Nr. 278 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 28. November 1955 Gietzener Anzeiger SeuWani) das Vollwerk des Westens gegen den Volschewismus -ine Regierungskrise nicht spräche einstimmig eine Entschließung angenommen, gangbarer Ausweg bleibt die als Erfolae der radikalsozialistischen Dorstellun- egung der Wahlen und gen die Milderung gewisser Härten der Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Hebung in der „Kabinettsschlachterei", wie dieser Vorgang hier häufig bezeichnet wird. Dessen ungeachtet dürfte diesmal eine Regierungskrise nicht leicht zu lösen sein. Als l ' ~ R i o de Janeiro, 27. Rov. (DRV.) Neber den Mittwochfrüh an zwei Punkten Rios ausgebrochenen M i li t ä r a u f st a n d ist jetzt eine amtliche Mitteilung erschienen, so daß es möglich ist, sich ein Bild über die Lage zu machen. Eine Gruppe von Unteroffizieren griff in der Heeresflie- gerschule auf dem Campo do Affonso die Offiziere an und riß die Befehlsgewalt über die Truppe an sich. Das erste Fliegerregiment leistete den Aufständischen Widerstand. Es fand Unterstützung bei den Truppen von Villa Militär, die g e g e n' d i e Aufständischen mit Artillerie vorgingen. Nachdem die Flugzeughallen und Benzinlager in Brand geschossen waren, so daß den Putschisten die Benutzung der Flugzeuge unmöglich geworden war, wurde der Aufstand in der Fliegerschule in den späteren Morgenstunden niedergeschlagen. Soldaten, die an den Kämpfen beteiligt waren, erzählen, daß die Unterdrückung schwere Opfer an Menschen und Material erfordert hat. allerdings noch Vorverlegung _____...... „#1W Einschaltung einer befristeten Auflösungsregierung. Aber in jedem Fall ist der Einsatz nicht gering. Man braucht nur an die Sturmzeichen auf dem Währungsmarkt zu denken. Zur Frage des Volschewismus erklärte der Führer und Reichskanzler, daß Deutschland das Vollwerk sei, das den Westen vor der Ausbreitung des Volschewismus von Sowjetrußland aus schütze. „In den Vereinigten Staaten, die geographisch weit entfernt von Sowjetrußland liegen, dürfte", so bemerkte der Führer weiter, „das Verständnis hierfür nicht überall vorhanden sein." Dagegen sei dieser Zusammenhang jedem ohne weiteres verständlich, der die Lage von Deutschland aus betrachte — einem Lande, das nur wenige Flugzeug- oder Schnellzugsstunden von Rußland entfernt sei. „Deutschland", wiederholte der Führer, „wird fortfahren, den Kommunismus mit denWaffen zu bekämpfen, die der Kommunismus selbst anwende t." Nach dem Aufbau der deutschen Armee befragt, äußerte der Führer: „Der Zweck der Wiederherstellung der deutschen Wehrmacht ist, D e u tschland gegen Angriffe fremder Mächte zu schützen. Deutschland ist eine Großmacht erster Ordnung und hat ein Recht darauf, eine erstklassige Armee zu" besitzen. Auf die Frage nach dem Verhältnis der heutigen deutschen Wehrmacht zu der Stärke des Heeres von 1914 meinte der Führer, würden unter Umständen weitere g e - etzliche Maßnahmen notwendig sein. - Der Vollzugsausschuß der Radikalsoziali« stischen Partei hat nach sehr lebhafter Aus- Fast gleichzeitig mit dem Putschen der Fliegerschule erhob sich ein Bataillon des 3. Infanterieregiments unter dem Hauptmann Agildo Barata, der wegen seiner abenteuerlichen politischen Pläne in der Kaserne des Bataillons neben dem Zuckerhut-Werk festgesetzt war. Zwei Nachbarbataillone widersetzten sich sofort den Aufständischen. Auch die benachbarten Forts griffen zugunsten der Regierungstruppen ein. Das Feuer mußte sehr sorgfältig geleitet werden, da in einem Teil der Kaserne auch noch regierungstreue Truppen saßen. Schließlich wurde der von den Aufständischen besetzte Abschnitt i n Brand geschossen, worauf sie sich in den frühen Nachmittagsstunden ergaben. Aus Natal wird berichtet, daß die Putscht- sten die Stadt verließen, ohne den An- eine Millionenarmee, wie sie Deutschland 1914 aufgestellt hätte, könnte nur unter dem Druck der Erfordernisse eines neuen Kriege s entstehen — eines neuen Krieges, vor dem Gott, rote er zuversichtlich hoffe, Deutschland und die kommenden Generationen bewahren werde. Der Führer wies im übrigen auf feine früheren Vorschläge nach Stabilisierung der europäischen feeres ft arten auf 200 000 bis 300 000 Mann hin. Diese Vorschläge seien seinerzeit sämtlich abgelebt worden. Bei Betrachtung der deutschen Heeresstärke müsse man im übrigen die geographische Lage Deutschlands berücksichtigen. Wenn in Amerika ein Landstreifen von 100 Kilometer Tiefe von einem Feinde besetzt werde, so sei dies kaum mehr als eine kleine Schramme, die Amerika leicht ertragen könne, Deutschland dagegen würde bei Invasionen von solchem für die Vereinigten Staaten vielleicht kleinem Ausmaße in seinem Lebensnerv getroffen fein. Schließlich fragte 2Hr. Baillie den Führer und Reichskanzler noch, ob Deutschland die Wiedergewinnung von Kolonien an- strebe. Der Führer und Reichskanzler antwortete, daß Deutschland seine kolonialen Ansprüche niemals aufgeben werde. Berlin, 27. Noo. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler gewährte dem amerikanischen Journalisten Mr. Baillie, Präsident der United Preß, eine Unterredung, zu deren Beginn der Führer erklärte: „Deutschland ist das Bollwek des Westens gegen den Bolschewismus und wird bei dessen Abwehr Propaganda mit Propaganda, Terror mit Terror und Gewalt mit Gewalt bekämpfen." Auf die Frage nach den Gründen der Judengefehgebung von Nürnberg erwiderte der Führer und Reichskanzler: „Die Notwendigkeit der Bekämpfung des Bolschewismus ist einer der Hauptgründe für die Judengefehgebung in Deutschland. Diese Gesetzgebung ist nicht anti- jüdisch, sondern pro-deutsch. Die Rechte der Deutschen sollen gegen destruktive jüdische Einflüsse geschützt werden." Der Führer und Reichskanzler wies dann darauf hin, daß fast alle bolschewistischen Agitatoren in Deutschland Juden gewesen seien, sowie darauf, daß Deutschland nur durch wenige Weilen von Sowjetruhland getrennt sei, so daß es st ä n d i g e r wirksamer Abwehrmaßnahmen bedürfe, um Deutschland gegen die Umtriebe der meist jüdischen Agenten des Volschewismus zu schützen. Im weiteren Verlauf der Unterredung sagte der Führer, daß aus den Zehntausenden von Offizieren, die nach dem Kriege entlassen wurden, eine 21 r t intellektuelles Proletariat entstanden sei, und daß viele von diesen, obwohl akademisch gebildet, als Straßenkehrer, Autofahrer und in ähnlichen Berufen Arbeit annehmen mußten, um ihr Leben zu fristen. Auf der anderen Seite hätten die Juden, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachten, versucht, die kulturelle Führung an sich zu reißen und die intellektuellen Berufe, wie z. B. die Jurisprudenz, Medizin usw., über- ch w e m m t. Der Einfluß dieses intellektuellen Judentums in Deutschland habe sich überall zersetzend bemerkbar gemacht. „Aus diesem Grunde war es nötig", sagte der Führer, „Maßnahmen zu ergreifen, um dieser Zersetzung einen Riegel vor- zuschieben und eine klare und reinliche Scheidung zwischen den beiden Rassen herbeizuführen." Das Grundprinzip, nach dem diese Frage in Deutschland behandelt werde, sei, daß dem Deutschen gegeben werden solle, was dem Deutschen zustehe, und dem Juden, was diesem zustehe. Er betonte, daß dies auch dem Schutze der Juden diene, und ein Beweis hierfür fei, daß feit den einschränkenden Maßnahmen die antijüdische Stimmung im Lande sich gemildert habe. Auf die Frage Mr. Baillies, ob weitere g e - etzgeberische Maßnahmen in dieser Frage zu erwarten seien, antwortete der Führer, daß die Reichsregierung von dem Bestreben geleitet sei, der Selbsthilfe des V o l k e s, die sich unter Um- tänöen in geWhrlichen Explosionen entladen könnte, durch gesetzgeberische Maßnahmen vorzubeugen, um auf diese Weise, wie bisher, Ruhe und Frieden in Deutschland zu wahren. Auf dem Kurfürstendamm in Berlin seien ebenso- viele jüdische Geschäfte wie in Neuyork und anderen Hauptstädten, und der Augenschein lehre, daß der Betrieb dieser Geschäfte absolut ungestört vor sich gehe. Er glaube, daß durch die Nürnberger Gesetze neue Spannungen vielleicht verhindert würden. Sollten diese allerdings kommen, so Am Vorabend derKammersitzung Die Stellung Lavals gefestigt. Paris, 28. Nov. (DNB.) Arn Mittwochabend haben einige Parteien, Ausschüsse und Fraktionen ihre Stellung zu den bevorstehenden Parlamentsaussprachen festgelegt. Der Nattonalrat der Republikanischen Vereinigung (Partei des Abgeordneten Louis Marin, Staatsminister im Kabinett Laval) hat einstimmig eine Entschließung angenommen, die der Regierung Laval für die Verteidigung des Friedens, des Franken und der öffentlichen Ordnung' das Vertrauen der Partei ausspricht. Außerdem wünscht die Partei eine Staatsreform mit Einführung der uneingeschränkten Verhältniswahl, sie verurteilt die Auf- standsoersuche der Volksfront in Brest und Toulon, fordert aber auch gleichzeitig unbedingte Aufrechterhaltung des Versammlungsrechtes innerbntt» *er gesetzlich zugelassenen Grenzen. weil die Regierung in erster Linie den Haushaltsplan unter Dach und Fach gebracht wissen will, die Linke aber die vordringliche Behandlung der sogenannten Bünde-Frage verlangt. Die gegnerischen Fronten werden unter den Schlagworten „Verteidigung der Republik" und „Verteidigung des Franken" aufmarschieren. Eine große Rolle wird bei dem Zusammenstoß bestimmt die heimliche Sorge vieler Parlamentarier spielen: „Wie sage ich's nachher meinen Wählern!" Man rechnet damit, daß Laval den Kampf energisch aufnehmen wird. Ueber feine Aussichten sind die Meinungen geteilt. Zu Lavals Gunsten spricht die Tatsache, daß niemand sich nach seiner Nachfolge sehnt und mit dem Odium belastet ein will, durch eine Regierungskrise die franzö- ische Währung gefährdet zu haben. Zu seinem Nachteil wird sich die zunehmende Spannung zwi- chen der Rechten und der Linken auswirken, zumal die Frage der Bünde gewissermaßen zu einer „republikanischen Mystik" geworden ist. Irgendein neuer Zwischenfall in der Provinz, ein herausordernder Artikel, eine unbedachte Aeußerung des einen oder anderen kann die Stimmungslage beeinflussen, kann Widerstände auslösen, die sich in den 5 Monaten der parlamentarischen Regierungsweise aufgespeichert haben. Die Kammer, deren Vollmachten am 31. Mai 1936 ablaufen, hat schon neun Regierungen gestürzt. Sie besitzt also eine gewisse Eine Unterredung mit dem Führer.—Nie Gründe der Zudengesehgebung.—Niemals Verzicht auf Neutschlands koloniale Ansprüche. Auch ein Militärausstand in Mo deZaneiro niedergeschlagen Die Aufständischen haben die Stadt Natal geräumt. bu-ng mit R i o. Die zurückgehaltenen Flugzeuge der Condor-Gesellschaft konnten ihre Reise fortsetzen. In Natal haben sich etwa 500 Aufständische an Bord des Dampfers „Santos" eingeschifft, nachdem sie die Banken und verschiedene große Geschäfts- Häuser geplündert hatten. In Pernambuco mußten die Aufständischen etwa 100 Tote zurücklassen. Kapitän Lehmann berichtet. Funkspruch von Bord des „Graf Zeppelin". Dem DNB. ist vom Kommandanten des „Graf Zeppelin" Kapitän Lehmann ein Funkspruch Zugegangen, der auf der Station Bahia aufgegeben worden ist. Der Funkspruch lautet: „Am Freitag der vorigen Woche ftiegen wir auf und erledigten bereits Sonntag früh den P o st. austausch in Bathurst (Afrika). Am Sonn- tagabenb erreichte uns die erste Nachricht über die Unruhen i n Brasilien an Bord des „Graf Zeppelin". Die Meldung kam aus Pernambuco. Da nun in Rio de Janeiro die Fabrik, die in Zukunft das Füllgas für das Luftschiff Herstellen wird, noch nicht vollkommen fertig ist und außerdem eine Rückreise nach Sevilla infolge des dann notwendig gewordenen Angehens gegen den Nordostpassat zu weit geworden wäre, entschlossen wir uns, sofort durch Herabsetzung der Ge- schwindigkeit Brennstoff zu sparen. Diese Maßnahme sollte uns die Möglichkeit geben, ohne neue Brennstoffaufnahme eine Woche in der Luft ausharren zu können. Allerdings wäre eine Brennstoffaufnahme auch vom Boden aus oder von einem Seeschiff in Betracht gekommen. Uebungshalber und auch weil uns das Bordwasser knapp wurde, übernahmen wir dann Dienstag von dem Dampfer „Espania" der Hamburg- Sudamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft rund 100 Kilogramm Frischproviant. Darauf« Sparverordnungen, die Prüfung der Schaf, fung einer P e n s i o n s k a s s e und die Verschär- fung der Ueberwachungsbestimmungen des Versammlungsrechtes verzeichnet. Auf Grund dieser Voraussetzungen fordert der Vollzugsaus- schuß die radikalsozialistischen Abgeordneten auf, alle möglichen Anstrengungen zur Herstellung einer einheitlichen Stimmabgabe zu machen, wenn die Grundsätze der radikalsozialistischen Partei gewahrt werden, um unter den gegebe- nen Umständen die Gefahren einer poli« tischen Krise zu vermeiden. Ein Teil der Abgeordneten soll sich trotz ihrer Zustimmung zu dieser Entschließung für die Abstimmungen in der Kammer Meinungsfreiheit vorbehal« ten haben, die vielleicht in Stimmenthaltungen ihren Ausdruck finden könnte. Der Kampf wird sich also nach wie vor a u f innerpolitischem Gebiet abspielen: es geht um die mit dem Ausgleich d e s Haushalts verbundene Notstandspolitik der Regierung und um die Zukunft d e r K a m p f b ü n ö e. Da die Fronten in diesen beiden Problemen nicht gleich sind, wird die Entscheidung für oder gegen Laval vielleicht sogar von einer zufälligen Entwicklung der Verhandlungen in der Kammer abhängen. Wesentlich bleibt d i e Haltung der Radikal- sozi allsten, die einerseits an der Regierung beteiligt, andererseits mit den Sozialisten und den Kommunisten in der Volksfront verbunden find. In der Beurteilung der Notverordnungen und der Haushaltsvorlage hat die Partei Herriots sich in letzter Zeit unter dem Eindruck der Goldabflüsse aus der Bank von Frankreich versöhnlich gezeigt. Nach langwierigen Verhandlungen in und außerhalb des Finanzausschusses ist in großen Zügen eine Einigung mit dem Finanz- Minister herbeigeführt worden. Unter dem Einfluß der Sozialisten hatten die Radikalsozialisten noch vor kurzem einen Beschluß des Finanzausschusses herbeigeführt, der durch Rückgängigmachung einer Reihe von der Regierung verfügter Pensions- und Lohnkürzungen den Ausgleich des Haushaltsplanes gefährdete. Dem Ministerpräsidenten und dem Finanzminister ist es jedoch gelungen, den Finanzausschuß zu einer zweiten Lesung dieses Beschlusses zu veranlassen, die nach beiderseitigem Entgegenkommen immerhin zu einer Einigung geführt hat. Nur ein Punkt ist offen geblieben: trotz des Widerstandes der Regierung halten die Radikalsozialisten und hält folglich auch der Finanzausschuß an der Errichtung einer selbständigen Pensions- k a s s e fest, die hauptsächlich von den Kriegsteilnehmerverbänden verlangt wird. Die Regierung ist aufgefordert worden, einen Ausschuß einzusetzen, der bis zum 15. Dezember einen Bericht über die Zu gründende Pensionskasse zu erstatten hätte. Wenn der Finanzausschuß also sonst auch bis zum Zusammentritt der Kammer die Beratung der Haushaltsvorlage in einem versöhnlichen Sinne abgeschlossen haben wird, so bietet die Pensionskasse immer noch eine Möglichkeit, anhand der Haushaltsverhandlungen in der Vollsitzung der Kammer die gesamte Notverordnungspolitik der Regierung aufzurollen. Als schärfste Gegner des augenblicklichen Kabinetts haben sich in letzter Zeit die Sozialisten aufgespielt, die ebenso wie in der Haushaltsfrage auch in dem Kampf gegen die Bünde und in der Verurteilung der angeblichen Duldsamkeit der Re- aterung gegenüber den als faschistisch verschrieenen Verbänden, vor allem den Feuerkreuzlern, den weitestgehenden Vorstoß vorgetragen haben. Zunächst haben die Radikalsozialisten sich dem bereits eingebrachten sozialistischen Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Laval nicht angeschlossen, aber andererseits besteht kein Zweifel daran, daß sie sich auf die Forderung nach Auflösung der Bünde so stark festgelegt haben, daß sie von der Regierung Genugtuung verlangen müssen. Wenn es Laval gelingt, sei es durch neue Gesetzesentwürfe oder durch wett- aehende Erklärungen, die Mißstimmung.der Radikalsozialisten zu mildern, so hat er einige Aussichten, den Kampf zu bestehen. Andernfalls muß er damit rechnen, in der Minderheit zu bleiben. Gleich zu Beginn der Kammersitzung ist mit einem verwickelten Spiel der Taktik zu rechnen. Laval im Kampf. Von unserem vG.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 27. November 1935. der französischen Innenpolitik hat es seit lan- gem kein so ausgesprochenes Durcheinander mehr gegeben, wie in den letzten acht Tagen Ein Hin und Her von widersprechenden Beschlüssen, Vermittlungen und neuen Spannungen. Auf der Suche nach einem Gradmesser für die allgemeine Stimmung wird man an jenen Barometer mit dem Esels- schwanz aus Hanf erinnert, der Nebel oder Regen anzeigt, wenn er naß ist, und Sturm meldet, wenn er sich heftig bewegt. Was am Mittwoch glaubwürdig schien, war am Donnerstag überholt. Und am yreitag war man wieder soweit wie am Mittwoch. Sils einzige Tatsache bleibt die Festsetzung des Zusammentritts der K a m m e r auf den 28. November bestehen. In dem Drama, das sich auf der politischen Bühne Frankreichs zur Zeit abrollt, wechseln die Darsteller ständig Haupt- und Nebenrollen: bald tritt die Negierung in den Vordergrund, bald reißt der Finanzausschuß der Kammer die Stimmführung an sich, dazwischen deklamiert die sogenannte Ab o r d n u n g der Linken ihre Verse, um plötzlich — in ihre Bestandteile aufgelöst — in kommunistischer, sozialistischer oder radikalsozia- listtscher Tracht aufzutreten. Inzwischen bemüht sich die Volksfront, einen einheitlichen Sprechchor zustandezubringen, und die Presse bestimmt je nach ihrer politischen Färbung Beginn und Ende der einzelnen Aufzüge. Der Hauptgrund für die allgemeine Spannung Ist in dem bevorstehenden Zusammentritt der Kammern zu suchen, die angesichts der für den April oder Mai zu erwartenden Wahlen zu der seit dem Sommer von der Regierung ohne Parlament durchgeführten Politik Stellung zu nehmen haben. Die Außenpolitik tritt zunächst etwas in den Hintergrund, weil die oppositionelle Linke im wesentlichen mit der von Laval verfolgten Linie zufrieden ist, während die Rechte dem Ministerpräsidenten und Außenminister keine Schwierigkeiten auf außenpolitischem Gebiet machen will, da sie ihn gegen den Vorstoß von links zu decken versucht. Die radikale Linke der Kammer und die von Franklin Bouillon gegründete republika» Nische Front haben beschlossen, die Regierung Laval bei der Abstimmung zu unter st ützen Auf Grund dieser Beschlüsse sieht man die Stellun« des Kabinetts Laval als gefestigt an. - griff der Regierungstruppen abzuwarten. Die ■ IFunksender Natals haben wieder Verbin- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt BZM General-Anzeiger für Oberheffen Postscheckkonto: • 1 1 Srantfurt an. Main 11686 Druck und Verlag: Sriihl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe r hin kreuzten wir in der Nähe von Pernambuco. Wir hatten ständige Funkverbindung mit Pernambuco. Die Nachrichten, die wir von dort erhielten, ließen deutlich erkennen, daß sich die Unruhen und die Kämpfe hauptsächlich in her Nähe d e s Luftschis splatz es abspielten und spätestens bis Ende der Woche in sich zusammenbrechen würden. Solange hatten wir Zeit, vor allem schon deshalb, weil das Wetter fortdauernd ausgezeichnet war. Neuer Rekord: 419 Stunden in der Lust. Auf feiner 500. Fahrt stellte das Luftschiff „Graf Zeppelin" unfreiwillig einen neuen Dauerrekord für das Luftschiff auf. Infolge der Unruhen in Brasilien mußte das Luftschiff von Montag früh bis Mittwoch nachmittag vor der brasilianischen Küste kreuzen. Am Mittwoch um 17 Uhr Rio-Zeit (21 Uhr MEZ.) wird es endlich in Pernambuco landen können. Es wird damit etwa 119 Stunden in der Luft geblieben fein. Damit ist der bisherige Dauer- r e k o r d des Luftschiffes, den es auf feiner ersten Fahrt nach Nordamerika vom 11. bis 15. Oktober 1928 mit 111 Stunden 44 Minuten aufstellte, um rund 7 Stunden überboten worden. Auch die Fshrtdauer auf der bisher längsten Strecke des „Graf Zeppelin" nach Tokio aufseinerWelt- reise wurde um rund 17 Stunden geschlagen. Damals brauchte das Luftschiff für diese 11 300 Kilometer lange Strecke nur 101 Stunden 49 Minuten. Schwierigkeiten in Griechenland. Um die Begnadigung der Führer der Revolution. A t h e n, 27. Nov. (DNB.) Der K ö n i g hat zwei Erlasse unterzeichnet, mit denen aus politischen Gründen verurteilten Personen eine allgemeine Begnadigung bewilligt wird. Durch den zweiten Erlaß wird eine Begnadigung für Angehörige des Heeres ausgesprochen. Die beschlagnahmten Vermögen sollen nicht zurückerstattet werden. Nach den Bestimmungen des Erlasses dürfte auch für Veniselos und General P l a st i r a s die Möglichkeit bestehen, nach Griechenland zurückzukehren. Nach der Entscheidung des Königs über die politische Amnestie versammelte sich der Ministerrat, um die politische Lage zu prüfen. Der I u st i z m l n l st e r verließ während der Besprechung die Sitzung, was dahin ausgelegt wird, daß er sich mit dem Kabinett nicht in Ueberein st immun g befinde. Die Führer der republikanischen Partei Sophulis und Kaphandaris, die vom König eingeladen worden waren, ihm ihre Meinung über die politische Lage auseinanderzusetzen, haben ihr Erscheinen verweigert. Da sich in der Ministerratssitzung Meinungsverschiedenheiten über die vom König gewünschte Amnestie ergaben, namentlich soweit diese sich auch auf die Führer der Revolution erstrecken sollte, hat sich Ministerpräsident Kon- dylis erneut zum König begeben. Da die Regierung bereits ihren Rücktritt emgereicht hatte, will sie die Verantwortung für eine allgemeine Amnestie nicht übernehmen, sondern dies einer neu z u bildenden Regierung überlassen. Eine Unterredung mit dem König hatte der ehemalige Ministerpräsident Tsaldaris; sie dauerte nahezu zwei Stunden. Beim Verlassen des Schlosses erklärte Tsaldaris, daß er dem König seine Auffassung von der politischen Lage auseinandergesetzt habe. Er habe ihm nahegelegt, die neue Regierung aus den Mehrheitsparteien der Nationalversammlung zu bilden. Er habe ferner dem König abgeraten, die Nationalversammlung auf^ulösen, die die Aufgabe habe, die Verfassung aus dem Jahre 1911 einer Revision zu unterziehen. Er habe dem König erklärt, es würde ihm zur Ehre gereichen, wenn er mit der Regierungsbildung betraut werden würde. Er würde feine Aufgabe in einem Ausgleich der politischen Strömungen des Landes sehen. König Georg II. überreichte Tsaldaris die Insignien des Groh- kreuzes des Erlöser-Ordens. Amnestie in Danzia Danzig, 27. Nov. (DNB.) Nach dreimonatiger Pause trat der Danziger Volkstag zusammen. Auf der Tagesordnung stand ein Gesetzent- entwurf über Gewährung von Straffreiheit, der mit den Stimmen der NSDAP., der KPD. und der Polen angenommen wurde. Nach dem Gesetz werden noch nicht vollstreckte Geldstrafen bis zu 600 Gulden und Freiheitsstrafen bis zu 4 Monaten erlassen. Anhängige Verfahren werden eingestellt, wenn keine höhere Strafe zu erwarten ift. Disziplinarverfahren werden eingestellt, wenn sie wegen politischer Verfehlungen eingeleitet sind. Senatspräsident Greiser hob hervor, daß die Oppositionsparteien seiner Aufforderung zur Mitarbeit nicht Folge geleistet haben. Ich muß es also, so fuhr Greiser fort, wohl ober übel aufgeben, meine Bitte um sachliche Kritik und Mitarbeit zu wiederholen. Bevor ich den Bruch ganz — dann aber in jeder Folgerichtigkeit rücksichtslos — vollziehe, will ich noch einmal die Möglichkeit einer Annäherung versuchen. Die Plattform dafür hat die Amnestie abgegeben. Der Senat hat damit seinen Willen bekundet, das politische Leben Danzigs einer Befriedung entgegen« zuführen. Diese Geste ist aber der Ausdruck innerer Stärke, welche alle aufbauwilligen Elemente an den Staat heran- und in das Volk zurückführen will. Der Senatsprasident erwähnte dann, daß von rund 5800 Pensionären bis jetzt entfpre^ chend der Aufforderung des Senats ein Drittel ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegt haben. Don den Arbeitern hätten heute bereits mehrere Tausend in Deutschland Arbeit und Brot gefunden. Die Danziger Landespolizei habe im Rahmen des Sparsamkeitsprogramms aufgelöst werden müssen. Die vorhandenen Beamten und Angestellten seien anderweitig untergebracht. Der Senatspräsident kam dann auf das Urteil des Danziger Obergerichts zu sprechen, das die Dolkstagswahl vom April d. I. für gültig erklärt hat. Ich weiß, daß man versucht, den Völkerbund gegen dieses Urteil einzuspannen. Parteiführer, die so etwas fertigbekommen, stellen sich außerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Mir ist berichtet worden, daß der Vertreter des Völkerbundes in Danzig von sich aus diese Wünsche der undeutschen Opposition sich zu eigen gemacht hätte, um den Völkerbund entsprechend zu beeinflussen und zu einer Beschlußfassung zu bringen. Die Ursache der Abtrennung Danzigs vom Mutterlande, der neu geschaffenen Republik Polen einen reien Zugang zum Meere zu gewährleisten, wird heute vom deutschen Volke und auch von der Freien Stadt Danzig aus freien Stücken als politisches Gesetz geachtet. Damit ist die Erörterung über den Bestand und die Entwicklung dieses abgetrennten Gebietes nicht mehr allein das Vorrecht der Genfer Einrichtungen, und wenn es so wäre, hätte das Wort von der Selbstbestimmung der Völker kein Recht. Das einmal für kurze Zeit getrübte freundschaftliche Verhältnis zwischen Danzig und Polen ist zur Befriedigung des Senats wiederhergestellt. Wir freuen uns auch besonders, daß unser Mutterland, Deutschland, mit unserem Nachbarstaat Polen seine Beziehungen auf der gleichen freundschaftlichen Grundlage unterhält. Die wirtschaftliche und völkische Aufwärtsentwicklung in unserem Mutterlande gibt uns den seelischen Halt, um unser hartes Schicksal hier zu meistern. König Georgs Ankunst in Athen. W W o Erste Originalaufnahme von der Ankunft König Georgs II. von Griechenland in Athen. Frauen und Mädchen winken ihm mit Palmenzweigen entgegen. — Rechts: Der König im Auto während der Fahrt durch Athen. — (Presse-Illustration Hoffmann. — Scherl-Bilderdienst-M.) Abessinien meldet Rückzug der Italiener und Wiederbesehung Makalles. Addis Abeba, 27. Nov. (DNB.) Die an der Südfront erneut einsetzende starke italienische Fliegertätigkeit und Vorstöße der Flieger bis Jagabur mit vielen Bombenabwürfen werden hier als Tar - nungsmanöoer für den Rückzug der Italiener bezeichnet. Man erklärt, daß in Ge- ralta und Ternbien die italienischen Truppen u n - ter starkem abessinischem Druck zurückgingen. Auch aus Makalle sei in der vergangenen Nacht die italienische Besatzung von 1200 Mann abgezogen und schlage sich nun in dauernden Gefechten auf die Rückzugsstraße in Richtung Adigrat durch. Ebenso sollen auch andere italienische Posten, die bis zur gleichen Höhe vorgeschoben gewesen seien, sich zum Rückzug bereitmachen. Wie die hier ausgegebenen Berichte weiter besagen, drückten die abessinischen Truppen dem zurückgehenden Gegner hart nach. In den Morgenstunden des Mittwoch sei Makalle wieder besetzt worden. Man behauptet hier, daß im italienischen Generalstab Verwirrung herrsche. Ein gefangener Offizier habe ausgesagt, daß in militärischen Kreisen in Erythräa die Taktik, durch Einzelvorstöße Prestigegewinne zu machen, verurteilt werde, da diese nur unter schweren Opfern erkauft würden. Die Zahl der Ueberläufer aus den Reihen der Italiener an der Nordfront soll sich wieder häufen. Ein Sam- baschi-Offizier von einer Eingeborenen-Abteilung der Italiener habe sich mit seinem ganzen Zuge und zwei Maschinengewehren bei der Armee des Ras Seyoums gemeldet. Ebenso berichteten andere abessinische Armeeführer von ständig eintreffenden bewaffneten lleberläufern. Rom dementiert. Rom, 27. Nov. (DNB.) Die von Addis Abeba aus verbreiteten Meldungen über erfolgreiche Kämpfe der abessinischen Truppen und die Wiederbesetzung von Gorrahai, Ual-Ual und Makalle werden von amtlicher italienischer Seite als g e g e n = st a n d s l o s e Erfindungen dementiert. Das Propagandaministerium gibt Mittwochnachmittag folgendes Telegramm Marschall de Bonos bekannt. „An der Front des 1. Armeekorps haben unsere von Dolo aufgebrochenen Abteilungen Dörfer des Amentilla und Sech et besetzt und damit die äußerste Grenze der Hochebene von Galla Uttgerat erreicht. Das Ery - t h r ä a - A r m e e k o r p s hat die für die Einnahme des T e m b i e n notwendigen Operationen fortgesetzt. Die Flugwaffe unternahm zahlreiche Erkundungsflüge in der Nähe des Afchiangi-Sees." Die vor acht Tagen angekündigte Beurlaubung von 100000 Mann ist einstweilen wieder aufgehoben worden. Zur Begrün- bung dieser Maßnahme wird auf die allgemeine politische Lage und auf die Unruhe verwiesen, die durch die Möglichkeit einer weiteren Verschärfung der Sanktionsmaßnahmen, vor allem durch Verhängung der Petroleumssperre, überall zu beobachten fei. Diese internationale Lage habe die italienische Regierung auch veranlaßt, einige nicht näher umschriebene Truppenbewegungen vornehmen zu lassen. Auch die freundschaftlichen Erklärungen Lavals haben an der Beurteilung der Lage keine wesentliche Aenderung Hervorrufen können. Wie wird Italien ans eine Oelsperre reagieren? Englisches Rätselraten über die in Rom angekündigten „Truppenbewßgungen" London, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Nachrichten aus Rom, daß „g e w i s s e T r u p p e n- beroegungen" angeorbnet worben finb, unb baß ber dreimonatige Urlaub aufgehoben worden ist, werden in der Londoner Presse a l s warnender Hinweis Italiens an die Welt betrachtet, daß die vorgeschlagene Sperre gegen Benzin- unb sonstige Rohstofflieferungen sehr e r n ft beurteilt werben würbe. Ob bei dem Hinweis auf die Truppenbewegungen an die ägyptische Grenze Libyens ober an bie Norbgrenze Italiens gebacht worben ist, wirb als unklar bezeichnet. In einer Melbung ber „M o r n i n g P o st" aus Rom ist von ber Möglichkeit bie Rebe, baß bie von ber französisch- italienischenGrenze zurückgezogenen italienischen Truppen wieber börthin ge- s a n b t werben würben. Der Berichterstatter ber „Time s" in Rom sagt, ber Durchschnittsitaliener erblicke in einer Benzinsperre eine feinbfeiige Hanblung militärischer Art, bie Italien zu militärischen Vergeltungsmaßnahmen berechtigen würbe. Er sei entrüstet über bie in Aussicht stehenbe neue Sühnemaßnahme, bie zu einem vorzeitigen Abbrechen bes militärischen Vorgehens in Abessinien zwingen könnte. Man höre immer häufiger Aeußerungen wie bie folgenbe: „Wenn wir fallen müssen, bann wollen wir wenigstens anbere mit uns reiße n". Reuter melbet aus Rom- Man glaubt, baß bie italienische Regierung bie Frage ber Entsendung weiterer Truppen nach Libyen geprüft habe. Es ist von zwei Divisionen in einer Stärke von 34 000 Mann die Rede gewesen. Es wird aber angenommen, daß die Besserung der Lage, die auf den Aufschub ber Zusammenkunft bes Achtzehner-Ausschusses bes Völkerbunbes zurückzuführen fei, ber italienischen Regierung Veranlassung gegeben habe, biefen Schritt zurückzustellen. Eine amtliche Bestätigung liegt nicht vor. In einem Brief an die „Times" unterstützt Lord Cecil den Vorschlag einer Ausdehnung der Sühnemaßnahmen auf Oellieferun- g e n an Italien. Anknüpfend an die Rundfunkrede Lavals erklärt er, auch er fei der Meinung, daß Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich von größter Wichtigkeit für den Frieden sei. Indessen finde er es schwierig, die französische Politik zu verstehen. Frankreich habe während der letzten Monate in England zweifellos ungeheuer an Boden verloren. Wenn man oorgebe, den Völkerbund zu unter ft üt^en unb gleichzeitig ber italienischen Regierung versichere, baß Frankreich bas Wirksamwerben bes Druckes bes Völkerbunbes verhin - b e r n werbe, so sei bies bie Art von „überschlauer" Politik, bie gewöhnlich mit einer nicht wieber gut zu rnachenben Katastrophe enbe. Englische Rückfrage in Paris. Der Beistand im Mittelmeer. P a r i s, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Eine U n - terrebung Lavals mit b e m britischen Botschafter in Paris hat sich nach Ansicht ber großen Nachrichtenblätter auf zwei Fragen bezogen: Einmal auf bas Ausfuhrverbot von Erböl für Italien bzw. bie Festlegung eines Zeitpunktes für b e n Zusammentritt bes Achtzehner - Ausschusses unb zweitens auf bie Frage ber französischen Unter st ützung der britischen Flotte im Mittelmeer. „Oeuvre" schreibt: Das Foreign Office scheine ben italienischen Drohungen Rechnung zu tragen, unb wünsche von Frankreich eine klare Stellungnahme in ber Frage bes Beistanbes für bie englische Flotte im Mittelmeer, falls biefe angegriffen werben sollte. Die englische Negierung rechne bestimmt bamit, baß Laval eine 3 u ft i m » menbe Antwort erteile, zumal Frankreich ge- rabe in ber Petroleumfrage keine eigenen 3n» t e r e ff e n habe, ba es roeber Petroleum ausführe noch erzeuge. In Lonbon verfolge man sehr aufmerksam bie letzten Ereignisse in Abessinien, bie auf gewisse Schwierigkeiten ber italienischen Truppen schließen ließen. Die britische Regie- runa habe beshald auch ihren Sachverstanbigen Peterson, ber sich seit einigen Tagen in Paris aufhält, um mit den zuständigen französischen Stellen eine Derhandlungsgrundlage für die friedliche Beilegung des italienisch-abessinischen Streitfalles zu suchen, Anweisung gegeben, s i ch nicht zu übereilen, weil die Aufstellung dieses Programms wesentlich von dem Erfolg oderMiß erfolg der beiden kriegsührenden Länder ckbhänge. Amerika drangt aus Oelsperre. London, 28. Nov. (DNB. Funkspr.) „Mor- ning Post" schreibt, es verlaute, daß die Sitzung des Achtzehner-Ausschusses wahrscheinlich näch - st e Woche stattfinden werde und daß gute Aussicht auf eine Oelsperre bestehe. Diese plötzliche Aenderung des Programms scheine auf das (Eingreifen ber Vereinigten Staaten zurückzuführen zu sein. Die amerikanische Regierung habe bereits Schritte zur Mitarbeit bei ber Oelsperre getan. Die Nachricht von bem Aufschub ber Maßnahme habe in Amerika großen Aerger verursacht. Anscheinenb habe ber amerikanische Geschäftsträger am Montag bem britischen Außenminister Hoare gegenüber diese Mißstimmung zum Ausbruck gebracht. Die Krisis in China. Rücktrittsgesuche führender Mitglieder der Nanking-Regierung. Nanking, 27. Nov. (DNB.) Der Leiter bt Reichsoollzugsamtes Wangtschingwei, bu Leiter des Reichsprüfungsamtes T a o s ch i t a o und der Leiter des Reichsjustizamtes haben ihre Rücktrittsgesuche eingereicht. Die Entscheidung hängt von den Beschlüssen der Regierung unb bes am 1. Dezember zusammentretenden neuen Vollzugsausschusses bes Kuomintang ab. Hierbei bürste auch bie Frage eines Eintritts von Vertretern Sübchinas (Kantons) in bie Regierung eine Rolle spielen. Die japanischen Truppen haben bie ge■ famte Bahn st recke Schanhaikwan — Tiensin — Peiping besetzt. Der Bahnverkehr auf ber Strecke Tientsin-Pukau ist unterbrochen. Zwischen Tientsin unb Tsinanfu haben bie Japaner einen Pendelverkehr zugelassen, ganz so wie auf ber Strecke Peiping—Hankau. Der Gouverneur ber Provinz Hopei Schangchen hat Yinyukeng entlassen unb seine Verhaftung angeorbnet. Das bisher in Tungschau stationierte Regiment 29 ist zurückgezogen worden. Des weiteren hat bie Auflösung bes Peipinger Militärrates begonnen. Regelung der Arbeitszeit zu Weihnachten. Berlin, 27. Nov. Der Reichs-,unb Preußische Arbeitsminister unb ber Reichs- unb Preu- ßische Wirtschaftsmini st er teilen mit: Die Lage ber Weihnachtsfeiertage unb des Jahresendes bringt es mit sich, daß viele Betriebe die Arbeit in der Weihnachtswoche ganz oder teilweise ausfallen lassen. Um dem dadurch entstehenden Verdien st ausfall der Beschäftigten zu begegnen, hat ber Reichs- unb Preußische Arbeitsminister für bas Land Preußen unb für bas ©aarlanb genehmigt, baß bie in ber Zeit vom 23. bis 31. Dezember b. I. etwa ausfallenben werktäglichen A r - beitsftunben unb ein weiterer Arbeitstag als Ersatz für ben burch bie Weihnachtsfeiertage ein- tretenben Verbienstausfall in den Monaten Dezember 1935 und Januar 1936 vorgearbeitet ober na d) geholt werden dürfen. Der Reichs- unb Preußische Wirtschaftsminister hat bie gleiche Regelung für bie gesamte Faserstoffin- b u ft r i e genehmigt. Voraussetzung ist, baß nicht in anderer Weise für Ersatz bes entstehenden Verbienstausfalles gesorgt ist. Unter ber gleichen Voraussetzung barf bei einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nur 30 Stunden ober weniger ein weiterer Slrbeitstag vor- ober nachgearbeitet werben. Eine gesetzliche Ver- p f i d) t u n g zur Zahlung eines Mehrarbeitszuschlages für bie burch bie Ausnahmeregelung herbeigeführte Verschiebung der Arbeitszeit besteht nicht. Die übrigen Landesregierungen sind ersucht worben, für ihr Gebiet d i e gleiche Regelung zu treffen. Tagung des Verwaltungsrates der Reichsbahn. Der Verwaltungsrat ber Reichsbahn beriet die Finanzlage ber Reichsbahn. Die Einnahmen aus bem Personen- unb Gepäckverkehr entsprechen ben Schätzungen, bie Einnahmen aus bem Güterverkehr finb hinter ben Erwartungen zurückgeblieben. Die Reichsbahn-Hauptverwaltung würbe ermächtigt, bie am 2. Januar 1936 fällige Abschlagszahlung auf bie Vorzugsbivibenbe von 3,5 v. H. zu leisten. Der Derwaltungsrat erhielt Aufschluß über ben Geschäftsabschluß ber Hausbank ber Reichsbahn, ber Deutschen Verkehrs- krebitbank, unb nahm mit Interesse von bem Stanb ber Arbeiten zur Verwaltungsvereinfachung Kenntnis, bie ber Finanzlage Rechnung zu tragen haben. Der Reichskriegsminister in Dortmund. Der Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg traf mit ber großen Junkersmaschine ber Lufthansa „General Göring" auf bem Dortmunber Flughafen ein. Nach kurzer Begrüßung burch ben Kommanbierenben General bes Wehrkreises West, Generalleutnant Kluge, ben Befehlshaber im Luftkreis IV, General ber Flieger Halm, bem Gtanbortälteften ber Wehrmacht, Generalmajor Kühne, unb anberer Offiziere traf ber Reichskriegsminister im Kraftwagen bie Fahrt nach Iserlohn unb Lübenscheid zur Besichtigung ber bortigen Stanborte an. Am Donnerstag besichtigt ber Reichskriegsminister bie Stanborte Hamm, Soest unb Arnsberg. Der Besuch bes Standortes Dortmund erfolgt am Freitag. Der 60. Geburtstag des Reichsschahmeisters. Wie bie NSK. melbet, fanb auf Einlabung des Fügers in seiner Wohnung in der Reichskanzlei eine schlichte Geburtstagsfeier für Reichs- schatzmeister Schwarz statt, an ber außer ber Familie des Reichsschatzmeisters auch zahlreiche Parteigenossen mit ihren Frauen teilnahmen. Reichsschatzmeister Schwarz, ber währenb seines Geburtstages in ber Reichshauptstabt weilte, erhielt zahlreiche Geburtstagsgrüße unb -glückwünsche von führenben Persönlichkeiten ber Bewegung unb bes Staates. Der F ührer überfanbte fein Bild mit eigenhändiger SBibmung. Auch von zahlreichen Ortsgruppen unb Stabtgemeinben waren Glückwünsche eingegangen. gegen spröde Haut Aus aller Welt ^CREME bis jetzt rund 17 000 Betriebe erfaßt worden. Auch der Aufbau der Werkscharen in den Betrieben schreite sehr schnell vorwärts. An festbesoldeten Angestellten beschäftige die NSG. „Kraft durch ^reude" insgesamt nur 2547. Der Zuschuß, den die Deutsche Arbeitsfront im ersten Jahre geben mußte, betrug 24 Millionen, im Berichtsjahre waren es nur noch 17 Millionen und im kommen- den Jahr ist zu hoffen, daß sich dieses gigantische Werk selbst tragen wird. Viielleicht ist diese Tatsache die bemerkenswerteste, wenn man bedenkt, daß die durch „Kraft durch Freude" in Umlauf gesetzten Gelder über 1 Milliarde betragen. Die eindrucksvollen Ziffern des Geleisteten und die Ueberraschungen des neuen Jahresplanes der NSG. „Kraft durch Freude" lösten begeisterte Zustimmung aus. Als aber derBriefeinerrhei- Nischen Mutter verlesen wurde, die den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in einfachsten, aber aus vollem Herzen kommenden Worten bat, für alles Schöne, das ihr durch „Kraft durch Freude" geschenkt wurde, dem Führer Dank zu sagen, schloß sich das Haus diesem Danke durch minutenlange Heil-Rufe und Händeklatschen an. Mit dem Lied der Werkscharen „Flieg, deutsche Fahne flieg!" schloß der erste Teil der Kundgebung. In der Pause besichtigten die Festteilnehmer die in den Wandelgängen des Theaters befindliche Modellausstellung der Bauten und Anlagen der NSG. „Kraft durch Freude". Hierbei erregten vor Oer Landeskirchenausschuß von Kurheffen-Waldeck. LPD. Kassel, 27. Nov. Amtlich. Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten K e r r l weilte in Kassel zwecks Fühlungnahme mit verschiedenen Persönlichkeiten des Kirchenlebens zur Ermittlung einer Grundlage für die Befriedung der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Nach einem eingehenden Meinungsaustausch mit Vertretern der verschiedenen kirchlichen Richtungen wurde die Einsetzung eines Landeskirchenausschusses mit folgenden Persönlichkeiten vorgesehen: 1. Pfarrer H a p p i ch, Treysa, Direktor der Anstalten Hephata, 2. Pfarrer Haupt, Kassel; 3. Pfarrer Rebermann, Waldeck; 4. Kreispfarrer L a a b s, Ziegenhain; 5. Pfarrer Blendin, Hanau; 6. Landgerichtsrat Fricke, Kassel. Das Landeskirchenamt wird bestehen aus den rechtskundigen Mitgliedern Landeskirchenräten G e r l a ch und Dr. E n d e m a n n, sowie aus den geistlichen Mitgliedern Oberlandeskirchenrat M e r z y n und Kreispfarrer D. Bachmann. Jüdische Grundschulklaffen in Frankfurt Frankfurt a. M., 27. November. (LPD.) Die städtische Presse - und Werbe st elle teilt mit: „Seit 1. November 1935 sind die Grund- schulklassen der Frankfurter Volksschulen, von denen der westlichen Vororte abgesehen, j u d e n r e i n. Mit Genehmigung des Herrn Hochbetrieb im Gpielzeughandel Eine volkswirtschaftliche Seite der Weihnachtszeit. ZweiZahre RG.-Gemeinschast„Krast durch Freude" Oer Führer auf der Jahresfeier.-Ein imponierender Leistungsberichi.-Reue große Pläne. allem die Modelle der geplanten Ostfeebade- anlagen Aufsehen. Nach der Pause nahm das Festspiel „Mit Kraft durch Freude ins Weltall" seinen Anfang. Eugen Rex hatte die große Schau, an der sich 2000 Mitwirkende beteiligten, geschickt zusammengefügt, wobei die Operette „Frau Luna" den Nahmen lieferte. In zwölf großen Bildern wurden die Besucher noch einmal an alle die Stätten geführt, die ihnen „Kraft durch Freude" vermittelt. Den verbindenden Text sprach Willy Schaeffers. Die musikalische Gestaltung hatte Professor U r a ck übernommen. Selbst ein Trickfilm veranschaulichte die Fahrt in das Reich der Frau Luna, in dem die Mitwirkenden Proben ihrer Kunst gaben. Von ihnen seien Helge Roswaenge, Marcel Witt risch, Josef von Man o w a r d a, Erna Sack, Friedel S ch u st e r als Frau Luna, Lotte Werkmeister, Paul Hörbiger als Walzerkönig Strauß, Jupp H u s s e l s und der Komponist Paul Linke genannt. Hinzu kam eine Reihe namhafter Artisten, der Chor der Staatlichen Hochschule für Musik und viele andere. Das Festspiel fand seinen Höhepunkt in dem großen Schlußbild, das den Aufmarsch der Natt o n e n zu den olympischen Spielen 1936 darstellt. Der Beifall des dankbaren Hauses wurde abgelöst durch die Heilrufe auf den Führer, dem beim Verlassen des Theaters von der Menge stürmische Huldigungen bereitet wurden. B e r l i n , 27. Nov. Im festlich geschmückten Theater des Volkes feierte die NS. - Gemeinschaft „K r aft durch Freude" in Anwesenheit des Führers und der Spitzen aller Gliederungen der Partei, der führenden Männer aus Reich und Staat, Wehrmacht, Kunst und Wissenschaft den zweiten Jahrestag ihrer Gründung. Fanfaren verkünden d i e Ankunft des Führers, der, geleitet von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, dem Berliner Gauleiter Dr. Goebbels und dem Amtsleiter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude Dreßler- Andreß, das Theater betritt. Der Führer beglückwünscht den mit in der ersten Reihe sitzenden Reichs- schatzmeister Schwarz, der ckn diesem Tage einen 60. Geburtstag begeht. Von allen Seiten des Hauses donnern ihm Heil.'-Rufe entgegen, die erst verstummen, als Generalmusikdirektor Hans P f i tz n e r mit dem Landessymphonieorchester des Gaues Groß-Berlin die Ouvertüre zu Karl Maria Webers , Oberon" beginnt. Reichspropagandaleiier Dr. Goebbels Regierunaspräsidenten wurden fünf jüdische Grundschulklassen eingerichtet, drei an der Holzhausen- und zwei an der Varrentrappschule. Den Unterricht geben die vier jüdischen Lehrkräfte, die seither noch an den Frankfurter Volks- und Mittelschulen beschäftigt waren und nicht unter das Berufsbeamtengesetz fielen. Desgleichen wurden die die Kaufmännische Berufsschule für Knaben besuchenden jüdischen Schüler zusammen gefaßt und werden nun oon den arischen Schülern getrennt von einem jüdischen Lehrer unterrichtet. Die SiegerUrkunde für den Reichsberufswetlkampf 1936. Der Fachklasse für Schrift der Kunstgewerbeschule in Offenbach a. M. (Fachklassenleiter Hans Kühne, ehemaliger Meisterschüler Rudolf Kochs) wurde oon der Reichsjugendleitung der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck der ehrenvolle Auftrag zuteil, den Entwurf für die Sieger-Urkunden sämtlicher Gruppen des Reichsberusswett- kampfes 19 3 6 zu fertigen. Erdbeben in Tarfchikistan. In der Nähe von Stalinabad, der Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Tarfchikistan, die erst kürzlich von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht wurde, hat sich ein neues Erdbeben ereignet. Ein Dorf wurde z e r st ö r t und 83 Häuser vernichtet. Es ist unbekannt, ob auch Todesopfer zu verzeichnen sind. sogenannte V o l k s ch a r a k te r, die seelisch-geistige Struktur eines Volkes überhaupt Gegenstand einer allgemein gültigen Erkenntnis sein? Doch wohl nur dann, wenn tatsächlich ein Objekt der Erkenntnis vorliegt. Das ist zweifellos insofern der Fall, als Charakter und Wesen eines Volkes, wie die des einzelnen Menschen, nach der biologisch-psychologischen Seite hin gewiß Gegenstand der Forschung und Erklärung sein können. Dabei darf allerdings nicht verschwiegen werden, daß wir uns hierbei auf einem wissenschaftlich noch sehr wenig beacker- ten Boden bewegen. Daß jedes Volk, also eine durch Abstammung, Kultur- und Schicksalsgemeinschaft miteinander verbundene Vielheit von Menschen besondere, es von anderen Völkern unterscheidende Eigenschaften besitzt, wird wohl niemand bezweifeln. Denn selbst mit dem Einwand, wonach der einzelne Mensch nicht durch seine Zugehörigkeit zu einem Volk, son- bern zu einer gesellschaftlichen ßlafje in erster Linie gekennzeichnet sei — ein Einwand, den bie materialistische Ausdeutung des gesellschaftlichen Lebens vorbringen könnte —, wird ja nicht geleugnet, daß jedes Volk, und damit auch jeder Volkszugehörige, durch besondere Sprache und eigenes Schrifttum, durch einen eigentümlichen ge- fchichtlichen Werdegang, durch besondere staatliche Organisationsformen usw., als ein eigenständiges Gebilde gekennzeichnet ist. Jede Persönlichkeit, sowohl die des einzelnen Menschen wie die eines Volkes, ist in ihrer Bildung und Wesensart grundlegend bestimmt; einerseits durch die vererblichen Anlagen und andererseits durch die Erziehung, wobei unter letzterer die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse, d. h. aller Erlebnisse, die im Laufe des geschichtlichen Werdeganges auf das Volk eingewirkt haben zu verstehen ist. Die erblichen Anlagen werden durch die Zugehörigkeit der verschiedenen Volksbestandtelle zu den verschiedenen Rassen bestimmt. Sie sind urzeitlichen Ursprungs und an sich eine natürliche Gegebenheit, die durch Umwelteinflüsse nur in einer langen Generationenfolge, wie wir annehmen dürfen, Abänderungen und Wandlungen erfahren kann, im wesentlichen aber konstant und erbfest sind. Dagegen enthält die E r - Ziehung im weitesten Sinne des Wortes auch Umwelteinflüsse, die in jeder Generation anders geartet sein können. So können die geistigen Umwelteinflüsse z. B. die Meinung darüber, was erstrebenswert und wünschbar ist, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt sehr starke inhaltliche Veränderungen erfahren, und oon Jahrhundert zu Jahrhundert werden sogar, wie die Geschichte der geistigen Strömungen lehrt, die höchsten Werte (Ideale) von solchen Wandlungen erfaßt. Für eine volkskundliche Untersuchung, die sich auf ein bestimmtes Volk bezieht, ergibt sich aus dem Gesagten zunächst folgendes: 1. daß wir es einerseits mit Eigenheiten zu tun haben, die uns a l s R y s s e a n l a g e n entgegentreten, und andererseits mit Erscheinungen des Volkscharakters, dis durch zeitweilige, geschichtlich vorübergehende, Umwelteinflüsse hervorgerufen werden. Letzteres muß uns bestimmen, eine volkskundliche Unter- suchung zunächst auf eine bestimmte ge- fchichtliche Epoche zu beschränken, und erst aus einer ganzen Reihe solcher Einzeluntersuchun- gen können wir in einer Synthese versuchen, uns ein Urteil über Wesen und Charakter einer völki« schen Gemeinschaft zu bilden. In diesem Zusammenhang muß aber die Frags auftauchen, wie denn die Veränderungen, die unter dem Einfluß der Umweltreize in den verschiedenen Zeitepochen vor sich gehen, mit der Konstanz der Erbanlagen vereinbar ist, und wie es möglich feilt kann, daß sich das Wesen eines Volkes zu verschiedenen Zeiten sehr verschiedenartig offenbart, was zweifellos der Fall ist. Diese Frags läßt sich auf Grund der Beobachtung erklären, daß jedes Volk den Rassenanlagen nach aus sehr oer* Zeug jährlich um. In nicht unbedeutendem Maße ist endlich auch der ambulante Handel, insbesondere der Jahrmarkthandel am Spielwarengeschäft beteiligt. Zu dem Fachhandel, der Spielwaren neben anderen Artikeln verkauft gehören vor allem die Sportartikel-, Papier- und Schreibwaren-, Hausrat- und Galanteriewarengeschäfte, sowie die Einzelhandelsgeschäfte in optischen und elektrotechnischen Artikeln, in Luxus- und Lederwaren. Die Vereinigung dieser und anderer Fachgebiete ermöglicht eine gleichmäßigere Verteilung des Geschäfts über das ganze Jahr, die den reinen Spielwaren - Spezialgeschäften fehlt. Diese verkaufen in der Hauptsache hochwertiges und teures Spielzeug. Die Einheitspreisgeschäfte und der , uy.rniarkthandel beschränken sich dagegen meist auf billige Massenartikel. » Wieder einmal naht die Zeit heran, die dem Spielwarenhandel alljährlich das große Geschäft bringt, ohne das er nicht bestehen könnte. In wenigen Zweigen des Warenhandels ist nämlich die Umsatztätigkeit so ungleich über bas ganze Jahr verteilt wie im Spielwarenhandel. Fast das ganze Jahr hindurch sickert das Geschäft in diesem Warenzweige nur tropfenweise wie ein Ge- birasbach im heißen Sommer. Im Dezember jeden Jahres aber schwillt dieses Bächlein zu einem reißenden Strome an, der manchmal zuletzt über seine Ufer zu treten droht. Einen tieferen Einblick in die besondere Lage dieses Spezialhandels gestattet eine Veröffentlichung der Forschungsstelle für den Handel im Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, die gerade zur rechten Zeit erschienen ist, um weiteren Kreisen bie Bedeutung und Eigenart dieser Einzelhandelsgruppe vor Augen zu führen. Aus dem Zahlenmaterial, das in dieser Arbeit übersichtlich zusammengestellt wird, ergibt sich, daß oon dem Gesamtumsatz des Spielwarenhandels nichtweniger als 40 v. H. aufdas Weihnachtsgeschäft entfallen. In einem großen Teil der Betriebe beträgt der Anteil des Weihnachtsgeschäfts sogar 45 v. H. In den Spielzeug- Spezialgeschäften wird in den drei Wochen do** dem Weihnachtsfest an jedem Tage ebensoviel umgesetzt wie in den anderen elf Monaten des Jahres durchschnittlich in acht Verkaufstagen. In manchen Ein^elhandelsläden aber ist die Zusammenballung des Umsatzes auf das Weihnachtsgeschäft noch größer. Denn in Einzelfällen werden sogar rund 60 v. H. des Jahresumsatzes im Dezembermonat getätigt. Diese ungleichmäßige Verteilung der Umsätze gibt dem Spielzeughandel sein besonderes Gesicht. Sie hat zur Folge, daß sich der Fachhandel in dieser Branche nur verhältnismäßig schwach entwickeln konnte. Es gibt nach den Ergebnissen der Betriebszählung des Jahres 1933 in ganz Deutschland zwar 1272 Spielwaren-Fachgefchäfte. Aber auch sie führen zum weitaus überwiegenden Teile luch noch andere Waren. Reine Spielwaren- pezialgeschäfte gibt es nach den Schätzungen der Sachverständigen nur etwa 50 in ganz Deutschland. Sie sind fast nur in großen Städten anzutreffen. Von dem Gesamtumsatz des Einzelhandels in Spielwaren entfallen auf sie nur etwa 20 v. H. Dagegen werden 50 bis 55 v. H. des Spielwarenumsatzes von dem sonstigen selbständigen Facheinzelhandel, einschließlich der Kaufhäuser, der Versandgeschäfte und des ambulanten Handels, getätigt. Auf die Warenhäuser kommen etwa 14 v. H. der Gesamtumsätze in Spielwaren, auf die Einheitspreisgeschäfte 12 bis 15 v. H. Für die Warenhäuser hat der Spielzeughandel eine verhältnismäßig geringe Bedeutung. Nur 2 v. H. ihrer Umsätze bestehen aus Spielzeug und Spielen. Immerhin gelangt jährlich für rund 14 Millionen Mark Spielzeug durch die Warenhäuser in die Hände der Verbraucher. In ziemlich hohem Maße haben sich die Einheitspreisgeschäfte dem Spielwarenhandel zugewandt. Auf ihn entfallen etwa 4 bis 5 v. H. ihres Gesamtumsatzes. Sie setzen hiernach für etwa 12 bis 15 Millionen Mark Spielnur auf viele Jahrzehnte, sondern auf Jahrhunderte dem deutschen Volk Entspannung und Freude geben möge. Möge sie eine fast selbstverständliche Erscheinung des deutschen öffentlichen Lebens werden und stets dem Namen Ehre machen, den sie sich gegeben hat. Möge sie immerdar ihr Programm erfüllen, dem deutschen Volk „Kraft durch Freude" zu geben. Amtsletter Dreßler-Andreß verlas sodann den Leistungsbericht des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Ley. Von den KdF. - Urlaubern der Jahre 1934 und 1935, deren Zahl über 5 Millionen betrage, feien rund 3 Millionen in bie Grenz- I a n b ge b i et e gereift, sie hätten dort einen lebendigen Wall des deutschen Sozialismus aufgerichtet. Um diesen Besuch der Grenzlandgebiete noch weiter auszubauen, seien die KdF--Preise um etwa 30 v. H. herabgesetzt worden. Das bedeute, daß der deutsche Arbeiter für 12, 15 oder 16 Mark einschließlich Fahrgeld, Verpflegung, Unterkunft und Veranstaltungen eine ganze Woche in Urlaub fahren könne. In b$r Winter- und Übergangszeit werde die KdF.-Flotte für Fahrten von Ausländsdeutschen nach Deutschland eingesetzt werden, um den Deutschen im Auslande Gelegenheit zu geben, Deutschland im Winter zu erleben. Als das endgültige Ziel wird bezeichnet, in der Lage zu fein, jährlich 14 Millionen Werktätige 12 bis 14 Tage auf Erholungsreisen schicken zu können. In den nächsten drei Jahren seien für 100 Millionen Neubauten von Unterkunftgelegenheiten und Schiffen vorgesehen. So werde zwischen Binz und Saßnitz ein Seebad mit 20 000 Betten errichtet werden, außerdem plane man den Bau von zwei 1 5 000-Tonnen-Schiffen mit kleineren Kabinen für 1500 Passagiere. Außerdem solle auch innerhalb dieser drei Jahre die Zahl der Betten in den Erholungsheimen auf 30 000 erhöht werden. An Sport haben im vergangenen Jahre über 3 Millionen Besucher teilgeyommen, die Abteilung Schulungs - und Volksbildung habe erreicht, daß die Kulturgüter der Nation nicht mehr länger das Vorrecht der Besitzenden seien. Die Ge- lamtbesucherzahl von insgesamt 60 000 Veranstal- tungen — Konzerte, Schauspielen, Opern, Varietäs, Filmvorführungen, Museumsfuhrungen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen — belaufe sich ruf 2 5 M i l l i o n e n Menschen. — Von der Tätiget des Amtes Schönheit der Arbeit seien fuhrt dann u. a. aus: Es ist uns eine Ehre und Genugtuung, den Führer hier in unserer Mitte Zu sehen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude' möchte ihm bei dieser Gelegenheit ihren herzlichen Dank zum Ausdruck bringen für bie warmherzige und fördernde Anteilnahme, die der Führer immer an diesem großen sozialen Auf- bauwerk genommen hat. Uns allen bereitet es darüber hinaus eine besondere Freude, am heutigen Abend den Reichsschatzmeister der Partei, unseren Arbeitskameraden Schwarz, an seinem 60. Geburtstag mitten unter uns zu sehen. Ich glaube im Namen der ganzen Partei und darüber hinaus des ganzen deutschen Volkes, ihm, dem treuen und langjährigen Mitarbeiter unseres Führers, die Glückwünsche und Grüße der Bewegung und des ganzen Volkes zu seinem Geburtstage aussprechen zu können. Ich knüpfe daran die Hoffnung, daß er noch viele Jahrzehnte der Partei und seinem Führer erhalten bleibt. (Minutenlanger Beifall, der sich noch verstärkt, als der Führer seinem treuen und langjährigen Mitarbeiter Schwarz erneut die Hand drückt.) Es ist ein wahrhaft festlicher Anlaß, so fährt Dr. Goebbels fort, der uns heute hier zusammenführt. Diese Organisation hat ihrem Namen wirklich Ehre gemacht. Sie hat Kraft durch Freude vermittelt! Millionen Menschen, die durch diese Organisation nicht nur ihren Urlaub, sondern auch die würdige erholungsreiche Ausfüllung ihres Urlaubs gefunden haben, werden am heutigen Abend mit tiefer Dankbarkeit an die große und umfangreiche Arbeit dieser Organisation zurückdenken. Wo in aller Welt ist dieser Organisation etwas Ebenbürtiges entgegenzustellen? Unsere Vorgänger, die marxistischen Parteien, haben die Arbeiterschaft mit faden Versprechungen abgespeist. Was sie dem Volke versprachen, das haben w i r wahr gemacht. Der deutsche Arbeiter besitzt heute wirklich, so wie es im Jahre 1910 verheißen und niemals ausgeführt wurde, feine Theater, feine Orchester und Festsäle und hat feine eigene Dampferflotte, auf der er durch die Weltmeere kreuzen kann. Wir haben die Parole zur Wirklichkeit gemacht, daß die deutsche Kultur und Kunst nicht das Vorrecht einer dünnen Oberschicht bleiben, sondern dem aanzen Volk gehören soll. So nimmt der deutsche Arbeiter durch die Organisation „Kraft durch Freude" unmittelbar teil an den großen geistigen, kulturellen und künstlerischen Schätzen. Wenn ich mir vorstelle, daß allein dieses Haus in einem Jahr von einer Million deutscher Arbeiter besucht worden ist und ihnen Stunden der Erhebung und Freude verschafft hat, so kann ich allein schon auf Grund dieser Tatsache sagen: Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist getreu ihrem Programm in der Tat eine n a - tionale und sozialistische Organisation gewesen. Ich kann ihr deshalb keinen besseren Wunsch auf den Weg geben als den, daß sie nicht Der Gesamtwert der Spielwarenumsatz e des Einzelhandels wird für das Jahr 1934 auf rund 100 Millionen Mark berechnet Das ist ein recht hoher Betrag, der allein schon die Bedeutung dieses Handelszweiges illustriert. Die Spielzeugfachgeschafte erreichten im Jahre 1934 eine Umsatzste lgerung um 17,7 Prozent. Die e roar also größer als die des gesamten Einzelhandels, bie nur 12,4 Prozent betrug. Der Spielwaren- M.eL9lbt einer g^ßen Anzahl von Industrien Beschäftigung. Hauptsitz der eigentlichen Spiel- roaremnbuftrie sind Nürnberg und Umgegend, Thüringen und das Erzgebirge. Bekanntlich werden Spielwaren vielfach von Heimarbeit e rn hergestellt. Die Bevölkerung armer Grenzgebiete findet durch diese Beschäftigung ein wenn auch oft kärgliches Brot. Der Gesamt- wert der Produktion der deutschen Spiel- warenlndustrie wird für das Jahr 1934 auf rund 70 bis 75 Millionen Mark geschätzt. A u s - geführt wurden für etwa 30 Millionen Mark Spielwaren. Leider ist während der Wirtschafts- knse der Export deutscher Spielwaren, aber auch ber, mI(™We Umsatz erheblich zurückgegangen. Im Jahre 1928 wurde der Produktionswert der deut- chen Spielwarenindustrie noch auf rund 220 Millionen Mark geschätzt. Um so erfreulicher ist es, daß sich d e r I n l a n d - absatz von Spielwaren seit dem vorigen Jahre wieder i n a u f ft e i g e n b e r Richtung bewegt. Man muß wünschen, daß das Weihnachtsgeschäft des Jahres 1935 diesem Zweige der deutschen Wirtschaft eine weitere ansehnliche Erhöhung der Umsätze bringt. Der Spielwarenhandel ist mehr als alle anderen Handelszweige vom Weihnachtsgeschäft abhängig. Fällt dieses gut aus, und werden die Lager der Spielzeuggeschäfte im Dezember geräumt, so werden auch die Spielzeugindustrie und ihre zahlreichen Hilfs- und Rohstoffindustrien im nächsten Jahre genügend Beschäftigung haben. Die Aussichten sind diesmal nicht ungünstig, denn die gebesserten allgemeinen Beschäftigungs- und Einkommensverhaltnisse gestatten den breiten Massen der Bevölkerung, auch für entbehrliche Dinge, wie es Spielwaren ja im allgemeinen find, wieder etwas mehr aufzuwenden. Die gefüllten Lager der Spielwaren- geschafte warten daher auf ein besonders lebhaftes Dezembergeschäft. Volkskunde als Wissenschaft. Von Dr. Roderich von Ungern-Eternberg. Was wir als „Vvlkskund e“ bezeichnen, ohne uns in der Regel über den Gegenstand dieses Forschungsgebietes eine eindeutige Vorstellung zu machen muß, soll es Anspruch erheben, als Wissenschaft gewertet zu werden, seinen eigenen, oon anderen verwandten Wissenszweigen gesonderten Fvrschungsgegenstand haben. Die Völker- künde (Ethnographie), die man gewöhnlich mit Volkskunde identifiziert, ist eine beschreibende Wissenschaft, die sich die Aufgabe stellt, die verschiedenen Völker und Stämme hinsichtlich ihrer Sitten und Gebräuche, ihres Kulturbesitzes, zu schildern. Sie stellt sich aber nicht das Ziel, die Psyche, den Charakter, das Wesen einer völkischen Gemeinschaft zu ergründen und darzustellen. Die Bevolkerungswissenschaft (Demographie) hat als Forschungsgebiet die Ergründung der Ursachen und Auswirkungen der natürlichen Bevölke- rungsbewegung, des Verhältnisses von Geburten- zahl und Todesfällen und aller damit zusammenhängenden Erscheinungen. Auch im Verhältnis zur Rassen künde kann eine Volkskunde nur dann als besonderer Wissenszweig gelten, wenn das Fvr- fchungsobjekt ein deutlich gesondertes ist, was zweifellos insofern zutrifft, als die Rassenkunde das Wesen der Rassen zum Gegenstand hat, während die Volkskunde sich jedenfalls mit d e m Volk, als einer geistig-seelischen Einheit, also einer Erscheinung, die aus einer Kreuzung, aus einem Gemisch zahlreicher Rassen hervorgegangen ist, und ein geschichtlich gewordenes Kollek- tlvwefen, eine völkif che Persönlichkeit darstellt, zu befassen hat. Gewiß berühren sich die genannten Wissenszweige untereinander, denn sie alle haben den Menschen als Glied einer Gemeinschaft zum Gegenstand. Mit »er gegebenen Kennzeichnung des Volkes kommen wir aber dem Gegenstand der Volkskunde schon näher. Es handelt sich bei der Volkskunde oder Volkspsychologie um die Erforschung und Darstellung einer menschlichen Gemeinschaft, die sich durch gemeinsames Schicksal und Blutsverwandtschaft zu einer besonderen „sittlichen Persönlichkeit" entwickelt hat, und zwar um deren Kennzeichnung nach der charakterologischen Seite hin. Es fragt sich aber, ob es möglich ist, mit wissenschaftlicher Objektivität über das Wesen eines Volkes etwas Bestimmtes auszusagen. Kann der stürmischen, auffrischenden südwestlichen Wmdett Anlaß zu verbreiteten Regenfällen. Das ausge. dehnte Niederschlagsaebiet wird auch uns noch voraussichtlich im Laufe des Donnerstag erreichen. Bei überwiegend südwestlichen Winden werden Die Temperaturen ansteigen. Die Witterung bleibt auch weiterhin sehr unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, doch wird trotz allem der Gesamtcharakter freundlicher sein als bisher. Aussichten für Freitag: Nach verbrei- teter Niederschlagstätigkeit (auch im Gebirge meist Regen) mehr wechselnd bewölktes Wetter mit nur noch vereinzelten, meist schauerartigen Niederschlägen, bei lebhaften südwestlichen und westlichen Winden mild. Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus Westen unbeständiges, aber zu Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 27. November: mittags 2,5 Grad Celsius, abends 3,1 Grad: am 28. November: morgens 2,7 Grad. Maximum 3,4 Grad, Minimum 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. November: abends 3,2 Grad; am 28. November: morgens 3,1 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. schiedenen Bestandteilen zusammengesetzt ist, und düß die verschiedenen Anlagen bei ihren Trägern eine verschieden starke Entfaltung, je nach den jeweils vorherrschenden und „auslösenden" geistigen Umweltreizen, erfahren. Das Neue und Auslösende wird in Gestalt neuer Ideen, Zielsetzungen und Bestrebungen die Träger der verschiedenen Rassen- eigentümlichkeiten sehr verschiedenartig berühren und ganz verschiedene Reaktionen haben. Die Empfänglichkeit für neue geistige Reize, die letzten Endes von einzelnen, besonders begnadeten Persönlichkeiten auszugehen pflegen, ist bei den einzelnen Dolks- bestandteilen eine ganz verschiedene. Die Entwicklung verläuft dann so, daß bestimmte Volksschichten sich durch neue Ideen und Ideale gewissermaßen zur Aktivität besonders aufgerufen fühlen und sich daher viel stärker zur Geltung bringen, als das ehedem der Fall war, während andere Volksschichten, mit anderen Rassenanlagen, sich als weniger gut ausgerüstet erweisen für die Aufnahme und Verarbeitung neuer geistiger Umweltreize und daher in ihrer sozialen Geltung zurückgedrängt werden. Jede Volkskunde muß, wenn sie ihr Ziel, die geistig-seelische Struktur eines Volkes zu ergründen, erreichen will, sich einer vergleichenden M e - thode bedienen. Wir können uns das Eigenartige einer Volks- und Kulturgemeinschaft ja nur dann verdeutlichen, wenn wir die beobachteten Erscheinungen nicht nur verzeichnen, sondern sie mit gleichartigen, aus anderen völkischen Gemeinschaften stammenden vergleichen. Charakterisieren kann man ein Individuum nur dann, wenn man dessen Eigenschaften nicht nur ermittelt, sondern zugleich die Stärke ihrer Ausprägung feststellt. Das ist aber nur möglich, wenn man das Vorhandensein und die Wirksamkeit bestimmter Eigenschaften bei verschiedenen Individuen beobachtet. Welches sind nun d i e Quellen, aus denen wir volkskundliche Aufschlüsse schöpfen können? Sie sind außerordentlich zahlreich und unendlich vielseitig, denn alles, worin sich Seele und Geist einer völkischen Lebens- und Schicksalsgemeinschaft manifestiert, kann uns Aufschluß aeben über das Wesen eines Volkes. Die ganze Fülle von geographischen Gegebenheiten, politisch-geschichtlichen Erlebnissen, die Gesamtheit aller literarischen und künstlerischen Erzeugnisse die ein Volk hervorgebracht hat, können und müssen als volkskundliches Material verwertet werden. Es liegt auf der Hand, daß der damit zu bewältigende Stoff die Kräfte eines einzelnen Forschers bei weitem übersteigt. Jede volkskundliche Untersuchung, die zu ihrem eigentlichen Endziel Vordringen will, wird sich daher der Ergebnisse einer großen Zahl von Spezialforschungen verständnisvoll bedienen müssen. Büchertisch. — Von Langenscheidt's E n g l i s h Monthly Magazine zur Pflege und Forderung englischer Sprachkenntnisse (vierteliahrlich 1,35 Mark) ist soeben das Dezember- (Weihnachts-) Heft erschienen. Eingeleitet wird das Heft durch em kurzes Gedicht, ein Rezept, wie man das Weihnachts- feft verleben soll. Es folgt der um das Weihnachts- feft sich abspielende Schluß aus der Weihnachtserzählung „A Christmas-Carol in Prose“ von Dickens, dann ein Artikel „Christinas in England“, in dem geschildert wird, wie man in England das Weihnachtsfest verlebt. Im weiteren Inhalt werden zwei lustige englische Weihnachtsgeschichten geboten, ein reich illustrierter Aufsatz über Abessinien und ehrt kurze abenteuerliche Geschichte ans den indischen Dschungeln. Auch das Belehrende ist wie- der nicht vergessen. — Dr. Hermann Popp: Olympia. Ein Vermächtnis der Griechen an die Nachwelt. Volks- verband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2 — (506) — Olympia, die alte Kultstätte seit einem Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, das hellenische National- Heiligtum, in dem zur Feier der Götter die griechischen Stämme auf großen Festen sich trafen, und zu dessen künstlerischem Schmuck die größten Bildhauer und Dichter wetteiferten, ist längst auch für unsere Zeit zu einem die Völker verbindenden Symbol geworden. Als 393 n. Chr. die Olympischen Spiele verboten wurden, brach die Welt der Antike zusammen: deutsche Forscher ließen zu Ende des 19. Jahrhunderts die stolzen Reste aus dem Schutt neuerstehen. In den Wettkämpfen der Olympischen Spiele entfalteten sich die Formen aller heutigen sportlichen Uebungen. Unserer Zeit blieb es vorbehalten, die Weihe, Bedeutung und Kraft der sportlichen Feste neu zu verwirklichen. Dr. H. Popp zeigt am Bilde Olympias das Antlitz der griechischen Gesamtkultur sowie einen Querschnitt durch die Jahrhunderte, die Entwicklung der sportlichen Festspiele und ihrer kulturellen Bedeutung für Volk und Staat. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Jranffurt In Begleitung eines neuen, vom Atlantik hereingezogenen Tiefdruckwirbels strömt feucht-milde Meeresluft über Frankreich und Großbritannien nordoft- und ostwärts und gibt dort unter teilweise Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gießen (Hessen), den 26. November 1935. Breslau, Bonn, Clausthal im Harz. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30. Nov., 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhotes aus statt. Heute abend entschlief sanft im 78. Lebensjahr mein lieber Mann, unser lieber Vater, Großvater und Schwager Geh. Hofrat Dr. Paul Gisevius ord. Professor em. der Universität Gießen Hauptmann der Reserve im ehern. Inf.-Regt. 51 Ritter hoher Orden In tiefer Trauer Adele Gisevius, geb. von Detin ering Anni Korn, geb Gisevius Johanniter-Schwester Lisa Gisevius Marie Kahle, geb. Gisevius Dr. med. Otto Gisevius Prof. Dr. D. Lic. Kahle Margarete Gisevius, geb. Baum und 7 Enkelkinder. 6827 D Zur Aushilfe wird tüchtige Wilerin gesucht. 05068 VoyerWes Sdjotoiaöentiaus Gießen Seltersweg 37. Dame zum Verkauf von Wäsche gegen Firum u. Spes.- Zuschuß ver sof. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 05062 an d. Gieß. Anz Lauf- und Puürnädchen stundenweise gesucht. 05063 Wagner vindenburgw.22 Kinder-Dreirad zu verkauf. 05033 Alicenftr. 33 III Dienstag, den 26. November, nachmittags 1 Uhr, entschlief sanft im Alter von 91 Jahren Fräulein Karoline Stumpf Die Beerdigung findet Freitag, den 29. November, nachmittags 2 Uhr von der Alten Friedhofskapelle aus statt 6812 D I Vermietungen | hülM sofort zu vermiet. Näheres oms Landgr. -Vhil.- — Platz 10 vt. | Stellenangebote} Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift deS Bewerbers tragen I Mädchen dasmit all.Haus- arbeiten vertraut ist, und perfekt kochen kann, in Geschäftshaushalt sofort gegen gute Bezahlung gesucht. Zu ersr. in der Geschäfts- stelled.G.A.lv506i Verkäufe Siiveröeslell u. 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November 1935. Beginn der Wintersaison Beste Einkaufszeit! Jetzt größte Auswahl aller Waren Mein Ausstellungsraum Mäusburg 4 meine Schaufenster Markt 161 Bahnhofstr. 47 ’ Hillebrandstr. 2 zeigen sehr schöne Artikel in einfacher und eleganter Form zu äußersten Preisen in Unter-Wäsche, Nachthemden, Schlafanzügen, Strümpfen, Socken, Gamaschen, Handschuhen, Herren - Oberhemden, Selbstbindern, Westen Neuheiten in Pullovern für Damen und Herren Kühlers: Strickkleidung, Damenkleider, Westen Handarbeiten, Tischdecken Hervorragende Färben-Sortimente in erstklassigen Strickgarnen und Handarbeitsgamen Nur ein Vergleich von Qualität und Preis zeigt am besten die Leistungsfähigkeit meines Spezialhauses! < Frdr.Teipel 16 Markt 16 6794 A 1 großes Weihnachts-Sort.-Post-Paket echte feine Schmidts Nürnberger Lebkuchen! Anhalt: 2'/« tt echte feine runde a. Obl., 2V<« echte feine weiße a.Oblat. u. 2l/i tt> fort.: feine sog. Basler, feine Schok.-Lebk., feine Gewürzpl., fein. Nürnb. 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Praktiker heranzubilden. ; Mitglied dieser Kurzlchrist-Nereiviaung kann darum der Kurzschriftler erst dann werden, wenn er 120 ■ Silben zu schreiben vermag und hierüber das Pei= 1 stungszeugnis der Arbeitsschule besitzt Di"fe Be- ; dingung wurde vorgesehen, um alle Kurzschriftler ■ Geheimrat Gisevms t 2lm Dienstag ist der langjährige frühere Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen, Geh. Hofrat Prof. Dr. Gisevius, der in unserer Stadt auch seinen Ruhestand verlebte, im 78. Lebensjahre gestorben. Geheimrat Gisevius war gebürtiger Ost» preuße; er erblickte am 28. September 1858 in Wartenburg (Ostpreußen) das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch studierte er in Königsberg i. Pr. und an der Landwirtschaftlichen Akademie in Pop- pelsdorf-Bonn. Im Jahre 1883 bestand er in Bonn das Doktorexamen, 1884 in Königsberg i. Pr. das Examen als Landwirtschaftslehrer und Dort auch im Jahre 1895 das Oberlehrerexamen. Nach seiner praktischen landwirtschaftlichen Ausbildung auf dem väterlichen Gut Süßenthal (Ostpreußen) war er von 1885 bis 1887 landwirtschaftlicher Wanderlehrer des Ostpreußischen Landwirtschaftlichen Zentralvereins, von 1887 bis 1888 Direktor der Landwirtschaftlichen Winterschule in Braunsberg (Ostpreußen), von 1888 bis 1896 Oberlehrer an der Landwirtschaftsschule in Dahme (Mark), von 1896 bis 1898 deren Direktor und von 1898 bis 1903 außerordentlicher Professor in Königsberg. Im Jahre 1903 nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen an. Nach der Uebernahme seines Gießener Amtes traf Gisevius sofort alle Maßnahmen, um das Institut, das bis dahin als Hilfsinstitut dem Studium des Forstfaches, der Veterinärmedizin und der früher an der Universität Gießen gepflegten Kameraswissenschaft diente, durch die Einführung von Vorlesungen für studierende Landwirte auszubauen und aufwärts zu entwickeln. Damit wurde das Institut dem selbständigen Studium der Landwirtschaft dienstbar gemacht und eine gute Grundlage für seine spätere gedeihliche Weiterentwick» l"ng geschaffen. Die Maßnahmen des neuen Leiters fanden ihren Erfolgsausdruck in der Tatsache, daß kurz nach dem Kriege in dem Gießener Institut 272 studierende Landwirte eingeschrieben waren, während man im Wintersemester 1903/04 deren nur 4 gezählt hatte, es im Jahre 1910 rund 50 und 1914 rund 100 gewesen waren. Mit dem Ausbau des Instituts war auch eine Vergrößerung seiner Einrichtungen, Laboratorien usw., die Schaffung einer praktischen Versuchswirtschaft, am 1. April 1904 die Einrichtung der zweiten deutschen öffentlichen Wetterdienststelle, die Schaffung einer Maschmenprüfungsstelle für die Landwirtschafts- kammern Darmstadt und Wiesbaden, einer Samen- kontrollstelle, einer Sortenprüfungsstelle, einer Kartoffelversuchsstation usw. verbunden. Von allen diesen Einrichtungen konnten die Studierenden unter der Anleitung ihres Lehrers Gisevius in reichstem Maße Nutzen für ihr späteres Leben ziehen. Neben dem Ausbau seines Instituts war der Verewigte auch allezeit bereit, die landwirtschaftliche Praxis durch fein reiches fachliches Wissen zu befruchten. Zu diesem Zwecke entfaltete er u. a. auch im „Gießener Anzeiger" eine rege schrift- stellerische Tätigkeit, die allen Fragen der Landwirtschaft , gewidmet war, ferner gab er in Fachzeitschriften und in vielen Vorträgen wertvolle Förderung und Anrequnaen, von denen der praktische Landwirt für seinen Betrieb Nutzen ziehen konnte. Seine eifrige Lehr-, Forschungs- und Berater- tatigkeit für seine Studenten und für die Landwirtschaft wurde durch den Kriegsausbruch im Jahre 1914 unterbrochen. Als Hauptmann der Reserve machte er den Krieg von der Mobilmachung bis zum 31. März 1917 mit. Dann mußte er in Die Heimat zurückkehren, da er Das Amt Des Rektors für Das Jahr 1917/18 übertragen erhielt. Nach dem Kriege war er weiterhin unermüdlich auf den Ausbau des Landwirtschaftlichen Instituts bedacht, da- neben wirkte er weiter, wie schon vor dem Kriege, in dem Gesamtausschuß der Deutschen Landwirt- schafts-Gessllschast, in der Hessischen Landwirtschaftskammer, im Direktorium des Vereins Naf» säuischer Land- und Forstwirte und als korrespondierendes Mitglied der Senckenbergschen Gesellschaft zum Wohle der Landwirtschaft und des deutschen Volkes. Im Jahre 1926 trat er im Alter von Bucheckern! Die Zeitungen brachten die ersten Nachrichten, daß sich Schulkinder durch das Sammeln von Bucheckern auch am Winterhilfswerk beteiligt hätten. Vorn Kreise Schotten wurden auch die Zahlen der einzelnen Orte angegeben. Im ganzen waren es dort vierzig Zentner, die gesammelt worden waren. Das ließ meine Kinder nicht ruhen. Auch sie wollten hinaus in den Wald, obgleich der Förster gesagt hatte, daß es dieses Jahr gar nicht viel gäbe. Beim ersten Sammeln hatten wir auch wenig Glück. Wir mußten die Eckern einzeln aus dem nassen Laub heraussuchen. Nach langer, mühevoller Arbeit brachten wir dann glücklich zwei Pfund zusammen. Aber wir ließen nicht locker. Mit einigen Unentwegten zog ich noch einmal in den Wald, um bessere Fundstellen auszumachen. Und wir hatten jetzt mehr Glück. In ganz kurzer Zeit lasen wir zu viert beinahe ein Pfund Bucheckern. Es war auch ein ganz herrlicher Tag. Die Sonne hatte sich noch ein wenig durch den Nebel gedrängt, die Wege waren trocken, nur das Laub, das entfernt werden mußte, war naß. Aber was machte das? Wenn man die dürren Blätter mit den Händen weggeräumt hatte, dann lagen die Bucheckern da „wie gesät". Es waren hier aber auch die größten und schönsten Buchen. Sie standen am Waldrand und zeigten noch an ihren Aesten die leeren Samenhülsen. Auf den Wegen, auf denen nur das diesjährige Laub lag, ging das Sammeln am besten. Diesen Platz wollen wir uns merken, sagten wir, und schon am nächsten Nachmittag zog ich mit dreißig Freiwilligen wieder hinaus in den Wald. Leider überraschte uns bald die Dunkelheit, die Sonne wollte auch gar nicht mehr kommen. Trotzdem hatten wir unsere Säckchen gefüllt. Und bann ging das Schätzen an. Ein jeder nannte eine andere Zahl, jeder wollte einmal mit Der HanD wiegen. Alle blieben dann an meinem Hause stehen, um zu erfahren, welche Gewichtsmenge wir Diesmal gesammelt hatten. Es waren über neun Pfund! Das gab ein Jubel, als wir Das verkündeten. In lautester Unterhaltung gingen Die Klei- ■rn auseinander, ihrem Vaterhause zu. Was wer- vkn' sie all erzählt haben! Ich nahm die Bucheckern und schüttete sie auf einen breiten Karton, damit sie etwas trocknen können. Da liegen sie nun und füllen mein Zim- mer mit einem gar merkwürdigen Geruch. Es ist beinahe so, als ob Der Wald in mein Zimmer gekommen wäre. Ein eigenartiger Duft — wenn man es so nennen kann — geht von den Bucheckern aus So riechen nicht die Sommerblumen, lo riecht nicht das Land, wenn es der Landmann umbricht. So riecht nur der Waldboden, das feuchte verwesende Laub... Aber die kleinen Bucheckern in ihrer typischen Form leuchten braun und glänzend hervor. Wir haben wohl auch einige versucht, um festzustellen, 05o-fiemu.krf)aupt ^bar sind. Jawohl, sie sind es. „lüie Nutze!" schmecken sie, sagten die Kinder. Nun liegen sie hier und warten auf ihre Brüder: denn das heutige Sammeln hat allen große Freude gemacht und morgen werden es gewiß noch mehr !em die freiwillig mitziehen, wenn nur das milde Herbstwetter anhält. Es gibt doch gar zu leicht kalte Finger! Und eine fröhliche Rechenstunde haben wir erlebt. Da wurde festgestellt, daß wir etwa 2000 Bucheckern nötig haben, um ein Pfund zu erholen. Und wieviel hat da jedes Kind heute gelesen, als wir neun Pfund (= 18 000 Eckern) hatten? lieber 600! Wieviel Eckern sind das zusammen, die die Vogelsberger Kinder abgeliefert haben? Der Zentner besteht aus 200 000, 40 Zentner haben also 8 Millionen! Jetzt bekamen die Kinder eine Ahnung von den großen Zahlen. Man sagt so leichthin „eine Million"! Zu acht Millionen braucht man etwa 80 Säcke voll Bucheckern. Das ist ja ein ganzer Eisenbahnwagen voll! Und was macht man daraus? Wir ließen uns sagen, daß man sechs Pfund braucht, um einen Liter Oel herauszupressen. Ich weiß nicht, ob diese Zahl stimmt. Wir haben sie jedenfalls zum Aus- gangspunkt genommen und haben errechnet, welche Menge gutes Speiseöl von den Kindern im wahren Sinne des Wortes „gefunden" wurde. Das ist noch lange nicht alles. Welche Freude werden dann die armen Volksgenossen empfinden. derholung weiß er Dann später ganz genau, wo Die einzelnen Zeichen liegen. Die Verdeckvorrichtung hat den Vorzug, daß sie gleichzeitig als Stenogrammhalter verwendet werden kann. Die Erlernung der Blindschreibe-Methode erfährt noch durch die Verwendung der hierfür besonders hergestellten Jdeal- Schallplatten ein interessantes Gepräge. Die einzelnen Zeichen werden genau im Takte der Musik angeschlagen, damit ein gleichmäßiger Anschlag erzielt wird. Verschiedene Anschauungstafeln, Lehrbücher und Formularmappen sind die Hilfsmittel für eine fachmännische Ausbildung. Selbstverständlich ist es mit dem Besuch eines Lehrganges nicht getan. Die Ausbildung in der Handhabung der Schreibmaschine wird wohl mit dem Besuch eines Lehrganges abgeschlossen, die Sicherheit, Schnelligkeit und die formgerechte Ausfüllung der einzelnen Formulare ist die Aufgabe des Fortbildungslehrganges, der den Maschinenschreiber erst zum Schreiber werden läßt. Da die Anforderungen des Wirtschaftslebens aber noch weit größer wird, machte sich die Gründung einer Schreibmaschinen - Vereinigung not- wenn sie zu Weihnachten einige Liter von Dem Speiseöl als Geschenk Des Winterhilfswerkes auf ihrem Tische stehen haben! Werden sie auch daran denken, daß Tausende und aber Tausende deutscher Kinder im dichtesten Herbstnebel, trotz Kälte und Nässe, Millionen der kleinen Bucheckern auf dem Waldboden aufgelesen haben, um ihren ärmsten Volksgenossen zu helfen? Wir hoffen es doch. Die Freude ist aber auch auf der Seite der Kinder, die sich mit stolzem Gefühl sagen können: Das haben wir getan! Wir haben mitgeholfen, wenn s auch kalte Finger gab. Wir haben dem Walde von seinem Reichtum und Ueberfluß genommen, um unfern Brüdern zu Helsen. Diese Sammelarbeit wird ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Wenn dereinst, hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit, wieder alle deutschen Volks- genoffen an ihrem Arbeitsplatz stehen können und keine Not mehr herrscht, dann können diese Kinder noch erzählen, daß auch sie einst „ihren Mann ge- standen haben", um anderen eine Freude zu machen: denn das Wort „Geben ist seliger als Nehmen" hat immer noch seine Gültigkeit. W. G. Beim £>ä)retDen mn verdeckter Tastatur. anzuspornen, unermüdlich zu arbeiten, um es den Dielen anderen Berufskameraden gleichzutun. Das Mitglied der Kurzschrift-Vereinigung hat sich zunächst einem Lehrgang zur Erlernung der Redeschrift zu unterziehen und gleichzeitig einem Diktatkursus, damit das Erlernte sofort praktisch verwertet werden kann. Hieran schließen sich dann die verschiedenen Praktiker-Lehrgänge an, die den Kurzschriftler bis zu den geförderten Gefchwindigkeits- ftufen 200 und höher steigern. Nachstehend eine Ausstellung über Die zur Zeit lausenden Lehrgänge, die am 13. Dezember ihren Abschluß finden: 2 Anfänger-Lehrgänge; 1 Fortbildungslehrgang: 4 Diktat-Lehrgänge; 2 Redeschrift-Praktiker-Lehrgänge Sämtliche Lehrgänge schließen regelmäßig mit einem öffentlichen Abschlußschreiben, damit allen q am Kreisleiter Klostermann spricht in Wieseck n u jiAwhjiä WmmüI mühlen Lebens- vorzunehmen, gern Gelegenheit nehme, wird, auch auf diese Weise das g r o h e Din terhilfswerk des deutschen Volkes 31 fördern. Die Kreisführung des Winterhilfswerkes Giehen. VmsmA’ aam\, 4Mv6- -s. Die öcuffdic Arbeitsfront "O n.9.=6cmcinf(haft „Kraft durch kreude das Volk selbst torpedieren. Wir alle uns bekennen zu dem großen Ziel des rechtes des deutschen Volkes. Sodann wies er auf das st ä n d i g e 20 Pss^. heilerer Kameradschaftsabend am 30. November im Cafe Leib. Am Samstag, 30. November, veranstalten wir im Casö Leib in Verbindung mit der Ortsgruppe Oie» ßen-Nord der NSDAP, einen heiteren Kamerad- für die Zukunft Geltung haben. Die Grundsätze, die von der Partei 15 Jahre lang ins Volk hineingetragen worden seien und die Partei Staat und Volk restlos hätte gewinnen lassen, seien die unabänderlichen Grundlagen für den deutschen Wiederaufbau. Die parole „Blul und Boden" ist das starke Fundament der Existenz unseres deutschen Volkes. In diesem Zusammenhang führte der Redner den überzeugenden Beweis, dah alle deutschen Menschen mit dem deutschen Boden unlöslich verbunden sind, daß sie von diesem Boden her ihr ganzes Lebensschicksal bestimmt und richtungweisend abzuleiten haben und sich daraus auch unerläßliche Verpflichtungen für jeden einzelnen deutschen Menschen dahin ergeben, auf diesem Boden alles zu tun und alle Kräfte anzustrengen für das Werk, das dem Wohle und dem Gedeihen des Volkes dient. Unter diesem Gesichtswinkel sei auch, wie der Redner treffend in mehreren Einzelbildern (u a. die augenblickliche vorübergehende Knappheit an Schweinefleisch, die Notwendigkeit der Deoisenverwertung für wichtigste Zwecke der Arbeitsbeschaffung usw.) darlegte, die Ueberwindung einiger gegenwärtiger Schwierigkeiten zu stellen, denn seht gehe es vor allem darum, unter allen Umständen die Lebensgrundlage und die Sicherheit und damit den Lebensraum unseres deutschen Volkes sicherzustellen. Sodann machte der Kreisleiter der Versammlung klar, wie wichtig die unbedingte Bejahung der Bindungen aus dem deutschen Blut für unser Volk und für jeden einzelnen deutschen Menschen ist, weil nur auf dieser Grundlage die Reinhaltung, Kraft und Gesundheit unserer Rasse und damit die Leistungsfähigkeit der deutschen Menschen gewährleistet ist. Diesem Zwecke dient die ganze Gesetzgebung des Dritten Reiches,, u. a. auch die Gesetze zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses, die scharfe Ehegesetze und vor allem die klare und entschiedene Ablehnung des Judentums. Für die Verwurzelung dieser Erkenntnisse und Ueberzeugungen in den Herzen und Hirnen aller deutschen Menschen müsse jeder deutsche Volksgenosse eifrig mitarbeiten. Die parole „Blut und Boden" erstrebe nur das Ziel, daß Deutschland für alle Zeiten leben könne. Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen betonte der Redner die Wichtigkeit einer inneren soldatischen Haltung unseres Volkes, die stete kämpferische Bereitschaft, die nicht etwa Kriege mit anderen Völkern bezwecke oder erstrebe, sondern einzig und allein den Zweck habe, in friedlicher Aufbauarbeit alle Kräfte der Nation zu mobilisieren für die Mitarbeit an einem glücklichen und friedlichen Aufbau unseres Volkes. Auf diefer Grundlage der soldatischen Haltung seien die Treue, die Kameradschaft, die Volksgemeinschaft und der Gemeinnutz wichtige Grundpfeiler. Diese Grundeinstellung erfordere auch die unbedingte Durchführung des Führerprinzips überall und bei jeder Gelegenheit, sowohl bei den öffentlichen Geschäften wie auch im Vereinsleben usw. Mit dem Parlamentarismus müsse auf allen Gebieten endgültig Schluß gemacht werden, dafür sei der allein verantwortliche Führer herauszustellen. 3n den Begriffen Blut und Boden, soldatische Haltung, Kampfgeist, Führerprinzip, Leistungsprinzip, Treue, Gehorsam, Unterordnung, Disziplin seien die Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erblicken, die nur das eine große Ziel kennen: Deutschland und seine Ehret Für dieses hohe Ziel müßten sich alle deutschen Wenschen bei jeder Gelegenheit und zu allen Zeiten rückhaltlos und opferbereit einsehen, alle Machtmittel zur Erreichung und Verteidigung dieses Zieles stärken, denn nur dann habe unser Volk den Frieden für alle Zeit. Dor den Schranken des Gerichts stand gestern der Jude Max Kugelmann aus Griedel wegen Meineids. Der Angeklagte verkaufte im März 1933 einem Bauern eine Kuh und sicherte diesem zu, daß das Tier täglich 5 bis 6 Liter Milch gebe. Als diese Eigenschaften tatsächlich nicht Vorlagen und daher der Bauer aus einem früheren Kauf eine Restschuld von 100 Mark nicht beglich, strengte der Jude Klage an. In diesem Verfahren sagte er unter Eid aus, er habe die fragliche Zusicherung nicht gemacht. In der gestrigen Hauptverhandlung ergab die Beweisaufnahme, daß der Angeklagte wider besseres Wissen die Unwahrheit unter Cid ausgesagt hatte. Der Angeklagte legte in seiner Verteidigungsart typisch jüdische Gebräuche an den Tag, indem er erklärte, er habe zwar eine Zusicherung, jedoch keine Garantie gegeben. Während der Vertreter der Anklage eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und neun Monaten, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von vier Jahren und dauernde Eidesunfähigkeit beantragte, erkannte das Gericht auf ein Jahr und vier Monate Zuchthaus, im übrigen entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters. Schöffengericht Gießen. Der I. M. B. aus Köln-Lindenthal, zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde wegen fortgesetzten Verbrechens der schweren Urkundenfälschung in Tateinheit mit fortgesetztem Betrug im Rückfall unter Annahme mildernder Umstände zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt unter Anrechnung von 5 Monaten 2 Wochen erlittener Untersuchungshaft. Der Angeklagte ist geständig, in der Zeit von Dezember 1934 bis Juni 1935 in verschiedenen Städten Süd- und Westdeutschlands unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und unter Vorlegung verfälschter und fälschlich angefertigter Urkunden, in denen er eine Anstellung, eine demnächstige Anstellung, oder seine Unterstützungsbebürftigkeit vor- täuschte, Geldbeträge entweder als Unterstützung oder als Darlehen erhalten zu haben. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem R. Sch. und dem O. L., beide aus Alten-Bufeck, wegen widernatürlicher Unzucht. Das Gericht verurteilte Sch. zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Gegen L. erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Wegen zweier Verbrechen der Urkundenfälschung, eines begangen in Tateinheit mit versuchtem Betrug, das andere mit einem fortgesetzten Vergehen der Unterschlagung, wurde der H. B. aus Watzenborn-Steinberg unter Annahme mildernder Umstände zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. 5 Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden auf die erkannte Strafe angerechnet. In den Monaten von Februar bis Juni 1935 änderte der Angeklagte als Angestellter einer Versicherung u. a. verschiedentlich Rechnungen von Mitgliedern über ärztliche Behandlung auf einen höheren Betrag ab und legte sie der Versicherungsgesellschaft vor, um sich auf diese Weise Belege für Beträge zu beschaffen, die er von den Mitgliedern erhielt, jedoch nicht ablieferte, sondern für sich verwandte. Weiter wies der Redner auf die dringende Notwendigkeit der Erziehung unserer deutschen Jugend in diesem Geiste hin, denn in ihr habe unsere Generation das künftige Deutschland zu erblicken. Er gab dabei der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die künftigen deutschen Geschlechter immer von der nationalsozialistischen Weltanschauung durchdrungen sein würden, genau so wie sich das Christentum über 2000 Jahre von Geschlecht zu Geschlecht bis auf unsere Zeit übertragen habe. Er bat alle Volksgenossen, sich mit allem Ernst in die nationalsozialistische Weltanschauung zu vertiefen und bei deren Betrachtung sowie bei ihrer Nutzanwendung für die tägliche Lebensgestaltung nicht an der Oberfläche haften zu bleiben. Alle Volksgenossen müßten großzügig denken und handeln, unserem Führer Adolf Hitler bei seinem gewaltigen Aufbauwerk Helsen und nicht etwa die von ihm zum Dohle des Volkes getroffenen Einrichtungen verkennen und damit gen der Steuereingänge des durch die erfreuliche Wiederbelebung auf allen Gebieten unserer Wirtschaft hin, machte dabei besonders dringliche große Aufgaben des Staates deutlich, für die natürlich die entsprechenden Geldmittel verfügbar gemacht werden müssen, legte in klarer Weise die Grundlinien und die Ziele der nationalsozialistischen Steuerpolitik auf weite Sicht dar und lenkte die Blicke auch auf einige Fragen unseres Durchführungsverordnung zum Gesetz über Arbeitsvermittlung. Fwd. Der Reichsarbeitsminister hat soeben eine Durchführungsverordnung zum Gesetz über Arbetts- oermittlung, Berufsberatung und Lehrstellenoermitt- lung vom 5. November 1935 erlassen. Hiernach dürfen Stellen, die am 30. November 1935 erlaubter» weise nichtgewerbsmäßige Arbeitsvermittlung, Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung betreiben, nach diesem Zeitpunkt ihre Tätigkeit vorläufig wei- terführen. Bis zum Ablauf des 31. Marz 19-36 haben diese Stellen ihre Tätigkeit einzustellen, wenn nicht der Präsident der Reichsanstalt bis zu diesem Zeitpunkt auf Antrag einen Auftrag dazu erteitt hat. Die gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung bleibt tn dem bisherigen Umfange zugelassen. Die bisher zugelassenen gewerbsmäßigen Vermittler dürfen ihr Gewerbe betreiben ohne daß es eines neuen Antrages bedarf. Die neue Durchführungsverordnung wird in den nächsten Tagen durch Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ergänzt werden. In einer öffentlichen Kundgebung in dem großen und dis zum letzten Plätzchen besetzten Saale der Gastwirtschaft von Braun in Wieseck sprach am gestrigen Mittwochabend der gestern aus seinem Urlaub zurückgekehrte Kreisleiter des Kreises Gießen Pg. Kl oster mann über aktuelle politische Zeitragen. Nack dem feierlichen Einbringen der Fahnen, dem geschlossenen Einmarsch der HI. und deren Bekenntnis in Lied und Wort gum_ Dritten Reich begrüßte der Ortsgruppenleiter, Bürgermei- ter Euler, die Versammlung, insbesondere gab ?r seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Kreisleiter, eben aus seinem Urlaub zurückgekehrt, sofort in dieser öffentlichen Kundgebung in Wieseck zu den Partei- und Volksgenossen spreche. pg. Klostermann Der NSLB. des Kreises Gießen fordert seine Mitglieder auf, sich an der Sammlung für das Winterhilfswerk am kommenden Sonntag, 1. Dezember, zu beteiligen. Die Mitglieder der Stadt finden sich zur Einteilung am Samstag um 16 Uhr im Cafö Leib ein. — Die Fachgruppe „Berufsschule" hält cm Samstag, 30. November, im Hotel Hopfeld eine Arbeitssitzung ab. Beginn 15.30 Uhr. Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alles weg'n dem Hund!" — NSLB., Geschichtliche Ar- beitsgemeinschaft: 17 Uhr im Museum: Eisen- und fränkische Zeit. — Gesellschaft für Erd- und Volker- funbe in der Aula der Universität um 20.15 Uhr: Dorttag von Privatdozent Dr. Jürgen Siebert (Frankfurt a. M.). Aus patteiamtlichenBekanntmachungen der Grünberger Sttaße (gegenüber der Artillerie- Kaserne) ist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil ausgeschrieben. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Die Zahlungsart der Renten. Die einmal gewählte Zahlungsart für Militarrenten, Ruhegelder und Hinterbliebenenbezüge (bar, Postscheck- oder Bankkonto) darf im Lause eines Rsch- nungsjahres nur in zwingenden und eingehend begründeten Ausnahmefällen geändert werden, auch können Inhaber eines Bank-usw.-Kontos ihre Ver- forgungsbezüge nicht beliebig bald auf dieses, bald auf jenes Konto überweisen lassen. Wünscht em Empfänger eine andere Zahlungsart, so kann im allgemeinen nur zum Beginn eines Rechnungsjahres einem solchen Anträge stattgegeben werden Es empfiehlt sich deshalb, etwaige Anträge auf Aende- rung der Zahlungsart baldigst, spätestens aber bis zum 15. Januar 1936 beim Verforgungsamt schriftlich anzubringen. ** Filmvortragsabend der DA F. Die Deutsche Arbeitsfront, Fachgruppe Hausgehilfinnen, ließ im Rahmen der Fachbildungsarbeit tm Haufe der Deutschen Arbeitsfront vier Schmalfilme laufen, die in Sonderheit von den Betriebsgemeinschaften der Textilbranche gut besucht waren. Kreiswart Pg. M e r t e s sagte einleitend zum Abend, daß das Bild und namentlich der Film eine wirksame Unterstützung der Bildungsarbeit wäre. Die bildliche Anschauung des Werdeganges gerade solcher Waren, mit denen man täglich umzugehen habe, vermittele eine klare Uebersicht über Herkommen und Beschaf- K. Solches Wissen fei nicht nur Rüstzeug für lltag, sondern auch Anregung über die Zusammenhänge der Volkswirtschaft. Die Schmalfilme zeigten die Entstehung der maschinell hergestellten Strümpfe von den Anfängen bis zum Verbrauch, ebenso die Herstellung der Wirkwaren und die Entwicklung des Kunstseidenfadens bis zur Anfertigung des Kleides. Dabei konnte man den einzelnen wichtigen maschinellen Vorgängen sehr gut folgen. Den Abschluß bildete die Darstellung des Produktionsprozesses von Kunstseide, die aus der aus Fichtenholz fabrizierten Zellulose hergestellt wird. Kreiswart Pg. Merkes sagte zum Schluß, daß für die fachlichen Einzelkurse der Fasergewinnung und -Verwertung, die demnächst beginnen, weitere Filme verwendet werden sollen und lud zu fleißigem Besuch der Bildungskurse der DAF. ein. 0er SA-0ienst der Studenten. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen- schäft, Erziehung und Volksbildung hat im Einvernehmen mit der Obersten SA.-Führung angeordnet: 1. Studenten, die der SA. angehören, haben bet der Immatrikulation eine Bescheinigung der für sie zuständigen Standarte am Hochschulort vorzulegen, aus der heroorgeht, daß sie ordnunasmäßig gemeldet und einer SA.-Formation zur Dienstleistung zugewiesen sind. v , .. _. 2. Der SA. angehörende Studenten, die sich um Gebührenersatz, Stipendien und andere Vergünstigungen bewerben, müssen durch eine Bescheinigung ihrer Standarte nachweisen, daß sie bis zum Zeitpunkt der Bewerbung Dienst in der SA. getan -haben bzw. ordnungsmäßig beurlaubt sind. Studenten, die alte und bewährte SA.-Männer sind, sind bei der Gewährung von Unterstützungen bevorzugt zu behandeln. Ich gebe ferner folgendes bekannt: Damit die Studenten nicht zu stark durch den SA.-Dienst beansprucht werden, hat die Oberste SA.-Führung angeordnet, daß der SA.-Dienst an den Hochschulstädten auf die vorlesungsfreien Nachmittage und Sonntage beschränkt wird, und daß die Wochentage möglichst vom SA.-Dienst frei bleiben. Die Examensemester werden nach wie vor vom betonte in seiner etwa einstündigen Rede zunächst, daß man sich die nationalsozialistische Bewegung weder heute, noch in Zukunft aus dem deutschen Volke und dem Leben dieses Volkes Hinwegdenken könne. Die nationalsozialistische Bewegung fei die Voraussetzung des Staates, jetzt dessen Hintergrund, und sie werde auch für alle Zukunft die Voraussetzung für das Bestehen des deutschen Volkes überhaupt fein. Die Bewegung habe die Verpflichtung, ihre politische Weltanschaunug nicht nur in die Herzen und Hirne der jetzt lebenden Zeitgenossen Adolf Hitlers hineinzutragen, sondern sie müsse auch dafür sorgen, daß diese politische Weltanschauung für die künftigen Jahrhunderte des deutschen Volkes in den Herzen und Hirnen aller Millionen deutschen Menschen lebendig bleibe als Fundament des Volkslebens und des Staates. Diese nationalsozialistische Weltanschauung fei ganz schlicht dahin zu kennzeichnen: alles, was Deutschland nützt. Ist gut; alles, was Deutschland schadet, ist schlecht. Der Redner gab sodann in großen Zügen einen Ueberblick über die deutsche Geschichte mit ihrem jahrhundertealten mancherlei Auf und Ad, wobei er für die mannigfachen Schwankungen und Niedergänge im Dasein unseres Volkes das Fehlen einer geraden Linie in der Politik und den Mangel an Tradition als verantwortlich herausstellte. Eindrucksvolle Beweise aus der allerjüngsten Zeit habe unser Volk ja seit 1918 zur Genüge erlebt. Als Beispiele hierfür. wies der Redner auf den früheren Klafsenkampf auf der einen Seite und auf die Forderungen nach einer rein agrarstaatlichen Einstellung von der anderen 1 Seite hin. Beides fei abzulehnen, weil es nie« l m a I s von Nutzen für d i e Gemeinschaft des deutschen Volkes fein könne, sondern das Volk nur spalte und zerreiße. Alles, was Deutschland nütze, werde von der NSDAP, vertreten und auch schaftsabend mit Tanz, zu dem wir alle Volksgenos- fen herzlichst einlaben. Das Programm wird von Frankfurter Künstlern bestritten. U. a. wirken mit: Der Ansager Morgcmi, der Kunstpfeifer Fred Marlo, die Humsti-Bumsti-Rummer Pepi & Emilio, der Zauberer Orizaba und die fröhlichen Fünf, die vom Rundfunk fchon bestens bekannt sind. Beginn 20.30 Uhr. Eintritt 50 Pf. Karten sind im Vorverkauf zu haben: Geschäftsstelle derOrtsgruppe Gießen-Nord ber NSDAP., Walltorstr. 16, Politische Leiter der Ortsgruppe Gießen Nord, Amtswalter ber DAF. ber Ortsgruppe Gießen-Norb. Schulung und Volksbildung. Die für Samstag, 30. November, angesetzte Kulturtagung f ä 111 a u 5 unb wirb auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. ©porfamf -Kraft durch Freude-. heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für graue n : Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. ** Ernennungen an ber Universität. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Zu außerordentlichen a. 0. Professoren sind folgende Dozenten ber Mebiginischen Fa- fultät ernannt worben: Dr. Friebrich Bernharb (Chirurgie), Dr. Hans Ebwin Büttner (Innere Mebizin), Dr. Paul Frick (Kinberheilkunbe). ** Auszeichnung. Dem Vorftanb bes hie- igen Reichsbahn-Verkehrsamts, Reichsbahnrat Pg. Ni er mann, würbe in Anerkennung feiner be- onberen Aufgaben währenb bes Ruhrabwehrkampfes bas Schlageterabzeichen verliehen. ** Zwei Schulklaffen wegen Keuch- husten geschloffen. In ber Schillerfchule war biefer Tage in zwei Schulklassen Keuchhusten aufgetreten. Um einer Ansteckung entgegenzuwirken, würbe für bie beiben gefährbeten Klassen auf Veranlassung des Kreisgesundheitsamtes der Unterricht vorübergehend abgesagt. ** Die Sätze der Gemeinde - Hunde- teuer für das Kalenderjahr 1936 gibt die Bürgermeisterei Gießen im heutigen Anzeigenteil bekannt. Es fei besonders darauf hingewiesen. ** E i n Brennholzverkauf der Stadt Gießen aus Abteilung 21 bes Stabtwalbes an SA.-Dienst beurlaubt. Heber Einzelheiten der Dienftgeftaltuna sowie über etwa auftauchende Schwierigkeiten ersuche ich mit dem jeweiligen SA.-Standortführer unmittelbar zu verhandeln. Sckuien und Luftschutz. Die Landesregierung — Abteilung II — hat an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- unb Stabtfchulämter folgenbe Verfügung gerichtet: „Die Ausdilbung ber Lehrer unb Schüler im Luftschutz soll jetzt in verstärktem Maße burchgesührt werben. Wie bereits an anberer Stelle mitgeteilt worben ist, ist bie gesamte Schulung bem Reichs- luftschutzbunb übertragen. Ich ordne daher an, daß Lehrer und Schuler, die zu Luftschutzlehrgängen des Reichsluftschutzbundes einberufen werden, vom Unterricht zu befreien find, soweit die schulischen Verhältnisse es gestatten. Diese Anordnung gilt für die Lehrgänge des Reichsluftschutzbundes sowie der Landes-, Bezirks- unb Ortsgruppen unb bes Luftschutzlehrtrupps. Der Nationalsozialistische Lehrerbund ist mit bem Reichsluftschutzbund ins Benehmen getreten, um die Ausbildung zu gewährleisten, und hat die entsprechenden Maßnahmen getroffen." Hausschlachtungen und Winterhiffswerk. Es war in den. Vorjahren üblich, daß Familien, die Hausschlachtungen vornahmen, von den frischen Fleisch- und Wurstwaren des geschlachlelen Tieres einen Teil als Spende für das WHW. Abgaben. Diese schöne Gewohnheit soll auch in diesem Jahre wieder durchgeführt werden. Allerdings ist diesmal eine technische Aenderung eingetreten. Da das an vielen Stellen früher auf diese Art gesammelte frische Fleisch und Wurst einerseits leicht der Verderblichkeit ausgesetzt waren, und anderseits hygienische Bedenken zum Ausdruck gekommen find, ist das Whw. in diesem Jahre dazu übergegangen, allen Familien, die Hausschlachtungen vornehmen, durch den Gemeinderechner, der ja die Schlachtscheine aussiellt. einige leere Konservenbüchsen anbieten zu lassen. Die betreffenden Volksgenossen werden damit gebeten, diese Büchsen mit Fleisch und Dur st zu füllen und s i e dann der zuständigen WHW. - Dien st- st eite zukommen zu lassen, wir machen dabei nochmals darauf aufmerksam, daß ein Zwang nicht ausgeübt wird, sondern wir wissen, daß der Votksgenosse, der in der Lage ist, Hausschlachtungen Außenhandels, um schließlich zufammenfasiend zu betonen, daß zur glücklichen Lösung dieser großen und für die Zukunft unseres Volkes in höchstem Waße entscheidenden Aufgaben das deutsche Volk em eiserner, geschlossener Block sein muß, der nur ein Ziel kennt: Friede und Arbeit für alle! Dabei machte ber Redner den einbruchsvollen Hinweis auf bie gegenwärtige Lag e u n s e r e s Reiches inmitten bes Weltgeschehens: während in allen anderen Ländern Durcheinander und Konflikte, Zerrissenheit unb sogar Krieg bie Völker bebrängen, steht unser D e utschland als eine Insel ber Ruhe unb bes Stiebe n 5, ber Orbnung unb ber auf bau en« ben Arbeit ba, ist es heute ber ruh e n b e P 01 in Europa geworben. Dank ber Arbeit unb ber glücklichen Maßnahmen unseres Führers ist unser Reich roieber zu einer Weltmacht geworden. Daraus erwächst uns die Verpflichtung, immer vertrauensvoll, stark und kampfesmutig zu sein, die Achtung der Welt unserem Reiche zu sichern und mit unserem Führer Adolf Hitler ein neues Zeitalter zu beginnen im Ber- trauen und Gehorsam zu ihm, in der unermüdlichen Bereitschaft, ihn zu unterstützen und bei seiner Arbeit zu helfen, damit wir gemeinsam ein deutsches Reich aufbauen, das in die Jahrtausende besteht. (Langanhaltender stürmischet Beifall.) Ortsgruppenleiter Euler sprach dem Redner den herzlichen Dank ber Versammlung für feine überzeugenden unb begeifternben Worte aus unb ermahnte bie Zuhörer, diese Gedanken immer wie- der in bie Tat umzusetzen. Darauf wurde bie Versammlung mit breimaligen, freudigen Sieg- Heil-Rufen auf ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler, sowie mit dem Gesang ber ersten Verse bes Deutschlanbliedes und bes Hörst-Wessel-Liedes geschlossen. Oberhessisches Schwurgericht. Anstei- Reiches *X jkw -; <ÄFj?v Die Gießener Rollschnvbahn wird eröffnet Nürnberger Behörden und Zuschauer wegen des 100jährigen Eisenbahn-Jubiläums nicht beim End- I spiel in Düsseldorf vertreten fein können. 21 Fortsetzung Nachdruck verboten! Nürnbergs Oberbürgermeister sandte an Bundesführer Linnemann ein Telegramm, in dem er dringend um eine Termin-Verlegung des Vereins-Pokalendspieles zwischen Schalke 04 und 1- FE. Nürnberg bittet, da am 8. Dezember die ebner leine > M ■ wie« wurde Sieg. Adolf Verse iÜedes m der wegen z 1933 u, daß s diese daher stschuld Jude tr Eid cht ge- ergab wider gesagt gungs- inbem jedoch !ter der :hr und erlichen m und nie das onate Antrag düng die Durchschnittsgeschwirrdigkeit von 128,617 Kilometer. Der bisherige Weltrekord der 250-Kubikzentimeter- Klasse stand auf 122,407 Stundenkilometer und wurde von dem Italiener Alberti (Benelli) gehalten. Die Rekordmarke der 350-Kubikzentimeter- Klasse lag bei 122,87 Stundenkilometer, ihr Besitzer war gleichfalls der Engländer Baker auf AIS. Weitere Rekordfahrten von Geiß und Winkler über Meile und Kilometer mit fliegendem Start blieben am Mittwoch infolge der verschlechterten Wetterlage erfolglos. Auch Josef M ö r i tz , der mit einem Spezial-Rennwagen mit eingebautem 500- Kubikzentimeter-DKW.-Motor über die Strecke ging, gelang es nicht, neue Rekorde zu erreichen. Die Rekordfahrten wurden gegen Mittag, als ein starkes Schneetreiben einsetzte, unterbrochen und um einen Tag vertagt. Am heutigen Donnerstag wollen Geiß und Winkler die bestehenden Weltrekorde über Meile und Kilometer mit fliegendem Start der 250-Kubikzentimeter-Klasse und über einen Kilometer mit fliegendem Start der 175- Kubikzentimeter-Klasse angreifen. Auch Möritz wird mit seinem Spezial-Rennwagen nochmals Rekordversuche unternehmen. Die am Mittwoch erzielten vier Weltrekorde der DKW.-Fahrer Geiß und Winkler verstehen sich vorbehaltlich der Genehmigung des Internationalen Motorradsport-Verbandes (FJCM.). Es haben sich daher einige Sportkameraden aus Frankfurt bereiterklärt, bei der Eröffnung ein Schaulaufen zu zeigen. Unsere Gießener Läufer werden ein Hockeyspiel unter sich austragen, das mehr den guten Willen als zunächst größeres technisches Können zeigen wird. Man wird aber daraus erkennen können, daß es dem Eishockeyspiel an Schnelligkeit und spannenden Spielmomenten nicht nachsteht. Anschließend an die allgemeinen Vorführungen wird dann die Bahn erstmalig für die Allgemeinheit freigegeben werden, so daß jeder Volksgenosse Gelegenheit hat, auf den kostenlos zur Verfügung stehenden Rollschuhen sein können zu versuchen. Mit der Eröffnung wird dann die Bahn regelmäßig zur Benutzung an den Abenden und Sonntagen freigegeben. HanbballimKreisLahn-Oill(AauXII) Schiedsrichter-Ansehungen für den 1. Dezember. k. ]eit in Ber- . lab unter taten ig von ngshast. ron De- hiedenen er Dor« orlegung rtunben, tige Anteil vor- rstützung aßte sich L., beide Unzucht, inaten Monaten t. Gegen ngnis« fälfchung, ;tem Be- Dergehen , Mentzer W verurteilt ■f werden den > erte der ing u.Q- cn über etrag ad vor, um i beschäl' doch nicht benteid) (Bauer, Gießen); Romrod — Homberg (Müller, Karl); Nieder-Ohmen — Alsfeld (Jung, Klein-Linden); Burggemünden — Bernsfeld (Wallenfels, Karl); Ehringshausen — Mandeln (Weller, Atzbach); Straßebersbach — Herbornseelbach (Eme- lius); Jugend: Wetzlar — Garbenheim (Engel, Wilh.); Holzheim — Lützellinden (Schäfer); Grünin- gen — Garbenteich (Bauer); Lang-Göns — Lich (Engel, Otto); Mtv. — Lang-Göns (Seibert); Wißmar — Krofdorf (Schneider). ^uhball der Gtuventen. Universität Gießen — Universität Marburg 0:7 (0:1). Auch in diesem Spiel, gegen Universität Marburg, mußte unsere Mannschaft eine Niederlage einstecken. Ohne Knauß, Erb und Meyer und gegen einen Gegner, der das Fußballspiel aus dem ff. verstand, war die Niederlage unvermeidlich, ist jedoch mit 7:0 bestimmt zu hoch ausgefallen. Für die Zukunft stehen wieder die alten Kräfte zur Verfügung, so daß mit einem besseren Abschneiden gerechnet werden kann. Schwach war der Sturm der Gießener, der rein gar nichts fertigbrachte. Gut die Läuferreihe, in der Küthe ein schönes Spiel lieferte. In der Hintermannschaft haperte es am meisten, auch Hüfner konnte das Verhängnis nicht aufhalten. Dagegen zeigten die Marburger ein gutes und ideenreiches Spiel. Auffallend trotz der Glätte des Bodens die sichere Ballführung. Ihr bester Mann der linke Verteidiger. Nach ihm sind noch der Mittelläufer und Halblinke zu nennen. Am kommenden Samstag spielt zum ersten Mal wieder die Handballmannschaft der Universität. Der Gegner ist die Lehrerhochschule Weilburg, die in diesem Semester schon beachtliche Ergebnisse erzielt hat. So gewann sie gegen Marburg 8:2 und T. H. Aachen 10:1. Hoffentlich findet sich die Handballmannschaft besser zusammen als die Fußballmannschaft und erfreut nach den hohen Niederlagen der Fußballer durch einen schönen Sieg. Das Spiel yürd in Weilburg ausgetragen. Hurze Gportnotizen. Für das „Braune Band von Deutschland" wurden beim Nennungsschluß für deutsche Ställe insgesamt 58 Unterschriften abgegeben. Die Bekanntgabe der deutschen Fußballelf gegen England wird am Donnerstag auch im Reichssender Frankfurt erfolgen und zwar läuft der Vortrag von Bundesführer Linnemann in der Zeit von 19.50 bis 20 Uhr. Hörnsheim — Gr.-Rechtenbach (Zörb, Großen- Linden); Holzheim — Garbenheim (Schäfer, Dutenhofen); Wißmar — Lohndorf (Schneider); Beuern —. Treiß (Wißner, Londorf); Ebersgöns — 1900 ., vvp Gießen (Hahn- Klein-Linden); Grüningen — Gar-1 spiel Silb links: Die Weltrekordfahrer Walfried W in k l er «links» und Arthur Geiß «Mitte» mit ihren Rennmaschinen auf der Reichsautobahn. Rechts der Rennrngemeur. — Bild rechts: Rennfahrer Möritz mit feinem kleinen Spezialwagen beim Start. (DNB.-Heimatbilderdienst. Aufnahmen: Photo-Schmidter.) 5 Defekt. Aber da feine Taten alle vorbedacht und stets klar überlegt waren, blieb er ein Mörder. Er i auch das. Es störte ihn nicht. Sie würden i chn nicht fangen; nicht lebendig. : Oberinspektor Reußing saß noch in dem schweren ■ Lehnstuhl, den er nicht zu bewegen vermochte. Seit ' vielen Stunden saß er nun schon so. Die Druck- 1 stellen der Fesseln begannen zu schmerzen. In der Zunge und in den Kinnbacken spürte er einen beginnenden Krampf. Basilius befreite ihn sofort von dem Knebel. „Nun sind Sie bald erlö t, Reußing", verhieß er, "ich muß Hamburg verla sen, ich kann mit Ihnen nichts anfangen und werde Sie laufen lassen. Geben Sie mir 24 Stunden Vorsprung?" Reußing bewerte den Mund, die Lippen, er mußte zweimal ansetzen, ehe das eine kurze Wort verbissenen Trotzes gelang: „Nein?" „Das ist ungeschickt, lieber Reußing", lächelte Basilius. „Aber Sie haben Glück. Ich lasse Sie trotzdem entwischen. Sie werden mir nicht mehr gefährlich werden können. Ich verschwinde noch heute nacht. — Jolly ist tot, er wurde erschossen." Der Oberinspektor hatte rot unterlaufene Augen, die feinen Adern im Weiß waren gesprungen. Er sah feine Hände an. Sie hatten einen ungewohnten Farbton, sie begannen abzusterben. Er dachte verzweifelt: wenn nicht die Fußringe wären, würde ich aufspringen und ihn mit gefesselten Händen niederschlagen. Wahrhaftig! Aber ich kann diesen Stuhl keinen Zentimeter weit von der Stelle bewegen, sonst hätte ich in der langen Zeit des Alleinseins ein Fenster erreicht... Laut sagte er: „Das ist gut." Basilius nahm ihm solche Zustimmung zu Jollys Tod nicht übel. Er hatte anderes zu denken. Es mußte sich Geld schaffen lassen! — Wie spät war es? Er sah auf seine Uhr. Gleich mußte es zehn schlagen. Trotzdem! Basilius nahm das Telephon auf, nannte eine Nummer und ließ sich verbinden. Reußing wollte sich den Anschluß merken, aber er vergaß es. Die Namen, die da fielen, setzten ihn in Erstaunen, denn sie waren ihm nicht unbekannt, (Fortsetzung folgt!) Vier neue deutsche Motorrad-Weltrekorde Auf Der Reichsautobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt. Viertelmond durchgekommen und erfühlte das Treppenhaus mit gelblichem Schimmer. Ilia fürchtete sich nicht. Mondlicht, Spuk und dunkle Gänge? Geister!? Pah, wenn ihr von den Lebenden keine Gefahr drohte, wollte sie es zufrieden sein. Sie hielt die rechte Hand in der Tasche ihres Mantels, ihres Mantels. Die Finger umspannten den Revolver. In einer dunklen Ecke, vom Gerüst der Maler oder Zimmerleute gedeckt, erwartete sie Basilius. Einige Minuten ließ Basilius jedoch noch auf sich warten. Er hatte fast eine Viertelstunde Weg von seiner Autobushaltestelle bis zum Neubau zurückzulegen Die Straße — es war noch gar nicht eine richtige Straße, in weiten Abständen half eine Notbeleuchtung — lag vollkommen menschenleer und still. Basilius wurde von niemandem in seinem Nachdenken gestört. Längst wußte er, daß er nicht ver- folgt wurde. Zeit gewonnen und unerkannt geblieben. Die beiden wichtigsten Erfordernisse hatte er erreicht. Aber der Boden war zu heiß geworden. Basilius wußte, seit er bas Mädchen gesehen hatte, daß er nicht bleiben konnte. Ilia hatte ihn natürlich erkannt. Heute nacht noch würde er seine Rechnung glattstellen, mit einem Spätzug Hamburg verlassen. Viel blieb ihm nicht zu tun. Reußing — und Lena Bassenberg. Beide mußten zahlen. Er langte vor dem dunklen Hause an und stieg hastig die Treppen hinauf. Reußing, ja; das eilte nun; die Geschichte gelangte leider doch nicht zu dem stilvollen Abschluß, den er sich gedacht hatte. Er würde den Oberinspektor einfach niederschießen müssen. Nachher, hier im Torweg des Hinterhauses. Ein Gedanke kam ihm: vielleicht hat Reußing einen Schnupfen bekommen, das Fenster war geöffnet; dann ist er schon tot, denn durch den Mund konnte er nicht atmen, da saß der Knebel. Er überdachte den Fall ganz kühl. Eine Lösung wäre das auch gewesen. Eine persönliche Rache an Reußing wünschte er nicht zu nehmen. Er hatte auch Jolly nicht gehaßt. Er rechnete einfach mit Menschenleben, tote ein anderer sich entschlossen hätte, eine lästige Fliege oder Mücke J zu erdrücken. Zweifellos war da in seinem Herzen ' oder Hirn ein fürchterliches Manko, ein seelischer Es war auch niemand da, der ihm gesagt hätte, daß es jetzt nicht mehr so sehr auf ihn ankam. Sein Spiel war eines der zweiten Hand geworden. Mochte er noch krampfhaft feine Trümpfe gegen Lena Bassenberg zücken. Ilia Filimon hatte ein neues Spiel angefagt. Da waren seine Trümpfe nicht viel wert. Aber noch wußte er das nicht, noch war er der Meinung, er fei am Spiel. Die Leiche Jollys wurde im Totenschauhaus ausgestellt. Er war ohne jeden Ausweis gewesen. Man hatte ihn nicht zu identisizieren gewußt. Es lief jedoch noch am selben Abend ein telephonischer Anruf bei der Kriminalinspektion ein. Der Tote fei ein gewisser Jean Jolly, Verbrecher aus Wien, getötet von seinem Komplicen Basil Basilius. Das war den Beamten sehr wichtig zu erfahren, es erschütterte sie aber auch. Wer besaß dies erschreckende Wissen um Dinge und Geschehnisse, die vv^r den Augen von Beamten geschahen und doch unerklarltch blieben? Eine Frau! Sie rief vom Post- automaten an. Das war alles, was man erfuhr. Inspektor Braubach hatte die wirre Idee, an Ines Reußing zu denken. Aber er ließ die Meinung rasch.wieder fallen. Ines Reußing wurde mit einem Studtengenoffen in einer netten Tanzbar festgestellt. Als man sie von dem Einbruch benachrichtigte, fuhr sie sofort nach Hause. Es fehlte nichts in der Wohnung. Nur ein Blatt Papier hatte Inspektor Braubach an sich genommen, ehe die Tochter kam. Dberinfpeftor Reußings Ab- fchiedsbrief. Er meinte ein Recht dazu zu haben, der Tochter feines Freundes diese Zeilen noch vorzuenthalten. Das Mädchen war ja gar nicht mit dem jungen Mann entflohen. Ganz harmlos beim Tanz hatte man die beiden beobachtet. Inspektor Braubach hatte nicht die leiseste Ah- nung, was eigentlich vorgefallen sein mochte. Er hegte nur gewisse Zweifel, gewichtige Zweifel allerdings Reichsautobahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt, auf der im September dieses Jahres schon Ernst Henne seine neuen Motorrad-Weltrekorde aufgestellt hatte, führte am Mittwochvormittag die Auto-Union Rekordversuche durch. Obwohl das Wetter für Rekordfahrten ge» r.e stacht sthr günstig war — es herrschte eine ziemuche Kalte, außerdem regnete und schneite es ä!*Äche"^urch — gelang es' den Meisterfahrern Arthur Geiß und Walfried Winkler mit 250- ^stoltzentimeter-DKW.-Maschinen vier neue Motorrad-Weltrekorde aufzustellen. Arthur Geiß brach als Erster zwei Rekorde und zwar durchfuhr er die Meile mit stehendem Start mit einem Stundenmittel von 143,227 Kilometer. Geiß verbesserte damit den alten Rekord des Italieners Alberti auf Benelli, der auf 133,756 Stundenkilometer stand, um fast zehn Stundenkilometer. Gleichzeitig überbot er aber auch mit feiner 250-Kubikzentimeter-Mafchine die Bestleistung der 350-Kubikzentimeter-Klaffe, die der Engländer Baker auf AIS. mit 136,22 Stundenkilometer hielt. Arthur Geiß benützte zu der Rekordfahrt ein mit einer Stromlinien-Verkleidung versehenes Rad. Walfried Winkler rückte nach Geiß dem Kilometer mit stehendem Start auf den Leib. Auch Winkler konnte zwei Weltrekorde auf einen Schlag verbessern. Er erreichte mit der 250- Kublkzentimeter-DKW. ohne Stromlinien-Verklei- MnOeMiMeit Homan von Frank $. Braun. An den vergangenen Sonntagen konnten die Spaziergänger, die die neue Teichanlage besichtigen wollten, die ersten Versuche einiger Mitglieder des Gießener Eisvereins auf der neuen Rollschuhbahn beobachten. Es wird mancher erstaunt gewesen fein, der zuvor nur die Kinder in den Straßen laufen soh, welche Vielfältigkeit an Hebungen auch der Rollschuh gestattet, wenn man über die ersten Anfänge hinweg ist. Gewiß wird das Rollschuhlaufen nie den Eislauf völlig ersetzen können, aber die be- scheideneren Ansprüche in der Kunst, so wie sie im allgemeinen auf der Gießener Eisbahn als das Ziel fleißigen Hebens hingestellt werden, können ohne weiteres auch auf den Rollschuhen befriedigt werden. Die Bahn ist nun fertig und kann dem allgemeinen Betrieb zugängig gemacht werden. Damit hat die Stadt Gießen eine Sportbahn erhalten, um die sie von mancher Großstadt beneidet wird, wie gerade dieser Tage aus einer Zuschrift des Gaufachamtsleiters für Eislauf hervorgeht, der der Eröffnung beiwohnen wird. Man beabsichtigt im Gießener Eisverein nicht eine große Feier zu veranstalten, aber der Eröffnungstag scheint doch wichtig genug zu sein, um der Gießener Einwohnerschaft eine Vorstellung von den Möglichkeiten auf den Rollschuhen zu geben. . Die Frage, die ihn und an hundert Beamte in dieser Nacht beschäftigte, war: wo befindet sich Oberinspektor Reußing, lebt er oder ist er das Opfer eines Heberfalles geworden? 3m letzteren Fall, das wußte Inspektor Braubach, würde fein Kollege noch lange verschwunden bleiben. Hamburg besaß zu viel Kanäle und Fleete, die alle in die Elbe mündeten .. Es wurde noch in der gleichen Nacht eine Razzia durch Sankt Pauli und das angrenzende Altonaer Hafenviertel veranstaltet. Sie war wie immer erfolgreich und bradjte zahlreiche Langgesuchte in die Hande der Polizei; aber niemand hatte den Oberinspektor Reußing gesehen oder ein Wort über feinen Verbleib erfahren. Als der Fischzug gegen die dunklen Gestalten zu beiden Seiten der Reeperbahn endgültig abgeblasen wurde, Punkt 1 Hhr nachts, war auch das Schicksal des Oberinspektors schon entschieden. 10. Kapitel. Der Autobus und sein eiliger Führer entfernten zwar Basilius den Augen Ilias, aber sie retteten ihn nicht vor ihr Ilia winkte eine Autotaxe heran. „Fahren Sie hinter dem Autobus dort her", sagte sie. „Bleiben Sie an den Haltestellen stets so dicht auf, daß ich erkennen kann, wer aussteigt. Wenn Sie geschickt fahren, soll es mir auf einen Zehnmarkschein nicht ankommen." Der Mann sauste los, kaum, daß der Schlag seines Wagens zuschlug. Er holte den großen gelben Autobus rasch ein und blieb wie ein Junges dieses Hngeheuers ihm immer dichtauf. Am Barmbecker Bahnhof verließ Basilius den Wagen. Ilia gab ihrem Fahrer ein Zeichen und wartete, wohin stch Basilius wenden würde. Als er die Richtung einschlug, die zu dem Neubau führen würde, in dem sie ihn und die Gefährten schon ausgekundschaftet hatte, gab sie dem Taxiführer den Weg an, fuhr an Basilius vorbei, ohne daß der eine Ahnung bekam, wer in der Droschke saß und langte eine ganze Weile vor dem Fußgänger in der toten Straße vor dem dunklen Baublock an. Sie entlohnte den erstaunt zufriedenen Fahrer, sah ihn davonfahren und betrat das Haus Es war dunkel, nirgends brannte Licht. Aber , da der Regen aufgchört hatte, war ein matter Oberhessen. Orienberger Bezirkssparkaffen-Prozeß vor dem Reichsgericht Ortenberg, 27. Nov. (LPD.) Das Landgericht in Gießen verurteilte am 20. August d. I. die An- aeklagten Karl Müller aus Ortenberg und August Leinberger aus U j e n b o r n wegen Hnterschlagung zu je 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis. Ein Dritter Angeklagter, Walter Raab aus Ortenberg, erhielt 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Sämtliche Angeklagte waren feit vielen Jahren bet der Bezirkssparkasse Ortenberg tätig. Sie haben ihre Pflichten gegenüber dieser Kasse aufs gröblichste vernachlässigt. Wenn sie Geld brauchten, nahmen sie es kurzerhand aus der Tageskasse. Die dadurch entstandenen Fehlbeträge wurden durch Falschbuchungen und Falsch-- beurfunbungen verschleiert. Als sich im Jahre 1927 ein Fehlbetrag von 30 000 Mark herausstellte, wurde dieses Manko einfach durch Unterbrütfung einiger Habenkonten aus ber Welt geschafft. Die Revisoren würben burch Beiseiteschaffen von Kontokarten getäuscht. Der burch biese Verfehlungen ent- stanbene Fehlbetrag beläuft sich auf insgesamt 10 7 0 0 0 Mark. Müller unb Leinberger bezifferten bie von ihnen entnommenen Gelber auf insgesamt je 20 000 Mark Bei Raab war bie Summe um einige taufenb Mark nichtiger. Sämtliche Angeklagten hatten sich Häuser gekauft'ober sonst großartige Anschaffungen gemacht. Gegen bas Urteil bes Lanbgerichts Gießen hatte bie Staatsanwaltschaft, soweit bie Angeklagten Müller unb Leinberger verurteilt worben sinb, Revision eingelegt. Die Revision ber Staatsanwaltschaft rügt bie Nichtanwenbung bes § 348, Abs. 2 unb bes § 349 (Urfunbenbefeitigung aus gewinnsüchtigen Absichten). Das Lanbgericht habe weiter bie Beamteneigenschaft ber Angeklagten nicht ausreichenb geroürbigt. Der 1. Strafsenat bes Reichsgerichts hat, dem Anträge ber Revision folgenb, bas Urteil aufgehoben unb bie Angelegenheit zur neuen Verbanblung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Die Angeklagten werden also, wenn das Landgericht den Ausführungen des Reichsgerichts folgt und zur Verurteilung wegen Beamtenverbrechens gelangt, mit einer weitaus höheren Strafe zu rechnen haben. Landkreis Gießen. d) Annerod, 27. Nov. Ortsüblich wurde bekanntgemacht, daß in Zukunft Gemeindearbeiten nur an solche Handwerker vergeben werden, die Mitglied ber Deutschen Arbeitsfront sind. C? Albach, 27. Nov. An der kurvenreichen Straße Steinbach — L i ch sind von der Wegebaubehörde Maßnahmen ergriffen worden, welche die Hebersicht über bie Fahrbahn wesentlich verbessern. Sv sinb an ber ersten Kurve unterhalb ber Einmünbung ber Straße von Albach in bie Steinbach—Licher-Straße, Richtung Lich, bie Abmessun- gen für bie Streckung dieser Kurve schon getätigt. Ebenso ist bas an verschiebenen Kurven bicht an bie Straße heranreichenbe Hnterholz auf beiben Seiten bei Straße in mehreren Meter Tiefe beseitigt worben. Durch biese begrüßenswerten Maßnahmen werben bie Gefahrenmomente apf bieser Strecke wesentlich geminbert. * Großen-Linben,27. Nov. Wie die NSG. „Kraft burch Freube" uns mitteilt, wirken bei bem D a r i e t e - A b e n d am 1. Dezember im Gasthaus Schaum ganz hervorragenbe Frankfurter Künstler mit. So ist es ihr gelungen, u. a. folgenbe Künstler zu verpflichten: ben Ansager Morgani ben Kunstpfeifer Fred Marlo, ben Zauberer Orizaba' unb bie vom Runbfunk sehr bekannten fröhlichen Fünf. Es st ein Programm, bas vollkommen auf ben Froh- inn eingestellt ist, unb bei bem man bie Sorgen )es Alltags für ein paar Stunben vergessen kann. § Daubringen, 27. Nov. Für bas Winter- hilfswerk würben hier insgesamt runb 7 0 Zentner Kartoffeln gesammelt. § Daubringen, 27. Nov. Der Mütterschu- lungskursus vereinigt bie Teilnehmerinnen am form menben Sonntag zu einer Abschiebsfeier, bie gleichzeitig Abventsfeier sein wird. NS.-Frauenschaft, Evangelische Frauenhilfe und Deutsche Arbeitsfront Schlecht gelaunt, nervös? .. auf Kaffee Hag umstellen! GESCHENKE GLORIfi PPLQ5T 5'1 WE&2: das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, bulgarische, frische. Kl. B I 12, bulgarische Kühlhauseier, Klasse B 11, Wirsing, das Pfund G bis 15 der Zentner 8 Mk., Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 10 Mk., Gelbe Rüben, das Pund 8 bis 10 Pf., Rote Ruben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grün- Das dritte WHW. des deutschen Volkes ist wiederum Ausdruck nationaler Solidarität! kohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 30 bis 50 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mk., Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 50 bis 60, Zwetschen- honig 40 bis 45, junge Hähne 90, Suppenhühner 75 bis 85, Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25, Radieschen, das Bund 15 Pf. Bett.: Gemeindehundesteuer. Bekanntmachung. Die Gemeindehundesteuer für das Kalenderjahr 1936 ist wie folgt festgesetzt worden: 1. wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit vor dem 1. Juli fällt 24,— RM. 2. vom 1. Juli ab für jeden Hund 12,— „ Für den mehrfachen Hundebesitz werden folgende Zuschläge erhoben: für den zweiten Hund 24,— RM. „ „ dritten „ 48,— „ „ „ vierten „ 96,— „ usw., so daß für jeden weiteren Hund der Zuschlag sich verdoppelt. Die Höhe des Zuschlags regelt sich wie oben unter 1 und 2 nach dem Zeitabschnitt, in dem der mehrfache Hundebesitz eingetreten ist. Erhebungsstelle bleibt auch für das Kalenderjahr 1936 die Stadtkasse Gießen. Diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. Dezember 1935 entweder mündlich oder schriftlich auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 24, in der Zeit von 8 bis 12 Ahr anzeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen sind dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeldung auch im folgenden Jahre, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. 6817C Gießen, den 25. November 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. BtennOoWM Oer SlM Wen Aus der Abteilung 21 des Stadtwaldes (Grün- berger Straße gegenüber der Artillerie-Kasern^ wird das folgende Brennholz zum Taxpreis abgegeben: 6816C 6,0 rm Eichenscheiter 1. Kl. \ 8,0 „ Kiefernscheiter 1. Kl. 4,2 „ Eichenknüppel ) Abz.-Nr. 204—236. 1,3 „ Birkenknüppel 28,9 „ Kiefernknüppel J Das Holz muß umgehend abgefahren werden. Interessenten wollen sich an das Städtische Rechnungsamt, Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 8, wenden. Gießen, den 27. November 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Ala Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Glotzen / Schulsivaße Z tragen und gestalten den Abend, zu dem die ganze Gemeinde eingeladen ist. § Mainzlar, 27. Noo. Die Kartoffel- Sammlung für das Winterhilfswerk ergab in unserem Ort insgesamt rund 78 Zentner. Kreis Schotten. ♦ Weiterfeld, 27. Nov. Die Molkereigenossenschaft e. G. m. b. H. Wetterfeld kann am kommenden Sonntag ihren neueingerichteten Molkereibetrieb ihrer Bestimmung übergeben. Aus diesem Anlaß wird eine schlichte Feier statt- finden. Die neue Molkerei wurde nach Plänen des Gießener Architekten Schwan errichtet, der schon verschiedentlich in unserer engeren Heimat Molkereien schuf. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 27. Nov. Unser Totengräber Johannes Rühl, der im 80. Lebensjahre steht, versieht heute noch in unermüdlicher Weise das Amt des Totengräbers, das er in unserer Gemeinde nunmehr seit 42 Jahren innehat. In dieser langen Zeit hat er bei der Bestattung von 483 Menschen mitgewirkt. Neben seinem Amt ist er noch in gewissenhafter Weise als Ehrenfeldpolizist und, trotz seines hohen Alters, auch als Waldarbeiter im Dienste der Riedeselschen Forstverwaltung tätig. ss. Grebenau, 27. Noo. Bei der dieser Tage stattgefundenen Treibjagd des Jagdpächters Hch. Schmidt (Grebenau) kamen zehn Hasen zur Strecke. — Auch in unserer Gemeinde wurden von den Schulkindern Bucheckern gesammelt. Da in unserer Gegend nur überwiegend Nadelholzwaldungen vorhanden sind und nur wenige Bestände Laubholz vorkommen, haben die Schulkinder mit ihren Lehrern besonders fleißig gesammelt und trotzdem 3 6 Pfund zusammengebracht. Mit dem Auto gegen ein Langholzfuhrwerk. Darmstadt, 27. Nov. (LPD.s In der ver- gangenen Nacht ereignete sich auf der Landstraße Darmstadt—Nieder-Ramstadt beim Kurhaus Trautheim ein Verkehrsunfall, bei dem ein Darmstädter Kaufmann getötet wurde. Der Autofahrer stieß mit seinem Auto gegen ein Langholzfuhrwerk, an dem kein Rückstrahler angebracht war. Der Autofahrer wurde so schwer verletzt, daß er alsbald starb. Der Fuhrmann, der den ganzen Tag über gezecht hatte, wurde verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt. Wiederansiedlung des llhus auch im Lorscher Wald. Lorsch, 27. Nov. (LPD.) In hiesigen Jägerkreisen haben die erfolgreichen Versuche im Vogelsberg, die größte deutsche Eulenart, den Uhu, wieder heimisch zu machen, starkes Interesse gefunden. Man ist deshalb daran gegangen, zu erreichen, daß der Uhu auch in dem ausgedehnten Lorscher Wald mit seinen heimlichen Forsten versuchsweise angesiedelt werden soll. Das Vorhaben wird von allen Jagd- und Tierfreunden lebhaft begrüßt. Goldenes Militärjubiläum. In Horneburg bei Stade konnte dieser Tage Oberst a. D. o. Z g l i n i tz k i sein goldenes Militärjubiläum feiern. Der verdiente Offizier, der 1866 in Schleswig geboren wurde, kam zu Beginn des Jahres 1913 als Major zum Stab des hessischen Infanterie- Regiments Nr. 168 nach Offenbach und zog als Kommandeur des II. Bataillons Reserve-Jnfanterie- Regiment Nr. 88 ins Feld. Nach einer schweren Verwundung wurde er im September 1916 Regimentskommandeur des Reserve-Jnfanterie-Regi- ments Nr. 71 und 1918 in derselben Stellung zum Infanterie-Regiment Nr. 168 versetzt. Mit den 168ern war Oberst von Zglinitzki an den letzten Abwehrschlachten beteiligt, und mit ihnen zog er auch nach dem Waffenstillstand in die Friedensgarnison Butzbach ein. Er tat darauf noch Dienst bei der im Aufbau begriffenen Reichswehr und nahm 1920 seinen Abschied. Gießener Dochenmarklpreise. * Gießen, 28. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, DREHT SICH UM < e Freude bereiten Ein gutes Bild als Weihnachtsgeschenk macht immer Freude Kommen Sie schon jetzt zu PHOTO-PFAFF Schon für RM. 1.50 erhalten Sie 4 verschiedene Aufnahmen. 678 Hochelheim, 27. Nov. Die diesjährigen Holzfällungsarbeiten im Gemeindewald wurden dem langjährigen Holzhauermeister Anton Schiefer st ein überfragen. Es werden 19 Holzhauer (Kleinlandwirte und Arbeiter) beschäftigt, die gestern mit den Fällungen begonnen haben. Es kommt nur Nutzholz zum Einschlag. Z Dornholzhausen, 27. Nov. Bei einer Acker-Versteigerung wurden Preise von 83—95,5 Pf. je Quadratmeter erzielt. — Die diesjährigen Holzfällungsarbeiten im Ge- meindewald wurden dem Landwirt Hermann Spies II. übertragen. Es kommen 250 Feftmeter Nutzholz zum Einschlag. Die Zahl der beschäftigten Holzhauer beträgt 10. Es werden die vorjährigen Lohnsätze gezahlt. 00 Niederkleen, 27. Nov. Im Anschluß an eine Frauenversammlung wurde hier eine N S. - Frauenschaft gegründet, der sofort sieben Mitglieder beitraten. Als Leiterin wurde Frau Berg- Heimer bestimmt. * Bieber, 27. Nov. Die hiesige Kriegerkameradschaft hat dieser Tage beschlossen, ihr 40jähriges Bestehen im nächsten Jahre, und zwar am 21. Juni, in festlicher Weise zu begehen. An diesem Tage soll Bieber der Treffpunkt aller alten und jungen Soldaten in weitem Umkreis sein. * Fellingshausen, 27. Nov. Dieser Tage sprach hier im Saale des Gastwirts Haus vor über 300 Zuhörern der auslandsdeutsche SA.-Mann und Parteigenosse Edgar Pinding in einem fesselnden Vortrag über seine Erlebnisse während der Schreckenstage von Riga in den Jahren von 1914—1919. In lebendigster Weise schilderte der Redner die Leiden der deutschen Volksgenossen unter den Russen nach Ausbruch des Weltkrieges und dann die Schrecken des kommunistischen Regimes, dem Tausende deutscher Volksgenossen zum Opfer fielen. Der Redner forderte abschließend zur Dankbarkeit dem Führer Adolf Hitler gegenüber auf, der das Deutsche Reich vor dem kommunistischen Terror bewahrte. Mit einem Treuebekenntnis zum Führer und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wesfel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. Am Ausgang wurde eine Sammlung zugunsten der Winterhilfe durchgeführt. T Waldgirmes, 27. Nov. Hier wurde die Schule wegen Scharlach geschloffen. Jegliche Versammlungen, auch Kindergottesdienste, sind verboten. ORunöfunfproflramm. Freitag, 29. November: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 8.15: Gymnastik. 9.15: Alemannische Kinderstunde. D' Bratwurscht. Von Britz Broßmer. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.20: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Schicksale der Zeit. Kinder finden eine Mutter. — Bericht aus dem Jugendamt. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert, 18.30: Unser täglich Brot... Hörbild um Geschichte und Brauchtum des Brotes. 19: Leichtes Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Münchner Haydn-Renaissance (III). Unbekannte Werke von Joseph Haydn. 21: Deiner Söhne Schöpfungen. Schillers Flucht in die Freiheit. Hörbild. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.25: Sportschau der Woche. 22.50: Unterhaltungs- konzert. 24—2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankiuri a. M. Berlin Frankfurt a.M. | Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schluß kurs Schluß!. Mittag» börse Schluß» kurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mntag» börse Datum 26-11 ■ 27.11 - 26.11. 27-11- Datum 26.11. 27-11 26.11 - 27.11. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b‘/2% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 100,5 97,5 102,75 112,75 100,2 97,5 96,25 100,5 93 113 96,25 \o,5 971 107,65 1,13 9 8,7 8,9 11,5 100,4 97,65 102,75 112,7 100,13 97,5 96,25 100,5 93 113,25 96,25 100,75 100,9 97 97 107,65 ' 28 1,13 9 8,75 8,9 12 100,5 97,5 112,75 100,2 97,25 113,25 100,75 97 97 107,65 28,25 9,05 8,9 9 11,65 100,5 97,5 102,25 112,65 100,5 97,4 113,5 101 97 97 107,65 1,4 9,1 8,9 8,9 11,9 4% Deßgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 s'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier .............. 5,75 8,4 4,85 38,75 15,25 16,65 83,65 111,25 84 84 84 179,5 35,9 135 111 132,25 102,5 122 126,4 117,25 166 122,25 95 103 106 83,65 160 126 81,5 79,5 5,75 8,4 4,75 38,9 15,25 16,65 85,25 110,5 84,25 84 84 179 35,75 135,5 111 133,25 102,9 121,25 126,4 117,75 167,4 121,5 94,75 103 106 83 160 126 81,4 79,25 9,9 5,75 8,45 4,85 39 15,13 25,5 16,75 83,9 111 84,25 84 84 179,5 35,65 135,4 111,25 132,5 102,75 121,75 126,25 117,5 166 121,25 95,25 102,75 106 83,25 162,5 126,75 81,9 79,75 5,8 8,35 4,8 39 15 25,25 16,65 85,4 112 5 84,25 84 84 179,5 35,9 135,5 111,25 132.9 103 121,25 129,5 | 126,13 118 ; 166,75 1 121,5 | 94,75 103,5 106 83 ! 161,25 126,25 1 81,5 79 4‘/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rürfinhlb 102%)............ Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Retchsbank ................12 A.E.G......................t) Bekula.................... 10 Elektr. Lteferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske......... 7 Lahmeyer L Eo..............7 Buderus .............. 4 Deutsche Erdöl..............< 4>/i% ehern.8% Hessische Landes- dank Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehern. 4^% Hess. Landes, Hypothekenbank DarmstadtLiaui 454% ehern. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverichr. R.6 ^berhessen Provinz-Anleihe mit Deutsche Cammelabl. Anleche Serie 11..11 .Rechten iVt% ehem.8% FranksMEU^ Goldpfe. 15 unkundbar bisl%4^ 654% ehern. 4>/t% Franks. HYP.- 654% ehern. " 454 % Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 454% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanftalt, Psandbriese R. 19 454% ehern. 7% Pr. Landespfand, briesanst., Gold Komm. £>bi.Vl Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-88 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V.0/ heSal. von 1913 .......... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhreu........ C 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittag» börse Datum 26-11- 27-11- 26-11 27-11. Mansfelder Bergbau .. .......6 118 118 118,13 118,5 _ 114 113.65 Rheinische Braunkohlen .....12 208 209 209 209 Rheinslahl........... ....... 4 103,75 103,25 103,75 103,25 Bereinigte Stahlwerke. .......0 76,5 76,25 76,5 76,25 Ltavi Minen ........ .......C 18,25 18,25 18,25 18,4 Kaliwerke Aschersleben. .......5 125 126,75 125,5 127 Kaliwerke Westeregeln . .......5 121,5 121 122 120,25 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y, 188 188 188 — 3- ffl. Faiben-Jndusirte.......7 Scheideanstakt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 MeiallgeleUschaft.............4 149,5 149,65 149,5 150 214,5 212.5 — —— 102,75 102 102,65 102,5 112 112,5 112,25 113 106,5 107,25 106,75 107,65 Philipp Holzmann........... 4I 87 I 86 I 87 I 86,25 Zementwerk Heidelberg ......7 114,5 114,75 — — Eementwerk Karlstadt.........ß| 129 I 1291 — | — Schultheis Patzenhofer ....... 4 81 tu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldbof ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... g Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................... 7'/, Accu mul atoren-Fabrik.......12 Eonti-Gummr...............8 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........1O| — — 101,9 101,25 52,25 51,5 52,4 51,75 102,5 101,25 102,9 110,5 109,5 110,5 109,5 75,75 75,75 76 76 —— — 127 126,5 90,25 90,4 90,65 136,5 90,13 136,5 136,75 136,5 — —— 76,75 76,65 25,75 26,25 25,9 25,9 290,5 291 292 291 157 155,5 156,5 156,25 26,75 l 27 26,9 87,75 87,75 — 200 200 1 200 200 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 26-Novernber 27-November Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Bries Geld Brief Buenos AtreL 0,681 0,685 0,683 0,687 Brüssel..... 42.03 42,11 42,00 42,08 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,79 54,89 54,77 54,87 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,27 12,30 12,265 12,295 Helsingfors.. 5,405 5,415 5,405 5,415 Paris ...... 16,36 16,40 16,36 16,40 Holland .... 168,03 168,37 3,03 168,37 Italien..... 20,13 20,17 ',13 20,17 Japan ...... 0,714 0,716 715 0,717 Jugoslawien 5,634 5,646 334 5,646 Oslo..... : 61,60 61,72 ,59 61,71 Wien....... 48,95 49,05 -.8,95 49,05 Lissabon.... 11,13 11,15 11,13 11,15 Stockholm... 63,25 63,37 63,24 63,36 Schweiz .... 80,29 80,45 80,28 80,44 Spanien.... 33,88 33,94 33,92 33,98 Prag....... 10,265 10,285 10,265 10,285 Budapest ... — Neuyork ... 2.486 2,490 2,486 2,490 Ser1in,27-November Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,86 42,02 Dänische Noten ................. 54,56 54,78 Englische Noten ................. 12,23 12,27 Französische Noten............... 16,31 16,37 Holländische Noten............... 167,61 168,29 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,43 61,67 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — —— Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 63,07 63,33 Schweizer Noten................. 80,10 80,42 Spanische Noten................. 33,56 33,70 Ungarische Noten................ —