Nr.174 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 29. Juli 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. 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Bei der Abfahrt des Lloyddampfers „Bremen“ veranstalteten über 1000 Kommunisten eine lärmende Kundgebung. 150 uniformierte Polizisten ZU Fuß, 100 Kriminalbeamte und 25 Polizeibeamte zu Pferde waren bemüht, die tobende Kommunislen- menge von dem Dampfer fernzuhatten und den Fahrgästen das Betreten des Schiffes zu ermöglichen. plötzlich ertönten aus der Masse der Demonstranten laute Freudenrufe. Drei kommuni ft e n war es, von der Polizei unbemerkt, gelungen, an den Bug des Dampfers zu gelangen und die Hakenkreuzfahne herun- terzureißen. Aber während die Burschen noch damit beschäftigt waren, die Flagge in den Hudson zu werfen, wurde bereits unter Heilrufen eine neue Flagge gesetzt. Das Eindringen der Kommunisten auf den Bug der „Bremen“ führte dann zu Schlägereien, die sich später in der Touristenklasse fortsehten. Schließlich konnten die roten Unruhestifter fest genommen werden. Nachdem es der Polizei gelungen war, die Kommunisten vom Pier zu vertreiben, kam es in den Seitenstraßen des Hafenviertels zu e r- bitterten Kämpfen, die sich bis spät in die Nacht hinein fortsehten. Die aus dem Schlaf gestörte Bevölkerung nahm größtenteils gegen den kommunistischen Ruhestörer Partei und unterstützte die Polizei durch herabgießen von Wasser und herabwerfen von harten Gegenständen. An verschiedenen Stellen kam es zwischen Polizisten und dem roten Gesindel zu einem heftigen Handgemenge wobei auch einige Beamte verletzt wurden. Der Polizeibericht schätzt die Zahl der Demonstranten auf etwa 2000. Die „Bremen“ hat mit halbstündiger Verspätung noch am Freitagabend Neuyork verlassen. Sieben der an den kommunistischen Ruhestörungen Beteiligten wurden unter der Beschuldigung der Teilnahme an den Kundgebungen dem polizeigerichtvorgeführt. Sie wurden zur Sicherstellung des weiteren Verhörs zunächst fest genommen. Während des Verhörs war zur Verhinderung erneuter kommunistischer Kundgebungen ein ft ar f es Polizeiaufgebot vor dem Gerichtsgebäude aufgestellt. * Der Uebetfatt, den in Neuyork kommunistische Horden auf ein deutsches Schiff verübt haben, hat gerade noch gefehlt, um die Verlogenheit einer ge- wissen ausländischen Hetzpresse zu illustrieren. Man kann sich kaum vorstellen, was für em Geschrei m London und in Neuyork angestimmt worden wäre, wenn ein ähnlicher Vorfall sich in einem deutschen Hafen gegen ein ausländisches Schiff ereignet hätte. -Wir wissen, daß eine derartige Ausschreitung auf deutschem Boden eine glatte Unmöglichkeit geworden ist, und üm Grunde wissen es die deutschfeindlichen Zeitungen auch. Deutschland ist heute ein Ordnungsstaat geworden. Der Bolschewismus, der vor Jahren in Deutschland davon träumen konnte, in Mitteleuropa die zweite Etappe der Weltrevolution zu sichern, ist bei uns endgültig zu Boden gerungen, und- denen, die damals auf seine Fahne schwuren, würde heute der Gedanke selbst als Wahnsinn erscheinen, in Deutschland solche Kriegstänze aufzuführen, wie das jetzt in Amerika geschehen ist. Der Zwischenfall von Neuyork müßte jedem ruhigen Beurteiler Anlaß werden, die Tatsachen des eigenen Landes an den Unmöglichkeiten in Deutschland zu messen. Auf den politischen und geistigen Grundlagen, auf denen das neue Deutschland auf gebaut wurde, ist gleichzeittg der s i ch e r st e Schutzwall gegen den Bolschewismus geschaffen worden. Der Irrwahn, daß die Bolschewiken ihr weltrevoluttonäres Ziel aufgesteckt hätten, ist ja gerade in diesen Tagen a u s d e m W e l t k o n g r e tz der Dritten Internationale so widerlegt ■worben, daß es gründlicher kaum denkbar ist. Die Reden, die soeben in Moskau gehalten wurden, müssen der ganzen Welt die Doppelzüng i g - kett der bolschewistischen Politik unter Beweis stel» len. Für diese Beweisführung konnte fein besserer Zeitpunkt gewählt werden. Die maßlosen Ausbrüche Des kommunistischen Hasses gegen die ganze Umwelt ertönen fast zu der gleichen Stunde, in der L11 w l - non), der Außenkommissar der Sowjetunion, sich «ur Reise nach Genf anschickt, um dort, bekleidet mit der Würde des hohen Ratspräsidenten, den Vertretern der übrigen Staaten etwas von der Solidarität der Völker zu erzählen. Auf den Schwindel kann ja niemand mehr yer- einfaüen, daß die Politik der Sowjetunion und Die Pläne der Kommunistischen Partei nichts miteinander zu tun hätten. Die Sowjetunion ist ebenso auf der Kommunistischen Partei begründet wie das neue Deutschland in der nationalsozialistischen Bewegung verwurzelt ist und von ihr niemals getrennt werden kann. Die Sowjetpolitik muß ganz Zwangs- räufig danach trachten, die Ideen in die Wirttich- ?eit zu übertragen/bie in ben Reben auf dem Welt- tongreß der Komintern in unveränderter Scharfe und mit ungemindertem Haß gegen die bürgerliche Welt wieder formuliert worden sind. Alles andere, die Vertragspolitik gegenüber Frankreich und der Tschechoslowakei und die Mitwirkung im Völkerbund, ist nur Verschleierung, taktischer Umweg und Mittel zu dem Zweck, die Weltrevolution vorzubereiten. Die naiven Politiker, die da geglaubt haben, man könne auf dem Genfer Parkett und im Rahmen vertraglicher Bindungen erzieherisch auf die Bolschewiken einwirken, müßten sich eigentlich heute wie aus allen Wolken gestürzt vorkommen. Daß die Politik der Sowjetunion heute noch auf taktischen Umwegen gehen muß, das ist einzig und allein das Verdien st des Führers, der der Weltrevolution in Mitteleuropa einen unüberschreitbaren Damm entgegengesetzt hat. Die Weltpresse sollte sich, statt gegen das neue Deutschland der Ordnung zu hetzen, im Zusammenhang mit den Moskauer Tiraden ein Wort des Führers in Erinnerung rufen und nachträglich noch einmal auf feine innere Berechtigung prüfen: „Der Nationalsozialismus hat Deutschland und damit vielleicht ganz Europa vorder schrecklich st en Kata- strophe aller Zeiten zurückgerissen. Würden die westeuropäischen Beurteiler dieser Idee über dieselben praktischen Erfahrungen verfügen, wie ich sie habe, bann glaube ich, würbe man vielleicht auch bort zu wesentlich anbern Auffassungen gelangen. Würbe aber mein Kampf in Deutschland mißlungen sein und der bolschewistische Aufruhr das Reick zunächst überwältigt haben, dann weiß ich, roüroe bas Verstänbnis für bie Gröhe unserer geschiHUichen Leistung sicher nicht b e • [triften werben." Or. Goebbels an die Besatzung der „Bremen^. Berlin, 28. Juli. (DBB.) Unter dem Lin- druck der Ausfchrettuugeu gegen den deutschen Dampfer „Bremen“ im Neuyorker Hafen Hal Reichsminister Dr. Goebbels an die Besatzung folgendes Telegramm gerichlel: „Der Besatzung der ,Bremen' übersende ich meine herzlichsten Grüße mit dem Ausdruck aufrichtiger Bewunderung für ihr tapferes Verhalten bei dem dreisten lleberfall, den in Neuyork die in allen Ländern gleich feigen und in der lleberzahl gleich brutalen Kommunisten auf die deutsche Nationalflagge versuchten.“ Lommodore Ziegenbein antwortete im Namen der Besatzung: „Für die uns übersandten Grüße danken wir aufrichtigst und bekennen einmütig, daß es jederzeit unsere Pflicht fein wird, wo immer wir auch find, unsere Nationalflagge gegen jeden lleberfall zu schützen, heil Hitler! Der Kommunismus seht seine ©Öffnungen aus Frankreich. Das sowjetrussisch-französische Bündnis als Schrittmacher der kommunistischen Propaganda. Der Moskauer Wettkongreß der Komintern. Pieck berichtet über den Zusammenbruch des Kommunismus in Deutschland. Moskau, 28. Juli (DNB.) Mit besonderer Zweckbestimmung veröffentlicht die sowjetamtliche Telegraphenagentur ben Bericht bes „beutschen" Kommunistenführers Pieck über bie Tätigkeit bes kommunistischen Vollzugsausschusses auf bem Komintern-Kongreß. Pieck ging auch auf bie Nieber- lage bes beutschen Kommunismus ein. Hier sprach er in eigener Sache. Wie er bie Angelegenheit behanbelte, ist bezeichnenb für biefe „Führer", bie von ber sicheren Moskauer Perspektive aus bie irregeleiteten unb verführten beutschen Arbeiter jetzt auch noch rüffeln, weil sie sich haben „von bem Nationalsozialismus übertölpeln lassen". Unb heute gibt Pieck auch bas Rezept, wie bie — nach seinen eigenen Worten — eingetretene Vernichtung ber beutschen Kommuni ft e n hätte verhinbert werben können: R o t f r o n t hätte sich mit bem Reichsbanner vereinigen sollen. Denn „bie Kommunisten allein sinb leiber au schwach gewesen, um bie Katastrophe zu verhindern". Trotz biefer Schwäche ber Kommunisten in Deutschland glaubt aber Pieck seinem Herrn und Meister Stalin versichern zu können, daß auch in Deutschland der Wille zur Weltrevolution lebe (!?). „Die Sowjetunion, wo inzwischen bie Erfüllung bes Fünfjahresplanes fortfchreitet, ist bie Grunb - läge unb bas Bollwerk ber Welt- revolution. Sie stärkt bie Proletarier in ber ganzen Welt in ihrem Kampf für die Bildung von Räteregierungen", so daß Pieck überall die „Tendenz des schnellen Heranreifens der revolutionären Krise" feststellen zu können glaubt. Die Einheitsfront in Frankreich sei einer der größten Erfolge der weltrevolutionären Idee. Es Hingt als offene Drohung an die Regierung Laval (mit ber die Sowjetunion bekanntlich einen Freunbfchafts- oertrag abgeschlossen hat) wenn Pieck sagt: „Die Lage in Frankreich hat sich so zugespitzt, baß von ber weiteren Aktivität ber Massen jetzt bas Schicksak ber britten Republik abhängt." Auch ber französische Kommumstenfuhrer Eachin ging auf bie Vorgeschichte ber in Frankreich gebildeten Einheitsfront der Linken ein unb erklärte, ber französisch-sowjetrussische Vertrag sei auch von den Kommu- nisten Frankreichs begrüßt worden. Er übe auf die Proletarier eine große Anziehungskraft aus. „Wir haben", so sagte Cachin, „zu unseren Versammlungen noch niemals fo großen Zulauf gehabt, wie nach dem Abschluß dieses Vertrages und nachdem wir den Massen seine Bedeutung klargemacht haben." Die französischen Arbeiter richteten heute ihre Blicke nach Moskau und dankten Stalin, daß er diesen Vertrag abgeschlossen habe. Der Vertreter der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei erklärte mit besonderer Betonung, daß die Kornrnunisttsche Partei es der Hilfe und den Ratschlägen der Komintern z u verdanken habe, daß sie eine bolschewistische Massenpartei geworden sei, die bereits bei ben Wahlen große Erfolge errungen habe. Diese Erfolge seien zu einem großen Teil auf bie Sympathien zurückzuführen, deren sich die Sowjetunion in ber Tschechoslowakei erfreue. Zusammen mit ber Sowjetunion seien bie tschechoslowakischen Arbeiter bereit, für bie Niederwerfung bes Faschismus zu kämpfen. Die Kommunistische Partei ber Tschechoslowakei habe es sich zum Ziel gesetzt, aus ber Tschechoslowakei ein „Bollwerk gegen ben Faschismus, ein Bollwerk unb einen Herd ber proletarischen Revolution in Mitteleuropa" zu machen. Ein Vertreter der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten von Amerika behauptete, daß Amerika große Erschütterungen bevor ständen. Diese würden zu einer Ausdehnung auch des ideologischen Einflusses der Kommunisten ausgenutzt werden. Verletzung des deutsch-amerikanischen Handelsvertrags durch den Neuyorker Bürgermeister. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Bürgermeister von Neuyork hat ein ihm feit Ende vorigen Jahres vorliegendes Gesuch des dort wohnhaften Reichsangehörigen Paul Kreß um Erneuerung feiner feit 1931 innegehabten M a f f e u r l i z e n z mit ungerechtfertigter Begründung zurückgewiesen. Diese Handlungweise stellt eine klare Verletzung bes beutsch-amerikanischen Freunbschafts-, Handels- unb Konsularvertrages vom 8. Dezember 1923 burch ben Bürgermeister von Neuyork dar. Es darf der amerikanischen Bundesregierung überlassen bleiben, die nachgeordnete Behörde zur Achtung des genannten Vertrages anzuhalten. Das Schiedsgericht für die Angelegenheit Zakob. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Die deutsche unb bie schweizerische Regierung waren übereingekommen, bie Meinunasverschiebenheiten i n ber Angelegenheit Jakob gemäß bem deutsch-schweizerischen Schiedsaerickts- unb Der- gleichsvertrag vor ein Schiedsgericht zu bringen. Die Schiebsorbnung ist nunmehr von Vertretern ber beiden Regierungen am 26. Juli unterzeichnet worben. Als O b m a n n ift b e r f i n • nische Gesandte in Stockholm D r. Erich bestellt worden. Gemeinsam bezeichnete Schiedsrichter sind ber ehemalige Präsibent bes Gemischten Appellationsgerichtshofes in Aegypten Hansfon in Oslo und der ehemalige Präsident der Königlick- Ungarischen Kurie von Guhasz in Budapest. Zum deutschen Schiedsrichter ist Staatsrat Dr. Freiherr von F r e v t a g h - L o r i n g h o v e n und zum schweizerischen Schiedsrichter Professor Dr. Max Huber (Zürich) ernannt worden. Moskaus bürgerliche Tarnung. Kurz bevor ber französische Ministerpräsident Laval, der damals nur das Amt des Außenministers bekleidete, nach Moskau fuhr, um mit ben Sowjets zusammen bem russisch-französischen Bünb- nis seine letzte Vollenbung unb seine letzte Weihe zu geben, ftanb in ber „W eltbühn e", biesem schamlosen Hetzblatt von Tucholsky unb Genossen, bas heute noch ein kümmerliches Dasein in ber Tschechoslowakei fristet, ber lapibare Satz: Das Herz biefer antinationalsozialistischen Koalition bleibt bas Bünbnis ber Sowjetunion mit Frankreich unb besten Verbünbeten. Man wirb sich erinnern, baß ber allmächtige Generalsekretär ber Kommunistischen Partei, Stalin, bamals in Moskau bem französischen Außenminister bie Zusicherung gab, jebe kommuni st ische Propaganba innerhalb ber französischen Armee zu mißbilligen, ja es geradezu als revolutionäre unb bolschweftische Pflicht bezeichnete, ben französischen Wehrwillen zu achten unb zu pflegen. Hanb in Hanb mit biefer cerblüf- fenben Parole Stalins ging nun eine Propaganba- welle burch ganz Europa mit bem Ziel, bie Sowjetunion als ein Lanb zu kennzeichnen, bas Schritt für Schritt feine revolutionären kommunistischen Jbeale zu begraben beginnt unb von Tag zu Tag einer rasch fortschreitenben Verbürgerlichung anheim fällt. Aus ber häßlichen bolschewistischen Raupe ist in ben Augen von ebenso gesinnungstüchtigen wie kritiklosen Propaganbisten ein schöner bourgeoiser Schmetterling geworben, bem man es natürlich nicht verwehren kann, von bem süßen Honig bes Völkerbunbes unb ber Kollektivität zu naschen. Am höchsten schlugen biefe Wellen ber Propaganba in ber Schweiz wie überhaupt in ben sogenannten neutralen ßänbern. Die Propaganda selbst begann zuerst zaghaft einzufetzen, als Litwinow als ständiges Mitglied des Dolkerbundsrates feinen Einzug in Genf vollzogen hatte. Sie wurde immer intensiver, als Frankreich unter dem Vorwand der Sickerung des Friedens in Osteuropa fein Militärbündnis mit ben Sowjets abschloß unb kurz barauf feinen tschechischen Vasallen in bie gleiche Bahn brängte. Die Propaganba war so intensiv, baß selbst ber britische Bölferbunbsminifter Eben sich ihrem Einfluß nicht entziehen konnte, als er von Berlin über Warschau nach Moskau weiterreiste unb bort von ben roten Machthabern bes Kremls burch so viel Potemkinsche Dörfer geführt würbe, baß er schließlich selbst an bas Schlagwort unb bie Fiktionen von einer Verbürgerlichung ber Sowjetunion zu glauben begann unb biesem Glauben auch tatsächlich in einer Erklärung vor bem englischen Unterhaus Ausbruck verlieh. Es hieße, an ben Tatsachen vorbeisehen, wenn man leugnen wollte, daß in ber breiten Masse bes russischen Volkes ein Hang nach enb- gültiger ßiquibierung ber reichlich langen Revolutionsepoche besteht. Das alte Wort, baß jebe Revolution am Schluß ihre eigenen Kinber auffrißt, besteht in ber Sowjetunion insofern zu Recht, als bie alten Kämpfer bes Bolschewismus sich entweber überhaupt aus bem politischen Leben zurückgezogen haben ober auf nebensächliche Posten abgeschoben würben, auf benen sie im weiteren Verlauf ber Dinge tatenlos unb resigniert zusehen ober schließlich sogar verfolgt, erschossen unb in bie Verbannung geschickt würben. An ihre Stelle sinb heute vielleicht junge Offiziere ber Roten Armee ober Führer ber Komsomolzen, ber bolschewistischen Jugenborganisa- tionen, getreten. Diese neuen Träger bes bolschewistischen Staates unb bamit auch ber Welt-Revolution kennen bie Zeit nicht mehr, in ber ber Bolschewismus bie Angelegenheit von verfolgte^ Sektierern war. Für sie ist bie Ochrana, bie geheime Polizei ber Zarenzeit, schon zu einem Ammenmärchen geworben, mit bem man kleine Kinber erschreckt. Die ftänbigen Kämpfe innerhalb ber bolschewistischen Führerhierarchie haben zubem ein übriges getan, um große Teile ber russischen Jugend ber Parteipolitik zu entfremben unb bamit auch in weltanschaulichen Fragen zu Skeptikern zu machen. Scheutet biefe Entwicklung aber, bie wir hier nur in ganz großen Zügen anbeuten konnten, tatsächlich eine Verbürgerlichung? Wir wollen uns eine Antwort noch vorbehalten, um mit ihr zugleich eint zweite Frage zu erlebigen. Als Beweis für bie Derbourgeoisierung ber Sowjetunion wirb von ihren Propaganbisten noch manches anbere aufgeführt. Man verweist auf bie Aushebung ber Brotkarte, auf bas Bekenntnis zu einem sozialistischen „Daterlanb", auf bie Einführung bes geheimen Wahlrechts, auf bie Gleichstellung von Arbeitern unb Bauern bei ben Wahlen, auf ben Kampf um eine „kommunistische Sittlichkeit" und um eine Festigung der Sowjet-Familie unb schließlich auf bie von Stalin herausgegebene Parole ber Forberung ber französischen Wehrpolitik. Aber s e l b ft wenn alle biefe Dinge, auf bie bie Propaganden bes „bürgerlichen" Bolschewismus Hinweisen, nicht nur auf bem Papier stäuben, fonbern in ber Wirklichkeit vorhanben wären, so ift damit ja nicht bas geringste über bie enbgültige Zielsetzung bes Bolschewismus ausgesagt. Die Welt will betroaen sein unb ist leicht geneigt, zu vergessen, baß schon einmal vor genau zehn Jahren bas Schlagwort von ber Verbürgerlichung bes Bolschewismus feine Runbe burch bie Rebak- tionsftuben ber europäischen Presse machte. Das war, als sich Lenin bem harten Zwang einer wirtschaftlichen Not beugte unb bie sog. Politik der „N e p" (Neuen wirtschaftlichen Politik) verkündete. Zwei Jahre lang würbe bann in ber Sowjetunion „Nep" exerziert, bis bie von ben kommunistischen Machthabern vorausgesehene rückläufige Be« in Olbersdorf (Tschechoslowakei) laufend durch Geld- Zuwendungen im Betrage von 13 000 Mark unterstützt zu haben. Die Summen wurden von den Schwestern des Olbersdorfer Hauses mit über die Grenze genommen, wenn sie von Besuchen in Trebnitz heimkehrten. Die Oekonomin Rosalie Bell schildert, wie zur Durchführung von Bauvorhaben große Auslandanleihen (480 000 holländische Gulden und 250 000 Reichsmark) ausgenommen worden seien. Dr. H o f i u s sei zum Orden gekommen und habe angeregt, daß Aktien gezeichnet würden. Unter Mitwirkung des Landrates seien dann auch tatsächlich 25 000 Reichsmark Aktien gezeichnet worden. Höbius habe erzählt, daß er auch anderen Orten helfe und sie habe daher das Vertrauen gehabt, daß er zu seinen Geschäften berechtigt gewesen sei. Die Angeklagte Kneppek hob hervor, daß Dr. Hofius ben Dr- den auf die Notwendigkeit einer staatlichen Genehmigung bei der geplanten Aufnahme einer Anleihe in der Tschechoslowakei aufmerksam gemacht habe. Infolgedessen habe sie angenommen, daß er sich als Bankdirektor auch die staatliche Genehmigung für die Rückkäufe verschafft habe. Nach zehnstündiger Verhandlung wurden verurteilt die Generalvikarin Luitgardis Kneppek und die Oekonomin Rosalie Bell wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Devisenvergehens in drei Fällen zu je drei Jahren Gefängnis und 115000 bzw. 100 000 Mark Geldstrafe ; die Generatvbe- rin Felicitas P o t r z zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis und 55 000 Mark Geldstrafe: die Schwester R. Völkel erhielt wegen Begünstigung 5 Monate Gefängnis. — Die Untersuchungshaft wird voll angerechnet. Für die Geldstrafen hat die Kongregation mitzuhaften. Ferner wurde die Einziehung der beschlagnahmten 75 000 Reichsmark Dollarbonds und der 66 600 Reichsmark 7prozentigen holländischen Guldenobligationen zugunsten des Deutschen Reiches ausgesprochen. VomHeligionsunterricht ausgeschlossen Düsseldorf, 27. Mi. (2)9153.) Wie die Re- gierungs-Presiestelle mitteilt, ist dem Dechanten L i e d m a n n und dem Kaplan Meininghaus in Neuß vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf die Berechtigung zur Erteilung des s ch u l p l a n m ä ß i g e n Religionsunterrichts mit sofortiger Wirkung entzogen worden. Die Genannten haben durch ihr Verhalten fortgesetzt ihre Pf lichten als staatliche Lehrer verletzt, den Schulfrieden in erheblichem Maße gestört und die Erziehung der schulpflichtigen Jugend im nationalsozialistischen Geist schwersten- gefährdet. Oer Brief des Bischofs von Münster. Essen, 27. Juli. (DNB.) Don der Landesgruppe Münster der Deutschen C h r i st e n geht der Nationalzeitung ein Protest zu, den das Blatt unter der Ueberschrift „Peinlich, höchst peinlich! — Noch ein Dank" an den Bischof von Münster für sein wackeres Eintreten für die „christlichen Belange" veröffentlicht. Der Protest lautet: Der Bischof von Münster hat in seinem Brief an den Oberpräsidenten von der „christlichen und besonders der katholischen Bevölkerung Münster" gesprochen, in deren Namen er gegen die beabsichtigte Rede des Reichsleiters Pg. Rosenberg protestierte. Auf unsere Anfrage hat das bischöfliche Generaloikariat erklärt, daß „weder das Presbyterium der evangelischen Gemeinde Münster, noch dessen Präses im Sinne ihrer Anfrage eine Bitte an ihn gerichtet habe." Wir evangelischen Deutschen Christen müssen auf Grund 400jähriger Erfahrung dagegen Einspruch erheben, daß ein katholischer Bischof ohne Auftrag überhaupt evangelische Interessen wahrzunehmen in Anspruch nimmt und daß er in unserem evangelischen Namen gegen das Auftreten des Reichsleiters Pg. Rosenberg protestierte." Versammlunqs- und Uniformverbot für den 71SOFB im Kreis Schmalkalden. S a ff e 1, 28. Juli. (DNB.) Vom Leiter der Staatspolizei st ekle wird mitgeteilt: Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes wird im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten in Kassel dem NSDFB. (Stahlhelm) für den Bereich des Kreiser w e g u n g eintrat, die roten Banner der Weltrevolution sich wieder entfalten und Rußland erneut zur weltrevolutionären Offensive überging. Stalin war es, der die Nep liquidierte und diese durch seine Fünf-Jahres-Programme ablöste. Aber war es nicht auch Stalin, der die Gesellschaft der alten Bolschewisten auflöste, der den Menschen für wertvoller als die Maschine erklärte, der die GPU. zugunsten einer gesetzlich verankerten Rechtsprechung entmachtete, der sich von seinem alten Mitkämpfer I e n u k i d s e trennte, der selbst Maxim Gorki in Ungnade fallen ließ und der mit den Mitteln des lautlosen Terrors mit seinen Gegnern innerhalb der kommunistischen Partei aufräumte? Stalins Gegner saßen in der Tat in der Reihe der alten Bolschewisten. Die Ermordung des Leiters der GPU. in Leningrad, Kirow, bewies, daß es den alten Bolschewisten Ernst um ihre Sache war. Aber der Streit zwischen Stalin und seinen Anhängern auf der einen Seite wie gegen die Opposition auf dem rechten und linken Flügel der kommunistischen Partei war weltanschaulich im Grunde ja immer nur einKampfum d i e A u s l e g u n g v o n Marx und Lenin. In Wirklichkeit blieben und sind auch heute noch Marx und Lenin die Apostel und Evangelisten des Bolschewismus, ganz gleich, welche praktischen und tagespolitischen Forderungen aus ihrer Lehrer abgeleitet werden. Mit Recht hat man einmal Stalin mit einem gltten Mönch verglichen, der sich ohne viel Kopfzerbrechen die Lehre der Kirche zu eigen gemacht hat und unbekümmert um Zweifel und um Gewissenskampfe an dieser Lehre festhält. Glaubt man, daß Stalin, der Mönch Lenins, auch nur einen Augenblick an dem marxistischen und leninistischen Evangelium gezweifelt hat? Wenn für den frommen König Heinrich von Frankreich der Besitz der Stadt Paris eine Messe wert war, wieviel mehr wert muß dann für den frommen Marxisten Stalin die Freundschaft mit Paris sein, die ihm allein die Rückendeckung für den immer noch befürchteten Konflikt mit Japan gewährleistet! War diese Freundschaft mit der Anerkennung des französischen Militarismus zu hoch bezahlt? Um das Bündnis der Sowjetunion mit dem bourgeoisen, kapitalistischen und militärischen Frankreich plausibel zu machen, erklärte man: „Der Zielgedanke ist und bleibt die klassenlose internationale Gesellschaft. In einer revolutionären Bewegung gibt es immer zweierlei, den Zielgedanken und die Wegparolen: wie lächerlich handelt, wer Wegparolen für starre, unveränderliche Dogmen nimmt." Der Feind des Marxismus ist der Nationalsozialismus. Der Feind des nationalsozialistischen Deutschland ist auch Frankreich. Und deshalb besteht für das kommunistische Rußland die Notwendigkeit und die Pflicht, sich selbst mit dem militaristischen und kapitalistischen Frankreich zu verbünden. Wer anderer Meinung ist, wird in der „Weltbühne" als Trottel bezeichnet, „der an veralteten Wegparolen mit der Seele klebt, wie ein Neunzigjähriger an der Kragenmode seiner Jüngtingszeit." Wer noch heute an den alten Wegparolen der Kriegsverweigerung und Dienstverweigerung festhält, wird als Professor der Reoolutton hingestellt, als ein Mann von unvorstellbarer« Naivität. „Der alte reoolutto- näre Ritus blieb und bleibt gültig für die Proletarier des anttrussischen Staatenblocks, ihn auch für die des prorussischen noch erhalten zu lassen — mir fehlen höfliche Bezeichnungen für diesen penetranten Mangel an Scharflinn. Von Konservativität, von Engsttrnigkeit, weltfremder, wirklichkeitsferner Tradittonshengste zu sprechen, wäre doch wohl allzu höflich." Traditionshengste sind auf Anraten von Litwinow und auf Befehl des Roten Zaren Stalins nach Sibirien verbannt oder erschossen worden. Und um zu dokumentieren, wie wenig das heutige Rußland von revoluttonären Traditionen belastet ist, hat man ja einen der neuen Moskauer U-Bahn- höfe auf den Namen des britischen Völkerbundsministers, Anthony Eden, getauft. Ein allzu übereifriger Propagandist hat in der „Weltbühne" die Katze aus dem Sack gelassen. Hängen wir ihr die Schelle um; stellen wir aber auch mit allem Nachdruck fest, daß, wie der Führer in seiner Reichstagsrede vom 21. Mai erklärt hat, sowohl die Nationalsozialisten als auch die Bolschewisten überzeugt sind, daß zwischen uns eine niemals zu überbrückende Weltentfernung liegt. „Soweit es sich beim Bolschewismus", jo erklärt der Führer ferner, „um eine russische Angelegenheit handelt, so sind wir an ihm gänzlich uninteressiert. Jedes Volk muh nach seiner Fasson selig werden. Sowie dieser Bolschewismus aber auch Deutschland in seinen Bann zieht, sind wir seine ingrimmig st en und fanatisch st en Feinde". Wir erkennen einen alten Feind auch in seiner bürgerlichen Tarnung. Wir sehen ihn am Werk, wie er als bourgeoiser Biedermann mit neuen Mitteln den Kulturkreis des Abendlandes zu zerstören sucht. Alle „Wegparolen" können uns nicht über diesen einen und einzigen Zielgedanken Hinwegtäuschen. Merkwürdige Flugblätter. München, 28.Juli. (DNB.) Nachdem in den letzten Wochen bereits mehrfach ganz offen B ü n d - nisangebote von den Kommuni st en an die katholischen Jugendverbände in Deutschland gerichtet worden sind und das Organ des Zentralkomitees des Internationalen Kommunistischen Jugendverbandes im Juni in einem Aufsatz sich positiv mit dieser Fraae beschäftigt hatte, sind nunmehr als Auswirkung dieser geheimen Weisungen in München Flugblätter gefunden worden, die so charakteristisch und bezeichnend sind, daß sie für sich selbst sprechen. Die Flugblätter haben folgenden Text: „An die katholische Bevölkerung Münchens! Gegen die Vergewaltigung Eures Glaubens gilt es, einen verschärften Kampf zu führen! Wir Kommunisten schlagen Euch vor, trotz den verschiedenen weltanschaulichen Auffassungen einen g e - meinsamen Kampf für die Gewissensfreiheit zu organisieren! Wir schlagen Euch vor, in allen Betrieben, in allen Stadtteilen g e- meinsame Komitees zum Kampf für Glaubens- und Gewissensfreiheit zu organisieren. Wir schlagen Euch weiter vor, einen gemeinsamen Kampf für die Befreiung aller eingekerkerten Pfarrer und Ordensschwestern, für die Befreiung aller Anti- aschisten zu organisieren! Schaffung von Selbst- chutzformationen zum Schutze der antifa- chistischen Bevölkerung.. Die KPD." Das Deutsche Nachrichtenbüro schreibt dazu: Es wäre sehr interessant, zu erfahren, was die Leitung der katholischen Jugendverbände und die Bischöfe als berufene Hüter der katholischen Religion zu diesem Bündnisangebot zu sagen haben. Es ist darauf hinzuweisen, daß bei einem Kaplan in Sachsen vor einiger Zett in größeren Mengen aus der Tschechoslowakei Ausländsdeutsche Zugend im neuerstandenen Vaterland. Weihestunde imOeuischlandlagerKuhtmühle. L)ieHL.begrüßt ihre Kameraden aus atterWett KUhlmühle bet Wittstock, 28. Juli. (DNB.) Das Deutschlandlager der Hitlerjugend, an dem nun schon seit einigen Wochen 3000 deutsche und auslanddeutsche Hitlerjungen sowie Mitglieder anderer auslandsdeutscher Jugendaruppen tetlnehmen.erlebte am Sonntagnachmittag seinen festlichen Höhepunkt in einer erhebenden Weihestunde. Schon von d-n frühen Morgenstunden an h-rrscht- in den Zelten des Lagers bewegtes Leben und Tret ben, und um di- Mittagsstunde begann der An ström der Taufende von Gasten, doe zu Fuß, zu Rad und aus Lastwagen ankamen. Gegen 14.30 Uhr war der Aufmarsch der Formationen be- endet. Der Kommandoturm auf dem „Hügel der Nationen" wurde rechts und links umsäumt von den Fahnen der 46 Länder, aus denen Hitlerjungen und junge Auslanddeutsche anwesend sind, sowie von vier riesigen Fahnen des Dritten Reiches. Auf den Abhängen des Berges hatten zu beiden Setten d i e Teilnehmer des D e u t f ch l a n d l a g e r s Aufstellung genommen. Das weite Viereck wurde abgeschlossen von Ehrenformationen der kurmärkischen SA., SS., VO. und HI. Von der Höhe des Berges bot sich ein unvergeßliches Bild von den zahlreichen Fahnen des Deutschlandlagers, den Kolonnen der HI., der Marine-HI. und der wetten märkischen Landschaft. , Unter den Ehrengästen der Partei und des Staates bemerkte man u. a. die Gauleiter Bohle und Hildebrandt, ferner Polizeipräsident Gruppenführer Graf Helldorf, Gruppenführer H e i ß m e y e r als Vertreter des Reichsfuhrers SS., Obergruppenführer Kühne als Vertreter des Stabschefs, Gauarbeitsführer D e ck e r als Vertreter des Reichsarbeitsführers, den Landrat des Kreises Ostpriegnitz, SS.-Obergruppenführer Graf Wedel. Ein gewaltiges Ehorwerk leitet die Feier ein. 250 deutsche und auslanddeutsche Hitterjungen vereinigten sich zu einer meisterhaften symbolischen Darstellung des Deutschlandlagers. Ein Sprecher forderte die deutschen Jugendgruppen aus fernen Ländern auf: „Kommt nach Deutschland!" und vielfältig erschall das Echo zurück: „Wir kommen!" Unter den Klängen des Liedes „Märkische Heide" errichteten dann die deutschen Hitlerjungen d i e Z e l t e als Symbol dafür, daß die Heimat für den empfang der jungen Kameraden gerüstet sei. Die auslanddeutschen Gruppen setzten sich darauf in Marsch und schlossen bald die Reihen ihrer Kameraden aus der Heimat. Ein einziger Ruf erscholl über das Feld: „Wir sind zur Stelle!" und das Fahnenlied der HI. vereinigte schließlich deutsche Jugend aus aller Welt im Geiste Adolf Hitlers zu dem mehrwöchigen Aufenthalt in der Heimat. Stabsführer Hartmann - Lauterbacher eröffnete nunmehr im Namen des Reichsjugendführers, der wegen einer Erkältung nicht teilnehmen konnte, die Kundgebung und verlas eine Botschaft Baldur von Gchirachs an die deutsche Jugend, in der es u. a. heißt: „Deutsche Jugend! Ich begrüße euch im Namen der nationalsozialistischen Bewegung und im Namen der Hitlerjugend im Deutschlandlager der HI. Aus allen Teilen der Welt seid ihr hierhergeeilt, um im deutschen Vaterland das Wunder der national- sozialistischen Kameradschaft zu erleben. Euer Vaterland hat euch hierher gerufen und ihr seid diesem Ruf gefolgt, um das gewaltige Erlebnis dieses Vaterlandes in eure Herzen einzufangen und es nach eurer Rückkehr zu euren Familien weiterzuschenken an alle die, denen es nicht vergönnt war, diese Deutschlandfahrt mitzumachen. Es ist das erste Mal, daß das Deutsche Reich eine derartige Veranstaltung durchführt. Adolf Hit - l e r schuf die Voraussetzungen für dieses Welttreffen der HI. Ohne ihn wäre diese Veranstaltung nicht denkbar gewesen. Die Ausrichtung der ganzen Nation auf diese Fahrt der auslanddeutschen Jugend ist eine Leistung, die nur durch die nationalsozialistische Bewegung und ihren Führer möglich war. Staat und Führer haben in verständnisvoller Uebereinftimmung zusammenge- wirkt, um die Durchführung dieses Unternehmens zu ermöglichen. So gilt unser Dank, den ich zugleich in eurem Namen hier feierlich bekunden möchte, besonders den Reichs- ministern und Reichsleitern, die durch ihre Unterstützung zum Gelingen dieses Lagers beigetragen haben, insbesondere aber dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, der an der Spitze des Ehrenausschusses für das Deutschlandlager steht und selbst am Zustandekommen des Welttreffens der HI. entscheidend mitgewirkt hat. Wir gedenken aber auch dankbar der tätigen Mithilfe der Aus - landsorganifation der NSDAP, und ihres Chefs, des Pg. Bohle, dessen Rat und Mitarbeit von nicht abzuschätzender Bedeutung war. Ihr kommt aus Ländern, die vielleicht in vieler Beziehung reicher und in ihrer räumlichen Ausdehnung unvergleichlich gewalttger sind als dieses fldne Deutschland. Aber dieses Deutschland ist unsere Heimat. Ihm gehört unser ganzes Herz, und unsere Liebe fragt ebenso wenig wie unsere Kameradschaft nach Geld und Größe. Ihr werdet hier nicht äußeren Glanz, nicht Reichtum und lleberfluß finden, wohl aber Zeugen einer gewaltigen geschichtlichen Vergangenheit und einer dieser Vergangenheit würdigen Gegenwart. Auf dem ruhmreichen Boden dieses ewigen Deutschlands müht und strebt und schafft ein einiges Volk, euer Volk. Kameraden des deutschen Schicksals, wenn einmal die Fahne dieses Lagers sinkt, wenn eure Schiffe und Eisenbahnen euch wieder wegführen von hier in die Fremde, in das Ausland, wenn ihr uns verlassen müht, für Jahre, vielleicht für euer ganzes Leben, dann soll in euch das fortleben, was ihr hier geschaut habt. Und ihr sollt in eurem herzen mit euch tragen fortan bis an euer Ende das Erlebnis dieser irdischen und ewigen Heimat, als ein Bekenntnis zu eurem Führer und eurem Volk. Dir grüßen den Führer Adolf Hitler! Sleg-Heil!" Oer Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle wandte sich dann an die jungen Kameraden, die Staatsbürger ein es anderen Landes seien und ermahnte sie zur tteulichen Innehaltung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten. „Das Ansehen Deutschlands in der Welt", so rief er ihnen zu, „hängt davon ab, w i e ihr dem Staate dient, der euch Heimat geworden ist. Ihr habt das Verständnis zwischen eurer neuen und eurer alten Heimat zu vertiefen und zu festigen. Adolf Hitler will den Frieden d"r Welt; hieran mitzuarbeiten sei eure und unf*re oberste Pflicht!" Darauf übergab der Stellvertreter des Reichs- jugendführers, Stabsführer Lauterbacher, dem Landesjugendführern der deutschen Hitlerjugend gruppen im Auslande ihre Fahnen, die sie mit dem heimatlichen Volkstum verbinden. Durch Hand» schlag versprachen sie dem Stellvertreter des Reichsjugendführers Treue zur Fahne und zur Idee. Das Horst-Wefsel-Lied beendete die Weihestunde. Voten der Verständigung. Deutsches Jungvolk an den Kriegergräbern auf den Schlachtfeldern Tlordfrankreichs von französischen Frontkämpfern begrüßt. Paris, 27 Juli. (DNB.) Die 58 Angehörigen des Charlottenburger Jungvolks, die zum Abschluß eines dreiwöchigen Aufenthaltes in Frankreich die Schlachtfelder des Weltkrieges besuchen, besuchten als Gäste des französischen Frontkämpferverbandes Union Föderale den deutschen Krieger» friedhof in St. Quentin. Hier hielt der Vorsitzende der Union Föderale Henri pichot eine herzliche Ansprache. „Der Mann", so führte er u. a. aus, „der vor Ihnen steht, und Sie an dieser geweihten Stätte willkommen heißt, ist ein ehemaliger französischer Soldat. Offen und herzlich will er mit Ihnen sprechen. 52 Monate lang sind Ihre Väter und wir uns feindlich gegenübergestanden, erbarmungslos haben wir gegeneinander gekämpft; jeder von uns hat jeine Pflicht getan, aber auf beiden Seiten yat man auch d i e Wirklichkeit des Krieges erkannt. Wenn wir den Krieg verabscheuen, so deswegen, weil wir ihn gründlich kennengelernt haben. Hüben wie drüben haben wir Zeugnis abgelegt von unserer Not, unserer Opferwilligkeit, von unserer Bereitwilligkeit, alle Mühen des Krieges pflichtgetreu auf uns zu nehmen. Die Toten, die in diesen gewaltigen Friedhöfen ruhen, sie rufen uns, den Ueberlebenden und ihren Söhnen zu: Verständigt Luch endlich untereinander; die Völker wie die einzelnen Menschen innerhalb der Rationen haben ein Recht auf das Leben. Fallt nicht noch einmal übereinander her. Sucht einträchtig miteinander, was recht und billig ist; sorgt dafür, daß jedermann, jede Familie, jede Ration in Sicherheit sich des Lebens erfreue. Die schönsten und fruchtbarsten Eigenschaften des Menschen kommen im Frieden und nur im Frieden zur Blüte. Im Krieg lähmt der Mensch den normalen Ablauf der Dinge. Der wirkliche menschliche Heldenmut besteht darin, hocherhobenen Hauptes und mit gutem Gewissen das Leben zu gestalten, das uns nicht geschenkt ist, um es wegzu- werfen oder mit blutiger Gewalt dem Nebenmenschen zu rauben. wir, Franzosen und Deutsche, wir haben uns geschlagen; es ist nun endlich an der Zeit, offen und ehrlich und guten Willens zu gegenseitiger Verständigung zu gelangen; zu einer Zusammenarbeit, die nicht nur erstrebenswert, sondern auch durchaus möglich ist, zu einer Zusammenarbeit, die zwischen beiden Rationen jene Stimmung schassen wird, die sie zum Leben brauchen und die das blutige Gespenst früherer Feindseligkeiten und Kämpfe verscheuchen wird." Die jungen Gäste aus Deutschland, die auf die französische Bevölkerung sichtlich einen ausgezeichneten Eindruck machen, waren am Freitagabend von der Stadt St. Quentin und den französischen Frontkämpfern zu einem Beisammensein eingeladen. Aus besonderen Wunsch der französischen Gastgeber wurden zahlreiche Lieder des neuen Deutschlands gesungen. Ein feierlicher Appell, bei dem ein „Sieg-Heil!" auf den Führer und den französischen Staatspräsidenten ausgebracht und die deutschen Nationalhymnen gesungen wurden, beschloß den eindrucksvollen Abend. Von St. Quentin fuhren die deutschen Jungen nach den großen deutschen Sammelfriedhöfen von M a i f s 6 n y, wo 15 000 deutsche Krieger in Einzelgräbern und weitere 15 000 in einem Massengrab ruhen. Ein Vertreter des französischen Frontkämpferverbandes Union Föderale und der Führer der deutschen Gruppe hielten am Gedenkkreuz Ansprachen, in denen die Hoffnung zum Ausdruck kam, daß der Krieg von 1914 der letzte gewesen sein möge. Die französischen Frontkämpfer legten auf dem deutschen Massengrab ein Blumengebinde niedex. Die deutschen Jungen hatten von den umliegenden Aeckern schlichte Sträuße aus Feldblumen und Kornähren gebracht, die sie in der Gedenkhalle niederlegten. Gedämpft klang über die Grabfelder das Lied vom guten Kameraden. Die Fahrt ging dann weiter nach Reims, wo nach Besichtigung der Kathedrale und der Stadt in der Nähe der ehemaligen Kampf- stätten für drei Tage ein Zeltlager aufgeschlagen wurde. herübergeschmuggeltes marxistisches Propagandamaterial gefunden wurde, und daß auch an verschiedenen anderen Stellen Deutschlands eine engere Verbindung zwischen Mitgliedern der katholischen Kirche und Marxisten festgestellt worden ist. Eine Erklärung der zuständigen Stellen der Kirche wäre hier dringend vonnöten, wenn nicht die katholischen Jugendverbände mit den Bolschewisten auf eine Stufe gestellt werden sollen. Gefängnisstrafen für Oevifenverbrechen katholischer Ordensschwestern. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Als sechster Fall aus der Reihe der Devisenstrafverfahren gegen Angehörige katholischer Orden begann am Samstag ein Verfahren gegen vier Schwestern der „Kon - gregation vom heiligen Karl Borro- m ä u s in dem Mutterhaus in Trebnitz (Schles.) oor dem Berliner Schöffengericht. Die Generalvikarin Luitgardis Kneppek leitete lange Jahre hindurch die Kongregation als Gene- raloderin und stand seit ihrer Ablösung im August 1933 ihrer Nachfolgerin, der Generaloberin Potrz beratend zur Seite. Die Schwester Rosalie Bell war Oekonomin der Kongregation. Ihre Nachfolge- nn, Die Schwester Rosa Völkel, ist der Begünsti- Sie hat während der Durchsuchung des Klosters durch Beamte der Zollfahndungsstelle em Notizbuch versteckt, dessen Inhalt sie für be- laftenb hielt. Die Anklage wirft den drei erftgenann» ?en!KffcItcrn vor, daß sie in den Jahren CT? * £--5 durch den berüchtigten Leiter der Bank für Kommunalwirtschaft in Berlin, Dr H o - fius, insgesamt 255 000 Mark über die ©rense nad) Holland bringen liehen. Bis auf einen Restbetrag von 15 000 Gulden wurden für dieses Geld Obligationen der eigenen Ordensanleihe im Betrage von 66 000 Gulden und Preußenbonds im Betrage von 75 000 Dollar gekauft. Darüber hinaus wird der Generalvikarin Kneppek allein noch zur Last gelegt, die Niederlassung der Kongregation N »Dtt. t 9h,e S bii 2x qmm jp ilen Dm. iungen naä) Höfen üon r in Einzel' SRaffengrab hen Front- der Führer akkreuz Anil Ausdruck letzte w rontfämpfer in Blumen- hatten von iuße aus t gebracht, . Gedämpft vom guten weiter nach hedrale und gen Kampf- lufgefchlagen lung der nsuntef ogenwo; >rhalten fort' liche Leh' erhebliche" hulpflicht'ge" t fchwerftene Münster her 2«"' Deutlch" ein Pl°A ,denE r» V* fÄ* ind- ®in$ -flirt" *”1.6 eil ■Wl‘ ,» $#■*■ «tolf«16! i e «d Kx s.4 Material für den Volkerbundsrat zur Anwerbung freiwilliger Kran« tenpfleger und Krankenpflegerinnen eröffnet Krieges werden, die bereit find, im Falle eines London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Bei einer Kundgebung auf dem Trafalgar Square wurde von mehreren Rednern die Schuld an den Unruhen in Belfast der britischen Regie- rungspolitik in Irland zugeschrieben. Der Hauptredner war der nordirische Parlamentsabgeordnete Hely, der für das Selbstbestim- mungsrecht Irlands eintrat. Er erklärte, die britische Regierung wolle statt des alten einigen lieber zwei Irland haben. Es wurde dann eine Entschließung angenommen, in der die bei den letzten Zusammenstößen beteiligten Drangiften und Katholiken als Opfer gewissenloser Politiker bezeichnet werden. Dem irischen Volk sollte das Recht gewährt werden, in Freihei überfeine künftige Rechts st ellung zu entscheiden, und alle Zwangsgesetze sollten in Nordirland wie in Südirland abgeschafft werden. Der aus Belfast stammende Landwirtschaftsminister des irischen Freistaates Senator Connolly sagte in einer Rede in Ballinamore, die Vorfälle in Belfast seien das unvermeidliche Ergebnis der bigotten und irenfeindlichen Politik, die ihren Ausdruck in der Spaltung Irlands gefunden habe. Dieses schlimme Vermächtnis sei lediglich auf die britische Politik in Irland zurückzuführen. Durch diese Politik seien die schlimmsten Leidenschaften irrgeführter Leute ausgebeutet worden. Sie habe zu einer Verdichtung aller Quellen des nationalen und sozialen Lebens geführt, deren Wirkung auf das irische Leben der Natur widerspreche. Jedem Versuch, im irischen Freistaat Vergeltungsmaßnahmen für die Vorfälle in Nordirland zu ergreifen, müsse entgegengetreten wer- Reifen ihre Leistung fite deutsche UJect-flcbeit Absage an Habsburg. Südslawien gegen jede Wiedereinsetzung der Habsburger. Belgrad, 27. Juli. (DNB.) Im Senat erklärte Ministerpräsident Stojadinowitsch, daß die Frage der Rückkehr der Habsburger nach Oe st erreich berechtigte Erregung in Süd- slawien hervorgerufen habe, zumal wenn man sich des von der Dynastie Habsburg hinterlassenen Andenkens erinnere. Die Restauration der Habsbur- ger ist eine internationale Frage, an der wir in hohem Maße interessiert sind, und dieses Interesse ergibt, daß wir uns unbedingt und Irlands Kampf um Selbstbestimmung Wo liegt die Schuld an den irischen Unruhen? gen Besuch der Reichshauptstadt ein. Für den Berliner Aufenthalt ist ein reiches Programm vorgesehen. Wie der Leiter des englischen Volkshochschul- wesens, Wenger, mitteilt, ist in England das Interesse an Deutschland in den letzten Jahren sehr stark aestiegen, was darin zum Ausdruck kommt, daß beispielsweise 40 v. H. aller Sprachklassen der County Council Evening Schools Deutschklassen sind gegenüber nur 15 v. H. im Jahre 1930. Im Namen der Stadt Berlin begrüßte Frau Stadtrat hausier die Besucher. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste in Deutschland ein Land desFrie- d e n s kennenlernten. Die Gäste möchten mit dem Willen in ihre Heimat zurückkehren, gemeinsam mit dem verwandten deutschen Volk an der Brücke dauernden Friedens und gegenseitiger Verständigung zu bauen. den. Die Zukunft Irlands in seiner Gesamtheit mache es erforderlich, trotz des empörenden Verhaltens der Frömmler von Belfast, das Uebergrelfen des Grundstockes der religiösen Leidenschaft aus andere irische Bezirke zu verhindern. Der Minister erwähnte noch die wirtschaftliche Unterdrückung der Katholiken in Nordirland, ermahnte aber seine Hörer trotzdem, Geduld und Langmut zu üben. Der römisch-katholische Bischof der Grafschaft Down hat einen Ausruf erlassen, in dem er um Geldspenden für die Opfer der ka- t h o l i k e n f e i n d l i ch e n Unruhen in Bel- f a st ersucht. Seiner Mitteilung nach sind 384 ka- tholische Familien in Belfast aus ihren Wohnungen getrieben worden, die Zahl der obdachlos gewordenen Einzelpersonen soll 1646 betragen. Abgesehen von den obdachlos gewordenen, gebe es auch eine große Anzahl Katholiken, denen durch feindliche Behandlung die Fortsetzung ihrer Arbeit in Fabriken und auf Schiffswerften u n - möglich gemacht werde. Der protestantische Erzbischof von Dublin, Gr. G r e g g, sprach am Sonntag in einer Predigt von den „mutwilligen Angriffen", die letzte Woche im irischen Freistaat gegenüber protestantischen Kirchen, Wohnungen und Geschäftshäusern ereignet hätten. Er sage, es handle sich wahrscheinlich um Vergeltungsmaßnahmen für die Leiden römisch- katholischer Leute in Belfast. Aber das in Belfast geschehene Unrecht werde durch neues Unrecht im irischen Freistaat nicht wieder gutgemacht werden. den Händen der Engländer und Aegypter vorfinden würden. Auch die Zeitung „Rosal el Pusseff" hebe hervor, daß Aegypten wegen seiner geographischen Lage darauf achten muffe, daß die Quellen des Blauen Nils und der Tanasee nicht in italienische Hände fielen. Man sei entschlossen, im Interesse Aegyptens sich nicht nur wie im Weltkriege mit der Entsendung eines Pionierkorps zu begnügen, sondern auch das ägyptische Heer aktiv an den Maßnahmen teilnehmen zu lassen. Unruhen unter den Eingeborenen Eritreas? London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet aus Massaua (Eritrea), der Oberkommissar von Jtalienisch-Ostafrika, General de Bono, habe sich genötigt gesehen, ein Sondergericht für die Anwendung des Militärgesetzes zu ernennen. Dieses Sondergericht sei für ganz Eritrea zuständig und trete an die Stelle der bisherigen Strafkammer. Es heiße, daß dieser ungewöhnliche Schritt durch Unruhen unter den Eingeborenen und durch dis Notwendigkeit der Aufrechterhaltung strenger Manneszucht in den Arbeiterabteilungen veranlaßt worden sei. General de Bono habe auch eine Bekanntmachung erlassen, in der er den Eingeborenen der Kolonie versichere, daß die 30 000 aus Italien herbeigeschafften Arbeiter ihnen nicht ihr Land wegnehmen dürfen. Sie seien nur gekommen, um Straßen, Wasserleitungen und Brücken zu bauen. Um die Arbeiterabteilungen bei guter Stimmung zu erhalten, habe der Oberkommissar eine Lotterie eingerichtet. Der Kaiser von Abessinien erklärte der Presse, daß Abessinien eine friedliche, unparteiliche und vollständige Lösung des Streitfalles wünsche. Die Grundlage dieses Streites sei in der verschiedenen Auslegung des italienisch-abessinischen Vertrages vom 16. Mai über d i e Festlegung der Grenze zwischen Abessinien und Italienisch- Somaliland zu suchen. Italien habe dem Grundsatz einer Regelung durch ein Schiedsgericht zugestimmt, mache aber seine Durchführung unmöglich, indem es den Schiedsrichtern das Recht abspreche, die Verträge auszulegen und ferner, indem es die Ernennung eines obersten Schiedsrichters ablehnte. Italien bekunde seinen Willen auf Eroberung abessinischen Gebietes und bereite sich auf einen Krieg vor Der Dölkerbundsrat müsse über die Achtung und Einhaltung des Vertrages und die Aufrechterhaltung des Friedens in Abessinien wachen, dessen Gebiet noch von italienischen Truppen besetzt sei. Der Völkerbund müsse sich darüber aussprechen, ob ein Mit- gliedsstaat des Völkerbundes das Recht habe, offen die gebietsmäßige Unantastbarkeit eines anderen Staates zu mißachten, seine Souveränität und Unabhängigkeit zu bedrohen und auf die Waffengewalt als Mittel der Expansion und Eroberung zurückzugreifen. Abessinien erwarte vertrauensvoll die Entscheidung des Völkerbundsrates. Die,$reunöe Abessiniens^ in London. London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die „Freunde Abessiniens", eine von afrikanischen EingeborenengebildeteVereinigung, hatte zum Sonntagabend in einem Saal eine Versammlung einberufen, an der 200 Afrikaner aus allen Teilen der Welt teilnahmen. Die Redner, zu denen auch der Sohn des abessinischen Gesandten in London, Dr. Martin, gehörte, forderten zum Eintritt ins abessinische Heer und zur Ausbringung von Geldmitteln auf. — Ende dieser Woche wird in London ein Büro Schweizer Mend misderDurchreisenach Schweden Berlin, 28. Juli (DNB.) Auf der Fahrt ium internationalen Pfadfinder- Lager in Schweden kamen am Sonntag etwa 200 schweizerische Pfadfinder durch tue Neichshauptstadt. Am Anhalter Bahnhof wurden He von einem Vertreter des schweizerischen Gesandten und einem Mitglied des Stabes der Reichs- Hlgendführung begrüßt. — Bei einem. Frühstück richtete der Vertreter der Hitlerjugend einen herzlichen Willkommensgruß an die fchweizen- chen Besucher und versicherte sie der frenndschast- liichen Gesinnung der deutschen Jugend. Bei dem großen Werk der Verständigung zwischen den euro- »äischen Völkern könne gerade die Schwel- ger Jugend durch ihre Stammesbeziehungen ru Deutschland und Frankreich wertvolle Hilfe teilten. .. . . Ein schweizerischer Pfadfinderfuhrer erwiderte in herzlicher Weise und bat, dem Reichsjugendfuhrer '.le Grüße der Schweizer Pfadfinder zu uberbrm- : cn. Für die Schweizer Jugend sei es eine Freude, mit der deutschen Jugend zu kameradschaftlicher Zusammenarbeit zu kommen. — In der kurzen zur 3erfügung stehenden Zeit wurde dann eine Stadt- r u n d f a h r t durch Berlin unternommen. Zur Verabschiedung der Schweizer Gäste erschien auch der schweizerische Gesandte D i n i ch e r t auf dem Stettiner Bahnhof. Schweizer Lieder erklangen, und unter lebhaften Abschiedsrufen verließ der Zug mit der schweizerischen Jugendgruppe Berlin m Richtung Stralsund, von wo die Ueberfahrt nach Schweden erfolgen wird. Mit der Abordnung, die in mustergültiger Disziplin und Haltung auftrat, fuhren auch der Präsident des Schweizer Pfadfinder-Verbandes, Dr. von B o n st e t t e n und der Bundesführer B l o n d e l. Englische Bolksbochschüler in Berlin. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Auf dem Potsdamer Bahnhof trafen am Sonntagnachmittag 16 0 eng* lische Volkshochschüler zu einem achttägr- Abessinien wahrt seinen Standpunkt. Keine Beschränkung der Schiedsrichter. Genf, 28. Juli. (DNB.) Beim Generalsekretär des Völkerbundes ist folgendes Telegramm des abessinischen Außenministers eingegangen: „In Beantwortung Ihres Telegramms vom 27. Juli bestätigt die kaiserlich-abessinische Regierung den Antrag ihrer Vertreter auf Auslegung des Schlich- tungs- und Schiedsgerichtsauftrags. Die abessinische Regierung bestreitet, jemals einer B e - schränkung der Zuständigkeit der Schiedsrichter zugestimmt zu haben. In der abessinischen Note vom 17. Juli, die auf die italienische Note vom 14. Juli antwortet, ist bereits erklärt worden, daß es Sache des Völkerbundsrates ist, über die einander gegenüber- stehenden Auffassungen der beiden Schiedsrichtergruppen zu befinden. In Erwiderung auf die italienische Note vom 23. Juli, worin Beschränkungen des Auftrages der Schiedsrichter verlangt werden, hält die kaiserlich-abessinische Regierung vollinhaltlich die Beweisführung ihres Vertreters aufrecht, die durch die beiden Entscheidungen der von ihr in der Kommission bezeichneten neutralen Rechtssachverständi- gen übernommen worden ist." Das britische Interesse am Tanasee. Italienische Befürchtungen. Mailand, 28. Juli. (DNB.) Die norditalie- nische Presse meldet unter Zitierung des ägyptischen Blattes „M o k k a t a m", in ausländischen Kreisen Aegyptens spreche man davon, daß im Falle eines Krieges zwischen Italien und Abessinien e i n anglo - ägyptisches Expeditionskorps gebildet werden würde, um das Tanaseege- biet zu besetzen und dort die englische und die ägyptische Flagge zu hissen, damit die Italiener im Falle eines siegreichen Vordringens das Gebiet in Das britische Zlottenbau- programm. London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily Herald" behauptet, in der Lage zu sein, den Bau» !)lan der britischen Admiralität für die nächsten leben Jahre mitteilen zu können. Das Programm, ias natürlich elastisch und vorläufiger Art sei, sehe von 1936 bis 1942 zusammen 12 Großkampfschiffe, 33 Kreuzer, 63 Flottillenführer und Zerstörer, 21 U-Boote unb drei Flugzeugmutterschiffe vor. Unter Berücksichtigung der Kriegsschiffe, die nach den Bestimmungen der Washingtoner und Londoner Flottenverträge während dieser sieben Jahre die Alters- §renze überschreiten, werde die britische Flotte im ahre 1942 folgende Stärke haben: 14 Groß- kampfschiffe (1935: 15), 72 Kreuzer (50), 142 Zerstörer (84), 57 U-Boote (39), 10 Flugzeugmutterschiffen (8). Die G e s a m t k o st e n dieses Bauprogramms werden mehr als 150 Millionen Pfund Sterling betragen. Sie rorben eine Verdop - pelung ber jetzigen Jahresausgaben für Neubauten notwendig machen. Die Admiralität schlage vor: 1. Daß das ganze Bauprogramm in einer neuen Seeverteidigungsordnung nieder g e l e g t werde, die im nächsten Jahre zur Annahme gebracht werden solle, und 2, daß ein Teil der Kosten durch eine Seeverteidigungs- Umlage gedeckt werde, und zwar wegen der außerordentlich hohen Baukosten während der ersten Jahre. Oer Waffenschmuggel blüht. DaS Rätsel der Verwandlung von Munition in Steine gelöst. Paris, 27. Juli. (DNB.) Das Rätsel der 3 1 0 Munitionskisten, die von einer französischen Firma über Rouen und Le Havre nach Argentinien befördert wurden und von dort mit Steinen und Sand gefüllt nach Le Havre ^urückgekehrt sind ist nunmehr aufgeklärt. Aus den Aussagen ber Kapitäne der beiden französischen Dampfer, die die Ladung übernommen hatten, geht hervor, daß die Waffen und die Muni- tion wohlbehalten in Buenos Aires eingetroffen waren. Die argentinische Zollbehörde hatte jedoch in Erfahrung gebracht, daß sie für Paraguay bestimmt waren und untersagte deshalb die Weiterbeförderung auf argentinischem Hoheitsgebiet. Die Ladung wurde deshalb auf zwei Transportkähne übergeführt, die unter Aussicht der argentinischen Zollbehörde gestellt wurden. In der Nacht gelang es den beiden Schleppern aber, unbemerkt auszulaufen und ihre Ladung nach Asuncion zu bringen. Erst hier wurde das Täuschungsmanöver durchgeführt, die Kisten entladen, mit Steinen und Sand gefüllt und auf den gleichen Schleppern wieder nach Buenos Aires zurück gebracht, wo sie die beiden ftanzösifchen Schisse ahnungslos wieder an Bord nahmen. * Der „Paris Soir", dem die Verantwortung für feine Meldung überlassen bleiben muß, bringt Enthüllungen über einen neuen Waffenschmu a- g e l. Diesmal soll es sich um eine Sendung belgischer Maschinengewehre handeln, die in Le Havre als S tei n gutl ad un g eingetroffen und beschleunigt weitergeschafft worden sei. Der Lastkraftwagen soll jedoch in Pvetot von Polizeibeamten angehalten worden fein; bei dieser Gelegenheit habe man festgestellt, daß die Kisten Maschinengewehre enchielten. Angeblich ist in Le Havre noch eine weitere Waffensendung entdeckt worden, die unter der Bezeichnung von Stahlrohren befördert worden sein soll. Die zuständigen Stellen behaupten, von dieser Angelegenheit nichts zu wissen. im Dienste des Roten Kreuzes zum Schutze Abessiniens einzutreten. England wünscht feine Verschleppung. Litwinow als Ratspräsident am falschen Platze. London, 28. Juli. (DNB.) „Sunday Times" meint, der Vertreter der britischen Regierung werde sich auf keinen Vorschlag einlassen, der geeignet sei, die praktische Erörterung der Hauptfragen in der abessinischen Angelegenheit lediglich weiter hinauszuschieben. Der Vorschlag, eine Wiederaufnahme der Arbeiten des Schlichtungsausschusses herbeizuführen, würde von England nicht als angemessener Grund für eine Vertagung der Rassitzung angesehen werden. „Sunday Dispatch" übt an der Tatsache Kritik, daß das Genfer Tribunal, das über den abessinisch- italienischen Streitfall zu entscheiden habe, unter dem Vorsitz des s o w j e t r u s s i s ch e n Außenkommissars Litwinow tagen werde. Sowjetrußland habe eine Bevölkerung, deren größter Teil fa st ebenso barbarisch fei, w l e Die Horden Abessiniens. Es habe eine Bevölkerung, die von einer Junta in Moskau in rücksichtsloser Unterwerfung gehalten werde.. Diese Junta habe durch Raub und Mord die Kontrolle der analphabetischen Horden erlangt, die in praktischer Leibeigenschaft außerhalb der beiden sowjetrussischen Reklamestädte lebten. Der Kaiser hat in einer für die „Times" bestimmten Botschaft erklärt, die Enttäuschung über die, wenn auch nur zeitweilige Versagung der Ausfuhrlizenzen für Waffen werde mehr als ausgeglichen durch die Befriedigung über die nachdrückliche Unterstützung, die die britische Regierung den Bemühungen Abessiniens um eine völlig friedliche und unparteiische L ö s u n g des jetzigen Streites zuteil werden lasse. Die abessinische Regierung rechne auf eine schnelle endgültige und allumfassende Ent- scheiduna des Dölkerbundsrates. Wenn Artikel 12, der beide Parteien verpflichtet, vor Ablauf von drei Monaten nicht zum Kriege zu schreiten, wirksam zur Anwendung gebracht werden könne, dann würde der Kaiser zufriedener sein als über irgendein anderes Ergebnis. Schmalkalden die Abhallung von Versammlungen und Zusammenkünften jeglicher Art sowie das Uniform», Fahnen- und Abzeichentragen u n - t e r \ a g t. Haussuchungen beim mecklenburgischen Stahlhelm. Schwerin, 27. Juli. (DNB.) Die Landes- stelle Mecklenburg-Lübeck des R e i ch s m i n i st e- riums für Volksausklärung und Pro- p a g a n d a teilt mit: Das Verbot des NSDFB. (Stahlhelm) in den Kreisen Ludwigslust, Parchim und der Stadt Waren hatte den Verdacht aufkom- men lassen, daß Mitglieder dieser Organisation im Besitz verbotener Waffen sind. Aus die- fern Grunde wurden Haussuchungen bei allen Mitgliedern des NSDFB. (Stahlhelm) im (9 äuge b i e t Mecklenburg-Lübeck von der Geheimen Staatspolizei angeordnet. Das bisherige, noch nicht vollständige Ergebnis dieser Haussuchungen hat den Verdacht des verbotenen Waffenbesitzes vollauf bestätigt. Es wurden bisher zahlreiche Gewehre, Modell 98, Karabiner, Militärpistolen und erhebliche Mengen scharfer Munition de schlag- nahmt. Einige Stahlhelmer sind im Zusammenhang damit in Haft genommen worden. Einzelakiionen verboten. Eine Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten. B e r l i n 27. Juli. (DNB.) Polizeipräsident ®raf Helldorf teilt im Einvernehmen mit den Parteidienststellen folgendes mit: 3n den letzten Tagen ist die Feststellung gemacht worden, daß sich in einigen Fällen Angehörige der Bewegung von Provokateuren haben verleiten lassen, sich an juden- f e in d l i ch e n Demonstrationen zu beteili- gen. Staat und Bewegung haben immer wieder etont, daß Einzelaktionen verboten sind. Zu diesen verbotenen Einzelaktionen gehören insbesondere das Bemalen und Beschädigen von Schildern, Schaufensterscheiben und dergleichen. Für die Art des Vorgeyens der Provokateure ist es bezeichnend, daß sogar in einigen Fällen erreicht wurde, Polizeibeamte unter Berufung auf mich an ihrem pflichtgemäßen Einschreiten zu hindern. Der Kampf gegen das Judentum wird von Staat und Bewegung a u f andere Weise geführt. Jedermann, der sich an verbotenen Einzelakttonen beteiligt, stellt sich damit außerhalb von Staat und Bewegung und setzt sich der Bestrafung aus. Reinliche Scheidung. Hinkels Auftrag zur Neberwachung des Nichtariertums in der Kunst. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Geschäftsführer »er Reichskulturkammer Hans Hinkel, von Reichsminister Dr. Goebbels zum Sonderbeauftragten für die Ueberwachung der Betätigung aller im deutschen Reichsgebiet lebenden nichtarischen Staatsangehörigen auf künstlerischem und geistigem Gebiet berufen, erinnerte in einer Unterredung daran, daß im April 1933 der „Jüdische Kulturbund" genehmigt iworden sei, mit der Maßgabe, daß jüdische Künstler ffür ein jüdisches Publikum nach Belieben wirken dürfen. Die führenden Leute des Jüdischen Kulturbundes haben immer wieder die Loyalität Der Regierung anerkannt. Wenn wir ein jüdisch- Kulturelles Eigenleben mit anerkannter Großzügig- Seit begründet haben, so verwahren wir uns scharf gegen jeden Versuch der Einfluß- inahme von jüdischer Seite auf die Kul- kurangelegenheiten unserer Nation. Wir wissen, daß da und dort Juden getarnt arbeiten; wir wissen, daß manche Verfilzungen ous der Systemzeit bis heute noch nicht gelöst sind. Diesen Zustand, wo er noch besteht, z u andern, betrachten wir als unsere aktuelle Aufgabe. Wir werden die Schuldigen zur Derantwor- tung ziehen, nicht nur die Juden, die unter falscher Flagge sich über die Hintertreppe wieder einschmuggeln wollen, einerlei ob im Film, im Funk ober im Schrifttum — besonders hart und scharf werden wir die Nichtjuden anpacken, die sich auf eine jüdische Symbiose einlassen und sich nicht scheuen, sich als Strohmänner für 30 Silberlinge an Juden zu verkaufen. Diesem Zustand wird ein Ende gemacht. Die Klärung der sogenannten „Grenzfälle" liegt mir besonders am Herzen. Wir wünschen endlich reinliche Schei- 5 u n g. Wer nach der nationalsozialistischen Revolution mit dem Judentum kompromisselt, hat keinen Platz im kulturellen Lebensraum des deutschen Volkes. Wir werden scharf durchgreifen und müssen es tun, denn vor uns steht das schwer arbeitende gläubige Volk, demgegenüber wir bie Verantwortung tragen für eine saubere, ehrliche Kulturarbeit. Aus aller Welt Deutsches Meer, deutsches Land ALFRED Ala Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen - Schulstraße 1 GIESSEN Seltersweg 71 An der Ostsee Lübeck—Kiel — Eutin Ostseebäder Dolomiten Marmolata - Mte. Pelmo Mte. Christallo, Langkofel Arbeit geblieben. Toten in Dankbarkeit und Eröffnung der Großschiffahrtsstraße Mannheim—Heilbronn. Venedig die Königin der Adria, die Stadt auf 118 Inseln Keine erhöhten Eintrittspreise. — 70 Pf. bis 1,80 Mk. hur Jugendliche nachmittags auf allen Plätzen 50 Pf. 4350 A An der Nordsee Hamburg — Helgoland Föhr — Sylt — Büsum Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Im Lande der Mitternachtssonne Die Alpen des Nordens, das Land der Fjorde, der gewaltigsten Gletscher und Wasserfälle Europas. Am Nordkap, Hammerfest, die nördlichste Stadt der Erde, 64 Tage ohne Nacht, 63 Tage ohne Sonne. Geiranger- Fjord, Segne-Fjord, Batholmen - Balestrand - Bergen entschlossen tief Wietierrinsetzüng der Habsburger widersetzen. Südslawien stehe in der Habsbur- ' ger Frage nicht allein. Treue Freunde und Der- bündete, die Tschechoslowakei und Rumänien, hätten den gleichen Standpunkt eingenommen. Mehrer europäische Großmächte seien derselben Meinung. Südslawien könnte daher mit Ruhe die Entwicklung der Ereignisse ad- warten. „Eben haben wir von der österreichischen Regierung", sagte Stojadinowitsch, „eine beschwich- ttgende Erklärung erhalten. Ich bin geneigt, an die Aufrichttgkeit der Erklärung der österreichischen Regierung, mit der wir die besten Beziehungen und möglichst gute Nachbarschaft und Freundschaft zu unterhalten wünschen, zu glauben." Keine Lösung der Regierungskrise in Holland. Den Haag, 27. Juli. (DNB.) Der Vorsitzende der Katholischen Fraktion der Zweiten Kammer, Professor A a l b e r s e, hat am Samstagabend die Königin gebeten, ihn von dem Auftrag zur Blltiutitz efrntf nsurn Regirrung wieder zu entbinden. Er begründete seinen Schritt damit, daß er sich nach eingehender Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden der Zweiten Kammer davon habe überzeugen müssen, daß keine genügende Uebereinstimmung zu erzie- l e n sei, um ein neues Kabinett auf möglichst breiter parlamentarischer Grundlage zusammenstellen zu können. Man rechnet damit, daß ein namhafter Vertreter einer bürgerlichen Partei, die bei dem entstandenen Konflikt keine akttve Rolle gespielt hat, betraut werden wird. Man denkt an den Fraktionsvorsitzenden der Christlich - Historischen Partei, den ftüheren Ministerpräsidenten Dr. de Geer, der als ein sehr besonnener und umsichtiger Politiker in hohem Ansehen steht. Für eine solche Lösung scheint auch große Sympathie bei der Katholischen Partei zu sein. Erst wenn diese Möglichkeit ergebnislos geblieben ist, dürfte der Versuch zur Bildung eines außerparlamentarischen Geschäftskabinetts unternommen werden. Eolijn hätte dann große Aussichten, im Amt zu bleiben. Die Eröffnung der kanalisierten Neckarschiffahrtsstraße Mannheim — Heilbronn gestaltete sich zu einem festlichen Ereignis, an dem die ganze Bevölkerung der beteiligten Neckarorte lebhaften Anteil nahm. Besondere Freude löste die Anwesenheit einer zwanzig Mann starken Abordnung der deutschen Kriegsmarine aus. Die Feierlichkeiten begannen bei der Staustufe Guttenbach. Reichs- Verkehrsminister Frhr. von Eltz-Rübenach eröffnete die Kanalstrecke und dankte den Neckaruferländern Württemberg, Baden und Hessen, die von vornherein unter Ausschaltung von Sonderinteressen das Gemeinnützige des Neckarausbaues anerkannt hätten. Der Kampf mit den Elementen habe am Neckar, einem der hochwafferaefährlichsten Flüsse Deutschlands, den vollen Einsatz jedes ein- zelnen, vom Bauleiter bis zum jüngsten Arbeiter, gefordert, Diele Opfer hätten gebracht werden müssen, bis diese gewaltigen Bauwerke planmäßig fertiggestellt werden konnten. 30 Arbeitskameraden seien auf dem Felde der ' 1. Der Minister gedachte der rnd Treue. Die Reichsregie- w i n n, der zu gleichen Tellen auf die Stammtisch- runde verteilt wurde. Schuhhaft wegen rasseschänderischen Verhaltens. München, 28. Juli. (DNB.) Die Polizei teilt mit, daß wegen rasseschänderischen Verhaltens in den letzten Tagen mehrere Juden und arische Mädchen in Schutzhaft Genommen wurden. Darunter auch der Jude Artur Fels, früher Arzt, jetzt Jrnrnobilienverrnittler. Bereits zu Beginn der nationalen Erhebung mußte dieser Schädling in Schußhaft genommen werden. Schon bald nach der Entlassung hing er wieder seinem alten Laster nach und kam deshalb im Juni vorigen Jahres neuerdings in Schutzhaft. Auch diese Maßnahme hatte wenig Wirkung auf ihn, denn er trieb in der letzten Zeit sein Unwesen wieder in einer Weise, daß Fußgänger in der Allstadt an seinem Auftreten Aergerms nahmen. Sie über» aaben ihn deshalb der Polizei. Wie er selbst zugab, hat er im Laufe der Zeit etwa 150 arische Mädchen in den Schmutz gezogen. Beinahe ausnahmslos suchte er seine Opfer in den minderbemittelten Kreisen. Durch seine Einlieferung in das Konzentrationslager Dachau wird in Zukunft die Bevölkerung vor ihm verschont bleiben. Das Ergebnis des Aachener Schachturniers. Im Schlußkampf um die Schachmeisterschaft von Deutschland in Aachen ging es noch einmal heiß her. Da Richter gegen Koch remisierte, wollte Ahues, der seine Hängepartie mit Elstner gewonnen hatte, seine remisartige Stellung gegen Rell- stab unbedingt gewinnen, um gleichzuziehen. Rell- stab aber verteidigte sich umsichtig, kam selbst zum Angrift und gewann schließlich. Durch diese Niederlage hatte sich Ahues auch den zweiten Platz verscherzt, denn Michel und Ernst siegten — erster über Schlage, Michel über Reinhardt — und teilen so mit Ahues den 2. bis 4. Platz. Engel hatte die Hängestellung gegen Blümich gewonnen, mußte aber gegen Schönmann abbrechen, obwohl der Ausgang für di ePlatzfrage ohne Bedeutng ist. Weiß- gerber verlor die abgebrochene Partie gegen Schön- mann und am Samstag gegen Dr. Lachmann. Blümich holte einen Punkt gegen Elstner, während Brinkmann spielfrei war. Der Schlußstand: Hur Montag» 29. Juli und Dienetag, 30. Juli je 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr Sonder-Vorstellungen Vom Nordkap bis zu den Alpen Eine Film-Sinfonie bedeutender Natur-Schönheiten Norwegens, Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz und Italiens Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Tiefdruckwirbel über der Ostsee und dem Baltikum ließ dort einen außerordentlich kräftigen Sturmwirbel entstehen, der zu verbreiteten Niederschlägen und orkanartigen Stürmen im Ostseegebiet führte. Bis zu uns hin macht sich dieser Wirbel bemerkbar durch starke Bewölkung und vereinzelte Niederschlagsschauer. Die lebhafte nordwestliche Luftzufuhr wird vorerst noch anhalten und sich zunächst noch verstärken, so daß bei zunehmender Bewölkung mit sehr wolkigem und zu Niederschlägen neigendem Wetter zu rechnen ist. Aussichten für Dienstag: Ueberwiegend bewölkt und vereinzelte Niederschläge, bei sehr lebhaften Winden aus Norden kühl. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer be$ unbeständigen und kühlen Wetters. Lufttemperaturen am 28. Juli: mittags 20,3 Grad Celsius, abends 17 Grad; am 29. Juli: morgens 15,9 Grad. Maximum 22,7 Grad, Minimum 14 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Julik abends 20,9 Grad; am 29. Juli: morgens 18,7 Grad Celsius. — Niederschläge 2,3 mm. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. 2lü (Bläfft hon 3 Wo 20 v. 6. erholten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Ameise | Mietgesuche | Ehepaar fv' * 2-3-Zimm.-V.oli . für sofort uuer später. Schriftl. Angeb. u. 03189 an d. Gieß. Anz. MIMM fürjüng.Kaufm. evtl, mit Kost für 1. Aug. gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03193 an denGietz.Anzeig. Saison-Schluß-Verkauf Unsere Serien: -.45 -.55 -.65 -.75 -.85 -.95 1.- 1.25 1.50 1.75 1.95 2.25 und höher. Bitte besichtigen Sie unsere 7 Schaufenster! Bitte besuchen Sie unsl rung werde die Neckarkanalisierung oberhalb Heilbronns fortführen, soweit es bei den vordringlichen Aufgaben möglich sei, die gegenwärtig die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reiches außerordentlich in Anspruch nähmen. Dann setzten sich die festlich geschmückten Motorschiffe zur Fahrt nach Heil- b r o n n in Bewegung, wo der württembergische Ministerpräsident Meraentaler versprach, die Mittel für die Weiterführung des Kanals in das Herz des Landes hinein bereitzustellen. - 5000-Mark-Gewinn einer Stammtischrunde. Freudige Ueberrafchung brachte ein Losverkäufer der Arbeitsbeschaffungslotterie in die Stammtischrunde einer Oggersheirner Gastwirtschaft. Schon wollte man, da Niete um Niete gezogen wurde, das Rennen aufgeben, als man sich noch einmal zu einem letzten Grift entschloß, der die Ausdauer der fünf Loskäufer reichlich belohnte. Es war ein 5000-Mark-Ge- wurde. Das Gebäude wurde durch die Explosion völlig zerstört. Glücklicherweise war es aber von starken Schutzwällen umgeben, so daß die anderen Teile der Fabrik kaum Schaden er* litten haben. In der Unglücksabteilung waren normalerweise 30 Arbeiterinnen und 4 Arbeiter be< schäftigt; zwölf Tote sind bisher zu beklagen. Die Erde tut sich auf... Die sowjetamtliche Nachrichtenagentur teilt mit, daß sich in einigen Stadtbezirken Moskaus aus bisher ungeklärter Ursache die Straßendecke um ein beträchtliches gesenkt hat. An der Straßenfront des „Ochotnyj Rjad" im Zentrum der Stadt aab ganz plötzlich die Erdoberfläche nach, und in mehreren Teilstrecken sackte der Damm a b, wobei das Straßenpflaster aufgeriffen wurde. Die gleichen Straßenbeschädigungen wurden u. a. auch am Kirow-Tor festgestellt. Man nimmt an, daß die Ursache in der Unterspülung durch Regengüsse zu suchen ist. — Bei der Bevölkerung hat dieses Ereignis einiges Aufsehen hervorgerufen. Man ist u. a. der Ansicht, daß die plötzlichen Straßensenkungen auf unsachgemäße Ausschachtungsarbeiten beim Bau bet Moskauer Untergrundbahn zurückzuführen sind, aber auch der Sowjethumor hat neuen Stoff gesunden. Gegenüber dem „Ochotnyj Rjad" befindet sich nämlich das Gewerkschaftshaus, in dem zur Zeit der 7. Kongreß der Kommunistischen internationale tagt. „Iler Kommunistenkongreß hat schon in den ersten Tagen das Weltall erschüttert" und „Die Erde tut sich auf, um bie Komintern zu verschlingen", lauten die Witze. SlegSr ünb Meiste? von Deutschland 1935: K. Richter-Berlin mit 10,5 Punkten, 2. bis 4. geteilt: Ahues-Königsberg, Ernst-Gelsenkirchen und Michel-Nürnberg je 9,5, 5. Engels- Düsseldorf 8 und Hänge, 6. Rellstab-Berlin 7,5, 7. Dr. Lachmann 7, 8. Schönmann 6 und Hänge, 9. bis 10. Elstner und Reinhardt mit je 6, 11. bis 13. Brinkmann, Schlage und Weißgerber mit je 5,5, 14. bis 15. Blümich und Koch mit je 4 Punkten. Der laiplnger Vertreter des DRV. von Banditen entführt. Der Vertreter des DNB. in Taiping, Dr. Herbert Müller, und ein englischer Schriftsteller namens Jones wurden auf einer Wagenfahrt von Taiping nach Dolonor von Banditen gefangen genommen. Ihr russischer Chauffeur wurde ebenfalls gefangen, aber bann freigelafsen, um bie Forderungen der Banditen zu überbringen, die angeblich 10 0 0 0 0 Dollar ßöfegelb verlangen. Der Ort des Ueberfaüs befindet sich bei Paotschang, ungefähr 130 Kilometer nordöstlich von Kalgan. Die deutsche Botschaft hat sofort die notwendigen Schritte zur Befreiung unternommen. Der von den Banditen gefangengenommene Engländer Jones ist ein früherer S e - kretär Lloyd Georges, der gegenwärtig China als Zeitungskorrefpondent bereift. Jones war vor einigen Wochen in China angekommen und hatte kürzlich die innere Mongolei besucht. Auf dem Wege nach Dolonor in der Mongolei, das er zusammen mit Dr. Müller, der ausgezeichnet Chinesisch spricht, erreichen wollte, mußten die Reisenden durch Bezirke, die roeaen der kürzlich auf japanisches Verlangen erfolgten Zurückziehung der Truppen des chinesischen Generals Sung-Tscheh- Puan als unsicher gelten. Tödlicher Unfall beim Florettfechten. Bei der Mitteldeuftchen Mannschaftsmeisterschaft im Florettfechten in Jena ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall. Der mitteldeutsche Gau- meister aller drei Waffengattungen, Voigt (Jena), wurde kurz vor Schluß der Veranstaltung durch Klingenbruch bei seinem Gegner ,s o schwer verletzt, daß er an den Folgen trotz sofortiger ärztlicher Hilfeleistung starb. Der Wettkampf wurde sofort abgebrochen. Voigt, der Mitteldeutsch- land bei den deutschen Meisterschaften vertreten sollte, stand im 3 0. Lebensjahr. Großfeuer in Hamburg. In einem Gebäude der Alsterdorfer Anstalten, die der Erziehung Schwachsinniger bienen, brach ein Brand aus, der schnell großes Ausmaß annahm. Das Feuer entstand in einem großen, strohgedeckten, landwirtschaftlichen Gebäude, in dem Heu gelagert war. 13 Zöglinge, die sich bei Ausbruch des Feuers im Innern befanden, konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden; das Haus brannte vollständig nieder. Die Feuerwehr konnte sich lediglich darauf beschränken, das Feuer auf feinen Herd zu begrenzen. Die Ursache des Brandes ist nicht ermittelt. Schweres Explosionsunglück In einer italienischen Pulverfabrik. In einer Pulverfabrik in Varese in der Nähe von Mailand ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Die Fabrik, in der das. Unglück geschah, liegt etwa 100 Meter von der Ortschaft Taino etwas abseits am Ende eines bewaldeten Tales. Der Schauplatz des Unglücks, bie Versandabteilung der Fabrik, befand sich in einem etwa 15 Meier langen und vier Meter hohen Schuppen, in dem die Verpackung der Spreng st offe vorgenommen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i. 23.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. 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Auch im Bereich des Bonnes 116 der HI. wird die Verleihung der Ehrenzeichen, soweit sie bereits eingetroffen sind, demnächst in feierlicher Form vor- Gleich nach dem Mittag war man gestartet und Sylvia, die um einige Minuten früher abfuhr, gelang es sogar, ihren Vorsprung um ein Beträchtliches zu vergrößern, dank ihrer gesteiaerten Lebensfreude von heute, die seltsamer Weise in einer größeren Mißachtung der Gefahren zum Ausdruck kam, wie so wohl oder übel ein übermäßiges Schnellfahren mit sich bringen mußte. Eine knappe Viertelstunde früher als Alexander erreichte Sylvia das Ziel, sie konnte unmöglich erwarten, daß diese geringe Zeitspanne dazu ausersehen war, ihren Vorsprung auf der Landstraße zu benützen, um sie auf der Bahn ihres Lebens um Jahrzehnte zurückfallen zu lassen. Während sie auf Alexander wartete — in einem kleinen GartencafS neben der Straße — hatte sie Zeit über ihr Leben nachzudenken, unbeabsichtigt, wie der Mensch nun einmal ist, der in der Unrast seiner Tage manchmal eine erzwungene Atempause braucht, um sich zur wahren Besinnung verleiten zu lassen. Zweifellos war Sylvia mit dem Kurs zufrieden, den ihr Lebensschiff genommen. hatte, sei sie es selbst zu steuern versuchte, vorbei an jenem Hafen, der von den Menschen gerade als der sicherste bezeichnet war — man kennt ihn schon —; ohne dabei überheblich zu sein, durfte sie sich einqestehen, daß sie keinen Wunsch hatte, dessen Erfüllung sie sich ersehnte. Auf keinen Fall in diesem Augenblick, da sie dort saß im Garten, den Kopf ein wenig nach vorne geneigt, vor sich die kühn abstürzenden Felsen zum weitoffenen Meere, das auf seinem mächtigen und silbergleißenden Rücken ihr die Sonne als feuerroten Spielball zeigte. Vielleicht war Sylvia nahe daran, sich restlos glücklich zu fühlen, sicher wäre es soweit gekommen, wenn nicht im letzten Augenblick ein feinster, fast körperlich ausgeprägter Instinkt sie davor gewarnt hätte, ein Instinkt, der ihr zu eigen war, und wie schon.oft, auch diesesmal den Beweis für die Güte seines Vorhandenseins nicht schuldig bleiben sollte. Hinter Sylvia waren neue Gäste in den Garten getreten. Ohne es zu wünschen, mußte sie ihnen ihre Aufmerksamkeit zuwenden, ohne die kleinste Bewegung ihres Körpers nach rückwärts wartete sie gespannt bis sie Platz genommen hatten und wartete weiter, bis das erste Wort fiel. Das erste Wort hieß „Alexis", die Stimme, die es aussprach, gehörte Georg. Seit gut zehn Jahren hatte ihn Sylvia nicht mehr gesehen, im gleichen Augenblick, da sie ihn erkannte, ohne ihn noch erblickt zu haben, überfiel sie eine seltsame Verwirrung. Sie konnte nicht klar fühlen, ob ihre Liebe ihm noch gehörte wie ehedem, sie mit mir löst ge- um Wegen Kanzelmißbrauchs verurteilt. Hanau, 27. Juli. (LPD.) In einer bis in die Nachtstunden sich hinziehenden Verhandlung hat die Große Hanauer Strafkammer den achtundvierzig Jahre alten Kuratus Ludwig Roth in Dietges, Kreis Fulda, wegen K a n z e l m i ß - b r a u ch s im Sinne des § 130a des Strafgesetzbuchs (Kanzelparagraph) zu einer Gefängnis- strafe von 8 Monaten verurteilt. Er hatte am 8. Juli v. I. im Vormittagsgottesdienst der Kirche in Dietges in seiner Predigt das politische Gebiet berührt und dabei sich in übler Weise gegen den Nationalsozialismus und seine Weltanschauung gewandt. unserem Segler hängen. Aber unser Flugzeug wird gleichzeitig von vier starken Männern am Schwanzende festgehalten, die sich mit- den Absätzen in den Grasboden einkrallen. Nun beginnen die 14 Mann auf das zweite Kommando hin zu laufen, was das Zeug und der Gummi hält. Und dann, dann... Das große Zauberwort „Los!", vor dem ich vibrierenden Nerven auf der Lauer lag, klingt wie ein betäubender Gong in den Ohren und mit einem Schlage alle Spannung. Was ist fchehen? Hat sich der Holzrumpf noch mehr mich zusammengekrampft wie eine Faust und mich hinweggeschleudert, dreißig, vierzig Meter hoch? Ich spüre einen Druck und Zug, daß mir einen Augen- „Ich fliege Segel!" Als Passagier motorlos über der Hohen Rhön. auch allen Parteigenossen, SA.- und SS.« Männern, die bereits vor der genannten Zeit der Lebens geblieben. Nun aber kommt wohl der stärkste Eindruck meines Fluges. Frei schweben wir über die große Wiese zwischen Wasserkuppe und Pferdskopf hinweg. Mit neun Jahren sah ich hier, im Grase liegend, die allerersten Oleitflü^e. Darmstädter Studenten waren es, die m primitiven Apparaten hängend im Lauf sich vom Boden abstießen, und ich glaube, der später hier tödlich verunglückte Freiherr von Loessl, dessen Gedenkstein wir gerade überflogen haben, war auch dabei. Diese ersten kurzen Gleitflüge den Hang hinunter regten damals unsere jugendliche Phantasie gewaltig an und wir träumten von Seglern, die lautlos durch die Luft ziehen, und sahen den Himmel voller Flugzeuge. Ich schließe heute in meinem Segler für eine kurze Weile die Augen und erlebe noch einmal diesen Traum des Knaben, dann öffne ich sie wieder, und der Traum ist lebendige Wirklichkeit geworden. Wohl ein Dutzend Riesensegler gleiten gerade durch die Luft, und die Wiesen ringsum sind betupft von kleineren Schulungsflugzeugen, die wie große weiße Blumen auf den grünen Hängen blühen! Beim Begegnen ermuntert man sich, stellt kurze Fragen, und jedes Wort ist zu hören. In diesem Augenblick schweben wir lautlos und schemenhaft über dem Fliegerlager. Ich sehe Zelte und nochmals Zelte, große und kleine, und dann wird auf einmal das ganze weite Land unter mir zu einer blühenden, fantastischen Fata Morgana. Die Menschen erscheinen plötzlich als Beduinen, die sich mit langen wallenden Gewändern in ihrem Zeltdorf umherbewegen. Der weiche, warme Wind umspült meinen Körper wie eine zarte Massage, das Blut klopft dumpf wie in weinloser Weinseligkeit und die Fantasie wird bei mühelosem Hinauf- und Hinunterschweben ungebändigt und ausschweifend, als ob sie in Sekt gebadet wäre, und bunt kühne Gebilde auf. Nun sind wir Segler alle nur noch weiße und braune Fetzen, die der Wind umher- treibt, willenlos, wesenlos. Dann aber bei leichten Kurven vermeine ich, die Tragflächen seien unmittelbar an -den Hüften fest angewachsen und würden kokett hin- und herbewegt wie ein Rokoko-Reifrock beim graziösen Gang seiner Trägerin. Ein neuer Blick in die Tiefe reißt mich aber ganz plötzlich aus allen Fantasien. Wir haben tolle Fahrt und sind wie im Sprung über die Gipfelbaude hinweggefegt. Unten am Startplatz erkenne ich deuttich eine Reihe von Bekannten. Sie winken mit rührender Begeisterung. Als ich aber ebenfalls mein Taschentuch herausziehen will, gelingt dies nicht, denn hierfür ist mein Sitz viel zu eng. Wir kreuzen noch eine ganze Weile über der Hohen Rhön. Jenseits Abtsroda kommt noch etwas ganz Köstliches: wir reiten eine kurze Weile auf einer kleinen Wolke, die unter uns am Berghang entlanggaloppiert und einen gespenstischen Schatten ins Tal wirft, der mit uns wandert. Nun wirft die Wolke den stolzen Reiter ab, als wir wieder gegen den Wind drehen. Ganz plötzlich jedoch geht schließlich das schöne Märchen zu Ende. Drüben bei der Fuldaquelle setzt der Aufwind aus. Irgendetwas, das ich nicht sehe und nur fühle, saugt uns an und zieht uns wie einen Fahrstuhl nach unten. Alex Schleicher ruft mir zu, er wolle landen, und dann geht es auch schon steil hinunter in Richtung Startplatz. Dicht über dem Boden fängt er das Flugzeug auf und wunderbar sanft schwebt es aus, um sich dann weich mit ganz kurzem Auslauf auf die Wiese hinzusetzen, so selbstverständlich wie ein geflogen. Schon oft bin ich gefragt worden, was denn nun der aüerftärffte Eindruck für mich hierbei gewesen sei. Bis jetzt antwortete ich stets: ein Abtrudeln 1000 Meter tief mit laufendem Motor in senkrechtem Sturzflug, wenn man kaum noch atmen kann, weil die Luft beim 400-Kilometertempo dick und heiß zu werden scheint wie flüssiges Blei! Von jetzt an aber werde ich ohne zu überlegen antworten: ein Segelflug über der Hohen Rhön. 6. Das HZ. Ehrenzeichen. Der Reichsjugendführer Baldur von Schi« rach verleiht allen Hitlerjungen und BdM.-Mädels, die bereits vor dem ersten Reichsjugendtag in Potsdam (1. und 2. Oktober 1932) der nationalsozialistischen Jugend (Hitlerjugend-Beweguna) angehört haben, ein besonderes Ehrenzeichen. Dieses Ehrenzeichen unterscheidet sich in Form und Aussehen von der gewöhnlichen HJ.-Nadel durch eine breiten, goldenen Rand (siehe Abbildung) und war und es auch bleiben mußte, weil Sylvia nach wie vor jeden Antrag ablehnte. Am Morgen ihres zweiunddreißigsten Geburtstages ließ ihr Alexander, ein Freund, der sie seit zehn Jahren in gleicher Beständigkeit verehrte, zugleich mit einem großen Geschenk seine neuerliche Bitte überbringen. Sylvia gab ihm seine Zeilen zu- rück, nur mit einer kleinen Zahl versehen und dem Ersuchen, ihr diese Genauigkeit nicht weiter Übel zu nehmen. Alexander lachte darüber als er las, daß er soeben seine zehnte Absage erhalten hatte, hoffte aber, die Zeit möge währen für weitere zehn dieser Briefe, denn im Stillen glaubte er längst nicht mehr an den Tag, da er Sylvia heimführen würde. Hingegen freute er sich jetzt schon auf das bevorstehende Zusammensein mit ihr, wie jedes Jahr an ihrem Geburtstag war er auch diesesmal eingeladen, als einziger Gast bei ihr zu Mittag zu fein. Obwohl Sylvia zu jeder Zeit ein sanftes Lächeln trug, das, gleich einem Spiegel die ruhige und gute Ausgeglichenheit ihres Inneren zeigte, verriet heute ein strahlender Glanz in ihren Augen die außergewöhnliche, fast fvrühende Munterkeit ihrer Laune, in der sie auch Alexander, schon bei seinem Eintreten lachend ihre beiden Hände entgegenhielt. Diese Hände — es muß gesagt sein — kamen wirklich in ihrer Schönheit einer Vollendung nahe, die den Gedanken erstehen ließ: Hände, seien eigene, vom Körper unabhängige Wesen, lebendig und begnadet in einer Sprache zu reden, wie der Mund sie in Worten niemals reicher und dem Herzen näher erschaffen konnte. Sylvia selbst erhöhte, ohne es zu wissen, diesen Reiz ihrer Hände durch die Art in der sie ihre Hände trug, wie kleine, kostbare Vögel, die einer sorgsamen und zärtlichen Betreuung bedurften. Sylvia hatte es nicht leicht, als sie Alexander gegenübersaß, seinen sicher aus aufrichtigem Herzen kommenden Worten der Bewunderung einen wenn nicht zurückweisenden, doch sicheren Damm zu setzen; es war sogar so weit gekommen, daß sie in einem plötzlichen Anflug von Müdigkeit den Wunsch aussprach, den Nachmittag im Freien, außerhalb der Stadt zu verbringen. So fanden sie sich dann überein, jeder in seinem eigenen Wagen nach Helsen zu fahren, einem kleinen Badeort in der Bucht von Borka, der, wie man wußte, wenig besucht war, aber in einem seltsamen Widerspiel ferner Landschaft des weitoffenen Meeres und der schroffen Felsen, die gemeinsame Liebe und Bewunderung der beiden schon seit vielen Jahren gefunden hatte. meinem Rock reiben, und atme tief aus, um mich möglichst schlank zu machen und die Steuerung ja nicht zu behindern. Bin ich nicht mit meinen 170 Pfund ein zu feister Passagier geworden? Nun liegen wir ganz schräg in der Kurve und ein Schauer läuft mir den Rücken herunter bis ganz nach unten, wo meine Beine ein unübersichtliches Knäuel bilden. Wer nun den Motorflug gewohnt ist, empfindet unweigerlich, auch wenn er es weiß, beim Segelkurven ein Gefühl des Abrutschens über den inneren Flügel, weil die Zugkraft fehlt, die das Flugzeug rasch durchreißt. Nun haben wir ganz gedreht und mir ist es, als ob die sechzehn Meter weiten Tragblächen, zierlich wie Spinnweben, unter dem starken Gegenwind ftönen und ächzen. Einen kurzen Augenblick überlege ich: wird er auch halten, der Leim, der das dünne Furnierholz zusammenhält oder sollen wir die „Geleimten" sein? Ich vertraue meinem guten Stern und der Gründlichkeit des Konstrukteurs und rasch verschwinden diese überflüssigen Gedanken, denn jetzt kommt das große Wunder! Wir steigen unausgesetzt, während wir an dem berühmten Pelznerhang entlangsegeln, bald langsam und steil wie in einem Fahrstuhl, bald rascher und flacher wie auf einer unsichtbaren Treppe im Luftraum. Ich sehe keine Kraft, ich höre keine Kraft, ich ahne und genieße nur in einem grenzenlosen Sinnenrausch dieses unerhörte Märchen! Und wenn dann weiterhin die Drähte leise fingen und die Tragflächen stöhnen, dann klingt es mir in den Ohren bald zart wie Harfenklang, bald, bei starkem Auf- und Gegenwind, als wenn jemand Scarlatti auf einem Spinett spielte! Jetzt erst begreife ich ganz, daß Menschen monatelang hungern, darben und sich abplagen, daß die begeisterte neue deutsche Segelfliegerjugend jedes Opfer auf sich nimmt, um einige Wochen in der Hohen Rhön motorlos fliegen zu können. Denn das ist die Rückkehr zur Romantik im Zeitalter der hundertpferdigen Motoren, die sonst die bequemen Verkehrsflugzeuge wie riesige Droschken durch die Luft ziehen! Nun befinden wir uns bald, je höher wir kommen, in bester Gesellschaft. Wir steigen hinauf bis zu den Koryphäen, die seit Stunden oben über der Hohen Rhön geräuschlos und weltenfern ihre Kreise ziehen und denen ich den ganzen Vormittag über erdgebunden vor meinem Start voll Sehnsucht und Bewunderung von der Wasserkuppe aus zu- aesehen hatte. Ein günstiger Aufwind sowie das fabelhafte Geschick meines Piloten tragen uns zu den Kanonen empor, die um den Sieg in den verschiedenen Wettbewerben ringen. Während unser braves Flugzeug mit allen Raffinessen Meter um Meter Höhe erobert, finde ich Zeit, mir meinen Piloten einmal genauer anzusehen. Es ist Alex Schleicher, Konstrukteur, Erbauer und Flieger in einer Person, ein zweiter Espenlaub, unter allen Fliegern fast allein ein Sohn der Rhön. Er stammt aus dem am Fuße der Wasserkuppe in einer bezaubernden Landschaft gelegenen Höhenluftkurort Poppenhausen, dessen Name eines seiner ersten Flugzeuge in Ehren trug. In der Werkstatt seines Vaters erlernte er das Schreinerhandwerk. Als junger Bursche fand er Beschäftigung in der kleinen Segelflugwerst der Röhn-Rossitten- Gesellschaft auf der Wasserkuppe, und dort eignete er sich mit einem Idealismus und Fanatismus ohnegleichen all das an, was ihn nach einer dornenvollen Laufbahn zum selbständigen Konstrukteur und Flugzeugbauer in eigener Werft gemacht hat. blick Hören und Sehen vergeht, und ich kaure mich zusammen, soweit das noch möglich ist. Aber diese absolute Untätigkeit bei einem solch unerhörten Er- lebrtis erscheint mir unerträglich und schon beginnt das Hirn zu arbeiten. Wir hängen ja noch an den Gummiseilen und so werfe ich denn rasch einen Blick über die Bordwand, der zur Beruhigung wirb. Ich sehe, wie die Gummiseile sich aus den Karabinerhaken auslösen und pfeifend zu Boden schlagen. Tief unter uns purzeln infolge dieser plötzlichen Entspannung ein paar Burschen von der Startmannschaft den Hang hinunter. Unser Flugzeug macht hierbei eine kleine, von mir oft von unten beobachtete Verbeugung als untrügliches Zeichen, daß wir uns glücklich von allem Irdischen losgelöst haben, und nun schweben wir frei hinaus über das tiefe Tal, fort von der Kuppe des Berggipfels. Wir waren mit unserem Flugzeug gleichsam ein lebendiger Pfeil, der vom straff gespannten Bogen abgeschossen wurde, hinaus, hinauf in den unendlichen Raum. Der Augenblick bleibt unvergeßlich und bedeutet auch für den geistig Wohl- vorbereiteten eine Ueberraschung ohnegleichen. Einen einzigen kurzen Augenblick fühlen wir uns als kleine Rakete, die vom Boden sich selbst emportreibt — Vorgefühl kommender Entwicklung! Von jetzt an sind wir ganz auf uns gestellt, denn gleich nach dem Start sehen wir, vierhundert Meter unter uns im Tale, wenig verlockend, einen Wald und zerklüftetes Gestein. Wir segsln zunächst am Pferdskopf vorbei über den Gersfelder Talkessel. Plötzlich dreht der Mann meines Vertrauens steil gegen den Wind, und da fällt mir auch schon ebenso plötzlich das Herz in die Hose. Ich spüre ganz deutlich, wie sich die dünnen Drähte, die an den Bordwänden entlang zum Höhen- und Seitensteuer am Rümpfende führen, an Die deutsche Segelfliegerjugend hat sich wiederum, wie in jedem Jahr, zum großen Wettbewerb auf dem klassischen Gelände der Wasserkuppe in der Rhön versammelt. Die „16. Rhön" nahm am 21. Juli mit einem neuen Langstrecken-Weltrekord ihren Anfang und heiß wird in dieser Zeit um den Sieg in den verschiedenen Wettkämpfen gerungen. Wir geben nachstehend die Erlebnisse und Gefühle eines Passagiers wieder, der zu einem Segelflug über der Hohen Rhön mitgenommen wurde. „Ausziehen! . . . Laufen!! . . . Los!!! . . Der junge Mensch vor mir ruft diese drei Worte lang- fam, laut, mit kalter Selbstverständlichkeit. Ich weiß genau, daß mich diesmal die Sache unmittelbar angeht. Zum Ueberlegen bleibt keine Zeit mehr. Unwiderruflich mache ich jetzt meinen ersten Segel- flug! Unser weißer Vogel liegt auf der saftig geschwellten Kuppe des Berges in Reih und Glied mit vielen anderen. Gerade hat man mich mühsam zu dem Piloten hineinverpackt in den unglaublich entzen Rumpf dieses Segelflugzeuges der nun meinen langen Leib und mein Gebein so gründlich umschließt wie der Kokon eine Schmetterlingspuppe. Wir starten mit 14 „MS", das find „Menschen- Stürken". Beim ersten Kommando setzen sich zwei- mal sieben Männer in Bewegung und ziehen zwei Paar Gummiseile aus, an deren Enden wir mit Schleicher sitzt zusammengeduckt in seinem Führersitz vor mir, ganz Nerv, den Steuerprügel für die Verbindungsflächen in der Faust und die Füße am Seitensteuer! Er geht erneut in eine Steilkurve, und dann fliegen wir mit dem Wind in sehr schnellem Tempo hoch über das Bergmassiv der ----- Wasserkuppe dahin. Der Blick öffnet sich weit nach Erlebnisses, das mir wohl nur dieses eine Mal ge- Westen, zum ersten Male sehe ich das tiefe Tal I wesen sein dürfte. Ich habe schon Ballonauffttege Oie große Wandlung. Von B Brandete. Sie hieß Sylvia. Sie hatte das nicht unbedeutende Vermögen ihres Vaters schon früh geerbt und sich von dieser Zett an ihr Leben so gebaut, wie es dem Wunsch ihres bestimmt nicht einfältigen Herzens entsprochen hatte, genau so, wie ihrer Gedanken den Weg vorzeichneten in einem starken und dabei sehr fraulich klugen Willen. Sie war zwölf Jahre alt, als sie den Entschluß faßte, niemals zu heiraten. Es war zur 'selben Stunde, als sie mit ihrer Mutter das Haus des Vaters verließ. Nach einer langen Ehe voll schwerem und zermürbendem Mißverstehen, das in seiner vollen Härte die Mutter allein traf, hatten sich ihre Ettern getrennt. Zwei Jahre darauf war die Mutter im Gram über die Trennung gestorben, obwohl gerade sie es war, die diesen Schritt als einzigen Ausweg gewählt hatte. Am Todestag ihrer Mutter schwor Sylvia, on ihrem fast noch als Kind gefaßten Entschluß um leben Preis festzuhalten. Sie war auch nicht zu ihrem Vater zurückgekehrt, ein Onkel, der Bruder ihrer Mutter hatte sie aufgenommen. Bald daraus war ihr Vater gestorben, sein Testament zugunsten eines entfernten Verwandten konnte für ungültig erklärt werden, so war sie in den Besitz des vollen, wie schon gesagt, nicht unbedeutenden Vermögens ihres Vaters gekommen. Genau zwanzig Jahre war Sylvia damals alt; am Tage vor der Entscheidung über das Testament ihres Vaters hatte Georg sie gebeten, seine Frau zu werden. Sie sagte nein, ob- wohl sie wußte, daß sie niemals einen Mann mehr tieben würde, als ihn. In Freundschaft hatten sie fich getrennt, waren später noch einige Male zu- Fammengetroffen, um sich bann vollenbs aus den Augen zu verlieren. Georg war es auch, ber ihre fränbe geküßt hatte unb babei sagte „.. .bie schönsten ber Wett" unb Sylvia hatte in biefem Augem ölirf gewußt, genau so stark, wie sie heute noch Daran glaubte, bah Georg biese Worte vor etner anberen Frau niemals wieberholen wurde. Zwölf Jahre waren seit btefer Zeit vergangen □nb Sylvia war in ihrer gereiften Schönheit noch mehr umworben als mit zwanzig Jahren. Die Männer wußten, baß ihre Gesellschaft neben bcm Anblick eines Bildes vollendeter Grazie den Genuß bedeutete, eine kluge unb in btefer Klugheit boch Mrückhaltenbe Frau sprechen zu ljoren, eine glurf- iche Ergänzung von Schönheit unb Geist bei Sylvia, wie sie wohl bas Wunschbilb so vieler Manner ber Lütter aus ber Vogelperspektive, bort kenne ich jeben Baum unb Strauch, jebe Wiese unb jeben Weg, unb ich recke mich hoch aus bem Flugzeugrumpf heraus, bis sich bie Borbränber über meiner allzu breiten Hüfte fefttlemmen. Am Dorfeingang nach Poppenhausen steht ber Hof meines Großvaters, unoeränbert unb unverrückt seit vielen Generationen. So manche Schulferien habe ich, ber Großstabtjunge, auf diesem Hof unb in biefer Rhön verbracht, unb es finb bie schönsten Wochen meines hätte sich selbst ja sagen müssen in ber Erwägung, bah sie, bie in jeber Lebenslage sonst gefaht war, angefangen hatte, nachzubenken, in welcher Weise sie ihm begegnen sollte, wenn er sie plötzlich erkannte, aufftanb unb ihr gegenübertreten würbe. Der Zwiespalt in ihrem Innern aber war hervorgerufen burch ben zärtlichen Ton seiner Stimme, in bem er bas erste Wort ausgesprochen hatte, in bem er weiterhin ber sanften Frauenstimme neben sich begegnete. Denn baraus spürte Sylvia, daß bie mit Alexis Angeredete, die Frau seines Herzens war. Jedes einzelne Wort des Gespräches zwischen Georg und Alexis konnte Sylvia verstehen, sogar deutlich verstehen. Sie horchte, horchte immer weiter. Ein Vogel fang auf einem nahen Baum, der Himmel war ocker gefärbt von ber Sonne, vom Meer her sprang eine leichte Brise auf. „Du hast bie schönsten Hände ber Welt, Alexis" sagte Georg. •* Sylvia wollte schreien, sie wollte bavonlaufen nach vorne zu ben Felsen unb bem Meer entgegen. Sie war gelähmt. Nur langsam und unter dem Aufwand ihrer letzten Kraft konnte sie den Kopf ein wenig zur Seite wenden, denn sie mußte diese Hände sehen, die nach dem Urteil des Mannes, dem sie vertraut hatte und immer noch vertraute, schöner waren als ihre eigenen Hände, die es wert waren, einen Verrat zu begehen, an bem Sinn bes einmal Gesprochenen. Sylvia traten zwei große klare Tränen bitterer Enttäuschung in bie Augen, zugleich spürte sie ihr Herz in ber Empörung verletzten Stolzes unb schwerer Demütigung aufschlagen, als sie eine Hanb erblickte, bie unvergleichlich ihrer Hand sich barfteüte, in ber Form unschön war, viel zu breit, unb in ihrem Ansehen kaum bie Erforbernisse erfüllen konnte, bie an jebe gepflegte Frauenhanb von vorneherein zu stellen finb. Dies war eine Hand, sie lag breit auf ber Tisch- fläche, und als Sylvia ihren Kopf noch weiter zur Seite drehte, sah. sie erst die zweite Hand, von der Georg gesprochen hatte — sie liebkoste ein kleines Kind. Es war die Hand einer Mutter. Sylvia fielen die Augen zu, sehnsüchtig wandte sie ihren Kopf nach vorn, während sie daran dacht« und erkannte, die Größe der Worte des Manne», die er einmal feiner Geliebten sagen durfte, ohns sie wiederholen zu können, die er ein zweitesmal Der Mutter seines Kindes sagen mußte; beide Male aufrichtig, aus dem Tiefsten feine» gläubigen Herzens erwachsen. Niemals hat Alexander erfahren, wie es gekommen war, daß Sylvia seine Frau wurde. Oberheffen Wirtschaft 1001: 999: 1000: a) für lange, gelbe Sorten mindestens jedoch nicht mehr als b) für runde, gelbe Sorten mindestens jedoch nicht mehr als c) für blaue, rote und weiße mindestens jedoch nicht mehr als Für den Regierungsbezirk Oppeln sind 4,—RM. 4,50 „ 3,60 4,10 „ 3,20 „ 3,70 „ die unter orts drei neue Bindemäher angeschafft. Um die Ar- beit wirtschaftlich zu gestalten, schließen sich zwei oder drei landwirtschaftliche Betriebe zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Da fast keine Lagerfrucht vorhanden ist, geht der Schnitt des vorwiegend angebauten Weizens bereits seinem Ende entgegen. Fahrpreis- und Frachterleichterungen für inländische Besucher und Aussteller. gibt Auskunft: Reue Bestimmungen Über den Reiseverkehr. Reue Durchführungsverordnung zum Devisengesetz. — Verschärfung der Devisenkontrolle bei der Einfuhr. Bekanntmachung KP 2 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise für unedle Metalle. 1002: Termine der Leipz a, b und c genannten Preisgrenzen um 25 Pf. und für den Regierungsbezirk Breslau um 10 Pf. niedriger. Für das Gebiet der Landesbauernschaft Württemberg liegen die unteren Grenzen der unter a, b und c genannten Preise um 30 Pf. und die oberen Grenzen der unter a, b und c genannten Preise um 50 Pf. h ö h e r. Für die Sorten „Königsberger Blanke" und „Eifeler Platte" sind keine Erzeuger-Höchstpreise festgesetzt. Die Preise verstehen sich je Zentner, und zwar im geschlossenen Anbaugebiet waggonfrei Verladestation oder frei Bezirksabgabestelle, im nicht geschlossenen 2(nbaugebiet waggonfrei Verladestation oder frei Uebergabeftelle am Erzeugungsort. Diese Anordnung tritt mit dem 29. Juli 1935 in Kraft. und Kontingentserleichterungen zu dem bestehenden deutsch-belgischen Handelsabkommen getroffen worden, die ebenfalls eine Verstärkung des Warenaustausches zwischen den beiden Wirtschaftsgebieten bezweckt. Endlich sind verschiedene Fragen des Transfers von Zinszahlungen geregelt worden. Das Zahlungsabkommen und die Zusatzvereinbarung zum Handelsabkommen werden in den nächsten Tagen veröffentlicht. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen * * Der deutsche Fleischverbrauch im Juni. Im Juni betrug der Fleischverbrauch im Deutschen Reich nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts 2,53 Millionen Doppelzentner = 3,80 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich eine Abnahme von 0,14 Millionen Doppelzentner = 5 d. 5). und gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres 0,11 Millionen Doppelzentner — 4 v. H. Der jetzt geringere Fleischanfall beruht in der Hauptsache auf einer Abnahme der Schlachtungen an Rindern und Schweinen. Im zweiten Vierteljahr 1935 war die 'Abnahme gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres nur gering (0,02 Doppelzentner), da im April 1935 der Fleischverbrauch gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 0,24 Millionen Doppelzentner gestiegen war. Rhein-Mainische Börse. 5fUL. Frankfurt a. M., 27. Juli. Auch zum Wochenschluß wurde die Börse von starker Geschäftsstille beherrscht. Das Publikum blieb in der Auftragserteilung sehr zurückhaltend, die Kulisse beteiligte Oie Oeisaaienanbauförderung für 1936. Fwd. In der amtlichen Mitteilung von Anfang Juli 1935 über die Fortführung der Maßnahmen der Reichsregierung zur Förderung des deutschen Delfaatenanbaues im laufenden Jahr wurde eine Ausdehnung dieser Maßnahmen auf die Oelsaaten- ernte des Jahres 1936 vorbehalten. Nunmehr hat die Reichsregierung die erforderlichen Mittel bereit- gestellt, die die Oelmühlen auch im Erntejahr 1936 in die Lage versetzen, den Bauern für die Oel- saaten, selbst bei wesentlich verstärktem Anbau, wie bisher angemessene Preise zu zahlen. Darüber hinaus werden auch im nächsten Jahr die Anbauer von Oelsaaten wieder die Möglichkeit haben, die bei der Verarbeitung dieser Saaten angefallenen Oel- kuchen zurückzukaufen. Auch werden die Anbauer von Lein-, Raps-, Rüben- und Mohnsaat, die diese Saaten im Lohnvertrag für den Eigenverbrauch schlagen lassen, im Erntejahr 1936-bie gleichen Vergünstigungen wie im laufenden Jahr erhalten. Damit ist jetzt auch die Preisentwicklung für Oelsaaten aus der Ernte 1936 sichergestellt. Es darf deshalb erwartet werden, daß die deutsche Landwirtschaft durch immer weitere Steigerung des Anbaues von Oelsaaten dazu beiträgt, die Fett-, {Futtermittel» und Fasererzeugung im eigenen Lande auszudehnen. Zah ungsabkommen zwischen Deutschland und der belgischluxemburgischen WirlschastSunion. Fwd. Zwischen Vertretern Deutschlands und der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsunion ist nach eingehenden Verhandlungen am Samstag ein Abkommen über den Zahlungsverkehr abgeschlossen worden, das am 1. August in Kraft tritt. Dieses Abkommen tritt an Stelle des Verrechnungsabkommens vom 5. September 1934 und befreit durch die Rückkehr zu den im internationalen Zahlungsverkehr üblichen Formen der Warenzablung, d. h. zur Zahlung in Devisen, die wechselseitigen Handelsbeziehungen von bisher den Warenaustausch stark beeinträchtigenden Hemmungen. Durch eine Erhöhung des Warenaustausches wird auch eine schnellere Abdeckung alter Warenschulden ermöglicht werden. Gleichzeitig mit dem Abkommen über den Zahlungsverkehr ist weiter eine am 12. August in Kraft tretende Zusatzvereinbarung über Zöllner Brüsseler Eisenverhandlungen blieb fast ohne Einfluß, während sonstige Anregungen fehlten. Die Festsetzung der ersten Kurse vollzog sich sehr langsam pnd brachte am Aktienmarkt bei nicht unfreundlicher Grundstimmung kein einheitliches Bild. Don chemischen Werten lagen IG. Farben mit 158 unverändert und sehr ruhig, Scheideanstalt ließen 0,50 o. H. nach, während Goldschmidt 1,25 vH. und Rütgerswerke I d. 5). anzogen. Montan- aktien lagen nahezu geschäftslos, etwas höher notierten Stahlverein und Mannesmann mit je plus 0,25 v. H., Harpener lagen behauptet. Am Elektro- markt waren Accumulatoren mit plus 2,50 v. H. weiter fest, Gesfürel gewann 0,50 v. H. Schuckert blieben behauptet, während Siemens 2 v. H. und AEG. 0,50 o. H. einbüßten. Schiffahrtsaktien lagen je 0,25 v.H. höher, AG. für Verkehrswesen gaben 0,50 o. H. nach. Reichsbankanteile gaben nach etwas höherem Beginn um 0,50 v. H. auf 188,50 nach. Don sonstigen Werten setzten Cement Heidelberg 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,25 v. H. höher em, Kunstseide AKU. gingen um 0,40 v. H. zurück. Auch der Rentenmarkt lag fast geschästslos. Leicht befestigt waren Industrie-Obligationen. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 97,40 und Zinsvergütungsscheine mit 90,50 behauptet, Korn- munal-Ümschuldung bröckelten etwas ab. Zertif. Dollar-Bonds und Gulden-Obligationen lagen eher schwächer. Don fremden Werten konnten sich Rumänen weiter erholen, 4prozentige 5,25 (5), 4Lpro» zentige 8,25 (8) und 5prozentige 6,25 (5,90). Infolge der anhaltenden Gefchäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe überwiegend leicht ab. IG. Farben verloren 0,50 v. H., Schuckert 1 v. H., Nordd. Lloyd 0,25 v. H., Rütgerswerke 0,50 v. H. Etwas erholt waren Hoefch mit 103,50 nach 103,25, Cement Heiderberg zogen auf 122,75 nach 122 an. Mainkraftwerke kamen nach Pause mit 97 (95,50) O Bellersheim, 28. Juli. Die Dreschmaschine hat bereits die Arbeit ausgenommen. Neben dem Hofgut haben eine Anzahl fianömirte vorgedroschen, um die knapp gewordenen Strohvor- räte zu ergänzen, dann aber auch, um Platz für Weizen und Hafer in den Scheunen zu schaffen. Gut hat die Sommergerste gegeben, während der Roggen im Ertrag um ein Geringes hinter dem Vorjahre zurückgeblieben ist. Die Fruchternte geht hier ihrem Ende entgegen. In der Hauptsache ist noch der Hafer zu schneiden. — Auch hier fallt die Obst- ernte knapp aus. Trotzdem sind m einzelnen Baumstücken Bäume mit derart starkem Behang zu sehen, daß sie gestützt werden mußten. Hier sind es die Tafelobstsorten Schöner von Boskop und Goldrenette von Blenheim, die gut tragen. Auch die alte Sorte Schafnase hat den Maifrost gut überstanden. . + Obbornhofen, 28. Juli. Schon m der Vorkriegszeit wurde in dem Gemarkungsteil zwischen dem hiesigen Gemeindewald und dem Bellersheimer Markwald, dem Streupel, nach B a u x i t g e - sucht. Da das Ergebnis nicht besonders günstig war, und auch die Kriegswirren dazwischen kamen, wurden die Schürfungen aufgegeben. In letzter Zeit sind nun die Mutungen erneut ausgenommen worden. Die Firma Mannesmann hat im Hinterwald an der Römerstraße über 30 Dersuchslöcher, teilweise über 10 Meter Tiefe, treiben lassen und ist verschiedentlich auf starke Läger Bauxit gestoßen. Von den in Durchführung begriffenen Probewaschungen und den nachfolgenden Gehaltsuntersuchungen auf Aluminium wird es abhängen, ob eine bergmännische Gewinnung des Bauxitvorkommens in Frage kommt. — Bei der in diesen Tagen vorgenommenen Besichtigung der Pflichtfeuerwehr spendete Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier von Gießen der vollzählig angetretenen Mannschaft ein besonderes Lob für die gute Haltung und die tadellos durchgeführten Hebungen. Er regte dabei die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr an, deren Aufgaben gerade im neuen Deutschland eine besondere Bedeutung zukäme. Bürgermeister Kammer unterstrich die letzteren Ausführungen noch besonders, und es wurde zur Offenlegung einer Einzeichnungs- zur Notiz. Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein. Altbesitz tarnen mit unverändert 111,90 zur Notiz. Gulden-Obligationen lagen weiter schwach, so Pounganleihe mit 84 bis 83,25 (84), Ruhrverband mit 85 (87). Von Dollarbonds gingen 6 v. H. Preußen auf 63,50 (64,25) zurück. Der Pfandbriefmarkt lag bei leichter Nachfrage für Goldpfandbriefe gut behauptet. Stadtanleihen hatten sehr stilles Geschäft und lagen nicht ganz einheitlich. Am Auslandsrentenmarkt erholten sich 4 v. H. SBB. auf 181 (180) und 3,5prozentige auf 170 (166). Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehrnarkl. Frankfurt a. M., 29. Juli. (Dorbericht.) Dorauftrieb: 561 Rinder (Reichsstelle 20), darunter 50 Ochsen, 73 Bullen, 289 Kühe, 159 Färsen; 367 Kälber, 39 Schafe, 3614 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 20 bis 42, Färsen 34 bis 42, Kälber 38 bis 65, Hämmel 37 bis 38, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Zrühlartoffe!-Erzeugerpreis.Festsetzung LDD. Der Kartoffelwirtschaftsverband Hessen- Nassau gibt unter dem 27. Juli 1935 die Anordnung Nr. 19 der Hauptvereiniung der deutschen Kartofsel- wirtschaft vom 27. Juli 1935 bekannt, die folgenden Wortlaut hat: Auf Grund des § 7 der Satzung der Hauptoereini- gung der deutschen Kartoffelwirtschaft ordne ich hiermit mit Zustimmung des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft folgendes an: Die Erzeugerpreise für Speise-Frühkartoffeln je Tödlicher DerlehrSunsall bei Staufenberg. ♦ Staufenberg, 29. Juli. An der Kreuzung der Wege von Staufenberg, Sichertshausen, Lollar und Friedelhausen (in der Nähe von Kirchberg), ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Radfahrer, der in Lollar beschäftigte 23jährige Metzgergeselle Ludwig Will aus Sichertshausen, kam von Staufenberg gefahren, gleichzeitig kam auch ein Auto, ein Privatkraftwagen aus Wächtersbach, von Sichertshausen her in der Richtung nach Gießen. Da der Radfahrer anscheinend die Straße nicht übersehen konnte und das Auto erst im letzten Augenblick bemerkte, bog er scharf aus, stieß aber doch heftig mit d e m Auto zusammen. Der junge Mann erlitt dabei eine stark blutende Kopfverletzung, außerdem zog er sich auch innere Verletzungen^. Nach erster Hilfeleistung durch einen Gie- tzener und einen Lollarer Arzt wurde der bewußtlose Verunglückte in die Klinik nach Gießen gebracht. Noch im Laufe der Nacht zum heutigen Montag erlag der bedauernswerte junge Mann feinen schweren Verletzungen. Die Insassen des Kraftwagens kamen mit dem Schrecken davon, lediglich ein Junge erlitt einige leichte Schnittwunden. Im nahen Pfarrhause wurde ihm erste Hilfe zuteil. Der Kraftwagen, der auf einem an der Straße gelegenen Kartoffelacker zum Stehen kam, wurde leicht beschädigt. Die Ursache des Unfalls konnte noch nicht restlos geklärt werden. Oie Wetterauer Mühle durch Großfeuer eingeäschert. Vilbel, 28. Juli. (LPD.) In ben an einem kleinen Nebenfluß der Nidda bei Klein-Karben gelegenen Wetterauer Mühlenwer- k e n brach am Samstagnachmittag Feuer aus, dem innerhalb ganz kurzer Zeit das g r o ß e v i e r- stückige Gebäude, die gesamten Vorräte an Getreide und Mehl, sowie die Ma - s ch i n e n und das übrige Mobiliar zum Opfer fielen. Bisher steht noch nicht ganz einwandfrei fest, wodurch der Brand entstand, es ist jedoch anzunehmen, daß die Ursache in dem Heißlaufen eines Elevators zu suchen ist. Obwohl mehrere Arbeiter sofort das Feuer bemerkten und die benachbarten Wehren alarmierten, war es nicht mehr möglich, das Gebäude zu halten. Man mußte sich vielmehr darauf beschränken, die benachbarten und vom Feuer bedrohten Gebäude vor einem liebergreifen der Flammen zu bewahren. Trotzdem haben sie erheblichen Schaden erlitten, da sie wegen der großen Gefahr ständig unter Wasser gehalten werden mußten. Die Unglücksstätte bietet ein trostloses Bild schwerer Verwüstungen. Durch die ungeheure Hitze stürzten die Decken und Innenwände ein, so daß nur noch bie vom Branb ges chwärzten Außenmauern stehen geblieben finb. Der Schaben, den das Werk durch diesen Brand erleidet, dürfte sehr erheblich sein und ist, wie mitgeteilt wird, durch Versicherung gedeckt. Landkreis Gietzen. ex? Lollar, 28. Juli. Seit langem schon befand sich die B a h n h o f st r a ß e zwischen der Unterführung und dem Bahnhofsgebäude in sehr schlechtem Zustand. Der starke Verkehr machte besonders die nunmehr erfolgte Errichtung eines zweiten Bürgersteiges notwendig. — In diesem Jahre herrscht in unserem Ort eine rege Bautätigkeit. Eine Anzahl Wohnhäuser gehen ihrer Vollendung entgegen, während in der nächsten Zeit mit dem Bau von einigen weiteren Häusern begonnen werden soll. Auch Umbauten werden gegenwärtig durchgeführt. Hoffentlich können nach Fertigstellung die vielen Wohnungsuchenden untergebracht werden. — Die motorisierte Straße n p o l i z e i nahm mitten im Ort eine Ver - kehrskontrolle vor. Die sofort entrichteten Strafen beweisen, daß die polizeilichen Vorschriften von vielen Verkehrsteilnehmern immer noch nicht genügend beachtet werden. Q] Großen-Linden, 28. Juli. Dieser Tage hat man mit zwei Dreschganituren mit dem Drusch der Roggenernte angefangen. Der Körnerer- ertrag ist mittelmäßig. Bei dem günstigen Wetter ?ehen die Erntearbeiten rasch von statten, so daß in urzer Zeit keine Frucht mehr auf dem Halm steht. Wenn das schöne Meter noch weiter anhält, wird in kurzer Zeit die ganze Fruchternte vom Felde geräumt sein. — Die Aussichten für die Kartoff e 1 - ernte sind bis jetzt nicht günstig. — Der H o f bet der alten Schule wirb zur Zeit aufgefüllt unb zum Teil gepflastert. * L a n g» G ö n s , 28. Juli. Der hiesige Stubent Karl Happel erlitt burch einen unglücklichen Sturz eine Gehirnerschütterung unb mußte in bie Klinik nach Gießen gebracht werben. liste geschritten, die von 40 Ortsbürgern unterschrie» ssich kaum am Geschäft. Der erfolgreiche Abschluß ben mürbe. Zum vorläufigen ersten Kommanbanten rv.L>nnPrhnnhhmaen bheb falt ohne mürbe Robert Hahn, zu seinem Stellvertreter Alb. L e s ch h o r n bestimmt. Nach Dollenbung ber Hauptarbeit soll im Beisein von Kreisfeuermehrinspektor Bouffier bie eigentliche Grünbung erfolgen. Bis ba« hin rechnet man mit bem Beitritt weiterer Mitglieder. — Immer mehr gehen auch die mittleren Landwirte bei der Getreideernte Ai*r Maschinenarbeit über. So wurden in diesem Jahre hier- kreis Alsfeld. * Alsfeld, 28. Juli. In bem Kreisorte Schellnhausen stürzten ein Motorrabfahrer aus Grünberg unb seine auf bem Soziussitz mitfah» rcnbe Frau so unglücklich, baß sie unter bie Maschine zu liegen kamen. Sie erlitten erhebliche Verletzungen unb mußten in ärztliche Behanblung gebracht werben. Preußen. Kreis Dehlar. * Wetzlar, 29. Juli. Wie uns vom Lanbrats- amt mitgeteilt wirb, besteht Veranlassung, barauf hinzuweisen, baß auch bas Schieben von Fahrrädern in ben als Einbahnstraßen gekennzeichneten Straßen in oerbotswibriger Richtung ebenso wie bas Fahren selbst strafbar ist. Der Verkehr wirb in einer Einbahnstraße burch einen Rabfahrer, ber sein Rab in verbotener Richtung schiebt, in gleichem Maße wie burch einen auf seinem Rabe sitzenben Verkehrsteilnehmer be- hinbert. Es wirb auf biefe Rechtslage ausbrücklich hingewiesen mit bem Hinzufügen, baß Beschwerben biefer Art gegen Strafverfügungen in Zukunft zwecklos finb. ** Rod heim a. d. B., 28. Juli. Der etwa 30jährige Bauhilfsarbeiter Friebrich S ch m i b t von hier erlitt, anfcheinenb in Ausübung feines Berufs, eine Beckenprellung. Der Verunglückte mußte in ärztliche Behanblung gebracht werben. Sein Befinben gibt zu keinerlei Bebenken Anlaß. Leipziger Herbstmesse 1935. — Zentner ausschließlich Sack betragen ab 29. Juli 1935 . " ... - bis auf weiteres: Die hinter ben Papieren Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 o H., .'franffurt O.3JL Berlin Oatum •% Deutsche Reichsanieihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 5/i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............. 4,/l% Deutsche Relchspostschatzan- Weisungen von 1934. I....... 6% eheni.S-/«, Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ........... 4¥i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadi Sold R. 12........ b¥i% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Ltoui ... 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Soldschuldverlchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *Vi% ehem.8% Franks. Hyp .Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 i54% ehem. 4¥i% Franks. Hyp.- Vank-Liqu.-Pfandbriese....... 5%% ehem. 4y,% Rheinische Hyp..Ban k-Liqu..Goldpse..... *y>% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 iy.% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanst., Gold Komm. ©bl.VI Etenergutsch. Verrechnung»!. 85-89 Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Miltag« börse 26 7 27-7 26 7 27.7. 100,5 100,5 100,75 100,75 97,9 97,9 98,25 98,25 103,75 103,25 103,13 103,13 — 111,9 112,2 112,1 100,65 100,5 100,5 100,5 97,5 97,75 97,5 97,5 96,4 96,4 — — 101,13 101,13 — — 93 93 — — 129,5 129,5 — — 115,5 115,5 115,65 115,65 96,5 96,5 — — 101,5 101,5 — — 101,65 102 102 102,4 97 97 97 — 97 97 97 _ 107,3 107,3 107,3 107,3 4% ©esterretchische Golvrente.... 4,20% ©österreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/x% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 30 9,9 9,75 11,75 29,75 1,55 9,9 9,13 9,9 12 30 1,65 9,8 9,4 9,6 12 29,5 1,6 9,95 9,4 9,55 12 Frankfurt a. M Nerlin Schlußkurs Schlup!. Abend- börse Schluß, kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 26 7 27.7 26-7. 27 7 4% vesgl. Serie II 5,9 8 5 39,75 17,5 19,25 86,75 115,5 90,4 91,13 91,13 188,75 41 140 116,5 132,5 109 128,5 137,5 131 128 183,5 134 6,25 8,25 5,25 39,5 17,75 19,25 86,25 117 90,75 91,5 91,5 188,25 39,75 139,25 117,65 133 109,5 129 138,5 131,5 127 181,25 134,25 12 6 7,9 4,9 40,25 17,75 28,25 19,13 86,75 117,5 90,5 91,13 91,13 188,5 41 139,75 116,75 133 109,75 128,5 137 131 128 182 134,25 6,25 8,4 5,2 39,7 17,9 19,5 86,25 177,5 91 91,5 91,5 188,25 39,75 139,5 117,25 133,5 109,5 127,5 140 131,5 127 182 133,75 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4/2%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, unb Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank...»..........o RetchSbank ................12 A.E.t»......................0 Bekula.................... 10 Elektr. LieserungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6/t Felten L Guilleaume......... 0 Äesellsch.s.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektt.......... 6 Schuckert L Co............... < SiemensL Halsfe........... 7 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ....... q Deutsche ErdiU ............... Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reuefs« .. 0 Ille Bergbau ............... 6 5Nse Bergbau Genüsse........ 8 Klöcknerwerke .......... >/, Mannesmann-Röhre» ........ 0 106 112 114,75 104 131 101 92 106,5 106,5 106 112,25 111,75 111,25 114,25 114,75 114,5 103,5 104,4 103 170 170 170 132 131,25 132,25 101 101,25 100 91,5 92 91,25 Frankfurt 0. M. Berlin Gchluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 26.7 27 7 26 7 27-7 ManSselder Bergbau......... 8 Kokswerke................ 6 Phönix Bergbau.......... O Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl ............ 8% Vereinigte Stahlwerke........O ©tavi Minen .......... O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln ........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7/, 3- G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............0 Goldschmidt ..... O Rütgerswerke .......... 4 Meiallgesellschaft............. 4 111 222 114 87,13 17,65 132,75 130 197 158 237,5 110 119,25 116,5 92,25 121,5 135 62,5 114 118,75 89,25 93,75 157,5 33,25 292 182,5 155,5 1 - 1 193,25 109,5 222 114,25 87 17,65 133,25 130,75 197 157 237 110,75 120,4 116 92 123 135 62,13 119,75 90 94 157,75 33,25 185 155 34,25 97 193,25 111 122,4 221,5 114,25 87,13 17,65 133 131 198,5 157,25 110 119,9 116,5 113,4 62,65 115,5 119,5 90 135 94 156,25 89 33 294 182,5 155,5 1193,25 110 122 221,65 114,13 86,9 17,5 133,5 130,25 197 157 110 119,5 115,75 92,13 113 62,13 115 119,25 90,5 136,75 93,75 157,75 89 33 291,5 185 155 35 193,13 Philipp Holzmann ...........O Zementwerk Heidelberg ......8 Cementwerk Karlstadt...... 4 Schultheis Patzenhofer ...... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg......... q Zellstoff Waldhof ............0 Zeüstofs Aichassenburg .......0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren........ 0 Deutsche Linoleum........... e ©renstein L Koppel ........ q Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................. 0 Aecumulatoren-Fabrik......... Conti-Gummi............... 9 Gritzner................ 0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker.........। Lornbarbzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt - ‘W M d WU , yj; Monte" und rta-N. artossün jt rs.WM uptDeim- ie Ich Hin» KrMAs l 'icht.) Dor. □runter 50 ü 367 Käl. n: Rinder: 2, Kühe 20 5, Hammel Marktver- st, hämM^ chast Würt- : unter a, b d die oberen n Preise um und zwar im Zerladestaturn geschlossene" m ober |«i Juli 1935 in Wxv ein. Mir Rotiz. •wach, |0 chrverband -H- Preu, briefmartt •Briefe flU| f5 EeschSst sianbsren- 181 (180) 4,-M 4,50 ,, i 3,60 n 4,10 N s 3,20 „ 3,70 „ :d die unter 25 Pf. und M 10 Ps- >74nSpät‘ Und ■et $otn. 3«tti|, * «her . fid) Rn. tipto. hröitlftn ‘ «h. 3®. % Noch-. 0- (Etwas '3,25, Ce. 122 an. )7 (95,50) Kr Mbt * no. m fllls «l'lho. 5° v.- pudert .7 lQflen en gaben 7 nach L^ibei. ’°>r ein rutf stsehung tb Hessen. Anordnung i Kartoffel, e folgenden Montag. ry.ZuII MS «k.,rg Drittes Blatt Motzen« Anzeiger (General-Anzeig« für vdertzetzenl Der Reichswettkampf der GA. Destenauslese für Partei, Volk und Staat. DasInfanierie-Negimeni Gießen übi in Oberhessen Oie Gefechte am fünften Tage. Das HL Bataillon. Um 5.30 Uhr am Samstag wurden die Zelte bei Wenings abgeschlagen, und ein neuer Uebungs- tag begann für das Bataillon. Diesmal war der Anmarsch nicht weit. Nack der Lage war eine blaue Hauptkampflinie, die auf den Höhen von L i ß b e r g und Gelnhaar nach Rinderbügen verlief, von überlegenen feind' lichen Kräften am vorangegangenen Tag bei Gelnhaar in Richtung Weninas durchbrochen worden. Blau war es gelungen, den Einbruch auf den Höhen bei Wenings aufzufangen. In der Nacht waren neue Truppen herangeführt worden, um irn Gegenangriff den eingebrochenen Feind wieder zurückzuwerfen; also ein „Angriff mit be- chränktern Ziel" war der Uebungszweck. Das III. Bataillon stellte sich dazu — beiderseits angelehnt — am Petersberg bet Wenings bereit. Mit starker Artillerie-Unterstützung begann um 8 Uhr der Angriff. Dank der starken Feuerunter- tützung gelang es zunächst Blau, den Feind aus den Waldstücken 2 Kilometer südwestlich Ws« n i n g s wieder herauszuwerfen und bis an den jenseitigen Waldrand vorzudringen. Hier war ein erneuter Einsatz der schweren Waffen nötig, da die Beobachter nicht vor den Wald sehen konnten. Nach längerer Pause wurde der Angriff fortgesetzt, der zunächst die Höhen ostwärts Gelnhaar erreichte. Auch hier war wieder ein völlig neuer Ansatz des Angriffs notwendig, um die beherrschenden Höhen südlich Gelnhaar in Besitz nehmen zu können. Als der Angriff nach Umgruppierung der schweren Waffen gerade beginnen sollte, wurde die Hebung beendet. Eine schwierige, aber sehr lehrreiche Aufgabe hatte das Bataillon erfüllt, die vom Bataillonskommandeur und dem am Samstag auch an« wesenden Regimentskommandeur eingehend besprochen wurde. Gegen 15 Uhr rückte das Bataillon in seine Quartiere in Dr t e n b e r g, Lißberg, Eckarts- b o r n und Babenhausen ein, wo es von der Bevölkerung herzlich empfangen und mit reichem Flaggenschmuck begrüßt wurde. Am heutigen Montag wird eine neue Hebung des Bataillons über Nidda bis in die Gegend von Berstadt führen. Die Rückkehr des Bataillons in seine Garnison I erfolgt am morgigen Dienstag gegen 14 Uhr. e n, Obe r • Bessingen Hochberg (nordwestlich Homberg) — und die Punkte t, wie bisher an allen Tagen 1360 und 351 von Blau besetzt. Die Berteidigungs- und Röthges, wo es, abgebrochen. Nach der Kritik sammelte sich das Bataillon geschloffen bet Altenhain und rückte diesmal — bas einzige Mal im ganzen Manöver — gefchloffen mit allen Waffen, Minenwerfer- und Reiterzug, über Freienfeen—Laubach in die Unterkünfte D i l - lingen, Ruppertsburg, Nonnenroth, Nieder -Besjirrgen ~~ wvrri Am Samstag früh um 5 Uhr war das Bataillon bereits wieder in Bewegung. Uebungsgegenftanb war der Uebergang von hinhaltendem Kampf zur Verteidigung. Als Gelände des Widerstandes war die Linie Am Biwaktisch beim III. Bataillon: Zweiter von links (neben dem Adjutanten) der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Offenbächer. — (Aufnahmen (2]: Photo-Pfaff.) linie verlief über Appenrod— Homberg bis zum Schönberg. Die Zeit zum Zurückgehen für Blau war äußerst gering, da der Feind bereits an der Straße Dannenrod—Schweinsberg und in den anliegenden Waldstücken bereitstand. Ab 7 Uhr war rege Spähtrupp-Tätigkeit auf beiden Seiten. Der Angriff von Rot erfolgte um 9.45 Uhr. Die Ge- fechtsvorposten räumten befehlsgemäß den Punkt 351 und den Hochberg, so daß der erste Angriff von Rot ins Leere ging. Als Rot die Höhe erreichte, fetzte lebhaftes Maschinengewehrfeuer auf Der Blauen Hauptkampflinie ein. Nachdem der Angriff bis zur Straße Appenrod—Homberg vorgetragen war, hörte die Truppe das Schlußsignal. Anschließend an die Besprechung der Uebung konnte die Truppe in die Quartiere abrücken, wo sie den Rest des Samstag und am gestrigen Sonntag verblieb. Das II. Bataillon war in folgenden Ortschaften untergebracht: 5. Kompanie in Weiters- Hain, 6. Kompanie in Nieder-Gemünden, 7 Kompanie in N i e d e r - O h m e n, 8. Kompanie und Stab in Burg-Gemünden. Der heutige Montag führt das Bataillon mit einer neuen Aufgabe in Richtung Kesselbach (Lumdatal). Das Bataillon wird am morgigen Dienstag voraussichtlich am frühen Nachmittag wieder in Gießen einziehen. Die Gießener Pionierstürme der SA. bauten am gestrigen Sonntagmorgen in der Nähe der Müllerschen Badeanstalt einen Steg über die Lahn. Ein Ponton wird zu Wasser gebracht. Die Mannschaften überqueren den Fluß auf dem fertigen Steg. — (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff.) Das I. Bataillon. Zu Beginn des Samstag sammelte sich das Bataillon auf der Straße Altenhain — Sellnrod. Die Lage stellte das Bataillon entfaltet in die Wälder beiderseits der Straße. Zunächst erhielt das Bataillon den Befehl, links neben dem bereits im Gefecht stehenden II. Bataillon (angenommen) die Ältenhainer Höhe anzugreifen und den dort eingenisteten Gegner zu werfen. Das Bataillon ging entfaltet in oftmärtiger Richtung vor, bis es Den Waldrand des Judenkopfes erreichte. Hier bot sich dem Bataillonsführer folgendes Bild: rechts von ihm im Grunde lag A l t e n h a i n. An den Orts- rändern von Altenhain sah man das II. Bataillon im Feuer gegen die Ältenhainer Höhe. Der Bataillonsführer beobachtete, daß das II. Bataillon mit feinem Angriff liegen geblieben war, und er gab nun in Ausführung eines Regimentsbefehls die Anordnungen, um zur Entlastung des II. Bataillons den freien Flügel des Roten Gegners anzugreifen. Das Bataillon stellte sich also am Waldrand bereit und griff nach Durchführung der einzelnen Vorbereitungen um 9.20 Uhr überraschend aus dem Waldrand heraus an, warf nach kurzer Zeit den unmittelbar vor ihm liegenden Gegner zurück und kämpfte sich langsam bis gegen die Ältenhainer Höhe vor. Bei diesem Stand wurde die Uebung t tn- iohor Mlinn erhielt ein halbes Brot, 250 Gramm Vucy ensieifky, ou un $tO°Ä50 ®rÄ «inC e-b-wurst und ein Liter »er. großer Manöverball!" Die Wirkung war über» raschend. Bereits um 20.30 Uhr war der Saal des „Frankfurter Hof" bis auf den letzten Platz gefüllt. Nun ist gerade die 7. Kompanie in der Lage, mit verschiedenen Angehörigen ein ganzes, urgemütliches Abendprogramm aufzustellen. Eine flotte Künstlerkapelle in Feldgrau war sofort zur Stelle. Zwischen den Tänzen wechselten humoristische und gesangliche Darbietungen miteinander ab. Verschönt wurde der Abend durch die Anwesenheit der Mädels des Frauen-Arbeitsdienstlagers. In ihren weißen Blusen mit den roten Halstüchern hoben sie sich leuchtend ab von dem Grau der Uniformen der jungen Soldaten, zwischen denen sie hübsch gestaffelt saßen. Nicht zu vergessen sind die Töchter Des Städtchens, die in nimmermüder Regsamkeit mit ihren „Ein- quartierten" das Tanzbein schwangen Bei jedem Soldaten bestand nun die bange Frage: „Bleibt der Zapfenstreich wie befohlen bestehen?" Endlich löste sich die Spannung dieser Frage durch das erlösende Wort des anwesenden Bataillons-Kommandeurs, daß der Zapfenstreich auf 24 Uhr verlängert fei. Nunmehr war es eine Selbstverständlichkeit, daß sich die Führerin des Frauen-Arbeitsdienstlagers genötigt sah, auch ihrerseits die gleiche Anordnung zu treffen. Ein Ehrentanz der beiden Führerorgane wurde daraufhin dankbar und frohen Blickes unh mit Heiterkeit begleitet. So verlief der Abend dieses Manöverballes in bester Stimmung, und die 24. Stunde beendete ein frohes Erlebnis, das die jungen Soldaten nicht vergessen werden. Von der SA.-Brigade 147/Oberhessen wird uns geschrieben: Leistung ist die höchste mögliche Erfüllung der Anforderung. Die Höhe der Anforderung wird damit zum Maßstab der Leistung. Dieser einfache Satz findet seine Anwendung nicht nur im wirtschaftlichen und beruflichen Leben des Einzelnen ober des ganzen Volkes, sondern ebenso im politischen und weltanschaulichen Kampf einer Bewegung, dabei wird die Leistung der Maßstab der Gesinnung. Die Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung hat diesen Grundsatz immer wieder unter Beweis gestellt. Alles, was heute als Leistung des Führers und seiner Partei gewertet wird, ist die Bewältigung von Aufgaben, zu deren Lösung kein Glücksfall ober ein anberer Beistand verhalf, sondern allein der Wille, der seine Kraft ans der na- tionalfozialistischen Weltanschauung nahm. Dieses Leistungsprinzip ist die Grundlage des nationalsozialistischen Staatsgedankens und fand lange vor der Machtergreifung feine Verwirklichung in der Partei und ihren Gliederungen. Wenn heute die Partei das Fundament dieses Staates geworben ist, ergibt sich für sie immer erneut bie Notwendigkeit, durch Anforderung und Lei- ft u n g aus ihren Reihen die zur Führung von Partei und Staat Fähigsten herauszufinben. Ein Rückblick auf bie Geschichte ber SA. zeigt, baß sie auf Grunb ihrer besonderen kämpferischen Auf- gäbe aus ihren Reihen faft alle führenben Männer b e s heutigen Staates her- ausgestellt hat. Besonbers in ben Jahren nach ber Machtergreifung hat bie SA. in einem Umfange Führer- unb Unterführerstellen des Staates und ber Behörden, der Polizei, des Arbeitsdienstes, ber Partei unb ihrer Unterglieberungen besetzt, baß es fast schien, bie SA. könnte das für sich selbst benötigte Führermaterial nicht mehr aufbringen, insbesondere, weil die zahlenmäßige Vergrößerung der SA. wesentlich mehr Führer benötigte. Die Arbeit des letzten Jahres hat diese Bedenken zerstreut und in harter Schulung und Überprüfung ist ein Führernachwuchs geschaffen worden, der zur Zeit feinen ersten großen praktischen Befähigungsnachweis bei der Durchführung des Reichswettkampfes der SA. zu erbringen hat. Wie jede militärische Truppe einmal im Jahr ein Manöver abhalten muß, um das Gelernte praktisch zu verwerten, und um Können unb Führung im erweiterten Aufgabengebiet unter Beweis zu stellen, so haben auch bie politischen Soldaten der SA. in diesem Jahr erstmalig ein derartiges „Manöver", ben Reichswettkampf, burchzuführen. In ber Kampfzeit waren bie arohen Aufmärsche unb Parteitage eine derartige ßeiftungsprobe, und bie Parteitage sinb es auch heute noch. Da aber die großen Appelle ber Partei heute zwangsläufig nur noch einen Teil ber Bewegung erfassen können, ist für die SA. die Durchführung des Reichswettkampfes als General- a p p e l l des letzten SA.-Mannes angeordnet worden. Die an jeden einzelnen SA.-Mann in diesen Monaten gestellten Anforderungen sind so hoch, wie es für das gesteckte Ziel notwendig ist, d. h. die Ehre, in der vordersten Reihe der naftonal- fozialistischen Bewegung zu marschieren, ist gleichbedeutend mit dem Verzicht auf einen großen Teil der perfönlichen Freiheit. eine überaus herzliche Aufnahme fand. In diesen Quartieren verbrachte bas Bataillon auch Den Sonntag als Ruhetag. Manöverball war natürlich auch hier bie befonbere Freube der Solbaten unb der Bevölkerung. , . Am heutigen Montagfrüh beginnt bie Aufgabe des Bataillons bei Hungen und fuhrt in Richtung R o b h e i m a. d. Horloff. Nach Beenbi- gunq dieser Uebung rückt das Bataillon in frie- densmäßiges Biwak in unmittelbarer Nahe non Klost-rArnsburg, das bem Antritt des Publikums offensteht und zu dem sich schon viele Besucher angemelbet haben. Das Bataillon wird heute gegen 15 Uhr auf dem Biwakplatz eintreffen. Die Rückkehr des Bataillons nach Gießen erfolgt am morgigen Dienstag gegen 17 Uhr auf der Licher Straße von Steinbach her. Das H. Bataillon. Da für Samstag, 27. Juli, wieder eine anstrengende Hebung bevorstand, sollte der Abend des •Freitag, 26. Juli, in aller Ruhe verlaufen. Zufällig Hanen in dem schonen Städtchen Homberg a. d. vl m der Stab des II, Bataillons, b.e 7. Kompanie mnb ein Zua der Minenwerser. Kompanie Am Freitag um 20 Uhr ertönte plötzlich in dem Stadt- Zen das Signal „Achtung!", onlchließend wurd-Hont unb vernehmlich ausgernsen: „Heute abend von s Uhr Wenn heute irgendwo die SA. im Ehrendienst ber Partei zusammen mit ber Wehrmacht, Polizei unb Arbeitsdienst aufmarschiert, sei es bei Eröffnung von Autobahnen ober politischen Anlässen, wenn sie eingesetzt wird im Katastrophenschutz, ober als zusätzliche Hilfskraft ber Polizei bei Absperrungen, wenn sie im wehrsportlichen Wettkampf eine Mannschaft stellt, ober aber unbeachtet unb still den Dienst in den Einheiten versieht, dann soll sich jeder bewußt sein, daß ber Dienst in ber SA. zu• sätzlich einer schweren Berufsarbeit geschieht, baß es sich bei ihr um ein freiwilliges Opfer von wohlverbienter Freizeit hanbelt, daß sie kein Sold und keine Rücksicht bei ber Berufsarbeit lohnt. Der Reichswettkampf bringt damit erstmalig der Gesamtheit des deutschen Volkes zum Bewußtsein, daß dieser freiwillige Soldat Adolf Hitlers, der SA.-Mann, der gesialtgewordene Nationalsozialismus ist, daß in ihm eine noch nie dagewesene Männergestalt in die deutsche Geschichte eintritt, auf deren Schultern und glaubensstarken Herzen nunmehr der nationalsozialistische Staat ruht. So wächst ber Reichswettkampf über seine Be- beutung für bie SA. hinaus zur B e ft e n a u s • lese für Volk, Partei unb Staat, und eine körperlich unb weltanschaulich gefeftigte Mannschaft wird 3um Garanten des Reiches und feiner Idee. Aus der Provinzialhauptstadt 2. mar ankommen, Weimar abends wieder um 19,01 Uhr verlassen und am selben Tage um 23.10 Uhr wieder auf dem Hauptbahnhof Frankfurt a. M. sein kann; wobei man noch Morgenkaffee und Abendbrot während des „Transportes", auf weichen Sesseln sitzend, in dem herrlichen Aussichtswagen, die ein moderner Reiseluxus schuf, einnehmen kann. Es ist eben ein Unterschied, ob man in der Stunde über 100 Kilometer oder nur 4 bis 5 Kilometer vorwärts kommt! Ob man in einer engen Postkutsche ohne jede Art von Schwingachsen über löcherige Landstraßen holpert und stolpert, oder ob man auf fast fugenlosen, blitzenden, glänzenden Stahlschienen, federnd dahingleitet. Unmöglich, niederzuschreiben, was Goethe beim Anblick eines FO-Zuges des Jubiläumsjahres der hundertjährigen deutschen Eisenbahn ausgerufen hätte! Heute kann man wirklich sagen: „Man reist nicht um anzukommen, sondern um zu reisen!" Und wenn man nicht gerade ein Reichsbahnangehöriger oder aus Berufsgründen jeden Tag „auf der Bahn liegen" muß, so empfindet man doch jedesmal ein gewisses prickelndes Gefühl, wenn man sich in einen Fernzug setzt und abdampst. Links und rechts vom Abteilfenster schenkt sich uns während einer solchen Fahrt die Heimat in bedenkenloser Bereitschaft. Wir eilen über Berg und Tal, durch Wälder und Felder, durch Dörfer und Städte, und bedauern nur, daß wir nicht noch näher an die Dinge herankommen. Aber da fällt uns ein, daß man ja auch mit dem Auto, auf Luftreifen und Schwingachsen, durch die „Gegend" fahren kann, und zwar so, daß wir je- . den Augenblick, wenn uns die Lust dazu packt, an- , halten können; daß wir einen kleinen Abstecher zu jener romantischen Burgruine machen können, die ! uns rechter Hand so einladend zuwinkt. Und wir < verstehen nun das Goethesche Wort vom Reisen, ; um zu reisen, noch mehr. Wenn wir nun aber gar ein Flugzeug besteigen, das das Goethewort aus dem Faust ■ Ach! zu des Geistes Flügeln wird so leicht Kein körperlicher Flügel sich gesellen! Oer »Kastengeist" und die »Schwimmer". Der Souffleur führt im Theaterleben ein ebenfo wichtiges wie bescheidenes Dasein, stets hat er mit der richtigen Tonhöhe zu kämpfen, die von den Schauspielern noch deutlich vernommen werden soll, die aber doch die Aufmerksamkeit der Zuhörer jen- seits der Rampe nicht auf sich lenken darf. Wenn auf der Bühne irgend etwas schief geht, so muß der .Kastengeist" natürlich der Sündenbock sein. Zeder seiner Schutzbefohlenen hat seine besonderen Wunsche. Der eine verlangt, daß jedes Wort klar 3TDr?Ir-tD^n, wird' der andere möchte nur die AMchtage haben, ein dritter will großzügig über» nÜbHu01? Icb!L§^e verzichten. Die schlimmsten aber sind die sog Schwimmer", die recht wenig von ihrer Swmf unb die deshalb ängstlich ^^uf bedacht sein musten, nicht aus der Hörwei^ ^vuffleurkastenS zu geraten. Gs ist Der- Souffleur oder die Souffleuse- bunff f en,e %au diesen Dienst - im Mittel- R^mErercher Anekdoten steht, von denen E. S. AermerdeS einige m der.Leipziger Illustrierten| nach dem Abendessen noch einige schöne Stunden, in deren Verlauf dem Gastgeber für diesen Abend herzlich gedankt wurde. An vielerlei Einzelheiten konnte man wieder bemerken, wie eng und vertrauensvoll das Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft in der Brühl'schen Druckerei ist. Die Stunden dieses gemeinsam verlebten schönen Wochenendes werden den Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben. Auch im August Bersammlungsruhe im Gau Hessen-Nassau. LPD. Auf Grund einer Anordnung des Gauleiters wird die Versammlungsruhe im Gau Hessen- Nassau auch auf den Monat August ausgedehnt. Somit bleiben also grundsätzlich alle Versammlungen verboten. Sollte es aus bestimmten Gründen in einigen Kreisen erwünscht sein, im Monat August besondere Kundgebungen durchzuführen, so müssen diese zur Genehmigung vorher bei der Gaupropagandaleitung angemeldet werden. Soweit Kundgebungen und Versammlungen für August bereits genehmigt sind, können diese durchgeführt werden. Militärkonzert auf dem Landgraf-Philipp-Vlah. Am nächsten Mittwoch, 31. Juli, findet in der Zeit von 17 bis 18 Uhr auf dem Landgraf- Philipp-Platz ein Konzert des Musikkorps des In.- Regts. Gießen statt. Oie Deutsche Arbeitsfront 7lG-Gemeinschast »Krast durch Kreude". Musikfolge: 1. Deutscher Gruß! Marsch von Schitterl 2. Vaterländische Ouvertüre von Ailbout. 3. Fantasie über vier deutsche Lieder von Schmidt. 4. Walzer über Zellersche Motive aus den Operetten Vogelhändler und Obersteiger von Thiele. 5. Wir marschieren! Marschpotpourri von Woitschach. zuschanden macht; wenn wir dann unser herrliches deutsches Land in seiner Breite und Weite unter uns liegen sehen, dann verstehen wir eigentlich erst vollkommen, was der Weimarer Dichterfürst hat ausdrücken wollen, denn dann bedauern wir ganz sicherlich, — anzukommen; s o schön ist das Fliegen! Welch' glückliche Wesen sind wir Menschen der Gegenwart doch! Müßten wir Menschen der Gegenwart sein! Denn sind wir immer glücklich und dankbar? Schimpfen wir nicht über die „ewige Bummelei", wenn der Zug einmal auf der Strecke halt? Fluchen wir nicht im Auto, wenn ein Heu- wagen den Weg versperrt, und wir gerade „100 Drauf haben? Entrüsten wir uns nicht, wenn Niederbumsdorf an der Strippe noch keinen Flughafen hat? ...Wir feiern das hundertjährige Jubiläum der Eisenbahn, mir begehen die Einweihung von Reichsautobahnen wir hören das Rauschen der Flugzeuge über uns. Jubilieren wir etwas weniger mit Wvr- ten und seien wir mehr dankbare Gegenwart! Ottobeuren. Begegnung mit dem Barock. Von Martin Kalliga. vornotizen. — Tageskalender für Montag. NS- Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 18 bis 19.15 Ufyr in der Badeanstalt des Männerbadevereins Schwimmen: 18 bis 19 Uhr auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus Tennis. — Licht- spielhaus (Bahnhofstraße): „Vom Nordkap bis zu den Alpen". — Schützenverein Gießen: 20 Uhr im dem Reigen plastischer Barockengel. Das Gotterleben im 18. Jahrhundert wurde geformt von einem starken, diesseitsbejahenden Lebenswillen. Der Himmel wurde gleichsam von der Erde aus erobert. So leicht schien das damals zu gehen. Heber den von bunten Säulen umrahmten Hochaltar senkt sich bereits in dicken, runden Wolken die Himmels- sphare. Plastisch, gewichtig hängt das Gewölk da, das aussieht, wie auf Schnüre gereihte Bauernteller. Um gewaltige Portieren und Fransentücher schwirren lächelnd und sich herabgebend kugelrunde Himmelskinder. Wo und wann wurde sonst so unmittelbar Religiöses ohne Aufgabe des Irdischen ausgedrückt? Und dann klingen die Töne der großen Barock- orgel durch den Raum. Irgendeine Tokkata von Bach wird gespielt. Musik und Raum vereinigen sich zu einer großen Harmonie. Töne, weich wie Samt und geschmeidig wie Seide, beleben den Klang der Bachorgel. Und wieder ist es im Grunde auch in der Bachtokkata die gewaltige, Erde samt Himmel bejahende Kraft, die sich hier auswirkt. Des Thomaskantors Wesen wurde selten so deutlich offenbar. ’ Eng um die Kirche gedrängt liegt der Ort Otto- beuren. Straßen und Häuser ordnen sich bescheiden um. den Kirchenhügel; als sei alle Kraft in den "engen Klosterbau verströmt, der selbstverständlich und breit den Hügel belagert. Hinter den paar ^ouserrechen schon leuchtet wieder grün und von ^5 Abendsonne gefärbt die weite Wiesenfläche. Der Himmel wölbt sich rein und hoch über einem freundlichen und liebenswürdigen Bild. Auf dem Marktplatz unter dem „Barockhügel" dreht sich lustig und gemächlich em Karussell. Weiße qoldbesattelte Gaulchen fangen munter ihren Reigen. Man möchte retten™*^ ßebensfreube cin bißchen auf ihnen Dankbare Gegenwart? Man reift nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen. Goethe. Es gehört schon die Größe eines Goethe dazu, um au Beginn des 19. Jahrunderts dieses Loblied auf das Reisen zu fingen. Es hat wohl nicht viele gegeben, die zu Goethes Lebzeiten fo dachten. Denn als Goethe feine Augen für immer schloß, war noch kein Eisenbahnzug über einen deutschen Schienenstrang gefahren. Damals war es ein Plage zu reifen! Der Seufzer der Frau Aja, Goethes Mutter, daß es für sie, die doch noch rüstig war, zu beschwerlich sei, von Frankfurt am Main nach Weimar zu reifen, wirkt unverständlich, ja belustigend in unserer Zeit, in der man morgens um 7,02 Uhr vom Hauptbahnhof Frankfurt am Main abfahren, um 11.55 in Wei- Zeitung dufammengefteCt hat. Als der berühmte Schauspieler Theodor Döring bei einer Probe von der Souffleuse oft im Stich gelaßen wurde, sagte er zu seinen Kollegen: „Bei der Frau bin ich verloren ihr Anblick dreht mir das Herz um. Wenn das Elend im Kasten sitzt, kann ich nicht spielen." Und dann zu dem verblüfften.Kastengeist" gewandt: .Schminken Sie sich rote Backen, stecken Sie sich eine Rose ins Haar, dann wird's gehen." Tatsächlich wurde die Souffleuse vor der Vorstellung unter allgemeiner begeisterter Teilnahme auch schön rot geschminkt und mit Rosen geschmückt. Das schien die erwünschte Wirkung gehabt zu haben, denn schon während einer Pause bemerkte Döring anerkennend: .Sehen Sie so lIfd Un2) merken Sie sich, heiter, heiter ist die Kunst! - Unter der Leitung von Dingelstedt ge- schah es am Wiener Hofburg-Theater, daß merk- wurdigerwelse mehrere Schauspieler auf demselben Ohr schlecht hörten und daß sie deshalb alle an der Stelle stehen wollten, an der ihr gesundes Ohr aus den Zuflüsterungen des Souffleurs den meisten Ruhen ziehen konnte. Darunter befand sich auch ein noch nicht pensionsberechtigtes Mitglied der Bühne- während einer Probe wurde er zu seinem höchsten Erstaunen von Dingelstedt mit den folgenden Worten von dem Dorzugsplatz weggeschoben: „Unglücklicher, wo stellen Sie sich hin, das ist ja das Platzel für die wirklichen Hvfschauspieler!" — Sin französischer Schauspieler, der auf die Hilfe des „Kastengeistes" besonders stark angewiesen war und der außerdem in dem Ruf stand, sehr ehescheu zu sein, überraschte seine Kollegen eines Tages mit der Nachricht, daß cr NW verheiraten werde. Am Tage der standesamtlichen Trauung bemerkte einer der lieben Kollegen: «Hoffentlich ist ein Souffleur zugegen." Zeitschriften. s — J?e ecr e 5 m 010 r i f t e r u n g. Während in den Kämpfen aller Völker von Babylon bis zur heutigen Zeit das Pferd noch als wichtiger Faktor in den Armeen anzusehen ist, können mir uns die Strategte der Zukunft ohne den Motor nicht mehr vorstellen. Em nicht motorisiertes Land ist nach modernen Anschauungen auch nicht mehr ver- teidigungsfahlg. Diese überragende Bedeutung von n 3 e,r und Motor im Heer" zeigte ein anschaulich bebilderter Artikel in der „Jllustrir- t e n Zeitung Leipzi g". Dr. Bernatzik hat sich diesmal dem Land der Mitternachtssonne zuge» unb berietet über einen „Vogelberg im ®l2™er". Der Aufsatz „Menschen dek 5?Efsinlfchen Wett" behandett die rassenmäßigeN Verhältnisse in diesem Land, das heute so stark im Mittelpunkt der Völkerinteresfen steht. so ?on ungefähr mitten hinein in J“ b™0£fe die Kirchenpforte, bis an das Mauerwerk des Klosters dehnt sich die Fläche frischen grünen Grases. Der Himmel wölbt sich ^bl^!öhnlich und heiter über der ttN^^'lch-ftankischen Landschaft. Und plötzlich ?flL’n diesem phantastischen, kecken Reich mnH^Lfi^n5JrexUbe- Gs Ift ein seltsam unproble- Pnnhf*nfi6h- ltk be" man von der freien, heiteren b!c,ba.r leder Schranken in Weite und m b;*\ Kuppelbau der Kloster- k.rche von Ottobeuren tut, ein Schritt vom Raum- ^grenzung vom Stimmungshaften "s^vnstlerische Formung. Und doch widerspricht sich nichts, und nichts ift hier geroaltfam. Keine Um= f?llung und keine kulturgeschichtliche Ueberlegung Ist notig, um zu suhlen, wie klar Landschaftsgefuhl architektonlsche und malerische Kunst hier aus derselben Quelle kommen. Dieses Barock ist Form und Bild gewordene Landschaftsfreude und lächelnd spurt man, daß diese Bejahung des weiten ßanbes bürd) bas man frei und unbeschwert pilgerte sich' in der uberschaumenden Daseinsluft der alten Sau- meister und Maler ausdrückt. Draußen ift die Welt mit Wiesen Weiden, Dörfern, und drinnen ist der Himmel mit dreisten wohlgenährten Engelbüblein die taumelnd und entgegenkommend umherwirbeln' Unversehens hat man einen Spaziergang in das Himmelreich gemacht, das ganz aus der Vor- stellungswelt und der Leidenschaft der Barock- menschen geschaffen wurde. Das Licht flutet durch 5k «Fenster in den großen Kuppelraum, in dem 5!C Ä??«.90?1 $cr Erfüllung so stark ist, daß auf b.e Mittelbarkeit mystisch-farbiger Fensterverglasung verzichtet werden konnte. Der Barockmensch brauchte me Einbeziehung der Lichtwirkung durch bunte „ "'cht, in feiner Kirche war die Gottes Dorfteuung fo selbständig und sicher, daß ihm die Bewältigung durch Bauform und Bild genügte, mvl?1% muß in diesem Baumeister Johann Michael Fischer und feinen Malern gewesen sein! Keck und im Ueberschwang schwärmerischer Lebens- beiahung holten sie den Himmel auf die Erde her- nteber. Durch das Mittel der runden Formen, der Kuppeln, Säulen und Schnörkel brachten sie den Himmel den Menschen gleichsam entgegen. Wie Hwer machten es sich die gotischen Menschen, die durch Ringen und Streben sich in die Himmels- pharen emporkämpfen wollten. Wir sitzen im großen Zenttalraum der Klosterkirche, umflutet vom Gewoge und Gewell der Linien, vom Gespritz des goldenen Zierats und Schützenhaus Mitgliederversammlung.-- Reichstreu- bund: 19.45 Uhr Treffpunkt Ludwigsplatz zur Bi» wakfahrt. ** Ein Fünfundachtzigjähriger. Am heutigen Tage feiert der frühere Universitäts-Buch- druckereibesitzer Curt von Münchow, eine weit über die Grenze Hessens bekannte Persönlichkeit, in geistiger Frische seinen 85. Geburtstag. Der alte Herr nimmt noch lebhaften Anteil an dem Wiederaufstieg unseres Vaterlandes. ** Neue Straf Vorschrift beim Mißbrauch von Münzfernsprecher. Jeder Mißbrauch öffentlicher Münzfernsprecher und Post- wertzeichengeber der Deutschen Reichspost wird nach den neuen Vorschriften des § 265a des Strafgesetzbuchs jetzt mit Gefängnis bis zu einem Jahr, ober mit Geldstrafe geahndet werden. Darüber hinaus können auch schwerere Strafen in Frage kommen, und zwar auf Grund der Bestimmungen des Strafgesetzbuchs über Betrug (§ 263 ff.) und des Gesetzes, betreffenb Entziehung elektrischer Arbeit von 1900. ** Von der Dresdner Bank. Die hiesige Zweigniederlassung der Dresdner Bank ist, wie man uns mitteilt, zur Filiale erhoben worden. ** Von einem wütenden Hund an» gefallen. Der 13jährige Schüler Karl Dippel, Bruchstraße 22, wurde von einem Hund angefallen und heftig gebissen. Mit Wunden im Gesicht und an einem Unterarm mußte der bedauernswerte Junge in ärztliche Behandlung gebracht werden. ** E i n Kind aus dem Fenster gestürzt. Am Samstagvormittag stürzte das etwa dreijährige Söhnchen des Feldwebels Gottlieb, Bleichftratze Nr. 9, aus einem Fenster der elterlichen Wohnung im zweiten Stockwerk auf die Straße. Das bedauernswerte Kind erlitt einen Armbruch, Verletzungen bei feiner Mahlzeit beobachtet und geriet in das höchste Erstaunen über die Geschicklichkeit, mit der ^r Fisch für Fisch verschlang, von denen mancher halb so groß war wie er selbst. Sehr starke Esser sind die jungen Vögel im Nest. Sie nehmen säst alles, was ihnen die Eltern bringen. „Ich habe aber junge Drosseln beobachtet^, schreibt Pike, „bie trotz aller Bemühungen die Würmer nicht herunterbekommen konnten, die die vorsorglichen Eltern herbeigebracht hatten. Einmal sah ich einen jungen Vogel, wie er sich bemühte, einen Wurm 311 verschlingen, der beträchtlich länger war als er selbst. Nach längeren Anstrengungen schluckte er den Wurm herunter, aber während er daran schluckte, ringelte sich bas unglückliche Tier schon wieder zu seinem Schnabel heraus; ein zweites Mal Derfu^te das Vögelchen den Wurm herunter- zuschlucken, aber wieder kam er heraus, bis beim drittenmal die Drossel schließlich den Schnabel fest- geschlossen hielt und so den Wurm in seinem Magen begrub. Manche größeren Bergvögel, wie z. B. der Bussard, stopfen sich fo voll, daß sie dann nicht mehr fliegen können. Dies tun sie besonders, wenn sie einige Zeit Mangel an Nahrung hatten. Auch der Rabe macht seinem Rus der Gefräßigkeit alle Ehre. Ein Freund von mir beobachtete einmal im Balkan Geier, bie sich über ein totes Pferd her- gemacht hatten. Nach einer halben Stunde war an SJ’Lx2'1? Acht mehr bie geringste Spur von Fleisch; bie Geier aber waren so vollgefressen, baß sie nicht ein paar Meter weit fliegen konnten." im Gesicht und außerdem innere Verletzungen. Nach erster Hilfeleistung mußte der Kleine in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Im Laufe des Sonntags erlag der arme Junge leider seinen schweren Verletzungen. ** Lustiger Dolksfürsorge-Abend. Mit einem lustigen „Volksfürsorge-Abend" trat die gleichnamige Versicherung am Samstagabend Im Katholischen Vereinshaus an bie Öffentlichkeit. Die Tanzkapelle Daudertshäuser besorgte die musikalische Ueberleitung zu der Begrüßungsansprache des Rechnungsführers Henry Seyfarth. Anschließend sprach der Sonderbeauftragte der Dolksfürsorge Wilhelm Appell (Kassel) über „Die Volksfürsorge und ihre Aufgaben". Er wies auf die steten persönlichen Beziehungen der Vertreter der Versicherung mit den Versicherten hin, die auch in Zukunft gepflegt werden sollten. Nachdem bie Volksfürsorge gut über den Umbruch von 1933 hinweggekommen sei und die neue Führung ihre große volkswirtschaftliche Bedeutung anerkannt hatte, mache sich der Aufschwung auch zahlenmäßig stark bemerkbar. Der Vortragende gab in gemeinverständlicher Art einen Ueberblick über die Entwicklung des deutschen Versicherungswesens. Den kurzen geschäftlichen Ausführungen schloß sich der lustige Teil an, der von Kassel-Wehlhetdener Künst» lern bestritten wurde. Walter D a u m e machte den Ansager. Frl. Lizzi Bernhardt gewann mit einer ausgezeichneten und modulationsfähigen Sopransttmme, aber auch durch ausgezeichnete Mimik und ein gefälliges Spiel die Herzen der Zuhörer. Walter Daume, der auch ein Weinlled sang, verstand es sehr bald chie Zuhörer zum Lachen zu bringen. Fr. Elsa Köhler-Maurick begleitete am Klavier. Flotte Tanzmusik beschloß den Abend. Dochenendfahrk nach Königstein im Taunus. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fährt am Sonntag, 4. August, eine Wochenendfahrt nach Königstein im Taunus. Diese Fahrt bietet den Teilnehmern Gelegenheit, das schöne Städtchen Königstein und den Taunus kennenzulernen. Der Fahrpreis beträgt mit Mittagessen 4 Mark. Bildung einer Laienspielschar. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt eine Laienspielschar aufzustellen, die im Laufe des Winters bei verschiedenen Kreisveranstaltungen gutes Laienspiel zur Aufführung bringt. Volksgenossen, bie Lust, Liebe unb Talent mitbringen, werben gebeten, sich bei ber NS.-Gemein- schaft „Kraft burch Freude"" Gießen, Schanzenstt. 18, zu melden. Wochenendfahrt in das schöne Oberhessen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fährt am Sonntag, 4. August, eine Wochenendfahrt i n b a s schöne Oberhessen. Die Fahrt geht in Gießen ab 6 Uhr über Laubach nach Schotten, von bort nach Gebern, von Gedern nach Hirzenhain. In Hirzenhain machen wir eine kleine Rast, gehen über den Berg nach dem Stauweiher Hillersbach, etwa 30 Minuten Weg, wo wir lagern und haben tonnen. Am Hillersbach finb wir gegen 9.30 Uhr. Die Fahrt geht bann gegen 11 Uhr weiter nach Or- tenberg, wo im Gasthaus „Zur Post" Mittagessen um 12.30 Uhr eingenommen wird. Nach dem Mit- tagessen machen wir einen Spaziergang durch Orten- berg und Umgebung. Wir behaupten nicht zuviel, wenn wir sagen, daß Ortenberg eines der schönsten Städtchen in Oberhessen ist. Gegen 15 Uhr geht die Fahrt weiter nach Bad Salzhausen, wo wir im Kurhaus unter schattigen Bäumen den Abend ver- bringen werden. Der Fahrpreis mit Mittagessen und Nachmittags- kaffee beträgt 4,50 Mark pro Person. Schwimmbäder. Sämtlicke KdF.-Ortswarte, in deren Bereich Schwimmbäder sind, melden diese umgehend. Gleich- Reisen wir mehr, um zu reifen, und nicht nur immer, um anzukommen! F. B. Kameradschastsabend der Brühl'schen Druckerei. Den schon seit langer Zeit in ber Brühl'schen Druckerei, Verlag des Gießener Anzeigers, üblich gewordenen Betriebsappell aller Mitarbeiter hatte der Betriebsführer, Herr Richard Lange, am vorgestrigen Samstag in feinem Garten Am Nahrungsverg anberaumt unb hierzu die gesamte Gefolgschaft unb bie Betriebsveteranen als feine Gäste zu einem kamerabschaftlichen Gartenfest eingelaben. Im Anschluß an den Appell vereinigte zunächst eine gemeinsame Kaffeetafel den Betriebsführer unb seine Familie mit allen Arbeitskameraben unb -kameradinnen an zahlreichen schön geschmückten Tischen bei Kaffee unb Kuchen. Hierauf folgten im Garten mancherlei gesellige Spiele unb Unterhaltung (Tauziehen, Preis- schießen, Ballwerfen und Preisquadräteln). Um die Abendbrotzeit nahmen Gastgeber unb Gäste wiederum Platz zum gemeinsamen Abendimbiß, ber vortrefflich mundete, und bei dem für bie Männer Zigar- ren und ein gutes Glas Bier, für bie Frauen ein Glas erquickenden Fruchtsaftes nicht fehlte. Dazu kamen im weiteren Verlaufe ber Abenbstunden bie Vorträge selbstverfaßter Dichtungen aus dem Kreise ber Gefolgschaft, flotte Musik, zu deren Klängen im Freien bei Lampionbeleuchtung eifrig getanzt unb bei bengalischem Licht unter Vorantritt ber Musik auch ein stimmungsvoller Umzug burch den Garten gemacht wurde. In bester kameradschaftlicher Verbundenheit und ftohaemuter Stimmung verbrachten der Betriebsführer, seine Familienangehörigen unb die Kameraden und Kameradinnen des Betriebes zeitig sind mit den Badeoerwaltungen bie Preise auszumachen, bie unseren KdF.-Wanbergruppen bei Benutzung eingeräumt werden. Meldung an die Geschäftsstelle KdF. Gießen. Termin: 3. August 1935. Wandern. Die Orts- und Betriebswanderwarte melden bis zum 2. August die im Monat Juli veranstalteten Wanderungen. Teilnehmerzahl, getrennt nach männlichen und weiblichen Teilnehmern, sowie Durchschnittsalter ist anzugeben, desgleichen die Kosten pro Kopf, getrennt nach Fahrgeld und Verpflegung oder eventuell Rucksack-Verpflegung. Bis zum 10. August sind die Wanderungen für den Monat September festzul.gen und schriftlich an bie Geschäftsstelle „Kraft durch Freude^ Gießen, Schanzenstraße 18, zu melden. Wanderwochenendzug Ar. 1 nach dem kreis Westerburg am 17. und 18. August» Kosten 6 Mark einschließlich Bahnfahrt, Ueber» nachtung und Verpflegung bis Sonntag nachmittag. Anmeldungen bei den zuständigen Dienststellen bis Zum 1. August 1935. Folgende Orte werden belegt: Westerburg, Rennerod, Walmerod. Von hier aus werden Wanderungen unternommen, insbesondere nach dem Dreifelder Weiher. Danderwochenendzug Itr. 2 nach dem kreis Lauterbach am 24. und 25. August. Kosten 7 Mark einschließlich Bahnfahrt und Uebernachtung mit Verpflegung bis Sonntag nachmittag. Anmeldungen bei den zuständigen Dienststellen bis zum 1. August 1935. Folgende Orte wer- den belegt: Lauterbach, Schlitz, Herbstein, Bermuts- Hain, Ilbeshausen, Hochwaldhausen, Nieder-Moos. Von hier aus werden Wanderungen unternommen nach Bad Salzschlirf, Nieder-Mooser Teiche, Schalksbach-Teiche, Hoher Vogelsberg mit Geisel- tem, Taufstein, Hoherodskopf, Bilstein, Herchen- lainer Höhe. Die Abfahrt erfolgt Samstags gegen 17 Uhr und die Rückfahrt Sonntags gegen 21 Uhr. Wer sich an einer Wanderung beteiligen will, muß Vögel als Vielfraße. Wir sagen zwar von einem Menschen, der wenig JmaV66 rff1! "" aber selten ift ein Der- ?iS?rtPnnP^ffenVr a x bieler' denn die meisten ge- fieberten Bewohner der Luft sind geradezu unge- Welfraße, unb wenn wir im Verhältnis bürfnS rp!r9r°^ da- gleiche Nahrungsbe- «Ä w ' 1° mußten wir täglich hundert Pfund Fleisch und mehr verschlingen. Viele Vögel verzehren täglich mehr Nahrung als iZr Körpergewicht beträgt. Das Rotkehlchen ßc,£fWeit innerhalb von oieruni eTbft^mi^Hffin meI Nahrung, wie es raT ift Tertian0nberf5 ausgesprochener Viel- rap, ift ö e r Eisvogel. Der englische Natur- orscher Oliver Pike hat dieses Tier, das täglich das Dreifache feines Gewichtes an Nahrung bewältigt, S.Jixfport Frau ist Das Europa-Wasserballturnier um den Klebels- Im 100-Kilometer-Steherrennen fuh- Metze und der aus. •egner in Grund und Schweden geaen das starrere schönen und dank der besseren ir sanden zueinander <1 * Nachdruck verboten! 13 Fortsetzung der Hand Dietrichs und strei- mit fra- 4t: ffch und ablehnend Karla." Karla griff nach Helte sie leise: „Du wirst auch Vornan von Klothilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S) Würde Marlen die sein, die ihm Vertrauen Glück wiedergeben würde? Er atmete tief auf, nahm Karlas Hände einem festen Druck: „Wenn deine Marlen kommt, werde ich sie > 18. Lllgch ahrt, Leber. ! nachmittag nststellen bis erben belegt: on hier aus inrtefonbtu 25. W )XVW onntag nch ligen Liech' be Orte wen in, Sermuts- IHeber^loos, n unternom- oofer Teiche, mit Teisel- in, herchen. istags gegen :gen 21 Uhr n will, muß 6:3, 6:4. Nach diesen Erfolgen der Engländer auch mit ihrem Gesamtsiege zu rechnen. ßuropa-Wafferballturnier um den Kl-belsberg-pofal. Deutschland schlägt Belgien 5:3 (3:0). Deutschlands nationale Tennismeisterschaften, von Lramm Meister im Einzel. iS1?«*?! berg-Pokal nahm nach einem Ruhetag am Freitag am Samstag in Brüssel seinen Fortgang. Die „Wie kannst du Marlen mit Jutta nur irgendwie dergleichen?" erwiderte Karla beinah empört. Jutta ist ein Mensch mit einer schönen äußeren hülle, hinter der nichts steckt als Kälte und Berech- irung. Bei Marlen aber ist das Aeußere nur Spiegelbild des Innern. Das kannst du mir glauben. Marlen ist meine Freundin. Ich kenne sie bis in den Grund ihrer Seele." Dietrich sah Karla herzlich an: „Das weiß ich ja, Karla. Deswegen ist mir leine Marlen ja auch wirklich sympathisch. Aber iu mußt verstehen, daß ich immer noch mihtrau- " ' ‘ bin. Ich habe zuviel gelitten, Ist so Marlen?, klang es in Dietrichs Seele nach. Sollte er^ noch einmal an Frauen glauben lernen? und 1 b’e Preis, *9ruppeQ M an bii : 3. August K •vt •'S' & ren Weltmeister Erich Metze und der ausgezeich- deutsche Wasserball-Mannschaft kam nach ihrer „ete Lohmann ihre Gegner in Grund und Boden. Niederlage durch Schweden geaen das stärkere Metze hatte das Glück, Startnummer 1 au er- Belgien zu einem schönen und dank der besseren wischen, während Lohmann als Letzter des Achter- Gesamtleistung auch verdienten Sieg mit 5:3 (2:0) er berühmle r Probe von rrde, sagte« ich verloren, nn das W Unb bann zu : .öchmmlen ine Rose ini h wurde die igemeinet -schminkt unb e ervünskhie löhrend ein« Sehen Sie.h heiter ist W gelstedt» r, dab merv uf demselben halb atte on lesundesOhr j den meisten sich auch eu> dderDM nben Doü« ilnglüd* i Platzel sto ttan-öW tastenge'stv )er aubttdS n, übeNM lachricht'^ der stan^ r lieben.M ngege«. im Feld, in einer Kneipe, an einem klapprigen Klavier. Nach Kriegsende, wer kannte ihn da? Niemand, elbst in seiner Vaterstadt Stuttgart nicht. Heute ist er der populärste Mann Württembergs. Der W lly nennt man ihn, und es ist nicht nötig, mehr als das zu sagen: jeder weih, wer gemeint ist. Es ist wahr: wer Reichert auf der Bühne sieht, sieht und liebt in ihm sein eigenes gutes ungelöstes Ich, das bei jedem Menschen, ach, so gerne gut, entspannt und freundlich sein möchte, nur bei den wenigsten so aus sich heraus kann wie bei ihm. Am Samstag, 24. August, kommt Willy Reichert zu einem ganz großen Bunten Abend der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nach Gießen. Freundin Marlen." r. . „Aber wenn sie so ist, wie du es schilderst, bonn öirb sie niemals ohne Liebe heiraten. Ich habe <5 dir ja vorhin schon gesagt." Karla lächelte leise und unendlich gütig: „Woher weißt du, daß Marlen nichts für dich empfindet?" „Karla!" Dietrich sah die Jugendfreundin ganz fassungs- bs an. Karla dämpfte die Stimme. „Dietrich, was ich dir jetzt sage, sage ich dir im t-fsten Vertrauen. Ich habe mit Marlen über dich t°sprochen. Erst wich sie mir aus. Aber schließ- Ich wurde sie doch freier. Ich glaube, ^^trich tu hast einen großen Eindruck auf sie gemacht. Ich tfaube, sie will es sich nur nicht eingestehen, daß r,= dich lieb haben könnte. Frage sie einmal dl- xett — ich glaube, du wirst die Antwort bekommen: id Und wenn Marlen einem Menschen gut ist, dann fragt sie nicht danach, was er äußerlich ist, °b er reich ist ober nicht, welche SMung er ihr fl-ben kann. Dann meint sie den Menschen, wirklich den Menschen!" „Bist du davon überzeugt, Karla? "eia Dietz! Sieh dir doch nur die Marlen an — si- ist'klar wie Gold, Dietz. Und ehrlich, wie nur em Mensch ehrlich sein kann. Wenn sie hatte reich Giraten wollen, dann hätte sie das schon ein paar- tr at haben können. Ich weiß es aus dem Sanato- mm, in dem ich sie kennenlernte. Da waren ein paar reiche Au^änder, die in Marlens Blondheit dies auf der Anmeldung vermerken, damit er statt Mittagessen Wanderproviant von seinen Gastgebern erhält. Meldungen nimmt entgegen die Geschäftsstelle »Kraft durch Freude" Gießen, Schanzen- straße 18. Großer Bunter Abend mit Willy Reichert. Willy Reichert —ein Name, der ein Begriff wurde, der Begriff des schwäbischen Humoristen. So tote der Name Rastellis unzertrennlich mit dem Jonglieren, der Name Caruso unzertrennlich mit Gesang verknüpft ist, so Reicherts Name als der Inbegriff schwäbischer Komik, einer Komik, deren erster Repräsentant er ist, einer Komik, die bisher keiner nachzuahmen verstand. Er wurde entdeckt — _ von dieser Wunde gesunden, Dietrich. Siehst du, es ist ein Herzenswunsch von nir, daß du und Marlen zusammenkommt. Nie- rrnnben wüßte ich lieber an beiner Seite als meine Senf !> übet &" JM'meln, er bie »eiens. £ M ^°chte ber 8®ann mit Us9e3ei(f)net( .^rzen her ,,n Deinlieb surn Lachen WtK beschloß den gen. Ach Karla, es wäre boch wunberbar, wenn ich nicht irgenbeinen fremben, gleichgültigen Menschen heiraten müßte. Sonbern einen, von bem ich hoffen bürste, er meint es ehrlich mit mir." „Nicht nur hoffen, Dietz — nein, wissen!" gab Karla fest zur Antwort. Noch einmal schüttelten sie sich bie Hände. Dann verabschiebete sich Dietrich. Karla hielt ihn nicht zurück. Sie fühlte, er mußte jetzt allein sein mit seinen Gebanken, mit bem, was sie ihm gesagt hatte. Er sollte sich nur ruhig in bie Vorstellung vertiefen, daß Marlen und er zusammenkommen würden. Nichts Glücklicheres konnte dem Freunde geschehen. Dietrich fuhr durch den Vorfrühling seinem Heim zu. Die volle Mittagssonne lag jetzt über dem Lande. Nun durfte er es auch wagen, trotz seiner angegriffenen Gesundheit das Verdeck des Autos öffnen zu lassen. Tief sog er die reine Frühlings- lüft in sich hinein. Don allen Seiten strömte sie ihm belebend zu. Das erste Labkraut duftete auf dem Wege, und aus dem Tannenwald stieg würziger Brodem. Wie schön war die Welt, wenn sie sich erneute! Wie schön mußte es sein, mit einem Menschen, dem man vertrauen konnte, diese Welt zu sehen! Wenn er Marlen den Süden zeigen würde, die sonnigen Gestade Italiens? Das Leben hatte ihr bisher wenig Glück geschenkt. Sie wußte wohl gar nicht, wie herrlich die weite Gottesnatur mnr In Braunschweig wurden die Nationalen Deut- scheu Tennismeisterschaften ausgetragen. Gottfried von Gramm sicherte sich den Titel im Einzel gegen Jänecke, das Frauen - Einzel sah Frl. Kappel über Frau Schomburak erfolgreich, im Männerdoppel setzten sich Denker-Henkel durch, einen zweiten Sieg holte sich Henkel im Gemischten Doppel mit Frl. Sander, und das Frauen-Dopvel wurde eine Beute von Fabian-Frl. Hiller. ganz vernarrt waren. Der eine war ein Südamerikaner, der andere ein Spanier. Beide unendlich reich — sie hätten Marlen ein Millionenvermögen zu Füßen gelegt. Sie hätte eine Existenz haben können wie eine Prinzessin! Sie hat abgelehnt, denn sie empfand nichts für diese Männer." In Dietrichs Gesicht kam ein weicherer Schein. „Erzähl' mir mehr von Marlen, Karla", bat er. Karla erzählte. Dietz lauschte still, den Kopf in die Hand gestützt. Aus Karlas Worten stieg das ganze Leben und das Bild Marlen Kordas auf: ihre Jugend, von liebevollen Eltern behütet, die Vernichtung ihres Kinderglücks durch den Kriegstod des Vaters und das jähe Sterben ihrer Mutter. Die Tapferkeit, mit der sie den Daseinskampf ausgenommen hatte. Ihre Arbeit in dem Sanatorium zwischen Blumen und Bäumen, aber auch hart in Wind und Wetter. Alles formte sich zu einem lebendigen Gemälde. Und inmitten dieses Gemäldes stand Marlen: groß, schlank, blond, mit Augen und Seele voll heißer Liebe. „So ist Marlen", schloß Karla. feldes abging. Trotzdem konnte der Bochumer sechs vor ihm liegende Fahrer überholen und noch bis 120 Meter an Metze herankommen. Die übrigen Teilnehmer, unter ihnen Fahrer von Namen und Rang wie Krewer und Möller, lagen 1500 bis 6000 Meter zurück. Bei den Fliegern stand der Sieger mit dem Start des Kölners Albert Richter im voraus fest. Er überstand alle Vorprüfungen und gewann dann von den drei Endläufen zwei gegen feinen Landsmann Engel und wurde damit Sieger, Dritter wurde der Kölner Steffes vor dem Breslauer Rieger. 15. Leichtathletik-Sieg über die Eidgenossen In Zürich kam am Sonntag der 15. Leichtathletik- Länderkampf zwischen Deutschland und der Schweiz zum Austrag. Obwohl die deutsche Mannschaft durchweg aus süddeutschen Athleten bestand und hier noch ziemlich stark der Nachwuchs berücksichtigt war, gelang auch diesmal den Eidgenossen kein Sieg. Der 15. Kamps brachte Deutschland den 15. Sieg, der angesichts der erwähnten Umstände mit 84:54 Punkten noch unerwartet hoch ausfiel. Die Schweizer gewannen durch ihren famosen Sprinter H ä n n i die beiden Kurzstrecken, wobei Hänni angesichts der schweren Bahn mit 10,6 und 21,7 Sekunden ausgezeichnete Zeiten lief. Den dritten Schweizer Sieg errang Blaser im Hochlnrung mit 1,85 Meter. Im Weitsprung teilten sich Biebach (Deutschland) und Studer (Schweiz) mit je 7,19 Meter in den ersten Platz und alle übrigen Konkurrenzen wurden von den deutschen Vertretern gewonnen. Oavispokal-Herausforderungsrun-e in London. England führt 2:0 gegen USA. In der Davispokal-Herausforderungsrunde zwischen dem Titelverteidiger England und den USA., die am Samstag vor 14 000 Zuschauern in Wimbledon begann, sicherten sich die Briten schon am ersten Tage durch Siege in den beiden Einzelspielen eine 2:0-Führung. Austin schlug den Amerikaner Allison 6:2, 2:6, 4:6, 6:3, 7:5, und der englische Wimbledonsieger Perry bezwang Budge 6:0, 6:8, 1 melden bii ’eranftaüeten ' nach mann' owie Durch die Kosten Verpflegung Bis zum 10. den Monlü an die Te> Hen, Schon Die neuen Jaustball-Me ster des Gaues Güdwest In Frankfurt a. M. wurden die neuen Faustball- Meister des Gaues Südwest ermittelt. Die neuen Meister heißen: Kl. A: L i ch t l u f t b a d F r a n k - furt 12:2 Punkte; 2. Tgm. Worms; 3. IG. Lud- wigshafen. Kl. 2: 1. Frankfurter Tv 1860. Kl. 3: 1. Tv. 1861 Ludwigshafen. Frauen: 1. IG. Spv. Frankfurt; 2. Tgm. Worms. Meisterschaften im deutschen Radsport. Weltmeister Schrelber/Blersch im Zweier-Radball geschlagen. In Erfurt und Breslau standen am Sonntag die Deutschen Meisterschaften der Radfportler auf dem Programm. In Erfurt hatten sich die A märe u r e, in Breslau die Berufsfahrer versammelt. Die Erfurter Veranstaltung erfuhr durch Regen eine Unterbrechung und wird am Montag nachgeholt. Ausgetragen wurde von den Bahnwett- bewerben nur die Meisterschaft über 1 K i - :ometer, die wieder an den Kölner Toni Merkens fiel, der alle Läufe siegreich bestand, in der Vorentscheidung den Leipziger Karsch und im Endkampf dessen Landsmann Jhbe bezwang. Karsch mußte bann den dritten Platz noch an den Kölner Horn abtreten. Regen zwang bann zum Abbruch ier Wettbewerbe, so baß bie Meisterschaft im Zwei- itzerfahren unb über 25 Kilometer am Montag «achgeholt werben muß. Im S a a l f p o r t verlor ber Breslauer Heiben r e i ch feinen Titel im Einer-Kunstfahren an hen M.-Glabbacher Kompes, im Zweier- Lun st fahren fetzten sich bie vorjährigen Meiller roieber burch. Dagegen gab es im Reigenfah- ien beibemale neue Meister unb bie Sensation bes Eages war bie Niederlage ber Frankfurter Weltmeister im Zweier-Rabball, Schreiber/ Vlersch, bie im Enbspiel von Falke Stellingen mit 5:3 (3:1) geschlagen würben. In Breslau waren bie Berufsfahrer am Werke. Toren. In den weiteren Spielen wurde Frankreich von Ungarn hoch mit 9:3 (5:1) besiegt, unb Süd- flawien unterlag Schweben mit 1:3 (0:0). Das Turnier würbe am Sonntag mit brei Spielen fortgesetzt. Jrn ersten Spiel bes Tages ftanben sich Deutschlanb und Südslawien gegenüber. Die Deutschen befanden sich in ausgezeichneter Verfassung und siegten überlegen mit 5:1 (3:1) Toren. Die beiden übrigen Spiele brachten folgende Ergebnisse: Ungarn — Schweden 5:2 (4:0), Belgien — Frankreich 3:1 (1:0). In der Tabelle nimmt Deutschland nunmehr den zweiten Platz hinter Ungarn und vor Schweden, das bei gleicher Punktzahl das schlechtere Torverhältnis aufweist, ein. Oie vorletzte Etappe der „Tour" Auch die vorletzte Etappe der diesjährigen „Tour be France" wurde in zwei Teile eingeteilt. Sie führte über 274 Kilometer von Nantes nach Caen. Der Sieger der diesjährigen Tour steht ja in dem Belgier R. Maes schon so gut wie fest. Er dürfte auch auf der letzten Etappe nicht mehr eingeholt werden. Das Rennen brachte zum dritten Male hintereinander einen Sieg des Franzosen Le Gröves vor PSlisfier, Derkocco und einer großen Grupps. Hier verlor R. Maes 1:10 Minuten und kam erst als 37. ein. Der zweite Teil brachte ein Mannschaftszeitfahren. Hier ist ganz besonders die mun- oerbare Zusammenarbeit der deutsch-italienischen Mannschaft zu erwähnen, die ihr auch einen schönen Erfolg brachte. In 1:25,19 Stunden erreichte sie als Erste das Ziel. Der Abschluß ber gigantischen Fahrt. Die „Tour be France" wurde am Sonntag mit der 21. Etappe von Caen nach Paris über 221 km abgeschlossen. Der im Gesamtergebnis überlegen führende Belgier Romain Maes beendete die letzte Teilstrecke in 6:57,45 Stunden siegreich und sicherte sich damit auch den Gesamtsieg mit 141:32,39 Stunden für die 4338 km lange Strecke. Don den deutschen Teilnehmern kam der Dresdener Thierbach auf den 9. Platz. Als Zweitbester der deutschen Fahrer belegte ber Frankfurter Bruno Roth ben 23. Rang. Die übrigen Plätze der Deutschen: 34. Händel, 42. Wecker- Ung, 45. Ickes, 46. Kutschbach. Der Berliner Stach mußte noch auf der letzten Etappe bie Waffen strecken. Das 1. Sausest des M.iu Gießen. Oie völkische Aussprache. Die zukünftigen Feste bes Reichsbunbes zeigen in ber Wettkampffolge eine befonbere „Uebung", bie manchen Turner unb Sportler stutzig machen wirb. Völkische Aussprache — wozu? So wird biefer unb jener fragen, wenn er nicht unterrichtet ist. Das Neue, Unbekannte stört.ihn. Der Gebanke allein, sich mit anderen äußern zu müffen, bereitet sichtlich Unbehagen. Viele denken an Gelehrsamkeit und Prüfung, die meisten werden zunächst einmal gleich- gültig die Dinge an sich herankommen lassen. Die völkische Aussprache ist weder Gelehrsamkeit noch Prüfung; sie ist in aller ihr zu Gebote stehenden Schlichtheit: Erziehung zumDolks- tum! Warum — so wird man nun fragen — wird diese an sich geistige „Uebung" in den Ablauf des Wettkampfes, also einer rein körperlichen Angelegenheit, eingebaut? — Die Antwort darauf ist einfach: Weil Jahn, der Begründer der deutschen Leibesübungen, es so gewollt hat. „Turnen ist Erziehungsmittel zu bewußter Deutschheit." Turnen in seinem allumfassenden Sinne kann also nur jene ihm gestellte Ausgabe erfüllen, wenn es neben der Stählung des Körpers, neben der Schulung des Willens und der Formung des Charakters dieses Bewußtwerden um die Notwendigkeiten unseres völkischen Lebens in jedem einzelnen Turner und Sportler stärkt und fördert. — Dazu dient die D i e t a r b e i t. Dazu dient die völkische Aussprache bei unseren Festen: Das Einwirken von Mann zu Mann! Unser Führer und fein Beauftragter, der Reichs» sportführer, wünschen, daß die zukünftigen deutschen Leibesübungen diese Sinngebung in sich tragen, daß sie emporstreben über den in ihnen ruhenden Selbstzweck der körperlichen Betätigung, um auf ihre Art den deutschen Menschen bilden zu helfen. Die Handballer beim Sausest. Slädtesplel Gießen — Marburg. Auck die Handballer stehen auf unserem Gaufest nicht beiseite; sie treten mit einem Städtespiel Gießen—Marburg auf den Plan und wollen vor ben boch wahrscheinlich großen Zuschauermengen für ihr schönes Spiel werben. Die Mannschaften finb so zusammengestellt, baß man mit einem fpannenben Kampf rechnen kann, sie finb aber auch nach bem Gesichtspunkt ausgewählt, ein sportlich in jeber Hinsicht feines Spiel zu bieten. Die Mannschaftsaufstellungen: Marburg: Erbmann (VfB. Kurhessen); Fr. Schmibt (VfB. Kurhessen), Henkel (T. u. Spv. 1860'85); Beaupain (T. u. Spv. 1860/85), Stockhorst (VfB. Kurhessen), Hornberger (VfB. Kurhessen); Raschack (VfB. Kurhessen), Nau (Tv. Roth), Plum (T. u. Spv. 1860/85), Christmann (VfB. Kurhessen), A. Schmitt (VfB. Kurhessen). Gießen: Fischer (DfB.-Reichsbahn); Cremers (1900), Funke (1900); Göckel (VfB-Reichsbahn), Knob (1900), Deuter (DfB.-Reichsbahn); Heberger (DfB.-Reichsbahn); Petri (DfB.-Reichsbahn), Wlo» baret (1900), Krüger (1900), Berg (MTV.), Auvolan sieg! aus dem Nürburgring. Der diesjährige „Große Preis von Deutschland für Automoblle^ hatte im In- und Ausland ein gewaltiges Interesse gefunden. Hunderttausende von Zuschauern hatten sich auf dem Nürburgring in der Eifel eingefunden, um die 20 besten Fahrer und Rennmaschinen Europas im Kampf zu sehen. Sie erlebten eine Riesenüberraschung. Wurde doch nicht einer der sieggewohnten Mercedes-Benz- und Auto- Union-Wagen Sieger dieses großen Rennens, sondern der Alfa Romeo des Italieners Tazio Nuvolari. Jluootati kam allerdings nur durch ein böses Mißgeschick des Mercedes-Venz-Fahrers Manfred von Brauchttfch zum ersten Preis. Von Brauchitsch führte noch in der letzten Runde mit über einer halben Minute Vorsprung vor dem Italiener, als ihm am Karussell beide Hinterreifen platzten. Brauchitsch konnte zwar seine Maschine noch abfangen, aber mit dem schon fast sicher geglaubten Sieg war es vorbei. Nuvolari holte ben Deutschen ein unb schließlich gingen auch noch Stuck, Ca» racciola unb Rosemeyer an ihm vorbei. 20 Fahrer stellten sich um 11 Uhr bem Starter und zwar in folgender Reihenfolge: Erste Reihe: Balestrero (Alfa), Nuvolari (Alfa), Stuck (Auto-Union). Zweite Reihe: Brauchitsch (Mercedes), Ze» hender (Maserati). Er versuchte es sich vorzustellen, wie sie neben ihm saß auf einem kleinen flinken Schiff, das die blauen Fluten des Lago Maggiore durchfchnitt. Wie ihr Blick an den heiteren, grün urnkränzten Höhen der Uferberge haften würde und an den schnee- gekrönten Häuptern der Bergriesen dahinter. Wie er mit ihr buch alte romantische Gassen kleiner italienischer Städte wanbern mürbe. Ihr Kunst unb Schönheit biefes gesegneten Lanbes zeigen. Unb plötzlich träumte er sich ganz hinein in ben schönen Gebanken, baß Marlen ihn lieben könnte, baß er ihr alles geben würbe von ber Schönheit ber Welt unb sie ihm bafür Liebe, Ruhe unb Vergessen schenken. Er zweifelte plötzlich nicht mehr. Karla, bie kluge, gute Jugenbfreunbin hatte ja alles immer für ihn gewußt, wenn sein Leben auch noch so verworren unb unglücklich schien. Sie würbe auch jetzt bas Rechte für ihn wissen. Der Chauffeur sah sich ganz erstaunt um. Der Herr pfiff ja auf einmal so fröhlich vor sich hin. Sicher freute er sich auf bie schöne Reise. Aber bas wollte er boch daheim in der Dienerschaftsstube erzählen, daß der Herr zum ersten Male wieder fröhlich schien. 11. Kapitel. Sehr bedrückt und sorgenvoll kam Marlen von ihrer Dresdner Reise wieder. Der Abend mit dem Bruder war schön gewesen. Sie hatten für ein paar Stunden all ihre Not vergessen. Mit glänzenden Augen hatte Georg ihr von seinen Plänen erzählt. „Das ist ja das Schöne bei dir, Marlen", hatte er gesagt, „daß du als Gärtnerin eine Ahnung hast von dem, was ick will. Sonst versteht ja nur ein Landwirt die Bedeutung meiner Erfindung. Aber sieh mal, wenn es gelingt, eine Pflanze, wie die Lupine, zu entgiften, daß man sie verfüttern kann, dann gewinnen wir für unsere Vieh- und Milchwirtschaft Millionen! Du weißt doch, daß die Lupine immer nur gesät wird, um dem Boden wieder neue Nährstoffe zuzuführen. Aber wenn sie diese Aufgabe erfüllt hat, muß man sie als schädlich für das Vieh einfach mit umpflügen. Könnten wir sie aber als Futter benutzen, dann wäre unendlich viel gewonnen — das verstehst du doch?" Marlen nickte. Sie wußte, daß über diesem Problem schon seit Jahrzehnten gearbeitet wurde. Als Gärtnerin war sie erfahren genug, um zu wissen, wie wichtig die Lösung war. „Und d u hast es herausgefunden, wie man es machen muß?" Mit glänzenden Augen nickte Georg: „Ja, Marlen, ich habe es im Laboratorium des Pflanzenforfchungsinstituts herausgeknobelt. Aber bevor ich nicht einen Geldgeber finde, ber große Verfuchspflanzungen unb Verfuchsentgistungen finanzieren kann, will ich mein Geheimnis nicht nreisaeben. Bis jetzt habe ich noch keinen gefun- ben. Vielleicht werbe ich auch in Deutschlanb keinen finben", fuhr er gebrückt fort. Du weißt, Gelb ist bei uns knapp. Vor allen Dingen hat niemand Mut, Kapital in einer neuen Sache anzulegen." Er sah mutlos vor sich hin. Marlen hatte ihn getröstet, aber sie fühlte selbst, auch sie hatte nicht viel Hoffnung. Was sollte aus ihrem Bruder werden? Selbst wenn sie ihren Stolz überwand unb Karlas Vater um eine kleine Beihilfe bat, bamit war ja nichts gewonnen. Der Bruber mußte eine sichere Existenz finben. Leiber Gottes war er so roeüfremb unb unpraktisch, baß man ihn kaum in einen anberen Beruf stecken konnte. Er war Forscher mit Leib unb Seele. Im praktischen Leben war er unbrauchbar. So fuhr Marlen mit schweren Sorgen von Dres- ben nach Thüringen zurück. Sie hatte kaum einen Blick für bie Frühlingsschönheit ber Landschaft. Für bie grünbematbeten Hänge, bie ernsten Berge unb bie romantischen Täler, in benen Quellen und Bäche fröhlich dahinriefelten. Sie fehntö sich nur, zu Karla zu kommen und ihr Herz ausschütten zu können. Sie atmete auf, als sie bei einer Wegbiegung Schloß Weckenroth auf einer Anhöhe liegen sah. Nun fuhr ber Zug burch einen kleinen Tunnel unb hielt jetzt pfeifenb unb schnaufenb auf ber Station. Der Diener von Schloß Weckenroch ftanb auf bem Bahnstein, unb bort hinten sah Marlen auch Karlas Gestalt. Schnell stieg sie aus, nickte bem Diener freundlich zu, übergab ihm ihren Koffer und lief den Bahnsteig entlang. „Guten Tag, Karla." „Guten Tag, Liebes." Die Freundinnen begrüßten sich herzlich und gingen dann Arm in Arm dem Wagen zu, der hinter dem kleinen Stationsgebäude wartete. „Ich bin froh, daß du wieder da bist, Marlen", sagte Karla, als sie nun nebeneinander im Wagen Schloß Weckenroth zufuhren. „Aber wie siehst du aus. Liebes? Ganz blaß. In den eineinhalb Tagen ist die schöne Landfarbe schon wieder ganz verschwunden. Wie hast du deinen Bruder gefunden?" „Schlecht, Karla." Bedrückt erzählte Marlen von den Stunden mit Georg. „Es ist schrecklich, Karla — er hungert geradezu." „Warum nimmst du nicht eine kleine Hilfe von meinem Vater an, Marlen? Soweit kann er schon noch eingreifen, daß dein Bruder keine Not leidet." Ein Rot flog über Marlens blasses Gesicht: „Das weiß ich ja, Karla. Aber du mußt verstehen: Es bedrückt mich, daß ich so unendlich viel von deinem Vater annehmen muß. Ich bin ihm ja schließlich eine Fremde." (Fortsetzung folgt!) ■» •=*eia E85 = k. "je”««. e r : §2.«^-- : ^7 *»*S ? 68 ;; c ®sc Igte ek. Stic5* 5. e »«»>j ££§$' tt’G' 2 Ö|S t t > 0 = ® Q _ t 5 -V « = ^g h u Qg ^ZtSL C r- • c * B FS* e s 2* । *2 Sä S ® e o • tS s ** "Q0 'S»'S0 So®6' 8 A g» •»••8S ^.äv>e- 5 ££ g" P44 to-c-e 1A 9'°' Zur „16. Rhön" aus der Wassersuppe besonders der Zielflug von Spaethe (Lufifpork- landesgruppe Dresden) auf „Kondor" zu beachten, der ihn in feine Heimatstadt Lhemnih brachte (215 Kilometer). Dritte Reihst Chiron (Alfa Romeo), Ta- xacciola (Mercedes), Etancelin (Maserati). Vierte Reihe: Mays (ERA.), Rüesch (Mast, toti). , Künste Reihe: Fagioli (Mercedes), Rose- tneyer (Auto-Union), Varzi (Auto-Union). Sechste Reiher Pietsch (Auto-Union), Hartmann (Maserati). Siebte Reihe: Taruffi (Bugatti), Lang (Mercedes), Ghersi (Maserati). Achte Reiher Brioio (Alfa Romeo), Geyer (Mercedes-Benz). Vom Start weg lagen die deutschen Wagen in Front und zwar schoben sich Caracciola, Brauchitsch, Rosemeyer und Fagioli sofort an die Spitze. Zwischen ihnen lag der Italiener Ruvolari. In den ersten Runden hatte meist Caracciola die Führung inne. Als einmal Caracciola, Brauchitsch, Ruoolarr und Rosemeyer zu gleicher Zeit tanken und Reifenwechsel vornehmen mußten, ging Fagioli eine Runde lang nach vorne. Fagioli mußte aber dann zweimal an der Box anhalten. Rach vielen und harten Kämpfen Letzte sich schließlich Manfred von Brauchitsch an die Spitze drs Feldes und gab fle nicht mehr ab. Er vergrößerte feinen Vorsprung ständig, bekam aber dann die Anweisung, langsamer zu fahren, hinter ihm kämpften Nuvolan, Caracciola, Stuck und Rosemeyer um den zweiten Platz. Auch Fagioli lag noch gut im Rennen. Das übrige Feld — schon stark gelichtet — hatte bereits eine Runde Rückstand. Schließlich kam die letzte Runde. Don Brauchitsch lag 33 Sekunden vor Ruvolari, der nichts mehr riskierte, sondern aus „sicher" fuhr, hinter Ruvolari folgten Stuck, Ta- racciola, Rosemeyer. Plötzlich verkündete der Lotst- sprechet, daß Brauchitsch Reifenschaden hatte. Es dauerte nicht lange und dann erschien der rote Alfa Ruvolaris als Erster auf der Zielgeraden... Das Ergebnis: 1. Nmwlari (Alfa) 4:08:40,2 Stunden (121,1 Stundenkilometer), 2. Stuck (Auto-Union) 4:10:18,8 (120,3), 3. Caracciola (Mercedes) 4:11:03,2 (119,9), 4. Rosemeyer (Auto-Union) 4:12:51 (11?,1), 5. Brauchitsch (Mercedes) 4:14:17,4, 6. Fagioli (Mer- cedes) 4:15:58. Alle übrigen Fahrer lagen eine oder mehr Runden zurück. 70 Starts am Samstag. Die deutschen Segelflieger, die von jeher für die ffhre und baß Ansehen ihres Vaterlandes fliegen und in Zukunft gerade bei den traditionellen Rhön- segelflugwettbewerben auf der Wasserkuppe um den goldenen und silbernen Lorbeerkranz des Siegers kämpfen werden, erhielten am Samstag für ihre großartigen Leistungen innerhalb der ersten acht Tage anerkennende Worte aus berufenem Munde. Der Chef bes (Stabes im Reichsluftfahrtministerium, Generalmajor Wever, traf am frühen Morgen im Fliegerlager ein und begrüßte zunächst die vor dem Ursinus - Haus aufmarschierten Fiegermann- schaften der einzelnen Gruppen und die Mitglieder der verschiedenen Leitungen. Generalmajor Wever unterstrich in seinen Ausführungen die Bedeutung des Kameradschaftsgeistes und der Disziplin. Fliegerkapitän Roehre, der Wettbewerbsleiter der „16. Rhön" zeigte dem Generalmajor die mustergültigen Anlagen. Die von der Sportleitung ausgesetzten Tagesprämien für die größte höhe und weiteste Strecke brachten unsere Segelflieger auf ihren großen Vögeln nach dem Ruhetag (Freitag) sehr schnell wieder in ihr gewohntes Element. Generalmajor Wever, der in Vertretung des Reichsluftfahrtmini- siers einige Stunden auf der Wafferkuppe weilte, sprach auch über die gezeigten Leistungen in der Luft feine volle Anerkennung und den Dank des Ministers aus. Das Hauptziel für unsere Segelflieger war am .Samstag die Bayerische Ostmark. Bei schwieriger Wellerlage wurden insgesamt 70 Starts durchgesührl, davon 22 Jernslüge über 100 Kilometer, die bis in die Gegend von Römhild, Bamberg und Kronach führten, und 5 Fernflüge über 200 Kilometer, hierbei ist Mayer (Luftsportlandesgruppe Stuttgart) auf „Rhönadler" kam bis in die Gegend von Bayreuth (230 Kilometer), Ruhnke (Luftfportlandesaruppe Königsberg auf „Rhönadler" in die Oberpfalz (231 Kilometer), König (Königsberg) auf „Rhönbussard bis Pilsen (255 Kilometer) und Kennel (Landesgruppe Hannover) aus „Rhönadler" bis in die Oberpfalz (290 Kilometer). Peter Riedel (Reichsgruppe Deutsche Lufthansa) flog auf seinem Kondor „La Falda" bis Passau (320 Kilometer). Am Samstagabend lagen die Landungsmeldungen von den Stuttgartern Wolf hirth und feinem Kameraden hakenjos noch nicht vor. Einer der beiden Segelflieger wurde in großer höhe über Pilsen gesichtet, so daß angenommen werden muß, daß sie in Richtung Eger fliegen. Der zweite Sonntag auf der Rhön. Wolf hirth schafft 420 Kilometer. Im Laufe des Sonntag vormittags gingen noch folgende Landemeldungen von den am Samstag auf Strecke gegangenen Segelfliegern bei der Wettbewerbsleitung ein: Krenz (Essen) gelangte auf seinem „Rhönadler" bis Laban ^Tschechoslowakei (217 Kilometer), S o r- ger (Essen) auf „Rhönadler" bis nahe Marienbad (220 Kilometer) und Opitz (Darmstadt) auf „Präsi- dent" bis Marienbad (240 Kilometer). Die (Stuttgarter hakenjos auf „Rhönadler" und Wolf hirth auf „Minnimoa" landeten in der Tschechoslowakei bei Pisek ((330 Kilometer) bzw. bei Zla- bings (420 Kilometer). Wolf hirth schaffte damit den zweitlSngsten Streckenflug des diesjährigen Wettbewerbs. Es fehlt nun noch jede Nachricht über den Flug Sie deutschen Mermeisterschasten Nach den Vor- und Zwischenläufen am Samstag. flieaer und ihrer Hilfsmannschaften einmal m* nächster Nähe in Augenschein zu nehmen. Mit dem Fliegen sah es zunächst böse aus. Die Sportleitung konnte daher auch bei dieser Wetterlage keinesfalls für die Piloten die Verantwortung tragen. So mußten die Besucher denn vorerst mit der Besich« tiguna der Flugzeuge in der „Hermann-Göring- halle^ vorlieb nehmen. Am Nachmittag machte bann die Wasserkupvs ihrem Namen wieder alle Ehre. Es „fnofte" sich langsam und sicher ein, und alle Herrlichkeit war somit vorbei. 1876 und Kölner RV. von 1877. Den Zweier „mit" holten sich Berliner RC. Hellas von hannoverscher RC. 1880 und Verbandsmannschaft Berlin. Einen interessanten Kampf gab es im D o p p e l. zweier. Die drei ersten Boote lieferten sich ein scharfes Rennen und Remagen-Ritter vom Berliner RC. konnten ihren Sieg erst im Schlußspurt vor Füth-von Opel vom RV. Rüsselsheim und den Frankfurter Germanen Paul-hüllinghoff sichern. Der abschließende Ackter war dann der Höhepunkt und zugleich das schönste Rennen der Regatta. Bei 1000 Meter konnte sich das 1. Boot der Berliner Derbandsmannfchaft vor dem 2. Boot und Mainzer RV. einen Vorsprung erkämpfen, den es bis zum Ziel halten konnte und sich fo die Meisterschaft holte. Rundfunkprogramm Dienstag, 30. Juli. 6 Uhrr Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.301 Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30t Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14t Nachrichten. 14.15: Wirtfchaftsbericht. Was gibt es Neues? Worüber man heute spricht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Kleines Konzern 16.30: Das köstliche Salz. Aus der Geschichte eines alten Kulturgutes. 16.45: Was wissen wir von Irland? Der Freiheitskampf eines Volkes. If: Nachmittagskonzert. 18.30: Wir wandern durch heimatliche Fabriken. Berichte aus dem Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung. 18.45: Zeitgenossen gibts... 19: Unterhaltungskonzert. 19.40k Das deutsche Rundfunkschrifttum das Nachschlagewerk des Rundfunkschaffens. Von Walter M. (Senfei von der Reichsrundfunkkammer (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspiegel des Reichsfenders Frank» furt. 20: Nachrichten. 20.10 Volksmusik. 20.45: Mit dem Kurzwellensender auf der Schauinslandbahn. Am Mikrophon: Paul Laven. 21: Die muntere Seefchlange. Eine klingende Reife durch die Saure- Gurken-Zeit. Mit lustigen Szenen. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.10: Weltpolitischer Monatsbericht. Don Prof. Dr. Karl Haushofer. 22.30: Musik zur späten Nacht. ' Auf der schönen Regattastrecke des Baldenay-Sees bei Essen-Hugel wurden am Freitag und Samstag die Dor- und Zwischenläufe zum 2 4. Deutschen Meisterschaftsrudern ausgetragen. Bei dem herrlichen Wetter und der guten Organisation konnten die Rennen durchweg reibungslos durchgeführt werden. Für den Endlauf im Vierer ohne Steuermann haben sich Etuf Essen, Erster Breslauer RV., Derbandsmannfchaft Würzburg und Wiking Berlin durchgesetzt, im Einer blieben noch Dr. Buhtz - Berlin, haslebner- Dresden, Schäfer- Dresden und Kaidel-Würzburg startberechtigt, den Achter bestreiten Derbandsmannfchaft Berlin (2. Boot), Mainzer RD^ Derbandsmannfchaft Berlin (1. Boot) und RG. Leipzig, für den Vierer mit Steuermann haben sich Etuf Esten, Limburger RC., Verbandsmannfchaft Würzburg und WSV. Godesberg qualifiziert und am Ablauf zum Doppelzweier werden Berliner RC., RV. Rüsselsheim, Frankfurter RG. Germania und Renngemeinschaft der Studen- ten-Rudervereinigung Münster-Hannover erscheinen. Durchweg spannende Rennen am Sonntag. Am Sonntag wurden die Deutschen Rudermeisterschaften, die in Verbindung mit der 27. Hügelregatta zur Durchführung kamen, beendet. Alle Rennen konnten bei dem guten Wetter und vor zahlreichen Zuschauern auf der 2000-Meter-Regatta- strecke reibungslos ausgetragen werden. Einen Doppelsieg feierte die Derbandsmannfchaft Würzburg, die sich den Titel im Vierer ohne und im Vierer mit Steuermann holte. Im Vierer „ohne" siegten die Bayern mit dreiviertel Längen sicher vor Etuf Esten, 1. Breslauer RV. und Wiking Berlin, und im Vierer mit Steuermann waren sie im Endspurt ganz überragend und kamen mit einer Länge vor WSV. Godesberg, Etuf Esten und Limburger RC. durchs Ziel. Der Einer mußte zweimal gestartet werden, da es nach dem ersten Start bei 400 Meter zu einer Kollision gekommen war. Der zweite Start klappte dann, aber auf halbem Wege kenterte der Würzburger Willy Kaidel und wenig später gab auch Europameister Gustav Schäfer (Dresden) auf, so daß Dr. Buhtz es nicht allzu schwer hatte, den Titel vor haslebner (Dresden) zu erringen. Im Zweier ohne Steuermann wurde der Dresdener RV. Dresden-Blafewitz Deutscher Meister vor Mannheimer RC. von 1875, Berliner RV. von von Heidrich (Dortmund), der am Samstaanach- mittag auf feinem „Rhönadler" zu einem Heber» lanbflug startete. Die nach dem überaus erfolgreichen Samstag in das Wetter des Sonntags gefetzten Hoffnungen erfüllten sich leider nicht. Es wehte zwar ein frischer Wind über die Kuppen, doch hingen die Wolken so tief, daß die Bergkuppen teilweise ganz verhüllt waren. Wie immer gerade an den Sonntagen während der traditionellen Veranstaltungen, hatten sich aud) heute wieder riesige Menschenmengen eingefunden, um das Leben und Treiben unserer Segel- Gießen (Friedensstraße 20), den 28. Juli 1935. Todesanzeige. Heute vormittag 9% Uhr verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Döring Im Alter von 42 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen, Frau Emilie Döring, geb. Eifert Nutzen Sie diese Vorteile meines großen Lagers. Alle für den Saison-Schluß-Verkauf in Frage kommenden Waren sind gesondert ausgelegt und bieten Ihnen eine reiche Auswahl Saison-Schluß-Verkauf Ab heute Montag, den 29. Juli 1935, beginnt für Sie die große billige Einkaufs-Gelegenheit! Die Beerdigung findet in der Stille statt 4358 D 16 MARKT 16 Bahnhofstraße 47 Hillebrandstraße 2 Die trauernden Hinterbliebenen. von der Reise zurück 01187 4360 D 4358 A Gießen (Schlageterstraße 4), den 27. Juli 1935. Scharmann, Gerichtsvollz.,Gießen I D erlrn-Lichterfelde Wernerwall 33 Telefon 3108.1 lUllllllllllllllllllimillllllllllllllllllllllllllllHIlim Heute nacht entschlief sanft in dem Herrn meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter Ab 1. August halte ich wieder Sprechstunde ab überaus zahlreich zugegangenen Beweise herzlicher Teilnahme sagen wir aufrichtigen Dank. hO Heute abend rj hole ich „sie" ab! Sie denk en natürlich wie- der an eine junge Da- me oder sowas. — Nein — ich hole um 6 Uhr meine entwickelten Füme vom Sonntag bei Photo-Winterhoff. Da freue ich mich stets den ganzen Montag drauf. Immer wird die Freude noch größer, wenn ich die Bilder erst in der Hand habe. — Ja, die Photoarbeiten von Photo-Winterhoff sind ordentlich. Frau Marie Haus, geb. Käs im Alter von 68 Jahren. Swaussvevsieisevtms Dienstag, 30. Juli, 14UHr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort u. Stelle (Bekanntg. in ob. Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-,Laden- u.Büromöbel a.Art, Polier-. Näh»/Rechen-, Bandschleifund Bohnermaschine/ 1 Massage-, Photo-/ Schnelldruck- und Abzreh- avvarat/ 1 Goniometer/ 2 ft-em- flläfet/ 1 Schleifbank, Anzugstoffe, Kastenschränke/Radios,1 Nivellier- Gießen (Crednerstr. 6), Frankfurt/M», Darmstadt, Bad Kreuznach Worms a. R., den 29. Juli 1935. Danksagung. Für die uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Haus und Frau. Dentist Doering Bleichstraße 8. | Verkäufe Radio-Avvarat 4 Röhr./7 Kreise, neuro., nur wen. Tage gebt., verk. für 150RM.( statt 250 RM.). Schr. Ang.u 03191 an d. Gieß. Anzeig. Dr. Marie Gürtler Aerztin Herrn Christian Hoerster Lokomotivführer 1. R. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. Juli, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 03192 Instrument/ 1 Waschtischgarnitur, 1 Gasautomat/ Oefen/1 Registrier- und Ladenkasse/ 8 Pelzmützen, 2 Klaviere, Ersschränke, 2 Steppdecken, IPritschenroagen, 1 Akten- rollschrank, m. Spangensch., 1 Del- gemälde,lMotor,m.Regenmützen. Bestimmt: 1 Schreibmaschine, 1 Tisch- und Schrankarammophon, 300 Rollen Krepp-Papier. 43g2r | Kaufgesuche"] teselmailtl 75% cm Durchm. gesucht. 03190 Ludwigsvl.4vt. 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