Dienstag. 27. August MS 185. Jahrgang Nr. IW Erster Via« UW General-Anzeiger für lvberhesten gM- richten. Anzeiger Hiehtv behördliche Anzeigen 6Rpf. SranWam mün Ms- VruL und Verlag: vrühl'sche Univerfitätrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulftrahe r M°ng-n°bichlüff- Staffel 8 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Öatz 25°/0 mehr Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblatter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierle , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Italienischer Ministerrai überraschen- einberufen private aus den Protest gegen Moskau. Es ist eine beliebte Methode der sowjetrussischen Politik, die riesenhafte Aufrüstung der Roten Armee und die dadurch Hervorgerufe- Oer Führer bei -er Kriegsmarine. Kiel, 26. August. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler begab sich am Montagfrüh im Flugzeug nach Kiel, um an dem mehrtägigen A r t i l l e r i e s ch i e ß e n der Kriegsmarine teilzunehmen. Auf dem Flughafen Kiel - Holtenau wurde der Führer von Reichskriegsminister General- R o m, 26. August. (DRB.) Wie hier guter Quelle mit Bestimmtheit verlautet, ist in letzten Tagen endgültig der Beschluß gefaßt worden, daß Italien auf der kommenden Tagung des Völkerbundsrates eine große Denkschrift vorlegt. Diese Denkschrift soll an Hand zahlreicher Unterlagen, wie Originaldokumente und hochleben. Mussolini fuhr im Kraftwagen stehend vom Bahnhof zum Plaza Vittorio Emanuele (Walther- Platz), wo er von einer großen Menschenmenge begrüßt wurde. Zu seinem Empfang hatten sich die Spitzen der Behörden und die Parteiorganisationen von Bozen und Umgebung eingefunden. Man hatte eine kurze Ansprache des Regierungschefs erwartet und die technischen Vorbereitungen dazu getroffen, aber Mussolini fuhr nur im Kraftwagen um den Platz, grüßte die Erschienenen und begab sich sofort ins Regierungsgebäude, wo er für die Zeit seines Bozener Aufenthaltes Wohnung nimmt. Lustmarschall Saldo in Paris. Paris, 26. Aug. (DRB.) Am frühen Nachmittag des Montags ist der italienische Luftmarschall und Generalgouverneur von Tripolitanien B a l b o an Bord eines italienischen Verkehrsflugzeuges der Strecke Rom—Paris auf dem Flugplatz L e B o u r - g e t eingetroffen. Man erklärt, daß es sich bei dem oberst von Blomberg, dem Oberbefehlshaber der Reichsluftwaffe, General der Flieger Göring, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Dr. h. c. R a e d e r , dem Oberbefehlshaber des Heeres, General von Fritsch, dem kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral A l - brecht, dem Kommandeur des 10. Armeekorps Generalleutnant Knochenhauer, dem Befehlshaber im Luftkreis 6, Generalleutnant Zander, empfangen. Ferner hatten sich auf dem Flughafen der Gauleiter von Schleswig - Holstein, Staatsrat Lohse, SA-Gruppenführer Meyer - Quade und andere führende Männer des Staates und der nationalsozialistischen Bewegung eingefunden. Nach dem Abschreiten der Front der Ehrenkompanie begab sich der Führer an Bord. Die Flotte ist bereits am frühen Morgen ausgelaufen. Oer Führer arüßt die Volksgemeinschaft an der Saar. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Gauleiter Bürde!, und der Reichssportführer von Tschammer und Osten haben vom Befrei« ungs-Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Saarbrücken an den Führer ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Der Führer und Reichskanzler hat drahtlich wie folgt erwidert: „Ich danke für die Grüße und das Gelöbnis der Turner und Sportler vom Befreiungsgaufest des Reichs« bundes für Leibesübungen in Saarbrücken. Ich entnehme aus Ihrer Meldung mit Befriedigung, daß die Volksgemeinschaft im Saargebiet bei diesem Anlaß so beredten Ausdruck gefunden hat, und sende den versammelten hunderttausend Volksgenossen herzliche Grüße. Adolf Hitler" weil bei uns der Boden für die Versuche des Herrn Dimitroff unfruchtbar geworden ist. Aber der Protest, den die Regierung der Vereinigten Staaten nach Moskau geschickt hat, ist doch ein Zeichen dafür, daß man auch in Amerika mit der Faust auf den Tisch schlägt. Die Argumente, die das Weiße Haus in Washington in der Note anführt, sind in der Tat von so zwingender Beweiskraft und so allgemein gültigem Wert, daß sie von jedem nichtkommunistischen Staat beachtet werden' müssen. Denn der Kommunismus ist eine W e l t g e f a h r, er trifft alle Staaten ohne Unterschied, ganz gleich, ob Republik oder Monarchie, Demokratie oder Führerstaat. Er macht auch nicht vor jenen Staaten Halt, die wegen ihrer räumlichen Entfernung vom Sowjetreich, oder aus sonstigen Gründen gar keine Möglichkeit haben, den Rätestaat anzugreifen. Das Beispiel Amerikas beweist eindeutig, daß die Derteidigungs- t h e s e der Moskauer Agitatoren nur eine hohle Phrase ist, um Haß und Kriegsbegeisterung in den Seelen der darbenden Anhängerscharen zu schüren. Der Protest der amerikanischen Regierung gegen die flagrante Vertragsverletzung durch die Regierung der UDSSR, ist eine Mahnung an das Gewissen aller übrigen Kulturnationen, sich zusammenzuschließen und sich zu vereinigen in der gemeinsamen Abwehr der b o l s ch e w i st i s ch e n P e st. Es ist daher begrüßenswert, daß auch die japanische Regierung die Absicht hat, in Moskau gegen die sowjetrussische Einmischung in innerjapanische Angelegenheiten Einspruch zu erheben Ein Anfang ist gemacht. Hoffen wir, daß es nicht nur bei bloßen Worten bleibt, sondern daß die Völker auch zur Tat schreiten, bevor die Erde im Chaos des bolschewistischen Bürgerkrieges versinkt. Auch ein Protest Mans in Sicht. Tokio, 26. August. (DNB.) Der japanische BotschasterinMoskau,Ota,hatder japa- Meinungsverschiedenheiten im pariser Kabinett? Das Echo der Erklärungen Mussolinis. Besuch Balbos in Paris um eine rein Reise handele. Italiens Denkschrift für den Mkerbund. Italienischer Abbau in Addis Abeba. L o n d o n, 27. August. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung des Berichterstatters des „Daily Telegraph" in Addis Abeba wurden am Montag zahlreiche Kisten mit Gepäck auf der italienischen Gesandtschaft mit der Eisenbahn nach Dschibuti abtransportiert. Dies werde als erstes Vorzeichen der bevorstehenden Zurückziehung der italienischen Gesandtschaft ausgelegt. 15 Luder in Maffaua verhaftet. L o n d o n , 27. August. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reuter-Meldung aus Aden wurden in M a s * saua (Erythrea) 15 Jnder, die britische Staatsangehörige sind, von den Italienern verhaftet. Sie werden beschuldigt, Geschäftsfreunde in Aden telegraphisch aufgefordert zu haben, keine weiteren Waren nach Massaua zu senden. Rom, 26. August (DRB.) Mussolini hat plötzlich einen außerordentlichen Ministerrat auf Mittwoch nach Bozen einberufen. Diese Nachricht ruft allgemein großes Aufsehen und Ueberraschung hervor. Man nimmt an, daß Mussolini mit seinen Ministern, die augenblicklich sämtlich in Bozen weilen, um aktiv an den Manövern teilzunehmen, dringende Maßnahmen wirt- chaftlicher und politischer Art beraten wird, deren schleunige Durchführung in der gegenwärtigen Lage notwendig erscheint. Mussolinis Ankunft in Bozen. Bozen, 26. August. (DNB.) Der italienische Regierungschef Mussolini traf am Montag um 12.10 Uhr in Bozen ein. Die Nachricht von einer Ankunft hatte sich schon in den Morgenstunden verbreitet, und es wurden Vorbereitungen zum Schmuck der Stadt getroffen. Die Häuser, Laternen und Bäume wurden mit grün-weiß-roten Fahnen geschmückt. Bilder vom König und Mussolini sind an Mauern und Häusern angebracht. Diele farbige Inschriften tragen Texte, die sich auf die politische und strategische Bedeutung der Manöver und auf den italienisch-abessinischen Streitfall beziehen: „Am Brenner steht ganz Italien mit allen Lebendigen und allen seinen Toten" oder „In Afrika ist Platz und Raum für alle" oder „Wir haben alte Rechnungen zu begleiche n". Ändere Inschriften lassen den König, Den Regierungschef, die Armee und andere Paris, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die große Pariser Morgenpresse beschäftigt sich eigentümlicherweise kaum mit den Erklärungen, die Mussolini einem Vertreter der „Daily Mail" über seinen Standpunkt im italienisch-abessinischen Streitfall abgegeben hat. Wenn man einer Information des „3 out“ über gewisseMeinungsverschieden- heilen unter den französischen Re- gierungsmitgliedern Glauben schenken darf, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß den Blättern die von oben erteilten Richtlinien fehlen, um auf die Angelegenheit näher einzugehen. Man wird daher den am Mittwoch stattfindenden M i n i st e r r a t abwarten müssen, in dem Ministerpräsident L a - v a l angeblich die Haltung Frankreichs auf der bevorstehenden Bölkerbundratstagung festlegen und dabei notgedrungen auch auf die Frage der Sanktionsmahnahmen eingehen wird. „3our“ glaubt zu wissen, daß einige kabinetks- mitglieder, an erster Stelle H e r r i o t, dafür eintreten, daß Frankreich in Genf Sanktionsmaßnahmen gegen 3to- lien vorschlagen solle. Auch Staats- Minister F l a n d i n setzte sich für eine enge Zusammenarbeit mit England ein. Die kommunistische „H u m a n i t e" zieht jedoch aus der Erklärung Mussolinis die Schlußfolgerung, daß der Duce in voller Übereinstimmung mit dem französischen Ministerpräsi- d e n t e n handele. Er habe erklärt, daß die französisch-italienischen Abkommen vom 7. Januar alle Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern beseitigt hätten. Das heiße nichts anderes, als daß er in Uebereinsttmmung mit der französischen Regierung handele. Der kommunistische Abgeordnete Peri weist ferner darauf hin. daß Laval in einer der letzten Sitzungen des Auswärtigen Ausschusses der Kammer über diesen Punkt von ihm befragt worden sei. Laval habe aber alles bestritten und se' sogar ärgerlich über diese Fragestellung gewesen. Der Abgeordnete fordert angesichts der Er- uen Entbehrungen dem russischen Volke damit ' schmackhaft zu machen, daß sie als notwendige Ver- x teidigungsmahnahmen gegen die Gefahr eines - faschistischen Angriffes auf das Gebiet der Räte- 1 Republiken hingestellt werden. Dabei richten sich | die Vorwürfe je nach Bedarf gegen den japanischen, j polnischen, deutschen, italienischen oder britischen . Imperialismus. Für diejenigen Völker, die außerhalb der Sowjetgrenzen leben, drängt sich foaleich die Fruge auf, wie es möglich ist, daß eine solche Propaganda überhaupt irgendwelche Wirkungen 1 auf das russische Volk ausüben kann. Denn diese Völker denken ja nicht im Traum dar- a n, irgendwie die territoriale Unversehrtheit des Sowjetstaates anzutasten, sondern sie sind im Gegenteil nur bemüht, ihre eigenen Grenzen vor dem Einbruch der bolschewistischen Soldateska zu schützen. Man mutz sich aber klar machen, daß das russische Volk vor allem in geistiger Beziehung völlig abgeschnitten von der übrigen Welt danhinlebt, daß es sich gleichsam auf einer Insel des Schreckens befindet, von der aus ihm jegliche Kenntnisnahme des geordneten und gesicherten Lebens in anderen Staaten unmöglich gemacht wird. Der Arbeiter und der Bauer, der sein Hungerleben für die Instandsetzung der roten Kriegsmaschinerie opfert, hat nicht die geringste Ahnung von den Ideen, die anderwärts die Menschen beherrschen. Alles, was ihm von draußen berichtet wird, erscheint ihm nur in der wüsten Verzerrung des jüdischen Geistes, dem er unterworfen ist. Alles, was andere Länder auf politischem Gebiete erstreben, wird ihm dargestellt als eine Bedrohung des Sowjetregimes, das es zu verteidigen gelte. Im bolschewistischen Untertanenstaat hat niemand die Möglichkeit, die Berichte nachzuprüfen, die die kommunistische Parteipresse ausgibt. Es gibt dort keine fremden Zeitungen, keinen Reiseverkehr über die Grenze, keine Gespräche und Begegnungen mit Ausländern — ausgenommen mit solchen, die der kommunstischen Internationale angehören. So ist es erklärlich, daß die bolschewistische Taktik, die eigenen Uebergriffe in Einml- schungsversuche fremder Staaten umzulüqen, in Rußland selbst auf keinerlei Widerstand stößt. In dieser Tatsache aber liegt zugleich auch die größte Gefahr für das Weiterbestehen der übrigen Kulturwelt beschlossen. Wir haben es in den letzten Tagen und Wochen anläßlich des 7. Weltkongresses der Komintern zur Genüge erfahren, daß die Sowjetregierung und die Kommunistische Internationa le von ein- und demselben Willen geleitet werden, wir haben es tagtäglich gehört, daß die fanatisierten, blindwütigen'Massen in Rußland zum bewaffneten Einsatz gegen die „imperialistische Gefahr" bereitstehen. Käst stündlich treffen aus allen Richtungen der Erde Meldungen ein, die von der unterirdischen Wühlarbeit der kommunistischen Hetzer berichten. Ja, die Frechheit der Jünger Lenins geht sogar soweit, daß sich die bewaffnete Macht des sowjetrussischen Staates nicht mehr scheut, in fremdes Hoheitsgebiet in Europa einzudringen und dort Manöver abzuhalten. Schon seit Monaten ist es bekannt, daß russische Militärflugzeuge in Öen nördlichen Randgebieten Norwegens herumspionieren. Der krasseste Fall der Verletzung fremder Hoheitsrechte ereignete sich jedoch m Der letzten Woche, als russische Kriegsschi fe vor der schwedischen Ostseeküste erschienen und dort an strategisch wichtiger Stelle vor dem Kriefshafen Karlskrona ungeniert Minenspren- gungen oornahmen. Mit einem „Irrtum" roirb sich Moskau in diesem Falle kaum herausreden können, da diese Manöver so nahe der Küste oorgenommen wurden, daß man sie vom Lande aus deutlich beobachten konnte. Sinn und Zweck dieser Provokationen sind vielmehr ganz eindeutig: sie dienen der kriegsmäßigen Vorbereitung für Den Ernstfall, Der so bald wie möglich herbeigewunicht wird. Ein anderer, besonders krasser Fall der Einmischung hat sich vor einigen Tagen m Amerika ereignet, wo ein k o m m u n i st i sch es Flugzeug Propagandamater i a l über den ma- növerierenden Soldaten des 3.J^-mee* korps in Penfylvanien abwarf. Ueberall laßt sich beobachten, daß seit dem Komintern-Kongreß die bolschewistische Bürqerkriegshetze in ungeahntem Maße verstärkt worden ist. Wenn es nicht schon in Den Moskauer Reden der Sektionsleiter unverblümt ausgesprochen worden wäre, so würde schon das erneute Aufflammen der kommunistischen Agitation in diesem Zeitpunkt zur Genüge den engen Zusammenhang zwischen der Leitung des sowjetrussischen Staates und der Tätigkeit der kommuni st ischen Parteien in allen Erdteilen beweisen. Die Ermutigung, die die Sowjetrussen aus dem Abschluß ihrer militärischen Beistandspakte mit Frankreich und der Tschechoslowakei erfahren haben, war sicher ein Grund mehr, die Durchführung der weltrevolutionären Ziele mit verstärktem Eifer zu betreiben. Deutschland hat auf dem jüngsten Strafrechtskongreß noch durch den Mund von Reichsministern verkünden lassen, daß unserer Ansicht nach die Sowjetunion durch die Duldung und durch das Gutheißen d e r K o m i n t e r n ° B e s ch l ü s s e sich zum F u r- sprechet einer internationalen Bande von Verbrechern und Anstiftern zu Verbrechen gemacht hat. Das ist noch deutlicher als ein Protest, zu dem ja unserseits auch gar keine Veranlassung vorläge, weil wir im Dritten Reich mit anderen Mitteln als nur mit Protesten gegen den Bolschewismus vorzugehen gewohnt sind und Hütungen Mussolinis den Zusammentritt des Aus- wärttgen Ausschusses, damit Klarheit geschaffen werde. Im sozialistischen „Populaire" stellt Leon Blum die Frage, wer von den beiden Regierungschefs, d. h. Mussolini oder L a v a l, die Unwahrheit gesagt habe. Man erinnere sich noch, so schreibt Leon Blum, daß Gerüchte nach der Rückkehr Lavals aus Italien in politischen Kreisen Frankreichs im Umlauf aewesen seien, die wissen wollten, daß der französische Ministerpräsident als Gegenleistung für eine enge französisch-italienische Freundschaft in Europa Mussolini vollkommen freie Hand in Afrika gelassen habe. Bei der Kammersitzung, in der die römischen Abkommen verabschiedet worden seien, habe ein sozialistischer Abgeordneter ausdrücklich die grage aestellt, ob Laval derartige Gegenlei- ft u n g e n gemackt habe. Laval habe dies dementiert, und er, L6on Blum, habe ihm geglaubt. Er habe das Dementi des Ministerpräsidenten auch gelegentlich der Tagung der Sozialisten in Mülhausen vorgebracht, um sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, daß die sozialistische Kammerfraktion die römischen Abkommen mit verabschiedet habe. Der Londoner Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" weist darauf hin, daß der größte Teil der englischen Öffentlichkeit die Neutralität Englands verlange. Sir Samuel Hoare und Neville Chamberlain teilten nicht einmal die „jugendliche Begeisterung" Edens für den Völkerbund. Das Organ der Dritten Internationale in Frankreich, die „Humanitö", weist ferner auf den unerwarteten Besuch des Marschalls B a l b o in Paris hin, der gerade im jetzigen Augenblick eigentümlich anmute, insbesondere nach dem Besuch zahlreicher französischer Generäle in Italien. Das Blatt bestätigt übrigens die aus englischer Quelle stammende Meldung, wonach am 3. September in Paris Massenkundgebungen gegen den italienischen Faschismus stattfinden wurden. Dabei würden englische, französische und belgische Redner auftreten. Der „Temp s" möchte die Bemerkungen über etwaige Sanktionen auf später verschoben wissen, wenn wirklich ein Angtiffsfall eintreten sollte. Die Photographien, den Nachweis erbringen, daß Abessinien gegen seine internationalen Verpflichtungen verstoßen habe und daher nicht mehr zu Recht als Mitglied des Völkerbundes geführt werden könne. Die Beschuldigungen gegen Abessinien würden vor allem eine Abrechnung mit der in Abessinien vorhandenen Sklaverei bringen. Wie man weiter hört, werde Italien an Hand dieses Materials im Völkerbund zum Ausdruck bringen, daß es hinfort eine Unmöglichkeit fei, Italien und Abessinien als Völker- rechtlich auf der gleichen Stufe stehend zu betrachten. Diese Anklageschrift solle daher gleichzeitig vom italienischen Standpunkt aus eine neuerliche Rechtfertigung des militärischen Vorgehens Italiens in Abessinien darstellen. Es werde sich um ein sehr umfangreiches Dokument handeln, an dessen Zusammenstellung die zuständigen Stellen eifrig arbeiten. nifchen Regierung von der vertragswidrigen Sowjetpropaganda Mitteilung gemacht, die durch die Rundfunkrede eines japanischen Kommunisten in Moskau begangen wurde. Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Rengo mitteilt, hat die japanische Re g i e r u n g auf Grund des Berichtes ihres Botschafters die Absicht, in Moskau in ähnlicher Weife Protest einzulegen, wie dies die Vereinigten Staaten in ihrer ' Note gegen die fowjetruffifche Einmischung in inner- amerikanische Angelegenheiten bereits getan haben. Oer Sowietbolschafter zitiert die Bibel Neuyork, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die amerikanische Presse veröffentlichte zahlreiche Aeuße- rungen aus politischen Kreisen, namentlich von Senatoren, die dem amerikanischen Protest in Moskau zu stimmen. Gleichzeitig berichten die Blätter über eine Erklärung des Botschafters der Sowjetunion in Washington, Tro- janowski, der äußerte, daß er sich nicht mit dem amerikanischen Protest befassen wolle. Die Note der Vereinigten Staaten werde eine zufriedenstellende Erwiderung durch die Sowjetregierung finden. Er wolle aber darauf Hinweisen, daß von einigen Kreisen in den Vereinigten Staaten ein Propaganda- feldzug gegen d i e S o w j e t r c g i e r u n g geführt werde. Im Hinblick auf diesen dürfe er wohl an das Bibelwort vom Splitter und vom Balken erinnern. Die italienischen Manöver am Vrenner man wolle, daß der Völkerbund gewissenhaft seine Englische Verstärkungen für Malta hing Dresden. Der Tana-See masors Ritter von Schobert. mit be- Veranstaltungen des Reichsparteitages kommandiert. Zeltlager der Wehrmacht in Nürnberg taillon der 3. Kavalleriedivision, Motorisierte Aufklärungsabteilung der Kraftfahrabteilung München, II. Abteilung Artillerieregiment Rimberg, verstärkt durch eine Haubitzbatterie der III. Abteilung, V. Motorisierte Abteilung Artillerieregiment Ulm, Panzerabteilung Ohrdruf-Zossen, Panzerabwehrab- teilung Schwerin, ein Pionierbataillon, dem wie im Vorjahr der Bau von Brücken in Nürnberg obliegt, eine Motorisierte Kompanie und das Musikkorps des Pionierbataillons Ingolstadt, Nachrichtenabtei- Von der Kriegsmarine: 1. Marine-Unteroffiziers-Lehrabteilung. Von der Luftwaffe: englische Regierung werde, so meint das Blatt, m der Sanktionsfrage gewiß nicht auf eigene Faust vorgehen, denn sie wolle das Genfer Verfahren bis zum Ende abwickeln. Da London entschlossen sei, sich an die gemeinsamen Verpflichtungen der Völkerbundssahung zu halten, was man loben müsse, werde es sicher nicht den Fehler begehen, sich allein und freiwillig in ein Abenteuer zu begeben, das zu den ernstesten internationalen Verwicklungen sühren könne. Man müsse übrigens beachten, daß diejenigen, die mit so großem Nachdruck Sank- tionen gegen Italien fordern, früher gerade nachdrücklich gegen den Gedanken Einspruch erhoben hätten, Deutschland gegenüber Sanktionen zur Anwendung zu bringen. Italien habe sich jetzt vollkommen feslgelegt, und man müsse daher eine Grundlage für eine Vergleichslösung finden, die seine wesentlichen Sicherheits- und Ausdehnungsforderungen in Ostafrika befriedige. Das sei im Rahmen einer friedlichen Regelung unter grundsätzlicher Wahrung der abessinischen Un- abhangigkeit nicht möglich. Aber wegen der mter. nationalen Stimmung dürfe man keine Zeit mehr verlieren und keine Fehler mehr begehen, wenn zu lassen. Aber darüber hinaus sind die besten Teile der italienischen Streitmacht im Südtiroler Alpengebiet versammelt worden, so auch die motorisierten Divisionen, die schon einmal von Mussolini an die österreichische Grenze beordert wurden. Wenn der Duce es für ratsam hielt, ge- rade jetzt den europäischen Nationen ein militärisches Schauspiel zu bieten, dann hat das natürlich seine besonderen Gründe. Er will eben unterstreichen, daß A b e s s i n i e n d i e K r a f t der i t a l i e n l - schen Nation nur teilweise in Anspruch nimmt und daß Italien jederzeit in der Lage ist, auch in Europa militärisch seinen Mann zu stehen. Wieweit von französischer Sette her Italien noch ermuntert worden ist, die Manöver gerade am Brenner abrollen zu lassen und dem Kriegsspiel eine Entwicklung zugrundezulegen, die einen vom Norden (!) hereinbrechenden Gegner zeigt, wollen wir nicht weiter untersuchen. Immerhin ist es etwas ungewöhnlich, Manöver so aufzuziehen, daß man ihnen politische Tendenzen sehr deutlich anmerkt. Eine Entfaltung der Militärmacht Italiens wäre auch ebenso gut im Innern des Land es möglich gewesen, ohne Beunruhigung und Nervosität auszulösen. Beim Duce ist man es aber gewöhnt, daß er sich von taktischer Rücksichtnahme dann selten leiten läßt, wenn er der Ansicht ist, daß allein die Tat die von ihm gewünschten Wirkungen auslöst. London, 27.Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach einer ergänzenden Meldung wird die Garnison von Malta um 481 Mann auf 3400 Mann und um eine Batterie auf sechs Batterien verstärkt werden. Unter den Ergänzungstruppen werden auch Flugzeugabwehrmannschaften sein. Wie aus L e w - k o s i a (Zypern) berichtet wird, hat das Wacht- schiff „Ormonde", das nach dem Persischen Golf gehen sollte. Befehl erhalten, nach Malta auszulaufen. Wie am Montag mittag aus Gibraltar gemeldet wird, hat das britische Flugzeug- mutterschiff „Glorious", das 22 500 Tonnen groß ist und ursprünglich noch einige Zett in Gibraltar bleiben sollte, am Montag unerwartet die Weiterreise nach M a l t a angetreten. An Bord der „Glorious" befinden sich insgesamt drei Flugzeuggeschwader, nämlich ein Geschwader Leichtflugzeuge, ein Geschwader Aufklärungsflugzeuge und ein Geschwader Torpedobombenmaschinen. In einer Reuter-Meldung aus Gibraltar wird die Ausreise der „Glorious" als ein Teil des normalen Programms für die Durchführung , der zweiten Uebungsfahrt in diesem Sommer bezeichnet, für die die britische Mittelmerflotte jetzt zusammengezogen wird. Die Besatzung der „Glorious" einschließlich des Flugpersonals beträgt 1100 Mann. In einem Leitaufsatz weist „Daily Mail" auf die Notwendigkeit hin, militärische Vorsichtsmaßnahmen in den britischen Gebieten Ostafrikas zu treffen, die an Abessinien grenzen, um ein Ueberspringen eines etwaigen Streites zu verhindern. „News Chronicle" verlangt heute die Aufhebung des englischen Wafsenausfuhrverbotes. „Furcht vor englandfeindlichen Zwischenfällen.^ London, 26. Aug. (DNB.) Das Abendblatt „S t a r" legt der Mitteilung der britischen Admiralität, wonach die britische Mittelmeerflotte in diesem Sommer in adriatischen Häfen keinen Besuch abstatten wird, besondere Bedeutung bei. Das Blatt glaubt, daß diese Maßnahme auf die Furcht vor e n g l a n d feindlichen Zwischenfällen in italienischen Häfen und vor italienfeindlichen Zwischenfällen in süd- Die Außen- und Innenpolitik Danzigs Erklärung des Senatspräsidenten vor dem Volkstag. möglichen sranzopicyell in Abessinien eine Art ägyptische! marokkanischen Herrschaftssystems die örtlichen Ueberlieferun B o z e n, 26. Aug. (DNB.) Die i t a l i e n i s ch e n Manöver zeigten am Montag ein verhältnismäßig ruhiges Gesamtbild. Die Erfolge, die die vom Süden angreifenden Blauen am Sonntag besonders auf dem westlichen Flügel durch den überraschenden Einsatz von motorisierter Kavallerie und mit Hilfe wen» „i«.i wv. - „ , . ro k u „ neuer mechanischer Ponton b r ü cken an aufbeschwöre, der die ganze Welt m Brand stecken stelle der in der Annahme von zuruckweichenden würde. roten Gegnern zerstörten Brücken erzielt hatten, Die Information" unterstreicht die Stelle wurden am Montag von den Blauen durch Dorschie- der Mussolini-Erklärung, die auf die a l l g e - ben der Front und Wegnahme einzelner wichtiger meine Re aelung der Kolonialfrage Punkte praktisch ausgenutzt und gesichert. Dabei Bema bat Im übrigen glaubt daß Blatt, daß vor wurde bei Nanno im Zentrum der Blauen zum dem 4 Sevtember keine wirkliche Anariffshandlun- ersten Male die neue motorisierte Divl- oen erfoluen werden. Die „Information" regt als s; on, die im Nachtmarsch aus Trient herangeholt mnnfichen französischen Vermittlungsvorschlag an, worden war, eingesetzt. Der Widerstand der Roten 2- Optischen, tunesischen ober überraschend stark, und es ist anzunehmen, daß j zu versuchen, das die Manöverleitung morgen, d. h. am ersten Tag, oie Duuujt.t wcvm.vi’erungen und Gebräuche achte an dem der Duce im Manövergebiet erscheint, aus und Italien trotzdem Genugtuung gebe. Sollte ein dieser Tatsache entscheidende Folgerungen ziehen solcher Vorschlag keinen Anklang finden, so wurde wird. Mussolini wird morgen früh zusammen die ultima ratio sprechen müssen. Aber dann müßte mit den englischen und französischen Pressevertretern, man sich bemühen, ihre Folgen örtlich zu be» übermorgen mit den deutschen und den Presseschränken. Vertretern anderer Länder das Manövergebiet be= 1 sichtigen. Die Manöver in Südtirol sind geeignet, größtes Aussehen zu erregen. Schon die Wahl des Zeitpunktes hätte gnügt, um alle Welt aufhorchen rebung, in beren Verlauf sie u. a. sagte: „Sechzehn Tage lang habe ich gefastet und inständig um Frie- den für Abessinien und d i e Welt gebetet. Ich möchte an die Frauen der Welt appellieren, sich meinen Gebeten anzuschließen. Wenn trotz aller unserer Bemühungen der Frieden gestört werden I Die Fliegergruppen Tutow, Faßberg, Döberitz, sollte, werde ich die erste fein, die mein Volk Prenzlau, Kottbus, Großenhain, Flak-Abteilung gegendenAngreiseranfeuert. Ich werde Fürth, etwa 3000 Mann Luftwaffe zu Fuß und das genau so tun, wie es die Kaiserin T a i t o u zu iqqq Mann Luftwaffe-Reserve. ihrer Zeit getan hat." Die im Jahre 1918 gestorbene Insgesamt nehmen etwa 16 000 Offiziere, Unter- Kaiserin Taitou war bei der Schlacht von Adua offiziere und Mannschaften der Wehrmacht teil, da- an der Seite ihres Mannes, des Kaisers M e n e l i k. ,u 100 Fahnen und Standarten des alten Heeres. In dieser Schlacht setzte sich die Kaiserin an die Die Truppenteile treffen in der Zeit vom 9. bis Spitze einer Gruppe von Frauen, die den Kriegern 12. September in Nürnberg ein, wo sie in einem auf das Schlachtfeld folgte und sie anfeuerte. | großen Feldlager untergebracht werden. Die Gesamtleitung für den „Tag der Wehrmacht" liegt in den Händen des Infanterieführers VII, General- Bewußtsein der politisch Interessierten. Was hat es mit diesem bis dahin unbekannten Bergsee auf sich? Der Tana-See liegt in Nordwest- Abessinien, etwa auf der Linie, die von der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba nach Asmara, der Hauptstadt der italienischen Kolonie Eri- trea, gezogen werden kann. Er bedeckt eine Fläche von 3630 Quadratkilometer, ist also siebenmal so groß wie der Bodensee. Seine durchschnittliche Tiefe beträgt etwa 50 Meter. Don den bis zu 2000 Meter hohen Felsenbergen, die ihn umgeben und in denen sehr reichhaltige Metallager der Erschließung harren, kommen 30 Nebenflüsse, die in Der Regenzeit den Spiegel des Tana-Sees um 1,5 Meter steigen lassen. Dadurch werden etwa 600 Quadratkilometer des Uferlandes jährlich überflutet Der zurückbleibende Schlamm macht den Boden außerordentlich fruchtbar, aber die blühende Landkultur, die hier einmal bestanden hat, wurde durch den Mahdisten- Aufftand vollkommen zerstört und seitdem nicht wieder aufgebaut. Bei sachgemäßer Bearbeitung und regulierter Wasserwirtschaft könnte hier jederzeit wieder eine neue Getreidekammer für Abessinien und für andere Länder entstehen. Es ist bekannt, daß die Japaner bereits umfangreiche Landkonzes- fionen im Tana-See»Gebiet erworben haben, um hier vielleicht später einmal große Baumwollkulturen anzupflanzen. Die größere wirtschaftliche und volitische Bedeutung des Tana-Sees liegt aber in Der Tatsache, daß von seinem Dasein auch das Dasein des anglo - ägyptischen Sudans und Aegyptens abhängt. Der Tana-See ist die Quelle des Abbai, des „Vaters der Gewässer", der später den Namen Blauer Nil annimmt. In einem großen Südbogen durchfließt er das abessinische Hochland und tritt nach Ueberroinbung eines Höhenunterschiedes von 1800 Meter in das Flachland des Sudans über, um sich bann bei Char - tum mit bem Weißen Nil zu bem großen heiligen Strom zu vereinigen, ber bie Cebensaber Nordafrikas ist. Denn der Nil ist Aegypten, und Aegypten ist der Nil! Wer also das ungeheure Wasserreservoir des Tana-Sees in Besitz hat, der entscheidet über Sein ober Nichtsein Aegyptens. Es war daher von jeher das Bestreben Englands, sich in die Herrschaft über das nordabessinische Seen- Bis vor kurzem war der Tana-See, den man als die Perle Abessiniens bezeichnen könnte, dem Durchschnittseuropäer eine unbekannte Größe. Nur in den Berechnungen der Kolonial- und Wirt- fchaftsministerien einiger europäischer Staaten spielte er eine beachtenswerte Rolle. In den 50jähri- aen politischen Auseinandersetzungen um die Beherrschung des äthiopischen Hochlandes bildete er geradezu den Hauptstreitpunkt, ohne daß allerdings die übrige Welt über seine wahre Bedeutung ausreichend aufgeklärt worden wäre. Erst durch die Zuspitzung des italienisch-abessinischen Konfliktes, der immer mehr zu einem englisch-italienischen Konflikt geworden ist, rückte ber Tana-See in bas allgemeine Aufgabe erfülle. Das Journal bes Debats" bedauert, daß die italienische Regierung sich nicht für den langsamen, aber vielleicht sichereren Weg der f r 1 e D - lich-n Durchdringung -ntlch'-d-n h°b°j Aber jetzt müsse man in einigen Wo ch en m t dem Ausbruch des i t a l 1 e n 1 s ch - a b e s s 1- Nischen Krieges rechnen. Es wäre unerhört, wenn man bei dieser Gelegenheit emen Krrea her- hor die aan3e Welt IN Brand stecken Außerdem sind von den Wehrkreisen, Stationskommandos, dem Flottenkommando, sowie den gebiet einzusetzen ober wenigstens dort jeden frem- Luftkreisen Abordnungen von Offizieren, Unteroffi- den Einfluß auszuschalten. Mit dem Augenblick, da ^ren unb Mannschaften als Zuschauer zu den Lord K i t ch e n e r den Sudan für Großbritannien | erwarb, begannen auch die diplomatischen Bemühungen um die Sicherung der Nilquellen. Sie führten im Jahre 1902 zu einem Vertrag zwischen England und Kaiser Menelik II., in dem bestimmt wurde, daß Abessinien aus eigener Macht- Mehrere hundert Pioniers sind in Nürnberg damit beschäftigt, für die 13 000 Mann des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, die am Reichsparteitag teilnehmen, auf der Gustav-Adolf-Höhe bei Gebersdorf ein Zeltlager zu errichten. — Das Bild zeigt die Pioniere beim Essenfassen. — (Presse-Jllu- stration-Hoffrnann-M.) gehobenen polnischen Zdllverordnung langsam zu erholen. Die Währungslage Danzigs habe sich bereits seit der Witte Juni verfügten Kontrolle des ausländischen Zahlungsverkehrs, die sich feit Mitte Juli nur noch auf eine Vereinigung des Danziger Guldens erstrecke, aus eigener Kraft günstig entwickelt. Die Währungsreserven der Bank von Danzig seien feit dem 15. Juli bis heute von 17,5 Millionen auf 27,5 Millionen Gulden angestiegen, die Gold- und Devisendeckung des Notenumlaufes dementsprechend von 55,5 auf 73 v. H. Der Präsident widerlegte in diesem Zusammenhänge die Behauptungen polnischer Blätter, daß Polen heute noch eingefrorene Forderungen in Höhe von Dutzenden von Millionen Gulden gegenüber Danzig habe. Zur Währungsf'rage erklärte Präsident Greiser nochmals mit allem Nachdruck und aller Bestimmtheit, daß Danzig niemals irgendwelche Rechte hinsichtlich der Selbständigkeit feiner Währung und feiner Notenbank preisgeben werde. Der Senatspräsident fuhr fort: „Wenn Polen sich heute darüber beklagt, daß die Gulden- dewirtschaftung gewisse nachteilige Auswirkungen auf den Warenumsatz Polens nach Danzig habe, deren Beseitigung Gegenstand der gegenroärtigen Verhandlungen mit der polnischen Regierung ist, so muß darauf hingewiesen werden, daß Polen daran selbst schuld hat. Durch den Bau des Hafens Gdi n g e n und durch die vollkommen einseitige Begünstigung der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung dieses Hafens mußten zwangsläustg wichtige Deviseneinnahmen aus dem Danziger Hasen- und Umschlagsverkehr in Form von Umschlagsgebühren zurückgehen und dadurch die Zahlungsbilanz Danzigs ungünfHg beeinflussen. Nach ben polnischen Berechnungen betrugen diese Deviseneinnahmen 1929 noch 33 Millionen Zloty, im Jahre 1933 jedoch nur 17 Millionen Zloty. EinO Senkung der Lebenshaltung der Freien Stadt Da* zig unb eine verminderte Kaufkraft der Danzig* Bevölkerung, namentlich aber auch für den Bezuj polnischer Waren, mußten die zwangsläusigen Fo!» gen fein. Polen hat es also selbst in der Hand, durch die auf Grund von Verträgen der Freien Stadt slawischen Häfen, was fast ebenso peinlich sein Vorbereitungen in Addis Abeba.! Die Wehrmacht heim Keichsparteitag tracht ber5 im Hafen Don^aff a u^ingetroffenen Oer 16. September Tag t>CF Wehrmacht. neuen Truppen- unb Munitionstransporte finb auch in Abessinien weitere Vorsichtsmaß- Berlin, 26. Aug. (DNB.) Am diesiahngen nahmen für ben Kriegsfall getroffen worden. Reichs Parteitag, der im Zeichen der wieder^ Am Montag wurde angeordnet, in Addis Abeba errungenen Wehrfreiheit steht, beteiligt sich mehrere Lazarette einzurichten. In der näch- Wehrmacht in erheblich stärkerem Maße als im sten Woche findet eine große Luftschutzübung Vorjahr. Vom Führer und Reichskanzler statt, an der die gesamte Bevölkerung teilnehmen hjf der 1 6. S e p t e m b e r als „T a g der W e h r- soll. Man erwartet ferner die Anordnung, ßuft- m a $ t" bestimmt worden. Folgende Einheiten des schutzkeller zu errichten. Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe wer- In politischen Kreisen wird die Lage sehr ruhig ben an den Vorführungen der Wehrmacht teilbeurteilt. Der Schutz der Bahnlinie Dschi- nehmen. b u ti — Addis Abeba, die allein den Der- Dom Heer: kehr mit der A>Eenwelt aufrechterhält, bildet das Jnfanterie-Regiment Nürnberg mit vier Batail- Tagesgefprach Die Berichte, wonachFrauen und Jnfanterie-Lehrbataillon aus Döberitz, eine Kinder fluchtartig Addis Abeba verlassen, entfpre- D„ftärtte Schwadron und das Trompeterkorps des chen nicht den Tatsachen; nur $ Reiter-Regiments Rathenow, Kraftradschützen-Ba- jedem Zuge Addis Abeba. Seit Montagmittag gibt die Bank von Abessinien keineDevisenmehrad. Diese Maßnahme hat in kaufmännischen Kreisen, die sich fast ausschließlich aus Ausländern zusammensetzen, Beunruhigung hervorgerufen, da somit jede Einfuhr illusorisch geworden ist. Das Devisenverbot ist jedoch nur als zeitlich begrenzte Maßnahme gedacht. Die Kaiserin von Abessinien gewährte dem Reuter-Vertreter in Addis Abeba eine Unter» Vollkommenheit am Blauen Nil, am Tana-See oder am Sobat, einem Nebenfluß des Nil, keine Werke i . »6 Aua lDNB 1 Der Daniiaer anfegen ober anlegen laffen bürgte, bie ben SlbfluJ Lß Q t f t Q in seiner Sitzung am Montag iind^EIt6i0ien^no-n"l90? nationalsozialistischen Abgeordneten Beyl in und Na en von 1908, Abstimmung mit großer Mehrheit zum dur-h d°n Abessm,-n mdr»^Interessen ph°r-n aust P^^jdenten des Volks tage». Damit wurde ein Antrag der Oppositionsparteien 192Zr Hüt" Natten ^icklok^wurd^des ^näbe^n^b"? NSDAP, gegen 28 Stimmen der Opposition und beiden Polen abgelebt. Das Haus lehnte ofne ferner auf nationalsozialistischen Antrag die Rcttifi- Mut* vom sL 6?“ zu diesem Kraftwerk zu bauen. Italien mußte sich außerdem oerpfliti)’ Dertra0es aus finanziellen Gründen ab. ten, nichts zu unternehmen, um das Wasser der Nilquelle in eine andere Richtung abzulenken. Die- wt'llUlPPlUJlVtlll er Vertrag blieb jedoch lediglich auf dem Papier gab dann eine Regierungserklärung ab, die sich tehen, da ihm der Kaiser von Abessinien seine Zu- ber innen- und außenpolitischen Lage Danzigs ftimmung versagte. Es kam bann das Zwischenspiel schüftigte von 1927, in welchem Jahre ber Negus kurzerhand Der Präsident setzte sich -unächst mit den Oppo- eme amerikanische Firma beauftragte, ben Bau sitwnsparteien auseinander und stellte fest, daß nicht eines Stauwerkes vorzunehmen, um die Anpflan- sachliche Gründe, sondern rein demagogische die Op- zung von Baumwollkulturen durch Abessinien zu Position veranlaßt haben, einen Antrag auf Auf- ermoglichen England erhob Einspruch, und aus lösung des Dolkstages einzubringen. b°m geplanten Sroi-It wurde nichts. Dl- Opposition fd weder willens noch imstande. Vor knapp drei Monaten aber hörte die er» eine neue Regierung zu bilden, sondern sie wolle ftaunte 5ßeltz bafe bie ägyptische Regierung im lediglich alle parlamentarischen Register ziehen, umiern°.>°nd,°,ia.ist.,chen«eg.°rungin>hrem tung eines ^taubammes am Tana-See" unb zur schweren Kampfe Schaden zuzufugen. Einsetzung einer Studienkommission bereitgestellt Der Senatspräsident ging dann auf die große hatte. Diese Tatsache hat besonders in Italien, Sparaktion ein, die feit mehreren Wochen das sich damals schon auf den Krieg in Abessinien von der Danziger Regierung eingeleitet wurde. Der vorbereitete, erhebliche Ueberraschung hervorgeru- Präsident stellte fest, daß die Ueberführung der fen. Inzwischen sind auch Aeußerungen von eng- etatsmäßig freigewordenen Beamten und Lehrer Uscher Seite bekanntgeworden, wonach Großbritan- im Gange sei und die Rückwanderung der Pensio- nien im Falle des Kriegsausbruches näre nach Deutschland gute Fortschritte mache, sofort mit der Besetzung des Tana-See- Außerdem sei durch die Vermittlung von Arbeits- Gebietes beginnen würde. Daß es den Eng- kräften nach Deutschland in den letzten Wochen die ländern mit der absoluten Sicherung der Nilquellen Zahl der arbeitsfähigen Erwerbslosen im gesamten ernst ist, darf nicht bezweifelt werden. Optimistische Freistaat Danzig auf nur noch 10 400 gesunken. Leute in London haben erklärt, daß zehn Jahre Präsident Greiser kündigte in diesem Zusammen- nach Errichtung des geplanten Stauwerkes am Hang an, daß er die Haushaltspläne in allen Ein- : Tana-See die Baumwollproduktion im Sudan ge- zelheiten dem Volkstag vorlegen werde, sobald die 1 nügen würde, um den gesamten Bedarf des Em- Auswirkungen der Sparmaßnahmen einigermaßen : pire zu decken. Wenn das auch eine übertriebene übersetzen werden könnten. 1 Schätzung fein mag, so steht doch fest, daß die Der Senatspräsident wandte sich dann den : nährstoffhaltigen Wassermassen des Tana-Sees bei wirtschaftlichen und außenpolitischen richtiger Regulierung weite Streifen des jetzt öde Fragen zu. Er betonte, daß es für die Danziger richtiger Regulierung weite Strecken Sudanlandes Wirtschaft schwer sein werde, sich von den kata- in blühende Kulturen verwandeln können. I strvphalen Auswirkungen der inzwischen wiederauf- - n d< § M do bc in do sei n> frei i bi ji D heg' gru Sc be« fut -a me Sb feil Be ne G sa. ur i lei nu eir sch W 8u Je Dc V 2)S ter zia wu bere 0e tre kai au rt ges abz Dui nu ftatt Bah lich We auf ftai Sie m bie 2ße ben- Met , 2l ter i mit" ben Ruh Jul N IS Jens Ttun Danzig zugesicherte volle Ausnutzung des Danziger Hafens die Kaufkraft der Danziger Be- völkerung zu heben und damit uns die Illög- ttchkeil zu geben, unseren Warenbezug aus Voten in dem früheren Umfang wiederherzu- ftellen." Präsident Greifer betonte dann, daß Danzig den Wunsch habe, in Verhandlungen über das Hafenabkommen eine Grundlage zu finden, die die Pflichten klar feststelll. Der Präsident ging dann auf die letzten Warschauer Verhand- tun gen ein. Es habe sich dabei erfreulicherweise zwischen Danzig und Polen Uebereinstimmung dar. über ergeben, daß im Transithandel und im Tran» sitverkehr der gegenwärtige Zustand befriedigend sei. lieber gewisse von der polnischen Regierung er- strebte Aenderungen in den Danzig-polnischen Wirtschaftsbeziehungen müßten bei der entscheiden« den Bedeutung dieser Fragen nähere Erörterungen in Danzig stattfinden. Präsident Greiser betonte dabei ausdrücklich, daß die Guldenbewirtschaftung selbst nicht zur Diskussion stehe, da sie von der pol« nischen Regierung für angezeigt anerkannt worden sei. In den Verhandlungen werde es sich darum drehen, sich mit den Auswirkungen der Gut- denbewirlschaftung in einer Weise auseinander- zusehen, die den Interessen beider Staaten Rechnung trage. Der Präsident schloß mit einem vom Volkstag begeistert aufgenommenen herzlichen Willkommen« grüß an den Panzerkreuzer „Admiral Schee r", der in den nächsten Tagen als Vertreter des neuen Deutschland zu einem mehrtägigen Be« such in Danzig eintrifft. Im Anschluß an die Rede des Senatspräsidenten hatten die Oppositionsparteien Gelegenheit, in mehrstündiger Aussprache zur Regierungserklärung Stellung $u nehmen. Der sozialdemokratische Redner wurde gegen Ende feiner Ausführungen wegen schwerer persönlicher Beleidigung eines nationalsozialistischen Abgeordneten von der Sitzung ausgeschlossen. Am Schlüsse der Sitzung ergriff Senatspräsident Greiser nochmals das Wort und wies die wenig sachlichen Einwände der Oppositionsredner kurz und wirkungsvoll zurück. Vereinheitlichung des Sozialamtes der OAF. Berlin, 26. Aug. (DRB.) Reichsorganisations« leiter Dr. Ley hat laut „Jndie" folgende Anordnung getroffen: „Im Zuge der Durchführung der Leipziger Vereinbarung vom 26. März 1935 wurde das Wirisch a f t s a m t der DAF. errichtet. Die Wirt- schasts- und Sozialpolitik ist damit in ein enges Zusammenwirken innerhalb der Organisation der Deutschen Arbeitsfront gebracht. Zum Zwecke der Vereinheitlichung der gesamten Sozialpolitik innerhalb der Deutschen Arbeitsfront übernimmt das Sozialamt der DAF. die Aufgaben, die von den bisherigen Aem- tern „Amt für Arbeitspolitik" und „Amt für Sozialversicherung und Arbeitsfürsorge" durchgeführt wurden. Die Leitung übertrage ich dem Pg. M e n d e. Pg. P e p p l e r steht zu meiner besonderen Verfügung." ©er Bukarester Vertreter des „V.B." auögewiesen. Bukarest, 26. August. • ■'"W* > OB Bisher sieben Vermißte in Berlin geborgen. Ein neuer amtlicher Bericht. Berlin, 26. Aug. (DRV.) Am gestrigen Sonntag wurde mit derselben Beharrlichkeit und Energie an der Unfallstelle in der Hermann-Göring-Slraße weitergearbeitet. Auch während der Rächt ließen die Anstrengungen keine Minute nach. Es gelang, in den ersten Morgenstunden drei weitere Arbeiter zu finden. Zwei von ihnen konnten bald geborgen werden, während der dritte um 8.05 Uhr an die Erdoberfläche geschafft wurde. Rach einer halben Stunde, um 8.35 Uhr, wurde durch den Lautsprecher wieder Arbeitsruhe zu Ehren eines weiteren geborgenen Opfers befohlen. Wieder verstummte sofort aller Lärm, und wieder grüßten Hunderte von Männern mit erhobener Hand ihren toten Arbeitskameraden, der in den Ministergarten getragen wurde. Es sind bisher 7 Vermißte geborgen worden. Die Freilegung des achten Verunglückten mußte noch hinausgeschoben werden, da das undurchdringliche Trümmergewirr, das auf ihm liegt, wegen großer Rachsturzgefahr noch nicht beseitigt werden konnte. Rach ärztlichem Befund haben die bisher Geborgenen infolge der schweren Verletzungen sofort den Tod gefunden. Der am Montagabend über den Stand der Bergungsarbeiten an der Einsturzstelle aus» gegebene amtliche Bericht besagt u. a. folgendes: Der sieben Meter breite Sohlstollen in der Mitte der Einsturzstelle ist auf eine Länge von 35 Meter gebracht worden und wird weiter verlängert. Um auf jeden Fall in der Feststellung von Verschütteten sicherzugehen, ist dieser Stollen noch tiefer als die ursprüngliche Sohle ausgehoben roortien. Außerdem ist mit eisernen Sonden von 1,50 Meter Länge ber^ Untergrund noch in größerer Tiefe genau abgetastet worden. An den Kopfenden der Einbruchsstelle zeigt die Baustelle ein völlig verändertes Bild. Die ans beiden Enden eingesetzten Großkrane haben schnelle Arbeit geleistet und die Trümmer bündelweise gefördert. Um an den nunmehr freiligenden Kopfenden die Räumungsarbeiten bis auf die ursprüngliche Tunnelsohle vorzutreiben, wird hier ein besonderes Verfahren angewandt, wodurch höchste Sicherheit ohne Beeinträchtigung der Schnelligkeit der Bergungsarbeiten gewährleistet wird. Nach Fertigstellung ist nach menschlicher Voraussicht mit er Erreichung des Zieles dieser Arbeiten — der Bergung aller Toten — zu rechnen. Redemptoristen wegen ©evisenverbrechen angeklagt. 400000 Mark ins Ausland verschoben. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Vor dem Berliner Sondergericht begann heute ein Prozeß gegen zwölf Mitglieder des katholischen Ordens der Redemptoristen. Angeklagt sind der 49jährige Wilhelm Brinkmann aus Bochum, der 55jährige Wilh. Platte aus Bochum, der 66jährige Anton Walz aus Aachen, der 53jährige Wilhelm Mandel aus Bonn a. Rh., der 55jährige Bernhard Brinkmann aus Vaals (Holland), der 40jährige Karl Feldmann aus Trier, der 50jährige Johannes Kugel aus Heiligenstadt (Eichsfeld), der 51jährige Johann Peter Kox aus Heiligenstadt (Eichsfeld), der 32jährige Josef Oh rem aus Aachen (zur Zeit im Ausland), der 50jährige Josef Cremer aus Luxemburg (Stadt), der 45jährige Josef Kreutz aus Bonn (zur Zeit im Ausland) und der 51jährige Nikolaus Zoller aus Bonn a. Rh. Sämtlichen Angeklagten wird Devifenver- brechen in zahlreichen Fällen vorgeworfen. Dem Angeklagten Wilhelm Brinkmann wird außerdem noch schwere Urkundenfälschung zur Last gelegt, während sich die Angeschuldigten Bernhard Brinkmann, Johannes Kugel und Josef Cremer auch wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu verantworten haben. Dem Angeschuldigten Feldmann wird neben der Anklage wegen Devisenverbrechens noch Begünstigung vorgeworfen. Dem Angeklagten Walz wird noch Volksverrat zur Last gelegt (Nichtanbietung von Forderungen in ausländischer Währung). Nach dem Ergebnis der (Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der beteiligten Zollfahndungsstellen haben die Angeklagten, mit Ausnahme des angeschuldigten Zoller, die Devisenzuwiderhandlungen nach einem einheitlichen Plan begangen, der unter Leitung der Mitangeschuldigten Cremer und Kreutz von den übrigen Angeklagten durchgeführt wurde. Diese haben wiederum untereinander teils selbständig, teils mit anderen gemeinschaftlich gehandelt. In der Anklageschrift wird fest- gestellt, daß es allen Angeklagten darauf ankam, unter bewußter Schädigung des Reiches ihreOrdensprovinz durch Ausnutzung der Verbindungen zu den ausländischen Klöstern zu bereichern. Die von den Angeklagten ins Ausland unmittelbar verschobene Summe beträgt nach der Anklage rund 400 000 Mark. Die Verhandlung bringt sofort bei der Vernehmung des 49jährigen Ordensgeistlichen Wilhelm Brinkmann aus Bochum aufsehenerregende Enthüllungen. Der Angeklagte hat von dem flüchtigen Pater Josef Cremer aus Luxemburg (Stadt) laufend „Schenkungen" erhalten. Zunächst will er sich in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge über die Wertpapiere gefreut haben, die man ihm schenkungsweise zukommen ließ. Er verkaufte weisungsgemäß die Papiere und war dann angeblich sehr überrrascht, als er nun dem großzügigen Spender den Verkaufserlös wieder aushändigen sollte. Der Vorsitzende fragte den Angeklagten: „Sind Ihnen denn da keine Gewissenskonflikte gekommen?" Der Angeklagte schweigt. Dorf.: „Haben Sie von diesem auffälligen Verlangen Ihren Vorgesetzten keine Meldung erstattet?" Angekl.: „Nein. Ich sehe jetzt allerdings ein, daß das ein Fehler war." Er fährt dann fort: „Bei der zweiten Schenkung machte es Cremer wieder so und da war der Betrug fertig." Im August 1934 traf dann der Angeklagte Brinkmann in Aachen mit dem gleichfalls flüchtigen 45jährigen mitangeklagten Pater Kreutz zusammen, der damals noch im Kloster Vaals in Holland lebte. Kreutz fragte den Angeklagten, ob er für ihn nicht Devisen verkaufen wolle. Der Vors.: „Da hätten Sie doch nun sagen sollen, aha, Bruder Kreutz, ich kenne die Sache von Cremer, der schiebt genau so. Bei mir ist die Sache in guten Händen, ich schiebe nicht." Der Angeklagte erhielt im Oktober 1934 durch einen als Bote dienenden Ordensbruder Wertpapiere mit einem Stempel. Brinkmann wußte nicht, was dieser Stempel bedeuten sollte. Er zögerte daher zunächst mit dem Verkauf der Papiere, führte ihn später aber doch durch. Es kommt nun eine Angelegenheit zur Sprache, die an Frivolität und Pietätlosigkeit ihresgleichen sucht. Wie sich bei der weiteren Vernehmung herausstellt, hat der Angeklagte Brinkmann nämlich zum Zwecke des Verkaufes eine Schenkungsurkunde angefertigt und dabei bie Unterschrift eines inzwischen Der» ftorbenen 70jährigen Paters mißbraucht. Der greife Pater hatte kurz vor seinem Tobe eine Reise nach Rom angetreten unb bem Angeklagten einen herzlichen Abschiebsbries aus Vigo in Spanien geschickt. Auf biese Weise war Brinkmann in ben Besitz seiner Unterschrift gekommen. Er fälschte nun seinen Namenszug, um auf biefem Wege eine Schenkung bes bereits verstorbenen Paters vorzutäuschen, unb brückte ber gefäschten Unterschrift ben Klosterstempel bei. Vorsitzenber: „Warum haben Sie biesen pietätlosen Mißbrauch ausgeführt?" Angeklagter: „Weil ber Tote a l s Zeuge nicht mehr auftreten könnte." Bei bem Verkehr mit ben Behörden hat der An- ge.Iagfe von dieser gefälschten Urkunde Gebrauch gemacht. In der Nachmittagsverhandlung wurde der 55- jährige Ordensgeistliche Wilhelm Platte aus Bochum vernommen. Er bestritt, sich im Sinne ber Anklage schulbig gemacht zu haben. Er habe zwar Verkäufe von Wertpapieren getätigt, halte aber bie Schlußfolgerungen, bie bie Anklage baran knüpfe, für unzutreffenb. Auf Vorhalten bes Vorsitzenben mußte ber Angeklagte allerbings einräumen, baß er in feinem Orbenskleib Effekten im Werte von einigen taufenb Mark bei feiner lleberfieblung von Luxemburg nach Bochum mit über bie Grenze gebracht hat. Weiter find ihm von Pater Cremer im Oktober 1934 in einem Wertbriefe burch bie Post Effekten im Werte von 16 241 Mark nachgefanbt worben. Der Erlös würbe ihm von bem Angeklagten Wilhelm Brinkmann ausgehänbigt. Brinkmann hat in feiner Vernehmung bereits zugegeben, baß das Geld ins Ausland verschoben worden ist. Auch der Angeklagte Platte will damals schon gerüchteweise gehört haben, daß Gelder ins Ausland verschoben würden. Der Vorsitzende fragte ihn, weshalb ausgerechnet an ihn die Effekten von Cremer geschickt worden seien. Der Angeklagte gibt zunächst ausweichende Antworten und behauptet dann, daß ihm das Geld als [ein persönliches Eigentum „zugeteilt" worben fei. Der Vorfitzenbe weift ihn barauf hin, baß er bas Armutsgelübbe abgelegt habe unb infolgedessen kein Privateigentum haben könne. Spitzfindig erwidert ber Angeklagte: „Kanonisch unb kirchlich schon, z i v i l r e ch t l i ch ist bas aber anbers ! Wenn ein Geistlicher, ber zum Zölibat verpflichtet ist, heiratet, ist bie Ehe zivilrechtlich ja auch gültig." Der Angeklagte machte einen überaus unsicheren Einbruck unb suchte ihm unangenehmen Fragen mehrfach mit ber Feststellung auszuweichen, daß er sich darüber schon während der Voruntersuchung geäußert habe und zu diesen Punkten nichts mehr erklären wolle. Während ber Verhanblung suchte ber Angeklagte Wilhelm Brinkmann übrigens fein früheres Ge- ftänbnis einzuschränken unb erklärte, es bestehe doch bie Möglichkeit, baß bie ihm vom Angeklagten Platte überwiesenen 16 241 Mark nicht ins Äus- lanb verschoben, fonbern für ben Orben im In- lanb verbraucht moröen seien. Wie sich weiter ergibt, hat Platte für Brinkmann auch noch 2000 Mark Ablösungsanleihe verkauft. Anschließenb wurden bie Geschäfte erörtert, an benen ber 66jährige Anton Walz aus Aachen unb ber 53jährige Wilhelm Manbel aus Bonn beteiligt finb. Die niederdeutsche Ordensprovinz hat in Holland in den Jahren 1925, 1928 und 1929 drei Anleihen ausgenommen in Höhe von 125 000 und zweimal 150 000 Gulden. Die Anleihebeträge dienten im wesentlichen zum Ausbau ber Klöster Heiligenstabt, Berlin-Marienfelde, Glogau, Gleiwitz und Luxemburg. - Auch ber Angeklagte Walz hat, wie er im weiteren Verlauf ber Verhandlung zugibt, fein Orbenskleib zu Devisenschiebungen in Höhe von runb 58 000 Gulben (über 100 000 M.) mißbraucht. Die Anklage wirst bem Pater Manbel vor, baß er bem Mitangeklagten Walz bieses Gelb zur Verfügung gestellt habe, bamit er es über bie Grenze bringe. Manbel bestreitet jebe bewußte Beteiligung an ben Devisenschiebungen bes Paters Walz. Er will übrigens nur „K o n t r i b u t i o - n e n" einzelner Klöster im Betrage von 10 000 Mark an ben Pater Walz ausgeliefert haben. Dabei will er sich burch Rückfragen vergewissert haben, baß biese Summe tatsächlich im Inland Verwendung fand. Die Verhandlung wurde sodann auf Mittwochvormittag vertagt. Aus aller Wett. Glückwunsch des Reichsverkehrsministers an die Lufthansa. Der Reichspost- und Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach hat der Deutschen Lufthansa anläßlich der Vollendung des 10 0. Ozeanfluges im Südamerikabien st seine herzlichsten Glückwünsche unb feine befonbere Anerkennung ausgesprochen. Der Minister hat ba- bei hervorgehoben, baß bie Pünktlichkeit unb bie Regelmäßigkeit, mit benen ber Dienst burchgeführt wirb, von ber Umsicht und Tatkraft ber Leitung, ber Hingabe ber gesamten Gefolgschaft unb insbe- fonbere von bem hohen Können bes fliegerischen Personals zeugen. Er hofft mit Zuversicht auf eine weitere gute Entwicklung bes Verkehrs. „Graf Zeppelin* zur 11. Südamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute (Dienstag) früh 5.47 Uhr unter Führung von Ka- pitän P ruß zu seiner 11. biesjährigen Südamerika- fahrt gestartet. Sämtliche Plätze finb ausverkauft. Der deutsche Kunstflieger Gert Achgelis in Reuyork. Der deutsche Kunstflieger Gert Achgelis traf nach seiner erfolgreichen China-Tour an Bord seines Flugzeuges „Stieglitz" vom Flugplatz Newark kommend auf dem Bennett-Flugplatz in Neuyork ein« Eine große Menschenmenge bewunderte die Kunstflugvorführungen unb fpenbete bem Flieger bet Die MMiarden-Anleihe I VermietungenMS-chen t.Haus. u. etwas Labor? 4851A Werkstatt Photo — Kino im 77. Lebensjahr. 68BD Treis an der Lumda (Untergasse 5), 26. August 1935. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. August, nachmittags 4 Uhr statt 4853 D gibt laufend ab Tel. 3580 Ludwig Kröck gibt des Bretter Sperrholz Latten Bothldffe »on 3 »i, 20 v. S. erhalten Sie bet wiederholten Aufnahmen einer Am ei», Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Heinrich Klein II., Architekt Hausen, Watzenborn-Steinberg, Großen-Linden, Karlsruhe, den 26. August 1935. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Weigel Marie Happel, geb. Weigel nebst allen Angehörigen. Dachpappe Karbolineum HappelS Co. Mühlstr.18,Ruf3b25 sind obdachlos, und 4249 ertranken. Anschlag auf den D-Zug Lettin—Bukarest. Wie polnische Blätter aus Lemberg berichten, ist auf den D-Zug Berlin — Bukarest, der unweit von Lemberg zur Entgleisung kam, ein Anschlag verübt worden. Bisher nicht ermittelte Täter haben die Schrauben der Berbin- dungslaschen an den Schienen gelöst und dadurch die Entgleisung des Zuges hervorgerufen. Man nimmt aber an, daß es sich um einen Terrorakt ukrainischer Geheimbünde handelt. Dem Umstand, daß der Zug an der fraglichen Stelle nur langsam fuhr und nur wenige Fahrgäste hatte, ist es zu verdanken, daß der Unfall keine Menschenleben forderte. Mädchen für morgens zur Aushilfe gef.o3#o» SelterSweg 811 Die Beerdigung findet Mittwoch, 28. August, nacbm. um 3 Uhr statt. 4855 D Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft am 26. August unsere Hebe, unvergeßliche Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christina Weigel, geb. Peppier im 79. Lebensjahr. Meistermäßige Arbeit wird heute vom Publikum wieder geschätzt — besonders im photographischen Laboratorium, denn durch die eesteigerteEinpi findlichkeit des Materials wird die Arbeit immer schwieriger, so daß nur eingearbeit Fachleute und beste Einrichtungen gute Resultate liefern. Meine Kunden beweisen durch ihre Treue, daß sie mit der von mir geleisteten Arbeit zufrieden sind. Sind Sie auch schon Kunde bei meinem Todesanzeige. Heute nachmittag entschlief nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, unser Schwiegervater, GroLvater und Bruder Herr Heinrich Klein IL Der Fluthilfeausschuß der Provinz Honan jetzt die B e r l u st e in der Provinz infolge Hochwassers bekannt: Auf 16 000 Quadratkilometer wurde die gesamte Ernte vernichtet. 427 000 Häuser wurden zerstört; 2,6 Millionen Menschen Zur 463»D Berbslbesiellanß! Sämtlich. Sorten Kunstdünger billigst B. Trechsler Steinstr. 73. Tel. 3581 stücke von Frankfurt a. 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Kaufen Sie dieses Buch bei Ihrem Papierhändler, dort werden Sie richtig bedient. «gssv Reichsbund Deutscher Bürobedarfs- und Papierwarenhändler^Ortsgruppe Dietzen Der Führer und seine Mitarbeiter haben wieher- holt zum Ausdruck gebracht, daß die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft und insbesondere die Durchführung der Arbeitsschlacht in gewissem Sinne ein Wagnis seien, das endgültig erst durch den Erfolg gerechtfertigt werde „Erfolg nicht nur in d e m Sinne, daß für eine vielleicht nur kurze Zeit die Arbeitslosen wieder in Arbeit und Verdienst gebracht würben, sondern nachhaltiger Erfolg in dem Sinne, daß der einmal an gekurbelte Wirtschaftsmotor auch werter läuft, daß die Wirtschaft wieder verdient und in die Lage versetzt wird, die zunächst kurzfristige Finanzierung der Ankurbelungsmaßnahmen über kurz oder lang von sich aus zu konsolidieren. Dieser echte Erfolg der Regierungsmaßnahmen hat sich schon seit einiger Zeit herausge- {teilt in der zunehmenden Flüssigkeit des Geldmarktes, die ein Beweis dafür ist, daß die Wirtschaft durch die systematische Arbeitsbeschaffung der Regierung schon wieder in die Lage versetzt worden ist, ältere Kredite bei den Banken zurückzuzahlen und bereits neue Reserven zu bilden. Jedenfalls herrscht am Geldmarkt seit geraumer Zeit schon eine ftarke und steigende Nachfrage nach erstklassigen Anlagepapieren, die auch dadurch noch nicht befriedigt werden konnte, daß die Reichsbank dem Markte schon mehr als eine halbe Milliarde Sola-Wechsel der Golddiskontbank zur Verfügung gestellt hat. Vielmehr hielt ungeachtet dieser Abschöpfung erheblicher flüssiger Mittel die dauernd starke Nachfrage gerade nach 4,5prozen- tigen Reichsschatzanweisungen an, deren Laufzeiten terfahrplan seiner Reederei. Er wird seine letzte diesjährige Amerikareise in der zweiten Oktober- Hälfte ausführen. Im Winter soll das Schiff neuerlich überholt werden, um im März nächsten Jahres seinen Dienst wieder aufnehmen zu können. Zwei schwere Aulobusunfälle in Frankreich. Bei St. Julien Annecy im französischen Departement Haute Savoie stürzte ein Kraftomnibus mit über 30 Insassen in einen Abgrund. Der Wagen überschlug sich mehrere Male. Die Reisenden wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Schuld an dem Unglück hat der Lenker eines ent- gegenkommenden Kraftwagens, der nicht weit genug rechts fuhr und den Omnibusführer zwang, sich hart an den Rand des Abgrundes zu halten. — Ein ähnlicher Unfall ereignete sich zwischen Grenoble und St. Pierre-de-Chartteuse, wo ein Autobus infolge Bruchs der Steuerung in einen Abgrund stürzte. Vpn den Insassen wurden 10 verletzt. Zwei davon schweben in Lebensgefahr. Unwetter über Genua. Heber Genua ging ein schweres Unwetter nieder, das fünf Menschenleben forderte und in Stadt und Hafen großen Schaden anrichtete. Der Sturm deckte viele Dächer ab und riß Telegraphenmasten um. In verschiedenen Stadtteilen verursachte der Regen Ueberschwemungen. Das Gerüst einer in Bau befindlichen Brücke stürzte ein. Besonders schlimm wütete das Unwetter im Hafen, wo zahlreiche Dampfer und Boote beschädigt wurden. 30 Personen wurden z. T. schwer verletzt. Wildschweinplage in Wolhynien. In Wolhynien hat sich der Schwarzwild- bestand in diesem Jahre so stark vermehrt, daß die Ernte gefährdet ist. Schon jetzt ist ein erheblicher Teil der Getreide- und Kartoffelfelder durch die Wildschweine vernichtet. Mehrere Wildschweine gingen sogar am hellichten Tage in das Städtchen Poryck vor, wo sie unter der Bevölkerung eine Panik hervorriefen. Chinas „Seeräuber-fiönigitT gefangen genommen. Chinas berüchtigte Seeräuberin lang- tschintfchiao, in ausländischen Kreisen bekannt unter dem Namen „Seeräuber-Königin", wurde in Huitschou in der Nähe von Hongkong gefangen genommen. Ihre Banden hatten seit 10 Jahren von ihrem Hauptquartier in der Biasbucht aus die Küste Südchinas von Schanghai bis Hongkong unsicher gemacht und zahlreiche erfolgreiche Ueberfälle auf ausländische und chinesische Schiffe verübt. Riesiger Präriebrand in Argentinien. Bei Medonas in der Provinz Entreios, etwa 230 Kilometer nördlich von Buenos Aires, wütet in 25 Kilometer Breite ein Präriebrand, der Me- Wei-moii (Anfeuerholz ) <(ud Mittwoch, 28. Aug., nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe imBersteigerungs^ lokal,3um Löwen',Neuenweg 28) zwangsweise gegen Barzahlung: Haus-, Laden- u. Büromöbel verschied. Art (neu it. gebr.), Schreibmaschinen, Schrank- und Koffer- Grammophone, 1 Geige, Nähmaschinen, Kassenschränke, Registrierkassen,Damen-Spangen- und Kragenschuhe, Büchergestelle, Re- clamhefte, Bücher versch. Inhalts, Bettfedern, Besen, Wäscheleinen, 1 Hobelbank, Ackerleinen, Pinsel, Bürsten, Zahnbürsten, Fensterleder, 1 Personenwagen, IFramo- lieferwagen, 1 Pianino, Möbelstoff, Herren- und Damenschnürschäfte, 1 Lederwalze, 1 Schäftesteppmaschine, 1 gr. Posten Handschuhe, Hüte, Autohauben, Strickwesten, Kragen, 1 Klingermappe, 1 Photoapparat. «8s«v Bittorf, Gerichtsvollzieher, Gießen Steinstraße 42 Telefon 3660. infolgedessen schon bis auf mehr als dreieinhalb Jahre verlängert werden konnten und die damit bereits eher den Charakter einer mittelfristigen, als einer kurzfristigen Anlage angenommen haben. Es ist also nicht weiter verwunderlich, daß das Reich diese günstige Verfassung des Geldmarktes jetzt benutzt hat, um hie Finanzierungder Arbeitsbeschaffung im weiteren A u s- mah von einer Milliarde zu konsolidie- r e n. Ueberdies lag die neue Finanztransaktion, die in der Ausgabe von 500 Millionen 4,5prozenttger Reichsschatzanweisungen mit lOjähriger Laufzeit zum Kurse von 98,75 v. H., sowie in der Unterbringung einer weiteren halben Milliarde bei den (Sparfahen besteht, nach den Andeutungen, die der mit der Führung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragte Reichsbankpräsident Dr. Schacht anläßlich der Eröffnung der Dftmeffe gemacht hatte, schon in der Luft. In dieser Rede hatte Dr. Schacht bekanntlich darauf hingewiesen, daß zu Lasten der kurzfristigen Gelder Vorgriffe auf eine spätere Dauerfinanzierung gemacht werden mußten, daß diese spätere Konsolidierung selbstverständlich eine unerläßliche Aufgabe sei und daß wir sie letzten Endes der S p a r t r a f t unseres Volkes anvertrauen mühten. Der interessantere Teil der neuen Milliarden-Anleihe ist zweifellos die zur öffentlichen Zeichnung aufgelegte Hälfte. Denn damit wird zum ersten Male von der nationalsozialistischen Regierung dieser Weg beschritten, nachdem sie in weiser Beschränkung und rich- tiger Beurteilung der Lage des Geldmarktes diesen für eine Inanspruchnahme erst hat reif werden lassen. Druckschriften ■■■■■■■■■ in gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen voii Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 mit Büro auch a. Verkaufsraum geeignet, per 1. Sept, zu vermieten. 485»d Brüder Schmidt Seltersweg 77. | Mietgesuche"] 2 möhl. Zimmer zum 1. Septbr., mögt mit separ. Eingang,gesucht. Angeb.mit Preis T.Jalms,Markt- P Sauber.fleißiges Mädchen für halbe Tage gesucht. 03618 Ludwigsvlatz 4 im Laden. Verschiedenes | Für den Jäger und vogelfreund! OnsereRaDbvöqel ao der Jagd Anleitung zum richt!- gen Anspr-chei der heimischen 9laut.,ogel mit 35 Abbildungen von Dr.C. Demandt. Herausgegeben von der Staatlichen Stell« für Naturdenkmal- pflege in Preußen. Preis kart.NM.-.60 Das Heftchen bringt mit vielen Umrihzeich. nungen die äußere (Er- fcheinungunsererwich. tigsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Neven den wichtinften Form» und Grötzenan- gaben sind auch die Flugart und der Rus kurz gekennzeichnet. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Tödlicher Unfall. Eine Unsitte fordert ein junges Menschenleben zum Opfer. Heute morgen ereignete sich im Wißmarer Weg ein tödlicher Unfall. Ein junger Mann aus Wißmar, der mit dem Fahrrad nach seiner Arbeitsstätte in Gießen unterwegs war, hatte sich an einen Lastkraftwagen einer hiesigen Firma gehängt, um so rascher vorwärts zu kommen. Diese viel beob- achtete Unsitte wurde dem jungen Mann zum Verhängnis. Als ein zweiter Lastkraftwagen den vor- ausgefahrenen Kraftwagen und den Radfahrer über- holen wollte, bog der Führer des ersten Lastkraftwagens scharf nach rechts ab, um seinen Kollegen vorbeizulassen. Der Radfahrer, der sich an der hinteren rechten Ecke festgehalten hatte, konnte sich nicht rasch ge- nug vom Wagen lösen und fuhr nun mit großer Wucht gegen einen Baum. Der junge Mann sank sofort tot vom Rade. Der bedauernswerte Verunglückte hatte keine äußerlich sichtbaren Verletzungen erlitten. Anscheinend schlug er gerade mit der Schläfe gegen den Baum. seiner Landung lebhaftesten Beifall. Fachmännische Urteile amerikanischer Flieger gingen dahin, daß dem Deutschen niemand seine Kunstfluge in niedrigster Höhe nachmache. Gert Achgelis wird in Cleve- land, wie im voriger Jahre, auf Sondereinladung des Nationalen Ausschusses am Flugtag teilnehmen. Der deutsche Kunstflieger beabsichtigt, am 5. September nach Neuyork zurückzufliegen und dann sein Flugzeug zur Rückreise nach Deutschland an Bord des Lloyd-Dampfers „Europa" zu bringen. Damit wird die erste Kunstflug-Tournee um die Welt vollendet fein. 75 000 Reichsmark auf Los Nr. 78 198. In der letzten Dormittagsziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie wurden 7 5 000 Reichsmark auf die Nummer 78 198 gezogen. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in Ostpreußen und in der zweiten Abteilung in Achteln in Oberschlesien gespielt. Wegen Landesverrats zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der 20jährige Johann Gorski aus Köln-Kalk ist durch Urteil des 3. Senats des Volksgerichtshofes in Berlin wegen Landesverrats zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Frau Jünemann hingerichtet. Im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ist die 24 Jahre alte Charlotte Jünemann hin gerichtet wollen, die vom Schwurgericht II bei dem Landgericht Berlin wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Die Verurteilte hatte Ende Januar und Anfang Februar dieses Jahres ihre drei kleinen Kinder, die ihr bei ihrem ausschwerfen- den Lebenswandel und ihren Beziehungen zu einem Mann im Wege waren, in einem abgelegenen Zimmer eingeschlossen und verhungern und ver- dursten lassen. — Ferner wurde im Strafgesangnis Berlin-Plötzensee der am 4. September 1911 geborene Willi Gehrke hingen chtet, der vom Schwurgericht I in Berlin wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Der bereits vorbestrafte Verurteilte hat in der Nacht vom 29. zum 30. Jan. 1934 die 49jährige ledige Anna Kabus, die in Berlin eine Schankwirtschast betrieb, nach vorbedachtem Plan in ihrem Schankraum erdrosselt, um sich den Inhalt der Ladenkasse aneignen zu können. Sechs Devisenschieber unschädlich gemacht. Durch die Aufmerksamkeit von Beamten der Zoll- sahndungsstelle Köln konnte jetzt wieder eine De- Visenschiebung aufgedeckt werden. Schon einige Zeit hegte man den Verdacht, daß mit einem holländischen Reiseomnibus, der in letzter Zeit mehrfach die Grenze passiert hatte, Devisen verschoben wurden. Nach eingehender Beobachtung wurde der Wagen in einer der letzten Nächte an der Grenze beim Zollamt Karten gestellt und einer genauen Durchsuchung unterzogen. Tatsächlich fand man in der Wandoerschalung des Wagens Gulden- und Reichsmarkbeträge, die über die^Grenze Der» f ch o b e n werden sollten. Sechs Insassen wurden f e ft g e n o m m e n. Nicht allein, daß man auf Registermarkschecks abgehobene Beträge über die Grenze zu bringen versuchte, sondern auch in Deutschland unberechtigterweise angekaufte Gulden sollten verschoben werden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen verfiel der Reiseomnibus der Beschlagnahme. Aufklärung eines merkwürdigen Falles von Kindesentführung in Hamburg. Die rätselhafte Entführung des sechs Monate alten Horst Behrrnann aus einem Hamburger Kinderkrankenhaus am 11. Mai d. I. hat nunmehr restlos Aufklärung gefunden. Danach hat eine Frau, deren Ehe ohne Kinder geblieben war, den Knaben durch eine Bekannte aus dem Krankenhaus entführen lassen, und zwar ohne Wissen ihres Ehemannes. Sie täuschte ihrem Mann gegenüber eine Schwangerschaft vor, was ihr ebenfalls mit Hilfe ihrer Bekannten gelang. Diese Bekannte, die stark verschuldet ist, erhielt für die Beschaffung des Kindes ein Honorar in Höhe von 35 Mark. Die beiden Frauen sind von der Polizei verhaftet worden. Die Frau, die auf unrechtmäßige Weise in den Besitz des Knaben gelangte, hat bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Knabe konnte seinen glücklichen Eltern wohlbehalten wieder zurückgegeben werden. keine Winlerfahrten der „Normandie". Nach einer Meldung der „Libertä" aus Le Havre flndet sich der neue französische Riesen- Kämpfer „Normandie" nicht auf dem Win- Keiae Ursprünge- Zeugnisse, >andern nut Zeugnis- a6fd)tiften dem Be- werbungchchreiben beU legen! — Lichtbilder undBewerbungSunter» lagen mühen zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rückseite >J?a* men und Anschrift der Bewerber- tragen l Tüchtige Srifeiife sofort ob. später gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03620 an o. Gieß. Anz. Z. 1. Sept, wirb f. Einfam.-Haus ein tücht., solibes Büchettisch. — Bibliographie zur hessischen Geschickte für 1933 und 1934. Bearbeitet von Dr. Ludwig (Hemm, Archiorat in Darmstadt. 79 Seiten. Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1935. — (256) — Die vorliegende Bibliographie, die sich zeitlich an die Bibliographie zur hessischen Geschichte für 1931/32 anschließt, behält die früher getroffene räumliche Abgrenzung bei, faßt den Begriff der Geschichte nicht eng, erweitert den Kreis der herangezogenen Zeitschriften, mußte aber begreiflicherweise auf die Auswertung der Zeitungen, mit wenigen Ausnahmen, verzichten; in der Gruppierung des Stoffes sind einige Aenderun- gen eingetreten, so wurde die Einteilung nach Provinzen aufgegeben. Im einzelnen verarbeitet die Bibliographie, die ein bemerkenswert umfangreiches Material zusammenträgt, folgende, vielfach in sich untergliederte Stoffgebiete: Allgemeines; Quellensammlungen; Geschichte; frühere Territorien innerhalb Hessens; Kirche, Unterricht; Literaturgeschichte, Dichtung; Kunstgeschichte; Recht, Verfassung; Wirt- fchafts- und Sozialgeschichte; Kulturgeschichte; Volkskunde; Juden; Wappen und Siegel, Münzen; Ortsgeschichte; Familienkunde. — Die Leser der „Heimat im Bild" werben zahlreiche Beiträge der letzten Zeit in her mit dankenswerter Sorgfalt und Uebersicht zusammengestellten Bibliographie wiederfinden. — In den Nachrichten der Gießener Hochschulgefell schäft (Druck und Verlage Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen) finden wir im 3. Heft des 10. Bandes u. a. folgende interessante wissenschaftliche Beiträge: „Neue Fortschritte in der Behandlung innerer Krankheiten" von Helmut R e i n w e i n ; „Schicksale eines Gießener Lizentiaten der Theologie" von Friedrich Engel; „Die rechtliche Volkskunde als Lehrfach" von Karl Frölich; „Gießener Promotionen" von Georg Lehnert; „Der Briefwechsel von Leibniz mit Gießener Mathematikern" von Wilhelm L o r e y. — Dr. med. Gerhard Ockel: Sag Du es Deinem Kinde, Einführung des Kindes und Jugendlichen in die Fragen nach Geburt, Zeugung und Liebesleben, ein praktischer Ratgeber für Eltern und Erzieher. Preis 1,80 Mark. Falken-Ver- lag, Berlin-Lichterfelde. — (22) — Das vom Rassenpolitischen Amt der NSDAP, und von der Prü- sungskommission zum Schutze des NS.-Schristtums warm empfohlene Büchlein ist in der Hand verständiger Eltern und Erzieher gewiß ein guter Wegweiser durch ein besonders schwieriges Kapitel der Erziehung, von dessen richtiger Behandlung für das Lebensglück und die Gesundheit des jungen Menschenkindes ungeheuer viel abhängt. Hauptfchriftleiter: Dr. Fr. W. Lange; stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumscheim Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck; verantwortlich für den Inhalt der Ayzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. donas und die umliegenden Siedlungen bedroht. Das Feuer zieht in Richtung auf die Stadt Guale» guay weiter und dürfte noch tagelang andauern. Der Schaden ist sehr groß. Furchtbare Zahlen aus dem chinesischen hochwassergebiet. Feierliche Weihe des neuen Bischofs von Mainz. LPD. Mainz, 24. August. Am Samstag fand im Dom zu Mainz die feierliche Weihe des neuernannten Bischofs von Mainz, Dr. Albert S t o t) r , statt. Der Bischof wurde von der Geistlichkeit unter Führung des Erzbischofs von Freiburg und der Bischöfe von Rottenburg und Speyer vom Bischofsplatz feierlich eingeholt. Eine große Menschenmenge umsäumte die festlich geschmückten Straßen, durch die sich der Zug bewegte. Im Dom vollzog sich dann der Weiheakt im Rahmen eines Pontifikalamtes. Der neugewählte Bischof legte hier in die Hände des Erzbischofs von Freiburg den kirchlichen Treueid ab. Den Schluß der Feier bildete das Tedeum, worauf Bischof Dr. S t o h r zum ersten Male den bischöflichen Segen erteilte und eine kurze Ansprache an die Versammelten richtete. Die Weihe des Bischofs ist eine rein kirchliche Weihe, durch welche der neuernannte Bischof den Rang und die Würde eines Oberhirten durch Salbung und Verleihung der Insignien erhält. Die Inthronisation ist eine Feierlichkeit für sich. Sie erfolgt erst später. Zwischen Weihe und Jnthro» nisation liegt gemäß den Vorschriften des Reichskonkordats die Leistung des Treueids in die Hände des Reichsstatthalters. Gartenarb. geh Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d.G.A. Zuverl., ehrliches topiiÄtai für IF.Sept.oder 1 Ott. in Haush. von 2 Person, in Gießen gesucht. Schr.Angeb.unt. 4857Da. d.G.A. Tüchtig., solides Mädchen für Haus- und Gartenarbeit ganz od.tagsüber gesucht. 0361? Diezstraße 11. MeineAnzeigeu mer- und Herbstferien der Volksschule — im Hofe der alten Schule statt. Der Kirchplatz war diesmal wegen des Windes nicht günstig. Es waren nicht nur die Eltern der Kleinen erschienen, sondern auch viele Zuschauer und Freunde der Kleinkinderschule. Nach einleitendem Spiel des Posaunenchors, gemeinsamem Gesang und Sprechchören der Kleinen, hielt der Ortspfarrer eine Ansprache, in der er hervorhob, daß die hiesige Kleinkinderschule bereits 43 Jahre bestehe und zum Wohle der Gemeinde segensreich gewirkt habe. Es sei eine Freude, den Kleinen ^uzuhören, wenn sie ihre Sprüchlein sagten. Wenn sie auch noch nicht alles verstünden, so gebe dies doch die Grundlage für den christlichen Glauben. Danach folgten die Spiele der Kleinen, auch als kleiner Gesangverein, der viel Beifall sand, stellte sich die Kinderschar dar. Der Pfarrer sprach den Dank an Schwester Emma, die in mühevoller Arbeit, aber mit Freude und Geduld die Kleinen betreut, aus. Zum Schluß erhielt jedes Kind — wie immer bei den Sommerfesten — eine Brezel. § Mainzlar, 26. August. Am Sonntagvormittag fand eine Hebung der hiesigen Pflicht- feuerwehr statt. — Am Nachmittag wurde hier unter den drei Linden bei Müller Schmitz ein Missionsfest veranstaltet. Zur Bereicherung des Festes wirkte der Posaunenchor mit. "V Treis (Lda.), 26. Aug. Die hiesige Evangelische Frauenhilfe und die NS.-Frauenschaft brachten gestern bei dem schönen Reisewetter, das auf die regnerische Nacht folgte, ihren lange geplanten und mehrmals verschobenen Jahresausflug zustande, der ins schöne Lahntal, nach Braunfels und Wetzlar führte. In Braunfels wurde zunächst der Gottesdienst besucht und dann das Schloß und seine Umgebung besichtigt. Nach einem einfachen Mittagessen ging es auf einem schönen Waldweg über den Berg nach Station Braunfels zurück, und von dort mit der Bahn nach Wetzlar, wo der Dom und die Goethestätten in Augenschein genommen wurden. Alle Teilnehmerinnen kehrten am Abend sehr befriedigt von dem Ausflug heim. + Grünberg, 26. August. Der G r ü n b e r - ger Pferde-Versicherungs-Verein hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Adolf Repp Witwe unter dem Vorsitz seines Direktors, Karl Schäfer I. (Grünberg), feine 58. ordentliche Mitgliederversammlung ab, an der 80 Mitglieder teilnahmen. Nach dem Geschäftsbericht waren versichert: im ersten Halbjahr 842 Pferde mit einem Dersicherungskapital von 495 444 Mark, im zweiten Halbjahr 840 Pferde mit einem Versicherungskapital von 497 300 Mark. An Entschädigungen wurden für 66 Pferde 19 992,50 Mark gezahlt. Die Rechnung ergab bei einer Einnahme von 19 948,65 Mark und einer Ausgabe von 23 884,90 Mark einen Fehlbetrag von 3936,25 Mark, der dem Reservefonds entnommen wurde. Das Vereinsvermögen stellte sich am Schlüsse des Geschäftsjahres auf 10 846,70 Mark. Der Mitgliederstand stieg von 578 auf 589. Nach erfolgter Rechnungsablage wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Außer einigen formellen Satzungsänderungen wurde der Prämiensatz in der Trächtigkeitsoersicherung auf 4 o. H. (seither 3 v. H.) und die Versicherungsdauer der Fohlen auf ein Vierteljahr (seither 42 Tage) festgesetzt. Für den Anschluß des Vereins an die Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt Gießen, der von der Versammlung abgelehnt wurde, sprach dann noch Bezirksbauernführer, Bürgermeister Metzger (Röthges). Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler chloß der Vorsitzende die Versammlung. Z Steinbach, 23. Aug. Im Gasthaus „Zum Einhorn" fand die Verleihung der Krieger-Ehrenkreuze statt. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Pg. Rink gedachte in einer Eröffnungsansprache der Gefallenen des Weltkrieges. Die Anwesenden ehrten die toten Helden, indem sie sich von ihren Plätzen erhoben. Die Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Der Redner betonte dann, daß Deutschland in diesen Krieg gegen seinen Willen hineingetrieben worden sei, daß es immer das jüdische Großkapital sei, das aus den Kriegen der Völker Nutzen ziehe. Er kam ferner auf die heutige weltpolitische Lage zu sprechen. Das neue Deutschland gehe unbeirrbar den einmal für recht erkannten Weg unter der Führung des Soldaten des Weltkrieges Adolf Hitler. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer beschloß er seine Rede. Anschließend erfolgte die Verleihung der Ehrenkreuze. Der Führer des hiesigen Kriegervereins, H. Sehrt, wies hierauf in einer Ansprache besonders darauf hin, daß uns durch unseren Führer die allgemeine Wehrpflicht wieder geschenkt worden ist. Pg. Gerhard ermahnte die Anwesenden, stets die Kameradschaft der Front aufrechtzuerhalten. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied beschlossen die würdige Feier, die von Musikstücken umrahmt wurde. — Dieser Tage fand hier die Aufführung des Films „Ich für dich, du für mich" von der Gaufilmstelle der NSDAP, in der Wirtschaft „Zum Einhorn" statt. Der Filmabend wurde eröffnet durch eine Ansprache des Ortspropagandaleiters Pg. Größer. Er betonte, daß gerade durch den Film im neuen Deutschland wertvolle Schulungsarbeit im Sinne der NSDAP, geleistet werde. Der Film sand ungeteilten Beifall aller Zuschauer. ■ Hausen, 26. Aug. Als es in der Nacht zum Sonntag anhaltend regnete, dachte wohl jeder, daß die Kirchweih ins Wasser fallen werde. Aber es kam anders! Am Sonntagnachmittag herrschte strahlender Sonnenschein, und so konnte sich denn auf der Au am Bahndamm das gewohnte Kirchweihtreiben entwickeln. Die Kapelle Bender schuf bald frohe Stimmung. Am Abend zog die Musikkapelle, begleitet von der 3ugenö, in die Wirt- schäften zum weiteren Tanz. Am Montag gab es gerade wieder zur rechten Zeit strahlenden Sonnenschein und wieder herrschte dasselbe frohe Treiben Geläudesport-Arbeitsgemeinschasten. Eine Verfügung des Stabschefs Luhe. — Das SA.-Sportabzeichen für jeden jungen Deutschen! B e r [ t n, 26. Aug. (DNB.) Die Oberste S A.- Führuna teilt mit: In der Neustiftung des S A. - S p o r't a b z e i - ch e n s vom 15. Februar 1935 hat der Führer verfügt: „Um der Pflege wehrhaften Geistes in allen Teilen des deutschen Volkes bewußten Ausdruck zu verleihen, bestimme ich, daß das SA.-Sportabzeichen auch von Nichtangehörigen der Bewegung erworben und getragen werden darf, sofern sie rassisch und weltanschaulich den nationalsozialistischen Voraussetzungen entsprechen." Die Möglichkeit, das S 2l.- Sportabzeichen zu erwerben, ist damit allen Volksgenossen gegeben. Jene Volksgenossen, die keiner Gliederung der Partei angehören, können das SA.-Sportabzeichen also unter denselben Bedingungen wie die Angehörigen der SA., SS. usw. erwerben, doch müssen sie zu diesem Zweck in eine Gelände-Sport-Ar- beitsgemelnschaft eintreten. In einer Verfügung hat Stabschef Lutze angeordnet, daß die Aufstellung von Geländesport-Arbeitsgemeinschaften, in denen Nichtangehörigen der Partei Gelegenheit gegeben ist, das SA.-Sportabzeichen zu erwerben, mit allen Mitteln zu fördern ist und daß Anmeldungen zur Teilnahme an der Vorbereitung einer Geländesport-Arbeitsgemein, schäft zwecks Erwerb des SA.-Sportabzeichens von jedem SA. - Führer anzunehmen und auf dem Dienstweg dem zuständigen Prüfer zuzuleiten find. Von dieser Möglichkeit hat bisher nur ein Teil Der Organisationen und Volksgenossen Gebrauch gemacht, es ist aber im Sinne der nationalsozialistischen Staatsauffassung wünschenswert, wenn alle Organisationen des neuen Reiches und alle wehrhaften Jungen und Männer den ethischen Sinn des SA.-Sportabzeichens erfassen und dementsprechend handeln. Das SA.-Sportabzeichen ist mit der Stiftung durch den Führer zum Leiftungsabzel- chender gesamten deutschenJugend erhoben worden. In der kurzen Zeit seines Bestehens seit der erstmaligen Stiftung haben an 500 000 deutsche Jungen und Männer sich der umfassenden Leistungsprüfung unterzogen und die grundlegende Forderung des nationalsozialistischen Deutschlands, die kämpferische und geistige Einsatzbereitschaft zu erhalten, erfüllt. Es muß daher das Ziel eines jeden jungen Deutschen sein, das SA.-Sportabzeichen zu erwerben. fireis Wetzlar. an die Spitze, Schaumburg ließ ihn aber nicht aus 13. Becker, Gef. 13/116, 55 Meter. MF Umbau ist beendet! Wir laden Sie zu zwangloser Besichtigung unserer neuen, modern ausgestatteten Ladenräume und unserer weltbekannten Qualitätserzeugnisse ein: Bestecke,Tafel- und Ziergeräte in Echtsilber und schwerversilbert, kunstgewerbliche Gegenstände aus Kristall und Metall, Beleuchtungskörper, Metallporzellan, Marmorwaren, Ikora- Schmuck usw. 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August 1935 Aus jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 75000 M. 2 Gewinne zu 5000 M. 6 Gewinne zu 3000 M. 24 Gewinne zu 2000 M. 190361 194176 194941 78198 229204 25297 238529 329011 10831 11656 30983 241319 265073 276945 278069 296022 349382 N 42 Gewinne zu 1000 M. 6020 13966 14935 23999 24493 35668 58909 8ß482 103759 137933 171626 202098 214683 233743 257811 261712 302113 302212 323086 330535 361890 48803 88 Gewinne zu 500 M. 9606 31853 45520 53191 59144 59794 60860 65285 96391 99533 108799 109107 141697 150437 152975 154483 168812 176201 186440 217094 232587 242635 246347 247050 248578 252622 253331 257873 267633 283085 284368 296220 313385 323814 343282 351323 360839 364666 376679 394123 397780 399251 382114 354 Gewinne zu 300 M. 872 8639 9172 10439 14608 15991 17478 17883 18697 20442 26994 27334 27888 33985 36050 38607 39897 46008 47263 48444 50006 52235 52985 63911 65072 65338 66225 67980 68574 70624 71046 72392 79833 79920 83321 83428 85612 86009 88047 89408 90035 93045 93362 94092 95195 97410 100712 106795 111684 111731 112296 113253 118191 119976 120412 120653 121090 121495 122924 125144 125162 127429 130036 133093 133579 134000 135451 135640 137164 138740 139238 140931 141828 144197 168046 172129 173012 177056 180264 181688 l82054 184606 184832 185253 186451 191227 191498 195525 196314 197050 199760 199771 202798 203839 205344 206204 206403 206543 212260 212893 215028 217443 219239 219730 221691 222512 225143 226109 226447 226685 226899 228474 228894 230634 231484 235887 241356 242295 250769 253542 255019 258304 263803 '266840 270704 271802 272194 272778 275566 280906 281584 282993 283294 288729 291240 294866 296049 296086 296308 297474 299423 307811 309851 310437 313601 318755 318990 323681 325229 325417 325927 331291 339037 339473 340221 341836 352788 353017 353350 360518 362479 363784 364541 364568 366960 377140 378337 379135 382409 383505 384415 387012 392473 396198 398585 398996 384528 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 28830 2 Gewinne zu 5000 M. 162557 8 Gewinne zu 3000 M. 46271 55448 168961 6 Gewinne zu 2000 M. 43048 80855 370116 38 Gewinne zu 1000 M. 143 27890 41699 110301 115764 115947 128408 138583 84602 175380 210549 214194 225031 291208 310109 365955 376397 389601 338913 84 Gewinne zu 500 M. 821 3662 10979 57981 96756 109570 112776 124802 140213 140478 147676 153554 154701 154808 156035 161787 163380 165690 174770 183190 203872 210055 211209 238563 240156 243896 254246 256229 261046 275799 278209 285226 292538 300153 310775 318049 322771 328317 330738 368591 393739 366032 324 Gewinne zu 300 M. 4442 5640 7589 i 8180 9324 10430 11395 16223 20826 22375 26808 26917 31011 31016 32956 41778 43446 43608 45497 62984 53512 58117 61640 62968 63447 65689 66507 68356 73468 73509 77486 79053 81571 82190 89445 90084 94414 95020 95414 96189 101207 103408 104177 105972 106728 107299 108552 112516 112863 112979 116927 118157 121900 126895 128650 132384 133491 136937 136991 137575 144905 146199 147007 152293 164526 154704 155002 156731 162985 163949 164184 168675 168690 169620 172233 175561 177904 180020 182800 184923 185489 185938 187173 192027 199640 200264 201104 202528 206280 219681 222321 222449 228060 228308 230028 233852 234032 234275 234662 236826 238421 242456 242974 244553 248910 252392 255590 258341 259532 259624 261564 263157 265495 269206 271582 274867 275321 276406 277506 284441 286130 292116 292388 296606 296914 297704 306168 306906 312555 315602 316334 321085 323443 323572 325031 327975 330311 336889 337399 338119 339298 340609 341136 342299 343600 351780 357388 358850 364579 364819 368411 369143 369788 371681 374022 374945 375618 379473 381981 392329 396729 380745 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000. 4 zu je 50000, 2 zu je 80000, 4 zu ie 20000. 46 zu je 10000, 72 zu je 5000, 206 zu ie 3000, 446 zu je 2000, 1390 zu je 1000, 2148 zu ie 500, 8658 zu ie 300 Mk. 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(yy r.uer Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Dienstag, rr.August (935 Die Fahnen für die Fliegerstürme Spaziergang durch deutsche Tabakfelder. Besuch im Tabakforschungsinftitut in Forchheim. - Auf die Qualität kommt es an. Erste Großernte aus nikotinfreiem Tabak. 23cm unserem H.d.-Sonderberichterfkatter. st eh e n. Natürlich sind die Felder noch derartig klein, daß sie auf dem Tabakmarkt nicht erheblich in Erscheinung treten. Ist auch die Ernte dieses Jahres mit voraussichtlich 2500 Zentnern deutschorientalischen Zigarettentabaks im Vergleich zu dem Ergebnis des Vorjahres und der weiter zurückliegenden Jahre ganz bedeutend — im Jahre 1933 wurden 50 Zentner geerntet! —, so treten solche Mengen gegenüber dem deutschen Tabakbedarf (39 Millionen Kilogramm allein für Zigaretten im Jahre 1928!) vorläufig noch nicht wesentlich in Erscheinung. Wesentlich ist im Augenblick nicht die mengenmäßig bedeutende Erzeugung von feinem Zigarettentabak, sondern die Hochzüchtu,ng der Qualität. Daß diese Frage schon weitgehend gelöst ist, geht aus einem drastischen Beispiel hervor. Das Tabakforschungsinstitut gab eine kleine Menge auf deutschem Boden gezüchteten und hier fermentierten Zigarettentabak aus der Hand. Der neue Besitzer dieses rauchfertigen Tabaks legte den Tabak mazedonischen Sachverständigen zur Begutachtung mit dem Ersuchen vor, ihm große Mengen der gleichen Sorte nachzuweisen und auf seine Anforderung eventuell zu beschaffen. Das Urteil der Auf dem diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg wird Reichsluftfahrtminister General der Flieger Göring neue Flieger- und Segelfliegersturmfahnen weihen. Diese Fahnen werden künftig von den Flieger- und Segelfliegerstürmen geführt. Jede der beiden Fahnen zeigt das DLV.-Abzeichen auf blauem Grunde. Die Flieger-Sturmsahne ist silbern umrandet und trägt einen Adler auf dem Fahnenschaft, während die Segelflieger-Sturmfahne (links) mit einem roten Rand eingefaßt ist und auf dem Fahnen- fchaft eine Lanzettspitze trägt. — (Weltbild-M.) lichem nikotinfreien Tabak ist da. Aus Tabak der Ernte von Forchheimer Feldern. Aber die ol9a' rettenschachteln tragen noch den Vermerk: „Je ur versuchsweise h e r g e st e l l tIn den Gondel kommen die natürlichen nikotinfreien Zigaretten vorerst noch nicht, erst müssen ausreichende Tabak- mengen geerntet werden. Gewöhnliche Zigaretten- und Zigarrentabake enthalten 1,2 bis 2,5 v. H. Nikotin. Der nikotinreiche Tabak enthält 6 bis 8 v. H. Nikotin. Die log. nikotinarmen Zigaretten, deren Nikotingehalt dem Tabak künstlich nach der Reife in erheblichem Grade entzogen worden ist, weisen noch etwa 0,5 v. H. Nikotmreichtum auf. Der natürliche nikotinfreie Tabak dagegen enthält kein Nikotin. Der Mann, der seinem Lande in dem deutschorientalischen und in dem nikotinfreien Tabak neue Rohstoffe schenkte, weiß dem Besucher mit Selbstverständlichkeit der Wunder so viele zu zeigen, daß man sie nur lose aneinanderzureihen vermag. Da sind sonderbare Pflanzen, die Linnö noch nicht in seinen botanischen Büchern verzeichnen konnte: oben Tomate, unten Tabak. Da sind die Urtomaten, klein wie Stachelbeeren, an Geschmack aber so reich, daß erst drei oder vier der uns bekannten großen Tomaten eine der kleinen „Tomatenbeeren" auf- wiegen dürften. Ein Hunderte von Metern langes Feld stellt das „S o r t e n r e g i st e r " aller deutschen Tabakpflanzungen dar, eine Kartei, die nicht in das größte Archiv hineinpassen würde. Dieses Sortenregister gehört dem Reichsnährstand, die Samen und Blatter werden später sorgfältig nach Namen und Art aufbewahrt, um Vergleiche anstellen zu können und einen Ueberblick zu haben, welche Tabakarten in , Deutschland mit Erfolg angebaut werden. Zum Rüstzeug des Tabakforschungsinstiwtes ge- hören mustergültig eingerichtete Laboratorien. Mikroskopische und Reagenzversuche gehören ebenso !zur praktischen Arbeit der Tabakforscher rote Die anbau ausgenommen worden ist, haben englische Sachverständige ein Tabakforschungsinstitut nach 1 dem Vorbild von Forchheim eingerichtet. Die britische Regierung machte daraufhin dem Forschungsinstitut von Forchheim zum Dank für die deutsche Unterstützung der Arbeiten in Salisbury ein wahrhaft „weltumspannendes" Geschenk: Don sämtlichen Tabaksorten, die in den britischen Dominions und Kolonien angebaut werden, wurde dem Institut in Forchheim eine bedeutende Samenmenge zur Verfügung gestellt. Seltsam erscheint das riesige Tabakfeld im Gesamteindruck. Das wogende Bunt der Farben wird immer wieder unterbrochen von dem Weiß kleiner Leinenbeutel, die auf bestimmte Pflanzen aufgesetzt worden sind Die so sorgsam in weiße Mützen eingehüllten Blüten haben die Aufgabe, für die Fortpflanzung der Tabaksorten zu sorgen. Man will hier im Pflanzenreich ganz reine Tabakrassen erzielen, deshalb wird die Fortpflanzung der Samen für die künftigen Felder mit noch besserem, edlerem Tabak durch Inzucht und Selbstbestäubung durchgeführt. Alle die buntblühenden Tabakpflanzen, die ganze Armeen von Bienen und Hummeln anlocken, werden dagegen abgeerntet. Eins der Geheimnisse der großen Erfolge von Forchheim verkörpern in gewissem Sinne die aber Tausend kleiner weißer Beutel über den Blütendolden der Tabakfelder: Aus 1000, manchmal aus 2000 Pflanzen wird eine einzige für würdig erachtet, Samen herzugeben für die nächstjährigen Kulturen. Nur das Ällerbeste bleibt erhalten. Daneben sind natürlich noch andere Faktoren von Bedeutung zur Erzielung wertvoller Tabaksorten, Fragen der richtigen 'Bodenbehandlung, der vorsichtigsten Düngung mit ganz bestimmten Stoffen, Schutz vor d en Schädlingen der jungen Pflanzen und richtige S a tz w e i t e spielen beispielsweise Rollen von Bedeutung. Der Leiter des Tabakforschungsinstituts, Dr. Paul Koenig, kann heute schon mit vollem Recht behaupten, was vor kurzer Zeit noch ganz märchenhaft geklungen haben würde, daß wir in Deutschland heute schon orientalische Tabaksorten züchten, die den besten mazedonischen und türkischen Tabaken in nichts mehr nach- Sachoerständigen, die ahnungslos waren, daß sie auf deutschem Boden gewachsenen Tabak vor sich hatten, ging dahin, daß es in den ihnen bekannten Tabakanbaugebieten des Balkan und des nahen Orient keinen derart hochwertigen Tabak gäbe, mit einer einzigen Ausnahme, aber die dort herkommenden Mengen seien so geringfügig, daß sie auf Jahre im Vorhinein verkauft wären! . Direktor Koenig gewährt in die neuen, vor der Einrichtung begriffenen Räume des Tabakforschungsinstituts Einblick, und dann wandern wir hinüber in die großen Dorbereitungs- und Trockenräume. Arbeiter des Instituts sind damit beschäftigt, ganze Bündel von Blättern teils in die natürlichen luftigen Trockenräume zu bringen, teils in die Heißluft- Trockenkammern zu befördern. „Dies alles sind Blätter von nikotinfreiem Zigarette n t a b a k ", erklärt Direktor Koenig. „Wann darf man die ersten Zigaretten aus natürlichem nikotinfreien Tabak im Handel erwarten?" Direktor Koenig bittet, aus einem Karton eine Zigarette zu entnehmen und zu fagen, was dies für Tabak fei. Sieben Besucher, darunter zwei Sachverständige aus dem Reich, veranstalten eine Viertelstunde lang ein „Proberauchen" mit mehreren Zigarettensorten. Blumig wie eine hochwertige ägyptische Zigarette schmeckt die eine, kräftiger in der Art und bulgarischem Tabak ähnlicher ist die andere Sorte. Alle beiden Tabakssorten sind b e i pfälzischen und badischen Tabakbauern gepflanzt und geerntet worden. Jetzt kommt die dritte Zigarette an die Reihe. Auch sie trägt einstweilen nur die Aufschrift: „Tabakforschungsinstitut für das Deutsche Reich", sonst kein Wort Mehr. „Könnte griechischer Tabak sein", sagt der eine der beiden Sachverständigen, „ ... und ist deutscher nikotinfreier Tabak", ergänzt Direktor Koenig das Rätselraten... deutsche nikotinfreie Zigarette aus natür- (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) . Soeben geht derNeubaudesTabak- ' f o r s ch u n g s i n st i t u t s für das Deutsche 1 Reich in Forchheim bei Karlsruhe seiner : Einweihung und Inbetriebnahme entgegen. Damit erhalt dieses für den Tabakanbau ungeheuer bedeutungsvolle Forschungsinstitut ; jein endgültiges Heim. Gleichzeitig vermag das Institut mit einem ganz außerordentlichen Erfolg seiner Arbeiten aufzuwarten: Die Ernte 1935 wird bei rund 500 deutschen Tabakbauern 2500 Zentner deutsch-orientalischen Zigaretteptabak erbringen. Ein erheblicher Teil der diesjährigen Ernte besteht aus natürlichem nikotinfreiem Tabak! Ein Besuch auf den ausgedehnten Tabakpflanzungen von Forchheim kommt einem Spaziergang durch alle Erdteile gleich, soweit überall in der Welt edler Tabak angebaut wird, sind die betreffenden Sorten in mehreren Pflanzenreihen auch in Forchheim auf badischem Boden vertreten. Fast möchte man bisweilen glauben, wenn man durch die rot, weiß, rosa und gelb blühenden Tabakfelder geht, daß man sich irgendwo in den Tabakplantagen der Balkanländer oder in den großen orientalischen Pflanzungen befindet. Kleine Markierungsschilder sagen uns, daß wir soeben die Tabakfelder Asiens durchschreiten. Mehrere Meter hohe Pflanzen tragen das berühmte „Sumatra-Deckblatt", ebenso ist der „Java-Tabak" in unserem Klima bereits heimisch geworden. Ein paar Dutzend Schritte weiter, dicht benachbart den asiatischen Tabaksorten, sehen die Pflanzen etwas mickrig und klein aus: Eine berühmte nordamerikanifche Tabaksorte hat sich bei uns noch nicht eingewöhnt. Während die Pflanzen in der Heimat dieses Tabaks bis drei Meter hoch werden, find sie bei uns kaum halb so hoch. Vereinzelt sieht man allerdings auch in diesem „Amerikanerfeld" groß geratene, schöne, vielblätterige, hellfarbige Pflanzen. Diese werden für die Fortpflanzung bestimmt, weil sie sich schon an unseren Äoden und an unser Klima gewöhnt haben. Der Mann, dessen ureigenste Schöpfung das Tabakforschungsinstitut ist, und der es der nationalsozialistischen Regierung dankt, daß sie seinen für die deutsche Volkswirtschaft so wichtigen Arbeiten weitestgehendes Verständnis entgegenbringt, D r. Paul Koenig, berichtet von einer Reihe beachtenswerter Erfolge, die Deutschen in aller Welt zugute kommen: „Sie könnten mich fragen, was Samoa mit Forchheim zu tun hat, oder aus welchem Grunde ein Pflanzer aus Rhodesia Tabak- pflanzer zu uns schickt! Hochgezüchteten Samen haben wir an deutsche Tabakpflanzer in Brasilien und Paraguay, in Argentinien und Südwestafrika, in Ostafrika und auf der Süsee-Jnsel Samoa abgegeben. Deutsche Tabakpflanzer haben sich mit Tabak, der in Forchheim in mühsamer Auswahl- Hochzucht zu einem ertragsfähigen Erzeugnis gemacht wurde, in den verschiedensten Teilen der Welt eine Existenz geschaffen." Vielen deutschen Kolonisten konnte durch die Forschungsarbeiten in dem kleinen badischen Dorf entscheidend geholfen werden. International genießt das Tabakforschungsinftitut für das Deutsche Reich bedeutenden Ruf. Sachverständige aus allen Kulturländern der Erde sind nach Forchheim gekommen und haben sich hier Rat geholt und Ergebnisse von Arbeiten tennengelernt, die bis dahin für sie unbekannt und unerreichbar waren. In Salisbury in Südrhodefien, wo bisher Mais in weiten Plantagen angebaut wurde, und jetzt der Tabak- Der Phönix (Spaniens. Lope de Vega zu seinem 300. Todestage. Von Hans efurm. Am 25. November 1562 wurde Lope de Vega, der erste große Dramatiker Spaniens und der fruchtbarste Dichter der Weltliteratur, in Madrid als Sohn eines altspanischen Adelsgeschlechtes geboren. Mit fünf Jahren konnte er bereits lesen und sogar Verse machen. Den auch hin und wieder sich dichterisch versuchenden Vater freute dies, und er nahm den Knaben oft mit in die stumme Weltverlorenheit der kastilischen Hochebene, wo in der Nähe des Dorf» (eins Toboso die Trümmer des uralten Bergschlosses der Ritter de Vega von vergangenen Zeiten kündeten. Hier scheint dem Kleinen schon der Sinn für Rittertum und Abenteuer aufgegangen zu fein; seine oft recht schauerlichen Verse und feine lateinischen Übersetzungen tauschte er bei Nachbarskindern gegen Spielgerät ein. Als Elfjähriger verfaßte er die ersten Komödien, die er zum größten Teil anderthalb Jahre später auf einer Schiffsreise nach Nord- afrifa verlor. Nach dem frühen Tode des Vaters wurde er von feinem Oheim Don Miguel bei Carpio erzogen und konnte später mit Hilfe einer reichen Verwandten und des Bischofs von Avila die Hohe Schule von Salamanca besuchen. Fünfzehnjährig kämpfte er auf der Azoreninfel Terceira gegen die Portugiesen und setzte „nach ruhmreicher Heimkehr in Alcale de Henares seine philosophischen Studien fort. Zwischenher fand er Zeit, seine Jugendstreiche und „frühen Liebeshändel" in einem Roman „D o - r o 11) e a" feftzuhalten. Wegen verschiedener Händel wurde er mehrere Male aus der Stadt ober gar aus der Provinz verwiesen, störte sich jedoch nicht baran unb nahm, ber trockenen Stubien mübe, bei bem Herzog von Alba Dienste als Sekretär; für biefen schrieb er auch in Alba be Torres ben ränkereichen Schäferroman „Arcabia". Im Jahre 1587 heiratete er Jfabel b e 0 r b i n o. Neunzehn Tage nach ber Hochzeit segelte er mit seinem Bruber an Bord bes „San Juan", einem Flaggschiff ber unüberwindlichen Armaba, gegen bie Engländer. Sein Bruber blieb in ber Seeschlacht, er konnte sich mit ben Trümmern 1588 nach Spanien retten unb vollenbete hier bas epische Gebicht „L a Hermosura de Angelica“, in bem biefe Miegssahrt geschildert ift Wegen einiger satirischer Dichtungen erneut aus Kastilien verbannt, ging er nach Valencia, wo Isabel bei ber Geburt bes zweiten Kinbes starb. Durch ben Umgang mit mehreren bramatischen Dichtern begann er sich roieber mit Komöbienstvsfen zu befassen; seine Technik blieb burch fast zwei Iahrhunberte hin vorbildlich: von ihr sagt Graf von Schack: „Wesentlich ist der Komödie die Abteilung in drei Akte ober, wie sie im Spanischen heißen, Jornabas, unb ber Vers, ber sich bem größeren Teil nach in vierfüßigen, halb gereimten, halb affonierenben Trochäen, daneben aber auch in den Formen der Italiener, besonders in Ottave rime, bewegt." Lope de Vegas Neuerung auf diesem Gebiete sind die Intrigenstücke, die sogenannten Mantel- und Degen ft ürfe, die er unterschied in heroische und historische. Bedeutsame Heldengestalten behandelte er: Ner», Beiisar, die sieben Jnfanten von Lara, Cola Rienzi, Ottokar von Böhmexi, Demetrius, Boris Godunow und viele andere Gestalten der Geschichte und Volkssage. Lope be Vega war zum Dolksbramatiker geboren. In ihm würbe bas Soldatisch-Heroische, bas Kind- Haft-Religiöse unb bas Abenteuerlich-Leidenschaftliche von einer starken, doch gezügelten bichterischen Begabung gemeistert; hinzu kam feine tiefe Kenntnis ber spanischen Seele. In seinen Stücken sah sich das Volk wie im Spiegel, und zwar so, wie es sich selbst gern sah. Der Dichter wußte, woraus es ankam, dem Volke mundgerecht zu jchreiben, wußte, daß er (vor allem um des Beifalls willen) den Schwank mit dem Ernst mifchen mußte: „... man will nun einmal keine anderen Stücke sehen, als die halb ernsthaft und halb luftig sind." Daß ein Dichter unter diesen Umständen nicht zur letzten Vollendung kommen konnte, ist nicht verwunderlich, verwunderlich ist aber der ungeheure Fleiß, den Lope de Vega besessen haben muß, um sein kaum übersehbares Lebenswerk zu schaffen. Die spanischen Akademien bereiten eine möglichst vollständige Biographie vor, von deren Umfang man sich eine kleine Vorstellung machen kann, wenn man bedenkt, daß der Dichter weit über 1800 Dramen, viele große Romane, mehrere größere epische Dichtungen, unzählige Gedichte und Romanzen, ein Buch über „Dramatische Technik" und Sonstiges verfaßte; natürlich sind uns nicht alle Werke erhalten. In den Jahren 1620 bis 22 schrieb der Dichter nach eigener Angabe jede Woche ein Bühnenstück. Bei der letzten wissenschaftlichen Nachprüfung feines literarischen Nachlasses fand man 140 neue Dramen und etwa 80 fertige Szenarien, zu denen aus Privatarchiven und -bibliotheken immer noch Unbekanntes kommt. Unermüdlich war Lope de.Vega tätig bis zu feinem Tobe am 27. August 1635, hochgeehrt von seinem Volke und in den Nachbarländern. Viele, vor allem Italiener, besuchten Spanien, um dieses „Wunder der Natur" zu sehen. Als ihm die zweite Gattin und bald daraus der älteste Sohn starben, ließ er „den eitlen Glanz der Welt", trat in den geistlichen Stand und kam auch hier zu hohen Ehren. Selbstverständlich blieben die Neider nicht aus, und besonders der geistvolle Dichter ünd Spötter Congora hat ihn oft und heftig angegriffen; dagegen fetzte Lope be Vega nur feinen Wahlfpruch: „Ich liebe, die mich lieben; aber ich hasse nicht, die mich hassen!" Er sandte dem Neider seinen Schäferroman „Die Hirten" und strich die Stelle an, in dem vom gegenseitigen Sichachten die Rede ist, zumal, wenn man eines Volkes, eines Stammes fei. In diesem Werk findet sich auch ein Wiegenlied der Muttergottes, das in fast allen christlichen Sprachen gesungen wird: Die ihr dort wallet Unter den Palmen, Heilige Engel! Sehet, es schlummert Lieblich mein Kind: Haltet die Zweige, Sänftigt den Wind! Das spanische Volk nannte „seinen" Dichter den „Phönix Spaniens" und bereitete ihm ein Leichenbegängnis, wie es einem Dichter wohl weder vorher noch nachher zuteil geworden ist. Diese Volksfeier whrte neunä volle Tage, die Straßen und Kirchen ertranken in Blumen und festlichem Schmuck, von weit und breit waren die Menschen gekommen zum letzten Geleit. Drei Bischöfe amtierten bei der Totenfeier „Es gibt nur eine Liebe/' Die Deutsche Fox Film AG. hat sich eine hübsche lustspielhaste Unterhaltung ausgebucht: der Tenor unb ber Ballettmeister einer Berliner Oper werben, bieroeil sie, etwas romantisch, ungeniert unb unrasiert, in einer roilben Gebirgslanbschaft Südosteuropas ihre Ferien verbringen, von harmlosen Reisenden für Banditen gehalten, denen die Polizei auf ben Fersen ist. Eine kleine Stenotypistin, die sich trotz allem Schrecken gleich in die melodische Stimme bes vermeintlichen Räuberhauptmanns verliebt hat, weicht den beiden nicht mehr von der Seite und ift auch nicht loszuwerden, als der Irrtum längst aufgeklärt und die Handlung in die große Welt des hauptstädtischen Theaters hinübergewechselt ist. Es gibt hier noch eine ganze Reihe aufregend-komischer Episoden — teils auf der Bühne, teils im eleganten Privatleben des berühmten Sängers —, bis der, von ber Anhänglichkeit unb wirklichen Neigung bes Mäbchens überwältigt, bie einzig mögliche Konsequenz zieht, und mit ihr auf die Hochzeitsreise fährt — ziemlich weit weg, so daß dann das Abenteuer genau an ber gleichen Stelle der einsamen Gebirgsstraße im Südosten endet, wo es begann. Das Ganze ist vorn Regisseur Johannes Meyer mit Humor und anmutiger Leichtigkeit inszeniert, von Eduard K ü n n e k e , dem bekannten Operetten-Komponisten, geschmackvoll instrumentiert. Louis Graveure in der männlichen Hauptrolle hat eine Menge zu singen („Ach, wie so trügerisch" sogar am Telephon und beim Rasieren) und bringt seine Stimme, etwa auf der Mitte zwischen lyrischem und Heldentenor, sympathisch und in großer Form zur Geltung; darstellerisch wirkt er angenehm zurückhaltend, nur gelegentlich ist im Dialog der fremde Akzent zu hören. Jenny Jugo, sehr niedlich als die Stenotypistin Müller, gibt ein enfant terrible von entwaffnender Naivität und Verliebtheit. Drollig ift Heinz Rüh - mann als Ballettmeister mit gutsitzenden Redensarten und trockener Schnoddrigkeit. Auch der Komiker Ralph Arthur Roberts als verstörter Geschäftsreisender in der Räuberhöhle ist durchaus in seinem Element und seinem Fahrwasser. — Der Film läuft seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses; im Beiprogramm sieht man die jüngste Wochenschau und einen aktuellen Kulturfilm unter dem Titel „Erntezeit". —r— Den Seinen gibts der Herr im Schlafe. Wer kennt nicht das Bild von der Fortuna, die auf einer goldenen Kugel schwebend aus ihrem Füllhorn ihre Gaben den Menschen zuwirft, die sich überstürzend, hindernd, schlagend bie Fortuna vergebens zu halten suchen. — Aber ben Seinen gibts ber Herr im Schlafe, und zu diesen gehört offenbar ein vierzehnjähriger Junge aus Lissabon, der sich als Waise schon selbst durchs Leben schlagen fnußte unb burch ben Verkauf von Lotterielosen kaum so viel verdiente, daß er sich satt essen konnte; so gering war die Provision, bie er für bie verkauften Lose erhielt. Die unverkauften aber mußte er abends wieder abliefern. So hatte er auch eines Abends wieder einige Lose zurückbehalten, die abzugeben um so notwendiger war, als am nächsten Tage die Ziehung stattfand und er im Falle die nicht rechtzeitig abqelieferten Lose aus seiner Tasche bezahlen mußte. Müde von dem Stehen tagsüber setzte er sich auf eine Bank, er hatte noch zwei Stunden Zeit für die Lose, gähnte krampfhaft — und schlief ein. Er schlief ben Schlaf ber Jugend, und als er endlich erwachte, war es tiefe Nacht. Das Büro ber Lotterie war natürlich geschloffen, er mußte also sehen, wie er sie am nächsten Tage bezahlte, wollte er nicht seinen Posten als Losverkäufer verlieren. Verzweifelt schlich er nach Hause, warf sich auf sein Bett und schlief in den hellen Tag hinein. Als er sich zum Lotteriebüro begab, warf er einen Blick in das Schaufenster, bas bie Liste der schon gezogenen Lose enthielt. Ei» Schreck fuhr ihm durch die Glieder, er verglich nochmals bie Nummer eines feiner Lose, bas auch auf ber Liste mit einem Gewinn von 100 000 Eskudos bezeichnet war. Im Büro war bas Erstaunen nicht gering, als er sich als Besitzer bes Glücksloses aus» wies. Währenb er schlief, hatte sich die launische Glücksgöttin bei ihm eingestellt Niederlegung -er Ergebnisse auch der kleinsten Der- edelungsversuche und der Bodenforschungen. Hier steht ein Apparat, der selbsttätig Zigaretten raucht. Die Qualität des Rauches wird mit seiner Hilfe festgestellt, der Nikotingehalt kann ergänzend ermittelt werden. Die Bibliothek des Institutes umfaßt viele raufend Bände, die sich mit der Geschichte des Tabaks, seiner Behandlung, seinen Krankheiten und den bis heute aemachten Versuchen in aller Welt befassen. Das älteste Buch über Tabak ist hier zu finden, es wurde von einem Zeitgenossen des Christoph Columbus geschrieben. Im Arbeitszimmer des Direktors stehen ein paar Kanister mit gelbfarbiger Flüssigkeit. Wir wollen gerne wissen, was dies ist. „Kosten Sie ruhig, und sagen Sie dann, wie es Ihnen schmeckt!" Speiseöl enthalten die Kanister, Speiseöl, das aus Tabaksamen gepreßt worden ist. Dem Leinöl ähnlich ist sein Geschmack, aber noch weitaus feiner. Dr. Koenig erinnert daran, daß Tabaksamen ungemein ölhaltig ift Ob wir eines Tages „Speiseöl aus la Tabaksamen" im Krämerladen kaufen und dieses allen anderen Deien oorziehen werden — wer will es sagen? Einsatz des Arbeitsdienstes bei landwirtschaftlichen Erntenotständen. Der Reichsarbeitsführer hat im Einvernehmen mit dem Reichsbauernführer probeweise Anord- nungen über den Einsatz des Arbeits- dien st es bei landwirtschaftlichen Ernte- notständen erlassen. Da der Arbeitsdienst dem Gemeinnutz des Volkes dient, leistet er auch bei Erntenotständen der Landwirtschaft Hilfe. Ein Notstand ist gegeben, wenn die zuständigen Regierungsstellen und der zuständige Kreisbauernführer schriftlich erklären, daß die Arbeit unaufschiebbar ist und andere Arbeitskräfte nicht rechtzeitig beschafft werden können. Der Kreisbauernführer hat Anforderungen auf Einsatz des Arbeitsdienstes an den zuständigen Gruppenführer des Arbeitsdienstes zu richten. Letzterer muß darauf achten, daß die Durchführung der vertraglich übernommenen Arbeiten nicht gefährdet wird. Linzelbeurlaubungen kommen nur in Frage bis zur Höchstdauer von 3 Wochen für solche Arbeitsdienstangehörige, welche die Erntehilfe im elterlichen Betriebe leisten. Während dieser Zeit erhalten sie kein Verpflegungs- und kein Taschengeld und scheiden aus dem Heildienst- und Unfalloer- sicherungsschutz des Arbeitsdienstes aus. Es können auch Kommandierungen von Arbeitsdienstmännern erfolgen; deren Höchstdauer beträgt ebenfalls 3 Wochen. Die Bezüge werden weiter gezahlt, ebenso bleibt der Schutz des Heildienstes bestehen, und die Unfallversicherung regelt sich nach den gesetzlichen Vorschriften. Die Kosten für Hin- und Rückreise übernimmt der Arbeitsdienst nicht. Der Betriebsführer hat den für ledige Freiarbei- ter in der Tarifordnung insgesamt vorgesehenen Zeitlohn (Barlohn und Deputat) über die Kreis- dauernschaft an die zuständige Abteilung des Arbeitsdienstes zu zahlen. Mehrverdienst durch Leistungslohn über den tariflichen Zeitlohn hinaus wird vom Betriebe aus an den einzelnen Arbeitsdienstmann persönlich in Form einer Prämie gezahlt. Wenn der Betriebsführer Sachleistungen (Unterkunft, Kost usw.) gewährt, so sind diese nach den örtlichen Sätzen auf den Zeitlohn anzurechnen. Der Betriebsführer hat außerdem je Kops und Arbeitstag 15 Pf. über die Kreisbauernschaft an die Arbeitsdienstabteilung zu zahlen, wodurch die Arbeitgeberanteile an den Invaliden- und Krankenversicherungsbeiträgen abgegolten werden. Ge- währt der Betriebsführer Unterkunft und Verpflegung, so kann der Gruppenführer des Arbeitsdienstes oder fein Beauftragter sich vor dem Einsatz vergewissern, ob diese einwandfrei find. Ist die Entfernung zum Einsatzort gering, so können die Kommandierten in der Abteilungsunterkunft wohnen. Bezüglich der Verpflegung erfolgt Regelung von Fall zu Fall. Bei Meinungsverschiedenheiten erfolgt eine gemeinsame Regelung durch Kreisbauernführer und Gruppenführer. Die Erntehilfe geschlossener Verbände wird wie jede andere Maßnahme durchgeführt unter Leitung der zu den Verbänden gehörenden Führer. Sonst gelten auch die oben angeführten Bestimmungen. Der Arbeitsdienst hat sich also der Landwirtschaft bei Erntenotständen zur Verfügung gestellt unter dem Gesichtspunkt des Gemeinnutzes. Denn die Hereinbringung der Ernte ist eine Angelegenheit, die nicht nur den Bauern, sondern das ganze Volk angeht. Nur so kann die Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes gesichert werden. Wirtschaft. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1065: Funkverbindungen, Leitwege und Gebührensätze für Funktelegramme nach See. 1066: Das Programm der Leipziger Herbstmesse 1935. 1067: Auskunft^ und Beratungsstellen auf der Leipziger Herbstmesse 1935. 1068: Erteilung der rumänischen Einfuhrbewilli- Bfür das 3. Vierteljahr nach neuen ätzen. 1069: Bekanntmachuna KP 14 der Ueberwachunds- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreife. 1070: Bekanntmachung der Reichsftelle für Devisen- bewirtschaftuna über den Tausch von Wertpapieren im Auslande. 1071: Bekanntmachuna KP 15 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreife. 1072: Aufhebung der französischen Einfuhrkontingentierung für Preßspan. 1075: Zum französischen Einfuhrverbot für gewisse Fettstoffe. 1076: Versendung von Warenproben nach Dänemark. Oie Großhandelsumsätze im ersten Halbjahr 1935. Fwd. Die Betrachtung der Grohhandelsumsätze im ersten Halbjahr 1935 und ihre Beziehung auf den gleichen Vorjahreszeitraum allein gibt kein zutref- fendes Bild von der Umsatzlage dieser Handelsstufe, da die ziemlich kräftigen Umsatzsteigerungen Ende 1933 und im Laufe des Jahres 1934 bei dem kurzfristigen Jahresoergleich nicht berücksichtigt werden. Ein Rückblick über mehrere Jahre hinweg erfaßt auch diese Umsatzsteigerungen des Großhandels. In allen untersuchten Großhandelszweigen lag der Umsatz im ersten Halbjahr 1935 — wenn auch recht unterschiedlich — höher als im ersten Halbjahr 1933 und 1932. Freilich sind die teilweise beträchtlichen Preissteigerungen bei einzelnen Warengruppen in der zweijährigen Zeitspanne nicht ohne Einfluß aus die Entwicklung der Umsatzwerte gewesen. Lediglich Im Lederhandel blieben die Umsätze in der ersten Jahreshälfte 1935 nicht unbeträchtlich (um 11 v. H.) hinter denen im ersten Halbjahr 1932 zurück. Am höchsten über den Umsätzen im ersten Halbjahr 1932 lagen 1935 die Umsätze der Tucdgroßhandlungen (um rund 70 v. H. bei einer Preiserhöhung nach dem Großhandelsindex für Stoffe im gleichen Zeitraum von 12 v. H.) und der Baustoffhandlungen (um rund 75 v. H. bei einer 5prozentigen Preissteigerung). Im Gegensatz zum Einzelhandel hat im Großhandel der größere Teil der statistisch erfaßten Handelszweige im ersten Halbjahr 1935 bereits höhere oder ungefähr gleich hohe Umsätze als im ersten Halbjahr 1931 er Ai eien können, obwohl nach den Großhandelsindizes das Preisniveau 1935 durchweg niedriger war als in der ersten Jahreshälfte 1931. (Mitteilung der Forschungsstelle für den Handel beim RKW). * ♦ Deutschs Erdölgewinnung im Juli. Wie der Amtliche Pressedienst mitteilt, betrug die deutsche Erdölgewinnung im Juli nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 38 494 Tonnen gegen 35 869 Tonnen im Vormonat und 26 218 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1934. Ahrin-Mainische Börse. Frankfurt a. M., 26. Aug. Zum Wochenbeginn herrschte an der Börse wieder stärkste Geschäftsstille. Aufträge der Kundschaft lagen kaum vor. Entgegen den vorbörslichen Erwartungen lag der Aktienmarkt zwar uneinheitlich, aber überwiegend schwächer. Die erneute Zunahme der Beschäftigten um 136 000 und die Erwartungen, die man an die Leipziger Herbstmesse knüpft, boten kaum Anregung. Bei kleinsten Umsätzen gingen IG.-Farben mit 1 v. H. auf 156,25 zurück. Elektro- aktien lagen uneinheitlich, wobei AEG. 0,25, Gesfürel 0,50, Schuckert 0,50 und RWE. 0,75 v. H. nachgaben, während Licht und Kraft und Elektr. Lieferungen je 0,50 v. H. höher einsetzten. Am Montanmarkt bröckelten die Kurse meist ab, so bei Buderus, Hoesch, Rheinstahl, Harpener und Stahlverein von 0,25 bis 0,75 v. H., Dtavi Minen zogen auf 19,75 (19,50) an. Etwas stärkere Einbußen BDM.: Unser Sporttag! Leuchtend blaue Plakate an allen Straßenecken und Litfaßsäulen ziehen wie ein Magnet die Blicke der Vorübergehenden an, Reichssporttag des BDM. am 1. September 1935! Nur noch eine knappe Woche, dann ift der große Tag da, auf den sich die Mädel aus Hessen-Nassau schon lange freuen. Wir wissen, daß sich an diesem Sonntag unsere Eltern und Bekannte nicht zu überlegen brauchen: „Wo gehen wir denn heut' Nachmittag hin?" Die blauen Plakate und luftigen Werbezettel haben schon lang diese sonntägliche Frage beantwortet! Auf den Sportplatz geht es am 1. September! Noch einmal laden wir alle herzlich ein und freuen uns auf den Tag, an dem wir zeigen dürfen, was wir in unserer jungen Generation schaffen, und an dem Ihr und wir ganz fest fühlen, daß wir zusammen gehören, weil wir alle an unserem Platz stehen und arbeiten. Heute soll noch einmal ein Jungmädel aus einem Sportnachmittag erzählen, und zwar vom Bockspringen. Heute sind wir ohne Geräte hinausgezogen auf den Sportplatz. Ein Dauerlauf über den sonnigen Wiesenfleck an der Ostseite des Platzes, ein paar straffe Freiübungen. Nun sitzt alles auf dem Boden, Kopfrollen, Rumpfbeugen und hinlegen. 16 Paar Beine recken sich in die Luft, als wollten sie den weißen Wolken da oben an der Nase herumkitzeln und Auf. Erwartungsvoll stehen wir in einem großen Kreis, was nun wohl kommt. „Zu zweien abzählen, die erste bleibt stehen, die zweiten Rumpf beugen und Fußgelenke mit den Händen fest umfassen, ein bißchen federn uni» Beine etwas auseinander, so nun aber fest stehen bleiben, daß ihr mir nicht umpurzelt", ruft die Sportwartin und schon springen wir ersten mit weit gespreizten Beinen, die Hände auf den Rücken unseres Bockes gestemmt, über unsere zweiten hinweg. Wie die Mehlsäcke oder wie die Elefanten sind wir gesprungen, stöhnend reden sich unsere zweiten, wir haben uns mächtig auf ihren Rücken gestützt. „Schadet nichts", sagt die Sportwartin, „das wird schon noch besser werden." „Die ersten runter zum Bock und die zweiten springen." Au weh, die machen es auch nicht besser, ich bin mitsamt meiner zweiten umgepurzelt. Was sind wir doch so steif und schwerfällig, als ob wir so etliche Jahrzehnte schon auf dem Buckel hätten. Wir springen wieder, bumrns, da liegen zwei, weiter, weiter, weiter. Ueber acht Böcke springen wir im Kreis, dann kommen die anderen wieder heran. Langsam springen wir leichter und immer weniger purzeln um. „Halt, die Böcke stellen sich in eine Reihe, die anderen springen drüber und reihen sich gleich als Bock an. Wollen mal sehen, ob wir so über den ganzen Sportplatz kommen, hopp und los." Sind wir aber stolz, als wir am (Eingang zum Sportplatz stehen und kein Bockpaar ift umgefallen. „Wir könnten doch so nach Hause hüpfen", meint die Grete. Ihr hat es mächtig gut gefallen, uns anderen allen auch! hatten Reichsbank mit 183,50 (185) und MAN. mit 93 (94,50). Niedriger lagen außerdem Daimler Motoren (—0,65 v.H.), Zellstoff Waldhof (—0,50 vH), AG. für Verkehrswesen (—0,50 o. H.) und Moenus Maschinen (—0,25 v. H.). Schiffahrtswerte fanden einige Nachfrage, bröckelten aber später wieder ab. Hapag 15,75 bis 15,50 (15), Nordd. Lloyd 17,13 bis 17 (18,90). Höher notierten nach Pause Allg. Lokal und Kraft mit 126,25 (124,25). Nach den ersten Kursen ergaben sich auf den meisten Marktgebieten weitere Rückgänge von 0,25 bis 0,50 vom Hundert. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ruhig. Altbesitzanleihe gingen um 0,25 v. H. zurück, späte Reichsschuldbuchforderungen, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschuldung lagen unverändert. Im Verlaufe unterlagen die Kurse einigen Schwankungen, wobei später eher Rückgänge überwogen. JG.-Farben bis 155,50, dann wieder 156 und schließlich wieder 155,50. Reichsbank gingen auf 183 (183,50), Hoesch auf 97,25 (98,25), AEG. auf 40,50 (40,75) und Schiffahrtswerte je 0,25 v. H. zurück. Matt lagen Deutsche Linoleum mit 163,50 (165,13), Feinrnech. Setter mit 86,25 (87,50), anderseits notierten Rhein. Braunkohlen 1 v. H. höher mit 219. Arn Rentenmarkt waren Zinsvergütungsscheine gefragt und etwas höher, im übrigen blieben die ersten Kurse behauptet. Von Industrie-Obligationen zogen 6proz. Stahlverein 0,40, 6proz. Hoesch 0,25 v. H. an, dagegen gaben 1947er Stahlverein 0,25 und 4Z4prvz. Stahlverein 0,13 v. H. nach. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig bei meist unveränderten Kursen, Stadtanleihen tendierten etwas ungleichmäßig. Don fremden Werten erhöhten sich Anatolier I und II auf 40,80 (40,65), im übrigen lagen Ausländer fast geschäftslos. Tagesgeld unv. 2% v. H. Abendbörse knapp behauptet. Auch an der Abendbörse hielt sich die Geschäftstätigkeit in denkbar engsten Grenzen. Die Haltung war im Vergleich zum Mittagsschluß etwa behauptet, wobei leichte Rückgänge von 0,25 bis 0,50 vH. überwogen. IG. Farben bröckelten auf 155,65 bis 155,75 (155,90) ab, ferner gaben einige Montan- unb Elektrowerte mäßig nach. Etwas höher lagen Schuckert mit 129,25 (129) und Conti-Gummi mit 157,50 (157,25) sowie Buderus mit 103,50 (103,25). Von Bankaktien wurden Berliner Handelsgesellschaft in Anpassung an Berlin 1,25 v. H. höher notiert mit 118,25, außerdem zogen Bayerische Hypotheken-Bank auf 92,75 (92,50) und Commerzbank auf 92,65 (92,50) an. Der Renten'markt lag wohl sehr still, aber im Grundton freundlich, obschon Kursveränderungen nicht eintraten. Von Liqui- bationspfanbbriefen bröckelten Frankfurter Hypotheken auf 101 (101,13) ab, von Auslanbsrenten ginaen Ungarn Golb auf 9,50 (9,60) zurück. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,75, 5,50 v. H. Frankfurter Hypotheken-Liquibation 101, 6 v. H. Krupp 104, 6 v. H. Stahlverein 103, IG. .Farben- Bonbs 128,50, 4 v. H. Ungarn Golb 9,50, 4 v. H. Rumänen 5,05? Abca 80, Bayerische Hypotheken- Bank 92,75, Berliner Handelsgesellschaft 118,25, Commerzbank 92,65, vv-Bank 92,50, Dresbner Bank 92,50, Reichsbank 183, Buberus 103,50, Harpener 115, Hoesch 97,50, Mannesmann 89,25, Stahlverein 85,25, AKU. 62,25, BMW. 126,50, Betula 142,50, Conti-Gummi 157,50, Deutsche Linoleum 162,75, Licht unb Kraft 134,50, IG. Farben 155,65 bis 155,75 (Nachbörfe 155,50), Feinmechanik Jetter 86,25, Gesfürel 127,50, Goldschmidt 108, Holzmann 95,50, Junghans 87, Lahmeyer 134, Metallgesellschaft 113,50, Moenus 87,75, Schuckert 129,25, Siemens 178,50, Thüringische Lieferung 118,50, Südbeutfcher Zucker 203, AG. für Verkehrswesen 86, Hapag 15,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. August. Das Geschäft am Frankfurter Getreibegroßmar.kt blieb sehr klein. Brotgetreide wird ausreichend angeboten, die Mühlen zeigten nur für Lieferung im Monat September einige Kauflust. Nichtkontingentierter Weizen und Roggen werden stark offeriert und finden keine Nachfrage. Am Futtermittelmarkt blieben Mühlenabfälle aller Art, sowie hochwertige Misch- futter und Biertreber stark gefragt, das Angebot war ungenügend. Für Kartoffelflocken ist die Nachfrage ruhiger geworden. Das Mehlgeschäft zeigt noch keine nennenswerte Besserung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 197, W 16 200„ W 19 204, W 20 206. Roggen R 12 160, R 15 163, R 18 167, R 19 169, Großhandels- preise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Hafer H 13 170, H 14 172, Großhandelspreise ab Station. Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizenmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,92, W 16 11,13, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreife ab Mühlenstation. Heu 7,60—7,80, Weizen- und Roggenstroh drahtqe- preßt oder gebündelt 2,40—2,50. Kartoffeln: gelbfleischige hies. Gegend 3,40, weiß- und rotschalige 3,00 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug ohne Sack. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Aug. Auftrieb: Rinder 831 (758), darunter 147 Ochsen, 86 Bullen, 349 Kühe und 249 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Ochsen, 1 Bulle, 2 Kühe und 3 Färsen. Kälber 400 (364), Schafe 38 (20), Schweine 1725 (2216), zum Schlachthof direkt 159. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den letzten Montagsmarkt vom 19. August. Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 19. Aug. 42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (38 bis 40). Bullen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (42), c) 39 bis 40 (41 bis 42). Kühe a) 42 (41 bis 42), b) 35 bis 41 (35 bis 40), c) 28 bis 34 (28 bis 34), d) 20 bis 27 (20 bis 27). Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (38 bis 40), d) 34 bis 37 (30 bis 37). Kälber a) 64 bis 68 (63 bis 67), b) 57 bis 63 (56 bis 62), c) 50 bis 56 (48 bis 55), d) 40 bis 49 (40 bis 47). Lämmer und Hämmel b2) Weidemast 41 (40 bis 41), c) 37 bis 38 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e) 50 bis 54 (53 bis 54), Sauen gl) 54 (54), g2) 52 (53 bis 54). Marktverkauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber rege, ausoerkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine sehr flott, ausv er kaust. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ang-Mrl-n Ziffern geben bte Höhe der zuletz: deich lohnen Dividende an. - R-ichsbankdiskont 4 o.!).. Frankfu Schluß- «urS rt a.M. Gchlußl. Abend« börse »t Schluß- lurS rlln Schluß«. Mittag« börse Datum 24.8. 268 24.8 26.8 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,25 101,25 101,5 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 97,7 97,7 97,9 79,9 6%% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. •—» 103,25 103,25 103,25 112,13 111,75 111,9 111,65 4‘/»% Deutsche RetchSpostfchatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 100,5 100,4 100,5 100,5 (rückzahlb. 102%)............ 97,75 97,75 97,5 96,75 4Vi% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,75 96,75 — 6’/i% ehem. Hess. LandeS-Hvpo- thekenbank Darmstadt Liaüi ... 100,9 100,75 4Vi% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverlchr. R.6 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- 128,5 128,5 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,5 115,25 115,25 115,25 4V.% ehemL% Frank,. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,75 96,75 _ _ 6Ki% ehem. 4*4% Franks. Hhp.. Bank-Ligu..Pfandbriese....... 6Vi% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,2 101 — — 101,4 101,4 101,5 101,13 4K% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 <%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Lbl.VI 97 97 97 Sreuerglltich.BerrechnungSk. 85-89 107,4 107,4 107,4 107^4 4% Oesterreichs,che Goldrente.... 30 30 29 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,45 1,4 1,5 4% Ungarische Goldrente ........ 9,65 9,5 9,7 9,6 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 9,5 9,5 9,5 4V1% desgl. von 1918.......... B% abgest. Goldmcrikaner von 99 9,65 11,5 9,4 11,5 9,65 11,5 9,5 11,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... W — — Frankfurt a. M Schlußkurs Schlup«. Abend« börse Schluß« kure! Schluß«. Mittag- börse Datum 24 8 26.8. 24.8 26.8. 4% vesgl. Serie II ............. 11,75 11,75 12 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,25 6,25 6,3 4H%RumSn.vereinh.Rentev.l918 8,5 8,25 8,35 8,35 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,1 5,05 5,13 5,1 2y<% Anatolier ............... 40,65 40,8 41 41 Hamburg-Amerika-Paket .....0 15 15,5 15,25 15,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 16,9 17,13 16,9 6,65 21.®. für Verkehrswesen tot. .. 0 86,75 86 86,75 86,5 Berliner Handelsgesellschaft ... s 118,25 118,25 Ü7 118,5 Commerz, und Prioal-Bank... 0 Deutsche Bank unb DiSconto- 93,25 92,65 93,25 92,5 Gesellschaft................0 93 92,5 93 92,5 Dresdner Bank..............0 93 92,5 93 92,5 Reichsbank ................ 12 185 183 184,75 183 A.S.G......................0 41 40,5 41,25 40,25 Bekula.................... 10 143 142,5 143,25 142,75 Elektr. LieferungSgeiellschast... 6 115,25 115,75 115,5 115 Licht und Kraft ........... 8% 134,5 134,5 135 134,75 Felten & Guilleaume.........ö 108,5 103 109 108,25 GeseUsch.f.Clektt.Unlernehmung. 5 129 127,5 129,4 127,65 Rheinische Elektrizität ........ 5 146,5 147 147 148 Rhein. Wests. Elektr..........g 133,75 132,5 133,25 132,4 Schuckert L Co............... 4 129,5 129,25 129,75 129 Siemen« L Halske............. Lahmeyer L Co.............. 7 179,75 134,5 178,5 134 180,5 134 178,5 134 ÖUDCTU» _.................... 104,5 103,5 105 103,25 Deutsche ®tb6l 4 Gelsenkirchener............... 112,5 112,25 112,75 112,5 Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu .. 0 115,25 98,5 115 97,5 115,5 98,75 115,13 97,5 Ale Bergbau ............... g — 170 169,5 167 Zlse Bergbau Genüsse........- 130 131,25 130,5 131,5 Klöcknerwerke ............. tK 95,25 95,25 95,5 94,9 89,25 Mannesmann-Röhrea........5 90 89,25 90 Frankfurt 0. M. Berlin Schlußkurs Schluß«. Abend« börse Schluß« «urS Schluß«. Mittag« börse Datum 24.8. 26.8 24.8. 26 8. Mansselder Bergbau .. Kokswerke ........... Phönix Bergbau...... ..... .. e .. 6 .. 0 114,5 114 114,5 120 113 119 Rheinische Braunkohlen . 12 . 218 218,65 218 219 Rheinstahl........... »'/, 114,75 113,75 115,25 114,25 Bereinigte Stahlwerke. .. 0 86 85,25 86 85,65 Otavi Minen ........ .. 0 19,5 19,75 19,5 19,4 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 137 136 136 137,5 Kaliwerke Westeregeln . .. 5 131 131 131 131,25 Kaliwerke Salzdetfurth 1V1 197 196 197 196,5 3- ®- Farben-Jndustrie .. 7 157,25 155,75 157,4 155,9 Scheideanstall........ .. 9 240 239,5 Goldschmidt ......... .. 0 110,13 108 110,65 108,5 Rütgerswerke ........ .. 4 118,5 118 118,75 117,75 Metallgejellschaft...... .. 4 113,25 113,5 113 113,5 Philipp Holzmann .... .. 0 96,5 95,5 96,5 95,75 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. •••• .. 6 .. 4 121,65 121,75 121,75 Schultheis Patzenhofer .. 4 _ _ 110,9 110,75 Aku ('allgemeine Kunstseide) .. 0 62,65 62,25 63,13 62,4 Bemverg............ .. 0 116,5 116 116,5 116 Zellstoff Waldhof ..... .. 0 118 117,5 117,75 116,5 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 87,25 87 87,5 87 Dessauer Gas ........ .. 7 — 135 134,5 Daimler Motoren..... .. 0 102,25 100,5 101,75 100,4 Deutsche Linoleum .... .. 6 165,13 102,75 163,75 163 Orenstein L Koppel ... .. 0 88,9 88,65 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 30 30,4 30,4 29,75 Ehade............... .. 0 — 280 285,5 280 Acru m ulai oren- F abrik. e e • e « 12 — 180,5 181,5 181,4 Eontt-Gummi........ .. 8 159,5 157,5 159,5 157,25 Gritzner............. .. 0 25 35,75 _ Momkraftwene Höchst a.Dt.. 100 —— Süddeutscher Zucker .. 203,5 203 203,75 — Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. 24-August 26.August Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Srief Buenos Aire Brüssel .... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingsorS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan...... Jugoslawien Oslo..... ; Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,668 41,84 0,139 3,047 55,11 46,96 12,315 5,44 16,425 168,09 20,36 0,729 5,684 62,04 48,95 11,19 63,64 81,07 34,02 10,295 2,483 0,672 41,92 0,141 3,053 55,23 47,06 12,375 5,45 16,465 168,43 20,40 0,731 5,696 62,16 49,05 11,21 63,76 81,23 34,08 10,315 2,487 Bantnoten. 0,668 41,87 0,139 3,047 55,14 46,98 12,35 5,445 16,435 168,17 20,36 0,730 5,684 62,07 48,95 11,20 63,68 81,14 34,03 10,30 2,482 0,672 41,95 0,141 3,053 55,26 47,08 12,38 5,455 16,475 168,51 20,40 0,732 5,696 62,19 49,05 11,22 63,80 81,30 34,09 10,32 2,486 __________Len in, 2tz. August Geld M Amerikanische Notea............ Belgische Noten................ Dänische Noten ............. Englische Noten .............. Französische Notea............... Holländische Noten........ .... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 lao Schtllina Rumänische Noten............... Schwedische Notea............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Kotes................ 2,434 41,72 54,94 12,315 16,385 167,75 19,46 61,86 63,46 80,91 33,67 2,454 41,88 55,16 12,355 16,445 168,43 19,54 62 JO 63,72 81,23 33,81 Sri Soi Bei 6fi B B Ohl 51uc -on inst l unt' An! rich S" Das ersten Bewe träte ■ Beoöl! europc König natio' vorsü Derb Gest eröff rung stobt hatte, auslä unb. 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