Nr. 173 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 27. Juli 1935 Erschein» rügltch. nutze» Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« (Bießener Familienblatter Heimat tm Bild Die Scholle Monats-Sezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ --25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanfchlüfse Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Universttats-Vuch- und Stcinönitfcrct R. Lange in Gietzen. 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In Rom und den anderen Großstädten Italiens gehen die Wogen der Begeisterung und der Empörung höher und höher, der Begeisterung über den kommenden Krieg gegen Abessinien, der dem italienischen Volke nun endlich das große koloniale Rohstoff- und Siedlungsland bringen soll, um das es sich in Versailles bei der Verteilung der Beute aus dem Weltkrieg betrogen fühlte, — der Empörung über die beiden Großmächte England und Japan, denen man die Absicht nachsagt, Italien bei seinem Feldzug gegen den Negus in den Arm fallen zu wollen. „,Abessinien muß unser sein!" das ist das auf die «einfachste und einleuchtendste Formel gebrachte :Kriegsziel Italiens. Wenn es in dem von Rom ge- iwünschten Umfange durch diplomatische Mittel zu «erreichen gewesen wäre, hätte vielleicht ein Krieg ivermieden werden können. Aber der Widerstand des Megus gegen eine Wiederherstellung und Ausdeh- munq der Schutzherrschaft, die Halle Selassies großer Lnk^l, Kaiser Menelik II. nach der für die Italiener • mnglücklichen Schlacht von Adua im Jahre 1896 hatte «abstreifen können, wird vermutlich nur in einem Waffengang zu brechen sein und anscheinend ist dies Dem Duce nicht unlieb, denn es gibt ihm die Mög- llichkeit, das faschistische Regime mit dem Lorbeer Des Kriegsruhms zu bekränzen und die italienische Äugend für ein nur durch heldische Opfer zu erringendes afrikanisches Kolonialreich, das Raum und Rohstoffe bietet, zu entflammen. Natürlich gibt es auch warnende Stimmen, die iron dem „abessinischen Abenteuer" sprechen und ge- zgenüber den außerordentlichen Schwierigkeiten des Dstafrikanischen Kriegsschauplatzes der Angriffskraft unb Ausdauer des italienischen Heeres mißtrauen. ■ ^Englische Korrespondenten wollen wissen, daß hohe Offiziere und sogar der König dem Duce den Feld- « zug widerraten haben sollen. Aber das mag Geschwätz sein, Mussolini wird sich selbst darüber im Klaren sein, daß ein Feldzug gegen Abessinien bei Idem für einen aufreibenden Kleinkrieg ungewöhnlich ggünftigen Gelände und bei dem seinen Truppen beschwerlichen Tropenklima auf den Vormarsch» I sstraßen zum abessinischen Hochland selbst gegen einen so schlecht ausgerüsteten und unzureichend mit i Munition versorgten Feind wie die Abessinier, ! Sein militärischer Spaziergang ist, sondern die An- lipannung aller Kräfte der Nation erfordert. Die | umfassenden Vorbereitungen, die Italien seit vielen Monaten für den zum Ende der Regenzeit in Aussicht genommenen Feldzug getroffen hat, die Zusammenziehung einer großen Expeditionsarmee in 2en beiden ostafrikanischen Kolonien, die Anhäufung non Kriegsmaterial, der Ausbau von Anmarsch- itraßen deuten darauf hin, daß das faschistische Italien mit aller Sorgfalt zu Wege geht, um diesmal sine Schlappe, wie die Niederlage von Adua, aus» Fuschließen, die ja nicht zuletzt eine Folge unzurei- leidjenber, durch parlamentarische Widerstände verhinderter Vorbereitungen gewesen war. Aber zum Kriegführen gehört Geld, das ist seit damals nicht anders geworden. Die ohnehin aufs äußerste angespannten italienischen Finanzen spüren bereits empfindlich den Bedarf an fremden Zahlungsmitteln i mir die Kriegslieferungen der ausländischen Rüstungsindustrie. Die italienische Wirtschaft hat die Kriegsvorbereitungen natürlich vorerst als stark beliebendes Moment empfunden, aber man beginnt, Fid) immerhin schon über die Geldfrage Gedanken zu machen. Die Ausnahme einer Anleihe in Amerika 'oll erwogen werden, auch auf die Gebefreudigkeit des französischen Freundes scheint man in Rom einige Hoffnungen zu setzen. Weniger Kopfzerbrechen machen sich die Italiener offenbar über die diplomatischen Verwicklungen, die nun durch die erneute Aufrollung des Abessinien- Konflikts vor dem zum Mittwoch einberufenen D öl - ^erbunbsrat entstehen können. So entschieden man sich jede Einmischung dritter Mächte verbittet, und auf jede fremde Kritik mit schärfsten Presse- nngriffen erwidert — die Plakate der Kundgebungen in Rom gaben ja davon ein äußerst drastisches Bild — so wenig Respekt hat man vor dem Völkerbund. Schlimmstenfalls glaubt Italien in der Drohung mit seinem Austritt eine Waffe in der Hand uu haben, die alle Widerstände gegen eine endgültige Bereinigung der abessinischen Frage im italiennschen toinnc aus dem Wege räumen würde. Italien hat ta an den Beispielen Amerikas, Japans und Deutschlands gesehen, daß das Fehlen in diesem Völkerbund Versailler Prägung keiner Großmacht zum Nachteil gereichen kann. Unbeirrt in dem Entschluß, •ein Ziel, die Errichtung eines italienischen Kolonialreiches in Ostafrika durch Unterwerfung Abessiniens mit allen Mitteln und unter allen Umstanden burch- ,usetzen, nimmt es vielleicht sogar die Gelegenheit nicht ungern wahr, sich in Genf ein moralisches Alibi ür feinen afrikanischen Eroberungsfeldzug zu ver- •chaffen, wenn die Zeit dazu noch reichen sollte. So sst das Anerbieten zur Wiederaufnahme des durch ben Streit über die Beschränkung des Der- »andlungsthemas unterbrochenen Schiebsversah- : ens in Scheveningen als eine solche Geste zu werten, die, ohne etwas zu kosten, vielleicht geeignet ft, den schlechten Eindruck zu verwischen, den der mit größter Offenherzigkeit vertretene Kolomalimpe- rialismus Italiens auf die empfindlichen Gemüter ; der Friedensapostel, namentlich der angelsächsischen Welt, gemacht hat. So wird Italien sehr wahrschem- 1 lieh auch am Mittwoch auf der Ratstagung des Völkerbundes vertreten sein, zumal ihm die Bespreuungen mit seinem französischen Freunde wohl die Gewißheit gegeben haben dürften, daß in Gens nichts geschehen wird, was ihm sein abessinisches Konzept ernstlich verderben könnte. Man wird sich bei der diplomatischen Fühlungnahme zwischen dem Generalsekretär Avenol und bett wesentlich beteiligten Regierungen Italiens, Diplomatische Vorbereitung der Ratstagung. Noch keine Einigung der Großmächte über das Verfahren. London, 27. Juli. (DNB. - Funkspruch.) Die Moraenpresse nimmt auf Grund der letzten Berichte aus Rom an, daß Italien der Völkerbundsratsitzung am kommenden Mittwoch oder Donnerstag beiwohnen werde. Die englische Regierung hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß sie Mittwoch vorziehe. Auch die ranzösische Regierung bevorzugt diesen Tag. Ueber das in Genf einzuschlagende Verf« h - r e n ist zur Zeit noch feine Einigung zwi- chen der englischen und der französischen Regierung erreicht worden. England befürwortet nach wie vor eine umfassende Besprechung aller Punkte des italienisch-abessinischen Streitfalles. Die italienische Regierung vertritt jedoch den Standpunkt, daß die Erörterungen des Rates auf bestimmte Fragen begrenzt werden sollen. Der Umfang der Besprechungen werde auf jeden Fall erft in Genf entschieden werden. Was auch der Völkerbundsrat beschließen werde, so würde sich außerhalb des Rahmens der formellen Sitzungen die übliche Gelegenheit für vertrauliche Verhandlungen ergeben. Wenn die französische Ansicht durchdringe, werde sich der Rat voraussichtlich auf die Ernennung eines fünften Schiedsrichters gemäß der Entschließung des 25. Mai beschränken und die weiteren Besprechungen auf Ende August ober später auf- schieben. Wenn man versuchen werde, eine umfassende Besprechung des Streitfalles zustande zu bringen, werde Italien den Ausschluß Abessiniens aus dem Völkerbund beantragen ober es werbe Vertagung forbern. Die englische Regierung soll in Paris erklärt haben, baß es bie italienischen Bebingungen für bie Wieberaufnahme ber Arbeiten bes Versöhnungsausschusses nicht unterstützen könne. Sie könne, bei ben Versuchen, ben Kaiser von Abessinien zu ihrer Annahme zu bewegen, nicht mitwirken. Italien gibt seinen grundsätzlichen Standpunkt nicht aus. Rom, 26. Juli. (DNB.) Angesichts bes Zusammentritts bes Völkerbunbsrates ist ber Ton Der Presse am Freitag um einige Grabe ruhiger. Die Erregung ber letzten Tage scheint in ben Massenkunbgebungen am Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Selbstverstänblich heißt bies nicht, baß Italien irgenbwie seinen grunbsätz- lichen Stanbpunkt aufgegeben hat. Sachlich bleiben alle Gegensätze bestehen. So beantwortet man befonbers bie Unterhauserklärung Hoares über bie Waffenburchfuhrer- [ a ub n i s mit einem scharfen Hinweis, baß bie Argumentation ber englischen Regierung unrichtig sei. Diese hat bekanntlich bie Wassenburchsuhr auf Grunb bes Artikels 9 bes Vertrages oon 1930 gestattet. Jtalienifcherseits weist man jeboch barauf hin, baß nach ben Vertragsbestimmungen keine Waffen nach Abessinien ausgeführt werben bürsten, wenn bie Zustänbe in biesem Laube nicht normal seien. Die „Winstöße ber Frembenfeinblichkeit" in Abessinien stempelten bie bärtigen Zustänbe zweifellos nicht zu normalen. Weiterhin wirb bie Bebeutung ber italienischen Note an ben Völkerbunb stark unterstrichen. Es wirb betont, baß bas im italienisch-abessinischen Vertrag von 1928 vorgesehene birefte Verfahren zwar unterbrochen, aber burchaus noch nicht enbgültig aufgegeben sei. Daher können augenblicklich keine anberen Prozeburen angeroanbt ober neue Initiativen ergriffen werben, weil man bamit ohne weiteres auch ben Vorwanb hinnehmen würbe, mit bem sich bie abessinische Regierung ber Verantwortung an ben Grenzzwischenfällen entzogen habe. Es fei klar, baß Abessinien nur barauf bebacht fei, ein ganz neues V er - fahren bes Völkerbunbes zu erreichen. Dieses Spiel könne nicht zugelassen werben, um so weniger, als nach ber italienischen Mitteilung an Gens bas Verfahren bes Schlichtungsausschusses fortgesetzt werben könne unb bie abessinische Regierung bie Möglichkeit habe, ihre guten Absichten zu zeigen. pariser Hoffnungen. Frankreich wünscht Verschiebung der grundsätzlichen Aussprache. Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Kreise um Laval scheinen trotz ber an sich völlig ungeklärten Lage unb ber aus Rom und Addis Abeba stammenden nicht gerade günstigen Nachrichten immer noch zu hofsen, daß ein Aufeinanderprallen der Parteien in Genf vermieden unb die grundsätzliche Aussprache über ben Streit zwischen Italien unb Abessinien auf Ende August oer sch oben werben kann. Laval will sich bemühen, in biesem Sinne zu vermitteln, b. h. bie Wieberaufnahme ber Ausgleichsoerhand- lungen zwischen beiden Parteien in bie Wege zu Paris. 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Großen Widerhall finden gerade im Hinblick auf die bevorstehende Ratstagung Erklärungen, die der Kaiser von Abessinien einem Sonderberichterstatter bes „Paris Söir" abgegeben hat. Der Kaiser tritt hierbei den italienischen Ansprüchen auf Kolonisierung und Zivilisierung eines rückständigen Landes mit der Forderung entgegen, daß keine ausländische Wacht brutal in die Entwicklung der abessinischen Zivilisation eingreisen dürfe. „Unsere alte Zivilisation kann ohne Gefahr für gewisse Länder nicht brutal umgewandelt werden. Die für Europa notwendige Lebensart kann Abessinien zum Verhängnis werden. Wir brauchen eine langsame Entwicklung. Sie hat seit mehreren Jahren eingesetzt. Zahlreiche Experimente sind noch not- wendig, um sie zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Auf keinen Fall aber werde ich das brutale Eingreifen einer ausländischen Macht zur Beschleunigung dieser Entwicklung zulassen. Das würde eine Verletzung der Würde der Nation sein." Der Negus ist überzeugt, daß ein Krieg für Italien ungünffig ausgehen würde. Lr behauptet, daß bereits jetzt das italienische Expeditionskorps starke Ausfälle infolge von Krankheiten zu verzeichnen habe, und daß Italien diese Lücke durch Anwerbung von Eingeborenen aus Somali und Eritrea auszufüllen suche, deren loyales Verhalten aber zweifelhaft fein dürfte, so bald es sich für sie darum handele, gegen Brüder der gleichen Rasse zu kämpfen. Zur Volkerbundsralstagung führte der Negus aus: „Ich habe vertrauen zur Entscheidung des Völkerbundes vor allem, wenn England und Frankreich auf die Seite leiten, um Zeit für Besprechungen für die Unterzeichner bes Vertrages von 1906 zu gewinnen. Man läßt jetzt übrigens burchblicken, baß sich ber englische Botschafter in seiner Besprechung mit Laval am Freitag ber französischen Haltung gegenüber nicht mehr völlig ablehnenb verhalten habe unb baß vielleicht zwischenLaval unb Eden, ber über Paris nach Göns reife, eine gemeinsame Linie gefunben werben könne. Dieser beispielsweise vom „Oeuvre" unb „Matin" zur Schau getragene Optimismus wirb von anberen Blättern alierbings nicht geteilt. Das „Echo be Paris" stellt fest, baß alle bisherigen B e - mühungen, zwischen Lonbon, Paris unb Rom zu einer Einigung über bas einzufchlagende Verfahren zu kommen, gescheitert seien. Unter bie- jen Umftänben werbe bie Fühlungnahme in Gens schwierig sein. Die französische Aborbnung müsse sich bie Aufgabe stellen, bie Sitzung vom 31. Juli harmlos zu gestalten unb eine vollstänbige Lösung auf später z u verschieben. „Excelsior" schreibt: Wenn man einen Monat für biefe äußerst verwickelten unb schwierigen Verhandlungen zwischen Paris, Lonbon unb Rom finben kann, wäre bas ein nicht zu unterschätzenber Vorteil. des guten Rechts treten, d. h., auf unsere Seite. Aber es kommen keine territorialen und wirtschaftlichen Zugeständnisse an Italien in Frage. Wenn die Feindseligkeiten beginnen, werde ich der er sie Soldat meines Heeres sein und das Schicksal der meinigen teilen." Angebliche militärische Maßnahmen Englands am Roten Meer. Mailand, 26. Juli (DNB.) Die norditalienische Presse meldet unter Bezugnahme aus arabische Zeitungen neue militärische Maßnahmen Englands im Gebiet bes Roten Meeres. Mohammed T e w f i k Pascha, ber oberste Leiter ber Grenz- Verwaltung, werbe am Samstag eine viertägige Besichtigungsreise zu ben Militärposten unb ben Kamelreiterabteilungen bes Roten-Meer- Gebiets antreten. In seiner Begleitung würben sich Militärsachverstänbige unb höhere britische Offiziere befinben. Die Zeitung „Rosa El Puffes" berichte, baß eine Grunbstücks- gesellschaft von ben Behörben bamit beauftragt worben sei, Wohnungen für 200 englische Offiziere zu beschaffen. Im Gegensatz zu ben früheren Melbungen wirb Hervorgehoben, baß bisher, abgesehen von ben bereits im ßanbe befinblichen Abteilungen, feine britischen Truppen nach Aegypten beförbert worben seien. Abessinische Orden für das englische Königspaar. Lonbon, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der abessinische Gesanbte in Lonbon, Dr. Martin, hat bem König oon Englanb aus Anlaß bes Regierungsjubiläums im Auftrage bes Kaisers von Abessinien bie Golbsne Kette bes Salomon-Or- b e n s überreicht. — Königin Mary würbe vom Negus mit berGolbenenKettebesOrbens von Saba ausgezeichnet. Kein Eingriff von außen in die zivilisatorische Entwicklung Abessiniens. Oer Kaiser bestreitet Italien das Hecht der Kolonisierung. Frankreichs unb (Englanbs ja nicht nur über bie Einberufung bes Völkerbunbsrats geeinigt haben, sonbern auch über bas, was man in Genf bie Prozebur, das Verfahren, zu nennen pflegt, zunächst hätte ber Rat bie Möglichkeit, in Ausführung seines Maibeschlusses einen fünften Schiebsrichter zu ernennen, so baß im Scheveninger Schiebsverfahren durch Stimmenmehrheit ein Spruch zustanbekommen könnte. Italien würbe wohl bamit enwerftanben fein unter ber Voraussetzung, baß sich bas Schlichtungsverfahren auf bie Zwischenfälle vonUal - Ual beschränkte. Jnbesfen wirb sich Abessinien vermutlich bamit nicht zusrieben geben, sonbern eine Erörterung bes Gesamtproblems fordern unb ben Schutz bes Völkerbunbes vor einem italienischen Angriff erbitten. Der Völkerbunb müßte sich also zwischen ber Möglichkeit entscheiben, eine weitere Großmacht von seiner Mitglieberliste streichen zu müssen ober eine moralische Nieberlage zu erleiben, von ber es vielleicht keine Erholung gäbe. Ein Ausweg aus biefer prekären Lage scheint gefunben worben zu sein. Der Völkerbunb hat sich ja längst ber Aufgabe entwöhnt, zu entscheiben, wer recht hat, ja er hat nicht einmal mehr bie Autorität, einen Krieg zwischen Mitgliebsstaaten zu verhin- bern, sonbern muß sich bamit begnügen, ihn zu legalisieren, b. h. eine Prozebur ausfinbig zu machen, die bas Unvermeibliche geschehen läßt, ohne ber Idee bes Völkerbunbes als einer Organisation zur Wahrung bes Friebens ben Tobesstoß zu versetzen. Der französischen Diplomatie bürste bie Krone ba- für gebühren, bas Instrument für biefes imponie- renbe Kunststück gewiesen zu haben. Artikel 15 bes Völkerbunds st atuts verpflichtet die Mitgliedsstaaten, eine Streitfrage, die zu einem Bruch führen könnte und keiner schiedsrichterlichen Regelung unterworfen wurde, vor den Rat zu bringen. Abessinien hat bies getan, bas Schiebsverfahren betrifft nach italienischer Auffassung lebiglich bie Zwischenfälle von Ual-Ual. Der Rat kann nun also von beiben Parteien Darlegung bes Streitfalles forbern unb, wenn es ihm nicht gelingt, ben Streit zu schlichten, einen Bericht über seine Vorschläge zur Lösung bes Konfliktes zu veröffentlichen. Wirb biefer Bericht einstimmig gutgeheißen (bie Stimmen ber ftreitenben Parteien zählen natürlich nicht mit), fo finb bie Bunbesmitglieber verpflichtet, gegen keine Partei zum Kriege zu schreiten, bie sich ben Vorschlägen bes Rats fügt. Wirb ber Bericht jeboch nicht einstimmig angenommen, so behalten sich bie Bunbesmitglieber bas Recht vor, „so zu hanbeln, wie sie es zur Aufrechterhaltung von Recht unb Gerechtigkeit für notroenbig erachten." „Macht eine ber Parteien geltenb unb erkennt ber Rat an, baß sich ber Streit auf eine Frage bezieht, bie nach internationalem Recht zur ausschließlichen Zustän- bigfeit biefer Partei gehört, fo hat ber Rat bas in einem Bericht festzustellen, ohne eine Lösung vorzuschlagen." Diese Bestimmungen bes Artikels 15 bieten bei geschickter Behanblung unb großzügiger Auslegung zwei Möglichkeiten, um Italien freie Hanb zu seinem Krieg gegen Abessinien zu geben, ohne ben Völkerbunb zu arg zu fomprimittieren. Einmal könnte Frankreichs Stimmabgabe bie einstimmige Annahme bes Berichts verhinbern unb bamit Italien bie Freiheit einräumen, so zu handeln, wie es „zur Aufrechterhaltung von Recht und Gerechtigkeit" für notwendig erachtet. Bei ber engen Freunbschast zwischen Paris unb Rom ist anzunehmen, baß Frankreich zu biesem ßiebesbienft bereit sein bürste. Die anbere Möglichkeit gibt ber letztzitierte Absatz, bessen Anwendung ben Völkerbunb überhaupt aus bem Konflikt heraushalten würbe. Aber es wäre natürlich ber Gipfel willkürlicher Auslegungskunst, biefe Bestimmung, bie lediglich dem völkerrechtlichen Grundsatz ber Nichteinmischung in bie inneren Angelegenheiten anberer Staaten Rechnung tragen soll, auf ben italienisch-abessinischen Streit anzuwenben, nur um bem Völkerbund ben Rückzug in bie Untätigkeit zu eröffnen. Diese ganze Prozebur, wie sie sich auf bem Artikel 15 aufbaut, würde natürlich rein formalistisch bleiben und in ben heftigsten Wiberspruch zum wahren Geist unb Willen ber Völkerbunbsidee treten, wenn sie in ber angebeuteten Art in Szene gesetzt würbe. Aber selbst bann muß man Schwierigkeiten befürchten. Einmal finb im Völkerbunbsrat bie Großmächte nicht unter sich. Italien könnte sich trotz sorgfältigster Regie vor recht peinliche Situationen gestellt sehen, bie feine ohnehin nur schwer bezähmbare Ungebulb auf eine harte Probe stellen müßten. Unb bann verpflichtet ber Artikel 12 ber Bölter- bunbssatzung bie Mitgliebsstaaten, nickt vor Ablauf von b r e i Monaten nach einem Schiebsspruch ober einem Bericht bes Rats zum Kriege zu schreiten. Das wäre aber eine Zeitspanne, bie sich mit ben militärischen Absichten und Notwendigkeiten Italiens, ben ostafrikanischen Feldzügen nach Ablauf ber Regenzeit, also im Frühherbst zu eröffnen, kaum würben vereinbaren lassen. Die Polittk der Großmächte ist auf Zeitgewinn ,Jn Erwiderung auf die Note des Senats vom Wühler am Werk. 1. 2. 3. 4. Die aus dem gestern von uns veröffentlichten Bericht der „Times" über die gänzlich unzureichende Aus- rüftung des abessinischen Heeres mit Gewehren und Munition, von den Waffen eines modernen europäischen Heeres ganz abgesehen. In Addis Abeba herrscht nun die gewiß nicht unbegründete Sorge, daß ein allgemeines Waffenausfuhrverbot Abessinien gleichsam aushungern würde, denn während Italien über eine eigene Rüstungsindustrie verfügt, die zum wenigsten für die Bedarfsdeckung eines Kolonialkrieges ausreichen dürfte, hat Abessinien nichts dergleichen und ist auf die Waffenzufuhr von außen her angewiesen. Der abessinische Gesandte in London, der in den letzten Tagen viel von sich reden machte, bemüht sich einmal um eine Anleihe im Austausch gegen Bergwerkskonzessionen, die neben britischem Kapital natürlich auch die britische Politik noch mehr als bisher schon für Abessiniens Schicksal interessieren würden, dann aber auch besonders um die Erlaubnis der Waffenausfuhr. Die englische Regierung hat lange Zeit gezögert, eine klare Entscheidung zu treffen, und hat damit die helle Empörung der italienischen Presse auf sich gezogen. In diesem Punkt, wo es nützlich ist, sich des Völkerbundes zu erinnern, beruft man sich auch in Rom gern auf seine Verpflichtungen. Der Artikel 23 hat den Völkerbund mit der Ueberwachung des Waffen- und Munitionshandels „mit den Ländern, bei denen diese Ueberwachung im allgemeinen Interesse unumgänglich ist", betraut. Gemeint ist damit tatsächlich die Verhinderung der Waffeneinfuhr nach Airika, um den Sklavenjägern leichter ihr schändliches Handwerk legen zu können. Daher findet sich auch die erste Regelung des Waffenhandels in der Brüsseler Antisklavereiakte vom Jahre 1890. Es erschien den Siegern des Weltkrieges, soweit sie über umfangreichen und um die Kriegsbeute noch beträchtlich vergrößerten Kolonialbesitz in Afrika verfügten, durchaus zweckentsprechend, durch eine Uebereinkunft zu verhindern, daß die eingeborene Bevölkerung mit modernen Waffen versehen werde, die sich eines Tages auch einmal gegen die weißen Herrn kehren könnten. Aber erst 1925 kam auf einer internationalen Konferenz in Genf ein Abkommen zustande, das im wesentlichen die Brüsseler Akte erneuerte, aber nicht ratifiziert worden ist. England hat nun die Waffenausfuhr vorerst nach beiden am Konflikt beteiligten Ländern gesperrt, die Durchfuhr indessen gestattet. Ob es dabei bleiben wird, wenn der Krieg tatsächlich in Gang kommen sollte, dürfte angesichts des Widerspruchs, den diese abwartende Politik bei der englischen Oeffentlich- keit gefunden hat, sehr zweifelhaft sein. England wird wohl auch kaum ohne Not seine Rüstungsindustrie von einem Geschäft ausschließen wollen, das so ungeheure Gewinnchancen bietet. Erinnere , man sich doch, daß die Vereinigten Staaten im Weltkriege mit der Lieferung von Waffen und Mu- nition soviel verdient haben, daß sie aus einem Schuldnerland ein Gläubigerland werden konnten, ' dem die Verbündeten von gestern noch heute viele । Milliarden schulden. In der Frage des Waffenhan- i dels ist also das letzte Wort noch nicht gesprochen, i tfür Abessinien kann sie zu einer Lebensfrage i werden. I Aussichten f ü r Montag: Im ganzen noch freundliches Wetter, Zunahme der Unbeständigkeit. Temperaturen am 26. Juli, mittags 24,1 Grad Celsius, am 26. Juli, abends 16,9 Grad, am 27. Juli, morgens 13,9 Grad, Maximum 27,1 Grad, Mini- mum 10,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juli, abends 23 Grad, am 27. Juli, morgens 18,7 Grad, Niederschläge 3 Millimeter, Sonnen- scheindauer 10,1 Stunden. Kirche in Boyle (Grafschaft Roscommon) von irischen Katholiken in Brand gesteckt. Die Vernichtung der Kirche konnte noch im letzten Augenblick durch das Eingreifen der Bürgerwehr verhindert werden, der die Löschung des Feuers gelang. Das Innere der Kirche war zum Teil mit Benz in überschüttet worden. Mehrere nordirische Abgeordnete, die die protestantisch - unionistische Richtung vertreten, haben in einem Rundschreiben die Republik Polen eine N o t e folgenden I n - Halts übersandt: Oie Regierungskrisis in Holland Die Königin betraut den Vorsitzenden der katholischen Fraktion mit der Kabinettsbildung. Eine Bestätigung der österreichischen Unabhängigkeit. Bestimmungen über Nichteinmischung in geqen- jeitige innere Angelegenheiten einschließlich Propaganda usw. Eine Erklärung, daß kein Angriff und keine Unterstützung eines Anarei- fers stattfinden solle. Danzig, 26. Juli. (DNB.) Dem Danziger Senat wurde von dem diplomatischen Vertreter der polens Antwort auf die Danziger Note. Der Rechtsstandpunkt der Danziger Regierung unverändert. Ein neuer Vorschlag für den Donau-pakt? London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Rom, daß Italien und Frankreich den Regierungen Oesterreichs, Ungarns und der Kleinen Entente einen neuen endgültigen Vorschlag für den Donau-Pakt vorgelegt hät- ten Die betroffenen Länder hätten den Paktvorschlag, der sich auf allgemeineren Linien als der frühere Plan bewege, günstig ausgenommen. Die deutsche Regierung sei von den Verhandlungen unterrichtet worden habe deinen endgültigen Entwurf erhalten. Der Plan fei auch England und Polen v orgele gt worden und enthalte vier Hauptpunkte. ' v Eme Erklärung, daß im Falle einer Verletzung des Paktes durch einen Unterzeichner eine Konsultation durchgeführt werden solle Verwirklichung des Paktes hänge noch von der Entscheidung der deutschen Regierung ab, obwohl wie in Rom erklärt werde, die Unterzeichnung auf jeden Fall vorgenommen werden solle. später schon wechselnde Bewölkung und etwas kühleres Wetter zu erwarten ist. Aussichten für Sonntag: Zunächst noch überwiegend heiter, später bei auffrischenden nordwestlichen Winden Bewölkungszunahme, mäßig warm, abgesehen von einzelnen Gewitterstörungen Oie Funktionärtagung der kommunistischen Internationale Pieck berichtet über die bolschewistische Weltpropaganda. hat somit wenigstens die schlimm ft en Gefahren gebannt. Gleichzeitig sind nämlich mit den Preisen auch die holländischen Lebenshaltungskosten gesunken, und bei einem einigermaßen spar- „v.. __________ö _____ ___ _______ samen Etat wäre die Möglichkeit gegeben gewesen, 23. Juli d. I. stellt die polnische Regierung fest, den Gulden keinem Währungsexperiment auszu- daß die Nichtausführung der Verordnung des Fi. setzen. nanzministers durch die Danziger Zollämter Die Rückflüsse des privat gehamsterten Goldes d e n Rechtszustand a u f dem Gebiete zur Niederländischen Bank hatten nach dem ersten des Zolles, wie er sich aus dem verpflichtenden zusammengebrochenen Angriff der Spekulation zu- polnisch-Danziger Abkommen ergibt, verletzt und genommen, bis jene Kammersitzung, in der Colijn daß die Anordnung des Senates auf diesem Gebiete sein Einsparungsprogramm infolge des Widerstan- seine Rechte überschreitet. Die Bitte des des der Schwarzen zurückziehen mußte, eine Wende Senats um Zurückziehung der Verordnung brachte. Die Niederländische Bank hat nach einer des Finanzministers vom 18. Juli d. I. muß ange- 2prozentigen Diskonterhöhung jetzt ihren Diskont sichts dessen von der polnischen Regierung unter abermals um ein und zwar auf 6 v. H. erhöht, diesen Umständen als gegenstandslos betrach. Sie tut alles, um die Währung zu halten, und be- tet werden. nutzt dazu die klassische Diskontwaffe. Nur im Jahre Ich beehre mich mitzuteilen, daß die polnische 1923 und 1925 ist in Holland vorübergehend der Regierung erwartet, daß sich die Zolldirektion Diskont auf 2 v. H. erhöht worden, eine Tatsache, in Danzig der obenerwähnten Verordnung des Fi' die für den Ernst der Lage spricht. nanzministers unverzüglich anpaßt, ferner Während ein Teil der zurückgetretenen Minister daß der Senat über die von ihm erlassene Anorb- für eine Befragung des Volkes war, ist nung Aufklärung gibt." jetzt durch den Rücktritt des Gesamtkabinetts die Don zuständiger Danziger Seite wird dazu Entscheidung unmittelbar der katholischen mitgeteilt: Staatspartei zugeschanzt worden, eine „Die Danziger Regierung ist selbstverständlich Verantwortung, mit der diese anscheinend nicht ge- n i ch t in der Lage, den Wunsch der polnischen rechnet hatte, da ein offenes Bündnis mit den Regierung zu erfüllen und die Verordnung durch. Marxisten in Holland ihr allerlei Abbruch tun z u f ü h r e n. Der Rechtsstandpunkt des Senats würde^. Wenn die Königin das neue Kabinett mit ift klar zum Ausdruck Der Rücktritt des holländischen Kabinetts Colijn belastet die (katholische) Staatspartei, die im überwiegend protestantischen Holland nach dem Vorbild des Zentrums alle Katholiken hinter sich hat und damit die stärkste Partei der Kam- m e r wurde. Während sie bis jetzt das Krisenkabinett Colijn unterstützte und vier Minister im Kabinett hatte — nachdem der Finanzminister der Partei, Dr. Steenwerghe, zurückgetreten war, waren es nur noch drei —, verschloß sie sich jetzt nicht mehr den Scheinargumenten der Marxisten, wonach eine Abwertung des Gulden notwendig sei. Dagegen hat sich Colijn mit aller Macht gewandt. Er verwies auf die Tatsache, daß im benachbarten Belgien trotz der Abwertung der Belga weitere Sparmaßnahmen radikaler Art notwendig gewesen sind, er sagte, daß fein Sparprogramm, das rund 75 Millionen Gulden umfaßte, dieses Ziel einer Sanierung auch ohne Währungserschütterung erreichen würde, er ritt eine scharfe Attacke gegen die internationalen Spekulanten, die für eine Entwertung sind, um sich die eigenen Taschen zu füllen, und lud die Schuld nicht nur auf die Marxisten, sondern auch auf die Staatspartei, die die Währung erschüttern würde zugunsten eben dieser internationalen Gruppen. Gewiß ist Holland in einer Notlage. Die Weltwirtschaftskrise drückt auf alle Gewerbe, und die Arbeitslosigkeit ist unvermeidbar gewesen. Die Arbeiter haben wiederholt Lohnabstriche erfahren und die Industrie leidet not. Demgegenüber hat das bisherige Kabinett Colijn große Summen für die Landwirtschaft, für die holländische Gärtnerei, für die Viehzucht und für die Fischerei ausgegeben und gerichtet. Frankreich scheint den Versuch machen zu wollen, durch Wicderingangbringen des Schiedsverfahrens eine Aufrollung des Gesamtkonflikts für diesmal zu verhindern und damit bis zur ordentlichen Ratstagung Ende August für weitere diplomatische Verhandlungen zwischen Rom, Paris und London Raum zu schaffen. In diesen Verhandlungen hofft es immer noch, Italiens Wünsche und Englands Vorbehalte auf einen Nenner zu bringen und damit den Krieg zu vermeiden. England wird anscheinend den Dingen in Genf freien Lauf lassen und einer von Abessinien geforderten Generalaussprache mit allen ihren für Italien unbequemen Folgen nichts in den Weg legen. Besonders gespannt darf man auf den Eiertanz Litwinows fein, des derzeitigen Ratspräsidenten. Der Bolschewik am Gängelband feiner imperialistischen Freunde Frankreich und Italien ist geradezu eine Karikatur auf den uneigennützigen Idealismus, mit dem der sich soeben in Moskau als „Generalstab der Weltrevolution" etablierte Weltkongreß der kommunistischen Internationale allen unterdrückten Völkern Befreiung vom imperialistischen Joch gepredigt hat. Eine für alle Beteiligte besonders im Falle des Scheitams aller Vermittlungsversuche interessante Frage betrifft die Waffenausfuhr nach Abessinien. Welche Bedeutung ihr für die Aussichten eines Krieges in Ostafrika zukommt, erhellt Haag, 26. Juli. (DNB.) Die Königin hat den V o r- sitzenden der katholischen Fraktion der Zweiten Kammer, Professor Aalberse mit der Bildung eines Kabinetts auf möglichst breiter parlamentarischer Grundlage betraut. Die Königin hat gleichzeitig die Notwendigkeit betont, daß die Regierungsneubildung so schnell wie möglich durchgeführt werden müsse. Sie erwartet deshalb innerhalb weniger Tage die endgültige Stellungnahme des katholischen Fraktionsvorsitzenden. Die Königin hat hiermit dem stets geübten parlamentarischen Gebrauch entsprochen, daß derjenige Politiker, der in erster Linie für den Sturz der bisherigen Regierung verantwortlich ist, auch die Verantwortung für die Regierungsneubildung zu übernehmen hat. Man glaubt jedoch, daß es Professor Aalberse nicht gelingen wird, den ihm übertragenen Auftrag zu erfüllen. Sollte er sich genötigt sehen, den Auftrag zurückzugeben, so betrachtet man die Bildung eines außerparlamentarischen Kabinetts von Fachministern als die nächstliegende Möglichkeit zur Lösung der Regierungskrise. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr. FW.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., _ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. sagen hatte, darüber schweigt sich der amtliche Be- Erklärung der irisch - nationalistischen Abgeordneten, richt aus, der an dieser Stelle d i e w e l t r e v o l u - bcnen bie Regierung von Ulster für die tionäre Propaganda dieser ganzen Beran- blutigen Zusammenstöße in Belfast verantwort- staltung zugunsten der a u 6 e n p o I i t i f d) e n 11 gemacht wurde, zurückgewiesen. Sie teilten Rücksichten der Sowjetunion und der G e nf er u- a> mit' daß sieben von ben neun loten Tätigkeit des Außenkommissars ß i t m i n o ro H? r 0 1 e ft a n f e n waren. Während der ganzen zurückgestellt hat. Unruhen sei keine einzige römisch-katholische Kirche Nach der Rede Piecks sprach einer der Führer I abgegriffen worden. der Kontrollkommission über die Sau- ------- berungsattionen innerhalb der verschiede- Glückwunsch des Führer zum 90. Geburtstag des nen Sektionen der Komintern in den letzten sieben ersten Burschen Hindenburgs. rich^ nitif näher* bÄe^netP^Np^^w^ichen Be- $n Werries bei Hamm feierte am Donners- Praxis ?er fnmmuniftiM?pn i b * tag der Altveteran Kutz, Hindenburgs erster nonEbemrS,ammpffand,7roTirt3 r°°nt°n "Ä ,90- S ü *u ’n b W e Tn\e /n“ V ' °h e ® Ün^chrif"Lb & überwunden werden müssen, so habens gegolten ^deten Leutnant Paul von Hindenburg unter gegen die linken Trotzkisten genau wie feincs fiebens aus bem $ßucr getragen, gegen bie rechten Opportunisten unb Wetterbericht gegen Abweichungen aller Art vorzuqehen Im ' Verlaufe biefer sieben Jahre seien aber alle bes Reichswetterdienstes. Ansgadeort Frankfurt. Widersacher der „einzig wahren" Sta- An der Nordseite des mit seinem Kern westlich linschen Richtung beseitigt worden. Frankreich liegenden Hochdruckgebiets strömen zwi- Im Verlaufe der Nachmittagssitzung erschien auch schen England und Island in einer kräftigen West- der französische Schriftsteller Genosse Barbusse strömung in rascher Folge Tiefdruckstörungen ost- im Saal. Auf Weisung der kommunistischen Par- wärts und führen dort zu weitverbreiteten Regentei werden in allen Fabriken Arbeiterversammlun- fällen. Bei uns hat der Abbau des Hochdruckge- gen abgehalten, in denen kommunistische Agitatoren bietes in zunehmendem Maße eine feuchte Luft- für die Losung der Komintern Propaganda machen, strömung von Norden her in Gang gebracht, die ♦ bei uns durch kräftige Ausstrahlung zur Ausbildung Pieck hatte bereits in der Eröffnungssitzung des DOn meist lokalen Gewitterbildungen Anlaß gibt. Kongresses, über die wir gestern bereits einen Eine weitere Abschwächung des Hochdruckgebietes Funkbericht veröffentlichten, eine Ansprache gehal- ‘ft Don England her in Gang gekommen, so daß tem Seine für die Politik des Weltkommunismus ' ---- recht aufschlußreichen Ausführungen begannen mit der Feststellung, daß die Welt heute vor der Frage stehe: Sozialismus oder Faschismus? Nach einer Aufzähluna der verschiedenen Versuche, in europäischen Ländern, wie in Ungarn, Finnland und in Bayern, R ä t e r e g i e r u n g e n einzurichten, mußte der Redner zugeben, daß diese Versuche gescheitert seien, weil in den wichtigsten Ländern Europas, besonders aber in Deutschland, starke kommunistische Bewegungen gefehlt hätten. Er kam dann auf die erste „faschistische Welle" zu sprechen, als deren Folge die heutige Regierungsform in Italien eingeführt worden sei. Ein weiterer schwerer Schlag für die proletarische Bewegung sei der Umschwung in Deutschland gewesen. An- gesichts aller dieser Rückschläge rühmte der Redner die Sowjetunion als „Grundlage und Bollwerk der Weltrevolution". Pieck wandte sich immer Mieder mit besonderem Haß gegen das neue Deutschland und erging sich in diesem Zusammenhang sogar in wilden Kriegsdrohungen. So verkündete er, daß das „Proletariat und der Kommunismus" nicht umhin fön- nen mürben, einzugreifen, wenn der deutsche Faschismus einen Anschlag auf die nationale Unabhängigkeit und Einheit heute selbständiger kleiner Nationen Europas unternehmen sollte (1). Sowjetspionage in Frankreich. Paris, 27. Juli (DNB.) Die sowjetrussischen Spionageumtriebe in Frankreich werden jetzt in einer Darstellung des Appellationsgerichtshofes aus Anlaß der Verurteilung von Lydia Stahl und Genossen gekennzeichnet. Die Leiter hätten inzwischen mehrfach gewechselt, auch einige Mitglieder, aber der Zweck fei stets der gleiche geblieben, nämlich möglichst viele Auskünfte über bie französische Armee unb Kriegsmarine zu beschaffen. Das Gericht nennt nicht ben Namen ber betreffenden auslänbischen Regierung, für bie Lybia Stahl unb ihre Mitverurteilten arbeiteten, aber bie Anbeu - tung ber „kommunistischen Jbeale ber Angeklagten" ist so unmißverstänblich, baß bas offiziöse Havasbüro runb heraus von sowjet- russischen Spionen spricht. Moskau, 27. Juli. (DNB.) Am Freitag, dem zweiten Tage des 7. Weltkongresses der Komuni- stischen Internationale, wurden zwei Sitzungen abgehalten, die fast völlig im Zeichen des Rechenschaftsberichtes des deutschen Kommunisten Wilhelm Pieck über die Tätigkeit des Vollzugsausschusses der Komintern standen. Pieck entwarf ein Bild von den großen Veränderungen in der internationalen Lage, von der „Entwicklung der revolutionären Bewegung der Völker" und von den Arbeiten der Sektionen der Komintern in den sieben Jahren zwischen dem 6. und dem gegenwärtigen 7. Kongreß. Pieck ging von „zwei grundlegenden Tatsachen, dem s o z i a l i st i s ch e n Auf- bau in der Sowjetunion und dem wacklig gewordenen Kapitalismus aus", Tatsachen, die, wie der Berichterstatter meinte, durch öen Gang der Ereignisse glänzend bewiesen seien. Gleichzeitig unterstrich er den schmachvollen Bankrott der Sozialdemokratie und der Opportunisten aller Schattierungen. Pieck teilte seinen Bericht in drei Teile ein: 1. Anwachsen der revolutionären Bewegung, 2. die Revolutionsbewegung in den Jahren der schärfsten Krise und 3. Umkehr der sozialdemokratischen Arbeiter zur Bildung der Einheitsfront mit den Kommunisten. Um seine Feststellungen iu „beweisen", sprach Pieck von der Zunahme )er Streikbewegungen in aller Welt nach dem Abschluß des 6. Kongresses vor sieben Jahren. Die „gegenkapitalistische" (inzwischen längst zusammengebrochene) Agrarrevolution in China dient Pieck als besonderer Beweis für den Erfolg der Tätigkeit der Komintern. Die Sek- tionen der Komintern (die kommunistischen Parteien in den verschiedenen Ländern. Die Red.) hät- ten dieser Zeit für die Taktik „Klasse gegen Klasse bestens agitiert. Im zweiten Teil seines Berichtes über die „welt- revolutionäre Bewegung" stellt Pieck die übliche bolschewistische Behauptung auf, daß die „Imperia- listen einen neuen Krieg zur Vernichtung der Sowjetunion vorbereiteten. Obwohl Pieck unter Muweis auf Streikbewegungen in verschiedenen Landern, auf die spanische Revolution, die Streiks der englischen Kriegsflotte, den Aufstand in der holländischen Flotte usw. von einem Anwachsen oer weltrevlutionären Bewequna sprach, mußte er dennoch mit Bedauern feststellen daß trotzdem diese Tatsachen sich noch n i ch i zu einem politischen Massenkampf 0egen den Kapitalismus ausgewach- I e n hatten. Es fehle noch an einer revolutio - (n,a/em Einheitsfront, und die kommunisti- fchen Parteien hatten sich noch nicht stark genug fh>wlß ^schließend ging der Redner auf das be« f AUbl5xÄa mpfes gegen den Fa- ! s M u s unb ber Bilbung einer gewerk. f d) a f tlich enEinheitsfront ein. ^m letzten Teil seines Berichtes besprach Pieck h’pht b€hi»m9rld)e ,^!?n9refeberid)t einsilbig hervor- bebt, „b i e Aus sich t e n der weltpolitischen Ent- wicttung und ber Weltrevolution". Was der , deut- fche Kommunist über dieses interessante Thema zu - - - „ — --------------------------- „efommen. Auch auf die der Richtlinie versieht, k e i n e Abwertungs-schweren wirtschaftlichen Folgen für Politik zu treiben, wie es wahrscheinlich ist, dann Danzig bei Durchführung der Verordnung ist hat chch die Staatspartei hoffnungslos festmanö- bereits hingewiesen. Danzig kann nicht fein oeriert und es bleibt auf die Dauer nichts anderes eigenes Todesurteil selbst unter* übrig, als die Nation aufzurufen. Denn die Frage schreibe n." ,on' Oberst Wettscheff hat Bulgarien Eracinzunaswahlen verlassen. "VW Sofia, 26. Juli. (DNB.) Oberst Wettscheff. ftlir Cntsn nüttlinttr ber Organisator der beiden Staats- ri V streiche vom 9. Juni 1923 und vom 19. Mai Amsterdam, 26. Juli. (DNB.) In sechs Pro- 1934 hat heute früh Bulgarien im Flugzeug in Dinaen des Landes (Nordbrabant, Zeeland, Utrecht, Richtung Belgrad verlassen. Die Ab- timburg, Friesland und Nordholland) fanden reise erfolgte, so wird amtlicherseits versichert, frei- E r g a n z u n g s w a h l e n zur Ersten K a m - willig und ohne jeden Zwang der Behörden. Wett- in er statt. Die Halste der 50 Sitze dieser Körper- scheff will seine Reise nach Paris fortsetzen. Die fdjaft war neu verteilt. Die neuen Senatoren wur- Abreise von Oberst Weltscheff, dessen V e r b a n - den von den Provinzialversammlungen gewählt, nun g noch in der vorigen Woche beschlossen wor- lei*5.erf* im April d. I. durch Wahlen um- den war, aber in höheren Offizierskreisen Wider- & Jure morden waren. Es wurden gewählt: 11 st a n d gefunden hatte, stellt ein Zugeständnis der Jtatpohfen, fünf Sozialdemokraten, 3 Christlich-Hi- Freunde Weltscheffs an die Regierung bar. Damit Im? m 2 Antireoolutlonare, 2 Nationalsozialisten sinb Konfliktsstoffe aus bem Wege geräumt wor- p t' .wie je 1 Liberaler unb Demo- ben, was zur Erleichterung der innenpolitischen trat. Bemerkenswert ist, baß die Nationalsozialisten Lage beitragen dürfte. Die Abreise kann als ein nunmehr ihren Einzug in das Parlament halten. Erfolg ber Regierung gegenüber der Dffi* Die beiden Sitze sind auf Kosten ber Liberalen unb zjersliqa gewertet werden. der Demokraten errungen worden. Die Erste Kam- JL,. , mer besteht nunmehr aus 16 Katholiken, 11 Sozial- XblCOCr CttlC lNftye StlttpC bemofraten, 7 Christlich-Historischen, 6 Antirevolu- in Drattb acfferff honären, 3 Demokraten, 2 Nationalsozialisten und 5 Liberalen. ' Dublin, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstag würbe eine m e t h o b i st i s ch e I Ht. Äfc 'enatz h, ft* ?5 •*USj 10“ö* "9 d-, J|, *ftl “irt d°„ ^'ftänbti. LW. "9 hr*, * Senat) ch auf bii für bnunj ü. fein unter. orien tau Staats, u 19. Mgj lugZeug in Die 21b. l'chert, frei, den. üßeli. Wen. Dii Serben. Hoffen wo!, n Wider, iandnis d« lot. Damit räumt wor. enpolitifchn mn als ei' !r der Off je - >ruch.) Um ibiftiföe nmon) wn )ie Lemch- LugkM oerbirM lang. Do/ % t T!{/( üvrrfche ftifche Rich- chreiben bit jgeorbnelen, ter für bie intwort- Sie teilten nn loten der ganzen lischt Aich urtsiag da n Donners1 urgs erster hrer und asoeteranen ckwunsch' genhändigek -ätz den Der« iburg unter getragen. Jcantfnrt- •em westlich trörnen M ftigen * irungen oft- den Regen« fjo^ruijn endjft jebratt 11 äusbili«" bruiJfW' nen, 1° ” unt ilooi * V / oanje" n°« d'stinE , 4,1 ®' L 5 10 an1; O xS ff«! | Vermietungen | Miele fort am Main. 4313V Küche L Neu- tu a. 0. 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Privalklagesache des Schweinehändlers Philipp Vogel in Nordeck, Privatklägers, Vertreter: Rechtsanwälte Justizrat Bork und Dr. Böttcher in Marburg, gegen den Schweinehändler Daniel Sauer in Wittelsberg, Angeklagten, Verteidiger: Rechtsanwälte Koch und Dr. Schilling in Marburg, wegen Beleidigung. pp. Nach Fortsetzung der Verhandlung schlossen die Parteien den nachfolgenden Vergleich: Der Angeklagte Sauer gibt folgende Erklärung ab: Ich erkläre, daß ich die Behauptung, der Schweine- Händler Philipp Vogel in Nordeck, habe mir am 29. Oktober 1934 ein Schwein gestohlen, nicht aufrecht erhalte. Ich nehme diesen Vorwurf des Diebstahls mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. v. g. u. gez. Philipp Vogel, gez. Daniel Sauer, gez. Dr. Reese, gez. Vaupel. Ausgefertigt: (Siegel gez. H e u k r a t h, Justizangestellter als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle. Vorstehende auszugsweise Abschrift wird hiermit beglaubigt. Mädchen od.Frauf.Haus- u. Gartenarbeit tagsüb. ges. 03163 Zu erfr. i. d. 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Bataillon aus dem Vormarsch auf der Straße Schotte n—II lrichstein südlich der Feldkrücker Höhe durch Befehl des Regiments nach Norden abgedreht, um von der Feldkrücker Höhe aus links neben dem II. Bataillon (angenommen) den Feind anzugreifen, der nördlich Feld- krücken den Hauberg und die Berge westlich davon besetzt hielt. Nach Empfang dieses Befehls drehte das Bataillon in die Waldungen der Feldkrücker Höhe ab, die Kompanien marschierten entfaltet in ihre Bereitstellungsräume. Dort wurde vom Bataillonsführer der endgültige Befehl für den Angriff gegeben. Die Infanterie-Kompanien bekamen ihre Angriffsstreifen und Angriffsziele zugewiesen, für die schweren Waffen wurde die Feuerverteilung und Zieloerteilung befohlen. Gedeckt durch die Waldungen ordnete sich das B.taillon zum Angriff. Eine der Kompanien nahm vor Angriffsbeginn im gewaltsamen Handstreich das Waldstück erst in Besitz, in dem sie sich bereitstellen sollte. Der dort eingenistete schwache Gegner ging beim Zufassen dieser Kompanie auf den H a u b e r g zurück. Punkt 10 Uhr wurde der Angriff durch das Feuer der schweren Waffen auf den Gegner eröffnet, gleichzeitig griffen die Kompanien vorderer Linie, breit auseinandergezogen und tief gestaffelt, aus dem Walde heraus an. So rollte der Angriff des Bataillons von der Feldkrücker Höhe hinunter ins Feldkrücker Tal. Zunächst in geschlossenen Sprüngen arbeiten di? Gruppen sich vor. Die Meldungen von den nunmehr feuernden feindlichen Maschinengewehren laufen zurück zum Bataillons-Gefechtsstand und werden von dort an die schweren Waffen weitergegeben, die ihrerseits nunmehr diese Ziele unter Feuer nehmen. Je näher die Infanterie dem Geg" ner kommt, um so aufgelöster werden die Bewegungen. Nur einzelne Leute springen, dort macht ein Maschinengewehr Stellungswechsel, hier springen einzelne Schützen gedeckt hinter einer Hecke nach vorn, und immer wieder rollt von hinten das Feuer der schweren Waffen der angreifenden Infanterie. Als der Angriff die Tiefe des Feldkrücker Tals erreicht hatte, wurde die Hebung abgeblasen. Nach der Besprechung, bei der auch der gestern anwesende Regimentskommandeur das Wort zur Kritik ergriff, rückte das Bataillon in die Quartiere ab. Dort, und zwar in den Ortschaften Freienseen, Sellnrod, Lardenbach, Klein-Eichen, Groß-Eichen und Weickartshain, wurde bte Truppe, wie bisher immer, von der Bevölkerung überaus freundlich ausgenommen und fand all"nthalben die beste Unterkunft. Der heutige Samstag stellt das Bataillon vor eine neue Ausgabe in der Gegend von Alten- h a i n. Nach Schluß der heutigen Hebung werden Quartiere im Raume von Nonnenroth, Vil - lingen und Ruppertsburg bezogen. Als II. Bataillon JR. 116 (angenommen) begleitete es als rechte Seitendeckung den Angriff einer von der Lahn aus in östlicher Richtung vorgehenden Roten Division. Eine Blaue Abteilung leistete am Westrand von Dreihausen hinhaltenden Widerstand. Nach kurzem Kampf wurde Dreihausen genommen. Nun war es Aufgabe des II. Bataillons, den Gegner durch das bergige und zerklüftete Waldgelände (Seift) in östlicher Richtung zu verfolgen. Dichter Wald wechselte mit steilen Hängen ab, und die Sonne tat dazu ihr möglichstes, daß den Soldaten kein trockener Faden auf dem Leibe blieb. Bei Deckenbach war der Wald zu Ende. Schon machte sich erneut Widerstand von Blau bemerkbar. Abermals gingen jetzt die Maschinengewehre in Stellung. Rot stellte sich erneut zum weiteren Angriff bereit. Dieser wurde jedoch durch das Signal „Das Ganze Halt!" unterbunden. Der ganze gestrige Tag stand im Zeichen der Verfolgung. Der Gegner durfte nicht zur Ruhe kommen, wenn auch das Gelände noch so ungünstig war. Bei Punkt 361 in der Nähe von Deckenbach fand die Besprechung der Hebung durch den Leiter statt. In Deckenbach selbst hatte sich mittlerweile das Bataillon versammelt, um von hier aus, die Spielleute an der Spitze der Kompanien, die Quartiere in der Gegend von Homberg aufzusuchen. Heber- all standen die Dörfer in vollem Flaggenschmuck zu Ehren der Soldaten. Die Aufnahme der Truppe war allenthalben außerordentlich herzlich. In Homberg wirkte sich der Einzug der 7. Kompanie derart aus, daß ein Kuhgespann es durchaus seinen vierbeinigen Gespannsgenossen an einem Fahrzeug der Kompanie damit gleichtun wollte, daß es in gestrecktem Galopp, die Bauersfrau auf der Mähmaschine hockend, durch die Stadt raste, bis es von den feldgrauen Kameraden wieder ein- । gefangen werden konnte. Ein kräftiger Regenguß erfrischte die von der Hebung und dem Marsch erhitzten Soldaten in angenehmer Weise. Der Nachmittag zeigte die einzelnen Verbände beim Waffenreinigen und bei der Ausgabe der Gefechtslage für den heutigen Samstag, der das Bataillon aus dem Raume von Homberg in südlicher Richtung bis in die Gegend von N i e d e r - Gemünden bringen wird. In Nieder-Gemünden und den umliegenden Dörfern wird das Bätaillon den morgigen Sonntag verleben. Das 111. Bataillon. Der vierte Hebungstag hatte die Verteidigung zum Hebungszweck. Um schon vor der zu erwartenden großen Hitze im eigentlichen Hebungsgelände zu sein, wurde in Büdingen bereits um 3 Hhr „Wecken" geblasen. Um 4.30 Hhr verließ das Bataillon die gastreiche Stadt in Richtung K e - f e n r o b , obwohl ein vergnügter Manöoerball Soldaten und Bevölkerung am Vorabend bis um 23 Hhr zusammengehalten hatte. Zwei Kilometer nördlich Kefenrod begann die Kriegslage, die das Bataillon in einen Rückmarsch vom Kinzig-Abschnitt nach Norden versetzte. Nachhuten (II. Bataillon) waren nördlich der Kinzig zurückgeblieben. Bei Allenrod erhielt der Bataillonsführer einen Regimentsbefehl, der das Regiment auf den Höhen beiderseits Wenings in einer Verteidigungsstellung Front machen ließ. Das III. Bataillon erhielt den linken Verteidigungsabschnitt, nördlich und ostwärts von Wenings. Nachdem der Bataillonsführer alle Kompanieführer und den Führer des unterstellten Mienenwerferzuges genau im Gelände eingewiesen und den Verlauf der Hauptkampflinie und die Abschnittsgrenzen bestimmt hatte, setzte bei allen Kompanien zunächst eine eingehende Einzelerkundung ein. Die 9. und 10. Kompanie waren in vorderer Linie eingesetzt, Gefechtsvorposten waren etwa zwei Kilometer davor vor- ausgeschoben. Als die einzelnen Gruppen in ihren Stellungen sich gerade eingerichtet und gut getarnt hatten, wurde von einer weit vorausgesandten Blinkstelle das Vorgehen des Feindes gegen die Gefechtsvorposten aemeldet. Vor ferne hörte man auch zugleich den schweren Maschinengewehr-Halbzug, der den Gefechtsvorposten unterstellt war, sein Feuer eröffnen. Die Artillerie (Annahme), die im Hauptkampffeld eingesetzt war, eröffnete ebenfalls ihr Feuer auf den Feind. R o t war aber zu überlegen, so daß der rote Angriff sich langsam, aber unaufhaltsam den Gefechtsvorposten näherte und bald auf etwa 500 Meter herangekommen war. Die Gefechtsvorposten wichen dem Angriff befehlsgemäß aus und gingen hinhaltend kämpfend hinter die Hauptkampflinie zurück. Näher und näher kam der Feind, lebhafter und anhaltender wurde das Abwehrfeuer. Als sich der Feind auf etwa 800 Meter an die Hauptkampflinie herangearbeitet hatte, wurde die Hebung abgeblasen. Alles wurde noch einmal vom Leitenden genau besprochen, und kurze Zeit später herrschte auf dem Biwakplatz am Petersberg bei Weninas reges Leben. Die Zelte wurden bei flotten Weisen des Musikkorps aufgeschlagen und die Holzstöße errichtet. Besonders lehrreich und interessant war es, daß die Kompanien nicht aus den Feldküchen verpflegt wurden, sondern jeder Mann sich in seinem Kochgeschirr das Essen selbst kochen mußte. Der Stabszahlmeister hatte für jeden Fleisch und Gemüsekonserven herangeführt, und bald flackerte in den Kochlöchern das Feuer auf. Die zahlreichen Zuschauer, besonders die jungen Mädchen, gaben manchen guten Ratschlag, so daß in kürzester Zeit ein vorzügliches Essen heraestellt war. Mehrere Gastwirte aus Wenings sorgten auch für die „geistige" Nahrung. Gegen Abend ertönte bei hellflackernden Holzstößen „der große Zapfenstreich", der gegen 23 Hhr das bewegte Lagerleben beendete, das Soldaten und Bevölkerung in herzlichster Weise verband und bei manchem alten Soldaten die schönsten Erinnerungen an seine Dienstzeit wachwerden ließ. Der heutige Hebungstag wird das Bataillon über Gelnhaar in die Gegend von Ortenberg und L i ß b e r g führen. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Auf einsamen Pfaden. Nach vielen heißen, oft überheißen und schwülen Sommertagen, kam endlich — ein kühler Sonntag. Ich fühlte mich abgespannt, unlustig, ohne befreiendes Ziel; vielleicht war es der Temperaturwechsel. Aber in meinen Gliedern und Gelenken prickelte es. Gut — sage ich mir — hinaus ins Freie, in die Natur, aber — allein, ganz allein! Hinter den Grasgärten und Baumstücken führt ein tiefgleisiger vertrockneter Feldweg zu den blu- mengefäumten Aeckern. Auf „heißen" Aeckern stehen die hohen Kornhausten mit ihren aufgestülpten Wetterschutzhauben, und — der Wind geht durch die Stoppeln. Ihre streng ausgerichtete Ordnung macht einen wohltuenden Eindruck, wie im winterlichen Wald das frischgeschlagene Holz und Reisig, das fein säuberlich in Maß und Zahl gesetzt die Schneisen säumt. Ein gesegneter Weizenacker macht mich stille stehen, ich muß ein paar schwere goldgelbe Aehren durch meine Hand gleiten lassen, und dabei gleite ich unversehens in meine Schulzeit zurück; nie hat unser alter, guter Lehrer uns bei Beginn des Getreideschnittes in die Sommerferien geschickt, ohne das tiefergreifende Volkslied: „Gold'ne Aehre, du mußt fallen ..." zum Abschied fingen zu lassen. Dort wetteifern zwei lange, breite Kartoffeläcker nebeneinander in herrlicher Blütenpracht, weiß der eine, bläulich der andere, und während bei den ersten Reihen über dem tiefgrünen, kräuseligen Blattwerk die einzelnen Blütenbüschel noch zu unterscheiden sind, dichten sie sich mit wachsender Entfernung in ein einziges Blütenmeer zusammen. Ein weicher Fußpfad lenkt mich mitten durch einen weiten Wiesengrund. Wohlig lasse ich mich vom starken Rückenwind aus Westen durchfegen und nutze dankbar seine urtümliche Hilfskraft beim Gehen. Kräftig schon wächst das Gras dem zweiten Schnitt entgegen, und dazwischen die vielgestaltigen farbenreichen Blumen! Wenn der Bauer sie schon gern für gute, eiweißreiche Gräser hingäbe, uns anderen gehören sie beim Wandern, ein Zwiespalt, der ewig Geheimnis des Schöpfers bleiben wird. Aus der Höhe streuen Lerchen ihren Liederreichtum in die Stille, und vom fernen Dorfe her ziehen ein paar Mädchen in bunten Sommerkleidern singend durch die Flur. Ich biege ab an den sonnigen, windgeschützten Waldrand. Wie die Moven den Seedampfer, so umgaukeln hier große und kleine Schmetterlinge den Blütensaum des Waldes. Meine Augen folgen zwei großen, gelben, braun getupften Schmetterlingen, die die weißen Trauben der Brombeer- ranfen in behaglicher Ruhe Blüte für Blüte absuchen und dabei mit kräftigem Flügelschlag kleinere Mitgenießer abdrängen. Eine Schneise führt mich weiter in einen stillen, dunklen Fichtenwald. Die hohen, schlanken Stämme und der grün-braune Moosboden sind von Sonnenlichtern reich umspielt, dürres Lesholz wartet auf die winterlichen Sammler und starker Harzgeruch würzt jeden Atemzug. An einer Schneisenkreuzung lädt eine Bank mit der Beischrift: „Heber allen Wipfeln ist Ruh!" zum Ruhen ein. Aber diesmal fegt ein starker Westwind — ich schätze auf 10 bis 12 Sekundenmeter — in mächtigen Stoßen durch die Wipfel der hohen Fichten, daß sie brausend hin und her wogen, knarrend sich oben aneinander reiben und zu dem ruhigen Waldboden eine Sturmsymphonie herabsenden, unter deren majestätischer Klangfülle die von Alltagslärm zerschundene Seele wieder neue Kampfkraft gewinnt. Nach etwa dreistündigem Erlebnis mit der heimatlichen Natur, wo ich allenthalben in Feld, Wiese und Wald den jungen Herbst schon hervorlugen sah — an Menschen begegneten mir im ganzen nur drei Pärchen —, ruhte es sich gut in einer Ausflugswirtschaft am Waldrande bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarre. Beim Zahlen frug die freundliche Wirtin nach der schonen, seltenen Blume, die aus meiner Brusttasche heraussah. „Laßt Blumen sprechen", sagte ich, erquickt durch die teilnehmende Zusprache, „hort und liest man oft, warum nicht auch einmal: Laßt Blumen zahlen?" Damit reichte ich der Wirtin die Blume lächelnd hin. „Aber mein Kaffee ist doch mehr wert, wie Ihr Blümchen", gab sie mit verbindlicher Entrüstung zurück. „Im Gegenteil", erwiderte ich, „ich bekomme noch eine ganze Menge Geld heraus!" — „Auch das noch, das wird ja immer schöner!" lachte sie vergnüglich, „da bin ich doch gespannt!" — „Jawohl", fuhr ich in feierlicher Das n. Bataillon. Beim Zeltebau im Biwak des UI. Bataillon war und die Soldaten dabei in unermüdlicher Arbeit ihre Kraft der Landbevölkerung des Ebsdorfer Grundes als Erntehilfe zur Verfügung gestellt hatten, stellte der gestrige 26. Juli das II. Bataillon wieder vor neue Aufgaben. I Der Biwakbaum wird aufgerichtet. (Aufnahmen [4]: Photo-Pfaff, Greßeu.) t Abkochen im Kochgeschirr im Biwak des III. Bataillons bei Wenings. MM t Wir y Der Festplatz für das Saufest gewinnt Gestalt Mldernng von Härten in der Krankenverficherung nach Weiterhin finden jeweils um 20.30 von den Stürmen beim 1000 ■ Meter • Querfeldeinläufe (mit Hindernissen) statt. ♦ am 30. Juli, 1. und 2. August, Uhr, im Ni z z a (Gießen) 5/116, 45/116 und 8/116 die Deutsche Arbeitsfront. RS.-Gemelnschafl „Kraft durch Freude". Bildung einer Laienspielschar. Die NS.'Gemeinschaft „Kraft durch Freude^ ebenso behandelt, als wenn sie keine solche Unterstützung erhalten hätten. Sie brauchen sich also in Der Zeit des Unterstützungsbezugs nicht mehr freiwillig weiterzuversichern. Die Novelle gewährt ferner eine erweiterte Fürsorge für Genesende. Die Krankenkassen dürfen diese Leistungen, sowie auch vorbeugende Maßnahmen künftig auch dann bewilligen, wenn die Beiträge bereits 5 Prozent überschreiten. Nur dürfen sie innerhalb eines Jahres dem einzelnen Versicherten nur höchstens für die Dauer eines Monats gewährt werden. In der Begründung des Gesetzes weist das Reichsarbeitsministerium darauf hin, daß die gegenwärtige finanzielle Lage der Krankenversicherung große und kostspielige Verbesserungen der Leistungen noch nicht gestatte. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Krankenkassen dürfe keinesfalls in Frage gestellt werden, weil hierdurch die Wirtschafts- und Arbeitsbeschaffungspolitik der Reichsregierung gestört werden würde. Man darf aber hieraus wohl den Schluß ziehen, daß bei einer fortschreitenden Besserung der Wirtschaftslage, die naturgemäß zu einer weiteren Steigerung der Beitragseinnahmen der Krankenversicherung führen wird, auch deren Leistungen erweitert werden sollen. Oer kinderreiche Daier weilt in den Ferien. Bist du auch der größte Sünder, alle Schuld, o Mensch, verblaßt, wenn du so an fünf, sechs Kinder, und noch mehr zu eigen hast. Weilst du gar dann in den Ferien, so verberge deine Pein, — kocht das Blut in den Arterien: Aeußerlich heißts ruhig sein! Laß sie laufen, laß sie rennen, und behalte deine Ruh. Sie sind einmal da und können doch wahrhaftig nichts dazu! Sei gescheit und numeriere sie durch Bändchen an dem Ohr. Sieh, daß keines sich verliere, — so was kam schon öfter vor! Laß sie schmutzig sein, zerrissen, arg zerzaust, zerrupft, verweht. So was muß du vorher wissen. Jetzt, o Mensch, ist es zu spät! Toll mit ihnen dich jetzt täglich voller Ferienfreude aus. Und noch ein: Wenn irgend möglich, bring sie wieder mit nach Haus! Am Sonntag, 28. Juli, finden im Bereiche der Standarte 116 folgende Wettkämpfe statt: Sturmbann 1/116. (Obersturmführer Faulstich, Allendorf/Lda.) Sturm 2/116 auf dem Schießstand in Mainzlar, 6.30 Uhr, Kleinkaliberschießen. Sturm 2/116, vormittags 10 Uhr, in Main- l a r 1000 Meter Hindernislauf. Sturm 1/116, vormittags 6 Uhr in Allendorf/Lda. auf dem Schießstand Kleinkaliberschießen und um 11 Uhr 1000-Meter-Hindernislauf. Sturm 3/116, vormittags 6.30 Uhr, in Gründe r a (Schießstand) Kleinkaliberschießen und um 14 Uhr 1000-Meter-Hindernislauf. Sturm 4/116, vormittags 6.30 Uhr in Reiskirchen (Schießstand) Kleinkaliberschießen und um 16 Uhr 1000-Meter-Hindernislauf. Sturmbann 11/116. (Obersturmführer Bender, Gießen.) Sturm 6/116, vormittags 7.30 Uhr, in Großen- Linden, Leibesübungen. Nachr.-Sturm, vormittags 5 Uhr, in Gießen (Mtv.-Sportplatz), Leibesübungen. Sturmbann III/116. (Obersturmbannführer Bender, Hungen.) Sturm 9/116, vormittags 6 Uhr, in Großen- B u s e ck (Schießstand) Kleinkaliberschießen. Willy Reichert — ein Name, der ein Begriff wurde, der Begriff des schwäbischen Humoristen. So wie der Name Rastellis unzertrennlich mit dem Jonglieren, der Name Caruso unzertrennlich mit Gesang verknüpft ist, so Reicherts Name als der Inbegriff schwäbischer Komik, einer Komik, deren erster Repräsentant er ist, einer Komik, die bisher keiner nachzuahmen verstand. Er wurde entdeckt — im Feld, in einer Kneipe, an einem klapprigen Klavier. Nack Kriegsende, wer kannte ihn da? Niemand, selbst in seiner Vaterstadt Stuttgart nicht. Heute ist er der populärste Mann Württembergs. Der Willy nennt man ihn, und es ist nicht nötig, mehr als dos zu sagen: jeder weiß, wer gemeint ist. n ?? ®af>r: wer Reichert auf der Bühne sieht, sieht und liebt in ihm sein eigenes gutes ungelöstes Ich, das bei jedem Menschen, ach, so gerne gut, entspannt und freundlich sein möchte, nur bei den wenigsten so aus sich heraus kann wie bei ihm. Am Samstag, 24. August, kommt Willy Rei- ti£rtju einem ganz großen Bunten Abend der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude Gießen. Seit etwa zehn lagen sind auf dem Trieb vor der Volkshalle viele Hände in eifriger Arbeit. Es gilt, den Festplatz für das Gaufest zu schaffen. Schon heute läßt sich sagen, daß der Platz, wenn alle notwendigen Bauten aufgeführt sein werden, kaum mehr bekannt vorkommen wird. Was der Platz bisher schon an Veränderungen über sich hat ergehen lassen müssen, läßt bereits die Großzügigkeit ahnen, mit der man am Werke ist. Der Sportplatz der Spieloereinigung 1900, der einen Teil des Festplatzes darstellt, hat sich bereits sehr verändert. Die Umzäunung wurde auf der Seite der Grünberger Straße entfernt, ferner wurden an der Eingangsseite des Platzes umfangreiche Bauten erstellt. Dor allem sind Auskleidehallen geschaffen worden. Die Hallen sind so geräumig, daß sie vielen Hunderten von Turnern und Sportlern eine, wenn auch einfache, so doch zweckmäßige Auskleidegelegenheit bieten. Ferner wurde ein besonderer Raum für die Sanitätswache geschaffen, der zentral im Festplatzgelände liegt und von allen Seiten gleich schnell zu erreichen ist. Unweit der Dolkshalle wurde bereits ein großes und sehr stabiles Tanzpodium errichtet. Zwi° chen den beiden Hauptkampfstätten wird auf Dem breiten Weg, der am 1900er-Platz entlangführt, gegenwärtig aus starken Balken eine 15 Meter lange Ehrentribüne geschaffen. Links und rechts neben der Ehrentribüne werden die Zuschauerterrassen aufgeworfen. Der Haupteingang zu dem völlig geschlossenen Festplatz wird zurzeit gebaut, und zwar zwischen der Dolkshalle und der Wartehalle der Straßenbahn. Ferner sind die Arbeiter jetzt damit beschäftigt, die ersten Dorbereitungen für den Aufbau eines großen Bierzeltes zu treffen, an das sich ein Wein- und Kaffeezelt anschließen wird. Diese beiden Zelte kommen unmittelbar vor die Liebigshöhe und werden Tausenden von Festbesuchern Raum bieten. Die K a m p f st ä t t e n , auf denen die turnerischen und sportlichen Wettbewerbe zum Austrag kommen werden, sind ebenfalls in Vorbereitung. Der Raum zwischen der Grünberger Straße und dem Sportplatz der Spielvereinigung wird zu diesem Zweck unterteilt. Die Arbeiten schreiten rüstig vorwärts, und es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß sich am kommenden Freitag der Festplatz in der Form darbieten wird, in der man ihn für diese erste große Veranstaltung des Reichsbundes für Leibesübungen erwarten darf. Die Reichswettkämpfe -er SA am Sonntag, 28. Juli. der Pfarrer Adolf Möhn zu Roßbach, Dekanat Selters (Westerwald), zum Pfarrer der Pfarrei Fleisbach, Dekanat Herborn, mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ab; der Pfarrer Alfred Naumann zu Ober-See- men, Dekanat Schotten, zum Pfarrer der zweiten Pfarrei Lich, Dekanat Hungen, mit Wirkung vom 1 Juli 1935 ab, und zwar auf Präsentation des Fürsten Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich zu Lich; der Pfarroerwalter Pfarrer Ludwig Weisel zu Heuchelheim, Dekanat Gießen, zum Pfarrer dieser Pfarrei mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ab; der Missionar Wilfried Ostermeyer, zuletzt Anstaltsleiter in Graz (Steiermark), zum Pfarroerwalter der Pfarrei Melbach, Dekanat Hungen, mit Wirkung vom I.Juli 1935 ab; der Pfarrvikar Hermann H e ck zu Worms, Dekanat Worms, zum Verwalter der Pfarrassistenten- stelle Viernheim mit dem Wohnsitz in Lampertheim, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 16. Juni 1935 ab; der Pfarramtskandidat Fritz Reuter aus Frankfurt a. M. zum Pfarrverwalter der Pfarrei Niederwiefen, Dekanat Alzey, mit Wirkung vom 16. Juni 1935 ab; der Pfarroerwalter Ernst Damerau zu Melbach, Dekanat Hungen, zum Verwalter der Pfarr- assistentenstelle Kirchberg-Lollar mit dem Sitz in Lollar, Dekanat Gießen, mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ab; der Pfarramtskandidat Hans B a r t h e l m ä aus Landau (Pfalz) zum Pfarroerwalter der Pfarrei Wehen, Dekanat Bad Schmalbach, mit Wirkung vom 16. Juni 1935 ab. 3n den Ruhestand verfehl wurden: der Pfarrer und Dekan Wilhelm Martin zu Dienethal, Dekanat Nassau, auf seinen Antrag, mit Wirkung vom 1. August 1935 ab; der Pfarrer Richard Endres zu Wirges, Dekanat Selters (Westerwald), auf seinen Antrag, mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab. Briefkasten der Redaktion. 3. BL, Gießen. Wenden Sie sich persönlich oder schriftlich an die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luftsportverbandes (Oberregierungsrat Dr. S ch ö n- h a l s) Kreisamt, Landgraf-Philipp-Platz. — In Deutschland gibt es 23 Universitäten, und zwar in Gießen, Marburg, Frankfurt a. M., Würzburg, Heidelberg, Tübingen, Freiburg i. Br., München, Erlangen, Breslau, Königsberg i. O., Greifswald, Rostock, Kiel, Hamburg, Berlin, Leipzig, Halle (Saale), Jena, Münster L Westf., Göttingen, Köln und Bonn. Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmach- gurfen 1,5 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. * ** Fin an zamts Personalien. Steuersekretär Hans Schmitz beim Finanzamt Gießen wurde zum Steuerinspektor befördert. Die Steuersuper- numerare Drodt, Eigenbrod, Hippold und Ortmüller wurden nach bestandener Prüfung zu Steuerpraktikanten ernannt. Steuerpraktikant D r o d t wurde an das Finanzamt Bingen, Steuerpraktikant Hippold an das Finanzamt Alzey versetzt. ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Studienrat an der Aufbauschule in Friedberg Georg Thierolf eine Studienratsstelle an der Realschule zu Langen mit Wirkung vom Tage des Schulbeginns nach den Herbstferien. ** Erhöhung der Lehrzeit im Maler- und Weißbinderhandwerk. Die Hessische Handwerkskammer Darmstadt gibt bekannt, daß die vom Vorstand beschlossene Festsetzung der Dauer der Lehrzeit im Maler- und Weißbinderhandwerk von 3 auf 3H Jahre nach einer Entschließung des Herrn Reichs- und preußischen Wirtschaftsministers, mitgeteilt durch die Landesregierung Hessen, Abteilung III, ihre Genehmigung gefunden hat. Die Lehrzelterhohung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. ** Wiedersehensfeier der 4. Komp. Leibgarde Jnf.-Rgt. 115 und Ersatz- ?.° r1 nv ,.^m 7- unb 8. September findet im Mathildenhorsaal der alten Garnisonstadt ,-ln Kotzes Treffen aller Angehörigen der ehemaligen 4. Kompanie und ihrer Ersatz- Formationen statt. Selbstverständlich gilt diese Feier and) für tue ®amerabßn bes ehemaligen Regiments- stabs unb ber Regimentsmusik, sowie für bie ehemaligen Oekonomie-Hanbwerker, bie bekanntlich ber 4; Kompanie angehört haben. Es find baher alle starncraben, bie in ber 4. Kompanie gebient ober ihr wahrend des Weltkrieges angehört haben, mit ihren Familienangehörigen zu dieser Feier herzlich ein- gefaben. deiner darf fehlen. Der Veranstaltungs- Au-jchuß hat ferne Mühe gescheut, die Wiedersehens- feier so zu gestalten, daß sie jedem Teilnehmer eine bleibende Erinnerung sein wird. Da die Anschriften nicht alle bekannt sind, werden die Kameraden gebeten, ihre Meldung zur Teilnahme sofort an Ka- merab Heinrich Bechtolb, Darmstabt, Heinrich- Fuhr-Straße 7, abzugeben. Schützt die Fledermäuse! Wenn bie Dämmerung hereinbricht, kommt die Fledermaus zum Vorschein. Lautlos in flatterndem Fluge eilt sie dahin. Das mag wohl dazu beigetragen haben, baß diese Tiere törichten Menschen unheimlich Vorkommen und man ihnen allerlei Unheilvolles nachsagt. So sollen sie Speck und Frisch abnagen, ja sie sollen sogar schlafenden Säuglingen das Blut abzapfen. Das sind alles Ammenmärchen, denn unsere einheimischen Fledermäuse, sowohl bie gemeine Ohrenflebermaus, als auch bie große unb bie kleine Hufeisennase finb äußerst nützliche Tiere. Unzählig viele Insekten, sogar Maikäfer unb große Nachtschwärmer, erlegen sie auf ihren nächtlichen Jagden. Daburch werben sie zu wichtigen Kampfgenossen der Menschen gegen Schädlinge von Pflanzungen unb Obstgärten, wie Engerlinge, Raupen unb anbercm Ungeziefer. Dorbilblich ist bie Tat einer rheinischen Gemeinde, die in richtiger Erkenntnis der großen Nützlichkeit ber Flebermäuse einen alten baufälligen Turm stehen ließ, weil dieser ein Hauptunterschlupfplatz der Fledermäuse war. Amtsgericht Gießen. Ein Müller war wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Ordnung ber Getreibewirtschast vom 14. 7.1934 angeklagt. In ber gestrigen Sitzung würbe seine Schuld einwanbfrei nachgewiesen. Er würbe zu einer Gelbstrafe von 50 Mark evtl, zehn Tagen Gefängnis sowie in bie Kosten verurteilt. Ein Mäbchen war wegen Unterschlagung vereinnahmter Gelber in Höhe von 200 bis 300 Mark angeklagt. In ber gestrigen Hauptverhanblung würbe nach Vernehmung ber Zeugen wohl bie Schuld ber Angeklagten, jedoch bie Höhe ber unterschlagenen Gelber nicht einwanbfrei nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Die Entscheibung würbe auf eine Woche ausgesetzt. Der jübische Viehhänbler Hermann Golb- s ch m i b t aus Langenselbolb erhielt burch Strafbefehl wegen Betretens eines Eisenbahnviehwagens ohne Beisein bes Veterinärbeamten eine Geldstrafe von 30 Mark evtl, sechs Tage Haft. Im Termin war er nicht erschienen, sein Einspruch wurde verworfen. Der jüdische Pferdehändler Julius Strauß aus Nidda wurde wegen Uebertretung des Reichsviehseuchengesetzes (Transport eines Pferdes von Blei- chenbach nach Gießen ohne ordnungsmäßigen Begleitschein) durch Strafbefehl zu 20 Mark, evtl, vier Tage Haft, verurteilt. Er hatte gegen den Strafbefehl Einspruch erhoben. In der gestrigen Haupt- Verhandlung wurde die Schuld des Angeklagten einwandfrei nachgewiesen. Er wurde mit Rücksicht darauf, daß festgestelltermaßen in letzter Zeit die viehseuchenpolizeilichen Vorschriften besonders stark übertreten werden, in eine Geldstrafe von 30 Mark, evtl, sechs Tage Haft, einschließlich der Kosten, verurteilt. Ein Mann aus Allendors (Lahn) hatte im Frühjahr widerrechtlich das Grundstück eines anderen Mannes befahren. Durch Strafbefehl erhielt er eine Geldstrafe von drei Mark, evtl, ein Tag Haft. Gegen diesen Strafbefehl erhob er Einspruch mit der Begründung, daß er als Täter nicht in Frage komme. Durch die gestrige Beweisaufnahme konnte bas Gericht ben Angaben des Beschuldigten Nicht folgen und erkannte auf die im Strafbefehl festgeleqte Strafe. Die Kosten des Verfahrens wurden ihm auferlegt. Kircke und Schule. Evangelisch-kirchlicheDieustnachrichien. (Ernannt wurden: ber Pfarrer Dr. Abolf W e n b e l zu Ober-Brei- benbach zum Dekan des Dekanats Alsfeld mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ab; der Pfarrer Ludwig C h a n t r e zu Flonheim Zum Dekan des Dekanats Alzey mit Wirkung vom 16. Juni 1935 ab; Da sich bie Lage ber Krankenkassen infolge ber Zunahme der Beschäftigten wesentlich gebessert hat, ist es auch roieber möglich, Härten, bie bie bisherigen Bestimmungen enthielten, zu beseitigen unb ben Versicherten Mehrleistungen zukommen zu lasen. Durch bas Gesetz über bie Wochenhilfe unb Genesenbenfürsorge vom 28. Juni 1935 finb wieberum zwei Erleichterungen geschaffen worben, bie manchen Krankenversicherten eine vermehrte Fürsorge sichern bürsten. Die erste Erleichterung erstreckt sich auf die Wochenhilfe unb Familienwochen- h il s e. Nach ben bisherigen Bestimmungen müssen bie Versicherten, um in ben Genuß ber Wochenhilfe zu kommen, minbestens 10 bzw. 6 Monate krankenversichert sein. Das ergab Härten für biejenigen Versicherten, bie in ben letzten 2 (bzw. 1) Jahren vor der Niederkunft längere Zeit von der öffentlichen Fürsorge Unterstützung bezogen haben, denn diese Zeit wurde auf die Karenzzeit nicht in Anrechnung gebracht. Die erwähnte Gesetzesnovelle bestimmt nun, daß bie Zeit bes Bezugs öffentlicher Unter- tützung bei ber Berechnung ber 1 ober 2 Jahre, in benen die Versicherung gelaufen sein muß, fortan nicht in Ansatz kommt. Die Versicherten, die öffentliche Unterstützung erhalten Haden, werden also künftig bezüglich des Anrechts auf Wochenhilfe schäft „Kraft durch Freude" Gießen, Schanzenstr. 18, zu melden. Wochenendfahrt in das schöne Oberhessen. Die NS.'Gemeinschaft „Kraft burch Freube" fährt am Sonntag, 4. August, eine Wochenendfahrt In bas schöne Oberhessen. Die Fahrt geht in Gießen ab 6 Uhr über Laubach nach Schotten, von bort nach Gebern, von Gedern nach Hirzenhain. In Hirzenhain machen wir eine kleine Rast, gehen über ben Berg nach dem Stauweiher Hillersbach, etwa 30 Minuten Weg, wo wir lagern unb haben können. Am Hillersbach finb wir gegen 9.30 Uhr. Die Fahrt geht bann gegen 11 Uhr weiter nach Ortenberg, wo im Gasthaus „Zur Post" Mittagessen um 12.30 Uhr eingenommen wirb. Nach bem Mittagessen machen wir einen Spaziergang burch Orten« berg unb Umgebung. Wir behaupten nicht zuviel, wenn wir sagen, baß Ortenberg eines ber schönsten Stäbtchen in Oberhessen ist. Gegen 15 Uhr geht bie Fahrt weiter nach Bab Salzhausen, wo wir im Kurhaus unter schattigen Bäumen ben Abenb verbringen werben. Der Fahrpreis mit Mittagessen unb Nachmittagskaffee beträgt 4,50 Mark pro Person. Weiterhin veranstalten wir am 4. August eine Omnibusfahrt nach Königstein im Taunus. Der Fahrpreis beträgt mit Mittagessen 4 Mark. Großer Bunter Abend mit Willy Reichert. Sturm 10/116, vormittags 6 Uhr in Steinbach (Schießplatz) Kleinkaliberschießen. Sturm 11/116, vormittags 6 Uhr in Hungen (Schießstand) Kleinkaliberschießen. Sturm 12/116, vormittags 6 Uhr in L i ch (Schießstand) Kleinkaliberschießen. PL-Sturmbann IV/116. - (Obersturmführer Höbet, Gießen.) Die Stürme 15/116 unb 16/116 haben sich zur Durchführung ihrer Leistungsübungen eine deson- bers schöne Aufgabe gestellt. Am Sonntagfrüh 7 Uhr werben biese Stürme an ber Lahn, zwischen Lahnbrücke unb Müllerscher Babeanstalt, mittels Fähre übersetzen (nach ber Pulvermühle) unb von bort einen Steg über bie Lahn bauen, währenb ein Sturm ben Absperrungsbienst versieht. Besonbers bie letztere Hebung wirb von ber Lahnbrücke aus gut zu sehen sein unb viele Zuschauer anlocken. Ausmachung fort, „was glauben Sie denn, das ist Tausendgüldenkraut! Das Kraut schenke ich Ihnen noch, aber auf bie tausenb Gulben müssen Sie mir schon herausgeben." Mit humorvollem Ernst hielt sie mir entgegen: „Recht gern, wenn Sie mir eine Finanzkasse nennen, bie Tausenbgulbenkraut in Steuerausaleich nimmt!" Da waren wir auf ber harten Wirklichkeit aufgeftohen. Ich zahlte mit gängigem Metallgelb, überreichte ihr bie Blume, unb lachenb schieben wir. R. B. Studenten und Rundfunk. Das Presseamt bes NSDStB. Gießen teilt uns folgenben Ausruf mit: Kameraden! Der Nationalsozialistische Deutsche Stubentenbunb ruft alle am Rundfunk interessierten Studenten der Hoch- und Fachschule zu aktiver Mitarbeit an der Gestaltung des deutschen Volksfunks auf. Zur Sammlung aller hierfür einsatzbereiten studentischen Kräfte veranstaltet ber NSDStB. in Zusammenarbeit mit dem Reichsoerdand Deutscher Rundfunkteilnehmer (RDR.) und dem Deutschen Funktechnischen Verband (DFTV.) einen Schulungslehrgang in Berlin vom 7. bis 15. August 1935. Hier sollt Ihr in einem Lager in allen kulturellen, technischen und organisatorischen Fragen des Rundfunks geschult werden, um dann praktisch während der Rundfunkausstellung 1935 vom 16. bis 2 5. August in ber Halle II beim Volkssenber eingesetzt zu werben. Jeber kann nach feiner Begabung sprecherische, gesangliche ober musikalische Leistungen zum Vortrag bringen. Die ftünft- lerischen Kräfte, bie sich bei biefen Darbietungen bewähren, finb für eine weitere Mitarbeit am Rundfunk in Aussicht genommen. Kameraden ans werk! Die Meldungen zur Teilnahme an dem Schulungslager sind bis wm 2. August unter Beifügung des Nachweises arischer Abstammung (Mitgliedsbuch bes NSDStB. ober Stubentenkarte) zu richten an bie (Bauleitung Groß-Berlin ber NSDAP., Amt NSD.-Stubentenbunb, Abt. Schulung, Berlin N 24, Oranienburger Straße Nr. 60—63. Fahrlkoslen, Unterkunft und Verpflegung werden vom 7. bis zum 25. August bezahlt! Daten für den 27. Juli. 1916: Der Anthropologe Johannes Ranke in Solln bei München gestorben (1836 geboren); — 1924: Der italienische Musiker Ferrucio Busoni in Berlin gestorben (1868 geboren). Daten für den 28. Juli. 1742: Der Friede zu Berlin beendet ben 1. Schle- ischen Krieg. — 1750: Johann Sebastian Bach in Leipzig gest. (geb. 1685). — 1842: Der Dichter Clemens Brentano in Aschaffenburg gest. (geb. 1778). — 1914: Oesterreich erklärt Serbien ben Krieg. Daten für den 29. Juli. 1856: ber Komponist Robert Schumann in En- benich bei Bonn gestorben (1810 geboren). — 1883: Der italienische Ministerpräsibent Benito Mussolini in Prebappio bei Forli (Romagna) geboren; — 1890: ber Maler Vincent van Gogh in Auver für Dife gestorben (1853 geboren). — 1921: Abolf Hitler übernimmt bie Führung ber NSDAP. Bornotizen. r 77, Tageskalenber für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ehestreit". ’ , 77. T°ge skale nder für Sonntag: Licht- p'elhaus, Bahnhofstraße: „Ehestreit". — Waldes- lust: Tanz im Freien. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 27. Juli. Auf bem heutigen Wochenmarkte kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,50 bis ik5\£anb?uücr 1'40 bis 1,42 Mk., Matte 20 bis ?•' rA??.5 Stück 5 bis 10, Eier (inlänbische) 10 . V'(grün), bas Pfunb 15 bis 20, Weih- 1i°Rbtd?5^^0tfraut 18 bis 22, gelbe Rüben 1°.bi.5 * * **5'Ruben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Romifchkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, ÄrÄ’Ä0 ,bi8 25, Erbsen 20 bi- 25,Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (neue) 7 bis 8, ber Zentner 5 80 bis 6 Mark, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 50 bis 60, ?^??^^Kirschen 40 bis 50, Heibelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannesbeeren 20 bis 25 Pflaumen 45 bis 58, Mirabellen 50 junge 15?a^n!n 0'00 bis 1 Mark, Suppenhühner 80, Tauben, das Stuck 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 80, abfichtigt eine Laienspielschar aufzustellen, bie Laufe bes Winters bei verschiebenen Kreisveranstal- hingen gutes Laienspiel zur Aufführung bringt. Volksgenossen, bie Lust, Liebe unb Talent mitbringen, werben gebeten, sich bei ber NS.-Gernein- Nr.173 Drittes Blatt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag. 27.)uli (935 Weller und WettgeWchie. Wie das Wetter auf die Weltgeschichte eingewirkt hat, darüber haben sich selbst die Historiker bisher selten Rechenschaft gegeben, und doch ist bas eines der interessantesten Probleme. Der Mensch, nach Shakespeare „ein Spiel von jedem Druck der Luft , wird vom Klima stark beeinflußt und gerade der große Gegensatz in den Witterungsver- yältnissen der gemäßigten Sorte hat ihren Bewohnern wohl die Spannkraft und Fähigkeit verliehen, die kulturelle Führung zu übernehmen. Die Witte- rungsbedingungen haben bisweilen auch zu gewaltigen Bewegungen im Völkerleben geführt. So soll nach dem Bericht des antiken Geographen Strabo der Auszug der Cimbern, der die große germanische Völkerwanderung einleitete, durch eine Sturmflut veranlaßt wor'. den sein, die am Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts die Nord- und Ostsee heimsuchte. Klimatische Verhältnisse scheinen es auch gewesen zu sein, an denen dieser erste germanische Ansturm gegen das Römerreich scheiterte, denn die Söhne des Nordens konnten die südliche Hitze nicht gut vertragen und die erschlaffende Wirkung der Julisonne trug mehr zu ihrer Niederlage auf den Raudischen Feldern im Jahre 101 v. Ehr. bei als die militärische Ueberlegenheit der Römer. In Kriegen tritt das Wetter bald als mächtiger Bundesgenosse, bald als unbesiegbarer Feind auf. Ein berühmtes Beispiel aus der alten Geschichte ist die Niederlage des Varus im September des Jahres 9 n. Ehr., die durch die tagelangen Herb st regen so furchtbar wurde, wie die anschauliche Schilderung bei Tacitus zeigt. Der Regen hat auch sonst in der Strategie oft ein kräftiges Wort mitgesprochen. So wurden in der Schlacht von Cr 6 cy (26. August 1346) die Franzosen hauptsächlich deswegen geschlagen, weil die genuesischen Bogenschützen, auf denen ihre Hauptstärke beruhte, nicht eingreifen konnten, denn ihre Bogensehnen waren durchnäßt und dadurch unbrauchbar geworden. In den Befreiungskriegen haben Regengüsse den Herbstfeldzug von 1813 entscheidend beeinflußt, und in verschiedenen Schlachten, in denen das durchnäßte Pulver das Schießen unmöglich machte, siegte die' preußische Landwehr im Nahkampf, wobei sie die Gewehrkolben benutzte, mit denen es nach dem Rate des Marschall Vorwärts „besser flutschte". In der Schlacht an der Katzbach wurden Blüchers Operationen durch das Hochwasser des schlesischen Odergebietes begünstigt und ermöglichten es, den Franzosen eine schwere Niederlage beizubringen. Andererseits hat oer Regen im Feldzug von 1815 das rechtzeitige Eintreffen der Preußen bei der Entscheidungsschlacht von Belle Alliance außerordentlich erschwert, da alle Wege aufgeweicht waren. Früher trat auch der „General Winter" als ein wichtiger Verbündeter oder Feind auf. Die furchtbare Kälte des russischen Winters von 1812 rieb die große Armee Napoleons auf und trug zu einer der großen Entscheidungen der Weltgeschichte bei. Die zugefrorenen Flüsse im Winter boten manchmal den Kriegführenden unerwartete Möglichkeiten, die geniale Strategen für sich zu verwerten wußten. Dies tat besonders der Schwedenkönig Karl XII., der in dem strengen Winter von 1657/58 sein ganzes Heer mit der Artillerie über die damals zugefrorenen beiden Balte nach Dänemark warf und die überraschten Feinde dadurch zur Unterwerfung zwang. In ähnlicher Weise hat der GroßeKurfürst im Winterfeldzug des Jahres 1679 das zugefrorene Frische und Kurische Haff ausgenutzt. Die Niederlage der Holländer in den Revolutionskriegen wurde durch den überaus harten Winter von 1794/95 besiegelt, denn die französischen Heere konnten auf den zugefrorenen Flüssen und Grachten rasch vordringen, während die Flotte der Holländer durch das Einfrieren wehrlos gemacht und von der über das Eis heranstürmenden französischen Reiterei leicht genommen wurde. In den Seekriegen der Vergangenheit war der Wind ein entscheidendes Moment. Der holländische Seeheld Admiral de Ruyter verdankte seine Siege zum beträchtlichen Teil der geschickten Ausnutzung der Windverhältnisse. In dem Ringen um die Seeherrschaft zwischen Frankreich und England während der Napoleonischen Kriege hat eine plötzliche Drehung des Windes den Triumph der Briten herbeigeführt, denn der französische Admiral Ville n e u v e, der von Napoleon ausgesandt worden war, die englische Flotte im Kanal zu schlagen, um die Landung der französischen Heere an der englischen Küste vorzubereiten, ließ sich davon durch ein Umspringen des Windes von Süd nach Nord am 13.Auoust 1805 abhalten. Dieser Verzicht auf einen Angriff unter günstigen Umständen hatte dann d i e Niederlage von Trafalgar zur Folge, durch die die Seeherrschaft endgültig auf England überging. Schwere Stürme haben die Hoffnungen mancher Eroberer vernichtet. Als der Perserkönig Darius mit seinem großen Heere aufgebrochen war, um dos kleine widerspenstige Griechenland zu züchtigen, zerschellte seine Flotte in einem ungewöhnlich frühen Herbst 492 v. Ehr. am Vorgebirge Athos, und zwölf Jahre später fegte ein Sturm die Schiffsbrücke zweimal fort, auf der Terxes den Hellespont überschreiten wollte. Zweifellos hat Poseidon sich dadurch den Griechen günstig erwiesen, und ihre höhere Kultur gegen die Macht des Orients beschützt. Die Ausschaltung Spaniens als Weltmacht wurde ebenfalls mit durch ein Unwetter herbeigeführt, denn mit der Zerschmetterung der „unüberwindlichen" Armada Philipps II. im Jahre 1588 begann der Abstieg Spaniens und der Aufstieg Englands. Interessant ist, daß die schwere Beschädigung der Flotte der Franzosen durch Den Sturm von Balaklawa am 14. November 1854 während des Krimkrieges den Anlaß dazu gab, den W e t t e r d i e n st auszubilden, um sichere Wettervorhersagen zu erhalten. Daß Revolutionen meist nur bei gutem Wetter ausbrechen, ist eine alte Erfahrung. La- fayette traf das Richtige, als er am Abend des 5. Oktober 1789, nachdem die wüsten Auftritte des Pöbels vor dem Schloß von Versailles die Hofgesellschaft in panischen Sckrecken gestürzt hatten, Ludwig XVI. die tröstenden Worte zurief: „Sire, Sie können jetzt ruhig schlafen gehen, heute gibts keine Unruhen mehr: es regnet!" Das „tolle Jahr" von 1848 war durch einen besonders schönen und warmen März ausgezeichnet, der in Berlin wie in Wien bei den Massen jene erregenden „Frühling s g e f ü h l e" hervorrief, die zum Ausbruch der Unruhen führten. Wie große Ereignisse von kleinen Ursachen der Witterung abhängen können, dafür hat Professor Richard Hennig einmal ein interessantes Beispiel angeführt: Es war ein ganz gewöhnlicher Regenschauer im Herbst, der die Zündschnur zum Erlöschen brachte, die am nächsten Tage Kaiser Wilhelm I. und zahlreiche andere Fürsten und hohe Persönlichkeiten bei der Eröffnung des Niederwalddenkmals in die Luft sprengen sollte. Das Volk, das stets sich so viel mit dem Wetter beschäftigt hat, sieht in ungewöhnlichen Witterungserscheinungen bedeutsame Prophezeiungen. Dieser Aberglaube hat auch in der Weltgeschichte seine Rolle gespielt. Die antiken Geschichtsschreiber berichten ebenso häufig von solchen Vorgängen wie die Chroniken des Mittelalters. So erzählen Pausanias und Diodor, daß die Gallier 280 v. Ehr. das Heiligtum von Delphi erobern wollten, aber durch ein schweres Gewitter so erschreckt wurden, daß sie von diesem Frevel gegen die Griechengötter abließen. Als die Goten nach der ersten Eroberung Roms eine Expedition nach Sizilien ausgerüstet hatten, jagte ihnen ein heftiger Seesturm solchen Schrecken ein, daß sie umkehrten. Eine besonders starke psychologische Wirkung hat stets der B l i tz s ch l ag ausgellbt. Daher die vielen, meist erfundenen Berichte von dem Zorn Gottes, der auf diese Weise Frevler getroffen habe. Besonders großes Aufsehen erregte der Tod des römischen Kaisers Carus, der 283 durch den Blitz erschlagen worden sein soll. Wahrscheinlich aber wollte man mit dieser Angabe nur die Tatsache seiner Ermordung verschleiern. Weltgeschichtliche Folgen hatte das Gewitter, das am 2. Juli 1505 Martin Luther zwischen Erfurt und Stutterheim überraschte. Erschrocken über den Blitz, der neben ihm einschlug, und sogar seinen Freund an seiner Seite getötet haben soll, gelobte er, Mönch zu werden. Das Erscheinen eines Regenbogens am Himmel gab Thomas Münzer neuen Schwung, während des Bauernkrieges die Bauern zum Weiterkämpfen zu ermutigen. Das Durchbrechen der Sonne durch Wolken hat man stets als günstiges Omen gedeutet. Napoleon I. machte die „Sonne von A u st e r l i tz", die an diesem Siegestage plötzlich durch die Dezembernebel blutrot hindurchleuchtete, zu einem Symbol seines Glücks, auf das er feine Soldaten vor der Schlacht an der Moskwa wieder Hinweisen konnte: „Seht dort, die Sonne von Austerlitz!" C. W. päischen Katastrophe wirtschaftlich und finanziell erholte, fingen auch für die Ueberrefte der deutschen Kolonie wieder bessere Zeiten an. Allerdings vermochte den für die Ausländsdeutschen unbedingt notwendigen Rückhalt erst ein angesehenes, bündnisfähiges und in feiner Ehre wiederhergestelltes Deutschland zu geben. In dieser Hinsicht setzte der entscheidende Umschwung erst nach dem Amtsantritt der nationalsozialistischen Regierung ein, die auch die Ausländsdeutschen wieder zu dem Bewußtsein Hurückführte, einem freien, mächtigen und friedliebenden Volke anzugehören. Heute wird die Zahl der in London lebenden Deutschen auf 4000 bis 5000 geschätzt. Ein großer Teil davon ist jedoch naturalisiert, und die Zahl der Reichsdeutschen dürfte 2000 bis 3000 zur Zeit kaum überschreiten. Die Vereinheitlichung von Staat und Partei hat es mit sich gebracht, daß im Mittelpunkt des geistigen und sozialen Lebens der deutschen Kolonie die jeweilige Ortsgruppe der NSDAP, steht. Die außerordentlich große Beteiligung der in England lebenden Deutschen und naturgemäß auch der nur vorübergehend nach England kommenden Reichsdeutschen an den öffentlichen Veranstaltungen der beiden Londoner Ortsgruppen legen ein beredtes Zeugnis für das wachsende Zusammengehörigkeitsgefühl ab. Die hier geleistete Arbeit verdient nach besonderen Maßstäben gemessen zu werden, und zum erstenmal in seiner Geschichte beginnt sich das Deutschtum in England w i e eine große gemeinsame Familie zu fühlen. Trotzdem ist das bisher Geleistete nur ein Anfang. Nach der kürzlichen Gründung der deutsch-englischen Handelskammer ist der Bau eines „Deutschen Hauses" in Aussicht genommen, das ein Sammelpunkt aller Deutschen in England werden soll. Der finanzielle Grundstock hierzu ist bereits gelegt, und es darf damit gerechnet werden, daß dieser großzügige Plan schon in absehbarer Zeit in die Tat umgesetzt werden kann. Einem dringenden deutschen Bedürfnis entspringt auch der Wunsch nach einer zentral gelegenen deutschen Schule, die es allen deutschen Eltern ermöglicht, ihren Kindern in deutscher Sprache eine deutsche Erziehung angedeihen zu lassen. Um die Geschichte des Deutschtums in England erschöpfend zu würdigen, müßte ein Buch geschrieben werden, das sich in ein kulturelles, ein wirtschaftliches und ein politisches Kapitel gliedern würde. Im Rahmen eines Zeitungsartikels kann dieses Thema nur in großen Zügen behandelt werden; unumgänglich ist aber hier ein kurzer Hinweis aufdiedeutsch-englischenBeziehungen, die durch den Weltkrieg eine so jähe und unerwartete Unterbrechung erfahren haben. Vielfältig sind die persönlichen Bande, die England und Deutschland seit jeher verbunden haben und die auch der Krieg nicht zu zerreißen, sondern-höchstens zu lockern vermochte. Angelsachsen und Deutsche haben vieles miteinander gemein. Bei aller Verschiedenheit der Denkweise und des Gefühlslebens, beides in der eigenartigen Entwicklungsgeschichte der zwei Völker begründet, gibt es nichts, was sich nicht überbrücken ließe. Diese Feststellung ist unpolitisch; sie bezieht sich auf das Verhältnis von Mensch zu Mensch, auf den Umgang mit Engländern, die sich langsam wieder ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zu erinnern beginnen. Musikalische Anekdote. Als Max Reger einmal in München war, stellte sich ihm im Hotel ein Kritiker vor, fand jedoch nicht des Meisters Beachtung. Indessen, um Regers Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, erzählte er ihm, er habe seinerzeit Richard Wagner mit zu Grabe getragen. „Der Wagner war halt tot — hat sich nimmer wehren können", meinte Reger, worauf der Kritiker beleidigt aufstand und das Zimmer verließ. Jedoch nach einer Weile kam der Kellner und richtete folgende Bestellung aus: „Einen schönen Gruß von Herrn Sowieso, und wenn der Herr Dr. Reger einmal sterbe, ginge er — der Herr Sowieso — nicht mit zur Beerdigung." Lachend erwiderte der Komponist: „Sagen's nur dem Herrn Sowieso einen schönen Gruß: Ich zum Beispiel ginge sehr gern zu seiner Beerdigung!" P. v. Z. Inseln des Deutschtums. Wir haben unsere ständigen Berichterstatter gebeten, das Leben der Deutschen in ihren Gastländern und das Wirken der dortigen, deutschen diplomatischen Vertretungen zu schildern. — Nachstehend eröffnen wir diese in zwangloser Folge erscheinende Artikelserie. I. Die Kolonie in London. Von unserem Lue.-Berichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, im Juli 1935. Die Geschichte der deutschen Kolonie in England ist wechselvoll und bunt. Sie umfaßt einen Zeitraum, der bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht, als die Hanseaten ihre Handelstätigkeit auch nach England ausdehnten und in London den Stahl- h o f gründeten. Als später der industrielle Aufstieg Englands einsetzte, strömten in ununterbrochener Folge deutsche Handwerker, Ingenieure und Kaufleute nach London, Sheffield und Manchester. Das war zu einer Zeit, als es im mitteleuropäischen Raum noch kein geschlossenes und in sich geeinigtes Deutsches Reich gab. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn damals das erste Ziel vieler deutscher Auswanderer das wirtschaftlich aufstrebende England war, das deutschem Fleiß und deutscher Tüchtigkeit mehr Gelegenheit bieten konnte, als die noch von inneren und äußeren Wirren zerrissene Heimat. Rein gefühlsmäßig spielte bei diesem Wanderungsprozeß auch die enge Blutsverwandtschaft zwischen den beiden großen nordischen Völkern eine Rolle. Welche Bedeutung das Deutschtum in England im Laufe der Jahrhunderte für das öffentliche Leben Englands erlangt hatte, geht schon daraus hervor, daß die deutsche Kolonie in London vor dem Kriege auf 60 000 bis 70 000 Personen geschätzt wurde. In Handel und Industrie waren viele leitende Stellen mit Deutschen besetzt. Das Vereinsleben war dementsprechend lebhaft und trug auf feine Weise, wenn auch fein säuberlich nach Klassen, Ständen und Berufen geordnet, dazu bei, die Liebe zur angestammten Heimat zu pflegen. Eine Reihe von Schulgründungen, sowie zahlreiche deutsche Kirchengemeinden in ganz England sorgten dafür, daß die Muttersprache nicht verlernt wurde, was um so wichtiger war, als es in England keine geschlossenen deutschen Niederlassungen im Sinne des Minderheitenrechts gab ober gibt. Ueberhaupt hat sich in der Zeit vor dem Kriege b e - sonders d i e Kirche um den völkischen Zusammenhalt der vielfach zerstreut lebenden Deutschen verdient gemacht, und noch heute besteht die aus dem Jahre 1669 stammende erste deutsche Kirchen- arünbung ber Hamburger - Lutherischen Kirche. Außerhalb Lonbons begann sich bas Deutschtum jeboch erst im 18. unb 19. Jahrhunbert zu entwickeln. Der Weltkrieg zerstörte bie Frucht jahrhundertelanger Aufbauarbeit. Die Kirchengemeinben würben bis auf eine einzige aufgelöst, bie wehrfähigen Deutschen mußten ins Konzentrationslager, unb ihre Familien würben ausgewiesen. Nach bem Kriege setzte ein langsamer, aber zunächst überaus mühseliger Wieberaufbau ein. Als bie Nachwirkungen ber Haß- unb Hetzpropaganda aus ber Kriegszeit allmählich in bem gleichen Maße zu verebben begannen, in bem sich Englanb von ben Folgen ber euro- Abendfarben. Von Hermann Hesse. Eine lange Reche prachtvoll heißer Tage und klarer, glühenb herrlicher Abenbe glänzte über den Vierwaldstätter See. In dieser Zeit ruderte ich Tag für Tag zur Stunde des Sonnenunterganges langsam von der am Fuß des Bürgenstocks gelegenen „Matt" her nach Ditznau zurück und hatte Tag für Tag mit geringen Aenderungen denselben Anblick des Sees gegen Luzern, wo sich die Sonne auf die weißlich umdünsteten Hügel senkte. Der See war jedesmal um diese Stunde fast völlig ölglatt, selten vielleicht von einem leisen, warmen Winde bestrichen, ber die Fläche nur schwach und. stellenweise kräuselte. Dieser oft wiederholte Anblick hat sich mir so schön unb fest eingeprägt, baß ich ihn wie ein oft gelesenes Lied jederzeit wecken unb genießen kann. Wenn ihr wollt, kann ich ihn auch mit ber Treue einer Chronik beschreiben. Stellt euch vor, ihr saßet im kleinen Ruderboot zwischen Matt und Äitzelau, mitten auf ber Seebreite, unb bewegtet euch langsam gegen Vitznau, bem ihr als Ruberer also den Rücken zukehrt. Nur müßt ihr euch keine Bootfahrt mit Gesellschaft, Gesang und Gespräch vorstellen, nicht einmal eine Fahrt zu zweien mit einem Freunde ober mit einer Braut, fonbern üjr mußt allein sein und müßt etwas von der leidenschasts- losen Liebe des Einsamen in euch tragen. Dann sehet ihr folgendes: Vor euch steht scharf und dunkel die schmale Bootsspitze gegen die glänzende Seeflache. Das Wasser hat noch die tiefgrüne Färbung des Spat- nachmittags und schimmert weiter hmaiw in bläulich weichem Silberton, welcher langsam, l^st unmerr- lich einen süßen warmen Anflug von Gold bekommt. Gegen den Bürgenftock verdunkelt sich das Wasser in vielen Uebergängen bis 3" einem schweren Tintenblau, von welchem der weißgelblich heue, schmale Uferftreifen sich auffallend abhebt. Ohne die- sen lichten Streifen, ber vom Durchschimmern des Hellen Strandgesteins herrührt, wurde das Ufer nach dieser Seite viel ferner erscheinen; der weiß- liehe Strich zieht es dem Auge fast gewaltsam naher. Das stark beleuchtete, hellgrüne Ufer der Rigisette hat denselben Uferstreifen, ber hier jeboch unauf- fällig mit der lichten Seefarbe verschwimmt. Hier spiegelt sich auch die langgezogene Wand des Rigi mit den rötlichen runden Felstürmen und Hellen Matten klar und unverändert, während jenseits der Spiegel der Hammetschwand nur wie ein trüber Schatten im Wasser liegt. Jetzt beginnen die einzelnen weißen Wölkchen über euch sich goldig zu färben. Ihr blickt nach der niedrig stehenden Sonne und bemerkt dabei, daß in der Ferne der See nicht mehr bläulich und silbern, sondern völlig goldgelbglänzend wie eine blanke Messingscheibe ist. Unb bie Grenze bes Goldfeldes rückt zusehends näher, fast bis zu den Schiffländen von Kehrfiten und Weggis, mit einem schwach blendenden, bem Auge aber noch wohl erträglichen Geleucht. Unb nun beginnt bie Sonne tiefer zu leuchten und größer zu werben. Was vom Boot aus noch von grüner Seefläche zu sehen war, hüllt sich in ein großes Farbenspiel, bas zwischen Golb unb Rotbraun in allen Nuancen leuchtet unb an winbbe- roegten Stellen zum brennenben Scharlach wird. Hier hört die Zuverlässigkeit des Sehens auf und werden alle Farbenftimmungen ungewiß; ihr könnt nur zurückgelehnt mit Erstaunen ein Meer von warmen, roten und goldenen Tönen wahrnehmen, das in unerhörten Rhythmen flutet und immer wechselt unb immer basfelbe ist- Das bauert an klaren Tagen solange, bis bie Sonne ben Horizont berührt. Da wird sie tief rot unb ber See verwanbelt sich wunderbar. Er ist, so weit ihr blicket, mattgolben mit blaugrünem Anhauch, so wie in Kürze ber westliche Himmel aussehen wird. Unb mitten burch bie golbene Flut geht eine breite unb unendlich lange Brücke aus Feuer, beim fernen Ufer rot und licht beginnend, und endigend in einer maßlos tiefen, sattsam purpurnen Lohe. Das ist der Spiegel der roten Sonnenscheibe während der Minuten des Unterganges. Ganz nahe vor eurem Boot seht ihr sie glühen und verbrennen, bis sie in einem goldig braunen Schimmer erlischt. Ihr schauet empor. Auch am Horizont ist sie verschwunden, von jenseits rötet sie Luft und Wolken und wirst euch die Hügel, hinter welchen sie sinkt, mit scharfen Konturen überraschend entgegen. Indessen verleuchtet der See langsam, langsam und kleidet sich im Erlöschen in phantastisch schöne, schwelgerische Traumfarben, deren Anblick wie ein mächtiges Land ober wie eine munberbare Sage aus Urzeiten berührt. Und rückwärts, hinter euch über dem Bauen und den Urner Bergen, sehet ihr, wenn ihr scharfäugig seid, im rasch dunkelnden Himmel, schon erste bleiche Sterne schwimmen. „Da." Ein urbayerisches Erlebnis. Von Wilhelm von Hebra. 1. In den „999 Worten Bayrisch" des Johann Lach- ner heißt es: „Die ganz speziell bayrische Vorsilbe „da" hat die unübersetzbare Bedeutung, daß etwas vollständig, durchaus, restlos geschieht: ja, daß bie Folge ber betreffenben Tätigkeit bie Vernichtung ist. Lachner gibt Beispiele: „Der hobst bastässn" = er hat sich so gestoßen, baß er tot ober mindestens vollständig zerstoßen ist; „ber hobst barennt" — er hat sich zu Tode gerannt. 2. Der Münchner Alisi Anzinger ist mein liebster Freund. Alisi ist ein Urbayer, von gewaltigem Umfang, ganz und gar frei von modernen Anwandlungen, Liebhaber der Männer-Behaglichkeit im Stil der alten Zeit. Alisis Frau Veronika hingegen ist ein Kind der neuen Zeit: für Sport und frische Luft. 3. Als ich letzthin am Nachmittag Alisi besuchte, ließ er mich nicht mehr fort; es werde einen richtigen Männer-Abend geben; Veronika sei bei ihrer Mutter. Es wurde „ganz damisch gmüatli". Wir saßen in bequemen Lehnstühlen, verzehrten Bier und Schnaps, Speck und Würste, Brezeln und Kümmel- weckerln. Zwischendurch rauchten wir mächttge Pfeifen. 4. Um Mitternach kommt Veronika. Sie schimpft sofort auf den „altmodischen Männer-Gestank"; er sei unaushaltbar. Es gibt Streit zwischen Veronika und Alisi. Sie ist für, er gegen Deffnen der Fenster. Veronika siegt. Das Zimmer wird rasch kalt. Veronika sagt: „Js jetz de frische Luft net tausendmal gsünda? fyab i net red)t?'; „Na." „Wiaso denn net?" „Dafrorn san scho oui (viele) — dastunkn is no koana." Das deutsche Antlitz. Von Herbert Haffencamp. Bamberg: bie ganze Altstabt labert in Barock, burch enge Gassen führt ber Weg zur steilen Ausfahrt nach dem Dom. Man fühlt vor dieser Auffahrt, hier ziemte es sich, zu Pferd zu kommen, kühn im Sattel über dem langsam nickenden Pferdehaupt, eine Braut zur Seite ober ein Heer hinter sich. Eine riesige Mauer zur Rechten beckt jede Ahnung von bem, was kommt, nur links sinken bie Giebelhäuser mählich tiefer in ihr Gewimmel hinab. Da winkelt hart nach rechts die hohe Wand plötzlich ab, unb da schlägt strahlend über Treppen ber Dom ins blaue Firmament. Ansteigend hält ein mächtiger Ehrenhof sein Rechteck hin, rampengeschmückte Renaissancefronten rahmen stolz ihn ein. Herrschaft unb Friebe unb gelassene Schönheit ist ihre Musik. Ein linber Wind fächelt bie blühenden Bäume, bie prangenb ein Denkmal umstehen. Vom Dom her klingt bie Orgel in ben stillen Sonntagnachmittag. Schräg fällt burch hohe Fenster sein Licht auf bie Bauersfrauen unb Mäbchen in fränkischer Tracht, unb ba fielst auch schon segnend der Bischof die Stufen herab, von ben Alumnen unb feinem Kapitel gefolgt. Das Antlitz aber, das ihm hier sich neigt, das blonde Bauernantlitz in ber Tracht, bas steinerne ober metallene auf ben Sarkophagen, bas hölzerne am Altarschrein, das Antlitz ber Nonne unb bas der Alumnen in Chorhemd und Sammet — ad), es ist immer dasselbe, das stille, blonde Gesicht fränkischer Erde und hoch zu Roß hebt es sich da noch einmal hinauf an ber Chorwanb zu einem großen Vorbild: frei unb frank in ben Bügeln, stolz in den Schultern, lockenumwallt, stirnreifgekrönt fitzt zu Pferde ber fränkische Ebeling, unb nun fühlen es alle als Geschenk, es ist das deutsche Antlitz des Reiters, des Reiters vom Bamberger Dom. „Haben Sie hier einen Hasen gesehen? „3a." „Wo ist er hin?" „Rechts in den Wald ist er gelaufen Krauter macht nach. Sucht eine Stunde, sucht Zwei Stunden. Endlich kommt er zurück. „Nicht zu finden!" seufzt er. Der Bauer lächelt: „Das kann ich mir denken!" „Wieso? Haben Sie ihn nicht selbst hier hinein- laufen gesehen?" „Habe ich auch", nickte der Bauer, „aber das war schon vor zwei Jahren." Flunker erzählt Jägerlatein. „Voriges Jahr stand ich plötzlich einem riefigen Tiger gegenüber, keine zwei Meter weit — die Bestie setzt zum Sprung an — reiht den Rachen auf — Atemlose Spannung. „Und? Was haben Sie getan?" „Ich habe mich ruhig umgedreht und bin weggegangen." Ehrerbietig betrachtet man den kühnen Jäger. „Wo war das? Im Dschungel?" Flunker strahlte: „Unsinn! Im Zoologischen Garten natürlich." * Trostbock kommt von der Hirschjagd. „Was getroffen, Trostbock?" „Ja. Einen mächtigen Burschen." „Gratuliere. Wo hast du ihn?" habe ihn dem städtischen Krankenhaus geschickt. „Du bist ein anständiger Kerl, Trostbock", lobt der Freund, „denkst an die armen Kranken, daß sie auch einmal etwas Besonderes zum Essen bekommen." Trostbock guckt dumm: „Wieso? Ißt man Treiber?" Die Inschrift. Don Arthur Heinz-Lehman. Als die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Ber- lm-Eharlottenburg gebaut werden sollte, kamen von überall her aus Deutschland große Geldspenden, mir die Stadt Berlin gab keinen Pfennig, weil die Kirche einige Meter jenseits ihrer kommunalen Grenze errichtet werden sollte. Der Baumeister Schwechten aber, der Schöpfer der Kirche, zahlte der Stadt Berlin ihre Kleinlich- kelt heim. Er l^ß an einer schwer zugänglichen Stelle der Kirche oben ein Relief anbringen, das Rebekka darstellte, wie sie am Brunnen die Ka- mele trankt. Darunter ließ er Johannes Trojans Berse scheu, die der Dichter veröffentlicht hatte, als die Berliner Stadtverwaltung sich weigerte, dem Fürsten Bismarck zum achtzigsten Geburtstag zu gratulieren: Doch schade wär's, wenn ihre Namen Vergingen in der Zeiten Lauf, Man bring' sie unter Glas und Rahmen Und hänge sie am Rathaus auf, Damit auch noch Urenkel lesen, Wenn vieles sich geändert hat. Was für Kamele einst gewesen Die Väter uns'rer größten Stadt. Die Stadt Berlin strengte Klage gegen den Baumeister Schwechten an, und er wurde gezwungen, die Inschrift entfernen zu lassen. Diesen denkwürdigen Vorgang hat wiederum Johannes Trojan in folgenden Versen festgehalten: Vertilget ist nun ganz und gar, Was auf dem Steine stand geschrieben. Vernichtet ist die Inschrift zwar, Doch die Kamele sind geblieben! Schluß der „e>eofon< Die Londoner „Season" unterscheidet sich von den gesellschaftlichen „Saisons" anderer Länder dadurch, daß sie in den Sommer fällt. Im Sommer werden die Anwärterinnen der „Gesellschaft" der Königin vorgestellt, im Sommer sind die Theater und Opern am meisten gefüllt, und im Sommer finden die Garden-Parties der oberen Zehntausend statt. Die letzte Season war durch die Jubiläumsfeierlichkeiten des englischen Hofes zu einem beson- seren Glanzpunkt gesellschaftlichen Lebens geworden. Die zahlreichen prächtigen Umzüge des Hofstaates, die Abgesandten der Dominions und die Ausschmückung der ganzen Stadt hatten Hunderttausende von Engländern nicht nur aus allen Teilen des Jnselreiches, sondern auch aus den anderen britischen Ländern nach London gelockt. Dadurch wiederum gab es viel mehr private Bälle und Bankette, Empfänge und Gesellschaften aller Art als gewöhnlich, und die Hotels und Restaurants und die verschiedenen Klubs taten das Ihre, um den Londonern außergewöhnliche Veranstaltungen zu bieten. Es fand in der englischen Hauptstadt ein Warenumsatz statt, wie er lange nicht mehr beobachtet worden war, und die Lebenshaltung jedes einzelnen erhöhte sich in erstaunlichem Maße. Nur die Theater fajpen nicht so sehr auf ihre Kosten. Da sie hauptsächlich von dem Besuch des Mittelstandes existieren und dieser in den vergangenen Wochen und Mo- naten durch andere, einmalige Veranstaltungen vom Theaterbesuch abgehalten worden war, waren die Kassen der Theater nicht so gefüllt wie sonst. Die andere Seite der Jubiläumsfeierlichkeiten! Träume, die Geld einbrachten. Wie nutzbringend sich ein glücklicher Einfall im Traum verwerten laßt, zeigt die Geschichte eines Blei- giehers ausDristol. EinesNachts träumte seine Frau, er lei mit der Herstellung von Schrot beschäftigt, und zwar laste er es von der Spitze eines hohen Turmes herabfallen. Sie sah den ganzen Vorgang so deutlich, daß sie ihm eine besondere Bedeutung beilegte, und am andern Morgen ihrem Gatten den Traum ganz ausführlich erzählte. Äer Bleigießer hielt nun zwar viel weniger von Träumen als seine Frau, aber der in dem Traum gegebene Vorgang beschäftigte von nun an seine Gedanken, und mit einem Male hatte er die erlösende Idee. Er fand nämlich heraus, daß sich ausgezeichnetes kleines Schrot Herstellen laste, wenn man geschmolzenes Vlei durch ein Sieb aus einer gewissen Höhe in Wasser gieße. Er verwertete diesen Gedanken und gestaltete ihn zu einem Patent aus, für das ihm später die stattliche Summe von zehntausend Pfund ausgezahlt wurde. Don nun an hoffte er, daß seine Frau wieder einmal das Grundprinzip einer Erfindung träumen werde, aber bis zum heutigen Tag ist es ihm nicht wieder gelungen, zwischen ihren Träumen und seinen Erfinderplänen einen Zusammenhang herzustellen. Aber nicht nur die Erfinder, auch die Dichter haben zuweilen im Traum besonders glückliche Einfälle gehabt. Man denke nur an Hebbel, an Otto Ludwig und Keller, die ihr Traumleben zu wundervollen Dichtungen zu gestalten wußten, und unter den mit» lebenden Dichtern haben Isolde Kurz, Friedrich Huch und andere wiederholt ihre Träume ausgezeichnet und sie in Arbeit umgemünzt, für die sie ein entsprechende- Honorar enthielten. Eins der schönsten englischen Gedichte, der .Kubla Khan" von Coleridge entstand aus einem Traum. Der Dichter las eine alte Reisebeschreibung und schlief in seinem Stuhl ein, als er gerade die Worte gelesen hatte: .Hier ließ Khan Kubla einen Balast errichten und einen stattlichen ©arten ringsherum.' Er schlief einige Stunden und träumte eine lange Reihe von seltsamen Begebenheiten, die er nach dem Erwachen sofort in einem Gedicht festhielt. Seinen größten Erfolg verdankte auch Hvrace Walpole einem Traum. Dieier geistreiche Schriftsteller des 18. Jahrhunderts hat einen vielgelesenen Ritterroman verfaßt, .Das Schloß von Otranto", in dem die Stimmung und Phantastik der Gotik zum ersten Mal dargestellt wurde und der in gewisser Hinsicht die romantische Bewegung einleitete. Ger Gedanke des in jener Zeit unerhörten und ganz neuartigen Themas lam ihm eines Morgens, als et aus einem lebhaften Traum erwachte. Das einzige, woran er sich noch erinnern konnte, war ein Gefühl des Grauens. Er hatte in der Halle eines alten Schlosse- gestanden und auf der steinernen Treppe war plötzlich eine riesige gepanzerte Frau aufgetaucht. Unter dem Eindrucks dieser Vision schrieb er den Roman, der ihm beträchtliche Honorarbeträge einbrachte. tön- a n g Erschaffung waren politischer und wirtschaftlicher Natur: einesteils wünschte Japan, in Mandschukuo sozusagen aus „zwei Beinen" zu stehen und den naturgemäß japanfeindlicheren Einfluß der chi. nesischen Bevölkerung des neuen Staates durch den japanfreundlicheren der Mongolen zu paralysieren. Andererseits war man bemüht, die ausgedehnten und vorzüglichen Weideländereien der Mongolen von chinesischer Kolonisation freizuhalten, um dort die Schaf- und Vieh» zücht zu fördern. Japan möchte sich nach Möglich- feit vom australischen Wollmarkt freimachen und hat zu diesem Zweck bereits mit der Züchtung eines für mongolische Verhältnisse besonders geeigneten Merinoschafs begonnen. Mit der Schaffung von Hsingan hat Japan einen weiten Schritt mitten in die Angelegenheiten der Mongolei hinein getan, was schon aus der Tatsache ersichtlich sein dürfte, daß von den insgesamt 5 Millionen Mongolen zwei Millionen in Hsingan zuhause sind. Die Autonomie, die von japanischer Seite den hsinganer Mongolen zuteil wurde, hat auch schon einen lebhaften Widerhall in der angrenzenden Inneren Mongole geweckt. Bon China durch Einwanderung und von der Äußeren Mongolei durch revolutionäre Einflüsse bedroht. Oie Mongolei zwischen Moskau un-Iapan Japans politische Ziele auf dem asiatischen Festland. Von <£. Freiherr« von Stael. Owen ßattimore, ein anerkannter Kenner der Mandschurei und der Mongolei, hat in der Zeitschrift „Pacific Affaires" vor einiger Zeit einen Aufsatz veröffentlicht, der im Hinblick auf die Entwicklung im Fernen Osten von aktuellem Interesse ist. ßattimore beginnt mit einer Erwiderung auf einen Artikel des Grafen Carlo Sforza in der französischen Presse, in dem der ehemalige italienische Außenminister unter anderem den Ausdruck gebraucht, daß die Mandschurei den Balkan von heute darstelle und Wladiwostok das Serajewo von morgen werden könnte. Graf Sforza habe hier einen Umstand von grundlegender Bedeutung übersehen, so meint der Verfasser, nämlich daß für die Geschicke des Fernen Ostens die kontinentalen Einflüsse doch immer maßgebender gewesen sind als die maritimen. Als Westeuropäer trete der italienische Diplomat an das chinesische Problem nur von der Seeseite heran, unter Mißachtung der geschichtlichen Bedeutung, welche die Landesgrenzen zwischen der Großen Mauer und Sibirien stets für die Geschichte Chinas gehabt haben. Wenn daher die Schaffung Mandschukuos überhaupt einen Sinn gehabt hat, so den eines Versuchs, den maritimen Einfluß des Westens auf China durch eine kontinentale Macht z u ersetzen, deren Territorium die Länder nördlich der Großen Mauer bilden sollen. Das bedeutet ferner, daß die Wladiwostoker Grenze für Mandschukuo von geringerer Bedeutung ist als die mongolisch e. Es bedeutet, daß, wenn wirklich Wladiwostok das Serajewo von morgen darstellen würde, der Schall der an der Küste ertönten Detonation sich bis weit herein in die Mongolei fortpflanzen würde. Die mandschurische Frage hängt eng mit der mongolischen zusammen, und die eine ohne die andere lösen zu wollen, wäre nach Ansicht des Verfassers völlig sinnlos. Ein kurzer Rückblick auf die chinesisch-mongolischen Beziehungen, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben: zwei Momente sind hierbei an erster Stelle von Interesse — bi e Eroberung Chinas durch die Mandschus und die nachfolgende Ausdehnung der Mand- schu-Herrfchaft über die Mongolen. Die Eroberung Chinas fand in Bundesgenossenschaft mit den östlichen Mongolenfürsten statt, und die Jungens und jungen Männer, die durch die Schule Der nationalsozialistischen Organisationen gegangen sind, bringen bei ihrer Einstellung in das Heer eines mit, was nach unserer deutschen Auffassung weit wichtiger ist als eine vormilitärische Waffenausbildung: Eine glühende Liebe zum deutschen Volk und Vaterland und den unerschütterlichen Willen, für die Verteidigung der deutschen Heimat jederzeit ihr Leben einzusetzen. Die Erziehung zu diesem Willen, zu straffer Manneszucht, zum unbedingten Gehorsam und x\i treuer Kameradschaft über alle Standes» unterschiede hinweg, ist die beste Vorschule für bas Heer ber allgemeinen Wehrpflicht. und technische Ausbildung, sondern in allererster Linie seine innere seelische Haltung, nicht bas W e h r w i s s e n, fonbern ber Wehrwille. Und weil die Schule bei der gewaltigen geiftigen Erziehungsarbeit, die sie zu leisten hat, allein nicht imstande ist, diesen Wehrwillen so zu fördern, wie es im Interesse ber Wehrkraft unseres national- sozialistischen Volkes unb Staates bringenb geboten ist, beshalb wirb bie heutige deutsche Jugend in Verbänden zusammengefaßt, deren ausschließlicher Zweck die Erziehung zum völkischen Gemeinschaftsgedanken und zu den soldatischen Tugenden ist, bie seit den Zeiten Scharnhorsts, bes Begründers ber deutschen Wehrpflicht, der Stolz unb bie Ehre jedes deutschen Mannes sind. Alle von dieser Bundesgenossenschaft ausgehend erlangte die Mandschu-Dynastie allmählich die Oberherrschaft über alle Mongolen, wobei ihr viel mehr die Rolle einer Teilnehmerin an den mongolischen Angelegenheiten, als die von Eroberern zufiel. Zwischen der Inneren und Meuteren Mongolei hat es seit jeher gewisse Unter» chiede infolge geographischer Lage unb (Stammes» verschiebenheiten gegeben, aber die eigentliche Zweiteilung flammt aus ber Manbschu-Zeit. insofern. sehen bie Fürsten ber Inneren Mongolei neue Möglichkeiten, ihre konservativ-nationale Existenz unter ben Fittichen Japans unb unter Anlehnung an Hsingan weiterführen zu nen. Es ist vor allem der einflußreiche Te W von West-Sunnit, der diese Politik aktiv verficht und dessen Pläne sich noch weiter erstrecken: auch die Aeußere Mongolei unter einer Flagge als bie Manbschukaiser erst bie Innere Mongolei zu ihrem Grenzschutz ausgebaut haben, um von hier aus fernerhin ihre Oberherrschaft auch auf bie Aeußere auszudehnen. Mit dem Zusammenbruch der Mand- schu-Dynastie im Jahre 1911 machte sich bie Aeußere Mongolei felbftänbig und ist es auch bis auf eine kurze Episode in den Jahren 1919 und 1920 geblieben. Fraglos ist dort ber Einfluß Moskaus maßgebend. Trotzdem würde man zuweit gehen, wenn man sagen wollte, daß dieser Teil der Mongolei nunmehr vollständig von der SSSR. „absorbiert" worden wäre. Zwar sind im jungen Staatsgebilde die „Reformen" nach sowjetrussischem Beispiel durchgeführt worden, die Fürsten abgesetzt und die Besitzenden enteignet worden. Trotzdem aber stammt eine bemerkenswerte hohe Zahl der jetzigen jungen Führer gerade aus der alten Aristokratie. Die Aeußere Mongolei stellt einen streng nationalen Staat dar, in welchem das Volk erst allmählich an den Kommunismus gewöhnt werden soll, den man bisher noch nicht eingeführt hat. Als im Jahre 1911 die chinesische Revolution ausbrach, machte sich der Unterschied zwischen Innerer unb Aeußerer Mongolei insofern besonders bemerkbar, als die Unabhängigkeitsbestrebungen in ber Inneren Mongolei nicht zu einer Loslösung von China geführt haben. Einerseits befürchteten bie innermongo» Uschen Fürsten, zu sehr Unter bie Oberhoheit ber mächtigen äußermongolischen zu geraten, unb andererseits hielt man es für weiser, bei ber chinesischen Republik zu bleiben, von ber man anneh- men konnte, baß sie ein schwächliches Gebilde dar- ' stellen würde. Hierbei jedoch hatte man zwei Faktoren mißachtet, nämlich moderne Waffen und Eisenbahnen. Den ersteren konnten die Mongolen nicht standhalten, und dank dem Bau der Eisenbahnen nahm besonders in der Mandschurei die seit Jahrzehnten begonnene chinesische Besiedlung mongolischer Ländereien einen erschreckenden Umfang an. Die Mongolen wurden überall zurückgedrängt und in ihrem Lebensraum beschränkt. Die völlige Hilsslosigkeit der Mongolen der chinesischen Einwanderung gegenüber zeichnete ben Japanern den Weg für ihre Mongolenpolitik in Mandschukuo vor. Sie begannen damit, alle bisher von Chinesen noch unbesiedelten mongolischen Gebiete zu einem autonomen mongolischen Territorium westlich der ostchinesischen Bahn unter dem Namen Hsingan zusammenzufassen. Diese Provinz hat eine viel weitergehende Selbstverwaltung als alle übrigen Mand- schukuos und steht unter der Verwaltung ihrer eigenen Fürsten ober selbstgewählter Beamten. Sie Besitzt sogar das Recht, eigene Truppen zu halten. Hsingan ist die größte Provinz Mandschukuos und mitzuvereinigen und dort die von Moskau protegierte Minderheitsregierung abzusetzen. Als Symbol dieser Einigung soll die T h r o n b e st e i g u n g Pu Y i's dienen, da in den Augen ber Mongolen die Mandschu-Dynastie nie die Rolle von Eroberern gespielt hat und bei den östlichen Mongolen ihre Bundesgenossenschaft mit den Mandschus bei ber Eroberung Chinas noch in ber Erinnerung fortlebt Auch würde ein Mandfchu-Kaiser, der Ejen Khagan der Mongolen, ein geeigneteres Oberhaupt für alle Mongolen abgeben als einer der eigenen Fürsten, die alle von Dschingiskhan abftammen und daher untereinander keinem den Vorrang gönnen. War doch die Oberherrschaft ber Manbschukaiser über bie Mongolen entstanden, um der Rivalität der einzelnen Fürsten ein Ende zu machen. Daher wird auch das mandschurische Herrscherhaus jetzt noch von allen konservativen Mongolen als ihr natürliches Oberhaupt angesehen. Eine aktive kontinentale Politik Japans in Nord» china kann daher nicht vollendet werden ohne eine aktive Mongolenpolitik. Nachdem nun einmal Hsingan geschaffen wurde, kann Japan es nicht vermeiden, seine Interessen auch nach der Inneren Mongolei auszudehnen. Ein Zusammenstoß zwischen der Inneren und der Aeußeren Mongolei ist jedoch nur eine Frage der Zeit aus geographischen wie politischen Gründen: die Innere Mongolei umschließt bie Aeußere im Osten unb Süden. Ferner ist die Idee bes „konservativen Nationalismus" und der Restauration der unter Moskaus Einfluß abgesetzten alten Fürstenhäuser und ber Lama-Kirche noch unter der Mehrzahl ber Mongolen lebenbig unb könnte fraglos zum Zusammenstoß führen, bei ber bie Sowjetunion Partei ergreifen dürfte. Sicherlich wünscht weder Moskau noch Tokio einen Krieg, aber, wird er sich oergiiben lassn? Die Gefahr liegt darin, daß beide Länder, auch wenn sie ben Krieg zu vermeiden wünschten, durch die Mongolei in ihn h e r e i n g e z o ge n werden könnten. Japan ist dazu gezwungen, die Mongolen Mandschukuos zu unterstützen und zu organisieren; es ist dadurch in die Angelegenheiten aller Mongolen hereingezogen worden. Die Sowjetunion ihrerseits kann die Aeußere Mongolei unter feinen Umständen preisgeben. Eine Mongolei unter japanischem Einfluß und von japanischen Truppen besetzt, wäre eine Bedrohung ganz Sibiriens, hinter welcher eine solche Wladiwostoks von Mandschukuo aus an Bedeutung weit zurück- Jugend und Wehrpflicht -bon Major a. T) von Reifer Mit dem ganzen deutschen Volke ist vor allem die deutsche Jugend dem Führer und Reichskanzler zu tiefstem Danke verpflichtet für Die Diedereinführung ber allgemeinen Wehrpflicht. Durch Verbot ber „Sieger" war ihr in Versailles nicht nur bas Recht genommen, Volk und Vaterland mit der Waffe zu dienen, sondern sogar jede „Beschäftigung mit militärischen Dingen" untersagt. Die Befreiung von diesem Schandmal, das Recht und bie Pflicht jebes beut’ scheu Mannes, roieber wie seit Scharnhorsts Zeiten das Ehrenkleid des Soldaten zu tragen, ist von ber gesamten beutschen Jugenb mit einem Sturm ber Begeisterung begrüßt worben. Aber „Wehrpflicht" bedeutet mehr als ein Jahr aktiv zu bienen unb bann als Reservist zu einer Reihe von Hebungen eingezogen zu werden. Wehrpflicht ist „Ehrendienst am deutschen Volke", ein Dienst, dem nur der voll gerecht werden kann, der in körperlicher, geistiger, sittlicher und seelischer Hinsicht alle Bedingungen echter Wehrhaftigkeit erfüllt und, wie es in ben noch vom ver- ewigten Felbmarschall von Hindenvura herausgegebenen „Pflichten bes beutschen Soldaten" heißt, „dem ganzen Volk ein Voroild männlicher Kraft" ist. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, muß unsere gesamte Jugenderziehung in allen ihren Zweigen entscheidend vom Wehrge- bauten beeinflußt werben, so daß bas aktive Dieustjahr nur die Krönung und Vollendung dieser Erziehung zur Wehrhaftigkeit bedeutet. Die Erziehung ber Jugend zum Wehrgedanken ift für ben Erzieher insofern sehr erleichtert, als er bei aller gesunden Jugend mit einem kräftigen Ab- wehrwilleu unb Kampftrieb rechnen kann. Das wird sich besonders in der körperlichen Erziehung, in Sport und Spiel geltend machen, wo bie militärischen Grundbegriffe „Angriff" unb „Verteidigung" sich unmittelbar darstelleu lassen und wo der allen Lebewesen angeborene Selbstbehauptuugs- unb Siegeswille bie Grundlage bildet, auf der bie Wehrerziehung aufbauen kann. Erheblich schwieriger ist die Erziehung zum Wehrgedanken in g e i ft i g e r unb seelisch-sittlicher Hinsicht, weil hier der Erzieher in der Art der Beeinflussung ber Gemüter sich mit seinem Verständnis ber Fassungskraft unb seelischen Aufnahmefähigkeit ber verschiedenen Altersstufen für den Wehr- unb Kampfgedanken anzupassen hat. Etwaigen falschen religiösen und Gewissensbedenken ist mit dem Klarmachen der sittlichen Berechtigung und gottgewollten Notwendigkeit des völkischen Daseinskampfes zu begegnen. Nicht mit allgemeinen Redensarten, nicht mit einem Hurrapatriotismus, ber oft mehr schadet als nützt, sondern indem der Lehrer die Jugend mit geopolitischem Denken vertraut macht, ihr anschaulich die Gefahren schildert, die mit Deutschlands außerordentlich ungünstiger Lage inmitten starker Mislitärmächte verbunden sind, und ihr an Hand ber deutschen Geschichte beweist, daß nur ein wehrhaftes deutsches Volk in Ehren leben kann, ein wehrloses aber in Knechtschaft unb Schanbe untergeben muß. Eine Jugend, die diese Zusammenhänge zwischen deutschem Schicksal und deutscher Wehrhaftigkeit begriffen unb sich innerlich zu eigen gemacht hat, bie mit lebendigem Verständnis in die Heldengeschichte des deutschen Volkes eingedrungen ist, der wird soldatisches Denken und Fühlen eine Selbstverständlichkeit sein. Je mehr es ber Lehrer versteht, sich nicht nur an bie Verstandeskräfte ber Jungens zu wenden, sondern unmittelbar zu ihrem Gemüt zu sprechen, ihnen die großen Soldaten- aestalten aus deutscher Vergangenheit lebendig vor Augen zu stellen, Begeisterung und Liebe für Heimat, Volk und Vaterland zu erwecken, in desto höherem Grade wird der wehrfähig gewordene Jüpgling die gesetzliche Wehrpflicht auch als eine sittliche Pflicht empfinden, die er gern und freudig für die Volksgemeinschaft erfüllt. Und gerade darauf kommt es an: Ueber Den Kampf- wer^ine^Heere^nt^eide^n^^nu^di^akti^^ Kleine Iagdgeschichten. Von Jo Hanns Rösler. Horrido geht auf bie Jagd. Einen braven Bock 3u töten. Mitten vor dem Wald macht er Halt und «teilt sich, so groß und dick er ist, mitten auf die Wiese und wartet auf den Bock. Aber nichts rührt sich. Kommt ber Forster bes Weges. „Warum nehmen Sie benn keine Deckung, Horrioo?" fragt er entsetzt. Aber Horrido lächelt tapfer: „Deckung? Denken Sie, ich fürchte mich?" - * Horrido hat einen Hasen getroffen. Begeistert stürzt er sich auf die Beute. „Das ist schon der zweite!" ruft er stolz. „Der zweite? Heute?" Horrido schüttelt den Kops: „Nein. Seit 1910." * Nimrod ist ein übler Schießer. Was ihm vor die Büchse kommt, knallt er ab. Sonst hat er nichts für ben Wald und das Wild übrig. Der alte Weidmann schüttelte den Kopf: „Immer nur auf die Tiere schießen — das ist Ihre ganze Kunst — mir sind die Bäume viel lieber, als Hasen und Rehe —" Nimrod nuschelte: „Kunststück! Die sind auch viel leichter zu treffen!" * Semerle jagt Fasanen. Jemerle sitzt hinter einem Saum. Dor dem Daum sitzt ein Fasan. Jemerle hebt die Doppeldonnerbüchse. „Flugwild nicht im Sitzen schießen!" schimpft der Förster. Sagte Jemerle: „Warum? Wenn ich stehe, treffe ich auch nicht besser." ♦ Wulle trat in die Waffenhandlung: „Geben Sie mir ein Gewehr!" „Welcher Art?" Meint Wulle: „Geben Sie mir eine Repetier- büchse für einen Sechserbock." ♦ Kimme und Korn sind alte Jagdgenossen. „Gibt es eigentlich bei Ammerland Hochwild?" Kimme nickt: „Und ob! Ich habe selbst im vorigen Jahr beinahe einen Hirsch von drei Zentnern geschossen!" „Gefehlt?" „Im Gegenteil. Getroffen. Blatt." „Wieso dann beinahe?^ Kimme lächelt: „Es war leider nur ein Ochse!" Krauter schießt einen Krummen lahm. Der Hase lauft angeschweißt weiter. Krauter hinterher. Plötzlich ist der Hase verschwunden. Krauter sucht und sucht. Trifft einen Bauern 1. 2. 3. 4. 5. ^^aaenbeschwerdenu Sodbrennen R u Hrich±§alz_ja£?o^ is in Nord. 1 ohne eint m nun ein« Japan es ach der In. jarnmenftofe n Mongolei geographj. ?re Mongo- mb Süden. Nationalis- c Moskau; und der der Man- i Zusaml nion Pack noch Tokio liben lafin? nber, ch en, ä mngen, t\t ien und ji elegenheiien Die Sowjet' igolei unter ngolei unter en Truppen nz Sibi* Nahiwoftot; weit zurück' Berichtigung. Wie der Scherl-Bildmaterndienst festgestellt hat, ist der Preis für das „Braune Band", dessen Abbildung wir gestern veröffentlichten, nicht vom Führer gestiftet, sondern von dem für die- ses Rennen eingesetzten besonderen Kura- t o r i u m. ______ Eine Reichsstelle für Raumordnung planmäßige Bodenwirtschast. — Neue Aufgaben der Gezuvor. Es ist verboten: das Tragen von Uniformen (Bundestracht, Kluft ufw.), uniformähnlicher Kleidung und von Uniformstücken, die auf die Zugehörigkeit zu einem konfessionellen Jugendoerband schließen lassen. Hierunter fällt auch das Tragen von Uniformen oder zur lliflform gehöriger Teilstücke unter Verdeckung durch Zivilkleidungsstücke (z. B. Mäntel) sowie jede s o n - stige einheitliche Kleidung, die als Ersatz für die bisherige Uniform anzusehen ist. das Tragen von Abzeichen, welche die Zugehörigkeit zu einem konfessionellen Jugendverband kenntlich machen. (PT-, DJK.-Ab- ba? g e sÄ ossene Ausmarschieren, Wandern und Zelten in der Oeffent- lichkeit, ferner die Unterhaltung eigener Musik- und Spielmannszüge, das öffentliche Mitführen oder Zeigen von Bannern, Fahnen und Wimpeln, ausgenommen bei Teilnahme an althergebrachten Prozessionen, Wallfahrten, Primiz, und anderen Kirchenfeiern, sowie Begräbnissen, jegliche Ausübung und Anleitung zu Sport und Wehrsport aller Art. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Reichsminister Kerrl erörterte vor einer Mitgliederversammlung der „Gezuvor" (Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen, jetzt zur Vorbereitung der Reichsplanung und Raumordnung) die Aufgaben der Reichsstelle für Ra umordnung, deren Leitung ihm vom Führer und Reichskanzler übertragen wurde. Die Notwendigkeit für die Errichtung einer solchen Stelle wurde besonders von den Ressorts des Reichsernährungsministeriums empfunden. Die gewaltigen Aufgaben, die der nationalsozialistische Staat in seinem Aufbauwerk zu erfüllen hat, haben es mit sich gebracht, daß die verschiedenen Stellen der äs» fentlichen Hand zur Durchführung ihrer Aufgaben Teile des deutschen Lebensraumes in Anspruch nehmen mußten. Da die Planungen der einzelnen Dienststellen aber nicht in einer obersten Reichsbehörde verwaltungsmäßig zusammenliefen und so nicht ausgeglichen werden konnten, überschnitten sich die Planungen an den verschiedensten Stellen. Es unterblieb die objektive Prüfung, ob das geplante Werk mit Rücksicht auf eine planvolle Gestaltung des deutschen Lebensraumes nicht ebenso gut oder besser an anderer Stelle errichtet werden konnte. Erst der nationalsozialistische Staat, der nicht mehr auf souveräne Länder Rücksicht zu nehmen braucht, sondern ein einheitliches Ganzes darstellt, ist in der Lage, eine dem Aufbau von Volk und Staat entsprechende Raumordnung zu planen und ihre Durchführung veranlassen zu können. Reichsminister Kerrl wies ferner auf die Tatsache hin, daß sich in den letzten 100 Jahren d i e Einwohnerzahl im deutschen Raum mehr als verdoppelt hat. Er sprach über die Landflucht und als deren Folge ein stetes Anwachsen der Mietskasernen in den Großstädten. Während 1§71 nicht einmal 5 v. H. der Bevölkerung in den Großstädten lebten, leben heute in den Großstädten 30,2 v. H., in den Landstädten bis 5000 Einwohner 10,6 v. H. und in den Mittelstädten 26,2 v. H. Die ländliche Bevölkerung betrug im Jahre 1871 63,9 v. H. gegenüber nur 33 v. H. im Jahre 1933. Es ergibt sich aus diesen Zahlen, daß ohne eine vorausschauende zweckgestaltende Ordnung solche Gleichgewichtsverschiebungen schwere Krisen Hervorrufen mußten. Nachdem Reichsminister Kerrl die Beziehungen zwischen Raum und Volk, Raum und Wirtschaft, Raum und Staat erörtert hatte, hob er das Verdienst unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hervor, der die richtige Einsicht in die Fehler der Vergangenheit bewies und das deutsche Volk aufrief, daß das Wohl des Einzelnen wie der Stände ganz allein abhängig fei von dem Gesamtwohl des Volkes. Diese Erkenntnis ergibt als einzigen Grundsatz der Staatskunst: Die Erhaltung des Bestandes der Nation, ihres Volkstums und ihrer Rasse zu sichern. Reichsminister Kerrl verglich die Tätigkeit der Reichsstelle für Raumordnung mit der des Generalstabs, der nur da in die Einzelheiten eingreift, wo er für die Gesamtheit nützen und fordern kann. Durch die Reichsstelle für Raumordnung würden nicht etwa die Einzelplanungen der Ressorts überflüssig oder gehindert, sondern im Gegenteil haben die Ressorts ihre Einzelfragen verantwortlich weiterzuführen. Seine Tätigkeit sei darauf gerichtet, von einem übergeordneten, das Gesamte umfassenden Gesichtspunkte aus die Einzelplanungen zu fordern und, soweit sie zweckvoll und notwendig sind, ihnen alle entgegenstehenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Es soll sich also bei der Reichsstelle für Raumordnung nicht um eine Zentralisation, sondern um eine weitgehende Dezentralisation und eine enge Mitarbeit aller an den Planungs- und Ordnungs- fragen im deutschen Raum interessierter Stellen handeln. „Meine Aufgabe für die Zukunft", fo betonte Reichsminister Kerrl, „ist die, nur Deutschland und das deutsche Volk zu sehen und dafür zu sorgen, daß alle Einzelplanunaen den sich daraus ergebenden Zielen angepaßt sind." Der Beauftragte des Generalinspekteurs Dr. Todt, Oberregierungsbaurat Schönleben, wies darauf hin, daß die muftergültige Planungsarbeit der „®ejuDor auf dem Gebiete der Reichsautobahnen die Veranlassung zur Verbindung mit dem neuen Arbeitsbereich gegeben habe. Die auf den erweiterten Zweck umgestellten Satzungen wurden einstimmig angenommen; damit ging die Führung der „Gezuvor" auf Reichsminister Kerrl über. Zum Vorsitzenden des Vorstandes ernannte Reichsminister Kerrl den bisherigen stellv. Vorsitzenden und geschäftsführenden Vorstand, Pg. Blocker, den er gleichzitig auch als feinen Vertreter in der Reichsstelle für Raumordnung bestimmte. jfen. Einfall im eines W : seine Frau, häftighund )en Turmes j so deutlich, »eilegte, und Staunt ganz ;lt nun zwar au, aber bet Migte von Haie hatte« aus, hab stch i lasse, wenn ms einer ge* te diesen ®e> :ent aus, sm zehntausen »ip einer M eutigen TuS ihrenTrau- ■ ammenhang Mer habe« Einfälle tto2«6w' S- Ls ; lieh aha» S'S SB <,11* 'M Xomav' den großen Massen des Volkes. Die Person des Führers genieße eine geradezu unglaubliche Verehrung und Liebe, nicht zuletzt wegen feiner wohltuenden Einfachheit und Natürlichkeit. Diese Bewegung sei so gewaltig und anscheinend so fest im Sattel, daß man es als unvoreingenommener Kritiker nicht verstehen könne, daß sich gewisse Organe alle Mühe zu geben scheinen, das Große und Erhabene daran durch kleinliche Kritik herabzusetzen. § 3 Wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, oder wer zu einer solchen Zuwiderhandlung auf« fordert oder anreizt, wird gemäß §§ 33, 55, 56 des Polizeiverwaltungsgesetzes m i t Zwangsgeld oder Zwangshaft bestraft. Unerlaubt getragene Uniformstücke oder Abzeichen, unerlaubt mitgeführte Banner, Fahnen oder Wimpel sind einzuziehen. Hindenburgs letzte Gmunden. Die Londoner „Times" veröffentlicht einen, wie sie schreiben, „rührenden Bericht des Professors Sauerbruch über d i e letzten Stunden Hindenburgs". In diesem Bericht heißt es: Es war am Mittwoch, dem 1. August, nach- mittags; ich war im Schlafzimmer des Generalfeldmarschalls, der im Bett lag und es gern hatte, daß ich bei ihm war, auch, wenn er mich nicht brauchte. Der Feldmarschall hatte lange geschwiegen, wie er dies liebte, man durfte ihn bann nicht stören, und fo saß ich still am Fenster und sah in den Garten hinaus, auf den sich langsam die Dämmerung senkte. Plötzlich rief der Feldmarschall: „Sauerbruch, sind Sie noch da?" Und als ich mich an sein Bett setzte und fragte, ob er Beschwerde habe, da sah der alte Herr mich lange an und sagte bann: „Sauerbruch. Sie haben mir immer bie volle Wahr- he i t gesagt. Sie werben es auch jetzt tun. Ist greunb Hein bereits im Schloß unb wartet?" Es tnurbe mir sehr schwer, zu antworten: Ich nahm sein Hanb unb sagte: „Nein, Herr. Felbmarschall, aber er geht um bas Haus herum." — Hinbenburg schwieg eine Weile, bann sagte er: „Ich danke Ihnen, Sauerbruch, und nun will ich mit meinem Herrn dort oben" — er zeigte dabei zum Himmel — „Rücksprache nehmen." Ich stand auf und wollte leise das Zimmer verlassen, aber Hindenburg sagte: „Nein, Sauerbruch, Sie können ruhig bleiben, wenn ich ein wenig in der Bibel lese." Ich wollte dann den Fenstervorhang zurückziehen, um mehr Licht zu schaffen, aber der Felbmarschall sagte: „Lassen Sie es nur so, Sauerbruch, was ich lesen will, weiß ich ja ausroenbig feit langer Zeit." Der alte Herr nahm bas Neue Testament, das stets auf feinem Nachttisch lag, und blätterte unb las barin mit leiser, flüfternber Stimme, wohl eine Diertelstunbe lang. Dann legte er das Buch zurück unb rief mich an sein Bett unb sagte: „Unb nun, Sauerbruch, sagen Sie Freunb Hein, er kann ins Zimmer kommen." Am nächsten Morgen war der Generalfeldmar- schall tot. Deutschlands neues Gesicht. Eindrücke südamerikanischer Journalisten. München, 26. Juli. (DNB.) Ein Vertreter des DNB. hatte Gelegenheit, sich mit Journalisten aus «Südamerika, die sich z. Z. auf einer Deutschland- Teife befinden, über ihre im neuen Deutschland gewonnenen Eindrücke zu unterhalten. Soweit die «Gäste Deutschland aus der Zeit vor der Machtergreifung kennen, sind sie alle überrascht von dem Wandel, der inzwischen nicht nur auf politischem, sondern auch auf wirtschaftlichem, kulturellem und sozialem Gebiet eingetreten ist und der dem Staat unb bem Volke ein ganz neues Gesicht ver- Hecht. Sie sprechen von einem Land berfSIrbeit des Friedens und der Ordnung und stimmen hierin auch mit ihren Berufskameraden überein, die zum ersten Mal nach Deutschland gekommen sind. So erklärte Adolf A g o r i o, der Außenpolitiker der Zeitung „La Manana" in Montevideo; er habe ein Deutschland angetroffen, das durch feine Arbeit und seine Friedensliebe es verstanden habe, Sozialismus und Nationalismus zu vereinen. Besonders überrascht habe ihn, daß der Nationalismus in Deutschland keineswegs eine Zus am- nnenarbeit mit anderen Staaten aus- ch 1 ieße, insbesondere nicht mit Südamerika. Bei leinen Rundgängen durch Industrieanlagen und Arbeitsdienstlager habe er immer wieder feststellen können nicht nur eine wunderbare Schaffensfreudigkeit aller Deutschen, sondern auch den Willen zu einer verständnisvollen Zusammenarbeit innerhalb sämtlicher Wirtschaftszweige des neuen Deutschlands. Matheus ba Fontoura, Berichterstatter der m Rio be Janeiro erscheinenben Zeitung „Correio »a Noite", erzählt, daß es geradezu erstaunlich sei, was unter Hitlers Regierung aus Deutschland und »einem Volke geworden ist. Er ist überzeugt, Haß Deutschland keinen Krieg wünsche, ionbern in Frieben seiner Arbeit nachgehen wolle. Der Journalist, ein eifriger Leser des Hitler-Werkes .Mein Kampf", will nach feiner Rückkehr in einem Luche feine Eindrücke wiedergeben, bie er in Deutschland gesammelt hat. Mit Worten höchster Anerkennung äußerte er sich über die Sicherheit unb Zuverlässigkeit ber beutschen Flugzeuge, vor allem cber über bie Reichsautobahnen, denen er »oraussagte, daß sie einmal das Vorbild für die Autobahnen der Zukunft abgeben werden. Mehr Gerechtigkeit für Deutschland. EinSchweizer appelliert an seine Landsleute Basel, 26. Juli (DNB.) Im St. Gallener Tag- blatt ermahnt ein Kaufmann von St. Gallen, ber ton einer mehrwöchigen Reise burch Oeutschlanb zurückgekehrt ist, seine Schweizer ßanbsleute, mehr Gerechtigkeit itn ber Beurteilung des neuen Deutschlands an den £ag zu legen. Er erklärt neben einiger Kritik an liefer ober jener Sonderfrage, daß es nicht Aufgabe des Schweizers fei, dem großen deutschen Volk Weisungen und Ratschläge zu erteilen, wie es sich jvlitisch zu betten habe. Die Beurteilung dürfe nicht nur nach gelegentlichen politischen Entgleisungen geschehen, auch wenn diese noch so sehr zu verurteilen wären, sondern es könne sich nur darum bandeln, ob ber politische Umschwung bem beutschen Volke zum Segen gereiche ober cfcer besten Unglück bebeute. Diese Art ber JBeurtei- Iing entspreche auch vielmehr den eigenen wirtschaftlichen Interessen. An Stelle von einem unglaublichen Lanbstrelcher- tam unb Verbrechertum herrschten in Deutschland wieder Ruhe, Ordnung und Sicherheit. >ie Geschäfte gingen wieder besser, wenn auch der Verdienst kärglich sei. Die Menschen hatten aber iurd) den langen Krieg, Hungersnot, fremde Besitzung, Bürgerkrieg, Inflation und Arbeitslosigkeit fo Furchtbares durchgemacht, daß die Massen heute ihr bescheiden unb anspruchslos geworben feien. 2 er Lebensunterhalt sei dem Geldwert und der 6 eldknappheit entsprechend und an Schweizer Ber- hättnissen gemessen, billig. Was noch hoch sei, das hien die Steuern unb bie sozialen Lasten. Damit nerbe aber so ungeheuer viel geleistet unb geschaffen nie in keinem anberen Laube. Deutschlanb sei heute E ozialstaat wie nie zuvor. Das neue 5}«gime habe einen gewaltigen Anhang und er- (gerne u n erschütterlich verankert tn i7nT «»'ä u, ।rei, ; tyingan spanischer le ft""1 Rationale PQns unb r ß k°n. (.e®«ng JP erficht tfen: auch n.er Flagge Ä Prote. fS 6l)m' ’^igung Mongolen Eroberern Men ih^ 5 bei ber n9 fortlebt ien Khagan lpt für alle en dürften, unb baher men. er über bie der einzel, aher wirb .jetzt noch ihr natur« nach ihrem Wohlbefinben fragte. Nachdem auch noch der Lagerplatz der HI. besucht worden war, die gerade bei Spiel und Sport wär, besichtigte der Reichsjugendführer bas Gelände, wo demnächst bas Deutschlandlager der HI. erstehen wird. Die konfessionellen Lugendverbände. Einheitliche Regelung für ihre Betätigung. Berlin, 26. Juli. (DNB.) In Ausführung und in Ergänzung des vom Reichs- und Preußi- chen Minister des Innern an die Landesregierungen gerichteten Ersuchens, allgemein ein unter m i e r t e s Auftreten der konfessionellen Verbände in der Oeffentlichkeit zu unterbinden, hat Reichssührer-SS. Himmler, der stellvertretende Chef und Inspekteur der preußischen Geheimen Staatspolizei und Politische Polizeikommandeur der übrigen Länder eine Anordnung erlassen, die die Betätigung der konfessionellen Jugendverbände entsprechend den staatspolitischen Notwendigkeiten allgemein auf das rein kirchlich-religöfe Gebiet beschränkt. Die Anordnung hat folgenden Wortlaut: § 1. Allen konfessionellen Jugendverbänden, auch den für den Einzelfall gebildeten, ist jede Betätigung, die nicht rein k i r ch l i ch - r e l i g i ö - fer Art ist, insbesondere eine solche politischer, sportlicher und volkssportlicher Art untersagt. § 2. Für bie konfessionellen Jugendverbände und ihre männlichen und weiblichen Angehörigen, einschließlich der sogenannten Pfarrjugeno, gelten folgende Bestimmungen: Kunst und Wissenschaft. Goethes „llrgöh" auf den Heidelberger Reichsfestspielen. Goethes Urgötz, dieses Jugendwerk Goethes, aus dem uns bas Genie bes Dichters in seinem ganzen jugendlichen Ungestüm entgegenklingt, gelangte in ber großartigen Szenerie bes Schloßhofes zu einer überroältigenben Wirkung. Heinrich George und Albert F l o r a t h meistern als Leiter bes Spieles biefe einzigartige Naturszenerie. Neben bilbhaft schönen Massenszenen, wie ber Reichstag zu Augsburg, ber Schloßbranb, bie Bauernkämpfe ober diunheimliche Stimmung ber Fehmefitzung, stehen nicht minber einbrucksvoll Einzelszenen, so bie zwischen Götz unb Weißlingen ober bie erschütternde Schlußszene mit Götzens Tod. Freilich ist der Götz von Heinrich George auch schlechthin die ideale Verkörperung dieses kernhaften deutschen Ritters, in dem doch auch so viel Weiches, saft Kindliches schlummert. Paul Wagner nahm dem Weißlingen alles Weibische, mit dem meist diese Rolle behaftet wird, und stellte einen sympathischen, irregeleiteten Menschen dar. Elisabeth Stieler als Götzens Frau, Gefion Helmke als seine Schwester, Clemens Hasse als Sickingen, Walter Werner als Lerse, Else Petersen als Adelheid waren Trägerinnen dieses großen, künstlerischen Eindrucks. Ein Bahnbrecher der chemischen Industrie. Im Atter von 94 Jahren ist in Heidelberg ber Nestor ber deutschen chemischen Industrie und langjährige Aufiichtsratsvorsitzende der badischen Anilin- und Sodafabrik, Geh. Rat Dr. Carl ©la- s e r gestorben. Glaser, der 1841 als Sohn eines Arztes in Kirchheimbolanden geboren wurde, war ein SchülerLiebigs. Er war fünf Jahre Assistent bei Kekule in Bonn, 1867 trat er in bie Dienste ber Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen, wurde 1879 stellvertretender Direktor, 1883 Vorstandsmitglied, 1895 in den Aufsichtsrat gewählt, dessen Vorsitzender er von 1911 bis 1929 war. Die Herstellung eines durch keine Konkurrenz zu überbietenden A l i z a r i n s war einer der größten Erfolge unter den vielen auf allen möglichen Gebieten seiner oielgeftaltigen Tätigkeit. Glaser hat der deutschen chemischen Industrie aus verhältnismäßig kleinen Anfängen den Weg zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Weltgeltung bereitet. Schachturnier um die deutsche Meisterschaft. Am Donnerstagoormittag wurden in Stachen die restlichen sieben Hängepartien erledigt. 21h ue s blieb über Weißgerber siegreich und schlichtet mit Koch, damit erreichte er acht Punkte aus elf Partien und ist der einzige Konkurrent des in Führung liegenden Richter. Der Rest des Aachener Kampfes wirb in der Hauptsache in einem Zweikampf dieser beiden Meister liegen. Allerdings hat Richter bessere Aussichten auf den Sieg, da er nur noch gegen Brinkmann und Koch anzutreten hat, während Ahues noch die drei starken Spieler Engels, Elstner und Rellstab als Gegner hat. Michel schlug Bluemich unb eroberte sich bamit ben brüten Platz. Schoenmann remifierte mit Brinkmann und Schlage unb Elstner. Weißgerber teilte ebenfalls den Punkt. Durch einen Sieg über Rellstab schob sich Engels weiter nach vorn. Die Partie Engels—Ahnes endete remis. In der 13. Runde mußte also Ahues den Punkt teilen, damit sind feine Aussichten schlechter geworden. Brinkmann verlor gegen Ernst, desgleichen Schlage gegen Dr. Lachmann. Michel siegte über Schoenmann. Die Partien Koch — Reinhardt, Weißgerber — Bluemich unb Elstner — Rellstab würben abgebrochen. Spielfrei war Richter. Stand vor der vorletzten Runde: Richter 9, Ahues 8*/s, Michel 8, Ernst 71/2, Engels 7, Elstner 6 und Hängepartie, Rellstab 51/? und Hängepartie, Dr. Lachmann, Schlage und Brinkmann je 5*/,, Schoenmann 5, Weißgerber 4*/- und Hängepartie, Reinhardt 4 unb Hängepartie, Koch 31/» und H., Bluemich 3 und Hängepartie. Nur Rellstab und Brinkmann waren noch nicht spielfrei, diese haben mithin 13 Partien gespielt. Aus aller Wett. Zwei Münchener Bergsteiger im Matterhorn-Gebiet tödlich verunglückt. Die beiden etwa 20 Jahre alten Münchener Touristen Fritz Geiger unb Ab. Raff waren ohne Führer aufgebrochen, um bas Matterhorn über ben Zrnutt-Grat zu besteigen. Diese Partie ist in diesem Jahre erst einmal unb in Begleitung einesFührers ausgeführt worden. Eine andere Touristengruppe, die sich auf dem gewöhnlichen Wege zum Matterhorn, dem sog. Schweizer Grat, befand, bemerkte plötzlich, wie die beiden Münchener Touristen, bie bereits zwei Drittel des Aufstiegweges hinter sich hatten, ab stürzten. Einer Rettungskolonne gelang es, die Leichen der beiden zu bergen. Die Jacht „Störtebecfer“ In kiel. Die Hamburger Jacht „Störtebecker", die an dem Atlantikrennen nach Bergen teilgenommen hatte und längere Zeit als verschal- l e n galt, traf in Kiel ein, wo die Besatzung von einem Offizier ber Kriegsmarine empfangen würbe, ber auch bie Willkommensgrüße bes Kommanbie- renben Abrnirals ber Marinestation der Ostsee übermittelte. Die Abfahrt der Jacht „Störtebecker" erfolgte am 16. Juli bei stürmischem Wetter von Bergen. Am 19. Juli wurde Haugesund angelaufen, unb am 23. Juli traf das Schiff in Mandat ein. Dort wurde von ber gesamten Besatzung unter Führung bes Kapitäns bas Grab GorchFocks mit Blumen geschmückt. Am gleichen Tage wurde bei wiederum stürmischem Wetter die Weiterfahrt angetreten. Millionenschiebungen beim Wiederaufbau der Kirchen von Amiens. Im Kirchenspiel Amiens, das eine besondere 23er- roaltungsabteilung für den Aufbau ber im Kriege befähigten Kirchen eingesetzt hatte, sinb schwere Unterschlagungen festgestellt worben. In der Kasse dieser Aufbauabteilung fehlen 1 3 0 0 0 0 0 Franken. Gegen ben Leiter, ber von seinem Amt zurücktreten muß, ist Klage erhoben worben. Schwere llnwetterschäden in Moskau. Ein starker Wolkenbruch richtete in Moskau erheblichen Schaben an unb fetzte in zahlreichen Straßen nicht nur Kellerwohnungen, fonbern z. T. auch Parterrewohnungen unter Wasser. Das in Röhren gefaßte unterirdisch durch das Stadtzentrum fließende Flüßchen Nieglinka ergoß sich teilweise durch Abflußschächte auf die Straßen. Zeitweise muhte der Sttaßenbahnverkehr eingestellt werden. Der ostpreußische Stahlhelm aufgelöst. Königsberg, 26. Juli (DNB.) „Auf Anordnung der Staatspolizei st eile Königsberg als Leitstelle für die Provinz Ostpreußen ist auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 4 des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 der Landesverband Oft- preußen bes Nationalsozialistischen Deutschen F r o n t k ä m p f e r b u nd e s (Stahl- Helm) einschließlich seiner Unterglieberungen mit sofortiger Wirkung aufgelöst, unter gleichzeitiger Beschlagnahme bes Vermögens. In ber Begrünbung werden einige besonders krasse Vorfälle mitgeteilt: Trotz der Auflösung bes Stahlhelm-Studentenringes im Dezember 1933 bestand diese Organisation unter der Leitung des Hochschulgruppenführers Bistrick fort und arbeitete im engsten Einvernehmen mit der Landesleitung Ostpreußen des NSDFB. weiter. Daß bas Ziel nur allgemeine Zersetzung der Volks- aemeinfaft fein konnte, trat am deutlichsten zu Tage bei bem Besuch biefer Führerclique in Arnau, wo die Fahnen bes aufgelösten Stubentenringes aufgestellt sind. Der B e r i ch l der sogenannten Führer über diesen Besuch lautet: „Die Trauerflore von unseren Fahnen wurden nicht abgenommen. Es wurde gesagt, wir hätten keinen Grund, wir warteten bis auf andere Zeiten. Den Befehl, die für Versailles angebrachten Trauerflore abzunehmen, hat Seihte bei ber Wiedereinführung ber Wehrpflicht gegeben, aber von biesem Verräter haben wir uns getrennt. Leider würbe auch darauf verzichtet, bie nazistischen Fahnenbänder zu entfernen. Nach bem Gottesdienst fuhren wir in die Stadt unb tranken unb aßen in einem schönen alten Weinlokal. Wir tranken uns gehörig fest. Die tollsten Witze des Dritten Reiches und "die bittersten Vorwürfe gegen das System erfüllten unser Zimmer. Es war eine seltene Einheitlichkeit." — Ihre Ansicht über den Muttertag gaben diese Führer wie folgt kund: „Von der organisierten Mutterliebe hatte ich nichts. Ich möchte meine Empfindungen an keinen von ber Reichsgeltungsbebürfnisanstatt festgesetzten Tag des Jahres binden." — Der Sozialismus dieser Herren geht aus folgendem Ausspruch hervor: „Wenn ich so häßlich und klein wäre, würde ich auch Sozialis sein." lieber die Fliegerei des Deutschen Reiches äußerten sich diese Nationalisten wie folgt: „Ich bin mir zu schade, als daß sich über meine Leiche die deutsche Luftfahrt emporschwingen sollte. Doch gut, daß es auch Draufgänger gibt, die bas Gelb und das Spiel mit dem Schicksal lockt." — Den Film des Reichsparteitages , Triumph des Willens" bezeichnet diese Führer- s'chicht als „eklatanten Fall von religiösem Wahnsinn." Oer Reichsjugendführer im Hochlandlager. Reichsjugendführer Baldur von Schirach stattete zusammen mit Stabsführer Hartmann Lauterbacher bem Hochlanblager in Lenggries einen Besuch ab. Der Reichsjugendführer besichtigte eingehenb alle Zelte, vor denen die Pimpfe angetreten waren, sowie die verschiedenen Einrichtungen im Lager. Besonderen Gefallen fand die sehr zweckmäßige Küchenanlage und die S a n i t ä t s b a r a ck e, in der sich der 9teid)s= ugenbfüjjrer mit den Jungen unterhielt und sie | Bauwirtring AG., Bremen Gießen, Marktplatz 8 L /. 'Saison~ Scftluß-Derftauf Diesel-Zugmaschine PRIMUS mit Deutz-Motor, 6,5 —10 t Anhängelast. Brennstoffverbrauch 10—15 Pf. stündig führerscheinfrei. Viele hunderte Referenzen. Ständig Nachbestellungen. Drei Modelle v. RM. 3250 ab fahrfertig. PrimusTraktoren-Gesellschaftm.b.H.,Berlin-Lichtenberg Seriöser Vertreter gesucht Herzbergstr. 68—70, Telefon-Sammel-Nr. E 5 Lichtenberg 5391. 4311 V t.Äöfir«c€o• Bahnhofstraße 44 Unser ^aifontcMufi-Verkauf in der Zeit vom 29. Juli bis 10. 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Nr. 173 Wertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 27.Zuli 1935 Oberheffen. Landkreis Gießen. — Heuchelheim, 27. Juli. Durch das ananhaltende trockene Sommerwetter ist in unserer Gemarkung die Getreideernte schon sehr weit fortgeschritten. Im Felde sieht man nur noch wenig Weizen oder Hafer stehen; der größte Teil des Getreides ist geschnitten und steht in Hausten. Seit einigen Tagen hört man das Brummen der Dreschmaschinen im Dorf. Nach dem Körnerertrag zu schließen, kann man von einer guten Durchschnittsernte sprechen. § Daubringen, 26. Juli. Schuhmachermeister Georg Braun, der älteste männliche Einwohner unseres Dorfes, feierte diese Woche in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar betrieb 50 Jahre lang, seit dem Jahre 1876, sein eigenes Geschäft. § Mainzlar, 26.Juli. Die Bauern haben gegenwärtig mit dem Einbringen der Ernte alle Hände voll zu tun. Der Körner-, wie auch der Strohertrag sind als gut zu bezeichnen. ? L i ch, 26 Juli. Gestern abend fand im festlich geschmückten Steins Saalbau die feierliche Überreichung der Kriegsehrenkreuze an die hiesigen Kriegsteilnehmer, Kriegerwitwen und -Eltern der im Weltkriege Gefallenen statt. Der große Saal prangte in herrlichem Blumen- und Fahnenschmuck. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Sich hatte die musikalische Ausgestaltung übernommen, während die Sängervereinigung „Cäcilia"- Lich durch klangrein und diszpliniert oorgetragene Vaterländische Chöre ebenfalls wirkungsvoll zur Verschönerung der Feierstunde beitrug. Nach dem Eröffnungsmarsch der Kapelle und dem Einmarsch Der Fahnen hielt Bürgermeister Geil im Anschluß an die Begrüßung der stattlichen Versammlung eine längere Ansprache, in der er besonders betonte, daß über zwei Millionen der besten Feldgrauen ihr Leben für Heimat und Vaterland geopfert hätten unb daß der Führer durch die nationalsozialistische Bewegung Deutschland nach der jahrelangen «Schmach, Erniedrigung und Demütigung wieder zu Ansehen und Ehre gebracht habe. Den gefallenen -Helden wurden einige stille Sekunden gewidmet, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Im Anschluß hieran wurden die »Ehrenkreuze an etwa 230 Frontkämpfer^ und 100 Kriegsteilnehmer, -Witwen und Eltern übergeben, hiernach richtete der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Karl Kuhn eine kurze Ansprache an die Geehrten, nn der er mit ermahnenden Worten aufforderte, in »gleicher Treue, wie einst 1914 zu Deutschland, auch lheute zum Führer und dessen Werke zu stehen. Mit Der Huldigung an den Führer und dem Gesang 6er ersten Verse der beiden Nationallieder wurde feie schöne und eindrucksvolle Feier geschlossen. Kreis Bübingen. $ Nidda, 26. Juli Seit kurzer Zeit herrscht hier eine äußerst rege Bautätigkeit. Nachdem die seither nur zum einen Viertel ausgebaute Veundestraße nun durchgeführt und dabei für größeren Verkehr verbreitert, die Wasserleitung verlegt unb die Kanalisation angeschlossen wurde, ist wieder ein Wohnhausneubau in dieser Straße im Rohbau ssast fertig. Zwei andere Wohnhäuser werden vor- »aussichlich noch im Herbst in diesem günstig gelege- men Baugelände unter Dach und Fach kommen. Das Autogeschäft der Firma Konrad W e i s h a u p t ist »genötigt, die bereits geräumige Reparaturwerk- jftätte erheblich zu vergrößern. Bedeutende Erd- nnassen mußten, da es gegen einen Berg geht, abgehoben werden, die zur Auffüllung eines tief gelege- ten Bauplatzes in der Raun dienen, auf dem in Kürze auch ein Wohnhaus errichtet werden soll. Zwei Einfamilienhäuser sind mittlerweile in dem im Frühjahr neu erschlossenen Baugelände in der Johanniterstraße erstanden, nachdem die Baufluchtlinie verlegt und eine Verbreiterung dieser Straße von acht auf zehn Meter erfolgte. Berücksichtigt man, daß noch eine Anzahl Gebäudereparaturen ausgeführt werden, so kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß fast alle Bauhandwerker Beschäftigung haben. * Bad Salzhausen, 26. Juli. Regierungsbaurat H a l l st e i n von hier wurde für seine Verdienste im Abwehrkampf an der Ruhr der S ch läge t e r - S ch i l d verliehen. * Echzell, 26. Juli. Die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Katharine Elisabethe Lahm, konnte gestern in geistiger und körperlicher Frische ihren 9 0. Geburtstag begehen. Preußen. Kreis Wetzlar <£ Rodheim a. b. B., 26. Juli. Unsere Ge- meinbe trug gestern ihr ältestes M i t g l i e b , den weit über die Grenzen unserer engeren Heimat bekannten Dreher Johann Georg Bender I. zu Grabe. Die hiesige Kameradschaft des Kyffhäuser- bundes, deren Mitbegründer und eifriges Mitglied der „Alte Dreher" gewesen war, hatte es an nichts fehlen lassen, das Begräbnis ihres ältesten Kameraden recht würdig zu gestalten. Ebenso war auch die hiesige Turn- unb Sportgemeinbe in stattlicher Zahl angetreten, um ihrem ältesten, treuen Mitglieb das Ehrengeleit zu geben. Unter Vorantritt einer Militärkapelle bewegte sich ein langer Leichenzug zum Friebhof. Pfarrer V ö m e l umringte am Grabe ben Entschlafenen unb brachte auch zum Ausbruck, baß mit unserem Aeltesten ein Stück Heimat von uns gegangen ist. Ein Leben, bas sich über 87 Jahre erstreckte, ist ausgelöscht. Aber bie Robheimer Gemeinbe wirb stets voll liebenben Gebenkens unb Achtung an seinem Hügel stehen. Als am offenen Grabe bas Lieb vom guten Kameraben ertönte, als sich bie Fahnen zum letzten Gruß senkten, würbe es allen Anwesenben recht bewußt, baß hier einer schieb, ber nie aufgehört hatte, mit Stolz unb Freube Solbat zu sein. Das war auch ber Grunbzug bes Abschiebs- wortes, bas ein Angehöriger bes Gießener Regimentsvereins ber ehemaligen 80er, besten begeistertes Mitglieb Joh. Georg Bender bis zu seinem Tode war, ihm widmete. Die Kameradschaft Rodheim des Kyffhäuserbundes trauert um einen ihrer treuesten Kameraden. O Niederkleen, 26. Juli. Am 27. Juli feiert unser ältester Einwohner Landwirt Friedrich Nern I. in körperlicher und geistiger Frische feinen 9 0. Geburtstag. Nern war ehemaliger 8. Jäger in Wetzlar, machte dann die beiden Feldzüge 1866 und 1870/71 beim 11. Jäger-Batl. Marburg mit. Ein Sohn von ihm ist im Weltkrieg gefallen. Nern ist noch der einzige Veteran von 1870/71 in unserem Orte. Gern erzählt er von seinen Erlebnissen in den beiden Kriegen. Voriges Jahr feierte er mit seiner Gattin die Goldene Hochzeit. ____________ Weitere Urteile im Darmstädter Kommunistenprozeß. Lpd. Darmstadt, 26. Juli. Am dritten Verhandlungstage im Prozeß gegen eine große Anzahl Kommunisten verurteilte heute der Strafsenat des Oberlandesgerichts fünf Angeklagte aus Neuftadt im Odenwald. Wegen Einkassierung und Weiterleitung von Beiträgen, sowie Verteilung von hochverräterischen kommunistischen Druckschriften wurde der 25jährige Georg K o ch zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteielt. Der 29jährige Fritz Schneider erhielt wegen Beitragszahlung an die verbotene KPD. 2 Jahre Gefängnis, der 33jährige Franz Brunner und der 30jährige Wilhelm Scheibler je 1 Jahr 9 Monate Gefängnis. Wegen Nichtablieferung einer illegalen Druckschrift erkannte das Gericht gegen den 27jährigen Oskar Kull auf 4 Monate 1 Woche Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Die Schwimmbad-Einweihung in Lützellinden. v L Am vergangenen Sonntag — wir berichteten bereits darüber — konnte in Lützellinden das neugeschaffene Schwimmbad offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Unser Bild (das wir auf besonderen Wunsch veröffentlichen), zeigt das Schwimmbecken, umlagert von einer großen Zuschauermenge, die sich zur Einweihung eingefunden hatte. Der Gauschwimm- roart Franz Sauer, Gießen (im Bild rechts hinter dem Wasserballtor) hält zur Einweihung des Bades eine Ansprache. Hans von Gpallart. Der neue Charakterbonviant und Liebhaber am Stadttheater. - ■ M --.V M I • UD „Ich wurde am 12. Dezember 1900 in Wien geboren, als Sohn des aktiven Offiziers der österreichisch-ungarischen Armee Dr. phil. Anatol Neumann Ritter von Spallart. Der früh geäußerte Wunsch: entweder General oder Kondukteur bei der elektrischen Straßenbahn zu werden, erwies sich bald als meiner Veranlagung nicht durchaus entsprechend. Auch hinderte mich der darauffolgende Besuch der üblichen Grund- und Gymnasialklassen wenig, mich mit den Erscheinungen der Literatur und Kunstgeschichte zu beschäftigen. Nachdem ich dann 1918 bis 1921 mehrere Semester an den Universitäten in Lausanne und Berlin belegt hatte, ergriff mich — wie es sich gehört — der allseits bekannte „unwiderstehliche Drang" zum Theater. Ich studierte bei einer ehemaligen Partnerin von Kainz, Frau Josephine Ditschy, in Berlin. Aber noch ehe die gute alte Dame sich recht umsah, stürzte ich mich schon kopfüber in das lebendige Theater und ließ mich als Eleve am Landestheater in Stuttgart anwerben. Von dort schloß ich einen zweijährigen Vertrag nach Zürich (Schauspielhaus) ab, spielte bann 1 Jahr in Straßburg (Gastspiel der Kaiserspiele in Wien) und kehrte daraufhin wieder auf 2 Jahre nach der Schweiz zurück, Luzern-Stadttheater. In den Jahren 1929 bis 1935 führte mich mein Weg von Harburg-Wilhelmsburg, über Aussig a. d. Elbe nach Cottbus ans Stadttheater und von dort nach Berlin (Komödienhaus, Theater am Schiffbauerdamm, Theater am Zoo usw.) und zuletzt als Oberspielleiter ans Deutsche Schauspiel nach Riga (Lettland). Daß ich mich nach langer Tätigkeit an auslandsdeutschen Theatern sehr darauf freue, wieder einmal in einer lebendigen Stadt in Deutschland selbst sein zu können, brauche ich wohl nicht weiter zu betonen." Wir sanden zneinander. Vornan von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 10. Kapitel. Dietrich Veltheim hatte alle seine Reisevorberei- ckungen getroffen. Was er an Garderobe für den Süden brauchte, besaß er zum Teil noch oder hatte es sich frisch in der Stadt bestellt. Mit dem Oberinspektor seines neuen Besitzes hatte er das Notwendige besprochen. Außerdem war em Freund von ihm, der als Gutsdirektor auf einem benachbarten Besitz saß, bereit, die Oberaufsicht über Veltheim auszuüben, solange er fernbleiben wurde. Alles war also erledigt, bis auf den einen Punkt: Bustizrat Niemann hatte schon wieder einmal ge- -mahnt. Dietrich hatte nervös abgewehrt: „Ich weiß, ich weiß! Sie haben recht, Herr Justizrat, ich werde mich unter den Töchtern des Landes umsehen müssen. Aber ich schiebe diesen Gedanken noch so weit weg wie nur irgend mog- Denken Sie immer daran, daß der endgültige Besitz von Veltheim an dieser Testamentsbestim- rnung hängt, Herr Graf", hatte der Justtzrat Hestern beim Abschied gesagt. Dietrich f)atte eine schlaflose Nacht. Er warf sich ■auf seinem Lager hin und her Der Gedanke -sich aus Zwang vermählen zu müssen, war wirklich unerträglich. Aber Schloß und Gut Veltheim waren ihm so ans Herz gewachsen, daß er es nicht cufgeben wollte. Er kannte ia von Kmbeszetten on jeden Weg und Steg, den Hochwald oben an feen Bergen, die weiten Felder bie im Somme, die goldenen Garben trugen, die üppigen Wiesen, die Viehställe, die Pferdekoppel, die große die 3ti Veltheim gehörte — alles an diesem herrliches Besitz war ihm teuer. Es war nicht bie Sucht, Teich zu ein, bie ihn so mit Veltheim verbanbi - «s war bie Liede zu biefem Grunb unb Bobern Hier hatten einmal seine Vorfahren gefeitem Cem Water hätte Veltheim übernommen, wäre er nicht -so jung gestorben. Gab er Veltheim auf, so gab er damit bas Erbe ber Väter auf. Lieber woll e er bie unglückselige Testamentsbestimmung Tante Albertas erfüllen, als ben geliebten Boben Frem- Am^Morgen nach biefer schlaflosen Nacht hatte er । „ t^rittckilutz aefaßt. Wenn ihm jemanb in liefet Angelegenheit raten konnte, so war es dar a. Er rief auf Schloß Sarne bei Weckenroths an. Wie schön! Ich fein aerobe heute schrecklich einsam. Denn Marlen ift für zwei Tage nach Dresben gefahren. Du bist mir jederzeit willkommen. ... Bald fuhr Dietz im Wagen nach Sarne hmuber. Nach langen Regenwochen war em Heller Vorfrüh lingstag angebrochen. Der Himmel über dem Lande war wie blankgeputzt und strahlte in lichter Bläue. Der Wind war noch herb, aber er trug dennoch die Vorahnung von Wärme und Blühen. Dietz wäre gern im offenen Auto gefahren, aber er war ber Mahnung bes Arztes eingebenk, ber ihm gesagt hatte: „Nicht bem Vorfrühling vertrauen, Herr Graf! Soweit sinb Sie noch nicht, Erst einmal sich ganz mit süblicher Wärme vollpumpen. Dann hier herein in ben Sommer. Auf biefe Weise werben Sie gefunb." Durch bie Scheiben bes Wagens aber sah er: bie Welt erneute sich. An ben Spitzen ber Büsche standen die ersten grünen Blättchen, die Schlehdornhecken am Hügelwege wollten ihr weißes Kleid schon aufstecken. Nun ging es durch den Hochwald von Veltheim. Die Tannen standen hoch und ernst. Ihr dunkles Winterkleid war schon mit lichtgrünen Spitzchen bestickt. Unter den braunen Blättern des Waldbodens kamen die ersten Anemonen mit weiß-rosa Köpfchen hervor. Ein paar Spechte kletterten eilfertig an den Stämmen der Tannen. Man sah ihren Schnabel eifrig die rissige Rinde abklopfen. Fernhin am Waldesrand wechselten zwei Rehe über den Weg unb äugten neugierig herüber. Die ganze Natur begann zu leben unb bem Frühling entgegenzugehen. Dietz erfaßte plötzlich eine heftige Sehnsucht nach Sonne, Freiheit unb Gesunbwerben. Jetzt freute er sich beinahe auf bie Reise. Er kannte den süblichen See, an ben er reisen wollte. Im Geiste sah er vor sich bie schimmernb blauen Fluten, umgrenzt von hohen Bergen. Sah Wiesen schon in ber vollen Pracht bes südlichen Frühlings, Blütensträucher in weiß unb rosa unb bie gelbgefieberten Mimosen- bäume in Blüte unb Duft. Die Welt war so schön. Sie würbe ihm Gesunbheit geben. Wäre nur nicht diese Zwangsheirat, bie vor ihm stand! Aber es gab keinen Ausweg. Und besser eine Formehe, bei der das Herz kalt und gleichgültig blieb, als eine Ehe, von der man Glück erwartete, und die doch enttäuschte. Dachte er daran, daß er beinahe Jutta geheiratet hätte, so war das, was vor ihm lag, doch eigentlich noch leicht. Auf Schloß Sarne empfing ihn Karla mit großer Freude. Sie faß in dem Gartenzimmer von Schloß Sarne, einem Raum, der am Südteil des Schlosses angebaut war. Er bestand ganz aus Glasfenstern. Auf ben breiten Blumensimsen blühte schon ber Frühling. Das war Karlas liebster Aufenthalt. Die Blumen hier pflegte sie selber. Unb Marlen hatte oft gesagt: „Ich bin zwar eine gelernte Gärtnerin, aber eine glücklichere Hanb habe ich auch nicht für Blumen." Alpenveilchen stauben in langen Reihen. Weiß, rosa unb rot, schienen ihre Blüten gleich Schmetterlingen in der Luft zu schweben. Primeln in Weiß und Rosa breiteten sich aus. Die weißen, lila und rosa Glöckchen der Hyazinthen entsandten ihren süßen Duft. Daneben standen Maiglöckchen in durchsichtigen Gläsern, unb wie ein ganz zarter Hauch wehte das Aroma der Veilchen in bem Raum. Karla saß in einem Korbsessel, ein Buch in ben Hänben. Aber sie las nicht. Ihr Gesicht trug ben Ausbruck ernsten Nachsinnens. Sie ahnte, warum Dietrich sie plötzlich sprechen wollte. Die ganze Zeit hatte sie bara.uf gewartet, aber sie hatte sich gehütet, an bie Frage zu rühren, bie boch einmal gelost werben mußte. Nun war es ihr recht lieb, baß Dietrich gerabe heute zu ihr kam, wo Marlen nicht ba war. Sie war immer noch wie gefangen von bem Plan, Dietrich unb Marlen, biefe beiben lieben Menschen, zusammenzubringen. Aber geschickt mußte sie es anfangen. Unb taktvoll — sehr taktvoll. Jetzt horte sie von ber Einfahrt her bas bekannte Hupensignal von Dietrichs Auto. Salb sah sie ihn auch burch ben Gang entlangkommen. Sein for» cjenoolles Gesicht erhellte sich, als er bie Jugenb- freunbin erblickte. „Guten Tag, Karla!" Er schüttelte ihr herzlich bie Hanb unb legte einen Strauß wundervoller Teerosen auf den Tisch. „Wie schon, Dietz, die ersten Rosen — so etwas haben mir in unferm Treibhaus nicht." „Es sind auch die ersten, die aufgeblüht sind — ich habe sie heute selbst vom Stock geschnitten. Du weißt doch, es ist eine alte Sitte des Hauses Veltheim, die ersten Teerosen des alten Strauches seinem liebsten Menschen zu bringen. Und der bist doch du!" Ein zartes Rot der Freude glitt über Karlas zartes Gesicht — immer wieder fühlte sie sich durch die treue Freundschaft Dietrichs beglückt. Dennoch sagte sie, halb scherzhaft, halb ernst: „So lange, bis du einen Menschen gefunden hast, ber bir naher steht als beine alte Jugenb- freunbin, Dietz. Vielleicht sinb bie Rosen des nächsten Jahres für die Herrin auf Veltheim bestimmt." Ein Schatten flog über das Gesicht des Freundes. Dann sagte Dietrich entschlossen: „Karla, ich komme zu dir, mir Rat zu holen. Du weißt ja, was für eine schwere Bedingung mir Tante Alberta auferlegt hat." Er nahm neben Karla Platz, schwieg einen Augenblick unb fuhr bann fort: „Ich gehe nun für viele Monate fort. Aber je eher ich biefe Testamentsbestimmung erfüllt habe, um so eher brauche ich nicht mehr baran zu benfen. Unb darum will ich fo \d)neü wie möglich heiraten." Karla lächelte vor sich hin. Wie er bas Jagte, bas war gerabe so, wie er früher als Knabe gesagt: „Je eher ich zum Zahnarzt gehe, um so eher bin ich bie Geschichte los." Eigentlich war es traurig, daß er so von 5er Ehe sprach. Aber er wurde frfjon anders reden, wenn es nur gelang, die richtige Frau für ihn zu finden. Und Marlen war die Richtige. „Zum Heiraten gehören doch immer zwei, mein lieber Dietz. Haft du denn schon eine Frau?" „Nein, darum komme ich ja eben zu bir. Du sollst mir raten — ich habe so wenig Bekanntschaften. Ich habe ja als Stubent nie Gelb gehabt, großen Verkehr zu pflegen. Dann kam meine Verlobung mit Jutta, ba habe ich mich natürlich auch um kein anberes Mäbchen gekümmert. Und bann" — ein Schatten glitt über sein Gesicht — „als bie Sache mit Jutta zu Ende ging — na, ba habe ich natürlich gar nicht mehr an Frauen gebucht. Vollenbs währenb meiner Zeit in Sübame- rifa habe ich an ganz andere Dinge gedacht. Also habe ich keinerlei Beziehungen zu Familien, in denen ich mich umsehen konnte. Und durch irgendein Heiratsinstitut oder eine Annonce eine Frau zu suchen, das widerstrebt mir schließlich doch." Karla schien nachzudenken. Dann meinte sie: „Ja, da ist guter Rat teuer. Ich kenne ja auch sehr wenig junge Mädchen unb lebe ja sehr zurückgezogen. Ich wüßte nur eine, ber ich einen Menschen wie bich gönnen würbe." Dietrich sah bie Jugenbfreunbin fragenb an. „Wen meinst bu?" „Meine Freundin Marlen." „Marlen Korda?" Karla nickte. „Und das trauft du deiner Freundin zu? Einen Mann heiraten nur um des Geldes willen? Einen Mann, den sie überhaupt nicht kennt? Den sie weder lieben noch schätzen kann?" „Langsam, langsam, Dietz! So ist es nun doch nicht. Sieh mal, Marlen unb ich sinb ein Herz unb eine Seele. Ich habe ihr, seit bem ich sie kenne, so unenblich viel von bir erzählt, baß sie bich sehr genau kennt. Marlen unb ich hängen so eng zusammen, wie Schwestern. Wenn mir ein Mensch lieb ift,. ist er auch Marlen vertraut und umgekehrt." „Hast du mit ihr über mich gesprochen?" Karla nickte. „Und was hat sie gesagt?" fragte Dietrich gespannt. „Sag mir zunächst, was für einen Eindruck hast du von Marlen, Dietz?" Dietrich zögerte. Sollte er Karla gestehen, wie Marlens Erscheinung auf ihn gewirkt hatte? Daß ein süßes Erschrecken durch ihn gegangen, als er sie neben Weckenroth hatte stehen sehen, groß, schlank — mit diesem Hellen Gesicht und den ernsten, grauen Augen? Ach nein, er wollte nie zuviel von diesem Eindruck verraten. Dann hätte Karla mit ihrer großen Klugheit und ihrem Einfühlungsvermögen herausgefvürt, wie stark er sich innerlich mit Marlen beschäftigte. Er hatte die ganze Zeit an sie denken müssen. Sein Mißtrauen gegen Frauen rang mit dem Wunsche, die ganzen bösen (Erinnerungen an Jutta abzuschütteln — wieder zu glauben an Frauengüte und Frauenreinheit. Von diesem Ringen aber sollte Klara nichts wissen. Marlen am allerwenigsten. So sagte er denn ausweichend: „Sie hat einen recht guten Eindruck auf mich gemacht, Karla. Vielleicht ist es aber, weil sie sehr schön ist. Und du weißt, ich habe mich schon einmal von bem schönen Aeußeren einer Frau blenben lassen." (Fortsetzung folgt!) Volkswirtschaftliche Zeiifragen. Steuererleichterungen für Lohnsteuerpflichtige Grundbetrag RM. 2,50 2,50 3.— 4.— 5.— (0/3) (0,35) (0,4) (0,45) zweite 7,5 8,75 10,— 11,25 für das Unternehmungen mit einem Jahresumsatz 1934: gegeben. Die Prüfung soll sich auf die folgenden Gegenstände erstrecken: Kalkulation, Buchhaltung und allgemeine kaufmännische Kenntnisse, wichtigste Rechtsfragen, Warenkunde, Lerkaufskunde. Lei der Prüfung über Kalkulationsfragen soll z. B. festgestellt werden, wie der Prüfling die ihm zur chen Umsatz er unkosten decken sich die Fragen Verhältnis von neu eröffnen oder übernehmen will, muß diesen Nachweis führen. Wenn er ihn nicht durch Vorweisen von Zeugnissen über eine langjährige kaufmännische Tätigkeit in dem betreffenden Fach erbringen kann, muß er sich einer mündlichen Prüfung unterziehen. Für diese Prüfungen, die Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel bemüht sich fortgesetzt, das besonders schwierige Problem der Beitrage in gerechter Weise möglichst schnell zu losen. Die neueBeitragsordnung gilt nun» mefjr für alle Mitglieder der Pflichtorganisation Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um sogenannte neue Mitglieder oder altorgamsierte handelt, und zwar ab 1. Juli 1935. Die Deranlagungssätze der vierteljährlichen Ab» schlagszahlungen sind gegenüber der bisherigen Bei- tragsordnung gesenkt worden und zerfallen in einen Grundbeitrag und einen Zuschlag in pro-mille- Sätzen des Umsatzes. Danach zahlen: Umsatz der Prüfling rechnet, wel- erzielen muß, um die Geschäfts- zu können usw. Daran schließen über die Handelsspanne und das lieber die sogenannten „S a i so n sch l u ß"- Verkaufe ist bekanntlich eine Abordnung er* Zuschlag für je 1000 RM. Umsatz des gesamt. Jahresumsatzes 1934 Pf. pro null« Verfügung stehenden Mittel einzusetzen beabsichtigt, wie hoch die Miete für das Geschäftslokal ist und wie hoch die sonstigen Geschäftsunkosten (Gehälter, Löhne, Licht, Werbung usw.) sind, mit welchem voraussichtlichen “ ' ' ~ ..... Brutto» und Nettonutzen an über einfache Zu- und Abschlagsberechnungen, die Bestim- Neues vom Einzelhandel. Die organische Neuordnung im Einzelhandel hat in der letzten Zeit weitere Fortschritte gemacht. Es ind verschiedene Anordnungen erlassen worden, die für den organischen Aufbau und für das praktische Wirtschaftsleben von erheblicher Bedeutung sind. Die Fülle der Probleme, die gerade für dieses Wirtschaftsgebiet zu lösen sind, macht es natürlich zur Pflicht, daß mit äußerster Vorsicht zu Werke gegangen wird, damit die organische Entwicklungs» linie zum neuen Wirtschaftsziel möglichst nicht gestört wird. Zu den Fragen, die der Praxis noch nicht oö///g geklärt sind, gehört die Abgrenzung zwischen Einzelhandel und Handwerk. Hier besteht bekanntlich eine Anordnung des Reichswirtschaftsministers, die durch Abmachungen zwischen dem Reichshandwerksmeister und dem Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ergänzt worden ist, wonach auch diejenigen Handwerksbetriebe bei der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel meldepflichtig sind, deren Umsatz im Einzelhandel jährlich mehr als die Hälfte ihres Gesamtumsatzes oder mehr als 3000 Mark beträgt. Dabei sind die Umsätze nicht mitzurechnen, die auf den gewerblichen Verkauf von Waren entfallen, die im eigenen Betrieb handwerklich erzeugt ober bearbeitet worden sind. Es müssen also alle Handwerksbetriebe, die in dem besagten Umfang Einzelhandelsumsätze erzielen, zur Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gemeldet werden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks ist bei der Durchführung eingeschaltet worden. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, daß bei dem Meldeverfahren Verzögerungen in recht beträchtlichem Umfange eingetreten sind. Infolgedessen wendet sich setzt der Reichshandwerksmeister an die in Betracht kommenden Betriebe des Handwerks mit einem Aufruf, in dem die beschleunigte Meldung zur Pflicht gemacht wird. Es muß darauf hingewiesen werden, daß eine umfassende Uebersicht über die gemischtwirtschaft, lichen Betriebe des Handwerks und des Einzelhandels schon wegen der Beitragsleistungen im Interesse jedes einzelnen liegt. Wenn auch die Doppel- organifation nach dem Gesagten nicht zu vermeiden ist, so kann doch allein durch die Klarstellung — und darauf kommt es für den einzelnen in erster Linie an — die doppelte Beitragsleistung, über die vielfach geklagt wird, in Zukunft ausgeschaltet werden. RM. a) bis zu 10 000 b) von 10 001 — 20 000 c) „ 20 001 — 50 000 d) „ 50 001 - 100 000 e) „ 100 000 u. dar. Es herrscht in Arbeitnehmerkreisen vielfach noch große Unklarheit, welche Einkünfte aus nichtselbstän» diger Arbeit der Lohnsteuerpflicht unterliegen und welche nicht. Die folgenden Ausführungen sollen dazu beitragen, etwaige Zweifel zu beheben, bzw. den ^^iiag, 19. Juli, bereits erschienenen Artikel über Lohnsteuer-Erleichterungen zu ergänzen. Für die in Betracht kommenden Kreise dürfte es von Oflonderem Interesse sein, etwas zu erfahren über bic Möglichkeiten einer Steuererleichterung, beim Dorliegen der notwendigen Voraussetzungen. i *Qcb "r? b 8 ührerpersonals 1 m Re i chsn a h r st a n d : Die Tätigkeit der Bau- ernfuhrer, Obmänner, Hauptabteilungsleiter bei den Canöe5. und Kreisbauernschaften ist in den meisten Fallen eine ehrenamtliche. Bezüge, die ihnen vom Re chsnahrstand gewahrt werden, sind nicht als Ar- beitslohn, sondern als Betriebseinnahmen aus Land- und Forstwirtschaft anzusehen, wenn die Empfänger Eigentümer eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes sind und daraus Einkünfte beziehen Entschädigungen an Arbeitnehmer wahrend ihrer Beurlaubung für Leibeserziehung: Jeder im Reichsgebiet beschäftigte deutsche männliche Arbeit- %er:r f°?n auf ^inen Antrag vom Arbeitgeber zur Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang für di-s-^Wehuna sich beurlauben lassen. Während dieser Zeit steht ihm aber kein Anspruch auf Zah- (Sr CL?raC h5l°bneS 3U' ba Hm von dem Beran- 'Kolter des Lehrganges während dieser Zeit freie Bekleidung, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld ftühuna^n^Unh953U!r Ürffe gewährt werden. Unter- stutzungen, die dem Teilnehmer für die Dauer des Lehrganges von dem Arbeitgeber freiwillig gezahlt iaU3 .Dilligkeitsgründen steuerfrei zu lassen, wenn sie zusammen mit den Leistungen des Die Entschuldung der Kleinbetriebe Von Diplom-Landwirt Raimund Jaber. Das Wareneingangsbuch ist von allen selbständigen Handels- und Gewerbetreibenden (einschl. Handwerker) zu führen. Ausgenommen sind zunächst Unternehmer, die zur handelsrechtlichen Buchfüh- rung verpflichtet sind und eine entsprechende kaufmännische Buchführung eingerichtet haben. Das gleiche gilt für andere Unternehmer, die bereits gesetzlich dem Wareneingangsbuch im wesentlichen entsprechende Bücher zu führen haben und sie auch ordnungsmäßig führen. Einzutragen sind in das Wareneingangsbuch Waren (einschließlich Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten), die zur gewerblichen Weiterveräußerung, oder auch zur gewerb- lichen Vermittlung erworben sind. Auch wenn diese Waren für betriebsfremde (private) Zwecke verwendet werden, hat die Eintragung zu erfolgen, sofern es sich um Waren handelt, die nach der Art des Betriebs üblicher Weise für den Betrieb zur gewerblichen Weiterveräußerung (oder Vermittlung) gekauft werden. Wer der Lieferer der Waren — Unternehmer oder Nicht-Unternehmer — an den Gewerbetreibenden ist, bleibt belanglos. Ebensowenig kommt es darauf an, ob die Waren entgeltlich oder unentgeltlich, gegen Kasse oder auf Ziel, durch Tausch oder auf Gegenrechnung erworben sind. Auch bleibt außer Betracht, ob die Waren unverändert, oder nach Be- oder Verarbeitung wei- terveräußert werden; ob der Gewerbetreibende tat- sächlich Eigentümer oder unmittelbarer Besitzer der Waren wird oder nicht; schließlich, ob er die Waren auf eigene ober fremde Rechnung bezieht. Ueber jeden eingegangenen Waren- p o st e n sind folgende Angaben in das Buch aufzunehmen: 1. fortlaufende Nummer der Eintragung; 2. Tag des Erwerbs de^ Eigentums, unmittelbaren Besitzes ober ber Verfügungsmacht über ben Warenposten; 3. Name bzw. Firma unb Anschrift bes Lieferers; 4. hanbelsübliche Bezeichnung bes Warenpostens (Sammelbezeichnung, wie Kolonial- Kurz-, Eisen- usw. -waren, genügt); 5. Preis bes Warenpostens; 6. gegebenenfalls Angabe, wo ber Beleg, rote Rechnung, Quittung, Kassenzettel, Fracht- brtef, Lieferschein ober Nachnahmekarte aufbewahrt roirb; z. B. Nummer ber Belegsammlung. Die Eintragungen sinb laufenb unb noch an bem Tage zu machen, an bem ber Gewerbetrei- benbe den Warenposten erwirbt, b. h. bas Eigentum, ben unmittelbaren Besitz ober bie Verfügungs- macht erlangt. Bei E i g e n t u m s v o r b e h a l t fettens bes Lieferers roirb ber Zeitpunkt ber Besttzübernahme maßgebenb sein. Warenposten, bie vom Lieferer unmittelbar an ben Abnehmer gehen, sinb im Zeitpunkt bes eingangs bet bem letzteren zu verbuchen. Läßt ber Ge- roerbetreibenbe bie Ware unmittelbar auf bas Lager eines Spebiteurs ober begleichen bringen, fo ist ber Eingang auf bem Lager entscheibenb. Auch auf bem Beleg ist, falls ein solcher vorhanden ist, gleichzeitig mit ber Eintragung im Wareneingangsbuch bie fortlaufenbe Nummer bes Warenpostens in bem Buche zu vermerken. Die verbuchten Beträge sinb monatlich unb jährlich zu- sammenzurechnen. Das Buch unb bie bazu gehörigen Belege hat ber ©eroerbetreibenbe zehn Jahre lang aufzubewahren. Zwecks Abweichung von ben oben roiebergegebe- nen Grunbfätzen können beim Finanzamt im einzelnen Falle Erleichterungen beantragt werben. Das Finanzamt ist jeboch — auch ohne einen Vorbehalt — jeberzeit berechtigt, bie Bewilli- gung ber Erleichterung zurückzunehmen. Bei Zuwiberhanblungen gegen bie Buchfüh- rungsvorfchrift kann bas Finanzamt ohne weiteres eine Schätzung bes Umsatzes bzw. bes Ge- Winnes vornehmen (AO. § 217). Nach ber Recht- sprechung kann bie Schätzung bes Umsatzes usw. griffweise in einer Zahl erfolgen, boch sinb auch in diesem Falle bie besonderen Verhältnisse bes (teuer» ließen sich an Hanb der allgemeinen Vorschriften des Entschuldungsgesetzes die im einzelnen sehr ver- chiedenartig gelagerten Verhältnisse der Kleinbetriebe nicht genügend berücksichtigen. Da nun aber die Mehrzahl der eingereichten Entschuldungsanträge, wohl 120 bis 130 000 an ber Zahl, Kleinbetriebe betreffen, waren ergänzenbe Bestimmungen unerläßlich. Als Kleinbetriebe gelten nach ber neuen 23er- orbnung Betriebe mit einem Betriebswert unter 10 000 Mark. Den Betriebswerk richtig festzusetzen, ist jeboch burchaus nicht so leicht, ebenso wenig wie bie Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Besitzers, ba z. B. ge- rade in den Kleinbetrieben häufig eines ober niedere Familienmitglieber einem Nebenerwerb nach- fthen. Unter Zugrunbelegung ber bisherigen Er- ahrungen war es aber möglich, eine Tabelle feft- zulegen, bie sichere Anhaltspunkte für bie Festsetzung )es Setriebsroertes bei den verschiedenen Anwe- ensgrößen gibt. Aber selbst von dieser Tabelle kann das Entschuldungsamt im Einzelfalle bis zu 20 o. H. nach oben ober unten abweichen, so baß also hinsichtlich einer gerechten Einschätzung bes Betriebswertes eines im Entschulbungsverfahren be- indlichen Anwesens ein weitgespannter Rahmen gegeben ist. Bei Kleinbetrieben, die keine Erbhöfe sinb, wirb bem Betriebswert noch ein Teil des Gebäube- wertes zugerechnet, unb zwar bie Hälfte bes Feuerkassen- ober Branbversicherungswertes ber Gebäube. Wichtig für bie Durchführung ber Entschuldung ist neben bem Betriebswert bie Z i n s l e i st u n g s- > Veranstalters bes Lehrganges nicht ben Betrag übersteigen, ber bem Arbeitnehmer in seinem früheren Lohnzahlungszeitraum nach Abzug ber Steuer unb ber Sozialoersicherungsbeiträge ausgezahlt würbe (Nettobetrag). Dabei ist ber Wert ber 23er- pflegung, bie ber Arbeitnehmer von bem 23eran- ftaüer erhält, mit 24 Mark monatlich, 5,60 Mark wöchentlich unb 0,80 Mark täglich anzunehmen. Ueberfteigt bie von bem Arbeitgeber gezahlte lln- terstützung, zusammen mit bem Werte ber Verpsle- dem Taschengelb unb ben Haushaltungszu- schützen, ben Nettolohn bes letzten Lohnzahlungszeitraumes, so ist bie Unterstützung in voller Höhe als Arbeitslohn steuerpflichtig. lieber Sachbezüge, A u f w a n b s e n t f ch ä - bl9.Fn9e” unb Reisekosten läßt sich in gedrängter Form folgenbes sagen: Sachbezüge, Deputate unb sonstige Zuwenbungen sinb stets bem Arbeitslohn zuzuschlagen unb unterliegen bem Lohnsteuerabzug Zur Vermeibung von Berufskrankheiten haben manche größere Unternehmen Vorkeh- runaen getroffen insofern, als sie ihren Gefolg- jcyaftsmitaliebern gegen bie schäblichen Eimvirkun- gen non Staub, Blei unb Chemikalien täglich einen halben bis ein Liter Milch verabreichen lassen. Solche Leistungen sinb grunbsätzlich nicht als Ar- beitslohn 3u betrachten, benn es fehlt an einer ob» lektioen Bereicherung bes Arbeitnehmers. Der Wert h!CJe q bleibt barum bei ber Berechnung ber Lohnsteuer außer Ansatz. Aufwanbsentschäbi- ^ln? ?ur, solange sie als Werbungskosten anzusehen sinb, mit bem Teil zu berücksichtigen, Uk!r £ßn Atrag von monatlich 40 Mark hin- au5geht. Der uberschießenbe Teil muß burch einen Eintrag auf ber Steuerkarte, ber burch bas Fj, ^n^^ ^unehmen ist, zum Ausbruck gebracht jein. Repräsentationsauswenbungen, die die wirt- schastliche ober die gesellschaftliche Stellung mit sich bringen, mögen sie auch zur Förberung bes Berufes ober ber Arbeit bes Steuerpflichtigen erfolgt fein, sinb nicht abzugsfähig. Reisekosten gehören insoweit nicht zum Arbeitslohn, als sie bie tatsächlichen Auswenbungen bes Arbeitnehmers nicht übersteigen. Bei biesen Auswenbungen ist nach ber Rechtsprechung außerbem zu unterscheiben zwischen ben Kosten bes Mehrauswanbes, ber burch bie Reise be- bingt ist, unb ben Kosten, bie ben Steuerpflichtigen stets, also ohne Rücksicht auf bie Reise, treffen. Nur ber Mehraufwanb gehört zu ben abzugsfähigen Reisekosten. Ein besonbers strittiges Kapitel sinb bie Beiträge zu Bausparkassen. Unter Bauspar» lassen im Sinne bieser Vorschrift sinb Privatunternehmen, bie nach ben Paragraphen 112 bis 121 bes Gesetzes über bie Beaufsichtigung ber privaten 23er- sicherungsunternehmungen unb Bausparkassen vom 6. Juni 1931 (RGBl. I, S. 315, 329) ber Aufsicht unterliegen, unb bie öffentlichen Bausparkassen zu verstehen, bie ber Staatsaufsicht unterstehen. Abzugsfähig sinb nur Beiträge an biefe Kassen, bie zur Erlangung eines Baubarlehens entrichtet werden. Die nach ber Erlangung gezahlten Beiträge sinb nur insoweit abzugsfähig, als barin Zinszahlungen enthalten sinb. Dabei ist es ohne Bebeutung, wenn bas Wohnhaus bereits burch Inanspruchnahme eines anberen Krebits erstellt worben ist. Ausschlag- gebenb für bie Abzugsfähigkeit ber Beiträge ist, baß bas Darlehen, für besten Erlangung bie Beiträge gezahlt werben, an ben Steuerpflichtigen noch nicht zur Auszahlung gelangt ist. Zum Schlüsse sei noch ber Abrunbung ge- bacht. Zur Vermeibung von Härten hat sich ber Reichsminister ber Finanzen veranlaßt gesehen, eine Abrunbung ber Arbeitslöhne vor ber Einorbnung in bie Stufen ber Lohnsteuertabelle anzuorbnen, unb zwar a) wenn er 20 Mark nicht übersteigt, auf volle 10 Pfenig nach unten, b) wenn er 20 Mark, aber nicht 100 Mark über- steigt, auf volle 50 Pfennig nach unten, c) wenn er 100 Mark übersteigt, auf ben nächsten vollen Markbetrag nach unten. Ist bem Arbeitnehmer burch Eintragung auf ber Steuerkarte ein steuerfreier Betrag zugebilligt worben, so ist zunächst bieser Betrag von bem tatsächlichen Arbeitslohn abzuziehen unb ber hiernach Der« bleibenbe Betrag bei ber Einorbnung in bie Stufen ber Lohnsteuertabelle nach ben vorstehenden Dor- chriften abzurunden. Mndliche Prüfungen für Kaufleute. Von Johannes G. W Mütter, Berlin. Der Kaufmann hat eine bedeutsame Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft. Ihm obliegt die Aufgabe, die Verbraucher aufs beste, billigste und zweckmäßigste mit Waren zu versorgen. Diese Aufgabe setzt ein bestimmtes Maß von Fachwissen und kaufmännischen Kenntnissen voraus. Wer dieses nicht besitzt, darf nicht zum Verkauf von Ware im Ladengeschäft zugelassen werden. Früher konnte jedermann, auch ohne die geringsten Fachkenntnisse und geschäftlichen Erfahrungen ein Geschäft eröffnen, und diese Wirtschaftsauffassung einer vergangenen Zeit hat dazu gaführt, daß das Volk von gewissenlosen Geschäftemachern mit Schundware überschüttet und der Käufer um sein schwer erarbeitetes Geld oft genug betrogen worden ist. Das ist heute nicht mehr möglich. Das Gesetz zum Schutze des Einzelhandels erlaubt nur denen die Errichtung einer neuen Verkaufsstelle, die die erforderliche Sachkunde für den Betrieb eines Geschäfts nachweisen können. Diese Maßnahme, die ebenso zum Schutze der Verbraucher wie ber reblichen Wettbewerber bient, wirb streng burchgeführt. Jeber, ber einen Laben grenze. Sie beträgt ein Zwanzigstel bes gesamten Betriebswertes. Um aber auch hier Härten zu oermeiben, können nach Anhörung bes Kreis- bauernführers unb ber Gerneinbe Abschläge bis zu 25 v. H. bei Betrieben von 5- bis 10 000 Mark Betriebswerk unb bis zu 35 v.H. bei Betrieben unter 5000 Mark Betriebswerk vorgenommen werben. Anberseiks sinb bie Einnahmen aus Nebenerwerb restlos als Zuschlag zur Zinsleistungsgrenze zu berücksichtigen. Die neue Regelung bes Entschulbungsverfahrens sieht als entscheibende Verbesserung vor, baß auch bei Kleinbetrieben bie Forderungen in bar a b g e l ö st werben können. Die Mittel hierzu stellt bas Reich zur Verfügung, bas zu Diesem Zweck die Summe von 300 Millionen Mark be- willigt hat, die bie Deutsche Rentenbankkrebitan- stalt finanziert. Es ist klar, baß bas Reich diese riesige Summe nicht einfach als verlorenen Zuschuß betrachten kann. Es wurde deshalb die Ent- schuldungsrente geschaffen, d. h. der zu ent- schuldende Bauer oder Landwirt erhält den Betrag, der zur Barablösung seiner Schuldverpflichtungen notwendig ist, in Form eines langfristigen Darlehens. Der Zinsfuß beträgt 4,5 v. H., die Laufzeit 37 Jahre. In besonderen Fällen kann der Zinsfuß sogar bis auf 3,5 v. H. gesenkt werden. Daneben muß ein geringer Beitrag zu den Verwaltungskosten geleistet werden. Ein reiches Feld für seine vermittelnde Tätigkeit findet das Entschuldungsamt in der Bestimmung, daß die Barablösung nur erfolgen kann, wenn sich der Gläubiger dann gewisse Abstriche an seinen Forderungen gefallen läßt. Dafür tauscht er ben Vorteil ein, baß er sofort bares Geld auf bie Hanb bekommt. Die meisten Gläubiger werben sich zu biesem Entgegenkommen bereitfinben, da sie in nieten Fällen ihre Forderungen wohl schon als größtenteils verloren betrachtet haben unb nun hier eine Möglichkeit erhalten, rasch unb ohne umftänb- liches Verfahren, wie es etwa ein Zwangsvergleich bietet, zu ihrem Gelbe zu kommen. Die erlittenen Verluste finben ja auch bei ber Steuerveranlagung entsprechenbe Berücksichtigung. pflichtigen Betriebes zu berücksichtigen. Neben ber Schätzung können Drbnungsftrafen (bis 10 000 Mk.) verhängt werben, sofern nicht eine schwerere Strafe wegen (vorsätzlicher) Steuerhinterziehung ober (fahrlässiger) Steuergefährbung festgesetzt werben kann. Die 7. Durchführungsverordnung zum lanbroirt- chaftlichen Schuldenregelungsgesetz, die als wichtigste Bestimmung die Errichtung eigener Entfchul- dungsämter brachte, beseitigte zugleich eine Reihe von Unklarheiten, so daß nun der raschen Abwicklung der ganzen Entschuldungsaktion keine Hemmungen mehr im Wege stehen. Eine Schwierigkeit, die das Entschuldungsoer- ahren vielfach ins Stocken brachte, war das Fehlen besonderer Bestimmungen für die Entschuldung von bäuerlichen Kleinbetrieben. Es Das Wareneingangsbuch ber Gewerbetreibenden. Von Dr. jur. ei rer. pol. K. Wuih, Sachverständigem in Sieuerfragen, Berlin. Die Einführung des Wareneingangsbuchs für Gewerbetreibende, die zur handelsrechtlichen Buchführung nicht verpflichtet sind, durch die Verordnung vom 20. Juni 1935 war bereits vorher von Staatssekretär Reinhardt in einem 23ortrag vor den Reichssteuerbeamten angekündigt. Das W a r e n e i n - gangsbuch ist vom 1. Oktober 1935 an neben den sonst vorgeschriebenen Büchern für steuerliche Zwecke zu führen. In bieser Hinsicht ist zu beachten, baß zur laufenben Aufzeichnung ber Einnahmen und Ausgaben vor allem die Gewerbetreibenden verpflichtet sind, deren jährlicher Gewerbeertrag 6000 Mark (ohne Abzug eines Frei- betragen) nach bem letzten Bescheib überstiegen hat. Diese Gewerbetreibenben haben auch Bestanbsver- zeichnisse über bie zu ihrem Betriebsvermögen gehörigen ©egenftänbe am Enbe ber Jahre aufzunehmen unb bei ber ©eroinnermitUung zu berücksichtigen, sofern ihr Bettiebsvermögen, insbefonbere ber Warenbestand wesentlichen Schwankungen an ben Jahresenben unterliegt. Die Einführung bes Waren- einaangsbuchs ist jeboch nicht nur für bie Gewerbetreibenden vorgesehen, bie zur vereinfachten Buchführung ber angegebenen Art verpflichtet sinb, fonbern grunbsätzlich für alle felbftänbigen Handels, und Gewerbetreibenden. Der Zweck des Wareneintzangsbuchs besteht vor allem darin, dem Betriebsprüfer ber Steuerbehörbe die Feststellung der 2Dareneingänge zu ermöglichen, um auf Grund der eingegangenen Waren usw. auf ben Umsatz unb ben Gewinn bes Betriebes schließen zu können. Bei ben Gewerbetreibenben, bie ihre Bücher selbst führen, ober burch Familienangehörige führen lassen, hat sich herausgestellt, baß nur bei etwa 5 v. H. aller Steuerpflichtigen bie Umsätze unb Einkünfte ganz richtig angegeben sinb. Aus diesem Grunde sind auch häufig Schätzungen erforderlich, für die die im Wareneingangsbuch verbuchten Wareneingänge nunmehr eine Grundlage bilden sollen. Außerdem wird beabsichtigt, die bisherigen Soll Vorschriften über bie Buchführungsgrunbsätze, also über bie forflaufenben Eintragungen in bie Bücher, bie tägliche Aufzeichnung ber Kasseeinnah- men unb -ausgaben in Muß Vorschriften umzu- roanbeln, so baß bei beren Verletzung Ordnungsstrafen erhoben werben können, was bisher nicht zulässig nicht. Von ben Folgen einer nichtorbnungs- mäßigen Führung bes 2Dareneingangsbuchs wirb noch bie Rebe sein. mungen ber amtlichen Preisüberwachung (z. B. Faserstoff-Verorbnung) usw. Zu den allgemeinen kaufmännischen Kenntnissen gehört bie Bekanntschaft mit ben einfachsten Formen bes Zahlungsverkehrs unb mit ber Behanblung bes Schriftwechsels unb ber Belege über den Geschäftsverkehr. Schließlich soll der Prüfling bie Grunbzüge ber Berufsorganisation unb bie für ihn in Betracht fommenbe Fachpresse kennen. Bei der Behandlung der wettberoerbsrechtlichen Vorschriften wie der Grundsätze über die guten kaufmännischen Sitten und der Wahrheit und Klarheit in der Werbung, roirb ber Hauptwerk auf bie Feststellung ber kaufmännischen Gesinnung bes Prüflings gelegt. Zu- gabeDerorbnung unb Rabattgesetz müssen in ben Grunbzügen bekannt sein. Seine Kenntnisse auf dem Gebiet ber Warenkunde muß ber Prüfling an Hanb von Warenmustern über Art, Herkunft, Beschaffenheit unb Lagerung ber von ihm zu führenden Waren nachweisen können sowie wissen, wie diese Waren sachgemäß verwogen ober gestückelt unb verpackt werben. Die Prüfung in Verkaufs- kunbe schließlich soll ergeben, ob ber Prüfling in ber Lage ist, bem Verbraucher bie seinem Bebarf entsprechenbe Ware anzubieten unb ihn über bie . , ~ v , r , , ... beste Derwenbungs- unb Behanblungsart ber Wovor ber zustänbigen Jnbustrie- unb Hanbelskammer ren aufzuklären. Gegebenenfalls werben auch 23er- abgelegt werben müssen, hat bie Reichswirtschafts- kaufsgespräche vorgenommen unb roirb über einige fammer vor kurzem allgemeine Richtlinien heraus-1 Grunbsätze ber Kunbenbehandlung gefragt. Diese Beiträge gelten zunächst Halbjahr 1935; sie werben, wenn erst eine Uebersicht vorhanben ist, burch eine enbgültige Beitragsorb- nung ersetzt. Die Einziehung ber Beiträge erfolgt nicht mehr burch bie Wirtschaftsgruppe Einzelhanbel unmittelbar, fonbern burch bie Fachgruppen ber Wirtschaftsgruppe. Schaf- und Zieaenbockversieigerung in Wetzlar. * Wetzlar, 26. Juli. Auf dem Haarplatz in Wetzlar fand heute unter Leitung des Tierzucht- Inspektors, Landwirtschaftsrat Dr. T o r n e d e - Biedenkopf eine Schaf, und Ziegenbock-Versteigerung statt, die sehr gut besucht war. Veranstalter waren der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau und die Landesfachgruppe Ziegenzüchter in Hessen-Nassau. Den Veranstaltungen wohnten Dr. Wagner- Frankfurt a. M. von der Landesbauernschaft und Tierzuchtinspektor, Oberlandwirtschaftsrät Dr. Wagner- Gießen bei. Die Ziegen stammten vorwiegend aus den Zuchten Hochelheim. Hörnsheim, Burgsolms. Auf- getrieben waren 38 Lammböcke und 21 Mutterlämmer. Die Prämiierung zeittgte gute Erfolge. Ausrichter waren Ober-Reallehrer Ringsh au- f e n, Friedberg und Balth. Philipp III., Watzen- born-Steinberg, außerdem waren der Obmann der Landesfachgruppe, Altbürgermeister Eid mann, Richen (Starkenburg) und der Obmann der Pro- oinzialfacharuppe Oberhessen, Obersekretär Phi- l i p p jr, Gießen, anwesend. Die Versteigerung der Lammböcke brachte gute Durchschnittspreise von 75 Mark. Den Spitzenpreis von 130 Mark erreichte Züchter Gg. Weber II., Hörnsheim für ein vier- monatiges Tier, das das Tierzuchtamt Biedenkopf erstand. 23 Böcke kaufte allein der Kreis Wetzlar zur Verteilung an die einzelnen Gemeinden an, weitere acht Tiere kaufte das Tierzuchtamt Biedenkopf. Sämtliche Böcke wechselten ihren Besitzer. — Die Mutterlämmer wurden im freien Verkauf abgesetzt und erbrachten gleichfalls gute Durchschnittspreise. Für die Schafbock- Versteigerung war sehr reges Interesse vorhanden. Hierzu war auch der Landesverbandsvorsitzende der Schafzüchter für Hessen-Nassau, Oberinspektor Büchsenschütz, Lich, erschienen. Unter den Interessenten befanden sich auch der Landesspartenobmann der Schäfer, Philipp, Wetterfekd, und dessen Stellvertreter Lenz, Ehringshausen. Es waren Käufer aus dem Ober- und dem Unterlahnkreis, dem Westerwald und aus dem Kreise Marburg erschienen. Die wenigen Spitzentiere erbrachten sehr gute Preise, während die reichlich vorhandene geringe Qualität mit durchschnitlich 140 Mark abgesetzt wurde. Das anfangs sehr rege Gebot fand nicht zuzuletzt durch ein heftiges Gewitter, das zu einer Verlegung der Versteigerung in die Markthalle zwang, eine Hemmung. Trotzdem wurden sämtliche Böcke abgesetzt. Der Landesverband vergütete für jeden Bock 30 v. H. Zuschuß, zu denen eine weitere Ermäßigung durch die Landesbauernschaft für jedes prämiierte Tier mit 25 Mark für den 1. 20 Mark für den 2. und 15 Mark für den 3. Preis trat. Den Spitzenpreis von 400 Mark erzielte der Züchter Wilhelm G l a u m, Niederkleen, für ein siebenmonatiges Tier, das die Gemeinde Weinbach im Oberlahnkreis erstand. Prämiierungsergebnisse. Abteilung Ziegen, Lammböcke. Formenpreise (1. Pr. 15, 2. Pr. 10, 3. Pr. 5 Mark): 1. Preis Albert Engel, Hörnsheim. — 2. Preise: Karl Franz, Hochelheim; Jakob Lind, Hörnsheim; Wilh. Lind I., Hörnsheim; Wilh. Ludwig, Albert Ohln, beide Hörnsheim; Friedr. Hofmann, Ehringshausen. — 3. Preise: Karl Neuweger, Ehringshausen; Anton Schmidt, Hörnsheim; Wilh. Garth, Burgsolms; Hch. Volk, Hörnsheim; Friedr. Mack III., Hochelheim; Rich. Schmidt, Hörnsheim; Friedr. Jung, Hochelheim; Steinbach, Oberbiel; Otto Hink- ler, Hörnsheim; Hch. Nesser, Hörnsheim; Friedr. Mack III., Hochelheim. — 4. Preise: Ph. Paul, Hörnsheim; Wilh. Garth II., Burgsolms; Wilh. Lenz I., Hörnsheim; Hch. Reuther I., Dautphe; Karl Kortz, Tiefenbach; Hch. Reinhold, Burgsolms; Hch. Petrie; Burgsolms; Wilh. Lenz II., Hörnsheim; Wilh. Kuhl, Hörnsheim. — Anerkennungen: Louis Rinker, Hörnsheim; Ph. Paul, Hörnsheim; Gust. Geitz, Biedenkopf; Anton Schmidt, Hörnsheim; Hch. Staaden, Leun; Fr. Jung, Hochelheim; Fr. Mack VII., Hochelheim; Hch. Staaden, Leun. Mutterlämmer. Formenpreise: 1. Preis Hch. Volk, Hörnsheim. — 2. Preise: Gg. Hofmann, Büblingshausen; Wilh. Ludwig, Ludwig Schäfer, W. Kuyl, alle Hörnsheim; Hch. Schmalbach, Hochelheim; Wilh. Ludwig, Hörnsheim; Gust. Geitz, Biedenkopf. — 3. Preise: Kurt Dom, Hochelheim; Gust. Geitz, Biedenkopf; Pinkowski, Büblingshausen; Hch. Schuhmann, Anton Zörb (zweimal), Hch. Schuhmann, Gg. Müller, alle Hörnsheim. Lammböcke. Leistungspreise (1. Pr. 20, 2. Pr. 15, 3. Pr. 10 Mark): 1. Preis Gg. Weber III., Hörnsheim. — 2. Preise: Wilh. Lenz I., Hörnsheim; Albert Engel, Hörnsheim; Wilh. Ludwig, Hörnsheim; Friedr. Mack III., Hochelheim; Fr. Mack VII., Hochelheim; Friedr. Jung, Hochelheim. — 3. Preise: Wilh. Garth II., Burgsolms; Wilh. Lenz II., Hörnsheim. Schafböcke. Formenpreise (1. Pr. 25, 2. Pr. 20, 3. Pr. 15 Mark): 1. Preise: Friedr. Schäfer, Lützellinden; Wilh. Gatzert, Niederkleen; Louis Engel, Niederkleen. — 2. Preise: Joh. Meier Wwe., Niederkleen; Hch. Hofmann, Ehringshausen; Wilh. Glaum, Niederkleen. — 3. Preise: Fr. Reeh, Nanzenbach; Wilh. Reeh, Nanzenbach; Ludw. Beppler, Kinzenbach; Fr. Höchst, Steindorf; Robert Horch, Nanzenbach; Fritz Herbel, Steindorf; Fr. Menger. Fleisbach. gangen, die eine einheitliche Regelung vorsieht, wonach die Bezeichnung „Saisonschluß"-Derkauf und Jnventurvertauf verschwinden. Diese Anordnung gilt jedoch erst ab 15. Februar 1936. Danach kann der diesjährige „Saisonschluß"-Verkauf, der bekannt- lich um die Wende Juli/August stattfindet, auch noch mit dem Wort „Saisonschluß"-Derkaus bezeichnet werden, während die neue Bezeichnung „Sommer- schluß"-Derkauf erst im Jahre 1936 in Anwendung kommt. Die übrigen Anordnungen zur einheitlichen Preisregelung der Verkäufe zur Wende einer Saison sind schon am 14. Mai in Kraft getreten. Es bleibt also zunächst für dieses Jahr lediglich bei den alten Bezeichnungen. * Don dem Reichsernährunas- und dem Reichs- innenminister ist eine gemeinsame Verordnung über die äußere Kennzeichnung von Lebensmitteln erlassen worden, an deren Abfassung der Reichsgesundheitsrat mitgewirkt hat. In der Verordnung werden die verschiedenen Lebensmittel auf» aeführt, die der Kennzeichnungspflicht unterliegen, soweit sie in Packungen oder Behältnissen an den Verbraucher abgegeben werden. Ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung dürfen diese Lebens- mittel in den Packungen oder Behältnissen nicht fell- gehalten, verkauft oder sonst in den Verkehr gebracht werden. Die entsprechenden Vorschriften gelten auch für die aus dem Ausland eingeführten Lebensmittel. 2 bis 3 Millionen Mark Sachschaden beim Höchster Brandunglück. Lpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der Schaden bei dem Brand in dem Höch st er Werk der IG.'Farbenindustrie wird von der Werks- leitung vorläufig mit zwei bis drei Millionen Mark angegeben. Der Brand konnte auf den Gebäude- komplex, in dem der Explosionsherd war, lokalisiert werden. Die umliegenden Gebäude sind nur durch den Druck der Explosion leicht beschädigt. Die Ermittlungen über die Ursache werden gemeinsam von der Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei und Staatspolizei geführt. Die Ermittlungen sind unmittelbar nach der Explosion und nach dem Ausbruch des Brandes an Ort und Stelle ausgenommen, aber noch nicht beendet. Wohmmgs- und Mansardeneinbrecher festgenommen. Lpd. Mainz, 26. Juli. In den letzten Monaten wurden in Mainz zahlreiche Mansarden - und Wohnungseinbrüche ausgeführt, ohne daß es gelang, den oder die Täter zu fassen. Wie der Polizeibericht nunmehr meldet, ist es der Kriminal- polizei jetzt gelungen, als Täter den am 26. Juni 1901 in Dortmund geborenen Heinr. Hagemann zu ermitteln und festzunehmen. Im Besitze des Einbrechers befand sich noch ein großer Teil des Diebesgutes, sowie gestohlene Ausweispapiere, die auf die Namen Johann Dürrbeck und Jak. Boeder lauten. Nach den sofort angestellten weiteren Ermittlungen hat H. nicht nur in Mainz, sondern auch in Wiesbaden, Koblenz, Bonn und Düsseldorf eine Reihe gleicher Einbrüche verübt. Die gestohlenen Sachen verkaufte er mit Hilfe eines Komplicen in der Umgebung von Mainz an Privatpersonen. "Hunbfunfprogrotnm. Sonntag, 28. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Ehorolblasen. 9: Aus dem Diakonissen-Mutterhaus „Hebron" zu Marburg a. d. L.: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Hans Schwarz van Berk: „Die Stunde diktiert". 10: Deutsche Mor- aenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11: Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Hörbericht vom Nür- burgrennen um den „Großen Preis von Deutschland". Start und erste Runde der Rennwagen. 12: Hörbericht vom Nürburgrennen um den „Großen Preis von Deutschland". Stand des- Rennens. 12.15: Musik am Mittag. 13: Hörbericht vom Nürburgrennen um den „Großen Preis von Deutsch- land". Stand des Rennens. 13.15: Nachmittagskonzert. 14: Kinderstunde. 14.30: Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Hörbericht vom „Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Letzte Runden und Ende des Rennens. 16: Vesperkonzert. 18: Jugendfunk. Grüne, grüne Zeit! Fahrt in den Sommer. 18.30: „Grüße aus der Sommerfrische." Ein Dutzend akustische Postkarten. Funkfolge. 19: „O du heller Heimatsommer." Sommerliche Fahrt durch kurhesfisches Land. 20: Johann-Strauß-Abend. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Tanzfunk. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 29. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Neue deutsche Arbeiterdichtung. 15.50: Was bringen die Zeitschriften des Monats? 16: Kleines Konzert. Schwedische Lieder und Klaviermusik. 16.30: Kunst und Glaube. Briefe für schöpferische Menschen. 16.40: Bücherfunk 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Eröffnung des Deutschlandlagers in Kuhlmühle. Es spricht Reichsjugendführer Baldur von Schirach. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Kammermusik. 20.45: Im zweiten Hof links. Vom Pförtner zum Dachgeschoß. Querschnitt durch ein Haus. 21.20: Fröhliches „Wellen"-Bad. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.15: Reichswettkampf der SA. Hörbericht 1 Gruppe Hessen. 22.30: Die Kunst der Fuge. Zu Joh. Seb. Bachs Todestag am 28. Juli 1750. In der Einrichtung von Wolfgang Graefer. 0.15 bis 2: Kammermusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 28. Juli. 6 Sontag nach Trinitatis. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde. 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde. 9.30: Pfarrer Ausfeld. 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Trapp. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes. Zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luthergemeinde. — Pelrusgemeinde. 9.30: Pfarrer Trapp. Im Anschluß Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde.. — Wie- feck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre; 16: Bibelstunde. — Allen-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Albach. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Annerod. 12.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Pfarrer Gußmann; 11: Christenlehre für die männliche Jugend, Pfarrer Gußmann. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst, Pfarrassistent Dameran. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst, Pfarrer Gußmann. — Treis a. d. £ba. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienft. — klein- Linden. 9: Gottesdienst, anschließend Christenlehre für die gesamte Jugend; 10.15: Kindergottesdienft; 15: Kinderschulfest. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg: 9.30 Uhr: Gottesdienst. — Hausen. 11.15: Gottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die bekennende Kirche, anschließend Beichte und hl. Abendmahl für die Alten; 13: Christenlehre, anschließend ab 14: Hausabendmahle; 21: Frauenabend. — Trais-Mün- zenberg: 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre und Kollekte für die bekennende Kirche. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Veilsberg: 9: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Wir- berg. 10.45: Gottesdienst. — Harbach. 13: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Ober-Gleen. 8: Kindergottesdienft; 8.45: Christenlehre; 9.15: Hauptgottesdienst (Mitwirkung des Evangelischen Kirchenchores Braubach a. Rh.). — kirlorf. 11: Kindergottesdienst; 12.45: Christenlehre; 13.15: Haupt- gottesdienst (Mitwirkung des Evang. Kirchenchores Braubach a. Rh.); 20.30: Saal Becker: Deutscher Abend, veranstaltet vom Evang. Kirchenchor Braubach a. Rh. Evangelische Sladlmission, Löberstrahe 14. Sonntag, den 28. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Evangelisation^ vortrag. Mittwoch, den 31. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Reuaposlolische Gemeinden. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 28. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 31. Juli. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 27. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 28. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt. 11: Messe mit Predigt. 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 29. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 31. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 1. August. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 2. August. Gießen. 7 Uhr: Segensamt. — Lich. 6.15: Segensmesse. Oessenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telephon 2751, nur in dringenden Notfällen Telephon 01. Feuerwache: Telephon 2244/45, Notruf Telephon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. St a d t p o st a m t: Für Schließfachabholer 8 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telephon 2500. Arzt: Dr. Mehl; Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Oie Zndusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 995: Kaufmannsgehilfenpflichtprüfung Herbst 1935. Anmeldung bis spätestens 10.8.1935. 996: Einigung mit Belgien in den Fragen des Warenaustausches. 997: Neue Richtpreisvorschriften für unedle Metalle. 998: Vorschriften für den Reiseverkehr nach dem Ausland; keine Reise antreten, bevor nicht die erforderlichen Reisezahlungsmittel vom Reisebüro ober von der Bank ausgehändigt worden sind. HAUS DER GUTEN Herren-Konfektion Damen-Konfektion Damen- und Backfisch- Mäntel sportL Formen. 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Läger, die viel zu groß sind und deshalb unbedingt verkleinert werden müssen. Läger in Herren-Anzügen und Mänteln, Sport- und Wanderkleidung, Sommer-Sachen, Hosen, Knaben- Kleldung und allem, was dem Saison-Schluß-Verkauf untersteht M länc brir Mu toöl Farbige Herren-Hemden Farbige Herren-Sporthemden Herren-Selbstbinder 2 liebl und Lor her stehe nicht Wamwumdi ~ 'TtitrDmd Kommen Sie, * untere Fenlter lagen Ihnen alles! dürdi''ch Riet Zn unserer Stadt lebt ein Kaufmann der von der Pieke auf in seinem Fach gedient und in 20jähriger nimmermüder Schaffenskraft sein Geschäft zum größten seiner Art gemacht bat. Heber« all bei seinen großen Verbindungen versteht er zu wählen, was Schmitz und Sitz und Linie hat — und Qualität verbürgt — für seine Kunden. Jst's doch von jeher sein größter Stolz gewesen: tonangebend in der 9)tobe zu sein, in vorderster Front mit seinen Leistungen zu marschieren, Kunden und Gefolgschaft durch seine Tatkraft zu begeistern. , Da kam die Sommerszeit und als die Saison sich immer mehr ihrem Ende zuneigte, da besah sich unser Kaufmann seine Läger, seine riesengroßen, mel zu großen Warenlager, überlegte kurz und sprach zu seinen Leuten: „Meine Herren, wir müssen uns Luft machen, wir müssen Platz schaffen, wir wollen drauflos räumen, wie man's in Gießen bislang noch nicht erlebt---- Unö das Oberste wurde zu unterst gekehrt und Bleittifte Hißten über die Preis-Etiketten und vieles wurde zusammengestrichen, warum noch Rücksicht nehmen auf die viel zu vielen Anzüge und Mäntel und Sportkleidung und Joppen und Hosen und mögen sie noch so schön und aualitätserprobt sein. Da gibt es z.B. 2- und 3- und 4teilige Sportanzüge zu lächerlich billigem Preis und stolze Sonn- tagsanzüge, die sich so manchen kräftigen Preis- avstnch gefallen lassen mutzten und hunderte solch pickfemer Sachen für Herren und Burschen und Knaben, herrliche Kleidung, die ritsche, ratsche in den Preisen beruntergesetzt wurde und zur Räu- mung schlankweg hinausbefördert wird. 430ia — Cs.m.lm großen Saison-Schluß-Berkauf vom 29. Juli bis 10. August bei Theodor Köhler, Gießen, Seltersweg 17, im Fachgeschäft, von jeher Deutschs Nachdem die Ueberschwemmungskatastrophe bisher im wesentlichen auf die Flußgebiete des Hoangho und des Jangtse beschränkt war, haben mehrtägige Wolkenbrüche in H o p h a i und in , der. Gegend von D s ch e h o l ebenfalls große ' hwemmungen verursacht. Auch an der Mün- ' und Mann wextvolle tägliche Tralningsllbungen : und wichtige Angaben über die Körperpflege. Wer sich diesem zuverlässigen Führer anoertraut, wird . vrm_Tag. zu Tag leistungsfähiger fein. — R. T. Gould und G. G. Freiherr von Forstner: Begegnungen mit See- ungeheuern. Ganzl. 4,80 Mk. Grethlein & Co. Nachf. GmbH., Leipzig. — (149) — Das Buch will es dem unvoreingenommenen Leser ermöglichen, sich selbst ein Urteil über die Frage: „Gibt es Seeungeheuer?" zu bilden. In erster Linie verdankt es seine Entstehung der gewissenhaften Arbeit des britischen Seeoffiziers Kommander R. T. Gould, der das umfangreiche Material sichtete und zusammen- stellte. Der bekannte deutsche U-Boot-Kommandant Freiherr von Forstner leitet das Buch ein und vermittelt eigene Beobachtungen. Es ist erstaunlich, welch große Zahl glaubwürdiger Zeugnisse für das Vorhandensein unbekannter Riesen des Weltmeeres oorliegen, angefangen mit der Seeschlange Hans Egedes bis zu dem von Hunderten von Menschen gesehenen Loch-Neß-Ungeheuer. Das Buch ist überzeugend und fesselnd geschrieben, das Bildmaterial besonders interessant. — P. C. Ettighofer: Heiß die Segel! Mit dem Segelschulschiff „Gorch Fock" der Kriegsmarine auf Ostseefahrt. Mit Bildern. Preis 0,50 Mark. Verlag I. P. Bachem GmbH., Köln. —(218) „Heiß die Segel!", so ruft der Kommandant des Segelschulschiffes „Gorch Fock" unsrer Reichsmarine Tag um Tag über Deck. Dieser Befehl ist mehr als nüchterne Dienstanweisung, ist das Vermächtnis des mit SMS. „Wiesbaden" fürs Vaterland gefallenen Kameraden und Dichters Gorch Fock. Dieser Befehl sagt: Seefahrt ist not! Wer den Alltag der „blauen Jungen" kennenlernen will, vielleicht selbst zur Marine will, der lese diese prachtvoll bebilderte Schrift! r—ö — «uunyO, der um 5 Meter gestiegen ist, ist das Land weit und breit überschwemmt 2 5 Dörfer steh ' gedehnten Reisfelder sind z e r st ö r t. In der nordchinesischen Industriestadt Tongschan steht das Wasser über einen Meter hoch. Auch die Verwaltungsgebäude des Kohlenbergwerkes von Kailan wurden nach Einsturz der Schutzwälle vom W ajj e r erfaßt. JDie Brücke der Taisun-Muk- Wettsptele statt. Am 8. August ist efn Richard-Wag- ner-Abend unter Stövers Stabführung und unter Mitwirkung von Henny Trundt und Fritz Krauß vom Staatstheater München angekündigt. Dom 5. bis 11. August werden die internationalen Schachmeister ihre Kräfte miteinander messen. Der 13. August bringt ein großes Feuerwerk im Kurpark. Arn 15. August gastiert das Mainzer Stadttheater mit einer Abführung des „Bettelstudenten". Der 22. und 23. August bringen ein Musikfest, bei dem die jungen Im Saison-SchlMM Die Ufa leat ihr Produktionsprogramm vor. Es ist umfangreich und vielseitig. Neben zwei Albers- Filmen, deren Thema noch nicht festgelegt ist, wird Georg Jacoby einen Operettenfilm inszenieren: „Du sollst meine Königin sei n". — Den spannenden Roman aus der Berliner Illustrierten „Ein er zu v i e l an Bord" von Fred Andreas hat Gerhard Lamprecht mit Lida Baarova und Albrecht S ch o e n h a 1 s in den Hauptrollen inszeniert. In einem historischen Film, der im Jahre 1809 spielt „Der höyere Befehl" treten Karl Ludwig Diehl und Brigitte Horney auf. Dor der farbenprächtigen Kulisse der Pariser Weltausstellung 1900 spielt der Film „Liebeslied", in Dem der Film-Tenor Alessandro Z i l i a n i von der Mailänder Skala die Hauptrolle spielt. Der Film „Die letzten Vier von Santa Cruz" schildert den heroischen Kampf von Männern, die auf einsamer tropischer Insel vergessen wurden. Der Film „Der grüne Domino" spielt im Vorkriegs-München und München, aber 50 Jahre früher ist auch der Schauplatz der Operette „K ö - nigswalzer", in dem Willy Forst, Karola Höhn, Heli Finkenzeller und Paul Hörbiger mitspielen. „Schwarze Rose" ist die Geschichte eines jungen Studenten und einer gefeierten Sängerin, während der Finnischen Freiheitskriege, Lilian Harvey und Willi Fritsch sind die Hauptrollen. Eine besondere Ueberraschung ist die Verfilmung von Mozarts „Figaros Hochzeit". Aus dem weiteren Programm nennen wir noch „Das Mädchen vom Moorho f", ferner „Stadt Anatol" nach dem Roman von Kellermann, „Stützen der Gesellschaft" , nach dem Jbsensen Schauspiel mit Heinrich George , in der Rolle des Konsuls Bernik, „Die Heilige , und ihrNarr" nach dem bekannten Roman von Agnes Günther, „Der K l o st e r j ä g e r" nach 1 Ganghofers Roman und den Artistenfilm „Leichte 1 Kavalleri e". \ bou geschriebenem Film „Der Herrscher" spielt Emil I a n n i n g s die Rolle eines Jndustriemagna- ten, der fein Lebenswerk gegen die Unbedachtsamkeit der Jugend verteidigt. Paula Wessely spielt in Wiener Gesellschaftsfilm aus der Inflationszeit „Episode" eine junge Bildhauerin. Für Paul Wegener ist in dem Kriminalfilm „D e r Mann mit d e r Pranke" nach einem Drehbuch von Thea von Harbou in der unheimlichen Gestalt eines dämonischen Finanzmannes eine große Rolle geschaffen worden. Für den ersten Karl- Man-Film wurde das Werk „Durch die W ü st e" ausgewählt. Aus dem Lustspielprogramm seien zwei W e i ß - F e r d l - Filme und die Verfilmung des bekannten Lustspiels „Familie S ch i m e k" mit Hans Moser, in der Hauptrolle genannt. Als erster der drei amerikanischen Filme erscheint „Ihr großes Erlebnis" mit Käthe- rine Hapdurn. Wenn Heern, gri Wldenen Ein schweres Einsturzunglück, bei dem Personen getötet und zwei schwer wurden, ereignete sich in dem Städtchen D e f i o in der Nähe von Mailand. Die Bewohner eines dreistöckigen Wohnhauses wurden plötzlich durch ein ohrenbetäubendes Getöse in Schrecken versetzt. Unmittelbar darauf stürzte das ganze etwa 15 Meter ' ' * ' ” ‘ Das Syndilatfilmprogramm für die neue Saison. Das Programm der Syndikatfilmgesellschaft (bisher Neues deutsches Lichtspielfyndi- k a f) umfaßt 23 deutsche und 3 amerikanische Filme. An der Spitze steht ein neuer Musikfilm mit dem bekannten polnischen Tenor Jan Kiepura. Für einen zweiten Musikfilm wurde zum erstenmal der berühmte italienische Tenor Benjamino G i g l i gewonnen. Ein musikalisches Lustspiel „Liebes- Melodie" vereinigt Martha Eggerth, Leo Slezak, Ida Wüst und andere. Auch das populäre Singspiel um Franz Schubert „D a s D r e i m ä d e r l h a u s" soll verfilmt werden. Ebenso Lehärs Operette llllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dleVerbindung her zu Ihren Erzeugnissen.Man etelltelch die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Oeschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllll Bücheriisch. — Dr. Joh. v. Leers: „Das alte Wissen und der neue Glaube". Preis kart.2,40 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (240) — Dr. von Leers beschäftigt sich hier kritisch mit den bislang vorliegenden Ergebnissen der früh- und vorgeschichtlichen Forschung, um die Weltanschauung der Völker nordischer Rassen erkennbar zu machen. Ihm kommt es auf den Nachweis an, daß diese Völker eine wirklich vertiefte Anschauung der Welt und ihres göttlichen Ursprungs besessen haben. In der Untersuchung der germanischen Religiosität, in der Erforschung der Mythologie und der Deutung der Symbolik findet Dr. v. Seers den Reichtum der nordischen Religiosität und eine eigenbegründete Weltanschauung. — Körperschönheit durch Körpertraining. Zweckmäßig ineinandergreifende Körperbildung und Körperpflege, nicht einseitiges Muskeltraining. Von A. Glucker, Gymnastiklehrer. Mit 27 z. T. ganzseitigen Bildern auf Kunstdruck- papier. Preis 1,10 Mark. Süddeutsches Verlags- Haus G.m.b.H., Stuttgarts. — (232) — Das Geheimnis eines nutzbringenden Körpertrainings desteht darin, daß jeder die Uebungen treibt, die er braucht. Dazu verhilft uns dieses Buch, das fo- eben in neuer Auflage erscheint. Hier sinden Frau Im Nordosten Berlins, am Bahnhof Weitz en see, wurde, wie der „Völkische Beobachter" berichtet, am Donnerstag ein Verbrechen aufgedeckt. Em 15jähriger Jude Manfred Gottschalk hatte ein 14jähriges, völlig unentwickeltes arisches Mädchen auf der Straße angesprochen und es veranlaßt, mit ihm zu gehen. Vor einer Haustür stieß er das Mädchen mit Gewalt in den Hausflur und vergewaltigte es trotz heftiger Gegenwehr. Sein Freund, em ebenfalls löjähriger Jude Moses, stand vor der Haustür Schmiere. Als das Verbrechen bekannt wurde, versammelten sich vor dem Hause des Juden etwa 1500, Menschen. Als die Ortsgruppenleitung der zuständigen Ortsgruppe von der Ansammlung erfuhr, begab sie sich sofort an den Ort der Kundgebung. Der Ortsgruppenleiter gab den . Sachverhalt bekannt, forderte die Menge zur Disziplin auf und kündigte an, daß der Jude wegen des von ihm begangenen Verbrechens von der Staatsanwaltschaft zur Verantwortung gezogen werden würde. Polizeirevier und Mitglieder der Ortsgruppe beschwichtig- ten die empörte Volksmenge. Es gelang ihnen in NEUMEIER Gießen, Sonnenstraße Atrttovdevtms Wer Auskunft überleben oder Tod des anfangs der 189oer Jahre nach Nordamerika ausgewan- derten Heinrich Eames III. von Oorfgill, geboren daselbst im3a richtlich bestellten Abwesenheitspsleger Landwirt Johann Heinrich Eames II. in Dorfgill zu geben. Dvrfgill, 27. Zuli 1935. 4337D Johann Heinrich Games II. | den-Bahn über den Luanho ist stark gefährdet. Die steigenden Fluten des Peiho und Pungtingyo b e - drohen d i e Stadt Tiens chin. In Sch, hing ist die Lage unvermindert ernst. Am Kanal sind weitere Deiche gebrochen. 4325 V »332 V t ®e0e[ i b« Stiegs! In"1’ & i*’nt d-- L^t gl, *u be, 1 .«tfHene, »I« SejtlJ W zur bebildert, w "■'S! Herr h >t ?°n Ä BiH TO Arbeit v5 ®?wt> b« ^ufQmnieni »r» "er. sv fc ^^ateriat ^ulmann Kent und fein Ge- lieber* weht er 4U mje bat” «den. Jst'g iwi: tonan* l1te.r Krönt unden und ! elftem. die Saison da besah esengroßen, i und sprach muffen uns wir wollen en bislang gekehrt imb • unb vieles u) Rücksicht mb Mäntel Hofen und wrobt fein, 19C Spott' olze Sonn» len Preis- iberte solch rfchen unb i/ ratsche in 1 zur 9in> rfauf vM r, (Wen, r Teutsch, in an en ■Isen $amstag,27.3uli 1935 Ir.173 Sechster Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Tag der Ernte. Oeuischer Bauernfleiß füllt die Scheuern Oberhessens mit reichem Erntefegen. MW M/ 1 xa.> > <*/,; ■ führt der Bauer die Sense kraftvollem kKM - J^yvy >// /a ■ /W ________i_____rA. MH MU W W ■ iMH ABE ■tz L alle Wohlverdientes Frühstück nach harter Arbeit auf dem Feld. Beim Garbenbinden. Auch die Jüngsten Helsen mit. Bau bis mitten hinein in Körner ausfallen. In der Rasche Arbett mit der Maschine. Auf hochbeladenen Wagen wird die Ernte eingebracht. im Felde so bebet Nun störet die Aehre ein leiser Hauch, wenn eine sich beugt, die andre auch. Es ist, als ahnten sie gestört. Es ist nun die schönste, aber auch arbeitsreichste Zeit für den Landmann. Wohl ist manches Stück Poesie für immer dahingegangen. Fast überall hören wir die Maschinen rasseln. Sie schneiden die stolzen Halme und binden gleich die Garben. Knechte und Mägde haben sie nur noch aufzustellen. An lauen Sommerabenden hören wir in der Schmiede das Zischen der Maschinenmesser, die hier am Schleifstein geschärft werden. Aber doch schallt auch noch aus gar manchem Hause des Dorfes das gleichmäßige Tack-Tack des Landmannes, der seine Sensen und Sicheln mit dem Hammer dengelt. Früh am Morgen ziehen die Schnitter und Schnitterinnen hinaus. Es gilt, einen Teil der Arbeit zu erledigen, noch ehe die Sonne alle ihre das Getreide fällt. frs ist Erntezeit. Wo noch vor einigen Wochen ba grüne, wogende Getreide im Winde rauschte, lief man heute die reife Frucht. der Sichel Schnitt — Die Blumen und fremden Halme erzittern mit. (Martin Greif.) Getreidehausten auf Stoppelfeldern, flimmernde Luft über den Aehren, blauer Himmel und weiße Haufenwolken am Himmel fließen zum Sinnbild der Erntezeit zusammen. (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) die Erntewagen hinausfahren in die Felder und den reichen Segen bergen. Dann ist die Frucht etwas „angezogen", also die beste Zeit zum Ausladen. Die Tage der Ernte sind aber nicht nur die arbeitsreichsten, sondern auch die stolzeste Zeit für unsere Bauern. Denn nun bringen sie das ein, was nach langen Monaten unter beständiger Pflege — und beinahe kann man sagen, unter Angst — gewachsen und gereist ist. Wie oft hat der Bauer nach dem Himmel geschaut! Wird das Wetter gnädig an unfern Feldern vorübergehen? Oder wird ein grausamer Hagelschlag alle unsere Hoffnungen vernichten? Nun endlich sind die Tage der Ernte gekommen. Mit welcher Freude hat der Bauer am Sonntag feinen Acker umschritten und festgestellt, daß die Körner nun genügend hart sind und daß der Schnitt beginnen kann. Mit welcher Andacht hat er über die weite goldene Fläche geschaut! Uralte Sitten und Gebräuche fallen uns in der Erntezeit ein. Wo sind sie geblieben? Der Erntekranz, das Erntebier, die letzte Garbe, die Gott zu Ehren auf dem Acker liegen bleiben mußte? Nur noch vereinzelt werden die schönen Gebräuche geübt. Aber im Herzen innen fühlt auch heute noch jeder Bauer den heißesten Dank für Gottes Gaben Im grellsten Sonnenschein arbeiten die Bauern; was kümmert sie Hitze und Schweiß? Die schwerste Arbeit mit Freuden tun, das wird gesegnet werden. Und soll die Arbeit, die allen Volksgenossen das tägliche Brot schasst, nicht mit Freuden getan werden? Es gibt freilich leichtere Arbeiten, als die Frucht schneiden, einbinden und aufstellen. Da muß zugepackt werden, da darf man sich nicht vor den harten Halmen und den scharfen Disteln fürchten. Das ist eine andere Arbeit, als das Heuwenden und das Kartoffelhacken. Aber unverdrossen wird die Erntearbeit getan. Schnitter und Schnitterinnen beginnen ihr Tagwerk mit Gesang, und singend ziehen sie am Abend nach Haus. Und sollte es nicht auch heute noch vorkommen, daß man in Not geratenen Nachbarn hilft? Gottfried Keller erzählt in seinem wundervollen Gedicht „Sommernacht": In meiner Heimat grünen Talen, da herrscht ein alter schöner Brauch: Wann hell die Sommersterne strahlen, der Glühwurm schimmert durch den Strauch, dann geht ein Flüstern und ein Winken, das sich dem Aehrenfelde naht, dann geht ein nächtlich Silberblinken von Sicheln durch die golbne Saat. Das sind die Burschen jung und wacker, die sammeln sich im Feld zuhauf und suchen den gereiften Acker der Witwe oder Waise auf, die keines Vaters, keiner Brüder und keines Knechtes Hilfe weiß — ihr schneiden sie den Segen nieder, die reinste Lust ziert ihren Fleiß. Kraft entfaltet. Schon stellen sie sich in einer Reihe auf, die Mäher mit der Sense, deren Schärfe noch einmal geprüft wird, und dem Wetzstein, der aus dem Blechgefäß am Gürtel hervorlugt. Dann beginnt die Arbeit der nimmermüden Hände. „Walt's Gott!" sagte der Bauer, als er die erste Frucht im Herbste aussäte. „Walt's Gott!" sagt er in diesen Tagen beim ersten Sensenschnitt; denn der Bauer ist der vorderste in der Reihe der Schnitter. Die Sensen tun gleichmäßig ihre Arbeit. Lang- Und so bleiben die Getreidehaufen stehen, bis Tage kommen, an denen die Sonne nicht mehr so heiß brennt, damit beim Ausladen nicht gar so viele ~ 1 Morgensrühe sieht man wagen sich mit ihrem _ den Fruchtacker. Hier sind sie ja viele Monate un- Qenn wir eben durch die deutschen Lande man- im, grüßen uns beiderseits der Landstraße öte goldenen Getreidefelder. Es wogt das Korn im Sonnenbrand, darüber die Glocken schallen — Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, du schönstes Land von allen! (Schönaich-Carolath.) ßdnser täglich Brot ist gewachsen und steht nun oe reife Frucht vor uns. Kein Unwetter hat die fnne geknickt und die Aehren auf die Erde ge- b:L-ft. Aufrecht, nur gebeugt durch die Schwere der fljmer, erwarten sie zum Teil noch die Schnitter. 2ie Felder sind stiller geworden. Die Singvogel Hni lange nicht mehr so lebendig wie im Vorsom- Nur die Lerche schwingt sich unverdrossen von dir Erde in die Luft und trillert ihr Lied. Langst ift ihr Nest im Kornacker, in dem sie ihre Brut auf- zeg verlassen. Die Jungen fliegen schon und singen Wenn wir an den Getreideäckern hinwandeln, form strömt uns der Duft der reifen Aehren ent- g-g-n. Die ganze Luft ist erfüllt baoon Unwillkürlich flüstern wir: Unser täglich Brot! (am sinken die Halme und legen sich auf ihre noch stehenden Kameraden. Aber flinke Schnitterinnen nehmen mit ihren Sicheln die abgemähten Halme weg. Strohseile liegen schon bereit. Bald sind die Garben gebunden und werden, wenn der ganze Acker geschnitten ist, zu Haufen zusammengestellt. Das geschieht meistens um die Abendzeit. Ist das Wetter so, daß man Regen befürchtet, dann werden auf diese Haufen besondere Hüte aufgesetzt. Das ganze Bild hat sich im Laufe eines Tages geändert. Wo am Morgen noch die Halme im Winde rauschten, da stehen nun die „Hausten", die Aehren wohlgeborgen unter dem schützenden Hute. Für Kinder ist das der schönste Aufenthalt an heißen Tagen und beim Versteckspiel. 2ms meiner Jugendzeit ist mir ein Pfad in Grün rung geblieben, der gleich hinter den letzten Steuern begann und dann quer durch die Felder filmte. Dieser Fußpfad durchschnitt die Aecker m btr Mitte. In jedem Frühjahr wurde er umge- ö[ixit, aber nach wenigen tagen war er wieder hit.etreten. Das war ein altes Recht, dieser Pfad, ml niemand nahm Anstoß daran. Wenn nun in Wum Teil des Feldes das Korn heranwuchs, dann m en die Menschen auf dem schmalen Pfade rote ir rinem Walde. Rechts und links ragten die (f[ nten Halme in die Höhe, und nur ganz große fenner ober Frauen konnten über das Feld weg- Für uns Kinder war es immer gar luftig, W’t auf diesem gewundenen Pfade durch die Umfelder zu wandern, und bei Spaziergängen bet n wir immer unfern Lehrer, gerade diesen ein3u|d)lagen. Da mufiten mir alle 'M tofeichritt marschieren. Von der ganzen Klasse s«) anan nur einige Köpfe heroorragen, die andern innen im wogenden Kornfeld verschwunden. Als tefrr kam der Lehrer. Diese Pfädchen sind lewer alle verschwunden. Nun müssen wir uns bequemen, immer hübsch rechtwinkelig durch unsere Felder zu pilgern Bist du schon einmal an einem Getreideacker stehen geblieben und hast gelauscht, welches Leben darin herrscht? Da sind nicht nur die bunten Blumen zwischen den Halmen, die uns entgegenleuchten, da wachsen auch Disteln und Ackerwinden schlingen sich um das Getreide. Das ist eine ganz große Lebensgemeinschaft. Kinder und Städter sehen die roten und blassen Blumen gar gern, der Bauer nennt sie Untraut. Treten sie aber nicht übermäßig stark auf, dann läßt er sie ruhig stehen Wenn der Wind über das Getreide weht, bann neigen sich bte Halme und Blumen leicht und zierlich nach allen Seiten. Es ist so, als ob sie miteinander flüsterten und sich erzählten von der schönen Sommerzeit. Kommt aber ein Sturm daher gefegt, dann beugen sie sich tief, aber fest zusammenge- brängt halten sie sich gegenseitig unb stützen ein» anber, und nur erst ganz schwerer Regen oder Hagelschlag können die Halme umlegen. Und wie sie einst aufrecht standen in schönster Kameradschaft, so liegen sie nun gemeinsam auf der Erde. Aber auch hier noch wachsen sie und lassen ihre Nährstoffe hin zur Aehre wandern, daß die Körner reifen können. Aber auch Tausende von Tieren und Tierchen leben im Getreidefeld. Unzählige Nester finden wir in der jungen Saat, die kleinen Häschen haben hier ihr Versteck, Käfer, Fliegen und Mücken kribbeln und krabbeln den ganzen Tag an den Halmen herum. Einige Mäuschen huschen über die Erde, und tief drinnen wohnt der Hamster und wartet auf feine Zeit. Die Rebhühner haben hier ihr Nest, und die scheue Wachtel ruft aus dem Getreideacker. Beim Unkrautjäten ruft sie: „Bück den Rück!" „Bück den Rück!" und am Morgen: „Vertraudem Herrn!" „Vertrau dem Herrn!" Am Abend: „Sei wohlgemut!" „Sei wohlgemut!" Und wenn die Frucht reif ist und stolz im Winde rauscht, dann hört sich der Wachtelruf so an: „Gott Lob und Preis!" „Gott Lob und Preis!" Und wenn sie im Herbste von uns scheidet, klingt ihr Ruf: „Behüt euch Gott!" „Behüt euch Gott!" Wie oft auch rauscht aus den Aeckern, die an den Wald grenzen, ein Rudel Rehe heraus! Ja, wir sahen diese Tiere schon in Weizenäckern, ganz dicht an der Hauptverkehrsstraße. Auch Füchse und Dachse kges-Or estiD iifleskari mjnaligi W WO Es W Wirtschaft 9.JL-$port ppe 3 : Hier muhten alle Spiele ausfallen. . . 59:53 (34:26) . . 62:46 (36:17) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ftranffuri «.2JL Berlin Jranffurt a. M. Berlin «** Nk k"" börse 26.7- Ootum | 25-7 111,5 ?! 156,25 115,9 115,65 92 I 120 135 I 92,5 101,9 107,3 193,25 Dtg hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt.beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 o H.. 63,24 60,69 33,63 100,75 98,25 103,13 112,2 100,5 97,5 102 97 97 107,3 o 0 5 0 0 0 12 0 4 0 0 0 106 112 114,75 104 131 101 92 41 140 116,5 132,5 109 128,5 137,5 131 128 183,5 134 106,5 112,5 114,25 103,75 131 101,25 91,65 17,5 28,4 19,13 87,65 116 90,4 91,13 91,13 188 17,75 28,25 19,13 86,75 117,5 90,5 91,13 91,13 188,5 Vorrunde Rückrunde Jugend: 9 0 62,75 119,5 88,5 93,4 160 33,25 295 180 156 236 110 119 116 158 237,5 110 119,25 116,5 157,25 110 119,9 116,5 0,663 41,885 0,139 3,047 54,93 46,90 12,30 5,425 16,405 167,26 20,41 0,724 5,684 61,82 48,95 11,155 63,42 80,92 33,99 10,30 2,482 0,663 41,01 0,139 3,047 54,95 46,90 12,31 5,425 16,405 166,93 20,41 0,724 5,684 61,86 48,95 11,16 63,46 80,92 33,99 10,29 2,483 17,5 19,25 86,75 115,5 90,4 91,13 91,13 188,75 41,75 139,75 116 132,4 109,75 127,75 140 127,25 182 134,75 den An- 222 114 87,13 17,65 132,75 130 197 62,5 114 118,75 89,25 93,75 157,5 33,25 292 182,5 155,5 51:42 57:39 48:34 61:40 61:34 43:48 156,25 110 119,25 115 41,5 140 116 131,5 109 127,5 139,5 131 127 181 134 222 113,25 87,13 18,25 132,5 130,75 197 100,65 97,5 96,4 101,13 93 129,5 115,5 96,5 101,5 101,65 97 97 107,3 41 139,75 116,75 133 109,75 128,5 137 131 128 182 134,25 106,5 111,75 114,75 104,4 170 131,25 101,25 92 113,5 62,75 114,25 119,4 89 134,75 93,5 159,25 88 33 294,5 180 156,4 113,4 62,65 115,5 119,5 • 90 135 94 156,25 89 33 294 182,5 155,5 (23:21) (30:13) (29:12) (37:13) (32:10) (15:31) Tv. To. Tv. Tv. Tv. Tv. ®ru: 30,5 1,6 10,05 9,8 10 11,9 30,25 1,65 10,13 10 10 11,7 30 9,9 9,75 11,75 ___________Berlin, 26 Juli Amerikanische Not«...... 0,667 41,09 0,141 3,053 55,07 47,00 12,34 5,435 16,445 167,37 20,45 0,626 5,696 61,98 49,05 11,18 63,58 81,08 34,05 10,31 2,487 Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Börse lag weiterhin sehr still, da neue Anregungen nicht vorlagen. Die Kundschaft hielt mit Aufträgen zurück, auch die Kulisse betätigte sich kaum am Geschäft. Die Grundstimmung blieb weiter freundlich. Am Aktienmarkt überwogen meist leichte Befestigungen. In der Farben-Aktie lagen weitere Sperr- 17,4 19 87,5 115,5 90,4 91,25 91,25 188 106,5 112,5 114,25 103,5 Grüningen — Tv. Lich Holzheim — Tv. Lich Garbenteich — Tv. Grüningen Garbenteich — Tv. Lich Holzheim — Tv. Grüningen Holzheim — Tv. Garbenteich Buenos Arre. Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Varis ...... Holland .... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien Lissabon .... Stockholm... Schwerz .... Svanien.... Prag....... Budapest ... Neu york ... DM Wie füi Ürner un $ Reich- Ich 1-Hefs tgrntemo jrr enp' d.ttung dii Berliner Handelsgesellschaft ..! Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ........ ....... 30 1,65 9,8 9,4 9,6 12 Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 61:44 (31:16) Der kommende Sonntag (28. Juli) sieht nun folgendes Programm: Gruppe 2: Rückrunde in Lich; Gruppe 3: Dor- und Rückrunde in Wetzlar; Gruppe 4: Rück- und zum Teil Vorrunde in Lützellinden; Gruppe 5: Rückrunde in Herborn; Jugend: Rückrunde in Holzheim. Die Rück- und zum Teil Vorrunde der Gruppe 1 letzten beiden Monaten sind über 120 000 neue träge eingegangen. Ahein-Mainische Börse. mittagsbörfe weiter still. 4% Oesterretchstche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4*4% veögi. von 1913 ....... 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I Hamdurg-Amerika-Vaket o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd ...... A.G. für Verkehrswesen Akt. Philipp Hou mann .... ßementmetf Heidelberg ttementwed Karlstadt.. fortgesetzt. Als Neuerung ist die sogenannte Familienzusatzversicherung eingeführt worden. In !?• Mioelse fthönfp61 s.. leichte Lrt lve' ffl ist g Liier sp 0,667 41,965 0,141 3,053 55,03 47,00 12,33 5,435 16,445 167,60 20,45 0,726 5,696 61,94 49,05 11,175 63,54 81,08 34,05 10,32 2,486 Banknoten. I. ®. Farben-Industri, Scheideanstau........ Goldschmidt ...... RütgerSwerke..... Metallgesellschaft Und so geht es auch in unserem Daterlande. Wie oft wird vom Besitzer einer Mähmaschine der Acker eines Arbeiters oder von Leuten, die keine Zeit haben, gleich mit abgemäht. In fast allen unseren Dörfern zeigt sich hier die schönste Volksgemeinschaft. Einer für alle, alle für einen! Und wie sie bei der Arbeit Zusammenhalten, so feiern sie nach der Ernte auch die Kirmes, des Dorfes höchstes Fest! Die Bauern können und dürfen in diesem Jahr ein fröhliches Erntefest feiern, denn nach beri Dorschätzungen werden wir in Deutschland eine Ernte erhalten, die hoch über der von 1934 stehen wird. In den meisten Fällen werden die Vorschätzungen, die besonders vorsichtig aufgestellt werden, noch übertroffen von dem eigentlichen Ergebnis der Gruppe 4 : Tv. Lützellinden II — Tv. Holzheim II (Holzheim gewann sicher.) Tv. Allendorf und Tv. Hochelheim traten nicht an. Gruppe 5 : Tv. Herborn II — Tv. Steinbach II 36:40 (19:20) Steinbach II — Tv. Straßebersbach I 50:35 (20:14) Tv. Herborn II — Straßebersbach I 31:51 (13:20) Gruppe 6 : Tv. Katzenfurt II — To. Straßebersbach II 92,25 93 I 121,5 135 1 -I A.E.t» o Bekula io Elekn. LteferungSgelellschaft... 5 Licht und Kraft eyt Selten & Guilleaume O Gelelllch.f.Elektr.Unieruehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Westf. Siektr 6 Schuckert S Co............... 4 Siemens S Halske ...... 7 Lahmeyer L Co 7 ermäßigtem Stand etwas Nachfrage bemerkbar, 4proz. 5 (4,82l/e), dagegen gingen 3'/rproz. Schweiz. Bundesbahn weiter zurück auf 166 (170). U. a. notierten: 6 v. H. Stahlverein 102,13, Jy. Farben-Bonds 128,Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,65* 5% o. H. Franks. Hyp. Liquid. 101,50, VA v.H Rhein. Hyp. Gold R. 35/39 96,65, 4 v. H. Ungarn Gold 9,90, 4 v. H. Rumänen 5 v. H., 3% v. H. SBtz 166, Adca. 80, DD.-Bank 91,13, Rhein. Hyp. Dank 138,25, Harpener 114,75, Mannesmann 92, Stahl, verein 87,13, Accumulatoren 182,50, AKU. 62,50 AEG. 41, BMW. 127, Zement Heidelberg 121 bis 121,50, Chem. Albert 109,50, Dt. Erdöl 112, Scheide, anstatt 237,50, IG. Farben 158, Gesfürel 128,50, Holzmann 92,25, Metallgesellschaft 116,50, Moenuz 87,50, RWE. 131, Schuckert 128, Südd. Zucker 193,25. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Butterzu, fuhren haben sich leicht erhöht. Indes war Konsumnachfrage vor dem Monatswechsel rety ruhig, zumal der städtische Verbrauch infolge bet Reisezeit verringert ist, so daß die angebotenen Mengen für die Versorgung ausreichten. Aus j)0[, land waren die Anlieferungen kleiner, da der grö. ßere Teil des Angebots bereits vom Rheinland benötigt wurde. Es notierten in Mark pro 50 Kj, logramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsver, kaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Marken, butter 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140, Landbutter 125, Koch, butter 115—120. Holländ. Butter 145. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Im hiesiigen ®e. biet blieben die Zufuhren an deutschen Eiern seht knapp, während die Nachfrage des Konsums trotz der neuen Erhöhung der Preise sehr lebhaft blieb. Infolge der Erntezeit besteht ein starker ländliche Eigenverbrauch, in der Hauptsache ist aber bas starke Nachlassen der Legetätigkeit für die knappen Ablieferungen verantwortlich. Die ausländischen Anfuhren blieben ebenfalls gering und beschränken sich gegenwärtig nur auf Holland und Rumänien. & notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandels: Deutsche Markeneier S 11,5, A 11, B 10.25, C 9,75, D 9; Holländer 8 11,50, A 11, B 10,25; Rumä. nen 7,75. 26 7 M 25 7 100,75 98,13 103,13 112,13 100,65 97,4 "BritT 27*455 41,98 55,12 12,311 16,411 167,iS 19,04 61,89 63,56 87,01 33,77 Schluß«. Abend- börse 26 7 100,5 97,9 103,75 Geld 2,435 41,82 54,90 12,275 16,355 166,52 18,96 61,65 Verschärfung der Devisenkontrolle bei der Einfuhr. Fwd. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Der sogenannte „Neue Plan" geht von dem Grundsatz aus, daß der ausländische Lieferant einer Ware nur dann auf Bezahlung rechnen kann, wenn eine Devisenbescheinigung erteilt wird. Trotz dieser Warnung hat es sich gezeigt, daß immer noch Einfuhren ohne Devisenbescheinigungen erfolgen, die im Gegensatz zum „Neuen Plan" zu einer neuen Warenverschuldung führen müssen. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, ist daher durch die zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Devisenbewirtschaftung vom 24. Juli 1935 angeordnet worden, daß der Einführer bei der Abfertigung be- stimmter Waren zum freien Verkehr , des deutschen Zollgebiets, oder zu einem Vormerkverkehr im weiteren Sinne einschließlich des Zollsicherungsverkehrs eine Devisenbescheinigung einer Ueberwachungsstelle, oder ein entsprechendes Ersatzpapier vorzulegen hat. Ohne Vorlage eines solchen Papiers wird die zollamtliche Abfertigung nicht vorgenommen. Da De- Visenbescheinigungen auch für die von der Verordnung betroffenen Waren im bisherigen Umfang weiter erteilt werden, wird die legale Einfuhr von der Neuregelung nicht berührt. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ist ermächtigt worden, diejenigen Waren, bei denen die Gefahr einer erneuten Verschuldung besteht und die daher der neuen Rege- hing zu unterwerfen sind, durch Bekanntmachung im „Deutschen Reichsanzeiger" zu bezeichnen. Eine entsprechende Bekanntmachung ist von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung unter dem 25. Juli 1935 erlassen worden. In der Durchführungsverordnung wird ferner — mit Wirkung vom 1. August 1935 — die Pflicht zur Abgabe der Exportvalutaerklärung auf die in Päckchen und Wertbriefen versandten Waren ausgedehnt. Schließlich werden durch die Durchführungsverordnung einige Lücken auf dem Gebiet des Devisenstrafrechts geschlossen. Wochenbericht vom frankfurter Vrodukienmarkt. Das Hauptmerkmal des Frankfurter Getreidegroßmarktes blieb auch in der abgelaufenen Woche die starke Zurückhaltung. Die Mühlen halten im Einkauf von altem Mahlgut mit Rücksicht auf die wesentlich niedrigeren Festpreise für n e u e s Brotgetreide zurück. Infolgedessen waren alter Weizen und Roggen kaum unterzubringen, obgleich das Angebot hierin kaum nennenswert ist. Kleberreiche Weizenforten wurden vereinzell zu Ergänzungskäufen herangezogen, im allgemeinen zeigte sich aber weiterhin das Bestreben, die alten Vorräte zu verringern. Neuer Weizen wurde noch wenig beachtet, zumal der schwache Mehlkonsum nicht zu neuen Käufen reizte, und außerdem keine Neigung bestand, neuen Weizen ohne Muster zu kaufen. Auch für neuen Roggen herrschte zurück- ?ialtende Stimmung, die vorgelegten Muster waren ehr gut. Es wurden Angebote auf Lieferung in 10 bis 14 Tagen abgegeben, ohne daß Abschlüsse bekannt wurden. Am Futter ge treibe markt hat sich in Wintergerste bisher nur kleines Geschäft entwickeln können, zu Futterzwecken wird vierzeilige bevorzugt, während zweizeilige mehr für Industrie- zwecke Verwendung finden dürfte. Das Angebot war groß, der größte Teil mußte über Lager genommen werden. Hafer wurde weniger beachtet, das Angebot hat sich gebessert. Mit Rücksicht auf die neue Ernte hielt man mit Käufen zurück, obwohl unvermindert Bedarf besteht. Die Futtermittelmärkte lagen still. Del» haltige Artikel und Kleie blieben nach wie vor gesucht und waren nur ungenügend angeboten. Leichte Futtermittel waren trotz entgegenkommender Preis- forderungen kaum verkäuflich. Das Angebot in getrockneten Trebern ist merklich kleiner geworden, so Schlußk. Mittag» börse 26-7 ITT 122,4 221,5 114,25 87,13 17,65 133 13 , 198,5 Ernte. So wird uns das Jahr 1935 an Brotgetreide so viel geben, daß wir auskommen können. Das danken wir den Maßnahmen, die von der Regierung getroffen wurden, das danken wir der Erzeugungsschlacht und nicht zuletzt den deutschen Bauern, die mit ihrer starken Arbeitslust und ihrem unverwüstlichen Glauben für alle deutschen Volksgenossen arbeiteten. , .... . Und unsere Bauern muß ein stolzes Gefühl und eine frohe Zufriedenheit die Brust erfüllen, wenn sie sich sagen können: Jeder Deutsche soll nur deut- ches Brot essen, das auf unfern Feldern wuchs, das wir als goldene Saat in die Erde senkten und das wir nun in diesem heißen Sommer ernten durften. Unsere Arbeit und Gottes Hilfe, sie kommen dem ganzen deutschen Volke zugute! markkäufe vor, der Kurs erhöhte sich auf 156,50 bis 156,75 (156,25); von sonstigen Chemiewerten gewannen Scheideanstalt 1 v. H., Rütgerswerke 0,75 v.H. Für Elektroaktien war die Entwicklung unregelmäßig, gedrückt waren AEG. mit minus 0,75 v. H., ferner Rheag mit ca. minus 2 o. H., RWE. und Lahmeyer gaben je 0,50 v. H. nach. Andererseits befestigten sich Akkumulatoren um 1,50 o. H., Gesfürel, Schuckert und Siemens bis 0,75 v. H. Montanaktien konnten sich zumeist gut behaupten, leicht erhöht waren Rheinstahl und Mannesmann, während Klöckner 1 v. H. verloren. Zellstoffaktien lagen uneinheitlich, Aschaffenburger plus l.v.H., Feldmühle Papier plus 0,36 v.H., dagegen Waldhof minus 0,75 v. H. Schiffahrtsaktien eröffneten um Bruchteile eines Prozentes höher. Leicht befestigt waren ferner Reichsbank mit plus 0,75 v. H., Aku mit plus 0,25 v. H., Berger mit plus 0,50 v. H, Matt lagen Deutsche Linoleum mit minus 2,50 v. H. und BMW. mit ca. minus 2 v. H. Am Rentenmarkt blieb die Umsatztätigkeit gering, auch die Kursveränderungen hielten sich in engen Grenzen. Etwas schwächer lagen Altbesitzanleihe, ferner gaben einige Industrie-Obligationen bis 0,25 v. H. nach. Zinsvergütunasscheine 90,50 (90,45), Kommunal-Umschuldung und späte Schuldbuchforderungen lagen unverändert. Gulden-Obligationen blieben etwa behauptet Von fremden Werten lagen Rumänen und Ungarn weiter schwach. 4proz. Ungarn Gold 9,90 (10,05), 4,5 pro,3. Goldrumänen zirka 8 (9,13), 4proz. Rumänen 4,90 (5,13). Auch Mexikaner blieben nur knapp gehalten, 5proz. innere 5,45 (5,50), ferner gaben Anatolier 0,25 v. H. nach. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse erhielt sich größere Nachfrage nach JG.-Farben-Aktien, in denen teils Sperrmarkkäufe Vorlagen und teils Meinungskäufe vorgenommen wurden. Bei etwas über 60 000 Mark Umsatz erhöhte sich der Kurs auf 158 (157,25). Im übrigen war das Geschäft minimal, und auch die Kursoeränderungen waren im Vergleich zum Berliner Schluß geringfügig. Die Tendenz war durchaus freundlich. Etwas höher lagen außerdem Zement Heidelberg mit 121 bis 121,50 (121). Der Rentenmarkt war allgemein sehr ruhig und Kurse kamen kaum zur Notiz. Von zertif. Gulden-Obligationen ließen Pounganleihe auf 84,50 (85) nach. Am Auslandsrentenmarkt machte sich für Rumänen auf ffile M. M fönnen J Ionen tW pÜOt Ml «ich 1 g-j! der ein: 6ri ivird de m geschasf eveshalb, ß.H-er zu s 1/ Arbeit jqrt aber sMchkeit ' te grohe 4.2 Verum iMier utv M zu b! Mngen h-awerk r Schluß» furd 25 7 100,65 98 103,75 112 100,7 97,5 96,4 100,8 93 129 H5,5 96,5 101,75 102 97 97 107,3 Schultheis Patzenhoser 4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... o Zellstoff Waldhof . 0 8el|ftoff Aschaffenburg ...... O Deslauer GaS ..............7 Daimler Motoren . 0 Deutsche Linoleum ......... 6 Otenftein & Koppel ..........0! Westdeutsch, Kaufhof 0 Chode.....................0. Aeeumularoren-Yabrik Conti-Gummi ............ e] Getaner ............. Mainkrastwerke Höchst a...... 4 Süddeutscher Zucker.........t| daß der Preis eine Erhöhung auf 17.50 bis 17.60 (17.00 bis 17.25) Mk. je dz erfuhr. Das Mehlgef chäft ist zur Zeit schwach. Der Konsum ist angesichts der Ferien-, und Reisezeit stark vermindert, so daß nur der dringendste Bedarf gedeckt wird. R a u h f u t t e r liegt ruhig. Heu neuer Ernte notiert 5,50 Mk. je dz., altes Stroh wird angeboten, bleibt aber ohne Nachfrage. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarkt. Trotz des bevorstehenden Monatsendes blieb das Schlachtviehgefchäft befriedigend. Die angebotenen Tiere waren von etwas besserer Qualität als in der Vorwoche, trotzdem hat sich, mit Ausnahme von Kälbern und Schweinen, das Preisniveau nicht stärker verändert. Der Schweinmarkt fand wiederum lebhafte Nachfrage, da sich die Zufuhr von insgesamt 3938 (4230) als nicht ganz ausreichend erwies. Der Höchstpreis für Frankfurt stellt sich auf 54 Mark für je 50 Kilo Lebendgewicht. Der Rindermarkt brachte abermals eine bessere Zufuhr mit 860 (805) Tieren, außerdem wurden 137 Rinder von der Reichsstelle aufgetrieben. Für Ochsen, Bullen und Färsen nahm das Geschäft einen lebhaften Verlauf, Kühe hatten langsamen Handel; die Preise für mittlere und geringe Tiere gaben allgemein leicht nach. Der Kälberauftrieb war mit 1115 (1338) Tieren wesentlich geringer, genügte aber der Nachfrage. Bei leicht anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Das Geschäft am Schafmarkt blieb der Jahreszeit entsprechend ruhig. Die Zufuhr von 86 (73) Tieren wurde bei unveränderten Preisen nicht ganz geräumt * Dolksfürsorge - Versicherungsgesellschaften. Der Geschäftsbericht für 1934 läßt eine sehr günstige Aufwärtsentwicklung erkennen. Die Anzahl der Versicherungen beträgt nunmehr 2 546 893 (im Vorjahr 2 246 535). Damit hat die Gesellschaft die höchste Anzahl der Versickerten in Deutschland. Der Reinzuwachs stellt sich auf 103 506127 Mark Versicherungssumme (im Vorjahr Abgang 38 631263 Mark). Der Gesamtbestand der Versicherungssumme konnte somit im Berichtsjahr um 15,89 v. H. also von 651380 718 Mark auf 754 886 845 Mark gesteigert werden. Ein gutes Zeichen ist der Rückgang der Ersatzversickerung für arbeitslose Versicherte von 91410 Versicherungen mit 18 282 000 Mark Versicherungssumme zugunsten der Normaltarife. Interessant ist, daß eine Erhöhung der durchschnittlichen Versicherungssumme erreicht werden konnte. Bei einer Bilanzsumme von 242 765 585 Mark ist das finanzielle Ergebnis — allerdings bei gestiegenen Unkosten — eine Prämieneinnahme von 39 877 573 Mark (im Vorjahr 35 909 934 Mark) und aus Zinsen und Mieten 12145 486 Mark (im Vorjahr 12 825 300 Mark). Es verbleibt für 1934 ein Ueberfchuß von 10 253 308 Mark (im Vorjahre 8 510 642 Mark). Nach lieber- Weisung besonderer Reserven und Zahlung einer Dividende von 5 v. H. werden den Versicherten an Gewinnanteilen der erhöhte Betrag von 9 472 907 Mark gutgeschrieben (im Vorjahr 8 778 766 Mark). Die im Vorjahre begonnene Tarifreform wurde Schlußkurs 25 7 “oT 121,9 221,5 114 87 18,25 132 130,65 198 (auf f* S 2eb«« U her - für nÖ1 2,1111 öelfliidie Noten .............. Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ... Holländische Noten .. Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling -rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Note» ..... wird am 8. August auf dem Uniüerfitätsfportplti in Gießen ausgetragen. Der Termin der Endspielt ist noch nicht bekannt. 30 Jahre Turnverein Allendorf (Lahy Der Turnverein Allendorf a. d. Lahn blickt in diesem Jahre auf fein 30jänriges Bestehen zurück. Gegründet wurde er im Jayre 1905, also zu einer Zeit, in der vor allem auf dem flachen Lande leider noch wenig von dem Wert deutschen Turnens bekannt war. Groß waren die Schwierigkeiten, die sich damals der Neugründung entgegenstellten; ebenso groß aber war auch die Tatkraft, mit der die Gründer allen Widerwärtigkeiten zum Trotz zusammenstanden. Eine Frage wirft sich bei unserer Betrachtung unwillkürlich auf: Gibt bie 30jäbrige schichte Anlaß zum Zurückdenken und vor allem zur Abhaltung einer würdigen Feier? Dies? Frage kann ohne Bedenken bejaht werden. Wer die Verhältnisse kennt, wer weiß, wie schwer es war, einen kleinen Landverein wohlbehalten durch diese Zeit hindurchzubringen, wer von dem Kampf der alten Turner erzählen kann, der kann sich ein Bild von der stolzen Freude machen, die sie heute beseelt. Die Jahre des Krieges brachten ein völliges Dar- nieberlieaen des gesamten Vereinsbetriebes und auch noch lange Zeit danach waren die Folgen des Dölkerringens zu spüren. Dann aber kam eine stete Aufwärtsentwicklung, die zwar hier und da kurz abgestoppt wurde, die aber nickt aufgehalten werden konnte. Die Mitgliederzayl wuchs. Ueberol1 herrschte reges Leben. Wenn aus dem Turnverein Allendorf auch keine Spitzenkönner hervorgegangen sind, so kann aber trotzdem mit Befriedigung feft- gestellt werden, daß er die Breitenarbeit gepflegt und gefördert hat und daß heute mancher alte Turner sich gern und dankbar an die Zeit aktiven Turnens erinnert. Gerade die Breitenarbeit spiegelt sich heute im Vereinsbetrieb wider, denn Männer-, Turner-, Turnerinnen-, Schüler- und Schülerinnen- riegen bestehen neben Volkstum-, Handball- uni Futzballabteilungen. Wenn der Turnverein Allendorf im Laufe dieses Sommers fein 30jähriges Stiftungsfest in Gestalt einer kleinen Feier veranstaltet, Dann feiert mit ihm die ganze Gemeinde und alle Vereine, mit denen er im Laufe der Jahre ein Band inniger Freundschaft geschlossen hat. Oie Gommerspiele im Kreis VIII (Lahn-Dill). Die diesiähnae Faustballrunde ist am Sonntag mit der Abwicklung der Dorrunden-Spiele eröffnet wo?Hen. Obwohl eine Anzahl Mannschaften wegen dringender Verhinderung in letzter Minute absagen mußte, kamen doch einige recht schöne Begegnungen und vor allen Dingen auch Ueberraschungen zustande, mit denen man eigentlich nicht gerechnet hatte. So gelang es beispielsweise dem Tv. Garbenteich den Tv. Holzheim, der noch im letzten Jahre 1. Kreisklasse spielte, in einem spannenden Spiel sicher zu schlagen. Dann ist vor allem der glatte Sieg der 2. Mannschaft des Tv. 1846 Gießen zu nennen, den diese über den To. Lützellinden dvvon- trug. Ergebnisse: Gruppe 1: Tv.1846 Gießen II —To.Lützellinden 45:34 (20:17) Mtv. Gießen und Tv. Heuchelheim traten nicht an. Gruppe 2: ManSselder Bergbau t Kokswerke 5 Phönix Bergbau 0 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl ................SV, Bereinigte Stahlwerke ....... 0 Otavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdetfurth .... 7%| Datum 6% Deutsche Retchöanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4*/i% Deutsche Reichspostschatz an- Weisungen von 1934, I...... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 4H% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6%% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Lioui .. 4¥i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mttAuölos.-Rechten 4ya% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 iV*% ehem. 4>4% Franks. Hyp.- Bank-Liyu.-Psandbriese...... 6Vi% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank»Ltou.-Goldpfe. 414% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4¥»% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanst., Gold Komm. €61.VI Steuergutich. Berrechnungst. 35-89 6 162 e; 130,75 K 101 Öl 91.5 vuderu» .......... Deutsche Erdbi Gelsenkirchener Harpener Hoesch Eisen—Köln-Neueste« . gife Bergbau ............ Ilse Bergbau Genüsse ....... Klöcknerwerke ............. | ManneSmonn-Röbre» Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZR. 25. Juli 26 3uü Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Briefs Frankfurt e. M Berlin Schluß» kurv Schlußk. Abend» börse Schluß« lure Schlußk. Mittagbörse Datum 25 7 26 7 25.7 26 7 4% DM01. Serie 11 ......... 5% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 6,5 5,9 — *6 4N%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,13 g 8,25 7,9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,13 5 5^05 4,9 2 y4% Anatolier .............. 39,9 39,75 40 40,25 >ci Arbeit geschieht meist in der Stille. Einmal im Die große Gaufest des Gaues Hessen, das vom dks Saison Schluß-Verkauf FERTIG UND (0 Der Vereinsleiter. vom 29. Juli bis 10. August 1935 Heinrich Binz. 4HhD Dreifachen Vorteil ernten Sie im Achtung I Achtung! Auf zur Kirmes nach StiiWleti illten-Buseck | | Z/|| Hochstätts Maust. 5, bleßon, Ruf 4165 arru BrartS DH aber soll der Stand des könnens aller Oef- fmtlchkeit gezeigt werden. Diesem Zweck dient auch Ibj 55 Montag, den 29. Juli, 20 Uhr G. m. b. H. Gießen, Marktplatz Stta Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen/Schulstraße 7 Hohe Qualität Gröfete Auswahl Erlesener Geschmack Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. Kursen TanzschuleBäulke Wolfstraße 31 Ruf 3835. 1 hiesngei, 'en (Siern i Konsums; lebhaft bi rker ländk . aber lt bie tno? neichränktü •Rumänien Frankfurt t ; Kleinhch 110,25, C| 10,25; 3h? ersitatchvn n der En^ Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund' preis von 5 Pf. fürblrMllimeter' idle veröffentlicht (Liebigstraße) statt. . Mercedes - Benz und Auto > Union haben jetzt ihre Meldungen für das am 15. August zum zweiten Male stattfindende Rennen um die Coppa Acerbo bei Pescara abgegeben. Außerdem sollen bei diesem Rennen „endgültig" die Neukonstruktionen von Maserati und Alfa-Romeo zuM ersten Male am Start erscheinen. Eine Münchener S t u d e n t e n - H a n d - ballmannschaft trug in Rumänien 8 Spiele Hl 2Lb s 4. August 1935 in Gießen stattfindet. Serum rufe ich die gesamte Bevölkerung, alle Eirter und alle Sporttreibenden auf, sich an diesem Ae« zu beteiligen, mit ganzem Einsatz zu seinem Gelegen mitzuhelfen und damit das große Auf- btmv-erk des Dritten Reiches zu fördern. Gez.: Sprenger. ZyeiEhrenpreisedes^eichsstaithaiters Me kürzlich schon mitgeteilt wurde, haben es Mr.er und Sportler dankbar und freudig begrüßt, btifj1 Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger für bis 1. hessische Gaufest des RfL., das vom 2. bis 48 Entemonds in Gießen stattfindet, zwei wertvolle (Nh; e n p r e i s e gestiftet und damit die hohe Be° bou mg dieser ersten großen Gemeinschaftsveranstal- r- da bet'. * arf, Pro y ro6banbe[£ utsche 3Jle reibutfer le torf(£( Lahn bfi 8estehen x ), also zu'' en Landei: !N lurneri: oierigteiiet entgegen^ atkrast, mit: ten jum t 41,01 0,139 3 047 54,95 46,90 12,31 5,425 16,405 166,93 20,41 0,724 5,684 61,86 48,9 11,1k 63,<8 80,9 33,99 10,29 !> Hotel Traube, Weilburg Jeden Samstag und Sonntag nachmittags und abends KONZERT Kapelle „Gehrke“, Bad Homburg Bei günstigem Wetter im neu eröffneten, ideal gelegenen Schloßterrassen - Caf6 Inhaber: W. Görtz. «eoD Die günstige Einkaufsgelegenheitl 4323 A Ein Aufruf. He Ziele, die der Führer dem deutschen Volke sM können verwirklicht werden nur von Männern uad Frauen voller Lebenskraft. Wie kein anderer S<1acl zuvor nimmt daher der nationalfozialislische Lffart sich der körperlichen Erziehung des Volkes Midder einzelnen Menschen an. In planvoller Ar- btil röirb der deutsche Mensch an Körper und Geist mu geschaffen. Pflicht eines jeden Volksgenossen ist er Kshalb, dem Willen des Führers gemäß seinen Kbr er zu stählen, zu turnen und Sport zu treiben. Mchsstachaller Gauleiter Sprenger und das Sausest in Gießen. PU Montag, den 29. Juli 1935 Mbt der Wirtschaftsbetrieb im Sorftsavten W auf weiteres geschlossen Es eignet sich für’s Wochenende, Wandern, ebenso wie auch für den Haushalt, well es fast unzerbrechlich Ist. Teller, Tassen, Kaffeekannen, Eierbecher, Löffeljrlnkbecher gibt es In schönen Farben und sehr preiswert bei J.B. Häuser Am Oswaldsgarten «*' Gießen - Ruf Nr.2145/2145 Tageskarten für den Festsonntag. Es besteht die irrtümliche Auffassung, daß Festzugsteilnehmer oder sonstige Festbesucher, die nur am Festsonntag in Gießen weilen, die voll Festkarte lösen müssen. Für solche Festbesucher kommt die verbilligte Tageskarte von 1,10 Mark (einschließlich Sportgroschen) oder die Karte für einmaligen Besuch des Festplatzes zu 60 Pf. (einschließlich Sport- groschen) in Frage. Der Arbeitsdienst beim Festspiel. In besonders erfreulicher Weise hat sich die Arbeitsdienstabteilung Gießen durch ihre Mitwirkung für das Gelingen des Gaufestspiels „Deutsches Wol- len — Deutsche Kraft" eingesetzt. Kurze Sportnotizen. Eine Sitzung der Werbewarte des Kreises Gießen für den Hilfsfonds für den Deutschen Sport findet am morgigen Sonntag, 28. Juli, um 10 Uhr im Katholischen Vereinshaus Versäumen Sie nicht bevor Sie kaufen, sich unser grobes Lager einmal unverbindlich anzusehen. Es ist bestimmt auch für Sie etwas Passendes dabei, und gerade jetzt besonders preiswert! Beginn: Montag, 29. Juli 1935 4321 A M r 3 1i> l il Festfolge: Freitag, 2. August: 19.00Uhr: Abholen des Gaubanners am Bahnhof. Festeröffn, mit Bannei weihe u. Bannerüberg. a. Oswaldsgart,Marsch n. d. Festh., Kranzniederi. a. Kriegerdenkm., Jahngedenken am Jahn stein. Preisliste und Proben kostenlos USMtz 3lESSQ1-HINDENßUR6WlllS :r Betrag b not M1. ? Dich gic i ffier dir t >r es mm, tb durch dich j tampi bei a ch ein Bitt- heule bejei- iin oölliaes l nsbetriebes i die Folgen r kam eine: >r und bü! lusgehalten« wuchs. Uek dem lunroc hervorgegnr kstiedigukig' enarbeit ger te mancher > die Zeit ak tenarbeit \V'. ■' denn MÖ» nb SMleck Handball' ! hn igsfeft in« dann feierl ille Vereint, in Band w Mercedes Mk. 182.- Bchonf.montl.M.7.90 FranzVofiUCo., Gießen Seltersweg 44 .mA i I,63 'S Z I,® Kirmes inAlten-Buseck am 28. und 29. Juli «ssM Es ladet freundlichst ein: Der Wirt Ludw. Döpp Die Burschen Zwei Tanzböden! ÄSiigeÄ im Hotel Schütz. 4338 D ItooiHag, den28.,u.Montag, den 29. Juli I ür Speise u. Getrünke ist bestens gesorgt! lEs iden herzlich ein 4295D der Gastwirt Hans Oppermann die Burschenschaft. 26Ju^ räelb — tung der geeinten Leibesübungen im Gau Hessen in besonderer Weise gewürdigt hat. Den einen Ehrenpreis erhält^ier Verein, der die Gesamtbest- l e istun g in den hauptsächlichsten turnerischen Wettbewerben aufzuweisen hat, die umfassen: Zwölfkampf - Sonderstufe, Zwölfkampf- Oberstufe, Zwölfkampf-Unterstufe, Zehnkampf-Sonderstufe, Zehnkampf-Oberstufe, Zehnkampf-Jugend, Neunkampf-Altersturner, Volksturnen der Turner und Volksturnen der Turnerinnen. Der zweite Ehrenpreis des Reichsstatthalters wird verliehen an den Verein mit der Gesamtbestleistung in den hauptsächlichsten Schwimmwettkämpfen, umfassend: 100-Meter-Kraulschwimmen für Männer, 100 - Meter «Rückenkraulschwimmen für Männer, 200-Meter-Brustschwimmen für Männer, Kunstspringen für Männer, 100-Meter-Kraulschwimmen für Frauen, 100-MeterRückentraulschwimmen für Frauen, 200-Meter-Brustschwimmen für Frauen, Kunstspringen für Frauen. Es besteht die Möglichkeit, daß Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger am Festsonntag im Rahmen der feierlichen S i e g e r e h r u n g -die Ehrenpreise persönlich den Vereinen überreicht, die infolge vertiefter Breitenarbeit und besonderer Herausstellung des Mannschafts- und Gemeinschaftsgedankens die höchste Punktzahl in der Gesamtwertung erhalten werden. Es wird für jeden Verein eine besondere Ehre sein, als Sieger aus dem Kampf um die Ehrenpreise des Reichsstatthalters hervorzugehen. Oes Gaubeaufiragien Huf an Alle! „Der Staat hat für die Hebung der Volks- gesundheit zu sorgen durch Herbeiführung der von den anderen Landesgruppen Ersatzfluc^»uge vom Typ „Rhönadler" und „Condor" vorübergehend zur Verfügung gestellt werden. Der Führer und Reichskanzler ernannte den Prä- sidenten des Deutschen Luftsportverbandes, Oberst L 0 e r z e r, zum Reichsluftsportführer . Drittletzte Etappe der Tour. Die drittletzte Etappe der Tour de France war wieder in ein Rennen mit Massenstart und ein Mannschaftszeitfahren unterteilt. Die erste Teil- etappe von La Rochelle nach La Roche für Pon über 81 Kilometer, die nicht gegen die Uhr gefahren wurde, Par eine große Bummelei, und das ganze Feld traf geschlossen am Zwischenziel nach einer Fahrzeit von 2:54,51 Stunden -ein, wo sich Le Greves vor Aerts und Pölissier den Etappensieg 1 Mn, in Teppichen Brücken Dekorationsstoffen Bettvorlagen n- fy)p f nn O -Iberg A l8A £ 6!» für: Freitag, 2. August. -.50 Mk.. für Jugendliche usw. -.1 Eintritt für Sonntag -.50 Mk., für Jugendliche usw. -.30 Mk. Sonntag. 4. August: 7.00 Uhr: Kreis-u.Vereinsturn.,Völk.Aussprache -12.30: Antreten z.Festzug 13.00: Festzug - Ab 14.16: Gemeinschaftstag d. RfL., Volkstänze der Turnennn., Entscheidung 100-m- Lauf der Männer u. Frauen (1900 Platz), Handballspiel (1. Halbzeit) marhnrg-Gießen (1900-Platz) Faustballspiel (Turnplatz), 4x400-m-Staffel (1900-PlatzX Schlußsmele d Gautennisturnieres (Stäfft. Tennisplätze), Handballspiel (2. Halbzeit. 1900- Platz), Fußballschule (Jugendl. d. Fachamtes 2. Turnplatz), 4X100-m-Staffel Frauen u. Männer (1900-Platz), Fußba spiel (1. Halbzeit) Bezkk I (Kaswl) Bezirk II (Gießen) (1900-Platz), Faustballspiel (Turnplatz), lOXVa-Ryndenstaffel der Kreise (1900-Platz), Fußballspiel (2. Halbzeit, 19n0-Platz). - 17.50: Allgemeiner Aufmarsch - Gefallenenehrung - Festfreiübungen der Turnerinnen und Turner (Festplatz). - 18.80: Siegerehrung Ausklang. Stier 16 Rhön - Segelfluowettbewerb. Flugruhe auf der Wasserkuppe. An heutigen Freitag herrschte erstmalig Flugruhe für msere schneidigen Segelflieger. Die Mannschaf- tiin 'er einzelnen Gruppen nutzten diese unfreiwillige Pause zu Jnstandsetzungsarbeiten an ihren Mastin n aus. Im Laufe des Tages mußte bedauer- lilheiweise der bisher so außerordentlich erfolgreiche ,^hinsperber"-Typ infolge eines sich herausgestell- t.n eichten Konstruktionsfehlers vorübergehend ge- f^jetit werden. Rack Vornahme einiger Abänderun- gtri ift jedoch damZt zu rechnen, daß dieses Bau- mufi.T spätestens am Sonntag wieder am Start uno bamit im motorlosen Rennen um die weiteren lilnglten und schönsten Streckenflüge erscheinen wird. 2)i= diesjährige „16. Rhön" steht im Zeichen des MEradschaftsgeistes und der Disziplin.. Diese für Mis Zeben unserer Segelflieger unumgängliche Maß- nuhne wurde im Fliegerlager verständnisvoll auf» (Knmmen. Ein schöner Beweis für die Kamerad- Samstag, 3. August: 6.30 Uhr: Antreten der 12-Kampf- und 10- Kampf- Sonder- Ober und Unterstufe, 10- Kampf-Jugend-Hessenkampf. - 9.30 Uhr: Antret. d. Ältersturner 9-Kampf Alu. A2. 14.00 Uhr: Antr.z. Mehrkampf (Volkstum.) 5-Knf.-Oberst., 3-Kampf-Unterst., 3-Kpf.- A.T.1 u.2.3-Kampf-Jug.4 Kpf.-Turnermn. 20.30 ühr Festspiel: Deutsches Wollen-Deutsche Kraft 1Ä. Sk I n des Reichsbundes für Leibesübungen Gau XII (Hessen) ■ I M , üAUltd I Freitag, 2. August, bis Sonntag, 4. August 1935 IN UIWwLll Milglieder-Versammlung Im Schützenhaus. ypiges-Ordnung: 1 Gausportfest. 2. Verschiedenes. körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine." Eine solche Bejahung und Anerkennung, wie in Absatz 21 des Parteiprogrammes ausgesprochen, haben die Leibesübungen vorher niemals gefunden. Die nationalsozialistische Weltanschauung gibt der turnerischen und sportlichen Arbeit somit eine Zielsetzung, die wir erst nach aufopferndster und zähester Arbeit werden erreichen können und es geht darum, daß jeder von uns sich als Verkünder der Idee betrachtet und von der hohen vaterländischen und nationalen Bedeutung, die die Herbeiführung der Turn- und Sportpflicht für die Förderung und Erhaltung unserer Dolkskraft und somit unseres gesamten völkischen und staatlichen Lebens hat. Rur in einer großen von einheitlichem Geiste und einheitlichem Willen beseelten Gemeinschaft kann es uns gelingen, diesem Gedanken Anerkennung zu verschaffen. Der Reichssportführer hat vor ungefähr Jahresfrist das kleinliche Nebeneinander und Gegeneinander der Turn- und Sportverbände ausgeschaltet und die alles umfassende große Einheit durch Verkündung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen hergestellt. Mit unserem Gaufest in Gießen wollen wir als Reichsbund erstmals vor die Oeffentlichkeit treten, um zu beweisen, daß das, was früher in Verbände zerfiel, nunmehr in den Fachschaften des Reichsbundes in Gleichberechtigung, gegenseitiger Anerkennung und treuer Kameradschaft Schulter an Schulter steht. Ick erwarte von jedem Fachschaftsführer, daß er sich seiner hohen Verantwortung bewußt ist und im Blick auf das Endziel seine gesamte Gefolgschaft aufbietet, damit alle teilnehmen an den Gießener Tagen und dieses Fest in der Tat zu einem begeisternden und freudevollen Erlebnis unserer gesamten hessischen Sportler und Turner und unserer Gäste und Freunde wird, die herzlichst eingeladen sind und die, wie wir hoffen, gleichfalls in großer Zahl nach Gießen kommen werden. M e i st e r, der Beauftragte des Reichssportführers im Gau XII: Hesten. Fußball -Gchulvorführungen beim Gaufest. Auf ausdrücklichen Wunsch des DFB.-Bundstz- führers und im Einvernehmen mit der Leitung des 1. Gaufestes wird während des Gaufestes des RfL. in Gießen am 4. August 1935 durch Jugendgruppen des Kreises Gießen eine Fußballschule vorgeführt. Mit den Vorbereitungen dieser Vorführungen find die zuständigen Amtswalter des Kreises Gießen beauftragt. Die Fußballschule, für deren Durchführung etwa fünfzehn Minuten vorgesehen sind, umfaßt folgende selndes Hochrelßen der Betnez 4. aus der Seit- krätfchstellung Vorbeugen des Körpers mit Seithalte der Arme, Drehen des Oberkörpers nach links und rechts, dabei muß abwechselnd linke Hand rechten Fuß und rechte Hand linken Fuß berühren; 5. Mähen. B. Fußballschule, Gruppe 1 bis 4 t 1. Springen der Sohle, Ball zuwerfen, Stoppa Übungen; 2. stoppen des Balles mit Innenrist links, weiterpassen rechts; 3. Ball zupassen, sofortiges Weiterpassen mit Innenrist ohne vorheriges Stoppen; 4. Kopfbälle. C. Fuhb allschule für Gruppe 5 und 6 (Torwartübungen): 1. Direktes Aufnehmen des Balles mit durchgedrückten Knien, Grundstellung; 2. seitliche Aufnahme des Balles im Knien nach links; 3. seitliche Aufnahme des Balles nn Knien nach rechts; 4. Werfen nach dem Balle nach links und rechts. D. Fußballschule für Gruppe 71 1. Dreieckspiel; 2. Zuspielen im Lauf mit Innenrist; 3. Steilpaß mit wechselndem Stellungslauft 4. Querpaß und Steilpaß mit wechselndem Stett lungslauf. r,, Die Teilnehmerzahl beträgt 34 Jungen, emschl. Oberjungführer. Zu den Hebungen der Fußball« schule erfolgt Einteilung in 7 verschiedene Gruppen, Die Gruppen tragen verschiedene, jedoch gruppenweise gleiche Sportkleidung. Für Sonntag, 28. Juli, ist auf 10 Uhr eine Prob» für die Körperschule hier in Gießen, auf dem Festplatz I, angesetzt. Die Jugendlichen treffen sich um 10 Uhr auf dem Festplatz II (DfB.-Reichsbahn- Waldsportplatz) und marschieren dann geschlossen unter Führung des Gau-Jugendwartes Geßne« aus Kassel nach dem Festplatz I. Humen- # AnnniWlz amufleD Beüeil erb. wir v Voltt Dampisägewerklollar B.NuhnA.G..Lollar. im Spurt sicherte. Die Deutschen kamen mit den übrigen nichtplazierten Fahrern gemeinsam auf den neunten Rang. Den Rest der Etappe, als Mann- ........ ... , , schaftszeitfahren ausgetragen, nach Nantes über der Tat ist zweifellos der Umstand, daß be° 95 Kilometer sah die belgisch-schweizerische Kombi- riiti für die ausgefallenen neun Rhönsperber der nation in ?:45,47 Stunden vor Deutschland-Italien £üf port-Landesgruppen Hamburg, Berlin, Dort- mit 2:49,30 am schnellsten. nrun), Darmstadt, Essen, München und Stuttgart I —— Hebungen: A. 'Hebungen der Körperschule: 1. Mühlkreisen vor- und rückwärts; 2. aus der Grundstellung Hüpfen auf den Fußballen mit zeitweiligem Hochspringen wie beim Kopfball; 3. aus u u 11 m « n « । « 11* -----;** der Grundstellung mit Vorhalte der Arme abwech- > aus, die sie sämtlich gewinnen konnte. Q 9 2 4315 A sXIA feVCA W 1ml ryfh] I WocHeneiuie ’S l€* Ad Saison >■ und schöne Sommer- Kleiderstoffe CARL]\[owack GIESSEN SELTERSWEG 81 Saisonschluß-Verkauf Beginn: Montag, den 29. Juli 1935, vormittags 8 Uhr Hier nur einige besonders günstige Angebote: Restbesiände 0.98 2.95 3.50 3.95 1.75 2.25 1.88 4316 A Gebr. Seelbach bietet wieder grobe Vorteile! Seltersweg 20 4328 A JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER! 1.45 1.75 0.98 0.98 0.68 0.68 0.75 Alle zum Saison - Schluß - Verkauf zugelassenen Artikel gelangen jetzt zu herabgesetzten Preisen zur Räumung. Versäumen Sie darum auf keinen Fall diese günstige Gelegenheit, gute, moderne Damen - Konfektion Wir bringen auf Tischen übersichtlich ausgelegt weit unter Preis: Hunderte von Stores- Resten, kunstseidenen Stoffen, bedrucktVoile, bedr. Kretonnes usw. 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