Nr. 252 Erster vlatt 185. Jahrgang Montag, 28. »Höbet 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatzvezugsprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr-Vuch- und Steinöruderci R. Lange In Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B uns gehört, und daß wir deshalb zusammen an diesem Staat und an dieser Partei, was das Gleiche ist, zu arbeiten haben. Wer aber im Staatsapparat und wer in der Partei den vom Führer befohlenen Gleichschritt nicht mitmacht, muß aus g e - merzt werden. Das Tempo gibt allein der Führer an. Es wird deshalb auch jetzt, dem Willen des Führers gemäß, absolut ernst gemacht gegen diejenigen, die da glauben, Einzelaktionen aus R a d a u l u st oder auch nur aus gut gemeintem Uebereifer zu vollziehen und damit disziplinlos werden. Gehorchen allein aber, Volksgenossen, das wissen wir alle, genügt nicht und genügt vor allem uns Nationalsozialisten nicht. Wer vom Führer berufen ist, durch sein Vertrauen ausgezeichnet, irgendwo als Führer an kleiner oder großer Stelle in Partei oder Staat zu stehen, muß durch sein lebendiges Beispiel, durch seine Handlungen sich immer wieder aufs neue bewähren und den anderen Gefolgsleuten dieses Beispiel sein. Glaubt mir, Parteigenossen: Selbstverständlich sind immer noch Leute am Werke, die so eine Art Provokateure darstellen oder solche, die zu uns gekommen sind, weil sie sich unter Nationalsozialismus etwas ganz anderes vorstellen als Nationalsozialismus ist, die irgendwelche phantastischen und verworrenen Pläne haben, die in mißverstandener Auffassung des nationalsozialistischen Rassegedankens und des Bekenntnisses zu Blut und Boden das lleberfpihen und in ihre romantischen Wunschträume von Wotan und Thor und ähnliches einschliehen. Wir sind auch nicht dafür, daß andere Parteien in gewissen Organisationen und oft sogar getarnt durch das Braunhemd wieder tätig werden. Wir wünschen es gar nicht, daß z. B. die Wirtschafts Partei in gewissen Organisationen mit Braunhemd wieder fröhliche Urständ feiert, sondern wir kennen noch zu genau, daß bei jener Partei Hundesteuer und Wasserzins weltanschauliche Programm- punkte gewesen waren, daß es damals immer um Interessenvertretung ging. Und da nun eben auszufcheiden. Die nationalsozialistische Bewegung erfaßt heute alle Volksgenossen. 3n ihrer Hand liegt der Rundfunk, die Presse, der Film, liegen alle die Dinge, die notwendig sind, um ein Volk zu erfassen, aufzuklären und zu erziehen. Fast alle leitenden Beamten, Parteigenossen, sind aus der Bewegung gestellt worden. Wenn aber der Führer Männer beruft, die nicht aus der Partei hervorgegangen sind, dann müssen wir Nationalsozialisten so viel Einsehen haben, daß der Führer dafür seine Gründe Hal. Wenn er diese Männer seines Vertrauens für würdig hält, dann haben wir ihnen auch unser Vertrauen zu geben, denn der Führer hat die bessere Menschenkenntnis als wir alle zusammen. Aber das Wichtigste, Parteigenossen, müssen Sie erkennen: Daß wir ja nur d i e erste Generativ n sind, die Generation, die begonnen hat, zum Teil erst im reifen Alter, das Ideengut des Nationalsozialismus zu erfassen. Jeder von uns ist in das Leben hineingetreten, reichlich bepackt mit Bagage aus früheren Zeiten. Jeder hat viel von sich e r st a b w e r f e n müssen. Jeder von euch wie auch ich waren belastet mit falscher Erziehung, ganz gleich, ob der deutsche Arbeiter seine Erziehung vom marxistischen Klassenstandpunkt erhalten hat oder wir vielleicht vom Staatsdünkel aus. Es ist ausgeschlossen, daß die heutige Generation lOOprozentig nationalsozialistisch denkt und fühlen kann. Was heute Pimpf ist, das wird Gott sei dank einmal Nationalsozialist sein. Das zu erzielen, das ist aber unsere eigene Aufgabe. Dieses Erziehungswerk ist das Wichtigste, was wir überhaupt zu vollenden haben. Dieser Erziehung müssen wir uns ganz besonders widmen und müssen dafür sorgen, daß aus dieser Generation dann die Vollendung langsam heranreift. Und darum ist es notwendig, daß gerade oie, die an den verschiedensten Stellen der Partei als Leiter berufen worden sind, sich darüber klar sind, daß wir niemals einen Gegensatz zwischen Partei und Staat aufzeigen dürfen, sondern daß dieser Staat unser Fleisch ist, der Ruhiger Verlauf der Schweizer Nationalratswahlen. Bern, 27. Okt. (DNB.) Die Neuwahlen füt den Nationalrat wurden in der ganzen Schweiz in völliger Ruhe durchgeführt. In einer Reihe von Kantonen haben auch Erneuerungswahlen in den St ä n de r a t stattgefunden. Der bisherige Besitzstand wird hier voraussichtlich keine großen Veränderungen erfahren. In den Kantonen Schwyz, Waadt, Genf und Uri ergibt sich das gleichst Kräfteverhältnis wie bisher. In Genf ist das sozialdemokratische Regierungsmitglied Naine in detz Minderheit geblieben. Die Nationalratswahl iti den Kantonen Zug und Schwyz ergab parteienmäßig auch keine Veränderung. In Schaffhausen zieht der von den Kommunisten abgefallene Linkssozialdemokrat Bringolf wieder in den Nationalrat ein, während der Vertreter der Bauernpartei durch einen Freisinnigen ersetzt wird. LPD. Limburg (Lahn), 27. Okt. In Limburg fand am Sonntagmittag ein Kreisparteitag der NSDAP, statt, zu dem sich trotz strömenden Regens Zehntau^ende von Volksgenossen eingefunden hatten. Gauleiter Sprenger betonte, daß diese große Kundgebungswelle, die mit dem heutigen Tage in diesem Abschnitt des Gaues beendet ist, ganz bewußt im Lahn- und Westerwaldgebiet durchgeführt worden sei, um das nationalsozialistische Gedankengut tatsächlich auch hier bis in die letzte Hütte hineinzutragen. Noch sei der Aufbau nicht ganz beendet, und darum müßten die Partei, ihre Gliederungen, ja das ganze Volk i m - mer wieder zusammengeholt werden, um es so mit dem notwendigen Rüstzeug zu versehen. Gewisse Kreise glaubten, von diesem Werk durch eigenmächtiges Vorgehen ablenken zu können. Es handle sich nur um einzelne Drahtzieher, die übrigen seien verführte Mitläufer. Wenn aber andere glaubten, die Aufbauarbeit des Führers durch ihre Ünterminierarbeit in den Kirchen stören zu können, so müsse man ihnen die Worte des Führers noch einmal wiederholen, der ausdrücklich betont habe, daß der Staat jederzeit bereit sei, das Christentum zu unterstützen, daß er aber auf der anderen Seite erwarte, daß sich die Kirche in den Dienst des Staates und des Volkes stelle. Damit sei eine klape Linie gegeben. Alle andern Einschränkungen kirchlicher Kreise seien Absagen an das Führer- prinzip und damit an den Nationalsozialismus. Es ist nicht wahr, daß wir gewisse kirchliche Kreise herausfordern; wir sind vielmehr von diesen herausgefordert worden. In meinem Gau ist noch keiner seines Bekenntnisses wegen verfolgt worden. Aber ich dulde auch nicht, daß von der Kanzel herunter Partei und Staat angegriffen werden. Ein Ausdruck dieser Warnung sind die Kundgebungen, damit durch die Kraft der Bewegung jeder sehen möge, wie stark und unerschütterlich die Armee Adolf Hitlers steht. Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten Kerrl, ging davon aus, daß seit 15 Jahren die NSDAP. Tag für Tag die Botschaft A d o l f H i t l e r s verkündet: Bevor wir nicht zueinander finden, kann der neue Mensch nicht werden. Ein Wunder muß geschehen, aber Wunder geschehen nicht von selbst, sondern müssen erkämpft werden. Neue Menschen mußten wir werden und jenes Programm befolgen, das von Gott in das Blut jedes einzelnen gelegt ist- Wir sind nicht Individualisten, sondern Sozialisten, organisch gebunden an unser Blut und an unser Volk." Wir haben in unserm Programm den Arttkel 24, das Bekenntnis zum positiven Christentum. Das hat nichts mit Dogmen zu tun, fon- Kirche, Partei und Staat. Gauleiter Sprenger und Reichsminister Kerrl sprechen in Limburg dem ist unbändiger Glaube und istriede Liebe, die praktische Tat ist, die uns selbst befähigt zu sagen: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Das Wesen des Nationalsozialismus ist Glaube, seine Tat ist Liebe. Das ist Nationalsozialismus, positives Christentum, die Liebe zum Nächsten. Und dein Nächster ist nicht in erster Linie der Hottentotte, der Zulukaffer, sondern der Deutsche, der Volksgenosse aus deinem Blut. Beweise erst ihm gegenüber deine Liebe, dann glauben wir dir später, daß sich deine Liebe auch weiter über andere entfalten kann. Beweist du dies aber gerade deinem Volksgenossen nicht, dann sagen wir dir: Du bist ein tönend Erz, eine Klingelschelle. Sollten die Vertreter der christlichen Konfessionen es nicht begrüßen müssen, daß eine Bewegung den Staat übernommen hat, die das praktische Handeln aus Nächstenliebe von ihren Angehörigen fordert? Mit deren Machtübernahme erst die Stunde gekommen ist, in der wahres Christentum wirksam werden kann? Wir würden uns freuen, wenn ihr so handelt; denn so kann die Nation nur Gutes erleben und zwischen uns schweigt der Streit für immer. Nichts weiter wollen wir von. euch. Wir führen unser Programm durch bis zum letzten Punkt. Wir haben die Kirche gestützt. Es gibt keinen Staat in Europa, auch keinen katholischen, der beispielsweise solche Betrüge an die Kirchen gibt wie wir. Wir haben euch nicht die geringsten Schwierigkeiten in der Glaubensausübung gemacht. Wir haben niemals in die Glaubensdinge eingegriffen. Wir denken nicht daran. Wir wollen hier die völlige Freiheit, denn auch wir sind geworden von innen heraus und nicht durch ein Gesetz, das uns von außen gegeben wurde. Wir werden euch nicht in der Glaubensverkündung behindern, wir lassen euch jede Freiheit, wenn ihr eurePflicht so tut, wie jeder Volksgenosse in diesem deutschen Volk. Wenn ihr mit dem Staat marschiert, dann warten wir auf den Augenblick, in dem in euren Kirchen das Leben sich wieder ausbreitet, in dem neuer Glaube sich entflammt, so wie er uns entflammt hat. Der Nationalsozialismus muß von jedem Parteigenossen verlangen, daß er religiös ist, denn nur der kann sein Leben hinwerfen für ewige Ziele, der das ewig Göttliche in sich spürt. Wir kümmern uns von Staats und Partei wegen nicht darum, wie der einzelne sich seine Gottvorstellung gestaltet. Wir kümmern uns deshalb nicht darum, welcher christlichen Konfession er zugehörig sein will, oder ob er das nicht will. Seine persönliche Glaubens- und Gewissensfreiheit ist uns heilig. Seine praktische Tat soll uns zeigen, ob er wahrhaft positiv christlich ist. Wir müssen dagegen von jedem Nationalsozialisten Zuchtund Ordnung verlangen, daß er, der religiös ist, niemals verhöhnt und verspottet, was Volksgenossen heilig ist. Staat und Bewegung sind eins. Ministerpräsident Göring spricht in der Breslauer Fahrhunderthalle sprechen wir ganz offen aus: An sich ist uns über* Haupt nicht so sehr wohl bei gewissen allzu tarken Aufspaltungen und Gliede* ■ungen. Wir sehen am liebsten immer nur d i i Partei a l s Ganzes, die Nationalsozialistisch- Deutsche Arbeiterpartei. Die Partei ist das Einzige. So wenig wir glauben, daß ehemalige prominent- Gewerkschaftssekretäre heute die geeigneten Leute wären, um in der Deutschen Arbeitsfront führend tätig zu sein, so bieten uns auch d i e ehemaligen Vorstände der Wirtschaftspartei nicht die Gewähr, ihre Jnteressentenvertretungen genügend vergessen zu haben. Wenn ich heute immer wieder sehe, wie man unser Rassenprogramm ausspielt, um dabei ein besseres Geschäft zu machen, dann möchte ich sagen: „Du gehörst in die Wirtschaftspartei! Zieh das Braunhemd aus, du hast dich geirrt." (Stürmischer Bei» all.) Wenn in einer Straße Berlins sechs jüdische Kleidergeschäfte sind und nur ein deutsches, und wenn acht Tage später, nachdem nicht mehr beim Juden eingekauft wird, die Anzüge und Kleider bei dem Deutschen um das Doppelte steigen, bann gehört er mit zu den sechs Juden. Das ist fürwahr das Unnationalsozialistischste, was es gibt, unsere geheiligten Grundsätze auszuspielen zu gemeinem eigenem Profit. Wir werden in Zukunft hierauf das schärfste Auge richten, und ich werde rücksichtslos solche Geschäfte ausmerzen, diderartige Dinge betreiben. Dasselbe gilt auch für jene, die aus irgendeiner Zwangslage oder Notlage heraus durch Preistreiberei glauben, sich selbst verbessern zu können. Auf dasselbe Gebiet gehören auch diejenigen Angsthasen von Hamsterern, die Sorge haben, sich ihren Bauch nicht mehr genug füllen zu können, wenn irgendwo von einer Knappheit die Rede ist. Ulan nehme sich hier ein Beispiel bei anderen Völkern. Sie sehen ihre Söhne, ihr Blut ein, um ihren Lebensraum zu erkämpfen, und wir wollen nicht einmal weniger Butter essen. Damit ist es nicht getan, über die Haustür das Transparent „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu hängen und durch die Hintertür mit der Hamsterware hereinzukommen. Sondern wir verlangen, daß durch das Vorbild dieser Grundsatz ge- ' währleistet wird. Es ist die Aufgabe von euch allen, Parteigenossen, die ihr irgendwo führt, an dieser Volkserziehung mltzuarbeiten. Ihr, die nationalsozialistischen Leiter, seid ja, wie der Führer bestimmt hat, die Garanten, das Volk hinaufzuführen *zu unserer hohen Idee, ihr dürft niemals ermüden in der ewigen Fürsorge für euer Volk, nicht nur im Winterhilfswerk, sondern überall. Ich wünsche, daß ein besonderes Augenmerk auf die Betriebe gelenkt wird, und auf das Wohlergehen der Arbeiterschaft. Ich habe wiederholt Meldungen bekommen, daß auch hier noch bei weitem nicht die Dinge so in Ordnung sind, wie sie sein müssen. So wie der Arbeiter darauf Rücksicht nimmt, daß in dieser schweren Zeit Deutschlands sein Lohn nicht höher sein kann, so nehm- auch der Unternehmer Rücksicht darauf, daß der Arbeiter manchmal in einer furchtbaren Lage ist. Jener echteZusammenhalt,der zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft sein muß, wird bet Maßstab sein, nach welcher Richtung wir den Unternehmer beurteilen. ; Das sind Dinge, die ihr zu besorgen habt: Di- Aufklärung und Erziehung der Betriebsführer einerseits und der Arbeiterschaft anderseits und die Aufklärung eurer im Staatsdienst stehenden Parieige- noffen, damit sie eingreifen können, wo die Erziehung nicht mehr nützt. Ihr habt den Kampf um Deutschlands Zukunft vor dem ganzen und für das ganze Volk zu führen, und ich bin überzeugt, so, wie Sie das bisher getan haben, werden Sie das in Zukunft tun. Wenn einer den Nationalsozialismus nicht versteht, . kann er heute nicht an führender Stelle sein. Wenn er aber beweist, daß er das Gedankengut in sich ausgenommen hat, dann wird nicht immer der Zeitpunkt seines Eintrittes in die Partei allein entscheidend sein, sondern was er für d i e Bewegung und sein Volk lei st et. Volksgenossen, schwere Zeiten stehen uns noch bevor. Darüber müssen wir uns alle im klaren sein. Wenn ihr jemals schwankend und schwach werdet, dann setzt euch ab davon, dann seht aus den Führer allein, sehG seine leuchtende Gestalt, seht seinen Edelsinn, und ihr werdet stark werden; die Kraft wird sich euch mitteilen, und ihr werdet richtig handeln. Breslau, 28. Okt. (DNB.) Ministerpräsident General Göring sprach am Samstagabend auf der Führertagung der NSDAP, des Gaues Schlesien in der Jahrhunderthalle. Der Ministerpräsident knüpfte an den ehrenden Nachruf des Gauleiters für den am Samstag zu Grabe getragenen Reichsstatthalters Gauleiter Löper an. Das Leben und der Kampf des Verstorbenen seien ein Vorbild zu dem Thema Partei und Staat gewesen, ein Vorbild für jene einzige große und so notwendige Zusammenarbeit dieser beiden gewaltigen Faktoren des heutigen Deutschland. An dem scheinbaren Gegensatz von Partei und Staat orakelten draußen die Schristgelehrten und prophezeiten den Zusammenbruch des jungen Deutschland. Wir aber wissen, so fuhr der Ministerpräsident fort, daß von einem Gegensatz von Partei und Staat darum nicht die Rede fein kann, weil ja dieder Staat durch die Partei er st geschaffen worden ist, weil wir vordem keinen Staat gehabt haben, und weil un- . fer Staat erfüllt ist von der Idee und von dem : Geistesgut des Führers unserer Bewegung und weil es in der Hauptsache die Männer der Bewegung sind, die diesen Staat zu erfüllen und zu führen haben. Wenn unter einem Geist von Scheide- und Stresemännern Deutschland nicht stark und tapfer fein konnte, unter dem Geist von Adolf Hitler muß es stolz und tapfer sein. (Tosender Beifall.) In einem Augenblick, wo die Menschen verzweifelten in ihrer Auffassung an Deutschland, stellte der Führer jenes Fanal auf, dem erst wenige und dann schließlich im Gleichschritt das ganze deutsche V o l k folgte, abgesehen von jenen ewig Gestrigen und Ab- seitsstehenden, die selbstverständlich ein 70-Millio- nen Volk als Abschaum immer haben wird. Der Führer Hal die Revolution für beendet erklärt. Er hat eindringlich auf die Gefahren hingewiefen, die darin bestehen, wenn einige Phantasten glauben, die Revolution um der Revolution selbst willen forltreiben zu können. Er hat diese Revolution für beendet erklärt — ich bitte Sie das zu beachten — in dem gleichen Augenblick, als er die Einheit von Partei und Staat proklamieren konnte. In dem Augenblick, in dem er feinen Staat fo weit durchdrungen fiihUe von natio- 1 nalfozialiftischem Ideengut und beseht mit na- tionalfozialistifchen Führern konnte er diese Einheit proklamieren. Damit entfiel aber auch die Fortsetzung der Revolution. Wenn heule Partei und Staat als ein Ganzes besteht, fo muß selbstverständlich hier nun Eingliederung eintrelen, die notwendig ist, um die Aufgaben zwischen Partei und Staat richtig zu verteilen. Die Jahrtausend alte Sehnsucht des deutschen Volkes hat nun Gestalt gefunden, wir sind nun endlich ein Volk und ein Reichgeworden. Was allen nicht möglich war, was selbst ein Bismarck nicht erreichen konnte, was die Sozialdemokraten nicht fertigbrachten, die doch angaben, alles im Handumdrehen machen zu können, das gelang bem Führer und seiner Bewegung, weil sie das Vertrauen des Volkes hatten. Wenn man früher sagte: „Es ist ja das Volk selbst, das diese Einigkeit nicht wollte" — so ist das nicht richtig, nein, das deutsche Volk hat diese Ewigkeit immer gewollt, aber seine Herren wollten sie nicht. (Beifall.) Ich bin stolz darüber, daß der Führer, als er mich zum Ministerpräsidenten des größten deutschen Landes machte, mir ganz klar erklärte. Ich stelle Sie dorthin nicht, damit Sie der Konservator des Alten, sondern der Liquidator dieser alten Zustände werden". Die Arbeit Preußens, seine Entstehung und Geschichte bildeten die Voraussetzung, daß dabei die Einigkeit des Reiches entstehen konnte. ... , . Ich könnte hier stundenlang reden, konnte sprechen vom Arbeitsrecht, Strafrecht und all dem, was auf dem Rechtsgebiet geschaffen worden ist; von der Durchführung der Arbeitsschlacht, der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht. Die Nürnberger Gesetze — Flaggengesetz, enge setz und Reichsbürgergesetz — sind fundamentale Marksteine im Aufbau unseres Volkes. Ich hatte damals die Ehre, das F l a g g e n g e s e tz zu begründen, und Sie alle wissen, daß ich das mit innerer lieber» zeugung und Achtung vor der alten ruhmreichen schwarzweißroten Fahne getan habe, die einst über den Schlachtfeldern wehte, daß aber ebenso sicher mar, daß jeder Staat und jedes Reich und jede Zeit das Symbol braucht, das ihr richtunggebend ist. So ist das auch mit unserer Fahne. Und es können ja nur Farbenblinde sein, die nicht erkennen, daß das Reichssymbol schwarz-weiß-rot in seinen Farben ist. Daß über Deutschland das Siegeszeichen wehen muß, unter dem wir 12 Jahre gekämpft und geopfert und gesiegt haben, das ist selbstverständlich. Sie selbst kennen alle die anderen Gesetze, die noch in Nürnberg eingeführt worden sind und die notwendig waren, um auch jenen unerhört wichtigen Punkt durchzuführen: die Reinhaltung unserer Rasse und damit die Wiedergeburt des deutschen Volkes zu sichern. So sehen Sie auf allen diesen Gebieten, daß nichts vergessen worden ist. Es kann nicht immer alles im gleichen Tempo geschehen. Das Tempo des Marsches bestimmt Gottseidank der Führer und niemand anders. Wer das nicht will, der hat Kunst und Wissenschaft wenn die Kraft, denen ein Volk hinweg erhalten als der Da das Buch für Millionen Volksgenossen vor allem ein Mittel der Unterhaltung und Entspannung im schweren Alltag sei, erscheine es um so wichtiger, daß seichter Kitsch und geistlose Amüsierware durch Handseste und brauchbare Tageskost ersetzt würden. Unterhaltung dürfe nicht mit Volksverdummung und gewissenloser Geschäftemacherei Jugend tvktt über Ke Srenzen. Die seit langem angekündigte erste Weltring« s e n d u n g sämtlicher Länder der Welt ging am Sonntag von 18 bis 20 Uhr vor sich. Schaltpunkt war Deutschland, und zwar führte der Reichssender Berlin für die ganze Welt die Sendung durch. Schon technisch stellte diese Weltringsendung ein Meisterwerk dar und hat sich so reibungslos abge» wickelt, daß dem Hörer das Umschalten von Land zu Land überhaupt nicht bewußt wurde. Auch die Uebertragungen selbst waren zum größten Teil lautrein. Mit dem Buch in das Volk. Eröffnung der Woche des deutschen Buches in Weimar. zunehmende Mitglieder haben Versicherung arischer die Verpflichtung abzugeben, sozial! st ischen Staate Führer Gefolgschaft zu lieh der Landeshauptmann den rheinischen Literaturspreis 1935 dem Arbeiterdichter Heinrich L e r s ch für seinen Gedichtsband „M i t b r ü d e r - l ich er Stimme." Der rheinische Literaturpreis, der jährlich zur Verleihung kommt, soll den rheinischen Dichtern und Schriftstellern, die im Zeitalter eines schrankenlosen Individualismus dem deutschen Wesen die Treue hielten oder sich als Bannerträger des neuen deutschen Geistes erwiesen haben, die verdiente Anerkennung geben. Rach einer einheitlichen Würdigung Weimars der Stadt Goethes und Schillers und damit als... Stadt deutscher Dichtkunst kam Dr. Goebbels auf den Wert der deutschen Dichtung und des deutschen Buches zu sprechen. „Völker und Zeilen mögen vergehen, bleiben aber wird das, was ihre Staatsmänner und Soldaten an geschichtlichen Leistungen vollbrachten, was ihre Bildhauer und Baumeister in Marmor und Stein verewigten, was ihre Dichter und Denker an Unsterblichkeit dem Buche einhauchten. Staatsgebilde und Kriegsbildwerke, Bauten und Bücher sind die Mittel, mit sein Leben über die Jahrtausende kann." Das sei aber nur dann möglich, wenn die Kraft, die sie im Inneren beseelt, dem Volke selbst entspringt. Das Volk müsse Pate stehen bei der Geburt der ewigen Kunstwerke, die aus seiner Seele geschaffen, allein auch zu seiner Seele wieder zu sprechen vermögen. „Auch unsere Zeit bedarf wieder dieser tiefsten Beziehungssetzung zwischen dem Volk und seinen Dichtern. Rur, wenn sie fest geknüpft ist, wird die lange Frist, in der wir auf die Verkündigung unseres nationalen Mythos warten, am Ende doch das dichterische Genie der größten Volksumwälzung der modernen europäischen Geschichte hervorbringen." Der nationalsozialistische Staat habe, so weit es an ihm liegt, diese neue Blütezeit einer künstlerischen Schaffensperiode in Deutschland auf,das beste vorbereitet und Hemmungen und Hindernisse, die ihr im Wege standen, beseitigt. Has zeNgenössische Schaffen htnausragien. (?g rotrb in dieser Woche kaum eine Stadt in Deutschland fortan neben der Abstammung dem- national- und seinem leisten. Aus aller Wett. Ilaglücksfall bei der VeifehungsfeierNchketl in Dessau. Während der Beisetzungsfeierlichkeiten für Reichsstatthalter Löper ereignete sich ein Unglücks- fall, der einer Frau das Leben kostete. Ein Triebwagen-Sonderzug der Privatbahn Dessau—Wörlitz fuhr von Dessau nach Mildensee. Die Eisenbahnbrücke über die Mulde war bei dem starken Menschenstrom, der nach Mildensee flutete, von Menschen überfüllt. Der Zugführer des aus drei Wagen bestehenden Sonderzuges gab einige hundert Meter vor der Brücke Signale. Bei dem Bestreben, die Brücke ^frei zu machen, entstand ein großes Gedränge, und es wurden bei der Vorbeifahrt des Zuges mehrere Personen gegen den Zug ge- drückt. Dabei wurde die Lehrerin a. D. Elsa Schmidt aus Dessau getötet und der Kaufmann Friedrich Braun aus Dessau so schwer verletzt, >iß Lebensgefahr besteht. Fünf weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Es wurde sofort eine kriminalpolizeiliche Untersuchung eingeleitet. Der zuständige Referent des Reichsverkehrsministeriums, Ministerialrat Galle, hat sich sofort an die Unfallstelle begeben. gegenzustellen. Das in der ganzen Welt als barbarisch hingestellte nationalsozialistische Deutschland gibt damit allen"Völkern ein Beispiel, ein Bekenntnis zum eigenen Geistesgut, drückt seine Achtung und Bewunderung vor dem Geistesgut anderer Ra- Karl Peters zum Gedächtnis. Reichsstatthalter von Epp spricht auf der Kolonialkundgebung in Hannover. Hannover, 27. Oft (DRB.) Im Kuppelsaal der Stadthalle zu Hannover fand eine große Kolonialkundgebung statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Reichsstatthalters Ritter von Epp stand. Er knüpfte an die bevorstehende Denkmalsweihe für D r. Karl Peters an, der in den 80er Jahren, als jährlich etwa 220000 Menschen aus Deutschland auswanderten, als einer der ersten die großen Gefahren und Nachteile erkannt habe, die in dieser Massenauswanderung wertvoller Volkskräfte lagen, und ver- sucht habe, dieser Gefahr durch die Schaffung eigener Kolonien, eigenen deutschen Lebensraumes in Uebersee, entgegenzuwirken. Karl Peters war durch das Studium der englischen Kolonial- >erhältnisse und durch Heranziehen gleichgesinnter Freunde zielbewußt vorgegangen und habe schließ, lich durch seine Verträge mit ostafrikanischen Häuptlingen den Grundstock zu unserer Kolonie Ostafrika gelegt. Leider sei er, fast am Ziel seiner Werke, politischen Intrigen zum Opfer gefallen. Es fei kennzeichnend, daß seine damaligen Gegner — Sozialdemokraten, Freisinnige und Zentrum — auch nach dem Kriege diejenigen gewesen seien, die sogar gegen das Erwarten unserer Feinde den unmöglichen Entwurf eines „Friedensvertrages" annahmen, der uns die deutschen Kolonien raubte. „Wir stehen heute in einer Zeit", so fuhr Ritter von Epp fort, „in der der Kolonialgedanke erneut auf gegriffen wird. Da- her kann ich nur besonders unserer Jugend empfehlen, sich in die lehrreiche Lebensgeschichte von Karl Peters zu vertiefen. Der gleiche Instinkt, der die Deutschen schon vor 1000 Jahren in die Ferne getrieben hat, der große Gedanke, dem deutschen Volk einen größeren Lebensraum zu suchen, hat auch Karl Peters getrieben. Die Triebfedern der Kolonialtätigkeit im Volk waren "verschieden, aber das Entscheidende war immer das Wachstum eines Volkes und die Notwendigkeit der Schaffung eines Lebensraumes, um die Quellen für den Lebensunterhalt eines Volkes zu erleichtern. aleichgesetzt werden. Darum fei es eine gebieterische Aufgabe, produktiv und anregend einer guten und brauchbaren Unterhaltungsliteratur den Weg zum Volke zu eröffnen und ihr weiteste Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern. Daneben finden wir die umfangreichen Maßnahmen zur Förderung dichterischer und schriftstellerischer Werke von Rang, denen der Eingang ins Volk frei gemacht werden müsse. Mit dem Mittel moderner Propaganda haben wir jungen, bisher noch unbekannten Kräften, die zumeist aus der kämpfenden Bewegung hervorgegangen Die Sendung, deren Idee von der HI. ausging, begann mit zwei deutschen Liedern, gesungen von der Funkschar der HI. „Wir sind die jungen Bauernschaft" und „Es dröhne der Marsch der Kolonne". Dann wurde englisch angesagt. 'Englische Jugend sang drei Lieder. Darauf folgte Australien mit zwei Liedern, von denen besonders das erste eine wundervolle volkstümliche Melodie hatte. Polnische Ju- gend sang zwei Lieder und einen feurigen Krakowiak. Hell und jung die Stimmen französischer Klosterschüler. Dann hörten wir hawaische Volks- weisen. Nach USA. kam sehr klar Spanien mit Volksliedern. Die italienische Jugend sang eine Hymne an Rom. Nach den Niederlanden sang Schweizer Jugend, anschließend die Oesterreicher. Belgien sagte französische und flämisch an, und wir hörten ein belgisches und ein französisches Lied. Wie ein Choral mutete das Lied der norwegische Jugend an. Nun kam die Tschechoslowakei. Sehr melodisch war Argentinien. Dann etwas verworren und uns ungewohnt Brasilien. Die jugoslawische Jugend sang Volkslieder, die auch uns nicht fremd find. Verwandt waren uns auch die Lieder der Schweden. Einen ganz eigenen Stil hatten die Lieder der ungarischen Jugend. Dann folgten Lettland, Südafrika, Niederländisch-Jndien, Dänemark mit drei sehr schönen Volksliedern, Rumänien, zwei fnnische, drei litauische Lieder, Volksweisen aus Uruguay und Paraguay. Siam und Japan machten den Beschluß der Sendung, für die man der Reichssendeleitung und der HI. danken darf. Denn sie war neben dem musikalischen Genuß ein interessanter Spaziergang durch Volksliedgut und Volkscharakter fast aller Völker, die auch zweifellos, da sie auf sämtliche Sender der Welt übertragen wurde, Nachfolger sind en und volksverbindend zwischen der Jugend der Nationen wirken wird. Oie Mitgliedersperre beim Reichs- verband deutscher Offiziere aufgehoben. Berlin, 26. Okt. (DNB.) Der Reichsverband deutscher Offiziere hat die am 2. August d. I. verfügte Sperre der Mitgliederaufnahme aufgehoben. Neu auf- Weimar, 27. Okt. (DNB.) Die Eröffnung der Woche des deutschen Buches in der Weimarhalle gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung deutschen Kulturwesens. Die Feierstunde wurde mit dem Chor aus dem zweiten Akt des „Tannhäuser" eingeleitet. Dann sprach der Präsident der Reichsschristtums- kammer Hanns Joost. Wir Deutschen sehen in dem Buch keine Ware, sondern ein Wesen, nicht einen Wirtschaftsiak- tor, sondern einen Charakter, feinen ästhetischen An- laß, sondern einen unerbittlichen Grundsatz, und diese sittliche charaktervolle Verpflichtung des Buches und seines Schöpfers nimmt unser Deutschland, nimmt das Dritte Reich beim Wort. Von der nationalsozialistischen Enzyklopädie, von Hitlers Werk „M ein Kampf" her entwickelte sich e i n neues Schrifttum. Die Macht ist durch die Stoßkraft der Bewegung gewonnen. Diesen Weg auch zum Gebet für alle Deutschen werden zu lassen, ist die Losung dieser Buchwoche, d. h. die Losung: „Mit dem Buch in das Volk." Das Schrifttum, für das wir werben und das wir in unser Volk hineingetragen wissen wollen, muß unter dem Beiwort stehen: „Gewissen, Gehorsam, Gnade!" Diese Dreieinigkeit allein garantiert: innere Reinheit, Opferbereitschaft und wahrhafte Berufung. Erst, der Nationalsozialismus hat wieder den Ausgleich geschaffen zwischen Werk und Arbeit, zwischen Leistung und Charakter. So will die Buchwoche des Jahres 1935 das Buch als Mittler und Vermittler zwischen Kraft und Freude, zwischen Denken und Andacht, zwischen Not und Mut stellen. Wir wünschen für das wertlose Buch keine Popularität, sondern für das gehaltvolle Werk des recht- schaffenden und vielgebenden Schriftstellers das ganze deutsche Volk, das deutsche Vaterland, dessen unsterbliches Symbol die Muttersprache ist. Nach einer Ansprache des thüringischen Reichsstatthalters S a u k e l sprach Rejchsmpagandaminifter Dr. Goebbels. sind, die Moalichkeit freien und sorgenlosen künstlerischen Schaffens gegeben. Es hat an diesen starken Kräften niemals gefehlt, auch zu unserer Zeit nicht. Oer Präsident der Reichstheater- Kammer, Ministerialrat Otto Laubinger gestorben. In Bad-Nauheim starb am Sonntag nach längerem Leiden Ministerialrat Laubinger, Präsident der Reichstheaterkammer. Sofort nach Bekanntwerden der Todesnachricht hat Reichsminister Dr. Goebbels an Frau Laubinger folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Die Nachricht vom Tode Ihres Mannes hat mich in tiefe Trauer versetzt. Ich verliere in ihm einen meiner besten, treuesten und zuverlässigsten Mitarbeiter, einen Idealisten in des Wortes wahrster Bedeutung, der sich irn Dienste an seiner großen Aufgabe verzehrte. Mit Ihnen steht die gesamte deutsche Theaterwelt trauernd an der Bahre dieses wahrhaft edlen und aufrechten Mannes. Möge die dankbare. Erinnerung aller deutschen Theaterschaffenden, die den Toten über das Grab hinaus begleitet. Ihnen etwas Trost in Ihrem großen Schmerz geben." Der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger hat an die Gattin des verstorbenen Ministerialrats Dr. Laubinger folgendes Telegramm gesandt: „Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den allzu frühen Tod Ihres Gatten erlitten haben, spreche ich Ihnen meine innige Anteilnahme aus. * (gez.:) Sprenger." Ministerialrat Otto Laubinger wurde am 11. März 1892 in Eichenrod (Oberhessen) geboren. Nach dem Studium der Philosophie auf den Universitäten München und Berlin besuchte er die Schauspielerschule in München und wandte sich dann dieser künstlerischen Aufgabe zu. Als Schauspieler und Spielleiter war er an den Stadttheatern Innsbruck und Ulm, am Hvftheater Oldenburg und in Mainz, bis er im Jahre 1920 an das Staatstheater in Berlin berufen wurde. Hier hatte der Schauspieler Otto Laubinger in 13jährigem Wirken große Erfolge, so in den Rollen des Faust, Egmont, Karl Moor, Fiesco, Peer Gynt usw. Laubinger, der sich bereits in den Kampfjahren für die Idee des Führers eingesetzt hatte, wurde 1933 vom Reichsminister Dr. Goebbels zum Leiter der Abteilung VI (Theater) in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda berufen. Außerdem wurde er zum Präsidenten der Reichstheaterkammer ernannt. Heinrich Lerfch erhält den Rheinischen Literaturpreis. Im Mittelpunkt der rheinischen Dichtertagung, die in diesen Tagen in Düsseldorf und Krefeld stattfindet, stand die Verkündung des Trägers des vom Landeshauptmann der Rheinprovinz Heinz H a a f e geftrmteten rheinischen Ljte - raturpreifes. In Anwesenheit der Schriftsteller und Dichter aus dem ganzen Rheinland und auch aus dem übrigen Reich sowie der westdeutschen Landesleiter der Reichsschrifttumskammer und zahlreicher Vertreter der Partei und der Behörden ver- geben, in der nicht in großen Kundgebungen und Veranstaltungen das deutsche Buch zu Worte käme, kaum eine Organisation, die sich nicht in irgendeiner Weise an dieser großzügigen Werbung beteilige. Presse und Rundfunk sind in weitestem Umfange an dieser wirklich geistigen Propaganda beteiligt. Film und Plakat werden sich in ihren Dienst stellen. In allen Ländern und Erdteilen der Welt finden sich deutsche Volksgenossen, um ihr Bekenntnis zum nationalen Geistesgut ihres Heimatlandes abzulegen. In welcher anderen Zeit wäre das möglich gewesen, welches andere Land hätte dem auch nur annähernd Gleiches entkräften niemals gefehlt, auch zu unserer Zeit nicht, tionen aus und glaubt auch hierin einen Beitrag Sowohl 1933 tote im Jahre 1934 konnte der deutsche, zur seelischen Versöhnung der Völker zuzusteuern, Nationalpreis alten Kämpfern der Bewegung ver- die den politischen Frieden immer vorauszugehen liehen werden, und zwar für Werke, die weit über I pflegt. Rund um das Bilderbuch. Von Hannah Rahn. Am Vormittag. Peter spielt in seinem kleinen Zimmer und ist ruhig, so ruhig, daß seine Mutter beunruhigt die Tür öffnet. Sie glaubt sicher sein zu können, den eben Anderthalbjährigen auf einer Zerstörenden Tat zu ertappen. Sie hat ihn zu Unrecht verdächtigt: Peter sitzt in dem Laufstall und ist selig vertieft in sein Bilderbuch. Mit dem Zeigefinger weist er auf die Bilder und spricht in seiner Petersprache mit ihnen. Was tut es schon, daß die Stühle und Hunde auf dem Kopf stehen? Was wissen die Großen von seinen Erlebnissen mit den Bildern. Nach dem Essen lesen Vater und Mutter die Zeitung oder ein Buch. Für Peter ist das eine halbe Stunde Freiheit. Aber er genießt sie anders, als man Erwartet. Er nimmt fein Bilderbuch, fetzt sich ganz nahe beim Vater auf den Teppich und spielt lesen. Mgn sieht genau, daß die Bilder ihn nicht festhalten, er schaut sie nicht recht an. Er spielt mit dem Bilderbuch „genau wie Vater". Nach einem Weilchen überlegt er ein anderes Spiel: Blätter umwenden. Beide Händchen gebraucht er dazu, und es ist eigentlich keine Frage, wie kurze Zeit das Bilderbuch dieses Spiel überdauern kann. Nein, es ist wahrlich keine Frage, sondern eine betrübliche Gewißheit, Pqjer wundert sich über die dummen dicken Blätter. Bei Vaters Büchern sind sie längst nicht so dick, und er ruht nicht, ehe er sie auseinandergebracht hat, diese zusammengeklebten dicken Bilder. Aber wie dumm das ist: die neuen Seiten sind gar nicht bunt und lustig. Darauf wird mit ärgerlichem Gesicht das unzerreißbare Bilderbuch in Fetzen gerissen. Einen Augenblick sieht es aus, als würden Vater und Mutter Peter schelten oder strafen. Dann denken sie daran, daß Peter das Bilderbuch nur im Eifer des Spiels zerstört hat. Aber lohnt es, für solch ein Spiel ein Bilderbuch ZU kaufen? Tut's nicht ein buntes Heft, das für Lebensrnittel ober . für Schuhe ober Seife wirbt, finb zum Zerreißen nicht alte Zeitungen gut genug? Diese Frage, von Peters Mutters unb anderen Eltern gestellt, mag verständlich erscheinen. Aber im Interesse Petero unb seiner Altersgenossen unb -genossinnen wäre es zu wünschen, daß die Erinnerung an Peters Beschaulichkeit beim Bilder- betrachten oder beim Lesenspielen den traurigen Eindruck vom zerrissenen Bilderbuch auslöschte. Zum Glück ist in Peters Fall nicht das, sondern nur ein Bilberbuch oerborben. Das bankt Peter (einem Vater, ber es ungerecht finbet, Peter -uzumutell, sich immer dieselben Bilder cuizujchauLü. Er kann es gut verstehen, daß auch ein Kind, auch ein so kleines Kind wie Peter, mehr Bücher braucht als ein einziges. Ein Bilderbuch ist ja auch mehr als ein Bilderbuch oder ein Zerreißbuch. Man kann aus Bilderbüchern lustige bunte Häuser bauen, da sind die Bilder gleich an den Wänden. Natürlich muß man dazu mehrere haben — das meinen Peter unb fein Vater, ber sogar barnach hanbelt. Peters Detters Jürgen unb feine Schwester Brigitte finb größer als Peter. Aber barum haben sie nicht etwa mehr Bilderbücher, sondern auch nur einige wenige. Jürgen ist damit gar nicht zufrieden. Er möchte so gerne viele Bücher haben. 2)te Verse von den zehn kleinen Negerlein und vom Puppenkasper kann er schon lange auswendig. An einem Sonntagvormittag stellte er ganz unvermittelt an feinen Vater die Frage, wie oft er feine Bücher zu lesen pflege, ob er „immerzu" dasselbe Buch lese? Damit meldete Jürgen seinen Anspruch auf eine Kinderbücherei an, und seine Eltern überlegten die Frage, ob dieser Wunsch berechtigt sei. Bisher hatten sie die Kinderbuchfrage mehr unter dem Gesichtspunkt betrachtet, daß die Kinderbücher doch nur für eine kurze Lebensdauer bestimmt seien. Aber vielleicht hatte Jürgen recht — die Eindrücke in diesen Kinberjahren können zuweilen wichtiger werben als spätere Erlebnisse. Nichts los, draußen. Von Felix Riemkasten Wenn bie Sonne glüht, der mehlige Staub heraufquillt unter jedem Tritt, wenn die Menschen in Scharen ausgehen, bann nennen wir bas einen Tage am häufigsten vorkommen, nennen wir bie schönen Tag, unb bie Jahreszeit, in ber solche schöne schöne Jahreszeit. Die anberen Tage, bie anderen Zeiten, in denen der Himmel fast gänzlich grau ist, so daß die wenigen kleinen Fensterlein von Blau und Helligkeit doppelt köstlich wirken, das ist die „schlechte Jahreszeit". In Wirklichkeit ist die schlechte Jahreszeit die schönste. Sie bietet am meisten, sie mischt in der stummen Art der Natur das Hoffen- mit dem Drohen, sie spiegelt uns am besten das Leben wider, sie läßt uns die großen Gewalten in ihrem Ringen sehen, sie geht an das Mark der Dinge und zeigt bas wahre Wesen bes Lebens, nämlich bas Auslesen, Ausmerzen unb Verwerfen ohne Gnabe. Jeber kahle Baum läßt uns bas sehen. Stamm unb Aeste bieten sich bar, Zweige unb einige wenige Zweiglein, unb btefer Bestand an Kraft wirb imabläsitg nachgeprüst, was davon wert sei. im nächsten Frühling beim neuen Leben mitzumachen. Mancher Baum steht einsam unb wie verstummt in seinem bürftigen, kahlen Grau am Ranbe verlassener Wege, steht vor bem Himmel unb hält ftanb. Die Waldsäume weiter ab stehen mit rissigen, filigranartigen Säumen ba, ihr schwarzes Gezacke von feinster Art hebt sich rein unb schön vor bem Himmel ab. Am Nachmittag schwebt ein milchiges, bleiernes Grau über ber Lanbschast, bis bann rötlicher Dunst vom niebrigen Himmel herabsteigt, bis bas Grau sich insgeheim mit Farben anfüllt, bie hinter bem Himmel liegen unb nur eine Ahnung ihrer Art zulassen. Langsam stirbt bann in trgenb- welcher urweltlichen Ferne bie Sonne, wir wissen es nur, sehen können wir es nicht. Was wir sehen, das ist das allerletzte Verglühen riesiger Kräfte, die hinter vielen Vorhängen weit und ferne wirken, unb auf uns kommt nichts als ber schwelende, düstere, maßlos traurige Atem bes großen Bran- des. Rote Wolken, grüne, braune unb violejte Wolken, unb zuletzt bie Schwärze ber Nacht. Soviel Größe, Wahrheit unb Ehrlichkeit zeigen bie schönen Sommertage uns nicht. Im Sommer lieben wir bie Natur, in einer Art, wie junge Männer junge Mäbchen lieben. Sie lieben alle, sie lieben jede. Wer aber auch in karger Jahreszeit die Welt erwandert, der liebt sie besser, der sieht sie näher und empfängt mehr von ihr. Da ist dann die Natur wie ein Mensch, bei dem man getreulich weiter einspricht, auch in Zeiten der Not, nach wie vor. Da erst tut dieser Mensch uns die Seele auf, denn siehe, nun glaubt er, daß wir mehr sind als bloße Besucher. Ein schönes Heimwandern ist das, in ber Dämmerung, ben Wald entlang, am kahlen Acker dahin, und immer dabei dieses köstliche Einblauen und Eingrauen im Fallen des Lichtes. Glühend rot ist der Dunst geworden, farblos schwarz ist alles, was vor ihm steht. Im fernsten Himmel, tief über schwarzem Acker glüht ein Feuerstreif, in dunklen Schatten verlöschen die Formen der feuchten Wiesen und der schweigenden Aecker, weißer Nebel webt sein Tuch, das Dorf ist ein ruhender, tiefschwarz und ganz in sich gesättigter Klumpen Wohnlichkeit, und ein oder zwei Lichter darin rufen aus der dumpfen Masse heraus: „Hier sind Menschen!" Auf dem Nachtmarsch gehen dann glimmernde Sterne mit. Ihnen glauben wir es: es gibt eine Welt, es gibt Größe, Allmacht und ein Schicksal. Und so kommen wir (denn nie kann man sich ins Leere oerirren) immer wieder darauf zurück: Der Mensch allein ist das Maß aller Dinge. Es gibt keine schönen unb keine schlechten Jahreszeiten, es gibt nur offene, aufgetane Menschen, denen alles zuspricht, und neben ihnen gibt es dumpfe, schwere, träge, gefesselte Menschen, die nur das sehen, worüber sie gleichzeitig auch stolpern können. Welt offen! Welt zu! Und was ist „Welt"? D u bist es. Schachspiele mit schönen Figu at. Dielen Schachspielern ist es gar nicht gleichgültig, mit welchen Figuren sie spielen. Die notwendige geistige Hingabe und Konzentration scheint sich bei ihnen nicht einstellen zu wollen, wenn sie häßliche ober stofflich unzulängliche Figuren benutzen müssen. Die Kunst ber verschiebenen Zeiten hat sich deshalb bieses Gegenstandes bemächtigt unb zum Teil Schachspiele von höchster Dollenbung unb größter Originalität geschaffen. Bei einem Gang durch bas. Bayerische Nationalmuseum können wir solche Klein- Plastiken bewundern. Da gibt es Spiele aus Elfenbein, Ebenholz, Gold, Silber unb anderem Edelmaterial, die eigentümlichsten und kostbarsten Figuren, sowohl Darstellungen aus dem Leben des Orients, wie aus der Zeit der Landsknechte oder des Rokoko. Wir gewahren- Elefanten mit Türmen auf bem Rücken, Bauern mit drolligen Gebärden, elegante Kavaliere mit Dreispitz unb Degen unb fribe- rizianische Offiziere und Soldaten. Auch die Schach- breiter find, wie in der Zeitschrift „Die Kunst für Alle" mitgeteilt wird, mit großer Liebe unb viel Geschmack ausgestattet, entweber aus einer Verbindung aus Elfenbein unb Ebenholz, aus zweierlei Holz ober auch aus zweierlei Stein. Zum Teil finb bie Felber noch mit ben verschiebensten Silbern von Menschen unb Tieren geschmückt. Solche wertvollen unb historisch bemerkenswerten Spiele sinb auch noch in anberen Sammlungen, auf Schlössern, in Klöstern unb in Privatbesitz vorhanden; in ihrer Gesamtheit geben sie einen aufschlußreichen Ueberblicf über weite Strecken ber Kulturgeschichte.— Ob Persien ober China ober Indien bie ursprüngliche Heimat bes Schachspiels ist, hat bie Forschung bis heute noch nicht einbeutig klären können. Die Spielart unb die Bedeutung ber Figuren haben manche Wandlungen erlebt, bis ungefähr in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ber Zustanb erreicht würbe, auf bem wir uns auch heute noch befinben. In Deutschland war bas königliche Spiel lange Zeit ben höfischen unb oberen gebildeten Kreisen vorbehalten. Geistliche unb weltliche Fürsten erteilten Aufträge an. Schnitzer unb Gold- schrniede für bie kostbarsten Ausführungen. Die einzelnen Stücke würben häufig auch als Porträts hochstehender Persönlichkeiten hergestellL. Weg und Ziel -er deutschen Rechtserneuerung. Reichsminister Krank spricht auf -em Gautag -es BAGNI. Heffen-Aaffau. LPD. Frankfurt a. M., 26. Ott. In dem Saal des Bolksbildungsheims wurde die Gautagung des BNSDJ. eröffnet. Bezirksleiter Rechtsanwalt B o i g t wies darauf hin, daß das im Jahre 1920 aufgestellte Parteiprogramm als lebenswichtiger Grundsatz die Umgestaltung des Rechtslebens ein» schließe. Daß dieses neue Recht heute noch nicht vollendet vor uns steht, sondern daß gerade das Fundament geschaffen werden tonnte, sei nicht verwunderlich, denn es handele sich nicht einfach darum, die bestehenden Rechtsgrundsätze umzuwerfen und durch neue zu ersetzen. Das, was seit 500 Jahren in Fleisch und Blut übergegangen sei, könne nicht von heute auf morgen über Bord geworfen werden. Die Umprägung der deutschen Seele fei das Ziel. Heute ständen wir mitten in diesem Prozeß. Staatssekretär Dr. S t u ck a r t sprach dann über „Staat und Rechtswahre r". Der Redner führte dabei zur I u d e n f r a g e aus: Die Judenfrage kann nicht örtlich oder regional gelöst wer- den. Durch die auf dem letzten Parteitag bekannt gegebenen Gesetze wird diese Frage ihrer Regelung zugeführt, die Ausführungsbestimmungen, werden Die Angelegenheit endgültig klarlegen. Wer gegen diese Anordnung verstößt, setzt sich in Widerspruch mit der Parteiführung. Professor Dr. L u e r schilderte noch einmal die Ursachen, die zum Zusammenbruch der Wirtschaft geführt haben, um dann auf den Neuaufbau der Wirtschaft im Dritten Reich zu kommen. Auch die rechtliche Seite der bestehenden neuen Organisationen (DAF. und Reichswirtschaftskammer mit ihren Unterteilungen) unterzog er einer Beleuchtung, wobei er zu dem Schluß kam, daß der ständische Aufbau im Dritten Reich seine Krönung in den Leipziger Vereinbarungen gefunden habe. Aerchsmimster Dr. Frank spricht im Hippodrom. Mit einer Kundgebung im Hippodrom fand der Gautag feinen Höhepunkt. Neben den Juristen aus allen Teilen des Gaues sah man die führenden Persönlichkeiten der Partei und des Staates und der Behörden, an der Spitze Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger. Der Gauführer des BNSDJ., Rechtsanwalt und' Notar Kurth Wirth, eröffnete die Veranstaltung. Nach weiteren Begrühungsworten des Gauleiters sprach Reichsminister Dr. Frank. Der Führer hat uns, fo erklärte er u. a., eine so gigantisch große Aufgabe gestellt, wie sie vielleicht keine andere Nation, die das Recht bearbeitet, zu bewältigen hat. Zum ersten Male seit vielleicht zwei Jahrtausenden ist das deutsche Volk frei von Hemmnissen, die der Gemeinschaft entgegenstehen. Es ist wieder die Möglichkeit gegeben, aus dem ewig Naturgesetzlichen, Urwahren des deutschen Wesens eine neue Staats- und Volksgemeinschaftsordnung aufzubauen. Als Erstes war uns aufgegeben, die Einheit des Reiches herzustellen. Wir haben die Einheit der Justizoerwal- tung in verhältnismäßig kurzer Zeit restlos durchgeführt, und wir alle sehnen den Tag herbei, wo die Verwaltungseinheit des deutschen Volkes in der gleichen Weise durchgesetzt sein wird. Es gibt nur noch einen Staat, und das ist das Deutsche Reich. (Starker Beifall.) Es gibt nur noch eine Rechtsquelle, das ist das im Deutschen Reich souveräne nationalsozialistische Volk, und es gibt nur eine Willenszentrale für Reich und Volk und Bewegung, und das ist der Führer! (Starker Beifall.) Der Kampf gegen das römische R e ch t ist die ganz bewußt durchgeführte monumentale Säuberung unseres Gemeinschaftslebens von individualistischen, materialistischen Strömungen. Es ist nicht möglich, eine Volksgemeinschaft aufzubauen, wenn man den einzelne n in den Mittelpunkt stellt. Wir stellen bewußt die G e m e i n s ch a f t an den Anfang und an das Zielende auch des rechtlichen Wollens. Wenn man früher einmal gesagt hat. das ist Recht oder Unrecht, dann müssen wir heute fragen, was würde der Führer dazu sagen. Diese Einstellung zum Führer und seiner eigenen Person ist der kategorische Imperativ, nach dem das deutsche Leben von seht an vorzugehen hat. (Beifall.) Das Recht ist eine An- gelegenheitdes Volkes und der deutsche Rechtswahrer ist stolz darauf, daß er um des Volkes willen und nicht das Volk um seiner eigenen Person willen da ist. Es ist auf die Dauer unerträglich, daß Juden im deutschen Rechtsleben eine irgendwie geartete Rolle spielen. Wir wollen damit Schluß machen, daß die Richtstätten des deutschen Gewissens von den Repräsentanten eines fremden Volkes zu Börsen des Rechtshandels herabgewürdigt werden. Wir werden daher nicht müde werden in unserer Forderung der völligen Beseitigung des Juden aus der deutschen Rechtspflege. Der Richter ist deshalb eine der tragenden Figuren unseres Staatsaufbaues, weil er die Befugnis hat, im Namen der Volksgemeinschaft das Leben des einzelnen zu bestimmen. Der gemeine Verbrecher, der Berufsverbrecher hat es im Dritten Reich nicht leicht: wir werden ihn jagen und zur Strecke bringen. Wir wollen aber nicht, daß die kleinen Sünder, die da und dort eine Bemerkung fallen lassen, nun gleich wi e ein Staatsverbrecher beurteilt und verurteilt werden. Wir sind volksnah und so stark, daß ich den Appell an alle der Justiz Zugehörigen richten muß: vergessen wir nicht, daß nicht jeder Volksgenosse den Kodex der Wohlerzogenheit schon mit ins Leben bekommt, und daß da und dort einem Volksgenossen einmal die Galle überschäumen kann an den Erfahrungen, die er da und dort machte. Man soll auch auf dem Gebiete des Rechts- lebeus die ruhige Volks stimme hören. Das Volk ist immer gerecht. Ls ringt sich, ohne viele Worte zu machen, immer zu einer Grundanschauung durch, die dann in die allgemeine geschichtliche Entwicklung hineingehört. Es irren die einzelnen, ein Volk irrt nicht. Das Recht darf daher nicht eine volksfremde, gleichsam autoritär staatlich überspitzte eiserne Waske vor dem Antlitz tragen. Das Recht muh auch die versöhnliche mit gütigem Humor gewürzte Erkenntnis der kleinen Schwächen und Fehler des Menschen repräsentieren. Wir sind ein so starker Staat und eine so starke Gemeinschaft, daß wir nicht von Aeuhe- rungen des einzelnen Schaden tragen. Da aber, wo einer offenbar gegen uns aufzutreten wagt, erwarten wir, daß die Justiz eine starke Waffe des deutschen Gerechtigkeitssinnes ist. Wir sehnen uns nach dem neuenStrafrecht. Wir wünschen, daß die Bewegung, die als maßgeblich für die Rechtspolitik das entscheidende Wort zu sprechen hat, auch dazu kommen wird, dieses Strafgesetzbuch so vorbildlich auszugestalten, daß die Welt endlich mit ihrer Meinung aufräumt, als ob wir in Deutschland barbarischen Ansichten über den Rechtsrückschritt das Wort reden wollten. So solide, anständig und menschlich sauber wie der beutsche Strafvollzug wird zur Zeit kein Strafvollzug in der Welt gehandhabt. Die Fürsorge, die die Gemeinschaft für den einzelnen im nationalsozialistischen Staat in den Mittelpunkt ihrer Aufgaben gestellt hat, wird auch dazu führen, daß Tausende von Delikten, die aus Not oder Verzweiflung begangen wurden, immer mehr und mehr aus der Statistik unserer Kriminaliat verschwinden. Die Kriminalität ist in Deutschland in fortwährendem Rückschritt begriffen. Wir brauchen ein national- sozialistisches bürgerlichesRecht. Einen wesentlichen Fortschritt bedeutet bereits die Einführung des Reichsbürgergesetzes. Es war ein Wahnwitz sondergleichen, durch die Emanzipation der Juden die Verfälschung des Begriffes „Staatsangehöriger" zuzulässen. Es ist nicht wahr, daß das deutsche Volk eine Gemeinschaft von Staatsangehörigen ist. Das deutsche Volk ist eine Rassen- u n b Blutsgemeinschaft. Wir können es heute nicht mehr ertragen, daß jemand in Deutschland aufstünde und seine materialistischen Eigen- tums Interessen den Interessen der Gemeinschaft voran- oder entgegenstellen wollte. Wir anerkennen in dem Eigentum nur die Berufung des einzelnen, desto mehr zu opfern, je mehr er über Güter verfügt. Wir werden auch für die Begriffe der Familie zu ganz neuen Betrachtungen kommen. Es wird auf die Dauer nicht möglich fein, die Regelung der Beziehungen der Ehegatten untereinander nach Art eines kaufmännischen Vertrages zu gestalten, wie das im Bürgerlichen Recht der Fall ist. Es muh daher auch auf dem Gebiete des Ehewesens mit dem Ansehen der Ehe zugleich die heilige volkswefent- liche Einrichtung gesichert werden. Die Ehescheidung werden wir unter Prinzipien Berlin, 26. Okt. (DNB.) Der R e i cf) s f d) a fern e i ft e r der NSDAP. Schwarz hat laut NSK. ende Anordnung erlassen: er Führer hat verfügt, daß die Angehörigen der HI- und des BDM. künftighin unter bestimmten Voraussetzungen als Mitglieder in b i e NSDAP, ausgenommen werben. Aus biesem Grunbe hebe ich hiermit alle bisher erschienenen Verfügungen unb Anordnungen betreffend die Aufnahmen von Angehörigen der HI. unb des BDM. auf. Im Einvernehmen mit bem Reichsjugenbsichrer bestimme ich nunmehr folgenbes: 1. Hitlerjungen werden nach Vollendung des 18. Lebensjahres und die Mädchen des BDM. nach Vollendung des 21.Lebensjahres in die NSDAP, unter folgenden Voraussetzungen ausgenommen: Die Hitlerjungen müssen 4 Jahre ununterbrochen vor ihrer Aufnahme in die NSDAP, der Hitlerjugend angehört haben. Die Mädchen des BDM. müssen dem Bunde vier Jahre ununterbrochen vor ihrer Ausnahme in die NSDAP, angehört haben. Voraussetzung für die Aufnahme der Jungen unb Mädel in die NSDAP, ist ferner, daß sie durch eifrige Erfüllung ihrer Dienstobliegenheiten unb tabellofe Führung innerhalb unb außerhalb bes Dienstes sich in Gesinnung unb Charakter als zuverlässige Nationalsozialisten unb Nationalsozialistinnen erwiesen haben unb bie Gewähr, baß sie auch nach Aufnahme in bie Partei wertvolle Mitglieber ber NSDAP, werben. Die A n m e l b u n g ber einzelnen Jungen unb Mäbel hat mit ben üblichen orbnungsgemäfj ausgefüllten Aufnahmescheinen zu erfolgen. Die Aufnahmeerklärungen finb auf bem Dienstweg, also über bie Ortsgruppen ober Stützpunkte unb bie Gaue an bie Reichsleitung einzusenben. Mit der Aufnahmeerklärung ist gleichzeitig eine Bestati - Paris, 26. Okt. (DNB.) Der Radikalsozialistische Landesparteitag nahm eine Entschließung an, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Landestagung mit aller Schärfe die herausfordernde unb nicht zu bulbenbe Tätigkeit ber Kampfbünbe, bie offen ben Bürgerkrieg vorbereiteten, mißbillige. Die Landestagung, so heißt es weiter, hält es für unbebingt erforberlich, die bisher von der Regierung getroffenen Maßnahmen durch neue wirkungsvolle Anordnungen zu ergänzen, nämlich: 1. die Durchführung der Maßnahmen, die vom Straf- und Zioilrechtausschuß der Kammer auf Vorschlag der Regierungen Doumergue unb Flanbin bereits angenommen worden sind, und die wirkungsvolle Auflösung ber Kampf- b ü n b e gestatten. 2. Das Verbot militärähnlicher Uebun- g e n unb bas Verbot von Massenauf- zu stellen haben, die in den Mittelpunkt stellen, daß das Sind, das der Gemeinschaft geschenkt wurde, das Band zwischen den Ehegatten ist, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, diesen Bund zu halten, die Lösung unter Voraussetzungen möglich sein mutz, die auch wiederum das Martyrium des Ehefchei- dungsprozesses des Bürgerlichen Rechtes endlich vom deutschen Volke nimmt. Wir haben bie eine große Verpflichtung, bie Gesetze, unter benen ber Name eines Abolf Hitler steht, als heilige Werke unseres Dolksgeistes anzuerkennen. (Beifall.) Auf bem Gebiete bes Staates unb ber Volksorganifation, auf dem Gebiete ber Betreuung ber beutjchen Kultur hat der Ewige die Vollmacht allein in bie Hände bes Führers gelegt. Der Führer ist baher für uns ber bem deutschen Volk von Gott geschickte Streiter um bas deutsche Recht in ber Welt! (Langanhaltenber stürmischer Beifall!) gung ber zustänbigen Dien ft ft eile (des Bannführers bzw. ber Untergauführerin) über bie Zugehörigkeit zu ben Organisationen unb bie bisherige Führung vorzulegen. Eine Aufnahmegebühr ist weber von ben Angehörigen ber HI. noch von denen bes BDM. zu entrichten. Es wirb allen Dienststelkn zur Pflicht gemacht, nur bie Aufnahmescheine solcher Jungen unb Mädel vorzulegen, bie bas 18. bzw. 21. Lebensjahr bereits vollenbet haben. 2. Angehörige ber HI unb bes BDM., bie das 18. bzw. 21. Lebensjahr bereits überfchrit - t e n haben unb bis heute aus irgenbwelchen Gründen nicht in die Partei ausgenommen worden sind, können nachträglich noch in bie NSDAP, ausgenommen werben. (In biesem Falle ist bie Be- cheinigung über bie Zugehörigkeit zu ben Organi- ationen unb bie Zuverlässigkeit burch ben Gebietsführer bzw. bie Obergauführerin zu erstellen.) Es gelten für biefe Volksgenossen biefelben Voraussetzungen wie für biejenigen Angehörigen ber HI. unb bes BDM., bie unmittelbar nach Vollenbung des 18. bzw. 21. Lebensjahres aus der Jugendorganisation in bie NSDAP, überführt werben. Eine Aufnahmegebühr wirb gleichfalls nicht erhoben. Für biefe unter Ziffer 2 aufgeführten Angehörigen ber Jugendorganisationen wirb als l e tz- t e r Termin für bie Vorlage ber Aufnahmeerklärungen bei ber Reichsleitung ber 31. 2) e • zember 19 3 5 bestimmt. 3. Es wirb ausbrücklich bemerkt, baß Aufnahme- gesuche, bie unmittelbar bei ber Reichs- leitung, also unter Umgehung bes Dienstweges vorgelegt werben, zwecklos sind. Das gleiche gilt für Gesuche, benen bie vorgeschriebene Bestätigung ber zustänbigen Dienststelle ber HI. bzw. bes BDM. nicht beigefügt ist. 4. Diese Anorbnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. m ä r f d) e n, selbst wenn diese auf Privat- grunbftürfen ftattfinben. Die Landestagung erwarte von ihren Abgeordneten, diese Forderung auf die Tagesordnung des Parlaments zu fetzen und die Teilnahme an ber Regierung ober bie Unterstützung ber Regierung burch bie Radikalsozialistische Partei von ben zwingenben Bebingungen abhängig macht, keine gewaltsame Agitation mehr zu b ul ben, bie mit bem Regime nicht vereinbar ist. Die Entschließung würbe e i n ft i m m i g angenommen unb Herriot als Vorsitzender der Partei zum vierten Mal einstimmig wieder- gewählt. Die Pariser Presse verurteilt in ihrer Mehrheit in schärfster Form bie Beschlüsse bes radikalsoziali- stischen Parteitages hinsichtlich ber Kampfbünbe unb wirft ber Partei vor, gerabe in bem Augenblick, Nachwuchs derparieiausHL.undBOM. Die Nadikalsozialisten fordern Auflösung der Kampf-ünde. Scharfer Widerspruch in der presse der Rechten. In dem Bestreben, den Rauchern mit jeder nur möglichen Qualitätsverbesserung zu dienen, liefern wir jetzt die ALVA GOLD mit geschlagenem Blattgold-Mundstück. wo die Regierung Ruhe und Frieden brauche, um die internationalen Verhandlungen zu einem befriedigenden Abschluß zu führen, als Störenfried aufzutreten und das parteipolitische Interesse vor das Staatsinteresse zu stellen. Schon das Zusammengehen der Radikalsozialisten mit den Mar- risten und Kommunisten in der Volksfront, so schreibt der „T e m p s", sei unvereinbar mit dem Burgfrieden der Regierungsmehrheit. Der Druck, den die Partei in der Frage der Kampfbünde auf die Regierung ausüben wolle, sei unannehmbar, weil er dazu führen würde, daß neben den Beschlüssen der Regierung noch der Wille u n v e r a n t w o r t l i ch e r A u s s ch ü s s e gelten könnte. Auch Journal des Debats ist empört über die Forderung nach Auflösung der rechtsgerichteten Kampfbünde. Diese Bünde seien die einzige Barriere gegen die kommunistischen Umtriebe, und man müsse sich fragen, ob die Radikalsozialisten Frankreich dem Bolschewismus ausliefern wollten. — Echo de Paris bezeichnet die Entschließung als die teuflischste, die jemals ein radikalsozialistischer Parteitag zustande- gebracht habe. Es handele sich um eineHöllen- maschine mit verspäteterExplosions- Wirkung. Die radikalsozialistische Kammerfraktion sei jetzt in der Lage, ein wahres Erpressungsmanöver gegen die Regierung durchzuführen. Die wahren Staatsbelange feien von dem Haß und Terror der Radikalen einfach an die Wand gedrängt worden. „I o u r" schreibt, es fei wahrscheinlich, daß man versuchen werde, einen Druck auf Laval auszuüben, damit er die nationalen Bünde machtlos mache, um den Moskauer Umtrieben freie Hand zu lassen. „Mein Freund Litwina w", wie H e r r i o t ihn in seiner Rede genannt habe, werde bann von einem Balkon am Concordien-Platz aus den Augenblick abwarten, wo man auf dem Marineministerium und der Kammer die Fahne mit Sichel und Hammer Hochziehen werde. — Die links gerichteten Blät- t e r geben selbstverständlich ihrer Zufriedenheit bar» Über Ausbruck, daß zwischen ben beiben markantesten Persönlichkeiten ber Partei, Herriot unb Dala- bier, eine Aussöhnung sta^gefunben habe unb sich bie Partei außerbem rückhaltlos ber Volksfront anschließt. Die Blätter der Linken begrüßen auch den Vorstoß gegen die Kampfbünbe. Keine Aussicht auf baldige Regelung des Abessinienkonflikts. Mussolinis Bedingungen für England unannehmbar.— Oie Sanktionen stoßen auf Schwierigkeiten. London, 28. Oft. (DNB. Funkspr.) „Mor- ning Poft" berichtet, baß Mussolinis Frie- densforberungen gegenwärtig im Außen- Ministerium geprüft würben. Die Bereitwilligkeit Italiens, Friedensbedingungen zu erörtern, werbe als ermutigenb betrachtet. Die italienischen Forberungen eröffneten aber keine große Aussicht auf eine baldige Regelung, ba sie weit über bas hinausgingen, was ber Völkerbunb anzubieten bereit ist. Dafür habe bie britische Regierung Lavals Anregung ablehnen müssen, bie auf einen Aufschub ber Anwenbung von Sühnmaßnahmen abzielte. Es sei wahrscheinlich, baß Laval ber Fortsetzung bes Verfahrens zu stimmen werbe. In Lonbon werbe erwartet, baß man a m nächsten Donnerstag bas Inkrafttreten ber Sühnemaßnahmen für spätestens Mitte November festsetzen werbe. „Times" meint, Mussolinis Anregungen in ihrer jetzigen Form seien zweifellos für Lonbon unannehmbar. Aber verantwortliche Kreise glaubten, baß es sich nur um ben Beginn einer Zeit hartnäckigen Feilschens hanbele. Es fei anzunehmen, baß bie französische unb bie britische Regierung Gegenvorschläge machen würben, um einen gerechten Ausgleich herbeizuführen, unb dies werbe sicher Zeit erforbern. Im „Daily Telegraph" heißt es, bie britische Regierung glaube, baß bei ausreichenber Energie Englands unb Frankreichs Sühnemaßnahmen z u einem wirksamen Hinbernis für Italiens Felbzug in Abessinien gemacht werben könnten. Die Vereinbarung einer gemeinsamen englisch-französischen Politik sei viel weiter gegangen, als allgemein erkannt werde unb zwar sowohl hinsichtlich ber Anwenbung von Sühnemaßnahmen wie bes gegenseitigen Beistandes im Mittelmeer. Die britische unb bie französische Regierung unb ihre Stäbe arbeiteten im engsten Einvernehmen. Die Aufgabe bes Völkerbunbsausschus- ses am Donnerstag werbe schwierig sein. Die Nichtteilnahme Oe st erreich s, Ungarns unb Deutschlanbs an ben Sühnemaßnahmen rolle Fragen auf, bie noch nicht gelöst seien. An- bere europäische Staaten, wie z. B. Spanien, seien nicht begeistert unb Brasilien unb Argentinien würben eine weitere Lücke in ben Ring ber Sühnemaßnahmen reißen. Auch Pariser Blätter sehen skeptisch. So schreibt „£e Jour": Für Petroleum unb Baumwolle bleibe bas Tor offen. Damit sei eine Blockabe nicht mehr durchführbar. Dreißig Staaten hätten sich bisher für bas Waffenausfuhrverbot ausgesprochen, neun seien ben finanziellen Sühnemaßnahmen beigetreten, unb nur brei Staaten, barunter Frankreich, willigten ein, bie Ausfuhr gewisser K r i e g s r o h sto f f e nach Italien zu verbieten. Es bestehe also noch keineEinstimmigkeit, unb es sei völlig abwegig, von gewissen Staaten zu forbern, in einen Wirtschaftskrieg gegen Italien einzutreten, wenn ihre Handelswettbewerber nicht mitmachten. Frankreich führe für 800 Millionen Franken nach Italien aus. Dieser Markt werbe für Frankreich verloren fein. Amerika hält sich heraus. Hulls Antwort an den Sanktionsausschutz. Washington, 27. Oft. (DNB.) Der amerikanische Gesandte in ber Schweiz hat dem Präsibenten ber Sanktionskonferenz Vasconcellos bie Antwort ber Vereinigten Staaten auf bie Anfrage bes Völkerbunbes nach ber Haltung Amerikas zu ben Sühnemaßnahmen im italienisch- abessinischen Streitfall überreicht. Staatssekretär Hüll erklärt, baß bie amerikanische Regierung nicht in ben Krieg hineingezogen zu werben ober zur Kriegsverlängerung beizutragen wünscht. In ber Ueberzeugung, baß ber Krieg jedem ßanbe schabe, ernstlich bie Wirtschaftslage eines jeben gefährbet, unnennbare menschliche Leiden unb sogar ben Bestaub unserer Zivilisation bebroht, wirb bie amerikanische Regierung ben Buchstaben unb ben Geist bes Paktes von Paris und anderer Friedensverpflichtungen einhal- t e n. Sie verpflichtet sich, jederzeit nicht nur ihren moralischen Einfluß zugunsten bes Weltfriebens geltend zu machen, sonbern auch aus je b e mögliche praktische Weise innerhalb ber Grenzen ihrer Außenpolitik zu biesem Ziele beizutragen. Sie verfolgt mit sympathischem Interesse bie einzelnen ober gemeinsamen Bemühungen anberer Nationen, ben Frieben zu erhalten ober ben Krieg zu lokalisieren bzw. abzukürzen. Italienischer Vormarsch an der Eritrea-Front. Asmara, 28. Oft. (Funkspruch bes Kriegsberichterstatters bes DNB.) Die Heeresgruppe „Pir- zio Biroli" hat ihren Vormarsch bereits wieber aufgenommen. Die Schwarzhemden- Brigabe unter General Diarnanbi hat, aus- gehenb von ihren Stellungen am Berg Sarnaiata, auf ihrem Vorstoß bie 15 Kilometer entfernt lie- genbe Ortschaft Addi Nefas erreicht. Nach ben Frontberichten ber italienischen Presse finb bie beiben Flügel ber italienischen Eritreafront in langsamem Vorrücken. Das in ber Frontmitte stehende Eingeborenenkorps hat viel schwierigeres Gelänbe mit starken Höhenunter- I M 9t- Wi VI K b W st ' i •» -'M M Die italienischen Zwei-Mann-Tanks sollen sich beim Vorgehen in bem schwierigen abessinischen Gelände gut bewährt haben. — Unser Bilb zeigt bie Tanks beim Vormarsch burch die tropische Vegetation ber abessinischen Berge. — (Weltbilb-M.) schieden zu überwinden, als bie beiben Flügel, bie ihren Vormarsch ben Flußtälern anpassen können. Von ber Somalifront werben neue ftarfc Regenfälle gemelbet. Sultan Baabo, der anstelle des übergetretenen Olol Dinle vom Negus ernannte Gouverneur ber Schaweli, soll von ben Anhängern seines Vorgängers ermordet worben sein. Büchertisch. — Carl Aug'ust Brasser: Ein seltsamer Mann. Roman. Ausstattung von Gunter Böhmer. 208 Seiten. Kart. 3.80' Mark, Leinen 4,80 Mark. Werner Plaut Verlag, Düsseldorf. — (320) — Die Geschichte eines Weitgereisten, zugleich bie Geschichte breier Frauen, bie schön, gut, klug unb dennoch keine Heiligen waren; sie spielt in Deutsch- lanb unb in vielen fremben Ländern. Es ist bie Geschichte bes ewigen Heimwehs berer, bie auf frember Erbe leben unb in Deutschland geboren wurden. Endlich die Geschichte eines Menschen, ber unter vielen Qualen leben mußte, bis er endlich die Erlösung fand. — Ludwig von Wohl: Es kommt ein Mann nach Belawan. Ein Roman auf Sumatra. 310 Seiten. Schützen-Verlag, G. m. b. H., Berlin SW. 19. — (340)) — Der Roman behandelt die Geschichte eines jungen deutschen Malers, der als Weltenbummler- nach Holländifch-Jndien kommt, dort in eine große politische Intrige — Aufruhr der Eingeborenen — verwickelt wird unb nebenbei eine reizvolle unb eigenartige Liebesgeschichte mit einer schönen Engländerin erlebt, bie als Agentin im Solde ber Malaien einen holländischen Arzt zu beseitigen versucht, der seinerseits in sie verliebt ist unb unbewußt ihr Gegenspieler auf bem politischen Schachbrett ist. Die Lösung bes Konfliktes und bie Rettung ber Weißen aus höchster Gefahr vollzieht sich überaus bramatisch. — Hans Leifhelm: Steirische Bauern. Erzählungen unb'Schilderungen. (Die kleine Bücherei, Band 54.) Geb. 80 Pf. Albert Langen-Georg Müller München. —(315) — Den steirischen Bauern und ihren Höfen in ben Tälern und Bergen widmet Hans Leifhelm diesen Kranz von Darstellungen und Erzählungen. Die Kargheit bes Bodens, bie Verhaltenheit unb Verschlossenheit ber Menschen sind barin ebenso anschaulich eingefangen wie bie leuch- tenbe Schönheit ber Bergwelt unb bie Leidenschaft biefes kernigen Bauernvolkes. Mit ber Genauigkeit seiner Beobachtungen und der Treffsicherheit seiner Sprache gibt Leifhelm, ben wir unseren Lesern be= reichs als Lyriker vorstellen konnten, ein einbring- liches Bild ber weltabgeschiebenen steirischen Alpen- börfer. Aus aller Welt. Fünf Menschen bei einem Autounglück in Frankreich verbrannt. Fünf Personen finb bei einem Kraftwagen- Unglück auf ber Lanbstraße zwischen Amiens unb Pans verbrannt. Aus unbekannter Ursache fuhr ber Wagen gegen einen Baum. Er war sofort in ein Flammenmeer gehüllt, so baß sich bie Insassen nicht mehr aus bem geschlossenen Wagen befreien konnten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch ben neuen Jslanbroirbel war über bas Wochenende eine Zufuhr feuchtwarmer Luft in Gang gekommen, ber in bem Dftfeegebiet anbere Wirbel sich verstärken unb damit feinen Einfluß auf unser Wetter nach kurzer Unterbrechung wieder aufleben ließ. Das Aufgleiten der herangeführten Warmluft an bie zunächst noch vorliegenbe Kaltluft führte in Deutschland zu ausgebehnten unb viel- fast außerordentlich ergiebigen Niederschlägen. Dis Niederschlagsmengen bewegten sich im allgemeinen zwischen 20 unb 100 Liter pro Quabratmeter, so baß ein kräftiges Ansteigen ber Gewässer zu erwarten ist. Aussichten für Dienstag: Zunächst wechseln!) bewölkt mit einzelnen Nieberfchlägen, bann wieber zunehmende Verschlechterung unb Nieber- schlagstätigkeit, bei lebhaften Winben aus Westen unb Sübwesten für bie Jahreszeit zu milb. Aussichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus Sübwesten unb Westen Fortbauer bes unbeftänbigen unb zu Nieberfchlägen neigenden Wetters. Lufttemperaturen am 27. Oktober: mittags 9,7 Grad Celsius, abends 11,8 Grad; am 28. Oktober; morgens 13,5 Grab. Maximum 13,6 Grad, Minimum 5,1 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An- ' zeigen: Theobor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck unb Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- unb Stein» brucferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einscyließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Eisenbahn -Fahrbeamten - Verein Herr Wilhelm Jünger, Zugführer im Alter von 59 Jahren. Der Vereinsführer. 62290 Giefien. den 28. Oktober 1935. ä 6227 D Neuen Friedhof statt. Zahlreiche Beteiligung erbeten. a. d.Gst. Anzeig. 6222l)a.d.G.A. Wissenschaftliche Werke ~ ^tpnun^1tJL0 Sondergebiet der Dr. wff ' 6226 Dl Brühl'schen Druckerei Walltorstr. 48 I. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Jünger, geb. Zinkann* Plötzlich und unerwartet verschied am Abend des 25. Oktober mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Cousin Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Unser lieber Kamerad Wilhelm Jünger ist plötzlich in die Ewigkeit abberufen worden. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Oktober 1935,14 Uhr, auf dem Der Führerrat. 6224 D Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Frieda Schwalb Wwe. und Kinder nebst Mutter und allen Angehörigen. Alb ach, den 27. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Oktober, nachmittags 2l/2 Uhr. in Alb ach statt. Wegen Erkrankung mein. Mädchens suche sofort em Mädchen a. liebst. v.Lande. Zu erfr. i.d. Ge- schäftsst. d.G.A. Stellenangebote A eueres, zuver- lässiges Mädchen mit lückenlosen Zeugnissen in frauenlos. Haushalt für sofort gesucht. Adresse z. erfragen unter Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 5 Uhr, meinen lieben, unvergeßlichen Gatten, unseren lieben Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Paten Philipp Schwalb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden plötzlich und unerwartet im blühenden Alter von 32 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Krankheitshalb, tüchtiges 6228D Mädchen Unser Vereinsmitglied, der Zugführer Wilhelm Jünger ist plötzlich gestorben. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Oktober um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Alle dienstfreien Kollegen werden gebeten, sich recht zahlreich zu beteiligen. Aktive in Uniform mit V ereinsabzei chen. Mietgesuche | 2-3-Zim.Wohn. m. Küche von jg. Ehepaars Reichswehr) für I.Dez. ev. früh, gesucht. Schr. Angeb. mit Preis it. 623ID an d. Gieß. Anz. Jg. Dtann sucht Ml. Zimmer NähePlockstraße für sos. 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Ein trüber regnerischer Herbstmorgen ging über der anhaltischen Hauptstadt auf, die dem entschlafenen Reichsstatthalter Gauleiter Löper so viel verdankt. Kein Haus, an dem nicht eine umflorte Fahne weht. In vielen Fenstern sieht man das Bildnis des Reichs- ftatthalters mit Blumen geschmückt und schwarz umflort. Im Friedrich-Theater ist der tapfere Streiter Adolf Hitlers im Schmucke der Känze, Blumen und Orden aufbewahrt. Der Blutorden kündet von dem Mute des ehemaligen Pionier- Hauptmannes in schwersten Stunden der Bewegung. Um 10.45 Uhr war der Sonderzug des F ü h r e r s auf dem Bahnhof eingelaufen. In langgeistigen oder kulturellen Leben des Landes erreicht sei. Das Wohl der großen Masse aller schaffenden Menschen lag ihm besonders am Herzen. Die Ansprache des Führers. Dann sprach der Führer. Mit tiefbewegten, alle Herzen ergreifenden Worten des Dankes und der Teilnahme nahm der Führer Avschied von seinem alten Mitkämpfer und Gauleiter. Wenn das Schicksal einen Mann besonders lieb hat, so führte er u. a. aus, und ihm das Schönste aus der Welt schenken will, dann gibt es ihm treue Freunde, Männer, die Freud und Leid mit ihm -■ M & . 4 A : ■ ,A Vorn der Führer neben der Gattin des Verblichenen, an deren Seite Rudolf H e ß. Im Hintergrund Reichsminister Dr. Goebbels mit Dr. Ley und Reichsstatthalter Rittervon Epp. (Scherl-B:lderdienst-M.) samer Fahrt ging es durch ein dichtes Spalier zum Friedrich-Theater. Vor dem Theater erstattete der Divisionskommandeur dem Führer Meldung, ebenso die Führer der Ehrenkompanie des Infanterieregiments 33, der Leibstandarte und der Trauerparade, die ebenfalls vom Infanterieregiment 33 gestellt wurde. Der Führer begab sich in das Theater. Er sprach zunächst Frau Löper in herzlichen Worten seine persönliche Anteilnahme aus. Frau Löper nahm zwischen dem Führer und dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß Platz. In der großen Trauerversammlung erblickte man fast alle Reichsleiter, Reichsführer SS. Himmler, SA.-Stabschef Lutze, das gesamte Führerkorps des Gaues Magdeburg-Anhalt sowie die Führer sämtlicher RS.-For- mationen. Das Parzival-Dorspiel erklingt. Der Gesangschor „Sei getreu bis in den Tod" leitet über zu den Traueransprachen. Der anhaltische Llaatsminister Freyberg schllderte dann das Charakterbild des Toten mit Den Worten: „Rrücksichtslos gegen dich selbst, aber unerbittlich gegen die Feinde Deutschlands führtest du mit heiligem Eifer und innerer Glut den Kampf. Dein Wort war gewaltig und 'gewann dir die Herzen des ganzen Landes Anhalt. So führtest du in Anhalt den Nationalsozialismus zum Sieg." Der braunschweigische Ministerpräsident ktagges hob besonders die Tätigkeit Löpers auf dem Gebiet der Volkswohlfahrt hervor. Niemals habe man ihn befriedigter gesehen, als wenn er die Meldung entgegennehmen konnte, daß wieder eine Arbeitsstätte eröffnet oder gegründet sei, daß wieder Zehntausende deutscher Menschen dem Elend der Erwerbslosigkeit entrissen und in lohnende Beschäftigung gebracht, daß wieder Hunderte gesunder Wohnungen fertiggestellt, daß wieder diese Gemeinde oder jener Kreis seine finanzielle Gesundung erreicht und daß diese oder jene Verbesserung im gemeinsam zu ertragen entschlossen sind, Männer, die nichts irre machen kann, Männer, die gerade in den Tagen der Not besonders hart und entschlossen zu ihm stehen. Dieses Glück ist mir wie wohl wenigen Menschen auf der Welt im reich st en Maße zuteil geworden. In der Zeit des großen Ringens um Deutschland, als ich auszog, mir eine Schar zu werben, um diesen Kampf mit mir zusammen zu bestehen, da fanden sich Männer zu einer Gefolgschaft zusammen, wie wir sie nur aus alten Heldensagen kennen. Aber dieses Glück langer Jahre, es wird zum Schmerz, wenn ich es, nun erlebe, wie der eine ober andere aus dieser Kampfgemeinschaft abberufen 'wird. Zum zweitenmal in diesem Jahre stehen wir an der Bahre eines Kampfgenossen 'n diesem..Streit um Deutschland. Und wenn ich heute spreche, dann rede ich als der glückliche und doch jetzt so unglückliche Führer, der einen seiner alten Garde nun zu Grabe geleiten muß, einen Mann, wie es auch in unserer Bewegung nur wenig gibt. Er ist einst zu mir gekommen, als von dieser Bewegung nichts anderes zu erwarten war, als Opfer und Sorgen, Verfolgung en und Schmähungen. Er kam zu mir, als ich — selbst ein gefangener 2Uann, wehrlos und von vielen aufgegeben — ihm gar nichts bieten konnte. Damals, da stieh zu jener Schar unzertrennlicher Männer, die entschlossen waren, den Kampf für ein neues Deutschland unter allen Umständen und auf jede Gefahr hin sofort wieder aufzunehmen und weiterzuführen, auch dieser unbekannte Parteigenosse. Es war wirklich nurdie Liebe zu Deutschland; denn sein Eingang in die Bewegung war verbunden mit den schwersten persönlichen Opfern. Denn dieser Mann war vorher Soldat gewesen, und er konnte nichts anderes gewesen sein als ein Der Trauerzug vom Friedrich-Theater nach Mildensee. Der Sarg ruht auf einer Lafette. Dahinter sieht man den Kranz des Führers, dem die Angehörigen und in weiter Ferne der Führer folgen. (Scherl-Bilderdienft-M.) M zZ-, ■ M M 1 4 Sfcx, * ' , Lz f S MW V. :.,z Soldat, Soldat aus der ganzen inneren Hingabe an diesen Beruf. Und nun mußte er aus der Armee" scheiden, da er sich für die Bewegung entschied. Das war sein erstes schweres Opfer, das erste Zeugnis der Liebe zu Deutschland. Und dieser Mann der grenzenlosen Liebe zu Deutschland war auch ein Mann eines unerschütterlichen Glaubens; denn er kam nicht in dem Augenblick, da auch dem Zweifler die Zukunft der Bewegung als etwas Selbstverständliches vor Augen stehen mußte. Nein, er kam in dem Augenblick, in dem viele, viele verzagten, da das andere Deutschland schon glaubte, triumphieren zu können. Und dieser Glaube, der sich bei ihm in einer klaren und hellseherischen Hoffnung offenbarte, der hat sich verbunden mit einer einzigartigen Treue. Es ist heute für Millionen, die zu uns gestoßen sind nach dem großen Kampf, und für die Millionen, die, vielleicht gebannt von dem Erfolg der Bewegung, neben uns und hinter oder seitwärts von uns marschieren, gar nicht ver- ländlich, was diese Bewegung von ihren Mitkämp- ern an Treue fordern mußte, wie groß die Ver- uchungen waren, die laufend an die einzelnen Männer herangetreten sind. Wie auf der einen Seite das scheinbar Aussichtslose des Beginnens sich verband mit den lockendsten Versprechungen auf der anderen Seite, und wie zu alledem manchesmal ja auch eine tiefe Verzagtheit stoßen mußte, wenn sich alles gegen uns verschworen zu haben schien, und wenn es oft aussah, als ob uns das Glück ganz und gar verlassen hätte. Einige sind ihm erlegen, die große, die weitaus große Mehrzahl meiner alten Garde aber, sie hat standgehalten. Aber auch unter denen, die standhielten, ragten wieder einige hervor, die über jede solche Anfechtung geradezu turmhoch erhaben schienen. Und einer unter diesen aller Treuesten, das war der Parteigenosse £ ö p e r. Ich weih das. Dir haben in der Kampfzeit nie davon geredet, es hätte das ja auch keiner verstanden. Ich habe das niemals öffentlich erklärt. Aber heute, an der Bahre meines toten Kampfgenossen, da muh ich das aussprechen, nicht mehr für ihn, aber für Deutschland, für die deutsche Jugend, dah sie sich ein Vorbild nehmen möchte, und daß sie verstehe, daß dieses neue Reich uns nicht geschenkt worden ist, sondern schwer erkämpft werden muhte, dah dieser Kampf ein sorgenvoller war, und daß in diesem Kampf die Mnner sich bewähren mußten, daß nur ein Uebermaß an Liebe zu Deutschland, an Glauben, Opferwilligkeit und Treue diesen Parteigenosse Löper war ein Fanatiker. Aber er war darüber hinaus auch ein in sich fester und harter, granitharter Mann, vielleicht für viele manchmal herzlos erscheinend, weil er ohne jeden Gedanken an einen möglichen Kompromiß den Dingen und den Personen gegenübertrat, und der dann, wenn andere vielleicht doch meinten, man müsse irgendeine Verständigung mit diesem Zustand oder jener Person suchen, sich wie ein unerbittlich warnendes Gewissen dagegen stemmte und erklärte: Ich kann das nicht! Ich tue das auch nicht! Er war beharrlich wie wenige, unermüdlich tätig und immer überzeugt: Am Ende muß es uns gelingen! So ist dieser Parteigenosse vielen von uns ein Vorbild gewesen auch in seiner menschlichen Einfachheit, in seiner persönlichen Schlichtheit und dem Fehlen jedes Pathos: Nichts als ein Diener an unserem großen gemeinsamen Werk! Der Hauptmann der Pioniere des Weltkrieges, er ist ein Hauptmann und Pionier geworden der nationalsozialistischen Weltanschauung, unserer Revolution und damit unseres neuen deutschen Reiches. Er ist damit fein Mann der Vergangenheit. Indern er diesen Kampf in seinem Leben kämpfte, lebt er für uns weiter in seinem Tode. Er ist ein Dann für die deutsche Zukunft. Er verdient es, dah er herausgehoben wird aus der Dafse der hunderttausende und Millionen, um der Nation vorgehalten zu werden für alle Zeiten. Und dieses gilt besonders für die deutsche Jugend. Sie soll das hören und sie soll davon lernen! Sie soll es wieder wissen, dah Männertreue, Gefolgschast nicht nur Tugend der alten Germanen gewesen ist. Das neue Reich hat sich auf dieser Tugend aufgebaut. Es stände nicht, wenn nicht diese Gefolgschaftstreue diesem Reich zugrundegelegen wäre. Es ist ein wunderbares Leben damit abgeschlossen. Wir alle aber sind heute von tiefer Trauer erfaßt, von tiefer Trauer, dah unser Parteigenosse, unser Gauleiter und unser Reichsstatthalter uns schon verlassen mußte, einer der alten Garde. Es zieht sich uns das Herz zusammen, wenn wir sehen, wie sich damit unsere Reihen langsam zu lichten beginnen. Allein, indem das Alte vergeht, ist das Junge nachgewachsen! Denn diese alte Garde hat nicht umsonst gelebt, hat nicht umsonst gekämpft und nicht umsonst gestritten. Aus ihrer Arbeit und ihrem Wirken ist Deutschland der reichste Segen entsprossen. Und einer der gesegnetsten Männer ist unser Parteigenosse Hauptmann Löper. Sie Versetzung in Mildensee. Der Trauermarsch aus der „Götterdämmerung" drückte all das aus, was mit Worten nicht mehr zu sagen ist. Dann ertönte das alte deutsche Abschiedslied von einem Kämpfer, das Lied vom guten Kameraderi. Der Sarg wurde auf eine Lafette getragen. Dann begann die Fahrt nach dem stillen M i l d e n s e e durch ein fast unübersehbares Meer von trauernden Volksgenossen. Vor der Lafette schreiten die Ehrenformationen und Kranzträger, die Ehrenkompanie der Wehrmacht und die Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler. Hinter dem Sarg gehen die Geistlichen. Dann folgen der Führer, der Stellvertreter des Führers und das Führerkorps der NSDAP. Auf der Muldebrücke links und rechts die Vertreter der SA.- Gruppe. Vor der Gedenkhalle an der Mulde bildet die Ehrenformation ein Viereck, in dessen Mitte der Führer mit dem Führerkorps der Partei Aufstellung nimmt. Die Gauamtsleiter heben den Sarg von der Lafette und tragen ihn auf den Katafalk, der vor der Gedenkhalle errichtet ist. Der Geistliche spricht von der Treue, die das bestimmendste Merkmal im Wesen und Leben des Gauleiters Löper gewesen ist. Dann nimmt im Namen des Gaues und der Bevölkerung im Gau Magdeburg-Anhalt der stellvertretende Gauleiter E g g e l i n g Abschied von dem Gauleiter. Drei Ehrensalven schallen über den Sarg hinweg. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden tragen dann die engsten Mitarbeiter des Gauleiters den Sarg in die Halle. Nun erklingt das Horst-Wessel-Lied. Allein schreitet der Führer die schwarz ausgeschlagenen Stufen empor und begibt sich noch einmal in die Halle, um eine Minute kurzen Gedenkens am Sarge seines Gefolgsmannes zu verweilen. Von Galzstraßen und riesigen Faßbergen. \ . Auf Island, im Herbst. Plötzlich kann es dem Jslandreisenden begegnen, daß sich die graubraune, von zerbröckelter Lava überstaubte Landstraße in einen Salzweg von glitzernder Weiße verwandelt. Zwei oder drei Kilometer weit trabt das Pony oder schleicht das Auto dann auf dieser eigenartigen Straße, von der die Luft beizend in die Nase steigt, so weit wie die Trockenplätze für ben Klippfisch reichen, die man rechts und links auf besonders ebenem Gelände angelegt hat. Sie sind die Ursache dieser wunderlichen Hebung, eines Gebrauches, den man nur auf Island kennt. Warum man dies tut? Der Dorsch, von dem Island lebt wie vom Hering, wird auseinandergeschnitten, ausgeweidet und an der Luft gesalzen und getrocknet. An der bewohnten Küste und auch im Inlande, in den Ortschaften, in den Fjorden, an den Fahrstraßen entlang, auf den Dorfplätzen, ja, oft genug auf den Hofräumen sieht man diese Trockenplätze, aus der Ferne Schneefeldern ähnlich, die der lange Winter übriggelassen hat. Auf ausgesucht glatten Lavablöcken, die pflasterartig mit Zwischenräumen nebeneinander gelegt werden, breitet man die gesalzenen flachen Fischhälften aus, sobald das Wetter günstig, d. h. trocken ist. Die poröse Lava beschleunigt den Dörrprozeß des Fisches, der an jedem Abend und am Tage bann, wenn sich ber kalte isländische Regen anfünbigt, immer roieber eingesammelt unb in Haufen geschichtet wirb, bie in ber Form Heuschobern ähnlich sehen, nur in ber Farbe hell, weil sie mit schweren Leinentüchern zugebeckt werben. Den ganzen Tag über finb Frauen unb Kinber bamit beschäftigt, ben Fisch auszubreiten, zu roenben, unb roieber einzusammeln; eine gleichförmige, beschwerliche Arbeit, bie zu Anfang mübe Rücken unb schmerzende Knie macht. Die Luft riecht an ben Trockentagen nach Salzfisch, die Städte und Dörfer sind so davon erfüllt, daß man den Geschmack nicht aus dem Munde, den Geruch nicht mehr aus der Nase verliert. Um zu verhindern, daß der trocknende Fisch vom Staube der Landstraße beschmutzt wird, bestreut man also das Stück Fahrweg, an dem die Trockenplätze liegen, dick mit Salz. Wenn nun ber Wind bläst — unb es ist kaum ein Tag auf Jslanb, der winbstill wäre — mag er das Salz auf den Klippfisch wehen, der sowieso salzüberkrustet ist; es kommt dann auf eine Prise mehr oder weniger nicht an. Aber seltsam genug erscheint es doch den Fremden, auf Straßen zu wandern, die dick bestreut sind mit glitzerndem weißem Salz. . Siglufjord ist der Hauptplatz der Heringszubereitung. Alle Weilt ißt Salzheringe, dis aus dieser kleinen Hafenstadt hoch im Nordwesten Islands kommen. Die tägliche Gebrauchskleidung in dieser Heringsresidenz ist Oelzeug und Gummi; Oelzeug auf dem Kops als Südwester, als Jacke, Schürze und Rock, als Hose und Mantel und Handschuhe bei Männern, Frauen unb Kindern. Und Gummistiefel bis- zum Knie oder bis zu den Hüsten. Denn Siglufjord ist ein Nebel- und Regennest und die Tage im Jahr, an denen man bie Rücken ber Berge rings um ben Fjorb sieht, sind an ben Fingern zweier Hände aufzuzählen. Aber trotzdem ist während der Heringssangzett der ganze Ort Tag und Nacht lebendig und in Bewegung. Scheint die seltene Sonne auf die Wellblechstadt, ist die Lust vom Gleißen und Glitzern erfüllt: Silbern glänzt es auf der Straße, auf den riesigen Holzplateaus, die man in ben Fjord hinausgebaut hat, silbern im Hafen, silbern vor unb hinter ben kleinen Häusern. Silbern von Fischschuppen, bie man mit sich herum- trägt, an ben Stiefeln unb an bem Oelzeug, auf bem Südwester und an den Handschuhen, ob man will oder nicht... ♦ In Siglufjord gibt es die Fischmädchen, Saisonarbeiterinnen, wie es früher in Deutschland in der Landwirtschaft bie Polenmäbchen waren. Sie kommen aus Dänemark unb aus Jslanb und verdienen in ber kurzen Zeit ber Fänge soviel, baß sie bie ganze übrige Zeit bavon leben können. Oft erhalten sie mit ihrem Einkommen ihre Familien, ihre arbeitslosen Männer, ober sie ersparen sich ein kleines Vermögen. Oft geben sie aber bas Geld auch so leicht aus, wie sie es verdienen. In der Fangzeit wird Tag unb Nacht gearbeitet; melden Glocken ober Sirenenzeichen bie Ankunft ber Fangboote gibt es ein Leben, wie in einer Kaserne bei plötzlichem Alarm. Von allen Seiten her strömen die Mädchen aus den Baracken, die Einwohner aus ihren Häusern auf die bestimmten Arbeitsstellen. Alle von Kops bis zu Fuß in Oelzeug und (Bummi, in den Händen das übliche Handwerkzeug: einen Teller zum Salzschöpsen, ein haarscharfes Messer zum Fischköpfen und eine zweizackige Zange zum Ausweiden der Heringe. Sie stehen an langen Trögen, in welche die Heringe in Körben aus den Booten geschöpft werden, jede ein Faß hinter sich, in dem sie die Fische Schicht um Schicht einsalzen. Es ist Akkordarbeit; die Hände arbeiten wie Maschinen, bei jedem Wetter und in der Nacht bei elektrischem Licht. Die Frauen bekommen für das Fullen einer Zentnertonne, für Ausweiden, Packen und Salzen, 1,50 isländische Kronen, das ist nach unserem (Selbe etwa 75 Pfennige. Besonders geschickte Arbeiterinnen bringen es in der Schicht bis auf zwanzig Fässer; man sieht sie oft gepudert und geschminkt, so wie das Alarmzeichen sie aus dem Kino oder der Tanzbar rief, an den Tischmulden stehen; sieht die frischge^chwellten Köpfe taktmäßig beim Packen der Fische tief in die Salztonnen tauchen, die manikürten Hände resolut Zange und Messer handhaben. Es liegt in dieser dunklen nordischen Stadt beides dicht nebeneinander: schwere Arbeit und leichtes Vergnügen. Sie hat eine außerordentlich starke Polizeistation und daneben eine ebenso große Mission der Heilsarmee. Man darf dort nicht wählerisch sein und man ist es auch nicht. * Man braucht für die Millionen von Fischen, die hier verarbeitet werden, Tausende und aber Tausende von Fässern, und man hat darum eine eigene Faßindustrie. Am Hafen türmen sich Gebirge von Tonnen auf, leere, die auf das Füllen, gepackte, die auf den Abtransport warten. Unaufhörlich klingt das rhythmische Klopfen der Böttcherhämmer, dröhnt der Hammer beim Verschließen der Tonnen; unaufhörlich rollen die kleinen Wagen vom Faßlagerplatz nach den Pöke - leien, aus den Pökeleien nach dem Derladeplatz. Unaufhörlich rattern die Lastautos nach dem Hafen und die Abfallsammelwagen in die Fischmehlfabriken und Fischleimsiebereien, um die einen Bogen macht, wer es nur immer kann; so sehr benimmt der Geruch, der hier herrscht, den Atem. Nur die Besitzer der Werke und die Arbeiter, die gutes Geld dabei verdienen, scheinen nichts davon zu merken. J. O. B r i n g e z u. Selbstauslösung der evangelWen Gesellenvereine. Berlin, 27. Oft. (DNB.) Der Verband Evangelischer Gesellenoereine Deutschlands hat dem Reichsleiser der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, seine Selbstauflösung gemeldet. In dem Schreiben der Evangelischen Gesellenvereine heißt es: „Die Evangelischen (Zesellenvereine haben ihren Auftrag erfüllt, nachdem die nationalsozialistische Revolution die ideellen und praktischen Voraussekungen für die Neubildung und Erziehung des gesamten deutschen Handwerkstandes und der deutschen Handwerkerjugend aeschafsen hat. Es ist das hohe Verdienst der Deutschen Arbeitsfront, daß wir evangelischen Handwerker feststellen können: Der Marxismus findet im Handwerkerstand keine Stätte mehr, in der er sich einnisten kann, der Grund für. das Sonderdasein konfessioneller Gesellenvereine ist damit hinfällig geworden. Ueberall in deutschen Landen haben sich von Anfang an die Mitglieder der Evangelischen Gesellenvereine dem Neubau des deutschen Handwerksstandes in Gemeinschaft mit den übrigen Volksgenossen gewidmet. Die evangelischen Gesellen und Meister werden weiter, wie bisher, treu in ihrer Kirche Mitarbeiten, sie wollen aber immer zugleich treue Mitarbeiter am Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft sein." Reichsorganisationsleiter Dr. Ley führte in seinem Schreiben u. a. folgendes aus: „Ich nehme mit Interesse von der Selbstauflösung der Evangelischen Gesellenvereine Kenntnis und begrüße sie als ein en Akt freiwilliger Disziplin der bisher in ihren Reihen stehenden deutschen Volks- unb Parteigenossen. Es ist mir bekannt, baß die Mitglieber ber evangelischen Gesellenvereine i m Kampf gegen ben Marxismus, ber ber Anlaß zu ihrer (Brünbung gewesen ist, Jahrzehnte geftanben und insbesondere im Hanbwerk benSebanten berBetriebs- gerneinschaft zwischen Meister u n b Gesellen durchzuhalten versuchten. Diese Leistung wird anerkannt. Anerkannt wird weiterhin, daß die Selbstauflösung in der Erkenntnis vorgenommen wird, daß die weitgesteckten Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront, die auch noch die letzten Spuren marxistischer Ideenwelt überwinden sollen, Raum lassen für bie unbehinberte Ausübung kirchlicher Pflichten, zu benen sich jeber nach seiner Art hingezogen fühlt." Obecheffen. endet. Die Fahrbahn erhielt eine Topekadecke, die erhöhten Bürgersteige wurden mit einem Plattenbelag versehen, so baß sich jetzt die Straße be- sonbers sauber unb schön ausnimmt. Staatsrat Hille in Grünberg. 4- (Brünberg, 27. Okt. Am Samstagabend fand in ber Turnhalle eine Kunbgebung ber NSDAP, statt, in ber Staatsrat Hille (Gotha) sprach. Der Rebner, ber als geborener (Brünberger seine Jugenbzeit hier verlebt unb stets bie Beziehungen zu seiner Vaterstabt gepflegt hat, erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit. Die Turnhalle war baher stark besetzt, unb gefesselt lauschten bie Zuhörer ben Ausführungen bes Rebners, ber in etwa zweiunbeinhalb Stunben über „Wir unb bie Welt" sprach unb oft starken Beifall für feinen Vortrag erntete. Eindringlich wies er auf ben Wert ber politischen Schulung hin, ba erst ein politisch orientiertes unb interessiertes Volk, bas allmählich unb besonbers burch bie nationalsozialistische Jugenb- organijationen herangezogen werben müsse, bas Ziel bes Dritten Reiches sei. Ebenso eingehenb beschäftigte er sich mit ber Lage bes Arbeiters unb bes deutschen Bauern und den hier noch zu lösenden Aufgaben. Treffende Worte fand er hier auch bei dem Kapitel Butter unb Schweine. Scharf rechnete er auch mit ben inneren Feinben ab: politische Reaktion, politische Kirche unb Jubentum. Das politische Geschehen ber Gegenwart zog er ferner in ben Kreis feiner Betrachtungen. Er glossierte bas Spiel bes Völkerbunbes in bem Abesfinienkonflikt unb rechtfertigte bie klare Linie ber Politik bes Führers, bie in scharfer Abwehrstellung gegen Moskau unb bie bolschewistische Gefahr stehe. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Wagner leitete bie Kunbgebung, bie er in ber üblichen Weise schloß. Seinen Verletzungen erlegen. * Ober-Seemen, 28. Okt. Der 63jährige Postagent Johann P e p p e l von hier, ber am vergangenen Freitag auf bem hiesigen Bahnhof beim Abholen der Post auf unerklärliche Weise verunglückte, und dabei eine schwere Kopfverletzung erlitt, erlag in der vergangenen Nacht den Folgen seines schweren Unfalles. Der bedauernswerte Verunglückte stand 40 Jahre pflichteifrig im Dienste der Post. • Landkreis Gießen. - Steinbach, 28. Oktober. In der Nacht zum Sonntag wurde im Schulhause des Lehrers Müller ein Einbruchsversuch gemacht. Letzrer Müller wachte durch ein Geräusch im Hause auf unb ftanb sofort auf, um seiner Tochter zu rufen, in ber Annahme, baß biefe bas Geräusch verursacht habe. Als bas nicht ber Fall war, stellte sich heraus, baß jemanb burch bas Abortfenster ein» gestiegen war. Doch bas Rufen unb bas Ächt im Haufe hatte ben Einbrecher bereits roieber vertrieben, ohne baß er irgenb etwas hatte mitnehmen können, nur feine Spuren am Fenster unb herab- gebrochenes Waschbecken hatte er hinterlassen. * Steinbach, 28. Okt. Der 33jährige hiesige Maschinenschlosser Ernst S ch n e i b e r erlitt bei einem unglücklichen Sturz eine schwere Schul- terverletzung unb mußte in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werben. J) Staufenberg, 25. Okt. Der zum Ankauf von Militärpferben hier abgehaltene Pferbe- markt war mit 43 Tieren beschickt. Zehn Pferbe waren von ber beauftragten Kommission in bie engere Wahl gezogen. Nach eingehenber Untersuchung ber Tiere schieben sieben weitere Pferbe aus. Die Preise bewegten sich auf beachtlicher Höhe. Für bas beste Tier wurde ber Betrag von 1250 Mark bezahlt. Zum Markt waren auch viele Pferbe- besitzer aus ber näheren unb weiteren Umgebung erschienen. Private Pferbekäufe kamen nicht zu- ftanbe. # Großen-Linben, 25. Okt. Die Jung- m Üb els unternahmen auch 'in unserem Orte eine K l e i d e r s a m m l u n g. Die Kleinen waren mit großem Eifer bei ber Sache unb erzielten einen über Erwarten guten Erfolg. * Leihgestern, 25. Okt. Der Turnverein „Frisckauf Leihgestern 1 893" veranstaltete dieser Tage im Vereinslokal „Zum Löwen" sein Ab turn en. Nach einem Umzug durch die Straßen des Ortes wurde die Veranstaltung mit einem Musikstück eröffnet und der 1. Führer bes Vereins W. Will hielt eine kernige Ansprache, bie in einem „Sieg-Heil!" auf ben Führer ausklang. Das folgenbe Schauturnen ber Schüler, ber Zöglinge unb ber aktiven Riege fanb wohlverbienten Beifall. Die gezeigten Leistungen an allen Geräten waren gut. Am Abenb trat bie neugegrünbete Damenabteiluhg mit zwei Reigen an bie Öffentlichkeit, um werbenb für bas Frauenturnen einzutreten. s Lang-Göns, 26. Okt. Nach ben neuen Bestimmungen hat untere Gemelnbeoerwal- t u n g zwei Beigeorbnete unb sechs (Bemeinberäte. Der seitherige Beigeorbnete Karl Faber bleibt im Amt, ihm tritt als zweiter Beigeorbneter Kaufmann Karl Müller II zur Seite. Er mürbe in ber letzten Gemeinberatssitzung von Bürgermeister Wenzel in fein Amt eingeführt. Von ben sechs (Bemeinberäten (Poftagent Karl Müller, Schlosser Karl B o p f, Lanbwirt Alfreb Paul Kampf, Elektromeister Willi B r ü ck e l, Lanbwirt Wilhelm G ö r l a ch unb Ortsfachberater bes Reichsnährstandes Albert Weil) waren bie vier ersten seither schon in biesem Amt. I Lich, 27. Okt. Unsere Krankenschwester Gretchen Menges konnte am 24. Oktober ihren 6 0. Geburtstag feiern. Don vielen Seiten würben ber treuen Fürsorgerin, bie schon jahrzehntelang ben schweren Dienst einer stäbtischen Krankenschwester versieht, Glückwünsche übermittelt. Viel tausenbmal würbe sie an Krankenbetten gerufen unb hat hier Hilfe geleistet. Auch bie Zahl ber Nachtwachen während ihrer langen Dienstzeit geht in die Tausende. Leider war es ihr nicht vergönnt, ihrer Geburtstag im Kreise ihrer Geschwister, die fast alle in Lich leben, zu feiern; sie verbrachte ben Geburtstag im stäbtischen Spital, wo sie sich einer Operation hatte unterziehen müssen. Möge ber treuen Dienerin balbige völlige Genesung deschieden sein, bamit sie roieber gefunb in ihren schweren Beruf zurückkehren kann. cZ Hungen, 25. Okt. Nach kurzem Krankenlager starb im hiesigen Krankenhause ber in bäuerlichen Kreisen weithin bekannte Wärter der Jungviehweibe Tiergarten Emil Sonnenburg. Er kam vor 30 Jahren aus seiner westpreußischen Heimat hierher, wo er sich durch sein stets freundliches Wesen allgemeine Beliebtheit und durch Pflichttreue die volle Zufriedenheit feiner Vorgesetzten zu sichern verstand. Ein Beweis hierfür war der stattliche Trauerzug, der bem Entschlafenen auf seiner letzten Fahrt folgte. — Die Straßenherstellung in ber U nterft ab t ift nunmehr be- • Der Führer beglückwünscht einen alten General zur Goldenen Hochzeit. LPD Marburg, 26. Okt. Der Führer und Reichskanzler übersandte dem hier im Ruhestand lebenden Generalleutnant a. D. v. Dewitz, ber mit seiner Gemahlin bas golbene Hoch- 3 e i t 5 f e ft begehen konnte, ein Telegramm, in bem er bem Jubelpaar herzlich ste Glückwünsche ausspricht unb ihm noch einen langen ungetrübten Ledensadenb wünscht. Zusammenstoß eines Fernlastzuges mit einer Lokomotive. Zwei Tote. Dieburg, 26. Okt. (LPD.) An einem unbeschrankten Bahnübergang ber Straße Dieburg — Gunbernhausen ereignete sich heute ein schwerer Derkehrsunfall, ber zwei Menschenleben kostete. Der Fern- lastzug einer Speditionsfirma aus Waldsee in Baden stieß mit ber Lokomotive eines Personenzuges zusammen, ber aus ber Richtung Groß- Zimmern kam. Der Führer bes Fernlast- 3 u g e s wurde auf der Stelle getötet. Der Beifahrer wurde durch den Anprall aus dem Wagen auf die Lokomotive bes Personenzuges ge- schleubert unb bann eine Strecke mitgeschleift. Er ist im Krankenhaus in Dieburg balb nach seiner Einlieferung seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Motorwagen bes Lästiges würbe von der Lokomotive sortgeschleudert unb vollstänbig zertrümmert. Die polizeilichen Ermittlungen über bie Ursache bes Unfalles finb noch nicht abgeschlossen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt zeigte in der verflossenen Woche eine erfreuliche Zunahme des Angebots an Schlachtvieh. Das Geschäft nahm auf allen Märkten einen glatten Verlauf und größere Preisveränderungen im Vergleich zur Vorwoche traten nicht ein. Im ganzen blieb bie Preislage noch recht fest. Die Qualität bes zugeführten Viehes war im allgemeinen mittelmäßig. Am Großvieh markt war das Angebot mit 1104 (816) Tieren gut ausreichend, obgleich bie Erhöhung vor allem ben Kühen zugute kam. Beste Tiere würben zu unoeränberten Preisen schnell geräumt, jeboch war ber Handel auch im übrigen rege. Mittlere unb geringe Gattungen liehen im Preise in sich etwas nach, so bei Kühen, Bullen unb Färsen. Der Schweinern arkt war mit 950 (407) um mehr als bie Hälfte stärker beschickt. Es erfolgte roieber Zuteilung, bie Qualität war mittel. Die Preise haben sich durchweg ben neuen Festpreisen angepaßt, bie mehr bie jeweilige Qualität innerhalb ber einzelnen Gewichtsklassen berücksichtigen. Am Kälbermarkt ergaben sich nur noch für beste Tiere leichte Preiserhöhungen bis 1 Mark, im übrigen ließen sie in sich etwas nach. Der Auftrieb von 1010 (873) Stück wurde bei lebhaftem Geschäft geräumt. Auch für Hämmel unb Schafe lagen nur bie besten Tiere noch etwas hoher, sonst blieben bie Preise auf ber Hohe der Vorwoche. Der Auftrieb von 309 (301) Tieren wurde nach mittelmäßigem Geschäft ausverkauft. * * Vor der Gründung der Ruhr-Benzin AG. Am 28. Oktober wird als neues Gemeinschaftsunternehmen bes Ruhrbergbaues bie Ruhr- Benzin AG. gegründet werben, in bie bie Anlagen zur Benzinherstellung aus Steinkohle nach bem Fischer-Verfahren eingebracht werben sollen, deren Bau von ber Ruhr-Chemie AG. in Angrift genommen worden ist. Wie ber Fwb. erfährt, wirb bas Aktienkapital ber neuen Gesellschaft 4,5 Mill. Mark betragen. Die darüber hinaus erforberlichen Mittel werben auf dem Anleihewege beschafft. Bei ben Aktionären bes neuen Unternehmens hanbelt es sich um biefelben Ruhrzechen, bie an ber Ruhr- Chemie AG. beteiligt sind. Rhein-Ma mische Börse. Freundlich. Frankfurt a. 2R., 26. Okt. Die Börse lag am Wochenschluß freundlich, die Kurse zogen überwiegend etwas an. Das Geschäft vermochte sich nicht zu beleben, ba nennenswerte Aufträge der Kundschas'. fehlten. Meist hanbelte es sich um kleine Käufe des berufsmäßigen Borsenhanbels. Am Aktienmarkt würben IG. Fardenindu- ftrie mit 147,25 bis 147,75 (146,75) etwas lebhafter umgesetzt, anbere chemische Werte lagen still unb kaum oeränbert, auch Rütgerswerke blieben von ber Mitteilung über eine achtprozentige Umsatzsteigerung in den ersten neun Monaten bes Jahres 1935 nahezu unberührt und lagen mit 113,50 kaum verändert. Am Montanmarkt zogen Stahlverein 0,40 v. $)., Rheinstahl 0,65 v. H. und Hoesch Eisen 0,50 v. H. an. Elektroaktien zeigten nach der gestrigen Abschwächung fast allgemein Erholungen, so Felten und Schuckert um je 1 v. H., Licht & Kraft unb AEG. um je 0,50 v. H., dagegen gaben Siemens nochmals 1 v. H. ab auf 165,50. In einzelnen eröffneten Allg. Lokal unb Kraft 1,13 v. H., Hapag 0,40 v. H. unb Kunstseibe AKU. 0,50 v. H. niebriger, bagegen Jul. Berger 0,90 v. H. fester. Reichsbank unb Deutsche Linoleum lagen gut behauptet. Der Rentenmarkt blieb bei allerdings kleinen Umsätzen weiter freundlich. Reichsaltbesitz 113 (112,90), auch Kommunal-Umschuldung etwa 5 Pf. höher, sonst lagen bie Kurse gegenüber gestern abenb unverändert. Von Auslandsrenten blieben Ungarn auf der etwas höheren Basis von gestern behauptet. Im Verlaufe war die Haltung im attgemeine/r freundlich, das Geschäft blieb aber sehr still. Die Kurse zeigten gegen ben Anfang nur geringe Veränderungen, wobei eher Erhöhungen überwogen. Niedriger waren jedoch Reichsbank mit 173,75 nach 174,50. Moenus Maschinen zogen auf ben zuversichtlichen Bericht über die Geschäftslage 1 v. H. an auf 81. Arn Rentenmarkt wiesen die Kurse kaum noch Veränderungen auf. (Bolbpfanbbriefe lagen unverändert, Liquibationspfanbbriefe teilweise etwas höher. Pfälz. Liquid.-Anteilscheine fliegen auf 9,20 (9,15). Stabtanleihen lagen ruhig unb unverändert, nur Darmstadt von 1928 etwas niedriger mit 90,75 (91,50). Auslandsrenten lagen still. Im freien Markt zogen Talonserben auf 7,90 (7,50), Gulden- Russen auf 0,65 (0,55) an, dagegen gaben Warschau- Wiener Mark-Obl. auf 10,40 (10,75) nach. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1001 Rinder (189 Ochsen, 85 Bullen, 594 Kühe, 133 Färsen), 399 Kälber, 68 Schafe, 1205 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen 36 bis 42, Kälber 50 bis 76, Lämmer und Hämmel 42 bis 46, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletz, belchiotzenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o.!)., Lonibardzinsfutz s o. f). Frankfurt d.2JL Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schluß!. Mittag« börse Schluß- kurS Schluß. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 25.10. 26.10. 25.10. 26.10. Datum 25-10. 26.10. 25-10. 26.10 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 5y*% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 100,4 98 102 112,9 100 96,5 96 100,4 91,4 112,65 96,25 100,65 100,9 97 97 107,3 27 9,65 9,65 9,65 100,4 98 102 113 100 96,5 96 100,4 91,13 112,5 96,25 100,7 100,9 97 97 107,3 28 1,4 9,6 9,55 9,65 10,25 100,25 98 102 113 100,13 96,5 112,9 100,65 97 97 107,4 28,6 1,5 9,7 9,5 9,8 10,5 100,25 98 113 100,13 96,25 112,8 100,9 97 97 107,4 28,75 1,35 9,65 9,6 9,65 10,4 4% desgl. Serie II ............ 5,75 4,9 38,9 16,5 17,75 78,5 110,25 85,25 85,5 85,5 174,5 36,65 140,75 109,5 129,5 103,5 121,6 121 117,5 166,5 130,13 101,5 103,25 110,5 93 160 125,5 90,25 82,75 8,5 4,9 39,25 16,13 17,75 110,25 85,25 85,5 85,5 173,75 37 140,75 109,75 130 104,5 121,75 130 121,75 119 166 131,5 102 103,5 111 93,5 160 125,5 91 83,4 5,75 8,4 4,95 39 16,5 28,5 17,9 78,65 110,5 85,25 85,5 85,5 174,5 36,75 141 110 129 103,65 121,5 129 121 117,5 166,5 129,5 102,25 103 110,5 92,75 159,25 125,5 90,13 82,75 W 8,4 4,9 39,4 16,4 28,25 18 79 110,5 85,25 85,5 85,5 174,25 37.25 141,5 110 130,5 104,75 122,25 130 121,75 118,5 166,5 132 102,75 104 110,5 93,5 159 125,5 91 83,13 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y4% Anatolier . 4l/i% Deutsche Retchspostschatzan' Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ Hamburg-Amertka-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ........... 12 chn. ^Itzugez ^ert unb ien Ermitt, stnd noch Zur Eröffnung des dritten Führerfchulungs- Dgers des Bundes nnationalfozialistifcher Deutscher Juristen, Gau Hessen-Nassau, weilte der Reichs- mristenführer, Reichsminister Frank II. gestern nachmittag auf dem Gleiberg. Trotz des schlechten Setters, das mit dem andauernden Regen den Seg zum Gleiberg nicht zu einer Annehmlichkeit machte, hatten sich viele Volksgenossen aus Gießen md den Nachbarorten eingefunden. Im Burghof -md in den Räumen der Burg herrschte infolge« essen starkes Gedränge. Zum Empfang des Reichsministers hatten im Zurghofe die an dem Schulungslager teilnehmenden iiungjuriften, Ehrenftürme der SA. und des NSKK., Zolitifche Leiter, Abordnungen der Wehrmacht, der 5<5., HI. und BDM. Aufstellung genommen. Fer- I ner waren die führenden Männer der Partei und iurer Gliederungen aus Gießen und den umliegen» llen Orten zugegen. Reichsminister Frank II. i mürbe bei seiner Ankunft überaus herzlich begrüßt unb schritt sodann die Fronten der aufgestellten t ormationen ab, wobei er sich in gewinnender, s Illmeradschaftlicher Weise mit zahlreichen in Reih hmb Glied angetretenen Volksgenossen kurz Unterwelt, kräftigen Händedruck mit ihnen tauschte und Nurch diese warmherzige Begrüßung von Mensch zu Mensch seine innige Verbundenheit mit den schaf- I nden Volksgenossen aller Schichten sichtbar bekun- i-te. Feierlich vollzog sich dann im Burghof die sllaggenhissung. Hierauf, begab sich Reichsminister Frank mit (inen Begleitern nach dem Kaisersaal, der mit den söhnen des Dritten Reiches und mit frischem Grün i-Dön geschmückt war. Eine große Menschenmenge c wartete auch hier den Minister und begrüßte ihn h rzlich. Nach einem Sprechchor der Jungjuristen eiöffnete Gaugruppenleiter Oenzer, I r mit der Führung des Lagers beauftragt ist, die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er zunächst 1 n Minister mit Freude begrüßte und sodann die eie der Arbeit im Jungjuristen-Schulungslager kriegte. Er betonte, daß das Lager bewußt auf is inmitten ländlicher Stille gelegene Burg ©lei» I rg gelegt worden fei, weil man Wert darauf Ige, daß diese Schulung fern von der Großstadt i' stiller Arbeit in einem Gemeinschaftslager er« filge, in dem die stärkste Konzentration des ©ei« s möglich fei. Die Kameraden des Lagers wollte mit ihrer Arbeit dem deutschen Recht und da- iü:t dem Deutschen Reiche dienen, die jungen Rechts- i »-ihrer mit dem Nationalsozialismus vertraut suchen. Das Lager lehne es ab, Soldatenspielerei zu ; fr-iben, man wolle sich vielmehr in diesen 14 Ta- j gtn des Lagerdienstes restlos in den Dienst des Na- •ti nalsozialismus stellen. Man fei nicht so ver- n^ssen, in diesem Kursus aus den Kameraden 100= pOzentige Nationalsozialisten machen zu wollen, tr-il man erfüllt fei von der Ueberzeugung, daß nur ! bcr Führer allein den echten Nationalsozialismus Dicförpere. Aber für alle Lagerteilnehmer fei die Nlitionalsozialistifche Weltanschauung das Funda- m nt für alle Dinge des Lebens, also auch für les Recht. Nur ein Nationalsozialist könne das na« tianalsozialistische Recht sprechen und lehren. Für jei«en einzelnen des Lagers bestehe die Verpflichtung, ate feine Kräfte in den Dienst dieser Aufgabe zu ftden, wobei ihm das Lager neue Kraft und in« Ein Blick in die Versammlung. In der ersten Reihe von rechts nach links: Reichsfachgruppenlecker Rühle, Oberbürgermeister Ritter, Reichsminister Frank; Zweiter von links Kreisleiter Klostermann. ttaX— 26.0fW__ *f*s heil wieder aufstehen wollte, würde der Verachtung der Gemeinschaft verfallen. Wir wollen uns darüber klar fein, daß wir nicht nur von der N o t reden, denn sie ist da: daß wir nicht nur von der Einheit reden, denn sie muß da fein: daß wir nicht nur von der Disziplin reden, wir brauchen sie: daß wir nicht nur sprechen: „wir leben einfach", wir müssen es: und daß wir nicht nur das Wort Opfer in den Mund nehmen, denn wir müssen dieses Opfer verwirklichen. Das ist der große Gedanke des neuen Lebensstils auch für das deutsche Recht. In früherer Zeit, als die Bewohner dieser Burg ihre Mission hatten, drang von Süden her ein fremdes Rechtsgebilde in deutsches Land em, ein Recht, dessen Sprache der deutsche Mensch nicht verstand, das eine fremde Gestalt in Deutschland war. Wir können heute tagen' die Menschen, die damals von den Burgen in das Land hinabzogen und mit dem Volke selbst paktierten, führten dabei einen Kampf gegen die Verhöhnung des Blutrechtes und des Lebensrechtes und wehrten sich dagegen, daß aus dem blut« und schollengebundenen Volk, das einmal das Weltvolk war, ein demütiges Rechtsvolk gemacht werden sollte. Wir haben in schweren Kämpfen aus der Schlichtheit preußischen Soldatentums heraus, aus der Opferkraft des deutschen Volkes dieses neue Volk wieder gezimmert. Wenn ihr, meine jungen Kameraden vom Recht, nun an eure Aufgabe herangeht, so denkt daran, daß ihr ernste Arbeit in dieser neuen Schau des Rechtslebens zu leisten habt. Ihr werdet dabei erkennen, daß es die größte Beglückung für uns ist, daß mir Zeitgenossen Adolf Hitlers sind. Es ist nur selten, daß große Männer der Weltgeschichte über die Erde gehen. Sie beglücken ihr Volk und erfüllen ihre Mission, und wenn sie die Erde Verlässen, werden sie der große Mythos, der Unsterbliche ihres Volkes. Wir haben in der deutschen Geschichte viele und doch wenige einsame Denker- und Führergestalten unseres Volkes. Wir wissen, daß jeder von ihnen nicht ausgewogen werden kann. Man kann das Schicksal nicht zwingen, einem Volke große Männer zu schenken. Sie sind entweder da, oder sie werden dem Volke niemals erscheinen. Wenn sie aber kommen, sind sie die wahren^ Boten des ewigen Schicksals. 3n Adolf Hitler haben wir den Künder des göttlichen Willens erhalten, dah das deutsche Volk nicht untergeht, wir haben in ihm die Wi- willig den Eid für den Führer und auf die Fahns des Arbeitsdienstes ablegen. Nachdem die Arbeitsdienstmänner gemeinsam das Lied des Arbeitsdienstes gesungen hatten, sprachen sie in straffer, soldatischer Haltung ihrem Oberfeld- meister den folgenden Eid nach: „Ich schwäre: Ich will dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler unverbrüchliche Treue wahren, ihm und den von ihm bestellten Führern unbedingten Gehorsam- leisten, meine Dienstpflichten gewissenhaft erfüllen und allen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes ein guter Kamerad fein." Sodann wurde die Fahne des Arbeitsdienstes feierlich durch die in zwei Gliedern ausgestellten Reihen der Arbeitsmänner getragen, von denen jeder die rechte Hand auf Sie Fahne legte und damit seinen Schwur sichtbar bekräftigte. Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Ich hab' mich ergeben" brachte ein Ärbeitsdienftkame- rad in einem eindrucksvollen Weihespruch ein starkes und freudiges Bekenntnis zu Volk und Führer. Hierauf hielt Oberfeldmeister Loesch die Schlußansprache, in der er sagte: Kameraden, ihr seid nun auf den Führer und auf die Fahne des Arbeitsdienstes vereidigt. Denkt stets daran, welche Verpflichtung ihr damit übernommen habt. Trachtet immer danach, des Führers gute Arbeitssoldaten zu fein. Auch heute wollen wir dieses Mannes gedenken, der überhaupt erst die Vorbedingungen für alles, was wir erleben, geschaffen hat. Unserm Führer und Reichskanzler Adolf H it l e r Sieg-Heil. Freudig erklangen die dreimaligen Rufe auf den Führer, sodann wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Nach dem feierlichen Ausbringen der Fahne traten die Arbeitsdienstmänner weg. Die weihevolle Feier war beendet. Die Teilnehmer werden an dieses starke Erlebnis sicherlich noch oft zurückdenken. Einheitliche Regelung der Derkaufs- sonntage vor Weihnachten. Fwd. Der Reichs- und preußische Arbeitsminister hat durch Erlaß vom 11. Oktober 1935 die Freigabe von Verkaufssonntagen vor Weihnachten geregelt. Da im Jahre 1935 die Zahl der Verkaufs» fonntage vor Weihnachten einheitlich für das Reichsgebiet festgesetzt werden soll, werden die Sozialministerien der Länder, der Reichskommifsar für die Rückgliederung des Saarlandes, die preußischen Regierungspräsidenten und der Polizeipräsident in Berlin gebeten, anzuordnen, daß von den Sonntagen im Dezember der 8., 15. und 22. Dezember für den Verkauf aus offenen Verkaufsstellen freigegeben werden. Vor einer besonders begründeten abweichenden Regelung in Einzelfällen soll die vorherige Zustimmung des Reichs- und preußischen Arbeitsministers eingeholt werden. In Gegenden, in denen der Sonntag" vor Nikolaus, d. h. in diesem Jahre der 1. Dezember, eine besondere Bedeutung als Verkaufssonntag besitzt, kann, wie im Vorjahre, ein Austausch eines der allgemein für den Verkauf freizugebenden Sonntage vor Weihnachten gegen diesen Sonntag stattfinden. Um Zweifeln zu begegnen, weist der Erlaß darauf hin, daß sich diese Regelung ngr auf den Einzelhandel erstreckt, dagegen nicht auch auf den Großhandel, bei dem ein Bedürfnis für eine einheitliche Regelung bisher nicht heroorgetreten ist. Die Zulassung von Aus- nahmen für den Großhandel an den Sonntagen vor Weihnachten bleibt daher dem Ermessen oec dafür zuständigen Behörden überlassen. jirnigfeit des Denkens nur an sich und allen Volks- gcioffen zur Aufgabe machte, Dienst am deutschen Dllke zu leisten. Das trete auch in diesem Lager lür in Erscheinung. Das Wort Volk in feiner wun- icibaren Bedeutung fei uns erst durch den Natio- iu sozialismus offenbar geworden. Das Volk, für dc» auch der Staat nur Diener ist, der nur die Sqanifationsform des Volkes darstelle, stelle das (Bittern, Heute und Morgen dar. Alle Generatio- giei feien nichts Anderes als das Volk. Der Anfang le.- Morgen fei die junge' Generation. Deshalb fei 11'5, was heute geschehe, wofür heute gearbeitet »iröe, Arbeit und Dienst für die Generation, die ach uns komme. Wir alle kämpften damit für die , uffunft des gottgewollten deutschen Volkes und Rutschen Reiches und seinem Recht, das der Grund ie er Zukunft fei. ? Mchsmiliister Frank II. |i(Ct sodann eine packende Rede, in der er u. a. jicte: Wir werden Anfang November in München iine Gedenkfeier begehen für die ersten Toten ieir Bewegung. Als wir damals im November 192.3 den Marsch vom Bürgerbräu-Keller durch die 51 aßen Münchens antraten, befanden wir uns tu dem ersten Marsch in die nationalsozialistische siüüheit Deutschlands. Unter den Toten, die auf ii( em Marsche fielen, befand sich auch ein Jurist, k Oberlandesgerichtsrat von der Pfordt en, tir treuer Anhänger des Gedankens Adolf Hitlers. Cs war eine höhere Fügung des deutschen Schick- |]b., daß unter den Töten des November 1923 und Aus der Provinzialhauptstadt. Berufung der Semeinderäte Am Dienstag, 29. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet in der Aula der Landesunioersität in einer gemeinsamen Sitzung sämtlicher Bürgermeister und Gemeinderäte die feierliche Überreichung der Be- rufungsurkunden an sämtliche neu berufenen Gemeinderäte des Kreises durch den Kreisleiter Pg. Klo st ermann statt. Dornotizen. Tageskalender für Montag. DAF., Fachgruppe Gaststättengewerbe: 15 Uhr Großkundgebung im Cafe Leib. — NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bo- sambo". LandschastSbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Am Dienstag, 29. Oktober, um 20.15 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit statt. Redner: Landschaftsleiter Min.-Rat Ringshausen. Es.wirken u. a. mit: Heimatdichter Georg Heß, der Äauersche Gesangverein, To. 1846 (Volkstanzgruppe), Singgruppe der Goetheschule und Sprechchor der Pestalozzischule. Freier Eintritt für unsere Mitglieder und die Mitglieder der angeschlossenen Verbände und des Goethe-Bundes, samt Angehörigen. Nichtmitglieder zahlen 20 Pfennig Eintritt. Achtung! Baltikum-Ireikorpskämpfer! Kameraden, die bis zum 31. Oktober Antragsformulare. für den Ausweis „Einsatz für Deutschland", bei der unterzeichneten Abwicklungsstelle angefordert haben, werden bei der Verteilung der Ausweise noch berücksichtigt. Es ist erforderlich, daß die Anträge mit größter Beschleunigung und mit den angeforderten Unterlagen ebenfalls an die unterzeichnete Stelle zurückgesandt werden. Sollte eine Verzögerung bei der Ausstellung der Leumundszeugnisse eintreten, so sind die Antragsfor- mulare sofort ohne Unterlagen hierher einzusenden, damit der Termin, 31. Oktober, gewahrt wird. Die Unterlagen können nachträglich geschickt werden. Auf Grund verschiedener Anfragen geben wir bekannt, daß Nichtarier den Ausweis („Einsatz für Deutschland") nicht erhalten. Abwickelungsstelle des Reichsbundes der Baltikum- und Freikorpskämpfer Gießen, Hammstraße 4. Wildspende der deutschen Zäqerschast Der Herr Reichsjägermeister hat die Deutsche Jägerschaft wiederum aufgerufen, wie im Vorjahre durch Spenden von Wild zum Gelingen des Winterhilfswerkes beizutragen. Ich habe mit der Durchführung aller notwendigen Maßnahmen den Hegeringleiter Oberforstmeister Lipp in Gießen beauftragt. Nach Festlegung der technischen Einzelheiten mit der Kreisamtsleitung der NSV. hat dieser allen Jagdausübungsberechtigten nähere Weisungen Sukommen lassen. Ich gebe nunmehr meinerseits er Hoffnung Ausdruck, daß die Jägerschaft meines Kreises, wie im Vorjahre, ihre Pflicht tun wird, und rufe sie auf, mit allen Kräften zum Gelingen des großen Werkes auch ihrerseits beizutragen. Nicolaus, k. Kreisjägermeister. Auf der 2Reife vom Tode ereilt. Auf eine tragische Weise schied am gestrigen Sonntag der Reichsbahnzugführer Wilhelm Jünger von hier, Klinikstraße 8, aus dem Leben. Er weilte zusammen mit seiner Frau bei seiner in Betzdorf verheirateten Tochter zu Besuch. Als beide den Zug bestiegen hatten, der Zug zur Abfahrt bereit war und die Abschiednehmenden noch einmal aus dem Abteilfenster ihrer Tochter die Hand drücken wollten, sank plötzlich der bedauernswerte Mann um. Reichsbahnzugführer Jünger hatte einen Herzschlag erlitten. Der Tod trat auf der Stelle ein. Ein Kohlen wird zugeritten. Von Angela v. Brihen. Es ist zu merken, daß Karl Rappstroh aus einer Rasse stammt, die schon so ungefähr in der Wiege damit angefangen hat, einen Pferderücken zu meistern. So was vererbt sich. Sitzt Karl nicht dort auf dem Fuchs, als wäre er eine Wäscheklammer auf der Leine? Nichts kann ihn herunterbringen, obgleich der Fuchs gewaltige Anstrengungen macht. Der ist überhaupt recht ordentlich. Die kleinen Bengel, die auf der Mauer zum Fohlenhof rittlings sitzen und zusehen, wissen alle ganz genau, was für ein Fohlen das ist — von der schwarzen Stute und dem Belgierhengst. Von der Mutter hat es so viel Weiß im Auge, und das bedeutet immer ein heftiges Gemüt. Auch hat es viel weitere Nüstern als die anderen, die ziemlich gleichgültig von der Koppel hereingekommen find, und es bläst durch diese Nüstern immer so gefährlich und schimmert dann rot darin. Es ist noch nicht lange her, daß man auch Karl Rappstroh von der Koppel holte. Da war er nicht anders als die Jungen, die hier auf der Fohlenmauer sitzen, und hatte ein miserables Gewissen, weil seine Schularbeiten noch auf ihn lauerten. Aber nun ist er, seit er eingesegnet wurde, ein ganzer Kerl und die Hauptperson von dem schönsten Fest, das es für ein paar handfeste Bengel geben kann: das Fohlenzureiten! Das verdankt er aber auch der Art, wie er gewachsen ist! Als hätte man ihn zu weit aufgeschlitzt, so sieht es aus. Der ganze Kerl besteht nur aus Beinen, und oben daran pickt ein ganz kleiner Oberkörper. Aber der hat es in sich — Sehnen und nichts als Sehnen, die wohl knirschen, aber nicht nachgeben. Dabei hat er eine ganz ruhige Art, sich zu geben. Vorsichtig geht er an das Fohlen heran, das schon etwas naß ist, weil Hermann Rappstroh, sein Vater, es erst mal eine Viertelstunde an der Longe rund gejagt hat. Karl klopft nun also den Hals des Tieres, das mißtrauisch die Ohren nach hinten spitzt, sagt sanftmütige Worte, „o lala, so ist schön, Husching" und dergleichen, und plötzlich hat er seinem Vater zugezwinkert, und es gibt einen kleinen Ruck: da sitzt er dem Fuchs auf dem Rücken. Den Jungen auf der Fohlenmauer bleibt die Luft weg. Sie schreien nicht einmal, ganz sttll verhalten sie sich. Was wird passieren? Vorerst noch gar nichts. Auch das Fohlen verhält sich ganz still. Es steht und zittert leise und scheint nicht zu wissen, was los ist. Die Ohren stehen steil und spielen nicht, das beweist, daß es nichts Gutes hn Schilde führen kann. Gportami »Kraft durch Freude". Montag folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Von 19.45 bis 20.45 Uhr Großen- Buseck, Schule. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs. Für neu beginnende Reitkurse, Kurse für Hallentennis und auch Ski-Trocken, können noch Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstrahe 18, abgegeben werden. ** 40 Jahre im Dienste der Reichsbahn. Gestern konnte der Reichsbahn-Zugführer Ludwig Schmidt von hier, Posener Straße 5, das Jubiläum einer 40jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn begehen. Aus diesem Anlaß wurden ihm von dem Vorstand des Reichsbahn-Bettiebs- amtes Gießen, Oberbaurat Wilke, Dank- und Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers sowie der Reichsbahn überreicht. Für die große Ehrung dankte der Jubilar in bewegten Worten. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. An die Betriebsführer des Kreises Gießen. Bett.: Winlerhilfswerk 1935/36. In diesem Jahre werden für das Winterhilfs- werk 10 v. H. der Lohnsteuer, jedoch als Mindestbeitrag 25 pf. pro Monat in jedem Falle, also auch bei lohnsleuerfreien Arbeilskameraden, abgezogen. Die Türplaketlen werden bei der kreiswal - lung der DAF.» Gießen. Schanzen- straße 18 (Vorderhaus), nach Abführung der Beträge verausgabt. Mir bitten Sie, die Abzüge entsprechend der Anordnung in Ihrem Betriebe ab 1. Oktober 1935 vorzunehmen. Die Einzahlung erfolgt auf das Konto 3tr. 2938 bei der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft Gießen oder auf Postscheckkonto 3lr. 161145 Frankfurt a. M., WHW. 1935/36. Die Sammlung der Opfergaben und die Ausgabe der Türplaketten für das WHW. bei den DAF.- Mitgliedern. die nicht in den Betrieben erfaßt werden, geschieht durch den zuständigen Blockwalter der DAF. Die Mitgliedschaft zur RSV. schließt jedoch nicht den Erwerb der Türplaketten aus. Mir hoffen, daß die Arbeitskameraden der DAF. sich genau so wie im vorigen Jahre für das MHD. einsehen und die ehrenamtliche Tätigkeit unserer DAF.-Dalter unterstützen. Rur durch gemeinsame Opfer können wir die Rot des Winters bannen. hierfür einzustehen ist wahrer Sozialismus! Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen. Aufforderung. Hiermit fordern wir letzmalig sämtliche Mitglieder der DAF. auf, sofern sie im Besitze einer Mitgliedskarte des ehemaligen Deutschen Landarbeiter- Verbandes sind, diese bis zum 15. November 1935 zur Umschreibung an die zuständige Ortsgruppe abzugeben. Die Deutsche Arbeitsfront, Verwaltungsstelle 19 Gießen. Oer Hausbau auf dem Hoherodskopf. Der Vogelsberger Höhen - Club hielt am Samstagnachmittag im Hotel Hopfeld zu Gießen eine außerordentliche Hauptversammlung ab, die von den Vertretern der Zweigvereine sehr stark besucht war. Hauptgegenstand der Tagung war die Beratung über die baulichen Veränderungen auf dem Hoherodskopf. Es ist zur Genüge bekannt, daß die Unterkunftsverhättniffe in den jetzigen Clubhäusern auf dem Hoherodskopf dringend einer Verbesserung und Erweiterung bedürfen, wenn den Erfordernissen des gesteigerten Fremdenverkehrs genügt werden soll. Der Führer des Gesamtvereins, Dr. Bruch« Häuser (Ulrichstein), machte in seinen einleitenden Worten auf die Wichtigkeit dieser Hausbaufrage eindringlich aufmerksam und betonte, daß überall Klarheit über das Wollen und die Ziele des Führerrats bei der Werbung für das Projekt der Verbesserung notwendig sei. Es folgte bann ein sehr gründlicher Meinungsaustausch, bei dem zutage trat, daß nun auch die Zweigvereine, die früher dem Hausprojekt ablehnend gegenüber standen, mittlerweile anderen Sinnes geworden und nunmehr bereit sind, für eine von dem Führerrat ins Auge gefaßte Regelung auf etwas anderer Grundlage als früher einzutreten. Nach diesem neuen Plan sollen die jetzigen Clubhäuser bis auf weiteres bestehen bleiben, man will aber vermeiden, daß noch große Geldmittel für ihre Unterhaltung aufgewandt werden. Es soll in allen Zweigvereinen eine rege Aufklärung und Werbung einsetzen, um auf diesem Wege die zu einem neuen Hausbau er« forderlichen Geldmittel zu beschaffen. Dann soll nach Maßgabe der zusammengetraqenen Summen ein neues Clubhaus auf dem dem Verein gehörigen Jägerschen Grundstück errichtet werden. Dabei will man aber so verfahren, daß der Bau zunächst den verfügbaren Geldmitteln angepaht wird, jedoch für die Folgezeit die Möglichkeit von An- und Ausbauten gegeben ist. Es ist auch nicht daran gedacht, das Angebot eines Interessenten, der die gegenwärtigen Klubhäuser jetzt kaufen möchte, anzunehmen. Dieses Kauf- Angebot wurde vielmehr von der Versammlung durch einstimmigen Beschluß ausdrücklich abgelehnt, weil man sich bewußt ist, daß im Falle eines Verkaufes der VHC. sich selbst nicht nur vom Hoherodskopf ausschließen, sondern auch seine eigene Existenz aufgeben würde. Dazu besteht aber keinerlei Veranlassung, und man hat auch nicht die Lust dazu, die für unsere Heimat wertvolle Arbeit des VHC. einzustellen. In Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Sache sind! von zahlreichen Zweigvereinen bereits ansehnliche Baukostenbeiträge gezeichnet worden, u. a. von dem Zweigverein Orün berg bisher rund 1200 Mark. Bis jetzt liegen Zeichnungen im Gesamtbettage von rund 7200 Mark vor. Ls wird erwartet, daß nunmehr bei der regen Werbung in den Zweigvereinen überall der echte VhL.-Geist zutage tritt und sich in Vau- fpendenzelchnungen äußert, mit denen die große Gemeinschaftsaufgabe der Errichtung eines zeitgemäßen Klubhauses nach den vorerwähnten Richtlinien erfüllt werden kann. Dabei geht der Führerat des VhE. von der Ansicht aus, daß es sich bei diesem zu schaffenden Werk nicht etwa um eine Sache handelt, die nur den VHC. angeht, sondern daß es schlechthin eine Sache der ganzen Provinz Oberhessen ist, auf Plötzlich macht es einen Satz mit allen vier Beinen in die Luft, aber es nützt nichts. Als es wieder auf der Erde steht, ist auch das ekelhafte Gewicht auf feinem Rücken noch da. Jetzt hebt es den Kopf, und es scheint, als lausche es in eine schöne, freie Ferne. Ganz edel sieht es aus und gar nicht bösartig. Es wiehert hell und ein bißchen scharf, so, als schrie ein kleines Kind verzweifelt auf. Aber Karl Rappstroh bleibt ruhig sitzen, und Hermann Rappstroh läßt die Longe etwas länger. Dreimal heftig im Kreise, ein ungezügelter, wilder Galopp mit leidenschaftlichem Schütteln der Mähne und Kauen an der Trense! Dann steht es wieder an derselben Stelle, als hätte es die liebgewonnen — und etwas anderes scheint auch nicht da zu sein für dies verlassene Pferd. Aber es gibt sich noch nicht. Es steigt. Immer steiler, immer besinnungsloser richtet es sich auf mit diesem klebenden Etwas an seinem Rücken. Es rast innerlich, es ist ihm ganz gleichgültig, was geschehen wird. Auf der Koppel, wenn es mit anderen Fohlen spielte, da gab es immer ein Maß, stets einen Zeitpunkt, da sie merkten; dies lohnt eigentlich nicht der Mühe, sich hier unvernünftig in Gefahr zu begeben, fressen wir lieber von dem schönen, saftigen Gras. Und alles war vergessen! Aber hier ist kein Maß mehr, nur noch Blindheit. Wenn er könnte, würde er einfach gegen die Steinmauer rennen und sich zertrümmern, der Fuchs, aber da ist die Leine, die man ihm unter dem Kinn festgemacht hat, und die zieht ihn in dem empfindlichen Maul immer wieder in den Kreis zurück, wo er auf seinem eigenen Hufschlag laufen muß. Der Fuchs hält sich unglaublich lange in der Balance. Er schlägt mit den Vorderfüßen wild in der Luft, macht zwei, drei klatschende Schritte rück- märte auf den zwei Beinen, die diese Pyramide fragen und bann — nein, noch einmal wiegt er sich ein wenig nach vorn. Kippt er oder kippt er nicht? Fällt er endlich wieder auf seine Vorderbeine und gibt sich? Aber nein, ein heftiges Hintenüberwerfen mit dem Kopf, die Mähne fliegt, und knallend fallen Roß und Reiter nach rückwärts. Schweigen und Abwarten. Die Benyel auf der Mauer haben vor Schreck die Finger im Mund, aber sagen tun sie nichts. Hermann Rappstroh wird nun wohl als besorgter Vater jammernd zu seinem verunglückten Sohn hinjagen und seine Knochen unter dem verrückten Gaul herausklauben? I Gott bewahre, er steht gelassen in der Fohlenbucht und verkürzt die Longe wieder ein bißchen. Der Fuchs lag erst eine Weile betäubt und still. Hoffte er in seinem unbewußten Sinn vielleicht, er würde nach diesem finsteren Rausch wieder auf freier Koppel aufwachen oder in sonst eine Freiheit hineingefallen sein, gleichgülttg, welcher Art sie sei? Aber er befindet sich immer noch in der Bucht. Rasch nimmt er die Vorderbeine unter sich und stemmt sich hoch. Aber noch, als die Hinterbeine in der Kniebeuge sind, sitzt schon wieder diese Wäsche» klammer auf seinem Rücken, nicht abzuschütteln, unabänderlich. Ja, unabänderlich. Er muß es lernen, die anderen haben es auch getan. Die Zeit der freien Koppel ist vorbei, ledernes Riemzeug und Arbeit und Peitsche kommen daran. Armer Fuchs, er hatte so viel Weiß im Auge und ein so leidenschaftliches Herz. Auf der Fohlenmauer sitzt Fritzing, der Jüngste aus dem Geschlecht der Rappstroh. Hermann, der Alte, legt seine Longe bedächtig in Kringel zusammen und sagt, daß man den Fuchs nun in den Stall führen und den Braunen holen soll. Dann ruft er zu der Mauer herüber: „Fritzing?", und diese Frage bedeutet genug. Sie bedeutet Mahnung und Schularbeiten und Stubenhocken. Fritzing schleicht sich bedripst davon. Oh, wann beginnt die schöne Zeit, da diese Schularbeiten aufhören und man einen Pferderücken zwingen kann? Er möchte so rasch wie möglich aus der Koppel seiner Jugend heraus. Aber vorerst geht er gehorsam nach Hause, und zur gleichen Zeit wird der zitternde Fuchs in den Stall geführt, der von nun an sein Zuhause sein wird. 50 Jahre Reißverschluß. 3m Jahre 1883 wurde ein deutsches Reichspatent auf eine Schuhbindung erteilt, durch die das lästige Schnüren und Knöpfen durch ein wesentlich einfacheres Verfahren ersetzt werden sollte. Darin dürfen wir den Ausgangspunkt für die Erfindung des Reißverschlusses sehen. Dreißig Jahre später ging, wie (3.21. Langen in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ausführt, die Entwicklung durch die Erteilung des Schweizer Patentes Kuhn-Moos in der gleichen Richtung weiter. Es folgten bann bald darauf so viele Patentanmeldungen, daß heute schwer festzustellen ist, wer der „wirkliche" Erfinder des Reißverschlusses gewesen ist. Man hat rund hundert Patente und Gebrauchsmuster auf diesem Gebiet zählt. Die deutschen und die Schweizer Erfinder, sowie die zahlreichen anderen Arbeiter an der Vervollkommnung und Nutzbarmachung dieses Gedankens sind nicht gerade vom Glück begünstigt gewesen, jedenfalls konnte keiner von ihnen einen nennenswerten wirtschaftlichen Erfolg erzielen. Wie so häufig auf dem Gebiete der Ausnutzung von Erfindungen machten die Amerikaner auch diesmal das Rennen. Der erste gebrauchsfähige Reißverschluß kam 1915 in den Vereinigten Staaten auf den Mrrkt, von dort ist er im Verlauf weiterer zehn zu tragen. Diese Einmütigkeit läßt eine Sodann 1 Forkseh 96ans Sr S Lettin Ime bt Dr. Äetel bi Mwerung Sage keiner, die Sammlerei des WHW. ist lästig: wer den hunger kennengelernt hat, der weiß, wie lästig erst der hunger ist. Lösung der dringlichen Aufgabe und sie wurde allgemein lebhaft deihliche warten. ge- erbe- förderlich zu sein. Weiterhin ist zu beachten, dH befreundete Organisationen, z. B. der Ski-Club @ie. ßen, gerne bereit sind, Baukostenbeiträge zu gebet und damit das gute Werk zu fördern, zum Tei! solche Spenden auch schon in ansehnlicher Höhe zui Verfügung gestellt haben. Angeregt wurde weiter, hin, sich auk an die obersten Stellen der Organj. sationen zu wenden, die Bestrebungen dienen, ntü denen das Wirken des VHC. auf einer Linie lieg! und nahe verwandt ist; man hofft auch, von boct her Beiträge zu ben Baukosten zu erhalten, jedoch wird nicht daran gedacht, deswegen etwa bcs Selbstbestimmungsrecht des VHC. in den Clubhäu- fern und auf dem Hoherodskopf aufzugeben. Von ben Vertretern aller Zweigvereine hörte man einhellig den Entschluß, nunmehr in den Vereinen mit allem Rachdruck für den plan des Führerrats einzutreten, um damit den Rot- Wendigkeiten auf dem hoherodskopf Rechnung Weihe desShrenmals in Schotten * Schotten, 28. Okt. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung fand am gestrigen Sonntag die Weihe des Ehrenmals der Stadt Schotten statt. Wegen des starken Regens mußte bei Hauptteil der Weihefeier in den Saal der Turin- Halle verlegt werden. Gegen 13.30 Uhr marschierte die Bevölkerung ir geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Gliederungen der Partei, der Kriegsopfer, der alten SoS- daten und aller Vereine von dem Hause der Kreisleitung aus nach der Turnhalle. Hier leite! t der Musikverein die Feier mit dem Spiel des Niei- derländischen Dankgebetes ein. Der Männerchoi brachte darauf das Chorwerk „Sanctus" von Schill- bert zu Gehör. Ein Schüler und eine (Spulerin trugen Gedichte von Walter Flex vor. Äauraßt Gilbert übergab hierauf mit Worten des Dan>. kes an alle Mitarbeiter das Ehrenmal an die Stabt: Bürgermeister Menge! nahm das Denkmal mhl einer längeren, zu Herzen gehenden Ansprache im städtische Obhut, dankte allen Mitarbeitern unö Spendern und erinnerte besonders an den verstorbenen Staatsrat Dr. Weber, auf dessen Vorschlag das Denkmal zurückzuführen ist. Er dankte auch । Fräulein Pröscher, die das Ehrenmal in bis 1 Weber-Pröscher-Stiftung einbezogen hat, und sprach 1 dann von dem Sinn und der Schönheit des Wall- fahrtsortes auf der Warte, wo das Denkmal steh!. ! bei öer ; fa^nen oa(I iinftatt. flAe? ßebi oo-nF del?, «ach e geitiM sseislc' Senft1111 B beS ö«»‘L w iii* ■3-8 ium ' in e-«el VestilNt niebergi Her Begl Effiinae Msführu wesen" i imlfünftig Wbesüb ! iZll bet tziilgenbes Mer wi yrzogen, :.n feiner iri ein la unbeirrt non einei miefenen iiriefe Bor wnenn sie eoerfü gten, tötfyiben L stufet. wurde u. a. beschlossen, die Stern- dem von allen Volksgenossen gern besuchten hoherodskopf ausreichende und zeitgemäße Unterkommensmüglichkeiten zu schaffen. Man hat daher die Absicht, auch die Provinz, bi» Kreise und die Gemeinden *im Beihilfen für oiefes • der Allgemeinheit dienende Werk zu bitten. Voi allem ist dabei ermutigend, daß der Leiter unserer - oberhessischen Provinzialverwaltung, Pg. Klostermann, bisher schon immer für die Erschließung des Vogelsberges größtes und dankbar begrüßte; Verständnis an den Tag gelegt hat, auch den guten Ausbau der Oberwaldstraße verwirklichte und ai5 echter Freund der oberhessischen Heimat alles tut, um der Provinz Oberhessen und ihrem Vogelsberg Ms. Es Ei" L'S Junten M leinen M wie D, tot. Du b töm ? Jwen j M tooy , #06mut Was Zeitschriften. — Als der Dichter Börries von Münchhausen p erst seine Stimme erhob urtb die deutsche Ballak» zu neuer Geltung führte, da klang es den Zeit" genossen wie ein fremder und doch irgendwie ort-; trauter Ton aus versunkener Welt. Diese Welt aber’ die sich hier neu erschloß, ist in Wirklichkeit notf1 gar nicht vergangen, denn der Dichter, der sie be" singt, findet mit feinen Liedern tausendfältigen lebendigen Wiederhall. Groß ist die Zahl seine1 Freunde. Sie alle werden es freudig begrüßen, da?! Münchhausen in der neuesten Nummer der,Zllu-> strirten Zeitung Leipzig" als Dichter uni' Mensch eingehende Würdigung findet. Der chm widmete, reich bebilderte Artikel von Karl BW, gibt dem Hefte das Gepräge, doch wird der darüber hinaus von einer Fülle interessanter Bei" ttäge und schöner Naturaufnahmen gefesselt. ha Ä'Nl! iBe,e spiel Fi 7fr d° fr» 6an, fr o. Sie Ufc3 1,5 W ft b Zahre nach Deutschland gelangt. Warum bedurft: es eines so langen Weges, ehe der Reißverschluf von seinen ersten Anfängen zu einem vielseift brauchbaren Gegenstand wurde, der in großer Mengen abzusetzen war? Ursprünglich mußten aus einem Metallstreifen geeignete Lamellen ausgeftaaji: werden, die bann mühsam einzeln auf das Stoff" band auf gedrückt wurden. Beim Ausstanzen bi!" bete sich nun damals ein Grat, ber ben Verschluss rauh machte, ein Mangel, ber allerbings burch $0" lieren ber Lamellen abzustellen war, bessen Beseiti-- gung aber viel Mühe unb Zeit beanspruchte. (Erf: allmählich gelang bie Herstellung von Maschinen,, mit.benen bie Reißverschlußlamellen selbsttätig g?1 setzt, auf bas Stofsband sortiert unb bort mit ben. nötigen Abstand festgebrückt werben können. Dii mobernste biefer Maschinen bewältigt heute in bet' Herstellung enbloser Bänber eine Leistung von dreißig Meter fertigen Reißverschlusses in bet Stunbe. In Deutschland gibt es etwa ein halb« Dutzenb leistungsfähige unb ebenso viel kleinen Firmen ber Reißverschluß-Branche. Eine Patent' treuhanbgesellschaft wahrt bie Interessen ber deut' scheu Fabrikanten, bie sich zusammen geschlossen haben; das ist die Mehrzahl. In der Welt gibt ti schätzungsweise 100 bis 150 Reißverschlußfabrikan- fen. Bei einer durchschnittlichen Belegschaftsziffer von 100 bis 150 je Fabrik dürfte insgesamt mit einer Zahl von 10 000 bis 15 000 Beschäftigten zu rechnen sein. — Das Ausfuhrgeschäft ist Verhältnis' mäßig recht bedeutend. Monatlich dürften aus Deutschland etwa 100 000 bis 150 000 Meter Reiß' Verschluß exportiert werden. Diese Ziffer war erfr Zu erreichen, nachdem das Monopol der Amerikaner' und Engländer auf dem Gebiete automatischer M schinen durch den Bau eigener hochleistungsfähiger Maschinen gebrochen werden konnte. Wanderungen am Himmelfahrtstage nächster Jahres für das südliche Oberhessen nach Butzbach, für bas nördliche und westlich! Oberhessen nach Alsfeld zu führen. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer, Volk uni Heimat wurde die fruchtbare Tagung geschlossen. nr muffe, dmd brin purd) imm Mhanbem M Beispi (ftbenb feil M hier Uenbe si Wer. We Wft auffo l'r erinne Morte bes pofe diese fit I Urbeben Arb« Kam 5 ketotet'äi W 5“e Wi-i-n- W« tz ■Alte mi -ick "4 wieder u -erreicht h tliber 2lu Mheren IRamerab ♦bet eine ifbewegun fo I fnöene Weiyeansprache unter Dem tyeieitroori: fahJSJ J&ebt den Toten ein Heimrecht". Während die bitt rsammluna sich erhob und die Musik das Lied Leit CI viin guten Kameraden spielte, wurden die Namen Bo e Ht4l^r 75 Gefallenen der Stadt Schotten verlesen, e ff i einem Chorgesang des Männerchors unter hn. RÄiJI ßihing des Dirigenten Nagelfchmidt sprach unzn ist. oberste Ausgabe Kameradschaft des Kreises Gießen. die Sterj AeiUeilllmbMkl Warum bck 1 der in F Ausstanzen «er den $eri: 2V Zorksetzung , - . _ 11 r Hand Qual dann einen 0:3 2:3 1:3 5:1 4:2 2:1 2:6 (0:2) (1:1) (1:3) (2:1) (2:1) (1:1) (1:3) der alten & hause der le. hier lei? Spiel des Si ’F Mannes tus" von «r eint Wj t vvr. fci Porten tato ial an die Äs 05 Denkiml r en Ansprch Mitarbeitern i an den Dtp: dessen Serie. ausstrecken durfte. Jetzt kam auch noch die dazu, Gretel liebte Dr. Diendorf. Er ließ Großchen Jutta zu Ende spielen, Vornan von Anny von panhnys lHeberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Fort. Düsseldorf — SV. Waldhof SpVgd- Fürth — Freiburger FC. Polizei Chemnitz — 1. FC. Nürnberg 1. FC. Hanau 93 — Berolina LSC. Berlin Minerva Berlin — Eintr. Braunschweig Sportfreunde Dresden — Masovia Lyck Hannover 96 — Schalke 04 schen Augen bestehen könne, sei eines jeden einzelnen. 3nd) einem Schülerchor unter Leitung von Lehrer lZm r i ch hielt Dekan Widmann eine tief empfinde ne Weiheansprache unter dem Geleitwort: i »en sie über eine noch so große Regelkenntnis irsrjügten, verschwinden, den sie seien der Krebs- sihaen der Bewegung. Zweifellos genüge die i.rorilische Eignung nicht, sondern der Schiedsrich- nr irrüsse, wenn er sich auf einen hohen Leistungs- jpait bringen wolle, an sich selbst arbeiten und W immer neuen Besuch der Arbeitsabende das jtarbnbene Wissen und Können vertiefen und durch ^il Beispiel für die anderen Kameraden richtung- barW U heft Bevölkerung ritt der W vereine W s.mehr in ir den Pim "nit den Rechne eine g,. Aufgabe et, n lebhaft be Berlin SW 68. Nachdruck oerbofen! )er Reißversj einem vich ndwestli: fuhren. ührer, Bolk, glich mußten teilen ausG i auf das v rief er etwas zu laut: „Heute gibt's natürlich extra guten Wein — ach, ich habe ja solchen Durst." Er trank sehr viel beim Nachtessen und als er sich ständig ein Schatten neben ihm her, machte ihm alles schwer. Wally Walbs Tod, an dem er sich schuldig fühlte, war wie ein Hemmschuh, der ihn 'S« rsfe t bi« M? oo".? hft? mtk'M nicht mehr sroh werden ließ. Dazu gesellte sich der Gedanke an Bettina, nach der er nie die 3m Vormittagsgottesdienst hatte Dekan Witz, mann in feiner Predigt der Gefallenen bereits in packenden Worten gedacht. dann oben m feinem Zimmer befand, die Damen waren zur Ruhe gegangen, öffnete er weit das Fenster und blickte zum sternenüberstreuten Himmel auf. Die kalte Nachtluft strömte herein und kühlte ihm die heiße Stirn. Unwirklich fast schien ihm das Erlebnis mit Wally Walb, das ihm so viel Qual gebracht. Er versuchte sich vorzustellen, Wally wäre noch am Leben und träte plötzlich hier zur Tür herein. Er zog fröstelnd die Schultern hoch und wußte, wenn das Wunder geschähe, würde er doch nicht glücklich ein können. Er wußte es jetzt mit großer bedrücken- )er Sicherheit, er liebte Bettina. Es gab keinen Zwei- el, er liebte sie. Er flüsterte ihren Namen und das tat ihm gut, flüsterte immer wieder ihren sanften, weichklingenden Namen. 29. Kapitel. Gräfin Jutta übernimmt eine Mission. Am ersten Weihnachtsfeiertage fiel Schnee. Zart schwebten die himmlischen Federchen nieder seit dem frühen Morgen. Schon ganz hoch lag der Schnee und Gretel meinte bedauernd: „Durch den hohen Schnee kann Bettina schlecht durchkommen mit dem Rad," als es aber gegen Mittag noch immer ununaufhörlich weiter schneite, klingelte das Telephon und weil Hans Syden sich gerade in der Nähe des Telephons befand, nahm er den Hörer zur Hand. Bettina entschuldigte sich, aber es sei ihr bei dem Wetter unmöglich, heute zu kommen. Hans dachte flüchtig, eigentlich wäre es gut, wenn er Bettina heute nicht wiedersähe, aber dann wurde er schwach und antwortete: „Am ersten Weihnachtsfeiertage dürfen Sie nicht im Waldschlößchen fehlen. Ich werde Sie ^bholen, in meinem Auto sitzen Sie warm und sicher. Mein neuer ,Grauer' nimmt es mit jedem Wetter auf." Bettina zögerte etwas mit der Antwort, aber dann nahm sie an. Sie wußte ja, wie sehr sie von der Freundin erwartet wurde und die beiden Groß- chen würden auch unzufrieden sein, wenn sie heute nicht käme. Zum ersten Male seit zehn Jahren. Ihre Eltern galten auch stets als eingeladen, aber sie waren der Einladung noch nie gefolgt. Sie sahen an Feiertagen gern daheim und ruhten aus. Fußball-Meisterschaftsspiele der Gauliga Nordheffen. Alle Spiele im Gau Nordhessen hatten am Sonntag unter den schlechten Witterungsoerhält- nissen zu leiden und einige überraschende Ergebnisse sind wohl auf die schlechten Bodenverhältnisse zurückzuführen. So konnte der Altmeister Borussia Fulda gegen den bisherigen Tabellenletzten, Spiel- verein Kassel, nur ein Unentschieden von 2:2 in Kassel erreichen und VfB. Friedberg kam auf dem Platz des Neulings Kurhessen Marburg zu einem unverdienten 3:2-Sieg. Germania Fulda, die zu Hause den SV Bad-Nauheim mit 4:0 abfertigte, konnte ihren zweiten Tabellenplatz weiter festigen und liegt jetzt nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer Hessen Hersseld, hat allerdings auch ein Spiel mehr. Der Gauliga-Neuling SV. Bad- Nauheim ist durch die neue Niederlage auf den letzten Platz zurückgefallen. Aus anderen Gauen. Gau Südwest: Phönix Ludwigshafen — Eintracht Frankfurt 4:2; Union Niederrad — FSV. Frankfurt 1:1; FV.Saarbrücken — Kickers Offenbach 3:2; Bor. Neunkirchen — Wormatia Worms 2:1; Opel Rüsselsheim — FK. Pirmasens 3:4. Gau Bayern: ASV. Nürnberg — Wacker München 4:1. Es erfülle ihn mit besonderer Genugtuung, daß gerade die Schiedsrichter des Kreises Gießen den Vergleich mit größeren Kreisen aushalten können und die Tatsache, daß mehrere Schiedsrichter in der obersten Klasse, der Gauliga, Verwendung finden, zeige am deutlichsten, daß hier planvoll im richtigen Sinne gearbeitet werde. Nach einer kurzen Schlußansprache wurde ine Arbeitstagung in üblicher Weise geschlossen. 3. Fuhball-Vereinspokal-Haupttunde. VfR. Mannheim — VfL. Benrath ausgefallen, Unfall am ungeschützten Bahnübergang <> Mücke, 28. Okt. Am Samstag kurz nach 18 Uhr ereignete sich hier an dem Bahnübergang der Bahn Hungen — La ubach — Mücke ein Zusammenstoß der Bahn mit d e m Postauto, das um diese Zeit von Ulrichstein her hier eintrifft. Nur durck die Geistesgegenwart des Autolenkers verlief Der Zusammenstoß ohne ernstliche Folgen. Das Auto, das 18.12 Uhr hier eintrifft, kreuzte wie immer in langsamer Fahrt den Uebergang der Bahn, der leider immer noch nicht durch eine Schranke geschützt ist. Zu gleicher Zeit fuhr der schon 18.38 Uhr fällige Personenzug vorüber, faßte den Kühler des Autos und zertrümmerte ihn. Der hintere Teil des Autos wurde - seitwärts geschleudert und kam fast in die Richtung des Bahngleises zu stehen. Die Fahrgäste sowohl als auch der Lenker des Autos kamen mit dem Schrecken davon. Wäre das Auto 1 bis 2 Meter weiter gewesen, wären die Folgen des Unglücks nicht abzusehen gewesen. Der neuerliche Unglücksfall dürfte eine ernste Mahnung sein, für einen genügenden Schutz an diesem Uebergang zu sorgen. Lcict Wohltuendes. Dl spielte: Es ist ein Ros' entsprungen, aus einer Wurzel zart. s litts Syden sann: Wie schön müßte Bettinas Sfimie das alte Lied fingen! Uil dann wieder dachte er, was ging ihn Bettina «rt, es war wohl doch nur Einbildung, die ihn jeraft oft bei dem Gedanken landen ließ, er liebte BWru. Siebte schon lange und liebte sie mehr und art-bir. als die schöne Wally Walb. $ «grübelte, er mar auf dem besten Weg ein <5ii)i)irling zu werden. Er mußte sich frei machen, mit afier Gewalt frei machen von so vielem, was ihikinjtzt den Kopf beschwerte. A.'l7 das ging nicht so einfach. K war zwar von Natur ein energischer, lebens® de.tzaMder Mensch — jetzt aber war es, als liefe | -i ^er Verlauf der Arbeitstagung der Schieds- dlfter-Kameradschast des Kreises Gießen gestaltete [id zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das 8ö?edsrichterwesen. Pünktlich eröffnete der Kreis- [ul'er Hugo Henkel (Gießen) die Tagung. Er We im Laufe einer kurzen Eingangsansprache «fi daß die Schiedsrichterbewegung zahlenmäßig aiider ihren alten Stand von 86 Schiedsrichtern irrscht habe. Besonders gab er seiner Freude dar- ifii" Ausdruck, daß auch viele Schiedsrichter aus tii eren Jahren den Weg zur Schiedsrichter- kaneradschaft zurückgefunden haben, um hier wie- )ei erneut in Treue den hohen Zielen der Sport- ieiaegung zu dienen. ,, - - Umschließend erteilte er nach herzlichen Worten 8 ScWieii i )er Begrüßung dem Gau-Schiedsrichter-Referenten Dmaenfeld (Fulda) das Wort. Bevor dieser ^Üührungen zu dem Thema „Das Schiedsrichter- II vU/Vlll »e n" machte, umriß er in großen Zügen den rf6r m.... . M astigen Neuaufbau des Reichsbundes für >n k » ■ • **' esübungen. istnhÄ dem Hauptthema des Tages führte er etwa nona01 :^rn$e5 aus: Die wahre Eignung zum Schieds- 2 r 1^£ßr werde diesem nicht in der Kameradschaft an- ©aai öer in? «^gen, sondern die Voraussetzungen müsse jeder iiit Diner Person mitbringen. Erste Voraussetzung Id in lauterer und unanfechtbarer Charakter, der iml irrt aller Anfeindungen den graden und ihn Ion einer sinngemäßen Auslegung der Regel ge- is-iesnen Weg gehe. Alle die Schiedsrichter, die LÜcs Voraussetzungen nicht erfüllten, müßten, selbst sein. Der Sinn der Kameradschaft bedeute Ech hier restlosen Einsatz für die Idee und weit- Whende Unterstützung der Kameraden unterein- Er banfteo Wenn man fo die Schiedsrichter-Kamerad- Hrenmal ml W auffasse, so könne der Erfolg nicht ausbleiben, n hat, und [' Mi erinnerte in diesem Zusammenhang an die önhei't des? 98ore des Führers: „Wie die Saat, so die Ernte". ,5 Denkmal h »* diese Ernte so ausfalle, daß. sie vor den kriti- ßihing des Dirigenten Nagelschmidt sprach Steigleiter Kromm, der auf die Schönheiten des Dmkmals hinwies und zum Schlüsse des Führers ritt begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen ge- dcchte. Der gemeinsame Gesang der ersten Verse de. Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes be° trßete die Feier in der Turnhalle. In geschlossenem Zuge marschierte man sodann zumDenkmalaufderWarte,wo nach zwei M sikalischen Darbietungen Dekan Widmann 9elerni hat imciner kurzen Weiheansprache das Denkmal seiner s Mimmung übergab. Zahlreiche Kränze wurden niiiergelegt. Eine Abteilung des Kriegervereins feierte eine Ehrensalve ab. Ortsgruppenleiter Z schky sprach das Schlußwort und gedachte da- beQ*f. bs der Gefallenen des Weltkrieges und der Ge- ?! falenen der Bewegung. träge,, - 3a5 vorgesehene Opferfeuer wurde wegen ?m !, $ bi1: starken Nebels auf einen späteren Zeitpunkt lich'er N' »s choben. Bei Einbruch der Dämmerung fand ® oefengeläut zum Gedächtnis der Gefalle- «er statt. bienen j 6quA von J 1 galten, [ä ] 9en etwa 1 ? den Clubh^ mn. Arbeitstagung der Schiedsrichter- ^dlM darch ^CrI5 Syden begriff jetzt, er dachte daran, daß ar' 7*le ifirn Bettina anvertraut: I ch glaube, Gretel ^"'p'L l Ub t Dr. Diend 0 rf. ! von MV AI2te[ beneidete die Schwester, die Assistentin des len selvsu ( M-ziis. Es gab da nichts weiter nachzudenken. Es lnd oortm , ic^'in |0 jegr schlimm um das Jungmädchenherz 'den können. - - ^hen. In zorniger Aufwallung Dachte er an ttijt Diim i nqlüdfeligen Zufall, der Gretel in Dr. Dien- ne M* ite Näh- geführt schlusses >" 3rennten die Kerzen am Weihnachtsbaum nicht et®fl/J11..’mtattif, hatte der Silberbehang der Tannenzweige nso viel uilck seinen Schimmer verloren? he. Tine P- tzrvßchen Jutta lachte vergnügt: „Mein liebes teressen der , MD, gur Krankenpflegerin, zur Schwester von der .iamwenE 2ßrl roje Dr. Diendorfs Assistentin, paßt nicht eine der WH je«. Du bestimmt nicht." -oerschluvl^ ,^)a könntest dich irren," antwortete Gretel und Belegt0'1- in? ii^en Augen lag ein schwämerischer Ausdruck, He insgesa^ wohl nur ihr Bruder richtig deutete. ri KeschäE 9r: ßmutter Leonore legte die Hand auf Gräfin haft ist * TAa- Arm. tlid) dürW. „Gieiele, bitte, noch etwas, ich höre die dünnen 1OOO Äläncie des Spinetts so gern, sie passen zu den , Ziffer (^fersrungen an Längstentschwundenes, die einem ns der an» [clchem Tage wie heute kommen." Automat 3ica Syden erhob sich mit der ihr eigenen a xtpi tun95,c jm;m ilichen Lebhaftigkeit und nahm wieder vor dem EUE Platz. Ihre Hände griffen ein paar Akkorde, 1Ie- betolnn hatte etwas Wehmütiges, Verschollenes und Ergebnisse der Bezirksklasse, Gruppe Gießen-Oi>l. VfB.-R. — 1900 1:1 (1:1). Spv. 05 Wetzlar — Niedergirmes 1:0. Bissenberg — Watzenborn-Steinberg 7:3. Frohnhausen — Dillenburg 3:1. Sinn — Naunheim 2:5. Der Lokalkampf auf dem Waldsportplatz des DsB.-Reichsbahn stand trotz des Unentschieden im Zeichen der Platzbesitzer. Nur dem ganz überragenden Spiel von Zeiler und Lippert war es zu verdanken, daß die 1900er einen Punkt erringen konnten. In Wetzlar siegten die Platzbesitzer gegen Niedergirmes nach einem bis zur letzten Minute spannenden Kampfe. Ein Elfmeter in der ersten Halbzeit sollte den Spielverlust für die Gäste bedeuten. Trotz heftigen Widerstandes mußten sich die Steinberger von den Bissenbergern hoch geschlagen bekennen. Die Gastgeber werden von Spiel zu Spiel besser und sollten bei diesen Leistungen ihren Platz in der Spitzengruppe behaupten. — Das Lokalspiel Frohnhausen hat den Eindruck des Vorjahres bestimmt verwischt. In einem sehr fairen Spiel siegten die Frohnhäuser auf Grund besserer Leistungen. In Sinn konnte der Tabellenführer durch einen eindeutigen Sieg seine Position halten. Oie Ergebnisse der Handball-pokalrunde. Mannheim: Baden — Brandenburg ausgefallen, Göppingen: Württemberg — Südwest 5:7 (3:4) Krefeld: Niederrhein — Bayern 7:3 (4:2) Stettin: Pommern — Schlesien 8:12(3:5) Gera: Mitte — Nordhessen 11:5 (5:4) Braunschweig: Niedersachsen-Mittelch. 15:5 (8:3) Werdau: Sachsen — Ostpreußen 9:4 (4:2) Minden: Westfalen — Nordmark 11:4 (6:1) Handball-Gauligaspiele Nordhessen ausgefallen. Die beiden im Gau Nordhessen angesetzten Treffen zwischen Tuspo Bettenhausen und 86/09 Kassel sowie zwischen Eschwege und Spieloerein Kassel wurden ebenfalls abgesagt, so daß die Gauliga im Handballgau Nordhessen vollkommen spielfrei war. Lokalkamps M.-R.-190Ü 1:1 (1:1). Es war von vornherein klar, daß, nachdem anhaltender Regen dem Spielfeld auf dem Waldsportplatz heftig zugesetzt hatte und es in einen 'Morast verwandelt hatte, mit einem hochwertigen Kampfe nicht zu rechnen war. Die Zuschauer stellten sich denn auch entsprechend ein und schraubten die Erwartungen nicht zu hoch. Daß trotz alledem eine leise Enttäuschung übrig blieb, muß den Mannschaften zur Last gelegt werden. Man sah wirklich keine außerordentlichen Leistungen. Den unmöglichen Bodenverhältnissen darf dabei gar nicht alle Schuld zugemessen werden. Auch der Schiedsrichter war nicht schuld. Daß das Publikum nicht in jeder Entscheidung mit ihm einverstanden war, hat nichts zu bedeuten und liegt in der Natur eines Lokalkampfes. Von beiden Mannschaften hätte man erwarten dürfen, daß sie sich etwas mehr anstrengten. Selbstverständlich zugegeben, daß der Boden höchste Anforderungen stellte. Die Spielvereinigung 1900 ging etwas benachteiligt in den Kampf, da sie in letzter Minute drei Mann Ersatz einstellen mußte. Der Ersatz, Schalch, Schäfer und Jung, alle drei aus der dritten Mannschaft, ließen sich aber sehr brauchbar an. Sie taten vollauf ihre Pflicht. Bei den Grünweißen fehlte Lehrmund. An seine Stelle trat Hauptfeld. Die Gegner traten in folgenden Aufstellungen an: VfB.-R.: Haas Leutheuser I. Leutheuser II. Heß Knauß Hauptfeld Ranft Fehling Wlodarek Erben Szponik Dörr Jäger Schmelz Koch Jung Schäfer Heilmann Schalch Lippert Zeiler 19 0 0 : Fischer Flotter Kampf der ersten Halbzeit. Der Spielverlauf brachte zunächst das übliche Tasten nach den schwachen Punkten. Es wurde bald offenbar, daß der schwächere Sturm bei der Spieloereinigung stand, dafür aber 1900 die stärkere Verteidigung stellte. Es entwickelte sich zunächst ein flotter Kampf. Der Sturm der Grünweißen war bei seinen raschen Angriffen durchweg gefährlicher als der der Gegner, obwohl er sich vor dem Tore durchaus nicht klar durchzusetzen verstand. So wurden schon kurz nach Beginn zwei klare Chancen oergeben, die unter allen Umständen hätten ausgenützt werden müssen. Dem Gästetorwart gelang die Abwehr jeweils nur mit viel Glück. Dem Rechtsaußen Ranft geschah es einmal, daß er fast mit dem Ball in das gegnerische Tor fiel. Fischer konnte das Leder erst im letzten Bruchteil einer Sekunde greifen und so den Erfolg verhindern. So war es für die Platzbefitzer eine heftige Ueberraschung, als nicht sie es waren, die das Führungstor schossen. Bei einem raschen Durchbruch der Gäste, nach einem Geplänkel vor dem Tor der Grünweißen kam der Ball dem Linksaußen Dörr gut vor den Fuß, der entschlossen und gut placiert einsenden konnte. Haas, ziemlich verdutzt, konnte den (Erfolg kaum verhindern. So lautete das Ergebnis also 0:1 für die Spielvereinigung. Der Kampf gewann in der Folge an (Elan. Auf beiden Seiten wurden mächtige Anstrengungen gemacht. Der Sturm der Blauweißen konnte sich aber nicht überzeugend durchsetzen. Dagegen schufen die Platzbesitzer kurz hintereinander noch einige gefährliche Situationen vor dem Gästetor. (Eine Flanke von rechts gab Szponik eine glänzende Chance. (Er jagte den Ball aber hoch über das Gehäuse. Die Enttäuschung der Anhänger des Platzvereins war sichtlich sehr groß. Erst in der 30. Minute gelang der Ausgleich. Ein scharfer Schuß von links wurde von Fischer in das Feld abgewehrt, Ranft kam in den Besitz des Leders und konnte verwandeln. Nun stand der Kampf 1:1! Weitere Angriffe der Grün- weißen wurden von der Gästeverteidigung Zeiler und Lippert energisch und sicher abgewehrt. Da sich der Sturm der Blauweißen zu keiner besonderen Leistung aufraffen konnte, blieben die Grünweißen meist überlegen und brachten dies zumindestens in vielen Ecken zum Ausdruck. Torlos nach der Pause. -Nach kurzer Pause ging der Kampf weiter. Es enstand in der Folge ein hartes Ringen Mann gegen Mann, so daß der Schiedsrichter öfter eingreifen mußte. Mit zunehmender Härte verlor aber das Spiel an Niveau. Der Kampf gestaltete sich ausgeglichener. Beide Mannschaften rieben sich im Mittelfeldspiel, im schwersten Morast auf. Der Boden war immer weicher geworden. Der Ball war kaum mehr zu dirigieren. Von einer exakten Ballabgabe konnte keine Rede mehr sein. So fiel auch eine geschlossene Mannschaftsleistung fort. (Ein Strafstoß, vom Hauptfeld verursacht, brachte den Blauweißen nichts ein, Denn Haas hielt sicher, auf Der anDeren Seite vermochten aber auch Die VfB er ihre vielen Ecken nicht auszunützen. Zeiler focht in Der VerteiDigung, trotzdem er einige Male hart angegangen wurde, wie ein Löwe. Lippert rettete einige Male sicher und elegant, so daß auch Den Platzbesitzern (Erfolge versagt blieben. Gegen Ende des Kampfes gingen beide Mannschaften noch einmal sehr aus sich heraus, Der Kampf wurde unter Den heftigen Anfeuerungen des Publikums etwas dramatischer, aber alle Anstrengungen blieben vergeblich. Als Fehling herausgestellt wurde, zogen die 1900er noch einmal mächtig los, Der Sturm konnte sich aber auch jetzt nicht Durchsetzen. So blieb es beim 1:1 und man teilte sich frieDlich in Die^ Punkte. Das Ergebnis wäre nicht ungerecht zu nennen gewesen, wenn Die Mannschaft Des VfB.-Reichs- bahn knapp gewonnen hätte. In Der Kritik Der Es wurde Bettina schwer, Hans Syden wiederzusehen und sie sehnte sich doch genau so danach, wie er sich danach sehnte, sie wiederzusehen. Noch immer glaubte sie ihn sagen zu hören: Bettina, mir erscheint jetzt manches gana anders als früher. Ich fange allmählich an, zu begreifen, ich bin wie ein Narr an dem vorbeigegangen, was wohl das große Glück für mich geworben wäre! Ihr Herz tat weh und war doch zugleich so froh bewegt, daß ihr zumute war, als müsse sie jubeln und meinen zu gleicher Zeit. Sie machte sich Dann zurecht unD wählte ein neues Kleid, Das sie sich in Berlin gekauft. Es war ein schwarzes, hochgeschlossenes Abendkleid aus Georgette mit schmalen Pelzstreifen. Sehr schön und vornehm sah sie darin aus. Sie wußte es genau und konnte nicht anders als es anziehen. Sie wollte Hans Syden gefallen, das Verlangen war da und fofberte Erfüllung. Hans Syden kam und begrüßte Bettinas (Eltern, er unterhielt sich ein wenig mit ihnen, und weil er ihnen eine Freude bereiten wollte, sagte er: „Sie haben eine berühmte Tochter, sie hat sich mit Wilderlings Liedern viel Beifall geholt." Johannes Hochwald nickte eifrig. „Wenn sie wollte, könnte sie vielleicht sehr berühmt werden. Die kurze Konzertreise wird bald vergessen werden, was davon bleibt, ist Die Verbreitung Der schönen Lieder, und das war ja auch Sinn und Zweck Der Konzertreise. Aber Bettina erhielt Danach schon eine Menge Angebote, in Konzerten mitzuwirken. Aber Das Mädel mag nicht." Frau Hochwald zuckte leicht Die Achseln. „Es ist immerhin möglich, Bettina besinnt sich noch. Sie sagte heute zu mir, manchmal hätte sie Lust, die Angebote anzunehmen." Bettina befand sich noch in ihrem Zimmer. Sie wußte aber, Hans Syden wartete schon unten auf sie. Vor Dem Spiegel setzte sie Das kleine schwarze Samtbarett auf, Das fast kokett aussah, und Dann schlüpfte sie in den Tuchmantel mit dem breiten Skunkskragen. Alles, was sie trug, hatte sie unterwegs auf der Konzertreise gekauft, und als sie Hans SyDen vor sich sah, durchzuckte es ihn, wenn Bet- tina das kleine Städtchen verließe, um sich mit ihrer herrlichen Stimme neue Erfolge zu holen, dann würden sich unterwegs viele in sie verliebten und ihr Herz und Hand anbieten. Darunter wohl Leute, gegen Die er mit seinem hübschen Einkommen und seinem klingenden Namen nur ein Nichts war. Wie Eifersucht glomm es in ihm hoch und er dachte, ergrimmt auf sich selbst, wo hatte er nur früher feine Augen gehabt. (Er hatte Bettina mit festem Händedruck begrüßt, daß Dabei in feinen Augen Bewunderung zu lesen war, wußte er nicht, und Bettina bemerkte es nicht, Die Mutter nahm sie in Anspruch mit einer Frage. Dann saßen sie beide in dem Prachtauto, das nun schnell dahinfuhr durch die schneedurchstöberte Landschaft. Hoch oben vom anderen Ufer grüßte die Burg im Wintergewande. Hans Syden begann nach einem Weilchen: „Ich habe jetzt den Beweis, daß Gretel Dr. Diendorf liebt. Sie schwärmt nämlich davon, Krankenschwester zu werden. Es ist in ihrem Fall wirklich nur Schwärmerei, Denn ich hörte klar heraus, sie be- neiDet Die Helferin Dr. DienDorfs und, wenn auch vielleicht noch etwas unklar, arbeitet in ihr Der Gedanke, sie könnte sich irgendwie in seiner Nühtz als Schwester betätigen." Bettina antwortete: „Ich werde ja an Dr. Dien- Dorf schreiben, vielleicht schon morgen, aber es kommt mir fast vor, als wollte ich schmutzige Arbeit tun." Er erwiderte hart: „Es geht doch nicht anders, Bettina, Dr. Diendorf muß ausgeschaltet werden aus Gretels Herzen." Bettina schwieg geraume Zeit, bann sagte sie: „Gretel erfuhr doch von Diendorfs Mutter, er wäre mit seiner Pflegeschwester verlobt gewesen, hätte dicht vor Der Hochzeit gestanden und betraure sie sehr. Weiter scheint also auch Die Mutter nichts zu wissen, sonst spräche sie wohl kaum zu jemand von Der Sache. Gretel fühlt großes MitleiD mit Dr. DienDorf." Er murmelte: „Und im Grunde trage ich Die SchulD an allem, überall ergeben sich nun Gewissenskonflikte, aber Damals, als ich Wally Walb zur Flucht überredete, schien alles so einfach." Er warf Den Kopf zurück. „Sie tun wirklich keine schmutzige Arbeit, Bettina, wenn Sie an Dr. Dien- Dorf schreiben. Sie zerstören ja nichts — Dr. Diendorf liebt Die Tote, Gretel Dürfte Doch nicht auf Gegenliebe hoffen. Sie Denkt ja auch nicht Daran, sie weiß ja von feiner Mutter, Daß er um feine Braut trauert — Doch nach allem, was vorgefallen, muß zwischen Den SyDens und Den DienDorfs ein Hindernis aufgerichtet werden, eine Scheidewand^ Ihm kam ein Gedanke und er sprach ihn aus. „Bettina, ich glaube, es ist einfacher und richtiger, ich selbst würde Den Brief an Dr. DienDorf schreiben. Ganz kurz, ganz offen, nicht etwa feindselig. Nein, in keiner Weise, Denn ich muß bekennen, ich empftnDe keine Feindschaft gegen ihn, nur ein bitterböses Schuldgefühl, trotzdem wir sozusagen quitt sind. Ja, gegen ihn bedrückt mich schwere Schuld, gegen ihn und gegen Die Tote." Bettina erwiDerte nach kurzem Nachdenken: „Sie mögen recht haben, es ist besser, wenn Sie ihm selbst schreiben." (Fortsetzung folgt I) Mannschaften — sofern sie notwendig erscheint — bleibt nicht viel zu sagen. Es gäbe keine überdurchschnittliche Leistung. Einzelne Spieler auf beiden Seiten setzten sich stark ein. Zu ihnen zählen Zei- ler und Heilmann (1900), sowie Leutheuser I, Knauß, Szponik und Ranft bei VfB.-Reichsbahn. Bei 1900 ließen einige Spieler die mangelnde Konzentration und den nötigen Einsatz vermissen, während sich die übrigen bemühten, ihre Pflicht zu tun. Der Schiedsrichter W i n g e n f e l d (Fulda) hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Seine Entscheidungen waren ernsthaft nicht anzugreifen. Die Zuschauer waren manchmal weniger um Objektivität bemüht. Aber auch das gehört zu einem Lokalkampf! Das Felsberg-Rennen abgebrochen. Da beim diesjährigen Felsberg-Rennen infolge des schlechten Wetters zahlreiche Stürze in den ersten Läufen vorkamen, sah sich der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, gezwungen, das Rennen abbrechen zu lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte von den gestarteten Fahrern Toni B a b l (Miesbach) mit seinem Douglas-Gespann mit 107,9 Stundenkilometer den besten Tagesdurchschnitt herausgefahren. Bei den Solomaschinen kam Fleischmann auf RSU. auf 106,6 Stundenkilometer und sein Markengefährte Steinbach auf 105,5 Stundenkilometer. Unter den Gestürzten war auch der deutsche Seitenwagenmeister Hans Schumann (Nürnberg). Erfreulicherweise verlief aber sein Sturz glimpflicher, als es zuerst den Anschein hatte. Korpsführer Hühnlein ehrt die deutschen Meister. Nach dem vorzeitigen Abbruch des Felsbergrennens nahm der Führer des deutschen Kraftfahrsportwesens Korpsfuhrer Hühnlein am Sonntagabend in Saarlouis die Ehrung der deutschen Motorsportmeister vor. In einer Ansprache hob Hühnlein die prächtigen Leistungen der deutschen Motorsportler hervor. Dann verlieh er die von der ONS. im Vorjahr geschaffene Meisternadel an A. Geiß (DKW.), O. Steinbach (NSU.), K. Braun (Horex) und H. Stuck (Auto-Union). Hans Winkler übernahm die Nadel seines Kameraden Schuhmann, die er ihm ins Krankenhaus mit den besten Wünschen für seine baldige Genesung überbringen wird. Brüder Aeidel-Sieger im Gauivaldiaus. Großer Erfolg der beiden Heuchelheimer Turner. — Kasseler Leichtathleten im Hintertreffen. — Um die Kreis-Waldlaufmeisterschast. Dem Fachamt Leichtathletik im Kreise Gießen war für den gestrigen Sonntag die Durchführung des Waldlaufes um die Gaumeisterschaft übertragen worden. Unter der bewährten Leitung des Kreisfachamtsleiters Gg. R i ch t b e r g nahm der Wettbewerb einen glatten Verlauf. Als Starter fungierte der Trainer W. Schmidt. Für die Kontrollen auf der Strecke stellten sich uneigennützige Helfer zur Verfügung. Am Gauwaldlauf, der gleichzeitig auch durch eine Anzahl Teilnehmer unserer engeren Heimat als Waldlauf um die Kreismeisterschaft bestritten wurde, beteiligten sich 30 Läufer, von denen 27 das Ziel passieren konnten und die 10 Kilometer lange Strecke hinter sich brachten. Kassel war stark vertreten, insbesondere CT. Kassel und Hessen-Preußen Kassel hatten ihre aussichtsreichsten Bewerber entsandt. Die SA.-Brigade 47 Kassel war auch durch vier Läufer vertreten, für die Standarte 116 Gießen starteten Rieb, Grölz, Lang und Röhl. Die Spieloereinigung 1900 lag mit vier Mann im Rennen (K o ch G., Richter, H. Peters, Linsemann). Der Turnverein Heuchelheim hatte die drei Brüder N e i d e l (Hans, Franz und Erwin) gemeldet. Ferner waren noch Läufer aus Marburg, Fulda, Mainzlar usw. am Start. Start und Ziel war der Waldsportplatz des VfB.- 'Reichsbahn Gießen. Die 10 Kilometer lange Strecke führte die Läufer ständig durch Wald. Sämtliche Teilnehmer wurden geschlossen gestartet. Zunächst war eine halbe Runde' aus dem Sportplatz zurückzulegen, dann wurden die Läufer sofort auf die erste Schneise entlassen. Auf der Straße nach Reiskirchen führte die Strecke bis zur 7. Schneise, an der die Läufer rechts abzubiegen und in gerader Linie dem Anneröder Weg zuzustreben hatten. Auf dem „Butterweg" war wieder bis zur ersten Schneise zurückzulaufen. Nach einer Runde auf dem Waldsportplatz mußten die Läufer den 5 Kilometer langen Weg ein zweites Mal hinter sich bringen. Den Abschluß des Laufes bildete dann eine weitere Runde auf dem Zielplatz. Nach dem Startschuß zog. sich das Feld verhältnismäßig rasch auseinander. Bereits beim Einbiegen auf die Grünberger Straße lagen die beiden Heuchelheimer Hans und Franz N e i d e l an der Spitze, ihnen direkt angeschlossen die beiden Kasseler Walpert und Schachtler. Das übrige Feld folgte in geschlossener Gruppe in wenigen Metern Abstand, der sich aber in der Folge rasch vergrößerte. Die beiden heimischen Turner legten anfänglich ein scharfes Tempo vor und distanzierten sich bereits in der 7. Schneise mit einigen Meter Vorsprung von Walpert. Schachtler war bereits etwa 15- Meter zurückgefallen. Mehr und mehr fiel dann auch Walpert zurück, und als die beiden Heuchelheimer den Waldfportplah zum zweiten Male verließen, betrug der Abstand bereits nahezu 200 Meter. Dabei blieb es fast während der ganzen zweiten Runde. Erst gegen Schluß holte Walpert wieder etwas auf, den großen Vorsprung der beiden vor ihm konnte er aber nicht mehr kassieren. Im Ziel lag er etwa 150 Meter zurück. Dor dem Start: Die Teilnehmer des Gauwaldlaufes erhalten von Trainer W. Schmidt den Verlauf der Strecke erklärt. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) > V Unangefochten passierten Hans als Erster und Franz Neide! als Zweiter mit 2/io Sekunden Unterschied unangefochten das Ziel. Zeit: 35:37,6 Minuten und 35:37,8 Minuten. Der Kasseler folgte als Dritter in 36:08,8 Minuten. Da der Turnverein Heuchelheim auch den drillen Reidel (Erwin), die drei Brüder also als Mannschaft gemeldet hatte, und Erwin sich Die Sieger des Gauwaldlaufes: die Brüder Hans (links), Franz (rechts) und Erwin N e i d e l (Mitte), die für den Turnverein Heuchelheim starteten. ebenfalls günstig placieren konnte, fiel auch der Mannschaftssieg an den Turnverein Heuchelheim. Die drei Turner haben mit diesem Sieg einen ganz großen Erfolg errungen, der um so verdienter ist, als ihnen kaum ausreichende Trainingsmöglichkeit zur Verfügung steht und sie ihre Leistung nur unter äußerstem Einsatz, bei strengster Selbstdisziplin und durch ungeheure Energie erreichen konnten. Das übrige Feld hatte sich im Verlaufe des Wettbewerbs weit auseinander gezogen. Zwar gab es unterwegs manchen Positionskampf, an die Leistungen der Spitzengruppe reichte aber keiner heran. Besonders erfreulich ist, daß sich die Läufer de» SA.-Standarte 116 (Grölz, Rieb und Lang hinter den routinierten Läufern der Kasseler Turn> gemeinde und der Heffen-Pr'eußen Kassel, in bei Mannschaftswertung an vierter Stelle behaupten konnten. Die Spieloereinigung 1900 schnitt diesmal nidj so gut ab. Sie mußte sich in der Mannschaftswe^ tung des Gauwaldlaufes mit dem sechsten Platz be. gnugen, in der Bewertung für den Kreiswaldlaui mit einem fünften und sechsten Platz (Einzelwer- ' tung) und mit dem zweiten Platz in der Mannschaftswertung. Oie Ergebnisse. Gaumeisterschaft. ! Einzelwertung: Arbeitsdienstmann Hans j Neide! 1/222 (TV. Heuchelheim) 35:37,6 Min.; 2 i Franz Neide! (TV. Heuchelheim) 35:37,8 Min.; z \ Walpert (Hessen-Preußen Kassel) 36:08,8 Min.; \ § Schachtler (Kasseler Tgmde.) 36:51 Min.: 5. Raob (Tgmde. Fulda) 37:13,6 Min.; 6. Scheyhing (Hxi, sen-Preußen Kassel) 37:25,6 Min.; 7. Welker (gj, gerstand. 11 Marburg) 37:39,6 Min.; 8. Ries (ta, ter Tgmde.) 37:43,6 Min.; 9. Grölz (SA.-Standari- 116 Gießen) 37:44,6 Min.; 10. Bihn (Kassie Tgmde.) 37:44,6 Min. Mannschaften: 1. TV. Heuchelheim Punkte (H. Reidel, F. Reidel, E. Reidel); 2. Kasse, ler Tgmde. 18 Punkte (Schachtler, Ries,' Bihn); z Hessen-Preußen Kassel 20 Punkte (Walpert, Schey hing, Batz); 4. SA.-Standarte 116 Gießen ft Punkte (Grölz, Rieb, Lang); 5. SA.-Standarte 83 Kassel 44 Punkte, ^Roßbach, Werner, Wenck); & Spielvgg. 1900 Gießen 45 Punkte (Gust. Koch, Px. ters, Richter). kreismeisterfchaft. Einzelwertung: 1. H. Reidel (TV. H^ chelheim) 35:37,6 Mm.; 2. F. Reidel (TV. Jjey. chelheim) 35:37,8 Min.; 3. Gust. Koch, (Gieha 1900) 38:13,6 Min.; 4. E. Reidel (TV. Heuchelheim 39:14,6 Min.; 5. Peters (Gießen 1900) 40:25/ Min.; 6. Richter (Gießen 1900) 41:01,6 Min. Mannschaften: 1. TD. Heuchelheim 1 Punkte; 2. Spielvgg. 1900 Gießen 14 Punkte. Abturnen des Turnvereins von 1846. Wenn die Unbilden der Witterung die turnerische Kleinarbeit im Freien erschweren, dann bringt das Abturnen für alle diejenigen, die während der Hauptkampfzeit zu keinen sichtbaren Erfolgen kommen konnten, eine letzte Gelegenheit zur Auszeichnung. So herrschte gestern frisches frohes Leben in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Die Wettkämpfe am Vormittag. Oberturnwart Erb rief die 140 Teilnehmer der Turnerjugend, die Schüler und Schülerinnen zu ehrlichem Wollen und friedlichem Wettkampf im Sinne Vater Jahns auf. Mit Hilfe von 40 Kampfrichtern und Riegenführern fetzten dann die Siebenkämpfe der elf Riegen ein, die sich bis in die Mittagsstunde hinzogen. Die Kleinen waren eifrig bei der Sache und erreichten beachtliche Punktwertungen. Die Sieger wurden durch Ehrendiplome ausgezeichnet. Schauturnen am Rachmittag. Am Nachmittag vereinte das Schauturnen, das zusammengedrängt auf die Hebungen der aktiven Turner eine möglichst konzentrierte Uebersicht über die vielfältige Ausbildung im Verein geben sollte, zahlreiche Turner und Turnfreunde mit den Familienangehörigen in der Turnhalle. Schülerinnen eröffneten mit Barren und Ballübungen die Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die Austragung des anläßlich des 75jährigen Stiftungsfestes von Turnerfreunden gestifteten Turnklubschildes stand. Turnbruder Gauschwirnrnwart Fr. Sauer ließ seine Jugendlichen beifällig aufgenommenes Bodenturnen und einen von der Ziehharmonika begleiteten Volkstanz aufführen. Aus je einer Pflicht- und einer Kürübung an Barren, Reck und Pferd und einer Pflichtfreiübung bestand der Wettkampf der zehn Besten um den Vereinssiegerpreis. Mit den jungen Anwärtern stritten die bisherigen Sieger im freien Wettbewerb und erreichten weit höhere Punktbewertungen. Die Fechtriegen unter Leitung von Fechtwart Hergenröther fanden mit ihren Hebungen besondere Aufmerksamkeit und großen Beifall. Die Jugendturner erprobten am Stützreck ihre Kunst. Vereinsführer Andreas R e i n i n g wies in feiner Schlußansprache darauf hin, daß ein Schauturnen selbstverständlich nicht alle Hebungen bringen kann, die in großer Zahl im Verein gepflegt werden. T- konnte aber doch ein von den Schülerturnern bis zu den auf technisch hoher Stufe stehenden Aktiven | ein abwechslungsreicher Ausschnitt geboten roerben, der nicht nur ein Beweis intensiver Turnerarbeii im Verein fei, sondern die Jugend begeistere und ansporne zu gleichem Tun. Turnerische Betätigung sei schon beim alten Heer eine Vorschule für bcn Soldaten und sie habe darum auch jetzt dank bet dem Volke durch den Führer wiedergeschenkten Wehrfreiheit neue Bedeutuna gefunden. Turnen arbeit fei Volkstumsarbeit! Hnd zu diesem Dienst an Volk und Vaterland im Sinne Vater Jahn- rief der Redner besonders die Jugend auf. Ober- turnwart Erb nahm dann die Siegerehrung vor. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führet! und Volk und die deutsche Turnsache und mif dem Turnerlied „O Deutschland hoch in Ehren' schloß die Veranstaltung. Oie Ergebnisse: Hm den Turnklubschild: 1. Hermann Gutbub 158,5 Punkte. 2. Hans Vogt 157,5, 3. Will! j Ellermeier 150,5, 4. Georg Bingel 148, 5. S)eUmutiA\ Fleischmann 129, 6. Karl Schemel 107 Punkte. —| Frühere Sieger außer Wettbewerb: 1. Karl Schiit 194 P., 2. Heinrich Herbert 191, 3. Ludwig Herber! 189,5, 4. Max Hardt 171,5 Punkte. Schüler - Hnterstufe: 1. Friedel Müllet 92 P., 2. Karl Hch. Vollmüller, Wolfgang Sauer, Martin Rogaller, je 86, 3. Kurt Seim, 83 Punkte. Schüler-Ober st ufe : 1. Kurt Fuchs 117 P, 2. Kurt Neuser 113, 3. Gottfried Winterhoff uni Hermann Jöst, je 109 Punkte. Jugendturnerinnen: 1. Anneliese Georg 121 P., 2. Margoth Küthe und Annemarie Ziegler, je 113, 3. Erna Habermehl und Christel Herbert, jt 112 Punkte. Schülerinnen - Unter ft ufe: 1. Gertnü Kuhl 92 P., 2. Edith Küthe 81, 3. Edith Schlüter und Marianne Wagner, je 79 Punkte. Schülerinnen - Ober st ufe: 1. Ursel Röhr 111 P., 2. Lotti Röhm 105/3. Trudi Philip? 104 Punkte. ■ Lichtspielhaus ■ Gießen I Ab heute Montag: Ein Sensations-Film aus Hfl dem afrikanischen Busch W BOSAMBO nach dem berühmten Afrikaroman von Edgar Wallace „Bosambo" ist die Geschichte eines Häuptlings, der durch Verdienste und Taten vom Sträfling zum Köhig am Strom aufstieg. Hauptr. der ber. Neger-Schauspieler und Sänger paU| RobBSOH ferner Leslie Banks, Mc. Kinney Eine erstklassige Kameraarbeit aus dem Urwald des englischen Kolonialgebiets. Vorher erstklassiges Beiprogramm und die neueste Ufa -Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. 6223a Verachtet mir die Meister nicht! Mitte Mai wurde unter Leitung und Gesamtausführung des Architekten Dirksmöller mein Einfamilienhaus in Gießen, Schlesiener Str. 1, begonnen. Der Architekt verstand meine persönlichen und gesinnungstreuen Wünsche künstlerisch zu verwerten. Niemand vermutet die große Ausnutzung des Hauses. Architekt, Handwerker, Gesellen haben ihr Bestes zu dem Bau hergegeben. 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