Hr.99 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 29. April 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimattm Bild - Die Scholle Monatr-Vezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesseu Druck und Verlag: vriihl'sche UniverfitStr Such- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. 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Das Kabinett werde jetzt verschiedene Pläne prüfen, die bestimmt seien, Großbritanniens Luftverteidigung auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Die schnelle Vergrößerung der deutschen Luftwaffe, die von einer Flotte von zivilen Flugzeugen gestützt werde, die von schnellen Bombenflugzeugen nicht zu unterscheiden seien, habe die Frage akut gemacht. Es werde aber erkannt, daß die wirkliche Stärke der deutschen Bemühungen in der Luft in der auf nationaler Grundlage beruhenden Organisation der Flugzeug-Industrie liege. Man könne erwarten, daß diese Seite der Angelegenheit die besondere Aufmerksamkeit der britischen Regierung in Anspruch nehmen werde. Der Niedergang der britischen Luftfahrt-Industrie sei zurückzuführen auf Mangel an Bestellungen von Militärflugzeugen und aus das Fehlen eines natürlichen Jnlandsmarktes für schnelle Zivil-Fernflugzeuge. Hierzu kornrüe noch die Abneigung der Regierung gegen Unterstützungen und ferner das dadurch verursachte Bestreben der Luftverkehrs-Gesellschaften, nur rentable Maschinen bauen zu lassen. Dies schließe den Bau von Schnell-Fernflugzeugen mit der Fähigkeit zur Beförderung großer Lasten aus. Die notwendigen Mehrausgaben würden das britische Luftprojekt voraussichtlich aus über 25 Millionen Pfund Sterling bringen. Die außenpolitische Unterhaus-Aussprache am nächsten Donnerstag habe ursprünglich den Beschlüssen von Stresa und Genf gelten sollen. Aber die Tatsache, daß Deutschland in der Luft die britische Heimatstreit- mucht bei weitem überflügelt habe, müsse den Charakter der Aussprache wie der Regierungserklärung gründlich verändern. Baldwin habe seinerzeit erklärt, daß -England keine Unterlegenheit in der Luft gegenüber irgendeiner anderen Macht dulden werde, die sich in Reichweite der Küste befinde. Die neue Lage erfordere nicht eine Abänderung der Politik, sondern eine Revision des Programms der nationalen Verteidigung. Durch Deutschland sei die Suche nach Sicherheit in Europa durch Vereinbarungen in eine Suche nach anderen Friedenssicherungen verwandelt worden. Wenn der britische Einfluß genügendes Gewicht in den internationalen Versammlungen haben solle, müsse Großbritannien Gleichheit in der Lust erreichen. Die Aussprache vom Donnerstag sollte es ganz unzweifelhaft machen, daß Großbritannien entschlossen sei, dafür zu sorgen, daß der Friede, wenn er sich nicht auf einen besseren Weg erreichen faßt, nicht durch Mangel an Vorsicht in Gefayr komme. Der „O b s e r v e r" vergleicht die kommende Unterhaus-Aussprache mit derjenigen vom Frühjahr 1909, als Edward Grey Erklärungen über die veränderte Flottenlage abgab. Das Blatt erwartet von der Regierung „drastische Offenbarungen" und schreibt, die militärische Stärke Englands müsse im Hinblick auf die englische Rolle als Friedensgarant wiederhergestellt werden. In jedem früheren Zeitabschnitt der britischen Geschichte würde eine Lage wie die heutige völlig undenkbar gewesen sein. Wie eine nationale Regierung es fertiggebracht habe, diesen Dingen bis jetzt tatenlos zuzusehen, sei unvorstellbar. Auch sämtliche übrigen Sonntagsblätter geben dem deutsch-englischen Luftfahrtproblem breitesten Raum. Die Schlußfolgerung ist natürlich die Forderung nach schnellster Aufrüstung der britischen Luftstreitkräfte. Die „Sundcu) Expreß widmet fast ihre gesamte erste Seite diesem Thema und schreibt unter den Balkenüberschriften „Deutschlands erstaunliche Luftslotte — Gewaltige Ueber- legenheit", daß das britische Kabinett am Montag die Lage überprüfen werde. Man glaube, daß dem Unterhaus am Donnerstag ein neues britifchesLuftrüstungsprogramm vorgelegt werden würde. Die Verteidigung des Empire. Ein gemeinsames Rüstungsprogramm der Dominions- London, 29. April. (DNB.) Die Ministerpräsidenten der Dominions sind zum größten Teil zur Teilnahme an den bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten in London einoetroffen. Der Ministerpräsident von Australien, Lyons, weilt bereits seit einigen Wochen in London, wo er die Zeit zu Besprechungen über die für Australien lebenswichtigen Fragen der Fleischausfuhr ausgenutzt hat. Der kanadische Regierungschef B e n n e t, der Vertreter von Indien Sir Joseph B h o r e und der Ministerpräsident von Süd-Rhodesien H u g g i n s weilen ebenfalls bereits in London. Im Laufe der kommenden Woche werden noch der Ministerpräsident von Neuseeland F o r b e s und der Ministerpräsident von Südafrika General H e r tz o g erwartet. Wirtschaftsfragen lind Meinungsverschiedenheiten in der Auslegung der in Ottawa getroffenen Abmachungen werden bei den kommenden Verhandlungen eine Rolle spielen. „Sunday Chronicle" weiß auch von einer bevorstehenden gemeinsamen Sitzung zu berichten, die sich mit den Problemen der britischen Reichsverteidiguna beschäftigen soll. Für diese. Konferenz sei als Arbeitsprogramm vorgesehen: 1. Eine Vermehrung der Luft st reit- kräfte der Dominions und ein regelmäßiger Austausch von Ofsizieren und Flugzeugführern. 2. Die Anlegung einer Kette von Luftfahrt st ützpunkten zwischen Großbritannien und Indien, Südafrika und Australien sowie die Errichtung weiterer Flugzeugstützpunkte im Stillen Ozean bis nach Kanada. 3. Eine Verstärkung der australischen Marine. 4. Größere Zuwendungen der Dominions für die Unterhaltung der briti- tische Flotte, notfalls eine weitere Flottenaufrüstung für einen besseren Schutz der Dominions. 5. Die Ausdehnung der Verteidigungsanlagen von Singapore zum Schutze Australiens und Neuseelands und die ständige Unterbringung einer Luftflotte in Singapore. Außerdem soll das Problem der britischen Auswanderung nach den einzelnen Teilen des Imperiums überprüft werden. Die Konferenz soll unter dem Vorsitz des Dominion-Ministers Thomas stattfinden. Eine „hart« Mussolini fordert Anspanr Rom, 28. April. (DNB.) Ganz Italien stand am Sonntag im Zeichen des F e st e s d e r nationalen Arbeit. Die Hauptfeiern bestanden in Rom in einem Empfang der Akademie von Italien, bei dem in Gegenwart des Königs Preise für wissenschaftliche und künstlerische Lei st ungen verteilt wurden, und in einer Massenveranstaltung auf der Piazza Venezia, bei der Mussolini Arbeitsauszeichnungen, Verdienstkreuze und an mehrere tausend Arbeiter für ihren Lebensabend Renten verteilte. Bei dieser Gelegenheit hielt Mussolini eine Ansprache, in der er folgendes ausführte: Die Unterscheidung, die immer noch zwischen Hand- und Kopfarbeitern gemacht werde, habe ausschließlich theoretischen Charakter. Der Tag werde kommen, wo die sogenannten intellektuellen Arbeiter das Bedürfnis verspüren würden, auch einmal mit b en Händen zu arbeiten, um mit der Materie Fühlung zu bekommen, die gemeistert werden müsse und die den Reichtum und die Macht bringe. Immer gebe es noch einige klägliche lieber« reste intellektueller Kreise, die dem Leben der Nation fernbleiben, die aber nicht mehr wert seien als der Staub auf dem Schuhzeug eines im Marsch be- sindlichen Giganten, und dieser Gigant sei das italienische Volk. Die Lage habe sich übrigens gebessert, die Arbeitslosigkeit sei zurückgegangen und der Horizont könnte sich noch mehr aufhellen, wenn die Politik dieWirtschaft unter stützen würde, wenn in Europa der wahre Friede er st arten würde, der niemand unterdrückt. „Ich kenne euch wohl und lese in euren Augen eure intimsten Hoffnungen. Ich weiß, daß ihr kein Die Donau-Konfei Vorbesprechungen Italiens mit C Ungarische Wünsche. Revision und Wiederaufrüstung. Rom, 28.April. (DNB.) Am 4. Mai wird in Venedig eine Besprechung zwischen Vertretern Italiens, Oesterreichs und Ungarns stattfinden. Dabei wird Italien durch Staatssekretär Suv ich vertreten sein. Die Aussprache wurde auf Grund der konsultativen Verpflichtung der Dreierprotokolle von Rom, die zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn im März v.J. abgeschlossen worden sind, vereinbart und trägt vorbereitenden Charakter für die Donaukonferenz. H a v a s schreibt, daß diese Konferenz durch eine Reihe von Fragen notwendig geworden sei, die die ungarische Regierung aus der römischen Konferenz auswerten wolle. Ungarn werde wahrscheinlich darauf bestehen, daß der Grundsatz der Revision, der bereits in den Verträgen festgelegt ist, unangetastet bleibt und daß jede revisionistische Bewegung nicht ohne weiteres als im Wiederspruch zum Nichteinmischungsvertrag an« gesehen werde. Die ungarische Regierung wünsche außerdem, daß die Minderheitenrechte genau festgelegt würden, damit ein Schritt dieser Minderheiten nicht als eine Verletzung des Nichteinmischungsoertraaes angesehen werden könne. Die Wiederaufrüstung Ungarns werde von Ungarn in Rom ebenfalls aufgeworfen werden, obgleich das Arbeitsprogramm der Konferenz eine Behandlung dieser Frage nicht vorsehe. Ungarn werde sich jedoch weigern, irgendein Abkommen zu unterzeichnen, bevor es nicht die Gewißheit habe, daß seine M i l i t ä r o o r s ch r i f t e n ab geändert würden. Man halte es sogar nicht für Oieristzeiiverlängerurig für englische Kriegsflieger. London, 27. April. (DNB.) Die Beschleunigung der englischen Luftaufrüstung hat bereits begonnen. Wie das englische Luftfahrtministerium mitteilt, wird eine „begrenzte Anzahl" englischer Kriegsflieger über ihre Dien st zeit hinaus für eine Zeitdauer unter den Fahnen zurückbehalten werden. Die amtliche Mitteilung darüber lautet: „Die Ansprüche aller zur Zeit dienenden Flieger, deren Gesuche auf Verlängerung ihrer Dienstzeit bisher abgelehnt wurden, werden je nach Verdienst einer neuen Prüfung unterzogen. Der Luftausschuß hat beschlossen, eine begrenzte Anzahl von Fliegern weiter zu verpflichten." Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß sofort mit der Errichtung eines neuen Kriegsflug- planes „zwecks Ausbau der englischen Heirnat- oertetbigung" in Cranfielb in ber Grafschaft Bebforbshire begonnen wirb. Im biesjährigen Haushalt ist eine Summe von 335 000 Pfunb für den Bau eines großen Kriegsflugplatzes bereit« gestellt worben. Zeit" naht. nng aller Kräfte Italiens. bequemes Leben erwartet unb sage euch beshald, daß das Herannahen einer har - ten Zeit sehr nahe ist, die die Anspannung aller Kräfte des italienischen Volkes erheischen wird, um jene Ziele zu erreichen, die wir längst klar umrissen haben." ♦ Als Auftakt zum Fest der Arbeit war die neugegründete Fliegerstadt G u i b o n i a, benannt nach bem italienischen Fliegerhelben Guibonia, am Samstag von Mussolini eingeweiht worben. Die technischen unb wissenschaftlichen Anlagen biefer Fliegerstadt, in ber auch bie Abteilung f ü r Strotospärenflug ihren Sitz hat, würben vom Regierungschef eingehend besichtigt. Auf bem Hauptplatz ber Stabt, bie in ber Nähe Roms einige Kilometer vor Tivoli liegt unb bereits neben den Verwaltungsgebäuben und den großen technischen Prüfungsanstalten viele Privathäuser zählt, wurde von Mussolini zusammen mit 20 Jungsaschisten der erste Spaten st ich für einen weiteren Neubau vorgenommen. Dann folgte die Führung durch die technischen Anlagen, die mit den modernsten Prüfungsinstrumenten für Druck, Widerstandsfähigkeit, Blind- und Höhenflug usw. ausgestattet sind. Neben besten italienischen Apparaten sind hier die modernsten Meß- und andere Instrumente des Flugzeugbaues aus deutschen und französischen Werken ausgestellt. Mussolini erinnerte an die Entsumpfung und Urbarmachung großer Gebiete und die damit verbundene Gründung von neuen Städten, denen heute eine Neugründung zur Eroberung der Lüfte folge als Beweis für den unbeugsamen Machtwillen des faschistischen Italiens. eng kunorgi sich an. »sterreich und Ungarn in Venedig. unwahrscheinlich, daß die ungarische Regierung eine Art Garantie dafür fordern und Vorschlägen werde, das Nichteinmischungsabkommen nur bedingt zu unterzeichnen. Auf der anderen Seite sei man jedoch der Ansicht, daß der gegenseitige B e i - st a n d s p a k t, der auf dem Arbeitsprogramm der römischen Konferenz steht, ohne besondere Schwierigkeiten von Ungarn zusammen mit Oe st erreich und Italien unterzeichnet werde. po!en dementiert. Warschau, 29. April (DNB. Funkspruch). Polnische Blätter weisen darauf hin, daß Beck und Suvich in Venedig nach französischen Behauptungen sich über eine Politik verständigt hätten, die den französisch - sowjetrussischen Verhandlungen über einen gegenseitigen Hilfspakt Schwierigkeiten bereiten solle. Alle Nachrichten in der ausländischen Presse über den angeblichen Inhalt der Unterredung seien freie Erfindung. Man müsse sich erinnern, daß Polen lange vor Frankreich die besten Beziehungen zu Italien gehabt habe. Die letzte Unterredung Becks mit Suvich beweise lediglich das Bestehen der seit langem guten Beziehungen und eine entsprechende Fühlungnahme zwischen Polen und Italien. Italien wolle den Rücken gesichert und eine Garantie haben, daß die Donaustaaten und vor allem Oesterreich von keinen Ueberraschungen betroffen werden, wenn Italien in Afrika beschäftigt sei. Daraus erkläre sich die Annäherung Italiens an Frankreich, die Kleine Entente und die Balkanentente. Die Haltung Polens gegenüber dem Do- naupaft fei sowohl im Hinblick auf sein Verhältnis zu Deutschland als in Rücksicht auf seinen Einfluß auf Ungarn sehr wichtig. Polen stelle sich positiv zur römischen Konferenz und zum Projekt des Donaupaktes ein. Das könne auch nicht anders sein, denn durch ein unabhängiges Oe st erreich führe die einzige bequeme Landverbindung Polens nach Westen, die nicht von Deutschland abgeschnitten werden könne. Die Zusammenkunft in Venedig sei die beste Widerlgeung der Gerüchte über einen polnisch-deutschen Geheimvertrag. Öer Negremngsmechstl in Bulgarien. Von unserem Or. L.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, April 1935. Die Bildung des neuen Kabinetts Tofcheff vollzog sich unter Umstünden, wie sie die politische Geschichte Bulgariens noch nicht aufzuweisen hatte. Als der mit der Neubildung der Regierung beauftragte ehemalige Gesandte Andrej Toscheff sich am Sonntagvormittag ins Schloß begab, um, wie er der Presse erklärte, dem König sein Mandat zurückzureichen, hatte angesichts der schwierigen und völlig unklaren Lage wohl niemand damit gerechnet, daß innerhalb von sieben Stunden die neue Regierung Zustandekommen würde. Das gelang nur dank des energischen und beharrlichen Eingreifens des Königs, der kurzerhand Toscheff zum Ministerpräsidenten ernannte, ihn im Schloß zurückhielt und nun eine Anzahl maßgeblicher Offiziere und Politiker zu sich berief, mit denen er in siebenstündiger ununterbrochener Beratung alle jenen Schwierigkeiten aus dem Wege räumte, die sich am Vortage gezeigt hatten. Diese Schwierigkeiten waren hauptsächlich aus der Bedingung des zum Wiedereintritts ins Kabinett auf- gesorderten bisherigen Justizminister D i ck o f f entstanden, der die sofortige Freilassung des vor einigen Tagen verbannten Professor Z a n k o f f s verlangte. Dieser Forderung hatten sich indessen jene Osfizierskreise kategorisch widersetzt, die im zurück- getretenen Kabinett Slateff die erste Geige gespielt hatten und deren Vertreter mit Innenminister Oberst Koleff an der Spitze teilweise in die neue Regierung zurückkehren sollten. Die Tatsache, daß sich unter den drei ins neue Kabinett eingetretenen Offizieren nur ein Exponent der sogenannten Militärliga — der Innenminister Generalmajor A t a n a s s o f — befindet, zeigt deutlich, daß der Einfluß dieser politisch interessierten und bisher allgewaltigen Offiziersgruppe stark in den Hintergrund gedrängt worden ist. Hierfür spricht vor allem auch das Ausscheiden des bisherigen Innenministers Koleff, der als einer der aktivsten Vertreter der Militärliga gilt und vom Könige einfach fallen gelassen worden ist. Die Betrauung des bisherigen Befehlshabers der Sofioter Garnison, Generalmajors Z a n e f f, mit der Leitung des Kriegsministeriums wurde von der gesamten Oeffentlichkeit mit Erleichterung ausgenommen. General Zanefs, ein dem Könige unbedingt ergebener Offizier, der stets gegen die Einmischung des Heeres in das politische Leben des Landes war, ist ein Garant dafür, daß die Wehrmacht wieder in ihre Schranken verwiesen und in kürzester Zeit in die Kasernen zurückkehren wird. Daß Zaneff energisch gewillt ist, das Land von jenen Erschütterungen zu bewahren, vor denen Professor Zankoff in seinem aufsehenerregenden Briefe warnte, zeigte schon die von ihm befohlene Kundgebung, die sich am Sonntagvormittag im Hofe des königlichen Schlosses vor den Auaen einer mehrtausendköpfigen Menge abspielte. Zu einem Zeitpunkt, wo die wildesten Gerüchte durch die Luft schwirrten und von Putsch- plänen der Militärliga wissen wollten, rückte eine Kompanie Fähnriche mit aufgepflanztem Seitengewehr unter Gesang vor das Palais und brachte, als der wachhabende Offizier dem aus dem Schloß tretenden General Zaneff Meldung erstattet hatte, ein dreifaches Hurra auf den K ö - n i g aus. Dann wurden die Fähnriche in der Schloßwache untergebracht, worauf alle beunruhigenden Gerüchte rasch verstummten. Wie wenig diese von der Hand zu weisen waren, zeigte die Tatsache, daß sämtliche Truppenkörper der hauptstädtischen Garnison in Alarmzustand gesetzt worden waren. Eine deutliche Warnung für gewisse Abenteurer! Die neue Regierung, die, wie schon erwähnt, nur dank der Bemühungen des Königs gebildet werden konnte, ist ein Kabinett des restlosen Vertrauens der Krone. Hierfür spricht auch der Umstand, daß zusammen mit der Bekanntgabe der Ministerliste auch ein Manifest des Königs erging, das dem bulgarischen Volke eine von diesem selbst gebilligte Verfassung versprach, in der die nationalen Traditionen aus den Befreiungsjahren wie auch die Ideen des autoritären Kurses verankert werden sollen. Zum ersten Male sprach sich der König in diesem Manifest offen für das am 19. Mai 1934 in Bulgarien errichtete Regime aus und forderte das Volk auf, geschloffen mit ihm am Wiederaufbau der Nation zusammenzuarbeiten. Viel bemerkt wird, daß es dem König gelungen ist, Vertreter der drei wichtigsten politischen Strömungen des Landes zum Eintritt in die Regierung zu bewegen. Es sind dies der Verkehrsminister Koschucharoff, der als Anhänger der volkssozialen Zankoff-Bewegung bekannt ist, der Wirtschaftsminister Stoitscho M o s ch a n o f f von der im Vorjahre aufgelösten „Demokratifchen Vereinigung" (Liaptscheff-Richtung) und der Bautenminister I o t o f f, Abgeordneter der Bauernpartei im letzten Sobranje. Justizminister Karagiososs, der bisherige Präsident oes Nationaler Feiertag des deutschen Volkes. Kassationshofes, Finanzmmifter Riaskoff, der bisherige Gouverneur der Nationalbank, und Außenminister K ü s s e i w a n o f s, der frühere Gesandte in Belgrad und Chef des Zivilkabinetts des Königs, müssen als hervorragende Fachminister angesprochen werden. Sie sind ebenfalls, wie der Premier Andrej Toscheff, innenpolitisch bislang nicht hervorgetreten. Die neue Regierung ist von der Öffentlichkeit mit Zustimmung ausgenommen worden, da sie einem Zustande voller innerpolitischer Spannungen ein Ende setzte. Konnte doch kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß das bisherige Kabinett des Generalleutnants Slateff gezwungen war, sich immer mehr auf die Spitzen der Bajonette zurückzuziehen, eine Situation und eine Last, die selbst für einen noch so energischen und hervorragenden General zu schwer werden mußte. Um so mehr, als Slateff in vieler Hinsicht den Beschlüssen der Militärliga unterworfen war. Trotz der guten Aufnahme, die die Regierung Toscheff gefunden hat, geht doch die allgemeine Auffassung dahin, daß auch sie nur eine Episode im politischen Leben des Landes darstellen werde und Uebergangscharakter trage. Wie lange diese Uebergangszeit dauern wird, ist noch nicht abzusehen und hängt von verschiedenen Umständen und Faktoren ab. In erster Linie natürlich vom König, dessen unbedingtes Vertrauen sie besitzt; und dann auch von jenen Politikern, die imstande sind, dem Lande eine Regierung mit star- ker öffentlicher Unterstützung zu geben. Diese Unterstützung, — und das muß unterstrichen werden — fehlt auch der jetzigen Regierung? Das hebt auch das Blatt „Slowo", dessen bisheriger Direktor der neue Verkehrsminister Koschu- charoff ist, hervor, das mit Recht betont, daß nur eine solche Regierung von Bestand sein könne, die eine breite Unterstützung im Volke besitze. Unter deutlichem Hinweis auf die Z a n k o f f b e w e - g u n g führt das Blatt weiter aus, daß heute in Bulgarien gesunde und organisierte Kräfte vorhanden seien, die die neue Regierung auf den Plan rufen müsse. Tatsächlich ist und bleibt als einziger sichtbarer Faktor die Zankoffbewegung, die imstande wäre, das autoritäre Regime zu übernehmen und im Volke zu verwurzeln. Wie stark die Macht dieser Bewegung und der Einfluß ihres Führers trotz ihres vorjährigen Verbotes ist, beweist die Tatsache, daß es die beiden Zankoff- anhänger im Kabinett Slateff waren, die dieses aus Protest gegen die Verbannung Professors Zan- koff zum Sturz brachten. Man wird abwarten müssen, welche Haltung Professor Zankoff, der dieser Tage zusammen mit den übrigen nach der kleinen Felsinsel Anastasia im Schwarzen Meer verbannten Politikern nach Sofia zurückkehrte, zu der neuen Regierung einnehmen wird. In den Kreisen seiner Anhängerschaft läßt man keinen Zweifel darüber, daß Zankoff auch zum Kabinett Toscheff in Opposition treten werde, sofern es sich seinen schweren Aufgaben nicht gewachsen zeige. Moskaus Wünsche für den Beistandspakt Moskau, 28. April. (DNB.) Von unterrichteter Seite wird über den Verlauf der französisch- sowetrussischen Paktverhandlungen mitgeteilt, daß beide Partner sich von Anfang an darauf geeinigt hätten, daß die gegenseitige Hilfe erst auf Grund einer Entschließung des Völkerbundsrates geleistet werden müsse. Dementsprechend würde der Pakt auch mit dem Locarnoabkommen im Einklang stehen. Auf dieser Grundlage wurden Verhandlungen begonnen, wobei es sich um einen regionalen Ostpakt und einen sowjetrussisch-französischen Garantiepakt handelte. Von sowjetrussischer Seite werde die Forderung erhoben, daß die vollständige Gegenseitigkeit der Verpflichtungen sichergestellt sei. Ferner müßte von vornherein eine einheitliche Auffassung beider Partner über den Umfang der Verpflichtungen bestehen. Die sowjetrussischen Forderungen würden keine unüberwindlichen Hindernisse darstellen. Für die deutsch-französische Verständigung. Paris, 28. April (DRB.) Das Mitglied der Academie Fran^aife, Louis B e r t r a n d , tritt dafür ein, daß Außenminister Laval auf seiner Osteuropareise in Berlin Haltmachen sollte. Bertrand ist der Ansicht, daß eine d e u t s ck) - französische Annäherung unter voller Wahrung der politischen und kulturellen Eigenheiten beider Länder vollzogen werden könnte. Auf jeden Fall müsse man den Krieg vermeiden. Ein Nichtangriffspakt zwischen Frankreich und Deutschland wäre als erstes zu wünschen. Diese Bindung mit seinem unmittelbaren Nachbarn würde viel wertvoller und auch viel ungefährlicher sein, als der „absurde Pakt" mit dem fernen Rußland, das nichts für Frankreich auszurichten vermöge und lediglich Frankreich in einen Krieg mit Deutschland zu ziehen versuche. Frankreichs Lustrüstung ebenfalls verstärkt. Paris, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter kündigen an, daß für die lieber« wachung der Sperrzone an der französischen Ost grenze sechs Jagdflugzeuge aus Reims nach Straßburg beordert worden feien. Diese sechs Apparate seien vom neue st en Typ und erreichten fast 400 Kilometer Geschwindigkeit. Bis zum Juli 1935 sollen in Frankreich 22 neue Land- und W a s s e r f l u g h ä f e n fertiggestellt werden. Am 1. Januar 1935 gab es 95 Flughäfen, die dem öffentlichen Flugverkehr zur Verfügung stehen. Im nächsten Jahr sollen weitere Neuanlagen folgen. Eine Warnung an die britischen Flieger. London, 27. April. (DNB.) Das englische Luftfahrtministerium hat an alle englischen Flieger folgende Warnung ergehen lassen: Wir sind amtlich unterrichtet worden, daß englische Flieger bei der Ueberflieguna deutschen Gebietes kürzlich die betreffenden Bestimmungen verleüt haben. Die Flug- zeugführer werden darauf aufmerksam gemacht, daß im Falle weiterer Verstöße gegen diese Bestimmungen e r n st e Maßnahmen die Folae sein können. In der Verlautbarung des Luftfahrtministeriums werden die Flugzeugführer bei dieser Gelegenheit erneut daran erinnert, daß sie sich vor einem Flug ins Ausland mit den in den jeweiligen Ländern geltenden Bestimmungen vertraut machen müssen. Zusammenwirken von Ardett und Wirtschaft. ReichsbankpräsidentDr.Schacht zumI.Mai. Berlin, 28. April. (DNB.) Der Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht wendet sich in einem Aufruf, den er zum 1. Mai dem „Arbeitertum" zur Verfügung gestellt hat, an das ganze schaffende Volk. In dem Aufruf heißt es u. a.: Der 1. Mai des Jahres 1935, der als Nationalfeiertag des deutschen Volkes am sinnfälligsten Den großen Gedanken der Volksgemeinschaft, der Verbundenheit aller deutschen Volksgenossen um Ausdruck bringt, erhält eine besondere geschichtliche Bedeutung durch die Vereinbarung, die der Reichsarbeitsminister, der Reichswirtschaftsminister und der Leiter der Deutschen Arbeitsfront jetzt über die enge gedankliche und organisatorische Zusammenarbeit von Arbeit und Wirtschaft getroffen haben, und die der Führer und Reichskanzler durch seinen Erlaß vom 21. März 1935 bestätigt hat. Die Vereinbarung hat den Aufbau der neuen Arbeitsverfassung, der durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit begonnen wurde, zu einem grundsätzlichen Abschluß gebracht. Geht dieses Gesetz von dem Grundgedanken aus, daß die Beteiligten die sozialpolitischen Angelegenheiten in dem Betrieb selbst regeln sollen, so hat die Vereinbarung auch überbetrieblich eine neue Form der Gemeinschaftsarbeit gefunden, die zu einer sozialen Selb st Verwaltung führt und die Beteiligten selbst zur unmittelbaren Mitarbeit bei der Ausgestaltung ihres Arbeitslebens beruft. Die Deutsche Arbeitsfront, die Organisation der gewerblichen Wirtschaft und die staatliche sozialpolitische Einrichtung der Treuhänder der Arbeit Sine Unterredung mitAejchsinnenmmifterDr Frick. Berlin, 27. April. (DNB.) Der Reichs- und preußische Innenminister Dr. F r i ck gewährte einer Mitarbeiterin der „Nachtausgabe" eine Unterredung über die wichtigsten Arbeiten des Innenministeriums. Dr. Frick kam dabei auch auf das neue Staatsbürgerrecht zu sprechen und erklärte u. a.: Es ist kein Geheimnis, daß die Reichsregierung eine Neugestaltung des deutschen Staatsbürgerrechts plant und mein Ministerium eine diesbezügliche Gesetzesvorlage vorbereitet. Es ist selbstverständlich, daß auch dieses Gesetz die Grundsätze der Bewegung Adolf Hitlers verwirklichen wird. Wir haben ja deshalb jahrelang um die Macht in Deutschland gekämpft, um das Antlitz des Deutschen Reiches nach den Grundsätzen der nationalsozialistischen Idee zu formen. Das neue Staatsbürgerrecht wird einen schärferen Maß st ab an jeden legen, der deutscher Staatsbürger ist oder werden will. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird in Zukunft nicht mehr allein durch die Geburt, durch einen gewöhnlichen Verwaltungsakt, oder nur durch Zahlung einer Geldsumme erworben werden können, wie dies früher der Fall war, wo man die Staatsbürgerschaft etwa so wie die Mitgliedschaft eines Vereins erwerben konnte. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird nach dem Willen des Führers das höchste Recht, und der Staatsbürgerbrief wird die wertvoll st e Ur» künde sein, die ein Deutscher in seinem Leben erwerben kann. Die deutsche Staatsbürgerschaft muh eine Ehre sein, die sich der Deutsch stämmige nur durch Dienst an Volk und Staat und durch Bewährung erwerben kann. Sie wird jedem Deutschen den Weg zu allen öffent- Berlin, 28. April. (DNB.) Am Sonntagabend wurden in Saarbrücken die Prüfungen der theoretischen und fachlichen Arbeiten der 5 0 0 Reichs- b e st e n abgeschlossen und die Reichssieger und Reichssiegerinnen ermittelt. Während der Bewertung erklärte der Referent für Berufsberatung in der' Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Oberregierungsrat Dr. H a n d r i ck, der an den Prüfungen des Wettkampfes teilgenommen hat, dem Leiter der Presse- und Propagandastelle des Reichsberufswettkampfes über seine Eindrücke folgendes: Es ist ganz besonders auffallend, wie e r n st die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf, man kann wohl auch sagen, die deutsche Jugend von heute, den Beruf a u f f a ß t. Es ist oft geradezu überwältigend, wenn man sieht, wie ein 14 oder 15jäh° riger Lehrling sich vollkommen darüber klar ist, daß er als Stift immer noch eine unbedeutende Stelle in seinem Betriebe oder in seiner Gefolgschaft einnimmt, und wenn er doch durchblicken läßt, daß er sich des Wertes als Lernender für seinen Beruf vollkommen bewußt ist. Vor allem ist sich die Jugend auch darüber klar, welche Verantwortung sie mit der Erlernung eines Berufes übernimmt. Dies kommt manchmal zwar noch unbeholfen zum Ausdruck, aber gerade darin ist wohl die innere Ueberzeugung am besten zu erkennen. Jeder Junge, dessen weltanschauliche Arbeit oder dessen beruflichen Aufsatz ich durchgelesen habe, ist von einem geradezu beneidenswerten Stolz auf seinen Beruf durchdrungen. Der angehende Kumpel aus dem Saarland spricht mit derselben Liebe und demselben Stolz von seiner Arbeit und von dem, was er für fein Volk (und auch feine künftige Familie) einmal leisten will, wie sind nicht mehr drei nebeneinander laufende Organisationen, sondern von der örtlichen Instanz bis hinauf zu der höchsten Spitze ineinander verflochten zu erfolgversprechender Gemeinschaftsarbeit. Möge der 1. Mai des Jahres 1935 der entscheidende Tag werden für das weitere enge und kameradschaftliche Zusammenwirken von Arbeit und Wirtschaft, von Unternehmer und Arbeiter zum Wohle ihrer selbst und der Volksgemeinschaft. Die Entgelizahlung an Heimarbeiter am 1. Mai Berlin, 27. April. (DNB.) Der Reichs- und preußische Arbeitsminister teilt mit: Mir ist mitgeteilt worden, daß Unternehmer vereinzelt meine Empfehlung, am 1. Mai den Heimarbeitern ein Entgelt in Höhe von 4 v. H. des im Monat April erzielten Verdien- st e s zu sichern, dadurch umgehen, daß sie die Ausgabe von Heimarbeit für den Rest des Monats entgegen den geschäftlichen Erfordernissen unterlassen. Dieses Verfahren w i d e r f p r i ch t so sehr dem Gedanken der Arbeitsverbundenheit, die in der Feier des 1. Mai zutagetreten soll, daß ich vor einem derartigen Vorgehen dringend warne. Erfolgt im Monat April eine wesentliche Minderung der Beschäftigung, fo muß erwartet werden, daß dem empfohlenen Hundertsatz von 4 v. H. die durchschnittliche monatliche Beschäftigung vom 1. Februar ab zugrundegelegt wird. Oie Beteiligung Zugendlicher an den Kundgebungen am 1. Mai. Berlin, 27. April. (DNB.) Die Aufmarsch, leitung für den 1. Mai gibt bekannt, daß Jugendliche dis zum 18. Lebensjahr sich nur an den Jugendkundgebungen b e - t e i l i g e n. Soweit sie Angehörige der Hitlerjugend sind, marschieren sie bei ihren Formationen, während die anderen durch die Schulen erfaßt werden. lichen Aemtern in Partei und Staat öffnen, nur ihr Träger wird in die Kampf- f o r'm ationen der Bewegung und a l s Waffenträger der Nation in den Ehrendienst des Volkes und Reiches eintreten dürfen, und nur er allein wird das Wahl- und Abstim- mungsrecht ausüben und dadurch mittel- oder unmittelbar an der Führung des Reiches teilnehmen können. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird in einem feierlichen Akt und mit einer weihevollen Vereidigung auf die deutsche Volksgemeinschaft, das Deutsche Reich und seinen Führer verliehen und wird Unwürdigen oder Staatsfeinden abgesprochen werden. Adolf Hitler hat in feinem Buch „Mein Kampf" geschrieben: „Der deutsche Staatsbürger wird der Herr des Reiches fein". Für den nationalsozialisti- schen Staat find die Staatsbürger nicht nur die Summe der mehr oder weniger zufällig in den Reichsgrenzen lebenden Einwohner, sie sind vielmehr die Träger des Staatsgedankens. Daher muß die Verleihung des Staatsbürgerrechtes an bestimmte Bedingungen geknüpft werden, unter denen, unseren Grundsätzen entsprechend, sich auch die Bedingung der rassischen Zugehörigkeit zum deutschen Volke befinden wird. Juden dürfen die Reichsfahnen nicht hiffen. Berlin, 27.April. (DNB.) Die Mung der Reichsfahnen durch jüdische Geschäfte und Privathäuser hat wiederholt zu Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung geführt. Um derartige Zwischenfälle für die Zukunft zu vermeiden, hat der R e i ch s m i n i st e r des Innern bestimmt: Die Hissung der Reichsfahnen, insbesondere der Hakenkreuzflagge, durch Juden hat zu unterbleiben. In Zweifelsfällen trifft die örtliche Polizei die erforderlichen Anordnungen. der technische oder Banklehrling, der aus der Großstadt kommt. Aus allen Arbeiten sieht man auch, wie die Lehrlinge und Jungarbeiter ernstlich bemüht sind, ihre berufliches Können und Wissen immer mehr z u vervollkommnen. Ich habe insgesamt den Eindruck, daß der Reichsberufswettkampf der berufstätigen Jugend einen Impuls zur Erlernung und Fortbildung im Beruf gegeben hat, wie er überhaupt nicht besser gegeben werden kann. Es wird ja auch nicht mit Worten und in hohen Tönen mit dem Hinweis auf die sittliche Verpflichtung und ähnliches eingewirkt, fonoern der eine sieht d i e Leist unaen des anderen und fühlt dabei vielleicht feine Mängel. Aber nicht zages Bangen ist das Ergebnis, sondern die frohe Zuversicht, daß man es mit Fleiß und Hingebung später doch noch schaffen kann. Ich wüßte nicht, was mir mehr Freude gemacht hat am Reichsberufswettkampf als meine Mitarbeit besonders in den Tagen im Saarland. Während der Bewertung der Wettkampfaufgaben fuhren am Vormittag und Nachmittag die Wettkämpfer und Wettkämpferinnen durch das Saarland. Am Sonntagabend waren sie zusammen mit ihren französischen Kameraden, die während des Berufswettkampfes im Saargebiet weilten, Säfte der Stadt Saarbrücken im Stadttheater. Internationale Arbeitstagung für die Begabtenförderung in Freiburg. In Freiburg findet zurzeit eine Internationale Arbeitstagung für öle Begabtenförderung statt, an der über 80 Vertreter von 19 Nationen teilnehmen. Die Tagungsteilnehmer richteten an den Führer und Reichskanzler ein Begrüßungstelegramm, in dem darauf hingewiefen wird, daß die Tagung der auch vom Führer seit jeher aufgestellten Forderung diene, die Tüchtigsten auszusuchen, auszubilden und in die geeignete Verantwortung zu stellen. Gleichzeitig wird dem Führer Dank aesagt für die freundliche Aufnahme in Deutschland. Ein weiteres Begrüßungstelegramm wurde an den Schirmherrn der Tagung, Reichserziehungsminister Dr. Rust, gerichtet. Bei der Eröffnungsfeier betonte der Präsident, Pg. Streit, daß' die Tagung dem Wohle der akademischen Jugend dienen solle. Die Erhöhung der Leistungen diene dem eigenen Volk wie der Gesamtheit der Völker. Die Wünsche der Reichsregierung übermittelte der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, General von M a s s o w. Keine Hilfe dürfe zu schwer, keine Arbeit zu groß fein, um die Tüchtigsten und Begabtesten in der Jugend eines Volkes ausfindig zu machen Der Redner wies auf die vom nationalsozialistischen Staat geforderte Auslese nicht nur nach dem Intellekt, sondern in erster Linie nach der körperlichen Haltung und dem Charakter hin. Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Pg. F e i ck e r t, betonte, daß gerade die Deutsche Studentenschaft mit besonderem Interesse an dieser Tagung teilnehme, da sie nach dem Wort des Führers, daß eine Idee und eine Revolution nur dann von Dauer fein könne, wenn es gelinge, die nachwachfende Generation so zu erziehen, daß sie ständiger Träger der Idee sei, eine besondere Notwendigkeit in der Behandluna der Fragen der Begabtenförderung sehe und außerdem besonderen Wert darauf lege, mit der jungen Generation anderer Völker über diese Fragen offen zu sprechen. Auf Anregung des Führers der französischen Abordnung legten das Präsidium und die Führer der 18 ausländischen Abordnungen, sowie die Führer der deutschen Abordnung an der Ehrentafel der im Weltkrieg gefallenen Studenten der Albert- Ludwig-Universität einen Kranz nieder, der auf seiner Schleife die Namen aller beteiligten Nationen trägt. Oer Führer in Nürnberg. Besichtigung des Parteitagsgeländes. Nürnberg, 28. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler besichtigte am Sonntagvormittag das Reichsparteitagsgelände. In seiner Begleitung befanden sich außer seinen beiden Adjutanten, SA.-Ober- gruppenführer Brückner und SS.-Oberführer Schaub, der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich und Amtsleiter Speer. An der Besichtigung der neu in Angriff genommenen Anlagen und der Pläne zur Neugestaltung des Reichsparteitagsgeländes' nahmen auch der Frankenführer Gauleiter Julius Streicher, der bayerische Innenminister Wagner und Oberbürgermeister Liebel (Nürnberg) teil. Oie Brüsseler Weltausstellung eröffnet. Die Brüsseler Weltausstellung ist am Samstag von König Leopold feierlich eröffnet worden. Der König und die Königin, die sich in Begleitung ihres Töchterchens und des Bruders des Königs, des Grafen von Flandern, befanden, begaben sich in feierlichem Zuge, der von einer Reiterschwadron eröffnet wurde, vom Schloß Laeken zur Ausstellung. Auf dem Wege bildeten Truppen der Garnison Brüssel und Abordnungen von über tausend Vereinen Spalier. Am Eingang des prächtig geschmückten Festsaales der Ausstellung, wo 3500 geladene Gäste Platz genommen hatten, begrüßte der Bürgermeister der Stadt Brüssel Adolf Max das Königspaar. In der Nähe des Königspaares hatten sich sämtliche Minister, die Präsidenten der Kammer und des Senats, das diplomatische Korps, Vertreter der Geistlichkeit und der Generalität eingefunden. Auf die Ansprachen des Bürger- meisters Max und des Wirtschaftsministers van Jsacker antwortete der König mit einer zunächst in französischer, dann in flämischer Sprache vorgetragenen kurzen Rede, in der er mit ernsten Worten die Notwendigkeit einer Rückkehr zu normalen Wirtschaftsbeziehungen in der Welt betonte. Die Feier wurde von Gesängen der Brüsseler Schuljugend umrahmt. Im Anschluß an den Festakt erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellung. Als der König den Festsaal verließe stiegen mehrere tausend Brieftauben auf, um die Botschaft von der Eröffnung der Weltausstellung ins Land zu tragen. Gleichzeitig startete der Ballon „Bel» gica" mit dem bekannten Ballonflieger Ernst Derne y t e r an Bord, der auf seinem Fluge Millionen von Zetteln abwirft, die die Inschrift tragen: „Die Brüsseler Ausstellung ist eröffnet". Während der ganzen Feier kreuzten zahlreiche Flugzeuge über dem Ausstellungsgelände. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß bittet alle, die ihm zu feinem 41. Geburtstage ihre Glückwünsche sandten, auf diesem Wege seinen Dank entgegenzunehmen. Unter den Gratulanten war der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, der Reichsverband Deutscher Offiziere, der Befehlshaber der deutschen Polizei Generalleutnant D a l u e g e, der Leiter des Hauptamtes für Beamte Neef und die bayerische Regierung. Der Führer hat den Gauleiter Karl R ö v e r zum Ehrenführer im Range eines Gruppenführers des NSKK. und den Ministerialdirektor im Reichsverkehrsministerium Dr.-Jng. h. c. Ernst Brandenburg zum Ehrenführer im Range eines Standartenführers des NSKK.* ernannt. Auf Einladung des Generals der Flieger, G ö ■ ring, sprach im Preußenhaus der Frankenführer Julius Streicher vor Offizieren und Beamten der Luftwaffe über Rasse, Vererbung, Auslese und Naturgesetzlichkeit. Generalleutnant Staatssekretär Milch dankte dem Frankenführer für den fesselnden Vortrag, der lebendiges Wissen vermittelt hätte. In zwei Sonderflugzeugen der Lufthansa trafen am Sonntagmittag Reichsführer SS. Himm- l e r in Begleitung feines Chefadjutanten, SS.-Oberführer Wolff und eine Anzahl SS.-Gruppenführer in Königsberg ein zur Hochzeit des SS.-Grup- venführers Pruetzmann mit Fräulein von Boö- dien in ßeiffienen. Pruetzmann, der Führer des SS.« Oberabschnittes Südwest, war bis zum März 1933 Führer der 18. SS.-Standarte in Königsberg. Der Senat der Freien Stadt Danzig hat den neu gewählten Danziger Bolfstag zur ersten Vollsitzung der 6. Wahlperiode zum Dienstag Neugestaltung -es deutschen Staatsbürgerrechts. Der Staatsbürgerbrief eröffnet dem Oeutfchstämmigen den Weg in den Dienst für Partei und Staat, in SA., SS. und Wehrmacht. Oie Sieger im Reichsberufswettkampf ermittelt. Leistungswettbewerb als Antrieb zur Fortbildung im Beruf. den 30. April 1935, gemäß Art. 12 der Verfassung der Freien Stadt Danzic, einberufen. Auf Anweisung des Propagandaministeriums und der Gestapa wurden die „Z e i tz e r N e u e - st e n Nachrichten" wegen ihres Berichts über den Zeitzer Sparkassenskandal bis einschließlich 22. Mai 1935 verboten. V Der deutsche Gesandte in Stockholm Prinz zu Wied hat im schwedischen Außenministerium gegen den L ü g e n f e l d z u g des berüchtigten Separatistenführers Matz Braun, der sich seit einigen Tagen in Schweden aufhält, und gegen vie entsprechende Veröffentlichung im „Socialdemo- craten" schärf st en Protest eingelegt. * Die Regierung hat das am 4. Oktober 1933 ausgesprochene Verbot der „Deutschen Nationalpartei" in der Tschechoslowakei auf- gehoben. Die „Deutsche Nationalpartei" wird als „Deutsche V o l k s p a r t e i " in die bevorstehende Wahl gehen. Die Sudetendeutsche Heimatfront Konrad Henleins nimmt gegen die Wiederzulassung der Deutschen Nationalpartei Stellung. Sie wird noch vor den Wahlen in Prag eine eigene Tageszeitung herausgeben, die an Stelle der bisherigen „Sudetendeutschen Tageszeitung", einem Parteiorgan der „Deutschen Nationalpartei", erscheinen wird. ♦ Die Konfinierungskommission von Bozen hat den Kaplan Johann Kuntner aus St. Wallburg im Ultental zu zwei Jahren Verbannung verurteilt. Es wurde ihm vorgeworfen, er habe einige Männer aus St. Wallburg nach der Saarabstimmung zur Abbrennung eines Freudenfeuers veranlaßt. ♦ Der Staatspräsident von Portugal General Carmona wurde nach seiner Wiedergenesung vom Parlament in Anwesenheit des diplomatischen Korps zum Marschall proklamiert und für weitere sieben Jahre als Staatspräsident vereidigt. Das Endergebnis der Vertrauensratswahlen. Ein Erfolg der Gemeinschaftsarbeit der DAI. Berlin, 27. April. (DNB.) Vor Pressevertretern sprach der Reichswahlleiter für die Vertrauensratswahlen, Pg. Claus ©eigner, über das Ergebnis der Vertrauensratswahlen, das er zusammenfassend ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus und einen Erfolg der Deutschen Arbeitsfront nannte. Während im vergangenen Jahre eine Beteiligung von kaum 40 v. H. festzustellen war, betrug die Wahlbeteiligung in diesem Jahre im Reichsdurchschnitt 8 3 v. H. In 70 258 Betrieben waren 7 147 802 Abstimmungsberechtigte, von denen 6 539 398 zur Wahlurne gingen und 5 731008 = 83 v. H. mit „Ja" stimmten. Selzner wies darauf hin, daß es sich hier um eine reine Personenwahl gehandelt habe, bei der zwar in den kleinen Betrieben die aufgestellten Personen den Wahlberechtigten vollständig bekannt seien, während aber in den Großbetrieben — wie z. B. beim IG.-Farbenkonzern mit einer Belegschaft von rund 135 000 Mann — naturgemäß diese Voraussetzung fehle. Daß trotzdem dieses außerordentlich erfreuliche Ergebnis zuftandegekommen fei, fei darauf zurückzuführen, daß die Arbeitsfront als Ge- meinschaftsorganifation sich durchgefetzt habe. Sie habe die Dertrauensratslisten aufgestellt, nicht um den Klasfenkampf durchzuführen, sondern den Gemeinschaftsgedanken durchzusetzen. Der Arbeiter habe auch gelernt zu erkennen, daß durch diese Arbeitsfront tatsächlich praktische Arbeit in nationalsoziali- stischem Gei st geschaffen wurde. Während früher die Gewerkschaften vor den Fabriktoren Halt machten, seien die Nationalsozialisten in die Betriebe h i n e i n g e g a n g e n, um sich um das Wohl der Arbeiter zu bekümmern. Auch der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley habe in nimmermüder Arbeit in großzügigen Deutschlandreisen in jedem Betriebe von seinen Zielen und seinem Wollen gepredigt. Er habe seine Ziele und sein Wollen in der Arbeitsfront durchgesetzt, so daß jetzt eine einheitliche Auffassung über die neue Sozial- ordnung in Deutschland entstehen könne, wozu die in der Schulungsarbeit der DAF. auf das Wollen Dr. Leys ausgerichteten zahlreichen Redner noch helfen könnten. Die Hundertsätze, die die Nichtbeteiligung an der Wahl dartun, [eien Kennzeichen für die noch nicht ganz überwundene Indifferenz gegenüber allen politischen Vorgängen bei einem wenn auch nur kleinen Teil der Arbeiter. Bei Betrieben, deren Wahlergebnisse schlecht sind, fei nunmehr eine Handhabe vorhanden, um der Ursache für dieses schlechte Wahlergebnis nachzugehen und im Laufe des nächsten Jahres den Wechsel zu schaffen, der gestatte, bei der Vertrauensratswahl im Jahre 1936 mit besseren Ergebnissen herauszukommen. Das Ergebnis der diesjährigen Wahlen zeige aber, daß auch der Teil der Arbeiterschaft, der früher zu den stärk st en Gegnern des Nationalsozialismus gehörte, heute eines feiner ftärfften Bollwerke geworden fei. Das Ergebnis in den einzelnen Betrieben fei auch nicht unerheblich von der Betriebsordnung des betreffenden Betriebes beeinflußt worden. Je besser diese Betriebsordnung sei, um so vorteilhafter habe sich dies bei der Wahl ausgewirkt. Das Wahlergebnis zeige, daß es sehr gut ohne Klasfenkampf gehe. Das Bekenntnis des Arbeiters zum Nationalsozialismus und zur Ordnung der nationalen Arbeit fei fo stark, daß es der Deutschen Arbeitsfront den Ansporn gebe, auf dem bisher beschrittenen Wege wei- terzuaehen. Das Ergebnis sei um so erfreulicher, als man z. B. in Italien und in Sowjetrußland auch heute noch nicht wage, die schaffenden Menschen so in der Öffentlichkeit Stellung nehmen zu lassen. Dr. Ley hat dem Reichswahlleiter für die Vertrauensratswahlen, Pg. Claus Selzner, feinen außerordentlichen und h e r z l i ch e n Da n k für die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen bis zum guten Ende ausgesprochen. Gleichzeitig hat er diesen Dank auch auf die Durchführung der Leipziger Tagung erweitert, die in der Vereinbarung der „gewerblichen Wirtschaft" und der Deutschen Arbeitsfront ihre Krönung gesunden hat. Arbeiter und Erzeugungsschlacht. Ein zeitgemäßes Problem auch für das schaffende Volk. „Was kümmert uns industrielle Arbeiter schon die Erzeugungsschlacht der Bauern?", so mag mancher denken, der den Tag über an der Feilbank oder dem Webstuhl geschafft hat und dann abends in seiner Zeitung Aufsätze sieht, die dem Leser Mittel und Ziele dieser Erzeugungsschlacht auseinandersetzen. Selbst wenn die Erzeugungsschlacht den Arbeiter nicht unmittelbar berührte, wäre es trotzdem seine Pflicht, sich mit dieser wichtigen Aufgabe, der augen- blickllch wirtschaftlich wichtigsten, der Landwirtschaft, au befassen. Denn schließlich sind wir nicht mehr in Der deutschen Wirtschaft eine Summe gegeneinanderstrebender Gruppen, sondern eine Gemeinschaft, die sich auf Gedeih und Verderb einander verschworen hat. Von Sieg oder Niederlage in der Erzeugungsschlacht hängen auch Wohl und Wehe der Arbeiterschaft in der Stadt ab. Es geht, kurz gesagt, darum, aus eigenem Boden durch Steigerung der Erträge soviel herauszuholen, daß wir uns im Notfälle aus eigenen Erzeugnissen genügend und würdig ernähren können. Die Ertragssteigerung ist um fo nötiger, als auch die Industrie zum Anbau gewisser Rohstoffpflanzen Ackerboden von der Landwirtschaft fordert. Der Lebensmittel- Außenhandel soll keineswegs unterbunden werden, er soll sich nur auf solche Dinge beschränken, die in unserem Klima und auf unserem Boden nicht wachsen und auf die wir im schlimmsten Falle verzichten können, ohne daß wir unsere Lebenshaltung empfindlich herabmindern müssen. Durch bessere Saatenwahl, bessere Bodenbearbeitung, bessere Düngung, bessere Behandlung der Ernten, die Haltung besserer Futterverwerter im Stall und durch andere Mittel soll die Mehrung der Ernten erreicht werden. Wenn wir so eine Nahrungsfreiheit gewinnen wollen, die nicht nur so ganz eben ausreicht, sondern uns auch die Anhäufung von Vorräten gestattet, damit wir selbst einem Jahr der Mißernte begegnen können, so ist dabei — das sei den Aengst- lichen, die das Gras wachsen hören, gesagt — keine sw e g s ein Krieg, der uns von der Zufuhr abschneidet, das Ziel. Wir können unserem Führer glauben, wenn er sagt, der Krieg sei ein Unglück, das es selbst unter schmerzlichen Opfern zu vermeiden gilt. Die Nahrungsfreiheit ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Erhaltung des Friedens. Wir haben tausend Gründe, keinen Krieg zu führen, und die beste Friedenssicherung ist der Wille des Führers. Um diesen Willen des Führers zu stärken, brauchen wir das machtpolitische Mittel der N a h r u n g s f r e i h e i t, das uns der Erfolg der Erzeugungsschlacht gewähren soll. Jeden Volksgenossen geht es an, gleich welche Arbeit er verrichtet! „3a, aber den ersten Nutzen von der Erzeugungsschlacht hat der Bauer!" Ja und nein! Ganz gewiß aber hat die Industrie und der Arbeiter einen Nutzen davon! Und darauf kommt es hier im Augenblick an. Der Bauer braucht, um die Erzeugungsschlacht durchzuführen und also die Bearbeitung seines Bodens zu verdichten, mehr und bessere Geräte. Er brauckt neue Maschinen, er braucht neue B a ItWn. Die Regierung hilft ihm dabei durch Darlehen, aber dieses Geld geht bestimmungsgemäß sehr schnell durch die Hand des Bauern an diejenigen, die ihm Futtersilos bauen, Drainageröhren liefern, den Hackpflug verkaufen, Mittel, die mit sehr schneller Wirkung das Wirtschaftsleben der Industrie befruchten. Auf diese Weise können wieder neue Arbeiter eingestellt oder d i e Löhne aufgebe s- f e r t werden. Der stärkere Arbeitsbetrieb, zu dem die Erzeugungsschlacht die Landwirtschaft zwingt, verlangt auch vermehrte Arbeitskraft auf dem Lande; neue Leute müssen eingestellt werden, das Angebot an Arbeitskräften in der Stadt wird erleichtert. Auch davon haben wieder alle ihren Nutzen. Wiederum werden fleißige Hände nötig fein, um die aus deutscher Erzeugung gewonnenen Rohstoffe zu verarbeiten. Früher haben wir viele Halbfabrikate eingeführt, die Verarbeitung der Rohstoffe zu Halbfabrikaten wird künftig in vermehrtem Maße in Deutschland selb st geschehen; wieder sind Arbeitskräfte vonnöten, und wieder muß der Bauer mit seiner Erzeugungsschlacht die Voraussetzung für ihre Einstellung schaffen. Zudem ist die Mehrung der Erträgnisse des deutschen Bodens ein beftgeeignetes Mittel, d i e Lebenshaltungskost en z u senken. Zwar hat die Marktordnung auf Grund des Reichsnähr- standaesetzes den freien Wettbewerb der Bauern vom händlerischen Gebiete der gegenseitigen Konkurrenz verlegt auf das bäuerliche Gebiet der Erzeugung von vielen und guten Lebensmitteln, gleichwohl ist aber das Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht ausgeschaltet worden. Dem Bauern ist bei ordentlicher Wirtschaft ein auskömmlicher Erlös durch die Abnahmesicherung der Ernten ge- geben. Das erfordert bei geringen Erträgen höhere Preise für die Wareneinheit, bei besseren Erträgen, so wie sie die Erzeugungsschlacht will, niedrigere Preise. Von solchen niedrigeren Preisen, die eine unbedingte Folge der gelungenen Erzeugungsschlacht waren, hätte die ganze Ver- braucyerschaft den Nutzen. Auch hier also zeigt uns die Erzeugungsschlacht eine sehr freundliche Seite. Besonders aber sind noch die Arbeiter angesprochen, die selbst ein Stückchen Land gepachtet oder als Eigentum haben. Sei es auch nur ein Schrebergarten; auch auf dieses Fleckchen lassen sich die Rgeln der Erzeugungsschlacht anwenden. Wer neben seinen Blumen, die ihm auf keinen Fall genommen werden sollen, im Garten noch Küchengewächse und Obst baut, der soll sich die Vorschriften der Erzeugungsschlacht ansehen! Er wird manchen Gewinn für sich davon haben und kann diesen Gewinn einheimsen mit dem Bewußtsein, an der Freiheit Deutschlands mitzubauen. Keiner soll über dieses ernste und lebenswichtige Gebiet die Achseln zucken und sagen: „Was kümmert mich die Erzeugungsschlacht?" Gelingen oder Mißlingen der Erzeugungsschlacht umschließen einen großen Teil der deutschen Zukunft, an die auch b i e Zukunft eines jeden einzelnen gebunden ist. Kunst und Wissenschaft. Abschluß des Chirurgen-Kongresses in Berlin. Nach viertägiger Dauer fand die 59. Tagung der deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin ihren Abschluß. Der letzte Tag war den Teilgebieten der Urologie, der Lungen- und der Bauch-Chirurgie gewidmet. Das Hauptreferat hielt Prof. V o e l ck e r (Halle), der über den augenblicklichen Stand der Prostata-Frage mit besonderer Berücksichtigung der Dperationstedjnlf sprach. Die großen Erfahrungen des Vortragenden und die hohe Warte, von der diese Gebiete überblickt und behandelt wurden, machten diesen Vortrag zu einem besonders wertvollen Beitrag zum Kongreß. Der Vortragende ging aus von den entzündlichen Erkrankungen der Vorsteherdrüse, ihren Entstehungs- und Behandlungs- iormen, stellte dann in den Mittelpunkt seiner Dar» tellung die Formen der Prostata-Erkrankungen, de Hypertrophie und Atrophie des Organs. Ueber die operative Behandlung dieser Veränderungen des Organs wurde in kritischer Form Stellung genommen. Die Beherrschung sämtlicher Operationsarten, auch der neu belebten endururethralen mit Elektroresektion wird für den Prostata-Chirurgen vorausgesetzt. In der Aussprache nahmen das Wort Bönninghaus (Marburg), der sich lebhaft für die Elektroresektion einsetzte, und W i l b e g a n g (Berlin), ber über feine Erfahrung mit dem Dia- thermie-Schnittversahren berichtet, die guten Be» hanblungserfolg ergeben hätten. Sammlung des Sudelendeuischlums. Große Wahssundgebungen der Sudetendeutschen Heimatfront Konrad Henleins trotz wüsten marxistischen Terrors. Brünn, 28. April. (DNB.) Die Sudetendeutsche Heimatfront Konrab Henleins hielt im Deutschen Haufe in Brünn eine Riesenverfammlung ab. Auch bie Nebenfäle waren überfüllt. Eine große Menschenmenge, bie wegen UeberfüHung keinen Einlaß in bas Deutsche Haus finben konnte, wartete vor dem Gebäude. Die Versammlung selbst verlief in voller Ruhe, da die Polizei umfassende Vorkehrungen gegen jede Ruhestörung getroffen hatte. Zwei Kommunistenzüge, die versuchten, bis 3um Deutschen Hause vorzudringen, wurden von der Polizei leicht zerstreut, wobei nur eine Verhaftung vorgenommen werden mußte. In der Versammlung sprach zunächst der zur Sudetendeutschen Heimatfront übergegangene ehemalige Abgeordnete des Bundes der Landwirte Dr. H o d i n a , der den Willen der deutschen Minderheit zur Mitarbeit am tschechoslowakischen Staat betonte. Der erste Versuch in dieser Richtung sei leider ohne praktisches Ergebnis geblieben. Aber im Jahre 1933 entstand nach der Auflösung der Nationalen sudetendeutschen Partei das sudetendeutsche Wunder, als Henlein zum Kampf um das Recht der Sudetendeutschen rief. Die beste Sicherheit des tschechoslowakischen Staates erblickte der Redner in einer befriedigten Minderheit, besonders wenn sie 25 v. H. der Bevölkerung ausmache. Henlein wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die SHF. in der schlimmsten Zeit der Sudetendeutschen ihre Fahne hochzog. Was er versuche, sei nichts anderes als was Hunderttausende im Herzen fühlen. Die sudetendeutsche politische Geschichte 3eige, daß auch 3,5 Millionen Menschen solange ein Spielball bleiben, solange sie nicht erkennen, daß vor allem die Einigkeit nötig ist. Diese Einigkeit der Sudetendeutschen unter allen Umständen durchzusetzen, fei das Ziel feiner Bewegung. * Bei einer Wahlversammlung der Sudetendeutschen Heimatfront kam es am Samstag in Znaim in Südmähren zu wüsten marxistischen Ausschreitungen. Schon in den frühen Morgenstunden war durch Flugzettel der Marxisten offen zu Gewalttätigkeiten aufgefordert worden. Kurz darauf wurde ein Werbekraftwagen der Sudetendeutschen Heimatfront mit Steinen beworfen. Das „Deutsche Haus^ in Znaim versuchten etwa 600 Marxisten zu stürmen, was aber nicht gelang. Bei Der Abwehr wurden viele Ordner Der Sudetendeutschen Heimatfront durch Steinwürfe und Knüppelschläge verletzt. Sämtliche Fenster des „Deutschen Hauses" wurden eingeschlagen. Auch der Kraftwagen Henleins wurde durch Steinwürfe beschädigt. Wiederholt mußte die Polizei mit aller Kraft eingreifen, um die Abhaltung der Versammlung überhaupt zu ermöglichen. Dabei wurde auch ein Polizeibeamter verletzt. Henlein wurde bei feinem Eintreffen mit einem orkanartigen Begrüßungssturm empfangen. Nach der Versammlung setzten deutsche und tschechische Sozialdemokraten sowie tschechische Nationalisten die (Störungen vor dem „Deutschen Haus" fort. Gegen 22 Uhr konnte die Polizei den Platz vor dem „Deutschen Haus" räumen, wobei zahlreiche Marxisten festgenommen werden mußten. Auf der Fahrt von Znaim nach Nikolsburg wurden die Kraftwagen Henleins und seiner Begleitung aus einem Hinterhalt, offenbar von Marxisten, überfallen und mit Steinwürfen überschüttet. Die Angreifer verschwanden im Dunkel Der Nacht. Da zahlreiche schußähnliche Laute hörbar waren, ließ Henlein seinen Kraftwagen bei seiner Ankunft in Brünn amtlich photographieren. Dabei stellte sich heraus, daß die Einschläge in den Wagenwänden von Revolverkugeln herrührten. Die Hetze geht weiter. Tschechische Ausschreitungen bei einem Prager Fußballspiel. Prag, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Das „Prager Montagsblatt" berichtet über unglaubliche tschechische Ausschreitungen, die sich am Sonntag nach d e m Ligaspiel des Deutschen Pra- ger Fußb allklubs DSC. gegen den tschechischen Verein „B o h e m i a n s" ereignet haben. Nach dem ohne jeden Zwischenfall verlaufenen Spiele wurde ein DSC.-Spieler von einem mit Armbinde versehenen Ordner des gaftgebenben tschechischen Vereins an gefallen und am Halse gewürgt. Dies bildete das Signal für die im Publikum befindlichen Raufbolde, um auf den Platz zu stürmen und die DSC.- Spieler mit Tritten und Ohrfeigen zu mißhandeln. Die anwesenden Amtswalter des Klubs „Bohemians" fanden es nicht der Mühe wert einzugreifen und die Ordnung wiederherzustellen. Erst die Polizei konnte Den Platz von der Menschenmenge säubern. In der Provinz nehmen die täglichen blutigen Auseinandersetzungen beim Wahlkampf ihren Fortgang. Am Sonntag sollte in Neuern im Böhmerwold eine Wähleroersammlung der Sudetendeutschen Heimatfront stattfinden, bei der das ehemalige Mitglieo des Bundes der Landwirte Pfrogner zu seinen Wählern sprechen sollte. Unter den Teilnehmern befand sich aber eine große Anzahl politischer ©egnef, die Pfrogner nicht.zu Worte kommen lassen wollten. Es kam zu einem blutigen Handgemenge, bei dem sechs Personen erheblich verletzt wurden. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Auf den Zusammenhang, der zwischen den Währungsabwertungen und den (Störungen des internationalen Handelsaustausches bestehen, hat der bekannte französische Währungspolitiker Professor Charles Rist kürzlich in einer Veröffentlichung der Internationalen - Handelskammer hingewiesen. Zwar wird die Währungsabwertung in der Regel zu dem Zweck vorgenommen, den Export des abwertenden Landes zu erhöh e n, also auch um den internationalen Handel zu fordern. Aber tatsächlich tritt bie entgegengesetzte Wirkung ein. Denn bie Länber, bie am Golbstanbarb festhalten — so führte Professor Rist aus —, haben nur bie Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Sie müssen entroeber ihre Währung ebenfalls abwerten ober, wenn sie bas nicht wollen, sich burch Beschränkung ber Einfuhr gegen bas Währungsbumping zu schützen versuchen. Das Ergebnis ist bann natürlich eine Verminberung bes internationalen Warenaustausches. Frankreich hat in fteigenbem Maße biefen Weg bes Abschlusses gegen den internationalen Hanbel beschritten. Vielleicht ist aus biefer wachsenben Neigung Frankreichs zur Abschließung gegen ben Welthanbel auch bas soeben erlassene französische Ausfuhrverbot für Bauxit u n b Aluminium zu erklären. Teilweise haben aber wohl auch rüstungspolitische unb beutschfeinb- liche Bestrebungen biefe Maßnahmen veranlaßt. Denn Deutschlanb ist ber größte Abnehmer ber französischen Bauxite. Aber bie beutsche Aluminiuminbustrie ist zur Deckung ihres Bauxit- bebarfs glücklicherweise nicht auf ben französischen Import angewiesen. Sie kann in Ungarn unb Jugoslawien genügenb Bauxit beziehen, um ihre Rohstoffversorgung zu sichern. Im Gegensatz zu ber zunehmenben Abschließung Frankreichs vom internationalen Handelsaustausch vertritt bie beutscke Hanbelspolitik ben Grunbsatz ber Zusammenarbeit, weil nur biefe bas Allgemeinwohl fordern kann. Der Präsident der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer, Abr. F r o w e i n, hat erneut eine Mahnung an die Gläubigerländer gerichtet, ihre Währungspolitik so zu gestalten, daß der Außenhandel der Schuldnerländer wieder in Gang kommt. Denn nur hierdurch kann dem Niedergang des internationalen Handels ein Ende gemacht werden. Wie ungeheure Erfolge der in Deutschland aufgenommene Kampf geaen die Arbeitslosigkeit gezeitigt hat, geht aus Der Feststellung des Wirtschaftspolitischen Dienstes der NSK. hervor, daß zur Zeit bereits wieder 72,3 v. H. aller in den Betrieben vorhandenen Arbeitsplätze für technische und kaufmännische Angestellte besetzt sind. In ber Zeit ber Krise hatten nur 58 v. H. ber Plätze besetzt werben können. In ber Bauwirtschaft z. B. waren bamals' zwei Drittel aller Arbeitsplätze unbesetzt, währenb jetzt bereits roieber auf 62,6 v.H. aller Plätze beschäftigte Angestellte entfallen. In ber Fayrzeuginbü- ft r i e beträgt biefer Prozentsatz sogar 83 v. H., in ber Elektrotechnik 75,5 v. H., in ben M e • ta11hü11en unb Walzwerken 82,8 v. H. Aus ber fortschreitenben Besserung ber Beschäftigungslage für Angestellte seit dem Jahre 1933 zieht ber Wirtschaftspolitische Dienst ber NSK. bie Folgerung, baß ber Zeitpunkt, in bem es in Deutschland überhaupt keine arbeitslosen Angestellten mehr gibt, nicht mehr sehr fern fei. Denn die Belebung der Binnenmarktkonjunktur, die mit ber Machtergrei- fung bes Nationalsozialismus eingesetzt hat, hat offenbar noch keineswegs ihren Höhepunkt erreicht. Der Maschinenbau z. B. berichtet soeben roieber über eine Zunahme ber Anfragetätigkeit ber Jnlanb» kunbschaft unb bes Eingangs von Jnlanbaufträgen. In ben meisten Zweigen ber Maschineninbustrie konnten baher roieber neue Arbeitskräfte eingestellt werben. Trotzbem beträgt ber Beschäftigungsgrad im deutschen Maschinenbau erst 69 v. H. der Normalbeschäftigung. Hier sind also noch bedeutende Möglichkeiten für eine Mehrbeschäftigung von Arbeitern und Angestellten, also für eine weitere Verminderung der Arbeitslosigkeit vorhanden. Der Roheisenverband teilte ebenfalls mit, daß sich die Nachfrage im letzten Monat noch etwas gebessert habe. Die Gießereien verfügten fast alle über einen guten Auftragsbestand, der ihnen auch für die Zukunft dauernde Beschäftigung ge» wäyrleistet. Die Nachfrage aus bem Aus - l a n b e wirb ebenfalls als rege bezeichnet, obwohl bie Entwertung ber belgischen Valuta einen neuen Preisbruck auf ben Weltmärkten hervorgerufen hat. Nachbem die Zinskonversion durchaeführt ist unb bie Kurse ber 4,5prozentigen Pfandbriefs sich dem Paristand erheblich angenähert haben, ohne daß ein Rückschlag eintrat, ist die Frage ber Neuausgabe von Pfandbriefen spruchreif geworben. Man will allerbings sehr Dorfid)tig vorgehen, um ben Rentenmarkt nicht zu überlasten. Zunächst ist bie Emissionssperre nur insofern gelockert worben, als ber Reichswirtschaftsminister ben Realkrebitinstituten bie Genehmigung erteilt hat, Pfandbriefe aus früheren Emissionen, die noch in Reserve gehalten wurden, nunmehr in Umlauf zu setzen. Der Pfandbriefumlauf wird dadurch voraussichtlich um 120 Millionen Mark vermehrt werden. Wenn dann der Rentenmarkt, wie zu erwarten ist, diese Pfandbriefe bereitwillig ausgenommen haben wird, ist der Weg für wirkliche Neuemissionen frei. Die Mittel, die durch den Verkauf der Restbestände der Pfandbriefinstitute dem Kapitalmarkt entnommen werden, sollen zur Förderung des Kleinwohnungs- und Siedlungsbaues, zur Finanzierung von Hausreparaturen, insbesondere auch an landwirtschaftlichen Gebäuden, verwendet werden. ♦ In dem Geschäftsbericht der S o f i n a , des führenden belgischen, aber stark international verzweigten Elektrizitätskonzerns werden interessante Zahlen über die Zunahme der Gesamtproduktion von elektrischer Energie in den einzelnen Ländern zusammengestellt. Aus dieser Ueber- sicht geht hervor, daß die Zunahme der Erzeugung in Deutschland nahezuam größten war. Sie betrug nämlich im letzten Jahre 18 v. S). Nur Kanada weist mit 21 o. $). eine noch größere Steigerung auf. Dagegen hat die Elektrizitätserzeugung in den Vereinigten Staaten nur um 6,1 o. $)., in Frankreich um 6,4 v. H. und selbst in England nur um 12,3 v. H. zugenommen. Die deutsche Elektrizitätserzeugung hat damit den Höchststand vom Jahre 1929 bereits wieder erreicht, während sie in fast allen anderen Ländern, mit Ausnahme Englands, noch erheblich hinter diesem Höchststände zurückbleibt. Aus aller Wett. 14. Internationale Messe in Posen. — Starke deutsche Beteiligung. Die 14. Internationale Messe in Po - s e n wurde durch den Stadtpräsidenten eröffnet. Unter den Ehrengästen befanden sich als Vertreter des Deutschen Reiches der Posener Generalkonsul Dr. Lütgens, der Gauleiter von Schlesien, Wagner, und der schlesische Landesbauernführer v. R e i b n i tz. Als Vertreter Danzigs waren die Senatoren Huth und V a tz e r erschienen. Der polnische Minister für Wirtschaft und Handel, R a j ch m a n n, wies in einer Ansprache auf die Bedeutung der Posener Messe für die Entwicklung der polnischen Gesamtwirtschaft hin. Die Ausstellung selbst, die in 17 Hallen untergebracht ist und deren Umfang alle bisherigen Messen nicht nur in Posen, sondern im gesamten Polen übertrifft, vermittelt ein eindrucksvolles Bild von der Entwicklung der polnischen Wirtschaft. Unter den 20 Ländern, deren Firmen auf der Posener Messe ausstellen, vermittelt der amtliche Stand des Deutschen Reiches einen mustergültigen Ueberblick über die verschiedensten Zweige der deutschen Industrie. Der mit den Farben des Reiches geschmückte Stand, der die größte Sammelausstellung auf der Messe überhaupt ist und dessen schöne Architektur, Vielseitigkeit und Uebersichtlichkeit allgemeines Aufsehen erregt, sand die besondere Anerkennung des polnischen Wirtschaftsministers. Danzig weist in einer wirkungsvollen Sonderausstellung auf seine herrlichen Ostseebäder mit Zoppot an der Spitze hin. Wie gkoß die beiderseitigen Hoffnungen auf einen Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen auch auf dem Gebiet der Wirtschaft sind, geht nicht nur aus der in diesem Jahr auffallend großen Zahl der ausstellenden deutschen Firmen hervor — neben der deutschen Gesamtschau sind noch annähernd 100 Firmen in eigener Ausstellung vertreten — sondern auch aus dem großen Interesse, das diesen deutschen Ausstellungen seitens des polnischen Publikums entgegengebracht wird. Unsozialer Velriebsführer in Schutzhaft genommen. Der Betriebsführer und Mitinhaber einer größeren Firma in Hamburg ist wegen asozialen Verhaltens in Schutzhaft genommen worden. Er hat das Abhängigkeitsverhältnis seiner weiblichen Angestellten und Lehrlinge ausgenutzt Die Vereidigung der Reichs -Innungsmeister in Frankfurt. • - •$. O M _ XW - f » w i — f " «W MM M'..... M * Z ?*' ch *;( ff 1 M -J; - * ■. MM Z;> N X. 1 Scherl-Bildmaterndienst Die neuernannten Reichs-Jnnungsmeister des deutschen Handwerks wurden — wie am Samstag schon ausführlich berichtet — von Reichshandwerksmeister Schmidt in dem altehrwürdigen Bürgersaal des Frankfurter Rathauses feierlich vereidigt. — Unser Bild gewährt einen Ueberblick über die feierliche Vereidigung. und in vielen Fällen gegen An st and und Sitte verstoßen. Zwei weitere männliche Gefolgschaftsmitglieder des Betriebes sind aus demselben Grunde in Schutzhaft genommen worden. Für eine gesicherte Weiterführung des Betriebes ist in Verbindung mit dem Treuhänder der Arbeit Sorge getragen. Wegen Devifenfchmuggels verhaftet. Unter dem dringenden Verdacht des Devisen- s ch m u g g e l s wurden in Saarbrücken vier nicht saarländische Klostergeistltche auf Anordnung der Staatspolizei fe st genommen. Deutsche Flüsse führen Hochwasser. — Zahlreiche Ueberschwemmungen. Die schweren Regengüsse und Wolkenbrüche der letzten Tage haben zu einem bedrohlichen Steigen des Rheins und seiner Nebenflüsse geführt. Der Neckar wies bei Diebesheim einen Pegelstand von 4,78 Meter auf. Der O b e r m a i n stieg bei Würzburg um 51 Zentimeter. Mosel und Saar haben gleichfalls bedeutend erhöhten Wasserstand. Bei Ehrenbreitstein und bei Pfaffendorf sind die Ufer vollkommen überschwemmt. Die Floß- schiffahrt ist eingestellt worden. Da die Lahn die Ufer auf weite Strecken überflutet hat, mußte dort die Schiffahrt vollkommen eingestellt werden. In Ober- und Mittelbaden haben die seit drei Tagen anhaltenden außergewöhnlichen Niederschläge zu einem starten An st eigen der Flußläufe geführt. Besonders aus der Offenburger, Lahrer und Kehler Gegend werden Ueberflutungen weiter Acker- und Wiesenflächen gemeldet. Die sehr ergiebigen Niederschläge der letzten Tage haben imReg- n i tz - G e b i e t, am M a i n, an den nördlichen Nebenflüssen der Donau und an der mittleren und unteren Donau Hochwasser gebracht. Ernste Hochwassergefahr besteht jedoch weder für den Main noch für die Donau, noch für den bayrisch-pfälzischen Rhein. keine Rettung für die Verschütteten auf der Grube Löderburg. — Staßfurt flaggt halbmast. Die Bergungsarbeiten auf der Braunkohlengrube Löderburg in Staßfurt werden unermüdlich fortgesetzt. Trotzdem ist nur ein langsames Vorwärtsdringen möglich. Es dürften etwa 14 Tage vergehen, ehe man an die eigentliche Unglücksstelle herankommt. Hinzu kommt, daß die Arbeiten neuerdings durch nachdringendes Grundwasser weiter erschwert werden. Durch das furchtbare Unglück werden auch die Vorbereitungen zur Durchführung des nationalen Feiertages beeinflußt. Wahrscheinlich werden die Preußag-Betriebe sich nur an den Vereidigungen beteiligen, nicht aber an den weiteren Veranstaltungen des 1. Mai. Reichsstatthalter Gauleiter Löper stattete dem Unglücksschacht einen Besuch ab. * Nachdem eingehende Untersuchungen ergeben haben, daß eine Möglichkeit zur Rettung der von den Schlammassen verschütteten Bergleute der Braunkohlengrube Löderburg nicht mehr besteht, hat der Regierungspräsident in Staßfurt die Flaggen auf Halbmast setzen lassen. Verheerendes Großfeuer in einem hannoverschen Dorf. In der Ortschaft Frankenburg bei Osterholz (Hannover) tobte ein G r o ß f e u e r. In kürzester Zeit wurden vier Gehöfte mit neun Gebäuden vollkommen ein geäschert. Die Richtung des Windes begünstigte den Brand, der das kleine Dorf, das zumeist aus strohbedeckten Häusern besteht, in Asche legte. Viel Groß- und Kleinvieh sowie landwirtschaftliche Geräte und Getreidevorräte wurden ein Opfer der Flammen. Die Geschädigten konnten nur das nackte Leben retten. Der tatkräftigen Unterstützung von SA.-Männern und der Einwohnerschaft ist es zu danken, daß ein stark gefährdetes Gehöft gerettet werden konnte. Der Schaden ist sehr groß. — In der Nähe von Osterholz-Scharm- deck in Ritterhude brannte in derselben Nacht eine Scheune ab. Die Ursache des Feuers ist auch' hier unbekannt. Rundfunkprogramm Dienstag, 30. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik 1. 6.45: Gymnastik II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7; Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9.15: Zweiter Freiburger Sängerwettstreit. Die Hörer entscheiden wieder. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau. Wie kleide ich mich zweckmäßig, deutsch und geschmackvoll. 16: Alte Sonaten für Violine und Klavier. 16.30: Im bunten Straßengewimmel einer chinesischen Stadt. Eine Reiseplauderei von Walter Brandt, Berlin. 16.45: „Kraft durch Freude" — „Schönheit der Arbeit". Diesmal nicht wirtschaftsethisch, sondern wirtschaftspolitisch gesehen. Von Dr. G. Plum, Frankfurt a. M. 17: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18.30: Die Leistungskartei der Angestellten. Wie arbeitet eine moderne Stellenvermittlung? 18.45: Wo die Mutter fehlt... — Der Reichsbahn-Waisenhort zu Freiburg. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Fall- nitza. Operette in drei Akten. 22.15: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.30: Die Stadt der Fechter. Bericht von alten und neuen Frankfurter Fechtböden. Mittwoch, I.Mai. Tag der nationalen Arbeit. Reichssendungen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. T. in G. Sie haben recht: in dem Aufsatz über die Erdbebengürtel der Erde (Nr. 96 vom 25. April) ist ein Irrtum unterlaufen. Der ältere Plinius ist beim Vesuvausbruch im Jahre 79 n. Chr. ums Leben gekommen. Gemeint war der Bericht seines Neffen und Adoptivsohnes, des jüngeren Plinius, in dessen „Briefen" VI, 16. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Luftdruckanstieg hat sich auch die unfreundliche kühle Witterung über das Wochenende fortgesetzt, wenn auch die Niederschlagsneigung erheblich nachgelassen hat. Diese Entwicklung verspricht für die Folge weitere Besserung, die mit dem nun zu erwartenden Luftdruckfall einsetzen und auch wohl einige Zeit vorhalten wird. Voraussage für Dienstag: Wolkig bis heiter, tagsüber warm, nachts frisch, abflauende Winde. Voraussage für Mittwoch: Im ganzen freundlich, tagsüber ziemlich warmes Wetter. Lufttemperaturen am 28. April: mittags 9,5 Grad, abends 8,7 Grad; am 29. April: morgens 7,3 Grad. Maximum 10,4 Grad, Minimum 6,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 10 Grad; am 29. April: morgens 8,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. JZcuc Srüftjaftrsßoflfe das Beste an Qualität, Geschmack u. Preis Würdigkeit in großer JtusnaM für Complets, Kleider und Blusen «miiiiiniiiiiiinniiniiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii E Wir haben z.Z. ein außerordentlich - if S E reichhaltiges Lager. 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Mai Maifeier (Maibowle) Unterhaltungskonzert ausgefiihrt von Mitgliedern der Regt.-Kapelle 01849 I) 0 40 7 v nCA Mk r,aren rf Katf gxfra u - 2 80 WegenTodesfall bleiben unsere Geschäftsräume und Lager am Dienstagnach- mittag geschlossen. loh. Fischer, KohlenhandelsOes. m. b. H. 2558V Höhere Privatschule Gießen Oberrealschullehrplan, realgymnasiale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung il Obersekundareife. Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. 1626d Sprechstunden täglich von 11V, bis 13 Uhr. — Fernsprecher 2129. Die Schulleitung: Dr. Fuchs Swaugsvevtteisevu«« Dienstag, den 30. Avril, 14 Uhr, sollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 2687d Haus-, Laben- u. 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Leipzig E1 lendet gern nähere Aufklärung KAISERS Ä Ur. 99 Zweiter Statt Siebener Anzeiger tSeneral-Aazeiger für Gberheiien» Montag, 29. April I9ZS vor I II III IV V VI VII VIII (Kurhesfen) in Kassel (Nassau) in Hanau a. M (Oberhessen) in Gießen (Rheinhessen) in Mainz (Starkenburg) in Darmstadt (Rheinland-Koblenz) in Koblenz (Rheinland-Trier) in Trier (Frankfurt/M.) in Franfurt/M am Luftschutz interessierten Organisationen aufzunehmen, um auf diese Weise eine einheitliche Zusammenarbeit von vornherein zu erreichen. Das Gebiet der Landesgruppe wurde in folgende acht Bezirksgruppen unterteilt: Aber die Strafe kam, ehe die Polizei etnschritt. In der Zeitung stand es, daß der Mechaniker Ernst Sachs beim Radfahren einen schweren Sturz erlitten hatte. ÄerZahrestag der Gründung desReichslusischuhbundes Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Bezirksgruppe Aber genau nach fünfzig Jahren war die Draisine wieder aufgetaucht. Ein Franzose, Michaux, hatte sie wieder hervorgeholt und nach der Idee eines Schweinfurters, namens Fischer, mit einem Pedalantrieb versehen. Er führte dieses Fahrrad auf der Pariser Weltausstellung vor, aber die Leute wollten auch von diesem Fahrzeug nichts wissen. Wenn man damit eine Fahrt machen wollte, mußte man vorher seine Knochen numerieren. Es war ein echter Knochenschüttler, wie es der Volksmund charakteristisch nannte. Und deshalb konnte Michaux, ebenso wie Drais fünftig Jcchre früher, kaum jemanden bewegen, sich seinem Fahrrad anzuvertrauen. Und da bald darauf die Franzosen und die Deutschen einen Krieg begannen, hatte jeder Wichtigeres zu tun, als sich um den Knochenschüttler zu kümmern. nicht ganz. Es ging ihm zu schwerfällig und zu umständlich, mußte man doch, wenn man eine abfallende Straße hinunterfuhr, mit seinen Beinen so schnell treten, wie es die Neigung des Weges vorschrieb. Aber es war schließlich nichts dagegen zu machen. Vor der Jahrhundertwende siedelte der noch nicht dreißigjährige Mechaniker Ernst Sachs nach der Stadt Schweinfurt über, die sich einmal durch ihre grüne Farbe einen Namen gemacht hatte. Das war die Stadt, die einmal den Pedalantrieb hervorgebracht hatte. Der junge Mechaniker hatte hier zwar viel Arbeit, aber soviel Zeit mußte an jedem Tage bleiben, daß er sich etwas dem Radfahrsport hingeben konnte. Die Stadtväter, die große Sorge hatten, wie sie den wirtschaftlichen Rückgang ihrer Stadt aufhalten konnten, lachten über den eifrigen Radfahrer, der wie ein Windhund durch die Straßen fuhr, und die Polizei warf ein Auge auf ihn. Denn man konnte sich doch nicht gefallen lassen, daß sich der Neuling der Stadt solche Gewaltfahrten erlaubte Die Landesgruppe jähtt heute einen Bestand von 495 000 Mitgliedern, 8 Bezirksgruppen. 340 Ortsgruppen und etwa 4000 Gemeindegruppen. In mehr als 180 Ortsgruppen sind Luflschuh- fchulen eingerichtet worden. 1430 Reichslufl- schuhbundtehrkräfte haben über 120 000 Volksgenossen lm Luftschutz ausgebildet. Der Reichs- durchfchnilt der Dachbodenentrümpelung liegt bei 60 v. h. Der Werbung von Mitgliedern im Bereich der Landesgruppe stehen nicht unerhebliche Schwierigkeiten im Wege Die Bevölkerung in der Großstadt ist eher von der Notwendigkeit des Selbstschutzes zu überzeugen und damit leichter als Mitglied für die Mitarbeit zu gewinnen, als die Volksgenossen auf dem flachen Lande. Hinzukommt, daß im Bereich der Landesgruppe einige Gebiete zu den ausgesprochenen Notstandsgebieten zählen, so die (Eifel, der Hunsrück, das Rhein-, Nahe- und Moselgebiet und andere. Dennoch kann auch hier erfreulicherweise in zunehmendem Maße die Feststellung gemacht werden, daß die Einsicht für die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes sich Bahn bricht. Als nicht zu unterschätzender Werbefaktor ist daneben Das dachte sich auch der Mechaniker Ernst Sachs aus Konstanz am Bodensee und fing an, sich dem neu aufkommenden Radfahrsport zu widmen. Er errang nicht nur auf dem Niederrad, sondern auch auf dem Hoch- und Dreirad gute Erfolge und Meisterschaften und hatte sich bald soviel Erfolgsorden und Anerkennungsmedaillen erworben, daß er sie sich zu Dutzenden anstecken konnte. Aber dennoch behagte ihm das Radfahren noch Eine der ersten Maßnahmen nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus war die Gründung des Reichsluftschutzbundes durch den Reichsminister der Luftfahrt und General der Flieger Hermann Göring. Aus seinen Erfahrungen als Flieger im Weltkrieg leitete er die Notwendigkeit ab, in weitgehendstem Maße den Selbstschutz der Zivilbevölkerung zu organisieren. Am 29. April 1933 wurde der Reichsluftschutzbund gegründet. Um die Organisation des zivilen Luftschutzes planmäßig durchführen zu können, wurde zunächst das Reich in 15 Landesgruppen gegliedert, deren Grenzen, abgesehen von vereinzelten Abweichungen, mit denen der Gaue zusammenfallen. In diesem Zuge wurde auch die Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd am 13. Juni 1933 mit dem Sitz der Geschäftsstelle in Frankfurt a M. gebildet. Auch der 16. März 1935 wird in der Geschichte des Reichsluftfchuhbundes ein Markstein bedeuten. da mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht die Aussicht besteht, daß jene ketten gesprengt werden, die der Versailler Vertrag dem deutschen Volke auferlegt hat. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages war bekanntlich dem deutschen Volk jede Maßnahme untersagt, die geeignet war. den Gefahren aus der Luft in wirksamer Weise entgegentreten zu können. Mit der Einführung der Wehrpflicht haben daher die Aufgaben des Reichsluftfchuhbundes, die der Landesverteidigung gelten, eine wesentlich höhere Bedeutung erhalten. Als eine der vordringlichsten Aufgaben betrachtete es die Landesgruppe nach ihrer Gründung, die Verbindung mit der Partei und ihren Gliederungen, ferner mit der Polizei, den Behörden und anderen Aus den Kindertagen des Fahrrades Zum 150. Geburtstage des Freiherr« von Drais. Don Hermann lllbrich-Hannibal. Die Stadtväter waren beruhigt, und die Polizei war auch beruhigt. Nun würde man ja wohl vor dem radelnden Windhund Ruhe haben. Aber Ernst Sachs dachte nicht daran, das Radfahren aufzugeben. Warum habe ich das Unglück gehabt, so sagte er sich; doch nur wegen dieser unvollständigen Fahrräder, bei denen sich die Pedale immer mitdreht, wenn man bergab fährt und gar fein Treten nötig hat. Und als er sich von seinem Sturz erholt hatte, ging er in seiner Werkstatt an die Arbeit. Er wollte Abhilfe schaffen. Es sollte kein Radfahrer mehr auf diese Art und Weise einen Unfall erleiden So erfand der Mechaniker Ernst Sachs, der das Radfahren liebte und es wegen feiner Rückständigkeit haßte, Freilauf und Rücktrittbremse und konstruierte ein eigenes Kugellager Das war eine Sache. Nun ging das Radfahren viel leichter, und man brauchte, wenn man bergab fuhr, nicht wie ein Verrückter auf die Pedalen zu treten. Auf einer Fußdrehbank hatte er unter den einfachsten Verhältnissen das Modell seines Kugellagers hergestellt, das später Weltberühmtheit erlangte, den Stadtvätern von Schweinfurt alle Sorgen für die Stadt nahm und durch seine außeroroentlich sinnreiche Zusammenfassung von Antrieb, Freilauf und Rücktrittbremse dem Fahrrad zum Siegeszug verhalf, es zum vollkommenen Volksfahrzeug machte. Aber heute ist fast vergessen, wie Drais das Laufrad erfand, Michaux den Pedalantrieb einführte, Dunlop mit dem Luftreifen hervorkam und Sachs dem Fahrrad mit dem Freilauf fast ein Perpetuum mobile schenkte konnte also sozusagen im Sitzen gehen. Aber die Leute wollten von der Erfindung des Oberforstmeisters nicht viel wissen. Wenn sie sitzen wollten, dann setzten sie sich auf einen Stuhl' in ihrer Wohnung, und wenn sie gehen wollten, dann gingen sie, so wie sie Gott zum Gehen geschaffen hatte, durch die Straßen. Aber zusammen sitzen und gehen, das kam ihnen gar zu närrisch Und der Mann, der die Draisine ers Einige Jahre, nachdem die Franzosen und die Deutschen ihren Krieg beendet hatten, kamen von England neue Fahrräoer auf den Markt, und zwar Hochräder und Dreiräder, und sogar mit Stahlspeichen und mit Vollgummireifen. Das war eine andere Sache; mit solch einem Fahrzeug konnte man es schon eher wagen. Und deshalb gab es bald hier und dort im Lande Anhänger dieser neuen Fortbewegungsart. Dann kam das Jahr 1885, in welchem der schottische Tierarzt Dunlop die Luftreifen erfand, und dann dauerte es auch nicht mehr lange, daß es Fahrräder mit Luftreifen gab. Das ging besser als früher mit dem Knochenschüttler. Die Erschütterungen während des Fahrens waren stark beschränkt. Nun hatte man das Fahrzeug, das man sich wünschte, um sich schneller als auf feinen eigenen Beinen auf der Erde fortzubewegen. Am 28. April 1785 wurde in Karlsruhe Karl Freiherr Drais v. Sauerbrunn, der Erfinder des Fahrrades, geboren. Der badische Oberforstmeister von Drais hatte ein zweirädiges Laufrad erfunden, das er nach feinem Namen als „Draisin e" bezeichnete, und führte es im Jahre 1817 zum ersten Male in Mannheim vor. Das war ein lustiges Fortbewegungsmittel, man fetzte sich auf einen Sattel und strampelte sich dann mit seinen Beinen auf der Erde vorwärts Man Und der Mann, der die Draisine erfunden hatte, fo dachten sie, mußte wohl nicht ganz richtig sein, er mußte wohl von einer Idee befallen sein, hatte er doch einmal an einer Straßenecke seinen eigenen Landesherrn beinahe im Fahren umgelaufen oder im Gehen umgefahren. Deshalb geriet die Draisine in Vergessenheit Or.Goebbels empfing AngelaSalloker. w Reichspropagandaminister Dr. Goebbels empfing die Filmschauspielerin Angela S a l l o k e r , die in dem Film „Das Mädchen Johanna" die Hauptrolle spielt; daneben Regisseur Gustav Ucicky. vorn die kleine Helga Goebbels. die Schulung zu nennen. Die theoretische und praktische Ausbildung in der wirksamen Bekämpfung der Gefahren aus der Luft trägt am ehesten mit dazu bei, immer neue Mitglieder dem Bunde zuzuführen und damit auch gleichzeitig den Wehrgeoanken im deutschen Volk zu beleben. Wenn die Landesgruppe am heutigen Jahrestag ihres zweijährigen Bestehens auf ihre Tätigkeit zurückblickt, fo ist das Erreichte lediglich Ansporn, den bisher beschrittenen Weg planmäßig forkzusetzen, um auch den letzten Volksgenossen als Mitglied und Mitarbeiter zu gewinnen. So wird an der Schwelle des dritten Jahres des Bestehens des Reichsluftschutzbundes die Landesgruppe weiterhin der unbeugsame Wille beseelen, die vom Führer gestellte Aufgabe restlos zu erfüllen. Heiratsschwindler nach der Verlobung verhaftet. Lorsch, 27. April. (LPD.) Der Mjährlge Ml» Helm Schupp aus Darmstadt leistete sich in Lorsch ein tolles Stück von Hochstapelei Obwohl er verheiratet und Vater zweier Kinder ist, gab er sich in einer Bauernfamilie, bei der er seit Wochen logierte, als ledig aus, legte sich einen adligen Namen zu und bezeichnete sich als Ingenieur und Baumeister. Schließlich begann er mit der 19jährigen Tochter des Hauses ein Verhältnis. Am Ostermontag wurde die Verlobung gefeiert. Inzwischen hatte die Polizei Wind von der Sache bekommen und nahm Schupp f e ft, als er sich in der Nacht zur Ruhe begeben wollte. Schupp soll sich bereits an anderen Orten in ähnlicher Weise strafbar gemacht haben. Die Märchenmuhme. Zum Tode von Martha Frohwein-Büchner. Vor einigen Tagen ist Frau Martha Frohwein-Büchner, die bekannte und allseits beliebte Märchendichterin in Ebsdorf bei Marburg einer tückischen Krankheit erlegen. Ihre Vaterstadt war Gießen, wo sie als Tochter des daselbst ebenfalls schriftstellerisch tätig gewesenen Schulrates Friedrich Büchner — sie gehörte der nämlichen Familie an, Der auch der bekannte Dramatiker Georg Büchner entstammte — eine frohe Jugend verlebte, um dann ihrem Gatten, einem Arzte, nach Ebsdorf zu folgen, wo sie, nachdem sie sich im geräumigen Doktorhaus ein romantisches Tuskulum errichtet hatte, bis an ihr Lebensende verblieb. Mit ihr ist der Sonnenschein aus dem Hause, ja aus dem ganzen Dorfe gegangen, und es ist nicht zu viel von ihr gesagt, auch sie sei von Gott begnadet gewesen, „daß noch keine Menschenseele mißvergnügt von ihr roeggegangen sei, wes Standes, Alters und Geschlechts sie auch gewesen sei". Harmlose Vorgänge, die in ihrem Familienkreise, in dem Sprechzimmer, namentlich aber in der Kinderstube sich ereigneten, gab sie gern in gereimter und humoristischer Weise wieder, statttte fie aber noch mit einer ganzen Fülle von Scherzen und Witzen aus, die ihr von Jugend auf eigen waren. Ste waren ursprünglich nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt und sind fast ohne ihr Zutun als „H e s s e s p ä ß", gereimte Schwänke, unter die Presse geraten. Diese Kinder ihrer heiteren Laune, einer schalkhaften Ironie und eines lebendigen sprühenden Witzes erfreuten sich aber bald einer ungeahnten Beliebtheit, nicht allein im Hessenlande, sondern auch weit darüber hinaus. Das Büchlein hat sich die Herzen aller Leser für alle Zeiten erobert. Bei ihrem tiefen Verstehen der Kinderwelt und der Natur lag der Heimgegangenen aber die Märchendichtung näher, und sie hat Hervorragendes darin geleistet. Bald wurde sie nicht anders als „die Märchenmuhme" genannt, und unter diesem Namen hat sie auch eine Märchensammlung herausgegeben: „Nebelreich und R o s e n l a n ö" (Elwertsche Verlagsbuchhandlung in Marburg). Aus fast ganz persönlichen Erlebnissen sowie wiederum aus Späßen in Gedichten und Prosa entstand ein weiteres Büchlein, benannt .,D a s Mäuschen und andere s". Wenn Frau Frohwein-Büchner als Märchendichterin auch keinen Weltruf erlangt hat, so verstand sie es doch trefflich, ihre reichen Gaben auszunutzen und durch ihre gereimten Schwänke und Märchen in unserem enteren Vaterland Tausenden von Menschen unzählige frohe Stunden zu bereiten. Stolz sah sie drein, wenn die Kinder ihre Puppen und ihr geliebtes Spielzeug, sowie die Gassenjungen ihre Spielplätze und Verstecke fluchtartig verließen, um fie zu hören, sobald der Ruf erscholl: „Die Märchenmuhme ist da und erzählt". Doch auch die Alten lauschten ihr gar gerne, und mancher Gießener wird sich noch mit Freuden der festlichen Veranstaltungen erinnern, in denen die Märchenmuhme mit ihreist kleinen Töchterlein in der Tracht des Ebsdorfer Grundes auf dem Podium erschien und ihre neuen Schwänke und Märchen ootrug, die begeistert ausgenommen wurden. — Argonnerwakd. Von Walter persich Der stille Buchhalter eines Kaufmannshauses, Karl Beuck, der vier Jahre im vordersten Graben lag und nie von seinen Kriegsabenteuern erzählt, hat eine Tagebuchseite hergesucht und mir gegeben. Der Vormarsch durch die Argonnen war geglückt. Wir hatten uns in den französischen Stellungen festgesetzt. Die Linien blieben verzerrt und unübersichtlich, weil die Gräben oft auf Kilometerlänge völlig zerstört waren und die Mannschaften von Granattrichter zu Granattrichter Notgräben buddelten. Unser Kommando bezog einen Gefechtsunterstand. Das Haus darüber bestand nur noch aus Andeutungen, die Kellerfenster waren zersprungen, und die Treppe lag halbverschüttet. Am Boden stand fußhoch der Wein, den die abziehenden Franzosen einfach hatten auslaufen lassen. Aber ihre gezimmerten Pritschen genügten uns. Halbert, der Berliner Leutnant, der junge Johannsen aus Bremen, Peter aus Hamburg, Hansen, der Holsteiner, und ich, wir hofften, hier etwas Ruhe zu finden. Einer sollte wachen, wenn wir andern schliefen. Unsere Burschen mußten drüben in den Gräben helfen. Gelegentlich feuerten die Feldhaubitzen der Franzmänner, unregelmäßig und nicht sehr aufregend. Johannsen, als Jüngster, hatte die erste Wache. Er war vierzehn Tage draußen, direkt von der Schule in die Front gerutscht, sehr rosig und neigte dazu, bei Geschoßeinschlägen bleich zu werden. Wird sich gewöhnen, der Junge, dachten wir und schoben ihn als ersten auf Wache an den Eingang, damit er bald vom Dienst erlöst sein würde. Vier Mann schnarchen nach achtundvierzig Stunden Kampf und Marsch. Ich schrecke plötzlich auf, das Geknalle ist draußen heftiger geworden, scheint mir. Quatsch, die Nacht ist ganz still, habe nur geträumt. Stehe auf. Sitzt der Bengel nicht mehr auf der verschütteten Treppe — draußen finde ich ihn, wie er die Sterne anftiert und vor sich hinredet: „Nimmt es denn gar kein Ende?" Ich buffe ihn freundlich auf seinen Posten zurück und will mir den Mantel über die Knie wickeln, da höre ich Schritte auf dem Dach des Unterstandes. Ein paar Steine rollen. Ich springe auf. Johannsen sitzt, steif vor Schreck, auf der Treppe, und schon kullert vor seine Füße eine feindliche Handgranate „Alarm!" schreie ich, „Franzosen!" Halbert schläft zu fest, den kann ich nicht wecken, Peter und Hansen springen auch auf und reißen ihre Handgranaten vom Gürtel. Wir andern hatten keine mehr. Wir haben noch Glück diesmal — das Ding, das die uns reinqeroorfen haben, zündet nicht, ich hebe es auf, schmeiße es durch die nächste Lucke wieder raus, drücke Johannsen schnell den Revolver in die Hand: „Marsch — stelle dich auf die unterste Stufe und knalle, sobald du jemand siehst!" Er gehorcht, müde, zerschlagen und traurig, wie er ist, wir andern drei springen an die Luken vorsichtig, damit unsere Köpfe nicht zu sehen sind — keine Minute zu früh. Ich bekomme einen Schlag gegen den Kiefer, wanke, halte mich und feuere nach draußen. Peter holt aus und wirft mit rundem Schwung feine eine Handgranate nach oben aufs Dach, zwischen das Geröll — sie platzt, es wird geschrieen Füße trappeln, und die Granate von Hansen folgt auf dieselbe Art — nur bekommt er im selben Augenblick einen Kopfschuß. Was mit mir ist, weiß ich nicht richtig, ich hab" Blut im Mund, zwänge mich aber noch durch die Klappe und feuere ein paar Schüsse ab — die zweite Granate und der Revolver wirken, die Franzosen rennen zurück, was sie können, ein Toter und ein Verwundeter liegen auf dem Unterstand Johannsen ist vollkommen verknackst — zuviel Aufregungen liegen in fünfzig Stunden hinter uns! Er rast mit dem Revolver durch den Unterstand und feuert wie ein Wilder gegen die Wände — nur mit Gewalt können wir ihm die Waffe abnehmen. Ich habe einen Schuß durch den Kiefer, der hinten am Halse wieder herausgegangen ist und werde ohnmächtig. Erst im Lazarett zu Godesberg erwache ich. Wenn meine dreijährige Tochter, die mich kaum kennt, nach ihrem Vater gefragt wird, erzählt sie: „Papa is in Dödesberg . . " Leutnant Beuck lag vier Jahre draußen Wenn andere groß von ihren Taten berichten, schweigt er. Nur einmal, als man von den Erinnerungen an die Front sprach, sagte er leise: „Manchmal träumt mir, ich liege im Trommelfeuer und kann nicht raus und sehe ganz genau, wie eine große Granate ranfommt — es gibt nichts Schlimmeres als der Schreck — den man draußen kaum kannte!" — Im übrigen sitzt er acht Stunden pflichttreu in einem Büro an der Buchhaltungsmaschine. poiizeifluazeug verfolqt Brieftaube. Als ein Kaufmann aus Braine l'Alleud, bas in der Nähe von Waterloo gelegen ist, kürzlich unter feiner Morgenpost einen Brief fand, in dem ihm der beabsichtigte Raub feines Kindes mitgeteilt wurde, war er zunächst aufs tiefste bestürzt. Dann aber überlas er mit erzwungener Gelassenheit die in dem Brief mitgeteilten Bedingungen zur Vermeidung des Raubes. Es hieß da, der Kaufmann werde im Laufe des Tages durch die Post einen Käfig mit einer Brieftaube erhalten. Wenn er diese Taube mit einem Brief, der fünftausend Franken enthalten mußte, auffteigen lasse, so würden die Erpresser von dem sorgfältig vorbereiteten Kindesraub in letzter Stunde Abstand nehmen. Nun benachrichtigte der Kaufmann unverzüglich die Polizei und überbrachte ihr sofort die Brieftaube, die tatsächlich mit der nächsten Post ankam Man versah die Taube mit einem Antwortschreiben, in dem um Aufschub gebeten wurde, so daß man Zeit gewonnen hätte, auch wenn der Plan der Polizei fehlschlug. Man hatte sich nämlich vorgenommen, die Taube auffteigen und von einem Flugzeug verfolgen zu lassen, das von einem geschickten Piloten gesteuert wurde und einige Polizeibeamte als Passagiere aufnehmen konnte. Der Plan gelang über Erwarten gut. Das Flugzeug verlor die jchnellfliegende Taube nie außer Sicht, und es konnte genau festgestellt werden, daß fie in das Gehöft eines Dorfes nieder« flog. Nach der Landung des Flugzeuges drang die Polizei in das Haus ein und nahm den Besitzer der Taube fest. Als er sah, daß leugnen ihm nichts mehr helfen konnte, gestand er ein, daß ein Mann, der sich im nahen Wald versteckt halte, seine Brieftaube für diesen Streich gemietet hatte. So konnte auch der Erpresser selbst, der der Polizei kein Unbekannter mehr war, in kürzester Zeit festgenommen werden. Hochschulnachnchien. Zur stärkeren Betonung rassischer Grundsätze in der Hochschulausbildung des juristischen Nachwuchses hat Reichsminister R u ff dem a<’f(häfts?ührenb?n Direktor des Reichsausschusses für Nosksgesundl'"ifs. dienst, Dr. R u 11 k e, einen 2ehrrmftrap für .Rasse und Recht" im Rahmen der juristischen Fakultät der Universität Berlin erteilt. Oberheffen. Oer Führer als Ehrenpate. ♦ Burg-Gemünden, 28. April. Bei dem 10. Kinde, dem 7. Sohne des Arbeiters Johann Sann II., Hierselbst, hat der Führer lind Reichskanzler Me Ehrenpatenschaft übernommen. Die Eltern erhielten von dem Führer ein Glückwunschschreiben und ein Geschenk für den kleinen Erdenbürger. Chor- und Orchesterkonzert der^Sängervereinigung Lärilia^ in Lich I Lich, 29. April. Wie sehr sich die im Jahre 1934 erfolgte Zusammenlegung der Gesangvereine einer Stadt zum Segen des Männerchorwesens und des deutschen Liedes ausgewirkt hat, bewies das am gestrigen Sonntagnachmittag in der hiesigen Turnhalle abgehaltene GroßkonzertderSän- g e r v e r e i n i g u n g „C ä c i l i a.‘, des einzigen Mannergesangvereins unserer Stadt. Standen schon die früheren Konzerte des ehemaligen Gesangvereins „Cacilia" auf sehr beachtlicher Höhe, so zeigte das gestrige Konzert, daß noch eine Steigerung der Leistungen erwartet werden kann, da alle in früheren Jahren zersplitterten Kräfte zu gemeinsamer Arbeit zusammenstehen, wie dies heute bei der Sängervereinigung Cäcilia" mit ihren 70 aktiven Sängern der Fall ist. Mit zur Hebung der gesteigerten Leistung trug der Umstand bei, daß sich die Sänger- verelnigung „Cäcilia" für ihr gestriges Konzert die Mitwirkung eines Männergesangvereins aus der speziellen Pflegestätte des Männerchorwesens im Kreise Gießen, des Männergesangvereins „Sänger- kranz"-Watzenborn, gesichert hatte. Beiden Vereinen, der „Cäcilia" und dem „Sängerkranz", steht in Herrn Ernst I l g e eine Krafe als Chorleiter zur Verfügung, die die Sänger zu einem hervorragenden Klangkörper von etwa 120 Sängern zusammen- geschweiht hatte, der alle Klippen in den zum Teil schwierigen, ja sogar sehr schwierigen Kompositionen mühelos überwand. • Die sorgfältig zusammengestellte Vortragsfolge zeugte von dem Bestreben, das Konzert auf einer hohen künstlerischen Stufe durchzuführen. Das Orchester, gestellt von dem gesamten Musikkorps der Gießener Wehrmacht unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e, eröffnete mit der Ouvertüre zur Oper „Rienzi" vom Wagner die Dortragsfolge und erwarb sich mit hervorragendem Vortrag den starken Beifall der Besucher. Weitere Orchestervorträge von Kompositionen von Grieg, Wagner, Brahms, Morena u. a. wurden in denkbar bester Weise dargeboten und mit wahren Beifallstürmen ausgenommen, so daß sich die Kapelle mehrmals zu Zugaben entschließen mußte. Die oorgetragenen Männerchöre, Werke von Bauß- ner, Gneg, Möring und Strauß, und einige der bekanntesten Volkslieder wurden vollendet zu Gehör gebracht. Die saubere Deklamation ermöglichte es, den Liedertexten gut zu folgen. Bei sämtlichen Chören war die völlige Bindung zwischen Sängern und dem Leiter festzustellen. Die wunderbare Tonbildung fiel namentlich in den Pianostellen angenehm auf. Besondere Anerkennung gebührt dem tadellosen Vortrag der beiden Chöre „Landerkennung" von Grieg, der mit Orchesterbegleitung gesungen wurde, und dem ebenfalls sehr schweren Chor „Trompeter an der Katzbach" von Möring. Daß auch dem Volkslied seine gebührende Anerkennung zuteil wurde, ist selbstverständlich; besonders gefielen hier die Chöre „Köln am Rhein, du schönes Städtchen", komponiert von dem früheren Musik- lchrer Geller in Gießen, ferner „Morgen wandern wir" von Fiedler und „Heut scheid' ich von Jsenmann. Den Ausklang bildete der Chor mit Orchesterbegleitung „Rosen aus dem Süden" von Strauß, der infolge des anhaltenden Beifalls wiederholt werden mußte. Der Besuch des Konzerts war zufriedenstellend, einen großen Teil der Besucher stellten die Brudervereine aus den Nachbarorten; auch aus Gießen und Marburg waren zahlreiche Sangesbrüder und interessierte Chorleiter gekommen. Die Darbietungen waren ein Bekenntnis der Sänger und des Chorleiters, volksbildend mitzuarbeiten an den hohen Ausgaben und Zielen des Dritten Reiches, die Volksgenossen mit einem der besten Güter unseres deutschen Volkes, der deutschen Musik und dem deutscyen Lied, bekanntzumachen und in Liebe dazu zu erziehen. Landkreis Gießen. * Allendorf, (Lahn), 28 April. Frau Marie Binz von hier, die Ehefrau des Landwirts Binz, erlitt bei einem Unfall einen Bruch des rechten Unterschenkels und mußte dem Krankenhaus zu Gießen zugeführt werden. 5 Steinbach, 29. April. Am gestrigen Sonntagnachmittag fand in unserem Gotteshaus eine Feier zur Aufnahme der Klein st en in die Schule statt. Die Zahl der Abc-Schützen beträgt dieses Jahr 25 (13 Jungen und 12 Mädchen). Zum Vergleich sei angeführt, daß dieses Jahr 19 Kinder aus Der Schule entlassen wurden. In A l b a ch fand ebenfalls eine Aufnahmefeier statt, hier im Anschluß an den Hauptgottesdienst. Die Zahl der hier neu eintretenden Kinder ist 4, 3 Mädchen und 1 Junge, entlassen wurden Ostern 1935 6 Kinder. + Grünberg, 28. April. Am Samstag fand im „Hessischen Hof" eine außerordentliche Hauptversammlung des Vorschußvereins e. G. m. b. H. statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Schlossermeister Hrch. Schmidt II., der die Versammlung leitete, gedachte zunächst mit ehrenden Worten des verstorbenen Rechners Karl Möller, dessen Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Einziger Verhandlungsgegenstand war Vorstandswahl. Aus diesem Grunde wohnten der Versammlung bei Direktor L ü h r i n g (Frankfurt a. M.), der Leiter der genossenschaftlichen Zentralkasse und Gleichschalter für den Bezirk Hessen-Mittelrhein, ferner der für den Rechnerposten in Aussicht genommene Herr Müller (Schupbach bei Weilburg), seither an der dortigen Vereinsbank tätig. Direktor Lühring erläuterte ausführlich die heutigen gesetzlichen Bestimmungen der Genossenschaften und führte die Gründe an, weshalb ein Herr aus Genossenschaftskreisen als Rechner zu nehmen sei. Nach einer Empfehlung des Herrn Müller, den er als geeignet für den Posten erklärte, schilderte dieser seinen Lebenslauf und versprach, mit seinen Kräften für das Wohl der Kasse tätig zu sein. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung der Bewerbungen sich einstimmig für Herrn Müller entschieden habe. Die statutengemäß vorzunehmende schriftliche Wahl ergab bei 30 abgegebenen Stimmen 29 Stimmen für Herrn Müller (1 Zettel war weiß). Als zweites Vorstandsmitglied wurde bann mit 30 Stimmen der seitherige Angestellte Karl Sch model gewählt. Beide Herren nahmen die Wahl an und versprachen, ihr Bestes für die Kasse zu tun. Direktor L ü h r i n g gab ihnen noch Richtlinien für die Arbeiten einer Genossenschaftskasse und wies auf die wichtige Aufgabe hin, die eine gut fundierte Kasse leisten kann. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. ♦ Grünberg, 29.April. Dieser Tage wurden eine hiesige Einwohnerin und ein Einwohner wegen Die Generalversammlung am Samstag, die durch 186 Aktionäre mit 423,79 Millionen RM. Stammkapital und 40 Millionen RM. Vorzugsaktien vertreten war, genehmigte ohne Aussprache den Abschluß für 1934 mit wieder 7 v. H. Dividende. Den verstorbenen Aussichtsratsmitgliedern Rud. Mann, Dr. Wilhelm von Mei st er und vor allem Dr. Carl D u i s b e r g wurde ein herzlicher, würdiger Nachruf gewidmet. Gehennrat Schmitz yab einige Erläuterungen zur Bilanz und berücksichtigte dabei die Entwicklung innerhalb der letzten 10 Jahre, seitdem die IG. Farbenindustrie nunmehr besteht. In der 1934er Bilanz haben sich Beteiligungen um 1, Wertpapiere um 7, flüssige Mittel um 2 und Forderungen um 18 Millionen RM. erhöht, während Anlagen um 6 und Vorräte um 21 Millionen RM. abgenommen haben. Den Zugängen von 77 Millionen RM. bei den Anlagen stehen bekanntlich 80 Millionen RM. Abschreibungen gegenüber, wovon 53 Millionen RM. als Normalabschreibungen zu betrachten sind. Anderseits betrage heute wie im Vorjahre das Stammkapital 680 Millionen, gegen 642 Millionen am 1. Januar 1925. Für die um 15 Millionen RM. ermäßigten Teilschuldverschreibungen von noch 162 Millionen RM. sind gegebenenfalls bei einem Umtausch nom. 81 Millionen erforderlich. Die Erhöhung der Bankschulden um 24 Millionen RM. erfolgte für Auslandskredite im Interesse der Devisenbeschaffung. 3m ganzen betrachtet zeige der Geschäftsbericht das Bestreben der 3G.» auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung und des Exportes das Höchste zu leisten und allen damit verbundenen Risiken möglichst Rechnung zu tragen. Aus dieser Einstellung ergebe sich auch zwangsläufig der unveränderte Dividendenvorschlag von 7 v. h.» was auf das offene Bilanzvermögen berechnet eine fünfprozentige Verzinsung bedeutet. Die Wohlfahrtsausgaben find um 7,5 Millionen erhöht, was pro Kopf der Belegschaft, die bekannt- des Verdachts, in einem Ehescheidungsprozeß einen Meineid geschworen zu haben, von der Gendarmerie fe st genommen und nach Gießen gebracht. * Langs-dorf, 29.April. Ein hiesiger Mann schied freiwillig aus dem Leben. Er wurde im Dorfteich ertrunken aufgefunden. Bei seinem Fahrrad lag ein Zettel, auf dem er vermerkt hatte, daß seine Leiche im Dorfteich zu finden sei. Die Ursache für den Selbstmord konnte noch nicht endgültig festgestellt werden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 28. April. Heute fand in der St.- Markuskirche die Konfirmation der evangeli- schen Schulentlassenen statt. Es waren 36 Knaben und 37 Mädchen, insgesamt 73 Konfirmanden. Zur Erstkommunion gingen heute neun Kinder in die katholische Kirche. Preußen. Oie Verfasserin der „Hessespäß" gestorben. Marburg, 27. April, (LPD.) Nach längerer Krankheit verstarb in Ebsdorf Frau Martha Frohwein, die Verfasserin zahlreicher lustiger Geschichten und Gedichte in oberhessischer Mundart. Besonders bekannt geworden ist die Verblichene durch ihre „Hessespäß", aus denen der hessische Volkshumor in feinsinniger Weise herausklingt und das bäuerliche Leben in launiger Weise geschildert wird. Bei zahlreichen festlichen Veranstaltungen in Stadt und Land war sie seit Jahren ein gern gesehener Gast, trugen doch ihre mundartlichen Gedichtvorträge ober Spinnstubenbarstellungen wesentlich zur Erhöhung ber Festesfreube bei. Als Flüchtlingskommissarin setzte sie sich nach bem Kriege tatkräftig für bie Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen ein; sie würbe dafür mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. Kreis Dehlar. LPD. Wetzlar, 28.April. Der unvorsichtige Umgang mit Schußwaffen hat in dem Kreisort Niederbiel ein jugendliches Opfer gefordert. Dort war der 15jährige Wilhelm Läufer bei dem gleichaltrigen Wilhelm Steinbach, Der im Hofe des elterlichen Anwesens mit einem T e s ch i n g hantierte. Als Steinbach die Waffe aus der Hand legen wollte, löste sich plötzlich ein S ch u ß und drang feinem Freund in den Unterleib. Die Verletzung war derart schwer, daß kurz nach Einlieferung ins Wetzlarer Krankenhaus der Tod eintrat. lich erhöht ist, 677 gegen 698 RM. in 1933 aus- macht. Die Belegschaft wurde um 16 632 Mann verstärkt. Oie 3®. im ersten Vierteljahr 1935. Der Absatz von Farben und Färberei-Hilfsprodukten zeigt eine befriedigende Entwicklung. Chemikalien, Pharmazeutika und Pflanzenschutz „Bayer" weisen ebenso wie Photographika — diese aus Saisongründen verglichen mit dem ersten Quartal 1934 — eine weitere Absatzsteigerung auf. Die Benzinproduktion in Leuna ist weiter planmäßig erhöht. Viscofe und Acetatseide hielten den Vor- jayresabsatz. Nur Stickstoffdüngemittel liegen etwas niedriger, trotzdem wird für die Düngeperiode 1934/35 mit einer Zunahme von etwa 10 v. H. gegen die letztjährige gerechnet. Aus den europäischen Märkten und in lieber- fee konnte die Position der 3(3. nur unter großen Schwierigkeiten behauptet werden. Das im Berichtsjahr 1934 erzielte Ergebnis des weitverzweigten Weltunternehmens beruhte neben ber Zunahme ber Umsätze auf den technischen Erfolgen der Betriebe, der aut eingearbeiteten Welt- oerfaufsorganifation und Der gefunden Finanzlage, die unbedingt aufrechterhalten bleiben müsse. Zu diesem Ergebnis habe jeder Werksangehörige beb getragen, Dem ber Dank ber Verwaltung ausgesprochen wurde. Ueber die Maßnahmen betrieblicher Sozialpolitik in ber IG.-Farben-Angestelltenschaft erklärte Geheimrat Schmitz noch zum Schluß, daß der Betrag der jährlich auszuschüttenben Prämie von 4,9 auf 9,2 Mill. Mark erhöht wurde. Diese Erhöhung kommt bekanntlich nur Gefolgschaftsmitgliedern mit einem Jahreseinkommen bis zu 3600 Mark zugute. Auf den Kopf des Empfängers entfiel eine Prämie von 119 Mark gegen 69,40 in 1933. Den Ange- stellten-Penfionskaffen wurden in 1934 15,6 Mlll. Mark sowie weitere 3,4 Mill. Mark als eine Son- derzuweisung aus eigenen Mitteln überwiesen. Auch Wirtschaft. Generalversammlung der W.-Farbenindustrie künftig will die IG. erhebliche zusätzliche Leistungen an die Kassen auf sich nehmen. Der Siedlungsgedanke im Sinne der Richtlinien des Heimstättenamtes wurde wirksam unterstützt. Bisher wurden etwa 1000 sogenannte Nebenerwerbssiedlungen mit Hilfe der Firma, zumeist im Wege der kameradschaftlichen Selbsthilfe, errichtet. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 27. April. Die Börse erfuhr auch zum Wochenfchluß keine Geschäftsbelebung, doch war die ©runbftimmung nach ben letzttägigen Abschwächungen wiberstanbsfähiger. Für ben Ultimo erfolgten nur noch geringe Abgaben aus ber Kunb- schäft, bie Kulisse bekunbete auf ber ermäßigten Kursbasis etwas Nachfrage. Bei sehr kleinen Umsätzen war bie Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Am Aktienmarkt' konnten sich Gebr. Jung- hans um 2,25 v. H. auf 89,25 v. H. erholen, auch Rheinische Braunkohlen holten einen Teil ihres gestrigen Rückganges ein unb notierten 213,75 (212,25). Am Chemiemarkt beftanb noch Angebot in IG. Farben, bie auf 145 (145,50) nachgaben; aus ber heutigen Generalversammlung erwartet man keine be- sonberen Mitteilungen. Scheibeanstalt verloren 1 v. H. unb Metallgesellschaft 0,50 v. H. Elektrowerte hatten sehr stilles Geschäft, aber ziemlich un» veränberte Kurse. Etwas fester lagen AEG. mit plus 0,13 v. H. unb Bekula mit plus 0,65 v. H. Montanwerte bröckelten noch überroiegenb bis 0,50 v H. ab, Harpener gingen sogar um 1 v. H. zurück, nur Stahlverein lagen 0,40 v. H. höher. Nach ben ersten Kursen traten jeboch für Montanpapiere leichte Befestigungen ein. Zellstoffaktien verloren bis 0,50 v. H., auch Schiffahrtsaktien waren noch etwas angeboten, wobei Hapag 0,75 v. H. nachgaben. Norbb. Lloyb blieben auf ber ermäßigten Abenb- börfenbafis behauptet. Von sonstigen Werten setzten Reichsbank 0,25 v. H. unb Zement Heibelderg 0,25 v H. niebriger ein. Am Rentenmarkt zeigte sich für Altbesitzanleihe im Hinblick auf ben 21uslöfungstermin am 3. Juni etwas Interesse mit plus 0,13 v. H. Späte Reichsschulbbuchforberungen waren zu unverändert 97 v. H. ebenfalls gefragt. Kommunal-Umfchuldung und Zinsvergütungsfcheine blieben behauptet. Von fremden Werten waren Mexikaner wieder gefragt unb bis 0,13 v. H. fester. Ferner erhöhten sich Anatolier um 0,25 v. H. auf 34. Im Verlaufe blieb bas Geschäft auf allen Märkten sehr klein, bie Kurse lagen gegen ben Anfang nur um Bruchteile eines Prozentes nach beiden. Seiten verändert. Hapag gaben noch 0,25 v. H. nach. Hanfwerke Füssen notierten unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages von netto 3,6 v. H. mit 81,75 v. H. etwa 1,25 v. H. fester. Am Nentenmarkt gingen Kommunal-Umfchuldung um 0,10 v. H. zurück, im übrigen lagen die variablen deutschen Anleihen unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. April. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 748 Rinder (190 Ochsen, 62 Bullen, 307 Kühe, 189 Färsen), 664 Kälver, 19 Schafe, 4410 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 42 Mark, Bullen 36 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen 36 bis 42, Kälber 35 bis 60, Hämmel 34 bis 39, Schweine 40 bis 51 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber mittelmäßig, Hämmel, Schafe, Schweine langsam. Schweine- nndGchafzähInng am4 Z«mi Die nächste Schweinezählung und -ermittlung von nichtbeschaupflichtigen Schweinen, Bullen, Ochsen, Kühen, Jungrindern, Kälbern, Schafen und Ziegen in jedem der vorhergehenden drei Monate im Reich ist vom Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft für den 4. Juni 1935 angeorbnet worben. In Verbindung damit soll eine Zählung der Schafe erfolgen. Für die Neuordnung der deutschen Schafzucht und für die Maßnahmen, bie im Zusammenhang durchgeführt werden, ist es wichtig, in möglichst kurz aufeinanderfolgenden Zeiträumen die Auswirkung der getroffenen Maßnahmen beobachten zu können. Dies ist aber bei einer nur einmal im Jahre erfolgenden Zählung, die bisher immer Anfang Dezember durchgeführt wurde, nicht möglich. Eine Zwischenzählung ber Schafe zunächst einmal, und zwar im Juni, ist aus diesen Gründen dringend geboten. Weiter sollen zur Beurteilung ber Abkalbtermine bie bisher bie in ben brei vorgesehenen Monaten geborenen Kälber unb ferner in ben hierfür be- beutfamen Kreisen Preußens und Oldenburgs das Weidefettvieh ermittelt werden. Für die Geheimhaltung der einzelnen statistischen Angaben ist Sorge getragen, so daß ein Mißbrauch ausgeschlossen ist. Die richtige und zuverlässige Beantwortung der gestellten Fragen liegt im eigensten .Interesse der Bauern. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibende an. — Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 u. H. Frankfurt a.M. Berlin Oatum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6‘/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4x/»% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% eljeni.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ <¥i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 4yz% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelobl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechien 4¥»% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar viö 1935 vy-% ehem. 4¥t% Franks. Hyp.- lÜank-Liqu.-Pfandoriefe....... 5y2% ehem. 4y»% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... ;» Kurins für | wählt. Für die ausscheidenden Mitglieder H e n - i- "—c-’ ' *■ nefen und Marsteller traten H o f (Großen- Buseck) und Heß II. (Leihgestern) in den Aufsichtsrat ein. 'm» !' •«? ■ > VfD.-TteichSbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn — „Olympia" Friedberg-Fauer- bad) 0:2 (0:2). Man erlebte bei dem gestrigen Spiel der Liaa- mannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen gegen die I. Elf des Sportvereins „Olympia" Friedberg- Bauerbach nicht viel Freude. Beide Mannschaften enttäuschten. Die Leistungen waren in allen Mannschaftsteilen schwach. Es wurde reichlich planlos gespielt. Schöne glatte Kombinations- 3Üge waren selten. Die Ballabgabe — selbst die Der Torleute — war oftmals derart ungenau, daß an einen geordneten Spielaufbau kaum zu denken war. So kam es, daß das Spiel uninteressant blieb und nur wenige wirklich spannende Kampfszenen aufwies. Der aufgebotene Eifer, der nicht geleugnet werden kann, konnte das Minus an wirklicher Leistung nicht aufwiegen. Das Spiel begann bei klarer Feldspielüberlegenheit der Platzbesitzer, die fast während der ganzen ersten Halbzeit anhielt. Die Verteidigung der Gäste hatte viel zu tun, wehrte sich aber geschickt und vermochte immer wieder zu klären. Auf der Seite der Grünweißen war der Sturm andererseits auch nicht energisch genug, den Widerstand zu überwinden. Eine Torchance nach der anderen wurde durch mangelnden Einsatz vergeben. Hinzu kam, daß der Linksaußen viel zu langsam und seinem Gegner nicht gewachsen war, so daß ein Angriff auf dem linken Flügel wenig Aussichten auf Erfolg hatte. Die Gäste, kamen in der ersten Halbheit zu einigen Durchbrüchen und waren dabei immer gefährlich. In der 25. Minute gelang dem Rechtsaußen der Gäste ein Alleingang, den er auch, ohne irgendwelchen Widerstand zu finden, mit einem schönen Torschuß abschließen konnte. 0:1 also für die Gäste! Fehling hatte bald darauf eine Gelegenheit, sein tadelloser Schuß wurde aber gehalten. Bald darauf erhöhten die Gäste bei einem weiteren Durchbruch auf 0:2 Tore. Der Tormann der Hiesigen warf sich nach dem von rechts her gar nicht allzu scharf geschossenen und haltbaren Ball, er glitt aber aus und erreichte das Leder nicht. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zur Halbzeit. Nach dem Wechsel erschienen die Grünweisen in veränderter Aufstellung. Die Neuaufstellung schien aber nur bezweckt zu haben, daß sich Läuferreihe und Sturm noch weniger verstanden, so daß nunmehr die Friedberger zeitweise etwas mehr Oberwasser im Feldspiel gewannen, wenngleich es zu Erfolge nicht mehr kam. Die ganze zweite Hälfte des Spieles verlief in einem Geplänkel, in dem zielbewußte Angriffe sehr gelten waren. Manche Torchance wurde vergeben, und zwar auf beiden Seiten. In den Schlußminuten rafften sich die Hiesigen noch einmal auf, alle Anstrengungen waren aber vergeblich. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Der Schiedsrichter amtierte korrekt. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Sportfreunde Frankfurt I 3:2 (1:0). Mit diesem Gegner hatten die Hiesigen einen guten Griff gemacht. Er spielte wesentlich besser als der Gauligist „Union" Niederrad am 1. Oster- feiertag auf dem 1900er-Sportplatz. Aber auch die Platzherren lieferten eine ganz andere Partie. Das Treffen wurde von Anfang bis zu Ende in schärfstem Tempo gespielt und war reich an spannenden Momenten. Technisch wurde ganz hervorragendes geboten. Die Kontrahenten waren sich gleichwertig. 1900 hatte die etwas besseren und zahlreicheren Torchancen und hat den knappen Sieg verdient. Die Blauweißen erschienen in der angekündigten Ausstellung, die sich auch bewährte. Die Frankfurter hatten ihre beste Vertretung zur Stelle, die eine ausgeprägte und genaue Kombination beherrschte. 1900 hatte von Anbeginn an etwas mehr vom Spiel, scheiterte vorerst aber an der sicheren Abwehr der Gäste. Zunächst hatte Schmelz mit einem seiner bekannten Strafstöße kein Glück. Einen zweiten setzte er aber mit eminenter Wucht unhaltbar in die Maschen. Obwohl jetzt das Spiel verteilter wurde, boten sich gerade da die besten Gelegenheiten für die Gießener zur Erhöhung des Resultats. Pfosten und Querlatte wurden getroffen und nach Ueberspielen des Gästetorwarts zweimal das leere Tor verfehlt. Aber auch auf der Gegenseite schoß der Linksaußen zweimal knapp daneben. Bei anderen Gelegenheiten war Schmidt, 1900'5 Hüter, auf dem Damm. Konnten die Platzbesitzer bis zum Seitenwechsel den, dem Spielverlauf nach verdienten, größeren Vorsprung nicht schaffen, so sah es sogar kurz nach der Pause nach einer Niederlage für die Spiel- uereinigung aus. Schmidt ließ überrascht einen herrlichen Weitschuß des Gästemittelläufers Dietsch fast aus der Spielfeldmitte passieren. Die Sportfreunde hatten damit den Ausgleich erzielt und gingen kurz darauf sogar mit 2:1 in Führung. Bei einem Durchbruch des linken Flügels war die einheimische Abwehr nicht schnell genug zur Stelle, und ein Schrägschuß aus kurzer Entfernung fand den Weg ins Netz. Der Gegner hatte zu dieser Zeitspanne etwas mehr vom Spiel. Bald hatten aber die Gießener Läufer Heilmann und Heinbach durch ihr überragendes Spiel das Gleichgewicht wieder hergestellt. Schnell wanderte der Ball von Tor zu Tor. Kaum war an diesem eine Chance vereitelt, da war das andere schon wieder in größter Gefahr, und gerade das schuf mächtige Kampfbilder. Durch Umstellungen auf beiden Flügeln machten die Hiesigen den Sturm aktionsfähiger, auch wurde dieser jetzt wieder aggressiver. Der Ausgleich hing an einem Faden und endlich schuf ihn Hvrz nach feiner Vorlage durch Schuß in die äußerste Ecke. Die Gießener ließen jetzt auch nicht nach, und schon bald wurden die Bemühungen belohnt. Birkenbihl setzte sich gegen mehrere Gegner durch und erzielte mit schönem Schuß den dritten Treffer für 1900. Damit wechselte die Führung wieder an die Platzbesitzer, die sie jetzt auch nicht mehr abgaben, obwohl es im eigenen Strafraum bis zum Abpfiff noch viele brenzliche Situationen zu klären gab. Der schöne und faire Kampf war damit zu Ende, der in Schiedsrichter Grothe (Lollar) einen aufmerksamen und einwandfreien Leiter hatte. Die Süddeutschen hatten die körperlich größere und kräftigere Elf zur Stelle. Im Kopfspiel waren alle den Gießenern überlegen. 1900 war diesesmal ungemein eifrig. Lippert hatte in Kaps einen würdigen Vertreter. Zeiler schaffte wie ein Löwe. Die Besten auf dem Feld waren Heilmann und Heinbach. Großes Ringerturmer des Krast- und Sportklubs Gießen. Der Erste Kraft- und Sportklub 1893 Gießen (Mitglied des Deutschen Athletik-Sport- verbandes), der in letzter Zeit mit verschiedenen hervorragenden sportlichen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit trat, hattte auch für den vergangenen Samstag wieder einmal in das Caf6 Leib eingeladen. Der Verein hatte ein Ringerturnier vorbereitet und für die Kämpfe des Abends eine stattliche Anzahl von Ringern gewonnen, die sich im Verlauf des Wettbewerbs außerordentlich spannende und hartnäckige Kämpfe liefertet! Es fanden sich Ringer aus Darmstadt, Hanau, Alsfeld, Friedberg und Gießen ein. Es wurden nicht weniger denn 28 Kämpfe ausgetragen, in denen ausgezeichneter Sport geboten wurde. Unter den Teilnehmern des Turniers zeichneten sich die meisten durch eine prächtige sportliche Haltung aus und ließen erkennen, daß sie ihren Sport ernst nehmen und darüber hinaus im Falle der eigenen Niederlage der Leistung des Gegners sichtlich alle Anerkennung zollen. Um so mehr ist es bedauerlich, daß diese Sportart nicht den Anklang in weiten Kreisen des Publikums findet, den sie verdiente. Der Besuch der Veranstaltung stand leider in keinem Verhältnis zu dem, was an diesem Abend geboten wurde. Es scheint vielen Sportfreunden unserer Stadt wenig bekannt zu sein, daß der Ringkampf in feinem Verlauf, insbesondere dann, wenn so qualifizierte Kämpfer auftreten, wie am Samstag, eine Fülle der spannendsten Momente bietet, die das Interesse vom Anfang bis zum Ende in Anspruch nehmen. Es wäre erfreulich, wenn der Erste Kraft- und Sportklub 1893 Gießen für seine Arbeit, die Pflege eines wahrhaft kämpferischen und männlichen Sportes mehr Anklang fände, als es bisher der Fall war. Am Samstag hatte man für die Zuschauer ganz besonders günstige Bedingungen geschaffen, insofern, als die Kämpfe auf zwei Matten und nicht auf der Bühne, sondern im Parkett ausgetragen wurden. Die Zuschauer saßen dadurch unmittelbar an den Matten und konnten die Kämpfe in allen Einzelheiten verfolgen. Das Turnier wurde mit einer kurzen Ansprache des Vereinsführers des ersten Kraft- und Sportklubs Gießen, Herrn H e n d r i ch eingeleitet, der die Kämpfer und die Zuschauer herzlich willkommen hieß. Da eine stattliche Reihe von Begegnungen auszutragen war, wurde sofort mit den Kämpfen begonnen. Die Teilnehmer. Federgewicht: Schnaube r, Becker, Quick, Polizei Darmstadt; Müller, „Eiche" Hanau; Gebrüder Schott, Alsfeld; Funk, Gießen. Leichtgewicht: Ohl, Groß-Zimmern; Reuter, Frankfurt a. M.-Heddernheim; Dauth, Hanau; Stoll, Friedberg; Braun, Hersfeld; Steinbach, Kister, Schember, Schott, Alsfeld; Vetter und Klotz, Gießen. Kampfrichter: Herrmann, Hanau; V a u p e l, Marburg. Ergebnisse der Kämpfe im Leichtgewicht. Vetter-Gießen besiegt Kister-Alsfeld nach Punkten; Steinbach-Alsfeld besiegt Braunn - Hersfeld durch Aufreißer; Ohl-Groß-Zimmern besiegt'Schott- Alsfeld durch Eindrücken der Brücke; Schernber- Alsfeld besiegt Stoll-Friedberg durch Hüftschwung; Dauth-Hanau besiegt Klotz-Gießen durch Eindrücken der Brücke; Reuter-Heddernheim besiegt Kister-Alsfeld durch bessere Arbeit; Ohl-Groß-Zimmern be- Kundgebung am 1. fflai. Sitzplätze für die Kriegsopfer und Opfer der Arbeit werden zu beiden Seiten der Tribüne auf Oswaldsgarten freigehalten. Schmelz, Kreispropagandateiter. siegt Steinbach-Alsfeld durch Eindrücken der Brücker Stoll-Friedberg besiegt Schott-Alsfeld durch Halbnelson; Dauth-Hanau besiegt Schember-Alsfeld durch Armschlüssel; Vetter-Gießen verliert gegen Reuter- Heddernheim durch Ausreißer; Steinbach-Alsfeld besiegt Stoll-Friedberg durch besseren Angriff; Ohl- Groß-Zimmern besiegt Klotz-Gießen durch Eindrücken der Brücke; Dauth-Hanau besiegt Vetter- Gießen nach Punkten; Reuter-Heddernheim unterliegt Steinbach-Alsfeld; Ohl-Groß-Zimmern besiegt Dauth-Hanau durch Armzug am Boden; Steinbach- Alsfeld besiegt Dauth-Hanau durch Ausreißer; Ohl- Groß-Zimmern besiegt Reuter-Heddernheim durch Ueberstürzer von vorn. Die Turniersieger im Leichtgewicht. 1. Sieger Johannes Ohl, Vorwärts Groß- Zimmern, 0 Fehlpunkte; 2. Karl Steinbach, VfK. Alsfeld, 5; 3. Fritz Reuter, Germania Heddernheim, 7; 4. Ludwig Dauth, „Eiche" Hanau, 7; 5. Willi Vetter, 1. Kraft- und Sportklub 93 Gießen, 7; 6. Hermann Stoll, Stemm-und Ring- klub Friedberg, 7 Fehlpunkte. Ergebnisse der Kämpfe im Federgewicht. Funk-Gießen besiegt Müller-Hanau nach Punkten; H. Schott-Alsfeld verliegt gegen Quick-Darm- ftabt durch Ueberrourf; O. Schott-Alsfeld verliert gegen Becker-Darmstadt durch Armfallgriff; Schnau- ber-Darmstadt besiegt Funk-Gießen nach Punkten; Quick-Darmstadt besiegt Müller-Hanau nach Punkten; H. Schott-Alsfeld besiegt Becker-Darmstadt durch Hüftschwung; Funk-Gießen besiegt O. Schott- Alsfeld nach Punkten; Schnauber-Darmstadt besiegt H. Schott-Alsfeld durch Schulterschwung; Becker- Darmstadt besiegt Quick-Darmstadt nach Punkten; Quick-Darmstadt besiegt Funk-Gießen nach Punkten; Schnauber-Darmstadt besiegt Becker-Darmstadt nach Punkten. Die Turniersieger im Federgewicht. 1. Sieger Willi Schnauber, Polizei Darmstadt, 2 Fehlpunkte; 2. Fritz Becker, Polizei Darmstadt, 5; 3. Willi Quick, Polizei Darmstadt, 7; 4. Alois Funk, 1. Kraft- und Sportklub 93 Gießen, 8 Fehlpunkte. HandballergebniffeimKreisLahn-Dill. Aufstiegspiele der II. Kreisklasse:, Mtv. Gießen — Tv. Herborn.....11:5 (6:1); Tv. Dorlar — Tv. Garbenheim.....8:11 (2:5). Entscheidungsspiel um d i e Kreisjugendmeisterschaft: Mtv. Gießen (Jugend) — Tv. Wetzlar - Niedergirmes (Jugend) 4:11 (2:6). Freundschaftsspiele: Tv. Allendorf a. d. Lahn I — Tv. Wißmar I 10:4 (7:2); Polizei Wetzlar I — Tv. Wetzlar I 6:15 (2:7); Polizei Wetzlar II — Tv. Wetzlar II 11:2 (6:1); Tv. Dutenhofen — Tv. Dornholzhausen 1:6 (0:3); Tv. Dutenhofen Jgd. — Tv. Dornholzhausen Jgd. 7:6 (3:4); Tv. Dutenhofen Schüler — Tv. Niedergirmes Schüler 3:2 (1:1); Tv. Dorlar Jgd. — Tv. Garbenheim Jgd. 3:5 (0:2); Tv. Hochelheim Schüler — Tv. Münchholzhausen komb. 3:7 (3:1); Tv. Hochelheim komb. — Tv. Münchholzhausen komb. 8:10 (0:5). ------- t in AiiSff öffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16 (Alte Klinik), beginnend. Kurse Gestern wurde uns durch einen Unfall unser sonniger Junge und unvergeßlich lieber Bruder Fritz Lotz andere Geschäft. Näh. Friedberg, Kaiserstraße 135 1. Stock Metzgerei wegzugshalber alsbald andern? zu verpachten. Laden eignet sich auch für jeder Dienstag u. Freitag Erlern, der 10-Finger- Blindschreibmethode Fortbild. (Ziel: Sicherheit und Schnelligkeit) Tfonpfdlßnjfcirtun Zeit 19V<- 2074 Bekanntmachung. Verschiedene Lagerhäuser mit Gleisanschluß An der Margaretenhütte sosort zu verpachten. Auskunft wird erteilt in Zimmer 28 des Stadthauses, Bera- straße 20, oder beim städtischen Lagerverwalter An der Margaretenhütte. 2473C Gießen, den 24. April 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Gewinnauszug L Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 27. April 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 269108 2 Gewinne zu 10000 M. 26817 4 Gewinne zu 3000 3Ji. 63466 205985 4 Gewinne zu 2000 M. 224053 236598 10 Gewinne zu 1000 M. 17867 54651 282137 308352 399727 20 Gewinne zu 800 M. 34784 35151 121423 151598 163409 182821 222262 234928 277459 291453 56 Gewinne zu 500 M. 12038 18594 46768 67842 71904 76693 93090 102454 111476 114640 121420 122243 124254 145152 147827 162084 172532 214880 229108 280124 287760 302140 316962 327817 335814 346921 363104 383334 150 Gewinne zu 200 M. 3840 5384 8555 8587 12315 14998 19167 24581 26501 38797 51032 56441 61334 61723 62309 68165 69112 74497 83004 94713 99787 101307 105217 107268 116966 121053 123658 130240 130374 132713 145833 146154 159516 161358 167204 168248 176673 200953 202003 209441 226651 237408 247064 250637 254918 256610 257167 262142 269497 278371 283122 293492 298613 299220 301564 302741 303016 303536 303582 304891 305769 307588 330387 332733 336201 350391 353603 353610 358542 362938 369092 371394 371849 380374 396523 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen Die Ziehung Süddeutschen (2 117862 146201 165081 193430 234281 265698 329714 350886 375972 111469 133035 159144 173116 222951 254882 301245 341773 370325 117103 136430 160604 178773 226833 264816 310628 343403 371644 124231 150500 169372 194283 250565 276927 335279 352474 377725 107363 128718 158485 172479 199796 254585 281812 339483 365316 396817 12 Gewinne zu 1000 M. 267976 301176 388383 „ — Klasse dar 45. Preußisch- t , ■ - ™ (27L Preußischen) Klassen-Lotterie kmdet a» 2L und 23. Mai 1035 ßott. 2 Gewinne zu 5000 M. 177738 2 Gewinne zu 3000 M. 96179 4 Gewinne zu 2000 M. 53899 227251 ™ 162491 189289 213857 125589 155628 170303 199343 253290 277448 337126 362550 383282 der 2. 24 Gewinne zu 800 M. 8327 15897 34582 52381 108856 122642 222756 274477 310857 332383 339668 376905 50 Gewinne §u 5OO M. 8690 27972 31847 35984 38764 59895 69275 117928 168043 176644 203533 209558 229392 242878 249560 259427 262161 266015 274851 277082 280920 308963 331571 370801 386631 166 Gewinne zu 2OO M. 2074 6781 8972 10170 22595 25006 26663 29406 33641 36929 38787 49278 59151 60007 60874 65657 66899 70950 96968 100344 . 87534 95705 c Ml 2q H ,2 4- E „O 1 Ä- v -2 ^«5 =5^ 2>E E -S J* K ’«:i E o 0 E O £ E "SzS E c k e>*> e E Q<5sS' . Es> ‘&SUJM £E . E qE ij 'c O — — Cd r- — JrgfsJL ® uL.2 o q S 3 3 J -«2 c c*b -2geo S C <- 3