m.200 Liftes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 28. »MftMö CEt|d)tmt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1-95 Ohne Illustrierte , 180 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS «nd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinbniderei ».Lange in Sieben. Schrisiletlung und SeschSstgftelle: Schnlftratze ? Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8' /.Uhr des Vormittag» Srundpreife für l mm höh» für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert* anzeigen von70mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/A mehr SrmShigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B bisher normaler Beziehungen mehr als nutzbar zu machen. mißbilligen sei, wenn die Presse des einen oder anderen Landes sich Ausschreitungen oder Verleumdungen bei der Behandlung des anderen Landes, seine Einrichtungen und Staatsmänner zuschulden kommen läßt und daß vielmehr dahin zu wirken sei, die Presse beider Länder der H e r st e l l u n g den Bauern mit Steinen beworfen wurden. Heber hiese Dorgänge sind in Kowno die widersprechendsten Gerüchte im Umlauf. Es heißt sogar, daß die Schützen den Bauern an verschiedenen Stellen zur Seite stehen. Es heißt sogar, daß heute die gesamte b e r i t t e n e P o l i z e i v o n K o w n o nach den benachbarten Ortschaften ausgesandt worden ist. Welche politische Folgen diese Bauernbewegung, die vorläufig nur in Südlitauen im Suwalki- teil um sich gegriffen hat, haben kann, ist im Augenblick nicht zu übersehen. Der Lebenswille des deutschen Volkes wird ungebrochen bleiben, solange wir das Wort des Führers beherzigen: „Was nicht Rasse ist auf dieser Welt, ist Spreu!" Borsprache des deutschenGesandten beider österreichischen Regierung. Das Ergebnis der Besprechung. DNB. B er l i n, 27. Aug. Namens der deutschen Reichsregierung hat der Deutsche Gesandte in Wien, Herr von P a p e n, bei der österreichischen Bundesregierung schärf st en Einspruch gegen Unwahrheiten und Verleumdungen, sowie tendenziöse Darstellungen der innerdeutschen Lage erhoben, die in Teilen der österreichischen Presse in letzter Zeit gegen das Reich und seine führenden Persönlichkeiten enthalten waren. „ Die sich daran anschließende Aussprache, in der auch vom österreichischen Minister des Aeußeren die analogen Beschwerden vorgebracht wurden, ergab Uebereinstimmung dahin, daß es ernstlich zu Tilsit, 27.Aug. Der Bauernstreik, über den die Presse vorläufig noch nichts berichtet, scheint ziemlich scharfe Formen angenommen zu haben. Wie verlautet, mußte die Polizei bei einem Z u - s a m m e n st o ß mit den Streikposten der Bauern, die in einer Strecke von 40 Kilometer den Hauptweg von Südlitauen, Mariampol-Alytus nach Kowno, belagern, auch von der Waffe Gebrauch machen, wobei zwei Bauern getötet und mehrere verletzt worden sind. Auf Seiten der Polizei sind ein Toter und sieben Verletzte zu beklagen, die bei dem Zusammenstoß von schreitende Schwächung unseres Devisenbestandes und die zunehmenden Devisenschwieeig- keilen einer großen Zahl anderer Länder zwangen dazu, daß die deutsche Einfuhrware unmittelbar aus denjenigen Ländern gekauft wurde, welche die deutsche Ausfuhr aufnahmen. Diejenigen, die an der deutschen Cinkaufspoli» tik Anstoß nehmen, dürfen nicht übersehen, daß dies nur eine unausbleibliche Folge der Wirtschaftsmaßnahmen des Auslandes ist. Das Gleiche gilt auch für Deutschlands Verkaufspolitik. Da kein Volk es auf sich nehmen kann, sich vom internationalen Markt. wenn auch nur vorübergehend, zurückzuziehen, ist es unsere Aufgabe, unter den gegebenen ungünstigen Verhältnissen wenigstens so viel an das Ausland zu verkaufen, als wir zur Inganghaltung unserer eigenen Wirtschaft vom Ausland zn kaufen gezwungen sind. Wenn darüber hinaus unsere Gläubigerländer wieder in den Genuß ihrer Zinsen und Kapitalforderungen kommen wollen, so müsien sie auch ihrerseits das Mögliche tun, um die Handelsbeziehungen mit uns zu pflegen. Wir fipb, wie wir oft genug betont haben, nach wie vor bereit, unseren Gewerbefleiß zur Erreichung dieser Ziele einzusetzen, wenn man uns die Dauernstreik in Litauen Blutige Zusammenstöße mit der Polizei. Bildung von Kideikommiß-Serichten. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Zur Durchführung des Gesetzes zur Vereinheitlichung der Fideikommiß, auflösung hat, wie NDZ. berichtet, der Reichsjustiz. Minister im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister eine Verordnung erlassen, die am 1. September in Kraft tritt und die Einrichtung und das Verfahren der Fideikommißgerichte regelt. Das Oberste Fideikornmißgericht ist danach ein Teil des Reichsjustizministeriums, Präsident und Mitglieder dieses Gerichtes werden für die Dauer ihrer Beschäftigung im Ministerium bestellt. Die Fidel» kommißsenate werden bei den Oberlandesgerichten gebildet, bei Streit oder Ungewißheit über ihre örtliche Zuständigkeit entscheidet der Präsident der Obersten Fideikommißgerichtes. Für Fideikommisse, für die bisher eine Auflösungs» behörde nicht bestand, ist das Oberlandesgericht, in dessen Bezirk sich das Fideikommihvermögen befinde^ Fideikommiß- und Fideikommißauflösungsbehördr. Die Bestimmungen der Verordnung gelten auch für Lehen, Stammgüter und sonstige gebundenr Vermögen des Artikels 59 des Einführungsgesetze» zum DGB. und für Hausgüter und Hausvermögen. Auch in P h i l a t r i a kam es zu Zusammenstößen zwischen Korinthenbauern und Polizei. Ob dabei Opfer zu beklagen sind, ist noch unbekannt. Ins Uu» ruhegebiet wurde eine Division des Hee» res, sowie ein Torpedobootszerstörer entsandt. Von Kommunisten angezettelt. Athen, 28. Aug. (DRV.) Der Aufstand unter den Korinthenbauern ist, wie festgestellt werden konnte, von Kommuni st en a n g e z e 11 e l t worden. In Messenien konnte bit Ruhe wieder hergestellt werden. Rur in Kyparissin drohen noch etwa 1 0 0 0 bewaffnete Korin» thenbauern unter kommunistischer Führung mit Widerstand. In Gargalianos konnten die Behörden wieder eingesetzt werden. Man hofft, daß es gelingen wird, die Ordnung ohne Blutvergießen überall wiederherzustellen. Unter dieser Voraussetzung wird für Mittwoch die Aufhebung de» l Kriegsrechtes erwartet. Aus der Gegenwart heraus allein lassen sich die wahren Ursachen für das weltwirtschaftliche Durcheinander nicht erkennen und verstehen. Die Ursachen ür die weltwirtschaftliche Problematik unserer Tage können nur dann aufgefunden werden, wenn wir den Weg verfolgen, den die Entwickelung von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart genommen hat. Die Handelsbeziehungen der Völker zueinander zerschnitt der Krieg. Wie tiefgehend die Wirkung des Krieges auf den Welthandel war, erkennt man daran deutlich, daß er bis auf den heutigen Tag wesentlich dessen Merkmale trägt. Wir finden sie als Wurzel des Uebels sowohl auf der Gold-, als auch auf der Warenseite des Welthandels. Die Währungen sind zerrüttet, in weitem Umfang ging man dazu über, Devisen in Bewirtschaftung zu nehmen. Als Folgeerscheinung des gestörten Welthandels traten Kaufkraftminderungen und Kaufkraftverschiebungen ein, Waren wurden nunmehr in der Zwangsjacke von Kontingenten und Schutzzöllen bewegt. Mehr oder minder verstricken sich jetzt alle Völker in Autarkiebestrebungen, und Verlagerungen der Handelsbeziehungen der Volkswirt- schasten untereinander sind dauernd im Fluß. Wenn man jedoch sieht, daß man sich verlaufen hat und man kennt den Rückweg, so sollte man ihn auch gehen. Es ist offenbar geworden, daß der vielgestaltige Handelsverkehr nicht über die schmale Brücke eines Clearingkontos geleitet werden kann. Die unter den angegebenen Umständen fort- Unruhen in Südgriechenland. Ernste Ausschreitungen.—Zusammenstöße mit Polizei und Militär. Athen, 27. Aug. (DNB.) Ernste Unruhen in der Korinthengegend auf dem Peloponnes haben sich a u s g e b r e i t e t. In Gar- galiani setzten die erregten Korinthenbauern die Staatsbehörden ab und verbrannten die Vorräte der Korinthenorganisation. Ebenso bedrohten in Kyparissia zusammengerottete Korinthenbauern die Ordnung. Das Militär ist außerstande, einzugreifen. Auch in die Provinz Messenien wurde zur Wiederherstellung der Ordnung Militär entsandt. In Pyros, wo die Büros der Korinthenorganisation eingeäschert wurden, haben die Bauern die Polizei entwaffnet. Außerdem versuchten sie die Filiale der Nationalbank zu stürmen, wurden aber vom Militär daran gehindert. Nachdem gegenseitig etwa tausend Schüsse aewechselt worden waren, konnten die Bauern schließlich zerstreut werden. In Kalamata sind die Arbeiter in den General st reit getreten. Ueber die ganze Provinz Messenien wurde die Zensur verhängt, ferner das Kriegsrecht erklärt. InKala- m a t a wurde ein Kriegsgericht eingesetzt. Trotzdem wird in allen Dörfern durch Glockengeläut zu bewaffneten Kundgebungen aufgefordert. gesamten , _ Adolf Hitlers ging dabei oon der Ueberlegung aus, daß es nicht allein darauf ankommen dürfe, die der Rassen- und Bevölkerungspolitik damals nur in sehr geringem Maße beachtet und in der gesetzgeberischen Praxis benutzt. Ja, die in vielen Ländern und auch in Deutschland immer mehr zur Herrschaft gelangende jüdisch-liberalistische Geistesrichtung sträubte sich mit allen Mitteln und nicht ohne Erfolg gegen die Verwertung dieser wissenschaftlichen Hilfsmittel. In den meisten Ländern blieb daher die aktive Bevölkerungspolitik in den ersten Anfängen stecken. Erst die nationalsozialistische Bewegung erkannte im ganzen Umfange die zentrale Bedeutung der Erb- und Rassenlehre sowie der Bevölkerungswissenschast für den Fortbestand der europäischen Kulturvölker. Reichsminister Dr. Frick kleidete diese totale Anschauungswandlung bei seiner gestrigen Eröffnungsansprache in die folgenden Worte: „Niemand brachte die Erkenntnis ausi daß die Bevölkerungspolitik nicht „auch ein Zweig" der Politik ist, sondern daß s i e im Endurteil darüber entscheidet, ob ein Gesetz gut ober schlecht ist." Das neue Deutschland hat dieser Erkenntnis konsequent Rechnung getragen und sie zur Grundlage seiner gesamten Gesetzgebung gemacht. Die Regierung Heue Weliwirischasl: Recht auf Arbeit.-Freiheit zur Leistung Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NGOAp. in Leipzig. Leipzig, 28. Aug. (DNB.) Im Rahmen der Leipziger Messe veranstaltete die Kommission ür Wirtschaftspolitik der NSDAP, als Abschluß ihrer Herbsttagung am gestrigen Dienstagabend in der Alberthalle zu Leipzig eine große Kundgebung, die unter dem Thema „Neue Weltwirtschaft" stand. Gauleiter und Reichsstatthalter Mutschmann, der sächsische Wirtschaftsminister Lenz, der Wirt- chaftsbeauftragte des Führers Keppler, Vertreter ausländischer Staaten, ferner Vertreter der Wehmacht und der Parteigliederungen sowie zahl- reiche Wirtschaftler wohnten der Kundgebung bei. Sir George Horden, Bevölkerung zahlenmäßig zu erhalten oder zu vermehren, sondern daß es vor allem die Pflicht des Staates sein müsse, ein geistig und körperlich hervorragendes Volk heranzubiloen. Der Verhütung des erbkranken Nachwuchses, die mehr eine Not- wehrmahnahme des Staates darstellt, steht daher die viel wichtigere positive Förderung der gesunden Erbanlagen unseres Volkes gegenüber. Der Wille zum Kinde nützt nichts, wenn er nicht gerade in jenen Schichten Wurzel schlägt, die die beste Gewahr für einen gesunden, leistungsfähigen Nachwuchs bieten. Der Nationalsozialismus beherrscht den Staat erst seit zweieinhalb Jahren, und man kann deshalb auch nicht erwarten, daß das Ziel unserer Beoölke- rungspolitik jetzt schon erreicht ist. Aber die ersten Erfolge, die Deutschland in revolutionärer Anwendung der bevölkerungswissenschaftlichen Erkenntnisse bereits erreicht hat, werden unsere gelehrten Gäste aus dem Ausland hier an Ort und Stelle ausrei- Send studieren können. Sie mögen bann in ihrem rteU zu dem gleichen Ergebnis kommen, wie jener volkstümliche englische Schriftsteller, ber vor einigen Wochen Deutschland besuchte unb ber als stärkstes Erlebnis ben Einbruck mit nach Hause nahm, daß das junge Geschlecht in einer beneidenswerten seelischen und körperlichen Verfassung aufwachse. Sie verlassen Oeuffchland in Bewunderung. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Eine Studien- gesellschaft argentinischer Architek- t e n unter Führung des Universitätsprofessors V i l l a l a n g a hat nach Abschluß ihrer Deutsch- landfahrt vom Dampfer „Espagna" der Hamburg-Süd aus folgendes Telegramm an den Führer gerichtet: „Argentinische Architekten verlassen Deutsch- land in Bewunderung und danken herzlichst für die Aufmerksamkeiten, die ihnen erwiesen worden sind. Dillalonga." Der Führer und Reichskanzler hat ihnen durch den Staatssekretär und Chef ber Präsidialkanzlei Dr. Meißner drahtlich seine besten Wünsche für glückliche Heimkehr übermitteln lassen. ein hervorragender englischer Textilindustrieller, der die englische Abordnung für die Verhandlungen zum englisch^deutschen Zahlungsabkommen von 1934 geführt hatte, sprach als erster Redner über die Entwicklung der deutsch-englischen Beziehungen. Er sei glücklich, so führte er aus, in den Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und England die Wiederkehr des Vertrauens feststellen zu können. Das englisch- deutsche Zahlungsabkommen von 1934 habe bewiesen, daß eine vernünftige Anerkennung gegen- eiliger Notwendigkeiten die beste Grundlage für »efriedigende und beständige Verbindungen ist. Bei einem jetzigen Besuch in Deutschland habe er sich )aoon Überzeugen können, daß die Weiterentwick- ung der persönlichen Beziehungen den größten Er- olg haben werde. Mit Genugtuung habe er zur Kenntnis genommen, daß die deutschen Wirtschaftspolitiker davon überzeugt seien, wie sehr ein internationales Dumping allen am Welthandel beteiligten Volkswirtschaften zum Schaden gereichen müsse. Die englischen Geschäftsleute verständen den Grundsatz dec deutschen Wirtschaftspolitik und dessen Wert für feste und erfolgversprechende Wirtschaftsbeziehungen sehr wohl, daß nur das eingeführt werden könne, was bezahlt werden könne. Die Rede des Führers und Reichskanz- l e r s vom 21. Mai fei von vielen englischen Gewerbetreibenden mit besonderer Befriedigung gelesen worden, weil sie aus alter Erfahrung und Tradition den Wert politischer Klärung schätzten. Anschließend sprach der Direktor der Deutschen Golddiskontbank und Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium Brinkmann, Berlin, über das Thema „Behandlung desAußen- marktes". Er führte u. a. aus: „Wenn wir zu einer sachlichen Würdigung des deutschen Außenmarktes kommen wollen, so können wir seine Lage und die Vorgänge auf ihm nicht gesondert behandeln, sondern müssen ihn im Gefüge des gesamten wirtschaftlichen Geschehens betrachten. Es reicht nicht aus, Kritik zu üben an vorhandenen Mängeln und Störungen, die im übrigen nicht auf Deutschland beschränkt sind, vielmehr sollte es Aufgabe sein, ihre Ursachen zu untersuchen und auf Grund der hierbei gefundenen Erkenntnisse praktisch dahin zu arbeiten, Mängel unb Störungen zu beseitigen. Ich Halle es für völlig sinnlos, daß die einzelnen Volkswirtschaften gegeneinander Vorwürfe erheben und eine Maßnahme nach der anderen treffen, von der sie sich unter dem Eindruck einer scheinbar augenblicklichen Notwendigkeit gewisse Vorteile versprechen, die jedoch, da sie ohne Rücksicht auf den anderen erfolgen, nur dazu angetan sind, die großen Linien der wirtschaftlichen Zusammenhänge zu stören, ober gar zu zerstören und damit letzten Endes mit allen Folgen auf die eigene Wirtschaft wieder zurück- fallen. Deutscher Lebenswille. Das Deutsche Reich ist in diesen Wochen der Ort zahlreicher internationaler Veranstaltungen der verschiedensten Art gewesen. Es sei nur erinnert an die sportlichen Wettkämpfe, an die Ostmesfe in Königsberg, die Leipziger Herbstmesse, den Internationalen Feuerwehrkongreß in Dresden, den bevorstehenden Internationalen Juwelierkongreß in Berlin, den 11. Internationalen Strafrechts- unb Gefängnis-Kongreß unb schließlich an ben nunmehr eröffneten Internationalen Kongreß für Bevölke- rungswiffenschaft, der ebenfalls in der Reichshaupt- ftabt zufammengetreten ist. Alle btefe Tagungen hatten eine außerorbentlich starke Teilnahme von auslänbifchen Gelehrten, Technikern, Wirtschaftlern unb Kaufleuten zu verzeichnen. Mit Ausnahme ber Sowjetunion hat es wohl keinen Staat ber Erbe gegeben, ber in biefer Zeit nicht wenigstens einen Vertreter nach Deutschlanb entfanbt hätte. Die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Weltgeltung des nationalsozialistischen Staates kann daher gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Alle diese Menschen, die nun in ihre Heimat zurückkehren, konnten an Ort und Stelle nachprüfen, was ihnen vor Antritt der Reise über die „Hitler-Diktatur" von Hassern und Neidern vorgeschwätzt wurde. Sie konnten darüber hinaus aber auch positive Anregungen mit nach Hause nehmen, um sie vielleicht im eigenen Wirkungsbereich nutzbringend zu verwenden. Um den ausländischen Gästen ein ungeschminktes Bild des neuen Deutschland vermitteln zu können, sind die Veranstalter stets darauf bedacht gewesen, die fremden Kongreßteilnehmer aus dem engeren Rahmen der fachlichen Betätigung herauszulösen und sie aus unmittelbarer Anschauung das an seinem Aufstieg arbeitende Volk kennenlernen zu lassen. Denn oft sind ja die Eindrücke eines persönlichen Erlebnisses auf der Straße oder in einem Gasthaus sehr viel stärker und nachhaltiger, als noch so schöne Kongreßreden. Wo es nur irgendwie ermöglicht werden konnte, haben die Gäste den Pulsschlag unseres nationalen Lebens unmittelbar gefühlt. Sie haben gespürt, daß das deutsche Volk von einem neuen Lebensgefühl und einem neuen Lebenswillen erfaßt ist, der nichts mehr mit den überkommenen Vorstellungen von Karriere, sozialer Stufenleiter und persönlichem Reichtum zu tun hat, sondern der sein höchstes Glück in der Erfüllung des Pflichtgebotes der Volksgemeinschaft erblickt. Im Hinblick auf diese kraftvollen Aeußerungen eines neuen Lebensmutes fällt gerade dem Internationalen Bevölkerungskongreß eine besonders wichtige Rolle zu. Die Bevölkerungswissenschaft ist eine junge Wissenschaft. Sie entstand erst um die Wende des 20. Jahrhunderts, als bereits die zivilisatorische Entwicklung in Europa den Punkt erreicht hatte, an dem die Bevölkerungsentwicklung in vielen Staaten ins Stocken geriet und in einigen oaar mit dem Abstieg begann. Erst als der Zerfall ichtbar wurde, begannen die Gelehrten, sich mit neser Erscheinung zu beschäftigen. Sie stellten zunächst umfangreiche Statistiken auf, die in der Folge ein wichtiges Hilfsmittel bei der staatlichen Bekämpfung des Geburtenrückganges werden konnten. Leider wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse z. 5. Botschasterbesuche bei Laval. Italiens Forderungen für die Sitzung des DSlkerbundsrats. Möglichkeit dazu gibt. Ferner wird es auch im Ausfuhrgeschäft unsere Aufgabe bleiben, alle übernommenen vertraglichen Verpflichtungen mit der größten Sorgfalt einzuhalten. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Anwendung dieser traditionellen kaufmännischen Grundsätze der Pflege des un- Dle Beseitigung der Arbeitslosigkeit, so fuhr der Minister fort, ist ein Jlafj- rlel, das zum großen Teil schon erreicht ist. Line endgültige Behebung dieser 3Xot ist aber nur durch bevölkerungspolitische Maßnahmen möglich. Ohne Lösung der bevölkerungspolitischen Probleme keine wirkliche Dauerlüsung der Arbeitslosensrage? Es gilt, der erbgesunden Familie ihr Auskommen zu sichern und einen Lastenausgleich für sie herbeizuführen. Schwangerschaftsunterbrechung aus oe- undheitlichen Gründen ist von der Begutachtung durch eine Aerztekommission abhängig gemacht worden. Damit ist der nationalsozialistische Staat eindeutig von der sozialen Indikation abgerückt. Denn die Ellern nicht in der Lage sind, das Kind aufzuziehen, so muh die Volksgemeinschaft helfend einspringen. Die 31STL hat neben dem Dinterhllfswerk die Fürsorge für Mutter und Kind in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. 3falien will die britischen «echte achten. Eine Erklärung Mussolinis. London, 28. Aug. (DNB. Fnnksprnch.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail-, Ward vrice, meldet aus Vozen, dah Muffolinl ihm am Dienstag folgende Erklärung gegeben Haber Tiach dem Kabinettsrat am Mittwochnachmittag wird die italienische Regierung eine Erklärung veröffentlichen, in der sie ihre völlig« Bereitschaft bekanntgeben wird, alle Recht« des britischen Reiches zu achten, und mirch die sie jede Mutmaßung zerstören wird, daß Italien irgendwelche Pläne Hal, die britischen Jute» essen nachteilig sein würden. Danach habe der italienische Botschafter den französischen Ministerpräsidenten wissen lassen, dah Baron Aloisi am 4. September einen genauen Bericht über die Beschuldigungen erstatten werde, die Italien gegen Abessinien vorzubringen habe. Er werde sich anschließend auf den Artikel 22 des Völkerbundspakles und insbesondere auf § 2 des Artikels 16 stützen, um den Ausschluß Abessiniens aus dem Völkerbund vorzuschlagen mit dem Hinweis, daß es seinen Verpflichtungen gegenüber dem Pakt nicht nachgekommen sei. Der italienische Vertreter werde außerdem den Beweis dafür erbringen, daß Abessinien die verschiedenen Abkommen mit Italien nicht geachtet habe. Der italienische Botschafter habe ferner mitgeteilt, daß Laval noch vor dem Zusammentritt des Völkerbundsrates eine Abschrift des italienischen Berichtes erhalten werde und dah auch der englischen Regierung eine Abschrift übermittelt werden solle. An diese Zugeständnisse gegenüber der französischen und der englischen Regierung habe der italienische Botschafter die Bedingung geknüpft, dah man es Abessinien nicht — wie seinerzeit Tkstna — erlaube, vor dem Völkerbundsrat seine Beschuldigungen gegenüber Italien vorzubringen. Der Botschafter habe in diesem Zusammenhang gleichzeitig auf die Verantwortlichkeiten hingewiesen, die der Völkerbundsrat übernehmen würde, wenn er irgendwelche Beschlüsse hinsichtlich des italienisch-abessinischen Streitfalles treffen sollte. Der englische Botschafter, so schreibt das „Oeuvre- weiter, habe Laval lediglich rnlt- geleilt, dah seine Regierung sich streng an den Völkerbundspakt halten werde. Nachdem ihm die italienischen Forderungen mit- geleilt worden waren, habe der englische Botschafter im Namen seiner Regierung die Gegenforderung gestellt, dah Italien sich genau an die Beschlüsse halte, die der Völkerbundsrat gegebenenfalls treffen könnte. „M a 11 n" hält es nach der Unterredung zwischen dem französischen Außenminister und dem englischen Botschafter in Paris nicht für ausgeschlossen, daß die englische Regierung trotz allem darauf bestehen werde, im Falle eines Ausbruches offener Feindseligkeiten zwischen Italien und Abessinien Sühnemaßnahmen zu fordern, selbst wenn es sich nur um eine reine moralische Verurteilung Italiens handeln sollte. Das Blatt schließt sich aber einer solchen Auffassung nicht an, sondern sagt, man müsse in diesem Falle englischerseits mindestens den anderen Mächten das Recht lassen, die ganze Frage unter einem ganz anderen Gesichtspunkt zu betrachten. Auherdem, so schreibt „Watin" weiter, fei die Durchführung wirtschaftlicher oder finanzieller Sühnemahnahmen heutzutage praktisch unmöglich, da vier große Länder außerhalb des Völ- kerbuudss ständen. Selbst wem» dis Sowjet- Ziffer einzuholen und wesentlich zu übersteigen. Geht die Geburtenhäufigkeit noch weiter zurück, so muß die Volkszahl in allen Völkern mit niedriger Gebur- enziffer erst langsam, bann immer schneller ab- inten. So erfreulich der Geburtenanstleg in Deutschland vom Iahre 1934 auch ist, so wissen wir doch, daß die Zunahme der Geburten im Jahre 1934 um 224 000, also um 23,4 v. h., auf besonders günstige Umstände zurückzuführen und trotzdem zur Erhaltung des Volksbestandes nicht ausreichend war. Die Abnahme der Geburten ist aber um fo bedenklicher, wenn die geborenen Kinder, im Durchschnitt gesehen, nicht immer eine erbliche und rassische Auslese darstellen, sondern zunehmend körperliche oder seelische Mängel aufweisen. Dieser Rückgang der Zahl und der Volkskraft kann nicht durch einzelne Gesetze aufgehallen werden! Der Minister verwies bann auf bte Gewährung von E h e st a n b s b a r l e h e n, auf bas „Gesetz regen Mißbräuche bei ber Eheschließung unb ber Annahme an Kinbesstatt" unb bas „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". Das letztere Ge- etz reiche sittlich über das Ziel ber christlichen Räch- tenliebe hinaus, bte sich nur mit ber jetzigen Gene- ration befasse. Ein gesichertes Rechtsverfahren verhüte bte irrtümliche ober mißbräuchliche Anwen- bung bes Gesetzes. -Das „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheits- und Sittlichkeitsverbrecher vom 24. November 1933" q)üöe bas beutfche Volk nicht nur vor Verbrechern, onbern bemale es auch vor biefen Verbrechen, m r beschäftigte sich ber Minister mit dem „Gesetz über bie Neubilbung beutschen Sauern- dem „Gesetz zur Regelung ber landwirt- Ä-chen Schulbverhältnisse^ unb bem „Reichs- ^bHofgesetz , bas ben Bauernstand als Quelle beut» $c" ?UtC5x kleiner Scholle festige. Eingehenb aS!? ?nn betr die Maßnahmen bar, bte be,r M °“1 btc Ermöglichung d laste an wertvollstem Erbgut nicht durch Vorteile aus einem noch so günstigen Frieden ausgeglichen werden können. Wenn Sie weiter sich vor Augen halten, baß bet Nationalsozialismus bie Ein- unb Anglieberung frember Dolksteile als eine Schwächung ber eigenen Volkskraft betrachten muß, so werben Sie erkennen, baß vieles von bem, was man uns bös. willig nachsagt, nicht stimmen kann. Das deutsche Volk will nichts anderes als feinen Bestand im Rahmen der anderen Völker behaupten und feinen Teil zur Weiterentwicklung menschlicher Kultur und Gesittung leisten. Ich hoffe unb wünsche, daß ihre Derhanblungen und ihr Aufenthalt in Deutschland, meine verehrten Gäste aus bem Ausland, zu einem besseren Ser* stänbnis bes nationalsozialistischen Deutschlands beitragen werben, unb batz damit auch dieser Kongreß ein wertvoller Saustein zum erhabenen Friedensund Aufbauwerk unseres Führers Adolf Hitler sein wird. Den Kongreß erkläre ich hiermit für eröffnet. Gruß an den Führer. Berlin, 27. Aua. (DNS.) Professor Eugen Fischer, Präsident des Internationalen Kongresses^ für Bevölkerungswissenschaft, sandte an den Führer unb Reichskanzler folgenbes Se« grüßungstelegramm: „Der in ber Aula ber Universität Berlin zur feierlichen Eröffnung burch Herrn Reichsminister Dk Frick versammelte Internationale Kongreß für Be- völkerungswissenschaft entbietet ehrerbietigen Gruß dem Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler, besten weitblickenbe erb« und rassenhygienische Bevölkerungspolitik des beute schen Volkes Zukunft sichern wird." Oer bevölkerungspolitische Aufbau im Dritten Reich Neichsminister Or. Frick spricht zur Eröffnung des Internationalen Kongresses für Bevölkerungswiffenschast. 3m Auslände sieht man noch vielfach das Ste» rilisierungsgefetz als die einzige Waffe ber nationalsozialistischen Regierung im Kampfe gegen bie Erbkrankheiten an. Das ist nicht richtig. Vielmehr betrachtet bie nationalsozialistische Regierung bas Gesetz zur Verhütung erbkranken Nach- Wuchses nur als eine Art Notmaßnahme, bie zunächst einmal bie akuteGefahr bannen soll. Die Grundlage ber Erb- unb Rassenpflege im deutschen Volke wirb vielmehr in einer sorgfältigen Eheberatung gesucht werben müssen. Die Vorarbeiten auf biefent Gebiete finb soweit gebiehen, bah von den neuerstandenen staatlichen Gesundheitsämtern die freiwillige Eheberatung bereits ausgeübt und eine gesetzliche Regelung dieser Frage folgen wird. Es ist uns ber Vorwurf gemacht worben, wir trieben einen befonberen Rassenkult unb verletzten durch unsere eugenischen Maßnahmen die Gebote christlicher Nächstenliebe. Wenn es jedoch nicht vermessen war, in die ursprüngliche Weltordnung derart einzugreifen, daß durch die Fortschritte ber Wissenschaft vielen Kranken ein langes Leben ermöglicht wirb, bas unter ben ursprünglichen Verhältnissen ihnen nicht zufallen würbe, kann es auch kein Unrecht sein, zu verhinbern, baß aus bieser ben Kranken vermittelten Wohltat eine Plage für bie Gesunben werbe. Vergessen wir nicht, daß gerade die Gesündesten und Besten der Nationen in früher Jugend und ohne zur Fortpflanzung gekommen zu fein, ihr Leben auf den Schlachtfeldern haben taffen müssen, fo daß schon allein dadurch für die kranken und Schwachen ein erhöhtes Blaß der Fortpflanzungsmöglichkeit gegeben ist. Gerade diese Erkenntnis macht den Nationalsozialisten Berlin, 27. August (DNB. Funkspruch). Der Reichs- unb Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, eröffnete heute um 11 Uhr in ber Aula ber Universität ben Internationalen Kongreß für Sevölkerungswissenschaft, besten Schirmherr er ist. In seiner großen Rebe führte ber Minister u. a. aus: Der Sevölkerungswissenschaft ist es zu banken, baß wir heute über bie Seroegung ber Sevölkerung in fast allen Staaten ber Welt ziemlich genau unterrichtet sind. Zwar finb bie Sterb lichkeits- Siiff ern ber Kulturnationen bank ben Fort- chritten ber mebizinischen Wissenschaft stark ge» unken, aber bafür haben sich wieber Die wichtigeren Geburtenziffern so oerminbert, baß viele Staaten sich ernhaft fragen müssen, ob sie ihren Seoölkerungsstanb überhaupt noch halten können. Es ist selbstverständlich nicht zu verkennen, daß bei gleicher Entlohnung der Lebensstandard des kinderreichen in allen Schichten der Bevölkerung gegenüber dem der Junggesellen, kinderlosen und kinderarmen zurückgeblieben ist. hier ist es Aufgabe des Staates, einen Ausgleich herbeizuführen. Man glaubte bisher, burch Industrialisierung, durch Ueberschätzung ber Wirtschaft unb ber äußeren Macht ein Volk sichern zu können. Man förberte ben ungeheuren Zustrom in bie ©täbte unb füllte bie Lücken auf bem Lande fast in allen zivilisierten Staaten durch billige, oft atrbersr affige Arbeiter. Man wollte nicht verstehen, daß Fleiß unb Arbeit nutzlos sein müssen, wenn man sich nicht auf ber einen großen Linie rassischer Sevölke- rungspolitik zusammenfand. Welchen Sinn konnte eine Außenpolitik, eine Finanz- ober Wirtschaftspolitik haben, wenn bas Volk rassisch - darüber zerbrach? Das nationalsozialisttsche Deutschland Hal gerade auf bevölkerungspolitischem Gebiet die größte Aktivität entwickelt und bereits unverkennbare Erfolge erzielt. Seit der Machtübernahme hat die Reichsregierung eine Reihe von Gesehen mit bevölkerungspolitischer Bedeutung erlassen. Der Minister führte bann bre wesentlichsten Schöpfungen bes Dritten Reiches an, bie von bevölkerungspolitischer Bedeutung sind: so die Deutsche Arbeitsfront, das Reichsnährstandsgesetz, das Gesetz über den vorläufigen Aufbau des Handwerks, das Gesetz zur Ordnung ber Nationalen Arbeit unb ben Arbeitsbiene Der Minister fuhr barm fort: Die gegenwärtige Zusammensetzung und Entwicklung unseres Volkes muß S e f o r g n i s erregen. Das langsam vor sich gehende Absterben des Volkes wird zunächst noch durch bas Absin- ken der Sterbeziffer verschleiert. Die Men- erläßlicken Vertrauensverhältnisses zwischen deutscher Lieferfirma und ausländischem Abnehmer dient. Der Letter der Kommission für Mrtschastspolttik der ÄSDAP., Bernhard Köhler hielt den Schlußvortrag über das Thema: „Neue Weltwirtschaft". Nach herzlichen Dankes» warten an Sir George Holden führte Semharb Köhler u. a. aus: Ist es nicht außerorbentlich aufschlußreich, baß bte Wirtschaftspolitik aller hochentwickelten Staaten sich gegen Störungen wehren muß, bie balb von kommunistischen Hetzern, balb von internationalen Finanzspekulanten ausgehen, unb baß biefe Störungen in allen Fällen bie Gesundung ber Völker unb ihrer Wirtschaften verhinbern? Es ist heute Gemeingut aller einsichtigen Politiker und Wirkschasler in allen Völkern, bah eine neue Weltwirtschaft nur auf gefunden, in sich ausgewogenen, lebenskräftigen unb ihrer natürlichen Kaufkraft sicheren Volkswirtschaften aufgebaut werben kann. Der Weg zu diesem Ziel ist allerdings noch lang. Um natürliche Kapitalbewegungen zwischen Völkern zu erreichen, ist es notwendig, zunächst einmal Warenbewegungen herzustellen. Diese sind die Voraussetzungen, nicht aber die Folgen von Kapitalbewegungen. Internationale Finanzoperationen, Währungsmanipulationen und ähnliche Mittel, insbesondere Pläne zur Kreditausweitung ober gar Krebitschöpfung können einen solchen neuen Warenaustausch nicht schaffen, erst ber Warenaustausch selbst schafft neue Krebitmög- lichkeiten. Die Arbeilsschlacht bes deutschen Volkes hat bie einzige Möglichkeit verwirklicht, neues Gelb im Jnlanbe entstehen zu lassen, b. h. neue Kaufkraft unb neuen Krebit. Ebenso entstehen auch internationale Zahlungsmittel unb neue Kreditmöglichkeiten nur burch entschlossene Anbahnung bes Austausches neuer Arbeit. Wir können unsere übernommenen Verpflichtungen , einlösen, sobalb man bie Leistungen unserer Arbeit ' als Zahlung annimmt. Jebenfalls wäre eine Steigerung unserer Ausfuhr biesem Zwecke ein sehr geeignetes Mittel, um in absehbarer Zeit , wieber zu natürlichen Kaufkraftverhältnissen in ber Welt zu kommen. Die Freiheit zur internationalen ' Leistung ist aber noch unterbunben; sie burch Arbeit . für ben Binnenmarkt zu ersetzen, ist grundsätzlich 1 denkbar. Das deutsche Volk wird jedenfalls Den beschrittenen Weg auch weitergehen und sich auch ' durch keine Ausfuhrschwierigkeiten hindern lassen, ‘ die Arbeit seiner Volksgenossen vorteilhaft für sich einzusetzen. Die Erweiterung des internationalen Warenaustausches ist unter allen Umständen vordringlich, ' weil sie auch bie Aufgabe, bie alten Schulden zu , loern, der Lösung näherbringt. Darüber hinaus , aber würde sie die internationale Kaufkraft wie- j derherstellen unb nicht nur den Wohlstand, sondern Paris, 28. Aug. (DNB.) Laval hatte am Dienstagvormittag eine Unterredung mit dem italienischen Botschafter. Am Nachmittagemp- fing er den englischen Botschafter, der zum ersten Male nach dem letzten englischen Ministerrat am Quai d'Orsoi vorsprach. Danach empfing Laval ein zweites Mal Den italienischen Botschafter in Parts. Die Besprechung dauerte etwa eine Stunde, lieber ben Inhalt wirb von beiden Seiten strenges Stillschweigen bewahrt. Die Unterredungen stehen heute früh im Vordergrund des Interesses der französischen Presse. Während die meisten Blätter darauf Hinweisen, daß die beiden Botschafter bem französischen Regierungschef ben Standpunkt ihrer Regierungen bargelegt hätten, glaubt die gewöhnlich gut unterrichtete Außenpolitiken des „Oeuvre" nähere Einzelheiten über diese Unterredungen geben zu können. chen, die jenen auch nur noch geringen Geburtenüberschuß über bie Sterbefälle ausmachen, finb entweder Greise, ober solche, für deren Unterhalt unb Sorge das schaffende Volk aufzukommen hat. Dabei befinden wir uns in absehrbarer Zeit an einem Wendepunkt der Statistik. In Kürze muß die Sterbeziffer vieler zivilisierter Völker, auch des unserigen, steil emporschnellen, um bann bie Geburten- auch ben inneren Frieden ber Völker neu begründen. In diesem Zusammenhang erscheinen bie Störungen bes politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbaues der Völker durch kommunistische Propaganda und durch Währungsgefährdungen vaterlandsloser Finanzspekulanten besonders bedenklich. Alle Völker, deren Wirtschaft unb Arbeit auf Leistung begründet ist, haben das vollste Interesse daran, den internationalen Parasiten das Handwerk zu legen. Die deutsche Wirtschaftspolitik hat den Anfang gemacht mit einer autonomen Wiederauf» richtung der eigenen Wirtschaftskraft. Sie hätte vom ersten Tage an auch den Ausbau eniner neuen Weltwirtschaft den größten Dienst erweisen können, wenn die Länder, deren Rohstoffe wir zur Vervollkommnung des Güterumlaufes im eigenen Lande brauchen, entschlossen bie Eröffnung eines neuen Marktes für ihre Erzeugnisse ausgenutzt hätten. Wenn bie deutsche Wirtschaftspolitik freimütig bekennt, daß sie eine umfassende Belebung ihres eigenen Hansels wünscht, so ist sie in der Lage, für das, was sie erwartet, auch etwas zu bieten. Mir kommen nicht als hilfesuchende. Die Zelten sind vorbei, in denen man dem deutschen Volke einreden konnte, es sei einseitig auf die Hilfe der Weltwirtschaft, oder auf die Gnade bes Weltkapitals angewiesen. Eine Weltwirtschaft, von ber wir etwas annehmen wollen, kann nur unter unserer freien Mitwirkung ge- bilbet sein. Die Einmischung einer unerwünschten Internationale in die eigenen Angelegenheiten der Völker muß beendet werden. Gesunde Völker sind stark genug, aus eigener Kraft die Ordnung zu finden, die ihren arbeitenden Volksgenossen Recht unb Freiheit sichert. Der beutsche Arbeiter jebenfalls braucht keine Internationale mehr, denn er hat für alle Zeiten ein Vaterland gewonnen. Der Führer hat unter ber freubigen Zustimmung feines Volkes mehrfach betont, baß eine roürbige Lebenshaltung des beutschen Arbeiters zu ben Voraussetzungen gehört, die für ein glückliches unb sicheres Deutsches Reich bauernb zu schaffen finb. Wir brauchen für unsere Arbeit keine Theorien unb Systeme. Die Verantwortung für unser Volk unb ber Glaube an seine ungebrochenen Kräfte ist uns Leitstern genug. Die Zelt der Systeme ist vorüber unb bie Zeit männlichen hanbelns ist angebrochen. Die alte Weltwirtschaft ist zerbrochen, weil bie Völker ihr Recht vergessen hatten, für sich zu arbeiten unb weil sie ber Freiheit beraubt waren, ihre Leistungen auszutauschen. Die neue Weltwirt - schäft wirb im R e ch t a u f Arbeit unb in ber Freiheit zur Leistung begründet sein. 3. Barbarische Unterdrückung der schwarzen Völker unter abessinischer Herrschaft; 4. Mangel an Aufklärung in der Rechtsprechung» soweit sie nicht völlig fehlt; 5. Aeußerst tiefer Stand der Zivilisation, unb Zwar sogar unter den fortschrittlichsten Teilen der Bevölkerung. Englische Klagen über italienische Propaganda Selbstauslösung der evang. Veamtenverbande Moskau weist Amerikas Protest zurück. Vie Sowjets leugnen die Gemeinschaft mit der KommunistischenZnternationale Berlin, 28. Aug. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" meldet: Der Reichsobmann des Verbandes Deutscher Evangelischer Be- amtenvereine, Lic. von der Heydt, hat dem Reichsinnenminister die Selbstauslösung des Verbandes und der ange-schlossenen Vereine gemeldet. Der Begründung, die Reichsobmann von der Heydt diesem Entschluß gegeben hat, entnehmen wir folgende Sätze: „Mit dem Tage der Machtergreifung mar unsere politische Aufgabe beendet. Es blieb uns die Hauptaufgabe, den evan- der Meinung, daß die Ablehnung dieser Verantwortung durch den stellvertretenden Außenkom- missar dem Staatsdepartement kaum einen anderen Ausweg lasse, als die diplomatischen Bcn Ziehungen abzubrechen. Die Zeitung bringt ferner eine Unterredung mit dem in Europa weilenden ehemaligen republikau nischen Senator von Indiana Arthur Robinson, der soeben von einer längeren Reise durch bie Sowjetunion zurückgekehrt ist. Auf Grund feinet Reifeeindrücke bezeichnet Senator Robinson eint Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Sowjetrußland als völlig ausgeschlossen. Allerdings würde nach seiner Meinung der Abbruch der diplomatischen Beziehungen auf die Sowjetregierung kaum einen Eindruck machen, nachdem sie a l l e Vorteile der Anerkennung durch btt Vereinigten Staaten ausgenüht habe. Es fei außerbem zu befürchten, baß bie Komintern im Falle eines Abbruches ber Beziehungen ihre Pro- paganbatätigkeit in ben Vereinigten Staaten nut noch mehr verstärken würben. 10 Verschüttete in Berlin aufgefunden. Acht von ihnen geborgen. Berlin, 28.Aug. (DRB. Funkspruch.) An der lln glü ck s stell e in der Hermann - Göring- Straße hat man kurz nach Mitternacht ben neunten Verschütteten in ber nörblichen Verlängerung bes Mitlelschachtes aufgefunben unb gegen gegen 4 Uhr geborgen. Gegen 8 Uhr stießen bie Rettungsmannschaften auf bet anberen Seite ber Verlängerung bes Mitlelschachtes auf einen weiteren verschütteten, an besten Bergung noch gearbeitet wirb. Man hat mithin zehn Verschüttete aufgefunben, von denen bisher acht geborgen werden konnten. Noch am gestrigen späten Abend hat man mit dem Parallelstollen auf der Tiergartenseite begonnen und ihn bereits einige Meter tief hinunter- gesührl. 3m ersten Parallelschacht wird man im Laufe des Vormittags an einigen Stellen bereits die alte Tunnelsohle erreichen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß man dabei auf weitere Verschüttete stößt. Der Mittelstollen ist nach beiden Seiten bis zu ben Tmmelmünbungen durchgeführt. Das Ab- , urücken, die eine kommunistische Agitation in lmerika befürworteten. Wilde kommunistische Streiks in Holland. A m st erb am, 27. Aug. (DNB.) Eine wegen einer Lohnkürzung bei ber Textilarbeiter- chaft in Tilburg entstandene Unzufriedenheit wurde von den Kommunisten zur Inszenierung Starke Verstimmung in Amerika. Merkliche Abkühlung der Beziehungen.""-Abbau bei der Botschaft in Moskau. Die presse der Deutschen Arbeitsfront Grundlegende Neuordnung. Moskau, 27. Aug. (DNB.) Auf die von dem amerikanischen Boifchaster Bullitt im Zufam- menhang mit ber Arbeit des 7. Kominternkongresses überreichte Note, in der bie amerikanische Regierung dagegen protestlert, baß bte Sowjetregierung ihre Verpflichtung ber Nichteinmischung in bie inneren Angelegenheiten Amerikas verletzt habe, antwortete am Dienstag Krestinski mit einer Note, in ber u. a. erklärt wirb: 3ch halte es für notwendig, mit aller Entschiedenheit zu betonen, daß sich die Regierung der Sowjetunion stets allen von ihr übernommenen VerpfUchtungen gegenüber mit der größten Loyalität verhielt und verhält, selbstverständlich auch gegenüber der gegenseitigen Verpflichtung der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, die im Rotenwechsel vom 16. Rovember 1933 vorgesehen und in Verhandlungen zwischen Roosevelt und Litwinow ausführlich behandelt wurden. Ihre Rote vom 25. August enthält keinerlei Tatsachen, die eine Verletzung der Verpflichtungen seitens der Sowjetunion darstellen. Andererseits ist es für die Regierung der Vereinigten Staaten unzweifelhaft nicht neu, daß die Regierung der Sowjetunion keinerlei Verpflichtungen in bezug auf die kommunistische Internationale auf sich nehmen kann und auch nicht auf sich nahm. Aus diesem Grunde läßt sich die Behauptung über eine Verletzung der in der Rote vom 16. Rovember 1933 enthaltenen Verpflichtungen durch die Regierung der Sowjetunion aus den von den Verhandlungspartnern eingegangenen Verpflichtungen nicht folgern. Ich kann deshalb Ihren Protest nicht annehmen und ich bin genötigt, ihn z n r ü ck z u w e i f e n. Die Regierung der Sowjetunion, die bie Meinung der amerikanischen Regierung aufrichtig teilt, daß streng gegenseitige Nichteinmischung m innere An- gelegenheiten eine wesentliche Voraussetzung für bte Aufrechterhaltung freundschaftlicher Se3teljunflen zwischen unseren Ländern ist und die diese Politik In ber Praxis unentwegt durchführt, erklärt, daß Aus aller Wett. 2. Die Fachpresse. Hier handelt es sich um die erwähnten 73 fachlichen Schulungsblättev, bie monatlich erscheinen und jedem Mitglied bet DAF. grundsätzlich kostenlos zustehen. Das Mitglied bestellt sein Fachblatt bei seinem Postamt bzw. Briefträger bzw. Zeitschriftefthändler und entrichtet an diesen einschließlich Zustellgebühr einen Betrag von vierteljährlich 30 Pf. gegen Quittung, der ihm bei der nächsten Beitragszahlung angerechnet wird. 3. Die Mitteilungsblätter. Neben der Fachpresse gibt jede Reichsbetriebsgemeinschaft halbmonatlich noch ein Mitteilungsblatt heraus, das nur ber Unterrichtung ber DAF.-Walter einschließlich der Vertrauensräte dient. Ihre Verteilung geschieht durch Postzeitungsgut-Versand an bte Kreis- bzw. Ortsbetriebsgemeinschaften, bie für Weiterverteilung an bie DAF.-Walter sorgen. 4. Die Werkszeitungen. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil ber Presse ber DAF. Werkszeitungen sind nach Möglichkeit in allen Werken mit mehr als 500 Gefolgschaftsangehörigen zu schaffen. Sie werden kostenlos an die Gefolgschaftsangehörigen abgegeben und stehen unter einheitlicher Leitung. Die Mitteilungs- und Fachblätter ber DAK haben eine gemeinsame Auflage von rund 13 Millionen Stück. teufen bis zur alten Tunnelsohle gestaltet sich nach wie vor schwierig, da man bei der Ausschachtung immer wieder auf Trümmer stößt, die erst mühselig stückweise herausgeschnitten werden müssen. Neue Zuständigkeit für Versorgungsberechtigte der Wehrmacht. Berlin, 27. Aiwust (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und dem Herrn Reichsminister der Finanzen gehen vom 1. Otkober 1935 ab die Versorgungs-Angelegenheiten der Angehörigen der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) und ihrer Hinterbliebenen von den Derforgungsbehörden auf bte hierfür bestimmten Dienststellen der Wehrmacht (Wehrbezirkskommandos, Derforgungsabtei» hing) unb bie Zivilverwaltung, Versorgungsabteilung, in ber entmilitarisierten Zone über. Das Heft 24 des „Reichsarbeitsblattes" vom 25. August 1935 enthält eine Uebersicht über dis Wehrbezirkskommandos — Dersorgungsabteilungen — mit ihren Bezirken, die vom 1. Oktober 1935 ab für Ruhegehalts- usw. -Empfänger der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) zuständig finfk Daran anschließend wird eine Uebersicht gegeben über die Wehrbezirkskommandos unb die Zivil» Verwaltungsbehörden — Bersorgungsabtellungen Berlin, 26. Aug. (DNB.) Die Presse ber Deutschen Arbeitsfront hat auf Anordnung vom Reichsleiter Dr. Ley eine grundlegende Neuordnung erfahren. Ab 1. Oktober gibt die DAF. 73 verschiedene fachliche Schulungsblätter heraus. Jedes Einzelmitglied der DAF. hat unter diesen 73 Fachzeitungen, die in Zukunft kostenlos einmal monatlich durch die Post ben Empfängern zugestellt werben, die freie Wahl. Niemand ist gezwungen, ein bestimmtes Blatt zu wählen, vielmehr kann jeder Volksgenosse das Blatt wählen, das in seinen Beruf schlägt und das ihn interessiert. Die Bestellungen zum 1. Oktober müssen bis spätestens 22. September bei dem zuständigen Briefträger erfolgen. Die DAF. verteilt an ihre Mitglieder ein Verzeichnis aller 73 Zeitschriften mit beigefügtem Bestellschein. Der Reichsleiter der DAF. Pg. Dr. Ley hat im Zuge ber Neuorbnung der DAF.-Prefse Anordnungen getroffen, aus denen u. a. die zukünftige Einteilung ber DAF.-Presse hervorgeht. Danach wird es bei der DAF. in Zukunft vier Gruppen von Presseerzeugnissen geben: 1. Die politisch - weltanschauliche Presse. Sie umfaßt die beiden halbmonatlich erscheinenden Zeitschriften „Arbeitertum" unb „Aufbau", die zum Preise von 10 Pf. pro Stück an die Mitglieder der Betriebsgemeinschaften 1—16 bzw. 17 und 18 über besondere Vertriebs- unb Auslieferungsstellen vertrieben werden. eines wilden Streiks ausgenutzt, der am Dienstag ausbrach unb an dem 1100 Arbeiter teil- nehmen. Dom Streik werden neun Wollstoff* f a b r i t e n betroffen, während in 32 anderen noch gearbeitet wird. Die Streikenden erhalten weder von der Gemeinde, noch von ihren Fachorganisa« tionen Unterstützungen. Zu Störungen ist es bis, her nicht gekommen. ßonbon, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt. Eben werbe in den nächsten Tagen ben Bericht über bie fehlgeschlagene Pariser Dreimächte.Konferenz ausarbetten, ben er dem Völkerbunbsrat vorzulegen habe. Ein wichtiger Teil bes Berichtes sei ber Inhalt ber von M u s so- I i n i verworfenen englisch-französischen Vorschläge. Leute, bie neuerbings mit Mussolini in Fühlung gewesen seien, erklärten, daß er keinZeichen von Erbitterung gegen E n g l a n b zeige. Wenn bies auch zutreffen sollte, so verfolge boch ber Propaganbaapparat seiner Regierung einen anbereh Kurs. Der große Runbfunksender Bari verbreite jeden Abend englandseindliche Propaganda- Nachrichten in großer Zahl, unb zwar in einem halben Dutzenb von Sprachen, um so Hörer in allen Cänbem bes südlichen Mitteleuropa zu er» reichen. Der diplomatische Korrespondent des »Sterns Lhronicle" führt die „bedauerliche Reizung" der europäischen presse, von einem englisch-ita- Nenischen Streit zu reden, darauf zurück, daß sehr viele Leute hofften, auf diese Weise die Tatsache zu verheimlichen, daß ihre vertragliche Verpflichtung, einen italienischen Angriff zu verhindern, ebenso unbedingt sei, wie die Großbritanniens. Diese Hoffnung finde sich sogar unter Politikern der französischen Linken. Vis zu einem gewissen Grad sei diese schiefe Auffassung von den britischen Beweggründen vielleicht das Ergebnis italienischer Propaganda, z. B. der von Bari. Auch scheine es unzweifelhaft zu sein, daß italienisches Geld in großzügiger Weise zur Beeinflussung der Entwicklung der inneren Politik benutzt werde. Der Korrespondent glaubt, daß eine energische Verteidigung der Dölkerbundsfatzungen durch England allgemein eine kräftige Unterstützung finden würbe. Er nennt die skandinavischen Länder und bie Kleine Entente unb sagt, im äußersten Falle würbe auch Frankreich sich für ben Völker- b unb, statt für Italien entscheiben. Die asiatischen und südamerikanischen Staaten seien einem Angriff einer großen europäischen Macht auf eine schwache nichteuropäische Macht nicht wohlgesinnt. Sogar die nicht zum Völkerbund gehörenden ©taten würben lieber einen Erfolg bes Völkerbundes, als Italiens sehen. Diese Erwägungen deuteten darauf hin, daß der britischen Regierung bei jeder Initiative zur Verhinderung eines gefährlichen Krieges kräftig geholfen würde. Der „Times"-Verlreter in Alexandria spricht in einer Meldung von italienischer Propaganda in Aegypten, glaubt aber, der Durchschnitts- Aegypter habe kein Verständnis für den Gedanken, sich unter italienischem Protektorat zu sehen, statt unter britischem. Die faschistischen Ergüsse eines in Alexandria erscheinenden Blattes seien verpufft. Neuerdings hätten bie Italiener eine geschicktere Form der Propaganda gewählt. Unter dem Deckmantel eines ägyptischen Nachrichtenbüros veröffentlichten sie jetzt in französischer Sprache Nachrichten aus Europa, die Italien günstig seien, und ent- hiellen england-feindliche Presseäuherungen. Die ses Material werde den Zeitungen unentgeltlich zugestellt. Seine große Verbreitung verursache einiges Unbehagen über die Haltung Aegyptens zum italienisch-abessinischen Streit. Mintsterbefprechung in London. London, 27. Aug. (DNB.) Außenminister Hoare und Völkerbundsminister Eden sind am Dienstag von ihrem Wochenendaufenthalt von dem Lande nach London zurückgekehrt. Am Nachmittag fanden mehrere Besprechungen mit ben leitenden Beamten des Foreign Office statt. laßt haben, habe ich mit Dank entgegengenommen. Ich begrüße Ihre Feststellung, baß es für bie religiöse Betreuung ber Beamten — die nicht geschmälert werden soll — besonderer konfessioneller Beamtenvereinigungen n i ch t b ed a r f. Es ist mir bekannt, daß die evangelischen Beamtenvereine unter ber das Beamtentum zersetzenden Herrschaft des vergangenen Systems wertvolle Arbeit vor allem in berufsethischer Hinsicht unb nach der Machtübernahme dem nationalsozialistischen Staat treue Gefolgschaft geleistet haben. Einen Beweis dieser Gefolgschaftstreue sehe ick auch in dem nunmehr gefaßten Beschluß der Selb ft auf* lösung, der aus ber Einsicht erwachsen ist, daß eine organisatorische S ch eio un a bei ilsoziali- rückhaltloser Treue zu Staat unb Führer verpflichtet ist." Reichsinnenminister Dr. Frick hat an den Reichsobmann von ber Heydt folgendes Antwortschreiben gerichtet: ,^Ihre Mitteilung, daß Sie als Reichsobmann des Verbandes Deutscher Evangelischer Beamtenvereine bie Selbstauflösung dieser Vereine veran- Friedensappell des Erzbischofs von Canterbury. London, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) In einem Brief an die „Times" sagt ber Erzbischof von Canterbury u. a., er erwäge seit einiger Zeit, ob die jetzige, unsagbar ernste Weltlage nicht eine besondere unb feierlichst neue Bekräftigung der christlichen Grundsätze durch die verantwortlichen Führer aller christlichen Gemeinwesen ber ganzen Welt erfordere. Er hole bereits Ratschläge ein wegen der Frage, ob und wieweit eine solche gemeinsame und womöglich gleichzeitige Kmckgebung zustande ge- bracht werden könnte. Man stehe jetzt vor einer Krisis unb ber Augenblick bränge. In einer Welt, in ber bas christliche Gesetz ber Liebe offenbar nicht aufgestellt sei, werben organisierte Akttonen vielleicht boch Eitelkeit unb Habgier baran verhinbern, Unrecht zu tun unb bie Schrecknisse eines Krieges über Menschen zu bringen. Deshalb scheine es ihm bie unmittelbare Pflicht ber christlichen Bürger zu fein, ihren Anteil zur Aufrechterhaltung internationaler Gerechtigkeit unb Dehnung beizutragen. Zu biefem Zweck fei ber Völkerbunb gegrünbet worben. Deshalb fei es im vorliegenden Falle sicher bie Pflicht christlicher Bürger Englands und anderer Länder, ihre Regierungen bei einer solchen Aktion zu unterstützen, die der Pölkerbundssatzung Wirksamkeit geben werde. Der Erzbisch o s von Canterbury und der Leiter des Verbandes der englischen Freikirchen Pastor Berry erließen einen Aufruf zur Abhaltung von Gebeten im Zusammenhang mit der italienisch-abessinischen Krise. Die beiden hohen Geistlichen drückten die Hoftnung aus, daß alle christlichen Bürger besonders am Sonntag, 1. September, beten werden, der Geist Gottes möge den Mitgliedern des Völkerbundsrates Weisheit und Mut verleihen, damit sie durch ihre Beschlüsse womöglich noch einen Krieg ab wenden, aber auf jeden Fall die Sache der Gerechtigkeit und die Achtung von Verträgen schützen möchten. Oer Prinz von Wales ans einem italienischen Kriegsschiff. London, 28. August (DNB. Funkspruch). Aus Cannes wird berichtet: Der Prinz von Wales, der hier auf Ferien ist, stattete gestern einem britischen, einem französischen und einem italienischen Kriegsschiff Besuche ab. Auf bem italienischen Zerstörer „Bianchi" blieb er 40 Minuten. Bevor er von Bord ging, nahm er in der Schiffsmesse mit ben italienischen Offizieren ein Getränk zu sich. Unterbrechung der Arbeiten im italienisch > abessinischen Schiedsausschuß. Paris, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der italienisch-abessinische Schlichtung s- unb Schiebsausschuß, ber am Dienstag erstmalig roieber in Paris zusammengetreten war, hat seine Arbeiten für kurze Zeit unterbrochen. Nach ber Vernehmung der verschiedenen Zeugen, die in Bern durchgeführt wurde, sind die beiden Parteien nach Ansicht des „Journal" damit beschäf- tigt, ihren Bericht auszuarbeiten, der auf einer demnäch st ftattfinbenben gemeinsamen Sitzung beraten werden soll. Abessinische Regierung protestiert in Athen. Athen, 27. Aug. (DNB.) Die abessinische Regierung protestierte in Athen gegen die von der griechischen Regierung gegebene Durchflug e r l au b ni s für italienische Bombenflugzeuge. Die griechische Regierung antwortete, daß sie, solange' der Krieg nicht erklärt sei, diese Erlaubnis nicht verweigern könne. sie die weitere Entwicklung freundschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion unb ben Vereinigten Staaten an« strebt, die ben Interessen ber Völker der Sowjetunion und Amerikas entspricht und die für den angemeinen Frieden so große Bedeutung hat. Wettere Proteste in Moskau. London, 27. Aug. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, hat vor einigen Tagen auch der britische Botschafter in Moskau mündliche Vorstellungen gegenüber den Machenschaften der Komintern erhoben. Der britische Protest ist jedoch, wie Reuter heute aus Moskau meldet, von der Sowjetregierung z u r ü ck g e w i e s e n worden. Die Sowjetregierung, so bemerkt Reuter hierzu, lehne offenbar die Prüfung des Protestes ab, weil sie sich auf den Standpunkt stelle, daß die Komintern nichts mit ihr zu tun habe. Im übrigen wird hier berichtet, daß außer Amerika auch Italien unb Lettland Protestschritte wegen der internationalen Wühlereien der Komintern unternommen haben. Bemerkenswert ist, daß die einzelnen Mächte völlig unabhängig voneinander protestiert haben und auch zwischen Washington und London kein vorheriger Meinungsaustausch stattgefunden hat. Abfuhr für einen Eowjetbotsckaster. Washington, 27. August (DNB.) Wie schon kurz gemeldet, hat der s o w j e t r u s s i s ck e Bot- s ch a f t e r ohne viel Rücksichtnahme auf das Gebot ber Zurückhaltung, das ihm seine Stellung auferlegt, die amerikanische Protestnote mit dem Gleichnis vom Balken im eigenen Auge beantwortet; er wollte damit andeuten, daß man in Amerika viel stärker gegen die Sowjets propagiere als in Rußland gegen Amerika. In amtlichen Kreisen wird dieses Argument als vollkommen schief zurückgewiesen. Denn erstens mische sich Amerika nicht in Sowjetrußlands innere Anaelegen- heiten, sondern ergreife lediglich Abwehrmahnahmen gegen bie Versuche die amerikanische Arbeiterschaft mit kommunistischer Agitation au verhetzen. Zweitens wäre es, so betont man, Pflicht der Sowjetregierung gewesen, unverzüglich und mit aller Deutlichkeit von denjenigen Redner ans dem Kominternkongreh ab- gelischen Glauben unter unseren Mitgliedern zu pflegen und dadurch an dem sitttichen Wiederaufbau unseres Standes mitzuwirken. Für diese rein religiöse Aufgabe, die eine Funktion der Kirche an den evangelischen Beamten barstellt, bedarf es nicht mehr einer besonderen evangelischen Beamtenorganisation. Eine solche ist vielmehr notwendigen Mißdeutungen ausgesetzt. Schon der Verdacht politischer Zielsetzung, oer bei einigen Volksgenossen aufkommen könnte, ist uns unerträglich. Es gehört ja gerade zur protestantischen Staatsauffassung, baß ber (Staat @ottesorb- nun g ist, daß der evangelische Beamte um seines.Beamten nach Konfessionen im nationale Glaubens willen und um seines Eides willen zu I stifchen Staat nicht mehr am Platze ist.' Reuyork, 28. Aug. (DRB. Funkspruch.) In großer Aufmachung bringen die Worgenblätter die Antwort der Sowjetregierung auf die amerikanische Zrotestnote gegen die Propagandatätigkeit der Komintern. Sie heben den äußerst verstim- menden Eindruck hervor, den die Antwort in Washington hervorrief. Rach Berichten aus w a f h i n g l o n ist als nächste Folge mit einer merklichen Abkühlung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetregierung zu rechnen. Sie werde zwar nicht sofort zum A b - bruch der diplomatischen Beziehungen ober der Abberufung des amerikanischen Botschafters in Moskau führen, wie es die Senfationspresse vermutet, wohl aber sei mit einer erheblichen Verminderung des Stabes der amerikanischen Botschaft in Moskau zu rechnen. In einem Leitartikel betont „Rew park Times", daß die Sowjetregierung im 4. Absatz des Litwi- nows-Briefes vorn 16. 11. 1933 die Verantwortung ür die Tätigkeit der Komintern übernommen habe, die sie jetzt ablehut. Gerald Tribüne" ist mit ihren Bezirken, die vom 1. Oktober 1935 ab zuständig sind für Empfänger von Ueberganas- gebührnlssen und Unterstützungen sowie für ehemalige Soldaten der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) und Hinterbliebene, die nach dem Reichsversorgungsgesetz versorgt werden (Rentenversorgungsberechtigte). Dank des Schweizerischen Generalkonsulats in München an die SA. An der Bekämpfung des Brandes in dem Schweizerischen Generalkonsulat in München hat auch die SA. hervorragend mitgeholfen. Nunmehr bat das Schweizerische Generalkonsulat in München Der SA. in einem Schreiben an den Gruppenführer der Gruppe Hochland seinen Dank und seine Anerkennung für die von den SA.-Männern geleisteten wertvollen Dienste bei den Absperr- und Sicherungs- Maßnahmen und den erforderlichen Räumungsarbeiten ausgesprochen. Einweihung des größten Schöpfwerkes in Deutschland. Das größte Schöpfwerk Deutschlands, das Schöpfwerk Moormerland, wurde durch den Oberpräsidenten von Hannover, Stabschef Lutze, feiner Bestimmung übergeben. Das Schöpfwerk liegt in dem Flecken Oldersum zwischen Leer und Emden. Es dient der Urbarmachung und Verbesserung des Bodens, der in Ostfriesland unter einem zu hohen Wasserstand leidet. Der Bau dieses Werkes mit seinen Nebenarbeiten ist eine Großtat der nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffung, die hier durch die Steigerung des Wertes der Ländereien einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen erwarten läßt. Die Bauzeit des Werkes, das mehrere Millionen kostet, betrug eineinhalb Lahre. Gauleiter Reichsstatthalter R ö v e r vollzog den ersten Spatenstich am 31. März 1934. Rund 47 000 Hektar groß ist das Niederschlagsgebiet, das das neue Schöpfwerk zu entwässern hat. Die Pumpen heben bis zu 40 Kubikmeter in der Sekunde aus der Tiefe. Fünfzehn Jahre Zuchthaus für einen roten Iugendverführer. Zu fünfzehn Jahren Zuchthaus, zehn Vahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilte der Erste Senat des Volksgerichtshofes den 28jährigen Ernst W a b r a aus Chemnitz, einen tschechoslowakischen Staatsangehörigen, der eine führende Rolle im illegalen kommunistischen Vugendverband Deutschlands (KJVD.) gespielt hat. Der Angeklagte war nach der nationalen Erhebung sn Sachsen, Oberschlesien, Berlin, im Ruhrgebiet und in Hamburg für den Wiederaufbau des kommunistischen Jugendoerbandes tätig. Zwischendurch verschwand er jeweils auf einige Zeit nach der Tschechoslowakei oder auch nach Moskau, wo er sich neue Anweisungen für seine staatsfeindliche Tätigkeit holte und auch kommunistischen Nachwuchs für die Wühlarbeit in Deutschland schulte. Schließlich konnte er im August 1934 in Hamburg festgenommen werden. Wenn er auch nicht persönlich dem Zentralkomitee der KPD. angehörte, so muß er doch als dessen Vertrauensmann in Jugendange- jegenheiten angesprochen werden. Wabra stand in engster Verbindung mit dem vom Volksgerichtshof bereits am 5. dieses Monats wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilten Mitglied des Zentralkomitees der KPD. Albert Kayser. Die Strafe muhte, so betonte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung, besonders nachdrücklich ausfallen, weil der Angeklagte eine aroße Zahl junger Menschen verführt und durch die Verbreitung seiner Irrlehren verschuldet hat, daß seine Opfer wegen chrer Betätigung für die KPD. zu schweren Strafen verurteilt wurden. Da seine Tätigkeit auch gemein- aefährlich war, mußte er unter Polizeiaufsicht gestellt werden. — Der Vertreter der Reichsanwalt- schast hatte lebenslängliches Zuchthaus beantragt. Acht Jahre Zuchthaus für einen „TNaterialverwalter der KPD.". Zu acht Jahren Zuchthaus wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Spreng- ftoffverbrechens verurteilte der 2. Senat des Volksgerichtshofes in Berlin den 31jährigen Felix Louis Müller aus Leipzig-Kleinzschocher. Außerdem wurde gegen Müller auf acht Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Ein besonders gefährlicher kommunistischer Funktionär ist damit auf lange Jahre hinaus unschädlich gemacht. Müller hatte bis zum November 1933 den Poften eines „Materialverwalters" für den Bezirk Sachsen der KPD. bekleidet. In dieser Eigenschaft hatte er für die Sicherstellung und Zusammenfassung Der im Bezirk vorhandenen Waffen, für Munition und Sprengstoff zu sorgen, die dem von der KPD. geplanten gewaltsamen Umsturz dienen sollten. Als „Materialverwalter" hatte er u. a. dem früheren sächsischen Landesleiter der KPD. Selbmann folgendes Waffenarsenal gemeldet: 400 Gewehre, 700 bis 800 Pistolen, mehrere tausend Schuß Gewehr- und Pistolenmunition, Mei leichte Maschinengewehre, ein schweres MG. und schließlich noch ein MG. ausländischer Herkunft. Ferner hatte Müller auch für die Sicherstellung von 25 Handgranaten persönlich gesorgt. Die Handgranaten waren im Walde bei Colditz (Sachsen) vergraben gewesen; zusammen mit einem Motorradfahrer hatte er sie im August 1932 nach Leipzig verfrachtet, wo sie zunächst wiederum im Walde vergraben worden waren. Als dem Angeklagten das Versteck mchr mehr sicher genug erschien, lieh er sie sich nochmals aushändigen, um sie im Keller eines Hanfes zu vermauern. Hier konnten sie dann später von der Polizei beschlagnahmt werden. Müller arbeitete auf das engste mit dem Reichsleiter Zimmerlich zusammen, der als Vertrauensmann des Zentralkomitees der KPD. die Waffen- und Sprengftoff- verforgung für das ganze Reichsgebiet zu regeln und zu überwachen hatte. Fährboolunglück in Span bau. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich an der Rust-Wiese in Spandau. Als sich das Fährboot „Cäsar" auf der Ueberfahrt von Spandau nach Tegelort befand, wurde das Boot von einem Dampfer gerammt. Das Fährboot ging sofort unter. Der Führer des Bootes sowie drei Frauen und ein Kind stürzten ins Wasser. Der Bootsführer hielt sich durch Schwimmen über Wasser, bis Hilfe zur Stelle war. Die drei Frauen sowie eine vierte Insassin des Bootes konnten durch hin- zukommende Ruderboote gerettet werden, während das acht Monate alte Kind unterging und er« Iranf. Die Leiche und das untergegangene Fährboot konnten bisher noch nicht geborgen werden. Die verunglückten Frauen — Großmutter, Mutter und Tante des ertrunkenen Knaben — wurden an Land gebracht, lieber die Schuld frage hat die Kriminalpolizei eine Untersuchung eingeleitet. Die Schließung der Firma Ahrberg wieder aufgehoben. Nachdem die Firma Fritz Ahrberg-AG. in Hannover ihre Verkaufspreise auf den von dem Regierungspräsidenten geforderten Preisstand zurück- geführt hat, hat der Regierungspräsident die Polizeibehörden angewiesen, die Schließung der Verkaufsstellen der Firma Ahrberg mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben. Elf Kilo Gold bei Sauarbeiten in der Slowakei gefunden. Einen wertvollen Fund machten Arbeiter beim Umbau des Gebäudes der Finanzdirektion in Ka- schau (Slowakei). Sie entdeckten etwa drei Meter unter dem Boden des Kellers eine luftdicht verschossene Büchse aus Kupfer, die eine goldene Kette und 2796 Goldmünzen im Gewicht von 11,23 Kilogramm enthielten. Der Wert wird auf einige 100 000 Kronen geschätzt. Die Münzen stammen aus verschiedenen Jahrhunderten. Man glaubt, daß es sich um eine Sammlung handelt. Einbruch in die Familiengruft der Grafen Auersperg. Nach einer Meldung der „Grazer Tagespost" aus Laibach drangen unbekannte Täter in die Familiengruft der Grafen Auersperg in der Nähe des Schlosses Thurn bei Burgfeld ein. Sie öffneten den Sarg des Grafen Alexander Auersperg, der unter dem Dichternamen Anastasius Grün vor fast hundert Jahren als bekannter Lyriker in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen ist. Die Täter erbrachen auch noch andere Särge, fanden aber nirgends Wertgegenstände vor. Dänische Pelztierjäger in Eisnot. Ein dänisches Marineflugzeug ist von Kopenhagen aus zu einem Flug nach Ostgrönland gestartet, um der Besatzung eines Motorbootes Hilfe zu bringen, die sich dort in e r n ft e r Lage befindet. Bei den in Not Befindlichen handelt es sich um einen Telegraphisten, einen Filmphotographen und zwei Pelztierjägern. Der Telegraphist und der Filmphotograph sollten vom Grönlandschiff „Godt- haab" abgeholt werden, während die beiden Pelztierjäger für eine zweite Ueberrointerung in Grönland mit Proviant versorgt werden sollten. Infolge der Eisverhältnisse war das Schiff jedoch vor dem Scoreby-Sund im Eise st eckengeblieben. Die vier Mann versuchten nun, einen Teil der Entfernung zwischen ihrer Station und dem Dampfer in einem Motorboot zurückzulegen, das aber eben« alls e i n f r o r. Ihre Lage ist um so ernster, als ie keinen Proviant besitzen und der Telegraphist chwer erkrankt ist. Die Besatzung des Flugzeuges, das zur Hilfeleistung gestartet ist, besteht aus Kapitänleutnant Rasmussen, Leutnant zur See Riemann und dem Funker Rasmussen, die sich zu diesem kühnen Flug freiwillig gemeldet haben. Das Flugzeug ist auf den Färöern eingetroffen. Inzwischen haben sich die Eisverhältnisse an der Ostküste Grönlands gebessert, so daß die Hilfeleistung des Flugzeuges vielleicht überflüssig wird. Der Dampfer „Godthaab" ist wieder freigekommen. Das an Bord des Dampfers befindliche Wasserflugzeug soll nunmehr nach Cap Berlin starten, wo sich die vier Pelztierjäger befinden. Sturm über Neufundland fordert 15 Todesopfer. In St. John (Neufundland) forderte ein Sturm, der über die Insel hinwegfegte, 15 Todesopfer. Der Schaden wird auf 250 000 Dollar geschätzt, lieber 200 Fischerboote wurden beschädigt oder zerstört. In einer weiteren Meldung heißt es, daß zwei zweisitzige Flugzeuge der Britischen Reichsluftverkehrs-Gesellschaft, die von einer großen Firma in St. Johne gemietet worden waren, zerstört worden seien. Ferner seien zwei Schoner mit ihren Besatzungen gesunken. Scharlach- und Ruhr-Epidemie in China. — Hunderte von»Todesopfern. Im Süden der chinesischen Provinz Schensi sind Scharlach, und Ruhrepidemien ausgebrochen, die bereits mehrere hundert Opfer forderten. Die Krankenhäuser sind überfüllt und Tau- sende können keine Aufnahme mehr finden. Allein in der Stadt Hsingan starben mehrere hundert Kinder an der Ruhr. In Tungning sind über 5 0 0 Tote infolge Scharlach zu verzeichnen. Die meisten von ihnen sind Kinder. Zwei Knaben als Lebensretter. Zwei Schülerinnen im Alter von 12 Jahren nahmen in der Nähe von Fuchbach bei Bad Ems an einer tiefen Stelle der Lahn ein Bad. Plötzlich verließen sie die Kräfte und gingen unter. Ein aus Bad Ems stammender Junge von 12 Jahren und ein 13jähriger Knabe aus Düsseldorf sprangen den Mädchen nach und konnten sie an Land bringen. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Die Manöver in Südtirol. Bozen, 27. August. Der König hatte am Dienstagvormittag im Manövergebiet eine längere Besprechung mit Mussolini, an der auch der Generalstabschef Marschall B a d o g l i o teilnahm. Der Duce besichtigte bann mit den englischen und französischen Pressevertretern einige Einheiten der blauen Partei, insbesondere die motorisierte Division Trento. Dabei wurde ein neues Modell der kleinen Kampfwagen vor- geführt, das im Gegensatz zu den leichten Kampfwagen, mit denen die „schnellen Divisionen" bisher ausgerüstet sind und die nu.r ein Maschinengewehr haben, zwei Maschinengewehre aufweist. Am Nachmittag besichtigte Mussolini in Begleitung der ausländischen Offiziere und Pressevertreter die Jnfanteriebrigade der Division Pasubio und ein Regiment der Brenner-Division, das dem Befehlsbereich des in Bozen residierenden Duca di Pistoria untersteht. Der Duce begab sich sodann in das Hauptquartier des das Manöver leitenden Generals A g o in Ronzone, wo ihm neue Radiotelephonapparate gezeigt und erklärt mürben. Mussolini war heute den ganzen Tag über mit den englischen und französischen Offizieren und Pressevertretern zusammen. Krastwagenunsatt des österreichischen Ministers Fey. Wien, 27. Aug. (DNB.) Dienstag gegen 20 Uhr geriet auf der Bundesstrahe Wien—Linz knapp vor der Einfahrt in die Ortschaft G a b l i tz bei Wien der Krgftwagen des Bundesministers Major Fey ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Der Minister erlitt einen Nafenbeinbruch und Schnittwunden im Gesicht. Die übrigen Insassen des Kraftwagens, darunter der Adjutant Feys, mürben leicht verletzt. Die Ursache des Unfalls mar folgende: Der Lenker des Ministerautos mürbe durch einen entgegen- kommenden Kraftwagen geblendet. Erst im letzten Augenblick bemerkte er einen Radfahrer, dem er auszuweichen versuchte. Dabei geriet der Kraft- wagen ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Minister Fey wurde in das Allgemeine Krankenhaus nach Wien gebracht. Zuchthausstrafe für Kahrradmarder. LPD. Mainz, 27. Aug. Die Strafkammer verurteilte den 23jährigen Joh. Schöneberg aus Koblenz, der z. Zt. eine Strafe von IV2 Jahren Zuchthaus wegen Fahrraddiebstahls in Frankfurt a. M. verbüßt, wegen zweier weiterer Fahrraddieb stähle und wegen Urkundenfälschung zu insgesamt vier Jahren Zuchthaus. Sch. hat schon vier Jahre und acht Monate hinter den Kerkermauern verbracht. Vom Fürsorgezögling ist er zum gewohnheitsmäßigen Fahrradmarder geworden. Im Dezember 1934 hatte er in Wiesbaden und Mainz je ein Fahrrad gestohlen und verkauft. Zur Sicherung fertigte er sich selbst eine Ausweiskarte an, die er mit einem f a V schen Namen unterschrieb. Vom Frank furter Schöffengericht wurde er bereits wegen der gleichen Delikte zu IV2 Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust verurteilt, welche Strafe die Mainzer Strafkammer in ihr Strafmaß einbezog. Nur seine zweifellose Notlage, er will auch nur -aus diesem Grunde die verschiedenen Diebstähle begangen haben, rettete ihn zum letzten Male vor der Sicherungsverwahrung. Düchertisch. — Friedrich Altenrichter: Das Wesen der soldatischen Erziehung. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., Berlin. Preis 4,50 Mark broschiert, 5,50 Mark Ganzleinen. — (254) — Die Erziehung in der bisherigen kleinen Reichswehr und dem alten deutschen Heer der allge- meinen Wehrpflicht stand auf einer bewunderungswürdigen Höhe. Dessen ungeachtet fehlte ein Werk über das Wesen und die Methoden der soldatischen Erziehung. Der ungeheure Bildungsstoff vererbte sich hauptsächlich in Form mündlicher lleberlieferung. Das Buch von Altrichter gliedert sich in drei Hauptabschnitte. Im ersten werden die Grundlagen der soldatischen Erziehung behandelt, die Bildung des Mannes zu einem sittlichen Charakter, feine eigentliche soldatische Formung und seine Erziehung zum Staatsbürger. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Theorie der soldatischen Erziehung. Das Kernstück bildet die Handhabung des Unterrichts. Besonders wertvoll ist die Fülle von Beispielen in diesem Abschnitt. Jrn dritten Teil wird die praktische Ausbildung als Teil der soldatischen Erziehung behandelt. Aus einer langen Fronterfahrung heraus werden hier die Erziehungselemente, die den einzelnen Dienstzweigen anhaften, dargeftellt. Dem Verfasser ist besonders die Verbindung der ewig gültigen Grundsätze des Soldatentums mit den seelischen Bedürfnissen des Kriegers unseres heutigen Deutschlands gelungen. — Hansgeorg Maier: Glück und Ern f ü l l u n g. Mit 22 Holzstichen und farbigem Einband von Johannes L e b e k. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. £)., Berlin. Gebunden 2,40 Mark. — (154) — Ein junger Mann lernt in einer norddeutschen Heidestadt das Mädchen Minka kennen. Die Heide wird zum Garten ihrer Liebe. Doch der Kampf ums tägliche Brot treibt sie in die große Stadt. Not reißt sie jäh auseinander. Nach banger Trennung kann der Mann schließlich zu Mircka zurückkehren. In Minkas Heimat finden sie eine gesicherte Stätte. Am Ende aber bleibt der Mann allein zurück bis er begreifen lernt, daß Glück und Erfüllung längst bei ihm gewesen sind. Der Mann berichtet dies alles selbst, in einer schmucklosen, verhaltenen Sprache. Eine Liebesgeschichte, die schlicht und ohne große Worte erzählt ist. Wetterbericht de» Reichswetterdienstes Ausgabeort Zrantfurt. Mit dem weiteren Vorstoßen feuchter Meeresluft hat sich jetzt in dem bisher noch niederschlagsfreien Nord- und Ostdeutschland unbeständige Witterung eingestellt, die vielerorts von heftigen Gewitterregen eingeleitet wurde. Bei uns hat sich ausgesprochene kühle Meeresluft eingestellt, deren Zufuhr sich zunächst sortsetzt und Den Witterungscharakter aufrechterhält. Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit kurzer Aufheiterung, aber auch wiederholten Niederschlägen, bei westlichen Winden für di« Jahreszeit zu kühl. Aussichten für Freitag: Fortdauer der unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 27. August: mittags 19 Grad Celsius, abends 17,1 Grad; am 28. August: morgens 12,9 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. August: abends 19 Grad; am 28. August: morgens 17,5 Grad. — Sonnenscheindauer 0,5 Stunden. — Niederschläge 2,3 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Fr. W. Lange; stellverttetender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck; verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Ferienreisen des D.A.R.zu Vorzugspreisen! 6 Tage: 4.-8. nach den historischen Städten Heidelberg- Wimpfen- Nördling.-Dinkelsbühl -Rothenburgo.d.T.-Nümberg.nurBM.62.60 9Tage: 31.8-8.9. Schwarzwald - Bad Rippoldsau. .. nur RBL 66.50 10 Tage: 31.8.-9.9. 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Aus dem Reiche der Krau wieder auf. Der klermel ist diesmal aber lang und Fünfzig Jahre find es her. seitdem in einem einen Werk in Besan^on der erste Kunstseiden- gesteppter, rehbrauner Haarsilz. H. eng. Die drei Knöpfe sind mit Stoff bespannt, die Taschen eingeschnitten. Der mittelgroße, gleichfarbige Hut ist aus weichem Haarfilz. Halstuch, Handtasche, Handschuhe und Schuhe sind dunkelbraun. Das lange Cape mit den Armschlitzen ist ebenfalls wie die Jacke in Raglanbahnen geschnitten, der eckige Kragen ist wieder aus dem Stoff des Kleides. Der Hut mit der neuen viereckigen Randform ist Kunstseide erobert den Kleiderfchrank Hering in vielerlei Gestatt. Der Hering wird ungewässert von Haut und Gräten befreit, dann gewaschen und in süße Milch gelegt. So wird er sehr zart und schmeckt ausgezeichnet auch als Brotbelag. ♦ Heringe 24 Stunden wässern, dann häuten, entgräten, waschen, jede Seite mit Senf bestreichen, saure Gurke und Speck einwickeln und mit einer Gewürznelke zustecken. Milch, reichlich Zwiebelscheiben, auf 12 Heringe etwa 3 Löffel Mehl, Senfkörner, Senf quirlen und aufkochen, über die Röllchen gießen und erkalten lassen. Man kann auch saure Sahne mit geriebener Zwiebel, etwas Zitronensaft und etwas Del vermischt und etwas Pfeffer über die Heringe gießen. ♦ Heringsbutter Ein Matjeshering wird gewaschen und kurz gewässert, dann enthäutet und entgrätet, mit Zwiebel, etwas Senf und einigen Speckscheiben durch den Fleischwolf gedreht .und schließlich mit etwas Zitronensaft und Del gewürgt. Alles wird sehr gut verrührt und mit Weißb>"otscheiben angerichtet. — Einen billigen Brotaufstrich erhält man, wenn man die fertige Masse unter M bis 1 Pfund Kochbutter gibt und bann schaumig rührt. ♦ V Grüne Heringe. Gut säubern, ausnehmen, ost waschen. Mit Wasser, Zwiebelscheiben, Mig, Salz, Lorbeerblatt, Gewürz und Pfefferkörnern aufs Feuer setzen, bis ans Kochen kommen laufen, hierauf an heißer Stelle einige Minuten ziehen lassen. Die Heringe mit breitem Schöpfer heraus^nehmen und in die Schüssel legen. Die Brühe wird durchgegossen. Auf 1 Liter löst man 12 bis 14 Blatt weiße, gut abgewaschene Gelatine in der heißen Brühe gut auf (nicht kochen) und gießt diese ' über die Heringe. In etwa 4 bis 6 Stunden ist', die Masse erstarrt. Ein sättigendes Gericht zu Bratkartoffeln. Auch Senfsoße und Pellkartoffeln zu .den zarten gekochten Heringen ist zu empfehlen. V * ' Schuster-Pastete. Eine Auflaufform mit Butter' ausstreichen, in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln einschichten, darauf in Würfel geschnittenen M i t Cape und Jacke als Ergänzung ist das leichte Wollkleid in einfacher Linienführung für d i e Uebergangstage besonders geeignet. Das Material für Kleid und Jacke ist weiche, rehbraune Wolle, während das Cape aus dunkelbraunem Samt ist. Das Kleid ist in vier Bahnen mit leicht glockigem Rock geschnitten. Die Aermel bestehen aus drei Teilen, ihre Weite ergibt je eine springende Falte in Ellenbogenhöhe. Der breite Gürtel in Ornamenten ist aus Kordel gearbeitet, die mit dem Material des Kleides bezogen ist. Die Jacke nimmt die Schnittlinien des Kleides -Eas [ollen wir tragen Y PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Ein beachtlicher Einwand gegen Kunstseide war deren Neigung zum Knittern. Alle Gewebe aus Pflanzenfasern, nämlich Baumwolle, Seinen, auch Kunstseide, haben an sich die Neigung zum Knittern. Die Kunstseidenstoffe von heute haben diesen Hauptfehler kaum noch. Durch die Verbindung mit Kreppgarn ist eine größere Geschmeidigkeit vorhanden, die das Knittern verhindert. Man hat sogar Kunstseidengewebe hergestellt, die durch Garne und Bindung so verarbeitet sind, daß sie überhaupt keine Knitterbildung mehr aufweisen. Und wir stehen mitten in der industriellen Durchführung einer neuen großen Erfindung, die das Knittern von Geweben aus Pflanzenfasern überhaupt verhindert. Heute wäre es töricht, wenn man den Kunstseidencharakter einer Ware irgendwie bei Ankündigung verheimlichen wollte. Kunstseide braucht man nicht mehr zu verstecken. Ihre Tragbarkeit und Anwendung ist unerschöpflich für Kleider-, Wäsche- und Futterstoffe, für Trikotagen und Gardinen, für Möbel- und Dekorationsstoffe. Die billigere Kunst- Das interessiert die Hausfrau. Wir schlagen einen Nagel ein. Wie man einen Nagel richtig und sauber in eine Wand einschlägt, ist ein anderes Kapitel. Heute haben wir es mit dem Einschlagen eines Nagels in ein Stück Holz zu tun. Sei es eine Kiste, die wir zunageln, ein Regal, das wir uns eigenhändig bauen, ein Rahmen oder irgendein anderer Gegenstand aus Holz — das spielt keine Rolle. Immer muh der Stift gut sitzen und seinen Zweck erfüllen. Soll die Befestigung besonders gut halten, dann schlägt man die Nägel in einer Reihe nicht alle senkrecht ein, sondern stellt sie schief und führt sie abwechselnd rechts und links gerichtet in das Holz ein. Wo Nägel dicht nebeneinander eingeschlagen werden müssen, sollte man sie lieber nicht m gerader Reihe, wie die Holzfasern laufen, einnageln, sondern versetzt, damit das Holz nicht splittert. Bei dünnem Holz, z. B. bei Tannenholz, empfiehlt es sich, die Löcher mit dem Spitzbohrer vorzubohren. Dieses Verjähren eignet sich auch dann, wenn es gilt, die Nägel dicht an der Kante einzuschlagen. Allerdings muß mit dem Bohrer ebenfalls vorsichtig umgegangen werden. Wo es auf saubere Arbeit ankommt, wird man die Nägel nach dem Einschlagen versenken. Diese Methode hat den Vorteil, daß der Nagel auch besser hält, da der Kopf nicht rosten kann. Man schlägt den Nagel, sobald er mit dem Kopf glatt auf dem Holz anliegt, mit Hilfe eines größeren Nagels, dessen Spitze man stumpf gefeilt hat, unter die Oberfläche des Holzes und füllt die entstandene Lücke mit Wachs oder Kitt aus, worauf man die Stoffe dem Holz entsprechend einfärbt. Ab und zu kommt es natürlich vor, daß ein falsch eingeschlage- Ersatzstoff. ,.. Inzwischen hat die Kunstseide eine unerhörte Vervollkommnung erfahren. Don einem bloßen Ersatzstoff kann längst nicht mehr die Rede sein. Kunstseide ist heute ein allgemein anerkannter und völlig selbständiger Textilstoff. Sie ist ein Erzeugnis der Technik und darum ständigen Veränderungen und Verbesserungen zugänglich. So war man ursprünglich beispielsweise der Ansicht, daß Kunstseide nicht sehr hygienisch sei, denn sie war damals nicht kochfest in der Wäsche. Nun aber hat sich dieser Nachteil der Kunstseide, die mangelnde Wasche- beftänöiqfeit, so grundlegend verändert, daß man heute sagen kann, der ideale Stoff für Wäsche ist Kunstseide. Zum Waschen der leichten, feinen kunstseidenen Wäschestücke braucht kein umständlicher Waschtag mehr angesetzt zu werden. Die Reißfestigkeit im nassen und trockenen Zustande ist bei Kunstseide unzweifelhaft eine größere, als sie die Naturseide aufzuweisen hat. Zuerst hatte die Kunstseide auch einen dem modisch geschulten Auge oft unangenehmen Hochglanz. Einen ganz großen Erfolg hat man letzt mit den mattierten Kunstseiden zu verzeichnen. Seitdem es möglich geworden ist, die Kunstseide schon im Spinnprozeß matt zu gestalten und sie damit von dem früher dauernd beanstandeten Hochglanz zu befreien, hat man mit ihrer Verarbeitung außerordentliche Er- ^Durch^Derbindung mit anderen Webstoffen hat man außerdem Mischgewebe erzeugt die an Schönheit und Eigenart alle bisher bekannten Erzeugmsie übertreffen Besuch und Kind. Ein Kapitel der häuslichen Erziehung. Bon Dr. Mally Behler An vielerlei Einzelheiten wird es nicht schwer, zu erkennen, ob die Eltern die richtige Linie in der Erziehung ihrer Kinder einhalten. Ein ziemlich sicherer Beweis für oder gegen sie ist das Verhalten der Kinder, wenn Besuch kommt. Da gibt es Mütter, die nicht zufrieden sind, wenn Eischen nicht immer mit dabei ist, wenn Fritzchen nicht neben dem lieben Onkel sitzen darf. Undiszipliniert fliegt das Geplapper der Kinder über den Tisch. Ihr unaufhörliches „Mutti" macht den Beuch zuletzt nervös. Am schlimmsten ist es, wenn in Mutti das Eitel- keitsteufelchen hochsteigt ... Jetzt wird große Parade gespielt. Fritzchen muß das letzte Gedicht auf- aqen, was er in der Schule gelernt hat. Wie ge- vohnlich will er nicht, bockt, fagts dann heruntergeleiert auf, bis zu der Stelle, wo er immer stecken bleibt. Jetzt geht das eigentliche Drama los. Fritzchen fängt an zu heulen, Mutti gerät in Wut, Fritzchen heult gesteigert. Onkel ist die Sache längst peinlich und ärgerlich, Fritzchen ist fein Patenkind. Eischen beugt sich jetzt schadenfroh vor, um sich den Fritz, der so schön heult und die Mutti, die so böse aussieht, sensationslüstern anzusehen. Wuppdich, da gießt sie der Tante die Tasse voll Kaffee auf das gute Kleid. Die ganze Familie ist in Hellem Aufruhr. Fritzchen muß ins Schlafzimmer, bis er sich ausgebrüllt hat, was meistens zum Aerger der Nachbarn eine ziemliche Zeit in Anspruch nimmt. Eischen kommt in die Küche, setzt daraufhin auch kräftig ein, denn ihr standen für den Kaffeefleck auch ein paar schnell verdiente, beweinenswerte Kläppse zu ... Onkel und Tante sehen sich gequält an ... Jetzt ist Grete aus der Klavierstunde gekommen. „Spiel' du uns was vor!" kommandiert Mutti, die ihre Ehre mit Gretes klavieristischem Können retten will. Onkel denkt: „Ausgerechnet darauf hab' ich noch gewartet". Tante macht ein sauersüßes Gesicht. Sie ist absolut unmusikalisch und tut sich furchtbar leid ... Grete hat heute ihren schlechten Tag gehabt. Das Zittern ist ihr noch in den Händen. In Besuchsfällen spielt sie nun schon seit Wochen den „Fröhlichen Landmann" ... ganz gleich, wie ihr zu Mut ist. Heute hackt sie ihn ziemlich nervös herunter. Onkel und Tante seufzen auf, wenn der „Fröhliche Landmann" sein Feld am Klavier wieder verlassen hat. , Hier ist so ein typischer Fall, wo es nicht heißt: „Besuch und Kind", sondern „Kind und Besuch". Ganz abgesehen davon, daß die Stimmung in der Familie peinlich für alle Teile wird, führt diese falsche mütterliche Eitelkeit zu verhängnisvollen Fehlern in der Erziehung, die später als Trieb zur Geltung, als willensmäßige Undiszipliniertheit schwer auszumerzen sind. Wie anders kann Besuch unterhalten werden, wenn eine vernünftige Mutter das Heft in den Händen behält. Bei ihr kommen die Kinder ganz selbstverständlich nicht mit an den Besuchstisch ober nur dann, wenn ein artiges Benehmen erfahrungsgemäß sichergestellt ist. Meistens wollen die Kinder auch nicht. Ein Stück Kuchen in die Hand und dann wieder auf die Straße zu ihresgleichen ist ihnen viel lieber ... Vor allen Dingen werden keine Dor- führftückchen von ihnen verlangt. Diese Kinder sind auch gar nicht daran gewöhnt, Wünsche zu äußern. Sie riskieren im Höchstfall einen heimlich bettelnden Blick zur Mutter hin, die ihn je nach der Situationen verstehen will oder nicht. „Was sind das für prächtige Kinder!", sagt der Besuch ehrlich erfreut. Voll Stolz hört die Mutter das Lob und voll Stolz berichtet sie es am Abend dem Vater. Die Stimmung in der Familie ist voller Harmonie. Auf diese Weise, die jeden zu seinem Recht kommen läßt, kann sich Besuch wohler fühlen in einer Familie mit vielen Kindern, die qut erzogen sind, । als in einer anderen, wo ein oder zwei Kinder das • ganze Haus in Kriegszustand versetzen, vor allem , aber den Eltern, besonders der Mutter, ein sehr schlechtes Erzieherzeugnis ausstellen. kleinen Werk in Besan^on der erste Kunstseiden- faden für die Textilindustrie gesponnen wurde. Niemand wäre damals auf den Gedanken gekommen, daß dieses harte und strohige Erzeugnis, das da hergestellt wurde, einmal den Hauptbestandteil in d e r Bekleidung der gesamten zivilisierten Welt darstellen würde. Die ersten Kunstseidefäden verwendete man für Schnüre und Litzen. Bald erweiterte sich das Verwendungsgebiet, und Häkelgarne aus Kunstseide bildeten ein Ereignis. Auf Grund dieser ermutigenden Erfahrung und auf Anregung der Abnehmer wurde in den Versuchsstätten fieberhaft gearbeitet. Man erkannte schnell, daß die Absatzgebiete sich noch geroaltia steigern könnten. In den 90er Jahren schätzte man die Kunst- feibenergeugung bereits auf 14 000 Kitt 3ramm im Jahr. Immer noch aber war bie Kunstseibe ein allgemeinen billig verlangt unb beshalb oft nicht bebenft, baß burch Schunbware die Güte leidet und damit die Kunstseide in Mißkredit gebracht wird. Um irgendwelchen Mißverständnissen bei den Verbrauchern ovrzubeugen, darf nur Naturseide als Seide bezeichnet werden. Das ist aber keineswegs ein Werturteil gegen die Kunstseide. Alle Vorzüge eines Rohstoffes müssen heute aber noch unter einem besonderen Gesichtspunkt betrachtet werden. Die Kunstseide ist das mustergültige Beispiel für ein Deredelungserzeuanis. Wenn wir den Grundstoff Holz gegen das Fertigfabrikat Kunstseide stellen, welch ein Werdegang — ein Werdegang, an dem Tausende von Händen gearbeitet haben, Tausende von Menschen ihr Brot gefunden haben. Wenn wir bedenken, daß der Wollanfall aus deutscher Rohwolle bis jetzt kaum mehr als 9 v. H. beträgt, daß wir in Deutschland Baumwolle überhaupt nicht haben, daß deutsche Naturseide niemals eine nennenswerte Bedeutung erreichen kann, daß wir auch von der Deckung des eigenen Bedarfs in Flachs noch weit entfernt sind, so erscheint es füx jede deutsche Frau geboten, die Kunstseide, das Erzeugnis aus der uns vertrauten deutschen Fichte, weitgehend zu berücksichtigen. Sie I gibt damit deutschen Arbeitern Brot. MIT CAPE UND3ACKG... u ner Nagel wieder herausgezogen werden muß. Die Zange macht c r häßliche Schrammen auf der Holzoberfläche. Da helfen wir uns, indem wir ein Stückchen Pappdeckel oder auch ein dünnes Holzplättchen unter den Kopf des Nagels schieben ober wenigstens bicht on den Nagel heran, so daß die Zange dadurch eine Unterlage bekommt, bie etwaige Kratzer vertragen kann. Strümpfe waschen. Seidenstrümpfe werden, bevor man sie zum erstenmal benutzt, ganz kurz in lauem Wasser geweicht. Durch diese Prozedur werden die Fäden weich und elastisch und leisten später größeren Widerstand. Außerdem erspart man sich Den Aerger, daß die Strümpfe beim ersten Regen fleckig werden. Es tut den Strümpfen niemals gut, wenn man sie sehr schmutzig werden läßt, ehe man sie wäscht. Besonders im Sommer sollten sie täglich nach dem Tragen rasch einmal durchgewaschen werden. Das geschieht nur in lauwarmem Wasser, in dem man Seife oder Seifenflocken aufgelöst hat. Das Spülwasser darf sich in der Temperatur nicht zu sehr von dem Seifenwasser unterscheiden. Es ist auch nicht gut, wenn man bie Strümpfe lange im Wasser liegen läßt. So wie man bie Strümpfe beim Waschen nicht strapaziert, kann man sie nach bem Spülen auch nicht auswringen. Hat man bas Spülwasser vorsichtig herausgebrückt, bann hängt man bie Strümpfe an ben Fußspitzen auf, so können sie sich nicht verziehen. Ein letzter Kniff: Man zieht feine Seibenstrümpfe stets von links nach rechts an, wobei man zunächst in den eingeschlagenen Fußteil schlüpft und bann den oberen Strumpfrand darüberstülpt. Auf diese Weise wird der Strumpf nicht gezerrt. MferWimg. Von Otto Berndt, Berlin. Don der ganzen Tiefe des Nattonalsozialismus und der Gründlichkeit, mit der er sein Ziel verfolgt, zeugt es, daß er sich nicht damit begnügt hat, sich nur die Heranwachsende Jugend zu sichern und sie um fein Banner zu scharen, sondern daß er sich darüber hinaus bie Aufgabe gestellt hat, jeden einzelnen Angehörigen der deutschen Volksgemeinschaft, gleich welchen Alters, zu gewinnen. Erst wenn auch der letzte Deutsche gewonnen ist für die großen Gedanken des Nationalsozialismus, ist feine innenpolitische Aufgabe gelöst. Bei dieser Auffassung kann der Nationalsozialismus unmöglich die Scharen derer ausnehmen, die von den bisher üblichen Einwirkungen der Staatsgewalt früher nie gam erfaßt worden sind: die deutschen Frauen. Und doch ist es eine Lebensnotwendigkeit für den Nationalsozialismus, auch ihnen zu zeigen, wo ihr Platz ist, zwar nicht gleichartig dem Manne, wohl aber ihm gleichwertig: Trägerin aller geistigen unb seelischen Güter, Unterpfanb für bie Unsterblichkeit unseres Volkes zu sein. Diese gewaltige Ausgabe hat sich bie Mütterschulung gestellt. Getragen von bem Willen zur Volksgemeinschaft, will sie vor allem körperlich unb damit auch seelisch tüchtige Mütter heranbilden, die durchdrungen sind von dem Gefühl der heiligen Pflichten, die ihrer als Frau und Mutter warten. Diesem Gedanken soll eine allgemeine Schulung bienen, bie ber Frau hauptsächlich nationalsozialistische Weltanschauung unb richtige Einstellung zum Leben näherbringen soll. Unentbehrlich sinb hierbei bie Grundzüge der Rassenkunde und deutschen Geschichte. Werden den Frauen auf diesem Wege überwiegend theoretische Kenntnisse vermittelt, so werden sie durch die anderweitige Schulung mit ber Praxis völlig vertraut gemacht; benn was hülfe es ihnen, wenn sie wohl m ber Gebankenwelt des Nattonalsozialismus sich auskennen, dem wirklichen Leben gegenüber aber versagen. Dor allem werden ihnen die Grundsätze nationalsozialistischer Haushaltsführung nahegebracht, nämlich gesund, artgemäß, bodenständig unb sparsam zu fein. Das so oft verkannte unb boch für den zermürbenden Kampf mit bem Alltag so unentbehrliche Werkzeug liefern Kurse über Haushaltsführung; hier lernen die Frauen alles, was sie wissen müssen, angefan« aen von ber so schweren Kunst, mit dem Wirtschaftsgeld „auszukommen", und all jenen „Kniffen , die nun einmal erforderlich sind, soll alles im Haushalt seine Drdnung haben, bis zur Buchführung und den „höheren Künsten". Wird hierdurch ben Frauen bie Möglichkeit gegeben, ihre rein hauswirtschaftlichen Aufgaben zu bewältigen, so soll die britte Reihe von Kursen ber Mü11erschu - luna sie in bie Familien- unb Gesundheitspflege einführen. Nichts Leichtes ist es, was es hierbei zu lernen gilt. Soll sich doch den Frauen das ganze Wunder ihres eigenen unb des menschlichen Lebens überhaupt erschließen! Säuglingspflege unb Kinber- erziehung sind bie nächsten Fragen, bie gelöst werben wollen; wer selbst Vater oder Mutter ist, weiß am besten, wie schwer bas eine kleine Wort „Erziehung" lastet! Dabei muß bie Frau auch eines können, will sie ihren Platz wirklich recht ausfüllen: mit den Kindern spielen; das ist gar nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Weiter muß die Frau kleine häusliche Feste veranstalten können, soll ihr Haus ein rechtes Heim werden, in dem man sich wohl fühlt. Zum Abschluß werden Körperpflege und -schulung gelehrt; auch muß die Frau erste Hilfe bei Unglücksfällen und Krankheiten in der Familie leisten können. Durchgeführt wird diese umfassende Schulung in geschlossenen Mütterschulen oder in Einzelkursen. seide setzt sich besonders da durch, wo es sich um die Herstellung preiswerter Massenbedarfsartikel handelt. Der Nachteil der , z _ , . Kunstseidenwaren ist häufig der, daß man diese im * gibt damit deutschen Malta,Englands FlotlenWtzpunkt im Mittelmeer Luftschutz ist Dolksschutz. dieser Kombination zerstreut. Nur um die Auswirkung der deutsch-polnischen Verständigung zur See kreisen noch die Gedanken. Die uneingestandene Furcht vor Rußland, vor den Bombengeschwadern der roten Macht, die die Weltrevolution auf ihre Fahnen geschrieben und Hekatomben von Blut und Millionen von Bauernschicksalen gefordert hat, hat die Gemeinsamkeit der Gefahr erkennen lassen und dem Zugeständnis zum Durchbruch verholfen, daß die Flottenpolitik des deutschen Führers und Reichskanzlers „ein Bollwerk für den Frieden" aufgerichtet hat. Auch das ist ein positiver Gewinn des Reiches; daran ändert nichts, daß jedes einzelne skandinavische Land sich vor besondere Aufgaben gestellt sieht, das eine am Oeresund, das andere am Atlantischen Ozean, das dritte gegenüber dem Meerbusen, der zwischen Finnland und dem Baltikum bis Kronstadt und Leningrad an Rußlands Küsten heranreicht. Im Falle von Verwicklungen sind die Aalandsinseln denselben Bedingungen unterworfen wie Gotland und Bornholm oder das ßant), das der Oeresund von Schonen getrennt hat. Zeppelin „LZ 129* im Bau. Neuestes Bild von dem Bau des neuen Zeppelin- Luftschiffes „L Z 129". Das Bild gewährt einen Blick auf das Gerüst und läßt die ungeheuren Ausmaße dieses Luftschiffes ahnen. — (Weltbild-M.) Hering, der gut gewäffert und gewaschen ist, dazu in Würselchen geschnittene Zwiebel, Fleisch- und Schinkenreste, nach Belieben auch Tomaten, darüber wieder Kartoffelscheiben usw. Milch verquirlt man mit wenig Salz, Pfeffer und 1 bis 2 Eiern und gießt die Flüssigkeit über das Eingefüllte. Obenauf gibt man möglichst noch ein Ei mit etwas Milch verquirlt und reichlich Butterflöckchen. Man a&t' das ganze 1 Stunde backen und bringt es warm auf den Tisch. ♦ Gebratene Heringsklößchen. Zwei fette Salzheringe werden wie beschrieben sauber vorgerichtet, dann fein gehackt und mit vier in Milch geweichten und wieder ausgedrückten Weißbrötchen vermischt, zwei Eier und feingeschnittene Zwiebel, etwas Maggi und Zucker dazugegeben. Hält die Masse nicht gut zusammen, so gibt man noch geriebene Semmel dazu, formt Klößchen, drückt sie breit und brät sie in heißem Fett. Man reicht Tomatensoße und Kartoffelmus dazu. Noch ein anderes ist beachtenswert. Das ist die Aufmerksamkeit, die man der Befestigung der Haupt st a d t Kopenhagen und dem Schutze ihrer Bevölkerung gegen einen Angriff von der Luft her widmet. Auf dieser Linie liegt auch das Programm des Chefs des Heeres, das neben der weiteren Ausbildung der Heimwehren — aufgezogen im Geiste einer militärischen Erziehung des Landes — den Ausbau der Luftwaffe fordert. Wieviel auch über die Flotte und ihre Unzulänglichkeit in der Presse geschrieben worden ist, jeder Vorstoß endete bisher mit erfolglosen Protesten und Gegenbetrachtungen über die Fahrzeuge, die zur Sperrung des Oeresundes genügen würden: Minenschiffe, Unterseeboote, eine Torpedoflottille und das Kriegsschiff „Niels Juel" als Träger der Artillerie. Man glaubt feine Erfahrungen im Weltkriege gemacht zu haben und weih, daß Dänemarks Lebensadern durch jede Großmacht zur See im Kattegatt durchschnitten und oom Süden her durch die Macht abgeschnürt werden können, die die Ostsee beherrscht und ihren Handel und Verkehr kontrolliert. Darum ist die Beschäftigung mit Fragen der Taktik und der Schiffstypen in die zweite Linie gerückt. Weil man meint, daß ein Seekrieg der Zukunft dort von der Luftwaffe entscheidend mitbestimmt werden wird, wo sich Stützpunkte in ausreichender Entfernung befinden, hat.man der Verteidigung gegen sie sein Hauptaugenmerk zugewandt. Die praktischen Folgerungen aus diesem Standpunkt sind freilich noch nicht gezogen. Den ausgezeichneten Fliegern fehlt die notwendige Zahl der Maschinen. Man liest das Wort aus T i r p i tz' Erinnerungen, daß „ein enges Verhältnis zu Dänemark für Deutschland von größerem Nutzen gewesen wäre als zum Beispiel das Bündnis mit Oesterreich". Doch ist damit nicht gesagt, daß Dänemark nun seine Heeresdispositionen einseitig treffe. Es sucht einen Weg, den Verpflichtungen aus feiner Neutralitätspolitik nachzukommen. Da es an der Erkenntnis nicht mehr vorüberkommt, daß der Völkerbund ein machtpolitifches Instrument der noch in ihm vertretenen Großmächte ist, sieht es nach siebzehn Jahren tatenlosen Träumens — die zugleich die Zeit deutscher Wehrlosigkeit umschlossen — eine veränderte Welt, zu der es Stellung nehmen muß. Das Land ist, im Ganzen genommen, noch weit davon entfernt, das Neue innerlich völlig erfaßt zu haben, spürt aber die Wellen, die aufgewühlt worden sind und ahnt, daß auch sein Schicksal mitergriffen wird. Die Flottenabkommen von Washington und London werden mit dem Ende dieses Jahres zu bestehen aufgehört haben. Die erste Handluna der umgestalteten englischen Regierung ist gewesen, das A b - Die englische Regierung führt eine erhebliche Verstärkung der Insel Malta durch, die mit ihren Befestigungen und Häfen den Hauptstützpunkt der englischen Kriegsflotte im Mittellandlschen Meer dar- fteUL — Unser Bild gewährt einen Ueberblick auf den Hafen La Valetta auf Malta mit einigen Kriegsschiffen im Hafen. — (Scherl-Bilderdienst.) tommen mit D-ulschl°nd zu dem britischen Jnselreich Sicherheit gegen kostsplett« ges Wettrüsten bescherte. Die unen wegten Systenv Politiker der skandinavischen Presse sagten, was nun aus Stresa und dem Ost- oder dem Donaupakt werden würde. Als darauf keine Antwort erfolge, weil diese Fragen in den interessierten Großmachtkreisen nicht erörtert werden, kamen auch sie. auf die eigenen Sorgen und Interessen zuruck Sie betreffen den Ostseeraum. In ihm hatte sich England nach dem Ablauf des Krieges breit- gemacht. Zwischendurch war einmal die Möglichkeit einer französisch - polnischen Zu s a m - m e n a r b e i t aufgetaucht. Der Freundschaftsvertrag zwischen Berlin und Warschau hat die Nebel als in den letzten Monaten immer wieder in Nacht und Nebel geheimnisvolle Flugzeuge Land und Küste hinauf und herunter beobachtet wurden — die Presse berichtete in regelmäßigen Abständen über das Unvermögen, ihren Charakter und ihre Nativ- nalität festzustellen — setzte eine scharfe nationale Bewegung mit dem Ziele ein, die Luftwehr zur Verteidigung als selbständigeWaffengat- tung mit weitem Aktionsradius in Bereitschaftsstand zu setzen. Woher aber sollen die G e 1° b e r für einen solchen Ausbau fließen, wenn die Regierung ohnehin mit der Bürde der Krisenmillionen belastet ist, die das Wirtschaftsleben des Landes auf der für den Bauern und den Arbeiter, für Schiffahrt und Industrie notwendigen Höhe halten sollen? Man weist darauf hin, daß Schweden die gleiche Luftwehrpolitik betreibe, und ermahnt Däne- mark, aus feiner Neutralitätspolitik die notwendigen Folgerungen zur Verteidigung des Oeresundes zu ziehen; aber gute Ratschläge sind billig. Auch in Dänemark hat kürzlich eine hoch- stehende militärische Persönlichkeit, nämlich der Chef der Küstenflotte Konteradmiral B a st r u p , seiner Sorge wegen der Unzulänglichkeit der Flotte Ausdruck gegeben. Man muß zugestehen, daß die dänische Flotte ihrer einzigen Aufgabe im Ernstfall, die Durchgangsfahrwasser zwischen Inseln und Festland wirksam zu sperren, kaum gerecht werden kann, wenn es schon an der Ausbildungszeit der Mannschaften und gar an ihrer Zahl hapert. Die dänische Heeresordnung von 1932 ist vor den Forderungen der Wirklichkeit zusammengebrochen. Die Marine ist ein Schaustück geworden: Eltern sehen sich an, wieweit die Jungen es im Lernen gebracht haben, und ein Ball beschließt einen solchen Abend. Das ereignete sich neulich auf einem Seefort Das Heer macht einen besseren Eindruck als das in Norwegen; aber vergebens ruft bisher auch Generalleutnant W i t h , fein Chef, nach zwei neuen Regimentern für Jütland und Seeland. Der sozialdemokratische Staatsminister hat allerdings vor kurzem in einer vielbeachteten Rede zu Aalborg die gemeinsamen nationalen Aufgaben des Landes ausgezeichnet und zugegeben, daß die Zeit theoretische Auffassungen überholen und eine veränderte Stellungnahme zu den Rüstungsfragen herbeiführen könne; aber er hat dann doch in derselben Rede feine Hoffnung wieder darauf gesetzt, daß das Recht der Schwachen sich durchsetzen werde. Völlige Abrüstung bleibt sein oder zumindest feiner Partei politisches Ideal. Allein der S ü d g r e n z e , die niemals militärisch bedroht sein wird, gilt gesteigerte Aufmerksamkeit. Hier wird inspiziert, hierhin ist das Gesicht der „Bewachungs-Politik" der Regierung hinter einer Kette von Garnisonen gewandt. Wehrwille im Norden. Don unserem -di.«Äerichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kopenhagen, 25.August 1935. Das äußere Bild der politischen Weltberichterstattung wechselt schnell. Konnte die Presse um Deutschland herum noch vor wenigen Wochen nicht genug • Spalten mit Flottenfragen und der Brüchigkeit der Zwangsbestimmungen von Versailles füllen, so muß sie nun ihren Raum dem Konflikt um Abessinien und dem Fieberzucken in Frankreich einräumen. Da erinnerte in diesen Tagen die Eingabe des Chefs des schwedischen Marineft a b e s daran, daß die Hochflut politischer Begebenheiten auch in der Ostsee Wellen geschlagen hat. Admiral Lybeck verlangte in einem Gutachten an die Marineoerwaltung ein neues Panzerschiff, zwei Unterseeboote und verstärktes Luftflottenmaterial. Seine Eingabe will nicht etwa die Notwendigkeit abschwächen, Gotland als Stützpunkt zum Schutze Stockholms gegen einen Angriff zu Wasser oder zur Luft stärker auszubauen, sondern ressortmäßig feststellen, daß seit 1925 die schwedische Küstenflotte von 42 auf 22 kampffähige Einheiten gurütf gegangen ist. Heute schon kann man indessen sagen, daß Der Nachdruck auf die L u f t w e h r gelegt sein wird. Nach den Voraussetzungen von 1925 sollte sie 200 Maschinen zählen; sie verfügt heute nur über ein Drittel davon und darunter sehr wenig Jagdflugzeuge. Bombengeschwader sind überhaupt nicht vorhanden. Die Sozialdemokratie will Herabsetzung, nicht Erhöhung des Budgets. Das Heeresbudget Schwedens ist 1925 auf 123 Millionen Kronen gedrosselt worden. Die nationale Opposition möchte es auf 159 Millionen heraufgesetzt sehen. Was herausspringen wird, sind Verbesserung des Materials und der Schlagkraft bei keinesfalls größerer Zahl der Mannschaften, dringend notwendige Jnftandsetzungsarbeiten für die Marine, die auch in disziplinärer Hinsicht das Schmerzenskind des Landes ist. Verstärkung einiger Küstenforts durch weitreichende Geschütze und Ausbau der L u s t w a f f e unter gleichzeitiger Inangriffnahme des Schutzes der Zivilbevölkerung gegen Gasangriffe. Die Entscheidung \ leibt dem Reichstag des nächsten Jahres vorbehalten, vielleicht sogar erst dem, der 1936 in seiner Zweiten Kammer verfassungsgemäß neu gewählt wird. Einfacher liegen die Dinge in Norwegen, insofern nämlich, als die finanziellen Möglichkeiten einen ins Gewicht fallenden Aufbau der Wehrmacht nicht zulaffen. Das Land steht amRande feiner Steuerkraft; es muß sich fein wirtschaftliches Auskommen schwer erkämpfen. Die neue Heeresordnung ist diktiert von den Aufgaben, die der Landesmacht gestellt werden können. Welche aber sind es? Die (Entfernungen sind nur durch Flugzeuge zu über* lüden; an diesem Punkte setzen daher auch in Norwegen die Reformbestrebungen ein. Die jetzige Organisation hat an der alten Verteilung der Luftwaffe aus Heer und Flotte festgehalten. Man war ursprünglich davon ausgegangen, daß das Flugzeug eine Hilfswaffe zu Aufklarungs- zwecken fei. Die Erfahrungen des Weltkrieges find in ihrer Bedeutung nicht berücksichtigt worden. Erft ©er Kindskopf Gottes. Anekdote von Otto Anthesi In einem preußischen Regiment, das im Frühjahr 1793 zur Belagerung von Mainz über den Taunus marschierte, diente ein Fahnenjunker von Gräoenitz, ein Kind fast noch, kaum sechzehnjährig, wie das damals der Brauch war bei den Jungens von Adel. Die Kompanie, bei der er stand, hatte außer dem Kapitän nur noch einen Leutnant, ein rechtes altes Schlachtschwert, voller Scharten und Beulen am ganzen Leibe. Und da der Kapitän sich auf dem Marsch wie auch im Quartier viel abseits und für sich hielt, so war der Leutnant des Junkers stete Gesellschaft, sein Tischgenosse, sein Unterhalter und Erzieher. Dieser Leutnant war ein seltsames Gewächs. Seine Tapferkeit war über allem Zweifel. Aber weil er außer Dienst sich immer wieder im Trinken, Spielen, gelegentlich auch in groben Worten gegen die Vorgesetzten allerhand Tollheiten zu- schulden kommen ließ, so war er nie aufgerückt, wenn er an der Reihe war, und als es ihm einmal dennoch geglückt war, hatte man ihn am nächsten Tage einer ungeheuerlichen Dummheit wegen wieder in den alten Rang zurückversetzt. So war er mit mehr als vierzig Jahren immer noch Leutnant, trug aber fein Schicksal mit guter Laune und war auch dem Junker ganz und gar kein grämlicher Aufpasser, wenn er ihn auch oft derb ausschalt. „Kindskopf Gottes!" pflegte er ihn zu nennen, wenn er, der doch noch ein Knabe war, sich einmal allzu knabenhaft aufführte. Und der Kindskopf Gottes liebte bas alte Schlachtschwert, weil er wohl die geradezu mütterliche Fürsorge verspürte, die jener ihm oft unter rauhen Worten bezeigte. Eines Abends, nach drei harten Marschtagen, bezog die Kompanie Quartier in einem Taunusdorf, um dort eines Ruhetages zu genießen. „Junker", sagte der Leutnant nach dem Abend- esien, „altes Faultier, morgen darfst du den ganzen Vormittag verschlafen". Der Junge schämte sich ein bißchen, denn er wußte wohl, daß das alte Schlachtschwert dann seinen Dienst mitversehen mußte. Aber er wehrte sich doch nicht weiter, weil der dreitägige ftramme Marsch ihn tüchtig mitgenommen hatte, so daß er zum Umfallen müde war. Dennoch hielt es ihn am anderen Tage nicht allzu lange im Bett. Als er aufgeftanben war, erfuhr er, daß ber Leutnant schon em paar Stunben unterwegs war, um nach seinen Leuten zu sehen, ob sie gut untergebracht wären, ihre Schuhe orbentlich geschmiert hätten unb was dergleichen Soldaten- sorgen mehr sind. Er frühstückte also allein und bummelte bann burchs Haus unb burch bie Hintertür auf ben Hof. Dort waren bie Buben des Quartierwirts zugange und spielten mit den Stein- küaelchen, die man dortzulande Klicker, in jeder anderen Gegend Deutschlands aber wieder anders nennt. Sie hatten eine Kuhle in die Erde gemacht und trieben ihre Klicker auf eine vorgefchriebene überausaus verzwickte Art hinein, Wer hintereinander drei Klicker in die Kuhle brachte, durfte ihren ganzen Inhalt als Gewinnst einstecken. Der Junker trat heran unb schaute bem Spiel eine Weile zu. Dann hockte er sich wie bie Buben in bie Kniebeuge, um besser sehen zu können. Unb schließlich spielte er selber mit. Er hatte auch schon eine Hanbvoll gewonnener Klicker in ber Hosen- lasche, als er hinter sich bie Stimme bes Leutnants hörte. „Aber Junker", sagte bas alte Schlachtschwert vorwurfsvoll, „was treibst bu benn ba?" Er fuhr herum, riß bie Knochen auseinanber und stotterte gewohnheitsmäßig: „Befehl,Herr Leutnant?" „Befehl? Befehl!" knurrte der Leutnant. „Befehl ist Dreck. Komm mal herein!" Drinnen in der Stube pflanzte er sich breitbeinig vor bem Junker auf, flackerte ihn mit Den Augen an, baß es grimmig anzusehen war unb sagte gewichtig: „Denkst bu baran, baß bu vielleicht morgen zum ersten Male ins Feuer kommst? Wenn bu bie Ohren aufmachst, kannst bu bie Kanonabe von Mainz herüber schon hören. Unb spielst heute mit Kindern Picker! (Er war von ber branben- burgisch-mecklenburgischen Grenze, unb bort sagen sie Picker.) — Das verträgt sich nicht miteinanber", schloß er mit Donnerton. Da aber sah ihn ber Junge mit einem so un- schulbig fragenben Blick an, bah er unsicher rouröe, sich abkehrte unb mit fallender Stimme hinzusetzte: „Oder oieleicht doch." Und den Rest bes Tages war er zwischen gelegentlichem heftigen Geschimpfe befonbers liebevoll zu dem Junker. Zwei Tage später kam die Kompanie wirklich ins Gefecht. Der Junker führte seinen Zug wie ein alter Krieger; er kommandierte seine Salven genau und bestimmt, sprang beim Dorrücken unbedenklich weit vor die Front und winkte seinen Leuten mit emporgerecktem Degen — alles so, als ob es auf dem Exerzierplatz wäre. Bis er kurz vor dem letzten Anlauf von einer Stückkugel getroffen und schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich, verwundet wurde. Als alles zu Ende war, tarnen der Kapitän und der Leutnant ihn besuchen. Er lag auf einer Strohschütte hinter einer alten Scheune, war mit seinem Mantel zugedeckt unb hatte irre Augen. Der Kapitän faßte seine fieberheiße Hano unb sagte: „Hast bich brav gehalten, Junker. Wir finb stolz auf dich. Außerdem haben wir bas Gefecht gewonnen." Der Junge tastete mit seiner unoermunbeten Hanb nach seiner Hosentasche, wo er noch bie erspielten Klicker fühlte, unb flüsterte, inbern ein glückliches Lächeln auf feinem Gesicht stand: „Gewonnen!" Der Leutnant verstand ihn. Und gerührt wie er war, gab er dem Kapitän halblaut eine Aufklärung. „Mit Marnern gespielt?" fragte der Kapitän ungläubig. Er war in ber Gegenb von Magdeburg zu Hause, wo sie die Dinger Marmeln nennen. Inzwischen hatte bas alte Schlachtwert eine heftige Gebankenarbeit vollbracht, bie sich in ben krausen Falten seiner Stirn abzeichnete, unb sagte: „Es ist eigentlich kein sehr großer Unterschied zwischen einem Kinde und einem tapferen Soldaten." Der, Kapitän sah ihn von der Seite an. „Nein, ohne Spaß, Kapitän", beteuerte er. „Sie spielen beide ihr Spiel, der eine mit Pickern, der andere mit Flintenkugeln. Und was ist ihr Gewinn? Das Gefühl" — er stockte ein wenig — „na ja, eben ein Gefühl — wie vom Himmel. Kindsköpfe Gottes sind sie beide." „Was für ein Gefühl?" fragte der Kapitän, der selbst nachdenklich geworden war. Da rafft sich das alte Schlachtfchwert zu einer gewaltigen geistigen Anstrengung auf und schrie: „Daß man Das lumpige Leben vergessen hat. Und besiegt hat. Und darüber ist!" Dann erschrak er vor feiner eigenen Weisheit. Er griff an den Hut und murmelte: „Verzeihung, Kapitän — ich meine man bloß —" Gottfried Kellers Hauskreuz. Der Dichter des „Grünen Heinrich" stand bedenklich unter dem Pantoffel, allerdings nicht unter dem einer Gattin, wohl aber unter dem feiner alten Schwester Regula. Wenn sie sich auch in fchwe- fterlicher Liebe sehr darum bemühte, um ihn Sorge ZU tragen, und ihm die Last feines Haushalts ab« zunehmen, so hatte sie doch wenig Einsicht in die Seele des Dichters und verlangte von ihm, daß er ein Ausbund aller bürgerlichen Tugenden sei. In einem Brief Gottfried Kellers an Theodor Storm findet sich ein Zeugnis der Strenge, mit ver sie den Pantoffel schwang. Im Anschluß an eine Erörterung über Schriftstellerhonorare gibt Keller folgenden wehmüttg-lusttgen Einblick in fein unge- müüiches Hauswesen: „Da wir an Geldsachen sind. so will ich gleich noch einen wichtigen Punkt zur Sprache bringen. Sie haben nämlich schon einige Male Ihre Briefe mit Zehn-Pfennig-Marken frankiert, während es außerhalb des Reiches zwanzig fein müssen. Nun habe ich eine Schwester und säuerliche alte Jungfer bei mir, die jedesmal, wenn sie das Strafporto von vierzig Pfennigen in das Körbchen legt, das sie dem Briefträger an einer Schnur vom Fenster des dritten Stockes hinunterläßt, das Zetergeschrei erhebt: „Da hat wieder einer nicht genug frankiert!" Der Briefträger, dem das Spaß macht, zetert unten im Garten ebenfalls und schon von weitem: „Jungfer Keller, es hat wieder einer nicht frankiert!" Dann wälzt sich der Spektakel in mein Zimmer! „Wer ist denn bas wieder?" (An Ihren Beraubungen haben Sie nämlich Konkurrenz in den österreichischen Backfischchen, die an alle Dichter der letzten jeweiligen Weihnachtsanthologie um Autographen schreiben, sofern der Wohnort des betreffenden Klassikers aus dem Buche ersichtlich ist.) „Den nächsten Brief dieser Art", schreit die Schwester fort, „wird man sicherlich nicht annehmen!" — „Du wirst nicht des Teufels fein!" schrei ich entgegen. Dann sucht sie die Brille, um Adresse und Poststempel zu studieren, verfällt aber, da sie meine offenstehende warme Ofenröhre bemerkt, darauf, die Erbssuppe von gestern zu holen und in die Wärme ZU stellen, so daß ich den schönsten Küchengeruch in mein Studierzimmer bekäme, was sonderlich für ben Fall eines Besuches angenehm ist. „Raus mit ber Suppe!" heißfs jetzt, „und stell sie in deinen Ofen!" — „Dort steht schon ein Topf; mehr hat nicht Platz, weil der Boden abschüssig ist!" Neuer Wortkampf über die Renovation des Bodens, end- llch aber segelt die Suppe ab, unb bie Portofrage lst darüber für einmal wieder vergessen, denn mit ber Suppe hat Angriff unb Derteibigung, Sieg und N.eberlage gewechselt. Haben Sie also die Güte, der Quelle dieser Kriegsläuste nachzugehen und sie zu verstopfen ..." Hochschulnachnchten. Don den amtlichen Verpflichtungen entbunden wurden an der Universität Königsberg die ordentlichen Professoren Dr. Karl Kaiserling (allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie), Dr. Walter Kaufmann (Experimentalphysik) und Dr. Gabriel S z e g ö (Mathematik). An ber Universität Münster treten wegen Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze in denRuhe- stand die Professoren Dr. Wilh. B e n e ck e (Pflan- zenphysiologie), Dr. Friedrich Münzer (Alte Geschichte), Dr. Ernst Rosenfeld (Strafrecht) unä Dr. Hermann Schöne (Klassische Philologie). m 201) Drittes Blatt Gießen« Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) MIttMch,28.Ang»ftlM für famen Ernt^d' sich entzogen sind; er weiß aber auch, daß es ihm als Pflicht und Geschick aufgelegt wurde, diese Erde zu bebauen und aus ihr die Früchte zu holen, die ihm Nahrung und Kraft geben, die aber auch die Lebensgrundlage des ganzen Volkes sind. Dieses beides, das Bewußtsein der Verpflichtung und die Arbeit auf der Scholle machen das Leben des Bauern im ganzen Zenn er sich dann zur gemein» mit den Menschen gleicher ie.it zusammenfindet, dann ist gramm 0,30 Eintritt. nach Büsum Urlaudszug Hr. 1X/48 vom 7. bis 15. September. Urlaubszug Ar. IX/47 vom 7. bis 15. September. Sonntag zu S)aufe bleiben. Ihr mußt alle zu uns hinauskommen auf die Sportplätze, wir bitten euch herzlich darum! Regelung der Landbeschaffung für die Wehrmacht. Ndz. Zur Durchführung des Gesetzes über die Landbeschaffung für Zwecke der Wehrmacht hat, wie Ndz. meldet, der Reichskriegsrnini- fter eine Verordnung erlassen, aus der nur einige wichtige Bestimmungen hervorgehoben seien. Aus einem Grundstück lastende Rechte können von dem Erwerber innerhalb eines Jahres mit sofortiger Wirkung gekündigt, oder abgelöst werden. Fehlt es an einer Ablösungssumme, so wird sie durch die Reichsstelle für Landbeschaffung nach Anhörung der Berechtigten bestimmt. Das Recht der Reichsstelle zur Enteignung erstreckt sich auch auf die Flächen, die zur Erzielung einer wirtschaftlich zweckmäßigen Planung in der betroffenen Feldmark benötigt werden. Die Beauftragten der Reichsstelle für Landbeschaffung und der Reichsstelle für Umsiedlung dürfen in Betracht kommende Grundstücke betreten, vermessen usw. Dabei entstehende Schäden sind unverzüglich zu ersetzen. Die Reichsstelle für Landbeschaffung stellt einen Plan auf, aus dem die zu enteignenden Grundstücke ersichtlich sind. Während der werden wird, daß sie zum 1. November 1935 mit der Vorprüfung fertig sind. Kandidaten, die sich zu einer erst nach dem Wintersemester 1935/36 stattfindenden Vorprüfung zu melden beabsichtigen und zum 1. November 1935 ebenfalls einrücken müssen, können, wenn sie die gesetzlichen Vorbedingungen bereits zu Beginn des Wanterhalbjahres 1935/36 erfüllt haben, ebenfalls mit einem Vorprüfungs-Vortermin rechnen. Sippenforschung unv Devisen. Adressen im Ausland. Der stellvertretende Leiter der Reichsstelle , Sippenforschung, Erich Wasmannsdorff, teilt u. a. mit: Kundgebung in Gießen am Freitag, 30 August, 20 Uhr, auf dem Oswaldsgarten Der hoheitsträger unseres Gaues Gauleiter pg. Sprenger und der hoheitsträger unseres Kreises Kreisleiter pg. Klostermann werden Stellung zu den wichtigsten Problemen und Fragen der Zeit nehmen. Wir fordern alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen aus. au dieser Kundgebung teilzunehmen. An diesem Abend soll die geschlossene Front der deutschen Bevölkerung gegen alle Staatsseinde und Dunkelmänner klar hervortreten. Zeder ehrliche Deutsche reiht sich deshalb am Freitagabend ein in die Front des deutschen Volkes gegen die Feinde des neuen Deutschland. Die Gliederungen der Partei, SA., SS., NSKK.» HZ., ZV.» VD7N., DAF. und Arbeitsdienst marschieren geschlossen, die Arbeitsfront in Betrieben, zur Kundgebung. Anmarsch und Aufstellung auf dem Oswaldsgarten geht aus den zugesandten Plänen hervor. Die angeschlossenen Verbände, wie TlS.-Beamtenbund, NS LV., NS.-Aerzlebund, NS.-Frauenschaft usw., auch die Universität werden auf gefordert, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Mitglieder, soweit sie nicht in den Gliederungen marschieren, geschlossen an der Kundgebung teilnehmen. Sämtliche uniformierten politischen Leiter und Pg. der Stadt und des Kreises Gießen, die an der Kundgebung teilnehmen, treten um 19.30 Uhr an der Kreisleitung an. Wir verweisen auf das Rundschreiben der Kreisleitung. Wir alle marschieren für Deutschland! Kreisleitung Gießen der TlGOAp. I.A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Kartenvorverkauf für das Winzerfest am 31. August. 1. und 2. September. ftür das Winzerfest find Eintrittskarten im Vorverkauf zu haben bei Oberheffische Tageszeitung, Musikhaus Challier; Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg. Der Eintrittspreis betragt mit Pro» -- Mark und berechtigt zum einmaligen nach Büsum Die beiden Fahrten können wegen zu geringer Beteiligung nicht durchgeführt werden. Wir bitten die gemeldeten Teilnehmer, sich für einen anderen Urlaubszug zu entscheiden. Für die Urfaubsauge Weser-Bergland vom 16. bis 22. SeMmber, - laubszug Harz (Wernigerode) vom 16. bis 22. September und Urlaubszug Allgäu (Pfronten) vom 1 . bis 29. September find noch Platze frei. Urlaubszug nach dem Schwarzwald (Sigmaringen) vom 2. bis 15. September. ** Der tödliche Derkehrsunfall im Wißmarer Weg ist, wie die Polizei mitteilt, darauf zurückzuführen, daß sich der verunglückte junge Mann, der mit feinem Fahrrad unterwegs war, an einem Lastkraftwagen anhängte und bei einer plötzlichen Schwenkung des Kraftfahrzeuges mit großer Wucht gegen einen Baum stieß. Bei dem tödlich gestürzten Radfahrer handelt es sich um den 22jährigen Otto Bittendorf aus Wißmar. ** Erfolgreiche Gießener Kaninchen» Züchter. Dom 23. bis 26. August fand in Burg» darf (Hannover) eine große allgemeine Kaninchen» Ausstellung statt. Die Ausstellung wurde von den Mitgliedern des Gießener Kaninchenzuchtvereins Emil Kern und W. Bender mit fünf weihen Riesenkaninchen beschickt. Alle fünf Tiere hielten der starken Konkurrenz stand und wurden mit Ehren-, 1., 2. und zwei 3. Preisen ausgezeichnet. Für diese Fahrt sind noch Plätze frei und können noch Anmeldungen gemacht werden. Die Kosten betragen hierfür 48 Mark. Kommt alle zum Sporttag des BDM! Immer näher rückt der Sporttag des BDM. am 1 September heran und noch einmal wenden wir uns an alle Eltern, an alle Bekannte an alle, die wissen, daß die deutsche Jugend eine Aufgabe hat, die sie bereit ist zu lösen. Wir wenden uns aber auch an alle, die unserer Arbeit noch fern stehen mit der herzlichen Bitte: „Kommt alle am Sonntag zu uns hinaus auf die Sportplätze, beweist uns einmal damit, daß ihr um unsere Arbeit und unsere Aufgabe wißt daß ihr in uns die jungen Kameraden seht, die neben euch stehen, um am Bau des neuen Reiches der Zukunft mitzubauen. Kommt, um euch von unserer Arbeit zu überzeugen, um sie kennenzuler- nen denn nur das kann man achten und anerkennen das man kennt und wer unsere Arbeit ablehnt ohne sie zu kennen, der ist feig und will bewußt zerstören was in uns als festgefügte Einheit in die deutsche Zukunft wächst. Kommt, wir Madel aus Hessen-Nassau rufen euch und laben euch herzlich ein. Der Sporttag am Sonntag soll Abschluß der Sommerarbeit und Auftakts zu frischer, froher tatbereiter Winterarbeit sein!" (Eltern ! Denkt daran, daß am Sonntag in allen Unter» flauen unseres Obergaues der Sporttag des BDM. stattfindet. Keine Mutter und kem Vater, darf am Auslegungsfrist kann jeder Beteiligte Einwendungen gegen den Plan bei dem Bürgermeister schriftlich einreichen oder zur Niederschrift geben. Kommt eine Einigung mit den Beteiligten nicht zustande so stellt die Reichsstelle für Landbeschaffung den Plan fest. Soweit in Land zu entschädigen ist, stellt die Reichs- stelle für Landbeschaffung im Einvernehmen mit der Reichsstelle für Umsiedlung einen Landabsindungs- plan auf. Kommt eine Einigung über die Entschädigung nicht zustande, so entscheidet die Reichsstelle für Landbeschaffung über die Entschädigung und spricht zugleich die Enteignung aus. Das nach § 3 des Gesetzes zu bestellende Entschädigungsgericht wird beim Preußischen Oberverwaltungsgericht gebildet. Das Gericht kann auch außerhalb von Berlin Sitzungen abhalten. Ausfallende Arbeitszeit bei Musterungen. Zur Beseitigung verschiedentlich aufgetretener Zweifel hat der Reichs- und Preußische Arbeits- minister gegenüber der Reichswirtschaftskammer zur Frage der Weiterzahlung des Arbeitsentgelts für die durch die Teilnahme an den Musterungen der Wehrmacht ausfallende Arbeitszeit wie folgt Stellung genommen: Gemäß § 616 BGB. bleibt der Lohnanspruch erhalten, wenn ein Arbeiter oder Angestellter eine verhältnismäßig geringfügige Zeit durch einen in (einer Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert ist. Dieser Rechtssatz findet auf den vorliegenden Fall Anwendung. Der durch die Musterung entstehende Zeitausfall wird regelmäßig als „verhältnismäßig geringfügig" anzusehen sein. Die angeführte Vorschrift des §616 BGB. ist allerdings als dispositive Rechtsnorm abdingbar. Soweit daher die Anwendung des §616 BGB. durch Vereinbarung oder Betriebs- oder Tarifordnung ausgefchloffen fein sollte, besteht kein gesetzlicher Zwang zur Zahlung des Lohnes für den Mufterungstag." Medizinstudierenve und Militärdienst. Gelegenbeit zur Vorprüfung. Bezüglich des Militärdienstes der jungen Medizinstudierenden hat der Vorsitzende des Ausschusses für die ärztliche Vorprüfung an der Universität Würzburg, Prof. Dr. A ck e r m c n n, eine Bekanntmachung erlassen, wonach denjenigen Kandidaten der Medizin, die zum 1. November 1935 zum Militärdienst einrücken müssen, Gelegenheit gegeben ist die Vorprüfung noch vor dem Einrucken abzu- legen, Alle betroffenen werden, soweit aus ihren Ausmusterungen ihre Tauglichkeit und damit die bestimmte Aussicht, zum 1. November 1935 em- rücken zu müssen, hervorgeht, und soweit sie die bestimmungsmäßigen Vorbedingungen erfüllt haben, in eine Sondergruppe zusammengefaßt, die vor dem allgemeinen Prüfungstermin so frühzeitig geprüft Aus der Provinzialhauptstadt. Bauern feiern die Ernte. Ein neues Erntejahr neigt sich dem Ende zu. Wie alljährlich seit dem Umbruch durch den Natto- nalsozialismus feiern das Ende der Ernte die deutschen Bauern gemeinsam auf dem großen Thingplatz des Bückeberges. Auch in diesem Jahre werden von allen Teilen des Reiches Bauern und Landarbeiter, Bäuerinnen und Landarbeiterinnen, die Juaend des Landes, zusammenströmen. Die Gemeinsamkeit solcher Feierstunden versinnbildlicht auch die große Gemeinsamkeit des Volkes. Denn jeder fühlt hier, daß er nicht ein Einzelwesen ist, daß er nicht nur auf sich allein angewiesen ist, daß er tun und lassen kann, was ihm gefällt ohne Rücksicht auf Volk und Familie, sondern daß er ein Teil der großen lebendigen Gemeinschaft ist, in die er hineingeboren wurde und in die ihn das Schick- [al gestellt hat. Wie das Leben dieser Gemeinschaft inmitten der großen Welt sich vollzieht, so ist auch der einzelne Mensch ein Teil dieses großen, übergeordneten Lebens. Er ist wie die Zelle im Baum, die unter Millionen ihresgleichen eine bestimmte, beschränkte Ausgabe zu erfüllen hat, damit der ganze Baum leben kann, die aber auch selber nicht leben würde, wenn nicht der große Baum gewachsen wäre und gedeiht. Und wenn sich nun wieder ein Jahreslauf vollendet hat, wenn von neuem geerntet wurde, was die Erde nach einjähriger Arbeit des Menschen aus der Fülle ihrer Kraft bescherte, dann weiß auch der Bauer, daß er zu Dank verpflichtet ist an eine höhere Macht, die über dem Menschen steht. Denn ohne den Segen des Herrn hilft auch die Arbeit des Bauern nichts. Gerade der Bauer weiß ja am besten, wo die Grenzen menschlicher Macht liegen, wo die Erde und das Weltall feiner Einwirkung Art und gleiches öMeit zusammenfindet, dann ist das auch ein Gelöbnis. Einer solchen Feierstunde den großen und würdigen Rahmen zu geben, ist der Sinn des gemeinsamen Erntefestes. Und gerade hier liegt eine große verbindende Kraft, die alle Stämme des deutschen Volkes zusammenführt und sie die Einheit fühlen läßt. Und wie der Bauer auch immer bereit ist, seine Scholle gegen die äußeren Feinde zu verteidigen, so kommen zu dem Brauchtum des Erntefestes die soldatischen Vorführungen des Reichsheeres hinzu, um nach alter Sitte Wehrstand und Nährstand in ihrer engen Verbindung zu zeigen. Gerade dann, wenn der Bauer zurückblickt auf ein vergangenes Erntejahr, wenn Die Hauptarbeit vorüber ist, wenn die ruhigere Zeit im Jahrelauf beginnt, dann ist es auch Zeit für solche Stunden der Besinnung, die Ansporn für das kommende Jahr werden. Amtsgericht Gießen. Der B. W. aus Gießen wurde durch Sttafbefehl mit einem Monat Gefängnis belegt, da er einer Mieterin seines Hauses einen Marmeladeeimer in das Gesicht warf und sie hierbei ganz erheblich verletzte. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Das Gericht sah sich in Anbetracht des rohen Verhaltens nicht veranlaßt, die Strafe herabzusetzen. Der Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens und der Nebenklage zu tragen. Der Jude Albert Wildenberg aus Allendorf trieb eine Kuh nach Gießen, ohne im Besitz eines Nebenkontrollbuches oder eines Begleitscheines zu fein. Durch Strafbefehl wurde er mit 2 0 Mark Geldstrafe evtl, vier Tagen Haft belegt. Der dagegen eingelegte Einspruch blieb ohne Erfolg. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte das Gericht zunächst gegen den H. H. aus Fried» berg. Der Angeklagte sollte sich der Notzucht an einer Hausangestellten schuldig gemacht haben, wurde jedoch freigesprochen, da das Der» fahren weder seine Unschuld ergeben, noch bargetan hat, daß gegen ihn ein begründeter Verdacht nicht oorliegt. Wegen des gleichen Delikts wurde der K. W. aus Friedberg unter Annahme mildernder Umstände zu si e b en Monaten Gefängnis Der- urteilt, da er sich an einem 16jähriaen Mädcden vergangen hat. Zwei Monate und drei Wochen Der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Keine falschen Anschuldigungen gegen Aerzte. LPD. D a r m st a d t, 27. August. Immer wieder kommt es vor, daß, wenn ärztliche Kunst und Hilfe ein Menschenkind nicht mehr vor dem letzten Gang retten konnte, von den Angehörigen gegen den behandelnden Arzt Beschuldigungen erhoben werden, für die auch nicht der Schatten eines Beweises zu erbringen ist. Der Schmerz über den Verlust des teuren Toten erstickt alle klaren Uebedegungen. So stand jetzt ein Mann vor den Schranken des Ge» richts, weil er im April d. I. zwei Aerzte der fahrlässigen Tötung seiner Frau beschuldigt hatte. Jrn Verlaufe der Beweisaufnahme ergab sich jedoch, daß sich die Krankheit im Laufe der Zeit kompliziert hatte, da die Ehefrau eine erstorbene Frucht im Leibe trug. Ohne Operation wäre die Frau unweigerlich geftor» b e n. Die Aerzte hatten mit ihrem Einverständnis gehandelt. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger falscher Anschuldigung zu zehn Tagen Haft verurteilt. Schwarzfahrer und Einbrecher verhaftet. LPD. Darmstadt, 27. August. Mit einem gestohlenen Auto waren drei Schwarzfahrer aus Bonn in den vorderen Odenwald gefahren und hatten in Hoxhohl und Lützelbach am gellen tage Einbrüche verübt. Den eingesetzten Polizeistreifen gelang es schließlich, die Banditen zu verhaften. Briefkasten der Redaktton. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. P. Wenn Sie tatsächlich, wie Sie angeben, von dem Nachlaß Ihrer Eltern einen Erbteil in Höhe von etwa 30 000 Mk. zu beanspruchen haben, der Ihnen zu Unrecht oorenthalten wird, so können Sie ohne weiteres den „Betreffenden" auf Herauszahlung verklagen. Sie müssen aber vorher einwandfrei feststellen, auf welche Rechtsgrundlage (gesetzliche Erbfolge, Testament, Vermächtnis) Sie Ihren Anspruch stützen. Falls Sie mittellos sind, können Sie das Armenrecht beantragen. 21. B., Gießen. Der Lohn für eine Hausangestellte (Dienstmädchen) bewegt sich je nach Alter, Leistung und Umfang der Dienstverrichtungen zwischen 20 und 35 RM. monatlich bei freier Kost und Wohnung. Hinzu kommen die gesetzlichen Ausgaben für die sozialen Versicherungen. Der Abschluß eines besonderen Dienstvertrags bleibt dem Ermessen der Parteien überlassen. Rundsunkprogramm. Donnerstag, 29. August. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: k rühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. Dolksliedersingen. 10.45:' Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauemfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Mitten im Werktag. 15: Nachrichten der (Bauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. Viktor von Scheffel: „Aus dem Hauensteiner Schwarzwald". 16.50: „Der Clown". Don Hans Christian Andersen. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: Hermann Stegemann als Dichter. Anläßlich der Verleihung des Goethe-Preifes 1935. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Musik und Welt- geschichte. Eine musikalische Hörfolge. 21: „Die Buchholzen". Heiteres Hörspiel. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Ballgeflüster. 23: Zeitgenössische Musik (XV). 24 bis 2: Nachtmusik. leicht ist, so daß nur empfohlen werden kann, bei der Beschaffung solcher Urkunden der Unter- stützung der Deutschen Konsulate zu bedienen. Welche Stellen in Frage kommen, darüber gibt das vom Auswärtigen Amt herausgegebene „Verzeichnis der deutschen diplomatischen und konsularischen Vertretungen" richtig Auskunft. Die am meisten beanspruchten Konsulate seien hier aufgeführt: Deutsches Konsulat Thorn (Torun) — für das Korridor-Gebiet, Deutsches Generalkonsulat Posen (Poznan) — für die frühere- Provinz Posen, Deutsches Generalkonsulat Kattowitz, Postanschrift: Beuchen, O.-S., Postschließfach — für Ostoberschlesien, Konsulatabteilung der Deutschen Botschaft Paris — für Elsaß-Lothringen. Die Bezahlung dieser durch die deutschen konsularischen Vertretungen beschafften Urkunden erfolgt dann ohne Devisen-Schwierigkeiten auf das Gebührenkonto des Auswärtigen Amtes. Oie Zugehörigkeit von Beamten zu Beamtenvereinigungen. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern ordnete in einem Runderlaß an, daß jeder Beamte bis zum 1. Oktober 1935 mit Bezug auf seinen Diensteid eine Erklärung abgibt, welchen Beamken- oereinigungen, gleichgültig, ob diese auf berufsethischer, beamtenpolitischer, beamtenwirtschaftlicher, konfessioneller oder sonstiger Grundlage beruhen, er in der Nachkriegszeit angehört hat ober noch angehört. Die Erklärung ist zu den Personalakten zu nehmen. Folgerungen aus den von den Beamten abzugebenden Erklärungen werden vorläufig nicht gezogen werden. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es gibt nur eine Liebe". * ** Sitzung des P ro v i n z i a l a u s sch us f e s. Am nächsten Samstag, 31. August, 8.30 Ufyr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gietzen, Landqraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Peter Reber in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 2 Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für das Kj. 1935. — 2. Berufung des Peter S ch n a u tz zu Bad-Nauheim gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 28. Februar 1935 wegen Entziehuna der Erlaubnis zum Betrieb des Droschkengewerbes. — 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Obertaunuskreis gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Luise Derbort aus Nieder-Wöllstadt. Manche deutsche Volksgenossen stammen aus abgetretenen Gebieten, also beispielsweise aus Elsaß- Lothringen oder der früheren Provinz Posen. Dort besteht nun zwar auf Grund besonderer Abkommen die Möglichkeit, sich unmittelbar an die betreffenden Pfarrämter zu wenden, jedoch ist das vielfach mit Unbequemlichkeiten verknüpft. So verlangt beispielsweise die polnische Postverwaltung, daß die Anschrift der Briefe die Ortsangaben in polnischer Sprache enthält. Hinzu kommt, daß die Bezahlung etwaiger aus dem Auslande angeforderter Urkunden infolge der Devisenbeschaffung nicht immer NGOAp.,Ami für Beamte, Kreis Gießen. Achtung! Zu der am Freitag, 30. August, um 20 Uhr, auf dem Oswaldsgarten stattfindenden Großkundgebung „Gegen die S ta a t s f e i n d e", bet der Reichsstatthalter Gauleiter Pg. Sprenger und Kreisleiter Pg. K l o st e r m a n n sprechen werden, treten die Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen, vollzählig an. Aufstellung um 19.30 Uhr in der Steinstraße, Spitze Turnhalle, nach Fachschaften tn Sechserreihen. Politische Leiter in Uniform. Führung übernimmt Stellv. Kreisamtsleiter Pg. Gust. Ulrich. Heil Hitler! F.d.R.: Ulrich. Gez.: Heß. Deutsche Arbeitsfront. Arbeitsdienst und Volksgemeinschaft. Kundgebungen. — Platzkonzerte. — Mitwirkung bei Veranstaltungen. Der NS-Arbeitsdienst 5/222 Gießen tritt in der nächsten Zeit mit einer stattlichen Reihe von Veranstaltungen an die breiteste Oefsentlichkeit in Stadt und Land. Es ist eine Anzahl von Veran- taltungen vorgesehen, die das Leben im Arbeits- üenst, seine Arbeit für die Volksgemeinschaft und eine nationale Bedeutung Herausstellen sollen. Am gestrigen Dienstagnachmittag fand auf dem Ludwigsplatz bereits das erste Platzkonzert statt, das von dem Musikzug des RS-Aroeitsdienstes 222 aus Marburg unter der Leitung des Kapellmeisters und Musikzugführers Knaf ausgeführt wurde. Viele Hunderte von Volksgenossen fanden sich xu diesem Konzert ein und stellten eine dankbare Zuhörerschaft. Die Darbietungen des gut geschulten rchesters standen auf beachtlicher Höhe und bereiteten einen hohen Genuß. Der Arbeitsdienst wird in Verbindung mit dem Arbeitsdank einige Kundgebungen abhalten, xu denen die Bevölkerung jeweils herzlich eingela- oen ist. Am Freitag, 6. September, findet die erste dieser Kundgebungen im Saal der Arbeitsdienstabteilung 5/222 (Lager am Philosophenwald) statt. Der Abend bringt neben musikalischen Darbietungen auch gesangliche Vorträge und verschiedene Rezitationen. Auch einige Sprechchöre werden zu Gehör gebracht. Einige unterhaltsame Aufführungen werden Ausschnitte aus dem Lagerleben geben und auf die Bedeutung des Arbeitsdienstes für unsere Volksgemeinschaft sinnfällig Hinweisen. Gleiche Kundgebungen sind für die Orte G r o - ßen-Linden, Watzenborn - Steinberg, Großen-Buseck usw. vorgesehen. Die Musikkapelle des Arbeitsdienstes wird in den kommenden Tagen bei verschiedenen Veranstaltungen in unserer Stadt in Erscheinung treten. So wird die Kapelle am kommenden Freitag bei der großen Kundgebung „Gegen die Staats- feinde" auf Oswaldsgarten den musikalischen Teil bestreiten und damit einem großen Teil unserer Bevölkerung bekannt werden. Ferner wird die Kapelle am kommenden Sonntag zu dem Sport- t a g d e s B D M. auf dem Universitätssportplatz musizieren. Außerdem hat der Musikzug der Arböitsdienstgruppe 222 das Konzert in der Volkshalle für das Winzerfest am Montag, 2. September, übernommen. Die Kapelle wird bei dieser Veranstaltung von 19.30 bis 1 Uhr musizieren. Gebt älteren Volksgenossen Arbeit und Vrot! Die Musterung der jungen Volksgenossen für den Heeres- und Arbeitsdienst ist int wesentlichen beendet. Die Betriebsführer stehen jetzt vor der Notwendigkeit, rechtzeitig für Ersatz für die ausscdeiden- den Mitarbeiter zu sorgen. Neben den ausscheidenden Wehrmachtsangehörigen setzen insbesondere ältere arbeitslose Volksgenossen ihre Hoffnung darauf, aus diesem Anlaß wieder in den Wirtschasts- prozeß eingetzliedert zu werden. Wohl haben die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der nattonalsozia- listischen Regierung auch diesen Kreisen wesentliche Erleichterungen gebracht. Immer harren aber noch ältere Arbeitskameraden, insbesondere aus den An- gesteLenberufen, deren Eingliederung in die Wirtschaft bislang leider noch nicht möglich war, des Augenblicks, der ihnen wieder Arbeit und Brot gibt. Die Vekriebsführer müssen sich dieser Volksgenossen jetzt unter allen Umständen erinnern und sie bei den jetzt notwendig werdenden Einstellungen in erster Linie berücksichtigen. Der Betrieb selbst wird den größten Vorteil davon haben, denn langjährige Berufserfahrung, weitgehende Kenntnisse und größte Praxis ist den meisten dieser Volksgenossen zu eigen. Darüber hinaus ist es Pflicht dem Volke gegenüber, der Bildung und Erhaltung der Familie nicht durch Ausschaltung der älteren Volksgenossen aus dem Arbeitsprozeß entgegenzuwirken. Niemand ist zu alt, seine Pflicht dem Volke gegenüber zu erfüllen; mit seiner Arbeitskraft dem Ausbau unseres Volkes und unserer Wirtschaft zu dienen. Nicht das Alter, sondern allein die Leistung darf bei der Anstellung entscheidend sein. Der nationalsozialistische Staat muh erwarten, dah mit der aus der Sysiemzeit stammenden Auffassung, im besten TNannesalter stehende Volksgenossen seien für die wirtschaft zu all, endgültig und gründlich gebrochen wird. Die Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfro n t ist in der Lage, Angestellte aller Berufe (kaufmännische Angestellte, Techniker, Werkmeister usw.) den Betrieben nachzuweisen. Ihr besonderes Auswahlsystem, das alle Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers erfaßt und rasch und klar erkennen läßt, ermöglicht es ihr, auf jeden Arbeitsplatz den richtigen Arbeitskameraden einzusetzen. Sie arbeitet neben den Arbeitsämtern völlig gleichberechtigt (mit Ausnahme einiger Maßnahmen arbeitseinsatzpolitischer Natur) und für Betriebsführer und Gefolgschaftsangehörige vollkommen kostenlos. Jede Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront ist bereit, Anfragen, Aufträge und Meldungen solcher Volksgeossen, die Stellung suchen, weiterzuleiten. Ergebnisse aus demReichsberusswettkampslSZS Die Abteilung für Arbeitsführung und Berufs- erxiehung der DAF. hat die Aufgabe, für die berufliche Ertüchtigung der in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossenen Arbeitskameraden Sorge zu tragen. Selbstverständlich muß beim Ansetzen der geeigneten Maßnahmen auf die beruflichen Prüfungen zurückgegriffen werden, denn diese vermitteln die beste Aufklärung, um an der richtigen Stelle mit der Hebung der Berufsausbildung einsetzen zu können. Neben der Kaufmannsgehilfen-Prüfung, die durch die Industrie- und Handelskammer in Gemeinschaft mit der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, vermittelt der Reichsberufswettkampf ein gutes Bild über den Ausbildungsstand des Berufsnachwuchses. Die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung der DAF. hat die Arbeiten der Angestelltengruppe einer eingehenden Auswertung unterzogen, um durch die erlangten Ergebnisse die notwendigen Erfahrungen für die Einrichtung geeigneter Lehrgänge im Rahmen des geplanten Winterarbeitsprogrammes zu schöpfen. In Gießen beteiligten sich in der Angestellten- gruppe insgesamt 188 Berufstätige. Diese Teilnehmer setzten sich aus 68 Kaufmannslehrlingen und -gehilfen, 108 weiblichen Angestellten und 12 Büro- und Behördenangestellten zusammen. Von dem am Wettkampf teilnehmenden 68 männlichen Kaufmannsgehilfen mußten mit der Note „ungenügend" bewertet werden in Deutsch 39, in Rechnen 13, in Buchhaltung 12, in der Fachaufgabe 22, in Kurzschrift 15. Die Verkäuferinnengruppe der weiblichen Angestellten, die sich aus 92 Teilnehmern zusam- mensehts, hatte 23 „ungenügende* Arbeiten in Deutsch und Rechnen aufzuweisen. In Plakatschrift muhte 85 Teilnehmerinnen die Note „ungenügend" erteilt werden. Von den teilnehmenden 12 Büro- und Behördenangestellten versagten 6 in Kurzschrift und in der zu lösenden Fachaufgabe. Für die einzelnen Gruppen der Teilnehmer ergibt sich folgendes Ergebnis: Kaufleute. 12 einem Fach zwei Fächern drei Fächern vier Fächern fünf Fächern. und besser versagten versagten versagten versagten versagten m in in in in 34,7 24,5 12,8 12,3 3,7 v. H. waren in allen Fächern „Genügend weibliche Angestellte (Verkäuferinnen). 4,4 v. H. waren in allen Fächern „Genügend und beffer' agten in versagten agten agten agten । agten Der oer oerf Der ner einem Fach zwei Fächern drei Fächern vier Fächern fünf Fächern, sechs Fächern. 35,8 30,5 19,5 6,5 1,1 2,2 in in in in in Weibliche Angestellte (Kontoristinnen). 56,3 v. H. waren in allen Fächern „Genügend und besser" 37,5 e versagten!rt einem Fach 6,2 „ versagten in zwei Fächern. Büro- und Behördenangestellte. 16,7 v. H. waren in allen Fächern „TenügenÜ und besser" 66,7 „ versagten in einem Fach 16,7 „ versagten in zwei Fächern. Dieses Ergebnis xeigt, daß der Leistunysstand des Berufsnachwuchses als recht unzulänglich be« zeichnet werden muß. Es wird das Bestreben beti Deutschen Arbeitsfront, insbesondere der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, fein, die« ses Ergebnis beim nächsten Reichsberufswettkampf bedeutend zu bessern. Bereits heute sind eine Reihe Lehrgänge für das Winterhalbjahr 1935/36 vor« gesehen, die es sich zur Aufgabe stellen, das Ser« säumte nachzuholen. Selbstverständlich muß von allen strebsamen Arbeitskameraden erwartet werden, daß sie sich auch an den eingeleiteten Matz« nahmen beteiligen. Wenn die Deutsche Arbeitsfront schon eine eigene Abteilung unterhält, die für die berufliche Fortbildung Sorge zu tragen hat, fo tut sie dies im Interesse ihrer Mitglieder und int Interesse der Gemeinschaft, denn nur eine Nation, deren Mitglieder auf ihrem Lebensplatz Höchsts berufliche Leistungen vollbringt, wird in der Lags sein, auch die schwierigsten wirtschaftlichen Situationen zu meistern. Obecheffen. Landkreis Gießen. J Staufenberg, 27. Aug. Die Heimat- Dereinigung Staufenberg, die seither schon recht tätig war, wird in Kürze ein größeres 5) e i m a t f e ft veranstalten. Alle Vereine Der Gemeinde, Turnverein, Gesangverein, BDM., sowie die Schule (1. Klasse), werden mitwirken. Zwei Hans-Sachs-Spiele werden u. a. zur Aufführung kommen. Lieder aus alter Zeit werden erklingen, ferner „die Spinnstube", „die Drescher", „die Holzfäller" am Auge vorüberziehen. Y Watzenborn-Steinberg, 27. Aug. Nach der neuesten Statistik des hiesigen Standesamtes ist die Einwohnerzahl ständig im Steigen begriffen. Der augenblickliche Stand beträgt 2612 Personen. Im Laufe dieses Jahres würben 15 Paare getraut. Während bereits 41 Geburten zu verxeichnen sind, sind 9 Personen gestorben. Die Zahl der Personen über 80 Jahre beträgt 26. - * Cid), 26. Aug. Der unter Leitung von Prof. Eduard Becker (Darmstadt) stehende H i st o - rische Verein für Hessen weilte gestern unter Führung des Archivrates Dr. C l e m m, einem Licher Kinde, in unserer Stadt, um deren Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen. Mit drei Omnibussen waren etwa 80 Teilnehmer — Männer und Frauen — gegen 11 Uhr hier eingetroffen. Ihre erste Besichtigung galt der altehrwürdigen Marienstistskirche, wo sie von Lehrer Schneider begrüßt und geführt wurden. Besondere Beachtung fanden neben Der aus Kloster Arnsburg stammenden Orgel und Kanzel die im Chor ausgestellten prächtigen, alten, gotischen und Renaissancegrabsteine und die daran sich knüpfenden geschichtlichen Erinnerungen. Der schönste unter ihnen, Cuno v. Falkenstein und seine Gemahlin Anna v. Nassau darstellend, aus dem Jahre 1333 war im Jahre 1925 als Gipsabguß auf der Jahrtausend-Ausstellung in Köln und drei Jahre später auf der religiösen Kunstausstellung zu Marburg in natura zu sehen. Vollständig neu war allen Gästen die Tatsache, daß die Gründung des preußisch-hessischen Zollvereins im Jahre 1828, der die Grundlage des deutschen Kaiserreiches bildete, von einem oberhessischen Geistlichen, Dem von 1830 bis 1840 in unserer StaDt wirkenDen Pfarrer Georg Frank, vorher in Freienseen bei Laubach, ausging. Eigenartige Erinnerungen an vergangenen Zeiten unb Die Wertschätzung eines für frühere Verhältnisse recht notwendigen Mitbürgers, der heute allerbmgs überflüssig geworden ist, weckte das sog. „Schinder« bänkchen , Das dieser „fürstliche und städtische Beamte" während des Gottesdienstes einnehmen mußte. Dr. Clemm gab noch ergänzende Erläuterungen und geleitete dann Die Vereinigung zu anDeren sehenswerten mittelalterlichen GebäuDen, wie „Helwigs Haus", Lutherhaus, Dem Westphalen« schen Hof unD Dem Schloß mit seinem prächtigen Park und den darin noch vorhandenen Zeugen einstiger Befestigung. Nach gemeinsamem Mittags« mahl im „Holländischen Hof" fuhren die Ausflugs« teilnehmer nach dem benachbarten Kloster Arnsburg, um Dort von Geheimrat Walde (DarmstaDt) mit Der Geschichte Des Klosters bekanntgemacht zu werden. Z'—^—wurde noch Die als Wetterauer Tintenfaß we^N^f /ckwirrte Burgruine Münzenberg unRrLeitung von Prof. Rauch besichtigt unb dann befriedigt d-ie Rückfahrt nach Darmstadt angetreten. csd Hungen, 27. Aug. Mit den Arbeiten xur Herstellung der Ortsdurchfahrt in Der Altstadt ist begonnen worden, fo daß der Fuhrwerksverkehr bezw. Der Durchgangsverkehr gesperrt roerDen mußte. Die Umleitung erfolgt Durch Die LinDenallee. £ Hungen, 27. Aug. Infolge seiner Ser« setzung an Die Realschule in Butzbach ist Der bisherige Leiter Der hiesigen Realschule, Stu- Dienassessor Christ, aus Dem Lehrkörper ausge- schieDen. Die Schule, Die Schüler, Deren befonDereit Liebe und Verehrung sich Der Scheidende erfreuen durfte, Die Eltern Der KinDer, Deren Vertrauen er in hohem Maße genoß, ganz befonDers aber Die StaDt Hungen, verbauten Dem Genannten außer- orDentlich viel. Als Assessor Christ im Frühjahr 1929 Die Leitung Der Anstalt übernahm, Drohte Diese infolge Der Damaligen ungünstigen Verhältnisse zu erliegen, ein UmstanD, Der nur Dank Der Rührigkeit, Energie und Der vollen Hingabe an sein Amt Durch Den neuen Leiter abgeroenbet zu werden vermochte. Ihm gelang es in verhältnismäßig Radio • Photo 4633 D Uhl Seltersweg «7 WiÄee Telephon 3170 Zu jedem kommt einmal das Glück. Roman von Men Kulm. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 5. Fortsetzung. NachDruck verboten! Sie machte eine Atempause. Monika, Die mit Interesse zugehört hatte, Dachte jetzt erst: Was hat das eigentlich alles mit mir zu tun? Aber Da begann Frau Klinke von neuem: „Unb nun sollen Sie auch erfahren, wie Die Sache mit meinem Johnie ist. Wir waren im Winter in Berlin. Johnie arbeitete in Den Museen unD in den Bibliotheken. Ich war meist zu Hause und langweilte mich, Denn ohne Johnie machte es mir gar keinen Spaß. So eine alte Frau allein. Wenn ich auch noch ganz rüstig bin. — Mein Johnie schließt sich schwer an. Aber Da lernte er enDlich ooch einen jungen Mann kennen, mit Dem ging er manchmal in die Bibliothek unD nachher noch in ein Kaffeehaus, weil sie so viel zu sprechen hatten über alle Die Altertümer, Die sie beiDe viel mehr interessierten als Das ganze nwDerne Leben in Berlin. Da waren sie auch einmal in ein Äon- zertcafö geraten. Da war nun ein MäDchen, bas auftrat unb ein paar Lieber fang. Mein Johnie hat ja bafür gar nichts übrig; musikalisch ist er auch nicht. Aber dieses Mädchen gefiel ihm. Er ging wieder hin unb zuletzt jeben Tag, hörte sie ihre brei Lieber fingen. Das erfuhr ich natürlich erst später. UnD weiß Der Himmel, wie Johnie bas anfing, aber zuletzt sprach er Doch mit Dieser Sängerin; sie hieß Evi von Tanner. Sie erzählte ihm bann. Daß sie mit ihrer Mutter zusammenlebte, die Witwe war und sich bitter Darüber kränkte. Daß ihr einziges KinD auf Diese Art Das Brot oerbie- nen muhte, aber sie brauchten es eben sehr not» wenDig. Na ja, also ich war nicht geneigt, Das so vom Fleck weg zu glauben, aber Johnie glaubte es natürlich. Sie tat ihm schrecklich leid. Natürlich verliebte er sich in sie. Unb weil sie nett unb freunb- lich zu ihm sprach, so hoffte er, sie werbe feine Liebe erwidern. Aber da Johnie leider sehr romantisch ist, so tat er bas Dümmste, was er tun konnte. Diese Evi hielt ihn für einen armen Studenten. Mit feinem deutschen Namen unb feiner deutschen Aussprache hielt sie ihn für keinen Ausländer und schon gar nicht für einen Millionär. Sie ließ sich nicht einmal einen Kaffee von ihm bezahlen. Unb Johnie gefiel bas. Er dachte es sich so wunderschön... bis er um sie anhalten würbe. Dann würbe er ihr alle Herrlichkeiten bieten können, bie man auf ber Welt kaufen kann. Aber vorläufig genügte es ihm noch, sie jeden Tag fingen zu hören unb nachher eine halbe Stunbe mit ihr zu plaubern. Na, enblich merkte ich etwas, und Johnie war froh, als ich fragte. Er vertraute mir die ganze Geschichte an. Nun sollte ich mit ihm gehen unb bas Mübchen kennenlernen. Nun, ich muß sagen, mir gefällt ja biefe Sorte Mädchen nicht. Ich benke immer, ein orbentlidjer Berus finbet sich trotz ber schweren Zeit, wenn man nur richtig will. Aber ich muß sagen, wie ich diese Evi von Tanner sah, mit ihren einsckchen, braunen Locken, in einem schlichten unb schwarzen Kleibchen und nicht einmal geschminkt, ba gefiel sie mir recht gut. Sie fang auch recht einfache Lieber. Es war alles ganz be- fcheiben unb orbentlich. Als sie bann an unseren Tisch kam, benahm sie sich wirklich wie ein feines, gut erzogenes Stäben. Ich bachte mir: Na also, wenn mein Johnie biefes Mübchen absolut für die Richtige hält, so soll es mir auch recht sein. Sie hatte so rührenb traurige Augen. Aber wir hatten uns in diesem junaen Mädchen getäuscht. Eines Tages kam Johnie ganz verzweifelt nach Haufe. Ich merkte wohl, daß etwas vorgefallen war. Er sprach nicht darüber, aber er ging auch nicht mehr am Abend fort. Endlich sagte er es mir. Er hatte Evi von Tanner eines Tages nach Hause begleitet und sie gebeten, feine Frau zu werden. Sie hatte ihm einen Korb gegeben unb hinzugefügt: »Ich werbe nur einen sehr reichen Mann heiraten. Selbst wenn ich Sie von Herzen lieb hätte, würbe ich niemals Ihre Frau werben. Unb im übrigen habe ich ein neues Engagement bekommen. So wird es wohl besser sein, wenn wir uns nicht mehr sehen/" „Oh, das ist häßlich!" rief Monika. Sie hatte mit Teilnahme Der Erzählung gelauscht, unD sie hatte sich Diese Evi von Tanner sa reizenD vorgestellt. UnD nun zeigte es sich. Daß sie eine kalte, berechnenDe Person war. „Ach was — traurig! So ist eben das Leben! Wäre Johnie klug gewesen unb hätte ihr gleich gegeigt, baß er Gelb genug hat, um ihr alles zu kaufen, was ihr Herz begehrt, so wäre sie ohne viele Umftänbe seine (Beliebte geworben, unb er hätte eine Zeit lang mit ihr bas Leben in vollen Zügen genossen, anstatt ihr noch jetzt nachzutrauern. Denn natürlich kann er es nicht verwinben, baß er sich fo getäuscht hat, wenn er auch nicht barüber spricht, fonbern sich nur noch mehr in feine Bücher vergräbt unb keine Frau mehr ansieht..." Monika lächelte unmerklich. Na, wenn auch bas, was Frau Klinke sagte, vielleicht im allgemeinen stimmte, bei ihr hatte bieser Johnie boch eine Ausnahme gemacht. Beide Male, da sie ihm über Den Weg gelaufen war, hatte er sie ganz ausgiebig angestarrt! Frau Klinke schien ihre Gedanken zu erraten. „Nun nun zu Ihnen, mein liebes Kind, Denn Sie werden sich denken, daß ich eine alte, schwatzhafte Frau bin, die froh ist, wenn sie von ihrem Sohn jemanden erzählen kann. Und Sie werden ich sicher schon gefragt haben, was denn Sie mit )iefer ganzen Geschichte zu tun haben? Ja, also ehen Sie! Als wir da unlängst hier Durchkamen unb tankten unb Sie herauskamen, ba bachte ich mir gleich: Wo hab' ich biefes Mäbchen nur schon gesehen? UnD ich fragte Sie auch Danach. UnD nachher, geraDe als wir abfuhren — ich hab's wohl bemerkt —, hat Sie Johnie gesehen, unD Da hat er Sie an gestarrt wie eine Erscheinung, unD Da ist mir ein Licht aufgegangen. UnD am Sonntag in Karlsbad war's genau fo! — Sie haben nämlich eine ganz große Ähnlichkeit mit dieser Evi von Tanner, obwohl Sie ja eigentlich viel hübscher sind mit Ihrem goldigen Haar und Ihren wischen Farben. Und einen Kopf größer werden sie auch sein. Nein, also verwechseln könnte man Sie ja gar nicht, aber sehr ähnlich sind Sie ihr doch. Ja, und Da Dachte ich mir also — wo Doch Johnie... SinD Sie mir Denn noch immer böfe?^ Sie verstummte unD sah Monika bittend an. Monika stand zögernd auf. „Jetzt, wo Sie mir alles erzählt haben, gnädige Frau, kann ich Ihnen ja nicht mehr böse fein. Sie haben es gut mit mir gemeint. Aber selbst wenn ich mit Ihnen gehen wollte: meine Verwandten würden es nie gestatten." „Das sagte der Doktor auch. Ich war nämlich zuerst bei ihm und habe ihn nach Ihnen gefragt. Und ich muß ja sagen, alles, was ich gehört habe, hat mich sehr gefreut. So ein gut erzogenes Mädchen, das war gerade das, was ich mir für meinen Johnie gewünscht hätte. — Nein, nein, machen Sie kein so böses Gesicht! Ick verspreche Ihnen, wenn Sie mit mir kommen, soll nie mehr die Rede davon fein. — Na also, der Doktor meinte, Das wäre vielleicht geraDe Das Richtige für Sie. Sie könnten mit uns Die Welt kennenlernen unD wären gut aufgehoben, unb ich hätte bestimmt eine freunbliche, junge Gesellschafterin, wie ich mir keine bessere wünschen könnte. Aber bann erinnerte er sich an Ihre Derwanbten, und meinte, baß Die es nicht erlauben würben. Frau von Riebers würbe sagen: .Eine Tochter bes Majors von Jnnemann wirb nicht Gesellschafterin bei einer Amerikanerin und zigeunert nicht unnütz in ber Welt herum.' — Aber ba kam seine Frau herein, unb wir mußten ihr schnell noch einmal erzählen, ba rief sie: ,Aber Erich, Monika wirb Doch in ein paar Tagen einunb- zwanxig Jahre alt, unb bann kann sie boch tun unb lassen, was sie will. Unb sie wirb bestimmt glücklich fein, wenn sie enblich hier herauskommt.'" „Aber natürlich!" rief Monika. Wie hatte sie nur das vergessen können! Es war doch selbst ihr fester Entschluß, das Haus der Rieders an diesem läge zu verlassen, wenn sie auch nicht gewußt hatte, wohin sie sich, wenden sollte. Das war ja wirklich ein Glücks fall! Ihr Zorn unb ihre Bebenfen waren vergessen« Iw Gegenteil, sie hatte dieser gutmütigen Frau bitter unrecht getan! „Wenn Sie mich noch wollen, gnädige Frau, und wenn — wenn Sie mir versprechen, daß Sie nie mehr davon reden wollen, was Sie mir zu Anfang gejagt haben, so will ich gern mitkommen. Allerdings erst am elften August, das ist nämlich mcht Geburtstag! Und ich würde bestimmt keinen Taz früher fort können! Dann soll es aber auch keine« Tag länger mehr Dauern!" Als Monika kurz Darauf in das Haus üjret Tante zurückkehrte, war sie äußerlich ruhig, aoer innerlich war sie von einem Sturm von Gedanken hin und her gerissen. Nun war Der Weg in Die Freiheit offen, unD sie wußte, sie würDe ihn gehen! 4. Kapitel. lieber dem bayerischen Lande lag die gesegnete Wärme eines leuchtenden Augusttages. Die Sonne stand hoch, und feine einzige dunfle Wolfe trübte Das tiefe Blau Des Himmels. Auf Den Felbern ftanD Das (Betreibe hoch unb gelb, oost einem kaum merflichen sanften Winde bewegt, zu beiden Seiten Der breiten, blenDenDweißen Reichs« straße, auf Der Autos, eilig dahinstürmend, an« einanDer vorbeifuhren. In einem hübschen, fabrifneuen Zweisitzer saß ein einzelner Mann am Volant. Sein metterge« bräuntes Gesicht verriet Die FreuDe, mit Der er» trotz Der schnellen Fahrt, Die Lieblichkeit Der ganzen rounDerbaren Landschaft in sich aufnahm. Die Heimat! All Die Jahre, da er Europa fern war, hatte Friedrich von Gerling nur seiner Ar- bett gelebt, und wenn er ja einmal Heimweh in sich aufkeimen fühlte, hatte er es männlich erstickt. Aber schon auf Dem Schiffe hatte er brennenDe Ungebulb verspürt, und kaum hatte er Den Fuß an LanD gesetzt, war er Tag unD Nacht gereift, bis er enDlich abenDs spät in München anfam. Und aud) Da hatte es ihm noch feine Ruhe gelassen! Er war in tiefer Nacht Durch Die einsamen Straßen gefdjIenDert unD hatte Die lieben, vertrauten Plätze begrüßt unD feiner StuDentenzeit geDacht, die et größtenteils hier verbracht hatte. Und er dachte auch an Monifa von Jnnemann. Aber er wollte fein Wort getreulich erfüllen und feinen Tag vor ihrem einunbzwanzigsten Geburtstag eintreffen! So verwendete er die Zeit, um auch feinen äußeren Menschen wieder Europa an« zupassen. Seine Anzüge und feine Schuhe waren unmodern geworden, und mit einer Freude, dich ihm in all Den Jahren ganz fremd geworden war, stattete er sich neu aus. Er war nicht eitel, aber wenn Den interessanten, tiefgebräunten Mann, aus dessen Antlitz zwei helle blaue Augen leuchteten» manch freundlicher Frauenblick streifte, fo freute er sich Darüber. (Fortsetzung folgt!) der 86. gering. bis 36. 56 Preutzen. Kreis Wetzlar. Schwere Verkehrsunfälle. Zwei Kraftwagenuufälle bei Langenselbold. Zelle 2. Zellenwaller: Otto Plpper, INarkttaubenslraße 4. Block 1. Dlockwalter: Gustav Goltermann, Werner- wall 47. Straßenzüge: Brandgasse, Brandplatz, Lindengasse, Lindenplatz, Marktlaubenstrahe. Block 2. Blockwalter: Karl Glitsch, Lindenplatz 12. Straßenzüge: Walltorstraße 1 bis 15, Hundsgasse, Zozelsgasse. Block 3. Blockwalter: Heinz Nickel, Neuen Baue 3. Straßenzüge: Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Neuen Baue. Der Körnerertrag blieb gegen rück. Die Grummeternte die letzten Regen hat sich das Aeckern aber etwas erholt. Zelle 6. Zellenwaller: Karl Neeb, Skephanstraße 34. Block 1. Blockwalter: Ernst Hahn, Liebtgstr. Straßenzug: Wetzlarer Weg 1 bis 55. Block 2. Blockwalter: W. Werner, Aulweg Straßenzüge: Hofmannstraße, Wetzlarer Weg Dienststelle: Ederstraße (Wirtschaft Nohl). Dienststunden: Montags und Freitags von 19 21 Uhr. Zelle 1. bis Ende. Block 3. Blockwalter: Heinrich Schmidt, Kläranlage 84. Straßenzüge: An den Bahnhöfen, An der Margaretenhütte, An der Kläranlage. Zelle 7. Zellenwaller: Karl Appel, Franfurter Straße 46. Block 1. Blockwalter: Wilh. Sehrt, Frankfurter Straße 85. Straßenzüge: Beethovenstraße, Händel- straße, Schubertstraße, Körnerstraße. Block 2. Blockwalter: Karl Knaus, Ebelstraße 10. Straßenzug: Friedrichstraße 1 bis 30. Block 3. Franz Arnold, Wetzlarer Weg 65. Straßenzüge: Klinikstraße, Buddestraße. Block 4. Blockwalter: Hans Hermann Haagen, Frankfurter Straße 87. Straßenzüge: Wartweg, Am Schlangenzahl, Freiligrathstraße. Zelle 8. i Zellenwaller: Herrn. Freitag, Ebelstraße 16. Block 1. Blockwalter: Albert Dechert, Liebigstr. 68. Strahenzug: Schisfenberger Weg. Block 2. Blockwalter: Wilh. Raab, Leihgesterner Weg 126. Straßenzüge: Leihgesterner Weg 30 bis Ende, Bergwerk, Ober- und Unterhof. Block 3. Blockwalter: Ludwig Kaletsch, Friedrichstraße 14. Straßenzug: Friedrichstraße 31 bis Ende, Leihgesterner Weg 1 bis 29. Orlsgruppenwaller: Carl Heinrich Schmidt; siello. Orlsgruppenwaller: Albrecht Adam. Ortsgruppe Gießen-Nord. Zelle 6. Zellevwaller: Karl Hebe, Krofdorfer Straße 17. Block 1. Blockwalter: Otto Arnold, Lahnstraße 3. Straßenzügsr Lahnstraße, Hammstraße, Gabels- beraerstraße, Bootshausstraße, Zu den Mühlen, Wißmarer Weg. Block 2. Blockwalter: Walter Fischer, Krofdorfer Straße 1. Straßenzug: Krofdorfer Straße. Block 3. Blockwalter: Walter Schneider, Krofdorfer Straße 20. Straßenzüge: Schützenstraße, Leimenkauterweg, Gleiberger Weg. Block 4. Blockwalter: Reinhold Wirth, Krofdorfer Straße 8. Straßenzüge: Rodheimer Straße, Schlachchofstraße, Hinter den Schießgärten, An der Hardt. Die Deutsche Arbeitsfront Ausschneiden und aufbewahren! furter Straße 132. Straßenzug: Frankfurter Straße 71 bis 127. Block 5. Blockwalter: Wilh. Verhey, Frankfurter Straße 83. Straßenzug: Frankfurter Straße 128 bis Ende. Büchertisch. — Helden, Hirten und Hajducken. Montenegrinische Volksgeschichten. Gesammelt und übersetzt von Gerhard G e s e m a n n. Bücherei Südosteuropa. Geheftet 3,20 Mark, in Leinen gebunden 3,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (233) — Nirgendwo tritt die Eigenart des südslawischen Volkstums anschaulicher und unmittelbarer in Erscheinung als in diesen montenegrinischen Kurzgeschichten und Anekdoten, die nicht ein einzelner, sondern das Volk selbst erzählt hat. Sie führen mitten hinein in eine unbeachtete, fast kaum bekannte Welt voller Leidenschaft und abenteuerlicher Wildheit. In ihr leben seit Urzeiten Räuber und Krieger, Hirten und Bluträcher, Volksführer und heldische Frauen als ein unbeugsames, anspruchsloses und freiheitsliebendes Volk, das sich durch alle Zeiten hindurch feine hirtenhafte uno bäuerliche Patriarchialität treu bewahrt hat. In der schlichten Übertragung Gerhard Gesemanns, des bedeutendsten deutschen Slawisten, dem auch eine ausgezeichnete Einführung zu danken ist, bedeuten sie für den deutschen — und den europäischen Leser überhaupt — eine Entdeckung. — Meine Patienten, die Kumpels und ich. (27 Jahre Arzt an der Saar.) Von Dr. Bernhard Trittelvitz. (Verlag Koehler & Ame- lung, Leipzig. — (271) — Der Verfasser, der von der Waterkant stammt, ist im Laufe der langen Jahre seines ärztlichen Wirkens mit Land und Leuten an der Saar in engste Gemeinschaft hineingewachsen. Als Knappschaftsarzt kam er im Herbst 1907 in das Bergrevier an der Saar, und seitdem hat er mit seiner neuen Heimat Freud und Leid vor und während des Krieges, vor allem aber dis schweren Jahre der nationalen Not nach dem Kriegs unter dem Druck der landfremden Machthaber tapfer und stark in feiner aufrechten deutschen Gesinnung getragen. Was er in seinem sehr lesenswerten Buche aus jenen Tagen der deutschen Not berichtet, ist das hohe Lied deutschen Heldentums, ist ein ergreifendes Zeugnis für dis schweren Leidensjahre unserer Brüder und Schwestern von der Saar, die nun glücklich überstanden sind, aber für alle Zeiten in der Geschichte unseres Votres unvergessen bleiben werden. Möchte das wertvolle Buch mit seiner schlicht-menschlichen, zugleich aber auch ergreifenden Tatsachenschilderung Überall in deutschen Häusern Beachtung finden. Zellenwaller Richard Hlunb, Sonnenstraße 12. Block 1. Blockwalter: Karl Euler, Kirchstrahe 13. Straßenzüge: Schulstraße, Kirchstraße. Block 2. Blockwalter: Walter Nickel, Neuen Bäue 3. Straßenzug: Sonnenstraße. Block 3. Blockwalter: Heinrich Abel, Wetzsteingasse Nr. 19. Straßenzüge: Schloßgasse, Wetzsteinstraße. Block 4. Blockwalter: Rud. Hofmann, Kirchstraße Nr. 12. Straßenzüge: Wetzsteingasse, Auf der Bach. Block 5. Blockwalter: L. Schupp, Wetzsteingasse 8. Straßenzug: Kirchenplatz. 0 Groß-Rechtenbach, 27. Aug. In der Nacht zum Montag verschied der im hiesigen Amtsbezirk tätig gewesene, weithin bekannte und geachtete Rentmeister i. R. Jakob Earl. Der Verstorbene war ein Beamter der alten Schule von echtem Schrot und Korn, lieber 32 Jahre lang hatte er das schwere Amt — besonders schwer in der Knegs- und Inflationszeit — in großer Treue verwaltet. Durch fein stets freundliches, zuvorkommendes Wesen hat sich der Rentmeister viele Freunde und das Vertrauen der Bevölkerung in hohem Maße erworben. Als er 1933 in die Nähe seines Geburtsortes nach Ehringshausen übersiedelte, fah man ihn ungern scheiden, lieber das Grab hinaus wird dem Verstorbenen von der hiesigen Einwohnerschaft ein ehrendes Andenken bewahrt werden. 0 Hochelheim, 27. Aug. Das M i f s i o n s - test unserer Kirchengemeinde wurde in Diesem Jahre in unterere Gemeinde gefeiert. Auf dem Dorfplatz bei der Schule hatte sich eine recht zahlreiche Missionsgemeinde zusammengefunden. Pfarrer Koch- Oberwetz hielt die Festprediat. Missionar Lindner von der Rheinischen Mission berichtete aus seiner langjährigen Missionsarbeit unter den Paguas auf Neuguinea. Der Ortsgeistliche gab den Inhalt der Missions-Dankopferbüchsen bekannt und sprach das Schlußwort. Posaunen- und Gesangsvorträge verschönten das Fest. 0 Atzbach, 27. Aug. Der hiesige Kindergarten feierte am vergangenen ©onfttag sein Sommerfest. Aus Atzbach und weitem Umkreise waren Gäste gekommen. Ein gemeinsames Lied, von Posaunen begleitet, eröffnete die Feier. Ortspfarrer Heid er sprach ein einleitendes Gebet und hieß die vielen Anwesenden willkommen. Unter der Leitung der Kindergärtnerin, Fräulein Lydia Brückmann, Nachstehend geben wir von den Ortsgruppen Giehen-Süd und Gießen- Nord die Dienststellen nebst Zellen- und Blockeinteilung bekannt. Die Mitglieder ersehen aus den Straßenzügen, zu welcher Zelle bzw. Block ihrer Ortsgruppe sie gehören. Ortsgruppe G eßen-Güd. Dienststelle: Frankfurter Straße 23, Hinterhaus. Sprechstunden: Montags und Freitags von 19 bis 21 Uhr. Zelle 1. Zellenwaller: Ferd. Link, Wilsonsiraße 10. Block 1. Blockwalter: Karl Kreuzburg, Liebig- strahe 99. Strahenzug: Liebigstraße 58 dis 107. Block 2. Blockwalter: Robert Gärtner, Ludwig- straße 59. Straßenzüge: Liebigstraße 37 bis 57, Ludwigstraße 56 bis Ende. Block 3. Blockwalter: Werner Adam, Welcker- straße 10. Straßenzüge: Liebigstraße 1 bis 36, Bahnhofstraße von Liebigstraße bis Ende. Zelle 2. Zellenwaller: Wilh. Schmidt, Lbelslraße 14. Block 1. Blockwalter: A. Wagner, Wilhelmstrahe 1. Straßenzug: Wilhelmstraße 1 bis 15. Block 2. Blockwalter: Ludwig Schön, Ebelstr. 34. Strahenzug: Wilhelmstraße 16 bis 54. Block 3. Blockwalter: Willi Ockel, Aulweg 40. Straßenzüge: Wilhelmstraße 55 bis 82, Jhering- straße, Weißerde, Welckerstrahe, Güntersgraben. Zelle 3. Zellenwaller: Lrnst Hermann, Wilhelmstraße 46. Block 1. Blockwalter: Karl Becker, Ebelstraße 34. Straßenzug: Ebelstraße 20 bis Ende. Block 2. Blockwalter: Max Heilmann, Liebigstraße 62. Straßenzug: Ebelstraße 1 bis 19, Wilson- straße. Block 3. Blockwalter: Karl Weihrauch, Liebigstraße 64. Straßenzug: Riegelpfad. Block 4. Blockwalter: August Fiedler, Ebelstr. 30. Straßenzug: Aulweg. Zelle 4. Zellenwaller: heinr. Faber, hillebrandstraße 12. Block 1. Blockwalter: Josef Köhler, Mittelweg 10. Straßenzüge: Mittelweg und Glaubrechtstraße. Block 2. Blockwalter: Hans Köhler, Glaubrechtstraße 7. Straßenzüge: Hillebrandstraße, Buchner- straße, Am Steg. Block 3. Blockwalter: Friedrich Gauterien, Frankfurter Straße 132. Straßenzug: Erednerstraße. Zelle 5. Zellenwaller: Karl Müller, Frankfurter Straße 71. Block 1. Blockwalter: Adolf Stumpf, Frankfurter Straße 132. Straßenzug: Frankfurter Straße 1—21. Block 2. Blockwalter: Conrad List, Frankfurter Str. 30. Straßenzug: Frankfurter Straße 22—30. Block 3. Blockwalter: Karl Dönges, Budvestr. 9. Straßenzug: Frankfurter Straße 31 bis 69. Block 4. Blockwalter: Hermann Wisker, Frank- Zelle 7. Zellenwatter: Friß Wöll, Stelnstraße 43. Block 1. Blockwalter: Schneider, Steinstraße Strahenzug: Wernerwall 1 bis 35. Block 2. Blockwalter: Heinrich Weigel, Schillerstraße 19. Straßenzug: Steinstraße 1 bis 60. Block 3. Blockwalter: Kurt Leipold, Asterweg 48. Straßenzug: Dammstraße. Block 4. Blockwalter: Wilhelm Fischer, Weserstraße 8. Straßenzug: Schillerstraße, Im Gartseld. Block 5. Blockwalter: Otto Ludwig, Steinstr. 40. Straßenzug: Weserstraße. Orlsgruppenwaller: August Horn; stellv. Orlsgruppenwaller: Friß Zull. LPD. Langenselbold, 27.August. In Nähe des Langenselbolder Gaswerkes ereignete sich ein außerordentlich schwerer Vertehrsunfall. Beim Versuch, einen Berliner Personenkraftwagen zu überholen, rannte ein mit sieben Personen besetztes Frankfurter Auto gegen den Berliner Wagen, so daß dieser mit großer Wucht rechts gegen einen Baum geschleudert und völlig Zerstört wurde. Von den drei Insassen des Berliner Wagens wurde Zelle 3. Zellenwaller: Karl Neuweiler, Walllorsirahe 51. Block 1. Blockwalter: Schmidt, Hitlerwall 37« Straßenzüge: Hitlerwall, Wiesenftrahe, Gutfleisch- straße. Block 2. Blockwalter: Otto Kruse, Schottstraße 8. Straßenzüge: Diezstraße, Senckenbergstraße, Landgrafenstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Braugasse. Block 3. Blockwalter: Rudolf Sonntag, Braugasse 2. Straßenzug: Walltorstraße 16 bis Ende. Zelle 4. Zellenwaller: Waller hallmayer, Sleinstrahe 68 H. Block 1. Blockwalter: Hainer, Ederstraße 14. Straßenzüge: Ederstraße, Asterweg 40 bis ‘48, Steinstraße 58 bis 67. Block 2. Blockwalter: Heinrich Herbert, Linden« gaffe 18. Straßenzug: Asterwea 1 bis 35. Block 3. Blockwalter: Bernhard Dippel, Asterweg 72. Straßenzug: Asterweg 50 bis 72. Block 4. Blockwalter: Ludwig Herbert, Asterweg 48. Straßenzug: Steinstrahe 69 bis 90. Block 5. Blockwalter: Willi Enz, Schottstraße 31. Straßenzug: Wernerwall 47 bis 53. Zelle 5. Zellenwaller Ludwig Plank, Groher Sleinweg 26. Block 1. Blockwalter: Georg Schneider, Marburger Straße 9. Straßenzug: Marburger Straße 4 bis 22. Block 2. Blockwalter: Karl Sommer, Marburger Straße 32. Straßenzüge: Marburger Straße 23 bis 54 und Bückingstraße. Block 3. Blockwalter: Jakob Vogt, Schottstr. 19. Straßenzüge: Marburger Straße 56 bis 106, Friedhofsallee, Rodtberg, Am Wingert, Cranach» straße. Block 4. Blockwalter: Otto Rühl, Steinstraße 88. Straßenzüge: Wiesecker Weg, Feuerbachstraße, Thomastraße. einer schwer, die anderen leichter verletzt. Das Frankfurter Auto war. durch die Wucht des Anpralls auf die linke Straßenseite geschleudert worden, riß hier einige Bäume um und stürzte brennend in den Straßengraben und auf einen Acker. Hier brannte der Wagen völlig aus. Von den sieben Insassen des Wagens wurden sechs teils schwerer, teils leichter verletzt. Insgesamt muhten acht Personen ins Krankenhaus gebracht werden. Wenige Stunden später trug sich an derselben Stelle, an der sich zahlreiche Neugierige eingefunden hatten, ein zweiter Vertehrsunfall zu. Als hier ein aus Richtung Hanau kommender Kraftwagen plötzlich bremste, fuhr ein Motorradfahrer gegen das Auto. Die Soziusfahrerin wurde in hohem Bogen auf die Straße geschleudert, blieb jedoch unverletzt. Der Führer des Motorrades erlitt einen Beinbruch und muhte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Von einem Auto In ein Schaufenster gedrückt. LPD. M a i n x, 27. August. Am Montagnachmittag ereignete sich in der Schusterstrahe ein Verkehrsunfall, der ein junges Menschenleben forderte. Ein Personenkraftwagen kam aus der Karmeliterstraße und bog rechts in die Flachsmarktstraße ein. Angesichts eines an der Ecke haltenden Straßenbahnwagens riß der Kraftwagenführer fein Steuer nach rechts herum, um einen Zusammenstoß mit der Straßenbahn zu vermeiden. Er geriet dabei auf den Bürgersteig und drückte die in gleicher Richtung gehende 24jährige Edith Folkerts aus Mainz gegen das Schaufenster eines I u w e - l i e r l a d e n s , das in Trümmer ging. Das Mädchen erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß es bald darauf verstarb. kurzer Zeit, durch Heranziehung neuer Schülp aus Hungen selbst, mie aus der Umgegend, die Schuler- zahl in auffallender Weise zu steigern und hier- durch die Lasten der Anstalt zu verringern. Wie sich die Tätigkeit des Herrn C h r i st auf finanziellem Gebiete auswirkte, ergibt sich aus der Tatsache, daß die früher alljährlich erforderlichen sehr erheblichen Zuschüsse der Stadt nicht nur in Wegfall kamen, sondern ein für eine Bildungsanstalt dieser Art wohl vereinzelt dastehender Fall, ein sich jährlich steigender finanzieller Ueberschuß erzielt wurde. Hoffentlich ist seinem Nachfolger, Studienassessor Kratz, dem früheren Leiter der Prwatschule in Lich, der bereits feit Beginn des neuen Schul- jahres an der hiesigen Realschule tätig ist, der gleiche Erfolg wie seinem Vorgänger beschieden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 27. Aug. Anläßlich des Wegzuges des hiesigen Ortsgruppenleiters, des Forst- afsessors Fritz Schneider, der als Leiter des Forstamts nach Viernheim versetzt ist, fand gestern abend im großen Saal des „Hessischen Hofes" eine Versammlung der NSDAP, und deren Gliederungen statt. In seiner Abschiedsrede aab der Scheidende einen Ueberblick über seine hiesige Tätigkeit und dankte allen Partei- und Volksgenossen, die ihm bislang helfend mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. Sein Nachfolger als Ortsgruppenleiter, Bürgermeister Dr. Mörschel, nahm Bezug auf die seitherige gute Zusammenarbeit und bedauerte sein Scheiden von hier. Als Erinnerung an seine hiesige Tätigkeit überreichte er ihm ein Bild unseres schönen altehrwürdigen Marktplatzes. Weitere Erinnerungsgaben überreichten Kassenwart Kpnrad Sann urtb SA.-Trupp- sührer O. W ä'^ n e r. Kreisleiter Seipel, Fauerbach v. d. H., betonte, daß der scheidende Ortsgruppenleiter seine ihm gestellte Aufgabe voll und ganz gelöst habe. Das gleiche könne auch von feinem Nachfolger in jeder Hinsicht erwartet werden. Pg. Fritz Schneider dankte für die ihm gewidmeten Worte und Zeichen der Anerkennung. Die Abschiedskundgebung wurde umrahmt von musikalischen Darbietungen der SA.-Kapelle und klang in der üblichen Weise aus. — Der hiesige Vorstand der Bauabteilung der Reichsautobahn, Regierungsbaumeister Tittmann, scheidet mit Ende dieses Monats auf feinen Antrag aus, um in Mitteldeutschland die umfangreichen Bauarbeiten eines großen Privatunternehmens zu leiten. Sein Weggang wird allgemein bedauert. kreis Alsfeld. <£ Alsfeld, 27. Aua. Am Sonntag veranstaltete der Gruppenmusikzug vom N S. - A r - beitsbienft der Gruppe 223 Alsfell) und die Sängervereinigung „Liederkranz- Harmonie" Alsfeld auf Einladung der Kurverwaltung von Bad Salzschlirf am dortigen Kurplätze ein wohlgelungenes Konzert. Der Kurpark war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Dortrags- folge war sehr gut gewählt. Besonders die Darbietungen der Alsfelder Sängervereinigung fanden stürmischen Beifall. Da das Konzert in allen Teilen großen Anklang gefunbeii hat, sind derartige Konzertveranstaltungen, wie wir hören, für das nächste Jahr während der Kurzeit in Bad Salzschlirf bereits in Aussicht genommen.