Nr.M Erster Blatt 185. Zahrgang 8reitag,28.)uniM5 Erschemr tLgltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener FamilienblStter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt -jernsprechanschlüsse Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UntoerfitStrvuch- und Steindruckerei 8. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/„ mehr ErmShtgte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ufriedenheit geben. hatten, Grund verstehe. Mussolini habe auch weiter ausgesührt, er befinde sich in voller Uebereinstimmung mit Frankreich, wenn er den Abschluß eines Luftpaktes für unmöglich halte, solange nicht mit Deutschland ein Einverständnis über die Begrenzung der wiederhergestellt sei. Auch „Oeuvre" stellt fest, daß im Grunde genommen die Lage zwischen England und Frankreich g e f p a n rt t bleibe. Es sei fraglich, ob die Unterhaltung zwischen Eden und Laval dazu beige» tragen habe, sie zu verbessern. Mussolini habe sich, von einigen Kleinigkeiten abgesehen, dem französischen Standpunkt a n g e - schlossen. Er habe erklärt, Italien werde n i e- mals einen Luftpakt unterzeichnen, wenn nicht der Donaupakt abgeschlossen sei. Um die Bedeutung dieser Erklärung richtig abschützen zu können, sei es allerdings wichtig, zu wissen, was Mussolini unter einem Donaupakt eigentlich reich und Deutschland begrüßen würde. Falls Laval gestern diese Frage Eden gegenüber gestellt hat,dann muh das begeisterte 3 a Edens Eindruck auf ihn gemacht haben. In maßgebenden englischen Kreisen habe das Gefühl geherrscht, daß die jetzigen Besprechungen, obwohl sie noch keine greifbaren Ergebnisse gehabt Paris, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Mit einer gewissen Verlegenheit berichtet die Pariser Morgenpresse über die mageren Ergebnisse des zweiten Eden-Besuches in Paris. Obwohl Eden auf die französischen Rückfragen an die britische Regierung nur sehr ausweichend hat antworten können und obwohl er den britischen Standpunkt, Teillösungen als erstrebenswert anzusehen, voll aufrechterhalten hat, findet die britische Haltung eine verhältnismäßig milde Kritik. Den beginnenden Umschwung der französischen Taktik bringt „Matin" zum Ausdruck; das Blatt erklärt, daß die französische Regierung nunmehr bereit sei, zu verhandeln. Alle in der Schwebe befindlichen Fragen könnten verhandelt werden, aber keine dürfte endgültig geregelt werden, wenn nicht auch über d i e anderen Probleme eine Regelung erzielt werde. Die britische Politik habe sich seit wenigen Monaten nach Berlin orientiert; sie wünsche eine Annäherung zwischen Deutschland und den übrigen europäischen Staaten. Es sei daher zweifellos zu bemerken, daß die französische Politik dem nicht entgegen gerichtet sei. Aber für eine derartige Annäherung seien strenge Bedingungen notwendig, um zu verhindern, daß Deutschland nicht „zu große und zu gefährliche den Minderheiten die Möglichkeit, für ihre Rechte, Forderungen und Interessen nach Grad ihrer Stärke einzutreten, während in einem autoritären Regime die Staatsgewalt ausschließlich von der Mehrheit ausgeübt werde. Es liegt uns bei einer allgemeinen Betrachtung weniger daran, die Berechtigung dieser Behauptung an Hand der politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei selb st kritisch nachzuprü- en, obwohl Benesch von ihnen ausgegangen ist, ndem er die Nationalitätenfrage als das „k l a s - i s ch e Problem" seines Staates bezeichnete, llach seiner Meinung ist es dadurch befriedigend gelöst, daß die maßgebenden Faktoren in der Tschechoslowakei den Gedanken der engen Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit, für deren kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung er sehr anerkennende Worte fand, theoretisch bejahen. Die Meinung dieser Minderheit selbst, die sich bei den neulichen Wahlen in überzeugender Mehrheit hinter die sudetendeutsche Partei Konrad Henleins stellte, ist bekanntlich ganz a n d e r s : sie sieht in der Regierungspraxis, die der demokratische tschechoslowakische Staat seit seiner Entstehung betreibt, die Gefahr einer langsamen kulturellen und wirtschaftlichen Vernichtung des deutschen Bevölkerungsteiles und in der Beteiligung der in den Wahlen unterlegenen deutschen Splitterparteien an der neu gebildeten Regierung durch zwei Minister keine Garantie für die Durchsetzung der deut- chen Interessen, sondern eine Verletzung der demokratischen Spielregeln, die den in den Wahlen zum Ausdruck kommenden Volkswillen als maßgebend für die Staatsführung zu betrachten haben. Die Partei Henleins ist deshalb, obwohl sie die stärkste des Parlaments ist, in eine „loyale Opposition" gegangen, was ebenfalls ein positiver Begriff der demokratischen Staatslehre ist, und man wird nun zu beachten haben, ob es ihr in dieser Rolle möglich ist, die von Benesch verkündete Theorie im Interesse der deutschen Minderheit zur Praxis werden zu lassen. Aber auch ein Ueberblicf über die Sage und Behandlung der Minderheiten in andern europäischen Staaten und verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit lassen es bezweifeln, daß die Minderheitsfrage von der Seite der vorzüglichen Eignung einer bestimmten Staatsform beantwortet werden kann. Es ist in diesem Zusammenhang zunächst interessant, daß der polnische Ministerpräsident Oberst Slawek eine Theorie aufgestellt hat, die der Beneschs gerade entgegengesetzt ist, indem er die Parteidemagogie dafür verantwortlich machte, wenn die Lösung des Problems von Staat und Minderheit in Polen noch nicht befriedigend gelöst ist. Wir lassen es auch hier dahingestellt fein, ob die polnische Regierungspraxis dieser Theorie entspricht oder auch nur bestrebt ist, ihr nahe zu kommen, wenn jetzt die den Nachfolgern Pilsudskis obliegende Aufgabe der Verbindung des autoritären Staates mit den demokratischen Formen von Wahlen und Volksvertretung verwirklicht wird. Die von der Regierung vvrgelegte Wahlordnung für das im Herbst zu wählende Parlament ist jedenfalls so angelegt, daß die rund eine Million betragende deutsche Minderheit, die vor fünf Jahren noch 19 Abgeordnete in den Sejm schicken konnte, noch eine weitere Einbuße ihrer jetzigen Vertretung durch fünf Mandate zu gewärtigen hat. Nach Ansicht der polnischen Regierung ist die zahlenmäßige Vertretuna nicht so sehr von Bedeutung als die fruchtbare Kraft, die eine Minderheit für das Staatsganze darstellt. Wir werden also auch hier abzuwarten haben, wie die Theorie, der autoritäre Staat sei der beste Garant der Minderheitenrechte, sich in der Praris bewähren wird. Wenden wir uns wieder Staaten zu, die sich ihrer demokratischen Einrichtungen rühmen. Von L i - tauen wollen wir hier ganz absehen, da es sich im Memelland nicht um eine Minderheit handelt, sondern um ein Gebiet, dessen deutscher Eharakter durch ein internationales Statut völkerrechtlich garantiert ist. Daß die litauische Regierung d i e Entdeutschung Memels, nachdem ihre rechtswidrigen Methoden zu einem internationalen Aergernis geworden sind, jetzt unter demokratischen Vorwänden betreibt, indem sie massenweise Litauer in Memel einbürgert und das Wahlrecht der deutschen Bevölkerung beschneidet, ist indes kennzeichnend für die Wertbeständigkeit demokratischer Theorien, wenn es um die Rechtsstel- lung einer Minderheit im Staat geht. Einen neuen Beitrag hierzu hat leider auch die । belgische Regierung Geliefert durch ihr Vorgehen gegen Führer und Mitglieder der deutschen Heimatbewegung in E u p e n - M a l m e d-y. Der Ausbürgerungsprozeß, den sie auf Grund eines 1 nur hierfür geschaffenen Gesetzes gegen vier einge- 1 sessene Malmedyer angestrengt hat, ist nicht nur i rechtlich unhaltbar, weil die Anklage sachlich in den • Beschuldigungen unbegründet ist, sondern er ist ein : auch vom belgischen Staatsinteresse keineswegs zu . rechtfertigender Akt der Störung eines b e • friediaendenVerhältnisses zum deut- sch en Nachbarstaat, der in der Bestrafung italienischen Generalstabes, Marschall B a l b o , und am Nachmittag eine Unterredung mit Mussolini gehabt. Heute, Freitag, werde Gamelin nach Paris zurückkehren. Diese Reise haben den Zweck verfolgt, eine Vorprüfung möglicher gemeinsamer Maßnahmen der beiden Generalstäbe vorzunehmen. Oer Direktor des StraßburgerSenders abberufen. Paris, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der 2) i - rektordesStraßburgerRundfunksen- ders ist, wie „Dictoire" meldet, vom französischen Postminister von seinem Posten abberufen worden. Der Anlaß zur Abberufung sei darin zu suchen, daß zu Pfingsten ein d e u t s ch a m e r i k a n i s ch e r linksgerichteter Musiker, der an einem Kommuni st en-Musikfe st teilnahm, vor dem Straßburger Sender einen Vortrag in deutscher Sprache habe halten dürfen. Er habe dabei versucht, politisch zu werden. Das fei allerdings nicht gelungen, denn man habe den Strom abgestellt, so daß der Redner ins Leere gesprochen habe. Zwei Todesopfer eines noch ungeklärten Vorfalles in Oesterreich. Wien, 28. Juni. (DNB.) In Gutt am Steg in der Wachau (Niederösterreich) schoß ein Schutz- korpsmann, der von einer Kundgebung heimkehrte, den Landarbeiter Franz Kausl nieder. Der Schuß drang durch den Körper des Unglücklichen und traf eine hinter ihm stehende Frau. Beide wurden auf der Stelle getötet. Möglicherweise handelt es sich um einen politischen Mord, do der Getötete eine Kornblume als Zeichen nationaler Gesinnung im Knopfloch trug. Die Beisetzung des Kausl wurde von 200 Gendarmen gesichert, da man Zwischenfalle befürchtete. Eine Traueranzeige für Kausl, die davon sprach, daß er von Mörderhand gefallen fei, wurde von der Behörde beschlagnahmt. Die Auffassung in London. Der „Times"-Bericht über Edens Pariser Besprechungen. Landon, 28. 3uni. (DRV. Funkspruch.) Der Minister für Völkerbundsangelegenheiten, Eden, Ist am Donnerstag, 21.30 Uhr, auf dem Luftwege, aus Paris kommend, im Londoner Flughafen Croydon eingetroffen. Pressevertretern gegenüber erklärte er, sich nicht über das Ergebnis seiner Besprechungen äußern zu können. Er werde am Freitag seinen Kollegen Bericht erstatten. Eden berichtet dem britischen Kabinett Über seine Besuche in Paris und Rom. England will an der elastischen Verhandlungsmethode festhalten, um dort Fortschritte zu erzielen, wo der Augenblick Möglichkeiten dazu bietet. Lmzelverhandlungen, aber nur Gesamiregelung Frankreichs neue These nach der Aussprache mit Eden. Paris, 27.Juni. (DNB.) In der Kammer ist der Gesetzentwurf über die „Organisierung der Nation in Kriegszeiten verteilt worden. Abschnitt I behandelt die allgemeinen Grundsätze und stellt den Einsatz aller nationalen Hilfsquel- l e n gesetzlich mit der militärischen Mo- bilmachung gleich. Abschnitt II, der die Verwendung der Personen und der Sachen zum Gegenstand hat, setzt fest, daß alle Franzosen männlichen Geschlechts über 18 Jahre herangezogen werden können, ohne Anrecht auf eine andere Entschädigung zu haben als auf Gehalt und Lohn. Hinsichtlich der Sachen sieht der Entwurf einen Mittelweg zwischen Freiheit und Beschlagnahme vor, nämlich „freundschaftliche Einigung ohne Gewinnabsichten" Nur wenn die freundschaftliche Einigung nicht erzielt wird, soll zur Beschlagnahme geschritten werden. Abschnitt III betrifft die Anpassung der behördlichen Stellen an die außergewöhnlichen Umstände eines Krieges, wobei vermerkt wird, daß der Regierung die Leitung des Krieges, dem Oberkommandierenden die Führung der Operationen obliegt. . Finanzminister Rögnier sprach vor dem Finanzausschuß der Kammer über die für die Landesverteidigung (Heer, Marine und Luftflotte) vorgesehenen außerordentlichen Ausgaben. Nach Anhören des Ministers stimmte der Ausschuß einem günstigen Gutachten für diese Ausgaben mit 14 gegen 7 Stimmen zu. Ein Ausschußmitglied brachte einen Zusatzantrag ein, wonach bei den staatlichen Aufträgen ausbedungen werden soll, daß jeder D e r d i e n st, der 5 v. H. überschreitet Dom Staat eingegogen werden soll. Mit 9 gegen 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen wurde em Antrag angenommen, der vorsieht, daß die W affe n he r st e l l u n g u n d der Waffenhandel vom 1. Januar 1936 ab ausschließlich vom Staat besorgt werden soll. Oer französische Seneralstabschef in Rom. Daris, 28,Juni, (DNB, Funkspruch.) „Mattn" meldet aus Rom, daß der Ches des ir°nZ°W°" Generalstabes Gamelin am Mittwoch i n Rom eingetroffen fei. Am Donnerstagoormiltag habe Gamelin eine Besprechung mit dem Chef des Die Organisierung der Ration in Kriegszeiten Ein französischer Mobilmachungsplan. Gewisse Befürchtungen seien beschwichtigt worden und gewisse neue Aussichten hätten sich eröffnet. Die abessinische Frage habe sich in besorgniserregendem Maße als ungeeignet für die Behandlung herausgestellt. Aber in der europäischen Frage habe man Zeichen erneuten Fortschrittes feststellen können. Freiheiten" erziele. Auch der offiziöse „Petit Parisien" bemerkt, daß der französische Ministerpräsident sich einer Verständigung mit Deutschland nicht entziehen werde, unter der Bedingung, daß die zu lösenden Fragen zusammengefaßt und daß die Belange Frankreichs und der mit ihm befreundeten oder verbündeten Länder gewahrt blieben. Die britische Regierung scheine nicht geneigt, den französischen Standpunkt anzunehmen. Mit sei-. mnv em vsmueiiiunums u, ner Auffassung, daß günstige Gelegenheiten ausge-1 Landstreitkräfte erfolgt sei. * „T i m e s" berichtet, in der letzten Besprechung 'Edens mit Laval sei das Flvttenab- kommen in den Hintergrund getreten zu Gunsten der italienisch-abessinischen Beziehungen. Trotz des zunehmenden Ernstes dieser Frage sei Eden für den Augenblick mehr darauf bedacht gewesen, Laval von den Geschehnissen in Rom zu unterrichten, als Pläne für die Zukunft zu fassen. Abreden über gemeinsame französisch-britische Bemühungen zum Ausgleich der Gegensätze in Ostafrika seien unmöglich, bevor Eden seine Regierung befragt und bevor die französische Regierung Zeit . gehabt habe, ihren Standpunkt zu überlegen. Der Rang, der den verschiedenen Einzelheiten des Problems der europäischen Regelung 3 u E o m m e, werde von den einzelnen Mächten unterschiedlich bewertet. Für England sei die Reihenfolge Luftkonvention, Osteuropa-Pakt, Donaupakt, Begrenzung der Landrüstungen. Die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund könne als ergänzende Bedingung bezeichnet werden. Nach britischer Ansicht sei das Luftabkommen von unmittelbar st em Interesse für Großbritannien. Die Osteuropa- und Donaupakte würden als Schritte zu kollektiver Sicherheit und Regelung betrachtet, und die Begrenzung der Landrüstungen als das Endziel und die mögliche Folge einer solchen Regelung. Zum vorläufigen Abschluß des F l o t t e n a b - kommens mit Deutschland habe Eden jetzt Laval erklärt, England habe mit bewußter Absicht in den Methoden der allgemeinen Regelung eine Erneuerung eingeführt, die nach seiner Ansicht vielleicht unschätzbare Vorteile zeitigen werde. Die britische Regierung werde das Abkommen daher grundsätzlich nicht aufgeben, auch wenn sie vielleicht mit Rücksicht auf die Rüstung ehemaliger Alliierter sich in der Methode zu Entgegenkommen bereit finden werde. Die Neuerung bestehe darin daß bei Verhandlungen das benutzt werde, was der Augenblickgünftigesbiete, im Gegen- sah zu dem hartnäckigen Verlangen, alles auf einmal zu erhalten. Das Hauptziel des Besuches Edens sei gewesen, die französische und italienische Regierung zu überzeugen, daß durch diese neue elastische Methode ein Fortschritt ohne Preisgabe gegenseitiger Zusammenarbeit möglich sei. Ls sei denkbar und sogar wahrscheinlich, daß diese Methode (die die britische Regierung mit Erfolg in der Floltenfrage angewandt habe) zu einem Verhandlungserfolg führen kö«nte, der ebenso unwiderstehlich sei wie ein Rüstungswettbewerb, aber aufbaue anstatt zerstöre. Bei einem solchen System würde, während Großbritannien seine Aufmerksam- feU hauptsächlich der Luftfrage zuwenden würde, F r a n k r e i ch die Führung zur Erzielung einer Vereinbarung über die Can b- rü st ungen übernehmen können, und 3 t a l l e n könnte seine besonderen Ziele einer Regelung in Südosteuropa betreiben. Gegenüber dieser Methode werde sranzösischer- feits eingewandt, daß sie nur D e u t s ch Ian d zugute kommen könne und daß im besten Falle eine einzelne Macht sich versucht suhlen würde, ihren Nachbarn zuvor zu rammen und nach Sicherung ihrer eigenen dringenden Bedürfnisse das Interesse an dem Recht des Programms verlieren würde. Lavals Ersuchen um eine Zusicherung, daß Großbritannien kein besonderes Luftabkommen mit Deutschland abschließen werde, sei unter diesen Umständen verständlich. Edens Antwort scheine beruhigend, aber nicht endgültig gewesen zu sein. Die britische Regierung wolle sich nicht absolut dazu verpflichten, eine Vereinbarung abzulehnen, nur weil sie anderen Mächten nicht gefalle. Aber wenn die Festlandsstaatsmänner dieser Politik britisch gegenüberstehen, dann können sie die Aufrichtigkeit der britischen Regierung auf die Prope stellen durch die Frage, ob sie eine Sondervereinbarung über die Landrü st ungen zwischen Frank- nutzt werden müßten, auch wenn sie nur zu Teillösungen führten, stehe England unter den drei Stresa-Mächten allein. Italien wünsche gleichzeitig mit dem Luftpakt die Donaufrage geregelt zu sehen, während Frankreich seine Anstrengungen auf den Nordostpakt richte. Die britische Politik scheine auch nicht geneigt zu fein, den französischen Wünschen nach Verstärkung eines westlichen Luftpaktes durch zweiseitige Abkommen nachzugeben. Das schlimmste sei jedoch das Benehmen Baldwins und seiner Kollegen gegenüber Paris. Großbritannien habe in Rom d i e Schaffung eines abessinischen Hafens in Britisch - Somaliland vorgeschlagen, wodurch der französische Hafen von Djibuti zugrunde gerichtet werden müßte. Man könne daher nicht behaupten, daß die durch das deutsch-englische Flottenabkommen in Frage gestellte Front von Stresa SlaMvnn und Minderheiten Der tschechische Außenminister Dr. Benesch hat kürzlich in einer Aussprache an Vertreter ausländischer Zeitungen auch die Frage berührt, welche Staats form am besten den Interessen der in ast jedem europäischen Nationalstaat lebenden Minderheiten entspreche. Es kann bei ihm, der einer der Vorkämpfer und Wortführer der westeuropäischen demokratischen Idee ist, nicht wunder nehmen, daß er die Frage nicht nur für die Tschechoslowakei, sondern ganz allgemein zugunsten der Demokratie und zwar der parlamentarischen Form dieses vielseitigen Begriffes beantwortete. Die Vertretung im Parlament biete (Berlin) sprach dann über Schmitt F ü h r e r st a a t". Rechtswissenschaft im Das neue Gesehgebungswerk -er Reichsregierung. an Deutschland Das ReichsluWutzgesetz Ein englischer Admiral für Rückgabe Oeutsch-Oflafrikas an Deutschland. Karl ,D i e 9ie< M Lloyd Georges Reformpläne werden weiter beraten. ordentlichen Polizeibehörden, deren Gliederung bis in die untersten Verwaltungsbezirke die Durchführung des Luftschutzes am besten gewährleisten. Selbstverständlich erfolgt die Inanspruchnahme dieser Behörden in Fällen grundsätzlicher Art im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern, wie überhaupt die Inanspruchnahme der Polizeibehörden und der übrigen Körperschaften des öffentlichen Rechts usw. in enger Zusammenarbeit mit de.n zuständigen Reichsministern erfolgen soll. Der § 2, der alle Deutschen zu Dienst- und Sachleistungen zur Durchführung des Luftschutzes verpflichtet, ist, worauf in der Begründung hingewiesen wird, deshalb weit gefaßt worden, weil die ständige Entwicklung der Technik und die durch sie bedingte Aenderung der Luftschutzmaßnahmen dies erforderlich macht. Die Durchführungsbestimmungen werden der Luftschutzpflicht ihren Inhalt geben und ihre Grenzen im allgemeinen umreißen. Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß die Heranziehung der Bevölkerung zu persönlichen Diensten in weitem Rahmen möglich sein muß, weil im Falle des Aufrufs des Luftschutzes die Zahl dec zur Verfügung stehenden Personen durch sonstige Erfassung stark geschmälert sein wird. Schließlich sei noch erwähnt, daß außer den Betrieben im Geschäftsbereich des Reichsluftfahrtministeriums grundsätzlich alle Personen des Was kein Staat getan habe, nämlich die Trennung von Gesetzgebung und Regierung zu beseitigen, das sei das Werk unseres Staates. Recht und Gesetz sei allein die Willensäußerung des Führers, Gesetz im wesentlichen der Plan des Führers mit der Blickrichtung auf Vergangenheit und Zukunft. Deutschland habe als erster Staat die Trennung von Legislative und Exekutive, von Gesetz und Leben überwunden. Daressalam zu einem Freihafen ge^ m a ch t werde. Er sagt, Deutschland müsse irgendwie eine Ausdehnungsmöglichkeit erhalten, und jetzt habe England die Gelegenheit, nicht zu einem Tauschhandel, sondern zu einem Anerbieten. London, 26. Juni. (DRB.) In einem Brief an die „Times" befürwortet Admiral Spencer de 5) o r f *" "*" * ' ~ terausschuß des Kabinetts habe entgegen der früheren Darstellung seinen Bericht überhaupt noch nicht e r st a t t e t, so daß das Kabinett auch gar nicht in der Lage gewesen sei, dazu Stellung zu nehmen. Man glaube, daß eine Erklärung der Regierung nicht vor der zweiten Juli-Woche herauskommen werde. Geschenk des Führers an den Kaiser von Japan. Berlin, 27. Juni. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute den kaiserlich japanischen Botschafter, Vicomte M u s h a k o j i, und überreichte ihm als Geschenk des Deutschen Reiches an den Kaiser von Japan ein bisher in deutschem Museumsbesitz befindliches Bild des in der japanischen Geschichte berühmten Kaisers Saga. Das Bild, das aus dem 14. Jahrhundert stammt, hat außer seinem künstlerischen Wert eine besondere historische und kultische Bedeutung für Japan; es befand sich früher in einem Tempel der alten Kaiser st a d t Kyoto und ist vor etwa 30 Jahren im Kunsthandel durch Kauf von der preußischen Museumsverwaltung erworben worden. Der Herr japanische Botschafter, der sich demnächst auf Urlaub in seine Heimat begibt, wird das Bild dem Kaiser von .Japan überreichen. u*? finW M w51 MlNiach ehemalige! Acht' £ Lerseh oder wem Weise fl1 Soldat rechtigung nunfl obi. sjlunmet) aus 6erJ nen Solda Berechtig!" Zeichnung > wenn oi Ehrenve Urteils Lerfehl 'treffende t macht in -es Soldat Die Beri end erklärt. Der Ün- w» Seines we-t es -iags..de allgemeinen Rechtsbegriffe sein. Universitätsprofessor Staatsrat Dr. zu Gefäng [ lung ober 1 rührig im I Derstoh ge I (taubes oo' triegsiM Ms und ober eines Bezeichnun- ren Zug I Wehrmacht der Entzie lannzug Orben ur feit zum 5 Wochen w Oaü 3 angele Die Reic Gesetz übe legenheiten das der bas Derfa wird. Di evangelisch ' gelischen £ M di Fallen b gründ! bau t Kirche, und dabe der Dr, nachpri getroffene! müssen. : in Rech/sc beim Reich Entlastung icheidun Maßnah Kirche oder troffen woi manchen F tichen. und evangelische Verden ban trogen, die Slieder fpeitmi "chen Rei, Mr dafür tuchen und E°°ngelischek Kleine ,.Der Fül ^.den n ®ehnbti ^nnte Elchen ; ^urgos, iu, schreiben reitg'5Mii Die zweite Arbeitstagung war dem Recht des Auslandes vorbehalten. Der stellvertretende Präsident, Geheimrat Dr. Kis ch, führte u. a. aus, das deutsche Volk habe das aufrichtige Bestreben, mit allen Rationen einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung zu pflegen. Dem entspreche es, daß wir auch den geistigen Ausbau unserer Beziehungen zum A u s l a n d e suchen, ganz besonders auf dem Gebiete des Rechts. Es erfüllt uns mit stolzer Genugtuung, daß unserm Ruf an das Ausland in steigendem Maße Folge geleistet wird. Universitätsprofessor Dr. van Lo.on (Holland), Mitglied der Akademie für deutsches Recht, hielt dann einen Vortrag über das Rechtsproblem der internaionalen Kartelle. Ob ein internationales Kartellabkommen dazu beitragen werde, das internationale Kartell mehr und mehr seinem wirklichen Ziel, der Regelung der Weltwirtschaft, entsprechen zu lassen, das sei ein Frage, mit deren günstiger Lösung der Weltwirtschaft und allen Völkern gedient wäre. Dann sprach in englischer Sprache Universitätsprofessor Dr. Templs-Grey über die Aussichten des internationalen Gedankenaustausches auf dem Gebiet des Rechtswesens. Internationale Vereinbarungen auf dem Gebiete des Rechts dürften nicht verwechselt werden mit Politik und Diplomatie. Wohl sei bis heute der Geist für ein solches internationales Abkommen nur in unzureichendem Maße vorhanden, er glaube aber, der Hoffnung Ausdruck geben zu dürfen, daß Deutschland und England durch ihren Vertrag zu künftiger Zusammenarbeit beigetragen haben. — Vizepräsident Kisch verwies auf das glückliche Vorzeichen des d e u t f ch - e n g - lichen Uebereinkommens, das zu den besten Hoffnungen berechtigte. Zwei Völker, die so stark verwandt seien, wie -das englische und das deutsche, könnten nicht auf die Dauer unter Mißverständnissen bleiben, wir begrüßen es mit dankbarer Freude, daß durch die englischen Staatsmänner und die Großzügigkeit unseres Führers und Reichskanzlers der Weg freigegeben ist für ein unsere Belange wahrendes und auf die fremden Interessen Rücksicht nehmendes Verhältnis. SÄ Lahrestagung -er Akademie für Deutsches Recht Das Ausland und die Rechtsentwicklung in Deutschland. der beförderten Güter oder über die Beförderungsstrecken unrichtige, ungenaue oder unvollständige Angaben macht. Die Reichsbahn betreibt den Güterfernverkehr mit eigenen Kraftfahrzeugen. Im Bedarfsfalls kann sie vom Verband Kraftfahrzeuge mieten. Für den Güterfernverkehr der Reichsbahn gelten jedoch nur die Bestimmungen des Gesetzes über die Tarife. Die Vorschrift des Gesetzes, daß der Inhaber der Genehmigung kein anderes Gewerbe als Güterfernverkehr betreiben darf, tritt für diese Unternehmer am 1. April 1938 in Kraft. In der Begründung des Gesetzes wird gesagt, daß die mit der Notverordnung vom 6. Oktober 1931 erstrebte Befriedung des Wettbewerbs zwischen Eisenbahnen und Güterfernverkehr nicht erreicht worden ist, weil sich die Ueberwachung des Reichskraftwagentarifs als unmöglich erwies. Es war erwogen worden, daß nur die Reichsbahn berechtigt fein sollte, Güterfernverkehr zu betreiben. Diesem Monopolrecht sollte die Verpflichtung gegenüberstehen, die bisherigen Unternehmer noch eine Reihe von Jahren in ihrem Kraftwagenbetrieb zu beschäftigen und sie dann zu übernehmen oder angemessen abzufinden. Anlaß dazu war der Ruf der Reichsregierung an die Reichsbahn, f i ch f e l b ft z u motorisieren, Kraftfahrbahnen herzustellen und die Vorzüge, die der Kraftwagen gegenüber der Schienenbahn besitzt, zur vollen Entfaltung zu bringen. Diese Lösung hätte das Ende der freien Betätigungsmöglichkeit der Unternehmer vom Güterfernverkehr bedeutet. Der Reichsregierung erschien es im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht an- gezeigt, die weitere Entwicklung des Güterfernverkehrs der Reichsbahn allein zu über- । lassen und Maßnahmen zu treffen, die einer gewaltsamen Eingliederung des freien Unternehmertums in den Betrieb der Deutschen Reichsbahn | gleichkamen. Deshalb gewährleistet das neue Gesetz i die Einrichtung von Güterfernverkehr sowohl ! durch die Reichsbahn, als auch durch j das private Verkehrsgewerbe und vermeidet jeden Zwang auf die Privatunternehmer, sich in die Dienste der Reichsbahn zu begeben. Im Interesse der Privatunternehmer wird ein starker Verband geschaffen, dem ebenso wie der Reichsbahn eine selbständige Rolle im Verkehrswesen zufällt. Die Reichsbahn kann mit ihrem Güterfernverkehr dem Verband beitreten. London, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Meldung, daß das Kabinett den wirtschaftlichen und finanziellen Reformplan Lloyd Georges verworfen habe, wird von der „Preß Association" fikr un zutreff ...... terausschuß des Kabinetts 3. wenn sie zur Abwendung er n st er Ge- fahr für das Leben oder die Gesund- beit erforderlich ist. Der nationalsozialistische Staat hat demnach nicht nur die Mutterschaft, sondern auch die Erhaltung der Zeugungs- und Gebärfähigkeit des Einzelnen unter feinen besonderen Schutz gestellt, indem er einerseits daran festhält, daß hier der Verfügungsgewalt des Einzelnen über feinen Körper Schranken gesetzt sind, hat er klar herausgearbeitet, in welchen Fällen Schwangerschaftsunterbrechung, Unfruchtbarmachung und Entfernung der Keimdrüsen zulässig sind. So wird diese Ergänzung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von allen denen begrüßt werden, die das Schicksal des Volkes und der Nachkommen über ihr eigenes Wohlergehen stellen. Der Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen. Um einen gerechten Leistungswettbewerb zwischen Eisenbahnen und Kraftfahrzeugen sicherzustellen, hat die Reichsregierung, wie schon gemeldet, ein Gesetz über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen beschlossen. Wer mit Kraftfahrzeugen über die Grenzen eines Gemeindebezirks hinaus außerhalb eines Um- kreises von 50 Kilometer, gerechnet vom Standort des Kraftfahrzeuges aus, Güter für andere beförder-n will, bedarf nach dem neuen Gesetz der Genehmigung. Sie darf nur erteilt werden, wenn der Unternehmer zuverlässig und die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebes gewährleistet ist. Sie ift zu versagen, wenn kein Bedürfnis vorliegt. Die Unternehmer werden zu einem „Reichs-Kraftwagen-Betriebsverband" zusammengeschlossen, der der Aufsicht des Reichsver- kehrsministers untersteht. Der Verband hat im Einvernehmen mit der Reichsbahn Tarife für den Güterfernverkehr aufzustellen, die alle zur Berechnung des Beförderungsentgelts notwendigen Angaben sowie alle anderen für den Beförderungsvertrag maßgebenden Bestimmungen enthalten müssen. Die höhere Verwaltungsbehörde kann einem Spediteur das Gewerbe untersagen, wenn er Beförderungsverträge entgegen den Bestimmungen des Gesetzes vermittelt, abschlreßt oder erfüllt, Zahlungen oder andere Zuwendungen entgegen den Bestimmungen annimmt, bewirkt oder vermittelt, in den Beförderungspapieren über Art oder Menge Die LufWutzpslichl. In der Begründung zu dem bereits mitgeteilten Lustschutzgesetz wird zunächst darauf hingewiesen, daß Deutschland mehr als andere Länder im Falle eines Angriffs von außen den Gefahren des Luftkrieges ausgesetzt ist. Jeder Teil des Reichsgebietes ist für fremde Luftstreitkräfte erreichbar. Größte Bedeutung kommt daher dem zivilen Luftschutz zu. Die Maßnahmen des Luftschutzes sind jedoch im Ernstfälle nur dann wirksam, wenn das ganze Volk sich willig in ihm einfügt und schon im Frieden darin geübt wird. Wenn auch weite Kreise dem Luftschutzgedanken großes Verständnis entgegenbringen und sich an den Luftschutzübungen beteiligen, so kann doch auf die Dauer der Luftschutz nicht auf rein freiwillige Beteiligung abgestellt werden, zumal auch von öffentlichen Stellen Maßnahmen verlangt werden, die schon aus haushaltsrechtlichen Gründen eine gesetzliche Grundlage voraussetzen. Aus diesen Erwägungen ist das Luftschutzgesetz zustandegekommen, das ein Rahmengesetz ist. In weitem Umfange werden erst die näheren Durch- führungsbestimmungen die Materie erschöpfend behandeln können. Bei der Durchführung des Gesetzes bedient sich der Reichsminister der Luftfahrt grundsätzlich der Wie ba5 ?er Stelle « Beauff be? v'L- Universitätsprosessor Dr. Wieth-Knutsen (Norwegen), Mitglied der Akademie für deutsches Recht, sprach anschließend über Strafrechtsprobleme in den nordischen Ländern. Er bezeichnete als die vordringlichste Sorge aller vaterländisch Gesinnten die erschreckende Zunahme von Vergehen gegen das keimende Leben. Der frische Wind, der aus Deutschland komme, übe eine reinigende Wirkung auch im Norden aus. Deutschland' möge nicht locker lassen und sich nicht mit Halbheiten Begnügen. Der Gefolgschaft des Nordens könne Deutschland sicher sein. Dr. Graf Vernazecci di Fossombrone (Italien), ebenfalls- Mitglied der Akademie für deutsches Recht, sprach über die internationale Funktion des Rechts. Wenn das nationalsozialistische Deutschland das neue deutsche Recht schaffe, wenn das faschistische Italien das neue italienische Recht bilde, so suche jedes dieser Länder, diesen Schatz nach besten Kräften 3u bereichern. Andere Vorteile, die für das eigene Volk geschaffen würden, überschritten morgen die politischen Grenzen, um Vorteile der allgemeinen Rechtsentwicklung zu werden. Dies sei die große erobernde Kraft des Rechtes, das sich durch die nationalen Rechte vervollständige, um sich immer mehr den Zwecken der Menschheit anzunähern. Es' solle also jeder von uns auf sein nationales Recht stolz sein, das ihm gehöre als eines der teuersten Güter, denn dieses Recht setze ihn in den Stand, an der Bildung und Entwicklung des allgemeinen Rechts mitzuwirken, das ein Erbteil aller Völker sei, weil es ein Beitrag der Erfahrung und Wissenschaft darstelle, den jedes Volk nach dem Stande seiner Kultur und seiner Entwicklung darzubringen verstanden habe. Die Akademie für deutsches Recht schöpfe ihre Kraft aus der unerschütterlichen Erfahrung der Vergangenheit, aber ihr Handeln gelte der Zukunft. Sollte man der Akademie ein Wahrzeichen geben, so würde er sie versinnbildlichen in einer starken Eiche, die ihre Wurzeln tief in den Boden senke, und als Wahlspruch würde er die Worte hinzufügen: „Heilig ist die Zukunft". — Damit war der Arbeitsplan der zweiten Arbeitstagung erschöpft. Die öffentliche Kundgebung „Das deutsche Recht im Dienste des Weltfriedens" wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. München, 27. Juni. (DNB.) Die Akademie für deutsches Recht begann in München unter großer Beteiligung ihre 2. Reichstagung. Der Präsident der Akademie, Reichsminister Dr. Frank, eröffnete die erste Arbeitstagung, die unter dem Motto „Deutsches Recht" steht. Die Aufgabe, die der Akademie gestellt worden sei, sei auf eine kurze Formel gebracht, die große Mission des deutschen Rechtsleoens in Einklang zu bringen mit den Voraussetzungen und Notwendigkeiten unseres völkischen Seins. Es sei ein verheißungsvolles Vorzeichen, daß die Reichsregierung gerade ein Gesetz beschlossen habe, das der materiellen Gerechtigkeit in der Strafrechtspflege zum Siege verhelfe. Der Grundsatz: „Keine Strafe ohne Gesetz" sei abgelöst durch den Satz: ,K e in Verbrechen ohne Strafe". Das solle die Männer des deutschen Rechts erneut zu Dank verpflichten gegenüber dem Führer, der mit so überragendem Verständnis die Arbeit der Akademie fördere. Als erster Referent sprach dann der Professor an der Universität Jena, Dr. Wilhelm Justus Hede- mann, zu dem Thema „Der Gesamtbau des bürgerlichen Rechtes". Er behandelte den Zwiespalt zwischen dem römisch-kanonischen Fremdrecht und dem einheimischen deutschen Recht und schilderte die allmähliche Wiederkehr des heimischen Eigenrechts innerhalb der Gelehrtenkreise. Die Reichskodifikation des Bürgerlichen Gesetzbuches von 1896 habe das fünfgliedrige System des Hauptbaues unseres bürgerlichen Rechtes gebracht. Dieser Bau erschiene aber heute als morsch. Die junge Generation dränge zu neuem Recht. Das Bürgerliche Gesetzbuch aber werde auch weiterhin eine Sammelstelle für die ßin neues britisches Kampfflugzeug. — Oer schwerstbewaffnete Einsitzer derWelt London, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) In Hendon wird am Montag ein neues britisches Kampfflugzeug vorgeführt werden, das als fchwerst- bewaffneter Einsitzer der Welt bezeichnet wird. Es besitzt vier Maschinengewehre, von denen zwei in den unteren Tragflächen und zwei über dem Flugkörper angebracht sind. Letztere feuern durch den Propellerradius. Als fünfte Waffe besitzt es noch ein S ch n e l l f e u e r g e f ch ü tz, das Granaten von 2 cm Kaliber durch die Propellerachse abfeuert. Das Magazin dieses Geschützes enthält 60 Granaten. Das Flugzeug soll eine Stundenaeschwindigkeit von über 400 Kilometer und binnen sechs Minuten eine Höhe von annähernd 4000 Meter erreichen können. des Gefühls volksmäßiger Verbundenheit und seiner vertraglich gesicherten Betätigung eine Schikane und einen mutwilligen Angriff sehen muß. „Es ist nicht notwendig, daß man Menschen, die ohnehin schon von dem Unglück betroffen sind, von ihrem angestammten Volk weggerissen zu sein, außerdem noch quält und mißhandelt", sagte Hitler in seiner Friedensrede an die Welt, die in Belgien, offenbar mit Ausnahme dieser Stelle, mit großer Befriedigung ausgenommen wurde. Betrachten wir die Lage der Minderheiten i n autoritären Staatswesen wie Sowjetrußland, Italien, Ungarn und Jugoslawien, so erweist sich der Versuch, einen tatsächlichen oder logischen Zusammenhang der Minderheitsbehandlung mit der Staatsform zu konstruieren, als vollends unmöglich. Wenn die sowjetrussischen Todesurteile gegen deutsche Bauern und Geistliche, die selbst ein so blutbeflecktes und rücksichtsloses Regime, wie das bolschewistische nicht zu vollstrecken wagte, noch erklärt werden mögen durch die tödliche Feindschaft zwischen Weltbolschewismus und deutschem Nationalsozialismus, so sind die Kultur- und Sprachschikanen, denen das ungarische Deutschtum durch die Magyarisierungsvolitik der Regierung ausgesetzt ist, um so unbegreiflicher, als sonst ausgesprochen freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn bestehen, auf deren Betonung man in Ungarn zeitweise besonderen Wert legt. Das demokratische Italien hat nach dem Kriege unter der Verwaltung Crodaros wenigstens Anstalten gemacht, die Eigenrechte der Südtiroler Deutschen zu achten; der faschistische Staat ist zu einer schroffen und unduldsamen Politik der Entnationalisierung übergeganaen, die sich bis auf die von den Ahnen vererbten deutschen Geschlechternamen erstreckt. Dagegen ist die Lage der deutschen Bevölkerung i n Südslawien anscheinend erträglich, wohl weil dieser Staat in einem viel wichtigeren und schwereren Nationalitätenkampfe steht, der ihm den Blick dafür geöffnet hat, daß es nutzlos ist, ungefährliche Minderheiten zu quälen. Dieser Ueberblick ist für die europäische Minderheitsfrage nicht erschöpfend und soll nur zeigen, daß die Staatsform damit nichts zu tun l)at, und daß, wo dies behauptet wird, der Nachweis erst noch zu erbringen ist. Nach den gemachten Erfahrungen ist dies unwahrscheinlich. Die D e - m o f r a t i e hat über hundert Jahre Zeit gehabt, sich mit dem Verhältnis zwischen Staat und Nation auseinanderzusetzen, aber sie hat dies Problem nicht bewältigen können. Sie hat besonders bei den Verträgen versagt, die angeblich im Namen der Demokratie den Weltkrieg beendeten und eine neue Ordnung Europas begründen sollten. In diesen Verträgen wurde die in Europa ohnehin schon gegebene Schwierigkeit, die Staatsgrenzen nach der nationalen Zugehörigkeit zu ziehen, bewußt und leichtfertig vergrößert. Von ihr ist eine befriedigende Lösung der Minderheitenfrage so wenig zu erwarten, wie von einer autoritären Staatsführung, die sie mit den alten Methoden der Gewalt anfaßt. Nur von einem neuen europäischen Geisteszustand kann die Rettung kommen; er ist in der nationalsozialistischen Staatslehre gegeben, die aus der Forderung unbedingter Hingabe an das Volks - ganze die Kraft zu ebenso unbedingter Achtung fremden Volkstums zieht und so über die Staatsgrenzen hinweg eine europäische Solidarität ermöglicht. Ergänzung des Gesetzes zurVer- hütung erbkranken Nachwuchses. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Ueber das Gesetz zur Aenderung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses machte Ministerialdirektor Dr. Guett vor Pressevertretern folgende Ausführungen: Das Gesetz ändert nichts an den Grundsätzen, die sich seit dem Inkrafttreten in IV2 Jahren durchaus bewährt haben, sondern bringt lediglich in eint» aen Punkten eine Klarstellung. Deutschland hat, gestützt auf einwandfreie Ergebnisse der Wissenschaft in der Erbforschung die Möglichkeit geschaffen, durch einen verhältnismäßig geringfügigen Eingriff — Sterilisierung genannt — erbkranke Personen aus der Fortpflanzung aus» zuschalten, um durch die Verhütung erbkranken Nachwuchses die Entstehung von neuem Elend und Leid unschuldiger Kinder zu verhüten. Es sind immer wieder von schwangeren Frauen, hinsichtlich deren ein Beschluß auf Unfruchtbarmachung vorlag, Gesuche eingegangen, in denen auf Grund der einwandfrei festgestellten Erbkrankheit eine Unterbrechung der bereits befte» henden Schwangerschaft verlangt wurde. Darin wurde ausgeführt, daß man diesen Frauen nicht zumuten dürfe, ihr erbkrankes Kind auszutragen. Die nationalsozialistische Regierung hat im Kampf gegen die ungesetzlichen Schwangerschaftsunterbrechungen, die vor der Machtergreifung ein sehr großes Ausmaß angenommen hatten, beträchtliche Erfolge erzielt und nie einen Zweifel darüber gelassen, daß sie eine leichtfertige I n - dikation zur Schwangerschaftsunterbrechung nicht zulassen wird. So ist z. B. die früher von der marxisttschen Regierung erstrebte soziale Jndikatton zur Schwangerschaftsunterbrechung von der nationalsozialistischen Bewegung nachhaltig bekämpft worden. Dieser Auffassung trägt H r'ÜToai't"’ auch die jetzige Aenderung des § 14 des Gesetzes as ne« ebr 1°®°, auch * XÄ »Z ihrem In Semiplatinsk (Kasakstan) verurteilte das Mi- llitärkollegium des Obersten Gerichts 4 Bauern avegen Ermordung eines GPU.-Beamten, Ganti- imurow, zum Tode durch Erschießen. Wei- ttere 6 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von drei bis zehn Jahren. Die Todesurteile wurden bereits vollstreckt. ! der j» j SÄ zu zt cftW ’ UNV ^hBk" butzNi siihrn^ 1 ihrest Luf'S ief vltV . jjiüIeL »en hnL'te Bullrich Salz bürg und Vorpommern seinen Weg nahm und von wolkenbruchartigem Regen begleitet war, hat in dem ganzen Ostseeküstengebiet schwere Schäden angerichtet. So wurde in Strohkirchen bei Ludwigslust eine Büdnerei bis auf die Grundmauern eingeäjchert. In den Kreisen Grimmen und Greifswald zündete der Blitz in fünf Gebäuden und Viehställen. Der Danziger Freistaat wurde von einem schweren Gewitter heimgesucht. Ein Blitz schlug in die Baltischen Spritwerke in Danzig-Neufahrwasser ein und brachte zwei mit Sprit gefüllte große Kessel zur Explosion. Die Explosion war so heftig, daß in weitem Umkreise sämtliche Fenster zersprangen. Die Feuerwehr richtete ihre Hauptarbeit darauf, eine Explosion der weiteren in den Nebengebäuden befindlichen Kessel und Spritoor- räte zu verhindern. Es wurden insgesamt 200 000 Liter Sprit vernichtet. Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen. Die Hitzewelle. — Rekordkemperakuren in Berlin. Wien und Budapest. Der dritte Tag der Hitzewelle hat den Bewohnern der Reichshaupt st adt wieder ein sprunghaftes Steigen der Hitzewelle beschert. Während die Tagestemperatur in der Nacht zum Donnerstag auf 22 Grad Celsius heruntergegangen war, war das Thermometer um 8 Uhr auf 26 Grad, um 10 Uhr auf 30 Grad und um 12 Uhr bereits auf 33 Grad gestiegen. ♦ Die große Hitzwelle, die augenblicklich über Europa lastet, hat auch in W i e n zu Temperaturhöchstziffern geführt. Donnerstag mittag wurden 35 Grad im Schatten gemeldet. Bis jetzt sind drei Todesopfer der Hitze zu verzeichnen, darunter der Berliner Kaufmann Willi Tiede, der erst am Mittwoch auf einer Geschäftsreise nach Wien gekommen war. ♦ Die Hitzewelle hat in Budapest eine Tempera- turfteigerung hervorgerufen, die auch für ungarische Verhältnisse kaum tragbar erscheint. Am Donnerstagnachmittag wurden 3 7 Grad Celsius gemessen. 40 Personen erlitten in den Nachmittagsstunden auf der Straße H i tz s ch l ä g e und mußten in Krankenhäuser gebracht werden. Der Wasserverbrauch ist so gestiegen, daß die Wasserwerke bei weiterem Anhalten der Hitze den Bedarf kaum noch decken können. In Kleinpest, einer Vorstadt von Budapest, macht sich bereits erheblicher Wassermangel bemerkbar. rund ein Sechstel, also a u f 2 0 0 Millionen Reichsmark herabgedrückt und erschwert durch schikanöse Bestimmungen den Zahlungsverkehr. Im 1. Vierteljahr 1935 entwickelte sich der Han- del Deutschlands mit Frankreich sogar ungünstig wir haben ein Passivum von 15,7 Millionen aufzuweisen. Weil Frankreich weniger Waren von Deutschland bezog, ist ein Rückstand aus dem Verrechnungsverkehr entstanden, der nach französischen Angaben 300 Millionen Franken, also rund 50 Trillionen Mark beträgt. Wenn es nicht gelingt, in den vierzehn Tagen zu einem neuen Abkommen zu gelangen, dann müssen wir 70 v. H. unseres Ausfuhrerlöses für die Begleichung der alten Schuld opfern und es bleiben nur 30 v. H. für den Kauf neuer französischer Waren; da aber die französische Ausfuhr-Industrie hauptsächlich in Luxusgütern besteht, ist für Frankreich dieser Ausfall viel schmerzlicher als für Deutschland, das auf solche Waren verzichten fpnn. — Mit Polen beginnen am Freitag die Zollverhandlungen, nachdem im Vorjahre ein Zollfriedensprotokoll dem Handelskrieg ein Ende machte. Die Ausfuhr aus Deutschland ist von 499 Millionen im Jahre 1928 auf 55 Millionen im Vorjahre gefallen, die Einfuhr nach Deutschland dagegen nur von 377,9 auf 78. Mit anderen Worten: die polnische Ausfuhr nach Deutschland ist viel weniger gesunken als die deutsche nach Polen und zum ersten Mal blieben wir im vorigen Jahre mit 23 Millionen Mark passiv. Es ist also ein Ausgleich dringend zu fordern und ferner die Einführung eines Verrechnungsabkommens, das bisher mit Polen fehlte. — Wenig erfreulich scheinen sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rumä- n i e n zu entwickeln. Nachdem Rumänien dazu übergegangen ist, auf die Einfuhr deutscher Waren eine 44prozentige Abgabe zu erheben, deren Erlös zur Gewährung von Exportprämien für die rumänische Ausfuhr nach anderen Ländern, aber nicht nach Deutschland, verwendet werden soll, hat sich die Reichsregierung g'ezwungen gesehen. Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Durch eine Verordnung vom 26. Juni ist die Erhebung zusätzlicher Wertzölle auf nach Deutschland eingeführte Waren rumänischen Ursprung vorgeschrieben worden. Hoffentlich führt diese Maßnahme dazu, daß die rumänische Regierung ihre die deutschen Waren benachteiligende Han- delspolitik nochmals überprüft und ändert. Es wäre am besten, wenn beide Länder noch nachträglich Übereinkommen würden, die 44prozentige Sonderabgabe wieder aufzuheben. v Unh«‘len °chts. cQnbetn aller 7"; Der is' eine ' Deutsch, "Ht mit 1 des Rn. iM-br°ne 'Mur beut. ll,onale “"«tionar. * Rech, ?05 »tue * < .Merit. Sm* Wen ®ren. sentoitfiu ‘'M »=s /echte Den ■öBeftn ber von uns 'M gehöre dieses Recht l9 unb Ent- "Arten, bas ■Beitrag ber ' den jebes unb feiner habe. Die ihre Kraft r Vergangen, fünft. Sollte 'en, so würbe n Eich^ bie ske, unb als igen: „heilig ttitsplan ber e öffentliche Dienste bes en Zeitpunkt In Deutschland erscheinen soeben die Monatsbilanzen der Banken für den Monat Mai. Diese Bilanzen zeigen, daß die Aufwärtsentwicklung an der Börse in den letzten Wochen nicht etwa durch Krebithergabe der Banken bewirkt worden ist. Die Banken haben sogar darüber hinaus ihren eigenen Besitz an Dividendenwerten vermindert und gleichzeitig ihr Portefeuille an festverzinslichenWer- ten beträchtlich vermehrt. Sie haben also durchaus die Tendenz verfolgt, die von den maßgebenden Stellen als im Interesse der Wirtschaft für wünschenswert angesehen wird. Eine andere interessante Entwicklung zeigt das Wechsel-Portefeuille der Banken, das zahlenmäßig nur leicht erhöht ist. Dabei hat aber die Deutsche Gold- diskontbank einen erheblichen Betrag von Solawechseln bereits im Berichtsmonat am offenen Geldmarkt rediskontiert. Wenn trotzdem der Wechselbe- stand der Banken nur verhältnismäßig geringfügig gestiegen ist, so erklärt sich das daraus, daß der Bestand an Privatdiskonten erheblich zurückgegangen ist. Die Solawechsel sind also einfach an die Stelle der Privatdiskonte getreten, so daß das Akzeptkonto bei den einzelnen Banken äußerlich kaum berührt erscheint, während es in Wirklichkeit eine beachtliche Umschichtung erfuhr. Gleichzeitig konnten die Banken ihre Ägui- dität weiter erhöhen. Wahrscheinlich werden wir im nächsten Monat eine weitere Verflüssigung der Bankbilanzen erleben. Wenn in absehbarer Zeit für sine Steigerung der Kreditansprüche bei den Banken sich eine stärkere Privatinitiative ankündi- gen würde, so wäre das sowohl vom Standpunkt der Banken als auch aus allgemeinen wirtschaftlichen Gründen sehr zu begrüßen. * Das deutsch-französische Handelsabkommen, das am 1. Juli ablief, ist nur um 14 Tage verlängert rootben. Eine Einigung war insofern nicht zu erzielen, als die Franzosen mit einer völligen Aenderung ihrer Wirtschastspolltik aufwarteten, die zudem die Kontingentierung der deutschen Einfuhrwaren in Frankreich nicht wie bisher nach einem für alle Länder gleichmäßigen Satz der früheren Einfuhr Frankreichs vornehmen wollte, sondern die Kontingente willkürlich gestaltet hätte, so daß natürlich Länder, die politisch am Strange Frankreichs ziehen, vor Deutschland, das immer noch Frankreichs bester Kunde neben Algerien ist, bevorzugt würden. Auch in der Frage der Gestaltung des Clearings und der Forderungen aus dem Warenverkehr mit Deutschland konnte keine Einigung erzielt werden. Frankreich hat durch rigorose Zoll- polittk und Konttgsntierungsmaßnahmen im Dor- sichre den Ausfuhr-Ueberschuß Deutschlands auf Erdstöße in Süddeutschland und in der Schweiz. Am Donnerstag um 18.20 Uhr wurde in München ein kräftiges etwa 3 Sekunden dauerndes Erdbeben wahrgenommen. Auch in Nürnberg wurde das Beben gespürt. In Karlsruhe war das Beben so heftig, daß verschiedentlich Häuser erheblich erschüttert wurden, lieber Schäden ift bisher nichts bekannt geworden. Der Erdstoß wurde auch in Mannheim wahrgenommen. Der Seismograph der Sternwarte auf dem Königsstuhl bei Heidelberg verzeichnete den Erdstoß, der um 18.20 Uhr begann. Aus Freiburg wird gemeldet, daß dort um 18.21 Uhr zwei ziemlich kräftige Erdstöße wahr- aenommen wurden, das Gleiche wird aus Offenburg berichtet. Von besonderer Heftigkeit scheint die Erdbewegung im Hegau und im Bodensee- gebiet gewesen zu sein. Nach einer Meldung aus Singen am Hohentwiel wurden dort fünf bis sechs ziemlich heftige Erdstöße mit einer Gesamtdauer von fünf Sekunden wahrgenommen. In Stuttgart wurde das Erdbeben besonders heftig auf den umliegenden Höhen verspürt. In Balingen (Schwäbische Alb) war der Erdstoß so stark, daß die Bewohner im ersten Schrecken z. T. die Häuser verliehen. Auf Anfrage bei der Erdbebenwarte München wird mitgeteilt, daß es sich um das stärkste Nahbeben handelt, das von der Münchener Erdbebenwarte feit dem 16. November 1911 ausgezeichnet worden ist. In Basel, Zürich, Bern, in der O st s ch w e i z und der Jnnerschweiz, wurde am Donnerstag um 18.20 Uhr ein etwa 4 Sekunden dauernder Erdstoß verspürt. In Zürich, Basel und St. Gallen wurden in zahlreichen Häusern starke Erschütterungen wahrgenommen. Meldungen über Sachschäden liegen nicht vor. Auch in Frankfurt a. M. und Umgebung wurde am Donnerstag das in ganz Süddeutschland verzeichnete Erdbeben verspürt. In Lindenfels im Odenwald flüchteten die Bewohner auf die Straße, als die Bilder an den Wänden in Bewegung gerieten und das Geschirr umfiel. Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, liegt der Herd des Bebens im Gebiet der Schwäbischen Alb. In fast allen Alpengebieten Oesterreichs wurde am Donnerstag gegen 18 Uhr ein starkes Erdbeben verspürt. In den Südalpen war bereits am Morgen ein Beben wahrgenommen worden. Schwere Gewitter an der Wasserkante. In der Nacht zum Donnerstag wütete über Bremen und Umgebung ein schwerer © e mitte r ft u r m, der stundenlang andauerte und großen Schaden anrichtete. In dem Vorort Horn schlug der Blitz in das Haus eines Landwirts ein. Das in den letzten Wochen völlig ausgedörrte Strohdach stand sofort in Flammen und mar bereits abgebrannt, als die Feuermehr eintraf. Das Vieh konnte gerettet merben. In Bremen-Schmachhausen mürben zahlreiche Bäume vom Sturm geknickt. Hesttge Hagelschauer verursachten unzählige Dach- unb Fensterschäben und zerstörten die Gärten. Auch in ber Jnnenstabt mürben schwere Schä- ben angerichtet. ♦ Ein außerorbentlich schweres Gewitter, bas in hoheitlichen Luftschutzes (Flugmelbe- und Luftschutzwarnbienst, Sicherheits- unb Hilfsbienst) sozial unfallversichert sinb. Ebenso auch alle Personen, bie im übrigen Luftschutz (Selbstschutz und Werkschutz) an den vom Reichsminister der Luftfahrt anerkannten Luftschutzübungen oder Betrieben zur Luftschutzausbildung teilnehmen. So- weit es sich um Luftschutzübungen handelt, ist aller- dings der Kreis der Versicherten auf die Personen beschränkt, die zu besonderer Tätigkeit herangezogen werden. Sie Entziehung des Rechts zum Führen einer Dienstbezeichnung der Wehrmacht. Unter den Mittwoch beschlossenen Gesetzen be- findet sich auch ein Gesetz über bie Entziehung bes Rechtes zum Führen einer Dienstbezeichnung ber Wehrmacht. Augenblicklich besteht keine Möglichkeit, ehemaligen Soldaten ber alten unb neuen Wehrmacht, auch wenn sie wegen schwerer Verfehlungen entlassen worben sinb ober wenn sie nach ihrer Derabschiebung in grober Weise gegen bie Ehrauffassung bes Sol baten st anbes ver stoßen haben, bie Berechtigung zum Führen ber früheren Dienstbezeichnung abzuerkennen. Nunmehr kann ber Führer unb Reichskanzler aus ber Wehrmacht entlassenen bzw. ausgeschiebe- nen Solbaten ber alten unb neuen Wehrmacht bie Berechtigung zum Führen der früheren Dienstbezeichnung entziehen, wenn die Entlassung auf Grund eines Ehrenverfahrens oder gerichtlichen Urteils wegen schwerer ehrenrühriger Verfehlungen erfolgt ist; oder wenn der Betreffende nach dem Ausscheiden aus der Wehrmacht in grober Weise gegen die Ehrauffassung des Soldatenstandes verstoßen hat. Die Berechtigung zum Führen der früheren Dienstbezeichnung erlischt von selbst durch rechtskräftige Verurteilung zum Tode, zu Zuchthaus oder au Gefängnis wegen einer ehrenrührigen Handlung oder Unterlassung. Ob eine Handlung ehrenrührig im Sinne des Gesetzes ist oder ob ein Verstoß gegen die Ehrauffassung des Soldaten- ftanoes vorliegt, entscheidet endgültig der Reichskriegsminister. Als unbefugte Führung einer Dienstbezeichnung oder eines Titels gilt auch die Führung einer Bezeichnung, die bie Tatsache ber früheren Zugehörigkeit zur alten ober neuen Wehrmacht in irgenbeiner Form ausbrückt. Mit ber Entziehung ber früheren Dienstbezeichnung kannzugleichderdauernbeVerlustber Orden und Ehrenzeichen sowie die Unfähi- feit zum Wiedereintritt in bie Wehrmacht ausgesprochen werben. Das Beschlußverfahren in Nechts- angelegenheiten der Evang. Kirche. Die Reichsregierung hat, wie schon gemelbet, ein Gesetz über bas Beschlußverfahren in Rechtsangelegenheiten ber Evangelischen Kirche erlassen, burch das der Reichsmini st er des Innern in das Verfahren in Zweifelsfällen eingeschaltet wird. Die derzeitige Rechtslage in der deutschen evangelischen Kirche und in einem Teil der evangelischen Landeskirchen hatte es mit sich gebracht, daß sich die Gerichte in einer größeren Anzahl von Fällen bei z. T. unbedeutenden Anlässen m i t grundlegenden Fragen über d en Ausbau ber deutschen evangelischen Kirche, sowie ihrer Gliederungen beschäftigen und dabei die Verfassungsmäßigkeit der Organe der deutschen evangelischen Kirche nachprüfen, sowie zu sonstigen kirchlicherseits getroffenen Maßnahmen Stellung nehmen müssen. Durch die Schaffung einer Beschlußstelle in Rechtsangelegenheiten der evangelischen Kirche beim Reichsrninisteriurn des Innern soll nun unter Entlastung der Gerichte eine einheitliche Entscheidung über rechtlich zweifelhafte M aß n a h rn e n, die in der deutschen evangelischen Kirche oder in den evangelischen Landeskirchen getroffen worden sind, sichergestellt werden. Die in manchen Fällen nicht leicht zu übersehenden rechtlichen und tatsächlichen Vorgänge in der deutschen evangelischen Kirche und in ihren Gliederungen werden damit zur Nachprüfung einer Stelle übertragen, die durch d i e Auswahl ihrer Mit- glieder und durch engste Zusarnrnen- arbeit mit den für die Kirchenpolitik verantwortlichen Reichsminister des Innern die Gewähr dafür bietet, daß ihre Beschlüsse der tatsächlichen unb rechtlichen Lage auf dem Gebiete der evangelischen Kirche entsprechen. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den neuernannten Kaiserlich Iranischen Gesandten Herrn Mohsen Khan Rais sowie den neuernannten Gesandten ber dominikanischen Republick, Herrn Ernesto Bonettl Burgos, zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Wie bas Deutsche Nachrichtenbüro von zustänbi- ger Stelle erfahren hat, werben im Benehmen mit dem Beauftragten für Wirtschaftsfragen des Stellvertreters des Führers erneute eingehende Feststellungen hinsichtlich der B e s i tz v e r h ä l t n i s s e ber Firmen Wertheim AG. für Handelsbeteiligung, 21. Wertheim G. m. b. H., Wertheim Grundstücksgesellschaft getroffen. Bis zum Abschluß tiefer Feststellungen haben Propagandamaßnahmen gegen die genannten Gesellschaften unter Hin- :weis auf die nichtarische Eigenschaft der Wertheim- Firmen zu unterbleiben. * Der Oberbefehlshaber der Luftverteidigung, Lufthauptmarschall Sir Robert Broope-Pop- h a m, ist zum Generalinspekteur ber britischen L u ft st r e i t k r ä f t e ernannt worben. Sein Nachfolger als Chef ber ßuftnerteibigung mirb Luftmarschall S i r John Steel, früherer Oberbefehlshaber ber königlichen Luftstreitkräfte in lInbien. Kunst und Wissenschaft. Dr. Goebbels überreicht Len! Riefenstahl den nationalen Filmpreis. Reichsminister Dr. Goebbels empfing bie biesjährige Preisträgerin bes Nationalen Filmpreises, Leni R i e f e n st a h l, um ihr den Preis zu überreichen. Dieser Preis besteht aus einer Weltkugel, auf ber bie verschobenen Kunstformen symbolisch bargestellt sinb unb bie von bem strahlenben Licht echter Bergkristalle gekrönt ift Der Preis bleibt, nach bem Wunsche ber Künstlerin, im Ministerium selbst ausgestellt, wobei eine Tafel auf bie Trägerin bes Preises Hinweisen wirb. Das Haus ber Deutschen Kunst In München. Als Auftakt bes morgen ftattfinbenben Richt- feftes bes Hauses oer Deutschen Kunst fanb eine Dorbesichtigung burch Pressevertreter statt, bei ber an ber Baustelle an ber'Prinzregentenstraße am Rande bes Englischen Gartens ber Bauleiter Architekt Heß vom Atelier Troost bie Führung übernahm. Man betritt bas auf über 1200 Eisenbetonpfählen ruhenbe sorgfältig funbierte Haus über eine 123 Meter breite Freitreppe, in bie brei Portale einmünben. Durch eine geräumige Vorhalle kommt man in bie Ehrenhalle für feierliche Empfänge und Veranstaltungen. Hier schließen sich bie Ausstellungsräume an, ein großer Mittelsaal und rings um ihn gelagert zwölf kleinere Säle. Im oberen Stock sind noch Ausstellungsräume für Einzel- unb Gebächtnisausstellungen, womit eine Ausstellungfläche von insgesamt 5200 Quabratmeter zur Verfügung steht. Neben ben Ausstellungssälen birgt das Haus noch Verwaltungsräume, Garderoben, ein Restaurant, ein großes Kunstlerzimmer, auf ber Seite bes Englischen Gartens ist eine 15 Meter breite Terrasse im Entstehen, bie 6 bis 700 Kaffeegästen angenehmsten Aufenthalt bieten kann. burchzuführen, und er hat jetzt bem amerikanischen Parlament nach ber Annahme ber für USA. revolutionierend wirkenden Arbeitslosen- und Altersrentenversicherung ein Steuerbündel überreicht, das sehr populär ist, weil es sich einseitig geaen bie großen unb unfruchtbaren Vermögen richtet. Roosevelt schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, benn er trifft seine Wibersacher unb hat gleichzeitig bem Demagogen Huey Lang ben Winb aus ben Segeln genommen, ba Lang eine Teilung ber amerikanischen Vermögen befürwortete. Der Finanzausschuß bes Repräsentantenhauses' hat bereits bie vorläufigen Steuermaßnahmen angenommen. In ber Erbschaftssteuer gehen bie Sätze von 4 v. H. bei 300 000 Dollar bis zu 75 v. H. bei einem Vermögen von 10 Millionen Dollar, bie Einkommensteuer beträgt bei 1 Million im Jahr 60 v. H. unb steigt bei 10 Millionen bis 80 v. H. Die Zei ber großen amerikanischen Vermögen scheint vorbei zu sein, ba sich ein Wanbel im Volks- empfinben vollzog. Bis setzt hatte das Volk bewun- bernb auf bie Haifische bes Höchstkapitalismus geschaut, jetzt fragt es, wie ein Vermöaen erworben würbe. Unb bas ist ein wesentlicher Fortschritt auf bem Wege zur sozialen Gerechtigkeit. Auf bem in Paris tagenben Internationa- len Hanbelskammer-Kongreß stand diesmal im Vordergrund der Verhandlungen das Thema, das seit längerem die ganze Welt bewegt, die Frage einer internationalen Wäh« rungsstabilisierung. Don ben Vertretern der einzelnen Länder wurden sehr bedeutende Ausführungen zu diesem Thema gemacht. Es kann heute, wie auch ber englische Professor Gregory oetonte, kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß der Wunsch, das Währungschaos zu beseitigen, in allen Ländern immer stärker wird. Nicht zum wenigsten trägt dazu bei ber Umftanb, baß ber Welt- Ha n b e l offensichtlich unter ben bauernben Währungsschwankungen nicht imftanbe ist, sich zu erholen. Nachbem einzelne ßänber anfänglich einen erheblichen Vorsprung burch bie Abwertung ihrer Währung erzielen konnten, ist heute bie leichte Belebung ber Weltwirtschaft roieber verschwunben unb bie Umsätze zeigen erneut nach unten. Mit Recht hat ber beutsche Vertreter, Dr. Otto Christian Fischer, barauf hingewiesen, baß es in erster Linie bas ©peEuIantentum ist, bas Vorteile aus ber Unsicherheit ber Währungen hat ziehen können unb baß bas internationale oagabunbierenbe Kapital vielfach selbst bazu übergegangen ist, bie Währungen eines Lanbes zu attackieren, um aus ber Abwertung neue Geschäfte zu machen. Gegenüber bem stark zum Ausbruck gebrachten Wunsch nach einer möglichst balbigen Wieberherstelluna ber Stabilität ber internationalen Währungen nehmen bie englischen Vertreter, soweit sie bie offizielle Meinung Englanbs zum Ausbruck bringen, eine etwas abweichenbe Haltung ein. Auch sie betonen bie Notwenbigkeit einer Stabilisierung, rücken aber bie großen Schwierigkeiten stark in ben Vorher- grunb. Es ist babei nicht zu übersehen, daß die englischen Einwände nicht ohne Gewicht sind. Nach den Erfahrungen der Weltwirtschaftskonferenz vom Jahre 1933 ist es fein Wunder, daß der englische Ministerpräsident Baldwin betont, für die Einberufung einer neuen Weltwirtschaftskonferenz sei bie Zeit jetzt nicht geeignet Würben bie Versuche, zu einer endgültigen Stabilität zu gelangen, scheitern, so wäre bie Situation schwieriger als zuvor. In China hat nun auch bie Wirtschaftskrise ihren Einzug gehalten. Eine aanze Anzahl Banken sind ihr bereits zum Opfer gefallen. China, das fast als einziges Land der Welt nach an einer Silber- währuna festhält, ist dadurch zunächst von der Weltwirtschaftskrise verschont geblieben. Durch die amerikanische Silberpolitik ist aber nun auch der ©Überpreis erheblich gestiegen und hat in China zu einem schweren Deflationsdruck geführt. Es gibt für China offenbar nur zwei Auswege, entweder Aufgabe feiner bisherigen Währung ober eine Auslanbsanleihe. China scheint ben zweiten Weg gehen zu wollen. Zur Zeit verhanbelt bas Reich ber Mitte mit amerikanischen, englischen und japanischen Interessenten über eine neue Ausländsanleihe. Obgleich bie chinesische Auslanbsverschulbung keineswegs sehr hoch ift, ist boch ber Markt, für eine solche Anleihe, ba für einen Teil ber bisherigen Anleihen ber Zinsenbien st eingestellt ist, nicht günstig. Bei ben großen wirtschaftlichen Interessen, bie jeboch für bie obengenannten ßänber in China auf bem Spiele stehen, ist es nickt ausgeschlossen, baß trotzdem China eine finanzielle Hilfe bekommt, bie bann allerbings weniger unter wirtschaftlichen, als vielmehr unter politischen Gesichtspunkten gegeben werben würbe. Dazu kommt ein nach den neuesten Erfahrungen ausgestatteter Luftschutzkeller für etwa 300 Personen und für Kunstwerke. Für die Außenmauern und für die beiden imponierenden Säulen an seiner Vorder- und Rückseite wurde Kelheimer Marmor und Nagelfluh aus der Gegend von Brannenburg am Inn' verwandt. Deutsche Expedition erforscht das alte kafiristan. Eine deutsche Expedition, die sich bisher mit botanischen Forschungen im Gebiete des Hindukusch beschäftigt hat, hat von Kabul aus die Reise nach Nuristan (auf deutsch: Land des Lichts) angetreten. Die afghanischen Behörden haben der Expedition die Erlaubnis gegeben, dieses Gebiet, das alte Kafiristan, zu besuchen, das von einer heidnischen Bevölkerung bewohnt wird, deren Gebräuche sich seit der Zeit Alexanders des Großen fast unverändert erhalten haben. Soweit bekannt, ist ein großer Teil dieses Gebiets noch niemals von einem Europäer betreten worden. Die Hauptaufgabe der Expedition in diesem Gebiet ist die Erforschung der Urheimat der Hindus, die von manchen Wissenschaftlern in diese Gegend verlegt wird. Die Expedition wird das Buschgal-Tal auf der afghanischen Seite der indisch-afghanischen Genze durchziehen und dann über den Schui-Paß nach dem Lutkuh- Tal vorzudringen versuchen. Die Regierung von Britisch-Jndien hat bereits die Erlaubnis zu Forschungen in der an Kafiristan angrenzenden, westlich von Kaschmir liegenden Provinz Chitral gegeben. Kleine Welle — große" -.XX: irkung! Oie Dezimeter-Welle, Der deutschen Firma Telefunken ist es in nahezu zweijähriger intensiver Arbeit gelungen, die Funktechnik um einen großen Schritt weiterzubringen. Telefunken ist nämlich das praktische Arbeiten mit Wellen gelungen, deren Reichweite nur 5 bis 1 Dezimeter umfaßt, und die daher unter dem Namen Dezimeter-Wellen in die Technik eingehen werden. Sie waren theoretisch allerdings schon geraume Zeit bekannt, nur fehlte der Anwendungsbereich, weil die technischen Mittel bisher zu primitiv waren, um Erzeugung und Empfang dieser Wellen genau zu messen. Diese Dezimeter-Wellen besitzen etliche Eigenschaften, die sie ihren größeren älteren Geschwistern voraushaben. Zunächst sind sie unbeeinflußbar für atmosphärische Störungen. Dann lassen sich die Dezimeter-Wellen gut bündeln, und der ausgesandte Energiestrahl, obwohl er nur mit wenigen Watt gesendet ist, besitzt eine außerordentlich große Feldstärke. Ferner besitzen die Wellen ähnliche Eigenschaften wie die Lichtwellen, sie haben ausgeprägte Richtwirkung. Den ersten Einblick in ihre Forschungsarbeit auf diesem Wellengebiet gewährte die Telefunken G. m. b. H. Pressevertretern auf ihrem Versuchsfeld bei Großziethen. Dr. Runge zeigte die Wellenlänge des Strahlungskegels an einem kleinen Sender mit einem etwa 1 Quadratmeter großen Strahler. Zur Erzeugung und zum Empfang sind ganz neuartige Anlagen nötig, da die sonst in der Funktechnik übliche Schwingungszeugung durch Rückkopplungsschaltungen und gittergesteuerte Elektroröhren für Wellenlängen unter einem halben Meter nicht in Frage kommen. Die neuen Röhren, die für die Dezimeter-Wellen verwendet werden, sind klein er als eine Streichholzschachtel und ohne Gitter. Sie besitzen einen sehr hohen Wirkungsgrad und können zum Teil für Sendung und Empfang verwendet werden. eine deutsche Erfindung. Um das störungsfreie Empfangen der Dezimeter- Wellen zu demonstrieren, waren auf dem Versuchsfeld mehrere Sender gleicher Wellenlänge aufgebaut. Durch bloßes Drehen des Empfangsgerätes in die Richtung eines dieser Sender, deren Gebiete doch unmittelbar nebeneinanderlagen, ergab sich ganz klarer Empfang. Man könnte also einen Gegensprechverkehr auf zwei benachbarten Strecken einrichten, ohne daß die eine Sendung durch die andere beeinträchtigt würde. Die praktische Erschließung der Dezimeter-Wellen ist ein Anfang, neue Wege sind geöffnet, weitere werden folgen. Dr. E. R. Aus aller Wett. Generalfeldmarschall von Mackensen in Wilhelmshaven. Sämtliche Straßen der Jadestadt prangen im Flaggenschmuck, ein sichtbares Zeichen der Verehrung für den Generalfeldmarschall von Matte n s e n, der in den Mauern Wilhelmshaven weilt. Bei seinen Fahrten durch die Stadt werden ihm von den Einwohnern große Huldigungen entgegengebracht. So ist auch das Gebäude des Stationskommandos, wo der Generalfeldmarschall Gast des Chefs der Nordseestation, Vizeadmiral Schultze, ist, ständig von Hunderten von Menschen belagert, die den Generalfeldmarschall bei seiner An- und Abfahrt begrüßen wollen. Mackensen besichtigte auch die Kriegsschiffe im Hafen. Am Liegeplatz des Panzerschiffes „Deutschland" wurde er von Kapitän zur See K i e n a st begrüßt. Der Generalfeldmarschall, der die Uniform der Totenkopfhusaren trug, besichtigte an Bord des Panzerschiffes die einzelnen Formationen und machte dann einen Gang durch das Schiff. Es folgten Besichtigungen der Garnisonkirche und des Ehrenfriedhofes sowie der neuen Siedlungen und Wohnviertel. Abends fand zu Ehren des Generalfeldmarschalls ein großer Zapfenstreich vor dem Stationsgebäude statt., Das Todesurteil im Mordprozeß Büttner rechtskräftig. Das Reichsgericht verwarf antragsgemäß das von dem 39jährigen Walter Büttner aus Perleberg gegen das Urteil des Schwurgerichts Neuruppin vom 9. Mai eingelegte Rechtsmittel als unbegründet. Damit ist der Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen rechtskräftig zweimal zum Tode verurteilt unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Außerdem hat die wegen Totschlages verhängte Zuchthausstrafe von 8 Jahren Rechtskraft erlangt. Büttner wollte im vergangenen Oktober gemeinsam mit seiner Frau aus dem Leben scheiden. Zunächst tötete das Ehepaar verabredungsgemäß in einer auf den Rieselfeldern bei Perleberg gelegenen Schutzhütte seine beiden Kinder. Als dle Frau die Vorbereitungen zum Selbstmord traf, tötete der Mann die Unentschlossene durch Halsstiche. Darauf ergriff er die Flucht und wurde im Dezember im Taunus verhaftet. Ein Paddler im Rhein ertrunken. Mitten auf dem Rhein bei Schierstein kenterte ein mit zwei Personen besetztes Paddelboot aus Biebrich. Auf die Hilferufe der Verunglückten fuhr man von der Schiersteiner Rettungsstation aus sofort an die Unfallstelle, wo man einen der Sportler in völlig erschöpftem Zustande auffand. Ein zweiter Paddler, ein gewisser Ernst Hans aus Biebrich, war jedoch nicht mehr aufzufinden. Es ist anzunehmen, daß er beim Eintreffen der Retter bereits ertrunken war. Zwei kartoffelgrohhändler in Schuhhaft genommen. Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat aus Anzeige der Preisüberwachungsstelle gegen zwei Kartoffelgroßhändler in einer rheinischen Großstadt Schutzhaft verhängen müssen, da sie für Kartoffeln Preise gefordert hatten, die eine völlig ungerechtfertigte hohe Handelsspanne zu ihren Gunsten enthielten. Oesterreichischer Pafsagierdampfer im Schwarzen Meer gesunken. Der österreichische Passagierdampfer „Marie" ist im Schwarzen Meer während eines schweren Sturmes gesunken. Der größte Teil der Passagiere wurde von Hilfsschiffen ausgenommen. Vier Personen dürften ertrunken sein. Preußen. Zwei Opfer der Hitze. LPD. F r a n k f urt a. M., 27. Juni. Die Hitzewelle, die in diesen Tagen mit wahren Rekorden aufwartet, forderte leider zwei Todesopfer. So erlitt der Arbeiter Schneider aus Niederrad im Walde hinter dem Sportfeld einen H i tz s ch l a g und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Dort ist er kurze Zeit später verstorben. Der elf Jahre alte Sohn des Arbeiters Roos stürzte sich in der Nähe von Schwanheim in erhitztem Zustande ins Wasser, erlitt einen Schlaganfall und ging unter. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 27. Juni. Die Jungarbeiterin Luise Bechert war im Betriebe des Biskirchener Gertrudisbrunnens mit dem Abfüllen von Mineralwasser beschäftigt. Plötzlich platzte unter dem Druck der Kohlensäure eine Flasche und verletzte das Mädchen so sehr an den Augen, daß es sofort der Gießener Augenklinik zugeführt werden mußte. < Frankenbach, 27. Juni. Zwischen 9 und 10 Uhr heute ereignete sich auf der Hauptverkehrsstraße Gießen—Gladenbach in der Nähe von Fran- ’■ kenbach ein Verkehrsunfall. Ein Autofahrer ! aus Frankfurt fuhr auf das Fuhrwerk des Müllers Wilhelm R e e h, Reehmühle bei Bieber auf. Das Auto sowie der Müllerwagen wurden schwer • beschädigt. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das Eindringen kühlerer Meeresluft gab. auch uns in der Nacht zum Freitag Anlaß zu recht ergiebigem Gewitterregen. Inzwischen hat sich über, Westeuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet aufgebaut, so daß sehr rasch wieder mit dem Einsetzen einer! neuen Schönwetterperiode gerechnet werden kann. > Dabei werden die Temperaturen weit angenehmer sein, da wenigstens vorerst die lästige Schwüle fehlen wird. Aussichten für Samstag: Wieder meist heiter und trocken, angenehm warm, zunächst noch westliche Winde. Aussichten für Sonntag: Heiter und trocken, tagsüber recht warm. Lufttemperaturen am 27. Juni: mittags 30,6 Grad Celsius, abends 22,8 Grad; am 28. Juni: morgens 18,6 Grad. Maximum 31,1 Grad, Minimum 18,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juni: abends 26,9 Grad; am 28. Juni: morgens 22,3 Grad. — Sonnenscheindauer 13,3 Stunden. — Niederschläge 34,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thynoi für Den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.«G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. | Vermietungen | Wohnungstausch | Bademantelstoffe In besser. Hause Sucke 2 Zimmer u. Küche 5-Zimm.-Wolinung p. Meter 4.80, 4.65, 4.50, 3.90, 3.35 möbl. o.unmöbl. an ruh. Leute zu verm. Schr.Ang. u.02732a.d.G.A. gegen 43imm.m.fiamm. 0.3-3imm.*Wohn. zu tauschen. Frottier Handtücher Flechten und Hautausschlag p. St. 1.50,1.30,1.15,1.05, 0.85, 0.76 Nöll. Zimmer ab 1. Juli zu vermieten. 02740 Gnanthstr. 12II r. Einspaltige Kleinanzeigen Schr.Angeb.unt. 02731 an d.G.A. Bademäntel, Badeanzüge verschwinden durch [Stellenangebote] Badetücher sowie Stoffe mcoijinm lierva-Seife Beine Ursprünge- Zeugnisse, 1 andern nur Zeugnisabschriften dem Be werbungchchreibenbei- für Strandanzüge in großer Auswahl! St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. 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Müller, dessen Ehefrau, zu %, hier jedoch nur die dem unter c und d Genannten zugeschriebenen ungeteilten Anteile (nämlich je ^): Flur I, Jlr. 8754/io, Hofreitegrund (in der Scheppeneck), 64 qm, % Schätzungsbetrag -- 960,— „ Zusammen -- 35 000,— RM. Gießen, den 2. Mai 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung K «34 Am Montag, dem 1. Juli 1935, vormittags 10% Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1 — Zimmer 221 —, die den a) Schneider, Karl, Dritter, in Gießen zu % und b) Schneider, Pauline, geb. Döpfer, dessen Ehefrau, zu x/i zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 69: Flur I, Nr. 493/10, hofreite in der Steffansmark (Bleichstraße Nr. 5), 332 qm, Schätzungsbetrag - 22 580,—RM. Flur I, Nr. 325/i0, Hofreitegrund in der Steffansmark, 11 qm, Schätzungsbetrag = 165,— „ Zusammen = 22 745,— RM. Gießen, den 16. Januar 1935. 3527D Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Tücht, ehrlicher Sungei vom Lande ges., der das Bäcker- u.Konditorhand- werk erlernen w. Alois P. König, Ober-Mörlen b.Bad-Nauheim. | Verkäufe Glucke mit 9 jg. $üden, 4 Wochen alt, zu verkaufen. aauD Zahrt, Eichweg 61 Flügel wertv.,g. erhalt., billigst z. verkauf. Schriftl. Angeb. u. 3813V an den Gieß. Anzeiger. Mündlich können Sieesnurveolgeu sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen 29. mi> 30. Juni Sammlung für Muller und Sind! Deine Spende hilft Deutschland! Bekannte Lebens-Versicherungs-Gesellschaft sucht für Gießen und Umgebung einen tüchtigen, gut eingeführten General-Vertreter '"gegen Festbezüge. — Zur Besetzung dieses Postens kommen nur Fachleute in Frage, die erfolgreiche Tätigkeit in der Groß- Lebensversicherung nachweisen können. Schriftl. Angebote mit Lebenslauf, Lichtbild und Referenzen erbeten unter 3800V an den Gießener Anzeiger. 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Heimat- Maigng MMg Wir bitten unsere Mitglieder, sich reckt zahlreich andenBeranstal- tungen von Krall durch Freude am Samstag und Sonntag auf dem Schiffenberg zu beteiligen. 38o3D Der Kölner Dom, die Rothenburger Stadtmauer, ins rechte Licht rücken! ;3 r p das Bremer Rathaus, sie alle können froh sein, daß jedes von ihnen einige-zigtausend Tonnen wiegt. Eifrige Photosportler kämen sonst auf den Gedanken, sie täglich und stündlich nach Bedarf ein bißchen zurechtzurücken, wenn es ihnen für ein gutes Bild günstig erscheint. Dem einen steht die Sonne zu weit seitlich, den andern stört sie, wenn sie von vorn, den dritten, wenn sie von hinten und den vierten, wenn sie garnicht scheint. Nun, die Knipser müssen all* diese Schönheiten alter deutscher Baukunst stehen lassen. Sie müssen sich auch damit abfinden, daß die Sonne so scheint, wie es ihr gerade paßt. Aber sie können doch selbst unter den widrigsten Verhältnissen gute Bilder mit heimbringen, wenn sie ihre Kamera mit „S.-G."-Film laden. Denn der „S.-G.- Film macht alles mit: Gegenlicht und grelle Kon froste ebenso wie schlechte Beleuchtung und starke Schatten. Er kann's, denn er ist völlig lichthoffrei und gleicht selbst starke Belichtungsfehler selbständig aus. G.z B E R N SW 6 6 Nehmen Sie ober anstelle des „S.-G-". den panchromatischen „Panotomic", dann sind Sie nicht nur für den Tag, sondern gleichzeitig auch für den Abend, für die Nacht gerüstet, wenn viele berühmte Gebäude onpestranw werden. Denn mit dem künstlichen Licht wird „Panotomic" viel besser fertig als der „S.-G. - Dafür kostet die 6x9-Spule ja auch 20 Pfg- mehr Kodak st. 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Sie fügten jedoch Bilde des Meisters keine neuen treffen bisher kleinen er sich Willen Es mußte ihm selbst er jetzt zu solchen Brief war nicht aus Geld mußte gezahlt vor Gericht kommen. Heberer Schott II In der zauberhaften Rokokogalerie d?s Charlottenburger Schlosses erlebten unter dem milden Schein flackernder Kerzen auch einige neu aufgefundene Jugendwerke Händels ihre Ur- Handball-Lokalspiel 1900-5?f3.=X Für das heute abend auf dem 1900-Sportplatz dem feststehenden Züge hinzu. Jacobi. stattfindende Mannschaften VfB.- R.: Cremers Funke Enders Handball-Lokaltreffen sind nominiert worden: Fischer Hof Kaiser Das Programm der diesjährigen Kunstwochen wies eine gute.Gliederung mit markanten Höhepunkten auf. Die erste Woche war Johann S e - vastian Bach gewidmet. Eine weitere Reihe von Veranstaltungen wurde als Deutsches Händel- f est zusammengefaßt. Zwei Konzerte waren den zeitgenössischen Komponisten eingeräumt, und als besondere Zierde der Reichshauptstadt standen dazwischen die Kammermusikkonzerte in der kerzenschimmernden Goldenen Galerie des Charlottenburger Schlosses sowie die Schloßmusiken im Freiluftraum des akustisch ungemein günstigen Schlüter- hoses im Berliner Stadtschloß. Ein großes Beet- Hoven konzert des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Eugen Jochum bildete den Ausklang. R ü n g e r spülten alle Bedenken gegen die reine Arienoper hinweg und entfesselten fast nach jeder „Nummer" Beifallsstürme. Hans Swarowsky, der an Stelle Erich Kleibers als Kapellmeister neu verpflichtet worden ist, zeigte durch herzhafte Tempi besonderes Verständnis für die Lebenskraft und -freude der Barockmusik. Die eigentlichen Schwierigkeiten der Händel-Oper für die Gegenwart liegen jedoch in ihrer szenischen Darstellung. Virtuoser Ziergesang mit Helden der Weltgeschichte in Kastratenrollen stellt sich den realistischen Ansprüchen des modernen dramatischen Theaters entgegen. Hanns Niedecken-Gebhardt schlug als Regisseur eine durchaus tragfähige Drücke zwischen den widerstrebenden Elementen. Er stellte die Vorgänge in eine weiträumige Szenerie von ägyptischem Kolorit, in der die Musik frei ausschwingen konnte. Die Sänger führte er in großstilisierter Gestik und im Einklang mit den räumlichen Erfordernissen der dreiteiligen Arie über die Bühne, ohne konventioneller Starrheit zu verfallen. In den Rezi- tativen wurden auch dramatisch bedeutungsvolle Akzente gesetzt. Die tänzerische Auflösung des Bühnenbildes in prächtigen Ballettszenen mit Harald Kreutzberg als hervorragendem Solisten tat ein übriges, um der Händeloper auch optisch eine wirksame Gestalt zu geben. So wurde der Der zweite bedeutsame Höhepunkt des Deutschen Händelfestes war die Erstaufführung des „Gelegenheitsoratoriums" im Sportpalast. Als Gelegenheitswerk nach der Niederwerfung eines schottischen Aufstandes im Jahre 1746 komponiert und einmal ausgeführt, fiel das Oratorium einer unverdienten Vergessenheit anheim. Professor Fritz Stein bearbeitete es nun unter Verwendung von Teilen aus anderen Händeloratorien zu einem „Festoratorium", das den gerade für unsere Zeit so aktuellen Erlebniskreis von der Not, dem Aufstieg und Sieg eines Volkes durch eine Tonsprache heroischen Entwurfs gestaltet. Seine leuchtende Schönheit hinterließ in einer denkwürdigen Aufführung von gigantischen Ausmaßen tiefste Eindrücke. Im Raum der Fünfzehntausend musizierten unter Steins großartiger Führung mit den Philharmonikern und dem Hochschulorchester neun Berliner Chöre und erzeugten vor den ergriffenen Zuhörern die Vision einer riesigen singenden Orgel. Einzug Händels in Deutschlands repräsentatives Opernhaus zu einem durchschlagenden Erfolg. * Groß und erfolgreich war wiederum der Einsatz der S t a a t s o p e r. Sie steuerte zwei völlig neue Aufführungen bei. Die Wahl vonLortzings „W i l d s ch ü tz" konnte zunächst als Tribut an die vorgerückte Jahreszeit erscheinen. Da die geniale Partitur aber einem Dirigenten vom Range Leo Blechs anvertraut war und Rudolf Hartmann die Regie übernommen hatte, wurde es ein künstlerisch vollwertiger, ja überraschender Abend. Unter Blechs federnder Leitung nahm diese entzückende Spieloper Züge an, die an Mozart erinnerten. Der sprudelnde Witz, die rein musikalische Komik, der liebenswürdige Charme der Melodik, die treffsichere Charakterisierungskunst bewährten sich nach einem vollen Jahrhundert in ungetrübter Lebendigkeit. Dazu hatte der Regisseur herrliches Spieltempe- ' rament auf der Bühne entfesselt, das kluge Einfälle mit sicherer Führung der Sänger verband und keine toten Stellen aufkommen ließ. Eugen Fuchs wuchs als Baculus fängerifch und darstellerisch über sich selbst hinaus. Käte Heidersbach und Else T e g e 11 h o f f, Marcell W i 11 r i s ch und Karl August Neumann fügten sich in vorbildlichem Zusammenspiel dem Willen der Führer. Mann bis jetzt still gewesen, sehr schlimm ergehen, wenn Maßnahmen griff. Aber der der Welt zu schaffen. Das werden, sollte die Sache nicht Gockel Langenohl Krüaer Mann Er erschrak beinah auf, als der Mann plötzlich vor ihm stand. „Einen Einschreibebrief, Herr Inspektor!" meldete der Beamte. Eckehard unterschrieb. Der Mann entfernte sich, nachdem er ihm den Brief übergeben hatte. Eckehard öffnete das Schreiben. Sein Gesicht verdüsterte sich. Kam denn ein Unglück nach dem anderen? Da schrieb ihm einer der Gläubiger seines Vaters, daß er zu feinem Bedauern ihm die Stundung der restlichen Schuld nicht mehr länger gewähren konnte. Er fei selbst in Schwierigkeiten geraten. Er müßte, so leid es ihm sei, ihn bitten, die restlichen 50 000 Kronen binnen vier Wochen auszuzahlen, widrigenfalls er zur Klage genötigt wäre. Eckehards Gesicht war fahl geworden. Das war ein Schicksalsschlag, wie er ihn härter nicht hätte können. Gerade dieser Gläubiger war sehr einsichtig gewesen und hatte sich mit Abzahlungen begnügt. Es hatte ihm, wie selbst geäußert batte, mehr an dem auten gelegen. Da Eckehard die kleinen Raten Die Faustballkämpfe der Alten Herrn und der Aktiven der Turngemeinde gegen „Licht-Luftbad" Frankfurt a. M. gewannen die Frankfurter 30:21 und 38:23. Das Handballspiel der ersten Elf der Turngemeinde gegen Polizei Darmstadt entschied die letztere 20:9 für sich. Tennisturnier in Wimbledon Bei einer Gluthitze wurden am Donnerstag in Wimbledon im Kampf um die inoffizielle Weltmeisterschaft im Männer-Einzel die ..letzten Sechzehn" ermittelt. Auch unser deutscher Meisterspieler Gottfried von Gramm befindet sich unter ihnen, denn er konnte den tschechischen Davispokalspieler C a s k a in drei Sätzen glatt 6:1, 8:6, 6:4 ausschalten. Im Frauen-Einzel war die Wiesbadenerin Marieluise Horn unserer früheren Meisterin Frau Sperling-Krahwinke'l nicht gewachsen und mußte sich von der jetzigen Dänin 3:6, 0:6 geschlagen bekennen. Oaö EA.-Gportabzeichen als Anstecknadel. Stabschef Lutze, der vom Führer durch die Neustiftungs-Urkunde des SA.-Sportabzeichens mit dem Erlaß der Ausführungsbestimmungen beauftragt wurde, hat folgende Verfügung erlassen: Das SA.-Sportabzeichen kann von rechtmäßigen Wulle Deuker Krämer Magsahm Klaß Wlodarek Betz Schott I Knop Neist Wie aber sollte er 50 000 Kronen beschaffen? Ja, wenn er irgendeinen Bürgen hätte. Aber wer bürgte heute für eine solche Summe? Dazu war er hier jetzt so weit weg von der Heimat. Er konnte mit keinem seiner "früheren Freunde sprechen. Briefe aber wirkten immer anders und führten die Notlage eines Menschen dem Empfänger nie so klar vor Augen. Ein Gefühl der Mutlosigkeit ergriff ihn. Was war sein Leben noch? Arbeit, die ihm selbst nichts brachte! Denn jeden Pfennig, den man erübrigen konnte, verwandte er ja zur Abtragung der elterlichen Schulden. Er arbeitete schon lange ohne Freude, denn er hatte ja das Vertrauen der heimlich geliebten Frau nicht mehr. Dazu hier diese undurchsichtigen Vorgänge, denen er auf die Spur kommen mußte um Barbaras willen. Es schien ihm beute, als npre ihm di"s a^"s doch zuviel, als könnte er nicht mehr. Und doch, er mußte es können. Barbaras Eigentum war bedroht. Er fühlte es ganz sicher. Wenn auch schon sein Leben vervsuscht war — der geliebten Frau dursten feine Gefahren drohen. Er straffte sich, biß die Zähne zusammen. „Nicht schwach werden!" sagte er leise zu sich selbst. „Sich nicht unterkriegen lassen." Er ging in sein Zimmer und legte den Brief in seine Briefmappe. Dann ging er zurück und ließ sich das Pferd aus dem Stall bringen. Es war höchste Zeit, daß er auf die Wiesen am Kar» penbach ritt. (Fortsetzung folgt.) Kraft in ihm wieder erwachte. Wie mochte es ihr gehen? Besser ober schlechter? Ach, er durfte gar nicht daran denken, daß irgendeine Wendung zum Schlimmeren eingetreten sein konnte. Er nahm sich nicht einmal die Zeit zum Frühstücken, obgleich die Wirtschafterin den Tisch so einladend in der mit Grün umsponnenen Laube des Jnspektorgartens gedeckt hatte. Er stürzte nur eine Tasse Kaffee hinunter. Dann eilte er hinüber in den Wirtschaftshof. Er hoffte, Nockesch nicht zu treffen, ehe er seine Meldung bei der Polizei gemacht hatte. Rockesch hatte ja für heute die Drainage der neuen Wiese am Karpenbach angesetzt und war wohl längst draußen. Aber gerade wie er über den Hof eilte, kam Rockesch aus dem Kuhstall. Er lief ihm gerade in die Arme. Nun blieb nichts übrig, als ihm Rede und Antwort zu stehen. Rockesch schien auch von allem unterrichtet. Er sagte sofort: „Ein schauderhaftes Pech, Herr von Mackenroth, daß ich gerade gestern zu den Holzverhandlungen auswärts war, als all das Schreckliche sich hier ereignete. Zunächst soll ich Ihnen von Fräulein Gerwig bestellen, daß es Frau von Stechow etwas besser ginge. Sie wäre schon einen Augenblick bei Bewußtsein gewesen." „Gott sei Dank!" sagte Eckehard aus tiefster Seele, und ein froher Schein überfloß sein bleiches Gesicht. Rockesch beobachtete ihn scharf. „Ja, ich bin auch sehr froh darüber. Aber merkwürdig, das Sprichwort: ein Unglück kommt selten allein!, hat doch wieder einmal recht behalten. Nun noch diese fatale Geschichte mit dem Tode der Liese. Mir unbegreiflich, was das sein kann! Ob der -Emil nicht schuld ist? Der hat doch für das Futter der Tiere zu sorgen. Vielleicht hat er nicht aufgepaßt!? Ueberhaupt ein windiger Bursche!" Eckehard stutzte. Wie kam Rockesch dazu, Emil zu beschuldigen? Was für eine Handhabe hatte er gegen ihn? Wieder stieg das unbestimmte Gefühl des Mißtrauens in ihm auf. Langsam entgegnete er: „Ihr Urteil über Emil kann ich nicht unterschreiben, Herr Oberinspektor! Ich habe Emil immer für einen zuverlässigen, gewissenhaften Pferdepfleger angesehen!" „Da sehen Sie, daß Sie mit Ihrem Urteil auf dem Holzwege sind, Herr von Mackenroth. Das Pferd muß irgend etwas gefressen haben, was ihm geschadet hat. Da es den ganzen Tag nicht von der Raufe weggekommen ist, kann nur der Pferdepfleger schuld sein." Sehr scharf kam diese Entgegnung Rockefchs. Aber ebenso scharf gab Eckehard zurück: „Es könnte ja fein, daß irgend jemand dem Tier übel wollte, Herr Oberinspektor. Ich habe jedenfalls einen ganz bestimmten Verdacht, und der richtet sich nicht gegen Emil." War das Gesicht Rockeschs noch bleicher geworden? — Oder hatte sich Eckehard getäuscht? Jedenfalls meinte Rockesch nun: „Wenn Sie irgendeinen Verdacht hatten, daß hier etwas Unrechtmäßiges vorgegangen ist, Herr von Mackenroth, warum haben Sie das nicht sofort gemeldet? Das wäre doch nur Ihre Pflicht gewesen. Ich muß mich sehr darüber wundern." Eckehard wurde flammend rot. „Es ist nicht nötig, daß Sie mich an meine Pflichten mahnen, Herr Oberinspektor. Ich kenne sie genau, und ich glaube, ich habe sie nie versäumt. Als Sie von hier fortfuhren, wußte ich nichts weiter, als daß die Zuchtstute auf eine unerklärliche Weife krepiert ist. Inzwischen glaube ich aber zu wissen, woran sie gestorben ist." „Woran, Herr von Mackenroth?" „An einer Vergiftung!" Rockesch lachte auf. „Ammenmärchen, Herr von Mackenroth. Wer sollte Interesse daran haben, unseren Viehbestand hier zu vernichten?" „Das weiß ich noch nicht, Herr Oberinspektor. Aber wenn ich den Schurken herausbekomme, bann Gnade ihm Gott!" „Sie haben nicht den Schatten eines Beweises. Fürchten Sie sich nicht, daß Sie sich mit diesem Verdacht lächerlich machen? „Ob ich mich lächerlich mache oder nicht, wird die Polizei entscheiden. Ich bitte um Urlaub, damit ich den Verdacht bei der Polizei in der Kreisstadt melden darf." Die höhnischen Züge Rockeschs veränderten sich. „Also meinen Sie wirklich ernst, daß etwas Ungesetzliches geschehen ist, Herr von Mackenroth? Ich habe erst gedacht, daß Sie das nur so hinsagen. Aber jetzt fange ich wirklich an, von Ihren Gedanken angesteckt zu werden. Ich halte es dann für das Allerrichtigste, daß ich selbst die Meldung erstatte. Bitte, übernehmen Sie statt meiner die Aufsicht bei den Drainagearbeitens Ich bin ja schon in einer Stunde von der Polizei in der Kreisstadt wieder zurück." Er ließ Eckehard gar keine Zeit zur Antwort, sondern ging sehr schnell auf die Wohnung in der oberen Etage des Jnspektorhauses zu. Eckehard sah ihm erstaunt nach. Das war ihm nicht sehr lieb, daß Rockesch die Benachrichtigung der Polizei übernahm. Aber er hatte ja vielleicht recht: er war der Oberinspektor hier und mußte die Meldung erstatten. Eigentlich hätte er ihm ja von dem Fund der Gifttüte Mitteilung machen müssen. Aber Rockesch hatte ihn ja gar nicht zu Worte kommen lassen. Und es war Eckehard jetzt beinah lieb, daß er auf diese Weise diese Tatsache für sich behalten konnte. Sein Gesicht war sehr nachdenklich, als er jetzt über den Hof ging. Er horte gar nicht, daß der Briefträger ihn vom Eingang des Jnspektorhauses aus zurief. pünktlich auf den Tag gezahlt hatte, war der Eckehard von Mackenroth war mit einem schreckten Ruck hochgefahren. Da hatte doch der Wecker geklingelt? Aber als er den Bann schweren Schlafes von sich abgeschüttelt und das Zifferblatt der Uhr geschaut hatte, stellte er fest, daß es bereits eine Stunde über feine sonstige Aufstehzeit war. Er mußte nach dem Klingeln des Weckers gleich noch einmal eingeschlafen und erst jetzt zum Bewußtsein des Wecksignals gekommen fein. Das war ihm noch nie passiert. Noch niemals hatte er es verschlafen. Er schämte sich richtig. Wieviel Unangenehmes stand einem heute noch bevor! Die Meldung an die Polizei, das Verschweigen der Ereignisse Rockesch gegenüber. Es lag ihm wie ein Alp auf der Seele. Dazu die Angst um Barbara, die jetzt mit aller Die völkische Aussprache bei den Turn festen der DT. Der Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Weltanschauung konnte auch vor den Turn- und Sportverbänden nicht Halt machen, wenn sie das ganze Volk erfassen wollte. Diese Weltanschauung fußt nicht nur auf der Einheit des deutschen Volkes, sondern auch auf einer einheitlichen nationalsozialistischen Körper- und Geisteserziehung aller Deutschen. So mußte notgedrungen aus der Vielheit der Turn- und Sportverbände eine Einheit gebildet werden, die in der Schaffung des Reichsbundes für Leibesübungen durch den Reichssportführer ihrer Verwirklichung entgegengeht. Alle sich irgendwie mit körperlicher Ertüchtigung beschäftigenden Vereine werden in diesem Riesenbund unter einer einheitlichen Führung ihren Zielen nachgehen können. Jede sportliche llebung darf im nationalsozialistischen Staat nicht nur Selbstzweck sein, sondern sie muß getragen werden von dem Verantwortungsgefühl jeöes Turners und Sportlers feinem Volke gegenüber; sie muß von jedem einzelnen im Jahn- schen Sinne betrieben werden, d. h. Jahns Ziele, wie Wehrhaftmachung, Freiheit und Einheit des deutschen Volkes müssen Grundlage von Turnen und Sport sein. Dieses Jahnsche und das nationalsozialistische Gedankengut in die Turn- und Sportvereine hineinzutragen, ist Aufgabe der Dietwarte. Ihnen liegt die völkische Schulung der Turner und Sportler ob, die ihrerseits auf den Turn- und Sportfesten in der sog. völkischen Aussprache in Form einer ungezwungenen Unterhaltung Zeugnis davon ablegen, daß sie sich mit den Fragen unserer Zeit und der deutschen Vergangenheit ernstlich im nationalsozialistischen Sinne beschäftigen. Eine Wertung dieser Aussprache erfolgt in keinem Falle, so daß der völkischen Aussprache von vornherein auch jeder Schein einer Prüfung genommen ist. Die hier und da in Turnerkreisen laut werdenden Befürchtungen sind deshalb völlig unbegründet und dürften in keinem Falle Veranlassung bieten, der völkischen Aussprache wegen dem Wettkampfe fernzubleiben. Jeder echte deutscher Turner und Sportler ist über sein Turnertum, Volkstum und bi* nationalsozialistische Erhebung so weit unterridjrlt, daß er auch ohne besonders eingehendes Studium dieser Fragen an der völkischen Aussprache aktiv teilnehmen kann. Konzert und Oper in Berlin Musikbrief aus der Reichshauptstadt. Warum vertemst da mich, Barbara? Vornan von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) der er erwartet, daß auch sie sich ihrer Verantwortung bewußt ist und alle Mühe und die aufgewandten Kosten durch stärksten Besuch lohnt. Ganz besonders ist diese Einsicht von den Turnern zu erwarten. Kreisführung und Festausschuß haben die Vorbereitungsarbeiten bestens gefördert. Turnerinnen und Turner find eifrig bei der Arbeit, um gut vorbereitet zum Wettkampf zu gehen. Wenn das Wetter nicht einen Streich spielt, werden die Festtage zu Sinn allen Teilnehmern ein schönes Erlebnis werden. Die Kreisführung hofft, recht viele Turner und andere Gäste in Sinn begrüßen zu können. Sportverein 1920 Heuchelheim. Nach langer Pause tritt der SV. 1920 wieder mit seiner ersten Mannschaft am kommenden Sonntag auf den Plan. Die erste Mannschaft, die nach errungener Meisterschaft in den Ausstiegspielen sehr stark zurückfiel, zeigt heute ein ganz anderes Gesicht. Zwar sieht sie auf dem Papier nicht so stark aus als früher, find doch, bedingt durch Spielerabgänge, Umstellungen bzw. Neueinstellungen von Spielern unterer Mannschaften notwendig geworden, deren Bewährung sich in den kommenden Spielen zeigen wird. Der Gegner des Sonntags, SV.«Allendorf, Meister der zweiten Kreisklasse, zeigt ein beachtliches Können. Das Vorspiel in Allendorf endete unentschieden 3:3. Für das Spiel am kommenden Sonntag dürfte man Heuchelheim ein Plus zusprechen. Vor diesem Spiel tritt die erste Jugend vom SV. 1920 gegen die gleiche des Tuspo Naunheim an. Heuchelheims Jugend ist augenblicklich gut in Form; bekanntlich schlug sie am vergangenen Sonntag die gleiche des VfR. Butzbach, den Meister des Kreises Friedberg, überlegen mit 6:0 und dürfte gegen Naunheim, dessen Spielstärke weniger bekannt ist, den Sieger stellen. Eine Voraussage über den Spielausgang läßt sich kaum treffen. Die Spielstärke kann wohl als ausgeglichen angesehen werden. Die VfB.-Mannschaft ist in letzter Zeit etwas häufiger in Erscheinung getreten als die 1900er und ist daher wohl besser eingespielt. Die Spielvereinigungs-Elf dürfte bessere Einzelspieler in ihren Reihen haben. Man hofft, daß das Spiel unter einwandfreier Leitung zu einem würdigen Saisonabschluß wird. Kreisfest des Turnkreises Lahn-Dill in Sinn vom 6. bis 8. Juli. Das Jubiläumsfest der Deutschen Turnerschaft, die großen Tage von Coburg, sowie die Kämpfe zum Deutschen Jugendtag sind vorüber. Nun rückt das Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Eilschritten heran. Vom 2. bis 4 August wird das erste Gaufest des Gaues Hessen in Gießen zur Durchführung kommen. Als turnerische Vorschau zum Gaufest finden noch vorher die Kreisfeste statt. Unser Kreis Lahn - Dill begeht dieses Wettur- nen am 6. bis 8. Juli z u Sinn bei Herborn. Es ist eine große Verantwortung für einen Ort, ein solches Fest zu übernehmen. Und wenn er es dennoch tut, so geschieht es im Vertrauen auf den Gemeinschaftsgeist der großen Turnergemeinde, von Nach diesem von prächtiger Laune beschwingten Intermezzo bedeutete die Erstaufführung von Händels „Julius Cäsar" einen zielbewußten Vorstoß zur Eroberung künstlerischen Neulandes. So muß der Entschluß zur Aufführung einer Händel-Oper noch immer bezeichnet werden. Die Staatsoper ehrte sich selbst, indem sie der um sich greifenden Erneuerungsbewegung für das zu Unrecht vergessene Opernschaffen Händels einen glanzvollen Tribut zollte. In richtiger Erkenntnis der Problematik einer Händel-Oper war eine Garde von Meistersängern und ein Regisseur von bedeutender Erfahrung im Händelstil eingesetzt worden. Die Gesangskunst eines Rudolf Bockelmann (Cäsar), eines Josef von Manowarda (Ptole- mäus) und Helge Roswaenge, der stimmliche Reichtum einer Margarete Klose und Gertrud Magdalena zögerte. Sie hätte zu gern Mackenroth selbst gesprochen. Aber sie konnte doch nicht gut warten,' bis er zu sprechen fein würde. Das würde auffallen. Es blieb schon nichts anderes übrig, sie mußte ihm die Botschaft durch Rockesch übermitteln lassen. Sie wollte auch nicht so lange vom Schloß fortbleiben. Es konnte ja vielleicht doch fein, daß Barbara erwachte. Dann wollte sie die geliebte Freundin sofort sehen. Auch mußte die Telephonverbindung zu dem Professor nach Prag betteln werden. „Ja, wenn Sie so gut sein wollen, Herr Oberinspektor, Herrn von Mackenroth zu benachnchti- gen; ich komme dann vielleicht später noch einmal herüber." Sie eilte davon. Rockesch sah ihr einen Augenblick nach. Der schmale Mund in seinem Gesicht schien noch schmaler zu werden. Dann wandte er sich wieder den Knechten zu. Bald tönten seine Befehle laut und energisch über den Hof. Als letzter war der Melker Carliczek mit seiner Tätigkeit im Kuhstall fertig. Oberinspektor Rockesch trat in den Stall hinein. _, . , , , q „Na, wieviel Liter hat die Schecke heute gegeben? — Lassen Sie einmal sehen!" Seine laute Stimme verlor sich tm Hintergrund des Stalles, wo Carliczek noch auf dem Melkeimer faß. Dann senkte Rockesch die Stimme. Eine Weile darauf kam er wieder aus dem Kuhstall. 24. Kapitel. Berlin, Ende Juni 1935. Der Berliner Musikwinter wird durch die „Kunstwochen" weit in den Sommer hinein verlängert. In diesem volltönenden Akkord des hauptstädtischen Musiklebens klingt noch einmal alles zu-sammen, was in den verflossenen Monaten sich zum Rang der Spitzenleistung erhoben hat. Die erfolgreichsten und künstlerisch bedeutungsvollsten Einstudierungen der Staatsoper bilden in Zyklischer Anordnung das Rückgrat der Kunstwochen. Aber auch Neueinstudierungen und Konzerte von besonderem Gepräge geben der verklingenden Spiel- Seit einen letzten Auftrieb. kA in b(r Bi em .7 N Cf franffutt. U gab auch er! hu über aufgebaut, Ansehen einer .®erben kann. Angenehmer ^Mule fehlen Wieder meist ■ Machst noch : heiter und tags 30,6 Erad E: morgens Minium 183 on . Tiefe am öunt: morgens IM Stunden. "HenN M - 1 und »’S'ä M Don -r. " “/«•oft ^eife nicht lhelm Lange. >rich W. Langt, ur öen übrigen ter: Hans Bech leigen: Theodor und Verlag: Slemdruckeret Gießen. iließlich 25 Pf. 15 Pf. mehr. mstags 15 Pf, mehr luli 1934 gültig. rücken! Stadtmauer. .n froh sein, send Tonnen sonst auf den .nach Bedarf es ihnen für m einen steht lern stört sie, n sie von hm- nicht scheint- Schönheiten lassen. Sl® aß die Sonn® 1. Aber, sie dl* M Besitzern in verkleinertem Maße in der verliehenen Art als Anstecknadel zum Zioilanzug getragen werden. Diese Anstecknadeln sind von den Berechtigten nur durch die zuständigen Prüfer zum Preise von 0,50 RM. zu beziehen. Als Ausweis für die Berechtigung zum Tragen der Anstecknadel gilt das Besitzzeugnis. Die SA.« Sportabzeichen-Anstecknadel darf nur von den örtlichen Prüfern bezogen werden. Diese erhalten sie durch die zuständigen SA.-Sportabzeichen-Dienststellen. Alle sonst unberechtigt in den Handel gebrachten SA.-Sportabzeichen-Anstecknadeln find nicht genehmigte und ungültige Abzeichen und Länderkamps Norwegen Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die zum Saisonschluß noch einmal eine Nordlandreise mit Spielen gegen Norwegen und Schweden unternimmt, traf am gestrigen Donnerstagabend in Oslo auf den ersten dieser beiden Gegner. Vor 20 000 Zuschauern trennten sich beide Mannschaften unentschieden 1:1 (0:0). Die deutsche Elf vergab dabei einen durchaus möglichen und auch verdient gewesenen Sieg, denn der an sich — besonders vor der Pause — klar überlegene deutsche Angriff ließ zahlreiche gute Gelegenheiten zu Erfolgen aus. Nach Der Pause wurden die Norweger dann besser; sie konnten durch Noel den Führungstreffer von Lenz ausholen und dieses 1:1 auch bis zum Spielende halten. * Das Wetter hatte sich in Oslo sozusagen in letzter Stunde noch zum Besseren geändert. Die letzten Tage über hatte eine drückende Schwüle über der norwegischen Hauptstadt gelastet, aber am Tag des Länderspiels kam ein erfrischender Wind auf. Davon profitierte natürlich das Fußball-Spiel; 20 000 Menschen fanden den Weg zum Platz des Lyn, dem schöngelegenen Ullevaal-Stadion. Erst um 17.30 Uhr — vor dem Dunkelwerden brauchen die Osloer ja keine Angst zu haben, wenigstens in dieser Jahreszeit nicht — wurde nach den üblichen Länderspiel-Zeremonien der Ball freigegeben. F l i s b e r g (Schweden) leitete korrekt und zu beiderseitiger Zufriedenheit Die Deutschen traten mit folgender Mannschaft an: Jakob; Janes, Tiefel; Grämlich, Goldbrunner, Zielinski; Lehner, Lenz, Conen, Sifs- lina, Fath. Das Paradestück dieser Elf war der Sturm. Die ganze erste Halbzeit hindurch beherrschte der deutsche Angriff überlegen das Feld. Zu überlegen fast, denn vor lauter schönem Angreifen schien es, als ob die deutschen Stürmer den Endzweck ihres Tuns, das Torschießen, rein vergessen hätten. Zwar war die Gegenwirkung der norwegischen Hintermannschaft recht stark, aber trotzdem hätten vor der Pause einige Treffer für werden abgenommen. Die Anschriften der örtlichen Prüfer können bei den Standarten- und SA.-Sport- abzeichen-Dienststellen I—IX erfragt werden. Die Besitzer des SA.-Sportabzeichens können em auf der linken Brustseite der Sportkleidung (Sporthemd, Trainingsanzug) aufzunähendes gewebtes SA.-Sportabzeichen tragen. Solche SA.-Sportabzeichen können in der gleichen Weife wie die SA.- Sportabzeichen-Anftecknadel, durch die Prüfer zum Preise von 0,30 RM. bezogen werden Als Ausweis für die Berechtigung zum Tragen gilt ebenfalls das Besitzzeugnis. -Deutschland 1:1 (0:0). Deutschland unbedingt fallen müssen. Vergessen darf allerdings nicht werden, daß unsere Mannschaft einen recht abgekämpften Eindruck machte. Die übermäßig schwere Saison macht sich doch bemerkbar, und besonders der Mannheimer Siffling schien etwas mitgenommen. Jedenfalls erreichte er bei weitem nicht seine sonstige Länderspiel-Form. Läuferreihe und Verteidigung schlugen sich sehr achtbar. Als in der zweiten Spielhälfte die Norweger mehr und mehr aufkamen, da zeigten sich die deutschen Hinterleute von ihrer besten Seite. Die Tordeckung mußte zwar in der 64. Minute den Ausgleichstreffer zulassen, aber das dadurch erzielte Unentschieden wurde trotz nachdrücklichster gegnerischer Bemühungen bis zum Schluß sicher gehalten. Lenz, der Dortmunder Borusse, der bekanntlich erst in diesem Jahre „herausgekommen" ist, gelang in der 56. Minute Deutschlands einziger Treffer. Wie erwähnt, hätte unser Angriff schon vorher einige Tore unbedingt erzielen müssen, aber der deutsche Sturm „starb in Schönheit". Acht Minuten nach dem deutschen Erfolg kamen die Norweger unter dem stürmischen Jubel der Zuschauermassen zum Ausgleich. Noel war der gefeierte Torschütze. Das 1:1 wurde nicht mehr geändert. Kurze Gporinotizen. Deutschlands Säbelfechter setzten sich bei den Europa-Meisterschaften in Lausanne im Mannschaftsfechten nach Siegen über Südslawien und England zur Teilnahme an der Endrunde durch, an der noch Frankreich, Ungarn und Italien beteiligt sind. Die Sommersperre für alle Rasenspiele (Fußball, Handball, Hockey, Rugby) wurde einheitlich für die Zeit vom 1. Juli bis zum 15. August festgesetzt. Beim Londoner Reitturnier gab es am Mittwoch in einem Jagdspringen um den irischen Armeepokal nur zwei fehlerlose Ritte. Rittmeister Hasse auf „Bosco" und Rittmeister M o m m auf „Baccarat" kamen mit je vier Fehlern zusammen mit elf weiteren Teilnehmern auf den vierten Platz. Wirtschaft. Mein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: fester. Frankfurt a. M., 27. Juni. Ohne daß sich das Geschäft vergrößert hätte, da die Kundschaft mit Rücksicht auf den bevorstehenden Halbjahres-Ultimo zurückhaltend blieb, war die Börse überwiegend fester. Sie erhielt einige Anregungen durch günstige Wirtschaftsmeldungen, wie der beträchtlich gestie- gende Gesamtabsatz des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats und die Absatzsteigerung bei der Rhein. Braunkohlen AG. Auch die Verflüsiigung der Monatsbilanzen der Banken wurde beachtet. Die Kulisse schritt verschiedentlich zu Deckungen. Am Aktienmarkt ergaben sich zumeist Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Etwas lebhafteres Geschäft hatten IG. Farben mit 149,75 bis 150,25 (149,40), ferner AEG. mit 46,13 bis 46,75 (45,65). Der Elektromarkt lag durchweg fester, Licht & Kraft plus 1,25 v. H., Geffürel Lahmeyer, RWE., Schuckert und Siemens gewannen je 1 v. H. Am Montanmarkt traten Klöckner mit plus 1,25 o. H. mehr hervor, Rheinstahl gewannen 0,75 v. H., die übrigen Werte 0,25 bis 0,50 v. H. Harpener blieben zu 108,75 behauptet, Rhein. Braunkohlen tagen dagegen schwächer. Kunstseideaktien zogen bis 1 v. H. an, auch Schiffahrtswerte erhöhten sich bis 0,40 v. H. Don sonstigen Werten setzten Reichsbank 0,50 v. H., Eßlingen Maschinen 0,40 v. H. Conti Gummi 0,75 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H., dement Heidelberg und AG. für Verkehrswesen je 0,25 v. H. freundlicher ein. Etwas leichter lagen Holzmann (— 1 v. H.), ferner gingen Feinmechanik Jetter 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 v. H., Daimler 0,40 v. H. und Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H. zurück. Der Rentenmarkt lag still, aber ebenfalls etwas fester. Besonders Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 122,40 (122) waren lebhafter, ferner gewannen Altbesitz 0,13 v. H. und zertifizierte Gulden-Obligationen erneut 0,50 v. H. Zinsvergütungsscheine, Kommunal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen unverändert. • In der zweiten Börsenstunde herrschte wieder starke Geschäftsstille, doch vermochten sich die erhöhten Kurse in den meisten Fällen gut zu behaupten. Nur ganz vereinzelt bröckelten sie minimal ab, wie AEG. und IG. Farben um je 0,13 v. H. Höher lagen nochmals Reichsbank bis 184 nach 183,25, Ächt & Kraft bis 131 nach 130,75 und Rheinstahl bis 113,40 nach 113. Aschaffenburger Zellstoff glichen ihren Anfangsrückgang aus und notierten mit 84,13 noch etwas höher. Niedriger lagen Rhein. Braunkohlen (—2 v. H.) und Julius Berger (—1,25 v. H.). Accumulatoren notierten excl. Dividende 1,50 v. H. höher mit 171,25. Arn Rentenmarkt lagen Altbesitz 0,40 v. H. höher, ferner hielt das Interesse für zertifizierte Gulden- Obligationen im Zusammenhang mit der holländischen Diskontsenkung an und die Kurse waren abermals bis 0,50 v. H. fester. Gold- und Liquidationspfandbriefe waren etwas gefragt, letztere zogen meist bis 0,25 v. H. an. Stadtanleihen konnten sich nach dem gestrigen Rückgang gut behaupten. Auslandsrenten lagen geschäftslos, Ungarn gaben bis 0,25 v. H. nach. Tagesgeld war zum bevorstehenden Ultimo gesucht und wurde auf 3,25 v. H. (2,75) v. H. erhöht. Abendbörse: gut behauptet. An der Abendbörse blieb das Geschäft auf ein Minimum begrenzt. Die wenigen Aufträge der Kundschaft in einigen Spezialwerten reichten für eine lebhaftere Umsatztätigkeit nicht aus, zumal die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verharrte. Die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet, etwas fester notierten Reichsbank mit 185,50 (184,75), IG. Farben mit 150,25 (149,75) sowie Schiffahrtspapiere bei Erhöhungen bis 25 v. H. Der Einheitsmarkt lag geschäftslos, IG. Chemie Basel volleinbez. Stücke waren geringfügig, und zwar auf 172 (171,50) erholt, nachdem sie im Mittagsverkehr 4 v. H. verloren hatten. Arn Rentenmarkt herrschte weitestgehende Geschäftsstille und kursmäßige Veränderungen von Belang traten nicht ein. 5,50proz. Younganleihe wurden in Anpassung an den Berliner Kurs von 103,40 auf 104 (104,13) heraufgesetzt. - Von Auslandsrenten bröckelten 5proz. Silbermexikaner auf 6,13 (6,25), 4proz. und 3,5proz. Schweizer Bundesbahn um je 0,50 v. H. auf 190 bzw. 180 ab. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113,40, 6 v. H. Stahlverein 101,65, Commerzbank 90,25, DD-Bank 91,25, Reichsbank 185,50, Harpener 109,25, Mansfeld 116,65, Rheinstahl 113,25, Stahlverein 83,50, AEG. 46,65, Betula 139,50, IG. Chemie volle 172, Conti Gummi 157,65, Deutsche Erdöl 112, Deutsche Linoleum 164,50, Licht u. Kraft 131,50, IG. Farben 150,50, Gesfürel 127,50, Goldschmidt 102,50, Junghans 90, Moenus Maschinen 84, RWE. 128,75, Schuckert 120,50, Siemens 177, Stollwerck 95, Löwenbräu München 210,50, AG. für Verkehrswesen 89,25, Hapag 33,50, Norddeutscher Lloyd 36,65, Reichsbahn-VA. 122,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. Auftrieb: Rinder 28 (gegen 32 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 24 Kühe und 4 Färsen. Zum Schlachthof direkt- 2 Bullen und 4 Kühe. Kälber 769 (1022), Schafe 39 (38), Schweine 313 (370). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 57 bis 60 (61 bis 63), b) 49 bis 50 (54 bis 60), c) 40 bis 48 (46 bis 53), d) 28 bis 39 (36 bis 45). Hämmel b2) Weidemast 37 bis 38 (39 bis 40), c) mittlere Mastlämmer und Hämmel 35 bis 36 (37 bis 38). Schafe e) beste 33 bis 35 (—), f) mittlere 28 bis 30 (31 bis 35). Schweine b) 47 bis 51 (48 bis 51), c) 47 bis 51 (47 bis 51), d) 44 bis 50 (45 bis 50). Die in Klammern angegebenen Preise sind Notierungen des letzten Donnerstagmarktes am 20. Juni. Marktverlauf: Kälber langsam, ausverkauft. Hämmel und Schafe langsam, Ueberftanb (3 Stück). Schweine ruhig, ausverkauft. Schweinemarkt in Vuhbach. Pb. Butzbach, 27. Juni. Auftrieb auf dem heutigen Schweinemarkt: 210 Ferkel. Es wurden bezahlt für Ferkel bis sechs Wochen alt 16 bis 18 RM., sechs bis acht Wochen alt 18 bis 25 RM., acht bis dreizehn Wochen 25 bis 30 RM. Der Handel war rege, der Markt geräumt. Schweinemarkt in Grünberg. + ©rünberg, 27. Juni. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen Auftrieb von 312 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: bis 6 Wochen alt 20 bis 22 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 23 bis 29 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 29 bis 35 Mark. Handel gut, fast ausverkauft. Schach-Ecke. Gearbeitet von F. Sämisch Ein Triumph der Logik Hans Vetter (1. Preis vr.-Palitzsch-Gedenkturnier 1932). 2 8 5 4 3 7 6 b d 5 3 2 6 8 7 4 1 ab cdef g h Weiß zieht und setzt in fünf Zügen matt Georg Schorles („Deutsche Schachblätter") 8 5 4 3 2 6 1 7 b d d 6 5 3 2 7 4 1 8 g h b H Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt Lösung der Aufgabe 3lr. 9. Da der schwarze Läufer die Diagonale dl—b3 nicht preisgeben darf wegen der Mattdrohung Ld3—c24=, konnte 1. gS—g4l geschehen. Auf 1.... LdlXg4? folgt 2. Ld3—c2+, auf 1. f5Xg4 2. Ld3Xg6 nebst 3. Lg6—e84=, auf 1. . . . h5Xg4 2. h4—h5! nebst entweder g6Xh5 3. Ld3Xf5 nebst 4. Lf5—d7=£, oder falls 2. . . g4—g3 3 h5Xg61 nebst 4. Ld3Xf5 und 5. Lf5—d74=, und auf 1. . . Ldl—b3 gewinnt 2. g4Xf5 g6Xf5 3. Ld3Xf5 Lb3Xc4 4. Lf5—d7+ Lc4—b5 5. Ld7—c6 oder auch einfach Ld7Xb5+ nebst f4—f5 usw. Eine recht lehrreiche Stellung! Lösung der Aufgabe des Spiels Wagner — Samisch. Die Gewinnfortsetzung war 1. . . . La6—d3H~ 2. LflXd3 (Erzwungen, da auf Kal? Sb3+ gewinnt.) 2. . . . Dd7Xd3+ 3. Tel—c2 (Auf Kal? käme wiederum Sb3+.) 3. . . Sc5—b3 4. Lb4—c3 Tc8—b8! (Nur so kann Schwarz gewinnen! Ergebnislos bleibt dagegen 4. . . Ddl+ wegen 5. Tccll, desgleichen 4. . . . Sd2H- wegen 5. Kall DXc2 6. DXe6+ nebst LXg7+l, und schließlich auch 4. . . TXc3 wegen 5. bXc3 Tb8 6. Tel! nebst Kb2.) 5. a3—a4 Td8—c8l 6. Tbl—el Kg8—f7, und Weiß ist in Zugzwang geraten und muß daran zugrunde gehen. Auf Da3 gewinnt TXc3! nebft Sd4+ und auch der Tel kann aus dem gleichen Grunde nicht ziehen, z. B. 7. Tbl TXc3l 8. bXc3 Sd4+ 9. Kcl DXe3+ 10. Kdl SXc2, oder falls 10. Td2 Sb3+ nebst SXd2. Nach Erschöpfung der Dauernzüge ist dieser Ausgang aber unvermeidlich! Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. „Lohengrin." In der Oper wurde „Lohengrin" aufgeführt. Atemlos lauschen die Zuhörer der Musik. Die Oper ist bis zu der Stelle gediehen, an der die Edelleute aufgefordert werden, für Elsa zu kämpfen. Das Publikum ist in höchster Spannung. Einige beginnen bereits unruhig auf ihren Plätzen hin und her zu rücken. Zum zweiten Male ertönt schon der Heroldsruf mit den Worten: „Wer streitet für Elsa von Brabant?" Da zerreißt die drückende Stille und vom hohen Olymp dröhnen die Worte: „K e e Luder melb’t sich!" Die Schauspieler sollen es an diesem Tage schwer gehabt haben, ihre Rollen zu Ende zu bringen. Ursula gehl zum Onkel Doktor. Die kleine Ursula ist krank. Man geht mit ihr zum Doktor, der sie mit dem Höhrrohr untersucht. Zu Hause fragt der Vater Ursula, wie es war. „Sehr nett, Papi, der Onkel Doktor hat immer mit meinem Bauch telephoniert." Gluck. Der große deutsche Musiker Chr. W. Gluck wandelte einmal, von heiterster Laune beschwingt, durck die Rue Saint-Honor6 zu Paris, als er plötzlich durch ein Klirren aufgeschreckt wurde: sein mit vergnügtem Gefuchtel geschwungener Stock war einem wahrscheinlich ehrsamen Anwohner in die Fensterscheibe gefahren. Alsbald erschien der Geschädigte und verlangte dröhnend bk Erlegung von breifeig Sous. Gluck förderte nach einigem Suchen ein Goldstück zutage. „Ich kann nicht wechseln, Monsieur", sagte der sichtlich beeindruckte Scheibenbesitzer. „Macht nichts", sagte Gluck. „Dann runden mir die Sache ab." Er zerschlug mit deutlichem Vergnügen alle erreichbaren Scheiben des Hauses, drückte dem nunmehr sprachlosen Manne das Goldstück in die starre Hand und schritt befriedigt von bannen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejch lossenen Dioibende an. — Reichsbankdiskonl 4 o. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- !urs Schluß». Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- bflrfe Datum 26.6 27.' 26-6 27.6. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 100,13 100,13 100,13 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,75 97,9 97,75 hVi% Doung.Anleihe von 1930 .. 103,4 103,4 — 104,13 Deutsche Anl.«Ablöi.«Schuld mtt Auslos.-Rechten ............ 112,9 113,4 113 113,5 4l 2 * * 5/,% Deutsche Reichspostschatz an- Weisungen von 1934, 1....... 6% eljem.8% Hess. Bolksstaat 1929 100,15 100,2 100,3 100,3 (rückzahlb. 102%) ........... 17,75 97,5 97,5 97,25 4¥»% ehein. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 —— 96,25 6yt% ehem. Hess. Landcs-Hypo- lhekenbank Darmstadt Liaüi ... 100,5 100,2 — 4y<% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 92,13 92,13 — Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ........... 127 127 —— Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 116,13 116,13 116,3 116,2 4Ki% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 96 — 6*4% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 100,25 101 — _ 6y*% ehem. 4*4% Rheinische Hqp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 101 101 101,13 101,4 tya% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4*/,% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI — 96,75 — 96,75 Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 106,7 106,7 106,7 106,7 4% Oesterrelchische Goldrente.... — — — 31 4,20% Oesterreichtsche Silberrente —— — 1,7 1,7 4% Ungarische Goldrente ....... 11,9 11,55 11,9 11,65 11,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,65 11,7 11,3 11,65 4*4% desgl. von 1913 ......... 11,65 11,4 11,5 5% abgest. Goldmexikaner von 99 —— —— 12,9 13 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... *• —— — 12,25 Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börsc Schluß« ture Schluß!. Mittagbörse Datum 26 6 27-6 26.6 27-6. _ _ __ _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 8,2 8,25 8 4s4%Rumän.vereinh.Rentcv.l913 10 10,1 10 4% Rumänische vereinh. Rente 6 6,13 6,13 6 2’4% Anatolier ............. 39 39 39,75 39,4 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 33 33,5 33,25 33,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 26,75 27,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 36,4 36,65 36,25 36,4 '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 89 89,25 88,75 89 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 117 116,75 117 116,75 (stimmerz. und Privat-Bank ... 0 90,25 90,25 90,25 90,25 Deutsche Bank und Diseonto- Gesellschaft................ 0 91,5 91,25 91,5 91,25 Dresdner Bank .............. 0 91,5 91 225 91,5 91,25 Reichsbank ................ 12 183,25 185,5 182,65 184J5 A.E.G...................... 0 45,65 46,65 45,9 46,65 Bekula.................... 10 139 139,5 139,13 139,5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 114,75 114,75 114,65 115 Licht und Kraft .......... 6 y. 129,5 131,5 129,5 132 Fellen & Guilleaume......... 0 101,25 101,5 101,5 101,75 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 5 127 127,5 127,5 127,9 Rheinische Elektrizität ........ 5 131 — 131 131 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 128 128,75 128 128,5 Schuckert LCo............... 4 119 120,5 119,5 120,5 Siemens & Halske............ 7 175 177 175 177 LahmeyerLEo. ............. 7 _ 199,5 129,75 Buderus ................... 0 103,25 103,13 104 Deutsche Erdöl .............. 4 113 112 113,5 11M Gelsenkirchener .............. 0 Harpener................... o 108 J5 109,25 109,25 109,25 Hoejch Eisen—Köln-Neuessea . 0 106,25 107,13 Ilse Bergbau ............... 6 157 157 158 Use Bergbau Genüsse........ 6 127 128,5 127 128,25 Klöcknerwerke ............. K % 98,75 100,4 99 100 Mannesmann-Röhren ...... 0 86,65 86,9 86,75 87 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß» für» Schluß!. Mitiag- börse Datum 26 6 27 6 26 6 27.6- Mansselder Bergbau....... .. 8 115,75 116,65 115,5 116,5 Kokswerke ................ .. 6 — — 116,9 119,4 Phönix Bergbau........... .. 0 — -— —■ — Rheinische Braunkohlen .... . 12 233 231 233 231 Rheinstahl ................ 8'/, 112,25 113,25 112,25 113 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 83,4 83,5 83,25 83,4 Otavi Minen ............. .. 0 17 17 17,5 17,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 ,i22,25 124,5 122 124 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 120 121 121 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1Yi 176 176 175,5 176 I. ®. Farben-Jndustris..... .. 7! 149,4 150,25 149,4 149,75 Scheideanstalt............. .. 9 230,5 231 — — Goldschmidt .............. .. 0 103 102,5 102,13 102,65 Rütgerswerke ............. .. 4 116,75 118 117,4 118,25 Metallgesellschaft........... .. 4 105,5 105,25 106 104 Philipp Holzmann......... .. 0 92 91,5 93 92,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 117.5 117,65 - - Zementwerk Karlstadt....... .. 4 135 135 - - Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 .. 0 60,75 61 112,5 61 113 61,25 119 Bemberg................. .» 0 119 120 119 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 118 118,5 117,5 118,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 84 84,13 84 85 Dessauer GaS ............. .. 7 —— — 138,25 138,5 Daimler Motoren.......... .. 0 92,5 92,13 92,65 92,5 Deutsche Linoleum ......... .. 6 160,75 164,5 160,5 164,25 Orenstein L Koppel ........ .. 0 — — 87 86,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 <6,75 36,75 36,65 36,25 Chade .................... .. 0 —— 291 293,75 291 Accumulatoren» Fabrik...... . 12 177 171,25 178 171,75 Conti-Gummi............. .. 8 155,5 157,65 156 157,75 Grttzner.................. .. 0 - 39 39 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 89 Süddeutscher Zucker....... .. 8 1 190,25 189 191 189 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 26. Juni 27-Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries Geld ! Bries Buenos Aire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,885 42,965 41,885 41,965 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,60 54,70 54,55 54,65 Danzig..... 46,875 46,975 46,855 46,955 London ..... 12,225 12,255 12,215 12,245 Heliingfori.. Paris ...... 5,39 5,40 5,385 5,395 16,395 16,435 16,39 16,43 Holland .... 168,72 169,06 168,72 169,06 .Italien..... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ...... 0,719 0,721 0,717 0,719 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 C8lo..... : 61,45 61,5 61,40 61,52 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,095 11,115 11,09 11,11 Stockholm... 63,05 63,17 63,00 63,12 Schweiz .... 81.04 81,20 81.05 81,21 Spanien.... 33,99 34,06 33,94 34,00 Prag....... 10,36 10,38 10,35 10 37 Budapest ... — Neuyork ... 2,474 2,478 2,473 2,477 Banknoten. Berlin, 27 Juni Geld Bries Amerikanische Noten....... 2,425 2,445 41,72 41,88 Dänische Noten .......... • e e e • ■ • 54,34 54,56 12,18 12,22 16,33 16,39 168,30 168,98 Italienische Noten......... 19,86 19,94 Norwegische Noten ....... 61,19 61,43 Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling — — Rumänische Noten........ — — ■ Schwedische Noten........ 62,78 63:04 Schweizer Noten.......... 80,82 . 81,14 Spanische Noten.......... 33,47 33,61 Ungarische Roten ......... Nr.M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheyen)Freitag, 28. Juni (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Bräuche gegen Heimweh. Don Nöck Sylvus Trotz der „Landflucht" der letzten Jahrzehnte darf man nicht etwa glauben, der Bauer hänge nicht an seiner Heimat. Es wird wenige von jenen „Landflüchtigen" gegeben haben, hinter die sich nicht das herbste Heimweh setzte; und es ist bezeichnend, daß in jener Zeit das Wort aufkam: „Tüchtig schaffen ist das beste Mittel gegen Heimweh!" Vielfach war die durch wirtschaftliche Not erzwun- gene Flucht aus der Heimat zugleich eine Flucht in die eifrigste Arbeit, weil Arbeit ablenken kann und vergessen macht. In Wahrheit geht der wirkliche Bauer nur ungern aus seiner Heimat fort. Er nimmt das Gefühl des aus seiner Gemeinschaft Gerissenen mit. Sein Heimweh ist nicht allein die Sehnsucht nach der heimischen Scholle, nach den oft nur ihm ge- offenbarten Schönheiten der Landschaft daheim, sondern ebenso das Verlangen nach der gewohnten Umgebung, der gewohnten Regelung des Lebenslaufes, den vertrauten Dingen und Personen, nach dem Schutze, den der bäuerliche Mensch durch Festhalten an ererbter Sitte und altem Brauche ge- meßt, nach jenem Gefühl des Geborgenseins, der Sicherheit und Würde, welches das Leben in der angestammten Gemeinschaft gewährt. Der Bauer weiß genau, daß er einer neuen Gemeinschaft nie restlos angehören kann, daß ihn immer etwas in der Fremde fremd ansprechen wird. Er sieht sich in der fremden Umgebung, da er ihre Sitte und ihre Regelung der gegenseitigen Beziehungen nicht mehr im Blute sitzen fühlt, ohne rechten Halt und Schutz. Und gerade das wird in ihm Heimwehr aufleben lassen. Hat nicht das Fronterleben gezeigt, daß weniger die Landschaft als vielmehr das Leben in vertrauter Gemeinschaft das wahre Heimatgefühl weckt und erhält! Und in der Volksdichtung klagt das wandernde Kind schlicht und ergreifend: „Da kam ich für der Fremden Tür, da sagten sie: Du gehörst nicht zu uns!" Stimme des Blutes, Stimme der Heimat! So nimmt der Bauer in seinem Blute das Heimweh mit in die Fremde. Es sind rührend einfache Mittel, die er von Anfang an gegen dieses tiefe Weh einsetzt: Er nimmt etwas von daheim mit, ein Sinnbild der Heimat, das ihm die Heimat ersetzen soll. Die ostpreußische Mutter gab ihrem ins Feld ziehenden Sohne ein Beutelchen mit Heimaterde mit, darauf er des Nachts seinen Kopf betten sollte. Und als er zum Tode verwundet lag, bat er die Kameraden, sein Haupt darauf zu legen, damit er gewissermaßen in der Heimat stürbe. In Baden nimmt der Fortwandernde ein Stück „Heimwehbrot" oder „Gwenebrot" vom Selbstqe- backenen mit, daß er sich aufbewahrt. Im Schwarzwald und anderswo näht man Staub oder Stubenkehricht ins Kleid ein und bäckt es ins „Heimwehbrot". Da und dort wird ein Löffel von Zuhause mitgenommen. Die Magd, die in Stellung geht, näht sich Salz und Brot in den Saum des Rockes. Oder sie zieht ihr Hemd verkehrt an, mit dem Vorderteil nach hinten, auf daß sie den Weg zurückfinden möge in die Heimat. In einigen Gegenden verleibt man sich gewißer- maßen die Heimat ein, indem man zum Abschied einen Schluck Wasser aus dem letzten Dorfbrunnen trinkt (Thüringen) oder indem man vom Stubentisch ein wenig Holzfasern abschabt und in den Kaffee gibt, den man zuletzt trinkt. In einigen Alpentälern näht das Dirndl dem Burschen ein Stück Dachschindel des Vaterhauses in den Hut, damit ihn das väterliche Dach draußen in der Fremde beschützen möge. Der Niederösterreicher streut auch etwas Heimaterde zwischen die Doppelsohlen seiner Schuhe, um immer auf heimatlichem Boden zu wandern. Und dann: die Nelke, die dem jungen Manne das Mädel zum Abschied ins Knopfloch steckt, wird Gartenanlage fürArbeiterun-Angestellte bei Schunk & Ebe. v. •?? Hä Die Firma Schunk & Ebe, Gießen (Windhof), hat im Laufe dieses Frühjahrs durch den Giehener Gartenarchitekten Schwarz eine Gartenanlage schaffen lassen, die den Arbeitern und Angestellten der Firma für ihre Freizeit, so weit sie innerhalb der Geschäfts- und Arbeitszeit liegt, zur Verfügung steht. Die Anlage ist vor kurzer Zeit endgültig fertiggestellt worden und zeigt sich bereits in gutem Degetationsstand. Es wurden zahlreiche junge Bäume gepflanzt, schöne Rasenflächen geschaffen, Blumenbeete voll bunter Pracht dem Ganzen eingefügt und Plattenwege gelegt. Ferner wurde ein kleiner Pavillon gebaut, der nach seiner endgülti- aen Fertigstellung einen fast idyllisch zu nennenden Aufenthaltsort darstellen wird. Ein Teil des Gartens wurde terrassenförmig erhöht und gestattet einen Ueberblick über die schöne Anlage. Selbstverständlich wurden auch zahlreiche Bänke aufgestellt, die sich aber trotz ihrer großen Anzahl harmonisch in das Ganze einfügen. Ein glücklicher Umstand ist es, daß der unmittelbar an der Rodheimer Straße hinter dem Hauptgebäude liegende Garten von allen Werkstätten aus in kaum einer Minute zu erreichen ist. Die gesamte Anlage gereicht der Firma sehr zur Ehre. (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) später in einem Buche getrocknet und vergilbt liegen bleiben. Oder sei es auch nur ein Blütenblatt von der Abschiedsrose. Immer ist es ein Stück der Heimat, immer handelt es sich um sehnsüchtige Gebärden, die in irgendeiner Weise den Zusammenhang mit der heimatlichen Gemeinschaft bewahren sollen. Am liebsten freilich nimmt der in die Fremde ziehende bodenoerwurzelte Mensch einen oder eine aus der Heimat mit, gemäß dem Liede Eichendorffs, dos da anhebt: „Wer in die Fremde will wandern, der muß mit der Liebsten gehn, es jubeln und lassen die andern den Fremden alleine stehn". Spotte man nicht über das Heimweh und nicht über die „Heimwehbräuche". Sie sind mit das erschütterndste Zeugnis für die Macht von Blut und Boden und für die Kraft, die aus der heimischen Gemeinschaft, in die man hineingeboren ist, in den Menschen fließt. Wie singt doch der Oberösterreicher: „Dahaim is dahaim, wannst net furt mueßt, so bleib; denn d'Haimat ist ehnta da zweit Mueda- leib!" NSDAv. — Amt für Volkswohlkabrt. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Montag, 1. Juli, und Dienstag, 2. Juli 1935, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Opferringsammlung (Lebensmittelsammlung) für die NS.-Dolkswohlfahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereit zu halten. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die „Opfer- rinqsammlung" nicht durch das allgemeine Sam- meioerbot berührt wird. Ortsgruppe Giehen-Nord. Betr.: Lebensmittelopferring. Am Montag, 1. Juli, und Dienstag, 2. Juli, findet die Einziehung des Lebensmittelopferringes statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereitzuhalten und den Inhalt auf den Umhüllungen anzugeben. NS.-Lehrerbund, Gießen. Abteilung Höhere Schule. Die deutschkundliche Fachschaft hält ihre nächste Sitzung am Montag, 1. Juli, in der Oberrealschule ab. Beginn 16 Uhr pünktlich. Gegenstand: Carossas Rumänisches Kriegstagebuch. Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter. LandschastSbunt) Volkstum undHeimat. Ortsring Gießen. Arn morgigen Samstag, 29. Juni, um 16 Uhr, führt Geh. Rat Professor Dr. Sommer in der Müllerschen Badeanstalt seine Wasser-Ski vor und gibt anschließend jedermann Gelegenheit zur praktischen Erprobung seiner Erfindung. Unsere Mitglieder und die Mitglieder der angeschlossenen Verbände zahlen 10 Pf. Eintritt (Mitgliedskarte oder Anstecknadel), die Familienangehörigen haben freien Eintritt. Die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" lädt unsere Mitglieder ein zum Besuch der Abendmusik auf dem Schiffenberg am 29. Juni, 21 Uhr, und zum Besuch des Schiffenbergfestes am Sonntag, 30. Juni, 15 Uhr. Wir bitten, der Einladung zu den beiden Veranstaltungen recht zahlreich Folge zu leisten. Unser neuer Homon in der Illustrierten. In der am Samstag erscheinenden nächsten Nummer der Illustrierten des Gießener Anzeigers beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romans, der ohne Zweifel ein nicht minder interessiertes und gespanntes Publikum finden wird als sein Vorgänger „Dämon im Märchenland" von Olaf Bouterweck. Unser neuer Roman heißt „Woltenwanderer" von Ernst Grau und behandelt, wie der Titel schon andeutet, ein heute brennend aktuelles und jedermann angehendes Thema: Wanderer auf den unbegrenzten Straßen zwischen Himmel und Erde, Menschen unserer Zeit — von ihnen handelt dieser Roman. Im Mittelpunkt steht die Gestalt eines unbekannten Ingenieurs, der in einer kleinen Werkstatt mit den bescheidensten Mitteln seine Konstruktionen zu verwirklichen beginnt; im Laufe der Jahre wird aus der kleinen Werkstatt ein weltbedeutendes Werk. Aber nicht nur das heute so überaus brennende Problem der Fliegerei ist in unserem neuen Roman gestaltet, sondern es entwickelt sich hier eine bunte, konfliktreiche Handlung, in der auch die Liebe nicht fehlt. So bieten wir den Lesern unserer Illustrierten mit diesem Roman ein Werk, das sie mit ungeteilter Spannung und wärmster Anteilnahme verfolgen werden. Amtsgerichtsrai Ludwig ZRaab tritt in den Ruhestand. Am 1. Juli tritt Amtsgerichtsrat Ludwig Raab auf sein Nachsuchen in drn Ruhestand. Geboren in Laubach, als Sohn des Oberamtsrichters Raab, besuchte er das dortige Gymnasium, studierte an den Universitäten Leipzig, München, Berlin und Gießen Rechtswissenschaft, bestand zu Ostern 1895 in Gießen die juristische Fakultätsprüfung, im Herbst 1898 die große juristische Staatsprüfung in Darmstadt. Er genügte seiner Militärpflicht beim 2. Bayerischen Infanterieregiment in München und wurde im Juli 1900 zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht Gießen zugelassen. Seine anwaltliche Tätigkeit fand ein vorläufiges Ende, als er zu Beginn des Weltkrieges zu einem Landsturmbataillon einberufen wurde. Vom Frühjahr 1916 bis 1918 war er juristischer Mitarbeiter bei der Prooinzialdirektion Oberhessen auf dem Gebiete der Veraltungsrechtspflege. Dom März 1918 war er juristischem Hilfsarbeiter beim Deutschen und Preußischen Städtetag und zugleich Vertreter eines Beigeordneten in der Gemeindeverwaltung Berlin-Tegel. Nach Wiederaufnahme seiner Gießener Anwaltspraxis wurde Raab im Mai 1919 mit der Geschäftsführung und dem Vorsitz des staatlichen Schlichtungsausschusses für Oberhessen betraut. Zugleich war Herr Raab einige Zeit Vorsitzender des städtischen Mieteinigungsamtes. Im Juni 1927 wurde er zum Vorsitzenden des Arbeitsgerichts Gießen bestellt und am 6. Oktober 1931 zum Amtsgerichtsrat am Amtsgericht Gießen ernannt. Hiernach übernahm er gleichzeitig die Bearbeitung der Jmmobiliarzwangsvollstreckungs- sachen. Die Rücksicht auf feine durch die große Arbeitslast und Verantwortung angegriffene Gesundheit veranlaßte nunmehr Herrn Raab, in den Ruhestand zu treten. Mit ihm scheidet ein vielerfahrener Richter aus dem Amte, dessen Gewissenhaftigkeit und große Sachkunde auf vielen Gebieten des Rechtslebens allseitige Anerkennung gesunden hat. Mit dem Ar- Wochenmartt in Buenos Aires. Von Margot Hilleprandt, Buenos Aires. Heute ist Feria. Wochenmarkt. Ein knallblauer Himmel und eine wohlmeinende Sonne stehen über dem buntesten Bild, das man sich vorstellen kann. Blumen und Lebensrnittel, Stoffe, Küchengerät, Schmuck und Kanarienvögel — es gibt wenig Wünsche im Herzen einer Vorstadtfrau, die sie nicht auf der Feria erfüllen könnte. — Die hübschen, schmalhüftigen Mädchen kommen daher wie zu einem Fest mit langen Kleidern aus Organdy mit kunstvollen Locken unb schneeweiß gepuderten Gesichtern. Den weitläufigen Figuren ihrer Mamas und deren schmierigen Schlafröcken bleibt es überlassen, das Gewichtige, Seriöse der Angelegenheit „Feria", zu betonen. Die Händler preisen ihre Waren mit einer inbrünstigen Beredsamkeit an, man muß ein gänzlich verhärtetes Gemüt ober sehr viel Erfahrung haben, um ihnen zu wiberstehen. Denn jeber hat angeblich bie saftigsten Melonen, bie schönsten Artischocken, bie billigsten Ananas. Zu verlockenben Bergen find die Früchte und Gemüse gestaffelt. Paprikaschoten, süße Kartoffeln, Maiskolben und die pflaumenblauen, blankpolierten Eierfrüchte. Kürbisse in allen Größen und Farben, ganz und in Stücke geschnitten, sind sehr gefragt. Sie werden mit vielen anderen Gemüsen, nebst Rindfleisch und scharfen Würstchen, zum „Pucherv", dem argentinischen Nationalgericht gebraucht. Vom Sellerie kennt man nur das Kraut, da dieses eigenwillige Gemüse hier nicht zu bewegen ist, Knollen anzusetzen. Auch Rhabarber und Meerrettich sind so gut wie unbekannt, und ich denke immer noch mit herzlicher Schadenfreude an bie entsetzten Gesichter argentinischer Gäste, als bei einem Essen auf einem beutschen Schiff geeister Meerrettich gereicht würbe. Die Hausfrau muß eben verstehen, sich umzustellen, muß auf manches Gewohnte verzichten, finbet aber überreichlichen Ersatz unb schließt schließlich Freunbschaft mit ben frembartigen Gewächsen, ihrer neuen Heimat, mit ben vielen scharfbuftenben Gewürzkräutern, mit Oliven, grünem Paprika unb ben süßen, nach Toiletteseife schmeckenben Kartoffeln, aus denen auch Marmelade bereitet wird. Sie wird sich gewöhnen, daß die angesehenste Leckerei „Dulce de leche* ist, Milch mit Zucker sehr dick und braun eingekocht, daß man süßes Teegebäck mit Schinken ober pikantem Käse füllt. Sie wirb ihren Kummer über das Fehlen jeglicher Beerenart unb über bie Luxuspreise ber (noch bazu wässrigen) Aepfel bei einer eisgekühlten Grapefruit, bei Ananas unb Melonen vergessen, ober bei einer Sanbia, bie groß wie ein Kinderwagenrab, knall- grün von außen, knallrot von innen, mit lackschwarzen Kernen, unb überbies sehr wohl- schmeckenb ist. Weit weniger wirb sie begreifen, baß zu Zöpfen geflochtene Därme, unmenschlich scharfe Knoblauchwürste unb Spatzen, wie sie nackt, winzig unb zu Dutzenben gebünbelt, überall verkauft werben, auserlesene Delikatessen sinb. Ober bie Palta! Eine birnenförmige Frucht, beren weiches Inneres mit Essig, Del unb Worcestersauce begossen unb bann ausgelöffelt wirb unb trotzbem noch unerträglich fab schmeckt. Aller dieser Zweifel- ober unzweifelhaften Genüsse kannst bu habhaft werben hier auf ber Feria. Bei ben Geflügelstänben herrscht bas Pavo, ber Truthahn. Gänse unb Enten sinb magere, armselige Geschöpfe, mit trainiertem, vom harten Daseinskampf gestähltem Muskelfleisch. Die Fischbuben präsentieren sich in einer Wolke von Fliegen unb penetrantem Geruch. Schleimige, greulich aussehenbe Tintenfische, Krabben, Muscheln unb lebenbige Schnecken liegen ober kriechen neben silberschuppigen Meeresbewohnern. Gewürze, Cerealien unb ben ganz unb gar unentbehrlichen Yerba Mate, bieten grünen, aromatischen Tee, ber bas wichtigste unb volkstümlichste Genußmittel Sübamerikas überhaupt barstellt, hat ber nächste Hänbler vor sich aufgebaut. Alle schreien unb ermuntern, — aber bie Auf- bringlichkeit ber Türken, ber Syrier und Armenier, dunkelhäutigen, olivenfarbigen Gesindels, schlägt jeden Rekord. Sie zerren ihre ' Stoffe, Pyjamas unb Schürzen vom Labentisch unb breiten sie vor bir über ben Weg, sie versuchen, bich in Baumwollspitzen unb bunten Bänbern wie in Fußangeln zu fangen, sie reben beutsch, englisch unb spanisch auf bich ein. Wenn du bei ihnen kaufst, gib ihnen die Hälfte von dem, was sie fordern, du kannst dich ruhig trotzdem betrogen fühlen. Spielzeugverkäuser fahren dir mit Lärminstru- menten unter die Nase unb beschwören bich, boch auch beiner Kinber zu gebenden. „Ein Almosen, Rubiecita (Blonbchen), für bie arme Blinbe!" jammert eine verwahrloste Frauensperson vom Boben her. Aber schon schrillt bas Glöckchen des Aufsehers, der hingebungsvoll bimmelt, mit kindlicher Freude am erzeugten Lärm, durch die Händlerreihen zieht: es 'ist elf Uhr und Schluß der Feria. Die herannahende Mittagshitze verbietet das Ausstellen von Lebensrnitteln. Schwerbepackt, mit Körben und Taschen, wan- I bern bie bitten Senoras heim. Die Hänbler laben ben Rest ihrer Waren auf Pferbekarren unb überlassen bas Felb unb bie Abfälle ihrer Tätigkeit großmütig Bettlern, Hun- ben unb Fliegen. »Licht im Dunkeln." Dies ist ein amerikanischer Film der Paramount, ber in seiner Hanblung ein wenig an den „Stählernen Strahl" erinnert; der deutsche Film, ben wir von kurzem hier gesehen haben, ist künstlerisch wertvoller, ber Amerikaner ist mehr auf Sensation unb leichte Sentimentalität eingestellt, doch hält sich beides, wie man zugeben muß, für Hollywooder Verhältnisse in manierlichen Grenzen. Es handelt sich dabei um das technische Problem des sog. Blindfluges, bas in ber Fabel nicht ungeschickt mit bem menschlichen Konflikt ber Erblinbung bes Er- finbers oerbunben ist. Uebrigens spielt auch eine Liebesgeschichte hinein, bie bas rein technische Motiv angenehm lockert unb nach einem aufregenben Ozeanflug auch zu einem in boppelter Hinsicht glücklich zu nennenben Enbe führt. In ben Hauptrollen sieht man Myrna Loy unb Cary Grant; Regie führt James F l o o b. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Im Vorprogramm sieht man außer ber Wochenschau einen amerikanischen Kulturfilm unb Silber von dem großen deutschen lleberfeebampfer „Cap Arcona". —r— Heber Schaden und Nützlichkeit des Storches. Noch immer ist bie Rolle des Storches im Haushalt der Natur und in seiner Nützlichkeit für den Menschen umstritten, und der Vorwurf, daß der weiße Storch beträchtliche Mengen Nutzvieh vernichte, will besonders in Jägerkreisen nicht verstummen. Einen großen Fortschritt zur Klärung dieser Frag« bedeuten die Untersuchungen, die inzwischen an der Vogelwarte Rossitten auf der Ku rischen Nehrung bzw. im Zoologischen Museum in Berlin vorgenommen worden sind. Nachdem von den Behörden im Sommer 1933 für Ostpreußen eine beschränkte Abschußerlaubnis erteilt worden war, konnten in der Zeit vom 2. Juni bis zum 18. August in Rossitten 100 erlegte Störche eingeliefert werden. Eine Prüfung des Mageninhalts ergab, daß rund die Hälfte stark von Pflanzenteilen durchsetzt war; in einem Drittel wurden neben anderen tierischen Resten dichte Haarfilze vorge- funden, und in 23 Fällen hat man ganze unverdaute Wirbeltiere, unb zwar 36 Felbmäuse, 2 Spitzmäuse, 7 Grasfrösche unb eine Kröte, festgestellt. In über 90 v. H. aller Mägen befanden sich Käfer bzw. deren zerschrotete Reste. Das Hauptmerkmal dieses Befundes liegt, wie Joachim Stei'nbachex in ber im Hugo Bermühler Verlag in Berlin erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher" ausführt, in bem gänzlichen Fehlen von Resten jagdbarer Tiere, von Knochen, Fellteilen, Federn, Krallen oder Schnäbeln, woraus eine Vernichtung von Hasen, Rebhühnern ober Fasanen gefolgert werben könnte. Die bisher burchgeführten Untersuchungen ergaben jedoch kein lückenloses Bild, denn unter Den bearbeiteten Kabavern gab es keine von Tieren, bie im April und Mai erlegt worben waren, und so konnte immer noch angenommen werben, baß der Hauptschaben im Nieberwilb gerade in diesen Monaten entstand. Um sich auch über diese Möglichkeit Klarheit zu verschaffen, wurde im Frühjahr 1934 noch einmal eine be- schränkte Abschußerlaubnis erteilt, und auf diese Weise gelangten wiederum 34 erlegte Tiere an die Vogelwarte von Rossitten zur genaueren Untersuchung, wobei sich herausstellte, daß die Zusammensetzung des Schlund- und Mageninhalts gegenüber ben Dorangegangenen Prüfungsergebnissen kaum einen Unterschieb zeigte. Naturgemäß war ber Anteil an Maikäfern größer. Auffälligerweise treten die Lurchreste im Vergleich zu den Ermittlungen des Vorjahres stark zurück, auch Mäuse waren nicht so zahlreich. „Zusammenfassenb ist also festzustellen, baß die eingehenbe Untersuchung von 134 Mageninhalten ostpreußischer Störche, bie von Anfang Mai bis Mitte August erlegt würben, keinen Beweis für bie Jagbschädlichkeit Des weißen Storches erbracht hat. Damit soll nicht gesagt werden, baß ber Storch Nutzwilb jeber Art als Nahrung überhaupt meibet unb sich keine Uebergriffe in bieser Richtung zuschulden kommen läßt. Eine Schädigung des Niederwildbestandes durch ihn dürfte jedoch in den weitaus meisten Fällen in jenen erträglichen Grenzen bleiben, bie ben unbe- bingten Schutz bieses Vogels in gleicher Weife rechtfertigen wie etwa ben bes Mäufebuffarbs." fHHbfdw ’ nn fbfpti. Geh. Konsistorialrat Prof. D. Dr. Otto Ritsch!, ber entrichtete Drbinarius für systematische Theo- logie unb Dogmengeschichte an ber Universität Bonn, beging seinen 75. Geburtstag. Ritsch! ist ein Sohn bes berühmten Theologen Alb. Ritschi; er habilitierte sich 1885 in Halle, wurde 1889 ao. Professor in Kiel und kam 1894 in gleicher Eigenschaft nach Bonn, wo er drei Jahre später zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Von feinew zahlreichen Werken seien an dieser Stelle nur seine mehrbändige „Dogmengeschichte bes Protestantismus" genannt. Geheimrat Ritschi ist seit 1927 von ben amtlichen Verpflichtungen entbunden. beitsaericht Gießen, dessen Entwicklung er miterlebt und betreut hat, war er aufs engste verwachsen. Oer Gießener Soldatentag 1935. Obgleich der Soldatenbund Gießen, Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften, im Hinblick auf das in Kürze stattfindende Kyft- häusertreffen in Kassel von einer Einladung auswärtiger Militärvereine abgesehen hat, begegnet der Soldatentag am kommenden Sonntag auch in der weiteren Umgebung Gießens überraschend großem Interesse, so daß sich die Reichsbahn entschlossen hat, zu dieser Veranstaltung Sonntagsfahrkarten nach Gießen auszugeben. Viele alte 80er, 168er, 105. ID., 115er, 116er, 116er Landwehr, 118er, 222er, 224er, Gardisten, Pioniere, Artilleristen, Kavalleristen, Mariner usw. wollen wieder einmal mit ihren Gießener Kameraden zusammen sein, und keiner soll enttäuscht nach Hause gehen. Der Festplatz, die „Waldeslust", im schattigen Walde und an grünen Wiesen gelegen, wird alt und jung neben den erhebenden Stunden eines Soldatentreffens Freuden der verschiedensten Art bringen. Ein ausgewähltes Konzert, ' am Abend Festbeleuchtung und großes Feuerwerk werden vielen noch lange in angenehmer Erinnerung sein. Um allen Kameraden mit ihren Familien den Besuch zu ermöglichen, ist von einer Erhebung von Eintrittsgeld abgesehen worden. Für die Kinder haben die einzelnen Kameradschaften noch besondere Überraschungen in Aussicht gestellt. In einem Rundschreiben des Soldatenbundes Gießen an die angehörenden Kameradschaften heißt es: Zum Gießener Soldatentag 1935 wird zum erstenmal das neue Zeichen unserer Arbeitsgemeinschaft in Erscheinung treten. Es ist nur für Mitglieder bestimmt und gleichzeitig für diese das Festabzeichen. Es bedeutet nicht Zerstörung oder Ausschaltung der bestehenden Kameradschaften und Bünde, sondern es zeigt die Symbole, die uns alle über die Grenzen der einzelnen Vereinigungen hinweg verbinden und verpflichten: Frontkämpferkreuz, Stahl h-elm, Hakenkreuz. Wenn uns alten Soldaten in dieser Zeit die Herzen wieder höher schlagen, weil der Führer und Kanzler des Reiches dem deutschen Volke die Wehrhaftigkeit und den völkischen Stolz wiedergab, dann sind wir uns dessen bewußt, daß unsere Toten nicht umsonst gefallen sind. Aus dem Gefühl des Dankes wollen wir auch an diesem Tage ihre Gräber schmücken helfen. Ein Teil des für die Abzeichen zu entrichtenden Betrages wird der Kriegsgräber- fürsorge überwiesen werden. Wie im Soldatenleben, so liegt auch zum Gießener Soldatentag Ernst und Fröhlichkeit dicht zusammen. Soldatische Treue, soldatische Kameradschaft und soldatiscker Wille zum Dienen sollen die Leitgedanken des Gießener Soldatentages ein. Auf Wiedersehen ihr alten Kameraden am Sonntag! Auswärtige Kameraden, die den Marsch mitmachen wollen, reihen sich bei ihrem Regiment oder ihrer Waffe ein. Angetreten wird pünktlich 14 Uhr auf dem Brandplatz. Schweres Gewitter über Gießen. Die große Hitze, die in den letzten Tagen über dem Lande lag, führte nunmehr in der vergangenen Nacht zu Gewittern. Gegen 3 Uhr zog aus dem Westen eine breite Gewitterfront auf, die sich sehr rasch näherte. Während eines Zeitraumes von etwa 20 Minuten leuchtete ein Blitz nach dem anderen auf und verwandelte für Augenblicke die Nacht zum Tag. Heftige Donnerschläge folgten und rissen die Bevölkerung aus dem Schlaf. Mit dem Gewitter war ein heftiger Regen verbunden, der auf den Feldern einigen Schaden anrichtete und verschiedentlich den Roggen umlegte. In den Stromleitungen des Ueberlandwerkes, wie auch in verschiedenen Telephonleitungen ergaben sich einige Störungen, die aber rasch behoben werden konnten. Die Gewitterfront zog, wie es schien, kaum zwanzig Minuten später, und zwar ebenfalls unter heftigen Entladungen westlich wieder zurück. Die Gewittertätigkeit fand erst gegen 7 Uhr heute morgen ihren Abschluß und brachte noch einmal einen kräftigen Regen. Vllheinschläge in Wieseck. Gegen 3 Uhr schlug ein kalter Blitzstrahl in die Zigarrenfahrik von I. B. Noll ein, zerriß den Giebel des großen Fabrikbaues und viele Fensterscheiben, auch in der Nachbarschaft, gingen in Trümmer. Dächer und Mauerwerk auf, der Umgebung wurden ebenfalls bei dem gleichen Blitzschlag stark beschädigt. Der Blitz schlug ferner in die Stromleitung und rief eine empfindliche Störung hervor. Die Telephonanlagen des ganzen Umkreises wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein zweiter Blitzschlag traf den großen eisernen Mast am Karussellplatz. Der in der Nähe befindliche Nachtwächter Weller wurde zu Boden geschleudert und blieb geraume Zeit wie betäubt liegen. Glücklicherweise erlitt er keinen ernsthaften Schaden. Oie Furcht vor Gewittern. Eingebildete und wirkliche Gefahren. Lpd. Mit den heißen Tagen stellen sich als Begleiterscheinung vielfach Gewitter ein. Damit kommt für viel Leute eine schlimme Zeit. Sie fürchten sich vor Gewittern' und jeder Blitzstrahl und Donner» schlag fährt ihnen sozusagen durch Mark und Bein. Merkwürdigerweise ist bei diesen Leuten der größere Furchterreger der Donner, obwohl doch nicht er, sondern nur der Blitz Schaden anrichten kann. Kindern kann man die Gewitterfurcht noch leichter abgewöhnen als älteren Leuten. Aus die Gesundheit ihrer Kinder bedachte Eltern sollten die Kinder schon von früher Jugend an auf das Sinnlose der Gewitterfurcht aufmerksam machen. Gegenüber den eingebildeten Gefahren bestehen freilich auch wirkliche. So ist man am meisten während eines Gewitters im Freien in Gefahr. Hier gift der alte Rat, sich nicht unter Bäume zu stellen und sich nicht in der Nähe größerer metallischer Gegenstände aufzuhalten. Wird man von einem Gewitter im Freien überrascht, so lege man sofort alle „blitzanziehenden" Geräte, vor allem Hackvn, Sensen, Sicheln usw. weg. Man meide es auch» schnell zu laufen, wenn man von einem Gewitter überrascht wird, denn schnelles Laufen erhöht die Gefahr. Unter Eichen, Weiden, Pappeln und Ulmen ist man besonders gefährdet, weniger unter Nadelhölzern und Birken, am wenigsten werden die Linden, auch die Birnbäume und Buchen vom Blitz getroffen. Ganz allgemein ist zu merken, daß Bäume, die auf feuchtem Boden stehen, die besten Antennen für das Einfangen des Blitzes bilden. In solche Bäume schlägt der Blitz mit besonderer Vorliebe ein. Man suche bei Gewitter lieber niedrige Baumgruppen auf, wo die Gefahr des Unterstehens kleiner ist, als bei großen, einzelnen Bäumen. Auch soll man während eines Gewitters sich nicht auf einem Heuboden oder in einer Scheune aufhalten. Oie Arbeit -er NS.-Dolkswohlsahrt im Kreise Gießen. Weite Teile der Bevölkerung stehen auf dem Standpunkt, daß die Arbeit der NS. Volkswohlfahrt ähnlich oder gleich der der früheren Wohlfahrtsvereine fei, die aus einem gewissen Humanitätsgefühl heraus zumeist Kranke und Lebensuntüchtige unterstützten. Diese Meinung ist irrig; die NS. Volkswohlfahrt will etwas ganz anderes. Der Nationalsozialismus ist fest verwurzelt in den Begriffen Volk und Raum, Blut und Ehre. Seine ganze Arbeit ist darauf eingestellt, die fchickfalshafte Bedeutung dieser Begriffe positiv für unser Vaterland auszuwerten. Ein Teil dieser Arbeit wird von der NS. Volkswohlfahrt geleistet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, die die nationalsozialistische Bewegung bei der Machtübernahme oorsand, und die sie erst nach jahrelangem Kampfe auf ein erträgliches Maß wird au-rücf führen können, waren doch fo, daß beste Bestandteile unseres Volkes verelendeten und verkamen, während asoziale Elemente und Rassefremde das Volk aussaugten und bei den früheren regierenden Herrschaften für ihre Belange stets ein offenes Ohr fanden. hier seht nun die US. Volkswohlfahrt ein. Ihre Arbeit wird in verschiedenen Abteilungen bewältigt: Wohlfahrt, RSV.-Dienststelle beim Amt für Volksgesundheit, Schadenverhütung, Schwesternschaft, Rechtsberatung, Mutter und Kind, Iugendwohlfahrt und Winterhilsswerk. Dadurch, daß die Arbeit fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet wird, kommen die zur Verfügung stehenden Mittel restlos den zu betreuenden Volksgenossen zugute. Für heute seien aus dem reichen Arbeitsgebiet der NS. Volkswohlfahrt im Kreise Gießen zwei Abteilungen besonders herausgegriffen und in ihren Einzelheiten der Oeffentlichkeit unterbreitet. In der Iugendwohlfahrt nimmt eine hervorragende Stelle die Kinder- landverfchickung ein. Durch sie werden erholungsbedürftige Buben und Mädels gesunder Eltern, die sich in wirtschaftlicher Notlage befinden, für eine Reihe von Wochen aus den Städten und Industriezentren heraus in andere Gebietsteile unseres Vaterlandes verschickt, um dort Erholung und Stärkung zu finden. Die Kinder werden nicht kaserniert untergebracht, sondern werden bei kinderliebenden Volksgenossen, die sich freiwillig hierzu zur Verfügung stellen, in Pflege gegeben. 3m 3ahre 1934 waren im kreise Gießen insgesamt 798 Kinder für vier bis sechs Wochen ausgenommen worden. 400 Kinder kamen aus Darmstadt, 78 aus dem Kreise Groß-Gerau und 320 Kinder aus dem hartbedrängten Saarland. 3m 3ahre 1935 sind bis heute 542 Kinder untergebracht worden; und zwar 38 Sachfenkinder, 84 wieder aus dem Kreise Groß-Gerau und 420 Kinder aus dem westfälischen Industriegebiet (Bottrop). Aus unserem Kreisgebiet kamen im Jahre 1934 148 und im Jahre 1935 bis jetzt 204 erholungsbedürftige Kinder zur Verschickung, die letzteren in die Kreise Wiesbaden und Alzey. Rührend sind die Briefe, die Kinder und Eltern geschrieben haben. So meint ein kleiner Knirps in einem Brief an feine Eltern: Liebe Eltern und Geschwister! Hier ist es sehr schön. Ich möchte gern hier bleiben. Gestern war ich mit Tante und Onkel (die Pflegeeltern) in Darmstadt, da waren wir bei der Oma. Die haben einen großen Truthahn mit Jungen und viele Enten und Hühner. Da habe ich Zwetschen gegessen und Kaffee getrunken und sechs Mürbes gegessen. Dann sind wir nach Hause gelaufen. Da habe ich großen Hunger gehabt. Ich habe kein Heimweh. Viele Grüße an Mutter, Vater, Richard und Ernst. Euer Hänschen. In einem anderen Brief schreibt der kleine Gießener: „... Mein Urlaub ist leider bald herum, und ich muß nächste Woche wieder heim. Wenn ich Ferien habe, fahre ich aber wieder nach Ar- heilgen ..." Ein anderer Junge schreibt: „... Wir haben gestern im Garten viel Obst abgemacht und Bohnen, wobei ich helfen durfte. Heute mittag gehe ich wieder schwimmen. Ich bin gesund und munter, ick bin glücklich und froh, wie der König Salomo, Der auf einem Baume faß und einen Korb voll Aepfel aß .. Ein kleines Mädel ist sehr für die kulinarischen Genüsse. Es schreibt: „... Mir gefällt es sehr gut, ich möchte überhaupt nicht mehr fort. Am Dienstaa war ich mit Frau H. in D. Sachen eintaufen. Zuerst gingen wir in die Eisdiele und haben zu zwanzig Pfennig Eis gegessen, dann gingen wir ins (Safe und haben dort Torte gegessen und Kaffee getrunken. Es war sehr schön in D. ..." Wundert es da einen, wenn dankbare Eltern, wenn ihre Kleinen wieder zu Hause sind, wie folgt schreiben: „... Was soll ich lange viel Worte machen, verehrte Familie E.; jedenfalls danken wir Ihnen aufrichtigen Herzens für all die schönen Dinge, mit denen Sie unser Töchterlein beschenkt haben ... Sie haben es auf alle Fälle verstanden, nicht nur zu überraschen, sondern auch Freude zu machen ... Damit hat für unser Mädel ihr erstes Reiseerleben seinen Abschluß gefunden. Von der Erinnerung wird sie noch lange zehren und der schönen Wochen in Ihrem gastfreundlichen Hause gedenken ..." Dieses kindliche Erleben und Freuen und die tiefe Dankbarkeit beglückter Eltern ist der beste Lohn für alle, die an diesem Werke mithelfen. * Zum Schluß mögen einige statistische Ziffern aus dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes 19 3 4/35 beweisen, was von dieser Abteilung geleistet worden ist. Der Kreis Gießen umfaßt 80 politische Gemeinden mit 34 selbständigen Ortsgruppen der NSV., die Einwohnerzahl ist 105 000. In diesem Gebiet wurden durch das Winterhilfswerk zusätzlich betreut 3 610 Familien mit insgesamt 11560 Köpfen. Zur Verteilung wurden gebracht: 12 750 Zentner Steinkohlen 12 000 „ Brikett 3150 „ Kartoffeln 160 „ Fische 128 „ Hülsenfrüchte 88 „ Weizenmehl 74 „ Zucker 45 „ Nudeln 37 „ Marmelade 32 „ Fleischkonferven 25 „ Reis 4 000 Laib Brote. Des weiteren: 11 380 Stück Lebensmittelgutfcheine 4 200 „ Käse 1800 „ Napfkuchen 2 670 „ Weihnachtspakete 1 328 Paar Schuhe. Ferner Schmalz, Speck, Speiseöl, Dörrobst, Gemüsekonserven, Graupen, Gries, Grünkern, Haferflocken, Gerste und unzählige Bekleidungsstücke (75 Männeranzüge, 86 Mäntel, 1090 Hofen, 300 Wolljoppen, 668 Hemden, 604 Frauenkleider, ferner Unterzeug, Schürzen, Strümpfe, Kinderzeug, für die Säuglinge Hunderte von Hemdchen, Kleidchen, Jäckchen, 604 Frauenkleider usw. usw.). Die Ermittlung und Betreuung dieser Hilfsbedürftigen wurde von 525 Amtswaltern der NSV. durchgeführt, denen 640 gelegentliche Helfer zur Seite traten. Bedenkt man, daß neben dieser Arbeit noch eine ganze Reihe von Sammlungen, darunter auch die Eintopfsammlungen von diesen Helfern durchzuführen waren, so kann man sich ungefähr ein Bild von der Arbeit machen, die hier aus reinstem 3dealismus für unser Volk, das wir aus unverschuldeter Rot in bessere Zeiten führen wollen, geleistet wurde. Wenn darum die NS. Volkswohlfahrt auch in unserem Kreisgebiet in diesen Tagen die Werbetrommel rührt, um alle diejenigen noch in ihre Reihen aufzunehmen, die noch abseits stehen, so kann sie bas mit dem Recht echter Leistung tun. Aus den oben genannten Zahlen aber erwächst die Pflicht, für jeden deutschen Volksgenossen, der in Brot und Arbeit steht, dieser Gliederung unserer Bewegung beizutreten und sein Sckerflem dazuzugeben, damit wir in der Lage sind, die segensreiche Arbeit der NS. Dolkswohlfahrt so durchzuführen, wie wir es uns wünschen. Darum, Volksgenosse, tritt ein in die Rationalsozialistische Volkswohlfahrt! Vom Blitz Getroffene sind entweder sofort tot ober schwer betäubt. Liegt nur Bewußtlosigkeit vor, so müssen sofort Atmungs- unb Wieberbelebungs- versuche vorgenommen werben, ähnlich wie bas bei aus bem Wasser gezogenen Personen ober beim Sonnenstich geschieht, falls bie Atmung aufgehört hat. lleberstunden im Maler- und Weißbinderhandwerk. Die Gaubetriebsgemeinschaft Handwerk teilt mit: Wir haben in der letzten Zeit vielfach feststellen können, daß im Maler- unb Weißbinber- gewerbe abenbs unb selbst Samstags bis in ben späten Nachmittag hinein entgegen ben gesetzlichen Bestimmungen ber Arbeitszeitverorbnung lieber» ftunben geleistet werben. Solche Mehrarbeit bebeu» tet eine Sabotierung bes Regierungswillens in ihrem Kampfe gegen bie Arbeitslosigkeit. An Stelle von Ueberftunben haben Neueinstellungen von Arbeitskräften zu erfolgen. Wir haben weiter festftellen können, baß ber Grunb für bie Mehrarbeit bar in liegt, baß bie Hausbesitzer bzw. Auftraggeber ben Meistern zu kurzfristige Termine für bie Fertigstellung ber Arbeit gewähren unb baß bie Meister biefe Arbeiten ausführen auch in biefer kurzen Zeit, ba sie befürchten, sonst bie Aufträge zu verlieren. Wir roenben uns baher an alle Hausbesitzer, mit ber Bitte, uns in unserem Kampf gegen bie unerlaubte Mehrarbeit zu unterstützen unb bei ber Vergebung von Arbeiten bie Termine nicht zu kurz zu setzen. Im übrigen bitten wir bie Bevölkerung, bei Kenntnis unerlaubter Mehrarbeit uns Nachricht zu geben, bamit Untersuchung unb evtl. Anzeige erfolgen kann. Daten für den 29. Juni. 1557: ber Maler Peter Paul Rubens in Siegen in Westfalen geboren (gestorben 1646). — 1798: Willibald Alexis in Breslau geboren (gestorben 1874). — 1831: ber Staatsmann Karl Freiherr vom unb zum Stein in Kappenberg in Westfalen gestorben (geboren 1757). — 1873: ber Afrikaforscher unb Kulturphilosoph Leo Frobenius in Berlin geboren. — 1882: ber Reichsarbeitsminister Franz Selbte, Grünber unb Bunbesführer bes Stahlhelms, in Magbeburg geboren. — 1933: Walter DarrS wirb Reichsernährungsminister. Dr. Kurt Schmitt Reichswirtschaftsminister. Obsteffen ist gesund. LPD. Wenn auch in Deutschlanb bie Obstkuren immer mehr Beifall finben, so geschieht bies boch lange nicht in bem Maße, wie es sein sollte unb wie es namentlich in Amerika unb Englanb ber Fall ist, wo bas Obst in ben verschiebensten Formen, vesonbers als Fruchtsaft unb Marmelabe, genossen wirb. Dem Obst kommt als Heilfaktor ein hervorragenber Platz in ber Lebensweise bes Menschen zu, ba jebe Obstart infolge ihrer vielerlei Nährsalze, Säuren unb Zuckergehalte erheblich ge- sunbheitsförbernb ist. Der große Wassergehalt bes Obstes läßt den Obst- genuß wegen seiner burstlöschenben Wirkung gerade zur Sommerzeit als besonders vorteilhaft erscheinen, zumal damit gleichzeitig eine gründliche Durchspülung der Jnnenorgane des Körpers, insbesondere der Nieren, einhergeht. Erquickend unb gleichzeitig bie Verbauung fördernb, gehören bie Kirschen neben ber Erbbeere jetzt zu ben wohl- schmeckenbsten unb begehrtesten Genüssen. Ob roh, gekocht, geschmort als Kirschensäppe unb Kirschenkuchen ober mit Zucker eingemacht als Kirschenmus unb Kirschenkompott, wirb bie Frucht von jung unb alt gern gegessen. Schon im Altertum würbe bie Kirsche als ein biätförbernbes Mittel geschätzt unb bei Leberkrankheiten, Blutarmut unb Körperschwäche sehr empfohlen. Nicht vergessen werben barf, baß bie frischen Kirschen, entsprechenb verarbeitet, bas so beliebte Kirschwasser liefern, bas ebenfalls ein bie Verbauung stark begünftigenbes Heilmittel bebeutet. Nur eines muß beim Obstgenuß als oberster Grunb- satz gelten: Niemals sollte es unterlassen werben, gekauftes frisches Obst burch einmaliges Abwaschen ber Früchte mit reinem Wasser von ben ihm an» haftenben Unsauberkeiten.zu befreien. Man muß immer bamit rechnen, baß auf bem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher bas Obst burch viele Hände geht und die Möglichkeit besteht, daß J)abei Krankheitserreger unbemerkt übertragen werden können. Bei Beobachtung dieser kleinen Mühe aber können bie köstlichen, Herz unb Sinn ergötzenben Früchte nur eine heilsame unb bie Gesunbheit för- bernbe Wirkung haben. Die deutsche Arbeitsfront V * n.9.=6emeinf(haft „firaft durch frcuöc" Rheinfahrt am 14. Juli. Der für ben 23. Juni geplante Sonberzug an ben Rhein ist, wie schon bekannt, auf ben 14. Juli verlegt worben. Die Fahrt mit bem Schiff geht nun nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen, fonbern nach Caub, ba wir für bie mittags» ftunben mehr Zeit gewinnen wollen. Das Mittagessen wirb auch in Caub eingenommen. Es können sich noch einige Volksgenossen melben. Fahrpreis RM. 5,—, mit Mittagessen RM. 5,80. Abendmusik auf dem Schiffenberg und Schissen- bergfesl am 29. und 30. 3unL Arn kommenden Samstag findet in der Klosterkirche auf dem Schiffenberg eine Abendmusik statt, die vom Akademischen Gesangverein und dem Collegium musicum der Universität unter Mitwir^ fung einiger Berufsmusiker gespielt wird. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pfg. Für bie am Sonntag auf bem Schiffenberg mitwirkenben Gesangvereine ist ber Eintritt frei. Arn Sonntag, ben 30. Juni, steigt bas Heimatfest auf bem Schiffenberg. Bei Konzert, Tanz, Volkslieberrr, Preisschießen unb Kinberfest mit Kasperltheater wollen wir einen schönen Sonntag verbringen. Der (Eintrittspreis beträgt 20 Pfg., bas Tanzbänbchen kostet 50 Pfg. Durch Omnibus» Penbeloerkehr ist bie Möglichkeit geboten, am Samstag ab 8 Uhr unb am Sonntag ab 3 Uhr auf ben Schiffenberg zu fahren. (Eine besonders billige Ferienfahrt. Rur 24,50 Rlark. Diese Fahrt geht vom 27. Juli bis 2. August in bie Schwäbische Alb (Lichtenstein) über Pforzheim, Tübingen, Reutlingen in einen Teil bes Schwarzwalbes. Die Urlauber werben in herzlicher Gastfreunbschaft ausgenommen unb können in ben Wölbern bes Schwarzwalbes bie herrliche Luft genießen, bis sie über Stuttgart bie Heimreise am 2. August antreten. Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21. 3ull. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonberzug zu bem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. (Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark. Wir fordern bie Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Runbfrage aufstellen zu wollen, bamit in kurzer Zeit bie nötige Teilnehmerzahl zusammenkommt. Sonderzug an den Rürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten einschl. (Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblick bekommen. Das Schumann-Theater wieder in Gießen. Am Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester (Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem 23ariet£programm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vor- verkauf im Mufikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Betriebswarten der NS.-Gemeinschaft ' „Kraft durch Freude". Sportkurse des Sportamts Gießen „Krast durch Freude". Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam jeden Freitag von 20 bis 21.15 Uhr im Lyzeum, Dienstag von 19 bis 21 Uhr und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr auf dem Universitäts-Sportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. A. für jüngere Frauen: Donnerstag von 20 bis 21 Uhr im Lyzeum; B. für öftere Frauen: Donnerstag von 21 bis 22 Uhr im Lyzeum. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Reitschule Schömbs, Brandplatz. Montag von 21 bis 22 Uhr, Dienstag von 21 bis 22 Uhr, Mittwoch von 20 bis 21 Uhr. Es können Frühkurse für Reiten eingerichtet werden von 6.30 bis 7.30 Uhr. Meldung schriftlich beim Sportamt „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18. Leichtathletik. Für Frauen unb Männer gemeinsam. Samstag von 17 bis 19 Uhr auf bem Universitäts-Sportplatz am Kugelberg. Schwimmen. Für Frauen unb Männer gemeinsam. Montag von 18 bis 19.30 Uhr unb von 18.30 bis 20 Uhr im Männerbadeverein; Mittwoch von 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr im Volksbad. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montag von 18 bis 19 Uhr und von 19 bis 20 Uhr für Anfänger. Städt. Tennisplätze am Schützenhaus. Für Fortgeschrittene werden Uebungsstunden ohne Lehrer eingerichtet. Boxen. Auch für bie Boxkurse werben noch Anmelbungen entgegengenommen. Für Gruppen aus Vereinen unb Betrieben können Sonberkurse eingerichtet werben. Anmelbung schriftlich mit Angabe ber gewünschten Uedungszeiten unb Tage an bas Sportamt, Schanzenstraße 18. Sportkurse in Lollar. Freitag von 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik unb Spiele, nur für Frauen (Kantine Firma Buberus). Samstag von 16 bis 18 Uhr Schwimmkursus im Lahnbab. Vornotheu. — Tageskalender für Freitag: NSG. «Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer im Lyzeum, Dammstraße. — NSLB. Gießen, Geschichtliche Fachschaft: 17.30 Uhr am Museum, Gegenstand: Bronce- und Eisenzeit. Abteilung „Höhere Schule" Neusprachliche Arbeitsgemeinschaft: 16 Uhr Sitzung in der Oberrealschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Licht im Dunkeln". — DHC. Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr im Hotel Hopfeld Monatsversammlung (Rosenabend). — Gießener Eisverein e. B.: 20.15 Uhr im Eishaus außerordenlliche Mitglieder-Bersammlung. * ♦♦ Kirchgang der Altersvereinigung 1870 — 192 0. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Altersvereinigung 1870 — 1920 im Rahmen ihrer diesjährigen Veranstaltungen für kommenden Sonntag, 9.30 Uhr, ihre Beteiligung am Gottesdienst in der Stadtkirche vorgesehen. Asse hiesigen Männer und Frauen des Jahrganges werden mit ihren Angehörigen zu dieser Feier erwartet. Amtsgericht Gießen. Im September — Oktober 1934 kam der 21jäh- nge W. W. von Nieder-Girmes mit einem Freunde nach Gießen und entwendete in der Rodheimer Straße ein Herrenfahrrad, um mit demselben wieder nach Wetzlar zurückzufahren. Heute fand die Hauptverhandlung gegen W. statt, in der er die Tat zugab. Das Fahrrad allerdings will er nicht mehr im Besitz haben, sondern er gibt an, das Rad auseinandergenommen und die Teile in die Lahn geworfen zu haben. Wegen der Verwerflichkeit der Tat beantragte die Staatsanwaltschaft ein Jahr Gefängnis. Da der Angeklagte auf diesem Gebiete noch nicht vorbestraft ist, und mit Rücksicht auf feine Jugend erkannte das Gericht auf eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis. Obecheffen. Verbesserung desAad-TlauheimerLudwigsbnmnens. LPD. Bad-Nauheim, 27.Juni. Nach der nunmehr beendeten Neufassung des Ludwigsbrun- nens wird mit Befriedigung festgestellt, daß der Kohlensäuregehalt gegen früher be- deutend höher ist. Dadurch läuft die Quelle heute über der Erde mit höherer Schüttung aus als früher unter der Erde. Sie beträgt zur Zeit durchschnittlich 65 Kubikmeter in 24 Stunden gegenüber 20 Kubikmeter in den vergangenen Jahren. Die alkalische Zusammensetzung des Wassers ist die gleiche wie vor Beginn der Arbeiten, dagegen ist aber durch den höheren Kohlensäuregehalt eine wesentliche G e s ch m a ck s v e r b e s s e r u n g eingetreten. Das dürfte der deutlichste, auch dem Laien sichtbare Erfolg der Arbeiten, die durch die Firma Keller in Frankfurt a. M. ausgeführt wurden, sein. Aller Voraussicht nach wird der jetzige Zustand der Quelle erhalten werden können. Hauptversammlung der Butzbach Licher Essenbahn. '+ Butzbach, 27. Juni. Heute tagte hier die Hauptversammlung der Butzbach-Licher-Eisenbahn- gesellschaft, die der Vorsitzende des Aufsichtsrates Dr. Stephan- Berlin leitete. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß die Bahn bei 261 757,87 Mark Betriebseinnahmen und 230 637,33 Mark Betriebsausgaben einen Betriebsüberfchuß von 31 120,64 M. hatte. Der Kraftwagenverkohr hatte wieder ein durchaus negatives Ergebnis in finanzieller Beziehung und forderte zirka 9000 M. Zuschuß. Eine Schätzung für 1935 ergibt nach den ersten fünf Monaten einen Ueberfchuß von rund 14 000 M. Noch in diesem Jahre hatte der Kraftwagenverkehr in den ersten fünf Monaten einen Zuschuß von 3000 RM. erforderlich gemacht. Zu einer längeren Besprechung gab der Bericht des Beauftragten der Reichsbahndirektion Frankfurt, die die Aufsicht über das Unternehmen führt, Anlaß. Dieser Bericht wird der hessischen Regierung zugeleitet werden, die um ihre Stellungnahme ersucht wird. In den Aufsichtsrat wird Oekonomie- rat H o f m a n n , .Hof-Güll, wiedergewählt, an Stelle des durch Wegzug ausgeschiedenen Büra-r- meisters Dr. Scheller' wird Bürgermeister Dr. M o e r s ch e l, Butzbach, gewählt. Landkreis Gießen — W i e s e ck , 27. Juni. Die Reichsjugendwettkämpfe, die am Sonntag unter Leitung von Turnlehrer Heller ausgetragen wurden, hatten ein außerordentlich günstiges Ergebnis. Insgesamt traten 274 Jugendliche an; von diesen gingen 196 als Sieger hervor, mithin rund 72 vom Hundert. Von den Wettkämpfenden stellte die Hitlerjugend 120 Teilnehmer, die 87 Siege errangen, während von den 154 Nichtorganisierten 109 mit der Siegernadel bedacht wurden. — Die Schulkinder der Oberklassen sammelten für das Jugendherbergswerk in Freundes- und Verwandtenkreisen im Rahmen der Werbe- und Sammelwoche den schönen Betrag von 78 Mark, die an die zuständige Gauverwältung in Frankfurt a. M. abgeliefert wurden. I Lollar, 27. Juni. Die Bezirksgruppe Gießen des „Volksbundes für das Deutschtum im Ausland" veranstaltete im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" einen „Volksdeutschen Abend". Nach Eröffnungsworten des Leiters Lehrer Eberle trugen die beiden hiesigen Gesangvereine gemeinsam den Chor „Mahnung" von Heinrichs vor. Ein Gedicht einer Fortbildungsschülerin „Deutscher Glaube" folgte. Hierauf sprach der Reichsredner des VDA. Pg. Rudolf Hans S ch r i ck er, ein Sudetendeutfcher, in etwa einstündigen packenden Ausführungen über das Thema „Der Kampf der Sudetendeutfchen, VDA. und Nationalsozialismus". Er zeigte die große völkische Not unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen. Seit geraumer Zeit sei der Tscheche am Werk, mit allen Mitteln alles Deutsche zu unterdrücken und zu vernichten. Besonders sei dies der Fall seit der nationalen Revolution. Systematisch werde die Tschechisierung betrieben. Mit großer Zähigkeit ertrügen die Volksgenossen in der Tschechoslowakei alle Verfolgungen und führten den Kampf um die Erhaltung der deutschen Sprache und des deutschen Volkstums. Pflicht aller Deutschen ist es aber, sie darin zu stärken durch das Gefühl, daß das gesamte deutsche Volk hinter ihnen stehe. An alle ergehe der Ruf, denen, die da draußen, umbrandet von fremdem Volkstum für dies Deutschtum im schwersten Kampfe stehen, in nationaler Solidarität die Hand zu reichen. Der VDA. wolle diese Volk^ und Kampfgemeinschaft besonders schaffen und pflegen. Darum forderte der Redner zum Eintritt auf. Eine große Anzahl Zuhörer leistete dieser Aufforderung Folge, so daß eine Ortsgruppe gegründet werden konnte, zu deren Leiter Schulleiter Eberle bestimmt wurde. Nack der mit starkem Beifall aufgenommenen Rede folgte wiederum ein Gedicht und ein gemeinsamer Liedvortrag der beiden Vereine. Ein von der technischen Lehrerin Frl. Weimar eingeübter Volkstanz schloß sich an. Alsdann zeigte Herr S ch r i ck e r noch eine Reihe Lichtbilder, die in Beziehung zu seinem Vortrag standen, woraus der Versammlungleiter in üblicher Weise die Versammlung schloß. Heute morgen sprach Pg. Schricker vor den hiesigen Schülern. Es konnte eine starke Schulgruppe des VDA. gegründet werden. * Staufenberg, 27. Juni. In der vergangenen Nacht träumte eine 82 Jahre alte kranke Frau, Wissenschaft im Dienst am Volk. Methodische Züchtung eiweiß- und fettliefernder pflanzen als wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht. Am gestrigen Abend fand im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts der letzte Vortrag in der Reihe „Wissenschaft im Dienst des Volkes" statt. Herr Professor S e s s o u s sprach vor einem Heinen Auditorium über das heute sehr aktuelle Thema: „Methodische Züchtung eiweiß- und fettliefernder Pflanzen als wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht." Seinen durch eine Reihe von Lichtbiloern und Tafeln unterstützten interessanten Ausführungen entnehmen wir folgendes: In der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk" solle gezeigt werden, wie heute die Wissenschaft sich voll und ganz für den Staat einfetze und ihre Kräfte zur Förderung auf den verschiedensten Gebieten zur Verfügung stelle. Auf dem Gebiete der Pflanzenzucht sei es ebenfalls die Wissenschaft gewesen, die hier durch ihr Forschen und stetes Versuchen unterstützend auf die Züchtung eingewirkt habe. Am Beispiel des Zuckerrohrs sehe man, wie gerade der Weltkrieg alles auf den Kopf gestellt haben der Absatz habe wesentlich nachgelassen, da die Länder, die früher auf Einfuhr des Zuckerrohrs angewiesen waren, durch Rübenbau sich selbst halfen und so eine größere Einfuhr unnötig machten. So hätten nun die Zuckerrohrproduktionsländer allmählich festgesessen. Erst im Laufe der Zeit habe der Pflanzenzüchter das in feiner Zucht angegriffen, was notwendig gewesen wäre. Früher habe er sich wenig um eiweiß- und fettliefernde Pflanzen gekümmert, da er ja alles, was gebraucht wurde, importieren konnte. Es fehlten ja auch zuerste die richtigen Methoden der Pflanzenzüchtung. Nach der Lehre Liebigs habe man die künstliche Düngung eingeführt, dann eine stete Auslese der besten Pflanzen getroffen und mit Hilfe physikalischer Apparate sei es nun möglich geworden, eine Massenanalyse bei den besonders wichtigen Pfanzen auf Stärkegehalt, Zuckergehalt und Fettgehalt durchzuführen. Diese Schnellmethoden hätten erst gestattet, daß man die besten Pflanzen immer weiter aufgezüchtet habe. Dann gab Professor S e s s o u s einige Beispiels aus der Pflanzenwelt an, die man durch Züchtung und Aussetzung auf armen Böden zu ganz wesentlichen Faktoren bei der Lieferung von Fett und Faserstoffen gemacht habe. Die Lupine-Züchtung und die SojazüchtunH habe man schon seit längerer Zeit in Deutschland immer mehr vorgetrieben. Bei der Sojabohne sei man zunächst in das Weinbauklima des Südens von Deutschland gegangen und habe hier schon ganz schöne Züchtungsresultate aufzuweisen. Eine weitere wichtige Pflanze sei der Lein, der uns die wichtigen Fasern liefere. Durch physikalische und chemische Methoden habe man allgemein aus den schon vorhandenen Rassen und Sorten neue Raritäten mit höherem Eiweiß- oder Fettgehalt geschaffen. Man sehe auch, daß in der Wissenschaft der eine auf den anderen angewiesen sei und daß alle zum Wohle des Vaterlandes an demselben Strang anpacken und ziehen müßten. Der Vortrag gewährte einen kleinen Einblick in das große und verantwortungsvolle Schaffen des Pflanzenzüchters und gab den Zuhörern ein Bild von der Wichtigkeit der Pflanzenforfchung und der Pflanzenzucht. ihr Mann, der bereits vor 20 Jahren gestorben ist, fei mit einer Fuhre Heu auf den Hof gefahren und habe ihr gerufen, sie solle ihm abladen helfen. Noch träumend fiel fie aus dem Bett und brach dabei ein Bein. Der Zustand der kranken Frau ist ernst. + (Brünberg, 27. Juni. Der hiesige Zweig- oerein des Gustav-Adolf-Frauenver- e i n s veranstaltete anläßlich des Besuches von 20 deutschen Kindern aus dem Kinderheim in Sta- n i 5 I a u (Polen) im Saale „Zum Rappen" einen Unterhaltungsabend. Vikar Zöckler und seine Schwester, die mit den Kindern zur Zeit durch Oberhessen reisen, sprachen über die Entstehung und Entwicklung der Stanislauer Anstalten sowie über ihre Bedeutung für das evangelische Glaubensleben und das Deutschtum in Ostgalizien. Die Kinder trugen zunächst ernste Gedichte sowie religiöse und völkische Lieder vor, ferner zeigten sie die alten Tänze, die schon ihre vor 150 Jahren eingewanderten Vorfahren aus der Pfalz dort tanzten, ebenso Nationaltänze der dortigen Polen und Ukrainer in ihrer malerischen Nationaltracht. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und wurde von Dekan Schmidt geleitet. Der Führer der Kinderschar, Vikar Z ö ck l e r, betonte noch, daß er gerne (Brünberg besucht habe, da seine Vorfahren sich hier bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges nachweisen ließen. — Lich, 27. Juni. Als am Donnerstag vergangener Woche die Wetter Hochwasser führte und drei Kinder an der Wetter spielten, fiel das Söhnchen der Familie I. ins Wasser. Der Buchdruckereibesitzer Hermann V o l k m a n n, der mit seiner Frau im nahen Garten arbeitete, wurde durch das Geschrei der beiden am Ufer entlang» eilenden Kinder auf den Unglücksfall aufmerksam gemacht. Er sprang herbei und schnell entschlossen dem bereits untergegangenen Kinde nach. Herr Volkmann konnte es beim Wiederauftauchen ergreifen und vor dem sicheren Tode des Ertrinkens in letzter Minute retten. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Mit großer Freude statteten die Eltern dem Lebensretter ihren Dank ab. * Nonnenroth, 28. Juni. Am morgigen Samstag verlassen die aus Bottrop stammenden Ferienkinder wieder unsere Gemeinde. > Holzheim, 26. Juni. Am Dienstagabend wurde unser Dorf in große Aufregung versetzt. Der Jagdteilhaber Kaufmann Andreas Z e i ß von hier ging gegen Abend in den Wald auf den Anstand, von wo er nicht wieder lebend zurückkehrte. Als die Zeit, da er gewöhnlich nach Hause zurückkehrte, längst um war, bangten seine Angehörigen um ihn. Nichts ahnend machte sich eine Anzahl Männer auf den Weg, um Zeiß zu suchen. Ein Teil des Waldes wurde durchstreift, aber vergebens. Andere gingen einen anderen Weg dem Walde zu und fanden ihn am Wege liegend, von einem Herzschlag getroffen, tot vor. Am Kopfe hatte er eine blutende Verletzung, die von dem heftigen Aufschlag her- rührte. Der Verstorbene hinterläßt Frau und zwei Töchter. Eine Tochter ging ihm vor einigen Jahren im Tode voraus. -Aus demKreise Gießen, 27. Juni. Diese Woche brachte uns endlich Heuwetter, wie es sich der Bauer nicht besser wünschen kann. Ueberall draußen im Lande ist denn auch die Heuernte in vollem Gang. Da es die Hochsommersonne gut meint und das ihre tut, geht es mit der Arbeit flott von» statten. Am frühen Morgen und dann wieder vom Spätnachmittag ab hört man allenthalben das Klingen der Sensen und das Rattern der Mähmaschinen. Das Wenden und Aufkegelsetzen macht bei solchem Heuwetter Freude, und stolz wird der Heuwagen mit gehaltvollem, hochwertigem Heu geladen und in die Scheune gefahren. Unsere Orte stehen jetzt ganz im Zeichen der Heuernte. Die Zur Badesaison meine Spezial-Marken- Bade-Anzüge und Bade-Hosem Juvena/ Venus / Ribana / Jantzen / Porolastik glatt und gemustert gestrickt; nur neueste Formen und Farben! — Originalpreise! Bademäntel / Frottiertücher / Bademützen / Badeschuhe Markt 16 Badeartikel - Spezial - Ausstellung: Mäusburg 4 799 A IValdsportplatz Sonntag, 30. Juni: IW-Iutn- und Spottfen der Reichsbahn-Turu- und Sportvereine im Reichsbahn-Direktionsbezirk Frankfurt tu M. 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Hält das günstige Wetter weiter an, dann wird es auf unseren jetzt so belebten Wiesengründen rund um unsere oberhessischen Dörfer bald wieder still werden. Dann ist die schöne, wenn auch arbeitsreiche Zeit des Heueinbringens vorbei, und es bleibt dem fleißigen Landmann nur noch kurze Zeit der Ausspannung vor der Hauptarbeit des Jahres: der Fruchternte. Kreis Friedberg. LPD. F r i e d b e r g , 27. Juni. In einer hiesigen Zuckerfabrik fiel einem jungen Arbeiter eine Eisenplatte aus sechs Meter Höhe auf den Kopf. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo er nach mehrtägigem Schmerzenslager v e r ft a r b. + Butzbach, 27. Juni. Die Wettkämpfe beim diesjährigen Jugendfest brachten sehr gute sportliche Leistungen. Die Beteiligung war über Erwarten groß. Es traten insgesamt 553 Teilnehmer an, von denen 295 männlichen und 258 weiblichen Geschlechts waren. Die Gesamtsiegerzahl betrug 349. Die vorgeschriebenen Dreikampfübun- gen bestanden im Ballwerfen, Weitsprung und Laufen. Die besten Leistungen der Sieger und Siegerinnen sind: 10 Jahre alte Knaben und Mädchen: K. H. Hofmann 281 P., W. Oehl- schläger 271 P., R. Zörb 271 P., Inge Schmidt 315 P., A. Jochim 287 P., A. Weickhardt 282 P. 11 bis 12 Jahre alte Kinder: R. Rapilli 273 P., Fr. Henkelmann 244 P., A. Torisch 340 P., E. Ax 306 P.; 13- bis 14-Jährige: P. Beyer 335 P., R. Glaum 317 P., L. Ebner 319 P., E. Müller 310 P.: Männliche Jugend 15—18 Jahre: R. Samesreuther 275 P., W. Spieß 269 P., H. Buhl 320 P., I. Leßner 246 P.; Weiblich e Jugend 15—18 Jahre: A. Barth 317 P., H. Langlouls 355 P., L. Strudel 264 P., L. Braubach 245 P. Hochsprung für die Jugend: H. Plitt und H. Buhl ze 1,55 Meter, A. Keßler und H. Werner je 1,45 Meter, R. Matthäus 1,30, I. Schäfer und E. Diehl je 1,25 Meter. Kreis Büdingen. LPD. Büdingen, 27. Juni. Die 39 Jahre alte Ehefrau Kromm in Gelnhaar war bereits feit einigen Wochen krank und mußte das Bett hüten. Eine Nachbarin hörte gestern plötzlich ein eigenartiges Geräusch und sah gerade noch, wie Frau Kromm in der Jauchegrube versank. Obwohl man die Frau sofort herausholte, verstarb sie bereits nach kurzer Zeit. Die Kranke hatte einen unbewachten Augenblick benutzt, um ihr Krankenlager zu verlassen. Es steht allerdings noch nicht fest, ob Selbstmord oder ein Unfall vorliegt, Kreis Schotten. 0 Laubach, 27. Juni. Die hiesige Ortsgruppe der NSV. veranstaltete gestern abend im Solmser Hof einen Werbeabend. Ortswal- ter Pg. M ö n i g eröffnete die Versammlung und gab einen Ueberblick über die einzelnen Aufgaben der NSV. (Wohlfahrtspflege, Fürsorge, Gesundheitspflege, Fürsorge für Mutter und Kind und Jugenderholungsfürsorge), und richtete einen Appell an alle, die der NSV. noch nicht angehören, in ihre Reihen einzutreten. Sodann sprach Kreisamtsleiter Pg. Schwan (Schotten) über den neuen Werbefeldzug der NSV. Don Mund zu Mund solle ihre Idee weitergetragen werden. Nachdem 2 Uhren unter den anwesenden NSV.-Mitgliedern zur Verlosung gekommen waren, hielt Pg. M ö n n i g einen einstündigen äußerst lehrreichen Vortrag über „Wehrfragen". An Hand von Lichtbildern zeigte er die Rüstungen der außerdeutschen Länder zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Die Entwicklung der Motorisierung des Kriegswesens wurde eindrucksvoll vor Augen geführt. Zum Schluß sprach der Redner noch kurz über die Bedeutung der deutschen Wehrhoheit. Der noch angekündigte Vortrag über „Jugendgesundung" fiel infolge .der vorgerückten Zeit aus. Mit einem nochmaligen Appell zum Eintritt in die Reihen der NSV., und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. < > Laubach, 27. Juni. Dieser Tage wurden 34 Kinder, die durch die Kinderlandverschickung der NSV. in Laubach untergebracht worden waren, nach vierwöchigem Ferienaufenthalt wieder nach ihrer Heimat, Duisburg, verbracht. Alle hatten sich gut erholt und in ihren Pflegestellen beste Aufnahme gefunden. Gerne wären sie noch länger geblieben. Manchem Kinde wurde der Abschied schwer. — Der vor unserem Schwimmbad gelegene Eisteich (der sog. Obersee) ist mit Beginn dieser Woche zum Ruder- und Paddelbetrieb eingerichtet worden. Jung und Alt widmet sich rege dem für unser Städtchen neuen Sport. Kreis Alsfeld. „!" Ruppertenrod, 27. Juni. Dieser Tage wurden hier die Kriegsehrenkreuze für die Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer durch Bürgermeister V ö l z i n g zur Verteilung gebracht. Im ganzen kamen 83 Ehrenkreuze zur Ausgabe, 60 für Frontkämpfer und 23 für Kriegsteilnehmer. Die Ausgabe der Ehrenzeichen trug das Gepräge einer feierlichen Handlung. Der hiesige Gesangverein brachte Vaterlands- und Soldatenlieder im Verlaufe der Feier zu Gehör. Die Ansprache hielt Bürgermeister D ö l - ging. Er betonte, daß die Ehrenkreuze Sinnbilder unerhörter Taten und neuen Glaubens seien. Jeder, der das Zeichen trage, sei sich bewußt, was das schlichte Kreuz an unvergänglichen Werten darstelle. Kommenden Zeiten sei es ein Mahnmal zu Opfermut und soldatischer Größe. Ein „Sieg-Heil!" auf Führer und Soldatengeist beschloß die eindrucksvolle Feier. ,,!" Aus dem Ohmtal, 27. Juni. Die Heuernte ist in vollem Gange. Sie wurde durch die Arbeiten an den Setzäckern und besonders an den Kartoffeln etwas verzögert: nun kömmt ihr das heiße Wetter zugute. Ende Mai sah man trübe in die Zukunft, denn damals war der Graswuchs ungemein dürftig. Durch die starken Regen seither hat das Heugras sich aber sehr gut entwickelt. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 27. Juni. In der jüngsten Ratssitzung wurde die künftige Hauptsatzung, wie sie die Reichsgemeindeordnung vorsieht, besprochen und genehmigt. Die derzeitige Stadtfahne, die sehr reparaturbedürftig ist, soll durch eine neue ersetzt werden. Zu den Anwesen Karl Möver, Georg Listmann und Fritz Seibert sollen im Laufe des Sommers Kanal und Wasserleitung gelegt werden. Die hierzu erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Dem Verein für Heimatgeschichte und Kunst wurde ein zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt. Außerdem tritt die Stadt dem Verein als Mitglied bei. Mit einem Jahresbeitrag von 50 Mark tritt die Stadt dem Arbeitsdank bei. — Die Fleischerinnung beabsichtigt, hinter der Freibankhalle einen Kühlraum zu errichten, der etwa 4500 Mark kosten solle. Aus der Fleischbeschaukasse sollen hierfür 3000 Mk. verwendet werden: für die übrigen 1500 Mk. übernimmt die Stadt die Bürgschaft. — Die beabsich» tigten Wegeausbauarbeiten in der Münz werden vorerst zurückgestellt. Es sollen die Verhandlungen mit dem Landesarbeitsamt abgewartet werden. Der Waldwirtschaftsplan für 1936 wurde so, wie er vom Forstamt Alsfeld vorgeschlagen ist, gutgeheißen. Großen-Linden, den 27. Juni 1935. 02737 Die Beerdigung findet Samstag, den 29. Juni, nachmittags 4 Uhr von Falltorstraße 12 aus statt. In tiefer Trauer: Anna Magnus, geb. Schupp Erika Magnus nebst allen Angehörigen. Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, meinen herzensguten Vater, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Enkel, Bruder, Schwager u. Onkel Wilhelm Magnus nach schwerem Unglücksfall im Alter von 35 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Fesche praktische Reise- Kleidung Jugendliche Kleider in feschen Formen und entzückenden Mustern 12.- 14.- 16.- 18.- Sport-Kleider in Streifen, einfarbigen Stoffen; Leinen usw. 12.- 15.- 19.- 22.- Frauen-Kleider in groß. Weiten, schw.-wB. u.viele andere bed. Muster 17.- 20.- 28.- 32.- Dirndl-u.Gartenkleider ganz reizende Formen 4.20 5.60 7.- 7.50 Complet-Mäntel Vn8/«!x/ilang, in Seide und Wolle zu jedem Kleid passend, auch große Weiten 11.- 16.- 21.- 24.- Gabardine-Mäntel in enormer Auswahl 28.- 30.- 32.- 35.- 39.- Regen-Mäntel in Batist, Satin, Leinen gummiert 9.50 14.- 16.- 18.- Kostüme-Complets der unentbehrl.Reiseanzug 22.- 24.- 27.- 29.- Leinen-Kleidung Mäntel, Complets, Kostüme, Röcke, Jacken Blusen eRöcke Gehr. Imheuser am Markt __3807 A Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Mann, meinen lieben Großvater, Schwager, Onkel und Pate Wilhelm Schwalb I. im 68. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen Leben und nach einem mit großer Geduld getragenen Leiden Donnerstag, den 27. Juni, morgens 7s/4 Uhr, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Großen-Buseck, 27. Juni 1935. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Schwalb, geb. Gans und Reinhold Schwalb. Die Beerdigung findet am Samstagnachmittag, dem 29. Juni, 3l/3 Uhr statt 3809 D Die Deutsche Arbeitsfront NS/Bemeiuschaff „Kraft durch Freude“ Sommerfeit auf dem Schiffenberg am Samstag, 29 , und Sonntag, 30. Juni 1935. Samstag, den 29. Juni, 9 Uhr abends: Abend-Konzert in der Klosterkirche. 3 Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. Ave verum — „An Mozart“ von J. B. Hebbel, vorgetragen von Schauspieler Neuhaus — Serenade für Streichorchester und Pauke — Geistlicher Lobgesang. Die Musik wird ausgeführt vom Collegium musicum der Landesuniversität und vom Akademischen Gesangverein unter Leitung von Prof. Temesvary. — Die Kapelle ist außen und innen feierlich erleuchtet. Der Eintrittspreis ist 30 Pf. Während der Dauer des Konzertes bleibt das Tor geschlossen, damit das Konzert nicht durch an- und abfahrende Wagen gestört wird. Sonntag, den 30. Juni, 3 Uhr nachni.: Sommerfest! Aus der Festfolge: Konzert und Tanz — Sprechchor der Arbeitsdienstabteilung — Kinderfest (Eierlaufen, Sackhüpfen, Kasperltheater) — Volksliedersingen unter der Iröhlichen Leitung von Lehrer Schmoll, Alsfeld — Reigentänze der Oberklasse der Schule Watzenborn — Massenchor der Gesangvereine. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle Bender, W grolle Brezeln kommen liir die Kinder zur Verleilong! Eintrittspreis 20 Pf., Tanzbändchen 50 Pf. Für Autos ist ein Parkplatz vor d. Schiffenberg vorgesehen. _____________________________________________________________________3801P t Am Montag, dem 24. Juni 1935, entschlief sanft, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Christine Wissner, geb. Bambay im Alter von 46 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Wiesner, Christel Westbroek Wilhelm Westbroek und Frau Ludwig Westbroek, Kurt Westbroek. Gießen, den 28. Juni 1935. Die Beerdigung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt 4808 D Am Mittwoch starb unerwartet mein alter guter Ausläufer Ludwig Schwalm Über 30 Jahre hat er treu und ehrlich seine Arbeit meiner Firma gewidmet und damit uns Allen ein Vorbild echter Pflichterfüllung gegeben. Betriebsführer und Gefolgschaft der Ferbersehen Universitäts-Buchhandlung, Seltersweg 83. Beerdigung Samstag, 11 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. 02736 ArlericnvcrkalKnng '.,ohen Blutdruck, Rheuma, Gicht ■Ulanen», Darmstörunn., Nieren», Blasenleiden, vorzeitigeAlters- erschetnungen, Stoffwechselbe» ichwerden beugen Sie vor durch: Knoblauch - Beeren ,Hmmer Jünger" Geschmack- und geruchlos. Monatspackung ML L— Zu haben: Drogerie WinterhoH, Kreuzplatz 10 Drogerie Kilbinger, Seltersweg 69 Central-Drogerie, Schulstraße. 82Wv Alle alten u. jungen Soldaten sind willkommen! Eintritt frei! Samstag, den 29. Juni: 20.30 Uhr: Kameradschaftsabend. Sonntag, den 30. Juni: 14 Uhr. Antreten auf dem Brandplatz. 14.15 Uhr: Abmarsch zur Waldeslust. 15.30 Uhr: Aufstell.u. Abschreit, d. Front. Begrüßungsansprache. Weihe der Fahne der 118er. Großes Konzert. MendsZestbeleuchtung und großes Menuett Soldatenbund Gießen Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschasten _________________________________________________________3819 D Meier WtM 1935 auf der Waldeslust llllllllllllllllllllllllllllll Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeiger llllllllllllllllllllllllllllll Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vlelfälti- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift,, Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde kUiduHna/ßr APHRODITE Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 Alle Vereinskameraden und sonstige [3818d 1868 — 1918 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben uns. 1b. Alterskoll. Herrn Lndwig Schwalm in Kenntnis zu setzen. - Beerdig. Samstagvorm. 11 Uhr auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand. Gießen, 28. Juni 1935. 3817 D efiem. 116« treten Sonntag, den 30. Juni, pünktl. 13.30 Uhr, am Vereinslokal „Postkelter“ zur Teilnahme am foldateniag an. Erscheinen ist Pflicht. Famüienangehörige treffen sich auf der Waldeslust. 116er-Schild beachten. Omnibusverkehr ab Ludwigs- platz. - Zahlreiche Beteiligung am Kameradschaftsabend Samstag, 20.30 Uhr (Waldeslust), selbstverständlich. — Abzeichen bei Kame- rad Albold. Kirchenplatz, erhältlich.Der Führerrat.