Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /Mr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 60Rpf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimatim Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 M 50 Srft-s Blatt 185. Mrgang Vonn-r-tag, 28.8-bn.ar 1955 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzer- gen5Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Dru, „s M„IW -an,. >° ,ur deutschen Saar Bürckel und seinen Mitarbeitern, die alle den zur hrttfpn. dem Saaraeblet nach heil Hitler! zur dere auch Ge;.: Müller - Scheid Gaupropagandaleiler. * und ihr großes deutsches Vaterland. Im Namen der Deutschen Front wies Stadtverordneter Hillenbrand darauf hm, daß m we- nichen Stunden das Regime des Völkerbundes fern Ende habe, das der Friedensvertrag dem Saarvolk aufqezwungen habe. Saarbrücken habe f ich n r e- m a l s un't erfrieren lassen. Es habe seinen kerndeutschen Charakter durch alle Stürme bewahrt und könne daher mitreinemSchildins Vaterland zurückzukehren. Auch er sei überzeugt, daß Saarbrücken in Zukunft em festes Bollwerk im Süd west en Deutschlands bleiben werde. 200000 Mark für notleidende Volksgenossen im Saargebiet. Berlin. 28. Febr. (DNB. Funkspruch). Der Reichspropagandaleiter der NSDAP.» Reichsminister Dr. Goebbels, hat an Gauleiter Bürckel folgendes Telegramm gerichtet: Die nationalsozialistische Bewegung begrüßt ihre heimkehrenden Brüder und Schwestern von der Saar am Tage der Rückgliederung mit einem Bekenntnis zum deutschen Sozialis- m u s. Ich stelle Ihnen, lieber Parteigenosse Bürckel, aus Mitteln der Reichspropaganda- t e i Lun g für die notleidenden Bolksgenoffen im S^argebiet den Betrag von 700 000 RM. zur Beifügung. Noch keine deutsche Regierung konnte mit einem so einheitlichen Dolkswillen hinter sich diesen Kampf aufnehmen, aber auch keine deutsche Regierung hat vielleicht so viel gefühlsmäßige W i d e r st ä n d e im Auslande gefunden wie die Regierung Adolf Hitler. Wer diese letztere Tatsache zu einem Vorwurf machen wollte, vergißt eine der Grundthesen der großen Politik seit dem Ausgang des Weltkrieges. Jede innere Erstarkung Deutschlands mußte zwangsläufig zu einer Verstärkung der Widerstände von außen führen. Uns bleibt die Hoffnung, daß sich das Ausland auf die Dauer abfinden wird mit der Tatsache, daß das deutsche Volk von 1933 nicht mehr dasselbe ist wie in den vergangenen Jahren und daß sich der Gedanke international durchsetzt, daß auf die Dauer gegenüber dem Wehrwillen Deutschlands auch die gewandtesten diplomatischen Kniffe nichts nützen werden. Andererseits konnten nur politische Narren erwarten, daß nach der Machtergreifung durch den Führer der nationalsozialistischen Bewegung der Versailler Vertrag mit seinen scharfen militärischen Bindungen plötzlich verschwinden werde. Der Soldat kennt die Schwierigkeit des Abrüstungskampfes und weiß, daß er auch jetzt nicht in kürzester tfrift eine Befreiung von allen Fesseln erwarten kann. Dankbar und mit erleichtertem Herzen hat die Wehrmacht das Abrücken von Genf begrüßt und hofft, daß in ehrlichen Verhandlungen von Staat zu Staat die Versailler Fesseln von ihr genommen werden. Es gibt keine Wehrpolitik im luftleeren Raum und internationale Bindungen irgend welcher Art werden auf Militär- volitischem Gebiet immer bestehen. Auch bei einem heut noch nicht abzusehenden, aber schließlich doch günstigen Ende der Verhandlungen um Deutschlands militärische Sicherheit werden wir nicht in der Lage sein, unsere Wehrverfassung völlig nach eigenem Willen zu gestalten. Es ist zwar ein unabänderlicher Teil unserer Forderungen, daß bei allem Streben nach Vereinheitlichung der Wehrsysteme die besonderen Verhältnisse jedes Landes und Volkes zu berücksichtigen sind. Aber eine völlige innere Freiheit in der Neugestaltung einer deutschen Wehrmacht wird auf absehbare Zeit nicht zu erreichen sein. Trotzdem ist es Pflicht, sich Gedanken zu machen über die Eingliederung der > Wehrpolitik in den Rahmen der Gesa mtpolitik. Ein Staat, der auf völlig neue weltanschauliche Grundlagen gebaut werden muß, kann nicht vorübergehen an dem Teil der Volitik, dem der Schutz dieser Neugestaltung zufällt, an Oer Konflikt um Ostafrika. Kein Fortgang der Verhandlungen. - Gegenseitige Beschuldigungen. ertönen. Ebenso seht zu dieser Zeit das einstündige Glockengeläut der Kirchen ein. * Der Reichs- und preußische Mini st er des Innern hat für die Rundfunkübertragung der Rückgliederungsfeierlichkeiten im Kreisständehaus zu Saarbrücken am 1. März 1935 9.30 Uhr gemeinsamen Rundfunkempsang für alle Angehörigen der Landesregierungen und der Behörden seines Geschäftsbereiches angeordnet. Im übrigen soll der Dienst wie üblich stattfinden. Eine weitere Benachrichtigung erfolgt nicht. Die übrigen Reichsressorts und die Reichsstatthalter smd gebeten worden, für ihren Geschäftsbereich dieselben Anordnungen zu erlassen. Bei der Heimkehr derSaar eine Minute Schweigen in ganz Deutschland. Am l.Rlärz um 10.15 Uhr wird im Saargebiet die erste deutsche Flagge gehißt werden. Ganz Deutschland soll in demselben Augen- blick in Freude und Dankbarkeit die Häuser in festlichster Weise beflaggenundschmücken. Außerdem sollen eine Minute lang die Sirenen der Fabriken und Schiffe ertönen und die Glocken aller Kirchen mit einem einsiündigen Freudengeläut beginnen. Ebenso tritt um 10.15 Uhr allenthalben im Deutschen Reich und an der deutschen Saar eine Verkehrs stille von einer 2H i nute ei n. Auch in den Betrieben wird die Arbeit für eine Minute ruhen. (In schwierigen Fällen entscheidet der Vetriebsführer über die Möglichkeit.) Diese Pressemitteilung gilt als Benachrichtigung aller in Frage kommenden Stellen. Berlin, 27.Febr. (DRV.) Reichsinnenminisler Dr. Frick wird aus Saarbrücken um 10.15 Uhr vor der feierlichen Flaggenhissung über den Rundfunk eine kurze Ansprache an das deutsche Volk richten. Auf das hierauf folgende Kommando „hißt F l a g g e !" erfolgt auch im Reich die allgemeine Beflaggung. In demselben Augenblick wird eine Verkehrs stille von einer Minute Eintreten. In der gleichen Zeit werden in ganz Deutschland die Sirenen aller Fabriken und Schiffe Saarbrücken. , .,, 13.00 —15.00 Uhr aus Saarbrücken: Horbencht vom Aufmarsch. 19.00 — 20.00 Uhr Reichssender Stuttgart: Der V;eg zum 1. März. h 20.00 — 21.30 Uhr Reichssender Frankfurt: K u n o- gebung aus Saarbrücken. — Es sprechen der Stellvertreter des Führer JtuDoif Heß, Reichsminister Dr. Goebbels uno Reichskommissar Bürckel. 22.00 — 1.00 Uhr Reichssender Frankfurt: Musik und Hörberichte aus Saarbrücken. Oie Ssar-Zielfahrt des OOAC Berlin, 27. Febr. (DNB.) Der Aufruf des Präsidenten des DDAC. Günther Freiherr von E g l o f f st e i n , sich an einer Zielfahrt am Tage der Heimkehr der deutschen Saar zu beteiligen, hat in allen deutschen Gauen ein gewaltiges Echo gefunden. Innerhalb ganz kurzer Zeit sind über 200 Meldungen eingelaufen, d. h., daß nahezu 500 Volksgenossen aus allen Oie Wehrmacht im neuen Staat. II. Das führt zu einer Zukunftsbetrachtung über die Wehrmacht im neuen Staat. Ehe die Fragen der inneren Organisation einer deutschen Wehrmacht gestreift werden, erscheint es notwendig, auf dem großen Kampf der deutschen Regierung und des deutschen Volkes einzugehen, der um die Frage der Abrüstung, oder besser gesagt, für uns um die Frage der Sicherheit und der Gleichberechtigung Deutschlands ge- ührt wird. In diesem Kampf hat die nationale Revolution insofern eine erhebliche Verbesserung unserer Lage herbeigeführt, als die Auseinandersetzungen über Abrüstung, Sicherheit und Gleichberechtigung in Deutschland ein Ende gefunden haben. Der Kampf gegen den Pazifismus, vor allem gegen den landesverräterischen Pazifis- mus, aber auch gegen die ideal eingestellten Verfechter des Gedankens eines ewigen Friedens zwischen den Völkern hatte starke Kräfte gebunden, die nun frei geworden sind und mit eingesetzt werden können in dem internationalen Ringen um diese Frage. Für die deutsche Wehrmacht ist es eine Selbstverständlichkeit, daß fie ein Mittel d e r politischen Führung bleibt und niemals eine eigene Politik zu führen hat. Die ehrlichen Beteuerungen des Friedenswillens entsprechen durchaus dem Verantwortungsbewußtsein des deutschen Soldaten, der weiß, daß die Aufgaben Deutschlands nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen zu suchen sind, sondern im friedlichem Aufbau eines neuen Staates auf nationalsozialistischer Weltanschauung und in erster Linie in einer Besserung der Wirtschaftslage, vor allem in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Aber das Ringen um die deutsche Sicherheit rührt an einer der stärksten Le- , bensfragen des deutschen Volkes. machung lediglich durch die Schaffung einer neutralen Zone, lieber diese Forderung verhandele man nunmehr schon seit bald drei Monaten. Es wäre jetzt wohl an der Zeit, daß Abessinien seinen abermals betonten Friedenswillen durch d i e Tat beweise. Truppenverschiffungen durch Sturm verhindert. Rom, 27. Febr. (DNB.) Der große italienische Dampfer „Leonardo da V i n ci", der von Messina die Ausreise nach Ostafrika antreten sollte, konnte wegen des furchtbaren Gewittersturmes nicht ausfahr en. Der Sturm war so stark, daß der van Neapel kommende Dampfer nur nach langen Manövern schließlich in den Hafen einfahren konnte. Während des Festmachens zerriß der Sturm die beiden ersten Haltetaue, so daß die „Leonarda da Vinci" mit einem benachbarten Dampfer zusammenstieß, ohne jedoch ernsten Schaden zu nehmen. Bei dem anhaltenden Sturm konnte die Einschiffung von Truppen und Material nicht durchgefuhrt der Wehrpolitik. Das Studium der Wehrverfassungen und der Heeresarganisationen ist im alten Deutschland gegenüber dem Studium taktischer und strategischer Fragen oft vernachlässigt worden. Dieses Gebiet ist durch das uns aufgezwungene volksfremde Wehrsystem erst nach dem Kriege wieder recht aktuell geworden. Wer sich mit Wehrverfassungen und wehr- organisatorischen Fragen der Vergangenheit beschäftigt, stößt immer wieder auf den einen Grundsatz, daß das Wehrleben eines Volkes nicht herausgerissen werden kann aus dem Gesamtleben von Volk und Staat. Römische Söldnerheere entsprachen der gesamten politischen Gestaltung des römischen Kaiserreichs. Das altgermanische Volk war ein wehrhaftes Volk an sich. Die Einzelkampfer und Einzelheere der mittelalterlichen Zeit sind ein getreues Spiegelbild der politischen Zerrissenheit, aber auch ein Zeichen des Lebensgedankens. Die Landsknechtscharen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit sind eine Form, die dem politischen und weltanschaulichen Bild dieser Zeit durchaus gleichL Die volksfremden Regimenter der bann folgenden Zeiten entsprechen dem Absolu- Die letzte Saarbrücker Stadtverordnetenversammlung vor der Rückgliederung. Saarbrücken, 27. Febr. (DNB.) In der heu- tigen voraussichtlich letzten Sitzungder jetzigen Saarbrücker Stadtverordnetenversammlung wurde der Haushaltsplan für 1935 verabschied e t. Bei dieser Gelegenheit gab Oberbürgermeister Dr. Neikes einen kurzen Rückblick auf die Erlebnisse der letzten 15 Jahre. Er betonte, daß die fremde R e g i e r u n g s k o m m l s s l o n es für ihre besondere Aufgabe gehalten habe, alle zwischen dem Saargebiet und dem Reich bestehenden Verbindungen, zu lösen. Sehr oft seien Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung genötigt gewesen, sich gegen rechtswidrige Maßnahmen dieser Regierung zur Wehr zu setzen, und sehr oft sei dieser Gegenwehr der Erfolg nicht versagt geblieben. ., . . Wenn das Jahr 1935 auch ein schwieriges Uebergangsjahr sein werde, so stehe demgegenüber, daß Saarbrücken jetzt in eln grotzes Wirtschaftsgebiet 3»ruck kehre mo man bereit sei zu h e l f e n, wenn Hilfe not tue. Schon jetzt könne man deutlich feststellen, daß die saarländische Wirtschaft eine starke B el e b u n g erfahren werde. Man habe volles Vertrauen h e u t i g e n R e i ch s l e i t u n g und msbeson- zu dem'Führ er des Deutschen Reiches, aoer zu dem Saarbevollmächtigten Gauleiter Eine feierliche FnedenserMung Abessiniens. Rom, 27. Febr. (DNB.) Der abessinische Ge- , schäftsträger l)at auf Grund eines Schreibens des Kai ers von Abessinien vor der internationalen Presse „in diesem — wie er sagte — ernsten Augenblick der Geschichte Abessiniens und Aettoplens folgende feierliche Erklärung verlesen: Als Vertreter meines kaiserlichen Herrn Halle Se'iassie schwöreichbeim ein e r E hre un d bei der Ehre meiner Nation, daß die Regierung von Abessinien niemals daran gedacht hat und niemals daran denkt, die beiden benachbarten italienischen Kolonien Somali und Eritrea mit den Waffen anzugreifen. Diese Erklärung ist bereits von meinem kaiserlichen Herrn persönlich und brieflich S. M. dem K ö n i g von Italien und dem Chef der italienischen Regierung, S. Exz. Benito Mussolini, gegeben worden. Trotzdem fährt die italienische Regierung fort Truppen zu mobilisieren und sie mit vielem Kriegsmaterial in die beiden italienischen Kolonien zu entsenden, die Nachbargebiete Abes- siniens sind. Diese ernsten militärischen Maßnahmen werden von der italienischen Negierung jedesmal als Verteidigungsmaßnahme begründet mit dem Zweck, die Sicherheit und Unversehrtheit der beiden italienischen Kolonien zu schützen. Ich muß daher hier erneut sagen, daß sich Italien diese Verschiffungen von Truppen und Kriegsmaterial nach Eritrea und Somali ruhig sparen kann, da Abessinien weder die Absicht noch den Willen hat, sie anzugreifen. Abessinien verlangt, in Frieden und Freundschaft mit den drei großen Nationen zu leben, die Grenznachbarn Abessiniens sind, also auch mit Italien Wir haben mit Italien einen Freundschafts-, Schlichtungs- und Schiedsvertrag. Die- em Vertrag will Abessinien treu ’ bleiben. Er bietet Mittel und Wege, um alle nach dem schweren Zwischenfall vom 5 Dezember 1 v. I. entstandenen Fragen für beide Teile friedlich und ehrenvoll zu lösen. Mein erlauchter kaiserlicher ! fierr ist und bleibt dem Völkerbund, der uns direkt mit der Kultur des Abendlandes verbindet, Gebieten des Reiches z... mit dem Kraftwagen kommen, um mit ihren Brudern an der Saar den Tag der Heimkehr festlich zu begehen. Die Zielfahrer treffen am 1. Marz um 10.30 Uhr in dem früheren Grenzstadtchen Bruche ein. Von dort erfolgt um 11 Uhr die geschlossene Einfahrt nach Saarbrücken, wo die Zielfahrer an den Festlichkeiten teilnehmen werden. IHM m» Aus«. besonderen Ehrgeiz hätten, dem Saargebiet nach den langen Jahren des politischen Kampfes zu He fen Man werde damit rechnen können, daß unmittelbar nach dem 1. März auch im (Saargebiet die aroße Arbeitsschlacht beginnen werde. Die Bevölkerung Saarbrückens freue sich, daß sie letzt wieder frei arbeiten könne für ihre Heimat treu verbunden." 3tolien will Taten sehen. 3t o m , 27. Febr. (DNB.) Zur Friedcns-rklarung des abessinischen Vertreters wird in italienischen Kreisen ausgesührt, daß die Tatsachen das Gegenteil zeigten. Darin sei auch der eigentliche Grund für die von Italien getroffenen vorbeugenden Maßnahmen zu sehen. Die Friedensbeteuerungen Abes- siniens mühten erst durch das tatsächliche Verhalten bewiesen werden. Die Haltung Italiens gegenüber Abessinien und der Lage in den Grenzgebieten sei ganz klar. Die italienischen Wiedergutmachungsansprüche seien im Verhältnis zu dem, was sich ereignet habe, sehr b e d) eib e n Sn Wirklichkeit verlange Italien eine solche Wiedergut- Der Leiter der Reichswirtschafts- kammer erläßt folgenden Aufruf: Nach dem Wunsche des Führers ist der 1-Marz aus Anlaß der Rückgabe der Saar an Deutschland zum nationalen Feiertag erklärt worden: Ich fordere hiermit alle Betriebsführer auf, der Erhabenheit ber großen Stunde zu gedenken und Anordnung zu geben, daß die Dampffirenen ertönen und in all jenen B e tr i e b e n , wo e s sl ch ermöglichen läßt, eine Minute B e - tr ie bsruhe herrscht. (Zeitpunkt etwa 10.15 Uhr.) Der Rundfunk am l.Mrz. Im Rundfunkprogramm des 1. März beziehen sich folgende Programmnummern auf Die Saar- ^6.30 Uhr Reichssender Hamburg: Mo r gen ruf, anschließend „<5 a a r f a n t a t e von S)er- mann Erdlen.' Dichtung von Alfred Thieme. Anschließend aus Saarbrücken. Kranz, niederlegung am Ehrenmal. 8.00 — 8.30 Uhr aus Saarb ^^..^StuttaarU scher Dankgottesdienst (für Stuttgart). 8.00 — 8.30 Uhr ' aus Saarbrücken: evangeUscher Dankgottesdienst (für Frankfurt). 10.15 —10.30 Uhr aus Saarbrücken: Feierliche Flaggenhissung vor dem Regierungsgebäude. Es spricht Reichsinnenminister Dr. Frick. , 11.15Uhr aus Saarbrücken: Feierlicher Staatsakt. Uebertragung der Reglerungsgeschafte durch Reichsinnenminister Dr. F r i dHm Bauleiter Bürckel im Festsaal des Rathauses werden. , Bekoroms m Lindsn. London, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt, der Mangel an Fortschritt bei ber Regelung bes italienisch-abessinischen Streites hübe Die britischen Minister mit Sorge erfüllt. Die britische Regierung bemühe sich, den in Völkerbunds- krei en in Genf entftanbenen Einbruck zu beseitigen, baß irgenbein geheimes Einvernehmen zwischen Großbritannien, Frankreich unb Italien bestehe, auf Grunb besten Italien bei ber Durchsetzung seiner Bebingungen bei Abessinien freie Hand erhalten habe. Der Memellandtag zum siebentenma beschlußunfähig. Ko wn ow, 27. Febr. (DNB.) Der Memellän- bische ßanbtag sollte am Mittwoch roieberum zu einer Sitzung zusammentreten. Es versammelten sich zur festgesetzten Stunbe alle 18 zugelassenen Abgeordneten, währenb bie fünf Abgeord - neten bes litauischen Blocks auch dies- mal fehlten. Der Alterspräsibent eröffnete bie Sitzung unb ließ bie Eingabe an bas Oberste Tribunal gegen bie Manbatsaberkennungen verlesen. Dann verlas ber Schriftführer einen Protest gegen bte verschiedenen künstlichen Behinberungen des Lanbtags. Im Laufe ber Verlesung bieses Protokolls würbe im Zuschauerraum bie litauische Nationalhymne angeftimmt. Den Abgeorbneten blieb nichts anberes übrig, als sich bie Hymne stehenb anzuhören. Dann erschien Polizei, bie bie Zuschauertribüne räumte. Die Abgeorbneten blieben im Saal zurück. Da nur 18 Ab- georbnete anwesenb waren, mußte bie Feststellung gemacht werben, baß ber ßanbtag roieberum, unb iroar zum siebenten Mal, infolge ber Manbatsaberkennungen unb bes Fernbleibens ber Litauer beschlußunfähig war. Morgen hißt das Saarland die Naggen des Reiches. Um 10,15 Uhr spricht der Reichsinnenminister «^Saarbrücken zum Aschen Volk. - Flaggenhissung, Minute des Schweigens und Glockengeläut m ganz Deutschland. 1. 2. 3. b e n j Mitglieder der Landesregierungen; die Staatssekretäre des Reiches und der Länder; die preußischen Oberpräsidenten einschl. des Staatskommissars der Hauptstadt Berlin; eine Klärung der Grundsätze praktische Arbeit leicht ziellos verläuft. So wie heute ein neues Reich gebaut wird, nicht für die nächsten Jahre, sondern für ein Jahrhundert und mehr, so müssen auch die Fundamente gelegt werden für eine Wehrverfassung,- welche die Tagesförderungen überragt und in die Ferne reicht. Das Werk eines Scharnhorst und Doyen hat ein Jahrhundert gehalten und ist Vorbild geworden für die ganze Welt. Das deutsche Volk, dem ein gütiges Schicksal den politischen Führer der Zukunft geschenkt hat, wird auch einst den Meister feiern, der ihm die Wehrform der Zukunft schmiedet. gern, die das Angebot annehmen, ist von den Schuldnern eine einmalige Entschädigung in Höhe von 2 v. H. des Nennbetrages der Schuldverschreibung zu zahlen. Die Ablehnung des Angebotes ist nur wirksam, wenn sie bei dem Schuldner durch schriftliche Erklärung des Gläubigers und unter Hinterlegung der Schuldverschreibung oder Schatzanweisung erfolgt. Den Gläubigern der Reichs schulbbuchfor- de ru n d. h. sie werden in Zukunft nach Eigengewicht versteuert und haben die Vergünstigung zur Ermäßigung der bisherigen Steuer auf die Hälfte. Bei schwer en Lastkraftwagen, soweit sie mit dem 1. April 1935 neu in den Betrieb genommen werden, bleibt es für ein Gewicht bis zu 2500 Kilogramm bei dem bisherigen Steuersatz; bei einem Gewicht über 2 5 0 0 Kilogramm tritt dagegen eine Ermäßigung der Steuer von bisher 30 Mark je 200 Kilogramm auf 10 Mark je 200 Kilogramm ein. Dadurch soll erreicht werden, daß schwere Lastkraftwagen, die im Verhältnis zur Nutzlast einen günstigeren Treibstoffverbrauch haben, in stärkerem Maße als bisher in Betrieb genommen werden. Hieraus wird eine stcrrke Entlastung des Treibstoffbedarfes erwartet. Die A n h ä n g e r st e u e r ist beseitigt worden. Es können also Anhänger in Zukunft beliebig an Kraftfahrzeuge verwendet werden. Ebenso ist die Steuer fürdie roten Kenn- z e i ch e n beseitigt worden. Weiter werden die nichtluftbereiftenKraftfahrzeuge mit den luftbereiften steuerlich gleichge- ft e l l t. Endlich sind die bisherigen Befreiungsvorschriften für Fahrzeuge in landwirtschaftlichen Betrieben erweitert worden. Bisher waren nur solche landwirtschaftlichen Kraftfahrzeuge steuerfrei, die ausschließlich zur Beförderung und zum Antrieb von Arbeitsgerät in landwirtschaftlichen Betrieben verwendet wurden. Dagegen war das Kraftfahrzeug von der Steuer nicht befreit, wenn es zum Transport von Gütern verwendet wurde. Das hatte zur Folge, daß in landwirtschaftlichen Betrieben die Zugmaschinen nicht voll ausgenutzt werden konnten. Um dies zu ermöglichen, unterliegen sie in Zukunft auch der Steuerbefreiung, wenn sie für den Transport von Gütern verwendet werden. ilt als angenommen, gen sind und nach dem 31. Dezember 1937 fällig werden, wird die Herabsetzung des Zinssatzes auf 4 1j2 v. H. mit Wirkung vom 1. April 1935 angeboten. Die Gläubiger, die das Angebot annehmen, erhalten am 15. April 1935 eine einmalige Entschädigung in Höhe von 2 v. H. des Nennbetrages der Schuldbuchforderungen in bar ausgezahlt. Der Entschädigte, für den auf Ersuchen des Reichsentschädigungsamtes oder des Polenschäden-Kommisiars Beträge in das Reichsschuldbuch eingetragen worden sind, die ihm ununterbrochen gehört haben, erhält hierauf, sofern er das Angebot annimmt, a u f Antrag vom 1. April 1935 ab für die Dauer seines Besitzes an Stelle der einmaligen Entschädigung zusätzlich l1/, v. H. Zinsen jährlich. Zu dem Gesetz gab Ministerialrat Bayrhoffer nähere Erläuterungen. Er führte u. a. aus: Planmäßige Maßnahmen der Reichsregierung für eine Erstarkung des Kapitalmarktes und eine organische Senkung des Landeszinsfußes schufen die Möglichkeit, durch das Gesetz über die Durchführung einer Zinsermäßigung bei Kreditan- st a l t e n vom 24. Januar 1935 den Gläubigern und Schuldnern dieser Kreditanstalten eine Ermäßigung des Zinssatzes für langfristige Schuldverhältnisse auf fteiwllllger Grundlage vorzuschlagen. Diesem Appell OieZinssenkung bei öffentlichenAnleihen Oer Inhalt des neuen Konversionsgesehes. H. Leitende Persönlichkeiten des Staates: die R e i ch s m i n i st e r, die Reichs« st a t t h a l t e r sowie die Vorsitzenden und Verschreibungen und Schatzanweisungen, die bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes zur Rückzahlung im Kalenderjahr 1935 ausgelost worden sind. Das Angebot g '' ’ wenn es von den Gläubigern nicht innerhalb einer Frist von zehn Tagen abgelehnt wird. Den Gläubi- der Reichsregierung war ein voller Erfolg befchieden. Die Inhaber von Schuldverschreibungen dieser Kreditanstalten im Gesamtbeträge von rund 8 Milliarden RM. haben sich mit der Herabsetzung auf 4,5 v. H. einverstanden erklärt und damit die Kreditanstalten in die Lage versetzt, eine entsprechende Zinsermäßigung bei ihren Schuldnern eintreten zu lassen. Nachdem nun der größte Teil der mit 6 v. H. und höher verzinslichen Jnhaberschuldverschreibungen eine Herabsetzung des Zinsfußes auf 4,5 v. H. erfahren hat, erscheint es notwendig, auch auf anderen Gebieten des Kapitalmarktes eine gleichartige Z i n s e r m ä ß i g u n a herbeizuführen. Als notwendige Folge der e.ngeleiteten Maßnahmen ist deshalb eine entsprechende Behandlung für die noch mit 6 v. H. und höher verzinslichen und im Gesamtbetrag von etwas über zwei Milliarden RM. umlaufenden öffentlichen Anleihen erforderlich. Dies soll durch das neue Gesetz geschehen, das sich in seinem Aufbau eng an die Vorschriften des Gesetzes vom 24. Januar anschließt. In der Schlußvorschrift des Gesetzes wird Vorsorge getroffen, daß etwaige Schuldverschreibungen, Schatzanweisungen und Schuldbuchforderungen, die formell nicht unter die Bestimmungen des Gesetzes vom 24. Januar oder dieses Gesetzes fallen, in wirtschaftlicher Hinsicht aber nach Art der ausgebenden Stellen und ihrer Ausstattung der unter die beiden Kietze fallenden Anleihe ähnlich sind, durch besondere Anordnungen der zuständigen Reichs- MiNlster noch nachträglich eine gleich- artige Behandlung erfahren können. Im übrigen wird die dem Reichsminister der Finanzen gegebene Ermächtigung, einen Härtefonds zu Waffen es ermöglichen, entstehende Härten bei bedürftigen Rentnern, die ihren Lebensunterhalt aus zinsermäßigten Papieren bestreiten zu mildern. Die Aendenmg -es Krastfahrzeugsteuergesehes. Begünstigung von Kraftfahrzeugen, die nichtflüssige Treibstoffe verwenden. An die alten Noihelfer der Technischen Nothilfe und die ehemaligen Freikorpskämpfer. Libine 2*it der bolschewistischen'und marxistischen Revolten des Jahres 1919 und der folgenden Jahre fallt die hauptsächlichste Einsatz- tatigkelt der Technischen Nothilfe und die ihrer Vorläuferin, der Technischen Abtei- ?-er Garde-Kavallerie-Schüt- z e n - D i 0 I s l o n. A n alle alten Nothel- f er, ehemaligen Mitarbeiter und Freunde der Technischen Nothilfe, die an den ersten Einsätzen der Technischen Abteilung oder der Technischen Nothilfe mitge wirkt haben oder entsprechende Un- agen im Besitz haben, ergeht der Ruf, ffe/iPn u£er.b,e Elnsatztatlgkeit zur Verfügung zu stellen. E r i n n e r u n g s st u ck e j e g l i ch e r A r t sind erwünscht, ob es Bilder ober Ausweise Ab- 3eid)en Personalpapiere, Befehle, Meldungen,' Kar- .^ugschnsten, Plakate ober eigene Erlebnis- bCn&\?öer sonstige Aufzeichnungen ober Presse- ausschnltte u. a. m. finb. Jeber, ber etwas bei- fteuert, hilft nicht nur der Technischen Nothilfe Ffir ^t"9^ Denkmal zu sondern leistet auch ßur die deutsche Geschichtsschreibung eine wichtige ift anM YA^al über die Technische Nothilfe ’k hj6 Reichsfuhrung der Techni- tnifo M \1 • 7 - .Berlin-Steglitz, Birkbusch- be Material über bte Freikorps an dos Schlageter-Gedächtnis-Museum e. V., Berlin W 35, Hildebrandstraße 8, einzusenden. B r a u n s ch w e i g, 27. Febr. (DNB.) Durch die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen ist es im vergangenen Jahre möglich gewesen, im Lande Braunschweig 11 Fabrikenund zwei Ziegeleien wieder in Gang zu bringen. Die Wiedereröffnung dreier weiterer Fabriken steht unmittelbar bevor, während die Vorarbeiten für die Neugründung zweier dem Abschluß nahe sind. Der Jahres« bericht der Industrie- und Handelskam« mer hebt die Tatsache hervor, daß bas Land Braunschweig mit einer Beseitigung ber Arbeits- 90 x mit an e r ft e r Stelle ftetft. Der Lanbes haushalt konnte trotz ber SrUp7nIUiano9hn9eil^belcit5 im Aahre 1933 wie- mJifpn von 568 000 Mark aus« roei'c"- $ur 1934 wirb ber Haushaltsüberschuß zuverlässig auf 620 000 Mark geschätzt. B erlin, 27. Febr. (DNB.) Die Reichsregierung hat Dienstag das „Gesetz über Zinsermäßigung bei den öffentlichen Anleihen" beschlossen. Danach wird den Gläubigern von mit 6 v. H. und höher verzinslichen Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen der Länder, Gemeindeverbände, Gemeinden und Zweckverbände mit verbindlicher Wirkung für die Schuldner die Herabsetzung des Zinssatzes auf VI2 v. H. jährlich mit Wirkung vom 1. April 1935 ab angeboten. Das Angebot erstreckt sich nicht auf Aufwertungsschuldverschreibungen sowie auf im Auslande begebene Schuldverschreibungen, ferner nicht auf Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen, bei denen der noch ausstehende Gesamtbetrag der Ausgabe in voller Höhe ober zu mehr als 50 0. H. in den Kalenderjahren 1935, 1936 und 1937 fällig wird ober hinsichtlich deren die Fälligkeit infolge Ablaufes eines Stundungsabkommens im Kalenderjahre 1938 eintritt, weiter nicht auf Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen von Ländern, Gemeindeoerbänden und Gemeinden, für die das Angebot auf Umwandlung in Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden abgelehnt worden ist. Für diese Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen bleibt eine besondere gesetzliche Regelung Vorbehalten. Schließlich erstreckt sich das Angebot auch nicht auf Schuld- tismus in ber Politik. Die Massenheere sind ein Ereignis der französischen Revolution. Wo Wehrformen und Wehrverfassungen nicht organisch aus dem Gesamtleben des Volkes wuchsen, gab es einen Mißklang, der sich geschichtlich Immer irgendwie gerächt hat. Es wird die große Aufgabe der Gegenwart und nahen Zukunft fein, für Deutschland eine Wehroerfassung und ein Wehr- lystem zu finden, das dem nationalsozialistischen Gedankengut entspricht, das heute die Führung auf allen politischen Gebieten übernommen hat. Denn das reine Berufssoldatentum, das uns aufgezwungen wurde, entspricht dieser Forderung nicht. Alle internationalen Abmachungen sollten daher so viel Freiheit lassen, daß diesem Gedanken der organischen Verbundenheit zwischen der gesamten Staatsidee und der W e h r i d e e genügend Spielraum bleibt. Daß dabei letztlich die militärischen Gesichtspunkte in den einzelnen Fragen ausschlaggebend sein müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Wie muß eine solche Wehrverfassung — wenn man sie einmal losgelöst von den äußeren Bindungen betrachten will — aussehen? Dem weltanschaulichen Grundgedanken von der alles überragenden Stellung der Nation entspricht die Notwendigkeit, die großen Werte der Nation zu schützen und zu verteidigen: ihr staatliches, ihr kulturelles und ihr Wirtschaftsleben. Der unbedingte Schutz der heiligsten Güter der Nation ist oberstes Wehrgesetz. Das erfordert eine wehrhafte Gesinnung des ganzen Volkes in jeder Beziehung. Diese wehrhafte Gesinnung zu erreichen ist in erster Linie die Aufgabe des Staates und muß sich auswirken in allen Maßnahmen dieses Staates, vor allen in der Erziehung des einzelnen von der Schule über die Lehrzeit und das Studium bis in die Berufszeit und das späte Alter. Dem weltanschaulichen Grundgedanken der Volksgemeinschaft und dem Totalitätsanspruch des nationalsozialistischen Staates entspricht der politische Gedanke der Wehrgemeinschaft, durchsetzt vom Gedanken des Opfers für die Gemeinschaft, unter Zurückstellung aller persönlichen Motive. Der Staat hat ein Recht und mehr noch die Pflicht, alle Kräfte der Nation zu dieser Wehrge- mi i n f d) a f t heranzuziehen und der Verteidigung der nationalen Werte nutzbar zu machen. Alle personellen und materiellen, ideellen und finanziellen Mittel haben diesem Gedanken zu dienen. Die Art dieses Dienstes kann durchaus verschieden sein. Der eine bient dem Vaterlande mit der Waffe in ber Hand, der andere durch die Arbeit in der Werkstatt und im Maschinensaal; andere wieder als Bauern durch Ernährung des Volkes, durch rednerische und schriftstellerische Gaben, durch die Kraft des Erfinder- und Forschergeistes, durch die Fürsorge für die Opfer des Krieges. Jeder Muskel und jeder Nerv ist einzuspannen für diese Wehrgemeinschaft und in dieser Wehrgemeinschaft. Dem weltanschaulichen Grundsatz des Führerprinzips entspricht die Notwendigkeit einer klaren Organisation der Führung im Kriege. Kein Parlament, kein Kriegsrat darf eingreifen. Der politische Führer trägt allein die Verantwortung für die Führung des S t a a- t e s und der militärische Führer allein die Verantwortung für feinen militärischen Bereich. Dem weltanschaulichen Grundsatz des Leistungsprinzips entsprechen dabei die notwendige Auswahl und Bestimmung der Rolle, die der einzelne in dieser Wehrgemeinschaft 311 übernehmen hat. Nicht Wunsch und Wille des einzelnen, sondern die Eignung und der größtmögliche Erfolg allein entscheiden. Das bedingt eine Auslese besonders schwieriger Art. Sie muß aber erreicht werden. Stehen diesen Forderungen die militärischen Erfahrungen des Weltkrieges entgegen? Es ist schwer, aus Vergangenem die richtigen Lehren zu ziehen, noch schwerer, sie so zu ziehen, daß sie Geltung behalten können. Denn niemand kann in die Zukunft sehen und niemand kennt die Ausmaße und Methoden eines Zukunftskrieges. Und doch lassen sich einige Lehren aus den Erfahrungen des letzten Krieges Herausstellen: die gesamte Nation führt den Kampf, nicht die bewaffnete Macht allein. Die Bedeutung des Materials und ber technischen Ausrüstung ber bewaffneten Macht ist gewaltig gestiegen. Damit hat sich die Bedeutung des Einzel kämpfe rs gehoben, was vielleicht zunächst sinnwidrig klingt; aber wenn die Maschinen auch die Wir- kung vieler Einzelkämpfer ersetzt haben, so müssen biefe Maschinen doch vom einzelnen bedient werden. Gegen die gewaltige Wirkung moderner Kriegsmaschinen sind die Massen früherer Zeiten auf dem Schlachtfeld nur zu leicht Kanonenfut- *er- Die moralischen Werte des einzelnen stehen hoch im Kurs. Die Ueberwindung von Zeit und Raum hat ungeheuere Fortschritte gemacht im. fried- lidjen und im kriegerischen Leben des Volkes. Die Anforderungen an die Führung, besonders a.n 'hre gei stige Wendigkeit, find damit um em Vielfaches gestiegen. Sind das Widerspräche? Nein. Der Lehre von ber gesamten kriegführenden Nation entspricht die Forderung nach der Volksgemeinschaft und Wehr- gememschaft. Der Lehre von dem gehobenen Wert des Emzelkampfers entspricht der Gedanke des Lei- stun^prmzips. Der Lehre von den vermehrten An lpruchen an die Eignung der Führer entspricht der Gedanke des Fuhrerprinzips. Wie also wären diese Grundgedanken und Lehren umzumunzen in Wehrverfassung und Wehrsystem? -wir brauchen eine allgemeine Wehrpflicht im weitesten Sinne des Wortes, eine Kriegs- ?.'eustp Nicht des gesamten Volkes. In diesem Nahmen ist besonders hoch zu werten ber LDienft bes Waffenträgers. Es barf nicht mehr so fern baß der Kampf an der Front als Dummheit if?er, Aar als Strafe gilt. Frvntkämpfertum e^c'E?n5 erfordert, daß schon im Frieden dem Waffenträger größte Ehre und damit verbunden auch staatliche und wirtschaftliche Vorteile zuteil werden müssen und daß ber, dem nicht vergönnt ist, die Waften zu tragen, in irgend einer Form zum Ausgleich beitragen muß. Das schließt nicht aus, son- bern Norbert sogar baß auch ber Wehrpflichtige an und am Schreibtisch sich als Soldat des Volkes fühlt. Aber nicht alle können Waffen tragen, weil viele auch an anderen Stellen gebraucht werden. Aber alle sind zu schulen für die kommende Auswahl in Waffendienst- pflichtige und Wehrdienstpflichtige durch eine vormilitärische Jugende?- 3iebun g, ble neben praktischen Zielen vor allem der ideellen Durchdringung mit dem Wehrgeban- ren zu dienen hat. Die Wehrmacht als Organisation des Waffendienstes ist stark zu durchsetzen mit r- e r" I 0 l da t e n, die das Gerippe sind für die Borbereitung des Kampfes und für den Xampf selbst. Nicht verschwommene Milizformen, sondern starke Körper sind not. Wie die natio- unaen, die auf Grund des Kriegsschä - schlußgesetzes vom 30. März 1928 und der Polen schäden-Verordnung vom 14. Juli 1930 in bas Reichsschulbbuch eingetra- S erlin, 27. Febr. (DNB.) Das Zweite Gesetz zur Aenberung bes Kraftfahrzeug-Steuergesetzes tritt am 1. April dieses Jahres in Kraft. In erster Linie soll durch das Gesetz der Antrieb der Kraftfahrzeuge mit heimischen Treibst offen gefördert werden, und zwar insbesondere mit n i ch t f l ü s s i ge n Treibstoffen, Holzgas, Speichergas, Dampf und Elektrizität, da diese Stoffe im Inlands in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Das Gesetz sieht deshalb vor, daß für alle Kraftfahrzeuge, die nichtflüssige Treibstoffe verwenden, die Kraftfahrzeugsteuer auf die Hälfte der Sätze ermäßigt wird, die für Lastkraftwagen mit flüssigem Treib- st 0 f f gelten. Auch Fahrzeuge, die bereits im Betrieb sind und auf diesen Antrieb eingestellt sind, und solche, die auf nichtflüssigen Treibstoff umgestellt werden sollen, nehmen in gleichem Maße an den Befreiungen teil. In der Hauptsache wird die Befreiung eine praktische Bedeutung für die Lastkraftfahrzeuge haben. Denn im allgemeinen ist der Antrieb mit nichtflüssigem Treibstoff für Personenfahrzeuge nicht so geeignet, weil er besondere Einrichtungen ovr- aussetzt, die ein wesentliches Mehrgewicht des Fahrzeuges zur Folge haben. Im übrigen sind ja auch die Personenwagen, die seit dem 1. März 1933 neu in Betrieb genommen sind, ohnedies von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Bisher waren aber solche Kraftfahrzeuge, die mit Elektrizität oder Dampf angetrieben wurden, nicht steuerfrei. In Zukunft sollen auch diese die gleiche Befreiung erfahren, wie die mit flüssigem Treibstoff angetriebenen Fahrzeuge, jedoch nur solche, die mit dem 1. April 1935 neu in Betrieb genommen werden. Für ältere Fahrzeuge, die auf nichtflüssigen Treibstoff umgestellt werden, gelten nur d i e für Lastkraft- wagen geltenden Vergünstigungen, Wersindlettendepersönlichkeiten des Staates und der Partei? Zweite Verordnung zum Gesetz gegen heimtückische Angriffe. B e r l i n , 27. Febr. (DNB.) Die Zweite Verord« nung zur Durchführung des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutze der Parteiuniformen bestimmt, wer als leitende Persönlichkeit im Sinne des Gesetzes anzusehen ist. Auf Grund des § 2 Abs. 4 des Gesetzes werden als leitende Persönlichkeiten im Sinne des § 2 Abs. 1 des Gesetzes bestimmt: I. Der Führer und Reichskanzler; nalsozialistische Partei im Staat, so ist das Berufssoldatentum das Stahlgerippe, das diese Körper trägt. Klare Organisation der Landesverteidigung schon im Frieden unter einem für die Landesverteidigung verantwortlichen Führer ist notwendig; nicht ein Vielmaß von ne- benemanberarbeitenben Zentralstellen wie vor dem Kriege, sondern eine in eine Spitze münbenbe Organisation. Das finb gewiß I b e a l f 0 r b e r u n g e n, die aus tausend Gründen in ber harten Wirklichkeit ab gewandelt werden müssen. Aber diese Jdeal- forberungen aufzustellen ist nicht sinnlos, weil ohne III. ßeitenbe Persönlichkeiten ber NSDAP.: 1. bie Reichsleiter; 2. bie Gauleiter. Der Hewerigedenktag. Der Reichswehrminister spricht in der Staatsoper. Berlin, 27. Febr. (DNB.) Arn 17. März 1935 um 12 Uhr mittags finbet in ber Staatsoper Berlin ein feierlicher Staatsakt statt, bei bem ber Reichswehrmini st er bie Ansprache halten wirb. Mit bem Staatsakt in Berlin, an ben sich Kranznieberlegung unb Vorbeimarsch einer Fahnenkompanie vor bem (Ehrenmal anschließen, wirb bas Anbringen bes Eyrenkreuzes für Frontkämpfer an ben in Berlin befinblichen Fahnen unb Stanbarten ber alten Wehrmacht oerbunben. Der Staatsakt in Berlin wirb burch Runbfunk übertragen. Zeitlich getrennt vom Staatsakt in Berlin finben in allen Standorten der Wehrmacht militärische Gedenkfeiern statt. Die Bevölkerung, die staatlichen und kommunalen Behörden, die Dr* ganifationen der NSDAP, und der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge sollen in weitem Um« fange z u ben militärischen Gebenk» feiern herangezogen werben. Den Kriegs« opfern unb ben Hinterbliebenen finb bevorzugte Plätze einzuräumen. In Stäb- ten usw., bie nicht Stanborte ber Wehrmacht finb, obliegt bie Drbnung bes Tages ben obersten Hoheitsträgern ber NSDAP, im Einvernehmen mit dem Volksbunb beutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Ausschmückung ber Gefallenenerinnerungszeichen unb Kriegsgräber erfolgt burch bie verwaltenben Dienststellen unb Behörben. * Da vielfach Unklarheit über ben Charakter ber verschiedenen Totengebenktage besteht, hat der Reichs- und preußische Innenminister auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers im-Einvernehmen mit dem Reichspropagandaminister und dem Reichswehrminister folgendes bestimmt: 1. Totensonntag und Allerseelen sind allgemein kirchliche Gedenktage des Volkes. Alle Anordnungen und Beteiligungen sowie Kranzniederlegungen von öffentlichen Stellen und Verbänden haben sich in den durch d i e kirchliche Ordnung bestimmten Rahmen einzufügen. Im übrigen gelten diese Tage des Gedenkens an die Toten in der Hauptsache für den einzelnen und für die Familie. 2. Der Heldengedenktag am Sonntag ..e m 1 n i s c e r e ist der allgemeine Gedenkta'g für die Gefallenen des Weltkrieges. Die Ordnung des Tages wird von Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda in Gemeinschaft mit der Wehrmacht bestimmt. Veranstaltungen in den Standorten der Wehrmacht werden von den Standortältesten der Wehrmacht geleitet. 3. Der 9. N 0 v e m b e r ist der G e d e n k t a g für bie Toten ber nationalsozialistischen Bewegung. Seine Ausgestaltung liegt in ben Hänben ber Partei. NS.-Frauenschast und Reichsnährstand Berlin, 26. Febr. (DNB.) Zwischen bem Reichsbauernführer R'. Walter Darre unb ber Reichsfrauenfchaftsführerin Frau Gertrub Scholtz- Klink würbe über bie Zusammenarbeit zwischen Reichsnährstanb und NS.-Frauenschaft u. a. folgendes vereinbart: Die jeweiligen Referentinnen IC unb IID im Reichsnährstanb finb gleichzeitig Reseren- tinnen für bie bäuerlichen Belange im Stade ber Gau- unb Kreisamtsleiterinnen ber NS.-Frauenschaft unb vertreten andrerseits bie NS.-Fauenschast beim Lanbes- unb Kreisbauernführer im Auftrage ber Gau- bzw. Kreisamtsleiterinnen ber NS.-Frauenschaft. Die NS. - Frauen- schaft ist Trägerin ber weltanschaulich-politischen Schulung. Sie bient zur Ueberroinbung bes Gegensatzes von Stabt unb Lanb. Veranstaltungen bes Reichsnährstands, soweit sie Frauen überhaupt betreffen, werben vom betreffenben Bauernführer mit ber NS.- Frauenschaftbesprochenunbburch- geführt, evtl, auch im Rahmen ber NS.-Frauen- fchaft. Bei Veranstaltungen, Pflicht- unb Heimabenden ber NS.-Frauenschaft wirb auf bie häuslichen Verhältnisse Rücksicht genommen unb keinerlei Zwang ausgeübt. In ben Sommermonaten wirb ber übermäßigen Arbeitslast ber fianbfrau burch Befreiung von ben Pflichtabenben usw. Rechnung getragen. Gchornsteine rauchen wieder. Aus aller Welt beit. Janssen und seine verurteilte Frau hatten ken Verschleiß der Geschlechter bewirkt. Einer boden- ständigen Wirtschaft und einem bauernbejahenden Bodenrecht dient die nationalsozialistische Agrar- des Unterhauses fei die, daß ein solcher Besuch eine angemessene und wertvolle Folge der Besprechungen in Paris und Berlin fein würde. In einem der ersten Hotels von London, dem May-Fair-Hotel, begann unter der Schirmherrschaft der Fürstin Bismarck die erste deutsche Modenschau, die seit dem Kriege in der englischen Hauptstadt veranstaltet wird. Zu der ersten Vorführung, die unter Leitung des Präsidenten der deutschen Mode-Union, Dr. Dillenz (Berlin), stand, und bei der maßgebende deutsche Fachleute und führende Modellhäuser mitwirkten, waren Damen der englischen Gesellschaft, Sachverständige der englischen und amerikanischen Presse, Vertreter bekannter englischer Modehäuser sowie Mitglieder der deutschen Kolonie erschienen. An Stelle der am Erscheinen verhinderten Fürsten Bismarck sprach ihr Gatte, der Botschaftsrat der Londoner deutschen Botschaft, einige Worte der Begrüßung, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese erste deutsche Modenschau in London der Auftakt für rege wechselseitige Beziehungen auf diesem Gebiete fein mochte. Die erlesenen Schöpfungen deutscher Mode, die am ersten Tage von deutschen Vorführdamen gezeigt wurden, legten Zeugnis für die Güte des deutschen Geschmackes und die eigene schöpferische Leistung deutscher Arbeit ab, und manches der vorgeführten 120 Modelle löste spontanen Beifall aus. Der Reinertrag der Veranstaltung fließt einer englischen Wohlfahrtseinrichtung zu. Veuyorker Gangsters betreiben ein gutgehendes Cotteriegefchäft. Die Neuyorker Polizei hat ein verbotenes Lotterieunternehmen von riesigem Umfange sowie ein Bankunternehmen, das die Bürgschaftsleistung für Verbrecher unternahm, aufgedeckt. Die Untersuchung ergab die erstaunliche Tatsache, daß einer der berüchtigten Verbrecher Neuyorks, namens Arthur F l e g e n h e i m e r , der als Gangster unter dem Namen Dutschultz bekannt war, das ganze Geschäft während mehrerer Jahre leitete. Obgleich Neuyorker Polizei und Bundesbeamte monatelang nach Dutschultz fahndeten, vermochte dieser sogar eine Massenversammlung seiner Angestellten abzuhalten. Das ganze Lotteriegeschäft hatte Paris, 28. Febr. (DVB. Funkspruch.) Der englische Außenminister Sir John Simon wird am Donnerstag gegen 13 Uhr (MEZ.) auf dem Flughafen Le Bourget erwartet. An dem F r ü h - stück, das der englische Botschafter zu Ehren Sir John Simons in der englischen Botschaft gibt, soll angeblich nur der sranzöfifche Außenmini st er Laval teilnehmen. Gelegentlich dieses Frühstücks wird der Meinungsaustausch der beiden Minister über die Fragen beginnen, die Sir John Simon in Berlin zu besprechen gedenkt. Dieser Meinungsaustausch, dem man nicht den Charakter von englisch,französischen Verhandlungen geben möchte, wird am Abend gelegentlich eines Essens fortgesetzt, bei dem der englische Außenminister über das englische parlamentarische System sprechen wird. An der Abendbesprechung wird auch der französische Ministerpräsident Fl and in teil- Ein riesiges G r o ß f e u e r, dem 500 Schafe und zahlreiches Kleinvieh zum Opfer fielen brach m Neetzka bei Neubrandenburg (Mecklenburg) aus. Außer den beiden Schafställen brannten fünf danebenliegende Gebäude des Erbschmreds K ö h n k e bis auf' einen kleinen Schuppen nieder. Da das Feuer in zwei Schafställen fast gleichzeitig aufkam, liegt mit größter Wahrscheinlichkeit Brandstiftung vor. Begnadigung. Der Führer und Reichskanzler hat die vom Schwurgericht in Aurich (Ostfriesland) gegen den 1893 geborenen Nikolaus Janssen wegen Mordes erkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe im Gnadenwege umgewan- V erlin, 27. Febr. (DNB) In der 6. Voll- : sitzunq der Akademie für Deutsches Recht im Ber- i liner Rathaus konnte Reichsminister Dr. Frank die R e i ch s m i n i st e r Darre, Dr. Gärtner, von i Neurath und Seldte sowie den französischen Bot- i schafter Francois-Poncet und den tschecho- : slowakischen Gesandten Dr. M a st n y begrüßen. Man sah außerdem u. a. zahlreiche Länder-Mimster und Staatssekretäre, den Korpsführer des NSKK. Hühnlein, Oberbürgermeister S a h m, den Präsidenten des Reichsgerichtes Bumke, zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps und viele Vertreter des geistigen, wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens. Es sprach dann der Dekan der juristischen Fakultät der Sorbonne in Paris, Professor Dr. Donnedieu de B obres, über „Die internationale Bekämpfung der Delikte des Völkerrechtes". Der Redner, der sich der französischen Sprache bediente, ging davon aus, daß, während die Vergehen im allgemeinen die soziale Ordnung eines Staates in Mitleidenschaft zögen, die völkerrechtlichen Delikte das besondere Merkmal hätten, daß sie die universale soziale Ordnung bedrohten. Diese Besonderheit rechtfertige die Organisation besonderer Strafmaßnahmen. Prof, de Dabres machte den beachtenswerten Vorschlag, der Einrichtung eines internationalen Strafgerichthofes, der eine universelle Zuständigkeit für alle strafrechtlichen Verstöße gegen dos Völkerrecht haben müsse. Unter die Zuständigkeit dieses Gerichtshofes sollten im allgemeinen die Delikte der Seeräuberei, Falschmünzerei, Sklaven-, Frauen- und Kinderhandel, Terrorismus, des Rauschgifthandels und Verbreitung unzüchtiger Literatur und ähnliches fallen^ Die Bekämpfung der Straftaten, die die soziale Ordnung aller Staa- Mr eine Lösung: Stark fein! Petain fordert die zweijährige Dienstzeit. Marschall P6 tarn hat einen recht interessanten Beitrag zu den diplomatischen Verhandlungen über einen europäischen Friedenspakt geliefert, den wir der deutschen Oeffentlichkeit nicht vorenthalten wollen, weil die militärischen Kreise Frankreichs ebenso denken wie er, und weil diese Kreise auch in der französischen Außenpolitik ein Wörtchen mitzusprechen haben. Petain, der in einem Zeitungsartikel davon ausging, daß endlich die zweijährige Dienstzeit eingeführt werden müsse, vermag in dem L u f t a b k o m m e n keine entscheidende Stütze zugunsten der Landstreitkräfte zu sehen. Er verteidigt weiter die bekannte französische Sicherheitsthese, die nur ein Aufriisten um jeden Preis kennt, er lehnt auch die einstmals von den französischen Politikern immer wieder empfohlene Rüstungskontrolle als einen „Uebertölpe- lungsversuch" ab. Für ihn gibt es, wie er sich ausdrückt, nur eine Lösung zur Verhinderung eines Krieges: stark sein! Wir wollen ihm, soweit sein Starksein-Prinzip in Frage kommt, nicht unbedingt widersprechen, weil wir selbst am eigenen Leibe erfahren haben, was e* bedeutet, schwach zu sein. Aber wenn nun schon' ernsthafte und nicht aussichtslose Versuche unternommen werden, eine friedliche Atm o - phäre zu schaffen, dann dürfte man wohl auch von Marschall Petain erwarten, daß er darauf verzichtet, diese Bemühungen zu durchkreuzen und den deutschen Nachbarn, wie er es in seinem Artikel auch noch getan hat, als kriegslüstern hinzu- Freifrau von Eltz-Rübenach f. Die in Münster wohnende Freifrau von Eltz-Rübenach, die Mutter des Reichspost- und Verkehrsministers Freiherrn von Eltz- Rübenach, ist an den Folgen eines Gehirnschlages gestorben. Frau Hugoline Freifrau und edle Herrin von und zu Eltz, genannt Faust von Stromberg, erreichte ein Alter von fast 86 Jahren. Die alte Dame, die sich bis vor kurzem einer geradezu jugendlichen Frische erfreute, war eine in Münster wohlbekannte Erscheinung und wurde besonders geachtet wegen ihrer großen Wohltätigkeit. Reichsminister von Eltz-Rübenach weilt bereits seit einigen Tagen in Münster. Großer Erfolg der deutschen Modenschau in London. FranzösischerGast spricht in -er Akademie für deutsches Recht. ten störten, entspreche einer großen moralischen und menschlichen Gerechtigkeit. Die Ausführungen des ftanzöstfchen Gastes wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Reichsminister Dr. Frank sprach dem Gast herzlichsten Dank für seine Ausführungen aus. Er gab die Versicherung ab, daß die Akademie sich mit dem von Prof, de Vabres aufgestellten Thesen und Jdeen- qängen noch eingehend auseinandersetzen werde. Die Bekämpfung des Verbrechertums ist eine der wesentlichsten Jnhaltsideen unserer nationalsozialistischen Rechtsanschauung. Die deutschen amtlichen Stellen und die deutsche Rechtswissenschaft werden alle Bemühungen unterstützen, daß die Staaten und Völker in ihrem Gemeinschaftsinteresse und m dem aus diesem Gemeinschaftsinteresse hervorgehenden Streben der Bekämpfung der internationalen Verbrecherwelt einig zusammenstehen. Das deutsche Rechtsleben wird diesen Strömungen seine ganze Aufmerksamkeit und Mitarbeit leihen. Am Vachmillag sprach Reichsernährungsrnini- sler Darre über das Thema „Blut und Boden, ein Grundgedanke des Vationalsozialisrnus". gebanfen notroenbig, unb um diesen Austausch fruchtbar zu gestalten, auch ein Austausch ber Menschen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer unb Reichskanzler empfing am Mittwoch ben R e i chs b i s ch o f zum Vortrag. Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte biß Arbeiten zum O l y m p i a - S t a b i o n unter Fuh- runq des Architekten March. An ber Besichtigung nahmen u. a. teil Staatssekretär ©rauert unb Staatskommissar Dr. Lippert. Der Minister gab seiner Befriedigung Ausbruck über bas bisher Geleistete unb gab selbst verschobene Anregungen für die weitere Arbeit. * Donnerstag früh starb ber Laubes hau p t - mann von Tirol D r. Franz Stumpf.Er gehörte ber Christlich-Sozialen Partei und dem Tiroler Bauernbund an. Die Führung der Tiroler Landesgefchäfte hatte er seit dem Jahre 1920 inne. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und Außen- minifter von Berger-Waldenegg sind in der Nacht zum Donnerstag in Wien eingetroffen. Das Seekriegsgericht, das wegen des Zusammenstoßes der beiden britischen Schlachtkreuzer „Hood" und „Renown am 23. Januar bei Hebungen auf der Hohe der spanischen Küste verhandelte, hat den Kapitän Sawbridge von der „Renown" für schuldig befunden unb von seinem Schiff verabschiedet. Konterabmiral Bailey, ber Kommandant des Schlachtkreuzergeschwabers, besten Flaggschiff die : „Hoob" war, ist freigesprochen worben. ^dem Attentat In Marseiile Simon wird heute in Paris erwartet Meinungsaustausch mit Laval und Flandin. Schweres Drandunglück in einer ; Moskauer Fabrik. Lieber 30 Todesopfer? 3n der Graphilableilung der Moskauer Bleistift- fabrik „Krassin" brach infolge der Explosion eines Hochdruckkompressors ein G r o ß s e u e r aus, das alle drei Stockwerke der Abteilung erfaßte. Zur Bekämpfung des Brandes wurden sämtliche Abteilungen der Moskauer Feuerwehr eingesetzt. Die genaue Zahl der Opfer stehl noch nicht fest. Indessen hat man durch Befragen der Familienangehörigen der in dem Werk Beschäftigten festgestellt, daß 29 von ihnen in den Flammen umgekommen sind. Die Zahl der Verletzten ist ebenfalls sehr groß. Zur Unterstützung der Hinterbliebenen ist sofort ein Sonderausschuß eingesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft hat gegen acht Beamte der von der Explosion betroffenen Bleistiftfabrik Haftbefehl erlassen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, doch scheint auf Grund der bisher durchgeführten Ermittlungen festzustehen, daß der Unvorsichtigkeit und V a ch l ä s s i g k e i t eines Wachbeamten die Schuld an der folgenschweren Katastrophe zuzuschreiben ist. Vach neueren Mitteilungen sind vier weitere Tote geborgen worden. Lin Autobus in Flammen. — Drei Menschen verbrannt. In Nizza ereignete sich ein Unglii ck s f a l l, ber drei Menschen bas Leben kostete. Als ber Autobus, ber ben Verkehr Zwischen Juan-les-Pins unb Nizza versieht, in Nizza eintraf, bemerkte ber Führer, baß ber Motor nicht in Drbnung war. Kaum hatte er aber bie Motorhaube abgebetft, als aus bisher unaufgeklärter Ursache ber Brennstoffbehälter Feuer fing unb ber Autobus im Nu i n Flammen staub. Währenb es bem Führer gelang, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, versuchte sein Begleiter bie Fahrgäste unb ihr Gepäck zu retten. Hierbei würben er unb eine Frau mit ihrem sechsjährigen Kinbe von ben Flammen er- ariffen. Alle brei verbrannten bei lebenbigem Leibe. Verheerendes Großfeuer auf einem mecklenburgischen Erbhof. zu 12 Jahren Zuchthaus in ben Jahren 1928 bis 1932 gemeinschaftlich ihre brei neugeborenen Kinder erstickt. Der Gnabenerlaß für ben sonst unbestraften Janssen ist bewilligt worben, weil Janssen durch jahrelange Arbeitslosigkeit in große Not geraten ist unb in gewisser Verzweiflung über bie Unmöglichkeit, seine Familie zu erhalten, gehanbelt hat. stellen. Selbstverstäublich finbet der Marschall in allen Blättern, bie sich seit langem für die Heraufsetzung eingesetzt haben, ungeteilten Seif al l.„ Die Forberung des Marschalls wird vom „Ternps als unumgänglich notmenbige, sofort Äurch zu- führende Maßnahme bezeichnet, die gegen kein anberes Laub gerichtet sei und auch kein Streitgegenstand zwischen ben Parteien sein burfe. Das Blatt erklärt, vor allem von ben Rabikal- sozialisten müsse man erwarten, baß sie ihre wahl- politischen Belange hinter bas allgemeine Wohl zurückstellen. Man dürfe nicht eine Woche mehr zögern. Pflicht der Regierung sei es, am zuqreifeu. Auch das „Journal des Debats" kommt zu derselben Schlußfolgerung. Es warnt vor allem, die Erhöhung der Dienstzeit zu einer machtpoliti- 1 idipn Frage der inneren Politik zu machen. gefetzgebung. Die Marktordnung macht den Bauern unabhängig von den Einflüssen der Börse unb von schwankenber Konjunktur unb macht ihn frei für den Dienst an ber Volksernährung. Das Erbhofrecht ist bie Grundlage für ein eigenes bäuerliches Selbstbewußtsein und damit für die Erstarkung und Reinerhaltung der bäuerlichen Ehrauffassung. Der Zusammenhang unseres Volkes mit feinem Boden wurzelt in dem bäuerlichen Charakter unseres Volkes und in der unlöslichen Lebenseinheit von Bauerntum in germanisch-deutschem Sinne mit seinem Ackerboden. In diesem Sinne ist das Gesetz der Einheit von Blut und Boden ein Grundgedanke des nationalsozialistischen Staatsgedankens. Den Schlußvortrag hielt Geheimrat Professor Dr. G. heymann über „Die Bedeutung der Rechtsvergleichung". Der Vortragende unterstrich, daß die Rechtsvergleichung auch bei der Betonung des eigenen nationalen Rechtslebens ungeminderte Bedeutung habe und daß die Rechtsvergleichung auch für das Wirtschaftsleben unter allen Umständen notwendig sei. Ein gemeinsamer Austausch der grundlegenden Rechte in Europa sei bie Voraussetzung für bie Fortbilbung bes gesamten Rechtslebens überhaupt, wobei zu betonen sei, baß die führenden europäischen Rechtsordnungen, sm wohl das deutsche wie das französische und auch das englische Recht germanischen Ursprungs seien. Unter Wahrung jeder nationalen • Selbständigkeit sei daher ber Austausch ber Rechts- Der Minister betonte bie entscheibenbe Bebeutung des B o d e n r e ch t e s, bas barüber bestimme wie ber Grunb unb Boden ben lebensgesetzlichen Kräften des Volkes zugeordnet sei. Damit entscheide praktisch das Bodenrecht zugleich über das innere Gefüge des Staates und über die Zukunft eines Staates. In der nationalsozialistischen Agrarpolitik geht es nicht nur um die Ernährungswirtschaft, sondern zugleich um die Erhaltung des Bauerntums als Blutquelle des Vol- k e s. Damit ist erstmalig die Folgerung aus der Tatsache gezogen worden, daß in einem Staate germanischer Natur das Blut nu r auf dem Lande in Generationen sich erhalt und vermehrt, die Abkehr vom ländlichen Leben aber einen star- Auf den Inhalt kommt es an! Der Inhalt einer guten Zigarette kann nur reiner, echter Tabak sein. Ecksteins ohne Mdst., dick u. rund, 3Vs Pf., bietet diesen guten Tabak. Freuen wird sich der Eckstein-Raucher, daß hier auch wieder die Bildbeilage Inhalt hat und wirklich sammelnswert Ist. Denn die Bildersammlung „Die Nachkriegszeit 1918-1934“ ist e ne wahre Fundgrube für den, der sich noch einmal die Welt-Ereignisse einer Zelt vergegenwärtigen will, in der es gar bunt und bewegt zuging. nehmen. „Petit Parisien" will wissen, baß ber englische Außenminister am 6. März in Berlin ein- lreffen werbe. Er werbe von Sir Robert V an- sittart vom Foreign Office begleitet fein unb sich zwei bis drei Tage in der Reichshauptsiabt aufhalten. „Time s" erwartet, baß Simon von dem Lorbfiegelbewahrec Eben begleitet fein werbe. In ministeriellen Kreisen herrsche bie Ansicht, baß es vielleicht besser wäre, wenn der Besuch in Moskau ober Warschau nicht in erster Linie von bem Staatssekretär bes Weiteren, fonbern von einem anberen Mini st er a b g e st a t t e t werben würbe, ber eine „Erkun- d n n g s r e i s e" unternehmen könnte. Bei ber augenblicklichen Lage ber Dinge werbe Simon wahrscheinlich im Anschluß an ben Berliner Besuch nach Conbon zurückkehren, um bem Kabinett ausführlich Bericht zu erstatten. Möglicherweise werbe er banach nochmals Paris besuchen, um seine Besprechungen in Berlin mit Laval unb Flanbin zu erörtern. Es werbe angeregt, baß in ber Zwischenzeit Eben in voller Kenntnis bes Inhalts ber Berliner Besprechungen Warschau unbMoskaubesuchen solle. Eben könnte bann nach Conbon zurückkehren, bevor bie enbgültige Entscheibung darüber gefaßt werbe, ob Simon persönlich auch Moskau unb Warschau besuchen solle. Angehörige bes rechten Flügels ber Konservativen seien e u t - schieben gegen jeden Ministerbesuch --- -----, in Moskau. Aber die allgemeine Stimmung scheu Frage der inneren Politik zu machen. kunstbefih. MM Verlobte Gießen, den 27. Februar 1935. 1174 D 1186 D ca.1 ti> Dose Rm.-,75, ca. 2 tb Dose Rm.1.40. 0815 statt: 1184G Siedlung Verschiedenes 1164 D bit Pfq. Harry Hardt nesA N>. 7. den Arbeits- der Ordnung Arbeiter gin- die Soldaten Horn, die Anlage Auflockerung der wahre Straßenschlacht zwischen losen und den zur Wiederherstellung eingesetzten Truppen ausarteten. Die gen mit ihrem Handwerkszeug gegen Heute früh entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter und Schwester Elfriede Paal Georg Schuchard jun. Die Probe-Häuser können besichtigt werden: Donnerstag, Freitag sowie Samstag, nachm. von 3-6 Uhr Der als Preisgericht zusammengetretene Istanbuler Stadtrat erkannte im Wettbewerb um einen neuen Stadtbauplan den ersten Preis dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Berlin Hermann Ehlgoetz zu. Professor Ehlgoetz erhielt 22 Stimmen gegen 7 Stimmen, die auf einen französischen Mitbewerber fielen. Der Plan sieht eine Verbreiterung des Hafens vor, ferner den Bau Das Büro des Finanzmannes I. P. M o r g a n in Neuyork teilt mit, daß die berühmte Sammlung von etwa 9 0 0 Elfenbein Miniaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die sich im Besitze des Multimillionärs befindet, im Laufe des Jahres versteig e r t werden soll. In kurzer Zeit waren bereits sechs berühmte alte Meister aus dem Besitze des Millionärs zum Verkauf angeboten worden. Gerüchtweise verlautet, daß Morgan nach England überzusiedeln gedenke und deshalb so viel wie möglich von seinem Besitz flüssig zu machen suche. als tä- u. der Polizeihund „Greif“ Beiprogramm und Ufa-Tonwoche hat sich nach dem Kriege der jetzt in Berlin Direktor des „Theater in der Saarlandstraße" tige Intendant Ernst Legal erworben. Umbau Istanbuls nach deutschem Plan. vor und verletzten mehrere algerisäje Schützen. Zahlreiche Fensterscheiben der Geschäftshäuser wurden zertrümmert. Erst nachdem Militär aus Oran eingesetzt worden war, gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Zahlreiche Verhaftungen wurden durchgeführt. Feuergefecht mit einem aus der Todeszelle entflohenen Gangster in Texas. Der berüchtigte amerikanische Mörder Raymond Hamilton, der vor einigen Monaten zum Tode verurteilt worden war, aber aus der Armesünderzelle wieder ausbrechen konnte, geriet bei Fort Worth (Texas) in einen von der Polizei gelegten Hinterhalt; der Bandit entkam jedoch nach einem von zwei Brücken am Goldenen einer Untergrundbahn und die Innenstadt. Morgan versteigert seinen Die Beerdigung findet Samstag, den 2. März, 4 Uhr nachmittags, auf dem Friedhof in Bad Kissingen statt. Kunst und Wissenschaft. 125 Iahre hessisches Landestheater in Darmstadt. Das Hessische Landestheater in Darmstadt, das 1935 auf ein 125jahriges Best e - h e n zurückblicken kann, plant zur Feier dieses Jubiläums die Veranstaltung einer Festwoche, in der drei deutsche Opern und drei deutsche Dramen aufgeführt und ein Symphonie-Konzert veranstaltet werden sollen. Als Termin ist Ende April in Aussicht genommen. Das Hessische Landestheater ist 1918 aus dem ehemaligen Großherzoglichen Hoftheater hervorgegangen, an dem Künstler, wie Meyerbeer, Flotow u. a. gewirkt und in dem im Laufe der Jahrzehnte bedeutende Werke — wie z.B. Webers „Freischütz" — ihre Uraufführung erlebt haben. Besondere Verdienste um die Geltung des Theaters 3tt Schuhhast genommen. LPD. Fulda, 26. Febr. Von der Geheimen Staatspolizei wird mitgeteilt: In den Abendstunden des Freitag wiederholte sich in der Peters» berger Straße eine spontane Demonstration gegen den Händler Jacob Rosenzweig aus Blaszkr (Kr. Kalisch, Polen), der vor Jahren hier zugezogen und Hausbesitzer geworden ist. Er hat sich durch rigorose Maßnahmen gegen seine Mieter als asozialer Hausbesitzer erwiesen und hierdurch eine immer stärker werdende Verbitterung in der Bevölkerung hervorgerufen. Zu seinem persönlichen Schutz wurde er zunächst durch die Polizei in Gewahrsam genommen und dann auf Anordnung der Staatspolizeistelle in Kassel in S ch u tz h a f t gebracht. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Zeltmann. Danksagung Allen, die beim Tode unseres lieben Entschlafenen uns so wohltuend ihre Teilnahme erwiesen haben, sagen wir herzlichen Dank. Hermine Hörle, geb. Strack Erni und Liselotte Hörle. Gießen, den 28. Februar 1935. svttrve me! ff. Schellfische o.K., Pfd. 30 u. 35 ö Pa.Kabeliau o,K., Pfd. 28 u. 30 -Z Grüne Heringe 3 Pfd. 50 H Richard Grünewald Bahnliofstr.27 ustD Fernspr.3631 Städt. Hoch- und Tiefbauamt Gravert a. 2. März 20'/., imHotelHinden- burg: Bunter Abend, Stimmung, Humor. b. 10. März: Wanderung. a u. b siehe Aus- bange. 1178D Osnabrück Gießen z Z. Casablanca (Marokko), Villa Mon Idee, CRue Torlcelll 28. Februar 1935 Freitag, 1. März Abmarsch vünktl. 19 Uhr vom Hess. Hof z. Sammelplatz d.Milit.-Vereine Samst., 2. März 20Vs Uhr Monats- Versammlung Vortrag U76d Hessischer Hof. StMWlkt dienen. 107«d Freitag, 1. März geschloffen! RAU y*t»e za*;" Ja 1T ■! Betr.: Gefechtsschießen 1935. Das I. Bataillon des Jnf.-Regts. 15 wird ln der Zeit vom 7. bis 9. März 1935 einschließlich auf der Schußbahn nördlich des Daubringer Paffes gefechtsmäßige Schießübungen mit scharfer Munition abhalten. Das Schußgelände wird im allgemeinen begrenzt durch die Luftlinie Allen-Vuseck — Beuern — Climbach — Treis an der Lumda — Mainzlar — Daubringen — hofgut heibertshaufen — hanget stein — Alten-Vuseck. Das Schießen findet jeweils von 7 bis 16 Uhr statt. Das gefährdete Gebiet liegt innerhalb der oben angeführten Luftlinie und wird wahrend der Schießzeiten von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. _ der Schießzeiten werden die Straßen Daubringen-Allen-Buseck und Daubringen bis wegegablung Gießen—Lollar/Gießen—Daubringen gesperrt. Umleitung findet über Daubringen—Lollar-Gießen bzw, umgekehrt statt, IHlllllllillllllUIIIIIIIIIII MUSIK! Für Rosenmon- tagund Dienstag entlass. Kavelle von 2 bis 5 Mann noch frei! Schr. Angeb. unt. 0820 andenGietz.Anz. inniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii in den besten Jahren einen Gesamtumsatz von 30 Millionen Dollar. Ein für Dutschultz tätiger Reger verdiente als Agent innerhalb von drei Jahren über 200 000 Dollar. Die Organisation brach schließlich zusammen, weil Dutschultz die Gewinne zu seiner alleinigen Verfügung beanspruchte. Der Goldschatz der Invalidenrentnerin. In der Wohnung einer 80jährigen Jnvaliden- rentnerin in Berlin machte die Wohlfahrtskommission, wie der „Berliner Lokalanzeiger" berichtet, eine merkwürdige Entdeckung. In der völlig verwahrlosten Wohnung fand sie neben zahlreichen alten Münzen, Geldscheinen aus der Jnflations- und Kriegszeit sowie alten Silbermarkstücken 129 Goldmünzen zu 20 Mark und 23 Goldmünzen zu 10 Mark. Das sind allein 2810 Mark in Gold nach dem damaligen Nennwert. Die Rentnerin war wegen eines Unfalles ins Krankenhaus eingeliefert worden, und die Wohlfahrtskommission hatte sich in die Wohnung der Frau begeben, um das Mobiliar sicherzustellen. Dabei fand man unter Lumpen und Papier die Geldscheine und Münzen. Einem üblen Burschen das Handwerk gelegt. Durch die Festnahme des angeblich lettischen Staatsangehörigen Atis B i r k e n st e i n in Außig (Böhmen), der mit seinem richtigen Namen Adolf Heinrich heißt und der bis zum Januar 1933 in Berlin einen umfangreichen Handel mit unzüchtigen Bildern und Schriften ge- trieben hatte, ist es jetzt der Berliner Kriminalpolizei gelungen, einer großen weitverzweigten Bande auf die Spur zu kommen, die im Auftrage Heinrichs unzüchtige Bilder und Schriften in ganz Deutschland vertrieb. Heinrich, der nach dem politischen Umschwung nach Estland geflüchtet war, hatte dort eine neue Zentralstelle errichtet, von wo aus er fast alle europäischen Staaten, darunter neben Deutschland und vor allem Holland, die Schweiz und die Tschechoslowakei mit seinen Erzeugnissen überschwemmte. Dabei hatte er die Abnehmer noch vielfach dadurch betrogen, daß er ihnen an Stelle der geforderten Bilder' und Schriften wertloses Zeitungspapier übersandte. Ein Gendarm und ein Wanderbursche erschossen aufgefunden. Bei Millstatt in Oberkärnten wurden ein Gen- tkirm und ein Wanderbursche erschossen aufgefunden. Die Leiche des Gendarmen wies zwei Schußwunden am Hälfe auf, während die Leiche des Wanderburschen Verletzungen durch vier Schüsse aus der Pistole des Gendarmen zeigte. Ein bei dem toten Wanderburschen gefundener Ladestreifen beweist, daß der Wanderbursche die Schüsse auf den Gendarmen abgegeben hat. Es wird angenommen, daß noch ein weiterer Wanderbursche, der geflüchtet ist, in die Angelegenheit verwickelt ist. Anscheinend stieß der Gendarm bei einem Patrouillengang auf die beiden Burschen, die er anhielt. Sie dürften sich dann einer Festnahme widersetzt haben. Jugendlicher Geschwislermörder zu lebenslänglichem Gefängnis verurleill. In einem aufsehenerregenden Prozeß in Sacra- mento wurde ein 16jähriger Junge zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, weil er feine beiden sechs- und siebenjährigen Schwestern getötet hatte. Er hatte die Schwestern, mit denen er in Streit geraten war, in einen Eiskeller gesperrt, wo diese elend umkamen. heftigen Feuergefecht. In seinem Kraftwagen befanden sich ein anderer unbekannter Verbrecher und drei junge Farmarbeiter, die von den Banditen als Geiseln mitgenommen worden waren. Als die beiden Gangsters der Polizei entkommen waren, ließen sie ihre Gefangenen unverletzt frei. Diese erzählten, daß der Kraftwagen von Polizeikugeln durchsiebt gewesen sei, und daß beide Verbrecher anscheinend Verletzungen erlitten hätten. Vor neun Tagen hatte Hamilton ein Waffenlager der Nationalgarde in Beaumont in Texas überfallen und war mit acht Gewehren und Tausenden von scharfen Patronen entkommen. Ein Gattenmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Torgau verurteilte nach neunstündiger Verhandlung den Vinzenz Kurtz aus Lauchhammer (Kreis Liebenwerda) wegen Mordes zum Tode. Kurtz hatte in der Nacht zum 2. Dezember v. I. seine Ehefrau im Walde bei Lauchhammer erwürgt. Grund zu der Tat war, daß Kurtz ein junges Mädchen, das in Dresden wohnte, heiraten wollte. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Betr.: Gefechtsschießen 1935. Das I. Bataillon des Jnf.-Regts. 15 wird in der Zeit vom 4. bis 7. März 1935 einschließlich in dem Gelände zwischen Licher und Grünberger Straße auf der Schußbahn nördlich hoher Warl-Verg — Gegend Annerod — gefechtsmäßige Schiehübngen mit scharfer Munition abhalten. Das Schießen findet Letzt hi die «richtige Iöit zu einer durchgreifenden Älutrelnigung mit NeichelS Wacholder „Medico", der harntreibend und Unreiniateiien ' auflösend, Darmgase ab« leitend, gleichsam wie ein Filter erneuernd auf den Inneren Menschen wirkt und viele vom Der« dorbenen Blut herrührenden Leiden, wie Gicht, Rheuma, Ischias, Hanl-, Nerven« u. Stoffwechsel« krankheiten auf natürliche Weise entfernen hilft, packg. v. M. 1.- an. In Droa. u. Avoth. erhältlich. Selbstmord durch Sprung vom F'unkturm. In Berlin stürzte sich ein junger Mann von dem Funkturm des Messegeländes. Er hatte Hut und Mantel in der Garderobe abgegeben und ließ sich mit dem Fahrstuhl zur obersten Plattform des Funkturms fahren. Drei weitere Besucher der Plattform sahen plötzlich, daß sich an der entgegengesetzten Seite ein Mann, der das Geländer überklettert hatte, in die Tiefe stürzte. Infolge des Absturzes aus der Höhe von etwa 120 Meter blieb der Mann m l t zerschmetterten Gliedern liegen. Der Mann ist etwa 22 Jahre alt. Er hatte keine Papiere bei sich. Der Tod in der Sandgrube. In dem Sandgrubenbetrieb der Hunsrückgemeinde Holzfeld ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall, dem ein Arbeiter, Vater dreier unmündiger Kinder zum Opfer fiel. Der Mann war mit dem Ausladen von Sand beschäftigt, als plötzlich eine hohe Sandwand nachgab und in die Tiefe stürzte Der Arbeiter wurde von den niedergehenden Sandmassen erfaßt und begraben. Mehrere in der Nähe beschäftigte Arbeiter konnten ihren verunglückten Kameraden nur noch als Leiche bergen. Slraßenräuber in Oberschlesien. — Sieben Personen ausgeplünderl. Auf der Straße Plawniowitz—Rudzinitz (O.-S.) überfielen zwei Männer, die mit Pistolen bewaffnet waren, hintereinander sieben Personen und plünderten sie aus. Zuerst hielten sie ein Fuhrwerk, das mit drei Personen besetzt war, an. Den Ueberfallenen nahmen sie 21 Mark und ein Paar hohe Schnürstiefel ab. Ein Räuber zog sofort die Stiefel an. Darauf zwangen die Räuber die Insassen, das Fuhrwerk in eine Waldschneise zu fahren. Dort bewachte ein Räuber die drei Opfer. Der andere ging wieder zur Landstraße, wo er zwei Radfahrer anhielt, die er zu dem Fuhrwerk brachte. Hier wurden sie ausgeraubt und mußten dann auf dem Wagen Platz nehmen. Der Räuber begab sich nochmals auf die Landstraße und hielt wieder zwei Radfahrer an, von denen einer flüchtete. Der andere setzte sich zur Wehr, wurde aber von dem Räuber mit der Pistole so heftig auf den Kopf geschlagen, daß er zusammenbrach. Die Räuber flüchteten nun auf den geraubten Fahrrädern. Straßenkämpfe mit Arbeitslosen in Algerien. In Mostaganem bei Oran (Algerien) kam es zu Arbeitslosenkundgebungen, die in eine V uo/ 0 BERALL ERHÄLTLICH] | Mietgesuche Beamter sucht per sofort oder rum 1. April eine 3-Z.-Wolinung StadtGietzen bevorzugt. Schriftliche Ängeb. unt. 0818 a. den Gieß. Anzeiger erbeten 2Zimm.u.Küche zum 1.Avril oder später von 3Pers. gesucht. Miete k. i. voraus bezahlt werd.Schr.Ang. u.0824a.d.G.A. Suche 5. 1. März 1935 MW vom Lande. 0822 Metzgerei Klein Brandgasse. [ Verkäufe | Bauplatz Nähe Ludwigs- platz u.am Wart- meg günstig zu verk. Schriftliche Anfrag. u. 0812 an den G.A.erb. Stellenangebote] lllllllllllllllllllllllllilll Keine Ursprungs- Zeugnisse, umbern nur Zeugnis- abfdirfften dem Be werbungsichreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen aut Be» meibung von Verlusten auf der Rückleite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen t llllllllllllllllllllllllllllll ca. 350 qm,in bei’ Nähe des Güterbahnhofes zu pachten oder zu kaufen gesucht. Schriftliche Ang. unter 11750 an ü. Gieß. Anzeig. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. In der Nacht zum Donnerstag nahm der neue bei Irland liegende Tiefdruckwirbel auf unser Wetter stärkeren Einfluß. Er brachte verbreitete Niederschläge, die in den Niederungen aus Regen, im Gebirge im allgemeinen aus Schnee bestanden. Da sich an der Südseite dieses Wirbels eine kräftige Teilstörung zu entwickeln und ihren Weg auf den Kontinent zu nehmen scheint, kann vorerst mit recht unbeständigem und späterhin wieder kälterem Wetter gerechnet werden. Aussichten für Freitag: Veränderliche Bewölkung mit wiederholten Niederschlägen (im Gebirge vielfach Schnee), bei lebhaften, zunächst noch meist südlichen Winden Temperaturen weniger geändert. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt mit noch einzelnen Niederschlägen bei lebhaften, teilweise südlichen bis nördlichen Winden kälter. Lufttemperaturen am 27. Februar: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 1 Grad; am 28. Februar: morgens 4,1 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum — 2,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Februar: abends 2,5 Grad; am 28. Februar: morgens 2,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 5,1 Stunden. Wintersport. Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 1 Grad Celsius, 25 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, —5 Grad Celsius, 175 cm Gefamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, —3 Grad Celsius, verharscht, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Hange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig* am 4. März von 6 bis 18 Ahr, am 5. Wärz von 6 bis 14 Ahr, am 6. Mär; von 9 bis 18 Ahr, am 7. Wärz von 6 bis 18 Ahr. Während der Schießzeiten wird die Provinzialstraße Gießen—Steinbach gesperrt. Die Umleitung findet statt über Gießen—Annerod oder Gießen— Garbenteich—Lich. Das gefährdete Gebiet sowie die Zugangsstraßen werden während des Schießens von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperr* poften ist Folge zu leisten. IAstoria - Lichtspiele I Heute Donnerstag bis Sonntag, 3. März ■ eine abenteuerliche | Kriminalkomödie DerMaae Diamant I Hauptrollen: Ursula Grabley, Oskar Sab I Salto King, Adele Sandrock ■ samePräparat zur völligen Beseitigung. RM3.-.3 50.Probetube 1.60. Gegen Pickel. Mitesser Venus Stärke A — Ärztlich empfohlen. 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Februar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Nr. 50 Zweites Blatt * « W 1t #;»♦, IW wW'/Ww / M 1 s"'- -, ver- Ge- neu Prinzessin Turandot/ Die weltliterarische Fabel von der Prinzessin Turandot ist bei uns seit langem bekannt durch Schiller, der den Stofs für seine Nachdichtung von Gozzi übernahm; neuerdings auch in musikalischer Form durch die Oper von Puccini. Nun hat sich auch der Film der Geschichte bemächtigt Was vor der Kamera daraus entstand, ist, wenn man aufs Ganze sieht, ein in großem Rahmen gemachtes Ausstattungsstück, wie wir es von der Ufa gewohnt sind in einem Stil übrigens, der szenenweise rote eine Burleske in fernöstlichem Stil anmutet; doch reden die Menschen hier rote in einem modernen Konversationsstück oder allenfalls in einer Operette, die, abgesehen von Kostüm und Architektur, roentg Märchenhaftes oder Romantisches an sich hat; an diese etwas nüchterne Prosa unserer eigenen Zett wird sich erst gewöhnen müssen, wer etwa beim Gedanken an Turandot noch den Schillerschen Vers oder die Melodien Puccinis im Ohr hat. Aber das Herzstück der Handlung bleibt freilich auch hier das echte und alte Märchenmotiv von den drei Rätselfragen, die der Freier der Prinzessin lösen muß, wenn er die Braut gewinnen will; löst er sie nicht, dann wird ihm der Kopf abgeschlagen und auf der Palastmauer aufgepflanzt. Der erste, dem es gelingt, ist der fahrende Vogelhändler Kalaf. Nun könnte schon das Spiel zu Ende sein, aber es führt noch weiter und könnte auf chinesisch etwa „Der Widerspenstigen Zähmung" heißen: hier wird das Rätselmotio wieder ausgenommen, und abermals ein feiner und ganz poetischer Zug findet sich in jener nächtlichen Begegnung zwischen Turandot und Kalaf, der nun seinerseits an der Reihe ist, ein Rätsel aufzugeben: es kann ihm aber nur eins ein« falten, wenn sein Wundervogel singt — man sieht, wie das Vogelhändler-Motiv weitergeführt wird —, und das winzige Flügelwesen in seinem Käfig beginnt nur zu singen, wenn zwei Liebende sich in einem Kuß finden. Mit diesem Kuß und dem tm Eignungsprüfung für Angestellte im Gaststättengewerbe brennen. „Wir treiben ihn über Berg und Tal, Daß er nicht wiederkommen soll, Wir treiben ihn über die Heide, Düs tun wir den Schäfern zuleide." Das Sterben des Winters ist in Sitten und „Hier wird nicht getrommelt! Wenn du groß genug bist, dann kannst du Soldat werden ober meinetwegen auch Trommler! Aber nun mach', daß du —" Christoph lief davon, jäh erwacht aus dem Traum. Die Soldaten standen alle in den Schränken wie immer, die Fahnen hingen an der Wand, steif und staubig und unberührt. Schwer drehte sich das Tor hinter dem Jungen. Die Sonne blitzte ihm in die Augen, daß er ste schließen mußte; da sah er wieder den Heereszug, und er schwor, immer die Trommel zu schlagen, denn Holstein, das müsse marschieren, allen voran, zu Preußen, ins kommende Reich. Trumrum, trumrum. Immer rascher schlugen die kleinen Hande auf die Trommel. Alle sollten es hören. Holstein steht auf! Hört die Trommel, nehmt die Fahne und marschiert in die Freiheit, zu Preußen! Und alle hörten es. Die Männer kamen aus den Schränken, die Ritter stiegen von ihren Sockeln, sie holten sich Waffen, die Fahnen wurden von der Wand genommen, ein Laufen und Drängen, ein Stampfen und Klirren entstand in den Räumen — das Zeughaus war auf einmal zur Kaserne geworden, und unten im Hof formierten sich die Regimenter. . Draußen klangen Kommandos, etn Heer setzte sich in Bewegung, nach Süden, wo der Vater hinter der Grenze steht, wo Preußen ist und die und die Sonnenstrahlen zuckten gleich gelben Blitzen durch die Fenster in den dämmrigen Raum. Ja, eine Fahne müsse man haben, dachte Christoph. Von der Fahne hatte oft schon der Vater gesprochen. Sie weht voran und fuhrt zum Steg, wenn man ihr folgt mit Leib und Seele. Ganz heiß wurde dem Jungen bei all den Gedanken. Wenn er nur eine Fahne hätte! Die drüben in Preußen hatten eine, es war die gleiche, die der Vater trug. u „ Als dann die beiden vor dem Waffenztmmer standen, blieb Christoph allein, der Wächter schlurfte an seinen Platz zurück. Der Junge ging an den Gewehrschränken entlang, drohend standen Hunderte von blanken Stahlläufen nebeneinander, endlose Reihen. Waffen! Was hatte doch der Vater 9ef UBtr müssen die Fahne nehmen wnb Waffen nehmen und mit den Preußen marschieren!" Das würde er tun, er würde marschieren, allen voran. Oder auf einem Pferde würde er sitzen und durch die Gassen retten wie die Soldaten vorhin, trapprapp, trapprapp. An den Schrankecken standen Trommeln, auf- gebaut zu Pyramiden. Eine besonders große stand allein. Das Kalbsfell war blank in der Mitte, die Farbe war abgesprungen, die Troddeln verblaßt. Und wenn nun die Fahne weht, wer ruft die Männer zusammen? Trommeln müssen sein! So... Christoph schlug mit den Fingern auf das Fell, dumpf klang es durch den hohen Raum. Ja, so... So trappelten auch vorhin die Pferde. „Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do, Der Summer und der Winter, Des sinn Geschwisterkinder. Summerdag, Staab aus, Blost em Winter die Aage aus: Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do. Ich hör die Schlisse! klinge, Was roeren se uns bringe? Roten Wein un Brezl drein. Was noch bazi^? Paar neue Schuh! Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do, Heut übers Jahr, so sinn mer roibr do. Oh, do alter Stockfisch, Wenn mer kommt, so hoscht nix. Gibsch uns alle Jahr nix. Strih, Strah, Stroh, der Summerdag is do." Im Saale des Hotel Schütz wurde im Laufe des gestrigen Tages unter Leitung des Kreisfachgruppenleiters des Gaststättengewerbes in der Deutschen Arbeitsfront, Mühl, eine Eignungsprüfung für Servierdamen und Kellner abgehalten, die schon seit einiger Zeit im Gaststättengewerbe tätig sind, sich aber bisher noch keiner Prüfung unterzogen hatten. Der Sinn der Veranstaltung war, für das Gaststättengewerbe nur solche Kräfte in feste Stellungen zuzulassen, die in der Eignungsprüfung durch ihr Können Nachweisen, daß sie den Anforderungen entsprechen. Für die Prüfung hatten sich 14 Frauen und 4 Männer gemeldet, die aus den verschiedensten Orten des Kreisgebietes Gießen und Wetzlar Aus der proviuzialhaupistadi. Winters Auszug - Frühlings Einzug in Sitten und Gebräuchen. Von Hans H. Minsch. Mit der neuerwachten Natur hängen allerorts eine große Menge Festsitten zusammen, die zum größten Teil in die Fastnachtszeit fallen. Eine Hauptrolle spielen dabei die Ueberbleibsel der alten Sonnenverehrung, und so sehen wir denn in überlieferter Weise um die Zeit der steigenden Sonne im Südwesten Deutschlands und in der Schweiz auf den Bergen die „Funkenfeuer" und „Fastnachtsfeuer" aufflammen. In früherer Zeit umtanzten alt und jung jubelnd und jauchzend das Bergfeuer, um dann unter Musikbegleitung in das Tal zu ziehen und diese Feier im Tanzsaal festlich zu beschließen. Beliebt war das Scheibenschlagen. Die zu Ehren einer Person fortgeschleuderte glühende Scheibe sollte die Sonne versinnbildlichen, wobei die Jugend gabensammelnd durchs Dorf zog: „Der Vater mit dem Krügchen, Der holt den kühlen Wein, Bringt viele Küchlein rein, Die Tochter mit ihren schwarzbraunen Haaren. Die denkt in ihrem Sinn: Die Küchlein könnt man sparen, Di« Nacht ist noch nicht hin." Wie die geschleuderten Scheiben, so sollen in anderen Gegenden mit Stroh umflochtene Wagenräder, die in der Dunkelheit brennend die Berge Herabgelaffen werden, ihren Zauber auf die Fruchtbarkeit der Felder ausüben. Auch die sogenannten Haiefeuer (Hagelfeuer) und das „Hagelsengen", die Hagelschaden verhüten helfen, erinnern an ein Ende Februar stattgefundenes altheidnisches Fest. Beziehen sich alle diese Feuergebräuche auf die Rückkehr des Frühlings, so versinnbildlichen andere das Sterben des Winters. In Thüringen, Meißen, Ri, Ra, Ro, De Summertag esch do, De Fuchs, de springt ins Hühnerhaus, Lieft die schlauste Eier raus. Eier raus! Eier raus! Orrer ich schlag e Loch ins Haus!" Nicht immer geht der Winter freiwillig oder läßt sich kurzerhand abschieben, oft verteidigt er sich hartnäckig, und es entsteht ein verzweifeltes Ringen nut seinem Gegner, dem Sommer Als sinnbildliche Andeutung dieses Kampfes wurde in früherer Zeit in rheinischen Gegenden, bei dem zwei dem Festzug vorangehende Knaben — der eine in Stroh gehüllt als Winter, der andere mit Efeu bekränzt als Sommer — mit Sträuchern aufeinander losschlugen. „Stab aus! Stab aus! Stecht dem Tod die Augen aus!" sangen dabei die Zugteilnehmer, bis der „Winter" unterlag. Es ist zu verstehen, wenn man diese schonen Sitten und Gebräuche als edles Volksgut der Nach- Vorführungen. Die Prüfungskommission setzte sich aus drei Betriebsführern (D ö r r e r, Kling l e r und Schwab), und aus drei Betriebsgefolgschafts- niitgliebern (Goldermann, Hübner und Birlenbach) zusammen. Der Prüfung wohnten am Nachmittag der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Pg.' Wag ne r^und der stellvertretende Kreiswalter Pg. Hahn bei. Den Abschluß der Prüfung bildete die Herrichtung einer Festtafel, die von einigen Frauen sehr gut aufgelegt wurde. Die Frauen bestanden die Prüfung sämtlich, die Männer dagegen nicht. _ Kreisfachgruppenwalter Mühl wies zum Schluß auf die Bedeutung der Prüfung hin, ermahnte, stets bemüht zu sein, sich weiter zu bilden und tue I Berufsehre schon allein von der Leistung her hoch- Am Donnerstag, 28. Februar, abends 8 Uhr, im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes, Gießen, Lonyftraße 18, monatliche Zusammenkunft. Es spricht Dipl.-Jng. Schlechter, Wetzlar, über „Elektro-Wirtschaftsfragen". Anschließend Vorführung des Films „Die Zugspitzenbahn". Auch die Mitglieder des NS.-Bundes Deutscher Technik sind hierzu herzlichst eingeladen. Sicherung des Steueraufkommens aus Hausschlachtungen. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns Im Gegensatz zu dem seitherigen hessischen Recht unterliegen die Hausschlachtungen nach § 5 der Verordnung zur Durchführung des Schlachtsteuergesetzes vom 24. März 1934 der Schlachtfteuer. Nach den vom Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt gemachten Beobachtungen sind Anzeichen dafür vorhanden, daß zahlreiche Hausschlachtungen nicht zur Versteuerung angemeldet werden. Die steuerliche Erfassung sämtlicher Hausschlachtungen ist aber im staatswirtschaftlichen Interesse dringendes Erfordernis. Es wird daher allen Personen, die Hausschlachtungen vornehmen, in ihrem eigenen Interesse dringend empfohlen, in jedem einzelnen Falle bie Hausschlachtungen zur Versteuerung anzumelbem Neben ben Steueraufsichtsbeamten finb auch die Polizeibeamten angewiesen, auf bie Hausschlachtungen ein besonbers scharfes Augenmerk zu richten unb barüber hinaus festzustellen, ob sie auch steuerlich angemelbet worben finb. Wo nicht, werben un- nachsichtlich Strafanzeigen erhoben. Wir finb ber Ansicht, baß biefer kurze Hinweis genügt, um nicht gegen Volksgenossen, bie hiergegen verstoßen, einschreiten zu müssen. Vornotizen. — Tageskalenber für Donnerstags Deutsche Arbeitsfront, Berufsgruppe ber Techniker, Schlesien würbe eine Strohpuppe in einem kleinen Sarge unter Absingen von Melobien aus bem Dorf getragen, um sie auf einem Scheiterhaufen zu Achtung, alle Zungen herhören! Großer Etandortappell des Deutschen Jungvolks. morgen, 1. märz, treten alle Jungen der beiden Gießener Stämme um 14.30 Uhr zu dem g r o ßen Appell des Standortes Gießen an. Stamm Welfen (I) tritt auf dem Landgraf-Phi- lipp-Plah an. Stamm Geusen (II) auf dem Brandplah. Arbeitsvermittlung für Hausgehilfen jetzt nur noch durch die Arbeitsämter. LPD. Zwischen der Deutschen Arbeitsfront, Reichsfachgruppe Hausgehilfen, und dem Deutschen Frauenwerk, Gau Hessen-Nassau, wird folgende Vereinbarung getroffen: Mit sofortiger Wirkung wird die gesamte berufliche Vermittlung von Hausgehilfen in Privathaushalte im Gau Hessen-Nassau ausschließlich durch bie hierfür zustänbigen Arbeitsämter, bie bem Laubes- arbeitsamt Hessen unterstehen, vorgenommen. Damit ist für bie Tätigkeit irgenb welcher privaten Vermittlungsstellen ober sonstiger Stellen kein Raum mehr, unb biese haben sofort auf biefem Gebiet ihre Arbeit einzuftellen. . . Zur Abwicklung ber laufenben Geschäfte wirb eine Frist von 14 Tagen gewährt. Gez.: Brinkhof f Gauamtsleiterin ber NS.-Frauenschaft unb Leiterin bes Frauenwerks im Gau Hessen-Nassau. Gez.: Mann Gaufachgruppenwalter ber Reichsfachgruppe Haus-, gehilfen, Gau Hessen - Nassau. Deutsche Arbeitsfront. Verufsgruppe der Techniker. Fachgruppe Eisen und Uldall. welt zu erhalten versucht. So ließ man m ber Stabt Heibelberg vor bem Kriege bas „Stab-aus-Fest erstehen. Das babei gesungene Lieb lautete: schau'n?" Der Wärter staub hinter Christoph, alt uno freunblid), ein Veteran. Er legte bem Jungen bie Hanb auf die Schulter und wies auf den nächsten Schrank: ..Da steht der Herzog Christian!" So gingen die beiden durch die Halle. Der Alte erzählte und der Junge hörte zu. Die Figuren dort sind Soldaten gewesen, vor 50 Jahren, vor Jahren, vor 200 Jahren. „Schau sie dir an, mein Sohn, dort hängen sie, Vie Fahnen, von Kugeln durchlöchert, vom Sturm- ^Da bewegten sich leise die alten Fahnentücher, wie Puloerdampf hing es zwischen den Wanden, bräucheu mit dem Sterben des Todes identisch, daher die volkstümliche Redensart: „Den Tod austreiben", den „Tod verbrennen". Oft wird, nachdem der Tob unter ben mannigfachsten Zeremonien außerhalb bes Dorfes verbrannt ober ertränkt wurde, sofort auf der Heimkehr der Frühling, in der diesbezüglichen Volkspoesie heißt es Sommer, mitgebracht, indem man mit einem geschmückten Tannenzweig singend ins Dorf einzog: „Den Tod haben wir ausgetragen, Den Sommer bringen wir wieder, Den Sommer und den Mai, Der Blümlein allerlei." In Böhmen ertränkt man außer dem Tod auch seine Frau, die Tödin, oder er wird als winzige Strohpuppe in die Zweige eines geschmückten Tan- nenbäumcheus gesetzt. In der Pfalz zogen die Kinder mit einem großen, an einer Stange befestigten und mit farbigen Bändern geschmückten Buchsbaumkranz durch die Dörfer und sprachen dabei: „Stäb aus, Stäb aus. ’m Winter gehn die Aegn aus. Veilche, Rose, Blume, So hole mer de Summer. Der Summer esch en guber Knecht, Der schmeißt be Winber in be Dreck. Kein großes Gala-Diner — sonbern eine nur zum Zwecke der Eignungsprüfung hergenchtete Festtafel. Holsteinische Trommel 1852. von Werner Frank Christoph, der blonde Dreikäsehoch mit den immer zerschrammten Waben, weiß, wohin ein Holsteiner in bieten Jahren ber Glücksburger Herrschaft gehört. Heute, ba er einen Brief vom fernen Vater in ber Tasche trägt, erst recht. Holstein gehört zu Preußen. Unb empört läuft ber Junge davon, als ihm nun auf bem Heimweg von ber Schule bämsche Reiter begegnen. Vor ihnen mußte sich ja ber Vater verbergen unb über bie Grenze flüchten. Sie waren bamals bes Nachts gekommen unb hatten nicht an bie Türe geklopft. „Wo ist hier ber Vorsteher Jürgensen?" Aber ber Vater war schon fort nach Preußen. Christoph lief. Die Mutter hatte ihm geboten, eine Begegnung mit ben Fremben zu meiben. Er war nun schon um mehrere Ecken gebogen unb bas Pserbegetrappel klang noch immer m seme Ohren. Vielleicht wollten sie ihn gefangennehmen? „Erwischen sollen sie mich nicht! Mit aller Kraft stemmte er sich gegen em großes Eichentor, bas sich langsam in den blan en Angeln drehte. Eine dunkle Halle nahm ihn aust Wie von Geisterhand geführt, schloß stch'das Tor wieder dabei knurrte es leise wie ein schwer atmendes T.er Christoph war allein. Christoph wagte keinen Schritts weder vorwärts noch zurück. Erst als f d) dämmrige Licht gewöhnt hatte, drehte er den Hopf unb besah sich ben Raum. Ritterrüstungen stanbe an ben Wänben. Schränke waren aufgebaut roie Häuser. Straßen bazwischen, bie man e^tlangg h konnte. Glasscheiben wie Schaufenster. Dahinter stauben Menschen. Unbeweglich. Seltsame Kleiber hatten sie an. Kleine Schilber waren ihnen oor Die Füße gelegt. Unb nun las ber Junge unb wuh , daß er im Museum war, im alten Zeughaus. „Na, Jung', magst bir unsere Solbaten an- bie glückliche und märchenhafte Lösung nicht allein des vierten unb letzten Rätsels, sonbern auch ber Begegnung zwischen Kalaf unb Turanbot und der gesamten Fabel eingeleitet. Das Drehbuch schrieb Thea von Harbou. Die Spielleitung hat Gerhard Lamprecht; wir haben bereits angebeutet, auf welche Weise er seine Aufgabe bewältigt hat: große Ausstattung, viel Architektur unb Szenerie, viel Volk, Kostüm unb Maske, dazu eine fernöstliche Musik mit Gong unb Glöckchen (Franz D o e 11 e). Die barstellerisch wichtigste und persönlichste Erschei- nung ist Willy Fritsch in der Rolle des Vogel- Händlers Kalaf: er braucht sich keinen Zwang auf- zuerlegen und kann sich geben wie in einer Operette oder einem modernen Spielfilm, und er packt das schwierige Abenteuer um Kopf und Kragen mit erfrischender Herzhaftigkeit und männlicher lieber» legenheit an. Käthe v. Nagy hat es diesmal viel schwerer, denn sie hat im größten Teil des Films ein abscheuliches kleines Biest zu spielen, eine kleine chinesische Furie, bockig und bös und wutentbrannt — bis einer kommt, ihren Trotz überwindet und ihr Herz gewinnt. Das aus der Operette bekannte Dienerpärchen: Paul Kemp und Inge List, nicht minder komisch als das Kaiserpaar Leopoldine Konstantin und Willy Schaeffers; auch Aribert Wäscher und Paul Heidemann als Oberrichter und Prinz Samarkand spielen ihre Rollen angemessen und stilgerecht. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus Im Beiprogramm gibt es einen biebermeierlidjen Kostüm- schwank nach Ecksteins bekannter Pennälergeschichte „Besuch im Karzer" Hockschulnachrichien. Der zum 1. April 1935 an bie Rechts- und Staatswifsenschaftliche Fakultät ber Universität Marburg auf bie planmäßige Professur für Römisches, Bürgerliches, Wirtschafts- unb Arbeitsrecht sowie Rechtsphilosophie berufene unb gleichzeitig zum Direktor bes Juristischen Seminars ernannte Professor Dr. Gustav B o e h m e r wirb 'M Sommer noch in Frankfurt tätig bleiben und seine Lehrtätigkeit in Marburg erst im Herbst dieses Jahres aufnehmen. Die Dermatologische Gesellschaft in Istanbul hat bem Direktor bes Hygienischen Institutes an ber Universität Freiburg, Professor Dr. Uhlenhut h, bas „Ehrenbiplom für auslänbische Forscher" verliehen. Die Ehrung erfolgte in Anerkennung der grunblegenben Forschungen Professor Uhlenhuths über bie Syphilis unb ihre Heilung durch organische Arsenpräparate. Professor Uhlen- Huth gehört zu den bedeutendsten Kapazitäten der Welt auf bem Gebiete ber Hygieneforschung und zu den eigentlichen Begründern der Arsenbehand- lung der Syphilis, schwarzweiße Fahne. Christoph schlug die Trommel, er war ganz benommen von dem dumpfen Gedröhn. Der Junge konnte auch noch nicht aufhören, denn da war noch ein Soldat, der kam immer näher, eilte durch die Säle. Da griff auch schon der Uniformierte nach der Trommel, und Christophs Hände schlugen m 1 ^ß"0eÄn StoÄÄi! ber Prinzessin Ist stammten. Das Examen bestand in einer mündlichen und einer schriftlichen Prüfung, sowie in praktischen zuhalten. Fachgruppe Eisen und Metall: 20 Uhr im Ortsgruppenheim Lonystraße, Vortrag von Direktor Schlechter- Wetzlar über „Elektro-Wirtschaft", anschließend Film „Die Zugspitzbahn". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Christa, ich erwarte Dich." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prinzessin Turandot". — Astoria-Lichtspielhaus, Seltersweg: „Der blaue Diamant". — Stadttheater Gießen. Heute abend geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ning Deutsche Bühne, ungerade Mitgliedsnummern, mit einer Aufführung des Lustspiels „Christa, ich erwarte dich" von Möller-Lorenz unter der Spielleitung von Kurt L ü p k e. Sreifoa Stadttheater geschloffen! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Aus Anlaß der Feierlichkeiten der Rückkehr des Saarlandes und um allen Theaterbesuchern die Möglichkeit der Teilnahme an diesen Kundgebungen zu bieten, fällt die Vorstellung „Frischer Wind aus Canada" am Freitag, 1. März, aus. Das Theater bleibt geschlossen. Die Aufführung wird auf den kommenden Freitag verschoben. Bereits gelöste Karten werden zurückgenommen, oder können während der üblichen Kassenstunden umgetauscht werden. Fasching im Theater! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Der Spielplan des Stadttheaters hat für die Faschingstage ein echt karnevalistisches Gewand erhalten. Acht bunte, lebendige und humorgefüllte Bilder aus dem Kölner Karneval, voll netter Einfälle und mit Walter Goetzes schmissiger Musik bereiten die rechte Stimmung zum Faschingsfest. Drei Stunden wird „Der goldene Pierrot" uns an der Nase herumführen und seine reizenden Scherze und Ueberraschungen mit uns treiben; eine von Oberspielleiter Paul W r e d e originell aufgezogene Sache und mit allem erforderlichen Glanz in Szene gesetzt. Infolge anderweitiger Dispositionen sind die Aufführungen des „Goldenen Pierrot" an den Faschingstagen die letzten, und zwar Samstag, 2. März, 20 Uhr, außer Abonnement; Sonntag, 3. März, 19 Uhr, außer Abonnement; Dienstag, 5. März, 20 Uhr, außer Abonnement. Standesbeantten-Fach-Schulungskurse Mir die Standesbeamten finden an den nachstehenden Tagen Fach-Schulungskurse statt: in Friedberg am 3. März, vormittags 9% Uhr, im Adolf-Hitler-Polytechnikum; in Gießen am 10. März, vormittags 10% Uhr, im Katholischen Vereinshaus; in Lauterbach am 24. März, vormittags 10% Uhr, im Jakob-Sprenger-Haus; in Nidda am 31. März, vormittags 9% Uhr, im Haus der NSDAP. Bildhauer- und Gteinmetzinnung. Die Bildhauer- und Steinmetz-Innung für die Provinz Oberhessen hielt in Gießen ihre zweite Vollversammlung ab. Obermeister Schrader- Leihgestern begrüßte die in großer Zahl erschienenen Mitglieder und verlas die Niederschriften von den letzten Bezirksversammlungen. Sodann erfolgte die Ausgabe der Handwerker-Abzeichen und der für das Bildhauerund Steinmetzhandwerk zusammengestellten Richtlinien zur Gesellen- und Meisterprüfung, sowie der Schulungsbeispiele für eine gerechte Kalkulation. Der Obermeister gab bekannt, daß die Gesellenprüfung sofort nach Ostern stattfinden werde und gab die hierfür erforderlichen Anmeldebogen aus. Zur Schlichtung kleinerer Streitfälle ist ein kleines Ehrengericht gebildet worden, das unter dem Vorsitz des Obermeisters entscheidet. Als Beiräte sind bestimmt die Kollegen Ehrhardt-Gießen, Frank- Bad-Nauheim, Schmidt- Reiskirchen und Kreiling- Heuchelheim. Der Obermeister forderte diese Kollegen auf, in diesem hohen Amt nur Recht, Treue und Glauben walten zu lassen, was diese auch gelobten. Er forderte die gesamten Mitglieder auf, immer in kollegialem Sinne zu handeln, alle gegebenen Anweisungen zu befolgen, so daß das Ehrengericht niemals in Anspruch genommen zu werden brauche. Die Zusatzbestimmungen, die den übergeordneten Behörden zur Genehmigung vorgelegt sind, wurden von dem Obermeister erneut verlesen, zugleich wurde darauf hingewiesen, daß Uebertretungen strengstens geahndet werden. Um allen Innungsverpflichtungen gerecht zu werden und eine der-Innung nutzbringende Tätigkeit entfalten zu können, mußte der Monats-Grundbeitrag um 25 Pfennig erhöht werden. Mit dreifachem Sieg-Heil auf unseren Führer und das Bildhauer- und Steinmetzhandwerk wurde dann die Versammlung geschlossen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 28. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing, das Pfund 18 bis 22, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25 Pf., Suppenhühner 75 bis 90, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. ** D i e Probehäuser der Siedlung ni Philosophenwald" können, wie das Städtische Hoch- und Tiefbauamt in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntmacht, am Donnerstag, Freitag und Samstagnachmittag besichtigt werden. ** Lieferungsvergebunq. Die Verwaltung der Provinzial-Pflegeanstalt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Lieferung von Lebensmitteln für die Zeit vom 1. April bis 30. September aus. Näheres in der Anzeige. ** Gefechtsschießen. Im heutigen Anzeigenteil sind Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen über Gefechtsschießen der Gießener Formation des Reichsheeres enthalten. Auf die damit verbundenen Verkehrssperren in dem gefährdeten Gebiet sei besonders hingewiesen. ** Geschäftsjubiläum. Am morgigen Freitag, 1. Mürz, kann der Gärtnereibesitzer Adolf Dönges, Marburger Straße 67, auf das 25jüh- rige Bestehen seines Gärtnereibetriebes zurück- biicken. Herr Dönges durchwanderte nach seiner Lehrzeit unser deutsches Vaterland und benachbarte ausländische Staaten, um sich in anderen Betrieben umzusehen und dadurch sein Wissen und Können im Gärtnerberuf zu erweitern. Gestützt auf reiche Erfahrungen konnte er seinen hiesigen Betrieb zu ansehnlicher Höhe bringen und sich bei seiner Kundschaft große Wertschätzung erwerben. Herr Dönges ist seit Beginn seines Wirkens in Gießen treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Iahreshauptversammlung des Hausbesitzervereins Gießen. Im »Hotel Hindenburg" hielt gestern abend der hiesige Hausbesitzerverein seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Herr L a u n s - p a ch, hieß die Mitglieder willkommen und gab sodann durch Herrn Schmitt den Jahresbericht bekannt. Dem Jahresbericht sei folgendes entnomDer deutsche Hausbesitz habe über em Jahrzehnt im Kampfe gegen die marxistische, den Grundbesitz zerrüttende Steuerpolitik gestanden, im Kampfe um seine Existenz. Erst durch die Machtergreifung der nationalsozialistischen Regierung sei die Grundlage für eine gesunde Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens geschaffen worden. Das deutsche Volk habe auch erkannt, daß die Wege, die der Führer beschritt, zum Ziele führen müssen. Der haus- und Grundbesitz sei durch seine Bodenständigkeit mit Volk und Vaterland eng verbunden, sei im besten Sinne staats- und volkserhaltend. Der Hausbesih stelle ein Drittel des deutschen Volksvermögens dar und habe in der Zeit vor dem Kriege jährlich eine Mil- liarde für Hausreparaluren, für praktische Arbeitsbeschaffung also, ausgegeben. Die Reichsregierung habe auch jetzt den Hausbesitz in vorderste Linie im Kampfe gegen die Arbeitsseien beim Mieterverein, Anträge der Hausbesitzer beim Hausbesitzerverein zu stellen. Die Anträge würden, so sei zu erwarten, ohne langwierige und kostspielige Prozesse in Güteverhandlungen erledigt. Mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß es der Reichsregierung gelingen möge, im neuen Jahre den geplanten Aufbau im besten Sinne fortzuführen, fand der Jahresbericht seinen Abschluß. Architekt Nikolaus gedachte in kurzen ehren- den Worten des 70. Geburtstages des Vereinsführers, der seit 25 Jahren im Vorstand dem Verein dient. Herr Launspach dankte für die ihm erwiesene Ehrung und versprach nach Kräften dem Verein auch weiterhin zu dienen. Der Rechner Herr Matheis erstattete sodann den Kassenbericht, der einen günstigen Abschluß zeigte. Die Kasse war geprüft und in Ordnung befunden worden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Kassenprüfer (die Herren Milbradt und Hengst) wurden wiederum zu Kassenprüfern bestimmt. Im weiteren Verlauf der Versammlung referierte Herr Launspach kurz über die bisherige Arbeit der Mietausgleichstelle und erörtete einige der bisher erledigten Fälle. Herr North wies auf die Notwendigkeit des Der i.Mrz Tag der SaarriWiederung in Gießen 1. Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Beginn 20 Uhr. Es spricht der Kreisleiter pg. Klostermann. — Alle Volksgenossen sind zu dieser Kundgebung eingeladen. Kür die Gliederungen und die angeschlossenen Verbände der Partei ist es Pflicht, daran teilzunehmen. 2. Kackeizug durch die Stadt im Anschluß an die Kundgebung. Oie Zahl der Teilnehmer am Kackeizug wird beschränkt. Es nehmen teil: 1. Teile des Reichsheeres Gießen- 2. SA. 2500 Mann- 3. PO. mit allen politischen Leitern der 4 Ortsgruppen, den Amtsleitern, Abteilungsleitern der Kreisleitung- 4. Arbeitsdienst mit 170 Mann; 5. HL. mit 300 Mann- 6.LV. mit 120 Mann- 7. BOM. (200), 8.LM. (100)- 9. RGOKB. und Arbeits-Gemeinschast der Regiments-Vereine zusammen höchstens 600 Mann. — Oie Mitglieder der Gliederungen und Verbände, die nicht am Kackeizug teilnehmen, beteiligen sich an der Kundgebung. Oie SS. versieht den Ordnungsdienst auf dem Oswaldsgarten. Durch die Absperrung dürfen nur die geschlossenen Marschkolonnen, die am Kackeizug teilnehmen. Antreten der Marschkolonnen in Sechserreihen nicht auf dem Oswaldsgarten. Ort und Zeit ist den Gliederungen überlassen, doch müssen sämtliche Kackeizugteilnehmer um 19.45 Llhr aus dem Oswaldsgarten sein. Oie PO. tritt 19.30 Uhr (pünktlich) in der Marktlaubenstraße mit Kähnen an. Rechter Klügel Lindenplatz. Meldung an pg. Kopp. Kackeln können von den einzelnen Ortsgruppen, der SA.,Arbeitsdienst, HL., LV., BOM., LM. am Kreitag morgen nach der getroffenen Vereinbarung abgeholt werden. Oie Aufstellung auf dem Oswaldsgarten und der Anmarschweg geht aus den Aufmarschplänen hervor, die den Beteiligten zugehen. Marschstraßen des Kackeizugs: Oswaldsgarten, Steinstraße,Marburger Straße, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchenplatz, Schulstraße Reuen Bäue, Gartenstraße, Ludwigstraße,Bleichstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, Kaplansgasse, Reustadt, Oswaldsgarten. 3. Lm Anschluß an den Kackelzug: Großer Zapfenstreich der Teile des Reichsheeres Gießen auf dem Oswaldsgarten. Schmelz, Kreispropagandaleiter. losigkeit gestellt. An dem großzügig organisierten Winterhilfswerk habe sich der deutsche Hausbesitz lebhaft beteiligt. Der Gießener Hausbesitzerverein steuerte 250 Mark bei. Das Jahr 1934 sei bestimmt gewesen von einem wirtschaftlichen Aufstieg in allen Geschäftszweigen, hauptsächlich im Bauhandwerk. Die Fristverlängerung für Jnstandsetzungsarbeiten mit Reichszuschuß auf den 31. März 1935 habe die Arbeitsmöglichkeit auf das ganze Jahr ausgedehnt. In seinen weiteren Ausführungen berichtete der Vortragende noch über die Arbeitsbeschaffung durch die Elektrizitätsund Gasgemeinschaft, über die Senkung des Brandversicherungsbeitrages, über die Ermäßigung des Zinssatzes bei der Bezirkssparkasse und über die Verlängerung der Kündigungssperre für Hypotheken. Er erwähnte ferner die Schaffung des Einheits- mietvertrages, der eine Grundlage für ein gutes Einvernehmen zwischen Mieter und Hausbesitzer ermögliche. Am 1. April 1934 habe sich der Hausbesitzerverein Gießen dem neugegründeten Landesverband der Haus- und Grundbesitzer für das Rhein-Main-Gebiet angeschlossen Hinsichtlich der Tätigkeit der Geschäftsstelle des hiesigen hausbesihervereins wurde darauf hingewiesen, daß sich der Verkehr auf der Geschäftsstelle ständig gesteigert habe. Die Beratungen erstreckten sich neben Haus- und Mietsangelegenheiten auf alle Gebiete des wirtschaftlichen Lebens. Daneben würden den Mitgliedern Eingaben an Behörden, Gesuche sowie Steuererklärungen angefertigt. Aus alledem fei zu ersehen, daß für einen geringen Beitrag sehr viel geleistet werde. Der für die Mitglieder kostenlose Wohnungsnachweis sei augenblicklich zum Stillstand gekommen. Die Zahl der Wohnungssuchenden werde immer größer, das Angebot an Wohnungen sei denkbar gering. Ende des Jahres sei der Hausbesitzerverein mit dem Mieterverein Gießen in Verhandlungen eingetreten mit dem Zwecke der Gründung einer Miet- a u 5 g I e i ch st eile. Die Besprechungen führten zu dem Ergebnis, daß mit Beginn des neuen Jahres die praktische Arbeit der Ausgleichstelle habe aufgenommen werden können. Anträge der Mieter Luftschutzes hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich ine Hausbesitzer bereitwilligst in den Dienst der Sache stellen möchten, da es. doch um die Erhaltung großer Werte des Dolksvermögens gehe. Dann sprach Dr. Schulz-Frankfurt a. M. über das Thema „Hausbesitz und Nationalsozialismus" Der Hausbesitz sei schon in der Zeit von vor dem Kriege von höchster wirtschaftlicher Bedeutung gewesen. Hausbesitz habe stets auch Arbeitsbeschaffung bedeutet. Der Marxismus habe systematisch dem Hausbesitz Abbruch getan. Dadurch sei er mehr und mehr als Arbeitgeber ausgefallen. Erst die nationalsozialistische Regierung habe den Hausbesitz wieder bewußt in das Wirtschaftsleben eingeschaltet. Der Hausbesitz habe nunmehr steuerliche Entlastungen zu erwarten. Wenn die Hauszinssteuer gesenkt werde, so bedeute das allerdings nicht eine Mietpreissenkung, da sonst Ia wiederum kein Geld für Reparaturen frei werden würde. Die durch die Steuerermäßigungen frei werdenden Mittel müßten unbedingt in den Dienst der Arbeitsbeschaffung gestellt werden. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner im einzelnen über den engen Zusammenhang des Hausbesitzes mit dem Handwerk, über die Möglichkeiten der Entschuldung des Hausbesitzes, über das Verhalten von Versicherungsgesellschaften den Hausbesitzern gegenüber und über das Verhältnis zwischen Hausbesitzer und Mieter. Er betonte, daß d'e Unterbilanzen der Hausbesitzer im allgemeinen Interesse aufhören müßten. Die Gesamtheit des Hausbesitzes habe stets der Bodenspekulation ferne gestanden. Der Redner kam weiter auf das Hypo- theken-Moratorium zu sprechen, referierte über die Verlängerung des Hypothekenschutzes und die Mög- llchkeiten der Umschuldung. Er betonte, daß Hypo- thekengläubiger und Schuldner unter den gegenwärtigen Umständen weitgehende Rücksicht üben müßten. Dor allem ermahnte er, mit den Gläubigern im rechten Ton zu verhandeln. Der Redner erinnerte dann noch an den zu erwartenden Abbau der Sondergebäudesteuer, die einen Abbau erstmalig im Jahre 1937 erfahren'solle und vielleicht im Jahre 1940 ganz verschwinden werde. In welchem Tempo sich der Abbau vollziehen lasse, sei heute noch nicht zu sagen, es hange auch wesentlich davon ab, inwieweit der Hausbesitz zur Arbeitsbeschaffung beantragen vermöge. Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung werde ferner dafür ausschlaggebend sein. Das Wesentlichste sei jedenfalls, daß der Hausbesitzer wieder in die Lage komme, Arbeitgeber zu sein, was eben nur erreicht werden könne, wenn ihm steuerliche Erleichterungen zuteil würden. Dank der Regierung Adolf Hitlers seien wir bereits vorwärts gekommen. Die Hausbesitzer seien jederzeit bereit dazu, beizutragen, daß das Werk des Führers gelinge. (Anhaltender Beifall!) Nachdem noch verschiedene einzelne Fragen Erledigung gefunden hatten, fand die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler ihren Abschluß. Männerbadeverein Gießen. Der Männerbadeverein hielt im „Aquarium" seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer Thomas eröffnete die Versammlung und gab einen Bericht über die Stiftungen und die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre. Schriftführer Ja egg le verlas das Protokoll. Rechner Zimmer erstattete den Kaffen- und den Geschäftsbericht. Dem Barguthaben und den Einnahmen in Höhe von 9629,67 Mk. stand eine Ausgabe von 6632,37 Mark gegenüber, sodaß ein Barvermögen von 2997,30 Mark verblieb. Der Verein zählt 496 Mitglieder. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes wurden vom Verein für handwerkliche Arbeiten und Neuanschaffungen 4152,95 Mark ausgegeben. Der Rechnungsprüfer Waag hatte die Kasse in Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und ihm für seine verdienstvolle Tätigkeit Dank gesagt. Als Bademeister und Kafsenkontrolleur wurden wiederum die Mitglieder Seitz und Wagner bestimmt. Für einen ausslcheidenden Beisitzer wurde Mitglied Leonhardt P f a n n genannt. Von einem Sommerfest 1936 soll im Hinblick auf die bevorstehende Hunderjahrfeier des Vereins Abstand genommen werden. Die Eingliederung des Vereins in einen Sportverband wurde aus finanziellen Gründen abgelehnt, lieber die Errichtung einer Faltboothalle entspann sich eine rege Aussprache. Ein endgültiger Entschluß wurde jedoch noch nicht gefaßt. Es sollen erst die Fragen der Verantwortlichkeit, der Wirtschaftlichkeit und die Platzfrage eingehend geprüft werden. Ein Antrag auf Verbesserung der Sprungbrettanlage wurde angenommen. Außerdem unterhielt man sich über die Verschmutzung des Lahnwassers durch Oel aus den Mühlen und gab dem Wunsche nach Abstellung des Uebelstandes Ausdruck. In seinem Schlußwort wies der Vereinsführer nochmals auf die durchgeführten und beabsichtigten Verbesserungen und auf die zweckmäßige Ausgestaltung des Bades zu einem zeitgemäßen Erholungsaufenthalt hin. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. Oberhessen. Stadtvorstandssitzung in Alsfeld. Vermächtnis eines treuen Sohnes seiner Vaterstadt. Q] Alsfeld, 27. Febr. In der gestrigen Sitzung des Stadtvorstandes stand zunächst die Festsetzung der Schlachthofgebühren für das Rj. 19 35 auf der Tagesordnung. Hierzu wurde beschlossen, daß die für das Rj. 1934 festgesetzten Einheitsgebühren auch für das Rj. 1935 bestehen bleiben sollen. Auf Grund der Erfahrungen im laufenden Rechnungsjahre soll eine Neuregelung des Fuhrwerksbetriebes für die städtischen Fuhr- leistungen im Rj. 1935 erfolgen. Der vorgelegte Entwurf mit den darin enthaltenden Einheitssätzen für die Tagelohn- und Akkordfuhren wurde genehmigt. Die am 1. Februar 1935 erfolgte Neuner- Pachtung der Fischerei in der Schwalm und in der Krebsbach wurde genehmigt. Das Ergebnis der neuen Verpachtung blieb ungefähr um Die Hälfte gegenüber der Verpachtung von 6 Jahren zurück. Bezüglich der Jagdverpachtung wurde mit dem Jagdpächter Martin Kimm hinsichtlich des von ihm gepachteten Jagdbogens eine Vereinbarung dahin getroffen, daß ihm die Jagd bis zum Ablauf des Vertrages am 31. Januar 1938 gegen einen jährlichen Pachtpreis von 300 RM. verbleibt. Die übrigen drei Jagdbogen sind von den Pächtern gekündigt. Die getroffene Vereinbarung wurde genehmigt. Die Festsetzung des W a s s e r g e l d e s für das Rj. 1935 soll in der gleichen Weise erfolgen wie im Vorjahre, d. h., es wird ein 50prozentiger Zuschlag zu dem festgesetzten Wassergeld erhoben. Die bereits früher beschlossene allgemeine Einführung von Wassermessern soll noch ein Jahr zurück- gestellt werden. Unter Mitteilungen gab Bürgermeister Dr. Völ- sing bekannt, daß Professor Georg Kober in Washington, ein geborener Alsfelder, der Stadt ein Vermächtnis von 1 0 000 Dollar hinterlassen habe, wovon bereits 1500 Dollar als Anzahlung eingegangen seien. Die Zinsen sollen zur Unterstützung kranker und armer Leute verwendet werden. Elternabend der Gefolgschaft 9/416, Inheiden. Am letzten Sonntag fand in Inheiden ein wohlgelungener Elternabend der Gefolgschaft 9/116 der H I. statt. Diese Abende, an denen die Eltern der Hitlerjungen dem „Spiel" der Jugend oder ihrem Singen beiwohnen, sollen das gegenseitige Verhältnis in gutem Sinne stärken und vor allen Dingen das ^Vertrauen zur deutschen Jugend festigen. Der Elternabend begann mit eini- gen Sprechchören und Liedern, die 'von der HI. oorgetragen wurden. Sodann sprach der (Befolg- schastsführer einige Worte über das Wollen und die Ziele der deutschen Jugend, woran sich ein Spiel anschloß: „Heins Weg zur Gemeinschaft". Aus diesem Spiel können die Eltern in kurzen Zügen das Leben und Treiben, wie es sich in den Reihen der HI. tagtäglich abspielt, sehen. Es wird in diesem Spiel das große Erleben eines deutschen Jungen geschildert, das dieser in den Reihen der HI. findet und das ihn erkennen läßt, daß er mit feinem ganzen Sein zuerst der Nation angehört. Nach Schluß des Spiels bilden zwei lebend gestellte Bilder eine Ehrung einmal der großen Helden des dann derer der Bewegung. H->rst.W°N°l-Li°d und das Sieb der Jugend lassen Jben Abend ausfhngen. Kreisleitung Gießen der NEDAP reicht. Landkreis Gießen. Zur Tag gut Am Preußen. kreis Wetzlar. Den ganzen Abend hielt Paul Nieren als Ansager in unübertrefflicher Weise zusammen. Man sagt von Paul Nieren nicht zu viel, wenn man ihn in die Reihe der großen Ansager stellt, denn was bei ihm besonders anzuerkennen ist, ist die Tatsache, daß er es versteht, mit wirklichem Humor, Herzenswärme und auch Takt alles sofort in seinen Bann zu ziehen. Nieren ist Elberfelder, somit Rheinländer, es war eine Freude, zu sehen, wie die ganze rheinische Fröhlichkeit sich über alle Zuhörer ausgoß. Paul Nieren lieferte wieder den Beweis, daß wirklicher Humor auf alle Mätzchen und eindeutige Wortdeutigkeiten verzichten kann. Alles in allem: ein wohlgelungener Abend, der der NS.- Gemeilischaft „Kraft durch Freude" zur Ehre ge- „Liederkranz" verbunden sein wird, find vorangeschritten. Hauptfesttag ist der 2. Juni. Wertungssingen werden sich 28 Vereine beteiligen. Nachmittags wird sich ein Festzug durch den Ort bewegen, der mit einer Kundgebung, bei der Mas- enchore mitwirken, geschlossen wird. Ein Volksfest wird den Abschluß der Veranstaltung bilden. Rundfunkprogramm Freitag, 1. März. der Saar-heimkehr. Reichssendungen Heimkehr der Saar ins Reich. Samstag, 2. März. A Großen-Buseck, 27. Febr. Am Montag fand in der Kirche ein Vortragsabend des Evangelischen Bundes statt, der sehr gut von den Gemeindegliedern besucht war. Nach den Eröffnungsworten des Ortspfarrers hielt der Gau- walter des Evangelischen Bundes für Oberhessen, Prof. L a m p a s (Friedberg), einen tiefgründigen Vortrag über das Thema: „Das Evangelium in Oesterreich — eine deutsche Schicksalsfrage". Die anschaulichen Darlegungen zeigten, wie die evangelische Bewegung in Oesterreich trotz mancherlei Kämpfe und Schwierigkeiten, die an die Bekenntnis- und Opferfreudigkeit aller Evangelischen höchste Anforderungen stellen, vorangeht, wie der Evangelische Bund es als eine seiner wichtigsten Aufgaben ansieht, die evangelischen Glaubensgenossen in ihrem Kampfe um die heiligsten Güter der Reformation tatkräftig und wirksam zu unterstützen, und wie mit der Erfüllung dieser Aufgabe zugleich auch eine wichtige nationale Tat für unser deutsches Volkstum geleistet wird. In seinen Schlußworten dankte der Ortspfarrer dem Redner für seinen wertvollen Vortrag. Der Abend war von Darbietungen des Kirchen- und des Posaunenchores wirkungsvoll umrahmt. ch Oden hausen a. d. Lda., 27. Febr. Der Landwirt Wilhelm Müller IV. von hier erlitt I Groß-Rechtenbach, 27. Febr. Vom hiesigen Standesamt wurden im Kalenderjahr 1934 88 (96) Geburten, 50 (54) Sterbefälle und 65 (62) Eheschließungen beurkundet. Die in Klammern gesetzten Zahlen stellen die Beurkundungen im Kalenderjahr 1933 dar. Der Standesamtsbezirk umfaßt alle Gemeinden des früheren Amtes Rechtenbach mit Ausnahme der Gemeinden Niederkleen, Oberkleen, Ebersgöns. — Die im hiesigen Orte durchgeführte Eintopfsammlung erbrachte 47,65 Mark. Naggen heraus am 1. März dem Tag der Saar-Rückkehr Kreis Alsfeld. Alsfeld, 27. Febr. Die SA. -Stand. arte 254 veranstaltete durch ihre Kapelle unter Mitwirkung der Alsfelder Trompeterkameradschaft auf St. Walpurgis im großen Saal des „Deutschen Hauses" ein Konzert zum Besten des Winterhilswerks der NS. - Volks- Wohlfahrt. Das reichhaltige Programm bot eine Auslese bekannter Märsche und gern gehörter Opern- und Operettenmelodien, die unter Stabführung von Standarten-Musikzugführer Kröm- meld ein (Lauterbach) sauber und schwungvoll musiziert wurden. Die sehr zahlreichen Besucher dankten den Musikern mit starkem Beifall. Lebhaft begrüßt wurden auch die schneidig und exakt vorgetragenen Märsche für Fanfaren und Kesselpauken, mit denen die Alsfelder Trompeterkameradschaft aufs neue ihr beachtliches Können bewies. Der ansehnliche Reinertrag des Konzertabends wird dem Winterhilfswerk sehr willkommen sein, das damit wieder manche Not lindern kann. — Der Verein ehemaliger Oberreal, schüler hielt seine diesjährige Mitgliederver- sammlung ab. Nach herzlichen Worten der Begrü- ßung erfolgte die Ablegung der Jahresrechnungen von 1933 und 1934. Die Versammlung beschloß, der Jubiläumsstiftung für bedürftige Schüler wiederum 200 Mark zu überweisen. Der Verein roirb sich an der im nächsten Jahr stattfindenden Feier des 75jährigen Bestehens der Oberrealschule beteiligen. # Mücke, 27. Febr. Auf der hiesigen Bahn- st a t i o n herrscht feit geraumer Zeit r e g e r D e r ° ladebetrieb in der Holzverfrachtung aus den Wäldern des Vogelsberges. Die Anfuhr des Holzes geschieht durchweg durch Pferdefuhr- werke. Für die Fuhrwerksbesitzer ist dies ein will- kommener Verdienst. , rtr # Ober -Ohmen, 27. Febr. Durch bte Arbeiten an der Straße von Mücke nach Ermenrod hat auch das hiesige Basaltwerk wieder Aufträge bekommen und seit einigen Tagen feinen Betrieb wieder eröffnet. Das Werk hat die Lieferung größerer Mengen von Stucksteinen zum Straßenbau zu leisten. Eine Anzahl Arbeiter ist dadurch wieder in Lohn und Brot gekommen. heute zwischen 11 und 12 Uhr einen schweren Unfall. Als er mit Holzfahren beschäftigt war und innerhalb des Dorfes eine abschüssige Straße passierte, gingen die Pferde durch. Müller kam zu Fall und stürzte dabei so unglücklich, daß ihm ein Rad über das linke Bein ging. Mit einer schweren Quetschung mußte der bedauernswerte Mann von der Freiwilligen Sanitatskolonne zu Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. — Die hier durchgefuhrte Sammlung zugunsten des W i n t e r h i l f s w e r- les erbrachte den Betrag von 14 Mark. 3 Beltershain, 27. Febr. Die Frauenschaft bereitete den a l t e n L e u t e n unserer Gemeinde am Sonntag einige unterhaltsame Stunden. Alle über 60 Jahre alten Einwohner wurden in die Gastwirtschaft E r b eingeladen. Etwa 36 t)Oä)= betagte Einwohner und Einwohnerinnen hatten sich eingefunden. Die Führerin der Frauenschast, tfrau Erb, begrüßte die Teilnehmer. Die Frauenschast brachte unter Leitung von Lehrer B e y e r e r einige schöne Lieder zu Gehör. Der BDM. trug durch Ge- dichtvorträge, Lieder und Spiele zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Die alten Leute freuten sich sichtlich über die gebotene Unterhaltung. Nach einem Spruchwort der Frauenschaftsführerin, nach dem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied sand die Feier ihren Abschluß. . , Weickartshain, 27. Febr. Bei Gastwirt Hock hielt der Männergesangverein seine diesjährige Generalversammlung. Der Vereinswal- ter K n ö ß begrüßte mit kurzen Worten die Erschienenen. Durch Erheben von den Plätzen gedachte man des vor fünf Jahren durch feige Mörderhand gestorbenen Freiheitshelden Horst W e s - s e I. Der Bericht über das Vereinsjahr zeigte außer der Beteiligung an dem Bundes- und Jubiläumsfest in Grünberg keine weiteren Veranstaltungen. Die Rechnungsablage, vorgetragen von Rechner Karl Schmidt, ergab einen geringen Ueberschuß. Für ein ausgetretenes Vorstandsmitglied wurde der Sangesbruder Wilh. Schuch vom Bereinswalter ernannt. Der Beitrag bleibt In der gelegen hatte. , t Die nächste Zeugin ist die Schwester der Frau Höfeld, die über brutale Szenen in der Familie Höfeld zu berichten weiß. Hilde sei viel geschlagen worden. Der Zeugin wird oorgehalten, warum sie eigentlich nicht eingeschritten sei. Sie meint: „Wenn ich etwas gegen meinen Schwager unternommen hätte und er hätte es erfahren, dann würde er mich totgeschlaaen haben". Die Schwester bezeichnet es als ein Wunder, daß keines der Kinder totgeschlagen wurde. Es fällt auf, daß sie nichts tat in der langen Zeit, um die Mißhandlungen zu unterbinden. Dazu scheint die Zeugin nicht den Mut besessen zu haben. Dann war sie auch nicht über alles orientiert. Schließlich bildete einen weiteren Unterlassungsgrund der Umstand, daß die Angeklagte Frau Höfeld nach außen hin immer den Schein zu mal* ren suchte und darauf bedacht war, es zu keinem Skandal kommen zu lassen. Eine Kriminalkommissarin hat die Angeklagte Minna Höfeld vernommen. Das Kind äußerte sich sehr abfällig über seine jüngere Schwester und er- zählte, daß die Hilde vom Vater gezüchtiot worden und dann fortgelaufen sei. Der Vater sei streng, aber gerecht. Als ihr die Zeugin vorhielt, daß es schlimmere Dinge gebe, als Hilde sie getan habe, da wurde das Mädchen unruhig. Bei der Mitteilung, daß die Hilde in den Main gegangen sei, schrie Minna auf und fragte, ob die Hilde noch lebe. Minna hat sich bei der Vernehmung mit Ueberiegung ausgesprochen. Die Zeugin hatte den Eindruck, daß sich Minna vorgenommen hatte, die Wahrheit zu sagen. Erschüttert war die Zeugin darüber, daß Minna gar keinen Begriff von der Tragweite der Tat hatte. Als letzter Zeuge des heutigen Verhandlungstages wird der geschiedene Freund der Frau Höfeld vernommen. Der Zeuge hält es für ausgeschlossen, daß der Ehemann Höfeld von seinen Beziehungen zu dessen Ehefrau Kenntnis hatte. Der Zeuge bekundet, daß er Frau Höfeld nie mit Geld unterstützt habe. Eine Heiratsabsicht habe Frau Höfeld aus seinen Aeußerungen nicht entnehmen können. Im Gegenteil, sie müsse den Eindruck gehabt haben, daß er sich ehefeindlich einstellte. Wenn der Zeuge geahnt hätte, daß sich die Frau mit Heiratsabsichten trug, so hätte er die Verbindung gelöst. Auf Antrag des Verteidigers wird unter Zustimmung des Staatsanwalts nunmehr Minna Höfeld aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. _____________ Das Odenwälder Edelweiß-Abzeichen geht auch ins Ausland. LPD. Erbach, 27. Febr. Von den Millionen Edelweiß-Blumen, die als W H W. - Abzeichen des Monats März den Odenwälder Elfenbeinschnitzern Verdienst gaben, yehen auch Tausende ins Ausland an die dortigen NSDAP.-Ortsgruppen. So haben bis jetzt bestellt: Brasilien 4000, Iran 400, Stockholm 300, Italien 250, Rumänien 200 und Palästina 100 Stück. Auch > Nachbestellungen aus den Jnlandsgauen laufen > noch täglich ein. 9 Frau Höfeld bleibt gegenüber der Darstellung der Hilde bei ihren eigenen Angaben. Sie wird über einzelne Punkte ihrer und der Hilde Aussagen gefragt und sie muß eine Anzahl gravierender Aeußerungen zugeben. Sie bestreitet aber, am Abschiedsabend Hilde gesagt zu haben: „Es ist besser, wenn du nicht mehr am Leben bleibft" Hilde sagt bestimmt, daß diese Worte gefallen sind. Sie habe gedacht, sie werde in den Tod ge- schickt, weil sie den Eltern vielleicht zu viel sei. Sie i schließt dies daraus, daß sie der Vater als den Schandfleck der Familie bezeichnete. Der Staatsanwalt sagt dann zu Hilde: „Du bi ft j a gar nicht in den Main gesprungen. Du bist auf der Sachsenhauser Seite gewesen und hast dich et was nah gemacht!" , , Hilde lacht und sagt: „Nein, ich bin reingesprun- gen." Als sie im Wasser war, habe sie sich gesagt: ! „Jetzt schwimmst du halt so lange du kannst . Als sachverständiger Zeuge wird Professor Hahn, Leiter der Fürsorgestelle für Nerven- und Gemütskranke, gehört. Er bezeichnet Höfeld als einen Neurastheniker mit starker Erregbarkeit und Entfrem- dunqsgefühl. Der Sachverständige hat den Verdacht, daß bei Höfeld leichte Psychose vorhanden ist. Frau Höfeld ergänzt ihre Angaben noch da- Ihm, daß es immer nur der Vorschlag ihres Man- I nes war, die Hilde in Fürsorge zu bringen. Nach der Mittagspause wird ein Schwager der Frau Höfeld vernommen. Sie sollte bei ihm nachts Zuflucht genommen haben, wenn sie von ihrem Mann mißhandelt oder hinausgeworfen mürbe. Der Zeuge kann sich dessen nicht entsinnen. Aller- I dings war er durch Nachtdienst nicht immer tn der Sage, über die Vorgänge orientiert zu jein. Er weiß aber, daß Frau Höfeld öfters über Mißhandlungen durch ihren Mann klagte. Der nächste Zeuge ist der Verwalter des Kinder, heims am Mainwasen. Als Hilde gegen 12 Uhr ; nachts kam und in dem Heim Aufnahme fand, [ machte sie einen sehr ängstlichen Eindruck. Sie zit- 1 terte und triefte vor Wasser. Als er Hilde über das ' Vorgefallene fragte, sagte sie ihm, daß sie nichts ' sagen könne. Das Aussehen der durchnäßten Person 1 erweckte den Eindruck, daß sie tatsächlich im Wasser seitherigen Höhe bestehen. Fünf neue Satzungen, vom Gau zugesandt, gab der Vereinswaller den Sängern bekannt; jede Stimme erhielt ein Exemplar. Der seitherige Chorleiter, Lehrer Ranft (Stockhausen), richtete in kernigen Worten einen Appell an die Sänger und ermahnte sie, recht zahlreich zu den Gesangstunden zu erscheinen, das deutsche Lied zu pflegen und den Gesangverein stets in Ehren zu halten. Lehrer Ranft ermahnte die Sänger ferner, alle persönlichen Angelegenheiten von dem Verein fernzuhalten, da diese nur Uneinigkeit und Zwietracht hervorriefen. Er schloß seine Rede mit den Worten: „Einig im Lied, treu, treu treu im Gemüt." Bereinswalter Knöß dankte dem Redner für feine tatkräftigen Worte, sowie für seine dreijährige Tätigkeit als Chorleiter. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß er auch wei- terhin ein treuer Mitarbeiter am Verein bleiben möchte. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland, sowie mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschland-Liedes schloß 93er» einswalter Knöß den geschäftlichen Teil. Anschlie- ßend verlebte man noch einige frohe Stunden in echter Kameradschaft. 3 Obbornhofen, 26. Febr. Unser Bahnhofsvorsteher Friedrich Diehl von der Station Obbornhofen-Bellersheim konnte auf eine 45jährige Dienstzeit bei der Eisenbahn zurückblicken. Herr Diehl, der seit 1912 unserem Bahnhofe vorsteht, genießt den Ruf eines tüchtigen Beamten und erfreut ich allgemeiner Wertschätzung. — Die am Sonntag durchgeführte R e i ch s g e l d s a m m lung erbrachte in unserer Gemeinde eine Einnahme von 17,10 Mk. £ Obbornhofen, 27. Febr. Eine Vereinigung junger Mädchen und Burschen in unserem Orte veranstaltete zu Gunsten des W i n t e r h i l f s- ©er Höfeld-prozeß. LPD. Frankfurt a. M., 27. Febr. Nachdeni am Dienstag Hilde Höfeld vernommen wor- den war, wurde zu Beginn des fünften Derhano« lungstages den wieder im Sitzungssaal anwesenden Eltern und der Mitangeklagten Tochter Minna zunächst die Aussage der Hilde mitgeteilt. Hilde bejaht auf die Frage des Staatsanwalls, sie sei nur von dem Gedanken zu sterben erfüllt gewesen. Sonst habe sie an nichts gedacht. I Ein Beisitzer fragte sie, ob sie nicht auf den Ge. danken kam, sich an den herankommenden 62L* Mann zu wenden. Hilde verneint das. Dann bejaht sie me wettere Frage, daß sie sich gesagt habe, sie müsse machen, daß sie hinunter ins Wasser komme, damit sie von Leuten nicht gesehen werde. Als sie im Wasser war, will sie ein gurgelndes Geräusch von sich gegeben haben, und sie meint, daß man das oben hatte hören können. Staatsanwalt: Warum bist du nicht gleich ht die helle Uferstraße gelaufen, als du aus dem Wasser kamst? Hilde stand an der Mauer, weil sie von memanö gesehen sein wollte. Als sie an dem Pfeiler stand, kam ein Mann vorbei. Als sie gefragt wird, warum sie ihn nicht angesprochen habe, fagt sie, sie habe so gefroren. Sie habe den Mann dann in em nahes Haus gehen sehen und sei ihm später in das Heim „Straff durch Freu de" in Großen-Buseck ' * Großen-Buseck, 26. Febr. Am Sonntag < veranstaltete die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Großen-Buseck im Saalbau , Wagner einen geselligen Abend. Der Saal war voll ; besetzt und konnte kaum alle Besucher fassen. Die umfangreiche Vortragsfolge bot ausgezeichnete Schaunummern guter, deutscher Artistik, ferner hatte man die Faschingszeit mit in die Ausaestal- tung des Abends einbezogen. Von vornherein herrschte frohe Stimmung, die sich mit fortschreitendem Abend noch steigerte. Die SA.-Sturmbannkapelle, deren Darbietungen den musikalischen Teil des Programms bildeten, stand unter der Leitung von Karl Nicolai; die durchweg luftigen Weisen der Musik trugen sehr zur guten Stimmung bei, außerdem war die Kapelle den Artisten geschickter Begleiter. Frau Schneider (Gießen) übernahm mit feinem Einfühlungsvermögen pianistischeMKönnens die Solo-Begleitung am Klavier. Der Abend begann mit einer heiteren Szene zwischen Kley und Nieren und bildete den lusti- aen Auftakt zu herzhaftem Lachen, das den ganzen Abend über anhielt. Da der Fasching vor der Türe steht, zollte man dem närrischen Prinzen seinen Tribut durch gemeinsames Singen, Schunkeln und allerlei Kurzweil; es muß gesagt werden, daß alle lustig und munter mitmachten, auf der Bühne und erst recht im Saal. Rudolf Kley vorn Landestheater Braunschweig fand ein dankbares Publikum; der Vortrag seiner gut zusammengestellten Lieder und seine weiche Stimme sicherten ihm schnell allseitige Sympathien und herzlichsten Beifall. Die artistische Schau wurde von den „Zwei Rolandos" eröffnet, die einen Sportakt mit dem Rhön-Rad vorführten. Die in ihrer Art seltene Darbietung gefiel durch Präzision und Exaktheit; im zweiten Teile stellten sich die Künstler in einem Sportakt vor und zeigten geschultes Training und hohes Können in ihrer Arbeit am Punching-Ball. In das Land Carl Mays versetzten uns die beiden Deutsch-Amerikaner „Horse & Co." in ihrer „Original Prärie-Attraktion". Bei dieser Darbietung spielten Lasso, Peitsche, Messer, Revolver und Gewehr die Hauptrolle; Horse, ein echter Cowboy, wußte diese Dinge mit ruhiger Sicherheit und kühner Gelassenheit meisterhaft zu handhaben. Atemlose Spannung begleiteten den Artisten, wenn sein weiblicher Partner ihm als lebendige Zielscheibe diente. Im Interesse einer späteren Sache soll auf eine besondere Programmdarbietung des Abends zunächst nicht näher eingegangen werden, obwohl gerade diese Darbietung der großen Aufgabe diente, auch den kleineren Orten Meisterleistungen großer, echter Kunst zu bieten. — Der U m • und Ausbau des Ortsnetze r,1 das durch Kauf von der Gemeinde in den Besitz des Ueberlandwerkes Oberhessen überging, ist beendet. Die Anlage entspricht nunmehr allen Erfordernissen, die an eine einwandfreie Stromver- sorgungsanlaae gestellt werden müssen. Allseits ist das Anbringen weiterer Lampen für die Straßenbeleuchtung begrüßt worden, sowie die Umlegung vorhandener zwecks besserer Lichtwirkung. *!* Ruppertenrod, 26. Febr. Die Grippe herrschte in den letzten Wochen auch in unserem Orte sehr stark. Erhebungen über die Ausbreitung der Krankheit ergaben, daß von den 676 Einwoh- nem unserer Gemeinde 401 Personen, das sind etwa 60 v. H. der Bevölkerung, grippekrank waren. Glücklicherweise äußerte sich die Krankheit fast durchweg in harmloser Form. Die Krankheit ist jetzt im Abflauen begriffen. x» Homberg, 27. Febr. Der Sängerkreis Ohm-Lumdatal faßte in seiner vorjährigen Hauptversammlung den Beschluß, mit Rücksicht auf die große Anzahl der Vereine im Jahre 1935 zwei Wertungssingen zu veranstalten. Der südliche Teil des Sängerkreises wird sich in Lehnheim treffen, der nördliche in Homber g. Das Wertungssingen in unserer Stadt wird am 12. Mai in der Festhalle stattfinden. Nach der Mittagspause wird sich ein Festzug durch die Stadt bewegen. Anschließend wird eine Kundgebung vor der Stadthalle abgehalten, bei der Massenchöre zum Vorttag gelangen werden. . Lehnheim, 27. Febr. Die Vorarbeiten für das Wertungssingen im südlichen Tell des Sängerkreises Ohm-Lumdatal, mit dem gleichzeitig die Feier des 50jährigen Bestehens des hiesigen Gesangvereins I Lützellinden, 26.Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein seine Generalversammlung in seinem Vereinslokal bei Gastwirt Arnold ab. Der 1. Dereinssührer Karl Engel begrüßte die Mitglieder und gedachte in ehrenden Worten des kürzlich verstorbenen langjährigen Vereinsführers und verdienten Turners Karl Güm - b e l. Hierauf erstattete Turnwart Heinr. Jung in Vertretung des erkrankten Schriftführers Georg Luh den Jahresbericht. Kassenwart Ludw. Engel erstattete den Kassenbericht, der in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 741,70 Mark auswies. Das Sparguthaben des Vereins beträgt zur Zeit 4115,15 Mark. Die neuen Vereinssatzungen des Reichsbundes für Leibesübungen wurden einstimmig angenommen. Der Vereinsführer und der seitherige Vorstand wurden wiedergewählt. Zum Spielwart der Handballabteilung wurde Karl Hohbach ernannt. Dietmar! Praß gab die Anregung, demnächst unter Inanspruchnahme der Kreissilmstelle Wetzlar Filmabende abzuhalten. Nachdem unter Punkt Verschiedenes noch einige allgemeine Fragen erledigt wurden, schloß der Vereinsführer mit einem „Gut"- und „Sieg-Heil!" i auf den Führer die Versammlung. ^Lützellinden, 26. Febr. Im hiesigen Markwald sand die erste Brennholzver- steigerung statt. Außer den hiesigen Käufern hatten sich noch zahlreiche Käufer aus den umliegenden Dörfern eingefunden. Die Preise betrugen: Kiefernscheiter 9 bis 11 Mark; Kiefernknüppel 8,50 bis 9 Mk.; Kiefernwellen, 50 Stück 4 bis 5 Mark; Fichtenscheiter 12 bis 14 Mark.; Fichtenknüppel 11 bis 12 Mark pro Raummeter. Fichtenwellen, 50 Stück 4 bis 5 Mark; Buchenknüppel 8 Mk. pro Raummeter; Buchenwellen, 50 Stück 11 bis 14 Mk.; Eichenscheiter 8 Mk.; Eichenknüppel 7 bis 7,50 Mk. pro Raummeter; Eichenwellen, 50 Stück 9 Mark. Werks einen Unterhaltungs- und Theaterabend. Der Saal von Erich H e n z e l war bis auf den letzten Platz besetzt. Zur Aufführung gelangte ein ernstes Stück, das mit seiner dramatischen Handlung einen tiefen Eindruck hinterließ. Im Verlaufe des Abends gelangte noch em weiteres Theaterstück zur Aufführung, das mit großem Inter- esse verfolgt wurde. Die Teilnehmer des Abends gingen sehr befriedigt nach Hause. ftreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 27. Febr. Beim vierten Filmabend, den die Gaufilmstelle in unserem Orte bei Gastwirt Schlörb veranstal- tete, wurde der Tonfilm „Das Ringen um 93er- dun" gezeigt. Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht und hinterließ einen tiefen Eindruck. Die schönen Beifilme fanden großen Beifall. — Die Sammlung „Mutter und Kind" erbrachte in unserem Orte 30,80 Mark, die jüngste Eintopfsammlung 45,30 Mark. Bei der letzten Pfundsammlung wurden 112 Pfund Wurst und Speck aufgebracht. Nach Wiesbaden wurden 35 Zentner Mehl verladen. Ober-Schmitten, 27. Febr. Zu schlichter Feierstunde wurden von dem Vorsitzer des Kriegervereins die verliehenen Ehrenkreuze überreicht. Einleitend sprach dieser über den Sinn und die Bedeutung der Orden und Ehrenzeichen im allgemeinen und des Ehrenkreuzes im besonderen. Mit einer Ehrung der Gefallenen und dem alten Soldatenlied „Ich halt' einen Kameraden" schloß die eindrucksvolle Ansprache. Der Männergesangverein umrahmte die Weihestunde durch den Vor- trag zweier Vaterlandslieder und des stimmungsvollen Chores „lieber den Sternen wohnt Gottes Friede". Mit dem Treuegelöbnis für den Führer fand die Feier ihren Ausklang. Am Nachmittag lief im Kirchhostchen Saale der Tonfilm „Das Ringen um Verdun". Auch diese Veranstaltung war für alle Teilnehmer ein Erlebnis von tiefgehender Wirkung. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30 Gymnastik.! 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des kleinen Funkorchesters. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Schall und Platt auf dem bal pare. 14.15: Nachrichten. 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.35: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.50: Doppelkonzert. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk sendet Tagesspiegel. 20.15: Karnevalistisches Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Karnevalistisches Konzert. 24 bis 2: Schall und Platt am Stammtisch Dettschoner. iUbeit uBeot b F I Z i i i 8 s 1 l PU I £ Ri E I N % I fr I s; s I 8 g E | 8 Ü I 8 I ? z dutth v ' HM Aas tMweiK M Die Deuische LiistschuH-Ausstellung in Frankfurt Frankfurt a. M., 26. Febr. (LPD.) In Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und vieler prominenter Persönlichkeiten der Reichs-, Staats- und Kommunolbehör- den, sowie der Partei wurde hier die große Deutsche Luftschutz-Aus st ellung eröffnet. Noch dem Einmarsch der Ehrenstürme und einem Chor „Alles für Deutschland", gesungen vom Win- kelmannschen Männerchor, sprach zunächst der Landesgruppenführer der Landesgruppe Hessen- Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbundes, Polizei-Oberst v. d. Oldenburg. Er führte dabei u. a. aus, die moderne Luftwaffe habe das Gesicht eines kommenden Krieges vollkommen verändert, und darum müsse das Volk aufgeklärt werden über die Gefahren, die ihm im Falle eines Krieges aus der Luft drohen. Gauleiter und Heichsstatthalter Sprenger wies in seinen Ausführungen auf das Schanddokument von Versailles hin, das Deutschland die vollkommene Abrüstung vorschrieb. Auch alle anderen Länder seien verpflichtet gewesen, abzurüsten, aber nur Deutschland sei dieser Vorschrift gefolgt. Diesem Beispiel der Vertragstreue sei kein anderes Land gefolgt. fetter die Ausstellung und übergab" sie der Obhut des Oberbürgermeisters i>er Stadt Frankfurt. Staatsrat und Oberbürgermeister Or. Krebs dankte dem Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme, daß diese Ausstellung auch nach Frankfurt gekommen sei, damit der Bevölkerung die Gelegenheit gegeben werde, sich über die Luftgefahr ausklären zu lassen und die Maßnahmen kennen zu lernen, die gegen diese Gefahr zu ergreifen seien. Der Luftschutz fei eine Notwendigkeit für das deutsche Volk, weil Deutschland im Falle eines Krieges namentlich aus der Luft bedroht werde. Wenn erst einmal die Bomber mit 2000 Kilogramm schweren Bomben erschienen, dann sei es zu spät, über den Luftschutz nachzudenken. Oer Präsident des Neichslustschutz- bundes Generalleutnant a. O. Grimme machte dann Mitteilungen über den Luftschutz. Er streifte dabei den Vorschlag eines Luftabkommens als Ergebnis der französisch-englischen Verhandlungen in London und zog daraus den Schluß, daß also die hochgerüsteten Mächte mit einem nicht herausgeforderten Luftangriff rechneten und sich dagegen zu schützen suchten. Namentlich im Westen des Reiches sei vielfach die Ansicht vertreten, daß es gegen die schweren Bomber der Nachbarländer keinen Schutz gäbe, weil diese innerhalb weniger Minuten die Grenzlande erreichen und in einen Alle anderen Länder hätten vielmehr auf- > gerüstet und insbesondere ihre Luftflotten verstärkt, so daß Deutschland heute von Nationen umgeben sei, deren Luftflotten im Falle eines Krieges es in wenigen Almuten in eine Wüste verwandeln könnten. i Die innere Ehre und Freiheit sei der deutschen : Nation setzt wiedergegeben, aber die Aufrüstung sei ■ bis heute noch nicht möglich gewesen. Darum sei : Deutschland gezwungen, eine passive Wehr zu schaffen, nämlich den privaten Luftschutz. Leider stoße der Luftschutz vielfach nicht auf das notwendige Verständnis. Wenn ein Angriff aus der Luft erfolge, müsse jeder Volksgenosse zum mindesten wissen, was er zu tun habe. Hierüber gebe diese Ausstellung jedem dir nötige Auskunft. Darum sollte niemand in seinem eigenen Interesse versäumen, die Ausstellung zu besuchen. Allein um dem Frieden zu dienen, würden die Nachbarstaaten doch nicht ihre großen Luftflotten ausbauen. Der Gauleiter richtete dann einen Appell an die Jugend, damit diese vor allen Dingen sich mit den Grundprinzipien des Luftschutzes vertraut mache. „Wir hoffen", so betonte der Gauleiter zum Schluß, „daß wir nicht in die Lage versetzt werden, vom Luftschutz Gebrauch zu machen, doch müssen wir | auf alles gefaßt sein." Dann eröffnete der Gau- Trümmerhaufen verwandeln könnten. Wer sagS aber oder könne mit Gewißheit behaupten, daß z. B. Frankreich unser Gegner in der Luft sein würde? heule hänge der Gewinn eines Krieges nicht > mehr ausschließlich von den Frontsoldaten ab. » sondern auch von der Haltung des ganzen ’ Volkes. Den friedlichen Bürger werde es in der Zukunft nicht mehr geben. Die wirtschaftliche Front sei so wichtig wie die militärische. Nicht einige tausend Flugzeuge könnten uns vor einem feindlichen Angriff schützen, viel wichtiger sei der private Selbstschutz. Was im Frieden versäumt werde, müsse im Kriege doppelt bezahlt werden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen richtete der Präsident des Reichsluftschutzbundes einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung, sich restlos dem Reichsluftschuhbund anzuschliehen, damit dieser immer mehr in die Lage verseht werdch- seiner Aufgabe gerecht zu werden, denn vom Staate allein könne man nicht erwarten, daß er restlos die Sicherheit des Volkes im Falle eines Luftangriffes gewährleisten könne. Anschließend an die Eröffnung fanden Hebungen mit Brandsätzen und Giftkampfstoffen unter Leitung von Oberleutnant a. D. Lenz vom Präsidium des Reichsluftschutzbundes statt. Spremhrunoen oer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Am Fastnachts-Dienstag gibt’s nur eins - Besuch des bekannten Großen Maskenballs der Spielvereinigung 1900 e.V. unter dem Motto: Eine Nacht inVenedig 2 Tanzkapellen / Sekt- und Likör-Bar / Beginn 8.11 Uhr in sämtlichen Räumen des CafS Leib / Eintrittspreis 1.00 Mk. Kartenvorverkauf bei Bäckermeister Bende, Bahnhofstraße 12, Sporthaus Schwan, Mäusburg, u. Aug.Wallenfels, Marktpl.17 1181 D Schachts Obstbaum- Karbolineum DRP. verstärkte Qualität, empfiehlt Samenhaus Hch. Hahn Bahnhofstraße, Telefon 3403 Bei größerem Bedarf Vorzugspreise _______________________________1182 A Bei Darmträgheit, Verstopfung oder Verdauungsstörungen verlangen Sie immer die einzigartigen SßeininMen- Do* unschädliche p f I o n z I. Feigen- Noturprodukf. Erfolg verblüffend. RM 105. 1 95 in Apotheken und Drogerien. 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Trotz großer Aufmachung niedrige Volkspreise! Ueberall bekannt als die schönste Veranstaltung auf diesem Gebiet. zwischen 10 und 12 Uhr auf der Verwaltung eingesehen werden. . in allen anderen Verzehrungsgegenständen und Verbrauchsgegenständen wie Reinigungsmittel usw. ru je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu jelOOOOO, 2 zu je 50000, 2 zu je 30000, 6 zu je SU,je 5000, 192 zu je 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: Die Angeb-otsformulare werden gegen Abgabe ter Selbstkosten daselbst abgegeben. Angebote und Warenmuster sind getrennt und mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen bis zum Eröffnungstermin Dienstag, den 12. März 1935, vormittags 11 Uhr, hier sinzureichen. Zuschlagsfrist 10 Tage. Gießen, den 26. Februar 1935. Fleisch- usw. Waren, Backwaren, Butter und Margarine, Milch und Eier. leit vom 1. April bis 30. September 1935 Samstag, den 2. März, 20.11 Uhr: Großer öffentlicher llll|llllll|llllll|lfl|IIIIIIIIHIIIIHI!l|i|ll1l|||||||||||ll llllllllllllilllllllllllllllll WlsluiMe yllllll- nMensWk in reichbebilderten, leichtverständl. Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er- höhteFreude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" fNoBermflöler Bering Veriill-Mlerseiüe iiiiiiiiiiiiiiiiiinnrnmn Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grund- preis von 5 pf. fürdieMillimeter. seile veröffentlicht Vermeiden Sie den Waschtag“ Mangelwäsche Pfd. 25^ Naßwäsche... Pfd.18<$ (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen 56p Ruf 3487 bleibt fftheingo Id während d. Fastnachtstage finden folg. Veranstaltungen statt: Morgen Freitag, ab abends 8Uhr, Großer Bunter Abend. Samstag, 2. März, abends lOUhr, Fideles Stimmungskonzert. Sonntag, 3.März, abends lOUhr, Fideles Stimmungskonzert. Montag, 4. März, abends 10 Uhr, Kirmesbetrieb. Dienstag, 5. März, abends lOUhr, Kirmesbetrieb. Musik durch die beliebte Kapelle Walter Einbrod. U80d Preiswerte und gute ffacfoeln sofort lieferbar in jeder Menge von Papierhandlung Heinrich Noll Weitester Gießener Fackellieferant iisoD Rufnummer 4073 I Feinste Fischfilets I von Kabeljau, Schellfisch, Goldbarsch und Seelachs Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 1179a Teleph. 2417 DerbeutigenGesamtausgabe liegt ein Werbeblatt d. Elsenwaren-GroB- handlang J.B. Häuser, Gießen, bei. 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März, von 20 bis 23 Uhr, außer Abonnement Preise an allen Abenden von 0.50 bis 2.50 Mk. 1177 d Das Ereignis für SiidwestdentsdHanil vom 1. bis 14. März 1171 v Gewmnauszug Ohne Gewähr Raddruck verboten 48 Gewinne zu 146629 153794 163053 741 2442 2947 9584 12880 22260 34514 45125 56664 70922 78142 85582 93704 13697 27552 38907 49532 64668 72228 80290 89445 25135 35691 45458 61504 71903 78352 85849 98422 119350 139466 161775 165327 182238 208930 228889 245906 266349 281496 291012 300901 308684 334668 348141 358456 370733 377524 387369 399212 27254 38356 46260 61824 72149 79120 86176 104155 124101 140508 161807 167240 184936 212851 236751 248446 269519 282526 293563 302345 318543 335645 348456 359855 371543 378108 388341 162228 192232 226842 265117 298660 335661 137446 191712 224644 262404 297211 327128 390214 177421 208030 237678 271021 312103 353218 104173 127055 146620 162098 172460 192538 219620 237038 248711 270419 282869 293656 305014 319269 337097 349998 362355 374295 378421 389502 16224 32971 44206 52888 67767 74811 81652 89930 105466 129077 159703 163175 176366 198472 226011 244089 264302 276620 285625 295979 305507 328927 342237 353359 365001 377022 384856 393094 14220 29930 44029 50591 65404 74455 80819 89775 105456 128358 158163 162323 172657 196121 224996 240501 249140 276463 284670 294752 305057 327692 340118 350612 363918 376035 380408 391766 113171 188044 218248 242576 277493 319311 382453 19331 33519 44918 55177 68125 74988 85493 92468 125691 189373 221206 257967 278990 319793 387901 118486 131129 160789 164212 180401 200353 227613 245089 265562 276750 290272 296158 308248 331052 345192 358002 366963 377347 385740 395496 110710 182558 214128 237889 274708 314859 359795 300 M. 1 53420 271971 18241 18857 359104 1583 15827 29023 74162 183163 191250 252965 288914 315692 323871 376482 381387 385387 Rarhorina“ zum 4-Ubr-Tani-Tee und in der ,,utll UKI lllU abends 8.30 Uhr zürn Tanz sowie abends in seinerun- Uarinf h Rinr Ralaic erhört. Bühnenschau im VOMc DlBPPdldlb 253667 254536 279426 324535 366713 375351 385682 387918 m„GroöFranMurl“ FTTE Frankfurt am Main BßriWd L I I L Gewinne zu VV0 M. 11474 19348 20085 42909 66402 64239 70503 86035 87460 92470 98393 107499 108133 ------ ------ ----- ---- Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiten _______ Abteilungen I und II 5. Klasie 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen-Lotterie 362 Gewinne zu 13495 — ' 2 Gewinne zu 10000 M. 96611 2 Gewinne zu 5000 M. 2 Gewinne zu 3000 M. 6 Gewinne zu 2000 M. 48 Gewinne zu 1000 M. 17. Ziehungstag 27. Februar 1935 fin der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen «les CD R CO N ibe der Auf- :annt ?biet 1173D tittags g em- Lege c De- 166V r 1935 gegen' Reim« s Ä 45886 64941 74403 .SS I'S 10S isS A- Z B 19 *• Uhr. 1 er ,t und Hlossen .W Donnerstag. 28. Zebruar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 50 Drittes Blatt 1. kreisklasse. Gruppe Gießen. Unentsch. Verl. Pkte. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Grünberg in punktgleich an Steinbach Spiele Gew. gegen spröde Haut 2 1 4 4 9 11 11 11 12 3 2 5 4 6 6 12 17:7 17:7 12:10 13:9 11:13 10:14 0:24 Steinbach Aliendorf Garbenteich Steinberg II Wieseck II Lollar II Leihgestern II Spiele 12 12 11 11 12 12 12 28:6 27:5 26:10 23:11 12:22 11:23 11:23 7:25 7:26 auszu- scher hinter der Sperre wartete. Als der Wagen schon längst auf der nächtlichen Chaussee wieder dem Schloß entgegenrollte, kroch unter dem Eisenbahnwagen vorsichtig ein or ersten Male ihren eh.........-■ , . die Gaue Deutschlands in alle zivilisierten Lander der Erde, um die Jugend der Welt zum sportlichen Wettkampfe zu rufen. Schon heute steht die Sportwelt in all den Staaten, die dem Internationalen Olympischen Komitee angehören, im Zeichen der Vorbereitung. So wie in Deutschland die olympische Kernmannschaft, werden überall die Spitzenkönner in Trainingskursen geschult, um für den kommenden Kampf der Besten der Nationen gewappnet zu sein, zum Ruhme ihres Vaterlandes um die olympischen Siegerehren zu kämpfen. Wetzlar-Niedergirmes Aßlar Sportfr. Wetzlar Burgsolms Wetzlar II Werdorf Nauborn Naunheim II Büblingshausen Die deutsche Lederwirtschaft hat allen anderen Zweigen der deutschen Wirtschaft etwas Einzigartiges voraus: sie besitzt im D e u t s ch e n L e d e r- museum in Offenbach a. M. ein Fachmuseum, das den von ihr hergestellten und verarbeiteten Werkstoff, das Leder, in seiner kulturellen Bedeutung als Träger hochentwickelter Wertarbeit in Sammlungen umfaßt, die nirgends in der Welt Gew. 8 7 6 6 5 4 0 fühlen; er muß zum Schildträger der olympischen Idee werden. Das setzt jedoch voraus, daß er sich selbst erst einmal mit dem Wesen und den Zielen der Olympischen Spiele vertraut macht. In gemeinsamer Zusammenarbeit wird daher vom Reichssportführer und dem Reichspropagandaministerium eine allgemeine Sportwerbung durchgeführt. In einer reichbebllderten Olympiaheftreihe berichten Fachleute anschaulich und auch für den Laien verständlich über das Wesen und die Technik der einzelnen Sportarten. Aber das Rund um die Kreisklasien Das deutsche Ledermuseum in Offenbach. Das Fachmuseum Der deutschen Lederwirtschast. — 6in neuer Museumstyp. Pon Professor Or.-Ing. e.h. Hugo Eberhardt. Wertarbeit vor Augen zu führen, zu belehren und anzuregen. Vorwürfe 'für derartige Wanderausstellungen, verbunden mit Führungen und Vorträgen, sind — um nur wenige zu nennen —: Der Schuh im Wandel der Zeiten — Die Tasche — Der Koffer — Das Futteral — Der Bucheinband usw, alle Gattungen der Erzeugung, vertreten in künstlerisch hochwertigen Beispielen aus allen Zeiten von allen Völkern, ausgestellt in entwicklungs- qeschichtlicher Folge im Wandel der Moden Ferner: Die Entwicklung der Lederwaren von ihren Anfängen bis heute." — „Die Lederoerarbeitungskunst im alten Aegypten — bei den Romern im Mittelalter — im Lauf der Jahrhunderte — tn Nordamerika — in den Polarlandern — in Afrika — in China und Japan usw." — „Mode und Lederware." — „Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Leders." Ein neuer Typ des „wandernden Muse u m s", eines Fachmuseums der deutschen Arbeit, wäre damit geschaffen. ihresgleichen haben. Das Museum, 1917 gegründet, wurde innerhalb der letzten 17 Jahre unter ehrenamtlicher Leitung in überraschendem Ausstieg zu seiner jetzigen Bedeutung geführt. Die „Internationale Lederschau Berlin 1 9 3 0" zeigte zum erstenmal den gesamten damaligen — seither stark vermehrten — Museumsbesitz in einer die große Funkhalle füllenden Ausstellung „Das künstlerisch gestaltete Leder aller Völker und Zeiten", che wurde zu dem auch vom Ausland stark beachteten kulturellen Mittelpunkt dieser größten je gesehenen Veranstaltung der internationalen Lederindustrien. Für die deutsche Fachwelt bedeutete die Begegnung mit dem jungen, so rasch zur Bedeutung gelangten Fachmuseum und seinen vielseitigen, reichen Schätzen eine Ueberraschung. Im Rahmen der von der Deutschen Arbeitsfront vertretenen Ideenwelt steht das Museum heute vor neuen und großen Aufgaben. In immer stärkerem Maße dient es der Belehrung, Anregung und Werbung für das ganze Fachgebiet. Seine im Laufe der Jahre zusammengetragenen Sammlungen, deren Schaffung heute eine Unmöglichkeit wäre, harren der Auswertung. Der Unternehmer erhält einen umfassenden Ueberblick über die zahllosen heute zum Teil gänzlich verlorengegangenen Formen und Techniken, die von der vorgeschichtlichen Zeit an durch Tausende von Jahren hindurch bis heute mit Meisterschaft zur Ausführung kamen — vom einfachsten Wassersack, Pfeilköcher und Fellmantel eines primitiven Negerstammes bis zu den Höchstleistungen hochentwickelter Kulturvölker. Dem Modellschöpfer steht für eine Zeit, die der ornamentlosen Form im Wechsel der Moden wieder schmückendes Beiwerk zufügen wird, ein an Anregungen unerschöpflich reiches Material zur Verfügung. Der Lederarbeiter aller Zweige erfahrt angesichts der schönen Museumsstücke, daß sein Arbeitsmaterial und sein Arbeitsbereich neben der wirtschaftlichen eine hohe kulturelle Bede u t u n g haben. Lust und Liebe zu Beruf und Arbeit wird in ihm gestärkt werden, wenn ihm die Schönheit des gelungenen Werkstückes und sein Zusammenhang mit der Gesamtkultur in wirksamer Weise vor Äugen geführt wird. Auch der Zuruckgewinnung eines erst durch die ernüchternde Fabrik- arbeit verlorengegangenen S t a n d e s st 0 l z e s wird ein großer Dienst geleistet, wenn die Lederarbeiterschaft aller Gattungen Gelegenheit erhalt, die alte und hohe G e sch i ch t e i h r e s Berufes kennenzulernen durch gegenständliche und bildhafte Vorführung des Zunft- und Jnnungswesens der einzelnen Zweige des alten Lederhandwerks der Rot- und Weihgerber, Sattler, Taschner, Sentier, Riemer, Pergamenter, Buchbinder, Gürtler, Kursch- stark nachgelassen. Nauborn ist eine ausgesprochene Heimmannschaft, denn alle Siege wurden zu Hause erfochten. Naunheim II ist den schweren Spielen m dieser Gruppe noch nicht gewachsen. Büblingshausen mußte ausgeschlossen werden. 2. kreisklasse. Gruppe Gießen A. Wieseck Heuchelheim Großen-Buseck Lollar VfB. II Leihgestern Grünberg 1900 II Krofdorf Alle Völker der Erde senden ihre besten Sportler nach Deutschland. Mit ihnen kommen aus allen Teilen der Welt Tausende von Gästen voll freudiger Erwartung, um Zeuge zu sein des großen Geschehens. Das neue Deutschland wird ihr Gastgeber sein. Nationalsozialistische Feslgeslattung wird zum Künder deutscher Kultur und deutschen Kunstschaffens. Während des olympischen Festes wird Deutschland der Mittelpunkt der Welt sein. zu verlieren, denn auch er wartete ja mit der gleichen Spannung. Endlich sagte Helma mit einem gezwungenen Lächeln: . , Unser guter Professor Schroder scheint trotz seiner Depesche nicht zu kommen. Der Zug ist schon lange auf der Station eingelaufen, und der Wagen müßte zurück sein ..." In diesem Augenblick tönte Raderrollen durch die Stille der Nacht. Helma fuhr auf und lief ihrer nicht mächtig, ans Fenster. Mit gespannten Augen sah der Spanier ihr nach. Gleich darauf trat Charles ein „Professor Schröder nicht gekommen?" fragte Helma enttäuscht. Charles zuckte mit den Achseln. „Ich habe gewartet, gnädiges Fräulein, bis alle Fahrgäste heraus waren, Herr Professor war nicht bG„Unö Sie können ihn nicht übersehen haben?" '.Unmöglich! Ich habe jeden einzelnen Menschen durch die' Sperre kommen sehen — er war nicht „Krast'-urchurs Schlußk. Mittagbörse Datum 26.2 1 27 2 26.2 | 27-2 Datum 26 2 272 26-2 27-2 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 6% eljcm.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 5%% Bvung-Aiileihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ........... Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12. ......... 6y.% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslvs.-Rechten ..... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Ailslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyo.-Bank (Soldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6Vi% ehem. 4V2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6Vi% ehem. 1%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand» bricfanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. bricfanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs *% Oesterreichtlche Goldrente. .. <,2O% Oeslerreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'u% de-sgl. von 1913 ........ 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie i..................... 99,85 101,5 112,5 97 96 99,25 115 112,65 95,75 95,75 99.4 99,5 97 97 105,75 26 1,2 8,2 7,6 7,9 10,75 8.5 99,6 101,65 113,65 96 99,25 113,65 95,75 95,75 99,4 99,5 97 97 105,75 26 1,2 8,15 7,5 7,8 10,9 8,5 99,6 101,75 112,4 97 112,9 99,75 97 97 105,75 26,13 1-2 8,1 7,6 11 99,6 101,65 113,75 95,75 99,5 97 97 105,75 26,75 1,25 8,2 7,65 11 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rnmän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............. Hamburg-Amerika-Pakei ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs.......... o Norddeutscher Lloyd ......... o A G- für Verkehrswesen Mi. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............... y Dresdner Bank............. g Reichsbank ............ 12 A.E.G....................... Bekula................... 0 Gleltr. Lieferungsgesellschaft6 Licht und Kraft ........... g Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 -chuckeriLEo............ 5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co.............’jo Buderus .................... Deutsche Erdöl ............... Gelsenkirchener............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ille Bergbau ............... g Ille Bergbau Genüsse ........ 6 Klöcknerwerke ....... O ManneSmann'Röhreu........ 0 8,5 4,4 7 4,13 34,5 30,25 - 33 65 85 112 83 83 83 167,5 29 139,5 104 116,75 85,25 113-75 110 98,5 147,5 120 88,26 99 69 98,5 120,75 85 76,13 8,5 4,35 7 4,05 34,25 30,5 33,5 86,5 112 84,13 84 84 167,25 29,4 141 105 117 86,5 115,75 111,75 99,5 147,75 121 90,25 99 70,4 98,25 121 85,75 76,9 4,1 34,25 30,25 26,9 - 33,5 85,5 112,75 82,75 82,25 82.75 169,4 29,25 139,65 104,5 116,5 85,65 113,4 110,5 98.4 147,75 120 88,25 98,75 69 98,25 87 121 84,75 75,9 4,35 7 4,05 35 30,5 26,25 33,5 86,5 112,9 83.75 83,75 83,75 167,25 29,25 141 105 116,75 87 115,25 111,75 99,4 147,65 121,75 90,5 99,13 70,4 98,25 86,5 148 85,5 76,9 loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Serkin Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 26-2 27.2 26-2 27-2 Mansjelder Bergbau......... 0 91,25 92 91 92 Kokswerke.................. 0 104,4 104,25 Phönix Bergbau............. 0 55-13 55,65 55,25 55,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 209 209 210 Rheinstahl .................. 0 95 95,5 95,25 95,5 Bereinigte Stahlwerke........ 0 46 46,5 46 46,25 Otavi Minen .............. 0 12.13 12,25 12,13 12,4 Kaliwerke Aschersleben........ 5 106,25 108,13 104,75 108 Kaliwerke Westeregeln........ 5 105 107,65 106.5 107,9 Kaliwerke Salzdetfurth.....7*4 144 146 146 145,25 I. G. Farden-Jnvustrie....... 7 141,5 141,5 140,9 141,25 Echeideanstalt............... 9 205,75 206 Goldschmidt ................ 0 90,25 89,13 90.25 89,25 Rütgerswerke .............. 0 103.25 103,75 103.25 104,25 Metallgeiellschast............. 0 89.9 90,25 89,5 90,13 Pbtiipp Holzmann........... 0 86,5 87,5 87 87,4 Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... 0 119,5 119,75 O 127 127 Schultheis Payenhoser ....... 0 102,25 102,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,5 54,75 54,4 55 Bemberg................... 0 117,25 116,75 Zellstoff Waldhof ............ 0 50,75 102,75 101,25 103 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 76.9 78,5 76.5 78 Dessauer Gas ............... 7 125,25 128,75 Daimler Motoren............ 0 48,65 48,9 80.9 81,75 Deutsche Linoleum ........... 0 143,5 146,5 144 146 Orenstetn & Koppel.......... 0 — — 84,5 85,13 Leonhard Tietz .............. 0 38,9 39,5 39 39,5 Ebade...................... 10 — 196 194.5 195,5 Aeeumulatoren-Fabrik........ 0 — — 157,5 Lonti-Gummt............... 0 — — — Gritzner.................... 0 35-25 35 35,5 35,25 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 90 90 Süddeutscher Zucker......... 8 164 164 164 165 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 26.Februar 27.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Dries Buenos Aire^ 0,638 0,642 0,636 0,640 Brüssel----- 58,17 58.29 58,21 58,33 Rio de Jan. . 0,194 0,196 0,194 0.196 Sofia ...... 3,047 3,053 3.047 3,053 Kopenhagen. 53,92 54,02 53,73 53,83 Danzig..... 81,315 81,475 81,315 81,475 London ..... 12,075 12,105 12,03 12,06 Heljingfors.. 5,331 5,341 5,315 5,325 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,33 168,67 168,23 168,57 Italien..... 21,14 21,18 21,14 21,18 Japan ...... 0,705 0,707 0 702 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Lslo..... : 60,69 60,81 60,47 60,59 Wien....... 48-95 49,05 Lissabon.... 10,96 10,98 10,92 10 94 Stockholm... 62,27 62,39 62,04 62,16 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,07 34,13 34,06 34,12 Prag....... 10,39 10,41 10,391 10,411 Budapest ... — — Neuyork... 2,481 2,485 2,476 2.480 Berlin, 27-Februar Geld Sri ei " Amenkanischc Roten.............. Belgische Noten..... ........... 2,428 §8,00 53,52 11,995 . 16.42 167,81 21,33 60,31 2,448 58,24 53,74 12,035 16.48 168,49 21,41 60.55 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten............... Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............... Schweizer Noten................. 61.83 80,44 33,62 62,07 80,76 33,76 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................