, , »Ä«* KO^-^-5" ■ W " " ■üe£k 4 • ' , «j> . *“w^8ä Wlc /m 185. Jahrgang Gießener Anzeiger 30: Mffe. Die Todesopfer Bei der für Gang der statten. uri a.^ zz.Dezember ^mder. enft. ühlen 2), igember. r: Predigt, ezember. ? 50 4 ’■ K. I; Oie Trauerleier für die Opfer des Eisenbahnunglücks. Berlin, 26. Dez. (DNB.) Die Trauerfeier * 4 i dringende Notruf Itlb tzchaltrrdies fachabholer! 2500. aß- ; Sanitätrkc hl. Stefamu ; 8: Äomn- istandacht^ Predigt - . — hlM . 10: Hchmt mit Predigti it Predigt. - Oreiunddreißig Todesopfer des schweren Eisenbahnunglücks in Thüringen die Toten des Eisenbahnunglückes von Groß-Heringen findet am 28. Dezember, 11 Uhr, in der Horst - Wessel - Schule in Apolda statt. Die Feier wird von der Reichsbahn und von dem Gau Thüringen der NSDAP, veranstaltet. Im Auftrag des Führers wird Reichsstatthalter und Gauleiter S a u ck e l sprechen. Für die Reichsbahn wird der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorp müller das Wort ergreifen. Die Reichsbahndirektion Erfurt gibt bekannt, daß sie den Ange Hörigender Toten Freifahrscheine gewährt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Ebenso erhalten die Angehörigen der Verletzten Fahrterleichterungen. Oie Reichsbahn übernimmt Fürsorge für die Hinterbliebenen. Berlin, 26. Dez. (DNB.) Der Generaldirektor der Reichsbahn Dr. D o r p m ü l l e r hat den Präsidenten der Reichsbahndirektion Erfurt beauftragt, alle Sofortmaßnahmen zu ergreifen, die in der Lage sind, die Not der Verletzten und die Sorge der Hinterbliebenen der Toten wirtschaftlich und seelisch zu lindern. Wie wir erfahren, wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft darüber hinaus auch weiterhin die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Opfer des Eisenbahnunglücks in Thüringen übernehmen. ^achtssts chte; 6,6j und in alle nlt): 9: hot ed'gt: 16.3 Segen; 1( Hochamt m Predigt. - Hochamt m ästmette; 1( Nette; 8.1! ••30: hochai Unser Bild zeigt in der Mitte der Brücke über die Saale bei Großheeringen die Lokomotive des Schnellzugs, die dem Personenzug in die Flanke gefahren war. — (Scherl-Bilderdienst.) Schnelle Hilfe zur Stelle Durch den Krach des Zusammenstoßes sind sofort ^A.-Abteilungen, Sanitätsabteilungen und die Polizei und Einwohner des Ortes Unter-Neusulzs her- veigeeilt. Kurz darauf erschienen die vom Bahnhof Groß-Heringen angeforderten Sanitätsabteilungen und Aerzte. Bald darauf traf Reichsstatthalter sandel ein und übernahm die Leitung und ver- nnlaßte das Erforderliche zur Bergung der Verletzten und Toten außerhalb des Bahngebietes. Von »er Reichsbahn wurden Hilfszüge von Weimar und Halle nach der Unfallstelle geleitet und die Beseitigung der sieben beschädigten Wagen und der zwei beschädigten Lokomotiven des D 44 und des Personenzuges 825 sowie die Bergung der Verwundeten und Toten in den Personenwagen »urchgeführt. Der Präsident der Reichsbahndirek- ion Erfurt, La mertz, begab sich sofort nach Bekanntwerden des Unfalls an die Unfallstelle. Der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüler, traf in derselben Nacht um 3 Uhr an der lUnfallstelle ein. Dr. Dorpmüller und Präsident Vamertz besuchten am 25. Dezember früh die schwerverletzten in den Krankenhäusern. Im Einvernehmen mit dem Reichsstatthalter Sauckel und Dem Präsidenten der Reichsbahndirektion Erfurt wurde eine Pionierabteilung aus Riesa an Die Unfallstelle gerufen zur Bergung der Toten und des beschädigten Wagens aus dem Saalebett. Das Gleis Erfurt—Halle und das Gleis Halle— Grfurt waren um 19.30 Uhr wieder befahrbar. Der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, yat den Präsidenten der Reichsbahndirektion Erfurt beauftragt, alle Sofortmaßnahmen zu ergreifen, die :n der Lage sind, die Not der Verletzten und die sorge der Hinterbliebenen der Toten wirtschaftlich und seelisch zu lindern. Das Unglück nahm vor allem deshalb so schwere Formen an, weil der Zusammenstoß seine Höch st e Wucht gerade a u f der Saale- v r ü ck e erreichte. So stürzte ein Wagen des Per- i'onenzuges in den Fluß, der an dieser Stelle ?twa drei Meter tief ist. Die dort geborgenen Toten werden, soweit sie nicht durch den Sturz getötet wurden, zum größten Teil ertrunken sein. Mehrere Wagen des Personenzuaes wurden i n - i »lnandergeschoben. Die Ooerteile der Wagen lösten sich von den Fahrgestellen, die zu einer mit Holzteilen vermengten unförmigen Masse von -eisernen Schienen, Stangen und Rohren zusam- menoedrückt wurden. Ein Wagenoberteil wurde in Die Höhe gehoben und legte sich quer auf die Vor- ; xipannmaschine des D-Zuges. Ein Güterwagen blieb Katastrophe kamen ums Leben: Oberschaffner Gustav Herziger, Weißenfels; Paul Pischoff, Langensalza; Max Stuerzt, Ilmenau; Harry Rosenburg, Niederröblingen; Hartwig Klotz, Eisenberg (Thüringen); Walter P r u e ß l e r, Bad Sulza; Otto Schmidt, Lackierer bei der Eisenbahnwerkstätte Frankfurt am Der Führer ließ sich ferner über den weiteren Rettungsarbeiten laufend Bericht er- w IW schweren Eisenbahnunglück bei Groß-Heringen am Weihnachtsabend bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Todesopfer meine herzlichste Anteilnahme und den Verletzten meine aufrichtigsten Wünsche für ihre Genesung zu übermitteln. Adolf Hitler." In dem Augenblick, als in allen deutschen Gauen Re Kerzen an den Weihnachtsbäumen zu strahlen «eaannen, hat sich in Mitteldeutschland ein schweres Zisenbahnunglück abgespielt. Weihnachtsurlauber, Männer, Frauen und Kinder, die zu ihren Angehörigen, zu Freunden und Bekannten reisen wollten, um dort in trautem Kreise Wiedersehen mit den Lieben zu feiern, haben das, worauf sie sich freuten, richt mehr erleben dürfen. Das Schicksal hatte es Inders gewollt: sie sind auf dieser Reise in den Weihnachtsurlaub vom Tode ereilt worden. Voller Trauer steht das ganze deutsche Volk an der Bahre xer Toten, tiefstes Mitgefühl beseelt alle. Es ist nicht unsere Aufgabe, in diesem Augenblick die Schuldfrage zu stellen. Das mag den Gerichten über- «ssen bleiben, die sich pflichtgemäß mit diesem Unglück beschäftigen müssen. Wir können nur feststellen, »aß immer dort, wo Menschenwerk vorhanden ist, iud) unvorhergesehene Ereignisse eintreten können, selbst dann, wenn der Sicherheitsgrad, wie das bei ’ier Deutschen Reichsbahn der Fall ist, nach allen Er- »ahrungen und Ueberlegungen denkbar hoch ist. Und irotzdern sind Unglücksfälle nicht zu vermeiden, mag vuch das Verantwortungsgefühl des einzelnen noch d hoch sein. In diesem Falle war es der lebhafte weihnachtliche Reiseverkehr, der dem Unglück seinen schrecklichen Stempel aufdrückte. Wir senken die Fah- len vor den toten deutschen Volksgenossen, denen so olötzlich der Tod in den Weg trat! Die Lnglücksmeldung. Erfurt, 26. Dez. (DNB.) Die Reichsbahn- »iretlion Erfurt teilt mit: Am 24. Dezember um 119 Uhr stieß der D-Zug 44 Berlin—Basel bei »er Einfahrt in den Bahnhof Groß-Heringen auf »en ausfahrenden Personenzug 825 Erfurt— Leipzig. Personenzug 825 wird planmäßig in Droß-Heringen von dem FD 111 überholt und muß •ei der Ausfahrt das Gleis der Gegenrichtung Halle —Erfurt kreuzen. D44 überfuhr das auf Galt stehende Bor- und hauptein- a h r t s f i g n a l des Bahnhofes Groß-Heringen und fuhr damit dem durch diese Signalstellung einwandfrei gesicherten ausfahrenden Personenzug 825 n die Flanke. Durch die Abhängigkeit der Slellwerksanlagen ist festgestellt, daß bei der Ausfahrt dieses Zuges das Einfahrtssignal nicht auf Fahrt gezogen werden kann. Bei dem Zufammen- Toß wurden sieben Wagen des Personenzuges zer- rümmert. Einer fiel dabei in die Saale. Durch den Unfall wurden 3 3 perfonen getötet, zehn schwer und sieben miltelschwer, uuherdem zehn leicht verletzt. Die Verletzten wurden non der Universitätsklinik Jena, den Krankenhäusern Apolda und Naumburg ausgenommen. Gruß über die Grenzen. Es war mehr als nur ein Gruß, den der Stellvertreter des Führers, Reichs- minifter Rudolf Heß, am Heiligen Abend über alle deutschen Sender in alle Teile der Welt gehen ließ, wo Menschen deutscher Zunge itzen. Wie mit weit ausgebreiteten Armen umfaßte Deutschland seine Söhne und Töchter innerhalb und außerhalb der Grenzen und machte sie im Klang der warmherziaen Worte zu einer einzigen großen Familie gerade in dem Augenblick, den Rudolf Heß „die feierlichste Stunde des Jahres" nannte. Kein stärkerer Kontrast als die von Unruhe aller Art erfüllte Welt, in der gerade wieder zwei christliche Völker Krieg führen und europäische Nationen „sprungbereit gegeneinander stehen", jeden Augenblick des Ausbruches eines Kampfes mit den furchtbaren Mitteln des modernen Krieges gewärtig — und auf der anderen Seite das von tiefem Frieden erfüllte Deutschland, das die große Familien- feier des Weihnachtsfestes beging. Es war gut und nützlich, daß der Stellvertreter des Führers m jener Stunde auf diesen Gegensatz verwies und damit gleichzeitig ohne viel Worte das große Befriedungswerk Adolf Hitlers kennzeichnete, das in jenen 13 Punkten des 21. Mai bereits seinen Niederschlag für ganz Europa gefunden hat. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo die europäischen Staatsmänner sich endlich auf die Vorzüge jenes Friedensprogramms besinnen. Für die Gegenwart ist wichtiger für uns Deutsche die Tatsache, daß „das Stachelfell des Igels inzwischen beruhigend dicht gewachsen ist", wie Rudolf Heß einen Deroleich auf ferner vorjährigen Weihnachtsansprache fortführte. Denn zum erstenmal in diesem Jahr konnten wir das Weihnachtsfest in einem gesicherten Frie- d e n begehen, im Schutz unserer neuen Wehrmacht, zu der Adolf Hitlers Wort erst den Grundstein legte. Eine Weihnachtsansprache des Papstes. R o m, 26. Dez. (DNB.) Papst Pius XI. hat, wie alljährlich am Vorabend des Christfestes, die Weihnachtswünsche der i n Rom an« wesenden Kardinäle entgegengenommen und dabei in seiner Antwort wie üblich zu den Ereignissen des ablaufenden Jahres Stellung genommen. Er sprach von den bereits von Menschenblut gefärbten d ü st e r e n Wolken, von seinen besonders in der letzten Zeit immer größer gewordenen Befürchtungen und von seiner Hoffnung, daß Gott diesen traurigen Dingen ein Ende bereiten möge. Im Rahmen seiner äußerordentlich beschränkten Möglichkeiten habe er versucht, gegenüber diesem ganzen traurigen Sachverhalt seinen Einfluß geltend zu machen, und sogar gehofft, in dieser vorweihnachtlichen Stunde ein Wort der Aufheiterung sagen zu können. Diese Hoffnung habe sich leider nicht verwirklicht. Doch gebe er die Hoffnung, die einer der Grundzüge des christlichen Lebens sei, nicht auf. Ferner wies Pius XI. auf die Gottlosenbewegung hm, die heute „im Leben einiger Völker" zu einer öffentlichen Meinung geworden sei. Hierbei spielte Papst Pius.XL auf Rußland und Mexiko an. Dann wandte er sich scharf gegen den Kampf „gegen das wahre Christentum", wobei er erklärte, das wahre Christentum sei einzig und allein der Katholizismus, und alle anderen christlichen Richtungen „eine Fälschung". Zum Schluß seiner Ansprache ließ Pius XI. eine Enzyklika über das Priestertum unter den Kardinälen verteilen. Das päpstliche Rundschreiben enthält die Mahnung, der Priester solle i n gesunder Weise modern sein, wie es die Kirche sei. Weiter wird die Verantwortung hervor- gehoden, die derjenige zu tragen hat, der zum Priesterstand rate, und derjenige, der den Priesterstand wähle. Der Priesterstand müsse frei bleiben von allen Unberufenen. An diese Worte schließt sich ein Lob auf die Familie an. Die Mehrzahl der Bischöfe und Priester verdankten die Grundlage ihres Berufes dem Beispiel und den Unterweisungen eines Vaters voll Glauben und mannhafter Tugend und einer keuschen und frommen Mutter. Die Enzyklika richtet sich besonders an den jungen Klerus, der einen besonderen Mut und einen besonderen Eifer entwickele. Man verlange heute auf allen Gebieten des Lebens, in den gesellschaftlichen Neubildungen unserer Tage und im Staat, nach einer Elite. Auch die Elite der katholischen Kirche möge der Menschheit dienen, wie Christus ihr gedient habe. ör Goebbels ehrt die 1700 ältesten Kämpfer Berlins. Die NSK. teilt mit: Reichsminister Dr. Göbbels ließ den 1700 Trägern des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, in Berlin zu Weihnachten fein neuestes Buch „Der Angriff" mit einer persönlichen Widmung überreichen. Dr. Goebbels richtete an diese Parteigenossen ein Schreiben, das seine Verbundenheit mit den ältesten Kämpfern seines Gaues zum Ausdruck brachte. EineWeihnachtsgabevonOr.Goebbels andieGA-GrnppeBerlin-Brandenbnrg Berlin, 24. Dez. (DNB.) Der Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels ließ als Weihnachtsgeschenk der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg zusammen mit einem herzlich gehaltenen Schreiben ein Oelgernälde Horst Wessels überreichen, das im Standartensaal der Gruppe den ihm gebührenden Ehrenplatz erhalten wird. Obergruppenführer von Jagow sprach schriftlich dem Gauleiter den Dank der Berlin-Brandenburger SA. aus. Die Schuldfrage. Zur Schuldfrage werden bereits eingehende Ermittlungen angestellt. Es herrschte am Dienstagabend ein überaus starker Feiertagsverkehr. Der V-Zug 44 verkehrte indreiTei- l e n. Der erste Teil war bereits planmäßig durch. Der zweite Teil, der das Unglück verursachte, kam mit 20 Minuten Verspätung. Anscheinend hat der Lokomotivführer diese Verspätung ein- holen wollen und hat es dadurch an Aufmerksamkeit fehlen lassen. Er hat, wie die bisherigen Ermittlungen ergeben haben, das Haltesignal sowie das davor stehende Vorsignal nicht b e a ch t e t, die beide einwandfrei auf Halt standen. Dieser Tatbestand wird von dem Lokomotivführer Kurt Dechant, der schwer verletzt im Naumburger Krankenhaus liegt, zugegeben. Die Bergungsarbeiten setzten bereits kurz nach dem Unglck ein. Der Katastrophen-Hilfswagen des Reichsarbeitsdienstes Weimar, der auf Anordnung des Reichsstatthalters herbeigerufen worden war, traf bereits gegen 20.30 Uhr an der Unfallstelle ein, und auch die vier Hilfszüge der Reichsbahn waren schnell zur Stelle. Im Lichte von Scheinwerfern arbeiteten alle Beteiligten fieberhaft, um die Trümmer wegzuräumen und die Verunglückten zu bergen. Besonders ausgezeichnet haben sich hierbei die Sanitätsmannschaften, die sofort nach dem Unfall am Platze waren, desgleichen die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften, die SA. und der Arbeitsdienst, die Vorbildliches geleistet haben. SA. und Arbeitsdienst konnten um 3 Uhr morgens zurückgezogen werden, da die eingesetzten technisch geschulten Bergungskräfte vollkommen ausreichten. Die Pioniere aus Riesa, die mit Pontongeräten am Mittwoch gegen 14 Uhr eintrafen, hatten bereits bis 17 Uhr sechs Tote geborgen und setzten ihre Arbeiten in der Nacht zum Donnerstag sowie am Donnerstag selbst fort. Auch Mannschaften des Artillerie-Regiments Nr. 14 aus Naumburg leisteten wertvolle Hilfe. Die Toten sind im Leichenschauhaus des Groß- Heringer Friedhofes würdig aufgebahrt. Die Ortsgruppe der NSDAP, hat dafür gesorgt, daß Tannengrün und Blumen ihre letzte Lagerstätte schmücken. Im Lause des Mittwochnachmittag erschienen Reichsstatthalter Sauckel und Ministerpräsident Marschler erneut in Groß-Heringen und überzeugten sich von dem Fortgang der Bergungsarbeiten. Der zuständige Gauamtsleiter der NSV., Thomas, stellte sofort 10 000 Mark für die Linderung der ersten Not zur Verfügung. Oas Beileib des Führers. Berlin, 25. Dez. (DNB.) Der Führer, dem i noch am Heiligenabend von dem schweren Eisen- = bahnunglück bei Groß-Heringen Mitteilung gemacht t worden'war, hat sofort an Reichsstatthalter Sauckel . in Weimar folgendes Telegramm gerichtet: > „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem umgekippt und zur Hälfte über dem Wasser schwebend auf der Brücke hängen. Ein Mann, der in dem Personenzug saß, wurde bei dem Zusammenprall durch das Wagendach hindurchgeschleudert und fiel auf das Geländer der Brücke. Dort hielt er sich etwa 20 Minuten fest. Man konnte jedoch durch das Eisengewirr nicht an ihn herankommen, so daß er sich schließlich in die Saale hinunterfallen ließ. Der Sturz blieb für ihn wunderbarerweise ohne Folgen, so daß er schwimmend das Ufer erreichen konnte. Er beteiligte sich dann noch an den Rettungsarbeiten, vor allem um seine Frau zu suchen, die aber leider zu den Toten zählte. Id 1—-s' ilf 86 38 147 75 80 26 40 ,38 ,50 ,98 II6 >54 ,56 ,95 ,12 ,21 ,67 ,97 ,28 486 • HeyMaiv unann. > "mann . Natb^ ■ «itforf. i $Quptgotte Wtgofte! 'hausen, i Ko! 1 ' Wuner 7-hunge, sabendmch ! 13). über. uachtsfeier, Nr. 501 Erster Blatt 185. Jahrgang Keitag, 27. Dezember 1955 Heimat im Bild Die Scholle ■ ■ fl V A V H I A V ■ f D I I ■ V ■AMA ■ für Anzeigen von 22 mm monat$:Be5Ug$prds: B B ■■ ■ B BZ ■ F B ■ B B B B B Breite 7 Rpf, für Text- sä™ 's VC/ »VI |V IWV V V-V I MV »HVV LVSLS5Ä ZHZ General-Anzeiger für Oberhessen gfe richten: Anzeiger Sichen V W • behürdlich-Anz-igenkRpf. Sranhurt Kain 11686 Druck uttö Verlag: vrühl'sche UntversttStr-viich und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabschlüll- Staffel 8 Main; Heinrich Kurt Müller, Apolda; Helmut Schmid, Erfurt; Hans Sauter, Erfurt; Ernst Liebold, Apfelstaedt; Berta Nebelung, Nordhausen; Minna Mötzold, Laucha; Edgär Mauer, Gleicherwiesen; Frau Lotte Mauer, Gleicherwiesen; Erich Bruckhaus, Weimar; Rudolf Wirth, Stiebitz bei Bautzen; Irmgard Hebel, Erfurt; Hermann Matz, Breslau; Willy Witter, Mühlhausen i. Th.; Frieda Cramer, Erfurt; Ilse Sasiger, Dölau bei Halle; Richard Hotze, Oldisleben; Schmalz, Groß-Welsbach (Herr); Werner Helft, Schulpforta; Kurt Geißler, Weimar; Ernst Pause, Dosdorf bei Arnsbach; Frau Gehlhaas, Erfurt; Hans Rühle - mann, Gleina bei Freiburg a. d. Unstrut. Drei Tote konnten noch nicht festgestellt werden. Aus Anfragen hat sich ergeben, daß möglicherweise noch zwei Personen vermißt werden. Es wurde daher im Laufe des 26. Dezember an der Unfallstelle ein Taucher eingesetzt, der das Bett der Saale absucht. Laval vor neuem Kampf mit dem Parlament. Paris, 27. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse beschäftigt sich eingehend mit einem Ministerrat am Donnerstag, der verhältnismäßig kurz gewesen sei im Gegensatz zu einer langen Unterredung Herriots mit dem Präsidenten der Republik. Die Meinungen über die Gründe dieser ausgedehnten Unterhaltung gehen natürlich auseinander. Während die einen behaupten, es habe sich um eine der üblichen Unterredungen gehandelt, die der Präsident von Zeit zu Zeit mit einflußreichen politischen Persönlichkeiten über die politische Lage führt, behaupten andere, Herriot habe ursprünglich die Absicht gehabt, seinen Rücktritt einzureiä)en. Er habe sich erst auf eindringliche Vorstellungen des Präsidenten dazu entschlossen, der Regierung solange treu zu bleiben, bis der Haushalt unter Dach und Fach gebracht ist. Herriot selbst hat sich nach der Unterredung mit dem Präsidenten geweigert, auch nur die geringste Erklärung abzugeben. Man rechnet damit, daß Herriot im Verlauf der Kammeraussprache noch einmal versuchen wird, seine Parteigenossen Dort der Notwendigkeit xu überzeugen, einen Regierungssturz im Augenblick zu vermeiden. Nichtsdestoweniger glaubt man, daß die große Mehrheit der Radikalsozialisten entweder gegen die Regierung stimmt oder sich der Stimme enthalten wird. Man ist aber der Ansicht, daß Laval noch einmal eine wenn auch geringe Mehrheit auf sich vereinigen wird. Man spricht von 20 bis 30 Stimmen. Das „Oeuvre" ist der Auffassung, daß der größte Teil der bisherigen Mehrheit auch diesmal wieder der Regierung folgen wird. Zugunsten Lavals spreche vor allem die Tatsache, daß die Frage der Bünde noch nicht geregelt sei und auch der Haushalt nicht vor Dienstag verabschiedet werden könne. Gegen ihn spreche allerdings die unerbittliche Feindschaft der Linken und die allgemeine nervöse Spannung der parlamentarischen Kreise, die ihren Ausdruck darin finde, daß schon jetzt Namen für den etwaigen Nachfolger des Mini- sterpräsidenten genannt würden. Darunter an erster Stelle Flandin, Mandel und Kammerpräsident Bouisson. Die Kammeraussprache beginnt heute Nachmittag. Laval wird wahrscheinlich als erster die Rednertribüne besteigen, um eine lange außenpolitische Erklärung zu verlesen. Ein Antrag aus Auslösung her Freimaumlogkn. Paris, 27. Dez. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der am Samstag in der Kammer erfolgenden zweiten Lesung über die Bünde erklärt ein Antrag des rechtsgerichteten Abgeordneten Dommange, Kammer und Senat hätten beschlossen, daß gewisse Vereinigungen aufgelöst werden müßten, da sie gefährliche Entwicklungen darstellten. In dem selben Geiste fordere er die gleiche Maßnahme gegen geheime Vereinigungen, wozu die Freimaurerlogen zu zählen seien. Er werde der Kammer eine Reihe von Unterlagen vorlegen, deren Echtheit nicht bestritten werden könne. Diese Unterlagen würden den Beweis dafür liefern, daß die Freimaurerlogen eine für die Sicherheit des Staates gefährliche Tätigkeit ausübten. Zur Widerlegung eines Gegenantrages des radikalsozialistischen Abgeordneten G u e r n u t auf Auflösung einer Reihe religiöser Gesellschaften, denen derselbe Charakter zuzuschreiben sei, will Dommange beweisen, daß über die Freimaurer keine einzige legale Veröffentlichung vorliege, wie dies nach den bestehenden Polizeigesetzen notwendig sei, während die religiösen Vereinigungen sich genau an diese Gesetze hielten, und man ihre Satzungen in jeder Bibliothek und sogar in den Archiven der Kammer finden könne. Frankreich und die Flottenkonserenz. Gegen eine angelsächsischeBormachtstellung. Paris, 27. Dez. (DNB. Funkspruch.) Kriegsmarineminister P i 6 t r i äußerte sich im „Petit Journal" über die Schwierigkeiten der Londoner Flottenkonferenz. Die amerikanische und die britische Marine hätten von jeher versucht, ihre Vorrang st ellung zu behaupten, eine Neigung, gegen die sich nicht nur Japan wehre, sondern die auch bei Frankreich auf starke Gegnerschaft stoße. Frankreich halte es außerdem für gefährlich, sich a u f mehrere Jahre im voraus zu binden, weil die gegenwärtige Lage sich ändern könne. Man müsse sich vielmehr darauf beschränken, unter den Flottenmächten gegenseitiges Vertrauen herzustellen und sich jedes Jahr das F l o t t e n b a u p r o - gramm mttzuteilen. Dann könne man an andere Vereinbarungen gehen, wie beispielsweise an die Beschränkung der einzelnen Einheiten, aber nicht die der Gesamttonnage. Man könne schon jetzt mit Bestimmtheit erklären, daß keine Rede davon sein könne, die gegenwärtigen französischen Neubauten aufzugeben. Es würden auch Fragen aufgeworfen werden, die eher politischen als maritimen Charakter hätten, so beispielsweise die des Stillen Ozeans und die des Mittelmeers. Vielleicht sei es auch nicht ausgeschlossen, daß man über die Nordsee sprechen werde, besonders mit Rücksicht auf das deutsch-englische Flottenabkommen. Frankreich werde an allen erweiterten Aussprachen teilnehm en. Die Macht seiner Flotte und die Ausdehnung seines Weltreiches machten es ihm zur Pflicht, seinen Willen und seine Macht zu beweisen. Er werde nicht an der Verteidigung Frankreichs auf dem Messer rühren lassen, weil er sie für die Sicherheit des Landes als unbedingt notwendig erachte. Die Verlängerung der Dienstzeit in Frankreich. Paris, 26. Dez. (DNB.) Die Kammer befaßte sich am Donnerstagnachmittag mit dem Gesetz, das die Bestimmungen über die Rekrutierung im Sinne des inzwischen beschrittenen Weges der D i e n st - Zeitverlängerung abändert. Die Verlängerung der Dienstzeit beträgt nach dem neuen Gesetz 6 Monate für die im April 1935 einberufenen Rekruten und 12 Monate für die folgenden Jahrgänge bis zum Jahre 1945 unter dem Vorbehalt, daß die außenpolitische Lage oder die Einstellung von langdienenden Berufssoldaten eine Milderung dieser Bestimmungen gestatten sollten. Das Gesetz wird mit dem zahlenmäßigen Rückgang der Rekrutenjahrgänge infolge des Geburtenausfalls während des Krieges begründet. Während die Jahresklasse 1934 noch 226 000 Rekruten aufwies, ist diese Zahl 1935 auf 145 000 zurückgegangen und wird 1936 sogar nur 112 000 betragen. Dann -mirb sie langsam wieder steigen. 1937 rechnet man mit 122 000 Rekruten, 1938 mit 141 000, 1939 mit 162 000, 1940 mit ebenfalls 162 000 und 1941 bereits wieder mit 260 000. Das neue Gesetz gibt dem Krtegsminister das Recht, das wehrpflichtige Alter allmählich bis zu 12 Monaten herabzusetzen und die Einstellung der Rekruten zu dem vom Kriegsminister für zweckmäßig erachteten Zeitpunkt vorzunehmen. Das bedeutet die Abkehr von der bisherigen Hebung, die fälligen Jahrgänge in zwei Jahreshälften, im April und im Oktober einzustellen. In Zukunft wird die Einstellung des ganzen Jahrganges im Oktober vorgenommen werden. Kriegsminister Fabry empfahl der Kammer, den vom Heeresausschuß gebilligten Wortlaut unverändert anzunehmen. Er suchte der Kammer mit übertriebenen Schilderungen der deutschen Rüstung Angst zu machen. Die vorübergehende Dienstzeitverlängerung sei erforderlich, nicht nur, um den Ausfall der rekrutenarmen Jahre 3U decken, sondern auch „wegen der intensiven Ausrüstung Deutschlands, die öffentlich von der deutschen Regierung eingestanden sei." Gegenüber den 800 000 Mann, die Deutschland unter den Waffen habe, verfüge Frankreich im Mutterlands über höchstens 400 000 Mann. Man könne diesen Bestand nur aufrechterhalten, in dem man allmählich das wehrpflichtige Alter herabsetze, ohne dabei das 20. Lebensjahr zu unterschreiten. Abgesehen von der Frage des Effektivbestandes seines Heeres könne Frankreich mit dem Stande seiner Verteidigung zufrieden sein. Der Kriegsminister äußerte sich lobend über die motorisierten Einheiten. Seit dem Jahre 1918 habe die französische Armee sich gut entwickelt. Ihr materieller und moralischer Zustand sei sehr befriedigend. Ministerpräsident Laval erklärte, Kriegsminister Fabry habe die Vertrauensfrage gegen den Antrag gestellt, der eine Verminderung der Effektivbestände um etwa 16000 Mann zur Folge haben werde. Die Regierung stimme der Rückverweisung dieses Antrages an den Heeresausschuß zu. Der Kriegsminister sei bereit, zusammen mit dem Heeresausschuß einen neuen Wortlaut auszuarbeiten. Die Verabschiedung der Rekrutierungsvorlage wurde von der Kammer bis nach Fertigstellung des Gutachtens des Heeresausfchusses über die vorliegenden Zusatzanträge vertagt. Die meisten Artikel sind aber bereits angenommen. Oes Führers M eihnachtsfeier mit seinen ältesten Münchener Kämpfern München, 24. Dez. (DNB.) Es war eine große Familie, die sich am Dienstagmittag im Hotel Wagner zu weihnachtlicher Feier vereinigte: 12 0 0 Männer im Braunhemd, die ältesten Kämpfer der SA. und SS., sämtlich Träger des Goldenen Ehrenzeichens, sehr viele auch des Blutordens. Und der sie zu Gast geladen und ihnen den Weihnachtstisch bereitet hatte, war kein anderer als der Führer s e l b st. Wie in all den vergangenen Jahren wollte er auch heuer einige Stunden vor dem Heiligen Abend kameradschaftlich im Kreise seiner alten Mitstreiter verweilen und gemeinsam mit ihnen das Mittagessen einnehmen. Oberführer Höflich und Reichsamtsleiterin Frau R ö m m e l t hatten mit Mitgliedern der NS.-Frauenschaft die Feierstunde aufs beste vorbereitet. Der große Saal war ganz in frisches Tannengrün gehüllt, die langen Tischreihen liebe- voll mit Blumen und roten Kerzen geziert, und jeder Gast fand an seinem Platz die festlich verpackten Gaben, die ihm der Führer gewidmet hatte. Der Dank an Adolf Hitler, daß er so seiner Getreuen gedacht, daß er vor allem gekommen war. sie persönlich zu beschenken, fand seinen Ausdruck schon in den Grüßen der Begeisterung, mit denen gegen 13 Uhr der Führer von den 1200 empfangen wurde. Gauleiter Staatsminister Wagner sprach im Namen aller, wenn er aus vollem Herzen dankte und dem Führer ganz besonders aus dem Traditionsgau die kostbarste Weihnachtsgabe darbot: die Liebe, die Treue und das unendliche Vertrauen des ganzen deutschen Volkes. Als dann der Führer selbst das Wort ergriff, wollten die Kundgebungen der Freude und der Zustimmung kaum mehr ein Ende nehmen. Adolf Hitler gab seinen alten Mitkämpfern einen Einblick in die bedeutendsten Geschehnisse des abgelaufenen Jahres und die großen Aufgaben, die die Zukunft an die gesamte Nation und namentlich an die alten Parteigenossen stellen werde. Er fand gute und herzliche Worte für die Männer, die mit ihm die schwerste nationalsozialistische Kamvf- geschichte verkörpern, Worte der Kameradschaft, Die so, wie es nur Adolf Hitler auszudrücken vermag, alles anklinqen ließen, was ganz persönlich von Mann £U Mann den Führer und seine alte Gefolgschaft verbindet. Als der Führer nach mehreren Stunden des Beisammenseins Abschied nahm, ließ er den Teilnehmern mit der Erinnerung an dieses Weihnachten das schönste Geschenk zurück, er aber nahm, wie es Gauleiter Wagner sagte, mit, was ihm längst gehört: das gesunde und starke Herz seiner Münchener Haudegen. Willibert Kinder zur Weihnachisbescherung bei Ministerpräsident Göring Berlin, 24. Dez. (DNB.) Eine der schönsten Weihnachtsfeiern veranstalteten Ministerpräsident Göring und seine Gattin am Nachmittag vor dem Heiligen Abend im Clou, dessen riesiger Adventskranz, viele Tannenbäume und die prächtigen Wandbilder — Winterlandschaften und Darstellungen aus unseren lieben alten Märchen — den wundervollsten Rahmen zu dem Fest bildeten. In dem Rund des Riesensaales waren auf langen Tischen die Geschenke für 500 Kinder auf- gebaut: warme Kleidungsstücke, Spielsachen, Lebens- mittel für die ganze Familie und allerlei Leckereien. Und zu beiden Seiten saßen an weißgedeckten und festlich geschmückten Tafeln die Kinder mit heißen Wangen und leuchtenden Augen neben ihren Eltern, die auch eingeladen waren. Das Musikkorps des Regiments „General Göring" spielte Weih- nachtslieoer, das Kinderballett der Staatsoper erfreute durch Tanzdarbietungen, ein Kinderchor fang Weihnackts- und Volkslieder und ein Spiel vom Weihnachtsmann und den Heinzelmännchen war der Höhepunkt der Darbietungen. Plötzlich erhob sich ein Jubelschrei, das sich vom Eingang des Saales immer weiter fortpflanzte. Hunderte von Kinderstimmchen schrieen: „Onkel Göring, Onkel Hermann, Heil!" Der Ministerpräsident war erschienen und mit ihm feine Gattin, mehrere Verwandte sowie Staatskommissar Dr. Lippert und Stadtrat Engel. Nachdem General Göring einen kleinen Rundgang gemacht hatte, hielt er, tie] bewegt von dem Jubel der Kinder, eine kurze Ansprache, in der er die Kleinen herzlich begrüßte. „Nehmt von diesem Weihnachtsfest — so forderte der Ministerpräsident die Kinder auf — eine schöne Erinnerung für euer ganzes Leben mit nach Hause. Denkt daran, daß wir in einem neuen Deutschland leben, wo mir alle zusammen eine große Familie sein wollen, wo alle, denen es besser geht, dem notleidenden Mitmenschen helfen wollen! Denkt daran, daß ihr aufwachst in einem Volke, an dessen Spitze unser wunderbarer Führer steht! Denkt daran, daß ihr auch tüchtige Frauen und Männer werden sollt! Begegnet einander mit Liebe und Hilfsbereitschaft, damit ihr das Fest der Heiligen Weihenacht richtig feiern könnt! Ich habe mit dem Weihnachtsmann gesprochen, und er hat euch allen das beschert, was ihr euch gewünscht habt. Freut euch daran und dankt unserem Führer, durch den das alles erst möglich geworden ist, dankt aber auch Gott, der uns das Weihnachtsfest geschenkt hat. Nachdem man gemeinsam das schone, alte Weih- nachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht" gesungen hatte, ging es im Sturm an die Gabentische. Der 2ubel Der Kinder, die hier ihre Lieblingswünsche erfüllt sahen, war unbeschreiblich. Die Feier fand mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „O du fröhliche, o du selige" ihren schönen Abschluß. Das deutsche Wunder. D Ormesson über die Erfolge der nationalsozialistischen Revolution. Paris, 27. De*. (DNB. Funkspruch.) Wladimir d ' O r m e f f o n beschäftigt sich im „Figaro" mit den Erfolgen des Nationalsozialismus, auf wirtschaftlichem, moralischem und sozialem Gebiet. Man müsse Deutschland, wie es am Tage des Skurze s d e r Regierung Schleicher gewesen sei, dem heutigen Deutschland gegenüberfteb len, um die Revolution abzuschätzen, die sich inzwischen vollzogen habe. Das Meisterwerk des Nationalsozialismus liege in erster Linie auf moralischem Gebiet. Die leitenden Persönlichkeiten des neuen Regimes hätten so viel Beweise von sinnreichen Erfindungen abgegeben, sie hätten eine Mystik der Solidarität geschaffen, und sich in weitherziger Weise daran gemacht, Unterstützungen, soziale Einrichtungen, moralische und physische Hygiene zu schaffen. Sie hätten die alte verrostete Bürokratie der sozialistischen Gewerkschaften durch eine junge Auffassung der Arbeit ersetzt, daß man wirklich von einem Wunder sprechen könne. Die linksstehenden Kreise Frankreichs, die dem Dritten Reich feindlich gesinnt seien, sähen diese Tatsache aber nicht. Sie seien sich nicht darüber klar, daß, wenn morgen in Deutsch- land freie Wahlen durchgeführt würden, das nationalsozialistische Regime gerade in der Arbeiterschaft seine sichersten Verteidiger finden würde. Eine verbotene Weihnachtsfeier Die Weihnachtsfeier der Reichsdeutschen in Wien nicht zugelassen. Wien, 26. Dez. (DNB.) Der Bund der Reichsdeutschen in Wien hatte für seine Mitglieder und deren Kinder eine Weihnachtsfeier vorbereitet, die am 2. Weihnachtsfeiertag nachmittags stattfinden sollte. Die Feier war bereits am 12. Dezember ordnungsmäßig bei den B e - Hörden angemeldet wordem Trotz aller Bemühungen des Vorstandes des Bundes bei den maßgebenden österreichischen Stellen wurde die Weihnachtsfeier schließlich doch nicht zugelas- s e n. Die Bemühungen des Bundesvorstandes hatten bis in die späten Nachmittagsstunden des 24. Dezember gedauert. Ueber die Absage dieser reichsdeutschen Weihnachtsfeier in Wien, für die schon 2000 Karten ausgegeben waren, ging den Wiener Zeitungen dann über den Bundespressedienst eine Mitteilung der Politischen Korrespondenz zu, in der erklärt wurde, die Weihnachtsfeier falle „aus technischen Gründen" aus. Stabschef Luhe 45 Jahre alt. Berlin, 26. Dez. Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, begeht am 28. Dezember seinen 45. Geburtstag. Lutze, einer der treuesten Mitarbeiter des Führers, kam bereits in den ersten Anfängen der Bewegung zu Adolf Hitler und war einer der ersten Kämpfer für den Nationalsozialismus in Norddeutschland. Als Stabschef der SA. gelang es ihm, diese Organisation zu einer geschulten, glaubensstarken, dem Führer fanatisch treu ergebenen Truppe zusammenzufassen. Oie baltische Konferenz. Inmitten des Lärms, der um die abessinische Friedensoerrnittlung ausgebrochen ist, tagte i n Riga eine sehr stille Konferenz, die der Außen« Minister der drei sogenannten baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen. Wenn diese Staaten auch verhältnismäßig klein sind und im europäischen Konzert keine sehr hörbaren Jnstru- mente spielen, wenn auch die Beratungsgegenstände der Konferenz sich nicht auf dem schmalen und ge- fährlichen Grat zwischen Krieg und Frieden bewegen, so erinnert das Ereignis doch daran, daß es außer der abessinischen Angelegenheit für Europa noch andere Interessen und Sorgen gibt, ja daß in ihm immerhin einige Staaten — und es sind nicht nur diese kleinen — leben, die diese ganze Geschichte sehr wenig angeht und die froh wären, wenn sie ihre eigenen Angelegenheiten in einer ruhigeren Atmosphäre erledigen könnten. Die drei neuen S t a a t e n s ch ö p f u n g e n an der Ostsee haben seit ihrer Entstehung das natürliche Bedürfnis gefühlt, sich zusammenzuhalten, und sich sozusagen über die Unsicherheiten ihrer neuen Existenz zu beruhigen. Sie haben auch, abgesehen von ihrer geographischen Lage und Nachbarschaft, manche gemeinsame kulturelle, vor allem aber wirtschaftliche Interessen; sie Haden eine langt gemeinschaftliche Vergangenheit als ehemalige Glieder des russischen Reiches und, was die Zukunft betrifft, so hängt ihre gemeinsame Existenz davon ab, ob das bolschewistische Rußland die Abtrennung seiner westlichen Provinzen als historische Tatsache oder nur als eine vorübergehende Episode betrachtet. Insofern haben diese drei kleinen Staaten, zusammen mit Polen, eine Aufgabe von größter Wichtigkeit zugewiesen erhalten: den äußersten Grenzposten Europas im Osten zu halten und das Hereinbrechen der asiatischen Welle zu verhindern. Nicht nur deswegen, aber besonders deswegen sind sie auch für Deutschland von größter Wichtigkeit, das in seiner neuen geistigen und politischen Haltung seine Mission als Schutzwall Europas sehr ernst nimmt. Es könnte sich aus dieser großen Linie einer gemeinsamen europäischen Ausgabe bei verständiger großzügiger Führung der Politik auch eine intime Zusammenarbeit nicht nur der drei baltischen Staaten unter sich, sondern auch zwischen ihnen und Polen und Deutschland ergeben, und zwar in allen Angelegenheiten, auch wenn sie mit jenem großen gemeinsamen Interesse nicht unmittelbar zusammenhängen. Denn es ist in der internationalen Politik doch so, daß wichtige Aufgaben von zwei oder mehreren Staaten nur dann zusammen gelöst werden können, wenn ihre Beziehungen überhaupt vertrauensvoll aufeinander abgestimmt sind. Das Beispiel haben das Reich und Polen gegeben, als sie sich im Bewußtsein einer großen gemeinschaftlichen Gefahr über das minder Wichtige einigten und seitdem bemüht sind, sich auch kulturell und wirtschaftlich zusammenzufinden. Die drei baltischen Staaten haben diesen Weg noch nicht gefunden, der es durchaus nicht ausschließen würde, daß sie unter sich Konferenzen ab- halten, der aber doch immer die Richtung nach Berlin und Warschau als das Wichtigere ansehen müßte. Das große Hindernis ist bekanntlich Litauen, das es sich leisten 3U können glaubt, mit Polen und dem Reich „tödliche" Gegensätze zu pflegen und eigensinnig zu konservieren. Die Wilna- und Memelfrage beherrschen den Horizont der litauischen Politik so ausschließlich, daß man in Kowno für andere Betrachtungen überhaupt kein Verständnis aufzubringen vermag. Dies haben Lettland und Estland immer wieder erfahren müssen und sich deshalb genötigt gesehen, aus ihren gemeinsamen Beratungen diese besonderen litauischen Probleme ausdrücklich auszuschlie- ß e n. Was aber bleibt dann noch übrig? Es ist nickt mehr viel Wichtiges zu beraten und zu beschließen, wenn die drei baltischen Staaten über ihre Beziehungen zu Polen und zum Deutschen Reich nicht auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können; mindestens nicht viel, was in die größeren Bereiche der europäischen Politik gehört, wenn auch für die drei Staaten selbst in solchen regelmäßigen Fühlungnahmen, wie sie seit dem letzten Jahre Brauch geworden sind, mancher Vorteil, etwa wirtschaftlicher Art, herauskommen mag. Die baltischen Konferenzen haben somit, solange sie sich mit Rücksicht auf Litauen von der größten und wichtigsten gemeinsamen Aufgabe zurückhalten, nämlich der, neben Deutschland und Polen ihre Stellung im europäischen Gesamtleben und im osteuropäischen Raum zu betonen und zu wahren, nur eine beschränkte Bedeutung und können kaum das Bedürfnis dieser jungen ehrgeizigen Staaten befriedigen, durch Zusammenschluß sich mehr als einzeln Gehör und Beachtung zu verschaffen. Dies würde mit einem Schlage anders, wenn man sich in Riga und Reval entschlösse, um die litauischen Svnderprobleme nicht sorgsam und ängstlich herumzugehen, sondern sie als „baltische" Probleme anzusehen und dies in Kowno zum Bewußtsein zu bringen. Ein chinesischer Minister ermordet. Starke Erregung in Schanghai und Nanking. | Schanghai, 26. Dez. (DNB.) Der frühere ; stellvertretende Außenminister und jetzige stellvertretende Verkehrsminister der Nanking-Regierung, Tangyujen, wurde am Donnerstagnachmittag in seiner in der französischen Niederlassung gelegenen Wohnung ermordet. Die Täter lauerten dem von einem Besuch heimkehrenden Vizeminister auf und verfolgten ihn bis zu seinem Haus. Dort "oben sie im Treppenhaus etwa acht Schüsse auf ihn ab, von denen drei trafen. Tangyujen starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Die Mörder konnten unerkannt entkommen. Die Stimmung ist hier unter dem Eindruck der Mordtat reckt besorgt. Tangyujen, der als Anhänger Wangtschingweis japan- freundlich gesinnt war, ist von Kommunisten getötet worden, die eine Annäherung Chinas an Japan verhindern wollen. In Schanghai halten die S t u d e n t e n Unruhe n weiter an. Ein Teil der Studenten hat, um in Danfing scharfen Protest gegen die fepara« tistischen Bestrebungen einzulegen, den Nordbahnhof in Richtung Nanking verlassen. Zwischen Sutschvu und Wuhsi wurden die Züge von Polizei- beamten zum Stehen gebracht und die Studenten zur Umkehr aufgefordert. Auf Befehl von Nanking hat der Kommandeur der Garnison in Wusung, einem Außerttort nördlich von Schanabai, den Belagerungszustand erklärt um Rübe- törungen vorzubeugen, die man von den Linksradikalen als Antwort auf die Studentenkundgebungen für möglich hält. Auch über Nanking und Hankau wurde das Standrecht verhängt. Die weltwirtschaftliche Stellung Aegyptens des Das amerikanischen Atlantikküste wurde während inister Ein jäger Keiler Tieres zur der Paris, 27. Agentur Radio lichkeit Stalins malige ten. erst nach dem sechsten Schuß gelang, zur Strecke zu bringen. Das Gewicht betrug ausgenommen 220 Pfund. Schwere Schneestürme in Amerika. Gebiet von den Rocky Mountains bis zuges stürzten über die Böschung hinab. Drei Personen wurden getötet, sieben schwer verletzt. Der Bahnverkehr war auf mehrere Stunden unterbrochen, obwohl ein Hilfszug sosort aus Futschau abging. Der Schuldverdacht richtet sich gegen den Führer des Schnellzuges, der zusammen mit dem Heizer geflohen ist. Eisenbahnunglück in China. von Tientsin kommender Schnellzug stieß Kilometer nordöstlich von Hsütschau in der Weihnachtsfeiertage von schweren Schneestür- men heimgesucht. In vielen Staaten mußte der Flugzeug- und Kraftwagenverkehr völlig eingestellt werden. In Cbikago trafen die Eisenbahnzüge mit stundenlangen Verspätungen ein. Ueberall sind große Schneeverwehungen zu verzeichnen. Dreißig Menschen sind erfroren. Vrandunglück in einem amerikanischen Arbeitsdienstlager. In einem Lager des amerikanischen freiwilligen Arbeitsdienstes in Waterbury (Vermont) brach ein Brand aus. Das Feuer entstand in einer Holzbaracke und griff so schnell um sich, daß sich mehrere der Insassen nicht mehr in Sicherheit bringen konnten. Drei Offiziere verbrannten, drei weitere Offiziere wurden schwer verletzt. Der Stalin. Dezember. (DRB. Funkspruch.) Die meldet aus Moskau, die Volkstüm- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! B u k a r e st, Dezember 1935. 1 Roch ist jene Völkerwanderung in frischer Erin- 1 n rung, die nach Beendigung des grie- ! kiisch.türkischen Krieges einsetzte und in i d-ren Verlauf viele Tausende von kleinasiatischen Riechen in ihre Urheimat zurückwandern mußten, noo sie dann als Bauern und Kolonisten angesiedelt 1 vmrden. War auch vielleicht vom nationalpolitischen ^Standpunkt aus diese Maßnahme verständlich, da ronmehr der Hauptanlaß für Streitigkeiten zwischen (Griechenland und der Türkei ein für allemal besei- tpt wurde, so ist doch anderseits nicht zu leugnen, biß jene erzwungene Völkerwanderung für die i iden beteiligten Staaten ungeheure Schwierig- fiten mit sich brachte. Griechenland mußte für die r uen Siedler Grund und Boden, dann aber auch mtürlich Barmittel zur Verfügung stellen, und die Zürkei wiederum, die nach den jahrelangen Kriege ohnehin stark entvölkert war, verlor nun mieberum Zehntausende von Bauern, die doch k immerhin von ihrer Hände Arbeit das Dolksver- rwgen vergrößert hatten. In der letzten Zeit konnte man immer wieder beobachten, wie die türkische Regierung bestrebt ist, gnade der Bevölkerungspolitik ihre Aufmerksamkeit , widmen und dafür zu sorgen, daß die Lebens- bidingungen des türkischen Staatsbürgers immer i7Thr verbessert werden, um so die Volkskraft und gsichzeitig auch die Volkszabl nach Möglichkeit zu hlben. Im Rahmen dieser Bestrebung fördert nun türkische Regierung neuerdings wieder eine k!-ine Völkerwanderung, die seit einigen Monaten irn Gange ist. Es handelt sich dab->i um die R ü ck - tranberung von rund 200000 Türken, b» seit altersher in den südlichen Gebieten 7 umäniens, besonders in der Dobrudscha, aisässig waren, und die nun aus mannigfachen kiründen ihre Heimat verlassen sollen, um sich im Hsiche Atatürks neu anzusiedeln. 'Es ist interessant, den eigentlichen Hintergründen richzugehen, bte zu dieser neuen Völkerwanderung qiführt haben. Da zeigt sich nämlich, daß diese Auswanderung türkischer Bauern aus der Dobru- bcha durchaus nicht so freiwillig erfolgt, wie die rumänische Regierung es glauben machen möchte, kskanntlich ist die Dobrudscha volkspolitisch durchaus kein einheitliches Gebiet. Richt mit Unrecht er- b,!bt immer wieder Bulgarien einen Anspruch auf die südliche Dobrudscha, da dort zweifellos in bn* Hauptsache Bulgaren wohnen. Das übrige Do- buudscha-Gebiet ist aber außerdem von Türken bisiedelt, teilweise auch von Deutschen, ferner oi n Rumänen und seit einigen Jahren auch oin sogenannten Mazedo-Rumänen, Aromunen genannt. Vor ungefähr acht Jahren leitete die ru- irnnische Regierung eine Rückwanderungsaktion der bimals in Südserbien wohnenden Mazedo-Rumä- nm ein Es bandelte sich hauvtsächlich um die Gebote in der Nähe des Ochrida- und des Presba- &»es. Aber auch aus Griechisch-Mazedonien und i S einigen ostalbanischen Gebieten wurden Mazedo- Rumänen nach Rumänien zurückgeholt. Insgesamt t'b damals etwa 30 — 40 000 solcher Mazedo- Rumänen oder Aromunen nach Rumänien ein- ;«Wandert, wo sie im Gebiete der Dobrudscha an- j.lieMt wurden, und 'war bannt^ächlich in der Am 7. November habe man in f a st allen Untergrundbahn st ationen die Bilder Stalins und die des Volkskommissars für Verkehrswesen, Kaganowitsch zerrissen. Im Park von Saratow habe man wenige Tater später eine Büste Stalins gefunden, die durch Schläge mit einem harten Gegenstand v o l l st ä n d i g zertrümmert worden war. In Swerdlowsk seien 18 Studenten verhaftet worden, weil sie beleidigende Druckschriften gegen Sta- l t n verteilt hätten. Aehnliche Zwischenfälle hätten sich unter den Arbeitern in den Bergen von Iwanowo ereignet. Die kommunistische Wühlarbeit in Braki^en Rio de Janeiro, 27. Dez. (DNB.) In R i o de Janeiro wurden bei polizeilichen Nachforschungen in einem Wohnhaus aus Anlaß einer Explosion umfangreiche VorrätevonSpreng- st offen und Bomben gefunden. Ein Mieter des Hauses gab nach längerem Verhör zu, daß er die Bomben und das Svrenamaterial im Auftrag der Kommunistischen Partei aufbewahre. Es wurde festgestellt, daß die Kommunisten in der Stadt mehrere geheime Werkstätten unterhielten, in denen Bomben bergestellt wurden. Es bestand der Plan, zu gleicher Zeit auf alle Kasernen der Hauptstadt Spreng st offanschläge zu verüben. Aufklärung eines Sabotageaktes ans dem Jahre 1933. Stuttgart, 24. Dez. (DNB.) Das württem- bergische Politische Landespolizeiamt teilt mit: Dem württembergischen Politischen Landespolizeiamt gelang es in den letzten Tagen, einen kom - m u n i ft i f d) e n Sabotageakt aufzuklären, h verständiger 1 eine intim, ■ drei balti. । Zwischen chland er. heilen, ai^ nen Önterefi; Denn es jf daß wichtig, Staaten nin >, wenn ihn aufeinanbei n das Reij »ußtsein einei das minöe1 ht sind, \\t menjufinber, diesen M i9 nicht au.- iserenzen ai- iichtung naS gere ansehn anntlich L!> 1 glaubt, mü legensaße zu . Die Wilml jont bet man in Haupt hin Wt erioi ziehen, oß e besondere szuschli./ ihrig? Es ifi i und zu te Staaten übe im Deutsch!' nner gebrach was in di« iolitik gehört ist in solch» sie seit dem mancher Bor« kommen mag- somit, solang! i der größt» zuruckhalten, ) Polen ihn 1 und iw ost« । zu wahren tonnen tai® iigen Staat» sich mehr lu- Ichassen- W ienn man W die litamM Mich Henn» W K vno zum » Werkschule Fritzlar mitwirkten. Flugzeugunfall bei Breslau. Beim Kurven über den Platz verunglückte ein Verkehrsflugzeug auf dem Flughafen Breslau. Die Insassen, Flugzeugführer Hannappel, Maschinist und Funker Pätzold sowie ein Herr Scholz aus Gleiwitz kamen dabei ums Leben. Flugzeug zerschmettert. — Besatzung unverletzt! Während eines Geschwaderfluges, das von neun portugiesischen Flugzeugen in die Kolonien durchgeführt wird, ereignete sich ein Unfall, der aber glücklicherweise kein Menschenleben gefordert hat. Wegen eines noch nicht festgestellten Maschinendefekts mußte das Führerflugzeug in Portugiesisch- Guinea eine Notlandung vornehmen. Dabei wurde das Flugzeug vollkommen zerschmettert. Von der Besatzung wurde niemand verletzt. Die übrigen acht Maschinen setzen ihren Rundflug fort. Man vermutet, daß das verunglückte Führerflugzeug wegen Bruches der Brennstoffzufuhrleitung die Notlandung ausführen mußte. Aufregende Saujagb. Zu einem aufregenden Kampf mit einem schweren Keiler, wie er auf dem Gebiete der Jagd sehr selten zu verzeichnen ist, kam es dieser Tage gelegentlich eines Treibens auf Schwarzwild bei" Reifferscheid (Eifel). Zwei Treiber nahmen die Wundfährte eines bei der Jagd angeschossenen Keilers auf. In einer Kieferndickung stießen sie auf das weidwunde Tier. Sofort ging der schwere Keiler zum Angriff auf seine Verfolger über, die sich jedoch vor den gefährlichen Hauern des wütenden Tieres durch die Flucht retten konnten. Am andern Morgen wurde die Fährte nochmals ausgenommen. Ein Hund stöberte den Schwarzkittel auf, der sich auch diesmal trotz seiner schweren Verwundung zum Kampf stellte. Es entwickelte sich nun eine ndNanM Der W. iehige ttett stagnach^ S,3j ÄS )en r oft Wirtschaft heute hat. In der ersten Hälfte des Jahres 1935 hat sich der deutsche Export nach Aegypten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres beträchtlich erhöht. Andererseits hat Aegypten auch einige Bedeutung für die Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen, namentlich mit Baumwolle. Außer dieser erzeugt Aegypten noch Weizen, Mais, Reis, Zuckerrohr, Zwiebeln, Petroleum, Naturphosphat, Manganerz und Zigaretten. Nur wenige dieser Erzeugnisse werden freilich in größeren Mengen ausgeführt. Die weltwirtschaftliche Stellung des Landes beruht fast ausschließlich auf seiner Baumwollausfuhr. Diese einseitige Entwicklung seiner Wirtschaft ist es in erster Linie, die dem Lande die Gewinnung der erstrebten Unabhängigkeit erschwert. Hierzu kommt freilich noch ein zweites Moment, das gerade gegenwärtig von großer aktueller Bedeutung ist. Das ist die Abhängigkeit Aegyptens von der Bewässerung seines Kulturlandes durch den Nil. Seine ungeheuer große Fruchtbarkeit verdankt dieses Land ganz allein dem Nil sch lamm. Die riesigen Stauwerke, durch die Aegypten nicht nur vor verheerenden Ueberschwemmungen geschützt wird, sondern die auch den Nilschlamm auf ägyptischem Boden sich senken und so zur Quelle ungewöhnlicher Fruchtbarkeit werden lassen, sind von den Engländern in der ihnen und Aegypten gemeinsam gehörenden Sudan-Kolonie gebaut worden. Das Wasser aber, von dessen geregeltem Zustrom dieser ganze Segen stammt, kommt zu einem großen Teil aus dem abessinischen G e - birge. England ergebt auf diesen westlichen Teil Abessiniens, das Gebiet des Tana-Sees, alte, festbegründete Ansprüche, die bisher auch von italienischer Seite nicht ernstlich bestritten worden sind. So beruhen die wirtschaftlichen Abhängigkeiten Aegyptens auf den verschiedensten Ursachen. Sie liegen erstens in den Absatzmöglichkeiten der ägyptischen Baumwolle und zweitens in der Sicherung der Ernährung des Landes, das infolge des Uebrwiegens der Baumwollkultur auf Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesen ist. Drittens aber sind es die großen englischen Stauwerke im Sudan, die den Nil regulieren und daher allein die hohe Fruchtbarkeit Aegyptens gewährleisten. Und viertens liegt auch die Quelle der Wasferzufuhr des Nils im englischen Interessengebiet, nämlich i m Westen Abessiniens. Endlich können selbst die Nationalisten Aegyptens die Tatsache nicht außer acht lassen, daß England das sonst wehrlose Aegypten durch sein im Lande stehendes Heer gegen äußere Feinde schützt. Ohne diesen Schutz würde dieses Land wohl früher oder später das Opfer von Eroberern werden, da es sich selbst infolge der geringen Wehrfähigkeit feiner Bevölkerung nicht genügend zu schützen vermag. So ist Englands politische Vormachtstellung in Aegypten trotz aller Versuche, sie zu erschüttern, politisch und • wirtschaftlich gleich tief verwurzelt. An die Moiorgruppe Hessen. NSKK. - Männer! Ein arbeitsreiches Jahr ist zu Ende gegangen, ein Jahr, das in der Geschichte des NS.-Kraftfahrkorps von großer Be- deutung sein wird. Hierdurch ist uns allen aber die große Verpflichtung erwachsen, im neuen Jahre sofort mit Einsatz aller Kräfte ans Werk zu gehen. Friedlich und arbeitssam steht unser deutsches Vaterland mitten in einer unruhigen, ja kriegerischen Welt, einer Lage, die wir der Tatkraft, der Umsicht und dem klaren Willen unseres Führers verdanken. So wie des Führers Leben nur dem Vaterlands und dem deutschen Volkes gewidmet ist, so gilt unser Leben nur i h m allein als seine getreuen Gefolgsmannen. Es lebe der Führer, es lebe Deutschland! Heil Hitler! NSKK. Motorgruppe Hessen. Richard Prinz von Hessen, Brigadeführer. Aus aller Wett. Ein Geschenk für den Förderer der TUoforifierung Deutschlands. Zu Weihnachten überbrachten dem Führer zwei Lehrlinge des Werkes Untertürkheim der Daimler-Benz-Werke ein naturge- treues Modell des Mercedes-Renn- w a g e n s , das sie mit vier anderen Lehrlingen der gleichen Werke in 1% Monaten neben ihrer Arbeitszeit erbaut haben. Das Modell, das im Verhältnis 1:7 ausgeführt ist, ist bis in die kleinsten Feinheiten hinein naturgetreu nachgebildet und wirklich e i n Meisterwerk deutscher Präzisionsarbeit. Mit einem herzlichen Dank des Führers und reich beschenkt kehrten die Lehrlinge in ihr Werk zurück. 50 SOO Mark-Spende für Siedlungen. Die Stadt Kirchheimbolanden (Pfalz) hat von der Witwe des Geheimrats Dr. Muchel aus dessen Nachlaß vor einigen Wochen eine Spende von 50 000 Mark bekommen. Die Spende wird wie folgt verwendet werden: 40 000 Mark werden zu Siedlungszwecken verwendet, 10 000 Mark können für allgemeine Zwecke, jedoch ebenfalls beim Siedlungsbau mit Verwendung finden. Dreizehn neue Erbhöfe eingeweiht. Die durch Aufteilung der Domäne Jesberg (Bez. Kassel) entstandenen 13 neue Erbhöfe wurden in einer schlichten Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Gäste beteiligten sich an der Besichtigung dieser neuen Siedlung. Dabei wurden Ansprachen von Kreisbauernführer Westermann, von Hauptabteilungsleiter I Sinning und Landesobmann Patry gehalten. Am Abend fand in zwei Sälen je ein Dorfabenb statt, an dem Die Bauernhochschule Landau und die Bäuerliche Die gegenroärtigen Kämpfe um die Unabhängig- Irit und Die Verfassung Aegyptens lenken die Auf- nerffamteit auf dieses Land und auf feine melb rirtschaftlichen Verknüpfungen. Formell ist Aegyp- in seit dem Jahre 1922 ein selbständiger Staat. $n Wirklichkeit ist es noch heute ein Tei Ides englischen Imperiums, und die entscheidende Macht liegt bei dem britischen Reswenten und l?r britischen Besatzungsarmee, die sich angeblich friur zur Verteidigung des Suezkanals im Lande i'find-t. Di- Verfassung des Jahres 1923 um bie s lange und erbittert g-kampst warben ist, besteht laute zwar wieder zu Recht, da sie van dem Kamge hrd) ein Reskript wieb-rh-rgestellt wurde. Aber lngland hält diese Verfassung nach wie vor für mvereinbar mit seinen L-bensinteressen, di- mit r-r Beherrschung des Seeweges nach Indien und l's Landweges Kapstadt—Kairo untrennbar ver- lütrben sind. Denn Aegypten nimmt nun einmal (urf Grund seiner geographischen Lage eine be» fnbere Stellung ein, die nicht nur weltpolitisch, j nbern auch weltwirtschaftlich begrün» iet ist. Aegypten ist ein Land, das zwar doppelt so groß rie Deutschland ist, aber wenig mehr als 14 Milanen Einwohner zählt. Nur etwa drei Prozent tes Landes bestehen aus kulturfähigem Boden. Lieser aber, nämlich das eigentliche, nur 22 Kilometer breite Ni11al, gehört zu den fruchtbarsten Cirecken der Erde. Dreimal im Jahre wird in Überschwemmungsgebiet des Nils geerntet, Lub zwar in der Hauptsache Weizen, Baumrolle und Mais. Weltwirtschaftlich am be» t> utungsoollften ist der Baumwollanbau. 26er gerade dieser macht Aegypten von E n g - lind abhängig. Denn die englische Baumwoll- iidustrie ist der Hauptabnehmer der ägyp- tchen Baumwolle, die sich durch ihre besonders jo h e Qualität auszeichnet. Andererseits hat fc'T umfangreiche Baumwollanbau zur Folge, daß trs fruchtbare Aegypten nicht genug Nah- rungs mittel für feine eigene Bevölkerung erzogt und daher von der Belieferung durch Eng- tob abhängig ist. Die Ausfuhr Aegyptens reprä- jmtierte im Jahre 1933 einen Gesamtwert von 2,8 Millionen ägyptischer Pfunb. Haupt kunbe tnr unb ist noch heute England. Aber die eng» lKf)e Ausfuhr nach Aegypten bleibt sehr erheblich teiter der Einfuhr ägyptischer Erzeugnisse nach faglanb zurück. Aegypten verwendet also einen i trächtlichen Teil der Erläse seiner Ausfuhr nach Kglanö zum Ankauf nichtenglifcher Maren. Der c glische Einfluß in Aegypten ist, so übermächtig pefitifd) er auch fein mag, auf wirtschaftlichem Geizet nicht stark genug, um die Stellung Englands in Lande auch wirtschaftlich fest zu untermauern. Deutschland nimmt in der Ein- wie in der Ausfuhr Aegnpfens den dritten Platz unter Im großen internationalen Handelsmächten ein. !ns zeigt schon, eine wie erhebliche Bedeutung der fondelsaustausch mit Aegypten für die deutsche Süd-Dobrudscha, deren bulgarischer Charakter dadurch beseitigt werden sollte. Die wichtigste Aufgabe für die rumänische Regierung war nun natürlich, für die eingewanderten Aromunen Siedlungsraum zu schaffen. Diese Auf- aabe wurde auf eine höchst einfache, freilich auch sehr brutale Weise gelöst: Im Zuge einer sogenannten Bodenreform beschlagnahmte man einfach den in der Dobrudscha wohnenden Türken und Bulgaren einen Teil ihres Bodens, der dann kurzerhand an die neuzugewanderten Aromunen verteilt wurde. Man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen die rechtmäßigen Grundbesitzer in der Dobrudscha die Neuankömmlinge empfingen. Aber mit jener Maßnahme der rumänischen Regierung war auch nur ein Teilproblem gelöst. Die neuen aromunischen Siedler brauchten ja schließlich auch Unterkünfte. Geld hatte natürlich die Bukarester Regierung nicht, und so griff man zu dem geradezu unwahrscheinlich anmutenden Mittel, die aromunischen Einwanderer den türkischen und bulgarischen Bauern einfach in die Höfe zu setzen und die Bauern zu zwingen, die aromunischen Zu- wanderer bei sich aufzunehmen. Jahrelang wohnten so die eingewanderten Mazedo-Rumänen auf den fremden Höfen, wo sie sich sehr bald nicht mehr als Gäste, sondern als die Herren benahmen, wobei sie von den rumänischen Behörden auch noch unterstützt wurden. Die rechtmäßigen Eigentümer der Bauernhöfe wurden allmählich völlig ausgeschaltet und konnten nur ein kümmerliches Dasein fristen. Kein Wunder, daß es angesichts dieser Verhältnisse an allen Ecken und Enden zu Zank und Streit und — bei dem Temperament der bulgarischen Bauern nicht sehr verwunderlich — auch zu Blutvergießen. kam. Die Folge solcher Auseinandersetzungen waren dann häufige Ueberfälle bulgarischer Komitadschis, die nachts über die Grenze kamen, auf aromunifche Bauernhöfe. Besonders die Türken wurden von den zugewanderten Aromunen schikaniert und bedrückt, so daß bei vielen von ihnen der Wunsch laut wurde, dieses Land zu verlassen und in ihre anatolische Heimat zurückzu- kehren. Durch Vermittlung des türkischen Gesandten in Bukarest wurden dann Verhandlungen geführt, hie auf Schwierigkeiten stießen, weil die türkische Regierung nicht in der Lage war. sofort die nöHnen Mittel für die Umsiedlung jener Bauern nach Anatolien bereitiufteüen, und andererseits, weil die rumänische Regierung es anfangs ablehnte, den Auswanderern "zu aeftatten, den Erlös für den von ihnen verkauften Grund und Boden mitzunehmen. Nun wurde vereinbart, daß die rumänische Regie- rung den Grund für den türkischen Kolonisten kauft und zum Teil in bar, zum Teil aber in rumänischen Waren zahlt. Natürlich hat die rumänische Regierung ein großes Interesse daran, diese fremd- nationalpn Bauern loszuwerden. Deshalb hat man sich in Bukarest damit einverstanden erklärt, den Auswanderern ihre rückständigen Steuern zu schenken und diejenigen von ihnen, die gerade im Heer dienen sofort zu entlassen. Außerdem dürfen die Auswanderer das Geld, das sie für ihre bewegliche Habe bekommen, ohne weiteres aus Rumänien ■ herausnehmen. In den letzten Monaten haben nun ■ auf mehreren Schrffen ungefähr 60 000 türkische , Bauern das unaastliche Rumänien verlassen und ‘ sind in ihre einstige Heimat 3urüdaemanbert. Ob ■ in absehbarer Zeit auch die übrigen Siedler rück- manbem können, ist eine Frage, die davon abhängt, ob es der türkischen Regierung gelingt, die nötigen Mittel für eine solche Umsiedlung bereitzustellen. In letzter Zeit hat sich auch unter den in Bes- : sarabien lebenden Türken, den sogenannten G a g a u s e n , eine Bewegung entwickelt, die darauf abzielt, diese seit Urzeiten hier wohnenden türkischen Bauern ebenfalls nach Anatolien zurück^u- führen. Es handelt sich bei den Gagausen — die Nachkommen der türkischen Kumanen sind, aber nicht dem mohammedanischen Glauben angehören, sondern der orthodoxen Kirche — um etwa 60 000 Menschen, die nach der Türkei gebracht werden wollen. Die Auswanderungsbereitschaft so vieler Tausender wird nun allerdings in letzter Zeit von den rumänischen Behörden dahin ausgenutzt, um ein Sinken d e r B o d e n p r e i s e zu erzwingen. Die Auswanderer, die Rumänien verlassen, bekommen einfach keine Gelegenheit, ihren Acker zu verkaufen, da sich die verschiedenen Instanzen, wie die Komitatspräfekten usw., als nicht zuständig erklären. Die Auswanderer sind daher vielfach gezwungen, ihre Felder weit unter Preis zu verschleudern, und zwar an Bodenmakler, die dann mit ungeheuren Zwischengewinnen den Grund und Boden an Interessenten weiterveräußern. So werden jene türkischen Bauern noch vor Verlassen Rumäniens empfindlich geschädigt, was natürlich nicht gerade dazu beiträgt, die rumänienfreundlichen Empfindungen dieser künftigen türkischen Staatsbürger zu erhöhen. So vollziehen sich fast täglich hier im fernen Südosten Tragödien, bei denen Existenzen vernichtet und Tausende von Menschen in Schwierigkeiten und Not gebracht werden. Eine Nem'ahrsboischast Baldwins. Gegen den Marxismus der Arbeiterpartei. London, 26. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hat an die Heimat und das Britische Reich eine Neujahrsbotschaft gerichtet. Baldwin sagt hier, daß er noch immer von der Stärke der Sache der nationalen Regierung überzeugt sei. Der mar- ri st i s ch e Sozialismus fei diesmal bei den Wahlen geschlagen worden, er sei aber trotz seiner Niederlage noch st a r f geblieben. Die Aufgabe der nationalen Regierung sei es, dafür zu sorgen, daß er das nächste Mal noch entscheidender geschlagen werde. Die nächste Wahl müsse ein verfassungsmäßiges Re- gime sicher st eilen, damit Friede und Sicherheit nach Außen und Festigung und Fortschritt nach Innen herrschten. Die Demokratie müsse sich gegen alle Formen des Radikalismus verteidigen. Die einzig wirksame Antwort, die man der Arbeiter- ; Partei geben könne, sei eine Abwehrpropaganda, die sich auf Tatsachen gründe. Eine der Hauptaufgaben der Propaganda werde es sein, ‘ darzulegen, daß die Arbeiterpartei die Vertreterin ; eines gefährlichen Radikalsozialismus sei. Hierüber versuchte die Arbeiterpartei die Wähler zu täuschen, 1 indem sie ihre wahren Ziele verhülle und ihre revolutionäre schweigen lasse. Die jetzige Arbeiterpartei sei das geblieben, was sie während der letzten vier Jahre gewesen sei: Eine Partei, die nach der Uebernahme der Macht das soziale Problem nicht zu meistern in der Lage sei, die Verfassung zerstöre und durch Rücksichtslosigkeit das Land in ein Chaos stürzen werde. Giarke MiMimmung gegen ■in Die Detsorgung mit Fleisch und Fetten. Betriebsunfall forberf zwei Todesopfer. Ein schwerer Betriebsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich in den Hagener Klöckner-Werken infolge Explosion eines Schlackentopfes. Der Heizer D i ck m a n n und der Lokomotivführer Grunert erlitten schwere Verletzungen. Dickmann st a r b unmittelbar darauf, während Grunert am nächsten Morgen seinen Verletzungen erlag. Hauptmanns Hinrichtung auf Mitte Januar festgesetzt. Wie andern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bei- legen I - Lichtbilder andBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerber» tragen l Ehrliches,fleißig. Mädchen das kochen u. alle Hausarbeit, verrichten kann, in Geschäftshaush. zuml.Jan.1936 gesucht. Zu erfr. l.Gieß.Anz.7so7i) Ehrliches,fleißig. Mädchen zum 1.Jan. tagsüber f. Haushalt gesucht. 05500 Goethestr. 19 v. KleineAnzeigen, im Gießener Anzeige-, werden von Tausenden beachtet und gelesen. | Verkäufe | Erstklassiges Vogelsberger Rind 2V< Jahr alt, Ans. Febr. kalbend, zu verkauf. 05195 Lang-Göns Huntstaaten- straße Nr. 45. Gelegenheit^ 1 komplett.Schlafzimmer,! Herrenzimmer und Küche (gut erhalten) umzugshalber sofort günst. s. verkant. Zu erfragen 05499 Neustadt 8III. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. 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Im Jahre 1929 betrugen Kleider und Textilien 27 v. H. der Ausfuhr an Fertigwaren. Durch die Eingliederung des elsaß- llothringischen Industriegebiets in den französischen Wirischaftskörper ist nach dem Kriege- der Export »an Mineralien und Metallwaren erheblich gestiegen, iwas sich zeigt, wenn man Vorkriegs- und Nach- Ikriegszahlen vergleicht, die den Export in Gewicht langeben. Im allgemeinen sind es nur die Seiden- kund Stahlindustrie, die bedeutende Mengen ihrer Herstellung ins Ausland verkaufen. In guter Zeil «verkaufte die Seidenindustrie 50 v. H. bis 75 v. H. > ihrer Herstellung außerhalb Frankreichs. Sie ist lheute mit der Luxuswarenindustrie derjenige Zweig Im lange, ch ,ot; \üx bff HÜtzenleiL galt ber5 11030. U h- und Et« n Gießen, chlich 25 U 5 Pf. meli «tags 15 Pi, ehr. i 1935 gültig. Das Haus war vorzüglich besucht, sehr dankbar und beifallsfreudig. hth. der französischen Wirtschaft, der von der Krise am stärksten betroffen wird, eben weil sie so sehr von fremden Märkten abhängig ist. Wichtig ist in Frankreich auch der sogenannte „unsichtbare Export". Vor der Krise kamen z. B. jährlich Zehntausende aus allen Ländern ber Erbe nach Paris, um Mobesachen einzukaufen! Die Zahlen, bie hier angegeben würben, finb absichtlich ben Jahren 1929/30, also noch ber Zeit vor ber Krise, entnommen; benn erstens hat bie Krise Frankreich nicht so heimgesucht wie bie anderen Länder, und zweitens sollen diese Zahlen dazu dienen, den Normalaufbau der französischen Wirtschaft zu zeigen. Krisenziffern hätten dieses Bild nur verzerrt. In Landwirtschaft, Industrie und daher auch im Außenhandel zeigt sich das gleiche Bild: Gleichgewicht der Kräfte, durch diese Ausgeglichenheit größere Selbständigkeit, durch diese Selbständigkeit größere Krisenfestigkeit. Die Titelrolle sang Lissy Chilla als Gast; sie bewältigte die Partie gesanglich ansprechend, mit zwangloser Einfügung ins ungewohnte En- semble und spielte, anfangs kokett, später mit Haltung, die Colette im Stil der Salondame. Herr Hille war der gegebene Mann für den Leutnant Octave: so gefühlvoll, wie es für einen Marineoffizier (selbst in der Operette) eben noch tragbar scheint, auch stimmlich recht gelöst, vor allem in seinem Liebeslied im zweiten Akt. * Ein aufgekratztes, tänzerisch bewegliches Pärchen bildeten Cissi H e n ck e l l (als Etelka von drolligem Temperament) und K. L. L i n d t als Primas aus Budapest (Joi, joi, joi!) Herr Kühne fand sich mit der undankbaren Rolle des Marquis mit Anstand ab, während Herr Frickhoeff er den trottelhaften Herrn von Pikador im Stile des Berliner Komikers Ralph Arthur Roberts spielte. Eingeborenen-Chirurgie. Bei den Eingeborenenstämmen Neu-Pommerns und Neu-Mecklenburgs begegnet man häufig einer Leistung der medizinischen Selbsthilfe, die auch von unseren modernen Chirurgen bewundert zu werden verdient: die von den Muttern vorgenommene Trepanation der Kinder, das heißt die operative Oeff- nung der Schädelkapsel durch Aufmeißeln oder An- bohren. Wie die Wilden dazu gekommen sind, sich in diesem Verfahren eine erstaunliche Hebung anzueignen, läßt sich gerade in diesem Fall ziemlich leicht nachweisen. Die Steinschleuder ist bei diesem Naturvolk die am meisten gebrauchte Waffe. Die durch sie hervorgerufenen schweren Schädelverletzungen im Verein mit den durch den Kannibalismus erworbenen Kenntnissen in der Anatomie führten zu einer besonderen Geschicklichkeit in der Entfernung von Knochensplittern und in der oft not- wendigen Behandlung derartiger Wunden. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß die Schmerzen der Verletzten durch eine gut verlaufene Trepanation beendet wurden. So begann man, diesen kühnen Eingriff auch dann vorzunehmen, wenn es sich um heftige Kopfschmerzen aus anderer Ursache und um Krankheiten handelte, deren Sitz im Schädel vermutet wurde. Von da war es nur noch ein Schritt zu der vorbeugenden Trepanation, die von den Müttern frühzeitig an ihren Kindern ausgeführt wurde. Da bei diesen Stämmen der Aberglaube Herrscht, daß der Geist der Krankheit ans der Schä- Wolle Gummi Steinkohle £rbdl Mi haben $ erprobten -LaroweM erkeitnnd^ iD ihre * fliiptet 15-0U ite Wj Wirksam^ Jtanlfutt Zentrum bi "ns die Zu Äscher Fo|^ Achall- urt Witterung; unbeftanbi; Machst stöi chtage, bau immer nui Winde ug Fortdauer b? freien M mittags (' Dezembei Grad, Min m in 10 a 0,1 Grad. • 1 der J'-ltlij 'M K «.'s nnelts lelzrev"^ L^ebl? unerfindlichen Gründen) mit dem alten, glatzköpfigen und etwas albernen Marquis de la Croix verlobt. Kurz vor der Hochzeit besucht sie mitten im Fasching ein kleines Tanzlokal am Montmartre, um sich noch einmal ihrer jungen Freiheit zu erfreuen. Dort findet sie der Marineleutnant Octave von Dalckenberg (Namen haben die Leute, erstaunlich!) — der hält sie für eines der kleinen Mädchen, die hier zu verkehren pflegen, nennt sie einfach Kolombine und verliebt sich in sie Hals über Kopf. Sie gibt sich nicht zu erkennen, obwohl ihr eine echte Perle zwar nicht aus der Krone, aber immerhin aus dem Kamm fällt, einem kostbaren Geschenk ihres Verlobten, — verliebt sich ebenfalls und entflieht nur mit Mühe. * Sehr geschickt und theatralisch wirksam ist im Mittelakt die unvermutete (und unwahrscheinliche) Wiederbegegnung beim Marquis de la Croix am Vorabend der Hochzeit inszeniert. Am Ende erkennen sie beide, daß ihre Neigung tiefer geht, als das in der flüchtigen Laune einer Fafchingsnacht zu sein pflegt. Octave entflieht, schwer enttäuscht und sehr unglücklich; sie aber, schnell entschlossen ihrem wahren Gefühl gehorchend, läßt ihren Marquis und ihre Ehe, die am anderen Morgen beginnen soll, und reift ihm nach. An Bord eines Ozeandampfers, auf hoher See, finden sie sich für immer wieder: der Leutnant von Dalckenberg und die Tanzgräfin Colette. — * Herr Wrede hatte die Operette in Szene gefetzt und sich dabei dem oben angebeuteten Charakter des Werkes angepaßt, für eine großzügige Ausstattung und lebhaftes Tempo Sorge getragen, das Ganze auf die richtige und bewährte Mischung von Gefühl und Humor gestimmt. (Wenig geschmackvoll war nur die breit und überdeutlich aufgemachte Episode der beiden über die Reling gebeugten Seekranken im dritten Akt.) * Am Pult wirkte Herr Bräuer als Kapellmeister recht verdienstlich: er/holte aus der Parti- tur alles Mögliche heraus, brachte saubere Einsätze und blieb stets im Kontakt mit dem Bühnenvor- gang. Herr Löffler hatte hübsche und gediegen ausgestattete Szenenbilder entworfen, von denen uns besonders das Tanzlokal und der Uebersee- dampfer wohlgelungen schienen. Herr Keim unter- : malte die wechselnde Stimmung mit effektvoll auf die Bühne gestreuten, farbigen Lichtern und sanftem Halbdunkel. Tanzeinstudierung: Thery Sch ul t- > heiß, die mit einer Solo-Einlage im ersten Akt 1 viel Anklang fand. M «ft Darauf ge wurde i Wttefer ^nr. ^ndes .ernannt ui 'n den Gir. Gießener Gtadttheater. Robert Stolz: „Die Tanzgräsin". Der Fasching beginnt diesmal für unsere Verhältnisse erstaunlich zeitig: am zweiten Weihnachtsfeiertag eröffnet sich bereits ein verheißungsreicher Ausblick auf den Pariser Karneval, wie er in einem kleinen, aber vergnügten Montmartre-Lokal auf den Gipfel der Stimmung steigt. Und nach dem ersten 'Akt hat man den Eindruck, diese Operette sei eigentlich um zwei Monate zu früh gestartet; man hatte -sie sich als beziehungsreiche Anregung für den Februar aufheben sollen oder wenigstens für Silvester. . * Es handelt sich bei der „Tanzgräfin" um eine ■breiaffige Operette von Robert Stolz, der sich seine Sporen auf diesem Gebiet bereits verdient hat; bie szenische unb musikalische Neubearbeitung besorgten ber Gießener Spielleiter Paul Wrebe unb bie Herren Rubolf Loh unb Cord Wupper. Betrachtet man bie Neuerscheinung als Ganzes, so wird man sagen dürfen, daß im Gesamteindruck ! die Partitur hinter dem Szenischen etwas zurück- tritt. Die Operette geht ohne das meist übliche musikalische Vorspiel gleich in medias res; sie verzichtet auf die breite, ausgefchmückte, häufig genug opernmäßig anspruchsvolle Instrumentierung und ausgebaute Gesangspartien. Robert Stolz bevorzugt den modernen Stil, der ohne eine durchgehend zu verfolgende, große musikalische Linie nur die entscheidenden Szenen akzentuiert und herausarbeitet, wodurch dem Parlando — auf der Mitte zwischen Salonstück und Schwank — und einer revuemäßig lockeren Aufmachung und Gliederung ber Szene verhältnismäßig breiter Raum bleibt. * Was bie Musik angeht, so ist sie roe-ber „groß" im angebeuteten Sinne noch besonders originell, aber geschickt gesetzt, mit bewährten Mitteln arbeitend, stellenweise nicht ohne hübsche, sangbare Melodik, rhythmisch einprägsam, gemischt aus den gemäßigten Synkopen eines modernen, kleinen Jnstrumentalkörpers und fließenden, einschmeichelnden Klängen im Wiener Dreivierteltakt. Der Umstand, daß ein Zigeunerprimas und eine ungarische Tänzerin als obligates zweites Paar auftreten, ist vom Komponisten natürlich nicht übersehen, sondern in naheliegender Form-für die Vertonung ous- genutzt roerben. muntsmus in Frankreich nicht allzu günstig. Darüber kann auch die lärmende Propaganda der kommunistischen Partei nicht Hinwegtäuschen. Weiterhin ist der Entwicklung ihrer Ziele das patriarchalische Verhältnis abträglich, das in den vielen kleinen und mittleren Betrieben zwischen dem Arbeitgeber unb ben Arbeitnehmern besteht, begleichen, baß hier ber Arbeiter eine viel engere geistige Beziehung zu seiner Arbeit hat, als wenn er nach ben mobernen, aber geifttötenben Herstellungsmethoben arbeiten muß. Das Verkehrswesen ist in Frankreich nur zum Teil in staatlicher Hand. Zu bem guten Eisen- bahn- unb Kanalnetz ist in ben letzten Jahren noch ein ausgebehnter Autobusverkehr über Land hinzu- getreten. Das Eisenbahnwesen leibet allerdings an einem ständigen Defizit, außerdem aber noch an mangelnder Sicherheit, die häufige kleinere unb größere Unfälle zur Folge hat. Die Franzosen sind Sie Slmktm SranfreiM i Von Joachim Jaenicke, Grenoble. „Frankreich ist ein Bauernland." „Frankreich ist ( ein Land, das noch heute im 19. Jahrhundert lebt. In diese beiden Sätze glaubte ber Versatz er seine Erfahrungen über Frankreich zusammenfassen zu - Können. Unb eines Tages fiel ihm wie zur Bestätigung ein Buch von Andre Siegfried m die Hande, un bem folgenber Satz stand: Durch seine soziale Bildung bleibt Frankreich selbst nach einem Jahr- khundert industrieller Entwicklung im Wesentlichen •eine Nation von Bauern, Handwerkern und Bourgeois." , Frankreich ist ein Bauernland." Die Landwirtschaft ernährt 54 v. H. der französischen Bevölkerung während nur 20 v. H. der englischen Bevölkerung von der Landwirtschaft leben. Von 8 600000 Bauern sind rund 5 000 000 ihre eigenen Herren! Hier zeigt sich sogleich ein Hauptmerkmal der ranzöfischen Wirtschaft überhaupt: der kleine und ber mittlere felbftänbige Betrieb überwiegt! Die Inbustrie spielt in Frankreich nur eine zweite Rolle, ja, sie ist oft nur □on totaler Bebeutung. In Frankreich finb von 21720 000 werktätigen Menschen nur 6 181000 Per- onen ober 28 v. H. in der Industrie beschäftigt. Don Siefen 6 181 000 sind 19 v. H. selbständige Arbeiter und 11 v. H. sogar Unternehmer! Die entsprechenden englischen Zahlen lauten: 6,3 v. H. selbständige Arbeiter und 3 v. H. Unternehmer. Als kurz nach dem Kriege in England und Frankreich eine gewisse Kon- unftur herrschte, zählten die englischen Gewerk- chaften mehr als acht Millionen Mitglieder, während die französischen nicht mehr als eine halbe Million Mitglieder hatten. Frankreich hat also eine ehr ausgeglichene wirtschaftliche Struktur, die viele Vorteile hat. In guten Zeiten sind die Gewinne nicht i'o hoch, in schlechten Zeiten jedoch ist die Wirtschaft _im so krisenfester. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, daß in Frankreich die Arbeitslosenfrage niemals zu einer solchen entscheidenden Sorge wie in Deutschland oder England geworden ist. In der konservativen und stets etwas mißtrauischen Art Lines Bauern liebt es der Franzose auch nicht, [fein Geld in große, Kapital erfordernde Unternehmungen zu stecken. Er bevorzugt die Sparkassen, !*)ie daher sehr hohe Einlagen haben. Infolgedessen gibt es auch in Frankreich nicht solche riesigen pri- Matwirtschaftlichen Kapitalansammlungen wie in Zeitschriften. — Das Innere R e i ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul A l v e r ö e s und K. B. von Mechow. Preis 1,80 RM. Vierteljährlich 4,80 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller in München. — Das reichhaltige Januarheft verdient besondere Beachtung im Hinblick auf den bevorstehenden 70. Geburtstag des großen deutschen Dichters Emil Strauß. Ein Kapitel aus seinem kommenden Roman „Jungbrunnen" ist ein Stück echter Dichtung, die sich auszeichnet durch die Musikalität ihrer Sprache und den Adel ihrer reifen Menschlichkeit. Don der erfahrenen inneren Wandlung in der Begegnung mit diesem Dichter kündet Willi Steinborns „Tagebuch mit Emil Strauß", das mancherlei Einblicke in dessen Werke gewährt. Unter den übrigen dichterischen Beiträgen sei besonders hingewiesen auf die neue Erzählung „Rauhnacht" von Joachim von ber Goltz, ferner auf bas ergreifenbe bäuerliche Le- genbenfpiel von Josef Martin Bauer unb auf bie Gedichte von Georg Britting, Erna Blaas, Adolf Beiß, Carola Schiel unb Fritz Diettrich. Ueberaus umfangreich ist in biefem Heft auch bas Kapitel „Zu neuen Büchern". Im weiteren kommen bann Paul Alverbes zu Wort mit feiner in Danzig gehaltenen „Ansprache zur Woche bes beutschen Buches", Karl Gerstberger mit einer sehr aufschlußreichen Betrachtung über Haus- und Kirchenmusik in der Dolkssingbewegung unb Ronald Loesch mit einer wertvollen Studie über Josef Weinheber, die der geistigen Bedeutung dieses adeligen Dichters in vollem Umfang gerecht wird. Ein prächtiger Aufsatz über Michael Pacher bringt dem Leser (mit schönen Wiedergaben seiner Altarwerke) das geniale Schaffen dieses großen spätgotischen. Malers unb Biwschnitzers lebendig nahe. Die Handlung erscheint einfach, übersichtlich unb reicht eben für drei abendfüllende Akte aus. Die Junge hübsche Gräfin Colette Planteroft ist (aus-l Hl» Arne Kalender aus das Lahr 1936 Feuerwehr mit ihrer langen Leiter erschienen würde. Nach einigen Minuten ertönte dann erlösende Rasseln der Feuerwehrwagen auf Landstraße, und wir beide, die wir im Korb blieben waren, Emmer zum Weiterbedienen sein das der gebet Heizvorrichtung, ich, um oben die Arbeiten der Wehr zu leiten, hofften, daß wir bald zur Erde kommen würden. Wir irrten: die Feuerwehr kam nicht zu uns! Ihr Führer behauptete, mit der Leiter nicht zu uns herankommen zu können. Da wurde es denn höchste Zeit, daß auch wir die Gondel verließen. Ich erhielt von Mannsbarth die Weisung, zuerst mich abzuseilen. Emmer sollte inzwischen die Heizung noch bedienen und mir dann schnell folgen. Gerade als ich mich auf den Korbrand schwang, muß irgendwie der Hebel zum Betriebsstoffbehälter geöffnet worden sein, und das absichtlich noch unter Druck gehaltene Petroleum spritzte heraus und stand im Nu in Flammen, die bis auf den Erdboden fielen und das Gras in Brand setzten. Ich war durch einen dicken Mantel und Handschuhe geschützt, so daß ich keine Verbrennung erlitt. Der geistesgegenwärtige Emmer fand sofort den Hahn, schloß ihn, stellte den Druck ab, und in wenigen Augenblicken war der Brand gelöscht. Nun war es aber höchste Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Ich saß schon auf dem Gondelrand mit dem Tau in der Hand, das auch etwas von den Flammen abbekommen hatte, und seilte mich sofort ab, Emmer folgte gleich darauf. In Zukunft werden die Hähne noch eine besondere Sicherung erfahren, und ein haltbares Tau wird mitgenommen. Trotz dieses Zwischenfalls lautet mein Urteil: Der Mareksche Ballon hat feine Brauchbarkeit vollkommen erwiesen." In Deutschland ist inzwischen auch ein ausgezeichneter Brenner geschaffen worden, der mit Propangas von den Leunawerken gespeist wird. Wir sind auf dem besten Wege zu dem billigen Volks-Heiß- luftballon, mit dem man ohne kostspielige und zeitraubende Füllung an allen Orten aufsteigen kann. Generalfeldmarschall Herzog Albrecht von Württemberg beging Montag auf seinem Ruhesitz Schloß Bebenhausen bei Tübingen in stiller Zurück« gezogenheit feinen 70. Geburtstag. Als Führer der 4. Armee und (vom Februar 1917 ab) der nach ihm benannten Heeresgruppe ist fein Name mit den Kämpfen und Erfolgen an der Westfront unlöslich verbunden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der gesteigerte Luftverkehr hat den Freiballon- Sport in verschiedener Beziehung zurückgedrängt. 9n manchen Ländern besteht bereits die Vorschrift, daß Luftfahrzeuge bei Nebel und in den Wolken nur dann fliegen dürfen, wenn sich Funkpeilgeräte und ein ausgebildeter Funker zu deren Bedienung an Bord befinden. Daraus ergeben sich natürlich wesentliche Einschränkungen, ebenso aus den Lan- dungsschwiengkeiten, die dadurch entstehen, daß der Verwendung des Schlepptaus wegen der starken Zunahme der oberirdischen Starkstromleitungen Grenzen gesetzt sind. Nicht zu vergessen ist auch die Kostspieligkeit des jetzigen Freiballonsports. Unter diesen Umständen ist der alte Heißluftballon, die Montgolfiere, wieder zu neuen Ehren gekommen. Sie hat den Vorteil, sich in jeder Höhe, also auch unter den Wolken, halten und auf kleinsten Plätzen zur Landung gebracht werden zu können. Schon lange hat man Versuche unternommen, eine Heiz- vorrichtung für Heißluftballone zu schaffen, die sich während der Fahrt als brauchbar erweist. Mit dem Heißluftballon des Oesterreichers Brunner sind im vorigen Jahr bereits befriedigende Ergebnisse erzielt worden. Dann haben im Frühling dieses Jahres in Oesterreich zwei Wiener, Marek und Emmer, unter Mithilfe des Technikers M ü l l n e r eine Freiballonfahrt unternommen, bei der ein besonders konstruierter Petroleumbrenner Verwendung fand. Der Ballon hatte ein Gewicht von über 364 Kilogramm. An dieser Fahrt hat Major a. D. Dr. Hildebrandt teilgenommen und beschreibt den Verlauf in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" wie folgt: „Am 15. Oktober war das Gerät gegen Abend betriebsbereit, allerdings nur mit einem Brennersatz, trotzdem und obwohl die Dunkelheit nahe war, bestand ich auf einer Fahrt. In 15 Minuten zog der Ballon drei Personen: den bekannten österreichischen Luftschiffbauer und -führer Oberstleutnant Mannsbarth, Emmer und mich. Da aber der beim Abwiegen auf dem Korbrand sitzende Erfinder Marek auch noch spielend getragen wurde, gab dieser plötzlich das Kommando zum Loslassen und prang ebenfalls in die Gondel. Das war mir eigentlich nicht recht, da es besser gewesen wäre, daß wir nicht so stark belastet waren. Wir hatten vor, nur einen kurzen Sprung zu machen und auf einem vorher bezeichneten Felo zu landen, um nicht in der Dunkelheit in einem in der Windrichtung liegenden, stark besiedelten Gebiet zu landen. Als wir niedergehen wollten, ließen wir aus Mangel an Erfahrung die Flamme zu stark drosseln, so daß wir doch den Fall nicht schnell genug bremsen konnten und in eine Gruppe hoher Pappeln gerieten, welche nur zehn Meter von dem geplanten Landeplatz entfernt standen. Es rächte sich auch die zu tarfe Belastung mit vier Personen. Die Hülle legte ich auf die Aeste der Bäume, und ein Ast riß ein Loch in den Stoff. Die Gondel schwebte in 18 Meter Höhe frei in der Luft. Wir stellten sofort die Flamme wieder voll an, um der Hülle Auftrieb zu geben, aber der Stoff löste sich nicht mehr aus dem Geäst. Es blieb uns nichts weiter übrig, als die Feuerwehr durch Zuschauer alarmieren zu lassen. Als nach 30 Minuten die Freiwillige Feuerwehr von Schwechat, das nur zwei Kilometer von der Landestelle entfernt liegt, noch nicht erschienen war, wurde die Sache peinlich, denn in Kürze mußte der Brennstoff verbraucht fein, womit der Auftrieb zu Ende gegangen war und der netzlose Ballon zur Erde stürzen mußte. Da tauchte der Techniker M ü l l n e r am Stamm des Baumes, einige Meter seitlich und über uns auf und warf uns einen Strick zu. Mit diesem seilten sich nacheinander der Marek und Oberstleutnant Mannsbarth ab, dieser, um das Kommando unten zu übernehmen, sobald die Montgolfier kommt wieder zu Ehren Abenteuerliche Fahrt im Heißlust-Ballon. Oie Chorvereine verlangen sachliche Kritik. SBK. Das vorn Deutschen Sängerbund für alle Mitgliedsvereine verpflichtende Wertungssingen sieht auch eine mündliche und schriftliche Kritik Der Lei« ftungen vor, die in streng sachlicher Form von Fachleuten mündlich in unmittelbarem Anschluß an das Wertungssingen und später in einem schriftlichen Gutachten erteilt wird. Die mit der Durchführung des Wertungssingens beauftragten Gaue legen den größten Wert auf eine fachliche, auf Fachwissen gestützte kritische Besprechung. So schreibt der Berichterstatter des Gaues Hessen in einem Rückblick auf die Tätigkeit der Wertungsrichter in diesem Jahre: „Als Kritiker haben sich einige sonst ausgezeichnete Fachleute nicht bewährt, da sie nicht mit genügender Schärfe Mißstände zu geißeln wußten, sondern in über« großer Freundlichkeit eigentlich alles lobten, auch das, was herzlich schlecht war. Der Gau legt Wert auf Wahrhaftigkeit bei der kritischen Besprechung, auch die Wahrheit kann in einer Form vermittelt werden, die nicht entmutigt oder arbeitsuntuftig macht, sondern die aufbaut und Wege weist. Wenn also ein sehr namhafter Kritiker einer Anzahl schlecht singender Vereine sagte, mit solchen Leistungen hätten sie keinerlei Daseinsberechtigung, und mit so miserablen Leistungen machten sie nur die Sache des Chorgesangs und des deutschen Liedes vor der Allgemeinheit lächerlich, so steht die Gauleitung unbedingt zu diesen sehr richtigen und wahren Ausführungen. Grober Unfug muß rücksichtslos und im Sinne unserer Kulturbewegung energisch als solcher gebrandmarkt und erkannt werden, ganz de- sonders, wenn es sich in größeren Städten um Vereine handelt, die seit Jahren im Winterschlaf hegen und mehr für die Wirtshausgeselliqkeit als für künstlerisches Wirken zu bestehen scheinen. Ge- rade die übergroße Zahl wenig leistungsfähiger Stadtvereme neben den wenigen großen und wirklich kulturell tätigen Vereinen bestätigt diese Ansicht. Ganz anders ist es auf dem Lande. Da haben wir in unserem Gau Bezirke, die in jeder Beziehung als vorbildlich hingestellt werden können, während an manchen weitabgelegenen Orten bescheidene Vereine mit wenigen und nicht sehr stimmbegabten Sängern und mäßig vorgebildeten, aber mit größter Aufopferung arbeitenden Chorleitern für bescheidene Leistungen nicht etwa Tadel, sondern ermutigende Anerkennung und durch geschickte Anregungen und Weiterbildung des Chorleiters sachgemäße Unterstützung brauchen. Der Kritiker muß so bestellt werden, daß er auch diesen Dingen Rechnung tragen kann." möchte doch mit Goethe sagen: „Das Inferno selbst hat seine Gesetze!" Die individualistische Konzeption Frankreichs steht heute vielfach im Widerspruch zu der anderer Staaten, die in der Weltpolitik entscheidend sind. Die bürgerliche, individualistische Lebensform will Frankreich bewahren, sie muß es heute nach innen und nach außen verteidigen. Die Franzosen scheinen oft im Vergleich mit anderen Völkern ein älteres Volk zu sein. Die angesammelten Reichtümer, an deren Mehrung und Erhaltung sie weiter arbeiten, wollen sie in Ruhe genießen. Das Rentner l e b e n gilt als Ideal des Franzosen. Um aber in Ruhe leben zu können, muß er „siche r" sein. „Sicherheit" heißt deshalb das Schlüsselwort der französischen Außenpolitik. Frankreich ist saturiert, sein einziges Interesse ist es, den Status q uo aufrecht zu erhalten, so wie er 1918/19 sehr zu feinen Gunsten geschaffen wurde. Daher dieses gewaltige System von Sicherheitspakten, Militärbündnissen und Rückoersicherungsverträgen. Frankreich ist der größte Befürworter des Systems der kollektiven Sicherheit. Durch dieses System soll erreicht werden, daß bei einem Angriff auf Frankreich sofort eine Reihe anderer Staaten mitverwickelt wird, und daß deshalb der Angreifer von vornherein den Angriff scheut, weil er eben weiß, daß er nicht nur einen Staat vor sich hat. Frankreichs starre Politik verursacht aber oft mehr Unruhe in Europa als Ruhe, weil es sich dem Fluß der Dinge entgegenstellen will und dies doch unmöglich ist. Darum heißt das Sicherheitsproblem, von französischer Seite betrachtet, zugleich deuLjch-chrau- — Der Köhlersche Fliegerkalender 19 3 6, Verlag von Wilhelm Köhler in Minden in Westfalen — (433) — bringt auf 2£0 Seiten mit über hundert Bildern eine Fülle an Unterhaltung, Wissen und Belehrung aus allen Gebieten der Fliegerei. Es begegnen uns ausgezeichnete Namen, wie Dr. Orlvvius vom Reichsluftfahrtministerium, Oberst v. Abercron, SS.-Oberführer Teetzmann, Admiral Mahrholz, Major Lehmann, Lindbergh und Pic- card u. v. a. unter den Verfassern. Fliegererlebnisse aus Krieg und Frieden, Erzählungen von Luftschiffangriffen und Freiballonfahrten, von Nacht- und Sturmfliegen wechseln in bunter Folge mit Beiträgen über Segelfliegerei, über Luftsport und Verkehrsluftfahrt, über die Luftwaffe und den Luft- chutz ab. Dazu noch interessante Zusammenstellun- jen über die ausländischen Luftstreitkräfte, Flugtrecken, Verkehrszahlen, die Luftpostgebühren und vieles andere. Preis 1,30 Mark. — Deutscher Reichspost - Kalender 19 3 6. Herausgegeben mit Unterstützung des Reichspostministeriums. Preis 2,80 RM. Konkordia-Verlag Leipzig CI. — (547) — Der achte Jahrgang des Deutschen Reichspost-Kalenders soll Zeugnis dafür ablegen, wie die Deutsche Reichspost unter Ausnutzung aller technischen Fortschritte und Hilfsmittel bemüht ist, dem deutschen Volke leitungsfähige Betriebs- und Verkehrseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Der Zweck des Kalenders oll ferner fein, die bequemsten und wohlfeilsten Benutzungsmöglichkeiten der Reichspost zu erklären, das Wissen um ihre Bedeutung als gemeinnützige öffentliche Einrichtung im Dienste der Volksgemein- chaft zu vertiefen und die Berufsarbeit des Personals der Deutschen Reichspost anschaulich und lebendig der Allgemeinheit näher zu bringen. Der neue Jahrgang bringt eine Fülle von anregendem Stoff. Die 128 bebilderten Blätter erzählen abwechslungsreich vom Brief- und Paketdienst, vom Scheck- und Geldverkehr, vom Landpostwesen, von Fern- precher, Telegraph, Funk uyd Fernsehen, Kraftpost auch fein reisefreudiges Volk. In Deutschland ist das ganz anders, und wer Japan kennt, weiß, wie gern die Japaner reifen, und mit welcher Pünktlichkeit die Zuge auf die Sekunde genau eintreffen und abfahren. Ein Vergleich mit Japan liegt auch auf dem Gebiete der Wasserkräfte nahe. Die Dauphins, deren Hauptstadt Grenoble ist, ist besonders reich an „weißer Kohle", und man beutet sie auch aus. Aber der Grad der Ausbeutung läßt sich keineswegs mit dem vergleichen, was der Verfasser in Japan au einer einzigen Fahrt zwischen Matsumoto und Kami- kochi sah. Frankreich ist weniger industrialisiert, rationalisiert, mechanisiert, das Leben fließt geruhsamer, weniger nervenaufreibend als in den Ländern, die man vielleicht als mehr „amerikanisiert" bezeichnen könnte. Der größte Teil Frankreichs liegt schon so weit südlich, daß die Lebensbedingungen viel leichter sind als in den wichtigen Teilen Deutschlands. Der bäuerliche, kleinbürgerliche Charakter Frankreichs spiegelt sich auch in der Tatsache, daß Frankreich keine Großstädte, etwa im deutschen Sinne des Wortes, hat. Lyon und Marseille, beide mit je rund 3/4 Millionen Einwohnern, streiten sich um den Rang der zweitenStadtFrank- Reichs. Trotz ihrer Größe läßt sich ihre Bedeutung nicht mit der gleichgroßer deutscher Städte vergleichen. Diese Erscheinung hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geschichtliche Ursachen. Die heutigen deutschen Großstädte besaßen ihre Bedeutung oft schon Jahrhunderte vor der Industrialisierung infolge ihrer politischen Stellung! In Frankreich war das nicht der Fall. Seit dem Ausgang des Lehnswefens schritt die Zentralisierung aller Kräfte des Landes in Paris immer weiter fort und wurde durch die Revolution endgültig besiegelt. Die Zentralisierung geht bis ins kleinste. Als Beispiel sei hier angeführt, daß z. B. die Prüfungsthemen für das Baccalaureat (Abschlußprüfung der Gymnasien, etwa dem deutschen Abiturientenexamen entsprechend) auch in der Provinz aus Paris kommen. In Frankreich gibt es auch keine große selbständige, meinungbildende Provinzpresse. Die Pariser Blätter haben Millionenaus- lagen und werden im ganzen Lande gelesen. Diese Zentralisierung des Landes ist eine Stärke, aber sie hat auch ihre Schattenseiten. Das kulturelle Leben im Lande ist eintöniger und dürftiger. So kommt es, daß die Franzosen sagen, die Hochschulen und die Universität seien nur in Paris von erstem Rang. Wer über den Durchschnitt herausragt, wer etwas werden will, der geht nach der Hauptstadt. Die Verwaltung ist das Muster einer Zentralverwaltung und arbeitet im allgemeinen gut. Wegen ihrer oft nicht zu leugnenden Schwerfälligkeit wird sie gern mehr oder weniger freundlich von der Bevölkerung, in Witzblättern und Filmen bekrittelt und lächerlich gemacht. Das Post- und Radiowesen nimmt unter dem jetzigen Minister einen merkbaren Aufschwung. Die Polizei ist in Frankreich in den Städten immer Gemeindepolizei, Ausnahmen sind die Häfen Brest und Toulon. Auf dem Lande ist die Gendarmerie staatlich. Das Heer ist beliebt und hat, da die allgemeine Wehrpflicht besteht, eine ebenso große erzieherische, wie militärische Aufgabe. Der Franzose ist aber nicht mit solcher Hingabe Soldat wie der Deutsche, Disziplin und Drill sind ihm unangenehm. Das Offizierkorps nimmt im Leben der Nation nicht die Stellung ein, die es etwa in Deutschland oder Japan innehat. Seit dem Kriege steht es allen Gesellschaftsschichten offen. Es ist keineswegs „feudal", was sich z. B. an kleineren Äußerlichkeiten zeigt: Offiziere fahren in Uniform zu Rad und gehen auf der Straße meist ohne Handschuhe. Auf die Aehn- lichkeit des französischen mit dem deutschen Schulwesen wurde schon hingewiesen, es bleibt nur : noch zu bemerken, daß in französischen Schulen kei- 1 nerlei Sport getrieben wird. Jeder Donnerstag ist : schulfrei. ■ Konservatismus und Sparsamkeit । beweist der Franzose überall im täglichen Leben. । Er entschließt sich nicht leicht zu Neuanschaffungen: 1 oft legt er mehr Wert auf Billigkeit als auf gute i Qualität. Das Bon-System hat in Frankreich weiteste Verbreitung gefunden. Oft erkundigen sich die Käufer eines Lebensmittelgeschäfts z. B., was für eine Gratisgabe es gibt, wenn sie für hundert Frank gekauft haben! Sie wollen wissen, ob es für Lebensmitteleinkäufe in dieser Höhe eine Halskette oder einen Füllfederhalter oder sonst irgendeine • Sache umsonst zu erwerben gibt, die mit dem < eigentlichen Zweck des Geschäfts, nämlich Lebens- ' mittel zu verkaufen, nichts zu tun hat. - Gilt Frankreich als das erste Land der Damen- - moben, fo ist nicht zu viel behauptet, daß man i nicht leicht anderswo so viele schlecht und unmodern angezogene Männer finden wird wie hier. Auf Aeußerlichkeiten legt der Franzose keinen großen Wert. Große Bedürfnislosigkeit in seinem täglichen Leben, wie in seinen Vergnügungen zeichnet ihn aus. Die Gegenstände des Alltags, die ihn um- i geben, sind meist unmodern oder wenigstens stark verbraucht. Seine Wohnungen sind für deutsche Begriffe ungewöhnlich verwohnt und besonders in hygienischer Hinsicht zurückgeblieben. Badezimmer 1 und fließendes Wasser sind keineswegs Selbstver- i ständlichkeiten, sondern selbst in besseren Häusern 1 immer noch ein Luxus. Häuser, staatliche Gebäude, I Bahnhöfe, Bahnen sind in der Regel völlig anspruchslos eingerichtet und nicht sehr gut gehalten. „Frankreich ist ein Land, das noch heute im 19. Jahrhundert leb t." Wenn man die französischen Zeitungen liest, politische Debatten, die i Reden der Minister hört, wenn man schließlich mit den Franzosen selbst spricht, so wird man immer : in vielen Abwandlungen ein Gemeinsames fest- . stellen können, nämlich: Das gesamte Leben und besonders das politische Leben des franzö- ■ sischen Volkes ist noch immer beherrscht von dem Ideengut, das in der großen Revolution geschaffen i worden ist. „Am Ende des 18. Jahrhunderts war i der französische Mensch fertig." Der Franzose ist Individualist. In seinem Lande hat die Masse ' nie eine solche Rolle gespielt, wie in den stärker industrialisierten Ländern. Diese bemühen sich um : Kollektivlösungen ihres staatlichen Lebens. Frank- . reich ist in dieser Beziehung zurück oder vielleicht weiter, jedenfalls hat es diesen Weg nicht mitge- I macht. Innenpolitisch stehen sich heute drei Fronten gegenüber. Auf der Rechten die Ligen. Die wich- । tigere ist die Liga „Croix de Feu“ unter der < Führung des Obersten de la Rocque. Das „Croix de Feu“ ist keine Partei im eigentlichen Sinne, I sondern eine Bewegung, die dem Nattonalsozialis- i mus ähnlich ist und eine Erneuerung des gesamten : politischen Lebens Frankreichs erstrebt. Sie gilt als : gut mit Waffen ausgerüstet. Ihr zur Seite steht, 1 allerdings mit ganz anderen Zielen, öie „Action 1 f r a n ? a i s e“, die royalistische Bewegung. Geführt : von einigen bedeutenden Köpfen, u. a. Daudet, dem I Sohn des berühmten französischen Dichters, strebt sie die Restauration der Bourbonen an. Sie zählt : ober nur ungefähr 40 000 eingeschriebene Mit- i gliedex. Der Kronprätendent daxf Frankreich nicht < betreten und lebt in Belgien. Diesen beiden Rechtsoerbänden steht in schärfster Kampfstellung die „Front p o p u 1 a i r e“ gegenüber, in der sich Kommunisten und Sozialisten vereinigt haben. Zwi- chen diesen beiden Fronten steht als Mitte die ;roße Masse des Bürgertums von den Radikal- o z i a l i ft e n über die Republikaner bis zu den Demokraten Tardieus. Herriot, der Führer der Radikalsozialisten, sympathisiert stark mit der „Front populaire“, aber der größte Teil seiner Partei sträubt sich dagegen, mit den Sozialisten und Kommunisten gemeinsame Sache zu machen. Die letzten Wahlen zu einem Drittel des Senats zeigten, daß es den radikalen Flügeln bisher nicht gelungen ist, in die noch immer dominierende Stellung der Mitte eine Bresche zu legen. Dem französischen Charakter nach zu urteilen, wird das auch immer das Normale bleiben. Der Franzose ist stolz auf das „squilibre", das Maßhalten, das er in allen Dingen des Lebens bewahrt. Deshalb wünscht er es auch in der Politik. Es ist aber nicht zu leugnen, daß die Korruption, die unter den regierenden Parteien herrscht, deren Stellung erschüttert hat, und der jetzt laufende Prozeß Stavisky wird noch einiges in derselben Richtung hinzutun. Andrs Siegfried sagt in feinem Buche über die französischen Parteien, der außenstehende Beobachter des französischen politischen Lebens fühle sich leicht veranlagt, mit Hamlets Worten darüber zu urteilen: „1t fc a tale, told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing“. Er als Kenner aber, der sich sein ganzes Leben nur mit dem SttLium dec französischen Demokratie besaßt habe. zosische Problem. Auf der einen Seite das befriedigte Frankreich, auf der anderen Deutschland, dem man so viel von feinem Lebenswichtigsten genommen hat, das aber geladen ist mit tausend Energieen, die nach Betätigungsraum drängen! Eine große englische Zeitung schrieb anläßlich der scharfen englisch-französischen Diskussion über die Sanktionen gegen Italien, daß die französische Politik im Grunde immer nur um das deutsch- französische Problem kreise. Ob es sich da um Polen handle oder um das Bündnis mit Sowjetrußland oder um feine Einstellung zum italienischen Feld« zuae in Abessinien, sei einerlei. Im Hintergrund stehe die Frage: „Wie verändert die und die Stel« lungnahme meine Position zu Deutschland?" J Dabei war es dem Verfasser oft geradezu er« staunlich, wie sachlich zurückhaltend und wenn autfi nicht ohne Furcht, so doch ohne Haß und eigentlich voll geheimer Hochachtung die französische Haltung Deutschland gegenüber war, während die englische Politik und auch das englische Wesen die schärfsk Ablehnung, ja geradezu Haß erfuhren. Die „Front populaire* ist allerdings aus parteipolitischen Gründen für England, weil sie für die Sanktionen eintritt. Als die bekannte Wochenzeitschrift „Gringoire" einen wahren Haßgesang auf England in Form einer langen geschichtlichen Abrechnung brachte, erhöhte sich ihre Auflage in zwei Wochen um 110 000 Exemplare. Die Demarche des englischen Botschafters wegen dieses Artikels war ohne Erfolg. Italien gegenüber zeigte sich dagegen eine begeisterte, von Brudergefüylen getragene Hinneigung und Anteilnahme. Die Abneigung gegen England stammt hauptsächlich aus dem Weltkrieg. Augenzeugen er* zählten dem Verfasser, daß sich ihre Verbündeten chlimmer benommen hätten als die deutschen Jnvasionsarmeen, die stets korrekt das Gut der Einwohner geschont hätten. Im Grunde genommen ist der Franzose ein Mensch, der sich für die große Weltpolitik nicht sehr interessiert. England lebt in erster Linie in feinem Weltteich und denkt für dieses Reich. Anders Frankreich. Selbst wenn es Akttonen weltpolitischen Ausmaßes unternimmt, so tut es das nur im Hinblick auf feine europäische Stellung. Frankreich denkt in europäischen Grenzen, obwohl es Kolonien in allen Weltteilen besitzt. Frankreich lebt in Europa. und Luftpost. Weniger bekannte Einrichtungen, Verbesserungen und Neuerungen der Deutschen Reichspost finden eine anschauliche Würdigung. Eine An- zayl von Blättern berichtet über die sozialen Einrichtungen. Zwei Kalendarien bilden den Schluß. — Deutscher Reichsbahn-Kalender 1 9 3 6. Herausgegeben vom Pressedienst der Deutschen Reichsbahn. Konkordia-Verlag, Leipzig. 160 Blätter. Preis 3,20 RM. — (586) — Der oorli^genbe 10. Jahrgang wendet sich direkt an den deutschen Menschen. Der deutsche Eisenbahner will als Volksgenosse zum Leser und Beschauer sprechen und ihm sagen: „Was dir die Reichsbahn fein will." Die Kalenderblätter sprechen von den verschiedensten Dienstzweigen, von den Leistungen im Reisedienst oder im Güterverkehr, von der Beförderung froher „Kraft-durch°Freude"-Urlauber und von den großen Transportausgaben, wie sie gipfeln in dem Zusammenwirken aller Eisenbahner für den Reichsparteitag in Nürnberg. Darüber hinaus wird von der Bedeutung Der Reichsbahn als Nationalvermögen und größtem Verkehrsunternehmen, als Arbeitgeber und als Auftraggeber für die deutsche Wirtschaft gesprochen. — KalenderfürGeflügelzuchterl93 6. Jahrbuch der im Reichsoerband Deutscher Kleintierzüchter zusammengeschlossenen Geflügelzüchter und -Halter. 38. Jahrgang. 610 Seiten mit 116 Abbildungen und zwei Farbtafeln. Halbleinen 1 RM. Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin W 57. — (580) — Außer dem üblichen Kalendarium enthält der Kalender einen starken Textteil, in dem erfahrene Praktiker Winke über alle Frage der Geflügelzucht geben, wie Selbstbau einfacher Ställe und Geräte, billigste Fütterung, Beurteilung des Geflügels nach äußeren Merkmalen, allerlei Knfffe bei der Brut und Aufzucht, Beschreibung der verbreitetsten deutschen Rassen, Erkennung und Heiluyg von Geflügelkrankheiten usw. Auf 67 Seiten sind die für die Praxis wichtigen letztjährigen Forschungsergebnisse der deutschen Geflügelzucht-Versuchsanstalten zusammengefaßt. Ü sä V ch ai ui D . . tifi , & t Ion SP unii wir H fleni ! pün II 65 -; die tot un H all Sc g" W hu < ! ne H ist w m I ai D w R bi n st bi § ch I bi n se : ke be i li । le n S n 2 k u k l 0 V t I § u f< u kl e o 1 t l. 2 a a v ö 1 I Hmtag,2r. Dezember 1935 chtetzener Anzeiger (General-Anzelger für Gberhetzen) Nr.3ül Drittes Blatt Die Aus der Provinzialhauptstadl Ein Notruf der Wintervögel. Oie Vogelältesten wenden sich an hilfsbereite Menschen. Oie Geheimnummer des Königs. Wer mit dem König von England telephonieren will, der braucht sich nur mit dem Buckingham- Palast verbinden zu lassen und dort ein bestimmtes Stichwort zu nennen. Dann wird sich bald darauf Georg V. persönlich melden, und man kann sich unbehelligt mit ihm unterhalten. Das klingt sehr einfach, aber es birgt doch eine große Schwierig- feit. Nämlich das Stichwort! Dieses Wort wird nur den engsten Freunden des Königs bekanntge- qeben und zudem in jeder Woche ausgewechselt. Diese Erschwerung der telephonischen Verbindung mit dem König ist schon darum unumgänglich, weil sonst den ganzen Tag Anrufe kämen und dem Ko- nig keine Zeit für die Führung der Regierungsgeschäfte bleiben würde. So müssen alle Anliegen schriftlich an ihn gerichtet werden. Damit hat man zugleich einem Unfug gesteuert, der in London immer mehr um sich greift, nämlich dem Anrufen berühmter Männer und wichtiger Amtsstellen, denen man alsdann irgendeinen Unsinn erzählt oder gar wissentlich falsche Angaben über eine wichtige schwe- bende Angelegenheit macht. Man nennt dieses Benehmen, das offenbar schon eme Art Krankheit geworden ist, von der sich die Befallenen mir schwer freimachen können, „Telephonomanie^. Die Postver- Tausendmal hat unser Sang euch erquickt in Wald und Auen, wenn die Seele, schwer und bang, keinem wollte sich vertrauen. Neue Hoffnung, Trost und Licht haben wir ins Herz gesungen und mit unserm Liedchen schlicht manches tiefe Leid bezwungen. Dankespflicht ist's, Sängerlohn, wenn ihr unsere Sorgen wendet, und für jeden süßen Ton eine Liebesgabe spendet. Anna Mayer. Vogelältesten in Oberhessen. ©er Epielplan der NS.-Kultur- gemeinde Gießen,Hing©eutscheBühne Die NS.-Kulturgemeinde Gießen, Ring Deutsche Bühne, schreibt uns: Am Montag, 30. Dezember, kommt als Ersatz für die ausgefallene Vorstellung: „Cosi fan tutte“ vom 11. November die Oper „M a s k e n b a l l" von Verdi zur Aufführung. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Intendant Schultze- Griesheim. Dauer von 20 bis 23 Uhr. Die Karten vom 11. November haben Gültigkeit für diese Vorstellung. — Am Samstag, 4. Januar von 20 bis 22 Uhr Shakespeares heiterbeschwingte „K o - mödie d e r Irrungen". Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. — Montag, 6. Januar geht von 20 bis 22.15 Uhr das Gesellschaftslustspiel: „Der Mann mit den grauen Schläfen" von Leo Lenz in Szene. Spielleitung: Hans von Spallart. Die Vorstellungen vom 4. und 6. Januar gellen als Dezembervorstellungen. Am Samstag, 18. und Montag, 20. Januar, kommen jeweils von 20 bis 23 Uhr als Vorstellungen der NS.-Kulturgemeinde die Oper „Der Waffenschmied" von Lortzing zur Aufführung. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Heinz Weiser. — Samstag, 25. und Montag, 27. Januar jeweils von 20 bis 22.30 Uhr „D e r Stern von Sevilla" des spanischen Klassikers Lope de Vega. Spieleitung: der Intendant. Für die Monate Februar und März sind folgende Werke vorgesehen: „Krach im Hinterhaus", Lustspiel von Maximilian Böttcher; „Die Fledermaus", Operette von Strauß oder „D i e T a n z g r ä f i n", Operette von Stoltz; „D e r ©er Führer „Das in diesen viereinhalb Jahren des Weltkriegs an unersetzlichem Heldenblut vergossen wurde, ist wirklich ungeheuer. Dan summiere alle die Hundertlausende von Einzelfällen zusammen, in denen es wieder hieß: Freiwillige vor die Front, freiwillige Patrouillengänger, freiwillige Deldegänger, Freiwillige für Telephontrupps, Freiwillige für Brücken- Übergänge, Freiwillige für U-Boote, Freiwillige für Flugzeuge, Freiwillige für Sturmbataillone ufro. — immer und immer wieder durch viereinhalb Jahre hindurch bei tausend Anlässen Freiwillige und wieder Freiwillige — man sieht stets das gleiche Ergebnis: der bartlose Jüngling oder der reife Dann, beide von glühender Vaterlandsliebe, von großem perfön- lichen Dul oder höchstem Pflichtbewuhtfein erfüllt, sie meldeten sich. Zehntausend, ja hunderttausend solcher Fälle kamen vor, und allmählich wurde dieses Denschentum immer dünner und dünner, was nicht fiel, wurde größtenteils zu Krüppeln zerschossen." Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung sammeln am 4. und 5. Januar 19 3 6 für das Winterhilfswerk! Liebe deutsche Denschen! Wir gefiederten Schädlingsfänger und Lieder- sänqer in Stadt und Land im deutschen Wald, in Feld und Hain wenden uns an euch mit der Bitte um Hilfe. Wir finden zwar vor manchem Küchenfenster Futter liegen, und wir wissen auch, daß immer wieder die Ermahnung laut wird, hungernde Vögel im wmter nicht zu vergessen. Viele Metzger schneiden beim Schlachtfest einen kräftigen Schweinenabel aus und knüpfen ihn an das Scheunentor, damit manche von unserer großen Vo- aelfamilie sich dort etwas Nahrung holen können. Andere Freunde auf dem Lande helfen mit Heusamen und Nachfrucht unseren Kameraden aus der Sippe der Finken. So sehr wir für alle diese Liebe und Fürsorge dankbar sind, so nachdrücklich müssen wir doch bekennen, daß alle diese Hilfe noch nicht genügt. Das Hilfswerk für uns muß sorgsam und pünktlich organisiert werden, alle Menschen müssen es aber auch genau beachten. Dann werden die schweren Fehler vermieden, daß man uns gekochte Kartoffeln, frisches Brot, gesalzenen Speck und gewürzte Speisereste als Atzung darbietet. Wir älteren verzehren davon nichts, wir firtb durch Schaden klug geworden. Durchfall, Kolik und Magenschmerzen sind die Folgen solchen Genusses, und manches unserer unerfahrenen Kinder muß, von Hunger getrieben, sein junges Leben lassen. Darum lieber gar nicht, als falsch füttern! Sehr begehrt sind von den unseren Hanf, Sonnenblumenkerne und Mohnsamen. Die Hauptsache ist, daß das Futter w e t t e r s i ch e r dargeboten wird, und wenn ihr füttert, so besorgt es regelmäßig, damit wir in der Not nicht vergeblich an die gewohnte, aber leere Futterstelle kommen. Das ist besonders wichtig, denn am schlimmsten wird unsere Not, wenn Glatteis, Wirbelschnee und ein. Auch von dem Fang des Jahres 1933/34 kaufte Deutschland ca. 224 000 Tonnen und mußte rund 32 Millionen Mark dafür zahlen. Und nach einer Notiz in der Presse kaufte Deutschland von Norwegen aus der Fongperiode 1935/36 etwa 75 000 Tonnen Walöl. Die Flaggen aller großen und verschiedener kleinen Nationen wehten von den Masten der Walfänger, nur die Hakenkreuzflagge fehlte bisher! In der bisher größten Fangsaison im Jahre 1931/32 wurden m der Antarktis fast 43 000 Wale gefangen. Im ganzen waren in dieser Saison 42 Walfangstationen mit ungefähr 300 Fangbooten beteiligt. Es wurden also rund 1000 Wale von einem Mutterschiff gefangen, die zusammen 3,5 Millionen Faß Oel brachten. Das sind beinahe 600 000 Tonnen (6 Faß Oel auf eine Tonne). Damals kostete die Tonne Oel 25 Pfund Sterling, der Wert des Walöles war also um 15 Millionen Pfund oder rund 300 Millionen Mark. In der Saison waren etwa 8000 Menschen im Walfang beschäftigt, hauptsächlich Norweger; aroei Drittel der Schiffe fuhren unter norwegischer Flagge, dann kamen England, Amerika, Argentinien, Südafrika, Rußland, Japan und Chile. Nur Deutschland fehlte, und der größte Teil dieses Oels ging nach Deutschland. Presse, daß man im Tromsö, also oben im Norden, dem Walfisch ein Denkmal bauen wollte, weil der Wal in den letzten Jahren in solchen Mengen auftrat, das durch die Erträge die Stadt glänzend über die Krisenjahre hinweagebracht wurde. Der deutsche Kapitän Kraul, der den russischen Walfang leitet, hat in Kamtschatka und in der Beringstraße im letzten Jahr soviel Wale angetroffen, daß er innerhalb von sechs Wochen das Mutterschiff von 8000 Tonnen vollgefischt hatte. — Also auch im Norden, wo man schon fast 500 Jahre hindurch Wale fangt, sind die Tiere noch nicht ausgerottet. Das Gebiet im nördlichen Eismeer ist aber nur etwa ein Zwanzigstel so groß wie das im südlichen und in diesem kleinen Gebiet sind in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts von den verschiedenen Nationen bis zu 1400 Schiffe im Jahr auf Walfang gewesen. Damals konnte man es wirklich als Raubbau ansprechen, weil man den Wal häufig nur der Barten wegen fing und alles andere über Bord warf. Aber trotz des damaligen Raubbaues ist der Wal nicht ausgestorben. So viel Geld hat die Menschheit überhaupt nicht, daß sie in der Lage wäre, den Wal auszurotten, denn wenn er dezimiert würde, würde es sich nicht mehr lohnen, auf Fang zu fahren. Das kann aber in der unglaublichen Weite der Antarktis, auch bei intensivstem Fang noch jahrzehntelang dauern. Aber selbst, wenn der Mensch trotz des dann nicht mehr lohnenden Geschäfts den Walfang roeiterbetreiben würde, ist der Wal nicht auszurotten, weil er in den polaren Gegenden in größeren Mengen weit drin im Packeis sitzt, wo Menschen und Fahrzeuge nicht in der Lage sind zu fangen. Selbstverständlich sollen beim Fang Muttertiere und Junge geschont werden und es ist erfreulich, daß man jetzt internationale Vereinbarungen ge troffen hat, die für die Fanggebiete Schonzeiten be stimmen und das Schießen einiger Arten von Walen, die selten sind, ganz verbietet. Aber eine geregelte Jagd ist nicht nur notwendig, sondern wird in der heutigen Zeit für Deutschland sogar Lebensbedingung. In den Jahren zwischen 1720 bis zu den Napoleonischen Kriegen war Deutschland nebst Hol- land die größte Walfangnation. Bis zu hundert Schiffen gingen alljährlich von der Elbe, Weser und Ems nach Grönland, und die Nord- und Ostfriesischen Inseln stellten die Besatzungen nicht nur für die deutschen, sondern auch zum größten Teil für die holländischen und englischen Kolonien. Viele Millionen großer Reichtum ist damals durch ; den Walfang in die Hansestädte geflossen. - Im Jahre 1930 führte Deutschland Walöl im ; Werte von nicht weniger als 90 Millionen Mark Rauhreif alle Ritzen für unsere Schnäbelchen verdecken und dicker Schnee liegt. Wenn wir bann nach 16 bis ISftünbiger Nacht am Morgen nach stundenlangem Suchen nichts für den Magen finden, erlahmen unsere Kräfte sehr bald — der Hungertod tritt ein. Sehr beliebt sind in solchen Zeiten schwerster Not die Futtergeräte, auf denen „Antispatz" geschrieben steht. Selbsttätig rutscht da der Hanfsamen nach, und wenn auch unser Kamerad Zwilch mit feinem dicken Schnabel keine Körner erhaschen Fann, fo kann er sich doch an den gewollt oder ungewollt fallengelassenen Bissen gütlich tun. In vielen Gärten finden wir das Futterholz und die Futterglocke, Futtergeräte, die die Kinder selbst anfertigen und mit den bekannten Futtermischungen ausgießen. Wer sich die Mühe der Futterbereitung nicht machen will kann ja auch für wenig Geld Futterringe zu kaufen bekommen. Bei der Herrichtung der Futterglocken nehmt bitte ein Weichholzstäbchen, damit wir unsere Krällchen leicht einschlagen können. Auch der Ehrislbaum kann unserem Wohle dienstbar gemacht werden. Uebergiehl ihn nach nach dem Abschmücken mit einer Futtermischung von getrocknetem, gemahlenem Weißbrot, Hanf, Mohn, Dohnmehl, gequetschtem Hafer, Hirse, Sonnenblumensamen und Rindertalg — der billige Pferdetalg ist, weil nicht festwerdend, unbrauchbar hierzu — und stellt ihn ganz frei auf! Wollt ihr euch und uns gleichermaßen dienen, so legt an alle Bäume Jnsektenfanggürtel an! Diese nicht zu verwechseln mit den Leimringen, die im Herbst angebracht werden. Es ist übrigens nicht so, wie manche Besserwisser erzählen, daß wir beim Ablesen der Frostspanner Schaden nähmen. Die Fanggürtel sind zu Sommers Anfang anzulegen und bestehen aus Wellpapier, das so gut wie nichts kostet. In die offen Hülsen verkriechen sich den liegen, daß seine Spitze nach der Türe weist, so wird ihnen das Glück im neuen Jahre hold sein. In welchem Hause ist heute nicht die alte Sitte des Bleigießens zu finden! Flüssiges Blei wird in kaltes Wasser gegossen. Aus den mannigfaltigen Figuren, die nach dem Erkalten des Metalls entstehen, will man ersehen, was das neue Jahr an Gutem und Angenehmen bringt. Wer vom Silvesteressen bis zum Beginn des neuen Jahres Speisen aufbewahrt, dem wird es an einem gedeckten Tisch das ganze Jahr über nicht mangeln. Vielerorts verbringt die Jugend den letzten Abend des Jahres in der Spinnstube, ober burchziehen vermummte unb verkleibete Gestalten unter Lärm bie Straßen. Dabei werben Feuerwerkskörper zum Entzünben gebracht. Man will bas neue Jahr anschießen. Ursprünglich wollte man bie unheimlichen Mächte bes Geisterreiches vertreiben. Wer in ber Silvesternacht punkt 12 Uhr auf bem Friebhofe zu weilen wagt, an bem werben bie Seelen aller ber» jenigen Menschen in Leibesgestalt Dorüberroanbern, bie im tommenben Jahre aus bem Gottesacker zur letzten Ruhe gebettet werben. Nur ganz furchtlosen Menschen ist es möglich, biesem gruseligen Augenblick stanbzuhalten. Mannigfaltig finb bie Sitten in ben „Zwölften in unserem Vaterlande. Wenn es irgendwie möglich zu machen ist, wird am Neujahrstage weder eine Apotheke, noch ein Arzt aufgesucht. Wer sich während des beginnenden neuen Jahres bei steter Gesundheit erhalten will, der muß sich in einer Schüssel waschen, in der einige Geldstücke, gleich welcher Art, liegen. Vor allen Dingen muß das Haus in allen Winkeln unb Ecken vom alten zum neuen Jahre sauber sein. Ist Schmutz liegengeblieben, so wirb bas Haus währenb bes folgenden Jahres niemals gründlich rein fein. waltung hat auf Hilferufe ber Anfchluhbesitzer hin, bie burch biefe an „Telephonomanie" leibenben Leute immer wieder angerufen werden, eine Reihe von „Telephon-Detektiven" angestellt, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, ben „Telephonoma. nen" auf bie Spur zu kommen. Die Beamten sind befugt, sich jeberzeit in jebe beliebige Telephonverbindung einzuschalten, das Gespräch abzuhören unb bie Sprecher zu ermitteln. Wer bei einem solchen Täuschungsmanöver entdeckt wird, wird sofort ber Polizeibehorbe gemelbet, bie in enger Fühlungnahme mit den „Telephondetektiven" arbeitet. Die Schuldigen haben eine strenge Bestrafung zu erwarten. Aufruhr um einen „Biber" Wenn bei uns die Vollbärte schon so selten finb, baß sie als „Biber" von einer befonberen Art von „Sammlern" stets eifrig vermerkt werben, fo trifft man sie in ber Heimat ber glattrasierten Gesichter, in Englanb, noch viel seltener. Es gab sogar eine Zeit, in ber ein Bart in ber englischen Gesellschaft streng verpönt war. Das war im 17. unb 18. Jahr- hunbert, als im Gegensatz zu ben großen Haarperücken ein glattes Gesicht geforbert würbe. Wer sich einen Schnurrbart stehen ließ, galt als eine unmögliche Erscheinung, unb wer auch noch bie Haare um Backen unb Kinn trug, galt als Sehens- roürbigfeit. Der Bilbhauer Permoser war z. B. ein solcher Sonberling, ber kein Messer unb keine Schere an sein Gesicht ließ, unb er hatte besroegen bie größte Anfechtung zu bestehen, ja, er sollte einmal sogar von ber erbitterten Menge gelyncht werden. In England waren es hauptsächlich Anhänger bestimmter Sekten, bie zuerst wagten, mit Bärten zu erscheinen. Als vor mehr als 100 Jahren tn Birmingham vier Männer, bie Anhänger ber Prophetin Johanna Southcott waren, mit Backenbärten sich auf ber Straße zeigten, folgte ihnen eine große Dolksmasse, unb es kam zu einem richtigen Aufruhr, bei bem bie Polizei eingreifen mußte. Die Anhänger ber Prophetin erklärten, baß sie bem Vorbilb ber Apostel mit ihrer Barttracht folgten. Das erste Mitglieb bes Unterhauses, bas im Bart zu erscheinen wagte, Muntz, hatte bamit einen schweren Stanb, unb er konnte sich nur vor Tätlichkeiten schützen, inbem er selbst als ein sehr starker Mann kräftig brauf loshieb. Er trug immer einen schweren Stock bei sich, mit bem er seinem Bart Achtung verschaffte. Im Jahre 1853 wagte es ber Pfarrer Edmunb Karken im Bart auf i x Kanzel zu erscheinen. Darüber war seine "’.tneinbe fo empört, baß sie seine Absetzung verlangte, unb erst nach langen Verhanblungen, in bie bie Regierung eingreifen mußte, einigte man sich gütlich. Zwischen den Jahren. Noch klingen uns bie trauten Weihnachtsweisen in ben Ohren, noch ist bas Geläute ber Christglocken kaum verstummt, da eilen auch schon die letzten Tage des Jahres wie im Fluge dahin. Es ist jetzt die Zeit der sogenannten heiligen 12 Nächte, die mit Weihnachten begonnen haben und mit bem 6. Januar endigen. Die wichtigsten Tage in ben „Zwölften" finb außer ben Christtagen Silvester unb Neujahr. Von jeher war gerabe biefe Zeit „zwischen ben Jahren", wie sie vielfach genannt wirb, reich an Volksgebräuchen, und der Volksglaube war nicht minder lebendig. Während dieser Tage werden gewisse Arbeiten, wie beispielsweise das Spinnen der Wolle, nicht ausgeführt. Alte Leute beobachten heute noch das Wetter und dessen Verlauf in den „Zwölften" und wollen daraus auf die Witterung ber 12 Monate bes neuen Jahres schließen. In manchen Gegenden wirb bie Wettervoraussage burch ben sogenannten Zwiebel» falenber vorgenommen, inbem eine Zwiebel in 12 Teile zerlegt unb jeder mit Salz bestreut wird. Jedem Monat ist ein Stück zugeteilt. Schmilzt auf dem einen ober anberen Zwiebelstück bas Salz, d. h. wird es stark naß, so wird nach bem Glauben der betreffende Monat eine feuchte, ja nasse Witterung aufzuweisen haben. An manchen Bräuchen, die hauptsächlich bei ber Jugend beliebt finb, will man bie Zukunft erforschen. Gerabe bie Mäbchen im heiratsfähigen Alter möchten gerne erfahren, ob sie bald von einem jungen Manne zum Altar geführt werben. Am Silvesterabenb werfen sie zu biesem Zwecke mit bem Fuße einen Schuh rücklings über ben Kopf. Kommt ber Schuh babei so zu stehen oder Stirbt der Wal aus? > 23on Kapitän Kircheiß. i Die von ber Ersten Deutschen Walfang- ' A.-G., Wesermünbe, in Auftrag gegebenen ' fünf modernen Fangschiffe dürften im August/ । September 1936 zur Ablieferung kommen. , Etwa zur gleichen Zeit dürfte auch der Um- . bau eines 14 0OO-Tonnen-Dampfers in eine Trankocherei beendet sein, so daß die Gesellschaft im Herbst 1936 ihre erste Ex pedi- t i o n , bestehend aus dem Mutterschiff unb fünf Fangschiffen, nach der Antarktis aussen- ben kann. — Im Hinblick auf biefe Pressenotiz finb bie Ausführungen bes bekannten Kapitäns K i r ch e i ß sehr bemerkenswert. In ben letzten Jahren unb vor allem auch in ber letzten Zeit finbet man in ben beutfdjen Zeitungen und Zeitschriften sehr häufig Artikel mit grausigen Ueberschriften wie „Die Tragödie der Wale oder „Raubbau, der Wal stirbt aus!" und ähnliche. Meistens sind diese Artikel durch irgendeine Zei- tungskorrespondenz vom Ausland hinemlanciert. Es sind Schreckschüsse, die uns vom Walfang abhalten sollen. Aber es gibt auch Deutsche, die so etwas schreiben, sei es nun aus Gefühlsduselei oder aus Sentimentalität, jedenfalls sind alle diese Artikel unsachlich. Wenn man Derartiges lieft, muß man fast glauben, die Menschheit lebe in einem Paradies und es gäbe keinen Krieg, keine Hungersnot unb keine Fremdenlegion, sondern der Walfang fei das einzige blutige, mörderische Verbrechen. — Schon jahrelang werden in Oslo sämtliche Beobacktungen ber Walfänger gesammelt unb von jebem Jahr wirb nach ber Fangzeit bas Ergebnis von ber Universität in Oslo verarbeitet unb in einem Heft zusammengestellt. In bem Heft 1934 steht wörtlich, daß man eine Abnahme ber Wale in ber Antarktis nicht feftftellen könnte unb baß man auf bem gelbe, bas jetzt zwei Jahrzehnte am meisten befischt würbe, trvtzbem bie meisten Wale gefangen hat. Auch in ber Größe ber Wale ist keine Aenberung eingetreten. Ich war selbst sowohl im süblichen als auch im nörblichen Eismeer beim Walfang. Es ist im süb- lichen Eismeer bisher niemals eine Abnahme ber Wale feftgeftellt worben. Wohl hat man ben Wal an bestimmten Stellen ber Erbe be^imiert, wie z. B. an der spanischen Küste, aber es ist noch nicht bewiesen, ob es vom Adeschießen kommt ober badurch, weil bie Fische unb Krabbenschwärme, also bie Nahrung bes Wales, sich von ben Küsten verzogen haben. Im vorigen Jahr ging eine Notiz burch bie ber vernichten ganze Schwärme Mücken und anderes Ungeziefer. Unsere Schwalbenkameraden sind ben ganzen Sommer über hinter ben Fliegen her, bie euch Menschen unb bie Nutztiere bauernd quälen. Piepmatz Bruder Star hält die Wiesenschnaken kurz unb lieft bie Engerlinge hinter dem Pfluge auf. Gönnt ihm barob gern ein paar Kirschen ober Zwetschen! Blaumeischens Schnäbelchen pickt Millionen Schildläuse von den Bäumen ab, und unser Friihauf Rotschwanz räumt gewaltig unter den Dämmerschmetterlingen und Motten auf. Wie weiß ber Bauersmann Ackermännchens (Säuberungsarbeit in den frisch gepflügten Furchen zu würdigen! Und die Nutzarbeit unserer Ammern, Pieper, Bachstelzen, Fliegenschnäpper, Wiesenschmätzer, Baumläufer, Goldhähnchen, Laubvögel und Zaunkönige! Der von euch Menschen wüßte nicht die Lieder unserer Gesangesfreunde zu schätzen! Wieviel Mal schon mag das „Spih-die-Schar" ein schwergeprüftes Herz aufgemuntert, das Tiri- (iriir dem Lebensschwachen neuen Mut, das „Widiwidiwidschi" dem hoffnungslos kranken ein fünftes Lächeln über bas Gesicht gezaubert haben! Nicht zu vergessen ben vielstimmigen Chor aller anderen geftederten Sängerbrüber! Sommer und Herbst über allerlei Kerfen, vor allem die Larven des Apfelwicklers, die bas Obst wurmig machen, um sich zu verpuppen. Mit unfehlbarem Spürsinn finden unsere Meisen- und Spechtkame- raden diese Futterquelle bald auf und hacken die feisten Bissen mit großer Geschicklichkeit heraus. Legt alle Futterptähe so an, daß sich unsere grimmigsten Feinde, die Katzen, nicht unbemerkt heranschleichen können! Wenn in der Nähe Gebüsch vorhanden ist, laßt das Laub liegen, damit ein Rascheln beim Kommen vernehmbar ist! Liegt Schnee, fo legt einige Dornen recht krackeiig über das Samenfutter! Beim Anlegen von Hecken vergeßt nicht solche Sträucher, die Beeren und sonstige Früchte zeitigen! Es sind Heckenkirsche, Weißdorn, Wildrose, Wacholder, Holunder, Schneebeere und Pfaffenhütchen. Hier ist auch bei ungünstigster Witterung etwas zu holen. Groß ist bekanntlich die Wohnungsnot vieler unserer Sangesbrüder. Hängt darum jetzt Nisthöhlen auf, bie sich leicht aus hohlen Fichtenprügeln herstellen lassen! Wie mollig läßt sich barin übernachten, wenn ein eisiger Ost daherbraust! Auch eil) Brettchen unter der Firste oder dem Durchzug der Torfahrt angebracht, bietet eine gute Übernachtungsstätte. Alle bie Wohltaten, um die wir für uns bitten, werden euch hundertfältig belohnt werden. Was würdet ihr ernten ohne uns? Verzehrt doch eine einzige unserer Meisenfamilie im Laufe eines Jahres Millionen von Kerfeneiern und Tausende Larven und Puppen der verschiedensten Garten-, Obst- und Forstschädlinge. Frau Grasmücke und ihre Kin- Die Kinder, bie sonst an Weihnachten ihre Geschenke, ihr Christkinbchen, holen, verschieben in vielen Gegenben heute noch biesen langersehnten Besuch bei Paten unb Goten auf ben Neujahrstag, um ihr „Neujährchen" in Empfang zu nehmen, wo* bei sie zugleich auch bie Glückwünsche zum neuen Jahre aussprechen. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stabttheater: 15 bis 18 Uhr „Der kleine Muck"; 19.30 bis 22.30 Uhr „Maskenball". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Krach im Hinterhaus". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ich war Jack Mortimer". Weihnachten SOOMeter unter der Erde. Oberheffen scheidend. Von dieser Grunderkenntnis ausgehend sind alle Bestrebungen von Wichtigkeit, die im Hin* undheitlich besonders gefährdet sind. In diesem Jahre finden diese Untersuchungen eine Erweiterung dadurch, daß zum erstenmal auch von der Berufskrankenkasse der weiblichen Angestellten die gleichen Untersuchungen ihrer jugendlichen Versicherten durchgeführt werden. Seitens der Berufskrankenkasse der Kaufmannsgehilfen werden alle die Jugendlichen zur Untersuchung heranae- zogen, die Ostern 1936 das zweite Lehrjahr beginnen, wäbrend von der Berufskrankenkasse der weiblichen Angestellten die Lehrlinge, die Ostern 1936 in das dritte Lehrjahr eintreten, und ferner zog sich dabei einen Bruch der Wirbelsäule zu. Am Tage des heiligen Abends wurde der Verunglückte durch die Freiwillige Sanitätskolonne Schotten in die Chrirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Der bedauernswerte junge Mann liegt schwer darnieder. Kreis Büdingen. CD Nidda, 23. Dez. Wie gefahrvoll eine zur Nachtzeit auf der Landstraße dahinziehende Schafherde werden kann, wenn sie bei den verschneiten Straßen ohne jede Beleuchtung wandert, mußte Dr. med. Roth von Frankfurt am Main erfahren, als er abends mit seinem Auto von Nidda nach Ranstadt fuhr. An einer Straßenkrümmung sah er sich plötzlich vor einer solchen Herde. Infolge starken Bremsens rutschte das Auto durch die Bodenglätte seitwärts nach einem tiefen Abgrund, blieb aber glücklicherweise an einem Baume hängen, gegen den es dermaßen schlug, daß es wegen sehr st a r k e r Beschädigung abgeschleppt werden mußte. Der Fahrer kam zum Glück ohne erhebliche Verletzung mit dem Schrecken davon. Großer Iabrikbrand im Odenwald. Michelstadt i. O., 26. Dez. (LPD.) Aus bis- her noch unbekannter Ursache brach am Dienstagabend in der Schreinerei Bzw. Holzschneiderei der Zeltbahnfabrik Gebr. Mühlhäuser in Steinbach bei Michelstadt Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Das Feuer fand an den Holzvorräten reiche Nahrung, und bald war das ganze Gebäude e i n g e ä s ch e r t. Mit großer Mühe konnten die Feuerwehren ein lieber* greifen des Brandes auf die ang^baute Montage* halle verhüten. Der Schaden ist bedeutend, da fast alle Maschinen in dem niedergebrannten Gebäude unbrauchbar geworden sind. Ein auf Urlaub befindlicher Soldat hatte das Feuer zuerst wahraenom* men und sofort die Feuerwehr alarmiert, so daß bald eingegriffen werden konnte. Ein Haus von einem ffernlastwaqen gerammt. LPD. Mainz, 26. Dez. Am Montagmorgen kam in Mainz-Bischofsheim in der Nähe der evangelischen Kirche ein Fer«lajtwagS4t die weiblichen Angestellten, die in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1918 geboren sind, für diese Untersuchungen vorgesehen fi luchungen finden in engster Zusc dem Hauptamt für Volksqesundhe sind, erlebten eine Ueberraschung. Vorsitzender Karl H o f überreichte im Namen des Vereins den San- aesbrüdern Johannes Harnisch, Karl Burger, Ludwig Schmitt, Heinrich Burger, . Karl Schmit t, Karl Happel, Philipp W e h r u m, Ludwig Häuser, Karl S ch m a n d t und Ludwig Happel aus Anlaß ihrer langjährigen aktiven Tätigkeit und Verdienste um den Verein ein Weihnachtsgeschenk. Mit zwei Laienspielen, aufgeführt von Mitgliedern des Vereins, und anschließendem Tanz fand die Weihnachtsfeier ihren Abschluß. * Lang-Gons, 26. Dez. Durch das Glatt- e i s verursacht, st ü r z t e hier die 64jährige Ehefrau des Landwirts G. und brach dabei den linken Unterarm. statt und sollen mit dazu dienen, durch vorbeugende Maßnahmen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu sichern, zu erhalten und weitmöglichst zu steigern. ♦ ** Kirchensammlung für das Winterhilfswerk am Neujahrstag. Die Kollekte in den Gottesdiensten am Neujahrstag ist in der gesamten Deutschen Evangelischen Kirche für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes bestimmt. ** Schneegänse gingen am Heiligen Abend gegen 19 Uhr ziemlich tief herunter, so daß man in der Nähe der Gummifabrik ihr Flügelrauschen und ihr nahes Schreien hörte. Sie nahmen dann chre Flugrichtung nach dem Bergwerkswald. ** An Kohlenoxydgasvergiftung erkrankt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag vormittags wurde in einem Hause im Asterweg eine dort wohnende Frau in ihrem Zimmer bewußtlos aufgefunden. Die Ursache war in einer Kohlenoxydgasvergiftung zu finden, die offensichtlich auf einen Schaden am Ofen zurückzuführen ist. Die Verunglückte wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo sie das Bewußtsein wieder erlangte, zur Zeit aber noch krank darnieder liegt. Erfreulicherweise ist aber die Lebensgefahr vorüber. In dem Kalibergwerk Reihers hausen bei Göttingen wurde eine einzigartige Weihnachtsfeier veranstaltet. Im Füllort auf der Hauptförderstrecke, 900 Meter unter der Erde, scharten sich die Arbeitsmänner am Christbaum zu einer Feier zusammen. Das Orchester des Göttinger Staatstheaters umrahmte die Feierstunde mit stimmungsvollen Darbietungen. — (Presse-Illustration Hoffmann-M.) neben den Vertretern der Partei und der Behörden sämtliche betreute Volksgenossen, und zwar Kinder und Erwachsene, teilnahmen. Nach Musik- und Gesangsdarbietungen hörte man die lieber» tragung der Feier in Berlin, sodann hielt der Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, eine Ansprache, in der er den grundlegenden Unterschied zwischen den Winterhilfesammlungen und Weihnachtsfeiern der früheren Zeit und denjenigen des WHW. klarlegte. Seine Ansprache klang mit einem freudig aufgenommenen Treugelöbnis an den Führer und Reichskanzler aus. Nach weiteren gesanglichen Darbietungen der Sina» char der NS.-Frauenschaft und der Jungmädels des BdM. fand die Weihnachtsbescherung statt, die bei den betreuten Volksgenossen größte Freude aus* löste. Anschließend vereinigten sich alle Mitarbeiter des WHW. zu einem kameradschaftlichen Beisammensein, in dessen Verlauf Ortsgruppenamtsleiter Dr. V ö l s i n g allen seinen Mitarbeitern für ihre bisherige hingebende Tätigkeit an dem großen Werke herzlichen Dank sagte. — Im hiesigen Kreis krankenhaus wurde eine Weihnachtsfeier für die Kranken, die Mitarbeiter und Schwestern des Krankenhauses veranstaltet, an der auch Vertreter des Kreisamtes und fast alle Patienten teilnahmen. Pfarrer B e r n b e ck hielt die Weihnachtsansprache, die von musikalischen und gesanglichen Darbietungen umrahmt war. * A l s f e l d , 26. Dez. Der in der Sehrtschen Mühle in dem Kreisorte Vadenrod schwer verunglückte Müllergeselle, der mit beiden Beinen in das Getriebe der Mühle gekommen war, ist im hiesigen Kreiskrankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. * Nieder-Gemünden, 27. Dez. Der hiesige Landwirt Wilhelm A l t v a t e r zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des rechten Unterarmes und außerdem eine Hüftver» letzung zu. Er mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Schotten * Helpershain, 27. Dez. In unserem Ort ereignete sich ein schwerer U n g l ü ck s f a l l. Der 25jährige Bäcker Heinrich B i n d e w a l d stürzte am vergangenen Samstag in der Scheune ab und in unserem Bahnhof reibungslos abgewickelt, allerdings hatten die Züge mancherlei Verspätungen aufzuweisen. Ebenso erfreulich ist es, berichten zu können, daß trotz des sehr starken Verkehrs im Bezirk unserer engeren Heimat keine Unfälle zu verzeichnen waren. Schätzungsweise wurden im hiesigen Bezirk anläßlich des Weihnachtsfestes etwa 6000 Personen mehr als in den Vorjahren befördert. Nur durch Einsatz aller an dem Betrieb und Verkehr beteiligten Eisenbahnern ist es gelungen, diese Aufgaben zur Zufriedenheit der Reisenden zu lösen. Es mußte an alle beteiligten Beamten und Arbeiter die größten Anforderungen gestellt werden, um den Verkehr zu bewältigen. Sämtliche Eisenbahner haben mit vorbildlicher Pflichttreue sich in den Dienst der großen Sache gestellt. Die Straßenbahn hatte von dem starken Verkehr der Reisenden ebenfalls eine erheblich gesteigerte Inanspruchnahme zu verzeichnen, die dem Haushaltsplan unserer Elektrischen in begrüßenswerter Weise zugute kommt. Dank der großartigen Leistungen des Winterhilfswerks gab es auch in diesem Jahre wieder keine deutsche Familie, in der der Gabentisch ungedeckt geblieben ist. Das Weihnachtsfest 1935 war ein Fest der tätigen Liebe einer ganzen Volksgemeinschaft. Noch wird es einige Tage dauern, bis die Weihnachtsstimmung aus den deutschen Familien gänzlich verdrängt ist vom grauen Alltag, und erst mit dem Neujahrstag wird die stimmungsvolle Weihe, die der Christbaum in die Herzen der deutschen Menschen senkt, der rauhen Wirklichkeit weichen. Aufklärung des Diebstahls auf dem Gießener Güterbahnhof. Die Kriminalpolizeistelle Gießen berichtet: Am 25. Dezember wurde in dem städtischen Obdachlosenasyl der 29jährige Anastasius C z a p l e w s k i aus Stargard (Pommern) unter dem dringenden Verdacht festgenommen, den am 15. Dezember auf dem hiesigen Güterbahnhof begangenen Einbruch, bei dem 26 Güterwagen erbrochen wurden, verübt zu haben. Ein Teil Der gestohlenen Güter wurde bei ihm vorgefunden. Trotz der ihn schwer belastenden Ueberführungsltücke leugnet er bis zur Stunde die Tat, er kann aber bereits als überführt betrachtet werden. Der Verhaftete wird am heutigen Freitag dem Amtsgericht zugeführt. Stenographen-Zubiläum und Gautag 1936 in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- araphenschast kann im Jahre 1936 und zwar am 13. August, auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Aus Anlaß dieses Jubiläums hält der „Gau Hessen der Deutschen Stnographenschaft" am 4. und 5. Juli 1936 in Gießen leinen 56. Gautag.ab. Der Gau Hessen der Deutschen Stenographenschaft umfaßt ganz Hessen und außerdem Den Regierungsbezirk Wiesbaden, deckt sich also mit dem Gau Hessen-Nassau der Partei. Er besteht aus 126 Ortsgruppen mit rund 13 000 Mitgliedern. Die Orts- gruvpe Gießen selbst zählt etwa 550 Mitglieder. Am Nachmittag des 4. Juli findet eine Vertretersitzung statt in Anwesenheit des Gaugebietsführers und des Reichsführers der Stenographenschaft, an der voraussichtlich 200 bis 300 Vertreter sämtlicher Ortsgruppen des Gaugebietes teilnehmen werden. Am Abend des gleichen Tages findet eine Jubiläumsfeier der hiesigen Ortsgruppe statt. Am Morgen des 5. Juli wird bann das für jedes Jahr vorge* schriebene große stenographische Leistungsschreiben abgehalten, an dem sich etwa 1000 bis 1200 Steno* graphen beteiligen werden. Am Nachmittag des 5. Juli finden Besichtigungen, Ausflüge, Tanzbelustigungen usw. statt. Beschlossen wird der Gautag am Abend durch die Verkündigung des Wettschreibergebnisses. Die ärztlichen Reihenuntersuchungen von Iuaendlichen. Von der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen, Verwaltungsstelle Gießen, wird uns geschrieben: Für die Zukunft unseres Volkes sind in erster Linie die Kraft, die Gesundheit und die Leistungen bet lebenden, wie der kommenden Geschlechter ent« Kanzler von Tirol", Schauspiel von Wen- ther; „Die I n s e l", Schauspiel von Bratt. Zu allen Vorstellungen der NS.-Kulturgerneinde findet ein freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse statt. Kartenausgabe für die Zweite Dezemberhälfte und für Januar: Samstag, 28. Dezember von 16 bis 19 Uhr an der Theaterkasse. (Siehe Anzeige im Gießener Anzeiger vom 24. Dezember.) Die Weihnachtsfeiertage. Der Verlauf der Weihnachtsfeiertage hat in unserer engeren Heimat, soweit das Weihnachtswetter in Betracht kommt, allerlei Enttäuschungen bereitet. An Stelle echt winterlichen Wetters mit Schnee und Eis, das namentlich für unsere Wintersportler eine reine Freude gewesen wäre, fing es bereits am Heiligabend gegen 17 Uhr äu regnen an, worau schon in kurzer Zeit erhebliche Glatteisbildung eintrat, die denn auch in der Stadt und in einigen Orten des Kreises Gießen zu Stürzen von Straßenpassanten führte, bei denen es zum Teil Arm- ober Beinbrüche gab. Das programmwidrige Weihnachtswetter fetzte sich bann an ben Feiertagen fort, wobei es am gestrigen Vormittag wiederum zu Regenfällen kam. Dazu lag zum Teil feucht-nebeliger Dunst über Stadt und Land, der das äußere Bild einer trüben Weihnacht nur noch veH'tärkte. Unter diesen Umständen zogen es die meisten natürlich vor, die Weihnachtsfeiertage in ihren Wohnungen zu begehen, wo der Aufenthalt entschieden angenehmer war, als in der unfreundlichen Außentemperatur dieser Tage. Lediglich zu ben Gottesdiensten, die in allen Kirchen gut besucht waren, sah man stärkeren Fußgängerverkehr auf ben Straßen. Der Reiseverkehr war trotzbem am Heiligenabenb und an den beiden Feiertagen viel lebhafter als im vorigen Jahre, ja man kann ihn sogar als außerordentlich stark bezeichnen. Soldaten und Arbeitsdienstmänner, die in ihren Weihnachtsurlaub fuhren, stellten ben weitaus größten Teil ber Reisenden und bevölkerten die Wartehalle des Bahnhofs unb die Bahnsteige in so großem Ausmaß, daß zeitweise die reisenden Zivilisten nahezu in dem Bild der Uniformen verschwanden. Am gestrigen zweiten Feiertagabend begann der Rückreiseoerkehr sich bereits bemerkbar zu machen; ebenso wie bei der Abreise vor dem Fest, waren auch jetzt wieder Soldaten und Arbeitsdienstmänner besonders im Vordergrund des Reiseverkehrs, auch auf der Durchreise. Die Reichsbahn mußte zur Bewältigung dieses starken Anspruchs alle Verkehrsmittel einsetzen und die Züge verstärkt, zum Teil auch doppelt fahren. Ferner wurden auch Urlauber-Sonderzüge gefahren, um allen Ansprüchen pünktlich genügen 3U können. Erfreulicherweise hat sich der Reiseverkehr Schwerer Krastwagen-DerkehrSunfall. vier junge Leute verletzt. * Klein-Linden, 27. Dez. Am gestrigen Zweiten Weihnachtsfeiertag ereignete sich gegen Abend auf der Landstraße zwischen Klein-Linden und Dutenhofen, nahe dem Allendorfer Wäldchen in der 8-Kurve, ein schwerer Autounfall. Ein Personenkraftwagen, ber von vier jungen Leuten (sämtlich aus Lützellinben) besetzt war, fuhr gegen einen Telegraphenmast. Durch ben Anprall erlitten alle Insassen teils schwere, teils leichtere Verletzungen. Durch bie Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen würben bie Verunglückten in bie Chirurgische Klinik gebracht. Der etwa 20jährige Hermann Weber, ber ben Wagen führte, erlitt eine schwereKopf- verletzung; er liegt in bedenklichem Zustande barnieder. Der 21jährige Erwin Spengler und der 19jährige Walter Spengler erlitten ebenfalls Kopfverletzungen; am glimpflichsten kam ber 20jährige Adolf Lenz davon, der einige Fleischverletzungen im Gesicht erlitt. Weihnachtsfeier-Jubiläum einerGtadt. 1) Alsfeld, 26. Dez. Am Weihnachtsabend veranstaltete die hiesige Stadtverwaltung gemäß einem langjährigen Brauche wiederum eine B e - scherung für bie reifenden Handwerksgesellen in der Herberge „Zur Heimat", an der Bürgermeister Dr. V ö l s i n g teilnahm. Zu der Feier hatten sich 21 Wanderer eingefunden. Pfarrer B e r n b e ck hielt eine dieser besonderen Feier entsprechende Weihnachtsansprache, die von gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern würdig umrahmt wurde. Die Beschenkten erhielten ein einfaches llbendessen und nach Bedarf Wäschestücke, worüber ie sich besonders freuten. Die Feier, die von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g bei feinem Amtsantritt ins Leben gerufen worden war, wurde in diesem Jahre zum 2 5. Male abgehalten. Landkreis Gießen £ Wieseck, 26. Dez. Am ersten Weihnachts- eiertag. hatten Spaziergänger in unserer Gernar- 'ung ein seltenes Erlebnis. Unterhalb ber Marburger Straße konnten sie in einem Kornacker zirka 50 Wildgänse beobachten. § Daubringen, 27. Dez. Die hiesige Kleinkinderschule hielt in der alten Schule ihre diesjährige Kinder bescherung ab. Weihnachtslieder, Erzählungen und Gedichtvorträge wechselten miteinander ab. Mit großer Freude emp- ingen die Kinder ihre Gaben. Strahlende Augen lohnten die Mühe, die sich Schwester Marie für diese Feier gemacht hatte. An der Bescherung nahmen etwa 40 Kinder teil. + Mainzlar, 27. Dez. Die hiesige SA. traf ich dieser Tage im Lokal von Müller beim letzten Dienst des Jahres zu einer Weihnachtsfeier unter dem lichtergefchmückten Baurn. Gemeinsam gefangene Weihnachtslieder, Gedichtvorträge und Austausch von gemeinsamen Erlebnissen hielten die Kameraden in bester Stimmung einige Stunden beisammen. s T r ei s a. d. L d a., 24. Dez. Die hiesige N S.° Frauenschaft hielt in ihrem Vereinslokal unter dem brennenden Adventskranz eine schlichte A d - v e n t s f e i e r ab, zu der auch die evangelisch- kirchliche Frauenhilfe eingeladen und zahlreich erschienen war. Nach kurzer Begrüßung durch die Leiterin und dem Gesang eines Adventsliedes hielt ber Ortspfarrer Pg. Buchner bie Abvents- ansprache. Danach trugen vier weißgekleidete Mädchen ein Gedicht „die vier Adventslichter" vor, die Leiterin las noch einige Advents- und Weihnachtsgeschichten; dazwischen wurden Adventslieder gesungen, so daß die Stimmung eine recht vorweihnachtliche war. — Die Sammlung der Frauenhilfe für das W i n t e r h i l f s w e r k, die mit großer Freude unb Hingabe von ben Frauen be= orgt würbe, ergab einen reichen Ertrag. Es gingen Drei Waschkörbe voll Lebensrnittel, wie Speck, Wurst, Kakao, Kaffee, Gerste, Reis u. a. m., sowie 23 Mark an Geld ein. — Für Weinachts- Anhängeplaketten wurden hier 33 Mark gelöst. = Steinbach, 26. Dez. Die Sonnwendfeier der hiesigen HI. fand am 23. Dezember, abends statt. Die Veranstaltung wurde vom BDM. durchgeführt und nahm trotz der herrschenden Kälte einen schönen Verlauf. "Y" Watzenborn-Steinberg, 26. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag veranstaltete ber hiesige Männergesangverein „S ä n g e r k r a n z" im Vereinslokal „Zum goldenen Stern" eine wohl- gelungene Weihnachtsfeier. Nach einem einleitenben Musikstück begrüßte der Ehrenvorsitzende Johannes Harnisch die Vereinsfamilie. Beim brennenden Weihnachtsbaum wurden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Der Chor unter ber Stabführung seines Dirigenten Lehrer Svory (Groß-Rechtenbach) trug einige gut eingeschulte Chöre vor. Die Feier würbe verschönt durch das „Offene Singen", das erstmalig eingesührt wurde. Mehrere Ehrenmitglieder, die zum Teil 40 Jahre aktive langer blick auf bas Ziel einer verantwortungsbewußten positiven Rassenpflege eine Aufklärung und Erziehung unserer Volksgenossen zu einer gesunden Lebensführung betreiben. Darüber hinaus ist die ärztliche Ueberwachung, rechtzeittges Erkennen und Behandlung etwa bestehender Schäden bzw. aufgetretener Krankheiten für die Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des einzelnen Volksgenossen von entscheidender Bedeutung. Aus dieser Erkenntnis heraus führt die Berufs- krankenkaffe der Kaufmannsgehilfen feit einer Reihe von Jahren solche Untersuchungen ihrer Versicherten durch, wobei sie sich zunächst einmal auf die Er- affung ber erwerbstätigen Jugendlichen beschränkt, >ie durch den Beruf und bie Entwicklungsjahre ge- s. Lang-Göns, 26. Dez. Am Mittwochabend feierte der hiesige Turnverein fein Weih- nachtsfest in der Turnhalle. Nach den Begrüßungsworten des Dereinsführers Karl Müller und ber üblichen Ehrung ber Toten des Vereins sprach Dietwart Albert Schmidt über die Arbeit und über die Ziele des Reichsbundes für Leibesübungen, in dem nun alle Turnvereine aufgegangen sind. Einem Vorspruch über das Weihnachtsfest, vorgetragen von Frl. A. Pfuhl, folgte ber Weihnachtsreigen ber Turnerinnen. Er fand lebhaften Beifall, wie überhaupt alle Vorführungen ber Turnerinnen an biefem Abenb (Leitung: Wilhelm Dem). Weitere Freiübungen ber Schüler (Leitung: Erwin Müll), Keulenübungen unb Turnen am Barren folgten. Nach ben Geräteübungen wurde die Siegerehrung vorgenommen. Oberturnwart Wilhelm Lang konnte fünf Turnerinnen (Maria Wagner, Elfe Stoll, Helene R o - thenhöfer, Marie Heidt und Anna Heidt) und zehn Turnern Siegerurkunden von den letzten Kreis-, Gau- und Bergfesten überreichen. Besonders erwähnte er hierbei bie alten Turner Karl H e i b t, Willi Keßler, Willi B r ü ck e l unb Otto Köster unb bankte ihnen für ihre Leistungen. Außerbem erhielten Siegerurkunben: Willi Römer, Richard Römer, August Faber, Kurt Puhl, Kurt Wagner unb Albert Schwan. Bürgermeister Wenzel unterftrid) in einer kurzen Ansprache bie Verbienste ber Turnvereine unb sprach vor allem seine Anerkennung bafür aus, baß ber Reingewinn be5 Abends restlos bem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt würde. Nach einer Pause wurde ein Theaterstück gespielt, in bem alle Darsteller ihr Bettes boten. Den Abschluß ber turnerischen Vorführungen bilbeten bie Hebungen mit bem Ball, bie wohl am besten gefielen unb reichen Beifall auslösten. Alle Darbietungen würben eingerahmt burch Musikstücke bes hiesigen Orchester- Vereins unter Leitung von Theobor Philipp. Darunter verbient bcfonbere Hervorhebung ein Trompetenbuett ber Herren Weiß unb Philipp. Zum Schluß sprach ber Vereinsführer Karl Mül - ler allen Mitwirkenben feinen Dank aus oo Eberstabt, 27. Dez. Im festlich geschmückten Saale von Karl F e l s i n g fanb eine Weihnachtsfeier statt. Gute Musik leitete ben Abenb ein. Lieber be« Männerchore« (Leitung: Chormeister Sarnes, Holzheim), Sprechchöre ber Hit* ler-Jugenb, bes BDM. unb ber Schüler wechselten bann in bunter Folge miteinander ab unb fanben herzliche Anerkennung. Die turnerischen Darbietungen ernteten ebenfalls großen Beifall. Nach einigen gemeinsam gesungenen Weihnachts- liebem fanb eine Weihnachtsbescherung ber Kinber statt, bie große Freube auslöste. In einer Schlußansprache bankte Pfarrer K ö b b i n g allen, bie zur Verschönerung bes Abends beitrugen. O Göbelnrod, 26. Dez. Im prächtig geschmückten Saal von Pg. M ü l l e r fand die W e i h - nachtsfeier der NSDAP, statt. Stützpunktleiter Heinrich Stühle r begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und wies auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes hin. Nach der Uebertragung der Feier von Berlin wurden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen, Gedichte vorgetragen unb einige Weihnachtsspiele aufgeführt. Die Schüler der Volksschule sangen unter Leitung von Lehrer Allendörfer einige Lieder und bereiteten damit ben Zuhörern große Freube. Dann nahm ber Nikolaus bie Weihnachtsbescherung vor. Stützpunktleiter Stüh ler chloß bie Feier mit Worten des Dankes an alle (vor allem an die NS.-Frauenschaft und Lehrer Allen- dörfer), bie zur Verschönerung bes Abenbs beigetra* gen hatten. — Gegenwärtig finbet in unserem Orte ein Melkkursus statt, an bem sich 23 Personen beteiligen. Leiter bes Kurses ist ber Melklehrer Fey vom Waithos bei Grünberg. — In unserem Orte, der nur 365 Einwohner zählt, wohnen verhältnismäßig viele hochbetagte Leute über 75 Jahre. Dieser Tage konnte der Landwirt Johs. Schult* heiß bei körperlicher und geistiger Frische seinen 8 3. Geburtstag feiern. Er betreibt noch Schaf- Handel und vermag auch in der Landwirtschaft noch mitzuhelfen. Kreis Alsfeld § Alsfeld, 24. Dez. Eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier in größerem Rahmen veranstaltete die hiesige Ortsführung des WHW. im großen Saale des „Deutschen Hauses", an der I ** 21 uf ein parkendes Auto aufgefahren. Gestern geaen 21 Uhr ereignete sich auf der Straße Gießen—Lollar ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen fuhr gegen ein Auto, das vor sind. Diese Unter- ber Wellersburg parkte. Glücklicherweise würben v lammenarbeit mit Menschen nicht verletzt. Es entftanb lebiglich einiger Hauptamt für Volksgesundheit ber NSDAP. Sachschaden. Aus den preußischen Nachbargebieten Schlüsse kampf- Jn der 27. Minute hatte sich Röll den Ball erkämpft, 'Röll karambolierte mit Theobald, Eckert legte den Bis zur Pause 1:1. gegen spröde Haut Nachdruck verboten! 19. Fortsetzung. mit mir in Der iveilic uuuucn t-ui ------- '—. , ' . n, . ... Dampsersirene zog ihren Rus durch den Abend hin. doch im Verderben eins miteinander. Auch dafür Langsam bog Mia sich wieder zurück. will ich dankbar sein. Aber — nein — das ist ,a Wir wollen nicht mit Worten spielen, Günter — Unsinn! Wir nehmen es zu schwer, Günter! Man DerteihungdesFrontkämpferabzeichens an eine Note-Kreuz-Schwester. D a r m st a d t, 23. Dez. (LPD.) Der Schwester Luise G a m b s vom Roten - Kreuz - Mutterhaus Alicc-Hospital in Darmstadt wurde vor einigen Tagen das Frontkämpserabzeichen verliehen. Diese für eine Frau seltene Auszeichnung hat die Schwester für ihre in vorderster Linie ausgeübte Tätigkeit als Rote-Kreuz-Schwester im Weltkrieg erhalten. Sie war von 1914 bis Kriegsende der Krankentransportabteilung der 4. Armee zugeteilt und hat bei den Schlachten um $pern und in Flandern, sowie bei den dortigen Stellungskämpfen viel Schweres erlebt. Mit großer Aufopferung hat sie ihren Pflegedienst bei Verwundeten und Sterbenden geleistet. ♦ Niederkleen, 27. Dez. Der Stützpunkt Niederkleen der NSDAP, hielt seine Weihnachtsfeier in der Schule ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach der Uebertragung der Feier von Berlin wurden gemeinsam verschiedene Weihnachtslieder gesungen. Weiterhin brachten die Schulkinder schöne alte Weihnachtslieder und Weihnachtsmärchen zum Dortrag. Verschiedene weihnachtliche Lichtbilder, von Lehrer Bergheimer vorgeführt, halfen den Abend verschönen. Eine kleine Hauskapelle unterhielt außerdem mit guter Musik. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ansprache des Stützpunkt- leiters Mack, der über den Sinn und die Bedeu- Halbzeit die spielerisch besseren Leistungen zeigten und nach der Pause teilweise stark nachließen. Die beiden Mannschaften kamen etwas verändert. Bei Nordhessen fehlten der Fuldaer Mittelstürmer Pietsch und der Hersfelder Halblinke Schaffert. Dafür wurden die Hanauer Roskony und Eckert eingestellt, später wurde der wieder verletzt ausscheidende Roskony durch Schultheiß (Wachenbuchen) ersetzt. Beim Gau Südwest spielte nicht Müller- Neunkirchen, sondern Ittel-Frankenthal im Tore. Die Gegner standen sich also von Spielbeginn an wie folgt gegenüber: Nordhessen: Sonnrein-Hanau 93; Eufinger- Hanau 93, Lippert- Gießen 19 0 0; Reinhardt, Weißenborn, Klingler (alle Hanau 93); Röll - Bor. Fulda, Meisel - Germ. Fulda, Roskony- Hanau 93 (später Schultheiß-Wachenbuchen), Eckert- Hanau 93, Gleim-Kassel 03. Südwest: Ittel - Frankenthal; Zache-Saar 05 Saarbrücken, Welsch - Bor. Neunkirchen; Müller- Spfr. Saarbrücken, Dietsch-Spsr. Frankfurt, Theobald - Bor. Neunkirchen; Marker - Kaiserslautern, Pflug-Niederrad, Eckert-Wormatia Worms, Lindemann, Simon, (beide Kickers Offenbach). Plötzlich begehrte sie leidenschaftlich auf: „Nein, ich kann nicht abreisen! Ich muß bleiben! Ich muß! Und wenn es mein Unglück ist!" Es schien, als müßte er seine Antwort aus weiter, dunkler Ferne holen: „Vielleicht — vielleicht ist es unser beider Ungrößere Qual? „Ich kann dir nicht raten!", rang es sich dumpfer Schwere von seinen Lippen. Mias Hände verkrampften sich ineinander. „Du kannst mir nicht raten. Keiner kann raten ..." Nicht müde werden, Annelies? Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. glück ..." „Dann soll es so sein, Günter! Dann sind wir Gau AMeffen schlägt Südwest wir belügen uns ja nur damit! Ich will überhaupt nichts mehr sagen. Komm, wir legen uns nieder. Ganz still. Wir stören uns nicht, und so kannst du auch mit dir allein sein. Und ich mit mir." Er ließ sich von ihr in das Gras zurückziehen. Sie streckte sich neben ihm aus. „Aber wissen will ich, daß du da bist. Fühlen will ich dich wenigstens." Sie schob ihren Arm unter seinen Nacken. Dann lag sie ganz still. Aber Günter meinte, ihren Herzschlag durch die Abendstille zucken zu fühlen. Er rührte sich nicht, obgleich ihm das Stilliegen zur Qual wurde. Und die Stille selbst war eine Qual. Das mochte auch Mia fühlen. Sie richtete sich plötzlich wieder auf. „Ich ertrage es nicht mehr, Günter! Ich ertrage es nicht mehr!" Langsam und schwerfällig richtete auch Günter sich wieder auf. „Was erträgst du nicht mehr?" „Alles! Das Leben! Die Welt! Alles, Günter, alles! Er fühlte einen schweren Druck im Halse und sah zur Seite in die Weiden, die sich mit den Schatten- des Abends zu füllen begannen. Mias Stimme war mit einemmal wieder dicht an feinem Ohr. „Soll ich abreifen, Günter ...?" Ihm war, als könnte er kein Glied rühren. Unbewegt starrte er in die dunklen Büsche. Abreisen — war das Rettung, Erlösung? Oder brachte es noch Ins Schleudern. Das schwere Fahrzeug rannte dabei gegen ein Haus und drückte einen Teil der Hauswand ein. Der Wagen kam erst vor dem Schlafzimmer zum Stehen. Personen wurden zum Glück nicht verletzt, doch wurde das Haus so schwer beschädigt, daß es wahrscheinlich abgerissen werden muß. Ungiücksfall oder Verbrechen? Lechs Jahre altes INädchen als Leiche aus dem Main geländet. LPD Offenbach, 26. Dez. Am Sonntag, dem 22. Dezember, wurde in der Rühe der Offenbacher Fähre die sechs Jahre alte Anneliese K a i f e r aus Offenbach als Leiche aus dem Main gelandet. Ob ein Unglücksfall oder cm Verschulden dritter Personen oorliegt steht zur Zeit noch nicht fest. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange. Da legte sich leise eine Hand auf seine geschlossenen Augen. Ein schreckhaftes Erschauern durchrann ihn. Annelies ...!, wollte er sagen; aber der Name blieb nur ein Hauch. Er fühlte etwas neben sich hocken, die schmeichelnde Seide eines Aermels streifte sein Gesicht. Er griff nach der Hand, die auf seinen Augen lag, tastete den Arm ab, die Schulter. Nein — das war nicht Annelies! Mit einem Ruck richtete er sich auf. Mias Augen brannten dicht vor den seinen. „Hab' ich den armen Jungen erschreckt?", lachte sie leise. o , Wie ein silberner Nebel wogte dies Lachen über ihn hin. Eine unerklärliche Gereiztheit überkam ihn. Aber es war nur ein Moment, dann umfing Mias Nähe ihn wie eine rauschende Wolke, die rot und heiß war wie sein Herzblut. „Ich bin ein bißchen hier draußen herumgestrolcht und sah dich zufällig, wie du nach den Weiden hin abbogst", fuhr Mia fort. „Aver ich habe lanae suchen müssen, bis ich dich gesunden habe. Ich mochte heute keinen Menschen sehen — und du gewiß auch nicht; aber nun werden wir uns schon damit abfinden müssen, daß es anders gekommen ist. Meinst du, daß das sehr schlimm ist?" Er strich sich das Haar aus der Stirn. „Es wird wohl zu ertragen sein. Aber wenn du es für besser hältst, kann man dich ja gleich wieder beurlauben. Vielleicht wäre es wirklich besser. Menschen, die mit sich allein sein wollen, haben meist sehr triftige Gründe dafür. Man soll sie in Rübe lassen." _ . ... . „Man soll sie in Ruhe lassen ... Soll ich dich in nicht. Südwest hatte eine gute erste Halbzeit, ließ aber nach der Pause stark nach. Ittel war recht gut. Die Verteidiger Zache und Welsch waren in der ersten Halbzeit sehr gut, ließen aber nachher stark nach. Gut arbeitete in der Läuferreihe Theobald. Im Angriff schossen Pflug und Lindemann recht viel, der Wormser Eckert war durch Weißenborn saft kaltgestellt und Marker bot eine schwache Leistung. Meisterschasts-Fußball in Nordhessen. Im Gau Nordhessen kam am zweiten Festtage ein Meisterschafts-Fußballspiel zwischen dem Spiel- verein Kassel und dem Liganeuling Kurhessen Marburg zum Austrag, das die Marburger knapp mit 3:2 (1:1) gewannen. In der Tabelle hat sich dieses Spiel nicht sonderlich ausgewirkt, Marburg bleibt weiter auf dem sechsten, der Spielverein Kassel auf dem vorletzten Platz. Anerkennung für Oblt. von Doch. Oblt. von Both, der in diesem Jahre schon zum dritten Male hintereinander das Championat der Amateur-Rennreiter errang, erhielt von dem Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherrn von Fritsch, eine Anerkennung für seine großartigen Erfolge im Sattel, die folgenden Wortlaut hat: „Oblt. von Both, Reiterregiment 14, steht im Jahre 1935 mit 37 Siegen bei 185 Ritten in öffentlichen Rennen an der Spitze der Amateurreiter, er hat schon zum dritten Male in ununterbrochener Reihenfolge das Championat der Amateurreiter errungen.'Ich spreche dem Offizier zu dieser hohen sportlichen Leistung meinen Glückwunsch und meine Anerkennung aus? Neuer deutscher Weltrekord im Gewichtheben. Bei einer Werbeveranstaltung des Turnvereins Grünewald war auch die Gewichtheber-Abteilung des Turn- und Sportvereins 1860 München beteiligt. Dabei gelang dem deutschen Exmeister Josef Straßberger unter offizieller Kontrolle ein neuer Weltrekord im beidarmigen Drücken. Vor etwa 3000 Zuschauern kam am zweiten Weihnachtsfeiertage in Hanau bei recht schlechten Wetter- und Bodenverhältnissen ein Fußballkampf zwischen den Gauen Nordhessen und Südwest zum Austrag. Hatte der Gau Nordhessen eine recht starke, meist aus Hanauer Spielern zusammengestellte Elf aufgeboten, so trat der Gau Südwest nicht mit feiner ersten Garnitur an. Es fehlten davon u. a. die Nationalspieler liefet, Grämlich, Fath. Im Hinblick auf das am 5. Januar in Augsburg stattfindende Pokalspiel gegen Bayern konnten aus dem Hanauer Weihnachtsspiel keine gezogen werden. Die Nordhessen boten die kräftigere und kampffreudigere Mannschaft auf, wäyrend die Vertreter des Gaues 13 in der ersten gestreffer einschoß. Der Kampf blieb weiter im _ .. „ , , Zeichen vermehrter Angriffe der Nordhessen und Der Kampf begann wechselvoll, zuerst hatte aber erst in den letzten Minuten kam Südwest nochmals der Gau Südwest mehr vom Spiel. Schon in der auf. Es gab aber nur noch Epbälle, deren Verhält- Nach Wiederbeginn wechselte Nordhessen die Halbstürmer um. Meisel spielte jetzt linksinnen, Eckert auf halbrechts. Es gab nun flotte Angriffe der Nordhessen, aber dennoch holte sich Südwest erneut die Führung. In der fünften Minute nahm Lindemann im Mittelfeld den Ball auf, er brach allein durch und schoß aus 20 Meter das zweite Tor; Sonnrein war auf diesen Sckuß nicht gefaßt. In den nächsten zehn Minuten gehörte dann das Spiel den Nordhessen, die schon nach zwei Minuten den Ausgleich erzielten. Schultheiß spielte den Rechtsaußen Röll frei, der an dem herausgelaufenen Ittel vorbei einschoß. Es aab nun kritische Momente vor dem Sühwest-Tore. Aber auch Sonnrein und feine Vorderleute werden noch auf schwere Proben gestellt, wobei Lipert einmal m höchster Not durch Kopfstoß rettet. Südwest verlor immer mehr an Kampfkraft und Nordhessen kam immer besser auf. macht sich krank mit solchen Gedanken. Warum muß es denn ein Unglück werden! Wir wollen ..." Wie ein Betrunkener richtete Günter sich vom Boden auf. „Wir wollen nicht mehr davon reuen. Jetzt nicht. Komm, ich muß nach Hause", sagte er heiser. Mia verharrte stumm und regungslos einen Augenblick in ihrer Stellung. Dann stand sie gleichfalls langsam auf. Ihr Gesicht war wie verfallen; aber Günter sah es nicht. Stumm gingen sie nebeneinander die schmale Grasnarbe entlang, zurück bis zur Spitze des Werders. Ein paar junge Burschen kamen lachend und scherzend mit ihren Mädchen vorüber. Die Lichter der Stadt blühten im Abendblau. Leise Klänge sickerten wieder durch die laue, weiche Luft vorn Continental herüber. Günter blieb stehen. „Schlaf wohl, Mia!" Ihre Hand fieberte in der seinen. „Schlaf wohl, Günter ...!" Ein Warten war in ihrer Stimme. Da ließ er ihre Hand los und wandte sich zum Gehen. Sie sah ihm nach, bis er die Stufen zum Turm hinaufstieg und durch die Tür verschwand. * Annelies hatte Günter nicht vorgefunden, als sie mit der Tante nach Haufe gekommen war. Onkel Korbinians Zimmer war auch dunkel, die beiden faßen gewiß zusammen im Turmzimmer. Sie ging in den Garten hinaus. Don weitem sah sie, daß im-. Turm kein Licht brannte. Onkel Korbinian liebte es ja auch, im Dunkeln zu plaudern. Zu ihrer Ueberraschung traf sie ihn allein an. „Günter ist noch ein bißchen ins Freie gegangen", erklärte er auf ihre Frage. „Laß ihn nur, so etwas tut manchmal sehr gut." Sie schwieg dazu und ließ sich am Fenster nieder. Korbinian Sartorius begann von gleichgültigen Dingen zu plaudern und flocht ab und zu einen Scherz ein; aber sie gab nur einffjbige und zerstreute Antworten. Plötzlich sah er, wie sie sich aufrichtete und eine gespannte Haltung annahm. Er folgte ihrem Blick und sah zwei Gestalten, eine weibliche und eine männliche, an der vorgeschobenen Spitze des Werders stehen. Ein rascher, forschender Blick flog zu Annelies hinüber. Er sah trotz der Dunkelheit, daß sie erblaßt war. (Fortsetzung folgt!) Ruhe lassen?" Mias Stimme flackerte. „Du — soll ich dich in Ruhe lasten ...?" wiederholte sie. Ihr Gesicht war dicht vor dem seinen, ihr Atem wehte ihn an. Günter löste sich von ihrem Blick. „Ich meinte es anders. Ich dachte an dich. Du wolltest ja allein sein ..." Ein Eichelhäher rief vom Werder her. Irgendwo in der Ferne quakten ein paar Frösche. Eine Er bahnte sich auch jetzt einen Weg durch das dichte Gestrüpp. Den tausendfachen Widerstand, den feine Füße fanden, überwand er mit einer fast grimmigen Wollust. Die schlanken Weidengerten peitschten ihm das Gesicht. Es war ein wundervolles Gefühl. Auf einer schmalen Grasnarbe, die schnurgerade durch die Büsche lief, blieb er einen Augenblick, tief atmend, stehen. Dann legte er sich nieder und streckte sich in dem kühlen Grase aus. Er sah noch ein paar weiße, rosig umrahmte Wölkchen die schmale Spur des Himmels über ihm entlang ziehen, dann schloß er die Augen. Wie sehr war Onkel Korbinian doch im Recht! Man durfte nicht nur an sich selbst denken. Da war noch Annelies, die man quälte und langsam zerbrach. Es gab Stunden, in denen man sich wie ein Ertrinkender an den Namen Annelies klammerte. Aber wenn Mia dann wieder kam, war darauf alles andere wie ausgelöscht. Und die Qualen begannen von neuem. Oft blieb sie tagelang fern, ließ auch nichts von sich hören; aber plötzlich war sie dann wieder da, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Oder sie rief von irgendwoher an: „Ich wollte dir nur guten Morgen sagen" — ober: „Ich bin mit Schulenburg hier draußen — wollt ihr nicht herauskommen?" Man war schon so weit, daß einen jedes Klingeln des Telephons in nervöse Spannung versetzte. Was sollte daraus werden? Ja, Onkel Korbinian hatte recht! Da war Annelies ... Sie litt, sie mußte unbeschreiblich leiden. Aber sie klagte nicht, fein Wort des Vorwurfs kam über ihre Sippen. Oft war in ihrem Wesen eine Verstörtheit, die etwas Verzweifeltes hatte, aber sie fand sich immer wieder. Wie klein, wie erbärmlich kam man sich ihr gegenüber vor! Annelies!, dachte Günter. Annelies ...! Der Führer gratuliert zur goldenen Hochzeit. LPD. Herborn, 26. Dez. Zu Weihnachten konnten die Eheleute Buckdruckereibesitzer Emil A n - d i n g das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Führer und Reichskanzler ließ dem Jubelpaar am Heiligen Abend eine Glückwunschadresse mit eigenhändiger Unterschrift zugehen. Weihnachtsgabe des Gauleiters an einen jugendlichen Lebensretter. Wetzlar, 24. Dez. (LPD.) Bei einer Weihnachtsfeier des Stützpunktes der NSDAP, in dem Kreisort Naunheim übergab Kreisleiter Haus dem Pimpfen Erich Seifert einen größeren Geldbetrag als Spende des (Bauleiters Sprenger. Erich Seifert hatte im Sommer dieses Jahres einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der (Bauleiter hatte davon gehört und ließ nun, ohne daß er dazu angeregt worden war, dieser anerkennenswerten Tat eine so schöne Belohnung folgen, die dem Pimpfen natürlich große Freude bereitete. Vor Schreck gestorben. LPD. Dillenburg, 26. Dez. Ein Schüler hatte beim Rodeln einen leichten Unfall erlitten. Als der Arzt der 45jährigen Mutter des Jungen die Mitteilung machte, daß er den Jungen in Behandlung nehmen müsse, brach diese tot zusammen. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ende gesetzt. 24 Glücksspieler in Limburg erwischt. LPD. Limburg, 24. Dez. Wie die Polizei berichtet, hat ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren ergeben, daß 24 Glücksspieler in nicht verjährter Zeit in Limburger Lokalen und in einer Privatwohnung dem Glücksspiel gehuldigt haben. Bei den Spielen wurden nennenswerte Beträge eingesetzt und Gewinn und Verlust des einzelnen bewegten sich entsprechend. Einzelne Spieler huldigten dem verbotenen Glücksspiel dermaßen, daß sie Frau und Kinder vernachlässigten. Die Glücksspieler und diejenigen, welche die Spieleinrichtungen oder die Räume dazu zur Verfügung gestellt haben, haben mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen. (Sin Sprachgenie. LPD. Wiesbaden, 24. Dez. Der Baron Waldemar von der Pahlen in Wiesbaden wurde als Dolmetscher der englischen, französischen, russi- chen, italienischen, spanischen, dänischen, norwegi- chen, holländischen, tschechischen, polnischen, serbi- chen und bulgarischen Sprache für den Landgerichtsbezirk und auch für die Standesämter beeidigt. Das sind mit der deutschen 13 Sprachen. Kreis Wetzlar. * Kinzenbach, 26. Dez. Am vergangenen Samstag hielt die hiesige B D M.° Gruppe ihre diesjährige Weihnachtsfeier im Saale der Wirtschaft Peusch ab. Unter zahlreicher Anteilnahme der Ortseinwohner nahm die Feier einen schönen Verlauf. Einige kleine Theaterstücke und lebende Bilder gefielen sehr gut. Zum Schluß wurden die von den Mädchen selbstverfertigten Gegenstände zur Verlosung gebracht. In der üblichen Weise schloß die Feier. nis am Schluß 6:6 stand. Nordhessen verteidigte den Vorsprung bis ins Ziel. * Nordhessen brachte die größere kämpferische Leistung auf. Sehr gute Leistungen boten Tormann Sonnrein, der Verteidiger Lippert und die ganze Hanauer Läuferreihe. Im Angriff führte sich Schultheiß recht vielversprechend em, sonst gefiel im Angriff noch der Linksaußen Gleim. Einen ausgesprochenen schwachen Punkt hatte die Mannschaft tung des Weihnachtsfestes im Dritten Reich sprach. Schließlich kam der Nikolaus, der die Kinder mit kleinen Geschenken, mit Zuckerplätzchen und Nüssen (von der NS.-Frauenschaft gestiftet) beschenkte. Die Schlußansprache hielt Lehrer Bergheimer. Kreis Marburg. ♦ 2111 e n d e r s , 24. Dez. Die Belegschaft der hiesigen Zweigfabrik der Zigarrenfabrik I. B. Noll in Gießen hielt einen Kameradschaftsabend mit Weihnachtsfeier ab, der in dem schön geschmückten Arbeitssaale stattfand. Zu der Feier waren auch aus Gießen zahlreiche Arbeitskameraden mit dem Prokuristen Kuhl an der Spitze erschienen. Bei mancherlei Unterhaltungsdarbietungen und Ueberraschungsgeschenken für die Belegschaftsangehörigen nahm der Abend nach jeder Richtung hin einen vortrefflichen Verlauf. Kreis Biedenkopf M. Gladenbach, 26. Dez. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt am Tage des Heiligen Abends, wie alljährlich, eine Gedenkfeier am Kriegerehrenmal ab. Zahlreiche Volksgenossen beteiligten sich daran. Das Denkmal war sinnvoll geschmückt. Nach dem Anmarsch der Kameradschaft und des Musikvereins hielt Dekan Lehr eine kurze Gedächtnisansprache. Der Führer der Kriegerkameradschast Dr. Meister erinnerte in seiner Ansprache an die Jahre des Krieges und gedachte der Gefallenen. Einige Liedvvrträge des Musikvereins und Gedichtvorträge beschlossen die eindrucksvolle Feier. — Am Heiligen Abend mürben im Konfirmandensaale auch in diesem Jahre wieder mehrere Wanderer mit einem warmen Essen verpflegt. Dekan Lehr hielt eine kurze weihnachtliche Ansprache. Am Morgen des ersten Feiertags wurden dis wandernden Gesellen außerdem mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Der Münchner brachte 271 Pfund einwandfrei zur Hochstrecke und übertraf damit den erst kürzlich von dem Münchener Joses M a n g e r - Freising aufgestellten Rekord von 267 Pfund um vier Pfund. Der deutsche Exmeister bewies mit dieser Leistung seine augenblickliche Form, in der er wieder an der Spitze der deutschen Schwergewichtler steht. Anerkannter Echwinnn-Nekord. Die am 23. November d. I. auf der 25-Meter- Bahn der Halle in Bremen mit 2:34 erzielte Leistung von Hans Schwarz (Heeresspvrtschule Wünsdors) ist vom Fachamt Schwimmen als neuer deutscher Rekord Im 200-Meter» Rückenschwimmen anerkannt worden. Ausgezeichnete Jugend-Springer. Hans TNarr siegt auf der kleinen Olympia-Schanze. Warmes Wetter ließ am zweiten Weihnachtstage beim Skispringen auf der Kleinen Olympia- Schanze in Garmisch-Partenkirchen keine großen Weiten zu. Die Teilnahme der deutschen Olympia- Kandidaten gab der Veranstaltung besonderen Reiz; die Ueberraschung des Tages waren die glänzenden Leistungen der Jugendlichen, deren Sieger Hans Karg in der Aktivenklasse hinter Hans M a r r • Oberhof Zweiter geworden wäre. Als Schiedsrichter kam nicht, wie erwartet, Hans Halb aus Nürnberg, 1sondern Herr luluIlluuucltc Mlu ^wvuw, Wurzschmidt aus Wurzburg. Seme Leistung Strafstoß steil zu Gleim, der unhaltbar zum Sie- fiel nicht aus dem gewohnten Rahmen. . ■ -- ~ --c vierten Minute fiel der erste Treffer. Nach einem Strafstoß von Dietsch ging der Ball über den Niederräder Pflug zum Offenbacher Lindemann, der aus 16 Metern unhaltbar für Sonnrein ein- choß. Im weiteren Verlauf hatten die Südwestler immer noch mehr vom Spiel. Pflug und Lindemann schossen sehr viel, sie fanden aber Sonnrein immer auf dem Posten. In der 18. Minute kam bann, obwohl Nordhessen inzwischen durch das Aus- scheiden des verletzten Reinhardt auf zehn Mann verringert war, der Ausgleich. Der linke Flügel Gleim-Eckert spielte sich durch, es gab eine Ecke, bei der sich Dietsch und Ittel behinderten und durch den Fuldaer Meisel ging der Ball ins leere Tor. Reinhardt kam dann wieder, dafür schied aber Roskony aus, der in der 40. Minute durch Schultheiß ersetzt wurde. Die Nordhessen kamen nun öfters durch, auf der anderen Seite schoß Simon an den Pfosten, Sonnrein klärte die dritte Südwest-Ecke und nach Nordhessens zweitem Eckball, bei dem Zache die Gefahr beseitigte, ging es mit 1:1 in die Pause. Der Sieg der Nordhessen. 3m Zeichen der fünf Ringe. Olympia-Sternflug nach Garmisch. Nachdem anläßlich der Olympischen Spiele in Berlin ein Welttreffen der Flieger vorgesehen worden ist, hat nunmehr das Organisationskomitee für die IV. Olympischen Winterspiele im Einvernehmen mit dem Reichsluftsportführer und dem Aeroclub von Deutschland einen internationalen Sternflug nach Garmisch-Partenkirchen ausgeschrieben. Zu diesem Zwecke sind die Sportflieger aller Länder eingeladen worden. Ziel des Sternfluges, dessen Durchführung bei der Luftsport-Landesgruppe XIV des DLV. liegt, ist der Flugplatz Oberwiesenfeld bei München. Der Start wird am Montag, 3. Februar, um 12 Uhr freigegeben, die Beurkundung auf dem Flughafen Oberwiesenfeld erfolgt vom 4. Februar 12 Uhr bis 5. Februar 17 Ühr. Am 6. Februar ist dann der Flug aller Teilnehmer nach Garmisch-Partenkirchen vorgesehen. Sollte der Gemeinschaftsflug an diesem Tage nicht möglich sein, so behält sich der Veranstalter die Durchführung dieses Fluges für den 7. Februar vor. Zu den Teilnahmebedingungen gehört die Zurücklegung einer Mindeststrecke von 500 Kilometer, die nicht in einem geschlossenen Kreise geflogen werden darf, sowie das Ueberfliegen des Skistadions Garmisch-Partenkirchen. Als Ehrenpreise stehen wertvolle Pokale zur Verfügung, die vom Organisationskomitee, vom Reichsluftsportführer und vom Aeroclub von Deutschland zur Verfügung gestellt wurden. Fußball-Olympia und Ungarn. Zum Leiter der Olympia-Vorbereitungen der ungarischen Amateurfußballer wurde Koloman Vaghy bestimmt, der inzwischen bereits eine Mannschaft aufgestellt hat, die am 12. Januar in Lyon §egen eine französische Amateurelf antreten soll, m übrigen werden die Olympia-Vorbereitungen äußerst ernst genommen. Zweimal m der Woche müssen alle in Betracht kommenden Spieler an einem Gymnastik- und Turntraining teilnehmen, an das sich jedesmal taktische Unterweisungen anschließen. Im Frühjahr wird das Konditions- und Lauftraining aufgenommen. Die erste große Sichtung des vorhandenen Spielermaterials erfolgt zu Ostern. Die endgültige Auswahl der Olympia-Spieler erfolgt am 15. Juni. Von diesem Zeitpunkt an werden die Spieler in Budapest zusammengezogen. Schwedens Fechter im Olympia-Training. Die schwedischen Olympia-Vorbereitungen im Fechten wurden mit einem vom Fechtmeister G a r- g a n o geleiteten Gemeinschaftstraining fortgesetzt, an dem die besten schwedischen Fechter und die bekanntesten Fünfkämpfer teilnahmen. Die Leistungen waren zufriedenstellend. Es ist nun beabsichtigt, zur Hebung der Kampfstärke internationale Begegnungen abzuschließen. Mit dem Deutschen Fechterbund soll wegen eines deutsch-schwedischen Kampfes im Februar oder März in Berlin verhandelt werden, an dem sechs schwedische Fechter teilnehmen würden. Weitere Verhandlungen schweben mit Belgien und Holland. Training der Schweizer Leichtathleten. Auch die Olympia-Vorbereitungen der Schweizer Leichtathleten nehmen jetzt bestimmtere Formen an. Zum Olympia-Trainer wurde der frühere Mehrkampfmeister und Olympiateilnehmer von Paris, Constant Bucher, bestimmt. Am 15. Jan. wird unter feiner Leitung und unter Mitwirkung von Altmeister Dr. Paul Martin, des bekannten Mittelstrecklers, und Dr. M e s s e r l i vom Schweizer Olympischen Komitee durchgeführt. Ausscheidungsturniere für Oesterreichs Boxer. Der österreichische Amateur-Boxverband hat beschlossen, zur Ermittlung seiner Olympia-Mannschaft zwei Ausscheidungsturniere durchzuführen. Die besten österreichischen Amateurboxer werden sich infolgedessen am 17. und 31. Januar in Wien in allen Gewichtsklassen gegenüberstehen. Achtet auf richtige Olympianadel. Das Organisationskomitee für die 11. Olympiade in Berlin 1936 hat im Auftrage des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern eine offizielle Mütter, Väter, Frauen, Söhne und Töchter der im Weltkrieg Gefallenen ehren ihre Toten durch ein Opfer für das DHD., wenn die Frontsoldaten der Nationalsozialistischen kriegsopferverforgung am 4. und 5. Januar 1936 für das Dinterhilfswerk sammeln. Olympia-Werbenadel herausgegeben. Diese Nadel, die zum Preise von einer Mark in allen Juwelier-, Andenken- und Sportgeschäften erhältlich ist, stellt das Wahrzeichen der Olympischen Spiele, fünf Ringe, dar, die die fünf Erdteile symbolisieren und mit ihren Farben blau, gelb, schwarz, grün und rot die Farben der Fahnen aller Nationen der Welt umschließen. Zur Unterscheidung gegenüber ähnlichen Nadeln, für die von anderer Seite unrechtmäßig geworben wird, trägt die offizielle Olympia- Nadel den- Stempel „ges. gesch.". Beim Kauf einer Nadel ist daraus zu achten, da nur der Erlös aus dem Vertrieb dieser offiziellen Nadeln einem Fonds zufließt, der zur Finanzierung der Olympischen Spiele im nächsten Jahre dient. Oauerrennen in der Deutschlandhalle. Die ersten Dauerrennen in der Deutschlandhalle am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten etwa 10 000 Zuschauer angelockt. Die neue Bahn erwies sich auch für diese Art von Rennen als hervorragend brauchbar, jedoch wurden Spurtrunden von unter elf Sekunden nur Schulter an Schulter erzielt. Der Held des Tages war der Franzose Lemoine, der seinen Vorlauf und auch den Großen Weihnachtspreis überlegen gewann. Im Kleinen Weihnachtspreis der Dritten und Vierten der Vorläufe war Schindler der Sieg nicht zu nehmen. Allerdings kam auch ihm ebenso wie Lemoine die geschickte Führung des amerikanischen Schrittmachers K. (Karman zugute. Weltmeister Toni Merkens hatte erneut Gelegenheit, seine augenblickliche große Form zu beweisen. Im Endlauf fuhr er taktisch richtig. Er ließ den Belgier Collard getrost enteilen und bewachte nur seine punktgleichen Gegner Caillot und van der Dyver, die er im Kampf um den zweiten Platz leicht schlug. Im Runden - Rekordfahren erreichte Merkens wieder seine alte Zeit von 12,4 Sekunden und holte sich damit auch diesen Wettbewerb. In der Dortmunder Westfalenhalle wurden am zweiten Festtage Radrennen ausgetragen, in deren Mittelpunkt der „Große Winterpreis der Steher" stand. Im Zeitfahren siegte der Franzose P a i l l a r d vor Ronsse, Lohmann und Lacquehay, den ersten 20-Kilometer-Lauf gewann Lohmann vor Lacquehay, Ronsse und Paillard, den zweiten Lauf holte sich Lacquehay vor Lohmann, Paillard und Ronsse. Studenten - Ski -Wellmeisterschasten. Die Akademischen Skiwettkämpfe aller Länder, die gut als Weltmeisterschaften der Studenten angesprochen werden können, werden von der Schweiz in Mürxen durchgeführt. Zusagen liegen jetzt bereits aus Deutschland, England, Frankreich, Oesterreich, Japan und natürlich der Schweiz vor. Die Japaner werden wahrscheinlich mit ihrer Olympiamannschaft starten, die ja zumeist aus Studenten besteht. Norwegens Großschanze eröffnet. Die in Rena bei Hamar errichtete größte norwegische Skisprungschanze wurde mit einem Probespringen ihrer Bestimmung übergeben. Durch den in der Nacht niedergegangenen Schnee war die Bahn schwer geworden, so daß die erzielten Weiten hinter den Erwartungen zurückblieben. Den weite- testen Sprung zeigte Kaare W a h l b e r g mit 67,5 Meter, nachdem er vorher 59,5, 62,5 und 65 Meter erreicht hatte. In Stil und Haltung war jedoch Sigmund Ruud der Beste, der Sprünge von 56,5, 63,5, 63 und 61,5 Meter ausführte. Alf Andersen kam auf 56,5, 63,5 und 63 Meter, Sverre Lisle- gaard, einer der Besten des Nachwuchses, auf 60,5, 61, 66 und 59 Meter. T. Guttdersen kam aus 61,5, 63, 62,5 und 64 Meter. Kurze Sportnotizen. Birger Ruud, der bekannte norwegische Skispringer, erreichte beim Weihnachts-Skispringen am Hausberg bei Garmisch-Partenkirchen einen neuen Schanzenrekord. Bei seinem letzten Sprung kam der Norweger auf 43 Meter. Sieger des nur von deutschen Springern bestrittenen Wettbewerbs wurde Toni Bader mit Sprüngen von 31 und 37 Meter. Unentschieden endete der Hauptkampf der Hamburger Weihnachts - Berufsboxkämpfe zwischen dem Berliner Willi Pürscb und dem deutschen Altmeister Hein Domgörgen (Köln). Der Deutsche Fußballmeister Schalke04 stand am zweiten Festtage in Berlin dem dortigen BSV. 92 vor 10 000 Zuschauern in einem Freundschaftsspiele gegenüber und wurde zur allgemeinen Ueberraschung mit 2:1 geschlagen. Das Endergebnis stand schon bei der Pause fest. > Das internationale E i s h o cke y-Tur« n i e r um den „Ritter-von-Halt - Pokal" auf dem Rießersee bei Garmisch begann am Donnerstag mit dem Spiel zwischen dem SC. Rießersee und den Zehlendorfer „Wespen", das die Bayern mit 4:2 (1:0, 2:2, 1:0) gewannen. Wirtschaft. OieZndustriekonjunktur imIahre 1935 Fwd. Das Institut für Konjunkturforschung gibt in seinem letzten diesjährigen Wochenbericht eine rückschauende Uebersicht über die Jndustriekonjunktur im Jahre 1935. Das Jahr 1935 war, so heißt es u. a., im ganzen gesehen, ein Jahr des wirtschaftlichen Aufstieges. Produktion, Umsatz und Beschäftigung in der Wirtschaft sind weiter gewachsen. Das Bild des Aufschwunges, dessen drittes Jahr nun hinter uns liegt, hat sich in vielen Punkten gewandelt. Das Ziel, das sich die staatliche Konjunkturpolitik setzte, als sie durch kühnen Einsatz des öffentlichen Kredits den Aufschwung einleitete, ist weitgehend erreicht worden: der größte Teil aller derer, die noch vor drei Jahren ohne Arbeit und Brot waren, ist heute wieder beschäftigt. An die Stelle der Arbeitsbeschaffung sind neue Ziele der staatlichen Konjunkturpolitik getreten: es galt vor allem, die wirtschaftlichen Grundlagen für den Wiederaufbau der Wehrmacht zu schaffen. Nach wie vor liegt das Schwergewicht des Aufschwunges auf der Seite der Investitionen, und hier wiederum bei den staatlichen Investitionen. Der Verbrauch ist, mehr noch wie in den vorangegangenen Jahren zugunsten der Investitionen zurückgetreten. In vielen Industriezweigen war das ganze Jahr 1935 beherrscht von den Bemühungen, die Rohstoffversorgung für die laufende Produktion zu sichern. Neuanlagen zur Erzeugung wichtiger Rohstoffe in Deutschland sind er« standen. Auch die Handelspolitik stand ganz im Zeichen dieser Bemühungen. Da und dort ist es in der Tat gelungen, die Jndustriewarenausfuhr zu steigern. Oie Industrie- unt> Handelskammer Gießen gibt Auskunft: E1377: Kurzfristige Verlängerung des Warenabkommens mit Spanien. E1378: Schaffung einer Gewerbetaxe in Luxemburg. E 1379: Bekanntmachung KP 80 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. E 1380: Neue Zollsätze in Lettland. 1381: Das neue Antragsverfahren bei der Heber» wachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare. 1382: Ausfuhrverbot für Hafen- und Kaninchenfelle. 1383: Neue Bestimmungen für die Kakaobewirtschaftung. 1384: Verlängerung des Warenabkommens mit der Tschechoslowakei. 1385: Rumänische Bestimmungen über den Handel in „schwachen" Devisen. — Die Frage der Kursbestimmung für die Reichsmark. 1386: Verlängerung des Handelsvertrages und des Verrechnungsabkommens mit Finnland. Statt Karten! Wlr geben unsere Verlobung betannt ist heute nach langem schweren Leiden entschlafen. Gießen 7571 D 76n0D 28. Dezember 1935 Goddelau bei Darmstadt Oie glückliche Geburi eines Stammhalters zeigen an Wir geben hocherfreut die Geburt einer Tochter bekannt Gießen, den 26. Dezember 1935 7603 D MigMgUoraugt! 2S±S klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, Familie Familie Familie Familie Famil ie In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben Emst Sames und Frau Meta, geb. Kallenbach Frau Roll Wießmann, geb. Fung Or.med. A. Wießmann Wilhelm Arnold VII. Otto Seipp Heinrich Schmand t Karl Seipp Wilhelm Seipp. Kommt ei° auch schwer zum Porlemonaie. er 4-u+ es doch för'-T Leihgestern, den 26. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Samstag, 28. Dezember, nachmittags 2.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt 7599 D Gießen, den 26. Dezember 1935 Frankfurter Straße 271, z.Z. llnlversitäis-Frauenlllnll Zwangsversteigerung K 27/34 Am Montag, dem 13. Januar 1936, vormittags 9 Ahr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, das dem IBit- helm Rinn in Beuern zugeschriebene Grundstück versteigert: 7570D Grundbuch für Gießen, Band XI, Blatt 502: Flur I, Jtr. 6765/io, f)ofreUe in der Äaffjarinen- gasse (Katharinengasse 7), 84 qm, Schahungs- befrag 6500,— R7N.» Einheitswert (1.1.1931): 6400— RM. Gießen, den 22. November 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Zhre Vermählung geben bekannt Or. med. Horst Adler Grete Adler, geb. Sommerlod Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Karl Heinrich Müller Straßenwart i. R. nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 86 Jahren heimzurufen. Gießen/Mainz 27. Dezember 1935 Elsbeth Will, cand. med. Or. Georg Wilhelm Kalbfleisch Assessor sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihii Das gesamte Mobiliar und Inventar des Kurhotels Adler wird anfangs Januar 1936 öffentlich versteigert. Ausführliche Bekanntmachung erfolgt später. 76oiD Stadtverwaltung Bad-Nauheim. Gonsenheim bei Mainz Friedrichstraße 16 _____________________________05472 In tiefem Schmerz: Elisabethe Müller nebst allen Angehörigen. Dorf-Gill, den 26. Dezember 1935, Beerdigung findet Samstag, 28. Dezember, nachmittags 1% Uhr statt. 7602 D Heute abend um 8% Uhr entschlief nach langem schweren Leiden mein geliebter Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater, der Wagenwärter , R. Konrad Seipp U im Alter von 73 Jahren, Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Seipp, geb. Lauber Die Beerdigung findet am Montag, dem 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der Angehörigen: Dr. med. H. Storck und Frau Hedwig, geb. Waldeck. Gießen, Köln a. Rh., den 26. Dezember 1935. Statt besonderer Anzeige. Unser lieber Sohn und Bruder Hans Ewald Kleine 05501 PUSHER