Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vexeinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- ll behördliche Anzeigen 6Rpf. 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat5-vezug§prei5: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt MW General-Anzeiger für Oberheffen m» vrShl'sch« « Slelnftrujwd In «Iq.^ „„ 6,ld,We„e; sd|lll|,„t, Nr. 277 Srftes >8Z.Zahrgaiig Mittwoch, 2L lioocmbcr Eichener Anzeiger Das Kabinett Laval außer Gefahr Verständigung mit den Radikalsozialisten. Lavals Appell an Frankreich. Festhalten an der Sparpolitik zur Sicherung des Franken. - Wunsch nach gutnachbarlichen Beziehungen mit Deutschland. rechten an Sowjetrußland vorstellig geworden. Es sei notwendig, den französisch-sowjetrussischen Beistandspakt ebenso wie den tschechoslowakisch- sowietrussischen Beistandspakt auf ferne Vereinbarkeit mit dem Militärbündnis ber SU einen Entente von 1933 sowie auf seine Vereinbarkeit mit dem gesamten Bündnissystem Rumäniens zu prüfen, dem nicht nur die Kleine Entente und Frankreich, sondern auch Polen angehören. Artikel 123 der rumänischen Verfassung schließt die Möglichkeit einer Überschreitung der nationalen Grenzen durch eine fremde Armee ohne besondere gesetzliche Genehmigung ausdrücklich aus. Auch die Beistandsbestimmungen des Völkerbundes könnten nicht in einem der rumänischen Verfassung entgegengesetzten Sinne gedeutet werden. Bratianu wendet sich kategorisch gegen jede Gewährung von Einmarschrechten für die sowjetrussische Armee, die trotz aller gutnachbarlichen Beziehungen die Gefahr des russischen Imperialismus und des Kommunismus mit sich bringen müßte. gutnachbarliche Beziehungen gegenseitiger Achtung mit Deutschland herzustellen und zu fördern. Das starke, wachsame, friedliche Frankreich habe nichts zu fürchten. Als er die Regierung übernommen habe, habe er gewußt, daß er eine schwere Verantwortung auf sich nehme. Er sei bereit, diese Verantwortung noch weiter zu tragen. Aber die Regierung müsse ihre Autorität behalten. Frankreich werde sich nicht selbst aufgeben. Es habe schlimmere Schwierigkeiten gekannt. Rumänien und der Ostpakt. Bratianu warnt vor der Gewährung von Durchmarschrechten an die Rote Armee. Bukarest, 26. Nov. (DNB.) Georg Bra- ti a nu, der Führer der abgesplitterten Gruppe der Liberalen, ist bei dem Außenminister wegen der Frage eines s o w j e t r u s s i s ch e n Beistands- Paktes unter Gewährung von Durchmarsch- r a? 1 5 Nov. (DNB.) In einer über sämt- uaje französischen Sender verbreiteten Rundfunk- ansprache gab Ministerpräsident Laval Rechenschaft über die Betätigung des Kabinetts im Rahmen des Auftrages vom 7. Juni 1935, der dahin lautete, den Franken zu verteidigen. Laval fchil- oerte die Auswirkungen seiner Notverordnungen und verwahrte sich gegen den Vorwurf, einzelne Rlaffen starker herangezogen zu haben als andere. Er habe den Grundsatz der Gleichheit der — Pj f r a^e Franzosen zur Anwendung gebracht. Im Interesse der wirtschaftlich Schwachen seien Senkungen der Mieten, der Hypothekenzinsen sowie der Preise für Gas, Elektrizität und Kohle vorgenommen worden, die als beispiellos kühn zu bezeichnen seien. Das englische Volk habe seiner Regierung zur Bewältigung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten vier Jahre lang das Vertrauen bewahrt. Der französischen Regierung gönne man nur vier Monate, und schon regten sich unerbittliche Zensoren, die über die Regierung den Stab brechen wollten. Diese Zensoren feien sich gar nicht darüber klar, was damit angerichtet werde. Schon die Möglichkeit, daß die bevor- stehenden Parlamentsverhandlungen Schwierigkeiten bringen könnten, habe verheerend gewirkt. Es zeige sich wieder die gleiche Erscheinung, die die Bildung der Regierung Laval gerechtfertigt habe, nämlich der Goldabfluß. Ein Land könne nicht ewig von Anleihen leben. Ls müsse klug und tatkräftig seine Ausgaben seinen Einnahmen anpossen. Line neue Abwertung des Franken fei abzulehnen. Die Regierung werde auch nicht zulassen, daß durch Schwächung der Regierungsgewalt über eine schleichende Krise das gleiche Ergebnis erzielt werde. Die Aufrechterhaltungder Sparmaßnahmen verhüte die Abwertung. wenn das Parlament anderer Ansicht sei, möge es das klar sagen. Es sei unzulässig, wenn die Leute, die in Rede und Schrift die Abwertung ablehnten, diese durch ihre Stimmabgabe unvermeidlich machten. Die, die für die Ordnung und Sicherheit verantwortlich seien, übernehmen auch die Wahrung der republikanischen Einrichtungen. Keine Partei habe das Recht, ihre Autorität an die Stelle der Autorität des Staates zu fetzen. Er rufe alle Franzosen auf und bitte sie, der Welt nicht das Schauspiel der Zerrissenheit zu geben. Die Tatsache. daß am 11. November zwei Umzüge zum Grabe des Unbekannten Soldaten stattfanden, sei ein Zeichen für den tiefgreifenden Z w i st. Rur in der nationalen Aussöhnung liege das heil. Als Außenminister habe er nur ein Ziel: der französischen Heimat den Frieden zu bewahren. Seine Aufgabe werde leichter zu erfüllen sein, wenn Frankreich stark bleibe, wenn feine Finanzen gefunb und feine Stimmung gut fei. Die internationale Lage mahne Zur Vorsicht. Neben der freundschaftlichen Z u - f ammenarbeit mit Großbritannien habe Frankreich die Freundschaft mit Italien wahren müssen, die er selbst am 7. Januar dieses Jahres in Rom besiegelt habe. So habe die französische Polittk alle militärischen Sühnemaßnahmen sowie alle Maßnahmen gegen Italien abgelehnt, die zu einer Blockade zur See hätten führen können. Die Schließung des Suezkanals fei niemals ins Auge gefaßt worden. Er habe das Gefühl, auf diese Weise den Belangen Frankreichs und dem Frieden gedient zu haben. cm-»1??.1, äußerte sich dann optimistisch über die Möglichkeit einer Beilegung des italienisch-abessini- schen Streites. Er hoffe, oaß man im gegebenen Augenblick nicht vergeblich den Versöhnung s g e i st M uffolints anrufen werde. ?lan <^fr^e möglichst rasch eine gerechte und ehr- liche Losung finden müssen, die die Grundsätze der Volkerbundssatzungen mit den Belangen Italiens 'N Einklang bringe. Diese Ansicht werde sicher von all denen geteilt die in der Welt die Verantwortung tragen. Er wisse daß der Leiter der italienischen Regierung den Willen habe, fein Land an der Organisierung des Friedens in Europa teilnehmen zu lassen. Frankreich werde dann das Werk wieder aufnehmen können, das, wefen fei ° be0Onnen' fo hoffnungsvoll ge- Frankreich fei dem Grundsatz der kol- leklivenSicherheittreugeblieben. Es habe das bei allen feinen diplomatischen Unternehmungen bewiesen. So sei namentlich der französisch - sowsetrussifche PaktgegenkeinLandgerichtet. Diese Versicherung habe der französische Botschafter in Berlin neuerlich dem Reichskanzler gegeben. Frankreich verzichte auf keine seiner Freundschaften. Es achte alle seine Verpflichtungen. In Verfolg der Festigung des europäischen Friedens suche es die Mithilfe aller, und es wünsche aufrichtig. Paris, 27. Nov. (DNB. Funkspruch.) Vorn „Echo de Paris" bis zum marxistischen „Populaire" ist man sich am Mittwoch darüber einig, daß der Sturz der Regierung in der Kammersitzung am Donnerstag nicht mehr zu erwarten sei, nachdem die Radikalsozialiften sich einver- tanden erklärt haben, die Frage der Kampf- bünde erst nach der Finanzaussprache zur Beratung zu stellen. Das „Echo de Paris" rechnet sogar mit Sicherheit damit, daß Laval auch in dieser letzten Frage die Mehrheit auf sich vereinigen werde, da die Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung getroffen worden seien, sicherlich den radikalsozialistischen Wünschen entsprechen würden. Man werde allerdings damit rechnen müssen, daß sich die radikal- ozialistische Fraktion bei der Abstimmung in drei Teile teile, wobei etwa 40 Abgeordnete für die Regierung und 20 dagegen stimmen würden, während sich der Rest der Stimme enthalten werde. Das „Oeuvre" schreibt, es stehe außer Zweifel, daß ich die Regierung mit einigen Trümpfen in der Hand der Kammer vorstellen werde. Es ei daher nicht möglich, schon jetzt irgendeine Voraussage zu machen. Die „E r e N o u v e l l e", das Blatt Herriots, rückt in ihrem Leitartikel wesentlich von dem politischen Programm der Volksfront ab, und zeigt sich keineswegs beglückt über die Vorschläge der Marxisten zur Bildung eines Kabinetts der Volks- ront. Bei den marxistischen Vorschlägen handele es sich um nicht mehr und nicht weniger als um die Zerstöruna b e s bürgerlichen Staates und feine Ersetzung durch den „Arbeiterstaat", in dem eine Diktatur d e r Arbeiterklasse ausgeübt würde. Auch das Blatt des linken Flügels der Radikalsozialisten, die „R e p u b l i q u e" tritt für eine Verständigung mit der Regierung Laval ein und erklärt, es sei bestimmt möglich, eine Verständigungsgrundlage zu finden, die es der Regierung erlaube, bis zum Ende der gesetzlichen Tagungszeit der Kammer die Staatsgeschäfte zu führen. Man müsse dem Lande die Möglichkeit geben, bei den kommenden Wahlen zwanglos sein Schicksal selbst zu bestimmen. Die marxistische Oppositionspresse erklärt, wenn der Ministerpräsident in seiner Rundfunkrede ein sehr trübes Bild von der finanzpolitischen Lage gemalt habe, wie er sie bei der Ueber- nahme des Kabinetts vorgefunden habe, so habe er vergessen, ihr den gegenwärtigen Zustand gegenüber zu stellen, der keineswegs besser sei. Wenn Laval, schreibt Leon Blum im „Populaire", am Donnerstag in der Kammer gestürzt werde, werde er Frankreich in demselben schlechten Zustand verlassen, wie er es übernommen habe und vielleicht in einem noch schlechteren, denn er habe Geldmittel ohne Ergebnis erschöpft. Der Sozialistenführer gibt dann noch einmal die Haltung seiner Partei an.Kampf bis zum A e u ß e r st e n gegen die Regierung. Heligföfe Selbstbesinnung im Jemen Osten. Von Otto Corbach. Es war schon immer ein grober Irrtum zu glauben, ein „moderner" Chinese oder Japaner habe mit der Uebernahme abendländischer Ver- fahrungsweisen und Lebensformen auch fein inneres Wesen entsprechend gewandelt. Der Ostastate betrachtete die technische Ueberleaen- heit des „Westens" in Wirklichkeit als einen nachzuholenden Vorsprung in der Aneignung von Er- rungenschaften nebensächlicher Bedeutung; er fühlte fui) — ob mit Recht oder Unrecht, sei dahingestellt im eigentlichen kulturellen Sinne nach wie vor dem „fremden Teufel" überlegen. Ein Neuling aus Europa oder Amerika mochte in Japan lange Zeit von vielen Japanern, die er kennenlernte, den Eindruck behalten, daß sie alle japa- msche Ursprünglichkeit verloren hätten. Eines Tages aber kam er wohl dahinter, daß etwa ein scheinbar aufs äußerste europäisierter oder gar amerikanisier- ter japanischer Geschäftsmann feinen Tag regelmäßig damit zu beginnen pflegte, eine halbe Stunde lang mit gekreuzten Beinen aufrecht sitzend, die Hande auf den Knien, die Augen halb geöffnet, wie eine Bildsäule zu verharren, um den Atem zu regulieren und die rechte Geisteshaltung zu gewinnen. Abends vor dem Schlafengehen mochte derselbe Mann, noch so ermüdet und abgehetzt, gewohnt sein, ein halbes Dutzend Gedichte aus dem 12. Jahrhundert zu lesen, um für die Nacht den Kops von geschäftlichen Dingen frei zu bekommen. Immerhin mußte die Pflege übernommener kultureller Eigenart unter dem Leistungsaufwand leiden, den eine freie Anpassung an neuartige soziale Lebensbedingungen erforderte, die aus der zwangs- läufigen Einbeziehung in einen von fremden Mächten beherrschten Weltverkehr heroorgingen. In der Jugend zumal konnte die Masse aufzunehmenden fremden Wissens leicht die Empfänglichkeit für übernommene Lebensweisheit lähmen. In China, wo, anders wie in Japan, die von der Küste her in das Innere eindringenden fremden Einflüsse eine jahr- tausendealte Staatsordnung völlig zu zersetzen vermochten, kam es nach der Revolution von 1911 vorübergehend zu einer allgemeinen Abwendung führender politischer Kreise von aller lieber- heferung und einer zügellosen Verherrlichung fremder radikaler Ideen und Ideale. Der konfuzianische Ahnenkultus wurde als „Tyrannei der Toten" verschrien, und man schwelgte in Vorstellungen von einer rein rationalistischen Gestaltung persönlicher wie sozialer Lebensformen. Nach Ausbruch des Weltkrieges begannen sich modernisierte Japaner wie Chinesen von jeder Überschätzung westländischer Kulturformen zu erholen. Man sah mit Staunen, mit welcher Erbitterung die abendländischen Volker sich gegenseitig zerfleischten; die Uebervaschung war noch großer, als die Entente-Mächte in immer größerem Umfange farbige Hilfskräfte der Teilnahme am Kampf „Zur Rettung der Zivilifatton" vor dem Ansturm „deutscher Barbaren" und „Hunnen" würdigten. Nach Friedensschluß ließ man sich zunächst durch den trügerischen Glanz amerikanischer Dollar-Diplomaten blenden oder durch vorübergehende weltbewegende Wirkungen der bolschewistischen Revolu- tton täuschen. Man wurde gegenüber Washington wie Moskau in dem Maße ernüchtert, wie die Ereignisse im Fernen Osten von selbst einen immer unabhängigeren Lauf nahmen und von Ost- wie Westeuropa und Amerika ausgehende weltpolitische und weltwirtschaftliche Wirkungen immer weniger im eigenen Kulturkreise fühlbar werden ließen. Die nationalreoolutionäre Bewegung, die Dr. Sun - Iat - fen von Kanton aus anfachte, suchte eine Zeitlang mit aller kulturellen Tradition zu brechen. Nach dem Tode ihres Führers im Jahre 1925 machte man dessen Person und sein „Testament" zum Gegenstand eines neuen Kultus, der den konfuzianischen völkisch ersetzen sollte. Die Lehren Sun-Jat-sens, der im Auslande studiert und meist fern der Heimat gelebt hatte, galten als ein Evangelium, das alle älteren Heilslehren überflüssig machen und das chinesische Volk auf neuen Wegen einer glänzenden Zukunft entgegenführen sollte. Eine Zeitlang glaubte man zugleich m i t bolschewistischem Winde segeln zu können. Als aber die kommunistischen Losungen, unter denen man den Kampf gegen die „ungleichen Verträge" führte, an den Machtstellungen fremder „Imperialisten" in den „Vertragshäfen" wirkungslos abprallten, schüttelte Tschiang Kai-schek, der stärkste Mann in der von Sun-Jat-sen gegründeten Kuomintang-Partei, kommunistische und linksradikale Elemente, samt den sowjetrussischen Ratgebern, ab. Seitdem bilden die Lehren Sun-Jat-sens die einzige theoretische Grundlage für die Kuomintang und die aus ihr hervorgegangene „Zentralregierung" in Nanking. Obgleich Sun-Jat-sen seine sozialreformerischen Ideen vorwiegend aus abendländischen Quellen geschöpft hatte, z. B. war er besonders stark von dem Amerikaner Henry George beeinflußt, wollte er persönlich keineswegs das Studium der alt- chinesischen Klassiker vernachlässigt wissen. Er behauptete im Gegenteil, daß sich die „modernen" Ideen zwanglos aus dem ableiten ließen, was die alten Weisen Chinas lehrten. Seine Anhänger waren daher nach feinem Tode „päpstlicher als der Papst", als sie den „Sunjatfenismus" zu einer alle anderen Kulte, besonders den Konfuzianismus, verdrängenden Glaubensbewegung zu entwickeln such« ten. Darin hat sich inzwischen ein gründlicher Wandel vollzogen. Zum erstenmal feit der Revolution Dom Jahre 1911 wurde im vorigen Jahre der Geburtstag Konfuses wieder als notto« 60. Geburtstag des Reichsschahmeisters der TiSOAp. M ü n ch e n , 26 Nov. (DNB.) Am 27. November begeht der Reichsschatzmeister der NSDAP., Reichsleiter, SA.- und SS.-Obergruppenführer Franz Xaver Schwarz seinen 60. Geburtstag. Seit (Scherl-Bilderdienst-M.) zehn Jahren ist Schwarz „Finanzminister" der NSDAP, und hat als solcher auch die Reichszeugmeisterei, den Haus- und Grundbesitz der Partei und das Reichsrevisionsamt zu verwalten. Als Leiter der Reichskartei regelt er das Aufnahme- und Mitgliedfchaftswefen. Darüber hinaus aber ist er im ganzen deutschen Volk bekannt geworden durch die mustergültige Organisation der Winterhilfs- und Arbeitsbeschaffungslotterie. Die Hauptstadt der Bewegung verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht in Würdigung seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit in der Stadtverwaltung und feiner hervorragenden Verdienste um die nationalsozialistische Bewegung . Die Glückwünsche der Stadtverwaltung hat Oberbürgermeister Fiehler dem Reichsfchatz- meister bereits unter Übersendung eines Blumen- gcbmdes und einiger Flaschen aus dem Ratskeller zum Ausdruck gebracht. Der Glückwunsch des Führers. Berlin, 27. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsschatz- meifter der NSDAP, zu seinem 60. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: Mein lieber Parteigenosse Schwarz! Zu Ihrem heutigen 60. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ich verbinde sie mit dem aufrichtigsten Dank für die durch alle die langen Jahre geleistete große Arbeit im Dienste der Bewegung und damit an der Wie- deraufnchtung unseres neuen Deutschen Reiches. In der Hoffnung, daß Sie mir und der Partei wie in der Vergangenheit fo auch in der Zukunft in alter Schaffenskraft erhalten bleiben mögen, bin ich in herzlicher Freundschaft Ihr Adolf Hitler." Ein Schlag gegen die jugoslawischen Kommunisten. Belgrad, 26. Nov. (DNB.) Der 2lgramer Polizei gelang es, den geheimen Zentral- a u s s ch u ß der in Jugoslawien verbotenen Kommunistischen Partei zu verhaften und dessen Druckerei auszuheben. Dabei wurden große Mengen kommunistischer Propagandaschriften und anderes Material beschlagnahmt. Unter den Verhafteten befinden sich sieben Juden, darunter die beiden Tochter des Direktors der Merkur-Bank Herzog. Bei einem gleichfalls verhafteten Kurier wurden Schriftstücke aufgefunden, die auf Zusammenhänge mit den kommunistischen Zentralen in Prag, Preßburg, Wien und Belgrad Hinweisen. ivVafül ^Olinda Ttnbuca kam dann nach B u - sichre»", be-eichnsL In Frankreich findet gegenwärtig eine „Sowjetwoche" statt. Bolschewistische Gelehrte sind, auch vom Staatspräsidenten, mit allen Ehren- empfangen worden und sollen nun in Paris wissenschaftliche Vorträge halten. Auch in Brasilien wurde eine „Sowjetwoche" veranstaltet, aber sie hatte ein wesentlich anderes, weniger harmloses Gesicht. Was die ehrenwerten Abgesandten der Räterepublik durch ihre Anwesenheit in Paris theoretisch verleugneten, wurde in Natal, Pernambuco und anderen brasilianischen Städten praktisch angewandt: nämlich die Lehre und Methode der bolschewistischen Weltrevolution. Die Lehre heißt: Auflösung jeder staatlichen, völkischen und gesellschaftlichen Ordnung. Die hoffen aber mit der brasilianischen Regierung, daß es ihr gelingt, den bolschewistischen Verbrechern diesmal einen Strich durch die Rechnung zu machen und damit auch den Drahtziehern in Moskau einen ' nrhnrinpn Denkzettel xu verabreichen. Das Gespräch London—Rom Oie Mittelmeerfrage bietet die größten Schwierigkeiten. (Scherl-Bilderdienst-M.) gierungstreue Zivilisten hatten sich in Marsch auf Natal gesetzt, das ebenfalls von Revolutionären besetzt war. Alle amtlichen Derbindungsmit- tel von Rio Grande do Norte waren m den Händen der Aufständischen, die von der Funkstation des Condor-Syndikats, der großen Luftfahrtgesellschaft, Aufrufe und Mitteilungen ausgesandt haben. In diesen behaupten sie, der Putsch sei von Natal bis Rio de Janeiro siegreich. In Sao Paulo seien 200 000 Arbeiter in den Streik getreten. Ein Funk- svruch schloß mit einem Hoch auf Luiz Carlos P r e st e s und die „Allianca Nacional Liber- tadora. Die Erwähnung von Prestes, der ein bekannter Kommunistenführer in Brasilien ist, beweist, daß es sich um einen kommunistischen U m - stürz versuch gehandelt hat. Luiz Carlos Prestes soll vor zwei Monaten aus Argentinien mit gefälschtem Paß nach Rio de Janeiro gekommen und unter dem Namen Roberto Castro die Aufstandsbewegung vorbereitet haben. Jetzt soll er spurlos verschwunden sein. Der vor einigen London, 26. Nov. (DNB.) Die vom „Daily Telegraph" und von französischen Blättern verbreitete Meldung, daß Ministerpräsident Baldwin durch den britischen Botschafter in Rom eine persönliche Botschaft an Mussolini überreicht habe, wurde am Dienstag in London amtlich d e - m e n t i e r t. „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß Sir Eric Drummond den Duce im Namen seiner Regierung aufgefordert habe, die Bedingungen mit- zute i le n, unter denen er zum Frieden b e- r e i t sei. Dies bedeute jedoch nicht, daß die britische Regierung ihren bisherigen Standpunkt geändert oder gar aufgegeben habe. London wünsche lediglich, die bisher über Paris gepflogenen Verhandlungen auf unmittelbarem Wege zwischen Rom undLondon weiterzu führen. Der britische Botschafter sei ferner ermächtigt worden, die Beratungen über die Mittelmeer-Frage in ihrer Gesamtheit aufzunehmen, so wie Mussolini es am 29. Oktober und am 4. November vorgeschlagen hatte. Das Blatt weist jedoch auf die st arten Meinungsverschiedenheiten hin, die grade in dieser Frage zwischen den beiden Regierungen bestehen. Während Mussolini für eine Präsident von Rio de Janeiro bei Haussuchungen hat beschlagnahmen lassen. Nach diesen Dokumenten sollte der Aufruhr in Brasilien nur das Signal sein, um ähnliche Umsturzversuche auch in sämtliche andere n südamerikanischen Staaten herbeizusühren. Die brasilianische Polizei hat festgestellt, daß auch die entsprechenden Vorbereitungen für die bolschewistische Revolution in Argentinien, Chile, Uruguay, Columbien und Peru bereits vollendet waren. Die Ereignisse in Brasilien haben wieder einmal schlagend d i e Doppelzüngigkeit der sowjetrussischen Politik bewiesen. Doch bekanntlich merkt das Volk den Teufel erst, wenn er es beim Kragen hat. Während in Genf Herr L i t • winow scheinheilig die Bestrafung des italieni- nischen Angreifers fordert und sich als Hüter des Weltfriedens aufspielt, während der sowjetrussische Botschafter in Paris, Potemkin, die deutsch- französische Verständigung hintertreibt, während die amtliche Diplomatie in Moskau mit den deutschfeindlichen Regierungen in Europa sogenannte „Beistandsverträge" abzuschließen versucht, entfesseln die roten Genossen in China den Bürgerkrieg, rühmt die Moskauer Militärzeitschrift „Rotarmist und roter Matrose" die Zersetzungsarbeit der Kommunistischen Partei Italiens, hetzen die kommunistischen Agenten in Frankreich gegen die Regierung Laval, holt der Bolschewismus in Südamerika zum Schlage gegen einen ganzen Erdteil aus ... Eine Spur des Grauens und der Gemeinheit kennzeichnet den Weg, den die Komintern rund um die Erde geht. Wir Rio de Janeiro, 26. Rov. (DRV.) Die Zern trale der Bundespolizei hat Meldungen empfangen, nach denen der Auf st and in Pernambuco völlig niedergeworfen werden konnte. Auch die Aufständischen in Jaboalao sind vernichtend geschlagen worden. Sie befinden sich in völliger Auflösung und fliehen unter Zurücklassung von Waffen und Munition ins Innere. Die Truppenzusammenziehunaen in P a r a - hyba find beendet worden. Man rechnet damit, daß am Mittwoch der Vorstoß gegen die Aufständischen in Rio Grande do Korte seinen An- fang nimmt. Die Regierung hofft auch hier der Aufstandsbewegung schnell Herr werden zu können. * Die Aufständischen hatten sich von Recife aus nach Jaboatao zurückgezogen. Dieser Ort ist eine große Industriestadt, in der sich Papierfabriken sowie Textil- und Eisenbahnwerkstätten befinden. Er liegt 25 Kilometer von Recife. 800 re- einer Landung am Mittwochnachmittag oder Donnerstagfrüh einverstanden ist. Oie kommunistische Gefahr in Britisch-Indien. 2 o n b o n , 27. Nov. ®e* Böllern ß Kührerappell der Motorgruppe Hessen. NSKK., Motorgruppe Hessen läßt uns folgenden Bericht zur Veröffentlichung zugehen: Der Kraftfahrinspekteur West, NSKK.-Gruppenführer Seydel, Träger des Blutordens, hielt für die Führer und Referenten im Bereiche der Motor- gruppe Hessen am Montagabend in Frankfurt a. M. einen Appell ab. Seit dem ersten Führerappell zu Beginn dieses Fohres sind arbeitsreiche Monate für das Kraftfahrkorps vorübergegangen. Es hat sich viel gerührt und der Beobachter stellt eine stetige, systematische Aufwärtsentwicklung des Kraftfahrkorps fest. Der Weg, den das Korps genommen hat, wird durch drei Marksteine gekennzeichnet: 1. Die Zusammenfassung der alten Motor-SA. und des NSKK. zu einem straffen, von soldatischem Geist erfüllten Kraftfahrkorps, 2. das erste selbständige Auftreten des Korps als jüngste Gliederung der Partei auf dem Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg, 3. die kürzliche Führertagung in Koburg. Die Folgen des restlos disziplinierten Auftretens in Nürnberg haben sich sichtbar aller Oeffentlichkest gezeigt. Der größte und mit Dank verzeichnete Erfolg ist das persönliche Erscheinen des Führers auf dieser Führertagung gewesen und die Anerkennung, die der Führer dort für die gezeigten Leistungen dem Korps gezollt hat. Koburg — auch auf dem gestrigen Führerappell Leitgedanke für die weitere Entwicklung — ist nicht nur für das NSKK., sondern die gesamte deutsche Kraftfahrt von größter Bedeutung. Der Führer selbst hat in Koburg das Aufgabengebiet des Kraftfahrkorps herausgestellt und das hohe Ziel gesteckt, auf welches das Korps hinmarschiert. Hauptaufgabe des Korps ist es, die deutsche Kraftfahrt in ihrer Gesamtheit mit nationalsozialistischem Geist und Wollen zu durchdringen. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die hiermit dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps gestellt ist. Sie bilden das Fundament für alle weiteren Motorisie- rungspläne in Deutschland. Das NSKK. ist der Banner- und Willensträger des eignen lr Motorisierunasgedankens. Als dieser wirkt es weitgehend revolutionierend auf die g< famte Wirtschaft, das öffentliche Leben, Sport, Rechtsprechung ujw. Auf allen Gebieten dieser Art ist dem Korps vom Führer eine entscheidende Mitarbeit zugewiesen. Koburg ist oie Geburtsstunde des Ideengutes des nattonal|oziali- stischen Kraftsahrkorps. Dieses neue Gut gibt den Männern und Führern der Motorgruppe Hessen Antrieb und Kraft zu dem restlosen Einsatz sur diese Idee. Nicht ein Verein oder ähnliche Körperschaften können die hohen Ziele der allgemeinen Motorisierung verwirklichen. Nur indem die deutsche Kraftfahrt auf die Grundlage gestellt wird, die ihr diese Freiwilligen der Nation geben, laßt die Lösung der Gruppenaufgaben möglich weroen. Aber die Motorisierung ist uns nicht allein ein technischer Begriff, sie ist uns Ausdruck eines unbeugsamen Lebenswillens der Nation. Das Kraftfahrkorps hat sich auf allen Gebieten seinen "C“/" Stil gebildet. Es ist der Stil, der a u s der SA. herausgewachsen, uns heute zur Tradition geworden ist und diese Ueberlieferung wird bei- behalten und besonders gepflegt. Unser Stil zeigt sich in der Frische und Lebhaftigkeit unserer Manner, dem elastischen Schwung, der Betätigung und dem unbeugsamen Willen zur Durchführung der gestellten Ausgaben. Dieser Schwung, der zähe Geist, und das Tempo, sind die Stärke des N-sKK. Der Geist des Korps, aus seiner Tradition geboren, ist der Geist der Kameradschaft, der Einsatzbereitschaft und einer -fest verschworenen Gemeinschaft. Nicht entscheidend soll die Leistung des Einzelnen sein, sondern der Einsatz für die Gemeinschaft, die alle verbindet, an der alle tragen und die in Treue, Hilfsbereitschaft und hingebender Unterstützung ihren höchsten Ausdruck findet. Die Marschrichtung ist festgelegt. In gleichem Schritt und Tritt marschieren Männer und Führer des Korps weiter in die Zukunft. Aus aller Welt. Gegen die Butterhamsterer. LPD. Frankfurt a. M., 26. Nov. Die Pressestelle der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Hessen-Nassau teilt mit: In Stuttgart wurde dieser Tage eine interessante Feststellung getroffen: Auch in der Hauptstadt Württembergs herrscht die bekannte Butter- knappheit. Nun veranstaltete dieser Tage die NSDAP, ei ne große Dolkskundgebung von 46 Versammlungen, und hier wurde mitgeteilt, daß in Stuttgart während der ganzen letzten Zeit genau so viel Butter angelie- f ert worden ist wie im Monat 21 u guft, in dem kein Mensch zu wenig Butter erhielt. Die jetzige Knappheit war in Stuttgart also ganz ausschließlich durch Hamsterei hervorgerufen worden! Man kann sich die Entrüstung Der zu Tausenden erschienenen Hausfrauen und sonstigen Volksgenossen vorstellen, als sie von dieser Tatsache Kenntnis erhielten. Das Stuttgarter Beispiel wird auch in anderen Städten und Landesteilen Deutschlands für manchen aufschlußreich sein, der über die Ursachen der Butterknappheit nachdenkt. Er wird sicherlich dem Stuttgarter Oberbürgermeister zustim- men, der in seiner Rede den Typ des Fetthamsterers als den „Staatsfeind Nr. 1" bezeichnete. Ein ungewöhnlicher Bettugsfall. Dor dem Mannheimer Schwurgericht begann ein Prozeß gegen die 34 Fahre alte Luise Barthel- m e s aus Gersfeld, die unter der Anklage des Betrugs und Meineids steht. Es wird ihr vorgeworfen, sich durch geschickte Manöver eine Entschädigungssumme von rund 66 000 Mark erschwindelt zu haben. 1925 mußte sich die Angeklagte einer Blinddarmoperation im Städtischen Krankenhaus Mannheim unterziehen. Die Heilung verlief nicht normal, so daß 1926 in Fulda eine weitere Operation erforderlich wurde. Hierbei wurden Fremdkörper — kleine Gazestückchen — aus der Wunde entfernt. Dieser Umstand bildete die Grundlage für die folgenden Prozesse der Barthelmes, die zu ihren Gunsten ausgingen. An die zweite Operation schloß sich eine nahezu zwei Jahre dauernde Denen-Entzündung und das Auftreten zahlreicher Abzesse an. Bei einer Behandlung in der Universitätsklinik Gießen wurde die Kranke beobachtet und mehrfach dabei überrascht, als sie sich selbst durch Reiben und Schlagen Entzündungen bei brachte und in die Haut Eiter einspritzte, um die Abzesse herbeizuführen. Es bestand der Verdacht, daß die Angeklagte bereits bei der ersten Operation einer Heilung entgegengearbeitet und die Gazestückchen selbst in den Wundkanal eingeführt habe. Die Angeklagte gibt die späteren Handlungen zu, bestreitet aber entschieden, im Mannheimer Krankenhaus etwas unternommen zu haben. Die Fliegerin Luise Hoffmann ihren Verletzungen erlegen. Die einzige Werkpilotin Deutschlands, Luise Hoffmann, die auf dem Rückweg von ihrem Balkanflug am 2. November 1935 bei Starein in der Nähe von Horn bei Wien im Nebel abgestürzt war und dabei schwere Verbrennungen erlitten hatte, ist im Krankenhaus von Horn ihren Verletzungen erlegen. Narrenkappe. Einleuchtende Erklärung. Man befragte einen Arzt über den Unterschied zwischen Rheumatismus und Podagra. Der Mediziner antwortete: „Also, wenn man einen Finger in eine Zange steckt und die Zange so fest zudrückt, bis man's nicht mehr aushalten fann — das ist Rheumatismus. Drückt man aber noch fester, dann ist es Podagra." Max Klinger als Einjähriger. Der berühmte Maler und Radierer Max Klinger diente 1876 in Leipzig als Einjähriger. Während dieser Zeit ereignete sich eine hübsche Geschichte, die von den Kameraden des Künstlers gern Arbeitsdienst und Wehrpflicht. Äon Or. Helmut Paetzold. Die ersten Rekruten des neuen deutschen Dolks- heeres der allgemeinen Wehrpflicht find unter der neuen Kriegsflagge auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt worden. Dielen von ihnen wird aus ihrem freiwilligen Dienst in den Verbänden die soldatische Haltung schon zur Selbstverständlichkeit geworden sein. Aber wie bei allen Dingen im Leben genügt nicht ein rein äußerliches Erfassen — erst recht nicht für den Soldatenberuf. Soldat muß man mit Leib und Seele sein oder werden. Die meisten des gegenwärtigen Re- krutenjahraanges werden noch darum kämpfen müssen. Anders hingegen wird es um die kommenden Rekrutenjahrgänge der nächsten Jahre be- tellt sein. Diese grundlegende Aenderung wird die A r - beitsdien st pflicht herbeiführen, die zwar in keiner Weise mit der Landesverteidigung etwas zu tun hat, sich statt dessen aber der soldatischen Zucht und Ordnung bedient. Die Schule des Arbeitsdienstes wird eine einzigartige Vorbereitung auf die militärische Dienstzeit der Wehrpflichtigen dar- tellen. Es wird in Zukunft nicht mehr der Fall ein, daß den Rekruten zuerst das „militärische Gehen und Stehen" beizubringen. Auch Ordnungsübungen aller Art bieten den zukünftigen neuen Soldaten keine Schwierigkeiten mehr. Dor allem wird es der Arbeitsdienst erreichen, daß die aur Wehrmacht eingezogenen jungen Deutschen ortan bereits mit Dorkenntnissen ihren Wehrdienst leginnen, der ihnen selbst und auch ihren Vorge- etzten den Anfang der militärischen Ausbildungszeit erheblich erleichtern wird. Es kann von nun an kein junger Deutscher mehr zum Wehrmachtsdienst herangezogen werden, ohne nicht schon eine gründliche körperliche und geistige Schulung erhalten zu haben, an die sich dann die militärische Ausbildung als eine organische Fortsetzung anschließen kann. Der Arbeitsdienst verhindert auf diese Weise nutzlose Opfer, die in der Stunde der Gefahr sonst noch einmal ähnlich wie 1914 von der Blüte der deutschen männlichen Jugend gefordert werden könnten. In seiner Ausbildung verschafft der Arbeitsdienst den jungen Männern die Tugenden des Soldaten, die in Selbstzucht, Disziplin, Treue, Kameradschaft, Selbstbeherrschung und Ausdauer gipfeln. So geht durch die Schule des Arbeitsdienstes die ganze Nation, die auch ihrerseits die Früchte ernten wird. Um aber die Arbeitsdienstpflicht in vollem Umfange beurteilen zu können, ist es notwendig, sich mit ihrem inneren Betrieb vertraut zu machen. Der Arbeitsdienst untersteht dem Reichs- minister des Innern und nicht dem Reichs- kriegsminifterium. Als selbständiger Führer und Befehlshaber des Arbeitsdienstes ist der Reichs- arbeitsführer Staatssekretär Hier! eingesetzt. Eine Waffenausbildung gibt es im Arbeitsdienst natürlich nicht. Er ist lediglich eine Körperschaft von soldatisch gestraffter Haltung, die berufen ist, tapfere und leistungsfähige Männer zu erziehen. Der Arbeitstag beginnt nut dem Wecken um 5 Uhr früh. Danach wird sofort zum Frühsport in der Sporthose angetreten. Nach etwa 20 Minuten Laus, Atemübungen und Leichtgymnastlk werden die Stuben hergerichtet einschließlich .Bettenbau. Nach gründlichem Waschen folgt das Frühstück. Danach ist Flaggenparade und Befehlsausgabe. Die Arbeitsverteilung erfolgt an die einzelnen Trupps, die alsdann nach Empfang ihres Arbeitsgeräts zu den meist 30 bis 45 Minuten entfernt gelegenen Arbeitsstätten abmarschieren. Bei längeren Wegen wird geradelt. An- und Abmarsch werden stets ui geschlossener Ordnung vollzogen, wobei meistens gesungen wird. Gegen 7 Uhr sind die Trupps a n der Arbeitsstätte angelangt. Hier beginnt sogleich die Arbeit mit Spaten, Hacke oder Beil, die mit Unterbrechung von 15 Minuten Frühstückspause bis 13 Uhr dauert. Nach dem Rückmarsch ins Lager und anschließender Gerätereinigung und -abgabe folgt die eigene Säuberung. Das danach stattfindende Mittagessen wird von allen Arbeitsmännern mit ihren Führern gemeinsam genommen. Nach dem Essen und dem Reinigen des Eßgeschirrs erfolgt pflichtmäßige einstündige Bettruhe, während der weder gesprochen noch gelesen, geschrieben oder geraucht werden darf. In dieser Stunde sollen sich die Arbeitsmänner von ihrer schweren Arbeit erholen, um für den um 16 Uhr beginnenden Nachmittagsdienst mit Leibesübungen und ftaatspoli- tischen Unterricht wieder frisch zu sein. Um 19 Uhr folgt dann das Abendbrot und um 22 Uhr der Zapfenstreich. Auf die A u s g e st a l t u n g des Feierabends, den die Führer meist im Kreise ihrer Arbeitsmänner verbringen, wird besonderer Wert gelegt. Da die meisten Arbeitslager zwischen 10 und 20 Kilometer von größeren Ortschaften entfernt liegen, sind die Lagerbewohner auf sich angewiesen. Diese Abende bringen ein gut Teil der Kameradschaft zustande, deren sich der Arbeitsdienst rühmen kann. Hier werden aber auch künstlerische Gaben und Neigungen der jungen Männer geweckt oder entwickelt, wozu ihnen das bürgerliche Leben oft wenig Zeit läßt. Die Ausgestaltung der Heime sowie in den Arbeitsdienst- museen ausgestellten Erzeugnisse legen hierfür ein wirklich erfreuliches Zeugnis ab. Wenn die Männer des Arbeitsdienstes entlassen werden, sind tüchtige, kräftige Menschen aus ihnen geworden, die mit Stolz auf die von ihnen geleistete Arbeit für die Volksgemeinschaft zurückblicken können. Sie bilden für die Wehrmacht einen Ersatz, wie ihn weder die alte deutsche Wehrmacht in Friedenszeiten noch die Reichswehr je erhalten hat. erzählt wurde. Bei einer Musterung entging es den scharfblickenden Augen des Herrn Sergeanten nicht, daß die Patronentasche des Einjährigen Klinger der vorschriftsmäßigen Blankheit entbehrte. Grollend ließ er feine Blicke mehrmals von der Patronentasche bis zur Helmspitze und dann wieder zurück wandern, bis er seiner Erbitterung endlich in den verächtlichen Worten Luft machte: „Und das nennt sich Malermeesterl" Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Aufbau eines Hochdruckgebietes bei den Azoren und lebhafter Wirbeltätigkeit über Nordeuropa hat sich jetzt wieder eine normale Druckoerteilung hergestellt. In den nördlichen Gebieten Westdeutschlands hat eine Zufuhr milder Meeresluft Temperaturenanstieg und vielfach auch schon Niederschläge gebracht, während nach Süden sich in zunehmendem Maße noch Hochdruckeinfluß bemerkbar macht. Dementsprechend ist es in Deutschland vielfach noch zu Nachtfrösten gekommen. Für die nächsten Tage kann mit wechselnder Einflußnahme von Tiefdruckausläufern auf unsere Witterung gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: Kalte und vielfach nebelige Nacht, bewölkt und auch Auftreten vereinzelter Niederschläge, südliche bis westliche Winde. Aussichten für Freitag: Veränderlich bewölkt, doch zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter, bei lebhaften westlichen Winden mild. Lufttemperaturen am 26. November: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 27. November: morgens 0,8 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. November: abends 3,3 Grad; am 27. November: morgens 3 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. we Fliehe 1Stotel (State! | Vermietungen"! | Verkäufe | [Stellenangebote] »n- 6o“ fikiderfatnmlung ües WßW. abruged. Bestell eil Familiendrucksachen VerlobunQsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 H Kabeljau und Seelachs o.K.25' Frische Schellfische o.K.. . 35 A Grüne Heringe 3 Pfund 65 Filets H 46,48 4 Rich.Gnmewald Bahnhofstr.27.05u68 hilft uns vidritor abwenden. Registratur zu kaufen gesucht. NahrungsbergZ II laSchelMe 2-4pldM.PId.35 PL Rotbarsch „ 35 Pf. Djlnlnv.Barsch 48PL rllolö v. Seel. 36 Pf. Brassen, gr.Herinfie Donnerstag-Mark ßefienub. il. Reitbahn Lemp. Q5Q57 Konzert-Zither, (Neige, Mandoline billig zu verkaufen. 05040 Kuhn Kaiserallee 20 v. Mädchen das nicht mehr (ortbildungsschul pflichtig, f. tagsübergesucht. 6803 Bäckerei Lange, Neustadt 37. Gr.Persertepplca, 4 Brücken, 2 Gemälde (signiert), preisw. hier abzugeben. 05056 Anfragen nach Koblenz, Bübrle, Am Rhein 1. 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Andernfalls muß ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden. Ferner werden zur umgehenden Zahlung gemahnt: 6793C 3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühr 1935 einschließlich der Mieteranteile, 4. Rate Bürgersteuer 1935. * Gießen, den 26. November 1935. ________________Stadtkasse Gießen.________________ Bekanntmachung. Delr.: Fahrplan der Straßenbahn. Der Fahrplan der Straßenbahn für das Winterhalbjahr 1935/36 hat eine Aenderung durch Einsetzen eines weiteren Kurswagens erfahren: Bahnhof ab: 22.15 Uhr; Marktplatz ab: 22.22 Uhr; Volkshalle ab: 22.35 Uhr. Des ferneren ändert sich: 6795D Der Wagen ab Bahnhof 22.30 Uhr verkehrt jetzt: ab Bahnhof um: 22.37 Uhr; alsdann ab Marktplatz: 22.45 Uhr; ab Dolkshalle: 22.57 Uhr. Der Verkehr nach dem Jleuen Friedhof wird, falls die Rentabilität gegeben ist, bis auf weiteres regelmäßig durchgeführt. Gießen, den 25. November 1935. ______Direktion der Städtischen Straßenbahn._____ Bekanntmachung. Betr.: Reichszuschüsse für die Teilung von Wohnungen und den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen. Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat zur Schaffung neuer Wohnungen infolge Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen oder Teilung von Wohnungen dem Lande Hessen neben der Belassung der noch verfügbaren Restmittel einen weiteren Zuschußbetrag in geringer Höhe zur Verfügung gestellt, jedoch mit der Maßgabe, daß Ainsvergütungs- scheine hierfür nicht mehr gewährt werden. Für die Gewährung dieser Reichszuschüsse gelten die Bestimmungen des Reichs- und Preußischen Arbeits- Ministers vom 9. Oktober 1933, insbesondere Teil A, Absatz b „Umbauten" Ziffer 5, 6 und 7 sowie die von mir hierzu erlassenen Sonderbestimmungen vom 18. Oktober 1933. Für Jnstandsehungsarbeiten dürfen aus diesen Mitteln Reichszuschüsse nicht bewilligt werden. Die Arbeiten müssen sofort begonnen und bis spätestens 31. März 1936 beendet fein. Mit Rücksicht auf die beschränkte Höhe der Mittel und um zu vermeiden, daß bei einzelnen Bewilli- aungsbehörden, bei denen ein Bedürfnis für Teilung oder Umbau von Wohnungen nicht besteht, Beträge festliegen, werden die von mir erlassenen Sonderbestimmungen vom 18. Oktober 1933 — Darmstädter Zeitung vom 20. Oktober 1933, Nummer 246 — insofern geändert, als den einzelnen Bewilligungsbehörden Kredite nicht zur Verfügung gestellt werden. Die erforderlichen Mittel sind auf Grund der von Ihnen geprüften Anträge vor Erteilung der Vorbescheide umaehend bei mir halb- wöchenllich in doppelter Ausfertigung anzufordern, wobei die Anforderungen in zwei Spalten nach Ziffer 5 und 6 zu trennen sind. Die Anforderungen nach Ziffer 6 sind unter Angabe der Wohnverhältnisse des Antragstellers besonders zu erläutern. Die Bereitstellung der erforderlichen Zuschußbeträge erfolgt umgehend im Rahmen der bei mir verfügbaren Mittel. Sämtliche Anträge sind mit tunlichster Beschleunigung zu bearbeiten. 67990 I.A.: gez.: Linkenheld. Für die Stadt Gießen sind die Anttäge auf Zuschuß zur Teilung von Wohnungen oder den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt unter Beifügung von Plänen und ausführlichen Kostenvoranschlägen sowie den weiteren Unterlagen wie seither einzureichen. Die Arbeiten sind sofort nach Erteilung des Vorbescheids in Angriff zu nehmen und beschleunigt durchzuführen. Der festgesetzte Fertigstellungstermin ist genau einzuhalten. Gießen, den 26. November 1935. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Hamm. g^2U3meifes Blatt Nehmer Anzelqer iSemral-Anzelger für GderheUnl Mittwoch, 27. November 1935 Beim Generalstab des Winterhilsswerks Um eine Schlacht zu schlagen, braucht man Truppen. Truppen brauchen Offiziere. Diese brauchen einen Generalstab Auch^für die Schlacht, die das deutsche Winterhilfswerk' gegen Hunger und Kälte schlägt, bedarf es der Truppen, der Offiziere und eines Generalstabes, der in seinem Quartier die Operationspläne aufstellt und die strategischen Richtlinien ausgibt. In diesem Generalstabsquartier des Winterhilfswerks, das im Südosten Berlins, am Maybachufer, unweit des Gör- litzer Bahnhofs und des Kottbuser Tores liegt, waren wir zu Besuch. Bedarf es wirklich großer Operationspläne und strategischer Richtlinien, um das deutsche Winterhilfswerk zu leiten? Mancher wird vielleicht so fragen. Oder ist nicht vielleicht der Vergleich mit einem Generalstab etwas allzu kühn herbeigeholt? Run, wer auch nur einen kurzen Blick in die lange Flucht der Zimmer geworfen hat, die sich durch viele Geschosse, durch Haupt-, Seiten- und Quer- gebaude hindurchzieht, der wird diese Frage nicht zum zweiten Male stellen! Denn er hat gesehen, welche unerhörte Arbeitsleistung hier vollbracht wird. Und nicht nur das! Sondern auch gesehen und erlebt, welche Fähigkeiten, welche Begabungen dazu gehören, dieses in seiner Ausdehnung und in seinem Umfang bisher völlig unbekannte, gewaltige Räderwerk in Gang zu setzen und in Gang zu halten. Wir bestaunen so oft die Betriebe, die sich deutsche Wirtschaftsunternehmungen von Weltruf geschaffen haben. Wir stehen ehrfurchtsvoll vor den Riesenzahlen, die den Umsatz dieser Werke zum Ausdruck bringen. Und doch, was sind diese Unternehmungen, was sind diese Umsätze gegenüber Ziffern und Zahlen, gegenüber den Umsätzen, die hier im Generalstab des Winterhilfswerks getätigt und gemeistert werden? Das deutsche Winterhilfswerk ist ja nicht nur die größte deutsche K o h l e n h a n d l u n g, sondern zugleich auch d i e größte deutsche K a r t o f f e l h a n d l u n g! Im Winter 1934/35 wurden allein 51 091712 Ztr. Kohlen und 14 506 584 Ztr. Kartoffeln umgesetzt, und in diesem Winter (bis zum 22. November) bereits wieder 12 803 000 Ztr. Kohlen und 6 490 000 Zentner Kartoffeln? Das sind nur winzige Ausschnitte aus dem Gesamtumsatz des Winterhilfswerks, dessen Sachspenden 1934/35 den Betrag von über 357 Millionen Reichsmark ausmachten, der in diesem Winter aller Voraussicht nach um ein großes Mehr übertroffen werden wird. Mit der ziffernmäßigen Angabe des Umsatzes und seines Kapitalwertes ist aber indessen noch so gut wie gar nichts über die Arbeit gesagt, die erfolgreich ist, auf der einen Seite aus Millionen und Abermillionen kleinster Quellen vermittelst feiner und feinster Kanäle diese fast vier mal hundert Millionen betragende Summe in das große Sammelbecken hineinfließen zu lassen, um sie auf der anderen Seite durch ein ebenso fein verästeltes und fein verzweigtes Netz von Kanälen und Kanälchen wieder an die Stellen abzuleiten, für die sie bestimmt sind. Da bedarf es wahrlich einer Vielzahl von Operationsplänen und einer Unzahl von strategischen Richtlimon, um dieses Einströmen und Ausströmen in die Bahnen und Wege zu lenken, die die besten, d. h. die kürzesten und billigsten und einfachsten sind. Und was bedeutet es, dieses ungeheure, vom ganzen deutschen Volke dem Winterhilfswerk zu treuen Händen überantwortete Finanzkapital von jährlich mehreren hundert Millionen Reichsmark zu verwalten? Welche Aufgaben türmen sich da auf? Welche Kontrollmaßnahmen sind da erforderlich? Welche Buchungen, Abschreibungen und Rechnungslegungen müssen ausgeführt werden? Mit welchen Werken, Betrieben, Unternehmungen lassen sich diese kaufmännischen und banktechnischen Organisationsund Treuhanderfordernisse auch nur im entferntesten vergleichen? Kann es da verwundern, daß ein Generalstab fachmännisch ausgebildeter Organisationen am Werke sein muß, der Tag für Tag bis in die Nacht, unermüdlich, fast bis zur Erschöpfung, sinnen, planen, rechnen, überlegen, bedenken, leiten und lenken muß, damit es auch an der letzten und kleinsten Stelle dieses gewaltigen sozialistischen Hilfswerks kein Stocken und kein Versagen gibt? Wo kommen denn nur alle diese Kräfte, alle diese Köpfe her, die dieses gigantische Wunder aus dem Erdboden! aus dem Nichts stampften, und es fast spielend meistern? Man findet zunächst keine Antwort. Und zwar um so weniger, als hier im Generalstab des Winterhilfswerks nicht nur eine rein organisatorische, kalkulierende, kontrollierende, verwaltungsmäßige Arbeit, die allein schon ohne jedes Beispiel und ohne jedes Vorbild in Deutschland ist, geleistet wird, sondern weil darüber hinaus hier schöpferische Volkswirtschaftspolitik getrieben wird, die ohnegleichen ist und heute schon die Bewunderung und das Erstaunen vieler ausländischer Besucher und Studienausschüsse erregt. Wir haben es gelesen und gehört, wie in fremden Erdteilen gewaltige Ernten an Bodenfrüchten vernichtet, verbrannt, verheizt, ins Meer versenkt werden mußten; wie an anderen Stellen der Welt Heere von Arbeitskräften brach liegen und zum Feiern gezwungen werden; wie Hungerrevolten an der Tagesordnung sind, Massensterben der Bevölkerung eingesetzt hat; und wie dadurch das wirtschaftliche, soziale und politische Leben großer, weiter Staatell aus den Fugen geht. Erfahren wir nun, daß die führenden Männer des deutschen Winterhilfswerkes durch ihren schöpferischen Tatwillen es fertig gebracht haben, eine überreiche Gemüse- ernte, die sonst verloren gegangen wäre, restlos aufzufangen; den Kohlenbergbau nicht nur in Gang zu halten, sondern zu steigern vermochten; die deutsche H o ch s e e f i s ch e r f l o t t e mitsamt ihrer Besatzung wieder in volle Arbeit zu bringen und sie vor dem sicheren Erliegen zu bewahren; damit die Ernährung des Volkes auf eine ganz neue Grundlage, nämlich auf die eiweiß- und fetthaltige Fischkost gebracht zu haben; die Not- standsgebiete durch Auftragserteilung entlastet zu haben; und das alles nur durch eine durchdachte, folgerichtige, volkswirtschaftliche Lenkung und geschickte Ausnützung des Marktes, so haben wir nicht zu viel gewagt, wenn wir den Vergleich mit einem Generalstab gezogen haben, dessen Tätigkeit all dieses zu verdanken ist. Und so verstehen wir auch, wenn wir in diesem Generalstabsgebäude Büroräume, Kontore, Abrechnungssäle, kartographische und Bildateliers, ja ein statistisches Amt neben stillen Amtsstuben, Konferenzzimmern und Verhandlungsräumen finden, die aber nicht etwa erstarrten Bürokratismus und Aktenschlepperei Hervorrufen, sondern erfüllt sind von Lebendigkeit und Tatendrang. Und da plötzlich weiß man es, was hier am Werke ist: es ist der unbändige sozialistische Wille eines Führers, der sich auf seine Mitarbeiter und auf ein ganzes Volk übertragen hat, das sich seiner inneren Kräfte bewußt geworden ist. Ja! Auf ein ganzes Volk übertragen hgt! Denn wie auch sonst keine Schlacht geschlagen werden kann, ohne daß Truppen und Offiziere und Generalstab, in sich und miteinander verbunden und verschworen, gemeinsam kämpfen, so auch hier in der Schlacht gegen Hunger und Kälte! Was wäre dieser geniale Generalstab des Winterhilfswerks ohne fein Offizierskorps, d. h. ohne die eine Million ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen, die, was geplant, was geformt, was geordnet, was gelenkt würde, in " ihrer beispiellosen Treue und unermüdlichen Arbeit ausführen? Und was wären beide ohne die Truppen, d. h. ohne die Millionen und aber Millionen Spender und Spenderinnen, die überhaupt erst durch ihre willige Opferbereitschaft die Arbeit des Winterhilfswerks ermöglichen? Was wäre das deutsche Winterhilfswerk ohne diese drei mächtigen Heersäulen, die zwar getrennt marschieren, aber vereint schlagen. Mit diesem Gedanken verlassen wir das Generalstabsgebäude des Winterhilfswerkes, nicht ohne das feste, beglückende Bewußtsein, daß hier der große Sieg vorbereitet wird, den das Volk allen Gewalten zum Trotz erringen wird. Blutige Streik-Zwischenfälle am Golf von Mexiko. In dem am Golf von Mexiko gelegenen Hafen Houston in Texas ist es zu einem blutigen Zwischenfall mit streikenden schwarzen Hafenarbeitern gekommen. Die Neger kamen unerwartet schwer bewaffnet in einem Lastauto zum Hafenpier gefahren und verlangten von den dortigen Schauerleuten, daß sie sich dem Streik der Hafenarbeiter, der seit Anfang Oktober im Gange ist, anschlössen. Auf die Weigerung der Arbeiter hin eröffneten die Neger eine wilde Schießerei, bei der ein Vorarbeiter verwundet wurde. Die Arbeiter setzten sich zur Wehr und töteten einen der Angreifer. Damit hat der Streik der Hafen- arbeiter in den Golfhäfen nunmehr das 14. Todesopfer gefordert. Kulturelle Fürsorge für die Arbeiter der Reichsautobahnen. Reichsminister Or. Goebbels übergibt 30 Wanderbüchereien an besonders abgelegene Lager der Reichsautobahn. (Weltbild-M.) .. f Berlin, 26. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing 30 Arbeiter an der Reichsautobahn aus allen Teilen Deutschlands, um ihnen 30 Wanderbüchereien zu übergeben, die auf feine Veranlassung von der Reichsschrifttumsstelle zusammengestellt wurden und nun in 3 0 besonders abgelegenen Lagern der Reichsautobahnen umlaufen sollen. Der Minister wies darauf hin, daß der nationalsozialistische Staat sich verpflichtet gefühlt habe, nachdem ihm gewisse Mängel in der Unterbringung und Verpflegung zu Ohren gekommen seien, für die E r- st e llung würdigerArbeitslager und für auskömmliche und gute Verpflegung zu sorgen und darüber hinaus durch Aufstellung von Rundfunkgeräten, Vermittlung von Varietes, Theatern und Filmen auch den kulturellen Bedürfnissen zu genügen. Aber auch als Einzelmenschen hätten die Arbeiter das Recht auf geistige Ansprüche, und dazu sollten die Büchereien dienen, die er ihnen hiermit übergebe. Die Arbeiter sollten, wenn sie in ihre Lager zurückkehrten, ihren Kameraden erzählen, daß die nationalsozialistische Regierung sich stets um ihr Wohl bekümmere. Sie arbeiteten am modernsten Werk des Nationalsozialismus; in Jahrhunderten würden diese Bauten noch stehen und das Andenken an die Arbeiter, die dieses Werk mit ihrer Hände Arbeit geschaffen haben, unvergänglich machen. Dr. Goebbels verweilte noch in persönlicher Unterhaltung mit den einzelnen Arbeitern, die seine Fragen, ob nun die anfänglichen Schwierigkeiten behoben seien, einhellig freudig bejahten. Nach einer kurzen Besichtigung der Büchereien, die in praktischen kleinen Holzkästen untergebracht sind und sämtlich das Standardwerk der Bewegung, des Führers „Mein Kampf", im übrigen aber vorwiegend gute Unterhaltungsliteratur enthalten, verabschiedete sich Dr. Goebbels von den Arbeitern. Als Gäste der Reichsschrifttumskammer hatten die 30 Arbeiter am Vorabend einer Aufführung des Stückes „Der Verschwender" in der Volksbühne beigewohnt. Emll mit der Ehre. Bon Erich paehmann Emil ist sechzehn Jahre alt und hat zwei Tiegel zu bedienen. Es sind zwei schöne, neue, elegante Tiegeldruckautomaten, mit schlanken Taillen und blinkendem Gestänge und einem Gang so weich und von klingender Geschmeidigkeit, daß jedem richtigen Drucker dabei das Herz aufgehen muß. Was Emil betrifft, so pflegt ihm allerdings noch nicht das Herz aufzugehen. Dafür ist er noch längst kein richtiger Drucker, sondern erst Stift im dritten Jahr. Und wie ihm die Arme ewig zu lang aus der Montur herausragen, so ist er auch sonst ein bißchen zu rasch ins Kraut der Flegeljahre geschossen. Eines Morgens nun steht Fräulein Aenne am Tisch der Bostonpressen und macht zehn Minuten lang nichts als einen verschüchterten Eindruck. Klappt ihr Handtäschchen auf und zu und trippelt verlegen auf der Stelle und hat, wenn man die Sache näher besieht, sehr große und verängstigte Kinderaugen. Dabei ist sie immerhin schon sechzehn Jahre alt und ein hübsches Ding. Herr Schreiber kommt — Herr Schreiber ist der Faktor.— geht mit ihr zur Boston vier und ruft dann Emil heran. Emil ist gerade damit beschäftigt, feine beiden Maschinen anzustarren, die von zwei Mädchen gewaschen werden. Er hat bei dem Anruf ein seltsam beklommenes Gefühl im Leib, irgendwo da herum, wo das Herz fitzen könnte, aber er kommt mit möglichster Gelassenheit geschlendert. „Emil, wie weit sind wir mit dem Waschen?" „Gleich fertig." , Schön, bann soll Herr Heinzerling die Maschinen übernehmen. Ich sag' ihm noch Bescheid. Du lernst jetzt erst mal die Neue an der Boston an, verstanden?" „Bloß drucken oder auch einrichten?" „Auch einrichten. Aber bleib in der ersten Zeit dabei, daß mir nichts passiert, hörst du!" „Gut, jawoll!" sagt Emil großspurig. Ja, und dann sind die beiden allein, Emil und die Neue. Nmil hat im Leben noch niemanden angelernt. Wenn es wenigstens noch ein neuer Stift wäre, aber nun gleich ein Mädchen, ein Fräulein, mit einem Handtäschchen, einem leisen Duft nach Veilchenseife und mit einem verwirrenden Schimmer in den Augen. Emil runzelt die Stirn und stottert etwas in die Luft von gar nicht so schwer und keine Angst zu haben brauchen. Als er das Fräulein dabei mit einem Blick streift, sieht er, daß sie lächelt, ein bißchen verschmitzt und auf eine verteufelt angenehme Art. Er grinst auch, und das Fräulein lächelt noch mehr und sagt, sie hätte gar keine Angst. ♦ Um neun Uhr, zur Frühstückspause, geht Emil zu Herrn Schreiber und bittet sich einen Fabrikprospekt der neuen großen Schnellpresse aus. Sie wären in der Berufsschule gerade an Schnellpressen, und außerdem käme er bald ins vierte Jahr. Herr Schreiber gibt ihm den Prospekt und noch ein Buch über Druckmaschinenkunde dazu und ist im stillen etwas erstaunt über Emils Eifer. In der Pause streicht Emil nicht auf den Korridoren herum, sondern hockt in einem Winkel der Kantine, grüblerisch und einsam, schneidet sich vornehm das Brot in Bissen und studiert sein Lehrbuch. Ein dunkel melancholischer Schatten lagert über seiner Seele. Er weiß nicht warum, aber er sieht sich fast ein wenig als das Opfer feines tragischen Strebertums oder eines anderen unerklärlichen Gefühls, das weder schön noch unangenehm ist, nur sehr neuartig und verwirrend. Wenn er hochschaut, über die Buchkante hinweg, erblickt er in der Reihe der anderen Mädchen einen schlanken grauen Kittel, mit einem dunklen Haarschopf darüber. Ihm wird warm bei diesem Anblick, aber keineswegs wohler * Um elf Uhr geschieht das Unglück. Fräulein Aenne läßt einen Drucksatz fallen, als sie ihn auf dem Zurichteplatz abfteUen will. Sie tut einen kleinen Schrei und schaut sich erschreckt das Gewimmel von Buchstaben und Stegen auf dem Boden an. Emil schaut ebenfalls hinab und bemerkt tiefsinnig, daß der Satz nun leider erledigt wäre. Plötzlich steht Herr Schreiber hinter ihnen, wie aus einer höllischen Versenkung aufgetaucht. „Wer hat das gemacht?" „Wir ha — ich weiß selbst nicht — wir wollten grabe —" „Nun, wird's bald? Wer das gemacht hat?!" „Ich!" sagt Emil. Klatsch! fühlt er Herrn Schreibers Hand gegen seine Backe knallen. Emil hat schon viele Ohrfeigen in seinem Leben bekommen. Die meisten waren weitaus saftiger als diese, aber noch keine hat er so bis in den tiefsten Winkel seines Schädels krachen hören. Eine Weile steht er wie angedonnert, dann beginnt sich der Saal zu^ drehen, und zwei ausgerissene Augen drehen sich mit. Er rennt hinaus über den Gang, auf eine stille Tür zu, stürzt hinein und riegelt von innen ab. ♦ Nach einer halben Stunde entschließt er sich herauszukommen. Etwas ruhiger zwar, aber immer noch mit einem nagenden Gefühl von Scham in der Brust. Wahrend er den langen Saal durchschreitet, sieht er niemanden an, auch die Neue nicht, die erst recht nicht. In der Faktorei ist Herr Schreiber gerade allein. „Ich möchte mich beschweren, Herr Schreiber." „Beschweren? Nanu, bei wem denn?" „Ganz egal, bei wem. Aber das lasse ich mir nicht gefallen. Das mit dem Satz kann jedem passieren. Und ich lasse mich nicht schlagen, niemals, von keinem mehr." Herr Schreiber dreht sich herum: „Sag mal. Junge, du bist wohl nicht ganz —" Er verstummt. Die beiden Augen, in die er ba hineinblickt, sinb von einer so klaren Entschiebenheit unb so wenig knabenhaft auf einmal, baß er sich etwas betreten roieber zurückbreht. Da steht bie Neue neben Emil: „Entschulbigen Sie, Herr Schreiber, aber ich war's. Ich hab ben Satz fallen lassen. Emil hat bloß so gesagt." Herr Schreiber roenbet sich roieber um: „Soso — ber Emil also nicht. Der Emil hat mich also belogen. Na, hör mal, Emil, bas hätte ich boch nicht von bir gebacht. So einfach lügen, Junge." Aber er schmunzelt babei auf eine sanftmütige Weise unb legt bann sogar bie Hanb auf Emils Schulter. „Ist gut, Aenne, Sie können gehen. Unb bu, Emil? Was machen wir mit bir? Na, warte mal — du gehst nach ber Mittagspause mal an bie Schnellpresse, an bie neue. Das ist eine verbammte Ehre für bich. Jrn brüten Jahr ist noch keiner an bie Schnellpresse gekommen. Unb wegen ber Ohrfeige — abnehmen kann ich sie bir nun leiber nicht mehr. Aber — es tut mir leib, wenn bas so war. Bist bu nun zufrieben?" „Jawohl, Herr Schreiber! Unb bann soll ich wirklich, ich soll wirklich schon an bie Schnellpresse, Herr Schreiber?" „Ja, bas sollst bu. So — unb nun geh, Junge!" Emil geht. Seine Schritte sinb schwer geworben, vielleicht vor Stolz, vielleicht vor Männlichkeit. Nie seltsamste Musik ber Weit Zum Bilb ber japanischen Straßen gehört auch ber Mann, ber mit langsamem Schritt burch bie Gassen roanbelt unb ber über feine Schulter eine lange Bambusstange trägt. An ben Enben biefer Stange hängen Rahmen mit Dutzenben von kleinen Käfigen, von benen jeber einen kleinen Musikanten beherbergt. Der „Muschiuri-Mann", wie ber Verkäufer ber musikalischen Insekten genannt wirb, hat bie Ware sorgfältig für sein Orchester ausgewählt; ber Sänger ober Spieler entstammt einer beson- bcren Züchtung, bie bie Kraft unb Reichhaltigkeit seiner Töne berücksichtigt. Es ist ein fast betäuben- bes Durcheinanber von Klängen, bas biefe merk- roürbige Straßenfigur umgibt. Bevor man sich seinen Musikanten einkauft, läßt man sich vorher eine Probe seiner Kunst geben, unb bann wirb ber betreffenbe Käfig heruntergenommen. Im Herbst Ift bie Musik ber Insekten am klarsten unb einbring- lichsten, benn sie sammeln noch einmal alle ihre Kräfte, bevor bie „Konzertsaison" enbet. Dieser Abschluß ber Saison wirb gekennzeichnet burch bie hellen Töne bes Korogi ober Heimchen, bas fein „sarnusa-kuru-yv", „bie Kälte kommt", immer wie- ber zirpt. Alle anberen Infekten strengen sich an, um es biefem lautesten Künstler gleichzutun, aber mit feinem glänzenben schwarzen Kops unb seinen leuchtenben Augen triumphiert er über alle. Sein nächster Nebenbuhler ist bie Kirigirusu, bie Laubheuschrecke, bie ber geborene Kapellmeister ist und ben Ton angibt, in ben bie anberen einfallen. Aber bie Primabonna biefer winzigen Mufiktruppe ist bie kleine Suzamuschi, bas japanische „Glockeninfekt"; seine zarten gazeartigen Flügel zittern in ber Luft, wenn es bie Violine auf seinen Beinen streicht, und seine rhythmischen Kadenzen, die vom höchsten Fortissimo bis zum schmelzenden Pianissimo gehen, haben eine süße Melodik, die ihre feinste Färbung bei Sonnenuntergang erreicht. Diesen Geiger, dessen Liebeslied so lyrisch klingt, begleitet mit seiner Mandoline der Matsumuschi, dessen Name bedeutet, daß er das Rauschen der Fichtenwipfel im Wind nachahmt; sein langer brauner Körper mit dem gelben Bauch ist nicht schön, aber man liebt ja auch nicht sein Aeußeres, sondern seine Musik, und kein Japaner kann das geheimnisvolle singende Seufzen seiner Musik hören, ohne Heimweh zu empfinden, denn es sind bie frühesten Klänge, bie er als Kind vernommen. Neben dem Heimchen ist der flotteste Musikant bie Zikabe. Aber außer biefen Tonkünstlern befinbet sich noch eine Menge anberer Infekten tn ben Käfigen bes Muschiuri-Mannes, unb sie alle sinb begehrt, benn ber Japaner liebt bie Jnsekten- musik mehr als ben Vogelgesang unb hat sie in feiner eigenen Musik nachgeahmt. Ja, für ihn klingt in biefen Stimmen etwas Heiliges mit, benn vielleicht ist biefes tönereiche Infekt, an bem er sich freut, bie Wieberoerkörperung irgenb eines guten Geistes, ber in einem früheren Leben ben fchulbi- gen Respekt biefen zarten Geschöpfen verweigerte unb baher nun in ihnen Hausen muß. Sochschuknachnchten Von ben amtlichen Verpflichtungen würben ent- bunben: Geheimer Justizrat Dr. Wilhelm Kisch, Orbinarius für Bürgerliches, Zivilprozeß-, Urheber- unb Versicherungsrecht an ber Universität Mün - ch e n, ber in ben bauernben Ruhestcmb versetzt würbe; Professor Dr. Albert Debrunner, Orbinarius für Jnbogermanische Sprachwissenschaft an ber Universität Jena, ber zum 1. Oktober b. I. aus bem thüringischen Lanbesbienst unb zugleich aus bem Dienst einer beutschen Hochschule auss'chieb, um ben Lehrstuhl von Professor P o r z i g an ber Universität Bern zu übernehmen. W F° S-lb it* d°r® ging feiten bie W-'hw Siechenkims tagessen w „Ihr mi wenn's ni wissen, da nachskasse viele bunt Mutter i kann ein Schönste, i Aus keiner geschasst r Schönes, : men, soll deshalb rr Mindest „Kassenstr Groschen nahe scho chen? Mu schadet m übrig für Neben auch schor Winter Groschen; denn blieb nachtskass« fällt es n abzuzieher abzusparei Gebot! Au in warme Suppe obi nachtskasse Schritt ha Kindheit Wer eine wot)( and) lädjeln fjeuti tion". Auch deutschen Fi der, die sich mal Eltern, Und wenn | dann samm nige, Groslt „Nicht Zetergeschr oentszeit u l'cher werd schnell oerfi "Mutti, t ^eihnachter mal, was i Ecken?" Erwartun Atter Ms Mutter es kennt die L Äen. 3-ch lnM'nierbai ™enflebt * „Net. °'°h siede, ,alten, NM? 11 Eltern *en die ' Zachen. .A et'nn °°r ®e Un® m der * Backe 5er und Yw und fetolle. 5? M Heina N Sh tzr t* fra "J"m hier Stem fejft Do,. Äit -9 m Nr. 277 Drittes Blati Kletzen« Anzeiger (General-Anzeiger für t e r b e» chht mit der Der- itlich zwei en Eltern oben und ober beide ahren geinten mit jsfer ganz trug rund - auf den ■ langlebi' üst ein Unfere Kinder machen Weihnachtsarbeiten. Von Brigitte Lühr. „Nickt Hinsehen, Mutti, nicht Hinsehen!" Ein Zetergeschrei erhebt sich, wenn Mutter in der Adventszeit unerwartet ins Kinderzimmer kommt, und siicher werden irgendwelche geheimnisvollen Dinge jchnell versteckt. „Mutti, du bekommst von mir etwas Feines zu Weihnachten, natürlich was Selbstgemachtes! Rat mal, was das ist: es ist rot und grün und hat Ecken!" Erwartungsvoll sieht der sechsjährige Peter zur lRutter auf — und er ist sehr stolz darauf, daß Mutter es natürlich nicht raten kann, denn sie Irnnt die lebhafte Phantasie ihres Jungen. Im rvrigen Jahr brachte er am Weihnachtsabend ein undefinierbares braunes Etwas an, mühsam zu- srmmenklebt aus Brettchen einer Zigarrenkiste und mit Buntstiften bemalt. Als Mutter etwas zögernd fragte: „Peterchen, was soll denn das sein? — ta sah sie der Kleine tief enttäuscht an: „Ein Nähtasten, Mutti, selbstgemacht, siehst du denn das rnd)t?" Ja, Eltern müssen Märchenaugen haben, wenn sie iie Weihnachtsgeschenke erkennen wollen, die chnen ivre Kinder schenken. Ich spreche nur von den s lbsterdachten Dingen, nicht etwa von vorgezeichne- i-n Nachttischdeckchen und ähnlichen Standard- v>aren, die weder Eltern noch den Kindern Freude machen. Ich erinnere mich noch selbst an meine Kinder- 3 it vor Weihnachten. Fünf Geschwister waren wir, unb in der Adventszeit saßen wir — mit hochroten Backen und strahlenden Augen im Kinderzimmer und bastelten Geschenke. Die große Leimflasche und die Bogen von Buntpapier spielten die iSpuptrolle. Ich fabrizierte einen für meinen Beiss iss wunderbaren Bilderrahmen aus lila Samt nit gelben Margueriten bestickt. Meine Mutter l)--tte Mühe, dieses Untier später einmal geheim- nsvoll verschwinden zu lassen, ohne daß ich es irrrfte, damit ich mich nicht gekränkt fühlen sollte, l eine Schwester Gisela bastelte aus bunten Sei- iheiferen ein kunstvolles Gebilde, das selbst wir :^mber mit unserer blühenden Phantasie nicht ent- rctseln konnten. „Was soll denn das werden?" frigte mein Bruder Pepp schließlich, denn Gisela rar sehr geheimnisvoll. „Das wird eine Keramik für Mutter", war die prompte und stolze Ant- Dxrt, und wir anderen schwiegen ergriffen, denn or wußten nicht, was eine Keramik war. — Spüler stellte es sich heraus, daß Gisela es auch nicht wußte. Sie hatte das Wort aber einmal gehört, M das hatte ihr so gut gefallen, daß sie Mutter ^bedingt so etwas zu Weihnachten schenken wollte. Vlit Hilfe des Kindermädchens wurde dann aus le- Keramik ein Taschentuchbehälter! §s wird geklopft und gehämmert, geklebt und kschnitten, es wird dabei getuschelt und gelacht, itO Mutter muß beide Augen zudrücken, wenn sie ! DOlt 'ilder, ' Die Lfid) UtQt, 1 Um. Utfige n be. hassen °Art, n ba5 Wer. Wn adchen 1 Ein- ? zum "chtig- Wert svmm- ' emp. er bie 'n sich Fibel. neun Spiel karten )3)~ "spiel, R und Tind bas nutzen, ’rte ge- 5 kleine Karte, o" den >nst zu nm ge. aphifche rühmter t so ist chrbert samkeit, Bimbo mch für nb und ruzwort- der Mühe iare eglaubigtes ib barüber alüdte es noürbigen Frauen keststellun. )ert 9ahre । hoch wie eren Man- r körper' bienft * ungen ob« , § t r an *' ’ AlMbings ilcfje in de" ter die bet' Ä und S-F ^eben *•*- ’ °r°Ä er <5 Für die Weihnachtsbäckerei. Von Krida Aisch, Bad-Nauheim. Wiener Torte ohne Butter: 200 (bramm Zucker, 4 Eigelb, und 1 Vanillen-Pulver werden 10 Minuten lang tüchtig schaumig geschlagen. Dann gibt man unter weiterem kräftigen Rüh. ren nach und nach 100 Gramm gesiebtes' Monba- uon einer halben Zitrone den Saft und zum Schluß den Schnee von den 4 Eiern dazu. In gut gefetteter Form bei mäßiger Hitze eine Stunde backen. Erkaltet schneidet man den Kuchen durch und füllt ihn mit jeder beliebigen Marmelade Kaffee, Schokolade- oder Vanillecreme. Da alle Kuchen, die kein Fett enthalten, schnell alt werden, so ist es ratsam, sie so spät wie möglich zu backen. Muß man dies mehrere Tage vorher tun, überzieht man sie mit Zuckerguß, der die Feuchtigkeit zusammenhält. Wird er frisch gegessen, genügt das Bestreuen mit Zucker auch. Ein vergnügter Ausputz auf rosa Zuckerguß sind kleine Mäuschen. Wir setzen den Rand entlang in entsprechendem Abstand längliche Schokoladenpralines. Aus 1 Eiweiß, ein paar Tropfen Zitronensaft rul)rt man mit 2 bis 3 Löffeln Puderzucker einen dfcken Zuckerguß, der glatt und blank sein muß. Man füllt ihn in eine spitze Pergamenttüte, schnei- det die Spitze ganz wenig ab, und spritzt damit den Pralinen Mauseöhrchen und Schwänze an, alle in derselben Richtung. Nuß-Schäumchen: 300 Gramm Zucker und 3 Eiweiß schlägt man tüchtig 20 Minuten. Auf ein Blech setzt man kleine runde Oblaten, gibt daraus löffelweise den Schaum, oben auf je eine Haselnuß. In nicht zu heißem Ofen zart gelblich backen. Honigkeks: 2 ganze (Eier, 1 Löffel heller Honig, 175 Gramm Zucker werden schaumig geschlagen. 1 Prise Salz, 1 Vanillenpuloer oder etwas Zitronenschale und soviel Mehl, daß sich der weiche Teig gut ausrollen läßt, dazu gegeben. Davon sticht man kleine Figuren aus — wenn sie an den Christbaum gehängt werden sollen, bekommen sie ein Loch — die man mit buntem Zucker, gehackten Mandeln, Schokoladenkrümel oder einer ganzen Kürbis- manbel belegt, und zart lichtbraun bäckt. Gibt man in diesen Teig etwas weniger Mehl und dafür einen Eßlöffel geriebenen Zwiefach, dann kann man Unterlagen für kleine Obsttörtchen davon machen. Ohne Zwiebackmehl würde der Kuchen zu Probe. Sie sind etwa eine Stunde vor Gebrauch zu belegen. Mutters Weihnachtskaffe. Von Lore Thograf. Im November wird sie hervorgeholt. Sie sieht verschieden aus: mal ist sie pompös und gewichtig, fast wie der Safe eines Bankgewaltigen, mal ist sie' aber auch nur ein altes, abgegriffenes Portemonnaie oder ein Taffenkopf, eine Zigarettenschachtel ober ein Beutelchen — aber auf jeben Fall ist sie von größter Wichtigkeit: Mutters Weihnachtskasse! Im November wirb sie hervoraeholt, unb Mutter betrachtet sie mit ihrem lieben Lächeln. „Alle Jahre roieber..." — wie ein Freubenrus zieht es burch chr Herz. Jeben Tag wirb etwas zurückckklegt: mal sinb es Groschen, mal ein Markstück, oft, sehr oft aber sinb es auch nur Pfennige. Doch bie Weih- nachtskasse muß voll werben. Daß sich Mutter in ben Wochen vor Weihnachten jeben persönlichen Wunsch versagt, bas ist schon fo zur Selbstverstanblichkeit geworben, baß niemanb wehr baruber spricht. Mütter haben auch nur 9an3Je?!en ei9ene Wünsche! Aber bas allein füllt die Wechnachtskasse noch nicht. Mutter wirb zum Rechenkünstler, zum Zahlenakrobaten. Vom Mittagessen wirb ber Nachtisch weggestrichen. "Zhr müßt nun vor Weihnachten zufrieben sein, wenn's nichts hinterher gibt!" sagt sie, unb alle wissen, baß bie ersparten Groschen in bie Weih- nachskasse roanbern. Hier sollen sie sich bann in viele bunte Dinge verwanbeln. Mutter macht Pläne, jeben Tag neue. Ach, was rann ein Mutterherz sich alles ausbenken! Das Schönste, bas Beste ist noch lange nicht gut genug! Auf keinen Fall sollen nur „praktische" Dinge am geschafft werben, nein, nein, so etwas richtig Schönes, was sich alle nur im Geheimen erträu- jnen, soll Weihnachten auf bem Tisch liegen. Unb deshalb muß bie Weihnachtskasse recht voll werben. Minbestens zweimal am Tage macht Mutter „Kassensturz". Lustig klimpern bie Pfennige unb Groschen auf ben Tisch, bie Marktstücke sehen beinahe schon ein bißchen protzig aus. Wirb es reichen? Mutter weiß genau, es wirb nie reichen! Das schadet nichts, bann bleiben noch genug Wünsche übrig für das nächste Jahr! Neben ber Weihnachtskasse stellt biesmal (wie auch schon im vorigen Jahr) bie Kasse für bas Winterhilfswerk. Auch sie füllt sich mit Groschen unb Silberstücken. Das ist heilige Pflicht, denn bliebe diese Kasse leer, während sich die Weihnachtskasse füllt — bas wäre keine Freube! Naürlich fällt es manchmal schwer, ba noch einen Groschen abzu^iehen unb hier sich ein Markstück vom Munbe abzusparen — aber Opfer bringen heißt bas erste Gebot! Auch hier werben sich Pfennige unb Groschen in warme Kleiber verwanbeln, in einen Topf Suppe ober eine Kanne Kaffee. Hier ist bie Weih- nachtskasse für bie Volksgemeinschaft: sie muß Schritt halten mit ber Familienkasse. — Kinbheitserinnerungen bestimmen bas Leben. Wer eine glückliche Kinbheit gehabt hat, ber wirb »vohl auch meistens ein glücklicher Mensch. Wir lächeln heute nicht mehr spöttisch über bie „Trabi- tion". Auch Mutters Weihnachtskasse ist in vielen deutschen Familien heute Trabitivn. Unb bie Kinder, bie sich heute baran freuen, werben selber einmal Eltern, unb aus ben Möbels werben Mütter. Unb wenn für sie bann ber November herankommt, bann sammeln sie in bie Weihnachtskasse bie Pfennige, Groschen unb Markstücke ... Hausmacher Pralinen: 4 Eßlöffel starker Kaffee werben mit einem halben Pfunb Puderzucker burchgekocht unb kalt gerührt. Löst sich die Masse leicht von der Schüssel, werden kleine Kugeln geformt. Im Wasserbad löst man bittere Deckschokolade langsam auf unb wälzt bie Bällchen in ber lauwarmen Masse. Auf geöltem Pergamentpapier trocknen lassen. Statt Kaffee auch mit Wasser mit Eine Handtasche wird entrümpelt Bon Zlse Mahl Nichts scheint schwieriaer zu sein, als in der Handtasche, bie boch zu Den persönlichsten Dingen ber Frau gehört unb ftänbig bem kritischen Blick ber Mitmenschen ausgesetzt ist, mustergültige Orb- nung zu halten. Man barf ja nur einmal babei sein, wenn sich so ein ausgewachsenes Ding burch irgenbein Mißgeschick plötzlich entleert. Da ist zunächst einmal ber bereits etwas schwärzlich geworbene Brief mit zwei Bübchen von Tante Frieba aus ber Sommerfrische, zwei Ansichtspostkarten, die auch nicht erst von gestern sind, ein Katalog mit den neuesten Grammophonplatten, ein Kinoprogramm vom letzten Freitag, eine acht Wochen alte Theaterkarte, längst abgelaufene Eintrittskarten fürs Familiendad, ein paar unansehnlich gewordene Besuchskarten unb zerrupfte Straßenbahnfahrscheine. Dann ist ba ein Notizblock ohne festen Deckel, ber bie schönsten Eselsohren bekommen hat, loses Papier unb loses Gelb. Einige Schlüssel, Puberbosen, abgeschriebene Bleistifte, ein arg zerbrücktes Taschentüchlein mit Schokolaben- unb Kekskrümeln fallen heraus. Und bann bie Ausweise! Der Strom will kein Ende nehmen. Wer ist nun schuld an dem malerischen Durcheinander, die Tasche oder wir? Vielleicht beide. Denn wir wollen es als Entschuldigung gelten lassen, baß sich erst in letzter Zeit mit bem Anwachsen ber Hanbtaschen auch ihre Inneneinrichtung verbessert und bie Aufteilung in einige bequeme Fächer mehr unb mehr burchgesetzt hat, was bas Orbnunghalten wesentlich erleichtert. Was trug eigentlich eine Frau früher mit sich herum? Höchstens ein Taschentuch, einen Gelbbeutel unb einen Hausschlüssel. Unb heute? Die berufstätige Frau, bie oft ben ganzen Tag von zu Hause fort ifc kommt damit nicht mehr aus. Es ist ver- TÄEL. SAMT u . hat von au O01 ren £ tfinbi" $ xSÄ stündlich, daß sie z. B. auch Nühzeug ober Nagel- deu9 mit sich führt. Wer aber schon einen ganzen Haushalt in der Tasche hat, ber muß auch bafür sargen, baß keine Rumpelkammer baraus wirb. Am besten ist es, jeben Abend Inventur zu machen und alles, was man im Laufe des Tages in bie Tasche gestopft hat, weil man keine Gelegenheit hatte, es irgenbwo anbers abzulaben, auszuscheiben. Alle Papiere, Ausweise, Briefe unb Visitenkarten lege man in ein festes Lebermäppchen ober in ein besonderes Fach ber Tasche, wo sie nicht unansehnlich werben unb wo sonst nichts anberes hineinkommt. Natürlich immer so, baß man sie auch rasch zur Hanb hat. Wenn für ben Schlüsselbund kein besonberes Fach vorhanden ist, stecke man ihn in ein ledernes Schlüsseltäschchen. Man wirb sich bann nicht mehr ben Kopf zerbrechen müssen, warum alle Taschentücher Rostflecken bekommen. Das Gelb lasse man nie lose in ber Tasche herumschwimmen, benn herausfallendes Kleingeld ist in vielen Fällen verloren. Zur Erfrischung wähle man für bie Hcmb- tasche nur ein festes Parfum. Es nimmt wenig Platz weg, verbunstet nicht und verursacht keine Ueberschwemmungen. Für den Puder die kleine, kombinierte Dose. Die Kämme ohne Hülle sind in ber Hanbtasche unästhetisch. (Es wäre nett, wenn man für biefe Toilettesachen auch ein besonberes Fach übrig hätte. Brauchen wir ein Notizbuch, fo wählen wir eines mit festem Deckel, an bem vielleicht auch bereits ein brauchbarer Bleistift angebracht ist. Auch ein kleines unzerbrechliches Döschen für Süßigkeiten kann man gut gebrauchen. Es muß ja nicht gleich aus Silber fein. Wir können uns viele biefer Kleinigkeiten auch zu Weihnachten wünschen. Unsere lieben Nächsten haben ein besonberes Interesse an ber Entrümpelung unserer Hanbtasche unb sind froh, wenn man ihnen in Zukunft den Anblick dieses malerischen Durcheinanders erspart. Liegnitzer Bombe: 300 Gramm Honig, 250 Gramm Zucker, 2 Eßlöffel Gänseschmalz ober Pflanzenbutter, 1 Eßlöffel Johannisbeergelee werben mitemanber gekocht. 500 Gramm gesiebtes Weizenmehl mischt man mit 125 Gramm gewürfeltem Zitronat, 1 Eßlöffel Drangat, 75 Gramm Korinthen ober Rosinen, 50 Gramm geriebenen Manbeln, 2 Eßlöffel Kakao, einer halben geriebenen Zitronen- chale, 2 Gramm Kardamon, 6 Gramm Zimt, 3 Gramm Nelken. Dann brüht man ben heißen Honigzucker barüber. Etwas abgekühlt gibt man 18 Gramm in 3 Eßlöffeln Wasser aufgelöste Pottasche bazu. Noch handwarm knetet man 3 große ober 4 kleine Eier bazu unb bäckt in einer Spring- form etwa eine Stunde. Man kann auch in Papier» ränbern mehrere kleine Bomben backen. Doch ist zu einer großen mehr zu raten, weil sie saftiger bleibt. Aus em viertel Pfunb Puberzucker, 100 Gramm geriebener Schokolabe unb 3 Eßlöffeln Wasser rührt man im Wasserbab einen bickflüssigen Guß, mit bem man Oberfläche unb Raub bestreicht. 1 bis 2 Minuten im Ofen nachtrocknen. Makronen: 100 Gramm Manbeln unb 100 Gramm Haselnüsse abgebrüht unb abgezogen, bie Manbeln geschnitzelt, bie Haselnüsse gehackt unb mit 40 Gramm Zucker hell geröstet. Ein Kuchenblech wird mit kleinen runden Oblaten belegt. Dann erst : schlägt man 2 Eiweiß steif, vermischt sie mit einem viertel Pfund Puderzucker, mengt Mandeln , unb Nüsse barunter unb setzt schnell löffelweise bie Masse auf bie Oblaten. Bei mäßiger Hitze etwa 30 Minuten hellgelb backen. Großer Honigkuchen: IV- Pfund gesiebtes Mehl wird vermischt mit 2 Gramm Kardamom, 1 Eßlöffel Zimt, 2 feingeschnittenen eingeweichten Pomeranzenschalen, ein viertel Pfund kleingeschnittenen Backpflaumen, ein viertel Pfund Zitro- nat, ein halbes Pfund Zucker und ein halbes Pfund Honig, 1 Eßlöffel Gänseschmalz ober Kokosfett werden zusammen erhitzt und das Mehl hineingeknetet. Zum Schluß knetet man 2 Backpulver darunter. Der Teig wird fingerdick auf ein gut gewachstes Blech gestrichen, mit Mandeln unb Zitronat verziert, 1 Stunde braun gebacken. Ist er fertig, be» Reichen wir ihn schnell mit einem Hauch Wasser, chieben ihn noch ein paar Minuten in ben Ofen, bamit er blank wird. Kleine Pfefferkuchen: 1 Pfund Honig unb 1 Pfunb Zucker mit einanber kochen unb über 2 Pfunb Mehl brühen, in bas man ein viertel Sfunb süße unb 20 Gramm bittere geriebene Manbeln, die abgeriebene Schale einer halben Zitrone, 5 Gramm Nelken unb 1 Teelöffel Backpulver gemischt hat. Auf 1 Pfund Honig gibt man zum Schluß 1 Eßlöffel Rum. Gut durchkneten, einen halben Zentimeter dick ausrollen, auf gut gewachstem Blech kleine Figuren oder runde Plätzchen backen. Kleine bunte Kuchen: (Ein viertel Pfund Margarine ober Butter, ein halbes Pfunb Zucker und zwei (Eier werden tüchtig zusammen gerührt, mit Zitronenschale, Vanille ober Annis gewürzt und ungefähr 1 Liter Mehl, bas mit 1 Backpulver gemischt unb gesiebt ist, verknetet. Der Teig muß sich gut ausrollen lassen, runbe Kuchen ausstechen, mit geklopftem Ei bestreichen, mit buntem Zucker bestreuen unb bei Mittelhitze lichtgelb backen. Schokolabenplätzchen: Ein halbes Pfunb Zucker, 1 Vanillenpulver, 1 Teelöffel Fett unb ein Ei werben schaumig gerührt. Ein halbes Pfund Mehl und 3 Teelöffel Kakao gibt man nach und nach mit etwa einer halben Tasse Milch dazu. Zum Schluß ein Backpulver. Teelösselgroße Häuf- chcn auf em gut gefettetes Blech etzen unb bei Mittelhitze backen. Wie ein Strumpf entsteht. 2. 3. Vom Kunstseidenfaden zum Kleid. W. Die öcutfdie flrbcitofront n.9.=6tmtinf Mittwochskarte 10 v.h. Ermäßigung auf die Kassen- Zweiter Jahrestag der RSG. „Kraft durch Freude" am 27. November. Am Mittwoch, 27. November, jährt es sich zum zweiten Male, daß die NSG. „Kraft durch Freude" ins Leben gerufen wurde. Aus diesem Anlaß findet in Berlin eine große Feier statt, deren erster Teil durch den Rundfunk übertragen wird. 19.30 Uhr: Das Berliner Landes-Symphonieorchester unter Leituna von Generalmusikdirektor P s i tz n e r spielt die Ouvertüre zu „Oberon" von Karl Maria von Weber. 19.40 Uhr: Es spricht Reichsminister Pg. Dr. Goebbels. 19.50 Uhr: Es spricht Reichsamtsleiter Pg. Dreßler-Andreß und verliest den Leistungsbericht. 20.05 Uhr: Lied der Werkscharen: „Flieg, deutsche Fahne, flieg!" 20.10 Uhr: Es spricht der Reichsorganisations- leiter der NSDAP, und Reichsleiter der DAF. Pg. Dr. Ley. 20.20 Uhr: Ansprache des Führers. 20.30 Uhr: heil auf den Führer durch Pg. Dr. Ley. Horst-Wesfel-Lied. Sportamt „Kraft durch Freude". Die Leerung der Briefkasten findet vom 2 8. November ab nach einem neuen Leerungsplan statt. Es ist nicht möglich, auf den Zeittafeln der neuen Briefkasten sowie deriemgen Briefkasten, deren Leerungszeiten aus Anlaß der Neueinteilung geändert werden müssen, sofort die künftig geltenden Zeitangaben zu machen Die Beschr.ftung der Zeittafeln wird erst geändert, wenn fes steht, daß sich die Neueinteilung bewährt hat. Der Unterschied zwischen den früheren und den neuen Leerungszeiten beträgt im allgemeinen nicht mehr rote 15 preise der guten Plätze. Ferner werden zum Besuch der Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. — Opernhaus, Schauspielhaus und Neues Theater — Mittwochs Sonntags- Aus der Provinzialhauptstadt. Vom Spinnrädchen deutscher Bauernmädchen. Bis heute ist das Spinnen im Brauchtum lebendig geblieben. Garn, das ein Mädchen unter acht Jahren gesponnen hat, vererbt die Mutter dem Sohn, die Frau dem Mann zum Tuch. Das schützt ihn vor Reißen und Gicht, vor Wetter im Krieg und macht ihn hieb- und kugelsicher ... Aber auch zu den häufigsten Funden vorgeschichtlicher Zeit gehören in allen deutschen Gauen die sogenannten „Spinnwirtel", durchbohrte Scheiben, Knöpfe und Plättchen verschiedenen Materials vom Knochen bis zum Bernstein, die einen kleinen, aber wichtigen Teil der Handspindel bildete. Diele tausend Jahre vor Christus haben unsere germanischen Frauen und Mütter bereits gesponnen und gewebt, und zwar sehr unterschiedliche Stoffe; der berüchtigte „Rohpelz" der germanischen Bauern und Krieger ist also nur winterliche Schmuckbeigabe und wärmende Ergänzung aller der Linnen- und Wollstoffe, mit denen unsere Urahnen sich kleideten. Funde verschiedener Art zeigen sogar gewisse Schnitt- und Stoffarten als wiederkehrende „Moden", die sich feit der Stein- und Bronzezeit bis heute abwech- felten. Es waren völkische Moden, die dann in der Volkstracht sich zum Teil befestigt und erhalten Schillerschule. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 2. Symphonie-Konzert. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dariets". — Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Der Außenseiter". — Evangelische Stadtmission: Frauen-Missionstag, Vorträge um 9,10 und 14 Uhr. Stadtheater Gießen. heute, von 20 bis 22 Uhr, 2. Symphonie-Konzert. Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary. Solist: Prof. Alfred Hoehn (Klavier). Das verstärkte Städtische Orchester. 3. Abonnements-Konzert des Gießener Konzertvereins und 9. Mittwoch-Abonnement. — Freier Verkauf nur in der Musikalienhandlung Challier Die Vorstellung „Peer Gynt", dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen, mit der Musik von Edward Grieg, am Freitag, 29. November, ist die letzte Vorstellung dieses nordischen Dramas. Es dürfte vielen Theaterfreunden noch unbekannt sein, daß für die Vorstellungen der NS.-Kultur- gemeinbe Ring Deutsche Bühne ein freier Kartenverkauf an der Abendkasse (eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung) stattfindet. Mit dieser Regelung ist dieses Jahr erstmalig eine Neuerung getroffen worden, die vielfach geäußerten Wünschen entspricht. Gleichzeitig macht die Intendanz darauf aufmerksam, daß die Vorstellung „Komödie der Irrungen" am Samstag, 30. November, die letzte Ausführung dieser Komödie ist. Die Sängervereinigung Liederkranz-Heiterkeit Gießen veranstaltet am 30. November in der Aula des Gymnasiums, hindenburgwall, unter der Leitung von Musiklehrer W. Schüttler aus Anlaß des 75. Todesjahres des bekannten Volksliederkomponisten Friedrich Silcher ein Konzert. Das Schüttler- Quartett, das vor einiger Zeit im Frankfurter Rundfunk Kammermusik zum Vortrag gebracht bat, sowie das Mitglied des Vereins F e u ß e r mit Liedern für Tenor von Schubert, Schumann ufw., werden die Veranstaltung bereichern. (Siehe Anzeige vom vorigen Samstag.) Deutsche Arbeitsfront. Fachgruppe Hausgehilfinnen. Am Mittwoch, 27. d. M., laufen um 20 Uhr im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18 (Saal), folgende Filme: 1. Die Herstellung der Wirkwaren. 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Hallentennis: muß heute ausfallen! MehrBnefkästen-NeuerLeerungsplan Vom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Die Vergrößerung der Stadt Gießen, der Bau der neuen Kasernen, die Dermehruna der Garnison sowie Anträge aus den Kreisen der Bevölkerung haben es nötig gemacht, die Zahl der Straßenbriefkasten um zunächst sechs Stück zu vermehren, kleine Kasten gegen größere auszuwechseln und mehrere Kasten der Außenbezirke, die bisher nur eine zweimalige Leerung hatten, in die fünfmalige Ortsleerung einzubeziehen. Neue Briefkasten sind an- aebracht worden an der Margaretenhütte, Frankfurter Straße Nr. 134, Liebigftraße Nr. 96, an der neuen Waldkaserne, an der Memeler Straße Nr. 7 und an der neuen Artilleriekaserne. Der kleine Die nächste Sfrafeenfammlung für das Mnterhilfs- werk wird am 1. Dezember gemeinsam von Handwerkern und Beamten durchgeführt. Der Einsatz zweier großer Berufsgruppen wird damit die Volksverbundenheit aller Stande unter Beweis stellen. In engster Zusammenarbeit mit dem örtlich zuständigen Beauftragten des Winterhilfswerkes haben die kreis- walter des Reichsbundes der Deutschen Beamten zusammen mit den kreishandwerksmelstern und kreis- betriebsgemeinschaftswaltern bereits die nötigen Vorbereitungen getroffen, um nach den von der Gauamtsleitung für Hessen-Rassau feffgelegten Grundzügen die Sammlung im Gaugebiet vom kleinsten Dorf bis zur größten Stadt wirkungsvoll durchzuführen. Das Strahenbild wird an diesem Sammeltag beherrscht sein von großen, gemeinsamen Aufmärschen der Handwerker und Beamten. Alte Hand- werksbrüuche werden öffentlich gezeigt, die TNusik- kapellen der Beamtenschaft geben Platzkonzerte, verschiedentlich werben Ehöre der Handwerker und Beamten für das Winterhilfswerk, und vereint werden w wd«1 Elektro- jvk Warmwasserspeicher M W stets betriebsbereit Bezug d. d. Fachhandel MMlNWWU Vornan von Frank $. Braun. 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Kaurn war er im Hause verschwunden, als zwei Kriminalbeamte auftauchten, wie wenn der Boden sie ausgespien habe. Sie schlichen vor das Haus und warteten. Plötzlich flammte im ersten Stock, wo Reußing wohnte, das Licht auf. Da gaben sie sich einen Ruck. Eine Pfeife schrillte. Zwei Wachtmeister in Uniform, die in der Nähe gewartet hatten, kamen auf Rädern herangejagt. Die Beamten in Zivil liefen zum Haustor, gewillt, den Mann, der sich jetzt in der Wohnung des Oberinspektors befand, festzunehmen, aber das Haustor war verschlossen. Kostbare Minuten vergingen. Das Schloß ließ sich auch nicht ganz geräuschlos öffnen. Als sie im ersten Stock anlangten, hatte Jolly schon Wind bekommen. Als sie klingelten, stürmisch Einlaß begehrten, dachte er nicht daran, zu öffnen. Im Gegenteil, er legte noch die Sperrkette vor. In der Wohnung erlosch jedes Licht. Aber Ilia, an das Dunkel gewöhnt, sah, wie sich schattenhaft die Gestalt vom Balkonfenster abhob. Lautlos öffnete sich die Balkontür. Jolly trat auf den Vorbau heraus. Gegen Sicht von unten war er gedeckt; der wilde Wein bot ihm Schutz. Er wartete. Ilia richtete sich auf. Was würde geschehen, wie mochte er versuchen, zu entkommen? Sie brauchte nicht lange zu warten. Noch war Basilius nicht in Aktion getreten. Jetzt geschah es. Am Ende der stillen Straße krachte unerwartet ein Schuß; eine Männerstimme schrie. Deutlich vernahm man die Rufe, „hallo! Polizei hierher! Wachtmeister, wo stecken Sie!" Die beiden Beamten meinten zu begreifen. / Sie Einbrecher waren durch die Gärten ein paar Häuser weit entkommen. Als der eine Beamte sich in Bewegung setzte, dem Ruf zu folgen, kam atemlos ein Mann herangelaufen. „Herr Wachtmeister," keuchte er, „dort wird gekämpft, man ruft um Hilfe." „Wo ist es?" „Dort im Vorgartens Da gaben die Beamten sich einen Stoß und lieben zu der bezeichneten Stelle. Basilms blieb vor dem Hause Nummer 7 stehen. Er sah nur ein einziges Mal in den ersten Stock hinauf, da befand sich Jolly schon an der Außenseite des Balkons, bereit, sich herabfallen zu lassen, — als ein schriller weiblicher Ruf erscholl. „Wachtmeister, zurück! Man will Sie ablenken, der Verbrecher ist auf dem Balkon des Hauses Nummer sieben." Die Beamten sahen sich um. Wer rief das? Woher kam die Stimme? Sie hatten keine Zeit, sich lange zu besinnen. Sofort bemerkten sie die Gestalt am Gesims des Balkons im ersten Stock. Der Mann war im Begriff abzuspringen. „Keine Bewegung!" schrie der Vorderste, „keinen Fluchtversuch ober wir schießen!" Mit schußbereiten Revolvern kamen sie heran. Sie achteten nicht auf den Passanten, der sich zurückgezogen hatte in den Schatten eines Baumes; sie hatten fast die weibliche Warnung vergessen. Jetzt hieß es zunächst, den Kerl dort auf dem Balkon festnehmen." Basilius sah sich um. Er versuchte die Dunkelheit jenseits der Straße zu durchdringen. Wer hatte vorhin gerufen? Aber bann blieb ihm keine Zeit. Jolly dort auf bem Balkon — hier bis Beamten. Er mußte an sich selber benfen. Gleich würbe man sich seiner erinnern. Einen Atemzug lang war er unschlüssig. Sein Plan war gestört. Aber bann begriff er seine große Chance. Jolly in ben hänben der Polizei und alles ging in die Brüche. Das durfte nicht sein. Gewohnt, das Aeußerste zu wagen, ganz ohne Herz, zögerte er nicht, als die Idee in ihn hineinfiel, sie auch auszuführen. In der Sekunde, als Jolly verzweifelt — so oder so gefangen — sich fallen liefe, vom Balkon ab» sprang, in der Sekunde, als die Kriminalbeamten endlich in die Wohnung Reußings eindrangen und Licht ward, die Balkontür von innen geöffnet wurde — genau in dieser Sekunde krachte auf der Straße ein Schuß. Jolly sprang oder er fiel. Es war, als versuche er zu fliegen. Seine Arme breiteten sich aus. Dann geschah ein dumpfer Fall. Die Polizisten auf der Straße überkletterten das Gartengitter und waren im Nu bei dem Einbrecher. Sie hätten sich nicht zu beeilen brauchen. Jean Jolly dachte an fein Entkommen mehr. Er hatte die allerletzte große Flucht vollzogen, von der es kein Zurück mehr gibt. Die Beamten sahen sich an. „hast du geschossen?" fragte der eine. Aus dem ersten Stock kamen die Kriminalbeamten herunter. „Wer hat geschossen?" Niemand wußte es, außer zweien, Dem Mörder und Ilia Filimon, die den Vorgang beobachtet hatte. Als Basilius sich entfernte, unoerfolgt in der Minute der Verwirrung, blieb sie ihm auf ben Fersen. Unb so oft er sich auch umschaute, ihm fiel bie schlanke, schwarze Gestalt nicht auf. Es half ihr seine Vorstellung, baß nur Männer, Beamte ihm auf ber Spur sein könnten. Da bas offensichtlich nicht der Fall war, mäßigte Basilius schon in der nächsten belebteren Straße sein Tempo. Jabusch gefangen. Jolly tot. Sein Kinn schob sich eckig vor. Besser so. Immer sind Mitwisser lästig und unqebuem. Man konnte abergläubisch werden; heute morgen hatte auf seinem Kalender der Vers gestanden: Der Starke ist am mächtigsten allein. Gewiß, Jolly war ein guter Kerl gewesen, immer willig und unterwürfig. Aber was hätte es genützt, ihn zu schonen. Besser so. Mit diesem Besser-so tat er alles ab, was da an Empfindungen herandrängte. Niemals bereuen. Das Leben geht auf jeden Fall weiter. Er lebte ja noch und war frei, sicherer denn je. Sein klarer Verstand hatte alles überprüft und den Fehler gefunden. Diese Ueberraschung in der Eibenstraße hatte er sich selber zuzuschreiben. Sein voreiliges Telephongespräch war verräterisch geworden. Die Beamten hatten in Reußings Wohnung nach dem Rechten sehen wollen. Pech, mit ihnen zusammenzustoßen. Aber was hatte es schließlich geschadet? Machte er nun mit Reußing Schluß und ging er dann daran, den Fall Bassenberg schleunigst zu Ende zu bringen. Dann konnte er sich hier empfehlen auf Nimmerwiedersehen. Er wartete an der nächsten Autobus-Haltestelle. Seine Stimmung war nicht schlecht. Seine Tat machte ihm keine Sorgen; er war nicht mit dem belastet, was die Menschen Gewissen nennen. Gelassen zündete er sich eine Zigarette an. Als das gelbe brausende Untier heranpreschte, warf er sie weg und stieg ein. Es war der kritische Augenblick, da Ilia Filimon an der Haltestelle anlangte. Sie war entschlossen, die Verfolgung nicht aufzugeben und plante tollkühn, denselben Autobus zu benutzen. Sie würbe oben Platz suchen, wenn Basilius unten blieb; sonst umgekehrt. Aber sie rechnete nicht mit ber Betriebsamkeit der Hamburger Fahrer. Ihr winkende Handbewegung entlockte dem Mann nicht einmal eine Ge- oärbe des Bedauerns. Er fuhr an und ohne sie davon. Ilia blieb zurück. Das Licht der Straßenlampe fiel voll auf ihre Gestalt, auf ihr Gesicht. Im Autobus fiel ein Mann fast hintenüber. Er konnte das damit motivieren, daß der Wagen so ruckweise angefahren war. In Wirklichkeit hatte Basilius zum ersten Male in seinem Leben ein Schreck stolpern gemacht. Er hatte Ilia Filimon erkannt. „Ist Ihnen nicht gut zumute?" fragte ein Herr, der wahrscheinlich älter war als Basilius, und stand auf. „Setzen Sie sich, Sie sind ja kreideweiß/ „Danke", sagte Basilius, „danke, mein Herr." Er war gewillt, zu erklären, mir sitzt der Teufel im Nacken; aber das hätte ja niemand verstanden. Das begriff nur er, der diese Ilia Filimon kannte. Er ahnte instinktiv: sie hat Jabusch der Polizei in bie Hänbe gespielt; sie hat uns die Falle in dec Eibenstraße gestellt. Sie muß es gewesen sein, die ben verhängnisvollen Alarmruf ausgestoßen hat. Er stellte eine gewagte Rechnung an: so kam auch Jollys Tod auf ihr Konto. Er biß bie Zähne zusammen. Gut. Kampf also. Du meinst wohl, bu hast mich nun endlich gestellt, schöne Filimontochter. Aber man kreuzt mit Damen nicht die Klingen. Das Versteckschel ist das ®e* gebene zwischen uns. Es soll dabei bleiben. Sowie Lena ober ihr Mann gezahlt haben, verschwinde ich. Ich habe nicht ben Ehrgeiz, über dich triumphie» ren zu wollen. Es war niemanb da, der ihm auf den Kopf zu« sagte, daß er in Wahrheit vor diesem Mädchen feige war. Sie war die einzige Person gewesen, die ihm schonungslos ihre Verachtung hatte spüren lassen, die bie Faust gegen ihn erhoben hatte. Sie ein Mädchen. Das hatte sich in sein Blut gefressen wie ein Gift, bas er nicht wieder losgeworden war. Ek wäre zu einer gewissen Stunde über sie hergefallen wie ein wütender Wolf und hätte sie zerrissen; m einer anderen wieder wäre er vor ihr gekrochen, ein geduckter Hund. Es saß im Blut, nicht zu er» klären, unfaßlich ihm selber» (Fortsetzung folgte ist 1 6in vortk Pon <5 großen A Deien R rung "_n erster etwa IW zahlen.^, besitzen. Dersnch 0 r zu niacher k Äersuch, Wilhelm 1 solche ®e Leben Z" mchte 3lei* Aufgabe ins* [eine Krieg- Lu-kner, Im» 6« sangs emge ,jch durch V N" we> begrüßen,! die es sich < Praxis tni Kapitän Ä neu, durch oolkslvirtjch IInteresse e einen Film lich gestalte statt und 1 Näheres w teil bekann 22: I Die Frei Saar, Sitz tember 19c meraben 1 (Saar) au kmeraden, i sehensseier haben nun auf die Fe 1 lid) vorzub durch Freu, raden die ! ehen. Bei ms ein 6i ■ zahrtkosten ■ ileunkircher 'düngen übt Wiederseher It-lü. Der 8 ,,Orz|islich <0"elnfl Die Derer l ßeiwlfenldjal üuut ber Unii Ben Dienstag Tandwirtschas . ber die leih Holsteinische "gen Kam; ewalt des Professor . 'chen Zuhö ebner des ? oß aus P Mit grotzc M seiner h 1'ächst die nb am M Kamps 'gen, schili d seine bi 'ßartigen > von bet bedürfen. Muptmo 'Pf mit t lengrab b I SJn längerer Wende öani P auch eine i Jen das La Gewalt di Byon den ?! Nte aus S |enen Deii tety toi» MolLB Vilbel Ä Wehten, bQ Uft 661 Sm* eitere Geldspenden für das WHW ertg Gesamtsumme 20 642,06 3l]r neuer '•A IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI Das Helmatbuch vom deutschen Walde Gesamtsumme der bisher ein- gangenen Geldspenden Weitere Geldspenden in der Zeit vom 13. bis 25. November. RM. 18 593,79 der ge- Berdunkelungsübung in Fulda Fulda, 26. Nov. (LPD.) Am Dienstag fand in Fulda eine groß angelegte Verdunkelungs- Übung statt, die zum erstenmal in Fulda in die Hauptgeschäftszeit gegen 18 Uhr verlegt worden war, um aufzuzeigen, daß der Zustand der eingeschränkten Beleuchtung im Ernstfall den Verkehr nicht stören darf. Außerdem wurden alle entbehrlichen Hilfsmannschaften fortgelassen, so daß der Wirklichkeit soweit wie möglich entsprochen war. Die Uebung fand bei der Bevölkerung sehr gute Mitarbeit, und zur Zeit der völligen Verdunkelung war kaum noch ein Lichtschein in der Stadt zu sehen. Als Vertreter der Regierung wohnte Polizeimajor Hofmann der Verdunkelungsübung bei. Er sprach sich in der anschließenden Kritik sehr beifällig über den Verlauf der Uebung aus. Große Geflügelschau in Frankfurt. irfen besuch, adttheaterr - auf weinten nach on folgen- eim, Butz- Wetzlarj, tjn), (Bar- tußinben, !, Kr'rch- t, Mcke, )dn-Md- M (Kreis rg, Sinn, Ihr an zur n Tage bis nterbrochen nur gültig, stempel bei rjeigung bß f die Soffen- tifchen Büb , Schacht 5 Sonntags- (Ss ist vielfach Sitte, den Vögeln Brotkrumen und Kartoffeln zu streuen. Diese bekommen aber den meisten kleinen Vögeln schlecht und verursachen oft Krankheiten und den Tod. Es eignen sich: Für Meisen, kleinere Spechte und Finken: Futter- ringe, Sonnenblumenkerne, Gurken- und Kürbiskerne, Hanf, Nußkerne, roher Talg, ungesalzener, in schmalen Streifen aufgehängtör Speck, gekochtes, nicht geräuchertes oder gesalzenes Fleisch. Für Lerchen, Ammern, Finken, Zeisige: Heusamen, Dreschabfälle, Gartensamenabfälle, Mohnsamen, Hanfsamen. Für Amseln, Drosseln, Stare: Weißdornfrüchte, Schnee- und Vogelbeeren, getrocknete Hollunder- und Heidelbeeren, Trauben von wildem Wein, Hagebutten, zerschnittene Aepfel und getrocknete Birnen, gekochtes, nicht geräuchertes oder" gesalzenes Fleisch oder Talggrieben. Für Zaunkönige, Braunellen und Rotkehlchen: Kleine Mehlwürmer mit zerdrückten Köpfen, zerriebener Zwieback und damit vermischt etwas Mohnsamen. Wer Vögel füttern will, tue das regelmäßig und schon früh am Morgen. Vögel können nicht lange ohne Nahrung sein, sie müssen nach der langen Winternacht sofort am gewohnten Platz Futter vorfinden. Wer nicht täglich füttern kann, der lasse es ganz, damit die Tierchen nicht vergeblich warten und dabei verenden. ♦ ** Eine öffentliche Mahnung veröffentlicht die Stadtkasse in unserem heutigen Blatte. Säu- Ferner gab er Aufschluß über verschiedene technische Fragen, die Anlage von Schlickfängen, die Technik der Druck- und Gegendruckschleusen in den Deichen, Deichausbesserungen und die Arbeiten und Verantwortlichkeiten der Deichgenossenschaften. Schließlich sprach er von den modernen Bestrebungen der Landgewinnung unter der Initiative des Dritten Reiches und des Führers Adolf Hitler. So hörte man von einem 10-Iahres-Plan, der in großzügiger Weife Landgewinnung vorsieht und mit der Schaffung des Adolf-Hitler-Koogs und des Hermann-Göring-Koogs die ersten Etappen hinter sich hat. Auf dem neugewonnenen Land werden charakterfeste, verläßliche, zähe zweite und dritte Bauernsöhne angesiedelt, die sich ihrer Heimat oder ihrer neuen Heimat verpflichtet fühlen. Mit wegweisenden Gedanken in die Zukunft, die der Vortragende in beschwingten Worten bedeutender Dichter zum Ausdruck zu bringen wußte, schließlich auch mit der herzlichen Einladung, sich einmal zu einem Besuch auf den Deichen einzufinden, schloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommenen Schilderungen. Ein aufschlußreicher Film veranschaulichte in Trickzeichnungen, wie auch in herrlichen Bildern alles das, was Deichhauptmann Voß aus seinem umfangreichen Wissen um die Geschichte seiner Heimat dargelegt hatte. In den Pausen wußte der Redner noch Einzelheiten über das Leben der Geschlechterverbände zu erzählen und in humorvollen Anekdoten die Menschen der Wasserkante zu charakterisieren. Was kann man den hungernden Vögeln aeben? steuer auf weitere Iabre ausgedehnt werde. Welche Bedeutung das deutsche Bauspa^kassenwesen besitzt, machte der Redner an einem Bericht über einen Bansparkassen-Kongreß in Salzburg klar. Die ethischen, sozialen und wirtschaftlichen Ziele der Bausparkassen ergeben sich aus den Tatsachen, daß der Eiaenheimbau die Familiengründunq fördert, ein starkes Fundament gesunder Familienverhält- nisse und damit der Dolksgemeinschast ist und schließlich lautend der Arbeitslosigk-'it beqeanet. Der zweite Redner des Abends, Dr. Wiedemann, sprach über die Entwicklung des seit elf Jahren besteb-nden Unternehmens. Das Grundprinzip der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot war und ist das aus nüchterner Ermäanna heraus wir in 5 zu Derber natür- ränberung o Gaffer der hohe- -chnee bei e. Sport« hoherods« tro- erspeidier ebsberelt i'achbande 9,90 8,50 9,90 37,05 55,35 42,04 20,85 4,47 19,55 27,65 13,30 71,62 12,70 12,— 15,40 Lohnspenden von Arbeitnehmern vom 16. bis 25. November 1935. 16.11.: Industrie- u. Handelskammer Gießen Landkrankenkasse des Kreises Gießen Fliegerhorst-Kommandantur Kassel Deutsche Bank u. Diskontoges. Gießen Dresdener Bank, Gießen Tonwerke Abendstern Eierteigwarenfabrik Gießen 19.11.: Fliegerhorst-Kommandantur Kassel Wilhelm Zimmer, Gießen Nuhn, Lollar 21.11.: Singer-Nähmaschinen, Gießen P. I. Möbs, Gießen Grube „Vereinigte Wilhelm", Hungen Walkmühle Motorwagen-Verkaufsgesellschaft, Gießen DieAlten wollmmcht miWehen Ein Zeichen für die Opferfreudigkeit und das Verständnis, das alle Kreise der Bevölkerung für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes aufbrinqen, dürfte folgender Fall sein: Das Rundschreiben des Kreisleiters an die Vereine in Stadt und Kreis Gießen ging auch der Gießener Altersvereinigung 1858/1908 31t. Die Altersvereinigung, die bei ihrer Gründung mehr als 100 Mitglieder zählte, lst.im Laufe der Jahrzehnte bis auf 12 nunmehr 77jährige zusammengeschmolzen, von denen ein ganzer Teil nicht mit Glücksgütern gesegnet ist. Die Vereinigung als solche hat sich eigentlich schon aufgelöst und trifft sich nur noch, wenn sie einen aus ihrer Reihe zu Grabe tragen. Trotzdem haben diese alten Herren nach Erhalt dieses Aufrufs sich noch einmal zusammengefunden und aus dem Gefühl, bei dieser Aktion nicht zurückstehen zu dürfen, f ü r d e n Kampf gegen Hunger und Kälte 30 Mk. g e st i f t e t. Hoch klingt das Lied vom braven Mann! Die A. L. aus Muschenheim wurde durch Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 25 RM. belegt. Die Angeklagte öffnete im Juni einen verschlossenen Brief, der nicht an sie, sondern an eine andere Person gleichen Namens gerichtet war. In der gestrigen Beweisaufnahme wurde die Angeklagte durch eine Zeugin überführt. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 40 RM. eventuell 8 Tage Gefängnis. Wegen Verstoß gegen die Arbeitszeitverordnung erhielt der W. H. von Gießen durch Strafbefehl 10 RM. Geldstrafe. Der Angeklagte, der da- gegen Einspruch verfolgte, verkaufte am 25. Juni gegen 20.45 Uhr, während die Wasserhäuschen geschlossen sein müßten, an einen Kunden Zigaretten. 3n der gestrigen Hauptverhandlung verdoppelte das Gericht die Strafe. Geheimrat Dr. Wallau, Rüsselsheim, 80 Iahre alt. LPD. Rüsselsheim, 26. Nov. Am Montag konnte in Rüsselsheim Geheimrat Dr. Wallau, eine weit über den Kreis Groß-Gerau hinaus bekannte und geschätzte Persönlichkeit, seinen 8 0. Geburtstag feiern. Geheimrat Wallau kam im Jahre 1905 als Kreisdirektor nach Groß-Gerau und erwarb sich hier in Mähniger Tätigkeit bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand große Verdienste um den Kreis. Vorher war er als Regierungsassessor an den Kreisämtern Mainz, Oppenheim und Friedberg tätig, ging 1896 als Regierungsrat 3ur Provinzialdirektion nach Gießen und von 1902 bis 1905 als Kreisdirektor nach Lauterbach. mige Zahler seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Iustizpersonalie. Ernannt wurde der Kanzlist beim Amtsgericht Homberg (Oberhessen) Wilhelm B e ck e r zum Kanzlisten beim Amtsgericht **mr9 mit Wirkung vom 1. Dezember 1935 ad. * Rentenzahlung. Die Militärversorgungsgebuhrnisse für Dezember werden beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) am 28. November, die Sozialrenten am 30. November ausgezahlt. ** Einige Veränderungen im Straßenbahn - Fahrplan werden von der Direktion der städtischen Straßenbahn in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Auf die Bekannt- mgchung sei besonders hingewiesen. ** Die Reichszuschüsse für Woh- nungsteilungen und den Umbau von Raumen zu Wohnungen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heuti- gen Anzeigenteil. Baulustige mögen dieser wichtigen Bekannmachung ihre Aufmerksamkeit schenken. ** Wohnungsbau. An dem Wohn- und Geschäftshaus Seltersweg 52 gelangt ein An- und Aufbau zur Ausführung, durch den einige neue Wohnungen geschaffen werden. Der Hof zwischen den beiden Häusern Seltersweg 52 und 54 wird dabei zugebaut und mit den übrigen Gebäuden zu einem einheitlichen Komplex verbunden. Durch Teilungen im I. und im II. Obergeschoß werden ^mei, durch den Ausbau des Dachgeschosses eine Wobnung, zusammen also drei Wohnungen, geschaffen. Gegenwärtig sind die Ausschgchtungs- arbeiten im Gange. ** Die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot veranstaltete gestern abend im Hotel „Prinz Earl" einen Auf- klärunasvortrag für Eigenheim-Interessenten. Der erste Redner des Abends, Direktor Franz, erklärte u. a., dank der Leistungen in den Krisen- iahren sei es möglich gewesen, 'daß der Gesellschaft von den von der neuen Reichsregierung 1933 zur Forderuna des Eiaenheimbaues zur Verfügung aestellten Reichsmitteln in Höhe von 100 Millionen Mark 30 Millionen Mark zugewiesen werden ; konnten. Um den Eigenheimbau zu fördern, habe : die nationalsozialistische Regierung aus volks- und f finanzpolitischen Gründen und nicht zulebt zur i Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bedeutende Steuer- I Vergünstigungen geschaffen. So sei u. a. zu erwar- ! ten, daß selbst die vorerst nur bis 1944 befristete i 50prozentige Befreiung von der Gemeindearund- c 411,09 100,— 150,— 10,— 5,— i 15,— 20,— 10,— 100,— 30,— 50,— 40,— 80,— 20,— 25,— 5,— 136,90 15,— 20,— 20,— 10,— 5,— 5,— 10,— 20,— 10,— 10,— 10,— 30,— 5,— 25,— 100,— 20,— 15,— 5,— 50,— 10,— 10,— 5 — 1 28. ft kosten, lte'Iun9 gelten. ,n9 der k daß ttfchied eOingg, wie 15 19.11.: Sammlung NSKK. Gießener Dozentenschaft Henrich, Gießen, anläßlich derEr- Öffnung des Gloria-Palastes 21.11.: Bez.- und Abs.-Genossensch. Albach Freiw. Feuerwehr Nieder-Bessingen Bez.- u. Abs.-Genossensch. Nonnenroth Spar- u. Vorschußverein Daubringen Spar- u. Vorschußverein Wieseck Vorschuß- u. Kreditverein Langsdorf Bez - u. Abs.-Genossensch. Holzheim 22.11.: Volkshochschule Wieseck Kriegerverein 1874 Gießen Molkerei Hungen Spar- u. Vorschußverein Alten-Buseck Bez.- u. Abs.-Genossensch. Birklar Ev. Kirchenchor Allendorf (Lda.) 23.11.: Deutscher Fußballbund, Kreisf. Gießen Spar- u. Darlehnskasse Queckborn Bez.- u. Abs.-Genossensch. Obbornhofen Altersvereinigung 1879/1929 Gießen Bez.- u. Abs.-Genossensch. Göbelnrod Freiw. Feuerwehr Grünberg Turnverein Hungen Bez.- u. Abs.-Genossensch. Daubringen Bez.- u. Abs.-Genossenschaft Burkhardsfelden Bez.- u. Abs.-Genossensch. Mainzlar Bez.- u. Abs.-Genossensch. Treis (Lda.) Ges.-Ver. Germania Burkhardsfelden Fachschaft DD. Landesgruppe Hessen Milch-Abs.-Genossensch. Treis (Lda.) Männerbadeverein Gießen Spar- u. Vorschußkasse Kesselbach Spar- u.Vorschußver. Allendorf (Lda.) 25.11.: Bez.- u. Abs.-Genossensch. Hattenrod Rindviehversicherungsverein Lollar Sängerkreis Gießen Guttempler-Verein Hassia Lesehalleverein Gießen Oskar Guttmann, Gießen gleich ein Dienen an der Gemeinschaft fein muß. Die Erkenntnis, daß nichts im Leben geschenkt wird, sondern errungen werden muß, ist den Grundsätzen dieses Spargedankens zugrunde gelegt. Eine Bau-Sparkasse kann nur d i e Gelder verteilen, die ihre Sparer aufbringen; denn die Kasse ist zugleich Treuhänder. Diese Grundsätze ermöglichten in 11 Jahren die Zuteilung von rund 230 450 000 Mark an rund 16 100 Bausparer. Trotz ber durch die Forderung des Eigenheimbaues in erhöhtem Maße eintretenden Zugänge hat die GdF. die Zuteilung nicht auf die Neuzugänge umgestellt, sondern das System der Auslosung beibehalten, das dem letzten Sparer die Vorteile der Gemeinschaft sichert. Eine Pflichtraten- und eine Sonderleistungsklasse ermöglichen es dem kleinsten Manne, durch geduldiges Sparen zum eigenen j)eim und damit zum Wohlstand zu kommen. Das Sparen ist dabei die Hauptsache. Eine mit dem Sparvertrag verbundene Versicherung sorgt dafür, daß die Erben, die Familie auch nach einem Todesfälle in den dauernden Besitz und Eigentum kommen. Nach Erläuterung des praktischen Vorgehens sprach Direktor Franz das Schlußwort. Oberhessisches Schwurgericht. Am gestrigen zweiten Verhandlungstage stand der L. B. II. aus Borsdorf, Kreis Büdingen, wegen Meineids vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte schloß im Oktober 1913 mit einer Zeugin, einer Witwe, ein Verhältnis, wonach er der Zeugin die Ehe versprach. Im Sommer 1934 wurde die Verlobung durch Verschulden des Angeklagten rückgängig gemacht. Die Zeugin machte in einem darauffolgenden Prozeß Ansprüche geltend, die ihr durch die Rückgängigmachung der Verlobung entstanden sind. In diesem Verfahren sagte der Angeklagte am 2. Mai 1935 unter Eid aus, er habe ein Eheversprechen niemals abgegeben. Die gestrige Beweisaufnahme, die sich bis ‘in die Nachmittags- stunden ausdehnte, hat nicht eindeutig erwiesen, daß ein diesbezügliches Versprechen abgegeben worden ist. Der Vertreter der Anklage beantragte 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 4 Jahren und dauernde Absprechung der Eidesfähigkeit. Das Gericht erkannte nach fast zweistündiger Beratung wegen Vergehens nach den Paragraphen 153, 163 AGB. auf eine Gefängnis st rase von f ü n f Monaten. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß nicht klar erwiesen sei, daß der Angeklagte etwas wider besseres Wissen ausgesagt hat. Der Angeklagte konnte daher nur wegen Fahrlässigkeit bestraft werden. Amtsgericht Gießen. Entzückende Kinder; Auf nahmen macht PhotosPfaff Löwengasse 6 4 verschiedene Aufnahmen schon für Mk. 1.50. - Mein neues Kinder- Atelier ist nur werktags von 10 bis Ü Uhr geöffnet. «ha ’on jenen Deichen, die heute nach den modernsten yfhmatischen Forschungsergebnissen geschaffen und M'tigt werden. Interessant war es ferner, von !>en Geschlechtergenossenschaften zu Horen, die die !Öithnarfd)er bis in das 16. Jahrhundert hinein ■JJtiir sich bildeten und in dieser Form Rasse- und ^Gemeinschaften darstellten. An Hand von Karten zeigte Deichhauptmann 'Sog weiter die Auswirkungen der Sturmfluten non 1634, 1717 und 1825, die viel Land unter Was- s ei Letzten, das aber die Dithmarscher durch Ein- -leiäiungsarbeiten immer zum Teil wiedergewan- iicn. Auch über die rechtlichen Verhältnisse hinsicht- Der durch die Eindeichung gewonnenen Lände- Jepmckvon fldnrith Jl Jtodiftntter I; V ' IIam brand 15 teilt Ung dez en. Auf Island tönten betn "d. lol n Sonn, jb plan« "Urchge» t Hand« ange- rn und Zeigen, n allen nd die frr An- chi ge, Innungen Eung hm werk an s Weih, •er Ver. bet. Der •riet, daß •ie irgend ch kräftig bas Vor- rfchaffung 5 Neuzeit. Autobus f jdjen, weiw tetriebfamfeil . fianbbeöi' al ei"- & nb ohne l" ,r Straße» ■ Gesicht- tenüber. f ; Wagen gemach'- ate ein Basilius, J j kreidens fANKA »KAFFEE vorzüglich im Geschmack. coffeinfrei, preiswert (Pfund RM 2.50) Pakete 50 Pf 8. und RM l» Verl Sie die illustr. Drucks. 8*3 na. Preisen Karl Egner - Gießen, krankt. Str. 9 Medizinisches Fachgeschäft, Telefon 4191. Unverb. Vorführung aller Originalfabrikate der Quarzlampen-Gesellschaft m. b H„ Hanau. Walüweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes in herrlichem Kupfertiefdruck mit einem auf. fchluki-kichenEinführungstert von K.Gerhard und G. Wolff. Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Wald mit seinen großen und kleinen Geschöpfen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenen Augen durch die Natur gehen sollen. Die Tier- und Pflanzenwelt in ihrer naturwahren Vielgestaltigkeit tritt dem Beschauer in bildhafter Schönheit vor Augen und wird zum Erlebnis.Preis in Leinen geb.RM.4,80 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere debil- derten Werbeblätter! — Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. HugoVermühlerVerlag Gerlin-Lichterfelüe UiMUUlitiUlHIimUBtiHilUiUllUllUlMiUHMUUU Original Hanau^’Tr® Kompl Apparate von RM 98.— bis RM 2*1.20 frei Haus in Deutsch! Der Kampf der Dithmarscher gegen das Meer. : Die Vereinigung der Freunde des Seminars für Emossenschaftswesen beim Landwirtschaftlichen In- Mut der Universität Gießen veranstaltete am gestri- fltn Dienstagnachmittag in Gemeinschaft mit der Landwirtschaftlichen Fachschaft einen Filmvortrag, dl7 die Teilnehmer im Geiste an die Schleswig- hüsteinische Küste führte und den jahrhundertelangen Kampf des Dithmarscher Bauern gegen die 8-walt des Meeres erkennen ließ. Professor Dr. S e s s o u s begrüßte die zahl- rechen Zuhörer und entbot besonderen Gruß dem Redner des Nachmittags, dem Deichhauptmann Aoß aus Wesselburen. Nit großer Begeisterung und aus tiefer Liebe zu seiner Heimat schilderte Deichhauptmann Voß zunächst die Landschaft der Dithmarschen, das Lend am Meer, er sprach von den Leuten, die dort iw Kampf mit den Elementen um ihre Existenz tilgen, schilderte das Meer und seine zerstörenden um seine bauenden Kräfte, man hörte von den gr^artigen Deichen, die Marsch und Geest schützen, un> von der ständigen Unterhaltungsarbeit, deren sie bedürfen. Hart wurde das Volk, so sagte der Dechhauptmann weiter, das da oben im ständigen Kwnpf mit dem Meer liegt, das schon vielen ein Mengr ab bereitet hat. ?n längeren Ausführungen wandte sich der Vor- irazende dann der Geschichte des Landes zu und gob auch einen Ueberblick über die Veränderungen, tenen das Land im Laufe der Jahrhunderte durch h Gewalt des Meeres unterworfen war. Er er- »chlte von den ersten Deichen, die aus dem Schlick sts Watts aufgeworfen werden mußten, und dann Sorgen schwanden Wochenlang kam er abends abgespannt und überarbeitet nach Hause tr war immer leicht gereizt und keine (rohe Stimmung wollte mehr aufkommen. Seit sie aber ihre eigene „Höhensonne" • Original Hanau • im Hause haben, gibt es durch die nervenberuhigende, erfrischende und belebende Wirkung wieder lustige. \Vl// vergnügte Abende. HöhensonneW eIÄt i rückfahrkarten mit gleicher Gültigkeit von Gießen, Bad-Nauheim und Friedberg nach Frankfurt ausgegeben. Für die Theaterbesucher von Bad-Nau- Heim ist der D 91, Frankfurt a. M. ab 0.20 Uhr, ausnahmsweise zur Rückfahrt zugelassen. Deutscher Walfischfanq. Lin Vorkrag in der Gießener hochschulgesellschafl. Von der Gießener Hochschulgesellschaft wird uns geschrieben: Wie bekannt, ist Deutschland gezwungen, einen großen Teil der von ihm benötigten Oele und Fette aus dem Ausland zu beziehen. Unter den tierischen Oelen steht der Fischtran, den wir für Nahrung und industrielle Zwecke benötigen, mit an erster Stelle. Für diesen allein müssen wir jährlich etwa 100 Millionen Mark an das Ausland bezahlen, weil wir keine eigenen Walfanggefellschaften besitzen. Zweimal in der Geschichte haben wir den Versuch gemacht, uns auf diesem Gebiet selbständig zu machen. Der erste Versuch wurde in der napoleonischen Zeit durch die Kontinentalsperre, der zweite 1 Versuch, der auf Anregung des früheren Kaisers Wilhelm II. erfolgte und das Ziel verfolgte eine solche Gesellschaft in Deutsch-Südwestafrika ins Leben zu rufen, wurde durch den Weltkrieg zunichte gemacht. Neuerdings hat es sich Kapitän Kirch ei ß zur Aufgabe gestellt, wieder einen deutschen Walfang ins Leben xu rufen. Kapitän Kircheiß ist durch seine Kriegssahrten mit dem bekannten Grafen Luckner ferner durch seine große Weltumseg- lung, bei der er gerade auf dem Gebiete des Walfangs eingehende Studien gemacht hat, und schließlich durch sein Buch „Polarkreis Süd — Polarkreis Nord' weiten Kreisen bekannt geworden. Es ist zu begrüßen, daß es der Gießener Hochschulgesellschaft, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden, gelungen ist, Kapitän Kircheiß zu einem Vortrag zu gewinnen, durch den er auch in Gießen für seine im volkswirtschaftlichen Sinne bedeutsame Anregung Interesse erwecken will. Der Vortrag, der durch einen Film und durch Lichtbilder besonders anschaulich gestaltet wird, findet in der nächsten Woche statt und ist kostenlos für jedermann zugänglich. Näheres wird in den nächsten Tagen im Lmzeigen- leil bekanntgegeben werden. 222er=$reffcn an der Saar. - . . --------—a.. —Ja« iieraöen, denen die Teilnahme an der Wieder- ehensfeier im September 1935 nicht möglich war, oben nunmehr Gelegenheit, sich von langer Hand iif die Feier im Mai nächsten Jahres wirtschaft- ch vorzubereiten. Mit Hilfe der NSG. „Kraft urch Freude" ist für wirtschaftlich schwache Kame- eiden die Beschaffung von Freiquartieren vorge- -hen. Bei genügender Beteiliaung soll von Gießen ius ein Sonderzug als Gesellschaftsfahrt mit einer ! ahrtkostenverbilligung von 50 bis 75 v. H. nach leunkirchen (Saar) gefahren werden. Nähere Mel- ungen über den Termin und die Einzelheiten ' riedersehensfeier sind für später in Aussicht sllt. Donnerstnn, den 28.Nov., nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier an Ort und Stelle (Bekanntgabe im Bersteigerungslokal „Z. Löwen", Neuenweg 28), zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Klavier, 2 Kassenschränke, 1 Registrier-, 1 Ladenkasse, 7 Scbreib- mafc6inen, 3 Schreibtische, 1 Klubsessel, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Der- tcko, 2 Nähmaschinen, 2 Chaise- !>0Wues, 2 elektrische Kühlschränke, ^.^pkonservator, 1 Kautsch, 2 Ne- mstrierschränke, 3 Warenschränke, ? Diwans, 1 Büfett, 1 Wanduhr, Äonenwagen, 5 Autoreifen, 100 Topfpflanzen, 2 Dosenver- schlußmaschmen, 4 Mantelkessel, 1 Iauchepumve, 200 kg Bindedraht, 1 Blech Herd und Haushal- tnngvgegenstände, wie Kochtopfe, Kaffeekannen, Kaffeekessel, Mllch- topfe usw. 6804d »lön, @£000^000316661 in Gießen Ludwigstratze 33 Telefon 3239. Werbe-Drucksachen liefert Brühi'sche Druckerei Die Freie Vereinigung ehemaliger 222er an der Saar, Sitz Tholey, hat das ursprünglich für Sep- ember 1935 geplante Treffen aller ehemaligen Kameraden des Res.-Jnf.-Rtgs. 222 in Neunkirchen Saar) auf Anfang Mai 1936 festgelegt. Die K. In Frankfurt findet vom 13. bis 15. Dezember bie große Geflügelschau der Landesgruppe Hessen- Nassau statt. Diese Schau ist die maßgebendste und bedeutendste für unfern Landesbezirk. Die Stadt Frankfurt, die Bauernkammer, der Reichsverband der Kleintierzüchter, der dem Reichsnährstand an- geschloffen ist, haben ihre Unterstützung zugesagt. 6 , ■ . - - ----- — ------- Eine große Anzahl Sondervereine aus ganz Deutsch- anerkannte Sparen m der Gemeinschaft, das zu- land beteiligen sich. ein All, . U hft V* , rx' ' JJVSVVHIIVIIVU vuiiv^' x oerfW^ ,'eier' ^er ^ooge, wußte der Redner zu berichten, ilimong 1 ------------------------------------------- der Wv. Folie n>; !-" * Buntes Allerlei Die abzugsfähigen Sonderausgaben. Die Kameraschaftsaktion der Handwerker und Beamten am 1. Dezember rechnet mit dir, Volksgenoffe. Dein Opfer hilft Bot lindern! von be- 300 um das 1500 Mark. Die Beiträge zu Bausparkassen sind absetzbar, soweit sie bis zur Erlangung des Baudarlehens — gegebenenfalls noch nach Erhalt von Zwischenkrediten — gezahlt werden. Nach Erlangung des Darlehens sind nur die Zinsleistungen, Verwaltungskostenbeiträge und Lebensversicherungsbeiträge, nicht aber die Tilgungsbeträge abzugsfähig, die beiden erstgenannten Kosten auch nur, soweit mit dem Baudarlehen nicht ein steuerbefreiter anderer Fluggast es sich dort bereits bequem ge- macht. Scali bat den Fremden, ihm den Platz zu Übermassen, aber der Mitreisende, der sich als der Tennisspieler Aslangul auswies, erklärte, keines- falls freiwillig dazu bereit zu fein. Nun gab es zunächst ein erregtes Wortgefecht, bei dem beide Fahrgäste behaupteten, ein Anrecht auf den um« strittenen Sitzplatz zu haben. Da es sich offenbar um sehr temperamentvolle Reisende handelte, so wurden sie handgreiflich und schließlich versetzte Aslangul dem Kaufmann einen Stoß, Scali fiel zu Boden und kam nicht wieder in die Höhe. Man stellte fest, daß er einen Beinbruch erlitten hatte und legte ihm einen Notverband an. Vor Gericht traf er nach einigen Wochen wieder mit dem Kampfhahn Aslangul zusammen, der die Arztrechnung und eine kleine Geldstrafe bezahlen mußte. — Wenn sich solche Keilereien im Flugzeug häufiger ereignen sollten, so wird man am Ende noch einen Luftpolizisten mitfahren lassen müssen, der für die Aufrechterhaltung des Friedens zwischen den Fluggästen Sorge trägt. Die Zusammenarbeit der Beamten und Handwerker wird sich am 1. Dezember bewähren. Volksgenosse, auch du mußt an diesem Tage durch dein Opfer helfen! unten!). Die abzugsfähigen Derbungskoslen. Zu den absetzbaren Werbungskosten rechnen alle „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen". Neben den Aufwendungen für Arbeitsmittel (Berufskleidung und Werkzeuge) kommen vor allem notwendige Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte in Betracht. Als notwendig werden zum Abzug regelmäßig nur die Fahrtausgaben für öffentliche Verkehrsmittel zugelassen, die der Steuerpflichtige aufwendet, um von seiner Wohnung, die zu dem Einzugs- und Siedlungsgebiet des Beschäftigungsortes gehören muß, zur Arbeitsstätte zu gelangen. Die politischen Gemeindeoder Bezirksgrenzen sind dabei nicht von Bedeutung. Auch spielt es keine Rolle, ob die Siedlung erst im Entstehen begriffen ist und noch keine geeigneten Derkehrsverbindungen besitzt. Wohnt der Arbeitnehmer außerhalb des Einzugs- und Siedlungsgebiets, so sind nach der Rechtsprechung nur die durchschnittlichen Fahrtausgaben der im Gebiete der betreffenden Stadt tätigen und dort wohnhaften Arbeitnehmer absetzbar (Rfh. vom 24.7.35 VIA 434/435). M. E. werden mindestens die vom Rande des Einzugsgebiets entstehenden Fahrtausgaben zum Abzug zugelassen sein. Die höheren Kosten für die Verwendung des eigenen Kraftfahrzeugs bei den Fahrten zur Arbeitsstätte sind nur absetzbar, wenn die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit besonderen Unbequemlichkeiten verbunden ist, oder das Fahrzeug gleichzeitig für dienstliche Zwecke benötigt wird (Rfh. vom 8.6.34 Reichssteuerbl. S. 942); auch mit dem Gesundheitszustand des Arbeitnehmers wird Oie allwissende Stimme. Der französische Postminister ist stolz auf eine neue Einrichtung im Fernsprechwesen, die auf sein Betreiben hin geschaffen worden ist. Schon ihr Name läßt aufhorchen: Die allwissende Stimme? Wohl besteht in vielen Ländern, wie auch bei uns in Deutschland, die Möglichkeit, sich durch Telephonanruf jederzeit die genaue Zeit angeben zu lassen, und daneben besteht ein Kundendienst, der in vielen Fällen dem Inhaber eines Fernsprechanschlusses hilfreich zur Seite steht. Aber die geheimnisvolle Stimme eines unbekannten Sprechers, der auf alle Fragen zuverlässige Auskünfte gibt, das ist in der Tat etwas Ungewöhnliches. Zunächst versieht die Stimme die Dienste eines Reisebüros. Man ruft an, und läßt sich die genaue Abfahrtszeit von Zügen und die Fahrpreise mitteilen, weiterhin aber auch die Kosten eines Hotelaufenthalts und die Aufwendungen, die man durchschnittlich für Nebenausgaben rechnen muß. Will man in einem Gasthof speisen, so kann man sich bei der allwissenden Stimme zunächst angeben lassen, wie hoch die Preise sind und sich andere Vorschläge machen lassen, bis man den richtigen Gasthof gefunden hat. Dann bestellt die allwissende Stimme im Auftrag des Anrusers in dem Gasthof einen Tisch, ebenso wie sie jederzeit die Besorgung von Theaterplätzen übernimmt. Wer unerwartet Besuch bekommt, der kann sich mit Hilfe des unbekannten Allwissenden am anderen Ende der Strippe ein kleines Abendbrot ins Haus besorgen lassen. Befindet man sich während der Unterhaltung in einer Meinungsverschiedenheit', so kann man von der allwissenden Stimme in kürzester Zeit erfahren, wer dieses oder jenes Buch geschrieben hat, wie groß das Budget eines Ministe- riums ist, wann Laval geboren ist und wie weit Paris von Peking entfernt ist. Nur der weite Umkreis der Fragen kann damit angedeutet werden, die allwissende Stimme weiß noch viel mehr und ist gern bereit Auskunft zu geben. Und wie dankt man der Stimme für ihre klugen Einflüsterungen durch die Muschel des Fernsprechers? Man zahlt für jede Frage einen Franc, also etwa vierzehn Pfennige. Als Sonderausgaben können in erster Linie zusammen mit den Werbungskosten zunächst Schuldzinsen sowie bindend übernommene Rentenzahlungen und sonstige Lasten geltend gemacht werden, soweit sie nicht mit steuerfreien Einkünften (z. B. bei Wohnungsneubauten) in Zusammenhang stehen. Kirchensteuern sind ohne Beschränkung crb- zugsfähig. Begrenzt ist dagegen der Abzug von Lebensversicherungsprämien und Versicherungsbeiträgen für den Steuerpflich- tigen, seine Ehefrau und seine Kinder, für die er Kinderermäßigungen erhält, zu Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherungen sowie von Beiträgen zu Witwen-, Waisen-, Dersorgungs- und Sterbekassen, schließlich Beiträge an Bausparkassen zur Erlangung Baudarlehen. Die steuerfreie Grenze trägt hier 500 Mark. Sie erhöht sich um je Mark für die Ehefrau und das erste Kind, 400 Mark für das zweite, um 600 Mark für dritte, um 800 Mark für das vierte, um je 1000 Mark für das fünfte und jedes weitere Kind, für die Kinderermäßigungen gewährt werden. Der Höchstabzug stellt sich z. B. für einen verheirateten Arbeitnehmer mit zwei minderjährigen Kindern auf Die zulässigen Abzüge bei der Lohnsteuer 1936 Ermäßigungsanträge rechtzeitig einreichen! Don Or. jur. et rer. pol. K. Wuth, Berlin. die Benutzung des eigenen Kraftwagens begründet werden können (Rfh. vom 26.6.35 VIA 416/35). Persönliche Aufwendungen für die Lebensführung, infolge der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Stellung, werden für den Abzug nur zugelassen, wenn sie ausschließlich mit der d t e n st- lichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen. Dies gilt insbesondere für Repräsentatwnsaufwen- dungen. Nach Erklärungen aus dem Reichsfinanzministerium werden jedoch die wirklich echten beruflichen Ausgaben nach wie vor anerkannt, z. B. wenn aus geschäftlichen Erwägungen Uebernachtung in ersten Hotels, Fahren in Schlafwagen 1. Klasse usw. erforderlich sind. Das gleiche gilt für tue Einladung von Geschäftsfreunden, Abhaltung von Konferenzen usw. (DStZtg. Nr. 35). Ausgaben für besonders gute Kleiedung führen nur noch ausnahmsweise (z. B. bei Kaffeehausangestellten) zu einem Abzug. Der besondere Verschleiß von Kleidung auf Reisen wird jedoch geltend gemacht werden können. Die anteiligen Unkosten an Miete, Heizung usw. für das häusliche Arbeitszimmer kommen im allgemeinen für die Absetzung nur in Betracht, sofern ein dienstlicher Raum hierfür nicht zur Verfügung steht. Anteilige Fernsprechgebühren für dienstliche Zwecke bilden Werbungskosten. Auch Ausgaben für die Berufsfortbildung können als solche anzusehen sein, wie Halten von Fachzeitschriften, Teilnahme an Fortbildungskursen usw.; jedoch läßt der Reichsfinanzhof die Verzehrkosten bei fachlichen Veranstaltungen der Berufsorganisationen nicht zum Abzug zu (Rfh. vom 19.12.34 VI A 460/34). Die Beiträge zur Arbeitsfront und sonstigen Berufsständen sowie Berufsoerbänden rechnen nad) dem Einkommensteuergesetz ebenfalls zu den Werbungskosten. Dagegen gehören zur rein persönlichen Sphäre die Spenden zur Winterhilfe, zu sonstigen wohltätigen Zwecken sowie Beiträge an politische Organisationen. W erb un gs ko st en und Sonderausgaben, die zusammen 40 Mark monatlich übersteigen, vom Finanzamt durch Vermerk auf der Lohnsteuerkarte besonders zum Abzug zugelassen werden. Das gleiche gilt für außergewöhnliche wirtschaftliche, insbesondere häusliche Belastungen (vgl. Nach Erhalt der Lohnsteuerkarte für 1936, die dem Lohnsteuerpflichtigen in der nächsten Zeit von der Gemeinde übermittelt wird, sind zweckmäßig baldigst die Anträge auf Zulassung weite- rer Frei betrüge bei dem für den Wohnsitz zuständigen Finanzamt unter Vorlegung der Steuerkarte einzureichen. Die rechtzeitige Einreichung der Anträge ist besonders ratsam, weil höhere Werbungskosten und Sonderausgaben später grundsätzlich nicht mehr in Betracht gezogen werden, wenn der Steuerpflichtige sie für die Zeit vor Stellung des Antrages früher hätte geltend machen können. Ebenso werden besondere wirtschaftliche Belastungen in früherer Zeit für die folgenden Lohnzahlungszeiträume grundsätzlich nur berücksichtigt, soweit sie sich in diesem noch auswirken (z. B. Krankheitskosten bezahlt werden). Die Abzüge für höhere Werbungskoslen und Sonderausgaben. Während der steuerfreie Einkommensteil, sowie die Ausgaben für Werbungskosten und Sonderausgaben bis 40 Mark monatlich schon bei der Berechnung der Lohnsteuer in der Lohnsteuertabelle berücksichtigt sind, müssen Aufwendungen für Kinder kommen solche bei aus« ä r t i ger U nter b r i n q u n g zum Besuch einer höheren Schule, Haushaltunasschule, in der Lehre und dergleichen, ferner in Blinden-, Taubstummen- und sonstig^ besonderen Anstalten in Betracht. Handelt es sich, wie bei Studien kost en, nicht um zwangsläufige Aus- aaben z. B. Studienkosten, so muß das Kind nach der Rechtsprechung unter besseren Einkommensverhältnissen dem Studium zugesuhrt sein. In Bedacht kommen ferner Falle, m denen volljah- riqe Kinder mangels eigenen Einkommens von den Eltern noch unterhalten oder verheirateten Kin- dern Zuschüsse zum Haushalt gewahrt werden Allgemein werden besondere Ausgaben infolge Krankheit, Todes- oder Unglucksfall berucksich- tigt. Nur müssen in der Regel die Aufwendungen die oben erwähnten Hundertsatze des Einkommens erreichen. Ausgaben für den Unterhalt v e - bürfti-ger Angehöriger muffen je nach den Verhältnissen des Empfängers notwendig und angemessen sein, ohne daß es im übriaenl darauf an- rommt, ob Unterhalt auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht oder lediglich aus sittlichen Gründen freiwillig gewährt wird. Bei Aufnahme m den Haushalt sollen als Kosten des Lebensunterhalts je nach den Verhältnissen bis 80 Mark monatlich angemessen sein. Da jedoch die eigenen Einkünfte des Bedürftigen angerechnet werden, wird z. B. bei einer Rente des Bedürftigen von 30 Mark eine Belastung nur mit 50 Mark berücksichtigt. Bei nicht in den Haushalt aufgenommenen unterstützten 2In- gehörigen werden höhere Beträge in Betracht kommen. Wohnungsneubau hergestellt ist. Von der Bausparkasse ist über die Verteilung der Beitrage auf Tilgung einerseits, Zinsen, Derwaltungskostenbeltrage und Lebensversicherungsbeiträae andererseits eine Bescheinigung zur Vorlegung beim Finanzamt anzufordern. , . Außergewöhnliche Belastungen des Steuerpflichtigen, die seine steuerliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen, führen zur Absetzung eines Freibetrages, sofern das Einkommen im Jahre 20 000 Mark, bei Vorhandensein von mindestens drei Kindern, für die Kinderermäßigung gewährt wird, 30 000 Mark nicht übersteigt. Die besonderen Aufwendungen müssen b e sti mmt e Hundertsätze des Einkommens übersteigen, bei Steuerpflichtigen ohne Kinder nut Einkommen bis 5000 Mark 10 v. H. ®infonv mens, mit höherem Einkommen bis 10 000 Mark 12 v. H., bis 15 000 Mark 15 v. H., nut darüber hinausgehenden Einkommen 20 v. H. Für Verheiratete mit einem oder zwei Kindern — wobei auch volljährige, noch ganz oder hauptsächlich unterhaltene Kinder mitzählen — müssen die verausgabten Beträge bei den entsprechenden Einkommen mindestens 8 v. H., 10 v. H., 12 v. H. und 15 v. H., für Verheiratete mit drei oder mehr Kindern 6 v. H., 8 v. H., 10 v. H. bzw. 12 v. H. des Einkommens 1936 betragen. Berücksichtigt werden nur Belastungen, die nicht lediglich in den allgemeinen Umständen, sondern den besonderen Verhältnissen des einzelnen Arbeitnehmers ober einer kleinen Minberheit von Steuerpflichtigen begrünbet finb. Von ben Kosten für die Erziehung, Unterhalt und Berufsausbildung der Keilerei im Flugzeug. Eine Flugzeugkabine ist sicher gerade der rich« tige Ort, um eine Meinungsverschiedenheit handgreiflich auszutragen. Und doch gab es in dem Verkehrsflugzeug der Linie London—Paris kürzlich eine richtige Keilerei, bei der schließlich ein Arzt als Helfer und ein Richter als Schlichter bemüht werden mußten. Ein Kaufmann aus Paris namens Scali hatte sich in dem fahrplanmäßigen Flugzeug einen Platz reservieren lassen, aber als er im letzten Augenblick in höchster Eile ankam, da hatte ein Die Verlobung meiner Tochter Meine Verlobung mit Fräulein Gisela mit Herrn Walter Stahl Oisela £efyr zeige ich hiermit an Tochter des verstorb. Herrn Steuer- , .. . amtmanns Ernst Lehr und seiner Frau Katharina ^.ehr $rau Gemahlin gebe ich bekannt geb. Schwalb — ,, Walter Stahl Gießen, Marburger Straße 56 Lerlin • Wilmersdorf, Gieselerstr. 16 November 1935 05047 Schlechte Handschrift? Schreib’ Klein- Torpedo: 8 30 Hk. monatlich. 6785 A IBS® KleineAnzeiaen Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Weß und Frau Julie, geb. Horn Asterweg 48 Mühlstraße 31 Gießen, den 27. November 1935 05046 Saub. Jungbürschchen für Wegebesorgungen innerhalb der Staat f. einige Tage gesucht. Gebe. Kahl Meldungen von 4-5 Uhr nachm. 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Der Schüler, der sich durch eine rasche Handbewegung au schützen versuchte, dabei aber den Griffel in der Hand hatte, stieß sich mit dessen stumpfen Ende gegen den Kopf, so daß der Griffel dicht über dem Auge in das Gehirn eindrang. Der bedauernswerte Junge mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Da sich mit der Verletzung gleichzeitig eine Infektion einstellte, verschlimmerte sich der Zustand des-Knaben zusehends. An einer Gehirnhautentzündung ist nunmehr heute morgen der bedauernswerte Junge verstorben. Landkreis Gießen * Klein-Linden, 27. Nov. Die Radfahrer v e r e i nigung Klein-Linden hielt in ihrem Derernslokal „Zur deutschen Eiche" eine Mitgliederversammlung ab. Da schon einige Jahre eine größere radsportliche Veranstaltung der Vereinigung nicht mehr stattgefunden hatte, wurde beschlössen, eine Werbeveranstaltung größeren Stils abzuhalten. Diese Veranstaltung soll am kommenden Sonntag durchgeführt werden, um die Oeffentlichkeit mit den Schönheiten und Zielen des Radsportes bekanntzumachen. CO Klein-Linden, 27. Nov. Am Dienstagnachmittag wurde eines der ältesten Glieder unserer evangelischen Kirchengemeinde, der im 83. Lebensjahre gestandene Eisenbahnarbeiter i. R. Konrad Schüler, zu Grabe getragen. Der Männer- gesangoerein „Arion" sang seinem langjährigen Ehrenmitglied letzte Grüße über das Grab; Vereinsführer M ü l l n würdigte die Verdienste des Verstorbenen um den Verein und legte einen Kranz nieder. Für die Arbeitskameraden "von der Reichsbahn, der der Verblichene über vier Jahrzehnte in Treue gedient hatte, sprach Herr L u h (Allendorf a. d. Lahn) unter Niederlegung eines Kranzes. "Y Watzenborn - Steinberg, 26. Nov. Unser Ortsgeisrlicher, Pfarramtskandidat Wilhelm Gontrum bestand anfangs November vor dem Prüfungsausschuß in Darmstadt seine zweite theologische Prüfung und wurde am 10. d. M. in der Marktkirche zu Wiesbaden feierlich ordiniert. Pfarrverwalter Gontrum hat sich durch sein unermüdliches Wirken in unserer Geeminde das Vertrauen der Einwohner erworben. Dies zeigt sich u. a. in dem fleißigen Besuch der Gottesdienste und in dem ständigen Wachsen der kirchlichen Gemeinde. So hat sich z. B. die Evangelische Frauenhilfe, an deren Spitze Herr Gontrum steht, um 35 Mitglieder erhöht, so daß die Gesamtzahl jetzt 230 Mitglieder beträgt. Ferner hat er den Umbau der Pfarrscheune zu einem evangelischen Gemeindesaal eingeleitet, der in Zukunft den kirchlichen Verbänden zu ihren Veranstaltungen dienen soll. § Mainzlar, 26. Nov. Die Reichsgeldsammlung für das Winterhilfswerk ergab in unserem Orte den Betrag von 48,20 Mark. — Der ä l t e st e Einwohnern unseres Ortes, L. Schwalb, wurde dieser Tage in körperlicher und geistiger Frische 88 Jahre alt. § Staufenberg, 26. Nov. Insgesamt wurden hier bei der Kartoffelsammlung rund 90 Zentner gespendet. Bei der Reichsgeld- s a m m l u n g für das Winterhilfswerk wurden 25,50 Mark gesammelt. öp Weickartshain, 26. Nov. Der Betrieb der hiesigen Bergwerks-Gewerkschaft „Louis e" ist schon längere Zeit vollkommen auf der Höhe. Es werden täglich zehn 20-Tonnenwogen durchschnittlich mit rein gewaschenem Eisenerz produziert und mit der Eisenbahn verfrachtet. Die baulichen Anlagen in dem Nachbardorf Stockhausen werden gegenwärtig abgerissen und nach Mücke transportiert, da dort ein neuer Waschbau nebst Gleisanschluß im Bau begriffen ist. Hierdurch ist vielen Arbeitern eine dauernde Beschäftigung geboten. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 26. Nov. Seit gestern ist die auf Beschluß des Stadtrats für die St. Markus- kirche beschaffte neue Kirchenuhr aufmontiert. Bereits im Jahre 1602 war auf dem Kirchturm eine Uhr mit Schlagwerk angebracht worden, jedoch funktionierte das Schlagwerk unregelmäßig. Auf Veranlassung des Landgrafen wurde daher im Jahre 1724 eine neue Kirchenuhr beschafft, die ein damals weithin bekannter Uhrmacher Geiß aus Marburg anfertigte. Am 14. Januar 1724 wurde die Uhr unter den Bürgermeistern Nicolaus Marx und Johann Heinrich Heil, deren Namen in einem Flacheisenstab der Uhr eingehauen sind, in Gang gesetzt. Die neue Turmuhr wurde im Auftrag des hiesigen Uhrmachermeisters Jos. Haltmeier von der Firma Wenle in Bockenem (Harz) geliefert. Sie schlägt nicht nur die halben und die ganzen Stunden, sondern auch die Viertelstunden und zwar letztere auf den kleinen Glocken in Es und G und die volle Stunde auf der großen Glocke in C. Sie entspricht allen neuzeitlichen Bedingungen und wird elektrisch betrieben. Bemerkt sei noch, daß nunmehr nach allen vier Richtungen am Kirchturm Zifferblätter angebracht wurden, während bislang nur Zwei vorhanden waren. Die alte Uhr, die über 210 Jahre den Butzbachern die Zeit verkündete, wurde dem Altertumsmuseum überwiesen. Kreis Büdingen. t Nidda, 26. Nov. Der Kur- und Verkehrsverein Nidda - Bad Salzhausen hat die Gründung eines Heimatmuseums angeregt. Beabsichtigt wird, Gegenstände der Kunst, des Kunstgewerbes, des Handwerks, Hausgeräte, Möbel, Bilder, Bücher, Waffen, Münzen, Dokumente u. a. zu sammeln und geordnet zur ständigen pferdezüchiertage für Heffen-Naffau. Die ersten Körungen und Prämiierungen. F r a n k f u r t a. M., 26. Nov. (LPD.) Am Dienstag begann auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Hallen in Frankfurt a. M. die diesjährige Reichsoerbands-Stutenprämiierung und Zentralhengstkörung für die Landesbauernschaft Hessen- Nassau. Bereits am frühen Vormittag trafen 40 Pferdetransporte am Ostbahnhof ein, die nach den verschiedenen Züchteroereinigungen in geschlossenen Abteilungen untergebracht wurden. Um 14.30 Uhr begann das Messen und Wiegen der Hengste, die erstmals zur Körung oörgefuhtt wurden. Unter Führung von drei Mitgliedern des Köramtes wurden darauf die aus dem Land Hessen stammenden Hengste zur Entscheidung gestellt. In der Abteilung Kaltblut (Zweijährige in Hessen gezogene Hengste) wurden „Granit" (Züchter Diel II., Dorn-Assen- heim) und „Ginster" (Züchter Mohr, Rülfenrod) öffentlich angekört, der Hengst „Gambrinus" (Züchter Dettweiler, Wintersheim) für den Standort. Die beiden außerhalb Hessens gezogenen zweijährigen Hengste „Gregor" (Züchter Heinrich Neny-Scheuerhof, Köln-Dünnwald) und „Germane" (Züchter Bürsgens, Altmerbern) wurden öffentlich angekört. In der Klaffe der älteren, bereits gekörten Heng ft e wurden drei Tiere öffentlich gekört, nämlich „Domino" (Züchter Waelkens Wwe., Lozer-Huyffe), „Daniel" (Züchter Uebels- Besichtlgung in geeigneten Räumen unterzubringen. — Die Bauernschaft des Kreises Büdingen spendete in diesem Jahre für das Winterhilfs- werk 7500 Zentner Kartoffeln, erheblich mehr als im Vorjahre. Die Kartoffeln werden unter die bedürftigen Volksgenossen in Wiesbaden verteilt. Kreis Alsfeld. □ Alsfeld, 26. Nov. Nach mehrjähriger Pause gastierte das Stadttheater Gießen wieder in Alsfeld und zwar im Rahmen einer Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Zur Aufführung gelangte die Bauernkomödie „Wenn der Hahn kräht" von Hinrichs. Das zugkräftige Volksstück verfehlte auch hier nicht seine Wirkung. Das Haus war sehr gut besetzt, und man lachte herzlich über den urwüchsigen, gesunden Humor, der über die Bühne ging. Die schauspielerischen Leistungen der Gießener standen auf voller künstlerischer Höhe und verdienen ein Gesamtlob. Es ist sehr zu begrüßen, daß die früheren langjährigen Beziehungen zwischen dem Stadttheater Gießen und der Stadt Alsfeld wieder aufgenommen worden sind. Das erste diesjährige Gastspiel war ein recht guter Anfang, und es ist der allgemeine Wunsch, die Gießener Künstler wieder als regelmäßige Gäste in unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Vielleicht ist es dann auch möguch, einige Theaterstücke der klassischen Kunst wieder einmal zu bringen. <^ Niedcr-Ohmen, 26.Nov. Dieser Tage fand in den Waldungen des Forstamts Nieder- Ohmen eine Treibjagd statt, bei der 18 Hasen und 3 Füchse zur Strecke gebracht wurden. — Gestern haben in den staatlichen Waldungen die Holzfällerarbeiten begonnen. — Vom 17. bis 24. November fand in unserer Gemeinde eine kirchliche Woche statt. Die Vorträge, die allabendlich von verschiedenen Geistlichen gehalten wurden, waren gut besucht. (5 Nieder-Gemünden, 26. Nov. Zur Zeit sind Geometer damit beschäftigt, eine neue T e i l- st recke der Reichsautobahn, die bekanntlich durch unsere Gemarkung führt, abzustecken. Die Linie führt von der Hornberger Straße in nördlicher Richtung durch die hiesige Gemarkung. eisen, Fredelsloh) und „Falkner" (Züchter Dettweiler, Wintersheim). In der Abteilung Warm- blut wurden vier Tiere oorgeführt, von denen „Goldreigen" (Züchter Kaffenberger, Dilshofen) und „General" (Züchter Dettweiler, Wintersheim), öffentlich gekört wurden, während „Großfürst" (Züchter Weber, Oberhörgern) für die Station gekört wurde. Anschließend wurde die Hufbeschlagsprämiierung eröffnet, deren Ergebnis im Ganzen durchaus zufriedenstellend war und im Laufe des morgigen Tages endgültig ermittelt werden wird. Bereits am Dienstag wurde sowohl bei den Körungen, als auch bei der Hufbeschlagsprämiierung der angekündigte scharfe Maßstab angelegt, so daß den Auszeichnungen dieser Veranstaltung besonderer Wert zukommt. An Ehrenpreisen wurden im ganzen 20 Auszeichnungen gestiftet, von denen die des Reichsstatthalters, des Landesbauernführers und des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt besonders hervorgehoben seien. Außerdem sind 17 Züchterpreismünzen zu erringen. Vom Frühjahr bis zum Herbst. Ausbau der Aehnlage-Wettervorhersagen. LPD. F r a n k f u r t a. M., 26. Nov. Das Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersagen ist eine selbständige Außenstelle des Reichsamtes für Wetterdienst unter dem Reichsluftfahrtministerium geworden und hat feigen Sitz von Frankfurt nach Bad Homburg v. d. H. verlegt, wo im sog. Jubiläumspark die für eine gedeihliche Wetterforschung notwendige Naturoerbundenheit vorhanden ist. In den jetzt bedeutend vergrößerten Räumen befaßt sich das Institut unter der Leitung von Professor Dr. Franz Baur mit der weiteren Ausgestaltung der bisherigen Zehntagevorhersagen. Die Dienststellen des Reichsnährstandes haben in verschiedenen Gutachten eine geradezu überraschende Übereinstimmung der Vorhersagen des Jahres 1935 mit dem tatsächlich eingetretenen Wetter festgestellt. Unter den verbesserten Arbeitsbedingungen glaubt Professor Baur die weiteren Arbeiten fordern zu können, daß schon in einigen Jahren die Voraussagen auf die ganze Dauer der Wachstumszeit vom Frühjahr biszum Herbst ausgedehnt werden können. Damit würde ein dringender Wunsch der Landwirtschaft verwirklicht werden. Daneben befaßt sich das Institut aber auch in erweitertem Umfang mit allen einschlägigen Forschungsaufgaben, z. B. mit den Schwankungen der Sonnenstrahlung und ihren Einflüssen auf die Witterung, mit den Sonnenflecken und zahlreichen anderen Aufgaben. Neue Iuoendherberge im Lahntal. Runkel, 25. Nov. (LPD.) An Stelle einer im Jahre 1929 von der Laienspielgruppe „Lahngold" aus eigenen Mitteln geschaffenen bescheidenen Ju- gedherberge in dem malerischen Lahnstädtchen Runkel, die wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten vorübergehend geschlossen und anderen Zwecken dienstbar gemacht werden mußte, haben jetzt Hitlerjugend und Jugendherberg s- v erb and mit Unterstützung der Gemeinde Scha- Dein Opfer im VNnkerhilfswerk gibt armen Volksgenossen Kraft und Lebensfreude! deck und der Laienspielgruppe „Lahngold" auf Sch l o ß S ch a d e ck eine neue Heimstätte für die wandernde Jugend geschaffen. Die Gemeinde Schadeck hat die Instandsetzung der erforderlichen Räume in mustergültiger Weise durchgeführt, während die ehemalige Runkeler Jugendherberge die Einrichtung zur Verfügung stellte.' Damit ist der wandernden Jugend eine willkommene Gelegenheit geboten, das alte, historische Städtchen mit seiner herrlichen Burgruine und dem malerischen Schloß, seinen stillen Winkeln und Gäßchen als Wanderziel zu wählen. Wassergeflügel an ver unteren Lahn. LPD. Nassau (Lahn), 25. Nov. Durch die Ka- nalisierung der Lahn hat sich mit den Jahren das Bild des Flusses erheblich geändert. Wo er früher schnell dahin eilte, ist er heute zu einem ruhigen, tiefen Wasser geworden, das an den Ufern auf langen Strecken von hohem Schilf begleitet wird. Hier hat sich in von Jahr zu Jahre steigendem Maße Wassergeflügel, das man früher an der Lahn nicht kannte, angesiedelt. Zuerst waren einige Wildenten. Sie haben sich gut vermehrt und sind schon zu rechten Scharen geworden. Nun ist auch der Fischreiher heimisch geworden. Der Naturfreund hat seine Freude an dem Gesellen, der hochbeinig im Schilf oder in den Aeckern an den Ufern steht. Auch zahlreiche M ö v e n sind in diesen Wochen aufgetaucht, von denen aber noch nicht feststeht, ob auch sie hier „ansässig" werden. Bald wird sich -also den Jägern an der Lahn ein bisher unbekanntes Weidwerk, die Jagd auf Wassergeflügel, erschließen. Kreis IDchlar * Dutenhofen, 26. Nov. Am Sonntagabend ereignete sich in unserem Orte ein Verkehrs- Unfall. Ein fast neuer DKW=9Bagen, dessen Führer anscheinend die Gewalt über das Fährzeug verloren hatte, fuhr gegen eine Mauer und wurde dabei schwer beschädigt. Leider wurde auch ein hiesiger Einwohner in Mitleidenschaft gezogen, der mit seinen beiden Kindern an dieser Stelle des Weges ging. Er wurde angefahren und erlitt einige Verletzungen, die sich glücklicherweise als nicht sehr schwer erwiesen. Die beiden Kinder kamen mit dem Schrecken davon. Der Kraftwagen mußte abgeschleppt werden. Aus den preußischen Nachdargebieten. Bilder aus dem Norden. Von unserem B.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Stockholm, Ende November 1935. Die ehrwürdigen „Unsterblichen" der schwedischen Akademie haben sich den Unwillen fast der ganzen skandinavischen Presse zugezogen, weil sie in diesem Jahr den begehrten Nobelpreis für Literatur zurückgehalten haben. Der Preis ist zurückgestellt worden — bei zum nächsten Jahr, für den Fall, daß bis dahin am Sternenhimmel der Weltliteratur eine Größe aufgetaucht ist, die den schwedischen Professoren einleuchtet. In den schwedischen Zeitungen wurde dieser Beschluß mit sehr unfreundlichen Bemerkungen kommentiert, und einige angesehene Blätter schoben der Akademie sogar Motive unter, von denen man aar nicht annehmen möchte, daß sie wirklich möglich seien. Es hieß da nämlich, daß die Nobel-Bibliothek in Stockholm gern neue Bücher haben möchte. Und da ein Teil des Literatur-Preises bestimmungsgemäß an die Bibliothek fällt, sofern zweimal hintereinander der Preis nicht verteilt wird, so ließ sich immerhin ein gewisser Zusammenhang denken, lofern man freilich der Ansicht sein will, daß ein ideell so hochstehendes Werk wie die Nobelstiftung tatsächlich von seinen Verwaltern mißbraucht werden kann. Bei der Bewertung der traditionellen Unzufriedenheit, mit der gerade die Austeilung — oder Vorenthaltung — des Literaturpreises aufgenommen ZU werden pflegt, ist jedoch zu bedenken, daß ja — von einem gewissen hohen Niveau an — sehr schwer ein Gradmesser für die Qualität eines Buches zu finden ist. Es wird immer eine Reihe von Schriftstellern für den Preis in Frage kommen, und von diesen Kandidaten werden zweifellos alle diejenigen sich zurückgesetzt und enttäuscht fühlen,, die ihn dann nicht erhalten. So gibt es seit vielen Jahren mehrere „Ewige Kandidate n", darunter den Franzosen Paul Valery und den Dänen Johannes V. Jensen. Letzterer war seit über 30 Jahren mit keinem neuen Roman mehr hervorgetreten; gerade jetzt aber hat er wieder ein Buch „Die Versuchungen des Dr. Renault" veröffentlicht, das die dänische Oeffentlichkeit übrigens sehr enttäuscht hat. Und boshafte Kopenhagener stichelten, daß er diesmal" sicher den Nobelpreis erhalten hätte, wäre nicht kurz vorher dieser Roman herausgekommen... * Unangefochten vom Tagesstreit der „Unsterblichen" und unberührt von ihren literarischen Sorgen ist in diesen Tagen ein junger Deutscher durch den Norden gefahren, der keinen anderen Anspruch erhebt als den: ein junger deutscher Dichter zu sein. Wolfram B r o ck m e i e r. mit dem Literaturpreis der Stadt Leipzig 1934 ausgezeichnet, hatte während seines Aufenthaltes im Deutsch-Nordischen Schriftstellerhaus in Travemünde freundschaftliche Verbindungen mit skandinavischen Schriftstellern angebahnt, die im vorigen Jahr dort zusammen gewohnt und gedichtet hatten. Aus diesem kameradschaftlichen Zusammensein ist ein wertvolles geistiges Bündnis geworden, das gerade auch für das Verständnis für das neue Deutschland von Bedeutung gewesen ist. Immer deutlicher zeigt es sich, daß die — gutwilligen — Beobachter des Auslandes mit wachsender Achtung dem Bekenntnis begegnen, das die Angehörigen des deutschen Schrifttums oblegen; ein Bekenntnis, das Brock- m e i e r auch bei feiner Kopenhagener Vorlesung einfach und treffend formulierte: der Schriftsteller muß seinem Volk und Land verwurzelt sein, will er etwas schaffen, was auch für andere Völker und Länder Geltung haben soll. Eine Weltliteratur, die im Hinblick auf die Welt geschrieben wird, gibt es nicht. Und je mehr ein Künstler von seiner Heimat auszusagen hat, je tiefer er in die Geheimnisse seines Landes einzudringen vermag, desto größer wird auch seine allgemeine internationale Bedeutung sein. Die Vorlesungen Brockmeiers, die in Stockholm, Oslo, Bergen und Kopenhagen veranstaltet wurden, haben — abgesehen davon, daß sie den Ausländsdeutschen einen wertvollen literarischen Abend brachten und die Bekanntschaft mit einem sympathischen Landsmann vermittelten — in den nordischen Städten großes Interesse erweckt. Die bescheiden-feste Art, mit der der junge deutsche Dichter seine, unsere Auffassungen vertrat, der Vortrag seiner eigenen, harten und doch gefühlsbetonten Gedichte, die von der deutschen Jugend aussagen, ^sind nicht ohne Eindruck auch bei denjenigen geblieben, die glauben, grundsätzliche Gegner sein zu müssen. In der dänischen Hauptstadt haben zwei deutsche Filme einen ungewöhnlichen Erfolg gehabt: der Ufa-Film „Amphitryon" und der Gigli-Film „Vergiß mein n i ch t". Dieser, der als deutsches Werk anzusprechen ist, obwohl der große italienische Tenor Benjamino Gigli die Hauptrolle spielt, ist zum Teil von literarischen Mitarbeitern der großen Blätter besprochen worden, was eine unvergleichlich „schärfere" Beobachtung zur Folge hatte. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wurde der Film hoch über. die .Masse der Sänger- und Musikfilme gehoben, die gerade das Kopenhagener Publikum in einem Meer von Tönen zu ersticken drohen. Das feine Gefühl für die Möglichkeiten des Schauspielers Gigli, die taktvolle Behandlung des ewigen Themas „der berühmte Mann als Liebender", und schließlich das technische Können der deutschen Filmschaffenden ist hier mit Worten höchsten Lobes anerkannt worden — und was schließlich auch wichtig ist: das Publikum hat sich dieser Beurteilung dadurch angeschlossen, daß es täglich die Theater „ausverkauft" sein läßt. Die Handlung des Film „Amphitryon", in der wieder einmal die alten griechischen Götter vom Olymp geholt und mit menschlichen Unarten ausge- ftattet werden, ist an sich schon wie geschaffen für den Geschmack des dänischen Publikums. Die Ausführung der Idee aber hat gerade Stürme des Entzückens hervorgerufen, und Paul Kemp wie auch Willy Fritsch haben vorläufig die gelassen mit Maschinengewehren umgehenden amerikanischen Gangsterfiguren in den Hintergrund gedrängt. * Dort werden sie voraussichtlich lange Zeit bleiben. Auf der Konferenz der skandinavischen Filmzensoren in der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde nämlich der gemeinsame Beschluß gefaßt, gegen die Auswüchse der Verbrecherfilme mit allen gesetzlichen Handhaben vorzugehen. Vor allem hat man es auf die Gangster- und Wild-Westfilme abgesehen, die. wie es heißt, in der letzten Zeit immer mehr den Charakter reiner Verbrecherstücke angenommen haben. Der Einfluß auf die jugendlichen Zuschauer kann natürlich kein günstiger sein, und vor allem mit Rücksicht darauf werden die „Gangsterhelden" der amerikanischen Filme in Zukunft bedeutend bessere „Kinderstube" zeigen müssen, wollen sie vor den Adleraugen der nordischen Zensoren bestehen. Jeder Freund der Filmkunst wird diesen Versuch einer Reinigung der nordischen Filmtheater von aufgeputzten Schund mit Genugtuung begrüßen. 6od)fd>ulnad>H leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar btS 1935 6/2% ehem. 4'/-% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandortese....... 6/i% ehem. 4/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4/i% ehem. 8% Pr. Landeüpfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Lbl.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oestcrreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/.% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 100,4 97,5 102,5 112,7 100 97,5 96,25 100,65 93 113 96,25 100,5 100,9 97 97 107,65 9 8,75 8,9 11,13 100,5 97,5 102,75 112,75 100,2 97,5 96,25 100,5 93 113 96,25 100,5 100,9 97 97 107,65 1,13 9 8,7 8,9 11,5 100,5 97,5 103 112,65 100,3 97,4 113,13 101 97 97 107,65 29 9 9 9 11 100,5 97,5 112,75 100,2 97,25 113,25 100,75 97 97 107,65 28,25 9,05 8,9 9 11,65 4 6 4 4 2 1 9 S V c 2 5 9 ü Q l S ? s 9 - i % bergt. Serie ll ............ % Rumän. vereinh. Rente v. 1903 /r%Rumcin.vereinh.Rentev.l913 % Rumänische vereinh. Rente .. &% Anatolier ............. amburg-Amerika-Paket .....0 amburg-Südam. Dampfschiff. 0 orddeutscher Lloyd .........o -G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 berliner Handelsgesellschaft ... g ommerz- und Privat-Bank ... 0 putsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o )resdncr Bank..............0 ietchsbank ................12 U2.®....... o lekula.................... io lektr. Lieferungsgesellschaft... 5 tcht und Kraft ...........' 6/, reiten & Guilleaume......... 4 öesellsch.f.Elektr.Untemehmung. 6 iheinische Elektrizität ........ 6 ihein. Wests. Gleite..........g -chuckeri L Eo...............4 Siemens L Halske............ 7 .ahmeyer L Eo.............. 7 wderuS ................... 4 deutsche Erdöl..............4 »arpener...................0 Svesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ufe Bergbau Genüsse........ 8 ilvcknerwerke ............... 3 Rannesmann-Röhren. ...... 0 5,9 3,65 4,8 39 15,25 17 84 110,4 83,9 83,5 84 181,13 36 135 111 131,5 102,5 122,5 126 118 167 122.25 96 103 106 83,5 126 81,5 79 5,75 8,4 4,85 38,75 15,25 16,65 83,65 111,25 84 84 84 179,5 35,9 135 111 132,25 102,5 122 126,4 117,25 166 122,25 95 103 106 83,65 160 126 81,5 79,5 5,75 8,55 4,85 39 15,13 25,5 17 83,75 110,25 83,75 83,5 84 181 35,65 135,4 111 131,75 102,25 122,5 126,13 118 166,5 121,5 96,5 103 106 83,25 161 125,75 81,9 19 9,9 5,75 8,45 4,85 39 15,13 25,5 16,75 83,9 111 84,25 84 84 179,5 35,65 135,4 111,25 132,5 102,75 121,75 126,25 117,5 166 121,25 95,25 102,75 106 83,25 162,5 126,75 81,9 79,75 Mansselder Bergbau......... 5 Kokswerle .................. g Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke........0 Ltavt Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/, 3. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... g Metallgesellschast............. 4 Philipp Hol, mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... g Orenstein S Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Ehade.................... 7»/, Accumulatoren-Fabrik.......12 Eonti-Gummi............... g Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst N.M.... 4 Süddeutscher Zucker........10 118 210 103,5 76,4 18,25 126,25 122,5 150 216 102,5 112,75 107 85,5 115 129 52 102,5 111 75,5 90 137 25,65 288,5 157 26,75 87,75 200 118 208 103,75 76,5 18,25 125 121,5 188 149,5 214,5 102,75 112 106,5 87 114,5 129 52,25 110,5 75,75 90,25 136,5 25,75 290,5 157 26,75 87,75 200 118,13 114,25 209 102,25 76,25 18,25 126,5 122 189 150 102,25 113 106,75 85^5 102 51,75 102,13 111 76 126 90 137 76,5 25,5 289 168,25 157 200 118,13 114 209 103,75 76,5 18,25 125,5 122 188 149,5 102,65 112,25 106,75 87 101,9 52,4 101,25 110,5 76 127 90,65 136,5 76,75 25,9 292 156,5 £ 200 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 25.November 26.November Amtliche Geld | kotierung Brief Amtliche Notierung Geld 1 Aries Buenos Atre. 0,679 0,683 0.681 0,685 Brüssel..... 42,02 42,10 42.03 42,11 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0.141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,80 54,90 54,79 54,89 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,27 12,30 12,27 12,30 HeliingforS.. 5,405 5,415 5,405 5,415 Paris ..... 16,36 16,40 16,36 16,40 Holland ... 167,98 168,32 168,03 168,37 Italien..... 20,13 20,17 20,13 20,17 Japan ...... 0,712 0,714 0,714 0,716 Jugoslawien 5,634 5,646 5,634 5,646 Oslo..... : 61,61 61,73 61,60 61,72 Wien....... 18,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,13 11,15 11,13 11,15 Stockholm... 63,25 63,37 63,25 63,37 Schweiz ... 80,32 80,48 80,29 80,45 Lpanien.... 33,87 33,93 33,88 33,94 Prag....... Budapest ... 10,26 10,28 10,265 10,285 Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 8erlir>,26.November Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,89 42,05 Dänische Noten ................. 54,58 54,80 Englische Noten ................. 12,235 12,275 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,31 167,61 16,37 168,29 Italienische Noten................ 19,46 19,M Norwegische Noten .............. 61,44 61,68 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,08 63,34 Schweizer Noten................. 80,11 80,43 Spanische Noten................. 33,52 33,66 Ungarische Noten................