zreitag, 29. März 1935 185. Zahrgang Ht.Z5 «tftes Blatt Gießener Anzeiger Beträchtliches Abweichen der Meinungen, aber nützliche Klarstellung der Standpunkte Der Ostpakt macht Schwierigkeiten einem Die Fühlungnahme mit Sowietrußland t Llond George niemals vertragen konnte. Denn der wohl das Vermächtnis des Krieges lebendig ist- ____.__r” 'Tiio ©onntni« -INP-; gemeinsamen Ovfers . so sagte nicht. , , .,, — Neu ist dieses Programm wahrlich nicht. Es wurde von Lloyd George bereits am 24. November 1918 verkündet. Und zwar mit Worten, die erkennen lasten, daß in dem 72jährigen Lloyd George sehr werden möge, war in politischen Kreisen Londons Gegenstand von Betrachtungen. Indessen wird mit einer entscheidenden Entwicklung in dieser oder in einer anderen Richtung kaum vor der Rückkehr des Lordsiegelbewahrers Eden gerechnet. Im übrigen ist der Außenminister zur Zeit mit der Ausarbeitung seines ausführlichen Berichtes über die Berliner Besprechungen beschäftigt, der dann an die Mitglieder des Kabinetts verteilt werden soll. Auch die französische und italienische Regierung sollen in Kürze über den Inhalt der Berliner Besprechungen ins Bild gesetzt werden. Wahrscheinlichkeiten die völlig abwegige Behauptung aufgestellt worden ist, daß der Führer m seinen Besprechungen mit Simon die Rückgewinnung des Korridors, die Angliederung der deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei usw. verlangt habe. „Star" gibt die Aeußerung eines englischen Regierungssprechers wieder, der entschieden in Abrede stellte, daß Hitler jemals derartige Vorschläge gegenüber Simon, gemacht habe. Auch die Anregung, daß nach den Besprechungen von Stresa eine Konferenz der europäischen Mächte nach London einberufen ers und Kämpfer zu acht Geld- t mit der Den Be- en Publi. egen Be- r 6 Mo« t Geld- auf zwei urbe, be- rf um die Men Anime wirt- icht zulie- i und sich t sich als klußerdem ein Mo- > es be-- um wto \ xäM j ein < i bezahlen. Der radikale Arbeiterabgeordnete Maxton erkundigte sich hierauf nach der Zusammensetzung der Konferenz von Stresa, worauf Sir John Simon erwiderte, daß diese Zusammenkunft zwischen den drei Mächten vereinbart worden sei. Maxton wollte hierauf wissen, ob irgendwelche Besprechungen, die in den nächsten zehn oder elf Tagen stattfinden würden, die Zusammensetzung der Konferenz von Stresa ändern werden, oder ob es bei der ursprünglichen Vereinbarung einer Dreierkonferenz bleiben werde. Simon antwortete: Die Zusammenkunft von Stresa ist eine Zusammenkunft j für die drei Mächte. Ich glaube nicht, daß es für irgend jemand möglich ist, Mutmaßungen darüber anzustellen, welche Ereignisse unter Umstanden hiernach eintreten können. Auf eine weitere Anfrage erklärte Außenminister Sir John Simon: „Ich habe nichts von irgendeinem Vorschlag, die allgemeine Wehrpflicht in Oesterreich einzuführen, gehört. Auch ist bisher nichts von irgendeiner Mitteilung zwischen dem Völkerbund und Oesterreich über diesen Gegenstand bekanntgeworden. ♦ Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: schiedenheiten zutage getreten sei. Die Besprechung wird am Freitagvormittag fortgesetzt. Am Donnerstagabend gab Außenkommissar Llt- winow ein Essen zu Ehren Edens, an dem zahlreiche Mitglieder der Sowjetregierung, der britischen Botschaft in Moskau, Sowjetbotschafter Maiski und viele politische Persönlichkeiten der Sowjetunion teilnahmen. Litwinow erklärte in seiner Begrüßungsrede, daß zwischen der Sowiet- union und Großbritannien die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen eine äußerst befriedigende Entwicklung nehmen, und daß auf politischem Gebiet die Beziehungen sich mehr und mehr verbesserten. Der Besuch Edens habe um so größere Bedeutung, als im Augenblick Hinde-r- nisse für eine Aufrechterhallung der friedlichen internationalen Ordnung auftauchen. Es gelte jetzt bereits als Leitsatz, daß die Gefahr eines Krieges nur verhindert oder verkleinert werden könne durch kollektive Bs« mühungen aller Staaten, und besonders der Großmächte. Er sei der Ansicht, daß die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Sowjetunion für die Erhaltung des Friedens eine entscheidende Bedeutung haben könnte. Den Besuch des Lordsiegelbewahrers sehe er als Unter- London, 29. März (DNB. Funkspruch). Die „Times" schreibt, die Ansicht der britischen Regierung über den Bericht Simons werde von dem Bericht Edens aus Moskau beeinflußt werden. Die europäische Lage sei so schwierig, daß verfrühte Erklärungen und noch mehr verfrühte Schlußfolgerungen aus solchen Erklärungen vermieden werden müßten. Unter Hinweis auf die Unterhauserklärung Simons behauptet das Blatt, die deutschen Bemerkungen über das Kommunique vom 3. Februar seien hauptsächlich negativ gewesen. Der vorgeschlagene O st p a k t werde jetzt — vielleicht mit Unrecht — als Hauptpunkt einer allgemeinen europäischen Regelung betrachtet. Die deutschen Einwendungen dagegen seien zwar verständlich, aber nicht vollkommen überzeugend. Es müßte doch noch möglich sein, für die Bildung einer Gruppe kollektiver Sicherheiten in diesem Teil der Welt zu sorgen, einer Gruppe, in der sich nur die Länder zu gegenseitigem Beistand verpflichten würden, die sich hierzu entschließen wollten. Die anderen müßten sich mit zweiseitigen Nichtangriffspakten begnügen. Der Besuch in Moskau werde wahrscheinlich die Bedeutung des Ostpaktes eher vergrößern als vermindern. Es werde wenig Hoffnung auf eine allgemeine Regelung geben, wenn dort nicht irgendein Puffer gegen einen Angriff geschaffen werden könne. Vielleicht könnte eine allgemeine östliche Luftkonvention einen geeigneten Rahmen für besondere Verteidigungsvereinbarungen bilden. Die Luftfrage sei im Osten wie im Westen von größter Wichtigkeit. Einige dex Einwendungen, die Polen ebenfalls gegen den vorgeschlagenen Sicherheitspakt erhebe, könnten vielleicht beschwichtigt werden, wenn in der allgemeinen Verpflichtung zum Handeln nicht die Besetzung eines Landes durch die Truppen ein es anderen vorgesehen würde, Die Erklärung des Außenministers über seinen Berliner Besuch wurde in den Wandelgängen des Unterhauses le b h a f t erörtert. Der allgemeine Tenor der Ausführungen Simons wird bei aller Zurückhaltung, die der Minister im Hinblick auf die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten übte, zumindest nicht negativ gewertet, eine Beurteilung, die eine Stütze in dem Hinweis Simons finde, daß das Wissen um den gegenseitigen Standpunkt für jeden weiteren Fortschritt unerläßlich sei. Besondere Aufmerksamkeit fand die Aeußerung Simons, daß unautorisierte Agenturmeldungen, die in einigen Kreisen laut geworden seien, n i ch i ernst genommen zu werden brauchen. Mit die ser Bemerkung ist der Berliner Bericht des „Daily Telegraph" gemeint, in dem unter anderen Un- t»iß diese Propaganda von jemandem getrieben tmben müßte, der etwas davon versteht. 'Wie wäre es also, wenn man den alten wallisi- kien Zauberer aus seinem Maulwurfsb-au heraus- i» ite, diesen Virtuosen der Demagogie mit dem zug- tÄftigen Namen? So halb und halb hatte er sei- n n Löwenkopf doch schon aus dem politischen Erd- r«nch herausgesteckt, als er vor fünf Jahren das 5,70 30 10' "J’S v !'Z 0,203 3,053 53-39 Sill-9 56 5,285 16-45 168,54 Ä 76 0,701 5,661 60-11 <9, 5 ,0'S 61'fij 80-8» 34,08 ihl 2,495 ht.) Um rieb: 77 Färsen), kosteten: i, Schafe • Markt- elmähig, nicht einmal zum Zwecke gegenseitigen B e i st a n d e s. Das erste Bedürfnis im Osten wie im Westen sei, einer Zusammenballung von Bom- benflugzeugen überwältigende Abwehrkräfte entgegenzustellen. Entscheidend sei die Frage, ob die Reichsregierung ein Anhänger des Kollektivsystems ei. Die Berliner Besprechungen deuteten auf eine negative Antwort hin. Zum Schluß erklärt „Times", auf der positiven Seite bleibe die geplante westeuropäische Luftkonvention, übrig: sie ei keineswegs gering einzuschätzen. Auch jetzt sollte es noch nicht zu spät sein, die verhängnisvolle Neigung für zahlreichere und größere Waffen einzudämmen, wenn Deutschland bereit sei, sich zu verpflichten, nichts zu bauen, was andere Nationen nicht besäßen. r L , „Daily Telegraph? bezeichnet es als sehr bedauerlich, wenn auch unvermeidlich, daß der Staatssekretär des Aeußeren vor der Konferenz von Stresa Zurückhaltung über seine Berliner Besprechungen bewahren werde. In der Zwischenzeit würden teils unbegründete, teils nicht ganz unbegründete Vermutungen freie Bahn haben, besonders, da Simon es für seine Pflicht gehalten habe, im Unterhaus von einem beträchtlichen A u s - einandergehen der Ansichten der beiden Regierungen Mitteilung zu machen. Diese Mitteilung sei zu begrüßen, denn es sei am besten, von einer Uneinigkeit offen und ehrlich zu sprechen, um halbverborgene Intrigen zu verhindern, die in internationalen Beziehungen gefährlicher seien als die rückhaltslose Feststellung einer Meinungsver- schiedenheit. „News Chronicle" behauptet, die britischen Minister seien nach längeren Erörterungen des Berichts des Außenministers pessimistisch g e st i m m t gewesen. Es werde jetzt in London anerkannt, daß man in Europa einer neuen Lage gegenübertreten muß. Dies, gebe der Zu- ; sammenkunft von Stresa neue erhöhte Bedeutung^ nmer noch z verleilm- n national' haft unter- ist mit ber gegangen, itbe walten Zauber- alt Wein' ld)e Wühl' [tfitaf«, , unb hochbeantragen Singen* ber ©F1 nbliche Zei- : wahren Lorsch, ex „Ernsten -sein V. gegen die Ameise nur 3“' oar. „Die Kenntnis eines gemeinsamen Opfers", so sagte er damals, „einer gemeinsamen Brüderschaft des Leides und der Anstrengung hat sich tief in den Sinn unseres Volkes gesenkt; mit dieser Kenntnis müssen wir an das nächste große Unternehmen herantreten, das vor uns liegt. Wir alle fühlen, daß diese heroischen Männer eine neue Welt ermöglicht haben und daß sie ihr volles Maß Dankbarkeit verdienen. Es gibt jetzt eine neue Art der Kameras schäft zwischen den verschiedenen Klassen und ich bin froh, daß wir an die neuen Probleme im Sinns dieser Kameradschaft Herangehen. Wir wollen fW halten, so lange wir können." Das sind schöne Worte, denen die Erfüllung bis heute oer aqt blieb. Werden sie jemals verwirklicht werden können, so lange die „Times die demo- kratische Mittelmäßigkeit als politisches Ideal feiert? Der alte Zauberer, der einmal gesagt hat, daß der wildeste Revolutionär der reaktionärste Mensch in ber Welt ist, ist bis heute die klare Antwort auf diese Frage schuldig geblieben. alte Zauberer liebt wohl konservative Liberale, aber nicht liberale Konservative. Noch immer jedoch leitet Stanley Baldwin seine kon ervativen Schäfchen wie ein guter Hirte, der ihnen gern allzu große Aufregungen erspart. Wer bürgt ihm dafür, daß der Rattenfänger aus Wales feine Herde nicht auf Wege lockt, bte nun- bestens ungewöhnlich sind und leicht zum Absturz führen? So wird er das Arbeitsbeschaffungsprogramm Lloyd Georges dem Konservativen Parteikongreß vorlegen, der in einem Monat zusammentritt. Dieser mag dann darüber bestimmen, ob Siedlung, Straßenbau, Ausbau der Elektrifizierung und des Telephonnetzes, Wohnungsbau einschließlich Beseitigung der Slums, Selbstversorgung soweit wie irgend möglich, wünschenswert sind ober Vßcheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Magen: Die Illustrierte Heßener Famllienblätter H imat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: gjtt 4 Beilagen RM.1.95 OZne Illustrierte , 1.80 Z stellgebühr.. „ -25 Arch bei Nichterscheinen »iit einzelnen Nummern hfolge höherer Gewalt zernsprechanschlSsse Itter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- rchten: Anzeiger Gieße« voftscheckkonto: Kanksurt am Main 11688 Baß> ist George über seine engeren wallisischen Ernzen hinausgewachsen, trotzdem ihn auch heute noch ein altes Lied in der fast unaussprechlichen Spache seiner Heimat fast zu Tränen rührt. Bald ist er der Anwalt der Massen, die noch immer cm die befreiende und erlösende Kraft des Liberalismus glauben. Für sie kämpft er gegen die Land- lo»s, gegen die Besitzer riesiger, landwirtschaftlich brachliegender Latifundien, für eine soziale Gesetz- gelmng. Die liberale Regierung Campbell-Ban- »eimann überträgt ihm das Handelsamt; bei | Kriegsausbruch ist er Schatzkanzler, 1915 bis 1916 Mnitionsminister, 1916 Kriegsminister, 1916 bis 19.2 Ministerpräsident. Der große Erdrutsch der D: hlen von 1922, der zum ersten Mal die Arbeiter- »tt tei an die Macht emporträgt begräbt auch ihn. 3on nun an scheint es, als ob sich Lloyd George d! ein Maulwurf einbuddeln wolle, wie ein Maul- tDirf, ber feinen Winterschlaf halten will. Seinen Ci? im Parlament freilich gibt er nicht auf; ja, je lirger er unter den „Gemeinen" die Grundsätze {einer Politik vertritt und verteidigt, desto virtuoser pi’-It er auf dem parlamentarischen Klavier. Zuletzt reförpert er gar keine Partei mehr, sondern nur fit! selbst. Zuletzt ist er der „alte Zauberer", on dessen Lippen das Haus, auch wenn feine kom- po te konservative Mehrheit ganz anderer Meinung ist hängt. London, 28. März. (DNB.) Staatssekretär des Auswärtigen, Sir John Simon, wurde heute vormittag im Buckingham-Palast vom K ö ni g empfangen. Die Unterredung dauerte 45 Minuten. Sie galt der Berichterstattung über die Besprechungen in Berlin. Der Minister gab dann t m Unterhaus eine kurze Erklärung ab, wonach ihn der Oppositionsführer Lansbury gefragt hatte, ob er sich zu seinem Berliner Besuch äußern könne. Sir John Simon, der mit lautem Beifall begrüßt wurde, sagte: „Das Unterhaus weiß, daß der Besuch in Berlin einer von mehreren Erkundungs- I und Anfragebesuchen ist, die zur Zeit im Auftrag der englischen Regierung in verschiedenen ausländischen Hauptstädten abgestattet werden. Sobald diese Besuche abgeschlossen sind, wird eine Zusammen- kunflin Stresa in Norditalien folgen, wo ich Mussolini und Canal zu treffen hoffe. Unter diesen Umständen ist es n i ch t wünschenswert, eine erschöpfende Erklärung über die Cage abzugeben, die zur Zeit noch geprüft wird. Unautorisierte Mutmaßungen, die in einigen Kreisen laut geworben sind, brauchen nicht ernst genom- I men ju werden; ich möchte indessen sagen, daß im Caufe der zweitägigen Unterhaltungen mit Herrn Hitler das europäische Problem in bezug auf Deutschland durchgesprochen wurde, und daß alle Fpagen behandelt wurden, die in dem Londoner Kommunique vorn 3. Februar erwähnt sind. Ein beträchtliches Abweichen ber Rteinnnger zwischen den beiben Regierungen trat bei den Besprechungen zutage. Aber das Ergebnis der Zusammenkunft war insofern zweifellos wertvoll, als beide Seiten in der Cage waren, ihre diesbezüglichen Standpunkte klar zu verstehen, ein Prozeß, der für jeden weiteren Fortschritt unerläßlich ist." „Orangebuch ber Liberalen" mit dem kühnen Titel „Wir können die Arbeitslosigkeit besiegen", „Wir haben für ben Krieg mobilisiert — Laßt uns für die Prosperität mobilisieren!" veröffentlichte unb erst kürzlich in Bangor sein Wahlbanner entfaltete. Grunbfätzlich erkennt Lloyd George bte jetzige „Nationale Regierung" an, fordert aber erstens ein umfassendes Arbeitsbeschaffungs - Programm und zweitens zu dessen reibungslosem Gelingen die Ausbootung des Schatzkanzlers Neville Chamberlain und des Außenministers Str John Simon i aus dem Kabinett. Zu verdenken ist diese Forderung dem alten Kämpfer mit dem noch immer jungen Herzen nicht. Denn Neville Chamberlain ist die verkörperte Mittelmäßigkeit, ein Mann, wie ihn die „Times" sich wünscht, ein Finanzminister, der jeden Pfennig umdreht, Schätze sammelt, spart, wo es irgend möglich ist, und im übrigen der Ansicht ist, daß der Staat nur für ein ausgeglichenes Budget w sorgen habe; alles andere werde sich dann auto- I matisch von selbst regeln. Ein liberaler Konservativer 'also ebenso wie Str John Simon, mit bem sich Edens Besuch in Moskau. Dio erste Besprechung mit Litwinow. Moskau, 28. März. (DNB.) Der Lordsiegelbewahrer Eden ist heute vormittag in Moskau ein getroffen. Auf dem Bahnhof waren zu seiner Begrüßung Vertreter der Sowjetregierung, die Mitglieder der englischen Botschaft, die Vertreter der ausländischen und der sowjetrussischen Presse erschienen. Der stellvertretende Chef des Protokolls begrüßte Eden im Namen der Sowjetregie- rung. Äußenkommifsar Litwinow empfing um 17 Uhr den Lordsiegelbewahrer in Anwesenheit der Botschafter Chilston und Maiski sowie des Direktors der Dölkerbundsabteilung des Foretgn Office Strang. In zweistündiger Unterredung tauschten der Volkskommissar und der britische Minister ihre Meinungen über aktuelle Fragen der internationalen politischen Lage aus. Insbesondere unterrichtete Eden Litwinow über den Inhalt der kürzlichen Verhandlungen der britischen Minister mit der deutschen Regierung. Die Unterredung zwischen Eden und Litwinow ist in einer äußerst freundschaftlichen Atmosphäre vor sich gegangen. Einstweilen sollen keinerlei Meinungsver- - Dieser kompakten Majorität ist se.it einem Jahre I $q- nicht recht wohl zu Mute. Die Lorbeeren, auf h teuen sie seit dem phantastischen Siege von 19311 < Eruht, sind dünn, welk und brüchig geworden, i 461» riechen muffig, und die Wählermassen haben 11 fußen Geruch satt. Stets hat ein gutes Drittel ber Mischen Wähler zwischen den Parteien geschwankt. 1 N t richtigem sportlichen Instinkt ist es geneigt, ■ki Konservativen ober Liberalen ober ßabour «ue Chance zu geben. Politische Erfolge, wie sie ti- „Nationale Regierung" unter Macdonald, Twille Chamberlain und Sir John Simon zwei- fel 09 aufzuweisen hat, sind für kein britisches Kadi-ett jemals ein Ruhekissen gewesen. Der Wähler (a-.gmeitt sich und das ist schlimmer, als wenn er öj.tenb wäre. Das mag paradox klingen, aber die Buten sind nun eben einmal gern paradox. Wie di ft man dieser Langeweile ab, so fragen die kon- s?Wativen Parteiauguren und erinnern sich, daß bereits kurz nach dem Weltkrieg die hochkonserva- tiw „Morning Post" Lloyd George im Na- w-n ber „Dierhards", der Männer vom Schlage fafton Churchills, Lord Lloyds und Sir Robert h rnes aufgesordert Hatte, in die Reihen der Kon- le-roatiDen einzutreten. Das hieß: ben Labour-Teufel nttt dem liberalen Beelzebub austreiben. Lloyd Z orge indessen verschloß sich in seinem Maul- varfbau, dessen unterirdische Gänge unter allen Mtischen Lagern kreuz und quer liefen. Von fei’ ium wallisischen Hauptbau aus beobachtete ber „alte 3 uberer", wie das Gelände, auf dem sich das lkilbinett Macdonald bewegte, immer schütterer oirbe. Ein Wahlkreis nach dem anderen ging ber konservativen Armee an ßabour verloren; die Ge-1 in-indewahlen waren einem Seebeben zu vergleich n, dem über kurz ober lang ein heftiger Vulkan- i’jsbrud) folgen werde. Die Wahl schließlich von Boaoertree — von Wank eb a um — nomen est »nen? — rief ein solches Kopfschütteln aller kon- skwativen Parteitanten hervor, daß die staubigen Drücken nur so rauchten. tWavertree war mehr als nur der Schauplatz en es häuslichen Streites zwischen den Konservativen. Die Zersplltterung zwischen ben konservativen Stimmen, von der ßabour völlig unverhofft pro- jiiierte, war vielmehr ber Ausdruck ber allgemei- m politischen Uns icherheit unb Ratlosigkeit, von der die Wählermassen ergriffen sind. Eie Konservativen verfügen über keine zugkräftige Parolen, und wenn die gute, alte „Times" die iktittelmäßigkeit als das Ideal eines demokratisch regierten Staates feiert, so beweist das ja nur die algemeine Verlegenheit in den Reihen ber Regie- r.mgspartei. Dumpf ahnt man dort natürlich, baß ewas Propaganda nichts schaden könnte und hoch. hinter» ?• Än >e tDQr terunn ^tige? ennsch, Mehl. Ä R XI» ilen bes £ IX H XIV Wajjer. -Son,. W XIII 1 23,70. Weizen- Weizen- igentleie eise ab mkuchen Fabrik. Torfen« ioggen- । Mark. Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhessen ” ’ behördliche Anzeigen 6Rpf. t>n« .»» HW BritlW ««rHUls.B* »n» st.I.troto.l In «ft-», -»» Oer alte Zauberer. IGirIohnGimon im Unterhaus über die Bedeutung ÄSiÄ'i-BfÄS ■ berliner ^esuckes M ihn seine Landsleute nennen, zum ersten Mal VvV IIIIVI bo: Haus der Gemeinen zu Westminster betrat. Sibenundzwanzig Jahre zählte damals ber liberal: Vertreter von Carnavon, der einen glänzenden I Biig über die englischen Landjunker in seiner Heine Wales davongetragen hatte. Da sitzt er nun ini Unterhaus unter lauter Abgeordneten, die durch bik traditionelle Schule der britischen Politik gegan- jei find, unter jenen Männern von Eton und Harros», Oxford und Cambridge, deren typischste, Vertreter Lord Balfour ist, denen wie Dl dstone lateinische und griechische Zitate glatt dd: den Lippen fließen, er, der Sohn eines Fickschusters, der sich auf autodidaktischem1 Dge die für den Beruf eines „Anwalts m iter Klaffe" gerade notwendigen Kenntnisse des Fnnzösischen und Lateinischen erworben hat. Davit Lloyd George schreibt damals: „Aber ach, die Puatte war ganz unwirklich, ohne Glut und Ernst- tzMgkeit". David Lloyd George ist fein Mann des P^laments. Seine Parteigenossen behandeln ihn — k M heißt es in einer Biographie über ihn — „mit IM beschränktem Wohlwollen". Sie haben ihm nie sp recht getraut, aber ebensowenig seinen stürmische Aufstieg zu verhindern vermocht. M s V. ienflpflicht und Wehrpflicht ergänzen sich Ein Vortrag des Reichsarbeitsführers Hierl. * ZU wirken *noH.e ein ? 111'ft mei von heute LZ Bor ;Wu. U gebe es Vne® der Ä ? ’Wlait m Willen s >■* ■ S' * 'n e ■$l«l 119 X n 'M?’5 "4 ÜtS * Hl ««n, K.' .’t a« Ä: Öl« itt de, N,Ä «61 6 "t" i y z wj/lli. schastsberater eingestellt. Von 100 Streit- allen seien etwa 90 durch gütliche Vereinbarungen erledigt worden. Monatlich würden 180 000 bis 250 000 Auskünfte erteilt. Nur 2000 Urteile brauchten zu erfolgen. r , ... Stabsamtsleiter Reischle sprach dann über die Grundlagen und Auswirkungen der national» sozialistischen Marktordnung. „Blut und Boden" müsse zur Grundlage unserer Wirtschaftsordnung werden. Bei einer zielbewußten Wirtschaftspolitik könne es sich nur darum handeln, alle Löhne und Preise innerhalb des deutschen Lebensraumes so zu gestalten, wie es den deutschen Lebensverhältnissen entspricht. Eine pflichtge- Der dritte Tag. Leipzig, 28. März. (DNB.) Die Dormittagssitzung am dritten Tage der Reichstagung der DAF. brachte Rechenschafts, und Tätigkeitsberichte. Zunächst sprach Abteilungsleiter Dr. W e i ß über die NS.- Gemeinschaft ,Kraft d urch Freude . Die kulturelle Entwicklung fuße auf, der Erkenntnis der Rasse und der Arbeit. Es gebe künstlerisch nichts Schöneres als die Verherrlichung der Arbeit in Schrift, Wort und Ton, darin spiegele sich Die ganze Gröhe des menschlichen Lebens wider. ,Kraft durch Freude" verschiebe nicht die Volksgenossen nach Art eines Reisebüros, sondern in der Gemeinschaft solle der schaffende Mensch sich selbst, sein Volk, sein Vaterland erleben. — Wenn die Gemeinschaft darauf dringe, menschenwürdige Ar- beitsstätten zu schaffen, so diene ße damit wiederum der Arbeit. Wenn die Arbeit höchstes Menschheitserlebnis sei, so sei-die Arbeitsstätte auch Tempel und Gotteshaus. Gott wohne überall, wo Menschen ringen und schaffen. Es gelte, im deutschen schaffenden Menschen alles, was verschüttet lag, ans Licht zu holen, damit er sich vollwertig und stolz als deutscher Mensch fühle. Die Tätigkeit des Presseamtes der DAF. behandelte sodann der Leiter des Amtes B i a ll a s. Das „Arbeitertum" habe eine Durchschnittsauflage von 1,4 Millionen, der „Aufbau" eine solche von 1,37 Millionen. Beide Blätter, deren spätere Vereinigung geplant sei, würfen nennenswerte Ueberschüsse ab. Daneben gebe das Presseamt den „Informationsdienst" und das „Amtliche Nachrichtenblatt der DAF. und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" heraus. Mit der Eingliederung des Dinta habe die DAF. 98 Werkzeitungen mit einer Gesamtauflage von wöchentlich 1,3 Millionen übernommen. Hierzu kämen 115 dem Dinta nicht angeschlossene Werkzeitungen. In allen Betrieben mit einer Belegschaft über 500 Mann solle eine Werkzeitung entstehen. Jedes Mitglied der DAF. habe Anspruch auf kostenlose Lieferung eines Fachblattes. Scher i-Bildmaterodiensl Exzellenz Francesco Agramonte y Cortijo (X) mit den Mitgliedern der Botschaft. Reichspräsidenten" geleitet. Der Botschafter hielt eine Rede, in der es u. a. hieß: Euere Exzellenz! Spanien unterhält ununterbrochen schon seit mehr als anderthalb Jahrhunderten normale diplomatische Beziehungen zu Deutschland. Spaniens Mitaroeit an allen Werken des Friedens ist offenkundig. In diesem Geiste bietet es sich dem großen deutschen Volkes zur entschlossenen Mitarbeit an durch den bescheidensten rung wurde der Präsident der parlamentarisch!! Organisation des Regierungsblocks, Oberst QBalen) Slawek, beauftragt.. Das neue Kabinett rourbth sofort gebildet. Ministerpräsident ist Oberst Slo'ki wek. Alle übrigen Mini st er verbleib cn rote bisher auch im neuen Kabinett. SlarvchII der einer der Vertreter der neuen polnischen 2.H fassung ist, und in den letzten Jahren Präsident btt ° politischen Organisation des Pilsudski-Lagers, ro|| sogenannten „unparteilichen Blocks der Zusammen arbeit mit der Regierung" gewesen ist, hat b«! Amt des Ministerpräsidenten bereits zweimal mi kleidet, und zwar von Ende März bis Ende AuW ’ 1930 und von Anfang Dezember 1930 bis Enfl! Mai 1931. ' seiner Vertreter, der immerhin berechtigt ist, auf seine alte Bewunderung für Deutschland und besonders darauf hinzuweisen, daß er dem Studium und der Erforschung einer der ruhmreichsten Gestalten der deutschen Geschichte (Friedrich dem Großen. D. Red.) einige Zeit gewidmet hat. Unsere beiden Völker sind ja dazu berufen, ihre Beziehungen ebenso, wie sie es auf kulturellen, sozialen und wirtschaftlichem Gebiete bereits seit längerer Zeit tun, so auch auf dem politischen Gebiete täglich enger zu knüpfen. Beide Völker sind sich ihrer Ueberlieferung bewußt und friedliebend, sie müssen sich daher vollkommen verstehen und einmütig an dieser edlen Aufgabe Zusammenarbeiten. Der Führer und Reichskanzler antwortete u. a.: Sie weisen darauf hin, mit welcher Entschiedenheit das neue Spanien seinen Willen zur Mitarbeit an allen Werken des Friedens zum Ausdruck bringt. Seien Sie überzeugt, daß das neue Deutschland von dem gleichen Wunsch nach friedlicher Entwicklung beseelt ist und Ihrem Vaterlande, das auf eine so große Geschichte zurückblicken kann, mit besonderem Verständnis und dem Wunsche nach vertrauensvoller Zusammenarbeit gegenübersteht. Aufrichtige Genugtuung bereitet es mir, daß die Aufgabe, für ein gleiches Verständnis deutscher Dinge in Ihrem Lande einzutreten, Ihnen, Herr Botschafter, zugefallen ist als einem Manne, der seine persönliche Erfahrung in Deutschland durch das Studium einer für die jetzige Zeit hoch bedeutsamen Epoche der deutschen Geschichte vertieft und bereichert hat. Anschließend unterhielt sich der Führer längere Zeit mit dem Botschafter. Während des Botschafterempfanges hatte sich in der Wilhelmstraße eine zahlreiche Menge angesammelt, die das Schauspiel der An- und Abfahrt der Diplomaten mit Interesse verfolgte. Nach Schluß des Empfanges zeigte sich der Führer und Reichskanzler am Eingang des „Hauses des Reichspräsidenten" und schritt die Front der im Ehrenhof aufgestellten Abteilung des Heeres ab und begrüßte sie, ebenso ihren Offizier. Beim Erscheinen des Führers brach die Menge in stürmische Heilrufe aus, für die der Führer freundlich dankte. Kabinettsumbildung in polen. Warschau, 28. Mörz (DNB.) Durch eine Der- orbnung des Staatspräsidenten wurde am heutigen Donnerstaamittag die Parlamentstagung geschlossen. Darauf trat der Ministerrat zusammen, der den Rücktritt des Kabinetts beschloß. Der Staatspräsident hat das Rücktrittsgesuch angenommen. Mit der Neubildung der Regie- I bas nun mehr j seinem Banne ! ' (Ein riesiger ö tische Wollend ö demsches Land, I M. Dann la ' Reichsstadt M i das Flugzeug i i und durch bere l Kolonnen mm LM der Mer ft flug schwebt ! « Flugplatz, von o rung aus den Unb nun fäl Hau'chörltchem ( H höhnen von I lachenbe Gefich » gegen. Die gc Dingt auf. Bor pfänd für eine künftige Zusammenarbeit an. Litwinow schloß mit dem Wunsch, daß ein aufrichtiger Meinungsaustausch zwischen Eden und ihm hierzu viel beitragen werde. Lordsiegelbewahrer Eden erklärte in seiner Antwortrede, daß sich die Außenpolitik der britischen Regierung auf den Völkerbund gründe und würdigte in diesem Zusammenhang die Be- deutung des Eintritts der Sowjetunion in den Völkerbund. Er sei fest davon überzeugt, daß die gegenwärtige politische Lage nur durch einen aufrichtigen Meinungsaustausch und durch eine persönliche Fühlungnahme zwischen den Vertretern der großen Länder verbessert werden könne. Die Aufgabe der Staatsmänner bestehe darin, einen Ausweg aus den Schwierigkeiten zu suchen, vor denen jetzt Europa stehe, einen Ausweg, der für alle Länder gerecht und ehrenvoll sein und den Grundsätzen einer k o l - lektüven Sicherheit entsprechen müsse. Nach dem Essen fand ein großer Empfang zu Ehren der englischen Gäste in Anwesenheit des Diplomatischen Korps, führender politischer Persönlichkeiten und der Vertreter der in- und ausländischen Presse statt. Das Echo in London. Englands Schlüsselstellung. London, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Das Interesse der Londoner Blätter hat sich noch Moskau gewandt, wo zum ersten Male seit der bolschewistischen Revolution ein britischer Minister weilt. In den Meldungen über Vie zwischen Litwinow und Eden gewechselten Trinksprüche wird besonders der Umstand hervorgehoben, daß der Sowjetkommissar auf das Wohlergehen des Königs von England getrunken hat. „Daily Telegraph" meldet aus Moskau, daß sich jetzt Rußland um die Gun st Englands bewerbe. Moskau ersuche nicht um direkte britische Teilnahme an der östlichen Sicherheit, hoffe aber das britische Wohlwollen für eine baldige Vereinbarung der 8tatu§ - guo-Mä ch t e innerhalb eines Sicherheitssystems zu gewinnen, dem Deutschland jederzeit beitreten könnte. Es erkläre kühl, mit dem Wert zweiseitiger Nichtangriffspakte sei es längst vorbei. Sie böten keine Sicherheit für den Fall, daß ein Pakt oder Vertrag verletzt werde. Wahrscheinlich werde Litwinow nicht auf Zusicherungen über die künftige Politik Großbritanniens bringen, fonbern sich bemühen, bestehende englisch- ruffifdje Schwierigkeiten zu beseitigen. „Times schreibt, Litwinow habe Eben gegenüber sehr freimütig die fortschreitend Verschlechterung b e r russisch - beutschen Beziehungen seit zweieinhalb Jahren geschilbert unb die Ansicht geäußert, baß bie Militärdienstpflicht in Deutschland eine ganz neue Lage schaffe. Nach Ansicht der Sowjetregierung sei die britische Haltung am Ende vielleicht für Frieden oder Krieg entscheidend. „Daily Herald" schreibt, bei der heutigen Aussprache werde Asien eine wichtige Rolle spielen. Möglicherweise sei die bevorstehende Zusammenkunft zwischen Eden und Stalin der erste Schritt zu einem aufrichtigen englisch - russischen Einvernehmen in Asien. „News Chronicle" meldet, es sei nicht un- bundene Gemeinschaft verbinde das Einzel, handeln mit dem Gemeinwohl und schaffe dir Grundlage für wirtschaftliche Höchstleistungen. Du Marktordnung schalte falschen Wettbewerb aus uni werde so zur Grundlage des Leistungswettbewerbes. Sie bilde die Brücke vom Bauern zuin Arbeiter. Insbesondere zeige sich ihr Sozial!;: mus in der sozialistischen Preisgestal. tung, die nicht einseitig nur die Bedürfnisse bes Erzeugers berücksichtige, sondern ebensosehr du Kaufkraft des Verbrauchers. Die Marktordnung schaffe eine öffentliche Wirtschaftsorganisation mit Selbstverwaltungscharakter, bie den ausgesprochenen Zweck habe, dem Gemeinwohl zu dienen. DNB. B e r I i n, 28. März. Die letzten Erhebe gen über die Getreidebe stände haben b» Befürchtungen zum Trotz, daß die Versorgt Deutschlands mit Brotgetreide infolge des trocken« Sommers gefährdet fei, erneut klargestellt, dah^ Brotgetreideversorgung bis zur neuen Ernte v oll' kommen gesichert ist. Zum Schluß des I* senden Getreidewirtschaftsjahres werden die n of malen und notwendigen Bestände^ Brotgetreide für die Deckung des Bedarfs M Uebergangszeit vorhanden fein. Den Getreide wirtfchaftsverbänden ist die Möglichkeit gegeM worden, solche Bauern und Landwirte, die biss« dem vorgeschriebenen Ablieferungssoll entsprechen' Brotgetreide abgeliefert haben, von ihrer ro«1' teren Ablieferungspflicht zu befreien In solchen Fällen kann ferner dem Erzeuger f stattet werden, inländischen Roggen öbe' inländischen Weizen für Zwecke der V ~ " 1 ~ ' etreibe « wahrscheinlich, baß Litwinow -bie Möglichkeit eines Fernost pattes zwischen Großbritannien, Rußlanb unb Amerika anregen werbe, entroeber mit Teilnahme Japans ober, wenn biefes nicht bereit sei, ohne Japan. Italien hofft auf Stresa. Rom, 29. März. (DNB.-Funkfpruch.) Die Kommentare ber italienijchen Zeitungen konzentrieren alles auf Stresa, bas eine entscheidende Etappe für bie Geschichte Europas werbe. „Gazeta b e ( Popolo" schreibt in einem offenbar inspirierten Aufsatz, in einem Zeitpunkt, wo Deutschlanb aufrüstet, könne man keine Zeit verlieren mit inhaltlosen und trügerischen Konferenzen. Die Konferenz von Stresa müsse genügen. Entweder müsse Stresa die Möglichkeit der Verständigung mit Deutschland ergeben, d. h. Deutschland werde die Abmachungen von Rom und London annehmen, dann könne man verhandeln. Oder aber diese konkrete Möglichkeit bestehe nicht unb bann müsse ernstlich für bie deven- sive Organisation bes Friedens gesorgt werben. Die Formel für bie weitere Entwicklung könne fein: s i ch gegen jebe U e b e r r a f d) u n g d o r bereiten, in keiner Weise bie Möglichkeit einer allgemeinen öerftänbigung sabotieren, aber auch keine Hoffnungen aufkommen lassen, baß eine Verständigung möglich fei, bie keinen ersten unb sicheren Charakter trägt. „Corriere b e 11 a Serr a" schreibt, schnellstens müsse ein enbgültiger Aktionsplan in Gang gebracht werben, wenn nicht ber Einbruck entstehen solle, baß bie Westmächte nicht völlig einig unb solidarisch seien. Weber Ungebulb noch falsche Hoffnungen! Die Lage bleibe gespannt, man könne nicht annehmen, baß bie Berliner Reise sie gebessert habe. Wird Belgien seine Währung abwerten? Brüssel, 28. März. (DNB.) Das Kabinett hält heute nachmittag eine Sitzung ab, in der der Text der Regierungserklärung endgültig festgelegt wird. Man erwartet, daß Ministerpräsident van Zeeland sich von den Methoden früherer Regierungen auf wirtschaftlichem unb finanziellem Gebiete abwenden wird. Der Streit zwischen Deflation und Devalvation scheint endgültig zugunsten ber Währungsabwertung entschieden zu sein. Donnerstag vormittaa wurden plötzlich die Effekte n- und Wechselbörsen geschlossen, um ber Spekulation, die beängstigende Formen angenommen hatte, ein Ende zu bereiten. Zroeisellos wollte man auch verhindern, daß die Verkündung des Regierungsprogramms die Bövsenentwicklung noch ungünstiger beeinflusse. Die Regierung wird drei wichtige Gesetzentwürfe einbringen und bei jedem die Vertrauensfrage stellen. Ein Gesetz roirb die Währungspolitik behandeln und ein anderes ber Regierung weitgehende Vollmachten zur Durchführung eines planwirtschaftlichen Regimes einräumen. Die Währungsfrage dürfte in der Weise geregelt werden, daß die Jnlandsnotierungen der Belga den gesunkenen Auslandsnotierungen angepaßt werden. Ob Belgien sich auch vom Goldblock loslöst unb sich dem Sterlingblock anschließt, muß abge- wartet werden, lieber den Grad ber Abwertung gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Entsprechend dem Verlust, den die Bel^a auf den Devisenmärkten erlitten hat, käme eine „A n - g l e i ch u n g" von 25 bis zu 30 v.H. in Frage. Der Ertrag dieser Abwertung soll den Ausgangspunkt für eine auf planwirtschastlichem Wege erstrebte allgemeine Belebung des Wirtschaftslebens bilden. Reichsarbeitsführer Hierl führte bann u. a aus: Das Wohl des deutschen Volkes erfordert den Arbeitsdienst in seiner doppelten Auswirkung als Arbeit am deutschen Boden und als Arbeit am junaen deutschen Menschen. Das Friedensbiktat hat unsere Ernährungsgrundlage geschmälert und verschlechtert. Ein Volk aber, das für seine Versorgung mit lebensnotwendigen Boden- erzeugnisien auf das Ausland angewiesen ist, ist unfrei. Die in Deutschland noch möglichen Boden- verbesserungen könnten zu einer Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Werte von ungefähr zwei Milliarden im Jahre führen. Zu ihrer Durchführung wären 2 5 0 0 0 0 Arbeiter für mindestens 40 Jahre nötig. Im Zusammenhang hiermit steht die beoölkerungs- poliitisch entscheidend wichtige Aufgabe der Umsiedlung unseres Volkes, der Erlösung großer Teile unseres Volkes aus der volkstumzer- störenden Zusammenballung in Großstädten und die Verbindung der Masse der deutschen Menschen mit dem Heimatboden mit Hilfe der Bauernsiedlung und Heimstättensiedlung. Mit der Erfüllung dieser Aufgaben ist verbunden die Arbeit am jungen deutschen Menschen, die Erziehung zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und zum nationalsozialistischen Arbeitsethos. Der „Arbeitsmann", wie er uns als Erziehungsideal vorschwebt, ist ein neuer Typ, ein Typ so, wie ihn Soldat oder Seemann darstellt, besser vielleicht noch ein Begriff wie etwa Gentleman. Das Ergebnis einer Verschmelzung von drei Grundelementen des Soldatentums, Bauerntums und Ar- beitertums, alle drei in nationalsozialistischer Auffassung. Der Arbeitsmann ist treu, gehorsam und kameradschaftlich, er ist hart, echt und bescheiden, er ist ein Feind der hohlen Phrasen und des trügerischen Flimmers und Scheines. Der arische Mensch braucht nicht nur Brot, sondern auch etwas, das ihn innerlich erfüllt und befriedigt, er braucht eins Ehre. Es ist wohl die höchste und eigenste Aufgabe des Arbeitsdienstes, im ganzen Volke einer von nationalsozialistischem Geist bestimmten A r - b e i t sa u f f a f \ u n g die Bahn zu brechen, ein Arbeitsethos zu entwickeln, das sich einfügt in die heroische Weltanschauung des Nationalsozialismus. Gerade in dem Umstand, daß im Arbeitsdienst dieses hohe Arbeitsethos auf dem Gebiete primitiver Handarbeit und Gemeinschaftsarbeit zur Geltung gebracht wird, liegt -die ungeheure arbeitssittliche Bedeutung des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes In dieser volkserzieherifchen Wirkung kann der Arbeitsdienst von keiner anderen Oie Brotgeireideverforgunz bis zur neuen Ernte gesichert 1^?°«' Erhebliche Besserung der Versorgung ° B e r l i n , 28. März. (DNB.) Der Führerund Reichskanzler empfing den neuen Botschafter der spanischen Republik, Francisco Agramonte y Cortijo, um sein Beglaubigungsschreiben ent- gegenzunehmen. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell durch den Chef des Protokolls im Wagen des Führers zum „Haufe des _______ - Schulpfliqt und Wehrpflicht treten müsse als notwendig Glied in der Kette bar staatlichen Einrichtung dr hat. Dies gilt insbesondere für alle künftigen Führer der Wehrmacht, die Unteroffiziere und Offiziere. (Orkanartiger Bei- fall.) Gerade für sie ist der Dienst in der nationalsozialistischen Schule des Arbeitsdienstes unentbehrlich. Dann werden durch Schule, Arbeitsdienst und Wehrdienst im nationalsozia> lisiischen Geiste erzogene Geschlechter berm- reifen, auf deren Schultern die Zukunft des ,, . deutschen Volkes sicher ruht, lleberkommene fö »J Gewohnheiten, Vorurteile und Rücksichten r Gewohnheiten, Vorurteile uno ttuapcyken r^on ein’™ müssen zurücktreten, Unbequemlichkeiten untD härten für einzelne ertragen werden. Denm über allem anderen steht die Zukunft unseres 3„ W'* SS-Stf I Sä Ms el "erden Ration •** T« Mnvle. 6r w Veisflllssl' Huldigung sührer au- m selbst über prachtvoller StrauK schleife, unb W Lange vor bi ■ und Parkett b I er Führer, • Dr. Toebbel ! Wutanten, dc I hobener Rechte i ins Theater ur | fonbarie Adol Musikmeisters sj anfare „hie i nter stürmisch« Ö er auch zu d> Versorguna mit Futter ge treibe heblich gebessert. Die günstige Versorguna^. mit Brotgetreide ermöglicht ferner neben der allein gestatteten Roggenmehltype 997 mit YlM Roggenausmahlung eine weitere R o gY (IV mehltype mit einer niedrigeren Aus m a h l u n g zuzulassen. Schließlich ist noch sichtigi, den Mühlen bei der G e t r e i d e e i n l o S» rungspflichi Erleichterungen zu 9 Lange vor der Ankunft des Führer waren Ränge Arbeitsdieui «egensahe p von un- l^hörlichem Jubel in die Stadt. Die Straßen ö hnen von den Heilrufen. Ueberall strahlen Nürnberg, 29. März. (DNB.) Am Donners- National- zum ersten Male eine ein- ordnung is er »ersorgu«l ’v*' m t>crrz immer von neuem hlnzuwelsen au U eilblichen Einflüsse der Rassenmischuna •* “ unentums, und ich glaube, wir sind se und des sind seiner Ziel- KersorM t Kellen, was rechtens ist und was nicht rechtens M del luig aus den Zügen leuchtet, empfangen. Inb nun fährt der Führer, umtost R e i ch s r e g i e r u n g noch einmal wie m Juli 1933 zu diesen Dingen Stellung nehme, um autoritativ festzu- ch-mg doch schon nahe gekommen. Gewiß gebe es auch noch unerfreuliche Dinge. Zu einem der unerfreulichsten Kapitel rechne t den leidigen Strelt in der evangeli- ch e n Kirche, der um den rein äußerlichen. jhcjenbe Gesichter ben Festtagen Nürnbergs ent- ken. Die getragene Musik des Zapfenstreiches iiigt auf. Dor dem Hotel des Führers stehen, nur mühselig von den Absperrungsmannschaften zurück» iie. rängt, Tausende und aber Tausende, rufend, jirgenb, winkend. Am Fenster erscheint der Führer, io durch deren Straßen ununterbrochen schon die «llonnen marschieren. Das erst verschwommene $i b ber Menschenmassen wirb klarer, im Gleit- Ihg schwebt ber riesige Vogel endlich über dem Hligplatz, von Tausenden, denen freudige Begeiste- fcoener Rechten begrüßt. Dann verdunkelte sich Vs Theater und das Musikorchester der SS.-Leib- ozialist werde, eine Erziehungsaufgabe, die >ig)t von heute auf morgen erfüllt werden könne, ics Geheimnis der Politik Adolf Hitlers fei, daß slfeine ganze Politik mit dem Volke, durch cs Volk und für das Volk mache. Der möchte, fuhr der Minister fort, der großen ^irdienste unseres Pg. Julius Streicher ge- e ken, der seit über einem Jahrzehnt unermüdlich immer von neuem hinzuweisen auf die ver- Reichsinnenminister Dr. Krick spricht in Nürnberg. Zukunft MU 1 jeden ist: N' Sortrag, de« en Arbeit b die 3bei >e Fortfühl r Gedanke«! pflicht und! haben, uni dereinst die . Cchulpfl! als notwen! >. Die v. 'erhersle^ "lungsrchtz khre freniig J der all. hrl öieH Arbeilsdie« Menst y Uä) ulch' i Die Dch. fchen Lebens künftig bei Ver die ch dieser LH« er oort)«: :en gebiet alle kü«i rmacht, i (anartiger $» st in der ack eitsdiensle; ««■ h Schule, 8« national^!' hlechter her « e Zukunft de üebertommrt (et Volk lr PlCt) Parkett besetzt. Kurz vor 20.30 Uhr erschien .eaeninh, Führer, begleitet von Reichsminister Heß, ;T- Goebbels und Stabschef Lutze mit seinem Ä jutanten, von dem überfüllten Haus mit er- Keine Parlamentsferien in Frankreich. Oer Wunsch der Regiermg wird nicht erfüllt. — Franklin-Bouillon hetzt gegen Deutschland. Uraufführung des Reichsparteitagfilms „Triumph des Wittens". Das Dokument der nationalsozialistischen Bewegung. - Lubelstürme um den Führer. und sich der eigentlichen Aufgabe der Kirche zuzuwenden, nämlich der inneren Erbauung. Auf den Neubau des Reiches übergehend, bemerkte Dr. Frick: Gewiß ist dieser Neubau noch nicht vollendet, aber der Grund st ein ist gelegt in einer Weise, daß dieses Werk nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Am 1. April kommt wieder ein ganz gewaltiges Stück Reichsreform durch das U e b e r g e h en der I u st i z von den Ländern auf das Reich. Mit der Gemeinde- Illi"" ) WW5 jn? einem erneuten Jubelsturm begrüßt, in den, d ciitj diesmal ntztgerissen von der wundervol- roerk W j 1 JH $ Hunot« f * Sttjf oeJ..5N« ^burniU xnsosehi Morl^ Ration k “Wptii |U otenen. ftrbarte Adolf Hitler spielte unter Leitung des Musikmeisters Müller-John die Kreuzritter- fc fare „Hie guet Brandenburg allewege" und *:er stürmischem Beifall den Badenweiler Marsch, tk auch zu dem gewaltigen Bildwerk überleitete, nun mehr als zwei Stunden die Menschen in feiern Banne hielt. In Anwesenheit des F ü h r e r s, des gesamten R ichskabinetts, aller Reichsleiter, der metften Gau- lctter, der Spitzen aller Parteigliederungen, des dramatischen Korps, aller Reichs- und Staats- bgörben, vieler hoher Offiziere der Wehrmacht und br Landespolizei, der Vertreter der Kommunal- bgörben, ber Wissenschaft, Kultur und Kunst, der In und ausländischen Presse wurde im Ufa-Palast cn Zoo in Berlin der Reichsparteitag- F lm der NSDAP., „Triumph des Wil- lins ", gestaltet von Leni R i e f e n st a h l, ge- jebffen von 120 Mitarbeitern, uraufgeführt. Der Film, der in der Tat das geworden ist, avas er werden sollte, nämlich ein Dokument der nationalsozialistischen Bewegung, fesselte das bis auf den letzten Platz besetzte Haus von der ersten bis zur letzten Minute. Er wurde mit einem unbeschreiblichen Beifalls st urm, der in einer gewaltigen Huldigung für den anwesenden Führer ausklang, ausgenommen. Der Führer selbst überreichte Leni R i e s e n st a h l ein prachtvolles Blumengebinde, einen großen Strauß weißen Flieder mit einer hakenkreuz- jchleife, und sprach ihr seinen Dank für dieses deutsche Meisterwerk aus. len Stimmung dieses Bildes, das ganze Theater einstimmt. Ein Vorgang, der sich nun während der ganzen Aufführung wiederholt, einerlei, ob es den Künstlern an der Kamera gelungen ist, besonders wirkungsvollss Ausschnitte von dem vielfältigen Geschehen dieser herrlichen Tage, besonders markante Köpfe der Führung des deut- schen Volkes, besonders reizvolle Idylle, an denen ja auch die Tage von Nürnbera überreich waren, einzufangen. So werden alle, die die Tage von Nürnberg miterlebt haben, schon nach den ersten Bildern mitgerissen, als ob sie erneut Zeugen des grandiosen Schauspieles würden. In hervorragenden Ausschnitten rollen die Tage vorüber; die Eröffnung in der Kongreßhalle, der Aufmarsch und das Festspiel des Arbeitsdienstes, das kultische Weihe- spiel im Stadion, der Tracht en zug der Bauern und Bäuerinnen, die ergreifende Huldigung der 65000 Jugendlichen vor ihrem Führer, die gewaltigen Aufmärsche der Amtswalter, der SA. und SS., die Heldenehrung im Luitpoldhain, die Weihe der Standarten, das schneidige militärische Schauspiel der Reichswehr und als krönender Abschluß des Ganzen endlich der Vorbeimarsch der Hundertausende vor dem Führer. Der Film schließt mit dem Höhepunkt des Parteitages, der Schluhanfprache des Führers am letzten Tage des Kongresses. Als der Führer feine Getreuen noch einmal zum Gelöbnis für das ewige Deulfchland verpflichtet und die Musik leise den Freiheilssang horst Wessels intoniert, da steht wie ein Mann das ganze Haus von den Plätzen auf, reckt den Arm und singt, während auf der Leinwand das V>ie Kongreßhalle beherrschende Hakenkreuz mit dem Lorbeerkranz größer und größer wird und die gefallenen Freiheitskämpfer der Bewegung wie ein Geisterzug durch den Lorbeer schreiten, das Lied horst Wessels mit. Der Film vom Parteitag 1933 „Der Sieg des Glaubens" war an diesem gewaltigen Filmwerk gemessen, nur ein bescheidener Anfang. Der „Triumph des Willens" ist die Dollen- düng, als Bildwerk nicht nur in der Art der Komposition, mehr noch in der Ausnützung aller technischen Möglichkeiten und ganz besonders aber durch die Wiedergabe des geistigen Gehalts etwas absolut Einmaliges. Leni R i e f e n st a h l hat die ihr vom Führer gestellten Aufgaben in vorbildlicher Weise gelöst. Hier ist nicht eine Wochenschau und auch kein Bildbericht erstanden, hier ist die n a - tionalsozialistische Bewegung lebendig geworden. Die Besucher, die mehr als begeistert, erschüttert und ergriffen waren, hatten intuitiv die Empfindung, daß hier ein neues Gesetz der künstlerischen Gestaltung für den Film aufgestellt worden ist. Das ist neben der Arbeitsge- meinschaft der Kameraleute dem Organisator des Parteitages, Schmeer, dann aber auch allen zu danken, die an diesem Dokument teilgehabt haben. Aeue Bestimmungen für die Ermäßigung von Rundfunkgebühren. Berlin, 28. März. (DNB.) Am 1. April 1935 treten neue Bestimmungen über die Ermäßigung und Befreiung von Rundfunkgebühren in Kraft. Don Rundfunkgebühren können auf Antrag bei der Bezirksfürsorgestelle befreit werden: bedürftige Bolksgenossen, die aus öffentlichen Mitteln lausend unterstützt werden, und solche, deren Einkommen den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht übersteigt, sofern sie nicht in Wohnungsgemeinschaft mit Personen leben, die zur Zahlung von Rundfunkgebühren imstande sind. Nichtarier erhalten keinen Rundfunkgebührenerlaß. Volksgenossen, die aus der Dr.- Goebbels-Geburtstagsspende Rundfunkempfangsgeräte erhalten ha- Choleste- rin- und lecithln* haltig b7 heitliche gesetzliche Grundlage für die gesamten deutschen Gemeinden geschaffen worden. Es wird in Kürze auch ein einheitliches Beamtenge- s e tz erscheinen, das die verschiedenen Beamtenrechte, wie sie jetzt noch in den Ländern bestehen, in einer einheitlichen Reichsregelung zusammenfaßt. Der zweite große Erfolg der nationalsozialistischen Regierung ist die W i e d e r e r st a r k u n g Deutschlands. Wir sind aus einem leidenden Teilnehmer internationaler Konferenzen wieder zu einem aktiven Machtfaktor im Rate der Völker geworden. Wir wollen alle den Frieden; der Führer will den Frieden, und das Volk will L»en Frieden. (Großer Beifall.) Aber wir verlangen für uns, daß man unsere Ehre respektiert, daß man uns unsere Freiheit läßt. Wir verlangen Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern in Wirklichkeit. Wir werden den Kampf siegreich bestehen und als völlig gleichberechtigt in dem Rate der Völker mitbestimmen, wenn wir einig und geschlossen nach außen zusammmen- stehen. Deshalb wollen wir in dieser Stunde unseren Führer geloben, einig und treu hinter i h m zu stehen. s p r e ch u n g ab, worauf er im Kraftwagen feine Reise fortfetzte. Es wurden die Standorte O h l a u und Brieg besucht und in Begleitung des Befehls- Habers des Wehrkreises, Generalleutnant von Kleist, und des Kommandanten von Oppeln, Oberst von Kortzfleisch, eine Fahrt durch die Städte des Industriegebietes angetreten, in deren Verlauf Beuthen und Hindenburg berührt wurden. Ueberall, wo der Minister weilte und auf seiner Fahrt erkannt wurde, fanden sich zahlreiche Volksgenossen ein und begrüßten ihn aufs herzlichste. Der Führer besichtigt das Jagdgeschwader Richthofen. Staatssekretär Milch zum Generalleutnant ernannt. Berlin, 28.Wärz. (DRV.) Zum ersten Wale feit Bestehen der Reichsluftwaffe stattete heute der FührerundReichskanzlerin feiner Eigenschaft als oberster Befehlshaber der Wehrmacht einem Verband der jungen deutschen Luftstreitkräfte seinen Besuch ab. In Begleitung des Reichsministers der Luftfahrt General der Flieger Göring und des bei diefer Gelegen- heit zum Generalleutnant ernannten Staatssekretär der Luftfahrt W l l ch besichtigte der Führer am Rachmittag die in Döberih liegende Gruppe des Jagdgeschwaders Richthofen. In sinnfälligster Form betonte damit auch der Führer die Bedeutung der Tradition, die mit dem Ramen Richthofen das neue Jagdgeschwader an die ruhmreiche Vergangenheit der alten deutschen Fliegertruppe bindet. General G Ö - ring als letzter Kommandeur des alten und als oberster Ehef des neuen Richthofen-Geschwaders stellte dem Führer zunächst die angetretenen Offiziere, Unteroffiziere und Wannfchaften der Döbe- riher Fliegergruppe vor. Rach dem Abschreiten der Front starteten die Jagdstaffeln und zeigten Verbandsexerzieren in der Luft. Danach fand eine Besichtigung der Bodenanlagen auf dem Flugplatz und eine kurze Schluhbesprechung statt, bei der sich der Führer in Worten vollster Anerkennung über die gezeigten Leistungen äußerte. nnerkirchlichen Zwist zu wahren, nicht auf- -echterhalten werden können. Dr. Frick schloß ni< ^nem Appell an die streitenden Parteien, nW®, öiif ndlich Schluß zu machen mit diesem Streit eÄ»-.1----- ben, müssen der Bezirksfürsorgestelle eine Bescheinigung der zuständigen Gauleitung der NSDAP, vorlegen. Die Anträge sind bis 10. April 1935 zu Kunst und Wissenschaft. Abschluß des Wiesbadener Aerztekongrefses. Klima, Blut und Boden — das waren die Themen, mit denen sich der 47. K o ng re ß d e r Deutschen Gesellschaft für innere Medizin in Wiesbaden am letzten Tag gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Bäder- und Klimakunde und der Deutschen Gesellschaft für Rheumabekämpfung ausführlich beschäftigte. Der bekannte Münchener Kliniker S ch i t t e n h e l m gab eine Einführung in die Bioklimatologie. Professor Linke (Frankfurt a. M.) gab die physikalisch-meteorologischen Grundlagen ber medizinischen Klimatologie. Professor Schwenkenbecher (Marburg) berichtete über Jndikationsstellu.ng für Klimakuren, insbesondere in Deutschland. Es gibt Aerzte von großer Bedeutung, die weniger dem Klima selbst als vielmehr dem Klimawechsel die überwiegende Bedeutung für ein günstiges Ergebnis klimatischer Kuren beimessen. Von außerordentlicher Wichtigkeit ist jedoch, daß an dem betreffenden Kurort auch alle sonstigen notwendigen Einrichtungen vorhanden sind, die der betreffende Kranke zu seiner Behandlung braucht. Eine wertvolle Ergänzung bildete der Bericht von Dr. P f l e i d e r e r Kiel) über die Meteorophysiologie des Wärmehaushalts. Ein weiterer Vortrag über ben Einfluß der Jahreszeiten auf den Verlauf einiger Infektionskrankheiten wurde auf der Grundlage von dänischem Material von Dr. Madsen (Kopenhagen) gehalten, lieber die klimatologischen Einflüsse des Hochgebirges, des Mittelgebirges und der See sprachen Professor M ö r i k o f e r (Davos), Professor Bachmeister (St. Blasien) und Dr. Haeberlin aus Wyk auf Föhr. Professor Wax Trapp erhält den staatlichen Beethoven-Preis. Der 1927 vom Preußischen Staatsministerium begründete staatliche Beethoven-Preis ist für dieses Jahr dem Komponisten Professor Max Trapp verliehen worden. Max Trapp ist geborener Berliner und steht heute im 48. Lebensjahre; er schrieb mehrere Symhonien, Konzerte für Violine und Klavier, eine Reihe von weiteren Orchesterwerken, Kammermusik und Lieder. Professor Trapp, der zu Beginn seiner Laufbahn vor allem als Pianist bekannt wurde, ist längere Zeit als Lehrer an der Berliner Hochschule für Musik tätig gewesen. Seit 1929 gehört er der Preußischen Akademie der Künste an, die ihm im vorigen Jahre die Leitung einer Meisterklasse für Komposition übertragen hat. Aus alter Wett. Starke Schneefälle in Schlesien. Seit drei Tagen herrscht bei Frost und Neuschneefällen wieder echtes Winterwetter in den schlesischen Bergen. Noch immer liegt auf den Kämmen durschnittlich mehr als ein Meter Schnee. Die Sportverhältnisse sind bei Pulverschnee auf alter fester Schneedecke in Höhenlagen über 900 Meter für Ski und Rodel ausgezeichnet. Explosion in einer Italienischen Sprengstosfabrik. — Zwei Tote, zahlreiche verletzte. In einer Sprengstosfabrik in der Nähe von Sul- mona (Abruzzen) wurden durch die Explosion eines Chlorbehälters etwa 30 Arbeiter verletzt. Zwei Personen wurden getötet. Von den Verletzten mußten 25, die außer Brandwunden schwere Gasvergiftungen erlitten hatten, ins Krankenhaus eingeliefert werden. Oer Reichswehrminister in Oberschiefien. Oppeln, 28. März. (DNB.) Am Donnerstagvormittag traf Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg in Oppeln ein. Dor den Toren der Kaserne hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die den Reichswehrminister begeistert begrüßte. Auf dem Kasernenhof hatten die Truppen des Standortes Oppeln Aufstellung genommen. Der Eine stürmische Aachtsltzung. Paris, 29. März. (DNB.-Funkfpruch.) Kammer und Senat gehen nicht, wie die Regierung es gern gesehen hätte, in d i e Ferien, sondern verlängern ihre Tagung bis auf weiteres auf Grund einer außenpolitischen Rede des Abgeordneten Franklin Bouillon. Die Kammer hat ebenso wie der Senat in Nachtsitzungen eine ganze Anzahl anhängiger Gesetzentwürfe erledigt. Im Senat wurde u. a. das Flottenbauprogramm für 1935 einftimmig angenommen, nachdem Marineminister PiÄvi erklärt hatte, Frankreich habe sich für den Bau von zwei 35000- Tonnen - Linienschiffe entschieden, weil eine befreundete Macht damit angefangen habe. Es entspann sich zwischen 1 und 3 Uhr nachts eine Geschäftsordnungsaussprache. Abgeordneter Franklin Bouillon bekämpfte einen Antrag, wonach das Parlament bis zum 28. Mai in die Ferien gehen soll, und beschwor die Abgeordneten, unter Hinweis auf die angeblich von Deutschland drohende Gefahr, nicht in die Ferien zu gehen. Deutschland habe Europa den Krieg erklärt. Das Parlament müsse für die Sicherheit des Landes sorgen. Die Gesetzesvorschläge zum Ausbau der Luftfahrt feien von den Ausschüssen für eine Aussprache im Plenum vorbereitet. Man wolle das Parlament nur in die Ferien schicken, um sich seiner zu entziehen. Schon allein wegen der außenpolitischen Schwierigkeiten müßten die Parlamentsferien verschoben werden. Mit welchem Recht könne die Kammer in die Ferien gehen, so fragte der Redner, ba sie boch wisse, in welchem Zustande sich die Landesverteidigung Frankreichs befinde. (Beifall rechts, Zwischenrufe links.) Die Lage fei ähnlich wie 1914. Es bestehe dieselbe Kriegsgefahr. Wer sich der Gefahr nicht bewußt sei, sei sich seiner Pflicht nicht bewußt. Man möge doch bedenken, daß 1915 die parlamentarischen Ausschüsse eine rege Tätigkeit zum Wohle des Landes entfaltet hätten. Sie hätten die Landesverteidigung durchgeführt. Sie hätten damals gegen die Bürokratie den Ausbau und die Verstärkung der Artilleriewaffe durchgesetzt. Gegenwärtig seien neue Kredite notwendig. Wolle man sie erst nachträglich bewilligen? Eine andauernde Tätigkeit der parlamentarischen Ausschüsse und des Parlaments sei notwendig. Es wäre unverantwortlich, wenn bas Parlament in die Ferien ginge, ohne zuvor einen Meinungaustausch 's ber 3** oefen ift "reite »E W bis iri l« tfjsinnenminifter erinnerte bann an die (Erfolge ir bevölkerungspolitischem Gebiet. hwirt*' i i "Ellen, was rechtens ift und was nicht rechtens m joll entW-, || ^ch weih sehr wohl, sagte der Reichsinnen- nov knister, daß auch in der Bekenntnls- id)i3Uront lehr wertvolle volksgenos- . dein «t en sich befinden, Insbesondere auch alte n 0 LSet ®‘ Parteigenossen ^ott Ebenso wahr jr freiunfl • es aber auch, daß unter jener kirchlichen Die Lgeff1'" flagge sich viele Elemente zusammensinden, eize" "ie glauben, dort ihre dunklen politischen )Ole’\,nn er N' Geschäfte ruhig betreiben zu können. Und en, für ier wird der Grundsatz der Neutralität, den - eS| ^r Staat bisher bemüht war gegenüber diesem irr t.wier t mnerkirchlichen Zwist zu wahren, nicht auf- J Öbcht Wl Nürnberg, 29. März. (DNB.) Am Donners- Kabinett wl- aiabenb fanden in drei Nürnberger Sälen Massen- % fierst Umgebungen statt, in denen Reichsinnenminister r verbleit i >r Frick sprach. Die Ausgabe ber Partei ® kitiott 6lod* !i es, die Elite der Nation zu bilden und nMjschen8t ui)in zu wirken, baß auch ber letzte Volks- ? n <ßrä(iben|1:' «nojse ein Überzeugter National- rrL/n-L« Il or i a 1 i ft werde, eine Erziehunasaufaabe, die 1 Sin riesiger Aar reckt feine Flügel über gigan- Einrichtunp .Litze Wolkenberge, ein Flugzeua schwebt über deutsches Land, das sonnenglanzüberschüttet unten Iiigt. Dann taucht, einem Juwel gleich, die alte Mchsstadt Nürnbera auf. In großen Kreisen zieht Flugzeug über Der Stadt, Die fahnenübersät ist Standortälteste, Generalrnaior Höring, begrüßte ben Reichswehrminister. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Minister die Fronten -....-v» i—* u- ber Truppen ab und hielt eine kurze Ansprache, stellen, Auskünfte erteilen die Postämter und die I Nach der Begrüßung hielt der Minister eine B e ■ I Bezirksfürsorgestellen. b"bi- D-A tfolge bßf das I nein organisatorischen Aufbau der deutschen d:, evangelischen Kirche entbrannt sei. Um auch 6Mb,Hier einmal wieder Ordnung zu schaffen, werde Werden i wof)( gar nichts übrig bleiben, als daß die "her& - ■ in W®* L<ii über die Berliner Verhandlungen vorgenommen zu haben. Ministerpräsident Flandin erklärte, er würde es normal finden, wenn das Parlament jetzt in die Ferien ginge. An sich stehe ber Kammer bie souveräne Entscheibuny darüber zu, ob sie in die Ferien gehen ober weiter tagen wolle. Er müsse jedoch die in der Aussprache vor- gebrad)ten Bemerkungen beantworten. Er stehe ben inanziellen unb sonstigen parlamentarischen Anschüssen stets zur Serfüaung. Man müsse ich fraaen, ob Ereignisse im Auslanbe einen ent» prechenben Grunb bafür bilbeten, baß bas französische Parlament ftänbig tage. Das wäre höchstens zu bebenten, wenn das Parlament in ber Vergangenheit nicht feine Pflicht getan hätte ober wenn es biefe in Zukunft nicht tun würbe. Das Parlament habe aber große Arbeit geleistet. Angesichts der gegenwärtigen Lage lege die Regierung im Gegenteil Wert darauf, daß die Abgeordneten und Senatoren sich in ihre Wahlkreise begäben und dort zur Ruhe und Besonnenheit mahnten. Wenn die Verhältnisse einen ernsteren Charakter annehmen würden und die Zusammenberufung des Parlaments notwendig werde, werde die Regierung nicht verfehlen, ihre Pflicht zu tun. Wenn die Parlamentarier aber jetzt in die Provinz reiften und dort Ruhe und Kaltblütigkeit predigten, dann fei das der beste Ausdruck der Kraft, denn wenn Frankreich auch eine militärische Kraft brauche, so brauche es ebenso notwendig eine moralische Kraft und die finde man eher im Schweigen der Einigkeit ohne leidenschaftliche, trennende Auseinandersetzungen. Der Antrag auf Parlamenlsferien bis zum 28. Wal wurde nach dieser bewegten, teilweise sogar stürmisch verlaufenen Aussprache mit 382 gegen 238 Stimmen abgelehnt. Lin zweiter Vorschlag, wenigstens bis zum 21. Wal in die Ferien zu gehen, wurde mit 300 gegen 266 Stimmen abgelehnt und beschlossen, die nächste Sitzung auf Samstagnachmittag anzuberaumen, alfo die Tagung des Parlaments nicht zu unterbrechen. Bei beiden Abstimmungen hatte die Regierung der Kammer das Urteil von vornherein überlaffen und davon Abstand genommen, dieV er- -trauensfrage zu stellen. Bekanntmachung Bekanntmachung iÄ Verschlimmerung im Befinden des Mainzer Bischofs. LPD. Mainz, 28. März. Im Befinden des Mainzer Bischofs Dr. Hugo, der in Ludwigshafen von feiner schweren Erkrankung Erholung suchte, ist eine Verschlimmerung eingetreten. Die bischöfliche Behörde hat die Gläubigen zu einer Gebetsstunde für ihren Oberhirten eingeladen. Kreistag in Alsfeld. * Alsfeld, 28. März. Unter dem Vorsitz von Regierungsrat Dr. Lotz fand heute die ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Alsfeld statt. Regierungsrat Dr. Lotz wies zu Beginn der Sitzung auf die neue Gemeindeordnung hin und gedachte ferner des demnächst aus Alsfeld scheidenden früheren Kreisdirektor Dr. Stammler, dem er namens des Kreistages den Dank für feine langjährige vortreffliche Führung der Kreisge- jchäfte aussprach. Hierauf folgte die Prüfung und Begutachtung der Rechnung vom Rechnungsjahr 1933, die genehmigt wurde. Die Rechnung schließt mit einer Einnahme von rund 315 026 Mark und einer Ausgabe von rund 251 195 Mark, so daß ein Rest von 63 830 Mark verbleibt. Infolgedessen können Erleichterungen eintreten, so z. B. die Senkung der Schlachtgebühren. Der Derwaltungsbericht wurde genehmigt. Sodann beriet man den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1935, der in feinen Einzelheiten bereits am vorigen Samstag von uns veröffentlicht wurde. Er schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit 314 449 Mark. Im Punkt „Fürsorge" stehen einer Ausgabe von 116 814 Mark nur 56 886 Mark Einnahmen gegenüber, so daß ein Fehlbetrag von 109 928 Mark entsteht, der bedingt ist durch Mehrausgaben für Geisteskranke, Wohlfahrtspflege, Kreiskrankenhaus usw. Eine vorsorgliche Kreditaufnahme für die Abdeckerei braucht voraussichtlich nicht in Anspruch genommen zu werden. Der Voranschlag wurde in der vorliegenden Fassung angenommen. Die Schaffung einer zweiten Vollziehungsbeamtenstelle wurde genehmigt. Unter „Verschiedenes" gab der Vorsitzende Aufschluß über die Arbeitsdienstlager Homberg und Rieder-Ofleiden und dankte zum Schluß dem Kreistag für das ihm entgegengebrachte Vertrauen, ohne das der Verwaltungsbeamte bei dem hohen Grad feiner Verantwortung nicht arbeiten könne. Stadttatssihung in Friedberg. LPD. Friedberg, 28. März. In der gestern erstmalig unter dem Vorsitz des neuen Bürgermeisters Vieth abgehaltenen S t a d t r a t s - jitzung wurden zunächst die vom Kreisamt neu ernannten Stadtratsmi kg lieber in ihr Amt eingeführt. Anschließend verpflichtete der Bürgermeister auch den neuen Beigeordneten von der Emde. Sodann kam der Voranschlag für 1935 zur einstimmigen Annahme. Bei einer gesamten Voranschlagssumme von 2 080 011 Mark ist noch ein Fehlbetrag von 44 000 Mark vorhanden. Die stärkste Belastung erfährt der Etat durch die Leistungen für die Wohlfahrtserwerbslosen, die jetzt jährlich noch 120 000 Mark ausmachen. Der Bürgermeister führte & a. aus, daß des Voranschlags unter stärksten Einsparungen ausgestellt worden fei. Die Drosselung vieler Ausgaben bringe manche Härte mit sich. Leider aber fei keine andere Möglichkeit geblieben. Am Schluß der öffentlichen Sitzung, fand ein Antrag der Verwaltung auf Erhebung einer Warenhaus- und Filialsteuer für das Jahr 1935 einstimmig Annahme. Kreis Alsseld. <£ Rieder-Ohmen, 28. März. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Döll'schen Saale ihre Generalversammlung ab. Brandmeister Georg Kaiser sprach einleitend über die Bedeutung der Feuerwehr. Anschließend erstattete der Rechner den Kassenbericht. Die Kasse wurde in Ordnung befunden, dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Der Brandmeister erstattete noch einen kurzen Bericht über die im vergangenen Jahre abgehaltenen Hebungen. Zum Schluß wurde gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. # Aus dem oberen Ohmtal, 28. März. Der Stand der Wintersaat in unserem Tal ist befriedigend. Der Roggen ist einigermaßen gut durch den Winter gekommen. Weizen steht etwas spärlich. In den Kleefeldern sind verschiedentlich Fehlstellen zu verzeichnen. Die allgemeine Futtermittelknappheit wirkt sich immer mehr aus. Die Bauern müssen immer wieder Stroh kaufen. Wiesenheu ist zu teuer. Der Zentner kostet sieben Mark. Briefkasten der Redaktion. W. Salzböden. Die Invalidenversicherung zahlt kein Sterbegeld aus. Wetterbericht des Reichswellerdienstes. Ausgabeorl Jrantfurt Durch die Entwicklung eines kräftigen Teilwirbels im Ostseegebiet hat sich die Zufuhr kalter Luftmassen nach Deutschland verstärkt. Dabei ist es vornehmlich in Nord- und Mitteldeutschland bereits zu ausge- dehnten Niederschlägen (auch in den Niederungen teilweise Schnee) gekommen, die im Lause des Freitag auch nach West- und Süddeutschland übergreisen werden. Der Gesamtwitterungscharakter bleibt weiterhin bei Luftzufuhr aus West und Nord sehr wechselhaft und für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt und Regenschauer (teilweise Schnee oder Graupeln)- bei lebhaften westlichen und nördlichen Winden kälter. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der sehr unbeständigen und ziemlich kalten Witterung mit Nachtfrostgefahr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs« 1 für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrige» Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor I Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek R. Lange, K.-G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Ps« mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Herren-und Knabenkleider - ichneider-’Sdmeider “s J1 M WÄMwl dem leistungsfähigen Fachgeschäft Neustadt 10 Betr.: Erlaß einer Polizeivervrdnung über die Ausführung von Arbeiten an den Gas- und Wasserrohrleitungen des Städtischen Gas- und Wasserwerks sowie an den Anschlußleitungen. Nachstehende Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 12. März 1935 bringen wir hiermit zur Kenntnis. Gießen, den 25. März 1935. 1808C Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Bekanntmachung. Betr.: Erlaß einer Polizeioerordnung über die Ausführung von Arbeiten an den Gas- und Wafferrohrleätungen des Städtischen Gas- und Wasserwerks sowie an den Anschlußleitungen. Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes über die innere Verwaltung und Vertretung der Kreise und Provinzen vom 1. Juli 1911 in Verbindung mit der Verordnung über Vennögensstrafen und Bußen vorn 6. Februar 1924 wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — vom 4. März 1935 zu Nr. T. b. 17773 für die Stadt Gießen und die Landgemeinden Wieseck, Heuchelheim, Klein-Linden, Lindenstruth und Queckborn angeordnet: § 1. Das Verlegen, Verändern oder Ausbefsern der Rohre an den Gas- und Wasserleitungen des Städtischen Gas- und Wasserwerks Gießen darf nur noch von solchen Personen und Installateuren ausgeführt werden, die ausdrücklich von der Leitung des Städtischen Gas- und Wasserwerks hierzu ermächtigt bzw. zugelassen sind. Dasselbe gilt für die Ausführung von Anschlußarbeiten von Gasgeräten und Wasserentnahmestellen an die Hausleitung mit Rohrver- bindungsstücken. Anderen Personen ist die Vornahme jeglicher Arbeiten an den Leitungen des Städtischen Gas- und Wasserwerks sowie an den Gas- und Wassermessern verboten. § 2. Zuwiderhandlungen werden, soweit nicht auf Grund anderer Strafbestimmungen eine härtere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 RM., im Unvermögensfalle mit Haft bestraft. § 3. Die Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. . Gießen, den 12. März 1935. ,________Kreisamt Gießen. I. V.: G r e i n.________ Arbeitsvergebung. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Für Herstellung von Kleinpflafter auf der Reichsstraße Nr. 428 Lauterbach—Selters—Friedberg: 1. in bet Ortsdurchfahrt Orten berg: Die Lieferung von 600 cbm Stücksteinen, 600 cbm Kleinschlag, 200 cbm Basaltsplitt, 80 cbm Basaltsund, 400 lfd. m Basaltrandsteinen, 950 lfd. m Kunst- ranbfteinen, 200 cbm Schlämmsand, 1050 t Fluß- sand, 550 Sack Zement. Die Ausführung von 1900 qm Gestück, 6500 qm Vorprofilierung, Versetzen von 950 lfd. m Kunst- und 700 lfd. m Basaltrandsteinen, Herstellung von 5300 qm Fahrbahnkleinpflaster, Umpflasterung von 500 qm Bankettpflaster und Planieren von 4000 qm 2. in bet Ottsburchfahtt Hirzenhain: Die Lieferung von 500 cbm Stücksteinen, 300 cbm Kleinschlag, 140 cbm Basaltsplitt, 60 cbm Basaltsand, 260 lfd. m Balaltrandsteinen, 800 lfd. m Kunst- ranbfteinen, 130 cbm Schlämmsand, 700 t Flußsand, 400 Sack Zement. Ausführung von 1530 qm Gestück, 3800 qm Vorprofilierung, Versetzen von 800 m Kunst- und 260 m Basaltrandsteinen, Herstellung von 3800 qm Fahrbahnkleinpflaster, Umpflasterung von 1650 qm Bcm- kettpflaster und Planieren von 1500 qm Bankette. Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Samstag, dem 30. b. 2tt., nut vormittags, auf unserem Büro, Gießen, Hillerwall 37 I, erhältlich, woselbst die Bedingungen einzusehen sind. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Sub- miffion — Ortsdurchfahrt......" bei uns bis zum Freitag, dem 5. April 1935, vormittags 10 Uhr, portofrei einzureichen. Angebote ohne Aufschrift auf dem Umschlag werben nicht berücksichtigt. 1809D Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 28. März 1935. Provinzialdirektion Oberhejsen. Tiefbau 1. Ab 1. April 1935 kommt der Finanzzuschlag der Stadt Gießen in Höhe von 4 Rpf. für die Kilowattstunde bei dem Einheitsstrompreis in Fortfall. Der Einheitsstrompreis beträgt mithin 43 Rpf. pro Kilowattstunde, statt seither 47 Rpf. 2. Die Lichtspitzenzeiten für den Doppel- und Dreifachtarif bei Privathaushallungen werden vom 1. April 1935 ab für die Monate Mai, Juni und Juli von 20.30 bis 21.30 Uhr festgesetzt. 3. Die Kasse der städtischen Betriebe, Gartenstraße Nr. 3, ist künftig werktags von S bis 12 Uhr geöffnet. 1805D Gießen, den 27. März 1935. Direktion der städtischen Betriebe. Ihre Vermählung geben bekannt Hanns Rudolf Elmp't und Frau Trude, geb.Zahn-Auer Düsseldorf Gießen Oberbilker Allee 52 a Äeethovenstraße 2 01333 Schöne i8isV G-Zimmer-ffiM m.Badez.,Küche Balkon z. 1. Juli zu uerm. Schrift. Ang. unt. 2918 an Germer & Wagner Gießen. ■ Eine sch. sonnige 3-Zimm.-Wohn. m. WohnLKorr^ BalLGartenanl. nebst Zub^i-Neu- bauN.GietzeN/a. Bahnhof sof. ob. svät.z.v.Mietpr. 35Mk.Schr.Ang. u.01309a.d.G.A. Groß., schön möbliert., Helles ruhiges Zimmer mögt, an Dauermieter zu Demi. 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März Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Geld Brief Buenos Bire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,29 53,39 53,44 53,54 Danzig .... 81,24 81,40 81,24 81,40 London.... 11,935 11,965 11,965 11,995 HelstngforS. Paris ..... 5,275 16,41 5,285 16,41 5,295 16 45 16,45 Holland ... 168,20 168,54 168,21 168’55 Italien.... 20,72 20,76 20,72 20,76 Icwan..... 0,699 0,701 0,701 0,703 5 661 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 Oslo..... 59,99 60,11 k 60,15 48,95 10,86 61,72 80,72 34,02 60,27 48,95 10,83 61,54 80,72 34,02 10,39 49,05 10,85 61,66 80,88 34,08 10,41 Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... 49,05 10,88 61,84 80,88 34,08 Budapest ... 10,39 10,41 Neuyork ... 2,491 2,495 2,489 2,493 96,4 96 105 104 — ■ - _ 210 __ 103 101,25 81,65 80,65 12 12,25 107 107,25 109 108 149,5 148,25 143,25 142,5 — —— 100 99 108 107,25 94,75 94,25 | 89 88,5 - 103,5 103 54,9 53,9 — 115,5 114,5 114,13 81,5 81 124,75 124,9 94,4 92,65 151,5 151,9 89,4 87,65 36,75 36,25 228 225,75 159,25 157,5 156 155,25 37,5 37,5 166 Geld Briet 2,441 2,461 48,90 49,10 53,23 53,45 11,93 11,97 16,35 16,41 167,79 168,47 20,46 20,54 59,99 60,23 — — — 61,51 61,75 80,34 80,66 33,55 33,69 — ierSe Blick in der Die Deutschs 27. bis 30. M Die Tagung a grüßungsa gefterner Weg große Anzahl o Der Vorsitzende Wast, Prof, die Aste. Neb und Ünioersitätl aus zahlreichen land, aus der Italien usw. zi Die eigentlick nerstagvormitt Er Die zahlreicher des Physioloo Zwecke der Xi Direktor dies, wurde. Zu ! der Borfitzend w Prof, i herzliche Worte Tagung mit bei Gung des $ ^rtig vor gro dann fm bie z Satzung und willkommen. 1 ^liegen für it einen guten 3 Schund ins! Die. um Roma fyyright by 'Httl-tzung J?“ id> ÄV lS>or3b' Äs h°b'n." bi, M i* Ia|'e Äi* an* °Urfen & den ftiii. e IS »i S ** .Xsl?1 ein 4’M Ne S m S#ll=n. »=•' n11 sS Ulinrl i(f s len ' «Um** Und 1 ^weine 392 • laui Uhu 's 50 (4?! n is 35 !s « ® bis Nujzgbls geeint Uft Schweine u n b ' »°W W- ?=,n.e; greife l,V* bi5 Müllen. V-'Ich bl 53 b's 441. g5t, c 60 bis w J67to 15), lch b) 75 bis 'S 75 (70 bis m 68 bis 72. °uf das beut- i Eitler die M v Än Mb hrer einer chornstein tarkstrom- 'er Mann ab- ührte, ent- Ugen lob atte. ige Gendarme» ’ erlitt einen ich zusammen ib unterwegs, n Straße von Wegener mit litt eine Zeuch de5 lin- rletzungen Mann wurde Z. März. Der stmann von $r stürzte vom m und erlitt chürfungen Behandlung in aus Warburg gen geriet born in b-r ^eun tonnte : Dagen zum araturwerlstatt irtnwten. em unbe»«*" mänÄen Än, nei»-. W Auto. te. Ecke Rödern- h gestern abend zwischen einem Personen- US der Rödern- juf, wobei das [ umstürzte. irradfahrer und Itit schwere 5 Krankenhaus ssen des Autos ,658 tsükt a. 28.^52— S^L 0,203 3,05 53,U 81,40 11,995 5,295 16,Z 168. 20,16 0,703 5,661 60,27 49'8 L Sj 10-41 7.Ü ,201 ,047 ,3,44 II -24 1,965 285 16,4' 68,21 20,72 0,701 5,649 60-1 18,95 10,86 61-72 80.7J 14,02 f ■» ft ff. H H '”****• 2.''■"****" * r.H ~ Ä..„- /Z » * Die Deutsche Pathologische Gesellschaft hält vom 27. bis 30. März in Gießen ihre 28. Tagung ab. Die Tagung wurde am Mittwoch mit einem B e - grüßungsabend im Studentenheim am Leih- gesterner Weg eingeleitet, zu dem sich bereits eine große Anzahl von Fachvertretern eingefunden hatte. Der Vorsitzende der Deutschen Pathologischen Gesellschaft, Prof. Dr. Dietrich- Tübingen, begrüßte die Gäste. Neben Pathologen aus vielen Städten und Universitäten Deutschlands waren Fachvertreter aus zahlreichen ausländischen Staaten, so aus Holland, aus der Schweiz, aus Jugoslawien, Ungarn, Italien usw. zugegen. Die eigentliche Tagung begann am gestrigen Donnerstagvormittag mit der Eröffnungssitzung. Die zahlreichen Teilnehmer fanden sich im Hörsaal des Physiologischen Instituts ein, das für die Zwecke der Tagung von Prof. Dr. Bürker, dem Direktor dieses Instituts, zur Verfügung gestellt wurde. Zu Beginn der Eröffnungssitzung sprach der Vorsitzende der Deutschen Pathologischen Gesellschaft Prof. Dr. Dietrich-Tübingen herzliche Worte der Begrüßung. Er eröffnete die Tagung mit dem deutschen Gruß und mit der Ausrichtung des Blickes auf den Führer, der gegenwärtig vor großen Entscheidungen stehe. Er dankte dann für die zahlreich eingegangenen Wünsche zur Tagung und hieß eine Reihe von Gästen besonders willkommen. Dank sagte er den zahlreichen Fach- kollegen für ihr Erscheinen. Zahlreiche Wünsche für einen guten Verlauf der Tagung seien aus Oesterreich und insbesondere aus Schweden eingetroffen, die die Verbundenheit zahlreicher ausländischer Wissenschaftler mit der Deutschen Pathologischen Gesellschaft erkennen ließen. Deutschland stehe nach wie vor im Mittelpunkt der Wissenschaft der Welt. Nach kurzem Gedenken für eine Reihe verstorbener Mitglieder und der Gesellschaft nahestehender Gelehrter und nach der Bekanntgabe einiger Ehrungen in Kreisen der Mitglieder, sprach der Vorsitzende dem Direktor des hiesigen Pathologischen Instituts, Prof. Dr. Herzog, herzlichen Dank aus für die sorgfältig getroffenen Vorbereitungen und für die energische Werbung für diese Tagung. Der Vertreter der Reichsärzteschast, prof. Dr. Wirz, übermittelte dann zunächst die besten Wünsche des Reichsärzteführers und der Reichsleitung der Aerzteschaft. Er wünschte der Tagung einen erfolgreichen Verlauf und ging dann auf verschiedene grundsätzliche Fragen ein, die die Wissenschaft der Gegenwart bewegen. Die deutsche allgemeine Pathologie und die pathologische Anatomie befinde sich gegenwärtig in einem außerordentlichen Hochstand. Der Baum, der hier gewachsen sei, könne mit Stolz erfüllen. Bedenklich müsse nur eines stimmen: die pathologische Wissenschaft habe nur wenig Nachwuchs zu verzeichnen. In der pathologischen Wissenschaft sei sehr viel geleistet worden. Zielbewußte Einzelforschung sei allenthalben in Erscheinung getreten. Gegenwärtig sei ein gewisser natürlicher Forschungsabschnitt erreicht. Die weitere Arbeit müsse ein Drängen nach der Synthese, nach Ganzheitsbetrachtung bringen. Man müsse zu neuen Formulierungen kommen. In Ansätzen sei dieser Weg bereits im Programm der Tagung angedeutet. Es müsse Anschluß an Nachbargebiete gesucht werden. Das bedeute keine Verflachung, sondern neue Problemstellung. Viele Probleme könnten von der Klinik nicht gelöst werden, der Wissenschaftler, der Pathologe müsse Anschluß an die Klinik gewinnen. Hier sei auch noch eine Reihe alter Probleme zu lösen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner kurz mit der Frage des Unterrichts. Die Vereinigung von Lehre und Forschung, die die deutsche Wissenschaft groß gemacht habe, sei ein glücklicher Umstand. Von dieser Form solle nicht abgegangen werden. Zu erstreben sei aber, daß der Student Gesamtbilder erhalte. Für ihn (Redner) sei es das erstrebte Wunschbild, eine gemeinsame Unterrichtung durch den Kliniker und den Anatom zu sehen. Der Student solle das gesamte Krankheitsbild erkennen. In die Erziehung des Nachwuchses der Pathologen solle auch die Arbeit in der Klinik einbezogen werden. Die deutsche pathologische Wissenschaft habe Weltruf. Es sei ein großer Irrtum, wenn der einzelne Wissenschaftler vielleicht glaube, daß der na- tionalsozialistische Staat die Wissenschaft nur für Tageszwecke ausnützen wolle. Der Nationalsozialismus habe dem Volke seine Ehre wiedergegeben (lebhafter Beifall), der Technik große Aufgaben gestellt, und von der Wissenschaft werde er die höchste Leistung verlangen. Der Weg, der dabei beschritten werde, werde die deutsche Wissenschaft weiterblühen lassen. Daß wir unter geordneten Verhältnissen Weiterarbeiten könnten, verdankten wir dem Führer Adolf Hitler, der uns einem drohenden Chaos entrissen habe. Sodann sprach der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen, prof. Dr. Fischer. Er übermittelte die Grüße der Medizinischen Fakultät, ferner die Grüße des Rektors und hieß die Gäste im Namen der Alma mater Ludoviciana herzlich willkommen. Gießen betrachte es als eine Ehre, die Stätte der Tagung der Pathologischen Gesellschaft zu sein. In seinen weiteren Ausführungen wies der Redner, einem alten Brauche folgend, auf die Beziehungen zwischen der Chirurgie und der Pathologie hin und betonte, daß die großen Männer des Faches durchweg pathologische Grundlage hatten. Die Pathologie bedeute beste Dorbildungsarbeit für den Chirurgen. Es gelte, mit allen wissenschaftlichen Hilfsmitteln die gesteckten Ziele zu erreichen. Für den Chirurgen sei es ganz besonders bedeutsam, ein Gesamtbild der Widerstandskraft eines Kranken zu erlangen. Mit einem Hinweis, einen Blick auch auf die vorbildlichen Institute in unserer Stadt zu werfen und sich Die Gegenwartsaufgaben pes AGO -Gtudentenbundes. Oer Reichsführer des NGO.-Studentenbundes Derichsweiler spricht auf dem Gleiberg. Der NSD.-Studentenbund hält gegenwärtig im Reich 37 Schulungslager ab, von denen drei im Gaugebiet Hessen-Nassau liegen. Die beiden zehntägigen Lager für Studenten finden auf dem Gleiberg bei Gießen und im Hause der Frankfurter Studentenschaft in Oberursel statt, während das Lager für Studentinnen in Cronberg abgehalten wird. Der Reichsamtsleiter des NSD.-Studentenbundes Pg. Derichsweiler nahm gestern Gelegenheit, diese Lager zu besichtigen und sich von der mustergültigen Haltung der Mannschaften zu überzeugen. Der Studentenbundesführer sprach in den Lagern über die Ziele und Aufgaben des Studentenbundes. Dor acht Monaten hat der Studentenbund durch eine grundlegende Neuordnung mit seiner Hauptaufgabe, die politische Schulung und Erziehung an den Hoch- und Fachschulen zu betreiben, begonnen. Es war zu diesem Zweck notwendig, erst einmal die erforderliche Zahl von Schulungsleitern in der Reichsführerschule der NSDAP, in Bernau heranzubilden, die wieder als Leiter der Gaulager von 3000 Studentenbundskameraden gegenwärtig schulen, die nun ihrerseits im Juli und August die politische Erziehung der Gesamtstudentenschaft (sowohl Hoch- als auch Fachschulstudenten) in Lagern durchführen. Der NSDStB., so führte Pg. Derichsweiler weiter aus, lehne es bewußt ab, wöchentlich in etwa zwei Stunden vor den Studenten Nationalsozialismus zu dozieren und ihnen am Ende des Semesters dann ein Testat über die besuchten Schulungsarbeitsgemeinschaften zu geben. Nationalsozialismus könne nicht gelehrt, sondern müsse in der Gemeinschaft, in der Lagerkameradschaft erlebt werden. 3n diesen zweiwöchigen Lagern habe man Gelegenheit, die Studenten auf ihren Charakter hin zu prüfen. hier können sie durch die Tat beweisen, daß sie wirklich fähig sind, verantwortliche Führer des deutschen Volkes zu werden. Den Typ des „Nur-Studenten", der sich außer seiner Paukerei um nichts kümmere und die Volksgemeinschaft außer acht lasse, werde man von der Hochschule verschwinden lassen. Durch seine politische Erziehung erhebe der Studentenbund als Gliederung der Bewegung den Anspruch, einen Teil des deutschen Führernachwuchses zu stellen; dadurch trage der NSDStB. auch mit die Verantwortung für die Aufrechterhaltung und den Ausbau des Dritten Reiches. Genau wie die NSDAP, die Aufgabe der Menschenführung und politischen Erziehung des Gesamtvolkes habe, müsse der NSD.- Studentenbund für die Durchdringung der Hoch- und Fachschulen mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus Sorge tragen. Auch die Fachschaftsarbeit, die nicht als eine zusätzliche Wissenschaftsarbeit gedacht sei, werde in Zukunft dem NSDStB. unterstehen müssen. Der Studentenbund werde sich, was die Arbeit der Fachschaften anbetrifft, mit den ständischen Gliederungen der Bewegung, wie NS.- Aerzteschaft, NS.-Juristenbund usw. in Verbindung setzen. Wenn vielleicht schon in den nächsten Tagen die Reichsschaft der deutschen Studierenden als . Spihenorganisation aller deutschen Studenten dem Kultusministerium unterstellt wird und die örtlichen Sludentenschaflsführer von ihrem Rektor bzw. Direktor ernannt werden, so sei der RSD.-Studentenbund ganz allein das dynamische Element mit elastischem Schwung an den deutschen hoch- und Fachschulen. In dem gleichen Maße, wie die Partei der oor» wärtstreibende Faktor im Staate sei, so sei auch der NSDStB. Schrittmacher für die Gesamtstudentenschaft. H. N. Die Lfflandstöchter und ihre Freier. CRonum von 3- Schneider Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 17. Fortsetzung Nachdruck verboten! „Soll ich dem kranken Herrn ein Frühstück bringen?" fragte Klaudine, nach der Tür weisend. „Ich glaube, er ist schon wach." „Geniert's Eayna net?" „Gar nicht! — Was kriegt er denn? Auch Milch und Schwarzbrot? Zucker mag er ja keinen." „Zucker net, aber a bisserl Salz will er drinnen hab'n. A Nipferl bloß, wia a Stecknadel. A jeder hat holt andere Fax'n. Er will halt amal alles g'salz'n hab'n." Also salzte die Klaudine wie geheißen, trug Niels dann die Tasse ans Bett und sagte ein Helles, freundliches „Guten Morgen". Sie wurde nicht ein bißchen rot dabei. Dafür aber Pöttmes. Er wollte sich aufrichten und fühlte sich sanft zurückgedrängt. „Das dürfen Sie wahrscheinlich nicht. Bleiben Sie also ganz ruhig liegen. Das kriege ich schon." Sie stellte die Tasse auf den Stuhl und richtete die beiden Kissen etwas höher. „So! Und nun schiebe ich Ihnen noch meinen Arm unter den Rücken. Geht es jetzt? Wenn die Milch zu heiß ist, warten wir noch ein wenig." Sie war in der Tat zu heiß. Barthelmes, der eben unter die Tür trat, bekam ein verdächtiges Schmunzeln um die Mundwinkel, als ob er sagen wollte: „Gell, die is uns grad no abgangen." Niels verstand ganz genau und bekam einen roten Kopf. Er mußte sich wohl oder Übel vorstellen. „Pöttmes", sagte er und sah dabei zum ersten Male, daß ihre Augen braun und leuchtend waren, wie die eines Rehes, mit einem glitzernden Flämmchen in der Mitte und einem feuchten Schimmer, als wäre ein feiner Schleier darübergezogen. Sie nickte nur und ließ seinen Kopf langsam nach hinten gleiten. „Soll ich Ihnen sonst noch etwas bringen?" „Danke — Fräulein---" „Klaudine", sagte sie gleichmütig, als wäre ihr Familienname das nebensächlichste Ding von der Welt. „Soll ich jetzt ein bißchen frische Luft herein- lassen? — Oder erst Waschen? — Wie haben Sie es denn bisher gehalten?" „Zerfcht hat er ft immer g'wofch'n, der Herr Pöttmes", gab Barthelmes Bescheid. „Nachher Ham ma g'lüft, und dann hab' i ihn rasiert." „Rasieren kann ich auch", erklärte Klaudine und schrak vor der Lachsalve des Alten zusammen. „Nein, wirklich!" beharrte sie. „Mein Vater hat mich im» mer gelobt deswegen. Und er hatte einen ausnehmend starken Bartwuchs. Diel stärker noch als Sie, Herr Barthelmes." Der hatte sich noch immer nicht von seinem Lachen erholt, setzte sich vorsichtig an den Bettrand und wischte sich die Tränen aus den Augen. „Was kön- nen's denn no all's, Fräul'n Klaudinia. Geiß'n hätt' i a zum mölken." Geißen melken konnte sie nicht. Ob er es sie lehren wolle? Pöttmes warf im Scherz die Frage ein, ob sie wohl auf dem Wege sei, sich bei einem der Almbauern einzumieten. Das nicht, aber sie sei schon seit acht Wochen auf der Suche nach einer neuen Stellung. Die Bank, an der sie gearbeitet habe, sei verkracht. Man könne sich die Füße wundlaufen, es wäre nichts anderes w bekommen. Nicht einmal ein Halbtagsposten. „Und hoam können's a net?" fragte Barthelmes mitleidig. „Nein. Vater ist schon im Herbst gestorben. Meine Mutter vor sechzehn Jahren." Barthelmes war noch nicht zufrieden. „Und G'schwister?" Sie hob die Schultern. Die hätten alle mit sich selbst genug zu tun. „Es ist zum Verzweifeln!" sagte sie aufseufzend. „Immer, wenn ich irgendwo einen Tag Rast mache, frage ich alles ab, ob mich niemand brauchen kann. Aber überall ist es das aleiche: Immer ist einer zuviel und keiner zu wenig. „Müaffen's halt bei Uns bleib'n", meinte Barthelmes unüberlegt rasch und bereute im nächsten Augenblick, erschrocken, sie möchte „Ja" sagen. Aber Klaudine hatte es sofort erfaßt und schüttelte den Kopf. „Sie wollen mich ebensowenig haben, wie die anderen. Doch einmal wird sich schon wieder etwas finden. Morgen nehme ich mit meinen Skiern den Berg von der Rückseite. Ich bin noch lange nicht so weit, daß ich den Mut verloren habe. — Und jetzt bringe ich Ihnen das Waschwasser, Herr Pöttmes." Sie nahm die Schüssel von der Kommode und ging nach der Stube. Pöttmes machte dem Alten ein Zeichen, die Tür zu schließen. „Ich komme für alles auf, Barthelmes. Kann sie dann bleiben?" flüsterte er. „Na!" knurrte Barthelmes unwillig. „Wann's Sommer wär, von mir aus, aber jetzt net." „Warum jetzt nicht, Barthelmes?" Der Alte knurrte etwas Unverständliches und bearbeitete fein Stoppelfeld, als pflüge er darin. Dann verschwand mit einmmal das Mürrische und machte einem spitzbübischen Lächeln Platz. „Das tät Eahna halt pass'n, gell Herr Pöttmes, wann's dableib'n möcht, das Madel." Niels gab sich geschlagen. „Deswegen? — Nein. Wir lassen sie also morgen weiterziehen, Barthel- nies. Kein Wort mehr darüber." — e Is halt a Kreuz mit de Herrschaftsleut', dachte Barthelmes, als Niels den ganzen Tag über tatsächlich kein Wort mehr wegen des Mädchens verlor, und auch Klaudine keine Andeutung mehr darüber fallen ließ, daß sie bleiben wolle. Sie half dem Alten beim Abkochen des Mittagessens, dann beim Spülen des Geschirrs, fütterte den Waldl, der bereits dicke Freundschaft mit ihr geschlossen hatte, und wachste bann ihre Schneeschuhe. „Vielleicht fahre ich heute noch", sagte sie und studierte den Himmel, um zu sehen, wie es mit dem Wetter bestellt war. „A so pressiert's net", meinte Barthelmes und hatte gar fein gutes Gewissen dabei. „An Tag oder zwa können's Eahne scho verschnauf'n. — Der Herr Pöttmes tät's a gern seh'n." „Was?" Der Alte bekam einen ordentlichen Schreck, so scharf hatte es geklungen. „Na, daß 's halt do- bleib'n." „So! — Dann habe ich also allen Grund, zu gehen." Er sah ihr« verdutzt nach, wie sie aus dem Zimmer schritt, tapste hinter ihr drein und war völlig auf den Mund gefallen, als sie jetzt ihren Rucksack holte und wieder zu packen begann. „Ja, aber — was wollen's denn, Fräul'n Klaudinia?" „Fort." „Aber i hab' do nix gesagt?" „Es ist schon gut, Barthelmes! — Erst müssen wir aber noch zusammenrechnen: Nachtquartier, Frühstück, Mittagessen. Wenn ich noch um eine Tasse Milch bitten dürfte?" Sie legte ein Funf- markstück auf den Tisch. „Genügt das?" „Fräul'n Klaudinia!" Er tat ihr leid. Sein Mund zitterte, und die Augen waren ängstlich geweitet. „I hab' Eahna do net 'nausg'schmiss'n!" „Nein, Barthelmes. Ich mache Ihnen ja auch keinen Vorwurf. Ich bin nur keine von denen — wissen Sie —" dabei flog ihr Blick nach der Tür hinüber, hinter der Pöttmes lag. „Grüßen Sie den Herrn. Den Abschied kann ich mir wohl sparen." Der Alte war aanz außer Fassung. „Ja — aber was hat er Eahnen denn tan, Fräulein Klaudinia?" „Nichts! So wenig wie Sie, Barthelmes. Das faß! Als sie dann mit dem Waldl vor die Haustüre trat, benützte er den Augenblick und stapfte zu Niels in die Kammer. „Jetzt hob i's no ganz verpatzt, Herr Pöttmes! Jetzt geht's heut'scho!" „Warum denn?" Das Geständnis mar schwer, aber es mußte ge- macht werden. Vielleicht mußte Pöttmes noch einen Ausweg. „G'fagt hab' i halt--daß 's Eahna recht wär, wann's bleib'n tät. Daraufhin hat's g’fagt — —" Er druckste an den Worten herum, als wären sie ein Knödel, der ihm im Halse stecken- geblieben war, und nicht hinauf- und nicht hinunterrutschen wollte. „Was hat sie denn gesagt, Barthelmes" drängte Niels ungeduldig. Aber es dauerte noch eine Weile, ehe der Alte mit der Antwort herausrückte. „G'sagt hat's — sie wär's koane solchene net." Pöttmes mußte trotz seines Aergers lachen. „Vielleicht packen Sie ihr noch etwas Brot und Geräuchertes in den Rucksack, Barthelmes. Sie können auch meine Thermosflasche nehmen und ihr mit heißem Kaffee füllen. Wenn ich wüßte, daß es sie nicht beleidigt, würde ich ihr einige hundert Mark dazulegen. Sie kann dann ganz gut noch einige Wochen irgendwo bleiben, ohne eine Stellung zu haben." Barthelmes pflügte schon wieder an seinem Stoppelfeld, ein Zeichen, daß er angestrengt nachdachte. Aber es fiel ihm nichts ein. — Niels hörte ihn dann draußen herumftapfen und mit Schüsseln und Tellern rumoren. Es mochte ihm nicht sonderlich wohl zumute sein, denn bald ging er durch die Stube, bald nach dem Flur, dann wieder nach der Stallung, wo die Geißen standen. Niels hörte Klaudine vor der Hütte mit dem Hunde sprechen und überlegte, ob er sie zu sich hereinrufen sollte. Aber es war besser, nicht. Sie hatte recht, wenn sie ging. Ein Mädchen ihres Alters und von ihrer Schönheit gehörte nicht in eine Almhütte zu zwei Männern, von denen der eine alt und grau und der andere ein halber Krüppel war. Da war es noch besser, ohne Stellung auf der Wanderschaft zu fein. Eines Tages fand sich doch jemand, der ihr ein Unterkommen bot. Ungläubig sah er jetzt, wie sich die Tür öffnete und Klaudines blonder Kopf hereinlugte. „Darf ich Ihnen Lebewohl sagen, Herr Pöttmes?" Mit raschem Schritt trat sie ans Bett. „Haben Sie Briefe, die ich mit hinunternehmen kann? Oder sonst etwas zu besorgen? Der Barthelmes kommt sobald nicht wieder ins Tal, sagt er." „Ich müßte erst schreiben, Fräulein Klaudine." „Soll ich? — Und Sie diktieren." „Es wäre sehr liebenswürdig!" Sie brachte Papier und Bleistift, fetzte sich auf den Bettrand und sah Niels abwartend an. „Mein lieber Bob! Ich habe gerade Gelegenheit, einen Brief befördern zu lassen. Es geht mir leidlich. Sobald ich nach Paris komme, werde ich Professor Mollier konsultieren. Ich glaube, es fehlt doch weiter, als ich anfangs gedacht habe. Was ist mit Elisabeth? Liegt sie noch im Krankenhaus? Bitte lasse ihr jeden' Sonnabend einen Strauß Nelken zuschicken. Ich denke, es wird sie freuen. Ich liege noch immer auf der Karrer-Hütte. Diese unfreiwillige Haft ist vielleicht der größte Gewinn meines Lebens. Was macht Henriette'' Sie braucht nicht zu wissen, daß ich Pech gehabt habe. Erwähne also bitte nichts, wenn Du schreibst. In Liebe immer Dein Niel».* (Fortsetzung folgt!) auch für die schöne Gegend zu interessieren, schloß der Redner seine Ansprache. Der Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Gießen, Prof. 0r. Georg Herzog, der — wie schon erwähnt — die Vorarbeiten für die Tagung übernommen hatte, aab zunächst seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und übermittelte dann den ihm vom Vorsitzenden der Gesellschaft ausgesprochenen Dank für die Vorarbeiten an das Personal des Instituts, das sich in der Sorge um das Wohl der Gäste gegenseitig übertroffen habe. Er freue sich insbesondere, daß neben den älteren Mitgliedern der Gesellschaft auch die jüngeren erschienen seien und niemand den weiten Weg nach Gießen gescheut habe. Die Deutsche Pathologische Gesellschaft sei ein Hort wissenschaftlichen Geistes und der Kameradschaft, ein Hort für das Gemeinwohl. Als Hort des Gemeinwohls wolle die Gesellschaft dem neuen Deutschland dienen, dem unsere Herzen gehörten. Der Geist, der in der Gesellschaft lebendig sei, habe uns viele Freunde auch im Auslande gebracht. Daß zu dieser Tagung auch viele Fachgenossen aus dem Ausland erschienen seien, bezeuge die Achtung, die die deutsche Wissenschaft in der Welt genieße. In seinen weiteren Ausführungen vermittelte der Redner dann einen anregenden Ueberblick über die Geschichte der allgemeinen Pathologie und die pathologische Anatomie an der Universität Gießen und ihre Entwicklung im Laufe der 328 Jahre des Bestehens. Mit den Darstellungen der jüngeren Geschichte konnte der Redner auch auf persönliche Beziehungen einiger Teilnehmer der Tagung zur Geschichte der Entwicklung der pathologischen Wissenschaft in Gießen aufmerksam machen. Gießen als Tagungsort sei nicht zuletzt deshalb gewählt worden, weil man in den kleineren und mittleren Universitätsstädten um den engen Konnex der Universität mit Blut und Boden, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Aerzten und Patienten wisse. Die Wissenschaft müsse sehr svarsam zu arbeiten wissen und sich in der Einfachheit als Meister zeigen. Die Universität Gießen habe nie über luxuriöse Geldmittel verfügt; in weitschauendem Geiste seien aber doch viele vorbildliche Institute entstanden. Die Tagung der Gesellschaft solle nicht nur dazu da sein, um wissenschaftliche Vorträge und Demonstrationen $u hören. Die Tagung solle dazu beitragen, daß sich die Kollegen auch menschlich kennenlernen. Deshalb sollten die Teilnehmer in einem außerwissenschaftlichen Teil die Landschaft um Gießen kennenlernen, die Goethe eine angenehme nannte und Liebig keinem Rufe nach Holland, Petersburg usw. habe folgen lassen. Roentgen habe in seinem Testament bestimmt, daß er hier begraben fein möchte. Die Tagung habe von feiten des Staates und der Behörden alle Förderung erfahren. Besonderer Dank sei der Firma L e i tz in Wetzlar zu sagen, die das Projekttonsgerät neuester Konstruktion zur Verfügung gestellt habe. Mit dem Wunsche, daß den Teilnehmern der Tagung hier schöne Stunden be- schieden sein möchten, verband der Redner den Dank an jene, die die Tagung rüsten halfen. In der eigentlichen Eröffnungsrede sprach der Vorsitzende der Deutschen Pathologischen Gesellschaft Pros. Dr. Dietrich-Tübingen in einem Fachvortrag über die Zielsetzung der theoretischen und praktischen allgemeinen pathologischen Wissenschaft und der pathologischen Anatomie. Er wies dabei u. a. auf die praktische Bedeutung der pathologischen Wissenschaft für die Volksgesundheit, aber auch für den Arzt hin. Rach kurzen geschäftlichen Mitteilungen des Schriftführers der Gesellschaft trat man in den wissenschaftlichen Teil der Tagung ein. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Preisabbau des Elektrizitätswerkes. Die Direktion der städtischen Betriebe gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß der Finanzzuschlag der Stadt in Höhe von vier Pfennig für die Kilowattstunde Strom bei dem Einheitsstrompreis vom 1. April ab in Fortfall kommt. Der Einheitsstrompreis beträgt ab 1. April für Lichtstrom 43 Pfennig pro Kilowattstunde, statt seither 47 Pfennig. Der Finanzzuschlag auf den Elektrizitätspreis wurde seit dem Jahre 1929 erhoben. Er war von dem früheren Stadtrat zur Aufbesserung der städtischen Finanzen beschlossen worden. Es ist zu begrüßen, daß die Stadtverwaltung diesen Finanzzuschlag nunmehr- zwecks Erleichterung der Lebenshaltungskosten der Bevölkerung wenigstens für den Lichtstrom wieder beseitigt, obwohl der Einnahmeausfall für die städtische Finanzwirtschaft immerhin von ansehnlicher Bedeutung sein wird. Der Finanzzuschlag wird einstweilen noch weiter erhoben für den Kraftstrom mit zwei Pfennig pro Kilowattstunde und für die Zählermiete mit 10 Pfennig pro Monat. In der gleichen Bekanntmachung wird eine Neufestsetzung der Lichtspitzenzeiten für den Doppel» und Dreifachtarif bei Privathaushaltungen für die Monate Mai, Juni und Juli angekündigt. Ferner werden die Dienststunden der Kasse der Städtischen Betriebe angezeigt. Deutsche Arbeitsfront. Erste Gehilfen-Pflichtprüfung für Rechtsanwalts- unb Notarialslehrlinge im April. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen-Nassau, Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, hat zufolge der zwischen der Reichsrechtsanwaltskammer und der Deutschen Arbeitsfront geschloffenen Vereinbarung im Rhein - Mainischen Wirtschaftsgebiet 9 Örtliche Prüfungsausschüsse für die Gehilfen-Prü- fung der Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge gebildet. Die örtlichen Prüfungsausschüsse unterstehen dem ständigen Prüfungsausschuß der Abteilung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen- Nassau. Nach der Prüfungsordnung haben im gesamten Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle arischen männlichen und weiblichen Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. Juli 1934 bis 30. Juni 1935 die Lehre beendet haben oder noch beenden, die Prüfung abzulegen. Zweck der Prüfung ist, wie es in der Prüfungsordnung heißt, „die Feststellung der in der Lehre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerichteten Allgemeinbildung, die den Lehrling befähigt, als Gehilfe eines Rechtsanwaltes und Notars tätig äu sein." Es ist nicht der Sinn dieser Prüfung, eine Auslese der Besten und Begabtesten vorzunehmen. Die Prüfung soll den Beruf vielmehr vor völlig ungeeignetem Nachwuchs bewahren und daher eine Feststellung des' Mindestwissens und der Mindest- letftung ermöglichen. Der Bezirk des örtlichen Prüfungsausschusses Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Alsfeld, Altenstadt, Bad-Nauheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Gießen, Grünberg, Herbstein, Homberg, Laubach, Lauterbach, Nidda, Ortenberg, Schliß Schotten und Ulrichstein. Alle auslernenden Lehrlinge bei Notaren und Rechtsanwälten, die bei diesen Amtsgerichten zuge- lassen sind, müssen dem örtlichen Prüfungsausschuß Gießen gemeldet werden. Die Anmeldungen sind in Der Zeit vom 28. März bis 4. April an da - Amt für B-rufs-rzi-hung in der B V Lonystraße 18, zu richten. Die Vordrucke für die Anmeldung und die Bescheinigung über den Ausbildungsgang können dort angefordert werden. Mit der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr von 3,00 RM. einzuzahlen. NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Voranmeldungen für „Sraft-durch-Freude". Ferienfahrten schon jetzt abgeben. Wir machen immer wieder darauf aufmerksam daß die Voranmeldungen für eine Ferienfahrt mit "Kraft durch Freude" schon jetzt gemacht werden. Einzelne Züge (z. B. nach Berchtesgaden) sind jetzt schon durch Voranmeldungen vollbesetzt, und es werden keine Anmeldungen mehr hierfür entgegen« genommen. Wer sich jetzt anmeldet, hat auch die Gewähr, daß er bei den betreffenden Zügen nicht zurücksteht. Also nochmals: Ferien einteilen und voranmelden! * SParikurse „Kraft durch Freude"! Bis jetzt vier Kurse! Steigende Beliebtheit der Sportkurse von „Äraft durch Freude!" Der Kursus „Fröhliche Gymnastik für Frauen" mußte wegen zu starker Beteiligung schon geteilt werden. Der Kursus „Allgemeine Körperschulung" Freitags abends bleibt bestehen. Ein neuer Kursus wurde im Betrieb der Landes-Heil- und Pflegeanstalt gestern abend eröffnet. Weitere Betriebe folgen in aller Kürze. Bt>M Dienstag, den 2. April, 20 Uhr, im Caf6 Leib, Sport werbeabend der Gießener Mädel und Jungmädel. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen. Strenge viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — erläßt eine ausführliche viehseuchenpolizei- licfje Anordnung zum Schutz gegen das feuchenhafte Verkalben (Bang-Infektion) des Rindes, die am 1. Mai d. I. in Kraft tritt und gegen deren Zuwiderhandlung die strengen Strafen des Viehseuchengesetzes in Anwendung gelangen. Danach wird u. a. bestimmt, daß beim Austrieb von Rindern auf Weiden, die nicht ausschließlich mit wirtschaftseigenen Tieren besetzt werden, alle über ein Jahr alten weiblichen Tiere und Bullen, soweit sie mit weiblichen Tieren geweidet werden, der Blutuntersuchung zu unterwerfen sind. Der gemeinsame Weidegang von bang-positiven und bang-negativen Tieren ist verboten. Rinder, die Erkrankungen der Geburtswege aufweisen, sind vom Auftrieb auszuschließen. Zu Zuchtvieh - Versteigerungen (Zuchtviehmärkten) dürfen nur solche Tiere zugelassen werden, bei denen eine vorherige Blutuntersuchung in einer amtlich anerkannten Anstalt negativ ausgefallen ist. Personen, die in verseuchten Beständen mit der Wege und Wartung der Tiere beschäftigt sind, dürfen sich in Ställen anderer Besitzer nicht betätigen. Ostpreußen rüsty Vom Bund der Schlesier und Ostdeutschen wird uns geschrieben: In das Ordensland' Preußen, das auf eine 700jährige Geschichte zurückblicken kann, die Heimat großer deutscher Männer ist und in landschaftlicher Hinsicht außerordentlich viel Sehenswertes zeigt, führt der Film „Ostpreußen ruft!", der heute abend im Cafe Leh zu sehen sein wird. Neben Land und Leuten sehen wir in diesem Film die unsinnige Grenzziehung, die das Versailler Friedensdiktat heraufbeschworen hat. Hier werden ausgesuchte, lebende Bilder von der Ostmark geboten, wie man sie schöner und lehrreicher nicht wieder finden wird. Man erlebt die Not der Grenzlandbevölkerung, den Stolz des Abstimmungsergebnisses, das Treuebekenntnis zum Tannenbergdenkmal, man fährt zu Lande und zu Wasser, aber auch auf dem Luftweg in das Land im Osten, man lernt bie ostpreußische Landschaft mit ihren mannigfachen Reizen kennen und sieht die alten Ordensburgen: die Marienburg und die alte Hansestadt Danzig. Der Weg führt durch das Land der 3000 Seen, durch die Gebiete zur Forderung des Bernsteins und zur Papierfabrikation. Es wird der Storch auf den Dächern und der Elch auf der Ku rischen Nehrung belauscht, und wenn der Reichsbund der Deutschen Beamten und der Bund der Schlesier und Ostdeutschen zum Besuch dieses Abends aufrufen, so tun sie es gleichzeitig, um jener ostpreußischen Brüder jenseits der Memel zu gedenken, die ein hartes Schicksal unter das Fremdjoch der Litauer gebracht hat, gegen deren Willkür und Un- gerechttgkeit das ganze deutsche Volk sich erhebt in einmütigem Protest: Was deutsch ist, muß deutsch bleiben! (Siehe gestrige Anzeige.) Mittlere Reifeprüfung an der Vogtschen Handelsschule. Von den Vogtschen Handelsschulen wird uns geschrieben: ®runb Per vor 10 Tagen stattgefundenen ^christlichen Prüfung wurden gestern die Schüler Der zweijährigen Handelsklasse zur mündlichen Prü- sung zugelaßen. Sechs Schüler bzw. Schülerinnen hatten schon besondere Leistungen im Schriftlichen !^6ewiesen und konnten deshalb von der mündlichen Prüfung befreit werden. m Prüfungskommission wurde geleitet von dem Vorsitzenden, Dipl. Hdl. H e y d e r, der mit der Ver- R°?-°run« b-auftraüt war. Neben dem Vorsitzenden und dem Lehrerkollegium gehörten der Prüfungskommission die Herren Fritz S ch u ch a r d, N^haber der Firma W. & G. Schuchard, und Karl Muller an, die im Auftrage der Deutschen Arbeitsfront erschienen waren. Man konnte bei der Prüfung wieder einmal den ismörud gewinnen, wie eng die Lehrer mit der Praxis verwachsen sind. Es war eine Prüfung, die den ins Leben tretenden Schülern zeigte, welche Anforderungen die Praxis an sie stellen wird. Nach 4V2ftünbiger Prüfung konnte allen Schülern das Zeugnis der mittleren Reise erteilt werden. Kameradschastsabend der Zachschast Reichsfinanzverwattung des ROB, Stehen. Man berichtet uns: Am Dienstag hielt die Fachschaft Reichsfinanzverwaltung Gießen im Hotel Hopfeld einen Kameradschaftsabend ab. Fachschaftsleiter Pg. Kimmel eröffnete die Versammlung und erteilte nach kurzer Ansprache dem Beruss- fameraben Pfeifer das Wort zu feinem Vortrag: „Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft". Pfeifer, der in der Marneschlacht 1914 bei Vitry- le-Franxois durch zwei Schüsse in das rechte Bein verwundet wurde, kam bei dem Rückzug mit dem gesamten Feldlazerett Maison en Champagne in Kriegsgefangenschaft. Der Redner schilderte die Behandlung der Verwundeten in der Holle der französischen Lazarette St. Prieux. Im März 1915 kam er, noch nicht geheilt, nach Biskra (Algerien). Es folgte ein anschaulicher Bericht von der dortigen Landschaft, den Sandstürmen, Heuschreckenschwärmen und b‘er Hungerzeit im Gefangenenlager, den körperlichen und seelischen Entbehrungen und Leiden der Gefangenen und den unmenschlichen Strafen, welche die Franzosen über die Deutschen verhängten. Als die Hitze ihren Hohevunkt (56 Grad Celsius im Schatten) erreichte — Anfangs August 1915 — wurden die Gefangenen nach Sstif im Atlasgebirge gebracht. Auch dort war die Behandlung unmenschlich und die Ernährung sehr schlecht und ungenügend. Im März 1916 schickte die Schweizer Aerztekommis- sion den größten Teil des Lagerbestandes rangen Krankheit und Unterernährung nach Frankreich und in die Schweiz. Hier brach der Redner seinen mehr als einstündigen Vortrag, der aufmerksame Zuhörer fand und mit Beifall ausgenommen wurde, ab. An einem der nächsten Kameradschaftsabende wird Pfeifer über seine weiteren Erlebnisse während der letzten Zeit seiner Gefangenschaft, aus der er erst am 28. Januar 1920 in die Heimat zurückkehrte, berichten. Nach einigen Ausführungen des stellv. Leiters des Amtes für Beamte, Pg. Gustav Ulrich, in organisatorischer Beziehung, schloß Fachschaftsleiter Pg. Kimmel in üblicher Weise den anregenden Kameradschaftsabend. vor, aus dem hervorgeht, welche Werte die Geräts, Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände, dis Eigentum der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr sind, haben. Der Punkt „Verschiedenes" brachte eine sehr rege und freie Aussprache. U. a. wurde folgender Antrag eingebracht: der volle Unterstützung fand: „In den Städten sollten doch endlich die Feuerwehrleute in Uniform, freie Fahrt auf den Straßenbahnwagen erhalten, wenn Alarm besteht." Kamerad Albin Klein regte anschließend noch wichtige Erneuerungen an, die großen Anklang fanden. Das Netz der Ringleitung zur Alarmierung der Feuerwehrleute wird z. Z. erweitert und bei roeiteren Kameraden der Wehr angebracht. Möge die Freiwillige Gailsche Feuerwehr Gießen recht bald wieder ein zeitgemäßes Gerätehaus in besserer Lage der Stadt erhalten. Die Bürgermeisterei selbst dürfte im allgemeinen Interesse diese Angelegenheit nicht hintenanstellen. Elternabend der Schillerschule. Um die innige Verbundenheit zwischen Elternhaus und Schule zum Ausdruck zu bringen und zu fördern, veranstaltete am gestrigen Donnerstagabend die Schillerschule im überfüllten Saale des Cafö Leib einen Elternabend, der in allen Teilen als wohlgelungen betrachtet werden kann. Der Verlauf des Abends zeigte einen Ausschnitt aus dem Leben und Wirken von Schülern und Lehrerschaft in der heutigen Zeit; er zeigte, mit weich' großer Liebe sich beide Teile — Lehrer und Schüler — gegenüberstehen, wie neben der Arbeit in der Schule der Sinn für Gottes schöne Natur, für Wandern, Sport und das deutsche Volkslied, für Elternhaus, Volk und Heimat wachgerufen und gefördert wird. „3m BdM. wollen wir unsere Mädel heranbilden zu stolzen, aufrechten, gesunden Menschen, die fähig sind, Deutschland über ihr Leben zu stellen. Stolz, aufrecht, gesund an Körper und Geist sollen unsere Mädel und Iungmädel fein — dann werden sie das Ziel erreichen, das ihnen gestellt ist: Trägerin der nationalsozialistischen 3dee zu werden!" KreiwilligeGailscheFeuerwehr Gießen. Von der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr wird uns geschrieben: Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr Gießen, gegr. 1855, hielt am vergangenen Samstagabend im Gasthaus „Zum Schipkapaß" ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Wehrführer, Oberbrandmeister Münch, be- arüßte die zahlreich erschienenen Kameraden. Hierauf brachte der Schriftführer, Adjutant Otto Wahl, seinen sehr umfangreichen und interessanten Jahresbericht über das Geschäftsjahr 1934 zur Verlesung, der erkennen läßt, daß die Wehr arbeitsreiche und mühevolle Monate hinter sich hat, aber mit zäher Ausdauer und Pflichterfüllung ihre Aufgaben erfüllte. Außer sechs Hauptübungen wurden noch mehrere Einzelübungen, besonders für den Fußdienst, aus^eführt. In 7 Vorstandssitzungen wurden viele wichtige Angelegenheiten besprochen. Die Gesamtmitgliederzahl ist fast dieselbe geblieben. Die Hebungen waren stets gut besucht. Die Wehr beteiligte sich auch stark bei der Feuerschutzwoche, am Feldgottesdienst und der Waldbrandübung. Am Tage der Nationalen Arbeit (1. Mai), am Rot-Kreuz-Tag (9. Juni), bei der Reichs-Schwimmwoche (16. Juni), bei dem 116er-Trefsen (22. Juli), bei der Saar» abftimmungsfeier (15. Januar 1935) und bei der Saar-Rückgliederungsfeier (1. März 1935) war die Wehr ebenfalls in großer Zahl von Kameraden vertreten. Große Enttäuschung wurde den Kameraden bereitet durch den unerwarteten Verkauf des Spritzenhauses, selbst der Vorstand hatte vorher davon keine Kenntnis erhalten. Am 22. Dezember 1934 ist die Freiwillige Gailsche Feuerwehr zum letzten Male auf dem Neustädter Spritzenhof angetreten und hat nach kurzem Gedenken an die dort verlebten schonen, arbeitsfreubigen Stunden im Dienste für die Allgemeinheit ihre Geräte in das neue Heim, in die ehemalige Oberhessische Werkstätte, verbracht. Zum ersten Male seit ihrem nahezu 80jährigen Bestehen hat die Freiwillige Gailsche Feuerwehr von der Brandversicherungskammer einen Zuschuß für Neuanschaffungen von Schlauchmaterial und dergleichen beantragen müssen. Es wird wohl in ganz Deutschland dieser Fall einzig dastehen, daß eine Freiwillige Feuerwehr, die, wie alle anderen freiwilligen Wehren, sich auch sofort und stets bei Feuers- und Wassergefahr für des Nächsten Hilfe eingesetzt hat, acht Jahrzehnte lang aus öffentlichen Mitteln nichts verlangt hat. Dem Hause Gail (Gießen) sei auch an Dieser Stelle Dank gesagt. Die Bürgermeisterei Gießen hat an der Erhaltung der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr Interesse und weitgehendste Unterstützung zugesagt. Die gegenwärtigen Unterkunftsräume liegen ungünstig und abseits, also bei großer Feuersgefahr kann infolge des zu späten Eintreffens der Wehr evtl, großer Schaden entstehen. Beim Brand der Seifenfabrik Mobs war die Freiwillige Gailsche Feuerwehr mit 42 Mann schnell zur Stelle, weil die Geräte sich noch im alten Spritzenhaus befanden. Würde ein gleicher Brand in demselben Stadtteil ausbrechen, so wäre es der Gailschen Wehr unmöglich, so zahlreich und so schnell das Feuer mithelfen 3U bekämpfen, weil die neuen Unterkunftsräume ast außerhalb der Stadt in entgegengesetzter Richtung sich befinden. Der Jahresbericht schloß mit dem Gelöbnis, daß die Freiwillige Gailsche Feuerwehr auch fernerhin die von Not und Gefahr bedrohten Volksgenossen mitschützen und unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Treue halten wird. Mit einer schönen Ansprache des Wehrführers Münch wurden für 1935 geehrt die Mitglieder- Jean Arnold für 55 aftioe Dien st jähre Philipp Hof, Karl Lindenstruth und Karl Reuter für 30 Dienstjahre, Karl Balser und Sebastian Müller für 25 Dienstjahre, Georg ß a u b für 15 Dienstjahre, Otto Alt, Karl Fiedler, Ludwig Fißler, Karl Lehr, Hermann Schmück und Michael Schuh für 10, und Hermann Becker für 5 aktive Dienstjahre. Der Wehr- führer Arthur Münch selbst hat nunmehr 35 aktive Dienstjahre hinter sich, von denen er zum größten Teile dem Kommando angehört. Hierauf aab der Rechner, Kamerad Schmück, den Kassenbericht über das Geschäftsjahr 1934 bekannt, der beweist, daß trotz Neuanschaffungen spar- sam und gut gewirtschaftet wurde. Dem Rechner wurde von der Versammlung Entlastung erteilt. Der Verwalter des Inventars, Zeugwart W a ck, legte der Versammlung ein interessantes Verzeichnis Trude Mohr, Reichsreferenttn des BdM. Dabei sei insbesondere des Schulleiters Rektor Stroh gedacht, der in unermüdlicher Arbeit, mit feinem Sinn für Kunst und Volkstümlichkeit, diesen schonen Abend gestaltete, eifrig unterstützt vom gesamten Lehrerkollegium der Schillerschule. Mit einem finnigen Vorspruch, getragen von einer Schülerin, wurde der Abend eingeleitet. Dem Vor- sprach folgte als eine vorzügliche Dirigentenarbeit des Lehrers Klein der Chor „Wach auf!" aus Richard Wagners „Meistersinger". Die Hellen, klaren Stimmen der Mädchen und die feine dynamische Gestaltung ches Werkes riefen bei den Zuhörern einen wahren Beifallssturm hervor. Dann hielt der Schulleiter,, Rektor Stroh, eine kurze Ansprache, in der er Schüler und Eltern und die Freunde der Schule aufs herzlichste willkommen hieß. Während früher Schule und Elternhaus oft nebeneinander gegangen seien und verschiedene Ziele verfolgt hätten, sei im neuen Deutschland der Weg vorgezeigt, der dahin führe, den Gedanken der Zusammengehörigkeit und der Verbundenheit aller zu fördern, damit alle bas gleiche Ziel haben und ihm zustrebten. Zwischen Schule und Elternhaus könne es kein Nebeneinander, sondern nur ein Miteinander geben. Es gelte, in Liebe und unverdrossener Arbeit sich dafür einzüsetzen, junge Menschen zu erziehen und zu formen, es gelte ein Geschlecht heranzuziehen, bas in heiligster Begeisterung erglühe für alles Schöne, Wahre und Edle. Unter dem Leitgedanken „Jahreszeit und Schularbeit" folgten dann die einzelnen Darstellungen von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wirkungsvoll gefaßt in eine Rahmendichtung von dem Schulleiter Stroh. Eingeleitet von einer Sprecherin stellten vier Schülerinnen die Jahreszeiten dar, die anmutig ihre Vorzüge und Eigenschaften schilderten, während vier andere Mädchen nach jedem Vorspruch die Nutzanwendung für Schule und Elternhaus, Volk und Heimat zum Vortrag brachten. Die einzelnen Abschnitte wurden enspre- chend belebt und untermalt von Darbietungen anderer Schülerinnen, die sich den Jahreszeiten anpaßten. So zeigte der Frühling lustige Kinderszenen, dargestellt von Schülerinnen der Unterstufe, die Gedichte und Gesänge vortrugen, Spiele und Reigen aufführten. Der Sommer zeigte eine Wan- derszene mit dem Volkslied von Sollet in der Be» arbeitung von H. Stroh. Im Rohmen dieser Handlung wurden auch die Schönheiten der heimatlichen Umgebung, wie Gleiberg, Dünsberg, Biebertal usw. geschildert. Dann folgten Volkstänze der Oberstufe. Eine andere Gruppe zeigte exakte und rhythmisch beschwingte gymnastische Uebungen, zu deren gutem Gelingen besonders die Lehrerinnen Messinger und Weber beigetragen haben. Am Klavier begleitete Lehrer Simon. Der Herbst brachte je einen Spruch von Hebbel und Goethe und von Herder „Der gerettete Jüngling". Zwei Volkslieder, einstudiert und dirigiert von Rektor Stroh, beschlossen diesen Teil des Abends. Zwei wirkungsvoll zum Vortrag gebrachte Weihnachtsgedichte leiteten zum Winter über. Dann folgte als Glanzstück der Chor „Altes Weihnachtslied" mit Orchesterbe- Das bekannte Matchen von Heilbronn hat der beliebten fenorr Kätchen- Suppe den Namen gegeben. Diese feine Grün-Erbssuppe bringt im Aussehen und Geschmack noch mehr Abwechslung auf Ihren Mittagstisch, was gewiß auch Ihr Gatte immer zu schätzen weiß! Dec gelb-braune Würfel mit dem grünen Streifen „Extra fein" kostet nur 10 Pfg. (2 reichliche Teller). Schon seit 50 Jahren: T&icVl Suppen - gute Suppen! glethmfl in der Bearbeitung von 5). Stroh. Das Orchester war vom Lehrerkollegium und der Eltern- schäft mit Geigen, Cello und Flöte zusammengestellt. Chor und Orchester harmonierten unter der Leitung von Rektor Stroh ausgezeichnet. Mit reichem Beifall dankten die Zuhörer für diese vortreffliche Leistung. Mit einem Sprech-Chor „Heimat", gespro- chen von der Klasse Ic, und den Chören „Kein schöner Land" und „Mein Vaterland" wurde die Vortragsfolge beendet. Nach einem kurzen Schlußwort des Schulleiters und einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde der schöne Abend mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandsliedes und des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. Der Abend war ein voller Erfolg der Schillerschule; er wird anspornen zu weiteren Leistungen. Vornotizen. _Tageskalender für Freitag. Deutsche Arbeitsfront: 20.30 Uhr im Vereinshaus, Horst- Wessel-Wall 11, Versammlung der Haus- und Gruno- stücksverwalter. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr die Lustspiele „Die Neuvermählten" und „Gelähmte Schwingen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Reichsbund der Deutschen Beamten und Bund der Schlesier und Ostdeutschen: 20.15 Uhr im Caf6 Ebel ein Filmvortrag „Ostpreußen ruft"!" — Waschvorführungen: 15.30 und 17.30 Uhr im Eaf6 Ebel; 20.30 Uhr Sondervorführung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend nicht Hauptmanns Märchen „Die armseligen Besenbinder", sondern Björnsons Lustspiel „Die Neuvermählten" unter der Spielleitung von Intendant König, hierauf Thomas Lustspiel „Gelähmte Schwingen", Spielleitung Karl Löser. — Großer Bunter Rundfunkabend. In der heutigen Anzeige wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Saalöffnung für den Bunten Abend des Reichssenders Frankfurt am moraig-en Samstag in der Volkshalle auf 7 Uhr (19 Uhr) festgesetzt ist. Der Saal wird pünktlich um 8 Uhr (20 Uhr) geschlossen. Auf die Anzeige sei hingewiesen. mit, daß die nächste Geschäftsstenographenprüfung am Sonntag, 14. April, stattfindet. Jeder junge Kaufmann und jede Stenotypistin, die diese Prüfung mit Erfolg abgelegt haben, erhalten hierüber ein Zeugnis, das für das Fortkommen im Beruf von großer Bedeutung ist. Auf die Anzeige im heutigen Anzeigenteil wird besonders hingewiesen. ** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Grebenhain (Kreis Lauterbach). Bewerber müssen mindestens seit acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von min- heftens fünf Jahren zurückgelegt haben. Bürgermeister-Ernennungen. Das Personalamt der Landesregierung gibt be- kannt: Ernannt wurden zu Bürgermeistern ab 25. März 1935: Heinz Wagner in Grünberg (Kreis Gießen), Dr. Kurt M i l d n e r in Osthofen (Kreis Worms) — früher in Grünberg. d. Red. —, Willibald Georg M a d r e in Eberstadt (Kreis Darmstadt), Jakob S e y f e r t in Ellenbach (Kreis Heppenheim), Adam Rettig in Linnenbach (Kreis Heppenheim), Adam Bitsch HI. in Mittershausen (Kreis Heppenheim), Hugo Schultheiß in Bruchenbrücken (Kreis Friedberg). OJL-’Svoit 72000in Brüssel—65000in Dresden. Die Zuschauerzahlen bei Fußball - Länderspielen auf dem Kontinent schnellen immer mehr in die Höhe. Während man bei Deutschland—Spanien in Köln 70 000 erwartet und Dresden beim Spiel gegen die Tschechoslowakei am 25. Mai auf 65 000 hofft, sollen zum Treffen Deutschland—Belgien am 28. April in Brüssel gar 72 000 Zuschauer kommen. Das Brüsseler Heysel-Stadion kann nämlich so viele Besucher aufnehmen, und es erscheint gar nicht ausgeschlossen, daß diese Zahl am letzten Aprilsonntag auch erreicht wird. Einmal ist die deutsche Nationalmannschaft nach ihren letzten großen Erfolgen wirklich ein äußerst zugkräftiger Gegner und zum anderen wird am Vortage dieses Länderspieles die Brüsseler Weltausstellung eröffnet. Das Heysel-Stadion liegt nun direkt an der Ausstellung und außerdem können nur 6000 Zuschauer direkt von der Straße aus zu ihren Plätzen gelangen. Die anderen 66 000 müssen durch die Weltausstellung, um ins Stadion zu kommen, und da man mit einer Wettspielkarte freien Eintritt zur Ausstellung hat, wird sich kaum jemand diese günstige Gelegenheit entgehen lassen, Wettspiel und Ausstellung einen Besuch abzustatten. In Dresden erwartet man, daß beim Treffen Deutschland—Tschechoslowakei sogar noch der riesige äufcere Erfola von Deutlckland—Ungarn im Seo- Marburg beim dortigen Tischtennisklub „Blau- Rot" zu einem Gesellschaftsspiel. Beide Mannschaften stehen sich zum erstenmal gegenüber. Da üoer die Stärke der Gastgeber nichts bekannt ist, lassen sich keine Schlüsse über den Spielausgang ziehen. Da die 1900er aber in letzter Zeit wenig spielten und außerdem mehrere Ersatzleute einstellen müssen, werden sie sich in acht nehmen müssen, wenn sie keine unangenehme Ueberraschung erleben wollen. Kurze Sportnotizen. Das Endspiel um den Deutschen Handball- Pokal zwischen den Gaumannschaften von Brandenburg und Nordmark wurde um acht Tage auf den 14 April verschoben. Der noch nicht feststehende Austragungsort wird in Mitteldeutschland liegen. ♦ Willie den Out)en, die holländische Weltrekordschwimmerin und Europameisterin, stellte wieder einen neuen Weltrekord auf. Für 500 m Kraul benötigte sie 6:48,4 Minuten unb sie unterbot ba= mit die alte Höchstleistung der Amerikanerin Knight um 11,4 Sek. * Deutschlands Degen - Mannschaft wurde beim Vierländerkampf um den Gautier-Vig- Amtsverkündigungsblatt für die provmzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Jlr. 15 Erscheint Dienstag und Freitag. 29.2Rär$ Nur durch die Post zu beziehen. 1935 Inhaltsübersicht: Die Kynologifche Weltausstellung 1935 in Frankfurt a. M. — Straßensperre-Aufhebung. — Ortssatzung über die Erhebung einer Kanalbenutzungsgebühr in der Gemeinde Treis a. d. Lda. — Dienstnachrichten. feit, daß der Sport und die Leibesübungen ein wertvolles, ja ein ganz hervorragendes Mittel sind, um die eben geschilderten körperlichen und charakterlichen Anlagen zu zeigen und zu entwickeln. Zwar kann nur zur Entfaltung gebracht werden, was vorhanden ist, aber daß es bis zur letzten Entfaltungsmöglichkeit gebracht werde, dazu soll die Erziehung und Schulung in Sport und Leibesübungen das ihre beitragen. Nur so wird erkannt werden können, was in Bezug auf die genannten Fähigkeiten wirklich im einzelnen darin steckt. Nur so wird also auch ein Urteil über feinen letzten Wert, nicht nur als Einzelwesen, sondern auch über seinen Wert als Glied in der Kette der völkischen Blutsgemeinschaft gefällt werden können. Mit Recht haben daher namhafte Rassenhygieniker darauf hingewiesen, daß der Sport ein hervorragendes Mittel ist, um die rechte Gattsnwahl zu beeinflussen. Wie es der bekannte Sportsmann Dr. P e l tz e r vor kurzem ausdrückte, liegt die Bedeutung des Sportes nicht nur in der körperlichen Betätigung, sondern in der Tatsache, daß daran die biologische Tüchtigkeit des einzelnen erkannt werden kann. Peltzer bringt das auf die Formel; 3m Sport zeigt sich die Raffe in der Leistung. Andererseits möchten wir in diesem Zusammenhänge auch wiederum vor einer Ueberspitzung des Sportgedankens warnen. Uns scheint vielmehr das besonders wichtig, daß die Bedeutung der Leibesübungen bis in weite Volkskreise hinein erkannt und oaß diese von möglichst allen Volksgenossen auch recht gepflegt werden. Sportsleute, die Höchstleistungen vollbrachten und weiter vollbringen müssen, zeigen leider vielfach sehr wenig Neigung zü Ehe und Familie. Es besteht also hier eine gewisse Gefahr, daß dis Erbwerte gerabe wertvoller Menschen auf diese Weise ungenützt verloren gehen. Daß für die Frau Sport und Leibesübungen, sofern sie zu dauernden Höchstleistungen sich steigern, in Widerstreit mit den ihr eigentlich zukommenden Pflichten als Gattin und Mutter kommen können und unter gewissen Umständen kommen müssen, dürfte selbstverständlich sein. Leider kommt auch alljährlich eine nicht kleine Zahl gerade der wagemutigen und tüchtigen Sportler ums Leben, so baß auch auf diese Weise alsa h den Sport eine ungünstig gerichtete Auslese, n auch geringen Ausmaßes, ftattfinbet. Um - Gefahren zu verhüten, dürfte vor allem eine prerfjenbe Erziehung und Unterweisung der jun- n Sportkräfte in Frage kommen. usammengefaßt läßt sich also sagen, daß bet rt nicht nur der unbedingt notwendigen Ertüch- ng unb Gesunberhaltung bes augenblicklich nbes Geschlecht bient, sonbern das er zugleich hervorragender, wenn auch nicht untrüglicher dmesser für die im einzelnen schlummernden werte ift Ihn auszubauen, auf eine breite ndlags im ganzen Volk zu stellen und ihn inl einen sinnvoll zu gestalten, so daß er im Ein* g mit den außerordentlich wichtigen rassenhygie- ien und bevölkerungspolitischen Notwendigkeiten , wird eine in allernächster Zukunft zu leistende zabe fein. Dr. S. Wieder ein schweres Unglück am Diibeler Berg. Der Reichsstatthalter in Hessen. Landesregierung. Abteilung Ib. Bekanntmachung, die Kynologifche Weltausstellung 1935 in Frankfurt a. 211. betreffend. Vom 22. März 1935. Abschriftlich nachstehendes Schreiben des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 22. Februar 1935 (IV g 408/35) an Die Landesregierungen gebe ich hiermit berannt: „Nach der einmütigen Ansicht der Veterinärsachoerständigen kann es bei dem Stand der Tollwutverseuchung in den Ost- und Süoostlandern wegen der mit der Einfuhr von Hunden aus diesen Ländern verbundenen Gefahren für Menschen und Tiere nicht verantwortet werden, Hunde aus diesen Landern zur Ausstellung zuzulassen. Demgemäß sind Hunde aus den Ost- und Südostländern von der Ausstellung auszuschliehen und bei der Einfuhr an der Zollgrenze gegebenenfalls zurückzuweijen. Von den Ostländern kann für Finnland, von den Süoostlandern für Oester- reich eine Ausnahme gemacht werden. Falls Hunde aus Spanien, Portugal und Algier für die Ausstellung angemeldet werden sollten, so müßten auch diese Hunde wegen der ungeklärten Seuchenlage in diesen Ländern von der Ausstellung ausgeschlossen werden. Ich ersucye ergebenst, den mit der Durchführung der Ausstellung beauftragten Reichsverband für das deutsche Hundewesen entsprechend zu bescheiden und stelle anheim, hierbei zum Ausdruck zu bringen, daß die Rücksichtnahme auf die anderen an der Weltausstellung beteiligten Länder diese Maßnahme erforderlich macht. Im übrigen wurden folgende veterinärpolizeilichen Forderungen festgelegt, die bei der Abhaltung der Kynologischen Weltausstellung gestellt werden müssen: 1. Die Beschickung der Ausstellung mit Hunden aus dem Ausland bedarf der veterinärpolizeilichen Genehmigung. Anträge hierauf find rechtzeitig über die Ausstellungsleitung (Reichsverband für das deutsche Hunde wesen, zur Zeit in Stuttgart, Geschäftsstelle Berlin) an den Herrn Reichs- und Preußischen Minister des Innern zu richten. 2. Es ist ein von der Heimatbehörde des Hundebesitzers auszustellendes Ursprungszeugnis beizubringen, in dem der Name des Hundebesitzers und des Ausstellers, Rasse, Farbe, Geschlecht, Alter, Abzeichen und besondere Kennzeichen des Hundes, Ursprungsland und Ursprungsort während der letzten drei Monate, anzugeben sind. 3. Ferner ist ein vom zuständigen beamteten Tierarzt abzugebendes Gesundheitszeugnis darüber erforderlich, daß der betreffende Hund längstens drei Tage vor der Verladung amtstierärztlich untersucht und frei von Erscheinungen übertragbarer Krankheiten befunden worden ist, daß der Herkunftsort seit mindestens drei Monaten tollwutfrei gewesen ist und in der gleichen Zeit zu keinem wegen Tollwut gebildeten Sperrbezirk gehört hat. 4. Der Einzeltransport muß in Kisten, der Sammeltransport in besonderen Abteilen ober Sonderzügen geschehen. 5. Die Hunde sind, abgesehen von der Beförderung auf dem Luftwege, an der Grenzeintritts st eile, außerdem bei der Ankunft in Frankfurt a.M. auf dem Bahnhof bzw. auf dem Flughafen amtstierärztlich zu untersuchen. Hunde, die nach dem Urteil des beamteten Tierarztes seuchenverdächtig sind, müssen in besonderen Räumen außerhalb der Ausstellung untergebracht, tollwutkranke Hunde sofort getötet und unschädlich vernichtet werden. 6. Die Bestimmungen zu 2 bis 4 finden entsprechende Anwendung auch auf die deutschen Hunde, ebenso die Bestimmungen unter Ziff. 5 hinsichtlich der Untersuchung auf dem Flughafen und dem Bahnhof Frankfurt a. M. Sofern die deutschen Hunde auf andere Weise als mit der Eisenbahn oder mit dem Flugzeug zum Ausstellungsgelände befördert werden, sind sie dort zu untersuchen, und zwar auf einem hierfür bestimmten abgesonderten Platz. 7. Die Ausstellung unterliegt einer dauernden amtstierärztlichen Kontrolle. 8. Die Hunde sind in sicheren, durch Holzwände voneinander getrennten Einzelboxen unterzubringen und dort kurz a n die Kette zu legen. 9. Die Vorderseiten der Boxen müssen mit grobmaschigem Drahtnetz abgeschlossen werden. 10. Zwischen den Boxen und dem Durchgang für die Besucher muß ein angemessener foaum freigehalten werden. 11. Bei der Vorführung der Hunde müssen diese einen beißsicheren Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden; im Ring darf der Maulkorb abgenommen werden. 12. Wird ein ausländischer Hund von der Ausstellung nach Deutschland verkauft, so muß die Ausstellungsleitung dies der Ortspvlizei- behörde des Bestimmungsortes anmelden. Der Käufer muß derselben Behörde bei der Ankunft des Hundes ebenfalls Anzeige machen. Von da ab finden die allgemeinen deutschen veterinär- polizeilichen Bestimmungen Anwendung. Ursprungszeugnis für einen Hund zur Beschickung der kynologischen Weltausstellung in Frankfurt 0.211. vom 26. bis 28. April 1935. Nasse Farbe, Geschlecht, Alter, Abzeichen Besondere Kennzeichen Ursprungsland und Ursprungsort Name u. Wohnort des Hundebesitzers und des Ausstellers $: CT) E Die Richtigkeit der vorstehenden Angaben wird hierdurch amtlich mit der Erklärung bescheinigt, daß der vorstehend bezeichnete Hund in den letzten 3 Monaten ununterbrochen in dem in Spalte 4 angegebenen Ur- sprungsort gestanden hat. Ort............ Datum............ (Dienstsiegel) Behörde........... Unterschrift......... Amts tierärztliche Bescheinigung. Ich bescheinige hiermit, daß ich den vorstehend bezeichneten Hund und seinen Herkunftsbestand innerhalb der letzten 3 Tage vor der Absendung des Tieres nach Frankfurt a. M. amtstierärztlich untersucht und frei von Erscheinungen übertragbarer Krankheiten befunden habe. Gleichzeitig wird amtlich bescheinigt, daß der in Spalte 4 angegebene Ursprungsort seit mindestens 3 Monaten frei von Tollwut ist und wäh- renh dieser Zeit auch zu keinem anläßlich des Ausbruches von Tollwut gebildeten Sperrbezirk gehört hat. Ort............ Datum............ (Dienstsiegel) Beamteter Tierarzt . . . . Darmstadt, den 22. März 1935. gez.: Sprenger. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre-Aufhebung. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Ortsdurchfahrt Treis a. d. Lumda ist wieder aufgehoben. Gießen, den 25. März 1935. Hess. Provinzialdirektion Oberhessen. Ortssahuug über die Erhebung einer kanalbenuhungsgebühr in der Gemeinde Treis a. d. Lda. Auf Grund des Art. 21 der Hess. Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 wird zufolge Beschlusses des Rats der Gemeinde Treis a. d. Lda. vom 7. Dezember 1934 und mit Genehmigung des Herrn ReichE"tthalters in Hessen — Landesregierung — Abteilung Ib — vom 3. März 1935 zu Nr. Ib 16968 die nachfolgende Ortssatzung erlassen: § 1. Für alle entsprechend der Polizeiverordnung, betreffend die Entwässerung von Grundstücken in der Gemeinde Treis a. d. Lda. vom 11. März 1935 an das Kanalnetz der Gemeinde Treis a. d. Lda. angeschlossenen und später zum Anschluß gelangenden Grundstücke ist von den Eigentümern, Eigenbesitzern oder Nießbrauchern eine jährliche Kanalbenutzungsgebühr zur Gemeindekasse zu bezahlen. Die Verpflichtung zur Zahlung dieser Ge- ernlaslzug lötet ein Kind und beschädigt zwei äuser. — Der Fahrer lebensgefährlich verletzt. Übel, 28. März. (LPD.) Heute vormittag ;nete sich in Vilbel ein außerordentlich s ch w e ° Verkehrsunfall. An einem aus Rich- I Frankfurt kommenden Fernlastzug mit änger, der mit einer Säureladung aus dem rgebiet nach Ziegenhain unterwegs war, ver- ? anscheinend die Bremse, als er den Dilbeler z herunterfuhr. Der Fahrer des Lastkraftzuges or die Herrschaft über das Fahrzeug, das in Frankfurter Straße gegen zwei Häuser t e, die sehr stark beschädigt wurden. Ein zu- g an der Unfallstelle stehendes z w ö l f j ä h r i • Kind namens Erika P o s s e 11 wurde von Lastzug erfaßt und getötet. Der Fahrer de in den Führersitz eingeklemmt und so schwer rtzt, daß er in lebensgefährlichem Z u - i d ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Beifahrer, der unmittelbar vor dem Anprall Sprüngen war, erlitt leichtere Verletzungen. .>s der beschädigten Häuser mußte abgesprießt )en, um es vor dem Einsturz zu bewahren. «mal it Mehl und Teig arbeiten? — »Und so seiner Frau noch mehr Kummer mit t Waschen machen!" Das wäre doch wohl Ihre twort. Haben Sie keine Bange. Es gibt das ürliche Einweichmittel Burnus, das sogar Mehl- ster von der Wäsche einfach ablöst. In gleicher ise hilft es bei allen schwierigen Schmuharten, Fett, Speiseresten, Nuß, Staub, Schweiß und it. Hat Ihre Wäsche nur leichten Schmutz, dann ht Burnus die Arbeit noch leichter. Durch einen tk auss Einweichwasser sehen Sie am anderen ■rgen mit Staunen, was Burnus herausgelöst Für den Schmutz, der schon im Einweichwasser brauchen Sie aber weder Arbeitskraft, noch se, noch Feuerung. Gutschein s 4154 Kilowattstunde und für die Zählermietc Pfennig pro Monat. In der gleichen Bekanntmachung wird festsetzung der Lichtspitzenzeiten für den und Dretfadjtarif bei Privathaushaltunge Monate Mai, Juni und Juli angekündix werden die Dienststunden der Kasse der E Betriebe angezeigt. Deutsche Arbeitsfront. Erste GehilfenPflichlprüfung für Rechts und Notariatslehrlinge im April Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung d für Berufserziehung, Gau Heffen-Naffau, Rhein-Mainischen Industrie- und Handel zufolge der zwischen der Reichsrechtsanwal und der Deutschen Arbeitsfront gefchloffc einbarung im Rhein - Mainischen Wirtsch 9 örtliche Prüfungsausschüsse für die Geh fung der Rechtsanwalts- und Notariat gebildet. Die örtlichen Prüfungsausschch stehen dem ständigen Prüfungsausschuß ! lung des Amtes für Berufserziehung, Gc Nassau. Nach der Prüfungsordnung haben im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle c männlichen und weiblichen Rechtsanwc Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. bis 30. Juni 1935 die Lehre beendet haben beenden, die Prüfung abzulegen. Zweck der Prüfung ist, wie es in der ’ ordnung heißt, „die Feststellung der in erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft teten Allgemeinbildung, die den Lehrling als Gehilfe eines Rechtsanwaltes und No zu sein." Es ist nicht der Sinn dieser Prü Auslese der Besten und Begabtesten vor. Die Prüfung soll den Berus vielmehr i ungeeignetem Nachwuchs bewahren und l Feststellung des'Mindestwissens und der leistung ermöglichen. Der Bezirk des örtlichen Prüsungsc Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Altenstadt, Bad - Nauheim, Büdingen, Friedberg, Gießen, Grünberg, Herbstein, Laubach, Lauterbach, Nidda, Drtenberj Schotten und Ulrichstein. Alle auslernenden Lehrlinge bei Not Rechtsanwälten, die bei diesen Amtsgerict lassen sind, müssen dem örtlichen Prüfung Gießen gemeldet werden. Die Anmeldung der Zeit vom 2 8. März bis 4. A das Amt für B e r u f s e r z i e h u n g D A F., Gießen, Lony st raße 18,, Die Vordrucke für die Anmeldung uni scheinigung über den Ausbildungsgang kö angefordert werden. Mit der Anmeldur Prüfungsgebühr von 3,00 RM. einzuzah NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Ire Voranmeldungen für „Sraft-durch-Fr Ferienfahrlen schon jetzt abgeber Wir machen immer wieder darauf at daß die Voranmeldungen für eine Feriei „Kraft durch Freude" schon jetzt gemach Einzelne Züge (z. B. nach Berchtesgaden schon durch Voranmeldungen vollbesetzt werden keine Anmeldungen mehr hierfür genommen. Wer sich jetzt anmeldet, hat Gewähr, daß er bei den betreffenden Zi zurücksteht. Also nochmals: Ferien eintellen und voranmelde bühr ruht auf den Grundstücken als dingliche Last und unterliegt der Zwangsbeitreibung wie die direkten Gemeindesteuern. § 2. Die Gebührenpflicht beginnt mit dem Monat nach erfolgtem Anschluß. Die Zahlung der Kanalbenutzungsgebühr geschieht in halbjährlichen Zielen, fällig im April und Oktober jeden Jahres. § 3. Die Gebühren werden nach Art. 108 der Hess. Gemeindeordnung festgesetzt. § 4. Diese Ortssatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Treis a. d. Lda., den 16. März 1935. Hess. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. Euler. Dienstnachrichieu des Kreisamts. Ernst Ludwig Schäfer aus Langd wurde auf die Dauer von 6 Jahren zum Beigeordneten der Gemeinde Langd ernannt. Mit dem 1. April 1935 wird die parteieigene Oberhessische Tageszeitung Amtsverkündigungsblatt der Provinzial- direktiou Oberhessen und des Kreisamts Gießen. Das bisherige Amtsverkündigungsblatt stellt mit dem 1. April 1935 sein Erscheinen ein. Alle Bekanntmachungen der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Gießen erfolgen nunmehr ausnahmslos in der Oberhessischen Ta geszeitung. Dieselbe kann durch die Post oder durch die örtlichen Agenturen zum monatlichen Bezugspreis von NM. 1,80 zuzüglich Bestellgeld bezogen werden. Sporffurfe „Kraft durch Freude Bis jetzt vier Surfe! gleitung in der Bearbeitung von $). Stroh. Das Orchester war vom Lehrerkollegium und der Elternschaft mit Geigen, Cello und Flöte zusammengestellt. Chor und Orchester harmonierten unter der Leitung von Rektor Stroh ausgezeichnet. Mit reichem Beifall dankten die Zuhörer für diese vortreffliche Leistung. Mit einem Sprech-Chor „Heimat", gesprochen von der Klasse Ic, und den Chören „Kein schöner Land" und „Mein Vaterland wurde die Dortragsfolge beendet. Nach einem kurzen Schlußwort des Schulleiters und einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde der schöne Abend mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandsliedes und des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. Der Abend war ein voller Erfolg der Schillerschule; er wird anspornen zu weiteren Leistungen. __ vornotlzen. — Tageskalender für Freitag. Deutsche Arbeitsfront: 20.30 Uhr im Vereinshaus, Horst- Wessel-Wall 11, Versammlung der Haus- und Grund- stücksverwalter. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr die Lustspiele „Die Neuvermählten" und „Gelähmte Schwingen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Reichsbund der Deutschen Beamten und Bund der Schlesier und Ostdeutschen: 20.15 Uhr im Caf6 Ebel ein Filmvortrag „Ostpreußen ruft"!" — Waschvorführungen: 15.30 und 17.30 Uhr im Eaf6 Ebel; 20.30 Uhr Sondervorführung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend nicht Hauptmanns Märchen „Die armseligen Besenbinder", sondern Björnsons Lustspiel „Die Neuvermählten" unter der Spielleitung von Intendant König, hierauf Thomas Lustspiel „Gelähmte Schwingen", Spielleitung Karl Löser. — Großer Bunter Rundfunkabend. In der heutigen Anzeige wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Saalöffnung für den Bunten Abend des Reichssenders Frankfurt am moraigen Samstag in der Volkshalle auf 7 Uhr (19 Uhr) festgesetzt ist. Der Saal wird pünktlich um 8 Uhr (20 Uhr) geschlossen. Auf die Anzeige sei hingewiesen. — Handarbeits-Aus st ellung i n der Goetheschule. Die Goetheschule veranstaltet am morgigen Samstag und am Sonntag eine Ausstellung der Handarbeiten der Schülerinnen. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. ♦ ** Evangelische Pfarrpersonalien. Ernannt wurden: der Pfarrassistent Hans Balz aus Gießen zum Pfarrverwalter der Pfarrei Bechtheim (Dekanat Worms) mit Wirkung vom 1. Mörz ab, der Pfarrvermatter Friedrich Möckel zu Frankfurt a. M.-Rödelheim zum Pfarrverwatter der Pfarrei Frischborn (Dekanat Lauterbach) mit Wirkung vom 14. Februar ab. ** Eine Achtzigjährige. Frau Elise Semmler, Walltorstraße 15, kann am morgigen Samstag in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. ** Straßensperre während der Frühjahrsmesse. Während der Dauer des Frühjahrsmarktes (Schaumesse) vom 31. März bis zum 7. April wird die K i r ch st r a ß e zwischen Neustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangssahrverkehr gesperrt. ** Arbeitsvergebung der Provin- zial-Bauverwaltung. Die Tiefbauverwaltung der Provinzialdirektion Oberhessen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil einen öffentlichen Wettbewerb zur Herstellung von Kleinpflaster in den Ortsdurchfahrten Ortenberg und Hirzenhain auf der Reichsstraße Lauterbach—Selters— Friedberg aus. Die Angebote müssen bis $um 5. April eingereicht fein. Interessenten ersehen Näheres aus der heutigen Anzeige. ** D i e Arbeiten an den Gas- und Wasserrohrleitungen sowie an den Anschlußleitungen des Gas- und Wasserwerks betrifft eine Polizeiverordnung, die von der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht wird. Die Polizeiverordnung gilt für die Stadt Gießen und die Landgemeinden Wieseck, Heuchelheim, Klein- Linden, Lindenstruth und Queckborn. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Kurzschriftprüfung bei der Industrie- und Handelskammer Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit, daß die nächste Geschäftsstenogravhenprüfung am Sonntag, 14. April, stattfindet. Jeder junge Kaufmann und jede Stenotypistin, die diese Prüfung mit Erfolg abgelegt haben, erhalten hierüber ein Zeugnis, das für das Fortkommen im Beruf von großer Bedeutung ist. Auf die Anzeige im heutigen Anzeigenteil wird besonders hingewiesen. ** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Grebenhain (Kreis Lauterbach). Bewerber müssen mindestens seit acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. Bürgermeister-Ernennungen. Das Personalamt der Landesregierung gibt bekannt: Ernannt wurden zu Bürgermeistern ab 25. März 1935: Heinz Wagner in Grünberg (Kreis Gießen), Dr. Kurt Mildner in Osthofen (Kreis Worms) — früher in Grünberg. d. Red. —, Willibald Georg M a d r e in Eberstadt (Kreis Darmstadt), Jakob S e y f e r t in Ellenbach (Kreis Heppenheim), Adam Rettig in Linnenbach (Kreis Heppenheim), Adam Bitsch III. in Mittershausen (Kreis Heppenheim), Hugo Schultheiß in Bruchenbrücken (Kreis Friedberg). SJl.-$pOTt 72000in Brüssel—65000in Dresden. Die Zuschauerzahlen bei Fußball-Länderspielen auf dem Kontinent schnellen immer mehr in die Höhe. Während man bei Deutschland—Spanien in Köln 70 000 erwartet und Dresden beim Spiel gegen die Tschechoslowakei am 25. Mai auf 65 000 hofft, sollen zum Treffen Deutschland—Belgien am 28. April in Brüssel gar 72 000 Zuschauer kommen. Das Brüsseler Heysel-Stadion kann nämlich so viele Besucher aufnehmen, und es erscheint gar nicht ausgeschlossen, daß diese Zahl am letzten Aprilsonntag auch erreicht wird. Einmal ist die deutsche Nationalmannschaft nach ihren letzten großen Erfolgen wirklich ein äußerst zugkräftiger Gegner und zum anderen wird am Vortage dieses Länderspieles die Brüsseler Weltausstellung eröffnet. Das Heysel-Stadion liegt nun direkt an der Ausstellung und außerdem können nur 6000 Zuschauer direkt von der Straße aus zu ihren Plätzen gelangen. Die anderen 66 000 müssen durch die Weltausstellung, um ins Stadion zu kommen, und da man mit einer Wettspielkarte freien Eintritt <}ur Ausstellung hat, wird sich kaum jemand diese günstige Gelegenheit entgehen lassen, Wettspiel und Ausstellung einen Besuch abzustatten. In Dresden erwartet man, daß beim Treffen Deutschland—Tschechoslowakei sogar noch der riesige äußere Erfolg von Deutschland—Ungarn im September 1930 übertroffen wird. Die Zuschaueranlagen im Ostragehege werden daher derart erweitert, daß 65 000 Besucher untergebracht werden können. T«sch-Tennis der Gp.-Vg. 1900. Nach längerer Pause trägt die Tischtennisabteilung der Spielvereinigung 1900 erstmals wieder am kommenden Sonntag ein Wettspiel aus, und zwar gastiert sie mit ihrer ersten Mannschaft in Marburg beim dortigen Tischtennisklub „Blau- Rot" zu einem Gesellschaftsspiel. Beide Mann- fchaften stehen sich zum erstenmal gegenüber. Da ü6er die Stärke Der Gastgeber nichts bekannt ist, lassen sich keine Schlüsse über den Spielausgang ziehen. Da die 1900er aber in letzter Zeit wenig spielten und außerdem mehrere Ersatzleute ein= stellen müssen, werden sie sich in acht nehmen müssen, wenn sie keine unangenehme Ueverraschung erleben wollen. Kurze Sportnotizen. Das Endspiel um den Deutschen Handball- Pokal zwischen den Gaumannschaften von Brandenburg und Nordmark wurde um acht Tage auf den 14 April verschoben. Der noch nicht feststehende Austragungsort wird in Mitteldeutschland liegen. ♦ Willie den Ouden, die holländische Wettrekordschwimmerin und Europameisterin, stellte wieder einen neuen Weltrekord auf. Für 500 m Kraul benötigte sie 6:48,4 Minuten und sie unterbot damit die alte Höchstleistung der Amerikanerin Knight um 11,4 Sek. ♦ Deutschlands Degen -- Mannschaft wurde beim Vierländerkampf um den Gautier-Vig- nard-Pokal dreimal geschlagen. Die aus Rosen- bauer-Frankfurt, Oblt. Lerdon-Wetzlar, Gleiwitz-Ulm und Röchig-Hamburg bestehende Mannschaft wurde von Frankreich, Italien und Belgien jeweils mit 12:4 besiegt. Der Handball-Landerkampf zwischen Deutschland und Schweden wird am 30. Mai in der Hindenburg-Kampfbahn in Hannover ausgetragen. Aaffenhygiene und Sport. Rassenhygiene und Sport scheinen zunächst gewisse Gegensätze zu fein. Zielt doch die Rassenhygiene darauf ab, unter Förderung der wertvollen und Zurückdrängung der weniger wertvollen oder kranken Erbanlagen innerhalb des Volkes und der Raffe eine günstige Auslese herbeizuführen, welchem Zweck unter anderem die Förderung wertvoller Familien, die Verhinderung Erbkranker von der Fortpflanzung und zahlreiche andere ärztliche und bevölkerungspolitische Maßnahmen, deren sich der neue Staat mit besonderer Tatkraft angenommen hat, dienen. Sport dagegen bzw. die Leibesübungen haben zunächst das Ziel irn Auge, den einzelnen Menschen leiblich uno seelisch, gesundheitlich und charakterlich zu stärken und zu föroern. Wir wissen nun aus zahlreichen Untersuchungen, daß auf solchem Wege eine Beeinflussung der Erbmasse nicht möglich ist. Freilich dürfte es als sicher gelten, daß z. B. Mädchen, die ihren Körper in Spiel und Sport gesund erhalten und gestählt haben, erheblich eher in der Lage sein werden, ihre Kinder normal auszutragen und aufzuziehen. Hierbei würde es sich jedoch immer noch nur um eine äußere, wenngleich sehr wertvolle Beeinflussung der Mutter sowie des werdenden und bereits geborenen Kindes handeln, nicht dagegen um eine Verbesserung der Erbmasse. Bei näherer Prüfung bestehen jedoch noch weitere und erheblich engere Beziehungen zwischen Rassenhygiene und Sport. Bekanntlich werden zwar dem einzelnen Menschen bestimmte Anlagen erb- mäßig von den Eltern mitgegeben. Das jedoch, was aus diesen Anlagen nun bet der Entwicklung entsteht, ist in hohem Maße auch abhängig von den Einflüssen der Umwelt. Das sei an einem Beispiel klargemacht. Ein Mensch, der eine starke Begabung für die Ausübung eines Musikinstrumentes mitbringt, wird diese Fähigkeiten nur bann zeigen und entwickeln können, wenn er mit dem Instrument in Berührung kommt und hier den rechten Unterricht erhält. Mit anderen Worten: es werden zwar Anlagen übermittelt, aber damit Fertigkeiten daraus werden können, dazu bedarf es der Uebung und Erziehung. Ganz ähnlich wie bei dem erwähnten Beispiel liegt es auf dem Gebiete der körperlichen Tüchtigkeit, auf dem Gebiete der Leibesübungen. Dabei muß hier bemerkt werden, daß es bei den Leibes- Übungen und insbesondere beim Sport keineswegs nur auf gewisse rein körperliche Fähigkeiten ankommt, sondern daß in gleichem Maße auch die Anlagen des Charakters hier eine ganz wesentliche Rolle spielen. Selbstbeherrschung, Zähigkeit, Willenskraft, Tatkraft und Ausdauer, ferner kameradschaftlicher Geist, Fähigkeit zur Unterordnung und Einfügung, Liebe zur Sache und zahlreiche andere Eigenschaften müssen hinzutrelen, wenn der Sport und die Leibesübungen wirklich mit Erfolg für den einzelnen und für die Allgemeinheit gepflegt werden sollen. Alle diese Dinge aber sind gleichfalls weitgehend von den überkommenen Erbanlagen abhängig. Hier ist nun der Gedanke von außerordentlicher Wichtigkeit, daß der Sport und die Leibesübungen ein wertvolles, ja ein ganz hervorragendes Mittel sind, um die eben geschilderten körperlichen und charakterlichen Anlagen zu zeigen und zu entwickeln. Zwar kann nur zur Entfaltung gebracht werden, was vorhanden ist, aber daß es bis zur letzten Entfaltungsmöglichkeit gebracht werde, dazu soll die Erziehung und Schulung in Sport und Leibesübungen das ihre beitragen. Nur so wird erkannt werden können, was in Bezug auf die genannten Fähigkeiten wirklich im einzelnen darin steckt. Nur so wird also auch ein Urteil über seinen letzten Wert, nicht nur als Einzelwesen, sondern auch über seinen Wert als Glied in der Kette der völkischen Blutsgemeinschaft gefällt werden können. Mit Recht haben daher namhafte Rassenhygie- niker darauf hingewiesen, daß der Sport ein hervorragendes Mittel ist, um die rechte Gattsnwahl zu beeinflussen. Wie es der bekannte Sportsmann Dr. P e l tz e r vor kurzem ausdrückte, liegt die Bedeutung des Sportes nicht nur in der körperlichen Betätigung, sondern in der Tatsache, daß daran die biologische Tüchtigkeit des einzelnen erkannt werden kann. Peltzer bringt das auf die Formel: 3m Sport zeigt sich die Raffe in der Leistung. Andererseits möchten wir in diesem Zusammenhänge auch wiederum vor einer Ueberfpitzung des Sportgedankens warnen. Uns scheint vielmehr das besonders wichtig, daß die Bedeutung der Leibesübungen bis in weite Dolkskreise hinein erkannt und daß diese von möglichst allen Volksgenossen auch recht gepflegt werden. Sportsleute, die Höchstleistungen vollbrachten und weiter vollbringen müssen, zeigen leider vielfach sehr wenig Neigung zü Ehe und Familie. Es besteht also hier eine gewisse Gefahr, daß dis Erbwerte gerade wertvoller Menschen auf diese Weise ungenützt verloren gehen. Daß für die Frau Sport uno Leibesübungen, sofern sie zu dauernden Höchstleistungen sich steigern, in Widerstreit mit den ihr eigentlich zukommenden Pflichten als Gattin und Mutter kommen können und unter gewissen Umständen kommen müssen, dürfte selbstverständlich sein. Leider kommt auch alljährlich eine nicht kleine Zahl gerade der wagemutigen und tüchtigen Sportler ums Leben, so daß auch auf diese Weise also durch den Sport eine ungünstig gerichtete Auslese, wenn auch geringen Ausmaßes, stattfindet. Um diese Gefahren zu verhüten, dürfte vor allem eine entsprechende Erziehung und Unterweisung der jüngeren Spvrtkräste in Frage kommen. Zusammengefaßt läßt sich also sagen, daß der Sport nicht nur der unbedingt notwendigen Ertüchtigung und Gesunderhaltung des augenblicklich lebendes Geschlecht dient, sondern das er zugleich ein hervorragender, wenn auch nicht untrüglicher Gradmesser für die im einzelnen schlummernden Erbwerte ift Ihn auszubauen, auf eine breite Grundlage im ganzen Volk zu stellen und ihn imt einzelnen sinnvoll zu gestalten, so daß er im Einklang mit den außerordentlich wichtigen rassenhygienischen und bevölkerungspolitischen Notwendigkeiten steht, wird eine in allernächster Zukunft zu leistende Aufgabe sein. Dr. S. Wieder ein schweres Unglück am Vilbeler Berg. Fernlastzug tötet ein Kind und beschädigt zwei Häuser. — Der Fahrer lebensgefährlich verletzt. Vilbel, 28. März. (LPD.) Heute vormittag ereignete sich in Vilbel ein außerordentlich schwerer Verkehrsunfall. An einem aus Richtung Frankfurt kommenden Fernlastzug mit Anhänger, der mit einer Säureladung aus dem Saargebiet nach Ziegenhain unterwegs war, versagte anscheinend die Bremse, als er den Vilbeler Berg herunterfuhr. Der Fahrer des Lastkraftzuges verlor die Herrschaft über das Fahrzeug, das in der Frankfurter Straße gegen zwei Häuser raste, die sehr stark beschädigt wurden. Ein zufällig an der Unfallstelle stehendes zwölfjähriges Kind namens Erika Posselt wurde von dem Lastzug erfaßt und getötet. Der Fahrer wurde in den Führersitz eingeklemmt und so schwer verletzt, daß er in lebensgefährlichem Z u - stand ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Beifahrer, der unmittelbar vor dem Anprall abgesprungen war, erlitt leichtere Verletzungen. Eines der beschädigten Häuser mußte abgespneßt werden, um es vor dem Einsturz zu bewahren. Schonung, darum : KAFFEE MAG trmhcn.tr ist völlig unschädlich, denn er ist cotFcinfrei. 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Durch einen Blick aufs Einweichwasser sehen Sie am anderen Morgen mit Staunen, was Burnus herausgelöst hat. Für den Schmutz, der schon im Einweichwasser ist, brauchen Sie aber weder Arbeitskraft, noch Seife, noch Feuerung. Gutschein a 4154 An August Jacobi «.-G. Varmstabß Lenden Sie mir kostenlos eine Beriuchs- pockung Burnus Slam« —------------------------ ---- Oberhessen. Landkreis Gießen. + Steinbach, 28. März. Der seit 1. August 1934 kommissarisch mit der Führung der Bürgermeisterei beauftragte Ortsgruppenleiter, Pg. Heinrich Rink, wurde durch Dekret des Reichsstatthalters auf sechs Jahre zum Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt. In der Sitzung des Gemeinderats vom 26. März, die von dem Beigeordneten und Kirchenrechner Karl Reuschling IV. geleitet wurde, wurde Bürgermeister Rink von 'berregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s vom Kreisamt Gießen verpflichtet. Bürgermeister Rink wurde anfangs dieses Monats auch zum Ortsgerichtsvorsteher ernannt, und Gemeinderechner Horn zum Ortsgerichtsmann. — Die N S. - Frauenschaft veranstaltete dieser Tage eine Eiersammlung für das Winterhilfswerk, die einen schönen Erfolg hatte. / — Albach, 28. März. Die feierliche lieber» reichung der Kriegsehrenzeichen fand in unserer Gemeinde durch Bürgermeister Lenz statt. 8 Alten-Buseck, 28. März. Dieser Tage wurden von der hiesigen Försterei die Frühjahrs - Kulturarbeiten im Staatswald Nieder-Seilbach und im Gemeindewald Alten-Buseck in Angriff genommen. Es werden insgesamt 15 Frauen und Mädchen beschäftigt. Zur Pflanzung kommen Buchen, Lärchen und Kiefern. Ferner wurde heute im Gemeindewald Alten-Buseck mit den Notstandsarbeiten begonnen, die hauptsächlich im Aufasten von Nutzhölzern bestehen. Es ist dies von weittragender Bedeutung für die Forst- ivirtschaft, da sie im Laufe der Jahre fehlerfreie und astreine Stämme liefern kann. — Bei der heutigen, im Gemeindewald Alten-Buseck abgehaltenen Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 18,' Buchenknüppel 12, Kiefernscheite 8, Fichtenscheite 6, Fichtenknüppel 4 und Buchenreiser 1 Mark je 2 Raummeter. * Alten-Buseck, 28. März. Das 7jährige Töchterschen Berta des hiesigen Arbeiters Eichenauer erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Armes und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. Q Großen-Buseck, 28. März. Am Mittwoch hielt der hiesige Alice-Frauenverein in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saale der Wirtschaft Brück seine S ch l u ß f e i e r ab. Eine abwechslungsreiche Vortragsfolge, in der ernste und heitere Darbietungen einander ablösten, ließ die schönen Stunden des Zusammenseins schnell verstreichen. Aus der Fülle des Gebotenen sei eine Aufführung, „Frühlingsläuten", erwähnt, in der von Kindern von Vereinsmitgliedern sehr wirkungsvoll dargestellt wurde, wie der Winter mit seinen Schneeflocken dem Frühling, der durch das Schneeglöckchen die schlafenden Lenzblumen wecken, läßt, weichen muß. Auch die 7 kleinen Buben, von denen jeder einen anderen Lebensberuf sich erwählte und ein ganzer Kerl werden wollte, fanden großen Beifall. Dazwischen sang eine Schar stimmbegabter Dereins- mitglieder sehr schön zwei mehrstimmige Lieder: „Das Vaterhaus" und „Hab Sonne im Herzen". Stürmische Heiterkeit erregte das Lustspiel „Das verlorene Paradies", das trotz feiner humorvollen Einkleidung in die tief ernste und nötige Mahnung zur Treue und Zufriedenheit ausklana. Gemeinsam gesungene Volkslieder leiteten zu der herkömmlichen Kaffeepause über. Zwei tiefempfundene Gedichte, von denen das eine, von Schwester Bertha Büchs- l e r verfaßt und vorgetragen, in dankbarer Verbundenheit der treuen und vorbildlichen Arbeit der Vorsitzenden, Baronesse Erne st ine von Rabenau, gedachte, beendeten den wohlgelungenen Abend. In seinen Schlußworten dankte der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Müller, allen Mitwirkenden herzlich für ihre Darbietungen, ebenso denen, die in der sorgfältigen Vorbereitung der Feier keine Mühe und Arbeit gescheut haben. Seine Worte klangen in die Mahnung aus, auch weiterhin im Blick auf die segensreiche Geschichte des Vereins und die bedeutungsvollen Aufgaben des Roten Kreuzes im Dritten Reich dem Schirmherrn, unserem Führer und Reichskanzler, die Treue zu halten! Dem freudig aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer folgten die ersten Strophen des Deutschland- und des Horft-Weffel-Liedes. ■ Allendorf a. d. Lumda, 28. März. Auf dem gestern hier abgehaltenen Schweinemarkt roa'ren insgesamt 135 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Die Preise bewegten sich bei Ferkeln bis sechs Wochen alt zwischen 20 bis 22 RM., über sechs Wochen alte Ferkel kosteten 23 bis 25 Mark pro Stück. Für Läufer wurden 28 bis 35 Mark pro Stück gefordert. Infolge der hohen Preise ging der Handel langsam, es verblieb Ueberstand. 00 Allendorf a. d. Lumda, 28. März. Am Samstagabend fand hier eine Gemeinderatssitzung statt. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Beratung des Gemeinde- voranschlags für das Rj. 1935. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 115 686 Mark für die 1. Abteilung (Betrieb) und mit 761 Mark für die 2. Abteilung (Vermögen) ab. Die Gesamtsumme stellt sich etwa 35 000 Mark höher, als im vorjährigen Voranschlag. An Umlagen wurden 14 000 Mark erforderlich. Zu bemerken ist noch, daß ein größerer Betrag zur Erbauung einer Försterwohnung vorgesehen ist und daß die Umlagen sowohl, als auch die Bürgersteuer gegen die vorjährigen Sätze wesentlich gesenkt worden sind. Der Gemeinderat fand bei der Beratung nichts zu beanstanden und genehmigte den Voranschlagsentwurf in allen Teilen. + Treis a. d. Lumda, 28. März. Der hiesige Obstbauverein hielt gestern abend bei Mitglied Amend feine Jahresversammlung ab. Nachdem der Ortsbauernführer Berghöfer die Besucher begrüßt hatte, erstattete der Vorsitzende Wilh. Linn estr uth den Rechenschaftsbericht, der u. a. von einem Anwachsen des jungen Vereins auf 24 Mitglieder berichten konnte, der im abgelaufenen Jahre eine fahrbare Obstbaumspritze angeschafft hat, die eifrig benutzt wurde. Der Kassenbericht zeigte einen günstigen Stand. Es wurde beschlossen, die Obstbaumspritze auch Nichtmitgliedern gegen Vergütung zur Verfügung zu stellen. Der Beitrag wurde auf 1,50 Mark jährlich festgesetzt. Dem Rechner und Vorsitzenden wurde Entlastung und der Dank des Vereins ausgesprochen. DerneueAdler-Tnumph-ÄmorausVersuchsfchrt Der neue „Adler-Triumph-Junior", der neue Sportwagen der Adlerwerke. — (Aufnahme: Dr. Dietz.) Die Adlerwerke traten dieser Tage mit einem neuen Versuchswagen an die Öffentlichkeit, mit dem „Adler-Triumph-Junior", mit dem gegenwärtig auf der Avus eine große Versuchsfahrt durchgeführt wird. Die Versuchsfahrt hat bereits einige KlaffenWeltrekorde gebracht, die jedoch noch der Bestäti» guna bedürfen. Der Wagen wird von den Langstreckenfahrern Paul S ch w e b e r (München) und Rudolf Haffe (Mittweida) gesteuert. SEBALDS HAARTINKTUR Damen-Sportschuhe E95 Schw., braun und Lack E95 Elegante r"95 in vielen Modellen, von Uan Herren-Halbschuhe v. Uan Dameji-Bindeschuhe v. Uan Schuhhaus Oerzbach GIESSEN, Bahnhofstraße 60 _______________________________________ 1787 A WrWiW 6ts Beltfisftate zimWi u ffloii am 30. März 1935, 20 Uhr, in der Dolkshalle, Gießen Karten zu 40 Pf. und 80 Pf. auch an der Abendkasse. $ranffurt am Main TrlHon: 7M»i Pof (Ich edi. Konto: •ranMuH im Mzln UKC Souführong Minck" deut Hessen-Nassau t8tnert> des 1934/35 Mainzer Lüstr. 42 BmluKorMo: tUtUulldw Lenöeebinl Giro«Konto HOO SMiöfinang nm 7 W• 1800 D Sei 5ool roitö MW um 8 Uhr geWRen. Programme, mit der eipe Volksempfänger-Verlosung verbunden ist, sind zu 20 Pf. am Saaleingang zu haben. Kunschrifl-Prüluiiö der Industrie- und Handelskammer Hieben am Sonntag, dem 14. April 1935, vormittags 9 Uhr in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Liebigstraße 16 (Alte Klinik). — Anmeldevordrucke bei der Kammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr von RM. 2- ist mit der Anmeldung auf Postscheckkonto Frankfurt a.M. 61599 zu überweisen. Spätester Anmeldetermin 9. April 1935. Lieiernnlen des Winterhilfsmeiles 1934135 Rechnungen, die bis zum 2. Avril 1935 bet der Kreisführung des Wiuterhilfswerkes Gießen, Löberstrake 9, nicht eingegangen find, können nicht mehr berücksichtigt werden TvinterhUfswerk des Deutschen Volkes Kreisführung Gietzen. Alle zerrissene Strümpfe werden wieder fast wie neu i?ssv Strickerei Beck, Neustadt 4S Achtung! Morgen Samstag abend nach Schluß des Bunten Abends in der Festhalle Treffpunkt 8U° der Künstler u.Veranstalter i. RelLSladlMaini Bis 4 Uhr nachts geöffnet! ACHTUNG! Lieferanten für Hess. Staatsbehörden, Kliniken u.Institute Es wird nochmals daran erinnert, daß mit Rücksicht aut den vom Herrn Reichsminister d.Finanzen an&eordneten früheren Bücher- schluß allenoch fälligen Rechnungen über für dieHumankliniken.Vete- nnärkliniken u. die angeschlossenen Institute während der Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1935 ausgeführte Lieferungen und Leistungen bis spätestensDienstag.den 2. April 1935, bei den zuständigen Verwaltungen in doppelter Ausfertigung eingereicht sein müssen, später eingehende Rechnungen können voraussichtlich nur mit nicht unerheblicher Verzögerung bearbeitet werden. 181flp Fahrner-Schmuck Deutsche Wertarbeit / Das vor- nehmeGeschenkzurKonfirmation Kunsthandlung Z. Hirz Gießen / Seltersweg 22 1812 D Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert! BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllll WlslSnWe liotnr- roiffenWt in reichbebilderten, leichtverständl. Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeug. nisse. 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