Nr.M Erstes Blatt Donnerstag, 27. Juni 1935 185. Jahrgang / SS. Ver» ■ Preis hieneneir K. Chr. >ung der hse" hat dien der Menden lit denen as Wert, farbigen, sind sie 1 zu den erläffigen Berlin. 27. Juni. (DRV.) Der Oberste SA.-Führer Adolf Hiller hat folgende Anordnung ec.u en: Zur Prüfung des allgemeinen Aus- bildungssiandes der SA. und zur Förderung ihres opferfreudigen, freiwilligen Dienstes für die Bewegung und unser Volk ordne ich für den Sommer 1935 einen Reichswettkampf der SA. -Stürme an. — Für den siegenden Sturm jeder Gruppe stifte ist einen Ehrenpreis. Die Ausführungsbestimmungen erläßt der Stabschef. Der VB. schreibt hierzu u. a.: jn der gesamt e n SA. wurde dieser Befehl mit Jubel ausgenommen, denn er beweist, wie sehr dem Führer die SA. am Herzen liegt. Mit großem Eifer wird sich die SA. der Prüfung ihres allgemeinen Ausbildungsstandes un- lerziehen und den erneuten Beweis ihres opferfreudigen^ freiwilligen Dienstes für die Bewegung und für das Volk und Führer erbringen. Mit Dankbarkeit und dem unerschütterlichen Willen, sich der Anerkennung würdig zu erweisen, hat die S2l. die Stiftung der Ehrenpreise durch den Führer vernommen. Der Reichswettkampf ist ein M a h st a b für das können und für die Einsatzbereitschaft der SA. Jeder Sturm wird den Ehrgeiz haben, Sieger in feiner Gruppe zu sein. Und wenn es auch nicht allen Stürmen vergönnt sein wird, sich einen der Preise zu eringen, so wird er doch in der Erkennung seiner Mängel seinen Einführung der allgemeinen Arbeiisdienstpflichi. Das Reichskabinett verabschiedet ein grundlegendes Gesetz über den Reichsarbeitsdienst. Dem Arbeitsdienst ist die Aufgabe gestellt, die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zur gebührenden Achtung der Handarbeit zu erziehen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben dienen staatspolitische Schulung, kameradschaftliches Zusammenleben, Ordnungsdienst und Arbeit am deutschen Boden. In Zukunft soll jeder junge Deutsche eine Zeitlang in ernster Arbeit den Spaten führen und wirtschaftliche Werte für die Gesamtheit des Volkes schaffen. Wie groß diese Werte find, zeigt schon die bisherige Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes, insbesondere bei den Bodenkultivierungen. Das Führerkorps des Arbeitsdienstes setzt nheit. afnteL ’f)tn von harten. V. w- - (15) - gegebenen änblid)en, der Zeit- ithält, für rten eine . bar, bie ebräudjen -ermittelt, n „Pferd (am, weil iswelt bes 10. W’ men bes urbe. So Gen Rebellen, bie g aufhellt. „Karl 1,50 r, - (175) - cikers hegt gehaltene rregte. Die e uns die efchichte in Auffassung „enwartt. schen Cha- eiihmg 3U- Willen stöhlen. Jeder wird sein Bestes hergeben. Der Reichswettkampf ist kein Wettkampf im üblichen Sinne, denn er wird nicht an einem Tage und vor großer Zufchauermenge ausgetragen, sondern in Monate dauernden Einzel- kämpfen. Der Reichsweltbewerb besteht aus sieben Leistungsgruppen des gesamten Ausbildungsgebietes der SA. Die 1. Leistungsprüfung umfaßt das weltanschauliche Gebiet; die 2. Gruppe der Leistungsprüfung ist dem ersten Teil der SA. - S p o r t a b z e i ch e n - P r ü- fung entnommen; die 3. Leistungsprüfung besteht aus einem Ouerfeldeinlauf über 1OOO Meter; die 4. Leistungsprüfung ist ein 10-kilome- ter-Marsch mit Gepäck; die 5. Leistungsführung ist eine Prapaganda- fa hrt; die 6. Leistungsprüfung umfaßt Einsatzübungen, die im Gelände SA.-mähige Aufgaben zu lösen haben; die 7. Leistungsprüfung besteht aus den Hebungen 7 und 8 des Kleinkaliberschießens, aus den Bedingungen des Erwerbs des SA.-Sportabzeichens. Die Sondereinheilen, wie Mariae-, Rach- richlen-, Pionier- und Reilerslürme haben ihrer Sonderläligkeit entsprechende Aufgaben erhalten. Reichswettkampf der SA. Oer Führer stistek für den siegenden Sturm jeder Gruppe einen Ehrenpreis. r uns. >en 2,75 - Mich» ben be« Erfasser lewöhn. Jas hier n Glau» Freude ber er» erhörten 1 Schön» Schwer tu über- ben bie 15". Si? mb Der» )r ftren» Zeit be* unzwei» Einführung der allgemeinen Luffchutzpflicht Ein Reichslustschuhgefeh vom Reichskabinett verabschiedet. r au* lUn9en M.) 35. 2 i Don Ratur, 's bardische Spuren Mantif -utschez 'n Flur unb Dörfer, m Hinrheins, nMa» lenlwal. mb bie ■ 3eii). m nia» lenfbuch mberns, ßanbe Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Reichsregierung hat ein bedeutsames „L u f t- schutzgesetz" beschlossen. Der Luftschutz ist Aufgabe des Reiches. Der R e i ch s m i n r st e r derLuftfahrt bedient sich bei der Durchführung des Luftschutzes neben der R e i ch s l u f t f a h r t s- oerwaltung der Polizei, auch kann er Dienststellen und Einrichtungen der Länder, Gemeinden, und Körperschaften des öffentlichen Rechts in Anspruch nehmen. Besondere Kosten werden vom Reich erstattet. Alle Deutschen sind zur Dienst- und Sachleistung sowie zu sonstigen Handlungen, Duldungen und Unterlassungen verpflichtet, die zur Durchführung des Luftschutzes erforderlich sind. Mit dieser Bestimmung wird die „L u f t s ch u tz p f l i ch t geschaffen. Luftschutzpflichtig sind ferner alle lunsti- schen Personen, nicht rechtsfähige Personenvereini- gunqen Angestellte und Einrichtungen osfentüchen und' privaten Rechts, soweit sie im Deutschen Reich Sitz, Niederlassung oder Vermögen haben. Ausländer und Staatenlose, die im Deutschen Reich Wohnsitz, Aufenthalt oder Vermögen haben, sind luftschutzpflichtig, soweit nicht Staatsoertrage oder allgemein anerkannte Regeln des Völkerrechts ent- ^Personen, die infolge ihres Lebensalters oder ihres Gesundheitszustandes ungeeignet erscheinen dürfen zu persönlichen Diensten im Luftschutz nicht herangezogen werden. Das gleiche güt für Parfo- nen deren Heranziehung mit ihren Berufspslichten gegenüber der Volksgemeinschaft, insbesondere mit den Pflichten eines öffentlich rechtlichen Dienstverhältnisses nicht zu vereinbaren ist. Die Heranziehung zur Luftschutzpslicht erfolgt durch polizeiliche Verordnung. Für die Leistung persönlicher Dienste wird grundsätzlich keine Vergütung gewahrt Der § 7 des Luftschutzgesetzes betrifft die G e - Heimhaltung von Geschäfts- und Betrieb s g e h e i m n i s s e n, die die im Luftschutz tätigen Personen bei Wahrnehmung ihres Dienstes erfahren. Heber andere Tatsachen, an deren Nlcht- bekanntwerden die Betroffenen ein berechtigtes Interesse haben, ist Verschwiegenheit zu bewahren. Nur mit Genehmigung des Relchsrnmisters der Luftfahrt darf über Fragen des Luft Putzes Un- terricht erteilt, dürfen Vortrage gehalten Bilder oder Filme öffentlich vorgefuhrt oder Luftschutz- o^Die^Str^stbestl^mmungen sehen in besonders schweren Fällen sogar Zuchthaus vor. Dem Reichs- Berlin, 26. Juni. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Jn der heutigen kabinettssihung, der i letzten vor einer längeren Sommerpause, wurde das Gesetz über den Reichsarbeitsdiensi verabschiedet, wonach alle jungen Deutschen verpflich- ' tet sind, im Reichsarbeitsdienst zu dienen. Zunächst wird die Arbeitsdien st pflicht der männlichen Jugend eingeführt, während die Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Jugend einer besonderen gesetzlichen Regelung Vorbehalten bleibt. Jm Anschluß an das Gesetz über die Einführung der Arbeitsdienslpflicht hat der Führer verfügt, daß die Dienstzeit des Arbeitsdien st es bis auf weiteres ein halbes Jahr beträgt Die Stärke des Arbeitsdienstes soll während des nächsten Dienstjahres vom 1. Oktober 1935 bis 30. September 1936 einschließlich des Stamm- und Hilfspersonals 200 000 Mann nicht überschreiten. Mil dieser Zahl werden in zwei Schichten ungefähr alle Tauglichen des Jahrganges 1915 zm m Arbeitsdienst eingezogen werden können. Der freiwillige Eintritt in den Arbeitsdienst ist bereits vom vollendeten 17. Lebensjahr an möglich, um denjenigen, die in diesem Alter aus der Schule oder aus der Lehrzeit ausscheiden, sofort den Eintritt in den Arbeitsdienst zu ermöglichen. Der Reichsarbeitsdienst ist ein Musterbeispiel der neuen Gesetzgebung. Der Arbeitsdienst wird nicht in Regeln und Organisationen hineingezwängt, die für andere Zwecke geschaffen sind, der Arbeitsdienst hat für seine eigenen Aufgaben feine eigene Organisation und seine eigenen Regeln geschaffen und die Gesetze müssen sich jetzt diesem Aufbau anpassen. Das Gesetz bringt eine Bestätigung dessen, was das Volk durch die Tat bereits als seinen Willen bekundet hat. Viele Hunderttausende sind schon freiwillig durch den Arbeitsdienst gegangen, das ganze Volk hat den Arbeitsdienst als eine moralische Pflicht bereits anerkannt und begeistert seine Arbeit ausgenommen. Nun wird er aus einer Gemeinschaft der Freiwilligkeit zu einer machtvollen Pflichtorganisation der Nation, der sich niemand entziehen kann. Nach § 1 des Gesetzes ist der Arbeitsdienst E h r e n d i e n st am deutschen Volke. Wer freiwillig oder ausgehoben zum Arbeitsdienst kommt, kann und darf'nicht für sich selbst besondere materielle Vorteile erwarten. Für seinen Dienst und seine Arbeit erhält er keinen Arbeitslohn. Dienst und Arbeit gilt der ganzen Volksgemeinschaft. Von jedem einzelnen wird selb st loser Einsatz seiner ganzen Kraft verlangt. Die Dienstpflicht umfaßt alle gesunden jungen deutschen Männer und Frauen. Die Vorschriften über die Dienstpflicht der weiblichen Jugend bleiben noch besonderer R e g e l u n g' vorbehalten, da der Frauenarbeitsdienst weder nach der Zahl seiner Führer noch nach dem Aufbau seiner Verwaltung in der Lage ist 100 000 Mädchen in Pflichtarbeitsdienst aufzunehmen. Vom männlichen Arbeitsdienst wird der Geburtsjahrgang 1915 etnberufen die Hälfte zum 1. Oktober 1935, die andere Hälfte zum 1. April 1936. Die Einberufung richtet sich nicht nach dem Monat der Geburt. Die Dienstzeit dauert vorläufig sechs Monate. Die allgemeine Musterung wird von Ium bis August 1935 im Zusammenhang mit der Musterung für die Wehrmacht durchgeführt. Die Aushebung für den Arbeitsdienst erfolgt durch die Meldeämter des Arbeitsdienstes. Wer nicht vom Arbeitsdienst befreit (ausgemustert) wird, erhält die Einberufung zu einer bestimmten Arbeitsdienstabteüung. Diejenigen, die bereits den Arbeitspaß im Freiwilligen Arbeitsdienst erhalten haben, werden nicht mehr zum Reichsarbeitsdienst emgezogen Da der Arbeitsdienst Ehrendien st ist, müssen diejenigen ausgeschlossen bleiben, die wegen ehrenrühriger Handlung öuruckge- stellt sind, das sind alle mit Zuchthaus B e st r a f t e n, ferner die Bestraften, denen die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt sind, die den Maßregeln der Sicherung oder Besserung unterworfen sind und die wegen staatsfeindlicher Betätigung gerichtlich bestraft sind. Außerdem ist unwürdig, wer aus der NSDAP, wegen ehrenrühriger Handlungen ausgeschlossen 'st- Wer durch gerichtliches Urteil die Fähigkeit zur Beklei düng öffentlicher Aemter für eine befristete Zeit verloren hat, darf in dieser Zeit nicht einberufen werben. , .. Wer für die besonderen Arbeiten im Arbeitsdienst körperlich oder geistig v oll i g untauglich ist, wird nicht eingezogen. Wer vorübergehend untauglich ist, kann z u r u ck g e- st e l l t werden. Wer für längere Zeit ins Ausland gehen will ober bereits im 21 u s l a n De lebt, kann von der Ableistung der Arbeitsdlenst- pflicht entbunden werden. Kehrt er aber vor Vollendung des 25. Lebensjahres nach Deutschland zurück, so muß er seiner Arbeitsdienstpflicht noch genügen. Eine Zurückstellung von der Dienstpflicht kann im allgemeinen bis zu zwei Jahren, im Höchstfall bis zu fünf Jahren erfolgen. minifter ber Luftfahrt wirb bie Ermächtigung erteilt, im Einvernehmen mit ben zustänbigen Reichs- minifterien bie zur Durchführung bieses Gesetzes notwenbigen Rechtsverorbnungeii unb allgemeinen D e r w a l t u n g s v o r s ch r i f- ten zu erlassen. Ein umfangreiches Gesetzgebungswerk verabschiedet Das Reichskabinett hat am Mittwoch ferner angenommen ein Gesetz zur Aenberung bes Strafgesetzbuches, bas in erster Lime besonders burch bie Gesetzgebung auf anderen Gebieten notwendig geworden war, durch das aber auch die UmfteUung des Strafrechts auf den (Seift d e s neuen Staates unter Vorwegnahme einiger Gedanken ber künftigen Gesamtreform weiter vorwärtsgetrieben wird. Insbesondere enthält diese Novelle eine wesentliche Verschärfung der Strafbestimmungen für bie Unzucht unter Männern. Das Gesetz zur Aenberung von Vorschriften bes Strafverfahrens und des Gerichtsverfassungsgesetzes bringt die technische Sicherung der Vorschriften des ersten Gesetzes. Angenommen wurde weiter eine Aenderung des Gesetzes zur Verhütung erdkrankenNach- wuchses, durch das eine Beschleunigung des Verfahrens herbeigeführt und bestehende Unklarheiten beseitigt werden, ein Gesetz zur D e r e i n h e l t l l - chung der Fideikommißauflosung und eine Aenderung des Besoldungsgesetzes, durch das bie bereits im Reichshaushaltsplan 1935' enthaltenen neuen Aemter unb Amtsbezeichnungen in bie Reichsbefolbungsorbnung ausgenommen werden, um die ordnungsmäßige Besetzung der neuen Planstellen zu ermöglichen. — Verabschiedet wurde weiterhin ein Gesetz über die Heberführung von Angehörigen der Landespolizei in die Wehrmacht und ein Gesetz über die Entziehung des Rechts zum Führen einer Dienstbezeichnung ber Wehrmacht, burch das all denen diese Berechtigung entzogen wird, bie burch ihr Verhalten sich des Führens der früheren Dienstbezeichnung als unwürdig erwiesen haben. — Durch das Gesetz über den Güterfernverkehr mit Kraft- roagen soll die Befriedung des Wettbewerbs zwi- Erscheint täglich, außer JKWW a A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ,▼ W V für die Mittagsnummer 8S wicncner MMM SS infolge höherer Gewall Stellen-, Vereins-, gemein- =™ä Seneral-Anzeiger für Gberhchen Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrankfurt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Umverfitäts-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange tn Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze r Mengenabschlüsse Staffel b sich in Zukunft nur aus Männern zusammen, bie bie allgemeine Arbeitsbienstpflicht abgelegt haben. Für die gesamten Aufgaben ist ein einheitliches Führerkorps bestimmt. Jedem Führer ist durch die verschiedenen Schulungen im Arbeitsdienst selbst die Möglichkeit gegeben, bei entsprechender Eignung in bie höch sten Führer st el- l e n aufzurücken. Die Führer sinb weder Beamte, noch Hnterosfiziere ober Offiziere. Sie sinb vielmehr ein eigener Typ für bie Sonberaufgaben bes Arbeitsdienstes. Sie erhalten eine Besoldungsordnung, die auf die Besonderheiten des Arbeitsdienstes eingestellt ist. Für eine ausreichende Versorgung werden besondere Vorschriften geschaffen. )er M r Früh' uns Univ.' 1,10 M- Bo'den von die dunkle" M W1 Wls § *L eulung des largefteW -iedlWgin Hfl und VTeub' SS tiglidK1' n. schen den Eisenbahnen unb ben Unternehmern des Güterfernverkehrs erreicht werden. — Das Gesetz zur Ergänzung der Kleingarten- unb Kleinpachtlanborbnung dient der Beseitigung der in vielen Wohnlaubengebieten bestehenden Rechtsunsicherheit unb der Gegensätze zwischen Verpächtern unb Laubenbesitzern. Gin neues Aeichsnaturschuhgef etz Ein von ber Reichsregierung verabschiebetes Reichsnaturschutzgesetz bient bem Schutze und ber Pflege ber heimatlichen Natur in allen ihren Erscheinungen. Die ober st e Naturschutz - b e t) ö r b e für bas Reich stellt der R e i ch s f o r st » meister dar, der einzelne Befugnisse auf die Nachgeordneten Naturschutzbehörden übertragen kann. Zur fachlichen Beratung wird jeder Naturschutzbehörde eine „Stelle f ü r Naturschutz" beigeordnet. Diese regionalen Naturschut' ellen werden in der neugeschaffenen „ Reichsstelle für Naturschutz" zusammengefaßt. Das Gesetz gibt dem Reichsforftmeifter das Recht, wichtige Flächen zu Reichsnaturschutzgebieten zu erklären und erforderlichenfalls auch Enteignur q e n vorzunehmen. Für Zuwiderhandlungen geg> >i Das Gesetz sind Geldstrafen oder Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren vorgesehen. Mit diesem Gesetz ist zum ersten Male eine einheitliche Regelung des Naturschutzes für das gesamte Reich getroffen worden. Eine Beschlußstelle für Rechtsfragen der Evangelischen Kirche. Das Reichskabinett beschloß ein Gesetz zur Sch a f- fung einer Beschluß st elle in Rechts- angelegenheiten ber Evangelischen Kirche. Die Beschlußstelle in Rechtsangelegenheiten wirb beim Reichsministerium des Innern gebildet. Hängt in einem bürgerlich e n R e ch t s ft r e i t die Entscheidung davon ab, ob seit dem 1. Mai 1935 in den Evangelischen Landeskirchen ober in ber Deutschen Evangelischen Kirche getroffene Maßnahmen gültig sinb, wird die Besch l u ß st e l l e auf Antrag des Gerichtes hierüber beschließen. Eine Ehrengabe für Mackensen. Angenommen wurde schließlich ein Gesetz über die Abgabenb e"f reiung einer Dotation an den Generalfeldmarschall August von Mackensen. Nach dem Willen des Führers und Reichskanzlers soll dem Dank des deutschen Volkes an den ruhmvollen Heerführer unvergänglicher Ausdruck verliehen werden. Das preußische Staatsministerium hat daher beschlossen, die preußische Domäne Brüssow, Kreis Prenzlau, bem Führer und Reichskanzler für eine Hebereignung an den Generalfeldmarschall von Mackensen zur Verfügung zu stellen. Deutsche Aerzte fahren nach USA. Siebzig deutsche Aerzte treten am 27. Juni 1935 mitdemHapag-Schnelldampfer „Hamburg" eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten an. Die Fahrt wird von der Deutschen Gesellschaft für ärztliche Studien- reifen veranstaltet, sie dient u. a. dazu, den nord- amerikanischen Aerzten, die oft in Deutschland Fort- bildungs- und andere Ausbildungskurse besuchen, einen Gegenbesuch abzustatten, hervorragende Vertreter der Medizinischen Wissenschaft Amerikas kennenzulernen und die wissenschaftlichen und charita- tiven Einrichtungen der Vereinigten Staaten zu studieren. An der Reise nehmen der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Dr. Dessau, und der Ge- neralsekretär Medizinalrat Dr. Saar teil. Als Vertreter der NSDAP, und gleichzeitig des Reichsärzteführers begleitet Gauamtsleiter Dr. Brauneck, Bremen, die deutschen Aerzte. Den amerikanischen Kollegen wird eine Einladung zu einer im nächsten Jahre vor oder im Anschluß an die Olympischen Spiele geplanten Reise zur Besichtigung deutscher Bäder und Hochschulen überbracht werden. In Neuyork wird der amerikanische Aerzteverbanb die deutschen Aerzte empfangen unb begrüßen. Es liegen ferner Einlabungen vor von ber Deutschen Aerztlichen Gesellschaft Neuyork unb von ber American Academy o f Medicine Dleutjorf. Weitere Ziele ber Stubienfahrt sinb Niagara, Detroit, wo bie Forb-Automobil-Werke besichtigt werben sollen, Chikago, Philadelphia unb nor allem Washington, wo insbesondere ein Besuch des Capitols, des Weißen Hauses und zahlreicher Museen und öffentlicher Institute vorgesehen ist. Am 26. Juli werden die deutschen Aerzte mit dem Hapag-Schnelldampfer „Neuyork" wieder in 1 Hamburg eintreffen. Hilgenfeldt dankt der HI. für Mitarbeit am WHW. 4934/35. I Jn rückhaltlosem Einsatz hat sich die Hitler- - Jugend in ben vergangenen Monaten mit ihrer • gesamten Mannschaft für bas Winterhilfss » werk bes beutschen Volkes eingesetzt. Wie de« » Reichs-Jugend-Pressebienst meldet, hat der Reichs» । beauftragte für das Winterhilfswerk, Pg. Hil» : genfelbt, dem Reichsjugendführer in einen! i Schreiben für die freubige Mitarbeit der HI. unb ; des BdM. beim Winterhilfswerk bes deutschen i Volkes gedankt unb ihn gebeten, diesen Dank den - Formationen zu übermitteln. C-en wird heute erneut in Paris erwartet Erörte- Zerfetzung im von vornher- n. angebeutet. ost-Abessimen auszubeuten und abessinischen Außenpolitik. Der Schaufigur auf seinem Throne Am 22. Oktober 1929 gibt der damalige Drganb fationsteiter II in der Führung der NSDAP., Konstantin Hier!, ein Rundschreiben heraus, in dem sich folgender Satz findet: „Wenn einmal die morsche Hülle des heutigen Staates zusammenbricht, bann müssen die Fundamente des nationalsozialistischen Staates fertig fein." Hier! hält, was er verspricht. Schon im Jahre 1930, als noch niemand in Deutschland an den Freiwilligen Arbeits- dienst denkt, entwickelt er dem Führer in einem Dortrag den Plan einer Arbeitsdienstpflicht, deren Grundsätze noch heute in Gültigkeit sind. Adolf Hitler stimmt zu. Hier! beginnt mit der weiteren Ausarbeitung und Propaganda seiner Pläne. Inzwischen hat das Weimarer System, um sich zu wehren, für die nun überall auftauchenden Gruppen des Freiwilligen Arbeits- dienstes eine gesetzliche Regelung getroffen, die aber völlig unzulänglich ist und eine D e r f ä l s chu n g und Entwertung der Idee der Arbeitsdienstpflicht bedeutet. Den Parteigenossen wird daher die Teilnahme an diesem Arbeitsdienst verboten und erst wieder gestattet, nachdem die gesetzlichen Bestimmungen im Jahre 1932 entsprechend geändert sind. Anfang 1933 ist der Arbeitsdienst hinreichend von getarnten nationalsozialistischen Dienstträgern durchsetzt. Ende 1932 war durch Hier! schon die theoretische Vorarbeit für den Aufbau einer Arbeitsdienstpslicht-Organisation im wesentlichen beendet. Nach der Machtergreifung wird Oberst Hier! zum Staatsfeketär für ben Arbeitsdienst und da eine einheitliche und verantwortliche Leitung notwendig ist, alsbald zum Reichsarbeits- führe r ernannt. In zwei Jahren entsteht eine starke, festgefügte Organisation, eine politische Füh- rertruppe, die befähigt ist, die ihr nunmehr von Adolf Hitler übertragene Aufgabe der Schulung der gesamten jungen Mannschaft unseres Volkes zu übernehmen. Das Lebenswerk Konstantin Hierls geht seiner Vollendung entgegen. Vor uns steht der Arbeitsdienst als das, was er nach dem Wort des Führers werden sollte: „Ein Eckpfeiler im Wieder- aufbau unseres Reiches und Volkes!" nach außen hin, Entsittlichung und Innern. Der Nationalsozialismus erkannte ein, daß es zur Wiederherstellung in die Nacht, um das tägliche Brot zu haben. Diese müssen Ihnen zum Beispiel dienen. Ich werde für ben nächsten Kursus strengere Auslesegesetze in Anwendung bringen, und ich kann Sie auf das Bestimmteste versichern, daß ein Journalist, der nicht über ein gewisses Maß von Wissen und Charakter verfügt, in die Presseliste einfach nicht aufgenommen wird. Er kann bann alles andere werden, aber nicht Schriftleiter. Daß die Presse auf ein schlechtes Bildungsniveau heruntersinkt, lasse ich um so weniger zu, als dann Journalisten solcher Art später die Freiheit der Meinung für sich reklamieren. Der sich an Arbeit vorbeibrückt in der Annahme, baß es in Deutschlanb nur m i l Gesinnung getan wäre, ber befindet sich auf einem sehr verhängnisvollen Holzwege. Der neue Staat wirb einmal bie rechte Gesinnung als etwas felbstverständ- liches vorausfehen müssen. Cs sollen hinzu- kommen: Wissen unb können, Fleiß unb Beständigkeit, Charakter unb Aufrichtigkeit. 3m Leben wirb man, rund gekommen. Frankreich wünsche, nicht weniger dringend als England, eine befriedigende Lösung des Streites. Allerdings scheine noch kein genauer französischer Plan zu bestehen. In Paris habe man es vielleicht besser begriffen als in London, daß Mussolini jetzt entschlossen sei, auf einer umfassenden und dauernden Regelung der Meinungsverschiedenheiten mit Addis Abeba zu bestehen. Französisch« Anregungen würden also höchst wahrscheinlich hinzielen auf eine für Italien annehmbare Regelung in moralischer, materieller und wirtschaftlicher Art. „Daily Telegraph" meldet, Mussolinis Forderungen gingen weit über bie britischen Anregungen hinaus. Italien werde sich mit nichts geringerem begnügen als mit einem militärischem Protektorat über Abessinien nach dem Vorbild des französischen Protektorats über Marroko. Italien verlange Räume für feine überschüssige Bevölkerung, die ungehinderte Möglichkeit, die angeblichen Erdschätze in Nord- und Nord- waffnetes Volksheer zu schaffen, sondern es mußte jedem deutschen Manne auch die innere Waffe einer unverrückbar festen seelischen Haltung gegeben werden, wenn eine Wiederholung des Unglücks von 1918 für alle Zeiten ausgeschlossen sein sollte. Die Partei hat diesen Prozeß der politischen und weltanschaulichen Willensbildung vor 15 Jahren begonnen, in 13 Kampfjahren durchgeführt und in den zwei Jahren der Herrschaft fast vollendet. Der neue Staat aber sichert mit der Partei zusammen die Erhaltung und Fortdauer dieses Werkes, indem er jeden deutschen Volksgenossen zur Teilnahme an der großen staatspolitischen und weltanschaulichen Erziehungsschule des Arbeitsdien- stes verpflichtet. Hier sieht und hört der junge Deutsche nicht nur den Schritt der neuen Zeit, nein, er marschiert selber mit, er erlebt selber im Geist und in der Tat den tiefsten Sinn der nationalsozialistischen Idee: die schaffende Volksgemeinschaft. Neben den Soldaten der Wehrmacht tritt der Soldat der Arbeit. So werden Spaten und Gewehr zu den Symbolen der deutschen Freiheit. Arbeitsdienst und Waffendienst haben ganz verschiedene Aufgaben zu erfüllen, aber zu ihrer Vollendung sind sie auseinander angewiesen. Denn aus nationaler Wehrkraft und sozialistischer Arbeitskameradschaft wächst das Dritte Reich. Die neue deutsche Wehrmacht hatte ein Vorbild, glaube, daß, wenn es seine Ansprüche nicht jetzt durchsetze, andere, z. B. die Vereinigten Staaten und Japan die Gelegenheit benutzen würden. Ein Krieg im Herbst erscheine beinahe unvermeidlich. Großbritanien werde in eine äußerst heikle Lage gebracht. Abessinien werde beftimmt den Völkerbund anrufen, wie China es getan habe. Die britische Regierung werde bann zu entscheiden haben, ob sie die Berufung unterstütze und dadurch Italien aus dem Völkerbund treibe, ober sich taub stellen solle. Englanbs Haltung sei völlig uneigennützig. Eng- lanbs einziges Interesse im Innern Abessiniens gelte ben Gewässern bes Tsana-See, aus bem ber Blaue Nil entspringe unb von bem bie Fruchtbarkeit bes Sudan abhänge. Die britische Regierung ' würde sogar dem Kaiser von Abessinien großmütig Entschädigungen anbieten, wenn er die italienischen Forderungen bewillige. Dies sei der beste Beweis für die Ehrlichkeit Großbritanniens. Ein langer Feldzug, der ständig große italienische Verstärkungen beanspruchen würde, würde wahrscheinlich gefährliche Rückwirkungen in Europa haben. Anregungen anzunehmen, zur Geringer Erfolg in Rom. Keine Einigung in der Abessinien-Frage. die Kontrolle der Kaiser könne als bleiben. Italien Schule -er Nation. 1717 führte Friedrich Wilhelm I. in Preußen bie allgemeine Schulpflicht ein, bie bann im 19. Jahrhunbert von Deutschlanb aus die ganze zivilisierte Welt eroberte. Das Notjahr 1813 ist das Geburtsjahr ber beutschen allgemeinen Wehrpflicht, bie König Friebrich Wilhelm III. in seinem „Aufruf an bas deutsche Volk" verkünben unb im folgenben Jahre für bauernb festlegen konnte, nachbem ber geniale Organisator Scharnhorst in ben vorausgegangenen Jahren die Grundlagen hierfür geschaffen hatte. Am 26. Juni 1935 schuf Adolf Hitler für Deutschland die allgemeine Arbeits- b i e n st p s l i ch t. Sein Scharnhorst heißt Konstantin Hier!. Von nun an hat der junge deutsche Mensch drei Pflichten zu erfüllen, die ihm der Staat auferlegt: Schulpflicht — Arbeitsbien ft- pflicht — Wehrpflicht. Dieser Dreiklang bildet ein harmonisches Ganzes, von dem jeder Teil gleich unentbehrlich ist, um das Bild des freien und edlen deutschen Mannes zu formen, um der Nation jene innere und äußere Größe zu verleihen, die die Sehnsucht des deutschen Volkes ist. Daß diese Harmonie, diese Einheit von Wissen, Wille unb Kraft solange nicht vor- hanben war, als nur eine ober zwei staatliche Pflichten das Leben des Einzelnen an bie Gemeinschaft banben, das hat mit grauenhafter Folgerichtigkeit die Geschichte der letzten Jahrzehnte bewiesen. Weder konnte es die Schulpflicht noch die allgemeine Wehrpflicht der Vorkriegszeit verhindern, daß dem deutschen Volke nach einem beispiellosen, siegreichen Waffengang der Wille fehlte, um den inneren Feind niederzuschlagen und damit die Schande des Versailler Diktats abzuwenden. Nach der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht aber fehlte es nicht nur an dem Willen, sondern auch an der Kraft, sich gegen bie Staatsfeinbe diesseits unb jenseits ber Grenzen burchzusetzen. Die Folgen waren: Wehrlosigkeit unb Schwäche lichen Sicherheitspakt zu unterstützen. Hitler habe seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, sich an einem System vielseitiger Nichtangriffspakte in Osteuropa zu beteiligen, selbst wenn einige andere Teilnehmer Pakte gegenseitigen Beistandes abschließen sollten. Es sei jetzt an ben Regierungen, bie bie Schaffung biefes Systems wünschten, an Deutschlanb mit positiven Vorschlägen heranzutreten, unb an Deutschlanb sei es, zu zeigen, daß es auch in, dieser Sache zu seinem Worte stehe. Wiederum spiele die britische Regierung eine hilfreiche Rolle, aber immer mit der Erwägung — die von Italien geteilt zu werden scheine —, daß gute Gelegenheiten an einem Punkte nicht versäumt werden sollten, weil der Fortschritt an einem anderen Punkte langsam sei. Dies werde Eden heute zweifellos in Paris deutlich machen. Nach Ansicht der englischen Regierung und der britischen öffentlichen Meinung fei der aussichtsvollste und praktischste Vorschlag, der in dem englisch-französischen Kommunique vom Februar erwähnt war, der Luftpakt. Lloyd Georges Gesundungsplan vom Kabinett verworfen. London, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Kabinett hat beschlossen, den von Lloyd George ausgearbeiteten Plan finanzieller und wirtschaftlicher Gefundungsmaßnahmen zu verwerfen. Die ablehnende Haltung des In anderen punkten besseres Einvernehmen. Das Flottenabkommen. — Oonaupakt und östliche Sicherheitsverträge. — Oie Dringlichkeit des Lustlocarno. Dr. Goebbels an den Gchristleiternachwuchs. Reben der rechten Gesinnung bedarf es Wissen und Können, Fleiß und Beständigkeit, Charakter und Aufrichtigkeit, um im Leben etwas zu erreichen „ , , einer einigen, kraftvollen Nation nicht genügen könne, ein b e- Nordische Wiedergeburt. Alfred Rosenberg spricht auf der Lübecker Tagung der Nordischen Sesellschast. London, 27. Juni. (DNB.-Funkspruch.) „Times" berichtet aus Rom, bei der Besprechung zwischen Eden und dem französischen Botschafter sei der italienisch-abessinische Streit und die hartnäckige Weigerung Mussolinis, Edens Es scheint, daß einige von Ihnen ihren Aufenthalt in Berlin als eine Art Erholungsurlaub ansehen. In Berlin ist man etwas anderes gewohnt; I hier arbeiten Millionen vom frühesten Morgen bis I Sanz Europa bedrohende Gefahr für immer zu bändigen. Wir hoffen, daß das Ringen um eine neue Grundlage des Lebens, das innerhalb aller Völkergemeinschaften heute ausge- kämpft wird, mit dem Siege der Volkskräfte beendet werden wird. Von innen heraus muß die Ueberwindung der kommunistischen Gedankenwelt vor sich gehen durch bie Förderung ber auffeimenben gefunben Kräfte, lieber ben nordischen Ostseeraum hinweg, so erklärte er, wissen wir uns eins a u ch m i t E n g l a n b , ber großen Macht in ber Norbfee, die seit Jahrhunderten in einem unbekümmerten Wikinoertum ein weltumfassendes Imperium schuf, dessen Aufgabe es ist, den Schutz des weißen Menschen zu bilden dort, wo die Lebensnotwendigkeiten Europas es erfordern. Das deutsch-englische Flottenabkom- men ist -in Beispiel einer wiMich aufbwnten ber Arbeitsdienst nicht. Er ist ganz und gar eine Schöpfung aus nationalsozialistischem Geist, bas Werk eines Mannes, ber aus ber Bewegung heraus den großen Gedanken faßte und in fünfjähriger rastloser Arbeit verwirklichte. Wenn heute diese junge Organisation gleichwertig, gleichberechtigt unb gleichdurchgebildet an die Seite der durch eine hundertjährige Entwicklung vervollkommneten staatlichen Einrichtungen von Schule und Heer gestellt wird, so spiegelt sich schon darin die ungeheure Willens- und Leistungskraft der von Adolf Hitler geschaffenen Bewegung wieder. Die Vorgeschichte der Arbeitsbienstpflicht sei daher in kurzen Zügen Berlin, 26. Juni (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Teilnehmer des zweiten Lehrganges der Reichspreffe- schule, um ihnen die sich bem Schriftleiterberuf zuwenben möchten, angesichts betrüblicher Erfahrungen in aller Offenheit seine Meinung über bie unerläßliche Notwendigkeit zu sagen, mit Fleiß und Strebsamkeit an sich selbst zu arbeiten und die Chancen zur Weiterbildung auch tatsächlich auszunutzen. „Wenn mir mitgeteilt wirb", so betonte ber Minister, „baß sich die allgemeinen Bildung s - unb Wissensverhältnisse in Zhrem Kreise auf einem wenig erfreulichen Niveau befinben, so können Sie sich benken, daß ich einem solchen Zustand vielleicht zwei Monate zuschauen kann, aber nicht länger. Es ist keine Entschuldigung, wenn man sagt, bie Schuljahre hätten nicht genug Wissen geboten. Sie können auch nicht sagen: wir kommen aus kleinen Verhältnissen unb haben nicht bie Möglichkeit gehabt, uns weiter- zubilben. (öerabe hier In Berlin wirb Ihnen wie sonst nirgendswo Gelegenheit in hülle und Fülle geboten, das allgemeine Wissen zu ergänzen und zu vertiefen. Die Männer, die heule Deutschland regieren, kommen fast alle aus kleinen Verhältnissen. Sie sind auch nicht in Palästen geboren und haben sich emporgearbeitet durch eigenen Fleiß und durch eigene Kraft. „ L üb eck 26. Juni. (DNB., Di- Reichstagung der Nordischen Gesellschaft erreichte ihren Höhe- punkt mit einer großen nordischen Kundgebung, auf ber Reichsleiter Alfreb Rosenberg sprach. Unser Handeln, erklärte er u. a., muß von den Notwendigkeiten unserer Zeit aus bestimmt werden. Wir wissen heute, daß bas Licht nicht aus dem Osten kommt, daß die Völker Europas nicht aus Asien eingeroanbert sind, fonbern daß bie Wiege ber europäischen Kulturen unb ber Kulturen Indiens, Irans, Griechenlands und Roms im Norden stand. Der bolschewistische Osten droht mit seiner Verneinung gerade die besten Urkräfte der europäischen Völker zu vernichten, aus denen heraus Seele und Kultur der Völker Europas entstanden sind. Wir sind der Hefen Ueberzeugung, daß die nationalsozialistische Bewegung die ür Deutschland angemessene Form ist, um hier die Kabinetts sei in ber Weife zum Ausbruck gekommen, baß ber abfällige Bericht eines Unterausschusses über Lloyb George Vorschläge gebilligt worben sei. Die Regierung werbe eine Erklärung ausarbeiten, in ber bie Grünbe ihrer Haltung bargelegt würben. Frankreichs politische Linie. Die Möglichkeit einer deutsch-französischen Aussprache. Paris, 27. Juni. (DNB.) Vor ben Senatsausschüssen für auswärtige Angelegenheiten unb für bie Kriegsmarine erklärte Ministerpräfibent Laval, bie französische Regierung sei stärker benn je Anhänger mehrseitiger Pakte unb bie Ge- samtverhanblungen ber Mächte über ben Frieben in Europa. Der Völkerbunb bleibe für bie französische Regierung der notwendige Rahmen für diesen Frieden. Die Kritik, daß ber französisch-sowjetrussische Beistanbspakt nicht mit bem fiocarnooertrag übereinstimme, sei gegenftanbslos. Laval beteuerte, daß nach ber Programmrebe bes Führers unb Reichskanzlers, ber am 21. Mai aufs neue Frankreich ben Frieben unb bie Freunbschaft Deuts chlanbs unter Ausschaltung jeber Ge- bietsforberung angeboten habe, zwischen Deutschland und Frankreich die Aussprache offengeblieben sei und, daß, wenn diese Gelegenheit zu einer deutsch-französischen Regelung (Arrangement) in der Achtung der Unversehrtheit aller Mächte wirklich in die Nähe gerückt sei, der Chef der französischen Regierung nicht zögern würde, das zu tun, was er als feine Pflicht zugunsten des allgemeinen Friedens und ber Wieberherstellung Europas anfehen würbe. Senator Verenger beglückwünschte ben Regierungschef zu ber rein realistischen Orientierung, bie er ber trabitionellen Politik Frankreichs, bie von feinen Vorgängern stets befolgt worben fei, zugunsten einer Annäherung aller Mächte für ben Wieber- aufbau Europas unter ber Schirmherrschaft bes Dölkerbunbes zu geben gewußt gäbe. Locarno und französisch-sowjeirussischer patt. Paris, 25. Juni (DNB.) Ministerpräfibent unb Außenminister Laval hat ben beutschen Geschäftsträger, Botschaftsrat Forster, bie französische Antwortnote auf bie deutsche Note überreicht, die sich mit dem französisch-sowjetrussischen Beistandspakt und seine Rückwirkungen auf den Locarno-Vertrag befaßte. In der neuen französischen Note wird in der Hauptsache ausgeführt, daß nach übereinstimmender Auffassung auch der enylischen und der italienischen Regierung der französisch-sowjetrussische Pakt nicht im Widerspruch zu dem Locarno-Vertrag stehe. Spannung im Fernen Osten. Moskau, 27.Juni. (DNB.) Wie aus Chaba- rowsk gemeldet wird, haben die sowjetrussi- chen Behörden von Wladiwostok einigen Japanern, die dort seit längerer Zeit an« äffig sind, bie Aufenthaltsgenehmigung entzogen, unb sie aus ber Sowjetunion ausgewiesen. Der Protestschritt bes japanischen Konuks in Wlabiwostok ist russischerseits unbeantwortet geblieben. — Auf Veranlassung ber Marine- behorben ist japanischen Schiffen das Anlaufen einiger russischer Häfen im Fernen Osten, darunter auch der Bucht der heiligen Olga, verboten worben, „Times" erklärt, in anberen Punkten scheine (Ebene Besuch in Rom zu einem besseren Einvernehmen geführt zu haben. Eben habe wahrscheinlich bie Italiener bavon überzeugt, daß Großbritannien nicht beabsichtige, sich von Frankreich und Italien zu trennen und sich in die Arme Deutschlands zu werfen. Das Flottenabkommen habe Deutschlands Seestärke auf eine maßvolle Höhe festgelegt. Es sei die erste praktische Maßnahme einer Begrenzung, ber Deutschlanb freiwillig zugeftimmt habe unb durch die es sich selbst gebunden fühle. Eine weitere Quelle der Befriedigung sei es, daß Deutschland sich bereit erklärt habe, die Regelung des Londoner Vertrages über ben Gebrauch von U - Boo - t e n als für sich selbst verbinblich zu betrachte:.. Der Donaupakt sei für Italien befonbers wichtig, bie Schwierigkeiten seien unerwartet groß; es sei bisher kein Datum für bie Konferenz in Rom festgesetzt worben. Großbritannien sei mehr ein wohlwollenber Zuschauer aks ein Teilnehmer unb wünsche nach wie vor lebhaft, ben Plan zu förbern. In ähnlicher Weife sei es bereit, bie Verhanblungen über ben geplanten ö st- wenn man nicht gerade ein ganz großes Genie ist, nur etwas durch Fleiß erreichen. Selbst ganz große Männer haben es zur letzten Vollendung auch nur durch Fleiß gebracht. Ich spreche aus freundschaftlichen Gefühlen zu Ihnen. Uns hat es das Leben auch nicht leicht gemacht, und es kann uns keiner vorwerfen, daß wir vom grünen Tisch dekretieren, und von oben herab über Probleme reden. Wir kennen bie Dinge aus ber Praxis! Ich habe zu viele Existenzen scheitern • - ■--------- o—, sehen, und ich weiß, wohin man gerät, wenn man Millionen vom frühesten Morgen bis । bas Leben zu leicht nimmt." Paris, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Aufmerksamkeit der Pariser Presse richtet sich auf die Fortsetzung der Besprechungen zwischen Laval und Eden. „Echo de Paris" meint, bie Antwort ber britischen Regierung auf bie von Laval über Eben nach Lonbon gerichteten Anfragen, werbe nicht befriebi- genb ausfallen. Weber Balbwin noch Sir Samuel Hoare hätten ihre Auffassung über bas beutsch-eng- lische Flottenabkommen im Grunbe geändert. Laval habe trotz ber Lehre vom 18. Juni bisher gezögert, seine Hanblungsfreiheit wieder zu nehmen. Wenn die aus London vorliegenden Informationen zuträfen, bleibe ihm aber keine andere Wahl. Im besten Falle könne es auch in Zukunft eine gewisse Annäherung zwischen Frankreich unb England geben, aber es sei nutzlos, von Zusammenarbeit zu sprechen. „Oeuvre" schreibt, Baldwin habe zwar die Unteilbarkeit der in der Londoner Erklärung vom Februar angeführten unb in Stresa bestätigten Punkte anerkannt, aber trotzbem klar ben Wunsch seiner Regierung zum Ausbruck gebracht, sich für bie Zukunft bas Recht zu sichern, keine Unterhaltung über eine juristische ober praktische Frage abzulehnen, bie zur Aufrichtung bes Friebens in Europa beitragen fönnv Die Folgen eines berartigen Entschlusses seien von außerorbentlicher Tragweite. „Petit Parisen" sieht die Hauptschwierigkeit' bei der neuen Unterhaltung zwischen Eden und Laval darin, wie man über den ßuftpaft unbeschadet der übrigen Programmpunkte verhandeln könnte. Mit einem leisen Unterton der Befriedigung glaubt die Pariser Morgenpresse feststellen zu können, daß Edens Verhandlungen in Rom nicht nach seinem Wunsch ausgefallen seien. Eden sei ohne Sieaeslorbeeren aus Rom abgereift, schreibt „Oeuvre". Mussolini habe die Schaffung eines abessinischen Hafens in Britisch - Somaliland abgelehnt. Auf Edens Einwand, daß Italien nach Annahme des englischen Abessinien- Slanes in Europa ftärfer dastehen würde, habe lussolini erwidert, daß Italien sehr wohl im Stande sei, sich am Brenner zu verteidigen. Italien sei also nach Ansicht Mussolinis in der Lage, Zwei Kriege auf einmal führen zu können. Eden werde nunmehr in Paris versuchen, Frankreich für ein Eingreifen der Großmächte in Addis Abeba zu gewinnen, damit also die gleiche Methode anzuwenden, wie im Chaco-Streit. Die Schwierigkeit bestehe aber darin, daß weder Italien noch Abessinien bisher im geringsten den Wunsch geäußert haben, baß Frankreich sich einmischen möge. Außerdem wolle Frankreich sich nicht gerade jetzt in Gegensatz zu Italien setzen, wo man eine gewisse Entspannung zwischen Rom unb Paris feststellen könne unb militari» s ch e Besprechungen hätten ausgenommen werben können. Immerhin glaube man, baß roeber Frankreiech noch Englanb bis zum 25. August untätig bleiben werden. Man würde eine Lösung zu finden versuchen, die sich an die französische Methode ber Durchbringung Marok - k o 5 anlehne. Auf jeben Fall werde Frankreich mit äußerster Vorsicht porgehen. Weltpolitik und bedeutet einen Grundstein europäischer Friedenspolitik. Der nordische Mensch und die nordische Raffe. Der Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, betonte, der nordische Mensch und die nordische Rasse sind heute in der Welt bedroht durch jene Gefahr, die als die gefährlichste und unerbittlichste bisher in der Geschichte aller Völker und aller Zeiten Menschen und Staaten zerstört und ausgelöscht hat. Viele Völker sehen seit Jahren das Gespenst des Geburtenrückganges vor sich. In dem letzten Jahrzehnt sind gerade die nordischen Völker viel stärker von dieser Gefahr betroffen als andere Nationen. Das bedeutet, daß der Einfluß der nordischen Völker in Zukunft schwächer und schwächer werden würde. Wir müssen es als unsere vordringlichste Aufgabe auf allen Gebieten des Volkslebens betrachten, diese Gefahr von den nordisch bestimmten Völkern abzuwenden. Zwei Grundhaltungen des nordischen Menschen sind für die Gestaltung auch der praktischen und realen Dinge unerläßlich. Es ist dies der selbstverständliche Hang des nordischen Menschen zur Ordnung, zur Einordnung und zur Unterordnung unter alle Dinge, die das praktische Leben des Tages betreffen, eine Haltung, die dem nordischen Menschen angeboren ist. Ihnen gegenüber steht der Begriff einer angeblichen Freiheit, die zum Chaos und zur Zerstörung der Grundlage jedes Kulturlebens der Völker überhaupt führen muß. Diesem Grundzug der äußeren Disziplin steht ein zweiter Charakterzug gegenüber, der für die zukünftige kulturelle Entwickelung der Erde von größter Bedeutung ist: der Drang zur inneren Freiheit und zur absoluten Selb st Verantwortlichkeit in allen Dingen, dke in die Welt des Geistes und des Glaubens fallen. Der nordische Mensch wird immer der Bannerträger der geistigen Freiheit sein. Wir können heute feststellen, daß in Deutschland sich immer mehr Menschen darüber klar werden, daß die yeistige Freiheit unerläßlich ist. Der nordische Mensch lst der Träger der eigentlich schöpferischen Kräfte des Geistes- und Kulturlebens überhaupt. Deshalb ist die Erhaltung des nordischen Menschen- notwendig. Der nordische Gedanke. Anschließend sprach der Reichsgeschäftsführer der Nordischen Gesellschaft, Dr. Ernst Timm, über den nordischen Gedanken. Es entspricht dem nordischen Gedanken, daß jedes Volk als Ganzes in sich und in seiner Eigenart unerschütterlich fest und frei dasteht und jedem anderen Volke die Voraussetzungen seines Volkstums zubilligt und anerkennt. Für den Aufbau dauerhafter und friedlicher Beziehungen der Völker zueinander gibt es nur eine einzige Grundlage, die gegenseitige Achtung der völkischen Ehre des Landes. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß ein Zusammenwirken der Länder um die Ostsee nur dann möglich ist, wenn damit den Interessen und Auffassungen aller beteiligten Länder Rechnung getragen wird. Der Begriff des Oftseeraums wird von uns niemals anders aufgefaßt als eine gegenseitige Rückendeckung des Vertrauens und Rückversicherung des wirtschaftlichen Risikos. Wir glauben, daß in demselben Maße, wie unsere Auffassung in Deutschland an Boden gewinnt und im Norden auf Verständnis trifft, sich auf dem Gebiete der deutschnordischen Beziehungen die Grundlagen schaffen lassen für einen Zustand, der beispielgebend sein kann für ein Zusammenwirken der Völker in einem neuen Europa des Vertrauens und der gegenseitigen Hochachtung. Glück und Elend im reichen Frankreich. Von unserem E. ^.-Berichterstatter. etwas gesalzenes Fleisch mit gewässertem Wein. Rouen hatte am Schluß der Raubkriege neun Zehntel seiner Bedeutung als Hafen verloren, in dem Finanzdistrikt Orleans gab es 1682 nur 6182 Kaufleute, aber 7747 Beamte des Steuerwesens. Daneben nahm die Geldverschlechterung zu und kamen ausgedehnte innere Anleihen. 1683 schrieb der berühmte F 6 n e I o n , Erzbischof von Cambrai, an den „König Sonne": ,Zhre Völker, die Sie lieben müßten wie Ihre Kinder sterben Hungers. Der Anbau der Aecker ist fast aufgegeben, die Städte und Dörfer sind entvölkert, alle Gewerbe liegen darnieder und ernähren ihre Arbeiter nicht mehr. Aller Handel ist vernichtet. Frankreich ist nur noch ein großes tröst- und brotloses Spital." Aber zur gleichen Zeit baute Ludwig XIV. unentwegt nicht nur an Versailles weiter, das 150 Millionen Livres kostete, sondern in den zwölf Jahren nach dem Frieden von Nymwegen (1778) gab er allein für die Schloßbauten fast 75 Millionen Livres aus. Das ganze 18. Jahrhundert ist von einer ewigen Finanzkrife ausgefüllt, die durch den Aktienschwindel John Laws noch verschlimmert wurde. Unmittelbar vor der großen Französischen Revolution, im Jahre 1787, gab der Finanzminister Ludwigs XIV., Calonne, ein erschütterndes Bild: „Alle Kassen sind leer, alle Staatspapieke entwertet, aller Geschäftslauf ist unterbrochen, die Bestürzung ist allgemein, das Vertrauen vernichtet. Es sind 80 Millionen Livres rückständiger Kriegskosten zu zahlen, mehr als 200 Millionen anderer Schulden: die Summe von 176 Millionen der Einkünfte späterer Jahre ist schon jetzt verbraucht, das Defizit in den ordentlichen Einnahmen beträgt 76 Millionen, die Zahlung der Renten ist im Rückstand. Alles in allem ein Fehlbetrag von 600 Millionen, und dazu weder Geld noch Kredit." Dabei hatte derselbe Finanzminister von 1783 bis 1786 nicht weniger als 300 Millionen innere Anleihen aufgenommen! Aber er hatte allein an (Bnaben» beweisen für die Brüder des Königs und andere rund 100 Millionen Livres ausgegeben, der Königin Marie Antoinette waren 16 Millionen zum Ankauf des Schlosses St. Cloud zur Verfügung gestellt worden. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Juni 1935. „Die Finanzen", schrieb Friedrich der Große an Karl von Württemberg, „sind der Nerv des Landes. Wenn Sie diese recht verstehen, wird das übrige ganz in Ihrer Gewalt sein." Dieser staatsmännische Grundsatz gilt nicht für Frankreich. Die Verteidigungsschlacht für den Franken ist nicht loszulösen von einer Staats- und Verfassungsreform, gegen die sich die Kammern sträuben und auf die Laval verzichtete. Seine befristete Vollmacht erstreckt sich nur auf hie Frankenrettung und auf die Durchführung von Einsparungen im Staatshaushalt, auf deflationistische Tendenzen also, einer Senkung der staatlichen Aufwendungen zur Verringerung des Defizits, das trotz der Einsparungsaktion vor wenigen Monaten sich wieder in Milliardenhöhe bemerkbar macht, einer Senkung der Löhne und Preise, die einer Bevölkerung von der mangelnden Selbstzucht der Franzosen nicht ohne weiteres zu- gemutet werden können. Alle Regierungskrisen der letzten Jahre sind in dem Widerwillen der Wähler und ihrer Deputierten gegründet, die Opfer einer solchen deflationistischen Politik zu sein, und daher ist Lavals Aufgabe fast unlösbar, weil er nur einen Knoten des verworrenen Knäuels aufzulösen versucht. Frankreich hat bereits jetzt eine Staatsschuld von nicht weniger als 330 Milliarden Franken-, für das laufende Jahr wird ein Fehlbetrag von 6 Milliarden im ordentlichen Haushalt berechnet, ferner kommen die Sonderetats mit 8 bis 10 Milliarden und die Eisenbahngesellschaften mit 5 bis 6 Milliarden hinzu, so daß also zu der alten Staatsschuld von 330 neue 20 Milliarden kommen, für die eine Deckung nicht vorhanden ist, weil der Kapitalmarkt für innere Anleihen nicht mehr aufnahmefähig ist. Hinzu kommt, daß es im Kampf um den Franken eigentlich nur einen Besiegten gibt: Frankreich. Im Gegensatz zu 1924, als die internationale Spekulation sich gegen die Frankenstabilisierung fast verblutete, hat ihr diesmal der Kamps geringe Opfer gekostet. Die Aktionen gegen die Länder des Goldblocks, also gegen die Niederlande, die Schweiz und Frankreich wurden durch Terminkäufe in diesen Währungen durchgeführt, bei den ersten Währungen auf dreimonatige Sicht, beim Franken nur auf einen Monat, wobei der Reportsatz pro Jahr etwa 20 bis 30 Prozent betrug, also monatlich ein Risiko war, das angesichts des erwarteten hohen Gewinns — man hoffte eine Abwer- tung von 40 Prozent zu erreichen — nicht allzusehr in Betracht kam. Dagegen hat die französische Währunosbank, die Bangue de France, in den wenigen Wochen seit dem 13. Mai, dem Tage des marxistisch-kommunistischen Sieges bei den Gemeindewahlen, nicht weniger als 12 bis 15 Milliarden Franken in Gold verloren, also mindestens ein Siebentel bis ein Fünftel i h r es Goldhortes von rund 80 Milliarden. Gewiß hat sie, zur Stützung der deflationistischen Tenden- zen, auch ihren Notenvorrat, also den Z versuche von Lungengewebe. Sehr deutlich waren - bie Veränderungen der Bronchien zu sehen, die mit Landkreis Gießen. * Bettenhausen, 26. Juni. Am Freitag, 28 Juni, wird der frühere Flurfchütz Heinrich Ruppel 77 Jahre alt. Herr Ruppel erfreut sich noch bester Gesundheit. Täalich stellt er ben Lesern bes „Gießener Anzeigers' bie Zeitung zu. * Nonnenroth, 26. Juni. Der 67 Jahre alte Lanbwirt Wilhelm Koch I. von hier erlitt einen schweren Unfall. Er stürzte vom Heu- wagen unb zog sich schwere ® ruft oerl et» zungen zu. Das Rote Kreuz Lich brachte ben Verunglückten in ärztliche Behandlung nach Gießen. O Stei nheim, 28. Juni. Die B a u t a 11 g - feit hat hier im Laufe bes Jahres Belebung erfahren. Neben kleineren Reparaturen würbe ein größerer landwirtschaftlicher Umbau durchgefuhrt und ein Einfamilienhaus errichtet, bas eben seiner Voll- enbung entgegengeht. Wie man hört, ist die Errichtung eines weiteren Wohnhauses geplant. Nachdem in ben letzten Jahren ber Kühtriebsweg, bie bt« refte Derbinbung nach Ober-Wibbersheim, chauffiert würbe, woburch bei Aus- unb Einlabungen ben Fuhrwerksbesitzern ber Umweg über Unter-Wid- dersheim erspart wirb, ist in biefem Jahre ber Stellweg befestigt worben. Diese Straßenherstellung wm-de als Notstandsarbeit burchgeführt. Die Arbeitslosigkeit ist hier fo. gut wie beseitigt. Die Arbeitswilligen finb zumeist auf bem Schwelkraftwerk in Wölfersheim untergekommen, ein geringerer Prozentsatz ist im Hartbasaltwerk von I. Nickel im benachbarten Wölfersheim beschäftigt. — s Gesangverein „Frohsin n", gegrünbet 1878, Der einer ber ältesten ber Umgegenb ist, hat in letzter Zeit roieber einen guten Aufschwung genommen. Unter Stabführung von Lehrer Sommer basier beteiligte er sich mit gutem Erfolge am Bezirkswertungssingen in Inheiden. Kreis Bübingen. tt. Oberes Niddatal, 26. Juni. Die feit Mitte vorigen Monats im Gang befindliche Bekämpfung der in diesem Jahre außergewöhnlich stark auftretenden Blutlaus hat bis heute den erwünschten Erfolg gebracht. Oertliche Kommissionen, die nach einer Polizeiverordnung des Kreis- amtes zu bilden finb, kontrollieren, ob bie erforderlichen Maßnahmen vorgenommen wurden. Besitzer Oie Deutsche Arbeitsfront NG-Gemeinschast „Kraft durch Freude^. „Das deutsche Glas"- Ausstellung in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 26. Juni. In einer Ausstellung „D'as deutsche Glas" zeigt das Hessische Landesmuseum Darmstadt während der Sommermonate das Glas als Gegenstand des täglichen Gebrauchs, als Schmuck des Menschen unb Zierde seiner Kirchen unb Wohnungen, als reines Kunstwerk, als Spielzeug ober festliches Gefäß. Die Aus- ftellung, zu ber große beutfche Museen unb viele bebeutenbe Prioatsammlungcn ihre schönsten Gläser als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben, veranschaulicht von gläsernen Schmuckstücken unserer Vorväter an, bie bei vorgeschichtlichen Ausgrabungen gefunben würben, bis zu ben Gläsern bes Biebermeier bie vielseitige Verwenbung, bie ber Werkstoff Glas in zwei Jahrtausenben gefunben hat. Da sieht man neben kostbaren geschliffenen ober gepreßten Gläsern ber römischen Zeit (bie sich stark auf germanische Hanbwerker stützt) frühmittelalterliche Trunkhörner aus ber Zeit ber Merovinger unb Karolinger, „Römer", Stangen- gtäfer, „Krautstrünke", Becher unb „Maigelein", „Angster", „Kuttrolfe" unb „Brüberleingläser" späterer Jahrhunberte, Scherz- unb Vixiergefäße, Glas- trink- unb Spielzeugtiere, Flaschen, Kännchen und vieles andere mehr. Eine ganze Kulturgeschichte ist es, die sich hier in Gläsern spiegelt. Grundstock dieser Ausstellung sind vor allem die Glasgemälde- und Glasfenstersammlungen des Museums, deren Umfang durch Neuerwerbungen nahezu verdoppelt wurde und die jetzt anläßlich der Ausstellung neu eröffnet wurden. „Deutsches Lolk - Deutsche Heimat.-' Eröffnung der Ausstellung der Rhein-Mainischen Stätte für Erziehung. LPD. Mainz, 26. Juni. Am Mittwochnach- mittag wurde die Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Heimat" der Rhein-Mainischen Stätte für Erziehung auf ber Zitabelle in Mainz in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste durch Ministerialrat Ringshausen feierlich eröffnet. Der Leiter ber Rhein- Mainischen Stätte für Erziehung, Dberftubienrat Dr. Ratz (Mainz), begrüßte die zahlreichen Gäste und dankte allen, bie an bem Zustandekommen der Ausstellung beteiligt waren. Ministerialrat Ringshausen, ber sodann die Ausstellung eröffnete, stellte in einer von tiefer Ueberzeugungskraft getragenen Ansprache die. Aus* Omnlbussahrt zum Besuch der Marburger Festspiele. Fahrpreis einschl. Eintrittspreis 2,30 Mark. Dieser Preis ist außerordentlich billig. Die regulären Preise für die Plätze, die wir bekommen, sind 1,50 bis 3 Mark. Die Fahrt findet am morgigen Freitag statt Rheinfahrt am 14.3uH. Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen, sondern nach Caub, da wir für die Mittagsstunden mehr Zeit gewinnen wollen. Das Mittagessen wird auch in Caub eingenommen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden. Fahrpreis 5 Mark, mit Mittagessen 5,80 Mark. Abendmusik auf dem Schiffenberg und Schiffenbergfesl am 29. und 30. 3uni. Am kommenden Samstag findet in der Klosterkirche auf dem Schiffenberg eine Abendmufik statt, die vom Akademischen Gesangverein und dem Collegium musicum der Universität unter Mitwirkung einiger Berufsmusiker gespielt wird. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pfennig. Die Dozenten, Studenten und Mitarbeiter der Landesuniverfität betrachten dieses Konzert als Schlußfeier des Sommerfemefters und nehmen geschloffen an der Veranstaltung teil. Am Sonntag, 30. Juni, mittags 3 Uhr, steigt das Heimatfest auf dem Schlffenberg. Bei Konzert, Tanz, Volksliedern, Preisschießen und Kinderfest wollen wir einen schönen Sonntag verbringen. Der Eintrittspreis beträgt 20 Pfennig und das Tanzbändchen kostet 50 Pfennig. Durch Omnibus-Pendelverkehr ist die Möglichkeit geboten, am Samstag ab 8 Uhr und am Sonntag ab 3 Uhr auf den Schiffenberg zu fahren. Für die am Sonntag auf dem Schiffenberg mitwirkenden Gesangvereine ist der Eintritt frei. Die betr. Gesangvereins-Mitglieder müssen sich durch Karten, die vorher an sie ausgegeben werden, ausweisen. Eine besonders billige Ferienfahrt! Nur 24,50 Mk. Diese Fahrt geht vom 27. Juli bis 2. August in die Schwäbische Alb (Lichtenstein) über Pforzheim, Tübingen, Reutlingen, in einen Teil des Schwarzwaldes, der in feiner landschaftlichen Art kaum schöner geschildert werden kann, wie es Hauff in seinem geschichtlichen Roman Lichtenstein getan hat. Auch hier werden die Urlauber in herzlicher Gastfreundschaft ausgenommen und können in den Wäldern des Schwarzwaldes die herrliche Luft genießen, bis sie über Stuttgart die Heimreise am 2. August antreten. Sonberjug zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21.3uli. Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu bern-bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintritspreis beträgt 2,35 Mark. Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Anzahl Teilnehmer zusammenkommt. Fahrt zum Nürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten belaufen sich auf etwa 5,50 bis 6 Mark. Wir bitten Interessenten, sich umletzte Vortrag in der Vortragsreihe Wissenschaft im Dienste des Volkes statt. Prof. S e s s o u s spricht über methodische Züchtung eiweiß- und fettliefernder Pflanzen als wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht. Bei der Versorgung Deutschlands aus eigener Scholle fehlt es vor allem an Eiweiß und Fett. Die wissenschaftliche Pflanzenzüchtung hat im Rahmen des Reichsforschungsdienstes die züchterische Veredelung der dafür in Frage kommenden Pflanzen energisch in die Hand genommen. Es sind physikalische und chemische Methoden ausgearbeitet worden, mit deren Hilfe aus schon vorhandenen Rassen und Sorten neue Vari- täten mit höherem Eiweiß- bzw. Fettgehalt geschaffen werden. Aber auch auf dem Wege künstlicher Kreuzung unter Anwendung der Vererbungsregeln werden neue Sorten mit gesteigerten Leistungen erzeugt. Der Vortrag wird einen Einblick gewähren in die sonst den meisten unbekannt bleibende Tätigkeit wissenschaftlicher Pflanzenzüchtung. Der Vortrag findet im Landwirtschaftlichen Institut Senckenbergstraße 17 statt. Das Schumanntheater wieder in Gießen. Am 5. Juli gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinneruna stehende ^chumann- theater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Varietä-Programm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Die Preise der Plätze sind: 0,60, 1,00, 1,30, 1,50 RM. Karten sind zu haben im ^uroertauf im Musikhaus Ch all.er, ^^okoladenhaus H u n- iemann, auf der Kreisdienststelle Schanzenstraße 18, bei Ortsmart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Betriebs- warten der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude." Sportkurse „Krast durch Freude-'. Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam, jeden Freitag von 20 bis 21.15 Uhr im Lyzeum; Dienstag von 19 bis 21 Uhr auf dem Universitätssportplatz; Donnerstag von 16 bis 18 Uhr auf dem Universitätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen; A für jüngere Frauen Donnerstag von 20 bis 21 Uhr im Lyzeum; B für ältere Frauen Donnerstag von 21 bis 22 Uhr im ihren Bewegungen kleine Fremdkörper, wie Staub und Ruß, zu entfernen imstande sind. Der letzte Bildstreifen zeigte das Herz, als Motor des Organismus, mit feiner Fähigkeit sich rhythmisch zu fontraftieren. Selbst kleinste Teile des Herzens lassen die rhythmische Kontraktion verfolgen und geben so dem Mediziner die Möglichkeit, Mittel, die in irgendeiner Form auf das Herz einwirken, in diesen Kulturen zu prüfen. Prof. Eger dankte den Vortragenden für ihre interessanten Ausführungen und dankte nochmals den einzelnen Stipendiaten für ihre Arbeit und ihre Veröffentlichungen, die mit dazu beigetragen hätten, daß der Name des Kerckhoff-Jnftituts noch weiteren Kreisen dadurch bekanntgemacht worden sei. Das Kuratorium habe von dem Recht, das ihm die Satzung gebe, verdiente Mitarbeiter des 3nstituts zu Mitgliedern des Kerckhofs-3nstttuts zu ernennen, dadurch Gebrauch gemacht, daß es die Herren Prof. G e r t h f e n (Gießen), Prof. Laibach (Frankfurt), Dr. Lenz (Stuttgart) und Dr. Schopper (Gießen) zu Mitgliedern des 3nstituts ernannt habe. Nach einer Variation von Haydn, die ein Streichquartett, das auch das 23orfpiel zu dem Festakt spielte, sehr stimmungsvoll und klantzsauber zu Gehör brachte, gedachte Prof. Eger tm Schlußwort noch der deutschen Wissenschaft, die im friedlichen Wettstreit mit den Arbeiten und Forschungen aller Nattonen stehe und deren vornehmste Aufgabe es sei, dem deutschen Volke nach dem Vorbild unseres Führers zu dienen. Der Festakt wurde nut' einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Kanzler, in das alle Versammelten begeistert einftimmten, geschlossen. Die Festversammlung schloß mit einem gemeinsamen Abendessen im Kurhaus ab. Bei dieser Gelegenheit überbrachte der Herr Finanzrat Diehl als Vertreter des Staatsbades der Stiftung die besten Wünsche und sagte ihr jede Förderung von feiten des Staatsbades zu. Im weiteren Verlauf des Abends sprachen noch die Rektoren von Frankfurt und Gießen, die ebenfalls ihre Wünsche unb den Dank für die vom Kuratorium geleistete Arbeit überbrachten. Ferner sprach noch in diesem Sinne ein Vertreter des Rektors der Universität Marburg. Zum Schluß dankte der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Professor Dr. Eger für alle die freundlichen Wünsche und versicherte, daß die Kerckhoff-Stiftung in der bereits aufgenommenen Weise weiter fördernd auf alle Zweige der Wissenschaft einwirken werde. gaben des Erziehers im neuen Reich heraus. Er führte u. a. aus: In der Gegenwart heißt es, sich orientieren, und diese Orientierung ist auf Vaterland und Volk gerichtet. Volk und Vaterland aber kann nur bestehen, wenn es als einheitliches Gebäude betrachtet wird. Ein Vaterland ohne Heimat ist kein Vaterland, und ein Volk ohne den Persönlichkeitswert des einzelnen ist kein Volk. Darum gilt es heute in erster Linie die Heimat zu betonen und den einzelnen zu einer charaktervollen Persönlichkeit zu erziehen. Der Zweck dieser Ausstellung ist, den Erziehern des deutschen Volkes die Mittel an die Hand zu geben, mit denen sie befähigt werden, die Erbanlagen und die angeborenen Kräfte besser und stärker zu entwickeln. Wenn wir die Kräfte der Vergangenheit und der Gegenwart lebendig zu machen verstehen, dann haben wir das getan, was in unserer Kraft liegt; und wenn dieser Weg weitergegangen wird, dann wird Deutschland leben, dann sind wir auf dem Wege, den uns der Führer gewiesen hat. An das begeistert aufgenommene „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß sich ein Rundgang durch die über 20 Säle umfassende Ausstellung, die in der Roten Kaserne untergebracht ist, an. Die Ausstellung selbst gliedert sich in drei große Abteilungen, die in übersichtlicher Art einen tiefen Einblick in die lebendige Unterrichtsgestaltung über die Vor- und Frühgeschichte unserer Heimat, das Dorf als Ganzheit und in der Volkskunde, vermitteln. Preußen. b 200 000 Mark veruntreut und in Nachtlokalen verjubelt. LPD. Frankfurt a. M., 26. Juni. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Walter K o h r t aus Frankfurt a. M., gegen den Haftbefehl erlassen ist, Anklage erhoben. Sie beschuldigt ihn, in zahlreichen Fällen sich des Betrugs sowie der Unterschlagung und U n t r eu e schuldigt gemacht zu haben. Der Angeklagte war seit langen Jahren bei einer Frankfurter Großbank angestellt und bediente dort zuletzt die Abteilung für Privatkundschaft. Er war schon lange infolge von Fehlspekulationen stark verschuldet und mißbrauchte das Vertrauen, das er bei der von ihm bedienten Kundschaft genoß, zu dem Zweck, Gelder zu erlangen, um seine Schulden abdecken zu können. Er überredete seine Opfer, zum größten Teil ältere, alleinstehende, geschäftlich unerfahrene Frauen, ihre Konten bei der Bank abzuheben und ihm die abgehobenen Summen oder Effekten anzuvertrauen. Die auf diese Weise erhaltenen Beträge verbrauchte er zum größten Teil für sich, zumeist in Nachtlokalen. .Er hat seine strafbaren Handlungen im wesentlichen zugegeben. Der Schaden, den der Angeklagte durch seine Betrügereien angerichtet hat, beläuft sich auf ungefähr 200 000 RM. Da der Schaden besonders groß ist und der Täter auch besonders arglistig gehandelt hat, liegen die erschwerenden Tatbestände des Betrugs und der Untreue vor, für die das Gesetz Zuchthaus vorsieht. Elf Personen an Fleischvergiftung erkrankt. LPD Siegen, 26. Juni. In einer Gastwirtschaft in Altenhundem erkrankten elf Personen unter typhusverdächtigen Erscheinungen. Fünf Angehörige der Gastwirtsfamilie und zwei im Gasthaus beschäftigte Mädchen sowie vier Sommergäste mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Der Inhaber des Gasthauses ist inzwischen geftorben, ein Sommergast schwebt in Lebensgefahr. Wie verlautet, wird die Erkrankung auf den Genuß von selb st ein gekochtem Fleisch zurückgeführt. Das Ergebnis der Untersuchung muß abgewartet werden. Kreis wehlar. Lpd. Wetzlar, 26. Juni. Dem 9jährigen Sohn Otto des Mechanikers Karl Schneider rollte ein Ball in die Lahn. Der Junge wollte den Ball herausholen, geriet dabei in eine tiefe Stelle und versank vor den Augen seiner Spielkameraden. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Anterlahnkreis. Lpd. Diez, 26. Juni. Rechtsanwalt Dr. Oppermann aus Wetzlar ist vom preußischen Ministerium des Innern mit der kommissarischen Verwaltung des Kreises Unterlahn an Stelle des versetzten bisherigen Landrats U l r i c i beauftragt worden. Der kommissarische Landrat wird am 1. Juli sein Amt antreten. Sandball-Lokalspiel 1900-VsV.-Ä. Freitagabend auf dem 1900-SPortPlatz Dor der Spielsperre erhält der Gießener Handball nun auch sein „Derby". Morgen abend empfängt die erste Elf der Spielvereinigung 1900 die gleiche Mannschaft des VfB-Reichsbahn. Rach dem spannenden Endspiel im letzten Gießener Hallen- Handballturnier dürfte das Treffen auf dem grünen Rasen nicht minder starkes Interesse auslösen. Beide Mannschaften spielen einen guten Handball und haben schon gegen starke Gegner günstige Resultate erzielt. Kreisturnfest des Turngaues Wetterau-Bogetsberg. Der durch die Neuordnung von Turnen und Sport als 11. Kreis des Gaues XII Hessen, entstandene Turnkreis Wetterau-Vogelsberg zählt in den politischen Kreisen Friedberg, Büdingen und Schotten rund 100 Turnvereine. Diese rüsten eifrig zu ihrer ersten großen Gemeinschaftsveranstaltung, zum Kreisturnfest, das am 6. und 7. Juli in Bad-Nauheim stattfindet. Es wird in Turnerkreisen lebhaft begrüßt, daß der Kreisleiter der NSDAP., Pg. Seipel (Fauerbach v. d. H.), den Ehrenvorsitz über die Veranstaltung übernommen hat. Er wird auch am Festsonntag zu den Turnern und Turnerinnen aus Wetterau und Vogelsberg sprechen. Auf der herrlich am Hochwalde gelegenen von- Tschammer-und-Osten-Kampfbahn werden am 6. und 7. Juli die Wettkämpfe der Turner und Turnerinnen unter der Oberleitung von Kreisoberturnwart Dr. med. Siegert (Stockheim) ausgetragen. Erstmalig ist mit den Wettkämpfen die vom Reichssportführer geforderte völkische Aussprache verbunden. Es handelt sich dabei nicht um eine Prüfung, sondern um eine Feiergestaltung innerhalb der Riegen und Gruppen. Den hierbei gestellten Anforderungen ist jeder Verein, jeder Turner und jede Turnerin gewachsen. In das Kreisturnfest eingegliedert sind auch die Schwimmwettkämpfe desTurnkrekses Wetterau-Vogelsberg im Bad-Nauheimer Schwimmbade und das Tennisturnier des Bezirks Gießen im Gau Hessen auf den Tennisplätzen des Staatsbades. Sämtliche Veranstaltungen des Preisturnfestes sind ein Glied in der Kette der sportlichen Darbietungen, die das hessische Staatsbad in die Festfolge seiner Jahrhundertfeier ausgenommen hat. Bad-Nauheim ruft! Dem Rufe werden die Turner und Turnerinnen aus Wetterau und Vogelsberg um so freudiger folgen, da sie wissen, daß die hessische Badestadt eine alte, gastliche Turnerstadt ist, deren Turngemeinde in diesem Jahre auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken kann. Daß ein Turnfest in der Weltbadestadt Bad-Nauheim jedem einzelnen Verein des Turnkreises ganz besondere Verpflichtungen auferlegt, dessen sind sich wohl die meisten Vereinsführer bewußt. Man darf daher erwarten, daß alle Vereine durch Entsendung zahlreicher Wetturner und Festbesucher dazu beitragen, daß der Turnkreis Wetterau-Vogelsberg die Deutsche Turnerschaft vor den Kurgästen aus dem Reich und dem Ausland würdig vertritt. v. Gramm letzter Deutscher in Wimbledon Am Mittwoch wurden bei sehr schönem Sommerwetter die Spiele im Männereinzel in Wimbledon stark gefördert. Von den beiden Deutschen, die noch im Wettbewerb lagen, wurde jetzt auch der Kieler KajLund von dem südslawischen Davispokalspieler Kukuljewic mit 4:6, 3:6, 4:6 ausgeschaltet, so daß v. Cramm noch unser einziges Eisen im Feuer ist. Der deutsche Meister kam am Mittwoch eine Runde weiter durch einen Dreisatzsieg über den Engländer Jones mit 6:2, 6:3, 6:1. Kurze Sportnotizen Walter N e u s e l, der westdeutsche Schwergewichtler, stand am Dienstagabend vor 50 000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion dem britischen Schwergewichtsmeister Jack Petersen gegenüber, den er in der zehnten Runde zur Aufgabe zwang. Neusel hatte den Engländer bereits im Februar dieses Jahre k. o. besiegt. * Der „Preis der Nationen" beim Reitturnier in London ergab nach langer Zeit einmal eine Niederlage der deutschen Reiter, die im ersten Umgang fehlerlos blieben, dann aber viel Pech hatten und mit 15 Fehlern hinter England (12 Fehler) und vor Irland, Frankreich und Belgien den zweiten Platz belegten 210 Fahrer aus a ch l Nationen haben ihre Meldungen zum Zehnten Internationalen Kesselbergrennen abgegeben, das am 30. Juni auf der bekannten Rennstrecke statfindet. Bei den schweren Rennwagen geht Hans Stuck auf Auto-Union als Favorit an den Start. Deutschlands Wasserball - Sieben zum Kampf gegen Frankreich wurde wie folgt aufgestellt: Tor: Klingenburg, Verteidigung: Pohl, Döpper; Verbindung: Gunst, Sturm: Dr. Schürger, Schwenn, Schirrmeister, Allerheiligen und Kinn- hoff stehen zur Auswahl. Peter Hilst beim Reinemachen. Der Schimpanse des Londoner Zoologischen Gartens — Peter genannt — hilft seinem Wärter beimi Reinemachen. Geschickt fegt er den Kehricht auf die vom Wärter gehaltene Schausel. — (Scherl-M.) W .<- r -M Die 3ü.Gießener Ruderregatta am o.unb 7.3uli. Am gestrigen Mittwochabend fand im Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft die Startoerlosung in der bisher gepflegten Form statt. Für die 30. Gießener Regatta, die 25. Hauptregatta des Lahn- Regattaoerbandes, hatten insgesamt 22 Vereine mit 76 Booten und 404 Ruderern Meldungen abgegeben. Vorgesehen sind die folgenden Rennen, zu denen jeweils die in den Wettbewerben startenden Vereine genannt seien. Die Rennen des Samstags. Zweiter Einer: Cochemer Rudergesellschaft, Ruderklub Kurhessen Kassel, Ruderklub Saar Saarbrücken. Erster Vierer ohne Steuermann: Limburger Ruderklub 07, Verbandsmannschaft Gießen. Jugend-Gig-Vierer: Turn- und Ruderverein Wilhelmsgymnasium Kassel, Hanauer Ruderklub Hassia, Gießener Ruderklub Hassia 1. und 2. Boot. Zweiter Senior-Vierer: Kitzinger Ruderverein, Ruderklub Saar Saarbrücken. Vierter Senior-Achter: Kitzinger Ruderverein, Ruderoerein Hellas Offenbach. Jean-Kirch-Gedächtnis-Vierer: Limburger Ruderklub 07, Wetzlarer Ruderklub 80. Zweiter Junior-Vierer: Offenbacher Ruder- und Schwimmverein 06, Mainzer Ruderklub Fortuna, Ruderklub Rhenania Koblenz, Ruderklub Kurheffen Kassel. Zweiter-Jungmann-Vierer: Saarbrücker Rudergesellschaft „Undine", Wassersportoer- ein Bürgel, Limburger Ruderoerein 95, Ruderverein Mainz-Kostheim. Er st er Doppelzweier: Cochemer Rudergesellschaft, Rudergesellschaft Worms. Zweiter Achter: Ruderklub Saar Saarbrücken, Kitzinger Ruderverein. Die Rennen des Sonntags. Junior-Einer: Cochemer Rudergesellschaft 1. und 2. Boot, Gießener Rudergesellschaft. Erster Vierer: Sieger aus Rennen Nr. 5, Limburger Ruderklub, Verbandsmannschaft Gießen. Vierter Senior-Vierer: Offenbacher Ruder- und Schwimmverein 06, Ruderklub Kurhessen Kassel, Ruderverein Hellas Offenbach, Kitzinger Ruderoerein, Rudergesellschaft Wiesbaden- Biebrich, Ruderoerein Eltville, Saarbrücker Rudergesellschaft Undine. Erster Junior-Vierer: Rudergesellschaft Wiesbaden-Biebrich, Sieger aus Rennen Nr. 10. Lahn-Jungmann - Vierer: Limburger Ruderverein 95, Limburger Ruderklub 07. Erfter Einer: Cochemer Rudergesellschaft, Sieger aus Rennen Nr. 1, Gießener Ruderqesell- schaft. Dritte Senior-Vierer: Kitzinger Ruderverein, Saarbrücker Rudergesellschaft „Undine", Wetzlarer Ruderklub, Mainzer Ruderklub Fortuna, Ruderoerein Eltville. Vierter Senior-Vierer: Saarbrücker Rudergesellschaft Undine, Rudergesellschaft Wiesbaden-Biebrich, Kitzinger Ruderverein, Wetzlarer Ruderklub, Wassersportverein Offenbach-Bürgel. Er st er Senior-Vierer: Verbandsmannschaft Gießen, Limburger Ruderklub 07. Dritter Senior-Achter: Offenbacher Ruder- und Schwimmverein, Kitzinger Ruderverein, Ruderverein Hellas Offenbach, Saarbrücker Rudergesellschaft „Undine". Dritter Junior-Vierer: Limburger Ruderverein, Ruderklub Kurhessen Kassel, Ruderverein Eltville, Ruderklub Rhenania Koblenz, Rudergesellschaft Wiesbaden-Biebrich, Saarbrücker Rudergesellschaft Undine, Kitzinger Ruderverein, Offenbacher Ruder- und Schwimmverein, Wassersport- verein Offenbach-Bürgel. Großer Achter: Verbandsmannschaft Gießen, Sieger aus Rennen Nr. 14. Rundfunkprogrannit Freitag, 28. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30; Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Vortrag. 16.45: Der „Kohlenpott" Geschichte einer Industrielandschaft. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. Scharnhorst, der Schöpfer der Wehrpflicht. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: „Volksrate für den V. E." Zwiegespräch zwischen Dr. Otte von der Reichsrundfunkkammer und Gaufunkwart Cappel. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. „Volkslieder, Die Hörer uns einsandten." 20.45: Im Taucheranzug auf dem Grund des Maines. 21.15, Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.30: Sportschau der Woche. 23: Der Graue. „Schicksal bei Nacht gesehen." Hörspiel. 24 bis 2: Nachtkonzert. Samstag, 29. Juni. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Sang und Klang zur Morgenstunde. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.50: „Aus Bad Schmalbachs Vergangenheit." Von Dr. A. I. Werner. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. Buntes Wochenende. „Konzert ist heute angesagt im frischen grünen Wald." Eine sommerliche bunte Stunde. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Aus der Wunderwelt der Natur. 15: Mensch und Zeit im Spiegel des Liedes. Hörfolge von Paul Schlegel. 16: Der frohe Samstagnachmittag (mit NSG. „Kraft durch Freude"). 18: Die Stadt Kehl, die Hauptstadt des Hanauerlandes. Ihr Kampf und ihr Schicksal. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Feierabend im Arbeitsdienstlager. 19: Präsentier- und Parademärsche der ehemaligen Regimenter von Metz. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Leipziger Allerlei. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Sportbericht. 22.30: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtmusik. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag : 3788 A Myrna Loy Cary Grant und der deutsche Schäferhund „Blitz“ in dem sensationellen Abenteurer- und Fliegerfilm: Licht im Dunkeln Im Rahmen einer sensationellen Handlung spielt sich die dramatische Liebesgeschichte von zwei abenteuerlichen jungen Menschen ab, die ein merkwürdiges Schicksal zusammengebrochen hat. Vorher gutes Beiprogramm u.Ufa-Ton-Woche । Strand- W Kleiderstoffe | Bade- W Anzüge W Mäntel 1795A |C. Röhr & Co. BllllllllllBIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIII EISU Ä:BetfenÄ“ Matratzen Schlafzim.an alle.Katal. fcEisenmöbelfabrikSuhl/Th. • und zum Bauen Abermann . •. uud Raten? Da könnte Ihnen auch so ein Rasenmäher helfen. Er läuft leicht, schneidet gleichmäßig und •ist stark gebaut. Sie bekommen ihn bei J. B. 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Als Auftakt zu dieser Werbewoche veranstaltete das Amt für Volkswohlfahrt in Berlin eine große Waldbrandübung, an der sich neben der Feuerwehr die Schutzpolizei, Freiwilliger Arbeitsdienst und Technische Nothilfe beteiligten. — Unser Bild zeigt Arbeitsdienst, Feuerwehr und Technische Nothilfe beim Löschen des Waldbrandes, der zu Uebungszwecken angelegt worden war. — (Scherl-M.) Weiter Weg vom Meer zur Blechbüchse. Aus Sardellen werden Sardinen. Von Robert Baravalle. Im von goldenen Sonnenlicht erfülltem Spätnachmittag wirft das Meer, vom küylenden Nordost belebt, kleine dunkelblaue Wellen. Manchmal springen weiße Schaumkrönlein aus; an den starken gelblich-weißen Quadern der Hafenmauern spritzt lustig der Gischt empor. Im Hafen ist lebhafte Bewegung. Die großen rostbraunen Fischernetze werden sorgfältig zusammengelegt und in den großen Booten verstaut, die Azetylengaslampen auf den Schiffen werden nachgesehen, das Seilwerk wird in Ordnung gebracht. Wenn alles fertig ist und die Boote eines nach dem anh n vom Ufer abstoßen und durch die lange, schm Bucht dem offenen Meere zustreben, fallen die Sonnenstrahlen schon schräge ein und eine ölbaumbestandene Bergkulisse wirft einen langen Schatten über den Hafen. Taktmäßig schlagen die stehend und zweihändig bedienten Ruder ins Wasser, das am Bug weiß aufschäumt; der Wind weht der Fahrt entgegen und darum sind auch die Segel zusammengerollt und sestgebunden. Zu einem Netz gehören drei bis vier Boote, der kleine Hafenort von 5000 Einwohner hat 21 Netze. Da natürlich nicht alle Netzgruppen an dem gleichen Platze fischen können, so ist es für den Hafenkommandanten nicht leicht, Ordnung in die Fischerei zu bringen. Es werden 21 Fischplätze festgelegt und Anfang April, wenn die Fischerei wieder beginnt, durch das Los den einzelnen Gruppen, die zu einem Netz gehören, zugewiesen. Die Gruppen wechseln nun ihre Fischplätze jede Nacht nach einer bestimmten Reihenfolge, so daß jede zu den günstigsten Fischplätzen gelangt. Der Fischfang darf nur in den 20 dunklen Nächten ausgeübt werden; in den 10 hellen Nächten ruht er. Diese „Schonzeit" ist feit über ein Jahrhundert gesetzlich festgelegt. Wenn die Boote den Ausgang der langen Bucht erreicht haben, ist die Sonne schon als orange- glühender Ball ins Meer versunken. Einige Wolken schwimmen noch rosenrot über dem tiefblauen Himmel, langsam werden sie tief dunkel purpurn und verlöschen. Das Meer ist nun dunkelschwarzblau geworden; der Wind hat sich gelegt, die Wellen grieseln nur noch über die unbegrenzte Fläche hin, trotzdem ist es empfindlich kühl. Fröstelnd wickelt man sich in den Mantel. Nun werden in den Booten die Lampen angezündet; sie werfen lockend ihren Schein hinab in das klare Wasser zu den Licht suchenden Fischen. Die Boote beginnen sich voneinander zu entfernen und eine bestimmte Aufstellung einzunehmen. Die Netze werden gelöst. Masche um Masche taucht geheimnisvoll in die Flut. Stunden dauert es, bis die Netze richtig ausgelegt sind. Im Norden steht schon der erste Dämmerschein des Morgens, wenn die Netze wieder aufgeholt werden. Silbern schlagen und springen die kleinen Fischleiber durcheinander und zwischen die Menge schlanker Fische mischen stch Krabben, Tintenstfche, Seesterne, Hummern und anderes Getier des Meeres. Die meisten der Fische aber sind etwa spannlang, silberglänzend, etwa von doppelter Daumenstärke, es sind die Sardellen. Was für die Nordsee der Hering ist, das ist für die Adria, vornehmlich für die buchtenreichen Küsten und Inseln des jugoslawischen Königreiches die Sardelle. Ein glücklicher Fang kann bis zu vier Tonnen dieser, ein wahres Voltsnahrungsmittel bildenden kleinen Fischlein bringen; es gibt aber auch Tage, an denen die Fischer kaum so viel fangen, um ihren eigenen Nahrungsbedarf zu decken. Da sich aber die Preise etwa zwischen 10 und 20 Pfennig für das Kilogramm halten, so ermöglicht der Fischfang im allgemeinen den sehr bescheiden lebenden Sardellenfischern ein verhältnismäßig gutes Einkommen. Mit den gefangenen Fischen geht es nun heimwärts. Wie flüssiges Blei liegt im bleichen Schein des Morgens unbewegt das Meer, lieber dem Hafen scheint schon prall die helle Morgensonne, wenn die Schiffe einlaufen und die Anker ausgeworfen werden, während mit südlicher Lebhaftigkeit Begrüßungen mit den am Ufer Harrenden ausgetauscht werden. Der größte Teil der gefangenen Sardellen wird an die Sardinenfabriken verkauft, von denen eine nach der anderen an Dalmatiens Küsten entstehen und heute schon der italienischen und französischen Sardinenindustrie eine fühlbare Konkurrenz zu machen beginnen. Dem Bewohner des Binnenlandes ist die Sardelle ja fast nur als Sardine bekannt; sehr interessant ist es nun zuzusehen, wie aus der Sardelle die Sardine wird. In solch einer Sardinenfabrik ist es ein gar fröhliches Arbeiten. Leuchtend roter Oleander steht in dicken Büschen um das einfache weißgetünchte Gebäude und schmückt die niedere Mauer, die den Hof der Fabrik umschließt. Hier tönt dem Besucher das Lachen und Zwitschern vieler fröhlicher Mädchen entgegen In Zeiten günstiger Fänge sind 120 bis 150 Mädchen bei der Verarbeitung der Sardellen beschäftigt. In einem weiten, luftigen Raume stehen große, mit Meerwasser gefüllte Bottiche, in denen die Fische aufbewahrt werden. Mädchen fangen sie mit großen Weidenkörben aus diesen Behältern heraus und schütten sie auf lange Holztische aus. Hier werden den Fischen die Köpfe abgeschnitten und mit einer kleinen Gabel mit zwei umgebogenen Zinken die Gedärme entfernt. In kleinen Drahtgeflechten, von denen eines etwa 70 bis 90 Sardellen fassen kann, werden dann die Sardellen an der Sonne durch vier Stunden getrocknet, wobei sie etwa ein Drittel ihrer Größe verlieren. Danach werden sie in große Behälter mit heißem Del gebracht und hier durch sieben Minuten gekocht. Dieser Vorgang entzieht den Fischen das scharfe Meersalz. Nach dieser Behandlung werden sie auf großen Tischen ausgeschüttet und in die verschiedenartigen Blechdosen eingelegt. Nun sind die Sardellen schon zu Sardinen geworden. Sie erhalten noch ein 24- stünhiges kaltes Oelbad, dann kommen die Schachteln in den Lötraum, wo die Dosen zugelötet und mit Sägespänen abgerieben werden. Die verschiedenen Bezeichnungen werden auf die Dosen geklebt und die Sardinen sind 48 Stunden nach dem Fang versandbereit. Rot glühender Oleander, reich blühende Geisblatt- und Tabakgewächse, die lebhaften Blüten der Granatapfelsträucher grüßen herüber zu der Sardinenfabrik; leise tönt das Rauschen des Meeres und das Rascheln der Wedel der Palmen. In solcher Umgebung werden die kleinen blitzenden Blechbüchsen gefüllt, die die Bewohner der südlichen Meere in die ganze Welt tragen. Die kurzlebigen Wirischastsgüier in -er Einkommensteuerbilanz. In dem zur Ergänzung der Veranlagungsrichtlinien 1934 herausgegebenen Erlaß vom 4. Juni 1935 behandelt der Reichsminister der Finanzen u. a. auch die bis jetzt in der Praxis aufgetauchten Zweifelsfragen hinsichtlich der Bewertungsfreiheit bei kurzlebigen Wirtschaftsgütern in der Einkommensteuerbilanz. Der Erlaß führt hierüber aus, daß gegenüber dem Gesetz, das die Steuererleichterung zunächst nur für die buchführenden Vollkaufleute und die buchführenden Land- und Forstwirte vorgesehen hatte, der Kreis der Berechtigten durch die Erste Einkommensteuer-Durchführungsverordnung erweitert worden ist auf Gewerbetreibende und Angehörige der freien Berufe, die Bücher, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entsprechen, ordnungsmäßig führen, ohne dazu verpflichtet zu fein. Es sind Zweifel entstanden, was bei Angehörigen der freien Berufe als ordnungmäßige Buchführung, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entspricht, anzusehen ist. Eine Buchführung, wie sie nach den vorläufigen Richtlinien vom 22. Juni 1932 in erleichterter Form für die Angehörigen der freien Berufe zugelassen ist, ist keine ordnungsmäßige Buchführung, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entspricht. Den Vorschriften des Handelsgesetzbuches gemäß sind in der jährlichen Bestandsaufnahme sämtliche W i r t f d) a f t s g ü t e r und Schulden des Betriebs zu berücksichtigen. Diesem Erfordernis ist nicht genügt, wenn — wie in den vorläufigen Buchführungsrichtlinien zugelassen — Forderungen und Schulden nur insoweit bei der Bestandsaufnahme berücksichtigt werden, als sie das A n - läge vermögen betreffen. Es müssen vielmehr auch die Forderungen und die Schulden, die mit der laufenden Berufstätigkeit in Zusammenhang stehen (z. B. Außenstände), aufgenommen werden. Die Inanspruchnahme der Vergünstigung nach den Buchführungsrichtlinien vom 22. Juni 1932 (Aufwendungen bis zu 500 Mark) schließt dagegen eine ordnungsmäßige Buchführung, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entspricht, nicht aus. Entspricht die Buchführung des Steuerpflichtigen den bezeichneten Erfordernissen nicht, so kann er die Bewertungsfreiheit für kurzlebige Wirtschaftsgüter nicht in Anspruch nehmen. Buchführungspflichtige Vollkaufleute, buchführende Land- und Forstwirte, sowie Handwerker, sonstige Gewerbetreibende und Angehörige der freien Berufe, die Bücher, die den Vorschriften des Handelsgesetzbuches entsprechen, ordnungsgemäß führen und die die Bewertungsfreiheit für kurzlebige Wirtschaftsgüter in Anspruch nehmen, müssen für die abzuschreibenden kurzlebigen Wirtschaftsgüter (d. h. solche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, derer« betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfahrungsge^ mäh fünf Jahre nicht übersteigt bzw. Wirtschaftsgüter, die in die vom Reichsfinanzminister heraus- gegebene Liste der kurzlebigen Wirtschaftsgüter ausgenommen sind) ein besonderes Konto errichten. Das Konto muß einen Bestandteil der kaufmännischen Buchführung bilden. Nach den Ergänzungsrichtlinien ist hierbei folgendes zu beachten: Die auf das Konto zu übertragenden Anfangsbestände find in der Regel inven- tarmäßig auszuscheiden. Muß wegen der praktischen Unmöglichkeit der inventarmäßigen Ausscheidung der Wert der kurzlebigen Wirtschastsgüter im Verhältnis zum Wert der gesamten Anlagen geschätzt werden und ergibt die Schätzung einen Rahmensatz (z. B. 10 bis 12 o. H. des Gesamtwerts der Anlagen), so ist nicht die obere, sondern die untere Grenze der Schätzung (10 v. H.) der T j RASIERCREME ( I A macht das Rasieren zum Genuß. VvXJUUUC Große, langreichende Tube 50 Pf. >mmen mit dem Rate Der -^nn . sich zur Ehre anrechne, dem Ihn brauche. Stadt getroffen, der es Herrn Obristen von dem Wunderwasser ein gehöriges Quantum zu liefern, als ein Geschenk natürlich, wobei der erlauchte Herr den guten Willen höher anrechnen möge, als die schlechte Gabe. Der dicke Hauptmann zog ein schiefes Gesicht. Vom Wasser hatte er sein Leben lang nicht viel gehalten. Es war gut zum Waschen und zum Pferdetränken, aber seine Kehle nannte es ein fremdes Ding; es wurde ihm übel, wenn er daran dachte. Doch der Chirurg ließ nicht locker: Es muß getrunken werden, denn — hier sah der Alte durch die gewohnten würdigen Doktorfalten des grämlichen Gesichtes eine wirkliche Besorgnis schimmern — sonst glaube er nicht, daß der Herr Obrist im nächsten Jahr noch seiner oder irgend eines anderen Arztes bedürfe; dann bliebe nur noch der Feld- kaplan mit feiner letzten Amtsverrichtung. Die Antwort schmeckte bitter, aber sie mußte eingenommen werden; zugleich hörte man auf dem Hofe des Hauses ein wildes Gerumpel und Gepolter und wie beide ans Fenster traten, sahen sie, daß von einem Karren zwei mächtige Fässer abgeladen wurden, „dem edlen Herrn von Egloffstein als kleines Geschenk vom Rate der Stadt Hersfeld überreicht, mit den besten Wünschen zur Kräftigung der erlauchtig- ften Gesundheit" wie auf dem Pergament geschrieben war, das ein Ratsabgesandter dem Feldhaupt- Der Chirurgus regte sich nicht weiter auf; er kannte das Leiden und kannte das Wüten des Kranken; aber wenn man jeden Tag em halb Dutzend Kannen schweres Einbecker Bier und ein paar gute Krüge voll Würzwein in sich hinemgietzt, dann hilft die Kunst aller Aerzte nichts gegen Zipperlein und müde Leber und Galle. So ließ er Den Grimmbart sich erst austoben, ehe er mit seiner neugewonnenen Weisheit herauskam. In Hersfeld fände sich ein uralter Brunnen, ein Sprudel, dem man in der Stadt und rings im Lande große Hell- kraft nachrühme, Er flösse durch die Leber wie em Medizinbach und mancher würdige, von den guten Fastenspeisen allzusehr in die Breite gegangene zlbt und viele vom Zipperlein geplagte Völler und Schlemmer seien nach einer Kur davongegangen, schlank und leichtfüßig wie Schmaltiere. Er habe darum schon ein Abkommen mit dem Rate der Das Brunnen-Bier. (Sine Hersfelder Geschichte. Von Johann Otto Bringezu. Der alte Obrist und kaiserliche Feldhauptmann von Egloffstein, Baron und edler Herr, dick wie ein Faß und klug wie zehn geheime Kammerrate, wenn es galt, dem Schweden gehörig eins auszu- wischen, saß in seinem Quartier in Hersfeld und war griesgrämiger Laune. Die Gicht plagte ihn an allen Gliedern, ein Hebel, das ihm der Krieg gebracht hatte, in dem er nun schon fast dreißig Jahre lang mitlief; der Bauch drückte ihn auf Magen und Leber, die Galle rebellierte, wie er sich auch drehte und wendete, und wenn er sich nicht vor dem Regimentschirurgen geschämt hatte, mochte er heulen, wie ein Schloßhund. So fluchte er bloß das ganze Register seiner militärischen Segenswünsche herunter, auf den Schweden und aus den Kaiser, den Papst und den Luther, es kam ihm gar nicht darauf an; der Krieg war ihm em Satansspiel und der Chirurg ein Absenker von des Teufels Großmutter und ein mißratener dazu. Wozu ist Er da, wenn Ihm nicht em einziges Mittel einfällt. Seinem Obersten zu helfen. Mit dem Arm- und Beinabschneiden ist es nicht getan; das besorgt der Schwede eben so gut wie Er und manchmal noch rascher und schmerzloser. Aber da inwendig hineingucken" und dabei ttommelte der Alte in seiner Wut mit beiden Fausten sich so kräftig auf den runden Wanst, daß er vor Schmerzen aufstöhnte, „wie es da inwendig aussieht, das wißt Ihr Knochensäger so wenig wie eine Hexe, die aus Mausdreck Gesundheit und langes Leben weis- mann dazu übergab. Das Gesicht des Hauptmanns wurde nicht freundlicher als er den ersten Schluck aus dem Becher nahm, den ihm der Chirurg selbst vollzapfte. Er ließ ihn im Munde rollen wie eine trockene Wacholderbeere, die man gegen die Pest kaut, und stieß ihn von einer Backe in die andere, ehe er ihn unter schauerlichem Aechzen den Weg durch die Kehle schickte. „Das soll ich trinken", krächzte er erbost, als er wieder zu Atem kam, „zwei Fässer von die- fem elenden, dünnen Zeug, das mich noch dazu in der Nase kitzelt, daß mir fast die Luft ausgeht. Der Teufel ..." — „der Teufel wird Euch nicht helfen" fiel hier der Chirurg ein, der nun einmal im Zuge war, und seine Karten jetzt nicht aus der Hand geben wollte, „der Teufel nicht, aber das Wasser.' Es muß getrunken werden, sonst wird das Ende böse sein, eh' das Jahr um ist. Auf dies resolute Kommando hin war es erst eine kurze Weile still dann gab es ein Gebrumm wie von einem Baren, der'an feinen Tatzen saugt, wenn er nichts besseres findet und zuletzt horte der Chirurg em kleines trockenes und - so schien es ihm nachher - boshaftes Lachen. „Gut, das Zeug soll getrunken werden- ich gebe mein ritterliches Wort darauf. Aber eher als'in drei Wochen will ich von dem ärztlichen Rat des Herrn Chirurgen nichts mehr wissen. Dann werde ich Ihn zu mir rufen lassen, wenn ich Die Zeit war knapp herum, als eines Abends der Chirurg zum Obersten befohlen wurde. Schon von weitem hörte der Eilende, der anfangs an eine plötzliche Verschlimmerung der Krankheit des Pattenten oder an sonst einen bösen Zwischenfall glaubte, aus dem Quartier ein fröhliches Getöse, has mit Kranken-Litaneien kaum eine Aehnlichkeit hatte. Und als er durch das Tor in den Hof trat, hätte ihn der Anblick, der sich ihm darbot, vor Schreck fast umgeworfen. Dort faß der Alte mit aufgenesteltem Koller an einem mächtigen Holzttsch, einen Riesenkrug voll dunklen Bieres vor sich „der dritte", so rechnete er mit den Fingern seinem Leibdoktor vor, weil er den Humpen zum Reden nicht absetzen wollte, und um ihn herum standen vier Fässer, zwei leere und zwei volle, zwei aus Hersfeld und zwei aus Einbeck, die kannte der geplagte Medikus zur Genüge. Eh' aber der Zecher den Schaum von feinem vierten Kruge blies, hob er den massigen Körper vom Sessel auf, ließ dem Verdutzten gleichfalls einen vollen Humpen reichen und erklärte dazu dies: Er habe fein ritterliches Wort verpfändet, daß er das Hersfelder Wasser trinken werde. Dort stünden die zwei Fässer aus Hersfeld — leer, dort zwei andere, gleichgroße aus Einbeck — voll, voll von gutem Einbecker Bier. Aber dies Bier fei von besonderer Art; denn da der Chirurg so viel über die Herrlichkeit des Brunnens gewundert und gepredigt habe, sei er der Meinung geworden, daß ein Bier aus diesem edlen Wasser gebraut, zu seinem eigenen Wohlgeschmack noch die Heilkraft und Stärke des Brunnens gewinnen würde. Er habe somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und sich aus den zwei Faß Hersfelder Wasser in Einbeck zwei Faß Bier brauen lassen und somit sowohl seiner Kehle wie seiner Gesundheit gedient. Und der Teufel solle ihn holen, wenn er es mit seinem Ritterwort nicht so genau nähme, daß er die beiden Fässer bis auf die Nagelprobe leere. Was sollte der Doktor dagegen sagen; er mußte dem schlauen Fuchs Bescheid tun und weil es wirklich ein Bier war, so schwer und rund, wie es ihm noch nie über die Zunge rollte, wurden aus dem einen Kruge so viele, wie Fässer im Hofe standen, doppelt gezählt, wie er sie danach auch doppelt sah. Aber seltsam: War der Brunnen wirklich so stark und so voll Heilkraft, daß selbst die ungewöhnliche Umwandlung ihn nicht schwächen konnte. Oder wollte der gute Brunnengeist, der in jedem rechten Heilwasser wohnt, hier ein besonderes Beispiel dafür geben, wie die Kräfte der Natur über allen Menschenwitz mächtig sind: Mit der Gesundheit des Egloffstein wurde es so schnell besser, daß man es fast von Tag zu Tag sehen konnte und als die beiden Einbecker Fässer, leer getrunken, im Hofe dröhnten, war weder vom Chirurgen, geschweige denn noch vom Feldkaplan mehr die Rede. Und der alte Obrist ist erst nach fünfundzwanzig Jahren friedlich an all zu hohem Alter auf seinem Burghof gestorben. Von dem Hersfelder Brunnen-Bier aber hat er fein Leben lang nicht mehr gelassen. Diese Geschichte ist in ihrem Kern wahr und hat sich wirklich zugetragen; man kann sie in der Historie der Stadt Hersfeld nachlesen. Der Brunnen, der einige Zeit nach dem dreißigjährigen Kriege verschüttet wurde, sprudelt jetzt wieder stärker denn je und tut noch immer Wunder. Wenn auch der Brunnengeist sich heute nicht mehr, so wie damals dem dicken Feldhauptmann, im Einbecker Bier offenbart. Hochschulnachrichteu. Professor D. Friedrich (Bo garten, Ordinarius für systematische Theologie an der Universität Breslau, hat einen Ruf als o. Professor für systematische Theologie und als Universitätsprediger an die Universität Göttingen als Nachfolger von Professor Karl Stange erhalten, der wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand tritt. Professor ©ogarten hat zuletzt die Professur für systematische Theologie an der Universität Bonn versehen, die bisher der jetzt in den Ruhestand versetzte Professor Karl Barth innegehabt hat. Professor D. Joachim Jeremias, Ordinarius für Neutestamentliche Theologie an der Universität Greifswald, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Göttingen berufen worden. Professor D. Dr. Paul Kahle, der Direktor des Orientalischen Seminars der Universität Bonn, ist an die Universität Berlin berufen worden, um dort die Leitung des neu zu gründenden großen Orienttnstttuts zu übernehmen. Die folgenden ordentlichen Professoren sind von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden: an der Universität München: Franz Walter (Moraltheologie); Hans Oertel (arische Philologie); Vinzenz Schöpfer (Forst- und Jagdwirtschaft); an der Universität Freiburg: Paul Uhlenhuth (Hygiene); Christoph Wagner (Forstbetriebslehre); an der Universität Greifswald: Karl Peter (Anatomie); an der Universität Leipzig: Paul Rehme (Deutsches und Handelsrecht); an der Universität Würzburg: Georg Rost (Mathematik); an der Universität (Erlangen: Arnold Spuler (Anatomie); an der Universität Rostock: Theodor von Wasiliew- ski (Hygiene); an der Universität Jena: Max Wiem (PhM). Bemessung des Werts der kurzlebigen Wirtschaftsgüter zugrunde zu legen. Nach einem Erlaß vom 20. Dezember 1934 ist die Bewertungsfreiheit bei kurzlebigen Wirtschaftsgütern, die bereits in der Bilanz für 1933 oder 1932/33 vorhanden waren (Altanlagen), abhängig von der Uebertragung der Altanlagen auf ein „Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter". Der Erlaß geht davon aus, daß dieses „Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter" bereits für den Buchabschluß 1934 oder 1933/34 einzurichten war. Sind jedoch die Bi- lanzarbeiten schon vor Bekanntgabe des Erlasses vom 20. Dezember 1934 abgeschlossen gewesen, so weist die Buchführung regelmäßig ein Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter nicht auf. Auch die nachträgliche Einrichtung des Kontos für den Bilanzabschluß 1934 oder 1933/34 begegnet vielfach technischen Schwierigkeiten, besonders bei Aktiengesellschaften wegen der Formvorschriften für die Bi- lanzaufftellung. Um eine Benachteiligung der Unternehmen, die das Konto nicht mehr rechtzeitig einrichten konnten, zu vermeiden, wurde zugelassen, daß die Bewertungsfreiheit für 1934 (1933/34) in Anspruch genommen roetben kann, wenn für die Altanlagen und für die Zugänge des Wirtschaftsjahres 1934 (1933/34) das Konto noch im Laufe des Kalenderjahres 1935 eingerichtet wird. Eine später als im Kalenderjahr 1935 erfolgende Uebertragung von Altanlagen und Zugängen auf das Sonderkonto ist als Voraussetzung für die Anwendung der Vorschrift über die Bewertungsfreibeit kurzlebiger Wirtschaftsgüter nicht anzuerkennen. Für Neuzugänge ist vorgeschrieben, daß das „Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter" laufend mit allen Aufwendungen für die Anschaffung oder Herstellung kurzlebiger Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zu belasten ist. Der Begriff „laufend" in diesem Sinn soll auch gegeben sein, wenn di.e Belastung des Kontos am Ende des Mrtschafts- jahres erfolgt. In dem Fall muß jedoch in der Buchführung ersichtlich gemacht werden, um welche Gegenstände es sich im einzelnen handelt, damit eine Nachprüfung ohne Schwierigkeiten möglich ist. Ist die Belastung des Kontos in dem Wirtschaftsjahr, in dem die Wirtschaftsgüter angeschafft worden sind, versäumt worden, so kann sie in späteren Wirtschaftsjahren nicht nachgeholt werden. Für diese Wirtschaftsgüter kann demgemäß in den kommenden Wirtschaftsjahren von der Bewer- tungsfrsihttt nicht mehr Gebrauch gemacht werden. Die in den Steuerbilanzen vorkommenden F e st- werte (Standardwerte) können sowohl kurzlebige, als auch langlebige Wirtschaftsgüter umassen. Ist das der Fall und werden erhöhte Ab- etzungen für kurzlebige Wirtschaftsgüter in An- pruch genommen, so müssen die Festwerte nach kurzlebigen und langlebigen Wirtschaftsgütern auf« gegliedert werden. Der die langlebigen Wirtschaftsgüter umfassende Teil des alten Festwertkontos ist in der bisherigen Weise weiterzubehandeln, d. h. er kann, solange sich die betrieblichen Verhältnisse nicht wesentlich ändern, unverändert bestehen bleiben. Absetzungen für Abnutzung sind bei diesem Teil des Festwertkontos, der nur langlebige Wirtschaftsgüter umfaßt, nicht zulässig. Andererseits unterbleibt jede besondere Aktivierung von Neuanschaffungen, da die Werte der Neuanschaffungen in dem Festwert enthalten sind. Der Betrag, der bei der Zerlegung des alten Festwertkontos auf kurzlebige Wirtschaftsgüter entfällt, ist auf das „Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter" zu übertragen, wo er nach den für die kurzlebigen Wirtschaftsgüter geltenden Vorschriften zu behandeln ist. Der Grundsatz der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz gilt auch für den Teil des alten Festwertkontos, der auf das Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter übernommen wird. Hiernach können für den die kurzlebigen Wirtschaftsgüter umfassenden Teil des alten Festwertkontos, der nun auf das Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter übertragen ist, grundsätzlich Absetzungen für Abnutzung nur in der Höhe gemacht werden, in der sie auch in der Hand eis» bilanz vorgenommen werden. Bleibt nach völliger Abschreibung in der Handelsbilanz in der ©teuer* bilanz ein Restbetrag übrig, so bemessen sich für den Restbetrag die Absetzungen nach der Rest- nutzunasdauer. Oft haben die Unternehmer die hier in Betracht kommenden kurzlebigen Wirtschaftsgüter sofort über U n k o st e n gebucht, so daß sie in der Handelsbilanz überhaupt nicht oder nur mit 1 Reichsmark erscheinen. Trifft das zu und kommen Festwerte (Standardwerte) nur in der Steuer bilanz vor, so ist für die Bemessung der Absetzungen für Abnutzung gleichfalls „die Restnutzungsdauer" maßgebend. In derartigen Fällen kann in der kaufmännischen Buchführung der Festwert nicht auf das Konto kurzlebiger Wirtschaftsgüter übernommen werden. Es ist jedoch für steuerliche Zwecke eine kontenmäßige Aufstellung anzufertigen, in der die Entwicklung dieses Bilanzpostens und die Höhe der jeweils in Anspruch genommenen Absetzungen für Abnutzung darzustellen sind. Zur Vermeidung langwieriger Ermittlungen und Berechnung über die Restnutzungsdauer der verschiedenen auf dem Festwertkonto berücksichtigten Gruppen von kurzlebigen Wirtschaftsgütern kann für die Bemessung der Absetzungen für Abnutzung bei kurzlebigen Wirtschaftsaütern ohne nähere Nachprüfung eine durchschnittliche Restnutzungsdauer von vier Jahren zugrunde gelegt werden. Die Annahme einer fünfjährigen Nutzungsdauer Wirt Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 921: Wieder Verrechnungsverkehr mit Brasilien. 922: Verlängerung der Vereinbarung über den deutsch-französischen Warenverkehr und des deutsch-französischen Verrechnungsabkommens bis zum 15. 7.1935. 923: Jnkassoberechtigung bulgarischer Vertreter für deutsche Lieferanten. 924: Transfer-Regelung für die Zeit vom 1. 7. 1935 bis 30. 6.1936. 925: Zum französischen Ursprungsbezeichnungs- zwang für elektrische Apparate. 50000 Opelwagen im ersten Halbjahr 1935. Fwd. Rüsselsheim 26. Juni. Nach eintt Werksmitteilung hat am 25. d. M. der 50 000. Opelwagen der diesjährigen Produktion das Rüsselsheimer Werk verlassen. Gegenüber der gleichen Vorjahrszeit liegt eine Absatzsteigerung von damals 33 472 auf den jetzt genannten Stand vor. Im letzten Jahre wurde die 50 000-Grenze erst am 18. August und 1933 überhaupt nicht erreicht. Der Absatz der 50 000 Wagen verteilt sich in beiden Jahren mit etwa sieben Achtel auf Personen- und mit ein Achtel auf Liefer- und Lastwagen. Das Rüsselsheimer Werk sei auf Monate hinaus bis zur vollen Ausnutzung feiner Kapazität beschäftigt, die Produktion des Olympia beträgt etwa 100 Wagen pro Tag und fei jetzt in vollem Gange. Die gesamte Tagesproduktion der Opelwerke wird mit zirka 400 Wagen angegeben, die 18 000 Mann starke Gefolgschaft arbeite in vielen Abteilungen in drei Schichten. Exportsteigerung bei den Leih-Werken in Wetzlar. Wetzlar, 26. Juni. Die Leitz-Werke in Wetzlar haben, wie der Fwd. erfährt, eine günstige Umsatzentwicklung aufzuweisen. Das Jnlandgeschäft verzeichnet eine Vergrößerung, doch seien die preislichen Erfolge nicht mit der Umsatzsteigerung gleich günstig. Vor allem liegt eine erfreuliche Steigerung des Auslandgeschäftes vor. In den ersten fünf Monaten 1935 konnte der Export um 20 d. H., im Monat Mai für sich betrachtet, um 45 v. H. gegenüber der gleichen Vorjahreszeit verbessert werden. Im Zuge der Umsatzsteigerung wurde auch die Gefolgschaft auf nunmehr 2300 Mann erhöht. Regelung der Ablieferung von Getreide. Vorbereitung der neuen Getreidemarktordnung. Auf Anweisung der Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft haben die Getreidewirtschaftsverbände Bestimmungen über die Ablieferung von Getreide in dem neuen Wirtschaftsjahr 1935/36 erlassen, die am 15. Juli 1935 in Kraft treten. Diese Bestimmungen dienen der Vorbereitung für die neue Getreidemarktordnung, die zwar im wesentlichen in Form der Verordnung vom 14. Juli v. I. erhalten bleibt, jedoch sinngemäße Abänderungen- und Anpassungen an die neue Versorgungslage unter Auswertung der bisherigen Erfahrungen enthält. Die Erzeuger von inländischem Roggen und inländischem Weizen sind berechtigt und verpflichtet, für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für technische Zwecke den selbsterzeugten Roggen und Weizen sowie das Menggetreide, das aus gemischter Saat gewonnen ist und mehr als 50 v. H. Bestandteile Roggen bzw. Weizen enthält, in der Menge abzuliefern, für die ihnen von dem zuständigen Getreidewirtschaftsverband Kontingentsmarken zugestellt werden. Die Ablieferung kann von dem Getreidewirtschaftsverband mit Zustimmung der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft an eine bestimmte Frist gebunden werden. Jeder Erzeuger von inländischem Roggen, inländischem Welzen, inländischer Gerste, inländischem Hafer und Menggetreide ist verpflichtet, sich die Ablieferung des Kontingentsgetreides sowie den Verkauf oder die Veräußerung von Getreide zu Futterzwecken und zu anderen Zwecken vom Empfänger bescheinigen zu lassen. Der Empfänger des Getreides hat hierzu die Ablieferungsbescheinigungen zu verwenden, die von dem für den Erzeuger bei den in der Liste aufgeführten rtschaftsgütern gibt dem Steuerpflichtig.n ein Recht, diese Anlagen in einem kürzeren Zeitraum oder sosort abzusetzen. Er ist aber nicht verpflichtet, dies unter allen Umständen zu tun. Er kann also, wenn der Gegenstand in seinem Betrieb eine längere als fünfjährige Nutzungsdauer hat, eine längere Nutzungsdauer geltend machen und demgemäß eine geringere Absetzung als 20 o. H. vornehmen. zuständigen Getreidewirtschaftsverband zu beziehen find. Die bisher bezogenen Ablieferungsbescheinigungen für Roggen und Weizen gelten noch bis zum 15. Juli 1935. Der Identitätsnachweis für Kontingentsgetreide ist nicht erforderlich. Die zweite Hand kann das erworbene Kontingentsgetreide gegen die gleiche Menge von Getreide aus Kontingents- oder aus freien Käufen austauschen. Ebenso können Erzeuger untereinander je nach Bedarf und Notwendigkeit Kontingentsmarken tauschen, wobei allerdings weder ein Auf- noch ein Abgeld gestattet ist. Ein Erzeuger darf über inländischen Roggen und inländischen Weizen nach Erfüllung oder genügender Sicherstellung der Ablieferung feiner Kontingentsmenge frei verfügen. Der für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für technische Zwecke gelieferte Kontingentsroggen und Kontingentsweizen darf nur für diese Zwecke in Verbindung mit den zugehörigen Kontingentsmarken weiter verkauft oder weiterveräußert werden. Diese Anordnung tritt am 15. Juli 1935 in Kraft. Sie gilt für alle zu diesem Zeitpunkt hinsichtlich der Lieferung noch nicht erfüllten Verträge. Für die vor dem 16. Juli 1935 erfolgte Lieferung von Gerste der neuen Ernte treten die Bestimmungen über die Verpflichtung zur Bescheinigung der Ablieferung mit sofortiger Wirkung in Kraft. • Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: behauptet. Frankfurt a. M., 26. Juni. Die Börse blieb gegenüber der starken Geschäftsunlust gut behauptet. Der bevorstehende Halbjahres-Ultimo veranlaßte allgemein zur Zurückhaltung, so daß Aufträge der Kundschaft kaum Vorlagen. Die ergebnislosen deutsch- französischen Handelsverhandlungen machten keinen stärkeren Eindruck, auf die Unternehmungslust wirkten sie allerdings lähmend. Bei schleppendem Geschäft kamen am Aktienmarkt zunächstt nur wenig Kurse zur Erstnotiz, die zwar kein einheitliches Bild boten, aber nur minimale Veränderungen brachten. Am Montanmarkt bereitete die beabsichtigte Umtausch- Transaktion der Harpener Bergbau AG. eine sichtbare Enttäuschung; man hatte nach den Ankündigungen in der gestrigen Generalversammlung mit einem anderen Ausgleich für den nochmaligen Dioi- dendenausfall gerechnet. Die Harpener-Aktie, die gestern abend zu 113 stark gesucht war, eröffnete mit 110 noch 0,50 v. H. unter gestern mittag. Die übrigen Montanpapiere konnten sich voll behaupten. Von chemischen Werten setzten IG. Farben und Deutsche Erdöl je 0,50 v. H. niedriger ein, Farben vermochten sich nach dem 1. Kurs wieder zu erholen. Am Elektromarkt bröckelten AEG. 0,40 d. H. ab, Schuckert und Gesfürel lagen gut gehalten. Voll behauptet eröffneten außerdem Reichsbank, Deutsche Linoleum, Holzmann, Cement Heidelberg und Deutscher Eisenhandel. Etwas leichter lagen Zellstoffwerte, Kunstseideaktien und Schiffahrtspapiere, insbesondere Nordd. Lloyd mit 36,40 (37.65). Aus die günstigen Ausführungen in der General- Versammlung waren Feinmechanik Setter gefragt bei ca. 77,50 bis 78 (76,13), ferner lagen Gebr. Junghans 0,50 v. H. freundlicher. Löwenbräu München notierten mit 205 um 2 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt herrschte bei behaupteten Kursen Geschäftsstille. Etwas fester lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 121,75 (121,65). Von fremden Werten gaben 4prozentige Rumänen auf 6,10 (6,20) nach. Bei anhaltenden sehr kleinen Umsätzen war die Haltung im Verlaufe durchaus widerstandsfähig. Montanwerte waren überwiegend um 0,50 bis 0,75 v. H. höher, außer Harpener, die bis auf 108,50 zurückgingen. Fest lagen Reichsbank mit 183,75 nach 182,90 bei etwas lebhafterem Geschäft. Leicht erhöht waren außerdem AEG., Accumulatoren 176 (175). Feinmechanik Setter kamen mit 78 zur Notiz. Am Rentenmarkt blieb es sehr still, die Kurse lagen unverändert. Schwächer lagen Jndustrie- Obligationen bei Rückgängen um 0,25 bis 0,50 v. H. Auch Stadtanleihen wurden angeboten und verloren in den meisten Fällen 0,25 bis 0,50 d. H., teilweise bis 0,75 v. H. Dagegen zeigte sich für Goldpfandbriefe weitere kleine Kundschaftsnachfrage, die aber kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. Liquidationspfandbriefe und Sommunal* Obligationen konnten sich behaupten. Auslandsrenten lagen geschäftslos, wobei Ungarn bis 0,40 v. H. nachgaben, während Sprozentige Rumänen auf 8,20 (8,13) anzogen. Abendbörfe widerstandsfähig. Auch an der Abendbörse herrschte starke Geschäfts- losigieit, doch blieb die Tendenz widerstandsfähig, und soweit Veränderungen im Vergleich zum Berliner Schluß eintrgten, hielten sie sich in engsten Grenzen. Höher lagen Deutscher Eisenhandel mit 95,25 (Berlin 94), Farbenindustrie blieben zu 149,40 unverändert. Leicht abgeschwächt waren Aku mit 60,75 (61,25), ebenso von Schiffahrtspapieren Hapag mit 33 (33,50). Am Einheitsmarkt zeigte sich Sn-- teresse für einige Werte der Getränkeindustrie. Brauerei Kalter 55,75 (53), Rückforth Stettin 81 (80). Auch der Rentenmarkt hatte nur sehr geringes Geschäft, es erhielt sich aber eher Kaufneigung. Gefragt waren vor allem Reichsbahnvorzugsaktien mit 122 (121,90), außerdem K.ommunal-Umfchuldung und Zinsvergütungsfcheine. Ferner wurden zertifizierte Gulden-Obligationen 0,50 bis 1 v. H. höher bewertet. Die Altbesitzanleihe vermochte sich mit 112,90 (113) nicht voll zu behaupten. Von Auslandwerten lagen Schweizer Bundesbahnen auf der ermäßigten Mittagsbasis gehalten, für Serben nannte man etwas festere Kurse; 1909er Serben 10,50 (10). U. a. notierten: Altbesitz 112,90, Reichsbahnvorzugsaktien 122, 4,5 v. H. Stadt Mainz von 26 91,50, 4 v. H. Rumänen 6, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 191,50, 3,5 do. 181, Commerzbank 90,25, Frankfurter Hyp.- Bank 96, Harpener 108,75, Mannesmann 86,65, Rheinstahl 112,25, Stahlverein 83,40, AKU. 60,75, Bekula 139, Berger 117,50, Scheideanstalt 230,50 Schweinemarkt in Gießen. * Gießen, 26. Juni. Auftrieb auf dem heutigen Schweinemarkt: 64 Ferkel, 7 Läufer. Es wurden bezahlt: Ferkel, bis sechs Wochen alt, 20 bis 24 RM., sechs bis acht Wochen alt 24 bis 28 RM., acht bis dreizehn Wochen alt 28 bis 34 RM., Läufer 52 bis 55 RM. — Tendenz: ruhig, wenig Käufer anwesend. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Juni. Der Getreidegroßmarkt nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Brot* getreibe aus dem Rhein-Main-Gebiet war nur in kleinen Mengen angeboten und wurde relativ leicht aufgenommen, solches aus anderen Gegenden fand wenig Interesse. Futtergetreide fehlte, auch ölhaltige Artikel und Kleie wurden nur knapp offeriert und blieben gefragt. Das Mehlgeschäft beschränkt sich auf einige Bedarfskäufe in Weizenbrotmehl. Von Futtermitteln ging der Preis für Treber weiter, und zwar auf 17,00 zurück. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 210, W13 214, W16 218, Roggen R9 170, R 13 174., R 15 178 (Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172 (Großhandelspreise ab Station). Bei Wasservex- ladung über 100 Tonnen RM. 3,00 mehr. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizen- futtermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,92, W 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44 (Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnutzkuchen m. M. 14,50 (Fabrikpreise ab süddeutscher Fabrikstation). Treber 17,00, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu —, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt 5,20 bis 5,30, gebündelt 5,10. Friedberger Ferkelmarkt. Lpd. Friedberg, 26. Juni. Auf dem am Dienstag in Friedberg stattgefundenen Ferkelmarkt wurden folgende Preise erzielt: sechs Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alte 20 bis 25 Mark und acht bis zwölf Wochen alte 25 bis 35 Mark. Aufgetrieben wurden insgesamt 234 Jungtiere. Der Markt wurde ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage. Vorauftrieb: 28 Rinder (24 Kühe, 4 Färsen), 761 Kälber, 39 Schafe, 313 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 60 Mark, Hämmel 37 bis 40 Mark, Schweine 44 bis 51 Mark. Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Die Weinblüle im Rheingau. In allen Weinlagen des Rheingaukreises hat jetzt die W e i n b l ü t e eingesetzt. Ueberall streicht der angenehme Duft durch die Dörfer und Flecken des Weingaugebiets. Bei der jetzt herrschenden Sonnenglut wickelt sich die Blüteperiode schnell ab, so daß in vier bis fünf Tagen die Blütezeit vorüber ist und die größten Sorgen des Winzers behoben find. In den Rüdesheimer Berglagen sind die Traubenbehänge reichlich, sodaß, wenn die Weinblüte vorüber ist, die Hoffnungen auf ein gutes Weinjahr wieder vorhanden sind. Von früh bis spät arbeiten jetzt die Winzer in den steilen Bergen mit den Spritzen auf dem Rücken an der Bekämpfung der Rebkrankheiten, besonders der Peronospora. Diese in unermüdlichem Fleiß durchgeführten Arbeiten haben das Auftreten von Krankheiten bis jetzt verhindern können. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsftiß 5 v. H. Frankfurt a.M. Serini Schluß« kurs Echlußk. Abend« börsc Schluß« kurs Echlußk. Mittag« börse 'Datum 25.6 26.6. 25-6. 26.6. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 100,13 100,13 100,13 100,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,45 97,5 97,75 97,9 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,75 103,4 103,13 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. 112,9 112,9 113 113 4l/•% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, l....... 100,13 100,15 100,3 100,3 6% efjem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98 97,75 98 97,5 4%% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 — 6Yi% ehern. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt filaüt ... 100,5 100,5 —— 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverlckr. R.6 92,13 92,13 — — Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechlen ............. 127 127 — —— Deutsche Komm. Sammelabl. Qln- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116 116,13 116,25 116,3 4yt°/i ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96 96 — - bVi% ehern. 4yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100,75 100,25 _ _ 6y,% ehern. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 101 101 101,13 101,13 V/x% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y/,o ehern. 7% Pr. LandeSpfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 96,75 96,75 96,75 96,75 — — — Eteuergutsch.Berrechnungsk. 85-89 106,7 106,7 106,7 106,7 4% Oosterreichische Goldrente.... 32 — 31 _ 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 1,75 1,7 4% Ungarische Goldrente....... 12,25 11,9 12,2 11,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,75 11,65 11,9 11,65 4%% deSgl. von 1913.......... 12 11,7 12 11,4 5% abgeft. Goldmexikaner von 99 13,25 — 13,4 12,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie ...................... —4 Frankfurt d. M Berlin Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 25.6. 26.6. 25.6. 26-6. 4°Z» vesal. Serie II ............. _ - - 12,5 — 5% Rnrnän. veretnh. Rente v. 1903 8,13 8,2 7,9 8,25 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l91L 10 —— 10,2 10,1 4% Rumänische vercinh. Rente 6,2 6 6,25 6,13 2 %% Anatolier............. 39,25 39 39,25 39,75 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 34 33 33,9 33,25 Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0 —• — 26,4 26,75 Norddeutscher Lioyd ......... 0 37,65 36,4 36,75 36,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 89 89 89 88,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 117 117 117 117 Commerz, und Privat-Bank ... O 90,5 90,25 90,5 90,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ O 92 91,5 92 91,5 Dresdner Bank.............. 0 92 91,5 92 91,5 Reichsbank ................ 12 182,75 183,25 182,9 182,65 A.E.G...................... O 45,9 45,65 45,5 45,9 Bekula.................... IO 138,5 139 138,75 139,13 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 115,5 114,75 115 114,65 Licht und Kraft ........... 6y, 129,5 129,5 129,5 129,5 Felten L Guilleaume......... 0 101,5 101,25 101,75 101,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 5 127 127 126,9 127,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 — 131 131 131 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 126,75 128 126,75 128 Schuckert & Co............... 4 118,75 119 119 119,5 Siemens & Halske............ 7 175 175 175,5 175 Lahmeyer & Co.............. 7 128,5 128,5 129,75 Buderus ................... 0 104,75 103,25 104 103,13 Deutsche Erdöl .............. 4 113 113 112,65 113,5 Gelsenkirchener............. 0 Harpener................... 0 — 108,75 110 109,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — — 105,13 106,25 Ilse Bergbau ............... ü 157 157 158,5 — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 128,25 127 128 127 Kiöcknerwerke .............1 y, I 98 98,75 98,5 99 Mannesmann-Rührr» —.•••• 0 1 66*25 86,65 86,25 86,75 Frankfurt a. M. Serlln Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 25-6- 26-6 25 6- 26-6- Mansfelder Bergbau .. .. 8 115,75 116,5 115,5 Kokswerke........... .. 5 — 115,25 116,9 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .. O — —— — • ••• . 12 233,25 233 234 233 Rheinstahl........... sy7 112,25 112,25 112 112,25 Bereinigte Stahlwerke. .. 0 83,25 83,4 83,4 83,25 Otavi Minen ........ .. 0 18 17 17,5 17,5 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 122 122,25 122 122 Kaliwerke Westeregeln. .. 6 120 120 120 ■— Kaliwerke Salzdetfurth ..... ?y. 177 176 176,5 175,5 g. G. Yarben.Jnbustri« .. 7 149,25 149,4 149,9 149,4 Scheideanstalt........ .. 9 230,5 230,5 —— —— Goldschmidt ......... .. O 102,5 103 102,5 102,13 Rütgerswerke........ .. 4 118 116,75 117,5 117,4 Metällgesellschaft...... .. 4 105,25 105,5 105 106 Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cemeutwerk Karlstadt.. .......0 92,5 92 93 93 • •••• .. 6 .. 4 117,25 135 117-5 135 Schultheis Patzenhofer .. 4 _ — 112,25 112,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 61,25 60,75 61,25 61 Bemberg............ .. O 119 119 119,5 119 Zellstoff Waldhof..... .. 0 118 118 117,25 117,5 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 85 84 83,75 84 Dessauer GaS ........ .. 7 — —> 138,75 138,25 Daimler Motoren ..... .. 0 92,75 92,5 92,5 92,65 Deutsche Linoleum.... .. e 160,9 160,75 160,25 160,5 Orenstein & Koppel ... .. 0 — 87,5 87 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 36,9 36,75 36,75 36,65 Chade ............... .. c 296 — 296 293,75 Accu muIatoren-Fabrtk. . 12 175 177 175 178 Conti-Gummt........ .. 8 153 155,5 153 156 Gritzner............. .. O 40,13 40,5 39 Mainkrastwerke Höchst a.M>. .. 4 89 89 — Süddeutscher Zuck« .. .. • IH 13Q/25 m löl Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 25-Iuni 26. Juni Arniliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Äries Buenos Aires 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,885 42,965 41,885 42,965 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,60 54,70 54,60 54,70 Danzig.... 46,855 46,955 46,875 46,975 London.... 12,225 12,255 12,225 12,255 HelsingforS. 5,39 5,40 5,39 5,40 Paris ..... 16,39 16,43 16,395 16,435 Holland ... 168,64 168,98 168,72 169,06 Italien.... 20,42 20,46 20,42 20,46 Japan ..... 0,727 0,729 0,719 0,721 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 61,45 61,57 61,45 61,57 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,095 11,115 11,095 11,115 Stockholm.. 63,05 63,17 63,05 63,17 Schweiz ... 81,04 81,20 81,04 81,20 Spanien... 33,97 34,03 33,99 34,06 Prag...... 10,38 10,36 10 3Z Budapest .. _ Neupork... 2,471 2,475 2,474 2,478 Lerlm,26 Funi Geld 3 rief 2,426 2,446 41,72 54,39 12,19 16,335 41,88 54,61 12,23 16,395 168,30 19,86 61,24 168,98 19,94 Norwegische Noten .............. 61,48 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling —— Rumänisch? Noten .........._____ _ Schwedische Noten ............... 62,83 80,81 33,52 63:09 81,13 Schweizer 92oten................. Spanische bloten •••••••••••••••.« 33,66 Ungarische itotax ••••••••••••••••