Ur. HO Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 29. Juni 1955 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimatim Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüffe »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: 8rankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche UnkverstlStr-Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftieitung und Seschästrftelle: Schulstrahe ? 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Die häufigen Tagungen der Völkerbundsorgane zwangen trotz der Einrichtung einer ständigen Vertretung tn Genf, eines sog. „zweiten Delegierten", in welcher Funktion besonders Lord Cecil allgemeiner bekannt geworden ist, immer häufiger den britischen Außenminister, persönlich in Genf zu erscheinen, je mehr es üblich wurde, die zwangsläufigen Zusammenkünfte der leitenden europäischen Staatsmänner in Genf aus Zweckmäßigkeitsgründen zu gleichzeitiger vertraulicher Aussprache zu benutzen. So kam schnell den in kleinem Kreise geführten Gesprächen in den Wandelgängen des Völkerbundspalais oder in der Halle eines Genfer Hotels mehr Bedeutung zu, als den offiziellen Beratungen des Rats oder gar der Dölkerbundsverfammlung. Aber die Zeiten änderten sich bald. Je mehr Lücken die „Liga der Nationen" aufwies, umsomehr trat auch Genf als politische Börse in den Hintergrund. Die Vereinigten Staaten zogen sich von den europäischen Affären zurück, Lateinamerika gewöhnte sich daran, seine Streitigkeiten unter sich auszutragen, nachdem der Völkerbund den Chaco-Krieg nicht hatte verhindern können. Der durch die Vermittlung Argentiniens und Brasiliens in Buenos Aires zustande- gekommene Friedensschluß zwischen Bolivien und Paraguay beweist den fortgeschrittenen Grad der Abkehr der lateinamerikanischen Welt von der Genfer Hilflosigkeit, Japan verließ den Völkerbund, nachdem es im Mandschurei-Konflikt die Genfer Ratschläge als lästige Fessel für seinen Imperialismus gespürt hatte. Deutschland, auf dessen leeren Stuhl in Genf einst Macdonald warnend hingewiesen hatte, zog sich enttäuscht und brüskiert von einer jahrelangen Politik der Heuchelei und des Opportunismus aus Genf zurück, um mit neuen und weiseren Methoden sich die ihm in Genf beharrlich verweigerte Gleichberechtigung im Rat der Nationen zu erkämpfen. Der Einmarsch der Sowjetunion ift kein Ersatz für das Fehlen oder die Uninteressiertheit der schon genannten Mächte, zumal man mit dem Hereinlotsen der Moskauer Bolschewiken eine Reihe kleinerer Mächte, die unter der Zersetzungsarbeit des Kommunismus im eigenen Lande sehr zu leiden haben, schwer verschnupft hat. Und nun scheint auch noch Italien die Lust am Genfer Unterhaltungsspiel verlieren zu wollen, wenn man ihm bei der Austragung seines Konflikts mit Abessinien ernstliche Schwierigkeiten machen sollte. Da ohnehin Mussolini seit vielen Jahren die Grenzen seines Landes nicht mehr überschritten hat, ist also Genf als Mittelpunkt der europäischen Gespräche beträchtlich entwertet worden. Der britische Außenminister mußte von seiner traditionellen Route London—Paris—Gens immer größere Abweichungen vornehmen, um sich durch persönliche Fühlungnahme mit den leitenden Staatsmännern Europas ins Bild zu setzen. Eine Umorganisation innerhalb des Kabinetts Macdonald, die Ernennung Edens zum Lord- siegelbewahrer als Gehilfe des Staatssekretärs Sir John Simon, hatte der neuen Methode bereits Rechnung getragen. Im neuen Kabinett Baldwin hat man diese Arbeitsteilung schärfer abgegrenzt. Eden wurde neben dem neuen Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Sir Samuel Hoare speziell Minister für Dölkerbundsangelegenheiten. Das sollte nicht nur ein Pflästerchen für Eden sein, dessen Jugend angeblich für König Georg ein Hinderungsgrund war, ihn mit der Leitung des Foreign Office zu betrauen. Es entsprang auch nicht allem dem rem praktischen Bedürfnis, den Außenminister durch einen Kollegen zu entlasten, der durch seine Reisen die notwendigen Informationen einholen mutz die man heute weder durch seine ständige Vertretung in Genf noch durch dar Netz der diplomatischen Nachrichtenübermittlung, die Botschafter und Gesandten, in hinreichendem Maße erhalten kann. Nein, es kommt bei der Ernennung Edens zum Dölkerbundsminister der Wunsch zum Ausdruck die große Bedeutung, die England auch trotz aller Enttäuschungen und Fehlschläge nach wie vor de r Idee und der Organisation des Völkerbundes für die Sicherung des Friedens bet- mißt, besonders zu unterstreichen. Es ist wichtig, das festzuhalten, denn nicht nur war Edens letzte Informationsreise nach Paris und Rom von der Absicht getragen, die Befürchtungen, daß das deutsch- britische Flottenabkommen einen grundsätzlichen Kurswechsel der britischen Außenpolitik bedsiten könnte, entschieden zu zerstreuen, sondern auch in der Kritik, die das Abkommen neben der foist einhelligen Zustimmung der britischen Oeffentlichkeit hier und da in hochkonservativen Kreisen rote in den Reihen der Liberalen und der Arbeiterpartei gefunden hat, schwang besonders bei den Sprechern der beiden letztgenannten Gruppen lmmer die Sorge mit, England könne der Idee des Völkerbundes den Rücken kehren, die nun einmal w der britischen Welt zum Symbol einer wahren Friedenspolitik geworden ist. , Natürlich hat diese Einstellung zum Flottenabkommen auch ein sehr ausgeprägtes innerpolmsches Gesicht. Die Parlamentswahlen werden erwartet, womöglich noch vor Ablauf dieses Jahres, und Liberale und ßabourpartei sind begreiflicherweise bemüht, sich rechtzeitig zugkräftige Wahlparolen zu verschaffen. Da der Abschluß des Flottenabkommens wie für die außenpolitische Methode des nationalsozialistischen Deutschlands so auch für die Außenpolitik des Kabinetts' Baldwin ein nicht wegzudis- putierenber Erfolg von größter Zukunftsbedeutung ist, so suchen Liberale und Arbeiterpartei Distanz Oer Streit um die beste Methode. England ist von der Nützlichkeit der Einzelbehandlung und des schrittweisen Fortschreitens überzeugt, aber keine Gegenliebe in Paris. London, 29. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nachdem Eden der englischen Regierung über seine Besuche in Paris und Rom berichtet hat, wird die internationale Lage von der Presse lebhaft erörtert, wobei die englisch-französischen Beziehungen und die abessinische Streitfrage die Hauptrolle spielen. „Times" meint, die britische Regierung ist der Ansicht, daß die Verhandlungen über alle Punkte des Londoner Protokolls vom 3. Februar vorwärts getrieben werden sollen: Luftpakt, Ostpakt, Donaupakt und Rüstungsbegrenzungen. Die Initiative wird am besten von j e - der Macht — in Übereinstimmung mit den anderen Mächten — in der Angelegenheit ergriffen, an der sie am meisten interessiert ist. Die britische Regierung könnte z. B. an dem Luftabkommen arbeiten, selbstverständlich mit allen anderen Locarnomächten, die französische Regierung am Ostpakt und die italienische Regierung am Donaupakt. Die wichtigste Frage von allen, die Begrenzung der Rüstungen, lasse sich am leichtesten regeln, wenn ein erhöhtes Sicherheitsgefühl vorhanden sei, das, wie man vernünftigerweise hoffen könne, durch den erfolgreichen Abschluß von Pakten geschaffen werden dürfte. „Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß, wenn weitere Verhandlungen mit Deutschland über verschiedene europäische Fragen eröffnet worden seien, ein Zeitabschnitt ernfter Beanspruchung für die englisch-französischen Beziehung " n kommen werde. Infolge der Derwickelt- heit jeder europäischen Frage und der Schwierigkeit, ihre Lösung mit anderen in Verbindung zu bringen, müsse die britische Regierung jetzt d i e Gesamtlage sorgfältig prüfen. Eden habe seinen Kollegen nach feiner Rückkehr nach London wahrscheinlich wenig erfreuliches zu berichten gehabt. Das zwischen den drei Teilnehmern der in Stresa und Genf geschaffenen Einheitsfront Herr- schende Vertrauen sei nicht wieder voll her- gestellt worden, obwohl kein tatsächlicher Bruch vorliege. Ob die französische und die italienische Regierung etwa die britische Versicherung über den deutsch-englischen Flottenpakt in der erhofften Weise ausgenommen hätten? Tatsächlich drängten sie auf der Zusage, daß diese getrennten Verhandlungen nicht fortgesetzt werden sollen. Die Angelegenheit geht sehr viel tiefer als eine bloße Etikettefrage. Die die Ansichten franzosenfreundlicher ultrakan- fervativer Kreise wiedergebende „Morning Post" schreibt, die Weigerung der englischen Regierung, irgendein Versprechen abzugeben, daß sie getrennteVerhandlungen mit Deutschland nicht fortsetzen wolle, verursache ernste Besorgnisse in Frankreich und anderen Ländern. Laval habe eine Versicherung erwartet, daß England die Einheit der Stresafront und die Zusammengehörigkeit der verschiedenen europäischen Fragen beachten würde. Stattdessen sei er anscheinend von der britischen Reaierung unterrichtet worden, daß die Fragen nach Ansicht Englands am besten gelöst werden könnten, wenn jedes Land mit den Verhandlungen fortschreite, an denen es interessiert sei, und eine allgemeine Regelung sich selbst überlasse. Für England bedeute dies die höchste Anstrengung zur Erzielung des West- Luftpaktes. Frankreich würde eingeladen, m i t Deutschland in der Frage der Landrüstungen zu einer öireften Verstän- bigung zu kommen, währenb Sowjetruß- l a n b und die baltischen und Mittel- europaftaaten in angemessenen Pakten f ü r ihre eigene Sicherheit sorgen würden. „Morning Post" wirft in leidenschaftlichen Tönen der englischen Politik Wankelmütigkeit und Unbeständigkeit vor. Mit dem deutsch-englischen Flottenabkommen habe England das Londoner Protokoll und die Stresafront in die Luft gesprengt. „Wir können uns selbstverständlich in diesem besonderen Fall nicht durch irgendwelche erklügelte Aussprache von dem Tadel reinwaschen, die Grundsätze des 3. Februar und Stresas fang» und klanglos aufgegeben zu haben. Aber was ift mit der Zukunft? Ist das Flottenabkommen nur ein einmaliges Ausgleiten, das wir nicht wiederholen wollen?" Eden hat in Paris hinter sich eine Spur der Ungewißheit und des Mißtrauens zurückgelassen. „Daily Mail" meldet, die britischen Minister seien immer noch der Ansicht, daß die Methode, die bei dem Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens angewandt und durch die Zeit und Arbeit erspart worden sei, die beste sei. Wenn Frankreich der getrennten Verhandlung eines Luftpaktes zustimmen sollte, dann nur unter der Bedingung, daß er n i ch t in Kraft treten solle, bis eine Vereinbarung über d i e anderen Punkte, — Landrüstungen, Ostpakt und Donaupakt — erzielt sei. MeRommsedessranzösischenGeneralstabschess. Militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Italien. Rom, 29. Juni. (DNB.) Der Besuch des Generals G a m e l i n in Rom wird mit der größten Zurückhaltung behandelt. General Gamelin, der am Mittwochabend in Rom eingetroffen ist, hat bereits am Freitagmittag mit dem Pariser Luxuszug die Rückreise angetreten. Don italienischer Seite will man dem Besuche Gamelins, der ein persönlicher Freund des französischen Botschafters ist und auch als sein Gast in der französischen Botschaft uiung nahm, nur privaten Charakter beigemessen sehen. Andere freilich berichten über die militärischen Besprechungen, die Gamelin in Rom mit dem italienischen Generalstabschef Marschall B a d o l g i o geführt hat,. Der römische Korrespondent des „Mat»n" schreibt: Die italienische Regierung bewahre über diese Besprechungen eine außerordentliche Zurückhaltung, da es sich zweifellos darum handele, die- zweiseitigen S o n d e r v e r h a n d l u n g e n mit Frankreich über bie Sicherheits - frage nicht so sehr in Erscheinung treten zu lassen in einem Augenblick, ba bie Diplomatie sich bemühe, zu einer allgemeinen europäischen Zusammenarbeit zu kommen. Immerhin treffe es zu, daß der französische Generalstabschef nach Rom entsandt worden sei, um sich über eine mögliche militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu unterhalten. Man könne versichern, daß in den Besprechungen Gamelins kein eigentliches Militär- abkommen vorgesehen sei, ebenso wenig wie anläßlich des Besuches des französischen Luftfahrt- ministers Denain ein Luftabkommen abgeschlossen worden sei. Das schließe aber nicht die Solidarität der beiden Generalstäbe und die Vorbereitung gemeinsamer Maßnahmen aus, die notfalls angewandt werden sollten, um die lange gemeinsame Front vom Rhein bis zum Brenner zu schützen. Man verstehe auch, das besondere Interesse, das Italien für ein derartiges Programm zeige, da feine militärischen Anstrengungen in Oftafrifa einen beträchtlichen Teil seiner Streitkräfte beanspruchten, so daß es zu einer Abänderung seiner Mobilisations pläne und Truppe n k o n z e n t r a t i o n s p l ä n e im Norden gezwungen sei. Die Besprechung zwischen den beiden General- stabschefs dürfte daher gewiß zu nützlichen Ergebnissen geführt haben. Selbst wenn sie nur eine Sondierung gewesen wäre, so sei sie doch erleichtert worden durch bie persönliche Bekanntschaft ber beiben Generalstabschefs aus ber Zeit, ba Babolgio Botschafter in Brasilien unb Gamelin Leiter ber dortigen französischen Militärkommission gewesen seien. Badolgio gelte außerdem als überzeugter Anhänger der französisch - italienischen Zusammen- arbeit. Er habe schon 1923 einen gemeinsamen Aktionsplan für die beiden Armeen ausgearbeitet, der seinerzeit der französischen Regierung übermittelt worden sei. m—BUIMIU1 Mil zu gewinnen von ber offiziellen Außenpolitik, ber sie im Grunbe ihre Bewunberung nicht versagen können, inbem sie ihre Zustimmung zum Flottenabkommen mit ber vorgeblichen Sorge verbrämen, als ob bie beim Abschluß zutage getretene neue M e - thobe zweiseitiger Derhanblungen eine Abkehr von ber trabitioneUen englischen Politik allseitiger Friebenssicherung bebeute, bie für Liberale unb Arbeiterpartei sowohl ihrer politischen Vergangenheit wie ihrer Doktrin entsprechenb nun einmal im Wilsonschen Völkerbunb ihre Vollenbung gefunden hat. Auch bie ultrakonservativen Dieharbs vom Schlage Lörb Lloybs unb Churchills suchen an ber Methobe zu mäkeln, ba nun einmal bie Sache selbst in unanfechtbaren Sachverstänbigen wie ben Män? nern ber Abmiralität unb bem ehemaligen Flottenchef Lorb Beatty, einst Abmiral Hippers Gegner in ber Skagerrakschlacht, ihre besten Verteibiger gefun- ben hat. Sie interessiert inbessen nicht so sehr ber Völkerbunb, für besten Wert sie nur ein Achselzucken Haden, als Englanbs „alte Freunbschaften", womit natürlich Frankreich gemeint ist, bas sie mit Austen Chamberlain „Heben wie eine Braut". Damit greifen sie bas Stichwort auf, bas als Echo auf ben Abschluß bes beutsch-britischen Flottenabkommens in Paris ausgegeben würbe. Hier hat man bie Flottenverhanblungen als „Extratour" Englanbs empfunben, als starke Belastung ber traditionellen französisch-britischen Freundschaft unb schließlich als Preisgabe ber in bem Londoner Programm vom 3. Februar für die Errichtung des europäischen Friedensqebäudes festgelegten, in Stresa am 14. April bekräftigten Methode. Man könnte meinen, für bie Franzosen spiele ber Erfolg feine Rolle, wenn bie Methode ihrer Ansicht nach falsch war, bie zu bem Erfolg geführt hat. Aber ganz so ausschließlich auf Der gefühlsmäßigen Ebene liegen bie Dinge doch nicht. Es stehen recht greifbare Sorgen hinter ber kühlen Aufnahme, bie Eben in Paris gcfunben hat, als er ben Versuch machte, bie alten Freunde über Sinn unb Ziel unb Nützlichkeit ber britiföen „Extratour" aufzuklären. Die Franzosen furchten nämlich nichts mehr, als mit Deutschlanb unb bem Rest ihres umfangreichen Wunschzettels allein ge lassen zu werben, nachbem bie Englänber bies fte m erster Linie oder vielleicht sogar °u-schl-HNch intereffierenben Fragen ber See- unb Lustrustun- gen durch direkte Aussprache mit Deutschland zu ihrer Zufriedenheit bereinigt Haden. Daher ber lebhafte Wunsch Lavals, sich gegen irgenbwelche deutsch-englische Sonderverhandlungen über ein Luftabkommen analog des Londoner Flottenabkommens zu versichern. Die englische Presse hat immer wieder darauf hingewiesen, daß England nichts bagegen einzuwenben haben werbe, wenn Frankreich seinerseits in birefte Unterhaltung mit Deutschlanb ein Uebereinfommen über eine Begrenzung ber ßanbrüftungen — bei ber großen Ver- schiebenartigkeit ber nationalen Bebürfnisse unb ber schlechten Vergleichsmöglichkeit sicherlich bas schwerste Stück eines umfassenben Rüstungsabkommens überhaupt — unter Dach unb Fach bringen würbe, ja baß man in England eine solche „Extratour" bes französischen Freunbes warm begrüßen würbe. Aber Frankreichs Mißtrauen ist zu groß, um fo sorgfältig gepflegte Theorien, wie bie von ber „Unteilbarkeit bes Friebens" von heute auf morgen als fortfchrittshemmenb unb utopisch über Borb zu werfen. Laval hat in zwei Reben der letzten Woche zwar angebeutet, baß nach ber großen Programmrebe des Führers das deutsch-französische Gespräch offen bleibe unb er nicht zögern werbt zu hanbeln, wenn bie Möglichkeit eines beutsch-französischen Abkommens gegeben fei. Das ist ein Bekenntnis zu nüchterner Realpolitik, bie wir Herrn Laval gerne gutschreiben wollen. Aber in seiner Unterhaltung mit Eben scheint Laval boch zäh geblieben zu sein. Die Pariser Presse meint, man könne wohl an gesäuberte Derhanblun- qen über bie einzelnen Punkte bes Londoner Programms denken, ab-r bindende Abmachungen dürften nur in einem alle Punkte umfassenden Gesamtabkommen niedergelegt werden. Ob diese Version tatsächlich eine Abschwächung ber bisher von Frankreich geforderten Methode „Alles auf einmal, ober gar nichts" bebeutet unb Eben bamit einen Erfolg zugunsten einer elastischeren Me- thobe bes Derhanbelns mit nach Hause bringen konnte, ist noch nicht klar zu burchschauen. Jeben- salls wirb es noch vielen guten Zurebens bedürfen, um Frankreich wirklich davon zu überzeugen, daß die harte Kruste des Mißtrauens nur langsam auftauen kann und daß jede Möglichkeit, hier oder ba eine Bresche zu schlagen, mit Energie ausge- nützt werben muß, bamit einmal von Rinne zu Rinne ber breite Strom gegenseitigen Vertrauens unb Verstänbnisses zwischen zwei großen Nationen frei zu fließen beginnt. Eben war auch in Rom. Italiens Stellung zum beutsch-britischen Flottenpakt ist ber seepolitischen Lage Italiens entsprechend natürlich sehr viel nüchterner als die Frankreichs. Wohl mehr, um der noch recht jungen Freundschaft der beiden lateinischen Schwestern willen seine Solidarität mit Paris zu bezeigen, hat auch Mussolini an den Methoden einiges 'auszusetzen, aber das Ergebnis muß ihm sympathisch fein, denn es bedeutet für Jta- liens seepolitische Sage im Mittelmeer eine spürbare Entlastung insofern, als eine auch nur in Öen Grenzen des Londoner Flottenabkommens langsam verstärkte deutsche Kriegsflotte natürlich stärkere britische und französische Flotteneinheiten in der Nordsee, im Kanal und im Atlantik binden wird, als bisher. Unb bei aller Freunbschaft, ber alten zu Enalanb unb ber jungen zu Frankreich, weiß boch Italien, was eine Abschwächung bes Drucks frember Kriegsflotten auf feine langgestreckten offenen Küsten unb auf die Ueberfahrt nach Afrika zu bedeuten hat. So scheint Eden mit bem Flottenabkommen in Rom keine großen Schwierigkeiten gehabt zu haben. Aber wichtiger für ihn war ja auch bie Erörterung bes italienisch- abessinischen Konflikts. Englands 93er- fuch, den offenen Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Italien und seinem ostafrikanischen Nach- harn mit allen Mitteln zu verhindern, entspringt zwei Beweggründen. Einmal hat England im Gebiet des Tana-Sees im nordwestlichen Abessinien Interessen, die es nicht durch kriegerische Ereignisie, die eine Schmälerung der Souveränität des Kaisers von Abessinien ober gar eine italienische Besitzergreifung Zur Folge haben könnten, preisgeben darf, wenn nicht bie Wasserversorgung bes Suban unb bamit bie großen wirtschaftlichen Werte ber dort angelegten Baumwollkulturen gefährdet roer- d-n sollen. Zum anderen sieht sich England als Mitglied des Völkerbundes unb überzeugt von seiner Nützlichkeit für ein weltumspannendes' Friebenssystem in einer peinlichen Zwickmühle, wenn nach dem Scheitern der gegenwärtig in Sche- oeningen geführten Schiedsverhandlungen Italien zum Kriege schreiten sollte und Abessinien bann das Eingreifen bes Dölkerbunbes forbern würbe. Ein ähnlicher Konflikt zwischen Opportunität unb Recht, ber einst Japan aus bem Völkerbunb gehrte* ben hat, müßte zwangsläufig England vor die Entscheidung stellen, zu dulden, daß Abessiniens Klage in Genf kein Gehör fände und das Ansehen des Völkerbundes damit einen neuen, vielleicht tödlichen Stoß erhielte oder dem italienischen Imperialismus in den Arm zu fallen und damit Italien, dessen Begeisterung für die Genfer Institution niemals überwältigend war, zum Verlassen des Völkerbundes Anlaß zu geben, womit dann von den Großmächten England und Frankreich mit dem bolschewistischen Rußland allein in Genf bleiben würden. Gewiß kein sehr reizvolles Bild für einen britischen Außenminister. Aber' wenn auch Eden in Rom, beschwingt von dieser Sorge, mit Engelszungen geredet haben mag und wenn auch offenbar auf britisches Zureden hin aus Addis Abeba Nachrichten von der Bereitwilligkeit des Kaisers zu sehr weitgehenden wirtschaftlichen Zugeständnissen kamen, so scheint der Duce doch hartnäckig auf einer radikalen Operation dieser eiternden Wunde am Körper des italienischen Kolonialreichs bestanden zu haben. Ob die Errichtung eines italienischen Protektorats über Abessinien ähnlich dem französischen über Marokko den Vorstellungen Mussolinis entspricht, ist noch nicht ganz deutlich geworden. Jedenfalls steht hier die englische Politik vor einer ungeheuer schwierigen Aufgabe, die vielfach in die verzwickten europäischen Dinge hineinspielt. Interessen und Freundschaften liegen keineswegs sauber -"Zeordnet nebeneinander, sie überschneiden sich vielfach und die britischen Staatsmänner werden sehr behutsam sein müssen beim Entwirren der Knoten und Knüpfen der Fäden, damit aus vielen Einzelmaschen das große Netz einer dauerhaften Friedenssicherung sich über Europa spannen kann, das wie jeder ehrliche Friedensfreund nicht zuletzt Deutschland dringend wünschen muß. Wozu ist Abessinien bereit? Eine Unterredung mit dem Kaiser. '.London, 29. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Unterredung mit einem Sonderberichterstatter des „News Chronicle" erklärte der Kaiser von Abessinien u. a., wenn es zu einem Krieg komme, werde er. seine Truppen selb st anführen. Auf d'ie Frage, ob er wirklich an einen Krieg glaube, antwortete er, er vertraue immer noch darauf, daß der Völkerbund und die Großmächte den Krieg verhindern könnten. England und Frankreich hätten hilfreiche Bemühungen für eine friedliche Regelung des Streitfalles gemacht. Die Mitteilung, dag England wirtschaftliche Zugeständnisse Abessiniens an Italien vorgeschlagen habe, sei nur ein Pressebericht. Italien habe niemals irgendeine Forderung nach wirtschaftlichen oder gebietsmäßigen Zugeständnissen vorgebracht. Abessinien g e - währe rein wirtschaftliche Konzessionen nur an Privatleute oder Firmen, nicht aber an Regierungen. Die italienischen Staatsangehörigen würden wie bisher auf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung mit den anderen Ausländern behandelt werden. Der Kaiser .rklärte ferner, daß neutrale Ausländer im Kriegsfall nicht das Land zu verlassen brauchten, da die abessinische Regierung für ihre Sicherheit sorgen werde. Abessinien habe bei keinem Lande und bei keiner Gruppe um finanzielle Unter st ützung n a ch g e s u ch t oder eine solche angeboten erhalten. Abessinien suche außerdem keine Vergrößerung seines Gebietes, z. B. einen Zugang zum Roten Meer. Die abessinische Regierung lenkt die Aufmerksamkeit auf die fortgesetzte Entsendung italienischer Truppen, die weit über alle möglichen Erfordernisse für die Verteidigung der italienischen Kolonien hinausgingen. Abessinien habe keinen Schritt zur Mobilmachung getan. Es habe förmlich erklärt, daß, wenn der Spruch der Schiedsrichter gegen Abessinien ausfalle, Italien volle Genugtuung erhalten werde. Der Kaiser habe den Völkerbund ersucht, neutrale Beobachter zu entsenden, um die tatsächliche Lage im Lande festzustellen. Das Vorhandensein von Sklaverei werde nicht geleugnet. Es werde aber Nachdruck auf die F o r t- schritte gelegt,' die in Richtung auf Befreiung der Sklaven, Schaffung von Schulen und anderen Reformen gemacht worden seien. Japans Führungsanspruch in Osiasien. Forderungen des japanischen Heeres. Tokio, 28. Juni. (DNB.) Die japanische Kwantungarmee hat eine Erklärung veröffentlicht, die sich auf die Grundlagen der japanischen Politik gegenüber China bezieht. In der Erklärung werden folgende Forderungen an das japanische Außenamt gestellt: Japan soll bei der Zusammenarbeit von Japan, Mundschukuo und China die verantwortliche Führung übernehmen. China soll die ausländischen Einflüsse beseitigen und anerkennen, daß Japan China vor einer Aufteilung gerettet hat. Die Regierung Tschiangkaischek und die Kuomintang sein zu einer Politik der Verständigung mit Japan unfähig und daher lon Japan abzulehnen. Im Fernen Osten müsse eine grundsätzliche Neuorientierung unter der Losung „Der Orient für die Orientalen" verlangt werden. Auch Sowjetrußland müsse Japans Führung im Fernen Osten anerkennen und seine Politik darauf abstellen. Zunächst wird von Japan in N o r d ch i n a die politische Führung gefordert bei völliger Unabhängigkeit von Nanking. Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte, daß er sich bei den Forderungen der Kwantungarmee, daß es sich bei diesem lediglich um eine grundsätzliche Darlegung der Haltung der Kwantungarmee handele. Das japanische Kriegsministerium erklärte, daß es sich um Forderungen des ganzen japanischen Heeres handele, das geschlossen hinter ihnen stehe. Nordckina müsse für das ganze übrige China den Ausschlag geben bei der Zusammenarbeit von Javan, Mandschukuo und China. Solange ober Tschiangkaischek seine Doppelpolitik betreibe, sei an einen Erfolg nicht zu denken. Mißglückter Handstreich auf peiping. Peiping, 28. Juni. (DNB.) Am Donnerstag machten etwa 200 Soldaten, die früher in der Provinz Hupei lagen und dem 5. Armeekorps angehörten, einen Hand ft reich auf das Peipinger Stadttor Pungsing. Vorher hatten sie die Eisenbahnstation Fengtai der Linie Peiping-Tiensm besetzt. Die Japaner verhängten sofort über Pei» „Wirtschasiliche Wiederbelebung ist nur in einem entspannten Europa möglich." Dämmernde Erkenntnis in Frankreich. - Demokratie und Autorität, die pole der inner- politischen Linie Lavals. - Die Militär-Zusatzkredite zurückgestellt. Parlamentsferien. Der Senat verweigert Nachtarbeit. Paris, 29. Juni. (DNB.) Die Nachtsitzung der Kammer hat einen unvorhergesehenen Verlaus genommen. Zunächst behauptete der sozialistische Abgeordnete Ramadier, das Wettrüsten habe wieder begonnen und es sei zu befürchten, daß die Verabschiedung der Militärzusatzkredite die laufenden diplomatischen Verhandlungen beeinträchtigen könne. Ueberdies müsse man sich fragert, ob diese Kredite überhaupt nützlich und zweckentsprechend verwendet würden. Es müsse für eine entsprechende Beaufsichtigung der Rüstungsindustrie, an die Auftrage vergeben würden, gesorgt werden, damit nicht von irgendeiner beteiligten Seite skandalöse Gewinne erzielt würden. Kurz darauf erklärte Ministerpräsident Laval, es seien noch mehrere dringliche Gesetzesvorlagen zu verabschieden, die erledigt werden müßten, damit die Regierung im Rahmen der ihr zuerkannten Vollmachten ihre Aufgaben erfüllen könne. Um die Verabschiedung dieser Gesetze zu ermöglichen, ziehe er die Vorlage über die Militärzusatzkredite zurück. Der Beschluß ist darauf zurückzuführen, daß im Senat Senator Caillaux als Vorsitzender des Finanzausschusses sich entschieden geweigert haben soll- in einer so späten Nachtsitzung über eine so wichtige Angelegenheit wie die Zusatzkredite für die Landesverteidigung zu beraten. Dadurch sei dem Ministerpräsidenten nichts anderes übrig geblieben, als die Aussprache vorläufig abzublasen. Ministerpräsident Laval erklärte, daß die Regierung die Militärzusatzkreditvorlags nicht etwa zurückziehe, sondern nur auf ihre dringliche Beratung verzichte, da ihr zeitlich nicht die Möglichkeit gegeben sei, sie noch im Laufe der Nacht im Senat durchzubringen. Die Sicherheit Frankreichs werde hierdurch nicht beeinträchtigt, da die Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes und eines Gesetzes von 1929 alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen könne. Die Regierung besitze die Vollmacht, für Landesverteidigungszwecke aus eigener Initiative heraus Ausgaben einzusetzen, die e r st n a ch t r ä g l i ch der Genehmigung des Parlaments unterliegen. Laval wies daraufhin, daß die Regierung eine große Aufgabe zu erfüllen habe. Sie werde alles tun, um ihre Pflicht zu erfüllen. Aber sie habe das Recht, hierbei auf die Unter ft Ützung aller Franzosen zu zählen. Kürzlich hätten sich Kundgebungen ereignet, die den Eindruck erwecken konnten, daß die bestehenden Einrichtungen bedroht seien. Die Regierung werde ohne Schwäche d i e Achtung vor den Gesehen alten gegenüber durchsetzen. Die Demokratie könne nur durch Autorität verteidigt werden. Die Regierung sei für die Ordnung verantwortlich. Sie allein habe die Autorität und werde sie nicht in Vergessenheit geraten lassen. Sie werde die freien Einrichtungen und den republikanischen Staat gegen jede Beeinträchtigung schützen und erinnere an den Grundsatz, daß keine Einzelperson und keine Teilgruppe von Bürgern sich die Souveränität anmahen könne. Das französische Heer habe die vornehme und hohe Ausgabe, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Ihm gebühre die Anerkennung, die man ihm für seinen Geist der Selbstverleugnung und der Opferbereitschaft schuldig sei. Die notwendige Ueberlegenheit der zivilen Gewalt lege aber gegenüber dem Heer Pflichten auf, die die Regierung nicht verletzen werde. Die Regierung werde es vor allen Versuchungen und aller propagandistischen Agitation zu schützen wissen. Die politischen Leidenschaften von außen her dürften nicht in die Heeresstellen Einlaß finden. Sie dürften auch nicht in die Kasernen eindringen. Die Agitation, über die man sich mit Recht beunruhigte, konnte nur entstehen, im Zeichen der K r i s e n - M i ß st i m m u n g. Die Regierung werde das Hebel an seiner Wurzel fassen und von den ausgegebenen Vollmachten reiflich Gebrauch machen, um die Finanzen zu ordnen und für eine wirtschaftliche Wiederbelebung sorgen. Aber diese Wiederbelebung sei nur möglich im entspannten Europa. Die Regierung werde nach außen eine Politik der Ver- ständigung und der Versöhnung betreiben. Sie werde die Achtung der Rechte Frankreichs gewährleisten und den Frieden durch die kollektive Organisierung der Sicherheit festigen. Die Regierung werde für das Wohl des Landes arbeiten. Das Land täuschen, hieße, an ihr Verrat üben! Es habe ein Recht auf Wahrheit und fei auch bereit, diese Wahrheit, so ernst sie auch sein mag, zu hören. Die Regierung fordere daher von der Kammer, dem Lande diese Wahrheit zu sagen, wie die Regierung es selbst tun werde. Opfer seien die notwendige Vorbedingung und die Bürgschaft für das Wohl des Landes. — Laval verlas darauf um 4 Uhr das Schlußdekret, worauf Kammer und Senat in die Ferien gingen. Die Fenerkreuzler. Oberst de la Roque über die Ziele seiner Bewegung. Paris, 28.Juni. (DNB.) Oberst de la Ro- q u e, der Vorsitzende der Frontkämpfervereinigung Feuerkreuz, hat einem Mitarbeiter des „Petit Journal" Aufschluß über die Ziele seiner Bewegung gegeben. Er stellte fest, daß die Bewegung von Monat zu Monat anwachse. Im Februar v. I. habe sie 30 000 Mitglieder gezählt, gegenwärtig seien es mehr als 320 000, die vielen nichteingeschriebenen Freunde und Gönner gar nicht zu rechnen. Er wolle die Vereinigung erst neu ordnen, de la Roque bestritt, daß er und seine Leute es auf die Erregung der Geister abgesehen hätten. Die Agitation komme vielmehr von links. Er gebe zu, daß seine Vereinigung für alle Fälle alarmbereit stehe; denn bei dem Feh-len jeder Reaierungsautoritat könnten schlimme Ereignisie eintreten. Im übrigen aber wolle er nur d i e Ruhe und entschlossene Kraft bekunden. „Wir werden", erklärte der Feuerkreuzführer, „nur die rote Revolution angreife n". Oberst t)e la Roque möchte nicht von einer Machtergreifung als seinem Ziel sprechen. Es werde aber offensichtlich bald der Tag kommen, an dem man gewisse Ideen zur Geltung bringen könne. Wenn diese Ideen eines Tages die Türen der Regierungsgewalt einrennen würden, dann sei er bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Er scheue sie nicht. Wenn die Feuerkreuzler wieder Ordnung schaffen sollten, dann werde er selber diese Ordnung gegen selbst- süchttge Umtriebe sicherstellen. ping den Belagerungszustand. Der Peipinger Ordnungspolizei und den Truppen des Generals Wanfulin gelang es in kurzer Zeit, die Meuterei zu unterdrücken. Die Besatzung eines Panzerwagens der Aufständischen wurde teilweise gefangen genommen, teilweise entkam sie in nordwestlicher Richtung, Der mißglückte Handstreich kostete die etwa 300 Mann zählenden Angreifer 30 Tote, zahlreiche Verwundete und Gefangene, von denen der größere Teil Uniform trägt. Die Hintergründe des Handstreichs hat man bisher noch nicht aufklären können. Viel verbreitet ist jedoch die Behauptung, daß es sich um eine Aktion von Separatisten handelt und der sogenannte graue General Shihyusan oder der frühere Sekretär des Marschalls Wupeifu, Paichienwu, ihre Hand im Spiele haben. In Peiping verbreitete sich das Gerücht, daß sich etwa 30 0 Meuterer in Zivil in d i e Stadt eingeschlichen hätten. Diese Mitteilung soll angeblich von den Gefangenen gemacht worden sein. Daraufhin wurde in der Nacht zum Samstag erneut der Belagerungszustand über Peiping verhängt. Der Eisenbahnverkehr auf der Strecke Peiping—Tientsin wurde nach Beseitigung aller Zerstörungen wieder ausgenommen. Der japanische General D o i h a r a erklärte, daß Japan an der Meuterei der Hopei-Truppen völlig uninteressiert sei, diese Zwischenfälle an sich jedoch sehr bedauere. Doihara stellte alle Gerüchte über die beabsichtigte Bildung eines autonomen Staates in Nordchina sowie das Heranziehen japanischer Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Abrede. Für eine europäische Solidarität. Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände zum Jahrestag von Versailles. Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände veröffentlicht zum Jahrestag von Versailles einen von seinem Präsidenten Gouverneur' a. D. Dr. Schnee und dem geschäftsführenden Vizeprä-- sidenten Dr. h. c. Draeger unterzeichneten Aufruf, in dem es u. a. heißt: Am 28. Juni — vor 16 Jahren — wurde das deutsche Volk gezwungen, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, der eine Grundlage für einen aufbauenden Frieden nicht bilden konnte. Die Sieger waren nicht imstande, gesunde Grundlagen für dasZusammenlebender Völkerzuschaffen, Grundlagen, die der ungeheuerlichen Blutopfer würdig gewesen wären, die der Weltkrieg vier Jahre lang allen Völkern auferlegt hatte. Der so laut verkündete Gedanke eines Rechtsfriedens wurde in fein Gegenteil verkehrt. Der Gedanke des S e l b st b e - stimmungsrechtes der Völker wurde verzerrt. Wirtschaftlich widersinnige Tributzahlungen ruinierten nicht nur die Volkswirtschaften, denen sie erpreßt wurden, sie erschütterten auch das Gefüge der gesamten Weltwirtschaft. Die Lüge daß Deutschland der Urheber des Weltkrieges gewesen sei, wurde zur moralischen Grundlage des sogenannten Friedensoertrages gemacht. — Das deutsche Volk hat sich innerlich befreit, indem es seine innere Schwäche und Uneinigkeit überwand. Es hat im Bewußtsein seines guten Rechtes aus eigener Machtvollkommenheit das Gesetz von Versailles, die künstliche Scheidung von Siegern und Besiegten, von Hochgerüsteten- und Wehrlosen durchbrochen und seine Wehrhoheit wiederhergestellt. Unzweideutig hat der Führer und Reichskanzler kundgetan, daß dem deutschen Volke das Heer nicht aum Angriff und zur Unterjochung und Eroberung dienen soll, sondern lediglich zur Auf- rechteryaltung des Friedens, als Grundlage einer Friedenspolitik, die aus weltanschaulichen Gründen den Krieg ablehnt. Die Friedensoerträge von 1919 haben Europa geschwächt, weil sie keine Ordnung für Europa schufen. Wenn die Umwelt erkennt, daß das deutsche Volk aus sich heraus die Voraussetzungen für einen wahren Frieden gebildet hat, kann sie dazu übergehen, an Stelle von Versailles zu setzen die europäische Solidarität. Reichs- und Gauleitertagung in München. Berlin, 29. Juni (DNB.) Am Freitag fand im Münchener Rathaus unter dem Vorsitz des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley und in Anwesenheit mehrerer Reichsleiter eine Tagung der Gauleiter der NSDAP, statt. Dr. Ley machte Mitteilungen über die Organisation und Durchführung des Reichsparteitages. Die für den 4. Juli in der Berliner Krolloper in Aussicht genommene Konstituierung des Reicharbeits- und W i r t s ch a f t s r a t s wurde verschoben und wird im Rahmen des Reichsparteitages stattfinden. Die Tagung befaßte sich anschließend mit den aktuellen Problemen, die sich aus der Führungsaufgabe der Partei ergeben. Um 17 Uhr trafen die R e i ch s l e i t e r der Partei im Braunen Haus zu einer Tagung zusammen, die namens des Stellvertreters des Führers von Reichsschatzmeister Schwarz eröffnet und geleitet wurde. Die Ergebnisse der Gauleitertaaung wurden zusammengefaßt und ausgewertet, sowie eine Reihe wichtiger Einzelfragen des Verhältnisses zwischen Partei und Staatsapparat eingehend behandelt. Die Aussprache über die politischen, organisatorischen und weltanschaulichen Aufgaben war von grundsätzlicher Bedeutung für die gesamte Arbeit der Partei. An den Führer und Stellvertreter des Führers, die an der Teilnahme verhindert waren, wurden Begrüßungstelegramme gesandt. Der Abend versammelte das Führerkorps der Partei zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Neugestaltung des Studiums der Landwirtschaft. Berlin, 28. Juni (DNB.) Anläßlich des Reichstreffens der deutschen Diplomlandwirte hat Reichsminister Rust die neue Studienordnung für das künftige landwirtschaftliche Studium verkündet. Bereits am Ende vorigen Jahres hat Reichsminister Rust durch die Eingliederung der beiden preußischen bisher selbständigen landwirtschaftlichen Hochschulen Berlin und Bonn-Poppels- dorf in b i e t Universitäten Berlin und Bonn die neue Linie des landwirtschaftlichen Hochschulwesens vorgezeichnet. Diese organisatorische Maßnahme erfolgte aus dem Willen des Nationalsozialismus zu einer neuen und größeren Universitas heraus. Die neue Stu- dienordnung setzt diese Linie fort und fügt nun auch das landwirtschaftliche Studium aufs engste in den Wirkungsbereich der Universität ein. Mit der Neuregelung ist die Landwirtschaftswissenschaft aus der Gewerbe- und Erwerbsatmv- sphäre ^ausgenommen und in eine politische Auffassung hineingefügt worden, die ihre Aufgbe darin sieht, w i e der deutsche Lebensraum am besten genutzt wird, um unserem Volke die Gesunderhaltung und das Bauerntum zu gewährleisten. Der künftige Landwirt soll aus seinem Wirkungsbereich heraus die G e \ a m 13 u \ a.m - menhänge sehen und von hier aus seine Einstellung finden. b- In der neuen Studienordnung heißt es: Eine nationalsozialistische Landwirtschaftswissenschaft muß von den großen volkspolitischen Aufgaben des Bauern und Landwirts ausgehen und von dorther die landbautechnischen und betriebswirtschaftlichen Fragen sehen und lösen. Wer künftig Landwirtschaft studiert, soll daher mit einem g e - biegenen sachlichen Wissen unb Hand- merklichen Können auch bie tiefere Einsicht in bie überragenben bevölkerungs-, fultur- unb wirtschaftspolitischen Aufgaben des Nährstanbes vermittelt erhalten. Es gilt nicht mehr wie bisher lebiglich wirtschaftliche Fähigkeiten zu entwickeln, fonbern durch ein verbreitertes Stubium einen neuen Menschen zu erziehen, ber eine stärkere Bin- bung unb Verantwortlichkeit gegenüber bem Volks- ganzen besitzt. Es wirb ein fester Stubienplan aufgestellt. Der Besuch ber Haupt- unb Sondervor- lesungen ist jebem Stubenten völlig freigestellt. Pflichtvorlesungen gibt es nicht mehr. Entscheidend ist nur bie Leistung in ber Prüfung. Zum Stubium ber völkisch-politischen Grunblage unb ber Wirtschaftswissenschaften sinb bie gleichlaufenden Vorlesungen zu besuchen, bie sich in ben Richtlinien für bas Stubium ber Wirtschaftswissenschaft finben. Der Aufbau bes Studiums sieht sechs Halbjahre vor. Grundsätzlich ist neu hinzugekommen, baß nur ber bie Prüfung ablegen kann, ber bauernfähig im Sinne bes Reichserbhofgesetzes ist. Außerbem ist bie Möglichkeit geschaffen worben, baß befonbers tüchtige Leute, bie nicht bas 21 b i t u r i u m haben, auf Grunb befonberer Leistungen zum vollberechtigten Stubium zugelassen werben können. Das ZReid) 6 treffen der deutschen Diplom-Landwirte. In ber Reichsbauernstadt Goslar eröffnete Ministerialrat Dr. Kummer ben Schulungslehrgang ber beutfdjen Diplomlanb- wirte, ben dieser anläßlich bes Reichstreffens 1935 veranstaltet. Er wies auf ben Sinn biefer Arbeitstagung hin unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß sie bazu beitrage, bem Berufsstand ben tämpferi- scheu Geist zu erhalten, bamit bie beutschen Diplom- lanbwirte nach bem Willen ihres Führers, bes Reichsführers SS., Diplomlanbwirt Himmler, als ein Regiment in ber Armee ber beutschen Bauern jeberzeit rückhaltlos für bie Idee von Blut unb B 0 ben einsatzbereit bleiben. Es gelte, nicht allein fachliche Schulung für Diplomlandwirte zu erzielen, sondern die Voraussetzung für die Entwicklung des Endzieles aller Wirtschaft zunächst durch immer tiefere Durchdringung unserer Tagesarbeit mit nationalsozialistischem Gedankengut zu sichern. Im 1. Abschnitt des Schulungslehrganges, ber zugleich Jahresversammlung der Reichsfachgruppen Industrie", „Pflanzenbau unb -zücht", „Praxis" und „Landwirtschaftliche Sachverständige" des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte war,.berichtete Reichsabteilungsleiter Walter Ahrens vom Reichsnährstand über „D i e Ordnung des Marktes zur Sicherung der Ernäh- Rammen, ins von ib geleitet urden zu- ine Reihe । zwischen nbelt. Die Mischen >n gründ- h-beit der ■ des Füh' iten, wut« ier Abend zu einem Landes Verrat t und "e auch ■ daher Seif zu werde. und ' Laval 'ekret, gingen. g. la Rv. rvereini. 'es „Pe. ner Be- 'wegung > Fe. iählt, ge. ie vielen gar nicht rst neu lud seine ibgesehen an links, ir. alle bei dem :ojität । übrigen schlos. . erklärte Revo» ue möchte lern Ziel der Tqg Geltung ^ages die würden, ortung Benn die sollten, en selbst- tltt |N< 6f- «VA»»' itp’’* 1A . ,r«ffneti u (u n fl ®' ifjens,1®,, er Ard-* , täffPieÜ 1 Diplo^' Jhee o"" 3, bleii» Diplom lan aus- Sonderoor' freigestellk- entscheidend Prüfung. Grundlage die gleich' sich in den hastswOn- iums s'eh ich ist neu Prüfung ° Sinne des ie Nt htige Leute« «Uf®"n nnen- bei kommt es auf die Geschwindigkeit an. Das und die Vorgefundenen festgestellte Haltung Es würde ein Kenntnisse werden bewertet. der der Sie Oie Revolte der Kreml-Wache. Moskau, 28.Juni (DNB.) 28 Mitglieder Die bereits kurz gemeldeten Bestimmungen für den vom Obersten SA.-Führer Adolf Hitler befohlenen Reichswettkampf der SA. haben folgenden Wortlaut: Der Reichswettkampf besteht aus sieben Leistungsgruppen des gesamten Ausbildungsgebietes der SA. Die e r st e Leistungsprüfung umfaßt das weltanschauliche Gebiet. Die bei den Einheiten Der Präsident des Danziger Volkstages, Senator a. D. von Wnuck, hat fern Die Bestimmungen für den Reichswettkamp? der SA Mandat als Abgeordneter derNSDAP. n i e d e r g e l e g t. Die Mandatsniederlegung be- deutet natürlich zugleich den Rücktritt als Präsident des Volkstages. Die Geschäfte des Volkstagspräsidenten nimmt geschäftsordnungsgemäß der erste Vizepräsident des Äolkstages A n - dreh (NSDAP.) wahr. verlangt wird, so wird den Stürmen der Kampf durch eingelegte Hindernisse lebendiger gemacht. Das erste Hindernis ist das Wechseln des Unterhemdes und der Strümpfe; hier- Kleine politische Nachrichten. Die Befehlshaber in den Wehrkreisen führen mit sofortiger Wirkung die Bezelch- nung „Der Kommandierende General des 1. (bis 10.) Armeekorps und Befehlshaber un Wehrkreis 1 (bis 10)." Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W Lange, für Feuilleton Dr Han« Ihnnni rar Öen übr-am Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, oerantroortlirt) tut öen Jnhan 0 kii zeigen Itr i‘Dor Kümmel. DA. V. 35: 1015L Druck und Verlag: Brübl >che Univerfilats Buch- inö titemöruderei R Lange. K -G, fämthd) in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf und Samstags 15 Pf.. mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Kreml-Wache wurden fe st genommen, werden vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes abgeurteilt werden, wobei die Verhandlung hinter geschloffenen Türen erfolgen wird. Den Verhafteten wird gegenrevolutionäre Betätigung, Beziehungen zu sowjetfeindlichen Elementen, Disziplinlosigkeit und Verstoß gegen die Dienstvorschriften der Wache vorgeworfen. Das Bundeskommissariat hat die Wache des Kremls durch besonders ausgezeichnete Kräfte verstärkt. Der Zahrer spürt zu jeder Zeit - ^DUNLOPÄeit Kunst und Wissenschaft. Seines Amtes enthoben. Die Pressestelle der Reichsmusikkammer jübi bekannt: Der bisherige Hauptschriftleiter her Zeitschrift „Musik im Zeitbewußtsein" und Leiter des Presse- und Kulturamtes der Reichsmusikkammcr, Dr. Friedrich M a h l i n g, wurde auf Anordnung der Geschäftsführung der Reichskulturkammer wegen kulturpolitischer Unzuverlässigkeit seiner sämtlichen Aemter in der Reichsmusikkammer enthoben. Der Führer verleiht Verlagsbuchhändler Meiner die Goethe-Medaille. Der Führer und Reichskanzler hat durch Urkunde vom 27. Juni 1935 dem Verlagsbuchhändler Hofrat Dr. Emil Artur Meiner in Leipzig anläßlich seines 70. Geburtstages am 28. d. M. in Anerkennung seiner Verdienste als Derlagsbuch- händler die von dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg gestiftete Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. unrichtiges Bild der wirklichen weltanschaulichen Gesinnung der Einheit geben, wollte man die Bewertung allein nach den Kenntnissen, die erlernt werden können, beurteilen. Deshalb tritt bei bet weltanschaulichen Prüfung d i e Beurteilung der (Aesamthaltung hinzu. Diese Beurteilung soll die innere und d i e äußere Haltung der Einheit als Zeuge der Fleisch und Blut gewordenen Weltanschaung erfassen. Die innere Haltung ist Kameradschaft, Zuverlässigkeit und Opferwilligkeit, die äußere d as Auftreten, die Einsatzbereitschaft, die Ordnung im privaten und öffentlichen Leben. — Eine weitere Bewertung auf allen Leistungsgebieten ist die der An tre test ä r k e. Sturme, die unter 75 v. H. antreten, scheiden ganz aus dem Wettbewrb aus, wobei selbstverständlich die rechtzeitig und begründet entschuldigten SA- Männer als angetre- t e n zählen. Die zweite Gruppe der Leistunasprüfung ist dem ersten Teil der SA - Sportabzeichen- Prüfung entnommen. Das sind: 100-Meter- Lauf, Weitsprung, Kugel- oder Steinstoßen, Keulenweitwurf und 3000-Meter-Lauf. Die SA.-Man- ner können unter gewissen Voraussetzungen diese Hebungen gleichzeitig als Abnahme der SA.-Sport- ab^eichen-Prüfunq gewertet erhalten. Die dritte Leistungsgruppe besteht aus einem Querfeldein la uf über 10 0 0 Meter. Dabei sind Hindernisse zu überwinden wie: Weitsprung über einen 3 Meter breiten Graben oder Vabn, Ued'"-ttettern einer Sverre aus z"?am- mengeschobencn Wagen, Ueberspringen eines Holz- aasters non ein"m Meter Höbe Ueb-’H'-hreHn eines schmalen Balkens von drei Meter Länge in Höhe von 1,50 Meter. Diese Hindernisse können von jedem Sturm ohne jede Schwierigkeit und ohne Kosten in aller Kimze hera-stellt werden Die vierte Leistungsprüfung ist ein Zehn- Kilometer-Marsch mit Gepäck. Wenn die Leistung aus Zeitgründen nur für 10 Kilometer sprichtmderAkademiesürOeutschesRechi Das Ende der Münchener Tagung. München, 28. Juni. (DNB.) Die Tagung der Akademie für deutsches Recht gewann besondere Bedeutung durch Ausführungen des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, und Führers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley. Dr. Ley führte u. a. aus: Zu den Grundpfeilern des Nationalsozialismus gehört die Anerkennung der Gesetzmäßigkeit in der Welt. Der Nationalsozialist wird immer versuchen, auf den Ursprung und zur Quelle einer Sache zu gelangen. Zufall und Willkür sind für das neue Deutschland unmöglich. Das ganze soziale Elend der vergangenen Jahrzehnte ist nichts anderes gewesen, als der Kampf der Arbeiterschaft um ihr Recht. Alles andere erträgt der Mensch leicht. Der Mensch ist geboren um zu leben. Das gibt jhm aber auch das Recht auf die Arbeit als Vorbedingung des Lebens. Wir wollen keinen Wohlfahrtsstaat und es hat zu den ersten Ausgaben des Nationalsozialismus bei der Machtübernahme gehört, Arbeitzu schaffen. Wir sind nicht mit Gütern und mit Devisen gesegnet, unser Klima ist nicht das günstigste. Aber wir haben ein wunderbares Volk mit Menschen von höchster Fähigkeit. Wir haben nicht nur eine Schicksals-, sondern auch eine Lei - stungsgemeinschaft. Das Schicksal hat uns gelehrt, daß alle Fähigkeiten, noch so viel Arbeit, alle Leistungen keinen Wert haben, wenn die Arbeit nicht den nötigen Schutz findet. Während die eine Hand den Pflug führt, muß die andere, das Schwert halten. Wer das nicht will, hat das Recht auf das Leben verwirkt. (Lebhafter Beifall.) Deshalb ist es eine Sache des ganzen Volkes und jedes einzelnen, daß der Führer uns die Wehrhoheit wie- bergab. (Erneuter Beifall.) Das Größte, was Adolf Hitler schuf, ist nicht die Partei, ist nicht einmal die Zurückeroberung der Wehrmacht, sondern ist, daß wir am Anfang eines noch größeren Ereignisses stehen. Adolf Hitler hat das deutsche Volk zur Vernunft gebracht. Nun geht er daran, die Welt von der Unvernunft zur Vernunft zu bringen. Das sehen wir an dem Vertrag mit London. Diese Tat des Führers ist größer als alle diplomatischen Feinheiten der Vergangenheit. Das ist das Gewaltige: die Behauptung des Rechtes der Völker der Erde, daß sie leben wollen und leben sollen! Als zweiter Redner sprach Oberbürgermeister Dr. Weidemann (Halle), über „Staat und G e - mein be". Der Gesetzgeber bes neuen Reiches habe in ber ©emeinbeorbnung bie Selbstoerwal. tung ber Gemeinbe ausbrücklich anerkannt. Der Gebaute ber allgemeinen Staatsaufsicht sei bas Kernproblem bes Verhältnisses zwi- scheu Gemeinbe unb Staat. Der Staat beschränke sein Eingriffsrecht gegenüber ben Gemeinben herauf, baß er verlange, baß bie Gemeinbefüh- rung sich b e m Ziele ber Staatsführung e i n o r b n e unb baß sie bie Selbstverwaltung i n Einklang mit ben Gesetzen, ferner wirt- schaftlich, sparsam unb sauber ausübe. Die ©emeinbeorbnung sei in ihrem Ursprung ein Grunbsatz bes nationalsozialistischen Staates, unb auf dem von ihr vorbereiteten Boden werde sich der Aufbau des Reiches vollziehen. Die Grundlagen zu diesem Bau aber lägen in der Freiheit der Verantwortung, verantwortungsbewußter und verantwortungsfreudiger Persönlichkeiten. In Nachtrag zur Tagung vom Donnerstagnach- mittag berichtete Rechtsanwalt Dr; Dionys G o - d i u a aus Belgrad über die Rechtsverein, heitlichung im Königreich Jugoslawien. Bei der Neuschaffung des Zivilprozeßrechtes in Jugoslawien habe u. a. das deutsche wesentlich als Vorbild gedient. Er gab der Ueber- zeugung Ausdruck, daß die Bildung einer neuen deutschen Rechtsordnung nicht nur dem deutschen Volke, sondern auch den Nachbarstaaten zugute komme. Ministerialdirektor im Reichsjustizministe- rium, Dr. Erich Volkmar, hielt einen Vortrag über „Das dynamische Element bei ber Neubilbung bes beutschen Rechtes". Der Präsibent bes Reichs- Patentamtes Berlin, Dr. K l a u e r, sprach über ben schwebenben Patentgesetzentwurf, der für den Erfinder eine wesentliche Erleichterung seiner meist schwierigen finanziellen Lage bringe, lieber dem gesamten Entwurf stehe der Ge- danke, daß die Sonderinteressen des Einzelnen hinter den Belangen von Volk unb Staat zurückzutreten haben. Damit war bie Jahresversammlung ber Akabe- mie am Schluß. Präsibent Reichsminister Dr. Frank gab ber Hoffnung Ausbruck, baß aus ber Gemeinschaft ber Rechtsibee, aus biefem Erinnern an bie größten Werte ber Menschheit unb ber ari- schen Kultur bas Banb einer künftigen Gemein- schaftsbewußtheit unb darüber hinaus einer glücklichen Gemeinschaftsarbeit ber jungen europäischen Völker geknüpft werbe. Fortschritte der Sowjetfliegerei. L o n b o n, 29. Juni (DNB. Funkspruch). Der stellv. Oberbefehlshaber ber Sowjetluftstreitkrafte, General Khr ipine, ist in Englanb eingetroffen, um ben jährlichen Vorführungen ber englischen Luftflotte in Henbon beizuwohnen. In einer Unterrebung mit bem „Daily Telegraph" erklätde Khripine u. a„ bie Sowjetfliegerei habe solche Fortschritte gemacht, baß 2500 Solbaten gleichzeitig mit bem Fallschirm aus Flugzeugen abspringen unb zu militärischen Operationen m einem begrenzten Gebiete lanben könnten. Ein sowjetrussisches Militärflugzeug könne gleichzeitig sieben Segelflugzeuge schleppen, von benen jebes einen ober mehrere Solbaten beförbern könne. worben. Der kommissarische Hauptgeschaftsfuhrer W e i k e kehrt in feine bisherige hauptamtliche Tätigkeit als Geschäftsführer ber Industrie- unb Hanbelskammer in Hannover zurück. Nach ber Leipziger Vereinbarung mit bem Leiter ber DAF., Dr. Ley, ist bie Geschäftsstelle ber Reichswirtschaftskammer zugleich bas W i r t s ch a f t sa m t für bie Deutsche Arbeitsfront. Damit ist Dr. Erdmann zugleich auch Leiter dieses Wirt- schaftsamtes. Spaniens Kampf gegen den Kommunismus. Kriegszustand über Barcelona. Madrid, 29. Juni. (DNB.) Da die bewaffneten Ueberfälle unb Branbstiftun- gen linksrabikaler Elemente in Barcelona in ber letzten Zeit ständig zugenommen haben unb erst in ber Nacht zum Freitag roieber eine Straßenbahn unb zwei Autobusse in Branb gesteckt worben, hat ber außerorbentliche Ministerrat beschlossen, über Stabt unb Provinz Barcelona ben Kriegszustanb zu verhängen. Der Kriegsminister sowie ber Innenminister fuhren nach Barcelona, um ben Kriegszustand selbst zu verkünden und Untersuchungen über die von der Polizei burchgesührten Gegenmaßnahmen vorzunehmen. Es wird vermutet, daß — wie die vor kurzem erfolgte Dienstentlassung von 74 Polizeibeamten in Barcelona zeigt — gewisse Beamte nicht mit der nötigen Energie gegen die Verbrecher vorgehen. zweite Hindernis ist die Ueberwindung eines mangelhaften Steges von etwa 5 Meter Länge. Die fünfte Leistungsprüfung ist eine Propagandafahrt. Dieser Einsatz soll die SA. an den Kampf früherer Zeiten erinnern und ihre Findigkeit, jeden Widerstand zu brechen, sinnfällig zum Ausdruck bringen. Die sech ste Leistungsprüfung umfaßt zwei Einsatzübungen, die im Gelände SA.-mähige Aufgaben zu lösen haben. Die siebte Leistungsprüfung besteht aus den Uebungen 7 und 8 des Kleinkaliberschießens aus den Bedingungen zum Erwerb des SA.-Sportvbzeichens. Die Sondereinheiten wie Marine-, Nachrichten, Pionier- und Reiterstürme haben ihrer Sondertätigkeit entsprechende Aufgaben erhalten. Hunderttausend-Mark-Spende Reichsleiter Amanns im Namen des Zentralparteiverlages. Berlin, 29. Juni. (DNB.) Reichsleiter Amann sandte nachstehendes Telegramm an den Führer: „Ich melde, daß ich zu dem von Ihnen als obersten SA.-Führer angeordneten Reichswettkampf der SA. dem Stabschef für die Leistungsprüfungen der SA. den Betrag von 100 000 Mark als Reichsleitung für die Presse telegraphisch zur Verfügung gestellt habe. Die SA. wird in diesem Wettkampf ihren Geist, ihr Können und ihren Willen, opferfreudig dem Führer und der Bewegung zu dienen, unter Beweis stellen. Ihr ergebener gez. Amann." An ben Stabschef Lutze telegraphierte Reichsleiter Amann: „Zu bem vom Führer angeorbneten Reichswettkampf ber SA. stelle ich Ihnen mit ber Bitte, über bie Verwendung des B e - träges selbst Bestimmungen treffen zu wollen, aus Mitteln des Zentralverlaaes den Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung. Die Leistungsprüfungen der SA. werden den alten Kampfgeist der SA., den Geist opferbereiten Einsatzes für Bewegung und Führer unter Beweis stellen. Heil Hitler! Ihr gez.: Amann, Reichsleiter für die Presse." Vom Leiter der Reichswirtschaftskammer ist mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministers Dr. Gerhard Erdmann zum Geschäftsführer Reichswirtfcha ftskammer bestellt Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die frische Meeresluft, die am Freitag bei ihrem Vordringen auf das erhitzte Festland auch bei uns Anlaß zu sehr ergiebigem Gewitterregen gab, hat auch gleichzeitig zum Aufbau eines neuen Hochdruckgebietes geführt. In feinem Bereich kommt ber Einbruch kalter Luft zum Zusammensinken, so baß bei uns rasch wieher Aufheiterung eingetreten ist unb vorerst auch noch vorherrschen wirb. Aussichten für Sonntag: Trocken unb überwiegend heiter, tagsüber recht warm, nörbliche unb östliche Winbe. Aussichten für Montag: Noch meist heiter unb trocken, recht warm. Lufttemperaturen am 28. Juni: mittags 23,5 Grab Eelfius, abenbs 16,7 Grab; am 29. Juni: morgens 14,1 Grab Maximum 24,3 Grab, Minimum 10 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Juni: abenbs 20,8 Grab; am 29. Juni: morgens 17,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. — Niederschläge 0,1 mm. Aus aller Welt. Internationale Kongresse find anmeldepflichtig. Sämtliche internationale Tagungen und Kongresse, die im Jahre 19 3 6 in Deutschland zur Durchführung kommen sollen, find beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin W 8, Wilhelm- plah 8—9, anzumelden. Ebenfalls alle Kongresse unb Tagungen internationaler Art, bie i n Vorbereitung sinh, auch wenn bie Einlabungen bereits ergangen finb; ferner alle Treffen, Tagungen unb Kongresse, bie von internationalen Ar- beits- unb Organisationsausschüssen vorbereitet werben. Die Anmelhung Hat zu erfolgen für Tagungen im Reich bei ben zustänbigen Lanbesst e l l e n bes Reichsmini st eriums für Volksaufklärung unb Propaganba (in Hessen-Nassau: Frankfurt a. M., Abolf-Hitler- Haus). Slrahenverkauf nur bei Arbeitsbeschaffungslosen genehmigt. Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern läßt mitteilen: Es ist wieberholt festgestellt worden, baß bie Lose der Lotterie bes NS. - Frvnt - tämpferbunbes (Stahlhelm) e. V. unb ber Lotterie bes Reichsluftschutzbun- b e s e. 23. auf Straßen und Plätzen und von Haus zu Haus zum Verkauf angeboten werden. Diese 21 r t des Losoertriebes widerspricht der von dem Reichs- und preußischen Minister des Innern den beiden genannten Vereinen erteilten Lotteriegenehmigung und ist daher unzulässig. Der Losverkauf auf Straßen und Plätzen und von Haus au Haus ist ausschließlich der Arbeitsbeschaf- fungslotterie ber NSDAP, genehmigt. Die polnischen Seeoffiziere in Berlin. — Kranzniederlegung am Ehrenmal. Der Befehlshaber ber zur Zeit in Kiel liegenden polnischen Zerstörer „Wicher" unb „Burza", Kapitän zur See Frankowski, unb weitere fünf Offiziere finb im Sonberflugzeug aus Kiel in Berlin eingetroffen. Die Herren würben auf bem Flughafen von Korvettenkapitän Bür kn er vom Stabe bes Oberbefehlshabers ber Kriegsmarine unb dem Vertreter des polnischen Militärattaches in Berlin, Hauptmann Steblik, willkommen geheißen. Sie begaben sich zunächst, in die polnische Botschaft unb machten barauf dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Roeder, sowie dem Neichskriegsminister Generaloberst von Blomberg ihren Besuch. Darauf erschienen die polnischen Offiziere in Galauniform am Ehrenmal Unter den Linden. Begleitet von dem polnischen Militärattache in Berlin, Oberstleutnant im Generalstab Szigmanski unb von Korvettenkapitän Bürk- ner, bie gleichfalls Galauniform angelegt hatten, legten sie am Ehrenmal einen aus Eichenlaub ge- munbenen riesigen Kranz mit weißen unb feuerroten Lilien unb Schleifen in ben polnischen Farben Weiß-Rot nieber. Die Offiziere verweilten eine Minute lang in stillem (Bebenfen an bie beutschen Gefallenen bes großen Krieges. Hunberte von Berli- nern waren Zeuge biefer schlichten Heldenehrung durch die Vertreter einer befreundeten Nation. Für den Nachmittag war ein Frühstück bei dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine angesetzt, während die Herren am Abend einer Einladung des polnischen Botschafters Folge leisteten. rung".Die Marktordnung verfolge bas sozialistische Ziel, alle Kräfte zur Höchstleistung anzuspornen unb daburch bie Nahrungsfreiheit bes beutschen Volkes zu verwirklichen. Rei'chsabteilungsleiter Dr. Krohn berichtete über „Die Ausgaben von Pflanzenbau unb -Züchtigung im Deutschlanb ber Erzeugungs- scklacht". Das Ziel ber Erzeugungsschlacht ist bas gleiche wie bas ber Marktorbnung, nämlich bie Wiedergewinnung ber beutschen Nahrungsfreiheit. Der Rebner zeigte Mittel unb Wege zur Verwirklichung ber Aufgaben, hie bie beutsche Pflanzenzucht hierbei zu erfüllen hat. Entschuldung der Landwirtschaft. Der Reichsjustizminister an die Entschuldungsämter. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz, Dr. Gürntner, hat an bie Ent- s ch u l b u n g s ä m t e r, bie für bte Durchführung ber lanbwirtschaftlichen Schuldenregelung errichtet worben finb unb am 1. Juli ihre Arbeit beginnen, 'einen Erlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt: Die bei der landwirtschaftlichen Schuldenregelung gesammelten Erfahrungen haben Aenderun- gen des Entschuldungsoerfahrens geboten erscheinen lassen. Zwei Ziele sind habet vornehmlich anzustreben gewesen: Eine möglichst einheitliche Entschulbungspraxis und die größtmögliche Beschleunigung der endgültigen Durchführung ber Entschuldung. An Stelle ber Enschulbungsgerichte treten bei Amtsgerichten in ber Regel für mehrere Amtsgenchtsbezirke zu er- richtenbe Entschuldungsämter. An ber Spitze ber Entschuldungsämter stehen die für den gesamten Geschäftsgang verantwortlichen Leiter, planmäßig angeftellte Richter. Die ihnen beige- ordneten Beamten, die ebenfalls die Befähigung jum Richteramt besitzen müssen, haben ben Weisungen des Leiters Folge zu leisten. Die Aufgaben der Beschwer dege- richte werden für größere Bezirke gemeinschaftlichen Beschwerdegerichten übertragen. Entschul- bungsämter unb Beschwerdegerickste sinb an bie Richtlinien gebunden, die ich im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erlasse. Es sind 345 Entschuldunas- ämter errichtet und 28 Landgerichte zu gemeinschaftlichen Beschwerdegerichten besttmmt. Die Aufgaben der Entschuldungsaerichte gehen mit dem 1. Juli 1935 auf die Entschuldungsämter über. Sache der Praxis ist es nun, das Entschuldungsrecht im neuen Geiste unb mit tatkräftigem Willen zu handhaben, nicht schuldner- freundlich und nicht gläubigerfreundlich, sondern im Sinne der Volksgemeinschaft. Eine verantwortungsbewußte und verantwortungs- freubige Durchführung im Geiste der neuen Zeit mirb Das große Werk ber Entschuldung her beutschen Lanbwirtschaft zum Wohle des Volksganzen vollenden. Sie wirb darüber hinaus auch die Volksverbundenheit ber deutschen Rechtspflege vertiefen und damit ein weiteres der hohen Ziele des neuen Staates verwirklichen helfen. Der polnische Sejm hat am Freitag in dritter Lesung das neue Wahlgesetz mit 216 gegen 89 Stimmen angenommen. 7 Stimmen waren ungültig. grüßen zu dürfen 3668A H. Plank, Inh: K.Lamparter, Seltersweg 8 Gießen, den 29. Juni 1935. 02766 Heuchelheim, den 29. Juni 1935. 3860 D 02773 velGlMv-Mls-MeimM | Vermietungen | U-U-W, [a870D Goethestraße 34 Edgar Borrmann 5: Neustadt 5. 3871 A Waldeslust Am Flughafen lädt ein zum Am Flughafen I Verkäufe l RM.4.80. Öanzleinenband sucht. 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Man braucht dabei nicht zu verkennen, das; im täglichen Geschäftsverkehr, wo sich in der Tat gewisse Sätze wie Eingangsbestätigungen und Höslichkeitsforrneln immer wiederholen, die neue Erfindung mit einer Kräfte- ersparnis verbunden, also als ein Gewinn zu buchen sein wird. Nun dient die Schreibmaschine aber nicht nur zur Erledigung einer mehr oder weniger gleichförmigen Korrespondenz, sie ist seit lange auch das willige Instrument des literarisch tätigen ©ei ft es. Wie aber, wenn die Verlockung in kürzester Zeit eine enorme Arbeitsleistung zu vollbringen, sich auch auf den freien Schriftsteller als so unwiderstehlich erwies, daß er die Produktion eigener Gedanken in Zukunft als einen nicht mehr zu rechtfertigenden Luxus empfände und auf den naheliegenden Ausweg verfiele, das Hervorbringen ganzer Ideenflügen der Maschine zu überlassen? Man müßte blind sein, wollte man in der neueren Literatur bic latente Neigung zu einem solchen, auf das Geistige angewandten „Normierungsverfahren" übersehen und sich einreden, die dem Metropolis-Ideal mit Riesenschritten zustrebende Menschheit werde sich angesichts der modernen Gleichsetzung von Zeit und Geld ein solches Mittel zur Lebensvereinfachung entgehen lassen. Ganze Häuser werden ja bereits mit fertig aus der Fabrik gelieferten Versatzstücken erbaut. Warum nicht Bücher? Sie lesen zu müssen, wird allerdings eine Qual sein. Aber vielleicht kommt es auch dabei bloß auf die Gewohnheit an. ♦ Das wäre kein weitblickender Arzt, der annehmen wollte, daß physische Krankheiten, besonders wenn sie epidemisch auftreten, auch stets physische Ursachen haben müßten. Vielmehr hängen gewisse Zeitkrankheiten, von denen man geradezu behaupten kann, daß sie „an der Mo de" sind, ohne Zweifel mit ganz bestimmten Strömungen des allgemeinen Seelenlebens zusammen, es sind physische Aeußerungen einer gestörten physischen Gleichgewichtslage. So hat vor kurzem ein Wiener Uyiversitätsprofessor auf die außerordentliche Z u ° nähme der Blutdrucks st örungen seit dem Weltkriege aufmerksam gemacht und diese merkwürdige Erscheinung mit der krankhaften geiftigen Atmosphäre unserer Zeit erklärt, wie sie vor allem in der Wirtschaftskrisis, der Arbeitslosigkeit und der weitverbreiteten Lebensunruhe zum Ausdruck komme. Der Krankheitserreger fei also seelischer Art, und darum dürfe man sich bei der Bekämpfung der Krankheit nicht auf die Anwendung rein ärztlicher Gegenmittel beschränken, sondern müsse dem Grundübel durch eine an« dere Erziehung der Heranwachsenden Jugend zu Leibe gehen. Anstatt weiter Haß und Verachtung gegen Andersdenkende und sozial Bessergestellte zu säen, möge man in den jugendlichen Seelen die Gefühle des Respektes und der Güte wecken, in deren Fehlen die eigentliche Ursache der Blutdruckerkrankung zu erblicken sei. Man wird gut tun, sich diese Diagnose zu merken, die von der zwar nicht neuen, aber etwas in Vergessenheit geratenen Erfahrung ausgeht, daß Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden und kein Wesensteil erkranken kann, ohne daß der andere in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Bevölkerungsentwicklung der Bereinigten Staaten von Amerika zeigt heute die aufsteigende Tendenz, die Europa im 19. Jahrhundert hatte und die dazu führte, das Problem mit dem selbstmörderischen Mittel der künstlichen Geburtenbeschränkung lösen zu wollen. Nur soll in Amerika die Kontrolle des Bevölkerungszuwachses gesetzlich zugelassen werden, während sie heute noch verboten ist. Nicht uninteressant ist es, wie die Vorkämpfer einer straffreien Geburtenreae- lung ihre Forderungen begründen. Erstens: Infolge der fortschreitenden Rationalisierung der Industrie sind heute schon in USA. 13 Millionen Men- Ichen ihrer Arbeit beraubt, und es ist damit zu rechnen, daß diese Zahl rapide steigen wird. Zweitens: Der große Kindersegen des amerikanischen Arbeiters auf der einen Seite und die Fortschritte der Wissenschaft zur Verlängerung der Lebensdauer auf der anderen haben zu einem Geburtenüberschuß geführt, der zur Folge hat, daß derWert der menschlichen Arbeitskraft immer tiefer sinkt. Drittens: Die scharfen amerikanischen Einwanderungs- gesetze sind der drohenden Uebervölkerung gegenüber machtlos. Da man nun die weitere Technisierung des Lebens nicht verhindern kann und die Auswanderung nicht geradezu fördern will, scheint als einziges Mittel — so argumentiert man in Aryerika — nur noch die Beschränkung der Geburtenzahl übrig zu bleiben — also das Mittel, auf öem nach allen bisherigen Erfahrungen der Fluch des leiblichen und seelischen Todes einer Nation ruht. Hören wir eine Stimme unter vielen: „Mit der Weiterentwicklung der maschinellen Produktion werden wir niemals mehr die Arbeitsmassen benötigen, die in der Vergangenheit erforderlich waren: es muß daher Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, deren Arbeitskraft überflüssig geworden ist, nicht leiden". Das ist die Sprache der beginnenden nationalen Vergreisung, denn im Grund heißt es nichts anderes als: um den Menschen das Leiden zu ersparen, läßt man sie besser gar nicht erst geboren werden. Mit diesem circulus vitiosus beißt sich die Schlange der Zivilisation wieder einmal in den eigenen Schwanz. Sie erfindet Maschinen um des Menschen willen und gelangt schließlich dahin, um der Maschine willen dem Menschen zu verbieten, ins Leben zu treten. Wohin aber eine solche geistige Haltung notwendig führen muß, hat uns die Entwicklung in Europa gelehrt. Als kürzlich ein Pariser Blatt von einem kleinen Ort in der Nähe der Hauptstadt zu plaudern wußte, der in dem glücklichen Nicht-Besitz von Postamt, Telephon, Eisenbahnstation, Wasserleitung, Gas und Elektrizität sei, eilten die stadtmüden Pariser zu tausenden nach Mongresin — so heißt das Idyll — um sich für kurze Zeit von all den technischen Errungenschaften ihrer Zivilisation zu erholen. Daß sich der moderne Mensch zuweilen nach dem Urwald zurücksehnt, ist wohl der beste Beweis dafür, wie sehr er sich zum Sklaven des Fortschrittes gemacht hat. Wir erfinden immer mehr, wir glauben uns das Leben durch die Technik zu erleichtern, und das Ende vom Liede ist, daß jede neue „Bequemlichkeit" nur dazu dient, die allgemeine Nervosität zu steigern. Man kann zehn gegen eins wetten, daß die Freude der Pariser nicht lange dauern wird; bald wird Mongresin alles das besitzen, was nicht zu haben fein bescheidener Ruhm war. Denn die Zivilisation ist schneller als der Mensch: sie läuft ihm nach und überholt ihn, gerade wenn er ihr entfliehen zu können meint. Bei drei Pionieren europäischer Kolonialgeltung. Eine beschauliche Reise zu den glücklichen Inseln. Don unserem H. Er.-Sonderberichterstatter*. iv. Marokko. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Casablanca, Anfang Juni 1935. Gibt es einen Jungen, dessen Träume und Phantasien sich nicht um Afrika bewegt hätten? Wer hat in Gedanken nicht all die Gefahren und Kämpfe mit Schwarzen bestanden, die Begegnungen mit wilden Tieren, womöglich auch mit dem König der Wüste? Ein winziger Teil dieser Kindheitsträume soll seine Erfüllung finden, denn einen kleinen Zipfel Afrikas soll uns diese Reise auch zeigen: Französisch-Marokko. Aber ach, alle Jungensillusionen zerrinnen! In den frühen Morgenstunden nähern wir uns Casablanca, der Hauptstadt des französischen Protektorats! Was sich, je näher umso deutlicher, den Augen bietet, ist das Bild einer Stadt, die man in Amerika vermuten möchte, nicht aber in Afrika. Schneeweiße Wolkenkratzer wachsen mit dem Näherkommen immer höher in den Himmel Ein großer, ganz moderner Hafen mit höchster technischer Vervollkommnung nimmt bald darauf das Schiff auf. Ist das das Marokko von heute? Frankreich hat in Marokko ein Riesenkapital hineingesteckt. Das Land ist reich, und Paris erhofft von ihm eine hohe Verzinsung für das viele investierte Geld. Casablanca mit etwa 120 000 europäischen Einwohnern ist eine schöne, elegante und saubere Stadt. Nichts fehlt, was zu europäischem Komfort gehört. Von Casablanca gehen breite asphaltierte Chausseen hinaus in die Wüste. Schnelle, komfortable Autobusse, die mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer "Vergleiche „Gießener Anzeiger" Nr. 143 vom 22. Juni 1935. __________ fahren, sind das Hauptverkehrsmittel, das noch dazu außerordentlich billig ist. Wenn die Leistung auch Achtung abnötigt — Casablanca in der heutigen modernen Form ist in den letzten 10 Jahren erst entstanden — so hat man auch als Nichteingeweihter schon das Gefühl, daß hier des Guten zuviel getan ist. Und Unterhaltungen mit Europäern, die jahrelang in Marokko ansässig sind, bestätigen diesen Eindruck. Alles was hier gebaut und geschaffen ist, entstand auf der unsicheren Grundlage von Wechseln auf die Zukunft. Noch ist nichts amortisiert. Aber einmal muß ja auch das beginnen, und dann befürchtet man einen Riesenkladderadatsch. Denn die Krise hat auch Marokko ergriffen. Auch hier herrscht Arbeitslosigkeit: die schönen Hafenanlagen werden heute nur zum Teil ausgenutzt, während sie vor einigen Jahren nicht einmal genügten, um die Casablanca anlaufenden Schiffe aufzunehmen. Frank- reich tut alles, um neue Anbau- und Produktionsmöglichkeiten zu erschließen. Exportierte das französische Marokko bisher vorwiegend Getreide, Erze und Phosphate, so versucht man jetzt mit Erfolg die Tomaten- und Bananenkultur im Großen. Den kanarischen Inseln kann hier ein gefährlicher Konkurrent entstehen. Soweit das Marokko, das eigentlich gar nicht mehr Marokko ist. Nach der bisherigen Schilderung könnte man glauben, als gäbe es kein Arabertum mehr, als wäre Marokko ein Teil v 0 n'F r a n k- reich. — Eine Droschke mit Sonnendach, ein Marokkaner auf dem Bock, bespannt mit zwei schnellen, kleinen Arabern, bringt uns durch alle Teile der Stadt. Der Uebergang vom europäischen zum ara- bischen Casablanca geht plötzlich, wie abgehackt. Man meint aus der Wirklichkeit in ein Märchen zu fahren. Hier sieht man noch unverfälschtes Arabertum. Das bunte Leben spielt sich Marburger Festspiele. „Die lustigen Weiber von Windsor?' Kaum ein anderes Shakespeare-Lustspiel scheint sich — wenn wir vom „Sommernachtstraum" absehen, mit dem diese Spielzeit eröffnet wurde — jo zwanglos und selbstverständlich zu einer Darstellung unter freiem Himmel anzubieten wie „Die lustigen Weiber". Zwar ist der mitternächtliche Elfenspuk, mit dem der Junker Falstaff zum brüten Male gröblich zum Besten gehalten wird, nur em scherzhaftes Zwischenspiel, nur ein Abglanz vorn Naturzauber des Sommernachtsspieles: im übrigen ist der Humor hier zu Windsor derber und realistischer und wirkt in feiner Situationssteigerung wie ein galanter Schwank des Boccaccio. Aber das ganze Stück paßt in seiner Stimmung und seiner ungebundenen Laune vorzüglich in einen weiten und flüchtig gegliederten Spielraum im preien, der, wie das in Marburg der Fall ist, eine schnelle und fließende Verwandlung komplizierter Szenengesuge gestattet und dennoch sämtliche Schauplätze, gruppen und handelnden Figuren in eine Umhert des Raumes und der Bewegung zusammenfatzt. * Im Programmheft ist des Näheren ausgeführt, wie sich hieraus der Jnszenierungsgedanke für die „Lustigen Weiber" organisch ableiten laßt. Die Spielführung von Dr. Fritz Budde macht sich den weiten, mehrfach überhöhten Raum der Mar- burger Schloßparkbühne geschickt zunutze. Er leitet das Spiel mit der berühmten Qpernmustk von Nicolai bei sinkendem Licht sehr stimmungsvoll em und lost wo es angebracht scheint, den Vorgang auch später in fließende Bewegung undtänzerische Gruppen auf. Das entspricht dem improvtsaton scheu Stiel undder ÜberströmendenLaune desStuckes durchaus. Bei einfallender Dunkelheit wirken die Darsteller dann fast wie Silhouetten vor dem helleren Himmel, eingefaßt von einem ber drei großen gotischen Bogen, welche bie Buhne nach rückwärts begrenzen. Später schneibet ber Scheinwerfer e- wells den Schauplatz heraus, auf dem sich bie f misch fortschreitende Handlung fammelt. * Im Mittelpunkt steht natürlich die Falstast-Ko- mödie, das groteske Abenteuer des dickbäuchigen Ritters, der unbedacht genug und aus mehr als . unlauteren Motiven gleich mit zwei Ehefrauen von Windsor anbmöet und dreimal auf die lächerlichste und lehrreichste Weise Schiffbruch leidet Die Laune des großen Briten hat mit einer virtuosen Leichtigkeit die Fäden geknüpft, die zwischen Falstaff uno den beiden wahrhaft luftigen und listigen Weibern, deren Ehemännern und der geschäftigen Liebesbotin Frau Hurtig hin und wieder laufen. Das rollt vor den Augen des Zuschauers so verblüffend, witzig und aufs Stichwort ab, daß die Leute mit hellem Vergnügen das wahrhaft lustfpiel- hafte Durcheinander auf der Bühne an sich vorbeiziehen lassen und zuletzt noch mit lächelnder Genugtuung Zeuge werden, wie das echte Liebespaar dieses Stückes' mit einer witzigen Doppelfinte die unerwünschten Bewerber aus dem Felde schlägt und zu seinem guten Recht kommt. Der heitere und harmonische Eindruck der Aufführung wurde durch eine Reihe tüchtiger darstellerischer Leistungen unterstützt. Walter Brandt als Falstaff brachte nicht nur die „wackere Figur", sondern auch den shakespeareschen Humor mit, der Die Gestalt so lebendig macht. Ein munteres Duett bildeten Hella Weiß und Hanne Mertens als die Damen Page und Fluth. Sehr hübsch auch die betriebsame, mundfertig kupplerische Zwischentrage- rin Frau Hurtig (Maria Leininger). Einen Heiterkeitserfolg für sich hatte Bruno Z i e- ner als .sächsisch redender Pfarrer. Herr Link- mann, der früher in Gießen war, machte aus dem Junker Schmächtig einen krähenden Narren von betörender Tölpelhaftigkeit. Vom Ensemble nennen wir Hansi Nasseeund Hans H e i n i cf e als Jungfer Anne Page und Fenton, Erwin Aderhold (Herr Fluth)),' Emil L o h k a m p f (Doktor Caius) und Carl Willi Vogt (Wirt zum Hoienbande). * Zahlreiche Besucher folgten angeregt der beschwin- ten Aufführung unterm Sternhimmel und fpenbeten zuletzt freundlichen Beifall. hin. Goethes „Gustgen". ZUM 1OO Todestage der Gräfin Auguste Stolberg am 30. Juni. Mitte Januar 1775 erhielt Goethe durch Vermittlung der Brüder Stolberg in Göttingen den anonymen Brief eines Mädchens, den er, ebenfalls anonym, in abgerissenen, in der Zett vom 18- bis 3um 30. Januar hingeworfenen Sätzen beantwortete und an die „teure Ungenannte" auf demselben Umweg befördern ließ. Aus dieser romantischen Anknüpfung einer Beziehung, die in den !chreibseligen Tagen des empfindsamen Briefkultes nichts Ungewöhnliches war. entstand ein Brieftoechsel der zu den kostbarsten Zeugnissen für die Entwicklung des jungen Genius gehört. Die Schreiberin war die Gräfin Auguste Stolberg, die Schwester der beiden Dichter Friedrich Leopold und Christian Stolberg: sie wandte sich vertrauensvoll an den Dichter des „Werther , um von ihm selbst Näheres über fein Wesen zu erfahren. Wohl nie sind Hoffnungen dieser Art von einem großen Geiste so reich erfüllt worden wie damals von Goethe. In dem Bekenntnisdrang, der ihn in dieser Zeit bewegte, schüttete er der „unbekannten Vertrauten" sein übervolles Herz aus. Zwar erfuhr er bald ihren Namen und horte Näheres von ihr, als ihn die Brüder Stolberg besuchten und die drei gemeinsam nach der Schweiz wanderten, aber von Angesicht zu Angesicht hat er sein „Gustgen", wie er sie nannte, nie gesehen. Es war eine schwärmerische Neigung, ganz im Geist der Empfindsamkeit, der damals die Gemüter beherrschte, und gerade Goethe hatte zu jener Zeit ein tiefes Verlange, seine geheimsten Gedanken einem Menschen anzuvertrauen, der ihm selber ein Geheimnis war. In dieses Mädchen auf dem norddeutschen Gut konnte er alle seine Vorstellungen und Träume hineinphantasieren und sie als feine Beatrice anbeten, ohne durch die Wirklichkeit aufgeschreckt zu werden. So „stolpert" er ihr seine „dumpfen tiefen Gefühle" vor, entwirft gleich im zweiten Bries ein wunderbares Bild seines Doppelwesens, des „Fast- .nachts-Goethe" und des „Sturm- und. Drang"- Goethe, sendet ihr seinen Schattenriß, deutet aus dem ihrigen die Schönheit ihrer Seele, läßt die dichterischen Visionen, die ihn beschäftigen, besonders die des „Urfauft", anflinqen und zeichnet in diesen Briefen das anschaulichste Bild seines Charakters kurz vor der Weimarer Wandlung. Unbewußt flüchtet er zu dieser Frau, um bei ihr Schutz zu suchen gegen die Gefahren der dämonischen' Unrast, die ihn bedrohen: er will wie ein ..armer Junge" seinen geplagten Kopf in ihren Schoß bergen Als er dann diesen „Engel des Friedens", der „Mäßigung dem wilden Blut tropfte", in Charlotte von Stein gefunden hatte, werden feine Briefe an „Gustgen" spärlicher. Er sucht die Fäden wieder anzuknüpfen. Im Mai 1776 fängt er ein sachliches „Tagebuch" für sie an: dann folgen in längeren Abständen noch einige Lebenszeichen, und schließlich bricht der Briefwechsel ab. Vierzig Jahre später tritt Auguste noch einmal bedeutsam in Goethes ©efi9e«lOwtaH Mensch. Aber es gab und gibt glücklicherweise ge- die Zukunft der deutschen Fliegerei ganz gewiß rade in unserem Vaterlande eine so außerordentlich nicht bange zu sein braucht. Im Gegenteil — ge- große Zahl von jungen Menschen, die all den von rade die besondere Art des Deutschen bietet alle uns ja nur anaebeuteten Bedingungen körperlicher Voraussetzungen dafür, daß wir wirklich „ein Volk und seelischer Art voll entsprechen, daß es uns um von Fliegern" werden. Preise- Limousine RM 1850-, Cabriolet-Limousine RM 1960.-, ________________ r^blDdM.= pr.b.Mrt.„7 MotorwaeenrVerkauisTeTellschait m. b. H. Frm-d-ue s‘"i“ 51 Aus aller Welt. Die Auswirkungen des Erdbebens. — Leichtes Nachbeben in Süddeutschland und Westschweiz. Wie erst jetzt bekannt wird, hat das Erdbeben am Donnerstag in ganz Oberschwaben zum Teil schweren Schaden angerichtet. In manchen Ortschaften ist kein Haus unbeschädigt geblieben. Besonders schwer haben die Kirchen unter dem Erdstoß gelitten. Besonders stark wirkte sich der Erdstoß im Hohenzollerschen aus. Am meisten haben in der Gegend von Sigmaringen das Schloß und die Kirche in Scheer an der Donau gelitten. In dem der Familie Thurn und Taxis gehörigen Schloß mußten die Wohnungen von drei Familien geräumt werden. Aus einigen Orten Oberschwabens wird gemeldet, daß Personen zu Schaden gekommen sind. In Buchau sprang ein junger Mann in der ersten Aufregung aus dem Fenster ^nd brach sich dabei einen Arm. In Saul- gau wurden zwei kleine Kinder, die sich in einem Hofraum befanden, durch herabstürzende Schornsteinteile schwer verletzt. In Kappel und in Kanzach im württembergischen Oberland stürzten Teile der Kirchtürme der beiden dortigen katholischen Kirchen ein. In Karlsruhe ist an verschiedenen Häusern Gebäudeschaden entstanden. Im bayerischen und im württembergischen Oberland wurde am Freitagvormittag um 10.10 Uhr ein schwaches Nachbeben bemerkt. In München konnte es besonders in den höheren Stockwerken der Häuser festgestellt werden. Auch in den verschiedensten Ortschaften der Westschweiz ist wieder ein leichter Erdstoß verspürt worden. Schwere Unwellerschäden in der Gegend von Lhemnlh. In Chemnitz und Umgebung gingen mehrfach schwere Gewitter nieder, die von Hagelschlag, Wolkenbrüchen und Sturm begleitet waren. In der Stadt Chemnitz selbst wurden die Straßen überschwemmt, und die Wassermassen drangen in die Keller der Häuser ein. Durch Blitzschläge wurde verschiedentlich auch Gebäudeschaden angerichtet. In der Gemeinde Adelsberg bei Chemnitz wütete außer den Gewittern eine Windhose, die schweren Schaden anrichtete. In den Gärten wurden starke Obstbäume abgebrochen oder entwurzelt. In Bernsdorf bei Glauchau schlug der Blitz in das Wohnhaus eines Gutsbesitzers, das eingeäschert wurde. In Erba bei Chemnitz wurde eine Scheune vom Blitz zerstört. Wolkenbrüche und Erdstöße in Japan. Tokio und der südlich dieser Stadt liegende Teil Japans wurde von einem schweren Unwetter betroffen. Große Wolkenbrüche ergossen sich von der Provinz Fukuoka im Norden der südjapanischen Insel Kiuschiu bis östlich von Tokio. In Fukuoka, wo sich das Unwetter zuerst entlud, wurden an 25 000 Häuser überschwemmt. In Kioto stehen 20 000 Häuser unter Wasser. Die Schulen mußten zum Teil geschlossen werden. Militär wurde zur Hilfeleistung eingesetzt. In Osaka sind 50 000 Häuser überschwemmt. In Tokio und Jo- kohama war das Unwetter von schweren Erd - st ö ß e n begleitet, die aber nach den bisherigen Feststellungen keinen Schaden anrichteten. Die Ueberschwemmungen haben großen Sachschaden besonders der Landwirtschaft zugefügt. Auch in Korea tobte ein großer Sturm. 60 Fischerboote mit 250 Fischern werden vermißt. Japanischer Dampfer im Taifun unkergegangen. — 25 Wann ertrunken. Der japanische Dampfer „Fusan-Maru" ist an der Küste von Korea in der Nähe des Hafens Sö- sengke in einen Taifun geraten und gesunken. Nach Mitteilung der Hafenbehörden sind bei diesem Unglück 25 Mann der Besatzung ertrun- k e n. Furchtbare Explosion in Schanghai. — 25 Tote, 75 Verletzte. In einer Celluloidfabrik in Schanghai ereignete sich eine gewaltige Explosion. Die hohe Stichflamme war weithin zu sehen. Das Feuer legte auch 80 benachbarte Häuser in Asche. 25 Tote und 75 Verletzte sind bisher geborgen worden. An der Unglücksstelle spielten sich grauenvolle Szenen ab. Viele Verletzte st a r b e n auf der Straße. Kinder wurden in ihren Betten vom Feuer überrascht und verbrannten. Alle Feuelöschzüge Schanghais und aus der Nachbarschaft wurden aufgeboten, um den Brand einzudämmen. Lin pater wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung" zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Dis Justiz presse st eile Mainz teilt mit: In bet Sitzung des Amtsgerichts Mainz vom 26. Juni 1935 wurde Martin Schropp, genannt Pater Benignus, in Mainz des Vergehens wider die öffentliche Ordnung im Sinne des § 130 Absatz 2 StGB, schuldig befunden und zu der hochstzulässigen Strafe von zwei Jahren Gefäng- n i 5 verurteilt. — Die Verurteilung erfolgte wegen eines von Pater Benignus gezeichneten und verfaßten Artikels, der im Franziskusblatt, Heft 7/1935, erschienen war. In diesem Artikel hat der Verfasser 3 ro e i Belgier, die während des Vormarsches der deutschen Truppen 1914 Spionage getrieben hatten, kriegsrechtlich zum Tode verurteilt und erschossen worden sind, in einer Weise verherrlicht, die geeignet war, den öffentlichen Frieden zu stören und das Ansehen des deutschen Volkes im In- und besonders im Auslande zu schädigen. Wegen des würdelosen Verhaltens des Verurteilten ist auf die Höchststrafe erkannt worden. 'Bluttat auf einer mecklenburgischen Domäne. — Ein Pächter erschossen. Der Domänenpächter W i l l m a n n in Sülten (Meckl.) wurde von dem auf der Domäne beschäftigten Waß erschossen. Zwischen dem Täter und seinem Opfer bestanden seit langem Streitigkeiten. Willmann hatte sich kurz vor der Tat in die Wohnung des Waß begeben und wurde dort ermordet. Die näheren Umstände sind noch nicht geklärt. Waß wurde sofort verhaftet. Probefahrt des neuen Ostasienfchnelldampfers „Potsdam". Der neue für den Ostasien - Expreßdienst des Norddeutschen Lloyd erbaute Schnelldampfer „Po tsdam" hat seine Probefahrt angetreten. Die „Potsdam" ist als Tropenschiff gebaut. Die Fahrgastkammern sowohl der 1. Klasse als auch die der Touristenklasse liegen alle im Bereich der Mittschiffsaufbauten und sind sämtlich Außenbordzimmer. In den Gesellschaftsräumen, die an Schönheit denen der Schnelldampfer „Bremen" und „Europa" ebenbürtig sind, wird den Fahrgästen durch Sport- und Tanzveranstaltungen, Konzerte, Kinovorstellungen und Rundfunkübertragungen vielseitige Unterhaltung geboten werden. Der selbstverständliche Grundsatz, den Besatzungsmitgliedern gute Arbests« Plätze und behagliche Wohnräume zu schaffen; ist auf den neuen Ostasien-Schnelldampfern in geradezu idealer Weise verwirklicht worden. Die „Potsdam** kann etwa 300 Fahrgäste befördern und hat eine 265köpfige Besatzung. Ein Frauenmörder zum Tode verurleill. Das Schwurgericht Saarbrücken verurteilte den 33 Jahre alten ledigen, mehrfach vorbestraften Peter Kolmen aus Bietzen (Kreis Merzig) wegen Mordes zum Tode und zur Aberkennuna der bürgerlichen Ehrenrechte. Kolmen hatte am 18. April d. I. in Bietzen die 37jährige Frau Maria Steil frühmorgens in ihrer Wohnung überfallen und nach erbittertem Kampfe durch Ersticken ermordet. Noch am Mordtage konnte er verhaftet werden. Fesilandsreise schwedischer Turner. Eine Elitetruppe von Turnern aus schwedischen Jungmännervereinen hat eine Rundreise durch einige Städte des Kontinents angetreten. U. a. wird sie auch in Köln und Berlin ihr Können zeigen. Eigenartiger Verkehrsunfall im Wuppertal. Im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel stieß ein Straßenbahnzug in voller Fahrt mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Zusammenprall war so stark, daß auch ein Straßenbahnmast umgebogen und ein Laternenpfahl glatt umgerissen wurde. Plötzlich stand der Lastkraftwagen in Hellen Flammen und auch das ausströmende Gas der umgerissenen Laterne fing Feuer. Während. es einem auf dem Lastkraftwagen sitzenden Mann im letzten Augenblick gelang, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen, konnte der andere vor den mit rasender Geschwindigkeit sich ausbreitenden Flammen nicht mehr rechtzeitig geborgen werden und verbrannte. Der Lastkraftwagen brannte vollständig aus. Passagiere der Straßenbahn wurden nicht verletzt. Drei italienische Arbeiter durch Steinschlag getötet. In der Nähe von Neapel hat sich bei Erdarber« ten ein Unglück ereignet. Mehrere Arbeiter wurden von einem schweren Basaltblock getroffen, der sich plötzlich von der Wand, an der sie gerade beschäftigt waren, löste und sie unter sich begrub. Drei Arbeiter wurden dabei getötet, während ein vierter schwere Verletzungen davontrug. DS! ps* 1 Lom er darüber h I"6 Sernunl * S'NN im den Werk eins aus < Q»it und Linien D und Naim „Eile m L-kers. Du darf also nicht und reifen Glauben a der. Tag ° regellos w drauflos tf Wer den dem ffierth fehle feine Fruchtfelde ler aus. A siegenden Acker das gegen den gegen das gibt Bölke, tum an K ger entkrä Segen i immer wi und seine lernt, das HAUS DER GUTEN Preisliste und Proben kostenlos Auch Ihnen hilft 3852 A Wo drückt Sie der Schuh? Wo schmerzt Sie Ihr Fuß? RECTOSAN Vom 1. bis 3. 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RM. 3.— Naturschutz und Arbeitsschule. Von W. Schoenichen...Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger. . Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen............. .... Broschiert RM. 2.85, gebunden RM. 3.60 Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr. W. Schoenichen........Gebunden RM. 9.— Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff.....Leinen RM. 4.80 Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. 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Da helfen keine noch so gut gemeinten Worte. Die stille Tat ist alles bei Mensch und Natur. „Eile mit Weile!" bleibt die ewige Predigt des Ackers. Du darfst nicht mit Ungestüm pflügen und auch also nicht die Körner werfen, mußt alles wachsen und reifen lassen, mußt den starken, wartenden Glauben an Gottes Segen haben. Und wenn dann der. Tag der Reife gekommen ist, darfst du nicht regellos und wild oder gar mit stumpfem Eisen drauflos ttiähen. Wer dem Zusammenhangs dienen will, muß sich dem Werdegesetze und dem unausgesprochenen Befehle seiner Bewegungen fügen. Millionen von Fruchtfeldern breiten sich in den Ländern der Völker aus. Aber die Menschen lernen von dem Nächst- liegendep nichts und lassen sich nicht vom ewigen Acker das Herz bewegen! Sie wüten unter sich gegen den vernunftgemäßen Zusammenhang und gegen das von Gott gewollte allgemeine Ziel. Es gibt Völker, die schütten freolerisch den Ueberreich- tum an Korn ins Meer, während andere im Hunger entkräften. Segen dem Volke, das an seinen Fruchtfeldern immer wieder den Willen zum Zusammenhänge und seinem höchsten Ziele: „Dienet einander" lernt, das ferner durch alles hindurch die Vertiefung seiner eigenen Weisheit sich angelegen sein läßt: „Mit Treue säen jedwedes Ding des Geistes und des Herzens, jedwedes Wachsen voll Tapferkeit und in Einigkeit hüten und alles gläubig ausreifen lassen!" Sonne über Aehren . . . O dieses lautlose Schaffen in jedem Halme! Diese Hunderttausende von winzigen Hebewerken! Diese Kraft, Millionen von nährenden Tropfen vom Wurzelgrund bis in die höchsten Aehren steigen zu lassen! Jeder wandert auf seinem Wege und nach seinem Ziele? Wunder der gleichen Zielstrebigkeit! Da stehst du mit mir am Rande der besonnten Roggenbreite. Wje uns die Ehrfurcht vor dem Unbetretenen verbindet! Das heilige Gebot der Un- betretbarkeit liegt uns so im Blute, daß wir es nicht wagen, auch nur einen Schritt in die Halmdichte hinein zu tun. Heiliger Boden, heiliges Werk da vor uns! Wie es glücklich macht, am Rande zu verharren und des bloßen Anblicks sich zu freuen! Wenn wir doch solches Tun und Erleben mehr auf unser Dasein und das Leben untereinander übertrügen! Wie tappen wir oft zerstörerisch in das innerste Sein von Menschen, in ihr Werk, ihre Gesinnung hinein! Wie oft maßen wir uns ein falsches Recht dazu an! Wie oft üben wir Grenzfrevel! Wie oft stoßen wir gewaltsam das Tor zu einem Geheimnisse auf! Appell des ASDStV.Hochschiilgruppe Gießen, vor dem Gaustudentenbundssiihrer. Am gestrigen Mittag fand im Gießener Studentenhaus zum Semesterschluß ein Appell des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Hochschulgruppe Gießen, und der Gießener Studentenschaft statt. Der Hochschulgruppenleiter Stenger begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und wies darauf hin, daß vor dem Semesterschluß und vor Beginn der Schulungslager diese Zusammenkunft notwendig gewesen wäre. Pg. Stenger nahm kurz Stellung zu der in diesem Semester betriebenen Schulungsarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die in diesem Semester bestehenden Arbeitsgemeinschaften die Grundzellen bei der Arbeit des Studentenbundes im nächsten Jahre werden mögen. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab er das Wort an den Gaustudentenbundsführer pg.Walcher der u. a. folgendes ausführte: Er werde nur kurz die Parole für die kommenden Semester geben. Im Gemeinschaftsempfang hätten die Kameraden ja alle die Rede des Reichsamtsleiters Derichsweiler mitangehört und er wolle nur betonen, daß im kommenden Semester der Studentenbund zusammen mit den Korporativ- nen gemeinsam arbeiten werde. In den Kampfjahren hätte es im Studentenbund auch keinen Unterschied zwischen Korporationsstudent und Freistudent oder zwischen Protestant und Katholik gegeben, so müsse man auch in Zukunft sich zur Mitarbeit zusammenfinden. Eins müsse aber ausdrücklich klar sein, die Führung bei der Erziehungsarbeit liege bei dem Studentenbund. In allen politischen Dingen gebe der Studentenbund die Richtung an, daneben sei das Eigenleben einer Korporation nicht gefährdet. Die Korporationen müßten nur die überlieferten Formen mit dem neuen Geiste ausfüllen. Der einzelne Student müsse zunächst an sich arbeiten und dann müsse er wissen, daß er die Forderungen der Bewegung zu erfüllen habe. Es sei keine äußere Arbeit, sondern eine Arbeit nach innen und so müsse der Studentenbund den Nachwuchs der Hochschule auf einen bestimmten Nenner bringen und der Junamannschaft die bestimmte Haltung aufdrücken. Wie bei allem, so käme es auch hier auf die Kameradschaft an. In den Lagern solle dieses Kameradschaftserleben, das die anderen Kameraden in den Kampfjahren gehabt hätten, erlebt werden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen brachte Pg. W a l ch e r ein dreifaches „Sir.g Heil!" auf den Führer aus, in das alle anwesenden Studenten, als Gelöbnis ihrer Mitarbeit । an dem Aufbau des Dritten Reichs einstimmten. I Das Horst-Wessel-Lied beendete den Appell. Sonne über Aehren . . . Sinnbild der Kraft und des Geheimnisses! Wo die zwei schöpferischen Sinne walten und walten dürfen, im Einzel- und Gemeinschafts-Dasein, wächst und reift alles Leben in die Freude und unüberwindbare Gestalt, die sich wiederum offenbart in der Liebe und ihrer Tat, im Dienst am Gott- und Schicksalsbezirke des eignen Volkes! Sonne über Aehren . . . 7ISAOT.-RTA. Der NS.-Bund deutscher Technik macht auf den Tonfilm- und Filmvortrag „Forschen und Schaffen" sowie die „Bayrische Z u g s p i tz - bahn" am morgigen Sonntag, 30.Juni, 11 Uhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, nochmals aufmerksam. Der Eintritt ist gegen Einladungen frei. Volksgenossen, die noch kein e Einladungen erhalten haben, können, soweit nah Plätze frei sind, Eintrittskarten Sonntag na chl 1 U h r im Lichtspielhaus erhalten. Landschastsbund Volkstum undHeimat. Ottering Gießen. Heute, Samstag, um 16 Uhr, führt uns Geh. Rat Prof. Dr. Sommer in der Müllerschen Badeanstalt seine Wasser-Skier vor und gibt anschließend jedermann Gelegenheit, zur praktischen Erprobung seiner Erfindung. Unsere Mitglieder und die Mitglieder bev angeschlossenen Verbände zahlen 10 Pfennig Eintritt (Mitgliedskarte oder Anstecknadel), die Familienangehörigen haben freien Eintritt. — Unsere Mitglieder werden noch einmal zum Besuch der KdF.-Veranstaltungen auf dem Schiffenberg eingeladen. Daten für den 30. Juni. 1503: Johann Friedrich der Großmütige, Kurfürst von Sachsen („Hannfreid"), Gründer der Universität Jena, in Torgau geboren (gestorben 1554). — 1807: der Dichter Friedrich Theodor Vischer in Ludwigsburg geboren (gestorben 1887). — 1899: das Deutsche Reich erwirbt die Karolinen- und Palauinseln mit den Marianen. öeutlwe Üibeitslronl ■ 7 H S -öemeinlckiatt „firaft durch frcuöc' Rheinfahrt am 14. Juli. Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden. Abendmusik auf dem Schiffenberg und Schiffen- und Schiffenbergfest am 29. und 30. Juni. Am heutigen Samstag findet in der Klosterkirche auf dem Schiffenberg eine Abendmusik statt, die vom Akademischen Gesangverein und dem Collegium musicum der Universität unter Mitwirkung einiger Berufsmusiker gespielt wird. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pfg. Für die am Sonntag auf dem Schiffenberg mitwirkenden Gesangvereine ist der Eintritt frei. Am Sonntag, den 30. Juni, steigt das Heimatfest auf dem Schiffenberg. Bei Konzert, Tanz, Volksliedern, Preisschießen und Kinderfest mit Kasperltheater wollen wir einen schönen Sonntag verbringen. Der Eintrittspreis beträgt 20 Pfg., das Tanzbändchen kostet 50 Pfg. Durch Omnibus- Pendelverkehr ist die Möglichkeit geboten, am Samstag ab 8 Uhr und am Sonntag ab 3 Uhr auf den Schiffenberg zu fahren. Eine besonders billige Ferienfahrl. Rur 24,50 TNark. Diese Fahrt geht vom 27. Juli bis 2. August in die Schwäbische Alb (Lichtenstein) Über Pforzheim, Tübingen, Reutlingen in einen Teil des Schwarzwaldes. Die Urlauber werden in herzlicher Gastfreundschaft ausgenommen und können in den Wäldern des Schwarzwaldes die herrliche Luft genießen, bis sie über Stuttgart die Heimreise am 2. August antreten. Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schollen am 21. Juli. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark. Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Teilnehmerzahl zusammenkommt. Sonderzug an den Nürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkösten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblick bekommen. Das Schumann-Theater wieder in Gießen. Am Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Variet^programm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Betriebswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Reichswehrkonzerl bei Dänninger. Am kommenden Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, findet im Hof der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H. ein Konzert unserer Wehrmacht statt. Es wird allen Betriebsangehörigen eine Freude sein, nach des Tages Last und Mühe eine Stunde den Klängen unserer Wehrmachtkapelle zuzuhören. Der Betrieb nimmt geschlossen an dieser Veranstaltung teil. Wandern zum Schiffenberg. Da am Sonntag, 30. Juni, auf dem Schiffenberg ein Volksfest veranstaltet wird, sind nach Möglichkeit Betriebswanderungen so einzurichten, daß das Ziel der Schiffenberg ist. Das Eintreffen der Wandergruppen soll am frühen Nachmittag erfolgen. Verkehrserziehung in den Schulen. Der Reichs - und Preußische Mini st er für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat die Schulen angewiesen. Die hevzttchs Bitte richten wir an alle Reiselustigen, sich ihre Fahrtausweise recht frühzeitig zu besorgen, damit übermäßiger Andrang vor den Ferien nicht zu Stockungen in, der Abfertigung führt. Kostenlose Auskunft in allen Reise-Angelegenheiten. Heise- und Verkehrsbttro Gießen. Amtliche Fahrkartenausgabe Selterstor. Tel. 2396. 38-0 0 Warum verkennst du mich, Barbara? DRoman von Liane Sanden. Urheberrechtschutzr Fünf-Türme-Verlag, Halle (<5.) 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 25. Kapitel. Oberinspektor Rockesch fuhr inzwischen schon der Kreisstadt zu. Er saß mit gesenktem Kopf da. Seine Stirn war zusammengezogen. Während er sonst gewohnheitsgemäß seine Blicke über die Felder gehen ließ, um festzustellen, wie weit die Ernte gediehen war, achtete er jetzt nicht auf die Landschaft um sich herum. An der Kreuzung der Chaussee bremste der Wagen plötzlich. Es war gerade an der Grenze, wo sich der Landbesitz der Familie Tschewnick keilartig in das Schedlowitzsche Ackerland hineinschob. „Guten Morgen, Herr Oberinspektor!" sagte eine etwas schrille Frauenstimme. Oberinspektor Rockesch fuhr aus seinem Sinnen auf. Vor ihm hielt in einem leichten Jagdwagen Frau von Tschewnick. Sie kutschierte selbst. Die Pferde tänzelten unruhig, wie sie jetzt scharf die Zügel anzog. Oberinspektor Rockesch stieg auf, um Frau von Tschewnick zu begrüßen. Er tat es mit vollendeter Höflichkeit, obwohl ihm diese Begegnung im Augenblick nicht sehr angenehm war. Doch Frau von Tschewnick schien den Wunsch nach einer längeren Unterhaltung zu haben. Sie fragte Rockesch, ob er einen Augenblick Zeit hätte. Rockesch zögerte. _ . „Eigentlich nicht, gnädige Frau. Ich habe dringend in der Kreisstadt zu tun. Aber wenn Sie befehlen — selbstverständlich!" Er wandte sich zu seinem Auto zuruck und gab dem Chauffeur Weisung, langsam etwas vorzufahren. Nun half er Frau von Tschewnick aus dem Wagen, und wandte sich zurück. Auf einem ihrer Felder arbeiteten ein paar Leute. „He, Stannek! Halte einmal die Gäule!' Ein Feldarbeiter kam eilig heran und faßte nach der Leine. _ „Ich wollte Sie einmal nach Ihren neuen naat- methoden bei der Lupinebestellung fragen, Herr Oberinspektor!" sagte Frau von Tschewnick laut. „Ich höre, Sie haben da so vorzügliche Erfolge! Plaudernd war sie mit Rockesch ein wenig weiter geschritten. Nun war sie außer Hörweite der Landarbeiter: „Nun lieber Rockesch", fragte sie vertraulich, in einem ganz anderen Tonfall, „wie steht es auf Ihrem Gut?" „Danke, gut, Frau von Tschewnick. Es geht alles in Ordnung." „Und die Abschlüsse? Ist Ihre Bilanz eine gute?" „O ja." Es kam sehr zögernd. Frau von Tschewnick merkte aber nichts davon. Ganz in ihre Gedanken versponnen, sagte sie: „Sie wissen doch, lieber Rockesch, wir haben ein großes Interesse daran, daß Frau von Stechow endlich einsieht, wie schwer die Bewirtschaftung ihres Besitztums für eine alleinstehende Frau ist. Sobald unsere Pläne sich verwirklicht haben, lösen wir unser Versprechen ein. Sie, lieber Rockesch, werden bann Generalbirektor sowohl ber Tschewnick- schen wie ber Stechowschen Besitzungen. Bergeisen Sie bas nicht! Wir rechnen auf Ihre Hilfe. Ich will übrigens Frau von Stechow in biesen Tagen besuchen unb werbe nicht verfehlen, Ihre Tüchtigkeit roieber zu rühmen. Ich werbe sogar durchblicken lassen, baß Sie sehr große Angebote von anberen Gütern hätten. Dann wirb Frau von Stechow sicherlich Ihr Gehalt um ein Beträchtliches erhöhen." In Rockeschs Gesicht oeränberte sich keine Miene: „Ich fürchte, gnäbige Frau, Sie werben biesen Besuch bei Frau von Stechow noch aufschieben müssen." „Warum?" „Frau von Stechow ist mit dem Pferde schwer verunglückt." Franzka von Tschewnick erschrak: „Mein Gott, ich hatte ja keine Ahnung. Ist es lebensgefährlich? Das wäre ja schrecklich." Ihr Erschrecken war nicht gespielt. Wenn Barbara von Stechow etwas Ernstliches zustieß, wenn sie starb, bann fielen bie Güter ja an ihren Vater. Mit ben ehrgeizigen Plänen für Josef war es bann aus — bann konnte man ben leichtsinnigen Jungen weiter erhalten. So atmete sie beim erleichtert auf, als Rockesch ihr von ben günstigeren Nachrichten erzählte, bie er burch Mag- balena erhalten. „Das freut mich wirklich, mein lieber Rockesch! Es wäre ja auch zu schrecklich gewesen, wenn unserer lieben jungen Freunbin irgenb etwas geschehen wäre. Nun werben Sie bie hoppelte Arbeit haben unb über alles allein bestimmen müssen." . „Das tut nichts, gnäbige Frau, das bin ich \a gewohnt." „Natürlich, natürlich, mein lieber Herr Inspektor. Aber vielleicht können Sie Frau von Stechow. wenn sie wieder so einigermaßen genesen ist, doppelt zum Bewußtsein bringen, daß eine Frau in solcher Stellung einen tatkräftigen Mann neben sich haben muß. Sie kennen unsere Verabredung." Statt einer Antwort sagte Rockesch: „Verzeihung, gnädige Frau, ich muß nun unbedingt in die Kreisstadt, ich werde erwartet. Er verneigte sich ehrerbietig, als Frau von Tschewnick ihm die Hand entgegenstreckte. Schweigend sah Franzka von Tschewnick dem Inspektor nach, wie er jetzt seinem Wagen zuging und emftieg. Roesch war heute so sonderbar gewesen. Er war offensichtlich ihren Bemerkungen über Gut Schedlowitz und ihren gemeinsamen Interessen aus- gewichen. Sollte er unzuverlässig sein? Sie konnte es sich eigentlich nicht vorstellen. Was für eine glänzende Stellung war ihm nach der Verheiratung Barbara von Stechows mit Josef gewiß! Und doch, sie hatte heute das Empfinden, als ob sie sich doch nicht so ganz unbedingt auf Rockesch verlassen könnte. Aber das waren wohl Hirngespinste, hervorgerufen durch ihre Nervosität. Die Berichte der Direktoren aus den Tschewnick- schen Kohlenbergwerken klangen immer schlechter. Man würde sich, wenn es so weiterging, schließlich auch noch einschränken müssen. Es war höchste Zeit, daß man von der Sorge für ben leichtsinnigen Neffen mit seinem unbekümmerten Gelbverbrauch entlastet würbe. — Rockesch fuhr inzwischen ber Kreisstabt zu. „Halten Sie am König Nepomuks" befahl Rockesch bem Chauffeur. „Fahren Sie ben Wagen in bie Garage! Ich komme bann hin, wenn ich fertig bin." Der Chauffeur roenbete. Er hatte, bem ersten Befehl bes Oberinspektors folgenb, ben Weg zur Polizeibirektion nehmen wollen. 26. Kapitel. Es war Mittagszeit. Trotz bes gestrigen Gewitters hatte sich bie vorsommerliche Hitze nicht gernil- bert. Schon roieber strahlte bie Sonne brennenb von einem weißblauen Himmel hernieber. Die Knechte unb Mägde. atmeten auf, als bie Mittagsglocke aus ben ringsum liegenben Dörfern ertönte. Hacken unb Rechen würben zusammengestellt. Alles suchte ben Schatten ber Bäume unb Büsche auf, mit benen bie Karpener Wiesen bicht um- ftanben waren. Der gestrige Gewitterregen hatte Wunber gewirkt. Die Blätter an ben Bäumen unb Stäuchern, vor ein paar Tagen noch schmal unb burchsichtig, hatten sich sommerlich voll entfaltet. Die Schatten warfen sich breit unb kühl über bie sonnenbeleuchteten Graspartien. Balb waren biefe Schattenplätze alle umlagert von ber Menge ber Knechte unb Mägbe. Die bunten Kopftücher unb bie grellfarbigen Röcke ber Mägbe leuchteten aus bem Grün. Ueberatf stauben bie Körbe, in benen bie Leutemamsell kurz vor bem Mittagläuten bie mit Wurst belegten, dicken Brotscheiben herausgeschickt hatte. In braunen Tonkrügen wartete selbstgekelterter Apfelwein, frisch und kühl aus bem Keller gekommen, ber Durstigen. Seitbem Barbara Herrin auf Schedlowitz würbe, war es megen seiner guten Verpflegung für bie Leute bekannt. Oberinspektor Rockesch hatte vergeblich Barbara klarzumachen versucht, baß sie bas Gesinde nur „verwöhne", rote er meinte. Auch sein Hinweis, baß man sich daburch auf anberen Gütern unbeliebt mache, weil man bas Essen besser unb reichlicher gäbe als bort, hatte Barbara nicht gelten lassen. „Wer arbeitet, ber soll auch essen, und zwar gut essen", war ihre bestimmte Grroiberuna geroebm. „Wenn die Besitzer auf den anderen Gütern finden, daß wir ihnen darin voraus sind — nun, bann brauchen sie uns ja nur nachzuahmen. Sie sind ja sonst in vielen Dingen unseren Arbeitsmethoden gefolgt, mögen sie es auch darin tun." Barbaras Verhalten ihren Leuten gegenüber hatte sich gelohnt. Nirgends arbeiteten Knechte unb Mägbe so unermüdlich wie auf Gut Scheblowitz. Ihre Wiesen waren am ersten geschnitten, ihre Aecker am frühesten umgegraben ober bestellt, wie bie Jahreszeit es wollte. Keine Ernte war so schnell eingebracht, wie bie Ernte von ben Sched- lowitzer Felbern. Drohte ein Wetter, so arbeiteten bie Leute unermüblich, um bie Früchte bes Felbes vor bem Toben ber Elemente zu schützen. Auch bei bem Gewitter unb Wolkenbruch gestern fyatte man bas Grünfutter noch geborgen, während es auf den anderen Wiesen geradezu verschlammt worben war. All bas überbachte Eckeharb, ber nun bie Mittagspause auch im Schatten eines Baumes, ein wenig abseits von ben Leuten, verbrachte. Er hörte bas fröhliche Schwatzen ber Mägbe, bie ge- bämpften Stimmen ber Männer. Unb immer wieder in ben Gesprächen, ganz gleich ob es bie Unterhaltung ber tsche^ischen ober ber beutschen Arbeiter war, tauchte Barbaras Name auf. Man spürte, alle hier waren von bem Unglücksfall ber Herrin noch erschreckt unb voll Sorge. Einer nach bem anbern war heute zaghaft unb verlegen an Eckeharb herangekommen, um nach Barbara zu fragen. Rockesch gegenüber hatten sie es wohl nicht gewagt: ber war bei ben Leuten mehr gefürchtet als beliebt. Freunblich hatte Eckeharbt Auskunft gegeben — er sah, wie bie Leute aufatmeten. Wieviel Liebe genoß Barbara von Stechow boch bei biesen einfachen -Meuchen! Wie gütig unb voll tiefer Verpflichtung war sie ihnen begegnet! Warum war sie nur ihm gegenüber so anbers? Dies war bas Rätsel, an bem er immer roieber scheiterte. Wenn sie genesen sein würbe, mußte sie ja auch über sein Abschiedsgesuch entscheiben. Dann mürbe er sie fragen — nicht zur Rebe stellen: nein. Aller Groll war ja in ber Sorge um sie gewichen. Aber zu ihr sprechen, Mensch zu Mensch. Vielleicht würbe sie bann einmal ben Unterschieb vergessen können, ber jetzt zwischen ihr unb ihm war. Würbe die Barbara von einst sein, deren gütiges, warmherziges Wesen er ebenso verehrt, wie er ihre Schönheit angebetet hatte. Am liebsten wäre er jetzt in der Mittagszeit hinübergeritten zum Schloß, zu hören, wie es nun um Barbara stand. Aber ber Weg war zu weit für bie kurze Mittagspause. Unb es roiberftrebte ihm, sich hier ein Vorrecht vor seinen Leuten zu nehmen. Sehnsüchtig spähte er hinaus in bie fon- nenfümmernbe Landschaft, dorthin, wo hinter den grünschimmernden Hügeln Schloß Scheblowitz lag. Wenn boch wenigstens Magbalena Gerroig an ihn denken und herauskommen würde, um ihm Bescheid zu geben! Mit dem Jagdwagen war es doch nur eine kurze Strecke. Aber die sonnenflimmernde Weite blieb menschenleer, nur ab und zu ratterte ein Bauernwagen die Chaussee entlang. (Fortsetzung folgt!) einem geregelten Verkehrsunterricht die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, da die immer noch bedauerlich hohe Zahl von Verkehrsunfällen notwendig macht, schon die Jugend mit den Gefahren der Straße und den erlassenen Verkehrsbestimmunaen vertraut zu machen. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat sich bereit erklärt, zur Unterrichtung der Lehrer und zu Vorträgen in den Schulen geeignete Beamte, Verkehrsdezernenten, Verkehrsoffiziere, Verkehrspolizeibeamte, Gendarmen zur Verfügung zu stellen. Gießener Polizeibericht. Festnahme eines Betrügers. Am 25. Juni 1935 wurde der 19jährige Kaufmannslehrling H. B. aus Watzenborn-Steinberg, der in Gießen bei einem Dersicherungsunternehmen beschäftigt war, wegen umfangreicher Betrügereien und Urkundenfälschungen festgenommen. B. wurde, da Verdunkelungsgefahr besteht, dem Amtsgericht zimeführt und in Untersuchungshaft genommen. Sitllichkeitsverbrecher im Nizza und Allen Feld. In der letzten Zeit treibt .sich ein unbekannter junger Mann im Nizza und im Alten Feld herum, der Frauen und junge Mädchen in unsittlicher Weise belästigt. Am 23. Juni 1935 abends versuchte er bei einem Mädchen handgreiflich zu werden. Durch die Gegenwehr des Mädchens, das dem Täter das Gesicht zerkratzt hat, konnte er sein Ziel nicht erreichen. Der Täter wird beschrieben: Etwa 23 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank, hat hellblondes gewelltes Haar und trägt meistens Sporthemd und hellbraune lange Hose. Am 23. Juni 1935 trug er einen gestreiften Anzug. Personen, die sachdienliche Angaben über den Täter, der seit dem Vorfall am 23 Juni 1935 Kratzwunden im Gesicht haben muß, machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle Mitteilung zu geben. Die Mitteilungen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Fahrraddiebsiähle. In der Nacht zum 25. Juni 1935 wurde aus einem Hause in der Ederstraße ein Herrenfahrrad Marke „Adler", am 26. Juni 1935 an der Müller- schen Badeanstalt ein Herrenfahrrad Marke „Diamant" und am 27. Juni 1935 an der gleichen Badeanstalt ein Damenfahrrad Marke „Opel" entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle. Feuer in Seibelsdorf. Am 27. Juni 1935 gegen 17 Uhr brach bei dem Pächter Wilhelm K o ch in Seibelsdorf, Kreis Alsfeld, während des Heuabladens Feuer aus. Scheunen und Ställe find zum größten Teil niedergebrannt. Die Brandursache steht zur Zeit noch nicht fest. Brandermittelungsbeamte der Kriminalpolizeistelle Gießen sind mit der Aufklärung beauftragt. Gastspiel Otto Gebühr im Gia dttheater. Als zweites der für die Sommerspielzeit 1935 angekündigten Gastspiele hat die Intendanz den bekannten Schauspieler und Filmdarsteller Otto G e - b ü h r, der durch seine echte und große Wiedergabe der Gestalt Friedrich des Großen schon bald legendär berühmt geworden ist, verpflichtet. Der Künstler wird mit seinem Berliner Ensemble am Samstag, 6. Juli, sein einmaliges Gastspiel geben, und zwar spielt er in dem dreiaktigen Schauspiel „Zwischen Nacht und Morgen" von Zdenko von Kraft den „Alten Fritz". Die Theaterkasse ist Donnerstag und Freitag von 10 bis 13 Uhr und Samstag von 10 bis 13 und 17 bis 18 Uhr geöffnet. Oer Stromlinien-Oampfzug im Gießener Bahnhof. Der erste deutsche Stromlinien-Dampfzug, der sich gestern auf der Fahrt nach Nürnberg befand, um dort auf der Ausstellung anläßlich der 100-Jahr- feier der Deutschen Reichsbahn in Nürnberg gezeigt ju werden, passierte auf seiner Fahrt von Berlin über Kassel nach Frankfurt auch unseren Bahnhof. Der Zug, der erst kurz vor seinem Eintreffen dem hiesigen Bahnhof gemeldet wurde, nahm hier drei Minuten Aufentbalt und setzte dann die Fahrt nach Frankfurt fort. Den Fahrgästen, die sich gegen 14.30 Uhr auf den Bahnsteigen des Gießener Bahnhofs befanden, bot sich mit dem Anblick des Stromlinien- Dampfzuges ein sehr imposantes Bild. Platzkonzert zuaunsten des Hilfswerkes „Mutter und Kind". Am morgigen Sonntag, zwischen 11 und 12 Uhr, findet in der Anlage am Hindenburg-Wall (gegenüber dem Gymnasium) unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann ein Platzkonzert des SA.-Standarten-Musikzuges statt. Für das Konzert ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Schneidige Truppe, Marsch (Lehnhardt): 2. Ouvertüre ^ur Oper „Zar und Zimmermann" (Lortzing): 3. „Hab' ich nur deine Liebe" aus „Boccaccio" (Supp6); 4. Hofballtänze, Walzer (Lanner); 5. Fantasie aus „Tra- viata" (Verdi). Das Platzkonzert findet zugunsten des Hilfswerkes „Mutter und Kind" statt. Das Reichöleistungsschreiben der deutschen Stenographen. Das Reichsleistungsschreiben der Stenographen wird den breitesten Raum des Programms des Deutschen Stenographentages, der vom 2. bis 5. August 1935 in Frankfurt a. M. stattfindet, einnehmen. Aus allen Gauen des Reiches liegen heute schon tausende von Meldungen zu diesem Wettbewerb vor. Auch Ausländsdeutsche haben sich bereits in großer Zahl für dieses Leistungsschreiben gemeldet. Insgesamt dürften sich an diesem kurz- schriftlichen Leistungsschreiben etwa 5000 Stenographen beteiligen. Es wird damit der größte Wettstreit sein, der je in der Kurzschrift ausgetragen wurde. Alle Schulen in der Umgebung der riesigen Festhalle in Frankfurt, die als Tagungsort bestimmt ist, sind für diesen Zweck bereitgestellt worden. Das Ziel, die Kurzschrift zu einer allgemeinen Verkehrsschrift, auch bei den Behörden, zu machen, kann nur erreicht werden, wenn alle Stenographen nicht nur schnell, sondern auch richtig und deutlich schreiben können. Deshalb wird gleichzeitig mit dem Schnellschreiben eine Prüfung im Schön- und Richtig - schreiben abgehalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die Deutsche Reichspost als erste Behörde versuchsweise monatlich eine Der- fügung in Kurzschrift herausgibt, auf die von den betreffenden Amtsstellen auch in deutscher Kurzschrift geantwortet werden muß. Auch das Maschinenleistungsschreiben, bei dem die Deutsche Meisterschaft im Maschinenschreiben zu erringen ist, hat in allen interessierten Kreisen Deutschlands ein lebhaftes Echo gefunden. Georg H o ß f e l d, ein Deutschamerikaner, der zur Zeit den Weltrekord im Maschinenschreiben hält, wird ebenfalls in Frankfurt fein und den deutschen Schreibern die Erringung der Meisterschaft sicher nicht leicht machen. „Gartenstadt Eichgärten" im Entstehen. Oer Stand der Arbeiten. — Neue Straßen. In den vergangenen Wochen herrschte in den Eichgärten ein reger Betrieb. Wie wir bereits vor geraumer Zeit berichteten, sind dort umfangreiche Erdarbeiten im Gange, die in ihrer Gesamtheit der Schaffung einer großen Grünanlage, der Schaffung eines großen Teiches sowie einer neuen Straße, der „Schlageterstraße" dienen. Die Arbeiten von vielen Händen gefördert, sind rasch vorangekommen. Der Teich, der dort geschaffen wird, ist bereits in feiner ganzen Länge, Breite und Tiefe ausgehoben. Die Halbinseln, fünf an der Zahl sind aufgefchüt- tet, mit Grasstücken befestigt worden und deutlich erkennbar. Der Damm, entlang der Wieseck, ist ebenfalls fertig aufgeworfen. Ferner ist auch die zukünftige Schlageterstraße, deren Profil etwa 1,50 Meter über dem Wiesengrund zu liegen kommt, fast völlig auf ihre zukünftige Höhe gebracht worden. Die Kanalisation für den neuen Straßenzug wurde bereits vor der Erdaufschüttung fertiggestellt, so daß nunmehr in nicht allzuferner Zeit, wenn sich das aufgeschüttete Erdreich genügend gesetzt hat, mit der eigentlichen Straßenbauarbeit begonnen werden kann. Die Erdbewegungen, die bisher für diese zukünftige Erholungsstätte am Stadtrand notwendig waren, beliefen sich auf insgesamt etwa 30 000 Kubikmeter. Die Arbeiten kannten um so rascher von- statten gehen, als der tonige Grund in den Wiesen an den Eichgärten fast ständig sehr feucht war und sich leichter abtragen ließ, als es bei großer Trockenheit der Fall gewesen wäre. Die gesamten Arbeiten werden von der Heuchelheimer Tief-, Hoch- und Eisenbetonbaufirma Ludwig Schneider durchgeführt. Zahlreiche Arbeiter konnten und können auch weiterhin monatelang beschäftigt werden. Man hofft im kommenden Herbst so weit zu sein, daß mit der Anpflanzung der Bäume begonnen werden kann, die als Allee die Schlageterstraße schmücken und später einen Spaziergang zum Philosophenwald aus schattigem Weg gestatten sollen. Im Zusammenhang mit der Schaffung der Anlage find auch zwei neue Straßen entstanden, und zwar die Fröbel- und die Curtmannstrahe; erstere beginnt an der Wolfstraße, läuft parallel zur Kaiserallee und endigt im Alten Rödger Weg zunächst der Liebigshöhe. Ausgebaut ist die Fröbel- straße zunächst bis zur Kreuzung der neuen Curt- mannstraße, diese beginnt, als Verlängerung der Georg-Philipp-Gail-Straße, und mündet in die Straße in den Eichgärten zunächst der neuen Pe- stalozzischule aus. An der Fröbelstraße sind bereits fünf Einfamilienhäuser erbaut, von denen zwei bereits bezogen sind, während die übrigen ,der Fertigstellung entgegengehen. Auch an der Straße in den Eichgärten, Ecke Wolfstraße ist mit dem Neubau eines mehrgeschossigen Wohnhauses begonnen, das bis zum Herbst bezogen werden soll. Wie sind Waldbrände zu verhüten? Der deutsche Wald ist Volksgut. Er liefert uns nicht nur den unentbehrlichen Rohstoff Holz, sondern er bietet Millionen deutscher Volksgenossen Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten und hat ausschlaggebende Bedeutung für die Landeskultur. Deshalb ist es Pflicht jedes Deutschen, dafür zu sorgen, daß dieses wertvolle Volksgut keinen Schaden nimmt; insbesondere muß unbedingt verhütet werden, daß — wie es Jahr um Jahr immer wieder geschieht — große Waldflächen durch Brand der Vernichtung anheimfallen. Die meisten Waldbrände sind erfahrungsgemäß auf nichts anderes als auf — Fahrlässigkeit zu- rückzufübren. Unbedachtsames Weawerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen, wie Streichhölzern, Zigaretten- oder Zigarrenstummeln, Tabaksresten aus der Pfeife und fahrlässiges Umgehen mit Feuer beim Abkochen, sind bedauerlicherweise xum Überwienenden Teil die Ursachen für einen Waldbrand. Nur ein kleiner Teil der Waldbrände entsteht durch Funkenflug aus Lokomotiven ober durch Blitzschlag und Brandstiftung. Die Waldbrandaefahr besteht den ganzen Sommer hindurch, sobald einige Tage kein Regen gefallen ist. Fällt z. B. ein glimmender Zigarettenstummel in das jetzt dürre Gras, in trockenes Heidekraut ober Abfallholz, so genügt ein kleiner Winb- stoß, um biefe Stoffe aufflammen zu lassen. Aus solch einer kleinen Ursache ergeben sich oft ungeahnte Auswirkungen. Welches Ausmaß solche Waldbräude annehmen können, zeigen beispielsweise die riesigen Brände des Vorjahres am Blürihsee und in der Stettiner Gegend. Trotz Aufbietung von Reichswehr, Polizei. SA., SS., FAD. und Teno konnten diese Brände erst nach mehreren Tagen gelöscht werden. Millionen deutschen Volksvermögens wurden vernichtet: und was war die Enl- stehungsurfache für den einen dieser Riefenbrände? Ein Schäker hatte feine Pfeife im dürren Grafe ausgeklopft! Daß aber nicht nur Einzelne so verantwortungslos sind, beweist eine Pressenotiz aus dem vorigen Sommer, nach der im Grünewald bei Berlin an einem Sonntage binnen 4 Stunden 362 Ueber- tretungen der Verbote gegen bas Rauchen im Walbe festgestellt unb geahnbet werben mußten? Diese Beispiele zeigen, wie fahrlässig Deutsche immer wieber mit ihrem Volksgut umgehen. Wie kann man nun Walbbränbe verhüten? Am sichersten daburch, bah man die gesetzlichen Bestimmungen genauestens beachtet. Also im Walde nicht rauchen! Keine brennenden oder glimmenden Gegenstände achtlos fortwerfen! Strikteste Beachtung des Gebotes, im Walde ober in gefährlicher Nähe besfelben niemals ohne Erlaubnis Feuer anzünben. haben die zuständigen Stellen ausnahmsweise die Erlaubnis zum Abkochen erteilt, dann befolge man peinlichst und verantwortungsbewußt die gegebenen Anweisungen: nämlich, das Feuer darf nur an der bestimmten Stelle angezündet werden, für die die Genehmigung gegeben wurde, und zwar nur bei Windstille. Vorher muß hier der Boden von allen brennbaren Stoffen wie Gras, Radeln, Laub, Zweigen ufw. restlos befreit werden. Ständige Beaufsichtigung des Feuers ist unbedingt erforderlich. Die Feuerstelle darf nicht eher verlassen werden, bis der letzte Funken verloschen ist usw. Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft! Wer fahrlässig einen Waldbrand herbeiführt, wird mit Gefängnis ober mit einer hohen Gelbstrafe bestraft. Wer bagegen absichtlich Walb in Brcmb steckt, wirb mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft! Wie kann nun ein Walbbrand wirkungsvoll bekämpft werden? Die Bekämpfung ist um so leichter, je kleiner noch das Feuer ist. Ein kleines Feuer erstickt man durch schnelles Aufwerfen einer Decke ober einer Jacke, burch „Ausrühren" mit einem großen grünen Zweig ober am besten burch Auswerfen mit Erbe. Kann man bas Feuer nicht mehr selbst löschen, so ist sofort Alarm zu schlagen, bamit anbere in ber Nähe bekinbliche' Personen zu Hilfe kommen. Rascheste Melbung eines Walbbranbes möglichst bei einem Forstbeamten, ber Polizei, Feuerwehr usw. ist unbedingt erforderlich. Zur Hilfeleistung bei Bekämpfung von Waldbränden ist jedermann gesetzlich verpflichtet? Den Anordnungen des die Bekämpfung leitenden Forstbeamten muß unbedingt Folge geleistet werden; äußerste Disziplin ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung. Die Monate größter Waldbranbgefahr stehen setzt bevor. Sorgt dafür, daß jeder Volksgenosse über diese Gefahr aufgeklärt wird, helft alle mit, unseren deutschen Wald zu schützen! Arbeitsaufnahme der Enifkbu'dunqsämier. Die Justizpressestelle des Oberlan- besgerichtsbezirks Darrn stabt gibt bekannt: Mit bem I.Juli 1935 gehen die Aufgaben ber Entschuldungsgerichte auf bie für ben Bezirk mehrerer Amtsgerichte bei einem Amtsgericht eingerichteten Entschuldungsämter über. In ben Entschuldungsämtern sind die Kräfte ber bei ber lanb- wirtschaftlichen Schuldenregelung mitwirkenden Justizbehörden zusammengefaßt unb burch Hilfskräfte verstärkt, so daß eine beschleunigte Durch- fübrung ber Entschuldung gewähr- l e ist e t wirb. Von bem SnHchuIbungsamt werden in gewissen Fällen auch bie Aufgaben ber seitherigen Entschulbungsstellen wahrgenommen. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Darmstadt wurden Entschulbungsämter errichtet bei ben Amtsgerichten: Darmstadt (für bie Amtsgerichtsbezirke Darmstadt, Groß-Gerau, Langen, Dieburg, Groß-Umstadt unb Reinheims Offenbach (Offenbach, Seligenstadt), H ö cd st i. O. (Höchst i. O., Michelstadt, Reichelsheim, Beerfelden, Hirschhorn), Bensheim (Bensheim, Lampertheim, Fürth i. O.. Wald-Michelbach), Gießen (Gießen, Butzbach, Grünberg, Homberg), Friedberg (Friedberg, Bad-Nauheim, Vilbel, Altenstadt), Nidda (Nidda, Büdingen, Schotten, Laubach, Ortenberg), Lauterbach (Lauterbach, Alsfeld, Schlitz, Herbstein, Ulrichstein), Mainz (Mainz, Ober-Ingelheim, Bingen, Oppenheim), Worms (Worms, Osthofen), Alzey (Alzey, Wörrstadt, Wöllstein). Zum Leiter der Entschuldungsämter wurden planmäßige Richter bestellt. Den Leitern ber Ent- schulbungsämtern werben zur beschleunigten Durchführung ber Verfahren (im Bezirk bes Oberlanbes- gerichts Darmstadt sind etwa 5000 Verfahren anhängig) in ausreichenbem Maße Gerichtsassessoren beigeordnet, so daß mit ber Durchführung des größten Teils der Verfahren in Jahresfrist gerechnet werden kann. Gefahren beim Blumenpflücken. LPD. Auf ben noch nicht ab gemähten Wiesen entfaltet der Sommer seine Blumenoracht. Da lockt die Marguerite, dort breitet bie Schafgarbe ihre weißen Blüten aus, und an feuchten Rinnsalen entlang leuchtet das Vergißmeinnicht. Freilich finb nicht all- Sommergaben so harmlos, wie man glaubt. So ist ber Saft bes aoldaelben Hahnenfußes ätzend und kann sogar Geschwüre verursachen. Der üppige Giftlattich, ber sich auch auf Sckmtt- baufen findet, bewirkt durch feinen milchigen Säst Schwindel, Erbrechen und Schlafsucht. S"hr giftig sind die helmartigen blauen Blüten des Eisenhutes, die Fieber und fooar Krämpfe erzeugen können. Der gefleckte Schierling mit bÄi rotgetupften Stengeln unb ber weißblühende Stechapfel bergen in ihren Fruchtkapseln ein starkes Gift. Der rote Fin- aerbut mit seinen prachtvollen traubenförmigen Blüten, bas schwarze Bilsenkraut mit feinen weißen zierlichen Blumen und auch die Blüten des Goldregens bergen Gefahren in sich. Wer einen Feldstrauß binden will, bem bleiben noch viele andere schöne Kinder Floras, um bas Heim zu schmücken, so ber rote Hahn, bie blaue Ka^nblume, her Ehrenpreis, die Feldnelken, bie Wicken, bie Kornraben unb wie sie alle heißen. Ihre Schönheit ist gefahrlos, und in ihren Kelchen verbirgt sich kein Gift. Jedenfalls ist es nicht nur Heimat- und naturkundlich wichtig, unsere Kinder über die heimische Blumenwelt aufzuklären, sondern auch vom Gesichtspunkt ber Vermeidung gesundheitlicher Gefahren. Gießener Dochenmarkfpreise. * G i e ß e n , 29. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (in- länbische) 9 bis 10, Wirsing, bas Pfund 15, Weiß- kraut 15 bis 18, Rotkraut 30 bis 35, Gelbe Rüben, bas Bünbel 10, Rote Rüben, das Pfunb 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen (grün) 25 bis 35, Spargel 1. Klasse 40 bis 45, Sup- penfpargel 25 bis 30, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 45 bis 60, Zwiebeln, bas Bündel 12 bis 15, bas Pfunb 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln (alte) VA Pf., ber Zentner 3,50 bis 4 Mark, (neue) bas Pfund 18 bis 22 Pf., Pfirsiche 60, Himbeeren 50 bis 55, Aprikosen 60, Kirschen 25 bis 40, Heidelbeeren 40, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 30 bis 35, Erdbeeren 30 bis 45, Nüsse 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80, Enten 80, Tauben, bas Stück 40 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie (Suppengrün) 5, Rabieschen, bas Bunb 8 bis 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Sams tag: NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Süd, 19 Uhr: Antreten sämtlicher Politischer Leiter an ber Ortsgruppengeschäftsstelle. — NSG. „Kraft durch Freude": Abendkonzert auf dem Schisstnberg in ber Klosterkirche. — NSG. „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr: Leichtathletik auf bem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Licht im Dunkeln". — Gießener Soldatental 1935: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend in der Waldeslust gemeinsam mit dem Kavallerie- Verein und den ehemaligen 116ern. — Straßenbahnverein Gießen: Feier des 25jährigen Bestehens, 17 Uhr Empfang der Gäste und Zug durch die Stadt. — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 16 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt Vorführung von Wasserski von Geh. Rat Professor Dr. Sommer. — Tageskalender für Sonntag: NSDAP., Bereitschaft 2: 15.30 Uhr, Antreten auf dem Oswaldsgarten. — NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Süd: 15.20 Uhr, Antreten ber Politischen Leiter vor bem Hotel Kobel, Liebigstraße. — NS.-G. „Kraft durch Freude": Sommerfest auf dem Schff- fenberg. — NSBDT., Ortsgruppe Gießen: 11 Uhr im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Vorführung ber Filme „Forschen unb Schaffen" unb „Bayrische Zugspitzbahn". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Licht im Dunkeln". — Gießener Soldatentag 1935 in der Waldeslust. — Waldsportplatz: Bezirks-Turn- und Sportfest des Reichsbähn-Turn- unb Sportvereins, 9 Uhr Vorkämpfe, ab 14 Uhr Entschei- bungen. LU. Von ber Landesuniversitat. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Die Veterinärmedizinische Fakultät und bie veterinärmebizinische Fachschaft veranstaltete^ dieser Tage mit allen Angestellten und Arbeitern der Fakultät eine gemeinsame Waldwanderung zum Schiffenberg, wo ein gemütliches Zusammensein ftattfanb. Bei dieser Gelegenheit wurde ber Toten von Reinsborf gebacht unb für beren Angehörige eine Sammlung veranstaltet, bie einen Betrag von 44,50 Mark ergab. ** Eine Neunzigjährige. Frau Barbara L ö b e r , Katharinengasse 14, begeht am heutigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische ihren 90. Gebifttstag. Die Jubilarin. Mutter, Großmutter unb Urgroßmutter, bie Zeit ihres Lebens hart gearbeitet hat, ist heute noch in ber Lage, Hausarbeiten zu verrichten. ** Das Stabttheater Gießen macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am Montag, 1. Juli, 10 Uhr, bie Einzeichnunaen für das neue Abonnement beginnen. Auf bie Anzeige sei besonbers hingeroiefen. ** Blitzschlag in ber Wilhelm st raße. Bei bem schweren Gewitter, bas am Freitagrnoraen aegen 6.30 Uhr über Gießen noch einige heftige Entlobungen brachte, schlug ber Blitz in eine Antenne des Hauses Wilhelmstraße 47. Der Blitz sprang auf bas Dach über und richtete nicht unerheblichen Schaden an. Ein weiterer Blitzschlau traf ein Haus an ber Ecke Leihgesterner Weg und Ebel- ftraße und zerstörte bie Telephonanlage. Menschenleben kam in beiden Fällen glücklicherweise nicht zu Schaden. ** Verkehrsunfall. Heute nacht gegen 1 Uhr wurden bie Einwohner der oberen Bismarckstraße durch einen starken Krach und das Klirren von Glasscheiben aus dem Schlaf geweckt. Der Sohn einer hiesigen Geschäftsfrau war mit seinem Adlerwagen, vom Schiffenberg heimkehrend, verunglückt. Der Wagen überschlug sich und begrub den Fahrer unter sich. Beim Uebergueren ber Eisenbahngeleise der Fuldaerstrecke war ber Wagen anscheinend ins Schleudern geraten. Vorübergehende holten den Fahrer unter bem Wagen hervor und stellten das Auto wieder auf die Räder. Der Fahrer erlitt keine wesentlichen Verletzungen. Lediglich im Rücken und an einem Arm war er durch Glassplitter verletzt worden. Die Polizei nahm die notwendigen Ermittlungen auf. ** Schützt bie Tiere vor der Hitze. Genau so wie ber Mensch, leiben auch unsere Haustiere unter ber sommerlichen Hitze, insbefonbere unter der sengenden Mittaassonne, aber auch unter ben Sachen ber Insekten. Man setze bie Tiere daher möglichst wenig der Hitze aus. Auch sorge man mehrmals am Taae für frisches Trinkwasser. Der Kettenhunb muß täglich Gelegenheit haben, einige Stunden frei berumzulaufen; der Maulkorb ist für ihn immer noch bas kleinere liebel. Pferbe reibe man mit Bremsenöel ein. Welche Tierguälerei für bie Pferbe bas Schwanzstutzen ist, braucht wohl nicht mehr gesagt zu werden. ** Zwanzig beutsche Kinb er aus Stanislaii in Gießen. Das Bethel des Pastors von Bod-lfchwingh ist wohl allen Deutschen bekannt als die Stadt ber helfenden Liebe, die aus starkem evangelischen Glauben gewachsen ist. Auch im Südosten Euronas gibt es ein solches „Bethel", bas finb bie Zöcklerfchen Anstalten zu Stanislau in Polnisch-Galizien. Sie haben wohl nicht ben räumlichen unb zahlenmäßigen Umfang bes beutfchen Bethel, ab-r ihre Aufgabe ba braufeen ist nicht mmiaer wichtig unb groß. Seit etwa 40 Jahren leisten sie auf Hartumkämpftem Dorvoste» bem beut- schen Volkstum unb bem evangelischen Leben in aleidjer Weise Hervorragenbe Dienste. Etwa 400 Kinder finben heute bort evangelische unb beutsche Erzi-Hung und -werden dadurch aus ben besten Kräften ber deutschen Heimat genährt unb gestärkt. Der politische Sieg bes Nationalsozialismus hat unserem Volke es erneut unb vertieft zum Bewußtsein gebracht, baß wir in ber Heimat mitverantwortlich finb für bie Ehre des deutschen Namens und das Ansehen ber evangelischen Kirche jenseits unserer Grenzen. Dem Auslanddeutschtum gehört barum unser erhöhtes Interesse. So wirb ber Besuch von zwanzig Kindern mit ihren Begleitern aus ben Zöcklerschen Anstalten auch in unserer Stabt beson- bere Beachtung finben. Sie sind von heute bis zum Dienstag Gäste bei bem hiesigen Gustav-Adolf- Frauenverein. Am morgigen Sonntag werben sie in ber Stabtkirche einen Jugenbgottesbienst mit Ansprache von Vikar Zock! er aus Stanislau halfen. Am Montagabenb veranstalten sie in ber Turnhalle einen Heimatabenb. Durch Lieber und Volkstänze, burch Gebichte und Spiele werben sie einen Einblick geben in ihr deutsches unb evangelisches Leben ba braußen. Das Schättler-Trio hat seine Mitwirkung für biefen Abend zugesagt. Es wird auf bie Anzeige in dieser Nummer unserer Zeitung hingewiesen. _ .. OSerheffen. KameradschastsabenddesArbeitsdanks ch Alsfeld, 28. Juni. Der Arbettsdank veranstaltete am Mittwochabend seinen e r st e n Kameradschaftsabend in den Räumen der hiesigen Arbeitsdienstabteilung. Hierzu hatte sich eine größere Anzahl ehemaliger Arbeitsmänner aus Alsfeld und Umgegend eingefunden. Feldmeister Hauß, Bezirksobmann des Arbeitsdankes Gießen im Arbeitsgau 22, sprach über Zwecke und Ziele des Arbeitsdankes. Anschließend wurde eine Mitgliedschaft gegründet. Der Musikzug der Gruppe 223 des Freiwilligen Arbeitsdienstes, die ihren Sitz in Alsfeld hat, hatte die musikalische Unterhaltung des Abends übernommen und erfreute «durch ihre flotte Musik. Arbeitsmänner trugen Gedichte und Lieder vor. Um 23 Uhr wurde Zapfenstreich geblasen. Es war ein recht würdiger und unterhaltsamer Abend. Die Beteiligung aus den Kreisen der Alsfelder Bevölkerung war allerdings gering. — Der Musikzug der Gruppe 223 unter der Leitung seines unermüdlichen Musikzugführers Rheinländer, der sich in vorbildlicher Weise in den Dienst der Allgemeinheit stellt, bringt den hiesigen Betrieben eine willkommene Freude. Am vergangenen Dienstag spielte die Kapelle während der Frühstückspause für die Gefolgschaft der Firma Mechanische Kleiderfabrik G. D. Bücking und heute für die Gefolgschaft der Hutfabrik Rockel, woselbst sie dankbare Zuhörer fand. Die Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Kraft durch Freude". Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 28. Juni. Die Sammlung für den deutschen Jugendherbergsverband, die durch Schüler unserer Volksschule vorgenommen wurde, erbrachte 47,66 RM. Auch die Werbung für neue Mitglieder durch Schüler hatte insofern Erfolg, als durch Neuanmeldungen die Zahl der Mitglieder auf 23, nämlich 5 körperschaftliche und 18 Einzelmitglieder, stieg. "Y Watzenborn-Steinberg, 29. Juni. Die hiesige Annahmestelle bei Friedrich Jung, Lud- wigstraße, ist ab 1. Juli eine Untererheb- stelle des Finanzamtes. Ein- und Auszahlungen können somit wie früher wieder im Ort getätigt werden. --Lich, 28. Juni. An dem diesjährigen Rot- Kreuz-Tag gingen ein durch den Verkauf von Abzeichen Postkarten, Siegelmarken, Bildheften in Lich und Arnsburg 146,86 RM., in Langsdorf 6,80 RM., Bettenhausen 3,60 RM., Nieder- und Ober-Bessingen 7,40 RM., Birklar und Muschen- heim 3 RM., aus Sammellisten in Lich 118,90 RM., Muschenheim 38,35 RM., Birklar 28,60 RM., Langsdorf 46,25 RM., Bettenhausen 23,30 RM., Nieder-Bessingen 17,85 RM., Ober-Bessinqen 20,20 RM., Eberstadt 31,85, zusammen 492,96 RM. Im vorigen Jahr hatte der Rote-Kreuz-Tag ein Ergebnis von 250,03 RM. Kreis Büdingen. LPD. Büdingen, 27. Juni. Der alljährlich in Büdingen mit großer Festlichkeit gefeierte I o Hanni s m a r k t findet in diesem Jahr am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag statt. Als Sen- mrÄ" Hauptfesttages am Sonntag hat der VsR. Büdingen die Spieloereinigung Fürth zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Am Montag folgt der Pferde-, Rindvieh- und Krammarkt und am Dienstag der Rindvieh-, Schweine- und Krammarkt. Schon jetzt herrscht auf dem neuen Marktplatz reges Leben. Ein kleines Dorf von Buden und Zelten ist im Entstehen. 8 Nidda, 28. Juni. Die vom Freiwilligen Arbeitsdienst dahier ausgeführten bedeutenden Erdbewegungen im letzten Drittel der B e u n d e st r a ß e, wo sie auf die Salzhäuser Straße mündet, sind seit einigen Tagen beendet, so daß nun endlich mit der Ausführung des Oberbaues begonnen werden kann. Es darf wohl um so mehr jetzt mit der durch allerhand widrige Umstände verzögerten Fertigstellung bald gerechnet werden, als mehrere der geplanten Hausbauten auf den hier neu erstandenen Bauplätzen in Kürze begonnen werden sollen. — Der Freiwillige Arbeitsdienst führt gegenwärtig eine noch größere Arbeit aus, die nach Beendigung für Nidda von unschätzbarem Werte sein wird. Er legt die Fortsetzung des Flutkanals, den sog. alten N i d d a l a u f mit seinen vielen Windungen und sehr engem Bett, was seither den raschen Durchfluß der von der Nidda durch den Flutknnal kommenden Hochwassermassen hemmte, in fast gerade Richtung mit größerer Breite als seither. Dadurch wird einerseits das Hochwasser rascher beseitigt und anderseits ziemlich viel fruchtbares Land gewonnen. Von den auf 47 000 Kubikmeter geschätzten Erdbewegungen sind noch etwa 30 000 Kubikmeter fortzubewegen. Kreis Schotten. — Laubach , 28. Juni. Gestern trat der G u - stav-Adolf-Frauenverein Laubach mit einem Unterhaltungsabend im Saale des „Schützenhofes" in die Oeffentlichkeit. Nach der Begrüßungsansprache durch Dekan i. R. Volp zeigten 20 deutsche evangelische Kinder aus dem Kinderheim Stanislau (Galizien), geführt von Fräulein Leni Zöckler und deren Bruder Pfarrvikar Martin Zöckler, ein abwechselungsreiches Programm. Zunächst wurden geistliche und völkische Lieder und Gedichte von den Kindern zu Gehör gebracht. Alsdann sprach Pfarrvikar Zöckler über die Deutschen in Galizien und das Leben in den von seinem Vater in Stanislau gegründeten Anstalten, die eine wahre Pflegestätte des Deutschtums und des Evangeliums seien. Zur Zeit befinden sich in diesen Anstalten etwa 350 deutsche Kinder. Zum Schlüsse wurden noch Volkstänze und Spiele gezeigt. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes fand die in allen ihren Teilen wohl gelungene Veranstaltung ihren Abschluß. # Vom Vogelsberg, 28. Juni. Das zuerst reifende Steinobst, die so geschätzten Vogelkir- s ch e n, die je nach dem Standort mitunter schöne Früchte aufweisen, fällt diesmal sehr mager aus. Im Gegensatz dazu stehen die wilden Erdbeeren, die gegenwärtig reifen. Nicht nur auf Waldblößen, sondern überall an Feldrainen, wo Pflanzen vorhanden sind, leuchtet jetzt das prächtige Rot der aromatisch duftenden Früchte zwischen den Gräsern hervor. Die von der Heumahd heimkehrenden Leute tragen Sträuße dieser wohlschmeckenden Beeren mit sich, die sie aus dem abgemähten Gras auslesen. Die Brombeeren stehen zur Zeit voll in Blüte. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 28. Juni. Heute morgen entlud sich über dem oberen Ohmtal ein schweres Gewitter, das von wolkenbruchartigen Regengüssen begleitet war. Die Wassermengen stauten sich innerhalb des Ortes sehr bald an den tiefergelegenen Stellen, da es die Kanäle nicht bewältigen konnten. Infolgedessen bildeten sich verschiedentlich kleine Seen, die sich erst wieder verliefen, als man für genügenden Abfluß gesorgt, und der Regen wieder nachgelassen hatte. Auf den Aeckern hat das Wasser stellenweise die Kartoffeln verschlammt und niedergedrückt. Auch der Roggen ist vielfach niedergebrochen, so daß verschiedentlich mit Lagerfrucht gerechnet werden muß. Immerhin kam der Regen sehr gelegen, da die Hackfrüchte dessen sehr bedürfen. Preußen. $euer durch Blitzschlag. _L Waldgirmes, 28. Juni. In der vergangenen Nacht schlug der Blitz in die neue Scheune der Ludwig Andreas Schmidt Wwe. ein. Die Scheune brannte mit reichen Vorräten bis auf die Gundmauern nieder. Das Vieh und die anstoßenden Gebäude konnten gerettet werden. Eine Betrugs-Beratungsstelle beim Frankfurter Polizeipräsidium. Frankfurt a. M., 28. Junt. (LPD.) Beim Frankfurter Polizeipräsidium ist eine Betrugsberatungsstelle eingerichtet worden. Dort erhalten Volksgenossen kostenlose Beratung. Seit Bestehen der Stelle konnten viele Personen, die sich rechtzeitig über die Verhältnisse ihres Interessenten vergewisserten, vor erheblichem Schaden bewahrt werden. Es werden bearbeitet: Heiratsschwindel, Stelloermitt- lungsschwindel, Anzahlungsbetrug, Warenbetrug, Darlehens-, Kautions- und Kreditschwindel, Schwindelfirmen und -unternehmen. 230 Jahre im Besitz der gleichen Familie. LPD. Frankfurt a. M., 28. Juni. Das „Frankfurter Haus", am Rande des Frankfurter Stadtwaldes, nur wenige Meter von der hessischen Grenze entfernt bei Neu-Isenburg aeleqcn, ist jetzt volle 230 Jahre i m Besitz d e r F a m i l i e R i n d. Die Familie, die zu dem reichlichen Dutzend Frankfurter Familien gehört, die in das Deutsche Geschlechterbuch eingetragen sind, stammt ursprünglich aus der hessischen Gemeinde Hatzfeld. Vor 1704 war sie in Langen- schwalbach, dem heutigen Bad Schmalbach, an- sässig. Der heutige Inhaber der Gaststätte ist Herr Gottfried Rind,, der Repräsentant der sechsten Generation. Kreis Marburg. LPD. Marburg, 28. Juni. Auf den Ohmwiesen bei Groß-Seelheim wurde ein aus Langenstein bei Kirchhain gebürtiger Landwirtschaftsgehilfe von einem H i tz s ch l a g betroffen, dem er nach kurzer Zeit erlag. Kreis Fulda. * Bad Salzschlirf, 28. Juni. Ein Kurgast, die bereits 70jährige Frau Auguste Strahl aus Bremen, erlitt hier durch einen unglücklichen Sturz einen schweren Oberschenkelbruch und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Tiundfunkprogramm. Sonnfaa. 30. 3unl 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: Reichssendung: Deutsche Feierstunde der Hitlerjugend. 10.30: Chorgesang. 11: Musik im Freien. Platzkonzert des I. badischen Jnf.-Rgts., Dillingen. 11.30: Reichssendung: Schlage doch, gewünschte Stunde, widerstehe doch der Sünde. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Stunde des Landes. 15.30: Bunte Klänge. Orchester und Tanzmusik. Als Einlage: Stimmungsbilder und Funkberichte vom Verlauf des „Deutschen Derby 1935". 17.30: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Immer stehen wir zusammenl Eine HJ.-Hörfolge. 18.30: Deutsches Schatzkästlein. Kiedrich und Ilbenstadt. Bau- und Klang-Denkmäler im Rheingau und in der Wetterau. 19: Gut — Genügend — Mangelhaft. Heitere Hörbilder von Paul Schaaf. 19.50: Sportbericht. 20: Zwei Einakter: 1. Die Witwe Grapin. Operette in 1 Auszug. 2. Der Mantel. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. Länder-Fußballkampf Deutschland — Schweden. 23: Tanzfunk. Montag, 1. 3uH. 6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30, 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Festakt, anläßlich der Hundertjahrfeier des hessischen Staatsbades Nauheim. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Bücherfunk. 15.50: Einmaleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrach- tungen eines Dichters. 16: Kleines Konzert. 16.30: Feroinand von Hornstein, ein zu Unrecht vergessener zeitgenössischer Dichter und Kulturpolitiker. Don Dr. Walther Eggert. 16 50: Kunst und Glaube. Briefe für schöpferische Menschen (V). 17: Nachmittagskonzert. 18.25: HI. an der Arbeit! Die Arbeitsgemeinschaft junger Künstler in der HI. 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Die Serenade. Ein Funkspiel. 21.20: Heitere deutsche Volkslieder. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.30: Nachtkonzert der Orchestergemeinschaft der Landesmusikerschaft Schlesien. 24 bis 2: Nachtkonzert: „Bachjahr 1935". Sprcamu-.vcti uvr Redaktion. 11 JO bis 12JO Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. Am Montag, dem 1. Juli 1935, vormittags 10 Uhr, beginnt die Einzeichnung für das MM MDNMMMg Ein neuer Intendant hervorragende neue Kräfte ein großartiger Spielplan und neue ermäßigte Abonnementspreise! Unter diesem Zeichen beginnt die neue Aera des Stadttheaters. Sichern Sie sich noch vor den Ferien einen festen Abonnementsplatz, damit Sie an den groben Ereignissen der kommenden Spielzeit teilnehmen können. Kassenstunden täglich von 10 bis IS Uhr » Telephon Nummer 2930 3867 D Kommst Du müd nach Haus, 3m guten Sessel ruhst Du aus! 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Der Text enthält kurz und übersichtlich Vorkommen. Kennzeichen, Bröke, Stimme, Nest und Nistvlah, Eier, ferner Angaben ob Standvogel oder nicht und inwieweit geschützt. Die Taieln b ingen naturget eue farbige Abbildungen der Vögel selbst. |o- wie photographische Aufnahmen von besonders charakteristischen Nestern u. (Belegen. Die heimischen Raubvögel Don Dr. Martin Löpelmann. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkma pflege in P eutzen. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,-. Der Verfasser gibt ein umfassende» Lebensbild aller in Deutschland heimischen Arten, schildert ihre Bedeutung im Haushalt der Natur, Körperbau, Gefieder, Lebensweise, ihre geistige Verfassung und vor allem den Flug. (Eine Bestimmungstabelle für Rauboogelfänge und Abbildungen von Federn bringen eine will- kommene (Ergänzung de» Textes. gu beziehen durch jede Buchhandlung I Hugo Bennühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Wiese« ” Morgen Sonntag den 30. Aurri Lanr Wozu einlabet Wilhelm Dorfeld Auio-Möbelwagen -.Mitnahme v. Gütern v. Ende n. Wocke von Wiesbaden nach Gießen u. 6. VII. von Treysa nach Gießen bietet an Stückrath & Bender, Gießen Walltorstratze 53. ssstD miiiiiimmiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen ! V'%.. Lfc.tr FM ; H • 5 .. . '■ M '■ ** ■ - • *>■' 3 rV 'v > *V *J> : BAD< X • NAUHEIM itadt anno 1648. sätzen. Wanderfahrten Weise ein unliebsames Anstehen am Schalter während den Hauptverkehrszeiten vermieden. (Dgl. die * beutiae Slnxeiae.) Kontributionen zu bezahlen, daß viele Bürger sich gezwungen sahen, in Frankfurt ihren Hausrat zu verkaufen, um die geforderten Summen aufzubringen. 1619 wurde ein Teil der Burg durch eine furchtbare Pulver-Explosion zerstört. Große Beschießungen vollendeten 1634 und 1648 das Werk ‘ "" 150 000 Reichstaler betrugen die brannten. Fast Jahr für Jahr wird Wertheim von lieber» schwemmungen heimgesucht. 1732 riß eine lieber» schwemmung der Tauber 32 Häuser mit sich. Von der Burg wandern wir zur Stadt zuruck. Wir unternehmen eine geruhsame Bootsfahrt auf Tauber und Main, um nochmals die ganze Schön- liche Eindrücke vermittelt. Wir setzen unsere ideelle Rundreise durch dieses Kernstück der deutschen Alpen ostwärts fort und gelangen mit der Karwendelbahn — ebenso wie die Zugspitzbahn eine technische Meisterleistung — nach Mittenwald. Dieses uralte, idyllische Geigenbauerdorf liegt hart an der Tiroler Grenze. Hier handelt es sich um einen der malerischsten Orte des gesamten Alpenlandes; Möglichkeiten für leichtere und schwerere Touren gibt es nach allen Seiten hin. Wir verlassen die nach Osten in die Vorderriß abbiegende Isar und wechseln über einen kleinen Paß hinüber zum Walchensee und Kochel» s e e. Von Kochel am See, dem breit hingelagerten Ort am Fuße des Kesselberges und der berühmten kurvenreichen Kesselbergstraße, ist man bald in Benediktbeuern. Dieser in die Varberge eingebettete Ort wird beherrscht von der mächtigen Benediktenwand. Er ist der Uebergang ins liebliche Tölzer Tal, vorbei an Bad Heilbrunn. Hier errei- chen wir wieder den unteren Lauf der Isar. Südlich von Tölz, von schönen Bergen eingeschlossen, liegt Lenggries am Eingang zur Jachenau und zur Vorderriß, jenen beiden zauberhaften Hochgebirgstälern, in die zur Freude aller Tal- und Bergwanderer bis heute kein Autolärm eindringen darf, in der keine Maschine die heilige Stille einer göttlichen Bergwelt stören kann. klamm, Eckbauer und Gschwandnerbauer, Zugspitzplatt und Wettersteinwand sind Begriffe, die man in ganz Deutschland kennt, mit denen sich meist auch schon in der Ferne eine bestimmte Vor- Stellung von etwas ganz Großartigem verbindet, von einer gewaltigen Landschaft, die unauslosch- Das Gebiet zwischen Staffelsee und Schliersee liegt gleichsam vor den Toren der Stadt München. Dies will natürlich nur bildlich gemeint sein, denn von München nach Gar - misch sind es immerhin rund 100 Kilometer, nach Kochel am Kochelsee, nach Murn au am Staffelsee, nach Tegernsee und Schliersee etwa 65 und 70 Kilometer. Da jedoch sämtliche Reichsbahnstrecken, die von München nach Süden in dieses Gebiet ausstrahlen, seit Kriegsende auf elektrischen Betrieb umgestellt wurden, ist dieses Herzstück unserer deutschen Alpen verkehrspolitisch äußerst nahe an Bayerns Hauptstadt herangerückt worden. Die Schnellzüge nach Garmisch brauchen heute nur noch 90 Minuten, die zum Kochelsee nur noch eine knappe Stunde, und auch auf den anderen Strecken konnten die Fahrzeiten bis auf die Hälfte der früheren Fahrzeiten mit Dampfbetrieb verkürzt werden. Außerdem schuf gerade in diesem ausgedehnten und vielbesuchten Fremdenverkehrsgebiet die Deutsche Reichspost zahlreiche Querverbindungen zwischen den durchweg in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Alpentälern. Den eindruckvollsten, geschlossensten Ueberblick auf diese herrliche Hochgebirgslandschaft vermittelt uns bei Föhn einer der Türme der Stadt München, etwa die Frauentürme, der alte Peter ober der Turm des Deutschen Museums. Den Föhn kennt man nur am Nordrand der Alpen und auf der südbayerischen Hochebene. Er tritt auf, bevor das Wetter umfchlägt, sobald die wärmeren Luftmassen sich über die Pässe der Zentralalpen nach Gießen — Kinzenbach — Himberg — Waldgirmes — Wehlar. Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung in der Neustadt, gehen schwarzen Dreiecken nach die Rodheimer Straße entlang, später an der Heuchelheimer Mühle vorbei nach dem hochgelegenen Kinzenbach mit schöner Kirche. Hinter dem Dorf steigen wir durch das Feld in die Höhe zum Wald, vor dessen Eingang sich eine prachtvolle Aussicht bis zu den Höhen des Vogelsberges und des Taunus erschließt. Im Walde zweigen nach kurzer Zeit rote Punkte ab, die uns in langsamen Anstieg, an den Schwedenschanzen vorbei, zum Himberg und dessen höchster Erhebung, dem Königstuhl, einer altgermanischen Thingstätte, führen. Hier oben treffen wir blaue Dreiecke, die von Rodheim kommen und nunmehr unser Wegzeichen bilden. Wir steigen wieder hinab ins Tal, überschreiten den Schwalbenbach und kommen auf die Straße, die uns über Waldgirmes und Naunheim nach insgesamt 4V2ftün= diger Wanderung nach unserem Endziel Wetzlar führt. Mücke — Attenhain — Petershainer Hof — Schotten. Diese hübsche Vogelsbergwanderung beginnt in Mücke und ist durchweg mit weihen Dreiecken bezeichnet. Von der Station gehen wir zunächst durch das benachbarte Flensungen und auf Feldwegen über Klein-Eichen zum 467 Meter hohen bewaldeten Judenkopf. Kurz darauf überschreiten wir bie Straße Altenhain-Wohnfeld, von der sich eine prachtvolle Aussicht nach der Wetterau, ebenso in das tief eingeschnittene Klapperbachtal bietet. Tief im Grunde liegen die Dörfer Schmitten und Sellnrod, während aus der Nähe der Ulrichsteiner Schloßberg und bei klarer Sicht sogar Amöneburg aus der Ferne herübergrüßen. Unser Weg führt uns an dem, rings von Höhen umgebenen Altenhain vorüber über die Alte Höhe (537 Meter) zum Petershainer Hof, wo wir rasten können. Die Zeichen leiten uns weiter durch Wald und Feld über Götzen, wo wir die Staatsstraße erreichen und mit hübschen Blicken in das Niddatal abwärts nach unserem Endziel Schotten wandern. Gesamtdauer der Wanderung fünf Stunden. heit der Wertheimer Mainlandfchast zu genießen. Dann rasten wir in einer der schönen Alt-Wert- Heimer Weinstuben. . Besonders interessant ist die „Schlestl-Wemstube im Schwanen, die reich mit Bildwerken von Heinz und Matthäus Schiestl geschmückt ist. Ein Bilderbuch der Wertheimer Geschichte sind vor allem Die Werke von Heinz Schiestl. Zu allen Jahreszeiten ist es hier schon! An blauen Sommerabenden habe ich die Wertheimer Burg, von weiter, einsamer Waldwanderschaft durch den Spessart heimkehrend, wie einen rosa Wicken- ftrauß glühen und blühen sehen. Im goldenen Herbst sah ich das Busch- und Baumwerk am Burgberg lodern und flammen. In dunkeln Wintern hörte ich die Stürme um das Burggemäuer, um die alten Dächer und über den Main hin brausen und orgeln. Und einmal lag das Wunder Wertheim vor mir in der Pracht des Maien. Zwischen Giaffelsee und Schliersee Das Herzstück der deutschen Alpen. Reise- und Verkehrsbüro. Außerdem wird auf diese Bayern hinüberwälzen. Dieser Föhn hat die Eigenschaft, jenen märchenhaften, klarblauen Himmel hervorzuzaubern, der jedem Besucher des bayerischen Hochgebirges unvergeßlich bleibt, und die weitesten Entfernungen scheinbar völlig zusammenschrumpfen läßt. An einem solchen yöbntage sieht man von den Türmen der Stadt München ine Mitte der deutschen Alpen, von der hier heute die Rede sein soll, zum Greifen nahe, die eisftarrenöen Felsberge scheinen bis an die Vororte Münchens heranzurücken. Mit Entzücken und mit höchstem Genuß schweift das Auge über die Oberammergauer Berge hinweg zu Deutschlands höchsten Berg, der Zugspitze, über das ganze Wetter st einge- b i r g e und Karwendel nach Osten zu den lieblicheren, grünen Bergen um Tölz, um den Tegernsee und Schliersee. Dieses Wunderland, das schon aus der Ferne mit unsichtbaren Händen den Beschauer unwiderstehlich zu sich heranzieht, offenbart nun seine großen intimen Geheimnisse und Schönheiten, wenn wir an Ammersee und W ü r m f e e vorbei, oder auch dem Jsartale und Leitzachtale auf großartigen Straßen folgend, in feine geheimnisvollen Täler eindringen. Die schönen alten Bauerndörfer mit ihrer charakteristischen altbayerischen Bauart fliegen an uns vorbei, die Berge kommen auf uns zu und wenn wir östlich des am Rande der Alpen liegenden Moorbades Kohlgrub das Loifachtal erreichen, rücken von beiden Seiten die Felskolosse immer enger zusammen. , . Bei Oberau zweigt die serpentinenreiche Alpen-' heutige Anzeige.) Es schließt sich an, ins Nachbartal hineingeschmiegt, das „Sonntagskind der bayerischen Alpen", der T e g e r n s e e mit dem Ort Tegernsee, • dem rasch emporgewachsenen Jodbad W i e s s e e an seinen grünen Ufern und dem benachbarten Bad Kreuth. Künstler und Gelehrte siedeln sich feit langem mit Vorliebe rund um den Tegernsee an, dessen schmaler südlicher Zipfel bis nach Rottach • reicht. Ludwig Thoma und Ludwig Gang- Hofer, wohl die besten Kenner und Darsteller altbayerischen Lebens und Volkstums, haben lange Zeit ihres Lebens am Tegernsee zugebracht und in den unerschöpflichen Jagdgründen bayerisches Weidwerk gepflegt. Auf dem stillen Dorffriedhof von Egern am Tegernsee liegen sie nach ihrem Willen nebeneinander zur letzten Ruhe gebettet. der Zerstörung. Schulden der St.... _______ 1674 waren wiederum feindliche Kriegsvölker im Land. Ein Stich von Merian (der ein Sommerhaus in Wertheim befaß) zeigt uns, wie damals die Kaiserlichen die französischen Prooiantschiffe ver- straße nach Kloster Etta! und Oberammergau nach Westen ab. Wenn man den malerischen, blitzsauberen Ort Farchant durchfahren hat, öffnet sich der weite Garmischer Talkessel, der den Bück auf die wuchtigen Berge ringsum freigibt. Nicht weniger als drei Bergbahnen führen auf die Zugspitze, aufs Kreuzeck und auf den Wank. Almen in sattem Grün, baumbestandene Vorberge, in die romantische Bergseen eingebettet sind, wilde Schluchten, ewiger Schnee und schroffe Felsenriffe wohnen hier dicht beieinander und wechseln ständig ab. Es ist eine klassische Hochgebirgslandschaft mit allen ihren ergreifenden landschaftlichen Gegen- Pgrtnachklamm und H ö 11 e n t a l - , Eckbauer und Gschwandnerbauer, Zug- Wertheim am Main. Von Emil Baader. Die burggefrönte Märchenstadt an Tauber und Main wollen wir schauen. Vorn Erfgrund bei Hardheim kommen mir in weite, herbe Kalklandschaft: Fern schimmern die Wälder des Spessart. Morgen- ?locken läuten. Es wandert sich leicht auf der Hoch- läche. Bauern begegnen uns. Das Hardheimer Postauto überholt uns. Bei Hundheim erinnert am Wegrand ein Denkmal an die deutschen Bruderkämpfe von 1866. Plötzlich, bei der Vockenroter Steige, stehen wir vor einem neuen ganz anders gearteten Landschaftsbild. Die Berge des Odenwaldes und des Spessarts sind jäh durchschnitten von einem gewaltigen Tal. Ein Tal, in Glanz und Schimmer, liegt vor uns. Wie eine Ballade aus ferner Zeit. Vom Bauernland schauen wir ins Land der Romantik, ins Land der Burgen und Träume, ins Land der Fischer und Schiffer. Vor uns liegt die Wertheimer Mainlandschaft. Die Vorstadt ist licht und hell. Villen stehen da und dort an den Hügeln. Daneben nüchterne Bauten aus rotem Sandstein. Aber ihr Rot leuchtet herrlich im jungen Grün ringsum. lieber die Tauberbrücke schreiten wir zur Altstadt: zum Markt. Das ist einer der schönsten und zaubervollsten, einer der intimsten und heimeligsten Marktplätze in fränkischen Landen. Ein Platz zum Derweilen und Sinnieren. Schön wie eine Bürgerstube. In alter Zeit war der Platz, wie die Chronik meldet, größer. Da die Stadt an Einwohnern zunahm, Plätze für Neubauten innerhalb der Stadtmauern aber nicht vorhanden waren, so stellte man noch eine Zeile Häuser an den Markt. Wir kommen zum Engelsbrunnen. Es muß eine Zeit blühenden Wohlstandes gewesen sein, da die Bürger der Stadt dieses stolze Brunnendenkmal, ein Kleinod der Renaissance, errichten ließen. Wir besuchen die gottische St. Kilianskapelle, eine der schönsten spätgotischen Kapellen Deutschlands. Sie birgt heute ein köstliches Heimatmuseum. Weitere kostbare Museumsschätze schauen wir im „Haus der vier Gekrönten", das dem historischen Verein Alt-Wertheim gehört, der sich seit Jahrzehnten größte Verdienste um Heimatpflege und Heimat- kultur erworben hat. Dann treten wir in die altehrwürdige Stadtkirche, weithin berühmt durch die herrlichen Grabmäler der Wertheimer Burgherren. In Stein gemeißelt, sehen wir hier ein deutsches Adelsgeschlecht. Inmitten des Chors steht das überreich geschmückte Baldachingrabmal Ludwigs II. von Löwenstein und seiner Gemahlin, der Gräfin Anne von Stolberg-Wertheim. „Die Bettlade" nennt das Volk dieses seltsame Grabmal. Ein Meisterwerk der Gotik ist das Grabmal des Grafen Johann I. mit seinen beiden Frauen. Von hoher Anmut ist die Gestalt des Grafen Manderscheid. Wir steigen den steilen, malerischen Burgweg empor zur Burg. Dom hohen Bergfried halten wir weithin Umschau. Floße fahren auf dem Main lautlos dahin. Wie schön ist Alt-Wertheim mit seinen Türmen, feinen (teilen Dächern. Wie einen Traum lassen wir Die Geschichte der Stadt an uns vorüberziehen. Aus einem kleinen Fischerdorf ist die Stadt entstanden. Durch Kaiser Heinrich VI. erhielt sie um das Jahr 1000 das Marktrecht, durch Kaiser Albrecht um das Jahr 1300 das Stadtrecht. Die bedeutendsten Wertheimer Grafen waren Wolfram I., der den Grund zur Burg legte, Eberhard, der vom Kaiser das Münzrecht erhielt, Johann I., der die Burg wesentlich erweiterte und der der Stadtkirche die heuttge Form gab, und Georg II., der Freund Luthers und Melanchthons, der die Reformation in Wertheim einführte. Handwerk und Handel standen in Alt-Wertheim in hoher Blüte. Neben Fischer- und Schifferzunft, die sich bis zum heutigen Tage erhalten haben, blühten einst besonders Tuchmacherei und Gerberei, Holzhandel, Weinhandel tmd nicht zuletzt Weinbau. Schlimme Zeiten blieben auch nicht aus. Nach der Schlacht bei Nördlingen hatte Wertheim so viel Eine schöne Autostraße und ein herrlicher Wanderweg, der Königsweg, führen mitten durch die Vorberge in abwechslungsreichem Auf und Ab zum Schliersee und ins Leitzachtal, dessen Wahrzeichen, der Wendelstein, weithin sichtbar ist. Von den Vorbergen, dem Uebergang zwischen Hochebene und Hochgebirge, sieht man hinein in die Täler der Schlierseer Alpen, erblickt man manchen Ort von bekanntem Namen. Fahrkarten im Berkehrsbureau. Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß sämtliche Fahrkarten für die Deutsche Reichsbahn nicht nur am Schalter, sondern zum gleichen Preise auch im Verkehrsbüro zu haben sind. Besonders wenn Urlaubskarten mit Umwegstrecken zu ermäßigtem Preise gebraucht werden, empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Bestellung der Fahrkarten im Gasthof I Aumenau u.pens. LanngOiU (Lahn) Tel.44. Herrl. a.Waldu.a. d.L. geh, Liegew., Strandb., Gar., Z. rn.fi. W. Pens.-Pr.3.50M.,4Mahlz.K.Nebenk. ]llllllhlll»llllllllllllllllllllllllllllllllll Urlaub auf See ab Hamburg an London ab London an Hamburg 29. Juli 6. Aug. 13. Aug. 20. Aug. 27. Aug. 3. Sept 10. Sept. 31. Juli 8. Aug. 15. Aug. 22. Aug. 29. Aug. 5. Sept. 12. Sept. 3 Aug. 10. Aug. 17. Aug. 24. Aug. 31. Aug 7. Sept 15. Sept. 12* Aug" 19. Aug. 26. Aug. 2.,Sept 9. Sept. 16. Sept Besichtigungsfahrt durch London, Landausflüge nach Eton College, nach den Schlössern Windsor, Hampton Court, Warwick und Blenheim, nach Stratford-on-Avon, dem Geburtsort Shakespeares, der Universitätsstadt Oxford und nach der Insel Wight Kostenlose Auskunft und» Prospekte durch die - - ■ 4» •• ■ amerikanische Dompf. H a tn n II rn — Sud Schifffahrts-Gesellschaft nuiliuu rg "wUU Hamburg 8-Holzbrücke 8 Vertretung: Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 Rrhainnanh im reizenden Sinntal ubllaippdull d.bestbesuchte Pension Sch. freisteh. Haus, umgeb, v. Wald u. Wiesen, sonn. behagl.Zim. m. f(. Wass. u. Bad, elktr. L., ruh. gemütl. Au fenth.,4 gt. u. reicht. Mahlz., eig. Erzeugn., schöne Schwimmgel. i. d. Sinn. Tel.-Amt Rieneck 16.Kosten!. Abholg. Prospekt. Tagt. 3 Mk. 3s59d Oaf6 and Pension Vierheilig Bad Kissingen - Garitz Landhaus Spengler. ti,18D Neu, gemütlich, freiliegend,Bade-, Trink-, Liegekuren, Halle, Spielwiese, Wald, groß. Schwimmbad, Wochenend. Garage. Pro- 1 Rfi spekt, la.Vollverpflegung M. e ih >ieL< * ' tt >*£ sächlichsten Anbaugebieten, vor allem aber auch durch die spätere Bildung der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft und ihre Untergliederungen, der Gartenbauwirtschaftsverbände. Als erste Anordnung, die sämtliche in Frage kommenden Anbaugebiete umfaßt, ist die Anordnung betreffend die Regelung des Absatzes von Spargel zu nennen. Nachdem wir nun in unserem Gebiet am Schluß der Spargelsaison stehen, kann festgestellt werden, daß die gesamte Ernte reibungslos und zu zufriedenstellenden Preisen Absatz sand. Auf der anderen Seite wurde dem Verbraucher täglich eine frische und einwandfrei sortierte Ware zur Verfügung gestellt. Der Spargelanordnung folgte als Uebergangs- maßnahme die Anordnung vom 11. Juni 1935, durch die der Inhalt sämtlicher im Vorjahre auf Grund großen Teil von Starkenburg die Möglichkeit gegeben, das Früh- und Spätobst und eine Reihe wichtiger Gemüsearten der Bewirtschaftung zu unterziehen. In einer weiteren wichtigen Anordnung wurde das Anbauvertragswesen in der Form geregelt, daß künftig nur noch die Konservenindustrien berechtigt sind, sogenannte Liefer- und Anbauverträge abzuschließen. Form und Inhalt dieser Verträge sind für das gesamte Reichsgebiet einheitlich von der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft vorgeschrieben. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die große Hitze blieb auf den Verzehr von Fleisch und Wurstwaren nicht ohne Einfluß. Infolgedessen waren die Absatzmöglichkeiten in der letzten Woche dieses Monats geringer, zumal die Kaufkraft des Publikums am Monatsende schwächer ist. Nur der Grohviehmarkt nahm angesichts der immer noch ungenügenden Beschickung einen sehr lebhaften Verlauf, obschon die Zufuhr mit 759 (684) etwas größer war und außerdem von der Reichsstelle 119 Rinder zur Verfügung gestellt wurden. Besonders Ochsen und Bullen waren sehr gesucht, auch Färsen wurden flott verkauft, nur bei Kühen war das Geschäft, bedingt durch den fast die Hälfte betragenden Anteil am Gesamtauftrieb, schleppend. Hierfür gaben die Preise auch stärker und zwar bis zu 5 Mark nach, im übrigen blieben sie unverändert. Die aufgetriebene Qualität war etwas besser als in der Vorwoche. Am K ä l b e r m a r f t ist die Saison vorbei. Trotz der merklich verringerten Zufuhr (1388 gegen 1623) war das Geschäft lansam und die Preise gingen um 3 bis 6 Mark zurück, doch wurde der Markt geräumt. Die Qualität des zugetriebenen Viehes war mittelmäßig. Auf dem Schweinemarkt glichen sich Angebot (3788 gegen 4244) und Nachfrage ziemlich aus, so daß nach mittlerem bis ruhigem Geschäft und leicht nachgebenden Preisen ausverkauft wurde. Schwere Schweine blieben stark vernachlässigt. Hümmel und Schafe hatten etwas höheren Zutrieb (64 gegen 53) und wurden bei unveränderten Preisen ausverkauft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Umsätze auf dem Frankfurter Getreidegroh- marft hielten sich auch in der letzten Juniwoche in sehr engen Grenzen. Die befestigte Stimmung hielt weiter an. Das ersthändige Angebot von Brotgetreide hielt sich in engsten Grenzen. Insbesondere Weizen aus dem Rhein-Main-Gebietwurde kaum noch angeboten, dagegen bot der Handel aus Bayern und Norddeutschland noch genügend Ware an, doch hat auch für diese Provenienzen der Verkaufsdruck gegenüber den letzten Wochen nachgelassen. Die Mühlen zeigten sich trotz ihrer Vorräte weiter etwas aufnahmewilliger. Auch für Roggen hat sich die Absatzmöglichkeit wesentlich gebessert, wo aus der näheren Umgebung Frankfurts kaum. Ware vorlag. Die Landmühlen zeigten laufend Bedarf und haben sich teil- ; weife mit norddeutschem Roggen versorgt; die * Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wü st en rot. Diese Bausparkasse konnte in 1934 4926 (1554) neue Bausparverträge über 46,67 (13,24) Mill. RM. Bausparsumme abschließen. Unter Berücksichtigung der Abgänge und Ermäßigungen betrug der Gesamtbestand Ende 1934 42 289 (41 620) Verträge über 554,65 (371,50) Mill. NM. Sparsumme. In der Abteilung „Vermögensbücher" hat in 1934 die Anzahl der Anträge um 185 v. H. und die Vermögensbuchsumme um 193 v. H. zugenommen. Die gesamten Geldeingänge fliegen in 1934 um 16 v. H. Zu Ende 1934 stellen sich die Gesamtzuteilungen im Deutschen Reich auf 222 833 263 RM. für 15 294 Bausparer. In der Gewinn- und Verlustrechnung stehen Gesamteinnahmen mit 6,63 (5,22) Mill. RM. zu Buch, aus denen 0,67 (0,40) abgeschrieben werden. Der sich ergebende Ueberschuß von 704 000 (734 000) RM. wird wieder zurückgestellt. Die Gefolgschaft konnte im abgelaufenen Jahre erhöht werden. * Deutscher Herold Volks- und Lebe n s v e r s i ch e r u n g s - A G. In der ordentlichen Generalversammlung berichtete der Vorstand über das abgelaufene Geschäftsjahr 1934: Die Zahl der beantragten und abgeschlossenen Versicherungen ist gewachsen; die Versicherungssummen der beantragten und der abgeschlossenen Versicherungen fliegen um 28 v. H. Beantragt wurden im Jahre 1934 461 222 Versicherungen (394 805 im Vorjahre) über eine Versicherungssumme von 180 547 169 Mk. (139 738 019 Mk. i. V.). Nach Abzug der durch Tod und aus anderen Ursachen erloschenen Versicherungen ergab sich am Schlüsse des Jahres eine Be° standszunahme von 179 727 Versicherungen (152 200 i. V.) mit einer Versicherungssumme von 65 672 935 Mark (34 254136 Mark i. 93.). Für die im Jahre 1934 durch Tod, Ablauf und durch Eintritt der Invalidität fällig gewordenen Versicherungsleistun- gen aus selbst abgeschlossenen Versicherungen wurden 8 536 299 Mark gegenüber 8 095 739 Mark gezahlt bzw. zurückgeslellt. Als Gewinnanteile wurden den Versicherungsnehmern 3 797 206 Mark gezahlt bzw. gulgeschrieben. Der Slerblichkeilsgewinn bezifferte sich auf 1 941 742 Mark (1 410 430 Mark im Vorjahr). Der Ueberschuß beträgt 3 064 183 Mk. Die Aktiven beliefen sich am Schlüsse des Berichtsjahres auf 109 946 686 Mark (98 956 667 Mark im Vorjahre). Das Arbeilsbefchaffungsprogramm der Reichsregierung Hal die Gesellschaft dadurch unterstützt, daß sie Aufträge auf Jnstandsetzungsarbeiten an eigenem Grundbesitz in Höhe von 101 000 Mark erteilte, daß sie durch Gewährung hypothekarischer Darlehen in Höhe von 1 450 000 Mark Neubauten und Umbauten sowie durch hypothekarische Darlehen in Höhe von 210 000 Mark Instandsetzungen von Altbauten ermöglichte, die auf Grund der Regierungsmaßnahmen Dorgenommen wurden. Im laufenden Jahre hält die günstige Entwicklung der Geschäfte an. Die Generalversammlung genehmigte die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 1934 und erteilte dem Vorstand und dem A.E.G o Betula................ 10 Elettr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten S Guilleaume 0 Gesellfch.f.Eletkr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elettr 6 SchuckertSCo...............4 Siemens L Halske... * LahmeyerLEo........ 7 27.6 100,25 97,75 104,13 113,5 100,3 97,25 96,25 28.6. 100,25 Die feste Stimmung der Mittagsbörse übertrua sich auch auf den Abendbörsenverkehr, wenngleich sich das Geschäft nur auf roenige Spezialwerte beschränkte, während im übrigen die Umsätze auf ein Minimum beschränkt blieben. Offenbar in Auswirkung des Zinslermins lagen von der Kundschaft kleine Kauforders zu Anlagezwecken vor. So waren Reichsbankanteile weiter gefragt und auf 188,50 (188) erhöht, ferner wurden AEG. mit 47,40 bis 47,65 (47,13) und IG. Farben mit 150,40 bis 150,13 bis 150,40 (149,90) lebhafter umgefetzt. Daneben erhielt sich am Montanmarkt Interesse für Harpener zu unverändert 112. Im großen und ganzen lagen die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet. Der Einheitsmarkt lag ruhig und ohne Besonderheiten. Das Rentengeschäft war minimal, etwas Nachfrage zeigte sich für einige Industrie-Obligationen. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 28. Juni. Infolge des erhöhten Frischmilchverbrauchs haben sich die Anlieferungen in deutscher Butter verringert. Die Nachfrage blieb trotz der heißen Witterung und wegen des Monatswechsels verhältnismäßig gut. Feinste deutsche Molkereibutter sowie deutsche und holländische Markenbutter waren lebhafter, im übrigen erfuhr das Geschäft keine besonderen Ausmaße. Es notierten in Reichsmark pro 50 Kilo frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142. Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Markenbutter 145. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 28. Juni. Angesichts des bevorstehenden Ultimos nahm das Geschäft in dieser Woche einen ruhigen Verlaus. Für schwere Sorten (S und A) hielt lebhaftere Nachfrage an. Die Zufuhren hierfür waren indes sehr klein, insbesondere von deutscher Ware, wogegen überraschenderweise größere Ankünfte von ausländischen Eiern Vorlagen. Für mittlere und kleine Eier bestand nur wenig Interesse. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier Klasse S 9,75, Kl. A 9,25, Kl. B 8,75, Kl. C 8,25, Kl. D 7,75. Holländer, Dänen und Flandern Klasse 8 9,75, Kl. A 9,25, Klasse B 8,75. inschast -ck die erste ni Freund- eine körper 7 konnten 8i*f Z •engen mul ]UsgeNen ) die zroeA w Z)atum Mansselder Bergbau......... Kokswerke ............. Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ................8 Vereinigte Stahlwerke ....... Ltavi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 7 Schultheis Patzenhofer 4 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof O Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren •••••• O Deutsche Linoleum ........... 6 Lrenstein & Koppel..........0 Westdeutsche Kaufhof O Cbade......................® Accumulatoren-Fabrik....... 1° Eonti-Gumuu............... 8 28. 100,25 97,65 103,9 113,4 100,1 97,5 96,25 100,5 92,25 127 116,13 96 101 101 96,75 96,75 107 27 6 100,13 97,75 103,4 113,4 100,2 97,5 96,25 100,2 92,13 127 116,13 96 101 101 96,75 96,75 106,7 Sch'uß' Abmd. gesagt. Man erwartet spannende Spiele. Die Leitung liegt in den Händen des Kreisfußballfachwarts Z i tz e r. Kurze Sportnotizen. Ein Handball-Vierländerkampf, an dem Deutschland, Oesterreich, Polen und Ungarn teilnehmen sollen, wird in Budapest vorbereitet. Kommt dieses Turnier zustande, so käme es nach dreijähriger Unterbrechung wieder zu einem Kampfe Deutschland — Oesterreich. Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.. ............... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Noten ....... Holländische Noten ......... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten ...... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten................. Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ......... Reichsbank ................: Oatum 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 ä% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. ä*/i% Deutsche Retchspostschatzan- weisungen von 1934, I....... E% ehem.8°/-> Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 66%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ B’/2% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... tVi% ehem. 8% Darmst. Komm. Lanvesb.Goldschuldverschr. R. 6 vberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten ■ ’/t % ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 52/2% ehem. 4'/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 5Vs% ehem. 4'/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... •*/»% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 iy*% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutlch.Verrechnungsk. 85-39 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 27-6 28.6 27 6. 28.6- 116,65 117 116,5 116,5 — 119,4 121,25 — — — — I 231 225 231 224 113,25 114,5 113 114,25 ' 83,5 83,75 83,4 83,75 17 17,4 17,13 17,25 124,5 124,75 124 124 121 121 121 122 176 178,5 176 179 150,25 150,13 149,75 149,9 231 232 102,5 103,25 102,65 103,25 118 118,75 118,25 119,75 105,25 106,5 104 106,25 >' 91,5 90,65 I 92,25 91,5 117,65 117,5 — l, 135 135 en iv 1 •• Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Schluß« lurs Schlußk. Mitiag- börse Datum 27 6 28.6- 27-6 28 6- 4% deügl. Serie 11 ............. 5% Ruman. vereint). Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereint). Rente .. 2 y*% Anatolier ............... 10 6,13 39 8 6 39 8 10 6 39,4 7,95 10 5,9 38,7 27. Juni 28. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Arief Geld 1 »rief Buenos Atre 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,55 54,65 54,54 54,64 Danzig..... 46,855 46,955 46,855 46,955 London ..... 12,215 12,245 12,215 12,245 HelsingforS.. 5,385 5,395 5,385 5,395 Paris ...... 16,39 16,43 16,39 16,43 Holland .... 168,72 169,06 168,67 169,01 Italien..... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 61,40 61,52 61,39 61,51 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,09 ibii 1b09 11,11 Stockholm... 63,00 63,12 62,99 63,11 Schweiz .... 81,05 81,21 81,06 81,22 Spanien.... 33,94 34,00 33,96 34,02 10,37 10,35 10,37 Budapest ... _ Neuyork... 2,473 2,477 2,472 2,476 Banknoten. Berlin,28-3unl Geld 2,424 2,444 41,72 41,88 54,33 54,55 12,18 12,22 16,33 16,32 168,25 168,93 19,86 19,94 61,18 61,42 —— —— — 62,77 63,01 9 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 30. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Zöckler aus Stanislau: Jugendgottesdienst; zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für Die Piatthäusgemeinde, Propst Knodt. — Johan- neskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- oemeinde; 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Studienrat Dr. Unverzagt- 20: Blbelbesprechung im Johannes- faal, Plärrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luther- gsmeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Petrpskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp; anschließend Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. Bei gutem Wetter Waldgottesdienst. — Wieseck. 9.30: Haupt- aottesdienst, Kollekte; 10.45: Christenlehre. — Gro- yen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Albach. 8.30: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst mit Christenlehre, Kollekte. — Heuchelhelm. 10: Hauptgottes- dienst, Kollekte für das Männerwerk der evang. Kirche; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung). — fUrdjberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche konfirmierte Jugend. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst; 20.30: Zusammenkunft der Frauenhilfe im alten Rathaus. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Nieder-Bessin- gen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Dettenhausen. 14: Hauptgottesdienst, Pfarrer Doering (Muschenheim). — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst, Kand. N. N. Predigerseminar, Friedberg. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die bekennende Kirche, Pfarrer Beyrich, Offenbach. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte für die bekennende Kirche, Pfarrer Beyrich, Offenbach. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. — Veiksberg. 9: Dekan Schmidt, Kollekte. — Wirberg. 10.30: Dekan Schmidt, Kollekte. — Beltershain. 12.30: Dekan Schmidt, Kollekte. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirtorf. 8: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst, 14: Christenlehre; 14.30: Trauung. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — hausen. 13: Gottesdienst. — Alten-Vuseck. 9.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; 10: Kindergottesdienst. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 30. Juni. 8.30 Uhr: Morgen-Andacht; 13.30: Sonntagsschule; 16: Jungfrauenstunde; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 3. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 30. Juni. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch den 3. Juli. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Baptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 30. Juni. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Pred. Falk. Donnerstag, den 4. Juli. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz, katholische Gemeinden. Samstag, den 29. Juni. Giehen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 30. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 1. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 3. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 4. Juli. Giehen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 5. Juli. Giehen. 6 Uhr: Segensamt. — Lich. 6.15: Segensmesse. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer - bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. Arzt: Dr. Schäffer, Dr. Steinreich. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Rundfunkprogramm Dienstag, 2. Juli. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk: Otto Lilienthal, ein deutsches Erfinderschicksal; Hörbild von Dr. Karl Klinghardt. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Was gibts Neues? Worüber man spricht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 15.35: „Erlebtes und Erlauschtes aus dem Leben Max Regers." Anekdoten von Fritz Wolffhügel. 16: Kleines Konzert. 16.30: Bündische Bewegung in der Geschichte. Eine Untersuchung von Dr. W. Brobeil (Frankfurt a. M.) 16.45: Don der Dorlehre zur Grundlehre. Ein praktischer Versuch im Rhein-Main-Gebiet. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Wie steht es mit der deutschen Normung 1935? Ein Bericht von Dr.-Jng. W. Erlenbach (VDJ.). 18.45: Zeitgenossen gibts ... 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Das deutsche Elektrobandwerk im Rundfunk. Zwiegespräch zwischen Dr. Otte von der Reichsrundfunkkammer und Max Handrack (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. „Die Schalldose". Spiel, Scherz, Melodie. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.30: Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Aufenthalt k>es Stromlinienzuges in Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M. Am Freitagnachmittag nahm der erste deutsche Stromlinien- Dampfzug in Frankfurt kurzen Aufenthalt, um dann von hier aus zur 100-Jahrfeier der Deutschen Reichsbahn nach Nürnberg weiterzufahren. Die Lokomotive selbst mit ihrer völligen Verkleidung macht einen außerordentlich imponierenden Eindruck. Wie von fachlicher Seite versichert wurde, ist der Zug gebaut für eine Höchstgeschwindigkeit von 175 Kilometer in der Stunde und soll in Zukunft — wenn die Probefahrten ganz abgeschlossen sind — einen ähnlichen Dienst versehen, wie jetzt der Fliegende Hamburger. Das Innere der D-Zugwagen zweiter und dritter Klasse ist sehr geschmackvoll und praktisch eingerichtet und bietet den Reisenden alle Bequemlichkeiten. Auch ein großer Speiseraum ist vorhanden. Bemerkenswert ist besonders auch, daß die 3. Klasse gepolstert ist. Für den Sommer Stoffe von Bernard per m per m 1.20 Sportkleider per m 1.48 Das Geschäft für Sie 0.75 0.84 1.85 1.95 2.15 Seldenleinen-Druck, 68 cm breit, entzückende Blumenmuster........ Kunstseiden-Leinen 70 cm breit, aparte Blumendessins.... 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