Nr. 24 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag. 2Y.Zanuar 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat Im Vild - Die Scholle Monats-Bezugzpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vriihl'sche UniverfitatsVuch- und Steinöructcrct R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschüstrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/gUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mrn Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Aufbau der Deutschen Kultur. Kulturpolitische Ziele im dritten Jahr nationalsozialistischer Erneuerung. Bulgarien. Von unserem Dr. L.-Berichiersiaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Sofia, Januar 1935. Reichmmifter Goebbels über fein Programm. Auch kulturell die ersten Fachleute an die Spitze der Nation! Berlin, 29. Jan. (DNB). Der V. B. veröffentlicht eine Unterredung seines Berichterstatters mit Reichsminister Dr. Goebbels. Im Zusammenhang mit der am 30. Januar erfolgenden Verteilung einer großzügigen Spende zusätzlicher Art aus den Mitteln des Winterhilfswerks im Werte von 23 Millionen Reichsmark betonte der Minister, daß ihm die glückliche Durchführung des Winterhilfswerkes am meisten am Herzen läge. Wenn die Gebefreudigkeit und der Opferwille des deutschen Volkes weiterhin so anhalte, wie es bisher der Fall gewesen sei, dann wäre mit einem noch höheren Gesamtbeträge als im vorigen Jahre zu rechnen. Das dritte Jahr der nationalsozialistischen Revolution wird dem Reichspropagandaminister eine große Aufgabe bringen: den konsequenten Aufbau des deutschen Kulturlebens und damit die Vollendung jenes Werkes, das zu erreichen auf diesem Gebiete erstes Ziel der nationalsozialistischen Aufbauarbeit gewesen ist, die Ueberwindung der chaotischen Zustände, die uns die vorangegangene Epoche überlassen hat. Die Oeffentlichkeit sieht die Auswirkungen dieses Werkes ausschließlich im Kulturellen selbst. In Wahrheit liegen die Verhältnisse aber weit komplizierter durch die fast unübersehbaren wirtschaftlichen Verflechtungen. Ls handelt sich also nicht nur darum, gute Filme und Theaterstücke zur Aufführung zu bringen, sondern das Ziel muß zugleich laufen: Das sterbende wirtschaftliche Durcheinander zu entwirren und einen soliden wirtschaftlichen Aufbau zu schaffen. Diese Aufgabe aber ist so schwierig, weil gerade auf kulturellem Gebiet die Ligen- wüchfigkeit sehr stark ist, weil die Desihverhältnisse der kulturellen Institute Deutschlands so überaus unter- schiedlich sind. Und doch muß eine Zen- t r a l l e i t u n g geschaffen werden, ohne Ligengewächse zu zerstören. Die Theater werden großzügig mit Reichssubventionen versehen, zugleich handelt es sich darum, den Film wirtschaftlich zu sanieren. Infolge der Freiheit allen kulturellen Lebens ist diese Arbeit noch schwieriger als die im wesentlichen verwaltungstechnische Reichsreform. Der Dresdener Zwinger und die Pinakothek in München, die Dresdener, die Berliner und die Münchener Oper, das Berliner Metropoltheater und die Festspiele in Oberammergau kennzeichnen die ungeheuer weiten Spannungsbogen, die es hier auszufüllen gilt. Unkluges Vorgehen kann da leicht zerstörend statt aufbauend wirken. Alle Aufbauarbeit muß a u f lange Sicht geschehen. Alles muh ftilgemäß gesehen werden. Ls gibt Menschen, die Parleipropaganda auf der Bühne vermissen. Der Nationalsozialismus hat gezeigt, wie er das kulturelle Leben erneuern will, in dem er in weitestem Maße d a s V o l k wieder in Verbindung mit dem Theater gebracht hat. Heber eine Million Menschen sind zu billigsten Preisen im Theater des Volkes gewesen. Fast alle Berliner Bühnen haben jeden Montag sich für die JIS.- kulturgemeinde zur Verfügung gestellt. So werden wir in grundsätzlichen Fragen unseren Standpunkt durchsetzen. Ein Gegenbeispiel das russische kulturelle Leben in seiner Niveaulosigkeit, während das nationalsozialistische Deutschland gewillt ist, d u r ch Lebensstil auf künstlerischem Gebiet anziehend für das Ausland zu wirken. Den nach Berlin kommenden Ausländern wollen mir die Schönheit des menschlichen Lebens m seiner ganzen Vielgestaltigkeit zeigen; diese Vielgestaltigkeit aber ist beherrscht von einem einheitlichen Willen. ^r.rH?ahoafo er Not leidet. Man fragt sich übrigens bei uns Emigranten, woher die Herren das viele Geld haben, Autos mit Chauffeuren und entsprechende Damen unterhalten zu können. Hat sich etwa der Saarkampf für sie gelohnt? Wir armen Kämpfer haben nur Verlust." wurden entfernt. Da sich die Zuhörerschaft noch immer nicht beruhigen wollte, wurde die gesamte Zuhörer- tribüne geräumt und trotz heftigster Proteste einiger Abgeordneter die Sitzung vertagt. „Figaro" erklärt, bei dem Besuch in London müsse man der englischen Regierung klarmachen, dah zunächst einmal die Frage gelöst sein müsse, wie denkt sich England die Ausführungs- bürgfchaflen zu einem etwaigen Abkommen über die Rüstungsbeschränkung. Das Arbeitsziel der Gtudentenschast. L'iue Rede Fcickerts in Heidelberg. Helsingfors, 28. Jan. (DNV.) Staatsminister Kivimäki erklärte am Montagabend die Ausgebürgert. Berlin, 28. Jan. (DNB.) Nach einer Bekannt- machung des Polizeipräsidenten von Berlin sind die Einbürgerungen d o n 2 0 7 Personen einschließlich ihrer Ehefrauen und Kinder rück- gängig gemacht worden. Es handelt sich, wie Was hat Japan in China vor? England bittet in Tokio um Aufklärung. Paris, 29. Jan. (DNB.-Funkspruch.) In amtlichen Kreisen legt man größten Wert auf die Feststellung, daß die Vorbereitung der Londoner Jteqe Flandins und Lavals zu keinerlei bin b e n - den Zusagen geführt habe, wie überhaupt die Aussprache der Londoner Reise informatorischen Charakter trage. Nichtsdestoweniger wird der Ministerrat gewisse Richtli ni ien für den Londoner „Meinungsaustausch aufstellen. Der „Petit Parisien weiß übrigens zu melden, datz X,a- lval auch den deutschen Botschafter e m p- fangen habe. Die Unterredung t)abe sich auf den Dftpaft, die in Rom getroffenen Vereinbarungen und die Liquidierung der Saarfrage bezogen. 3m Hlinifferrat werden die Minister der Lan- desverteidigung aktenmähige Unterlagen über die militärische Lage Frankreichs im Vergleich zu derjenigen Deutschlands bereit halten. Das „Lcho de Paris" kündigt einen eingehenden Bericht des Kriegs- Ministers General Maurin an, aus dem sich angeblich diemilitärischeUeberlegen- heit Deutschlands gegenüber den im Mutterlande stehenden französischen Truppen (!) einwandfrei ergeben werde. Unter diesen Umständen werde der Ministerrat die h e r - aussehung der Dien st zeit ins Auge fassen müssen; daher die Rotwendigkeit für Flandln und Laval, zu Beginn der Londoner Besprechungen Frankreichs völlige Handlungsfreiheit für den durch die Sicherheit gebotenen Militärstatuts zu be- kräftigen. ' nung gegenteilig empuitfumueueii. rammen mu^e. ^apan wolle wjuiu i huijo«“ . .......” ' V, " ; ' T f rh n xv'n iiimhcii int Zusammenfassen aller Kräfte der wirtschaftlich unterstützen. Damit auch lebe Em° m t.l 11 ar t ft er un g ber Provinz |a) Stubentenschaft Zusammenarbeiten unb in prak - Wirkung bes Völkerbunbes ausgeschaltet werbe, sol- ch a r verzichtet. G e o r g i i. Im Mittelpunkt ftanb ein Referat bes Reichsarztes ber HI. Dr. Karl Walter Kon- b e l) n e, bes Leiters bes Gefunbheitsamtes ber Reichsjugenblührung. Als wichtigstes Ergebnis einer anschließenben Besprechung mürbe einmütig festgestellt, baß bie Angriffe, bie in ber letzten Zeit gegen bie HI. sowie gegen bie Gesunbheits-Dienststellen ber Partei gemacht würben, völlig unberechtigt finb. Zeitweilig auftretenbe Gerüchte über unhaltbare Gesunbheitszustänbe innerhalb bestimmter Partei- glieberungen haben sich nachträglich immer als völlig unbegründet gezeigt. Hinsichtlich ber Ueberan.ftrengung ber Iugenb, bie in letzter Zeit öfters zur Debatte ftanb, wurde auf ben neuesten Erlaß bes Reichsjugenbführers hinge- wiesen, nach bem jeber Jugenbführer aus ber HI. ausgeschlossen wirb, ber bie Gesunbheit ber ihm anoertrauten Kameraden schädigt. tritt des Kabinetts bot der Mißerfolg der Regie-1 rung in ben Schulbenverhanblungen vor bem Val- ferbunbsrat in ber verflossenen Woche. Wie ber neue Minifterpräsibent Generalleutnant I j S l a t e f f kurz nach Bilbung seines Kabinetts vor I ber Presse erklärte, werbe seine Regierung bas Erneuerungswerk vorn 19. Mai 1934, bas ihre Dor- । gängerin so erfolgreich begonnen habe, fort- j führen. Diese Aeußerung spricht einbeuhg bafur, < daß bas autoritative Regierungs - ; fijftem aufrechterhalten bleibt unb keiner । der verantwortlichen Staatsfaktoren an ein 3urutf L zur Parteienwirtschaft unb zum demokratischen Par- ; lamentarismus benft. Bezeichnenb für bie Situation I; ist, baß in bem neuen Kabinett kein einzl g e r I Vertreter ber „S w e n o" - G r u p p e sitzt unb nur jene Minister ber früheren Regierung übernommen morden finb, bie sich ben Reform-1 plänen ber Weltscheff- bzm. Smenoanhanger fern- gehalten haben. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß bie Regierung Slateff nur eine Episode im politischen Leben bes Lanbes barstellen werbe unb einen Uebergangsdjaratter trage. Die Tatsache, baß neben bem Minifterpräsibium vier weitere michtige Ministerien, wie bas Kriegs- unb Innenministerium, in ben Hänben hoher unb im Volke beliebter Offiziere liegen, wirb vielfach dahin gebeutet, baß biefe sich zur Aufgabe gestellt Haben, die politifierenben Offizierskliquen, bie ben Cinfluß des Königs minbern unb ben Staatsapparat militarisieren wollten, in ihre Schranken zu verweisen unb ohne innerpolitische Erschütterungen den Weg für ein Kabinett ber nationalen Konzentration unter Aus schalt u n g ber Armee freizumachen. Wie lange diese Uebergangszeit dauern wird, ist noch sticht abzu-1 sehen unb hängt von verschiebenen Umftanben unb Faktoren ab, sei es vom jetzigen Ministerpraslbenten unb Kriegsminister Slateff, sei es vom Könige ober von jenen Politikern, bie bas Erbe der jetzigen Regierung zu übernehmen imstande finb. Wie bereits gesagt, finb sich alle politischen preist einig! darüber, daß eine Rückkehr zumParteien- systern ausgeschlossen ist. Die vielfach aufgeworfene Frage, wer das autoritäre Regime aus ben Hänben ber jetzigen Militär- biftatur übernehmen könnte, ist im Augenblick nicht leicht zu beantworten. Als einziger sichtbarer Faktor ist lediglich die Z a n k o f f - B e w e g u n g zu nennen, die von der Regierung Georgieff zusammen mit den Parteien verboten wurde, was von weiten nationalen Kreisen als ein schwerer innenpolitischer Fehler bezeichnet wurde. Die Zankvfs- Bewegung, die sich oolkssozial nennt unb trotz ihres Verbotes nicht aufgehört hat zu leben, hatte bis zu ihrer Auflösung unermüblich an ber Bildung einer neuen nationalen Front unter neuen Parolen | gearbeitet unb ben Boben für bas autoritäre System in Bulgarien psychologisch überhaupt erst vorbereitet. Anfang vorigen Jahres zahlte fie bereits über 200 000 Mitglieber, unb alle Anzeichen sprachen bafür, bah sie bereits in absehbarer Zeit das Steuer des Staatsschiffes ergreifen werde Der Staatsstreich vom 19. Mai 1934, von dem auch sie überrascht wurde, machte ihrem starken Austrieb ein Ende. Uebrigens hofft man, baß bie fetzige Regierung das Verbot der Zankoff-Bewegung dem- nächst wieder au fh eben werbe, womit sich ber innerpolitischen Entwicklung bes Landes m vieler Hinsicht neue Perspektiven eröffnen wurden. nach Frankreich. Saarbrücken, 28. Jan. (DNB.) Nunmehr werden nur noch Saaremigranten zur Einreise nach Frankreich zugelassen bie Verwandte in Frankreich besitzen, die über genügende Mittel verfügen, um längere Zeit auf eigene Kosten leben zu können, bie in französischen Unternehmungen, vor allen in ben Grubenbetrieben, beschäftigt waren, bie nachweislich g e f ä f) r b e t finb, bie ben Antrag auf Naturalisation in Frankreich gestellt haben, Eltern, deren Kinder die französische Schule im Saargebiet besucht haben und frühere Fremdenlegionäre. Viele Separatisten und Emigranten, die in ben letzten Tagen unb Wochen voreilig bas Saargebiet verlassen haben, haben ihren Entschluß inzwischen schon bitter bereuen müssen. Teilweise kehren sie jetzt bereits ins Saargebiet zurück, weil sie einsehen gelernt haben, daß ihnen hier nichts passiert, mährend in Frankreich jür sie nichts zu holen ist. len bie Unterhanblungen erst Enbe März — nach ?eerm6u2InV-i6‘gin3n?nPan5 °" ° " 1 °ü tz r d - n»1 i ch - -R = id, s t ag's t a9ung In auffaUenbem Wiberspruch zu ben japanischen bie bie Gesetzvorlage zur S 1n i f i e r u n g b e r Erklärungen wonach di- Vorfälle im östlichen Uni°°rlltät behandeln solle, für g-Ichlol- Teil der Provinz Tjchachar b ei ge l e gt feien, Jen. Infolge der Dbftruthon ^r Vaterlandifchen wird in Peiping bekannt, daß japanische und man- Volksbewegung und derLandwlrtfchaftspartei h t dfchurifche Truppen in breiter Front weiter > n sich nämlich gezeigt, daß der au b-r ordentliche bie Provinz Tschachar einbringen unb Reichstag technisch nicht mehr mit ber Crleotgung bereits die Getobt Kuyuan besetzt haben, der Vorlage f e r 11 g w e r d e n k°nnte, bevor der Nach Melbungen aus Kalgan sinb chinesische Ver- orbent li ch e Reichstag am 1. Februar zusam ftärfunqen in Richtung auf T uschi kau in Marsch mentritt. Die große Aussprache hat also bis zu k!!L ö", Ui S Ä gn.r.ysg » an der m-ndschurifch.chin-fischen Grenze sichern große, non ©tubenten geplan JB o 15 o e r. sollen China wirb lick an ber in Aussicht genom» fammlung für eine finnische UniDerfitat wird menen Konferenz über bie Regelung ber Grenz- erst am 2. Februar ftattfmben. Die finnischen Stu- fragen nur beteMgen wenn Japan auf bie E n t - benten veranstalten Demonstrationsversammlunaen £i9ii*\ nri hlrS h™ Zn inz T s ch a °! auck in ben übermiegenb schmebisch sprechenben hegenden Sübfinnlanbs. Die Absicht ber Regierung, gerabe burch Einberufung bes außervrbentlichen , Reichstages bie Erlebigung ber Universitätsfrage Bezeichnend für bie Stimmung unter den Ar- zu befchleunigen, ist damit gefcheitert. beiteremigranten ist ein Bries, ben einige verführte Tumultszene im englischen Unterhaus. Anhänger bes Separatismus an bie „Forbacher ~ nnt«>rkmien W ierung, Glichen tsfrage «aus. wurde Pfund eits* Dober m iels d-r ,rgefet,e‘ #tn|S jid) eW -tibU! $ori h l!N/br bekannter zeitgenössischer Kompont- st en vom 14. Februar ab vierzehntägig jeden Donnerstag in der Zeit von 23 bis 24 Uhr über alle deutschen Sender gehen. Auf Anregung des Reichs- propaa^ndaministers Dr. Goebbels seien alle maßgebenden Dirigenten und Musikfachmänner im Reich zur kritischen Mitarbeit aufgefordert worden. Die Reichsmusikkammer habe ihre volle Unterstützung zugesagt. Die Sendungen, bei denen es sich um Orchesterkompositionen synfonischen Charakters, um Werke mit Orchester und Soloinstrumente und Vokalwerke mit Orchester handele, würden a b» wechselnd von den Reichssendern gegeben. An die Stelle der Planlosigkeit von früher sei nun ein großzügiger Programmplan getreten, dessen zwei wesentliche Grundlagen seien: Die Entspannung des Hörers durch leichte Unterhaltungssendungen in den dafür geeigneten Stunden und die Pflicht zu künstlerischer und weltanschaulicher Aufbauarbeit im Geiste des Nationalsozialismus. So werde man einerseits den aktuellen Forderungen des Tages und dem Unterhaltungsbedürfnis der Hörerschaft und andererseits dem grundsätzlichen politischen Aufbauprogramm der Partei gerecht. Die Unterhaltungsarbeit des Rundfunks sei die notwendige Voraussetzung für die Durchführung der künstlerischen Aufgaben des Rundfunks und stehe wertmäßig gleichberechtigt neben ihr. Backhaus spielt Beethoven in Mailand. Der berühmte deutsche Pianist Wilhelm Vack- h a u s gab im Konservatorium der Musikfreunde in Mailand ein Beethoven-Konzert. Das Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz füllte, spendete dem Künstler überschwenglichen Beifall. Die Zeitungen sind voll des höchsten Lobes über das Spiel des Künstlers, der seiner Zuhörerschaft die äußersten Grenzen künstlerischer Meisterschaft vorgeführt habe. Feinheit und aristokratischer Stil des Spiel seien ganz einzigartig. Bom deutschen Büchermarkt. Rach einer Zusammenstellung der deutschen Buchproduktion durch den Börsenverein der deutschen Buchhändler in Leipzig sind im Jahre 1933 insgesamt 18 289 neue Bücher (Erstauflagen) im deutschen Sprachgebiet (also einschl. Oesterreich, deutschsprechende Schweiz, Sudetendeutschland usw.) erschienen. Einschließlich der Neuauflagen, deren es übrigens nur 3312 gibt, ist die Zahl aller auf dem Büchermarkt erschienenen Bücher 21 601 (1932: 21 452). Die schöne Literatur steht nach der Zahl der Veröffentlichungen mit 3282 Büchern an erster Stelle. Dann folgen religionswissenschaftliche und erbauliche Schriften mit 2030 Bänden. Die Jugendschriften erscheinen mit 1480 Bänden, mit ihnen kommen auf etwa gleiche Höhe die reinen Schulbücher mit 1377. Dann erst rangieren Rechtswissenschaft, Geschichte, Technik, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Politik (1026). Die Zahl der p o- l i t i s ch e n Neuerscheinungen ist übrigens ganz erheblich zurückgegangen (1932: 1024, 1933: 865). Am teuersten sind die Kunstbücher gewesen; als deren Durchschnittspreis ergibt sich pro Band 16,79 RM.; Schulbücher sind am billigsten; sie kosten durchschnittlich 1,07 RM. Die Zahl der U e b ersetz u n g e n aus fremden Sprachen ist wenig verändert gegenüber früheren Jahren. Während 1932 insgesamt 886 Uebersetzungen erschienen, waren es 1933 842. Die Uebersetzungen aus dem Englischen sind etwa gleich geblieben, dagegen sind die Uebersetzungen aus dem Französischen von 112 auf 65 gesunken; die aus dem Russischen aber ein wenig gestiegen. Deutsche Bücher in fremden Sprachen wurden mehr als im Vorjahre herausgegeben und zwar in englischer und lateinischer Sprache, aber erheblich weniger französische. Aus aller Wett. Der VI. Welt-Geflügel-Kongreß 1936 in Berlin. In der Zeit vom 31. Juli bis 9. August 1936 findet in Berlin der VI. Weltgeflügelkongreß statt. Der F'ührer und Reichskanzler hat Reichsminister Darre gebeten, die Leitung des Kongresses zu übernehmen. Die Weltkongresse der Geflügelzucht wurden von der Internationalen Vereinigung für Geflügelwissenschaft mit dem Ziel eingerichtet, alle an der Geflügelzucht Interessierten zusammenzubringen, die neuesten Erkenntnisse auf den verschiedensten Gebieten der Geflügelwirtschaft von allen Teilen der Welt zusammenzutragen und zu verbreiten und die internationalen freundschaftlichen Beziehungen zu fördern. Die Kongresse finden alle drei Jahre statt. Der vorige Weltkongreß wurde 1933 in Rom abgehalten. Auf diesem Kongreß hat die deutsche Regierung die internationale Vereinigung für Geflügelwissenschaft eingeladen, den nächsten Weltgeflügelkongreß in Berlin abzuhalten. Die Vereinigung hat dieser Einladung entsprochen. Die früheren Kongresse fanden in England, Kanada, Spanien und Holland statt. Das Präsidium des Weltkongresses wird gebildet von Reichsminister Darr 6, dem Präsidenten des Reichsverbandes Deutscher Kleintierzüchter, Reichs- Hauptabteilungsleiter im Reichsnährstand Karl Vetter als geschäftsführender Präsident und vom aller Sohn nur schwer verletzt aus dem brennenden Hause gerettet werden. Theodor Fischer hat furchtbare Brandwunden erlitten und schwebt in Lebensgefahr. Auch sein Sohn Heinrich hat schwere Brandwunden davongetragen, doch hoffen die Aerzte, ihn am Leben zu erhalten. Gehring wurde verhaftet. Das Haus ist durch das Feuer vollständig vernichtet worden. Die Kriminalpolizei hat festgestellt, daß der Filmvorführungsapparat vor vier Jahren von Gehring bei einem Kinobesitzer gestohlen worden ist. Lawinenunglück in den Karawanken. In den Karawanken auf der Roschitzer Alm (Ost- alpen) ereignete sich ein L a w i n e n u n g l ü ck. Zwei Skiläufer aus Klagenfurt, ein Schlossermeister und seine Begleiterin, wurden von einer Lawine verschüttet. Der Schlossermeister konnte sich aus den Schneemassen herausarbeiten, ,seine Begleiterin wurde später von einer Rettungskolonne tot geborgen. Da zur selben Zeit noch ein zweites Ski- läujerpaar auf dem Wege war, von dem man keine Meldung hat, wurden zwei Rettungsexpeditioinen ausgeschickt. 47 Todesopfer der lleberschwemmung am Mississippi. Die Zahl der Todesopfer der lieber» schwernrnungskatastropfe am oberen Deltagebiet des Mississippi hat sich nach den neuesten Feststellungen auf 47 erhöht. Drei Viertel des Vieh-' besiandes dieser Gegend wurden vernichtet. Grohfeuer in Milwaukee. — Line historische Kathedrale eingeäschert. Aus bisher unbekannter Ursache brach in der St. Johns-Kathedrale in Milwaukee ein Feuer aus. Der Brand griff rasch um sich. Die berühmte Kathedrale, die seit 1853 Erzbischofssitz ist, wurde eingeäschert. Dabei wurden die wertvollen Kirchenfenster zerstört und auch die Gemälde und Kunstschätze wurden ein Raub der Flammen. Nur der architektonisch wertvolle Glockenturm blieb erhalten. Der Sachschaden wird auf mehrere Hunderttausende geschätzt. Die aus dem Flugzeug verschwundene Goldsendung noch nicht aufgefunden. Nach einer Meldung des „Evening Standard" soll die G o l d s e n d u n g im Werte von 6000 Pfund Sterling, die, wie bereits gemeldet, aus einem von Frankreich nach England fliegenden Flugzeug verschwunden ist, in der Nähe von New Romney in der Grafschaft Kent aufgefunden worden sein. Die Meldung des „Evening Standard" über die Auffindung der aus dem Flugzeug verschwundenen Goldsendung wird aber von Reuter dementiert. Die Nachforschungen würden vielmehr fortgesetzt. Dagegen meldet Reuter, daß ein Koffer, der einem der Fahrgäste des Flugzeuges gehört, in der Nähe von Abbeville (Nordfrankreich) aufgefunden worden ist. Der Koffer, den ein Fischer aus dem Flugzeug fallen sah, enthält Kleidungsstücke mit dem Namen „Waldteufel". Andere Gegenstände, die von dem Flugzeug stammen könnten, sind auf französischem Boden bisher nicht gefunden worden. Jlemjorfer Kassenbote verl 1 Regierungsanleihen im Werte von IV- iJiüionen Dollar. Die Bank of Manhattan in Neuyork gibt bekannt, daß einer ihrer Geldboten seine Aktentasche mit Regierungsanleihenim Werte von 1 456 000 Dollar verloren hat. Der Der- lust der Aktentasche ist deshalb besonders erstaunlich, da der Bote auf seinem Gang von zwei b e - waffneten Begleitern bewacht wurde. Die Polizei und auch die Versicherungsgesellschaften sind mit der Untersuchung der geheimnisvollen Umstände dieser Angelegenheit beschäftigt. Roch immer Alkoholschmuggel in USA. — 16 Todesopfer des Methylalkohols. Gewissenlose Alkoholschmuggler beginnen an der kanadischen Grenze des Staates Neuyork wieder ihr Unwesen zu treiben. So st a r b e n an den Folgen des Genusses von geschmuggeltem Methylalkohol in den letzten Tagen 16 Personen. Unter den Todesopfern befinden sich drei Frauen. Der Zustand von drei weiteren Personen, die gleichfalls von dieser Schmugglerware genossen hatten, ist hoffnungslos. Die Polizei hat bisher sieben als Schmuggler verdächtige Personen verhaftet. Fußballskandal in Dien. — Der Schiedsrichter von einer Frau schwer mißhandelt. Ein eigenartiger Fußballskandal ereignete sich in Wien. Erbost über eine Entscheidung, stürzte sich eine Frau auf den Schiedsrichter und verletzte ihn schwer durch Schläge mit einem Holzknüppel. Sie b i ß dann den am Boden liegenden Schiedsrichter, bis es endlich gelang, die Rasende von ihrem Opfer zu trennen. Der Schiedsrichter mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Hauptmann im Kreuzverhör. — Zusammenstoß mit dem Staatsanwalt. In Flemington wurde das Kreuzverhör Hauptmanns fortgesetzt. Nachdem der Generalstaatsanwalt auf gewisse Schreibfehler sowohl in dem von Hauptmann geführten Rechnungsbuch" als auch auf den Lösegeldbanknoten hingewiesen hatte, gab Hauptmann zu, Isidor Fisch erst nach der Entführung kennengelernt zu haben. Auf die Frage des Generalstaatsanwaltes nach dem Schreiber der Laienwanderung durch die Grüne Woche lich (dazu ausgezeichnet ausstellungsmäßig aufgemacht) ist jenes Bild von der Bauernfamilie, die das Häusermeer einer großen Stadt betritt, in dem Meer von Steinen sichtbar versinkt und nach wenigen Generationen erloschen ist. Aber hier eröffnet fiebern freundlicherer Schauplatz: Maschinen, Maschinen ... Dreschkästen und Garbenbinder, elektrische Brotbacköfen, Dampfwaschautomaten, Brutapparate, die große Schau der landwirtschaftlichen Industrie, ein e Par ade der Technik. Anderswo weht Stalluft: hier stehen in einer mustergültigen Stallung einige Dutzend Kühe, die Schweizer sind eben babei, sie zu melken, und daneben befindet sich hinter Glaswänden eine ganze Molkereianlage, die auf Beschäftigung wartet. In großen Vitrinen sind ihre Erzeugnisse aufaebaut, allerlei Sorten Käse, sauber und appetitlich zum Anbeißen. In einer anderen Halle riecht es würzig und harzig; hier steht ein richtiger Wald, aber auch er ist mehr als nur ein sensationelles Schaustück; er zeigt, wann und wie aufgeforstet werden soll, wie die Schonung zu pflegen ist, wie die Bäume von der Schonung zum Hochwald hinanwachsen. Eine Straße geht mitten durch: sie ist mit Holzpflaster gedeckt, hier ist überhaupt alles versammelt, was mit Wald und Holz zu tun hat, und die Entstehung einer Reichsbahnschwelle wird so nebenbei deutlich gemacht. Die sachkundige Hausfrau mag stundenlang in der Riesenausstellung des Geflügels verweilen, der Laie hält sich lieber an den Kaninchenkäfigen auf, die eine kleine Stadt für sich bilden: manche Karnickel sehen putzig aus wie weiße Wollbündel, andere sind gefleckt wie kleine Tiger, es gibt graue, silbergraue und eisgraue, es gibt braune und schwarze und solche, die Felle haben wie aus dunklem Samt. In diesem Kaninchengarten gedeihen die merkwürdigsten und aberteuerlichsten Gewächse. Was früher „Weindorf" hat sich freundlich und hell herausgemausert und nennt sich jetzt „G a st - haus zur goldenen Trompete", man wird dort deutschen Wein trinken, und damit auch hier die Belehrung nicht fehle: auf der Galerie des Saales ist ein kleines Museum des Weinbaues zusam- mengeftellt. Und in dieser Halle weht wieder, wie in jedem Jahre, die Luft des Pferdestalls; über zweihundert Pferde, das wertvollste Material, sind hier in vorbildlichen Kojen untergestellt, denn aus dem benachbarten Hause schmettert die Musik des Reit- und Fahrturniers ... Seit Tagen haben die Plakate auf sie vorbereitet: auf saftgrünem Grunde stehen zwei volle Aehren, aus deren Körnern die Worte „Grüne Woche" gebildet sind, das Zeichen der diesjährigen Schau der deutschen -Bauernschaft. Regen und Sturm aehen über die Messehallen am Kaiserdamm nieder, so daß sich die Masten des Fahnenwaldes am Eingang biegen und die Fahnen im Winde knattern, aber 6rinnen wird man von der hohen und stillen E h r e n h a l l e empfangen, deren feierlicher Raum mit der Reihe der schlanken Säulen wieder einen weihevollen Anblick bietet; im Hintergründe stehen zwei große Gestalten in bäuerlicher Tracht wie Wächter vor dem Bilde einer deutschen Landschaft, in der wieder die zwei Farben vorherrschen: das Gelb der gemähten Aehren, die eben eingefahren werden, und das Grün auf den Wiesen der sanft gewellten Abhänge, ein Diorama, das trefflich die Stimmung der beginnenden Schau andeutet. Das Diorama, der Guckkasten, begegnet uns immer wieder — bisweilen allein, manchmal in der Verbindung mit der Photomontage — als ein ausgezeichnetes . Mittel — eine Reihe von Vorgängen plastisch sichtbar und sehr einprägsam darzustellen. Verblüffend die Dioramenfolge in der Sonderschau „Erzeugungsschlach t": hier wandert man durch eine ganze Straße von bunten Schaubildern, die alle in kecken, munteren Farben gehalten sind, und sie zeigen solche Vorgänge, Vorschriften und Zustände, die zur Ertragssteigerung führen: Kartoffelbau, Viehzucht, Pflanzenschutz, richtige Fütterung, Gartenbau, das alles in der winzigen Zwergenwelt des Schaubildes, und es geht von diesen Dioramen mit ihren kleinen Menschen, Pferden, Bäumen, Häusern offenbar ein sehr großer Reiz aus, denn die Menschen bleiben stehen und erfreuen sich an der naturgetreuen Nachbildung des weiten Lebens und großen Schaffens im kleinen Abbild. Auch auf die fachkundigen Besucher der „Grünen Woche" werden diese Szenen ihre Wirkungen nicht verfehlen. Es sind belehrende Wirkungen, Ermahnungen, Vorschriften; diese Ausstellung ist, gegenüber den früheren Jahren, viel weiter gediehen und geht über eine reine „Schau" hinaus, sie belehrt, klärt auf, sie hat erzieherischen und ethischen Wert. Er wird besonders deutlich bei den Darstellungen, die vor der Fortpflanzung entarteter Familien warnen — grauenhafte und erschütternde Photos stehen denen gegenüber, die den starken Nachwuchs gesunder Menschen darstellen. Unvergeß- Hanz gleich, welche Mkaffee Sie verwenden, ob Söhnen- kaffee, Malzkaffee ober einfachen, gewöhnlichen Getreide- kaffee, wie er aus dem Sack ober aus bet Schublade Zugewogen wirb, - Franck Spezial, bie feine Kaffee- würze in Grießform, tut Jhreml&fleegefränk gut. Schon ein kleiner Zusatz stärkt unb belebt Geschmack, duft unbZarbejebesKaffees. Mit Franck Spezial gewürzt, ergibt Ihr Kaffee mehr Tassen als bisher. - Sie sparen also! Geflügelwissenschaft, Professor Alessandro C h i g i, Bologna, als Vizepräsident. Gleichzeitig mit dem Kongreß wird eine Ausstellung in den Messehallen am Kaiserdamm veranstaltet. Zum Generalsekretär des Kongresses ist Dr. Kupsch ernannt worden. Abenteuerliche Sturmfahrt im Freiballon. Die deutschen Ballonfahrer Dr. Kanenhovel und Lau, die, wie berichtet, mit ihrem Ballon in Ostlettland notlandeten, sind in Riga eingetroffen. Die Hülle des Ballons liegt, ebenso wie die Gondel, wohlverpackt im Rigaer Hafen, um auf dem Seewoge nach Deutschland zurückbefördert zu werden. Die deutschen Ballonfahrer äußern in der Presse ihren Dank für die Hilfe und Unterstützung, die sie bei ihrer Notlandung in Lettland erfahren haben. Während des Fluges haben die Ballonfahrer zeitweilig in großer Gefahr geschwebt. Von Dresden aus wurden sie zunächst m Richtung Karpathen abgetrieben, um dann von einer Luftströmung nach Norden gebracht zu werden, meist mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde und mehr. Nebel und Schnee- sturm machten ihnen die Orientierung so gut wie unmöglich. Die mehrfachen Versuche der Ballonfahrer, zu landen, scheiterten an der völligen Vereisung des Gasventils und der Reißleine. Als der Ballon schließlich über einem Walde nieder- ging, betrug die Geschwindigkeit etwa 150 Kilometer in der Stunde. Daher riß kie Gondel zahlreiche Baumkronen ab, bis sie schließlich an Zweigen hängen blieb. Jetzt gelang es endlich den Ballonfahrern, die Reißleine zu ziehen. Der Ballon begann sich zu entleeren. Ein neuer Windstoß riß ihn jedoch wieder hoch und setzte ihn auf eine andere Baumkrone. Aus einer Höhe von 12 Metern stürzten hier die Ballonfahrer mitsamt der Gondel auf den Erdboden. Sie erlitten dabei Quetschungen und Prellungen, zum Glück aber keine Knochenbrüche. Aus ihrer Fahrt befanden sich die Ballonfahrer in den verschiedensten Höhenschichten. Durch den Schneesturm wurde der Ballon bald heruntergedrückt, bald hinaufgerissen. So erlitten die Ballonfahrer in wenigen Augenblicken einen Sturz von 3000 auf 30 Meter. — In den nächsten Tagen kehren die Ballonfahrer nach Deutschland zuruck. Seelenverkäufer. Für die amerikanische Schiffahrt ist es jetzt höchste Zeit ihre Passagierdampfer unter die Lupe zu nehmen'. Konnte man vielleicht bei der „Mo r r o . ¥ w t ' z z V 1 ” 'im Wurm-Revier dem Aachener Steinkohiengebiet, wurden foeben 70 Siedlungshäuser für die- Jubm »^earbei^rscha t feieAich Zngeweiht. Mit dieser Mustersiedlung in der 70 Bergarbeiterfamilien ein aelunde- Seim finden, ist der erste Schritt zu den geplanten ö000 Siedl°rst-ll°n gemacht, dl- namentlich 81 für U« Industriearbeiter in ben deutschen Grenzgebieten vorgesehen sind. Der „preis der Nationen". Der Führer unb Reichskanzler stiftete diesen Ehren« preis als „Preis der Nationen" für bas Reit- unb Fahrturnier. Es ist eine Bronze-Reiterftatue, bie von bem Berliner Bilbhauer HerrnannFuchs, einem früheren Mitarbeiter bes verstorbenen Professors Tuaillon, geschaffen würbe. Mordversuch am eigenen Kinde. Bon den Eltern gezwungen, in den Main zu springen. Frankfurt a. M., 28. Jan. (LPD.) Zum Fall H ö f e l b teilt bie Justizpresfestelle Frankfurt a. M. mit: Nachbern bie Voruntersuchung am 19. Januar abgeschlossen werben konnte, hat nunmehr ber Oberstaatsanwalt in Frankfurt a. M. Anklage gegen bie Eheleute Wilhelm unb Minna Höfelb wegen versuchten Morbes unb gegen bie Tochter Minna Höfelb wegen Beihilfe zum versuchten Morb erhoben. Die sehr umfangreiche Anklageschrift gibt neben einer genauen Darstellung bes Werbeganges ber Angeschulbigten, bes Lebens ber Familie Höfelb im allgemeinen, ber Entwicklung unb Ausführung ber Tat auch eine eingehenbe Erörterung ber rechtlichen Seite bes Falles. Danach hanbelt es sich hier nicht etwa um einen freiwilligen Selbstmorbverfuch ber Hilbegarb Höfelb, zu bem bie Eltern unb bie Schwester eine straflose Teilnahme geleistet hätten, sonbern um einen Morbversuch burch bie Eltern unter Beihilfe ber Tochter Minni auf Grunb psychischer Einwirkungen auf bie Hilbegarb Höfelb. Die Hilbegarb würbe bekanntlich gezwungen, in ben Main zu springen. Die eingehenben Untersuchungen, bie auch bas Motiv zu biefer grauenhaften unb in ber Kriminalgeschichte einzig bastehenben Tat klar zutage ge- förbert haben, lassen Personen unb Verhältnisse in Erscheinung treten, bie sich von allem menschlichen Empfinben unb vor allem von jebem normalen elterlichen Verhalten völlig entfernen. Ohne auf bie Einzelheiten einzugehen, bie im Interesse ber enb- gültigen Klärung unb Entscheidung bes Straffalles ber Hauptverhanblung vor bem Schwurgericht Vorbehalten bleiben müssen, sei noch erwähnt, baß nach bem Ergebnis ber Voruntersuchung entgegen bem ersten Einbruck nicht nur ber Vater, sonbern auch bie Mutter Höfelb aufs schwerste b e l a ft e t ist unb eine Hauptrolle bei ber unmenschlichen Tat gespielt hat. Zusammenstoß zweier Kernlastzüge. Ein Mitfahrer tot. Hanau, 28. Jan. (LPD.) Am Samstag gegen 18 Uhr trug sich auf der Straße Hanau—Sangen- selbolb zwischen ben Ortschaften Rückingen unb Langenselbold ein schwerer Verkehrsun- f all zu. Ein Fernlastzug mit Anhänger, ber in Richtung Hanau fuhr unb besten Besitzer Erich Meyer aus Hamburg ist, hatte einen Motor- defekt unb hielt auf ber rechten Straßenseite, um diesen abzustellen. Während dieser Zeit kam aus der gleichen Richtung, also vom Rücken her, ein anderer Fernlastzug mit Anhänger, dessen Besitzer unb Führer ber Spediteur Erwin Speng - l e r aus Worms mar, unb fuhr auf ben stehenden Lastzug auf. Der Anprall war derart stark, daß ber Motorwagen bes auffahrenden Wormser Lastzuges fast vollständig zertrümmert wurde. Während ber Fahrer bes Wormser Lastzuges unb fein Vater mit leichteren Verletzungen davonkamen, wurde ber mitfahrenbe 26jährigs Hausierer Heinrich Forschhauer aus Hanau, ber in Schlüchtern aufgenommen mürbe, töblich verletzt. Er hatte Schädel-, Arm- und Beinbrüche erhalten unb mürbe als Leiche aus ben Trümmern des Wagens herausgezogen. JtunOfunrproflramm. Mttwoch, 30. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 unb 6.30 Gymnastik. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7:Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Alt-Kasteler Grabbenkmäler. Ein besinnlicher Morgenspaziergang um bie Lutherkirche. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Vergessene romantische Musik. 16: Nachmittagskonzert, Doppel- konzert. 18: Aus Zeit und Leben. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Albert Schmeitzer, bem Goethe- Preisträger zum 60. Geburtstag. Eine Funkfolge. 20.35: Stunde ber jungen Nation. 21: Bunte Stunbe. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 22.20: „Winterfportecho aus Garmisch-Partenkirchen." Kurzberichte unb Ergebnisse. 22.35: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wirtschaft Der deutsche Automobilmarkt 1933 und 1934 Deutschen Reiche als Folge der großzügigen May- jje öl« /i ff' - o n /fs^D H.), M e r c e d e s . gen im Jahre 1932 auf 92 270 Wagen im Jahre gegenüber 1S3S stieg, erzleUe Dgn 70 3- 1 aas finhpi f 4- 91.1 d. Nach diesem überraschend um 93,2 V.H., die 2luto u Preußen Devisenmarkt Berlin — Iranksnrt a.M. Strlln $ranffurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Frankfurt a-M. Berlin 6W- Ä 6»iu6. börse ^r- 28.b 28.1. 28.1. [26.1. 28.1. Datum 26.1. 98-9 114 99.5 100 o| Pbtitpp Holzmann...........©I Zementwerk Heidelberg ..... O| Lementwerk Karlstadt.........O| 110 109-75 127 127 M 8 99-25 96 99 99.25 96 Schluß- turt 31.75 86 107-9 78-25 79.75 80.75 161.25 92 83.25 63.20 80.76 33.94 99 100.9 114.13 99 101 113.7 0 0 31.25 84.5 106 76-75 78 79 160.5 30.4 140-5 105.5 117.9 85 114.5 110.25 99.25 142.75 120-5 92.25 104 71.75 100.25 124.5 85 TO.25 Schlußkurs 51.75 115.5 53.5 714 51 67.25 38.25 158 147 29.25 89.75 93.25 56.5 216.25 92.75 47.5 124 110 1424 207 93-13 100.25 92-75 83 62.94 80-44 33-80 98-9 100.2 113.9 1.25 8-15 7.9 8 105 114.25 96 30.5 140.5 105.75 117 85 114.75 111 99.25 142 120 93 104 72 101.5 124 84.75 78-75 4.25 35.9 29.65 25 314 85.65 107.5 77.75 79.75 80.75 160.5 103.75 51.5 113.5 53-5 71.75 129.5 51 65.75 90-25 379 159.75 146 58-17 0.194 3-047 54.62 81-22 12.23 5.405 16.41 168.23 21-30 0 712 5-649 61.48 48.95 11.10 63.07 80.72 34.02 10-40 2.512 0-194 3-047 54-70 81.22 12.25 5.41 16.41 168.36 21.30 0.713 5.649 61.57 48-95 11.12 63-16 80-72 34.04 10-40 2.537 100 97 97 104-5 28 1.25 8.05 8 10.75 103-13 52 115.5 53.65 70.25 129.5 50-9 65-5 90.75 38.25 159.5 147 1 29.25 Gchlußk. Abendbörse A.S.G. Bekula Brüssel..... Rio de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest > Reuyork... 104-5 I 28.25 1.25 7-9 7.85 7.85 10-75 51 114 53.5 71-5 51 66 38 niedriger. / , , . .. Im Verlaufe blieb die Haltung abwartend, Die Umsätze waren sehr klein. Für Schiffahrtswerte zeigte sich nach etwas schwächerem Beginn etwas Interesse bei wieder festeren Kursen. Auf den übrigen Marktgebieten war die Kursbildung bet kleinen Abweichungen uneinheitlich. AG. für Verkehr 86 (86,75), Klöckner 85,25 (85), Mannesmann 79,50 (79,90), fest waren Lechwerke Augsburg mit 98,25 (96). IG. Farben gaben auf 142,25 v.H. nach. I Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 113,75, Kommunal-Umschuldung 0,25 v.H. zuruck, auch Reichsmark-Anliehen lagen bis 0,50 v.H. schwächer, während Schuldbücher und Zinsvergütungsscheine behauptet blieben. Am Pfandbriefmarkt war das Angebot später doch stärker, so daß die Kurse meist von 0,75 bis 1,50 d. $). für Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen nachgaben, Kasseler Landeskredit verloren sogar 2 v.H. Liquidationspfandbriefe kamen dagegen zumeist um 1,50 v. H. fester zur Notiz und lagen bei etwa 99,50 v. H. Stadtanleihen lagen sehr still und wenig verändert. Don Auslandsrenten zogen Anatolier 0,25 v. H. an, 4 v. $). Rumänen gaben auf 4,20 (4,35) nach. Jndu- strie-Oblgationen tendierten fest. Auch am Kassamarkt für Aktien hielt die Nachfrage bei anziehen- 7.05 4.3 35.25 28.75 24-5 31 84.9 106.5 76.75 78 79 160.5 30.4 140.25 105.75 117.75 84-5 115.13 111 99-25 142-75 120.5 92-5 104 71-75 102 85.25 123.5 84.5 79.65 Das Jahr 1933 hatte bekanntlich eine außerordentliche Belebung des Kraftfahrzeugabsatzes tm Deutschen Reiche als Folge der großzügigen Matz- veranstaltete am i „ Dereinslokal (Gasthaus -------, - / . . ■ Stiftungsfest im Rahmen eines Kameradschafts. 925 102.25 56-5 216.4 92-5 47.4 12-25 112.25 151 143 93 100 92.25 I 83.5 0.196 3.053 54-80 81.38 12.28 5.42 16.45 168.70 21-34 0-715 5-661 61.69 49-05 11.14 63 28 80.88 34.10 10^42 2.543 Schluß». Mittag- börse Schluck. Mittag- börse 114.25 96 96 99.5 100 97 97 104.5 104.5 28 1.25 7.9 7.6 7.9 10.65 Gchlußk. Mittag- börse abends. - E r d a, 28. Januar. Bei der ersten diesjährigen Brennholzversteigerung im Gemeinde- wald wurden nicht allzu hohe Preise erzielt. Es kosteten: Buchenrollen und -scheitholz 14 bis 15 Mk., Buchenknüppel 10 bis 11 Mk., Eichenknuppel 5 bis 6 Mk. je 2 Raummeter. Buchenreifer (5 Raummeter) kosteten durchschnittlich 3 Mk. > Niederkleen, 28. Jan. Bei der H o l z - Versteigerung im Gemeindewald Niederkleen, die gut besucht war, wurden folgende Preise erzielt: Buchen-Scheitholz je Raummeter 11 bis 12 Mark, Knüppel, 9 bis 10, Wellen 10 bis 12 je 50 Stück, gemischte Wellen 6 bis 7 je 50 Stück. Eichen- Scheite je Raummeter 8 bis 9 Mark, Knüppel 6 bis 7, Wellen 7 bis 8 je 50 Stück, Nutzholz 9 bis 10 je Raummeter; Kiefern-Knüppel 4 bis 5 je Rm. Kreis Biedenkopf. co Erdhaufen, 26. Jan. Der G e sa ng verein, der schon bereits im Jahre 1932 sein 50jähriges Bestehen feiern konnte, es aber damals wegen der schlechten Wirtschaftslage unterließ, wird in diesem Jahre das für den Bezirk Biedenkopf-Süd im Mitteldeutschen Sängerbund auf Erdhaufen entfallende Wertungssingen mit einem regelrechten Stiftungsfeste feiern. Das Fest soll am 10. uni} 11. Juni (Pfingstseiertage) abgehalte» werden. Pfarrerwahl in Krofdorf. D Krofdorf-Gleiberg, 28. Jan. Nach- । dem von den acht Bewerbern um die P f a r r - teile Krofdorf-Gleiberg-Kinzenbach vier Pfarrer, darunter ein Missionar, an den letzten Sonntagen Probepredigten gehalten hatten, fand 1 am gestrigen Sonntag in der Kirche zu Krofdorf die Wahl des neuen Geistlichen statt. Die Presbyter und Glieder des erweiterten Kirchenvor- andes von Kinzenbach waren vollzählig erschienen und nahmen mit den Krofdorfer Vertretern sowie einer zahlreichen Gemeinde an dem dem Wahlakt oorausgehenden Gottesdienst teil. Der Scriba der Synode Wetzlar, Pfarrer K o ch (Lützellinden), predigte über Math. 9, Vers 35 bis 38, und beleuchtete die Frage: „Was kann eine Gemeinde von ihrem Hirten erwarten?" Dreierlei betonte er: der Pfarrer muß das reine Evangelium predigen; er muß es mit einem Herzen voll Erbarmen und Hoffen lehren; seine Arbeit soll von der Fürbitte der Gemeinde getragen sein. Nach Bekanntgabe der Wahl- orbnuna durch den mit der Führung der Superintendenturgeschäft Beauftragter, dürrer Schmidt (Wetzlar), gaben im Beisein der Pfarrer Koch (Lützellinden), Eap pell (Wißmar) und L i n d e n b o r n (Odenhausen) die 46 Gemeindeverordneten in geheimer Wahl ihre Stimme ab. 40 Stimmen entfielen auf den letzten Probeprediger Pfarrer Lic. Teichmann aus Kaltwasser (Schlesien), der somit nahezu einstimmig gewählt wurde. Man hofft, daß der neue Seelsorger noch vor Ostern die Stelle antreten kann. Einen Tag vor der Pfarrerwahl traf die Nachricht ein, daß der frühere langjährige treue Seelsorger unserer Kirchengemeinde, Pfarrer Heinrich Knieper, nach längerer, schwerer Krankheit m Bonn, wo er im Ruhestand lebte, gestorben ist. Pfarrer Knieper kam im Jahre 1902 von Herdorf ckach Krofdorf, wo er bis 1929, also 27 Jahre wirkte. Im Kriege mußte er seinen ältesten Sohn für das Vaterland hingeben. Seine Gattin ging ihm vor einigen Jahren im Tode voraus, desgleichen seine älteste verheiratete Tochter, Mutter von fünf unmündigen Kindern. Ein Sohn befindet sich in Amerika. Kreis Wehlar. i RoLheim a.d.Bieber, 28.Jan. Die hie- . sige Volksschule, die bereits in der Vorwoche : wegen der unter den Schulkindern sehr stark auf- i tretenden Grippe amtsärztlich auf 8 Tage ge- • schlossen wurde, mußte nunmehr ihre Tore aus - abermals acht Tage schließen Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Unterrichts ist vorder Auslandwagen der deutschen Kraftfahrzeugindustrie fast allein zufiel. , m°r Hauptfirmen Adler (8,8 H, St^, 30 140 75 106 118-5 84 115.4 111 99.25 143 120.9 92.4 103.75 719 100.75 85.5 150.5 124 85-25 79.4 28-1- 8” 4.75 6.75 4.3 35.75 29-65 Mansfelder Bergbau .. Äoldroerfe........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth tG. Yarben-Jndustrto cheideanstalt........ Frankfurt a. M., 28. Jan. Auftrieb: Rinder 1047 (gegen 1152 am letzten Hauptmarkt vom 21. Januar), darunter 356 Ochsen, 107 Bullen, 310 Kühe, 274 Färsen. Dem Schlachthof direkt wurden 21 Kühe zugeführt. Kälber 503 (659), Schafe 69 (71), Schweine 3370 (3622). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 37 bis 39, b) 31 bis 36, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Bullen a) 35 bis 36, b) 30 bis 34, c) 26 bis 29, d) 24 bis 25. Kühe a) 31 bis 33, b) 26 bis 30, c) 20 bis 25, d) 14 bis 19. Färsen a) 38 bis 39, b) 32 bis 37, c) 26 bis 31, d) 22 bis 25. Kalber b) 35 bis 42, c) 29 bis 34, d) 21 bis 28. Lämmer und Hämmel b2) 35 bis 36, c) 31 bis 34 Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 53, a2) 50 bis 53, b) 48 bis 53, c) 47 bis 52, d) 45 bis 51, gl) 43 bis 46, g2) 38 bis 42. Im Preisvergleich zum letzten Markt vom 21. Januar zogen Ochsen und Schweine je 1 bis 2 und Kälber 1 bis 3 Mark an, sonst ergaben sich kaum Veränderungen. Marktverkauf: Rinder schleppend, geringer Ueberstand (13 Ochsen, 4 Bullen, 1 Kuh). Kälber mittelmäßig, ausverkaust. Hämmel und Schafe ruhig, bei Schafen 16 Stuck Ueberstand. Schweine ruhig, 40 Stuck Ueberstand. Großhandelspreise für Fleisch- und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 596 Viertel Rindfleisch, 64 ganze Kälber, 20 ganze Hammel, 94 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Bullenfleisch b) 56 bis 58. Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40. Färsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56. Kalbfleisch b) 62 bis 70, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 cm 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: 26-1. 8 4-75 7 4.35 35.5 29 8% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche -Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ehem.8% Hess. BollSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6%% Hess. LandeS^ypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleih« mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y,% ehem. 4V,% Franks. Hhp^ Bank-Liqu^Psandbrtefe....... 6y,% ehem. ty2% Rheinische Hyp^Bank-Liqu.^Soldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 8% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe 8t 10 Gteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichst che Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% desgl. von 1918......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische BagdadLaha-Anleihe Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WUX 205 WXHI 209, WXVI 213; Roggen RIX 165, K Xlll 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen GX^^GX^'lT^ßafe^H^n1^® HXIV 167, alles Großhandelspreise ab Station, bei Wasseroerladung über 100 Tonnen 3 Mark meyr Sommergerste für Brauzwecke 220; Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Roggenmehl R XIII 23ch0, R XV 24 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Welzennachmehl 16,75; Weizenfuttermehl 13. Weizenkleie WX111 Goldschmidt .... RütgerSwerke ... Metallgesellschaft. 10,66, W XVI 10,87; Rvggenkleie R XIII 9,90, R XV 10 14 alles Mühlenfestpreise ab Muhlenstation, so weit sie in den Bereich der Landesbauernscha t Hessen-Nassau fallen. Sojaschrot aiit Monopolzuschlag 13; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab)udd Fabrik, station. Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, freu (l •) 11; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 5 bis 5,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiestaer ®egenb 2,80 bis 2,90 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon bezug. den Kursen an. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: freundlich. Die Abendbörse nahm einen ruhigen Verlauf. Don der Kundschaft lagen nur wenig Auftrage auf, auch die Kulisse bekundete noch etwas 3uruc^U' tung. Indessen war die Grundstimmung freundlich. Es machte einen guten Eindruck, daß am Pfand- briefmartt einige Käufe in den heute mittag ftar= ker gedrückten Werten erfolgten. Es ergaben stch dabei leichte Erholungen um etma 0,25 bis 0 50 v.H. Don sonstigen Renten zeigte sich vermehrtes Interesse für Altbesitzanleihe zu 114 bis 114,13 (113 70), auch Kommunal-Umschuldung waren im Vergleich zum Mittagskurs gut erholt, ebenso waren späte Schuldbuchforderungen und Zmsvergutungs- cheine etwas gefragt. Stadtanleihen lagen still und unverändert. Don Staatsanleihen kamen 5Vev.H. Bounganleihe mit 100,90 (100^0) zur Notiz. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung gegenüber dem Berliner Schluß etwas uneinheitlich, die Veränderungen nach beiden Selten hielten sich aber in engen Grenzen. Lebhafter waren Schlffahrts- aktien bei anziehenden Kursen. 3G. Farben lagen mit 142 40 ruhig und unverändert. Der Kassamarkt blieb fest Von Großbankaktien zogen Commerzbank auf 78,24 (77,75) an, Hypothekenbankaktien blieben auf der erhöhten Mittagsbasis behauptet. Don Jndustriewerten waren Schramm Lack ange- um D. 3)., Ult: uuiu-uiiiu.. ,---/ _ Mercedes-Benz von 13,4 und Adler von 32,5 mH. Die Auto-Union und ganz besonders Opel vermoch ten also eine überdurchschnittliche Absatzsteigerung zu erreichen, die in entsprechenden Erhöhungen ihrer Marktanteile zum Ausdruck gelangt. Bei der Auto-Union ist die Absatzsteigerung ganz über- wiegend auf die Marke DKW zuruckzufuhren. Daimler-Benz hat trotz der Einführung des Typs 130 nur um 13,4 v. H. mehr Wagen abgesetzt, als 1933. Die Adlerwerke haben ihren Absatz stückzahl- mäßig um 32,5 v. H. erhöhen tonnen. Die Er- Höhung beruht ausschließlich auf dem neu einge- führten „Trumpf-Junior". In den größeren Typen „Primus", „Trumpf" und „Standard 8 wurden die Absatzzahlen von 1933 zum Teil knapp erreicht. Den absolut und relativ stärksten Anstieg verzeichnen die Opelwerke, die mit rund 60 000 Fahrzeugen rund 40 v. H. des Gesamtabsatzes bestritten. Utll Ult xjuyiv XOOU UU| . 1933 findet (+91,10.5).). Nach diesem überraschend günstigen Ergebnis war man in den Kreisen der Kraftverkehrswirtschaft gespannt, ob sich die Neuzulassungen im Jahre 1934 auf diesem hohen Niveau halten würden, oder ob gar noch eine weitere Steigerung erwartet werden könnte. Die ersten vier Monate 1934 brachten auf diese Frage Ebine Antwort, da in den Vergleichsmonaten des Vorjahres die grundlegenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen noch nicht, oder doch noch nicht m vollem Umfange wirksam waren. Dann aber zeigte es sich immer deutlicher, daß 1934 ein Rekordjahr ür die deutsche Automobilindustrie wurde, das nut 150 329 Neuwagen alle Absatzzahlen vergangener Jahre übertrifft. Hinzukommt, daß der Anteil der ausländischen Marken gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 1928 auf etwa den sechsten Teil (4,6 v. H. nach 27,4 v. H.) zurückgegangen ist und damit der Erfolg trotz der rechtlichen Gleichstellung F r a n k f u r t a. M., 28. Jan. Die Börse lag zum ; Wochenbeginn sehr still, die Grundtendenz blieb j aber fest, insbesondere am Aktienmarkt, an dem , zumeist weitere Befestigungen von durchschnittlich । 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Selbstverständlich richtete । sich das Hauptinteresse der Börse auf die erstmalige i Notierung der Pfandbriefe und Kommunal-Obli- i Nationen nach der Konversion, was auch der Grund für die abwartende Haltuna war, zumal von der Kundschaft Aufträge fast fehlten. Soweit stch nach Umfrage bei den Hypothekenbanken bisher feststellen ließ, lag seitens der Kundschaft nur minimales Angebot vor, und schon 0,25 v. H. unter den letztnotier- ten Kursen bestand Kaufneigung, so daß im großen und ganzen kaum mit nennenswerten Veränderungen gerechnet wird. Für Liquidationspfandbriefe besteht aber auf Basis von 100 v. H. Verkaufsneigung. Das Geschäft an den variablen Renten- und Aktienmärkten war sehr klein. Mit Interesse erwartet man auch die heutigen Ausführungen des Reichsbank- präsidenten über die deutsche Wirtschaftspolitik. Am Rentenmarkt eröffneten Altbesitz mit 114,25 (113,90), nach dem ersten Kurs gingen sie ober wieder auf 114 v.H. zurück. Weiter schwacher lagen späte Reichsschuldbuchforderungen nut 99,25 (99,50), ferner gaben Kommunal-Umschuldung um 0,10 v.H., Stahlverein-Bonds um 0,65 v.H. nach, Zinsvergütungsscheine blieben zu 89,90 behauptet. Am Aktienmarkt hielt das Interesse der Tarifwerte wegen ihres rentenähnlichen Charakters an. Es gewannen Licht & Kraft 2,50 v.H., Lah- meyer 1,50 v. H., Elektr. Lieferungen 0,75 v.H., Bekula 0,50 v.H. und AG. für Verkehrswesen 2,25 v.H., während Gesfürel 0,25 v.H. abbröckelten. Sonstige Elektroaktien blieben meist behauptet, von Kabelwerten Felten nochmals 0,50 v.H. höher, ferner Siemens auf die morgen ftattfinbenbe Bilanzsitzung ca. 143 (142). Am Montanmarkt ist das Geschäft ruhiger geworden. Für Stahlvereinswerte ergaben sich aufgrund der bevorstehenden Prospektveröffentlichung noch Besserungen bis 0,75 v.H. sonst lagen die Kurse etwa 0,25 bis 0,50 v. H. hoher, nur Harpener gaben 0,75 v. H. nach. Mannesmann blieben mit 79,90 v. H. gut behauptet, nachdem sie am Samstag auf Behauptungen über Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bis 80,50 v.H- gestiegen waren. Die Verwaltung hat inzwischen diesen Meinungen widersprochen und bezeichnete die Dividendenfrage als noch völlig unübersehbar. Don chemischen Werten zogen Metallgesellschaft 1 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. und IG. Farben 0,13 v. H. an. Sonst eröffneten noch Reichsbankanteile 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,75 v. H., Holzmann 1 v.H. höher, dagegen Deutsche Linoleum 0,50 v.H. Geld 2-49 57.96 54 49 12.215 16.37 167.94 21-11 61-41 * Auslandsaufträge für bi e Eisen- gußinbustrie im Lahngediet. In per Eisengußindustrie im oberen Lahngebiet, in der ja|t ausschließlich Oefen und Heizungsanlagen hergestellt werben, war das Herbstgeschast lebhaft und gut. Das Wintergeschäft enttäuschte dagegen infolge des Ausbleibens der kalten Witterung im November und Dezember. In den letzten Monaten standen die Werke in voller Ausnutzung der Produktionsmöglichkeit. Jetzt wird vielfach auf Lager gearbeitet Mit dem Einsetzen der Bautätigkeit durfte jedoch eine weitere gute Absatzmöglichkeit der ein djlagigen Erzeugnisse nicht ausbleiben. Es ist gelungen, schon frühzeitig Auslandsaufträge hereinzunehmen, wodurch sich gegenwärtig die Auftragslage gegenüber dem Dorjahre unterscheidet Dadurch kann die Belegschaft, wenn auch mit Kurzarbeit, die nächsten Wochen beschäftigt werden. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: abwartend. läufig auf Donnerstag, 31. Januar, festgesetzt war- den. — In den Jugendrat der hiesigen Schule wurden bestimmt als Vertreter der Elternschaft Ortsgruppenleiter Karl K e l l e r, Landwirt Wilhelm Schneider und Frau Luise Duden- h ö s e r , als Vertreter der Hitlerjugend cand. jur. W. Medenbach. Am vergangenen Samstag trat die neue Korporation erstmalig zusammen. Für Freitag, 1. Februar, wurde eine Elter n v e r - sammlung angeordnet, die im Schlierbachschen Saale zusammentreten wird und in der verschiedene schulische Angelegenheiten zur Sprache gebracht werden sollen. — Für das Landschuljahr wurden in der hiesigen Schule 5 Knaben und 6 Mädchen bestimmt. Seiber scheint in der Elternschaft noch wenig Verständnis für die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme zu bestehen, denn trotz Aufklärung in der Presse und seitens aller maßgebenden Stellen verhält sich die Elternschaft durchaus ablehnend, so daß die in Frage kommenden Schüler(innen) durch die hierfür bestimmte Kommission ausgewählt und bestimmt werden mutzten. — Die hiesige Freiwillige Feuer w e h r vergangenen Samstag in ihrem sthaus Bender) ihr diesjähriges 2.51 58.20 54.71 12-255 16.43 168.62 21-19 61-65 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rurnän.veretnh.Rentev.l918 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier............... Hamburg-Amerüa-Palet 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Wt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dis conto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank o Reichsbank ................12 ruhig. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 28. Jan. Am Getreidegroßmarkt war die Lage gegenüber der Vorwoche unverändert. Futtermittel aller Art blieben stark gesucht, während das Angebot fast völlig fehlte. Futtergerste und Hafer waren nur im Tausch gegen Kraftfuttermittel zu haben, angesichts des aber auch hier nur minimalen Angebotes kamen derartige Abschlüsse kaum zustande. Brotgetreide war mit Rücksicht auf die höheren Festpreise im kommenden Monat weniger angeboten, die Nachfrage der Mühlen blieb aber ebenfalls gering. Das Mehlgeschäft verlief weiterhin unbefriedigend. 0.196 3-053 54.72 81.38 12-26 5-415 16.45 168-57 21.34 0.714 5-661 61.60 49.05 11.12 63-19 80.88 34.08 10.42 2.518 Bantnoten. Berlin, 28-Hmua? Amerikanische Roleu........ 93.5 102.5 56-75 216-5 93-5 47.25 12-25 113 111 153.75 142-4 93.13 100.5 93,5 | 83-5 Datum I 26-1 • .......O| 92.75 .......0 — ....... 0 56.5 10 215 .......O| 93 0 47 4 ....... 0 12-75 ...... 5 — ....... 5 110-13 7y,| 151 71142-65 ....... 6 206-5 ....... 0 92 5 .......01100-25 Elektr. LteferungSgesellschast... 6 Licht und Kraft .............6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.vnternehmung. 5 Rheinische Elektrtzttäl 6 Schuckert L To...............6 Siemens & Halske 7 LahmeyerLTo .....10 Buderus .......•••••••••••• 0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener ............. 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Söln-Neuesser».. 0 5llle Bergbau 6 Ilse Bergbau Genüsse ....... 6 Alöcknerwerke 0 1 Warmes mmui-Röhre»........0 Schluß- kur- 26.1 - Gchlußk. Abend- börse 28.1- Belgische Roten Dänische Roten Englische Roten Französische Roten Holländische Roten Italienische Roten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich- i 100 Schilling Rumänische Noten ............. Schwedische Note»............... Schweizer Noten................. Spanische Noten .......... Ungarische Note» ............... U a. notierten: Altbesitzanleihe 114 bis 114,13, 7 v H. Stahlverein 96,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 119, 6 v. H. Stadt Mainz von 1926i 93, 6 v H. Stadt Heidelberg von 1926 93, 6 v. H. Stadt Ludwigshafen 95, 6 v. H. Nass. Landesbank Gold A 2 97,50, 6 v. H. do. Komm. Obl. S 1 94,50, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 1 bis 4 96, 6 v. H. Gold-Kommunal 94,25, Bank für Drau- inbuftrie 113,65, Bayr. Hyp. Bank 94,75, Franks. Hyp. Bank 99, Buberus 92,25, Gelsenkirchen 71,75 Mannesmann 79,25, Phönix 56,50, 911)6111^1 92,75, Stahlverein 47,50, Bekula 140,50, Daimler 51, Scheibeanstalt 207, Deutsch-Atlanten-Telegraf 125, Deutsche Linoleum 66, Licht unb Kraft 117,90, IG. Farben 142,40, Goldschmibt 93,13, Holzmann 83, Lahmeyer 120,50, Lechwerke 97,50, Mainkraft 89,50, Metallgesellschaft 92,75, Moenus Maschinen 87 Rütgerswerke 100,25, Hapag 29,50 bis 29,65, Lloyd 31,50 bis 31,75. Srantfutfer Schlachtviehmartt. 145.75 | 29.91 11-ü Schluß- kurs 26-1- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Zisfern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. - Reichsbankdiskvnt 4 v.H, Lambardzmsfuß 5 v.H. Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 -ellstosf Wnldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer ...............*1 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ..... 0 Orenstetn L Koppel ...••••••• ® Leonhard Tietz..............0 Äiade...................--10 Aeeu m ul atoren-Fabrik........0 Tonti-Gummt.............» 0 Grttzner 01 Mainkraftwerke Höchst 4l Süddeutscher Zucker «1164.75 26. Januar 28.3anuar Amtliche Notierung Geld I Srief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Sitte; 0.628 0.632 0.628 0.632 Dienstag, 29. Zanuar M5 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 24 Drittes Blatt Aus der provmzialhauptstadi. Nicht bestellt und nicht abgeholt. Gelegentlich wird dem Hausherrn eine Ueber- raschung zuteil, daß ihm eine Sendung Zigarren, die er nicht bestellt hatte, ins Haus geschickt wird in der Hoffnung, er würde die Summe einschicken, die auf dem Begleitschreiben gefordert wird. Auch die Hausfrau erhält oft unbestellte Sendungen und ist dann in Verlegenheit, was sie damit anfangen soll. Sie hat das Paket aufgemacht, sah, daß sich der Inhalt für ihren augenblicklichen Bedarf nicht eignet und glaubt, gewissenhaft wie sie ist, die AZaren an den Absender zurückschicken zu müssen. Der Mann erklärt ihr, daß sie unbestellte Waren grundsätzlich nicht zurückzuschicken braucht. „Aber", wendet die vorsichtige Hausfrau ein, „es lag doch Rückporto bei". Auch das ist im Grunde genommen kein Anlaß, die unbequeme Last durch die weitere Unbequemlichkeit, sie zur Post zu bringen, wieder los zu werden. Aber wenn man sie liegen läßt, so kann unter Umständen ein Zahlungsbefehl der absendenden Firma einlaufen, und nun heißt es handeln. Jetzt muß man dem Lieferanten klar machen, daß seine Ware unwillkommen war, und man muß gegen den Zahlungsbefehl Widerspruch erheben, sonst hat die Sache noch ein unangenehmes gerichtliches Nachspiel. Auch an der Flurtür werden oft Postkarten oder Warenproben abgegeben, die manchmal achtlos beiseite gelegt werden und im Augenblick, wo der Spender nach ihnen fragt, unauffindbar sind. Wir haben daher in einer besonderen Ecke in der Küche die „Vorratskammer" für unbestellte Waren angelegt, und machen vorsichtshalber die Pakete auch nicht auf, wenn wir nicht zufällig gerade Bedarf an dem Inhalt haben. Für immer würden Lieferanten von der Versendung nichtbestellter Waren Abstand nehmen, wenn es ihnen so erginge wie einem Kaufmann in einer östlichen kleinen Stadt, der einen Holzhändler zum Gegenstand seiner überraschenden Zusendungen ausersehen hatte. Er sandte mit unermüdlicher Ausdauer seine Warenproben und Pakete, die der Empfänger sorgfältig aufstapelte. Zuletzt wurde diesem die Sache doch zu bunt, und eines Tages beauftragte er seine Arbeiter, einen dicken Baumstamm in voller Größe auf einem Lastwagen zu dem betreffenden Kaufmann hinzufahren und mitten in sein Geschäft als „Probepäckchen" abzuladen. Diese Geschichte soll den Vorzug haben, wahr zu sein. Die Hausfrauen werden am besten tun, solche Racheakte nicht auszudenken, sondern die unbestellten Waren lieber umgehend zurückzusenden. Das ist nett von ihr. Auch erspart sie sich dadurch oft Briefe oder Auseinandersetzungen mit dem Absender. Es genügt jedoch, Zeitmangel vorausgesetzt, wenn sie die unbestellten Waren aufbewahrt und zur Abholung bereithält. Unbeschädigt und unbenutzt sind sie zurückzugeben. Sobald man sich einer unbestellten Ware bedient, Scheuertücher oder Taschentücher in Gebrauch nimmt, hat man damit stillschweigend den Kauf vollzogen. Dann muß die Ware bezahlt werden, der Absender braucht sie nicht zurückzu- nchmen Achtung! Geschützte pflanzen! Vom Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, Abteilung Naturschutz, wird uns geschrieben: Das Blühen der Pflanzen hat in diesem Winter fast keine Unterbrechung erfahren. Bald stellen sich auch die Frühblüher unter den geschützten Pflanzen ein, von denen zwei hier hauptsächlich Erwägung verdienen. Mitunter jetzt schon zeigen sich die kleinen Pfirsichblüten ähnlichen, am Holz sitzenden Blütchen des Seidelbastes (Daphne mezereum). Erst nach der Blüte erscheinen die Blätter. Alle Teile der Pflanze sind stark giftig. Jede Beschädigung des Seidelbastes durch Abschneiden von Zweigen und das Mitführen der letzteren ist verboten. Es wurde festgestellt, daß seither noch an versteckten Stellen im Wald regelmäßig an einzelnen Pflanzen Zweige mit Blüten abgeschnitten und dadurch die Sträucher in ihrem Wachstum gehemmt und verkrüppelt wurden. Wer sich nicht Bestrafungen aussetzen will, lasse den Seidelbast ungestört im Wald, wo er hingehört, und erfreue sich dort an seinem Dasein. Noch schlimmer als dem Seidelbast ist es seither der Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum), auch „großes Schneeglöckchen" genannt, ergangen. Hauptsächlich im Oberwald vorkommend, trat sie auch in der Umgebung Gießens auf. Hier ist die Frühlingsknotenblume wohl kaum noch zu finden, während sie im Oberwald stellenweise noch häufig vorkommt. Man unterlasse das unsinnige, unter Strafe stehende Ausgraben und Verpflanzen Fahnen heraus zum 30. Januar! Am 30. Januar, 20 Llhr, im Case Leib Großes Militärkonzert des Musikzuges der SA.-Standarte 116, Gießen, verbunden mit einer Kundgebung der NSDAP. Gießen Es spricht: Oer Oberbürgermeister der Stadt Gießen pg. bitter. Es nehmen teil: Sämtliche Gliederungen der NSDAP. - Oie politischen weiter der Gießener Ortsgruppen sind um 20 Uhr vor dem Eaf6 Leib mit Fahnen angetreten. Alle Volksgenoffen sind zu dieser Kundgebung eingeladen. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Oie Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen. Achtung! Betriebsappell am 30. Januar 1935 Am 30. Januar, dem Tag der Reichsgründung und der Machtübernahme durch unfern Führer, werden in sämtlichen Betrieben (auch Handwerksbetrieben) vetriebsappelle abgehalten. Wegen der großen Anzahl der Betriebe ist es nicht möglich, überall einen Redner hinzuschicken. In diesem Fall wird der Appell von dem Betriebsführer bzw. dem Betriebsgemeinschaftswalter abgehalten. Der Appell soll nicht länger als fünf Minuten dauern, er hat lediglich die Aufgabe, dem Gedanken der Gemeinschaft zu dienen und dieses zum Ausdruck zu bringen. Der Appell wird mit einem nationalsozialistischen Lied eröffnet, dann hält der Betriebsführer bzw. der Betriebsgemeinschaftswalter eine kurze Ansprache oder liest einige nicht aus dem Zusammenhang gerissene Worte von Adolf Hitler «Mein Kampf" vor. Anschließend Sieg-Heil auf den Führer. . Diejenigen Betriebe, in denen ein Redner der Partei oder der DAF. den vetriebsappell abhalt, erhalten besondere Nachricht. Die Gottesdienste am morgigen Zahrestag. Gießen. Stadtkirche. 19 Uhr: Pfr. Becker. — Jo- hanneskirche. 19: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 19: Pfr. Anthes. — Petrus- kapelle. 19: Pfr. Trapp. — Wieseck. 20: Dankgottesdienst: Gesangverein Eintracht. — Steinbach. 20: Gottesdienst. — Albach. 19: Gottesdienst. — Heuchelheim. 20: Gottesdienst. — Kirchberg. 20: Dankgottesdienst. — Garbenteich. 19.45: Gottesdienst. — Hausen. 19: Gottesdienst. — Münzenberg. 20: Gottesdienst; Kollekte für bedürftige evangelische Saargemeinden. — Trais-Münzenberg. 18.30: Gottesdienst; Kollekte für bedürftige evangelische Saar- qemeinden. — Hungen. 20: Gottesdienst. — Langd. 18.30: Gottesdienst. — Wirberg. 20: KirchspielGottesdienstbeginn in Gießen morgen um 19 Uhr. Die Gottesdienste, die morgen, Mittwoch, 30. Januar, aus Anlaß der Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler in den hiesigen evangelischen Kirchen veranstaltet werden, waren ursprünglich auf 20 Uhr festgesetzt. Mit Rücksicht au die am gleichen Abend stattfindende Kundgebung der NSDAP, mit großem Militärkonzert des Musikzuges der SA.-Standarte 116 wird der Beginn der Gottesdienste auf 19 Uhr vorverlegt. Die evangelische Bevölkerung wird zur regen Beteiligung aufgefordert. in den Garten, welcher Umstand wohl am meisten zum Verschwinden des Schneeglöckchens aus der Umgebung Gießens beigetragen hat. Für wenige Pfennige kann man in den Gärtnereien Schneeglöckchenzwiebeln kaufen. Das Pflücken der Frühlingsknotenblume ist selbstverständlich ebenfalls verboten. Spende für die Winterhilfe. Die Gießener Gasgemeinschaft hat von ihrem jüngsten Bunten Abend einen Reinertrag in Höhe von 157,40 Mark an das Winterhilfswerk abgeführt. Die dankenswerte Spende wird im Rahmen des Winterhilfswerkes manchen bedürftigen Volksgenossen eine Erleichterung im Daseinskampf bringen. Die Äetriebsappelie am 30. Januar. Amtlich wird aus Berlin mitgeteilt: Soweit am 30. Januar 1935 Betriebsappelle abgehalten werden, sollen sie, um Erhöhung der Be- triebstoften zu vermeiden, in den Betriebspausen oder vor oder nach der Arbeitszeit stattfinden. 1530 Mart in Gießen gesammelt. Die von den Schulkindern m unserer Stadt am vergangenen Samstag und Sonntag durchgeführte Straßensammlung des VdA. für das Winterhilfswerk erbracht den Betrag von rund 1530 Mark. Neichsversichernngsanstalt und „Hilfswerk tür Mutter und Kind". Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat beschlossen, sich an dem „Hilfswerk für Mutter und Kind" zu beteiligen. Sie gewährt a) Zuschüsse zu Erholungskuren für kinderreiche Mütter und deren Kinder, b) Heilverfahren s ü r kinderreiche Mütter und deren Kinder auch bei nichttuberkulösen Leiden. Die Durchführung der Erholungskuren und des Heilverfahrens für die Kinder und der Erholungskuren für die Mütter (Heimverschickung) bleibt den bisherigen Entsendestellen (NSV., Krankenkassen, Fürsorgeämtern, Vereinen usw.) überlassen. Die Reichsversicherungsanstalt beteiligt sich an den Kosten mit einem Zuschuß. Heilverfahren für kinderreiche Mütter sind als freiwillige Mehrleistung versuchsweise neu eingerichtet worden. Die bisher bei der Heilverfahrensgewährung an nichtversicherte Angehörige bestehende Beschränkung auf heilstättenbedürftige Tuberkulose fällt hierbei weg. Die Heilverfahren für die Mütter werden von der Reichsoersicherungsanstalt selbst durchgeführt gegen gewisse Zuzahlung von dritter Seite. Voraussetzung für die Erholungsfürsorge und für das Heilverfahren der Mütter und ihrer Kinder ist, daß es sich um Mütter handelt, die mehr als zwei lebende und wirtschaftlich nicht selbständige Kinder besitzen und das 55. Lebensjahr noch nicht über« schritten haben, daß die Familie zu den erblich gesunden, sozial wertvollen und bedürftigen Familien zählt und daß der Ehemann oder die Mutter selbst bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte versichert ist. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 29. Jan. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bjs 12, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauck 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadt, theater: 20 bis 22.45 Uhr „Vier Schlaumeier". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich sehne mich nach dir!" — Dozentenschaft und Studentenschaft der Universität: 20.30 Uhr im Studentenhaus, Reichsgründungsfeier, verbunden mit Kameradschaftsabend. —> Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahres-Ausstellung. — Stadttheater Gießen: Heute abend die Biedermeier-Operette: „Die vier Schlaumeier" von Walter W. Goetze; Spielleitung Hub, C u j e, B ä u l k e. — Z u der Sondervorstellung im Stadttheater für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regiments- vereine am morgigen Mittwochabend werden Tanz der Völker. Von Paul Eipper. Mein Großvater erzählte uns oft von seiner „Weltreise" nach Schweden: wie er viele, viele Tage im Postmagen von.seiner süddeutschen Heimat immer weiter nach Norden gerumpelt sei, dann noch die Fährnisse der Meerfahrt glücklich überstehen mußte und schließlich seltsamen Tieren und fremden Menschen begegnete. Ader am schönsten war es doch für uns Kinder, wenn der alte Mann von der blonden Schwedin erzählte, die „beinah" seine Frau geworden wäre. Dann stand er mit flatterndem Gehrock mitten in der Stube, summte „seine Schwedenmelodie" und schlug mit den Füßen den Takt dazu. Wir Buben waren begeistert, wenn wir als Statisten mitspielen und am Ende gar auf seinen Armen „Karussell" fahren durften, so wie es sich zum Schluß dieses Tanzes gehörte. Die Mieter im Parterre haben sich mehr als einmal beschweren müssen, weil wir morgens und abends das Radschlagen übten, um es doch ja bald den Tänzern der „Jössehäradspolka" gleichzutun. „Denn die Polka itt noch viel schöner ..., aber da muß man schon fast ein Akrobat werden, bis man so tanzen kann hatte der Großvater unseren Eifer angespornt. Neuzeitliche Technik hat die Entfernungen zusammenschrumpfen lassen: in der gleichen Zeit, die mein Urahn für feine „große" Schwedenreise brauchte, könnten wir heute leicht eine „kleine Reise durch die Länder Europas machen, um die Volkstänze zu studieren. * Zwei Geigen, eine Laute und die uralte Panflöte spielen den Rumänen zum Tanz auf, der fast ebenso alt und primitiv ist, wie die Instrumente selbst. Des Abends kommen die Bergbauern und Viehhüter von der Arbeit, legen das regenschützende Schaffell und den Hirtenstab in die Mitte des Tanzbodens — und nun überfällt diese Menschen, die einsam, jeder an seinem Platz, ihr Tagewerk verrichtet haben, die Beglückung der wiedergefundenen Gemeinsamkeit. Sie schlingen die Arme umeinander, fassen des Nachbarn Schulter, der Kreis wird geschloffen und im Tanzschritt lockern sich die durch einseitige Tätigkeit angespannten Glieder — unbewußte Ausgleichsgymnastik der Natur. Hingegen froh, ganz unfeierlich, lassen sich Die Frauen im Kreise schwingen: der Tanz ist ja kein besonderes Fest, nur der Beginn eines gesellig schönen Feierabends. Die Zuiderzee wird eingedeicht; der schiffbare Raum schrumpft ein. Aber zur Insel Marken, dem Trachten-Eiland, muß man auch heut noch mit einem kleinen Dampfer fahren. „Lassen Sie es lieber — es ist dort alles künstlich hochgezüchtetes Volkstum, aufgebaut für Amerikaner und Photographen", warnt mich mein holländischer Freund. Ich fuhr trotzdem und tat recht daran: zwar ist Vieles sichtlich „gemacht"; hier wird ein Winkel besonders malerisch „konserviert"; dort sieht es ver- zweifelt nach spekulativer Romantik aus. Aber unter all dem geschäftstüchtigen Firnis schlummert Echtes, derbes 'Bauerntum, die Tradition der Fischerei. In einer Wolke von Teer- und Tabaksgeruch klappern ein paar biedere Schiffer bedächtig über die holprige Straße — in Holzschuhen! Dennoch ist ihr Gang federnd und fast weich: und wenn man sie tanzen sieht, dann weiß man, daß diese scheinbar so plumpen Holzschuhe gerade so paßrecht und gebrauchsgewohnt an ihren Füßen sitzen, wie die Woll-Mieder an den derb-gesunden Körpern der Meisjes. Waren die Holländer schon nicht plump, so setzen die dänischen Tänzer fast zierlich Schritt vor Schritt mit einer bezaubernd weichen Liebenswürdigkeit, die sofort gefangen nimmt. Oder ist es die von innen her strahlende Fröhlichkeit aller Gesichter, das wie goldene Kappen leuchtende mattblonde Haar der Männer und Frauen? Eine fast bieder- meierliche Hochzeitsgesellschaft schlingt da den Kontertanz und zaubert so für Minuten eine längst vergangene, still verträumte Beschaulichkeit in die Hast und den Lärm unseres zwanzigsten Jahrhunderts zurück. • Wenn man diese Heiterheit der Seele miterlebt — muß man da noch eine Apologie des Volkstanzes schreiben? * Bunt ist das Kostüm der ukrainischen Tänzerinnen, seidig glänzen die weiten Hosen der Männer. Die Standarte der Heimat wiegt sich leise über dem aufziehenden Trupp, ordnet sich willig ein in die festlichen Farben. — Schöne Buntheit des Südens! * Ungarmädchen, jung, mit braungebrannten Armen, tragen reichgestickte Kissen hoch über dem Kops: Zeichen ihrer Handfertigkeit und ihres häuslichen Fleißes; dem geliebten Mann soll es Lockung sein und Versprechen zugleich auf Ruhe am stillen Herd. Wenn auch der Czardas nur der ausgelassene Höhepunkt der sonst viel ruhigeren, fast schwermütigen Volks- und Zunfttänze ist, ein Furioso des Temperaments und der überschäumenden Lebenskraft, Czardas — das ist Ungarn! Meilenweit dehnt sich die Puszta, sonnenüberglühte, graubraune Steppe. Da und dort reckt ein Schöpfbrunnen feinen ungefügen Holzschwengel in den Mittagshimmel. Von Süden her kommt wie lang anrollende Dünung eine unübersehbare Herde gezogen: Durst peinigt die Tiere, denn das Gras ist trocken und brandig. Wenn dann Kühe und Pferde getränkt sind, wiederkäuend oder ruhend im Schatten liegen, sitzt der Hirte beim Tokayer in der Czarda, dem flachen weißen Wirtshaus neben dem Brunnen. Die Wirtstochter ist hübsch — weiß leuchten die vielen Unterröcke beim Gehen unter der Glocke des roten Kleides: „Noch eine Flasche Wein!" Und wenn dann der zerlumpte Wanderzigeuner feine Geige singen läßt, springt Feuer ins Blut. Stühle poltern um — Tisch weg! schon wirbeln die Paare, daß Stampfen und Jauchzen weit hinausklingt in die nächtliche Puszta — so tanzt man Czardas. In Ungarn. Dies aber ist der tiefere Sinn aller Volkstänze, ob nun im Burgenland, in der Ukraine oder in Bulgarien sich frohe Menschen im Kreise drehen: der Einzelne soll sich einordnen, soll wissen, daß er Glied einer Gemeinschaft ist, fühlen, daß er mit dazugehört in Freud und Leid. „34 sehne mich nach Dir". Wenn man die ziemlich umständliche und nicht gerade auf das Wesentliche bedachte Inhaltsangabe im Programmheft auf die kürzeste Formel bringen will, dann wird man etwa sagen müssen, daß wir hier einen jener typischen Sängerfilme vor uns haben, dessen Handlung sich um Melodie und Text jenes langsamen Walzers gruppiert, welcher dem Ganzen seinen Namen gab. Das Thema, von allein Beiwerk entkleidet: Aufstieg eines begabten Tenors zur Weltberühmtheit; über der atemlosen Jagd nach Ruhm und Geld geht um ein Haar die Ehe des großen Sängers in die Brüche. Um ein Haar — da kommt zum Schluß die erlösende Wendung, mit der Beruf und Privatleben gerettet werden. Der bekannte Berliner Bonvivant Johannes Riemann führt Regie und gibt eine beachtliche Talentprobe: die Inszenierung ist mit dem Auge des Kameramannes gesehen, hat Tempo und Farbe, wendet sich gleichermaßen an Auge und Ohr des Besuchers. Der Tenor Louis Graveure gewinnt der Paraderolle des vom Erfolg zur Höhe getragenen Sängers die sympathischsten Seiten ab und hat natürlich reichlich Gelegenheit, feine stimmlichen Qualitäten — in großer Form übrigens — zur Geltung' zu bringen. Camilla Horn als seine Partnerin fand sich mit der nicht übermäßig dankbaren Rolle der Yvonne geschickt und taktvoll zurecht. Eine angenehme Entspannung und Auflockerung ergeben die freigebig eingestreuten komischen Szenen, in denen Adele Sandrock mit dröhnendem Komödiantenpathos und Theo Lingen als aufgeregter ^-tatiftenfüh'rer ihre längst feftgeleaten Chargenqualitäten wieder einmal ins rechte Licht setzen. Willy Engel-Berger schrieb die Musik. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus einen ausführlichen, zusammenfaffen- den Bildbericht vom deutschen Abstimmungssieg an der Saar, ferner einen Kabarettfilm und einen Kulturfilm „Wege zur Höhe" (Bergsteiger und Bergbahnen in den bayerischen Alpen). Aufregendes Theaterstück. Als im Jahre 1783 in Salzburg das Trauerspiel „Agnes Bernauer" aufgeführt wurde, nskhm das Publikum in leidenschaftlicher Weise gegen den „Vicedom" Partei, der die Agnes am Ende des Spiels über die Brücke in die Donau stürzen läßt. Der Schauspieler, der ihn darstellte, wurde auch außerhalb des Spiels mit solchem Haß verfolgt daß er kein Gasthaus mehr zu betreten wagte und auch auf der Gasse nicht mehr seines Lebens sicher war. Wie von ungefähr konnte es ihm sonst geschehen, daß ein Theaterbesucher ihn zur Rede stellte und ihn wegen seines üblen Benehmens gegen Agnes Bernauer eine Tracht Prügel verabreichte. Da kam der Leiter der Theatergruppe, der beliebte Schauspieler Schikaneder, auf einen vortrefflichen Einfall. Er änderte einfach den Ausgang des Trauerspiels ab und ließ auf den Anschlagzettel mit großen Buchstaben aufdrucken: „Heute roirb, der Vicedom über die Brücke gestürzt." Die ganze Stadt lief ins Schauspielhaus und als der Missetäter von der Brücke gestürzt wurde, brach ein jubelnder Beifall aus und der bisher so grimmig gehaßte und verfolgte Schauspieler konnte mit dem Händeklatschen, das seinem „Abgang" folgte, wohl zufrieden fein. Den größten Gewinn aber von dieser Abänderung hatte der kluge Theaterdirektor Schikaneder, da nunmehr alle Besucher der ersten Fassung auch den Anblick der zweiten Fassung sich nicht entgehen lassen wollten. So war sein Theater Abend um Abend ausverkauft und es dauerte lange, bis ein anderes Spiel auf den Spielplan gefetzt werden mußte. Karten zu ermäßigten Preisen auch an der Theaterkasse ausgegeben. Man beachte die heutige Anzeige. — Warum tut Blutuntersuchung not? lieber dieses Thema wird der Direktor des Physiologischen Instituts der Universität, Professor Dr. B ü r k e r, im Rahmen seiner öffentlichen Dorträge über Physiologie am kommenden Sonntagvormittag im Physiologischen Institut sprechen. Der Dortrag ist für jedermann zugänglich. Siehe heutige Anzeige. ** Reichshandwerksmeister Schmidt spricht heute im Reichssender Frankfurt. In der ständigen Sendung des Reichssenders Frankfurt „Aus Wirtschaft und Arbeit" spricht am heutigen Dienstag, 29. Januar, von 18.15 bis 18.30 Uhr der Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt zu den beiden neuen Verordnungen über den Aufbau des deutschen Handwerks und ihre Auswirkungen. ** Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des fünften Abschnittes des Stadttheater- Abonnements betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. , ** „Die Schule im Dien sie des Luftschutz." Der Reichsluftschutzbund teilt uns mit: Unsere Mitglieder und alle Volksgenossen aus Stadt und Land werden auf die auf den Deutschland- und Reichssender Frankfurt übertragene Reportage von der Eröffnung einer Luftschutzschule hingewiesen. Die Sendung lautet „Die Schule im Dienste des Luftschutz" und wird heute von 19 bis 19.20 Uhr übertragen. Es spricht auch der Präsident des Reichs- luftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme. Erbbiologische Ehe- unb zamilienberaiungsflelle (Bei der Abteilung Lrbgesundheits- und Rassenpslege, Gießen. Friedrichstraße 18. Seitenbau der Augenklinik. — Sprechstunden: Freitags. 17 bis 18 Uhr nachmittags. — Telephonnummer 3173.) Ausgehend von der Erkenntnis der großen Bedeutung der Familien- und Sippenforschung für die Ausartung unseres Volkes und für die Hebung des Familiensinns und die Erzielung einer erbgesunden Nachkommenschaft hat die Abteilung für Erbgesund- heits- und Rassenpflege eine öffentliche und kostenlose Beratungsstelle eingerichtet. Famitiensterben ist Volkssterben. Entartung der Familie ist Entartung des Volkes und Aufstieg der Familie bedeutet Aufstieg des Volkes. Die Familienforschung ist nicht nur in der Lage, jeden Klassengeist und Standesdünkel zu beseitigen. sondern sie ist Wegbereiterin der Vererbungswissenschaft. die bei der Eheberatung und den notwendigen rassenhygienischen Ge- sehesmahnahmen von ausschlaggebender Bedeutung ist. Die Beratung erstreckt sich demnach auf L h e- beratüng und Beratung in fami- llengeschichtlichen Fragen. Die Ehebe- ratung erstreckt sich auf Untersuchung der Ehepartner, auf Ehetauglichkeit und auf Beurteilung der Frage, ob von erbgesundheitlichem Standpunkt aus Nachkommenschaft der betreffenden Ehe empfehlenswert ist, oder nicht. Wie bereits erwähnt, erteilt die Abteilung auch Rat in familiengeschichtlichen Fragen. Um hier allen Irrtümern vorzubeugen, sei bemerkt, daß die Abteilung, wenn sie auch sehr reiche Bestände an familiengeschichtlichen Unterlagen besitzt, nicht jedem Ratsuchenden einen fertigen „Stammbaum" mitgeben, oder die Aufstellung von Stammbäumen abnehmen kann. Biologische Familienkunde unterscheidet sich von der rein historischen Familiengeschichtsforschung im wesentlichen dadurch, daß erstere in die Breite, letztere aber in die Tiefe forscht. Der Rat kann sich daher nur erstrecken auf Fragen über die Anlagen von Stamm-, Ahnen- und Sippschaftstafeln, Rat im Aufsuchen von Quellen usw. Es kann jedem empfohlen werden, die' Beratungsstelle, die kostenlos fachmännischen Rat erteilt, aufzusuchen, nicht nur in seinem persönlichen Interesse, sondern auch im Interesse einer erbgesunden Nachkommenschaft. Oberheffen. Generalversammlung der Vieh- verwertungsgenoffenschast Butzbach. 4- Butzbach, 26. Jan. Im Saale des „Hessischen Hofes" tagte die Generalversammlung der Bezirksgenossenschaft für Diehverwertung Butzbach. Die Vertreter waren fast vollzählig erschienen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Bürgermeister Schneider aus Ostheim, begrüßte die Teilnehmer. Anschließend gab der derzeitige Direktor der hiesigen Bezirksgenossenschaft den Jahresbericht für 1934, in dem er besonders hervorhob, daß ein weit höherer Umsatz als im vorhergehenden Jahre zu verzeichnen und somit der Beweis erbracht sei, daß mehr Vertrauen zur Diehverwertungsgenossenschaft bestünde. Die Zahl der Mitglieder sei gleichzeitig um mehr als 200 gestiegen. Daraufhin gab der Geschäftsführer Morr die Bilanz bekannt. Verglichen mit dem Umsatz des Gründungsjahres 1930 mit rund 75 000 Mark, betrug er 1934 1 589 570 Mark, wobei die Monate April mit rund 62 000 Mark und Juli mit 67 000 Mark als diejenigen Jahresabschnitte mit dem Höchstumsatz zu nennen sind. Insgesamt wurden im Berichtsjahre 4214 Stück Vieh, gegenüber 3847 im Jahre 1933, verkauft, darunter waren 593 Stück Großvieh, 2526 Schweine, 1000 Kälber und 92 Schafe. Außerdem gaben die Genossenschaftsmitglieder direkt an Metzger 1229 Stück Vieh ab, nämlich 138 Stück Großvieh, 908 Schweine, 183 Kälber. Die Haftsumme hat sich um fast 20 000 Mark und die Geschäftsguthaben um 915 000 Mark erhöht. Die Zahl der Mitglieder beträgt nunmehr 1304. Nachdem der Jahresbericht eine kurze Besprechung erfahren hatte, wurde er nebst der Bilanz von der Generalversammlung einstimmig angenommen. Durch den Oberrevisor Hartmann wurde im Sommer eine Kassenrevision vorgenommen, die keine wesentliche Kritik erfuhr. Es folgten nun die satzungsgemäß vorzunehmenden Wahlen: Für das ausscheidende Aufsichtsrats - Mitglied Schneider aus Kirch-Göns wurde W. Ruth (Pohl-Göns) neugewählt. Eine Wiederwahl erfuhr das Vorstandsmitglied W. Philipps aus Fauerbach. Ebenfalls kam neu hinzu der Geschäftsführer M o r r. In dem Aufsichtsrat verblieben weiterhin durch Wiederwahl A. Schneider (Ostheim), Hitze! (Münzenderg) und Burk (Ober-Mörlen). Bei Punkt Verschiedenes entspann sich eine längere Aussprache, in der entsprechende Anregungen für die Beschaffung von Nutzvieh gegeben wurden. Ein eingebrachter Antrag wurde angenommen, der beim Einkauf von Nutz- oder Zuchtvieh von feiten der Viehverwertungsgenossenschaft eine gewisse Garantiesumme zur Verfügung gestellt wissen will. Aus der Versammlung heraus wurde von Genossen an einzelnen Mißständen am Frankfurter Schlachtviehmarkt Kritik geübt, denen auch der Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck (Friedelhausen) und der Abteilungsleiter Sauer (Frankfurt) beipflichten muhten. Der frühere Geschäftsführer, Landwirtschaftsassessor Fahney, konnte zur Beruhigung und Aufklärung mitteilen, daß die verurteilten Mißstände inzwischen abgestellt worden seien. Nachdem noch einige interne und persönliche Fragen erörtert und eingehend geklärt worden waren, schloß der Aufsichtsratsvorsitzende Schneider in der üblichen Weise mit einem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland die anregend verlaufene ordentliche Generalversammlung der Diehverwertungs- genossenschast des Bezirks Butzbach. Landkreis Gießen. X Wieseck, 28. Ian. Unser Gesangverein „Eintracht" hatte sich in dankenswerter Weise entschlossen, das hier schon einmal gegebene Schauspiel „Der Glockenguß zu Breslau" zu wiederholen und die Gesamteinnahmen des Abends dem Winterhilfswerk restlos zur Verfügung zu stellen. Der Leiter des Vereins, Sparkassendirektor Werner, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Aufgaben des Winterhilfswerkes hin und betonte, daß auch die Besucher durch ihr zahlreiches Erscheinen gezeigt hätten, daß sie dem Führer in seinem Kampf um Hunger und Kälte beistehen. Er schloß mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. Umrahmt von Vorträgen des Orchesters kam das Schauspiel zur Aufführung, das nicht zuletzt durch das ausgezeichnete Zusammenspiel von Otto S e u l i n g, Erich und Emma Schreiner, Ernst Simon, Otto Schäfer, Elli Erb, Alfred Wacker, Karl V ö l z e l und Ernst Werner tiefen Eindruck hinterließ. Verstärkt wurde dieser noch durch den Gesang von zwei Chören „O Schutzgeist alles Schönen, steig hernieder" und „Deutschland", die der Verein unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Leib (Gießen) vortrug. Ein militärischer lustiger Einakter, gespielt von Hch. Abel und Ernst Simon, beschloß den schönen Abend. S A11en - Buseck, 28. Jan. Am Samstagabend fand im Saale von Wilhelm Rühl die diesjährige Generalversammlung des Männerg es ang - Vereins statt. Vorsitzender M u h l y begrüßte die Mitglieder und eröffnete die Tagesordnung mit der Bekanntgabe des Jahresberichtes. Anschließend verlas der Kassenwart S ch ä s e r die Jahresabrechnung, deren Prüfung keinerlei Anstände ergab. Der Vorsitzende brachte alsdann die von der Gauleitung herausgegebenen neuen Satzungen zur Kenntnis der Versammlung. Anstelle eines ausscheidenden Vorstandsmitgliedes wurde Friedrich Krämer als Vorstandsmitglied bestimmt. Die freigewordene Stelle des Kassierers und Vereinsdieners wurde Heinrich Reif übertragen. Für 25jährige treue Mitgliedschaft wurden die beiden Sänger Wilhelm Rühl und Friedrich Wagenbach zu Ehrenmitgliedern ernannt. Auch in diesem Jahre konnte wieder eine Anzahl Mitglieder für pünktlichen und regelmäßigen Besuch der Gesangstunden mit lieber» reichung der Ehrennadel bedacht werden. Der zweite Vorsitzende, Bürgermeister Kahl, richtete dann noch ermahnende Worte an die Sänger und Gesangsfreunde, alles Trennende zu vergessen und sich auch in den Gesangvereinen geschlossen hinter unseren Führer zu stellen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde der geschäftliche Teil der Versammlung beendet, dem sich noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins anschlossen. wg. Großen-Buseck, 28. Jan. Im Gasthaus „Zum Schwanen" wurde die gut besuchte Generalversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr abgehalten. Der erste Kommandant Wilhelm Harbach III. eröffnete die Versammlung, gedachte der segensreichen Arbeit des Führers Adolf Hitler und erinnerte an den Tod des Reichspra- fibenten von Hindenburg. Zum Gedenken erhoben sich die Versammlungsteilnehmern von den Plätzen. Für vorbildliche Pflichterfüllung sprach der Kommandant sodann den Kameraden, den Obmännern, den Ab- teilungsführern Dank aus. Mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer schloß er seine Ansprache. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Sodann wurde der Jahresbericht erstattet. Es fanden sieben Hauptver- sammlungen, sechs Vorstandssitzungen und sechs Hebungen statt. Die Hebungen verliefen zur allgemeinen Zufriedenheit. Die Feuerschutzwoche war mit entsprechenden Veranstaltungen begangen worden, die Wehr war bei dem Frühjahrs- und beim Herbstverbandstag in Gießen bzw. in Leihgestern vertreten, sie nahm am Oberhessischen Feuerwehrtag in Bad-Nauheim teil und entsandte verschiedene Kameraden zum Besuch der Feuerwehrschule nach Frankfurt. Nachdem man den Revisionsbericht des Kameraden Otto Sfephan gehört hatte wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Die Kasse weist einen befriedigenden Stand auf. Dem Kassenwart Henß, dem Zeugwart und dem Schriftwart, insbesondere aber der Gemeinde für finanzielle Unterstützung, wurde herzlicher Dank gesagt. Dem Spritzenmeister wurde Anerkennung für die Jn- ftanbnaltung der Geräte zuteil. Im vergangenen Jahre konnten 14 Mitglieder für 15jährige treue Dienstzeit geehrt werden. Kamerad Wilhelm Schmidt wurde zum Beisitzer ernannt Zum Schluß der Versammlung verlas Kamerad Meyer einen Vortrag über die Feuerwehren im neuen Deutschland. <£ Reiskirchen, 28.Ian. Am Samstagabend fand bei Gastwirt Gundrum der alljährliche Fami- lienabenb des hiesigen Kriegervereins statt. Vereinsleiter Menget begrüßte die Gäste mit einer Ansprache, in der er die Verdienste Hindenburgs würdigte. Kamerad Glaub wies in einer weiteren Ansprache auf die Größe Hitlers und die Zusammen- hänge zwischen Soldat, SA.-Mann und Volksgemeinschaft hin. An den gemeinsam eingenommenen üblichen Kaffee schlossen sich Tanz und eine Tombola an. Damit fand der sehr harmonisch und kameradschaftliche Abend feinen Abschluß. * Ettingshausen, 28. Jan. Ein Bunter Abend sand hier am Samstag statt, der von der NS. - Kulturgemeinde „Kraft durch Freude" veranstaltet wurde und sich des besten Besuchs erfreuen durfte. Den Gießener Künstlern wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Gleich der Ansager fand den richtigen Ton, Freude und Humor aufkommen zu lassen und Stimmung zu halten. Es stellte sich zunächst der Bassist des Gießener Stadttheaters, Franz Valckenberg, vor: fein mächtiges und gepflegtes Organ sowie die lustige Art seines Vortrages fanden herzliche Anerkennung und verdienten Beifall. Für den leider durch Erkrankung verhinderten Kurt Richter war Rudolf Kley vom Landestheater Braunschweig einge- fprungen; die sympathische Art seines Vortrags und die mühelose Tongebung, dazu die sehr ansprechende Zusammenstellung der Darbietungen sicherten ihm allgemeinen Beifall. Die jugendliche Tänzerin Hilde Plank zeigte neben hübschen Kostümen beachtliche Proben gediegenen Könnens und ertanzte sich schnell begeisterte Zustimmung. Allen war Thea Petry eine sorgsame, feinfühlige Begleiterin am Klavier; außerdem bereicherte Frl. Petry das Programm mit hübschen Gedichten „Um das Kind", die sie in netter, lieber Art mit aller naiven Humorigkeit zum Vortrag brachte. Eine Nummer für sich: Paul Nieren als Ansager: man kann ihm nicht böse sein. Sehr beachtlich seine humorvollen Vorträge voll lachender Philosophie. Die drei Gebrüder Schmidt (Lich) übernahmen den musikalischen Teil und erfreuten durch gutes musikalisches Können und reiche Abwechslung der Dortragsfolge. Man bedauerte es lebhaft, als das Programm mit dem „Radio-Sketsch" seinen Abschluß fand. Ein „Bunter Abend" wie er fein soll und wie er hinsichtlich der' Programmgestaltung gewünscht wird. Man blieb noch lange bei Unterhaltung Und Tanz zusammen. [Q Queckborn, 28. Ian. Die vergangene Woche stand wieder ganz im Zeichen des Winterhilfswerks. Das Mehl von 39 Zentner Roggen steht in der hiesigen Mühle Schillinger zum Abtransport bereit. Die Wurst- und Specksammlung ergab 85 Pfund Dauerware. Eine Pfundsammlung ergab 73 Pfund Bohnen, Erbsen usw. Der DDA- Opfertag für die Winterhilfe ergab 11,45 Mark. Das ist Sozialismus der Tat! > Queckborn, 28. Ian. Am Samstag hielt der hiesige Gesangverein „Iugendtreu" im Vereinslokal Görnert seine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Vortrag eines Chores eröffnete der Vereinswalter H. Brück III. den geschäftlichen Teil. Der Verein zählt 45 aktive Sänger. Es wurden 34 Singstunden gehalten. Der Verein trat zwölfmal bei Ehrengesängen und vaterländischen, sowie kirchlichen Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit. Der Besuch der Singstunde erfolgt wieder regelmäßiger, etwa 88 v. H. Die Kas- 1 senoerhältnisse des Vereins sind gut. Nach Vortrag Andreas Hofer. Eine sndeiendenffche Geschichte. Von Robert Hohlbaum. Ich sehe ihn noch vor mir, den riesigen Mann mit dem langen schwarzen,- später schwarzgefärbten Barte, in der für einen Schlesier mehr als absonderlichen Tracht, rotbraunem Janker, grünen Hosenträgern mit gesticktem „Grüaß Goot" und — das war für uns das Merkwürdigste — nackten Knien und Stutzen, kurz, es war eine Tracht, die ins Passeiertal, aber nicht in die Altvaterberge gehörte. Wir Lausbuben rannten hinter ihm her und schrien seinen Spottnamen „Andreas Hofer", was ihn aber nicht anfocht, er ging aufrecht weiter, unserer Rufe nicht achtend, denn für ihn war der Name ein ehrenvolles Beiwort und kein Schimpf. Wie er dazu gekommen war, darüber bestanden zwei Fassungen des Berichtes. Die erste, ehrenvollere wußte zu sagen, daß er einst in grauer Vorzeit bei der Vorführung eines Andreas-Hofer- Stückes im katholischen Gesellenverein die Hauptrolle gemimt und vergessen habe, auf den dröhnen- den^Schuß hin umzufallen, eine andere, daß er, als Zuschauer auf der Galerie eingeschlafen und vom plötzlichen Schuß erweckt, heruntergefallen sei. Daran sollte in der Hauptsache eine Flasche Schuld getragen haben, die er noch in unseren Tagen mit sich trug, rauhe Wurzeln ragten heraus und markierten verschämt den Begriff Kräuterlikör, im übrigen mar sie mit reinem Spiritus gefüllt. Er jedoch betonte stets, das fei die Lieblingsmarke des Sandwirts von Passeier gewesen, ohne die er die Schlacht am Iselberg nicht geschlagen hätte, und es fei nur recht und billig, daß er, die Inkarnation — dieses hochtrabende Wort gebrauche natürlich nur Och, der verbildete Nachkomme —, daß er sein Pietätsgefühl bis auf diese Einzelheiten erstrecke. Der gute Mann war früher, Vernehmen nach, ein ruhiger friedlicher Zeitgenosse gewesen, aber mit dem Namen und der damit verbundenen neuen Würde hatte sich seiner ein stolzer Freiheitsdrang bemächtigt, der ihn nicht zur Ruhe kommen ließ. Wo immer ein Krakeel im Gange war, wo immer er Verdacht hegte, die Freiheit werde unterdrückt, mischte er sich hinein, störte sogar Amtshandlungen der Polizei und wurde des öftern gefangen gesetzt, was mit seiner Heldenwürde ganz gut übereinstimmte, denn Andreas Hofer hatte ja auch zu Mantua in Banden geschmachtet. Wenn man durch das düstere „enge Gasse!" ging, das die dichtvergitterten Fenster des Stadtgefängnisses flankierten, konnte man aus dem Unsichtbaren gar oft einen geheimnisvoll gegröhlten Gesang hören, der sich besonders Kundigen als das Andreas-Hofer-Lied entschleierte, und ich erinnere mich, daß mich in solchen Augenblicken die ganze Geisterhaftigkeit einer verklungenen Schauerzeit anwehte, und ich mir gelobte, nie mehr dem Andreas Hofer nachzuspotten, ein Schwur, den ich am hellen Tage allerdings wieder leichtlich brach. Ich entwuchs sowohl den Schauern als den Laus- bübereien, und als ich, nach Jahren langer Abwesenheit, wieder einmal die Heimat besuchte und mich nach dem Schicksal meines seltsamen Freundes erkundigte, erfuhr ich, er fei daran, im Greisenasyl ein unrühmliches Ende zu nehmen. Und bann versank die alte sorglose Zeit und eine andere stieg auf, jener fernen viel näher, die uns als Kindern ein fernes Märchen gedünkt hatte. Fremde feindliche Soldaten marschierten durch die Gassen meiner kleinen Heimatstadt, wie einst durch die Dörfer Tirols. Kein Andreas Hofer erstand, keine Schlacht am Berge Jfel wurde geschlagen, kein furchtbares Gefecht an der Ponzlatzer Brücke, nur einmal versammelten sich alle, die an Deutschland hingen, Männer, Frauen, Kinder auf dem Markte, um Zeugnis für ihre Verbundenheit mit dem großen Vaterlande abzulegen, friedliches, in den Rahmen des Gesetzes gebettetes Zeugnis. Der Alte im Greisenasyl hatte eine unruhige Nacht verbracht und war von der Pflegerin des öfteren verwarnt worden. Im grauen Morgen erhob er sich, trat ans Fenster und lauschte. Eine Ahnung hatte ihn befallen, daß da draußen sich etwas vorbereitete, das mit seinem früheren Leben, mit der Rolle, die er unfreiwillig und freiwillig gespielt, in irgendeinem Zusammenhang stehe. Kein Zureden, kein Drohen half, unbewegt hielt er am Fenster und lauschte, bis der anhebende Lärm der Menge, die sich von allen Seiten nach dem Marktplatze wälzte, auch in die Stille des Asyls drang. Da straffte sich noch einmal die gebückte Gestalt, [ein wankender Gang wurde aufrecht, die schlurfenden Füße faßten festen Tritt, das verschwommene Auge erspähte den Augenblick, da die Pfleaerin nach dem Frühstück ging, die zitternde Hand öffnete zielbewußt den Koffer, zog Daraus das vergilbte Gewand, die braunrote Jacke, den grünen Hosenträger mit der Grüaß-Goot-Jnschrist, die Lederhose, Stutzen und grobgenagelten Passeierschuhe, und legte, von den Gefährten stumpf beglotzt, Stück um Stück an. Dann ging er, wie mit dem Instinkt des witternden Tieres begabt, in einem unbewachten Augenblick aus dem Tor, tappte die Gasse lang, bis er in die Menschenflut tauchte und mit ihr dahinfloß. Die Vorgänge sind bekannt. Das fremde Militär choß in die friedlichen Waffenlosen, in Männer, Frauen, Kinder. Bald lag der Markt leer, nur die Toten deckten die Erde. Unter ihnen war auch ein Greis in seltsamer Kleidung, in rotbrauner Jacke und Lederhosen, aus der die armen dürren Knie stachen, nur das „Grüaß Goot" des grünen Brusthalters war nicht mehr zu entziffern, das Blut hatte es verwaschen. Ehe man die Toten forträumte, stand ich noch lange an der Leiche des Greises und las aus den entrückten Zügen dis seltsam ernste Erfüllung und Verklärung eines lächerlich wirren Lebenstraums. Geschichten von Händel. „Mannberg" nannten ihn die Zeitgenossen, denn er war ein Riese von Wuchs, oder den großen Bären, und was er an Große schon besaß, gab ihm namentlich das Alter noch an Leibesfülle. Auf feinen krummen, säulenschweren Beinen schritt er schlurfend durch die Straßen von London, mit wiegendem Gang, geistesabwesend vor sich hin brum- wend, den Kopf zurückgeworfen, daß die große, weiße Perücke die Schultern überflutete. Sein Gesicht war furchteinflößend, gravitätisch, aber die Augen versöhnten mit dem Schrecken, den man oft von ihm empfing. Der edelgeformte Mund behielt den belustigt-lächelnden Zug, den er schon zu Knabenzeiten gehabt hatte, und in den Augen glomm — waren sie auch noch so zorndunkel — allzeit ein schelmisches Licht. Er konnte die drolligsten Geschichten erzählen und dabei ein Gesicht machen, als könnte er kein Wässerchen trüben, den Leuten nur ohne Scheu mitten ins Gesicht blickend, und „märe er ein so großer Meister der englischen Sprache gewesen wie Swift" — dessen »Gulliver* damals in aller Munde war —, „so würde er ebenso viele witzige Einfälle gehabt haben und ziemlich von eben demselben Schlag". Aber „um recht zu würdigen, was er sagte, mußte man fast vier Sprachen beherr- schen: Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch, die er alle miteinander vermengte". Im Jahre 1710, so lesen wir in dem meisterhaften Bildnis, das der Dichter Edzard H. Schaper im Februarheft von Delbagen & Klasings Monatsheften veröffentlicht, war er nach England gekommen, ohne ein Wort Englisch zu können; später lernte er ein paar Brocken, schreibt von einer Reise auf dem Festland nach London, daß er unterwegs -Sprachstudien triebe, aber zeit seines Lebens rang er doch mit einem Unikum von Sprache und kauderwelschte sich durch sein Leben. Aus diesen Sprachnöten läßt es sich, abgesehen von seiner Heftigkeit, auch ver- stehen, daß er soviel brüllte, schimpfte und fluchte: im Zorn verstand man ihn sofort. Er hatte eine Art, „Chorus!" zu brüllen, wenn seine Choristen nicht bei der Sache waren, daß es das Parkett falt überlief. Und sobald die große Perücke sich sträubte und zu zittern begann, wußte man, was die Glocke geschlagen hatte. — „Still, Kinder, still, Vater Händel wird böse!" beschwichtigte die Prinzessin von Wales die plappernden Hofdamen in den Proben, denen sie beiwohnten, aber Händel drehte sich zu allem Ueberfluß noch um und rügte die erschrockenen Bösewichter, „indem er sie gemeyniglich bey ihrem Namen aufrief". „Während der Proben war er ein Mann von Autorität, aber in seinen Bemerkungen und selbst in seinem Tadel steckte oft ein Humor von größter Komik." Als sein Konzertmeister einmal bei einer Kadenz den Faden verlor und aus einer Tonart in die andere irrte, bis er endlich wieder die Tonart des Werkes an dieser Stelle gefunden hatte, rief er ihm vor versammeltem Publikum lachend zu: „Willkommen daheim, Mister Du- bourg!" Er nahm keine Rücksicht. Beständig war dieser Riese in ein bärenhaftes Brummen und Summen gehüllt, wenn er friedlich war, und er brüllte und fluchte, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. In ihm steckte ein unbändiger Drang, die Wahrheit zu sagen, „und distinguierte Herren von Stand bezeugten" — in einer Zuschrift an die Londoner Daily Post — „öffentlich ihre Unzufriedenheit mit feinem Betragen". Er hatte auch niemals bie Zeit, sich in verwickelte Höflichkeitsphrasen einzulassen, wenn ihm etwas nicht paßte. Als eine cholerische Primadonna sich weigert, bei einer Probe eine Arie zu fingen, die sie ihrer Stimme nicht würdig erachtet, packt er sie einfach um die Taille, schleppt sie zum Fenster, droht, sie aus dem zweiten Stockwerk hinunterzuwerfen, und sagt bündig: „Madame, ich weiß wohl, daß Sie eine große Teufelin sind, aber ich, ich bin Beelzebub, der Herr aller Teufel!" Mark Twain und die Skulptur. Mark Twain war bei einem Freund zu Besuch. Der Hausherr führte den berühmten Gast zu einem kleinen Kunstwerk, einer Skulptur, auf deren Besitz er besonders stolz war. Es war eine Frauengestalt mit graziös emporgehobenen Armen, die damit beschäftigt war, ihr Haar zu ordnen. Alle priesen die Feinheit dieser künstlerischen Arbeit, nur Mark Twain blieb schweigsam. „Nun," bemerkte schließlich der von Stolz erfüllte Besitzer zu dem Dichter, um auch dessen Urteil zu hören, „was halten Sie davon?" — „3a," meinte Mark Twain, „das ist gan- hübsch, aber nicht naturwahr". Ueberall großes Erstaunen. „Warum denn nicht?" fragt man den Dichter. „Sie müßte doch Haarnadeln im Munde haben," meinte Mark Twain mit unerschütterlichem Ernst. einiger Chöre schloß der Vereinswalter den gc- schäftlichen Teil der Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer S Lumda. 28. Jan. Am Sonntag veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. Geils- Hausen bei Gastwirt Pg. Schultheiß einen Deutschen Abend. Nach dem Einmarsch der Fahnen sang die NS.-Frauenschaft. verstärkt durch Mäd- chenchor, das Weihelied „Alles schweige ..." Orts- gruppenleiter Seipp wies in seiner Begrüßungs- ansprache auf die geschichtliche Bedeutung des 30. Januar hin, als der greise Feldmarschall dem jungen Bolkskanzler die Hand reichte, um in gemeinsamer Arbeit für das deutsche Vaterland zu wirken. Er gedachte derer, die durch ihren Tod den Grund zum neuen Reiche legten, und schloß mit der Mahnung, im Geiste des Führers weiterzuarbeiten für Volk und Vaterland. „Volk ans Gewehr", so erscholl es als Antwort aus aller Mund. Zwei heitere Theaterstücke wurden dann von der Lumdaer Jugend aufgeführt. Nach dem Volkslied „Drunten im Unterland", vom Frauenchor vorgetragen, spielten zum Abschluß die Geilshauser das Odenwälder Volksstück „Unter dem Kastanienbaum", das durch seinen urwüchsigen Humor stürmischen Beifall erntete. Pg. Seipp schloß den wohlgelungenen Abend in der üblichen Weise. Nicht vergessen werden soll die wackere Kapelle der NSKK. 51/147, die mit ihren schneidigen Weisen die Feier umrahmte. — Durch den Verkauf der Kornblumen konnten hier dem VDA. 8,10 Mark zugeführt werden. Tagung des Gauführerstabes der OT. in Kassel. Der Gauführerstab der DT. im Gau Nordhessen beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung in Kassel mit der Vorbereitung des ersten Gauturnfestes in Gießen. Gauoberturnwart Paul erstattete Bericht über die bisherigen Vorbereitungsarbeiten. Oberbaurat Röder (Kassel) gab Aufklärungen über die für das Gaufest zu beantragenden Fahrpreisermäßigungen, Gaudietwart Vesper (Homberg) sprach über die Richtlinien für die Gestaltung des Festzuges, der gemeinsam mit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat durchgeführt werden soll. Die Spielpiannszüge im Gau sollen sich zahlreich beteiligen. Gauoberturnwart Paul berichtete über die zum Gauturnfest vorgesehenen Wettkämpfe, insbesondere über die Klasseneinteilung. Die weiteren Beratungen galten der Durchführung der Winterhilfswoche (24. bis 31. März) und der Sternwanderung am Himmelfahrtstaa. Gauoberturnwart Paul gab dann noch verschiedene wichtige Termine für Gauveranstaltungen, soweit sie festliegen, bekannt. Es wurde hingewiesen auf den am 17. oder 24. Februar in Gießen stattfindenden Endkampf der vier besten Kreisriegen um die Gaumeisterschaft, auf den am 14. April in Koblenz stattfindenden Gaugerätewettkämpf (Gaue 11, 12 und 13), auf das Bergfest auf der Wasser- kuppe (16. Juli) und auf das Kunstturnen der Deutschlandriege am 24. August in Bad-Nauheim. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland wurde die Tagung geschlossen. Oie neuen deutschen Meister im Kunstspringen. Im ausverkauften Haller Stadtbad wurden am Sonntag die zweiten Deutschen Meisterschaften im Kunstspringen ausgetragen, an denen die Titelverteidiger Olga Jensch-Jordan und Hans Seifert nicht beteiligt waren. Bei den Damen siegte die Kampsspielsiegerin Hertha Schieche vor Frl. Friedrichs und Frl. Dietrichs, bei den Herren gewann der Spandauer G r e u s i n g vor Strobl (Zeitz) und Weiß (Dresden). Die beiden Meisterschaftswettbewerbe waren durch einige Schwimmkonkurrenzen umrahmt. Jahreshauptversammlung der Gpielvereinigung 1900. Die Spielvereinigung 1900 hatte für den Samstagabend ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Vereinslokal „Postkeller" gerufen, die insofern sür den Verein von Bedeutung war, da es galt, für den beruflich nach auswärts verzogenen seitherigen Vereinsführer, Studienassessor Hohmann, einen Ersatzmann auf den Schild zu heben. Der seitherige Dereinsführer Hohmann eröffnete die Versammlung und nahm in längeren Ausführungen zu den Ereignissen innerhalb des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahr Stellung. Er betonte dabei, daß unter feiner Leitung außerordentlich sparsam gewirtschaftet worden sei. Kassenbestand und Guthaben dokumentierten das. Er streifte aber auch weiterhin die sportlichen Erfolge uno Mißerfolge, und gedachte dabei in erster Linie der ersten Fußball, und Handballmannschaften, die durch ihre Leistungen bewiesen, daß sie sich in aufsteigender Form bewegten. Zum Schlüsse seiner Ausführungen sprach er feinem Stellvertreter Keiner für die ausgezeichnete Unterstützung feinen Dank sowie den des Vereins aus. Es folgte nunmehr die Berichterstattung der einzelnen Abteilungsleiter. Fußballobmann R e i n i n g gab in gewohnter Weife durch Vortrag eines schriftlichen Berichtes von dem Leben und Wirken in der Fußballabteilung Kenntnis, aus dem hervorging, daß man zur Zeit mit den Leistungen der Ersten recht zufrieden sein kann, die unteren Mannschaften aber stark verbesserungsbedürftig sind, wenn sie wieder ihre alte Stellung einnehmen wollen. Höhepunkte im Jahre 1934 waren Sie erste Saarkundgebung in Gießen, die die Spielvereinigung 1900 durch die Verpflichtung von Schwarz - Weiß 07 Saarbrücken einleitete, die Pfingstreise der Ligamannschaft und der Leinbergerkursus. Der Verein beschäftigte im Sommer einige Monate den Trainer Kraushaar (früher Rot-Weiß Frankfurt a. M.), und man kann sagen, daß diese Gelder nicht umsonst vertan wurden. Ernst Lippert, der schon mehrfach zu Repräsentativkämpfen des Gaues XII (Nord- Hessen) herangezogen wurde, wurde jetzt auch vom DFB. berufen und als Olympiakanditat feierlich verpflichtet. Von den drei Senioren-Mannschaften wurden im Jahre 1934 insgesamt 82 Spiele ausgetragen. Der Leiter der Leichtathletik-Abteilung, Richt- berg, verlas den Bericht der Leichtathletik-Abteilung und der Frauen-Abteilung. Die Wettkampftätigkeit war 1934 nicht so groß, wie in den Vorjahren, die Erfolge aber nicht minder gut. In der deutschen Vereinsmeisterschaft rangiert 1900 in der obersten Klasse an 70. Stelle, und Gugel und Kilo wurden durch ihre überragenden Leistungen im Diskus und Kugelstoßen in die 30 - Besten - Liste des Deutschen Leichtathletik - Verbandes eingereiht und mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Die Teilnahme erstreckte sich in diesem Jahr auf 20 Veranstaltungen. Den Höhepunkt bildeten die in Gießen abgehaltenen XII. Nationalen Wettkämpfe durch die Teilnahme von Weltrekordmann Hans Heinrich Sievert. 5 Leichtathleten der Spielvereinigung 1900 wurden als Olympiakanditaten ebenfalls feierlich verpflichtet. Der Handballobmann Birken stock berichtete, daß es auch in feiner Abteilung aufwärts geht. Leider habe die erste Elf, die in der Gauliga Nord- heffens spielt, nach gutem Start eine Schwächeperiode zu überwinden gehabt, wodurch sie etwas ins Hintertreffen gekommen fei. Ausgetragen wurden von den beiden Handballmannschaften 1934 41 Wettspiele und davon weit mehr als die Hälfte gewonnen. Jugendobmann Rohrbach sprach für die Jugend, die leider nur wenig Wettspielgelegenheit habe, infolge Mangel geeigneter Gegner. Die erste Jugend lieh sich auch in diesem Jahre nicht von der Spitze verdrängen. Ungeschlagen und ohne Punktverlust mit erzielten 43:5 Toren ging sie als Meister aus den Gruppenspielen hervor. Sehr Gutes leistete auch die erste Schülerelf. Nach dem Bericht des Platzobmannes S ch m i b t gaben die Kaffenprüfer Gümbel und Mandler den Kassenbericht, der ein überaus günstiges Ergebnis aufwies. Der Neuzugang an Mitgliedern überwiegt den Abgang um mehr als das Doppelte, also auch ein sehr erfreulicher Aktivposten. Alterspräsident B e n d e nahm nach Dankeswor» ten an alle Mitarbeiter die erforSerlichen Entlastungen vor. Dann schritt man zur Neuwahl des Vereinsführers. Nach längerer Aussprache entschloß sich die Versammlung einstimmig Studienassessor Hohmann vorläufig auch weiterhin mit der Vereinsführung zu betreuen unter der Stellvertretung von Keiner. Als Kassenprüfer wurden Oümbel und Mandler wiedergewählt. Nach Dankesworten für das auch zukünftig gewährte Vertrauen schloß der Vereinsführer die harmonisch verlaufene Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf Volk und Führer. Oie Deutschen Wintersportmeister- schasten. Ski-Marathon — Norwegische Sieger. Den Auftakt der Deutschen Skimeister- schaften in Garmisch-Partenkirchen bildete mit dem Start uhb Ziel im Olympischen Skistabion am Gudiberg ber 50-Kilometer - Dauerlauf. Reichliche Schneefalle in ber Nacht zwangen die Veranstalter, eine 150 Mann starke Spurtruppe auf den Weg zu schicken. Das Schneegestöber artete am Morgen, als sich die 69 Läufer am Start einfanben, zu einem Sturm aus, wie ihn bisher wenige ber Teilnehmer bei dieser Konkurrenz erlebt hatten. Ihm fiel ber Favorit unb Olympiasieger Veli Saurin en (Finnlanb) zum Opfer, ber als Sechster gestartet war, seine Vorderleute bald überholt hatte, und bann fast 33 Kilometer spuren mußte, bis er erschöpft aufgab. Damit war der Weg für die Nor- weger frei. Kaare Hatten, Sigurd Vestad und Trygve Brodahl waren die Ersten, die nächsten Plätze belegten zwei Finnen, Nurmela und Karp- pinen, nachdem auch Heikkinnen aufgegeben hatte. Ueberraschend konnte sich der Italiener Scalet vor dem besten Deutschen, dem Berchtesgadener P o n n , als Sechster placieren. Die Entscheidung fiel auf dem Anstieg vom Skistadion zum Kochelberg. " Meisterschaft der SA. und SS. Zusammen mit dem 50-Kilometer-Dauerlauf fanden die Titelkämpfe der SA., SS., des NSKK. und des Chef AW. statt, die als Patrouillenläufe ausgetragen wurden. Die Gruppe I (Hoch- unS Mittelgebirge) hatte 18 Kilometer zu bewältigen, die Gruppe II (Flachland) 12 Kilometer. Als schnellste Patrouille erwies sich die von Willi Bogner geführte des SS.-Oberabschnittes ©üb I, die die ausgezeichnete Zeit von 1:30:34 erreichte. Bei den Mittelgebirglern kam Bayerwald vor Schlesien ein und in der Flachlandgruppe schnitt Hessen am besten ab. von Kaufmann (München) hochfchulmeister). Die Deutschen Hochschul-Skimeisterschaften wurden mit dem Sprunglauf beendet. Sieger wurde ber Münchener Franz Mech ler mit Sprüngen von 45 Meter unb 49 Meter hervor. In Klasse II der Alt- afabemiter siegte Kaufmann (München) mit 40 und 47 Meter, der damit auch die beste Gesamtnote in der Kombination erhielt und Deutscher Hochschulmeister 1935 wurde. Kombinationssieger der Klasse I wurde Müller (München). Alte und neue Tennismeister. Abschluß der Hallenmeisterschaften in Bremen. Die internationalen deutschen Tennismeisterschaften in Bremen wurden am Sonntag beendet. Im Herreinzel siegte Gottfried von Gramm über den Franzosen Marcel Bernard 12:14, 6:0, 6:2, 4:6, 8:6 und verteidigte damit seinen Titel. Auch die vorjährige Siegerin im Dameneinzel, Hilde Sperling-Krahwinkel, konnte sich wieder erfolgreich durchsetzen. Sie gewann das Endspiel gegen die Schweizerin Payot sicher 6:4, 6:1. Seinen zweiten Meistertitel holte sich Gottfried von Gramm mit seinem Landsmann Heinrich Henkel im Herrendoppel: hier wurden die Franzosen Bernard- Gontien 6:1, 6:0, 6:3 geschlagen. Das Damendoppel Opfere für das Minterhilfswerk! Auch du kannst deine Pflicht erfüllen durch Verwendung der LVohlfahrtsbriefmarken! sah Hilde Sperling mit der Wiesbadenerin Ma- rietuife Horn, die auch im Vorjahre schon siegreich waren, wieder erfolgreich. Die Schweizerinnen Payot-Fehlmann wurden 6:3, 6:2 geschlagen. Mit Sem am Samstag schon errungenen Endsieg im Gemischten Doppel hat Hilde Sperling drei, Gottfried von Gramm zwei Meistertitel errungen. Die ßifte der Meister: Herreneinzel: Gottfried von Gramm; Dameneinzel. Hilde Sperling- Krahwinkel; Herrendoppel: Gottfried von Gramm- Heinrich Henkel; Damendoppel: Hilde Sperling- Krahwinkel-Marieluise Horn; Gemischtes Doppel: Hilde Sperling-Krahwinkel-Marcel Bernard. Um den Preis der nationalsozialistischen Revolution. Berliner Reitturnier. Das internationale Reitturnier in Berlin wurde am Samstagabend vor ausverkauftem Hause fortgesetzt. Aus Anlaß des tragischen Todes von Axel Holst waren die Schaunummern abgesagt worden unb es stauben nur sportliche Wettbewerbe auf bem Programm. Hauptnummer war bie Abteilung B bes Äagbspringens um ben Preis ber Grünen Woche, bie im Zeichen eines großen Triumphs ber Reiter ber Kavallerieschule Hannover stand. Oblt. K. Hasse siegte auf seinem „Der Mohr" vor Oblt. Brandt auf Bianca, Oblt. E. Hasse auf Bosko und Rittmeister Momm auf Baccarat. Den Preis vom Tiergarten, eine Eignungsprüfung für Reitpferde, gewann Frau Franke auf Bacharach, in Ser Dressurprüfung um ben Preis von Potsbam gewann Hptm. Schmibt auf Quitzow. Am Sonntagnachmittag stand das Jagdspringen um den Preis der Nationalsozialistin scheu Erhebung im Mittelpunkt des Programms. 28 Pferde stellten sich zu diesem Wettbewerb, aber nur zwei tarnen in die engere Entscheidung. Hauptereignis des Abends war dann die Entscheidung im Preis der Nationalsozialistischen Erhebung. Zum Stichkampf traten die fehlerlosen Pferde der beiden Abteilungen an, NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Derlag» Halle (©.). 20 Forts-etzung. Nachdruck verboten! „Gisela, was tust du? Ich verstehe das alles nicht. Er kann dir doch kein Auto schenken, wenn Su nicht feine Braut bist?" „Nun hat an, Küken! Ein gewisser Gersheim hat dir doch auch einen Fehmantel geschenkt im Werte von achtzehnhundert Mark. Warst du denn feine Braut?" Da ging es wie ein Messerstich durch Gerlindes Herz. Günter von Gersheim, der ihr so weh getan hatte mit feinen Worten. Zum ersten Male kamen ihr ernste Zweifel. Wenn sie sich doch getäuscht hätte. Er hatte ja njdjts weiter gesagt. Nur sie in ihrer Ueberempfindlichkeit hatte seine Worte so schroff zurückgewiesen. „... Ich meine cs treu mit Ihnen und gut! klang es ihr wieder in den Ohren, und sie fühlte, wie ihr Herz hämmerte und hämmerte. Sehnsucht und Liebe ... Mit einem Male fiel es Gerlinde wie Schuppen von den Augen — sie wußte, daß sie Günter von Gersheim nicht vergessen würde, nicht vergessen konnte, weil sie ihn liebte. „Siehst du, du schweigst!" sagte Gisela neben ihr triumphierenS, und schaute die Schwester an. Gerlinde hob die reinen, lichtgrauen Augen und fchaute Gisela nur stumm an. Die aber wandte ihr Gesicht ab. Sie konnte die Reinheit dieses Blickes nicht mehr ertragen. Vor bem Hause verabschiebete sich Doktor von Sachs. „Heute abend, Maus! Schlaf' ein bißchen, daß du nicht so angegriffen aussiehst. Aber — bring’ doch das Schwesterchen mal mit in die Verdi-Diele. Ist doch Sonntag heute — nicht wahr, gnädiges Fräulein?" Doktor von Sachs lächelte galant und tauschte mit Gisela einen raschen Blick. „Sehen Sie, eine Liebe ist ber anberen wert. Ich habe Ihnen bas Geschäft erleichtert, inbem ich ben Wagen kaufte, so machen Sie mir nun bie Freube unb kommen Sie heute abenb mit Gisela auf ein paar Stunben. Wenn Sie wollen, finb Sie um elf Uhr daheim." Gerlinde wußte nicht aus noch ein. War sie wirklich diesem Manne verpflichtet? Sie sah ein, er hatte ihr eine ungeheure Gefälligkeit erwiesen. Gewiß brauchte er gar keinen Wagen. Aber morgen war Dienst und — die kranke Mutter. Sie würde keinen Augenblick Ruhe haben. „Seien Sie nicht böse, Herr Doktor. Ich kann es ghnen nicht versprechen. Meine Mutter ist jetzt immer so anfällig. Ihr Herz ist nicht in Ordnung!" sagte Gerlinde endlich. „Ach, Mutter hat gewiß nichts dagegen!" lachte Gisela. „Und so krank ist sie nun doch nicht, wie Linde das macht. Aber laß sie nur! Kinder gehören ins Bettchen. Laß die Kleine! Siehst doch, was das für ein Baby ist!" mischte sich Gisela ein. Doktor von Sachs weidete sich an Gerlindes Verwirrung und fand sie in d^sem Augenblick wieder viel reizender unb begehrenswerter als Gisela, die sich für seinen Geschmack zu schnell erobern ließ. Dann gingen die Schwestern ins Haus, und er fuhr mit feinem Wagen davon. Weihnachten war vorüber. Das Leben ging wieder feinen alten Gang. Im Modehaus „Merkur" war es jetzt etwas ruhiger. Die Weihnachtstage hatten enormen Trubel gebracht, und Gerlinde war manchmal so abgespannt aus dem Dienst nach Hause gekommen, daß bie Mutter in banger Sorge ihre Wangen betrachtete, die nicht mehr bas jugendliche Rund zeigten, sondern ein bißchen zu blaß und zu schmal geworden waren. Man hatte sich im Modenhaus an Gerlinde gewöhnt. Die Mannequins fanden schon lange nicht mehr, daß jeden Tag etwas passierte, feit Gerlinde im Hause war. „Sie ist an ihrem Schicksal selbst schuld!" sagte die blonSe Erna manchmal noch in heimlicher Sehnsucht. „Der Gersheim hat sie scheinbar doch wirklich geliebt. Aber — sie war eben zu hoch- mütig.' Doch das letzte sagte sie nur, wenn Gerlinde nicht dabei war. Die schwarze Lotte, die es am allerehrlichsten mit GerlinSe gemeint hatte, war weg. Sie hatte eine besserbezahlte Stellung in Hamburg bekommen. Von Gerlinde hatte sie sich schwer und unter unzähligen Küssen getrennt. „Mein Süßes, wenn ich nicht mehr da bin — was soll dann aus dir werden? Du bist doch ein zu goldiges Dummchen. Schreibe mir nur immer recht viel!" hatte sie Gerlinde zehnmal beim Abschied gesagt. Nur eine war sich treu geblieben und hing nach wie vor mit derselben beinah mütterlichen Liebe an Gerlinde Steinbrück, aber das ahnte Gerlinde nicht, weil sie es kaum merken ließ. Es war — Scholzchen, die erste Direktrice. Niemals vergaß sie, auch welch vornehmen Hause Gerlinde eigentlich stammte, und oft schnitt es ihr ins Herz, wenn das ahnungslose junge Mädchen ihren Anweisungen so gehorsam und in immer gleichbleibender Demut gehorchte. Heute war es Gerlinde besonders schwer ums Herz. Sie lief in ihrem schwarzen Probierkittel umher, ber eng ihre herrliche Figur umschloß, schritt hin und her, drehte sich und stand still, wie man es von ihr verlangte ... Aber ihre Gedanken waren nicht bei der Arbeit, jo daß es mehr als einmal vorkam, daß sie nervös zusammenzuckte, wenne eine der Schneiderinnen ihre Wünsche wiederholen mußte. Gerlindes Gedanken waren daheim. Immer sah sie dasselbe Bild. Die weinende Mutter und Gisela, die sorgsam alles für ihre Abreise vorbereitete, denn es war nun Wirklichkeit geworden — Gisela hatte ein Engagement bekommen. Ihr Freund Doktor von Sachs hatte sein Wort gehalten. Mit ihm ging Gisela am 1.'Januar nach Paris. Unmerklich rang Gerlinde die Hände. War die Schwester von ihrer Sucht nach Ruhm denn schon so besessen? Hielt nichts sie mehr daheim zurück? Sah Gisela denn nicht täglich, wie die Augen der Mutter immer trüber wurden vom Weinen, wie die Herzanfälle sich immer öfter wiederholten? Angst packte Gerlinde. Unsägliche Angst, die ihr den Schweiß aus den Poren trieb. Sie würde dann mit der kranken Mutter ganz allein fein. Ja, was sollte dann werden? Sie konnte doch nicht mehr ins Geschäft gehen. Der Zustand der Mutter war doch jetzt bereits so, daß man sie nicht mehr den ganzen Tag allein lassen konnte. Eine Pflegerin engagieren!, meinte Gisela in ihrer praktischen, sachlichen Art. e Schluchzend hatte Gerlinde die Schwester am Abend zuvor zur Rede gestellt. „Gisela, bleib doch bei uns! Siehst du denn nicht, wie Mutters Zustand ist?" „Nein, Gerlinde! Ich muß in meinem Entschluß hart bleiben, auch wenn es mir noch so schwer fällt!" hatte Gisela erwidert. „Ich denke weiter als du. Wenn Mutter wirklich einmal nicht mehr ..." „Halt!" hatte Gerlinde fast geschrien. Sie war auf Gisela zugesprungen und hielt ihr entsetzt den Mund zu. Sie wollte es nickt hören, das Grausame, Ungeheure — aber sie ahnte, was Gisela hatte sagen wollen. „Bitte, ein Stück zurückgehen, Fräulein Steinbrück. So! Bitte drehen Sie sich herum — ganz langsam ...", sagte die Schneiderin, die an Gerlinde absteckte. Gerlinde führte mechanisch die Wünsche aus. Wie Blei waren ihre Füße. Stundenlang ging das so weiter. Plötzlich schwankte Gerlinde, so daß die Schneiderin erschrocken aufsprang und das junge Mädchen hielt. „Aber Kindchen! Sagen Sie doch ein Wort! Wir müssen mal eine kleine Pause machen." Das ältliche Mädchen führte Gerlinde, in deren Gesicht im Augenblick kein Blutstropfen stand, zu einem Stuhl und brachte ihr ein Glas Wasser. „Verzeihung!" Gerlinde riß sich gewaltsam zusammen. Sie schämte sich jetzt, ihrer Schwäche nach- gegeben zu haben. Aber es war ja nicht so sehr körperliche Mattigkeit. Der seelische Schmerz zehrte. Das fühlte sie. Keine Nacht Schlaf und früh heraus und hier den ganzen Tag auf ben Beinen. Gerlinde spürte, wie ihre Kräfte nachgelassen hatten. Zuviel war in diesen Wochen auf sie eingestürmt. Ach, einmal nichts denken müssen, nicht die schwere Zukunft vor sich sehen, einmal seinen Kopf an eine Schulter legen können und — sich ausruhen!, dachte sie. Einmal richtig ausruhen! Sie graute sich, nach Hause zu gehen. So wund war sie schon innerlich, daß die Gespräche mit Gisela etwas Quälendes für sie hatten. Dtc Schwester fand, daß Gerlinde nicht ein Fünkchen Verstehen für ihre Kunst aufbrachte; und Gerlinde fand, daß die Schwester fein Gefühl hatte — kein Herz. Sonst hätte sie bleiben müssen. Hätte nicht gehen können, wo die Mutter so krank war. Hier trennten sich die Welten der beiden Schwestern. Giesela dachte nur an sich, an ihr Ziel. Gerlindes Wesen kannte nur Treue, ein Sich-Aufopfern für den anderen. An sich selbst dachte Gerlinde nie. Das alles sah Frau Steinbrück mit offenen Augen. Gisela war ganz die Art ihres Vaters. So war auch er damals von denen Seinen gegangen. Es hatte ihn hinausgezogen in die lachende, bunte Welt. Und er, der daheim Frau und Kinder hatte, vermochte nicht, den Lockungen zu widerstehen. Und dann — das Ende? Die arme Frau fühlte, wie ihre Brust sich zusammenschnürte. Es konnte nicht gut fein. Währenddessen hantierte Gisela drüben mit ihren Sachen, packte die Koffer. Wie zerschlagen war Gerlinde, als sie aus dem Geschäft nach Hause ging. Ihr Kopf schmerzte. Die wenigen ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr hatten nicht genügt für sie, sich zu erholen. Das merkte sie an ihrer leichten Abgespanntheit. Heute war schon wieder ununterbrochen Betrieb gewesen. Alles noch Bestellungen für sofort. Gut, daß heute um fünf Uhr Schluß war, Silvester. Der letzte Tag des Jahres. Langsam ging Gerlinde heim. Die kalte Winterluft kühlte den brennenden Kopf, die heißen Wangen. Der Wind trieb ihr Schneeflocken ins Gesicht. Menschen hasteten an ihr vorüber. Jeder schien es eilig zu haben. Lächelten sie nicht alle? Machten sie nicht geheimnisvolle Gesichter? Hin und wieder begegnete sie schon ein paar Angetrunkenen, die es nicht erwarten konnten, das neue Jahr zu begießen und schon sehr früh damit angefangen hatten. Dann kamen wieder welche mit kleinen Paketchen unterm Arm. Und dort — Gerlinde mußte wider Willen lächeln — humpelte ein kleines, spindeldürres Männchen dahin, aber auch es hatte fein Silvefterfläfchchen, schön in Seidenpapier verpackt, unterm Arm. So wurden Gerlindes Gedanken für kurze Zeit abgelenkt, und sie befand sich, ehe sie es sich Der- sah, zu Hause. (Fortsetzung folgt l) H - ' ; ■ «• < w tl hW ganzen sieben. Hier gab Ss drei fehlerlose Ritte der deutschen Pferde „Der Mohr", „Baccarat" und „Fanfare"; ihre Reiter, Oblt. K. Hasse, Rittmeister Momm und Oblt. Schlickum, teilten sich gemeinsam in den Sieg. Das Hauptereignis des vierten Nachmittags war das Glücksjagdspringen, bei dem jedes Pferd beim ersten Fehler ausscheiden mußte, so daß für manche Reiter die Dauer der Konkurrenz recht kurz war. Alle 21 Hindernisse bewältigten nur drei deutsche Pferde. Eiöhockey-Meisterschast in Davos. Am Sonntag wurden die Eishockeykämpfe um die Welt- und Europa-Meisterschaft in Davos beendet. Im entscheidenden Spiel gewann Kanada gegen die Schweiz 4:2 (2:1, 1:1, 1:U) und sicherte sich wieder die Weltmeisterschaft. Die Schweiz wurde Europameister und Zweiter in der Gesamtwertung vor England, das die Tschechoslowakei mit 2:1 nach dreimaliger Verlängerung schlug und auf den vierten Platz verwies. Es folgen Schweden, Oesterreich, Frankreich und Italien. Das Trostrundenturnier wurde von Deutschland gewonnen und damit auch der neunte Platz in der Gesamtwcrtung errungen. Deutschland spielte die Polen geradezu über den Haufen und errang mit 5:1 (2:0, 2:1, 1:0) einen verdienten Sieg. Die Deutschen konnten sich also für die im Hauptwettbewerb erlittene Niederlage rächen. * Der genaue Schluß st and der Eishockey- Weltmeisterschaft in Davos lautet: 1. Kanada (Weltmeister), 2. Schweiz (Europameister), 3. England, 4. Tschechei, 5. Schweden, 6. Oesterreich, 7. Frankreich und Italien, 9. Deutschland, 10. Polen, 11. Ungarn, 12. Rumänien, 13. Lettland, 14. Holland und Belgien. Unverdiente Aiederlaqe in Luzern. Schwei; B schlägt Süddeulschland 1:0 (0:0). Der erste deutsch-schweizerische Fußball-Länderkampf der B-Mannschaften, zu dem Deutschland eine rein süddeutsche Auswahl nach Luzern entsandte, endete mit einer knappen, in jeder Beziehung unverdienten 1:0 - (0:0-) Niederlage für die deutschen! Farben. Das Interesse für diesen Kampf war nicht sonderlich groß. Nur 4000 Zuschauer fanden sich auf dem Platz des FC. Luzern ein. In erster Linie verdankt die Schweiz ihren Sieg dem Torwart Feuz und der Hintermannschaft. Der Empfang der Deutschen war herzlich, der der Schweizer stürmisch. Der deutsche Anstoß eröffnete die erste Halbzeit, die nie auf ein hohes spielerisches Niveau kam. Dom Anstoß weg drängte Deutschland überaus heftig und setzte sich im schweizerischen Strafraum fest. Imponierend das weitmaschige Spiel unserer Angriffsreihe. Nachdem Konrad die erste gefährliche Situation geklärt hat, taut die Schweiz — eine Viertelstunde ist vergangen — auf, doch nur vorübergehend. Feuz muß immer wieder sein ganzes Können aufbieten, um die deutschen Schüsse zu halten. Nach der Pause wird der Kampf lebhaft, wieder drängen die Deutschen, Becher wartet mit guten Scharfschüssen auf, aber Feuz ist unschlagbar. Als Becher, die treibende Kraft, verletzt wird, und nur noch als Statist mitwirkt, treten die Schweizer mehr in Aktion. Jetzt erweist sich Tiefe! als der geniale Taktiker, er hält das Angriffsspiel fest in der Hand und bringt seinen Sturm wieder in Schwung. Bei einem Gegenstoß meistert Jakob einen Schuß Spag- nolis, wenig später, in der 20. Minute fällt die Entscheidung: Billeter nimmt eine zu kurze Abwehr Wendls direkt auf, Jakob wirft sich zu früh, und schon ist das Unglück passiert, die Schweiz führt 1:0. Unter den anfeuernden Rufen holen die Kämpfenden das Letzte aus sich heraus, aber es bleibt beim 1:0. VfB.-lieichSbahn Gießen. Reichsbahn Dillenburg — Vfv.-Relchsbahn 1:2 (0:1). Kampf war die Parole dieses Spieles? War doch für die Gießener alles zu gewinnen, und auf der Gegenseite bedeutete der Spielverlauf endgültig den Abstieg. Die Hiesigen, die in letzter Minute auf ihren Tormann, den rechten Verteidiger und die Außenstürmer verzichten mußten, fuhren in dem Gefühl einer sicheren Niederlage nach Dillenburg. Aber es kam anders. Kameradschaft und Siegeswille ließen die technische Ueberlegenheit der Dillenburger kapitulieren. Dazu kam, daß das Glück endlich einmal den Hiesigen zur Seite stand. Dem Unparteiischen stellten sich die Gäste mit Janz, Schwarz, Lehrmund, Haupt- Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Wetzsteinstraße 12, den 28. Januar 1935. 522 D Heute morgen verschied nach kurzem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel ZwecksBettmpsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ang», bote von Handwerker» nur mit Namensnea» nvng u. unter Vorlage desGcwerbenachweij« angenommen werde». Verlag desStebenerAnzeiger« Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittag um 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Karl Ludwig Petri |tn 74. Lebensjahre. Kohlen Koks „7SO Briketts Eiform Happel&Co. Mühlstr.18,Ruf3925 Unsere Bilder zeigen einige Spielmomente aus dem Kampf der Spielvereiniaung 19,00 gegen .die Gauligamannschaft des Kasseler Sportklubs 1903. — Links oben: Eckball für die Gießener, eine gefährliche Situation für den Kasseler Torwart — Rechts oben: Aus der ersten Halbzeit. Der Gästetorwart von den blauweißen Stürmern sehr bedrängt. — Links unten: Die Kasseler Verteidigung gut auf dem Posten. — Rechts unten: Einer der schön vorgetragenen Angriffe des Gießener Sturmes, in dem sich auch zwei Spieler (Lang und Fett) von Watzenborn-Steinberg sehr gut bewährten. Das Treffen endete mit 4:5 Toren für Kassel. Wir berichteten bereits ausführlich darüber. und fein Schrägschuß bringt die 2:1-Führung. Die Gäste nehmen Fehling zurück und können den Vorsprung bis zum Schluß behaupten. Die 2. Mannschaft, durch die Abgabe von Spielern an die 1. Mannschaft geschwächt, verlor in Großen- Buseck mit 5:2 Toren. Die 1. Jugend landete nach einem schönen Spiel einen 4:2-Sieg über die gleiche von Dillenburg. sympatischen Elf, die bis zum Schluß, trotz der hoher Niederlage unverdrossen kämpfte. Schiedsrichter Volkmar, Wetzlar, leitete sicher. feld, Knauß, Heß, Michel, Ranft, Fehling, Wagner, Euler. Janz hatte einen ganz großen Tag, und er und seine Vordermänner erwiesen sich den schwierigsten Situationen gewachsen. Die Läuferreihe war im Aufbau und in der Abwehr gleich gut. Der Sturm erzielte zwei Tore, die zum Siege genügten. Die Gießener haben Anstoß, der aber vom gegnerischen ^Mittelläufer abgefangen wird. Die Gäste haben bange Minuten zu überstehen, und als der Linksaußen aus acht Meter in die untere Ecke schießt, glaubt man an den ersten Erfolg der Gastgeber. Jedoch es gelingt dem Tormann, den Ball zur Ecke abzulenken. Dann sind die Gießener vorn. Euler gibt sofort zu Wagner, dieser umgeht den Verteidiger, aber der herbeieilende Ranft hebt aus drei Meter darüber. Ueberraschend kommen die Gäste zu ihrem ersten Tor. Der Dillenburger Verteidiger kann in dem hohen Schnee den Ball nicht wegbringen. Ranft ist zur Stelle, eine kurze Wendung — der Dillenburger Tormann ist zum erstenmal geschlagen. Durch diesen Erfolg angespornt, verdoppeln die Gastgeber ihre Anstrengungen. Halbzeit! Nach Wiederbeginn sind die Gastgeber erneut in Front. Ihr Mittelstürmer schießt scharf am Dreieck vorbei. Der Schuß des Rechtsaußen springt von der Oberlatte ins Aus. Langsam werden die Gießener eingeschnürt. Aber die Hintermannschaft übersteht auch diese Drangperiode. Durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters kommen die Dillenburger zum Ausgleich. Erneut beginnt das Ringen um den Sieg. Der linke Läufer der Dillenburg begeht ein Foul. Der Freistoß wird von Knauß getreten, Ranft bleibt im Kampf mit dem linken Verteidiger siegreich Fußbattergebniffe der Kreisklaffen. Heuchelheim — Grünberg 10:1; Heuchelheim II gegen Fellingshausen 4:0; Kinzenbach — Erda (ab-- gebrochen) 3:0; Krofdorf II — Rodheim 2:3; Lieh gegen Leihgestern 7:0; Wieseck — 1900 II 1:0; Gro- ßen-Buseck — VfB. II 5:2; Steinbach — Steinberg II 2:4 (Ges.); Spfr. Wetzlar — Tgde. Wetzlar II 13:2; Aßlar — Spfr. Wetzlar 3:5; Hermannstein — Aßlar II 5:2; Werdorf — Tgde. Wetzlar 1:2. Sportverein 1920 Heuchelheim. SVV. 1920 I. — Grünberg I. 10:1. Bei der Platzmannschaft sagten in der letzten Stunde noch zwei der besten Spieler ab, so daß die Elf mit Ersatz antreten mußte. Die Leistungen der Ersatzleute gefielen. Der Kampf nahm einen verheißungsvollen Anfang für die Gäste. Schon in den ersten fünf Minuten erzielten sie das Führungstor, das jedoch das einzige bleiben sollte. Die Platz-Elf drehte nun auf und legte mächtiges Tempo vor, dem die Grünberger'zum Opfer fielen. Die Hiesigen erzielten in der ersten Halbzeit drei Tore und nach der Pause noch weitere sieben. Beide Einheiten trugen das Treffen fair aus. Grünberg stellte eine 1. Entscheidungsspiel um die Zugendmeisterschast. 1900 sieben I — Leihgestern I 6:0 (2:0). Vor dem Ligatreffen 1900 — 03 Kassel standen sich obige Gruppenmeister im entscheidenden Gang gegenüber. Der Unterlegene muß aus dem weiteren Wettbewerb ausscherden. Beide Mannschaften waren ohne jeden Punktverlust Gruppenmeister geworden und lieferten sich auch einen jederzeit spannenden Kampf. Von einer Ueberlegenheit einer der Parteien konnte man gerade nicht sprechen. 1900 hielt lediglich besser durch und konnte dann im Endkampf das Resultat noch recht hoch schrauben. Den Ausschlag gab die bessere Technik und die größere Schußkraft der Gießener. Der Platzverein spielte ohne Oehlemann und Schmittdiehl und hatte vor dem Wechsel gegen den scharfen Wind hart zu kämpfen. Zwei Alleingänge erbrachten den Vorsprung von 2:0. Nach der Pause wollten sich die Hiesigen zunächst gar nicht finden, während- Leihgestern außerordentlich eifrig kämpfend, die größten Bemühungen zur Verbesserung des Ergebnisses machte. Nach gut durchdachten Angriffen fielen aber dann in gleichmäßigen Abständen vier weitere Treffer für 1900 und damit stand der Endsieg mit 6:0 Toren fest. Das Spiel wurde jederzeit fair ausgetragen, wenn auch der Spielleiter einige unverständliche Entscheidungen traf. Die Gießener Elf war den Gästen körperlich etwas überlegen. Für die uns anläßlich unsrer Hochzeit erwiesenen Aufmerk, samkeiten danken wir herzlichst Karl Ruppert und Frau Erna, geb. Moos Dollar, den 29. Januar 1935 0371 Mittwoch, Den 30. Januar 1935, nachnnttags 2 Uhr, versteigere im dahrerNeuenweg28,,ZumLöwen" gegen Barzahlung: 2(n Ort und stelle. Bekannt- i aabe m obigem Lokal: ^derwalze, 1 Schuhmacher- t Nähmaschine, eine ^Krelbmaschme, Registrierkassen, 1 Regulator, Bufetts, 1 Material.- und 1 Gewehrschrank, 1 Flurgar- ^robe,Klerder- ».Wäscheschränke, 1, ^^rUko, Chaiselongue, SofaS, Tische, 1 Grammophon, 1 Radwyerat m. Lautsvrech., Deko- ratwnsnguren, 200Mistbeetfenster. _ „ «ditvalb, 527D S?ollvertr.desGcrichtsv.Junker itt j Ala MzelMMellgelellWsl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschristen Gießen, SA'slMU. 7 2 Uhr, Neuer Friedhof. Der Vorstand. _________________535 D 1861-1911 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Heimgang unseres lieben Alterskollegen Herrn Karl Ludwig Petri geziemend in Kenntnis zu setzen. — Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, 31. Januar, nachmittags Geld- Kassetten für Bargeld und Wertsachen, viele Arten, preiswert bei J.B.HÄUSER Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf Nr.2145/2146 Dr. med. Karl Dickorö, Zahnarzt 524 D Ceff entliehe Die G. B. Germania I. A.i Guntrum >25 D Am 24. Januar verschied in Sao Paulo, Brasilien, im 53. Lebensjahre nach einem sehr arbeitsreichen Leben, kurz vor der Erfüllung seiner Sehnsucht, nach Deutschland zurückzukehren, mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber, guter Bruder und Schwiegersohn Bad Godesberg (Plittersdorfer Straße 87). Sao Paulo, Lollar, Rudolstadt und Essen-Stadtwald, den 26. Januar 1935. Im Namen der Hinterbliebenen : Elli DickorS, geb Beckmann Friedrich-Karl, Rolf und Gert DickorS. Unterfertigte bedauert aufs tiefste das Ableben ihres lieben A. H. Dr. med. Karl Dickorö aus Sao Paulo (aktiv SS. 1903). Gebrauchte Schreibmaschinen und Leihmaschinen ÄT 421A Niederhausen &Co. Bahnhofstr.geg. Hotel Schütz. MWeMWWM MW tut Bllll- ilnietMnng not? am Tonntag, dem 3.Jebruar 1935, um ll'/, Ubr vünktl., im Physiologischen Institut, Friedrichstr. 24 Vvosessov a>e. Vüvkev.