185. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Nr. 302 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 28. Dezember 1935 A Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer O jdBk W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A I ^A bis 8"/,Uhr des Vormittags ZM (öiCncncr ziiiiciucr ss Auch bei Nichterscheinen > M IV ' Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins», gemein» ZGL General-Anzeiger für Oberheffen ZZM richten: Anzeiger Gießen " behördlicheAnzeigenbRpf. StanPÄ‘nll686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange ln Liehen. Schriftleitung und Sefthäftrstelle: Schulstrahe 7 M°ng°n°b,ch,ü^St-ff-iö Re- Die Verbindung zum Kooummifienausfiand in VraWen Moskau zu über* 1. 2. 3. delsbevollmächtigter in Buenos Aires Proben seines propagandistischen Könnens abgelegt hatte, die Pässe zuzustellen. Damit hat Uruguay als erster südameritanischer Staat mit der Tat der Erkennt» nis entsprochen, daß kommunistische Internationale und Sowjetregierung nur unter verschiedenen Na» men das gleiche bedeuten: die Propaganda der bolschewistischen W e l t r e v o l u t i cin, vor der das Abendland nur eine gemeinsame Ab» wehrsront aller Staaten, die sich zum abendlandi» schen Kulturkreis zählen, zu retten vermag, Hoffen wir, daß diese Erkenntnis, aus der Uruguay mit der entschlossenen Trennung von Moskau die prak» tische Folgerung gezogen hat, auch in Europa bald Schule machen wird. kultur auf alle Fälle zu verteidigen. Als schöne Anerkennung solcher auf allen Gebieten der Kunst sich auswirkenden Betreuung konnte die Regierung verbuchen, daß in der Reichshauptstadt ein internationaler Filmkongretz stattfand. Was diese Tatsache für die Weltgeltung des deutschen Filmschaffens bedeutet, läßt sich nur ermessen, wenn man an die bedenkliche Stagnation denkt, in der sich der deutsche Film beim Regierungsantritt des Nationalsozialismus befand. Die unbeirrte Aufbauarbeit, die für dieses zwischen Wirtschaft und Kunst unsicher pendelnde Instrument moderner Massenunterhaltung und,6^ee*n2^uj” suna geleistet wurde, erschien der übrigen Welt so vorbildlich, daß im vergangenen Jahr eine Internationale Filmkammer nach deutschem Muster mit einem Deutschen als Präsidenten und dem ständigen Sitz in Berlin unter stärkster Beteiligung der NS.-Kriegsopferversorgung, der Technischen Nothilfe und der Arbeiterschaft der Reichsautobahnen, deren Feierabendgestaltung in den Aufgabenkreis der NS.-Kulturgemeinde einbezogen wurde. Wichtiger noch als diese vorbereitenden Abmachungen und der Aufbau einer riesigen Besuchergemeinde ist der Aufbruch zu neuem künstlerischen Schaffen, in den die Reichstagung der NS.-Kultur- gerneinde in Düsseldorf mit 15 Uraufführungen aus vorschiedenen Bereichen einen bedeutungsvollen Einblick gab. Für die Erneuerung der historischen Wis» senschaft war die Gründung eines Reichsinst i t u t s für bie Geschichte des neuen Deutschland von weittragender Wichtigkeit, denn in der personellen Zusammensetzung und im sachlichen Programm des Instituts spiegelt sich der Wille des neuen Staates zur Pflege der echten Ueberlieferunq und der Ausrichtung der Forschung auf das nationale Bedürfnis sehr eindrucksvoll. Es wäre ungerecht, angesichts so zahlreicher und ehrlicher Bemühungen kulturpolitischer Art den fühlbaren Mangel an neuen, dem Wesen des Rationalsozialismus entsprechenden Schöpfungen im Bereich der Kunst als Unfruchtbarkeit zu bezeichnen. Denn die Saat braucht gerade hier eine lange Periode ungestörten, pfleglich behandelten Wachstums. Trotzdem konnte schon in diesem Jahr auf einige Werke hingewiesen werden, die den Ansatz der Blüte Leigten. Es sei ermneit sv Uu Mm liegen dokumentarische Beweise vor, daß alle Redner auf dem Komintern-Kongreß 1935 für die neue Taktik eintraten, mit Parteien fortgeschrittener Ideen, auch nichtkommunistischen, eine Verbindung einzugehen, um die Ideen des revolutionären Bolschewismus zu verwirklichen; hat die Sowjetgesandtschaft in Montevideo be- deutende Summen auf Barschecks überwiesen, deren Verwendung nicht restlos festgestellt, aber offenbar ist; legt der Sitzungsbericht über die Schlußrede des holländischen Delegierten Maine auf dem Komintern-Kongreß die bolschewistischen Absichten in Südamerika klar. darstellt, verfügt der Staatspräsident in Einklang mit der Verfassung sowie mit Billigung des gesamten Kabinetts den Abbruch der Beziehungen zur Sowjetunion und die Zustellung der Pässe an den Sowjetgesandten Minkin. „Triumph des Willens", in dem zum ersten Mal ein ganz nahes Zeitdokument in die Höhe lichtbildnerischer Kunst gesteigert wurde. In so vollendeten Leistungen, wie den Filmen „Der alte und der junge König" und „Friesennot", zeigte sich, daß aus der Berührung von staatlich-völkischer Thematik mit den Gesetzen der Kunst sehr wohl Neuland gewonnen werden kann. In der Dichtung wurde durch den Nationalen Buchpreis auf Eberhard Wolfgang Möller aufmerksam gemacht, dessen formkräftige Sprache aus der Erlebniswelt der Hitler-Jugend aufsprießt, der auch Wolfram Brockmeiers Verse zutiefst verpflichtet sind. Was sich in diesem jungen Kreis auch auf musikalischem Gebiet anbahnt — zunächst anonym, aber schon sehr eindrucksvoll auf dem Parteitag vertreten — das läßt große Hoffnungen zu, weil diese Herbheit von der Jugend wirklich empfunden und anerkannt wird. Abschließend darf die Vermutung ausgesprochen werden, daß sich das wesenhaft Neue kaum in den überlieferten Formen kundtun wird. Die organisatorischen Bemühungen kommen im wesentlichen der niveaubewußten und verbreiterten Pflege des wertbeständigen Erbes zugute. Das Junge, das werden will, scheint, wie stets in der Geschichte der Kunst, anonym zu wachsen, bis es reif geworden ist. Halten wir die Augen offen, um es rechtzeitig zu erkennen! Protokolls der Regierung von Uruguay in der Sowjetgesandtschaft. Dem Gesandten wurde eine Abschrift des Regierungserlasses überreicht. Für seine Abreise wurden ihm Erleichterungen zugesichert. Der Gesandte Uruguays in Moskau Masanes befindet sich zur Zeit in Montevideo auf Urlaub. >Die Geschäfte in Moskau werden infolgedessen zur “eit von Legationssekretär Masanes, dem Sohn des Die Regierung von des Auslandes gegründet wurde. Hat das deutsche Beispiel einer ständischen Drga* nisation aller kulturschaffenden Berufe im Bereich des Films schon internationale Würdigung gefunden, so erwies sich die Gesamtausgabe doch als so umfangreich, daß auch das Jahr 1935 noch oonme- ersichtlich, daß die den Vorgängen in meisten südamerika- Dem Sowjelgesandlen die paffe zugesteltt. Da die uruguaysche Regierung, so schließt das Dekret, überzeugt ist, daß die Sowjetgesandtschaft in Montevideo das Aktionszentrum der bolschewistischen Bewegung nehmen. Aus der Meldung ist klar Eine Falschmeldung des„Oeuvre" Keine zweite Unterredung des Führers mit dem britischen Botschafter. Berlin, 27. Dez. (DNB.) In der französischen Presse werden hartnäckig Meldungen verbreitet, wonach der Führer und Reichskanzler den englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s am 20. Dezember z u einer zweiten Unterredung empfangen habe. Bei dieser zweiten Unterredung, so behauptet beispielsweise das „Oeuvre" in Paris, fei der englischen Rgeierung einzwei fettiges Luftabkommen vorgeschlagen worden. — Hierzu wird amtlich festgestellt, daß ein zweiter Empfang des englischen Botschafters nicht stattgefunden hat und formt die an diese Unterredung geknüpften Behauptungen des „Oeuvre" in sich zusammenfallen. Auch die Darstellung des Inhalts der Unterredung vom 13. Dezember, die Frau Tabouis gibt, stammt aus dem Reich der Phantasie. Uruguay hat das amtliche Ersuchen an d i e Washingtoner Regierung gerichtet,^ den Schutz der Gesandtschaft in M?'— r Ein Jahr Kulturpolitik Von Johannes Jacobi. Montevideo, 27. Dez. (Reuter.) Die gierung von Uruguay hat beschlossen, die Beziehungen mit Sowjetrußland abzu- brechen, weil dieses Land Uruguay zu einem Mittelpunkt der k o rn rn u n i st i s ch e n Werbetätigkeit in Südamerika gemacht habe. Der Abbruch der Beziehungen wurde am Freitagnachmittag durch einen Erlaß bekanntgegeben, der bestimmt, daß dem sowjetrussischen Ge- Uruguay bricht die Beziehungen zurGowjetunion ab Oie sowjeirufsische Gesandtschaft in Montevideo Zentrale der bolschewistischen Agitation. Schlußstein konnte erst vor kurzem m den äußeren Gesamtbau einqefügt werden: d e r R e i ch s k u l- tursenat ist das letzte Teilstück im Gefüge der Reichskulturkammer, das bereits in ihrem Grün- dungsgefetz vorgesehen war. Damit hat Deutschland ein höchstes kulturelles Gremium erhalten, das als Spitze der ständischen Selbstverwaltung die Ber- antroortunq für die deutjche Kultur oor Bolt und Reich trägt. Während dem Haus das Dach auf* gesetzt wurde, mußten seine Räume noch einmal gründlich durchgesehen werden. Die Auskämmung der Reichskulturkammer von Nichtariern und die Zusammenfassung eines Teiles der Ausgeschledenen in dem Reichsoerband indischer Kulturbunds erfüllte kulturpolitische Forderungen der NSDAP, m bezug auf die personellen und organisatorischen Noräuletzungen deutscher Kultur. ..... Mit wesentlich erhöhtem Einsatz künstlerischer Aktivität weitete die Kulturorganisation der Partei die NS.-Kulturgemeinde, ihre Tätigkeit zu einem umspannenden Netz aus. Em einzig dastehendes Kanalsystem für ben otrom fünft» qerischen Lebens wurde hergeftellt durch die Quer- oetbiirtungen der DSKG. ZU dem RS.-Aerztetmud, südamerikanischen Hauptstädten gleichzeitig Zellen und Stützpunkte ber kommunistischen Propaganba finb und dafür gesorgt haben, daß diese Propaganda, die in Brasilien unter ber Leitung von Delegierten des Komintern-Kongresses schon so blutige Früchte getragen hat, auch über die Grenzen der Nachbarstaaten vordringt. So hat die brasilianische Regierung feststellen müßen, daß die Fäden der bolschewistischen Revolution, die sie soeben niedergeschlagen hat, nach Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, laufen und sie hat ben Nachbarstaat gebeten, bei sich nach dem Rechten zu sehen. Die Regierung Uruguays hat nicht gezögert, aus bem Ergebnis ihrer Untersuchung die Folgerungen zu ziehen unb dem sowjetrussischen Gesanbten, der schon als Han- Die Begründung. Die Sowjetgesandtschaft die Zentrale der kommunistischen Propaganda. Montevibeo, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das Dekret der uruguayischen Regierung über ben Abbruch ber Beziehungen zur Sowjetunion gibt in einer längeren Einleitung eine ausführliche Begründung ber Maßnahmen. Insbesondere wird betont, es sei auf Grund einer Mitteilung ber brasilianischen Botschaft erwiesen, daß der kürzliche Aufstand in Brasilien eine rein bolschewistische Erhebung zur Verwirklichung der Pläne des Kongresses der Komintern gewesen sei. Ferner sei absolut einwandfrei festgestellt worden, daß die Sowjetregierung nicht nur zum Aufstand in Brasilien auf reizte/--sondern sogar durch ihre in Montevideo beglaubigte Gesandtschaft unmittelbare Hilfe l e i ft e t e. Der brasilianische Außenminister habe daher im Kabinettsrat erklären können, Brasilien habe sich gegen einen ausländischen Regierung von Uruguay aus Brasilien gelernt hat. In ben Nischen Staaten hat im letzten Jahrzehnt eine treibhausartigen Industrialisierung die soziale Frage außerordentlich verschärft. Der nordamerikanische Kapitalismus hat hier ein ertragreiches Betätigungsfeld gefunden. Die schwankenden politischen Verhältnisse haben ihm vielfach ben Weg zur Alleinherrschaft gebahnt. Ein großer Teil Südame* ritas wurde zum Ausbeutungsobjekt von Wallstreet, das mit Hilfe von Staatsanleihen bie Regierungen an ber Strippe hielt unb sich auch nicht scheute, [bie südamerikanischen Staaten gegen einander auszuspielen, ber Chacokrieg zwischen Bolivien und Paraguay warf ein grelles Licht auf diese Hintergründe. Zu diesen unerfreulichen politischen und pflegen. -^^„wirtschaftlichen Verhältnissen in einer Reihe sübame- Von diesem Gedanken wurden die mannigfaltigen Republiken tritt häufig auch noch das kulturpolitischen Maßnahmen getragen. Sie er- der^Rassen. Indianer, Neger, Mischbrachten eine beträchtliche Ausweitung staatlicher +> Hetzen vielfach einer kleinen Oberschicht gegen* Initiative. Sv wenig es dem Willen und der Er- » biß * QU5 öen Nachkommen ber spanischen tenntnis möglich ist, eine neue Blute künstlerischen Oberer und Einwanderer (Kreolen) zusammen- Schaffens zu erzwingen, so segensreich weroen sicy i.t. Auch für Nordamerikaner und die verschie- bie Ebnung ber Wege und die organisatorische Insten anderen europäischen Nationalitäten Unterstützung für das kulturelle Leben im. i-auf* Lu. ©übameriEa ja feit langem eines ber beliebteften ber Zeit auswirken. Arn zugänglichsten erwies sich . bßr $ ; nad) einer neuen Heimat. Es die Baukunst. Der Entschluß, unsere Epoche n haß h^r ber Boden für kommunistische durch ragende Denkmäler in die Geschichte em^u* sßropaqanba besonders günstig ist. Wenn auch schon reihen, ließ den Plan zu großartigen Bauten wach- L früheren Jahren manche der zum politischen sen, deren erste Zeugnisse in München erstanoen ßßt)en Südamerikas gehörenden Revolutionen einen finb. sozialen Unterton hatten, so hat erst die zielbewußte In den Bezirken des künstlerischen Schaffens die unb skrupellose Propaganda Moskaus ben weniger an Zwecke gebunben und fast ausschlietzlich ^mmunismus aud) für die südamerikamschen von der Inspiration des Schöpfers abhängig stno, Staatswesen zu einer akuten Lebensgefahr gemacht, bemühten sich Staat und Partei, Anregungen zu Unter bem Arbeiterproletariat verschiedenster Ratio- geben und Steine aus dem Wege zu raumen. na(jtät in den Millionenstädten Argentiniens und geschah z. B. mit der Stiftung, eines> ißr et» hßrafiliens, unter den Landarbeitern ber großen fes für Kunst und Wissenschaf t durch die hß^hfarmen Uruguays, unter ben Minenarbeitern NSDAP., ber als Bestätigung eines tn Gesinnung unb Indianern der Andenftaaten findet der Bol- und Formung erwünschten Lebenswerkes deni Dich- .^wismus fcine gelehrigen Schüler. Und da bie ter Hanns Iahst und bem Rassenforscher Han s ko^uiunistische Propaganda auch nicht vor den Ka- F. K. Günther verliehen wurde. Damit ist den . halt macht, hat er mit bolschewistisch verstaatlichen Film- und Buchpreisen em meiteres |eud)ten Truppenteilen leicht bie Hand an ber Gur- materiettes Förderungsmittel an die Seite gestellt ( be5 Staates, sobald die politische Konstellation worden. Als nicht zu unterschätzende Hilfe für bie ba5 spacken günstig erscheinen läßt. In deutsche Theaterkultur muß ferner darauf Seihe brasilianischer Bundesstaaten haben hiegewiesen werden, daß die Bühnen einen Ge-I^ eben errt diese Entwicklung und die für sudsamtzuschuß von 12 Millionen Mark amerikanische Verhältnisse auf bem letzten Komin- aus Reichsmitteln erhielten. Diese Unter» ternEongref3 in Moskau ersonnene Kampfmethode stützunq kam zum Unterschied gegen früher nicht Bolschewismus in allen Einzelheiten kennen einzelnen großstädtischen Bühnen allem zugute, gelernt. sondern es wurden neue Theater für bas g5 fann un5 nicht wundernehmen, daß die diplo- schaffende Volk in Betrieb genommen und matischen Vertretungen Sowjetrußlands m ben vor allem durch Zuwendungen a n G re n z - Innbbühnenbie politische Bedeutung der Kultur ----------------- — ~ . für die innere Festigung unseres Grenzwalls be- genb im Zeichen des organisatorischen tont Auch Theater mitten im Reich, bie burch Aufbaues stand. Die Emzelkammern der icklechte Finanzlage ihrer Städte behindert waren, Reichskulturkammer arbeiten zwar und traten Der* bekamen den entschiedenen Willen ber Reichsregie- fchiedentlich auch als korporative Kulturträger or* runa w spüren die Hohe ber deutschen Theater- fentlich in die Erscheinung, aber ber krönende rung zu puren, me u । > fnnnh» erst vor kurzem in den äußeren Der Gesandte IHintin ein erprobter Agitator. Montevideo, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der hiesige Sowjetgesandte Alexander Minkin, dem am Freitag die Pässe zugestellt wurden, war früher Vorsitzender der bolschewi st i schen Handelsgesellschaft in Buenos Aires, die im Jahre 1931 unter Aufsehen erregenden Um» ständen von der Polizei durchsucht und dann aufgelöst wurde. Im Zusammenhang hiermit wur» den damals in Buenos Aires 110 Personen verhaftet. Der Pvrsitzende der Gesellschaft, Minkin, wurde ausgewiesen. Die bolschewistische Han» delsgesellschast in Montevibeo ist nach außen hin unabhängig von der Sowjetgesandtschaft; ob sie' aufgelöst werden wird, steht noch nicht fest. Die Anerkennung der Sowjetunion durch Uruguay war im Jahre 1929 erfolgt, eine Sowjetgesandtschafk war erst im Januar 1 9 3 4 unter Minkin eingerichtet worden. Aus Schriftstücken, die sich im Besitz ber Uruguay» ischen Regierung befänden, geht hervor, daß im Februar oder März ein fommunifti» scher Aufstand a u s b r ech en sollte. Die Kommunisten sollen im Besitz von Waffen und anderen Hilfsmitteln sein, wie dies kürzlich auch in Brasilien der Fall gewesen ist. Die Objekte der Kulturpolitik gehören zu den empfindlichsten Gegenständen in den Händen des Staates. Im Raum ber allgemeinen Innenpolitik lassen sich durch Gesetze unb Verordnungen, hinter denen die Macht des Staates steht, beabsichtigte Wirkungen Hervorrufen, unter Umständen erzwingen. Das weitverzweigte Gebiet der Kultur will vorsichtiger behandelt sein. Hier kann bas politische Kommando leicht das Gegenteil seines Zieles erreichen. Wenn sich der Staat auch im abgelaufenen Jahre wieder mit allen Kräften, ja in erweitertem Umfange für die Förderung ber deutschen Kultur eingesetzt hat, so darf rückblickend festgestellt werden, daß er sich ber Grenze seiner Möglichkeiten bewußt gewesen ist. Die starke Anteilnahme ber nationalsozialistischen Regierung an ben Sorgen der kultu- den Gebieten der Kunst zeigen, entspringt einer ^uireuung^uer p n i „--------1 — musischen Liebe, bie als sicherste Bürgschaft für ben artgerechten Einsatz auch bes behördlichen Apparates im Raum der Kulturpolitik gelten kann. Auf jeden Fall ist auch im vergangenen Jahr der alte Vorwurf gegen den Nationalsozialismus, unempfänglich für musische Werte zu sein, gründlich durch ^aiane m ^tD5iau a bie Tat widerlegt worden. Die Künste erfreuen sich nn„ QpgQfinnsfetretär 9 heute einer Unterstützuna von feiten des Staates 3« und der Partei, die in faicher Breite nach me 3u ®Wn, verzeichnen war. Man darf als wichtigstes Ergebnis bes verfloßenen Jahres verbuchen, daß die hegende Sorge um Kunst und Kultur aus ben Händen einzelner Klassen, Stände und Prioatperso-1 nen übergegangen ist auf das gesamte Volk, als dessen verantwortliche Treuhänder Staat und Partei weder knauserige Sparsamkeit noch rangmäßige Zurücksetzung ber kulturellen Erfordernisse gegenüber den allgemeinpolitischen aufkommen ließen. Ein grundsätzliches Zeugnis von dokumentarischem Wert legte der Führer auf dem Parteitag der Freiheit ab. Seine Rede auf der Kulturtagung der NSDAP, enthielt das Bekenntnis des Nationalsozialismus zur Pflege der übernommenen und zur Förderung einer aufstrebenden Kultur. Prinzipiell kommt dieser Rede eine nachhaltige Bedeutung zu, weil sie eine scharfe Absage an bie Wertung der Kultur als Luxus enthielt und die Verpflichtung der Oeffentlichkeit feststellte, auch in materiellen Notzeiten die Kunst als seelischen Derjüngungsquell des Volkes und als geschichtebildendes Element zu Angriff zu wehren gehabt. Die brasilianische Botschaft hat die Regierung von Uruguay über die Art und Bedeutung des Aufstandes unterrichtet und ebenso über die wahrscheinliche Verzweigung der kommuni st ischen Bewegung in Uruguay. Brasilien habe daran die Bitte um Mitarbeit aller Regierungen des amerikanischen Kontinents geknüpft, die sämtlich in gleicher Weise in ihrer sozialen und politischen Struktur sowie in ihrer internationalen Stellung bedroht seien. Der Präsident von Uruguay, Terra, habe daraufhin seine Bereitwilligkeit zur Aufklärung des Tatbestandes wie zur Ergreifung der notwendigen Maßnahmen erklärt. . Die Mitteilungen der brasilianischen Regierung, so heißt es im Dekret weiter, sind durch die Nachforschungen in Uruguay b e ft ä t i g t worden. Deutschland und Frankreich an derIahreswende. Französische (Stimmen für eine Atmosphäre des Vertrauens und der Kameradschaftlichkeit. Don unserem Dr. Jh.-Korrespondenten Paris, 26. Dezember 1935. Wie gespannt die politischen Verhältnisse im heutiaen Frankreich sind, geht schon daraus hervor, daß selbst in der heiligen Weihnachtszeit dem Volke keine Ruhe gegönnt wurde. Vielmehr sind gerade in diesen Tagen im Parlament und in der Oeffentlichkeit Fragen erörtert worden, die den Franzosen außerordentlich stark bewegen und die für ihn auch von entscheidender Bedeutung sind. Die Frage der Kampfbünde oder der sogenannten „Ligen" betrifft in gewisser Weise das Regime des französischen Staates und zwingt deswegen jeden Bürger zu eindeutiger Stellungnahme. Und die S a n k t i o n s f r a g e ist entscheidend für die französische Völkerbundsvolitik, die seit Kriegsende die Grundlage des gesamten außenpolitischen Gebäudes am Quai d'Orsay gewesen ist. Die Entwicklung der internationalen Politik in den letzten Monaten fordert auch von Frankreich — man könnte fast sagen: in erster Linie von Frankreich — schwerwiegende Entschlüsse, die nicht länger aufschiebbar sind. Vor allem ist es allmählich höchste Zeit, daß es sich über sein Verhältnis zum nationalsozialistischen Deutschland vollkommen klar wird. Die eingehende Unterredung des französischen Botschafters in Berlin mit dem Kührer ließ darauf schließen, daß man sich im französischen Außenministerium darum bemüht, jene Klarheit zu gewinnen, welche die Voraussetzung für die erforderlichen Entschlüsse ist. Zum Jahresende ist die deutsch-französische Frage in Paris eifrig und ernsthaft erörtert worden. Schon die Gründung des „Comite France- Allemagne“, der Schwester-Vereinigung der „Deutsch-französischen Gesellschaft" in Berlin, forderte die Stellungnahme der politischen Kreise in Frankreich heraus. Das geflissentliche Schweigen in der Pariser Presse, die, gewissen Geldmächten hörig, jegliche Verständigungsarbeit zu verhindern trachtet, vermag über die erfreuliche Anteilnahme im französischen Volk nicht hinwegzutäuschen. Ich Paris, 27. Dez. (DNB.) Die Sitzung der französischen Kammer begann vor vollbesetztem Haus. Gleich Beginn nahm Ministerpräsident und Außenminister Laval das Wort. Als Vertreter eines großen, freien Staates habe er mit den übrigen Mitgliedern des Völkerbundes über die Sühne- maßnahmen gegen den Angreifer verhandelt. Alle diese Maßnahmen seien in Frankreich loyal und genau durchgeführt worden, so peinlich auch die Folgen sein könnten. In Ausführung des Absatzes 3 des Artikels 6 der Dölkerbundssatzungen habe er ohne Zaudern England gegenüber für Frankreich die Verpflichtung übernommen, England zur See, zu Lande und in der Luft zu unter- stützen, wenn es von Italien anläßlich der Anwendung der Sühnemaßnahmen angegriffen wer- den solle. Er habe das Gefühl, damit eine schwere Verantwortung übernommen fru haben. Sie sei die unausbleibliche Folge der Völkerbundssatzungen. Diese Verantwortung habe ihm die Pflicht aufer- legt, alles zu versuchen, um die Atmosphäre zwischen England und Italien zu entspannen. Er habe Furcht vor einem Zwischenfall. Für derartiges habe die Geschichte ja viele Beispiele. Frankreich könne durch einen solchen Zwischenfall in einen Krieg verwickelt werden, den zu vermeiden er alles getan habe. Mit Hoare habe er unter dem Eindruck dieser Sorge die Frage der Erdölsperre beraten und den besten Weg ge- sucht, um bei Aufrechterhaltung des Friedens und im Rahmen der internationalen Einrichtungen die Belange beider Länder zu verteidigen. Die Vorschläge, die man als übertrieben bezeichnet habe, hätten er und Hoare für vernünftig angesehen. Im übrigen seien sie ja nicht unabänderlich gewesen. Was werde morgen geschehen? Die Pariser Vorschläge seien erledigt, aber die Aufgabe der Vermittlung bleibe ungelöst. Der Völkerbundsrat habe den Dreizehner-Äusschuß beauftragt, über die Anwendung der wirtschaftlichen Druckmaßnahmen zu wachen. Wer wolle behaupten, daß die bereits angewandten finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen unwirksam seien. Wer könne die Bürgschaft dafür übernehmen, daß man durch ihre Erweiterung nicht Gefahr laufe, den Streit zu v e r g r ö ß e r n. Einige erklärten, daß vor allem die Achtung des internationalen Gesetzes wichtig sei. Gewiß, aber dieses Gesetz sei vorgesehen, um den Krieg zu verhindern und seine Wirkung zu begrenzen und nicht um einen Krieg zu verallgemeinern. Zn Genf sei die Methode der regionalen Bei- standspakte aufgestellt worden, um im voraus eine auf die besonders betroffenen Gebiete beschränkte gegenseitige Unter st ützung zu organisieren. Mangels von Abkommen dieser Art werde die selbsttätige Anwendung des Artikels 16 immer von Zufall abhängig fein und von beschränkter Tragweite bleiben. Es bandele sich darum, die Achtung des internationalen Gesetzes durch die Beendigung eines Streites zu gewährleisten, der den Belangen der Gesamtheit der Rationen abträglich sei und der nur den Feinden des Friedens nützen könne. Niemand könne leugnen daß die franz 8 fisch- englische Zusammenarbeit das w i ch - tig st e Element der Sicherheit in Europa sei. Er habe der Solidarität, die beide Länder verbinde, in keiner Weise Abbruch getan. Er denke auch nicht daran, England den Vorwurf zu machen, die gemeinsam in Paris mit Hoare angeregten Vorschläge schließlich abgelehnt zu haben. Er, Laval, habe Dinge unternommen, die er nicht bebauere, da sie das Ziel hatten, dem Streit ein Ende zu machen. Wenn sie auch zu keinem Erfolg geführt hätten, so sei er dadurch nicht entmutigt. Andere 93er» suche müßten gemacht werden, die möglicherweise ebenfalls keinen Erfolg hoben können. Was auch kommen möge, er werde fortfahren, für den Frieden unaufhörlich zu arbeiten. Die Aussprache. Zn der Aussprache sprach als erster der Sozialist L6on Blum. Er meinte, im italienisch-abessinischen Streit würde es keine Kriegsgefahr geben, wenn alle Staaten voll entschlossen wären, dem Angegriffenen Beistand zu leisten. Laval habe den Fehler gemacht, daß er bei Mussolini den Eindruck hinterlassen habe, daß Italien von Frankreich nichts zu fragte de Brinon, den Vizepräsidenten des Komitees, dem die Hauptlast der Organisation der französischen Vereinigung zugefallen ist, nach der Aufnayme der Neugründung unter seinen Landsleuten. Er antwortete mir: „Die zarte Pflanze des Comite France-Allemagne w ä ch st und g e - d e i h t. Das Verständnis für unsere Bestrebungen marschiert. Täglich erhalten wir zustimmende Aeußerungen und Beitrittserklärungen aus allen Teilen Frankreichs. Wir freuen uns besonders, daß die Bevölkerung der französischen Provinz so regen Anteil an unserem Werke nimmt. Aber auch von bedeutenden politischen Persönlichkeiten der Hauptstadt wird uns eine ebenso ermutigende, wie wertvolle Unterstützung zuteil!" Und zur Bestätigung zählte er mir einzelne besonders bemerkenswerte Erfolge der letzten Wochen auf. Eine neugegründete Pariser Wochenzeitung glaubte — und auch das ist sehr bezeichnend — dadurch am wirksamsten die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sich zu lenken, daß sie in mehreren Fortsetzungen eine große Untersuchung über die Frage veranstaltete: „Zst eine offene und entscheidende Aussprache mit Deutschland möglich, und ift sie wünschenswert?", wobei sie eine ganze Reiye hervorragender Persönlichkeiten der verschiedensten Parteien und Stände zu Worte kommen ließ. Die meisten bejahten die gestellte Frage mit großer Bestimmtheit. So schrieb zum Beispiel der Präsident der „Patriotischen 3ugenD", Pierre Tai11 inger u. a.: „Die Nationalsozialistische Regierung, die stark genug ist, um ihre Verpflichtungen halten zu können, scheint mir a m allerbefähig st en zu sein, um mit Frankreich eine dauerhafte Verständigung zu erzielen." Und d^r Leiter der großen nationalen Organisation „Solidarite Fran^aise“, Major Zean Renaud, wies darauf hin, daß es ein sehr geeignetes Gebiet gäbe, auf dem die deutsch-französische Zusammenarbeit erprobt werden könne, nämlich demjenigen des gemeinsamen Kampfes gegen den befürchten habe. Frankreich habe von Mussolini nichts zu befürchten, weil es von Frankreich selbst abhänge, daß der kollektive Beistand wirksam werde. Die wahre Gefahr sei nicht Italien, sondern das nationalsozialistische Deutschland (!). Ein internationales Beistandsabkommen sei die Voraussetzung dafür, daß Frankreich diese Gefahr bestehen könnte. Solch ein Abkommen müsse m i t oder ohne Deutschland abgeschlossen werden. Nötigenfalls müßte man Deutschland zu einer Beteiligung an diesem Abkommen z w ingen (!). Laval habe gegen die Sicherheit Frankreichs gearbeitet, indem er die kollektive Sicherheit ge» schwächt habe. Die Ausführungen Blums wurden von seinen Parteifreunden mit stürmischem Beifall ausgenommen, dem sich auch ein Teil der Radikalsozialisten anschloß. Die Mitte und die Rechte gaben hingegen ihrem Mißfallen laut Ausdruck. Der rechtsgerichtete Abgeordnete Taitinger (Vorsitzender der Patriotischen Jugend) verteidigte nachdrücklich die Politik Lavals und die Haltung Italiens. Er betonte, daß man Abessinien gegenüber einen anderen Standpunkt einnehmen mühte als anderen Staaten gegenüber, da Abessinien keine politische Einheit darstelle. Da man Japan nicht verhindert habe, Man- dschukuo zu nehmen, und nichts gegen d i e deutsche Ausrüstung unternommen habe, sei Mussolini berechtigt gewesen, anzunehmen, daß man auch gegen i h n nichts unternehmen würde. Italien seien koloniale Versprechungen gemacht worden. Laval habe diese Versprechungen erfüllt. Auf eine Zwischenfrage eines linksstehenden Abgeordneten, ob es zutreffe, daß Taitinger in einer Unterredung mit der Wochenschrift „Choc" erklärt habe, man solle sich einer Ausdehnung Deutschlands nicht widersetzen, da das 65-Millionen-Dolk keinen ausreichenden Lebensraum habe, erwiderte Taitinger, es habe sich um eine telephonische Unterredung gehandelt. Er wolle sich also auf die einzelnen Ausdrücke nicht festleaen. Die Veröffentlichung der Wochenschrift entspreche aber im allgemeinen seiner Auffassung. Mit größter Aufmerksamkeit hörte die Kammer dann eine Rede des Abgeordneten D e l b o s an, der im Namen der Radikalsozialistischen Partei den Standpunkt vertrat, daß die Außenpolitik Lavals Bolschewismus, den erbitterten Feind jeglichen Vaterlandes. Natürlich hat es auch-an einigen ablehnenden Stimmen nicht gefehlt, die indessen fast nur von sehr betagten Generalen stammen. Einer von diesen, ein ehemaliges Mitglied des obersten französischen Kriegsrates, sagt rundheraus, daß die vorgeschlagene Aussprache mit Deutschland weder möglich, noch wünschenswert wäre. Dabei führt er einen Grund an, der über die erstaunliche Unwissenheit dieses alten Herrn Bände spricht. Er behauptet wahrhaftig, daß der deutsche Arbeiter 12 bis 13 Stunden am Tag arbeiten müsse, während in Frankreich der Achtstundentag durchgeführt sei, so daß Deutschland bei einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Frankreich sehr bald die Oberhand gewonnen haben würde. Daß der berüchtigte General Mordacq, der während der Besatzungszeit das deutsche Rheinland mit Gewalt für Frankreich annektieren wollte, nicht für eine Verständigung 0U haben, nimmt nicht weiter wunder. Unerhört ist aber doch, daß dieser französische Offizier Deutschland als einen tollwütigen Hund bezeichnet und als einziges Allheilmittel ein Offensivbündnis zwischen Frankreich, England und Italien vorschlägt. Erfreulicherweise bilden solche haarsträubenden Ansichten heute in Frankreich d i e Ausnahme. Es sind gerade die ehemaligen Frontkämpfer, von denen der Verständigungsgedanke gegenwärtig die stärkste moralische Unterstützung erfährt. Der Führer des größten französischen Frontkämpferverbandes mit etwa einer Million Mitglieder, Henry Pichot, erklärte mir im Hinblick auf das Arbeitsprogramm im neuen Jahr mit großer Zuversicht: „Wir wollen durch ständige und zunehmende, gegenseitige Fühlungnahme eine Atmosphäre des Vertrauens und der Kameradschaftlichkeit zwischen den deutschen und französischen Frontkämpfern und damit zwischen beiden Völkern schaffen!" nicht genügend auf die Völkerbundssatzung und die allgemeine Sicherheit abgestellt gewesen sei. Die Politik Lavals habe, soweit sie sich vom Völkerbund entfernt habe, Schiffbruch erlitten und müsse ab» gelehnt werden. Delbos forderte die Politik, die besonders von B r i a n d , befolgt worden sei. Sie bestehe darin, daß die Verträge geachtet würden. Man müsse zur Völkerbundssatzung zurück- kehren. Delbos befürwortete eine Verständigung mit Deutschland ebenso wie mit Italien, aber nur unter der Bedingung, daß diese Verständigung gegen niemand gerichtet sei. Dabei wandte er sich vor allem gegen einen sowjetfeindlichen Feldzug. Der ehemalige Finanzminister Paul Reynaud (Republikanisches Zentrum) stellte u. a. die Frage, gegen wen Deutschland aufrü^te (!), und behauptete, daß er um eine Verständigungsformel mit Deutschland gerungen habe, ohne die ein dauerhafter Friede nicht möglich sei. Reynaud erinnerte bann an die letzten englischen Wahlen, bei denen die Überwältigende Mebrheit des Volkes f ü r d i e Grundsätze des Völkerbundes gestimmt habe. Das englische Volk habe erkannt, daß es sich bei dem italienisch-abessinischen Krieg um weit mehr als um die Interessen des englischen Weltreiches handele, nicht nur um materielle Dinge, sondern um moralische Grundsätze. Der Umschwung der englischen Politik sei außerordentlich bedeutungsvoll. Frankreich dürfe das nicht verkennen und habe zu wählen zwischen Italien, das die Völkerbundssatzungen verletzt habe, und England, dem Beschützer der Völkerbundssatzungen. Wenn Frankreich sich gegen England stelle, s o b e - deute das Krieg! Bezeichnenderweise wurden die Ausführungen Reynauds von der Linken und einem großen Teil der Mitte mit fast einstimmigem Beifall aufgenommen. Der Sprecher der Republikanisch-Sozialistischen Union Ti 6 ie setzte im Verlauf der Kammeraussprache die Reihe der Angriffe gegen die Außenpolitik Lavals fort. Dagegen betonte der Abgeordnete Thellier (rechte Mitte), daß er und seine Freunde auch weiterhin der Regierung das Vertrauen bewahren würden. Der kommunistische Ab- geordnete P 6 r i lehnte die Politik Lavals rundweg ab. — Die Sitzung wurde um 23 Uhr (MEZ.) auf Samstag früh vertagt. pause im Abessinienkonflikt. Die Bereitstellung von Flottenstützpunkte« im Mittelmeer. London, 28. Dez. (DNB. Funspruch.) Die Mor. genpreffe rechnet nicht damit, daß bis Mitte Januar noch große Entwicklungen im italienisch-abessinischen Streit zu erwarten seien. Die Blätter begründen diese Vermutung mit der heutigen Abreise des britischen Botschafters in Rom, Sir Eric D r u m m o n d. der sich zu einem drei, wöchigen Urlaub nach England begibt. Wegen der weiteren Verhandlungen zwischen England und den drei Mittelmeerstaaten Orte- chenland, Südslawien und der Türkei, die die Erfüllung ihrer Verpflichtungen unter Ar» titel 16 der Dölkerbundssatzung im Falle eines italienischen Angriffes auf die britische Mittelmeerflotte zugesagt haben, verhält man sich in den amtlichen Kreisen Londons vorläufig noch ziemlich zurückhaltend. „Morning Post" meldet, Daß sich die Besprechungen hauptsächlich um die Bereitstel » I u n g von Flottenstützpunkten für d i e britische Flotte drehen werden, da die genannten Mächte keine nennenswerten eigenen Flotten besäßen. Bei der Türkei kämen die früheren Flottenstützpunkte in Smyrna und I st a n b u l in Frage, Die auf Grund des Friedens» Vertrages größtenteils geschleift worden seien. Die Türkei soll eine Bereitstellung dieser Stützpunkte nicht von einer Revision der Dardanellenabkom- men abhängig machen. Die drei griechischen Häsen Pyräus, Saloniki und Kreta seien von einer gewissen Bedeutung, während S ü d s l a wi e n , abgesehen von seiner Stellung im Adriatlschen Meer hauptsächlich als Sprecher der kleinen Entente zu bewerten fei. Wie der Luftfahrt-Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, werden die nach Aegypten und Asien verkehrenden englischen Passagierflugzeuge ihre Brennstostversorgung nicht mehr in Brindisi (Italien), sondern in Korku (Griechenland) vornehmen. Diese Maßnahme sei auf die hohen Benzinkosten und die Schwierigkeiten einer geregelten Brennstoffversorgung in Italien zurückzuführen. 6in britisches Reichsverteidigungs» Ministerium? London, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Herald" glaubt zu wissen, daß das Kabinett zu Beginn des neuen Jahres wichtige Entscheidungen über d i e Zusammenfassung der Armee, Flotte und Luftstreitkräfte treffen werde. Zn nächster Zeit sei eine Umbildung des K a - b i n e 115 geplant und die Schaffung eines für die „Verteidigung des britischen Welt- reiches" bestimmten Ministeriums werde dabei eine wichtige Rolle spielen. Weiter meldet „Daily Herald", die Regierung treffe Vorbereitungen für den Bau eines riesigen unterirdischen Oellagers für die britische Flotte in der Nähe von Plymouth. Man wolle etwa eine Milliarde Gallonen Oel in unterirdischen Stahltanks bereithalten und die Anlage durch eine Rohrleitung mit der Küste verbinden. Neujahrsbotschaft des Reichsarbertsführers. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Reichsarbeitsführer Hier! veröffentlicht im „Arbeitsmann", der Zeitung des Reichsarbeitsdienstes, eine Neujahrsbot- schäft an den Arbeitsdienst. Zn ihr spricht er zunächst dem Führer den Dank der alten Pioniere der nationalsozialistischen Arbeitsidee für die gesetzliche Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht in diesem abgelaufe- nen Jahre 1935 aus und wendet sich gleichzeitig an die jungen Kameraden, bei denen er mit Freude anerkennt, was sie im ersten Vierteljahr ihres Dienstes geleistet und gelernt haben. Dann wendet sich der Reichsarbeitsführer den Aufgaben zu, die das neue Jahr mit sich bringt. Die Vervollkommnung der Methoden und Mittel zur Erziehung und Ausbildung habe für das kommende Jahr eine Hauptsorge zu sein. Das neue Jahr werde insbesondere für die Entwicklung des Frauenarbeitsdienstes entscheidend sein. Das Arbeitsdienstgesetz habe auch für die weibliche Jugend grundsätzlich die Arbeitsdienstpflicht festgelegt, woraus schon hervorgehe, daß Der zur Zeit noch bestehende freiwillige Frauenarbeitsdienst nichts anderes fein könne, als die Vorbereitung und Vorstufe für die allgemeine Frauenarbeit s d i e n st p f l i ch t. Die gegenwärtig noch bestehende, diesem Zweck nicht entsprechende und daher unorganische Verbindung mit der Reichsan st alt werde gelöst werden. Alles, was im freiwilligen Frauenarbeitsdienst jetzt geschehe, solle mit Der Blickrichtung auf dieses Ziel geschehen. Mit einem Gelöbnis an den Führer, mit einem Gruß an alle Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes und des freiwilligen Frauenarbeitsdienstes, denen der Reichsarbeitsführer für das neue Jahr viel Kraft zur Arbeit und viel Freude durch die Arbeit wünscht, schließt die Neujahrsbotschaft. Reichsminister ©r. Goebbels spricht Silvesterabend im Rundfunk. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht im Deutschen Rundfunk am Dienstag, 31. Dezember, von 19 Uhr bis 19.10 Uhr zur Jahreswende. Ausscheiden deutscher Hausgehilfinnen aus jüdischen Haushalten. Berlin. 27. Dez. 9 des Ka> eines für die en Welt, werde habt meldet „Dail 'eitungen fu rirbi^e: tte in der Ile etwa eine m Stahlton' t Rohrleitq Eine furchtbare Bluttat ereignete sich im Armenhaus Waldenburg-Altwasser (Schlesien). Die Armenhäusler Winge, Geisler, Reckzie- g e l und Hamann gerieten in der Nacht in Streit. Hamann erschlug Reckziegel mit einer chweren Eisenstange. Die Schlägerei spielte sich so lautlos ab, daß andere Armenhausinsassen nichts von ihr wahrnahmen. Am nächsten Tage stürzte ich Hamann auf Geisler. Auch Geisler st a r b an )en erlittenen Verletzungen. Hamann wurde auf der Kohlenhalde am Bahnschacht verhaftet. Er gestand die Tat ein, deren Motive noch unbekannt ind. Der vierte Insasse des Zimmers, der 29jährige Winge, ist unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet worden. Winge behauptet, aus Furcht vor Hamann über die Taten geschwiegen zu haben. Oer Derwaltungsrat der Reichsbahn. Freiherr von E l tz - R ü b e n a ch hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft folgendes Schreiben gerichtet: „Die Nachricht von dem Eisenbahnunglück bet Groß-Heringen, das zum Weihnachtsfeste viele glückliche Menschen in große Trauer versetzte, hat mich auf das Tiefste erschüttert. Ich bitte, den Verletzten und den Hinterbliebenen der Getöteten meine wärmste Teilnahme zu übermitteln." Wessel-Schule, in der Reichsstatthalter Gauleiter S a u ck e l den Zug erwartete, bildeten Fahnen- abordnungen Spalier. Beileidskundgebungen Der französische Minister für öffentliche Arbeiten, Laurent-Eynac, sandte aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Groß-Heringen an den Reichsverkehrsminister folgendes Telegramm: „Tief bewegt von der Nachricht über das Unglück von Groß-Heringen bitte ich Sie, meine aufrichtige Teilnahme im Namen des Ministeriums für öffent- lche Arbeiten und der französischen Eisenbahnen entgegenzunehmen." hierauf antwortete der Reichs- und Preußische Verkehrsminister, Freiherr von Eltz-Rübenach, folgendermaßen: „Für Ihre Teilnahme an dem schweren Unglück, das die Deutsche Reichsbahn und das deutsche Volk am heiligen Abend betroffen hat, sage ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank." Karte zu dem Eisenbahnunglück in Thüringen. (Scherl-M.) herbeigerufen. Der Rundfunk trägt bie traurige 'Nachricht in jedes deutsche Haus; millionenfach 'steigt Mitgefühl mit den Opfern auf, dringt als :Kräft zu den Helfern. Die aber bergen Opfer .auf Opfer, tragen sie auf Bahren, Brettern, .Leitern den Aerzten zu, sorgen für den Abtransport der Verwundeten, schaffen die Toten tn Oie Kleine Friedhofshalle von Groß-Heringen. Infolge des Tauwetters und andauernder Regenfälle werben Teile Süd- und Mittelenalands von großen Ueberschwemmungen heimgesucht. In Porkfhire ist der Fluß Derwent innerhalb 24 Stunden um 2 Meter gestiegen. In Leicestershire sind die beiden Städte Ashby und Barrow durch weite Überschwemmungsgebiete vollständig von der Umwelt abgeschlossen. In den Grafschaften Warwick- shire und Wiltshire stehen mehrere Ortschaften teilweise unter Wasser, lieber den Kanal wüteten schwere Stürme, die eine starke Behinderung der gesamten Schiffahrt mit sich brachten. Der deutsche Schlepper „Seefalke" rettet einen englischen Dampfer. W- irbeüs'Mw iv", bet 3eil Mujohrsbol' spricht er zullen Pionien für bie ge- gemeinen m abgelach ch gleichzeilig er mit Freude teljahr ihre» Haden. Dan" den Aus« lit sich bringt i und Mittel für bas kom> in. Das neue itwilklung der cheibend fern- . Die weibliche MW % der jur 3» enarbeitsbienlj Breitling und ft raue na1' ärtig n°>h h-»d- und °« mit d't ,erden. M-1 lienll I#' uf di-I--. 3^ den 8*' m d-- m*; ,n 8r«u«« «tM» Ä beit und viel M di- «• ^5 *» b“l. gliche, sL >ü(t. Le. des „Daily legypten und Herflug, '.chi mehr 'n Sorin oßnahme |(j chwieriykeiteil l >n Italien schwarzer Fleck. . , ; In Großheringen hängt aus fast ledern Haus die Fahne auf h a l b m a lt oder mit dem schwarzen Flor als Zeichen des Mitempfindens mi den vom Unglück Betroffenen. Sie stammen fall alle aus der näheren oder weiteren Umgebung. Der verunglückte Zug war ihr hundert- und tausendmal benutzter Bringer zur Arbeitsstätte und zur Fahrt nach Hause. Die ganze Gegend steht unter dem Eindruck der Katastrovhe. Ja" sagt mir ein Hotelier in Kölen, „wenn man f0 'jn der Zeituna lieft von einem Eisenbahnunglück ober sonst einer Katastrophe, so liest man bas ohne große Erregung. Es ist meist well weg, unb kommt ja immer wieder einmal vor Aber wenn man es so ganz in der Räbe erlebt- Er kann kaum weiter sprechen in Erinnerung an die Um glücksnacht. Das Unglück ift allenthalben das einzige Gesprächsthema. Und immer wieder ist jemand da, der einem sagt: „Es ist sonst der Zug, mit dem ich auch immer abends von Der Arbeit nach Hause fahre. Aber .Heiligabend kam ich schon einen Zug früher. Sonst — Sie schaudern bei diesem sonst und können es noch nicht ganz fassen, daß sie e i n e m V e r h ä n g n i s entgangen sind. * gilbet und Nacht senken sich wieder über die Un- olncksllätte, als mich der Zug, der mich noch House bringen soll, noch einmal daran üorüberfnhrt. Alle sind erorisfen. Im Nebenabteil steht ein Mann mit einer Frau. Fast noch wie im Traum saat er zu ihr: .Wenn ich am Heiligabend nicht noch die Windschuhscheibe für bas Auto hätte holen müssen, wäre ich auch in dem Zuge gewesen • Das 30 Opfer feffgesteXt Wie bie Reichsbahndirektion Erfurt mitteilt, konnte jetzt eines der drei bisher noch unbekannten Opfer des Eisenbahnunglückes von Groß-Heringen festgestellt werden. Es handelt sich um eine Frau Rosa Schmalz aus Groß-Welsbach im Kreise Langensalza, deren Mann sich ebenfalls unter den Toten befindet. Don den bisher ermittelten 32 tödlich Verunglückten (nicht 33, wie es ursprünglich hieß) sind damit 30 namentlich festgestellt. Noch unbekannt sind bie Leichen zweier Frauen im Alter von 40 bzw. 65 Jahren. ei. fQmer !"? uni ineöens nÄ Die ifICn>* ln einer fle, °'en, ab e. Meek r deinen Wenige Stunben nach dem Bekanntwerden des Unglücks fahre ich der Katastrophenstatte entgegen. Halle, Naumburg ziehen vorüber. Dann ist die Ünal ü ck s st ä 11 e erreicht. Ganz langsam gleitet per Zug vorbei — man starrt hinaus. Dicht am Bahndamm Trümmer, die sich im Dunkel der Nacht verlieren, ein paar Arbeiter im Schein von Fackeln ■ bei Aufräumungsarbeiten; bas leichte hanbgelander der schmalen Brücke ist zerrissen; mitten auf der Brücke brennt ein Feuer, von zmei Beamten be- wacht. Dort unten arbeiten wohl die P i o n i ere a u s R i e s a. Ein schmales, dunkles Band, krümmt sich die Saale in der Tiefe. Vorüber geht es an em paar zerstoßenen Wagen, am schwersten getroffen .ein Wagen zweiter Klasse, z u f a m m e n g e bir u cf t w i e eine Harmonika. Die Unglucksstatte ist in weiten Bogen ab gesperrt SS. und Polizei bilden den Kordon, der den Rettern und Helfern die nötige Bewegungsfreiheit für ihre Arbeit Jidjern soll Aber er ist kaum nötig. Man hort mehr den ßärmber Mrbeit, denn daß man 'hren Fortgang sehen kann. Gegen Morgen kommt Ablösung Für Die Pioniere. . Noch immer brennt das Feuer auf der Brücke. Aber seine leuchtende Kraft wird schwacher gegen den aufdämmernden Morgen. Es dauert wohl eine Stunde, bevor man das Bild ganz erfassen kann. * Wie ein großes S krümmt sich die Saale schmal aber mit starker Strömung tn die Landschaft. Heber den oberen Bogen dieses S geht die schmale steinerne Brücke, auf der das Unglück ge» chah. Vier Pontons sind in den Fluß gebracht Mit ihrer Hilfe suchen die Pioniere die Saale nach den letzten Opfern ab, bergen sie bie letzten Trümmer ber abgestürzten Wagen. Auf bem Bahndamm links von ber Brücke liegen bie zusammen- aetragenen Trümmer ber nerungluctten und zer- störten Wagen. F a h r g e st e l l e, S i tz e, T u r e n Wandteile — alles zusammen em großer kohlenoxybgasvergistungen In einer französischen Kirche. Einen tragischen Verlauf nahm, wie erst jetzt bekannt wird, eine Mitternachtsmesse am heiligen Abend in der Kirche in Salins-les-Bains in der Nähe von Lyon. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als plötzlich einer der Chorknaben, bie vor bem Altar ftanben, z u f a m m e n b r a ch. Wenige Sekunben später fiel auch ber Geistliche bewußtlos zu Boden. Während einige beherzte Männer den beiden zu Hilfe eilten, entstand unter den Kirchenbesuchern große Aufregung, die sich bis zur Panik steigerte, als auch von den Zuhörern zahlreiche Männer, Frauen und Kinder in Ohnmacht fielen. Man stellte fest, daß dem Ofen K o h - lenoxydgas entwichen war. Die Kirche wurde daraufhin sofort geräumt. Neben dem Geistlichen, der am schwersten vergiftet ist, leiden etwa zehn Kinder und Frauen an mehr oder weniger schweren Vergiftungserscheinungen. Vier Menschen beim Skilaufen tödlich verunglückt. Wie aus Chur gemeldet wird, verschüttete auf der Flix an der Julierstraße ein Schneerutsch drei 16- bis 18jährige Züricher Gymnasiasten, die mit anderen Kameraden Ski fuhren. Die drei Leichen wurden geborgen. — Bei Davos gerieten zwei 15- und 18jährige Brüder aus Schaffhausen beim Skifahren während eines starken Sturmes in eine Lawine, wobei der jüngere Bruder getötet wurde. Zwei Knaben im Schnee verschüttet. Eine bemerkenswerte Bergungsfahrt ist, wie aus ; Belfast gemeldet wird, während der Weihnachts- j feiertage von dem deutschen Schlepper „See- । falte" vollbracht worden. Im Hafen von Queens- , toron fing der Schlepper am 18. Dezember die SOS-Rufe des Londoner Frachtdampfers , „Tower Ensign“, ber mitten auf bem Norbatlantik < feine Schraube verloren hatte unb bei schwerer See hilflos trieb. „Seefalke" eilte bem Eng- länber sofort zu Hilfe unb konnte ihn nach vier Tagen, 750 Meilen von ber irischen Küste entfernt, unter den größten Schwierigkeiten in Schlepp nehmen. Nach mehrtägiger Fahrt, währenb ber bie Bergungsfahrt häufig durch schwere Stürme gefährdet war, gelang es bem beutschen Schlepper, den Dampfer in den Hafen von Belfast einzuschleppen. Dreißig Personen bei einem Dacheinsturz verletzt. Im Orte Cardazzo bei Stradello (Oberitalien) stürzte bei einem Tanzvergnügen plötzlich das Dach des Tanzsaales ein. Die Gebälktrümmer und Schneemassen stürzten auf die Tanzenden herab. Etwa 30 Personen erlitten Verletzungen. Einige Schwerverletz te mußten sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Die Schneemassen, die sich auf dem Dach angehäuft hatten, und die Regengüsse scheinen den Einsturz verursacht zu haben, zumal das Gebäude schon seit längerer Zeit baufällig gewesen war. Massenvergiftungen mit geschmuggeltem Whisky. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat die am 31. Dezember 1935 infolge Ablaufes ihrer Amtszeit aus dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft ausscheidenden Mitglieder, und zwar die Herren Georg Körner, Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft „Verkehr und öffentliche Betriebe", Albert P i e tz s ch, Präsident der Industrie- und Handelskammer München, Oberbürgermeister Karl Renninaer, Kurt Freiherr von Schröder, Präsident der Jndustrie- und Handelskammer Köln, Herbert Stenger, Stabsleiter des Verbindungsstabes der NSDAP., Dr.-Ing. Fritz Todt, Generalinspekteur für das deutsche Stratzenwesen, für die am 1. Januar 1936 beginnende dreijährige Amtsperiode zu Mitgliedern des Verwaltungsrates wieder ernannt. Die Neuwahl eines Vertreters der Dorzugsaktionäre im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft für den verstorbenen Staats- sekretär a. D. Bergmann findet demnächst start. M fpri*1 ibfutrf- h-w»' » Uhr bi« 19j' „Der Zug, mit dem ich sonst auch immer fahre Bericht von der Großheringer Llnglücksstätte. In Winterberg (Sauerland) ereignete sich ein : Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die beiden etwa 12 Jahre alten Schüler Robert Schö11ler und Fritz Abel aus Winterberg übten an einem Schneeabhang das sogenannte Lawinenspringen. Die mächtige Schneewehe geriet plötzlich ins Rutschen, zog die beiden Knaben in die Tiefe und verschüttete sie. Der eine der beiden Jungen hatte noch die Kraft, sich an die Oberfläche zu arbeiten, wo er völlig erschöpft liegen blieb, während Schöttler von den Schneemassen begraben wurde. Vorüberkommende Wintersportler entdeckten den bereits bewußtlosen Abel. Sie benachrichtigten die Sanitätsstation, die den Jungen bergen konnte. Erst gegen Abend bemerkte man bas Fehlen bes zweiten Knaben. Man begab sich sofort auf bie Suche, boch konnte er aus den Schneemassen nur als Leiche geborgen werden. Föhnreetter in den Bergen. Aus den bayerischen und Allgäuer Bergen wird gemeldet, daß der. F ö h n während der Weihnachtsfeiertage dem Schnee arg zugesetzt hat. Mit der ersten Stunde bes ersten Weihnachtsfeiertages setzte ber Südwinb so heftig ein, baß sich in vielen Talorten am zweiten Feiertag bereits bas verblaßte Grün ber Wiesen zeigte und mancher, der mit den Brettern gekommen war, seine Hoffnungen buchstäblich verrinnen sah. Ja, es hat sogar Leute gegeben, die statt der Skitour nur mit den Stöcken allein zu einer Bergwanderung aufbrachen. Auch in Innsbruck und Umgebung herrschte während der Weihnachtsfeiertage ein ausgesprochenes Föhnwetter. Die Temperaturen erreichten 15 Grad Celsius. Schweres Unreeller in Spanien fordert 18 Todesopfer. Aus Nord- und Westspanien werden orkanartige Stürme und starke Regenfälle gemeldet. Die Flüsse Guadiana und Tromes sind um drei Meter gestiegen und überschwemmen das Land bei Badajoz und Salamanca. Brücken- e i n ft ü r g e und Unterspülungen von Häusern haben bisher 14 Todesopfer gefordert. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Teilweise wurden auch Friedhöfe von der Flut aufgewühlt, so daß die Leichen im Wasser schwammen. Der । Schnellzug Madrid—Badajoz entgleiste infolge , Erdrutsches. Mehrere Personen wurden leicht ver- ; letzt. In der Provinz Caceres stürzte eine Brücke , über den Fluß Tiertar ein, als gerade ein mit vier t Personen besetzter Kraftwagen darüberfuhr. Die Jn- . fassen ertranken. Auch in der Meerenge von i Gibraltar herrscht heftiger Sturm, der die Postver- . binbung nach Ceuta laymlegt. Ein Schlafwagenschaffner schweizerischer Staatsangehörigkeit uno zwei österreichische Staatsbürger wurden in Mailand wegen Devisenschmuggels verhaftet. Der Schaffner hatte einen Betrag von 200 000 Lire in Banknoten im Schlafwagen versteckt und über die Grenze zu schmuggeln versucht. Bei einem der beiden Mittäter fand man über 100 000 Lire in Banknoten und 200 Stück Wertpapiere. Die Täter wurden zu Geldstrafen in höhe der beschlagnahmten Summen verurteilt und des Landes verwiesen. Einer der drei Devisenschmuggler hat sich außerdem wegen des Besitzes eines falschen Passes zu verantworten. 35 000 Mark veruntreut. Ein Angestellter bei der Kreissparkasse in Koblenz hatte es dieser Tage durch äußerst geschickte Machenschaften verstanden, sich 35 000 Mark anzueignen. Durch die ständig durchgeführten schar- fen Kontrollmaßnahmen wurden die Verfehlungen aber bereits wenig später festgestellt. Der Kriminalpolizei gelang es, nach wenigen Stunden den Täter zu ermitteln und festzunehmen. Nach stundenlangem Kreuzverhör mußte er schließlich unter dem Druck des Beweismaterials sein hartnäckiges Leugnen aufgeben. Er hat bann ein volles Gestänbnis abgelegt. Die bereits nach verschiebenen Richtungen verschobenen 35 000 Mark sind restlos wieder herbeigeschafft. Schwere Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern in Kalkutta. In Kalkutta kam es im Defchabandu-Park zu schweren religiösen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohamedanern. Zwei Personen wurden getötet und 15 schwer verletzt. Die Gegner benutzten Stöcke und schwere Steine als Waffen. Ein großes Polizeiaufgebot mußte eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Doppelmord im Armenhaus. Groß-Heringen, im Dezember. Als am Weihnachtsabend in ber 3e'* 19 unb 20 Uhr in Kösen, Bab Sulza, Großheringen unb allen Orten ber Umgebung bie Sirenen Alarm brüllten, bie Feuerhorner erklangen, gab es keinen Branb burch einen Weihnachtsbaum. Don Iben Sammelplätzen aus sprang em Gerücht durch •bie schneevermummten,. winkligen unb bergigen Straßen ber Orte: Eisenbahnunglück an iber Saale brü cf e in Groß-Heringen. Da ist es mit ber Weihnachtsstimmung vorbei, jetzt gilt es, httfe bringen, Menschenpflicht erfüllen, helfen, ret- ten, so viel möglich ist. . Die Hilfszuge ber Eisenbahn eilen herbei, aus Naumburg unb Weißenfels, aus Weimar und Erfurt. Militär roirt) mobilisiert, ber Arbeitsbienst «4 offen. .out IVj >r AS '# in'Kj ««' ■r i6;V n,s% «’J Inn« # gilt In Aliquippa (Pennsylvanien) erkrankten zahlreiche Personen nach bem Genuß von soaenann- tem „Mondschein-Whisky", den sie bei Weihnachtsfeiern zu sich genommen hatten. Bisher sind sechs Personen gestorben. Das Befinden von mehreren weiteren Erkrankten ist sehr ernst. Amerikanische Flugzeuge bekämpfen einen Lavastrom. Zwölf amerikanische heeresflugzeuge haben den Auftrag erhalten, auf den von dem Vulkan Mauna Loa herabfließenden Lavastrom, der nur noch sechs Kilometer vom Wasserwerk der Stadt hilo (hawai) entfernt ist, Bomben abzuwerfen, um dadurch den Lavamassen eine andere Richtung zu geben. Falls der Bombenabwurf erfolglos fein sollte, werden 50 heeresingenieure versuchen, den Laoastrom durch Dynamitsprengungen in Richtung auf das Meer abzulenken. Die Lava, den seit einigen Tagen in ständigem Vordringen begriffen ist, hat bereits große Gebiete von Weideland und Waldungen vernichtet. Nach einer ergänzenden Meldung hat eines der Flugzeuge zehn 600-Pfund- Bomben auf die Spitze des Lavastromes abgewor- fen, dessen zischende und tosende Feuerzunge in einer Breite von etwa 70 Meter auf das Wasserwerk der Stadt hilo vordringt. Die anderen Flug- zeuge bombardierten inzwischen aus großer höhe den Krater des Mauna Loa, der seit dem 21. No- oomber fortgesetzt große Lavamassen ausstößt. Man will versuchen, durch die Bombenabwürfe den Von unserem Sonderberichterstatter. Wie die Reichsbahnbirektion werter mitteilt, werben nach bei ber Kriminalpolizei in Groß-Heringen eingegangenen Mitteilungen noch sieben Per- onen von ihren Angehörigen vermißt. Aufopfernde Tätigkeit der Pioniere. Entgegen ben zuerst auftauchenben Vermutungen stellte sich halb heraus, daß kein W a gen bes Personenzuges in bie Saale gestürzt war, aber erhebliche Wagenteile, bie auch Menschen mit in ben Fluß hineinrissen. Durch ben Zusammenstoß hatten sich die Oberteile der Wagen auf der Brücke xum Teil gelöst, die Türen waren aufgesprungen, so daß Menschen und Oberteile von Wagen in den Fluß geschleudert wurden. Binnen kurzem gelang es ber aufopfernben Arbeit bex Pioniere, aus ber etwa brei Meter tiefen eiskalten Saale mehrere Leichen zu bergen. Diese Arbeiten wurden mit allen technischen Hilfsmitteln, z. B. auch durch das Ziehen von Netzen, vorgenommen. Dank des Einsatzes der Pioniere ist es gelungen, daß gerade an dieser so besonders schwierigen Unglücksstätte die Leichen sehr schnell aus den Fluten der Saale geborgen werden konnten. Ueberführung der Opfer nach Apolda. In dem stillen Kirchlein in Unter-Neusulza, vor dem ein Doppelposten der SS. die Ehrenwache für die dort aufgebahrten Opfer des Eisenbahnunglücks hält, standen 15 Särge, jeder mit dem Namen des barin Ruhenben versehen und mit einem Kranz geschmückt. Am Freitagabend hielten große Lastwagen, mit schwarzem Tuch verhängt, vor ber Kirche unb vor bem Leichenhaus bes Frieb- hofs, wo weitere 13 Tote aufgebahrt waren, um bie sterblichen Ueberrefte ber Opfer nach Apolba zu bringen. Die Bevölkerung ber Ortschaften, burch bie sich ber Trauerzug bewegte, bilbete mit Fackeln Spalier. So fuhren bie zehn Wagen ' bis an bie Stabtgrenze von Apolba, wo bie Trauer- 1 feier ftattfinbet. Ueberall sink bie Flaggen auf ' halbmast gesetzt. Vor bem Eingang zur horst- Wetterbericht des Relchsreetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt Die Großwetterlage befindet sich in einer neuerlichen Umgestaltung. Der bisher bei Irland liegende Tiefdruckwirbel hat -sich ostwärts in Bewegung ge- setzt und damit noch einmal die Zufuhr feucht-warmer Meeresluft auf das Festland verstärkt. Don seiner Rückseite her bringt aber jetzt etwas kühlere Meeresluft nach, so baß vor allem roieber in ber höhe mit Abkühlung zu rechnen ist. Die Unbestän- digkeit ber Witterung bleibt jeboch vorerst noch erhalten, ebenso werben bie Temperaturen noch über bem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Aussichten für Sonntag: Veränderliche Bewölkung mit wieberholt teilweise schauerartigen Nieberschlägen (auch im Gebirge zunächst noch Regen) bei lebhafteren von West brehenben Winben Abkühlung, doch für die Jahreszeit noch immer zu Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 28. Dezember: morgens 1 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum — 0.2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Dezember: abends 0,1 Grad; am 28. Dezember: morgens 0 Grad Celsius.. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden. Wintersportnachrichten. Rhön : Wasserkuppe: Bewölkt, + 3 Orab, 15 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski unb Röbel stellenweise möglich. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2).21. XI. 35: 11030. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig seine Kundschaft, seine Freunde und Bekannten zum sind. Kassenstunden nur von 8-13 Uhr. Jahreswechsel beglückwünschen will wählt dazu am zweckmäßigsten eine Reichsbankstelle Gießen 7623 D Bekanntmachung Ihre Vermählung geben bekannt Verlag des Gießener Anzeigers 7529 D Markt ist in der Gießen Dessau 7681 V Bezirkssparkasse Giefeen 7641V 05526 K Lieferant aller Krankenkassen aisov 7517V Drei Bücher von den Wundern der Kleinwelt! Hugo Vermühler Verlag ♦ Verlin-Lichlerfelde ausgenommen werden Verlag derSttbenerSüqeigers 7626 A Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Glückwunsch-Anzeige im Gießener Anzeiger Bestellungen der Anzeigen für die Silvesternummer möglichst frühzeitig erbeten > r ?• >. Dipl.-Zug. Werner Blancke Lui'semari'e Blancke, geb. Zörb Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank u. Disconto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H.» Gießen tirttspellor iör grüOeres Gebiet gesucht! ____Itithcs MMschirK unö gleiche Hot läüt hell uns sehen, bah mir Brüher sinh, läßt hell uns lohen, bah hie Dflicht gebeut, butth fiilfo lall gomilbort unter Sthmotj, durch Boittanb untre £aff erleichtert [ein. Die unterzeichneten Geldinstitute geben bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Dienstag, dem 31. Dezember 1935, nachmittags geschlossen | Verkäufe | I Plerd, 1 Vogelsberger Fahrkuh u.lleicht.Motorrad zu verkauf, ossii süUNSvülhM. 152 Im hiesigen Bezirk haben wir noch ein Inspektorat zu besetzen. Herren, die sich der Aufgabe, das vorhandene Vertretemetz zu verwerten und auszubauen, mit Erfolg zu unterziehen vermögen und sich durch Fleiß und Energie eine Existenz gründen wollen, bitten wir um Einreichung vollständiger Bewerbungsunterlagen. Die Stellung ist mit Gehalt, Reisespesen sowie Abschluß- und Umsatz- Provision ausgestattet. CONCORDIA Lebens- Versicherungs-Bank, Ak- tien-Gesellschaft, Köln a. Rh.,Maria-Ablaß-Platz 15 28. 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Die Gewinne, die in dieser Kolonie in guten Zeiten erzielt wurden, klingen Heuzutage fast unglaubhaft. Wenn eine Zuckeraktie aus Java nur meinte. Das soll nicht in Einzelheiten verfolgt wer- < den (jeder mag es sich selbst im Film ansehen) — ■ aber es ist Zeit, nun ein Wort über dre Regie zu i sagen. Wir finden es meisterhaft, wie der Spiel- i (eiter Carl Froelich das Drehbuch, das wir nur ' in den Umrissen seiner Fabel skizziert haben, in Szene setzt: wie er die beiden Handlungsreihen nebeneinander herführt und miteinander verbindet, nicht mit Worten, mit großem Dialog, sondern optisch, filmisch, in Bild- und Augeneindrucken allein; wie er die Zeit (also doch einen toten Begriff) sinnfällig einführt und mitspielen läßt, denn die Zeit spielt mehrfach eine verhängnisvolle Rolle im Handlungsablauf; wie es die Bestürzung und Sinnverwirrung des Mannes am Steuer erst knapp erzählen läßt, als der Beschauer beides längst greifbar miterlebt hat; hier sieht man an ein paar jäh vorüberstürzenden Bildern, was der moderne Film künstlerisch zu gestalten vermag. Man sieht das auch in einer kurzen Szene im Konzertsaal, welche die Tat in ihrem innersten Seelenantrieb begründet; endlich in jener großartigen Szene im Tanzsaal, in welcher sich innere und äußere Spannung fast zu Überspannen scheinen, in welcher sich Tragikomik der Situation, Verzweiflung, Herzklopsende Angst und aufatmendes Geständnis einer großen Liebe in ein paar Minuten von beklemmender Erlebnisfülle und Konzentration zusammendrängen — auf eine menschlich überaus glaubhafte, zugleich erregende und rührende Weise. — Den Chauffeur spielt Adolf W o h l b r ü ck , was manchen zunächst wundern mag; wir glauben, daß man seine Leistung am besten vom Sprachlichen her würdigt und überschaut: er spielte den großen Herrn in „Regine", er spielte auch den „Zigeunerbaron" zuvor, er galt als „dämonisch" (in einem gefährlich zweifelhaften Sinne) — hier spielt er einen Grandseigneur nur aus Verzweiflung, verkleidet und vor Angst miserabel genug, er spielt einen armen Teufel, den Taxichauffeur Sponer und zwar so wienerisch im Tonfall wie in einem seiner ersten Filme jenen historischen Kapellmeister; und von hier aus erklärt sich sein „Fall", seine Verstrickung, sein Schick- 1 sal; einem Berliner Chauffeur, etwa aus dem , Hinterhaus, wo es Krach gibt, wäre vermutlich nicht passiert, was ihm geschah. So bleibt die Ent- : Wicklung der Rolle folgerichtig auf ihrer inne» i ren Linie: hier ist ein einfacher, ein brauchbarer . Mensch, mit guten Anlagen, ehrgeizig, aber weich, i auch „grantig", nervös und gefährlichen Situatio- : nen ohne kühle Ueberlegung ausgeliefert. Das ist - alles schauspielerisch ausgezeichnet erfaßt — lieber» : Haupt lauter reife-und runde-darstellerische. Leistun- macht. Die Gleichberechtigung der Flamen mit den Wallonen ist wenigstens auf sprachlichem Gebiet theoretisch zum großen Teil bereits erreicht, praktisch allerdings noch keineswegs endgültig gesichert. Aber in der sprachlichen Gleichberechtigung erschöpft sich heute keineswegs mehr die flämische Frage. Roch haben die Flamen nicht den politischen Einfluß, den sie dank ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit im belgischen Staate haben müßten. Ob es ihnen überhaupt gelingen wird, sich im Rahmen des belgischen Staatsverbandes einen solchen Einfluß zu sichern? An dieser Frage scheiden sich die Anhänger der verschiedenen Richtungen im flämischen Lager. Die G r o ß n i e d e r l a n d e r antworten verneinend und fordern die völlige Lostrennung von Belgien. Die katholl- schen Flamen dagegen sind optimistisch und befürworten die Fortsetzung des bisherigen Kampfes unter Anwendung der bisherigen Mittel. Welche Richtung recht behalten und sich durchsetzen wird, ist schwer zu sagen. Auch bei den flämischen Katholiken ist im vergangenen Jahre die Stimmung radikaler geworden und die Idee einer föderativen Gliederung Belgiens hat Fortschritte gemacht. Man hat den Eindruck, daß Entscheidungen reifem die für das flämische Volk und für den belgischen Staat von weittragender Bedeutung sein werden... gen. Da ist Klöpfer: ein berühmter, ein reicher, ein mächtiger Mann; ihn umgibt wahrhaftig etwas von jener Dämonie, die Wohlbrück völlig abgeht; dennoch ist dieser große und berühmte Mann nicht glücklich, sondern am Rande der Verzweiflung und in manchen Augenblicken hilflos wie ein Kind; in solchen Augenblicken bekommt seine harte, dunkle, knarrende, befehlsgewohnte Stimme einen rührenden Anflug vom Schwäbischen — wie aus fernen Zeiten, und auch in dieser Gestalt fallen vom Sprachklang her Lichter gleichsam auf ihr verborgenes Denken und Tun. — Sybille Schmitz, an seiner Seite, eine bestrickend elegante Dame; aber sie kann mehr als Eleganz: ihr Mienenspiel ist von erstaunlicher Ausdruckskraft, es spiegelt in sparsamster Regung alles, was diese Frau bewegt: wache Spannung, Intelligenz, Angst, jähen Schreck, Entschlossenheit, Entsetzen. — Ihr Gegenbild, innerlich und äußerlich, ist Marie Luise Claudius in ihrer Schlichtheit, ihrer ruhigen Klarheit, ihrer großen Liebe, die sich bedingungslos auf Tod und Leben neben den Mann stellt, dem ihr Herz gehört. In kleineren Aufgaben sehr gut: Hilde H ilbe - brand, Salfner und G ü l st o r f f; die Gießener wird es interessieren, Jochen Hauer, früher am Stadttheater, auf ein paar Augenblicke wiederzusehen. — (Europa.) Gloria-Palast: „Krach im Hinterhaus". Hier weht eine ganz andere Luft; dort Budapest — hier Berlin: zwei Großstädte, aber durch mehr als geographische Abstände geschieden: der Fall Mortimer könnte sich auch in einer anderen Stadt schereien in einer von zahlreichen „Parteien" bevölkerten Berliner Mietskaserne entwickelt. Es ist auf den ersten Blick ein Sturm im Wasserglas, eine umständlich ausgesponnene Bagatelle, aber in allen Einzelheiten so prall gefüllt mit realistischen Zügen, mit reichshauptstädtischem Dialekt, mit Mutterwitz und Schlagfertigkeit, mit einer Menge erstaunlich sicher gesehener und erfaßter Typen, daß man erheitert bis zuletzt bei der Sache bleibt, zumal es im Grunde um mehr geht als nur um Klatsch, um ein paar kleine Gemeinheiten und ein paar lächerliche Briketts. Das wird vor allem an der Hauptperson in diesem großen Menschen- und Mieterhaufen klar, an der Witwe Bock. Die spielt Henny Porten, und man ist zunächst ein bißchen besorgt, ob sie die Robustheit aufbringen wird, eine Figur zu zeigen, die mehr als einmal an die berühmte Mutter Wolffen im „Biberpelz" erinnert. Aber außer dem gleichen Klima, wenn man so sagen darf, der gleichen Sicherheit des Auftretens, der gleichen gesunden Witterung für Menschen und Dinge haben die beiden nichts miteinander zu tun. „Die Bocken" nämlich, wenn man es literarisch sagen will, ist eine Art von weiblichem „Michael Kohlhaas", ein Mensch also, „dessen Rechtsgefühl einer Goldwaage glich", und die sich am Ende nicht mehr anders zu helfen weiß als durch das drastische Mittel der mit Krach explodierenden Briketts. Und schon vor ihren letzten Worten im Gerichtssäal, mit denen sie, merkwürdig zeitgemäß, diesem ihrem gesunden Rechtsgefühl Ausdruck gibt, erinnert man sich, daß sie schon ähnliche Gestalten „aus dem Volke" gespielt hat. So wird auch die Witwe Bock unter ihren Händen eine ganz famose Frau, eine prachtvolle Mutter, die Kopf und Herz und Mund- werk auf dem rechten Fleck hat. Um sie herum wirbelt eine Fülle herrlich echter Gestalten, die Hinterhaus und Gerichtshaus durchdringend stimmgewaltig bevölkern: an der Spitze Rotraut Richter als eine .richtige, erstaunlich frühreife „Jöhre", dann Else E l st e r , Reinholt Bernt, Gaston Briese, Ilse Fürstenberg, Hilde Sessa-k, Bienert, Mederow, Winter st ein, Eb- Itt: Ue Sorten ^sbrStfi an feen rik ■—7634p selbst fertig werden. Skandinavische Jugend. Von unserem B.-Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kopenhagen, Ende Dezember 1935. Trotz aller Verschiedenheiten der außenpolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Verhältnisse weisen die drei nordischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen eine gewisse Gleichheit in der innerpolitischen Entwicklung auf. Die drei Länder werden zwar vom liberalen Königstum beherrscht, aber die aktuelle Politik wird praktisch von den sozialdemokratischen Parteien bestimmt. Schon weil die nordische Arbeiterschaft fest und unlösbar mit Nation und Volk verwurzelt ist, verläßt diese Politik im Grundsätzlichen jedoch nie- mals die von den Staatsinteressen festgelegte Linie. Deshalb sind die sozialdemokratischen Parteien in den skandinavischen Ländern mit etwas anderen Maßstäben zu messen, als die frühere SPD. Der dänische Staatsminister Stauning unternimmt kaum einen politischen Schritt von Bedeutung, ohne daß er sich der Zustimmung „Seines Königs" vergewissert hätte. Der populäre schwedische König Gustav sandte vor kurzem dem schwedischen Staatsminister Albin Hansson zum 50. Geburtstag ein Telegramm, das begann: „Ich sende Dir herzliche Glück- wünsche ..." Das sind also Verhältnisse, die sich schlecht mit den Demokratien der anderen europä- ischen Länder vergleichen lassen. Wahlen der letzten Zeit haben gezeigt, daß kaum mit einer wesentlichen Veränderung in der Regie- rungsführung zu rechnen ist. Selbst die norwegisch? Arbeiterpartei, die für ein gewisses Liebäugeln mit Moskau verrufen ist, hat diese platonischen Freundschaftsbekundungen im Hinblick auf die Notwendigkeiten der praktischen Arbeit zurückgeftellt — weitgehend, kann man sagen. Gegenüber diesen festgefügten Regierungen, die zweifellos eine sichere, starke Mehrheit im Volke haben, lassen sich l e b - , hafte Bewegungen unter der politi - i tischen Jugend feststellen. Wenn auch diese • nationale Opposition — konservative Jugend in Dänemark, Nationalsozialisten und Konservative in - Schweden, Nationale Sammlung in Norwegen — - kaum ernsthaften revolutionären Charakter trägt, > so bringt doch diese politische Jugend des Nordens i ihre Anschauungen mit einer Kraft und Zähigkeit Hollands Sorgen. Von unserem -m.-Serichierstaiier. 30 v. H. Dividende brachte, dann galt das Unternehmen noch als ärmlich. Das alles hat sich sehr geändert. Heute hat der Goldstrom aus Ost-Indien ausgesetzt, und anstatt von dort Reichtümer zu empfangen, muß bas Mutterland die Kolonie stützen. Schon das bereitet Sorgen. Aber es ist immerhin zu hoffen, daß die Dinge einmal sich wenden, die Schätze Niederländisch- Jndiens sind ja erst zum kleinsten Teil gehoben. Wesentlich größere Sorgen bereitet der ständig zunehmende japanische Expansionswille der sich in Richtung der ostindischen Inseln dauernd mehr bemerkbar macht. Es fehlt nicht an warnenden ©«immen, die immer wieder betonen, daß das heutige Holland mit feiner östlichen Kolonie steht und fallt, und daß es daher grundfalsch wäre, die Hoffnung ausschließlich auf die Hilfe einer Großmacht ,3U setzen und selbst die Hände in den Schoß zu legen. v v . Durch die immmer schärfer werdenden Einschränkungen im internationalen Warenaustausch sieht Holland heute seine jahrhundertealte Rolle als Vermittler im Güterverkehr der Welt ernstlich bedroht. Es gibt Leute, die das Heil von einer neuen Wirtschaftspolitik erwarten, von einer Industrialisierung Hollands. Aber ein solcher Kurs muß die Niederlande unweigerlich von ihrem großen internationalen Verkehr noch weiter abschnüren. Zudem sind Lebenshaltungskosten und Lebensbedürfnisse des holländischen Arbeiters so hoch, daß ein erfolgreicher Wettkampf auf den Weltmärkten für holländische Jndustrie- erzeugnisse nur wenig in Frage kommt. Die Zahl der Arbeitslosen wächst. Die vielfach marxistischen Stadtverwaltungen treiben eine Steuerpolitik, die den Bestand der mittleren Klasse wirtschaftlich unter» । gräbt. Viele Holländer klagen, daß die Regierung, innerlich nicht ganz einheitlich, die meisten Dinge an . sich herankommen läßt, statt rechtzeitig bie Pro- . bleme mit kraftvoller Hand anzupacken. [ Handel und Verkehr mit Deutsch- i land, die doch immerhin J)as Rückgrat der holländischen Außenwirtschaft sind, werden unnötiger» ■ weise belastetet durch gewisse Presseerzeugnisse, die Rationen im Ausbruch. Sine Umschau unserer Auslands-Korrespondenten an der Jahreswende b e d e , K e st i n, um nur die wichtigsten zu nennen. „Richtig" sind sie alle und alle zusammenge- halten, gegeneinander ausgespielt und auf den rechten Ton gestimmt (einen sehr deutlichen Ton) von Veit Harlan, dem Sohn des verstorbenen Dramatikers, den wir bisher nur als Schauspieler kannten. Er führt mit einem Einblick in das Milieu und die Zusammenhänge, mit einer Beobachtungsschärfe und einem Sinn für die Komik des All- ~ ‘ es eine Lust ist. (Syndicat-Film.) das der belgische Episkopat sich schützend vor die katholische Partei gestellt und einen Trennungsstrich zwischen der Kirche und der Rex-Bewegung gezogen hat. Ob die Bischöfe damit der katholischen Sache einen guten Dienst erwiesen haben, wird vielfach bezweifelt, um so mehr als der moralische Ruf der katholischen Partei doch recht tief gesunken ist. Schon werden Stimmen laut, die den A b - schlutz eines Konkordats zwischen Belgien und dem Vatikan empfehlen, damit die Kirche gegenüber der katholischen Partei unabhängiger werde! Die Vorgänge im katholischen Lager sind symptomatisch und zeigen, daß die geistigen und politischen Umwälzungen unserer Tage auch in Belgien ihre Spuren ziehen. Das Parteiensystem als Ausdruck des Liberalismus und der Ideen von 1789 ist im Niedergang. Der Zersetzungsprozeß hat begonnen. Charakteristisch in der innerpolitischen Entwicklung Belgiens im nun vergangenen Jahre war neben der Krise des Parteiwesens der unaufhalt- ame Vormarsch der flämischen Bewegung, die Schritt für Schritt an Boden gewonnen hat. Die einzelnen Phasen dieses Kampfes der Flamen um die freie Entwicklung ihres Volkstums und ihrer Kultur können in diesem kurzen Aufriß nicht geschildert werden. Im vergangenen Jahre hat diese Bewegung jedenfalls neue Fortschritte ge» (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam, Ende Dezember. Holland, das Land mit kalvinistischer Tradition, kennt nicht den allgemeinen fröhlicken Silvestertrubel, wie er anderswo üblich ist. Lange bevor die Glocken der Alten Pfarrkirche von Amsterdam mit ihrem frommen Spiel das neue Jahr einläuten, schließen Gaststätten und Vergnügungslokale ihre Tore. Nur im Familienkreis und in geschlossenen Gesellschaften wird hier der Einzug des neuen Jahres gefeiert. Heute drückt zudem eine s ch w e r e Sorgenlast der Jahreswende den Niederlanden ihren Stempel auf. Diese Sorgen sind dem oberflächlichen Beschauer auf den ersten Blick nicht gleich sichtbar. Auch heute noch beherrscht der große und alte Wohlstand der Niederlande das äußere Bild. Man muß schon in die Arbeiterviertel Amsterdams und Rotterdams, in die Häuschen der kleinen Gemüse- und Gartenbauer gehen, um die : Nöte der etwa 400 000 Arbeitslosen und der schwer um die Existenz ringenden holländischen Landwirt- : schäft zu erkennen. Was man dort sieht, bietet frei» : (ich ein anderes Bild, als der stolze Reichtum, der i sich hinter den ichönen Portalen der Amsterdamer ; Heerengracht und in den Herrenhäusern des stillen l und vornehmen Haag verbirgt. Aber auch dort : herrscht die Sorge genau so wie in den gemütlichen , und behäbigen Häusern des holländischen mittleren offenbar ihre Aufgabe darin sehen, durch Falschmeldungen über Deutschland und Beschimpfung innerdeutscher Einrichtungen zwischen zwei artoer- verwandten und durch gemeinsame Geschichte verbundene Nationen Unfrieden zu stiften. Die Stimmen, die für eine gerechte Beurteilung der deutschen Dinge laut werden, verhallen. Und doch sind gerade die klügsten Köpfe Hollands, wie etwa der Direktor der führenden Königlich-Niederländischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, I. van H a s s e 11, der Ueberzeugung, daß nur durch einen großen und starken deutschen Außenhandel der niederländische Handel und die niederländische Schiffahrt wirklich gesunden können. Schwerer aber noch als die wirtschaftliche und politische Krise, die Holland eben zu durchleben hat, ist die innere Krise. Das Land befindet sich in einem Zeitpunkt, wo der überspitzte Liberalismus und Individualismus sich totzulaufen beginnen. Die äußeren Anzeichen dafür finden sich in dem ständig zunehmenden Verbrechertum der Jugendlichen, über das die Zeitungen lebhaft Klage führen, ohne den rechten Grund zu erkennen, der schließlich doch nur darin liegt, daß die holländische Jugend zu einer Zeit, wo selbst Offiziere der holländischen Armee es als peinlich empfinden, außerhalb des Dienstes in Uniform zu erscheinen, wo Bolschewismus und Kulturbolschewismus an * den gesunden Wurzeln des Volkes nagen, eine Idee braucht, die die Kräfte dieser Jugend anspannt, große und neue Ziele zeigt. So wird diese Jahreswende für die Niederlande durch den Umbruch gekennzeichnet, der in jeder Beziehung einzusetzen beginnt und der begleitet wird vom Kampf der Generationen. Mit diesem Kampf muß das niederländische Volk L s neue Jahr steht im Zeichen wichtiger Entsprungen in der innenpolitischen Entwicklung £.Eilens Im Oktober finden die Neuwahlen jui Parlament statt. Wenn nicht alles trugt, rvSr!*>n diese Wahlen zu einem Wendepunkt in der plitfien Geschichte Belgiens werden. Es hat den 2:n feein, daß der letzte Tagungsabschnitt der jetzi- c^n Legislaturperiode, zu dem Kammer und Senat sch ün November versammelt haben, auch den 2 1'chluß eines politischen Systems hibcitet, das in Belgien 100 Jahre regiert hat. £an: |am aber unaufhaltsam vollzieht sich auch hier tle Ablösung der Ideen von 1789 durch neue poli- 1936 ftatt A!eß- uni "chen ^ebotschei, 0 W bis nen - v nur die L tijcbi Grundsätze und Formen. >ie sich rX Srjon seit zwei Jahren hat das parlamentarische Wfunn= M m in Belgien praktisch abgedankt. Angesichts ichnsil ck nm fer rwiesenen Unmöglichkeit, mit dem Parlament r tile euen Aufgaben zu lösen, die die wirtschaftliche letnerbp“T. £utb moralische Krise der letzten Jahre auch den arftes finhi Steosrenben in Belgien gestellt hat, sieht sich seit Ä rmumer Zeit schon jede Regierung gezwungen, 4 L Mock bei ihrem Amtsantritt die Uebertragung der lüraermMo, längsten legislativen Funktionen vom Paria - __8 mejg. e. t QUj bi e Exekutivgewalt zu ver- M,29.U- 15-18 Ufir uh. Abonneni. Preise von Wb. 1/50 SMj* um tot* er kleine Mnä- Leibnachtsmal' env.W.BM' mf.-Uung! 14-21.30 W ss® ie ranrgrasw Overette von L Stoltz- , kM Prauel- SpiellettuK Paul Wrede. Sm ää Li seelischen Existenz gefährdet wird. Datz m der NÄ-LeitU^ totale des Chauffeurs Fred Sponer em pahr- ‘ wahrend der Fahrt vorn Bahnhof ms Hotel Erfcioffen wird, das gibt nur den Anstoß; was 0( ■ über das kriminalistische Motiv hinaus reicht Lil den Film viel wertvoller macht als die meist! seiner Gattung, ist der Umstand, daß der rlig unschuldige und ahnungslose Sponer im ^idumdrehen in einen furchtbaren Verdacht gerat r? der sogenannte Zufall das so arrangiert, weil e nicht dazu kommt, die Sache sofort zu melden, rePolizei herbeizurufen, weil er immer mehr Zeit riiiert, plötzlich von wilder Angst gepackt wird, tr arme Teufel, nun eine Dummheit nach der wtern begeht und sich immer tiefer verstrickt... in Ende verfällt er in feiner blinden Angst auf ttiirrfinnige Idee, den Ermordeten (namens Jack S!c~timer) wieder auferfteben und leben zu lassen, i-bim er selbst dessen Rolle weiterzuspielen ver- An diesem Punkt beginnt sich die eine Hand- InAsreihe mit der zweiten in diesem Film zu fr um die zum Glück des armen, verwirrten, w seiner Angst und zuletzt schon von der Polizei letzten auf'die richtige Spur führt: der Tater it ?in Mann, der durch den unseligen Scyuß seine Isim im innersten Kern erschütterte Ehe zu retten Spannungen in Belgien. Ion unserem Dr. £. K.-Äerichterstatter. (Mbrutf, auch mit Quellenangabe, verboten!) Brüssel, Ende Dezember 1935. LiHtsPielhaus : ,Zch war Jack Mortimer". | Programmheft ist leider nicht erwähnt, daß b-. Drehbuch der Thea von ch a r b o u auf einen »"man (gleichen Namens) von Alexander L e r - n -cholenia zuriickgeht. Das ist schon deshalb cltig zu wissen, weil der Fall als beispielhaft Ii n kann: für die Uebertragung nämlich einer '^arischen Vorlage auf die Kamera, was an sich iLÜq geschieht, — aber nur selten w emer so fr üblichen Form. Der Roman war nicht übel, ce der Film ist noch besser, weil er die an sich ton spannende Fabel aufs Aeußerste konzentriert i mit dem geringsten Aufwand an Porten ms il auflöst. Außerdem muß die Ueberschrist beengt oder jedenfalls präzisiert werden: zwar I'.melt es sich um einen Kriminalfilm insofern, a;Ihier ein Kapitalverbrechen verübt und vor den Üu«en des Zuschauers aufgeklärt wird; es wird gitnrt, aber wichtig ist nicht die Tat an sich, auch Mt in erster Linie ihre Motivierung vom ^-ätcr hir Wichtig ist vielmehr das Menschliche und das kck'cksalhafte ihrer Begleitumstände; zu sehen nam- Fih wie ein Unschuldiger in diesen kriminellen toeftanö verwickelt und in seiner materiellen ,1 ,. r , rr 'Ck____ -1 __in HOT Vereine / üirtii Gieß« :>nnt.,ÄL chmilt. 3 Uhr der Turnhalle OswaMaü. Wfe'W t W M. MednivM > Mebotiger. Kinder hiern tat. ein. ler Vereinsführer ÄÄ Siebener tW eben von iaulenba achtel und gdtln iHä dienen 7«nv l mc n. Auch die Regierung van Zeeland hat sich i iiK April gleich für zwölf Monate „Sondervoll- r aacten" ausbedingen müssen, und dabei wird diese Eföc^rung hauptsächlich von der sozialisti- f||4i:n Linken gestützt, die früher immer „Ver- rif geschrieen hat, wenn die bürgerlichen Regie- BinaErt dasselbe System für sich in Anspruch ge- i önmen haben. Dieses pseudo-autoritäre Regime dlesMotverordnungsrechts, das sich in den letzten ^atäen in das politische Leben eingeschlichen hat, Hltd zweifellos den Ueberaang zu neuen Formen L.es!Repräsentativsyftems. An eine Rückkehr zum tiassschen Parlamentarismus der Vor- und Nach- kricszeit glaubt in Belgien ernsthaft niemand mehr. jus Land verfolgt die Arbeit der Regierung LLii Zeeland mit völliger Teilnahmslosig- 1$ L-, Es erwartet nichts mehr von dem jetzigen p»l :schen System, das Enttäuschung auf Enttäu- fhirg bereitet hat. Das Vertrauen der Wähler m Ue Gewählten ist auf den Nullpunkt gesunken. Am (Uhillenbften ist die zunehmende Verschärfung in ! en1 Spannungen zwischen b e r 3 u g e n b ii n: ben Parteien, namentlich bei ben beiden ; rosen Parteien, ben Sozialisten unb ben !ko holiken. Eine unüberbrückbare Kluft hat sich im katholischen Lager zwischen ber jungen Ge- i lerütion unb ben „Alten" aufgetan. Die katholische l^ariei, bie ein Jahrhunbert lang ber „rocher de llKLce“ bes belgischen Staates war, befinbet sich ih iner inneren Krise, bie gerabezu an den Be- Lji ber Partei rührt. Die gläubigen Katholiken lirö namentlich bie ibeal gesinnte Jugenb wendet f id) in zunehmendem Maße von einer Partei ab, {v nicht nur politisch versagt, sondern auch ihre ! tri'en nicht saubergehalten hat. Ur bekannte Vorstoß der jungkatholischen Rex- s Zew e g u n g hat auf diese Zustände ein grelles ; M geworfen. Ihr Führer Leon D e g r e l Ie, hat I »in ursprünglich reinreligiös eingestellte Orgam- • Dtim plötzlich in eine politische Kampfbewegung mieroanbelt, die der katholischen Partei einen »a-ipf auf Leben unb Tob angesagt hat. Es scheint, of diese neue politische Bewegung noch nicht ihre , irt .ültige Form gefunden hat. Die Äugend aber rii । vor allem von ihr angezogen, weil Degrelle • fein unerbittlichen unb kompromißlosen Feldzug eem das heutige System, gegen Parlamentaris- . L Parteikorruption, Freimaurerei und Marxistin eröffnet hat. Großes Aufsehen hat es erregt^ S» Ä Ä is-ÄL Mr o Ä •?»> abspielen, ber Krach im Hinterhaus, so wie man ihn hier erlebt (bas Urbilb bes Films, ein Stück von Maximilian Böttcher, bas bereits erstaunliche Aufführungsserien erlebte, soll auch auf un- ferm Theaterspielplan erscheinen) — biefer Krach ist nur in Berlin möglich, unb nur wer Berlin kennt, wirb ihn völlig zu roürbigen vermögen. Es ist ein schöner unb für 'ben unbeteiligten Zuschauer erfrischender unb erheiternber Krach, ein Krach sogar in zwiefachem Sinne: einmal das, was man volkstümlich auch als „Stunk" bezeichnet, und bann ein Krach im wörtlichen Sinne, bie klangliche Begleiterscheinung einer Explosion: wenn nämlich im Hinterhaus mit Sprengstoff gefüllte Briketts in bie Luft gehen. Jetzt möchten Sie wissen, warum ausgerechnet bie Briketts in bie Luft gehen, unb wer das gemacht hat. Das kommt an ben Tag in einer Gerichtsverhanblung; währenb ber Fall Mortimer vor ber Verhanblung enbete, bildet sie hier das schärfe und eine Kernstück ber ganzen Geschichte, bie sich aus maß-1 tags Regie, daß Uosen, geschäftig treppauf, ireppab getragenen Klat- > zur Geltung, die hier verhältnismäßig ungewöhnlich ist. Die ausgesprochen elastische Haltung, die dem schwedischen und dänischen Volk eigen ist, überbrückt immer wieder scharfe Gegensätze, die nur in den Zeitungen radikal zum Ausdruck kommen. Etwas anders ist es in Norwegen, dessen Volks- charakter sich wesentlich von dem seiner Nachbarnationen unterscheidet. Hier prallen die Meinungen hart gegeneinander, hier gibt es auch gefährliche Spannungen, hier ist ein Boden vorhanden, auf dem die Jugend unter Umständen einmal — nach der einen oder anderen Richtung — eine gewaltsame Entscheidung erzwingen kann. Zur Zeit ist die allgemeine Stimmung in Norwegen — darüber soll man sich als Deutscher, der seine nordischen Ideale gern im Norden verwirklicht sehen möchte, gar keiner Täuschung hingeben — leider antideutsch. Einige Osloer Tageszeitungen der Rechten aber werben stetig und freundschaftlich um Verständnis für Deutschlanb, ohne daß sie deshalb etwa eine revolutionäre Umkehr wünschten. Die Opposition gegen die regierende Arbeiterpartei ist stark und offenbar im Wachsen begriffen; der Widerstand der Jugend gegen die Zwangsherrschaft der Gewerkschaften hat jedoch noch keine Form gefunden, er ist bisher nur räsonnierend und — resignierend. Das Landvolk aber, diese einfachen, geraden, liebenswerten norwegischen Menschen sind konservativ im Sinne der Beharrung beim Gegenwärtigen. Sie wollen ihre Ruhe und ihre Kraft der mühseligen harten Arbeit widmen, durch die sie sich ihr oft kärgliches Brot verdienen. Norwegen ist zweifellos innerpolitisch das interessanteste Land im Norden. Gärungen, Kräfte und Gegenkräfte sind vorhanden — aber nach welcher Richtung werden sie ausschlagen? Das Wirtschaftsjahr 1935. Don Dr. 3, nen, was als volkswirtschaftliche Leistung um 'n höher zu werten ist, als die deutsche Landwirtschaft Ende 1932 zusammengebrochen war. Die Schöpfmg des Reichsnährstandes, sein Aufbau unb bie innen« Ausgestaltung burch bie Marktordnung haben ur« mittelbar dazu geführt, daß bie berüchtigte Preisschere für bie Landwirtschaft geschlossen werd!-« konnte. Auch bie Vorgänge auf bem Fleisch» urJö Fettmarkt, bie sich als Verknappung bestimmt Lebensrnittel ausgewirkt haben, stellen keim» Rückschlag bar, fonbern finb zum Teil burch bis größere Nachfrage zu erklären. Für bie beutst Lanbwirtschaft ist es keine unlösbare Aufgabe, bi« Viehstapeln roieber aufzufüllen, ganz abgesehen bavon, baß bie lanbschaftlich tätige Bevölkerung viel schwerer unter ber Agrarkrise leiben mußte" als heute ein Teil ber städtisch gebundenen Veoöl- kerung unter der nur zeitweiligen Verknappung bestimmter Lebensrnittel leidet. Nichts steht im Mgr,. davon überzeugt zu sein, daß 1936 und die folgenden Jahre die Belebung ber Wirtschaft fortsehei- unb steigern werben, benn die beiden großen Aui-> gaben, bie auf bem Gebiet bes Wohnungsbau-« unb ber Verkehrsentwicklung, insbesondere beim Kraftverkehr, gegeben sind, sind noch zu lösen. P.S, Gei stolz auf dein Deutschtum' Sei stolz auf dein Deutschtum, verleugne es ni$! Auf deine Sprache, dein deutsches Gesicht, Auf deine Ahnen, fo deutsch und so gut, Auf deine Kinder, dein Fleisch und dein Blut. Sei stolz auf dein Erbteil, das deutsche (9emii, Aus all bie Großen von deutschem Geblüt, Auch auf die Frauen, wer kommt ihnen gleich, Häuslich und hilfreich, fo warm und fo weich! In mancherlei Sorge und trübem Geschick Sei dir dein Deutschtum dein Trost und dein Olüd; ; Und sei dafür dankbar wie für ein Geschenk, Daß du ein Deutscher bist, immer bedenk. Und wenn in der Fremde ein Fremdling du bist.. Den man bedränget mit Lüge und List — So bleibe dem Deutschtum getreu in der Not, Ja, bleibe ein Deutscher bis an deinen Tob. Pfarrer Karl Buff, Union, Illinois. und starrt ihn an. „ „Jetzt haben mir rausgebracht, was es t|ti , r schelt Valentin mit geheimnisvoll gebampi Stimme. „Was?" „Kartoffelsalat! Mund, als entschlösse er sich schwer, zu reden, so?» aber doch: „Entschuldigen Sie, Fräulein, was haben 6m denn da?" „Aepfel habe ich mir gekauft", sagt bie Kat!" stabt, mit unsicherem Blick erst auf bie Zwetschgm bann zum fremden Herrn, „Ja — ja — Aepfel!" „Sind das Aepfel?", sagte Valentin, mit beru spitzen Nase zweiflerisch gegen die Tüte hinfchnus- pernd, „— das sind doch Birnen!" Die Karlstadt, leicht betroffen, aber vertrauens voll: „Ich weiß nicht — ich habe Aepfel verlangt, w" hat sie mir das gegeben." Valentin, mit energisch verneinender Kopfbewt" S, aber doch nicht sicher, unb als human beo" :r Mensch auch Irrtum seinerseits vorbehaltenbi: „Vielleicht finb es Johannisbeeren?" „Nein", sagt bie Karlstadt sicher, mit leichte" i Triumph, „bafür finb sie zu groß!" „Ober vielleicht Stachelbeeren?", fängt Valentr: nachbenklich überlegend wieder an, „kann fein, belauf ber Reise von Italien her bie Stacheln gegangen sind — ober —", ein rechthaberischer leuchtet in feinen Augen auf, er ist ber ßöfuns scheinbar nahe, „vielleicht finb es Bananen?" Der anderen Fahrgäste hat sich eine gewisse Up? ruhe bemächtigt. Einige hören erstaunt, einige bw fremdet zu. Eine Frau schüttelt ununterbrochen W1 Kopf. Ihr Mund ist in mahlender Bewegung. lhm Augen schießen Blitze nach den beiden. „Bananen?", sagt die Karlstadt, unb es fä)e,Jr als ob sie biefe Möglichkeit immerhin erwäge, wE rcnb Valentin ihr mit lauernber Gespanntheit Gesicht starrt. Aber schon gibt sie sich einen tletnjj Ruck unb sagt mit einer gewissen, wenn auch ben Herablassung: „Nein, für Bananen finb sie mir zu kurz!" In biefem Augenblick stößt bie Frau in ber U* beibe Fäuste erregt auf ihren Korb, springt ax und schreit in den Wagen: „Nein! Jetzt kann mich nimmer halten! Solche Dummköpfe habe H doch mein Lebtag nicht gesehen. Jetzt kennen o alle zwei nicht einmal, baf^bas Zwetschgen VnD^ Schreit es roütenb, stürmt hinaus unb steigt bie Tram hält gerabe — wutschnaubend aus. Valentin ihr nach: „Sie — Frau —V* Die Frau, mit hochrotem Kopf, breht sich Sb er, ^nlen S iiad) ® □ um] ichni"^ [tgan bQf liiie D°n mW*! ngirroga; -Renten i tzainm ** £ M SM e" O) in d &V Hk1 iiusganc Men bei Wesentlich runb and' Mte 3' Mmatz nflig bei Mckte »lachte- •227) ert Hegenll Das i »ich, dn dient ai lringe 9 ihetwa x> kpreisbl Mtungen^ kAusfcho 3m Mstimn >hen,a ü würben. MH. n getauft. I wnefifl! 3 Seite“ .Mil“ N tem 6 i in den i der 6d ti ber do il Einheit il es sich I Wicht WM bk Blottw j ten vvi st Liang [21n 8 bilder I Auch b t -leichui I wage c 0 Liang- i mit Si H lich at Die [er hsi stie. A Kupfer Deposi flenanr Provir | Mer' ' es .,pi I war d IbonÜJ Iju DO! freien Wurde bericht piergel (1260 b ter Ta bes Pa H ber '-Ree ! pw 1 Mt tw ' Avin -Tha Mg begin körne lotion -wurde Wörter derts Philip Hnesh bis iz r>°n z leben hrt ten C "egel und. r.',- s und J Man 'U'W Jräng W Geschichten aus aller Welt Monty" ist zwar nur ein kleiner Affe gewesen, der Ge amtumiaus von rnexi- „tuumiM o— China auf 500 Millionen ge- ber ft«fl™ mitÄ g ähnelt aber das Begräbnis, das man ihm bereitet, ähnelt W- eugei genbes Wie sie den Affen „Monty" begruben. (u) Chikago. fragte der maßlos erstaunte Professor. Und darauf- hin gestand der Mann vor Verlegenheit stotternd, daß es sich um sein Testament handele Der Mann scheint besonders vorsichtig zu sein und Angst davor zu haben, fein Testament könne verloren gehen, ge- stöhlen werden oder verbrennen. Damit hat er zwar einen sicheren Aufbewahrungsort, aber es fragt sich doch, was geschieht, wenn der Mann — was ja öfter vorkommen soll — sein Testament noch einmal ändern möchte? uttofum1 verleugne e-? i ts 0epd)t, - Io gut, nd dem M tulW »TR BeM nt ihnen.'' i und so r em Geschick ost unbbeiü" ein Geschei ner bedenk. Fremdling L und List - reu in der K i deinen lob. Union, IB! Ds alte China kannte in den Jahrtausenden. sei- rtr beschichte immer nur eine wirkliche metallene (?i7ir-dlage für sein Geldwesen, nämlich Zupfer, an Pracht und Pomp jenen Beisetzungen, die man sonst etwa beim Ableben eines Gangsters gewohnt ist. „Monty" wurde zunächst einbalsamiert. Kostenpunkt 500 Dollar. Dann legte man ihn m einen weißen Plüschsarg, der von zwei Knaben und zwei Mädchen getragen wurde. Auf einem Wagen folgten die Spielgefährten „Montys": eine Bulldogge, eine Katze, ferner zwei kleine Affen und endlich ein Kanarienvogel. Mit in sein Grab gab man ihm seinen Lieblingsball und eine nicht ganz geleerte Flasche mit Emulsion, die er aus Gesundheitsgründen in den letzten Jahren zu sich nehmen mußte. Die Besitzerin war die Millionärin Florence Zeller. — Das war eine typisch amerikanische Angelegenheit. Eine rätselhafte Mhnkrankheit gesehen hat. Flucht durch den Weihnachtsabend. (ha) Kapstadt. ™4- und j On,|olbafei Aschen g, Tagen ft (im) Bogota (Kolumbien). Im allgemeinen pflegt man bei einer langweiligen Unterhaltung zu gähnen, wenn auch aus Höflichkeit verstohlen. Anders ist es aber mit Frau P E Wakelin, einer 42jährigen Mutter dreier blühender Kinder. Sie ist durch einen Scherz ms Gähnen geraten, und dieser Scherz ist, wie wir gleich sehen werden, durchaus nicht billig zu nennen. Vor etwa zwei Monaten erzählte ihr Mann ihr einen „gepfefferten" Witz, über den Frau Wakelin schrecklich lachen mußte. Aus diesem Lachen wurde jedoch, gleichsam in einunddemsel- ben Atemzuge, ein langes Gähnen, und seit diesem Augenblick wird die arme Frau alle vier bis fünf Sekunden, ob sie nun wacht oder schläft, ißt oder arbeitet, pricht oder schweigt, immer wieder von diesem Gähnen befallen. Ihr Mann, ein Taxichaus- feur, hat sie ins Krankenhaus bringen lassen. Aber heute, nach zwei Monaten, haben die Aerzte alle Hoffnung aufgegeben, diese rätselhafte Gahnsucht beseitigen zu können. Die arme Frau leidet sehr darunter, denn sie hat inzwischen nicht nur runö vierzig Pfund an Körpergewicht verloren, sondern mit dem Gähnen haben sich auch chronische Kopfschmerzen, nervöse Gesichtsverzerrungen, dauerndes Sodbrennen und „Schluckauf" eingestellt. Die Aerzte reden der Frau gut zu. Sie hört sich das willig an und — gähnt. „Der Kaufmann von Venedig" — ganz modern. E. Z. London. Der Käsch, der jahrtausendelang allen Anforderungen des selbstgenügsamen chinesischen Wirtschaftslebens als allgemeingültiges und stoffwerthaltiges Zahlungsmittel gerecht wurde, erhielt durch { den Weltkrieg den Todesstoß. Ungeheure Massen , von Münzen wurden eingeschmolzen, um als , Kupfer exportiert und den kriegführenden Mächten zugeleitet zu werden. Die neuen, modern । ausgerüsteten Münzstätten brachten um so größere , Mengen kleiner Silber münzen in Umlauf. China wurde auf diese Weise erst das, wofür es früher irrtümlich gehalten wurde: ein Silberwäh- rungsland. Für alle absehbare Zukunft wird es ein solches bleiben. Die von der Nankingregie- rung geplante „manipulierte Papiergeldwährung' hat nur den Sinn, die Silberschätze des Landes um io besser für Währungszwecke gegen Machenschaften ausländischer Silberpolitiker schützen zu können. Wenn amerikanische Silber-Produzenten glaubten, durch künstliche Steigerung des Weltmarkt-Silber- preises Chinas Silberhorte für eine gewaltige automatische Steigerung der Einfuhr fremder Waren mobilisieren zu können, so übersahen sie, daß nur m dem Maße, wie im Innern des weiten Reiches moderne nationale Macht-, Produktions- und Verkehrsverhältnisse Platz greifen, private Hortner veranlaßt werden können, ihre Schätze vertrauenswürdigen öffentlichen Einrichtungen zur Vers"aung zu stellen. Sie rechneten ebensowenig mit dem Widerstand moderner chinesischer Ausfuhrindustrien, deren Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten durch niedrige Silberpreise gesteigert wird. Der Wider- stand Japans gegen das von der Nanking-Regierung auch für Nord-China beanspruchte Monopol über gehortetes oder umlaufendes Silber zeigt am ' besten, worum es sich bei dem chinesischen Wah- . rungsproblem in erster Linie und in 5öirflid)feit L handelt: um die politische Kontrolle über China! Chinesisches Währungs-Chaos. Äon Otto Cordach f 11 ..prägen" Die Leichtigkeit der Nachahmung jtijre zu Fälschungen, die zuweilen ungeheure Nu.-maße annahmen. Einmal suchte sich die Regie- iiiii der Fälscher dadurch zu erwehren, daß sie die xlrsckücktesten unter ihnen zu — Münzbeamten inac te. Unter dem Tang-Kaiser Kao Tsu (618 bis 6 £7 erhielt der Tsien die Gestalt, die er bis auf die • leimmart fast unverändert beibehielt. jis viereckiae Loch in der Mitte machte es möglich die Kupfermünzen zu je Hundert bis Tau- jtni auf Strohschnüre z u reihen. Der ge- iini» Wert der einzelnen Münze, in neuerer Zeit I tu xh Pfennig, gestattete eine um so genauere * Insbeftimmung und Anpassung an Preisschwan- innen und damit zugleich eine um so gründlichere ' lu'chöpfung auch des niedrigsten Einkommens. Der „Tael". te 1 ou 'S Will tov?- CW-Oiaqe Tur lein y>eiurot?|en, nun»»»/ -7 - r , - ter einb: b er, und in geringem Umfang auch Gold, teuer hiensn zwar seit grauer Vorzeit auch als Zahlungs- Dirtsckl) rrflttö, aber bis in die neueste Zeit btnem nur UeW ma» Gewicht, nicht in Münzform und der Kurs 5ßQuH"___tmirhp nach dem durcb- 5 runb\'?; Segen 3J; Daß man Shakespearestücke in modernen Kostümen aufgeführt hat, ist schon mehrmals vorgekom- men. Namentlich der „Hamlet" mußte daran häufig glauben. Den Vogel hat jetzt das Londoner Croydon-Theater mit einer „modernen" Aufführung des Kaufmannes von Venedig abgeschlossen. Diesmal hatte man sogar die Fliegerei mitspielen lassen. Portias Brief an Dr. Bellario wird durch einen Piloten in Fliegerkleidung überbracht. Shy- lock wird in steifem Hut mit Hornbrille als jüdischer Börsenjobber dargestellt. Der Richter tragt die in England übliche Perücke und einen Kneifer, während unter Portias Anwaltsrobe Pyjamabeme hervorguckten. Die Jugend von Venedig amust^t sich natürlich in Abendanzügen und tobt, falsche Nasen im Gesicht und Kinderballons in der Hand, 3u der Musik von Leierkästen auf den Platzen der Stadt herum. Der junge Gobbo wird von einem Mädchen als gummikauender Straßenjunge dar- gestellt usw. Die englischen Zeitungen sind darüber nicht gerade entzückt, obwohl sie diesen modernl- sierten „Kaufmann" nicht für einen solchen Fehlschlag halten wie das verrückte Experiment einer „Macbeth"-Aufführung in modernen Kleidern. Das Testament ans dem Nucken. (z.) Paris. Als unlängst ein Arzt in einem Spital auf dem linken Seineufer einem Patienten die Lunge abhören wollte und ihn aufforderte, sich frei zu machen, da zeigte der Mann ein recht verlegenes Gesicht. Er zögerte sichtlich, sein Hemd auszuziehen und sträubte sich so lange, bis der Arzt ungehalten und schließlich grob wurde. Aber als der Professor und seine Assistenten den entblößten Rücken des Patienten sahen, verstanden sie dessen Verhalten denn sie erblickten auf besagtem Rücken acht deutlich emtato- wierte Schriftzeilen. „Was soll denn das heißen,'' Seit vier Jahren war Stephan Astenrod m Südafrika unterwegs gewesen. Als es schlecht gmg m Johannisburg, hatte er sein Bündel geschnürt und war auf eigene Rechnung auf die Diamantensuche gegangen. Doch erst nach drei Jahren hatte er Glück gehabt. Nun wollte er zu Weihnachten wieder zu Hause sein. Ein paar hundert Kilometer war er in unwegsame Diamantenzonen eingedrungen. Er war einsam geblieben, bis auf ein paar Mischlinge, die sich gerade in den letzten Wochen m seiner Nähe herumgetrieben hatten. Eines Tages beging er die Unvorsichtigkeit, ihnen von seinen Funden zu erzählen und gleichzeitig zu verraten, daß er bald nach Hause reise. Als er nun feinen Heimweg antrat, mußte er feftftellen, daß er verfolgt wurde. Es gelang ihm anfangs nicht, zu durchschauen, wer nachts die Wege zurücklegte, die er am Tage durch- dritten hatte. Schließlich aber machte sich ejn Schwarzer an ihn heran und warnte ihn. Dieser Schwarze, der bei der Missionsgesellschaft gearbeltel hatte, verstand ein wenig Englisch ynd Holländisch und hatte ein Gespräch ablauschen können, m dem jene Mischlinge, die sich auf der Spur des Stephen Astenrod befanden, einen Mordplan ausheckten. Schon in der nächsten Nacht kam der Diamantensucher nicht mehr zur Ruhe. Er zog es vor weiterzuwandern. Er fühlte immer bedrohlicher die gefährliche Nähe der Verfolger. Als der Weihnachtsabend über Südafrika herabsank, war er nod) 80 Meilen von Johannisburg entfernt; er hatte sich auch mit der Wegstrecke verrechnet. Aber er rettete sich in das Haus eines Buren, der mit feiner Familie das Christfest feierte. In letzter Minute fand er hier Zuflucht. Denn für jenen Abend hatten die Verfolger die Ermordung des Stephen Astenrod vorgesehen. Ihr Plan war, ihn so nahe wie möglich an Johannisburg herankommen zu lassen und dann erst zu beseitigen. Er sollte ihnen nicht nur Opfer, sondern auch Wegweiser fern. Mit Hilfe jenes Buren, der Waffen zur Hand hatte vermochte Astenrod sich durchzuschlagen. Zu Weihnachten ist er zwar nicht daheim gewesen, aber die Flucht durch ' den Weihnachtsabend wird ihm unvergessen bleiben. Chinas Silberhorte. Asien bedeutete schon im Altertum das Meer, in das sich die Silber- und Goldströme des Weltverkehrs hauptsächlich ergossen. Neben Indien bildet China noch immer das Hauptaufnahmebecken. In beiden Ländern gibt es heute wie vor Jahrtausenden die meisten Leute, die Ersparnisse machen, außer der eng begrenzten Erwerbung von Grund- eigentum keine Möglichkeit, solche sicher anzulegen, als das Hamstern von Juwelen und edlen Metallen. Bei der Dichte der Bevölkerung sind die Möglichkeiten, Land zu kaufen, beschrankt. Juwelen und Gold können nur sehr reiche Leute erwerben, aber Silber ist als bevorzugtes Tauschmittel zur Schatzbildung in größeren, kleinen und kleinsten Mengen allgegenwärtig. Sach- verständige schätzen, daß es heute noch vier Milliarden Unzen Silber in Indien gibt, in China und den übrigen asiatischen Lan- Flucht vor Spatzen. U. Z. ® u b a p e ft. Budapest scheint die spatzenreichste Stadt der Welt zu sein. Don Zeit zu Zeit, wenn die Spatzen- plage Überhand nimmt, erscheinen in den Zeitungen wütende Proteste von Budapester Einwohnern. Da aber die Spatzen keine Zeitungen zu lesen pflegen, verhallen die Proteste ungehört. Schließlich kann man ja von der Stadtverwaltung nicht verlangen, daß sie der Spatzen wegen sämtliche Bäume niederschlagen läßt. In einer Straße der ungarischen Hauptstadt haben sich nun aber die Spatzen offenbar allzu ungebühr- lich benommen. Die Bewohner der Straße haben nämlich unisono ihre Wohnungen zum 1. Februar als Protest gegen die Spatzenplage gekündigt. Aus irgendwelchen geheimnisvollen Gründen zieht es Die Spatzen gerade nach dieser baumbestandenen Straße, und sie vollführen dort den ganzen Tag über einen ungeheuerlichen Lärm. Man hat versucht, die Spatzen zu zählen, und ist angeblich auf mehrere Tausend „pro Baum" (!) gekommen. Wer itzt am besten auf der Welt? Ga. Liverpool. Ein Dr Stephens von der British Medical Association hat kürzlich eine Weltreise nur zu dem Zweck unternommen, um festzustellen, welches Volk am besten ißt. Ihm kam es dabei weniger auf die raffinierteste und wohlschmeckendste als auf die ge- fü triefte Diät an. Nach den Forschungen des Dr. Stephens schneidet Europa hierbei außerordentlich schlecht ab. Selbst England wurde allem Lokalpatriotismus zum Trotz von Dr. Stephens verworfen. Dem britischen Arzt zufolge haben nämlich die Ja- paner die bei weitem beste Diät. Sie besteht im Durchschnitt aus Reis, Reis und nochmal Reis, dazu Eiern, Gemüse, Obst, Sojabohnen, Oel, Fisch und nur wenig Fleisch. Die Bewohner von Hawaii hatten einst eine derbe und gesunde Diät — Dr. Stephens vergleicht sie mit der alten irischen — jetzt habe aber die amertfa- Nische Küche auf den Inseln ihren Einzug gehalten, und infolgedessen gehe es auch mit der Gesundheit der Hawaier bergab. Die Chinesen ernährten sich, meint der Küchenweltreisende, nach den Japanern am besten. Ihre Küche, in der das Huhn die Haupt- rolle spielt, sei die beste der Welt. Früher hätte man auch die Iren zu den guten, das heißt, gesunden । Essern rechnen müssen, als auf ihrem Küchenzettel . noch Kartoffeln, Milch, Eier, Käse, Fisch, Schinken i und Küken gestanden hätten. Jetzt sei die irische - Küche „degeneriert" durch den Einfluß der anderen europäischen Nationen, deren Diät „gefährlich" sei. .'Dollar" ist der angelsächsische Ausdruck für ,Dh a l e r". Das Wort Thaler entstand als Abkur- :)r.g aus dem „Joachimsthaler Groschen", der zu Stginn des 16. Jahrhunderts, bevor die Silber- l'lt »me aus der neuen Welt reichlich flössen, inter- miionale Verbreitung und Geltung genoß. So oinrbe diese Münze zum Stammvater aller Dollarnoten. Schon im ersten Viertel des 16. Jahrhun- teUts führten die Spanier von ihrer Basis auf den Äppinen aus ihren „Carolus-Dollar" an hiLesischen Küstenplätzen ein, der sich in Schanghai ä 1856 behauptete. Da er um diese Zeit em Agio oel 30 0. H. erreichte und dadurch das Geschafts- tten erheblich störte, wurde er als Buchwährung N r ch den T a e l ersetzt. Mit dem überwerti- r Carolus-Dollar räumte großenteils der Schmelz- icgel auf. Dafür kamen peruanische, bolivianische ir)o chilenische Dollars in Umlauf. Inzwischen hatte te: zuerst 1824 geprägte mexikanische D 0 l - .cur, in seiner Heimat „P e s 0" genannt, seinen 5 »qeslauf begonnen; er verbreitete sich über ganz ](tb= und Südamerika, lieber die pazifischen Inseln ■irö Japan im Jahre 1854 an die chinesische Küste jexmqt, konnte er hier rasch alle früher einge- iirten Dollar-Sorten ganz in den Hintergrund Jr maen. 1911 wurde der Oefamtumlauf von mexi- ’tr-ifdjen Dollars in CJ— *nn Oer Ursprung des „Käsch" Gammlungen alter chinesischer Kupfermünzen tiEn seltsame, kleine Haushaltsgegenstände, Mes- sr, Spaten, Schellen usw. darstellende Formen auf. dem das Heft andeutenden Teil des Meffer- odte, einer runden Scheibe mit quadratischem kod in der Mitte, entstand um 660 vor unserer Zeit echnung, der „T f i e n", den die Engländer in t?r Neuzeit „cash" tauften, nach dem singhale- siichn Wort „kasi", „kleine Münze". Der „8t n", ursprünglich etwa 30 Zentimeter im Durch- r refi r, wurde^ von seiner Entstehung an bis zum S'.mjang des 19. Jahrhunderts in Formen g e - j:ofien, nicht geschlagen. Die Herstellung des 5'sia:je aushelfen, auf die man vor dem Umlauf von Wg-Stücken in Schuhform bei den geringsten nii Silber vollzogenen Handelsgeschäften ausschließ- iks angewiesen war. „fliegendes Geld". 3er, zu rtben. was habe» ich wM iuf die W- - ia-y Dalentin,.b iie Tüte W ien!" f aber velvo Lepfel verlol 'inender id als HM- chitsvorbe?' >eren?" , Mer, mit "ffS) 'S Banane", id) eine geD . erstaunt,'k nunter^ der 1 beiden- # nbt UNd 7 , mir »u.Ai ! «»'U ,» Hullrich-Salz ffg Kolonialmächte im Vorteil » tt. ge und zum Bauen Danksagung. Großen-Linden, den 27. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Sonntag. 29. Dezember, nachmittags 2% Uhr, Gießen (Kaiserallee 6). Frankfurt/M. - Fechenheim, 28. Dezember 1935. von Obergasse 4 aus statt. 05512 0557? tc Homberg (Oberhessen), den 28. Dezember 1935. 7628 D 7625 D err Ko oie 5a er das Döi t i fei lit 'hi 1 wU ter er regelrecht gemästet, und aus den ungefähr eine Million Eiern, die das Karpfenweibchen von April bis Mitte Juni legt, wachsen die Fische schnell heran. Daß die Karpfen für die Teichwirtschaft i n besonderen Brutteichen herangezogen werden, gehört zu dem verwickelten Betrieb der Teichwirtschaft, die möglichst spezialisiert und die Silvesterkarpfen in der gewünschten Größe von etwa 3 Pfund auf den Markt bringt, obgleich der Karpfen bedeutend schwerer werden kann. Bor allem die Karpfenmilch gilt als Delikatesse, aber auch die Leber kann mitgekocht werden. Größere Karpfen werden der Länge nach getr't. Die deutsche Karpfenzucht hat ! h im Jahre 1935 durchaus normal entwickelt. In den letzten Jahren wurde auch die Teichbewirtschaftung dem Reichsnährstand angeschlossen und nach Möglichkeit wurden die Preis- und Absatzverhältnisse geregelt. Der kritische Zeitpunkt im Herbst, der für gewöhnlich bei den beginnenden Teichabfischungen einen Preisdruck gerade für Karp- „ _ „ I länder nicht verarbeiten können, bleibt den übrigen getroffen, daß das britische Weltreich mit! Nationen überlassen. Ionien haben hauptsächlich Baumwolle, Kautschuk, Kakao, Palmkerne nach Deutschland geliefert, die Kaffeeplantagen in Deutsch-Ostafrika entwickelten sich besonders günstig. Deutschland lieferte dagegen Eisenbahnwagen. Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Maschinen, Eisenwaren, Textilien und dergleichen. Alle diese Kolonien sind uns durch die im Versailler Friedensvertrag enthaltene Lüge von der kolonisatorischen Unfähigkeit der Deutschen geraubt worden. Im September machte der englische Außenminister Hoare in Genf den Vorschlag, das Problem unter Wahrung des jetzigen Besitzstandes der großen Kolonialreiche so zu lösen, daß den keine Kolonien besitzenden europäischen Großstaaten der Zugang zu den Rohstoffquellen erleichtert werden sollte. Das Prinzip der offenen Tür ist zwar von Holland und England, diesen beiden großen Kolonialmächten, im Prinzip offen aufrechterhalten worden, aber die rohstoffarmen Länder Knaben-Institut Lucius Gegründet 1800 Korsthaus bei Echzell (Odeichefsea) Dir nehmen Ihnen die Sorge für die Erziehung Ihres Jungen ab. Sei ollen Vorzügen eines Landhelmes lehrplan- gemäßer Unterricht in tleinen Klaffen, Erziehung zu selbständiger Arbeit. Sehr gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Sexta - Untersekunda - Dberrcalschule - Realgymnasium. Gbersek.-Relfe a. d. Nnsialt Veste Empfehlungen, prosp. frei I Leitung: Dr. Lucius Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und all denen, die ihr das letzte Geleit gaben, sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Müller für die trostreichen Worte am Grabe. Für die Hinterbliebenen: Th. Balser, Postassistent i. R. Am 27. Dezember entschlief ganz plötzlich nach kurzem Leiden unsere liebe Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Christina Velten, geb. Leun im Alter von 70 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Familie W. Hofmann V. Familie Joh. Leun XI. (irad erst erst 1 vor bet IN Dor fühl gW wie me: aü bü glc w' Kl 8' de gi zu de S m ni de Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.BJO Franz WIA Co.. Gießen Selters weg 44 .1mxa Der Gilvesterkarpfen. Das wichtigste Erzeugnis der deutschen Teichwirtfchast. Kunst und Wissenschaft. Der Komponist Alban Berg f. Der Komponist Alban Berg ist, 50 Jahre in Wien einem schweren Herzleiden erlegen, io- seinen Werken ist das Musikdrama „W o z z e k" über zahlreiche Bühnen in der ganzen Welt gegangen, Der Schriftsteller Paul Bourgef f. In Paris ist der französische Romanschriftstchf Paul Bourget im Alter von 83 Jahren storben. Er stammte aus Amiens und hat \\(t — abgesehen von Dramen und Novellen — nr einer Reihe von psychologischen Romanen eine: Namen gemacht; die bekanntesten sind „ Un crimi d’amour , „Le Disciple" und „Le Divorce". Düchertisch. — Werner Sombart: Das ökono. mische Zeitalter, zur Kritik der Zeit, durch gesehener und durch Zusätze erweiterter Abdrut aus dem Buche „Deutscher Sozialismus". Verlor Buchholz & Weißwange, Berlin-Charlottenburg 2. Preis 0,90 RM. — (508). — Berge und Heimat. 48 Aufnahmen am dem Lande der Dolomiten von Pepi Walber-Brixen. Volkskunstverlag Richard Keutel, Lahr in Baden Preis 1,20 RM. — (575) — Mit großem Genuß werden die vielen Wanderer in der Dolomiten- gegend Südtirols die prächtigen Bilder schätzen len nen. die in diesem kleinen geschmackvoll ausgestatte- ten Bändchen zusammengetragen sind. leben hauptsächlich von der Verarbeitung dieser Rohstoffe, und nicht nur in kritischen Zeiten werden doch die Länder bevorzugt, in deren Besitz sich die Kolonien befinden. Der „Economist", das angesehene Londoner Fachblatt, hat die Feststellung getroffen, daß das britische Weltreich mit! liche Produktion gerade in Karpfen hat sich fe[» stark den inländischen und wirtschaftseigenen Futter Mitteln zugewandt. Auf der Fifchzüchterver, sammlung in Kottbus, also auf der frühere, Karpfenbörse, wurde bekanntgegeben, daß ein un ungefähr 10 v. H. geringerer Ernteertrag in diese, Jahre zu erwarten sei, aber die Befürchtungen sind nicht im erwarteten Maße eingetreten. Wichtig ist vor allem, daß die Einfuhr Qt1 Karpfen aus dem Auslande nachgelassen hat. Im Jahre 1931 führten wir noch 17 233 Dop, pelzentner an Karpfen aus dem Auslande ein; bg. von nicht weniger als 8618 Doppelzentner aus kn» garn und 4940 Doppelzentner aus Jugoslawin Im letzten Jahr ist diese Ziffer auf 4657 Dopp^ | Zentner zurückgegangen und der deutsche Markt js,! freigeworden für den Absatz von Karpfen aus scher Erzeugung. Nachdem die Weihnachtsgans ih^ Dienst getan hat, ist also der Karpfen zu ei^ normalen Preis auch in seiner Hochsaison schwinglich geblieben. Wenn am Silvesterabend der Karpfen, unser wichtigster Süßwasserfisch, auf den Tisch gebracht wird, ist man sich der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses schmackhaften Fisches kaum bewußt. Und doch stellt die Karpfenzucht einen volkswirtschaftlichen Faktor von nicht zu unterschätzender Bedeutung dar. Zunächst ist der Karpfen, von dem wir drei Sorten unterscheiden, den W i l d k a r p - f e n, der ein regelmäßiges Schuppenkleid trägt, den Spiegelkarpfen, der wenige große Schuppen hat, und den Lederkarpfen, der schuppenlos ist, ein Erzeugnis unserer künstlichen Teichwirtschaft. Diese Teiche finden wir bereits im Mittelalter, da vor allem die Mönche Wert darauf legten, während der langen Fastenzeiten die Fische bequem zur Hand zu haben. Diese Teichwirtschaft ist ein besonderer Zweig der Landwirtschaft und vor allem im östlichen Deutschland wird sie sehr intensiv betrieben. Der Karpfen nährt sich hauptsächlich von Fliegenlarven, Kleinkrebsen, Muscheln, Schnecken; in den Teichwirtschaften wird Wichtig« Neuerscheinung für Tflanjenfreunbc! Pflanzengeographie Deutschlands Dargestellt nach eigenen Beobachtungen und unter Berücksichtigung der Karten und der Literatur vonDr.Kurt Hueck, Privarüozent an der Universität Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staat! Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. 160 Seiten Text mit etwa 100 Karten und Ab« bUdungen im Text, etwa 150 Abbildungen auf 180 einfarbigen Tafeln in erstklassigem Kunst- buchdruck und 10 mehrfarbig. Degetationskarten Auf zahlreichen und ergiebigen Forschungsreisen durch alle Teile der deutschen Landschaft und bei der Durchführung umfangreicher Kartierungsarbetten konnte der Verfasser sich mit einaehenden Studien, Untersuchungen und Feststellungen über die Degetationsverhäitnisie aller deutschen Landschaitsgebiete jeweils an Ort und Stelle beschäftigen und so einen umfangreichen Wisiensstoff auf Grund eigener Beobachtungen ansammeln, wie er noch in keinem Werke dargestellt worden ist. Dieses Werk bietet nicht aus Büchern zusammengetragene, althergebrachte Weisheit, sondern ist dar Ergebnis lebendiger und neuzeitlicher Forschungsarbeit. Subskriptionspreis bei Bestellung bis spätestens 1. Oktober 1935: in 20 monatlichen Lieferungen je RM. 1^0 (später je RM. 2,20), in Halbleder gebunden (Lieferung nach Fertigstellung) RM. 45,— (später RM. 50,—). Verlangen Sie bitte da» ausführliche Werbeblattl Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde fen mit sich bringt, wurde in diesem Jahr zieinklz glatt überwunden. Der Erzeugerpreis ging fe[f(| unter 65 Mark zurück. Der Großhandelspreis spielte um ungefähr 75 Mark. Die teichwirtschoh Wieder den beliebten billigen Koks aus Keflellösche 3SotD Berlkoks, ca. 10/20 mm Körnung frei Keller ä Ztr RM. 1.00 Levarierter Koks, 20/40 mm Körnung, frei Keller * Ztr. RM. 155 sowie alleBrennfloffe-u billigsten ^.agksvreisen in nur erstklassiger Qualität u. vromvter Lieferung. Gebr. Kahl, Kohlenhandlung Gegründet 1870 "rlenbon Q12R7. rote Beiträgen der Bücher, Waren« eingangsbücher, Revisionen, Ein« richtung u.ltberroachung vonBuch« führungen, Aufstellung v.Bilanzen und Anfertigung von Steuererklärungen werden sorgfältig und ge- ivnsenhaft ausgefübrt. Schr.Ang. unt. 05102 a.d. Gieß. Anz. erbeten- Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigte« Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht mehr als 50 Prozent die Weltproduktion von Wolle, Jute, Gummi, Nickel und Gold kontrolliert, ferner mit 30 Prozent oder mehr die Welterzeugung von Mangan- und Chromerzen, von Zink-, Blei- und Zinnerzen, und mit 20 Prozent oder mehr die Weltproduktion von Silber, Kupfer, Kohle, Weizen, Pflanzenölen, Kopra,. Baumwolle ufw. Die Vereinigten Staaten sind führend in der Erzeugung von Nicht-Eisenmetallen, Baumwolle und Petroleum; Frankreich in Eisenerzen und Bauxit, Holland beherrscht die Märkte für Kopra, Gummi und Zinn. Brasiliens Kaffee-Ernte beträgt nahezu 73 Prozent der Welterzeugung, und die Mandschurei liefert fast 77 Prozent der Weltproduktion von Soyabohnen, die für die internationale Pflanzenölwirtschaft von ganz besonderer Bedeutung sind. Dagegen ist Deutschland sehr rohstoffarm, nur an Braunkohle liefert es fast 78 Prozent der Welterzeugung und von Kali 64 Prozent. Der größte Teil dieser deutschen Erzeugung wird aber vom Inland ausgenommen. Dagegen teilen sich Großbritannien, Frankreich Holland, das moskowitische Rußland und die USA., die 47 Prozent der Gesamtbevölkerung der Erde umfassen und 61 Prozent der Weltoberfläche im Besitz haben, in die wichtigsten Rohstoffgebiete, und nur deren Ueberschuß, den die Mutter- Anfertigung von Samen-unOSin- öer - ©atOetoöe billigst 06516 Frankf.Str.34v» Briefumschläge bei Brühl, GleBen Hartbrenuholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 383d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Mark. Str. 24. Eine einzige Ziffer beleuchtet schlagartig die Bedeutung großer Rohstoffgebiete für das industrialisierte Mutterland. Während der Welthandel in den letzten Jahren erheblich zurückging, ist die Ein- und Ausfuhr der britischen Inseln zwischen ihrem eigenen Wirtschaftsgebiet und den Kolonien erheblich gewachsen. Äm Jahre 1931, also vor den Ottawa-Verträgen, die eine engere handelstechnische Bindung des Mutterlandes und der Dominions bezweckten, betrug die britische Einfuhr aus dem Reichsgebiet noch nicht 29 v. H., während in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres diese Einfuhr bereits über 38 o. H. ausmachte. Die britische Ausfuhr in die Dominions ist ebenfalls im gleichen Zeitraum stark gestiegen, sie macht heute fast die Hälfte des britischen Handels aus, nämlich 47,4 v. H. Abgesehen davon, daß die britischen Dominions dem Bevölkerungsüberschuß des Mutterlandes die Tore geöffnet haben, ist also der Warenverkehr gewissermaßen das Rückgrat des englischen Handels. Die indirekten Auswirkungen des Kolonialbesitzes bestehen vor allem darin, daß die Kolonien einen Teil der jungen Leute des Mutterlandes für die Verwaltungen ufw. benötigen, weiter Ingenieuren und Technikern, Baumeistern und Schulmeistern einen erweiterten Wirkungskreis geben. Ferner wird auch die Schiffahrt begünstigt insofern, als die Verladungen der Güter zumeist auf im Mutterlande heimischen Schiffen vorgenommen werden. Schließlich ist auch die Währunasfrage nicht zu unterschätzen, wenn auch nominell die englischen Kolonien eine unabhängige Währung haben. Denn die dem Sterling-Block angeschlossenen selbständigen Länder hoben in den ersten neun Monaten dieses Jahres ihre anteilige Ziffer an der englischen Ausfuhr gegenüber 1931 um 4,6 v. H. gesteigert. Hinzu kommt die Wichtigkeit der Kolonien für die einheimische industrielle Produktion. Sie nehmen in erhöhtem Maße, je nach dem Stand des kolonialen Fortschrittes, Eisenbahnmaterial, Autos ufw. auf, und die geschuldeten Beträge werden durch die Lieferung von Rohstoffen abgetragen. Zum Beispiel hatten sich die Fehlbeträge im Handel Deutschlands mit seinen Kolonien ständig verringert. Die Einnahmen der deutschen Schutzgebiete betrugen im Jahre 1913 rund 68 Millionen Mark, die Ausgaben 106 Millionen Mark. Aber der Saldo verringerte sich, je mehr die Kolonien aufblühten. Im Jahre 1904 betrug er noch rund 80 Millionen Mark gegenüber 40 Millionen im Jahre 1913. In den Jahren 1907 bis 1912 stieg die Einfuhr aus Deutsch-Ostafrika und Kamerun auf 50 bzw. 34 Millionen Mark. Die afrikanischen Ko- Für die beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, den katholischen Schwestern für die aufopfernde Pflege, sagen wir herzlichen Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers König am Grabe, der Gesangs- abteilung der Lokomotivführer und allen denen, die ihm das letzte Geleit gaben, sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marg. Friedrich Klein-Linden, Bergstraße 13, den 29. Dezember 1935. 7h37D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Ditzel, Apotheker. rür die überaus herzliche Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer: brau Lina Will, geb. Horn und Kinder Steinbach, den 27. Dezember 1935. 05508 Danksagung. Jur die überaus wohltuende Teilnahme, die uns bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen in so reichem Maße erwiesen wurde, insbesondere für die trostreichen Worte treuen Gedenkens durch seine Amtsbrüder, die Kirchen- Vorstände und Gemeinden Äleichenbach, Holzheim, Oorf-Gill und Aulendiebach, die Ev. Frauenhilfe, sowie für die erhebenden Klange der Kirchenchöre, des Posaunenchors und Gesangvereins und die zahlreichen Kranzspenden danken wir herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emilie Freitag, geb. Weber. Äleichenbach, den 27. Dezember 1935. Gießen, den 28. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, 29. Dezember, nachmittags l1/,Uhr statt 7649 D 0552Q Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute um 11 Uhr meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter gc Ql tl D n C d fi S ii Die Beerdigung findet Montag, den 30. Dezember, nachmittags 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. -Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen. In tiefer Trauer: Emmi Driesch, geb. Luft Herta Driesch Karl Kobel Die trauernden Hinterbliebenen : Anton Ohly nebst Angehörigen Hörnsheim, Großen-Linden, den 27. Dezember 1935. Katharine Ohly geb. Mack nach schwerem, in Geduld ertragenem Leiden im Alter von 64 Jahren zu sich zu nehmen. 9. p n n Statt besonderer Anzeige Heute Nacht verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Tochter, meine liebe gute Schwester, meine liebe, unvergeßliche Braut Elfriede Driesch im Alter von 25 Jahren. *rv '* • 3^4 Wh « im Bauer r mani anzenst-v^ lphie -Jnftito üegröMM nblfft*ge|ürblt SuMiiflb.Ztldlla inWmKltbrjto IlnntlntnRIofa, ifMnblgtr Irttil t an au^edchw ia - ünterjefnnbfl • Rtalgymnofitui r a. ö. flnstal! ;tn. Piofp. /all lr. tuciui iWpA sellöfcke 20 nun te I Str M s, 20/40 u' »Ztr.» itofrcüubillir nur erflklm nvter Vieirrr jhlenhandk "Menbtm 5 Aufnahmen i WaLer-Lr' Lahr in & ' großem & .der Mir 'lder schätze 'voll ausge" sind. d» 8«il, h 'eiterter Ab! Jismus*. $ir -harlottenbuk! schäft »it. m ^n. . BeIt 8egan°, urgel f. 83 wahren J5 und haj JlüDellen - Romanen f sK „ Un er Divorce". (lelnanzelt ermäßll1 r.:M i Bucker, Lc Revisionen lackungvM ®ss , M-nl« urbenfcn* 00M*iS KS- "-K nnte gj S-KZ SF k. <®ti6 >* -n'K Ulm,, H “Uf bt ’A»! bÄ «IraA"« ' *ü A «jk*» ÄS rPfen >u , Hochsaison Samstag, 28. Dezember (935 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Ur. 302 Drittes Blatt iWeihnachtsseierimEvangelischenSchwestemhaus • ffipftprn nnrhmittaa fand Tageskalender für Sonntag. mancherlei Wettbewerben, fertiggebracht, etwa in der Form von Girlanden, qe Menschen, gelegentlich I die im Mittelpunkt der Stube Zusammentreffen Die Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Krach im Hinter- — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ich war .....— GRG.: 20.30 Uhr im Bovisten zu Muttern und Vatern, ein schönes Weihnachtsfest als dauernde Erinnerung an ihre Dienstzeit erleben zu lassen. Wenn in solcher Weise bei einer berittenen Truppe Weihnachten begangen wird, so ist es selbstverständlich, daß die Soldaten auch den Stall nicht vergessen, in dem die vierbeinigen Kameraden des Militärdienstes ihr Heim haben. So hat man denn auch noch den Stabsstall in ein geradezu fes liches Weihnachtsgewand gebracht. Die Stallgasse deckt durch die ganze Länge des Stalles ein prächtiger weinroter Läufer, zu dessen beiden Seiten nach den Buchten der Pferde zu ein wunderbar geschicktes Flechtwerk aus Stroh, das die Kanoniere unter Anleitung von erfahrenen Vorgesetzten und Kameraden selbst hergestellt haben, den schönen Abschluß bildet. Mitten in der Stallgasse aber steht em prächtig geschmückter Christbaum, der auch hier an den weihnachtlichen Charakter dieser Tage in schöner Weise erinnert. und zur Decke emporstreben, eine Art Weihnachtskrone zu schaffen. Sehr stimmungsvoll sind auch in manchen Stuben Beleuchtungskörper und in einer Stube winzig kleine, farbige elektrische Glühbirnen in dem Grün der Tannenzweige und im Zusammenhang mit einer kleinen Nachbildung der Krippe von Bethlehem zur Verwendung gekommen. Durch diesen innigen Weihnachtsschmuck haben alle Stuben einen außerordentlich festltch-anheimelnden Charakter erhalten, der die Erreichung des Wettbewerbszieles bestätigt, nämlich die jungen Soldaten, die vor wenigen Wochen zur Erfüllung ihrer Wehrpflicht in die Kaserne eingezogen sind und aus dienstlichen Gründen zum Weihnachtsfest nicht heimfahren konn- sämtlicher Schüler-Abteilungen. Der Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 29. Dezember bis 5. Januar. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns berichtet: Gestern nachmittag fand im Evangelischen Schwesternhaus eine Weihnachtsfeier statt und zwar für alle jene älteren Damen, die seit Jahren in Für den Schmuck-Wettbewerb waren den wetteifernden Stubengemeinschaften Preise als Belohnung ihres Mühens in Aussicht gestellt worden. Die Preisbewertung erfolgte am vorigen Samstag im Zusammenhang mit der Weihnachtsfeier. Bei der überall zutage tretenden vortrefflichen Leistung der Stuben war es sehr schwierig, die allerbesten Ergebnisse zu ermitteln und mit der verdienten Belohnung zu bedenken. Als Preise waren den Stubengemeinschaften Bilder des Führers und Ober st en Befehlshabers unserer Wehrmacht zugedacht. Den ersten Preis der Unteroffizier st üben erhielt die Stube des Unteroffiziers Kilthau; den ersten Preis der Mannschafts st üben errang d,e Stube des Gefreiten Blum. Nicht minder vortrefflich geschmückt waren auch die übrigen preisgekrönten Stuben, die mit dem zweiten, dritten, vierten und fünften Preis belohnt wurden, und alle Anerkennungen verdienten ferner die anderen Stuben, für die Preise leider nicht mehr zur Verfügung standen, die aber in dem uneingeschränkten Lob ihrer Offiziere und Unteroffiziere ebenfalls reichen Lohn für ihr eifriges ideelles Streben erblicken können. Dieser neuartige Schmuckwettbewerb ist, als Ganzes betrachtet, eine neue prächtige Leistung unserer Gießener Artilleristen, die für diese, festliche Gestaltung des Weihnachtsfestes alle Anerkennung verdienen. Die schöne Ausschmückung der Stuben wird sicherlich auch am morgigen Sonntag, an dem Die Artillerie-Kaserne — wie mir an anderer Stelle unseres heutigen Blattes mitteilen — zum Besuche durch die Zivilbevölkerung offensteht, verbicnter- : maßen das volle Lob der Besucher finden. Sonderveranstaltung. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Krach im Hinterhaus". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ich war Jack Mortimer" - Turnverein 1846 Gießen: 15 Uhr Weihnachtsfeier opferbereiter Arbeit ständig Näharbeit für das Schwesternhaus und für die Kinderkrippe leisten, ohne dafür irgendwie entschädigt zu werden. Das Schwesternhaus bereitete den Frauen aus diesem Grunde eine Feier, wie sie schöner nicht gedacht werden konnte. An der Feier nahm auch der frühere SuperintendentOber- kirchenrat Wagner teil. Die Schwestern hatten den zu ebener Erde liegenden Saal auf das prächtigste ausgeschmückt. Eine schöne Krippe in transparentem Bild stand im Mittelpunkt des Raumes und mehrere geschmückte Christbäume bildeten fast eine grüne Wand. Diele figürliche Darstellungen, unter die Christbäume gestellt und schön beleuchtet, erzählten die Weihnachtsgeschichte. Der Tisch, der zu einer Kaffeetafel hergerichtet worden war, war mit mehreren Adventkränzen geziert und prangte im Glanze vieler Kerzen. Die Weihnachtsfeier selbst Das 18. Jahrhundert kannte eine große Anzahl von Karpfenrezepten. An der Spitze (was ihre Zahl betrifft) steht ein französisches Kochbuch vom Jahr 1739 mit achtzehn Zubereitungsvorschriften-, die Zahl von acht Karpfenrezepten, die das niedersächsische Kochbuch des Jtzehoer Stadtkochs Marcus Looft anführt, mutet dagegen fast dürftig an. Im „Hamburgischen Kochbuch" vom Jahr 1788 finden sich dann wieder fünfzehn Anweisungen, und über ein Dutzend weist auch ein Wiener Kochbuch vom Jahr 1824 auf. Da die Rezepte in den verschiedenen Kochbüchern sich nun keineswegs glichen, so sollte man glauben, daß für jedermanns Geschmack gesorgt gewesen wäre: ynd doch ist nicht jedermann des Karpfens Freund: Brillat-Savarin, der französische Feinschmecker und Kochkünstler des 19. Jahrhunderts, erwähnt feiner in der berühmten „Physiologie des Geschmacks" oder „Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse" ebensowenig wie der Gans, und auch bei den ebenso bedeutenden Gastronomen Rumohr und Blumenröder findet man kein Wort über ihn, obwohl sie alle sicherlich nicht durch den alten Aberglauben behindert wur- den, daß durch den Genuß des Karpfensleisches Haus . .. „der Magen leichtlich erkältet, der Stein im Geblüt Jack Mortimer . gemehret, Verstopfung und ein tägliches Fieber er-1 Haus Familienfeier. Links- Die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Mannschaftsstube des Gefreiten B l um - R echt s : Blick in eine ebenfalls sehr schön hergenchtete v Mannschaftsstube. — (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff.) Blick in die preisgekrönte Stube von Unteroffizier ■ ’*,V. C-AAJA. * Weihnachtsschmuck-Wettbewerl) in derGießenerArtillenekaserne Der Nachrichienzug unserer Artilleristen bringt Weihnachten in seine Kaserne. ten zu geloben. Das Gelöbnis wird durch Nachsprechen der Worte abgelegt: Ich gelobe: Ich werde dem Fuh- rer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein und meine Dienstobliegenheiten gewissenhaft und uneigennützig erfüllen. Ablehnung des Gelöbnisses schließt die Einstellung aus und berechtigt bei bereits eingestellten Angestellten zur fristlosen Entlassung." Die Lehrlinge in Heichsbetrieben. In einem Erlaß des Reichsfinanzministers wird ausgeführt: „Als Lehrlinge in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben find in erster Linie Mitglieder der Hitlerjugend und des Jungvolks, gegebenenfalls der SA., SS. und des NSKK. einzustellen, die mindestens seit einem Jahre diesen Gliederungen angehören. Ueber die Annahme anderer Jugendlicher als Lehrlinge entscheiden die zuständigen oberster» Reichs- oder Landesbehörden oder die von ihnen bet auftragten Stellen. Der Nachweis über die Dauer der Mitgliedschaft ist durch eine Bereinigung bet 4hetrejMbm Gliederung führen." folgen kann: sonderlich werden sie denen, so zumi Stein und Colik geneigt, gar verboten". (Solch seltsame Mär nämlich steht zu lesen in älteren Werken. Ebenda aber wird zur Heilung fast aller die-j ser Uebel der sogenannte „Karpfenstein" aus dem Rückgrat des Fisches empfohlen, so daß also Unheil und Heilung gleichzeitig bargeboten wurde.) Wenn heutige Kochbücher auch nicht mehr achtzehn Rezepte aufmarschieren lassen, so steht doch auch heute eine so stattliche Anzahl davon zur Verfügung, daß die sorgende Hausfrau nicht fürchten muß, den Vorwurf des Ct>en erst Dagewesenen zu erhalten. Hier eine kleine Auslese: da ist zunächst der schlicht, blau gekochte Karpfen, dem nicht selten eine Rotweintunke beigegeben wird; dann der gebackene, daneben der mit saurem Rahm usw. gebratene; auch mit Meerrettig kann Karpfen fertig gemacht, oder unter Zutat von Rotwein und allerhand Gewürzen eine Matelote aus ihm bereitet werden. In manchen Gegenden herrscht unbedingt der in Bier gekochte sogenannte „polnische" Karpfen, dem häufig neben allerlei Kräutern und Gewürzen auch Honigkuchen und Rosinen zugesetzt werden. (Eine Zutat von braunem Lebkuchen und Zucker- firup erhält neben allerlei Gewürzen auch der „schwarze ober böhmische Karpfen"). Anbere roieber kochen ben Karpfen „ä la Bourguignonne" in Bur- gunber unb würzen bie Tunke mit Thymian, Basilikum, Sarbellen unb Kapern. Nicht übel ist auch ber Karpfen mit Hechtenfarce gefüllt unb golbgelb gebacken, in einer Hülle aus Butterteigschuppen mit Eierüberstrich, mit Krebsschwänzen unb Sardellen- soße zu Tisch gegeben. Noch vornehmer allerbmgs gebärbet er sich, wenn er „ä la Chambord" zubereitet wirb: ber mit Speck unb Trüffelstreifen gespickte Fisch wirb in Weißwein mit allerhand ausgeklügelten Zutaten weich gebömpft, glaciert unb mit Champignons, würflig geschnittener Zunge, Krebsschwänzen, nicht selten auch noch mit Wachtelschenkeln geziert: freilich ein lukullisches Mahl! Aber gar so viel Drum unb Dran braucht er gar nicht, auch in einfachster Zubereitungsart ist er äußerst wohlschmeckenb, ber Silvesterkarpfen, vorausgesetzt, baß er sich einige Zeit in fließendem : Wasser aufgehalten hat unb kein gar zu bemoostes Haupt war. E- B Dorrwiizen. Sonntag, 29. Dezember, zum letzten Mal das Weihnachtsmärchen: „Der kleine Muck" von W. Burggraf. Spielleitung: Karl V o l ck. Dauer von 15—18 Uhr. Außer Abonnement. Von 19—21.30 Uhr der Operettenschlager: „Die Tanzgräfin" von R. Stoltz. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer, Spielleitung: Paul W r e d e, Tänze: Thery Schultheis. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Montag, 30. Dezember, als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Buhne: „Maskenball", Oper von Verdi. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Der Intendant. Die Karten vom 11. November haben Gültigkeit für diese Vorstellung. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Dauer von 20—23 Uhr. — Dienstag, 31. Dezember (Silvester), das Lustspiel mit Einlagen und lieber- raschungen: „Weh' dem, der liebt" („Der Klapper- storchverband") von Fedor von Zobeltitz. Spielleitung: Heinrich Hub. Die Vorstellung ist aufoet Abonnement. Dauer von 20—22,30 Uhr. Mittwoch, 1. Januar von 19—21 Uhr Shakespeares „Komödie der Irrungen". Spielleitung: Der Intendant. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Freitag, 3. Januar, von 20—22,30 Uhr, die Tanz- und Schlageroperette: „Die Tanzgrafin von R. Stoltz, Musikalische Leitung: Ernst Bräuer, Spielleitung: Paul W r e d e, Tänze: Thery Schultheis. Die Vorstellung gilt zugleich als 12. Vorstellung im Freitag ° Abonnement. — Samstag, 4. Januar, von 20—22 Uhr, zum letzten Mal die „Komödie der Irrungen" von Shakespeare. Spielleitung: Der Intendant. Dorstel- hing der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Buhne. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an ber Abendkasse. — Sonntag, 5. Januar, von 15—17.30 Uhr „Weh' bem, ber liebt" („Der Klapperstorchver- banb") von Febor von Zobeltitz. Außer Abonnement. Kleine Preise. Spielleitung: Heinrich Hu d. Von 19—21 Uhr einmaliges Gastspiel: „Die 8 Entfesselten". Tanz — Groteske — Parobie —Pantomime. Außer Abonnement. Kleine Preise. Gastspiel im Sladllheater Gießen. In der Erstausführung der Operette „Die Tanz- gräfin" am zweiten Weihnachtsfeiertag fang por ausverkauftem Haufe die Partie ber Colette Liffy Chilla vom Operettentheater Stuttgart als Gast. . Wegen bes großen Erfolges, ben bie Künstlerin beim Publikum errang, hat bie Intendanz Frl. Chilla zu einem nochmaligen Gastspiel am Sonntag, 29. Dezember, verpflichtet. Die Vorstellung bauert von 19—21.30 Uhr. Oer Führer: „Mögen Jahrlaufende verKhen, so wird man nie von Heldentum reden und sagen dürfen, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken. Dann wird aus dem Schleier der Vergangenheit heraus die eiserne Front des grauen Sahlhelms sichtbar werden, nicht wankend und nicht weichend, ein Mahnmal der Unsterblichkeit. Solange aber Deutsche leben, werden sie bedenken, daß dies einst Söhne ihres Volkes waren." Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung sammeln am 4. und 5. Januar 1936 für das Winterhilfswerk. Oie Verpflichtung der Reichsangestellten. Tarifordnung für die Reichsangestellten hat folgende Bestimmung erhalten: „Jeder Angestellte hat durch Handschlag dem Führer bes Deutschen Reiches unb Volkes Abolf Hitler Treue unb Gehorsam sowie gewissenhafte und uneigennützige Erfüllung seiner Dienstobliegenhei- verschönten die Schwestern unter der Leitung der Oberschwester Dorothea mit sinnigen Gedichtvortra- gen und mit Liedern, in kleinem Chor gesungen. Schließlich gelangte auch ein symbolisches Weih- nachtsspiel zur Aufführung, das große Freude auslöste. In angeregter Unterhaltung oeramaen Die Stunden des Nachmittags allzurasch. (Aufnahme: Neuner, „Gießener Anzeiger".) Stadttheater: 15 bis 18 Uhr: „Der kleine Muck ; 19 bis 21,30 Uhr „Tanzgräfin". — Gloria-Palast (Seltersweg): 11 Uhr große Kinder- unb Familien- Aus der Provinzialhauptstadt. Vom Gilvesterkarpfen. Der Karpfen wirb in vielen Gegenden unb Familien bereits am Christabenb verzehrt, noch stärkere Verbreitung aber hat er wohl als Silvester- gericht gewonnen. Er blickt auf eine lange Geschichte als Beftanbteil ber guten Küche zurück. Das schwarze Meer ist die Urheimat bieses Fisches ber bisweilen ein wahres Methusalemalter erreichen soll — berichtet boch beispielsweise ber Naturforscher Buffon von einem 150 Jahre alten Karpen unb ein recht ansehnliches Gewicht (bis zu vierzig, fünfzig Psunb) wirklich erreicht. Schon Cassiobor erwähnt ben Karpfen, unb früh erscheint er als Klosterfijch am Bodensee. Ferner wissen wir, baß er im Jahr 1514 burch Leonharb Mascal von Nordfrankreich nach Englanb gebracht würbe, in Dänemark führte ihn 1560 Peter Oxe ein. In Deutschland würbe ber Karpfen allgemeiner bekannt zuerst in Schlesien, von wo ihn 1588 ber Oberst Burggraf von Nostiz in bie Mark Brandenburg brachte. In Altpreußen aber fanb ber treffliche Fisch erst Eingang ums Jahr 1769, in Amerika sogar erst 1850. Man hat häufig von mancherlei Wettbewerben gehört unb gelesen. Junge Menschen, gelegentlich auch ältere Semester, würben dadurch zur Entsal- i iunq aller ihrer Kräfte in ber vielfältigsten Weise I veranlaßt. Eine Neuheit ist aber ein Weih- i nachtsschmuck-Wettbewerb. ben Gießener < Solbaten innerhalb ihrer Kaserne durchgefuhrt haben Der Zweck bieses Wettbewerbs bestand darin, die Werte bes Gemüts burch schone äußere Gestaltung biefer herrlichen Festtage auch innerhalb einer Kaserne zu betonen. Unb ba muß man sagen, baß in ben Unteroffizier- und Mannschaftsstuben der Kaserne des Nachrichtenzugs der I.Adh Artille r i e - R e g i m e n t s 9 ein so reger unb von feinem Ernpfinben geleiteter Wettbewerb weihnachtlichen Charakters zustanbe gekommen ist, rote man ihn sich besser nicht benten konnte, unb rote- er m feinen Auswirkungen jeben aufs angenehmste über» rascht, ber Gelegenheit hat, bie Ergebnisse dieses Mühens in Augenschein zu nehmen. Die Anregung zu ber sinnigen weihnachtlichen Schmllckun?die?e? Kasernenblocks im Wettbewerb ber Stuben untereinanber war von bem Chef pes Nachrichtenzugs Oberleutnant Lenne ben Unteroffizieren unb Mannschaften gegeben worben. Mit Begeisterung nahmen bie Artilleristen diese Auf- forberung auf. Da setzten sich die Bewohner der Stuben, bie Unteroffiziere, bie Gefreiten uno bie Mannschaften hin unb schnitten aus mancherlei Pa- vierstücken weihnachtlichen Schmuck zurecht. Andere nahmen Farbentöpfe unb Pinsel Zur Hand, um ihre malerischen Talente bei dieser Gelegenheit unter Beweis zu stellen. Wieber anbere regten sich m eifrigster Weise in ber Anfertigung von allerlei nettem Schmuck aus kleinen Tannenzweigen, ober sie offenbarten z. B. ihre Geschicklichkeit in ber Anfertigung von kleinen Tannenzweig-Kronen als Schmuck ber Beleuchtungskörper. Natürlich würbe auch nicht vergessen für jebe Stube einen schonen Chnstbaum zu bejdjaffen und ihn mit Lichtern, Lametta und anderen hübschen Dingen zu putzen. Daß Christfest- Lichter nicht immer nur am Tannenbaum wirkungsvoll zur Geltung kommen sondern auch lm- ftanbe finb, ben Kanten von Spinden ben Bettstellen von Solbatenlagern unb als Flankierungs- vosten" ben Stahlhelmen auf ben Spinben eine schöne Weihnachtsbekoration zu geben, haben bie Männer bes Nachrichtenzugs bei bem Wettbewerb ebenfalls einbrucksvoll unter Beweis gestellt. Dazu kam bie burchweg geschmackvolle Anordnung der verschiedensten weihnachtlichen Schmuckgegenstande in ben Stuben, wobei man auch nicht uber^f), bie Wände ber Stuben unb bie Rahmen von Bildern in schöner Weise mit Sannengrun, bas aus langen Papierstreifen angeheftet ist, fein herauszuputzen. 2 ÖH andarsn Kjjchßü ttlfifl £5 iU gkjchlÄök JSßljC t 4I> Morgen Besichtigung der Artillerie- Kaserne in Gießen. Am morgigen Sonntag, 29. Dezember, stehen die Gebäude und Einrichtungen der Kaserne unserer 1. Abteilung des Artillerie-Regiments 9 an der Grünberaer Straße zur Besichtigung für das Publikum offen. Die Kaserne kann von 9 Uhr ab bis in d i e frühen Abend- st u n d e n besucht werden. Es ist als sicher anzunehmen, daß viele Volksgenossen aus der Stadt und dem Kreise Gießen sich die Geleaenheit nicht ent- oehen lassen werden, diese vorbildlich eingerichtete Kaserne in Augenschein zu nehmen. Gießener Wochen Marktpreise. * Gießen, 28. Dez. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 32, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 15 bis 25, Nüsse 38 bis 55, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 40 bis 45 Pf., Endivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. * ** D e r P o ft d i e n st am morgigen Sonntag wird sich in der üblichen Weife wie an jedem anderen Sonntag abwickeln. ** Genaue Anschrift bei Neujahrskarten. Glückwünsche zum Jahreswechsel sollen bei den Empfängern pünktlich eintreffen. Bei dem Riefenumfang der Neujahrspost versehe man daher jede Sendung mit einer einwandfreien Anschrift des Empfängers, besonders müssen Straße, Hausnummer, Gebäudeteil und Stockwerk, bei Großstädten außerdem Postbezirk und Zustellpostanstalt deutlich geschrieben sein. Notwendig ist auch die Absenderangabe, damit die Sendung sofort zurückgegeben werden kann, wenn sie dem Empfänger nicht zugestellt wird. Mit dem Markeneinkauf ist beim Jahreswechsel nicht bis zuletzt zu warten, man soll sich frühzeitig mit Marken eindecken. ** Silvesternachmittag geschlossen. In unserem heutigen Anzeigenteil machen fünf Gießener Geldinstitute darauf aufmerksam, daß ihre Geschäftsräume am kommenden Dienstagnachmittag geschloffen sind. ** Sie Bezirkssparkasse Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Kassenstunden am Montagnachmittag von 15 bis 16 Uhr und am darauffolgenden Dienstag völlig ausfallen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** Grund st ücks - Befitzwechsel. Das Haus Seltersweg 75 ging aus dem Besitz von Frau Emmy D a tz (Schwaabs Weinstuben) in das Kaufpreis beträgt 90 000 Mark. Das Haus soll, Eigentum von Professor Dr. Nötigen über. Der wie man hört, auch weiterhin für Gefchäftszwecke verwendet werden. ** (Ein schönes Weihnachtsgeschenk. Die Firma Zigarrenkistenfabrik Andreas Euler (Inhaber Wilhelm Jung) bereitete ihrer Gefolgschaft eine schöne Weihnachtsfreude. Jedes Gefolgschaftsmitglied erhielt mit besten Wünschen zum Weihnachtsfest ein Geldgeschenk und außerdem je 50 Zigarren. ** Zur Richtigstellung. In unserem gestti- gen Bericht über einen Fall von Kohlenoxydgasvergiftung muß es richtig heißen, daß die verunglückte Frau der Medizinischen Klinik zugeführt wurde. ** Der Frühjahrsmarkt 1936 (Schau- und Verkaufsmeffe) findet vom 22. bis 29. März statt. In einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil werden die Plätze für die Schausteller zur Vergebung ausgeschrieben. ** Der Groß ' sche Männerchor 1846 beging am ersten Weihnachtsfeiertag im Katholischen Dereinshaus bei sehr gutem Besuch seine Weihnachtsfeier. Neben dem Gesang von Weihnachtsliedern wurde die Vortragsfolge durch einige gute gesangliche Darbietungen des Männerchors bereichert, ferner konnte man sich an der flotten Aufführung zweier Theaterstücke erfreuen, die den Zuschauern gute Unterhaltung bereiteten und mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Den Abschluß des Abends bildete Tanzvergnügen. Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er ließ sich wieder zurücksinken. „Der Teufel soll das Weibsbild holen!" Annelies gab keine Antwort. Ihr Gesicht war wie versteint. Jetzt wandte sich die männliche Gestalt um, kam über die Wiese herüber. Korbinian Sartorius stand auf. „Ich dürfte jetzt wohl überflüssig sein. Mit der Peitsche sollte man dazwischen fahren! Aber so was macht die Sache nur noch schlimmer. Ist so schon schlimm genug. Ich will den Jungen nicht verteidigen, nicht entschuldigen; aber die Rechbcrg ist schon ein Satansweib, ein Mann versteht das zu beurteilen. Aber sie kann dir trotzdem nicht das Wasser reichen, unter uns gesagt, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn du den Jungen nicht wieder zur Vernunft bringen solltest. Und darum Kopf hoch, Mädel! Nicht müde werden, Annelies! Sollst sehen, eines Tages ist der ganze Spuk wieder verschwunden. Und nun gute Nacht, Kind! Und höre auf Onkel Korbinians Rat." Seine Schritte verklangen, als Günter eben die Stufen zum Turm heraufstieg. Annelies war zurück- gefunken. „Nicht müde werden, Annelies!" klang es noch in ihr nach. Ach, wie schwer war es, nicht müde zu werden! Wre hoffnungslos schwer! Sie rührte sich nicht, als Günter eintrat. Er bemerkte sie erst, als er vor ihr stand. Ihm war weder Ueberraschung noch Erschrecken anzumerken. „Du bist da, Annelies ...!", sagte er mit klangloser Stimme, die ihr in die Seele schnitt. „Ja, ich bin da, Günter!" „Du hast uns gesehen .. „Ich habe euch gesehen." „Es war Zufall, daß wir uns trafen. Du wirst es nicht glauben; aber es war Zufall " „Ich glaube es dir, Günter!" Der Weihnachtsverkehr im Gießener Bahnhof. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über den Verlauf der Weihnachtsfeiertage und über den starken Verkehr auf der Reichsbahn erhalten wir von der Leitung der Fahrkarten - Ausgabe des Gießener Bahnhofs den nachstehenden ergänzenden Bericht: Die Reichsbahnverkehrsdienststellen in Gießen, zu denen die Fahrkarten-, Gepäck-, Eilgut, und Güterabfertigung zählen, hatten anläßlich des Weihnachtsverkehrs eine ungeheure Arbeitsleistung zu vollbringen. Die Stärke des Personen- und Güterverkehrs ist bekanntlich ein wertvoller Maßstab für die Wirtfchaftskonjunktur. Eießen ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und wichtige Umladestelle für Gepäck-, Expreß-, Eil- und Frachtftückgüter. Hier ist der Verkehr von und nach den Haupllinien in Richtung Koblenz, Köln (Siegen—Hagen), Fulda, Gelnhausen mit ihren Seitenlinien, nach den Hauptlinien in Richtung Frankfurt a. M. und Kassel mit ihren Seitenlinien und umgekehrt zu regeln. Die Frachtgutumladestelle Gießen hat noch andere wichtige, ausgedehntere Aufgaben, insbesondere den vor Jahren neu eingerichteten Stückgutschnellverkehr zu bedienen. Die Gutzuführung zur Umladestelle war im November schon sehr rege. Auch vor Weihnachten wurden täglich 380 Stückgutwagen behandelt und täglich 545 Tonnen Stückgut bewegt. Der Gepäckverkehr hat gegenüber der vorjährigen Weihnachtszeit eine Zunahme von 12 v. H. zu verzeichnen. Besondere Anforderungen stellte diesmal der Expreßgutverkehr, denn es war nöttg, viele zentral und örtlich geregelte Anordnungen durchzuführen. Der starke Verkehr machte es auch zur Entlastung der D» und Eilzüge notwendig, je einen Expreß- qutzug zwischen Frankfurt a. M. und Altona und Altona—Freiburg i. B. über Gießen zu fahren. Diese Züge, die aus geräumigen, vierachsigen Schnellzugs-Packwagen bestanden, fuhren mit Schnellzuggefchwindigkeit und hatten nur Halt auf den großen Bahnhöfen, so auch in Gießen. Der Exprehgutverkehr hat gegen das vorjährige weihnachtsfest um 10 v. h. zugenommen. In Gießen waren alle örtlichen Maßnahmen ge- troffen, um die Tausenden und Abertausenden von Expreßgutstücken schnell und sicher umzuladen, zum Versand zu bringen und den Empfängern zuzustellen. Wegen Platzmangels in der Gepäckhalle mußten die Expreßgüter, die der bahnamtliche Rollfuhrmann L y n f e r abfährt, vorübergehend in der Eilguthalle gestapelt und von dort abgefahren werden. Das vollzog sich glatt, wohl auch deshalb, weil der Rollfuhrmann kurz vor Weihnachten einen kleinen Lastkraftwagen zur schnellen Zustellung der Expreßgüter eingesetzt hatte. Zur Beschleunigung des Ladegeschäftes trugen auch die allen Gießenern bekannten Elektrokarren bei, die, von geübter Hand gelenkt, hurtig über die Bahnsteige fahren und die Gepäck- und Expreßgutstücke an die Packwagen bringen und dort abholen. Um die letzten Weihnachtsgeschenke noch rechtzeitig in die Hände der Empfänger zu bringen, war ein besonderer Erprehgutzustelldienst an den Feiertagen eingerichtet. Der Lilgutverkehr war sehr rege und stärker als im Vorjahre. Besondere Anforderungen wurden auch an die Fahrkartenausgabe gestellt, denn an Weihnachten mußte erstmalig eine größere Zahl Militärurlauber abgefertigt werden. Dieser Dienst vollzog sich ebenfalls glatt, weil die Reichsbahn mit der Heeresleitung die Dorabfertigung der Urlauber vereinbart hatte, d. h. die Militärfahrkarten wurden einige Tage vor Reiseantritt von den einzelnen Truppenteilen bestellt und abgeholt. In der Zeit vom 26. November bis 25. Dezember wurden gegen das Vorjahr 7500 Fahrkarten mehr verkauft, ein sehr erfreuliches Zeichen. Diese Leistungen waren nur möglich durch den Diensteifer aller, durch Einrichtung besonderer Militärschalter und durch die Beschaffung neuer Schalterdrucker, mit denen Fahrkarten aller Art nach über 2000 verschiedenen Bahnhöfen sofort gedruckt werden können. Neben dem schweren, aufreibenden Dienst fanden die Schalterbeamten der Fahrkartenausgabe auch noch Zeit, sich in den Dienst des W H W. zu stellen und 566 Spendekarten zu verkaufen, deren Erlös an das WHW. abgeführt wird. Der gesamte Dienst wurde bei der Fahrkartenausgabe, Gepäck-, Expreß- und Eilgutabfertigung ununterbrochen Tag und Nacht geleistet. Alle Beamten und Arbeiter haben wieder einmal ein Beispiel treuer Pflichterfüllung gegeben. Neuregelung der Ausverkäufe im Kreise Gießen. Das Kreisamt Gießen hat nach Anhörung der Industrie- und Handelskammer zu Gießen und der Handwerkskammer zu Darmstadt eine neue A n - ordnung über die Regelung der Ausverkäufe und ähnlicher Veranftaltun- gen im Kreise Gießen erlassen, die am 1. Januar 1936 in Kraft tritt und die früheren Anordnungen vom 30. Mai 1932 aufhebt. In der neuen Anordnung wird bestimmt: §1 . Als Ausverkäufe, auch wenn sie im Wege der Versteigerung stattsinden, dürfen in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, nur solche Veranstaltungen angekündigt werden, die ihren Grund in der Aufgabe a) des gesamten Geschäftsbetriebes oder b) des Geschäftsbetriebes einer Zweigniederlassung (selbständige Verkaufsstelle) ober c) einer einzelnen Warengattung haben. Ein Verkauf wegen Aufgabe einer unselbständigen Verkaufsstelle darf nicht als „Ausverkaufs bezeichnet werden. 82. Wer einen Ausverkauf ankünbiaen will, hat 14 Tage vor der Ankündigung der Industrie- und Handelskammer in Gießen schriftlich in dreifacher Ausfertigung Anzeige über den Grund des Ausverkaufs, den Zeitpunkt feines Beginns und feines voraussichtlichen Endes zu erstatten und ein vollständiges, übersichtlich geordnetes Verzeichnis der auszuverkaufenden Waren in dreifacher Ausfertigung einzureichen. Bei leicht verderblichen Waren oder in sonstigen besonders dringlichen Fällen kann die Anmeldestelle eine Abkürzung der Frist zulassen. 8 3- Die Anzeige muß die Firma, den Ort der gewerblichen Niederlassung und die genaue Angabe der Räume, in denen Der Ausverkauf stattfinden soll, enthalten; sie muß ferner mit Datum versehen und von dem Veranstalter ober einem zeichnungsberechtigten Vertreter unterschrieben sein. Bei nicht in das Handelsregister eingetragenen Gewerbetreibenden ist statt der Firma der Vor- und Zuname des Veranstalters anzugeben. Soll der Ausverkauf im Wege der Versteigerung durchgeführt werden, so ist dies in der Anzeige anzugeben. Mit der Anzeige sind der Anmeldestelle die Tatsachen anzuführen und auf ihr Verlangen die Belege beizufügen, aus denen sich ergibt, daß der Grund des Ausverkaufs wahr und ernsthaft gemeint ist. Werden Berichtigungen oder Ergänzungen der Anzeige ober des Verzeichnisses verlangt, so beginnt der Lauf der in § 2 vorgesehenen Frist mit dem Wiedereingang der Anzeige oder des Verzeichnisses in berichtigter oder vervollständigter Fassung. 84. Das Verzeichnis ist so aufzustellen, daß die lieber» einftimmung feiner Angaben mit den tatsächlich zum Verkauf gestellten Waren nachgeprüft werden kann. Die Waren müssen richtig und vollständig nach Art, Stückzahl, Maß oder Gewicht und, soweit erforderlich, unter Angabe der regelmäßigen Verkaufspreise des Veranstalters sowie des Lagerorts aufgeführt werden. Kommissionsware darf in die Ausverkaufsmaffe nicht einbezogen werden. In Auftrag gegebene, aber im Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht eingetroffene Waren find im Verzeichnis mit genauer Angave des Tages der Bestellung und des Abnahmezeitpunktes aufzuführen Auf Verlangen der Anmeldestelle sind ihr auch die Lieferanten „Du glaubst mir — und ich — ich tue dir weh ..." „Du willst es nicht, Günter — du mußt es wohl tun! Und darum tut es nur halb so weh." Er hielt den Kopf gesenkt. Daß du das sagen kannst, Annelies! Daß du das sagen kannst ..." „Es ist ja gar nicht so schwer, es zu sagen. Denn dir tut es ja selber weh." Er schwieg einen Augenblick. Dann hob er den Kopf wieder. „Es ist gut, daß diese Stunde endlich da ist, Annelies! Kann ich dir alles sagen?" „Alles, Günter! Wem sollst du es denn sonst sagen!" Wie selbstverständlich das klang! „Wem sollst du es denn sonst sagen!" Als ob es gar nicht anders sein konnte, als daß er mit seiner Not zu ihr kam — zu ihr, die durch ihn selbst in schwerste Herznot geraten war! Er hätte vor ihr niederknien und ihre Hände küssen mögen. „Willst du dich nicht setzen?" fragte sie ruhig. Stumm nahm er vor ihr Platz. Er beugte sich vor, stemmte die Ellbogen auf die Knie und stützte den Kopf in die Hände. Minutenlang verharrte er wortlos in dieser Stellung. Die Stille lastete schwer in dem dunklen Raum. Annelies rühxte sich nicht, aber sie war keineswegs so ruhig, wie sie schien. Eine rasende Angst hämmerte und bohrte in ihr. Günter wollte mit ihr sprechen, wollte ihr alles sagen — war das der Anfang vom Ende? Wollte er fein gegebenes Wort von ihr zurückerbitten? Ihre Hände lagen krampfhaft ineinander, als müßte sie Halt und Festigkeit suchen für die Schwere und die Bitternis der kommenden Minuten. Da klang seine dunkle Stimme mit erschütternder Fremdheit durch die Schatten des Raumes hin: „Man könnte meinen, es läge schon Jahrzehnte zurück — mir ist es manchmal so vorgekommen. Wenn man etwas überwunden hat oder überwunden zu haben glaubt, hat man das Gefühl, als ob es weit, weit hinter einem läge. Aber es ist doch erst vier oder fünf Jahre her. Heute ist es mir, als wäre es erst gestern gewesen. In Heidelberg haben wir uns damals kennengelernt. Es hat nicht lange gedauert — sie hat einen anderen genommen. Ich war wie von Sinnen und habe das Schicksal tausendmal verflucht. Aber die Zett hat mich vergessen lassen. Ms — bis zu dem Tage, an dem das große Rennen stattfand. Du weißt ..." Er schwieg einen Augenblick, das Gesicht unentwegt zu Boden gewandt. Dann fuhr er fort: „Du haft geglaubt, daß ich aus Interesse am Sport zum Rennen gegangen bin, hast mich sogar dazu ermuntert, zu gehen, ohne den wirklichen Sach- verhalt zu ahnen. Wäre ich doch nicht gegangen! Aber es hätte wohl auch nichts genützt, es wäre wohl trotzdem gekommen, wie es nun gekommen ist. Es hat wohl alles einmal so kommen Müssen. Es war alles ganz anders, als du geglaubt hast, als ich dich habe glauben lassen. Mia rief mich am vorhergehenden Tage an. Es kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie fei gekommen, um sich das Rennen anzusehen, und sie hoffe, mich dort zu treffen. Ich lehnte schroff ab. Aber dann — dann bin ich doch gegangen... Vielleicht nur, weil ich nicht zeigen wollte, daß ich Furcht davor hatte. Ich habe mich noch vor nichts und vor keinem Menschen gefürchtet, ober ich fürchtete mich davor, Mia wiederzufehen. Und dann wollte und mußte ich auch wissen, ob sie mir wirklich gleichgültig geworden war. Einmal wäre dieser Augenblick ja doch gekommen, und ich wollte ihm nicht unvorbereitet gegenüberstehen. Wir haben den Rennplatz sofort verlassen, haben den ganzen Nachmittag, bis zum Abend hin, zusammen verbracht. Wir beide ganz allein. Und nun ..." Annelies saß noch immer ganz still, als ob alles Leben in ihr erloschen wäre. „Und nun...?" kam es unnatürlich ruhig von ihren Lippen. „Nun ist sie noch immer da. Und sie wird immer hierbleiben..." „Sie wird immer hierbleiben... Das ist schlimm für dich, Günter — nicht wahr?" Sie neigte den Kopf ein wenig zur Sette, als horchte sie auf feinen Herzschlag. Oder auf die unerbittliche Stimme des Schicksals. Günter ließ den Kopf aus den Händen. „Sie wird gedacht haben, ich fei noch frei!" sagte er, mit unsicherem Tasten, weil ihm erst während des Sprechens das Bewußtsein kam, daß er wider besseres Wissen sprach. Auch Annelies wußte es anders, wußte es besser. Aber ihr war, als könnte sie ihn schonen und vor solcher Waren zu benennen. Die Anmeldestelle kann die Berichtigung oder Ergänzung eines den Dor« schriften nicht entsprechenden Verzeichnisses verlangen. 85. Die Industrie- und Handelskammer übersendet unverzüglich der zuständigen Polizeibehörde und, wenn erforderlich, auch der Handwerkskammer eine Abschrift der Anzeige und des Derzeichnifses. Zur Nachprüfung der Angaben in der Anzeige und im Verzeichnis sind die von der Industrie- und Handelskammer (der Handwerkskammer) bestellten Vertrauensmänner befugt. 86. Die Dauer der Ausverkäufe darf 2 Monate nicht überschreiten. In besonders begründeten Ausnahmefällen, in denen diese Frist offenbar nicht ausreicht, kann die zuständige Polizeibehörde nach Anhörung der Industrie- und Handelskammer, gegebenenfalls der Hand- werkskammer, eine Fristverlängerung bewilligen. In diesen Fällen ist eine Woche vor Ablauf der Frist von zwei Monaten eine neues Verzeichnis (§ 4) einzureichen. 87. Veranstaltungen zum Zwecke der Räumung eines bestimmten Warenvorrats (z. B. wegen Aufgabe einer unselbständigen Verkaufsstelle, Brandschaoen, Auseinandersetzung, Geschäftsverlegung) dürfen, auch wenn sie im Wege der Versteigerung vorgenom- men werden, nur stattfinden, wenn ein von der Derkehrsauffasfung als ausreichend anerkannter Grund vorliegt. Der Grund muh im einzelnen Falle die Veranstaltung rechtferttgen. Die §§ 2 bis 6 finden entsprechende Anwendung jedoch mit der Maßgabe, daß an die Stelle der Frist von 2 Monaten im § 6 Abs. 1 eine Frist hon 1 Monat tritt. 88. Verkäufe der in § 1 und § 7 bezeichneten Art, die nicht angemeldet worden sind oder bei denen der angegebene Grund die Veranstaltung nicht genügend rechtferttgt, können von der Polizeibehörde eingestellt werden. Das Gleiche gilt,, wenn ein Verstoß gegen das Verbot des Vorschiebens oder Nachschiebens von Waren festgestellt worden ist. 89. Nach Beendigung eines Ausverkaufs (§ 1) ist es dem Geschäftsinhaber, seinem Ehegatten und den nahen Angehörigen beider verboten, den Geschäftsbetrieb oder den Teil davon, dessen Aufgabe angekündigt worden war, fortzusetzen oder vor Ablauf eines Jahres an dem Ort, an dem der Ausverkauf stattgefunden hat, einen Handel mit den davon betroffenen Warenaattungen zu eröffnen. Der Fortsetzung des Geschäftsbetriebes oder der Eröffnung eines eigenen Handels steht es gleich, wenn der Geschäftsinhaber, sein Ehegatte oder ein naher Angehöriger beider sich zum Zwecke der Umgehung der Vorschrift des Satzes 1 an dem Geschäft eines anderen mittelbar oder unmittelbar beteiligt ober in diesem tätig wird.. Als Geschäftsinhaber gilt auch derjenige, der an einer Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit wirtschaftlich maßgebend beteiligt ist oder auf ihre Geschäftsführung maßgebenden Einfluß hat. Nahe Angehörige sind die Verwandten in auf- und absteigender Linie und die voll- und halbbürtigen Geschwister sowie ihre Ehegatten. Nach Beginn eines Ausverkaufs ist es auch anderen als den im Abf. 1 genannten Personen verboten, mit Waren aus dem Bestand des von dem Ausverkauf betroffenen Unternehmens den Geschäftsbetrieb in denselben oder in unmittelbar benachbarten Räumen aufzunehmen. Ist der Verkauf des Warenbestandes einer unselbständigen Verkaufsstelle wegen ihrer Aufgabe gemäß § 7a angekündigt worden, so darf innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Verkaufs keine neue Verkaufsstelle desselben Geschäftsbetriebes am gleichen Orte errichtet werden. Die höhere Verwaltungsbehörde (Kreisamt) kann nach Anhörung der zuständigen amtlichen Berufsvertretungen von Handel, Handwerk und Industrie Ausnahmen von den Verboten in den Absätzen 1, 2 und 3 gestatten. 810. Wer den Vorschriften dieser Anordnung zuwiderhandelt oder bei Befolgung der Vorschriften unrichtige Angaben macht, wird unbeschadet der sonstigen Strafbesttmmungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb mit Geldstrafe bis zu 150 RM. ober mit Hast bestraft. sich selbst entschulbigen, wenn sie tat, als glaubte sie daran. „Ja, bas wirb sie gebacht haben!" € räuberte sie und richtete sich auf. „Und nun ist sie gewiß enttäuscht. Verwöhnte Frauen sind sehr leicht enttäuscht. Vielleicht will sie aber auch wirklich nichts von dir — vielleicht ist sie eben nur gewohnt, daß ihr die Männer zu Füßen liegen, und es reizt sie und stachelt ihren Ehrgeiz auf, wenn sie einmal nicht die gewohnte Huldigung findet." Er starrte in das Dunkel. „Ja", sagte er nach einer Weile heiser, „sie hat schon damals immer ein Dutzend Männer um sich haben müssen ..." „Siehst du, Günter! So wird es auch jetzt fein. Und darum darfst du dich auch nicht von ihr beunruhigen lassen. Du richtest dich dabei doch nur zugrunde. Und das wird sie doch selber nicht wollen; sie ist doch gewiß nicht schlecht, und darum mußt du es auch nicht so schwer nehmen." Er ahnte nicht, welche Selbstüberwindung es Annelies kostete, so zu sprechen. Sie wußte nur zu gut, was sie von Mia Rechberg zu halten hatte, die ihr schonungslos und mit brutaler Offenheit ihre Absichten enthüllt hatte. Aber der Kampf mußte mit anderen Waffen ausgetragen werden, als diese Frau sie an- zuwenden gedachte, denn es war ja im Grunde genommen weniger ein Kampf gegen diese Frau, als ein Ringen um Günter, um sein Herz und seinen Frieden. Annelies beugte sich ein wenig vor: „Sag, Günter, hast du sie — Damals — sehr geliebt ... ?" Er sah an ihr vorbei, als bohrten seine Augen in der Vergangenheit. „Ich weiß nicht, Annelies! Aber ich glaube Ich weiß nicht, ob es die rechte Liebe war oder nur ein Berauschtsein oder eine Besessenheit oder was sonst. Ader bas weiß ich, baß ich ganz voll davon gs- wesen bin. Und daß ich schwer daran getragen habe. Daran und an dem — Verrat .. Annelies fühlte, wie sich ihr die Brust zusammenschnürte. Aber sie griff mit leiser Bewegung nach seiner Hand. „Armer Kerl! Und nun — nun beunruhigt sie dich noch immer, ober wieder. (Fortsetzung ftrtgtb Obecheffen die Frau Aus den preußischen Aachbargebieten kreis Wetzlar. gen. Ferner richtete er werbende Worte an die Abseitsstehenden und an die Jugend, den Gesang zu pflegen. Der weitere Verlauf des Abends brachte musikalische Darbietungen, Chöre des Gesangvereins, humoristische Vorträge und außerdem eine Tombolaoerlosung. Unter dem lichterglänzenden Weihnachtsbaum blieb man noch geraume Zeit bei» ammen. ...... angefertigt worden waren. Unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Naumann, sprach in weihnachtlichen Worten zu den Besuchern. Mit Dankesworten an alle Beteiligten und dem gemeinschaftlichen Gesang eines Weihnachtsliedes wurde die schöne Feier be- veranstaltete am W e i h nachts- * Ober-Widdersheim, 27. Dez. Heute wurden hier die Eheleute August Jockel und Frau Sophie, geborene Schäfer, die nach einem langen und arbeitsreichen Leben fast zur gleichen Zeit verstürben, zu Grabe getragen. Der Mann war 90 Jahre alt geworden, b'» F"" hatte ein Alter von 82 Jahren erreicht. nachtsgeschenk, da er bis kurz vor den Feiertagen mit seiner Herde im Felde war. Um die Remzucht zu fördern, wurde im Herbst auf der Auktion m Wetzlar ein neuer Bock angekauft. Als Vorsitzender der Genossenschaft für das Jahr 1936 wurde der Landwirt Hermann verpflichtet. Nach dem Be- schluß der Versammlung wurde der Schäfer L. Weber auch weiterhin verpflichtet. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Wißmar, 27. Dez. Am ersten Feiertag hielt der hiesige Turnverein „Gut Heil seine Weihnachtsfeier ab. Unter den Klangen eines Marsches marschierten die teilnehmenden Abteilungen des Turnvereins ein und nahmen auf der Bühne Aufstellung. Der Dereinswalter Her- mann hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Unter dem strahlenden Weihnachtsbaum konnte er dann vier alte Turner (K. Stroh, L. Stroh, Gg Klinke! und L. E s k a r i u s) als Ehren- Mitglieder auszeichnen und ihnen die entsprechen- den' Urkunden überreichen. Im weiteren Verlause des Abends folgten turnerische Vorführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Freudige Gesichter gab es dann bei den Jüngsten, als der Nikolaus erschien und jedem Kinde eine Tute mit Plätzchen überreichte. In turnkameradschast- licher Unterhaltung blieb man noch geraume Zett beisammen. , X Odenhausen, 27. Dez. In unserem Kirch- spiel wurden im vergangenen Jahre folgende kirchliche Handlungen vorgenommen: In Odenhausen wurden getauft 7 Kinder, getraut 6 Paare, konfirmiert 14 Kinder, kirchlich bestattet 2 Personen; am Heiligen Abendmahl beteiligten sich 499 Personen. In Salzböden wurden getauft 9 Kinder, getraut 5 Paare, konfirmiert 9 Kinder, kirchlich bestattet 11 Personen; am hl. Abend- mahl beteiligten sich 507 Personen. Rundfunkprogramm. Sonntag. 29. Dezember. schlossen. wg. Große n-B useck, 27. Dez. Der Gesang- verein „He.iterkeit-Sängerkranz" hielt gestern abend im Saale des Gastwirts Wagner < seine diesjährige Winteroeranstaltung ab. . Mit einem Begrüßungschor und dem Liede „Deutsch- ' land, heil'ger Name^ wurde die Feier eröffnet. , Sodann begrüßte der Dereinswalter Wilhelm Seipp die zahlreichen Gäste. Er sprach kurz über die Bedeutung der Feier und betonte, daß der Verein damit gleichzeitig sein 35jähriges Bestehen begehe. Er forderte die Sangesbrüder auf, weiterhin treu zusammenzuhalten und den edlen Chorgesang zu fördern. Sodann gab er einen kurzen Rückblick über das vergangene Vereinsjahr, das dem Verein wieder schöne Erfolge brachte. Dor allem bei dem Wertungssingen in Wieseck konnte der Verein sehr gut abschneiden. Der Dereinswalter dankte in diesem Zusammenhang dem Dirigenten Konrad Nicolai für seine gute Stabführung. Herzlichen Dank sagte der Redner ferner allen, die zur Ausgestaltung des Abends beitrugen. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung fand die Auszeichnung einiger Ehrenmitglieder statt, denen die Ehrennadel des Vereins verliehen wurde. Es sind dies Anton Reu sch, Wilhelm Harbach und Heinrich Münch. Weiterhin wurde durch den Sängerbund den Sängern Wilhelm Weiß, Christoph M o o tz, Heinrich Dort, Karl Schwalb, Reinhard Wagner, Karl Müller, Heinrich Kloos, Wilhelm Mattern, Karl M o o tz und Heinrich Volk für 25- und mehrjährige aktive Sängertätigkeit die Sanger- ehrennadel verliehen. Außerdem wurde noch in jüngster Zeit einem älteren treuen Sangesbruder, Ludwig Scheid, durch den Sängerbund die Ehrennadel für 35jähriae Sängertätigkett und UJcm gliedschaft verliehen. Ludwig Scheid fuhrt auch die Kassengeschäfte des Vereins treu seit dem Jahre 1901. Mit dem Wahlspruch „Vorwärts immer, rückwärts nimmer" und mit einem dreifachen Steg- Heil auf den Führer schloß der Dereinswalter die Ehrung der verdienten Sänger. Im Anschluß daran gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das großen Beifall fand. Mit einigen Darbietungen der Musikkapelle und mit zwei Chorgesangen des Dereinschores (zum Teil mit Orchesterbeglettung) fand der Abend seinen offiziellen Abschluß. Geraume Zeit blieb man bann noch in geselliger Unterhaltung beisammen. Die Ortsgruppe Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 27. Dez. Am 30. Dezember feiert als ältester Einwohner des Ortes bei bester Gesundheit Heinrich Peter II. fernen 91. Geburtstag. Kreis Aisfeld. LOder-Ohmen,27. Dez. Gestern abend ver- anftaltete die hiesige H I. mit ihren Organisationen, Jungvolk und BDM., im Saale von Krebs einen Elternabend, der sehr gut besucht war. Die junge Generation brachte vier zeitgemäße Buhnen- stücke zur Aufführung, die allenthalben Beifall fanden. Lehrer Jung hielt in der Pause einen kurzen Vortrag über Erzlehungsfragen, wobei er die drei Faktoren Familie, Schule und HI. zum Gegenstand seiner Ausführungen machte. Frl. Erbes (Führerin des BDM.) sprach das Schlußwort und wies dabei auf Ziel und Wollen der Jugend im heutigen Staat hin. Volksreigen trugen zur Verschönerung des Abends wesentlich bei. knospen gütlich getan. . > Holzheim, 27. Dez. Der Landwirt Konrad Zeiß X. konnte am ersten Weihnachtsfeiertag m körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Verwandten seinen 8 0. Geburtstag feiern. oo Eberstadt, 27. Dez. Bei der vom hiesigen Jungvolk durchgeführten Büchfensammlung für das WHW. kamen 4,98 Mark als Spende zusammen. Der Verkauf der kleinen Holzreiterchen für das Winterhilfswerk erbrachte 15,20 Mark. Ferner wurde in unserem Orte die Weihnachtsspende des WHW., 38 Kuchen und 12 Pfund Weihnachtsgeback, Kirchliche Weihnachtsfeiern auf dem Dorfe. Kirchliche Weihnachtsfeiern sanden neben den üb- lichen Festgottesdiensten in zahlreichen ländlichen Orten statt. Es wurden dabei Krippenspiele und andere weihnachtliche Dichtungen von der Jugend aufgeführt, die durch Chorgesänge unterstützt und ver- schönt wurden. Wegen der weitgehenden Gleichartigkeit des Verlaufs dieser Veranstaltungen und tm Hinblick auf die große Zahl der uns vorliegenden Berichte müssen wir von dem Einzelabdruck der Berichte absehen und uns auf die Feststellung beschrän- ken, daß die Feiern überall einen sehr würdigen Verlauf nahmen. Landkreis Gießen * Heuchelheim, 28. Dez. In der Nacht zum Freitag sind Einbrecher in die Gastwirtschaft von D u i l l (Abendstern) durch ein offenes Fenster 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel - Choräle. 9: Katholische Morgenfeier 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Der politische Katholizis- mus." Von Univ.-Prof. Dr. Ernst Krieck. 10: Kammermusik. 10.30: Chorgesang. 11.15: Sudwestdeutsche Erzähler: Heinrich Kromer. 11.30: Bachkantate: Gottlob, nun geht das Jahr zu Ende. 12: Musik, am Mittag. 14: Kinderstunde: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten." Ein Kasperlspiel von Herb. Reymann. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle 16: Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: „Ems. zwei, drei, im Sauseschritt..." Eine Textfolge um den „Hinkenden Boten" und alte deutsche Volks- kalender. 19: Blasmusik. 19.50: Sportberichte 20: Schlösser, die im Monde liegen. 22: .Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 23: Bunte Musik zur späten Nacht. 24 bis 2: Nachtkonzert. IHonfag, 30. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Svzialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloß- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen ,wei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. Der zweite Angriff der Erzeugungsschlacht. 15.15: Kinderfunk. ,Jetzt basteln wir einen Kalender." 15.45: Konzert. 17- Nachmittagskonzert. 18.30: Wer schlägt hier Schaum? Ein „merkwürdiger" Funkbericht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 2010: Klaviermusik. Ludwig van Beethoven. 21: Zwischen Seit und Ewigkeit. Betrachtungen an der Jahres- wende aus den Selbstbekenntnissen von Hans Thoma. 21.30: Alte Turmmusiken. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.25: Weltpolitischer Monatsbericht von Prof. Dr. Karl Haushofer (Wachswiedergabe). 22.45: Musik zur Guten Nacht". 24 bis 2: Weihnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach. Kantaten vom ersten bis dritten Weihnachtsfeiertage. 4= Ettingshausen, 27. Dez. Am ersten Feiertag hielt die hiesige Sonntaasschul e ihre Weihnachtsfeier im Rathaussaale ab Nach einem Weihnachtslied, vom Musikchor gespie t, hielt Heinrich Keil III. eine tune Begrüßungsansprache. Der weitere Verlauf der Feier brachte einige Gedichtvorträge der Kinder; schließlich erschien zur allgemeinen Freude der Nikolaus. Nach der Bescherung sprach Herr Römer das Schlußwort. . i Lauter, 27. Dez. Am Samstag feiert tn geistiger Frische unsere Mitbürgerin Elisabeth M e b u s ihren 7 7. Geburtstag. Leider ist die Gesundheit der Jubilarin seit etwa einem Jahr nicht mehr auf voller Höhe. Ihr Ehegatte steht im 82. Lebensjahr. Kreis Friedberg. -- Butzbach, 27. Dez. Die Firma I. A. Tro- st e r bereitete ihrer Belegschaft im Rahmen einer Gemeinschaftsfeier im Aufenthaltsraum des Bettie- des eine besondere Weihnachtsfreude. Als Weihnachtsgabe erhielten verheiratete Betriebs- angehörige je 20 Mark, für jedes Kind außerdem 2 Mart; unverheiratete Gefolgschaftsmitglieder erhielten 15 und Lehrlinge 3 Mart zum Geschenk. Ferner wurden den Arbeitskameraden je 10 Fe»er- tagszigarren ausgehändigt. Kreis Tübingen. eingedrungen. Die Diebe haben Zigaretten im Werte von etwa zehn Mart mitgenommen. Die Nachforschungen nach den Dieben sind im Gange. 00 Klein-Linden, 27. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag begingen die Eheleute Wilhelm Weller II. und Katharine, geb. Deibel, das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Weller ist bis auf den heutigen Tag als Landwirt und Hausmetzger eifrig tätig. Für die Kirchengemeinde überbrachte Pfarrer König herzliche Glückwünsche. Am Abend überbrachte die „Nationale Sängervereinigung", zu deren Ehrenmitgliedern der Jubilar zählt, ihre Glückwünsche und sang einige Lieder. Gerührt Dantten die Jubilare für die Aufmerksamkeiten der Sängervereinigung. — Am ersten Feiertagabend hielt der Männergesangverein „Arion" im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" seine Weihnachtsfeier ab. Prachtvoll vor- getragene Männerchöre wurden unter Leitung von Ehrenchormeister Konrad Nicolai (Großen- Buseck unter dem Beifall der Zuhörer bargeboten. Dereinsführer Friedrich Mülln begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und würdigte anschließend im besonderen die Verdienste des Sangesbruders und früheren Vereinsvorsitzenden Karl Jung um den Verein und die deutsche Sängersache. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er ihm ein Blumengebinde. Verlosung und Tanz schlossen die schön verlaufene Feier. * Lang-Göns, 27. Dez. Während der Schnee- tage konnte man in unserer Gegend ganze Scharen Bergfinken beobachten, die auf den ungepflügten zierfern in der Nähe des Dorfes nach Futter suchten und dabei auch in den Gärten Aufenthalt nahmen. Leider haben sie hier an dem Beerenobst mancherlei Schaden angerichtet, indem sie die Laub- und Fruchtknospen auspickten. Vornehmlich haben sie die roten Johannisbeeren heimgesucht, während sie die schwarzen völlig mieden. Nur vereinzelt haben sie sich an den Stachelbeer- erworben haben. _ r, . (D Wißmar, 27. Dez. Das Fest der g o l denen H o ch z e i t konnten am 26. Dezember die Eheleute Landwirt Georg Speier und Frau Elisabeth, geborene Bechthold, umgeben von 4 Söhnen, 3 Töchtern, 13 Enkeln und 1 Urenkel begehen. Die Ehegatten stehen im 77. und 70. Lebensjahre. Der Jubilar diente 3 Jahre bei dem Jnf.-Rgt. 88 in Mainz; die 4 Söhne sind Kriegsteilnehmer, 2 davon tarnen in englische Gefangenschaft. )—( Wißmar, 27. Dez. Dieser Tage hielt d>e hiesige S ch ä f e r e i g e n o s s e n s ch a f t ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Genossen- schäft gehören 30 Schafzüchter an. Man hofft, im Interesse der Wollversorgung m Deutschland, daß sich im Laufe des Jahres auch hier wieder mehr Landwirte für die Schafzucht einsetzen Dem Bericht des Schatzmeisters konnte man entnehmen daß Die Kassenverhältnisse der Genossenschaft m fester Ordnung sind Der Schäfer erhielt em schönes Weih- 0 Krofdorf, 27. Dez. Um das im Herbst ausgefallene Schauturnen der großen Schar s der Jugendlichen beiderlei Geschlechts nachzuholen, ; hielt esderTumvereinKrofdorfam Nach- , mittag des zweiten Weihnachtsfeiertags als Auf- ; takt zu feiner Familienfeier. Der stellvertre- tenbe Vorfitzenbe E. Leib begrüßte ine ganze Turnhalle füHenbe Turngemeinde, unter ihr viele auswärtige Gäste, unb er wies unter Würdigung ber turnerischen Geschehnisse bes Jahres auf das Gemeinschaftsbildende deutschen Turnertums hin. Buben und Mädels zeigten dann an (geraten, m den Freiübungen, in Volkstänzen und beim frohen Spiel, was sie im Verlauf eines Turnjahres ge- lernt hatten. Mittendurch gab Oberturnwan Amend den Turnbericht 1935, der nicht nur regsamstes turnerisches Leben in allen Abteilungen des Vereins, sondern auch eine große Anzahl Siege auf den verschiedenen Veranstaltungen des Reichs- bundes für Leibesübungen nachwies. Den fleißigsten Besuchern und Besucherinnen der wöchentlichen Turnstunden wurden Turnschuhe als Geschenk unö Auszeichnung überreicht. Eine Ueberraschung wurde Oberturnwart Amend zuteil, indem ihm vor sämtlichen auf der Bühne angetretenen Turnern und Turnerinnen von dem E h r e n - O b e r t u r n - wart W. Leib im'Auftrage der Kreisleitung ber Kreis-Ehrenbrief des 8. Turnkrel- f e s (Lahn-Dill) überreicht würbe, wobei W. Leib bie großen Verbienste bes Geehrten für ben Verein in gebührenber Weife hervorhob. Für 25» jährige treue Vereinsmitgliebfchaft würben burch ben stellv. Vorsitzenben folgende Mitglieder mit einer Ehren-Urkunde ausgezeichnet: Ed. Ger lach, Karl Ger lach, Karl Schmidt, Karl Fabel, Walter Fabel, Wilh. Hofmann, Ferd Schmidt und K. R o l s h a u f e n. Der Abend stand ganz im Zeichen einer Familienfeier. Beifall ernteten die Barrenübungen der aktiven Turner unb bie abwechslungsvollen, sehr gut bargebotenen Volkstänze ber Turnerinnen. Eine Gelbsammlung erbrachte eine stattliche Summe für bas WHW. (D Gleiberg, 27. Dez. Am zweiten Welh- nachtsfeiertag konnten bie Eheleute Philipp ßeib unb Frau Margarethe, geborene Schmibt, von hier auf ihre 50jährige Ehegem eins chaft zu- rürfblirfen. Die Ehe war mit 4 Söhnen und i Tochter gesegnet. Die Tochter starb schon früh. 3 ■ Söhne fielen im Weltkrieg auf bem Felde der Ehre. ; Die Ehegatten stehen im 78. unb 75. Lebensjahre. —/— D e tz b e r g , 27. Dez. Unsere G e m e i n b e hat bie von ber Firma Rinn & Cloos in Heu- ; chelheim im hiesigen Orte betriebene alte Zigar- - renfabrif käuflich erworben, bie wegen per I engen Raumverhältnisse unb ber Baufälligkeit sich t als Fabrikgebäude nicht mehr eignete. Die Gemeinde - will bas Gebäube instandfetzen unb alsbann ben nationalsozialistischen Jagen d v e r» bänben (HI., Jungvolk unb BDM) zur Derfu- gung stellen. Auch soll ein Zimmer für Gemeinde- zwerfe hergerichtet werben, ba Räume für diese Zwecke bisher nicht vorhanden waren. Die Firma Rinn & Cloos will, wie verlautet, im Frühjahr in unserem Orte eine n e u e 3 i g a r r e n f a b r i f bauen; sie soll bereits das erforderliche Baugelände 9 O ©r üningen, 27. Dez. Am zweiten Feiertag hatte der Gesangverein „Eintracht zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Kaum vermochte ber festlich geschmückte, geräumige Saal ’ ber Wirtschaft Bender die zahlreich erschienenen Freunde und Gönner des Vereins zu fassen. Der . langjährige Vorsitzende des Vereins, Wagnermeister j Adam Buß, begrüßte die Gäste nach einem gut zu Gehör gebrachten Eröffnungslied des Vereins In seinen Ausführungen betonte er besonders, daß der Abend ganz im Zeichen der Volksgemeinschaft und des Kameradschaftsgeistes stehe, bie u. a auch burch bie Anwesenheit bes Gesangvereins „Heiter- keit" Dorf-Gill zum Ausbruck komme; geschloffen hatte biefer Verein der Einladung des Vereinsvor- sitzenden Folge geleistet. Im Namen des Vereins dankte der Vorsitzende den Gästen für das zahlreiche Erscheinen. In bunter Reihenfolge wechselten dann gut vorgetragene Lieder beider Vereine und gemeinsame Musikstücke miteinander ab. Zwei Theaterstücke, die reichen Beifall ernteten bildeten den Schluß des ersten Teiles. Mit einer Tombola wurde be? zweite Teil des Abends eingeleitet. Musik, Gesang und Tanz hielten jung und alt bis tn die frühen Morgenstunden beisammen. I Hausen, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag veranstaltete der Gesangverein „Ci n- t r a ch t" im Saale der Wirtschaft Fink einen F a - milienabenb, ber sehr gut besucht war Der Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Göbel, Hausen, eröffnete den Abend mit einer kurzen Ansprache. Er wies darauf hin, daß der Abend für den Verein im altüblichen Smne nicht A Wmter vergnügen sei, daß vielmehr der Verein Rechenschaft ablegen wolle über sein seitheriges Schaffen und Wirken und so eine Probe seines Könnens geben wolle, daß es dem Verein ferner daran hege, nur wirklich wertvolles Volksliedaut zu Gehör 3U bringen. Und jo standen denn Die Volks- und Vater - lanbslieber, bie ber Chor vortrug, auf beträchtliche Höhe. Exakte Wiebergabe verband sich nut seelischer Erfassung unb machten bie gehörten Chore dem Dirigenten des Vereins Bender und den Sangern alle Ehre. Ein kleines Lustspiel trug zur Erheiterung bei. Die Kapelle Bender brachte weitere musikalische Unterhaltung, und die Verlosung am Schluß zeigte das übliche Bild freudig überraschter und enttäuschter Gesichter. Nach Beendigung des eigentlichen Familienabends blieb die Jugend bet frohem Tanz noch lange beisammen. = Steinbach, 27. Dez. Die NS.-Kultur- gemeinbe „Kraft burch Fr ende veranstaltete am zweiten Feiertag tm Saale bes „Einhorn" einen Theaterabenb burch Mitglieder bes Stabttheaters zu Gießen. Der Abenb war gut besucht, größtenteils durch bie Jugend. 8 A 11 e n - B u s e ck , 27. Dez. Am Sonntagnachmittag fanb in ber K l e i n k i n b e r s ch u l e bie Weihnachtsfeier unserer Kleinsten statt Unter dem Gesang von „Ihr Kinderlein kommet zogen die Kinder, von ihrer Schwester geführt, in den mit Einern großen Weihnachtsbaum geschmückten Saal i n Im Glanze des Weihnachtsbaums führten sie tin non Schwester Bert- tingeubtes W°chn°-Ht-- stück auf, außerdem erfreuten sie die Eltern und Freunde durch allerliebst vorgetragene Liedchen und Gedichte. Mit strahlenden Augen nahmen die Kleinen dann die schönen Geschenke entgegen, die zmn großen Teil von den Schwestern mit viel Liebe + Treis a d. Lda. 27. Dez. Wie üblich, hielt gestern abend der hiesige Männergesangverein „L i e b e r f r a n y in Mills Saal, ber bis zum letzten Platz gefüllt war, fein biesjähriges Wintervergnügen ab, beffen Reinertrag für bas Winterhilfswerk bestimmt ist. Im ersten Teil bes Abenbs stauben Liebervorträge bes Vereins, bie zeigten, baß (eine Arbeit unter seinem Chormeister Nicolai auf ber Höhe ber Sanges- fünft stehe. Der zweite Teil bestaub in ber Unterhaltung, burch ein sehr verständnisvoll aufgeführtes Theaterstück, das mit feinem Humor große Heiter- feit und lauten Beifall erregte, der dritte Teil war dem Tanz gewidmet. Die Musik wurde von der Kapelle Becker-Schnecken dahier bestritten. <£ Reiskirchen, 28. Dez. Da jetzt alle Schüler und Schülerinnen unseres Ortes in der Hitler- Jugend zusammengeschlossen sind, konnte am Samstag auf dem Schulgebäude die Fahne der Jugend gehißt werden. Nach einer kurzen Ansprache des Schulleiters Lehrer Rausch wurde bie Fahne unter bem Gesang bes Horst-Wessel-Liedes gehißt. Dann sprach Zellenleiter Lehrer Roth über ben Kampf ber Jugend. Zum Schluß der Feier forderte der Stammführer des Jungvolks S ch m u l- b a ch, Lollar, die Jungens und Mädels auf, weiter zu kämpfen und nicht zu rasten, bis das ganze deutsche Volk einmütig hinter seinem Führer stehe. Die Jugend sei der Garant der Zukunft. Mit dem Lied der Jugend und mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Feier beendet. — Die Sonnenwende am Samstagabend wurde wegen ungünstiger Witterung von der Hitler-Jugend in Gemeinschaft mit Jungmädeln und Jungvolk m bem Saale „Zur Krone" abgehalten. Der brennenbe Weihnachtsbaum, Sprechchor, Kampflieber unb die Ansprache bes Gefolgschaftsführers gaben ber Feier einen stimmungsvollen Verlauf. — 2lm Montagnachmittag feierte bie Kleinkinberfchule nn Saale „Zum Hirsch" ihr W e i h n ach t s f e st. Eltern, Geschwister unb Förberer ber Kleinkinberschule wohnten ber Feier bei. Die Kleinen erfreuten mit Gebichtvorträgen unb Weihnachtsliebern. Unter bem Lichterbaum konnte bann ber Weihnachtsmann ferne Gaben verteilen. Bürgermeister Launfpach : bankte am Schluß ber Feier ber Leiterin Fraulem । Ilse Mosbach für ihre Mühe unb Arbeit. I Lollar, 27. Dez. D.. Lollar ber N. S. D. A. P. Sonntag im „Schwanen" eine -__ feier- oerbunben mit einer Wechnachtsbescherung ( für bie bebürftigen Volksgenossen. Die Parteigli^ ? berungen waren mit Aborbnungen vertreten. Nach । bem Gemeinschaftsempfang ber Rebe des Reichs- , minifters Dr. Goebbels erfreute der SA.-Mu- J sikzuq mit einigen Weihnachtsstücken. Unter Lei- f tung von Lehrer Eberle trug bann em Schuler- < chor ein Weihnachtslieb vor. Ortsgruppenleiter Pe- ( trasch hielt bie Ansprache, m Der er auf Den . Sinn bes Festes ber Liebe unb Versöhnung hm- ( wies unb auf bie Verpflichtung, bie sich für uns Deutsche unseren mit irbischen Gütern nicht gesegneten Volksgenossen gegenüber ergibt. Im Anschluß hieran erfolgte Die Verteilung ber NSV.-Ga- benpäckchen, bie allseits froh unb bantbar entgegengenommen würben. m ß o 11 a r , 27. Dez. Am ersten Feiertag veranstaltete in althergebrachter Weise ber T u r n- und Gesangverein Lollar (Chorleiter: ßeh- rer E b e r l e) im „Schwanen" 2 Weihna ch t s - feiern. Nachmittags versammelten sich die Kinder der Vereinsmitglieder zu einer Feier, in deren Verlauf Gedichte und zwei Weihnachtsspiele einander abwechselten. Ein Höhepunkt für die Kleinen war natürlich die Verteilung kleiner Geschenke, die große Freude auslösten. Zum Schluß dankte der Dereinswalter Kr eh bie hl den beiden Frauen, die das Einüben der Spiele übernommen hatten, Frau Eberle und Frau 9er ber, für ihre unermüdliche und erfolgreiche Arbeit. Der Abend brachte bann bie Feier für bie Erwachsenen, zu ber auch viele Freunbe bes Vereins erschienen waren. Nach bem Vortrag eines Musikstückes und der Begrüßungsansprache des Veremswalters K r e h b i e h l folgte ein wirkungsvolles Knppen- fpiel. Zwischen ben einzelnen Silbern brachte ber Verein mit bem Männer-, Frauen- unb Gemifch- ten Chor einige Weihnachtschöre zum Vortrag. Auch bie alten schönen Weihnachtslieber tarnen zu ihrem Recht. Nach ber Pause stanb em Theaterstück im Mittelpunkt, das sehr flott und sinngemäß ; aufgeführt und beifällig aufgenommen wurde. Eine Tambolaverlosung mit wertvollen Gewinnen , vervollständigte das Programm. Abschließend dankte der Dereinswalter allen Mitwirkenden. ' * Staufenberg, 27. Dez. Durch eine Poli- . zeiverordnung des Kreisamtes Gießen ist der m der ' Gemarkung Staufenberg liegende, zwi- f sehen Flur VII und VIII verlaufende Grenzweg > Daubringen-Kirchberg in feinem unteren ! Teile zwischen ber Einmünbung tn bie Fernverkehrsstraße Gießen—Marburg unb ber ersten Abzweigung nach bem Kirchberger Weg f?r den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art in ber Fahrtrichtung Daubringen—Straße Gießen—Marburg gesperrt worben. Zuwiberhanblungen gegen bieje Polr-ewer- orbnung werben mit Gelbstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bestraft. T Daubringen, 27. Dez. Gestern abenb ver- anftaltete ber Kegelklub „Alle Neun bei Gastwirt Schäfer zugunsten bes Winterhilss wertes eine Weihnachtsfeier Der Saa^ war bis auf ben letzten Platz besetzt. Johann Will hielt zur Eröffnung eine kurze Begrubungsansprache^ Dann folgte bas gemeinsam gesungene Sieb „Stille Nacht" Der übrige Teil bes Abends wurde ausge- süllt durch die Aufführung eines wohlgelungenen Theaterstückes, sowie durch ein ßuststuck und gemeinsam gesungene Weihnachtslieder. Zum Schluß wurde noch 9eine ^Verlosung zugunsten des WHW. durch- ^Mainzlar. 27. Dez. Di- °°m B D M. für das WHW. hier durchgefuhrte Kuchen- und Geb äcksamm lang erbrachte acht Kuchen und etma 37 Pfund Gebäck. - Der hiesige Manner- aef ang verein veranstaltete tm Saale von Füller seine Weihnachtsfeier. Eine Mitt- tärkapelle eröffnete den Abend mit einem flotten Marsch der Chor des Vereins entbot den Sanger- S Der Dereinsvorsitzende ß.ßcmp begrüßte die zahlreichen Teilnehmer des Abends. Sodann sprach der Kreiswalter des Kreises Gießen im Hesi.Üchen Sängerbund, Karl Müller der die alten Sanger aufforderte, sich aktiv am Gesang wieder zu betelli- Aus -er Wett -es Ulms. Der gefilmte Ton. Von Max Ingolf. Wie war das eigentlich damals? Als vor rund fünf Jahren der Tonfilm mit der sieghaft-dreisten Miene, mit der alles Junge, Frühlingshafte, Revolutionäre aufzutreten pflegt, die zunächst noch etwas verdutzte Leinwand sich zu erobern begann, gab es mancherlei Mißverständnisse. Und zwar auf beiden Seiten, bei den Freunden der neuen Kunstform wie bei den Gegnern und Skeptikern. Es konnte nicht ausbleiben, daß man im Ueber- schwang erster Begeisterung versuchte, alle möglichen Geräusche, die den Vorgängen des Spielbildes entsprachen, getreulich wiederzugeben, den optischen Voraang allüberall akustisch untermalend, mitunter geraoezu übermalend. Das führte zu einem fast schmerzhaften Durcheinander der Höreindrücke, knarrende Räder, fauchende Lokomotiven, Krach, Gequietsche und Getöse stürmten auf den Kinobesucher ein, dem das neue Spiel zwar recht unterhaltsam und interessant erschien, der aber in jenen ersten Tonfllm-Monaten kaum ein großes künstlerisches Erlebnis mit nach Hause nahm. Die Technik war noch selbstherrlich, sie stand noch nicht unter der gebieterischen Hand formenden Geistes. Run muß zum Lobe des deutschen Filmes gesagt werden, daß er sehr bald sich von diesem krassen Realismus abwandte. Und er nahm damit jenen Tonfilmgegnern den Wind aus ihren Segeln, die von der Einfügung des Tones eine „Entzauberung" des Filmes fürchteten und prophezeiten. Richt Entzauberung, sondern das Gegenteil: Erhöhung der Illusion, ganz gleich um was für Motive es sich handelt, hat der Ton gebracht, und das ist schließlich für den Film genau wie für das Theater eine Grundforderung künstlerischer Wirkung. Erhöhung der Illusion — das heißt allerdings nicht naturalistische Wirklichkeitsnachahmung, sondern es bedeutet Glaubhaftmachung der Idee, die Brücke vom Geist zum Stoff. Die Idee ober ist unendlich, sie umfaßt die ganze Skala des Kunst-Denkens und der formalen Gestaltungen und Spiegelungen des Lebens, das ein Volk durchflutet. In all diesen vielfältigen Formungen hat der Ton immer neue, immer andere Auhgaben. Er darf nie die Führung haben, denn der Fklm, der in seiner Art und auf anderer Ebene auch so etwas wie ein „G e s a m t k u n st w e r k" darsteltt, ist geboren aus der urtriebhaften Freude am bewegten, schillernden Spiel der Gestalten. Er soll auch als Tonfilm in erster Linie ein Entzücken des Auges sein, und je sparsamer das gesprochene Wort, je behutsamer die Musik unaufdringlich einklingen in das Gesamtge- schehen, um so vollendeter wird das Ganze wirken. Es ist gut, daß die naturalistische Geräuschmalerei heute weit zurückgetreten ist gegenüber der musikalischen Durchdringung des Filmspiels, die in jedem Fall — mag es sich um den guten Unterhaltungsfilm oder um den hochkünstlerischen, besonders kulturelle Aufgaben erfüllenden Film handeln — das Geschehen dem Herzen des empfangenden Volksgenossen besonders nahe bringen wird. Der Reichtum deutscher Musik, vom Straußschen Walzer bis zur Eroica und zum Feuerzauber aus der „Walküre" gestattet immer neue und oft schon recht geschickt und geschmackvoll genutzte Möglichkeiten. Denen aber, die etwa auf die Operette verächtlich herabblicken und glauben, heroische Lebenshaltung liege in der Verbannung jeden Frohsinns, sei gesagt, daß aus einem Werk wie der — seinerzeit leider recht unzulänglich verfilmten — „Fledermaus" oder dem „Zigeunerbaron" soviel echte Greta Garbo persönlich. Auf der Probe und im Privatleben. Wohl bleibt es keinem Schauspieler im Filmland Hollywood erspart, daß sich mit seinem Namen eine Reihe von Geschichten persönlichster Art verbindet, die eine Prüfung auf ihren Wahrheitsgehalt nicht ertragen können. Aber die Künstler haben sich damit abgefunden, wenn sie oder ihre Direktoren nicht gar selbst diese Gerüchte ausgestreut haben; denn sie erwiesen sich zuweilen als eine billige Reklame, die ihre Wirkung auf sensationshungrige Zuschauer nicht verfehlt. Andere Schauspieler aber führen einen entschlossenen Kampf gegen die Legenden, in die sie eingesponnen werden sollen, ohne allerdings durchdringen zu können. So' kann sich Greta Garbo schließlich nur noch durch eine entschlossene Flucht in ihr Privatleben retten, aber die Legende blüht darum um so reicher. So ist man dem amerikanischen Schriftsteller Gene Markey, der einige Drehbücher für die Garbo- Filme geschriben hat, dankbar, daß er jetzt in aller Oeffentlichkeit einige Aeußerungen über die Garbo getan hat, die geeignet find, die vielen falschen Nachrichten über sie zu zerstreuen und das schlichte Wesen der Schauspielerin ins rechte Licht au stellen. „Sie ist die denkbar beste Schauspielerin, sowohl für den Drehbuch-Verfasser als auch für den Spielleiter", rühmte Markey ihr nach, und er betonte, daß es nicht ihre Schuld ist, wenn ein Film mit ihr oft nicht so vollkommen ist, wie er es sein könnte. „Greta Garbo hat in der Verkörperung der Rollen schon darum eine schwerere Aufgabe zu bewältigen, weil sie ohne ihr Zutun selbst zu einer Legende geworden ist und ihre eigene Persönlichkeit immer wieder gegen diese Trugbilder durchsetzen muß. Im Studio kann man mit niemand so gut und so leicht Zusammenarbeiten wie mit ihr. Sie ersaßt sofort den Sinn der Szenen und der Gespräche, ohne daß man erst weitschweifende Erläuterungen geben muß. So braucht sie wenig Durchsprechproben. Sie gestaltet dabei die einzelnen Szenen sehr selbständig, aber nie so, daß sie etwa die Vorlagen eigenwillig abändert. Man hat vielfach behauptet, Greta Garbo sei sehr launisch. Das ist keineswegs der Fall; richtig ist nur, daß sie als erste Filmschauspielerin in Hollywood darauf bestanden hat, daß Besuchern das Betreten der Studios während der Aufnahmen streng verboten wird, und viele andere Schaul.nieler haben sich ihrem Wunsch angeschlossen und sind ihr für ihr Noraehen zu Dank verpflichtet. Richtig ist auch, daß sie sich weigert, über ihre Arbeitszeit hinaus im Studio zu bleiben. Sie erklärt: „Jetzt gehe ich nach Haufe!" und keine Macht der Welt kann sie dann zurückbalten. Andererseits ist sie aber niemals unpünktlich und steht immer zur Verfügung, wenn man sie braucht." Markey bestätigte, daß Greta Garbo sehr zurückgezogen lebt. „So unternimmt sie gern allein weite Svaziergänge. Eines Tages erzählte sie mir, daß sie allein rund um einen See gewandert sei und nur einmal kurze Rast gemacht habe, um ein Stück Brot Freude strömen kann, daß sie Spannung gibt und Kraft zu neuem Lebenskampf. Wie die Musik ist auch die Sprache dienendes Glied des Ganzen. Das heißt nicht, daß sie nebensächlich behandelt werden darf. Die Sprache ist köstlichstes Gut eines Volkes. Auch im Film ist ihre Pfleae unverletzbares Gesetz. Die deutschen Texte nachsynchronisierter Filme sind oft so töricht, daß man lieber über die Eselsbrücke deutscher Dialogbeschriftung schreitet. Die Stimme eines Menschen — und vor allem des Künstlers — ist unlöslicher Teil und etwas Käse zu essen. Ich kannte zufällig diesen See sehr genau. Wer ihn am Ufer entlang umwandert, der geht gut und gern etwa 38 Kilometer." Markey faßte seine Aeußerungen über die von ihm so hoch geschätzte Mitarbeiten in die Worte zusammen: „Greta Garbo ist nicht nur sehr schön, sondern auch eine Persönlichkeit von wunderbarer Einfachheit und Tiefe. In der ganzen Welt des Films gibt es niemand, der mit ihr verglichen werden könnte." Kleine Komparserie. Von Bruno Manuel. Wenn in einem Film Kinder auftreten, dann greift man zuerst auf die Sprößlinge der Mit- wirkenden zurück. Ihnen steckt bekanntlich die Kunst lm Blut. Nach Ansicht der stolzen Eltern zeigten sich auch schon in der Wiege die ersten Spuren eines schlummernden Talents. So daß die Vermutung, es hier mit lauter Wunderkindern zu tun zu haben, nicht unbegründet schien. Stellt man dann diese lieblichen Sprößlinge filmenshalber vor die Kamera, dann entsteht meist sehr bald ein vernichtender Eindruck. Alle — mit Ausnahme der entzückten Eltern — suchen hier vergeblich nach Talent. Was man hingegen findet, ist allein die Gabe, aus einem waschechten, rotznasigen Bengel ein geschraubtes und stocksteifes Wesen zu machen. Die Branchenkinder sind nämlich durch ihre vortrefflichen Eltern schon zu tief in die Geheimnisse der „Gestaltung" eingeweiht worden. Der Regisseur E. W. Emo hat, als er den „Vogelhändler" drehte, einen andern Weg beschritten. Gebraucht wurden Kinder aus dem Volke, die einen wilden, tollen, dröhnenden Tanz herauf- beschwören. In richtiger Voraussetzung rief Emo ein benachbartes Waisenhaus an. Dort gab es die unbelasteten Naturen, ohne das überflüssige und gar hinderliche „Theaterblut". Emos Anruf erfolgte zwar mit der Befürchtung, von der Waisenhaus- Verwaltung erdolcht, erdrgsfelt oder gesteinigt zu werden. Aber wunderbarerweise zeigte sich die Direktion dem seltenen Ansinnen gewogen. „Wieviel Kinder benötigen Sie?" war die schlichte Frage. „Wenn es sein kann, etwa zehn. Aber Jungens und Mädels verschiedenen Alters." Am Tage darauf stürmten sechzig ungemein eindrucksvolle kleine Gestalten das Filmatelier, um für die theatralische Sendung auserkoren zu werden. Die oorgenommene Talentprobe erfolgte mit dem Resultat, daß niemand völlig unbrauchbar war. Und da auch keiner freiwillig verzichten wollte, sondern ein jeder sich für einen unbestreitbar wichtigen Helden hielt, machte Emo das Maß feiner Güte voll, indem er alle sechzig dabehielt. Man muß nun nicht etwa glauben, daß Emo sich geirrt hat. Ganz abgesehen davon, daß der kleinen Komparserie eine malerische Vielfalt innewohnte, waren nach kurzer Zeit alle fest in die Vorstellung vergraben, eine Horde heißsporniger, jede Beherrschung vermissenlassender Unholde darzustellen. Sie seiner Persönlichkeit, seines seelisch-leiblichen Wesens. Nachsynchronisation ist meist eine mißliche Sache; man soll sie möglichst vermeiden. Vorbildlich war einst der ungarische Film „Marie", in dem die Sprache nicht Erklärung, sondern von Zeit zu Zeit kurz aufklingender Stimmungsausdruck war. Auch in der Behandlung des Tones, fei es Musik ober Sprache, vergesse man nie die große Verantwortung, die gerade der Film den Schaffenden auferlegt. Denn der Film ist und bleibt eines der stärksten Mittel, die Massen zum Volk zu formen. durften endlich einmal das sein, was im Leben zu sein verboten war. Und das traf den Nagel auf den Kopf. Die Kamera geisterte geschäftig umher. Sie konnte gar nicht soviel aufnehmen, wie ihr an trefflichen Bildern dargeboten wurde. Den malerischsten Effekt lieferte eine Sauhatz nebst anschließendem Essen. Bei dieser Volksbelustigung wurden wahrhaft schlaraffische Zustände zur Regel gemacht, indem es den sonst höchst manierlichen Waisenkindern gestattet war, ungestraft jede Spur von Wohlerzogenheit fallen zu lassen Die paradiesische Anarchie gelang so vollkommen, daß sie in einem heiteren Rahmen gedreht wurde. Hier erwies es Sechzig Waisenkinder haben den Pfad der Filmindustrie gekreuzt! Und wer weiß, vielleicht zaubert die Natur uns eines Tages den künftigen Charakterspieler von Format vor! Als die Löwen zum Film kamen... Von Erna Büsing Wir waren auf Löwenjagd, die war derartig ungefährlich, daß wir getrost eine Großmutter zur Teilnahme hätten einladen können; denn die einzige Ausrüstung, deren wir durchaus bedurften, war eine Gasmaske. Sie war dringend nötig, weil ein Museum seine kostbaren Felle ziemlich energisch gegen Mottenfraß sichert. Und wir suchten in einem riesigen Schrank unter hundert Häuten ehemaliger Wüstenmajestäten ein besonderes Fell, weil uns gewisse geographische Abänderungen interessierten. Wie wir nun Fell auf Fell, als ob wir in Zeitungen blätterten, durch unsere Finger gleiten ließen, stutzten wir auf einmal. Waren wir doch an eines geraten, das gar absonderliche Verletzungen aufwies. Sein ehemaliger Träaer war weder gefpeert noch erschossen, er war weder dornenverletzt noch war seine Haut unsachgemäß behandelt; er war, allen Todesursachen und üblichen Verletzungen entgegen, ganz einzigartig verwundet gewesen. Wir staunten und besahen uns die vier schweren Längsrisse, die sorgfältig vernäht waren. Da zog der Kustos seinen Kopf aus dem Schrank zurück, warf die Schutzmaske ab und jagte lachend: „Das war der erste Filmlöwe. Mit Genehmigung meiner vorgesetzten Behörde hatte ich damals dieses Fell ausgeliehen. Es wurde ein Mann hineingenäht, und weil das Manuskript den Löwen als schreckenerregend bezeichnete und der Eingenähte viel Temperament besaß, benahm er sich derartig ungebärdig, daß mein ausgeliehenes Fell an vier Stellen zugleich riß. Somit hatte ich nur Unannehmlichkeiten, als ich dem Film zu seinem ersten Löwen verhalf." Einer der ersten lebenden Filmlöwen war Zar, welcher der Gattin des Kapitäns Schneider gehörte. Die schöne Marcella hatte dazumal allerorts in der Welt Triumphe als Löwenbändigerin gefeiert, und da die Fox-Gesellschaft zu jener Zeit drauf und dran war, alles dem Film nutzbar zu machen, wurde auch sie mit ihrem Liebling ver- Filmstars in Sumps und Dunkel. 3n der Werkstatt der modernen Kulturfilme. Von Inh Aeckerle. Man muß schon Glück haben, wenn man Wolfram Junghans, der erst kürzlich wieder mit seinem Film vom Vogelschutz einen großen Erfolg hatte, in seinem kleinen Kulturfilm- atelier in Babelsberg sprechen will. Da die Herstellungsdauer seiner Filme durchschnittlich 12 bis 14 Monate dauert, arbeitet er immer an mehreren Stoffen gleichzeitig, ist bald hier bald dort bei feinen Tieren und Pflanzen, und immer sehr beschäftigt. Als wir das Atelier, das mehr einer zoologischen Handlung gleicht, betreten, baut er gerade eine kleine Sumpflandschaft auf. Nur 10 Zentimeter Tiefe hat das Blechbecken, das da auf dem Tische steht. Mit Sand und Steinen wird immer wieder herumprobiert, bis der Untergrund natürlich wirkt, und bann kommen große Seerosenblätter, bie so stark sein müssen, baß sie bequem einen ober jogar zwei Froschmännchen tragen können. Ein Blick burch bie Kamera, die der frühere Spielfilmoperateur H i I b t g e r bediente, zeigt uns im Lichte eines kleinen Scheinwerfers die wunderbare Bilb- wirkung, bie von ber Fläche eines Aktenbogens später auf der großen Leinwanb ausgehen kann. Natürlich benft man sofort an einen Kulturfilm über Frösche, ber sicherlich sehr interessant werben könnte. Aber biesmal hanbelt es sich um einen Spielfilm, um Einlagen zu dem Film „Hans im Glü ck". Dort ist eine nette kleine Szene vorgesehen, wie Hans an einem Sumpf steht, hmein- fieht, unb nun ein Frosch nach bem anderen auf einem Seerosenblatt auftaucht unb feine Schallblasen ausstößt, bie man auch zugleich sehr beutlich sehen Fann. Wie Wolfram feine auch jetzt zum Quoten bringt, bas ist allerbings sein Geheimnis, in ber Natur draußen sind sie längst verstummt. Unb bann haben wir endlich Zeit, von den neuen Plänen zu sprechen, die zum Teil bereits in Arbeit sind. Den großen Erfolg dieses Sommers, den Ameisenfilm, soll sich jetzt ein neuer über die F l e- bermüufe anschließen, dessen Aufnahmen besonders schwierig sind. Diese lichtscheuen Tiere fliehen die Scheinwerfer ebenso wie die Sonne, aber ohne Licht kann man nun einmal nicht filmen. Unb so müssen sie ganz langsam daran gewöhnt werben. In halbverhängten Glaskästen sieht man Zwerg- slebermäuse an einem Stückchen Baumrinde, bie sich immer roieber verstecken, immer wieber ihr vertrautes Dunkel suchen. Kaum vier Zentimeter sinb sie lang, während die größeren, mit denen natürlich leichter arbeiten ist, eine Spannweite von 25 Zentimeter erreichen. Junghans will die ganze Biologie der Fledermäuse zeigen, die zur Gruppe der Säugetiere gehören; will sichtbar machen, wie die Jungen sich an ber Mutter festsaugen, 21 Tage lang so an ihr hängenb mit Herumfliegen unb erst bann selbstän- big werben. In befonbers aufgebauten Räumen soll bie Fledermaus ihren stärkstentwickelten Sinn, den feinen Tastsinn zeigen, weiter ihre Fütterung und schließlich auch, wie sie sich im Herbst zum Winterschlaf aufhängt. Alles erfordert auch hier viel viel Liebe und Arbeit, bis die Tiere sich unbeobachtet unb in ber Atelierumgebung heimisch fühlen. Einer größeren Fledermaus hat Junghans sogar mit seinen behutsamen Fingern die Kiefer auseinandergemacht unb bas interessante Gebiß in Großaufnahme photographieren lassen. Auch bie Zeitrafferkamera, bie uns die „Kraftlei st ungen der Pflanzen" schauen ließ, soll wieder in Tätigkeit treten. „Schrift ber Pflanze" wirb biefer Film wahrscheinlich heißen, ber bie Reaktionen der Pflanzen auf alle äußeren Einflüsse — Witterung, Temperatur, Bodengehalt usw. — graphisch aufzeigen soll. „Man wird an einer Kurve ganz genau ablefen können, meint Junghans, „wann sich die einzelne Pflanze gut ober schlecht fühlt, wann sie ihre besten Lebens- bebingungen unb ähnliches hat", was für bie wissenschaftliche Forschung ebenso wichtig unb interessant wie für ben natudiebenben Laien fein dürste. Ueberhaupt bemüht sich Junghans, in alle feine Filme so etwas wie Spannung hineinzubringen, keinen trockenen Wissensstoff, sondern unterhaltende Belehrung ober bekehrenbe Unterhaltung zu bieten. In feiner nunmehr fünfzehnjährigen Tätigkeit auf diesem Gebiet hat er die nötigen Erfahrungen dafür reichlich sammeln können. In Zusammenarbeit mit Herta Jülich soll noch ein mikrobiologischer Film „Mysterium des Lebens" gedreht werden, der uns allen das zugänglich machen soll, was früher nur wenigen Gelehrten im Mikroskop zu schauen vergönnt war. Gerade heute, wo die Frage der Erbmasse und ähnliches derart im Mittelpunkt des Interesses steht, darf ein solcher Film, der die geheimsten Vorgänge in der Natur auf der Leinwand offenbaren soll, auf starken Widerhall rechnen. Zum Schluß noch ein kühnes Projekt: Ein f a r- b i g e r Kulturfilm „Exotische Fischzuch t". Wenn es gelingt, die Farbenphotographie in den Dienst dieser Art Filme zu stellen, wird sich der Stoffkreis der Kulturfilme mit einem Schlage unendlich ausweiten, weil viele Dinge der Natür ohne ihre echte Farbe nicht darzustellen sind. Echt allerdings müssen die Farbwerte fein, wenn uns die ganze Schönheit dieser buntschimmernden Wasserbewohner deutlich werden soll. Hoffen wir, daß es gelingt. Film-Anekdolen. Erzählt von Geno Ohlischlaeger. Heinz Rühmann ist ein großer Sportsmann. Er treibt nicht nur die üblichen Sportarten, die man ausübt, um sich jung und elastisch zu erhalten. Auch als Knabe war er schon sportlich inter- essiert. Mit fünfzehn war er erster Vorsitzender des Schüler-Sportvereins „Hellas". Der Deutschlehrer nimmt mit ber Klasse Schillers „Verschwörung bes Fiesco" durch. Er erzählt ben Inhalt unb schließt: .Verrina stoßt Fiesco ins Meer. Unb Fiesco seinen Hel- schwirnrnen ertrinkt. — Warum läßt Schiller wohl ben so enben?" fraat ber Lehrer. „Na, Rühmann?' Antwortet Rühmann: „Weil er nicht konnte!" Solch einen kleinen Krach hatten mal Hans Moser unb Paul Hörbiger. In ber Aufnahmepause gehen sie in die Kantine und kommen überein, die Geschichte durch einige Schnäpse aus der Welt zu schassen, zu denen Hörbiger, weil er zugeben mußte, angefangen zu haben, Mofer ein- laden sollte. Hermann Speelmanns kam an ihren Tisch, .erfuhr, was geschehen war und fragte: „Na, und jetzt ist alles wieder in Ordnung?" „Bis hierhin", antwortete Mofer, auf feinen Magen deutend, „bin ich schon wieder versöhnt; aber hier oben bin ich noch beleidigt!" * In einer Aufnahmepause des Films „Jungfrau gegen Mönch" unterhielt man sich über Autogramme. „Sie werden sich nicht mehr entsinnen , sagte eine junge Dame zu Paul Richter, „daß ich Sie auch einmal um ein Autogramm gebeten habe. Es ist schon einige Jahre her; ich ging noch in Wien zur Schule, und alle meine Freundinnen sammelten eifrig Autogramme. Da wollte ich auch mal damit anfangen und schrieb an Sie: „Hochverehrter Künstler! Bitte schicken Sie mir doch ein Autogramm mit Unterschrift!" „Autogramm mit Unterschrift ist köstlich?" lachte Paul Richter. „Daran müßte ich mich eigentlich noch erinnern können." „Ja, fo genau wußte ich damals noch nicht mit Autogrammen Bescheid . . .", antwortete Dorit Kreysler. Das war nämlich die junge Schau« fpielerin, bie seinerzeit die merkwürdige Autogramm« bitte an ihren jetzigen Filmpartner Paul Richter gerichtet hatte. Paul Kemp ist ein Feinschmecker. Willy Schaeffers trifft ihn eines Sonntags um bie Mittagszeit in München am Marienplatz. „Wolln wir zusammen essen gehn", fragt Schaeffers, „in irgendein Bräu? Ich lad dich ein; München ist ja meine zweite Heimat." „Danke vielmals", antwortet Kemp. „Aber ich komme eben aus bem... (er nennt ein Restaurant, das für feine Küche berühmt ist) unb habe vorzüglich gespeist." „Da kann ich allerdings nicht mit! Was gab's denn?" „Also zuerst mal eine — Känguruhschwanzsuppe", berichtet Kemp, in der Erinnerung an diese Delila- testen schwelgend. „Aber eine echte, sage ich dir!" „Das glaube ich gern", antwortet Schaeffers, unb in feine listigen Augen kommt ein Lächeln. „Ich war nämlich Freitag im Tierpark Hellabrunn. Da war grab eins gestorben!" pflichtet. Die Aufnahmen sollten in Rom stattfin- ben, unb sie fuhr mit Zar und einer Tierbändigerin, die als „Doppel" für bie Rolle der Violett bestimmt war, von Essen noch ber italienischen Hauptstabt. Dort konnten bie ersten Aufnahmen nicht zur festgefetzten Zeit beginnen, weil es bem Spielleiter unmöglich war, sich von seinem Schreck zu erholen, ber allerbings nicht auf bas Konto „lebender Filmlöwe" kam. Er galt der als Doppel verpflichteten Tierbändigerin, die er vor Jahren als gertenschlankes Mädchen in schmucker Uniform gesehen hatte. Die Elfe von ehemals war aber inzwischen in den Ehestand getreten und zur wohlgenährten Hausfrau herangereift. Die Violett jedoch war ganz und gar personifizierte Zartheit. Schminke und Schnürleib konnten keinen Ausgleich schaffen; die Regiepläne mußten also grundlegend geändert werden. Darum vertieften sich alle in das Dreh« buch, dessen Verfasser offenbar gemeint hatte, Filmbesucher seien immer bereit, in einen Einfaltswettbewerb zu treten. Die Stelle für Zars erstes Auftreten lautete nämlich: „Die Heldin geht auf einer Wiese spazieren ^und pflückt Blumen. Da stürzt sich vom schroffen Felsen ein gewaltiger Löwe. Die Heldin schreit und läßt die Blumen fallen. Der Löwe stürzt sich auf bie Helbin." Ein mit Theaterkulissen umkleibetes, erhöht gestelltes Postament wurde zum schroffen Felsen. Dann wurde Zar beordert, auf den mit Blumen besteckten Grasteppich zu springen, was er auch recht gerne tat, zumal er nach echter Katzenart sogleich bemerkt hatte, daß er den Teppich gut zum Krallenscharfmachen benutzen konnte. Als der Sprung vom schroffen Felsen mehrmals geglüift war, wurde endgültig gedreht. Durch zehn Stühle versuchte man, Zar an einem etwaigen Vordringen ins Atelier zu hindern. Zar, an das Auftreten gewöhnt, wußte als echter Artist, wann der entfchei- bende Augenblick ba war. Er legte alle Kraft in ben Sprung unb landete mit einem weithin ver- fpürbaren Erschüttern des Erdbodens auf dem Grasteppich, der sich unter feinen Pranken zu einem elenden Lappen zusammenschob. Doch in ber ehemaligen Tierbändigerin war unglücklicherweise im gleichen Augenblick der Ehrgeiz aufgewacht und sie hielt nicht, wie vorgeschrieben, bie Blumen vors Gesicht unb sie fiel auch nicht hin, fonbern sie stand in voller Breitseite vor ber Kamera, als allerbeut» lichste Bekunbung bafür, baß zwischen ihr und der Violett auch nicht die allergeringste Aehnlichkeit bestand. x Darob allgemeiner Unwille unb Wutgeschnaube, woran sogar Zar teilnahm. Als bann jemand schrie: „Film ist kein gestelltes Bild, sondern Bewegung und Handlung!^' warf Zar die zehn Stühle durcheinander, woraus alles im Atelier zu flüchten versuchte. Die Verfolgung nahm Zar nicht auf, weil Frauchen ihn zurückrief. Insofern machte er feiner guten Erziehung alle Ehre, aber einmal in Wallungeraten, mußte er sich irgendwie betätigen um) darum setzte er sich, scheinbar seelenruhig, auf seine Keulen, lüftete bann blitzschnell bie rechte Vorder- pranke unb haute Frauchen eine runter. Somstag, 28. Dezember 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Ur. 502 viertes Blatt 1,1 Kimmen :erop. „Aber ich t ein Restamant, und habe vor» ' der die voll- '"ige durch die zu führen und a erwartungs- Menfchen ihrem entgegenzubringen 'er. eines Tnntags im Mmenplatz. t", fttzt Cchaes. dich ein-, Mün- tini"'' bes ßo die frohen angesichts der Berge von Paketen, die durch das Gießener Postamt gingen, wohl kaum vorstellbar, welche Fülle der Freude die Post für das Weihnachtsfest vermitteln durfte. Die Beamten der Paketpost waren, wenn sie auch überall nur Sekunden verweilen konnten, gerne gesehene Gäste. Ueberall war freundliches Lächeln um ihren Weg. .. In den Räumen und Hallen unseres Elektrizitätswerkes herrschte eine fast greifbare Stille. Alles war feiertäglich blank und sauber. Aber an einigen Posten standen doch Männer im Dienst, die dafür sorgten, daß sich Lichtstrom- und Kraftzufuhr zur Stadt in genau geregelter Weise vollzogen. yn der Schaltwarte stand stets ein Mann auf dem Posten, beobachtete die zahlreichen Uhren, ihre vibrierenden Zeiger und machte die entsprechenden schriftlichen Aufzeichnungen. Im riesigen Maschinenraum summten Generatoren und Dynamos so gleichmäßig und fein, daß diese Geräusche ast zu einem Bestandteil der herrschenden Stille vurden. Maschinisten standen im Dienst der Beauf- ichtigung der Maschinen. Mit auf schwerstem Posten arbeiteten aber sicherlich jene Männer im Gaswerk unserer Stadt, die vor den Retorten standen, diese Retorten mit Steinkohlen zu beschicken und die vergaste Kohle als Koks aus dem Feuerloch zu holen und abzulöschen hatten. Biel Rauch und Kohlenstaub war im Raum, wenig Licht und oft heftiger Feuerschein, glühende Hitze ging von dem rotglühenden Koks aus, der aus den Feuerlöchern geholt wurde Hin und wieder zischte eine hohe weiße Dampfwolke auf, wenn der Koks abgelöscht wurde. Für den zufälligen Besucher war das Retortenhaus fast ein phantastisches, romantisches Erlebnis, für jene aber, die dort im Dienst an der Volksgemeinschaft standen, eine harte kaum jemand daran denken wird, Ruhe und Ordnung ernsthaft zu gefährden, so sind die Straßen unserer Stadt doch nicht möglich ohne die Aufsicht der Polizei und die Kaserne nicht denkbar ohne den Wachtposten an seinem Schilderhaus. Es ist sicher eine Pflicht der Dankbarkeit, sich all der Volksgenossen, die während des Heiligen Abends und während der Feiertage Pflichten zu erfüllen hatten, für einige Augenblicke zu erinnern. Können wir alle doch immer nur dann geruhsam und in aller Harmonie Weihnachten feiern, wenn wir das sichere Bewußtsein haben können, daß überall pflichtbewußte Männer auf ihren Posten stehen. nit! Was gab's jschE^M' in W M r, ich k* ; Schaeffers, tri in Lächeln. „A Hellabrunn, i und wahrhaft wenig feiertägliche Arbeit. Auch die Straßenbahn konnte zum Feste nicht feiern. So hatte also auch der Straßenbahner seinen Dienst, auch wenn er manchmal seinen Wagen ohne Gäste fahren mußte. Wieder andere Volksgenossen stehen m Bereitschaftsdienst, und zwar die Männer der Städtischen Feuerwache und die Helfer der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Für sie hieß es nicht gerade am Heiligen Abend irgendeine angestrengte Arbeit zu leisten, sondern nur: da sein, bereit sein, für den Fall, daß es brennt oder ein Unglück passiert, das raschen hilfreichen Einsatz er- 5)ie Weihnachtsfeiertage sind vorbei! Noch klingen , s> in uns allen nach. Das Fest brachte den freude- , eiüllten Heiligenabend mit seinen Liedern, mit l-chterglanz, mit Geschenken und den strahlenden , Aigen der Kinder; dann aber zwei Feiertage der Besinnlichkeit auf sich selbst, auf die Familie und brr Ruhe für die meisten unserer Mitmenschen. 2)Od) nicht für alle! Unsere Volksgemeinschaft ist x eng ineinander verflochten und unsere Lebenshaltung ist an zu viele äußere Voraussetzungen gebenden, als daß es möglich wäre, Feiertage so zu Malten, daß jeder Volksgenosse vollkommen mit) völlig ungestört daran teilhaben konnte. So brachte denn auch das diesjährige Weihnachtsfest mit) bringt der bevorstehende Neujahrstag vielen ^Volksgenossen Dienst, häufig genug harte Arbeit! ;Das gilt besonders für alle jene, die unmittelbar in Dienst der Volksgemeinschaft stehen: Reichsbahn, last, Elektrizitätswerk, Gaswerk, Straßenbahn, Inlizei, Feuerwehr, Sanitäter vom Roten Kreuz, Aiiniken und Krankenhäuser usw. Ja, auch der I ilchhändler, von dem die Hausfrauen auch an den bilden Festtagen die frische Milch m das Haus gebracht haben wollen, steht in diesem Dienst, der sich fjjr ihn nicht anders gestaltet als an den Werktagen. 'Nicht uninteressant, einmal jene Volksgenossen an itaen Arbeitsstätten zu besuchen, für die der Ferer- tiog nur bedingt Feiertag ist! ’ Zuerst ist wohl die Eisenbahn zu nennen. 2mr Betrieb der Reichsbahn in unserer Stadt (wie sli.bstoerständlich im ganzen Reich) erfuhr m den Zagen des Weihnachtsfestes immer eine besondere Zrnlastungsprobe. Zu manchem Zuge mußte ein Irorjug gefahren werden, der in den Fahrplan em- gsgliedert sein wollte, andere Züge wurden mit oirmehrter Anzahl Wagen gefahren. Damit ist inmer eine erhebliche organisatorische Arbeit Der* .binden. An den Schaltern stauten sich die Rersen- ,bm, die im Kreise ihrer Angehörigen das Werh- nichtsfest begehen wollten und keine noch so weite Zi unseren Bildern: 'Gruppe oben links: Polizei auf dem Öj.ege zum Dienst in den Straßen. — Darunter: lie Paketpost hatte viel Arbeit mit den Weih- o ichtsvaketen. — Darunter: Auf verantwortungs- ol'llem Posten an der Eisenbahnschranke. «Gruppe oben rechts: Oben: Der Soldat Hilt Wache, während andere feiern. — Links dar- mter: Bahnhofsvorsteher und Fahrpersonal auch ci i den Weihnachtsfeiertagen im Dienst. — Rechts: >ch die Straßenbahn kennt keinen Feiertag. i(3 r u p u e rechts: Links oben: Feuerwehr in (tmhiaer Bereitschaft. Den Aufenthaltsraum schmückt bjr Weihnachtsbaum — Rechts oben: Die Wache btr Sanitätskolonne ist stets einsatzbereit. — Links: Hinten: Schwerster Dienst vor den Retorten des 0-iswerks — Rechts unten: Für Licht und Kraft i.jufote zu den Festtagen auch gesorgt sein An den (Generatoren des Elektrizitätswerkes. (Ausnahmen: Neuner, Gießener Lnzeiger.^ fordert. Die Mannschaften Städtischen Feuerwache und der Sanitätskolonne verschönten sich aber den Heiligen Abend und die Feiertage im Dienste dadurch, daß auch sie sich geschmückte Weihnachtsbäumchen in ihre Aufenthaltsräume stellten. Schließlich muß aber noch zweier Gruppen von Volksgenossen gedacht werden, denen auch das Weihnachtsfest statt freier Stunden Dienst bringt, wie an anderen Tagen auch: der Soldaten und der Polizei! Wenn auch an Weihnachtsfeiertagen Maschine unter Dampf hält, der Zugführer, der den Zug begleitet und schließlich jene zahlreichen Volksgenossen, die im Dienste der Reichsbahn scheinbar untergeordnete, aber trotzdem nicht weniger wichtige Arbeiten bei jedem Wetter am Zuge, an den einzelnen Wagen, auf dem Bahnkörper, an der Schranke usw. zu leisten haben. Dabei durften alle diese Helfer, die auf den naßkalten zugigen Bahnsteigen oder auf der Strecke ihren Pflichten genügen mußten, nicht daran denken, daß gerade jetzt um diese Stunde am Heiligen Abend zu Hause, im eigenen Heim die Kerzen des Ehristbaumes entzündet wurden und die Kinder Weihnachtslieder sangen... Es wäre ein schlechter Trost, sagen zu wollen, daß es die Beamten der R e i ch s p o st kaum leichter hatten, als jene der Reichsbahn. Die Post war unter der Hochflut der Pakete, Briefe und Karten wieder auf eine Leistungsprobe gestellt. Wer vor Weihnachten und noch während des. Festes selbst einen Blick in den Betrieb der Post warf, wird icherlich darüber verwundert gewesen fein, daß diese Fülle der Pakete und Postsachen bewältigt werden konnte. Hochbeladene Karren schwankten zwischen Hauptpost und Bahnhof hin und her; ankommende und abzutransportierende Paketmengen mußten gleichermaßen ihren genau vorgeschriebenen Weg gehen. Der ganze Wagenpark der Post mußte in den Dienst der Paketverteilung gestellt werden. Es ist. Reise scheuten. Die Beamten an der Sperre hatten wahrhaft alle Hände voll zu tun und der Auskunftsbeamte hatte mehr Fragen zu beantworten, als zu jeder anderen Zeit. In den Gepäckabfertigungsstellen herrschte ebenfalls Hochbetrieb. Auf schwerem Posten standen und stehen immer um solche Zeit die Beamten in den Stellwerken, deren Arbeit bei gesteigertem Verkehr doppelt verantwortungsvoll ist. Bei gespannter Aufmerksamkeit und jener eisernen Ruhe, die allein Sicherheit gewährleisten, vollzog sich die Arbeit. Es wären viele aufzuzählen, die hier im Betrieb der Reichsbahn an Weihnachtsfeiertagen Dienst taten: der Bahnhofsvorsteher, der den Ueberblick behalten muß, der Fahrdienstleiter, der Ankunft und Abfahrt der Züge überwacht, der Lokomo- Ziele ..... hat; der Heizer, der die \®ar 'es*Nme> ■>Ä.“ ien' Mfq gf"^" N \ Orbnung?“ feinen K- w Heiliger Abend—aber im Dienst Rundgang durch Gießener lebenswichtige Betriebe. Ähil *x] -Jungfrau ^utogranM. ntfinnen", faate lter- M ich J1 gebeten habe h g'ng noch in le Freundinnen wollte ich auch m Sie: er! Autogramm mit köstlich!" Ich ch eigentlich noj - noch nicht nr üwortete Dor ie junge Schm bige Slutogramr er Paul Richt? in Rom statt'» nur IierbäiN: Rolle der Lick der italienisch"' rsten Aufnahm en, weil es m seinem Ech^ auf das fioni! t der als Doppv t vor Jahren al- icker Uniform g-' ils war aber i» n und zur Die Violett N Zartheit. Sdjnunii Ausgleich fWj >ll- in d°- U meint inen 6«** Saß erfte V »n-°ht ien. ®» HE £ i- umen Ren. .tiefes, ffS»» ‘“ÄfV ranfc’- einen v in fr r n, iiero- , ynb K< ! )flr die hfl# tue r;w ÄR£ Gewähr für bj kommen der schnst 'beugen nicht tn4 richt es doch de? [len, in denen d-e Bedeutung der sä!* s^richtlich-n « ucht mehr so 0en- WM'fLZ W 1.5'«»1 -ns’ Äj»S iäS»* «• SÄ rgeben -'L M K. <£*» ders , . 1U wirke"' ! spt’ti) «li 1 jun»«1 sG Achuna des wahren Rechts zu hintertreiben, oder tu erschweren. Das ist insbesondere bei der Entscheidung über die Einstellung der Zwangsvollstreckung zu beachten, die nicht formularmäßig und mehr oder minder unbesehen bewilligt werden darf, sondern nur nach sorgfältiger Prüfung aller Voraussetzungen und Folgen. Beschwerden und Ablehnungsgesuche, die mcht selten der Verschleppung dienen sollten, sind so zu behandeln, daß jede unnötige Verzögerung des Rechtsgangs ausgeschlossen bleibt. Die Entscheidung wird hier zumeist auch ohne em langes Hm und fier gegenseitiger Schriftsätze getroffen werden können. Die Akten sind dem Prozeßgericht so beschien- niat wieder zuzuleiten, daß eine Vertagung der mündlichen Verhandlung bloß wegen Fehlens der Akten unter allen Umständen vermieden wird. Notfalls wird zu prüfen sein, ob nicht auch ohne die Akten verhandelt und entschieden werden kann. Entsprechendes gilt für die Behandlung von Dienst- aufsichtsbefchwerden. Das schriftliche Verfahren gemäß § 7 ober im Rahmen Der Paragraphen 18 und 20 Entl.VO. soll Wirtschaft Oie Znduftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1387: Reisebewilligungen nach der Schweiz werden von Zentralstelle erteilt. 1388: Weihnachts- und Neujahrsgespräche im lieber seeverkehr über London. 1389: Gültigkeitsdauer der rumänischen Einfuhrbewilligungen 6 Monate. 1390: Neuregelung des Warenverkehrs Deutschland- Danzig. 1391: Bedarfsscheinpflicht für Bleiwolle, Riffelblei und Stangenblei. 1392: Unedle Metalle; Zusatzmeldung zu den Verbrauchszahlen für 1934. 1393: Merkblatt über die Eintarifierung von Kautschukwaren der statistischen Nummern 579a, 584 und 586 für die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland. * ♦ Siemens-Obligationen von 1926. Die 6- (früher 6,5-) v. ^.-Obligationen von Siemens & Halske und Siemens-Schuckert aus dem Jahre 1926 werden an der Berliner Börse zur Zeit mit rund 105 bis 105,5 notiert. Don Bankseite wird der DHD. darauf hingewiesen, daß die genannten Obligationen am 1. August 1936 per 1. November 1936 kündbar sind, und zwar zu einem Rückzahlungskurs von 102 v. H. Diese Tatsache scheint in Kreisen der Bankenkundschaft nicht genügend bekannt zu sein. Der gegenwärtige Kurs wird unter diesen Umständen als zu hoch bezeichnet. Rhein-Mainische Börse. Mttagsborse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 27. Dez. Das Börsengeschäft blieb auch nach den Feiertagen außerordentlich klein und dürfte auch „zwischen den Jahren" kaum eine Ausdehnung erfahren, da der heran- nahende Jahresschluß die verfügbaren flüssigen Mittel anberroeitig in Anspruch nehmen wird. Infolgedessen blieb die Unternehmungslust der Kulisse sehr klein, zumal da Aufträge der Kundschaft nicht Vorlagen. Die Grundtendenz war weiterhin freundlich. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse sehr uneinheitlich, die Veränderungen nach beiden Seiten hielten sich etwa innerhalb eines Prozentes. Chemische Werte notierten etwas fester, IG. Farben 148,25 (147,75), Scheideanstalt 215,50 (214), aber Rütgerswerke etwa 0,50 v. H. niedriger. Montanaktien setzten fast durchweg bis 1 d. 5). schwächer ein, so Buderus, Harpener, Hoesch, während Stahlverein und Klöckner gut behauptet blieben. Von Clektroaktien waren Siemens um 1,50 v. H. auf 163,50 ermäßigt, im übrigen konnten sich die letzten Kurse behaupten. Jrn einzelnen eröffneten Reichsbank 0,40, BMW. 1,25, Südd. Zucker 1, Holzmann 1 o. H. leichter, Zellstoff Aschaffenburg, Kunstseide AKU., Deutsche Linoleum und Daimler lagen unverändert. Am Rentenmarkt vermochte sich das Geschäft ebenfalls nicht zu beleben, die vor den Feiertagen in Geltung gewesenen Kurse blieben behauptet. Altbesitz" 110,10, Kommunal-Umschuldung 87,60, Zinsvergütungsscheine 91,55 und späte Reichsschuldbuchforderungen 96,75. Fester lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,50 (123,25). In der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftsstille auf allen Marktgebieten an. Die Kurse unterlagen teilweise leichten Schwankungen, ohne daß aber gegen den Anfang stärkere Veränderungen eintraten. Etwas fester waren nochmals Scheideseiner Zweckbestimmung nach ein vereinfachtes und abgekürztes Verfahren fein und sich auf wirklich geeignete Fälle beschränken. Ueberatl, wo eine umfangreiche Sackaufklärung nötig wird, ist die mündliche Verhandlung der schnellste und sicherste Weg. Hier artet das schriftliche Verfahren leicht zu einem lang hingeschleppten und verworrenen Sckriftwech- sel aus. Beim Amtsgericht wird sich das schriftliche Verfahren nicht selten zum Nachteil schreibungewandter Volksgenossen auswirken, indem es sie zum Winkelschreiber drängt und für den Ausgang des Rechtsstreits statt des besseren Rechts die größere Federfertigkeit bestimmend werden laßt. Das schriftliche Verfahren darf auch nicht dazu mißbraucht werden, die Vorschriften der Paragraphen 300 Abs. 1 und 310 ZPO. zu umgehen; es ist also unzulässig und widersinnig, wenn es erst in einem Augenblick einsetzt, in dem bereits der gesamte, bei der Entscheidung zu berücksichtigende Prozeßstosf einschließlich der Beweisergebnisse zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung gemacht worden war. anstatt mit 216 nach 215,50 und anfangs 214. Die später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen fast durchweg nur minimale Abweichungen auf, fest waren Deutscher Eisenhandel mit 104 (102). Von Renten bröckelten Altbesitz auf etwa 109,75 nach 110,10 ab, sonst blieben die Kurse gehalten. Don Umtausch-Obligationen des Stahlvereins gewannen 5prozentige 0,25 o. H. auf 97,65, 4,5pro- genüge 0,40 o. H. auf 92,40. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen still und unverändert, Stadtanlerhen und Liquidations-Pfandbriefe hatten Abweichungen von 0,13 v. H. nach beiden Seiten. Der Auslandsrentenmarkt lag gefchästslos, Ungarn waren etwas schwächer, Rumänen und Mexikaner unverändert. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm auf allen Marktgebieten einen überaus stillen Verlauf. Bei freundlicher Grundstimmung wiesen die Kurse gegen den Berliner Schluß nur geringfügige Veränderungen auf. Etwas Geschäft hatten Scheideanstalt mit 216,50 bis 217 (216). Höher waren ferner Südd. Zucker mit 199,50 (198,50). Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ruhig und ohne Veränderungen. Im Freiverkehr galten Kommunal-Umschuldung 87,55, Zinsvergütungsscheine 91,50 und späte Schuldbuchforderungen 97. Reichsaltbefitzanleihe lagen mit 109,90 um 0,13 v. H. über Berlin, jedoch um ebensoviel unter dem Frankfurter Mittagskurs. Von fremden Werten erhöhten sich 4 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 183,50 (183). U. a. notierten: Altbesitz 109,90, 6 v. H. IG. Farben-Bonds 123,13, 6 v. H. Krupp 105, 5,50 v. H. Rhein.^Westf. Liquid. 100,75, Eisenbahn-Rentenbank Obl. 89, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 183,50, Braubank 114, Commerzbank 84, DD.-Bank 83, Dresdner Bank 83,25, Harpener 108, Rheinstahl 102,50, Stahlverein 73,25, AKU. 49,50, Bekula 133,50, Bemberg 100,25, Zement Heidelberg E 117, Conti Gummi 159,25, Daimler 88,13, Scheideanstalt 216,50 bis 217, Licht & Kraft 126,75, IG. Farben 148,25, Feinmechanik Setter 77, Gesfürel 124,25, Goldschmidt 106, Holzmann 85,25, Junqhans 80, Metallgesellschaft E HO, Schuckert 119, Westdeutsche Kaufhof 24,50, Südd. Zucker 199,50, Hapag 14,50. Kirche und «Schule. > Holzheim, 27. Dez. Dieser Tage fand in der hiesigen Kirche die Aufführung eines Missionsfilmes von der Rheinischen Mission statt unter dem Titel: „In Jesu Dienst von Bethel nach Ostafrika". Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck. Pfarrer Launhardt sprach das Schlußwort und bat um eine Spende für die Rheinische Missions- gesellschast. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag *anb, ebenfalls in der Kirche, im Vormittagsgottesdienst eine volkstümliche Orgel-Feierstunde statt, gehalten von Herrn Peter von der Au aus Mainz. Nach Gemeindegesang und Gebet erläuterte Pfarrer Launhardt in kurzen Zügen den Sinn dieser Orgelfeierstunde und betonte, daß dies kein Orgelkonzert sei, sondern eine Orgelpredigt, denn die geistliche Musik rede die lebendige Sprache Gottes. Die Feierstunde brachte Kompositionen zunächst altdeutscher Meister (Pachelebel und Buxtehude), dann der klassischen Komponisten Bach und Händel, schließlich aber die Meister der Romantik R. Schumann, Liszt, Rheinberger und Reger. Pfarrer Launhardt dankte zum Schluß des Konzertes dem Orgelkünstler. Nach Gebet und Gemeindegesang fand die erhebende Feierstunde chr Ende. OJLrfpOlt Oie Flagge des Heichsbundes für Leibesübungen. Mit Zustimmung des Reichsministers des Innern hat der Reichssportführer die Einführung einer Reichsbundflagge genehmigt. Diese Flagge des Reichsbundes trägt auf rotem Grund einen senkrechten weißen Streifen, in der Mitte befindet sich in einer kreisförmigen Erweiterung des weißen Streifens das Reichsbundabzeichen in schwarzer Farbe auf weißem Hakenkreuz. Der Kovf des Adlers ist stets zum Flaggenstock gewendet, das Hakenkreuz ist wie in der Nationalflagge stets rechts- seittg. Das Verhältnis der Höhe zur Breite der Flagge ist wie 3:5. Die Flagge kann auch in Wim- pelfvrm geführt werden; das Verhältnis der Längs zur Höhe ist dann wie 8:5. Handball der Sp.-Vg. 1900. Verbandsspiele der 2. unb der Jugendmannschaft. Am Sonntag geht der Verbandsspielbetrieb für die Jugend- und Kreisklassen-Mannschaften weiter. Die 1900er haben vormittags zwei Spiele auf eigenem Platz. Der Jugend steht die gleiche Elf des hiesigen Männerturnoereins und der 2. Mannschaft die 1. Garnitur des To. Hausen gegenüber. In den Vorspielen mußten die Blau-Weißen Niederlagen einstecken. Da beide Gastmannschaften als sehr spielstark anzusprechen sind, dürften sie auch am Sonntag in der Lage sein, sich in den Besitz der beiden Punkte zu setzen. Halbzeit in der hessischen Handball-Sanliga. Gießen 1900 mit bestem Torverhältnis an 3. Stelle. 14: 2 4:12 Kurhessen' auch 5 4 4 4 7 7 2 2 4 4 6 11: 10: 8: 8: 5 6 8 8 1 0 1 0 1 2 0 0 0 Tore 78:51 85:61 95:67 77:69 67:64 55:70 57:65 53:86 47:81 Pkte. 15: 1 2:14 0:16 0 0 und 7 8 die i. Verl. 0 1 Spielverein Kassel Tuspo. 86/09 Kassel Tuspo. Bettenhausen 2 VfB. Kurhessen Marburg Tv. 1861 Eschwege Kasseler Tgrnde. Kurhessen Kassel Spielvg. 19 0 0 Gießen Tv. Kirchbauna Der Gaumeister CT. , ..... haben ein derartiges Pluskonto, daß man annehmen möchte, das Ende werde nur zwischen diesen beiden Mannschaften liegen. In dieser Frage werden jedoch aller Voraussicht nach noch zwei Mannschaften ein ernstes Wort mitreden, nämlich Gießen 1900 und Kirchbauna. Was die Spielvereinigungsleute be- Nachdem mit den am vergangenen Sonntag ftatt- gehabten Treffen Tuspo. 86/09 Kassel — Spielvg. 1900 Gießen und Tv. 61 Eschwege — Tv. Kirchbauna die Vorrunde der Pflichtspiele zu Ende geführt werden konnte, verlohnt es sich, einen Blick auf die Tabelle zu werfen. Bei je 8 Spielen hat diese zur Zeit folgendes Aussehen: Verein Gew. Unentsch. trifft, so muß man es nach den letzten erzielten Resultaten bedauern, daß die Mannschaft in den Spielen gegen die beiden Tabellenführer und schließlich auch gegen Turnverein Kirchbauna auf recht unglückliche Art und Weise zu Minuspunkten kam. Dafür spricht auch die Tatsache, daß die 1900er das beste Torverhältnis herausholen konnten, nämlich 95:67. In acht Spielen durchschnittlich zwölf Tore zu werfen, dürfte in der Gauliga nicht allzu häufig vorkommenl Zum Lob der Mannschaft des Turn- Vereins Kirchbauna ist zu sagen, daß sie nicht nur zu Hause ein gefährlicher und schwer zu nehmender Gegner ist, sondern sich auch auswärts durchzusetzen versteht. Die nun in der Rangordnung folgenden Kasseler Vereine Spielverein, Tuspo. 86/09 und Bettenhausen waren bisher in ihren Leistungen recht uneinheitlich. Aber gerade deshalb können durch sie in der Nachrunde noch allerlei Ueberraschungen entstehen. Das Ende der Tabelle zieren VfB. Kurhessen Marburg und Turnverein 1861 Eschwege. Während Marburg wenigstens zwei Pluspunkte buchen konnte, gingen die Eschweger bis jetzt leer aus. Ihr Abstieg scheint kaum vermeidlich. Trotzdem wäre es verfehlt, in ihr und auch in VfB. Kurhessen Marburg Punktelieferanten für die Nachrunde, die am 5. Januar beginnt, zu sehen. Fußball der heimischen Mannschaften. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. Watzenborn-Steinberg — Sinn Naunheim — SV. 05 Wetzlar 1900 Gießen — Bissenberg Dillenburg — VfB.-R. Gießen. Die Watzenborn-Steinberger sind zur Zeit in guter Fahrt und müßten daher fähig sein, auf eigenem Gelände die ©inner zu schlagen. In Naunheim kommt der Lokalkampf gegen 05 Wetzlar zum Austrag. Trotz der knappen Niederlage des Gastgebers in Gießen erwartet man ihn gegen Wetzlar als knapper Sieger. Nicht minder wichtig im Kampf um die Tabellenführung ist für die Bissenberger das Spiel gegen 1900 in Gießen. Nach den letzten Leistungen erwartet man 1900 in Front. Die VfBer müssen in Dillenburg sehr gute Leistungen zeigen, wenn sie dieses Spiel gewinnen wollen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — Bissenberg Liga. Die Blauweißen empfangen am Sonntag den Tabellenführer Bissenberg. Für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel; denn im Falle einer Niederlage würde für 1900 der Anschluß an die Spitzengruppe verlorenaehen und Bissenberg müßte sich wieder mit Naunheim, das am vergangenen Sonntag gegen VfB.-R. 2:1 verlor, in die Tabellenführung teilen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten sein. Eine Vorhersage über den Ausgang ist schwer. Bissenberg überraschte in den seitherigen Spielen durch eine gleich gute Mannschaftsleistung, besonders durch erfolgreiches Stürmerspiel, dem auch in erster Linie der derzeitige Tabellenstand zu verdanken sein dürfte. Bei den Blauweißen konnte man dies nicht immer feststellen, selbst in Anbetracht der Schwierigkeiten bei der Mannschaftsaufstellung. Damit scheint es jedoch zu Ende zu sein, denn nach der Leistung, die man von den Blauweißen gegen Sinn gesehen hat, muß festgestellt werden, daß die Elf nunmehr in aufsteigender Form begriffen ist. Da die Mannschaft am Sonntag endlich auch Clement zur Verfügung hat und auch Lippert wieder mit von der Partie ist, dürfte ihre Aussicht recht vielversprechend sein. Die Aufstellung: Fischer; Zeller, Lippert; Mank, Heilmann, Schäfer; Günther, Clement, Wilhelmi, Schmelz, Henkelmann dürfte zur Zeit die beste sein, was im Lager der Blauweißen aufzubieten ist. Leiter des Spieles ist Fiedler, Groß-Auheim. VfB.-R. II — 1900 II. Die Reserve der Blauweißen muß zu ihrem Lo- kalgegner und hat damit einen schweren Gang zu tun, denn die Grünweißen sind zur Zeit gut im Schwung. Nur eine gute Mannschaftsleistung hat Aussicht auf Erfolg, ein einigermaßen gutes Resultat herauszuholen. VfV. Llch II — 1900 III. 9:0 lautete das Resultat des Vorspiels. Diesmal wird es wohl nicht so glatt gehen, denn auf heimischen Boden wird sich Lich nicht so leicht geschlagen bekennen. VfB.-Keichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Dillenburg. Das Spiel in Dillenburg ist für die Gießener von roeittragenber Bedeutung. Im Fall eines Spielverlustes würden sie erneut aus der Mittelgruppe verdrängt werden. Die Dillenburger hatten bei Verbandsspielbeginn einen sehr schlechten Start und lagen am Tabellenende. Aber nach kurzer Zeit hatten sie durch eine Umgruppierung der Mannschaft eine beachtliche Spielstarke erreicht und erfochten Siege gegen die schwersten Gegner ihrer Klasse. Leider ist es den Gießenern nicht möglich, in stärkster Aufstellung in Dillenburg anautreten, da Leutheuser I und Mund dienstlich verhindert sind. Man hat daher die Hintermannschaft auf Kosten des Sturmes durch die Zurücknahme von Heß in die Läuferreihe verstärkt und wird abwarten muffen, wie diese Umstellung sich auf die Durchschlagskraft des Sturmes auswirkt. Die Gießener fahren mit: Helcher; Lehrmund, Hauptfeld; Fehling, Knauß, Heß; Szponik, Antes, Schorge, L. Schmidt, Wloda» reck. Auch in dieser Aufstellung verdient die Mannschaft Vertrauen. VfB.-R. 2. — 1900 Gießen 2. Am Sonntagvormittag stehen sich auf dem Wald- sportplatz die Reservemannschaften beider Vereine Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Franttun a. M. Berlin Schluß- fürs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittag- dürfe Datum 23 12 27-12 23-12 27 12. 6% Deutsche RetchSanIethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6Vx% Doung-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Anl.°Ablös.»Schuld mti Auslos.-Rechten ............. *l/i% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 4%% ehem.8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaut dy2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leiye Serie 1 mit Auslos.-Rechten *y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-L iqu.-Psandbriefe....... 5y2% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe..... 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. £61.VI Steuergutfch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreich« che Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y2% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmerikaner von 99 4<^£frtl{($e Bagdadbahn-Anleihe 100,4 97 109,75 100 96,75 96,25 100,75 92 112 96,4 100,75 100,65 97 97 107,9 1,2 9 9 9 12,24 9*5 100,4 97 102,5 109,9 100 96,75 96,25 100,65 92 112 96,4 100,95 100,75 97 97 107,9 1,2 9,05 8,9 8,85 12,65 0*5 100,5 97 102,65 109,9 100 96,75 96 112,25 100,65 97 97 107,9 28,65 9,05 8,9 9 12,5 100,5 97,5 109,75 99,9 97,25 96,25 116,25 112,4 100,9 97 97 107,9 28,25 1,25 9,1 8,9 9 12,7 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schlup«. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- böne Datum 23 12 27-12 23 12 27-12- 4% oesgt. Serie II ........... 9,5 9,5 — 9,9 b% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,8 5.8 — 5,6 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8.5 8.5 8,7 8,55 4% Rumänische vereinh. Rente . . 4,75 4,85 4,75 4,8 38,75 38,75 39 38,9 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,75 14,5 14,9 14,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — — 24,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,13 16,25 16,13 16,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 84,4 85,25 84,75 85,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 114 — 114 113,9 Commerz- und Privat-Bank ... 0 83,75 84 83, /5 8 < Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ 0 82.5 83 82,5 83 Dresdner Bank.............. 0 83,25 83,25 83,25 83,25 Retchsbank ................ 1t 177 177,13 177 177,4 L 34,5 34,5 34,65 34,75 10 134 133,5 134,25 134,25 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 110,5 111,5 111 112 Licbt und Kraft ........... 6% 126,5 126,75 127,5 126,75 Felten & Guilleaume......... 4 108 109,13 108,75 109.9 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 123 124,25 123,9 124,25 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — — Rhein. Wests. Elektr.......... 6 129,65 130,13 130 130 Schuckert & (So............... 4 119 119 119 119,13 Siemens & Halske............ 7 163,75 163,5 164,9 162,75 Lahmeyer LCo.............. 7 121,5 121,5 121,5 — 4 92,75 93,5 93 93,5 4 103,75 104 104,5 104,25 0 109 108 109,75 108 Hoesch Äsen—Köln-Neuessen . 8 82,5 83,5 83,65 83,25 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse....... 6 6 125,5 125,25 125,65 125,25 Klöcknerwerke ............... 3 79,25 79,75 79,13 80 Mannes mann-Röhren C 73,18 7M 77,75 78,4 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 23 12- 27-12. 23 12 27.12 Mansselder Bergbau....... .. 6 — — 117,75 117,5 KokSwerke ................ .. 6 —— —— 114 114,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 210 210 208,25 208,5 Kheinstahl ................ .. 4 102,75 102,5 103 102 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 72,75 73,25 73 73,25 Otavi Minen ............. .. 0 17,65 17,5 17,9 17,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — — 120,5 121 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 118 114,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, — 174 175,25 — I. G. Farben-Industrte..... .. 7 148,13 148,25 148,13 148,25 Scheideanstalt............. .. 9 213,5 217 — —— Goldschmidt .............. .. 6 105,5 106 105,75 106,13 Kütgcrswerke ............. .. 6 111,5 111,75 112,75 112,25 Metallgesellschaft........... .. 4 110 110 110 109,65 Philipp Holzmann......... .. 4 85,5 85,25 85,13 85,5 Zementwerk Heidelberg .... Zementwerk Karlstadt....... .. 7 .. 6 116,25 128 117 128 Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 — — 100,13 100 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 50,4 49,5 50,5 49,75 Bemberg................. .. 5 101 100,25 101 100 Zellsiofs Waldhof .......... .. 5 116,5 115 116 115,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 79,9 80 79,5 79,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 117 118,25 Daimler Motoren.......... .. 0 87 88,13 87 87,75 Deutsche Linoleum......... .. 8 136,25 136,65 135,75 136,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 73,5 74 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 24,75 24,5 24,9 24,5 Ihade .................... 77. 281,5 282 281 282,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 167 —— 166 —— Conti-Gummi............. .. 8 159,5 159,25 160 159,25 .. 0 24,5 87,25 23,25 22,75 24 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 87 Süddeutscher Zurker ....... . 10 1200,25 i 199,5 I 200 198,5 23-Dezember 27-Dezember Amtliche Notierung Amtliche Nottewng Geld Aries Geld 1 Brief Buenos Atre. 0,677 0,681 0,675 0,679 Brüssel..... 41,87 41,95 41,89 41,97 Rio de Ian. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 54,82 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,72 54,77 54,87 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,255 12,285 12,265 12,295 HeljingforS.. 5,395 5,405 5,40 5,41 Paris ...... 16,385 16,425 16,375 16,415 Holland .... 168,53 168,87 168,55 168,89 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ...... 0,715 0,717 0,716 0 718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 -Oslo..... : 61,53 61,65 61,59 61,71 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,115 11,135 11,12 11,14 Stockholm.. 63,18 63,30 63,24 63,36 Schweiz ... 80,64 80,80 80,71 80,87 Spanien... 33,97 34,03 33,97 34,03 10,285 in.ans 10,28 10,30 Budapest ... — Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. öerun, 27.Dezember Geld 2)rlei Amerikanische Noten....... 2,438 2,458 Belgische Noten........... 41,76 41,92 Dänische Noten .......... 54,56 54,78 Englische Noten .......... 12,23 12,27 16,325 168,13 16,385 Holländische Noten........ Italienische Noten......... 168,81 — ** Norwegische Noten ....... 61,43 61,67 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — —— Rumänische Noten........ — —— P.rfiroebifrfie Noten........ 63,07 63.33 Schweizer Noten................. 80,53 33,61 80,85 33£5 Spanische 9101611 Ungarische Noten Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n.Slimmnngen fachgemäß u. vre'Sw. 463d IMS (Heben, Lndwifistra6e5p. Televh. 2403. nur teil« Langd. 13: Handball im Kreis VIII lLahn-Mll) morgige Sonntag sieht tm heimischen Kreis Der wieder einige recht interessante Begegnungen vor. So u. a. in der munion; To. Vielleicht Hot Wißmar durch den eigenen ZU Wenn auch Dutenhofen auf eigenem Platz stets Gießener Brauhaus Ä. & W. Denninghoff 7356 D Wetzlar Garbenheim (Engel, W.); Lich — Garbenteich (Jung, Klein- Linden); 1900 Gießen — Mto. Gießen (Seibert jun.). kann. Platz Hause fallen sicher Bedeutung, weil es Atzbach sicher nicht schwer wird, den Gegner selbst auf eigenem Platz niederzuringen. Ällendorf a. d. Lda. (Schneider); Wißmar dorf (Müller, Gießen); 1900 Gießen II Hausen (Seibert jun.). Jugend: Dutenhofen — Spv. 05 (Schmidt, Hörnsheim); Niedergirmes — Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag nach Weihnachten, 29. Dezember. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kindergottesdienst der Markus - Gemeinde, Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; 17: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes. — Pelrus- kapelle. 9.30: Pfr. König. — Diefeck. 10: Gottesdienst; 15: Bibelstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Annerod. 13: Gottes- Sportverein 1920 Lollar. Am letzten Sonntag spielte der SB. 1920 mit zwei Mannschaften und zwar Lollar I — Heuchelheim I 2:3 tesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. Montag, 30. Dezember. Kirtorf. 20 Uhr: Vortrag des Gustav-Adolf-Vereins: Deutsches Volkstum in der evangelischen Kirche in Nordamerika, Pfr. Kraft (Darmstadt). Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 29. Dezember. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. katholische Gemeinden. Samstag, 28. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 29. Dezember. Sonntag nach Weihnachten. amt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Luthergemeinde Gießen. 9.30 Uhr: Gottesdienst, Pfarrer Weckerling. 10.45 Uhr: Kinderkirche, Pfarrer Weckerling. Neuapostolische Gemeinde, händelstraße 1 — Lderstrahe 13. Sonntag, 29. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission (Löberstrahe 14). Sonntag, 29. Dezember. 8.30 Uhr: Morgen-Andacht; 20.15 Uhr: Evangelisationsvortrag. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Mehl, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Haubach. Apotheke: Engel-Apotheke. eine kleine Chance. Bernsfeld hat auch keine Chance. Jugendklasse. To. Dutenhofen — Sp. V. 05 Wetzlar Tv. Niedergirmes — Tv. Garbenheim Tv. Lich — Tv. Garbenteich 1900 Gießen — MTV. Gießen. man eine vorgeschichtliche Grabstätte frei, die mehrere Tongeläße, eine Tonspindel und Knochenteile enthielt. Großer Lebensmitteldiebstahl in Frankfurt. LPD. F r a n t f u r t a. TI., 27. Dez. Während der Weihnachtsfeiertage drangen bisher unbekannte Täter in eine Niederlage des Konsumvereins ein und entwendeten Lebens- und Genußmittel im Gesamtwert von mehreren hundert Mark. U. a. wurden 25 Pfund Butter, 45 Päckchen Bohnenkaffee, 15 Pfund Kakao, mehrere Pfund Kokosfett, Zigarren, Zigaretten und Spirituosen entwendet. Wertvolle Funde aus der Vorzeit. Kirchhain (Bez. Kassel), 27. Dez. (LPD.) Bei Arbeiten zur Verbesserung der Wasserleitung im nahen Erksdorf stießen die Arbeiter auf wertvolle vorgeschichtliche Funde. So wurden das Geweih eines Riesenhirsches und ein Teil eines Mammutzahnes zutage gefördert, womit erneut bewiesen ist, daß diese längst ausgestorbenen Urwaldriesen einst auch die oberhessische Gegend durchstreiften. Weiter legte sehr gefährlich war, so wird es das morgige Spiel doch nicht gewinnen. Denn Wetzlar 05 hat z. Zt. eine der stärksten Jugendmannschaften im Kreis. — Niedergirmes hat keine Mühe, die ersatzgeschwächten Jungens aus Garbenheim sicher niederzuhalten. Auch Lich sollte Garbenteich ziemlich sicher schlagen. Offen ist dagegen das kleine Lokalderby in Gießen. fällt. Staufenberg konnte in Londorf einen glatten Sieg erringen, man traut der Mannschaft daher auch zu, gegen Geilshausen zu gewinnen. dienst, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Alünzenberg. 11: Gottesdienst. — Trais-2Nün- zenberg. 9: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Göbelnrod. 10.30: Gottesdienst. — Harbach. 12.15: Got- 2. Kreisklasse. Tv. Treis — To. Ällendorf (Lumda) Tv. Wißmar — To. Londorf Sp. V. 1900 Gießen — To. Hausen Tv. Bernsfeld — To. Homberg. Die Gäste (Ällendorf) sind mit ihrem letzten Sieg Staffelsieger geworden. Es kann ihnen deshalb sogar eine Niederlage, die allerdings ziemlich ausgeschlossen erscheint, nichts anhaben. In Wißmar dürfte es einen harten und ausgeglichenen Kampf geben, über dessen Ausgang nicht gesagt werden Ausgleich nicht mehr schaffen konnten. Lollar Schüler —Garbenteich Schüler 3:3. Die Schüler, die zum ersten Male in dieser neuen Zusammensetzung spielten, konnten ihrem Gegner nur ein Unentschieden abtrotzen. Am ersten Weihnachtsfeiertage hatte sich der Spv. 1920 Lollar, den Tabellenführer der Bezirksklasse, Gruppe 9Jlarburg, die erste Elf des FV. Wallau, eingeladen. Die Gäste bestritten das Spiel mit einem Ersatzmann, während Lollar fast die gesamte erste Hälfte mit zehn Mann spielen mußte. Trotzdem führte sie in der ersten Halbzeit ein überlegenes Spiel vor und erreichte eine 2:0-Führung. In der zweiten Hälfte war dann Wallau leicht überlegen und erreichte noch einen knappen 3:2-Sieg. Das Siegestor der Gäste war ein Eigentor eines Lollarer Verteidigers. Das Eckenverhältnis lautete 7:2 für Lollar. Am morgigen Sonntag treten drei Mannschaften des Spv. 1920 auf den Plan und zwar kämpfen: Lollar II — Heuchelheim II 1. Kreisklasse. ■ Tv. Niedergirmes — Tv. Holzheim Tv. Garbenheim — Tv. Atzbach. Die erste Begegnung kann aus dem Grunde interessant werden, weil die Platzbesitzer im Falle einer Niederlage, die absolut im Bereich der Möglichkeit liegt, im Kampf um die Tabellenführung ausgeschaltet sein dürften. Soll das eintreten, dann muß sich Holzheim gewaltig strecken und vor allem mehr Kampfgeist zeigen, als in der letzten Zeit. — Die Begegnung Garbenheim — Atzbach ist weniger von Niedergirmes — Holzheim (Engel, W.); Garbenheim — Atzbach (Zörb, Großen-Linden); Treis — — Lon- Bezirksklasse: Tv. Wetzlar — Mtv. Gießen Tv. Heuchelheim — Tv. Münchholzhausen Tv. Lützellinden — Tv. Hochelheim Tv. Roth — Tv. Tuspo Marburg. In Wetzlar dürfte es, wenn die Gießener Männerturner einigermaßen auf der Hut sind, einen spannenden Kampf geben, der bis jetzt noch nicht entschieden ist. Auch Wetzlar ist zu schlagen. — Heuchelheim hat die Möglichkeit, am kommenden Sonntag zu zwei weiteren Punkten zu kommen. Münchholzhausen ist nicht mehr so stark, wie ehedem und ein Verlust des Spieles wäre deshalb durchaus im Bereich des Möglichen. — Die interessanteste und spannendste Begegnung findet in Lützellinden statt. Hochelheim allein hat es bisher fertig gebracht, Lützellinden zu schlagen. Sie werden deshalb auch morgen alles hergeben, um eine Wiederholung des Vorspiels zu ermöglichen. Es kann deshalb für Lützellinden nur geben: aufzupassen, damit nicht ein neuer Punktverlust etwaige Siegeschancen zunichte macht. Gchiedsrichteransehungen für den 29. Derember. tm Lokalkampf gegenüber. Beide Mannschaften haben nach anfänglichen Krisen in den letzten Spielen eine starke Formverbesserung aufzuweisen. Es wird daher mit Recht ein gutes Spiel von ihnen erwartet. Die Platzbesitzer stellen die zur Zeit stärkste Elf. Die Mannschaftsaufstellung lautet: Haas; Mattern, Kreß; Wagner, Michel, Sauer; Ranft, Mattern 1., Haupt, Erben, Preiß. Die 3. Mannschaft in Ällendorf. Die Gastgeber waren noch im vorigen Jahre ein gefürchteter Gegner auf eigenem Gelände. Durch Spielerabwanderung haben sie sehr viel an Können eingebüßt. Trotzdem sollten sie fähig sein, den Gießener einen schweren Kampf zu bereiten. Jugendfußball. DfB.-R. 1. Jugend — Heuchelheim 1. Jugend: Die Heuchelheimer haben bis jetzt gegen die Gießener mit wechselndem Erfolge gekämpft. Ihre Mannschaft ist nicht nur technisch, sondern auch körperlich auf der Höhe. Aus diesem Grunde werden die Platzbesitzer gut daran tun, dieses Spiel von Beginn an sehr ernst zu nehmen. VfB.-R. 2. Jugend — Steinbach 1. Jugend: Zwei gleichwertige Mannschaften werden in diesem Spiele um den Sieg kämpfen. Die 3. Jugend fährt nach Garbenteich und hat gegen die dortige 1. Jugend keine Chancen auf Spielgewinn. , FC.Teutonia^ Watzenborn-Steinberg Am morgigen Sonntag herrscht auf dem Platz der Watzenborn-Steinberger „Teutonen" reger Spielbetrieb. Bereits am Vormittag steht die Jugendmannschaft der gleichen des Sportvereins 1920 Lollar xum Pflichtspiel der Nachrunde gegenüber und sollte in der Lage sein, ihren Sieg im Vorspiel in Lollar zu wiederholen. Um die Mittagsstunde tritt die 2. Mannschaft der 1. des Turnvereins Großen-Linden entgegen. Das Vorspiel in Großen-Linden endete 5:5. Auch bei diesem Spiel sollte der Sieger erst beim Schlußpfiff feststehen. Im dritten und letzten Spiel des Tages kämpft bann die 1. Mannschaft gegen die gleiche des BC. 1920 Sinn. Da die Teutonen im Vorspiel Sieg und somit die Punkte in Sinn lassen mußten, werden die Einheimischen in diesem Spiele bestrebt sein, diese Schlappe wieder gutzumachen. Doch ist Sinn nicht zu unterschätzen. Fußball her Kreisklaffen. Grünberg — Rodheim (Kreiling, Gießen); VfB.- Reichsbahn 2. — 1900 2. (Niersbach, Wetzlar); Bissenberg 2. — Albshausen (Würz, Holzhausen); Oberbiel — Burasolms (Rüspeler, Gleiberg); Leun — Stockhausen (Volkmar, Wetzlar); Steindorf — Phi- lippstein (Deis, Nauborn); Werdorf — Aßlar (Küster, Berghausen); Hermannstein — Wetzlar 2. (Keller, Naunheim); Steinberg 2. — Großen-Linden (Decker, Garbenteich); Garbenteich — Steinbach (Grote Mainzlar); Ällendorf — DfB.-R. 3. (Marscheck, Wetzlar); Krofdorf — Vetzberg (Hofmann, Wieseck); Alten-Buseck — Wißmar (Holzapfel, Lich); Fellingshausen — Rodheim 2. (Will, Wißmar); Lollar 2. — Heuchelheim 2. (Happel, Steinberg); Treis — Großen-Buseck 2. (Müller, Rüddingshausen); Daubringen — Lollar 3 (Bender, Treis); Staufenberg — Geilshausen (Lotz, Launsbach); Sportfr. Wetzlar 2. — Aßlar 2. (Kaletsch, Wetzlar); Sportfreunde Wetzlar 3. — Waldgirmes (Spieß, Nauborn). Die Grünberger werden nach ihrer letzten Niederlage in Gießen versuchen, sich wenigstens die Punkte gegen Rodheim zu sichern; auch will Grünberg Revanche für die Vorspielniederlage nehmen. Es sollte der Mannschaft auch gelingen, zumal Rodheim ersatzgeschwächt antreten muß. Großen-Linden wird in Steinberg erwartet, der Ausgang des Spieles ist ungewiß. Mit Snannung wird der Begegnung Garbenteich gegen Steinbach entgegensehen. Da beide Mannschaften ziemlich die gleiche Spielstärke aufweisen, ist der Ausgang des Spieles nicht vorauszusagen. Vetzberg wird sich vergebliche Mühe in Krofdorf machen, denn auf eigenem Platze wird Krofdorf keine Punkte abgeben. Alten-Buseck hat einen der gefürchtetsten Rivalen zu Gast, denn Wißmar gilt noch als Anwärter auf den Meistertitel. Rodheims Zweite wird in Fellingshausen kaum Punktgewinne erzielen. Offen ist das Spiel Lollar 2. gegen Heuchelheim 2. Treis wird stark genug fein, die Gäste aus Großen-Bufeck geschlagen heimzuschicken. Für Lollars 3. gilt es, zu kämpfen, damit die Niederlage gegen Daubringen nicht zu hoch aus- Daubringen I — Lollar III Steinberg Schüler — Lollar Schüler. Die zweite Elf dürfte wohl auf eigenem Platze einen knappen Sieg erringen. Die dritte Mannschaft wird in Daubringen kaum um eine Niederlage herumkommen. Die Jugend tritt in neuer Aufstellung in Steinberg an und wird auch kaum gewinnen können. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden 1. Jgd. — VfB. Friedberg 1. Jgd. 2:2 (2:0). Großen-Linden I — VfB. Friedberg (Reserve) 0:4 (0:1). Am zweiten Feiertag war auf dem Großen-Lin- bener Sportplatz Großkampstimmung. Die Reserve von Friedberg gab ein Gastspiel. In der Aufstellung Rau; Sauer,'Rupp; Ebner, Keßler, Träger; Witzei, Süßenberger, Mase, Wingefeld und Engel zeigten die Gäste ein ganz hervorragendes Spiel. Ihren besten Mann hatten sie in dem Halbrechten Süßenberger, der sich auch mit zwei Toren auszeichnete, Die beiden anderen erzielten Wingefeld und Mase. Gegen diesen Gegner konnten die Platzbesitzer nur in allen Ehren unterliegen. Vorher lieferten sich die Jugendmannschaften beider Vereine einen überaus packenden Kamps, der mit einem beiden Seiten gerecht werdenden Unentschieden endete. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Kinzenbach Jugend — Rodheim Jugend. Am Sonntag weilt die Jugendmannschaft in Rodheim zu Gast, um das fällige Verbandsrückspiel auszutragen. Das Vorspiel gewannen seinerzeit die Rodheimer klar mit 4:1 Toren. Auch diesmal sollte der Sieg bei den Platzbesitzern bleiben, zumal die Einheimischen im letzten Spiel keine allzu guten Leistungen gezeigt haben. Die Niederlage sollte aber trotz allem nicht so hoch ausfallen wie im Vorspiel, wenn die Mannschaft einigermaßen bei der Sache ist. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kom- ; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hoch- Die erste Mannschaft verstand es nicht, trotz weiser haushoher Feldüberlegenheit den alten Rivalen Heuchelheim auf eigenem Platze sicher abzufertigen. Die Mannschaft hatte ihren Gegner unterschätzt. Dies rächte sich bitter. Heuchelheim legte drei Tore vor und verteidigte alsdann mit der ganzen Mannschaft, so daß die Lollarer den Vorsprung bis zum Schlüsse nicht mehr aufholen konnten. Nach Halbzeit änderte sich das Bild vollkommen. Lollar drängte seinen Gegner in dessen Hälfte zurück und belagerte bis zum Schluffe dessen Tor. Die Lollarer waren jedoch derart von Pech verfolgt, daß sie den empfiehlt seine Spezialerzeugnisse Pilsener" und „Spezial dunkel I Sonderveranstaltung i. Die lustigen Pinguine! zweilustige ~ 2. Micky-Maus baut j Farbenfilme lustige Farbenfilme ■ Seltersweg 763iA Sonntag, 29. Dezember, vormittags11 Uhr Große Kinder- und Familien- Ein herrliches Weihnachtsspiel Was die lustigen Englein im Holle- Stübchen vor Weihnachten treiben! Ein fröhliches Spiel voll Schelmerei und Uebermut in 6 Bildern. Verfaßt and komponiert von Johanna Zimmer- Korschns. Rhythm. Bewegungsgestaltung von Erna Schnmann. Am Flügel: Die Antorin. Mitwirkende: Frau Holle, der Weihnachtsmann, die Englein, der Mond, der Abendstern. Lebendes Spielzeug: Puppen, Soldaten, Teddybären. Eintrittspreise: RBL -.30, -.SO, -.75 nnd 1.-. Erwachsene zahl, duf all.Pläteen 20 AZuschl. Hotel Schütz In sämtlichen Restaurationsräumen Silvester-Feier Tanz 2 Kapellen) Eintrittskarten sind unentgeltlich bei dem Portier ab heute zu haben. 7624 D Restaurant Zum kühlen Grund Neuen Bäue 5 7650d Ab Sonntag, 29. Dez., nachmittags 4 Uhr täglich Stimmungskonzert I ausgef. von einer bayer" eben Stimmungskapelle Es ladet freundlichst ein Gastwirt Heinrich Dechert, Preisliste }ypNHANDLUN6 ^UtoRrABRIK WESSffl-HIHDENBUKbWAU^ Anfang: 20 Uhr. Ende: 22 Uhr. 7633D IIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIH Einmaliges Gastspiel am Sonntag, dem 5. Januar 1936 Preise der Plätze von 0.50 bis 3 RM. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. 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