--'Vl ■ Ä 4 ;>-■ ?■ ' »■ MM-L! LM MM-: I WM WWOMM ■; ■?. *Ä*: <*. - t g J a - '-1 * v i VM» M -. 7 « O ' < vi.:^ Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/alll)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Lrmützigte Grundpreise: 33Ak MN e 9 (2 3? ,3° bis »Ja ’u?b'5 d4 bis 41 eine b) ij "tverlz^ L< geraum Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzer- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: vriihl'sche llniverfitälrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabichlü,!- sm-,» Nr.74 Erstes Blatt 185. Zahrgang Donnerstag. 28. März 1955 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen »5 deutsch!, Mtop beste, Apfelsine, er ruhigere- Aepfel 131 s 40, Rote, amerikan. fte 1600 di; i 1000 3am, bis 25 itaf, ., Zitrom, 1WI6 g°n Mflfflin ju. 'den N. 're knapp Tteige 12 ^eige 24 ' Wd O, Äarottcn fkt Lteiae Mistbeet 50 l 20 bis 24, ch Große 5 Mistbeet 45 1515, Zwie- SS*» :lt> ------ sich im Fe er Jndustrik ichsamtes ifi )n 59,1 v.ch platzkapazck »leisteten Ar 3,6 v.h.dei die abwärts: ch gegenüber für die mei1 icher als im einer Reibt wren Tätir w Interesse des Friedens vor Augen habe. Im übri- • aen glaubt das Blatt, daß England gar nicht so i sehr an dem Ostpaktgedanken hänge. Es > habe sich lediglich darauf beschränkt, ihn Deutschland zu empfehlen. Desgleichen würde es England fettigen Zusammenkünften zu beginnen. Simon sei vollkommen davon überzeugt, daß solche unmittelbaren Zusammenkünfte eine sehr gute Methode seien. Natürlich dürfe man nicht vergessen, daß überaus komplizierte Materien Aur Erörterung stünden und gewisse Unterschiede der Auffassungen vorhanden seien. Die britische Regierung sei gewillt, allen Regierungen dabei au helfen, die Schwierigkeiten zu erkennen und zu beseitigen. Nach Der Rückkehr Edens von seiner Osteuropareise müsse das ganze Material zu- ammengestellt werden, und dann werde eine »reiseitige Zusammenkunft in Stresa tattfinden, wo man beginnen werde, dem G e - amtbild, das sich aus den Reisen ergeben habe, Gestalt zu geben. * Der Berliner Korrespondent der Times berichtet ergänzend: In der Frage einer Rückkehr Aum Völkerbund scheine deutlich gemacht wor- oen zu sein, was Deutschland unter Gleichheit verstehe, ebenso, daß keine Aussicht auf Zurückziehung der Entscheidung über die allgemeine Wehrpflicht bestehe. Ausführlich sei von der russischen Gefahr die Rede gewesen. Wenn man die Erklärungen der deutschen Staatsmänner als Botschaft auffasse, die Großbritannien den anderen Mächten in Stresa überbringen werde, so habe diese Botschaft folgenden Inhalt: Deutschland sei bereit, an dem Luftpakt teilzunehmen und ebenso an einer Rüstungskon- d e n t i o n, die sich a u f voller Gleichheit gründet, mit anderen Worten, Deutschland werde auf alle Rüstungen verzichten, auf die d i e anderen verzichten, werde aber alle Rüstungen beanspruchen, die die anderen Mächte beibehielten. — Morning Post schreibt, in London habe eine pessimistische Stimmung geherrscht, besonders wegen des O st p a k t e s, der einen wesentlichen Pfeiler des englisch-französischen Planes bilde. Da Frankreich, England und Italien sich einig geworden seien, daß die Preisgabe Rußlands an die deutschen Wünsche eine gefährliche und kurzsichtige Politik sein würde, mache Hitlers Haltung die Zusammenarbeit mit ihm äußerst schwierig. Die Isolierung Deutschlands und die Bildung eines starken antirevisionistischen Blockes unter Führung Frankreichs und Rußlands, der bereits für alle praktischen Zwecke zustande- getommen sei, werde wohl in der nahen Zukunft offen bestätigt werden. Savas über die berliner Besprechung. Paris, 27. März. (DNB.) Der Berliner Sonderberichterstatter der Agentur Havas erklärt: Der Führer habe eine große Anstrengung gemacht, um seinen englischen Partnern etwas anzubieten. Er habe die Rückkehr Deutschlands nach Genf angeboten, vorausgesetzt, daß die französische Klage Deutschland nicht in eine demütigende Lage versetze. In der Frage des O st p a k t e s habe er Gegenvorschläge gemacht, die den Grundsatz des gegenseitigen Beistandes ausschlössen und ganz auf ein loses System von Nichtangriffspakten hinausgingen, garantiert durch eine Klausel der Beistandsver- Weigerung für den Angreifer. In der Rüftungsfrage halte Deutschland an dem Grundsatz fest, daß es seine Sicherheit durch die eigene Macht wahren müsse und deshalb über eben so । viele Streitkräfte verfügen müsse, w i e ; Rußland an der SB e ft front mobilisieren . könne. Das gleiche gelte für die Militürluft - - fahrt. Hitler habe in ehrlicher und einleuchtender - Form das zusammengefaßt, was er feit drei . Monaten in den diplomatischen Besprechungen und - öffentlichen Erklärungen bargelegt habe. sicherlich nicht ungern sehen, wenn Deutsch, land ein Bollwerk gegen Sowjetrußland bilde und wenn die Machtstellung der Sowjets keine Stärkung erfahre. Die Erwartun- gen der Engländer, genaue Zahlen über die deutschen Rüstungen zu erhalten, seien „mißglückt". Hitler habe es verstanden, feine Pläne über dig Aufrüstung geschickt zu verbergen. Die Haltung der Kleinen Entente. „Loyale Zusammenarbeit mit allen Staaten Mitteleuropas." P r e fr b u r g , 27. März (DNB.) Der rumänische Minister für auswärtige Angelegenheiten Titu» lescu ist von Belgrad kommend hier ein- getroffen. Er wurde vom tschechoslowakischen Außenminister Dr. B e n e s ch begrüßt. Die Beratungen zwischen den beiden Außenministern wurden sofort aufgenommen. Nach ihrem Abschluß erklärte T i t u l e s c u , daß die heute mit Benesch und am Tage vorher mit Ieftitsch geführten Besprechungen alle Zeitfragen behandelt hätten. „Wir stellen eine vollkommene Ueberein» ft i m m u n g fest." Wir haben eine Entscheidung getroffen, und zwar im Hinblick auf alle Möglichkeiten, und je nachdem diese Möglichkeiten eintreten werden, werden wir unsere Entscheidung bekanntgeben. Trotzdem die internationale Lage ernst ist, sind wir fest überzeugt, daß der Friede erhalten werden kann. Für die Erreichung dieses Zieles bedeuten die römischen Abmachungen den Beginn, einer ganz neuen Aera der Politik Europas. Die Kleine Entente ist zu einer aufrichtigen und loyalen Zusammenarbeit mit allen Staaten Mitteleuropas willens und bereit Nach unserer Ansicht sind die Londoner Abmachungen sowie der O st p a k t sicherlich n e u e weitere Elemente der Sicherheit, dis es uns erlauben, mit Vertrauen in die Zukunft zn sehen. Die Kleine Entente wird, soweit es an ihr liegt, allem ausweichen, was Europa in zwei einander gegenüberstehende Lager spalten könnte. * Der neue bulgarische Gesandte in Ankara, Parn- los s, hat dem türkischen Minister des Auswärtigen und Derzeitigen Vorsitzenden des Völkerbundsrates, Rüschdü Aras, erklärt, seine Regierung habe sich niemals mit dem Gedanken getragen, einstig di e militärischen Artikel des F r iede n s ve r trag e s von Neuilly zu annullieren. Sie werde auch in Zukunft nicht daran denken. Alle gegenteiligen Nachrichten beruhten auf Unwahrheit. Der Minister des Auswärtigen hat die Mitglieder des Balkanbundes und das Sekretariat des Völkerbundes von dieser bulgarischen Mitteilung in Kennt- ni g gesetzt. In diplomatischen Kreisen Ankaras ist diese Einstellung Bulgariens warm begrüßt worden. Stimmen des Auslands. Zu dorn Schreckensurteil in Kowno schreibt der „Berner Bund" u. a.: Die angeblichen Staatsverbrechen der Angeklagten dürften doch nach wie vor in Frage stehen, zumal der Verlauf des Prozesses, vornehmlich die Zeugeneinvernahme, ganz bedenkliche Mängel des litauischen Gerichtswesens aufgedeckt hat. So darf als bewiesen gelten, daß während der Voruntersuchung die belastenden Aussagen durch Mißhandlungen und Drohungen erpreßt worden sind. Auftallen mußte auch, daß während der Verhandlung die Belastungszeugen sich ungehemmt äußern Durften, während den Entlastungszeugen nichts gestattet war. Alles in allem ein Urteil, das aus verschiedenen Gründen höchst fragwürdig erscheint und revidiert werden sollte. „Manchester Guardia n" hält es für äußerst zw eise lhaf t, ob die Angeklagten tatsächlich an U m stu r z p lä n e n gegen Litauen beteiligt gewesen seien. Das vorgebrachte Beweismaterial sei sehr wenig überzeugend. Das Memelstatut sei ebenso wie die Verfassung von Danzig ein Erzeugnis westlicher liberaler Grundsätze. Diese seien auf östlichen Boden verpflanzt worden, wo sie keine Blüte-n treiben könnten. Das Memel-Statut sei ungeeignet, den rassenmäßigen und nationalen Kampf zwischen Litauern und Deutschen, zu meistern. Die Zeit sei für eine Revision des Statutes zwar noch nicht reis, aber eine Aenderung in der osteuropäischen Gesamtlage, die unvermeidlich sei, werde auch das Memel-Statut, wie viele andere Dinge, umschließen müssen. Jeder möge sich das, was jetzt im Memelland geschieht, einprägen in die deutschen Herzen und Hirne. Das Deutschland von 1918 ist nicht mehr da. Ein neues Deutschland lebt, aufgebaut auf der Gemeinschaft des Volkstums. Die anderen sollen wissen, was deutschen Brüdern und Schwestern in den Grenzlanden da draußen geschieht, das geht uns alle an. Den Opfern der verbrecherischen Justiz von Kowno rufen wir zu: „Ihr seid nicht mehr allein! Deutscher starker Geist, lebendiges, leidenschaftliches Empfinden, ein neues Deutschland von 100 Millionen ist mit euch, stolz auf euer Dulden und Bewähren. Mehr denn je senken sich eure Leiden in die Herzen des deutschen Volkes, und wenn heute in spontanen Kundgebungen deutsches Volk auf den Straßen zusammentritt, so ist es Ausdruck dieser Gemeinschaft über die Grenzen hinweg." Aachtliche Kundgebung vor der Reichskanzlei. Die Massen zieht es zum Führer. Nach Schluß der großen Protestkundgebungen gegen das Kownoer Mordurteil gruppierten sich die Massen spontan zu riesigen Demonstra- tionszügen. Ihrem innersten Gefühl folgend, auch in dieser Stunde dem Führer nahe zu fein, bewegten sich die Massen zum Wilhelms- p l a tz. Unter dem Gesang vaterländischer Lieder und unter Heil-Rufen auf den Führer zogen in unendlicher Reihenfolge Zehntausende von Volksgenossen an der Reichskanzlei vorbei. Der Wilhelmsplatz war im Nu schwarz von Menschen, die mit den gewohnten Sprechchor-Rufen dem Wunsche Ausdruck gaben, den Führer zu sehen. Immerfort wiederholte sich der Ruf, der an diesem Abend überall zu hören war: „Deutschtum erwache!" Die nationalsozialistischen Kampf- und Trutzlieder wurden gelungen, schnell hatten sich Musikkapellen gebildet, Fanfaren und Landsknechtstrommeln des Jungvolks fielen ein. Entblößten Hauptes und mit erhobenem Arm fang die Menge das Deutschlandlied. Dann wurde im ersten Stock der Reichskanzlei ein Fenster geöffnet: Der Führer erschien, beugte sich weit hinaus und dankte minutenlang mit erhobenem rechtem Arm den Volksgenossen. Die Heil-Rufe auf den Führer pflanzten sich durch die ganze Wilhelms- sttaße fort. Auch nachdem der Führer sich wieder zurückgezogen hatte, hielten die Kundgebungen noch lange Zeit an. Proteststurm in Tilsit und Insterburg. Tilsit, 27. März. (DNB.) Das Kownoer Blut- urteil hat auch in Tilsit tief st e Empörung' hervorgerufen. Hier, wo man das geknech- Italiens Lufirüstung. Rom, 28. März. (DNB.) In der Kammer wurde der Voranschlag für das Luftfahrtministerium verabschiedet. Staatssekretär General Dalle gab dazu Erklärungen über die Erneuerung der Luftflotte in den nächsten zwei Jahren, ferner über die reihenweise Herstellung von neuen Bombenflugzeugen (330 Kilometer Stundengeschwindigkeit, 1500 Kilo Bomben und 8000 Meter größte Höhe), über die Versuche zu einem neuen'Jagdflugzeug (500 Kilometer ©tun. dengeschwindigkeit) und für ein neues Groß- bombenflugzeug (440 Kilometer Stunden- geschwindigkeit, 10 000 Meter Höhe), weiter über die Leistungen der Flugverkehrsgesellschaft Ala Littoria, die noch in diesem Jahre eine Verbindung von Rom über Tripolis, Asmara (Erythräa) nach Mogadiscio (Somali) mit einer Flugstrecke von. 8800 Kilometer eröffnen werde. Amerika verstärkt seine Seerüstung. Washington, 28. März. (DNB.) Das Repräsentantenhaus nahm eine Vorlage an, durch die 38 Millionen Dollar für Den Ausbau der pazifischen Flotten st ützpunkte bewilligt werden. 26 Millionen davon sollen für die Westküste und Hawai sowie für Munitionsdepots und eine Unterseebootbasis im Panamakanal verwendet werden. Das Repräsentantenhaus nahm ferner eine Vorlage für die sofortige Erhöhung des M a r i n e o f f i z i e r k o r p s um 1000 Offiziere an. Ferner wurde eine Vorlage zwecks Schaffung einer Fliegerschule für Marinekadetten angenommen, um angesichts der Verdoppelung der Zahl der Marineflugzeuge den gegenwärtigen Mangel an Flugzeugführern auszugleichen. Sparsamkeit im Unterhaus. L o n d o n, 27. März. (DNB.) Daß die Engländer ein sehr sparsames Volk geworden zu sein scheinen, geht aus einer am Mittwoch im Unterhaus gestellten Anfrage eines Abgeordneten hervor, der gern wißen wollte, ob für den Flug d e s englischen Außenministers nach Berlin die Angebote vonmehralseiner Luftverkehrsgesellschaft eingeholt worden seien. Der Mi n i st e r p r ä s i d e n t tröstete den Abgeordneten, von dem im Augenblick nicht bekannt ist, ob er schottischer Abstammung ist, mit dem Hinweis darauf, daß zweifellos die vorteilhaftesten Bedingungen erzielt und unnötige Ausgaben vermieden worden seien. Gegenangebote seien allerdings nicht eingeholt worden. Deutsch-rumänischer Wirtschaftsvertrag Berlin, 27. März. (DNB.) Am 23. März ist von Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und dem rumänischen Handelsminister I. M a n o - lescu-Strunga ein Niederlassungs-, Handelsund Schiffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Rumänien unterzeichnet worden. Sein Ziel ist es, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Volkswirtschaften der beiden Länder sich auf vielen Gebieten zu ihrem Vorteil ergänzen, den gegenseitigen Warenaus- tausch ohne Schädigung der Produktion t m eigenen Lande zu fördern und zu steigern. Dabei ist dafür Sorge getragen, daß dieser Austausch sich in Formen vollzieht, die durch die in beiden Ländern bestehenden Devisenschwierigkeiten nicht gestört werden. Auch die Niederlassungs- und Schiffahrtsfraaen sind neu geregelt worden. Hierbei wurden besonders auf dem Verkehrsgebiet wichtige Verbesserungen erzielt. Wenn Deutschland auch als Abnehmer rumänischer Waren an erster Stelle steht, so war doch in den letzten Jahren eine wesentliche Schrumpfung des gegenseitigen Warenaustausches eingetreten. Es besteht die Hoffnung, daß der neue Vertrag dazu beitragen wird, den deutsch» rumänischen Handelsbeziehungen einen neuen Aufschwung zu geben. Oie Neichsiagung der Deutschen Arbeitsfront. Scher l-Bildniatcrodlenst ss V ■ M . V. f v I v । - l i. w " MW 7» ,-r KIM > ; Vj «WUWWMjMWMWW! •< < 1 - *> - ■/< ’**’**’ 'H fe '7'./ A f /);7 Die Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront erhielt ihre besondere Bedeutuna durch eine große Rede Dr. Schachts, in der er bekanntgab, daß auch die gewerbliche Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront als korporatives Mitglied eingegliedert wird. — Unser Bild zeigt von links: Reichswirtschastsminifter und Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsarbeitsminister Seldte, Reichsstatthalter Mutsch« mann und Rerchsorganisationsleiter Dr. Ley beim Einmarsch der Fahnen. Der zweite Tag in Leipzig. Die Serllammermg von Wirtschast und Arbeit. Mit der modernen Industrie begann die Zerspaltung der an der gewerblichen Wirtschast Beteiligten in Unternehmer und Arbeiter; später kamen noch die Angestellten als besondere Gruppe hinzu. Der Marxismus hat es verstanden, das Gemeinsame von Unternehmern und Arbeitern zu verneinen und das Trennende zu vergrößern. So entstand die Entfremdung beider Teile, die Klasse, der Klassenkampf und auch der Kastengeist. Die Arbeiter gründeten ihre Gewerkschaften, die Betriebe ihre Arbeitgeberverbände. Die deutsche Wirtschaft ist vielgestaltig. Die S ch w e r i n d u st r i e ist in erster Linie auf die Gewinnung der Rohstoffe abgestellt, die verarbeitende Industrie ist stark auf die Ausfuhr angewiesen. Hier werden schon wirtschaftspolitische Verschiedenheiten erkennbar, die vor Jahrzehnten zur Gründung von eigenen Verbänden führten. Dazu traten später die reich gegliederten F a ch ° verbände aller Arten. Dazu entstand ein großes Retz regional gegliederter Verbände, die den Belangen der Wirtschaft in einem bestimmten Landesteil dienten (die Verbände schlesischer, sächsischer Industrie usw.), traten die Vereine mit technischen Aufgaben, ferner die Handelskammern, die schon erwähnten (wieder in Fachgruppen gesonderten) Arbeitgeberverbände. Im allgemeinen war ein Betrieb in mindestens fünf Richtungen wirtschaftlicher Organisation zahlendes Mitglied: in der Handelskammer als der offiziellen amtlichen Vertretung, in mindestens einem wirtschaftspolitischen Verband, einem Fachverband, einem Arbeitgeberverband und einem regionalen Verbände. Richt viel anders war es in den Betrieben des Handels und des Handwerks. Der Nationalsozialismus hat auch auf diesem Gebiete reinen Tisch gemacht. Auf die Gleichschaltung der Gewerkschaften folgte die Bildung der Deutschen Arbeitsfront (DAF.). Sie gliedert sich in Reichsbetriebsgemeinschaften, in denen Unternehmer und Gefolgschaft Mitglieder sind. Der Gedanke, die Arbeitnehmer als eigenen „Stand" zu organisieren, wurde nicht ausgenommen. Dr. Ley blieb konsequent bei der Linie, keine neuen Spaltungen oder Trennungen zuzulassen. Schwieriger war der Aufbau der indu- striellen Wirtschaft. Daß sie eines eigenen Organes bedarf, ist unbestritten, denn ihre Aufgaben sind wirtschaftspolitischer Art, während die Deutsche Arbeitsfront das Gewicht auf die Sozialpolitik legt. Nach manchen Erwägungen erfolgte die Bildung der „R e i ch s g r u p p e I n d u st r i e", die wieder in sieben Fachgruppen gegliedert ist. Gemeinsam bilden alle Reichsgruppen (Industrie, Handel, Banken, Handwerk, Versicherungen usw.) die Reichswirtschaftskammer (RWK.). Im Endergebnis steht die Deutsche Arbeitsfront mit dem Reichsarbeitsrat, die Reichswirtschaftskammer mit dem Reichswirtschaftsrat vor uns, während der Reichsnährstand entsprechend seiner besonderen nationalpolitischen Aufgabe einen eigenen Aufbau darstellt. Trotz allen guten Willens, die neuen Ausgaben einer anderen Zeit nicht mit den alten Belastungen der „Interessen" zu beschweren, hätte immerhin die Möglichkeit entstehen können, daß die beiden Säulen (der gewerblichen Wirtschaft und der Arbeitsfront) in einen künstlichen Gegensatz hineingebracht würden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in feiner Leipziger Rede als Gast der DAF. offen ausgesprochen, daß es immer gewisse Schwierigkeiten zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik geben werde. Damit sich diese Verschiedenheiten nicht zu Gegensätzen auswachsen, die das ganze Werk des gemeinsamen Aufbaus in Frage stellen, hat der Führer und Reichskanzler durch eine Verordnung von 21. März — dem Tage der zweijährigen Wiederkehr der Potsdamer Nationalkundgebung — den korporativen Beitritt der Reichswirtschaftskammer zur Deutschen Arbeitsfront angeordnet Damit behalten beide Teile ihren eigenen Bestand und ihre Spezialaufgaben, aber sie werden sowohl in der Spitze, wie in den Bezirken für bestimmte Zwecke miteinander „verklammert". Der Reichsarbeitsrat und der Reichswirtschaftsrat tritt unter Beteiligung des Reichswirtschafts- und des Reichsarbeits- mimsters zu einem „Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsrat zusammen. Daß es sich dabei um mehr handelt, als nur um die gelegentliche Beratung gemeinsamer Fragen, beweist die fernere Anordnung, daß die Geschäftsstelle der Reichswirtschaftskammer gleichzeitig das Wirtschaftsamt der Deutschen Arbeitsfront ist, das dem Reichswirtschaftsminister untersteht. Die neue Gliederung des wirtschaftlichen Aufbaues ist keine staatliche Angelegenheit, wenn auch stets die engste Fühlung mit den amtlichen Stellen gehalten wird. Die Arbeitsfront und die anderen Gliederungen der Wirtschaft erfreuen sich vielmehr im weitesten Sinne der Selbst- verwaltung, die den genossenschaftlichen Geist verkörpert und deshalb das beste Gegengewicht gegen eine bürokratische Erstarrung darstellt. Dr. Schacht wie Dr. Ley haben als oberstes Ziel die Entfaltung der Werte der P e r s ö n l i ch k e 11 hin- gestellt, beim Betriebsführer wie in der Gefolgschaft. An die Stelle des Kampfes soll die Gemeinschaftsarbeit treten, die kein anderes Ziel kennen darf, als soziale Gerechtigkeit und nationalen Aufbau. Es ist unbestritten, daß der korporative Eintritt der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront ein Vorgang ohne Beispiel ist. Deutschlands Unternehmer und ihre Gefolgschaften wollen auch nach außen hin bekunden, daß ihr Wille in der Erhaltung der Volksverbundenheit besteht. Aus solchem Bekenntnis und solcher Tat müssen die schönsten Erfolge für die Gesamtheit erwachsen! Die Durchführung der Vereinbarung über Wirtschaft und Arbeitsfront. Leipzig, 26. März (DNB.) Der Leiter der DAF., Dr. Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Die Durchführung der Vereinbarung Dr. Ley-Dr. Schacht-Seldte vom 26. März ist dem Leiter des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hauptamtsleiter Klaus Selzner übertragen worden. Es ist allen anderen Dienststellen der DAF. verboten, irgendeine Maßnahme organisatorischer oder personeller Art von sich aus zu treffen. Bezüglich der Einrichtung der Arbeitsausschüsse wird die Durchführung der Vereinbarung nach Richtlinien erfolgen, die von Pg. Selzner gemeinsam mit Amtsleiter Pg. Dr. Pohl aufgestellt werden. Leipzig, 27. März. (DNB.) Der zweite Tag der Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront begann mit einer feierlichen Protesterklärung gegen das Kownoer Bluturteil. Während die Versammlung sich von ihren Plätzen erhob, führte der Organisationswalter der Reichstagung, Abteilungsleiter R e e n t m e i st e r, u. a. aus: „Wir als die Repräsentanten des schaffenden deutschen Volkes erklären, daß die deutsche Nation dieses entsetzliche Urteil als Faust schlag gegen das Antlitz der Nation betrachtet. Wir wissen, auch dieses Urteil, geboren aus dem leidenschaftlichen Haß gegen unser Volk, wird einmal einen höheren Richter in der Weltgeschichte finden. Wir wissen, es gibt eine ewige Gerechtigkeit, die sich nicht beugen läßt und die dereinst die wahren Schuldigen auch dieses Verbrechens zpr Verantwortung^ ziehen wird. (Bravorufe und Händeklatschen.) Wir begrüßen von dieser Stelle aus die Vertreter des deutschen Volkstums, die schwer geprüft sind, und sagen ihnen: Die ganze Deutsche Arbeitsfront ist im Geiste bei ihnen!" Sodann sprach der Leiter des Organisationsamtes der DAF., Hauptamtsleiter Selzner, über die Durchführung der Vereinbarungen Dr. Ley-Schacht- Seldte. Der Grundgedanke sei die H e r st e l l u n g einer geistigen Selbständigkeit, aus der die Selbstverwaltung hervorgehe. — Anschließend sprach der Ministerialdirigent im Reichsarbeitsministerium Amtsleiter Dr. P o h l, der mit dem Hauptamtsleiter Selzner gemeinsam die Richtlinien bezüglich der Einrichtung der A r b e i t s - a u s s ch ü s | ß ausarbeiten soll. Es dürfe künftig nicht überall reglementiert werden. Es fei viel wichtiger, daß auch einmal eine nicht ganz richtige Entscheidung gefällt werden, wenn sie nur aus dem Bewußtsein der Menschen, die von der Entscheidung betroffen werden, heranwachse. Es sei wichtiger, daß Arbeiter und Unternehmer zu gemeinsamer Aussprache zusammenkommen. Nur dort, wo wichtige Lebensfragen der Gemeinschaft selbst gegen eine solche von unten kommende Entscheidung sprechen, solle der Staat mit Hilfe der Treuhänder entscheidend eingreifen. Der Treuhänder solle nicht ein Beamter sein, sondern gewissermaßen als sozialpolitischer Statthalter über den Dingen st ehe n. Mchsilinenmimsler Dr. Frick sprach dann über das Thema „Das Dritte Reich und die Verwirklichung der Volksgemeinschaft". Er führte u. a. aus: Kameraden von der Deutschen Arbeitsfront! In der wechselvollen 2000jährigen Geschichte der deut- schen Nation gestaltet das Geschlecht der Gegenwart als der Träger der nationalsozialistischen Revolution den nationalen Einheitsstaat. Das Dritte Reich hat sich das große Ziel gesteckt, alle Kräfte nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich einzig und allein zum Wohle des deutschen Volkes, seiner Gröhe und Ehre zusammenzuschließen. Es wäre aber verfehlt, in der Beseitigung der Länder und der Errichtung eines zentralen Machtapparates die Hauptaufgabe der Gegenwart zu erblicken. Die nationalsozialistische Revolution brachte nicht nur eine innerpolitische Machtveränderung, sondern auch eine grundlegende Wandlung im geistigen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Leben des deutschen Volkes. Jener äußere Vorgang der Machtveränderung schuf nur die nötige Form für den inneren Umbruch der Nation. Heber allem steht der beherrschende Gedanke des deutschen Volkstums, der noch niemals seit tausend Jahren in Deutschland so ausschließlich und so vorbehaltlos zum Angelpunkt der gesamten Politik gemacht worden ist, wie von der Regierung Adolf Hitlers. Gewiß wird und muß es auch im deutschen Volke immer Unterschiede und Gegensätze politischer, konfessioneller, wirtschaftlicher und sonstiger Art geben, aber sie dürfen nie zur unüberbrückbaren Kluft sich erweitern, soll nicht das ganze Volk und damit auch jeder einzelne Volksgenosse Aus dem Bevicht, den dann der Leiter des Schatzamtes, Brinkmann erstattete, ist zu entnehmen, daß das Schatzamt 947 Mitarbeiter beschäftigt. Das Schatzamt verwaltet 782 Büros und Miethäuser, 143 Gewerkschaftshäuser, 32 Ferienheime und 13 Schulen. Die Unterstützungsabteilungen bearbeiten rund 335 000 Anträge mit einer Gesamtbewilligung von 11 Millionen Mark. Rund 94,5 v. H. aller gestellten Anträge wurden bewilligt. Rund 209 000 Invalidenrenten werden aus- gezahlt. An Beiträgen sind im Februar rund 21 Millionen Mark bei einem Soll von 23 Millionen Mark eingegangen. Der Durch- schnittsbeitrag beträgt 1,51 Mark = 1,5 v. H. des Bruttoeinkommens. Di« Ausgaben im Februar beliefen sich auf 20 Millionen Mark. Davon entfallen auf Unterstützungen 8 Millionen. Die Rechtsstelle erfordert eine Million, die Gemeinschaft „Kraft durch Freude" 1,5 Millionen. Die Geschäftskosten belaufen sich auf 5,7 Millionen. Oer Präsident der 1ieichSrun-fu»k- kammer Oreßler-Andreß «dann über das Geistige und Ideelle in der isfront. In der Deutschen Arbeitsfront wurde uns nicht nur die gewerkschaftlich ausgerichtete Front der Schaffenden übermittelt, nein, in der Arbeitsfront ist auch alles zusammengefaht, was bisher geistig und seelisch überhaupt noch nicht beim Namen genannt werden konnte. Der Nationalsozialismus, geboren in den mörderischen Schlachten des Weltkrieges, gestaltet aus dem Erlebnis der Kriegskameradschaft die Friedenskameradschaft. Damit ist die Erkenntnis gegeben, daß es keine Anrede mehr geben darf wie: „Arbeiter der Stirn und der Faust , weil wir die Aufspaltung in geistige und wirkliche Welt nicht mehr ertragen können. Das Wesentlichste in den gestrigen Vereinbarungen dürfte auch sein, daß die Geistesschaffenden und die Handschaffenden nunmehr in Der Arbeitsfront einem Arbeitsschicksal verbunden sind. Aus dem noch sehr liberalen Staatsgebilde muß der nationalsozialistische deutsche Arbeitsstaat werden, die Schicksalsgemeinschast der in der Arbeit einig gewordenen Deutschen durch Adolf Hitler. darüber zu Schaden kommen. Auf wirtschaftlichem Gebiet hat es sich die Deutsche Arbeitsfront 3um Ziele gesetzt, Unternehmer und Arbeiter unter dem nationalsozialistischen Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz" in einer Einheit aller Schaf- senden der Faust und der Stirn zum gemeinsamen Wohl zusammenzuschließen. Heber allem, was wir hin, stehl das eherne Gesetz, alle Handlungen in Kunst und Politik, in Technik und wirtschaft, im öffentlichen und privaten Leben so einzurichten, daß sie der Stärkung der Lebenskräfte des ganzen Volkes dienen. Nicht den Hurra- Patriotismus einer niemals wiederkehrenden Vergangenheit, sondern das echte, tiefempfundene Nationalgefühl, das sich auch für die Gesundheit und Kraft der breiten Volksmasse sittlich verantwortlich fühlt, das sozial und gerecht empfindet, müssen wir pflegen, zur Blüte und zur vollen Auswirkung bringen. Weil wir alle Deutsche sind, müssen wir allen deutschen Volksgenossen gegenüber gerecht sein. Ein Geschlecht nationaler Verantwortung und so- zicrler Gerechtigkeit zu erziehen ist die Aufgabe der Gegenwart. Sie bedeutet eine wahrhaftige Revolution aller Auffassungen, die unser Volk früher be- herrschte. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das die Sozialverfassung des Dritten Reiches einleitete, geht davon aus, daß so wie im Verhältnis von Volk und Staat auch im Verhältnis des Unternehmers gegenüber feinen Mitarbeitern der Gedanke der Schicksalsverbundenheit entscheidend ist. Ihren Ausdruck findet sie in der Betriebs- gemeinschaft. Betriebsführer und Gefolgschaft sollen die tragenden Kräfte der nationalsozialistischen Sozialverfassung sein. Sie müssen in einem wahrhaften Tr e u e v e r h ä l tn i s zu ein- ander stehen. Der nationalsozialistische Staat aber wacht als der Hüter der nationalsozialistischen Volks- cemeinschaft Darüber, daß in den Betrieben die Grundsätze der Gerechtigkeit und der Standesehre herrschen. Die persönliche Freiheit und Tatkraft des einzelnen soll im Wirtschaftsleben nirgends eingeengt oder beschnitten werden. Sie hat aber ihre Grenze dort, wo sie die Freiheit oder soziale Sicherheit der Volksgenossen zu beschränken ober gar zu gefährden droht. Wir alle wissen genau, daß der nationalsozialistische Gedanke im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft noch lange nicht restlos durchgesetzt ist, so wie ja auch die Verfassung des Reiches noch nicht den letzten Forderungen der NSDAP, entspricht. Aber jeder deutsche Volksgenosse muß zugeben, daß das bisher Erreichte selbst die weitest- aehenden Erwartungen übertrifft. Die gewerb - i ch e Erzeugung ist von 79 v. H. auf 89 v. H. des Konjunkturhöchststandes gestiegen, und die Menge der hergestellten Ware, die 1932 nur 38 Milliarden betrug, ist im Jahre 1934 auf 53 Milliarden, also um mehr a l s 20 v. H. gestie- a e n. Das Arbeitseinkommen des deutschen Volkes, das 1932 auf 56 Milliarden gesunken war, ist im Jahre 1934 auf 6 2 Milliarden gestiegen. Demgegenüber sank die Zahl der Erwerbslosen von mehr als sechs Millionen auf etwas über zwei Millionen, was wiederum ein Abfinken der öffentlichen Ausgaben für d i e Erwerbslose nfiirsorge von rund drei Milliarden auf etwa 1,4 Milliarden im Jahre 1934 ergab. Gleichzeitig ist das Steueraufkommen bei allgemein gleichbleibenden Steuersätzen im letzten Jahre um fast eine Milliarde höher, als dies im Voranschläge vorgesehen war. Diese Zahlen zeigen den andauernden Aufstieg der deutschen Wirtschaft, der sich auch in der Steigerung der Lebenshaltung des ganzen Volkes auswirken muß. Heute darf auch der deutsche Arbeiter wieder, frei von Minderwertigkeitsgefühlen, stolz fein Haupt erheben und sich als deutscher Volksgenosse bekennen. Das ihm durch Versailler aufgedrückte Stigma des Paria unter den Völkern der Erde ist durch die heroische Tat unseres geliebten Führers vom 16. Marz ein für allemal ausgelöscht. Er darf wieder zur Verteidigung des Vaterlandes die Waffe tragen, was von je nach germanischer Auffassung das Kennzeichen für den freien deutschen Mann von Ehre war. Noch ringt jedoch unser Volk schwer um Arbeit und Brot, um die Freiheit der deutschen Arbeit und um seine politische Gleichberechtigung in der Welt. Desto nötiger sind innere Geschlossenheit und Disziplin. Wir alle wissen, daß eine Kamps- truppe nur dann siegen kann, wenn sie e i n i g u n d geschlossen auftritt, und wir wissen auch, daß der Geist einer Kampftruppe nur dann etwas wert ist, wenn der Führer ein wahrer Führer ist, der sich in jeder Lage für seine Gefolgschaft ein» setzt. Wir wissen aber auch, daß dann jeder dieser Soldaten für einen solchen Mann durch's Feuer geht und den Lorbeer des Sieges erkämpft. Auch in den Betrieben muß es so sein, daß die Gefolgschaft wie die Soldaten vor dem Betriebsführer stehen können wenn sie in ihm den sorgenden, in treuer Pflichterfüllung für sie und das Werk schaffenden Betriebsführer sehen. Und alle, Gefolgschaft und Betriebsführer, müßen miteinander fühlen, daß sie im Werk nicht losgelöst von der Allgemeinheit arbeiten und leben und darum nicht unabhängig von ihr handeln können, sondern daß sie die Glieder einer größeren Ge- m e i n s ch a f t bilden, der mir alle mit Leib und Seele verpflichtet sind, der wir dienen und für die wir arbeiten und kämpfen, von deren Größe und Macht unser aller Zukunft, Glück und Schutz ab- hängt: „Die deutsche Volksgemeinschaft." Or. Oorpmüller zum Generaldirektor der Reichsbahn wiedergewählt. Berlin, 27. März. (DNB.) Der Verwaltungs- rat der Reichsbahn wählte den feit 1926 im Amt befindlichen Generaldirektor Dr. - Jng. e. h. Dorpmüller zum vierten Male einstimmig auf weitere drei Jahre zum Generaldirektor der Reichsbahn. Der Führer und Reichskanzler hat die Wahl bestätigt. Die Verdienste, die sich Dr. Dorpmüller während seiner Amtszeit erworben hat, erstrecken sich auf alle Gebiete des Eisenbahnwesens. Er hat nach dem Kriege in Oberschlesien aus den Resten der Eisenbahndirektion Kattowitz wieder eine lebenskräftige E i s e n b a h n d i r e k t i o n Oppeln geformt, er hat nach der Besatzungszeit das Eisen- abnwesen des Ruhrgebietes wiederaufgebaut, und in feine Amtszeit als General- direktor fiel nach der Inflation Aufbau und Vereinheitlichung der ganzen Reichsbahn in organisatorischer, technischer und betrieb- lieber Hinsicht zu dem leistungsfähigen Unterneh. men, das sie heute darstellt. Dr. Dorpmüller hat sich auch stets als Förderer des Fortschrittes ge* zeigt. Es sei hier erinnert an den Ausbau der Strecken, die Verbesserung der Fahrpläne, die Verkürzung der Fahrzeiten, Den Einsatz von Schnelltriebwagen, di« Verbindung mit der Lufthansa und die Verwendung von Kraftwagen im Reichsbahnver- kehr. Dazu kommt die enge Verbindung von Schiene und Straße in der Person von Dr. Dorpmüller, der gleichzeitig auch Chef der Gesellschaft Reichsautobahnen ist. Bei den Beratungen des Derwaltungsrates über die Finanzen der Reichsbahn wurde festgestellt, daß die Einnahmen im Januar und Februar d. I. im Personen, und Gepäckverkehr eine Zunahme von 5,7 v. H. und im Güterverkehr eine Vermehrung um 6,6 v. f). gegenüber dem Vorjahre erfahren haben. Um rechtzeitig Vorkehrungen für den Verkehr der Winter-Olympiade 1936 zu treffen, gab der Derwaltungsrat seine Zustimmung zu Er- weiterungs. und Ergänzungsbauten an der Strecke München—Garmisch-Partenkirchen. Für diele Arbei- ten sind rund 5,9 Millionen RM. vorgesehen. Auf dem Gebiete der Personalpolitik sollen die Nachteile, welche Hilfsbeamten durch ihre Teilnahme als Frontkämpfer im Weltkriege aus der Überschreitung des 40. Lebensjahres für die Anstellung als Beamt« erwachsen sind oder noch zu erwachsen drohen, beseitigt werden. Die Verwirklichung der Bolksgemeinschast im Dritten Reich. Kunst und Wissenschaft. Dr. Arthur Dix t- Nach längerem Leiden verschied am 25. März in seiner Berliner Wohnung der bekannte Geopolitiker und Mitherausgeber des Transatlantic-Presse- dienstes Dr. Arthur Dix im 60. Lebensjahre. Geboren in Westpreußen als Sohn eines Gutsbesitzers hat er mehr als 40 Jahre lang feine Arbeit in erster Linie in den Dienst der nationalen Tagespresse gestellt. Als Leiter der „N a t i o n a l - xeitung'7 war er zu Anfang des Jahrhunderts der „Benjamin" der Berliner Chefredakteure. Später gab er die in vier Erdteilen stark verbreitete Korrespondenz „Deutscher Bote" heraus. Im Kriege leitete Dix nach aktivem Frontdienst das Pressebüro des deutschen Militärbevollmächtigten in Bulgarien. 1920 war er Direktor des „Deutscher Ueberseedien st" und 1921 Chefredakteur der „Täglichen R u n d s ch a u". Im Jahre 1922 gründete er dann gemeinsam mit A. Ball und unter entscheidender Mitarbeit von Staatsminister Dr. Helfferich den „Transatlantic Internationaler Pressedien ft", dem er bis zuletzt als Mitherausgeber angehörte. Im Rahmen dieses Pressedienstes, der als Kampforganisation im Sinne der nationalen Wiederaufrichtung Deutschlands gegründet wurde, hat er unermüdlich im In- und Auslande für die deutsche Wiedergeburt gekämpft. Seine wichtigsten Bücher sind: „Deutscher Imperialismus", „Der Weltwirtschaftskrieg", „Politische Geographie und Geoökonomik"; Dix war auch Herausgeber der Monatsschrift „Weltpolitik ud Weltwirtschaft". Probleme der Tuberkulose-Behandlung aus dem Wiesbadener Jnternisten-Kongreß. Das wichtige Thema der Tuberkulose-Behandlung wurde im weiteren Verlauf des Wiesbadener Jnterniften-Kongreffes eingehend behandelt. Die beiden Hauptreferenten Dr. Hein und Dr. Maureraus waren sich darüber einig, daß die erfolgversprechende Behandlung einer Lungentuberkulose, besonders wenn erst eine Seite der Lunge befallen ist, immer die Anlage eines Pneumothorax ist, d. h. die Lunge wird durch Einfüllen von Lust in den Lungenrippfellraum zum Zusammenfallen und damit zur Ruhigstellung gebracht. An Hand von Röntgenbildern und einer Operationsstatistik der letzten drei Jahre wurden die Erfolge dieser Methode gezeigt. Prof. Sauerbruch, der bekannte Berliner Chirurg, betonte, daß allzu große flächenhafte Verwachsungen nicht mehr mit einem kleinen Eingriff beseitigt werden können, sondern daß dann nur durch Entfernung einiger Rippenteile die Lunge vollständig zum Zusammenfallen und damit zur Ruhigstellung gebracht werden kann. In der dritten Sitzung wurde „Die Bedeutung spezifisch serologischer Reaktionen der Klinik und Praktik" behandelt. Ein ausführlicher Bericht über den derzeitigen Stand serologischer Untersuchungen wurde von Dr. Schulten unter Mitarbeit von Dr. Gaethgens gegeben. Der Zweck dieser serologischen Reaktionen ist es, Krankheiten, die mit den gewöhnlichen Untersuchungsmethoden nicht einwandfrei geklärt werden können, frühzeitig und mit Sicherheit aus dem Blut zu erkennen. Prof. Henning- Leipzig und Prof G u t z e i t - Breslau berichteten über die Anwendung der Gastroskopie und ihre Ergebnisse. Einäscherung des Verlegers I. A. Lehmann in München. Im Münchener Ostfriedhof fand unter großer Beteiligung die Feuerbestattung des bekannten Verlegers und Vorkämpfers für Deutschlands Erneuerung I. F. Lehmann statt. Zu der Trauerfeier hatten sich neben vielen anderen Leidtragenden auch zahlreiche offizielle Persönlichkeiten eingefunden, so als Vertreter des Führers der Leiter des Amtes für Volksgesundheit Dr. Wagner. Nach den Worten des amtierenden evangelischen Geistlichen legte im Namen und Auftrage des Führers und Reichskanzlers der Leiter des Amtes für Volks- gesundheit Dr. E. Wagner einen prachtvollen Kranz nieder. Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hatten gleichfalls Kränze niederlegen lassen. Versteigerung der Bibliothek Varthous in Paris. Die Versteigerung der Bibliothek des ehemaligen französischen Außenministers Louis B a r t h o u , die in Paris stattfand, hat insgesamt 3 727 750 Franken ergeben. Aus aller Welt. Oer Mordprozeß Zünemann. Im Kindermord-Prozeß Jünemann in Berlin wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Einiges Aufsehen erregte ein Neger unter den Zeugen, dessen Bekanntschaft die Angeklagte kurz vor dem Tode ihrer Kinder gemacht hatte. Es wurden Protokolle über frühere Vernehmungen der Angeklagten verlesen. Besonders erschütternd ist das Protokoll, in dem die Angeklagte ihren letzten Besuch bei ihren hungernden Kindern schilderte. Die kleine Jngeborg lag damals schon fast völlig leblos und nur nach leise wimmernd mit großen aufgerissenen Augen in ihrem Bettchen, während die anderen Kinder laut weinten. „Zur Beruhigung hielt ich ihnen Zigarettenbilder vor", heißt es in der Niederschrift. Ein weiteres Protokoll behandelt eine Unterredung der Angeklagten mit ihrem Liebhaber in Gegenwart von Kriminalbeamten. Dabei sagte die Angeklagte zu ihrem Freund: „Denke daran, daß meine Liebe so groß ist, daß ich meine Kinder umgebracht habe." Der Freund antwortete ihr darauf: „Das hättest du nicht tun dürfen." Vor dem vernehmenden Untersuchungsrichter hat die Angeklagte ebenso wie vor der Polizei das Geständnis abgelegt, daß es ihre Absicht war, die Kinder verhungern zu lassen, weil sie ihr im Wege waren. Hausbewohner und Bekannte der Angeklagten sagten als Zeugen aus, daß die Kinder sehr schlecht behandelt worden seien. Das eine Kind sei durch häufige Schläge ganz verängstigt gewesen. Dem Ehemann der Angeklagten, der sich jetzt in der Heilanstalt Herzberge befindet, stellen die Zeugen ein gutes Zeugnis aus. Er war ein ruhiger und stiller Mann, der sich immer sehr zurückhielt. Die Verhandlung wird fortgesetzt. Schrecklicher Tod im brennenden Aulo. Ein furchtbares Autounglück hat sich in einer der vergangenen Nächte auf der Landstraße Eiserfeld—Siegen zugetragen. In der Nachtschicht arbeitende Werksangehörige einer Maschinenfabrik bemerkten plötzlich einen hellen Flammenschein. Beim Hinzueilen sah man einen Personenkraftwagen gänzlich in Feuer eingehüllt. Die Wagentür stand halb offen und dort hing einer der Insassen aus dem Wagen heraus, den man schleunigst rettete. Er wurde als der Siegener Juwelier Moritz erkannt und mit schweren Brandwunden dem Krankenhaus zugeführt. Die Motorspritze der Siegener Feuerwehr wurde alarmiert, der Wagen war jedoch mittlerweile schon ausgebrannt. Der zweite Insasse, der Kaufmann Wilhelm Kocher aus Fellbach bei Stuttgart, war nicht mehr zu retten und konnte nur als vollständig verkohlte Leiche geborgen werden. Der Juwelier Moritz hatte mit dem Kaufmann einen gemeinsamen Geschäftsfreund in Betzdorf besucht und befand sich auf der Rückfahrt. Durch eine Panne kam der Wagen wahrscheinlich ins Schleudern, die Steuerung versagte und es kam zu einem heftigen Zusammenprall mit einem Baum. Hierbei entzündete sich der Brennstoff und im Nu stand der Wagen in Flammen. Massensturz bei einem australischen Pferderennen. Ein außergewöhnlicher Unglücksfall ereignete sich bei einem Pferderennen in Sidney (Australien). Zehn Pferde, die dicht aufeinander folgten, wurden in einen Massen st urz verwickelt. Drei Pferde waren auf der Stelle tot, und acht Jockeys mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Blutiges Gefecht in einem indischen Dorf. Eine aus 28 Mitgliedern bestehende Räuberbande überfiel mitten in der Nacht das Dorf Meda im indischen Fürstentum Baroda und eröft- nete ein Feuer auf die Bevölkerung. Die Dorfbewohner setzten sich jedoch mit Hieb- und Stichwaffen zu Wehr, und es kam zu einem einstündigen Gefecht. Vier Räuber und vier Dorfbewohner wurden dabei getötet. Die Bande ergriff hierauf die Flucht. Polizeitruppen haben ihre Verfolgung ausgenommen. Eine zwölfjährige Lebensretterin. In Leubsdorf bei Leutesdorf (Rheinprooinz) ereignete sich ein aufregender Zwischenfall. Ein im Alter von 12 Jahren stehendes Mädchen ging mit seinem 1'/2jährigen Brüderchen über die. Brücke eines Teiches. Plötzlich riß sich der Kleine von der Hand der Schwester los, bekam das Uebergewicht und stürzte in den Teich. Ku*z entschlossen sprang das Mädchen dem kleinen Jungen nach, und es gelang ihm, den bereits versunkenen. Bruder an die Wasseroberfläche zu bringen. Die angestellten Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Die Atlanttkreife des Panzerschiffes „Deutschland Das Panzerschiff „D e u t s ch l a n d", das sich auf einer Atlantikreise befindet, die maschinellen Eroberungen dient, wird vom 3. bis 7. April Port of Spain (Trinidad) anlaufen. Kleine politische Nachrichten. Das Hessische Regierungsblatt vom 26. März enthält das Steuergesetz für das Rechnungsjahr 1935* Es enthält Bestimmungen über die Grundsteuer. Gewerbesteuer, staatliche und kommunale Sondergebäudesteuer, Bestimmungen über Steuerooraus- Zahlungen, die Festsetzung des Landesdurchschnitts der Realsteuersätze, Abänderungen zum Gemeindeumlagengesetz (Filial- und Warenhaussteuer) und Zusammensetzungen des Ausgleichsstocks. * Der griechische Minister der auswärtigen Angelegenheiten Maxi mos wird wieder die Geschäfte übernehmen. Maximos war während der Wirren zurückgetreten. Sein Demissionsgesuch lag aber bereits zwei Monate vor. Gleichzeitig mit dem neuen Außenminister wird Mavro M i ch a l i als Minister ohne Portefeuille vereidigt werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Zufuhr kalter polar-maritimer Luftmassen in Verbindung mit kräftiger Ausstrahlung ließ in der vergangenen Nacht die Temperaturen vornehmlich in West- und Südwestdeutschland unter den Gefrierpunkt absinken. Da über Skandinavien weitere Tiefdruckwirbel in südwestlicher Richtung auf das Festland abwandern, kann trotz zeitweiliger Aufheiterung mit überwiegend unfreundlichem und für dis Jahreszeit zu kaltem Wetter gerechnet werden. Ausfichten für Freitag: Wechselnde Bewölkung mit wiederholten Niederschlagsfchauern, bei sehr lebhaften südwestlichen bis nordwestlichen Winden für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Samstag: Fortdauer des wechfelnden, aber im ganzen unfreundlichen Witterungscharakters. ... _ Lufttemperaturen am 27. März: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 28. März: morgens 2,5 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. März: abends 8,7 Grad; am 28. März: morgens 5,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langes für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck^ verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodoq Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Weizenmehl,Backpulver,Vanilli.n im Geschenkbeutel beliebte Mischungen das Pfund 2.-/2.40/2.80 für jeden Geschmack, kräftig und aromatisch Ostereier und Osterfiguren aus Schokolade und Marzipan. Schokolade, Pralinen, Bonbons und Waffeln zucker, Sultaninen Korinthen Mandeln und Haselnußla^rne. Citronat-Orangeade u.s.w^ 3% Rabatt - — e ■ * ।_ e _ verteilen wir ob Kaiser’sJIl ustrierte Frau Marie Möller, geb. Schättler im Alter von 54 Jahren. Gießen (Liebigstraße 86), den 28. März 1935. 1784 D [Verschiedenes | Gießen, den 26. März 1935. und Blumenspenden Abstand zu nehmen. 01307 In tiefer Trauer: Hans Möller Martha Möller Hans Möller. Heute verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe und treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin undTante Susanne Krämer Witwe, geb. Kissel einen Tag vor ihrem vollendeten 67. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Krämer. Dienstag abend verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Trauerfeier findet Freitag, den 29. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Die Trauer feier findet am Freitag, dem 29. März, nachmittags um 2% Uhr, in der Kapelle des neuen Friedhofes statt u.al.läst.Haarew nuro dievonmir angew.,einz.stch. Vieth. unt. Gar imm.mitd.Wurz. fcßmenLentfernt Frau B. Gulden. Svrechstd. leben Freitag,Gießen, Vindenburgw.15 9-7 Uhr durchg. Pflanz: kartoffeln (Industrie) Fr. Henneken, Hofgut, Gießen, Marburg.Str.65 Tel. 3404. nsoD 3 J A» 0^02 u- yernrni * aaskönnenSie^t den zaun ver^ Rost ™ morschen. Können betet. A^r d r_ eines ^’^res neuen Äa nswah\lnre tragen, es ^tdenaitent3ber- aßSieiBitden enu. Nehmen Pflecht usW1 sajgr ” RN 3000- auf Hrivotbek m. doppelt. Sicherheit gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 01302 an den Gieß. Anz. DrMaar* (Hündin Mayo) entlaufen, om? Abzugeben geg. Belohnung Wetzl. Weg 151. WWX Gienen. 1705O Freit., 29. März, 20 b. 22.00 Uhr: 23. Freit.-Abon. Gewöhn!. Preise SieHeuoennöhiten Lustspiel in 2 Aufzügen von Biörnstjerne Björnson. Hierauf: Gelähmte Schwingen Lustspiel i. einem Aufzug v. Ludwig Thoma. Verkaufsstelle: Hindenburg-Drogerie H. 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Donnerstag. 28.MStzM5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Er. 74 Zweites Blatt Aus der Provinzialhauptstadt Das Sauerkraut. trug den Mantel, wie er ging und stand, wieder in das „Geschäft für moderne Herrenkleidung zuruck und machte dort einen solchen Skandal, datz man ihm stillschweigend das Kleidungsstück wieder ab- nahm. _______ So arbeitet die Polizei in Shanghai. schirm hervorzieht. Versuche, das ganze Flugzeug mit ftilfe eines über den Tragflächen angebrachten Fallschirmes notfalls vor dem Absturz zu bewahren, haben sich nicht bewährt. Zudem rourt>e eine solche Rettungsmaßnahme im Falle eines Brandes — unb die Mehrzahl aller Flugzeugunfalle find ja auf Brände zuriickzuftihrsn — wirkungslos biet- Llngetvöhnlicher Heiratsantrag - drei Jahre zu spät! Marburg. Die Oberschlesier pflegten die familäre Verbundenheit, hielten fest zusammen und sammelten die hier weniger zahlreichen Landsleute in Heimatabenden. Erst 1931 trat die Vereinigung heimattreuer Ober- schlesier unter Führung von Ernst Motz wieder öfters an die Oeffentlichkeit. Allerdings war der Wechsel der Mitglieder ein starker, da vor allem Studenten und junge Kaufleute der Vereinigung anaehörten. Mit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus bekam die ganze Ostarbeit eine an- nach München antraten. , Als die Volksabstimmung in Schleswig 1920 ! durch die Gleichgültigkeit der damaligen Regierung zum Verlust dieses deutschen Gebietes geführt hatte, sah sich die damalige Reichsregierung denn doch genötigt, dem Drängen der nationalen, heimatliebenden Kreise zu entsprechen und den Regierungsstellen im Lande die Förderung der Vorarbeiten für die weiteren Volksabstimmungen zu empfehlen. Apotheker W r o n k a in Grohen-Lmden hatte bereits in Oberhessen und in den preußischen Kreisen Fulda, Ziegenhain, Kirchhain, Marburg, Biedenkopf, Wetzlar und Weilburg die West- und Ostpreußen gesammelt. In Oberregierungsrat Weicker vom Kreisamt Gießen fand er jetzt einen weitschauenden, nationalgesinnten Helfer. Mit Unterstützung der Behörden konnte nun die systematische Sammlung der Abstimmungsberechtigten erfolgen und mit der Beschaffung der notwendigen Personalausweise begonnen werden. In dem Kaufmann Rudolf Poschmann fanden sie einen weiteren Helfer. In einer Zeit, da das Volk, durch internationale Phrasen eingeschüchtert, einer bangen Zukunft entgegensah, gehörte viel persönlicher Mut und starker Glaube an das deutsche Volk dazu, um dem Menschen im Westen, der keine Ahnung und keine Vorstellung von der hartbedrangten Lage seiner Volksgenossen im Osten hatte, die Bedeutung der Volksabstimmung klarzumachen. Die Schwierigkeiten in j)berhessen waren tragbar, da durch die Einquartierung junger Oberschlesier während des Krieges persönliche Beziehungen teilweise schon vorhanden waren: dennoch war es eine sehr schwere Aufgabe für den Tapezierer Ernst Motz, der mit Unterstützung des Oberregierungsrates W e Icke r die oberschlesische Abstimmung vorzubereiten hotte. Dank der durch die nationalen Kreise, die Industrie und später auch durch die Reichsregierung in die Wege geleiteten „Nationalen Opferspende" konnte für die in größerem Umfange als bei den bisherigen Abstimmungen in Betracht kommenden Over- fchlefier b-sfere Propaganda gemacht werden. Die Unsumme der Kleinarbeit, die physische und seelische Anstrengung kann nur der ermessen, der selbst in diesem Kampfe gestanden hat. Für die Leitung der Bezirksstelle Groß-Hessen, die auch die angrenzenden preußischen Kreise umfaßte, wurden Eisenbohn- sekretär i. R. H. Grisee gewomren. Bei der Abfahrt des Gießener Sonderzuges spielte das Mufik- Schweben, weil die unter dem Schirm eingefangene Luft von allen Seiten gleich stark dieser Entweichungsmöglichkeit zuströmt und damit den Schirm stets prall und lotrecht hält. Das schwierigste Problem ist das der Entfaltung. Da der Fallschirm selbstverständlich wertlos ist, wenn er sich im Gebrauchsfalle nicht entfaltet, da man ihn aber andererseits unmöglich in ausgespanntem Zustand mitführen kann, haben alle auf eine Verbesserung abzielenden Versuche stets die Erhöhung der Entfaltungswahrscheinlichkeit zum Gegenstand. Die modernen Fallschirme stellen denn auch bereits Rettungsgeräte dar, die eine weitgehende Sicherheit verbürgen und im Falle der Gefahr unbedenklich benutzt werden schädlichen Darmbakterien im wahrsten Sinne des Wortes auffressen. Der berühmte Bakteriologe Prof. M e t s ch n i k o f f hat festgestellt, daß in Gegenden, wo öfters Sauerkraut auf dem Kochzettel steht, die Leute am ältesten werden. . , In den meisten Haushaltungen wird allfahrllch nur einmal, nämlich im Spätherbst, Sauerkraut eingeschnitten. Von den ersten Häuptern des Früh- trautes im Juni bis zu den zum Schießen neigenden Spätkrautköpfen im neuen Jahre kann Sauerkraut bereitet werden. Zu den aufgezahlten gesundheitlichen Werten des Sauerkrautes kommt noch seine Billigkeit. Schon aus diesem Grunde sollte es neben der Kartoffel zum Volksnahrungsmittel werden. Richtige Anschrift im Oiensiverkehr! Die Pressestelle der hessischen Landesregierung Dienstberichte an die Landesregierung sin^ nur an deren Adresse zu richten. Persönliche Anschriften an die einzelnen Referenten sind verboten. Briefe mit rein persönlichem Inhalt sind an die jeweilige Privatwohnung der Referenten zu richten. RSBOT. (früher KDAZ). Lreisamtsleitung Gießen. 1 Der Bund heimattreuer Oberschlesier (Deutscher Ostbund) Ortsgruppe Gießen, veranstaltet gemeinsam mit dem Reichsbund der deutschen Beamten, am Freitag, 29. Marz, 20.15 Uhr, im Cafe Leib einen F^mvortrag '^Ostpreußen ruft!" Die Mitglieder des> NSBDT. werden aufgefordert, diesen vaterländischen Vortrag zu besuchen. Eintritt 30 Pf.; Karten bet Vogt & Co., Seltersweg 44 (Herrn Kosub), oder am Vortragsabend. , 2 Ab 1. April 1935 gehören alle P g. technischer Berufe ohne besondere Beitrags- leistung zum NSBDT. Die Eingliederung wird durch besondere Anmeldesormblntter, die den be- tressenden Pg. noch zugehen erfolgen. 3. Auf Anordnung des Führers des NSBDT., Pg Dr -Jnq. Todt, verbleiben ferner im NSBDT. alle bisherigen Mitglieder, die der SA., der SS., der SA -Reserve und der NSKOV. angehoren, auch wenn sie nicht Pg. sind. Die Übrigen bisherigen Mitglieder werden, soweit sie nicht Pg. sind, auch ferner zu allen Veranstaltungen des NSBDT. ern- geladen und als Mitarbeiter geführt werden, solange noch keine endgültige anderweitige Regelung 4. ^DiJ noch rückständigen Beiträge bis einschließlich März sind in bisheriger Höhe auf das alte Der Fallschirm Ein Jahrhunderte altes Problem. Wie es undenkbar wäre, daß ein seetüchtiges Schiff ohne Rettungsboote, Schwimmwesten und Korkringe an Bord ausfahren würde, so ist es auch eine Selbstverständlichkeit, daß jedes Luftfahrzeug mit mindestens ebcnfoüiclen Fallschirmen ausgerüstet ist, wie es Fluggäste mitführt. Denn was für das Wasserfahrzeug das Rettungsboot ist, das stellt für das Luftschiff und das Flugzeug der Fallschirm dar. Er ist das einzige Rettungsinstrument, das dem Luftfahrzeuginsassen im Falle der Gefahr zur Verfügung steht, und da ihm dann auch keine Geschicklichkeitsleistung, wie es das Schwimmen barstellt, etwas nützen könnte, ist der Fallschirm eigentlich noch unentbehrlicher als die Ret- tunqsqeräte der Schiffahrt. Es ist daher auch kaum verwunderlich, wenn dem Problem der Rettung bei Fluqunfällen stets besondere Beachtung geschenkt worden ist und weiterhin geschenkt wird. Als immerhin überraschende Tatsache muß vermerkt werden, daß der Fallschirm alter ist, als alle Flugapparate einschließlich des zuerst erfundenen und benutzten Luftballons Die erste Erwähnung von Fallschirmen findet sich m 600 Jahre alten Aufzeichnungen, in denen von stamestschen Gauklern die Rede ist, die sich einer Vorrichtung bedienten, mit der sie sich ungefährdet durch die Luft hätten fallen lassen können. Die erste europäische Beschreibung stammt von L e o n ar do d a Vinci und datiert aus dem Jahre 1495. Wirklich ernsthafte Versuche mit Fallschirmen wurden freilich erst 300 Jahre später von M o n t g o l - fier durchgesührt, und 1796 führte G a r n i e r den er ft en Absprung aus einem in größerer Höhe schwebenden Luftballon durch. Die bahnbrechende deutsche Erfindung stammt von der Ao- springerin Käthe Paulus, und der erste für Flugzeuge verwendbare Fallschirn wurde von dem Luftschiffer H e i n e ck e konstruiert. 15 Jahre ostdeutsche Heimattreue in Gießen Bon H. Kostorz-Gießen. Kleider machen Leute! Im Hinblick auf diesen alten Spruch hatte sich kürzlich ein junger Pariser in einem Geschäft einen Frühiahrsmantel gekauft, nach der neuesten Mode, wie ihm versichert worden war. Hoch erhobenen Hauptes trat der junge Mann in den schönen Frühlingstag finaus ließ die Hände lässig in die Manteltaschen gle en und zog mit einigem Erstaunen em kleines Zettelchen heraus. Mit zierlichen Buchstaben war darauf zu lesen- „Wenn der Käufer dieses Mantels Briefwechsel mit einer jungen Dame wünscht, spatere Heirat nicht ausgeschlossen, so möge er an die folgende Adresse schreiben." Und darunter standen Name und Anschrift der heiratslustigen Dame. Das konnte nur ein Wink des Schicksals fein, und wenn her junge Mann auch nicht erwartet hatte, daß der neue Mantel ihm so rasch Glück bringen wurde^ fo überlegt er doch nicht lange, sondern ging nach kaufe und schrieb einen vielversprechenden Uiebes= brief an die schöne Unbekannte. Noch hoher schlug sein Herz indes, als er nach einigen Tagen einen rosaroten Antwortbrief in Händen hielt. Der Inhalt war jedoch niederschmetternd: In höflichen Worten antwortete ihm die Unbekannte, daß er ein wenig zu spät komme. Seit drei Jahren sei sie bereits glücklich verheiratet, da sie nicht mehr habe annehmen können, daß jemand den ^zwischen mahl schon etwas unmodern gewordenen Mantel noch kaufen werde. Heber die Nachricht, daß die Unbekannte schon verheiratet war tröstete sich der junge Mann ziemlich bald, aber der Umstand, daß man ihm einen alten Ladenhüter als modernen Frühjahrsmantel angedreht hatte, empörte ihn. Er dere Richtung. Die zahlreichen ostdeutschen Hei- matverbände wurden zunächst zu einer einheitlichen Organisation zusammengefaßt. Es entstand der Bund De usche r Osten, die auf nationalsozialistischer Weltanschauung aufgebaute Gemeinschaft deutscher Männer und Frauen die im Osten das Schicksalsland der deutschen Zukunf sehen Die Ausgabe des Bundes war, die Ostpolitik der Regierung in bezug auf die Besiedelung des spärlich bewohnten Ostens zu unterstützen, das deutsche Volk mit dem Gedanken der Sendung des deutschen Menschen zur Gestaltung des deutschen Ostens zu erfüllen, um so die willensmäßige Grundlage für eine aktive, im Gesamtvolk verankerte deutsche Ostpolitik zu bilden. Mit der Führung der aus den bisherigen Vereinen gebildeten neuen Ortsgruppe Gießen wurde von dem Ostreferenten der (Bauleitung der NSDAP., Herbert Wendt tn Frankfurt a. M., der bisherige zweite Vorsitzende der Oberschlesier H. K o st o r z beauftragt. Als dann die Ostpolitik der Reichregierung einen neuen Kurs erhielt, fand eine Umorganisation des Bundes Deutscher Osten statt. Es wurden drei Hauptgruppen, die der West- und Ostpreußen, der Posener und der Schlesier gebildet. Für Gießen wurde der Bund Wenn ich rückschauend von der Heimattreue unsrer ostdeutschen Landsleute in Gießen schreibe, so fühle ich mich zunächst verpflichtet, jener Unterstützung unb Hilfsbereitschaft der Gießener Bürgerschaft und der Oberhessen zu gedenken, die uns in den schwärzesten Tagen des Vaterlandes die Volksverbundenheit ahnen ließ, die erst Adolf Hitler dem ganzen Volke ins Bewußtsein gerufen hat. Wir Ostdeutschen sind dankbar den Oberhessen und besonders den Gießenern, die uns Geld, und Matevialspenden zuwiesen, schon damals Urlaub unter Fortzahlung des Einkommens bewilligten und unsere Abstimmungszüge schmückten. Damals war ein großes, mächtiges Deutschland zusammengebrochen, galten Volksverbundenheit und Heimatliebe als reaktionäre und umstürzlerische Gesinnung, und über dem Volke schwebte die bange Frage: „Was nun? Was soll jetzt werden?" In jenen Tagen fanden wir auch großes Entgegenkommen bei dem inzwischen verstorbenen Oberregierungsrat Friedrich Weicker vom Kreisamt und bei dem früheren Oberbürgermeister Dr. Keller. Hervorragend betätigte sich die Universität Gießen und die Studentenschaft. Hunderte von Gießener Studenten beteiligten sich trotz größter Schwierigkeiten am Oberschlesischen Selbstschutz, einige tarnen krank und verwundet heim. Es waren vielfach dieselben Studenten, die 1923, verstärkt durch ihre ostdeutschen Kommilitonen unter Bob Zimmer, auf dem Umweg über Marburg den Marsch heimattreuer Schlesier als bie Sammet» stelle aller Ostdeutschen in Gießen und dem nördlichen Oberhessen bestimmt. Die Ostbünde waren immer den Kampfbünden zugeteilt. Ihre Aufgabg ist es in erster Linie, das deutsche Volk dem deutschen Osten nahezubringen. Das geschieht durch otf Pflege der Heimatliebe, des Volkstums und durch die Förderung des Kultur- und Wirtschaftslebens der ostdeutschen Grenzlande, z. V. durch Kauf deutscher Erzeugnisse, Ferien- und Vaderrelsen nach dem Osten. Mitglied kann jeder deutsche Volks, genösse werden, der in den Ostlanden seine Heimai hat, verwandtschaftliche oder sonstige Beziehungen nach dem Osten besitzt, oder der ideenmahig Die Aufbauarbeit des Führers unterstützen will. Pflicht jedes Volksgenossen muß es sein, im Sinne Adolf Hitlers dem Aufbauwerk zu dienen, der in sei- nem Buche „Mein Kampf" die Richtung dafu< gibt, indem er schreibt: „Wir Nationalsozialisten ziehen bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dern Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. können. „ . „ _ Bei dem früher angewandten „Reinecke-Sprung- Fallschirm" trug der Abspringende den Schirm in einem Verpackungssack, der mit einer langen Leine am Flugzeug befestigt war. Nach dem Absprung zog die Leine automatisch die Verpackungshülle ab und durch den Luftwiderstand wurde bann der an den Körper des Fliegers geschnallte Fallschirm zur Entastung gebracht. Dieses Verfahren hatte aber gewisse Nachteile, weil sich die — um den Entfaltungsprozeß erst in genügend großem Abstande vom Flugzeug wirksam werden zu lassen — verhältnismäßig lange Leine leicht verschlingen und die Oeffnung des' Fallschirmes dadurch verhindern konnte. Bei den heute vorwiegend verwendeten Fallschirmen löst der Abspringende während des Sturzes durch einen Zug an einem an ferner Schulter befestigten Ring die Oeffnungsklappen des Der- packungsföckes. Da er mit dem Flugzeug durch keine Leine die sich verfangen könnte, verbunden ist, ist eine wesentliche Gefahrenquelle aus- geschaltet. Nur darf der Abspringende natürlich nicht vergessen, den Auslösungsring zu ziehen! Das ist übrigens viel weniger aufregend als man gemeinhin denkt und mit ruhiger Ueberlegung durchaus zu meistern, weil die Fallgeschwindigkeit sich in den ersten drei Sekunden, während der jener Handgriff ausgeführt fein will, erst von 5 auf 25 m/sek. steigert. Ist der Auslösungsnng gezogen, so chießt aus dem Verpackungspaket zunächst ein kleiner (nur etwa ein Meter im Durchschnitt gro« her) Schirm, der in der vorbeiströmenden Luft Widerstand findet und dann den eigentlichen FallViel zu wenig ist noch die heilkräftige Wirkung ; des Sauerkrautes bekannt. Schon vor einem halben , Jahrhundert führte der bekannte Pfarrer Kneipp aus: „Wenig bekannt und doch so bedeutend ist die vielfache Heilkraft des Sauerkrautes. Schon das grüne Blatt des Krautes ist, auf bie schmerzende , Stelle gelegt, ein bewährtes Mittel gegen Kopfweh. Viel größer noch und mannigfaltiger ist die Heilwirkung des Krautes als Sauerkraut. Es ist ein großer Irrtum, sich vom Genuß des Sauerkrautes zu enthalten, wenn saure Speisen verboten werden, da im Gegenteil gerade seine spezielle Wirkung auf den Magen zur Förderung einer guten Verdauung eine außerordentliche ist. Es leitet die krankhaften faulen Säfte und Gase aus, wirkt heilend auf Magengeschwüre, stärkt die Nerven und unterstützt die Blutbildung in bedeutender Weise so daß mancher seine blasse Gesichtsfarbe gerade infolge Genusses des Sauerkrautes einem ge unden Aussehen weichen steht. Viele sind der Ansicht, Sauerkraut erzeuge falsche Magensaure, doch ganz mit Unrecht. Man genieße es mäßig, ohne viel dabei zu trinken, und die Erfahrung wird bald das Gegenteil beweisen." Was vor einem Menschenalter vielfach tauben Ohren gepredigt wurde, wird heute von der Wissenschaft anerkannt. Kein geringerer als Der berühmte Chirurg Professor Sauerbruch hat herausgefunden, daß Wunden bei reichlichem Genuß von Sauerkraut auffallend gut und schnell verheilen. Die Heilkraft beruht in erster Lime auf dem hohen Gehalt an natürlicher Milchsäure, die durch Gärung aus dem Zucker entsteht und den Faserstoff der Blätter derart angreift, daß eine Art Vorver- bauung geleistet wird. Auch bei Gicht, Rheumatismus Zuckerkrankheit, Arterienverkalkung unb chronischer Verstopfung leistet es ausgezeichnete Dienste. Der hohe Gehalt an mineralischen Nährsalzen, vor allem Kalk unb Natron, ist für ben Stoffwechsel ungemein wichtig. Ganz befonbere wertvoll ist ber große Vitamingehalt bes Sauerkrautes Das Sauerkraut besitzt in rohem Zuftanb ben höchsten Vllamtm qehalt unb ist, roh genossen, gesünber. Ganz falsch ist bie auf bem Lanbe weitverbreitete Meinung, baß Sauerkraut um so nahrhafter sei, je mehr es aufgewärmt würbe. Im Gegenteil, es wirkt bla- henb unb ist schwer verbaulich. l Wenn kleine Kinber unter Würmern leiben, ver- i abreiche man ihnen Sauerkrautbrühe. Es ist dies nicht nur ein billiges, sondern auch ein unschad- - liches und darmreinigend wirkendes Mittel, da die : wertvollen Milchsäurebakterien im Sauerkraut die Die Methoden der Gangster und Entführer find in China schon ftüher üblich gewesen als tn Amerika, denn besonders Entführungen Erwachsener sind in China ebenso an der Tagesordnung wie etwa in der Mandschurei. Allerdings mit dem Unter- schied, daß es in den großen chinesischen Hafenstädten eine moderne Polizei gibt, die es mit jeder europäischen aufnehmen kann. Das mußten auch in Shanghai chinesische Räuber zu ihrem Leidwesen erfahren. Innerhalb der europäischen Konzession, die Shanghai besitzt, wurde eine Chinesin, die sich auf dem Wege zur Kirche befand, von Räubern entführt. Nach den sofort aufgenommenen Untersuchungen hatte man Grund anzunehmen, daß Die Räuber die Chinesin über die Stadtgrenze geschafft hatten. Die weitere Umgebung wurde abgesucht, man fand jedoch keine Spur. Da meldete die Polizei von Sutschau, einer Stadt etwa 50 Meilen von Shanghai entfernt, daß sie eine Spur gefunden hätte. Kaum war das der Shanghaier Polizei bekannt geworden, als sie eine Anzahl Kriminalbeamte als Kulis und Hausierer verleidet nach Sutschau entsandte, um ben Aufenthalt ber Räuber genau auszukunbschaften. Nachbem bies geschehen mar, traf Polizei in Panzerautos in Sutschau ein, bas bezeichnete Haus würbe in aller Stille umstellt, und auf ein Signal erfolgte der Angriff. Das geschah nachts. Zunächst drehten die Räuber den Lichtschalter aus und eröffneten ein Schnellfeuer gegen die fioli» zei. Wo diese mit ihren Handlampen in das Gebäude hineinzuleuchten versuchten, wurden die Lampen ab- qeschossen. Die Verluste der Polizei waren sehr groß gewesen, wenn sie nicht Panzerwesten und Panzerschilde bei sich gehabt hätte. Da ^euer nn Hause ausbrach und somit die Polizei sthen konnte, gelang es den Beamten, mit ihren Maschinenpistolen bie Räuber in bie Enge zu treiben, bis sie am Enbe eines Ganges nicht weiter konnten. Man wagte aber nicht, bie Entführer zu beschießen well man befürchtete, babei auch bie Chinesin zu treffen. Die Räuber hatten eine schwere, gepanzerte Tur als Schutz vor sich aufgebaut und feuerten unaufhörlich. Es gelang aber der Polizei trotzbem, einige Tränengasbomben gegen bie Tür zu Werfen. Das wirkte Dagegen wußten bte Räuber kein Mittel, unb es gelang der Chinesin, aus dem Raum zu fliehen, ehe das Gas auf sie zu wirken begann. Die Räuber konnten nunmehr verhaftet werden. ben. Da man durch eine drohende Katastrophe nervös gewordenen Flugzeugpassagieren schwerlich den Mut zum 'Sprung in die ungewisse Tiefe zumuten kann, und weil sie in der Aufregung wahrscheinlich vergessen würden, ben Auslösungsring zur rechten Zeit ober überhaupt zu ziehen, hat man neuer- bings Versuche mit folgenber Vorrichtung gemacht: man hat an jebern Flugzeugsitz, von außen gar nicht sichtbar, einen Fallschirm untergebracht. Im Falle ber Gefahr gibt ber Flugzeugführer ben Befehl an alle Fluggäste burch, von ben Anschnallgurten Gebrauch zu machen. Mit biesen Schnall- gurten befestigt jeber einzelne unbewußt einen Fallschirm an seinem Körper. Ein Druck bes Kapitäns auf einen Knopf: ber Flugzeugboben trennt sich vom Rumpf, saust in bie Tiefe — alle Insassen stürzen gleichzeitig mit, aber ber automatisch funftionierenbe Fallschirm läßt sie sicher zu Boben gleiten ... A-Schm" Der normalerweise etwa acht Kilogramm fd)roere Fallschirm ist ein so bekanntes Gerät geworben, baß sein Aussehen nicht mehr beschrieben zu werben braucht. Zubern besagt ja auch ber Name schon, bah es sich um einen Schirm hanbelt, ber vermöge des burch ihn verursachten Luftwiberstanbes ben an ihm hängenden Abspringer nicht in die Tiefe stürzen, sondern mit einer Sinkgeschwindigkeit von fünf bis sechs Meter in der Sekunde hinunterschweben läßt. Erwähnenswert ist höchstens daß dieser Schirm nicht völlig „dicht" ist, sondern in der Mitte eine Kreisöffnung von etwa einem halben Meter Durchmesser aufrocift. Sie g-wöhrleistet em gleichmäßiges korps der Reichswehr. Oberbürgermeister Keller rief den Heimattreuen die Grüße Gießens zu Es kamen bann sehr ernste Zeiten für Oberschlesien. Der „Gießener Anzeiger" brachte zu jener Zeit Berichte aus meiner Feber. Es galt damals, viel Leib unb Not zu Imbern, unb auch bie Bezirksgruppe Groß-Hessen in Gießen war habet sehr erfolgreich tätig. In ben folgenben Jahren fiel ben Ortsgruppen ber West- unb Ostpreußen unb ber VV.-Oberschlesier bie Pflicht zu, für ihre heimatlos geworbenen Lanbsleute Arbeit unb Unterkunft zu besorgen unb ihre Entschäbigungsanspruche zu vertreten. Auch bem hiesigen Bezirk waren Flüchtlingsfamilien zur Betreuung zugewlesen. Die VDhO. bemühten sich ferner erfolgreich um bie Unterbringung oberschlesischer . Kinber, von benen zahlreiche in Oberhessen Aufnahme fanbcn. Nach ben weiteren Ermübungserscheinungen tn allen Ortsgruppen rief erst am Geburtstage bes Generalfelbmarfchalls von Hinbenburg im Jahre 1926 Universitätsprofessor Dr. Specht m Gießen bie Ostbeutschen zusammen. Es würbe bie Ortsgruppe Gießen bes Deutschen Ostbunbes gegrünbct. An ber (Brünbung waren auch Bankbeamter H a u c n ft e i n unb Rubols Poschmann beteiligt. Der Deutsche Ostbunb hatte sich bie Pflege nationaler Gesinnung unb ber Heimatliebe sowie bie Betreuung unb Unterstützung hilfsbebürftiger Lanbsleute zur Aufgabe gemacht. Der neue Leiter brachte bie Ortsgruppe schnell zu Ansehen unb veranstaltete zahlreiche Vortragsabenbe. Zusammen mit bem Bunb ber Kolonialfteunbe, bem Marine-Verein, bem Frauenverein vorn Roten Kreuz für Deutsche Ueberfec, bem DbA. unb ber Kolonialgesellschaft bilbete er bie Arbeitsgemeinschaft für Grenz-, Außen- unb Kolonialbeutsche, bie im März 1927 gemeinsam eine Kunbgebung für ben beutschen Osten veranstalteten. Bei biefer Kunbgebung sprach bie einzige Frau in ber Plebiszitkommission Oberschlesiens, Frau Maria Lowack aus Gleiwitz. Bei einer Hinbendurg-Gebenkfeier im gleichen Jahre erlag ber Festrebner, Universitats- professor, Gymnasialbirektor i. R. Dr. Barge s , nach ber Ansprache einem Herzschlag. Der Ostbunb : verlor in ihm einen verbienstvollen Mithelfer an ber beutschen Sache bes Ostens, einen ausgezeich- s neten Kenner ber Grenzlande unb beren Vor- i kämpfer. Zusammen mit ber Arbeitsgemeinschaft für - bie Grenz-, Außen- unb Kolonialbeutschen fanb 1928 i noch eine Kunbgebung gegen ben Raub beutscher > Lanbe statt. Als Professor Dr. S p e ch t im Jahre i 1928 nach Frankfurt (Ober) berufen würbe, erlitt der Deutsche Ostbunb in Gießen einen herben Verlust, benn ber Scheibende hatte es verstanden, die Anerkennung seiner Landsleute zu gewinnen und dem deutschen Osten einen wertvollen Dienst zu leisten. Sein Nachfolger wurde zunächst Fabrikant Ra u t e n b c rg, später Postinspektor Kurt Beyer, der auch dem Vorstand des Landesverbandes Hessen- Nassau angehörte. Unter seiner Leitung fand die große Kundgebung mit bem ostbeutschen Schriftsteller unb späteren Führer bes Bunbes, Dr. Franz L ü b t k e, statt, bie' große Beachtung fanb. Im Jahre 1932 beteiligte sich die Ortsgruppe an ber ostbeutschen .Kunbgebung ber Marburger Stubenten- schaft unb an ber ©rünbung einer Ortsgruppe in Kläranlage 64, ist erloschen. Nachdruck verboten! 16 Fortsetzung Die Lfflan-stöchter und ihre Kreier. Vornan von 3- Schneider;?oerstl. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. ler in der Zubereitung vermieden wurden und Ne Brühe unbegrenzt haltbar bleibe. Durch Zusatz von Kalk feinster Mahlung sei ferner erreicht worden, daß ein Verstopfen der Spritzen nicht mehr vor* komme und der Strahl den Baum in feinster Der. teilung treffe. Zum Schluß gab der Redner noch Auskunft über die Zusammensetzung der Spritz- mittel und über das Ausmaß der geldlichen Aufwendungen. Der Preis, der für gutes Obst erzielt werde, wiege die Unkosten für die Schädlings- bekämpfung bei weitem auf. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an, die noch eine ganze Reihe wichtiger Punkte berührte. Die übliche Gratisverlosung von Dahlien und Frühlingsblumen brachte für jeden Besucher einen Gewinn. zu dürfen und folgte ihm. Waldl schnupperte an ihrem nassen Beinkleid und wedelte beifällig, als gelingt, vom Dorf aus den Geist in der Stadt zu ändern, wird es auch in der Stadt ein Weiterleben von auf den Ofen gelegt haben. Pöttmes lag mit offenen Augen und wartete. Schon nach wenigen Minuten kamen ruhige, gleichmäßige Atemzüge zu ihm herüber. Langsam wandte er oen Kopf wieder nach der anderen Seite und blickte durch das Dunkel. Barthelmes Bett stand am Fenster und bekam etwas von der Helle des Schnees draußen ab. Nach einer Weile konnte Niels die Umrisse des Gesichtes drüben undeutlich erkennen. Das Haar, von dem es umrahmt wurde, erschien in dem fahlen Lichte beinahe weiß. Die Hände lagen über der Brust gekreuzt. Er mußte immerzu auf diese Hände schauen. Als ob sie aus Wachs wären, so still und reglos ruhten sie. Das Mädchen mußte über die Maßen erschöpft fein, daß es so ohne weiteres eingewilligt hatte, mit einem fremden Manne das Zimmer zu teilen, nur erfüllt von dem einzigen Wunsche, sich ausstrecken zu können. Don draußen kam jetzt kein Lichtstrahl mehr. Barthelmes hatte die Kerze gelöscht. Ein Hauch von vertropfendem Wachs wehte durch die Ritzen. ' Genau so hatte es gerochen, als sein Dater auf- Blut und Boden! Oer Landesbauernführer vor den oberhessischen Juristen ie den Rucksack abnahm und auf die Bank gleiten ließ. „Ich habe nicht mehr geglaubt, daß ich es chaffe." „Wann sind's denn weg unt'n in Bruck?" „Um zehn Uhr vormittag." „Und setzt is elfe nachts!" Klaudine schauerte zusammen und zog den Hund, der neben sie auf die Bank gesprungen war, an sich, um dessen Wärme zu fühlen. Ihr Gesicht schimmerte weiß, und die Augen waren rot unterlaufen. die Versammlung mit der geschäftl daß am 5. April auf dem (Bleib lungslager für z w e i 5™ wird, an dem sich nicht nur jüngere Juristen, sondern auch ältere Amtswalter des Bundes beteiligen ollen. Die Gebühren betragen 50 Pfennig bis 3 Mark. Für die Teilnahme am Kursus wird Urlaub gewährt, der nicht auf den ordentlichen Urlaub angerechnet wird. Jeder Bezirk muß zwei Vertreter entsenden, die sich freiwillig melden können. Nach einem besonderen Gruß sprach dann der in Begleitung des SS.-Standartenführers Jako- ber und seines Stabes erschienene gebahrt war ... Trotz der vielen Jahre, die darüber vergangen waren, hatte Niels es noch klar in Erinnerung. Wie überhaupt alles, was sich an die- en Tag knüpfte: Bobs verzweifeltes Weinen, und wie der Bruder immer und immer wieder feinen Kopf mit dem verwirrten Haar an feinen Hals gedrückt hatte, als sollte er, der ältere Bruder, ihm nun den Toten ersetzen. Henriettes weißes, farbloses Gesicht, mit den rotgerandeten Augen. Und er elbft, sprachlos, noch ganz von der Unbegreiflichkeit des Geschehens erfüllt, daß dieser Mann, der noch gestern in aller Vollkraft des Lebens gestanden hatte, nun stumm und leblos auf dem Bette lag.— Von Klaudines Lager herüber kam jetzt ein Stöhnen. Dann warf sich der Mädchenkörper nach bet* Seite. Das Gesicht war jetzt dem seinen zugekehr^ „Wissen Sie, wo die Karrer-Hütte liegt, Herr Dok« tor? — Danke!" Niels lächelte nachsichtig. Toll, daß man in seinen Träumen so oft verriet, was man im Wachsein nie und nimmer preisgegeben hätte. Vielleicht sprach sie noch mehr. Aber Klaudines Mund schwieg. Unbewußt fielen auch Pöttmes die Lider zu. Spritzung. Ferner hörte man von den Eigenschaften der Kupferkalkbrühe als Bekämpfungsmittel für eine Reihe von Krankheiten, von denen Stachelbeeren, Sellerie, Bohnen, Kartoffeln, Steinobst, Nüsse usw. befallen werden. Ein weiterer Grund, daß die Be- kämpfung der pilzlichen Obstbaumkrankheiten noch nicht Allgemeingut der Obstzüchter geworden sei, könne darin erblickt werden, daß die Herstellung der Brühe aus gelöstem Kupfervitriol und Kalk zur Neutralisierung zu umständlich sei. Diesem liebel= stand sei zur Zeit dadurch begegnet, daß die chemische Industrie Präparate herausgebracht habe, bei denen das Kupfer nicht durch Schwefelsäure umgesetzt werde. Man verwende hierfür Salzsäure und )abe damit erreicht, daß Verbrennungen durch Feh- Die Finger sahen blau und steif aus. Barthelmes bemerkte das alles und nickte grimmig: Das war nicht die erste, die so kam. Da meinte o ein Frauenzimmer, wenn es ein Paar Skier an die Füße schnallte, ging es schon auf und dahin. Ja, oder was! „Wa hab'ns denn so lang brauch'» könna, da herauf?" fragte er fast vorwurfsvoll. „Ich glaube, ich habe unterwegs geschlafen ..." „Jesus Maria! Da is a Wunder, daß überhaupt wieder aufg'wacht san." „Der Hund hat mich geweckt", sagte Klaudine und blickte sehnsüchtig nach der roten Glut des Herdes. Und auf dem Herde stand ein Topf voll Milch, dick und fett von einem unbestimmbar anheimelnden Geruch, der bis zu ihr herüberkam. Barthelmes begriff sofort und holte eine Schale davon. „Is aber hoaß!" mahnte er, als das Mädchen diese gierig an die Lippen hob. „Möcht'ns a Stückerl Brot oazua?" „Bitte." Eben als ihre Zähne in die schwarze Rinde bissen, kam aus der Kammer nebenan ein Räuspern. Klaudine legte das Brot auf den Tisch und sah Barthelmes fragend an. Der schluckte erst, ehe er Bescheid gab: „Hüttengast. Der hat sich den Fuaß broch'n und sonst noch allerlei Schrammen bei der Abfahrt g'holt. Do liegt er halt bei mir, bis er wieder talab kann. — Mög'ns noch a Schlückerl Milch? Is scho no ane do." Klaudine schüttelte den Kopf und legte ihn bann befriedigt gegen die braune Holzwand. Dort drinnen lag also Niels. Und morgen würde sie ihn sehen. „Verlieb' dich nicht", hatte Luzie beim Abschied gesagt. Sie dachte gar nicht daran. Sie war lediglich gekommen, um Henriette einen Dienst zu erweisen. Als Barthelmes wieder nach ihr hinsah, lehnte ihr Kopf noch immer gegen die Wand, aber ihre Lider waren herabgefallen: Sie schlief. ** Dien ft Jubiläum. Wie wir hören, beging in diesen Tagen der in weiten Kreisen bekannte Kas- ierer der Commerz- und Privat-Bank, Herr Georg F r u t i g , sein 25. Dienstjubiläum. Ebenso kann der Vorsteher der Zweigstelle Alsfeld dieser Bank, Herr Hans W i l l e , am 1. April d. I. diese Feier begehen. **DieSperrzeitsürTauben. Im heutigen Anzeigenteil werden die Besitzer von Tauben von der Bürgermeisterei aufgefordert, während der Saatzeit vom 1. April bis I.Mai die Tauben in ihren Schlägen zu behalten, andernfalls die Tiere abgeschossen und die Besitzer bestraft werden. ** Erloschene Schweineseuche. Die Polzeidirektion Gießen teilt uns mit: Die Rotlaufseuche in dem Schweinebestand des Ernst W a l l - Als Niels am anderen Morgen erwachte, war! von seiner Schlafgenossin nichts mehr zu sehen. Aus der Stube aber tönte wieder die volle, dunkle Stimme, die er gestern nacht gelauscht hatte, und es war wieder dasselbe leise Singen in ihn» Nun lachte sie. Ein helles, unbeschwertes Lachen, Nicht zu laut, gerade so, wie es eben zu dieses Stimme paßte. Barthelmes rauher Baß war heute, als hätte es Del getrunken. „Wann's aber jetzt nimmer auf- g'wacht wär'n, gestern nacht, und tät’n jetzt maus« tot unterm Schnee lieg’n, was mär’s nachher, ha?" „Dann wär' es eben aus", sagte Klaudine. „Hiev habe ich ein Päckchen Tabak mitgebracht. Sie rauchen doch?" Er nahm es mit einem Nicken langsam an sich^ „Rauch'n tua ich scho." „Könnten Sie mich heute noch hier behalten? Ich bin so müde." Barthelmes brummte ein halbes „Ja" und fragte dann: „Wird sich niemand forg’n, wann's net zur rechten Zeit eintreff'n?" - „Niemand. — Mein Gott", sie machte einen Sprung nach dem Herd und zog die eben aufzischende Milch vom Feuer, bückte sich, und nahm einen Topf aus dem Geschirrkasten. Der Alte fand ihre Sicherheit nicht weiter verwunderlich. DaS mußte ein Frauenzimmer schon können. Er breitete mittlerweile eine geblümte Decke über den Tisch, setzte zwei Tassen darauf, schnitt Brok und legte Zucker auf einen Teller. Als Klaudine ihn ablehnte, meinte Barthelmes, der Herr PöttmeS möchte, auch keinen. Dafür sei aber der Waldl eilt Schlecker. Der saufe keinen Tropfen Milli, rnenn'S chm nicht süß genug wäre. (Fortsetzung folgte — im Sitzen! Mag' net wenig müad' sein, der Hascher." Ein Räuspern kam, und bann wurde Niels mit der Frage überrascht: „Tät's Eahna was ausrnach'n, wann's in mein’m Bett schlaf'n töt? — Bloß heut nacht, Herr Pöttmes." Niels fühlte eine leichte Welle durch seinen Körper fließen. „Das geht doch nicht, Barthelmes!" „I woaß net!, meinte der und schüttelte schon das rotgewürfelte Kissen seines Lagers auf. „I möcht' grab wiss'n, warum bös net geh'n soll! Geh'n tuat alls. Unb ba auf ber Hütt'n schert sich koa Mensch brum. Sie können Eahna ja eh net rühr'n mit Jhr'm Derbanb, und sie rührt si a net. Da is was gut dafür." Schrecklich, dachte Pöttmes, es gab Situationen, die man sich nicht im Traum einfallen ließ. „Sie wird ja doch ,Nein' faaen", meinte er zu Barthelmes, der eben eine Decke aus der braungestrichenen Kommode nahm. „Frag' i's halt." Der Alte hatte einen kleinen, feinen Spott in den Augen, als er nach einer Weile wieder hereinkam und nun das Bett frisch überzog. „Ja", hat's gesagt, Herr Pöttmes! Es is ihr scho recht. Dreh'ns halt den Kopf geg’n die Wand, wann's Eahna geniert." Tatsächlich, als Klaudine, die sich in der Stube noch umgetleibet hatte, jetzt in die Kammer trat, war Niels Gesicht der Wand zugekehrt. Sie lehnte die Tür leise zu unb streckte sich im Dunkeln auf auf bem Lager aus. Niels hörte bas leise Knistern des Strohsackes, und wie das Kissen raschelte und seine Hand die Decke hinaufzog. Durch die Wandritzen drang der gelbe Schein der Kerze und durch die angelehnte Tür ein angenehmer Hauch von Wärme und Wacholder. Barthelmes mochte einige Körner da- gewesen fein. ** Leichenländung. Gestern vormittag wurde die Leiche eines 18 Jahre alten Mädchens von hier in der Nähe des Rübsamenschen Grund- stücks aus der Lahn gelänget. Das Mädchen, das bereits feit 26. Februar vermißt wurde, hat ihrem Leben freimtUig ein Ende gemacht. ** Der Ob ft- und Gartenbau verein Gießen veranstaltete am Dienstagabend im Kaufmännischen Vereinshaus einen sehr gut besuchten Lichtbilder - Vortrag. Redner war Weinbaulehrer G l e s i u s aus Edenkoben (Pfalz), der es vortrefflich verstand, die Notwendigkeit der Schädlingsbekämpfung auch für den Obstbau darzulegen. Wenn der Winzer, so führte er u. a. aus, in der Bekämpfung der Krankheiten und Feinde seiner Weinberge lässig sei, so bedeute das die Vernichtung seiner Existenz. Wenn wir im Obstbau noch nicht so weit seien und bas Bedürfnis nach Aufklärung über wirksame Mittel zur Schädlingsbekämpfung hier weniger brennend empfunden werde, so liege das daran, baß der Obstbau einen landwirtschaftlichen ober gärtnerischen Nebenbetrieb darstelle. Durch schorfiges Obst entstehe jährlich ein Schaden von etwa 400 Millionen Mk. Diese Summe dem Vaterland erhalten zu helfen, sei Pflicht jedes Obstbaumbesitzers. In seinen weiteren Ausführungen bezeichnete der Redner die Kupferkalkbrühe als wirksamstes Der Alte stand eine Weile unschlüssig und stapfte bann nach der Kammer, deren Tür er leise zudrückte. „Hab'ns eh alles g'hört, Herr Pöttmes, net? A büldsauberes Frau'nzimmer is bös! Haar, wia Flachs hat's. Die Hauptfach' aber is, daß so guate Aug'n hat! Grad wia a Reh! Ma mant, ma muaß all'weil neischau'n. — Fragt sich nur, wo i’s unterbring'?" Er kratzte sich verlegen hinter den Ohren und setzte dieses Kratzen dann in bem Stoppelfeld seiner Wangen fort „Jetzt jchlast's auf der Saitf1 Rosenkohl 35 bi, 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf-,der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 35, Honig 40, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 35, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. Vornotizea. — Tageskalender für Donnerstag: DAF. Amt für Berufserziehung, Fachgruppe Banken: 20 Uhr im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18, monatliche Zusammenkunft. — Stadttheater: Deut- che Bühne 20 bis 22.15 Uhr „Der Traum ein leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Gießener Konzertverein: 20 Uhr Bach-Händel-Feier in der Stadtkirche. — Wasch-Vorführungen 15.30 und 17.30 Uhr im Cafe Ebel. — Der Bezirksobstbauverband Gie- ß e n lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zur Hauptversammlung am kommenden Samstag, dem 30. März, 15 Uhr, im Katholischen Dereinshaus zu Gießen ein. U. a. wird ein Vortrag über „Umstellungen im Obstbau" gehalten werden. Näheres in der Anzeige. Polzeidirektion Gietzen teilt um seucye in dem Schweinebestand ! d o r f II. in Gießen, Kläranla^ Die Gehöftsperre ist aufgehoben. ** Selb st Mordversuch. Heute früh brachte sich in einer hiesigen Gastwirtschaft ein 33 Jahre alter Mann aus Waldgirmes in selbstmörderischer Absicht mit einem Terzerol einen Schuß in die Schläfe bei. Der Mann wurde nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo er in ernstem Zustand barnieberliegt. Häusliche Zwistigkeiten sollen angeblich ber Beweggrunb zu bem Selbstmorbversuch „Möchst' vielleicht was zum Fress'n han?" fragte ber Alte hohnooll. „Da bleibt dir aber da Schnabel sauber. Geh' — hoam, wann's Zeit is! A Bröckerl Brot vielleicht? — Ha, du Gauner?" Der Dackel nahm das Brot mit gönnerhafter j Miene. Sein Hunger schien nicht sonderlich groß zu sein. Dann machte er plötzlich kehrt, lief wieder nach der Tür und sah sich um. „Da bleib'st!" begehrte Barthelmes auf. „Auf bei Platzl geh'st! G'schlaf'n wird jetzt, daß bu’s woaßt, du Flanierer du!" Aber der Waldl war nicht ber Meinung seines Herrn. Im Nu hatte er den Spalt erweitert, war hinausgeschlüpft unb winselte nun zum Steinerweichen. Barthelmes wollte schon ein mächtiges Donner- weiter loslassen, als er das Schlürfen von Schritten vernahm. „Jetzt da schau' her!" rief er überrascht. „Bei derer Stockfinster'n. So verrückt is die G'soll- schast, als ob ehna die Berg' davonlauf'n tät'n, wann's erst bei Tag ’rauffeemat’n." Mit einem Ruck flog die Hüttentür auf. Im selben Augenblick erschien eine Gestalt im Türrahmen. „Danke!" Es ließ sich nicht unterscheiden, wer größere Augen machte: Der Hund oder ber Barthelmes. Jedenfalls starrten beide stumm auf die unerwartete Erscheinung. „Ich bin doch auf ber Karrer-Hütte?" fragte Klaudine, betroffen von diesem schweigenden Empfang. „Würden Sie mich für eine Nacht aufnehmen? — Ich kann nicht mehr!" So, da hast' es schon, dachte der Barthelmes unb streckte unwillkürlich den Arm aus, um die schwankende Gestalt zu stützen. Die kleine Kerzenflamme, die in ber Mitte des Tisches brannte, flackerte unruhig unb warf eine rötliche Helle auf ben schmalen Vorplatz, wo bas Mädchen erschöpft gegen bie Wand lehnte. „Kommen's vom Grunbl-See?^ fragte der Alte interessiert und sah nach dem Blondhaar, bas naß und wirr aus der blauen Mütze hervorquoll. „Von Bruck." „Jesus Maria! — Ganz allani?" „Ganz allein." Klaudine faßte des Alten Eintreten in die Stube als Zustimmung auf, bleiben geben. Um Blut und Boden zu fördern, ist auch die wirt- chaftliche Sicherstellung dieser Menschen notwendig. Darum mußte die liberalistische Wirtschaftsauffas- ung verlassen werden. Der Mensch, als Vlulerneuerungsstrorn des Volkes, kann nur auf einer gesicherten Lebens- grunblage rassisch gesund erhalten bleiben. Darum müssen Blut und Boden miteinander verbunden bleiben, damit Generationen weiterleben konnten, Im liberalistischen Staat mit seiner Auffassung, daß Boden Ware ist, war das nicht der Fall und tausende Bauern wurden von der Scholle gejagt. Darum schufen mir das Reichs-- erbhofgefetz. Boden ist damit nicht mehr „Preis und Angebot" unterworfen; denn Boden ist das heiligste Gut eines Volkes, da er nicht vermehrbar ist, und der Bodenspekulation ist jeglicher Grund entzogen. Die Schuldenverpslichtung bes Bodens beträgt 19 Milliarben Mark. Was soll bei solcher Belastung aus bem Boden zur Ernährung des Volkes noch herausgewirtschaftet werben? Die Frage eines gerechten Lohnes für ben Bewirtschafter des Bobens, ben Bauern und den gerechten Preis für den Käufer, den Verbraucher machte das Reichs- nährftandgefetz notwendig. Der Reichserbhof ist beschränkt auf die Ackernahrung. Die Frage des Pächters ist eine Blüte des Liberalismus und wird rasch geklärt werden. 2Ntt der Reichserbhof-Gesehgebung sind wir vollständig neue Wege gegangen und erst in zwei oder drei Generationen wird das Volk erkennen, welcher Segen ihm gegeben ist. Durch das Reichsnährstand-Gesetz wird auch dis landwirtschaftliche Produktion bem liberalistischen Marktsystem entrissen. Bisher war der Preis für die Erzeugnisse bestimmt von jüdischen Händlern, jetzt wird dem Bauern ein volkswirtschaftlich gerechter Preis garantiert. Die nationalsozialistische Marktordnung bestimmt Preis und Weg seiner Ware. Sie richtet sich nach den Notwendigkeiten des Volkes. Der internationale Börsenhandel mußte ausgeschaltet werden und es wurden Hauptvereinigungen für die Erzeugnisse (Eier, Milch, Fleisch) gebildet. Erzeuger und Verteiler sitzen dabei nebeneinander. Die Marktordnung ging von Hessen aus und zwar vom Milchmarkt her, zur Zeit als Dr. Wagner zum Staatskommissar für die Landwirtschaft ernannt wurde. Der Dauer bekommt einen volkswirtschaftlich gerechten Preis und auch ber Verbraucher bekommt die Ware zu einem angemessenen Preis. Nachdem Reichserbhof- und Reichsnährstand-Gesetz die Grundlagen geschaffen haben, ist nun die Er- zeugungsschlacht sm Gange. Durch sie sollen die 70 d, H. der Betriebe, die noch nicht einwandfrei be- * Gießen, 28. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Eier (inl.), das Stück 8% bis 9, Wirsing, das Pfund 25 bis .....------------v x . ... 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 18 bis 25, Gelbe Mittel gegen den Schorf und erläuterte im einzelnen Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 die Form der Anwendung. Insbesondere gab er bis 22, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, ! Aufklärung über die verschiedenen Zeitpunkte der Landesbauernführer Or. Wagner über das Thema: „Blut und Boden!", das er schon in gleichen Juristenveranstaltungen in Darmstadt unb Frankfurt a. M. behandelt hatte. Er erinnerte dabei an die Jahre des Kampfes, in denen man den jetzigen Reichsbauernführer R. W. D a r r 6 als Romantiker bezeichnet hatte, und doch birgt gerade diese grundsätzliche Frage von „Blut und Boden" Weg und Ziel. Wenn es heute schon so ist, daß weiteste Kreise erkannt haben, daß Blut und Boden zu den Grundthesen des Nationalsozialismus gehören, dann muß diese Auffassung Allgemeingut des ganzen Volkes werden. Unter diesem Begriff verstehen mir die Verbundenheit des Menschen mit seiner Scholle unter Berücksichtigung aller Imponderabilien. Dieser mit der Scholle unb damit mit der unverbildeten Natur verbundene Mensch ist der ewige Vlutstrom, die Quelle ewiger (Erneuerung seines Volkes. Unsere Aufgabe ist es, diesen Quell zu fördern und zu hüten, d. h. die Vermehrung der Volkszahl. einerseits und andererseits die Veredelung der Rasse anzustreben. Der Bauernstand hat immer 25 v. H. Geburtenüberschuß aufzuweisen gehabt. Die Vermehrung der Volkszahl ist ohne jedes Zutun des Staates bereits eine im Nationalsozialismus begründete Aufgabe des einzelnen. Andere Nationen, auf anderer Weltanschauung fußend, haben Gesetze erlassen müssen und z. B. Frankreich muß trotzdem durch die Aufnahme von Negern oder vorderasiatischer Volksstämme leine Volkszahl erhöhen, weil Gesetze nichts nützen. Frankreich richtet damit sein Volkstum zugrunde. Das ganze ist eine Folge des Liberalismus. An diesen Folgeerscheinungen der liberalistischen Weltanschauung erkennen wir treffend Verfall und Wert einer Weltanschauung. Die nationalsozialistische Weltanschauung, die sich nach dem Leben des Volkes richtet, hat in bezug auf die Volksvermehrung eine Umwälzung ohne Hilfe durch ein Gesen hervorgerufen. Postscheckkonto 6469 Frankfurt M. der „SMQ. Bezirksleitung Gießen" einzubezahlen. Deutsche Arbeitsfront. Amt für Verufserziehung. — Fachgruppe Banken. Die diesmonatliche Zusammenkunft der Fachgruppe Banken findet am Donnerstag, 28. Marz, um 20 Uhr, im Ortsgruppenheim des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, statt. Es spricht Herr G ü n g e r i ch (Gießen) über „Kreditgeschäfte in den Banken". Mißstände in Landarbeiterwohnungen wüsten beseitigt werden. Lpd. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, SS.-Standartenführer Schwarz, erläßt folgende Bekanntmachung: Bei mehreren in letzter Zeit durchgeführten Besichtigungen landwirtschaftlicher Betriebe habe ich feftgeftellt, daß sich vielfach die Wohnungen der Landarbeiter in einem verwahrlosten Zustand be- finden. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Wohnung des Landarbeiters einen Teil des Lohnes darstellt. Die Gewährung einer schlechten Wohnstätte seitens des Bauern wird deshalb als bösroitzige Ausnutzung der Arbeitskraft angesehen, die gemäß des § 36 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit durch hohe Strafen vor dem sozialen Ehrengericht gesühnt werden kann. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 9. Januar 1935, in welcher es unter Punkt 5b Wohnungsverhältnisse der deutschen Landarbeiter heißt: „Der Reichsbauernführer i t gewillt, nach von seinen Organisationen durchge ührten Ueberprüfung der wirtschaftlichen Lage un ozialer Bauern, die trotz wirtschaftlichen Vermögens ihre Landarbeiter in menschenunwürdigen Wohnungen Hausen lassen, die Bauernfähigkeit abzusprechen. Ich erwarte, daß alle Bauern und Landwirte in meinem Wirtschaftsbezirk sofort eine Ueberprüfung der Wohnungsverhältnisse ihrer Gefolgschaftsmit- alieder vornehmen und Mißstände unverzüglich beseitigen. Kür ältere Herren. Wenn der Liebe süße Pein dir nicht mehr am Herzen nagt, und wenn dich das Zipperlein mehr, als du verdient hast, plagt, fei kein angsterfüllter Tor. Glaube mir, daß du dich irrst! Rede dir beständig vor, daß du hundert Jahre wirst! Wenn bas Blut dir nicht mehr wallt, sei's im Glücke, fei's im Leid, bist du lange noch nicht alt, und zum Ende ist's noch weit. Wenn dein Haar auch dünn und weiß, zeige dich als Optimist, das ist lang' noch kein Beweis, daß du altes Eisen bist! Aber, wenn dir Freunde nahen: „Mensch, Sie machen sich heraus! Denn seit mir zuletzt uns sahn, sehen Sie viel jünger aus! ..." Dann rnird's langsam für dich Zeit, daß du strenger auf dich siehst und auch bei Gelegenheit die Bilanz des Lebens ziehst! Puck. Gießener Wochenmarktpreise. In einer Versammlung des Bundes National- So ist auch die Verstädterung nicht die große Ge- ozialistischer Deutscher Juristen, Bezirk Oberhessen, fahr, sondern nur der Geist in der Stadt. Wenn es prach am Dienstagabend im Cafö Ebel der Lan- ™ ^nht in resbauernführer. Für den verhinderten Bezirks- obmann Notar Luley eröffnete dessen Stellvertreter, Oberstaatsanwalt Dr. W o d a e g e (Gießen), ■ ■ ~ • - mit der geschäftlichen Mitteilung, ' " ' 5 e r g ein Sch u - ungslager für zwei Wochen eröffnet «o eits der am Ein guter Fang. — Wem gehört das Diebesgut? Am 15. Januar 1935 wurde in Alsfeld volles Spiel. Schwarz kann auch mit c7—c5 in eine .gut spielbare Variante der sizilianischen Partie einlenken.) 2. ..67—65. 3. c4X65? (Dieser frühzeitige Abtausch ist zu ta6eln. Weiß verzichtet von vornherein auf je6en Vorteil un6 gestattet Schwarz eine mühelose Figurenentwick- lunr ---------- L------1 ------ lung, 6ie ihm sogar 6as bessere Spiel verschafft. Außer6em erhält Schwarz auf 65 einen prächtigen Zentrumsbauern, 6er zunächst gar nicht anzugreifen ist. Mehr kann man als Nachziehen6er nach 6em werksbetrieb zwar noch ein Jahr weitergeführt werden könne, anschließend aber müsse wieder ein ■geprüfter Meister für die Hinterbliebenen den Betrieb führen. Eindringlich wurde darauf hingewie- sen, daß die Aushändigung einer Handwerkerkarte erst dann erfolgen könne, wenn ein genau ausgearbeiteter Fragebogen sorgfältig ausgefüllt worden sei. Nachdem der Redner die Voraussetzungen der Eintragung in die Handwerkerrolle und die Erfordernisse für die Ausstellung einer Handwerker- karte im einzelnen erläutert hatte, beschloß er diesen Teil seines Vortrages mit dem Hinweis, daß die Zeit nunmehr vorbei fei, da das Handwerk ohne gefehttch untermauerten Schuh war, alle Voraussetzungen für die Lxiffenzfähigkeif des Handwerks und die Ordnung im Handwerk feien gegeben. Alsfeld umhergetrieben hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die in seinem Besitz befindlichen Wertgegenstände aus der dortigen Gegend stammen. Eigentumsberechtigte werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeistelle Gießen ins Benehmen zu setzen. Zwei Einbruchsdiebstähle in einer Nacht In der Nacht zum 26. März 1935 wurde in das Landwirtschaftliche Institut in der Senckenbergstraße und in das Kaufhaus „Karzentra" im Seltersweg Schach-Ecke. Bearbeitet von Otto Denkner. zu nehmen fei) und von seiner Arbeit innerhalb der Innung. Grundsätzlich nahm der Redner Stellung zu der Frage der Führung eines Handwerksbetriebes durch eine Frau. Lin Handwerksbetrieb könne durch eine Frau nur dann geführt werden, wenn die Frau die Meisterprüfung abgelegt und bestanden habe. In Zukunft solle das Ge s e l l e n w a n d e r n wieder eingeführt werden. In den Tagen vom 15. bis 17 Juni findet — darauf wies der Vortragende besonders hin — in Frankfurt der R e i ch s h a n d- rn e r k e r t a g statt, zu dem etwa 250 000 deutsche Handwerker erwartet werden Der Handwerkskammerpräsident habe den Wunsch ausgesprochen, daß Hessen geschloffen daran teilnehme. Abschließend sprach Dr. Reif noch über die Frage der Regiebetriebe behördlicher Stellen und wies darauf hin, daß durch die am 1. April in Kraft tretende neue Gemeinde- Ordnung ein wesentlicher Wandel in den bisherigen unerwünschten Verhältnissen geschaffen werde: Ferner sprach er noch über die Gefangenen- arbeit, über die Einführung des A r b e i t s - buches und über die neue Vergleichsordnung. In der Folge beantwortete der Redner eine Reihe von schriftlich gestellten Fragen in umfassender Weise. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach als Vertreter der Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen, Rach einer kurzen Pause sprach Dr. Reif über eine Reihe Fragen der Geoenwart. beschäftigte er sich zunächst mit der Arbe: b e s ch a'f f u n g. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm für die nächste Zukunft erstrecke sich auf weitere Siedlungsbauten, wie auch auf Instandsetzungs- arbeiten. Die Durchführung der bisherigen Instandsetzungsarbeiten habe sich für viele Handwerkszweige sehr günstig ausgewirkt. Eine wesentliche Belebung sei auch von den Initiativen der Gas- und Elektrofront ausgegangen. In Gießen und Butzbach habe die Bautätigkeit eine starke Belebung erfahren, die auch weiterhin anhalten dürfte. Unschädlich gemacht. Bericht der Kriminalpolizeistelle Gießen. Handwerk und Gewerbe im Drillen Reich Eine Dersammlung der KreiShandwerkerschast Gießen. wirtschaftet werden, angehalten sein «s den an- deren nachzumachen. Wir wollen aber nicht nur mehr erzeugen, sondern auch die Rohstoffbasis erweitern, damit wir zur Nahrungsfre,he,t kommen, Lazu dienen auch die Baucrnkundgebungen, wie fie in den Kreisbauernschaften abgehalten werden, denn dos Bauerntum ist die Grundlage des National- sozialismus. , ., „ .. rf Der Vorsitzende dankte nach dem reichen Beifall dem Bauernführer, der nachher einige an ihn gestellte Fragen beantwortete. Neue Bürgermeister in Oberhessen. Das Personalamt der Landesregierung gibt be- feld, Emil Rausch tn . tonnt daß am 21. März 1935 zu Bürger - > Sandlofs, Johannes Lips tn meistern ernannt wurden: Heinrich August I sämtlich Kreis Lauterbach. eingebrochen. , v In das Landwirtschaftliche Institut stieg der Tater durch ein offenstehendes Fenster ein und entwendete nach Aufbrechen eines Schreibtisches 19,70 Mark Weitere Behältnisse wurden ergebnislos durchwühlt. Während der Täter an der Arbeit war, wurde sein Fahrrad mit Aktentasche und Inhalt, das er im Hofe abgestellt hatte, von dem nach Hause kommenden Hausverwalter in Verwahrung genommen. Der Täter, der sein Rad nach dem Verlassen des Gebäudes nicht mehr vorfcmd, mußte ohne dieses abziehen. . Der Einbrecher, der den Einbruch tm Kaufhaus „Karzentra" ausführte, gelangte an einem an der Hausfront aufgestellten Weißbindergerüst auf das Dach und stieg durch ein nur angelehntes Dachsen- [ter ein. Nach Zertrümmerung einer Schalterfenster- scheibe gelangte er in den Büroraum, in dem sich der Kassenschrank befindet. Mit am Tatort vorgefundenen Schlüsseln versuchte der Täter den Kassen- schrank zu öffnen, was ihm aber nicht gelang. Unter Mitnahme einer Geldkassette und der vorgefundenen Schlüssel verlieh er den Tatort. Die Kassette, die wohl verschlossen war, aber nichts enthielt, ließ der Täter auf dem Gerüst stehen, da er sich durch das Hinzukommen eines Wachmannes beobachtet fühlte. Der Wachmann stellte den Unbekannten zur Rede und wollte ihn zur Polizeiwache verbringen, da er angeblich Selbstmord verüben wollte. Auf dem Wege zur Wache ist der Täter jedoch in einem unbewachten Augenblick entflohen. Auf Grund der sofort durch Beamte der Krimi- nalpolizeiftelle angestellten Ermittlungen konnte noch im Laufe des Dienstag vormittags die Persönlichkeit des Täters festgestellt werden. Es handelt sich um den 30jährigen arbeitslosen August Hinkel aus Wißmar. Hinkel, der die beiden Diebstähle ausgeführt hat, ist geständig und will die Tat aus Not begangen haben Dr. Wagenbach über die Einstellung von Lehrlingen. Er wies darauf hin, daß in diesem Jahre in Oberhessen ein starker Entlassungsjahrgang zu verzeichnen sei. Insgesamt würden etwa 5000 Kinder schulentlassen. Für etwa 2500 Jungens seien bisher nur etwa 700 bis 800 Lehrstellen angemeldet. 3m Interesse der 3ugenb fei die Frage der vermehrten Lehrlingseinstellung eingehend zu prüfen. Dr. Wagenbach gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß die Obermeister der Innungen und die Berufsberatung zum Zwecke der Lehrlingsvermitt- 6ritten Zuge wirklich nicht verlangen. Für Weiß kommt an 6ieser Stelle nur 6er im Sinne 6es gewählten Aufbaues liegende Zug 3. Lfl—g2 in Frage. Nicht gut für Schwarz wäre jetzt der Vorstoß* 3. ..., 65—d4 wegen 4. f2—f4! Notwendig um e6—e5 zu verhindern. 4. ...» c7—c5. 5. e2—e4, Sb8—c6. 6. Sgl—f3, Lf8—e7. 7. d2—63, Lc8—67. 8. Sbl—a3, a7—ab un6 Weiß hat auf Grun6 seines beweglichen Zentrums 6ie besseren Aussichten. Auch 3...... c7—c5 erscheint für Schwarz nicht günstig, 6a nach 4. c4X65, e6X65. 5. 62—64 6er isolierte Bauer auf 6er 6-Linie ein willkommenes Angriffsobjekt für Weiß bil6et. Verhindert Schwarz nach 5. d2—d4 das Oeffnen der d-Linie durch 6. c5—c4, so wird Weiß die schwarze Zentrumsstellung durch e2—e4 mit Vorteil sprengen. Am besten beantwortet Schwarz den Zug 3. Lfl—g2 mit dem entspannenden Abtausch d5Xc4, wobei Schwarz einen kleinen Vorteil erhält, wenn Weiß mit Ddl—a4+ den Bauern sofort zurückerobert.) 3. ... e6Xd5. 4. Lfl—g2, Sg8—f6. 5. e2—e3, Lf8—66. 6. Sgl—e2. (Dieser Aufbau ist für Weiß nicht vorteilhaft) 6. ..Lc8—e6. 7. 62—64, Sb8—67? (Vom Standpunkt der Strategie betrachtet, ist dieser Zug ein schwerer Fehler. Es sollte c7—c6 geschehen.) 8. 0—0, c7—c6. (Wir wollen unseren Schachfreunden nun einmal kurz darlegen, dann zu der Ansicht kommen, daß seine Angriffs*- truppen zum Sturm noch zu schwach sind, kann er immer noch den Damenspringer über d7, f8 und g6 ins Treffen führen, wobei zu berücksichtigen ist, daß durch die vorangegangenen Angriffszüge bereits eine empfindliche Störung der weiteren Figurenentwicklung des Weißen eingetreten wäre.) 9. Sbl—c3, D68—c7. 10. Lei—62, 0—0. 11. Tal—cl, a7—a6. (Schwarz hat nun seine Figurenaufstellung schematisch beendet, muß aber bereits ein Tempo verlieren, um die Dame auf c7 zu behaupten. Außerdem zeigt es sich, daß Schwarz, der keinen festen Plan hat, nicht weiß, was er spielen soll.) 12. f2—f3, Tf8—e8. 13. e2—e4! (Damit übernimmt Weiß die Initiative und zertrümmert die schwarze Stellung in wenigen Zügen.) 13.....d5Xe4. 14. f3Xe4, L66—f8. 15. e4—e5, Sf6—h5. (Leider erzwungen.) 16. Lg2—f3, g7—g6. 17. Lf3Xh5, g6Xh5. 18. Ld2—f4!, Lf8—e7. 19. Kgl—hl, Ta8—d8. 20. d4—65! (Der entscheidend Vorstoß. Schwarz hat keine Parade mehr.) 20. ..., Sd7Xe5. 21. 65Xe6, TdSXdl. 22. e6Xf7+, Kg8 —f8. (Schwarz, der nach 22. ..., Se5Xf7. 23. Lf4 Xc7 den Kampf mit einer Figur weniger weiter führen müßte, zieht ein schnelles Ende vor.) 23. Lf4—h6+ und matt. Lösung des Problems Nr. 385. Von Dr. E. Palkoska. 1. Sg5—e6, Kd5Xe6+. 2. Tc4—c5+, Ke6-f6. 3. Lf4—e5+ und matt. 1. ..., Da5-d2. 2. Tc4—64+, Kd5—c6. 3. La2 —65+ und matt. 1. ..., beliebig. 2. Tc4—c5+, Kd5—e4. 3. La2 —65+ und matt. Lösung des Problems Nr. 386. Von G. Ernst, Augsburg. 1. Kgl—g2! (Zugzwang.) Aus Der Schachwelt. Nach dreimonatigem Kampf wurde das diesjährige Turnier um die Meisterschaft der Schachvereinigung Groß-Frankfurt a. M. beendet. Es ergab sich folgender Schlußstand: 1. Roß, 1354 Punkte; 2. Benkner, 12 P.; 3. Meng er, 1154P.; 4. bis 6. G. Deschauer, Krehl und Jäger mit je 11 P.; 7. E y i n k, 9 P.; 8. bis 10. O. Deschauer, Dr. Sauer und Sch ikora mit je 8% P.; 11. und 12. Bernardi und Dali- meier mit je 8 P.; 13. und 14. Ditter und Kinne mit je 1% P.; 15. Dr. Barensfeld, 6% P.; 16. V e r g e n s , 4H? P.; 17. H o r n s t e i n, 4 P.; 18. Sterner, 2% P. warum die schematische Entwicklung des Damenspringers nach d7 ein Fehler war. Wir betrachten uns deshalb die Stellung, die entstanden wäre, wenn Schwarz im vorigen Zuge richtig c7—c6 statt Sb8—d7 gespielt und Weiß, dem ja nicht allzuviel plausibele Züge zur Verfügung stehen, daraufhin nach der Königsseite rochiert hätte. Die so entstandene Kampflage ist für Schwarz außerordentlich günstig. I. In Bewegungsfreiheit und Aufstellung sind die schwarzen Figuren den weißen bedeutend überlegen. II. Der Eröffnungskampf um die Brettmitte ist zugunsten von Schwarz entschieden, denn der wichtige Zentralbauer d5 wird von einem Bauern und einer Anzahl Figuren gedeckt und ist unangreifbar. Die wichtigen Zentrumsfelder c4 und e4 sind im unbestrittenen Besitz des Schwarzen. Andere Fehler, wie e5, c5 und f4 werden von ihm kontrolliert. Ein aktives Vorgehen des Weißen ist nicht zu befürchten, da die schwarze Stellung keine Schwächen aufweist. Die momentanen Voraussetzungen für eine sofortige Entscheidungsschlacht sind für Schwarz die denkbar besten. Deshalb muß der direkte Angriff gegen den weißen König mit g7—g5, was gleichzeitig einem etwaigen Springerausfall nach f4 vorbeugt, aufgenommen werden. Mit Dd8-c8 und h7-h5 wird die Angriffsstellung vollendet. Jetzt wird Schwarz die neuentstandene Kampflage überprüfen, sollte er Line bedeutsame Rolle im Handwerklichen Wirtschaftsleben werde auch die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht spielen. Steuerliche Erleichterungen konnten sich fördernd für die Wirtschaft auswirken. Seit dem 30. Januar 1933 seien Steuererleichterungen in Höhe von insgesamt 1200 Millionen zu verzeichnen gewesen. Die Zinssenkung habe in gleichem Sinne gewirkt. Ins- gesamt seien 1,5 Milliarden Mark der Wirtschaft unmittelbar zugute gekommen. Eine weitere Arbeitsbeschaffung stelle die E r z e u g u n g s sch l a ch t dar. Durch die Bodenverbesserungen, durch Silobauten usw. ergebe sich eine nicht unwesentliche Belebung auch des Handwerks, insbesondere auf den Dörfern. Eine neue Wirtschaftsauffassung habe in Deutsch- land Platz gegriffen. Die Wirtschaft sei heute geführt von der Politik der NSDAP. Die Umkehr der Gesinnung werde zwar länger dauern, aber sie vollziehe sich bereits sehr lebhaft. Die neu elngeführle Lhrengerichlsbarkeil werde sich als ein sittlicher Quell zur Erneuerung des Geistes im Handwerk erweisen. Die bisherigen Urteile des Ehrengerichtshofes in Berlin ließen an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Man hörte dann von den Pflichten des Lehrmeisters dem Lehrling gegenüber, von den Maßnahmen gegen Preisfchleuderei und von der Der- antwortlichkeit und den Schwierigkeiten der Preis- Überwachung. In kurzen Umrissen sprach der Vortragende über das Ordnungsstrafrecht des Ober- meisters, (das nur im äußersten Notfall tn Anspruch staatenlose Iwan Bondarenko, geboren 20. Juli 1895 zu Nowogorodzewrsk (Rußland), fe st genommen. Er wurde in das Landgerichts- gefänanis Gießen überführt. Bondarenko ist vorbestraft und als reisender, wenn nicht gar als internationaler Verbrecher anzusehen. Er ist Simulant und gibt die verworrensten Antworten. Es steht einwandfrei fest, daß Bondarenko die deutsche Sprache in Wort und Schrift einwandfrei beherrscht. Als ehemaliger Kriegsgefangener will er in Deutschland geblieben und nicht mehr zurückgekehrt sem. lieber seine Erwerbs- und Aufenthaltsverhältnisse in Deutschland sowie über seine Angehörigen hat Bondarenko bis jetzt keine Angaben gemacht. Als einzigen Ausweis führte er einen gelben Personalausweis, ausgestellt im Jahre 1924 vom Landratsamt Marburg a. d. L., bei sich. Bei seiner Fest- nähme war Bondarenko im Besitze einer Aktentasche mit folgendem Inhalt: Etwa 50 verschiedene Schlüssel; 4 Dietriche aller Größen; ein 13 Millimeter breites Brecheisen; ein 20 Millimeter breiter Meißel; eine Eisensage; em Schraubenzieher; verschiedene Feilen; eine Taschenlampe; eine weiße Wachskerze. Ferner war Bon- darenko im Besitze eines Herrenfahrrades, Fabrik- Nummer 1257 900, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit blauen Streifen, schwarzer Sattel mit starker Federung und Torpedofreilauf; eine silberne Herren-Ankeruhr mit Goldrand und Doublökette, Gehäuse-Nr. 1 112 684, Rep.-Zeichen 12 788, 1254, schwarze arabische 12-Stunden-, darüber blaue 24- Stunden-Einteilung, auf dem Zifferblatt die Aufschrift „Ankra"; 2 schmale goldene Trauringe, 900 gestempelt, graviert G. F. 24.5.26 und I. S 24. 5. 26; eine grünlederne Brieftasche mit blauem Futter; 2 Revolverpatronen (Bleigeschoß), am Geschoßboden die Aufschrift „Braun & Bloem 380". Beschreibung: 1,66 Meter, untersetzt, schwarzbraune Haare, breites blasses Gesicht, graue Augen, dicke Nase, große abstehende Ohren, abgetragene Handschuhe, schwarze Schnürschuhe, Ledermantel mit braunem Futter und Ledermütze. Mantel und Mütze will er von einem unbekannten Kraftfahrer geschenkt bekommen haben. Da sich Bondarenko in der letzten Zeit vorwiegend in der Gegend zwischen Marburg und Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktion-ttsch. Ganz einfach. Irgendwo im deutschen Vaterlande saßen einmal ein Leutnant von der Marine und einer vom Land- heere im Gespräch beisammen. Da meinte die Landratte: „Ich habe schon egal nachgedacht und direkt schlaflose Nächte gehabt — sagen Sie doch mal, verehrter Herr Kamerad, wie machen Sie das eigentlich, um den Weg über den Ozean zu finden?" „Mit ein paar Worten ist das nicht so zu erklären," erwiderte der Seebär. „Aber ich will es mal versuchen: also da haben wir zuerst die Seekarten . . ." f „Ach so — Karten haben Sie! Na, dann ist ja die Kiste ganz einfach!" Einbruch in Berlin N. Auf dem Polizei-Revier erscheint der Gastwirt Lehmann und erkundigt sich „ob er hier richtig märe", nämlich um eine Anzeige zu machen. Mit „Jawohl!" wird ihm seine Vermutung bestätigt, und Lehmann gibt nun zu Protokoll: „Jestern Nacht ba’m fe bei mir einjebrochen. „Und da ist Ihnen wohl was gestohlen worden? „Stimmt, Herr Wachtmeester! — Dreiunddreitzig Dinger!" „Na, dann reichen Sie mal eine Lifte dieser Gegenstände ein." „Nicht nötig, Herr Wachtmeester — es handelt sich um een Kartenspiel und ’nen Prvp« penzieher." Problem Nr. 387. Von H. von Hennig, Kiel. Weiß 7 Steine: Kcl; Df7; Tb4; Lf2; Lc4; Sd3; Sb6. Schwarz 8 Steine: Kc3; Te3; Tg5; Ldl; Sa3; Bd4, 66, f4. Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt. Problem Nr. 388. Von J. Olasz, Budapest. Weiß 11 Steine: Kh8; Tf4; Tf6; LgS; Le7; Sd4; Sg4; Ba3, a5, 62, f5. Schwarz 6 Steine: Kc4; D66; Bc6, c7, 63, e6. Weiß zieht un6 setzt in zwei Zügen matt. Partie Nr. 267. Aus 6em Turnier um 6ie Meisterschaft 6er Schachvereinigung Groß-Frankfurt a. M. Gespielt am 7. Januar 1935. Weiß: Jäger. Schwarz: O. Deschauer. 1. c2—c4. (Die englische Partie.) 1. ..., e7—e6. 2. g2—g3. (Nimzowitsch hat hier einige Male e2—e4 versucht. Schwarz antwortet öann am besten mit 67—65 un6 erhält ein offenes chancen- Am vorgestrigen Dienstagvormittag fand im Saale i des Cafe Leib eine Versammlung der Kreis- : Handwerkerschaft Gießen statt, 3" der die ' Obermeister, die Jnnungsbeiräte und die Gesellenwarte sehr zahlreich erschienen waren Kreishandwerksmeister S t ü h l e r (Gießen) hieß ■ die Besucher willkommen, teilte mit, daß der Handwerkskammerpräsident leider nicht selbst an der ■ Versammlung teilnehmen könne, und begrüßte dann dessen Vertreter Dr. Reif, außerdem den Kreishandwerksmeister des Kreises Schotten, N e u- mann. Sodann sprach Or. Reif-Oarmstadi als Beauftragter des Handwerkskammerpräsidenten über die 2. und d i e 3. Verordnung zum Aufbau des Handwerks. Er betonte eingangs, daß nunmehr die Organisation des Handwerks nach oben hin abgeschlossen und die handwerkliche Wirtschaft der Deutschen Arbeitsfront korporativ angeschlossen sei. Dann ging der Redner auf die 2. und 3. Verordnung zum Aufbau des Handwerks ein, sprach über die Einführung des Führerprinzips bei den Handwerkskammern, über die Zusammensetzung des Kammervorstandes und die Voraussetzungen für die Zugehörigkeit zum Handwerkskammervorstand. In der 3. Verordnung zum Aufbau des Handwerks sei der Sieg des handwerklichen Grundsatzes der Leistung verankert. Selbständiger Handwerksmeister könne in Zukunft nur der werden, der durch eine Meisterprüfung einen Befähigungsnachweis dargelan habe. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner die Verhältnisse im Handwerk seit dem Jahre 1810 (dem Zeitpunkt der Einführung der Gewerbefreiheit) bis auf den heutigen Tag und weckte dadurch das Verständnis für die Bedeutung dieser 3. Verordnung. Er sprach in diesem Zusammenhang auch von der neu geschaffenen Ehrengerichtsbarkeit des Handwerks und von der einheitlichen Beitragsregelung, die nunmehr Platz greife. In klarer Ueberfchau wies er dann auf die Forderungen und Voraussetzungen hin, die ein Handwerksmeister im Dritten Reich erfüllen müsse und erläuterte die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. Das ganze Meisterprüfungswesen werde, so führte er u a. aus, neu geordnet. Der Andrang zur Ablegung der Meisterprüfung sei gegenwärtig sehr groß. Uebergangsbe- ftimmungen seien geschaffen. Die ganze Verordnung stelle einen Ansporn zu hoher Leistung dar. Fachliche, theoretische oder moralische Unzu- verläfsigkeit könnten in Zukunft zur Gewerbeuntersagung führen. 3n schweren Fällen könne auch der Meistertitel aberkannt werden. (für die Eintragung in die Handwerkerrolle, ober ür die Ausstellung einer Handwerkerkarte sei die lrt des Betriebes ein wesentlicher Ausgangspunkt. Der Redner wies besonders darauf hin, daß in Zu- fun-ft beim Tode des Handwerksmeisters der Hand- Koch tn Dannenrod, Johannes Stamm tn Eu- dorf, Ernst D ö r r in Gleimenhain, Albert Schnei- der in Groß-Felda, Karl Kaufmann in Höin- gen, Karl Schweiker in Homberg a. d. Ohm, Wilhelm Velten in Ilsdorf, Heinrich Pimper in Lehrbach, Johannes Wilhelm I. in Ober- Ofleiden, Karl Schmidt in Reibertenrod, Heinrich Roth in Windhausen, sämtlich Kreis Alsfeld; Jakob Hofmann IV. in Bersrod, Wilhelm Fuhr in Beuern, Friedrich Deines in Daubrinaen, Heinrich Hofmann in Hungen, Wich. Koch III. in Nonnenroth, August Becker III. in Stangenrod, Kaspar Euler in Trais a. d. Lda., sämtlich Kreis Gießen; Heinrich R o ck e l II. in Hopfmanns- feld, Emil Rausch in Nösberts, Fritz Block tn - ■ - - - » ----- n i p 5 in Unter-Wegfurth, hing eine enge Zusammenarbeit pflegen sollten, zum Wohle der Jugend und des Handwerks. Or. Reif wies darauf hin, daß in unserem Vaterlande ekwa eine Million Jugendliche aus der Schule entlassen würden. Das Handwerk sei an sich übersetzt. Es werde aber nichts unversucht bleiben dürfen Die Jugendlichen in Lehrstellen zu bringen. Dem Lehr- ling müsse eine sorgfältige Ausbildung garantiert werden können. Der Kreisbetriebsgemeinschaftswalter der Gruppe Handwerk in der MS- Stein (Gi-h-n), gab einige Hinweise und Mitteilungen über Die Buchführung des Reichshandwerkertages in Frank* furt a. M . .. Geschäftsführer Schimmel wies darauf Yin, daß es notwendig sei, die Bemühungen der Organe der Kreishandwerkerschaft durch einwandfreie-, Verhalten jedes Handwerkers zu unterstützen. Kreishandwerksmeister Stühler betonte in seiner Schlußansprache, daß es an den Handwerkern liege, wenn sich die neuen gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen zum Vorteil des gesamten Handwerks auswirken sollten. Wenn sich hier nicht jeder einsetze, so sei das Ringen des Jah^ Hunderts umsonst gewesen. Vor allem dürfe man sich durch viele Kleinarbeit nicht irremachen lassen, wenn das große Ziel erreicht werden solle. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Handwerkerstand, auf unser deutsches Vaterland und auf den Führer Adolf Hitler schloß der Kreishandwerks, meister die anregend verlaufene Versammlung. Ge« meinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Oberhessen. Schulungsabend der Ortsgruppe Lich der NSDAP. ? Lich, 26. März. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, hielt gestern abend in Steins Saalbau ihren Schulungsabend für März - ab. Nach Begrüßung durch den Schulungsleiter der : Ortsgruppe, Pg. Dr. K o e p p e , sprach der Kreis- ; Propagandaleiter, Pg. Schmelz (Gießen). In etwa ,^einstündigen, tiefschürfenden Ausführungen behandelte der Redner verschiedene Gegenwartsfragen. Zu Beginn seiner Ausführungen gab er ein klar umrissenes Bild vom Werden der nationalsozialistischen Bewegung und ihrer Weltanschauung, die aus der Verbindung des Geistes des Frontsoldatentums mit den Ideen der unaufhaltsam vorwürtssturmen- den deutschen Jugend heroorgegangen sei Heute gebe es keinerlei Zweifel mehr darüber, daß diese Bewegung die gesamte Macht in Deutschland besitze. So sei es auch nur natürlich und folgerichtig, daß sämtliche Gebiete des öffentlichen Lebens im Dritten Reich eine langsame, aber sichere Umformung im Sinne der nationalsozialistischen Revolution erfahren. Der Genialität des Führers Adolf Hitler sei es gelungen, das deutsche Volk wieder zu einigen und zusammenzuführen. Deutschland als großes Volk habe ein Recht, zu bestehen, und wir müßten ein Volk werden, das seine nationale Ehre, die ihm der Führer am 16. März wiedergab,' wieder Hochhalte. Jeder deutsche Volksgenosse habe die unbedingte vaterländische Pflicht, in allen seinen Handlungen, in seinem Wirken und Werden stets das Wohl des Vaterlandes all seinen sonstigen Interessen vorzustellen. Erst komme das Wohl Deutschlands, dann erst das des einzelnen! Auf allen Gebieten des Lebens werde sich immer mehr das Leistungsprinzip herauskristallisieren. Es ergehe immer wieder der Ruf an alle Volksgenossen, freudig mitzuarbeiten, um dem Dolksganzen und damit Deutschland zu dienen' Was wir heute erleben, das voll und ganz zu begreifen, ist ungeheuer wichtig, denn wir schaffen einen neuen Staat, den es in keinem anderen Volke der Welt schon gegeben hat. Erst eine kommende Generation werde beurteilen können, was das jetzige Geschlecht geschaffen habe. Mit dem Appell an die Zuhörer, mitzukämpfen bei der Wiederaufrichtung eines freien, großen Deutschland schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Der Schulungsleiter, Pg. K o e p p e, dankte dem Redner für seine Darlegungen. Mit der Huldigung an den Führer und dem Horst-Wessel-Lied wurde der Schulungsabend geschlossen. Landkreis Gießen. 2 K l e i n - L i n d e n, 27. März. Der Schützen- k l u b „Roland" veranstaltete an den beiden letzten Sonntagen ein S a a l p r e i s s ch i e ß e n, dessen Erlös der Winterhilfe überwiesen wurde. Jedem Teilnehmer standen drei Schuß auf die Zwölfer- Ringscheibe zu. Die Ergebnisse waren sehr gut. Die Preisverteilung, die am Sonntagabend in schlichter Feier im Vereinslokal, dem TurnerheÜn, von dem Vereinsführer Friedrich Stein vorgenommen wurde, zeigte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 36 Ringen (Stechschuß 12) Gottfried B e n d e r o t h, 2. mit 36 Ringen (10) Albert Klein, 3. nut 36 Ringen (9) Wilhelm Müller, 4. mit 35 R. (12) Aug. Weller, 5. mit 35 R. (11) Fritz Ko n - radi, 6. mit 35 R. (12) Hch. Naumann, 7. mit 35 R. (11) Walter M ü l l e r, 8. mit 35 R. (9) Fru-dr. Volk, 9. mit 35 R. (7) Rob. Stein, 10. mit 34 R. (10) Herm. Stein, lf. mit 34Jft. (10) Wilhelm Lenz, 12. mit 34 R. (10) Rudolf Jung, 13. mit 34 R. (11) Alb. Deibel, 14. mit 34 R. (11) Eckhard (Gießen). * Garbenteich , 27. März. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt bei Gastwirt Lang einen Schulungsabend ab. Rach der Begrüßung durch den Vereinsführer Fr. W e igel prach Obstbauinspektor Rentsch von der Obstbauschule Friedberg über den Wandspalier-Obstbau. Er gab eine Fülle praktischer Anregungen und wies auf die einträglichsten Sorten hin. An den Vortrag chloß sich eine rege Aussprache an. Reicher Beifall dankte dem Redner. Vereinsführer Weigel bat in einer kurzen Schlußansprache, den gegebenen Anregungen zu folgen. In der üblichen Weise wurde der Abend dann beschlossen. y Harbach, 27. März. Am vorigen Sonntag veranstaltete der hiesige Schützenverein am Huckelsberq ein O P f e r s ch i e ß e n für das WHW. Sämtliche Schützen waren mit großem Eifer bei der Sache. Als Reingewinn konnten 6,30 RM. an die Kreisleitung der NS.-Dolkswohlfahrt abgeführt werden. Die Veranstaltung stand unter der Leitung des Vereinswalters Wilh. Zimmer. Es wurden zehn Schuß abgegeben. Aus dem Wettschießen ging Wilhelm Scheid mit 89 Ringen als 1 Sieger hervor. Es folgten sodann als weitere Sieger Wilhelm Z i m m e r mit 87, Heinrich Frey mit 78, Ludwig S t a u ß mit 75 und Karl Erb mit 72 Ringen. Das Wettschießen soll an den nächsten Sonntagen fortgesetzt werden. Unser Schießplatz gehört zweifellos zu den schönsten und besten des ganzen Kreises. Er befindet sich in einer tiefen Waldschlucht zwischen Harbach und Queckborn und zeichnet sich nicht nur durch seine romantische Umgebung, sondern auch durch seine einwandfreie und vorbildliche Anlage aus. Nur durch die Opferbereitschaft und tatkräftige Mitarbeit eifriger Schutzen- brüder gelang es im Jahre 1930 dem Verein, den mustergültigen Schießplatz anzulegen. An seinem Zustandekommen erwarben sich besonders folgende Mitglieder große Verdienste: Wilhelm S ch e l d , Karl Erb,' Wilhelm Zimmer, Otto S t a u ß , Heinrich Frey, Ernst Aff, Erwin Keil, Ludwig Leschhorn, Ludwig S t a u ß. Der SA. und der SA.-Reserve kam unser Schießplatz seither sehr zustatten. § Ettingshausen, 27. März. Im Saale von Paulus Walter fand dieser Tage ein K o n z e r't des Gesang-Vereins „Sängervereinigung Concor dio-Liederkranz" - Ettingshausen statt, der unter der bewährten Leitung von Lehrer W. Erb steht. Der Abend nahm einen wohlgelungenen Verlauf. Mit einem „Sieg-Heil" auf^den Führer eröffnete der Vereinsvorsitzende K. Sann den Unterhaltungsabend. Es folgten nun Lieder ernsten und heiteren Inhalts, deren mustergültige Wiedergabe den Beifall der Zuhörer fand. Mit dankbarem Beifall wurden auch die musikalischen Darbietungen der Herren Schreiner, Weimer (Violine), H ö ö s (Cello) und Erb (Klavier) und die Liedervorträge von Herrn Schreiner (AltetEuseck) ausgenommen. Drei Mitglieder des Vereins, Karl Schneider, Ludw. O p P e r und Karl K n o tz, trugen in gefälliger Form einige Lieder vor. Große Heiserkeit rief die Aufführung der humoristischen Gesangsszene „Ländliche Chorprobe" hervor. Als äußeres Zeichen für die feste Geschlossenheit der neuen Sängervereinigung verlieh der Vorsitzende der alten Fahne eine neue Schleife mit entsprechender Inschrift. * Hungen, 27. März. Die Viehverwer- tungsgenossenschaftHungen hieltm der „Traube" ihre Generalversammlung ab, in der der Aufsichtsratsvorsitzende Köhler (Langsdorf) zunächst des tödlich verunglückten Kreisbauernführers Adam D ö r r s ch u ck gedachte. Geschäftsführer Bocher (Hungen) erstattete sodann den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß sich die Genossenschaft weiterhin günstig entwickelt hat. Der Mitgliederstand erhöhte sich im vergangenen Jahre um 111 auf 653 Mitglieder. Durch die Genossenschaft wurden im vergangenen Jahre 639 Stück Rindvieh, 1732 Kälber, 3094 Schweine und 37 Schafe umgesetzt, so daß sich ein Gesamtumsatz von 5502 Tieren ergibt. Die Genossenschaft konnte seit ihrer Gründung im Jahre 1931 insgesamt 13 735 Tiere umsetzen. Im Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, daß die Genossenschaft von jedem Stück Großvieh 1,50 Mk., von Schweinen je 0,75 und Kälbern 0,50 Mark erhebt, wenn die Genossenschaftsmitglieder anderweitig und nicht durch die Genossenschaft verkaufen. Die dadurch anfallenden Beträge sollen zur Verbilligung der Frachtsätze Verwendung finden. Herr Sauer (Frankfurt a. M.) sprach dann noch in grundsätzlichen Ausführungen über die Viehverwertung. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. oo Eberstadt, 27. März. Der hiesige Turnverein „Gut-Heil" veranstaltete im Saale von Wedemann einen turnerischen Abend. Nach dem Aufmarsch der Turner und Schüler begrüßte Dietwart Reitschmidt die zahlreichen"'Gäste, insbesondere die Turnbrüder von Nieder-Weisel, die zum Gelingen des Abends beitrugen. Die Vortragsfolge brachte eine Reihe turnerischer Vorführungen sowie einige von Turnern und Schülern gespielte Einakter. Stärksten Beifall fanden die Geräteübungen der Turner und die Bodenübungen der Gäste non Ni.eder-Weisel. Dietwart Hildebrandt (Nieder-Weisel) dankte für die gastfreundliche Aufnahme und gab dem Wunsche Ausdruck, daß beide Vereine auch in Zukunft kameradschaftlichen Verkehr pflegen möchten. Der Erlös der wohlgelungenen Veranstaltung wurde dem Winterhilfswerk zugeführt. Die der Gemeinde zugestellten letzten Winterhilfe-Plaketten konnten restlos verkauft werden. Kreis Friedberg. + Butzbach, 27. März. Das hier .durchgeführte Opferschießen der Schützengesellschaft hatte recht gute Beteiligung aufzuweisen. Nicht nur Mitglieder, sondern auch viele Freunde des Schießsportes hatten sich eingefundrn. Das finanzielle Ergebnis floß restlos dem Winterhilfswerk zu, dem ein namhafter Betrag überwiesen werden konnte. Kreis Alsfeld. n. Flensungen, 27. März. Die hiesige Hitlerjugend und der B d M. veranstalteten im Saale von Gastwirt Becker einen W e r b e • abend. Der Spielmannszug der HI. eröffnete die Veranstaltung mit einem Marsch. Nach den Begrüßungsworten des Gefolgschaftsführers Willi Becker folgten Lieder, Spiele, Gedichtvortrage und Volkstänze des BdM. Ein Theaterstück und das Lied der Hitlerjugend bildeten den Abschluß des wohlgelungenen Abends. £ Groß-Felda, 27. März. Großes Aufsehen erregte hier das Propaganda-Auto des Reichs- nährstandes, das zur Erzeugungsschlacht aufrief. Einem Zwiegespräch zwischen zwei Bauern, am Lautsprecher auf Schallplatte dargeboten, folgte eine Einladung zu einer g r o ß e n Bauernkundgebung am 30. März in Alsfeld. — Eine eigenartige Erkrankung zeigt sich hier in verschiedenen Schweine st ällen. Die Tiere überfällt ein Zittern, sie werden steif und können sich nicht mehr erheben. Durch den Mangel an Mineralstoffen fehlt dem Futter der nötige Aufbau- stofs, so daß Knochenerweichung eintritt. Verschiedentlich sind schon Zuchtsauen eingegangen. Vreutzen. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 27. März. Am Sonntag hielt der Turnverein „Gut-Heil!" Wißmar einen Werbeabend zu Gunsten des Winterhilfswerks ab, der sehr gut besucht war. Bereits am Nachmittag ging ein Schülerwetturnen voraus, bei dem die Kleinen schöne Hebungen an den Geräten zeigten und dann mit großer Freude ihre Urkunde entgegennahmen. Der Abend wurde mit einem Musikstuck und einer Ansprache des Vereinsführers Hermann eröffnet. Dann wurden Uebun- gen an den Geräten gezeigt und zwei schöne Theaterstücke von Mitgliedern des Vereins aufgeführt, die mit Beifall ausgenommen wurden. Um nun auch einmal für das Frauenturnen zu werben, hatte man die Turnerinnen des Turnvereins Krofdorf eingeladen. Was die jungen Turnerinnen in verschiedenen Vorführungen zeigten, war über alles Erwarten schön und riß' die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. Man hofft, daß diese Vorführungen ein Ansporn auch für die hiesigen Jugendlichen sein möchten. Das Lehrerkollegium stellte sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache, indem es die Musik für den Abend stellt«. Die Veranstaltung wurde von Partei und Behörde gut unterstützt. Zum Schluß sprach der Werbewart des Vereins, H. Todt, zu den Teilnehmern des Abends und ermahnte, auch weiterhin in echtem Turnergeist zu arbeiten, zum Segen unseres deutschen Vaterlandes. Mit einem dreifachen „Gut-Heil!" auf den Führer und die DT^ wurde der Abend geschlossen. ca. 1 tb Dose Rmr,75, ca. 2 tt Dose Rm.1,40. MHr bohnern^ das ifl leicht im Nu man schönfien Glan; erreicht-! ,'6F-79d v Große Auswahl in Damen-Hüten Umarbeiten 2.50 Mk. 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Stellenangebote Tüchtig., fleißig. Mdchen zur Aushilfe gesucht. 01319 Konditorei deiner. Lw. E. 38 (a) / 34. Betr.: Landwirtschaftliches Entschuldungsverfahren Ludwig Römer I. Eheleute in Heuchelheim. Beschluß. Das Entschuldungsverfahren wird eingestellt, nachdem die Schuldner den Antrag gemäß § 21 des landwirtschaftlichen Schuldenregelungsgesetzes zurück- genommen haben. Gießen, den 21. März 1935. Amtsgericht. - - - ■" X / Jluf wird gebaut! Viele Hände sind am Werk, die Wunderstadt der Kinder, den Vergnügungspark auf Oswaldsgarten, aufzubauen. Die nächste Woche wird im Zeichen der Schaumesse stehen. Wie jedes Jahr, so werden auch in diesen Tagen frohe Menschen aus allen Teilen der engeren Heimat unsere Stadt besuchen. Die Gießener Geschäftswelt nutzt diese Tage, um ihre preiswerten Neuheiten bekanntzumachen und somit den Besuchern Anregungen und Hinweise zum Einkauf zu geben. 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April 1935 bis l.ffiai 1935 einschließlich einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft, und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschossen werden. Gießen, den 26. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. iTamenfahrrad 1 Herrenfahrrad 1 Nähmaschine gebraucht zu verkaufen. °'bl- Wagncr Fahrradhandlg. .Slrofb. Str. 37. Werfahrt 200 Festmeter Ml] vom Stadtwald Gießen nach Aß- SUMW UNd 01315 MllWM beidemitRollen- verschluß, gut erhalt., zu verkauf. Schillerstr. 11 II. Kaufgesuche I Gut erhaltener Kleiimp steuerfrei, sofort zu kauf, gesucht. Schristl. Angeb. unt.01303 an den Gießen.Anzeiger | Verkäufe | Wenig gebraucht. Söjneiöer- WniMliie iow. einige gebr. Fam.Bmaschinen verkauft mit Garantie 179OD 3. C. Weitz 1KW. Grünberg. Aulomobilschloss.- Hing nur aus hiesiger Stadt ges. Schr. Angeb. u. 01301 an d. Gieß. Anz. Junges Mdchen welches zu Hause schlafen kann,sof. ges. 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Die algerischen Agrarprodukte, sind fast unabsetzbar, der algerische Wein ist unverkäuflich, und nur die wenigen Erzeunisse der algerischen Industrie haben einen beschränkten Absatzmarkt. Das gleiche gilt für Tunis, das unter einem französischen Residenten steht. Hier kam es bereits im vorigen Jahre zu Krawallen, denen sich auch die Italiener anschlossen. Von den 2,5 Millionen, die dieses französische Protektorat bewohnen, sind rund 100 000 italienischer Zunge. Tunis liefert hauptsächlich Getreide, Wein und Del. Es steht an vierter Stelle der Ausfuhr Frankreichs, an der zweiten nach Algerien, wenn man die französische Einfuhr betrachtet. Aber auch die Tunesier sind, zumal ihnen die Zollfreiheit fehlt, die Algerien vor ihnen voraus hat, unter einer unfähigen Verwal- Volksgenossen, Turner und Turnerinnen! Der heutige Abend, an dem unser Turnverein in voller Stärke mit allen seinen Abteilungen auf den Plan tritt, soll ein turnerisches Bild der Ganzheit, der Geschlossenheit darstellen. Um das zu erreichen, muß auch einer neuen Seite des Turnbetriebes gedacht werden, der in den führenden Turn- und Sportkreisen die allergrößte Bedeutung beigemessen wird. Es ist das D i e t w e s e n , das sich an die Volkstumsarbeit, wie sie der neue Staat erstrebt, anlehnt. Heimat und Scholle, Blut und Boden, Rasse, Sitten und Brauchtum unserer Vorfahren sind Begriffe, in die der nationalsozialistische Staat seine Wurzeln schlägt und von wo er seine Kräfte holt. An dem gewaltigen Erneuerungswerk Adolf Hitlers mitzuarbeiten, ist auch in hervorragendem Maße die Deutsche Turnerschaft berufen. Wer von uns das deutsche Turnfest in Stuttgart — vielleicht das größte Volksfest, das je gefeiert wurde —• mib krächzte er mißtönend, und das Horn begleitete feine Weizenweise mit abgerissenem Tuten. Er eggte gemächlich die Saat ein, den schimmernden Weizen, wühlte in die frischen Erde auch die goldenen Körner, ausgestreut von der Weltsäerin, der Sonne, und begrub die versprühten und verlorenen Wjldnistöne und Klangperlen der Vögel —; im Sommer konnten sie wieder auferstehn, schwerer, reifer Weizen, volle Aehren, im Wind schwankend, das begrabene Licht leuchtet von neuem, angefacht in den Sternen der Ackerblumen, und über ihnen schwillt der Vogelgesang, schmetternd in Feld und Wald ... eindruck auf sich wirken lassen. Die junge Schauspielerin Camilla Horn gibt hier eine große Leistung, die erheblich über das hinausreicht, was man in früheren Rollen von ihr zu sehen bekam: sie hat diesmal mehr zu bieten als ein süßes Gesichtchen, sie spielt mit einer Uebersicht, einer wachen Konzentration und mit dem ganzen Einsatz eines starken Gefühls, den die Rolle von ihr fordert. Ivan P e t r o v i ch , groß, elegant und männlich, Offizier, Kavalier und Liebhaber in einem, ist ihr ein ebenbürtiger Partner. Ernst D u m ck e , vorzüglich in der Rolle des dekadenten Großfürsten, Winter st ein, Gülstorff und die S a n d r o ck heben sich aus dem figurenreichen Ensemble heraus. — Im Beiprogramm zu diesem vom Durchschnitt erfreulich abweichenden Film bringt das Lichtspielhaus ein Lustspiel, einen interessanten Bildbericht „Leuchtende Fenster" und die neue Wochenschau der Ufa. Chinesische Räuber modernisieren sich. Zwar wird es einem ojm Räubern Ueberfallenen ziemlich gleichgültig fein, ob man ihn mit einer Lanze, einem Vorderlader oder einer Maschinenpistole bedroht, doch darf er überzeugt sein, daß, wenn ihm ein solch peinlicher Augenblick in der Mandschurei oder in China zustößt, die Räuber mit den modernsten Waffen nicht nur versehen sind, sondern mit ihnen auch ausgezeichnet umzugehen verstehen. Vielleicht liegt es daran, daß cs sich bei den Banditen jener ostasiatischen Zonen fast immer um abgelohnte oder entlaufene Soldaten handelt, die nunmehr auf eigene Gefahr Krieg mit der Umwelt führen. Die Forderung eines hohen Lösegeldes wird zwar immer wieder bei reichen oder vornehmen Reichen versucht, aber bei der gegenwärtigen Währungskrise, die auch Asien nicht werschont hat, weiß ein schlitzäugiger Räuber nie, welchen Kaufwert die Summe hot', die er fordert. So suchen sich die chinesischen Banditen mehr an Waren zu halten, wobei sie zuweilen eine große Vorliebe für die neuesten Errungenschaften der Technik zeigen. Der spanische Pater Lopez, der in einer chinesischen Provinz von Räubern Überfallen wurde, kann cm Lied davon singen. Bei dem Versuch, den Räubern zu entfliehen, brach er sich ein Vein und geriet in ihre Gefangenschaft. Als Lösegeld verlangten die Banditen von ihm zwei Kurzw.-llen-Radiosender, drei Empfänger, verschiedene Arznämittel und eine höhere Geldsumme. Lieber das Geld wollten sie noch mit sich reden lassen, auf die Lieferung der Radioapparate jedoch legten sie den größten Wert. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß sie die Apparate uir technischen Vervollkommnung ihrer Ueberfälle benötigen. tung völlig verarmt und damit ist der Nährboden für Krawalle gegeben. In Marokko schließlich ist zu den Leiden der übrigen eingeborenen Staaten noch die Tatsache zu verzeichnen,'daß es als Protektorat von unruhigen Grenzvölkern in Atem gehalten wird und daß sein Handelsverkehr mit Frankreich einem 12^2prozen- tigen Ausfuhrzoll untersteht, sodaß auch in diesem Lande im letzten Jahr ein Sinken des Warenverkehrs zu beobachten war. Kürzlich hielt Frankreich eine Reichskonferenz seiner Kolonien ab. Die Besprechungen verliefen ergebnislos. Es hat sich nichts an den Zuständen geändert, sie sind sogar noch schlimmer geworden, 'und Frankreich steht heute vor der Aufgabe, seine Kolonialpolitik r e v i d i e r e n zu muffen. Der frühere Ministerpräsident D a l a d i e r will den Eingeborenen von Algerien das Bürgerrecht geben. Aber mit rein politischen Mitteln ist nicht mehr zu helfen. Gegen RichardHofmann wurde ein Amateur-Verfahren eingeleitet, da er Fußballspiel und Geschäft in unzulässiger Weise verquickt haben soll. Als Schiedsrichter des Wasserball-Länderkampfes Deutschland — Ungarn im Juli in Budapest wurde der Belgier D e l a h a y e bestimmt. erlebt hat, weiß, welch erhebender Augenblick es war, als der Führer auf der Festwiese erschien und zu den 70 000 aufmarschierten Turnern und Turnerinnen sprach, besonders als er sagte: „Als Kanzler des deutschen Volkes und Reiches bewegt mich Freude und Stolz, in dief.er wunderschönen Hauptstadt des Schwabenlandes deutsche Männer und Frauen begrüßen zu können, die als beste Repräsentanten der Lebenskraft unseres Volkes anzusprechen sind. Sie kommen von überall her, wo es Deutsche gibt. Sie künden als Angehörige aller Stämme uns die Einheit der großen Nation." Das war ein festes Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft und eine Anerkenntnis ihrer Arbeit. Und als er zum Schluß die Worte sprach: „Ich will nicht von Ihnen scheiden, ohne daß ich Sie Europameister im Federgewichts- boxen wurde der französische Meister Maurice Ho l tz e r , der den Italiener T a m a g n i n i am Dienstagabend im Pariser Sportpalast über 15 Runden nach Punkten schlug. Aussaat im Frühjahr. cm Friedrich Schn.ck. Der Junge war mit dem Knecht ins Feld gefahren, das an den Saum eines Buchenwaldes grenzte. Im Waldesschweigen jubilierten Finken und Amseln. Moosgerüche wallten aus den Gründen, der Helle Bach läutete durch die Wiese. Der Junge wollte sich auf eine besonnte Stelle am Bachrand niederlassen, da fiel ihm die Warnung seiner Mutter ein, es sei ungesund, in Monaten, deren Name den Buchstaben „R" enthalte, sich auf die Erde.zu setzen, da man sonst krank werde. Man war noch im April. Er holte das Kutschbrett des Wagens und hockte sich darauf. Dre Knecht stapfte in den Ackerfurchen. Er machte Frühjahrsbestellung. Abgemessenen Schrittes ging er in den Feldzeilen und warf die Körner aus seinem blauen Säerschurz. Der Junge sah ihm zu. Schimmernd schwirrte der Flug der Weizenkörner aus der fleißigen Hand. Die Sonne streute zu der Hellen Weizen'saat ihre goldenen Lichtkörner-, das ganze frühe Feld leuchtete. In den Lüften wirbelten die Vogeltöne, und die windflinken Amseln stoben von Waldflur zum Wald, von der Höhe zum Hang. Aus ihren Schnäbeln tropften Locktöne und Wildnisklänge: Dogellieder säten sie in das weite Feld der Frühlingserde. Der Junge lauschte ihnen, die herbe Süßigkeit des Tages durchdrang sein Herz: der bittere Duft der Hölzer, der Rinden und der Waldkräuter umwogte ihn. Der Bach strudelte, die Wellen blitzten. Er rollte herab aus den Baum- flüften, wo die Buchen, die Linden und die Lärchen grünten. Was hatten die Wellen auf ihren Einsamkeitswanderungen erlebt? Den Tod eines ertrinkenden Käfers? Spinnen im Silbernetz, in der Frühe gesponnen und am Abend zerrissen durch die angstvolle Hast eines Hasen? Waren die Feuersalamander, seltsam gefleckt und abenteuerlich, schon aus ihren Erdlöchern gekrochen? Würde das Fingerhutkraut wieder so wild und giftig lodern wie im letzten Jahr, als er mit dem Vater zum PZald ging? Er gab sich dem Klang des Wassers, der Wärme und seinen Träumereien hin. Unermüdlich säte der Knecht. Das Weizenfeld war groß und jeder Winter allzu lang. Der Sämann psal'modierte beim Schreiten feinen frommen Saatsspruch: Ich säe meinen Weizen auf das Land Durch der Mutter Gottes ihre Hand, Ich säe meinen Weizen auf das Land Und nicht auf Brand, Durch der Mutter Gottes ihre Hand. Gelobt \n Jesus Christus? Mit berechtigter Sorge schaut Paris auf die U n- c ruhen in Nordafrika, die nur teilweise eine c Folge der Wirtschaftskrise sind. Nachdem ausgangs c des vorigen Jahres im fernen Indochlna, das i erst in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhun- « derts erworben wurde, blutige Aufstände ausbrachen, die mit französischer Rücksichtslosigkeit nieder- i geworfen wurden, ist in Nordafrika ein dop- : netter Unruheherd entstanden. An und für sich i vetrachtet Frankreich Algerien als Fortsetzung i des französischen Mutterlandes. Es hat daher eine andere Verwaltung a l s Tunesien und vor allem Marokko, dessen Hauptstadt Fez noch bis heute unter Ausnahmezu- . stand steht. Die aufständische Bewegung wird einmal durch panislamitische Bewegungen hervorgerufen, die ihren Ursprung in den Sitzen des Islam, hauptsächlich in Kairo und Damaskus haben. Diese Bewegung wendet sich vor allem gegen das Prinzip Frankreichs, die Araber oder die anderen Angehörigen der mohamedanischen Nation als Staatsbürger zweiter Klasse zu behandeln. Hinzu kommen vor allem in Algerien die Treibereien europäischer K o m m u n i st e n. Während Frankreich mit Moskau zur Niederhaltung Deutschlands paktiert und offiziell im sowjet- russtsch-fran'.ösischen Vertrag ausgemacht war, daß der Bolschewismus sich jeder Propaganda auch in den französischen Kolonien enthalten wolle, ist es offenkundig, daß Moskaus Sendboten gerade die Eingeborenen gegen die „befreundete Macht" Frankreichs aufzustacheln bemüht sind. Man vergißt immer, daß Frankreich heute die zweitgrößte Kolonialmacht der Welt ist, daß, nachdem es durch England seine amerikanischen riesenhaften Besitzungen mit Kanada verlor, im vorigen Jahrhundert begann, sich diese neue Kolonialmacht zu errichten, von denen allein die 20 Millionen Jn- dochinesen rund ein Drittel der farbigen Franzosen ausmachen. Die wichtigsten Kolonien liegen aber in der nordafrikanischen Zone. Sie sind erkämpft worden zum größten Teil mit fremdem Blut, hauptsächlich deutschem, das in den Fremdenlegionen diente * und verblutete, während der Franzose selbst als gemeiner Soldat kein Bedürfnis hat, in-die Kolonien zu gehen. Als vor hundert Jahren unter dem Bürgerkonig Louis Philipp Algerien erobert wurde, konnte der französische Staatsmann Passy behaupten, und die Mehrheit der französischen Bevölkerung stimmte dem zu: „Der Besitz von Algier ist für Frankreich eine Bürde und ein Schaden zugleich." Algier wurde direkt der französischen Jnnenver- waltung unterstellt. Erst später, nach 1870, wurde Tunis erobert und den Italienern geradezu vor der Nase weggeschnappt. Bei den Italienern stürzte darüber Cavour, in Frankreich der Staatspräsident Ferry. Die Opposition in der Kammer bekämpfte Tunis als „nationales Unglück" und besonders alle bitte, eine Minute lang des Mannes zu gedenken, der einst verkannt, verspottet und verfolgt, doch Vater war einer umwälzenden Bewegung, und dem wir auch dieses wunderbare Fest verdanken: Ludwig Jahn!", da wußten wir, was ihm Jahn bedeutet. Da mußten wir begreifen, daß seine Ideen parallel mit denen von Turnvater Jahn liefen. Und seit dieser Zeit ist es uns imm:r klarer geworden, daß Jahns Leben, Streben, Ringen, Kämpfen und Arbeiten um und an Deutschland nichts anderes war als das, was unser großer Führer will. So ist uns Jahn heute näher gerückt, naher gerückt durch den Führer selb?!, so nahe wie er uns niemals war. Sein ganzes W'.rken soll deshalb Allgemeingut des deutschen Turners, der deutschen Turnerin werden. Er muß uns Muster und Vorbild, der Richtungspfeil auf unserem Marsch im neuen Vaterland sein. Auf ihn hm- zuweisen, seinen Geist lebendig werden zu lassen, sein Werken und Wirken im Rahmen der politischen Erziehung zu beleuchten, das ist mit Aufgabe des Dietwartes. . Seit vorigem Jahre ist durch den Recchssport- führer v. Tschammer und O st e n das Dcet- wesen eingeführt und das Amt des D i e t w a r t s geschaffen worden. Jeder Turn- und Sportverein mußte einen solchen bestimmen. Was heißt biet? Aus dem 8. Jahrhundert stammt die lateinische Form „theodiske“ von dem althochdeutschen Wort: Theoda, das Volk. Mittelhochdeutsch heißt es diet, diutisk, deutsch. Dietmar! bedeutet also Deutsch- oder Volks- wart, d. h. Erhalter, Pfleger, Erzieher zu all dem, was zum Volke, zum Volkstum, .zum Deutschtum gehört. Jahns Bedeutung liegt nicht nur darin, daß er in des Vaterlandes Notjahren das Turnen ernfuhrte, um junge Menschen wehrfähig zu machen. Nein, er war nicht nur Turnpädagoge, sondern er verband — und das war ebenso wichtig — mit dem, was er kurz „Turnen" nannte, eine bestimmte Lebensführung, eine politische Zielsetzung. Nach seinen eigenen Worten sollten alle Leibesübungen „T e i l' d e r V o l k s e r z i e h u n g, d. h. A n e r - Ziehung zum angestammten deutschen Volkstum sei n". Jahn war der erste, der vorausahnend erkannt hatte, daß die Weltanschauung aller einmal geeinten Deutschen nur eine völkische sein müsse. Deshalb ist er uns heute mehr als nur ein Vorbild der Turner; er ist zum Heros unseres gesamten Volkes geworden. Damit rückt Jahn mit seinem gesamten Schrifttum wieder mehr in unfef Gesichtsfeld. Wie kennzeichnet er den Geist der T u r n g e s e tz e? Er sagt: .Gute Sitten müssen auf dem Turnplatz mehr wirken und gelten als anderswo weise Gesetze. Die höchste hier ’ti verhängende Strafe bleibt immer der Ausschluß aus der Turngemeinschaft. Man kann es dem Turner, der eigentlich leibt und lebt und sich wahrhaftig erweiset, nicht oft und nachdrücklich genug einschärfen, daß keiner den Adel der Seele und des Leibes mehr wahren müsse, denn gerade er. Am wenigsten darf er sich eines Tugendgebotes darum entheben, weil er leiblich tauglicher ist. Tugend- sam und tüchtig, rein und ringfertig, keusch und kühn, wehrhaft und wahrhaft fei fein Mandel. Das andere entehrt, schändet auch ihn." Unter dieser Urnreißung des sittlichen Gesetzes des Turnerturns legt Jahn fest die u n l ö s b a r e E i n- heit von Leib und Seele als jede Voraussetzung menschlichen Persönlichkeitswertes. Turner und Turnerinnen, das müßt ihr euch besonders einprägen: die Einheit von Leib und Seele, von Körper und Geist; .nicht einseitige Ausbildung des Körpers, sondern auch Pflege der geistigen und sittlichen Kräfte. Daran habt ihr zu arbeiten. Das erfordert Selbstzucht; dabei Hilst aber auch die Kameradschaft. Es ist eine Ehre, der deutschen Turngemeinschaft anzugehören und damit eine Selbstverständlichkeit sich ihrer würdig zu erweisen. Turnvater Lahns Bedeutung für den LurnSeirieö der Gegenwart. Ansprache des Dietwarts des Turnvereins Krofdorf bei einem Werbeabend. durchführen, und der Sieger dieses Treffens würde mit Max Baer um den Titel kämpfen. Kurze Die Deutschen Kunstflug-Meister- schäften wurden vom 18. und 19. Mai auf den 11. und 12. Mai vorverlegt. Austragungsort bleibt Stuttgart-Böblingen. Wales schlug Irland im Fußball-Länderkampf am Mittwoch sicher mit 3:1 (2:1). Das Treffen, das vor 20 000 Zuschauern in Wrexham statt- fanb, wurde von dem deutschen Schiedsrichter Dr. Säumens in ausgezeichneter Weise geleitet. Die Körner schwirrten, und die Finken schmetterten zuversichtlich Waldwirbel. Bis an die weißen Frühlingswolken empor schlug das lichte Grün des auf- und niedersteigenden Waldes; es war, als wollten die Berge mit breiten Laubflügeln in den Himmel fahren. Sie waren berückt. Als der Junge Hunger verspürte, nahm er aus seiner Tasche ein großes Stück Bauernbrot, das ihm die Magd vor der Ausfahrt zugesteckt hatte. Ohne das Brot hätte er wahrhaftig Hunger leiden müssen, denn die frische Luft hatte seine Eßlust erregt. Wunderbar schmeckte ihm das kräftige Brot. Den Geruch des Waldes aß er dazu, den Dunst der fruchtbaren Erde. Inzwischen war der Knecht mit der halben Aussaat fertig, er kam herhei und setzte sich zu ihm. Er kramte sein Brot hervor und frühstückte ebenfalls. Einen Wolfshunger hätte er schon wieder, die Saat mache ihm Luft. Leider habe er nichts zum Brot, er müsse eben seinen Daumen als Fleisch darauflegen. Er lachte über seinen Witz und biß gierig. mit breitem Mund, in seinen Keil Brotes. Glitzernd schoß das Bachwasser vorüber, hinein in die offene Welt. Am Waldweg standen die Kühe und beschnüffelten Grünes. Nach dem Frühstück kappte der Knecht mit bepi Brotmesser am Bach einen Weibenzweig, dessen glatte und durchsästete Rinde ihm zum Schneiden eines Kuhhorns, einer Art Hupe, geeignet erschien. Er löste die Rinde in einem breiten Streifen ab und brummte dazu den Bubenvers: Pfeifchen, Pfeifchen; geh, Geh mit mir zürn See, Geh mit mir zum Brunnenhaus, Schaun drei schöne Jungfern raus: Die eine spricht leis, Die andre schwätzt weis, Die dritte spricht klar — Das Pfeifchen ist gar .. Fertig das Pfeifchen. Vergnügten Gesichts überreichte der Pfeifenmacher dem Jungen die Rindenschalmei, und dieser brachte einen Ton hervor, der dem Röhren eines Hirschen glich. Hohl warf der Wald das Echo zurück. Der Junge lief ein Stück in den Hag, durch die Bäume hallte sein Horn. Der Knecht lachte schrill und fuchtelte, dem Klange lauschend, mit den Armen wie ein Erdgeist. Dann spannte er die Kühe vor die Egge und zog sie über bas halbe besäte Feld. Zum Schall des Kuhhorns trottete er hinter der Egge, sie mit dem Fuß zurechtstoßend, wenn sie aus der Zeilenbreite rutschte. Meinen Weizen will ich eggen, Die Vögel sollen ihn nicht entdecken Amen! Amen! Amen! Lippert, Gpielvereinigung 1900 spielt in Marseille. Die Mannschaft für den Kampf gegen Südoftfrankreich. Für den am Sonntag in Marseille stattfindenden Fußballkampf zwischen Südostfrankreich und Süd- deutschland wurde jetzt die süddeutsche Els endgültig wie folgt aufgestellt: Tor: Müller (Freiburger FC.); Verteidigung: Conrad, liefe! (beide Eintracht Frankfurt); Läuferreihe: Heermann (SD. Waldhof), Kiefer (Wormatia Worms), Lippert (Gießen 1900); Sturm: Hessenauer, Wenzelburger (beide VfL. Neckarau), Damminger (Karlsruher FD.), Förschler (Feuerbach), Fath (Wormatia Worms). Mannschaftsbegleiter sind Dr. R a ß b a ch (Wiesbaden) und Bundesspprtlehrer O ß w a l d (Frankfurt. (5dtme!in$ soü erst Braddock boxen. Die Neuyorker Athletik-Kommission bestimmte auf einer Sitzung, daß als erster Anwärter auf die Schwergewichts-Weltmeisterschaft der Amerikaner James Braddock gelte. Der Madison Square Garden soll einen Kampf Schmeling — Braddock Georges Clemenceau tat sich dabei hervor. Aber die französische Kolonialpolitik, von Bismarck begünstigt, kümmerte *sich nicht um die Kammer. Man nahm Madagaskar und Indo-China und gegen alles Recht Marokko. Die beiden Staaten Tunis und Marokko haben noch ihre Herrscherhäuser, ihren Sheriff und ihren Bey, sie sind aber nichts als Strohpuppen und unterstehen der französischen Kolonialverwaltung, die derartig bürokratisch vorgeht, daß in Frankreich selbst die Kolonien sehr wenig populär sind und in den Kolonien die eingeborene Bevölkerung sich jetzt gegen die Willkürmaßnahmen auflehnt. Dabei ist es bezeichnend, baß vor allem in Alge r i e n, also in einem Lanbe, das von den Franzosen als ein Teil Frankreichs bezeichnet wird, die Unruhen nicht aufhören wollen. Frankreich hat in Algerien den größten Abnehmer feiner Produkte. Im Jahre 1933 stand es mit über 650 Millionen an der ersten Stelle, während es 1913 erst an der oierten Stelle stand. Zwischen Algerien und Frankreich bestehen keinerlei Zollschranken, aber die Lage der Eingeborenen ist der- „Der letzte Walzer/' Dieser Film, eine Produktion der wenig bekannten Gnom-Tonfilm G. m. b. H. in Berlin, ist nach der Operette „Der letzte Walzer" von Oscar Strauß gedreht worben. Aber es ist nicht nur nicht bas übliche konventionelle Klischee einer Filmoperette daraus geworben, überhaupt keine Operette — außer einem russischen Solbatenchor wirb kein Ton gesungen —, sondern ein ausgezeichneter, etwas romantischer und ungewöhnlich spannender Spielfilm: großzügig, stilvoll und sehr gepflegt in der Inszenierung wie in der Besetzung. Die Welt des alten Petersburg vor dem Kriege gibt der Handlung einen glänzenden Rahmen. Auf einem Ballfest mit großer Gesellschaftsszene, Ballett, Tanz, Flirt und oberflächlichen Gesprächen entspinnt sich eine Liebesgeschichte, die, noch kaum begonnen, zu einem unerhörten Skandal führt: als der Großfürst, d'-r -als Vertreter des Zaren bas Fest mit seiner Anwesenheit auszeichnet, ber jungen Dame zu nahe tritt, ber einer seiner beiden Adjutanten eben seine Liebe erklärt hat, kommt es zu einem bösen Austritt; ber junge Offizier läßt sich zu Tätlichkeiten hinreißen unb bamit scheint, in mehr als einem Sinne, sein Schicksal besiegelt zu sein: es geht um Tob unb Leden, um Glück, Ehre und Freiheit. Sibirien ist das Mindeste, was den Adjutanten erwartet. Don dieser vzene ab erhält die Handlung ein unheimliches Tempo und eine -erregende Spannuna;. ber Beschauer wird unwiderstehlich in einen Wirbel bewegter, schnell wechselnden Szenen hineingerissen, deren innere Geladen- heit nichts mit den üblichen Effekten eines durchschnittlichen Operetten-Librettos gemein hat. Es soll darauf verzichtet werden, zu beschreiben, wie diese wahrhaft ungewöhnliche Liebesgeschichte sich entwickelt, verwickelt, steigert und entwirrt: das ist vom Regisseur Georg Jacoby mit sicherem Blick unb sicherer Hanb gestaltet, und ber Beschauer sollte es sich nicht erzählen, sonbern im bewegten Augen- A * Wirtschaft Schöffengericht Gießen •> Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. Berlin Frankfurt a. M 26 3 115 114,75 S 6% Deutsche Reichsanleihe v. 19271 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5'/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 100 %,25 102 111,7 99,6 97,75 97,25 100 114,5 97,25 99,8 100 97,5 97,5 105,9 100 96,25 102 111,75 99,4 98 100,2 97,5 97,5 105,9 100 96,25 102,25 111,7 99,4 98,25 100,25 97,5 97,5 105,9 0 10 0 4 0 0 100 96,25 102 111,65 99,4 98,25 97,25 100 93,9 0 0 6 0 0 0 12 38,5 140 110,4 121 88 120 113,5 103 150,5 123 Schlußkurs 34,5 28,9 35,75 81,65 109,25 83,25 85 85 158,75 4% Lesterrerchijche Goldrente.... 4,20% Lesterreichische Silbcrrente 4% Ungarische Goldrente ....... ■4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4*4% oesgl. von 1913.......... 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... A.E.G. Bekula Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ ' Buenos Aire. Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Poris ...... Holland .... Italien Javan ...... Jugoslawien Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyorl... 4,5 6,65 4,1 34,13 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 Yi% chem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 51/2% ehem. 4‘/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 57i% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe *7i% ehem. 8% Pr. Lanoespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4l/,% elicm. 7% Pr.Landespfand- briefansl., Gold Komm. LbLVl Steuern.ltsch.Berrechnu»gsk. 35-39 Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr einen Monat Gefängnis. Wegen Beleidigung des Reichsstatthalters und Verächtlichmachung verschiedener alter Kämpfer wurde der Karl Strauch aus Friedberg zu a ch t Tagen Gefängnis und 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe gilt mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt. Den Beleidigten wurde auf Kosten des Angeklagten Publikationsbefugnis zugesprochen. Der F. Sch. aus Salzschlirf wurde wegen Betrugs, Urkundenfälschung usw. zulJahröMo- naten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte, dem auf zwei Jahre die Berufsausübung verboten wurde, bemühte sich in der Umgegend von Salzschlirf um die Bestellung von Hitlerbildern bei einer gewissen Anzahlung, obwohl er genau wußte, daß seine wirtschaftlichen Verhältnisse die Lieferung nicht zuließen. Um genügenden Absatz zu bekommen und sich das nötige Ansehen zu verschaffe^ gab er sich als Inhaber eines größeren Betriebs aus. Außerdem kaufte der Angeklagte von einem Zeugen ein Motorrad, das er sich übergeben ließ, ohne es bezahlen zu können, änderte die ccm-Zahl um und fuhr ohne Führerschein. Ende August 1934 mietete sich der Angeklagte schließlich in Hersfeld ein und verschwand dann, ohne seine Zechschuld zu bezahlen. 1,2 7,3 6,65 6,9 10,5 7,25 6,6 6,95 10,4 8,25 26,5 7,5 6,8 6,95 10,4 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. März. Am Getreide- großmarkt war das Geschäft weiter klein. Weizen fand zur Lieferung im Monat Juni/Juli in hochwertigen Qualitäten etwas Nachfrage, dagegen blieb Roggen sehr stark angeboten und ohne Interesse. Futtergetreide war nicht angeboten. In Futtermitteln bestand zwar noch Nachfrage, sie war aber unter dem Eindruck der wärmeren Witterung nicht mehr so dringend. Angebot in hochwertigen Futtermitteln fehlte jedoch weiterhin. Melassemischfutter konnte man ausreichend haben. Das Mehlgeschäft blieb schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 208, W XIII 212, W XVI 216, Roggen R IX 168, R XIII 172, R XV 176, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170/ G XI 173, G XII 175, Hafer H XIII 168, H XIV 170, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasseroerladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02, Roggenkleie R XIII 10,08, R XV 10,32, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt und gebündelt 5 bis 5,40 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. März. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraustrieb: 77 Rinder (9 Ochsen, 15 Bullen, 32 Kühe, 21 Färsen), 1026 Kälber, 113 Schafe, 392 Schweine. Es kosteten: Kälber 26 bis 55 Mark, Hämmel 35 bis 38, Schafe 25 bis 34, Schweine 45 bis 52 Mark. — Marktverlauf, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. 93 nach 92,75. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,65, 5,5proz. Pounganleihe 102, 7proz. Stahlverein-Bonds 99,13, 4,5proz. Franks. Pfdbr. Bank KO. IV 95,25, 4proz. Ungar. Goldrente 7,25, Commerzbank 83,25, Schweinemarkt in Nidda. $ Nidda, 27. März. Zum heutigen Schweinemarkt waren 302 Ferkel aufgetrieben. Nach anfänglicher Zurückhaltung der zahlreich erschienenen Käufer entwickelte sich lebhafter Handel, so daß kaum Ueberstand blieb. Als Preise wurden festgestellt: für Ferkel im Alter von 6 Wochen 20 bis 22 Mark, von 8 bis 10 Wochen 24 bis 26 Mark, von 10 Wochen und darüber 30 bis 32 Mark. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 27. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Bis sechs Wochen alte Tiere 14 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark. Der Handel war sehr lebhaft. Es verblieb ein geringer Ueberstand. 26 | 7,4 7 10,65 8,25 Für Staatsfeinde nur noch Höchststrafen. LPD. Worms, 27. März. Es gibt immer noch Menschen, die glauben, durch Verbreitung verleumderischer Behauptungen oder Schriften den nclliorml- sozialistischen Staat und die Volksgemeinschaft untergraben zu können. Ihnen wird in Zukunft mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu Leibe gegangen, nachdem der neue Staat,zwei Jahre Milde walten ließ. Bei der Sitzung des Hessischen Sondergerichts in Worms betonte Staatsanwalt Weinheimer, daß er in Zukunft gegen solche Wühlmäuse nur noch die gesetzliche H ö ch st st r a f e, in Fällen kommunistischen Landesverrats und Hochverrats die zulässige Todes st rafe beantragen werde. Bis zum Jahre 1933 war der Angeklagte A. Tschibolski aus Worms Mitglied der SPD. Er hatte im Januar d. I. eine staatsfeindliche Zeitung weiterverbreitet, wofür er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ein „Ernster Bibelforscher", der 26jährige I. Degen aus Lorsch, hatte Schriften der verbotenen Vereinigung der „Ernsten Bibelforscher" vertrieben und wurde, da sein Vergehen vor dem letzten großen Prozeß gegen die Bibelforscher aus Worms lag, ausnahmsweise nur 3U. einem Monat Gefängnis verurteilt, zumal der Beschuldigte bisher unbestraft war. Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 550: Devisenrechtliche Vorschriften über Abschreibungen und Rückstellungen auf Forderungen geaen Ausländer. Behandlung von Preisnachlässen. 551: Bestimmungen über die Liquidierung der Einfuhr nach Rumänien nach dem 10. März 1935. 552: Postalische Vorschriften in Schweden für die Behandlung von Paketen mit Filmen und Zelluloid. 553: Erleichterungen für nach Ungarn einreisende Kraftwagenfahrer. 554: Liste der erhöhten italienischen Einfuhrkontingente für Rohstoffe. 555: Devisenvorschriften im Versicherungsverkehr. 93,75 103 103.75 93,25 ! 123,5 j 89,75 I 81,13 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 26 3 | 27.3 97,5 99,9 100,25 97,5 97,5 105.9 Elektr. Lteferungsgeiellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6 7i Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert S Co...............4 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Co.............. 7 lüt.15® E . J?4 Veila^" * Notierung der konvertierten öffentlichen Anleihen ab 1. April. Die unter das Zinsermäßigungsgesetz bei öffentlichen Anleihen vom 27. 2. 1935 fallenden und seit dem 11. 3. 1935 an der Berliner und Frankfurter Börse als 4^-proz. einschl. Bonus gehandelten Wertpapiere werden vom 1. 4. 1935 ab mit Stückzinsenberechnung zu 4% v. H. ausschl. Bonus notiert. Bis zum 31. 3. 1935 einschl. sind die Stücke mit dem bisherigen Satz zu berechnen. Der Kurs erfährt einen Abschlag von 2 v. H. Bei allen vom aleichen Tage ab getätigten Geschäften hat der Käufer dem Verkäufer bis zur Fälligkeit des Kupons, mit dem der Bonus gezahlt wird, die 2 v. H. zu vergüten. Alle in diesen Wertpapieren laufenden Limite erlöschen mit Ablauf des 31.3.1935. * Vereinigte Stahlwerke A G., Düs- iseldorf. In der HV. wurde von Generaldirektor Dr. V o e g I e r darauf hingewiesen, daß sich die Ertragsverhältnisse bei den Betrbebsgefellfchaften und den sonstigen Beteiligungen nach den vorliegenden Ziffern für das Zwischengefchäftsjahr (1. 4. bis 30. 9. 1934) nicht ungünstig gestaltet haben. Die Verwaltung habe es für ihre Pflicht gehalten, durch Erhöhung der Abschreibungen das Unternehmen zu stärken, und sie schlage deshalb vor, den nach diesen Abschreibungen sich ergebenden Reingewinn von 8,88 Mill. Mark zuzüglich des Gewinnvortrages in Gesamthöhe von 23,7 Mill. Mk. vorzutragen. Ueber die Geschäftslage im laufenden Geschäftsjahre führte Dr. V o e g I e r sodann u. a. aus, daß sich diese produktions- und ergebnismäßig bisher im allgemeinen weiterhin in ruhig aufsteigender Linie entwickele. Falls die Geschäftsbelebung im gegenwärtigen Umfange anhalte, werde die Gesellschaft wohl in der Lage sein, im Rahmsn der gegebenen Verhältnisse für 1934/35 einen angemessenen Gewinn auszuweisen. Die Ausfuhr der hochstehenden Sondererzeugnisse des Konzerns habe sich besonders günstig gestaltet. Die Aussichten für die nächsten Monate seien nicht ungünstig. Die GV. genehmigte den Abschluß. Hhein Mamifche Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 27. März. Bei freundlicher Grundtendenz verkehrte die heutige Börse in uneinheitlicher Haltung. Der Abschluß der Berliner Besprechungen befriedigte allgemein, eine stärkere Anregung ging aber nicht aus, zumal anderseits die unsichere Haltung des Belga als störend empfunden wurde. Auch das Urteil im Memelprozeß wurde stark erörtert. Vom Publikum lagen nur wenig Aufträge vor, auch die Kulisse ist mit Eigengeschäften sehr zurückhaltend geworden. Die ersten Kurse am Aktienmarkt lagen überwiegend etwas niedriger, später setzten sich dann meist leichte Besserungen durch. In einigen Papieren erfolgten im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Quartalsultimo kleine Abgaben. Etwas Interesse zeigte sich am Elektromarkt für AEG. mit 37,40 bis 38 (37,40), ferner waren Siemens bei kleinen Umsätzen auf 149 bis 150 (148) erhöht. Leicht befestigt waren noch Schuckert mit 102,50 bis 103,50. (102,75), Gesfürel mit 120,40 (120), dagegen büßten Licht & Kraft 1,50 v. H. und Deutsch-Atlan- ten-Telegraph 1,25 v. H. ein. Sehr fest lagen erneut Chade-Aktien auf feste Schweizer Kurse: A bis C 233 (229), Lit. D besonders stark forciert auf 231 (224). Montanaktien eröffneten zumeist schwächer, so Stahlverein mit 82,13 (82,75), Mannesmann mit 81,13 (81,50), Klöckner mit 88,75 (89,50) und Buderus mit 93,50 (94,40). Besonders schwach lagen Rheinstahl mit 103,50 nach 105,25. Höher waren noch Harpener mit 103,13 (102,50). Am Chemiemarkt gingen IG. Farben anfangs auf 143 (143,75) zurück, später waren sie auf 143,50 erholt. Deutsche Erdöl verloren 0,65 v. H., Metallgesellschaft 0,75 v. H., Goldschmidt 0,50 v. H., Scheideanstalt lagen behauptet. Von Schiffahrtswerten gaben Nordd. Lloyd 0,90 v. H. nach, Hapag blieben mit 34,25 gehalten; das Geschäft ist stark zusammengeschrumpft. Sonst eröffneten u. a.: Deutsche Linoleum 151,13 (152,25), Daimler 93,25 (93,75), Zellstoff Aschaffenburg 81 (81,65), aber Waldhof unverändert 115. Etwas höher waren Reichsbank mit 159,25 (158,90). Hanfwerke Füssen, AKU. und Feinmechanik Jetter lagen unverändert. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft klein. Es eröffneten Altbesitz mit 111,65 (111,70), späte Reichsschuldbuchforderungen mit 98 (97,90), Zins- vergütungsscheine mit ca. 91,30 (unv.), Kommunal- Umschuldung ließen dagegen weiter etwas nach. Im Verlauf blieb die Haltung uneinheitlich. Weiter erhöht waren AEG. auf 38,40, Siemens auf 152 nach 150. Im übrigen waren die ersten Kurse wenig verändert. Höher bezw. etwas erholt waren noch Stahlverein mit 82,65, Nordd. Lloyd mit 35,40 nach 35,13. Im weiteren Verlauf ergaben sich indes meist Rückgänge, so bei Siemens auf 151, AEG. auf 38,13, Stahlverein auf 82. Chade A bis C zunächst bis 234, dann 232. Rheinstahl blieben auf der ermäßigten Basis von 103,50 behauptet. Am Kassamarkt waren Franks. Hyp. Bank-Aktien angeboten 97 (98,50). Am Rentenmarkt erfuhr das Geschäft bei ebenfalls uneinheitlicher Kursgestaltung keine Ausdehnung. Etwas schwächer lagen 6 v. H. Stahlverein mit 98,90 bis 99 (99,25), 5 v. H. do. mit 96,75 (97), Zinsvergütungsfcheine mit 91,20 (91,30). Am Pfandbriefmarkt ergaben sich bei kleinen Umsätzen nur minimale Veränderungen. Stadtanleihen lagen behauptet. Von fremden Werten notierten Anatolier mit 34,50 (34,25) und 4 v. H. Goldmexikaner mit 7,35 (7,25) etwas höher. — Tagesgeld war gefragt und wurde auf 3,25 v. H. (3 v. H.) erhöht. Wegen Beleidigung des heutigen Staates wurde der 68jährige Konrad Schäfer aus Grünberg unter Anwendung des § 51 Absatz 2 an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu 5 0 Mark G e l d.st r a f e verurteilt. Das Gericht befaßte sich sodann mit einem Autofahrer K. aus Friedberg wegen fahrlässiger Tötung. Der Verhandlung lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 11. Januar dieses Jahres befand sich der Angeklagte, nachdem er vorher in einem hiesigen Lokal abgestiegen war, auf der Heimfahrt nach Friedberg. Auf der rechten Seite der Frankfurter Straße ging ein 15 Jahre alter Junge aus Klein- Linden mit feiner Schwester in Richtung Klein- Linden. Die Schwester ging auf dem Bürgersteig, während der Junge auf der Fahrbahn, jedoch unmittelbar am Bürgersteig, mit der rechten Hand fein Fahrrad schob. Etwa in der Nähe des Anwesens der Fa. Kahl fuhr der Angeklagte mit außerordentlicher Wucht den Jungen an, der mit einem schweren Schädelbruch und einer etwa acht Zentimeter langen Fleischwunde zu Boden stürzte. Der Tod des bedauernswerten Jungen trat auf der Stelle ein. Durch die gestrige Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte einmal zu schnell gefahren ist, zum anderen der wenn auch verhältnismäßia geringe Alkoholgenuß für den Zusammenstoß ursächlich war, da die an und für sich breite Straße sonst keinerlei Verkehr aufwies. Das Gericht erkannte, entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage, auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Vor den Schranken des Gerichts stand dann der schon vorbestrafte W. G. aus Gießen, dem die Anklage Rückfallbetrug zum Vorwurf machte. Der Angeklagte'brachte es fertig, auf raffinierte Weife das Vermögen meist kleiner Leute empfindlich zu schädigen. So ließ er sich unter Vorspiegelung seiner Kreditfähigkeit bei einem Schneider einen Anzug anfertigen, obwohl er genau wußte, daß er wirtschaftlich niemals in der Lage sei, den Anzug zu bezahlen. In einem anderen Falle verkaufte der Angeklagte einem Feldwebel der hiesigen Garnison eine Schreibmaschine. Einige Zeit danach bat er den Käufer, ihm die Maschine zwecks Vorführung einmal zur Verfügung zu stellen. Der Angeklagte brachte die Maschine jedoch nicht wieder zurück, sondern verkaufte sie an .einen Dritten. Aehnlich verfuhr er mit einer Frau, der er seinen Staubsauger verkaufte, diesen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wieder an sich brachte und weiter verkaufte. Der ersten Käuferin übergab er den ihm von der Fabrik zur Verfügung gestellten Vorführungsapparat. Die Frau mußte diesen Apparat jedoch der Firma zurückgeben und außerdem den Kaufpreis ihres ursprünglich abgeschlossenen Kaufes zahlen, ohne den Apparat erworben zu haben. Abendborfe behauptet. Mangels besonderer Anregungen und mit Rücksicht auf den bevorstehenden Vierteljahres - Ultimo verhielt sich die Kulisse auch an der Abendbörse sehr abwartend. Auch von der Kundschaft lag nur kleine Nachfrage vor. Das Geschäft erreichte auf keinem Marktgebiet besonderes Ausmaß. Die Stimmung blieb indes freundlich, und die wieder leicht erholten Mittagsschlußkurse blieben gut behauptet. Montan- werte allerdings bröckelten gegen den Berliner Schluß meist bis 0,25 v. H: ab, Stahlverein konnten sich unter dem Einfluß der Ausführungen auf der heutigen GV. voll behaupten. Ehade-Aktien waren wieder etwas gefragt und höher, so A—C mit 229,50 (228) und D mit 227 (225). Etwas schwächer lagen Daimler-Motoren, auch Adlerwerke Kleyer gingen auf 92 nach 92,75 zurück. Am Rentenmarkt herrschte bei unveränderten Kursen Geschäftsstille. Etwas höher tagen 4,5proz. Stadt Mainz v. 26 mit Damit ist die Erziehung zum deutschen Volkstum klar und deutlich gekennzeichnet. Damit strömt der frische Quell turnerischen Duns und Denkens in die Bahn des heutigen auf die Volkstumswerte umgebauten Staates. Und damit wird die vom Führer an dem Tag von Potsdam dem deutschen Leben wiedergegebene Richtschnur befolgt: „Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens: Unser Volkstum und die ihm gegebenen Kräfte und Werte". Alle Turner und Turnerinnen und Sportler sollen sich in echtem deutschen Geist zusammenfinden in der großen Erziehergemeinschaft des Reichsbundes für Leibesübungen, die — nach den Worten des Reichssportführers von Tschammer und Osten — „eine verschworene Gemeinschaft von Männern und Frauen werde, die in der Einsatzbereitschaft für Ehre und Freiheit des nationalsozialistischen Staates vorbildlich fein müssen". Turner und Turnerinnen, ihr wißt von den sogenannten völkischen Aussprachen auf allen kommenden Turnfesten. Sie sollen ein Bild ergeben, inwieweit ihr in Adolf Hitlers und Jahns Ideen lebt und gefördert seid. Wohlan, seid auf dem Plan! Zeigt den festen Willen, an euch zu arbeiten, um vollwertige Glieder in der deutschen Volksgemeinschaft zu werden, die bestehen muß, wenn unser heißgeliebtes Vaterland in Ehren und Frieden leben soll! Die Jahnschen Turngesetze verlangen weiter: Höchste Gleichmäßigkeit in der Aus- und Durchbildung des Körpers. „Nicht der Einzelturner, nicht der Spezialist, ist das Ziel der 'Ausbildung, sondern der in allen Sätteln gerechte wehrhafte Jüngling und Mann." Und das ist gegenwärtig besonders wichtig und geradezu notwendig, da durch die Wiedereinführung der All gemeinen Wehrpflicht am 16. März der Militärdienst eine Angelegenheit des gaftzen Volkes geworden ist. Des weiteren kommt eine erzieherische Aufgabe und ein politischer Auftrag hinzu, was Jahn in die Worte kleidet: „Des deutschen Knaben und Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist es, ein deutscher Wann zu werden, und geworden, zu bleiben; um für Volk und Vaterland kräftig zu wirken. Alle Erziehung aber ist nichtig und eitel, die den Zögling in dem öden Elend wahngeschaftener Welt- büraerlichkeit als Irrwisch schweifen läßt, und nicht im Vaterlande heimisch macht. Wer wider die deutsche Sache und Sprache freventlich tut oder verächtlich handelt, in Worten und Werken, heimlich oder öffentlich, — der soll erst ermahnet, bann gewarnt, und so er von feinem undeutschen Wesen nicht abläßt, vor jedermann vom Turnplatz verwiesen wer- den. Keiner darf zum Turnplatz kommen, der wissentlich Verkehrer der deutschen Volkstümlichkeit ist, und Ausländerei liebt, lobt, treibt und beschönigt." Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Schluck. Abend- börse 27 3 AN Haus der Nebenundzloanzi orale Vertreter v Fieq über die e mat Wales dar nm WW61 Ue traditionelle wRlKF Liren), LMO Mer Vertreter Wadstone latei roon den M Mschusters, liege die ft Meiler Klasse französischen u M Lloyd Geoi Watte war go Migleit". 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Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener Datum 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 -t!4°<>Rumän.veretnl>.Rentev.1913 4% Rumänische verclnh. Rente .. 2 7t% Anatolier ............... turfl börse Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. O Ilse Bergbau ...............8 3Ife Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke .............2% Mannesmann-Röhre« O Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 26.3 27-3 26 3 27 3 Mansfelder Bergbau....... . 8 97,5 96,5 97,5 96,4 Kokswerke................ . 5 — — 105 105 Phönix Bergbau........... . 0 — — — — Rheinische Braunkohlen .... 12 208,5 207,65 208 210 Nheinstahl................ S'/r 105,25 103 105 103 Vereinigte Stahlwerke...... . 0 82,75 81,75 82,65 81,65 Otavi Minen ............. .. O 12 12 12 12 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 107 108,5 107 Kaliwerke Westeregeln...... . -5 109 109 110 109 Kaliwerke Salzdetfurth..... 17z 147 149 147,5 149,5 I. G. Karben-Industrie..... 143,4 143,25 143,25 Scheideanstalt............. .. 9 209 209 — —— Goldschmidt .............. .. O 101 100,25 100,75 100 Rütgerswerke............. .. 4 — 107,5 107,5 108 Metällgesellschaft........... .. 4 95,75 94,5 95,75 94,75 Philipp Holzmann ......... .. O 89,5 89 89,75 89 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 119,25 118,9 - Cementwerk Karlstadt....... .. 4 — - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 104 103,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 54,5 54,65 54,65 54,9 Bembcrg................. .. 0 116,5 116 116 — Zellstoff Waldhof .......... .. O 115 115 115 114,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 81,65 31,5 81,5 81,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 124,75 124,75 Daimler Motoren.......... .. 0 93,75 94,13 93,5 94,4 Deutsche Linoleum......... .. 6 152,25 150,75 152 151,5 Orenstein & Koppel ........ .. O — — 89,5 89,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 37 36,65 36,65 36,75 Chade .................... .. 0 229 229,5 228 228 Accumul atoren-Fabrik...... . 12 157,5 158,5 157,75 159,25 Conti-Gummi............. .. 8 155,5 155,5 155,75 156 Gritzner.................. .. 0 | 38,4 I 38 1 38 1 37,5 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. < 94,5 94,5 — — Süddeutscher Zucker....... .. e 1 165,25 l 166,5 1 165 1 166 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurü Schluß!. Millag« börse Datum 26 3 27-3 26-3 27 3 26. März 27-März Amtliche Notierung Geld | Ärief Amtliche Notierung Geld | Brief 0,658 0,662 0,658 0,662 58,17 58,29 58,17 58,29 0,201 0,203 0.201 0,203 3,047 3,053 3,047 3,053 53,14 53,24 53,29 53,39 81,22 81,38 81,24 81,40 11,895 11,925 11,935 11,965 5,255 5,265 5,275 5,285 16,41 16,45 16,41 16,45 163,20 163,54 168,20 168,54 20,72 20,76 20,72 20.76 0,697 0,699 0,699 0,701 5,649 5,661 5,649 5,661 59,81 59,93 59,99 60.11 48,95 49,05 48,95 49,05 10,80 10,82 10,83 10,85 61,36 61,48 61,54 61,66 80,72 80,88 80,72 80,88 33,98 34,04 34,02 34,08 10,39 10,41 >0.39 10,41 — - — — — 2,488 2,492 Banknoten 2,491 2,495 8,25 8,25 — 4,7 4,45 4,5 6,75 6,75 6,65 4,2 4,13 4,1 34,25 34,5 34,7 34,25 34.65 34,5 —— — 28,5 36 35,65 35,9 81,75 81.5 81,13 109 109 83,4 83,25 83,5 84,75 85 84,75 84,75 85 84,75 158,9 159,25 159,25 37.4 38,65 37,13 140,65 139,75 140,75 109,25 109,75 110 122,5 121 122,5 88,75 88 88 120 120 120 113 113,25 115 — — — 102,75 103,5 102,5 148 150 147,75 122,5 122,5 123 94,4 93,5 94,65 103,65 103 103,5 — — — 102,5 103,5 103 — — 93,9 149 —— 149 123,9 124 124 89,5 89,5 90,25 82 81 81,9 Anslos.-Nechten .....:....... 4l/i% Deutsche Reichsvostschatzan, Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8»/o Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ *7i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 67i% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... *7i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. 91.6 Oberhessen 'Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Geld Brie' 2,443 2,463 52,40 52,70 53,08 53,30 11,90 11.94 16,36 16,42 167,78 168,46 20,46 20,54 59,83 F0'07 ___ 61,33 C1,57 80,39 61,71 33,55 R0,69 — 33^