Montag, 28.Zanuar 1935 185. Jahrgang tlr.23 Erstes Blatt reich Die Eröffnung der Grünen Woche seinen ehemaligen Verbündeten t u •■ nni) fann auch nichts logisch enb w^n E- 'st .in einziges Wunder, -in Erinnerung an denÄv.Fanuar Göring über die Tage des Sieges der nationalsozialistischen Revolution. gen i------ - Deutschlands nach Deutschlands Gleichberechtigung sichert den Frieden. Ein Mitarbeiter Macdonalds über seine Eindrücke vom nationalsozialistischen Deutschland Wunder, um das IV2 Jahrzehnte ein ganzes Volk gekämpft und gelitten hat. Heute nach zwei Jahren liegen diese Ereignisse bereits wie in weiter Ferne, so gigantisch ist die inzwischen geleistete Arbeit, so kühn das Erreichte. Für die Zukunft habe ich nur einen Wunsch, nur eine Gewißheit, daß das deutsche Volk immer in der gleichen leidenschaftlichen Liebe und Verehrung am Führer hängt. Das ist die sicherste Gewähr für die Durchsetzung des Nationalsozialismus auch auf dem letzten Gebiet deutschen Lebens." Göring Iagdgast des polnischen Staatspräsidenten Zu einer Jagd in den Forsten von Vialowiesch hat der polnische Staatspräsident den Ministerpräsident und Reichsforstmeister Göring eingeladen. Ministerpräsident Göring wurde bei der Ankunft in Warschau vom deutschen Botschafter D o n M 0 ltke, von General Fabrycy, dem Kabinettschef des Außenministeriums D e m b i ck l und Grafen L u b i e n s k i vom diplomatischen Protokoll begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt beim Botschafter unternahm Göring mit dem ihn begleitenden Generalforstmeister von Keudell eine Rundfahrt durch die Stadt. Anschließend folgte Göring einer Frühstückseinladunq beim polnischen Außenminister Oberst Beck. An dem Frühstück nahmen u. a. teil der deutsche Militärattache Gene- ralleutnant Schindler und der Chef des polnischen Flugwesens General R a j s k i. Nach dem Frühstück erfolgte tue Abreise Görings und der ihn begleitenden Herren nach Vialowiesch. Conbon, 28. Jan. (DRV. Funkspruch). Lord 1 Allen 0 f huriw 0 0 d, ein bekannter englischer 1 Politiker, ist nach einigen Tagen Aufenthalt in Berlin, bei dem er vom Führer, Rudolf heß und Dr. Goebbels empfangen wurde, und auch mit anderen maßgebenden Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens in Fühlung getreten ist, nach London zurückgekehrt. Im „Daily Telegraph" saßt Lord Allen den Eindruck seiner Besprechungen folgendermaßen zusammen: De u t sch l a n d wünscht gegenwärtig leidenschaftlich den Frieden. Wenn wir Deutschland beim Wort nehmen und ihm die Stellung eines gleichberechtigten souveränen Staates wieder zuerkennen — und zwar in einem Augenblick, wo infolge seines Mangels an Rüftun- gen keine Gefahrdarin liegt, seinen Worten Glauben zu schenken — dann würde Deutschland seine Rolle bei der internationalen Zusammenarbeit wieder aufnehmen. In einigen Jahren wird es zu spät sein. Lord Allen gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß Hitlers Stellung in Deutschland gegenwärtig unangreifbar sei. Der Kanzler sei von überwältigender Aufrichtigkeit. Aus den Unterhaltungen mit ihm bringe er die Ueberzeugung mit, daß der Kanzler ehrlich den Frieden wünsche. Aber der Grund für die Haltung Deutschlands sei der Wunsch, eine gleiche souveräne Stellung wie die anderen Großmächte zu erhalten. Deutschland sei heute tief erregt und erbittert, daß es die einzige Ration ersten Ranges sei, die eine andere Behandlung als andere Länder erfahre. Man sei in Deutschland schwer gekränkt gewesen, als Frankreich das Rüstungskompro- miß verwarf, das eine Folge von Edens Besuch in Deutschland war. Deutschland könne auch nicht begreifen, warum es im Jahre 1935, wo es keine Waffen besitze, von feindlichen Bündnissen umgeben werde, ganz wie dies 1914 der Fall gewesen sei, als es schwer bewaffnet gewesen sei. „Ich glaube nicht", erklärte Lord Allen, „daß Deutschland jemals wieder wie in den letzten Jahren bereit wäre, seine Rückkehr zur souveränen Gleichberechtigung mit Zugeständnissen zu erkaufen. Deutschland hat aber auch ebensowenig wie wir den Wunsch, seine Gleichberechtigung, wenn es sie erlangt hat, zu mißbrauchen." Sollte es sich nicht als möglich erweisen, Deutschlands Be- Ziehungen zu Frankreich zu klaren so werde Großbritannien eine entscheidende Rolle spielen können. Großbritanniens Ansehen in Deutschland sei gegenwärtig gewaltig. Eden habe den Lim druck hinterlassen, daß es Großbritannien ehrlich meine und daß es seinen Einfluß bei anderen Rationen geltend machen werde. unter ^der einzigen 'Bedingung der Rückkehr Deutschlands nach Genf und seiner Teilnahme»an L S jär.tSÄjj. als Endziel anzubieten, aber nur als Be- =5:1=5: /RI a6la**A** AU4A4 AAM Gießener Familienblatter M /Hk WH Grundpreise für 1 mm Höhe HeimatimBild-DieScholle I H| |Z1 > I I |> I MW II JT Ä V B 1 | IT ■ für Anzeigen von 22 mm Monats-Bezugspreis: ■■■■ HZ M HZ ■ H ■ /■ || DZ WM W W Breite 7 Rpf., für Tert- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 B B Wü W B B Q £ B B BK B Bl B Bk, B anzeigen von70 mm Breite Ohne Illustrierte „ 1.80 V ■ Wky B B H Bl M . B HL H Hk IWL WW 60 Rpf..Platzvorschrift oder Zustellgebühr .. „ -.25 W M W V H B XF schwieriger Satz 25°;O mehr VJ V -rm-W.e «rundprelle-. MG Seneral-Anzeiger für Gberhessen -MW n<^tc" ® C^Clt Y ' behördliche Anzeigen 6Rpf. Srantfurt om iRain 11686 Druck uni) Verlag: vrühl'sche Univerfilats Such- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftratze 1 Mengenabschlüsse Staffelt Frankreich wünsche mehr denn je eine Auslegung des Locarnovertrages, die Großbritannien stärker und endgültiger binde, als der jetzige Wortlaut. Da die mageren Jahre des französischen Mannschaftsersatzes bevorstehen, fühle sich Frank- von endgültiger militärischer st and teil einer allgemeinen Vereinbarung über die Begrenzung der Rüstungen, deren Abschluß nur bei Befriedung der berechtigten Wünsche Frankreichs und seiner Verbündeten nach Sicherheitsgarantien möglich werde. Die Bemühungen der britischen Regierung, den französischen Anspruch auf Sicherheilsbürgschaften angemessen zu berücksichtigen, scheine dahin ausgelegt zu werden, daß es sich um die ersten Anzeichen einer neuen Bereitwilligkeit handele, weitere Verantwortlichkeiten auf dem Festland zu übernehmen. Es sei zu befürchten, daß die französischen Hoffnungen enttäuscht werden würden. Bekenntnis und Protest. Das „Giornale d'Jtalia", das halbamtliche Organ Italiens, schrieb zu der Saarabstimmung: „Die Abstimmung hat sich eher in der Atmosphäre eines Festes als eines Wahlkampfes, abgespielt." Aus diesem Urteil spricht nicht nur das Erstaunen über die hohe Zahl der Stimmen für Deutschland, mit der auch das faschistische Italien nicht gerechnet hatte. Aus diesem Urteil klingt ebenso ein Befremden darüber, wie denn diese merkwürdigen Deutschen einen politischen Wahlakt vollziehen. So sehr alle Welt — mit Ausnahme von einigen heillosen Emigranten — den Ausfall der Saarabstimmung begrüßt hat, so rätselhaft blieb ihr doch zumeist das, wos sich am 13. Januar 1935 an der Saar abgespielt hat. Wie rätselhaft, zeigt eine tschechische Pressestimme, die von einem „Sieg der Organisation und der Methode über die Ueberzeugung" fabelte. Denn gerade das Umgekehrte geschah an der Saar. Die deutschen Menschen dort vollzogen kein politisches Geschäft, sondern legten ein Bekenntnis ab. Jedes Bekenntnis aber setzt eine festliche, eine feierliche Erhöhung über den Alltag, auch den politischen, voraus. Aber nicht das ist im Grunde das für die Ausländer Merkwürdige und für uns Wichtige. Vielmehr die ganz bestimmte Haltung, die wir Deutschen politischen Entscheidungen gegenüber einnehmen, jene Haltung, die ein seltsames Gemisch ist von tiefgründigem Ernst und grüblerischem Verantwortungsgefühl, von schlummerndem Instinkt unb heimlichem Widerwillen. Wir sind beinahe selbst überrascht, wenn wir politisch das Richtige tun, und wundern uns, wenn wir dafür auch noch gelobt werden, wenn die Presse der Welt voll ist von ehrlicher oder neidischer Bewunderung des „deutschen Patriotismus". Wir wollen gar nicht Patrioten heißen, sondern Deutsche schlechthin. Und gerade in dieser Haltung sind wir der Welt em Rätsel, dem nachzuspüren schon lohnt. Man hat uns wohl früher gern unpolitisch genannt, und Generationen vor uns haben dieses Wort aufgegriffen und aus dem scheinbaren Mangel eine falsche Tugend gemacht. In Wirklichkeit ist unser Volk ebenso politisch gewesen wie jedes an- dere. Nur feine Einftellung zu den Fragen und Dingen der Politik war und ist verschie- den von der anderer Völker. Im Zeitalter der Re. formatiert wurde das zum ersten Mal offenkundig. Während in Florenz Nicolo Machiavell der Lehre von der Staatsräson nachsann, in Frankreich Jean Bodin von der starren Rechtsidee aus das Wesen des Staates zu erfassen suchte, in England Thomas Morus seine „Utopia" niederschrieb, verstrickte sich Deutschland um des Bekenntnisses willen in einen über hundert Jahre währenden furchtbaren Glaubenskrieg. Waren die Deutschen so dumm, daß sie nicht sahen, in welches Unheil sie sich stürzten? Wußten sie nicht, was sie wollten? Der päpstliche Bibliothekar und Nuntius A l e a n b e r, der mit dem jungen Kaiser Karl den Rhein hinauf zum Reichstag nach Worms zog, berichtete indessen der Kurie: „Ich kenne ziemlich genau die Geschichte dieser Nation, ihre Ketzereien, Konzilien und Schismen: noch niemals war die Lage so ernst. Damit verglichen war der Streit zwischen Heinrich und Papst Gregor VII. nichts als Veilchen und Rosen. Und diese tollen Hunde sind mit Wissenschaften und Waffen wohl gerüstet und wissen viel Rühmens zu machen, daß sie nicht mehr unvernünftige Bestien seien wie ihre Vorfahren, daß Italien das Monopol der Wissenschaften verloren und daß der Tiber sich in den Rhein ergossen habe." Dieser Nuntis Aleander nun, ein sonst recht gescheiter und gar nicht einmal böswilliger Mann, ein hervorragender Humanist und ein wirklich guter Kenner Deutschlands, kommt aber einfach von seinem politischen Denken nicht los, daß eigentlich ein jeder Mensch seinen Preis hat und jede Handlung aus den möglichst niedrigen Moti- oen erklärt werden könne. Er war durch die Schule Berlin, 27. Januar. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident Göring erklärte einem Berichterstatter des „Völkischen Beobachters": „Am Vortage des 30. Januar waren wir alle erfüllt von höchster Spannung. Es schien, als ob noch im letzten Augenblick unsere mühsamen Vorbereitungen gestört werden sollten durch einen Gew a l t- unb Intrigen st reich Schleichers. Am Nachmittag bes 29. Januar war alles genau festgelegt worben. Am Abenb jeboch hörten wir daß bie Reichswehr mobil gemacht werde und Schleicher eine Revolte plane, um die ordnungsmäßige Regierungsbildung zu verhindern Das bedeutete fteroenanipannung bis zum letzten. Der tfubrer aber sorgte dafür, daß die Ausführung bes Vorhabens unmöglich würbe. Um 11 Uhr bes 30. Januar waren wir dann beim ehrwürdigen G e n e r a l f e l d m a r - schall, ganz kurz nur; die ganze Kabinettsbildung dauerte insgesamt nur sieben Minuten. Dann war es entschieden: Der Führer Kanzler des Deutschen Reiches Wie oft mar ich in der letzten Zeit Vermittler zwischen dem Reichspräsibentenpalais gewesen, bisher ohne Erfolg. Unb nun war es erreicht. In ber Erinnerung an jene Tage kann ich nur feststellen: Man kann nichts erklären, man kann ' 1 V r, rr.......S niffCl koaliert ent- Machiavells, der italienischen Renaissance gegangen, wie etwa heute Herr Knox burch bie Schule ber Demokratie. Unb deshalb hatten beide kein Organ für das Wesen der Deutschen und für deren Einstellung zur Politik. Doch auch von der negativen Seite her kommen wir dem deutschen Rätsel näher. Als infolge ber Novemberrevolte von 1918 ber liberalistischen Demokratie in Deutschlanb Tür unb Tor offenstanben, ba waren die Deutschen in einer schauerlichen Verlegenheit. Denn jetzt plötzlich kam es in der Politik nicht mehr auf das Bekenntnis an, sondern aus den politischen Kalkül. Schriftgelehrte unb ©innbeu- ter des Systems wunderten sich, baß sich bie Demokratie unb ber Parlamentarismus nicht „ein- fielen" wollten, baß biefe merfroürbigen Deut- chen selbst bas Abstimmungsspiel im Reichstag an- angs ernst zu nehmen suchten, baß für sie bas Hin- überwechseln von einer Partei zur anderen eine Frage der Weltanschauung sei, und was dergleichen Klagen mehr waren. Der Wunder größtes aber war, daß diese Deutschen einem Mann zu folgen sich anschickten, der nicht einmal die deutsche Reichs- angehörigkeit besaß, der von seinen Mitkämpfern Treue bis zum Tode forderte, zu dem s i ch bekennen die Gefahr in sich schloß, ins Gefängnis zu wandern. Da ist es nun sehr seltsam festzustellen, daß man diesem Manne gegenüber die gleiche Taktik anwenden zu müssen glaubte wie das päpstliche Rom gegenüber Luther. Erst versuchte man, ihn tot* zuschweigen. Als das nichts fruchtete, v e r • leumdete man ihn und seine Bewegung. Als dann der Erfolg ausblieb, suchte man ihm gol- deneBrückenzu bauen und mit der Beteiligung an der Macht lahmzulegen. Die Hüter der 23er- faffung, bie inzwischen längst ein Schatten gewor- den war wie das Rom der Borgias ein Schatten ber großen Päpste, hatten sich so weit von der Wenig Aussicht auf eine Verständigung mit den Franzosen. London, 28. Ian. (DNB.-Funkspruch.)Der »SÄ™- L> V: rW,K, »Äfe Reichsbauernführer Reichsminister Walther Darre eröffnete in der Ehrenhalle auf dem Mesfegelande am Kallerdamm die diesjährige Grüne Woche. Der Festakt erhielt ein besonderes seprage durch die Rede des preußischen Ministerpräsidenten General G ö r i n g, ber m seiner Elg^lschast als N^chsMer meister ein neues Forstgesetz in Aussicht stellte. - Unser Bild zeigt General Goring am Rednerpult. Unterlegenheit bedroht. Der Generalstab sei deshalb geneigt, sie durch eine Reorganisation einschließlich der Verlängerung der Dienst- pflicht auf zwei Jahre auszugleichen. Eine solche Reorganisation des französischen Heeres z u - jammen mit bem Abschluß des O st pak - t e s werbe in manchen französischen Kreisen als eine gute Einleitung ber Wiedereröffnung der Ab- rüstungsverhandlungen betrachtet. Großbritannien schlage vor, „den aufgeregten Nationalsozialismus" durch ein zeitgemäßes Zugeständnis zu beschwichtigen. Frankreich erblicke nur in einer Machtkundgebung eine wirkliche Abwehr. Die französischen Minister, deren Stellung gegenüber Parlament und Land viel schlechter sei als die der britischen Regierung, seien vielleicht der Ansicht, daß, wenn wenig volkstümliche Zugeständnisse nötig seien, es angemessener wäre, daß sie von britischer Seite gemacht würben. Lorb Allen of- Hurtwoob war Mitglieb ber Labour-Party und hatte als D i r e k t o r d e s Daily Herald" mehrere Jahre hmburch einen der wichtigsten Posten biefer Partei inne. Im Jahre 1931 gehörte er zu ber Gruppe, die mit Macbonalb zusammen bie National- Labour-Party grünbete und in Zu^m- menarbeit mit ber Konservativen Parte, die Re- aierunq bUbete. Lord allen of Hurtwoob ist an der Organisierung ber Zusammenarbeit biefer bei- den Dateien, die von so ver chiebenen Ausgangspunkten Herkommen, maßgebend beteiligt gerne em Er hat feit 1919 nicht nur gegen Verseilles Stellung Genommen und die These von der Alleinschulb Deutschlanbs am Kriege energisch bekämpft, jonbern «»ck. konkrete Vorschläge zur Aenberung SB«»»« r. «i.r.KWß.t b r "n8g 1° WE 5°uch 0,S «Hnder an' flennt- sen Einzelheiten Kritik üben mußte. England wünscht keine neuen Bindungen. Mehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen deutschen Wesentlichkeit entfernt, daß ihre Politik gar nicht mehr Bekenntnis, sondern — Notverordnung sein mußte. Und nun wollen mir noch tiefer dem Rätsel nach» spüren. Im Jahre 1877 schrieb Rußlands größter Schriftsteller, Dostojewsky, einen Aufsatz, der den Titel trug: „Deutschland, das prote st i e r e n d e Reich". Es ist nun beinahe unheimlich, wie der „erste Psychologe der Weltlitera- tut" hier eine Seite des deutschen Wesens erfaßt hat. Dostojewsky schrieb damals: „Der charakteristischste, wesentlichste Zug dieses großen, stolzen und besonderen Volkes bestand schon seit dem ersten Augenblick seines Auftretens in der geschichtlichen Welt darin, daß es sich niemals, weder in seiner Bestimmung noch in feinen Grundsätzen, mit der äußersten westlichen Welt hat vereinigen wollen, das heißt mit allen Erben der altrömischen Bestimmung. Es protestierte gegen diese Welt diese ganzen zweitausend Jahre hindurch, und wenn es auch sein eigenes Wort nicht aussprach..., so glaube ich, war es doch im Herzen immer überzeugt, daß es noch einmal imstande sein werde, dieses neue Wort zu sagen und mit ihm die Menschheit zu führen. Schon mit Armin begann es, gegen die römische Welt zu kämpfen. Zur Zeit des römi- sehen Christentums kämpfte es mit dem neuen Rom mehr denn jedes andere Volk um die Oberherrschaft. Endlich protestierte es in der allermächtigsten Weise, indem es die neue Formel des Protestes aus den geistigen, elementarsten Gründen der germanischen Welt zog. Die Stimme Gottes tönte aus ihm und verkündete die Freiheit des Glaubens. Die Spaltung war furchtbar und allgemein, — die Formel des Protestes war gefunden und ging in Erfüllung, — wenngleich es noch immer eine negative blieb und das positive Wort noch immer nicht gesagt wurde." Fast sechzig Jahre sind vergangen, seitdem Dostojewsky nach echt russischer Art deutsche Geschichte psychologisch-analytisch zu deuten versucht«. Und erst heute wird uns die Tiefe und Wahrheit seiner Deutung ganz verständlich. Es ist ja auch kein Zufall, daß ein Mensch des Ostens uns eher begreift und versteht als ein Politiker des Westens. Der ewige Protest aber, von dem Dostojewsky spricht, ist unzertrennbar mit dem Bekenntnis ver- knüpft. Ich kann nicht gegen etwas protestieren, wenn ich mich nicht z u e t w' a s a n - berem bekenne. Als das Saarvolk sich zu Deutschland bekannte, protestierte es gleichzeitig ge« gegen die politische Lebensform des Westens, verkörpert durch den Status quo. So wurde die Abstimmung an der Saar ein neuer gültiger Beweis für die ewig gleiche Haltung des deutschen Men- scheu. So war sie Bekenntnis und Protest. Lehrschau des deutschen Bauerntums. Ministerpräsident Göring und Reichsminister Darre eröffnen die Berliner Grüne Woche- Die Ausstellung „Grüne Woche 1935" ist ferüggeftellt, um der Öffentlichkeit ein Bild von der Bedeutung und der Arbeit der Ernährungswirtschaft zu geben. Der Reichsnähr st a n d war an ihrer Ausgestaltung maßgeblich beteiligt, da er Wegbereiter im Kampf um die deutsche Nahrungsfreiheit fein muß und fein will. Die Fahnen und Standarten des nationalsozialistischen Deutschland grüßen von den Hallen des Messegeländes, Künder vom unerbittlichen Arbeitswillen und von der immerwährenden Bereitschaft aller, auf deren Schultern die Sorge um die Schaffung des deutschen Volkes täglichen Brotes lastet. Die feierliche Stille und Größe gotischer Bauten prägt sich in der (^hrenhalle des deutschen Bauerntums, in der die Eröffnungsfeierlichkeiten stattfinden, zu klarer Form. Von der Stirnwand grüßt das Symbol des Reichsnährstandes, der Adler mit dem Hakenkreuz mit Schwert und Aehre, und vor einem riesigen Bilde deutscher Landschaft stehen wuchtig, kantig zwei Bilder deutscher Bauern, gleichsam als treue Wächter deutscher Ehre. Zahlreiche Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der Länder, der Korn- munalverwaltung, der NSDAP., der SA. und SS., des Arbeitsdienstes und anderer Organisationen des öffentlichen Lebens haben sich eingefunden, um diese Feierstunde des deutsch-m Bauerntums, die zugleich eine Feierstunde des ganzen deutschen Volkes ist, mitzuerleben, darunter die Reich smi n i - st e r von Blomberg, Freiherr von Eltz-Rübenach, Frank, Kerrl, Graf. Schwerin-Krosigk und Seldte. Unter den Diplomaten sah man den polnischen Botschafter ßipfft, die Gesandten von Aegypten, Argentinien, Belgien, Bolivien, Kuba, Irland, Mexiko, Oesterreich, Peru, Rumänien, der Schweiz, von Ungarn und Venezuela. Die feierlichen Klänge der Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz" leiten die Kundgebung ein. Der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Dr. Sahm, begrüßt die Erschienenen, vor allem den preußischen Ministerpräsidenten und Reichsjägermeister Hermann Goring und den Reichsbauernführer und Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft R. W a l t h e r D a r r 6. Sein Gruß gilt auch den Vertretern des ausländischen Bauerntums, die aus Frank- reich, Schweden und Ungarn gekommen sind. Die Hornsignale des Bläserchors der Forstschule Steinbusch leiten über zur Rede des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring, der die Notwendigkeit brüderlicher Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Forstwirtschaft betont. Ministerpräsident Göring führte u. a. aus: Gleiche Ausgaben verbinden Landwirtschaft und Forstwirtschaft, die Bedarfsdeckung des Volkes mit wichtigsten Gütern in der aufgezwungenen Autarkie. Beide nutzen Blut und Boden und haben die große Aufgabe, dem Proletarier durch Sehhaftmachung und Siedlung und Heimstättengrün- d u n g von internationalem Irrwahn zu befreien. Die „Grüne Woche" in ihrer heutigen Gliederung soll Symbol dafür fein, daß Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Bauer und Waldbesitz nicht gegeneinander, sondern in verständnisvoller Ergänzung miteinander arbeiten mit gleicher Blickrichtung auf das vom Führer abgesteckte Ziel. Ziel der Forstwirtschaft ist die Pflege, Erhaltung und Vermehrung des deutschen Waldes und die Steigerung feiner Lei st ungen für das gesamte Volk. Nicht allein von der materiellen Seite dürfen wir an unsere Forstwirtschaft Herangehen. Wald als deutsches Volksgut ist eng verbunden mit deutschem Volkstum, ist Grundlage deutscher Kultur. Wir wollen dem deutschen Volk den Naturwald wiedergeben und ihn so bewirtschaften, daß er seinen kulturellen, sozialen und nationalwirtschaftlichen Aufgaben gerecht werden kann. Wir wollen seine natürliche Schönheit wieder herstel- len und pflegen, um der Kraft und Freude willen, die er deutschen Volksgenossen gibt. Die Bedeutung des Rohstoffes Holz, die auf vielen Gebieten lange vernachlässigt war, steigt heute von Tag zu Tag'. Die Ausstellung hier gibt ein Bild davon. Unter der pflegenden Hand des Forstwirtes wächst dieser Rohstoff immer wieder nach. Zur Wirtschaft wie zur Landwirtschaft gehört aber auch d i e Jagd. Deshalb ist mit der Grünen Woche eine Jagdausstellung verbunden gewesen. Die deutsche Jagdausstellung ist in diesem Jahr keine große Trophäenschau, sondern nur ein Ueberblirf über die Auswirkung der neuen Jagdgesetzgebung in den einzelnen Revieren. Ausgabe der Jagd ist nicht nur Hege des Wildes und Erhaltung eines artenreichen, gesunden Wildbestandes zur Freude der Volksgenossen, sondern auch die Mitwirkung an der Festigung der Ernährungsgrundlage für das deutsche Volk. Ein Symbol dafür war die freudige Mitarbeit am Winterhilfswerk. Die deutsche Jägerschaft hat, von mir zum Winterhilfswerk aufgerufen, in der einzigen Woche vom 9. bis 15. Januar folgende Wildbretmengen zur Ablieferung gebracht: 216 000 Stück Wild im Gewicht von 1100 Tonnen und im Werte von einer Million Mark. Dazu kam noch ein erhöhter Barbetrag von 150 000 Mark. Die Gesamtsumme in der Jägerschaft beträgt demnach 1,1 Millionen. Forstwirtschaft und Jagd dienen beide der Ver- forgung des Volkes. Sie find aber auch darin einander ähnlich, daß für den Waldbesitzer wie für den Jäger die Versuchung besteht, in das ihnen anvertraute Volksgut schärfer einzugreifen, es stärker auszunutzen, als es der Forderung der Nachhaltigkeit, der Hege und Pflege, der Sorge für die, die nach uns kommen, entspricht. Darum bedürfen beide einer ftarfen Bindung an die Idee der Gemeinschaft. Die Vergangenheit hat gezeigt, welche Schäden ohne eine solche Bindung entstehen. Für die Jagd ist diese Bindung geschaffen durch das Jagdgesetz, für die Forstwirtschaft wird sie geschaffen durch ein starkes und festes Forstgesetz. Dann erst wird die Erfüllung der Aufgabe der Forstwirtschaft für dauerndes Wachsen und Verjüngen im Walde, nachhaltige Erzeugung hochwertiger Rohstoffe für die Wirtschaft zu sorgen, gesichert. Dann wird ewiger deutscher Wald sein und bleiben, ewiger Segensguell für das ewige deutsche Volk. Bevor bann der Reichsbauernführer das Wort ergreift, singen Iungbauern und Jungbäuerinney aus der Kurmark ein Lied aus dem deutschen Bauerntum, das in einem glühenden Bekenntnis zum Staatsgedanken von Blut und Boden und der Treue zum Führer und Kanzler Adolf Hitler aus» klingt. Eindringliche, soldatisch knappe Worte richtete bann ber R e i ch s b a u e r n f ü h r e r an bis Versammelten, als er bie Grüne Woche 1935 für eröffnet erklärt. Oer Heichsbauemführer erklärt in seiner Ansprache u.a. Indem unser Führer von der Erkenntnis ausging, baß das Fundament des deutschen Staates nur das deutsche Bauern- tum sein könne, machte er die nationalsozialistische Agrarpolitik zu einem Angelpunkt der national- sozialistischen Gesamtpolitik und übertrug der deutschen Bauernschaft und ihrer Führung damit eine Verantwortung und Verpflichtung, von deren Erfüllung bie Zukunft des deutschen Volkes entscheidend mitbedingt ist. Die nationalsozialistische Agrarpolitik bekam damit insbesondere bie Ausgabe, den deutschen Sozialismus Wirklichkeit werben zu lassen. Deutscher Sozialismus ist mehr als lediglich eine Wirtschaftsreform. Wenn er Wirklichkeit werden soll, so kann er sich nicht mit Teilmah- nahmen begnügen. Er muß alle Lebensäußerungen des deutschen Volkes durchdringen und umge st alten, nicht nur das gesamtdeutsche Wirtschaftsleben, sondern ebenso sehr bas gesamt« deutsche Rechts- und Kulturleben. Die „Grüne Woche" soll dazu dienen, im deutschen Bauerntum das Bewußtsein für die Bedeutung seiner Aufgaben und Pflichten zu vertiefen, den deutschen Städter aber eindringlich an seine Schicksalsverbundenheit mit dem deutschen Baüerntum erinnern und ihm zeiaen, daß die nationalsozialistische Agrarpolitik ebenso sehr dem deutschen Städter roie dem deutschen Bauern dient. Die Gewißheit des Einsatzes aller für alle ist die entscheidende Voraussetzung für die Berlin, 28. Jan. (DNB. Funkspruch.) Reichsminister Darr 6 eröffnete am Montagvormittag die diesjährige Vortragstagung der Grünen Woche mit einer Rede, in ber er u. a. ausführte: Immer wird das handwerkliche Können des Bauern die wesentliche Voraussetzung für den Erfolg ber Arbeit auf ber Scholle sein, und jeder Betrieb muß so geführt werden, daß er eine Rente a b ro i r f t. Es ist aber ein grundsätzlicher Unterschied, ob man der Privatwirtschaft- 1 ichen Rentabilitätsüberlegung den Vorrang einräumt, ober ob man der Volkswirtschaft das Primat gegenüber den Einzelwirtschaften einräumt. Die leitende Idee ist uns Nationalsozialisten das Volk als die Zusammenfassung derjenigen, die durch die Gemeinschaft der Blutsbande zusammen gehören, und der Raum, auf dem dieses Volk leben muß Für diesen Staatsgedanken prägten wir die Formulierung „Blut und Bode n". Selbst die vollendetste Agrartechnik bedarf der Führung durch die Politik. Es ist kein Geheimnis, daß unsere Ernährungsgrundlage zwar auf wichtigen Teilgebieten, schon heute durchaus gesichert ist, daß aber auf anderen Gebieten, hauptsächlich in der Ernährung unseres Tierbe st andes und in der Verso rgung mit oiehwirtschaftlicken Erzeugnissen, noch bedrohliche Lücken klaffen. Wir haben diesen Kampf aufgenommen mit ber ganzen Energie, zu ber das unerschütterliche Vertrauen des Führers uns alle verpflichtet. Der Grundgedanke der Erzeugungsschlacht läßt sich in wenige Worte fassen: „Nutze deinen Boden, arbeite intensiv und erzeuge, was dem deutschen Volk fehlt". Vor kurzem noch verstand man unter intensiv wirtschaften, fremde Mittel aufnehmen, Maschinen anschaffen, Neubauten aufführen, rücksichtslos künstliche Düngemittel kaufen, kurz gesagt, so viel wie möglich von außen in den Betrieb stecken. Heute verstehen wir unter intensiv wirtschaft ten, auf wirtschaftseianer Grundlage mit höchstem Kräfteeinsatz wirtschaften. Deshalb steht auch am Anfang aller technischen Erwägungen der Erzeugungsschlacht ber Boden felbft und feine Pflege. Wir müssen ihn gesund und ertragsfähig erhalten. Es ist ein glücklicher Umstand, daß hierfür gerade bie von uns erstrebte ausgiebige Verwendung hoseigener Abfälle und Nebenerzeugnisse eine gute Gewähr bieten. von den deutschen Bauern in der Erzeugungsschlacht geforderte allfeitigeLeistungssteigerung: denn sie gibt ihm die Gewähr, daß seine Leistungssteigerung auch den verdienten Lohn finden wird. In dieser Gewißheit stellt die Grüne Woche in den Mittelpunkt ihrer Darstellungen eine Lehrschau über Ziele und Aufgaben ber deutschen Erzeugungs- schlacht. Die von ihr erstrebten mannigfaltigen ßet- stunassteigerungen auf fast allen Gebieten der land- wirtschaftlichen Erzeugung, deren Notwendigkeit in der ßehrschau „Erzeugungsschlacht" in zahlreichen Modellen und Bildern im einzelnen begründet wirb, zeigen uns, baß Sozialismus der Tat und Leistungssteigerunguntrennbare Begriffe sind: denn echter Sozialismus bürgt dafür, daß jede ßeiftungsfteigerung ihren ehrlich verdien te n Lohn findet. So hat erst die sozialistische Neuordnung der Landwirtschaft durch Marktregelung und F e st p r e i s f y st e m die Voraussetzung dafür geschaffen, daß ber beutsche Bauer seiner wichtigsten nationalpolitischen Aufgaben gerecht werben kann, die Nahrungsfreiheit bes beutfchen Volkes, d. h. feinen keine Entbehrungen erforbernben Min - beftbebarf an Lebensmitteln aus eigener Scholle zu sichern. Daß bamit von ber beutfchen Lanbwirtfchaft nichts Unmögliches gefordert wirb, beweist schon allein bie Tatsache, baß, wenn es gelingt, die 60 v. H. schlechter wirtschaftenden Bauern und Landwirte an die durchschnittliche Wirtschaftsleistung der 40 v. H. besser wirtschaftenden anzugleichen, das Ziel ber beutfchen Nahrungsfreiheit vollkommen erreicht wirb Jeber Freiheit und Frieden liebende Staat wirb — fo dürfen wir erwarten Deutschland das notwendige Verständnis nicht versagen, wenn es daran geht, durch feine Maßnahmen auf dem Gebiete ber Lebensmittelerzeugung feine Freiheit und feinen Frieden zu sichern, indem es sich von der ständigen Bedrückungsmöglichkeit freimacht, die stets gegeben ist, wenn nicht bie Ernährung aus eigener Scholle in allen lebenswichtigen Nahrungsmitteln gesichert ist. Die deutsche Erzeugungsschlacht ist — bas ist ihr tiefster Sinn — ein Werkzeug ber nationalsozialistischen Freiheits- unb Friedenspolitik. Das Schicksal hat den deutschen Bauern gelehrt, daß Freiheit und Friede die hoch st en Güter auf Erden sind, ohne bie niemand, am wenigsten aber ber Bauer auf bie Dauer gebeihen kann. Die Ansprache bes Reichsbauernführers klingt aus in einem Gelöbnis unerschütterlicher Treue zum Führer und seinem Werk, das die Teilnehmer ber Kunbgebung Aur Eröffnung ber Grünen Woche mit dem Deutschlanblied und der Hymne ber nationalsozialistischen Revolution, dem Horst-Wessel- Lied, bekräftigen. Auf dem Gebiet bes Pflanzenbaues gilt es, bie richtige Synthese zu finben zwischen den Notwenbigkeiten ber Bedarfsdeckung des deutschen Volkes und den Forderungen eines naturbedingten Anbaues. Die deutsche Pflanzenzucht hat sich mit Erfolg bemüht, durch Schaffung neuer Pflanzenformen die Gesamterträge des deutschen Bodens zu heben. Wir brauchen heute eiweißreiche Futterpflanzen. Wir brauchen ertragssichere unb qualitätsreiche Oelpflanzen, um den Fehl- betrag in der menschlichen Fettversorgung zu decken, soweit er nicht aus ber Viehhaltung bestritten werden kann. Wir brauchen weiterhin ertrags- sichere Faserpflanzen, um unserer Textilindustrie eine ausreichende Rohstoffgrundlage zu schaffen. Wir benötigen schließlich qualitäts- reiche Zwischenfruchtpflanzen, um bie Silos, die jetzt mit Zuschüssen in größerer Anzahl gebaut werben, mit hochwertigem Eiweißfutter zu füllen. Aus Grund ber durch unseren verknappten Bodenraum bedingten Zwangslage wird auch das Gebiet ber Tierpflege, der Tierhaltung und ber Fütterung anders behandelt werden müssen als bisher. Der für die Futtererzeugung verfügbare Bodenraum ist begrenzt. Wir müssen also, damit keine Verengung ber menschlichen Ernährungsbasis eintritt, bie Lei st ungen je Tier-Einheit steigern, um baburch bei gleichbleibenber, wenn nicht sogar verminderter Tierzahl eine bessere Verwertung unserer eigenen Futterstoffe zu erreichen unb uns auch in ber Viehwirtschaft unabhängiger vom Ausland machen, als bisher. Die Kernfrage einer Erzeugungssteigerung liegt darin, wie weit es gelingt, die große Masse der deutschen Landwirtschaft aus die Hohe ber Technik z u bringen, bie unsere gut geleiteten Betriebe schon erreicht haben. Auf diese Aufgabe ist bie gesamte Organisation der Erzeugungsschlacht abgestellt worden. Die B o d e n ft ä n b i g • feit im wirtschaftlichen Hanbeln unserer Bauern verlangt eine möglichst vielseitige Wirtschaft unter Berücksichtigung der natürlichen und ber persönlichen Voraussetzungen, die im Hofe unb im Bauern liegen. Hier müssen wir die Aufgaben einer künftigen Betriebslehre suchen. Sie Ausgabe der Agrariechnik in der iandwirschastiichen Erzeugungsschlacht, neichsbauernführer Darr« eröffnet die Vortragstagung der »Grünen Woche- Oer deutsche Turnierreiter Axel Holst tödlich gestürzt. D«r zweite Tag des Berliner Internationalen Reitturniers begann mit einem in ber Turmer« 1 «schichte Gott fei Dank sehr selten vorkommenben ödes stürz, von dem leider einer unserer Beten, ber bekannte Turnierreiter SS.-Sturrnfuhrer llxel Holst, betroffen wurde. Holst nahm an dem zur Vielseitigkeitsprüfung gehörenden Jagdspringen auf Stall Georgens „Troll" teil An der Mauer prang das Pferd zu kurz, verlor dabei seinen Reiter, überschlug sich und fiel dann mit voller Wucht auf den Reiter. Axel Holst wurde in den Sanitäts* raum getragen, wo er schon wenige Minuten später seinen schweren Verletzungen — Schädel- und Halswirbelbruch — erlag. In ihm verliert der deutsche Sport einen seiner erfolgreichsten Turnierreiter. Holst stand im 42. Lebensjahr. Er wurde in Schweden als Sohn eines schwedischen Landwirts geboren. Nach Besuch der landwirtschaftlichen Hochschule ging er ins Ausland unb tarn während des Krieges als landwirtschaftlicher Beamter nach Deutschland. Er erwarb bie deutsche Reichsangehörrgkeit. Deutschland wurde ihm bald zur zweiten Heimat. In den letzten Jahren bewirtschaftete er als Erbhofbauer ein Gut in ber Uckermark. In ber Elite der deutschen Turnierreiter nahm Axel Holst, den man schon im Jahre 1920 auf Turnieren sah, mindestens seit 1930 die führend« Stellung ein. Mit unfehlbarem Kennerblick für Anlagen und Eigenschaften der Pferd« ausaestattet, erzielt« er 1933 20 Springsiege. Langjährige Schulung und Erfahrung kam ihm hervorragend zustatten. Auf dem Turmer im vorigen Jahre hatte er noch im Wettstreit mit den besten ausländischen Reitern, vor allem den Franzosen, glanzvoll abgeschnitten und maßgeblich dazu bei- getragen, daß der „Preis der Nationen" an Deutschland fiel. Als seine erfolgreichsten Pferde kennt man „Egly", „Eilbote", „Lodi" und „Bianca". Oie ersten Mustersiedlungen der OAK. Aachen, 27. Ian. (DNB.) Die Deutsche Arbeitsfront hat 12 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, um unter Zuhilfenahme des Kapitalmarktes und einer geringen eigenen Finanzierung des Siedlers bie Schaffung von 5000 Siedler st eilen zunächst in Den inbustriereichen Grenzbezirken zu ermöglichen. Den Anfang hat die DAF. mit einer Bergarbeitersiedlung im Aachener Steinkohlengebiet, dem Wurmrevier, gemacht. Auf ber Gemarkung Broich-Höngen sind die e r ft e n 70 Heimstätten für Bergarbeiter errichtet worben, die auf ben benachbarten Gruben von Maria- borf beschäftigt finb. Ein großer Teil ber Vorarbeiten ist von ben neuen Siedlern in ihrer Fr?izeit in Gemeinschaft mit dem Arbeitsbien st geleistet worben. Jedes Grundstück ist 1200 Quadratmeter groß, jedes Haus enthält einen Schlafraum, eine große Wohnküche, eine Wirtschaftsküche, einen überdachten Arbeitsraum und einen Stall. Jeder Siedler hat die Möglichkeit zur Gartenwirtschaft unb Kle intier- Haltung. Er wirb damit einen erheblichen Teil seines Nahrungsbedarfes decken können. Die monatliche Belastung des Siedlers stellt sich kaum höher als bie bisher von ihm gezahlte Miete für bie notbürftigfte Behausung. Sie beläuft sich auf runb 20 Mark monatlich. Am Samstag erfolgte die Uebergabe dieser ersten großen Siedlung ber deutschen Arbeitsfront an ihre zukünftigen Bewohner. In Vertretung von Dr. Ley sprach Reichsinspekteur Rudolf Schmeer (Köln). Die Deutsche Arbeitsfront wolle überall dort Siedlungen errichten, wo bie schaffenden Volks- aenoffen noch in menschenunwürdigen Wohnungen Hausen müßten. Auch der Kumpel solle ein Eigenheim haben, und solle sich, wenn er seine acht Stunden Arbeit hinter sich habe, frei fühlen. In diesem einstmals roten Gebiet wolle der Nationalsozialismus zeigen, daß er Aufbauarbeit leisten könne. Schmeer erklärte: „Wir bauen die Volksgemeinschaft, indem wir gerade dem Aermsten, dem Bergarbeiter, bie Hand reichen, indem wir ihm helfen und mit ihm gemeinsam aufbauen." »Keine Geschäftsvertreter ins Saar- gebiet senden-'. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der S a a r b c • vollmächtigte des Reichskanzlers teilt mit: „Alle möglichen Firmen und Dienststellen überschwemmen gegenwärtig gerade- zu das Saargebiet mit Angeboten aller Art. Dabei führen die Vertreter Ausweise mit sich, mit denen sie ihre Verkaufsangebote unterstützen. Ich weise darauf hin, daß der besagte Ansturm geeignet ist, das Geschäfts- leben an ber Saar auf bas Schwerste Zu gefährben. Die Dienststellen ber Deutschen Front, alle Behörben sowie die Geschäftswelt unb die Haushalte find angewiesen, alle diese Angebote auf das schärf st e zurückzu- weisen. Es ist daher ratsam, daß alle Dienststellen und Firmen ihre Vertreter aus dem Saargebiet sofort zurückziehen. Ausweise haben nur Geltung, wenn sie von dem vom Saarbevollmächtigten hierfür besonders bestellten Beauftragten bestätigt ober genehmigt werden. Zuständig hierfür ist der Gauwirtschaftsberater Voef tng, b^r diese Fragen im Einvernehmen mit ben zuständigen Stellen ber Deutschen Front behandelt." 8. g den Dr. gewesen ist. Die tatsächliche Verbesserung, im Rechnungsjahr 1934 gegenüber -em Rechnungs-1 Die Banken zur Zinssenkung gelegentlich zur ich Saarbrücken aufzugeben. macht. Reformvorschläge für das Schwurgericht. Lianen Mark ab gezogen werden, weil die Schlacht st euer in 1933 noch nicht Reichssteuer Der Vertreter der japanischen Militärmission in Kalgan, M a t s u t, ist in T i e n t s i n eingetroffen. Er hat dem japanischen Oberkommando über die Lage in der Tschachar Bericht erstattet. Amtlich wird mitgeteilt, daß eine chinesisch'japa« Nische Konferenz am 10. Februar in Kalgan zujammentretm wird. Das in bat Proyi»- Tjcha- Schuljahr und Ferien für das ganze Reich einheitlich geregelt einander folgen. So haben grundsätzlich die östlichen Provinzen und Länder vom 25. Juni bis 3. August, die mittleren vom und Verteidiger" sprachen sodann Staatsanwalt Dr. Schneidenbach, Dresden, und Staatssekretär Dr. Freisler. Seimburger verzieht nach Lothringen. re st los aufgeräumt. Es kennt keine .besonderen Interessen* und Länderhoheiten mehr, es hat sich nur die einzige Aufgabe gestellt: Ein einheitliches Reich zu schaffen, das seine großen geschichtlichen Aufgaben lösen kann. Die Reichsregierung ist überzeugt davon, daß alle Hindernisse dank der nationalsozialistischen Grundhaltung des deutschen Volkes leicht überwunden werden. Wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt werden können, so wird doch bei Der Aalionalstaai das Ziel der Reichsresorm Reichsminister Or. Frick über die nächste Etappe. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Die tatsächliche Verbesserung des deutschen Steueraufkommens i n den er st en neun Monaten des Rechnungsjahres 1934 (1. April 1934 bis 31. De- zember 1934) beträgt 945,7 Millionen Mark im Vergleich zum Vorjahr. In der „Deutschen Steuerzeitung" wird von Staatssekretär Fritz Rein- Hardt festgestellt, daß ein Vergleich des tatsächlichen Aufkommens, das im gesamten Rechnungsjahr 19 3 4 erzielt werden wird, mit dem Voranschlag nach Ablauf des Rechnungsjahres wahrscheinlich so ausfallen wird, daß ein Betrag von 1015,8 Millio ne n'M art mehr ein- kommtals im Voranschlag vorgesehen war. Gegenüber dem Jahre 1933 würde das eine Zunahme der Steuereingänge um 1247,4 Millionen Mark bedeuten. Um auf die tatsächliche Verbesserung im Rechnungsjahr 1934 gegenüber 1933 zu kommen, müssen 200 Mil- Berlin, 26.San. (DNB.) Mit emem Erlab der den Ab laus des Schull-hr-s und d.e Verteilung der Ferien sur die Volks-, '«>tt leren und höheren Schulen des s ° ich-erzichüng-. s (h »n Reiches ordnet, hat Relcyserzieyunu Minister R u st dem unerträglichen Zustande des bisherigen Feriendurcheinanders em Ende gemacht. Schulanfang und -schluß liegen nach wie- v n m Frühjahr. Auch in der Schule ist der w und die Pflicht zur Arbeit um so steter je naher das erstrebte Ziel rückt.-In unseren Bretten ist der Sommer am wenigsten zu angestrengter Ge stes arbeit geeignet, während Herbst und Winter Arbeit fördern. Minister Rust hat daher das j qnhr^gxiel ans Ende des Winters und vo? den Sammer gesetzt Die Schulent. lassenen können |o ohne b-sanL-re Schnn-r gkeit in x t r H rfm f t eingebaut werden uno fino iv de?Lage, ohne Zeitverlust in das Landjahr Berlin, 27. Jan. (DRB.) Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution hatte die RSK. eine Unterredung mit Reichsminister Dr. Frick über die Reichsresorm. Der Minister führte u. a. aus: „Was Jahrhunderte ein frommer Wunsch großer Patrioten war, was selbst zu Bismarcks Zeiten noch nicht reif gewesen ist und die Parlamentarier der Systemzeit nicht durchzusühren wagten, ist aus den Gluten der nationalsozialistischen Revolution heroorgegangen: die Errichtung des deutschen Nationalstaates. Die Voraussetzung für diese Neugestaltung des Reiches in einer großen Volksbewegung geschaffen zu haben, ist das unvergängliche Verdienst des Füh- rers und Reichskanzlers. Don der zweckmäßigen und kompromißlosen Errichtung des Neubaues des nationalsozialistischen Reiches wird seine Wider- standskraft und Stärke abhängen. Es ist klar, daß eine staatliche Neugliederung, die auf Jahrhunderte die. Einteilung und Verwaltung des Reiches festlegen soll, nicht überstürzt werden darf. Das Zwischenreich war ein B undesstaat, der die Erbschaft der alten Königreiche und Fürstentümer noch sehr deutlich an sich trug. Das Dritte Reich hat mit allen Separatisten und Sonderbestrebungen einzutreten oder ihren Arbeitsdienst abzu- leisten. Die Sonderbestimmung, daß der letzte Schultag noch in den März fallen soll, gibt ihnen noch eine kurze Zeit der Entspannung. Mit Rücksicht auf die Gegebenheiten von Natur un Leben und die Bedürfnisse der Volksgemeinscha liegt die Haupterholungszeit rn den wärmsten Monaten. Sie ist auf 40 T a g e ausgedehnt worden. Damit, ist die Gewähr für volle Erholung gegeben. In dieser Zeit kann die körperliche und weltanschauliche Schu- lung der Lehrer und Lehrerinnen (etwa je drei Wochen) in vollem Umfange vor sich gehen. Um einen ungesunden Wechsel von Stauung und Leere im Verkehr und in den Erholungsstätten zu vermeiden, ist die Gesamtheit der Sommerferien vom 25. Juni bis zum 31. August ausgedehnt und in drei Staffeln geordnet werden, die in lltägige« Wpande« (uij- 1. Juli bis 17. August und die westlichen und üddeutschen vom 2 2. Juli bis 31. Au- ju ft ihre Freizeit. Das zweite Jahresdrittel läuft bis zum Saarbrücken, 27. Jan. (DNB.) Im Saar- Sebiet verbreitet sich die Kunde, daß der berüchtigte lirektor des Innern, HeiMdurger, die Absicht hat, feinen Wohnsitz nach dem lothringischen S a arge m ü n d au verlegen, um nur gelegentlich zur Ausübung seiner Amtsgeschäfte nach Saarbrücken zu kommen. Dor seiner Wohnung sind bereits Möbelwagen aufgefahren. Der Presseche des Herrn Heimburger, der Franzose Franz, der sich wegen seiner Verschwiegenheit über hiesige Vorkommnisse der besonderen Sympathie der internationalen Presse erfreute, hält es gleichfalls für ratsam, Wohnsitz und Wirkungskreis im Saargebiet jahr 1933 beträgt demnach 1047,4 Millionen Diark. Das Aufkommen an Steuern und Zöllen bewegt sicy seit 1933 somit nicht mehr nach unten, sondern unentwegt nach oben. Das Aufkommen hat im Rechnungsjahr 1932 6647 Millionen Mark, in 1933 6846,1 Millionen Mark und nach den voraussichtlichen Schätzungen in 1934 8093,5 Millionen Mark betragen. Die Summe der Vorbela st ungen des Haushalts aus früheren Jahren stellt jedoch einen Mehrbedarf an Steuern dar. Solange dieser Mehrbedarf besteht, muß jegliches A u f k o m m e n s m e h r grundsätzlich zur Deckung dieses Mehrbedarfs verwendet werden. Sobald sich die Vorbelastungen we- n vermindert haben werden, und soweit rfkommensmehr nicht zur Bestreitung von Mehrausgaben gebraucht wird, die durch die allgemeinen Interessen des Volksganzen bedingt sind, wird die Voraussetzung für eine allgemeine Senkung oder B ese-itigung der Steuern gegeben sein. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Die Reichsgruppe Danken erläßt folgende Erklärung: Dank der umsichtigen und folgerichtigen Wirtschaftsführung ist die Senkung der Zinsen für den lang- triftigen Realkredit nunmehr zur Wirklichkeit geworden. Durch die Steigerung der Kurse der festverzinslichen Werte, die bereits zu einem erfolgreichen Angebot 4,5prozentlger Pfandbriefanleihen durch die Hypothekenbanken geführt hat, ist der landesübliche Zinssatz so weit gesunken, daß eine H e r a b s e tz u n g der Zinsen für einen großen Teil erstklassiger Werte der wirtschaftlichen Lage entspricht. Das Gesetz vom 24. Januar 1935 zieht die Folge- rungen aus dieser wirtschaftlichen Entwicklung. Der gesamten Wirtschaft wird dadurch sowohl für die bestehenden Schuldverhältnisse als auch für künftige Anleihen eine Entlastung von größter Bedeutung zuteil. Sie erhält von jetzt ab einen Zinssatz, welcher dem gewaltigen Aufschwung, der sich in der deutschen Wirtschaft vollzogen hat, Rechnung tragt und im weiteren Verlauf eine erhebliche, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärkende Herabsetzung der Produktionskosten mit sich bringen wird. Gleichzeitig ist damit ein entscheidender Schritt zur endgültigen Gesundung des deutschen Kapitalmarktes getan, der in seinen Auswirkungen für unsere gesamte Wirtschaft — für die Landwirtfchast ebenso wie für das gesamte Gewerbe und den Hausbesitz — von höchstem Nutzen sein wird. Dem Gläubiger, dessen Zinsertrag im Augenblick verringert wird, erwächst ein E r s a tz hierfür aus der E n 11 a ft u n g d e s Schuldners und der daraus unmittelbar folgenden Stärkung der Wirtschaft, die auch dem Gläubiger zugute kommen wird. Der Gläubiger, der das Umtauschangebot der Kreditanstalten annimmt, dient darum ebensosehr seinen eigenen Interessen wie denen unseres Vaterlandes, weil dieser Schritt der Regierung m jeher Hinsicht der gegenwärtigen Wirtschaftslage entspricht, sind wir Überzeugt, daß die Gläubiger mit allen Kräften dazu beitragen werden, den Maßnahmen der Reichsregierung zu einem vollen und raschen Erfolg zu verhelfen. ®„.: Dr. Otta Ehr. Fischer Vorstandsmitglied der Reichskreditgesellschast AG, Leiter der Reich-, gruppe Banken. — Staatsrat Friedrich Rein- char eingeleiiett militärische Dorgehen sei beendet worden. Die javanischen Streitkräfte hätten alle von chinesischen Truppen besetzten Gebietstelle in ihren Besitz genommen. Damit sei der Zwischen- all beigelegt. * Die japanische Regierung wird mit dem Internationalen Gerichtshof, dem Internationalen Arbeitsamt und der Mandatskommission des Völker- bundes weiter zusammenarbeiten trotz ihres Austritts aus dem Völkerbund, der am 27. März wirksam würde. Die japanische Abordnung beim Völkerbund soll aufgelöst werden. * Der frühere Ministerpräsident und ehemalige Führer der spanischen Konservativen S a n ch e z Guerra ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Anhaltende Auswärtsbewegung des Steueraufkommens. 3m Jahre 1934 voraussichtlich eine Milliarde mehr al« der Voranschlag. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Staatssekretär Kreisler sprach im StrafproAeßrechtsausschuß der Akademie für Deutsches Reckt über Das Schwurgericht. Für die Behandlung der Fälle der schweren Kriminalität im ersten R e ch t s z u g sei ein Gericht erforderlich, das sich aus mehreren gelehrten Richtern und aus Volksrichtern, Laienrichtern, zusammenfekt, die in gern c i . a m e r einheitlicher Arbeit, in gern ler Verhandlung, gemeinsamer Beratung, ein;., udjer Entscheidung alle unter Führung des Vorsitzenden zusammenwir- k e n müssen. Nach Eröffnung der Hauptverhandlung habe der Staatsanwalt zunächst die Anklage zu vertreten. Danach folge Die eigentliche Hauptoerhandlung. Am Schluß der Beweisaufnahme solle der Vorsitzende den Gang der Verhandlung und die in der Verhandlung hervorge- tretenen wesentlichen Punkte A u s a m e n f a s s e n d Herausstellen. Nach dieser Feststellung käme die Schluß st ellungnahme der Anklage, die Schlußverantwortung des Angeklagten, die gemeinsame Beratung, Feststellung des Urteils durch den Vorsitzenden und Urteilsverkündung. Die Auswahl der Geschworenen müsse nach ihrer Persönlichkeit, ihrem Charakter und ihrer Urteilskraft erfolgen. Z u st ä n d i g solle das Schwurgericht nur für die Fälle der Entscheidung über Tod und Leben und der Aechtung fein. Landgerichtsdirektor Töwe, Bremen, kam in wesentlichen Punkten zu demselben Ergebnis, lieber Zulässigkeit und Umfang der alternativen Feststellung im Strafurteil referierten Reichsgerichtsrat Dr. Schwarz, Leivzig, und Geheimrat Oetker, Würzburg. Der Ausschuß stellte sich auf den Standpunkt, daß die Zulassung der wahlweisen Fest- tellung mit den sich daraus ergebenden Begrenzungen ein weiteres Mittel fei, um der materiellen Gerechtigkeit im Strafurteil Wirtunasrnöglichkeit zu geben. Weiterhin waren Gegenstand Der Beratungen die besonderen Arten des Verfahrens (Privatklage, Strafbefehl, Strafverfügung, Strafbescheide, abgekürztes Verfahren, Einziehung), über die Staatsmimster Dr. Thierack, Dresden, referierte. lieber das Thema „Staatsanwalt Aus aller Wett. Deutsche Mädchen au» Siebenbürgen und dem Banat bei Reichsminister Dr. Frick. Reichsmintster des Innern Dr. Frick empfing in feinem Heim acht deutsche Mädchen aus Siebenbürgen und dem Banat in der chmucke Tracht der Siebenbürger Sächsinnen und der Banater Schwäbinnen. Sie boten dem Minister einen großen Korb Kornblumen als deutsche Grüße aus ihrer fremden Heimat. Ein junges Mädchen aus Schäßburg in Siebenbürgen, sagte, daß dieser Gruß d5 ■> * -'MX. Französische Offiziere, die an den Turnieren in Berlin teilnehmen, spenden einer hübschen Sammlerin in der Tracht der lippeschen Bauern für das Winterhilfswerk. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'lche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter ist im Alter von 66 Jahren ganz unerwartet von uns gegangen. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Dr. Gisela Thyriot, geb. Helmolt Dr. Hans Thyriot Gießen, den 28. Januar 1935. Frau Gertrud Helmolt, geb. Peter in Dresden Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tante Lina Kalbfleisch, verw. Schneider geb. Schuchard nach langem schweren Leiden, im Alter von 76 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Steinstr. 73, den 28. Januar 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Januar, nach- mittags 3l/a Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. --.____ ________________________035/ Das Preuß. Forstamt Weilburg (Lahn), Friedrich, straße 4, verkauft freihändig Brennholz aus Staatsund Gemeindewaldungen an Gemeinden oder Ortsbauernschaften. 511V Geschmackvoll ™eee 3 'oben El0.n.eh.ft.n der guten Vornehm Familien-Drucksache Persönlich bietet ihnen In zahlreicher, neuzeitlichen Aue- fUhrungearten schnell und zu mMCIgen Preisen Brühl’scho Druckerei, Schulstrafle 7, Anruf 2251 I Mietgesuche | 2-3-311«- Wnllllg zum 1. Mürz gesucht. Schriftliche An- geböte unt. 0358 au d. Gieß. Anz. Ok'indjt WnzeWm. modern,deauem, ruhig, in guter Lage, a. l.März. San. Angebote mit. 0359 an den Gießen. Anzeig. Vermietungen 1-2 frdl. warnte möbl. Zimmer mit Heizung an Dame zu verm. Auchm.Pension Telefoitische An fr. 3742. 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Zweiter Kreisturntag Lahn-Dill in Gießen Blick in dis geschmückte Turnhalle während bt» Kreistmntgge*, zu besiegen. Im Standkampf konnte er sich noch güt behaupten. Am Boden erwies sich der Frankfurter als besser und drückt Emmerich in acht Minuten die Brücke ein. Gesamtergebnis 15:4 für Frankfurt. tätigkeit entfaltet werden, damit jeder ländliche Turnverein über einen geeigneten Turnwart verfügen könne. Im kommenden Februar werde bereits einer dieser Lehrgänge stattfinden. Den Fachwarten sei im vergangenen Jahre die Möglichkeit zu völlig freier Arbeit gegeben gewesen. Es sei viel Gutes geleistet worden. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß für die Veranstaltungen des Jahres 1935 ein etwas regerer Besuch zu wünschen wäre. Außerdem erhob er die Forderung zu vorbildlicher Disziplin. Schließlich berichtete er über die Erfolge der einzelnen Arten der Leibesübungen, wie sie im Kreise gepflegt werden. Beachtenswert seien hier besonders die Fortschritte im Frauenturnen. In den Handball- und Faustballspielen seien hervorragende Erfolge erzielt worden, indem Mannschaften des Kreises Gaumeisterschaftsehren erringen konnten. Das Handballspiel habe zahlenmäßig einen sehr Friedberg konnte dem Kreis Lahn-Dill beste Erfolge bringen; der Turnkreis Lahn-Dill sei am stärksten vertreten gewesen. Noch manches andere Fest sei erlebt worden: das Rhönbergfest, das Feldbergfest, das Alterstreffen in Braunfels usw. Zu erinnern sei ferner an die Reichswerbewoche für deutsches Turnen, an die Werbewoche für Leibesübungen der Frau und an die großartige Saartreuestaffel. Gerade bei der Saartreuestaffel seien Volkstum, Deutschtum und Turnertum auf das glücklichste verbunden gewesen. Die Dietarbeit der DT. sei zur Genugtuung aller Turner im Reichsbund für Leibesübungen bestimmend eingesetzt worden. Die Leistung, der Geist und die Gesinnung sollten auch fernerhin unsere Arbeit regieren. _ In technischer Hinsicht habe das vergangene Jahr 1934 viel Mühe gebracht. Aber es sei gelungen, manchen Verein zu neuem Leben zu erwecken. Allgemein fei ein Zuwachs im Mitgliederbestand der Turnvereine zu verzeichnen. Dieser Zuwachs könne uns mit Freude erfüllen und stelle eine Anerkennung der Arbeit der DT. dar. 14 Turnschwestern und -brüder nahmen an Lehrgängen an der Deutschen Turnschule teil. Sie werden berufen fein, das Erlebte uneigennützig den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Jahre habe auch der Wintersport großen Aufschwung genommen. Die Wintersportler schlossen sich in festen Riegen zusammem Alles in allem gesehen, bedeutete das Jahr 1934 ein Jahr harter Ärbeit, aber auch ein Jahr des Glücks, der Zufriedenheit und schöner Erfolge. Das müsse für uns gleichbedeutend sein für Mut und Kraft zur Arbeit im laufenden Jahre. Das neue Jahr müsse für uns im Zeichen des Wortes: „Unsere Arbeit: Dienst am Volke! — Unser Glaube: Deutschland! — Unser ganzes Vertrauen: dem Führer!- stehen. (lebhafter, anhaltender Beifall!) -Sodann erstattete Kreisoberturnwart Schüler-Wetzlar ebenfalls seinen Jahresbericht. Der Erfolg aller Arbeit sei, so führte er u. a. aus, nicht ausae- blieben. Für die Zukunft werde eine intensive Lehr- Kritischer Moment! Im Vordergrund der Schiedsrichter, der es ganz genau sehen muß. Kämpfe aus der Maite. Europameister Mühlberger m Gießen. — Ringwettkampf Gießener Kraft- und Sport klub 1893-Athlettksportvereimgung 1886 Frankfurt 4:15. rid) riß einarmig 130 Pfund, drückte beidarmig 150 Pfund und stieß 210 Pfund beidarmig. Auch B e I l o f f konnte rechts 120 Pfund reißen und links 130 Pfd. stoßen, im beidarmigen Stoßen kam er auf 180 Pfd. Die Federgewichtler Götz und Funk drückten beide 110 Pfd. und konnten auch beide 150 Pfd. stoßen. Mühlberger übertraf, ohne sich auszugeben, diese Leistungen ganz erheblich. Bei einem Körpergewicht von 125 Pfd. konnte er einarmig 140 Pfd. reihen und 160 Pfd. beidarmig drücken. Im beidarmigen Reißen bewältigte er 180 Pfd. und zum Schlüsse konnte er, unter stürmischem Beifall, die enorme Last von 230 Pfund zweimal zur Hochstrecke stoßen. ©er Freundschastökampf im Hingen. Jrn darauffolgenden Freundschaftskampf im Ringen stellten die Frankfurter ihre gute Klasse unter Beweis. Bei mehr Kampferfahrung würde aber auch bei den Gießenern der Erfolg nicht ausbleiben. Die Entscheidungen des Kampfgerichts waren nicht ungerecht, doch wird der Gieeßner Verein in Zukunft dafür Sorge tragen, daß auch bei Freundschaftskämpfen neutrale Kampfrichter hinzugezogen werden. Bantamgewicht: Der neue Mann der Gießener, Klinger, führte sich durch einen prächtigen Schultersieg über den Frankfurter Mink gut ein. 3:0 für Gießen. Federgewicht: Funk (Gießen) und Sendelbach (Frankfurt) liefern sich einen erbitterten Kampf, der unentschieden endigt. 4:1 für Gießen. Leichtgewicht: Der bis Halbzeit in Führung liegende Gießener Klotz kommt in der Bodenrunde einmal in die Brücke, wodurch der Frankfurter R i ch t b e r g knapper Punktsieger wird. 4:3 für Gießen. Weltergewicht: Bopp (Frankfurt) ist gegen Tuzel körperlich im Vorteil und siegt durch Hamerlok in zwei Minuten. 6:4 für Frankfurt. Mittelgewicht: Hartnäckig kämpfen B e l • l o f f und Hillebrand um den Sieg. In der Bodenrunde fängt der Frankfurter einen Armzug Belloffs ab und drückt ihn auf die Schultern. Eine gute Leistung des 47jährigen Frankfurters. 9:4 für Frankfurt. Halbschwergewicht: Der Gießener Walther hielt sich gegen Kammerer sehr gutv In der fünften Minute siegt der Frankfurter durch Armfallgriff. 12:4 für Frankfurt. Schwergewicht: Emmerich ist noch zu unerfahren, um einen Klassenringer wie Gerber Die deutschen Skimeisterschasten. Bei den Deutschen Ski-Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen kam am Sonntag der 50-Kilo° meter-Dauerlauf zum Austrag. 69 Mann traten zu dieser Prüfung an und mußten fast auf der ganzen Strecke gegen einen schweren Schneesturm ankämpfen. Sieger wurde der Norweger Kaare Hattan in 3:38:46 Stunden vor seinem Landsmann Trygve B r o d a h l und dem Finnen Klaes Karppinnen. Bester Deutscher war Josef Penn (Berchtesgaden), der in 4:01:17 Stunden einen sehr achtbaren 7. Platz belegte. Den SA- Patrouillenlauf gewann die unter Führung von Willi Bogner stehende erste Mannschaft des SS.- Oberabschnittes Süd in 1:30:38 Stunden für die 18 Kilometer. Im Hochschulsprunglauf erwies sich der Münchener Franz MechIer mit Weiten von 45 und 49 Meter als der Beste. Weitere wichtige Ergebnisse im Wintersport. Wichtige Ergebnisse des Wintersport-Sonntags waren: Grau-Brehme holten sich auf Bob DBV. die norddeutsche Zweierbob-Meisterschaft. Hauser (Oesterreich) wurde bei den in Spindelsmühl aus- Zum zweiten Kreisturntag des Kreises Lahn-Dill (Kreis VIII) im Gau Nordheffen der DT. fanden sich am gestrigen Sonntag die Vereinsführer, Die Turn- und Dietwarte der Turnvereine im Kreise in der Turnhalle am Oswaldsgarten ein. Der Turn- tag fand einen sehr feierlichen Auftakt. Unter Den Klangen eines Marsches wurden alte, ehrwürdige Turnerfahnen eingebracht. Gemeinsam wurde dann das Lied „Treu unserem Volke" gesungen. Kreis- fübrer Daupert (Wieseck) gedachte in kurzen Worten der teuren Toten, des Reichspräsidenten von Hindenburg und des früheren Vorsitzen- den der DT., Professor Dr. Berge r. In fern Ge- denken schloß er auch die Gefallenen nn braunen und im feldgrauen Ehrenkleid em. Wahrend das Lied vom guten Kameraden erklang, verharrte die Versammlung in stillem Gedenken. Sodann trat man in die Tagesordnung ein. Kreisführer Daupert-Wieseck „stattete ,zunächst den Jahresbericht. Seme Aussührungen seien im Auszug wiedergegeben: Bon vielen Turnbriidern sei zu B-gmn des wahres1934 befürchtet worden, daß die Neuordnung im Turnen und im Sport ein Zerreißen der engen Serbin düngen in der DT. mit sich bringen werde E sii aber anders gekommen. Man habe sich Zur Au bau arbeit aesunden Alles habe sich aus das Beste geklärt. ^Was sich bildete, sei organ'sch g-wachl-n. Die Fragen der Zusammenarbeit nut der HI. seien geklärt Es bleibe nur der Wunsch, daß sich die neue Ordnung zu Gunsten des Vaterlandes auswirken möge. Im Turnen selbst seien große F schritte zu verzeichnen gewesen, insbesondere ^Die^Zusarnmenarbeit im Kreise geschah. nach- dem man sich gegenseitig kennengelernt si?be m glücklichster Weise. Der Turnkr-is habe sich ebenso sesier wie breiter Grundlage gesunden. TN Veranstaltungen bewiesen es immer au'sneurDas Juaendtreffen auf dem Schiffenberg habe die Ära! de? Jugend offenbart und die Begeisterung zur Turnfache erkennen lassen. Das Kreisfest tn G ßen-Linden sei in denkbar großzügigster Form ver- laufen Den Turnbrüdern von Großen-Linden ge bühre für ihre Arbeit herzlicher Dank. Das Frauen- turnen in Grünberg habe ebenfalls einen begeistern- d-n B-rlaus genommen. Da- B-zirk-turnsest m Den Freunden des Kraftsportes — des Gewichthebens und des Ringkampfes — war am Samstag im Caf6 Leib eine gute Gelegenheit gegeben, ausgezeichneten Sport auf diesen Gebieten zu sehen. Der 1. Gießener Kraft- und Sportklub von 1 893 hatte sich die Athletiksportvereinigung 1886 Frankfurt a. M. verschrieben und trug gegen deren Mannschaft einen Ringwettkampf über die sieben Gewichtsklassen aus. Ferner konnte man einen Wettbewerb im Gewichtheben verfolgen. Der anregende Ahend wurde durch eine kurze Begrüßungsansprache des Vereinsführers der Gastgeber eingeleitet. Sodann sprach der Führer der Frankfurter Athletiksportoereinigung, Herr Rotter, der einen interessanten Ueberblick über das Wesen des Kraftsports gab und auf die Voraussetzungen hinwies, unter denen der Kraftsport nur betrieben werden kann. Er betonte, daß es, um im Kraftsport zum Erfolg kommen zu können, einer außerordentlich langen Vorbereitungszeit und eines eisernen Willens des Betreffenden bedürfe, da mit roher Kraft allein überhaupt nichts zu erreichen fei. Er wies ferner darauf hin, daß ein Kraftsportler, wenn er eine bestimmte Leistung erreicht habe, aber auch lange Zeit aktiv (bleiben könne. In der Athletiksportvereinigung stehe heute noch ein Mann mit 47 Jahren, der in jeder Hinsicht es mit jedem Jüngeren aufnehmen kann. (Der Abend brachte auch den Beweis dafür!) Nachdem der Redner noch auf die herzliche Kameradschaft hingewiesen hatte, die unter den Kraftsportlern herrsche, nachdem er seiner Freude Ausdruck gegeben hatte, gegen die in bestem Rufe stehende Mannschaft des Gießener Kraft- und Sportklubs kämpfen zu können, begannen die Wettbewerbe. Das Gewichtheben. Der sportliche Teil des Abends wurde mit dem Gewichtheben eingeleitet. D§r Federgewichtstemmer, Weltrekordmann und Europameister 1931, mehrfacher deutscher Meister, Mühlberger (der der Athletiksportvereinigung Frankfurt angehört) stand im Wettbewerb mit den Gießener Gewichthebern Bellos f, Emmerich, Götz und Funk. Es wurde zunächst mit dem einarmigen Reißen begonnen, bei dem Mühlberger feine Konkurrenten sehr bald hinter sich lassen konnte. Obwohl auch die Gießener Gewichtheber sehr ansprechende Leistungen zeigten, so konnten sie doch gegen den aus- gefeilten Techniker Mühlberger nicht lange im Wettbewerb bleiben. Der Schwergewichtler Emmetarken Aufschwung genommen. Mit der Jugend zu arbeien sei schwerer gewesen, als man es sich gewünscht habe. Für die Zukunft sei jedoch zu hoffen, daß auch dies besser werde. Nachdem der Redner noch kurz die Arbeit auf dem Gebiete des Schwimmens und des Fechtens umriffen hatte, dankte er allen Helfern, die sich in den Dienst der Ertüchti- gung der Volksgemeinschaft stellten. Im Anschluß daran erstattete der Kreisschatz, meister Tufnbruder Ritsert den Kassenbericht, der in Einnahmen mit 20 230,97 Mark, in Ausgaben mit 19 494,17 Mark, also mit einem lieber- schuß von 736,80 Mark abschloß. Dem Schatzmeister wurde, nachdem der Bericht der Rechnungsprüfer gehört war, Entlastung erteilt. An diese Berichterstattung schloß sich eine B e - s p r e ch u n g über bevorstehende Veranstaltungen an. Das Kreistreffen 1935 findet am 6. urib 7.Juli in Sinn statt. Das Alterstreffen wird in L i ch abgehalten, da der dortige Verein gleichzeitig die Feier feines 75jährigen Bestehens damit verbinden will. Ferner ist ein B e r g - f e ft vorgesehen, das in Verbindung mit dem Turn- kreis Wetterau-Vogelsberg auf dem Hoherods- kopf abgehalten werden soll. In der Zeit vom 24. Februar bis 31. März sollen in allen Vereinen der DT. Winterhilfe-Veranstaltungen durchgeführt werden. Im Mittelpunkt des Jahres stehe aber, fo betonte der Kreisführer, das Gau - t u r n f e ft in den Tagen vom 2. bis 4. August in Gießen. Das Gauturnfest sei zwar von der Gießener Turnerschaft zur Ausrüstung übernommen worden, das Fest zu tragen müsse aber der ganze Kreis bereit und zum Feste selbst mit allen seinen Mitgliedern vertreten sein. Alle Arbeit müsse schon heute auf dieses Gaufest zugeschnitten werden. Der Turnkreis Lahn-Dill werde sich in diesen Augusttagen zu bewähren haben. Von der Aufstellung eines Arbeitsplanes für Sit- jungen und Lehrstunden wurde abgesehen. Die 93er» einsführer. Turn- und Dietwarte sollen von Fall zu Fall verständigt werden. In einem kurzen Referat beschäftigte sich im weiteren Verlauf der Tagung der Kreisdietwart Dr. Homer, Großen Linden mit der Dietarbeit in der DT. und in den anderen sporttreibenden Verbänden. Er erinnert daran, wie der Führer Adolf Hitler das deutsche Volk zu Blut und Boden geführt habe, er erinnerte an die Saar- abftimmung als ein Bekenntnis zur Heimat und betonte, daß auch die DT. an diesem großen Erfolg teilhabe. Für die Zukunft habe die DT. in der Dietarbeit eine volkstümliche Aufgabe zu erfüllen. Jeder Turner müsse vom nationalsozialistischen Gedankengut durchdrungen werden. Das werde uns nicht schwer fallen, denn wir brauchten nur im Geiste Jahns tätig zu sein. Jahn habe das Turnertum stets mit dem vaterländischen politischen Ziel verbunden. Die Sportverbände würden sich den Gedanken der Dietarbeit nicht verschließen dürfen. Die völkische Aussprache, die in der Folge bei allen Veranstaltungen Teil des Programms sein solle, könne in der verschiedensten Form vor sich gehen. Es könne durch die Unterhaltung in kleinen Gruppen geschehen, es I könne geschehen durch einen Sprechchor, durch ein Lied usw. Jedermann werde hier zur Mitarbeit aufgerufen. Durch Jahn und mit Adolf Hitler gehe man auf dem Wege zum neuen Volke. Nachdem der stellvertretende Kreisvorfitzende Zobel- Haiger in kurzen Worten die außerordentlichen Verdienste des Kreisführers Daupert Umrissen und gewürdigt hatte, nachdem verschiedene rein geschäftliche Fragen Erledigung gefunden und nachdem der Kreisführer Daupert noch eine kurze begeisternde Schlußansprache gehalten hatte, klang die Tagung in einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied aus. getragenen Sssmeisterschaften des HDW. Meister in der Dreierkombination. Die thüringische Viererbob-Meisterschaft entschieden Schäfer-Lippach auf „Petz" für sich. Die Ueberraschung bildete hier die Niederlage des Deutschen Meisters Bob „Erfurt". Herber-Baier Europameister. Bei denEuropameisterschastenim Eiskunst lausen in St. Moritz errang das deutsche Meisterpaar Maxie Herber- Ernst Baier den Titel vor den Oesterreichern Ida Papez-Zwack und den Ungarn Lucie Gallo - G. Dillinger. Bei den Herren wurde wieder der Wiener Karl Schäfer Meister vor seinem jungen* Landsmann Fritz (Taf par und I. Dunn (England). Der Deutsche Meister Ernst Baier kam auf den vierten Platz. Nudi ZSmayr übertroffen. Bei der Leistungsabnahme zum Gewichtheben des ASD. Trier wurde der erst kürzlich von Jsrnayr (München) im beidarmigen Stoßen aufgestellte Weltrekord von 290 Pfund durch den erst 25 Jahre alten Einheimischen O p s ch r u f mit 292,5 Pfund Überboten. Auch die ganze Trierer Mannschaft zeigte sich in glänzender Verfassung, sie bewältigte zusammen 3545 Pfund und übertraf damit die bisher beste Leistung von 1860 München mit 3510 Pfund. Deutschland-Schweiz 4:0 (2:0). Vor 60 000 Zuschauern in Stuttgart. Die Stuttgarter „Adolf-Hitler-Kampfbahn" erfuhr am Sonntag beim 19. Fußball-Länderkarnpf Deutschland — Schweiz ihre größte Belastungsprobe, die sie glänzend bestand. 60 000 Zuschauer, noch nie bei Länderkämpfen gezählt, wohnten dem Treffen bei, das einen 4:0-Sieg der Deutschen ergab und den Schweizern wie in den letzten drei Jahren nicht einmal das Ehrentor einbrachte. Der deutsche Sieg war verdient errungen. Das Spiel brachte nie einen Mißklang, es verlief immer fair und anständig, die Leistungen waren angesichts des schneebedeckten Bodens recht gut. Die deutsche Mannschaft trat auf drei Posten geändert an; Kobierski - Düsseldorf spielte für Fath, Gold- b r un ner- München für Münzenberg und Busch- Duisburg für Schwartz. Die Schweizer erschienen in der gemeldeten Aufstellung. Das Treffen drückte der Schwabenhauptstadt vollkommen seinen Stempel auf. Zahlreiche Schweizer waren in Sonderzügen nach dem Neckar gekommen, 20 Extrazüge brachten deutsche Schlachtenbummler aus allen deutschen Gauen und schon am frühen Vormittag waren Tausende in der Kampfbahn versammelt. Sie waren allerdings sehr enttäuscht, als wegen des Schneefalls in der Nacht die vorgesehenen Vorspiele ausfallen mußten. Sie wurden aber durch Musik- und Gesangsvorträge unterhalten. Die Mannschaften. Schweiz: Bizzozero; Minelli, Weiler; Guin- chard, Jaccard, Lörtscher; Amado, Poretti, Frigerio, X. Abegglen, Jaeck. Deutschland: Buchloh; Stührck, Busch; Grämlich, Goldbrunner, Appel; Lehner, Sisfling, Conen, Rohwedder, Kobierski. Zweimal „zwei zu Null". Das Spiel sah in beiden Hälften je zwei Tore der deutschen Mannschaft. In der ersten Halbzeit gab es anfangs ein recht verteiltes Spiel mit vielen Torchancen, die aber nur Eckbälle ergaben und diese blieben unverwertet. In der 30. Minute fiel der erste Treffer durch K o b i e r s k i, wobei dem Schweizer Hüter der Ball entglitt. Den zweiten Treffer schoß C o n e n in der 42. Minute aus einem Gedränge nach der achten deutschen Ecke. Conen war es auch, der in der zweiten Halbzeit in der 11. Minute das dritte und entscheidende Tor nach einem selbstlosen Zuspiel Lehners schoß und in der 27. Minute fiel durch Lehner auf Zuspiel (Tonens der vierte Treffer. Auch die Schweizer hatten sickere Gelegenheiten, die aber ausgelassen wurden, sofern nicht die deutsche Abwehr sich diesen Verhältnissen gewachsen zeigte. Zn der Kritik.... ist zu sagen, daß die deutsche Els ein Gesamtlob verdient. Alle waren auf dem Posten, alle taten ihre Pflicht. Besonders herzuheben seien Stührck und Appel, die sich einen dauernden Platz in der Nationalelf erkämpft haben dürften. Im Sturm waren Conen und Lehner die weitaus Besten. Auch Rohwedder gefiel, Sifsling beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Aufbau und Kobierski konnte, ohne zu versagen, Fath nicht ersetzen. Goldbrunner stellte Frigerio vollkommen kalt. Grämlich bot das gewohnte kluge Spiel und Busch und Buchloh waren ebenfalls in bester Form. Bei der Schweiz war die Läuferreihe körperlich und spielerisch zu schwach. Darunter kitt der Sturm, der in Abegglen und Poretti seine Besten hatte. Die Hintermannschaft war gut und ohne Tadel, lieber jeden Tadel erhaben war auch Schiedsrichter ß e c I e r q. Unverdiente Niederlage der 8-Männschast. In Luzern gelang es der deutschen 8-Fußballelf nicht, gegen die 8-Mannschaft der Schweiz erfolgreich abzuschneiden. Trotz besseren Spieles mußten die Deutschen eine knappe und unverdiente 1 ^-Niederlage einstecken. Das einzige Tor des Tages erzielte der Schweizer Dilleter (Bern). Nur 4000 Zuschauer waren Zeuge des Kampfes. Epielvereinigung4900 verliert mit 5:4. Das wenig freundliche Wetter des gestrigen Sonntagnachmittaas hatte viele der sonstigen Anhänger des Fußballspiels abgehalten, dem Gastspiel der Gauliga-Mannschast des Kasseler Sportklubs 03 bei her Spielvereinigung 1900 beizuwohnen. Gerade zu diesem Spiel hätte man sich einen lebendigeren Rahmen gewünscht. Der Kampf endete mit einer knappen, fast unverdienten Niederlage der Gießener. Das Ergebnis konnte ebensogut umgekehrt lauten. Die Blauweißen bestritten den Kampf in kameradschaftlicher Verbindung mit zwei Spielern des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg, da die erste Mannschaft durch den Ausfall von Lippert, von H o r z, Hammer und Dörr zu stark gehandicapt gewesen wäre und Spieler von unteren Mannschaften nicht herangezogen werden konnten. Lang und Fett, die beide ausgezeichnet im Sturm wirkten, fügten sich überraschend gut ein. Sie trugen wesentlichen Anteil an dem ehrenvollen Ergebnis. Die Kasseler erschienen in ihrer bewährten Aufstellung. Die Mannschaften traten sich in folgender Aufstellung gegenüber: Spielvereinigung 1900: Schlarb; Zei- ler, Kaps; Mank, Heilmann, Langsdorf; Wilhelm! Heindach, Schmelz, Lang (Watzenborn-Steinberg), Fett (Watzenborn-Steinberg). Kasseler Sportclub 03: Ziesse; Engelhardt, Velmete; Methe, Roßbach, Israel; Markert, Kellner, Süß, Peter, Kleim. Zur allgemeinen Ueberraschung stand die erste Halbzeit fast ausschließlich im Zeichen der Blau- weißen, die in frischen und energischen Angriffen immer wieder vor das Tor der (Säfte kamen und manche gefährliche Situation schufen. Der Tormann mußte des öfteren eingreifen und tat es verschiedentlich mit einigem Glück. Dies um so mehr, als er sich mit seiner Verteidigung nicht restlos verstand. Trotzdem gelang es den Kasselern in der zehnten Minute den ersten Treffer zu erzielen. Der Halbreckte der Gäste brachte einen zwar wenig scharfgeschossenen, aber gut placierten Ball an, den Schlarb kaum halten konnte. Die 1900er ließen sich durch diesen Erfolg nicht beirren. Unvermindert heftig trugen sie ihre Angriffe vor. Sie bedienten diesmal die Flügel geradezu vorbildlich. Fett hatte des öfteren Gelegenheit, mit sehr präzisen Flanken aufzuwarten. Die Gäste durften sich ihres Erfolges nicht allzulange erfreuen. Schmelz glich in der fünfzehnten Minute aus. Das war das Signal zu weiteren stürmischen Angriffen. Nach wie vor blieben die Platzbesitzer im Feldspiel überlegen. Dor dem Tore waren sie aber wenig glücklich. Die Verteidigung der Gäste war außerdem sehr aufmerksam. Kassel kam in dieser ersten Halbzeit nur wenig zum Zug. Die Durchbrüche waren aber stets gefährlich. Einer dieser Durchbrüche führte denn auch zum zweiten Tor, das Schlarb trotz heftiger Bemühung nicht verhindern konnte. Nach der Pause änderte sich die Situation vollständig. Im Bemühen, den Sturm durchschlagskräftiger zu machen, hatte man Hainbach in den Sturm genommen. Das erwies sich in der Folge als nicht glücklich. Die Einheit her Mannschaft ging anscheinend dadurch völlig verloren. Die geschlossenen Aktionen wurden immer seltener. Dagegen liefen nun die Kasseler auf und erzielten drei weitere Tore, so daß man bedenkliche Gesichter machte, als das Ergebnis bis 20 Minuten vor Schluß 5:1 stand. Die Situation änderte sich erst wieder, nachdem ein Voll von Schmelz von einem der Gästeverteidiger in das eigene Tor geköpft worden war. Ein drittes Tor fiel durch Wilhelmi, der einen günstigen Augenblick benützte und einschoß, als der Tormann leicht- ferffg weit f) er ausgelaufen war. Nun wurde es auch im Kreise der Zuschauer lebendiger, deren Laune durch eine steife Nordostbrise etwas gedrückt worden war. Nun hätten sie gerne der Mannschaft noch zu einem Unentschieden verhalfen. Aber alle Aufmunterung konnte dies nicht mehr zustandebringen. Zwar gelang noch ein viertes Tor, diesmal war Lang der Torschütze, zum Ausgleich, der verdient gewesen wäre, reichte es aber nicht mehr. Schiedsrichter Deiß (Nauborn) untadelig. Fußball im Bezirk Gießen-Oill. Am gestrigen Sonntag fanden in dieser Gruppe nur zwei Tressen statt, und zwar: Reichsbahn- Tuspv. Dillenburg — DfB.-Reichsbahn Gießen 1:2 (0:1), Oranien 1914 Frohnhausen — Tuspv. Bissenberg 2:2 (1:2). VfB. Gießen fuhr nicht mit Siegesabsichten nach Dillenburg, da mehrere Spieler in letzter Minute durch anberwettige Verpflichtungen absagen nmA len. Mehrere Spieler der unteren Mannschaften sprangen ein, die durch Eifer und Energie das Spiel für den Verein mit 2:1 gewinnen konnten» Mit diesem Ergebnis ist VfB. Gießen der Abstiegs« zone entronnen. Daß die Mannschaft von Fronhausen auf eigenem Platze gefährlich ist, steht fest. Um so mehr ist anzuerkennen, daß Bissenberg noch ein unentschiedenes Resultat herausholte. Fußball der Gauliga-Mannschafien. Gau Nordhessen: Spielverein Kassel Hanau 93 1:1; Spvgg. Langenselbold — Germania Fulda 1:3; Hessen Hersfeld — VfB. Friedberg 1:3. Gau S ü d w e st: Union Niederrad — Sportfr. Saarbrücken 1:1; FC. Kaiserslautern — Saar Saarbrücken 1:2; Borussia Neunkirchen — Phönix Ludwigshafen 3:1; Offenbach — FK. Pirmasens 5:0. 1900 unterliegt dem W.47 Wetzlar 5:10. Das mit allgemeiner Spannung erwartete Verbandsrückspiel zwischen 1900 und dem vorjährigen Gaumeister Tv. 47 Wetzlar endete überraschenderweise mit einem deutlichen 10:5-Sieg der Wetzlarer Turnerschaft. Um es vorweg zu nehmen: der Sieg war verdient, allerdings hätten die 190er die Tordifferenz wesentlich geringer gestalten müssen. Das Treffen selbst stand spielkulturell auf sehr hoher Stufe und wurde auch jederzeit anständig durchgeführt. Halbzeit 4:4. Kurz nach Spielbeginn konnte man schon feststellen, daß sich die Gäste gut zusammengefunden hatten und gefährliche Angriffe einleiteten. Ein solcher wurde in der fünften Spielminute von dem ausgezeichneten Wetzlarer Mittelstürmer zum ersten Erfolg für seine Farben abgeschlossen. Die Spielvereinigungsleute gaben sich nun auch viel Mühe, und der Halbrechte Wlodarek konnte alsbald gleichziehen. Der Kampf wogte nun auf und ab. Abermals gingen die Turner in Führung. Aber auch 1900 legte ein gutes Spiel hin. Nachdem Krüger zum 2:2 eingesandt hatte, war es Steines, der für den verhinderten Schott II den Mittelstürmerposten innehatte, vergönnt, den Führungstreffer zu erzielen. Die Freude währte nicht lange. Ein Strafwurf brachte die Wetzlarer wieder bei und kurz darauf durch ein viertes Tor in Front. Da kurvte unmittelbar vor Halbzeit 1900s Linksaußen Schüler nach innen und zwang durch prächtigen Wurf den Wetzlarer Hüter zur Kapitulation. "" Der Sieg der Gäste. Nach dem Seitenwechsel hatten die 1900er schon dadurch einen schweren Stand, daß sie gegen den wieder stärker auftretenden Wind spielen mußten. Die Gäste machten sich dies zunutze, liefen aber auch andererseits rein spielerisch zu einer Form auf, dis zu Erfolgen führen mußte. Mit einem 25-Meter- Wurf, auf den Enders im 1900er-Tor nicht ganz gefaßt war, fing's an. In fast regelmäßigen Abständen folgten nun bis kurz nach Mitte der zweiten Spielhälfte noch weitere fünf Wetzlarer Tore. Die Spielvereinigungsleute hielten anfangs gut Widerpart, aber als im Sturm nichts Rechtes mehr gelingen wollte, wurde auch die Hintermannschaft nervös. Allerdings hatte der Wetzlarer Schlußmann verschiedentlich viel Glück. So gingen Würfe von Wlodarek und Steines an den Pfosten bzw. die Latte. Gegen Schluß des Spieles wurden die Gäste nun wieder besser in Schach gehalten, und Schüler konnte sogar auf eine weite Vorlage hin ein fünftes Tor für die Blauweißen erzielen. Zur Mannschaftskritik ist ZU sagen, daß Wetzlar die zweifellos bessere Elf ins Feld stellte. Die Mannschaft hat ausgezeichneten Zuwachs erhalten. Ueberragenb sowohl in der Spiel- auffassung als auch im Torwurf der Mittelstürmer Pape. Auch die Wetzlarer Verteidigung, vor allem Bärwinkel, war in ausgezeichneter Form. Die 1900er lieferten, im großen und ganzen gesehen, keine schlechte Partie, bestimmt nicht in der ersten Halbzeit. Nachher wurde allerdings wieder in alte Fehler verfallen (zu weites und dadurch ungenaues Abspiel und zu langes Ballhalten im Sturm). Das Fehlen von Schott II machte sich in der Fünferreihe doch stark bemerkbar. Eine gute Leistung bot Walther (VfB.-Kurheffen Mar- bürg) als Schiedsrichter. * Weitere Ergebnisse der Handball-Gauliga llordhessen Tv. 61 Eschwege — Kurhessen Kassel 7:7; Tv. Kirchbauna — Tura Kassel 5:1. Wirtschaft. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 26. Jan. Die Börse lag auch am Wochenschluß fest, die Umsatztätigkeit hielt sich im ganzen gesehen aber in engen Grenzen Am Rentenmarkt bestand noch abwartende Haltung, das Geschäft beschränkte sich hier meist auf den Ausgleich von Spitzenbeträgen zwischen den Banken, während die Kundschaft infolge der Notierungspause für die vom Konversionsgesetz betroffenen Papiere feine Betätigung hat. Ab heute, Montag, versteht sich die Notierung für die vorgenannten Papiere zum neuen Ainsfuß von 4% v. H. einschließlich Bonus, die Stückzinsberechnung erfolgt bis 31. März 1935 zum alten Satz. Von den variablen Rentenwerten wiesen Altbesitzanleihe auf neue Umtauschhoffnungen eine Befestigung auf 113 (111,90 v. H.) auf, doch war die Umsatztätigkeit hierin verhältnismäßig klein. Stahlverein-Bonds erhöhten sich auf 97,25 (97), Zinsver- aütungsscheine auf 90 (89,90), auch Kommunal-Um- schuldung konnten sich um 0,10 v. erhöhen. Schwächer lagen dagegen späte Reichsschuldbuchför- berungen 1. und 2. Ausgabe mit je 99,75 (100). Der Aktienmarkt setzte seine Befestigung bei etwas größerem Geschäft in Montanwerten fort. Der Abschluß der Friedr. Krupp AG. mit 6,5 Mill. Mark Gewinn sand starke Beachtung und bot der Gesamtbörse etwas Anregung. Gelsenkirchen, Klöckner und Mannesmann zogen je 1,50 v. H., die übrigen Werte meist bis 1 v. H. an. Ilse Genuß kamen mit 124 (zuletzt 121,50) zur Notiz. Am Elektromarkt blieben Versorgungswerte bevorzugt, wobei Bekula 0,25, Gesfürel 0,75, Lahmeyer 0,25 und Lechwerke 1,50 v. H. gewannen, ferner erhöhten sich Schuckerf um 0,65, während Siemens und AEG. bis 0,50 v. H. nachgaben. Am Chemiemarkt eröffneten Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 1,25, Metallgesellschaft und Scheideanstalt je 0,50 v. H. fester. Goldschmidt gaben 0,50 v. H. nach, während IG.» Farben zunächst noch nicht 3ur Notiz kamen. Zell- ftoffpapiere lagen weiter höher, Aschaffenburg plus 1,13, Waldhof plus 0,50 v. H. Schiffahrtspapiere zagen bis 0,25 v. H. an, außerdem gewannen Daimler, Eßlingen Maschinen und Moenus Maschinen bis 0,25 v. H. Mehr befestigt waren Deutsche Linoleum mit plus 1,75 v. H. und AG. für Verkehr mit plus 1,50 v. H., Reichsbankanteile setzten 0,50 vom Hundert höher ein, Hanfwerke Füssen blieben mit 71,50 v. H. unverändert. Im Verlaufe war die Haltung nur wenig verändert, vereinzelt zogen Montanpapiere noch leicht an, Stahlverein aber 0,40 v. H. leichter. Fester waren nochmals Bekula bis 141 (139,75). JG.-Far- beninbuftrie kamen schließlich bei sehr kleinem Umsatz mit 142,90 (142,75) zur Notiz. Der Kassamarkt lag zumeist fest. U. a. erhöhten sich Bronze Schlenk auf zirka 48 (gestrige Tage 44, I. K. 38,50), Seil Wolff auf zirka 59 (57), Aschaffenburger Buntpapier auf zirka 56 (54,25) und Kahlgrund Eisenbahn auf zirka 11,50 (9). Der Rentenmarkt hatte auch späterhin nur kleinen Umsatz zu verzeichnen, wobei Altbesitz bis auf 113,90 v. H. anzogen, sonst aber die Kurse unverändert lagen. Späte Schuldbuchforderungen bröckelten erneut ab auf 99,50 und Reichsbahn-VA. tarnen mit 119 (119,25) zur Notiz. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 28. Januar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1047 Rinder (356 Ochsen, 107 Bullen, 310 Kühe, 274 Färsen), 503 Kälber, 69 Schafe, 3370 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 20 bis 37 Mark, Bullen 22 bis 36, Kühe 12 bis 34, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 38, Kälber 22 bis 42, Hammel 32 bis 36, Schweine 34 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Rinder langsam, Kälber, Hammel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. Die hinter den Papieren Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Z)atum 25.1. | 26.L 25.1. 26.1. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt.ReichSanl.v.1929 5Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% e^em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. LandeSbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6’/j% Hess. LandeS^ypothekeu- bank Darmstadt Ltqut......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar btS 1936 6/1% ehem. *Vt% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Piandbriefe....... 6y,% ehem. 4Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch. Verrechnungskurs.. *% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4'/2% desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische B og dadbahn-Anlethe Serie l••••••••••••••••••••• 99 111.9 104.5 1.25 8 7.8 7.9 10.4 e 98.9 100.2 113.9 100 104.5 28 1.25 7-9 7.6 7.9 10-65 — 8 98.9 100-65 111.9 104-5 28.25 1.3 7.9 7.9 7.9 10.5 98.9 114 99.5 104.5 28.25 1.25 7.9 7-85 7-85 10.75 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 6ambutg.ölmeri!a»$a!et .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschiff.......... 29 29 o 51-75 Buderu» . o 38.25 124 29.25 IMS l SttdurticheiLmI« 50.13 65-75 76-5 78 160 29.13 24.5 28.75 24.5 92-5 104 71-75 102 85.25 38.5 197 158.5 147 158 147 159.5 147 91.5 102-75 70.4 100-5 31.25 84.5 106 76.75 76.5 78 160 31 84.9 106.5 76.75 51.75 115.5 53.5 71.4 0 0 12 . C , 0 , 0 , 0 , 0 , 7 . 0 . 0 > 0 > 0 10 102.4 52-13 117 52.65 70.75 128.5 50.13 65.75 90.5 38-75 197 158.5 147 63.11 80-76 30.4 139-5 105 116 84.5 112 110.5 98.65 142-5 31 83 105-5 76.75 78 79 160.5 93 104 72 101.5 30-13 139.25 105-5 116.25 84.13 114.5 111 98.9 143 119.75 31 82.75 105.5 76.25 30.4 140.25 105-75 117.75 84-5 115.13 111 99.25 142.75 120.5 53 70.25 o 0 0 6 6 51 67.25 78 79 160.5 30.5 140.5 105.75 117 85 114.75 111 99.25 142 120 103.13 52 115.5 53.65 70.25 129.5 50.9 65-5 90.7% 38.25 Grttzner SRainfraftroede Höchst a.DL« Schultheis Patzenhofer ..... Alu (Allgemeine Kunstseide) Deutsche Erdöl' Gelsenkirchener 92.5 103.13 70.65 100.65 85 149 122-75 83 . 0 . 0 0 0 0 0.632 58-29 0.196 3-053 54.72 81.38 12-26 5-415 16.45 168.57 21-34 0.714 5.661 61.60 49-05 11.12 63.19 80.88 34.08 10.42 2.518 123.5 84-5 Brief 2.485 58.20 54.63 12.235 16-43 168.49 21-19 61.56 Hemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum... Orenstein L Koppel .. Leonhard Tietz Ehade Attumulatoren-Fabrü Eontt-Gummt Norddeutscher Lloyd 2L®. für BerkebrSwesen 2Üt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft............... Dresdner Bank RetchSbank ................*i Brüssel..... Rio de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Javan ...... Jugoslawien Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Reuyork... A.E.S....................... Bekula Zektt. Lteferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g:lten & Guilleaume o efellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität....... 6 Schuckeri L Co............... Siemens L Halske Lahmeyer L Co Harpener Hoesch Eisen-Köln-Neuesseu Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke ...............0 83.25 Marwrsmamr-Rohr« (MMm J Frankfurt a. M. Serkin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Datum 25.1. 26.1- 25.1. 26.1. Mansfelber Bergbau .. .......0 91.4 92.75 92 925 Kokswerke........... .......0 w— —— 101.65 102.25 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......0 .....10 55.75 215 56.5 215 55-65 216 56.5 216.4 Rhetnstahl........... .......0 92-5 93 92.75 92.5 Bereinigte Stahlwerke. .......0 47 47.4 46.75 47.4 Otavi Lstinen ........ .......0 12-5 12-75 12-5 12.25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 110-25 •— 110.75 112-25 Kaliwerke Westeregeln. .......6 109 110-13 109.5 Kaliwerke Salzdetfurth .....lYt — 151 151-5 151 I- ®. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ .......7 .......9 142.75 206 142-65 206.5 142-5 143 Goldschmidt ......... .......0 93 92.5 92-5 93 Rütgerswerke........ .......0 99 100.25 99.4 100 .......0 91.5 92 91.5 92.25 Philipp Holzmann .... .......0 82-9 83.25 82-25 83.5 Zementwerk Heidelberg Cementwert Karlstadt.. .:::::: X 111-25 127 110 127 - Frankfurt a. M. Serlln Schluß» lurs Schlußk. Abend« börse Schluß« lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 25.1- 26.1. 25.1. 26.b 4% desgl. Sene 11 ........... 8 8 _ _ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4.75 4.75 _ __ 4tz%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7 7 7.05 7.05 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4.35 4.35 4.3 4.3 2 %% Anatolier ............... 35-4 35.5 35-25 35.25 Devi enmarft Berlin — Frankfurt a.M. 25-Zanuar 26-Ianuar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief 0.628 0.632 0.628 58.17 58-29 58.17 0.194 0.196 0.194 3-047 3-053 3-047 54-71 54-81 54.62 81.22 81-38 81-22 12-25 12-28 1223 5.41 5-42 5.405 16-41 16-45 16.41 168-25 168.59 168.23 21-30 21-34 21.30 0-713 0-715 0712 5-649 5-661 5.649 61-58 61-70 61.48 48-95 49-05 48.95 11.12 11-14 11.10 63-17 63.29 63.07 80-72 80.88 80.72 34-01 34.07 34.02 10-40 10.42 10.40 M — ■■■ •*— 2-513 2-519 2.512 Banknoten. 2eriin,26-Ianuar Geld Amerikanische y toten.............. Belgische Noten.................. 2.465 57 96 Englische Noten ... .... ........ 54-41 12-195 16-37 167.81 21-11 61.32 Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten.. Norwegische Noten ........... Deutsch Oesterreich, 4 100 SchMina Rumänische Noten ........ 7 Schwedische Noten ............... 62.85 80-44 3W Schweizer SZotcn.............1..^ spanische Noten Nr. 23 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag. 28.)annaN935 Aus der Provinzialhauptstadt Ankunft der Iungbannfahne In Gießen. der Feldzeichen nach dem Landgras-Philipp-Platz. Dorr wurde eine Feier abgehalten, bei der der Jung' bannführer auf den Geist von Marienburg hinwies. Er sprach von der Treue zur Fahne, die nicht die Fahne eines Standes, sondern des Volkes und des Führers sei. Nach der Uebergabe der Fahne an den Bannerträger wurde die Feier mit dem Liede „Vorwärts, vorwärts ..." geschlossen. Im Laufe des Dezembers 1934 wurden auf der kanalisierten Lahn 50 Güterschiffe zu Berg und 49 war nicht nur eine sportliche, es war auch eine menschliche, sehr persönliche Erinnerung meines Herzens. Wie konnte ich anders als auch Ihrer gedenken, vor allem Ihrer, als ich jene fernen Tage an meinem Gedächtnis vorübergleiten ließ. Leben Sie wohl, gnädige Frau, und nehmen Sie es gütig auf, dieses späte Geständnis einer frühen Liebe. Ferdinand." Der Dichter wartete. Einige Tage später sah er wieder einen Brief mit der schrägen, festen Handschrift unter seiner Post. Er öffnete schnell, erwartungsvoll, fast wie ein Liebhaber, und las: „Lieber Ferdinand! Darf ich Sie so nennen — dieses einzige Mal? Wenn Sie wüßten, wie völlig bestürzt ich'war, als ich Ihre Zeilen las. Sie ruh- ren alte, liebe Empfindungen in mir auf. Denken Sie etwa, ich kenne Sie nicht? Oh, ich kenne Sie gut. Sie und Ihr Pferd, Sie ritten einen schmalen, nervösen Rappen und sprangen mit Vorliebe über das Koppelrick. Wenn ich in die Manege kam, so sah ich mich um, ob Sie zugegen waren, und wenn ich Sie erblickte, wurde es ruhig in meinem Innern, und ein Gefühl des Glückes zog in mein Herz. Ja ich habe Sie geliebt, Ferdinand, ich sehe noch all Ihre jugendlichen Bewegungen und welche Mühe Sie hatten mit dem spanischen Schritt. Eines Tages blieben Sie fort, und Verlassenheit kam über mich. gleichgültig war, damals, als mich und Schönheit schmückten. wohl. wohl für jetzt und immer. Lisa." Hose vom Führersitz aus dem Wagen herausgeschleudert wurden. Bürgermeister Dr. Hamm erlitt eine stark blutende Verletzung am Kopfe, die zum Glück keine weitere Gefahr für ihn bedeutet, er konnte rasch Hilfe herbeiholen, während seine beiden Fahrtgenossen in der Nähe des stark beschädigten Kraftwagens liegen blieben. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung wurden die drei Verunglückten mit einem Sanitätsauto nach Gießen in die Klinik gebracht, wo Obermedizinalrat Professor Dr. Kliewe mit Rippenbrüchen und der Kraftwagenführer M e h l h o s e mit einem Bruch des Nasenbeins darniederliegen, während Bürgermeister Dr. Hamm nach ärztlicher Versorgung die Fahrt nach seiner Wohnung fortsetzen konnte. Das Befinden von Prof. Dr. Kliewe, der am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen wurde, war heute früh den Umständen entsprechend gut. „Kampf um Kraft". Ein Tonfilm für Kraftfahrer unter dem Titel „Kampf um Kraft" wurde gestern vormittag im Listtspielhaus, Bahnhofstraße, gezeigt. Der von der Ufa im Auftrage des Benzol-Verbandes und des Benzol-Vereinigung des Ostens hergestellte Film zeigte neben einer Menge von technischen Einzelheiten, die vor allen Dingen den Fachmann und Anlagen, mit denchHochöfen, Maschinen und Fabri- ken. Er führte hinab in das Dunkel der Erde, wo der Bergmann in schwerer und gefahrvoller Arbeit bei der jeder Handgriff sitzen muß, den Kampf um die Gewinnung der Kohle führt. Packende Bilder ließen den Zuschauer teilnehmen an dieser schweren Arbeit und zeigten in eindringlicher Weise den gewaltigen Arbeitsprozeß bis zur Beförderung der Kohle ans Tageslicht. Hier wieder sah man die gewaltigen Anlagen der Hochöfen. Man lernte die Verschiedenartigkeit der Nebenprodukte kennen, die aus der Kohle gewonnen werden, und drang vor bis zu den letzten Gesetzen des Naturgeschehens, in Die Welt der Molekühle und Atome. Dann wieder zogen reizende landschaftliche Bilder an dem Auge der Zuschauer vorüber. Man sah Ausschnitte aus der schwierigen Dreitage-Harzfahrt, wie Wagen und Motorräder in halsbrecherischer Fahrt über Geröll und Steilhänge, durch Waldwege und Wassergräben gingen. Herrliche Fahrten auf der Avus und auf dem Nürburgring zeigten weitere Bilder, die landschaftlichen Reize der prachtvollen Voralpen Ober- baverns wurden erschlossen. Dabei kam auch im Rahmen dieser schönen Landschaftsbilder der Humor zu seinem Recht. Alles in allem gesehen bot der Film neben eingehender Belehrung über verschiedene technische Probleme vorzügliche Unterhaltung. Günstige Entwicklung der Lahnschiffahrt. Zu der am Samstag von uns mitgeteilten Anordnung des Landesbischofs der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen über Gottesdienstferern am Jahrestage der Machtübernahme, 30. Januar, durch den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler liegt heute die nachstehende ergänzende Anordnung^vor^ Mein Ruhm ist längst erloschen, der Ihre lebt. Ich kenne alle Ihre Bücher, mehrere liebe ich. Ich bin alt und runzlig geworden, eine Frau altert schneller als ein Mann. Auch war das Leben hart zu mir, voll dunkler Erfahrungen und Bitternisse. Ich bin vereinsamt und verlange nichts mehr von diesem Dasein. Schreiben Sie mir nicht wieder. Wir wollen uns nicht sehen. Wozu? Es ist zu spät und wir kennen beide das Leben gut genug, um zu wissen, daß solche späten Begegnungen nur Enttäuschungen sind. Aber ein Leuchten 'ist jetzt um mich her in der Mühsal des Alters: das Bewußtsein, daß ich Ihnen nicht noch Jugend Leben Sie Leben Sie Ferdinand ließ die Zeilen sinken. Er stand auf, schüttelte den Kopf, trat auf den Balkon und sah lange zerstreut in das Getriebe der Straße. Dann ging er an den Schreibtisch und vergrub sich still in die Arbeit. . Das Leben lief weiter, für ihn und für Lisa, sie gedachten einander in zärtlicher Erinnerung. Sie sind sich niemals wieder begegnet, weder xer- Mich noch in Briefen Erlebnis eines Dichters. Erzählung von Hans Bethqe In Berlin lebte ein Dichter, mit Vornamen Ferdinand, wohlbekannt, von vielen verehrt, mit ergrautem Haar und von immer noch schlanker, jugendlicher, aufrechter Gestalt. Er war mit der Stadt seit einem Menschenalter nahe verbunden, kannte sie gut, liebte sie, hatte ihre starke Entwicklung mit erlebt und gedachte ihr treu zu bleiben bis an sein Ende. .. Als er eines Tages von einer Rege durch JcorD» italien heimkam, fand er ein Schreiben von der Direktion des Rundfunks vor, die ihn aufforderte, an einem noch zu bestimmenden Abend am Mikrophon über das Berlin von einst zu plaudern, über das glückliche Berlin um die Jahrhundertwende. Ferdinand überlegte einen Augenblick, dann sagte ,er öu. Motiv. Welch einer feinen, fast lyrischen Empfindung Lotte D r o e s e aber auch Ausdruck zu geben vermag, wird man vor einem Bilde wie dem „Dorfwinkel" gewahr, einem der für unser Gefühl schönsten und gehaltvollsten Stücke dieser Ausstellung, das be onders im sparsamen Kolorit eine wohltuende und einheitliche Wirkung hervorbrrngt. Gedecktes Rot, kühles, verwaschenes Blau, daneben Gelb und Braun sind die bestimmenden Valeurs, die farblichen Grundelemente, deren sich diese Malerei in mancherlei Abwandlungen mit Vorliebe bedient. Wir nennen dazu etwa „Das gelbe Kleid die „Fischerfrauen", den „Clown und das „Mad- chen im blauen Kl-id". Di- Verhaltenheit und be- h-rrlchl- Verschlossenheit im Ausdruck der Gesichter und Gestalten, wovon bereits die Rede war stei- aert sich gelegentlich, wie etwa IN der „Eisersuch- tig-n". zu einer fast Marionettenhasten Starrheit. Abgesehen vom Inhaltlichen gibt die Ausstellung auch einen Ueberblick über die mancherlei Formen und Techniken, bic mit gleichmäßiger Sicherheit und handwerklicher Reise beherrscht werden. Der Monumentalstil einer auf die Ausgestaltung breiter Flächen gerichteten Wandmalerei kommt in einigen kraftvoll ' und großzügig behandelten Figurengruppen zum Ausdruck, die übrigens bei allem rQunv füllenden Schwung der körperlichen Bewegung doch immer noch etwas von jener norddeutschen Zurückhaltung und Beherrschung des Gefühls bewahren. Zum Schluß fei auf ein liebevoll durchgeformtes kleines Stilleben mit Kastanien (im Durchgang zwischen beiden Räumen) aufmerksam gemacht, das Malerin besonders am Herzen liegt. —y— Gießener ÄngbannsahneinManenbmggeweiht Feierliche Einholung. Oie pflege des Hundes. Nach bem neuen Tierschutzgesetz ist jeder Tier- J Halter verpflichtet, fein Haustier sachgemäß zu be- j handeln und zu pflegen. Das Gesetz geht also noch ( weit über die Ahndung der eigentlichen Tierquäle- ' rei hinaus ünd macht den Tierhalter darauf auf- ■ merksam, daß er auch für das dauernde Wohlergehen seiner Tiere verantwortlich ist. Und das mit Recht! Man sieht mitunter recht gut genährte, pfleglich behandelte Hunde mit soliden, windgeschützten Hütten, aber wie oft ist es auch so, daß der Hund an vielen Orten das kümmerlichste Dasein fristet. Kurz an der Kette, in einer halb verwitterten, nicht mehr regendichten Hütte mit wenig Stroh wird er ' gehalten, sein Fell ist verwahrlost, oft schauen die Rippen merklich hervor, und kläffend fährt er in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser Tag und Nacht um seine erbärmliche Hütte herum. Sein Be- < sitzer faßt diese „Pflege" durchaus nicht als Tierquälerei auf, im Gegenteil, er ist noch stolz auf feinen scharfen Hund. Eines der wichtigsten Kapitel in der Pflege des Hundes ist feine Ernährung. Von ihr hängt auch seine Tüchtigkeit ab. Ein Hund, der schlecht und vor allem falsch ernährt ist, wird müde und stumpfsinnig und zur Bewachung untauglich, denn bloßes Kläfen ist noch keine Bewachung. Wie soll die richtige Ernährung beschaffen fein? Zunächst denke man daran, daß der Hund seiner Abstammung nach ein fleischfressendes Tier ist. Sein ganzes Magen- und Darmsystem ist in der Hauptsache auf Fleischnahrung eingestellt, genau so wie z. B. die Kuh auf Pflanzennahrung eingestellt ist. Vorbildlich ist die Hundeernährung in amtlichen Hundeanstalten, wie sie bei der Polizei, Reichswehr und der Eisenbahn anzutreffen find. Dort bekommt das Tier Fleisch, Haferflocken, Futterreis, Hundekuchen und Milch. Jedermann wird irgendwo einen Metzger kennen, bei dem er billig oder gar umsonst gut erhaltene Schlachtabfälle bekommen kann. Es genügt, wenn er täglich nur "geringe Mengen solcher Abfälle, zusammen mit Futterreis und Haferflocken (abwechselnd), an den Hund verfüttert. Aber mit dieser gekochten Nahrung allein ist der Hund nicht zufrieden. Die moderne Vitaminforschung hat auch in der Tierpflege gezeigt, daß der Mangel an Vitaminen schwere Schädigungen bei den Tieren hervorruft, vor allem aber den Nährboden für allerlei, auch dem menschlichen Körper gefährliche Schmarotzer (Bandwürmer, Spulwürmer usw.) begünstigt. Diese Vitamine werden bekanntlich beim Kochen fast zerstört, und es ist daher unbedingt notwendig, daß dem Hund auch rohes Fleisch und rohe Milch verabfolgt werden. Nicht verwunderlich ist es deshalb, wenn manche namhafte Hundezüchter ihrem Tier ein Gemisch von rohem Fleisch, rohem Obst und rohem Gemüse — alles zusammen fein zerhackt und durchmcngt — zu fressen geben. Die richtige Fütterung des Hundes wird nicht zu teuer werden. Das Fleisch besorgt man sich, wie gesagt, möglichst billig oder auch umsonst bei einem Metzgerfreund, die Milch (es kann Magermilch sein) kostet auch nicht viel, es genügt, wenn der erwachsene Hund dreimal in der Woche le einen Viertelliter davon erhält. Haferflocken und Futterreis find ebenfalls billig zu haben, so daß die ganze Hundeernährung wirklich keine großen Ausgaben verursacht. Die gesamte Pflege bes bringt lebiglich etwas mehr Arbeit mit sich- Aber das sollte einem ber Hunb schon wert fern. Wer so feinen Hund ernährt, wird große Freude an ihm haben. Oer Gottesdienst am Tage der nationalen Erhebung. Ausstellung Lotte Droefe. In zwei Räumen des Hauses Gartenstrahe 14 eröffnete gestern die Malerin Lotte D r o e f e eine bi-, zum 3 Februar zugängliche Ausstellung ihrer Arbeiten. Die hier zusammengefaßte Auswahl von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen ist dazu angetan, einen Ueberblick über ihre Entwicklung in den letzten Jahren zu vermitteln. Wir kennen die Künstlerin seit längerer Zeit von ihren Ausstellungen im Oberhessischen Kunstverein. Die dort m größeren Zeitabständen gewonnenen Eindrücke verdichten sich hier in einer klaren und sympathischen Form. Vornehmlich bestätigt sich im Gesamtbilde die schon früher mehrfach gemachte Feststellung, wie wenig diese Bilder, auf den ersten Blick, aus einer weiblichen Hand zu kommen scheinen: die Fes ig ei ber Linienführung und die herbe Schwerblutigkeit der Farbe auch ein in manchen Stucken zu beob- acktender Zug zur monumentalen, raumaufteilen- ben Wandmalerei zeigen jedenfalls eher einen männlichen Charakter. Abgesehen von den angedeuteten Merkmalen malerischer und zeichnerischer Na ♦ur finden sich in Haltung und Ausdruck der ouren Köpfe und Landschaften gewisse Zuge,.di kn der Schule vvn Rohlf- gewanner. »u fein fche.. nen- am ausgesprochensten empfindet man bi \ Süntlänge vielleicht in etlidjen »lumenftu.f^unb Blüte^un'd Früchts Bezeichnend für d» l°ndfch°ft- pÄÄ'ÄSSyy*: am nach innen roetfenbe Geschlossenheir ° statten, bei denen man zuweilen an d,° W von Barlach benfen kann. Einige der hier gezeig en Binder kennen wir schon von früher her, das Meiste war uns neu und scheint uns die frühere Entwicklung dieser Malerei folgerichtig weiterzufuhrein. Die^Formulierung eines Gefamterndruckes d zu geben versuchten mag angesichts eE Au Heilung dieser Art wesentlicher sein, als auf Cmzei beiten einzugehen, was ohnehin hier nur in Aus wähl und im Ueberblick geschehen könn e. Mr hann etwa auf die chwermuttge ehm- MNNN d-g Abfchttd- am Meer" hinweifen. eines Bildes ^das "für die künstlerische Eigenart der Malerin besonders bezeichnend^scheint; Art-rund we, X ÄX Ä und inarm angeleuchtet wird; übrigens auch rein mate- rijch ein int-r-jsantrs, anziehendes und jcywterlges Wo die örtlichen Verhältnisse es erforderlich machen, kann von einem Gottesdienst am 30. Januar abgesehen werden. In diesem Falle ist in den Gottesdiensten des darauffolgenden Sonntags des Tages der nationalsozialistischen Erhebung zu gedenken. Diese Mitteilung gilt als Anordnung an die Pfarrämter. Eine besondere Anordnung ergeht nicht mehr. Fahrzeuge der Feuerwehr und Polizei haben Vorrechte. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß den Fahrzeugen der Feuerwehr, Polizei und Rettungsanstalten (Rotes Kreuz) Platz zu machen ist. Die neue Reichsstraßenverkehrsordnung bestimmt in dieser Beziehung folgendes: Fahrzeugen, die zur Erfüllung ihrer öffentlichen oder dem gemeinen Wohl dienenden Aufgaben freie Bahn brauchen und als solche kenntlich sind (Wegerechtsfahrzeuge), ist Platz zu machen. Wegerechtsfahrzeuge sind u. a. rote Feuerwehrwagen, feldgraue ober buntfarbige Fahrzeuge der Wehrmacht, Mannschaftswagen der Polizei, Rettungswagen (Rote-Kreuz-Wagen), Straßenreinigungsmaschinen und dergleichen. Anbere Fahrzeuge sind als Wegerechtsfahrzeuge nur bann anzusehen, wenn sie burch amtlich ausgegebene ober zugelassene Schilder und Schallzeichen (Glocke oder Hupe mit einer Folge verschiedener hoher Töne) als solche kenntlich gemacht sind. Es wird erwartet, daß alle Verkehrsteilnehmer den Wegerechtsfahrzeugen frühzeitig Platz machen. Diejenigen, die sich an diese Regelung nicht halten wollen, haben mit ihrer Be» ftrafung zu rechnen. G euerkurszettel 1935. In der Ausgabe des „Deutschen Reichsanzeigers" vom Freitag, 25. Januar 1935 (Nr. 21) erscheint der Steuerkurszettel, der für die Einheitsbewertung und Vermögenssteuerveranlagung nach dem Stande vom 1. Januar 1935 maßgebend ist. Gegen die in dem Steuerkurszettel festgesetzten Steuerkurse kann binnen einer Ausschlußfrist von einem Monat, also in der Zeit bis spätestens 25. Februar, Widerspruch eingelegt werden. Der l Widerspruch ist an den Reichsminister ber ' Finanzen zu richten. Zur Einlegung bes Wider- | spruchs ist der Eigentümer der Wertpapiere berechtigt. Soweit es sich um Anteile (z. B. Aktien) ober Genußscheine handelt, kann auch das Unternehmen, an dem die Anteile oder Genußscheme bestehen, Widerspruch einlegen. Soweit der Steuerkurs eine Schuldverschreibung betrifft, kann auch ber Schuldner Widerspruch erheben. Ueber ben Wibersmuch entscheidet der Reichsminister ber Finanzen' enbgültig. Die Entscheidung wird im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlich t werden. Einzelbenachrichtigungen über die Entscheidung werden nicht ergehen. Auf ber Autofahrt nach Gießen verunglückt. Am Samstagabend verunglückten auf der Auto-1 fahrt nach Gießen in der Nähe von Bad-Nauheim Bürgermeister Dr. Hamm von der Gießener Stadtverwaltung, der Leiter des Universitäts-Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten, Obermedizinalrat Prof. Dr. Kliewe, und ber Kraftwagenführer Wilhelm Mehlhofe von hier. Der Kraftwagen, mit bem bie Insassen von einer Besichtigungsfahrt hierher zurückkehren wollten, geriet offensichtlich infolge ber durch Regen, Schnee und Eisbildung außerordentlich glatten Straße plötzlich ins Schleudern, fo daß der Lenker die Gewalt über ben Wagen verlor, ber gegen einen Baum fuhr und im Weiterrutschen noch von einem zweiten Baum getroffen unb schwer beschädigt wurde. Durch die Wucht des Anpralls wurde Bürgermeister Dr. Hamm von seinem Sitz im Wagenfonds auf den Kühler geschleudert, während Prof. Dr Kl lewe aus bem Wagenfonbs und ber Autolenker Mehl- Am vergangenen Donnerstag waren in der ehemaligen Ordensburg der Deutschherrenritter, in ber ehrwürdigen Marienburg in Ostpreußen die Jung- bannfahnen des deutschen Jungvolks, u. a. auch des Gießener Jungvolks, feierlich geweiht worden. Am Sonntag oormittag wurde die geweihte Fahne des Gießener Jungbanns durch den Iiingbannführer Sigurd T a e s l e r \# Gießen eingebracht und feierlich empfangen. Ein Fähnlein begleitete das Der Abend kam. Der Dichter schilderte den Rundfunkhörern mit klarer, fast jugendlicher Stimme und in höchst anschaulicher Darstellung das Berlin jener fernen, sorgenlosen Tage. Er kam auch auf den Sport zu sprechen, mit dem ihn immer starke Zuneigung verband, und erzählte rühmend von der damals bekanntesten und beliebtesten Turnierreiterin, der schönen Lisa Braun, die sich durch ihre Anmut und durch ihre Eleganz beim Springen die Herzen der Allgemeinheit zu erobern wußte Wenige Tage nach jenem Vor trag fand Ferdinand, als er beim Morgenkaffee saß, einen Brief unter seiner Post, mit einer schrägen, festen Handschrift auf dem Umschlag, die er nicht kannte. Er öffnete, las, ein lebhaftes Staunen flog über feine Züge, und er faßte sich verwirrt an die Stirn. Der Brief kam von der ehemaligen, aus dem Gedächtnis der Menge längst entschwundenen Königin des deutschen Reitsports, von der einst bezaubernden Lisa Braun, die nun eine alte Dame geworden war. Sie schrieb, sie habe von einer Bekannten gehört, daß ihr Name im Rundfunk von Ferdinand genannt worden sei. Ob das stimme? Sie bedauere unendlich, den Vortrag versäumt zu haben, aber es würde sie lebhaft interessieren, nachträglich zu hören, daß sich jemand noch ihrer erinnere, besonders ein Dichter. Ferdinand ging ganz erregt und mit gleichsam abwesenden Augen im Zimmer auf und ab, legte seine Zigarette fort, setzte sich dann und schrieb: „Sehr verehrte gnädige Frau! Ihre Zeilen sind mir ein hochwillkommener Gruß aus entschwundenen Tagen, — aus den schönen Tagen meiner Jugend. Unserer Jugend, darf ich wohl sagen. Ja, ich habe Ihren Namen neulich im Rundfunk genannt, in Verbindung mit Ihrer Anmut, Ihrer Schönheit, Ihrem Ruhm als Reiterin, der damals das Land erfüllte. Ich muß Ihnen heute ein Geständnis machen, liebe gnädige Frau, ein Geständnis, zu dem ich nie im Leben gekommen wäre, wenn Sie nicht Ihre Anfrage an mich gerichtet hätten, die mich^io wehmütig und doch so glücklich stimmt. Ich habe sie gdiebt, gnädige Frau. Ich habe Sie oft beim Reiten gesehen, wir sind häufig zu gleicher Zeit in ber Manege geritten, mir begegneten uns oft im Tiergarten, und wenn ich Sie sah, fuhr ein beglückendes Wehen durch mein Herz, ich atmete froher und leichter bei Ihrem Anblick, es war, als spürte ich den Duft von Rosen um mich her, unb ich habe Ihnen oftmals sehnsüchtig nachgesehen, Ihrer Schlankheit, Ihrer vorbildlichen Haltung, jeder Bewegung Ihrer leicht federnden Glieder. Ja, liebe gnädige Frau, — cs war nicht ^ufall, hatz ich Sie neulich Abend im Rundfunk nannte. Es Kraftfahrer interessieren, in anschaulicher und unterhaltsamer Weise, wie aus dem Rohstoff, der Kohle, Benzol und andere Nebenprodukte gewonnen werden. Beginnend mit schönen Landschaftsaufnahmen von der Ruhr und vom Rhein führte der Film ianuu|iwwn ««yu allmählich über in die gewaltigen Industriezentren I zu Tal geschleust Insgesamt wurden 8700 Tonnen des Ruhrgebietes mit den riesigen Türmen und verfrachtet, von denen 1100 Tonnen auf die Berg 9 - W» l führten und 7600 Tonnen auf die Talfahrten entfallen. Zu bemerken ist, daß die Verfrachtung im Berichtsmonat die gleichen Monate der Vorjahre um ein Beträchtliches übertraf, zumal die Schiffahrt durch winterliche Einflüsse nicht bsGindert war. Die Jahresbilanz schließt mit 115 372 Tonnen ab und übertrifft das Jahr 1933 weit mit 86 811 Ton- nen. Im Jahre 1931 wurden 105 482 und 1932 insgesamt 84 072 Tonnen verfrachtet. Somit hat die Lahnschiffahrt den kräftigen Auftrieb beibehalten, der im zweiten Halbjahr 1932 bereits zu verzeichnen war. Den Hauptanteil an den Beförderunas- ziffern hat die Kalkindustrie zu verzeichnen. In Schiffahrtskreisen nimmt man an, daß die fortschreitende Verbesserung der Be- und Entladeeinrichtungen eine noch größere Nutzung des Wasserweges nach sich ziehen wird. Vornolizen. — Tageskalender für Montag: NS.- Frauenschaft, Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.15 Uhr, im Großen Saal des Caf6 Ebel, Burggraben: Ortsgruppenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich sehne mich nach Dir". — NSBDT. (früher KDAJ.), 18.15 Uhr, im Hörsaal des Geologischen Instituts der Universität, Braugasse 7b, Vortrag von Professor Dr. Hummel über „Die Phosphorsäure-Versorgung Deutschlands". — Schüt- zenverein: 20 Uhr Becherschießen. ** Von der Universität. Von der Presse- stelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: 1. Jeder Student, der Mitglied der Deutschen Studentenschaft und an einer deutschen Hochschule voll eingeschrieben ist, muß zum Sommersemester 1935, das am 1. April 1935 beginnt, beim Belegen die Ableistung der studentischen Arbeitsdienstpflicht nachweisen. Von dieser Bestimmung sind nur die Ausländsdeutschen ausgenommen. Alle saarländischen Studenten sind zur Ableistung der studenti- schen Arbeitsdienstpflicht nicht verpflichtet, sie können aber freiwillig daran teilnehmen. Urlaubsserne- fter werden in keinem Falle angerechnet. 2. Alle Studenten im 1. bis 7. Semester an den Universitäten, soweit sie ihrer Arbeitsdienstpflicht bisher noch nicht genügt haben bzw. nicht davon befreit waren und nicht im Besitze eines ordnungsgemäß ausgefüllten Pflichtheftes der Deutschen Studentenschaft sind, müssen ab 1. April 1935 ein halbes Jahr Arbeitsdienst leisten. 3. Laut Verfügung des Reichserziehungsministeriums vom 19. Dezember 1934 waren zunächst für das am 1. April 1935 beginnende Sommersemester sämtliche Erstimmatrikulationen an den deutschen Hochschulen gesperrt. Durch eine erneute Verfügung von 14. Jan 1935 — UJA. Nr. 40 — dürfen an sämtlichen deutschen Hochschulen Abiturienten und Abiturientinnen die Erstimmatrikulationen zum 1. April 1935 vornehmen, die die Ableistung einer halbjährigen Arbeitsdienstzeit nachweisen bzw. davon befreit waren und im Besitz eines ordnungsgemäß ausgefüllten Arbeitsdienstpflichtheftes der Deutschen Studentenschaft sind. 4. Alle unter 1 aufgeführten arbeitsdienstpflichtigen arischen Studenten haben sich bis zum 13. Februar bei den örtlichen Aemtern für Arbeitsdienst und Vorlegung ihrer studentischen Ausweiskarte und eines Lichtbildes zu melden. 5. Eine Eintragung in Stammrollen wie bisher findet nicht mehr statt. Jeder Student erhält vielmehr gleichzeitig mit dem Pflichtenheft eine rote Karte 'ausgehändigt, durch die jeder arbeitsdienst- pflichtige Student aufgefordert wird, sich in der Zeit vom 15. Februar bis 1. März 1935 bei dem Meldeamt für den Arbeitsdienst am Hochschulorte oder an feinem Heimatorte unter Vorlegung des Pflichtenheftes zu melden. Die Meldeämter des Freiwilligen Arbeitsdienstes nehmen nur bei Vorlegung des ordnungsgemäß ausgefüllten Pflichtenheftes die Meldung Der Studenten entgegen. Die arbeitsdienstpflichtigen Studenten werden in der Zeit vom 1. März bis 1. April 1935 zur Unter- Privatdozent Dr. Gerhard Schiedermair aus Bonn wurde für das Wintersemester 1934/35 mit der Vertretung der durch die Berufung von Professor Bötticher nach Heidelberg frei gewordenen außerordentlichen Professur für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Zivilprozeßrecht an der Universität Gießen beauftragt. ** Ein Siebzigjähriger. Herr Heinrich Weber, Riegelpfad 90, kann am morgigen Dienstag, 29. Januar, in voller Rüstigkeit feinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist langjähriger treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Beider Arbeit schwer verunglückt. Heute früh zwischen 8 und 9 Uhr ereignete sich in der Eisenbahn-Betriebswerkstätte des hiesigen Bahnhofs ein schwerer Unglücksfall. Der 39 Jahre alte Reichsbahnschlosser Adam Hahn aus Ruttershausen war mit Arbeiten auf einer Lokomotive beschäftigt. Dabei stürzte der Mann so unglücklich von der Maschine ab, daß er mit dem Kops voran schwer auf den Boden aufschlug. Der Bedauernswerte mußte mit schweren Schädelverletzungen und Fleischwunden am Kopfe von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. *♦ Freie Lehrer stelle Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Bersrod (Kreis Gießen). Bewerber müssen seit mindestens 8 Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. suchung aufgefordert und erhalten ihre endgültige Einberufung zum 1. April 1935. 6. Zurückstellungen vom studentischen Arbeitsdienst 1935 erfolgen in keinem Falle. Befreiungen von der Arbeitsdienstpflicht 1935 können in folgenden Fällen durch alleinige Entscheidung des Amts für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft vorgenommen werden: 1. Wer am 1. April 1935 das 25. Lebensjahr vollendet hat, wird befreit. 2. Wer laut Ergebnis der Untersuchung durch den Arbeitsdienstarzt dienstuntauglich ist, wird befreit. 3. Wer sich in einer besonderen wirtschaftlichen Notlage befindet, kann befreit werden. 4. Wer besondere Gründe hat, besonders wer seit langem in der nationalsozialistischen Bewegung und der Studentenschaftsarbeit steht und unabkömmlich ist, kann befreit werden. In den Fällen 1, 3 und 4 müssen die Anträge schriftlich zur Befreiung bei den örtlichen Aemtern für Arbeitsdienst bis zum 8. Februar eingereicht werden. Die Anträge bedürfen in jedem Falle amtlicher Unterlagen. Die Aemter für Arbeitsdienst leiten die Anträge mit Stellungnahme bis zum 10. Februar an das Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft zur Entscheidung weiter. Im Falle 2 der Dienstuntauglichkeit hat der arbeitsdienstpslichtige Student das Pflichtenheft nach der Untersuchung mit der Eintragung des Arbe^tsdienstarztes über die Dienstuntauglichkeit (Eintragung erfolgt unter dem freien Raum für Bemerkungen) an das Amt für Arbeitsdienst Der Deutschen Studentenschaft umgehend zwecks endgültiger Befreiung einzureichen. 7. Mit dem Sommersemester, das am 1. April 1935 beginnt, kann an einer deutschen Hochschule nur derjenige studieren, der seiner Arbeitsdienst- pflicht genügt hat und im Besitze eines ordnungsgemäß ausgefüllten Arbeitsdienstpflichtenheftes der Deutschen Studentenschaft ist. Alle diejenigen, die Ostern 1935 oder später das Studium an einer deutschen Hochschule aufnehmen, haben vor Beginn desselben ein halbes Jahr Arbeitsdienst zu leisten. Diejenigen, die vor Ostern 1935 das Abitur bestanden haben und die im Herbst 1935 ihr Studium beginnen wollen, müssen sich bis zum 15. Februar 1935 unter Einreichung eings Lebenslaufes und Lichtbildes beim Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft melden. Zum Belegen an einer deutschen Hochschule benötigt jeder Student seit dem Sommersemester 1934 eine weiße oder gelbe Belegkarte des Amtes für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft. Beim Belegen zum Sommersemester, das am 1. April 1935 beginnt, gelten nur noch die weißen Belegkarten. Diese Dürfen die Amtsleiter für Arbeitsdienst allein an diejenigen Studenten aushändigen, die durch Vorlage ihres ordnungsgemäß ausgefüllten Pflichtenheftes nachweisen, daß sie entweder ihrer Arbeitsdienstpflicht genügt haben bzw. befreit oder nicht mehr arbeitsdienstpflichtig waren. 8. A. Für neuimmatrikulierte <5 tu • Am Freitag fand eine Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Abteilung Naturkunde, zusammen mit der Entornologen-Ver- etnigung Gießen-Wetzlar im Forstinstitut statt. Dor der Tagesordnung führte Dr. Schmid vom Tierseucheninstitut eine Methode vor, mit Deren Hilfe — Durch künstliche VerDauung — Die Muskeltrichinen aus Den Muskeln rein gewonnen wer- Den können. Die reinen Trichinen werDen getrocknet, pulverisiert unD extrahiert. Der Extrakt wirD zur Feststellung eines Trichinenbefalls bei Mensch unb Tier mit verwanDt. In einem mikroskopischen Präparat konnte man Hunderte von abgetöteten Trichinen .ausgeringelt eine neben Der anDeren liegen sehen. Hierauf hielt Professor Henneberg einen Vortrag über Schutztrachten im Tierreich. Zuerst stellte er ein System Der Schutztrachten auf unD teilte eine von ihm geschaffene Terminologie mit. SoDann berichtete er über Versuche, Die er in Der Absicht unternommen hat festzustellen, wie weit durch Abschrecktracht ausgezeichnete Insekten vor Hühnern tatsächlich geschützt sind. Es hat sich gezeigt, daß Hummeln, Wespen, schwarz-gelb geringelte Raupen (Kreuz-Krautspinner) geschützt sind, während dies für mit einer Abschrecktracht künstlich ausgestattete Maikäfer nur bedingt gilt. Soiwnn sprach Prof. M. Din gl er übtzr „Lebensweise und Bekämpfung des Großen braunen Rüsselkäfers", der die größte Geißel unserer Wald- juaend und damit für die Forstwirtschaft ein ernsthaftes Problem dar stellt. Als ausgesprochener Kul- turschädling ist er Der „Kulturkrankheit" Tuberkulose vergleichbar, im Gegensatz zu Massenzerstörungen Der Wälder Durch Nonne oder Forleule, welche an die schweren, gelegentlich auftretenDen Epidemien, Am 29. Januar 1935 jährt sich zum fünfzigsten Mal Der Tag, an Dem 53 Bürger von Gießen Den Sanitätsverein in einer Versammlung auf Lonys Bierkeller (heute Haus Der Arbeitsfront) ins Leben riefen. Der GrunD Der (BrünDuna war Die mangelhafte Ausstattung Des neu erlaßenen Krankenversicherungsgesetzes. Dieses Gesetz rourDe am 15. Juni 1883 erlassen unD trat am 1. Dezember Desselben Jahres in Kraft. Es brachte Den Schutz Des Arbeiters bei Krankheit, schützte aber Die Familie nicht. So rourbe Der Sanitätsverein gegrünbet, Der bei geringem Beitrag feinen MitglieDern unD Deren Angehörigen freie Arzthilfe zusicherte. Wie notwendig eine derartige Einrichtung war, zeigte, daß am 1. Februar 1885, also drei Tage nach der Gründung, die Mitgliederzahl von 53 auf 139 stieg. So stieg die Zahl der Anmeldenden bald auf über 700. Im Jahre 1911 führte Die Reichsversicherungsord- nung Die Familienhilfe ein unD Die MitglieDerzahl sank entsprechenD. Als Aerzte melbeten sich: Dr. Klein, H a u p t, Weber unD MarkwalD. Die Wahl fiel auf letzteren, Der auch bis zu seinem ToDe in 1907 tätig Dentinnen, Die 1934 Das Abitur bestanden haben, gelten Die gleichen Bestimmungen. Die Amtsleiter für ArbeitsDienft muffen daher zum Beginn der beiden Semester, Die am 1. April bzw. EnDe September beginnen, die Aushändigung der weißen Belegkarten vornehmen. Eine besondere Anweisung für Die AushänDigung Der weißen Be» legkarten erfolgt nicht mehr. B. Für Die Studentinnen, welche vor 1934 das Abitur gemacht haben, besteht keine Arbeitsdienst- pflicht. Einberufungen auf Grund freiwilliger Meldungen Dürfen im Sommer keinesfalls erfolgen, Da die zur Verfügung stehenden Plätze ausschließlich für die Abiturientinnen 1935 vorbehalten bleiben. wie Cholera und Typhus, erinnern. Aus der Biologie Des Insektes wird hervorgehoben, daß Der Käfer im Frühjahr und teilweise den ganzen Sommer hindurch seine Eier an unterirdische, im Ab- sterben begriffene Pflanzenteile (Stockwurzeln!) ab- legt, unter Deren Rinde Die Larve sich entwickelt, um ausgewachsen in einer ins Holz genagten Puppenwiege zu überwintern. Erst in Der warmen Zeit Des nächsten Jahres verpuppt sie sich, unD Der aus Der Puppenhülle geschlüpfte Käser überwintert hier abermals. Im Frühjahr Des zweiten Jahres erscheint er dann fressend (die 3- bis 6jährigen Bäumchen Durch Rindenfraß zerstörend) in Den Kulturen. Diese zweijährige Generation kann in besonders warmen Jahrgängen, oder in besonders günstigen örtlichen Lagen zu einer 1jährigen, ja "/«jährigen zusammen« schrumpfen. Der Vortragende gab weiter einen Ueberblicf über die verschiedenen, bisher gegen den „Rüsselkäfer" (so wird er kurzweg von den Forstleuten genannt) üblichen Bekämpfungsmaßnahmen (Fangrinden und -Hoben, Grohmcmnsche Brutgrube, Kisselsche Rüsselkäferfalle, Stockrodung und Schlagruhe). Zum Schluß kam er, nach kurzer kritischer Würdigung Der neuen Untersuchungen von Prof. Werner S ch m i D t in Eberswalde, auf dessen Versuche mit Hylarsol (Schering-Kahlbaum) zu sprechen. Dieses arsenhaltige Spritzmittel, das sich durch besonders gute Haftfähigkeit auszeichnet, soll die Käfer vom Fraß in den Kulturen abhalten, sucht also, trotz seines Giftgehaltes, im wesentlichen die Pflanze nur zu schützen, ohne den Schädling zu vernichten. Bevorstehende neue Versuche auch am Gießener Forstinstitut sollen in diesen wirtschaftlich so entscheidend wichtigen Fragen zu weiterer Klärung beitragen. war. Von April 1886 ab kommt noch Dr. Haupt hinzu, während Herr Dr. Schliephake im Jahre 1890 eingestellt wird. Die Zahl der Aerzte stieg mit Der Anzahl Der Mitglieder. Heute stehen Dem Verein alle Gießener Aerzte, soweit sie Mit- glieD im wirtschaftlichen Verbände Der Aerzte sind, zur Verfügung. Der erste Vorstand bestand aus: I. Bräuti - g a m 1. Vorsitzender, L. Schulze 2. Vorsitzender, A. Dock Rechner, W. F a n n e i Schriftführer, K. Bonnarius, L. Lüter, P. Fritze Beisitzer. Don diesen Mitgliedern des Vorstandes waren im Amt: I. Bräutigam 34 Jahre, K. Bonarius 27 Jahre und A. Bock 25 Jahre. Mit Der ärztlichen Versorgung seiner MitglieDer machte Der Verein in seinen Leistungen nicht halt. BalD folgte ein Abkommen mit Den Apothekenbesitzern unD Der Drogerie Schaaf. Die schon früher bestandene Doktorkasse Der Tischler tritt geschlossen zum Sanitätsverein über. Der Verein schafft Badewannen, Wasser- und Luftkissen sowie Eisbeutel an und verleiht dieselben an die Mitglieder. Diese Tätigkeit nahm Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz später Dem Verein ab. Schneid- müller Euler, Der in seinem Betrieb eine Badegelegenheit geschaffen hatte, stellte Diese auch Den Oie Durchführung -er fiu-eniischen Arbeiisdienstpflicht 1935. ObecheUcheSeseWastsürAaillr-mdHeilkunde Entomologen-Bereinigung Sießen-Wehlar. SOLahre Sanitätsverein in Gießen. Von Emil Simon. Gedenkblati für Ernst Moritz Arndt. 3u seinem 75. Todestage am 29. Januar. Von Klaudia Bort. In Diesen historischen Tagen eines neuen deutschen Glaubenssieges an der Saar, Da freudiger Stolz in allen deutschen Landen umgeht, ist uns besonders nah, der schon vor mehr als hundert Jahren den Rhein als „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze" prophetisch verkündete. Und wenn Die Glocken aufdröhnen und wuchten und jubeln über das befreite Saarland, welch schöneren, welch sinnvolleren Begleitklang könnte es geben zum 75. Todestag jenes deutschen Dichters, dessen Leben nichts war als ein hingebungsvolles Dienen, als ein währender Kampf für ein geeintes Deutschland. All die Jahre seines erfüllten und segensreichen Seins hat dieser Ernst Moritz Arndt, altem pommerschem Bauerngeschlecht erwachsen, nichts gewollt als Größe, Kraft und Einheit für jenes Deutsche Reich, das damals nur in feinen Träumen da war. Ehren und Ruhm und Anerkennung warf der junge Greifswalder Geschichtsprofessor von sich, Verbannung, Not und Ungewißheit nahm der kaum Dreißigjährige mit sieghafter Entschlossenheit auf sich, kein Elend schreckte ihn, kein Uebel konnte ihm etwas anhaben, stärker nur loderte in ihm seines geistigen Willens -Flamme. Die brannte hell und heiß in seinen Schriften und züngelte so jäh und loderte so hell, daß bald kaum noch ein Aufrechter in deutschen Landen war, her nicht vom Widerschein dieser Flamme erwärmt und heiß geworden wäre. Der, gegen den sich diese Glut immer weiter einfraß, hieß Napoleon, seine Fäuste unterdrückten gewaltsam deutsche Art, und so gewaltig war des Korsen Eroberungszug durch die Welt, daß es schier unmöglich schien, seinen Bann zu brechen. Ernst Moritz Arndt macht der Wider- stand nur kühner und trotziger, all seine Pfeile schleudert er wider den Gegner, und wenn sie auch noch abprallen an der Uebermacht, Arndt läßt nicht nach in seinem Kämpfen, bis er in der Verbannung, in Rußland, im Reichsfreiherrn v. Stein den Kameraden findet, der erfüllt, was er vorbe- reitet. Unerschütterlicher Glaube allein war es, der Arndt die Kraft gab, in einigen Flugschriften das zersplitterte deutsche Volk auszurufen für die Be- frciung, mit zäher Unbeirrbarfeit gelingt es Dem Pachterssohn aus Rügen, aus Dem Nebeneinander winziger Meiastaotörr dis deiUM Slatina za MÜLL, Ob er für die Freiheit des Bauernstandes kämpft. Den dieser Enkel ehemaliger Leibeigner als die wichtigste Grundlage des Staates erkennt, ober ob er in seinen Gedichten dichterische Kraft mit einer einmaligen volksliedhaften Schlichtheit eint, ob er in seinen Märchen altes Volksgut neu gestaltet oder in seinen geschichtlichen Werken die große deutsche Vergangenheit vorbildhaft erstehen läßt, immer ist es das Wahre, Echte und Große, für das Ernst Moritz Arndt kämpft. Nie können Kleinlichkeiten noch Vorurteile dieses Mannes stolzes Deutschsein irremachen, und wenn auch eine hochnotpeinliche Untersuchung nach der anderen in bitteren Jahren seine Vaterlandsliebe auf schwerste Probe stellt und wenn er auch Jahrzehnte hindurch feines Amtes als Universitätslehrer entsetzt bleibt, weil niedriges Denunziantentum an Der Reinheit seiner Ideen zu zweifeln wagte. Ernst Moritz Arndt läßt nicht nach in seinem Schaffen für Deutschland. Wenn auch zuweilen Wehmut ober Bitterkeit ihre Schatten über Dies mannhafte Dasein werfen, wenn Der frühe ToD seiner geliebten ersten Frau ihn erschüttert ober seines Knaben Wellentod im Rhein, was können alle persönlichen Leiben bedeuten gegenüber Der Gewißheit einer SenDung, gegenüber hem herrlichen Bewußtsein, bis zum letzten Atemzug Deutschlanbs getreuester Hüter zu sein. Solche Treue, solche Hingabe an Die höheren Werte der Nation wird Dann doch noch auf Erden gelohnt. Wieder ruft Die Bonner Universität den verehrten Lehrer, wieder Dürfen sich alle Deutschen zu ihm bekennen, wieder gibt Der König gebührende Ehre dem, der so standhaft in Glauben und Mut allem Unrecht standhielt. Und als nach langer Witwerschaft des Theologen Schleiermachers Schwester des fast Fünfzigjährigen Frau wird und eine Schar blühender Kinder sein Haus erfüllt, da läßt nach allem Kampf ein mildes und freundliches Alter dem Unermüdlichen Ruhe für fein historisches Werk. Neunzig Jahre ist Ernst Moritz Arndt, als ihn Dank und Anerkennung Deutschlands in Ehrerbie- tung grüßt, und wenn auch noch ein Jahrzehnt hingeht, ehe seines flammenden Liedes Wunschtraum: „Was ist des Deutschen Vaterland?" die jubelnde Antwort wirb: bas ganze Deutschlanb ist es! und wenn auch dieser greife Hüter deutschen Seins schon all Die künftigen Gefahren vorahnt. Die noch Dem Reich erwuchsen, gewiß bleibt, daß für alle Ewigkeit fein Mahnruf m aller Deutschen Herz einging, gewiß ist, daß sein Name voll Verehrung genannt werden wird, solange der deutsche Rhein her deutscheste aller Ströme sein wirb. Der Zungenschlag auf der Bühne. Das Sichversprechen ist eine Gefahr, von Der auch Der geübte Schauspieler behroht ist, Denn her Mensch ist nun einmal keine Maschine, unD es gibt Worte unh Sätze, bei Denen Die Zunge nur zu leicht ausgleitet. Glücklicherweise bemerkt bas Publikum solche „Lapsus linguae" meist nicht. Die Mitspieler aber müssen sich Dann bas Lachen verbeißen ober Die eigene Dadurch entstandene Verwirrung zu meistern suchen. Wenn z. B. Das Dienstmädchen in einer Liebesszene hereinstürzt, um das in sein Glück versunkene Pärchen mit Den Worten: .Himmel, her Papa!" aufzuscheuchen und stattdessen ruft: .Hammel! Der Pipi!", so ist das ein ungewollter Witz, der ungeahnte Folgen haben kann. Schauspieler- Memoiren erzählen eine Fülle solch komischer Verdrehungen. So sagte in einer „Faust"- Aufführung Der Darsteller Des Wagner zu Faust, von Dem Pudel sprechend: „Ja, deine Gunst verdient er ganz und gar, er, Der Scholaren trefflicher Husar", mäh- renD er sagen wollte: „er. Der StuDenten trefflicher Scholar". WährenD Diese Verdrehung unbemerkt vorüberging, erregte ein Lapsus Des Walther Fürst in einer „Tell"-Aufführung unerwünschte Heiterkeit. So führte Walther Fürst in einer Tell-Aufsührung Den Knaben Tells an Attinghausens Sterbelager, um zu sagen: ,Herr segne ihn, er ist mein Enkel unD ist vaterlos." Der Darsteller Des Fürst aber sprach ftattbeffen mit Pathos: „Herr, segne ihn, er ist mein Vater unh ist finherlos." Der fterbenbe Attinghausen mußte lachen, während er die Hand ausstreckte, um den jungen kinderlosen Vater, her sehr erstaunte Augen machte, zu segnen. Im lieber- mut haben Schauspieler öfters versucht, ihre Mitspieler irgendwie reinzulegen, und dabei bemühte man sich auch, sie zum Sichversprechen zu bringen. Eine schwierige Stelle ist der Satz, mit hem her König in her „Jungfrau von Orleans" hie Szene betritt: „Der Connetable schickt sein Schwert zurück und sagt den Dienst mir auf!" Als der Darsteller bei einer Aufführung hinter den Kulissen auf fein Stichwort wartete, flüsterten ihm die anderen Schauspieler zu: „Der Komfortable schickt fein Pferd zurück." Aber der Mime sagte stolz: „Ihr könnt mich nicht Dumm machen..Doch als er auftrat, machte er Den Rittern Dunois unD Du Chatel Die schwermütige Mitteilung: „Der Costenable zwickt feinen Wert zurück..Im Hause bemerkte Das natürlich niemand, aber Die boshaften Kollegen amüsierten sich köstlich. Einmal wettete ein Sänger, daß er in der Wolfsschluchtszene des „Freischütz" bei her Beschwörung an Stelle des Satzes: „Das rechte Auge „Das linke ist Luxus", ohne daß man es merke. Er tat es und gewann seine Wette. Der Flieger von Byzanz. Dem Menschen Des 20. Jahrhunderts, 6er fchon gewohnt ist. Das Flugzeug als ein selbstverständ- liches Verkehrsmittel anzusehen, fällt es schwer, sich in Die ersten Anfänge des Flugwesens zurückzuver- fetzen. Wenn die moderne Fliegerei auch erst vor wenigen Jahrzehnten begonnen hat, so hat es doch im Verlauf Der geschichtlichen Entwicklung nicht an früheren Versuchen Der Menschen gefehlt, sich dem ADler gleich in Die Lüfte zu schwingen und die Erdenschwere zu überwinden. Der Historiker Niketas Afominatos erzählt von einem unglücklichen Flugversuch, Den er im Jahre 1161 selbst mit angesehen hat und Den ein Sarazene unternahm, als Der SelDschuken-Sultan Kilibisch-Arslam II. Dem Kaiser Manuel Komenos in Konstantinopel einen Huldi- gungsbefudj abstattete. Der Mann kletterte auf Den Turm Des Hippodroms und erklärte, daß er die Rennbahn durchstiegen wollte. Er stand nun, so heißt es in Dem Bericht, wie am Start auf dem Turm, angetan mit einem sehr langen und breiten Gewände; das vermeintliche Kleidungsstück war weiß, und gebogene Weidenstäbe spannten den Stoff bauchig aus. Die Absicht des Sarazenen ging nun dahin, mit Diesem Gewände, wie ein Schiff mit seinem Segel, zu fliegen, indem Der Wind sich in Den Wölbungen fing. Aller Augen richteten sich nun auf ihn, sich Des Schauspieles freuend, und Die Zuschauer riefen oft: „Fliege, fliege!" und „Wie lange, Sarazene, willst Du uns Hinhalten unD Den Wind vom Turme abschätzen!" Der Kaiser aber schickte zu ihm, um ihn von Dem Wagstück abzuhalten. Der Sultan, Der sich unter Den Zuschauern befanD, schwankte zwischen Furcht unh Hoffnung wegen bes ungewissen Ausganges unb war um feinen Lands- mann besorgt. Dieser jehoch prüfte häufig ben Wind unb hielt Die Zuschauer hin, inDem er viele Male Die Arme erhob unb sie wie Flügel gebrauchenb zur Flugbewegung herabzog, um Den Winb aufzufangen. Als Dieser ihm nun zum Tragen günstig erschien, schwang er sich wie ein Vogel hin unD her und schien m Der Luft zu fliegen. Aber er war ein bedauernswerterer Luftfahrer als Ikaros: Als schwerer Körper zu BoDen geworfen, nicht wie ein leichter fliegenb, schlug er schließlich unten auf und gab feinen Geist auf, ha ihm Arme unb Beine und alle Knochen im Leibe gebrochen waren. Freilich fügt her alte Historiker dieser Schilderung bei, datz man ben Sarazenen anfänglich für einen Gaukler gehalten habe, daß er aber wohl em Selbstmörder zur Verfügung. ($ht wetterer Ausbau des Berelnsf Hllhnert Silberfarbige Jtakener: Wilhelm erfnfotp ?lpn smitnliphern und deren Anoehörin-n firkfnHpr In 1 mit Sl {n? dreirnns a- VTiinnft Oberheffen Nachdruck verboten! 19 Fortsetzung. Am 23. und 24. Februar 1935 wird nun der Verein fein 50jähriges Bestehen in schlichter Weise begehen. Dabei können 30 Jubilare, die 25 bis 44 Jahre ununterbrochen Mitglied sind geehrt werden. Unter den Jubilaren befindet sich auch der Kassenwart des Vereins, f). Stimmer, der 37 Jahre Mitglied ist und davon 26 Jahre dem Vorstand angehört. 25 Jahre dieser Zeit ist er als Kassen- wart tätig. So kann der Verein auf eine segensreiche Tätig- feit unter dem Motto: „Einer für alle und alle für einen!" zurückblicken. Der gegenwärtige Vorstand ist bestrebt, den Verein immer noch mehr in feinen Leistungen auszubauen, um auf diese Weise mitzuhelfen an der Bekämpfung von Not und Krank- heit in unserer Stadt. Was soll ich denn mit einem Aviv? ROMAN VON KÄTHE METZNER. llrh-berrecht-fchutz: Fünf-Türme-Verlag. Halle (6.). GHne Mutter springt mit ihrem Kind in -en Brunnen. LPD. Wetzlar, 26. Jan In dem Kreisorie W ihm ar versuchte gestern eine junge Frau im Garten der elterlichen Wohnung Selb st mord zu begehen. Sie nahm ihr jüngstes Kind und sprang mit ihm in den Brunnen. Glücklicherweise war der Vorfall von dem ältesten Kind der Frau bemerkt worden. Es lief entsetzt in das Haus und benachrichtigte die Hausbewohner. Es gelang die Frau zu retten; das Kind war bereits tot. Der Anlaß, der die Frau zu der Tat getrieben hat, ist unbekannt. _______________ erfolgte. Den Mitgliedern und deren Angehörigen werden Zuschüsse zu den Apothekenkosten, Röntgenaufnahmen, Bädern, Massagen, Brillen usw. gegeben, ohne daß der Beitrag erhöht zu werden brauchte. Die Folge dieser Vergünstigungen war ein erhöhter Zustrom von Mitgliedern, so daß die Leistungen in nächster Zeit wieder verbessert werden können. Um einen Beitrag zur Behebung des Geburtenrückganges zu geben wird für jedes lebend geborene Kind der Mitglieder 20 RM. gegeben. „Mach keine Dummheiten! Wenn einer kommt, warten lassen! Bin gleich da." Damit stürmte Gi- sela auch schon davon. Im nächsten Lokal hängte sie sich ans Telephon: J)ier Gisela. Rolf, du selbst?" ,Aber Kind, es ist doch noch so früh am Mor- gen. Was hast du denn für Wünsche?" „Früh? Mein Lieber, es ist elf Uhr vorbei. Bitte, bequeme dich mal schnellstens aus dem Bett. Eine todwichtige Sache. Du kannst spottbillig einen Wagen kaufen. Herrlich, da ist dein Rodster ein alter Kasten dagegen. Komm, sieh selbst! Ein ganz bildschöner, rassiger Sportzweisitzer. Funkelnagel- neu. Rot mit beigefarbenen Speichenrädern ... „Aber Liebling, das kann ich ja noch gar nicht alles verdauen. Mal langsam. Also ich soll einen Wagen kaufen, und zwar sofort?" fragte Doktor von Sachs zurück. e „Ja, Rolf! Rede doch nicht so lange! Ich hange jetzt an. Ich erwarte dich in spätestens einer Stunde ..." Gisela nannte ihrem Freund Doktor von Sachs hasttg die Adresse und hängte mit einem flüchtigen „Guten Morgen" ab. — — „Ein Bekannter aus der Verdi-Diele wird ihn kaufen", sagte sie, als sie wieder bei Gerlinde war. Die kleine Gerlinde kam aus dem Staunen nicht heraus. Was war diese Gisela doch nur für ein Teufelsmädchen! Das war ja nicht zu glauben, wie die die Dinge anfahte. Wie sie vorhin die drei Männer abgeschoben hatte! Mit heimlicher Weh- mut gestand sich Gerlinde Steinbrück in diesem Augenblick, daß sie selber wohl immer im Leben den kürzeren ziehen würde. So etwas konnte sie einfach nicht. _, k Nicht mehr lange faßen d,e Schwestern scherzend beieinander, als draußen das Geräusch einte Wagens hörbar wurde. , . „Er kommt!" jubelte Gisela, weniger aus Freude über das Erscheinen des Freundes, als aus Triumph darüber, daß er sich fo widerspruchslos ihrem WH- len gefügt und blitzschnell hierhergekommen war. Die Schwestern traten aus der Garage auf den Hof hinaus. Gerlinde sah, wie ein elegant geklei- beter Herr seinem Wagen entstieg. Schon etwas ältlich, fand Gerlinde und sank bald in btt Erde, als sie hörte, daß Gisela sich mit dem Fremden d^Meine kleine Schwester Gerlinde — Doktor von Sach", stellte Gisela vor, dann wandte sie sich dem Innern der Garage zu. R „Sieh mal, Rolf, ist der Wagen nicht bildhübsch? Du mußt ihn mir kaufen. Meine Schwester hat ihn gewonnen. Glück — was? Aber ich ftnde, er muß doch bann auch in der Familie bleiben. Doktor von Sachs lächelte, während feine Augen über Gerlinde hinglitten und er mit außerordentlicher Schnelligkeit feststellte, daß ihre Schönheit fast noch berückender war als die Giselas. Das heißt, eigentlich waren sich die beiden wie aus den Augen geschnitten, und doch so verschieden. Aber so Vie Schlosser sg 1 mit Z, sg 2, dreimal g; August Bierau sg 1, sg 3, sg, g. Rebhuhnfarbige Italiener: Wilhelm Steinmüller sg 1 mit Z, zweimal g. Schwarze Rheinländer: Friedrich Allendörfer sg l mit Z, sg 1. Weiße Leghorn: Hermann Rau so 1 mit Z, .sg, g. Wildfarbige Altsteyerer: Georg Lutz sgl mit Z, sg 2, zweimal g. Goldbrakel: Friedrich Klingelhöfer sg 1 mit Z, sg 1, sg 2, g. Zwerghühner: Rhodeländer Zwerge: August Lenz sg 1 mit Z (bestes Tier der Ausstellung), zwei- mal sg 1, sg 2, sg, zweimal g. Gestreifte Wyondot- tenzwerge: Walter Müller sg 1, g. Schwarze Wyan- dottenzwerge: Georg Lutz sg 1 mit Z, fg 1, dreimal g. Hamburger Silberlackzwerge: Otto Lippert sgl, sg 2, zweimal g. Deutsche feberfüfjige porzellanfar- lüge Zwerge. Wilhelm Steinmüller sgl mit Z. Tauben: Hessische Kröpfer (fahl): Wilhelm Lenz sg, g. Rote Schönheitsbrieftauben: Georg Lutz sg mit Z, sg 1, g; Walter Zörb dreimal g. Blaue Schönheitsbrieftauben: Walter Zörb g. Schönheit-- brieftauben (fahl mit gelben Binden): August Lenz sgl mit Z, sgl, fg2, g; Walter Müller^ sg2, g. Schönheitsbrieftauben (dunkel): Walter Zörb zweimal g, derselbe auf Schönheitsbrieftauben (blau gehämmert) g. Schönheitsbrieftauben (gelb gehämmert): August Lenz g, Schönheitsbriestauben (gelb): August Lenz fg mit Z, fg 1, g. Schönheitsbrief, tauben (blau): August Bierau fg l, dieselben blau gehämmert: Auaust Bierau g. Thüringer Flügeltauben (blau): Wilhelm Schlosser sgl mit Z, fgl, sg 2, g. Thüringer Flügeltauben (rot): Wilhelm Lenz sg 1, g. Ziergeflügelr Goldfasanen: Richard Lenz sg mit Z. Äreis Friedberg. LPD. Bad-Nauheim, 26. Jan. Am Samstag- Dormittag stießen an der Straßenkreuzung Nieder- Mörlen/Ober-Mörlen—Butzbach zwei aus entgegen» aesetzter Richtung kommende Kraftwagen zu- a mm en, die beide schwer beschädigt wurden. Die Insassen des Bad-Nauheimer Wagens blieben unverletzt, von den Fahrgästen des Herborner Wagens erlitten eine 38jährige Frau schwere, ein 64jähriger Mann leichtere Verletzungen. Der Chauffeur kam mit geringfügigen Verletzungen davon. Kreis Bübingen. —s— Ortenberg, 27. Jan. Der Rechner Wilhelm Raab, der im Zusammenhang mit den Verfehlungen bei der hiesigen Bezirks» p a r f a f {e in Untersuchungshast genommen und bann auf ärztliches Anraten wieder entlassen worben war, hat heute mittag burch Erhängen auf bem Dachboden seiner Wohnung seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht, nachdem er am Vormittag durch den Untersuchungsrichter erneut vernommen worden war. Der Grund zu der Tat ist unklar, um so mehr, als Raab persönlich keine Unterschlagungen nachgewiesen werden konnten. Raab trug lediglich die Verantwortung für den Gesamtgeschäftsbetrieb. Kreis Schollen. * Schotten, 27. Jan. In den Feldgemarkun- gen der Gemeinden Eschenrod und Sichenhausen gab es dieser Tage eine wilde und aufregende Treibjagd. Einem Landwirt von Eschenrod war ein Rind entlaufen, das sich über Nacht in ein dichtes Waldstück geflüchtet hatte, wo man es am andern Morgen aufstöberte. Das Tier konnte aber auch jetzt wieder entweichen und durch die Gemarkung von Sichenhausen nach dem Hoherodskopf zu davonlaufen. Als man es später wieder stellte, ging es auf die Verfolger los, die zum Teil Zuflucht auf den Bäumen suchen mußten. Dann endlich gelang es, das wildgewordene Tier zu greifen und zu fesseln, so daß es wieder nach Hause gebracht werden konnte. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 26. Jan. Heute früh ereignete sich hier in bem Sägewerk von Gebrüder Wallach ein tragischer Betriebsunfall, bem leider e i n Menschenleben zum Opfer fiel. Im Keller- raum des Betriebsgebäudes zersprang ein Schwung- rab ber in Gang befindlichen Transmission, wobei ein Trümmerstück des Rades bem in ber Nähe be- schäftigten Arbeiter Karl F u n k an den Kopf flog unb ben bebauernsmerten Mann so schwer traf, baß ber Tob auf ber Stelle eintrat. * Mücke, 26. Jan. Im Zuge ber Wiederinbetriebnahme bzw. Neuerschließung stilliegender Eisen« fteingruben in unserem Gebiet ist die E r r i ch tu n g einer Erzwäsche in der Nähe unseres Weilers geplant. Zum Zweck der Verfrachtung des zur Verhüttung kommenden Erzes wird ein Anschlußgleis nach der hiesigen Bahnstation verlegt. Durch diese Maßnahme wird es möglich sein, sämtliche bis jetzt noch arbeitslosen Bergleute in den umliegenden Orten wieder ihrem eigentlichen Berufe zuzuführen. Außerdem wird sich ber Plan auch in anberen Berufen und Gewerben arbeitsschaffend auswirken. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 27.Januar. Der SA.- Sturm 41/R 116 hielt am Samstagabend im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" einen wohlgelungenen Kameradschaftsabend ab. Der Musikzug der Standarte leitete mit schneidiger Marschmusik den Abend ein. Oberscharführer Schimmel, der Führer des SA.-Reservesturmes, begrüßte die vielen Gäste herzlich und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß wir dank Der geordneten Verhältnisse in unserem Daterlande jetzt wieder so schöne Abende feiern könnten. Er sprach ferner von den Zielen der SA.-Referve unb sortierte auf, gegenseitig füreinanber einzustehen in frohen unb ernsten Zeiten. Seine Rebe gipfelte im Treuebekenntnis zum Führer bes neuen Deutschland, in bem Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler, bas die Zuhörer mit dem gemeinsam gefangenen Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied bekräftigten. Im Laufe des Abends sprach Herr Schimmel noch über die Bedeutung der Saar-Abstimmung, worauf gemeinsam das Saarlied gesungen wurde. Die Dortragsfolge des Abends brachte neben aus- gezeichneten Musikvorträgen des Musikzuges zwei Theaterstücke heiterer Art, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Zur weiteren schönen Ausgestaltung des Abends trugen die Turnerinnen des Turnvereins Klein-Linden 18 8 9 unter Leitung des Frauenturnwarts, Scharführer Karl Klinke l, bei, indem sie einige reizende Reigen tanzten unb mit Keulenübungen die Zuschauer erfreuten. Erwähnt seien noch exakt ausgeführte Freiübungen einiger SAR.-Sturmkarneraden, die von Rottenführer Wilhelm Weber eingeübt worben waren. Tanz unb gemeinsam gesungene alte unb neue Daterlanbslieber hielten bie Besucher bann noch einige Stunden beisammen. y* Watzenborn- St einberg, 28. Jan. Morgen, Dienstag, begeht Herr Johannes Schmitt, Gießener Sttaße, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 3. G e b u r t s t a g. Er nimmt noch regen Anteil an den täglichen Geschehnissen unb ist treuer Leser seiner Heimatzeitung, des „Gießener Anzeigers". . * Lang-Göns, 27.Jan. Bei ber Sammlung unb beim Verkauf der Kornblumen für ben Volks- bund für das Deutfchtum im Ausland ging in unserer Gemeinde der schöne Betrag von 53,40 Mark ein. ________________________ Mitgliedern des Sanitatsvereins zur Verfügung. In der Mitgliederversammlung am 24. August 1889 wird der verein für Sterbeunlerstühung von 109 Mitgliedern gegründet. Dieser Verein besteht noch heute und übt in unserer Stadt seine gute Tätigkeit aus. Zu Beginn des Krieges war der Verein mit seiner Wohltätigkeit sofort zur Stelle und stiftete am 11. August 1914 einen größeren Geldbetrag für das Rote Kreuz zur Anschaffung von Geräten. Anfang 1919 legte I. Bräutigam sein Amt nieder unb die Führung erhielt bis Anfang 1933 Herr L. Löb. Unter dieser Führung hatte der Verein eine schwere Zeit durchzumachen. Die politischen Zerrissenheiten der Nachkriegszeit wirken sich auch auf den Verein aus o unb wiederholt stand der Verein vor der Auf- lösung. Immer gelang es wieder dem Vorsitzenden, den Verein am Leben zu erhalten. Erst nach ber Inflation war es möglich, roieber festen Fuß zu fassen und den Verein weiter auszubauen. Es wurde bei niedrigem Beitrag eine Begräbnisbeihilfe ausgezahlt, ein Zuschuß zu Krankenhauskosten unb Operationen gegeben. Anfang 1933 erhielt die Führung E. Simon, nachdem L. Löb wegen Krankheit freiwillig ausschied. Dem Aufruf des Führers Adolf Hitler folgend ftsllte der Verein einen größeren Betrag zur Arbeitsbeschaffung der wirtschaft Neue Bürgermeister und Beigeordnete. Nach einer Bekanntmachung des Perfonalamts des hessischen Staatsministers wurden bestellt zu kommissarischen Bürgermeistern: Adolf Fa- tum in Wohnbach (Kreis Friedberg), Karl F a - der in Allendorf a. d. Lahn (Kreis Gießen), Karl K r i e b in Allendorf a. d. Lumda (Kreis Gießen), Heinrich C h r i st VII. in Eschenrod (Kreis Schotten); zu kommissarischen Beigeordneten: Heinrich Linker in Schadenbach (Kreis Alsfeld), Rudolf Küfer in Blofeld (Kreis Büdingen), Heinrich Herche in Babenhausen I (Kreis Büdingen), Heinrich Wilhelm Claus in Calbach (Kreis Büdingen), Ernst Jockel in Bermutshain (Kr. Lauterbach), Ernst Greif in Groß-Eichen (Kreis Schotten). 7ISLB. Bezirk Lollar. △ Lollar, 26. Jan. Heute hielt der N S L B. Bezirk Lollar, zusammen mit Bezirk Londorf, seine Monatskonferenz in ber Schule zu Lollar ab. Der Bezirksobmann eröffnete ine Tagung mit einem Rückblick auf die Tätigkeit des Vorjahres, von der man nur sagen könne, daß sie in jeder Hinsicht Der- sucht hat, der Aufgabe gerecht zu werden, die unsere Zeit von der Erzieherschaft fordert. Gleichzeitig stellte er die Arbeit des neuen Arbeitsjahres unter das glückliche Vorzeichen, das der 13. Januar für uns alle bedeutet, unb gab der Hoffnung Ausdruck, daß, wie hier, jeder auf seinem Platz sich ganz ein- setze. Nach verschiedenen geschäftlichen Mitteilungen über die von der Lehrerschaft durchzuführende Aufgabe der Sippenforschung und der Arbeitsziele in diesem Jahre erteilte der Obmann das Wort dem Studien- Assessor Szczech aus Gießen zu feinem Vortrag „Eisenzeit". Der Vortrag bildete die Fortsetzung zum vorigen Vortrag über die „Stein- und Bronzezeit". Der Redner gab einen eingehenden Ueberblitf über bie zeitlichen und kulturellen Verhältnisse jener Geschichtsepoche unserer Vorfahren, in ber das Eisen erstmalig technisch bereitet unb verwertet worden ist unb damit die entscheidende Epoche begonnen wird, die in Ablösung der in ihrer Entwicklung begrenzten Stein- und Bronzezeit berufen war, die Menschheitsgeschichte in die Bahnen zu lenken, die zur Jetztzeit führen. Er schilderte anschaulich die 23er- schiedenartigkeit der Kulturen, die die Zentren jener verschiedenen Kulturkreise geworden und durch die Namen ihrer Fundorte gekennzeichnet worden sind. (Hallstatt, Koberstatt!) Es hat keine bewegtere Zeit gegeben, als bie Eisenzeit. Unb gerade der Kreis Gießen ist beweisend für die große Kulturvermischuno jener Zeit, in der rein germanische Elemente sich gemischt haben mit den ostwärts drängenden gallischen, keltischen Elementen. Die Grabhügel mit den darin erhaltenen Waffen, loilettengegenftänben und Schmuckstücken, die Ringburgen unseres Kreises bjeten jeden Beweis. Nur daß es sich ebenso augenscheinlich erwies, daß bei uns hier die eisenzeitliche Kultur nicht wie im Süden unb Westen Luxus gewesen ist. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. In der nächsten Monatskonferenz wird Herr S z c z e ch den Schlußvortrag halten unb dabei auch die Lichtbilder zeigen, die aus technischen Grün- den diesmal wegbleiben mußten. Geflügel -Werbefchau in Klein-Linden. r. K lei n - Linden, 28. Jan. Zum vierten Mal seit seinem Bestehen trat ber Geflügelzucht- d er e in Kein-Linben mit einer örtlichen Werbeschau, die am Samstag und Sonntag im Gasthaus „Zur Burg" abgehalten wurde, an die Öffentlichkeit. Von vielen Seiten waren bem Verein als Zeichen des starken Interesses, bas man ber deutschen Geflügelwirtschaft entgegenbringt, Ehrenpreise gestiftet worden. Auch die Gemeinde Klein- Linden unterstützte die gute Sache durch Ueberlas- fung eines Ehrenpreises in Geld. Der Besuch der Ausstellung war gut, auch die Vereine aus den Nachbarorten brachten der Ausstellung reges Interesse entgegen; was tn dem guten Besuch von dieser Seite seinen Ausdruck fand. Um der Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu verhelfen, hatten sich bie Mitglieder des hiesigen Vereins fast alle zur Verfügung gestellt; befonoere Anerkennung gebührt bem Äusstellungsleiter August Lenz unb bem Mitglied Wilhelm Schlosser, bie beibe viel Mühe unb Zeit geopfert haben. Zur Ausstellung waren nur Tiere mit ben vorgeschriebenen Ringen ber Reichsfachgruppe zugelassen. Als Preisrichter waltete Herr May (Lang-Göns) gewissenhaft sei- nes schwierigen Amtes. Die Prämiierung hatte folgenbes Ergebnis. (Es bedeuten fg — sehr gut, g — gut, Z = Zusatzober Ehrenpreis. Wegen Platzmangel werden nur die Tiere mit vorgenanntem Prädikat angeführt.) die Jüngere, genau so sah Gisela aus, wenn sie ihre Nummer „Traum" tanzte." „Aber, Rolf, ich glaube, du träumst noch? Ja, willst du mir nicht bie Freube machen? Du hast mich so oft gefragt. Jetzt ist es so weit. Es ist mein Wunsch, diesen Wagen zu besitzen!" sagte Gi- sela, und Gerlinde zitterte. Oh, bis tief ins Herz hinein zitterte Gerlinde. Jetzt hatte Gisela wieder jenen eigentümlich begehrenden Blick, den sie schon einmal gehabt hatte, ber alles in sich hineinzuraffen schien. Begehrlichkeit. Gerlinde mußte sich abmenben, um sich nicht zu verraten. Doktor von Sachs lächelte. „Gut, Mausi! Wenn ich bir eine Freube machen kann! — Was kostet ber Wagen? Zweieinhalbtau- fenb kosten diese Wagen neu, wie ich schätze. Zwar ... ich hätte augenb lief lieh keinen Wagen gekauft. Bin momentan nicht sonderlich bei Kasse. Was soll der Preis fein, gnäbiges Fräulein?" manbte er sich an Oerlinbe. „Bitte, schlagen Sie vor", stammelte biefe. „Nun, sagen wir — fünfzehnhundert. Tausenb sofort — fünfbunbert vier Wochen später. Anders kann ich im Augenblick nicht." Gerlinde wagte nicht mehr hin und her zu sehen. Sie hauchte nur leise: „Wenn Ihnen das nicht zuviel ist. Ich bin mit allem einverstanden." „Ach, Rolf, du bist genau so ein Gauner wie alle anderen", schalt Gisela, aber es war ihr nicht sehr ernst damit. Sie war froh, ihr Ziel erreicht zu haben. Der Wagen gehörte nun ihr. Die Kleine konnte froh sein, noch soviel herausgeschlagen zu haben. „3a, gnädiges Fräulein, ich will Sie nicht zwingen. Wenn Sie doch einen anderen Käufer finden sollten. Nur jetzt ... Zu Weihnachten kaufen die Leute doch Schlitten unb Schneeschuhe — aber kein Auto. Habt euch eine sehr schlechte Zeit ausgesucht, Kinderchen." „O nein! Es ist ja alles gut. Herzlichen Dank, Herr Doktor!" Doktor von Sachs unterschrieb den Scheck und reichte ihn Gerlinde, die ihn sorgfältig in ihrem Täschchen verwahrte. Dann verstaute er die beiden Mädchen in feinem Auto unb fuhr sie nach Hause. „Du buzt bich ... Ja, willst bu ihn benn betraten? Ich bächte, er wäre viel zu alt für bich?" fragte Gerlinbe zögernd bie Schwester. Sie konnte bas alles nicht begreifen. „Heiraten? Ach, bu Dummchen! Wer bentt benn an Heiraten?! Aber ber bat klotzige Beziehungen. Unb — zu alt? Was gebt bas mich an? Ich liebe ihn ja nicht. Er ist mir nur Mittel zum Zweck, ober Sprungbrett. Wie bu willst." Gerlinbe schüttelte mit bem Kopfe. (Fortsetzung folgt!) „Mensch, Kleene, saß dir an Kopp, ob de noch da bist!" lachte er Gerlinbe frech ins Gesicht. „5ßat, zweetausend Emmchen? Des Kind is nicht von Pappe. Aber mir lassen mit uns reden — wat, Fritze? Ich sage — fünfbunbert Kullern uffn Tisch, unb bie Sache is jemacht." „Ob!" Gerlinbe erblaßte. In biefem Augenblick trat ein neuer Käufer ein. Ein älterer, solid ausfefyenber Mann. Gerlinde atmete auf. Sie kam sich wie gerettet vor. „Der Wagen ist noch nicht gefahren?" fragte der Neueintretende kurz. ' „Nein — das heißt, ich weiß nicht stotterte Gerlinde, die immer hilfloser wurde. „Was helfet: Ich weife nicht,? Ich denke Sie wollen den Wagen verkaufen? Oder gehört, er Ihnen nicht?" Wieder die barsche Art. Ich — ja, er gehört mir — aber ich habe ihn getnonnen", plafete G-r-inde heraus wahrend ,hr die Tränen schon in ber Kehle saßen. „Er hat einen Wert von dreitausend Mark, wie man mir sagte. Ich wollte ihn nun für zweitausend Mark verkaufen. Er ist doch ganz neu — und so schon! Die beiden Obergauner schwiegen wie aus Der- ebrebung, während der ältere Herr sagte. Allo Zunächst mal die Tatsachen. Sie können sich eriun gen mo 6ie wollen. Neuwert zweiemhalb Tausenb Da beißt keine Maus einen Faden ah. Aber gut ich mache einen Vorschlag, sagen w ftchshundert Mark Kasse! Jetzt imL omber fm den Sie überhaupt keinen Autokaufer. Ich ihn auch stehen bei mir bis Frühjahr. Unb। brnin - kein Mensch hat Bargeld!" Er verzog stm Gesicht zu einem überlegenen Lächeln. Dann nahm er mit unnachahmlicher Wurde, seine dicke Bries lasche heraus und legte sechs Einhundertmar sch vor Gerlinde hin. Dem ^armen^Mädchen war es, als drehe sich oll?- rings im Steife. Alles wirbelte durcheinan- hör sie mußte ja dankbar sein, daß kberhLpt^aus' diese W eine grafeere Bargeld- in die Hände bekam und doch — Gerllnoe konnte sich nicht entschließen, den hübschen, funkel- nnrtptnpiten Waaen zu diesem Preis hinzugeben. Gan, instinktiv suhlte sie, dafe man sie ubervor. teilen wollte Da öffnete sich wieder die Tür, und mit flinken Schritten trat ein elegantes junges Mädchen herein — Gisela! Gerlinde war überglücklich. Sie wäre der Schwester am liebsten um Den Hals gefallen. Ach, Gisela war anders als sie, viel klüger unb tüchtiger. Wenn Gisela einverstanden war, daß sie den Wagen für sechshundert Mark hingab, bann war ja alles gut. Morgen, Kleines! Also das ist dein Wagen? Entzückend, Linde! Einfach fabelhaft. Du, nein, da bin ich doch überrascht. Einfach großartig! be- geisterte sich Gisela, ohne sich weiter um die an- Deren zu kümmern. Dann setzte sie hinzu: „Na, haben die Herren Interesse oder ist er schon ver- faX, daß du kommst, Gisa. Ich weiß nicht, ob ich" zustimmen soll. Sechshundert sind geboten Mas? Ich denke, Gersheim wollte dir drei- taüstnd Jjeben • ben Vertrag mit Baron Gers- heim rückgängig gemacht", antwortete Gerlinbe unb wurde tiefrot. _, . . . _... Gisela wandte sich ohne Scheu den drei Mannern zu, die gespannt der Unterhaltung zwischen den Schwestern gefolgt waren und das Dazwischenkom- men dieser Gisela schon lange bet sich verflucht ^,Nein, meine Herren, da gehen Sie mal ruhig wieder nach Hause. Ich weiß ganz genau, daßi die- fer Wagen einen Neuwert von dreitausend Mark hat. Habe mich bereits bei der Firma erkundigt. Sei still, Kleine! In einer Stunde ist der weg. Mit einem Male wurden bie bret lebhaft. Man konnte ja noch verhandeln. Fünfhundert Mark Kasse — Rest in Wechseln. „Nein, nein!" wehrte Gisela ab. „Mit Wechsel- geschichte'n können wir Mädels uns nicht einlassen. Wovon man nichts versteht, da soll man die tftn- ger davonlassen. Bitte, bemühen Sie sich Nicht weiter, meine Herren. Es hat keinen Zweck. Gerlinde stand wie versteinert, während die drei betroffen und innerlich fluchend abzogen. Draußen waren sie mit einem Male alte Be- kannte: der ältliche Herr unb bie beiben Kam- ^Mensch, Aujust, da hätten wir eine knorke Sache brebn könn'n wenn uns bie Blonde da nid) bet Jeschäft vermasselt hätte. Die Kleene war schon halb 'rum — aber bie andere ... Oh, immer Jag ich, diese langhaarige Jesellschast hat s m sich Die Schwestern warteten nun zusammen, während Gisela erst einmal ganz genau den Wagen in Augenschein nahm. , 'Oh, Linde, wenn ich meine kleine Babybox hier hätte, bann müßtest du mich erst mal knipsen. Habelhaft: Gisela Steinbrück in ihrem rassigen Sportwagen. Das mär' Sache! Aber »arte mal, ich habe gesagt, in einer Stunde ist er verkauft! Gisela nickte der verdutzten Schwester zu: 315 A fl in meinem Inventur- Verkauf stark verbilligt! Wer kommt — kauft, wer kauft —spart! MM . Ein i E sein« Die Th tionen den Fi! . Freiheil noch jd tungste ger un "er, di Berliner Lberam ^pannu kluges 5 bauend lange Mes gibt Vüh geze will, wie Th- Äken des: neu üullu werde De licht ( Reich! Hang lung den ' 23 M ihm Win läge. ' des dl bisher eine als i Jahr dem 3 gäbe l des ' die Vl diesem Aufba chaotis Epoche Auswi im K Verhä die fas flech Ls Zil' brii len: anbi mir Diese rade roüd Des stilule schik lral 7 Sch Sanzen Sestaltig »ct mit 2?® ei 6otte(n Mich, l°UDerat ®enai nalen Noi •Jlh kannl, wirk eine TO'7,6jltTnrn>7rb."Ser Ärant'e mi3 «amUfenbämpfe, Umschläge, ÄamiU.naufguB sind Denkt an die Linderung der Not! Verwendet die Wohlsahrtsbriesmarken! auch die Schmerzen. v „ e Wird in einem sehr frühen Stadium der Krankheit mit der Behandlung begonnen, dann ist es möglich, die Entzündung zum Verschwinden zu bringen, noch ehe es zu einer Eiterung kommt. Man wendet Wärme in jeder Form an. Heiße Schwere Bluttat in Offenbach. LPD. Offenbach a. M„ 26 Jan Samstag morgen wurde im Hinterhaus Geleüstraße 32 der 55 Jahre alte Hundehändler Fritz Groß von den Gebrüdern Friedrich und August H o f m a n n e r - stochen. Dem Vorfall liegt folgender Tatbestand zu Grunde: Der Erstochene hatte ein Verhältnis mit der Mutter der beiden Täter. Wie bisher festgestellt werden konnte, kam es in der letzten Nacht zwischen der Witwe Hofmann und dem Groß zu Meinungsverschiedenheiten, die schließlich, wie schon oft, in Tätlichkeiten ausarteten. Die Mutter holte einen ihrer Söhne zu Hilfe, der gleichzeitig feinen Bruder mitbrachte. Im Verlaufe des Wortwechsels wurde Groß durch einen Stich in die Halsschlagader tödlich verletzt. Die Täter wurden in Host genommen. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 26. Jan. Der Gemeindevor- stand hat den Haushaltsplan für 1 9 35 ge» ändert. Anstatt des Ausbaues der Adolf-Theiß- Straße hat man den dringend notwendigen Aus- bau unserer Wasserleitung eingesetzt. Eine seltenere Erscheinung ist das Hagelkorn, das aber auf einer anderen Ursache als das Gerstenkorn beruht. Es entsteht durch eine Verstopfung der Ausführungsgänge von Drüsen im Ober- ober Unterlid. Es tritt also keine Entzündung auf, sondern eine Verdickung, die aber möglichst ebenso schnell behandelt werden muß. Mit Hausmitteln kann man hier gar nichts ausrichten, der Arzt wird die Behandlung übernehmen müssen. Der Wadenkrampf. Eine unangenehme Ueberraschung erlebt man manchmal morgens im Bett, wenn man sich reckt und streckt. Plötzlich wird eine Wade hart, und man spürt einen fast unerträglichen Schmerz an dieser Stelle. Nicht einmal bewegen kann man das erstarrte Bein, und erst nach einigen Minuten läßt der Schmerz nach. Man hat es mit einem typischen Wadenkrampf zu tun gehabt. Der Wadenkrampf entsteht durch Störungen in der Blutströmung und Blutverteilung im Waden- muskel. In diesen Symptomen hat der Waden- krampf große Ähnlichkeit mit der Entstehung der Krampfadern, wo sich das Blut in den erweiterten Gefäßen staut. Auch gewisse Schlagadererkrankungen des Unterschenkels rufen einen Wadenkrampf hervor, der einen sogar auf der Straße befallen kann, so daß man am Weitergehen verhindert wird. Nach größeren körperlichen Anstrengungen, ermüdenden Märschen, langem Stehen oder Tanzen tritt der Krampf ebenso häufig auf wie nach ernsteren Krankheiten, die mit großen Säfteverlusten einhergehen. Der Krampf in der Morgenstunde stellt sich meist nach einer zu heftigen Bewegung ein. Bei häufigeren Anfällen von Wadentram pf kommt als grundlegende Ursache ein anderes Beinleiden, Platt- ober Senkfuß, ober auch ein Nervenleiben in Frage. Kurz, bie Entstehungsbedingungen dieses Krampfes sind zahllos, und nur der Arzt kann in den meisten Fällen die richtige Auskunft über Ursache und Behandlung geben. Wer nur hier und da unter dem Wadenkrampf zu leiden hat, kann sich damit begnügen, größeren körperlichen Anstrengungen aus dem Wege zu gehen und plötzliches Strecken des Beines zu vermeiden. Wer als Ursache die Neigung seines Blutes zur Eindickung erkannt hat, soll abends ein bis zwei Gläser Wasser ober Milch trinken ober Suppe essen. Wirb man vom Krampf befallen, bann wende man ein ganz einfaches Verfahren an, um ben wütenben Schmerz sofort zu beseitigen: man faßt bie Zehen mit der Hand und nähert sie so weit man kann ber Dorberseite bes Unterschenkels. Daburch wirb bie schmerzhafte Wabe gebehnt unb bem Blutkreislauf nachgeholfen. Der Krampf hört in kürzester Zelt auf Dieses Mittel hat sich besser bewahrt als bie anderen Maßnahmen: den verkrampften Muskel zu massieren ober rasch aus dem Bett zu springen, um das Bein zu bewegen. Das gleiche einfache Verfahren, nämlich den Muskel nachdrücklich zu dehnen, kann auch ein Schwimmer anwenden, der im Wasser nom Wadenkrampf ergriffen wird. Der Krampf stellt sich be- bann müssen wir uns zuerst überlegt haben, ob diesem Kranken unser Besuch auch angenehm ist. Bon persönlichen Gründen abgesehen kann eine anftedenbe Krankheit in unserer Familie es angebracht erscheinen lassen, baß wir bem Krankenzimmer des Freundes oder Bekannten fernbleiben. Wir würben sonst nur eine weitere Gefahr auf ben Kranken heraufbeschwören. Anbererseits ist aber auch jeber Krankenbesuch zu vermeiben, ber uns elbst unb damit unsere Familie mit einer an= leckenden Krankheit bedrohen könnte. Man macht ich in Fällen, wo es sich um anmeldepflichtige Krankheiten handelt, soyar strafpflichtig, wenn man die von der Gesundheitsbehörde angeordnete Ab- schliehung des Kranken durchbricht. Bei der Frage der Zeit müssen wir uns nach dem Kranken richten. Ein Besuch in ber Mittagszeit ober auch am späten Abenb wirb meist als unerwünscht cmpfunben. Die Dauer bes Besuchs muß so kurz sonst zu sehr angestrengt. Etwaige Besorgnisse um ben Zustand bes Kranken sollen nicht am Krankenbett erörtert werben. Aufregung schabet dem Meldenden. Mit persönlichen Vorschlägen dürfen wir dem Arzt nicht ins Handwerk pfuschen. 2)er zlr^t allein kann die Anwendung von Arzneien uhb deren Menge richtig verordnen. . Wünschen wir dem Kranken Eßwaren müzubrin- gen, dann erkundigen wir uns am besten vorher, was ihm bekömmlich ist und was der Arzt erlaubt hat. Wenn der Arzt des Krankenzimmer betritt, bann haben wir zu verschwinden. Die Gegenwart eines Dritten, unb wäre es ber beste Freund, wirrt bemmenb auf bie Untersuchung. Massenbesuche sind stets vom Hebel. Auch bei Kinderbesuchen ist Vorsicht am Platze. Die Zahl der Besuche ist emzu- chränken. Man erfreut den Kranken auch durch eine Postkarte ober durch eine Blume. Verstauchung und Verrenkung. Ein kleiner ungeschickter Tritt — und man knickt mit einem Schmerzensschrei um. Man hat sich das Gelenk verstaucht. Was ist geschehen? Die Gelenkenden der Knochen sind auseinandergewichen, und beim Zurückspringen haben sich die Gelenkbänder ausgezerrt ober sind sogar ein gerissen. Das Blut füllt bas Gelenk an unb bringt es zur schmerzhaften Schwellung. Schlimmer ist es, wenn man sich durch solche Unvorsichtigkeit eine Verzerrung zugezogen hat. Dabei Rundsunkyrogramm Dienstag, 29. Januar. 6 Uhr: Bauernsunk. 6.15 und 6.30 Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Deutsche Glocken läuten ... Hörbild. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardlenst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nach- richten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau: Die BDM.-Sozialreferentin unterhält sich mit einer Hausfrau über das hauswirtschaftliche Jahr und die Umschulung. 16: Bunter Nachmittag. In der Pause: Kunstbericht ber Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft unb Arbeit. 18.30: Die Eroberung ber Meerestiefe. Von Forschungsergebnissen unb Tauchversuchen. Ein Bericht. 18.50: Erzeugungsschlacht. 19: Vom Deutsch- lanbsenber: „Die Schule im Dienste bes Luftschutzes." 19.20: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation: Ernst Moritz Arndt — das deutsche Gewissen. 21: Sinfonie Nr. 7 in E-Dur von Anton Bruckner. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: „Wintersportecho aus Garmisch - Partenkirchen. ' Kurzberichte und Ergebnisse. 22.35: Unterhaltungskonzert. 23.15: Volksmusik. Chorlieder (nach Ge- bichten von Hermann Lons). 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) O. Sch.-V., Mainz. Die Bewertung der Zeitungs- marke Oesterreichs von 1899 (Merkurkopf nach links) ist in den einzelnen Katalogen und Preisbüchern eine verschiedene. Die Farbe der fraglichen Marken (6 Heller) ist orange, nicht rot, wie Sie irrtümlich angeben. 1. Michel (Leipzig): ohne Schutzaufdruck (Lackstreifen) 75 Pf., mit Schutzaufdruck 3,00 Mk.; Borek (Braunschweig) 40 Pf. bzw. 2,00 Mk. (netto); Froede (Düsseldorf) 35 Pf. bzw. 1,20 Mk. (netto). 2. Zeitungsmarke 1908 (Merkurkopf nach rechts): Michel Glanzpapier 40 Pf., dünnes Papier 40 Pf., . gewöhnliches Papier 10 Pf.; Borek 18 bzw. 18 bzw. 4 Pf.; Froede 40 bzw. 40 bzw. 5 Pf. Eine Bewertung nach Stempel ist nicht gegeben. 3. Die 1 Kreuzer grün, Deutsche Reichspost, in Zeitungsstreifband eingedruckt, ist nicht katalogisiert, da diese Sammelart eine besondere Gruppe des Postwertsammelsportes darstellt, die sog. Ganzsachensamm- ler. — Zu Ihrer Bitte um Angabe einer Adresse zwecks Markentausch und -verkauf sei Ihnen empfohlen, sich einem Markensammlerverein, wie sie in allen Städten fast mehrfach bestehen, anzuschließen, wo Ihnen Rat und Auskunft von ernsthaften Sammlern in allen Fragen des Briefmarkensammelsportes gegeben werden. as gibt es Neues tu der Medizin? Von Or. med. p. Wölffel. die gebräuchlichsten rmd auch erfolgreichsten Haus- mittel. Zur Behandlung über Nacht kommt auch ein Lehmoerband in Frage. Man kann solche Verbände fertig in Apotheken kaufen. Ist mit dieser Behandlung nicht mehr zu erreichen, baß die Entzündung zurückgeht, dann bleibt nichts anderes übrig, als den Verlauf der Krankheit möglichst zu beschleunigen und das „Gerstenkorn" durch Anwendung von feuchter Wärme zum Auf gehen zu bringen, wenn es nicht der Arzt gar für besser halt, die Eiterung durch eine kleine Operation herbeizuführen. sonders bann gerne ein, wenn die Fußspitzen beim Schwimmen kräftig gestreckt werben. Der nchwim- mer legt sich dann am besten auf den Rucken uno beugt die Fußspitze nach oben. Oft ist es mit einem einzelnen Gerstenkorn nicht getan. Es läßt sich leider nicht vermeiden, daß die Jnfektivnskeime auch an andere Stellen gebracht werden, so daß neue Herde entstehen. Ist schon die Berührung des kranken Auges mit den 5)änben nicht immer zu umgehen, so wird die Gefahr der Übertragung durch den Lidschlag noch vergrößert. Als einzige Gegenmaßnahme wäscht man das Auae öfter mit einer desinfizierenden Flüssigkeit aus. An der Entzündung selbst soll man so wenig wie möglich Gewalt anwenden. Manchmal hält der Arzt Spritze mit abgetöteten Bakterienkeimen für notwendig, die eine Vermehrung unterdrückt. zerreißen die Gelenkbänder, unb die Gelenkenden der Knochen bleiben in ihrer verschobenen Lage. Dann ist es dem Verletzten auch unmöglich, das Glied zu bewegen. Die gleiche Verletzung kann sich im Handgelenk ereignen. Handelt es sich nur um eine Verstauchung, dann wird das entkleidete Gelenk ruhig gelagert und mit kalten Umschlägen bebeckt, bis die Bewegungen nicht mehr schmerzen. Dann gibt man dem Gelenk mit einer festen Binde einen Halt. Später reibt man es mit Arnikatinktur ober Kampferspiritus ein und massiert es, um den Bluterguß zu verteilen. Lassen die Schmerzen nicht noch, dann gehe man zum Arzt. Bei einer Verrenkung unterlasse man jeden Versuch der Selbstheilung, sondern hole den Arzt auf jeden Fall. Vis zu feiner Ankunft kühle man das verletzte Glied, möglichst mit Eis. Einrenkungsversuche lasse man von Ungelernten niemals vornehmen, dadurch kann die Verletzung nur schlimmer, der Schmerz nur beträchtlicher werden, und schließlich ist es nicht ausgeschlossen, daß das Glied dabei für immer Schaden nimmt. Aas Gerstenkorn. Eine mehr lästige als gefährliche Erkrankung besteht in der häufig anzutreffenden Schwellung im äußeren Teil des Augenlides, in dem sogenannten Gerstenkorn. Zuerst macht sie sich als leichte Entzündung bemerkbar, die sich bald in eine Eiterpustel hinüberbildet, einen quälenden Juckreiz und einen starken Druck auf den Augapfel ausubt. Manchmal geht die Entzündung auch auf die Bindehäute des Auges über, so daß die Erkrankung recht gefährlich aussieht. Oefsnet sich dann aber die Eiterung, meist an der Innenseite des Lides, dann läßt die Schwellung nach und damit Moderne Slnkgruppenforschnng. Die medizinische Wissenschaft darf nie Selbstzweck werden; sie behält immer das eine Ziel, der leidenden Menschheit zu helfen, im Auge. Die praktischen Folgerungen, die aus den theoretischen Erkenntnissen, aus den Arbeiten im Laboratorium gezogen werden, interessieren naturgemäß den Nichtmediziner ganz besonders. Die neuesten Ergebnisse auf dem Gebiete der Blutgruppenforschung haben ihre Bedeutung bei Lllimentationsprozessen, wenn die Vaterschaft fest- gestellt werden muß. Die mehr oder weniger glaubwürdigen Zeugenaussagen werden bis zu einer gewissen Grenze entbehrlich gemacht. Die biologischen Tatsachen, die mit der Familienforschung untrennbar verbunden sind, treten an ihre Stelle. Es gibt vier sogenannte klassische Blutgruppen, die einwandfrei und spielend leicht festgestellt werden können. Jeder Mensch behält die ihm eigene Blutgruppe vom Kindes- bis zum Greisenalter und vererbt sie streng weiter. In neuester Zeit sind neben die vier klassischen Blutgruppen drei weitere Gruppen getreten. An Hand der Blutgruppenforschung läßt sich fest- stellen, ob das Blut des Kindes der Blutgruppe eines Elternteiles angehört. Weist das Kind bei einem Alimentationsprozeß die Blutgruppe des Vaters auf, dann kann der als Vater angegebene wirklich der Vater sein. Er muß es nicht unbedingt jein, denn Millionen andere Männer weisen die gleiche Blutgruppe auf. Gehört die Blutgruppe des Kindes derjenigen der Mutter an, dann ist die Behauptung, der angegebene Vater sei der richtige ' Water, auch noch nicht von der Hand zu weisen. Erst wenn festgestellt wird, daß die Blutgruppe des Kindes weder mit der der Mutter noch mit der des in Frage kommenden Mannes übereinstimmt, dann ist der angebliche Vater nicht der Vater. Die Blutgruppenfeststellung hat also nur in negativem Sinne ols Beweismittel Geltung. Interessant ist, daß das Blut des Menschenaffen nur schwer von dem des Menschen zu trennen ist. Bei der Rassenforschung spielt die Blutgruppe keine wesentliche Rolle. Es konnte bisher lediglich fest- gestellt werden, daß bei verschiedenen Volkern eine bestimmte oder mehrere bestimmte Blutgruppen besonders häufig auftreten. Die Gruppe 1 zum Beispiel kommt auffallend oft bei den alten Rassen vor, jo bei den nordamerikanischen Indianern, den Ureinwohnern Australiens und den Philippinen-Ma- layen. Da sich aber die wenigen Blutgruppen auf unzählige Rassen verteilen, kann die einzelne Blutgruppe nicht als absolutes Rassezeichen gewertet werden. Die Blutgruppenforschung kommt besonders der Durchführung der Bluttransfusion zugute, die bei starkem Blutverlust häufig die letzte Rettung für einen Kranken ist. Es ist außerordentlich wichtig, daß die Blutgruppe des Spenders mit der des Kranken übereinstimmt, wenn die Uebertragung von Nutzen sein und nicht etwa das Leiden verschlimmern soll. Wenn wir einen Kranken besuchen Ala Slnrelsen-LMleuseiellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeiiungen und Zeitschriften Gietzen / StbuMvatze £ GIESSEN SELIERSWEG 81 Inventur-Verkauf 477A 2326 a 514D auf den Ständen. statt. - Am 3. Februar, ab 15 Uhr, Herausschiesien einer Ehrenscheibe Während des Inventur-Verkaufs und zum Bauen Äbermann bedeutend ermäßigte Preiie in der Rückstrahler^ in groß. 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