbst schon am Schluß des Artikels zufammengefaßt. Da ich selbst durch Neigung und Veranlagung eine gute Köchin bin bis zum Ueberdruß immer wieder das Wort gehört habe: „Wo gut gekocht wurde, hat stets ein Mann ge- k o ch t", beschloß ich, diesem Urteil auf den Grund zu gehen. Es müssen doch Tatsachen für die mangelhafte Eignung der Frau zur großen Küche anzuführen sein! Ich wußte, daß es in den großen Gaststätten und internationalen Küchen keine weiblichen Küchenmeister gibt. Und keine Frau wird bestreiten, daß man. dort neben den Genüssen auch Anregungen für die häusliche Küche erhält, die man nimmer vergißt. Ich sah also ein, daß ich es nur mit Männern zu tun haben würde und wandte mich daher zuerst an drei bekannte Feldherrn der Küche in Berlin und legte ihnen die unzweideutige Frage vor: Aus welchen Gründen eignet sich die Frau nach Ihrer Ansicht nicht zur Leitung einer großen Küche? Um nicht mit ganz leeren Händen dazustehen, hatte ich mir eine zweite Frage ausgedacht: Gibt es Spezialitäten in der Kochkunst, für die Frauen größere Eignung und größeres Geschick haben als Männer? Herr Fritz H ä r t i g , der weit über Berlin hinaus bekannte Küchenchef des Hotel Esplanade, erklärte liebenswürdig aber entschieden: „Eine Frau wird sich zur Leitung großer Küchen nicht eignen. Diese Aufgabe stellt die denkbar größten Anforderungen an körperliche und geistige Kräfte, denen eine Frau sicherlich nicht gewachsen wäre. In einer großen Küche, in der sehr oft unverhoffte, nicht vorgesehene Betriebsumstände eintreten, die schnelles Ueberlegen und Handeln verlangen, wird ein Mann diese mit Leichtigkeit bewältigen und sie überwinden Eine Frau hingegen würde, wenn solche plötzlichen Anforderungen an -sie herantreten, versagen. Ihre Tatkraft würde durch Hemmungen, die bekanntlich bei der Frau in stärkerem Maße vorhanden sind, als beim Mann, gelähmt und beeinträchtigt werden. Als Küchenleiter muß man auch eine schöpfe- 'rische Tätigkeit entfalten können, die einer Frau in solcher Stellung fehlen würde: eine Frau kann nur nachschöpferisch wirken. Unter den vielen bekannten und großen Werken über Gastronomie, Kochkunst und Küchentechnik befindet sich nicht eines, das von Frauenhand geschrieben wurde: alle kuli- inarisch bedeutenden Werke entstammen der schöpferischen Kraft von Männern. Die bekannten Kochbücher, die von Frauen zusammengestellt wurden, find meistens von andern Werken ab- oder umgeschrieben. Sie sind nicht wertlos für den Hausfrauenbedarf, indessen völlig bedeutungslos für die große Küche und vor allem für die Kunst des Kochens. Durch die Tatsache, daß nirgends eine Frau die Leitung einer großen Küche inne hat, ist ja eigentlich schon der Beweis erbracht, daß die Frau sich für eine solche Stellung nicht eignet." Nach diesem Wasserstrahl, an dessen Greifbarkeit wohl nicht zu zweifeln ist, bekam ich doch noch etwas Honig aufs Brot geschmiert. Allerdings nicht in dicker Auflage, sondern mit ganz dünnen „es joll", „allerdings" und „wenn": Es soll wohl in der Wiener Küche sogenannte Mehlspeisenköchinnen geben. Die- ser Posten wird dort besonders von Frauen ausgeführt. Auch in Schweden sind in der kalten Küche meistens Frauen beschäftigt, wozu sich diese allem Anschein nach gut eignen und bei ihnen auch das nötige Geschick vorhanden ist." Bei Herrn Georg Hahn, dem Küchenchef des Hotels Kaiserhof, erhoffte ich ein milderes Urteil zu erreichen. Das schöne und gediegene Haus, das schicksalhaft verbunden ist mit dem Sieg der nationalen Bewegung, hat naturgemäß nur' führende Männer von Ruf an der Spitze jedes Verwaltungszweiges. Herr Hahn antwortete ebenso knapp wie unmißverständlich: „Es gibt wohl große Frauen, die befähigt sind, auch Großes zu leisten. Aber niemals werden sie eine große Küche in einem großen Hotel führen können. Erstens haben sie nicht die feine Zunge und zweitens würden sie die Nerven verlieren. Eine deutsche Frau gehört an den häuslichen Herd, und dort kann sie durch richtige Kochweise und Ernährung den Grundstein legen für eine gesunde Familie. Die Arbeit in einer großen Küche darf man sich wahrlich nicht leicht vorstellen. Leider wissen das die Wenigsten. Darum hat wohl auch die Frau darauf verzichtet und verzichten müssen, als Köchin oder Küchenmeisterin in einem großen Hause zu arbeiten." Auch meine zweite Frage brachte eine glatte Ablehnung, die um so nachdenklicher stimmt' als diese Männer der großen Küche doch Lehrgang und Praxis haben, die sie in aller Herren Länder und in allen großen Küchen der Welt bringen: „Die Spezialitäten der Kochkunst werden st e t s von Köchen ausgeführt und sind auch in meinem sehr umfangreichen Erfahrungsgebiet von Frauen noch niemals übertroffen worden." Hatte ich- hier von zwei Vertretern der internationalen Hotelküche die Meinung gesagt bekommt, so wandte ich mich noch an Herrn Otto Walter, den Küchenmeister vom Peltzer-Grill. Die Welt der Feinschmecker weiß, was Peltzer und Horcher in Berlin bedeuten. Der machte es noch kürzer. Weltgewandt, wie die in alle Tunken der Erde getunkten Chefköche sind, sagte er ebenso verbindlich wie un- liebenswürdig: „Eine Frau hat zu wenig Ueberblick und zu wenig eigene Entschlußkraft und Führereigenschaft, um eine wirklich gute Küche zu leiten. Eine Frau kann wohl unter Leitung eines Chefs eine gute Köchin sein, aber niemals als Chefin Köchen vorstehen, da es für sie als Frau schwer sein dürfte, den Köchen gegenüber Macht und Ansehen zu wahren. Die unbedingte Voraussetzung für einen Chef der internationalen Küche, nämlich die planmäßige, nutzbringende und wirtschaftliche Verwertung sämtlicher Materialien, ist einer Frau nicht gegeben." Jetzt wußte ich, woran ich war, und als Pflaster auf die Wunde beantwortete Herr Walter meine zweite Frage genau wie sein Kollege: „Oesterreichische Mehlspeise n." So ungefähr, als wenn man sagt: „Der junge Meier ist zwar ein ganz netter Mensch, aber seine Eltern können nichts dazu." Es ist nun von besonderem Reiz, die Antwort der französischen Kollegen zu hören. Emile Ripert, der ebenso beliebte und beleibte Chef steht dem Meurice in Paris vor. Das ist ein Begriff. Die Feinschmecker aller fünf Weltteile gehen sozusagen zu einer Feierstunde dorthin, so wie Reisegesellschaften in das Grab des Tut-ench- Amon schreiten: Erwartungs- und andachtsvoll. Er schreibt: „Zwei Gründe sind maßgebend: Frauen sind keine Gourmets aus der einfachen Furcht heraus, korpulent zu werden. Ein guter Koch muß ein Dt.Goebbelsan Den Särgen Goethes und Schillers Am Tage des Beginns der „W oche des deutschen Buches" legte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels an den Särgen Goethes und Schillers in der Weimarer Fürftengruft Kränze für die Heroen der deutschen Dichtkunst nieder. (Presse-Illustration Hoffmann-M.) r ■ .> M-'. ......) * ji Dienstag, 29. Moder (935 . <<>■ Der Präsident der Reichstheaterkammer Ministerialrat Otto Laubinger, ist, wie wir schon ausführlich berichtet haben, nach längerem Leiden in Bad- Nauheim gestorben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) guter Probierer und mithin ein guter Esser sein. Dann sind sie zu individuell, um in großen Linien kochen zu können. Und wie sie geneigt sind, jede sachliche Frage zu einer persönlichen zu gestalten, so werden sie auch in unserer großen Kunst immer das am liebsten kochen, was sie selbst gern essen oder was sie im Kreis der Familie bevorzugen." Man sieht hier also den seltenen und erfreulichen Fall, daß Frankreich und Deutschland überein- stimmen. Georges Gimon, der Ches des Pariser Ritz, schreibt: „Man kann die Stellung eines Küchenchefs getrost mit der eines Abteilungsführers m einer Schlacht vergleichen. Beide müssen physische und moralische Kräfte haben, müssen strengste Autorität zu wahren verstehen und müssen in ihren Kommandos kurz, entschlossen und klar sein. Das alles sind keine weiblichen Eigenschaften!" Das Ganze Halt! Nun wissen wir, woran wir sind, aber mit philosophischen Gedanken bemüht sich Marcel Verot, der Chef des bekannten Feinschmecker-Treffpunktes Foyot, der Frage auf den Grund zu gehen: „Frauen sollten im Haus bleiben. Dort ist ihr Platz. Dort ist sie auch ein ausgeze ich - n e t e r Koch. Ein schönes Kalbsfrikassee, schöne, würzige Suppen und Desserts, da zeigt sie Erfindungsgabe und für einen kleinen Kreis genügende Uebersicht. Es ist eigentümlich: Musik, Malerei und Kochkunst waren drei Fächer, die man den Frauen seit Jahrhunderten nidyt verwehrt hatte. Aber auf allen drei Gebieten ist sie nie schöpferisch geworden. Ihr fehlt das männlich Konstruktive, das Schaffende. Ein bekannter Finanzmann, der jahrelang bei mir aß und einige meiner Spezialitäten besonders bevorzugte, hatte mir einmal seine Köchin auf vier Wochen zum Abgucken meiner Geheimnisse geschickt. Ich gab mir redlich Muhe, die an sich sehr tüchtige Frau anzulernen, einige der besonderen Gerichte zu bereiten. Tatsache ist, daß sie zu Hause dann nichtin der Lage war, das oft Gesehene zu wiederholen. Wir Männer müssen uns damit abfinden, keine Filetstickerei hervorzaubern zu fön» nen. Wir würden es nicht lernen, und wenn wir noch so fleißig sein würden. Auch Blumen und Kinder gedeihen den Frauen besser als uns. Das fcdel Ik Kiahty und Tgoh - • Körting-Rad io )elm Lange, irich Wilhelm jriot; für ben lnzeigenleitei: ihalt der An- : 9929. Druck ch- und Stein- in Gießen. :eßlich 25 Pf 15 Pf- mA stags 15 Pf-, ehr. _ ii 1935 gültig. en , Okt.: en iber: »onlrt H lieht- ■ lericht H 624?A ■ (auf^ ■#* ligtem j. Fürst pückrer. Zu seinem 150 Geburtstage am 30. Oktober „Ein geprüfter Weltmann von Geist und lebhafter Auffassung, ein wohlgesinntes, in seiner Art rommes Weltkind... ein geistreicher, um- und insichtiger Mann", so charakterisiert Goethe den Fürsten P ü ck l e r, dessen „Briefe eines D erst o r b e n e h" er kurz vor seinem Tode mit Anteil« »ahme las. Von dem Ruhm des eleganten und glänzenden Schriftstellers ist nicht viel übrig gerieben, und der seinerzeit nicht geringere des Lebenskünstlers lebt höchstens noch in einigen kulinarischen Genüssen wie dem preiswürdigen Fürst- 3 ü cf I e r « (E i s fort. Unvergänglich Dagegen ist 6as Verdienst des Fürsten als Schöpfer des Landschaftsparks. Wie die großen Standes- lerren des 18. Jahrhunderts vom „Bauwurm", so war Pückler im 19. von der „Parkomanie" be- essen. „Kunst ist das Höchste und Edelste im Leben", Mo schreibt er einmal, „denn es ist Schaffen zum Nutzen der Menschheit. Nach Kräften habe ich dies nein langes Leben hindurch im Reiche der Natur feübt." Man kann ihn, wie den Münchener Sckell i nb den Berliner Lenne, geradezu als „Landschaftsmaler" bezeichnen, nur daß er nicht mit färben, sondern mit Bäumen und Seen, mit bügeln, Flüssen und Rasenplätzen seine Bilder schuf. Daß die Gartengestaltung eine Kunst ist und an ien schöpferischen Geist appelliert, hat man in Deutschland bereits im 16. Jahrhundert gewußt. Tber erst während der zweiten Hälfte des 18., als ins englische Ideal des Landschaftsparks den starren Negelzwang des französischen Gartens mit feinen Älumenparterres und gestutzten Hecken verdrängte, nurbe die deutsche Phantasie frei, und die Gartenkunst erlebte jene große Epoche, als deren Mark« feine die Parkschöpfungen von Weimar, Wörlitz unb München vor uns stehen. Nicht mehr sollte ’bi:e Natur nckch feststehenben Gesetzen der Herrschaft Bon Zirkel und Lineal unterworfen sein, sondern ile Natur sollte selbst eine Schöpfung des Menschen werden. Der Mensch das Wandelbare, die Natur dns in allem Wechsel Bleibende — so lautete die in England geprägte Formel, die seit etwa 1770 and) in Deutschland die entscheidende Wendung der , Gartenkunst im Sinne der sentimentalischen Natur- b-trachtung herbeiführte. Für sie hat sich auch ückler eingesetzt — praktisch mit seinen eigenen Parkschöpfungön in Muskau und später in 2 r a n i tz , theoretisch, aber immer auf Erfahrungen faßend, in feinem vor hundert Jahren erschienenen Louptwerk, den „A n b e u t u n g e n über Land- f 3) a f 15 g ä r t n e r e i". Das Buch kreist gleichsam um einen einzigen Satz, der Pucklers Grunbgeban- ken haarscharf ausspricht: „Der höchste Grad der landschaftlichen Gartenkunst ist nur da erreicht, wo sie wieder freie Natur, jedoch in ihrer edelsten Form, zu sein scheint". Der Fürst ist, als Mensch gesehen, eine der interessantesten Persönlichkeiten seiner Zeit, ein Mann, der in der reizvollen Mischung von 18. unb 19. Iahrhunbert, von Kopf unb Herz, von Skepsis unb Schwärmerei den schillernden Lebensstil des nach- goethifchen Zeitalters verkörpert. Hand in Hand mit einer erfolgreichen Schriftstellerei — in seiner leichten Blasiertheit gehörte er zu den gelesensten Autoren feiner Zeit — geht eine unermüdliche Tätigkeit im Dienste der künstlerischen Parkgestal- tung, die in ihm einen ihrer größten Kenner und Fachleute sieht. Dabei kamen ihm seine Weltgewandtheit, fein Reichtum und der Besitz der großen Standesherrschaft Muskau wesentlich zustatten. Als ein echter Liebhaber, der feiner Leidenschaft alles zu opfern fähig ist, hat er in der Ausgestaltung des Neißetals von Muskau, bei der ihm Schin - fei als Architekt und Schirmer als Landschaftsmaler helfend zur Seite standen, fast fein Vermögen verloren, gleichwohl aber noch einmal, wenn auch in kleinerem Maßstabe unb mehr romanzen- als ballabenhaft, in bem märkischen Branitz bei Cottbus feine gartenkünstlerischen Ideen zu verwirklichen versucht. Nicht Eitelkeit war es, die ihn leitete und ihn auch als Berater seiner fürstlichen Freunde in Weimar und Meiningen, in Babelsberg und Glienicke eingreifen ließ, sondern die menschlich schöne Ueberzeugung, ein wirklich Berufener zu sein. „Unsere Art der Verschwendung", schreibt er, ,Macht zu viele Menschen froh, als daß die Nemesis uns strafend ereilen sollte." In diesem Vertrauen hat er sich freilich getäuscht; es war der größte Schmerz seines Lebens, als er sich 1845, von Schulden überhäuft, fein geliebtes Muskau zu veräußern gezwungen fah. Wir dürfen hinzufügen: zu unserem Glück! Denn ohne den Verkauf von Muskau gäbe es kein Branitz. Im Alter von sechzig Jahren hat dieser rastlose Geist, den der finanzielle Mißerfolg nicht bezwingen konnte, aus der oben Flachlandschaft um Cottbus ein neues Parkgebicht hervorgezaubert, unb ein gütiges Schicksal hat über beiben Schöpfungen des Fürsten die schützende Hand gebreitet. Branitz gehört heute zu Cottbus und steht unter staatlichem Naturschutz wie auch der Park von Muskau, der von der gräflichen Arnimfchen Familie als Vermächtnis gehütet wird. Pückler war ein Kind der Romantik. Romantisch sind seine Beziehungen zu den Frauen (auch zur eigenen, von der er geschieden war, ohne sich von ihr zu trennen), romantisch ist sein Fernweh, das ibn unter Gefahren unb Abenteuern aller Art burrh afrikanische Wüsten reiten ließ, unb romantisch ist seine Parkleibenschaft, insofern Wunsch unb Erfüllung nicht im Einklang stauben unb bas Ziel, bas ber Phantasie vorschwebte, nie von ber Wirklichkeit erreicht würbe. Seine Lanbschaftsgärten finb in einem gewissen Sinne unvollenbet; zwischen Wunsch- bilb unb Ergebnis klafft eine Lücke, bie zu empfin- ben seltsam erregenb ist. Am reinsten tritt uns Pückler immer als Schaffenber entgegen. Deshalb gewährt bie Lektüre seiner „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" noch heute einen hohen Genuß, etwa wenn er Anweisungen gibt, wie ein Park anzulegen ist, wie man Wege unb Brücken anorbnet, wie man Gebüube gruppiert, den Rasen behandelt, wie Bäume zu verstreuen unb Wasser unb Felsen in bas Gesamtbilb einzugliebern sind. In bem allen fühlt man eine Weltanschauung als Grunbmotiv burch. Selten ist ein Lehrbuch mit so viel persönlicher Herzenswärme, mit so viel Liebe geschrieben worden. Als Fürst Pückler im Februar des Jahres 1871 unter der von ihm selbst geschaffenen Erdpyramide im Branitzer Park zur Ruhe einging, hat ihm fein schlesischer Landsmann, der Dichter Karl von H o 11 e i, einen Nachruf gewidmet, der diesen großen Liebenden wunderbar schon kennzeichnet: „Noch der dahinsterbende Greis war vom Totenbette eifrig besorgt und tätig bedacht, daß gepflanzt unb grün geschmückt werde, was er als dürren Sand übernommen, daß frisch rieselnde Bäche den scheinbaren Tod in blühendes Leben verwandelten. Er, dessen Leben bereits fast abgelaufen, der nicht mehr hoffen durfte, reinen, vollen Genusses sich zu erfreuen! . Für wen hat er es getan, ber Kinderlose? Für die Idee, für die Schönheit der Ideale, die seinem Geist vorfchwebten." Ernst von Niebelschütz. Hochschulnachnchten Professor Dr. phil. Paul W e n tz ck e, wissenschaftlicher Leiter des Elfaß-Lothringen-Instituts an der Universität F r a n k f u r t, ist zum Honorarprofessor in der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt ernannt worden unb hat einen Lehrauftrag in dieser Fakultät für Geschichte des Grenz- unb Auslanbsbeutschtums erhalten. Professor Wentzcke war bisher Honorarprofessor an ber Universität Köln unb Archivbirektor in Düsseldorf. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Frankfurt Dr. phil. Alfred Magnus hat einen Lehrauftrag für Thermodynamik erhalten. Gleichzeitig ist er aus feiner bisherigen Stellung als Oberassistent am Institut für Physikalische Chemie ausgeschieden. „Bosambo.-' Dies ist ein London-Film der Bayerischen Filmgesellschaft m. b. H., der in englischer Sprache nach dem Roman „Sanders am Strom" von Edgar Wallace aufgenommen wurde. Das Manuskript schrieben Jeffrey Dell und Biro; Kurt Steines verfaßte die ins Bild kopierten deutschen Zwischentitel, die in großen Zügen den Originaltext übersetzen unb die Hanblung verstänblich machen. Diese Hanblung, soweit sie ber literarischen Vorlage des durch seine unzähligen Kriminalromane bei uns bekanntgewordenen Wallace folgt, interessiert an sich weniger als der im ganzen recht glaubhaft vermittelte Einblick in die Aufgaben unb die Schwierigkeiten der englischen Kolonialverwaltung in Afrika, deren taktische und diplomatische Beherrschung ja auch zu ihrem Teil an der Aufrichtung, Erhaltung und Festigung des britischen Weltreiches beigetragen hat unb noch beiträgt. Diese Dinge werben für ben ernsthaften Beschauer ergiebiger fein als die Verfolgung einer exotisch bunten Spielhandlung, die sich mit der Befriedung unbotmäßiger Ein- geborenenftämme, mit Kriegszügen und Knegstän- zen im afrikanischen Busch, mit Sklavenraub unb Häuptlingseifersüchteleien beschäftigt und stellenweise, besonders gegen Ende hin, nach amerikanischem Geschmack ziemlich sensationell aufgemacht unb zugefpitzt ist. Im übrigen hat ber Regisseur Zoltan Korda manche interessanten Einzelheiten, gute Landschaftsbilber unb seltene Tieraufnahmen eingefangen, die den Beschauer fesseln und an frühere Filme aus der gleichen Sphäre, wie z. B. „Afrika ruft", erinnern In der Titelrolle des Häuptlings Bofambo erscheint Paul R o b e s o n , ein athletisch gebauter, intelligent und ausdrucksvoll spielender Neger-Darsteller, der sich überdies durch eine prachtvolle Naturstimme von sonorer Klangfülle auszeichnet. Bosambos Gemahlin Lilongo wird von Nina Mae Mc. K i n n e y gegeben, die ebenfalls recht geschickt spielt, aber bereits durch die zivilisatorisch glättende Schule von Hollywood gegangen zu fein scheint, wie ein dunkelhäutiger Star aus Amerika wirkt und deshalb nicht recht in diese primitive Umgebung wilder Kriegerstämme hineinpaßt. Von den Europäern gibt Leslie Banks den Sanders einfach und überzeugend — Die Namen der übrigen Mitwirkenden aufzuzählen, hat wenig Sinn, weil das deutsche Publikum nichts damit anfangen kann. * Im Beiprogramm sieht man die aktuelle neue Wochenschau, die u. a. einen Bildbericht von der (Eröffnung des Winterhilfswerkes bringt, ferner Aufnahmen von der Australienreise des Kreuzers „Emden", schließlich einen luftigen Mickymausfilm, bei bem es wirklich was zu lachen gibt. —r— Wissen die Frauen selbst gut genug. Und so waren sie auch schon seit Jahrhunderten klug genug, auf oas Schlachtfeld der großen Küche nur Männer vorzuschicken!" Die Feldherren haben gesprochen. Was soll man vazu sagen! Die Leserinnen werden ihnen nur bedingt Recht geben. Die Männer werden schmunzeln und den Frauen das Blatt mit dem Artikel mittags neben den Teller auf den Tisch legen. Die Frau aber wird sagen: Erstens: Diese Herren haben gut reden! Sie verfügen ja über ganz andere Mittel, als wir Hausfrauen. Zweitens: Bei einem guten Braten oder einer auten Suppe kommt es nicht so sehr auf die Kochkunst an, als auf die Menge des Fleisches. Aus einem Stück von 10 Pfuno läßt sich selbstredend eine weit bessere Suppe bereiten, als aus einem halben Pfund, das für vier Personen reichen soll, und außerdem bleibt die große Fleischmenge trotzdem noch saftig und besser verwendbar. Drittens: Wir haben nicht die vielgestaltigen fremden und oft sehr kostspieligen Gewürze, Gemüse und Zutaten, mit denen die Feldherren der Küche ihre Geheimnisse verfeinern, oer- schleiern und krönen. Viertens: Beanspruchen wir auch kein Flugzeug, wie z. B. einer der beiten Kochkünstler Europas, Herr Alfred Walterspiel in München. Nach seiner Erfahrung und nach seinem Geschmack ist das M a r s ch v ie h das Beste. Und so läßt er sich bei großen Gelegenheiten Mastochsenfleisch durch Flugzeug aus Hamburg kommen! Also: Unsere Ehemänner brauchen uns nur ein Flugzeug zur Verfügung zu stellen und den Haushaltsplan der Küche zu vervielfachen und alle Meinungsverschiedenheiten sind aus der Welt geschafft! Magda Amann. Wirtschaft. Starker Ausfuhranstieg in Iahrund Motorrädern. "Fwd. Einen Beweis dafür, daß deutsche Erzeugnisse, besonders hochwertige Gebrauchsgegenstände, au deren Herstellung ein größeres Maß von Erfahrung und Qualitätsarbeit erforderlich ist, im Ausland nicht nur unentbehrlich geworden sind, sondern sich einer wachsenden Anerkennung erfreuen, liefert die sehr beträchtliche Ausfuhrsteige- rung in Fahrrädern und Motorrädern. Von Januar bis einschließlich September d. I. erhöhte sich der Export in Fahrrädern gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 157 v. H., in Motorrädern um etwa 200 v. H. Wie sich im einzelnen der Auslandversand sowohl mengen- als auch wertmäßig gestaltete, zeigt folgende Uebersicht: Fahrräder Januar bis September 1934 1935 Stück 6 919 17 827 Wert in RM. 323 000 709 000 Motorräder Januar bis September 1934 1935 Stück 1425 4 270 Wert in RM. 771000 1603 000 Unter den Beziehern von Fahrrädern steht in den ersten neun Monaten 1935 Brasilien mit 5337 Stück (Januar bis September 1934: 1600 Stück) an weitaus vorderster Stelle. Dann sind noch als namhaftere Abnahmestaaten die Schweiz, Estland und Rumänien zu nennen. In Motorrädern zeigt neuerdings Holland eine bedeutende Aufnahmefähigkeit, es erhielt nahezu die Hälfte des Gesamtexports. Ferner seien noch Oesterreich, die Schweiz und Brasilien erwähnt. Der Export nach Italien, der noch von Januar bis September 1934 412 Stück betrug, ist im gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 68 Stück gesunken. Wettbewerbsregelung in der Brauwirtschaft. Fwd. Zur Regelung des Wettbewerbs der Brauereien und Biergroßverteiler hat die Hauptversammlung der deutschen Brauwirtschaft eine mit Wirkung vom 26. Oktober in Kraft gesetzte Anordnung erlassen, durch welche den Brauereien und Biergroßoerteilern beim Erwerb neuer Kunden die Gewährung jeglicher Art von Krediten an die Gaststätten' usw. untersagt wird. Ausgenommen sind Kredite bis zum Betrage einer Monatslieferung. Auf diejenigen Absatzstätten, die bereits Kunden der Bier'liefernden Betriebe sind, findet das Verbot entsprechende Anwendung, sofern die Geschäftsverbindung nicht länger als zwei Jahre besteht. Den älteren eigenen Kunden dürfen neue Kredite bis zum Wert einer Halbjahrslieferung gewährt werden. Grundsätzlich verboten wird ferner die Anpachtung oder Anmietung von Absatzstätten, während Ankauf und Neuerrichtung von solchen, sowie die Verlängerung bestehenden Pacht- und Mietverträge genehmigungspflichtig sind. Endlich ist den Brauereien verboten, eine Absatzstätte zu beliefern, solange diese durch schriftliche Bierlieferungsverträge einer anderen Brauerei verpflichtet ist. * * Elektrizitäts- AG. vorm. W. L a h - meyer & Co., Frankfurt a. M. Die Lah- meyer AG. berichtet zum 30. 6. 1935, daß infolge unveränderter Dividenden der Tochtergesellschaften ihre Beteiligungseinnahmen nahezu gleich blieben, während sich die außerordentlichen Erträge wieder erhöhten. Aus 1,69 (1,78) Reingewinn werden wieder 7 v. H. Dividende ausgeschüttet. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 28.Okt. Die Börse brachte zum Wochenbeginn keine Belebung des Geschäftes, da die Zurückhaltung der letzten Tage anhielt. Die vorliegenden günstigen Nachrichten aus Wirtschaft und Industrie blieben ohne Einfluß aus die Kursentwicklung, die am A k t i e n m a r k t ein uneinheitliches Aussehen zeigte. In der Scheideanstalt-Aktie lag wieder etwas Angebot vor, das den Kurs um 2 v. H. auf 221 drückte. JG.-Farben eröffneten mit 148 (147,75) und waren später etwas fester. Elektroaktien lagen sehr unregelmäßig. Fest notierten Lah- meyer mit plus 1,25 o. H. und Gesfürel mit plus 1 v. H., ferner lagen Bekula und Felten bis 0,50 v. H. freundlicher, dagegen gaben Schuckert 1 v. H. und AEG. 0,25 v. H. nach. Montanpapiere lagen nahezu geschäftslos und bröckelten zumeist leicht ab, so Hoesch um 0,40, Mannesmann um 0,40 und Stahlverein um 0,25 v. H., Rheinstahl notierten 0,25 v. H. höher. Im einzelnen eröffneten AG. für Verkehr 0,40 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. höher, andererseits verloren Zellstoff Waldhof 0,50, Aku 0,40 v. H. Deutscher Eisenhandel, Deutsche Erdöl und Reichsbahn-VA. lagen behauptet. Am Rentenmarkt war die Grundtendenz freundlich, das Geschäft blieb aber klein. Etwas gesucht waren Kommunal-Umschuldung und vor allem Wiederaufbauzuschläge. Zinsvergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen unverändert. Die Altbesitzanleihe lag sehr still und nicht ganz behauptet. Im V e r l a u f e war die Haltung am Aktienmarkt überwiegend etwas fester, auch die Umsatztätigkeit nahm in einigen Spezialpapieren etwas zu. JG.- Farbey erhöhten sich auf 148,75 nach 148, Rheinstahl auf 106,75 nach 106, Stahlverein auf 81,13 nach 80,75, AEG. auf 37 nach 36,75. Dagegen büßten Scheideanstalt weitere 1 v. H. ein auf 220. Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse gegen den Anfang kaum verändert. Der Rentenmarkt blieb sehr still, nur Kommunal- Umschuldung fanden erhöhtes Interesse. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinen Umsätzen nahezu unver- ädert, auch Stadtanleihen wiesen kaum Abweichungen auf, etwas höher notierten 4,5prozentige Darmstadt von 1928 mit 91,50 (90,75). Im übrigen lag der Kassarentenmarkt sehr still. Auslandanleihen hatten kaum Geschäft. Von Auslandwerten notierten Chade etwa 4 RM. niedriger, auch Schweizerische Bahn-Obligationen lagen etwas schwächer. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm mangels Anregungen auf allen Marktgebieten einen sehr ruhigen Verlauf. Trotz der Geschäftsstille war die Grundtendenz freundlich, wenngleich die höchsten Kurse der Mittagsbörse in den meisten Fällen nicht behauptet blieben. Gegen den Frankfurter Mittagsschluß ergaben sich teilweise Rückgänge um 1 v. H., während gegen Berlin die Veränderungen nur Bruchteile eines Prozentes ausmachten. Niedriger lagen u. a. IG. Farben, Rheinstahl, Aku, Licht & Kraft, Gesfürel und Bank für Brauindustrie, während Erhöhungen in keinem Fall zu verzeichnen waren. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still, aber freundlich. Leicht befestigt und gefragt waren Kommunal- Umschuldung, im übrigen blieben die letzten Kurse behauptet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,75, 5proz. Stahlverein 97,40, 6proz. Stahlverein 102,50, IG. Farben-Fonds 122, Bank für Brauindustrie 116, Commerzbank 85,75, DD.-Bank 85,50, Harpener 110,50, Mannesmann 83, Rheinstahl 106, Stahlverein 81, Aku 54,75, Bekula 141,75, Deutscher Eisenhandel 103,25, Deutsche Erdöl 103,50, Scheideanstalt 220, Deutsche Linoleum 142,75, Licht & Kraft 130,50, Eßlingen Maschinen 80, IG. Farben 148,50, Gesfürel 121,50, Goldschmidt 105, Holzmann 89,50, RWE. 121, Schuckert 118,50, Südd. Zucker 211, Schöfferhof-Binding 163,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,75, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 187, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 177,50, 4proz. Ungar. Goldrente 9,40. Herabsetzung bet Roggenmehlpreise. Fwd. In Ergänzung zu der Mitteilung über die Herabsetzung der Roggenmehlpreisö ist noch darauf hinzuweisen, daß die Preise für Roggenmehl nach der Neufestsetzung mit Wirkung vom 1. November 1935 ab in Kraft treten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Okt. Der Getreidegroßmarkt lag sehr still. Das kleine Angebot in Brotgetreide war für die schwache Mühlennachfrage völlig ausreichend. Futtergerste war noch nicht an- aeboten, auch in Hafer blieben die Zufuhren sehr klein. Am Futtermittelmarkt besteht weiterhin lebhafte Nachfrage nach Kleie, ölhaltigen Artikeln, sowie nach Trebern, Trockenschnitzel und Futtermehl, während Nachmehl kein Interesse findet. Das Mehl- aeschäft liegt ruhig. Insbesondere für Roggenmehl, da die Käufer die verbilligten Preise ab 1. Noo. abwarten. Am Rauhfuttermarkt liegt Heu und Stroh weiter fest bei größerer Nachfrage. Es notierten in Mark (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm): Weizen W 13 201, W 16 204, W19 208, W 20 210. Roggen R12 164, R 15 167, R18 171, R19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210. Weizenmehl w 13 27,85, W16 28,10, W19 28,10/W 20 28,45. Roggenmehl R 12 22,65, R 15 23,00, R 18 23,45, R 19 23,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80; Erdnußkuchen m. M. 18,30; Heu 8,00 bis 8,50; Weizen- und Rckggen- stroh (drahtgepreßt) 3,20 bis 3,40, do. (gebündelt) 3,00 bis 3,20. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,85, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Okt. Auftrieb: Rinde» 1001 (gegeji 993 am letzten Montagsmarkt), dar« unter 189 Ochsen, 85 Bullen, 594 Kühe, 133 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Kühe. Kälber 359 (356), «chafe 68 (88), Schweine 1205 (788). Notiert mur* den pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 21. Oktober 42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 40 bis 41 (38 bis 41). Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 40 bis 41 (38 bis 42). Kühs a) 42 (42), b) 39 bis 42 (39 bis 42), c 30 bis 33 (33 bis 38), d) 22 bis 29 (26 bis 32). Färsen a) 42 (42), b) 42 (42) c) 42 (42), d) 40 bis 41 (37 bis 41). Kälber andere a) 71 bis 75 (70 bis 75), b) 64 bis 70 (61 bis 68), c) 56 bis 63 (56 bis 60), d) 50 bis 55 (50 bis 55). Lämmer und Hämwel b2) 46 (46), c) 45 bis 46 (45). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (—), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (—). Marktverlauf: Ochsen, Bullen und Färsen sehr lebhaft, ausverkauft; Kühe langsam, lieber« stand. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 648 Viertel Rindfleisch, 34 ganze Käl- der, 46 ganze Hämmel. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Bullenfleisch b) 74 bis 78. Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95 (am 24. Oktober 87 bis 90). Schweinefleisch und Fettwaren wurden nicht notiert. Marktverlauf ruhig. Schweinemarkt in Alsfeld. # Alsfeld, 28. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 404 'Ferkel aufgetrie» ben, darunter 210 Händlerschweine. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 dis 25 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark. Der Handel war schleppend. Es verblieb ein Ueberftanb von etwa 150 Stück. Aus den preußischen Rachbargebieten. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. b. Sieber, 27. Okt. Gestern in den Abendstunden zog unter Trommelwirbel und Fanfarengeschmetter der Spielmannszug des Wetzlarer Jungvolks durch unfern Ort, um im benachbarten Fellingshausen an einer Werbe- veranftaltung unseres Jungvolks teilzunehmen. Die Jungen waren in Rodheim einquartiert und erfreuten die Rodheimer Qwnrtierleute und die gesamte Einwohnerschaft durch ihr diszipliniertes Auftreten und flotte Marschmusik. Heute gegen Mittag geleiteten unsere Pimpfe ihre Gäste nach Station Abendstern, von wo aus die Wetzlarer ihre Heimreise antraten. — Am heutigen Sonntagvormittag fand eine Besichtigung unserer Freiwilligen Feuerwehr mit Alarmübung, Brandangriff, Dienstbesprechungen usw. statt. Zu dieser Hebung und zu den nachfolgenden Vorträgen waren Abordnungen fast aller Wehren des Kreises, sowie die oberen Kommandostellen des Kreises und der Wehren erschienen. Auch in den Nachmittagsstunden fanden noch Besprechungen mit Vorträgen statt. — In der hiesigen Kirche werden gegenwärtig Reparaturen an der Or.gel vorgenommen. Der hiesige Posaunenchor begleitete deshalb in Ermangelung der Orgel den Gemeindegesang beim Gottesdienst. Im Nachmittagsgottesdienst fand heute die kirchliche Einsegnung des Johannes Fas- sauerschen Ehepaares statt, das heute das Fest der goldenen Hochzeit feiert. — Don einem harten Schlag? betroffen wurde am letzten Samstag der Wilhelm Platt von hier, dem eine wertvolle Kuh, die sich in einigen unbewachten Augenblicken am frischen Klee gütlich-ckat, platzte und sofort verendete. * Rodheim a. d. Bieber, 27. Okt. Im Anschluß an den heutigen Nachmittags-Gottesdienst wurde das fünfzigjährige Ehejubiläum des Steigers a. D. ^a ff. au er und Gattin in der hiesigen Kirche vor versammelter Gemeinde festlich begangen. Der Ortsgeistliche holte an der Kirchentür das Jubelpaar ab, das unter den Klängen des Posaunenchors und dem Gesang der Gemeinde zum Altar zog, gefolgt von der Schar der Kinder, Enkel und Urenkel. Pfarrer V ö m e l legte seiner Ansprache das Pfalmwort zu Grunde: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet..." Pfalm 91 Vers 1 und 2. Nach der Einsegnung des Jubelpaares überreichte er eine mit dem Bild der Kirche geschmückte Bibel und verlas einen Segenswunsch der Leitung der Kirche. Die schlichte, aber ergreifende Feier schloß mit dem gemeinsam gelungenen Lied „So nimm denn meine Hände" und einem Vortrag des Posaunenchors. Herr F a s s a u e r ist der letzte Steiger der schon seit längeren Jahren eingegangenen Grube „Morgenstern" der Firma' Buderus gewesen. Von frühster Jugend an stand er, der Sohn eines Steigers, im Bergmannsberuf und hat ihn in Treue und allgemein geschätzt bis in sein hohes Alter ausgeübt. (D Rodheim a. d. Bieber, 28. Okt. In der jüngsten Sitzung der Gemeinderäte wurde über dis Erhebung der Bürgersteuer für das Kalenderjahr 1936 beraten. Der Bürgermeister faßte die Entschließung, die Bürgersteuer'wie im laufenden Kalenderjahr mit 500 v. H. zu erheben. = Krofdorf, 28. Okt. Der Leiter der Gemeinde hat nach Anhörung der Gemeinderäte beschlossen, die Bürger st euer 1936, wie für 1935, mit 500 v. H. zu erheben. <> Lützellinden, 28. Okt. Der Bürgermeister hat nach Beratung mit den Gemeinderaten beschlossen, die B ü r g e r ft e u e r für das Kalenderjahr 1936 mit 300 v. H. des Reichsfatzes zu erheben. Für das Kalenderjahr 1935 wurde die Bürgersteuer ntit 100 v. H. erhoben. £ Hörnsheim, 28. Okt. Am gestrigen Sonntag feierten der Landwirt Johannes Ludwia und Frau Marie, geborene Müller, Hauptstraße 42, in großer Rüstigkeit im Kreise ihrer Verwandten und Bekannten das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute stehen im 74. Lebensjahre. Das Jubelpaar gehört zu den Lesern des „Gießener Anzeigers". Kirchliche Rachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, 30. Oktober. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 31. Oktober. Reformationsfeier. Gießen. Stadtkirche. 9 Uhr: Jugendgottesdienst für die weibliche Jugend, Pfr. Becker. — Johannes- kicche. 9: Jugendgottesdienst für die männliche Jugend, Pfr. Bechtolsheimer. — Pelruskapelle. 20: Gemeindeabend. katholische Gemeinden. Dienstag, 29. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rofenkranzandacht. Mittwoch, 30. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rofenkranzandacht. — Hungen. 6.15: Messe. Donnerstag, 31. Oktober. Gießen. 18: Rosenkranzandacht. Freitag, 1. November. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Samstag, 2. November. Gießen. 18 Uhr: 'Rofenkranzandacht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. $ranffurt 0.2JL Berlin 26-10. 26.10. 113 100 96,5 96 100,4 91,13 91,13 112,5 112,3 112,8 112,65 96,25 96,25 100,7 100,65 100,9 100,9 100,9 101 97 97 97 97 156 156 156 10,5 28,4 8,3 9,9 9,6 211 211,5 7 7 102,25 103,5 102,4 104 55,4 106 111,5 78,5 102,5 54,9 105,75 111,25 o 0 0 L 102 103,5 93,75 143,25 24,75 297 93,5 142,75 25 293 125,25 93,75 142,75 79,75 25,13 292 Schluß- kurs 110,65 93,65 157,5 126 91,4 82,75 o 0 0 0 7 0 6 O O 0 12 6 97 107,4 97 107,4 111 93,5 160 125,5 91 89,4 100,4 98 102 97 107,3 97 107,3 Schlußkurs 102,75 104 37 141,9 109,5 130,9 104,65 121,5 130,25 121 118,5 166 132 110,5 93,25 160 125,5 91 83 54,75 105,25 111,5 78 Buderus £eul1d)e Erd« Gelsenkirchen» 37.25 141,5 110 130,5 104,75 122,25 130 121,75 118,5 166,5 132 110,5 93,5 159 125,5 91 83,13 103,5 55,25 107 111,25 78 125,5 94 143 79,5 25,25 296 169 156 37 141,75 109,5 130,5 105 121,5 129,75 121 118,5 166,5 132,75 28,5 1,5 9,45 9,4 4% O österreichische Goldrente.... 4,20% Österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vi% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 g^Türkische Bagdavbaha-Anleihe A.E.S. Bekula 28,25 1,4 9,4 9,4 9,4 10,6 28,75 1,35 9,65 9,6 9,65 10,4 Gritzner . Mainkraftwerke Höchst a.BL. Süddeutscher Zucker ....... o 10 28 1,4 9,6 9,55 9,65 10,25 Harpener Hoesch Eisen—Köln-Neuesten Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. ÄRumän.vereinh.Renkev.lS13 8,5 8,4 8,4 8,35 4% Rumänische verciuh. Rente 4,9 4,8 4,9 4,85 2%% Anatolier ............. 39,25 39,13 39,4 39,4 Hamburg-Amerika-Pak» ..... 0 16,13 16 16,4 16,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 28,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,75 18 18 17,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 — 78,9 79 79 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 110,25 110,25 110,5 110,75 Commerz- und Privat°Bank ... Deutsche Bank und Disconto- 0 85,25 85,75 85,25 85,75 Gesellschaft................ 0 85,5 85,5 85,5 85,5 Dresdner Bank.............. 0 85,5 85,5 85,5 85,5 Reichsbank .............. 12 173,75 173,5 174,25 173 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Datum 26.10. 28-10- 26-10. 28.10. Mansfelder Bergbau .. .......e — 118,75 118,75 118,75 Kokswerke........... .......6 —— — 114,75 114,75 Phöntx Bergbau...... .......0 —— — Rheinische Braunkohlen .....12 216,25 217 216,5 217 Rheinstahl ........... .....BVi 105,75 106 105,75 106,25 Bereinigte Stahlwerke. .......0 81 81 81 81 Otavt Minen ........ .......0 19 18,9 19,13 18.9 Kaliwerke Aschersleben. .......6 129 129,13 129 Kaliwerke Westeregeln. .......6 122,5 123 122,25 123 Kaliwerke Salzdetfurth .....7y, 180 180 180,25 I. G. Yarben-Industrie .......7 147,75 148,5 148 148,9 Scheideanstall........ .......9 223 220 —— Goldschmidt ......... .......O 104,25 105 105 105 Rütgerswerke........ .......4 113,5 113,5 114 113,9 Metallgesellschaft...... ....... 4 104,75 105,75 105,13 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg .......O 89,5 89,5 90 90,5 ......6 116 116,25 - Zementwerk Karlstadt.. .......4 130 130 - 100,4 98 102 100,25 98 100,25 98 112,75 113 112,8 100 100,13 100,2 96,5 96,25 — — — 96 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2JL 26. Oktober 28 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Brief Buenos Atro. 0,676 0,680 0,676 0,680 Brüssel ... 41,84 41,92 41,87 41,95 Rio de Ian 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofra .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,52 54,62 54,55 54,65 Danzig ... 46,83 46,93 46,83 46,93 London... 12,21 12,24 12,215 12,245 Helsingsors 5,385 5,395 5,39 5,40 Paris .... .16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .. 168,71 169,05 168,76 169,10 Italien... 20,24 20,28 20,24 20,28 Japan.... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,31 61,43 61,34 61,46 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 11,08 11,1k 11,08 11,10 Stockholm. 62,95 63,07 62,98 63,10 Schweiz .. 80,73 80,89 80,76 80,92 Spanien.. 33,95 34,01 33,85 34,01 Prag..... Budapest . 10,275 10,295 10,275 10,295 Neupork.. 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Äerlin,28.Okiober Geld 25rlef __ Amerikanische Sloten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten................ 41,19 41,88 Dänische Noten ................. 54 34 54’56 Englische Noten ................. 12 18 12,22 Französische Noten............... Ifi 33 16,39 Holländische Noten............... 16834 169,02 Italienische Noten......... 19,46 19,54 Norwegische Noten ....... 61,18 61,42 Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten........ — — Schwedische Noten........ 62,81 63,07 Schweizer Noten.......... 80,58 80,90 Spanische Noten.......... 33,73 Ungarische Rot«................ Hr.255 Drittes Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Dienstag, 29. Oktober (935 Aus der Provinzialhauptstadl. Zimmerschmuck in blumenarmer Zeit. Daß Blumen der schönste Schmuck unserer Zimmer sind, merken wir in jedem Jahre, sobald sie knapp und teuer zu werden beginnen. Wir kommen aber ganz gut durch den Winter, wenn wir uns daran gewöhnen, statt Schnittblumen Topfpflanzen zu nehmen, von denen wir viel mehr haben und die uns eigentlich auch noch mehr Freude machen, denn wähmnd Schnittblumen trotz liebevoller Pflege mit jedem Tage unansehnlicher werden, ist es bei der Topfpflanze umgekehrt; sie dankt uns unsere Pflege durch reiche Entwicklung und üppiges Wachstum. Die Wahl dürfte also eigentlich nicht schwerfallen. Jetzt im Herbst sieht auch ein Strauß von blühendem Heidekraut noch sehr reizvoll aus; wir können ihn ohne Wasser aufstellen, und er hält sich Wochen lang, so lange, bis er ein staubiges Aussehen bekommt. Dann muß man ihn natürlich wegtun. Besonders hübsch wirkt Heidekraut, wenn man es mit Kiefernzweigen mischt. Auch Immortellen können für etliche Wochen einen reizvollen Zimmerschmuck abgeben. Ebenso sollten wir die verschiedenartigen Beerenzweige nicht verschmähen. Wenn ihre Blätter vergehen, können wir die Beeren mit Tannenoder Kiefernzweigen zusammenstellen und haben auf diese Weise immer noch einen ansprechenden Zierat. Eine Fülle fchöner Sträuße bietet das bunte Herbstlaub. Man muß es aber in dem Augenblick pflücken, wenn es zwar schon bunt gefärbt, aber sonst noch vollkommen frisch ist. Blätter, die bereits schrumplig uno trocken geworden sind, sehen in den Stuben nicht gut aus und fallen zudem sehr schnell ab. Haben wir aber wirklich schönes, buntfarbiges Herbstlaub, etwa Eichen- oder Buchenlaub bekommen, so sollen wir ihm etwas Glyzerin zuführen, damit es sich länger hält. Die Ausgabe und die kleine Mühe lohnen sich wirklich. Man schneidet zunächst den Zweig am unteren Ende der Länge nach auf und stellt ihn dann in ein Gefäß, das man mit einer Mischung aus halb Wasser, halb ungereinigtes Glyzerin füllt. Hierin läßt man die Zweige vierzehn Tage lang stehen. Darauf erneuert man die Glyzerinlösung. Wenn man die Zweige auf diese Weise behandelt, kann man den ganzen Winter Freude an ihnen haben Auch Hagebutten- und Mehlbeerenzweige geben eine sehr hübsche Füllung für Tonkrüge. Das gleiche gilt von Wacholder, der mit seinen schwarzblauen Beeren besonders reizvoll wirkt. Zimmerschmuck dieser Art können wir den ganzen Spätherbst hindurch haben, bis die Weihnachtstannen, die Mistelzweige und der Stechlorbeer, Eukalyptus und andere Herrlichkeiten kommen. Will uns das Schicksal wohl, so bringt es uns einmal einen Orchideenzweig ins Haus, den wir sehr lange frisch und schön erhalten können, wenn wir ihn in ein Gefäß mit nassem Sand stellen. Andere Blumen sollen wir in Krüge tun, die wir mit feuchtem Moos gefüllt haben. Erstens stellen sich die Blumen in Moos besser auf und man braucht weniger zur Füllung eines Gefäßes, zweitens halten sie sich länger frisch als in Wasser. Schnittblumen sollen wir, sobald wir die Zimmer heizen, abends immer in einen kühlen Raum stellen; sie danken uns für diese Erholung, indem sie sich überraschend lange gut erhalten. Die schönen Alpenveilchen gehen bei vielen Leuten sehr schnell ein. Man wird immer finden, daß der Fehler gemacht wurde, sie von oben zu begießen. Alpenveilchen müssen auf einem Untersatz stehen, den man alle zwei bis drei Tage mit Wasser füllt, aber immer erst, wenn die obere Erde sich trocken anfühlt. Man vermeidet auf diese Weise das Fauligwerden der Stiele, und man wird sehen, daß Blätter und Knospen sich in unvergleichlicher Schönheit entwickeln. Sehr dankbar sind Primeln aller Art, die man auch gut den Sommer über, wenn man sie ins Freie oder auf den Balkon stellt, durchhalten kann, so daß sie zum Herbst wieder reich zu blühen beginnen. Unterstützt man den Blumenflor im Zimmer, indem man einige Blumenzwiebeln verschiedener Art auslegt, so wird man selbst in der blumenarmen Zeit den reizvollsten Schmuck nicht zu entbehren brauchen. M. G. Vornoinen Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr, nur für Frauen: Fröhliche Gymnastik und Spiele, in der alten Pestalozzischule; 20.30 bis 21.30 Uhr, Ski-Gymnastik und allgemeine Körperschule, in der Schillerschule; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Schwimmen im Dolksbad; 21 bis 22 Uhr, Reiten, Reitschule Sckömbs. — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 20.15 Uhr, im Katholischen Vereinshaus, Eröffnung der Winterarbeit. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, „Komödie der Irrungen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bosambo". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung friesischer Maler der Gegenwart; Kleintierplastik von Lily König. Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22 Uhr als 5. Dienstag-Abon- nement-Dorstellung Erstaufführung der heiter beschwingten Verwechselungskomödie „Komödie der Irrungen" von W. Shakespeare. Spielleitung: Intendant Schultze-Griesheim. Goethe-Bund Gießen und kaufmännischer Verein Gießen bitten uns, nochmals auf den morgen Abend in der Neuen Aula stattsindenden Lichtbildervortrag von Studienrat Woblenberg „Im Süden Abessiniens" hinzuweisen. (Siehe heutige Anzeigen.) Oer Schriftverkehr mit den Auslanddienststellen der 7!E>OAp Die Landesregierung hat an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts folgende Verfügung gerichtet: Es haben sich deutsche behördliche Dienststellen unmittelbar an die Auslandsdienststellen der NSDAP, gewandt, was zu Schädigungen der im Ausland lebenden Parteigenossen führen kann. Alle Behörden werden deshalb angewiesen, in Zukunft derartigen Schriftverkehr mit den Auslandsgruppen oder den Hoheitsträgern der NSDAP, über die Leitung der Auslandsorganisation, Berlin W 35, Tier- gartenstraße 4a, gehen zu lassen. Aeuderuug von Familiennamen und Vornamen. In letzter Zeit sind dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern zahlreiche Anträge auf Namensänderung vorgelegt worden, die ohne nähere Rekruteneinzug in Gießen. Vor wenigen Wochen sah man überall in Städten und Dörfern die jungen deutschen Menschen mit den Blumen und Bändern des bei der Musterung für den Heeresdienst tauglich befundenen jungen Mannes einherschreiten. Froh und stolz klangen die Lieder der jungen Rekruten, die nach langen, dunklen Jahren der deutschen Geschichte als erste wieder die allgemeine Herresdien st pflicht im freien deutschen Heer erfüllen sollten. Und viele, viele dieser jungen Volksgenossen freuten sich damals schon bei der Musterung auf den Tag, an dem sie zum Heere einrücken durften. Ihr Wunsch und ihre Sehnsucht findet jetzt Erfüllung. Seit dem gestrigen Montag rücken in den Garnisonstädten die Rekruten ein. In Gießen belebte sich schon von gestern vormittag an das Straßenbild mit den einzeln oder nur wenige Mann starken Trupps aus der näheren Umgebung ankommenden künftigen Soldaten. Zu Fuß oder mit der Straßenbahn machten sich die jungen Männer, ihren Koffer oder Pappkarton an der Hand, auf den Weg zur Kaserne. Da es sich um Einzeleinrücker oder um ganz kleine Trupps handelte, konnten sie den Weg zu ihrer Truppe ohne militärische Begleitung zurücklegen. Fanden sich dagegen die Rekruten in Trupps von 10, 12 und mehr Mann in einem Transport zusammen, so hatte der von der Ersatzbehörde vorher von der Ankunft benachrichtigte Truppenteil Unteroffiziere oder Gefreite zum Bahphof geschickt, unter deren Führung die junge Mannschaft frohgemut den Weg zur Kaserne antrat. Den ganzen Tag über herrschte dieses ununterbrochene Kommen in den Kasernen, die nunmehr für ein Jahr das Heim der er st en Dien st pflicht-Rekruten unseres wiedererstandenen Heeres sein werden. Waren schon die Straßenbilder des gestrigen Tages geeignet, bei den alten Soldaten mancherlei Erinerungen an ihr eigenes Erleben in jenen jungen Jahren zu wecken, so wurde dieser Blick in ihre Soldatenzeit noch stärker, soweit ihnen das interessante Bild des Rekruteneinzugs am heutigen Dienstag in früher Morgenstunde sichtbar wurde. < steig aufgestellt. Die Transportbegleiter verlasen die Rainen der ihrer Obhut anoertrauten Gruppen. Kräftig erscholl nach jedem Namensaufruf das „Hier!" Und dann ging es durch die Sperre hinaus auf den Bahnhofsplatz, wo sich der lange Zug der jungen Männer formierte. Einige letzte Anordnungen des Offiziers, dann ein straffes Komando, und nun ging es unter schneidiger Marschmusik der Regimentskapelle in die Stadt hinein. Durch die Bahnhofstraße Über den Horst-Wessel-Wall, den Hinden- burgwall und den Ludwigsplatz ging es die Licher Straße hinauf zur Kaserne. Schneidig erklangen unsere schönen alten Armeemärsche, flott und stramm marschierten die Rekruten in Reih und Glied. Manchem mag allerdings das Marschieren nicht ganz leicht geworden sein, da er sich etwas zu sehr mit Gepäck ausgestattet hatte. Aber frohgemut wurde der mehr oder minder große Reisekoffer „auf den Ast gehauen", andere wieder schleppten ihre Kartons oder dergleichen rechts und links im Gleichgewicht dahin, die Weitsichtigen hatten es nur bei" kleinern Oberes Bild: Die zukünftigen Rekruten sind angekommen und auf dem Bahnsteig angetreten. Nebenstehend: In Gruppen werden die Ankommenden auf den Bahnhofsvorplatz geführt, um dann den Marsch nach der Kaserne anzutreten. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Nächtliche Ruhe lag über ber Stadt. Gegen 5 Uhr wurde es auf dem Bahnhofsplatz und in der Bahnhofshalle viel lebendiger als sonst um diese Morgenstunde. Unsere Gießener Regimentsmusik rückte an, dazu ein größeres Kommando von Unteroffizieren und Mannschaften, alle unter dem Befehl eines Offiziers. Es galt, einen geschloffenen großen Rekrutentransport, der mittels Sonderzuges um 5.15 Uhr im Bahnhof einlief, abzuholen. Pünktlich traf der Zug ein. Er brachte außer den Rekruten für unsere Stadt auch noch die junge Mannschaft für die Garnisonen der Nachbarbezirke bis hinauf nach Kassel. Rasch hatten die Gießener Rekruten den Zug verlassen und sich auf dem Bahn- Gepäck beroenben lassen in der zutreffenden Voraussicht, daß es damit völlig genug sei, weil sie ja doch alle miteinander schon heute abend los und ledig ihrer „Zivilerinnerungen" sind. Und so wird es denn auch fein. Heute vormittag werden die Rekruten innerhalb ihrer Truppe auf die verschiedenen Einheiten verteilt, dann geht's auf die Kammer zum Empfang der „Brocken", und bald schon ist der „schäbige Zivilist" verschwunden, der junge Soldat steht da, wenn er auch erst einer werden soll Rekrutenzeit, stramme Zeit, aber schließlich heißt es doch auch für jeden dieser jungen Soldaten, ebenso wie die Alten einst feststellen konnten: Ja, schön ist das Soldatenleben! Begründung befürwortet waren, obwohl nach den bestehenden Richtlinien keine Aussicht auf Genehmigung bejtanb. Ausnahmen von den Richtlinien kommen nur beim Vorliegen ganz besonderer Gründe in Frage. Wird ein Antrag jedoch entgegen den Richtlinien befürwortet, müssen die Gründe hierzu genauestens dargelegt werden. Ferner wurde wiederholt die Aenderung des Familiennamens einer nicht voll geschäftsfähigen Person befürwortet, obwohl gar kein rechtswirksamer Antrag ihres gesetzlichen Vertreters vorlag. Dieser Antrag bildet aber eine unumgängliche Voraussetzung für die Genehmigung der Namensänderung. Um Verzögerungen und gegebenenfalls auch eine zwecklose finanzielle Belastung der Beteiligten zu vermeiden, ersucht der Reichs- und Preußische Innenminister, in jedem Falle, in dem für eine nicht voll geschäftsfähige Person ein Antrag auf Namensänderung gestellt wird, zunächst die Frage ihrer gesetzlichen Vertretung zu prüfen. Erft wenn sich hierbei ergibt, daß der Antrag rechtswirksam ist, sind die weiteren Ermittlungen anzustellen. Landschastsbund Volkstum und Heimat Orksring Gießen. Heute, Dienstag, um 20.15 Uhr pünktlich, findet im Katholischen Vereinshaus die feierliche Eröffnung unfeYer Winterarbeit statt. Redner: Landschaftsleiter Ministerialrat Ringshaufen. Es wirken u. a. mit: Heimatdichter Georg Heß, der Bauerfche Gesangverein, To. 1846 (Volkstanzgruppe), Singgruppe der Goetheschule und Sprechchor der Pestalozzischule. freier (Eintritt für unsere Mitglieder und die Mitglieder der angeschlossenen Verbände und des Goethebundes, samt Angehörigen. Nichtmitglieder zahlen 20 Pfennig Eintritt. Sportamt „K aff durch Freude^. heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Alte Pestalozzischule, Wernerwall. Skigymnastik und Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerfchule, Schillerstraße. .. Schwimmen, für Frauen und Männer. Don 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr, Volksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Für die Kurse Ski-Trocken (Freitagabend) und Hallentennis (Samstagnachmittag und Sonntagvormittag) können noch Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, Tel. 2919 abgegeben werden. Hinein in die Sportkurse „Kraft durch Freude"! Deutsche Arbeitsfront. Vetriebsfragen der Reichsbelriebsgemeinschafl „handel". DaS Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront hat den neuen Betriebsfragebogen der Reichsbetriebsgemeinschaft „Handel" zugelassen. Die Betriebsfragebogen werden im Laufe der Monate Oktober und November durch die DAF.- Walter an die Betriebe des Handels zwecks Ausfüllung verteilt. Es ist Pflicht der Betriebsführer, die Fragebogen schnellstens und gewissenhaft ausgefüllt den DAF.-Waltern wieder auszuhändigen, damit die Erfassung und somit die Betreuung aller zum Handel gehörenden schaffenden deutschen Menschen durch die DAF. gewährleistet werden kann. Die Erfassung aller Handelsbetriebe ist w5gen der Vielzahl der zur RBG. „Handel" gehörenden Betriebe bzw. Betriebsarten ganz besonders wichtig, denn die RBG. „Handel" ist bekanntlich die größte aller Reichsbetriebsgemeinschaften. Die erste große Tournee der NS.Gemeinschaft „Kraft durch Freude" weilt am 4. November in unserer Stadl. ■. Die deutsche Arbeitsfront W*N.9.-6emeinschaft „Kratt durch freute Sie läuft unter dem Kennwort „Lache mit u n s", 150 Minuten Lachen mit acht Standardnummern. Im Mittelpunkt des Programms steht Rudolf Klaus, der beste Akkordeon-Virtuose Europas. Diesen Künstler muß man gesehen und gehört haben, um überhaupt zu wissen, was man mit einem Akkordeon anfangen kann. Schon allein das Instrument verblüfft, und man hält es kaum für möglich, wie ein Mann auf diesen 267 Tasten überhaupt zurechtkommen kann. Sein Spiel ist so melodiös, daß es an die Harmonie einer Orgel heran- reicht. Ist es ein Wunder, wenn die Besucher rasen und so immer neue Zugaben erzwingen? Rudolf Klaus spielt aus Liebe zur Musik mit hingebender Leidenschaft. Er bringt uns die besten Ouvertüren von „Oberon", „Die luftigen Weiber", die „Zweite ungarische Rhapsodie" usw., alles Musikstücke, die einen ganzen Meister erfordern. Aber auch das übrige Programm ist ganz her» vorragend. Die besten Künstler der internationalen Artistik sind vertreten. Da ist z. B. „B e n - B e - n e 11", ein Pechvogel. Er kann anfangen, was er auch will, alles mißlingt Weiter finden wir „R e i und Che! t", die uns auf das angenehmste unterhalten werden. „A r i v a n", der große Zauberer, wird jeden durch feine Handfertigkeit und feinen gefunden Humor verblüffen. Die geschickten Manipulationen, die er uns zeigt, vermischt mit einer glänzenden komischen Unterhaltungsgabe, werden auch dieser Nummer einen großen Erfolg bringen. Karten zum Preise von 60, 80 Pf. und 1 Mark sind im Vorverkauf zu haben bei: Musikhaus Chat- lier, Neuenweg, Schokoladenhaus Huntemann, Sei- tersweg, Kreisdienststelle „KdF.", Schanzenstr. 18. Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen roirÜ uns berichtet: Professor Dr. S e s s o u s, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung an der Universität Gießen, wurde als Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft „Pflanzenbau" bestätigt und damit zugleich in den Forschungsrat der deutschen Landbauwissenschaft berufen. Die Vorlesungen und Uebungen beginnen am 4. November. Vereidigung im Arbeitsdienstlager Gießen. Zu unserem gestrigen Bericht über die Vereidigung im Arbeitsdienstlager Gießen ift berichtigend mitzuteilen, daß das aleichzeitig abgedruckte Bild des Oberfeldmeifters Loesch diesen bei der Verlesung der Eidesformel aus dem Verordnungsblatt hes Arbeitsdienstes darstellt. Oie Verlosung der AblösungSanleihe- AuSIosungsrechte. Die Bürgermeisterei veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil das Ergebnis der Verlosung von Auslosungsrechten der Ablösungsanleihe der Stadt Gießen Die Einlösung wird vom 2. Januar 1936 ab bei der Stadtkasse gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte mit Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbetrag erfolgen. Näheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. Verband Deutscher Burschen und Adelphia-Gießen aufgelöst. Am Sonntag, 27. Oktober, vormittags tagte der Verband Deutscher Burschen (VDB.) in Frankfurt am Main. Als Ergebnis der einmütigen Besprechung konnte der Verbandsführer die Auflösung des Verbandes verkünden. Am Nachmittag des gleichen Tages hielt dis Studentische Reformoerbindung Adel» phia Gießen, die dem Verbände angehörte, einen außerordentlichen Altherrn- und Gesamtkon» vent ab, der sehr zahlreich besucht war. Auch hier kam es zum einstimmig gefaßten Beschluß, zur Auflösung der Korporation. Alte Familienpapiere und Bücher nicht achtlos wegwersen! Man schreibt uns: In Nummer 244 des Gießener Anzeigers vom 18. Oktober ist mit vollem Rechte nochmals auf die Entrümpelung und die durch sie bedingte Notwendigkeit, sich von allerlei Altem, einem vielleicht auch Liebgewordenen, trennen zu müssen, hingewiesen worden. Bei dieser Gelegen» heit, aber auch bei anderen Anlässen, vor allem bei Umzügen und Todesfällen, werden gar oft seit langen Zeiten unbeobachtet gebliebene und vergessene alte Familienpapiere, Briefe, Haushalts-, Geschäfts-, Tage- und andere Bücher wieder ans Licht befördert. Meist werden diese achtlos oder mit dem Gedanken, daß dieser „alte Plunder" doch niemandem mehr nütze, einfach der Vernichtung preisgegeben. Dabei wird aber übersehen, daß gerade diese Papiere als wertvolle Zeugen der Vergangenheit es dem Geschichtsforscher erst ermöglichen, uns Nachfahren ein lebendiges Bild alter Zeiten wieder vor unserem geistigen Auge an» schaulich erstehen zu lassen. Was das für unsere Stadt- und Familiengeschichte bedeutet, braucht nicht erst lange auseinandergesetzt zu werden. So ergeht denn an alle Einwohner unserer Stadt hiermit die Bitte, alte Papiere dieser Art nicht ohne weiteres zu vernichten, sondern sie dem Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen, das dann das im obengenannten Sinne noch Wertvolle feinen Beständen als willkommene Quelle der Heimatgeschichte eingliedern wird. Der Verwalter des Stadtarchivs, Dr. Lehnert, ist jederzeit gern bereit, Ueberroeifun» gen dieser Art zu übernehmen, ober auch die Papiere an Ort und Stelle zu prüfen, und würde sich im Interesse der Stadt- und Familiengeschichte freuen, wenn feine Bitte recht weitgehende Beachtung fände. Sprechzeit vormittags in der Universitätsbibliothek. * ** Silberne Hochzeit. Am heutigen Dienstag, 29. Oft., können die Eheleute Michael L a m s und Frau Elisabethe, geb. Best, Ebelstraße 41 wahrhaft, das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. Gleichzeitig kann Familie L a m s heute ihr 25- jähriges Mieterjubiläum feiern. Die Eheleute find schon seit 25 Jahren treue Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Freienfeen, Kreis Schotten. Dienstwohnung ist vorhanden und frei. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt haben und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. Gondergericht in Gießen. Wegen Verächtlichmachung eines Mitgliedes der Reichsregierung wurde der Wilhelm Schäfer aus Gießen zu 120 Mark Geldstrafe und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Das Gericht befaßte sich sodann mit dem Franz M ö b s aus Gießen, der wegen schwerer Beleidigung des Führers zu einer Gefängnisstrafe oon fünf Monaten verurteilt wurde. Strafmindernd kam in Betracht, daß sich der Angeklagte bisher nicht staatsfeindlich betätigte, im Gegenteil, sich für den heutigen Staat einsetzte und das Motiv der Tat unbekannt ift. Weiter stand der Wilhelm Sebastian Schneider aus Ober-Mörlen vor den Schranken des Gerichts. Er wurde zu drei Monaten Gefäng« n i s verurteilt, da er unwahre Behauptungen über den Reichsnährstand und den Führer ausstellte. Ie-er Hilst -em Winterhilfswerk! Die neueste Aufstellung de^ Spendenliste bei der Kreisfüyrung Gießen des Winterhilfswerkes 1935/36 zeigt folgenden Stand der Spenden für das WHW.: Bisher eingegangene Spenden: 11000,— RM. Ludwig Schunk, Gießen Professor Dr. Börstel Karl Ott Frau Luise Reuning Dr. Kurt Gotzheim Johannes Meoes Freiherr v. Lemmers Bopf E. R. Niederhausen & Co. Professor Kalbfleisch Frau Frieda Poly P. Jos. Mobs Heinrich Fischer Glaskontor Frau Bänninger Witwe Max Bänninger Dr. E. Pauly Professor Dr. Hummel Professor Dr. Dietz R. Mürrle Oskar Gusmann Hammermann 25,— am 10. Okt. 5,— II II 10. „ 4,— aa 11. „ 10,— II II H. „ 4,— II ee 11. . 5,— II 14. „ 11 — 15. „ 2,40 II 15. „ 15,— ea aa 15. „ 9,— II II 15. „ 1,40 II 16. „ 500,— 16. „ 2,80 16. „ 14,— 18. „ 40,— 21. „ 80,— aa 21. „ 100,— aa II 21. „ 100,— 22. „ 2,50 22. „ '0,— ll II 24. „ 5,— II II 24. „ 50,— 24. „ Gesamtergebnis 11996,10 RM. Weitere Spenden werden erbeiten auf das Konto der Kreisamtsleitung der NSV., Deutsche Bank und Diskontogesellschaft 2938, oder auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. 16114. An die Betriebsführer des Kreises Gießen. ■Bett.: Mnlerhilsswerk 1935/36. In diesem Jahre werden für das Mnterhttfs- werk 10 v. h. der Lohnsteuer, jedoch als rNindest- beitrag 25 Pf. pro Monat in jedem Falle, also auch bei lohnsteuerfreien Arbeilskameraden, abgezogen. Die Türplakelten werden bei der k r e i s w a l - kung der DAF., Gießen, Schanzen- strahe 18 (Vorderhaus), nach Abführung der velräge verausgabt. Wir bitten Sie, die Abzüge entsprechend der Anordnung in Ihrem Betriebe ab 1. Oktober 1935 vorzunehmen. Die Einzahlung erfolgt auf das Konto Jlr. 2938 bei der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft Gießen oder auf Postscheckkonto Ttt. 161145 Frankfurt a. 2TL, WHW. 1935/36. Die Sammlung der Opfergaben und die Ausgabe der Türplaketten für das WHW. bei den DAF.- Mitgliedern, die nicht in den Betrieben erfaßt werden, geschieht durch den zuständigen Blockwalter der DAF. Die Mitgliedschaft zur NSV. schließt jedoch nicht den Erwerb der Türplaketten aus. Wir hoffen, daß die Arbeitskameraden der DAF. sich genau so wie im vorigen Jahre für das WHW. einsehen und die ehrenamtliche Tätigkeit unserer DAF.-Walter unterstützen. Nur durch gemeinsame Opfer können wir die Not des Winters bannen. hierfür einzuftehen ist wahrer Sozialismus! Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen. Oer unbekannte Soldat -es WHW. Sein Dienst erstreckt sich täglich auf seine Freistunden. Hat er seine Berufspflichten erfüllt, so dient er bis in den späten Abend hinein noch dem Winter Hilfswerk. Während am Sonntag viele Volksgenossen der Ruhe pflegen, steht er, der unbekannte Soldat des WHW., wieder im D i e n st. Von Haus zu Haus, treppauf und treppab führt ihn feine Pflicht. Er arbeitet und kämpft nicht für sich, sondern in selbstloser Entsagung für die hilfsbedürftigen Frauen, Männer und Kinder unseres deutschen Volkes. Seine Waffen sind eine Liste und ein Bleistift sowie ein Geldbeutel. Mit ihrer Hilfe bringt er die „Munition" zusammen, die das WHW. für seinen Krieg gegen Hunger und Kälte braucht. Der unbekannte Soldat des WHW. zieht aber auch hinaus in die Dörfer, um von dort weitere Mittel zum Kampf gegen die Not nach den dringend der Hilfe bedürftigen Frontabschnitten heranzuführen. Und so dient er, der unbekannte Soldat, der großen Idee des neuen Deutschland und damit seinem Volke: der Volksgemeinschaft aller Schichten und Stände, der brüderlichen Hilfe von Mensch zu Mensch! Dieser unbekannte Soldat des WHW. sei allen Volksgenossen ein Vorbild! Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau bemühe sich, es ihm gleichzutun, wenn es nicht durch persönliche Mitarbeit geschehen kann, dann wenigstens durch eine angemessene Spende. Und auf diesem Wege arbeiten wir alle gemeinsam und fruchtbar für Deutschland und sein Volk! DieZungjuristen auf dem Gleiberg bei der Schulung. JmJungjuristen-Schulungslagerauf dem Gleiberg eröffnete gestern Pg. Rechtsanwatt K u l l m a n n (Wiesbaden) die Reche der Schulungsvorträge mit dem Thema „Liberalismus". In einer lebendigen und aufschluß- reichen Rede führte Pg. Kullmann etwa folgendes aus: Der Liberalismus als Weltanschauung der politischen und weltanschaulichen Freiheit des einzelnen ist politisch gekennzeichnet durch die Schlagworte der französischen Revolution: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit". Wirtschaftlich stellt er in den Mittelpunkt seiner Weltanschauung den Einzelmenschen. Der Liberalismus ist nicht von Anfang an schlecht gewesen. Aber er mußte auf die Dauer zur Katastrophe führen. So führt der poli- tische Liberalismus in logischer Entwicklung dadurch zur Entartung, daß er den Staat von bequemen und nicht immer verantwortungsbewußten Männern führen läßt. Die materialistische Grundhaltung führt zur Zersplitterung des politischen Lebens in einer Unzahl von Parteien. In der wirtschaftlichen Entwicklung verdrängen die anonymen Gesellschaften den mit seinem Werke und seiner Gefolgschaft verbundenen Unternehmer. Zu dieser Strukturkrise kommt infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen des Weltkrieges noch die Konjunkturkrise. Im Kriege entstanden in vielen Ländern neue Industrien. Diese können zum Teil wegen ihrer günstigen Lage zu den Rohstoffgebieten oder wegen der anspruchslosen Lebenshaltung in den Produktionsländern billiger Herstellen, als ihre Konkurrenten. Nach dem Kriege setzte infolge der jahrelangen Einschränkungen ein Ansturm auf die Rohstoffe ein. Da aber das Gold in den Käuferländern fehlte, gerieten diese in Abhängigkeit zu dem internationalen Leihkapital. Die Krise wäre zu beheben, wenn der Marxsche Satz: „Kapital = Rohstoff + Arbeit" richtig wäre. Denn Rohstoffe und Wiestelle ich meineBücheraus? Von Dr. Carl Walbrach. Die Frage nach der zweckmäßigen Aufstellung und Einordnung der Bücher hat schon vor Jahrhunderten in den Bibliotheken der Klöster, Universitäten, Fürsten zur allmählichen Ausbildung eines Systems geführt, in dem das ganze weite Gebiet der Wissenschaft nach Erfahrungsgrundsätzen aufgeteilt ist. Aber nicht von der Ordnung dieser großen öffentlichen oder privaten Bibliotheken soll hier die Rede sein, sondern von der Bücherei des Bücherfreundes. Es soll versucht werden, ihm einige Gesichtspunkte aufzuzeichnen, ihm ein paar Winke zu geben, w i e er am besten seine Bücher ordnet. Auch wenn man nur eine kleine'Sammlung hat, ist es nicht unwichtig die Bücher so aufzustellen, daß man das gerade gesuchte Werk sozusagen im Dunkeln greifen kann. Unsere Eltern stellten ihre Bücher in einen zur Ausstattung gehörigen Bücherschrank, gewöhnlich ein großes, schweres Möbelstück, das noch dazu oft nichts weniger als zweckmäßig für feine Bestimmung war. Der Schrank war so tief, daß beim Wachsen der Sammlung manchmal nichts anderes übrig blieb, als die Bücherreihen hintereinander zu stellen, was natürlich weder schön noch praktisch war. Heute ist man längst dazu übergegangen, eine andere Form zu finden. Der moderne Bücherschrank ist eigentlich ein Büchergestell — natürlich mit Rückwand wegen des Staubes, dessen Bretter verstellbar sind. Im eigenen Haus wird der Bücherschrank am besten in die Wand eingebaut. Eine andere Möglichkeit bieten die von Soenneken und anderen Firmen hergestellte Kästen mit aufklappbarer Glastüre; diese Kästen können aufeinander gestellt werden, so daß zwei oder drei solcher Kastenreihen nebeneinander einen Schrank ergeben. Ein Gestell freilich, in das der Schreiner einige verschließbare Fächer etwa für Tafelwerke, Bikdermappen und Aehnliches hineinarbeiten kann, ist ein ungleich größerer Schmuck für das Zimmer als die Kästen, deren großer Vorteil der staubsichere Abschluß der Bücher ist. Wie man die im Laufe der Zeit angesammelten Bücher aufstellt, ist eine durchaus persönliche, vielleicht darf man sagen: individuelle Sache. Aber trotzdem sind Formen erprobt worden, die dem Sammler bei seiner Ordnung helfen können. Bevor aber auf diese innere Ordnung der Bücherei elngegangen wiro, seien noch einige äußere Dinge erwähnt. Jeder Bücherfreund, der eine Reihe von Jahren sammelt, wird gelegentlich fesfftellen, daß er dieses oder jenes Buch aus scheiden muß, weil er es doch nie mehr lesen wird, weil es ihm den Raum für ein neues oder wertvolleres wegnimmt; das elbe gilt beim Wohnungsumzug, bei einem Todesfall. Er wird dringend gebeten, die aus- geschiedenen Bücher — und nicht nur die, die er für wertvoll hält! — nicht als Altpapier zu verkaufen, wobei er nur das Gewicht bezahlt bekommt, sondern sich mit der zuständigen Universitäts-, Landes- oder Stadtbibliothek in Verbindung zu setzen. Natürlich kann er nicht ahnen, daß er im anderen Fall vielleicht etwas zum Einstampfen hingibt, für das ein Benutzer der Bibliothek ihm in 50 oder 100 Jahren dankbar wäre. Die Bücher werden grundsätzlich so aufgestellt, daß das erste Buch der Reihe immer links steht, auch wenn die Reihe nicht voll ist. Ob man die oberste oder die unterste Reihe als erste wählt, ist gleichgültig. Maßgebend für die innere Ordnung der Bücherei ist die Zahl der Werke. Von den besonderen Verhältnissen der Bücherei eines Geschichtsforschers, Kunstgeschichtlers, Arztes, Kaufmanns ufro. kann hier nicht gesprochen werden; nur ein kurzes Wort darüber am Beispiel des Juristen. Er wird zweckmäßig seine Bücherei nach Sachgebieten aufteilen: Völker-, Staats- und Verwaltungsrecht, Bürgerliches Recht, Strafrecht, Zivil- und Strafprozeß, Gefängniswesen und so fort. Für die Allgemeinheit der Bücherfreunde und -sammler ergeben sich mehrere Möglichkeiten der Ordnung. Die Aufstellung nach der Größe der Bücher möchte ich unter allen Umständen ablehnen, wenn sie auch hier und da üblich ist; denn das Merkmal der Größe ist doch gar zu äußerlich und zufällig; und eine Bücherreihe, in der große und kleine Werke durcheinanderstehen, ist sicher auch schöner. Anders steht es mit der Aufstellung nach der Farbe der Rücken; bei dieser — man möchte sagen: ästhetischen — Ordnung kann das Farbenspiel zusammenklingen und den Besitzer bei jedem Blick darauf erfreuen; nur darf die Sammlung dann nicht Hunderte von Bänden umfassen, und müssen alle Bücher schöne Einbände haben. Eine ganz kleine Bücherei von 50 oder 80 oder 100 Werken wird am besten alphabetisch nach den Namen der Verfasser, dem Titel der Zeitschrift oder des Sammelwerkes aufgestellt: Arnim, Eichendorfs, der Hochwart, Kleist, Die Deutsche Rundschau, Uhland, Walther von der Vogelweide. Bei einer größeren Sammlung von 200 bis 300 oder mehr Bänden ist grundsätzlich die alphabetische Aufstellung anzuraten, denn hier ist das Suchen schon ein klein wenig schwieriger; Arbeit sind im größten Ausmaß vorhanden. Aber der Satz an sich ist falsch. Soweit die Krise eine Absatzkrise ist, kann sie von Deutschland nur verschärft werden. Denn wir sind durch unsere wirtschaftliche Lage gezwungen, neue Produktionsstätten zu schaffen. Soweit dies nicht möglich ist, müssen wir uns die Rohstoffe im Tauschverkehr verschaffen. Wir sind nicht autark und können es nicht sein, aber die Krise zwingt uns, Planwirtschaft zu treiben. Vor dieser Aufgabe stehen heute fast alle Länder, aber nur in dem autoritär geführten Deutschland konnte sie bisher zu Erfolgen kommen. Dann streifte der Redner noch kurz die Krise des Liberalismus auf dem Gebiete der Kunst. Echte Kunst fei immer die Versinnbildlichung des Religiösen. Der Liberalismus habe aber keinen idealen Inhalt und habe daher in der Kunst zu unsäglicher Verflachung geführt. Erst infolge der vom Nationalsozialismus dem Volke wiedergegebenen Ideale sei eine neue Befruchtung der Kunst erfolgt. Pg. Kullmann schloß mit einem Worte von Eberhard Wolfgang Möller: Tote erheben sich, Wüsten beleben sich, wenn einer ist, der über Sturm und Nacht, eh' noch der Morgen tagt, die Fahne hißt. Besuch des Zuugjuristen-Schulungslager«! beim Arbeitsamt Gießen. Gestern nachmittag besuchte das Jungjuristen- Schulungslager das Arbeitsamt in Gießen. Oberregierungsrat Dr. L i ft erläuterte zunächst in einem Vortrag die Aufgaben des Arbeitsamtes. Er führte u. a. aus, daß die wichtigste Aufgabe naturgemäß die Erfassung der Arbeitslosen und die Vermittlung von Arbeitsstellen fei. Bei der Vermittlung gelte es vor allen Dingen, die Volksgenossen an o e n Ar- beitsplatz zu bringen, den sie auszufüllen oermö*- gen. Als wesentlichstes Hilfsmittel dienten sog. Um« schulungslager und Nachschulungslager, die deü Zweck haben, die Volksgenossen fachlich aus- und weiterzubilden. Als weitere sehr wichtige Aufgab, obliege dem Arbeitsamt die Berufsberatung der Jungarbeiter. Das Arbeitsamt suche an Hand der Schulzeugnisse, des Zeugnisses der HI., persönlicher Vorstellung und schließlich einer vielseitigen psycho- technischen Prüfung sich ein Bild über Charakter und Fähigkeiten in Auffassungsgabe, logischem Den- ken und Handfertigkeiten zu machen. Im Anschluß an den Dortraa führte Oberregie, rungsrat List das Lager durch die verschiedenen Abteilungen des Arbeitsamtes. Interessant, und lehrreich für die Jungjuristen war die ausgedehnte Kartei, in der jeder arbeitslose Volksgenosse auf. geführt ist. An Hand dieser Karthotek ist es möglich, auf jede Anfrage eines Arbeitgebers den geeigneten Volksgenossen in die richtige Arbeit zu bringen. Durch die Einführung des Arbeitsbuches ist die Arbeit des Arbeitsamtes ganz wesentlich erleichtert worden. Der psychotechnische Prüfungsraum wurde eingehend besichtigt, und die einzelnen Geräte, soweit es möglich war, praktisch vorgeführt. Durch Versuche einiger Jungjuristen zeigten sich die Schwierigkeiten der Prüfungen. Zum Schluß wurde in der Abteilung „Arbeite losenversicherung" gezeigt, wie die Feststellung der dem Arbeitslosen zu zahlenden Unterstützung unter Berücksichtigung der familiären und wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgt. Versammlung der Fachgruppe des Gaststättengewerbes in der DAF. Gestern nachmittag vereinigte eine Versammlung der Fachschaft des Gaststätten- und Beherbergungs- Gewerbes Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder im Cafe Leib. Kreisfachgruppenwalter G ölte r m a n n hieß die Teilnehmer willkommen und erteilte sofort dem Saufachgruppenwalter Zeiße, Frankfurt a. M das Wort zu seinen grundsätzlichen Ausführungen über den Begriff der Betriebsgemeinschaft. Volksgemeinschaft und Bettiebsgemeinschaft seien, so führte er u. a. aus, Worte, in denen eine Idee zum Ausdruck komme. Lange seien beide Begriffe mißdeutet worden. Heute stehe das Volk geschlossen hinter dem Führer Adolf Hitler als dem ersten Prediger der Volksgemeinschaft. Verbundenheit untereinander müsse am Arbeitsplatz gepflegt wer- den. Betriebsgemeinschaft fei nichts Üeberflüffiges. Nur in engster Verbundenheit feien gesteckte Ziele zu erreichen. Jene, die auch heute noch der Volksund Betriebsgemeinschaft im Wege stünden, müßten durch das Gesetz zur Ordnung gerufen werden. Was allgemein für die Wirtschaft gelte, gelte im besonderen für das Gaststättengewerbe. Im (öaffffäffengeroerbe müsse die Velriebsge- melnschafl geradezu einer Familiengemeinschafl nahekommen. Einer habe den anderen zu unterstützen. In Betrieben, in denen die Betriebsgemeinschaft verwirklicht fei, habe auch der Bettiebsführer die Möglichkeit, einmal einen Tag in der Woche auszü- fpannen, ohne fürchten zu müssen, daß etwas schief geht. In wirklicher Betriebsgemeinschaft tue jeder auch ohne Aufsicht seine Pflicht. Dieser Geist lasse auch wirtschaftliche Schwierigkeiten besser überwinden. Dem Gast gegenüber fei, so führte der Redner aus, eine geistige Umstellung eingetreten. Der Gast mit dem großen Geldbeutel sei nicht mehr der allein angesehene. Der Arbeiter, der bescheiden verzehre, fei" nicht weniger gerne gefehen. Die Einrichtung der NS.-Gemeinfchcfft „Kraft durch Freude", dis dem Arbetter die Urlaubsreife ermögliche, habe sehr zur Belebung des Gewerbes beigetragen. Die Erfüllung der Aufgaben, die dem Betriebs« führer und der Gefolgschaft des ©aftftätten^eroerbei gestellt feien, würde nur Möglich, wenn Befähigung und Eignung der einzelnen vorausgesetzt werden könnten. Kameraden, die den Anforderungen nicht entsprechen könnten, müßten eben zusätzlich geschult werden. Das Amt für Arbeitsschulung und Berufs« erziehung gestatte jedem jegliche Fortbildung. Besonderer Werl müsse auf den Besuch sprachlicher Kurse gelegt werden, da für das nächste Jahr, das Jahr der Olympiade in Berlin, mit einem großen Zustrom von Ausländern zu rechnen fei. Das deutsche Gasistättengewerbe habe die Pflicht, seinerseits dafür zu sorgen, daß die ausländischen Gäste gute Eindrücke gewännen. Darüber hinaus müsse alle Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, dem deutschen Volksgenossen'den Aufenthatt in den Gaststätten so angenehm wie möglich zu machen. Das sei nur möglich durch dis Verwirklichung der Betriebsgemeinschaft in allen Betrieben. (Starker Beifall.) Als zweiter Redner sprach dann der Kreisgeschöstsführer der DAF., Jung. Seinen Worten sei folgendes entnommen; Die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus fei, so betonte er eingangs, nicht nur ein Regierungswechsel gewesen, sondern der Auftakt zu einer Neu- formung des ganzen deutschen Lebens. Die Schaffung der Betriebsgemeinschaften sei. ein Teil der Aufgaben im Dienste um diese Neuformung. Das Materielle dürfe bei unserer Arbeit nicht das Ausschlaggebende sein, wie es zu liberalistischen Zeiten der Fall war, da es nur auf den Verdienst ankam. Streitigkeiten an den Stätten der Arbeit seien nie produktiv gewesen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Begriff des Betriebsführers aber innerhalb des Alphabetes kann schon eine gewisse sachliche Ordnung Platz greifen. An Goethes Werke und Briefe schließt man — wiederum alphabetisch — alle Bücher an, die über Goethe vorhanden sind; die Zeitschriften stellt man — auch nach dem Abc — zusammen vor ober hinter die Bücher, wenn nicht ihre Größe die Aufstellung an einem anderen Platz erfordert: Heimat im Bild, Nationalsozialistische Monatshefte, Muttersprache, Volk und Scholle. Ist eine Bücherei im Laufe der Jahre auf vielleicht 800 oder 1000 Bände angewachsen, dann kann man nur mit Hilfe der Aufteilung in Fachgebiete den Ueberblick behalten. Gewarnt werden muß jedoch in diesem Falle vor einer allzu gründlichen Teilung, die verwirrt, wenn in den Abteilungen manchmal vielleicht nur 10 Bücher stehen. Dann mühten schon an den Büchern äußere Erkennungszeichen oder an den Brettern Zettel mit den Stichworten der Abteilung aufgeklebt werden. Hier genügen vielmehr wenige große Abteilungen, die in s i ch nach dem Abc geordnet werden wie eine kleine selbständige Bücherei: Geschichte mit Politik, Wehrwissenschaft und Wirtschaft; Schöne Literatur (Prosa, Lyrik, Drama) mit den biographischen und sonstigen Werken über die Verfasser; Naturwissenschaft mit Erdkunde samt Reisebeschreibungen; Weltanschauung, Religion. Wenn eine Bücherei die 1000 überschritten hat, bleibt nichts zu tun, als diese systematische Ordnung allmählich auszubauen. Sollten sich dabei Schwierigkeiten ergeben, dann bedarf es nur eines Ganges in eine Bibliothek, wo jeder Bibliothekar gern raten und helfen wird. Wer ein übriges tun will, lege sich einen Katalog an. Das beste ist ein Zettelkatalog, auf dem oben in der Mitte der Derfafser- name oder der Zeitschriftentitel steht. Sind die Bücher systematisch aufgestellt, dann findet er das gesuchte Werk auf alle Fälle entweder im System oder nach dem Verfasser im Katalog. Der Katalog erleichtert auch den Ueberblick und kann zu einer entsprechenden Bemerkung benutzt werden, wenn man ein Buch verleiht; natürlich kann man die Verleihungen auch in ein besonderes Heft eintragen. Die dauernde Vergrößerung der Sammlung zwingt den Bücherfreund, sich immer wieder mit seinen Schätzen zu befassen. Es muß umgestellt und neu eingeteilt werden, und dabei fällt ihm manches Buch in die Finger, an das er lange nicht mehr gedacht hat. Er wird darin blättern, es vielleicht herauslegen, um es wieder einmal zu lesen. Dor allem aber: er wird sich auf diese Weise immer von neuem an seinen Büchern freuen und fein Verhältnis zu ihnen vertiefen. »Großer Wind" erzählt aus vergangenen Tagen ... Alljährlich feiern die Rama-Indianer in den ihnen zugewiesenen Reservaten ein großes Fest, Dabei darf auch der Häuptling „Großer Wind" nicht fehlen, der trotz seines hohen Alters von sechs« undneunzig Jahren noch sehr rüstig und lebensfroh ist. Doch schmerzt es ihn tief, daß er nicht mehr als freier Mann feine Jagdgründe suchen kann, wo er will; denn als einziger seines Stammes hat „Großer Wind" noch die Zeiten erlebt, in denen der rote Mann ungehindert jagen und fischen durfte, wo es ihm beliebte. Wenn die jungen Burschen und Knaben seines Stammes sich beim Lagerfeuer um ihn versammeln, dann erzählt er, wie ihm zu Mute war, als er das erste Bleichgesicht erblickte. Er hatte nicht gewußt, daß es auch Menschen unter der Sonne gab, die eine andere Hautfarbe hatten als er selber. So erschrack er aufs höchste, als er eines Weißen ansichtig wurde; er glaubte, es handle sich um den Indianer eines anderen Stammes, der an einer schweren Krankheit litt, die fein Gesicht verfärbt hatte. „Er sah so schrecklich weiß und blaß aus, daß ich, so rasch ich laufen konnte, meinen Wigwam aufsuchte und mich dort versteckte." Später erfuhr der Häuptling, daß sich der Fremde bester Gesundheit erfreute, und dann kamen die Blaßgesichter zu Tausenden und eroberten das Land. — Leben die Ramas heute überhaupt noch als echte Indianer? „Großer Wind" fragt es sich oft und äußert manche Bedenken. „Die jungen Indianer sind nicht so stark und unternehmend, wie wir es in unserer Jugend waren. Sie haben eine gute Erziehung genossen, aber ich weiß nicht, ob sie die für einen Indianer richtige ist. Ich bin in den Jagdgründen erzogen worden und habe dort alles gelernt, was ich brauchte." Auch mit den neumodischen Bestimmungen bei der Häuptlingswahl ist „Großer Wind" nicht einverstanden. „Mein Großvater wurde auf Lebenszeit gewählt und ich wurde es auch " Von einer Absetzbarkeit des Häuptlings will der Sechsundneunzigjährige also offenbar nichts wissen. Was wird die Zukunft seinem Stamme bringen? „Großer Wind" ist Christ geworden; er ist fest davon überzeugt, daß die Guten über die Bösen den Sieg behalten werden. Mit prophettscher Stimme verkündet er, es werde einmal ein gewaltiger Krieg kommen, in dem die Bösen für alle Zeiten ausgetilgt würden. Die jungen Indianer hören ihm wortlos zu. Werden die alten Zeiten wirklich einmal wiederkommen, in denen der rote Mann auf eig** nem Grund und Boden stand und ein freier MaNlk war? und stellte dessen hohe Verantwortlichkeiten heraus. Der Betriebsführer müsse vorbildlich durch die Lei- stung sein und diese Leistung beweisen, er müsse das Vertrauen der Gefolgschaft besitzen und mit seiner Leistung der Volksgemeinschaft dienen. Die Volksgemeinschaft müsse von seiner Leistung Nutzen haben. Das Interesse des Einzelnen müsse immer da aufhören, wo das der Volksgemeinschaft beginne. 3m Dienste der ganzen Nation zu stehen sei die Forderung des Tages. Jeder habe dazu beizutragen, daß es unserem Volke gut gehe. Der deutsche Mensch müsse zu diesem Dienst immer wieder aufgerufen werden, da er allzu leicht vergesse. Immer werde die Forderung lauten zu leben und zu wirken in der Ausrichtung auf die Volksgemeinschaft. (Lebhafter Beifall!) Im weiteren Verlauf der Versammlung referierte ein Vertreter des Arbeitsamtes Gießen über die Ausfüllung des Antragsformulars für das Arbeitsbuch und gab genauen Auf- fchluß über die zu machenden Angaben. BetriebsM- rer Herr betonte in kurzer Ansprache in seiner Eigenschaft als Führer der Wirtschaftsgruppe des Gaststatten- und Beherbergungsgewerbes in Gießen die Forderung der Betriebsgemeinschaft. Der Kreisgeschäfisführer der NG.-Hago, pg. Schimmel sprach über die Notwendigkeit der raschen Verwirklichung der Betriebsgemeinschaft, von der Uebersetzung des Gaststättengewerbes in unserem Gebiet und den daraus sich ergebenden Forderungen für die Zukunft, schließlich über die Voraussetzungen für jene, die im Dritten Reich Betriebs- sührer werden wollen. Mit einem Ausblick auf die Zukunft des deutschen Volkes und mit der Mahnung, sich durch gegenwärtige Sorgen nicht den weiten Blick in die Zukunft trüben zu lassen, schloß er seine Ausführungen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß der Kreisfachgruppenwalter Goltermann die Versammlung. Gängertagung in Gießen. Der Sängerkreis Gießen tm ©au XII des Deutschen Sängerbundes hielt am Sonntagnachmittag im „Aquarium" zu Gießen eine Kreistagung unter der Leitung des Kreisführers Müller (Gießen) ab. Nach den Begrüßungsworten des Tagungsleiters wurde zunächst der im verflossenen Jahre verstorbenen Sänger gedacht, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann wies der Vorsitzende Müller darauf hin, daß er am 26. Juni d. I. von dem Gauführer Ministerialrat Ringshausen aum Kreis führer berufen worden sei. Er bat die Sänger, ihm das gleiche Vertrauen wie seinem Vorgänger Ko ch entgegenzubringen, forderte auf, in guter Zusammenarbeit ersprießlich für das deutsche Lied zu wirken und dieses hohe Kulturgut nach besten Kräften zu fördern, und betonte sodann den Wert der echten Kameradschaft auch unter den Sängern, damit sie in der rechten Weise ihre Aufgabe erfüllen könnten, das deutsche Lied zum Segen unseres Volkes hinauszutragen in das Volk. Er wies die Sänger auf das hohe Vorbild unseres großen Führers Adolf Hitler hin und forderte sie auf, immer diesem großen Deutschen mit aller Hingabe zu folgen. Sodann sprach er seinem Amtsoorgänger, dem früheren Kreisführer Emil Koch, für fein unermüdliches und vorbildliches Schaffen aufrichtigen Dank und volle Anerkennung für die tadellose Geschäftsführung aus, ferner dankte er den übrigen Sangesbrüdern vom Kreisvorstand für ihre bisherige Mithilfe und bat sie zugleich, ihm auch in Zukunft tatkräftig zur Seite zu stehen. Kreisschriftführer Schneider (Gießen) erstattete sodann den Geschäftsbericht, der gegenüber dem Vorjahre ein recht erfreuliches Bild zeigte. Die Zahl der Gesangvereine ist von 35 im Vorjahre auf 57 im verflossenen Geschäftsjahr gestiegen, die Zahl der Sänger ist von 1633 im Vorjahre auf 5903 an- gewachsen. Leider sind davon nur 25 Sänger unter 25 Jahren. Es wurde in diesem Zusammenhang betont, daß es eine dringliche Aufgabe aller Vereine sei, für zahlreichen Nachwuchs unter den jungen deutschen Männern als Sänger zu werben. Im Berichtsjahre konnten 3 Sänger für 50jährige, 13 Sänger für 40jährige aktive Sängertätigkeit, sowie 5 Sänger für 25jähri'ge Tätigkeit als Vorstandsmitglieder vom Sängerbund geehrt werden. Kreisschatzmeister Latsch (Daubringen) erstattete den Rechnungsbericht, aus dem hervorging, daß im Sängergau XII mit großer Umsicht und Sparsamkeit gewirtschaftet wurde. Kreischormeister Blaß sprach dann über den Zweck des Liedertages und die musikalischen Lei- stungen im vergangenen Jahre. Gauchormeister Professor Dr. Temesvary berichtete über den Gausängertag am 28. und 29. September in Darmstadt. Ein Sangesbruder berichtete über das erste „Hessenlager" in Brandau. An diese Berichte schloß sich eine rege Aussprache an, ebenso wurde unter „Verschiedenes" eine Anzahl Fragen der Sängerbewegung erörtert. Mit einem Chorvortrag und mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Tagung geschloffen. Kundgebung des Reichsbundes der Kindmeichen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes der Kinderreichen veranstaltete am Sonntagnachmittag im Katholischen Vereinshaus eine Kundgebung, zu der auch zahlreiche Vertreter der Behörden und Dienststellen erschienen waren. Auch die Universität war vertreten. Im Namen der Ortsgruppe begrüßte Obermedizinalrat Professor Dr. K l i e w e die Erschienenen. Er betonte, daß es jahrzehntelang gedauert, bis man erkannt habe, welchen wertvollen Dienst die kinderreichen Familien unferm Vaterland leisten. In Deutschland seien nur 15 v. H. aller Ehen kinderreich, 40 v. H. der in Deutschland geschlossenen Ehen sei kinderlos geblieben. Es sprach dann als Hauptredner Kreiswart pg. Becker-Mainz über den Reichsbund der Kinderreichen und seine Bedeutung für den nationalen Staat. Der Reichsbund der Kinderreichen fei, so führte er u. a. aus, ein bevölkerungspolitischer Kampfbund, der nationalsozialistisches, bevölke- runaspolitisches Denken in das Volk hineintragen wolle. Sein Ziel sei die Erhaltung und Förderung der erbgesunden, arischen kinderreichen Familie. Die Zukunft des deutschen Volkes sei bedroht durch Geburtenrückgang und Familienzerfall. Ohne kmder- frohe deutsche Familien sei keine starke deutsche Zukunft möglich. Der Reichsbund sei eine Kampf- organifation zum Aufbau des deutschen Vaterlandes. Vor der politischen Umwälzung seien die Kinderreichen als Menschen zweiter Klasse angesehen worden, dadurch sei es mit Deutschland rückwärts gegangen. Die kinderreiche Familie habe am meisten zu leiden gehabt. Unser Führer habe das deutsche Volk wieder zusammengeschweißt. Der Redner schilderte dann den Kampf und die Entwicklung der NSDAP, und betonte, daß der Reichsbund der Kinderreichen denselben Weg gegangen sei. Die Bewegung sei antisemitisch eingestellt. Die Judenfrage sei Schicksalsfrage der ganzen Menschheit. Der Redner kam dann auf den kürzlich in Bern abgehaltenen Zionistenkongreß zu sprechen, bei dem der Vernichtungswille des Judentums gegenüber WWWMMl. Roman von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 30 Fortsetzung Nachdruck verboten! Ihr Mitleid, ihre Liebe zwangen ihr die Worte vom Munde: „Quälen Sie sich aber nicht allzu sehr mit Schuldgefühlen, Hans — es hat so kommen sollen. Wahrscheinlich wäre Fräulein Walb, auch ohne daß Sie in ihr Leben getreten, zur gleichen Stunde in jenem Unglücksauto gefahren und getötet worden. Mit ihrem Tod haben Sie nichts Zu schaffen." Warum und eindringlich klang ihre Stimme und , Zeiudumen Gießen / Gchulstraße 1 5 Herdbuch-Rinder Ostpreußen - lx/2 bis 2 jährig zu verkaufen. H. Brückmann Neuhof 62360 Post Leihgestern. Landkreis Gieren. £ Wieseck, 29. Okt. Am Mittwoch, 30. Oktober, feiern Schreinermeister Karl Voigt und Ehefrau Marie, geb. Leib, das Fest der Silberhochzeit. T Großen-Linden, 28. Okt. Ein dreister D i e b st a h l wurde am Samstagabend in der hiesigen Metzgerei und Wirtschaft W. P i r r ausgeführt. Der Dieb stieg mit Hilfe einer Leiter in das Schlafzimmer ein und entwendete eine goldene Armbanduhr und einen kleineren Geldbetrag. § Leihgestern, 29. Okt. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen morgen, 30. Oktober, die Eheleute Karl Brück II. und Frau Katherine, geb. Gilbert. Y Watzenborn-Steinberg, 28. Okt. Am Freitagabend fand eine gemeinsame Sitzung des Gemeinderats und des Schulvorstandes statt. In dieser gemeinsamen Sitzung galt es über die schon lange herrschenden beengten Raumverhältnisse der hiesigen Volksschule zu verhandeln. Die sachlich begründete Notwendigkeit einer solchen Regelung, die von Rektor Wilhelm Bender vorgebracht wurde, wurde allseits anerkannt. Jedoch stehen augenblicklich nicht genügende Geldmittel zur Verfügung, daß man dieser Notwendigkeit Abhilfe schaffen könnte, da die Gemeinde ein Straßenbauprojekt der Steinstraße in Angriff genommen hat, dessen Kostenaufwand sich auf rund 46 000 Mark beziffert. In sechs Schulsälen sind 7 Klassen untergebracht. Dieser unhaltbare Zustand ist auf die Dauer nicht gutzuheißen. In unserer mit 2600 Einwohner zählenden Gemeinde fehlt ferner für die körperliche Ertüchtigung der Jugend eine geräumige Turnhalle, die zugleich auch als Versammlungsraum für Veranstaltungen größeren Stils benutzt werden könnte. Beide Angelegenheiten sind für eine große Gemeinde von besonderer Notwendigkeit, leider ist an eine endgültige Lösung dieser Frage vorerst noch nicht zu denken. Es ist jedoch geplant, die beiden geräumigen Speicher nebst Vorplatz für drei Schulsäle vorzusehen und davon einen auszubauen. Sollte dieses Projekt seine Genehmigung finden, so kann man wohl im kommenden Frühjahr mit den Umbauarbeiten rechnen. Kreis Alsfeld. > Nieder-Ohmen, 28. Okt. Im Zeichen des Winterhilfswerkes wurden heute an hilfsbedürftige Volksgenossen Lebensmittel (Fleisch im eigenen Saft) usw. verteilt, ferner wurden Kohlenkarten ausgegeben. Dieser Tage wurde von der NSV. eine Kinderkleidersammlung durchgeführt. Die erste E i n t o p f s a m m l u n gebrachte in der hiesigen Ortsgruppe den Betrag von rund 114 Mark ein. Gießener Dochenmorklpreife. * Gießen, 28. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische, Kühlhaus) 11, (deutsche, Kühlhaus) Klaffe A 12, B IIV2, C 10'/-, (frische) Klasse B 12'/-, C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 12 bis 35 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mark, Boskop 25 bis 35 Mark, Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 40 bis 50, Zwetschenhonig 40, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 75 bis 85, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. D. in £. Homo sum; humani nil a me alienum puto: Ich bin ein Mensch; drum gilt nichts Menschliches mir fremd. Stammt aus der Komödie „Heautontimorumenos“ von Terenz. — Aus Horaz, Oden I, 11, 8: Carpe diem: Nütze den Tag, ehe es zu spät ist. SJL-tfpont Neuer deutscher Hockeysieg über Dänemark. Deutschland in Kopenhagen 6:0 siegreich. Der vierte Hockey-Länderkampf zwischen Deutschland und Dänemark, der am Sonntag im Kopenhagener Sportpark zum Austrag kam, brachte abermals einen deutschen Sieg. Mit 6:0 (3:0) fiel er auch in dieser Höhe überlegen und eindrucksvoll aus. Nur wenige Zuschauer hatten sich zu diesem Spiel eingefunden. Das Spiel begann gleich mit einer deutlichen Ueberlegenheit der beutfdjen Mannschaft, die jedoch zunächst die erzielten Ecken nicht ausnutzen konnte. Aber noch vor Ablauf der ersten Viertelstunde fiel schon der erste Treffer, als unser Mittelstürmer Weiß an dem herauslaufenden dänischen Torwart vorbei einsandte. Zehn Minuten später fiel das zweite Tor, das Diesmal von dem Halbrechten C u n tz (Sachsenhausen) erzielt wurde. Eine Umstellung im dänischen Sturm brachte die deutsche Mannschaft weiter in Vorteil und noch vor der Pause konnte abermals Cuntz auf 3:0 erhöhen. Nach der Pause schienen sich die Dänen etwas gefunden zu haben, doch dauerte ihr Widerstand nicht lange. Schon nach fünf Minuten gelang es Weiß eine ausgezeichnete Flanke unhaltbar zum Torschuß zu verwenden. Eine Ecke für Dänemark brachte nichts ein. Ueberhaupt hatten die Dänen, die recht aufopfernd spielten, viel Schußpech und so blieb ihnen sogar der Ehrentreffer versagt. Beisiegel und Hamel waren dann die Torschützen der weiteren deutschen Erfolge. Die Ergebnisse der bisher ausgetragenen Spiele gegen Dänemark waren: 1928 in Kopenhagen 5:2, 1929 in Hamburg 5:0, 1930 in Rostock 6:0 für Deutschland. , FC.Teutonia-'Wahenborn-Gteinberg Dissenberg I — Watzenborn-Steinberg I 7:3 (3:1). Nach dem überzeugenden Sieg der Teutonen am vorletzten Sonntag gegen den Tabellenführer Naunheim mußten sie nun gegen den Tabellenzweiten auf dessen Platz eine 7:3-Niederlage einstecken. Die Elf zeigte diesmal wieder Mängel in einzelnen Mannschaftsteilen. Die Teutonen begannen das Spiel recht flott, hatten auch mehrere aussichtsreiche Situationen herausgearbeitet und kamen in der 13. Minute durch einen von Fett verwandelten Handelfmeter in Führung. Ein von Watzenborn-Steinberg unglücklich getretener Strafstoß wurde von den Bissenberger Stürmern abgefangen und der Ausgleich war erzielt. Nun kam Bissenberg stark auf. Ganz besonders der Rechtsaußen konnte unbehindert seine rasanten Flankenläufe durchführen und vereint mit dem ausgezeichneten Mittelstürmer kam die Mannschaft wieder zu Erfolgen. Mit 3:1 wurden die Seiten gewechselt. Danach dasselbe Bild. Bissenberg fand sich schneller und gab den Ton an. Wiederholt kam auch Watzenborn-Steinberg durch und Haas kann durch wuchtigen Schuh auf 4:2 verkürzen. In der Folge war es wieder der Rechtsaußen der Platzmannschaft, der sich durchsetzt und den freigelaufenen Mittelstürmer bedient, und so bleiben die weiteren Erfolge nicht aus. In den letzten Minuten kamen die Gäste etwas mehr auf und Fett verwandelt einen Eckball direkt ßum dritten Tor für die Gastmannschaft. Schiedsrichter Wiesenbach (Frohnhausen) leitete recht gut. Die zweite Mannschaft war in Grüningen zu Gast und konnte nach temperamentvollem Spiel knapp mit 3:2 gewinnen. Infolge des nassen Platzes wurden ungeheure Anforderungen an die Spieler gestellt. Die Iugendmannschaft blieb aus eigenem Platze gegen die 1. Jugend vom VfB.-R. Gießen mit 4:2 Sieger. In der ersten Halbzeit spielten die Einheimischen mit dem Wind und erkämpften sich eine 3:0-Führung, die der Halblinke kurz nach Seitenwechsel auf 4:0 erhöhte. Dann kam die Gästemannschaft aus Gießen auf und ein unnötig verschuldeter Foulelfmeter brachte Giehen den ersten (Erfolg. Der zweite Erfolg resultierte aus einem Ballaus- rourf auf der Torlinie. Der einheimische Tormann hatte einen wesentlichen Erfolg an dem Sieg seiner Mannschaft. Fußballabteilung deöTv.l 846 Gießen. 1846 Giehen — Vetzberg 11:0. Die Turner konnten durch ihren eindeutigen Sieg von 11:0 gegen Vetzberg ihre am vergangenen Sonntag erlittene Niederlage wieder wettmachen. Schon gleich am Anfang schoß Balser den Ball zum Führungstor ein, dem Hauck bald darauf ein zweites folgen ließ. Der rechte Läufer Rahn sorgte mit kräftigem Schuß aus 30 Meter Entfernung für das dritte Tor. Durch Barthel (1) und Dr. Pfeffer (2) wurde der Halbzeitstand von 6:0 erreicht. Die Vetzberger versuchten zwar nach der Pause das Torverhältnis zu verbessern, aber sie kamen bei der guten Gießener Verteidigung nicht durch. In gleichmäßigen Abständen fielen noch fünf weitere Tore für die 1846er und zwar durch Balser (3), Hauck (1) und das letzte durch den Rechtsaußen Barthel. Beide Mannschaften machten dem Schiedsrichter fein'Amt sehr leicht. schon das Ergebnis beweist, nicht gut bekommen. Die Mannschaft fand sich in der ersten Hälfte gar nicht zurecht, so daß Marburg klar in Führung gehen konnte. Trotz überlegen durchgefllhrtem Spiel konnten die Gäste den Vorsprung nicht mehr aufholen. Sie muhten sich knapp — und nach dem Ergebnis der ersten Hälfte zu urteilen — auch verdient geschlagen bekennen. In der Kreisklasse gab es eine ganze Reihe von Ausfällen. So fand beispielsweise in der ersten Kreisklasse nur eine Begegnung statt, die allerdings von weittragender Bedeutung sein kann. To. Hörnsheim — Tv. Atzbach 5:10 (3:6). Das Spiel haben die Platzbesitzer verloren, und zwar zu Recht. Die Mannschaft kam nie richtig in Schwung, man vermißte bei ihr das so oft gerühmte Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile. Ganz anders Dagegen die Gäste. Sie spielten wie aus einem Guß, zumal sie sich auch mit dem schweren Boden weit besser abfanden. Für die Platzmannschaft mag dieses Treffen eine Mahnung fein, sich in Zukunft kein ungewohntes Spielsystem aufdrängen zu lassen. Tv. Ebersgöns — Tv. Garbenteich 7:8. Daß Ebersgöns in Den jetzt ausgetragenen Spielen viel gelernt hat,, beweist Das vorstehende Ergebnis. Garbenteich hatte alle Mühe, sich durchzusetzen. Tv. W i ß m a r — Tv 23 e u e r n 2:1 (1:0). Beide Mannschaften lieferten trotz des schlechten Platzes ein ausgezeichnetes Spiel, Das mit einem Unentschieden Den gerechten Ausgang genommen hätte. Beide Mannschaften waren sich jedenfalls vollkommen gleich und nur Der Glücklichere hat gewonnen. Tv. Hausen — Tv. L i ch 2:3 (2:1). Trotzdem Hausen bis zur Halbzeit noch mit einem Tor in Führung lag, gelang es den eifrigen Gästen in der zweiten Halste nicht nur gleichzuziehen, sondern sogar auch noch knapper Sieger zu werden. Die Platzmannschaft trat mit Ersatz an, weshalb es auch nie richtig klappen wollte. 19 0 0 Gießen II — Tv. Grüningen. Dis Austragung des Spieles wurde vom Schiri wegen des schlechten Platzes nicht zugelassen. Tv. Alsfeld — Tv. Romrod 5:2 (2:2). Beide Mannschaften lieferten sich unter Den denkbar schlechtesten Platzverhältnissen einen erbitterten Kampf, den Alsfeld dank seines größeren Stehvermögens ziemlich sicher gewinnen konnte. Tv. Katzenfurt — Ehringshausen 5:2 (2:2). Die Gäste haben sich recht gut gehalten. Ihr Eifer ist lobenswert. Sie müssen nur noch besser schießen lernen. Jugend. Tv. Garbenheim — Spv. 05 Wetzlar 5:5 (1:2). Tv. Lützellinden — Tv. Grüningen 7:4 (5:2). Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns II 1:5 (1:2). Tv. Staufenberg — Tv. Ruttershausen 1:2 (0:1). Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill). Die Spiele wurden alle sehr stark durch Das Regenwetter und Die Dadurch in sehr schlechter Verfassung befindlichen Sportplätze beeinflußt. Eine ganze Reihe fiel unter diesen Umständen der Witterung zum Opfer. Vezirksklasse. VUv. I — Tv. Heuchelheim I 11:6 (5:3). Nach dreiwöchiger Pause trat die erste Mannschaft des Mtv. wieder einmal auf den Plan. Zum fälligen Verbandsspiel weilte die erste Elf Des Tv. Heuchelheim im „Nizza". Nicht allzu zuversichtlich war man Der Gießener Elf gegenüber, hatte Diese Doch zwei ihrer besten Spieler, Darunter Den Torwart, verloren. Aber es sei gleich gesagt. Daß Der „Neue" alle Hoffnungen rechtfertigte. Die Gäste stellten sich als eine flinke, eifrige und faire Mannschaft vor. Daß sie Das Spiel verloren, lag eigentlich nur an ihrer etwas unsicheren Hintermannschaft (Torhüter ausgeschlossen). Gleich nach Anpfiff gingen Die Mtver durch ihren Mittelstürmer in Führung. Doch nicht lange währte Die Freude. Geschickt verstand Albrecht (Heuchelheim), einen Strafwurf leicht über Die Mauer ins Netz zu befördern. Für Schwan, Dem Die Sicht verdeckt war, unhaltbar! 1:1! Der Ball ging nach Dem Anstoß zum Halbrechten, von Da zum Halblinken, Flankenwechsel nach Rechtsaußen, Abgabe an Den Halbrechten. Ein erfolgreicher Torschuß folgte. Heuchelheim ließ sich aber nicht einschüchtern. Unentwegt ging der Kampf weiter. Nach einigen Minuten fiel, abermals durch Strafwurf, Das Äusgleichstor und Dann sogar Der Führungstreffer Der Gäste. Ihr Eifer war belohnt. Schließlich gelang Dem Linksaußen Der Mtver Die Revanche. Schöne Kombination, Wechsel von einem zum anderen Flügel verhalfen den Gießenern noch zu zwei weiteren Treffern. Mit 5:3 ging es in die Pause. Der Kampf ging weiter. Bald hatte der Gästetorwart, bald der Mtver Arbeit. Verschiedentlich mußten sie sich geschlagen bekennen. Doch gelang es Den Gießenern, infolge ihres besseren Stehvermögens, ihre leichte Ueberlegenheit nach Der Pause zu vergrößern. 8:4, 9:4, 9:5, 10:5, 11:5 entwickelte sich Das Ergebnis. Heuchelheiem wehrte sich kräftig und nichts verdroß die Mannschaft. Mit letzter Energie gelang es ihrem Halbrechten, durch schönen Weitschuß Verteidigung und Torwart der Mtver zu überwinden. 11:6 lautete Das (EnDergebnis dieses äußerst schönen Spieles. In Schiedsrichter (Ebert (Bergen) hatten Die Spieler einen sehr aufmerksamen wie korrekten Unparteiischen. To. Roth — To. Münchholzhausen 5:4 (3:2). Was niemand angenommen hätte, ist einqe- treten. Münchholzhausen mußte sich unter den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen knapp und zudem noch vollkommen unverdient schlagen lassen. To. Wetzlar — DfB.-R. Gießen. Gießen trat ohne ersichtlichen Grund in Wetzlar nicht an und überließ Damit Wetzlar kampflos beide Punkte. Tusp. Marburg Tv. Hochelheim 7:6 (4:1). Hochelheim ist Der Gang nach Marburg, wie Tv. Wißmar — Tv. ßonborf kampflos für Wißmar. In Garbenheim standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die, wie schon bas (Ergebnis besagt, vollkommen gleichwertig waren. — Lützellinden konnte die im Vorspiel erlittene Niederlage ausgleichen und ziemlich sicher gewinnen. — Lang-Göns hat soviel gutes Spielermaterial in seiner Jugend, daß der Verein nicht nur zwei gute Iugendmannschaften zu Den Derbandsspielen stellt, sondern auch selbst mit der zweiten Garnitur noch sichere Siege zu erringen vermag. Wißmar kam billig zu zwei weiteren Punkten und Ruttershausen Dürfte nach Diesem neuen Sieg nicht mehr von Der Führung in Der Tabelle oerbrängt werben. 1900 Jugend — Tv. 1846 Jugend 3:6 (1:4). Zum fälligen Verbands spiel standen sich am Sonntagvormittag Die beiden Jugendmannschaften der Spielvereinigung 1900 und des Turnvereins von 1846 gegenüber. Die 1846er waren Favoriten, um so mehr, als es sich die 1900er leisteten, mit nur zehn Mann anzutreten. Das war an sich schade. Denn es zeigte sich, daß die Spielvereinigungsleute chon eine ganze Menge hinzugelernt haben und einen recht achtbaren Gegner abgaben. Trotz Des nassen BoDens entwickelte sich ein rasches Spiel, das auch annehmbares Niveau hatte. Die Tv.-Ju- genblichen spielten planvoller zusammen, setzten sich auch stärker ein unD erzielten bis zum Wechsel vier Tore, Denen Die 1900er nur eines entgegenzusetzen vermochten. Nach Der Pause fanden sich Die Blauweißen besser, konnten jedoch zunächst nicht verhindern, daß die 1846er auf 6:1 erhöhten. Dann gab jeder noch einmal sein Bestes', und es gelang, bis zum Schlußpfiff noch zwei Tore aufzuholen. Am Montag gegen 3 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Elisabethe Pfeiffer, geb. Dörr kurz nach Vollendung ihres 71. Lebensjahres. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Pfeiffer, Straßenwärter L R. Familie Philipp Mohr XVIL Familie Heinrich Pfeiffer Familie Ludwig Balser. Annerod, Steinberg, den 29. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in Annerod statt 04647 I Verkäufe Bandsäge Feilmaschine Umstände halber preiswert gegen Kaste zu verkauf. Schr.Angeb.unt. 04641 n.d.G.A. 3-Röhren-Tele- funken, Gleich- stromgerät, Netz- anschluß,fast neu, für 40-/6, gebr.4fl. Gasherd m.Bnck- osen, schwarz, für 15-^weg.Umzug z.verk. Johannes- str. 15 HUB. 04145 Osen gut erhalt, billig abzugeben. O1644 Marktplatz 1. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Arnold Wwe. geb. Tröller gestern vormittag um 7 Uhr im nahe vollendeten 59. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Arnold und Frau Frieda, geb. Hintze Georg Beling und Frau Frieda, geb. Arnold Georg Arnold Otto Wahl und Frau Anna, geb. Arnold und 5 Enkelkinder. 6239 D Gießen (Neuenweg 38), den 29. Oktober 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 30. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04650 Nach kurzem schweren Leiden verschied mein lieber Sohn, Bruder und Onkel Ludwig Balser im Alter von 28 Jahren, In tiefer Trauer: Frau Dahmer, verw. Balser , und Kinder. Gießen (Steinstr. 39), 28. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gießen, 29. Oktober 1935. Aus elfjähriger werktäglicher Mitarbeit heraus ist die Zeitungsträgerin Frau Margarete Arnold Wwe. von uns gegangen. Wir betrauern in ihr ein allseitig beliebtes Gefolgschaftsmitglied, das jederzeit in Treue zu uns stand. ßrühl’sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange Verlag des Gießener Anzeigers 6241 D 4-rädriger Handwagen für Weißbinder fast neu, zu verkaufen. 04639 Ruttershausen, Untergasse 10. 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