Ur.98 Erster Blatt' 185. Jahrgang Zamrtag, 27. April 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild - Die Scholle Monvtr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerel R. 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Diese fernmündlich getroffene formlose Übereinkunft sollte dann in Genf in Vertragsform gebracht und bei einem anschließenden Besuch Litwinows in Paris paraphiert werden. Die Franzosen hatten mit diesem Coup auch tatsächlich in Stresa erreicht, daß England, aus Furcht durch eine weniger entschiedene Haltung den französischen Freund ganz in die Arme Sowjetruß- lands zu treiben, seine bislang beobachtete Vermittlerrolle aufgab und den Entschließungsentwurf für den Völkerbundsrat, der sich gegen die Verkündung der deutschen Wehrhoheit wandte, gemeinsam mit Frankreich und Italien unterzeichnete. Flandin und Laval konnten in Stresa weiter als Erfolg ihrer Politik des voraufgegangenen Techtelmechtels mit den Sowjets buchen, daß England und Italien ihre Verpflichtungen als Garanten des Locarnopakts noch einmal ausdrücklich bekräftigten. Selbstverständlich sind diese Verpflichtungen zweiseitig und England hat dem auch durch eine entsprechende Erklärung in Berlin loyal Rechnung getragen. Aber gedacht war dieses Bekenntnis natürlich als Rückenstärkung Frankreichs in seinen Verhandlungen mit Sowjetrußland. England wollte damit den Franzosen deutlich machen, daß sie es angesichts der Garantien des Locarnopakts keineswegs nötig hätten, sich aus der eingebildeten Furcht vor einem erstarkten Deutschland sich nun blind in die Arme der Russen zu werfen. Sie wollten gleichzeitig aber auch die Franzosen an die Bindungen erinnern, die der Locarnovertrag ihnen selber in seinem Artikel IV auferlegt, der bestimmt, daß Vertragsverletzungen vor den Völkerbundsrat zu bringen find und daß zwar eine nicht provozierte Angriffs- Handlung den Beistand der Garantiemächte auslöst, der Fall jedoch dessenungeachtet dem Völker- bundsrat zu unterbreiten ist, dessen Empfehlungen zu befolgen sind. Daß diese Erinnerung durchaus zeitgemäß und recht am Platze war, hat die Verzögerung bewiesen, die in den Tagen nach Ostern die Paktverhandlungen zwischen Paris und Moskau erfahren haben. Sowjetrußland arbeitete auf ein automatisches Inkrafttreten des Beistandspaktes hin. Wenn also einer der Dertragskontrahenten sich einem unpro- oozierten Angriff ausgesetzt glaubte, sollte der andere Vertragspartner automatisch, d. h. ohne weitere Feststellungen des Völkerbundsrats oder andere Formalitäten zu sofortiger militärischer Hilfeleistung verpflichtet sein. Damit wäre der Völkerbund als das im Locarnopakt wie in der Völkerbundssatzung vorgesehene Forum für die Feststellung eines Angreifers und für die Empfehlung der gegen ihn von den Mitgliedern des Völkerbundes zu ergreifenden Maßnahmen so gut wie völlig ausgeschaltet warben, denn eine nachträgliche Mitteilung des automatisch in Gang gesetzten militärischen Beistands wäre natürlich für eine Verhütung der Ausbreitung eines Krieges oder auch nur für eine Vermittlung zwischen den streitenden Parteien wertlos. Die englische Mahnung an Frankreich, sich beim Eingehen neuer Bindungen mit Sowjetrußland innerhalb der Verpflichtungen des Völkerbundsstatuts, dessen Erläuterung ja der neue Sonderpakt eigentlich nur dienen sollte, und des Locarnoabkommens zu halten, diese Mahnung ist doch in Paris nicht ohne Wirkung geblieben. Man wollte die Fühlung mit England über der neuen Freundschaft mit den Bolschewiken doch nicht verlieren und hat nun seinerseits Moskau für einen Augenblick die kalte Schulter gezeigt. Der französischen Presse fielen über Nacht die 20 Milliarden Vorkriegsschulden ein, deren Anerkennung als Staatsschulden die Sowjetunion bisher strikt verweigert hat. In wenig höflichen Worten sprach man von dem Ausscheiden des russischen Bundesgenossen im Weltkrieg 1917 und fand sogar plötzlich wieder die von Moskau unterstützte kommunistische Propaganda tadelnswert und staatsgefährlich. Die Sowjets vergalten mit ähnlichen Schroffheiten. Litwinow, für den in Paris bereits das Frühstück gerichtet war, das der Paktunterzeichnung folgen sollte, ließ sich nicht einmal durch seinen Spezialbusenfreund Herriot davon abbringen, unverzüglich von Genf nach Moskau durchzufahren. Die Kleine Entente wurde mit Hilfe von Beneich mobil gemacht, um in Paris zu erklären, daß sie den für Rom Anfang Juni vorgesehenen Donaupakt nicht unterzeichnen werde, wenn nicht vorher der französisch-sowjetrussische Beistandspakt unter Dach und Fach gebracht worden sei. Das gegenseitige Grollen auf dem Theater hat die beiden Partner keineswegs gehindert, hinter den Kulissen die Fäden weiter zu knüpfen, um das erstrebte Bündnis spruchreif zu machen und auch gegen Kritiker im eigenen Lager hüben wie drüben gewappnet zu sein. Jetzt läßt man schon verlauten, daß die Verhandlungen auch offiziell wiederaufgenommen werden. Vermutlich werden sie auf ein Kompromiß hinauslaufen, das durch Einschaltung des Völkerbundes den neuen Beistandspakt mit Frankreichs Locarnoverpflichtungen in Einklang bringt und durch Sowjetrußlands Zugeständnis, die Unterstützung der kommunistischen Propaganda in Frankreich einstellen zu wollen, es Laval erleichtert, den Pakt mit dem Bolschewismus auch den recht zahlreichen Feinden Moskaus innerhalb ,. der französischen Rechten schmackhafter zu machen. Mit einem solchen Kompromiß, das auf eine automatische Ingangsetzung des militärischen Beistands Kür Arbeit, Frieden, nationale Ehre und Sicherheit! Zn der Ehre der Arbeit liegt die Ehre des Volkes! Nie Ehre des Volkes aber ist die Bürgschaft für den Frieden und die Sicherung der Nation! Ausruf an das deutsche Volk! Reichspropagandaminister Dr. Goebbels zum 1. Mai. Berlin, 26. April. (DNB.) Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat zum 1. Mai folgenden Aufruf erlassen: An das ganze deutsche Volk! Zum dritten Male feiern wir im Zeichen des Nationalsozialismus den Tag der Deutschen Arbeit. Während der 1. Mai 1933 noch im Schatten der i n n e r p o l i t i s ch e n Auseinandersetzung stand, konnten wir den 1. Mai 1934 bereits zu einer großen, alle Stände und Berufe vereinigenden Demonstration des nationalen Aufbauwerkes machen. Der 1. Mai 1935 soll nunmehr Symbol und Ausdruck der wiedererrungenen deutschen Freiheit und nationalen Souveränität sein. An ihn schließt sich das ganze deutsche Volk zu einer einzigartigen Manifestation seines nationalen Lebenswillens zusammen und stattet in nie da gewesenen Mil- lionen-Kundgebungen dem Führer seinen großen und tiefgefühlten Dank ab für die Proklamation des deutschen Wehrgesetzes vom 16. März, durch die Deutschland seine nationale Gleichstellung unter den anderen Mächten festgelegt hat. Die Welt soll sehen, daß dieser Entschluß des Führers der Entschluß des Volkes ist: Arbeiter, Bauern und Soldaten wollen an diesem Tage das einmütige Gelöbnis ablegen, sich wie ein Wann hinter die Politik Adolf Hitlers zu stellen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Ehre und die Sicherheit der deutschen Nation zur festen und unerschütterlichen Grundlage des gefalzten deutschen Aufbauwerkes zu machen. Gerade der deutsche Arbeiter hat allen Grund, dem Führer für seinen mutigen Entschluß zu danken. Denn was nützt der großzügige Versuch der Wiederaufrichtung unserer Wirtschaft, wenn das ganze deutsche Volk mit allen seinen Kräften, wenn dahinter nicht die wahrhafte Kraft steht, die entschlossen ist, die Sicherheit und den Frieden der deutschen Arbeit zu verteidigen. Der Pflug, der durch die Ackerschollen geht und die Maschine, die das Lied der Arbeit singt, sind wieder geschützt durch den nationalen Verteidigungswillen des ganzen Volks. Damit erhält der 1. Mai des Jahres 1935 feine tiefe und symbolhafte Bedeutung. Eben deshalb auch feiert ihn das deutsche Volk diesmal mit besonderer Hingabe. Er soll der Gruß der Nation an den Führer fein. Er soll einen spotanen Akt des Dankes für feine auf die Sicherheit und Ehre der Nation, aber auch auf den Frieden Europas gerichtete Politik darsiellen. Er soll der Welt zeigen, daß das ganze deutsche Volk seine nationale Einigkeit wiedergefunden hat und keine Hoffnung mehr besieht, in Deutschland Bundesgenossen gegen Deutschland selbst zu finden. Adolf Hitler repräsentiert dieses neue Volk. 3n seiner Stimme sprechen die Stimmen von 66 Millionen Deutschen mit. Er ist der beglaubigte Wortführer einer Nation, die wie jedes andere Volk ihre Ehre und gleiche Berechtigung sichert, darüber hinaus aber gewillt ist, mit allen Kräften am Wiederaufbau Europas tat- und opferbereit mitzuarbeiten. Diese Nation steht heute wieder lebensgeschlossen aber auch friedensgewillt vor den Augen der Welt. lieber ihr ist aufs neue die Fahne der Ehre hochgegangen. Arbeiter, Bauern und Soldaten tragen auf ihren Schultern das Reich. Es liegt in sicherer Hut in Adolf Hitlers Hand Dem Lebenswillen des Volkes Millionen- und millionenfach Ausdruck zu geben und ihn dabei zu verbinden mit dem nationalen Ausbauwerk, dem die schaffenden deutschen Menschen aus allen Ständen und Berufen sich mit tiefer, sittlicher Begeisterung hingegeben haben, ist Sinn und Parole des nationalen Feiertags, den wir am 1. Mai festlich begehen wollen. Darum ergeht aufs neue an die ganze deutsche Nation zum Feiertag des Volkes der Ruf: Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter! Die nationale Ehre und die Freiheit unseres Volkes sind die Grundlagen aller Wohlfahrt und jeden sozialen Glückes. Ihrer sollen sie gleicherweise Arbeiter, Bauern und Soldaten teilhaftig werden. Wieder stehen für einen Tag die Räder still und ruhen die Maschinen. Wieder ehrt Deutschland die Arbeit, von deren Segen das Volk ein ganzes Jahr leben soll. Der 1. Mai ist Feiertag für arm und reich und hoch und niedrig. Bekränzt eure Häuser und die Straßen der Städte und Dörfer mit ftischem Grün und den Fahnen des Reiches. Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen der nationalsozialistischen Erhebung flattern. Züge und Straßenbahnen sind mit Blumen und Grün geschmückt. Auf den Fabriktürmen und Bürohäusern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehißt! Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel. Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter sollen in frischem Grün erstehen. Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck. 3n der Ehre der Arbeit liegt die Ehre des Volkes! Die Ehre des Volkes aber ist die Bürgschaft für den Frieden und die Sicherung der Nation! Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe und Konfessionen, reicht euch die Hände. Für Arbeit, Frieden, nationale Ehre und Sicherheit! Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland, sein Volk und sein Reich! Berlin, den 27. April 1935. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (gez.) Dr. Goebbels. Die Festfolge der Veranstaltungen. I. 8.30 bis 9.30 Uhr: Jugend-Kundgebung im Lustgarten (über alle Sender). L Fanfarensignal. Eröffnung durch den Reichsjugendführer. 3. Lied: Tritt heran Arbeitsmann. Text von Heinrich Lersch, Melodie von Fritz Sotke, gesungen von 3000 Mann starkem Chor aus HI., DJ., BdM. 4. Rede: Reichsminister Dr. Goebbels. 5. Gemeinsames Lied: Aufhebt unsere Fahnen. Text von W. Zorg, Melodie von Fritz Sotke. Dazu spielen die vereinigten Musikzüge der Berliner Hitlerjugend. 6. Ansprache des Führers. 7. Gemeinsames Lied: Vorwärts, vorwärts. II. 10 Uhr: Festakt der Reichskulturkamme r in der Staatsoper Unter den Linden (über alle Sender). 1. Festliches Präludium von Richard Strauß. Es spielt die Staatskapelle Berlin unter Leitung von Professor Clemens Krauß. 2. Ansprache des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. G o e b b e ls. 3. HJ.-Fanfare. 4. Verkündung des Buch- und Filmpreises 1934/35. 5. Festliche Musik. Finale (Passacaglia) aus der 4. (E-Moll) Symphonie von Joh. Brahms. Es spielt die Staatskapelle Berlin unter Leitung von Professor Heger. III. 12 Uhr: Staatsakt a u f dem Tempelhofer Feld (über alle Sender). In allen Orten des Reiches werden Parallel-Kundgebungen durchgeführt. 12 Uhr: Ankunft des Führers. Der Führer schreitet die aufgestellten Ehrenformationen ab. Chor, gesungen von 2500 Sängern des Berliner Sängerbundes „Lied des Volkes" von (Erbten. Eröffnungsansprache: Reichsrnini - st e r Dr. Goebbels. Chor. „Wir" von Heinrichs. Verpflichtung der V e r t r a u e n s r ä t e durch den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Rede des Führers. Horst-Wessel-Lied. Großer Zapfenstreich. Deutschland-Lied. Schlußwort: Bezirkswalter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Engel. IV. 17 Uhr: Empfang der Arbeiter-Delegationen aus dem Reich und der Sieger aus dem Reichsberufswettkampf der Deutschen Jugend in der Reichskanzlei durch den Führer und Reichskanzler. V. 21.30 Uhr: Fackelzug der Reichswehr, Marine, Flieger, Landespolizei, Schutzpolizei, SA., SS., Leibstandarte Adolf Hitler, NSKK., Feldjägerkorps, Arbeitsdienst, PO., Deutsches Rotes Kreuz, Deutscheer Luftsport-Verband, Technische Nothilfe, Bahnschutz, Feuerwehr und NSDFB (Stahlhelm), zum Lustgarten. VI. 23.00 Uhr: Schlußappell der am Fackelzug beteiligten Formationen. Marschmusik. Rede des Preußischen Ministerpräsidenten Reichsminister General Göring. Großer Zapfenstreich. — Die Kundgebung wird über alle Sender übertragen. Tausend Saarländer kommen zum ^l.Mai nach Berlin. Berlin. 27. April. (DNB.-Funkspruch.) Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub in der N S.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat auf Veranlassung des Propagandaministeriums 10 0 0 saarländische Arbeitskameraden z u einem mehrtägigen kostenlosen Besuch der Reichshaupt st adt eingeladen. Die Teilnehmer werden als größtes Erlebnis während ihres Berliner Aufenthaltes den 1. Mai b e i der Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld feiern. Besondere Ehrenplätze werden für sie vorgesehen. verzichtet, hofft man auch die E n g l ä n d e r zu beruhigen, die nichts so sehr fürchten als eine Vermehrung ihrer Verpflichtungen auf dem Kontinent, die ihnen ein automatisch wirkender Beistandspakt zwischen Frankreich und Sowjetrußland, wenn auch nur indirekt, als Garantiemacht des Locarnoabkommens auferlegt hätte. So zweideutig Englands Politik seit Jahren ist und so verschieden die Auffassungen in der britischen Öffentlichkeit, ja innerhalb des Kabinetts selber im einzelnen auch fein mögen, so läuft doch Englands Wunsch darauf hinaus, einmal keine Verpflichtungen einzu- gehen, die England über den Locarnovertrag hinaus in kriegerische Konflikte auf dem Kontinent verstricken könnten, zum andern zu versuchen, durch Verhandlungen mit Deutschland zu einer europäischen Rüstungsbeschränkung zu kommen und zum dritten dem Völkerbund durch den Wiedereintritt Deutschlands die Rolle wiederzugeben, in deren Verlust man in England die größte Gefahr für den Gedanken der europäischen Solidarität und damit für den europäischen Frieden erblickt. . Das ist ein an sich klares und für die Sicherung des Friedens nützliches Programm. Aber im briti- chen Generalstab, unter den hohen Beamten des -oreign Office, auf dem rechten Flügel der Herr- chenden Konservativen Partei sitzen genug einfluß- -eiche Männer, die in einer kontinentalen Hegemonie Frankreichs, dem auch gefühlsmäßig ihre Sympathie gehört, die beste Garantie für die Erhaltung des Friedens in Europa sehen und in der Wiederherstellung der alten französisch-britischen Entente cordiale mit dem ausgesprochenen Zweck der Niederhaltung Deutschlands die beste Gewähr dafür erblicken, daß das Britische Reich ungestört durch kontinentaleuropäische Streitigkeiten sich seinen nicht geringen überseeischen Sorgen widmen kann. Frankreich als Gendarm Europas spukt immer noch als Idealfigur in den Köpfen vieler Engländer, die nichts als Ruhe wollen, aber zu kurzsichtig sind, um einzusehen, daß die gewaltsame Aufrechterhaltung ungleicher und ungerechter Verträge und die Zerreißung Europas in Blocks hochgerüsteter, einander argwöhnisch belauernder, in unübersehbaren Bündnisnetzen verstrickter Mächte die größten Hindernisse für eine wahre Befriedung eines unter gänzlich veränderten weltwirtschaftlichen Aspekten nur durch enge Zusammenarbeit wieder zur Genesung kommenden Erdteils sind. Aber was soll man sagen, wenn ein Mann wie Macdonald sich nicht scheut, es an Einseitigkeit und Befangenheit in feinem Urteil über Deutschland mit den wildesten Hochtories aufzunehmen, ein Mann, der während des Weltkriegs für feine pazifistischen Ideale gelitten hat und später als Premier zweier englischer Arbeiterregierungen sich ehrlich bemüht hat, die Liquidation des Krieges durch einen wahren, auf Ausgleich, Abrüstung und zwischenstaatliche Zusammenarbeit gegründeten Frieden gegen die starken Kräfte innerhalb seines eigenen Landes unb in der internationalen Politik durchzusetzen. Als Führer eines Torykabinetts, das ihn einst als nützliches Umhängeschild gebraucht hat, nun aber im Gefühl herannahender Wahlen seiner überdrüssig wird, mit seinen früheren Parteigängern zerfallen, von der Oeffentlichkeit als unentschieden und haltlos kritisiert, ist Macdonald anscheinend in Sorge um einen guten Abgang von der politischen Bühne und sucht nun seine und Simons Haltung in Stresa als glücklichen vielversprechenden Auftakt einer schöpferischen Außenpolitik der mißtrauischen und zweifelnden britischen Oeffentlichkeit einzureden. Weil auch Deutschland so wenig wie ein großer Teil der englischen Oeffentlichkeit wenig überzeugt ist von der Fruchtbarkeit des Kurses, den die englische Politik in Stresa und Genf eingeschlagen hat, bekommt es nun aus Macdonalds Mund dis verdiente Strafpredigt zu hören. Vom hohen Kothurn des allein wahren Friedensfreundes, umgeben mit dem Mantel der Selbstgerechtigkeit und Unfehl- barfeit kanzelt er in dem nur schwer verdaulichen Gemisch von gönnerhaftem Wohlwollen und moralischer Ueberheblichkeit, für das es in der englischen Sprache das unübersetzbare Wort „cant“ gibt, Deutschland ab als das Land, das „das gegenseitige Vertrauen in Europa zerstört" habe, dadurch daß es „den Weg des Militarismus wieder beschritten" habe und „somit die Nationen Europas gezwungen habe, sich wieder mit erhöhter militärischer Rüstung England beschleunigt seine Aufrüstung in der Lust zu betreiben. den seines Vaters im September 1922 den griechischen Thron, mußte jedoch selber bereits 1924 abdanken. Am 25. März 1924 wurde in Griechenland die Republik errichtet. Georg lebt seitdem in Bukarest. 'der König übt größte Zurückbaitung. Eine Erklärung des Kabinetts Tsaldaris Wechsel der Regierungsreform im Augenblick nicht aktuell. Paris, 26. April. (DRV.) Der sowjetrussische Botschafter in Paris, P o t e m k i n, hatte am Frei- tagabend eine Unterredung mit dem französischen A u ß e n m i n i st e r. Die Unterredung hat eine Stunde gedauert. Potemkin erklärte beim Verlassen des Quai d'Orsay, daß sich beide Regierungen grundsätzlich einig seien. Es seien nur noch einige redaktionelle Schwierigkeiten zu klären, weshalb bei den kommenden Besprechungen auch die Sachverständigen mit herangezogen werden sollen. Die nächste Zusammenkunft 'ist auf Samstag vormittag angesetzt. Die Paktverhandlungen sollen am Samstag soweit gefördert werden, daß der M i n i st e r r a t bereits am Dienstag seine endgültige Entscheidung treffen könnte. Die Hauptschwierigkeit besteht laut „Petit Parisien" weiterhin in der Suche nach einer Formel, die das Urteilsrecht des Dölkerbundsrates mit der Notwendigkeit schnellen Beistandes im Falle eines plötzlichen Angriffs in Einklang bringt. „Oeuvre" mahnt zur Eile, weil andere Mächte, so Polen mit Unterstützung Italiens sich in die Verhandlungen e i n z u m i s ch e n versuchen, unter der Vorspiegelung, die Politik der Zusammenarbeit a u f verbreiterter Grundlage wieder aufnehmen zu wollen. Der Wert des Abkommens werde an den praktischen Folgen zu ermessen sein, so u. a. haben mögen, müßten sich auf d e r s e l b e n ehemaligenGrundlage zusam m e n f i n d e n mit dem zur Friedensfrage Stellung. Sie gibt der Hoffnung, bandes, auf welcher Seite sie auch immer gekämpft Ausdruck, daß es möglich sein werde, einen st ä n -1 haben mögen, müßten sich auf derselben digen Weltverband der € 1, v... a I wri _. , . . M Frontsoldaten zur Förderung der Sache des einzigen Ziel, der Verständigung und oem Friedens zu schaffen. Die Mitglieder dieses Ver-^Frieden der Welt zu dienen. Einigung zwischen Paris und Moskau Ein Kompromiß in der Krage automatischen Beistands gefunden. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) König Georg von Griechenland, der am Freitagabend i n England eingetroffen ist, hat auch hier ähnlich wie in Paris jede Verantwortung für die Gerüchte abgelehnt, daß er zur Rückkehr auf den griechischen Königsthron eingeladen worden sei. Er hat vielmehr verlauten lassen, daß diese Gerüchte unbegründet seien, und im übrigen jede weitere Erklärung hierzu verweigert. Er werde mehrere Wochen in England verbleiben und seine privaten Pläne nicht ändern. Irgendeine weitere Erklärung König Georgs ist auch während seiner Anwesenheit in England nicht zu erwarten, da er sich verpflichtet hat, keinerlei politische Betätigung in England Athen, 27. Avril (DNB.-Funkspruch.) Zu _ im Auslande erschienenen Mitteilungen über eine standsprogramm". 3. Wiedereinstellung vieler Spezialarbeiter. 4. Ausweitung des Metallflugzeugbaues zur Erleichterung von Massenherstellung. Der diplomatische Mitarbeiter des „New Chro- nicle", Vernon Bartlett, b e st ä t i g t die Mitteilungen des „Daily Telegraph" über das englische Luftaufrüstungsprogramm. Die Domimen sollen die englische Lufirüstung verstärken. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Die Beschleunigung der englischen Luftaufrüstung wird auch bei den bevorstehenden Besprechungen zwischen der englischen Regierung und den anläßlich des Regierungsjubiläums in London anwesenden M i - nisterpräsidenten der Dominien eine beträchtliche Rolle spielen. Wie die „Daily Expreß" meldet, sollen die Dominien aufgefordert werden, sich in größerem Maße an den Luftrüstungen im britischen Weltreiche zu beteiligen. Damit würden dann englische Flugzeuge, die bisher überseestationiert werden müssen, für die Verteidigung des englischen Heimatlandes verfügbar. Im Leitartikel des „Daily Telegraph" heißt es u. a., den Besprechungen mit den Dominien- ministern komme eine vermehrte Bedeutung zu angesichts der Tatsache, daß Deutschlands Vorgehen die ganze Lage weitgehend geändert habe. Die Ministerpräsidenten müßten von der englischen Regierung voll und ganz i n s Vertrau en gezogen werden. Ebenso wichtig sei es, daß in der kommenden Unterhausdebatte am Donnerstag die tatsächliche Lage, wie sie der Regierung bekannt sei, klar und rückhaltlos vor die Oeffentlichkeit gebracht werden. Die Regierung müsse die früheren unklaren und überholten Mitteilungen über die deutsche Luftflotte berichtigen und gleichzeitig ihr eigenes Luftprogramm bekanntgeben. Die britischen Frontkämpfer fordern Frieden und Verständigung. London. 26. April. (DNB.) Die British Legion, eine etwa dem deutschen Kyffhäuser- bund entsprechende Organisation ehemaliger Frontsoldaten, nimmt in einer öffentlichen Erklärung Die Wiederherstellung der Monarchie in Griechenland wird debattiert. Griechische Monarchisien-Versammlung in Paris. Amerika bereitet feine Neutralität für einen Kriegsfall vor. Ein kommender Krieg soll von Amerika nicht wieder „subventioniert" werden. sich nicht auf politische Parteien stützt, sondern a u f die Mehrheit des griechischen Volkes, die sich aus sämtlichen politischen Parteien zusammensetzt. Sobald die dringenden nationalen Fragen, die sich aus den jüngsten furchtbaren innerpolitischen Ereignissen ergeben haben, geregelt sein werden, und das griechische Volk die nötige R u h e wieder gefunden haben wird, um frei und kaltblütig urteilen zu können, wird die griechische Regierung nicht zögern, ihm die Frage der Regierungsform vorzulegen, wenn der überwiegende Teil des Volkes dies wünscht. Selbstverständlich wird das Urteil des griechischen Volkes von allen geachtet werden. Ein erfolgloser Schritt Englands und Frankreichs gegen die Erschießung der griechischen Generale. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, die Gesandten Englands und Frankreichs seien am vergangenen Montag bei der griechischen Regierung dahin vorstellig geworden, daß die Todesurteile gegen die Generäle Papulas und Kommisis nicht durchgeführt werden sollten. Der griechische Außenminister habe diesen „Ratschlag" jedoch a b g e l e h n t. Der Schritt der beiden Regierungen sei bisher durch die griechische Zensur unterdrückt worden. Ministerpräsident Tsaldaris habe der Durchführung der Hinrichtung Wider st and entgegengesetzt, aber infolge seines Krankheitszustandes habe er sich mit seinen Wünschen nicht durchsetzen können. zu versehen". Das heißt doch, die Wahrheit auf den Kopf stellen! Auch Macdonald will „nicht die ganze Schuld vor Deutschlands Türe abladen", aber wo steht in seinem von falschem Pathos und sittlicher Entrüstung triefenden Zeitungsaufsatz auch nur ein Wort davon, daß Deutschland mit Lammsgeduld anderthalb Jahrzehnte auf die Erfüllung des feierlich gegebenen Abrüstungsversprechens der Alliierten gewartet hat und erst zur Wiederherstellung seiner Wehrhoheit geschritten ist, als es erkennen mußte, daß es betrogen werden sollte, daß die anderen Mächte anstatt abzurüsten, ihre Rüstungen mit allen Errungenschaften der Technik und Forschung vervollkommneten ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Lasten, nur um Deutschland damit rettungslos ins Hintertreffen geraten zu lassen? Wo schreibt Macdonald etwas von den immer und immer wieder feierlich gegebenen Zusicherungen des Führers, daß Deutschland bereit sei bis zum letzten Maschinengewehr abzurüsten, wenn seine Nachbarn das gleiche täten? Macdonald nimmt es Deutschland übel, daß es feine Forderung auf Wehrfreiheit nicht auf einer Konferenz in Genf vertreten hat „auf Grund einer bloßen Mutmaßung", nicht fair behandelt zu werden. Man wird also Herrn Macdonalds anscheinend geschwächtem Gedächtnis etwas auf die Spur helfen müssen mit der Erinnerung an die Londoner Fünfmächteerklärung, die Deutschland die Gleichberechtigung zuerkannte, aber wenige Monate später durch Barthous berüchtigte Note zerrissen wurde, oder an die Rede des britischen Außenministers in Genf wiederum wenige Monate später, die dann endlich Deutschlands Fortgang von der Abrüstungskonferenz zur Folge hatte. Ist das vielleicht nicht eine Kette von Handlungen, von den Vertrauensbrüchen und Hinterhältigkeiten früherer Jahre ganz zu schweigen, die auch wohl Herr Macdonald, hätte man sie sich feinem eigenen Lande gegenüber erlaubt, kaum als „fair" bezeichnen würde. Der britische Premier erklärt zum Schluß, die Tür für eine ehrenvolle Vereinbarung sei nach wie vor offen. Er wird selbst nicht glauben, daß die Entschließung des Völkerbundsrates, an deren Formulierung er selbst in Stresa mitgewirkt hat, eine Einladung ist, die es Deutschland erleichtert, die Schwelle zu überschreiten. „Haben wir nicht eine große Dummheit gemacht?" fragt offen und ehrlich ein großes englisches Blatt Herrn Macdonald. Sollte der Premier nicht beffer tun, dieser Frage auf ihre innere Berechtigung hin auf den Grund zu gehen, statt zu versuchens durch zweideutige Anklagen, die in Wahrheit Plädoyers für eine unpopuläre Politik sind, sich reinzuwaschen von dem Vorwurf, durch einseitige Stellungnahme die internationale Lage nicht erleichtert zu haben. Washington, 26. April (DNB.) Angesichts der Entwicklung der politischen Verhältnisse m Europa hat das Staatsdepartement auf Roosevelts Wunsch eine Denkschrift ausgearbeitet, in der das Für und Wider aller im Kriegsfall möglichen Maßnahmen zur Wahrung der Neutralität erörtert wird. Zu einer abschließenden Beurteilung ist man jedoch noch nicht gelangt. Man sucht vielmehr jetzt nach Aeußerungen aus Kreisen der amerikanischen Bevölkerung, da man sich sagt, daß im Kriegsfälle keine Politik durchgehalten werden könne, die auf weitgehenden Widerspruch in der Oeffentlichkeit stoßen werde. Auf der Tagung der amerikanischen Gesellschaft für Völkerrecht, bei der die Neutralitätsfrage den Hauptpunkt des Programms bildet, wird der frühere Außenminister Stimson über diese Frage sprechen. Seine Ansichten sind als eine Art Versuchsballon aufzufassen, um festzustellen, was die Völkerrechtler denken. Der Präsident der Gesellschaft James Brown Scott, der als Vorsitzender der Neutralitätsbehörde für das Auswärtige Amt reiche Erfahrungen über die Auswirkungen der amerikanischen Neutralität im Weltkrieg gesammelt hat, stellte fest, daß Amerika im Weltkriege alles andere als neutral im idealen Sinne dieses Begriffes gewesen ist. Amerika habe tatsächlich den Krieg „subventioniert", da es Kriegsmaterial an die Alliierten geliefert, ihnen Geld zur Bezahlung der Lieferungen gegeben und dieses Geld nie zurückerhalten habe. Amerikanische Touristen, die die europäischen Kriegerfriedhöfe besichtigten, könnten nicht ihre Hand aufs Herz legen und erklären, daß sie an diesem Verbrechen keinen Anteil gehabt haben. Ein künftiger Krieg würde noch furchtbarer und allumfassender sein als der letzte, und Amerika dürfe nicht wie- der „Operationsbasis" der Krieg- führenden werden, von der sie alle Materialien und Mittel bezögen. Amerika müsse also nicht so sehr an seine Rechte als an seine Pflichten als neutraler Staat denken und jede Belieferung der Kriegführenden strikt vermeiden. Zu diesem Zweck sei die H e r st e l l u n g von Kriegsmaterial zu verstaatlichen. Kriegsmaterial sollte Amerika künftig auch nicht zum Der- kauf an andere oder zur Verteidigung angeblich neutraler Rechte auf Freiheit der Meere, sondern nur noch zur Verteidigung der Heimat gebrauchen. Was bedeuten die Riesenprofite der Rüstungsindustrie gegenüber den Opfern an Menschenleben, die Amerika im Weltkriege zum Schutze dieser Kriegsgewinnler brachte, so rief Scott aus. Er verlangte, daß Amerika in Zukunft die „Neutralität des guten Nachbarn" proklamiere. Darlehen aus Neichsmitteln für erwerbslose ältere Angestellte. Berlin, 26. April. (DNB.) Anträge auf Bewilligung von Darlehen aus Reichsmitteln für erwerbslose ältere Angestellte sind künftig beim z u - ständigen Arbeitsamt einzureichen, das die Anträge im Benehmen mit der Fürsorgebehörde prüft. Auskünfte werden von den Arbeitsämtern erteilt; von diesen werden auch die Antragsvordrucke ausgegeber5 Die Darlehen werden nur an ältere Angestellte gegeben, die erwerbslos sind und wegen ihres Alters geringere Aussicht haben, wie- der im Angestelltenberuf unterzukommen. Die Dar- lehen sollen dazu dienen, diesen Personen die Er- rid)tung oder den weiteren Aufbau einer selbst- ständlgen Existenz zu ermöglichen. Der Verwendungszweck muß nachgewiesen werden, auch muß eine ausreichende und einwandfreie Sicherheit (z. B. durch Bürgschaft, dingliche Sicherheit oder durch Abtretung der Ansprüche auf Renten oder rückkaufsfähige Versicherung) geleistet werden. Polen und die internationale Zusammenarbeit. Riga, 27. April. (DNB.) Der polnische Gesandte in Lettland, Beczkowicz, erklärte einem Vertreter der „Brihwa Seme", die Genfer Rede des polnischen Außenministers Beck hätte die unbeugsamen Grundsätze der polnischen Politik widergespiegelt. Die Methoden der internationalen Zusammenarbeit schwankten zwischen zwei entgegengesetzten Polen hin und her. Die eine Methode sei die, daß einige wenige Staaten Fragen entschei- oen wollten, die das Lebensinteresse anderer Staaten berührten, womit diese wenigen Staaten versuchten, anderen ihren Willen aufzu- z w i n ge n. Die andere Methode beruhe darauf, den Völkerbund zu einer Art h ö ch st e n internationalen Schiedsgerichtes zu machen. Diese Methode habe ihre negative Seite darin, daß häufig genug über Lebensfragen dritter Staaten von Staaten entschieden werde, denen die behandelten Fragen vollständig fremd seien. Die Aufmerksamkeit werde viel zu sehr auf das Kräftegleichgewicht gelenkt, anstatt die Lebensinteressen der Staaten abzuwägen und zu berücksichtigen. Polen schenke einer regionalen Zusammenarbeit große Aufmerksamkeit. Dank dieses Grundsatzes hätten beispielsweise die Beziehungen Polens zu den baltischen Staaten eine gewisse Stabilität erreicht. Die abgeschlossenen Nichtangriffsverträge im Osten hätten die Grundlage für diese Beständigkeit geschaffen. Bei dieser Aufgabe hätten sich diejenigen Staaten, die heute so eifrig bemüht seien, eine Atmosphäre der Friedenssicherung für Osteuropa zu schaffen, völlig gleichgültig verhalten oder sogar die Verhandlungen g e st ö r t. Die einzig fruchtbare Methode für eine internationale Zusammenarbeit sei dieAchtungderLebensinteressenaller Staaten. Das sei der Standpunkt der polnischen Regierung, die polnische Politik werde keinem Druck nachgeben, von welcher Seite er auch kommen möge. Italienisch — Unterrichtssprache in den österreichischen Schulen. Wien, 26. April. (DNB.) In einer Pressekonferenz machte der Staatssekretär für Unterricht Dr. P e r n t e r Mitteilungen über die geplante Reform des Schulwesens. Allgemein wurde Italienisch mit den beiden anderen großen Fremdsprachen Englisch und Französisch gleichgesetzt, so daß der Schüler zwischen diesen wählen kann. Gelehrt werden immer zwei Fremdsprachen, beim rein humanistischen Gymnasium drei, da zu Latein und Griechisch eine moderne Sprache kommen werde. Für die Hochschule werde ebenfalls eine Reform vorbereitet, die eine Vertiefung des Studiums und eine stärkere Beeinflussung der Hochschuljugend „im Geiste des herrschenden Systems" zum Gegenstand haben werde. Brüsseler Weltausstellung 1935. Die Brüsseler Weltausstellung 1935 wird heute, Samstag, feierlich vom König in Anwesenheit des gesamten diplomatischen Korps, der Regierung und der Spitzen der Behörden eröffnet. Rund 30 Länder beteiligen sich an der Ausstellung, die alle wichtigen Zweige der Technik, Wissenschaft und Kunst umfaßt. Auf technischem Gebiete werden London, 27. April. (DNB. - Funkspruch.) Die englische Regierung plant, wie „Daily Telegraph" berichtet, eine weitgehende Beschleunigung und Revision ihres Aufrü st ungs Programmes in der Luft. In Whitehall (Kriegsministerium) werde bereits am Montag eine Ministerbesprechung stattfinden, es bestehe wenig Zweifel, daß das Kabinett das vom Luftrat vorbereitete umfangreiche Aufrüstungs - Programm a n n e h m e n werde. Die neuen englischen Aufrüstungspläne werden vom „Daily Telegraph" nach der Methode des berüchtigten Weißbuches ausschließlich mit der deutschen Luftaufrüstung begründet, deren „große Ausdehnung" man in England erst jetzt erkannt habe. Die auf Donnerstag angesetzte Unterhaus - Aussprache über die europäische Lage werde durch diese Tatsache eine ganz besondere Bedeutung erhalten, die englische Regierung habe durchaus die Absicht, auf keinen Fall hinter den Luftrustungen irgendeines Landes in der Reichweite der englischen Küste zurückzustehen. Das vom englischen Luftrat vorbereitete beschleunigte Luftaufrüstungsprogramm sieht folgende industriellen Maßnahmen vor: 1. Gewisse Aenderungen in den Herstellungsmethoden und sogar ein gewisses Opfer an Sicherheitsfaktoren zugunsten der Beschleunigung. Für gewisse Bomberklassen wird möglicherweise e i n höheres Ladegewicht zugelassen. 2. Ausweitung der Industrie und Bereithaltung einer Höchstzahl von Jndustriefirmen für ein „Not- am Austausch von technischen Missionen bei den zuständigen Organen für die Landesverteidigung usw. „Echo de Paris" hält die französischen Bedenken gegen das sogenannte automatische Inkrafttreten des Paktes für unwesentlich. Einen solchen Fall werde es gar nicht geben, denn niemals werde sich eine Regierung ihre Vorrechtes begeben, souverän die Ereignisse zu beurteilen. Wichtig bleibe, daß der militärische Mechanismus, der etwa in der Zusammenarbeit geschaffen werde, unablässig vervollkommnet werde. Herriot von Kommunisten ausgepfiffen. Paris, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Edouard Herriot, der eifrigste Befürworter eines Bündnisses mit Sowjetrußland, findet bei den französischen Kommunisten keinen Anklang. Als er am Freitag in Lyon in einer Wahlversammlung das Wort ergriff, wurde er ausgepfiffen und verantwortlich gemacht fürdie Einführung der zwei- jährigen Dien st zeit, die zum Kriege führen müsse. Herriot versuchte seine Gegner mit der Erklärung zu ködern, daß er doch nach Sowjet- rußland gegangen sei und dort einen ehrenden Empfang erhalten habe. Nichtsdestoweniger setzten die Kommunisten im Saale ihr Pfeiskon^ert fort, so daß der Staatsminister sich gezwungen sah, die Versammlung aufzuheben. insbesondere die neuen Schöpfungen des Verkehrswesens, der Elektrizitätswirtschaft und des Funkwesens von den ausstellenden Ländern gezeigt werden. Einen breiten Raum nehmen die kulturellen Schöpfungen ein. Ein nach dem verstorbenen König benanntes Albertinum beherbergt u. a. ein Zeißsches Planetarium. Ein reichhaltiges Programm nationaler und internationaler Veranstaltungen ist für die Dauer der Ausstellung, die im Herbst ihre Pforten wieder schließen wird, vorgesehen. Die sportlichen Veranstaltungen werden am Sonntag mit dem großen Fußballänderwettkampf Belgien gegen Deutschland im Heyssel-Stadion eröffnet, das mit seinen 75 000 Plätzen unmittelbar am Ausstellungsgelände liegt. P a r i s , 26. April. (DNB.) Der frühere König Georg II. von Griechenland ist am Mittwoch von Indien kommend, in Paris eingetroffen und hat bei seinem Onkel Prinz Georg von Griechenland Wohnung genommen. Die Pariser Presse will erfahren haben, daß am Donnerstag eine Geheimsitzung griechischer Monarchisten in Paris stattgefunden habe, an der auch Mitglieder des griechischen Parlaments teilgenommen hätten. Dem König sei hierbei die Rückkehr nach Griechenland und die Wiedereinsetzung auf den Thron vorgeschlagen worden. König Georg II. habe den Wunsch nach einer liberalen konstitutionellen Monarchie ähnlich der englischen geäußert. Man habe sich aber entschlossen, die Frage erst nach den Neuwahlen in Griechenland aufzurollen, wo die Königspartei die Mehrheit zu erringen hoffe. Aus der Umgebung Königs Georg II. werden diese Nachrichten der Pariser Presse dementiert. Havas gibt folgende Erklärung aus der Umgebung des Königs wieder: Die Nachricht, nach der König Georg II. beschlossen habe, sein Exil aufzugeben und nach Griechenland zurückzukehren, entbehre jeder Grundlage. Es sei dem König unbekannt, ob eine Versammlung griechischer Monarchisten aus diesem Anlaß stattgefunden habe. Aus der Umgebung des Königs verlautet weiter, König Georg habe in Paris zwar keine Erklärungen abgegeben, aber man könne feine Stellungnahme dahin kennzeichnen, daß ernurdann nach Griechenland zurückkehren werde, wenn die griechische Volksvertretung ihn in den gesetzlich vorgesehenen Formen zur Rückkehr auffordere. Am 19. Mai sollen in Griechenland Wahlen stattfinden. Wenn die neue Volksvertretung,- die am 19. Mai gewählt werden soll, sich als v e r - fassungsgebendeVersammlung erkläre, und an den ehemaligen Herrscher Griechenlands appelliere, werde dieser sich seiner Pflicht nicht entziehen. * König Georg ist der älteste Sohn des am 11. Januar 1923 im Exxil gestorbenen Königs Konstantin und der Königin Sophie, einer Schwester des ehemaligen deutschen Kaisers. Georg ist 1890 geboren und seit 1921 mit der Prinzessin Elisabeth von Rumänien, einer Schwester König Karols II. und der Königinmutter Maria von Südslawien verheiratet. Georg bestieg nach dem Thronverzicht Versammlung der griechischen Monarchisten in Paris, gab der stellvertretende Ministerpräsident K o n d y l i s, nachdem er mit dem Mini- fterpräiidenten Tsaldaris gesvrochen hatte, den ausländischen Pressevertretern folgende Erklärung: Bekanntlich ist in Griechenland seit dem 25. März 1924 die republikanische Regierungsform eingeführt, die von sämtlichen politischen Parteien anerkannt wurde. Bis zum gegenwärtigen Augenblick ist die Frage einer Aenderung der Regierungsform nicht aufgeworfen worden. Die Regierung hat Wahlen für eine Nationalversammlung ausgeschrieben. Die Regierung ist der Ansicht, daß die Frage der Regierungsform nicht den Genen- ft and von Partei st reitigkeiten bilden darf. Die Streitigkeiten der Parteien schaffen den verschiedenen Regierungsformen nur Feinde. Es liegt im nationalen Interesse, daß die Regierung < ■ -- äs totrbeti. Ien Selb äut biefeg °N'.che tiu. °tzfe besich. .N legen A"> feinen “firbe ^Mhnbcr ; Nlcktwi» °lle M°tL nicht Pflichten ' ^lieferuna , 3u diesem 1 e 9 s m a« r'egsmaterial -um Per- '^ung anneb. r Meere, fon. ißung der ;n die Riesen, 7,d-n Opfern Weltkriege zum achte, so rief neriko in Zu« Uten Rach. skau. bett. ionen bei den lesverteidigung ösischen Beden- )e Inkrafttreten n solchen Fall nals werde sich leben, f o u o e • Wichtig bleibe, )er etwa in der unablässig ver- usgepfiffen. pruch.) Edouard ines Bündnisses n franjöfildjen ?r am freitag das Wort er« d verantwort« gder zwei« Kriege führen r mit der Er« d) Sowjet« rt einen ehren« ytsdestoweniger ihr Pfeiskonmt gezwungen sah, iht sondern auf chen Volkes, ,en Parteien zu- ,ben nationalen urchtbaren inner« ben, geregelt )lk die nötige irb, um frei und die griechischere' ragederBe' wenn der übel' ünscht. Selbst« und Ziehung der * "nbam"ewnr Säf, UN« Xt infolge kiich mU önnen- ”**'*■■ Mr ünML das^'e 'S'L SÄZ S#' a»j? ÄS ljqe; und^ohne^? y sagte: ,un ,^und.'" gT? „aU ? gleichfalls n inben[tl"'m,9e. ««falt. £ei e" S«Ä * fcn e M st-, Lile r° »1«!' ^'Qnoniiu 9 eic LK Sh! i««dig nJet,«it «n 6 bL-°-1 ?« 6 iS; it2? »or S,fe WÄ1.« '>end .l)on Liebestragödie bei Dillenburg. LPD. Dillenburg, 26. April. In einer Fichtenschonung der Gemeinde Nanzenbach bei Dillenburg fand man am Donnerstagabend die 22jäh- rige Hilde Conrad aus Dillenburg erschossen auf. Neben ihr lag in schwerverletztem Zustand der 34 Jahre alte Eisenkrämer aus Sechshelden. Es handelt sich um eine Liebestragödie. Beide wollten vermutlich im gegenseitigen Einverständnis aus dem Leben scheiden. Eisenkrämer erschoß zuerst seine Geliebte, die auf der Stelle tot war, alsdann brachte er sich einen Kopfschuß bei, der jedoch nicht tödlich wirkte. Eisenkrämer wurde ins Dillenburger Krankenhaus gebracht, wo er zur Zeit noch besinnungslos darniederliegt. ei n h elf l l che Regelung über 5 Cf s ganze Reichsgebiet nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich, ohne daß deshalb für die Verarbeitungsindustrien besondere wirtschaftlich» Vereinigungen gebildet werden mußten. Die Rechtsverhältnisse der Zusammenschlüsse werden im einzelnen durch die vom Reichsbauernführer zu erlassenden Satzungen geregelt. Aufgabe der Zusammenschlüsse ist die Sicherung der deutschen Volksernährung, die Verwertung der deutschen Ernte und die Versorgung der Verbraucher zu volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preisen. So wird auch auf diesem wichtigen Wirtschaftsgebiet die nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung zum Wohle des Ganzen in die Wirklichkeit überführt werden. rungsbeziehungen, die durch die Auferlegung von Abnahmepflichten noch besonders gesichert werden können, finden hier ihre rechtliche Grundlage. Die Verordnung bringt eine Fortbildung der Marktordnung insofern, als die bisherigen Kontingentierungsbestimmungen in neuer Weise fe st gesetzt werden. Die Zusammenschlüsse haben das Recht, den Ausnutzungsgrad und den Arbeitsumfang der verarbeitenden Betriebe nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu ordnen. Damit sind die bisher üblichen Bezeichnungen öofi KöntMgenk und Kontingentierung verlassen, schon um auszudrücken, daß das Kontingent kein übertragbares Vermögensrecht, sondern ein von dem Wirtschaftsverband verliehenes Derar- beitungsrecyt ist. Von dem Begriff der Kontingentierung wurde abgegangen, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß für die Verleihung von Verarbeitungsmengen nicht starre Kontingentierungsgrundsätze anzuwenden sind, sondern daß jede Regelung des Arbeitsumfanges der Betriebe unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu erfolgen hat, unter Berücksichtigung der vorhandenen und der anzustrebenden Strukturoerhältnisse usw. Die Festsetzung von Preisen und Preisspannen und die Erhebung von Ausgleichsbeträgen bedürfen der Genehmigung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft. Soweit durch Maßnahmen der Zusammenschlüsse schwere Betriebsschädigungen eintreten, ist die Anrufung von Schiedsgerichten vorgesehen, die je nach Lage der Sache auf Zahlung angemessener Entschädigungen erkennen können. Eine Entschädigungspflicht besteht nicht bei Anordnungen von Preisen und Preisspannen sowie bei allgemeinen Anordnungen über die Regelung des Arbeitsumfanges und den Ausnutzungsgrad von Betrieben. Die Hauptvereinigung hat das Recht, den Betrieben, die an sich den Wirtschaftsverbänden angehören, auch unmittelbar Weisungen zu erteilen. Von dieser Befugnis wird im Regelfclll Gebrauch gemacht werden, soweit es sich um Anordnungen gegenüber der Stärkeindustrie und den Kartofsel- slockenherstellern handelt. Auf diese Weise ist eine DieAeuordming der deuffchenKarioffelwUchafi. Von Siaböabteilungsleiier Or. Hans Merkel. gungen zusamengefaßt worden. Diese Vorstufen der Marktordnung auf dem Gebiete der Kartoffelwirtschaft werden nunmehr in die endgültige Form der Wirtfchaftsverbände und der , Hauptvereinigung übergeführt. Die Wirtschaftliche zu ordnen. Damit sind Die Verordnung über den Zusammenschluß der deutschen K a r t o f f e l wirtschaft fügt einen weiteren mächtigen Quader ein in den Gesamtbau der deutschen Ernährungswirt- schust. In den einzelnen Landesbauernschaften werden die Erzeuger, Verarbeiter und Verteiler von Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen einschließlich Stärke zu Ka rt o f f e l w i rt sch a f t s- verbänden zusammengeschlossen. Die Wirtschaftsverbände werden ihrerseits zur H a u p t - Vereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft zusammengefügt. Den Zusammenschlüssen obliegt die Durchführuna der Marktordnung, und zwar den Wirtschaftsverbänden innerhalb der Landesbauernschaften, der Hauptoereinigung über das ganze Reichsgebiet. Die Kartoffelwirtschaft war bisher bereits i n Vorstufen geordnet worden. Durch einen Reichsbeauftragten war im vergangenen Jahre die Regelung des Kartoffelmarktes, auch der Frühkartoffelversorgung, durchgeführt worden. Ebenso waren die verarbeitenden Betriebe der Kartoffelflockenhersteller und die Stärkeindustrie in wirtschaftlichen Vereini- Vereinigung der Kartoffelflockenhersteller geht in der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft unmittelbar auf, während die Wirtschaftliche Vereinigung deutscyer Stärkeindustrien in Liquidation tritt. Den Zusammenschlüssen obliegt die Durchführung der Marktordnung. Hierzu gehört insbesondere die Regelung des Verkehrs mit Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen. Die Verkehrsregelung umfaßt alle Maßnahmen, die sich auf die Güte, Beschaffenheit, den Transport, die Erfassung, den Absatz, die Lieferung und Zahlung erstrecken. Soweit ein Bedürfnis gegeben ist, besteht auch die Möglichkeit, für einzelne Märkte besondere Vorschriften zu erlassen. Die Anwendung einheitlicher Verträge, Qualitätsnormen, der Schlußscheinzwang, die Derladekontrolle, auch die Regelung von Liefe- Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3888. Schriften kostenlos Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden,Harnsäure, Eiweiß,Zucker Frequenz 1933: 20100 Danksagung. Adolf Fischer in seinem 72. Lebensjahre. Lina Münch Wwe. und Sohn. In tiefer Trauer: Otto Löber, Oberforstrat Julie Fischer, geb. Flett Gießen, den 27. April 1935. Paula Löber, geb. Fischer Helmut Löber 2498 D Gießen und Darmstadt, den 27. April 1935. Die Trauerfeier findet in der Stille statt. 2542 D i Gießen, den 27. April 1935. 01807 Herr Adolf Fischer lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gießen, den 27. April 1935. 9C43 D lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Philipp Hahn im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: In tiefer Trauer: Marie Hahn Wwe. Heinrich Klein und Frau Klein-Linden, den 27. April 1935 Albach, Gießen, den 27. April 1935. 2545 D 01838 Die Betriebsführung und Gefolgschaft der Joh. Fischer Kohlenhandelsgesellsch.m.b.H. Heute morgen 7 Uhr verschied nach längerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Onkel und Pate Familie Familie Familie Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. April, nachmittags 2 y2 Uhr, in Albach statt. Für die zahlreichen, wohltuenden Beweise herz- licherTeilnahme anläßlich des Heimgangs unseres teuren Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren heißgeliebten, herzensguten Sohn, Bruder und Schwager im blühenden Alter von 25 Jahren nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden zu sich zu nehmen Wir verlieren in dem Verstorbenen einen Mann von seltener Herzensgüte und unermüdlicher Schaffensfreude, dem wir stets in dankbarer Verehrung gedenken werden. Karl Balser III. Otto Zimmer Marie Pfeffer Wwe. Nach längerem schweren Leiden verschied am 26. April der Senior-Chef unserer Firma Am 26. April abends verschied sanft nach längerem Leiden mein innigst- geliebter Mann, unser lieber Vater und Großvater Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. April, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause, Lüfcellindener Straße 44, aus statt Prof. Dr. med.W. Riehm Direktor der Universitäts-Augenklinik,Gießen Privat-Sprechstunde nur in der Universitäts-Augenklinik, Gießen an allen Werktagen vormittags von 10—12 Uhr nachmittags nach vorheriger Anmeldung. -2365 o Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 3b3D J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Heinrich Balser II Schneidermeister i. R. Herr, 25 I., ev., eig. Schrein., w. Mädch. m. gut. Char. u. etwas Verm. (Einheir. nicht ausgeschl.) zwecks Heirat kennen z. lernen. Schr. Ang. unt. 01803 a.d. G.A. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl.M.7.90 FranzVoOliCo., Gießen Seltersweg 44 47«flA Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frieda Wagner nnd Kind. Erbsenreiser Bohnenstangen Tomatenplähle Rosenpfähle J 8. Msler Steinstr. 73, Tel. 3581 «Sommersprossen entf. bestimmt allerschnellstens Lionin m. Lio- ninseife. [isaiV Pelikan-Avoth. la Apfelwein im Faß 01788 in Flaschen Kelterei Schäfer Bleichstraße 8. Pension in gutem Hause find.Schliler(in). Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. I.Aufbau begriff. öüOnetforni Umstände halber preiswert z. verpacht. Schriftl. Ang. unt. 01798 an d. Gieß. Anz. lÜMmaec AetenmquM Nr. 98 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 27. April (935 Zum Mai in Gießen. Folgende Kapellen stellen sich an diesem Tage für den Umzug zur Verfügung: 1. SA.-Kapelle mit Spielmannszug. 2. Musikkorps des Regiments mit Spielmannszug. 3. Stahlhelmkapelle mit Spielmannszug. 4. HJ.-Kapelle mit Spielmannszug. 5. Spielmannszug des Jungvolks. tzahnengruppen: 1. PO. 2. SA.-Sturmfahnen Gießen. 3. Arbeitsdienst, Abteilung Gießen. 4. SS.-Fahnen der Gießener Stürme. 5. Arbeitsfront. 6. HI., Jungvolk, VdM., IM. Gießen. 7. NSFV. Gießen mit den Fahnen aller Regi- mentsvereine. Ehrenabteilungen: 1. PO. Gießen, 60 Mann. 2. SA., 120 Mann. 3. SS., 120 Mann. 4. NSKK. Gießen, 120 Mann mit Fahnen. 5. Arbeitsdienst Gießen, 120 Mann mit Spaten. 6. Arbeitsfront, 120 Mann. 7. Inf -Reg., 120 Mann. Die übrigen Teilnehmer des Regiments marschieren in 8er-Reihen. 8. HI., 120 Mann. 9. ID., 120 Mann. 10. BdM. 60, IM. 60, zusammen 120. 11. NSFB., 120 Mann. Marschiert wird bis auf die Ehrenabteilungen in 8er-Reihen. Aufmarsch, Umzug, Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Aufmarsch und Aufstellung des Festzuges am Ludwigsplatz und in den dort endenden Straßen. Leitung des Abmarsches vom Ludwigsplatz Pg. H o p f e n m ü l l e r und die O. G. Gießen-Ost (10 Mann). Marschweg: Gartenstraße, Hindenburgwall, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. Leitung des Aufmarsches auf dem Oswaldsgarten Pg. Hör ft und die O. G. Mitte. Marschgruppen des Festzuges. 1. Gruppe Betriebe, Leitung Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner. 2. Gruppe Handel, Handwerk, Gewerbe, Leitung Pg. Schimmel. 3. Gruppe Behörden, Leitung stellv. Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Pg. Ulrich. 4. Gruppe Freie Berufe, Angestellte, Landstand, Fahnen der Vereine und Uebrige. Leitung: Pg. Schwarz. Stände für Erfrischungen usw. werden vom Pg. Schimmel, Goethestraße, vergeben. Fe st wagen können mitgeführt werden, doch dürfen sie in keiner Weise zur Reklame ausgenutzt werden. Verstöße haben Ausschluß zur Folge. Aufstellung der Marschgruppen. Bei der Aufstellung ist die rechte Straßenseite einzuhalten. Eine bestimmte Reihenfolge der Betriebe gibt es nicht. Die Aufstellung erfolgt in der Reihenfolge des Eintreffens in 8er-Reihen. Den Anordnungen des Ordnungsdienstes ist unbedingt Folge zu leisten. Rauchen ist im Zuge und während der Kundgebung verboten. Sämtliche Kapellen, Fahnengruppen, Ehrenabteilungen treten auf dem Ludwigsplatz an. Spitze des Zuges; 10.30 Uhr angetrelen an der Allen Bürgermeisterei. PO.-Fahnen, PO.-Ehrenabteilung. SA.-Kapelle, SA.-Fahnengruppe, SA.-Ehrenabteilung (120). SS.- Fahnen der Gießener Stürme, SS.-Ehrenfturm (120). Arbeitsdienst Gießen mit Fahne (120). Fahnen der Arbeitsfront, Ehrenabteilung der Arbeitsfront (120). Gruppe 1: Betriebe; 10.30 Uhr angetreten. Aufstellung im H i t t e r w a l t. Spitze SS.-Standarte. Anmarsch aller Betriebe durch die Walltorstraße in den Hitlerwall. Es nehmen teil: Reichsbahn, Nattmann, Bän- ninger, Gaswerk, Elektrizitätswerk, Sparkasse, Poppe, Schaffstaedt, Regimentsverwaltung, Heiland Pflegeanstalt, alle Banken, Denninghoff, Oberhessische Tageszeitung, Gießener Anzeiger, Stem- pelkreuter, alle übrigen städtischen Betriebe, Grieb, Gailsche Werke, Tabak- und Zigarrenfabriken. Es folgen sämtliche kleinere Betriebe, die nicht aufgezählt. Kapelle des Inf. Reg. 10.45 Uhr am Ludwigsplatz mit Ehrenabteilung (120). Es folgen die übrigen Teilnehmer des Regiments in 8er-Reihen. Aufstellung K a i f e r a l l e e. Gruppe 2: handel, Handwerk und Gewerbe. Aufstellung in der Löberstraße, Spitze £ub- wigsplah. Um 10.45 Uhr angetreten. Anmarsch nur durch die Bleichstraße in die Löberstraße. Dazu gehören sämtliche Geschäfte Gießens, sämtliche Innungen, das ganze Krastfahrzeuggewerbe. Wagen können mitgeführt werden. Kapelle der HI. mit Spielmannszug, Ehrenabteilung der HI. mit Fahnen, Jungbannfanfarenzug, Jungvolkfahnen, 120 Mann JV., 60 BdM. mit Fahnen, 60 IM. mit Fahnen, angetreten um 10.45 Uhr Ludwigsplatz. Gruppe 3: Behörden; angetreten um 11 Uhr in der Ludwigstrahe. Dazu gehört die ganze Universität mit Kliniken. Vor der Universität marschiert die Fahnengruppe der Universität auf. Reihenfolge innerhalb der Gruppe Universität bestimmt der Kanzler. Aufstellung in der Ludwig st raße, Anmarsch nur aus der Richtung Liebigstraße in die Ludwig- wigstraße. Spitze Ludwigsplatz. Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Biebertalbahn, Provinz, Kreis, Zoll, Finanz, Reichsbank, Forst, Dermessungsämter, Post, Krankenkassen, Schulen, auch Privatschulen, geistliche Behörden, Feuerwehr, Technische Nothilfe, Klein-Linden, Allendorf. Kapelle des NSFB., Fahnen, Ehrenabteilung des NSFB. (120, nicht mehr). Fahnen der Regimentsvereine (drei Mann je Fahne); angetreten 11 Uhr Ludwigsplatz. Gruppe 4: Freie Berufe, Angestellte, Landsiand; angetrelen um 11 Uhr: Aufstellung in der G a r t e n st r a ß e vom Ludwigsplatz an, Nahrungsberg nach der Kaiserallee hin. Spitze Ludwigsplatz. Anmarsch Nahrungsberg in die Gartenstraße. Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Architekten und alle sonstigen freien Berufe, Angestellte, soweit sie nicht bereits erfaßt sind, Arbeitslose, Hausangestellte, landwirtschaftliche Betriebe soweit sie nicht zur Universität gehören, Annerod, soweit es in Gießen teilnimmt. Den Abschluß dieser Gruppe bildet eine Fahnengruppe, die aus allen Fahnen besteht, die nicht aufgezählt wurden, alle Vereinsfahnen. Jede Fahne hat einen Träger und zwei Begleiter. Antreten in der Bergstraße, Spitze an der Gartenstraße. Vereinsfahnen gehören zur Gruppe 4. Antreten in der Bergstraße. Die Sanitätskolonnen versehen im Zuge und auf dem Oswaldsgarten den Hilfsdienst. Ebenso die Sa- nitäts-SA. Aufmarsch, Umzug und Kundgebung dauern zusammen etwa 2Vz Stunden. Anfragen an die Kreisleitung täglich zwischen 16 und 17 Uhr. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Mit den Führern der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im Kreise Gießen festgelegt worden: In Gießen auf Oswaldsgarten mit Wiefeck, Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn. Leitung: HI.-Jungbannführer Häsler und die Ortsgruppe Gießen-Nord. In Großen-Linden mit Leihgestern und Lang-Göns. Leitung: Unterbannführer T e x t o r und die Ortsgruppe Großen-Linden. In Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Haufen. Leitung: Kameradschaftsführer Jung und die Ortsgruppe Watzenborn-Steinberg. In Grüningen mit Holzheim, Dorf-Gill, Eber- stadt, Ober-Hörgern. Leitung: Stammführer W e - der, Großen-Linden, und die Ortsgruppe Grüningen. In L i ch mit Steinbach und Albach. Leitung: Kameradschaftsführer Lerch, Lich, und die Ortsgruppe Lich. In M u s ch e n h e i m mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: Fähnleinführer Krämer, Bellersheim, und die Ortsgruppe Bettenhausen. In Hungen mit Langsdorf, Dillingen, Langd, Trais-Horloff, Inheiden, Utphe, Rodheim, Stein- Frohe Kinder und frohe Ettern. Am Tag der Schulaufnahme zu Beginn der kommenden Woche werden gar mannigfaltige Gefühle in der Brust der Eltern geweckt. Wie schnell gingen die Jahre dahin! Wir sehen unsere Kleinen noch im Steckkissen, beim ersten Lächeln, denken an die Tage, an denen sie die ersten Schrittchen allein machten, an die unbeholfenen Laute, die ihr Mäulchen formte, und dann kamen die ersten Worte! Welch glückliche, hoffnungsvolle Zeiten! Aber auch Leid und Sorge kehrten ein: Wir saßen oft in großem Bangen ganze Nächte bei unfern Kindern. Das liegt nun hinter uns. Sechs Jahre gehörte uns das Kind allein. Nun kommt der Staat und macht feine Ansprüche geltend. Wir stehen am Tor des Schulhauses, aus dem vor einigen Wochen die Vierzehnjährigen hinaus in das Leben traten. Damals war noch gar wüstes Aprilwetter, und Schnee und Eis kamen vom Himmel. Inzwischen wurde es milder. Schneeglöckchen und Veilchen haben schon geblüht. Die Vögel sind zurückgekehrt und singen ihre Weisen. Der Frühling ist da, und neues Leben regt sich überall. Das ist ein schöner Zusammenklang. Draußen in der Natur ein Wachsen und Blühen, lachender Himmel und freundlicher Sonnenschein. Und nun füllen sich auch die leeren Räume des Schulhauses wieder. Die kleinen Schulrekruten ziehen ein. Sie kommen ohne Furcht, mit frohen Gesichtern. Sie wissen, daß die Sache mit dem „bösen" Lehrer ein Märchen ist. Gern und willig folgen sie ihrer Mutter in den Schulsaal, der nun für einen Teil des Tages ihre zweite Heimat werden soll. Mit hellen, neugierigen Augen stehen sie da und mustern ihre Kameraden, Kleidung am 1. Mai. Am 1. 2Nai trägt jeder Volksgenosse, auch die Parteigenossen, soweit sie nicht in den uniformier» ten Ehrenformationen der einzelnen Gliederungen milmarschieren oder zu besonderen Zwecken heran» gezogen sind, Festanzug der Deutschen Arbeitsfront oder Zivil. Jeder marschiert bei seinem Betriebe mit. Ausnahmen bilden nur die Ehrenabteilungen und die Betriebsvertrauensleute und deren Stellvertreter, die von allen Betrieben zusammen direkt hinter den Ehrenabteilungen marschieren. Schmelz, Kreispropagandaleiter. ÄgendkundgebungenamlMaiimKreiseGießen. Aus der Provinzialhauptstadt. die Bilder an der Wand, die großen Tafeln, die Bänke. Und wenn dann der „Herr Lehrer" hereinkommt, klopft ihnen wohl doch das kleine Herz. Aber schon der freundliche Gruß, der nun erklingt, nimmt jegliches Angstgefühl. •Die Namen werden verlesen, die Kleinen erhalten ihre Plätze. Der Lehrer richtet einige Worte an die Mütter, und dann verlassen diese das Haus. Manche mit schwerem Herzen. Es tauchen an solchen Tagen immer wieder ernste Fragen auf. Wir wissen nicht so recht, ob unser Kind auch gut mitkommt, ob es sich mit den andern verträgt, ob es leicht auffaßt und vieles andere. Doch das sind unnütze Sorgen. Denken wir lieber an unsere liebe Jugend, die nun erwartungsvoll vor ihrem Lehrer sitzt und der Dinge harrt, die da kommen sollen. Horch! Eben singen sie schon! Zwar noch etwas wild durcheinander, aber sie singen doch schon. Das erste Band der neuen Gemeinschaft, der kommenden Kameradschaft, ist geschlungen. Und so soll es nun weitergehen. Man verlangt ja nicht mehr, daß die Kinder stundenlang stille sitzen. Sie haben Freiheit. Die Kinder spielen im Turnsaal, im Schulhof und lernen während des Spielens. Mit Reif und Ball lernen sie zählen und rechnen, mit Puppe und Spielzeug sprechen sie und bilden Sätze. Am Katheder spielen sie Kaufmann und Käufer und beginnen langsam in das Reich der Zahlen einzutreten, bis sie unmerklich im neuen Lebensraum einen Halt und eine neue Heimat gefunden haben. So löst sich heute das Kind langsam aus der sorgenden Hand der Mutter und kommt nun in die etwas härtere Hand seiner Kameraden und seines Lehrers. Das Sicheinfügen klappt in der Schule heim, Rabertshausen. Leitung: Gefolgschaftsführer Schmidt, Steinheim, und die Ortsgruppe Hungen. In Ettingshausen mit Ober-Bessingen, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Harbach, Hattenrod. Leitung: Fähnleinführer Fuchs, Ettingshausen, und die Ortsgruppe Ettingshausen. In Grünberg mit Queckborn, Weickartshain, Lauter, Saasen, Göbelnrod, Beltershain, Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: Gefolgschaftsführer Bopp, Grünberg, und die Ortsgruppe Grünberg. In Großen-Buseck mit den Ortsgruppen Großen-Buseck, Alten-Buseck, Bersrod, Annerod. Leitung: Unterbannführer Schneider, Großen- Buseck, und die Ortsgruppe Großen-Buseck. In Lollar mit den Ortsgruppen Lollar und Mainzlar. Leitung: Stammführer Schmulbach, Lollar, und die Ortsgruppe Lollar. In L o n d o r f mit den Ortsgruppen Londorf, Allendorf, Geilshausen, Weitershain. Leitung: Gefolgschaftsführer Kraus, Londorf, und die Ortsgruppe Londorf. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Winneiou. Ein Gedenkblait von Karl Gpringenschmid. Kein einziger aus dem Stamme wurde gefragt ob es ihm recht fei. Er sagte eines Tages einfach und ohne viel Umstände: „Ich bin Winnetou!" Es war ja auch ganz klar; denn er war der Tapferste, der Klügste, der Edelste unseres Stammes. Als er dies gesagt hatte, sah er uns alle der Reihe nach an. Dann schlug er mir kräftig auf die Schulter und jagte: „Und dies ist Old Shatterhand, mein Freund!" Ich konnte vor Freude und Stolz kaum sprechen. „Allright“, sagte ich schließlich und schlug ihm gleichfalls auf die Schulter. Damit wurde eine Freundschaft geschlossen, die für das Leben hielt. In seinem gewöhnlichen Leben ging Winnetou in den zweiten Jahrgang einer Lehrerbildungsanstalt. Wir beide waren also in einer Klasse und saßen in der gleichen Bank. Einmal ging mir zufällig während der Mathematikstunde der Stöpsel- revolver los. Winnetou stand sofort und ruhig auf und bekannte sich als Täter. Aber der Professor hatte schon die rauchende Pistole in meiner Hand gesehen. Ich erhielt drei Stunden Karzer. Der Professor zog eigenhändig den Schlüssel meines Gefängnisses ab. Ich zog drinnen ein Heft heraus: „Wildtöters Kampf mit den Gelbfußindianern" und las. Ungefähr eine halbe Stunde hatte ich gelesen, da wurde über mir vorsichtig ein Kellerfenster eingestoßen. Dann wurde etwas in meine Zelle hineingeworfen. Es war ein Schlüssel. Daran hing ein Zettel. Darauf stand in unserer Geheimschrift: „Winnetou vergißt feinen Freund Old Shatterhand nicht!" Ich war frei! Niemals habe ich erfahren können, wie Winnetou zu diesem Schlüssel kam. Kurz vor der dritten Stunde ging ich wieder in den Karzer und ließ mich — scheinheilig und zerknirscht — vom Professor höchst eigenhändig nochmals befreien. — Ein anderes Mal waren wir auf einem Raub- zug begriffen. Es war ein herrlicher Obstgarten. Wir faßen in den Bäumen und füllten die Säcke. In aller Ruhe arbeiteten wir; denn Winnetou stand Wache. Da war es im vorhinein unmöglich, daß uns irgend etwas geschah. Plötzlich ein Pfiff! Das war Winnetous Pfiff und zwar der Pfiff „Gefahr". (Winnetou konnte mit allen Fingern pfeifen, sogar mit beiden Daumen.) Wir sahen den Bauern mit einem großen Wolfshund kommen. Aber es war für uns zu spät. Schon sprang der Hund an unserem Baume hoch und der Bauer, einen Stecken schwingend, kam näher. Da wagte Winnetou dft befreiende Tat. Er ging ruhig dem Bauern entgegen. Die Hofensäcke standen ihm weit vom Leib; denn er hatte sie voll Aepfel. Der Bauer war über diese Frechheit so erstaunt, daß er gar nicht zuzuhauen wagte. Winnetou sah, daß der Hund uns bedrängte. Da reizte er den Bauer, machte ihm frech eine lange Nase und lief davon. Der Bauer, der Hund, beide ihm nach. Wir waren befreit. Wir sahen am Abend, als wir in unserem Wigwam saßen, daß Winnetou noch blutete. Aber er schwieg und wir wagten nicht, ihn zu fragen, wie es gegangen fei. An diesem Abend, der mir noch mit allen feinen Einzelheiten in Erinnerung ist, wurde meine Freundschaft mit Winnetou das einzige Mal erschüttert. Da saß ein kleines, blondes Mädchen an unserem Lagerfeuer. Es hieß das „Sanfte Auge" und war 15 Jahre alt. Winnetou beachtete im allgemeinen die Mädchen nicht. Aber das „Sanfte Auge" konnte herrlich kochen, konnte unsere Lederwämser flicken, konnte sogar unsere Federn und Schilder bemalen. An diesem Abend wusch das „Sanfte Auge" die Kratzwunden auf Winnetous Wangen und verband ihm die verletzte Hand. Ich schaute zu und sah, wie liebevoll sie dem Häuptling diente. Da spürte ich einen herben Schmerz in meiner Brust. Ich stand auf und ging vom Feuer weg und allein in die schwarze Nacht hinaus. — Winnetou spürte bald, was in mir vorging. Aber er schwieg. Nach einigen Wochen, als der Stamm wieder um das Feuer versammelt war, sagte er ernst: „Das ,Sanfte Auge' dient von nun ab nur meinem Freunde Old Shatterhand!" Der Stamm murrte. Allen war das unverständlich. Das „Sanfte Auge" war das einzige Jndianerweib in unserem Stamme, und es war doch natürlich, daß es ihm diente, dem Edelsten, dem Führer. Ich aber verstand ihn. Er opferte das „Sanfte Auge", um sich meine Freundschaft zu erhalten. Diese Entsagung rührte mich zu Tränen. Ich stand auf und warf Holz ins Feuer, grünes, damit es recht rauche und damit niemand ahnen könne, daß meine Tränen von etwas anderem herkämen, als vom Rauch. Aus dem „Sanften Auge" machte ich mir nichts mehr. Wir beschlossen bald darauf, das Mädchen aus dem Stamme auszufchließen. Aber diese edelste Tat Winnetous schloß mir alle Herrlichkeit einer Bubenfreundschaft auf. Winnetous Ende war so, wie es zu ihm paßte. Ich finde heute in meiner Erinnerung keinen lieber« gang mehr. Es erscheint mir, als wäre er unmittelbar von unserem Lagerfeuer weg in den Krieg gezogen. Er war nur 14 Tage im Felde. Am Col di Lana erhielt er einen Schuß zwischen die Augen und war sofort tot. — Als ich, Old Shatterhand, zwei Jahre später, in dem kleinen Pustertaler Dörfchen an seinem Grabe stand, war ich keiner mehr aus feinem Stamme. Ich war ein ernster, müder Feldsoldat. Der Krieg hatte aus uns Buben Männer gemacht. Aber es schien mir, als hätte es Winnetou, mein Freund, besser getroffen als wir Zurückgebliebenen, besser, weil ihn eine Feindeskugel aus seinen hellen Jugendträumen unmittelbar in die ewigen Jagd- ,3br größter Erfolg." Der Name der Schauspielerin Therese Kranes wird den Theaterfreunden unserer Zeit kaum noch ein Begriff fein. Doch hat sie in ihrem kurzen Leben — sie starb, erst 29 Jahre alt, 1830 in Wien — eine im wahrsten Sinne volkstümliche Rolle gespielt und ein großes begeistertes Publikum gehabt. Sie war die Freundin des Wiener Dichters Ferd^and Raimund, und ihr Leben wurde sogar in einem heute freilich längst verschollenen Roman und auch in einem Bühnenstück behandelt. Der Film der Europa (Manuskript von Hanns H. Fischer und Hertha von Gebhardt) hat ihren Namen, wenn auch nur flüchtig, der Vergessenheit entrissen und ihre liebenswürdige, echt österreichische Erscheinung in den Mittelpunkt einer halb heiteren, halb gefühlvollen Handlung mit volksstückmäßigem Einschlag gestellt. Der Beschauer erlebt hier, amüsiert und ein wenig gerührt zugleich, wie die Rest, ein kleines, unbekanntes Wiener Wäschermädel, mit Hilfe des guten Raimund „trotzdem" zum Theater geht, und zwar zum damals berühmten Leopoldstädter — gegen den Willen ihrer Brotgeberin und ihrer heftig Widerstand leistenden Tante Josefa. Sie geht also und wird mit einem Male eine große und berühmte Sängerin, der ganz Wien zu Füßen liegt. Und mit dem Ruhm kommt die Liebe (zu einem Theaterkapellmeister) — aber dann kommt der jähe Umschwung: die Liebesgeschichte geht infolge eines dummen Zufalls und Mißverständnisses in die Brüche; die Rest fällt einem Hochstapler in die Hände, und mit dessen plötzlicher Verhaftung, die sich zu einem regelrechten Skandal steigert, scheint auch die künstlerische Laufbahn der Kranes zu Ende zu sein. Da greift der alte Raimund noch einmal ein, verhindert die geplante Flucht der Rest und führt sie ins Theater zurück und ihrem alten Publikum wieder zu. Und dieses wahrhaft improvisierte Auftreten aus der Postkutsche Heraus wird ihr größter Erfolg — auch persönlich, denn an die Stelle des verhafteten, hochstaplerischen „Grafen Jaroff" tritt freudestrahlend der junge Leopoldstädter Kapellmeister, mit dessen Walzer die Rest ihre Laufbahn so siegreich begonnen hatte. Die Geschichte ist von Johannes Meyer mit der anmutigen Beschaulichkeit des Wiener Biedermeier ausgestattet und in Szene gesetzt worden. Martha Eggerth spielt die Kranes mit natürlichem, weiblichen Charme — daß man denkt, so könnte sie wohl ausgesehen haben — und singt mit Bravour und einem glockenhellen Sopran die gewagtesten Koloraturen. Mit Gemüt und behäbigem Humor umgibt Leo Slezak die echt komödiantische Erscheinung des Raimund. Auch sonst eine Reihe guter und darstellerisch pointierter Leistungen: Aribert Mog als Burgställer, Lingen in einer hochkomischen Charge, Albrecht Schoen- Hals, Gülstorff, Waldau, die Nikolajewa und Margarete Kupfer. Die gefällige, ganz auf den weichen und fangbaren Wiener Walzerton gestimmte Musik schrieb Franz Grothe. — Im Beiprogramm: Die neue Wochenschau und ein Tierfilm „Aristokraten der Hundewelt". — r — Hochschulnachrichten. Der Direktor des Hygienischen Institutes der Universität Heidelberg, Professor Dr. Emil Got» schlich, erhielt vom türkischen Ministerium einen Ruf als Direktor des Zentral-Hygiene-Jnstitutes in Ankara. Der Gelehrte, der sich um den Namen der deutschen Wissenschaft in der Welt schon früher außerordentliche Verdienste erworben hat, wird die ehrenvolle Berufung der türkischen Regierung annehmen. Professor G o t s ch l i ch ist vor seiner Berufung nach Heidelberg an der Landesuniversität Gießen tätig gewesen. Professor Dr. Richard Labes, Extraordinarius für Pharmakologie an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Jena ernannt worden. Oberregierungsrat Professor Dr. Hans B l u n ck, Extraordinarius für Pflanzenschutz an der Univer- fität Kiel, ist zum ordentlichen Professor in der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn ernannt worden. Professor Dr. O p p i f o f e r von der Universität Königsberg ist zum Ordinarius für Deutsche Rechtsgeschichte, Handels-, Wechsel-, Verkehrs- und Versicherungsrecht an der Universität Leipzig ernannt worden. um sogenannte „einzige len Kindern in der Klas lasse ist es kaum möglich, daß der eines gez. Herrn. Wagner, kreiswatter der DAF. dem Als Erhallet die gesunde Jugend gesund — Schickt die Jungen in die Zeltlager der HI. viel besser als zu Hause, besonders wenn es sich .....Kinder handelt. Bei vie- über das Thema „Das Handwerk im Aufbau des Dritten Reiche s". Der heutige Tag triebsgemeinschaft. Die ui zwischen Meister, Geselle der erreicht werden. Die Werte des Handwerk müßten wieder ein Mehr fahren. Die Ausrichtung der jungen Mannschaft im Handwerk auf die Leistung sei der einzige Garant für seine Zukunft. Der Lehrling müsse meisterliche (Lebhafter Beifall!) Kreishandwerksmeister S t ü h l e r dankte Redner für seine gehaltvollen Ausführungen, zweiter Redner des Abends sprach sodann ReichS-Znnungsmeister Renz über das Thema „Preisfragen in Mchs-Znnungsmeister Renz spricht in Gießen Kundgebung der Kreis-Handwerkerschast. den Wunsch nach Befähigungsnachweis, nach Füh- rerprinzip und Pflichtinnung erfüllt. „Standesehre" und „Leistungsprinzip" seien die Forderungen der Gegenwart und der Zukunft an jeden einzelnen. Ohne Standesehre könnten kein Beruf und kein Volk bestehen. In den Zwangsinnungen sei da» Handwerk nunmehr völlig zusammengefaßt. Vorbei sei es mit allen den kleinen und kleinsten Grüppchen, die nur Lehre erfahren. Sehr schwer sei es heute, mit der neuen Organisation alle Schäden wieder gutzumachen, die früher durch die Verhältnisse, aber auch durch die Gedankenlosigkeit des Handwerks entstanden. Inzwischen aber, in den Jahren des Aufbaues, sei schon viel erreicht worden. Kur mit einer auf Zukunft gesehenen Arbeit könne dem Handwerk geholfen werden. Im deutschen Aufbau sei in erster Linie die Behebung der Arbeitslosigkeit und die Behebung der Zerrissenheit zwischen Volk und Staat bedeutungsvoll geworden. Die Schaffung der Volksgemeinschaft habe allein die Ehr- und Wehrhaftmachung des deutschen Volkes gestattet. Auch im Handwerk sei zunächst die Erreichung wichtiger Etappen nötig gewesen. Gesetzgebung sei nur Hilfswerkzeug. Erfüllung müsse sie finden durch den einzelnen. Der Handwerkerführer müsse befruchtend wirken auf Betriebsführung und Gefolgschaft. Dom Gefolgsmann müsse erwartet werden, daß er Verständnis für den Betrieb aufbringe, daß er nicht nur fordere, sondern auch gebe und durch das Gegebene die Erfüllung der Forderung möglich mache. Der Meister solle Kamerad des Gefolgmannes sein. Wichtig sei für jedermann im Handwerk, nicht bei dem einmal Erlernten stehen zu bleiben. Verlangt werde ein Höchstmaß des Könnens und des Wissens im Beruf, entsprechend den Forderungen der Zeit. Reue Prüfungsordnungen würden Mittel sein, das Leistungsprinzip zu verwirklichen. Die Reichszentrale für Handwerkslieferungen, Lieferungsgenos- senschaften und die Schaffung des Gütezeichens würden das Leistungsprinzip weiter untermauern helfen. Reichszentrale für Handwerkslieferungen und Lieferungsgenossenschaften dienten auch der Finanzierung von Aufträgen, an der bisher manche Auftragsvergebung an das Handwerk scheiterte. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit dem Wesen des Ehrengerichts der Reichshandwerksführung und wies auf feine Bedeutung hin. Ebenso wie das Handwerk dem Publikum mehr und mehr beweisen müsse, daß seine Leistung Achtung verdiene, ebenso sehr müsse auch das Verständnis der Handwerker unter sich erster Linie sei es die Schulung des Handwerks in der Kalkulation. Fehlkalkulationen müßten vermieden werden. Formblätter sollten die Kalkulation erleichtern, ebenso demnächst herauskommende Richtlinien über Material und Arbeitszeit. Kalkulationen könnten sehr wohl auf den einzelnen Betrieb abgestellt sein, sie müßten dann aber unter allen Umständen stimmen. Wahrung der Standesehre sei eine Forderung, die auch bei der Aufstellung einer Kalkulation mitbestimmend sein solle, hand- werksehre solle aller Unlauterkeit entgegengestellt werden. In Fällen gröblicher Vergehen werde das Ehrengericht des Handwerks eingreifen. Aus egoistischen Gründen dürfe nicht gegen das Gemeinwohl gefehlt werden. Die Hebung des Gütegedankens j in breiten Kreisen des Volkes solle vom Handwerk gefördert werden. Das Publikum solle wieder gute Ware zu schätzen wissen, sich von der Massenware abwenden und dazu kommen, die Arbeit des Handwerks als Wertarbeit anzusehen. Wenn der beschrittene Weg beharrlich verfolgt werde, dann würden die Ziele des Handwerks erreicht und jede Leistung ihren entsprechenden Gegenwert finden. »Gießener Allerlei'' und der beste Rundfunksprecher! Die Kreisgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer schreibt uns: Auch in diesem Jahre wird der beste Rundfunksprecher gesucht! Die Reichssendeleitung, im Verein mit dem Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer, veranstalten daher auch 1935 das große öffentliche Preisausschreiben: „Wir suchen den besten Rundfunksprecher!" Das deutsche Volk soll sich selbst die besten Rundfunksprecher suchen. Auch von Gießen hat sich eine Anzahl Kandidaten zum Rundfunksprecher-Wettbewerb gemeldet, so daß auch in Gießen ein Ausscheidungskampf stattfinden kann. Die Kreisgruppe Gießen des RDR. veranstaltet daher unter Mitwirkung einer Reihe Mitglieder und des Orchesters des Stadttheaters Gießen, sowie sonstiger Kräfte einen heiteren Abend, den Paul Nieren in lustiger Kurzweil zusammenstellte. Konzertmeister Franz K e r z i s n i k mar- schiert mit seiner musizierenden Mannschaft auf, Hansi Salz mann singt und tanzt zusammen mit Karl Ludwig Lindt Schlager und Duette, Wilhelm Lenz und Fritz W i l h e l m y parodieren eine musikalische Buschiade, Hans Seitz wird Mundartliches verzapfen, während Maja von Rabenau — Hilde Plank — Leni Haase abwechselnd in eigenen Tanzschöpfungen unterbrechen. Als besondere Bereicherung ist das Auftreten Baccesinos zu verzeichnen, der Mann mit den drei Fragezeichen. Und noch manch andere Heber» raschung wird Paul Nieren in seinem „Gießener Allerlei" den Besuchern bringen. Zwischendurch werden sich die zum Rundfunksprecher-Wettbewerb angetretenen Gießener Kandidaten am Mikrophon vorstellen, wobei jeder Theaterbesucher an Hand eines Stimmzettels selbst entscheidet, welchen Spre- gleich. Sie sind Kameraden. Wie bald bildet eine Klasse eine geschlossene Gemeinschaft. Das zeigt sich bei Spaziergängen, bei Wettkämpfen, aber auch bei Raufereien, die Klasse gegen Klasse auszufechten haben. Da heißt es: Zusammenhalten! Ob du aus einem stolzen Palast oder aus einem hinterhause kommst, das spielt hier keine Rolle, hier bist du Kamerad unter Kameraden. Sind eigentlich unsere engsten und besten Freundschaften nicht während der Schulzeit geschlossen worden? Freuen wir uns nicht, wenn wir wieder einmal einen Schulkameraden treffen, den wir lange nicht gesehen haben, um dann mit ihm liebe Er-1 innerungen auszutauschen? Deshalb sollen sich die Kinder freuen an dem Tage der Schulaufnahme, und die Eltern sollen sich nicht unnötige Gedanken machen über etwas, das sie doch auch freudig stimmen sollte. Ihre Kinder werden nun ausgenommen in eine Gemeinschaft, die mithilft bei der Erziehung zur großen, deutschen Volksgemeinschaft. Es muß deshalb heißen: Frohe Kinder undfrohe Eltern! J. K. Sonntagsarbeit am 1. Mai. Am Mittwoch, 1. Mai, ist der Vertrieb und Verkauf von Zeitungen auf öffentlichen Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten während des ganzen Tages zulässig. Zur rechtzeitiaen Herstellung der Morgenausgabe des 2. Mai ist Die Beschäftigung von Arbeitern in den Zeitungsdruckereien am 1. Mai 1935 von 18 Uhr ab gestattet. Die Herstellung und der Verkauf von Grünschmuck in Ladengeschäften und im Straßenhandel sind am 1. Mai während der Morgenstunden zugelassen. geeignet erschienen, den Beweis des Zerfalls im Handwerk zu liefern. Die Fragestellung laute jetzt: „Was ist nun zu tun?" Der Redner erläuterte zur Beantwortung dieser Frage in seinen weiteren Ausführungen die Forderungen im Interesse des Handwerks im einzelnen. Der Betriebsführer solle der Garant sein für die Erhaltung und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes, hinzukommen müsse die Be- ■ ' ursprüngliche Verbundenheit ! und Lehrling müsse wie- Menschen im an Ehre er» dann Münchholzhausen, wo gerastet wurde. Weiter ging es nach Büblingshausen, um hier zu lagern. Fleißig wurde der Ofen gebaut und der Mittagsschmaus gekocht. Gegen Abend zogen sie nach Wetz» lar, wo wir (die Gruppen I und II) uns trafen, hier verlebten wir gemeinsam ein paar kurze, schöne Stunden bei Gesang, Vortrag und fröhlicher Unterhaltung. Um 19 Uhr traten wir die Heimfahrt an. Am Bahnhof in Gießen trennten wir uns; wir werden Ostern 1935 noch lange in (Erinnerung behalten! Heist der Kriegsgräberfürsorge! Vom Bezirk Hessen-Darmstadt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D., Darmstadt, wird uns geschrieben: Nach der nunmehr vorliegenden Gesamtabrechnung beträgt der Reinertrag der am 20. und 21. Oktober 1934 durchgeführten Haus- und Straßensammlung im Bezirk Hessen-Darmstadt 37 177,03 Mark. Ein wahrlich schönes Ergebnis, das wieder einmal erneut die Opferwilligkeit der Heffen-Darmstädter für die Heldengräber ihrer Gefallenen unter Beweis stellt. Allen Gebern fei deshalb an dieser Stelle nochmals recht herzlich gedankt. Ferner gebührt auch den freiwilligen Helfern aus der SA., SS., dem Stahlhelm, dem Kyffhäuserbund und den sonstigen nationalen Formationen, die sich in selbstloser und uneigennütziger Weise in den Dienst der Sammlung gestellt haben, besonderer Dank. Wenn wir auch in Zukunft so Zusammenhalten und die nationale Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützen, kann der Erfolg niemals ausbleiben. Zu begrüßen wäre es, wenn sich neben den korporativen Mitgliedern aus den Behörden und Vereinen auch noch recht viele Einzelpersonen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirk Hessen, als Mitglied anschlössen. Der Jahresbeitraa ist mit zwei Mark so niedrig gehalten, daß er auch von dem wirtschaftlich Schwachen aufgebracht werden kann. Er ist aber ein Beweis dafür, daß das deutsche Volk die gefallenen Helden nicht vergessen hat, die mit ihrem Herzblut ihre Treue zum SBatep land besiegelten. Darum auf, lieber Dolksgenasse, melde dich heute noch beim Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D., Bezirk Hessen, Darmstadt, Elisabethenstrahe 34, als Mitglied an. Der selbst gefördert werden. Der Demnächst in Frankfurt stattfindende Reichshandwerkertag solle ein mächtiges Bekenntnis des Handwerks zum deutschen Volke und zum Berufsstand darstellen. Der Reichshandwerkertag solle in einer Schau erlesenster Leistungen den Beweis handwerklicher Kraft und Lebensberechtigung erbringen. Bei der Betrachtung der Vergangenheit sollten wir den Hoffnungsglauben im Handwerk der Gegenwart erkennen. Die Zukunft solle hell und licht werden. Das Handwerk solle wesentlich Mitarbeiten am deutschen Leistungsaufbau, der uns wieder den Platz an der Sonne erringen helfen solle. Das Wort vom „goldenen Handwerk" und der Gedanke „Als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das Vaterland", sollten wieder wahr werden und Allgemeingut das Wort „Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst!" (Anhaltender lebhafter Beifall!) Kreishandwerksmeister S t ü h l e r beschloß nach einigen kurzen Schlußworten die eindrucksvolle Kundgebung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer, auf das Vaterland und das deutsche Handwerk. Mit dem gemeinsam gelungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes und mit dem Fahnenausmarsch fand die Veranstaltung ihren Abschluß. cher man als den besten aus dem „Vorlaut an den Reichssender Frankfurt senden soll. Der heitere Wahl- und Abstimmungsabend findet am Samstag, 4. Mai, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen statt. (Siehe heutige Anzeige.). Erleichterte Bestimmungen für postsperrgut. Postpakete, die während der Beförderung infolge ihrer Größe viel Raum oder wegen ihres Inhalts — z. B. lebende Tiere, Bruteier ufw. — eine besonders sorgsame Behandlung beanspruchen, befördert die Post als Sperrgut und erhebt dafür zu der gewöhnlichen Beförderungsgebühr einen Zuschlag von 50 v. h. Wie das Amtsblatt des Reichs- postministeriums bekanntgibt, werden die Sperrgutvorschriften vom 1. Mai an zugunsten der Postkunden vereinfacht und geändert. Die bisherigen Ausdehnungsgrenzen werden erheblich erweitert, auf Mindestgewichte der Sendungen wird verzichtet. Künftig wird ein Postpaket als sperrig behandelt, wenn es in irgendeiner Ausdehnung 2 (bisher 1,5) Meter überschreitet, wenn es in einer Ausdehnung 1,5 (bisher 1) Meter und in einer anderen % (bisher ebenfalls %) Meter überschreitet, wenn es eine besonders sorgsame Behandlung erfordert oder sich nicht bequem mit anderen Gegenständen zusammenpacken oder stapeln läßt. Dieselben Vorschriften für Sperrgut gelten auch für Postgutsendungen. Betrügereien auf Kosten der Reichsautobahnen. Wie uns von amtlicher Seite mitgeteitt wird, versucht ein Betrüger mittels gefälschter Bestellzettel auf Kosten der Reichsautobahnen Betrügereien. Die Geschäftswelt wird nachdrücklichst ae- warnt. Jrn vorkommenden Falle ist die Polizei sofort zu verständigen. Westerwa1dverein,Ortsgruppe Gießen. Der Verein „Wandervogel Höhenflug Gießen" berichtet uns: Gruppe I unternahm eine zweitägige Wanderung in die Ausläufer des Westerwaldes. Am ersten Osterfeiertag brachte uns die Biebertalbahn nach Bieber. Hier begann bei herrlichem Sonnenschein die Fußwanderung. Zunächst streiften wir links die Reh- und Obermühle. Rechts erhebt sich im Morgennebel der Dünsberg. Hier und da springen schon die Knospen auf. Mit Lust und Wonne nehmen mir Anteil an dem Erwachen der Natur. Wenn auch allmählich das Kraxeln beginnt, so lohnt sich ein Blick rückwärts aus unsere Heimatfluren. Um 10 Uhr sind wir in Königsberg, wo wir frühstücken. Bald geht es weiter nach Hohew- solms. Interessante Vorträge geben uns bald Aufklärung über vergangenes Geschehen in dieser Gegend. Dort finden wir noch sehr viele romantische Strohdächer auf Fachwerkbauten. Es folgt dann Bermoll, wo wir Mittagsrast halten. Nun geht es 3 Stunden ununterbrochen durch herrliche Wälder. Nur ab und zu hat man einen Ausblick auf die Höhenzüge zur Rechten und Linken. Gegen 18 Uhr liegt Herborn vor uns. In der Jugendherberge angekommen, wird schon der Kochtopf aufgesetzt, während man von der Brauseeinrichtung reichlich Gebrauch macht. Am Abend wird noch Herborn besichtigt. Am zweiten Feiertagmorgen 6.45 Uhr ist Wecken. Anschließend Frühsport. Um 7.45 Uhr verlassen wir die gastliche Stätte, kommen durch die Au nach Fleißbach und dann hinauf zum Greifenstein. Don hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf den Westerwald; sogar den Dünsberg, Hohensolms und den Stoppelberg sehen wir. Unvergeßliche Blicke, birgt doch gerade unsere engere Heimat Schönheiten, wenn man sie zu schätzen versteht. Nun geht es weiter über Waldhof-Elgershausen nach Dianaburg. Hier kurze Rast und Ausblick. Allmählich kommen wir nach Ehringshausen, wo wir das Dampfroß besteigen und nach Wetzlar fahren. Hier treffen wir unsere Gruppe II, die eine Eintag-Wanderung von Gießen über Klein- Linden und dann den Höhenzug zwischen Dutenhofen und Allendorf (Lahn) machte. Von hier aus herrlicher Ausblick auf das Lahntal. Es folgt sich ein einzelnes Kind eigenwillig durchsetzt, am wenigsten ein verwöhntes Mutterkind. Wohl er- reSunÄ Unter ftarfer Beteiligung der Handwerker der len aber keinem unverdient in den Schoß. Sie müs-Stadt und des Geists Gießen sand am_ gef rtgen deutlich, setzen sich durch und werden auf ihrem Itm Aufbau des Dritten Re ich es s p rach. Der M us k oinpnftpn inm »führet In dielen erften An-13ng der SA.-Standarte 116 leitete die Kundgebung lärmen offenbaren sich zuweiien schon ziemlich sichet mit guter Musik ein. Unter den Klängen des Saben» &r I weiter Marsches wurden einige Lnnungsfahnen fern nicht bemerkt werden können, weil ihnen ja s^lerlich emgebracht. au (Saufe die Möalicbkeit der Auswirkung fehlt. Krershandwerksmeifter S t u hier (Gießen) hieß Aber eins wird nun allen Kindern zuteil, auch die zahlreichen Teilnehmer der Kundgebung herz- benen, die in den ersten Iahten änastlich zu Haufe lich willkommen behütet wurden, das ist die Kameradschaft, die Ge- des Abends und die Vertreter der stadtlfchenunb meinfchaft, in der sie nun leben. Da gilt weder 005 ^11^11^^«. Sodann sprach der Referent Geld, noch die Stellung bA Vaters. Da finb alle beim Reichsstanb bes beutfchen Hanbwerks, Kolbenschlag, Berlin, - ,. * , Hanbwer kswirtjchaf t . T)eUmf)C SlrPCiföTtOm* Er führte u. a. aus: Das Preisproblem fei ' 1 ber wichtigsten Probleme ber Hanbwerkswirtschaft. verschiedene Betriebsgemeinschaften planen am Die Preishöhe sei ausschlaggebend für Rentabilität Vorabend des 1. 2Hai, am Dienstag, 30. April, und Umsatz. Der Reichsstand des Handwerks nehme einen kamerabfchaftsabenb. wir weisen darauf hin, sich deshalb der Preisfrage besonders an Eine nf, für Spn 1 Mai am 30 Avril Volkswirt chaft könne nur angeme ene Preise tra- s o ' gen. Volkswirtschaftlich vertretbare Preise müßten abends 8 Uhr, in ber Volkshalle . es möglich machen, ben Betrieb aufrechtzuerhalten, die festliche Aufführung der IX.ShMhhonie ben Verpflichtungen ber Gefolgschaft unb bem Staat statt,indet, die vom Landesobmann «?L"^r nachzukammen und einen °na°m°„-nen, ' * nicht übertriebenen Gewinn erzielen lassen. pp. Willi Becker, Frankfurt a. Durch die Arbeitsschlacht sei in vielen Betrieben . . . „ - orÄtinot mirh des Handwerks Arbeitsmöglichkeit geschaffen wor- durch eine ^rze Ansprache ^öffnet ro rb. den, wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt werben Die kamerabschaftsabenbe sotten den Abschluß konnten. Der Reichsstanb bes Deutschen Hanbwerks des 1. Mai bilden. fetze sich für die Erhaltung bisheriger Arbeitsmög- Der feierliche Auftakt ist für alle Kameraden die jjchkeiten ein und sei bemüht, neue zu schaffen. Es Festaufführung der „9. Symphonie" in der Volks- werde gleichzeitig darauf ankommen, nicht nur eine halle. Umfatzfteigerung zu erzielen, sondern einem Preis- — ' verfall entgegenzuwirken. In feinen weiteren Ausführungen besprach der Vortragende die drei verschiedenen Möglichkeiten der Beschäftigung mit dem Preisproblem, wie sie für den einzelnen Handwerker gegeben find. In fei, fo führte er u. a. aus, für bas beutfche Hanb- m .werk roieber einmal von großer Bebeutung. Die Gleichzeitig ist bie Beschäftigung von Arbeitnehmern Reichsinnunqsmeister seien in Frankfurt in ihr bei Herstellung, Anbringung unb Verkauf von Grün- eingefuhrt worben. Der Ring bes Wieber- schmuck in gewerblichen Betrieben für ben 1. Mai aiifbaues im Hanbwerk fei nunmehr organisatorisch währenb ber Morgenstunben gestattet. völlig geschlossen. Nun müsse gesunbes Wissen Auch dieKaUöaehilfeN feiern am Mm. unb Wollen aktiv in bie Wagschale geworfen wer- m s w ( i x •+ u den. Altes, Gutes solle zweckmäßig in bas Neue Von ber Deutschen Arbeitsfront wirb mitaetellt: Gebert werben. Dem Hanbwerk fei vor we° Am 1. Mai, bem Feiertag ber nationalen Arbeit, ni 9af)ren nod) das Enbe vorhergefagt worben, gewähren unsere Hausfrauen ihren Hausgehilfen $a5 ^anbroert selbst aber bewies, trotz aller Not, weitgehendste Freizeit. Sie wissen daß ihre Haus- ba5 Gegenteil durch feinen Fortbestand. sfr’Jt iS m- »2 •— Anrecht Daraus haben, den 1. Mai würdig begehen den Bestaub des Handwerks in seiner Zukunft, zu können. Die Hausfrauen find sich ihrer Pflicht Der Kationalfoziattsmus gestaltete das hand- bewußt und tragen dafür Sorge, daß ihre Haus- werk neu unb habe eine straff ausgerichtete gehilfen am Staatsakt teilnehmen, unb fei es nur Mannschaft geschaffen. dadurch, daß sie ihnen das Rundfunkgerät Zur Der- ^Zier Verordnungen zum Aufbau des Handwerks fügung stellen. Es ist selbstoerstandllch, baß die feien erlassen worben. Die dritte Verordnung habe Hausgehilfen am Nachmittag des 1. Mai zur Teil- nähme an den örtlichen Feiern frei bekommen, wie ---------------—---------------------------- es die Treuhänder in sieben Bezirken in den Nationalen Arbeit sprach Kamerad Bindewald Richtlinien für Hausgehilfen bereits eindeutig zum ref)r interessanten Ausführungen. Er gab einen Ausdruck brachten. Die deutsche Hausfrau wird kurzen Abriß der allmählichen Entwicklung des Ar- alles daran fetzen, ihrer Hausyehilftn zu .zeigen, b^rtums von der einst wohlgeachteten Handarbeit, daß auch sie zu der Volksgemeinschaft gehört, die beren beugen wir beispielsweise in den herrlichen unser ganzes Volk zusammenschweihtt Domen der deutschen Gothik bewundern, au der ©CbulUttÖÖObCttöC geisttötenden Maschinenarbeit in dem liberakstisch- kapitalistischen Zeitalter. Er schilderte eindringlich t)L6 die Gefahren und Schäden für Körper und Seele, Von dem Gaukulturamt des NSDFB. (Stahl- die durch die Landflucht und die Zusammenballung Helm) in Gießen wird uns mitgeteilt: von Menschenmassen in den Industriezentren unferm Arn 25. und 26. April fanden im Stahlhelmheim Volke erwuchsen. Skrupellose Ausnutzung der Ar- Gießen Schulungsabende von je 2 Kameradschaften beitskraft auf der einen, gewissenlose marxistische bes NSDFB. (Stahlhelm) statt, an benen auf An- Verhetzung auf ber anberen Seite rissen eine Kluft orbnung ber Bunbesführung auf ben Geburtstag im deutschen Volke auf, beren sinnfälliger Ausbruck des Führers Abolf H i 11 e r unb bie Bebeutung bes die Art der Maifeier in der marxistischen Zeit war, Iagv*5 der nationalen Arbeit hingewiesen wurde. bei der Klassenhaß der Proletarier gegen die Be- Hum Geburtstage des Führers sprach Kamerad sitzenden, nicht aber Einigkeit aller Schaffenden Professor Dr. Schmoll. Er umriß in zu Herzen gepredigt wurde. Es ist das hohe Verdienst Adolf gehenden Worten die geniale Gestalt des Führers, Hitlers, daß er das Ethos der Arbeit jeder Art dem der den alten Frontsoldaten als hochbewährter schaffenden Volke immer wieder vor Augen geführt Frontkämpfer besonders nahesteht. Die Verehrung und die einst sich bekämpfenden Arbeitgeber und und Treue für ihn ist für die Stahlhelmer nicht nur -nehmer in der Deutschen Arbeitsfront zu gemein» Lippenbekenntnis, sondern Herzenssache. Wir folgen famem Schaffen für das Gemeinwohl zufammen- ihm, wohin er uns führt und ruft. Ganz besonders geschlossen hat. So ist jetzt der Tag der Nationalen banken wir Frontsolbaten ihm bafür, daß er unsere Arbeit nicht mehr die Feier der Klasse unzufriede- Sehnsucht und unfern seit dem Schanddiktat von ner verhetzter Proletarier, sondern die des ganzen Versailles nie erlahmten Kampf um die Wieder- schaffenden deutschen Volkes ohne Unterschied nach Herstellung der deutschen Wehrhoheit durch die Rang, Geldbeutel, Hand- oder Kopfarbeit. Ein fo Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht am einiges Volk wird seinen Weg in der Welt machen 16. März zum Ziele geführt hat, und bas, ohne und unüberwindlich sein. Zum Schluß dieser Aus- unser friedliebendes Volk in kriegerische Berwick- siihrungen sangen die Kameraden das Horst-Wessel- lungen zu stürzen. Mit dreifachem Siea-Heil auf Lied. ben Führer, Kanzler unb Fröntkameraben Abolf Nach abschließenben Worten ber Versammlungs- Hitler unb bem Gesang ber ersten Sttophe bes leiter unb bem Gesang bes Stahlhelmliebes folgte Deutfchlanb-Liebes schloß bas (Bebenten an seinen ben betben Schulungsabenben noch ein längeres 46. Geburtstag. | zwangsloses Beisammensein ber Stahlhelm-Kame- Ueber bie Bebeutung bes 1. Mai als Tag der, raben. Ich krage täglich MM Arbeiisfronlmühe, und mit mir am 1. Mai alle deutschen Arbeitskameraden! Bezirk Hessen wird deine Beitrittserklärung an die für dich zuständige Gruppe weiterleiten. Es ist Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes, den würdigen Ausbau und die treue Pflege der deutschen Kriegergräber im Frontgebiet durch sein Scherflein zu ermöglichen. Darum gehört jeder deutsche Volksgenosse in den Volksbund Deutsche Kriegsgröberfürsorge. (öiefeener Wochenmarktpreise. * Gießen, 27. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutker 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, neuer 35, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 40 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 35 bis 80, Salat 10 bis 35, Salatgurken 60 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 20 bis 45, Radieschen 10 bis 15, Sellerie, das Stück 10 bis 40 Pf. (Zwiebeln waren auf dem Markt nicht vorhanden.) Vornottzen — Tageskalender f ü r Samstag: Stadttheater Gießen, 20 bis 22.30 Uhr: „Der Vetter aus Dingsda" (Geschloffene Vorstellung der „Deutschen Bühne"). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ihr größter Erfolg". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Schlacht am blauen Berge." — Reichstreuebund: Monatsversammlung im „Aquarium". — — Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22.15 Uhr: „Der Graf von Luxemburg" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Ihr größter Erfolg". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Schlacht am blauen Berge." — — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 28. April, außer Abonnement die Operette „Der Graf von Luxemburg" von Franz Lehär; Leitung: Wrede, Cuje, von Rabenau. Spieldauer von 19.30 bis 22.15 Uhr. — Dienstag, 30. April, bleibt das Theater wegen der großen Aufführung der 9. Symphonie in der Volkshalle geschloffen. — Mittwoch, 1. Mai, bleibt das Theater geschlossen. — Freitag, 3. Mai, Erstaufführung des Schauspiels: „Vertrag Um Karakat" von Fritz Peter Buch: Spielleitung: Kurt Lüpke. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Samstag, 4. Mai, ZtveiZahre Reichslustschuhbund. Am 29. April d. I. kann der Reichsluftschutzbund auf ein zweijähriges Bestehen zurückschauen. Es wird heute wohl kaum noch einen Volksgenossen, ob jung oder alt, Frau oder Mann, geben, der nicht irgendwie oder irgendwann einmal mit den Problemen des Luftschutzes in Berührung gekommen ist oder über die Frage seines eigenen Schutzes im Falle eines Luftangriffes nach- gedacht hat. Mit besonderem Stolz und Dankbarkeit wurde vom deutschen Volk die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgenommen, wodurch uns der Führer die Wehrfreiheit wiedergegeben hat. Durch die Streichung des §198 des Versailler Diktates, der Deutschland jede aktive Luftabwehr verbot, haben die Arbeiten des Reichsluftschutzbundes die unbedingt erforderliche Ergänzung nach der militärischen Seite erhalten. Was vor einem Jahre noch nicht zu erhoffen war, ist heute Tatsache geworden. Reben der Flugwaffe und Abwehr steht unter einheitlicher Führung des Generals der Flieger, Luftfahrtminister Hermann Göring, der Heimatluftschutz als ein Teil der Landesverteidigung. Aufgabe des Reichsluftschutzbundes ist es, der gesamten Bevölkerung die Notwendigkeit ihres eigenen Schutzes klarzumachen und Mittel und Wege zur Durchführung dieser Aufgaben zu finden. Sehr vieles ist in diesen knapp zwei Jahren schon von den Gliederungen des RLB. geleistet worden, große Aufgaben liegen noch vor uns. Der Reichsluftschuhbund zählt heute 5 900 000 Mitglieder, hat 21 500 Untergliederungen (Landes-, Bezirks-, Orts- und Gemeindegruppen), 280 000 Amtsträger, 1 100 000 Luftschuhhauswarte, 2200 Luftschuhschulen, 10 300 Luftschuhlehrer. Ausgebildet wurden 2 200 000 Volksgenossen als Selbstschuhkräfte. Der Reichsdurchschnitt der Dachbödenentrümpelung beträgt 60 v. h. Diese großen Zahlen konnten nur durch die nationalsozialistische Idee der Volksverbundenheit und durch die Begeisterung, mit der ungezählte deutsche Volksgenossen sich dem Vaterlande zur ehrenamtlichen Tätigkeit zur Verfügung stellten, erreicht werden. Auch in unserer näheren Heimat hat der Reichsluftschutzbund eine rührige Tätigkeit entwickelt. Nachdem im Juni 1933 bereits die Ortsgruppe Gießen gegründet wurde, erfolgte der Aufbau der Bezirksgruppe Oberhessen im Oktober des gleichen Jahres. Im November 1934 wurde noch der Kreis Wetzlar der Bezirksgruppe Oberhessen angegliedert. Die Mitgliederzahl der Vezirksgruppe Oberhessen hat sich im letzten Jahre mehr als verdreifacht und beträgt heute in 50 Ortsgruppen und 462 Gemeindegruppen rund 35 000 Mitglieder, das sind 8 v. h. der Bevölkerung. In den Städten sind durchweg über 10 v. h. der Einwohner Mitglied des Reichsluftschuhbundes. Gießen selbst zählt mit den Gemeindegruppen Dieseck, Klein-Linden, Heuchelheim, Annerod und Allendorf a. d. Lahn über 8000 Mitglieder, gleich 19 v. h. Da der gesamte Aufbau, der heute in Oberhessen und dem Kreise Wetzlar bis in die kleinste Gemeinde durchgeführt ist, aus eigenen Mitteln bestritten werden mußte, war in erster Linie eine starke Mitgliederwerbung notwendig. Gleichzeitig wurde in enger Fühlungnahme mit den Behörden und der PO. die Aufklärung der Bevölkerung in zahlreichen Vorträgen und Ausbildungskursen vorgenommen. In 15 Orten des Bezirkes bestehen Luftschutzschulen. Die Luftschutzschule Gießen, in der bis heute 700 Volksgenossen geschult wurden, besteht seit Februar 1934. In ihr werden in Vier-Wochen-Kursen mit praktischen Uebungen Blockwarte, Hauswarte, Angehörige von Behörden und Industrie für ihre ernste Tätigkeit vorbereitet. Die Größe der Aufgaben wird veranschaulicht, wenn man bedenkt, daß allein im Bereich der Orts- grupve Gießen für mehr als 5000 Häuser je ein Luftschutzhauswart und Stellvertreter ausgebildet werden muß. Da es sich bei all den Arbeiten des Reichslufl- schuhbundes um eine vaterländische Sache, die allein dem Volksganzen dient, und um den Schuh der Gesamtbevölkerung handelt, darf wohl erwartet werden, daß auch die heute noch abseits stehenden Volksgenossen die große Notwendigkeit des Luftschutzes erkennen und durch ihre Mitarbeit die Bestrebungen des Reichsluftschuhbundes zur Ehr und Wehr unseres deutschen Vaterlandes nach allen Kräften unterstützen. im Theater großer Bunter Abend „Gießener Allerlei" unter der Leitung von Paul Nieren und Franz K e r z i s n i k, unter Mitwirkung von Mitgliedern des Ensembles und des Orchesters sowie anderer Gäste; im Verlauf des Abends Rundfunksprecher-Wettbewerb mit Abstimmuna des Publikums. Dauer von 20 bis gegen 23 Uhr. * ** Die Bürger st euer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Unter Hinweis auf die gestrige Bekanntmachung über die Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger betont die Stadtverwaltung, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer haftet. Falls er seiner Verpslichtuna nicht nachkommt, wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. ** Gottesdienst für Schulanfänger, Eltern und Lehrer. Seit einigen Jahren hat man innerhalb der evangelischen Kirche besondere Gottesdienste für die Schulanfänger, deren Eltern, Verwandte und Lehrer eingeführt. Diese Einrichtung hat großen Anklang gefunden. Am nächsten Montag, 29. April, vormittags 9.30 Uhr, sollen diese Gottesdienste hier stattfmden, und zwar für die Knaben in der Stadtkirche, für die Mädchen in der Johanneskirche. ** Eine öffentliche Mahnung zur Zahlung rückständiger Steuern veröffentlicht die Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Sie Wochenmärkte beginnen vom kommenden Donnerstag ab um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. * Rindvieh-(Nutzvieh--Markt findet am kommenden Dienstag in Gießen statt. Siehe heutige Bekanntmachung. ** Achtung ! 30. April A u s s ch l u ß f r i st für preußische Sparkassenaufwertung. Vom Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Die Frist zur Beantragung einer höheren Auswertung im Falle der Ueberweisung eines Sparbetrages von dem einen Konto auf ein anderes bei der gleichen Sparkasse läuft mit dem 30. April 1935 ab. Nach diesem Tage ist der erforderliche Antrag nicht mehr zulässig. ** Kurzschriftlehraänae der Deut- scheu Stenographenschaft. In der alten Pestalozzischule, Wernerwall, eröffnet die Deutsche Stenobraphenschaft wieder einen Anfänger-Lehrgang in Deutscher Kurzschrift. Am gleichen Abend beginnen noch acht weitere Lehrgänge zur Fortbildung bis zu einer Geschwindigkeit von 300 Silben. Man beachte die heutige Anzeige. ** Verkehrsunfall. Gestern ereignete sich an der Ecke Ludwigstraße-Bismarckstraße ein Zu- sammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Personenkraftwagen. Bei dem Zusammenstoß wurde der Personenwagen schwer beschädigt. Der Fahrer desselben, der Kaufmann Wilhelm Block aus Stockheim, zog sich Schnittwunden an der rechten Hand 3U, ebenso wurde seine im Wagen sitzende Ehefrau durch Schnittwunden verletzt. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne wurden die Verletzten der Chirurgischen Klinik zugeführt, aus der sie nach An- legung von Notverbänden wieder entlassen werden konnten. ** Wiedersehensfeier des Regiments Alexander in Berlin. Alle alten Kameraden des ehemaligen Kaifer-Alexander-Garde- Grenadier-Regiments Nr. 1 treffen sich zu Pfingsten 1935 in ihrer alten Garnison Berlin, um d!e vor 120 Jahren erfolgte Gründung des Regiments festlich zu begehen. Verbilligte Unterkunft in Berlin und Eisenbahnfahrt ab Frankfurt a. M. wird sichergestellt. Auch Kameraden, die dem Regiment nicht angehörten, deren Familienmitglieder, Bekannte und sonstige Interessenten können an der stark verbilligten Fqhrt teilnehmen. Nähere Auskunft auf schriftliche Anfrage mit Rückporto erteilt die Ortsgruppe Frankfurt a. M. durch den Schriftführer Bachmann, Kelsterbacher Straße 83. Amtsgericht Gießen. Vor den Schranken des Gerichts hatte sich der 31jährige A. H. aus Wißmar wegen schweren Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Der Angeklagte entwendete in der Nacht vom 25. zum 26. März mittels Einsteigens und Erbrechens von Behältnissen im Landwirtschaftlichen Institut in Gießen einen Betrag von ca. 20 Mark. Ferner begab er sich in derselben Nacht an das Kaufhaus Karzentra, stieg an dem Weißbindergerüst hoch und gelangte auf diese Weise in das Innere des Hauses. Er entwendete hier eine Tüte Bonbons und eine Kassette, sowie einige Schlüssel, nachdem er vorher die Räume durchwühlt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtgefängnis strafe von vier Monaten. Sodann befaßte sich das Gericht mit dem 23jäh- rigen Hans Hohl aus Gießen. Der Angeklagte befand sich wegen einer ansteckenden Krankheit in besonderer Verwahrung in der hiesigen Hautklinik. Während ihm ein Wärter den Kaffee brachte, schloß er diesen ein und entfernte sich aus der Klinik. Um seine Tat zu verheimlichen, beschädigte er die Klingelleitung. Der Polizei gelang es, den Angeklagten am Tage darauf festzunehmen. Am 12. November 1934 erschien der Angeklagte gegen 9.30 Uhr auf dem hiesigen Wohlfahrtsamt und verlangte Unterstützung. Nachdem man ihm dort erklärte, daß ihm wegen Nichtleistung der Pflichtarbeit 2 Mark in Abzug gebracht worden seien, wurde der Angeklagte rabiat, beschimpfte mit den gemeinsten Ausdrücken die Beamten des Wohlfahrtsamtes und brachte einem von diesem mit einem harten Gegenstand eine blutende Wunde am Kopfe bei. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gesamtstrafe von a ch t Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft, in der sich der Angeklagte seit dem 23. März 1935 befindet. Oberhessen. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 26. April. Die Steuersätze für b i e Gemeindeumlagen, die mit 53 100 Mark veranschlagt sind, wurden in der heutigen Sitzung des Gemeinderats wie folgt festgesetzt: für je 100 Mark Steuerwerk kommen zur Erhebung: a) Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen 33,9 Pf.; b) Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken 65,7 Pf.; c) Gewerbesteuer vom Gewerbekapital 74,3 Pf.-, d) Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag 333,6 Pf. Der Ausschlag für die Sondergebäudesteuer beträgt bei einem Steuerwert bis 7000 Mark 45,75 v. H., bei einem höheren Steuerwerk 39,93 v. H. des staatlichen Steuersatzes. Es gelangen damit die gleichen Steuersätze wie im Vorjahre zur Erhebung. Bei dem Ausschlag städtischer Gefälle (Wassergeld u. a.) in städtischen Gebäuden sollen kinderreiche Familien Bevorzugung genießen, insofern das dritte und jedes weitere Kind bei der Berechnung frei bleiben. Der Wasserbezugspreis wurde nach dem Entwurf des Bürgermeisters ab 1. April 1935 geändert. Seither gelangte nach Feststellung des Jahresverbrauches ein in vier Stufen gestaffelter Preis zur Erhebung: für den Kubikmeter 35 Pf. bei 250 Kubikmeter, 28 Pf. bei 500 Kubikmeter, 22 Pf. bei 1000 Kubikmeter und 17 Pf. bei über 1000 Kubikmeter Jahresverbrauch. Kleine Ueberfchreitungen der einzelnen Stufen ergaben dann eine wesentlich günstigere Berechnung für den Wasserbezieher. Zukünftig soll nach Feststellung der vierteljährlich verbrauchten Menge der Kubikmeterpreis festgesetzt und in den einzelnen Stufen Mindestsätze eingeführt werden. Es ergibt sich dann folgende Berechnung für den Kubikmeter: 35 Pf. bei 60 Kubikmeter, Mindestsatz 1,50 Mark, 28 Pf. bei 125 Kubikmeter, Mindestsatz 21 Mark, 22 Pf. bei 250 Kubik- Bad=Salzhausens BPas nerven beruhigende Heilbad Herz-u.Gefäßleiden - Rheuma Erschöpfungszustände -Katarrhe PAUSCHAL-U. VE MGÖNSTIGUNS KUREN ! AUSKÜNFTE ERTEILT t HESSISCHE B A D E D I R E KTI O N Privaineolion „Haas Scbloßblick" Luftkurort Lchönberg i.Odenw. b. Bensheim a.d. Bergstr., ftaubfr., dir. a.Wald gel., verm.Zimmer m. best.Verpfl.f.3.50^p.Tag. rsixo Nur noch 8 bis IV Tage dauert die schöne Baumblüte. Erholung und Dauerunterbringung für Kinder und Säuglinge im Kinderheim Waldkolonie Wirtheim bei Gelnhausen Leiterin: M. Schulde. Jugendleiterin.? Fernruf: Kassel, Kr. Gelnhausen Nr. 11 _______ 2238 D ZUM Eigenheim durch Bausparen! langfristige Tilgungs-Darlehen s. Hausbau oder -Kauf sowie zur Ablösung von Hypotheken gewährt Deutscher Sparerhiißd für Eigenheime e.th. m. b.H in Düsseldorf Generalvertret.: Christian Pantzer, Frankfurt a. M., Gr. Gallusstr. 14 Fernruf; 27962Ffm________^esv la witts EMbsamen^SS Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für dieSchulentlassenen wie auch für die ABC-Schützen. Achten Sie auf die Augen Ihrer Kinder! Normale Sehkraft ist Vorbedingung für gute Fortschritte im Beruf und in der Schule. Haben Sie die Augen Ihrer Kinder prüfen lassen? Jede Brille kann sofort angefertigt werden b.dem Brillenfachmann Selters •'weg 33 Lieferant für alle Krankenkassen. Gesund zu Fuh ohne Hühneraugen durch ,LEBEWOHL1 Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf. in Apothek. und Drogerien. Sicher zu haben: Med.-Drog. Hans Hindenburg H.Elges Seltersweg 68a; Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nfl., Seltersw. 69; H. 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Dem Landesverein der hessischen Blinden e. 23. wurde wie im Vorjahr ein Beitrag von 10 Mark bewilligt. Die Stadt erklärt sich bereit, die Prämien für die Schulbesuchsversicherung (Unfall) bei der Volksschule zu übernehmen, soweit sie nicht von den Eltern übernommen werden, aber nicht für diejenigen Fälle, bei denen die Zahlung der Prämie aus Böswilligkeit abgelehnt wird. Das Konzessionsgesuch für die Turnhalle wurde befürwortet. Landkreis Gießen. CO Klein - Linden, 26. April. In der Opferwoche für die Innere Mission wurden in unserer Gemeinde durch den Verkauf der Abzeichen 70 Mark erlöst. Die Höhe der Kinderspende belief sich auf 45 Mark, durch die Haus- sammlüng, die von den Mitgliedern der hiesigen Evangelischen Frauenhilfe vorgenommen wurde, gingen 135 Mark ein, so daß der Gesamtbetrag der Opferwoche 250 Mark ergibt. Von der Sammlung für die Innere Mission im vorigen Jahre war unserer bedürftigen Kleinkinderschulstation der Betrag von 75 Mark überwiesen worden. * Großen-Linden, 26. April. Bis zum Jahre 1821 wurden die Bürgermeister nur auf ein Jahr ernannt und zwar bestimmte der abgehende Bürgermeister seinen Nachfolger. Der Stadtschultheiß war der staatliche Vertreter. Im Jahre 1821 gab es eine neue Landgemeindeordnung. Die Gemeinderäte wurden nach dem Dreiklassenwahlrecht gewählt. Das Kreisamt ernannte den Bürgermeister aus der Reihe des Gemeinderats auf sechs Jahre. Der frühere Stadtschultheiß Leun war dann von 1821 bis 1842 Bürgermeister. Von 1842 bis 1872 war Bürgermeister Menges im Dienst. 1871 ernannte das Kreisamt den Johannes Z ö r b zum Bürgermeister. 1874 gab es eine neue Landgemeindeordnung und das Dreiklassenwahlrecht kam in Wegfall. Bürgermeister und Gemeinderäte wurden nun direkt von den Bürgern auf neun Jahre gewählt. Bei der Wahl wurde Z ö r b wiedergewählt. Nach Ablauf seiner Dienstzeit im Jahre 1883 kandidierte Zörb nicht wieder. An seine Stelle wurde nun Johannes Leun VIII. gewählt, der nach 33jähriger Dienstzeit sein Amt im Jahre 1917 niederlegte. Der damalige Beigeordnete Lang wurde aus dem Felde reklamiert und versah die Bürgermeistereigeschäfte bis 1919, wo er dann zum Bürgermeister gewählt wurde. Im Jahr 1925 wurde er zum zweitenmal gewählt und schied am 1. März dieses Jahres aus dem Amte aus. Seit dieser Zeit wird unsere Stadt von dem Kreisschulungsleiter Pg. Michel als kommissarischer Bürgermeister geleitet. 4- Steinbach, 26. April. Seit Spätherbst vorigen Jahres traten hier vereinzelte Fälle von Scharlach auf, die fast immer mit Mitt e l - ohrentzündung verbunden waren. Im Frühjahr hatte sogar eine Mutter sich bei der Pflege ihres Kindes angesteckt. Seit einigen Wochen tritt auch der Mumps auf und ebenso die Masern. Seither waren es nur wenige Fälle, in letzter Woche sind wieder Fälle von Scharlach aufgetreten, hoffentlich werden mit dem Eintritt der besseren Jahreszeit diese unheimlichen Gäste verschwinden. Die Grippe, die sich eine Zeitlang besonders in der Albacher Schuljugend bemerkbar machte, trat hier nur vereinzelt und gutartig auf. )( Lich, 26. April. Das Ergebnis des Volks- tages der Inneren Mission war in unserer Gemeinde folgendes: In der Haussammlung gingen 291,35 Mark, im Abzeichenverkauf 90,45 Mark, zusammen 381,80 Mark ein. In Nieder- Bessingen erbrachte dieselbe Sammlung in der Haussammlung 28,90 Mark, im Abzeichenverkauf 15 Mark, zusammen 43,90 Mark. In der am Palmsonntag erhobenen Kirchenkollekte wurden 44,95 bzw. 9,75 Mark gespendet. )( Kloster Arnsburg, 26. April. Am Oster- dienstagnachmittag sprach hier in einer Missionsstunde Missionar Brinkschmidt-Ehringshausen von der Rheinischen Mission über die Missions- arbeit unter den Bataks auf Sumatra. In lebendiger Schilderung zeigte der Redner den Sieg des Evangeliums selbst über solche Heidenstämme, die noch vor nicht allzu langer Zeit der Menschenfresserei huldigten. Mit machtvollen Schritten geht jetzt das Missionswerk auf Sumatra und Nias voran. Die Veranstaltung wurde von Lehrer Ratz eröffnet und mit Gebet geschlossen. Kreis Schotten. * Schotten, 26. April. Die Arbeiten an dem seit längerer Zeit geplanten Ehrenmal für die Gefallenen sind nunmehr in Angriff genommen worden. Man hofft, die Arbeiten bis zum August zum Abschluß zu bringen. Kreis Alsfeld. # Mücke, 26. April. Die Arbeiten an der Straße Mücke — Ruppertenrod — Ermenrod haben bis jetzt einen guten Fortgang genommen. Don Ermenrod bis Abzweig Ober-Ohmen sind sämtliche Kurven und Rauhbahnen soweit fertiggestellt. Gegenwärtig ist ein Tiefbauunternehmen von Hungen damit beschäftigt, die Höhe am Abzweig nach Ober-Ohmen beim Bettelwald zu drük- ken. Der Abhub beträgt an der höchsten Stelle etwa einen Meter. Nach Fertigstellung wird die Gesamtfahrstrecke erheblich ausgeglichener und übersichtlicher sein, da die Höhe gleichzeitig in einer scharfen Kurve liegt, in die noch die Derbindungsstraße nach Ober-Ohmen einmündet. Am Roten Berg bei Ruppertenrod nähert sich die Arbeit gleichfalls ihrem Ende. Die Senkung der Kuppe ist beendet. Die eine Hälfte der Fahrbahn ist fertiggestellt, gegenwärtig wird die andere Hälfte beschottert, so daß auch dieses Einzelprojekt sich seiner Vollendung nähert. Die Arbeiten an der „Bärenbrücke" am Abzweig Ilsdorf sind soweit auch als erledigt anzusehen bis auf kleinere Nacharbeiten. Nun dürfte die größere Arbeit, die Pflasterung der Gesamtstrecke, nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kreis Laukerbach. * Lauterbach, 26. April. Nunmehr wurde auch in unserer Stadt in Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und den hiesigen Elektroinstallateuren eine Elektro-Gemeinschaft gegründet, deren Zweck es ist, die Angelegenheiten der Elektrowirtschaft gemeinschaftlich zu regeln und die Stromabnehmer fachmännisch und kostenlos zü beraten. Man hofft, auf diese Weise durch Er« Höhung des Stromumsatzes eine weitgehende Verbilligung des jetzigen S t r o m t a r i f s erreichen zu können. Wie der „Lauterbacher Anzeiger" hierzu von zuständiger Stelle noch erfährt, hat mit dieser Regelung auch die Frage des Fortbestehens des Lauterbacher Elektrizitätswerks ihre Klärung erfahren. Nach dem genannten Blatte kommt ein Verkauf des Elektrizitätswerks durch die Stadt nicht in Betracht. Preußen. Kreis Wetzlar. * R o d h e i m a. b. 23., 25. April. Die hiesige Turn- und Sportgemeinde unternahm, wie alljährlich, am zweiten Osterfeiertag ihren Ausflug auf den Dünsberg. Die überaus zahlreiche Beteiligung der Mitglieder bekundete, wie beliebt dieser Osterausflug ist. Für die älteren und für die zum Marschieren ungeeigneten Mitglieder hatten Vereinskameraden Wagen und Pferde zur Beförderung bereitgestellt. Unter den Märschen des Spielmannszuges wurde in den frühen Morgenstunden der Ort verlassen und über Fellingshausen nach dem Dünsberg marschiert, wo von der ebensten Seite her der Ausstieg begann. Frohe Wanderlieder hielten dabei die Marschkolonne in gutem Schwung. Bereits um 9 Uhr war der Gipfel des Berges erreicht, wo zunächst die Frühstückspause folgte. Dabei wurde von dem Aussichtsturm aus der herrliche Rundblick auf die engere Heimat genossen, während sich die jüngsten Wanderer bei lustigen Spielen tummelten. Nach etwa eineinhalbstündigem Aufenthalt begann der Abstieg, bei dem unterwegs bei der von dem früheren Turngau Lahn-Dünsberg gepflanzten Jahneiche kurz Halt gemacht wurden Hier brachten die Schüler einen Sprechchor zu Gehör, anschließend hielt der Dereinsführer Hofmann eine kurze Ansprache über die Geschichte und den Sinn der Jahneiche. Dann ging'? durch den herrlichen Wald über Bieber nach Rodheim zurück, das um die Mittagszeit erreicht wurde. 'StadttfteatcT Gießen Samstag, den 4. Mai 1935: Gießener JUlerlei ein heiterer Abend in Wort, Ton, Tanz und noch etwas.....? veranstaltet vom RDR/DFTV., Gießen Mitwirkende: Mitglieder des Stadttheaters, das Stadttheater-Orchester und Gäste Leitung: Paul Nieren und Franz Kerzisnik Kleine Preise: 30 Pfennig bis 1.50 Reichsmark Beginn: 20 Uhr Ende gegen 23 Uhr Die Besucher werden gebeten, sich mit einem Bleistift zu versehen! Vorverkauf: Theaterkasse, Fernruf 2930; Huntemann, Selters weg, Fernruf 3969; Reisebüro. Seltersweg, Fernruf 2396. 2528 D Meinen verehrten Gästen zur Kenntnis, daß ich die Gastwirtschaft 3M An M Gießen, Neuen Baue 5, noch unverändert weiterführe 01795 MZ EMM. ZirBekhM von Ungeziefer und Pilz an Obstbäumen und Sträuchern empfiehlt: Schwefelkalkbrühe Kupferkalk-Wacker Bleiarsenat Borchers Zabulon. Zum Veredeln: la kaltflüssiges 2529A Baumwachs Edel-Raffiabast Wieseck Sonntag, den 28. April TANZ bei Gastwirt Wilh. Dorteid. 01791 Hin# sanier Autogaragen, Lager- und Geräteschuppen, Wellblechbauten für jeden Verwendungszweck Eisenwerk Siegen 6. m. b. H. Marienborn-Siegen, Postf. 95 Vertreter gesucht! igooV «As» Timotbee- liefert lebe Menge M. Möller Produkte Gießen Frankfurter Straße 60 Tel. 3571 Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll folgendes Nutzholz auf dem Wege schriftlichen Augebots verkauft werden. Kiefern-Stämme: Los 1 Klasse la 5 St. 0,85 Fstm. „ 2 „ 1b 45 ,, 12,25 „ „ 3 „ Ib 29 „ 8,89 „ „ 4 Ha 75 „ 35,70 „ „ 5 „ Ila 76 „ 33,29 „ „ 6 „ Ilb 34 „ 25,82 „ „ 7 „ Ilb 17 „ 10,85 „ „ 8 „ lila 5 „ 4,87 „ Fichten-Slämme: Los 9 Klasse la 37 St. 5,52 Fstm. „ 10 „ Ib 41 „ 17,79 „ „11 „ IbU3 „ 33,64 „ „ 12 „ Ib 51 „ 17,61 „ „ 13 „ Ha 93 „ 81,23 „ „ 14 „ Ila 36 „ 29,29 „ „ 15 „ Ila 79 „ 43,38 „ „ 16 „ Ila 19 „ 12,21 „ „ 17 „ Ilb 38 „ 48,86 „ „ 18 „ Ilb 37 „ 48,00 „ „19 „ Ilb 23 „ 29,08 „ „20 „ Ilb 25 „ 23,89 „ „ 21 „ Ilb 10 „ 9,61 „ „ 22 „ Illa 22 „ 31,04 „ „ 23 „ lila 10 „ 16,34 „ „ 24 „ IHb 3 „ 3,42 „ „ 25 „ IVa 1 „ 3,18 „ Das Holz ist ohne Rinde gemessen und zum Teil entrindet. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen in den Losen, bis Montag, den 29. April 1935, nachmittags zwei Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen,wo anschließend die Eröffnung der Angebote erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen, die vor dem Termin bekanntgegeben werden. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen unberücksichtigt bleiben, und wird auf Verlangen von Förster Keil vorgezeigt. Für das geschälte Holz wird vom Verkäufer der Schälerlohn zugerechnet. Die Angebote sind deshalb ohne Schälerlohn abzugeben. 2506D Hess. Bürgermeisterei Beuern Fuhr. Veredelungsmesser Baumsägen Samenhans Heb. Habn Bahnhofstrabe Telephon 3403 Mündlich können ®iee§ nurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Eewinnauszug 1. Klaffe 45. Preußisch-Süddeutsche (271. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1 Ziehungstag 26. April 1935 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne k. über 100 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 TL 188815 2 Gewinne zu 5000 TL 121266 2 Gewinne zu 3000 TL 130717 6 Gewinne zu 2000 M. 98318 137274 262610 16 Gewinne zu 1000 TL 4705 86648 90474 251506 253157 263097 333352 377517 14 Gewinne zu 800 M. 46879 80616 115905 199308 248333 368137 389218 58 Gewinne zu 500 TL 29510 34003 51370 94588 95507 105040 114509 115306 115538 115889 128773 154768 158685 159471 160375 170533 170781 183761 224511 226207 235282 240318 302893 331846 341409 347746 362169 369352 385065 180 Gewinne zu 200 M. 16443 16957 19814 23423 32309 37254 38544 38903 39452 47675 48318 57591 60688 65426 69541 70447 70638 71101 72306 75611 78859 83497 84743 87176 88393 96796 97922 103028 111400 112855 118213 129744 130618 131475 132885 134008 139743 139863 152641 154742 157650 158818 164154 168223 178592 180834 201540 204220 207241 208443 213324 215056 217683 235482 241128 243126 253358 256349 258931 266779 279807 280199 284124 285974 286436 287755 294321 801459 303248 306158 311508 318557 319322 327099 342634 344763 345593 346149 348005 361141 361943 366192 366992 377561 379469 379612 382431, 3897.76 390626 393146 Bekanntmachung. Die Aufnahme der Schulanfänger in die Volksschule findet statt am Dienstag, dem 30. April 1935, und zwar: um 10 Uhr für die Goetheschule, Horst-Wessel-Wall, Schillerschule, Schillerstraße, alle Peslalozzischule, Wernerwall. um 11 Uhr für die 2367V neue Pestalozzischule, In den Eichgärten. Gießen, den 15. April 1935. Stadtschulamt. 3.23.: Nebeling. 85831 89499 89645 91237 93873 99896 3^334 386 082 116557 133861 148382 158128 175591 213016 244861 268277 294420 312005 336941 362143 103096 128854 142571 156915 168911 197007 238490 262216 285626 299633 326771 360327 375432 117453 134169 149807 160211 177499 216787 244983 276756 297564 315281 341074 362682 112450 131849 147379 157651 170558 205279 244764 265207 291484 305377 328635 362023 376510 118082 136516 151893 160399 180777 222764 251676 279647 298158 321210 343483 363496 123138 140666 155224 160942 192684 229109 260084 279653 298661 325176 345290 368574 2 Gewinne zu 100000 TL 257408 2 Gewinne zu 10000 M. 333951 218152 146356 205369 270682 367834 17358 24639 105381 2 Gewinne zu 5000 TL 2 Gewinne zu 3000 TL 6 Gewinne zu 2000 TL 12 Gewinne zu 1000 M. 293765 298175 354169 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 22 Gewinne zu 800 M. 8710 56664 67864 93632 120530 188822 278215 296334 331859 345533 363391 36 Gewinne zu 500 TL 6533 35185 48813 61755 83108 150551 167488 212161 225406 234238 261125 283741 303612 315516 320303- 334340 356959 393968 204 Gewinne zu 200 M. 3835 6663 12931 19213 20952 21105 30389 36957 38228 42478 47290 50111 53332 56626 69868 71886 80557 82644 HAUS DER GUTEN Wollmousseline 70—80 cm breit Meter 2.10 1.95 1.65 1.10 Kunsiseiden-Maroc in schönen Druckmustern, 70 cm breit Meter 2.40 2.00 1.85 Jt Indanthren-Stoffe bedruckt und gestreift Meter 95 85 78 H Mattkrepp uni, gute Qualität, in schönen Farben, 95 cm breit Meter 1.90 J6 Zum Frühjahr in den neuesten Waschkunstseide bedruckt, für das leichte Sommerkleid Meter 80 70 65 H Ausmusterungen Kunstseiden-Maroc in bedruckt, 95 cm breit Meter 3.25 2.70 2.00 Jt Waschschotten für das Sport- und Dirndlkleid Meter 115 72 62 H Wollstoffe modisch gemustert, für Jackenkl. u. Complets, 140 cm breit Meter 6.90 6.30 5.95 4.60 Mantel- u. Kostümstoffe 140 cm breit Meter 5.50 4.35 3.95 3.75 jc Kunstseiden-Leinen bedruckt und uni Meter 128 110 95 80 § Gießen, Marktstraße 4-8 2487 A IUALITÄTEN Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Berufsschule am Montag, dem 29. April 1935. Die Anmeldung der in die Berufsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar: a) für die Gewerbliche Berufsschule und die INäd- chenberufsschule in dem Schulhaus in der Kirchstraße, b) für die Kaufmännische Berufsschule in der Allen Klinik, Liebigstraße. Berufsschulpflicht^ werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die an Ostern 1935 aus der Volksschule entlassen worden, sowie diejenigen, die aus höheren Schulen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten sind. 2368D Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß alle in Gießen in der Lehre oder in Beschäftigung stehenden Berufsfchulpflichtigen, ohne Rücksicht auf ihren Wohnort, zum Besuche der Schule in Gießen verpflichtet sind. Für Schulpflichtige, die in ein Lehrverhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon, ob sie zunächst eine Probedienstzeit durchlaufen oder nicht. Im übrigen beginnt der Unterricht für diejenigen Berufsschüler, die nicht in die Berufsschule neu eintreten, erst am Dienstag, dem 30. April 1935. Gießen, den 15. April 1935. _______Stadtschulamt. I. V.: Ne b eli n g.________ Bekanntmachung. Dienstag, den 30. April 1935, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von %8 bis Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 27. April 1935. 2501C Bürgermeisterei Gießen. ______I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister.______ i \MC D D C DRUCKSACHEN t VV WIX D CBrühi'sche Druckerei Bekanntmachung. Betr.: Wochenmarkt. Die Wochenmärkte beginnen von Donnerstag, dem 2. 2Uai 1935, ab vormittags um 7 Ahr und enden um 13 Uhr. 25020 Gießen, den 27. April 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 6. 2Hai 1935 einschließlich gemahnt: 25150 6. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Prooinzialumlagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1934 und die inzwischen nachträglich veranlagten Beträge, 1. Rate Hundesteuer 1935, Handwerkskammerbeitrag für 1934, 3. und 4. Rate. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Für das 6. Ziel Steuer wird außerdem der ab 6. d. M. zu zahlende Säumniszuschlag erhoben. Gießen, den 25. April 1935. ________________Stadtkasse Hießen. Beschlich. Das durch Beschluß vom 14?^lugust 1934 eröffnete Entschuldungsverfahren über \ den landwirtschaftlichen Betrieb des Ludwig Döp^ und dessen Ehefrau Luise, geb. Körber, verwitwet gewesene Arnold, zu Alten-Buseck wird wieder aufgehoben. 25130 Gießen, den 19. Januar 1935. __Das Amtsgericht._________________ Beschluß. Das durch Beschluß vom 21.1 März 1934 bzw. durch Beschluß vom 20. Februar 1934 über den landwirtschaftlichen Betrieb der Eheleute heinrick Philipp Wolf zu Treis a. d. Lda- eröffnete Entschuldungsverfahren wird wieder aufgehoben. 2514D Gießen, den 23. Februar 1935. Das Amtsgericht. 9JL-^fpoit 1900: Nationale leichtathletische Wettkämpfe 1935. Am Sonntag, IS. Mal. Mit der Durchführung einer nationalen Bahnveranstaltung bleibt die Spielvereinigung 1900 Gießen auch in diesem Jahre ihrer Tradition treu. Die Wettkämpsr finden am Sonntag, 19. Mai, statt. Man hofft, daß sie auch im Jahre des 35jährigen Jubiläums des Vereins wieder ein sportliches Ereignis ersten Ranges bilden werden. Die Ausschreibung sieht drei Klassen vor: eine Klasse I, welche die gebräuchlichsten Hebungen des olympischen Programms enthält, eine Klasse II, in der sich jüngere Kräfte bzw. noch nicht sehr weit Fort- aeschrittene betätigen können, und schließlich eine Klasse für Landvereine und Vereinslose. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Sportfreunde Frankfurt. kommt im Gau Nordhessen die letzte Zwischenrunde um den Dereinspokal des Deutschen Fuhballbundes zum Austrag. In der Gruppe Gießen stehen Dillenburg und Frohnhausen (Dill) gegenüber, während die Spielvereinigung 1900 das Freilos gezogen hat und im nächsten Gang mit der Gauliga Nordhessens gepaart wird. Interessante Begegnungen stehen den Blauweißen deshalb bevor. Um die Elf auf diese Großkämpfe vorzubereiten, hat der Spielausschuß für den kommenden Sonntag wieder einen namhaften Gegner nach hier verpflichtet, der im Frankfurter Sportleben einen guten Ruf genießt. Die „Sportfreunde" Frankfurt gehörten bis zur Neueinteilung im Deutschen Fußballbund 1933/34 dessen oberster Spielklasse an, kamen aber dann, infolge deren Reduzierung in die Bezirksklasse, in der sie eine führende Stellung einnehmen. Unter den alten Könnern dieser Elf ragen hervor Cäsar und Krott (früher Fußballsportoerein Frankfurt a. M.). Von den Jungen seien Großer und der Mittelläufer Dietsch an erster Stelle genannt. Die Gießener müssen nun leider in dieser Begegnung auf den Verteidiger Lippert verzichten, der als Ersatzmann mit der deutschen Nationalelf nach Brüssel reist. Man hat deshalb folgende Aufstellung gewählt: Schmidt; Zetter, Kaps; Mank, Mettmann, Hembach; Wilhelm!, Hammer, Birken- bihl, Schmelz, Horz. Die Hintermannschaft ist solid, man hofft, daß sie ihren Mann stellen wird. Den Angriff hält man in dieser Aufstellung wesentlich verstärkt, vor allem wird er schneller in seinen Handlungen und schußkräftiger sein. 1900 II — Turnverein 1846 Gießen komb. Die erste Begegnung zwischen beiden Vereinen im Fußball! Von der Turnermannschaft hat man bis jetzt nur gutes gehört. Die Waffen sind ziemlich gleichmäßig verteilt. Die Mannschaft des Turnvereins ist eine reine Soldatenelf. Ein wohldifzi-. plinitrtes Spiel sollte deshalb zu Stande kommen. Hanau 93 Jungliga — 1900 I. Jugend. Die Gießener wollen den Hanauern für die im Vorspiel in Gießen kürzlich erlittene 3:1-Niederlage Revanche geben und das sollte den Gastgebern zu Hause vor großem Publikum auch gelingen. Das Spiel findet vor dem Treffen um die Deutsche Meisterschaft Hanau 93 — 1. SpV. Jena in Hanau statt. VfB.-Neichsbahn Gießen. Friedberg-Fauerbach auf dem Waldsportplah. Zum Rückspiel treten die Fauerbacher in Gießen an. In diesem Spiele haben die Hiesiaen zu beweisen, daß die Niederlage des Vorspiels in erster Linie auf die damals gegebenen Platzverhältnisse zurückzuführen ist. Die Gäste haben sich von ihrer Verbandsspielkrise wieder vollkommen erholt und stellen eine Mannschaft von beachtlicher Spielstärke ins Feld. Körperlich haben die Gäste gegenüber den Hiesigen ein Plus zu verzeichnen. Vor einer guten Hintermannschaft steht ein Sturm, der sich nicht in nutzlosen Tändeleien verliert, sondern dessen Spielweise auf Erfolg eingestellt ist. Die Gießener, die in diesem Spiele sich auf ihre bewährte Mannschaft stützen, dürsten im Sturme durch die Einstellung von Sczponick eine wesentliche Verstärkung erfahren. Dem neuen Manne, der schon mehrmals in der Dortmunder Stadtmannschaft erfolgreich mitwirkte, sollte es gelingen, die Durchschlagskraft des Gießener Sturmes zu erhöhen. VfB.-Reichsbahn II b — Werdorf I. Die erste Mannschaft von Werdorf dürfte in Gießen gegen die Grün-Weißen zu keinem Erfolge kommen. Die Stärke der Gießener Mannschaft liegt in ihrer Gleichmäßigkeit und im nötigen Erfolgswillen. Ein schöner Kamps ist zu erwarten. VfB.-Reichsbahn 2. Jugend — Werdorf 1. Jugend. Die zweite Jugend hat sich mit diesem Spiel au viel vorgenommen. Ein Erfolg des Gastgebers würoe eine Heberraschung bedeuten, zumal die 1. Jugend der Hiesigen in Werdorf nur einen knappen Sieg erringen konnte. , FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Ober-Widdersheim I. Für kommenden Sonntag hat sich die erste Mannschaft der Teutonen die gleiche Mannschaft des Turn- und Sportvereins Ober - Widdersheim auf eigenen Platz verpflichtet. Ober-Widdersheim hat bis dahin noch nie in Watzenborn-Steinberg gastiert. Man ist daher auch nicht über ihre Spielweise und -stärke genau orientiert. Die Gästemannschaft konnte aber in ihren beiden Osterspielen gegen spielstarke Gegner eindrucksvolle Siege erringen. Am Ostersonntag wurde Hanau 60/94 mit 3:2 Toren und am 2. Dfterfeiertag „Olympia" Frankfurt a. M. sogar mit 5:2 Toren überfahren. Diese Resultate dürften annehmliches Können der Gästemannschaft verraten. Die Einheimischen haben allen Grund, eine spielstarke Mannschaft ins Feld zu stellen und das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Kreisklaffenspiele des Sonntags. A u f ft i e g f p i e l e: Tgde. Wetzlar — Langenaubach (Küster, Berghausen); Heuchelheim — Albs- ha^en (Miller, Wetzlar). Gesellschaftsspiele: Kinzenbach — 2ll- lendvrs (Post, Wieseck); Frankenbach — Erda (Sack, Heuchelheim); Fellingshausen — Steinback) (Offenbacher, Gießen); Wißmar — Garbenteich (Seitz, Heuchelheim); VfB. 2. B — Werdorf komb. (Wißemann, Lollar); Krofdorf — Spfr. Wetzlar (Schneider, Gießen); 1900 2. — Tv. 1846 Gießen (Rüspeler, Gießen); Gr.-Linden — Altenbuseck (Zitzer, Gießen); Daubringen — Geilshausen (Bücher, Gießen); VfB. Jugend — Werdorf Ingen (Hofmann, Wieseck). Der Meister der 1. Kreisklasse Gruppe Dill stellt sich am Sonntag in Wetzlar-Niedergirmes vor. Man zweifelt nicht an einen Sieg der Wetzlarer. Heuchelheim erwartet Albshausen. Das Programm der Gesellschaftsspiele ist gut. Kinzenbach hat Allendorf zu Gast, ein offenes Spiel ist zu erwarten. Frankenbach spielt gegen den Lokalpartner Erda. Man hält Erda für besser. Steinbach reift nach Fellingshausen, wo ein spannendes Spiel zu erwarten ist. Wißmar — Garbeiteich: Hier treffen zwei gleichwertige Mannschaften zusammen. Garbenteich hat die größere Erfahrung und sollte gewinnen. Spfr. Wetzlar fährt nach Krofdorf und wird sicherer Sieger wer- oen. Altenbuseck reift zum Rückspiel nach Großen- Linden und dürste den Vorsieg kaum wiederholen können. Saubringen und Geilshausen heißt die nächste Begegnung, beide Mannschaften sind neu ausgestellt. Ein Unentschieden dürste zu erwarten sein. Sportverein 1920 Heuchelheim Aufstiegspiel Heuchelheim I — Albshausen I. Nachdem Albshausen s. Zt. nicht angetreten war, wurde das Aufstiegspiel in Heuchelheim noch einmal angesetzt. Der Kamps steigt morgen. Die Einheimischen müssen auch diesmal wieder mit Ersatz antreten. Trotzdem sollten die Gäste um eine Niederlage nicht herumkommen, da die Heuchelheimer bei den letzten Spielen sehr gute Leistungen zeigten. Wenn Heuchelheim die bei den letzten Treffen aufgebrachte Energie beibehält und mit etwas Glück kämpft, dürfte der Ausstieg in die Bezirksklasse Tatsache werden. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Zu einem Gesellschaftsspiel weilt am morgigen Sonntag die erste Mannschaft des Tv. Allendorf- Lahn in Kinzenbach zu Gast. Die Gästemannschast hat es in ihrer Gruppe der II. Kreisklasse, zusammen mit Steinbach, soweit gebracht, daß sie bei Beginn der nächsten Verbandsserie in der I. Kreis- klasse spielen kann. Die Mannschaft besitzt vor allem gutes technisches Können und hat schon einige Male mit den Einheimischen mit wechselndem Erfolg die Klingen gekreuzt. Man erwartet auch diesmal einen anregenden Kampf. Vor diesem Spiel treffen sich die Jugendmannschaften der beiden Vereine. Auch hier ist mit einem knappen Ergebnis zu rechnen, das auf Grund des Platzvorteiles zugunsten der Einheimischen lauten durfte. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — Alten-Buseck I. Großen-Linden empfängt am morgigen Sonntag Alten-Buseck zum fälligen Rückspiel. Das Vorspiel konnte Alten-Buseck für sich überlegen gewinnen. Der Gastgeber muß im bevorstehenden Kampf sehr aus sich herausgehen, wenn er ehrenvoll abschneiden will. Vorher spielen die Jugendmannschaften beider Vereine. HandballimKreisLahn-Dill(GauXU) Die Aufstiegsspiele der 2. Kreisklasse nehmen am kommenden Sonntag mit folgenden Spielen ihren Fortgang: TV. Katzenfurt— TV. Burg-Gemünden. MTV. G i e ß e n II — TV. H e r b o r n. TV. Dorlar — TV. Garbenheim. Diese Paarungen versprechen interessante Spiele. Burg-Gemünden hat sich wider Erwarten glänzend gehalten und steht ohne Verlustpunkte relativ am besten in der Gesamtwertung. Die Mannschaft, die auch das Spiel in Katzenfurt gewinnen sollte, dürste im Endkampf noch ein Wort mitsprechen. Offen ist das Spiel in Gießen. Wenn die Gießener Turner den Anschluß an die Spitze nicht verpassen wollen, wird es allmählich Zeit, aus sich herauszugehen. Das Spiel am Sonntag dürfte ihnen den 1. Sieg bringen. Vollständig offen ist das Treffen in Dorlar. Garbenheim hat es fertig gebracht, den sieggewohnten Gastgebern am vergangenen Sonntag zwei Punkte abzunehmen. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses ist kaum anzunehmen. Freundschaftsspiele. TV. Allendorf (Lahn) I — TV. Wißmar I. Die Platzbesitzer treten erstmalig mit ihrer alten Mannschaft an und sollten unter diesen Umständen, wenn ihnen auch das Training fehlt, einen starken Gegner abgeben. TV. Dutenhofen — TV. Dornholzhau- s e n. Die Einheimischen werden auf der Hut sein müssen, wenn sie das Ergebnis des Vorspiels revidieren wollen. Der eigene Platz und eine komplette Mannschaft dürften ihnen vielleicht dazu verhelfen. TV. Hochelheim — TV. Münchholzhausen. Dieses Spiel wird Hochelheim sicher gewinnen, zumal die Gäste, wie verlautet, mit Ersatz antreten müssen. TV. Holzheim — TV. G a m b a ch. Die Holzheimer sollten bei etwas Glück und bei einer einigermaßen guten Mannschaftsleistung dieses Spiel für sich entscheiden können. TV. Hausen — TV. A tz b a ch. Nach dem Ausgang des Vorspiels zu urteilen, wird Haufen auf eigenem Platz zu einem Sieg kommen. TV. Roth — TV. Lollar. Lollar ist in Roth zu Gast und wird um eine Niederlage kaum her- umfommen. Kreismeisterschaft der Jugendklasse. Wlv. Gießen Jgd. — Wehlar-Riedergirmes Jgd. Auf dem Platz des Tv. Allendorf a. d. Lahn kommt das schon verschiedentlich angesetzte Spiel um die Kreismeisterschaft am kommenden Sonntag zum Austrag. Bei der Spielstärke der beiden Mannschaften und bei den in den Vorspielen gezeigten Leistungen wird es einen interessanten Kampf geben, bei dem der Sieger bleiben wird, der das größere Stehvermögen sein eigen nennt. Beide Mannschaften werden natürlich alles hergeben um Kreisjugendmeister zu werden. Der Ausgang ist vollkommen offen. Mannfchastsgerätekampfin Gr.-Linden. Lollar — Wieseck — Großen-Linden. Am Sonntag, 5. Mai, findet in Großen-Linden ein Mannschafts - Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Lollar, Wieseck und Großen- Linden statt. Alle drei Vereine verfügen über ausgezeichnete Geräteturner. Es befinden sich unter ihnen Turner, die in ihren Leistungen zu den Besten des Gaues Nordhessen gehören. Turnkreis Wetterau-Dogelsberg. Die volkstümlichen Wettkämpfe beim Kreisturnfest. Für das 1. Kreisturnfest des neuen Turnkreises We11erau - Vogelsberg (im Gau Nordhessen), das am 6. und 7. Juli d. I. auf dem neuen Sport- und Festplatz in Bad-Nauheim zur Durchführung kommt, sind nun auch die volkstüm - liehen Wettkämpfe ausgeschrieben worden. Sie bestehen für die Turner-Oberstufe, Turner-Unterstufe, Jugendturner A (16 und 17 Jahre) und Jugendturner B (14 und 15 Jahre) in entsprechender Leistunasabstufung aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung mit Anlauf, Kugelstoßen (7‘A kg für Turner, 5 kg für Jugendturner). Die Altersturner bestreiten in den Klassen A (30 bis 40 Jahre) und B (über 40 Jahre) einen Dreikampf, bestehend aus 75-Meter- Lauf, Weitsprung aus dem Stand und Steinstoßen mit Naturstein aus dem Stand. Der Dreikampf der Turnerinnen setzt sich in Klasse A (über 18 Jahre) aus 100-Meter-Lauf, Hochspruna mit Anlauf und Kugelstoßen (73/4 Pfund), in Klasse B (bis 18 Jahre einschließlich) aus 75-Meter-Lauf, Hochsprung mit Anlauf und Vollballweitwurf zusammen. An volkstümlichen Sonderkämpfen sind ausgeschrieben: 4 mal 100-Meter-Staffel für Turner, 4 mal 100-Meter-Staffel für Turnerinnen, Mannschaftssteinstoßen für Altersturner und Mannschaftstauziehen für Altersturner. Die Wettkämpfe für Altersturner sind auch offen für SA.-Reserve. Belgiens Fußballführer zum Länderspiel. Aus Anlaß des Länderspiels Deutschland gegen Belgien am morgigen Sonntag'in Brüssel hat der Präsident des Belgischen Fußballverbandes Seel- drayers folgende Zeilen zur Verfügung gestellt: „Die deutschen Fußballspieler genießen in Belgien einen außerordentlichen Ruf. Die westdeutschen Mannschaften haben sowohl in Belgien wie in Köln aufsehenerregende Siege über die „Diables Rouges" errungen, und die Niederlage von Duisburg, wo die deutsche Nationalmannschaft die belgische Nationalmannschaft einfach überrannt hat, wird noch lange im Gedächtnis der belgischen Sportsleute haften bleiben. Glücklicherweise hat uns die gute Haltung der belgischen Mannschaft in der ersten Halbzeit des Spiels gegen die deutsche Mannschaft in der Weltmeisterschaft wieder einigermaßen getröstet. Aber mehr noch als durch die erzielten Resultate, haben die deuttchen Spieler sich die Bewunderung der belgischen Sportsleute errungen durch ihre beachtliche körperliche Verfassung, ihr spielerisches Können und ihre sportliche Fairneß. In allen diesen Begegnungen hat das vollendetste „fair play" vorgeherrscht. So werden die deutschen Fußballspieler auch in Brüssel ein Publikum antreffen, das bereit ist, ihren Taten Beifall zu zollen. Wir wissen, daß wir am Sonntag gegen eine der stärksten, wenn nicht — in ihrer augenblicklichen Form — d i e stärkste Mannschaft des Kontinents spielen werden. Andererseits ist unsere Mannschaft nicht mehr das, was sie im letzten Jahre war. Dank einer sorgfältigen und systematischen Vorbereitung ist sie in besserer Verfassung als in den vorhergehenden Jahren. Die Spiele gegen die guten Mannschaften von Holland und Frankreich sind ein Beweis für ihrs Fortschritte. Auf dem Papier ist sie mit der deutschen Mannschaft nicht zu vergleichen, aber auf dem Rasen besitzt sie den Glauben, LPD. F r a n k f u r t a. M., 26. April. Der Reichs- sportführer von Tschammer und Osten eröffnete heute vormittag die im Anschluß an den Kynologischen Weltkongreß in den Tagen vom 26. bis 28. April stattfindende Erste Welthunde- a u s st e 11 u n g auf dem Ausstellungsgelände. Mit nahezu 3500 Hunden kann diese Ausstellung als die umfassendste Schau dieser Art bezeichnet werden. Nach einem einleitenden Musikstück, gespielt von der Kavelle der Landespolizei, hielt der Präsident der Federation Cynologique Internationale, Glöckner (Deisenhofen bei München), eine Begrüßungsansprache in der Hauptsache an die zahlreichen ausländischen Züchter, die aus 18 verschiedenen Nationen nach Frankfurt gekommen sind, nicht zuletzt angelockt durch die außerordentlich große Zahl der ausgeschriebenen wertvollen Preise. Er dankte dann dem Reichsminister Dr. Frick und dem Reichs- sportsührer von Tschammer und Osten für das Interesse, das sie an der Ausstellung genommen haben, sowie dem Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Dr. Krebs für die Gastfreundschaft und das Entgegenkommen. Sodann eröffnete der Reichssportführer die Ausstellung, zugleich im Namen des Reichsinnenministers, als des Schirmherrn derselben. Er führte dabei u. a. aus, daß diese Ausstellung wieder einmal der beste Beweis dafür sei, daß eine friedliche Zusammenarbeit der Völker überall möglich ist, wenn die Parteien sich als freie Bürger die Hand geben. Der Hund sei deshalb der wirkliche Gefährte des Menschen geworden, weil er sieb durch seine Anstelligkeit und Treue dazu als roüroig erwiesen habe. Auch der Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, sei ein großer Hundefreund, der in feinen Mußestunden deutsche Schäferhunde züchte. Und soeben sei aus Berlin von der Reichskanzlei des Führers noch die Nachricht eingetroffen, daß der Führer für den absolut besten Hund der Ausstellung einen Preis gestiftet habe. Nachdem der 3. Kynologifche Weltkongreß gestern nach großen Erfolgen seinen Abschluß gefunden habe, könne man mit vollem Recht erwarten, daß auch die Hundeausstellung, die er hiermit die Ehre habe zu eröffnen, einen guten Verlauf nehme. An die offizielle Eröffnung schloß sich ein Rund- gang durch die Ausstellung an, der einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. In ihren sauber hergerichteten Boxen liegen die prachtvollen und wert- ber Berge versetzt. Dieses Wunder wünschen wir uns, aber mir wünschen vor allem, daß der Bessere gewinnen möge. Ich übermittle unseren Gegnern den herzlichen Gruß der Union Royale Beige de Football. gez. R. W. S e e l d r a y e r s." Deutschlands Meldung zum „preis der Nationen" in Nizza. Für den Preis der Nationen, der am heutigen Samstag beim Internationalen Reitturnier in Nizza abgewickelt wird, hat Deutschland folgende Mannschaft gemeldet: Dblt. Brandt auf Tora, Oblt. K. Hasse auf Olaf, Dblt. Schlickum auf Wange und Rittm. M o m m auf Baccarat oder Bianca. Am Freitag wurde in Nizza der „Preis der Kavallcrieschule Hannover" ausgetragen. Sieger wurde Capt. Aherne (Irland) auf Blarney Castle mit 8 Fehlern und 45 Sekunden vor Oberleutnant Sch 1 ickum (Deutschland) auf Dedo (8 Fehler, 46,4 Sekunden). Von 77 Pferden kamen nur fünf fehlerlos über den schweren Kurs. Die Rangfolge wurde dann zwischen diesen fünf Pferden im Stechen entschieden. Oie Nuderer im Jahre 1935. Der Terminkalender der deutschen Ruderer mußte aus verschiedenen Gründen geändert werden, und das Bild der deutschen Ruderregatten hat ein anderes Aussehen dadurch bekommen. Die acht Hauptregatten, die Starts der deutschen Ruderer im Auslande und die Europa-Meisterschaften in Berlin werden die härtesten Prüfungen im vorolympischen Jahr sein. Die wichtigsten Veranstaltungen: Mai: 26. Saarbrücken. Juni: 2. Köln, Karlsruhe; 9. Trier; 16. Berlin - Grünau, Stuttgart, Kassel, Bad Ems, Offenbach; 23. Hengsteysee, Hanau, Konstanz, Passau; 30. Leipzig, Mannheim, Koblenz, Limburg, Bamberg. Juli: 7. Hamburg, Heilbronn, Gießen, Würzburg; 14. Frankfurt a. M.; 21. Mainz; 28. Essen (Meisterschaftsregatta), Heidelberg. August: 16. bis 18: Europa-Meisterschaften in Grünau. Auch Island kommt 1936 nach Berlin. Die Olympische Idee macht auf ihrem Siegeszug durch die Welt auch vor dem hohen Norden nicht halt, Island hat vor kurzem ein Olympisches Komitee gebildet und dieses vomJnternationalenOlympi- schenKomitee anerkennen lassen, um an denSpielen der XI. Osympiade Berlin 1936 teilnehmen zu können. Das neue Komitee hat die daraufhin ergangene deutsche Einladung angenommen und mitgeteilt, daß es nicht für einige Wettbewerbe eine Vertretung zu entsenden, sondern auch eine Besuchsreise von etwa -100 Köpfen auf die Beine zu bringen hoffe. Island was bisher an den Olympischen Spielen von London 1908 und Stockholm 1912 beteiligt und hat dort seinen Nationalsport „Glima" vorgeführt, ein auf altgermanischer Tradition beruhendes Ringen, das wohl am ehesten dem Schweizer „Schwingen" verglichen werden kann. Die Kämpfer tragen dazu eine Art Ledergeschirr um Hüfte und Oberschenkel, an denen sie sich fest fassen können. Das kalte Klima des Jnfellandes und der harte Kampf des nur etwa 100 000 Kopfe zählenden isländischen Volkes um sein tägliches Brot lassen natürlich die Bedingungen für die Pflege de* verschiedenen modernen Sportarten nicht sonderlich günstig erscheinen; jedoch sind in den letzten Jahren die warmen vulkanischen Quellen immer mehr zur Anlage von Schwimmbädern ausgenutzt worden, und auch der Wintersport ist mehr und mehr in Aufnahme gekommen, so daß man wohl von einem allgemeinen Wiedererwachen jener Sportfreude in Island sprechen kann, die auch in der isländischen Dichtung des frühen Mittelalters lebt. Unter jenen kühnen Wikingerfamilien galt am meisten, wer zugleich ein versgewandter Dichter und Athlet war, Meister des Speeres und des Wurfsteins, Ringer und Bogenschütze. vollen Tiere aller Rassen und harren des Schiedsspruchs, der über ihre Klassifizierung entscheiden soll. Das Ausland ist sehr stark und wohlgerüstet vertreten, besonders fallen französische Bulldoggen auf und englische Greyhounds, denen man die edle Abstammung auf den ersten Blick ansieht. Einen ausgezeichneten Eindruck macht auch eine große Gruppe Weimarer Vorstehhunde. Der Besuch setzte gleich nach der Eröffnung sehr stark ein und bewies das allgemeine Interesse, das den Hunden aus allen Schichten des Volkes entgegengebracht wird. Krankenhausneubau des Alice-Frauenvereins in Darmstadt. LPD.D ar mst ad t, 26. April. In Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste fand die Grundsteinlegung des neuen modernen Krankenhauses des Hessischen A l i c e - F r a nenne r e i n s in der Dieburger Straße statt. Der Neubau wird eine Länge von 62 Meter bei 1075 Quadratmeter umbauter Fläche einnehmen. Die Krankenzimmer liegen alle nach Süden, nach dem Garten zu, mit anschließender Liegeterrasse in jedem Stockwerk. Insgesamt können bis zu 100 Kranke Aufnahme finden, die von ihren Aerzten behandelt werden können. Gleichzeitig wird das neue Krankenhaus als Ausbildungsstätte der Schwestern des Alice-Frauenvereins dienen. Die Neubaukosten sind auf 750 000 Mark veranschlagt. Umrahmt von den Fahnen des Dritten Reiches und des Roten Kreuzes hatten die Gäste um den Grundstein Aufstellung genommen. Nach einem Chor der Schwestern hielt Pfarrer Vogel die Ansprache, die mit Gebet und Segen schloß. Der geschäftsführende stellvertretende Landesvorsitzende, Ministerialrat Kratz, gab dann einen Rückblick auf die Geschichte des Alice-Frauen- öereins und des Alice-Hospitals. Am Geburtstag der Gründerin des Hessischen Alice-Frauenvereins, der verewigten Großherzogin Alice, erfolge die Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses. Nach der Einmauerung der Urkunden folgten drei Hammerschläge durch den ehemaligen Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, die ehemalige Großherzogin Eleonore, durch Ministerialrat Ära tz, Bürgermeister Haug und Vertreter der Aerzteschast, des Roten Kreuzes, der Schwesternschaft und der Arbeiterschaft. Die Feier schloß mit dem Chor „Lobe den Herrn". Erste Welthundeausstellung in Frankfurt. H6 teilen, uto.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Der offene Spott in Freds Zügen verwandelte sich in Verblüffung, dann lachte er kurz auf. „Nanu? Woher kommt dieser plötzliche Arbeitswille?" „Ich habe wohl das Recht, in dem Geschäft meines Vaters zu arbeiten." „Das Recht haben Sie allerdings, nur muß ich Sie als Mitarbeiter leider ablehnen. Ich würde eine rührige und tüchtige Kraft begrüßen, aber auf einen Mitarbeiter, dem die einfachsten Regeln der Geschäftsführung nicht bekannt sind, muß ich verzichten." „Ich werde lernen, werde mich einarbeiten." Nun wurden seine Züge sehr ernst, mit größter Eindringlichkeit antwortete er: „Mein Fräulein, wenn diese Forderung wirklich Ihr Ernst ist — dann muß ich augenblicklich meinen Austritt erklären. Ich scheue keine Arbeit, keine Mühe, übernehme Sorgen, die ich nicht nötig hätte, mir aufzubürden. Ich kann mich nicht noch mit einer Mitarbeiterin behängen, die noch nicht einmal weiß, was ihr Hausstand kostet. Ich verlange vollstes Vertrauen! Ich kann eine schon halbwegs verfahrene Karre nicht wieder ins richtige Gleis bringen, wenn ich von einer Seite auf Widerstand stoße, die eigentlich am meisten daran interessiert sein dürfte, das Geschäft wieder in Gang gebracht zu sehen." „Aber ich will ja mithelfen, ich will ja arbeiten." „Vorläufig dürfte Ihre Arbeit im Aufhalten bestehen. Besuchen Sie meinetwegen die Handelsschule, lernen Sie Schreibmaschine und Stenographie — und kommen Sie dann wieder." Liane fühlte, wie die alte Erregung sich ihrer wieder bemächtigte. „Aber ich bestehe auf meinem Recht." „Wie Sie wünschen", sagte Fred kühl und wandte sich seinem Schreibtisch zu. „Ich werde nicht einen Augenblick zögern, Ihnen meinen Platz zu räumen." Ernst trat auf Liane zu und schob sie ganz einfach zur Tür hinaus. „Warum haben Sie nicht zu mir gesprochen?" sagte er, die Tür hinter sich schließend. „Gehen Sie heim, pflegen Sie sich, überschlafen Sie noch einmal Ihren Entschluß! Mein Freund spricht schroffer, als er ist. Das Vertrauen Ihres Herrn Vaters sollten Sie aber doch ehren." Lianes Kopf senkte sich tief, Tränen würgten in ihrer Kehle. „Ich vertraue ihm ja", sagte sie leise. Seine Hand umfaßte mit leichtem Druck die ihre. „Halten Sie getrost daran fest." — Als er zurückkam, hatte Fred schon seinen Platz eingenommen. „Was ist zu berichten?^ „Nichts von Bedeutung, abef. „Was aber?" „Du solltest nicht so schroff mit chr umgehen, sie sieht erbärmlich aus." „Mit wem? Ach, du meinst das Fräulein?" Er zuckte die Achseln. „Du weißt, wie wenig ich für solche Luxusgeschöpfe übrig habe. Was kann sie mehr verlangen, als daß ich sie vor Not schütze? Soll ich sie mir vor die Nase setzen und zuseben, wie sie langsam und sicher alles zugrunde richtet?" „Natürlich nicht, sie wird auch nicht im Ernst auf ihren Entschluß bestehen, aber sie bangt natürlich um ihre Existenz. Du wirst auch heute mittag nicht allzu sanft mit ihr umgegangen sein." „Nein, aber mein Vorgehen hat geholfen. Sie hat endlich wieder den Weg aus ihrem Zimmer gefunden." „Fred, sie hat viel verloren." „Sie ist in jeder Beziehung verwöhnt, das ist alles. Hinter keiner ihrer Handlungen steckt ein Wille, ein Ernst. Sie zittert davor, Opfer bringen zu müssen, und würde ruhig zusehen, wie ich dein und mein Geld aufs Spiel setze. Nach meiner Ansicht steht sie einzig da unter all den Mädchen von heute." „Sollte ihr Vater durch sie einer anderen das Brot wegnehmen?" „Nein, aber er brauchte sie darum nicht zur Tändelei zu erziehen." „Fred, du kennst sie noch nicht." „Kennst du sie besser?" „Nein, aber..." „Lehre du mich die Frauen kennen! Du hast noch keiner nähergestanden." „Da magst du recht haben, Fred", antwortete der Freund leise, setzte sich auf seinen Platz, nahm die Briefe vor und fügte mehr zu sich selbst als zu den andern hinzu: „Ich kenne sie nicht, und trotzdem glaub' ich an sie." * Liane lag wochenlang krank, Fieberschauer erschütterten den zarten Körper. Furchtbare Kopfschmerzen wechselten ab mit bleierner Müdigkeit in allen Gliedern. Tagelang lag sie apathisch da. Als sie genas, hatte der Frühling längst seinen Einzug gehalten. Frau Widemann wartete nur, bis die Nichte reisefähig war, dann nahm sie sie mit in den Schwarzwald. In den Wäldern des Schwarzwalds erholte sich Liane sehr bald. Die völlig fremde Umgebung, die fremden Menschen, die die sehr rührige, immer beschäftigte Frau Widemann nun einmal brauchte, taten Liane wohl. Als sie nach einigen Wochen ihren Aufenthaltsort mit dem Bodensee vertauschten, ließ sich Liane Bergschuhe und Tennisschläger nachsenden, beteiligte sich an Ausflügen, übersah gutmütig der Tante Absicht, sie unter die Haube zu bringen, verstand sich besser denn je mit dem Onkel, der während der Gerichtsferien auch an den Bodensee gekommen war. Ende August kam sie heim, braungebrannt, gestählt an Geist und Körper, bereit, ihr bisheriges Leben wieder aufzunehmen und sich zugleich nach einer Beschäftigung umzusehen, die ihrem Geschmack und ihren Fähigkeiten entsprochen hätte. Zu Hause fand sie weniger denn je Arbeit. Frau Keppler besorgte zwar noch genau so unfroh wie vorher den Haushalt, kam aber mit dem von Fred überwiesenen Geld sehr gut zurecht. An Talenten fehlte es Liane vollkommen, irgendwelche Neigungen hatte sie nicht — und so war sie immer noch nicht zu einem Entschluß gekommen, als sie auf einem Besorgungsgang ein entzückendes, laubfroschfarbenes Kabriolett stehen sah, von dem sie von da an mit offenen wie mit geschlossenen Augen träumte. Schließlich ließ es ihr keine Ruhe mehr, sie verwarf alle Bedenken. Der Vater, der ihr das Chauffierenlernen nicht erlaubt hatte, war tot, das Geschäft arbeitete, wie sie aus den monatlichen Berichten sah, ohne Verlust, und sie war ja die ganze Zeit über so sparsam gewesen. Liane kaufte das Auto und ließ, ohne zu zögern, die Rechnung an die Firma Scholz schicken. Die Rechnung traf Fred in guter Stimmung. Es ging wieder vorwärts mit der Firma Scholz; alle Verbindungen, die er angeknüpft hatte, alle Einrichtungen, die er getroffen, zeigten sich zum Vorteil für das Geschäft. Die Angestellten hatten längst seine Tüchtigkeit erkannt, Arbeiter hatte er wieder einstellen können, und das Weihnachtsgeschäft setzte früh und zufriedenstellend ein. Er lachte, als er die Rechnung in Händen hielt, er konnte nicht anders. Die Naivität der jungen Dame überstieg alle Erwartungen. „Hier, lies! Was sagst du dazu?" wandte er sich an den Freund. Ernst zuckte die Achseln. „Man wird ihr begreiflich machen müssen, daß die Firma Scholz diese Ausgabe noch nicht verträgt. Es wäre ein direkt persönliches Geschenk, das du dem Fräulein machen würdest." Fred lachte noch immer. „Man kann es so auffassen, aber ich bin froh, daß ich erst jetzt wieder von ihr höre. Ich möchte ihr fast das Geschenk machen." „Nein, Fred? Du brauchst dich dann nicht zu wundern, wenn sie wieder mit Wünschen kommt." „Was kann man dagegen tun? Wie soll man einem Kinde die Unerfüllbarkeit eines Wunsches klarmachen? Da kann man nur verbieten ooer gewähren. Schließlich muß sie eine Abwechslung haben, und ich habe in der letzten Zeit das Auto ihres Vaters so in Anspruch genommen, daß ich ihr wohl einen Ersatz schuldig bin. Also lassen wir sie gewähren." * Der erste, an dem Liane haarscharf vorüberfuhr bei ihrer ersten alleinigen Ausfahrt, war Kurt Lechner. Er bremste so scharf, daß alle Räder knirschten; und Liane hielt gleichfalls an. „Nanu? Du fährst Auto? Was ist das für ehr Wagen?" Sie lachte ihn an. „Der meine." „Er gehört dir?" „Ja, willst du nicht einsteigen?" fturt hatte den Chauffeur bei sich. Er konnte seinen Platz daher sehr gut wechseln und ihre Erklärung hören. .Sie fuhr noch viel zu unsicher und nervös, als daß ihr sein nachdenkliches Schweigen, in das er nach ihrer Erzählung verfiel, aufgefallen märe. Sie dachte sich auch nichts bei den Worten: „Soso, Herr Morland hat den Wagen bezahlt." Sie erzählte ihm noch schnell, daß sie zu Irene fahre, und ließ ihn, sobald er es wünschte, wieder aussteigen. Irene war nicht zu Hause, aber sämtliche Geschwister mußten den Wagen bewundern, setzten sich abwechselnd auf den freien Platz neben dem Steuerrad, und Irene bekam bei ihrer Heimkehr Lobhymnen von allen Seiten zu hören. Sie erblaßte ein wenig bei den Berichten der Geschwister. Sie sagte sich sofort: Diesen Wagen bezahlt Fred. Wie aber stimmte diese Anschaffung mit seinem Befehl nach Sparsamkeit überein? Wie kam es, daß er ihr diese Anschaffung erlaubt hatte? Oder war es schon so weit mit ihnen gekommen, daß er ihr solche Geschenke machte? Irene beschloß sofort, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie mußte ja auch einmal zu einem Ende mit Fred Morland kommen. Kurt begann langsam zu drängen, noch hatte sie ihn Hinhalten können. Gleich morgen wollte sie zu der Freundin gehen. Sie hatte sich in letzter Zeit wenig um Liane gekümmert, war verreist gewesen, hatte in Stuttgart bei einem Tennisturnier mitgewirkt und überlegen gewonnen. Sie sonnte sich noch in ihrem Erfolg und vertrug die trifte Stimmung des Trauerhauses überhaupt schlecht. Abends traf sie mit Kurt zusammen. Sie gingen gemeinsam nach dem Bootshaus des Rudervereins, dessen Mitglied er war. „Hast du Lianes Wagen schon gesehen?" war eine ihrer ersten Fragen. „Ja, und ich kann dir sagen, ich habe einen gelinden Wutanfall bekommen. Seine Rechnungen bezahlt dieser Herr Morland nicht, stellt mir die Ware mit dem Bemerken wieder zur Verfügung, es wäre nicht die gleiche wie das Muster. Dabei will er nur niedrigere Preise erzielen, denn um die Firma Scholz wird er noch schwer zu kämpfen haben. Und nun bezahlt er diesen Wagen, ohne mit der Wimper zu zucken. Da sehe ich wirklich nicht ein, warum ich Akzepte nehmen soll, wenn er das Geld so dick sitzen hat. Nun, ich habe heute gleich mal auf den Busch bei ihm geklopft, gab ihm meine Meinung deutlich zu verstehen. Und was meinst du, was er antwortete? Das fei feine Sache. Die Firma Morland könne sich diesen Wagen jedenfalls erlauben." (Fortsetzung folgt!) Annemarie Zurbuch Or. phll. et med. Hermann Oßwald Oberarzt in der Reichswehr geben ihre Verlobung bekannt Gießen April 1935 Berlin 2509 D Statt Karten! Herta Bär Or. med. Fritz Schmidt Verlobte Stolberg Aachen / Grünberg Rheinland Luisenhospital April 1935 2510 0 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Willi Müller Käthe Müller, geb. Bauer Bahnhofstraße 54 Bismarckstraße 9 Gießen, den 27. April 1935 ____________________________________________________________________________01707 Das von meinem verstorbenen Manne Max Weißbäcker seit 40 Jahren betriebene elektrotechnische Geschäft führe ich unter dem fachkundigen Beistand seines langjährigen Mitarbeiters weiter. — Es soll mein Bestreben sein, das meinem Manne entgegengebrachte Vertrauen durch Qualitätsarbeit bei billigster Preisberechnung ebenfalls zu erwerben. Max Weißbäcker Wwe. _ _____________________________________________01790 M'CORMDCK MC 409 n Olbad-Grasmäher mit Zentralschmierung für sämtliche Zahnräder, Dellen, Sperrklinken und Kupplung Einspänner 3t, Fuß mit Schere Zweispänner 4, 4V, und 5 Fuß mit Siahldeichsel Deutsches Erzeugnis Ich mache es Ihnen leicht, glücklicher Besitzer einer oder sonst einer anderen modernen Kamera (RoUeiflex.Rolleikord.Retina, Ikonta, Super Nettei, Voigt- länder usw.) zu werden. Bringen Sie mir Ihre alte Kamera, ich nehme sie zurück u. gestatte Zahlung des Restes in bequemen Monatsraten nach Ihren Vorschlägen, Geller der Photo - Optiker am Bahnhof Photo-Tausch Photo-Gelegenheiten MÖBEL von Metzger & Schlecht Was trägt man denn jetzt zur Maienzeit? Das fesche Camptet, Kostüm oder Kleid ? Besuchen Sie mich — ich zeige ja gern Alles, was fesch, elegant und modern I Die allerletzten Neuheiten guter modischer Stoffe in einfarbig und gemustert reizende, fesche Kleider und Complets, Mäntel, Kostüme, Blusen, Röcke und Pullover zu wirklich niedrigen Preisen. CARLNawarx I GIESSEN SEUERSWEG8I JNHäBER CARL'hEi^Z- SCHLÜTER MÖBEL-FABRIK MÜNZENBERG (HESSE») Erstklassig in Qualität und trotzdem sehr preiswert Gangbare Modelle vorrätig. 2319D Anfertigung in jeder Holz- und Stil art kurzfristig. — Ehestandsdarlehen werden angenommen. Xtrm 1. JKai Girlanden Grünschmuck Blumenschmuck durch Gättnerei Schwarz Telephon 4082. 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Annahme des genossenschaftlichen Einheitsstatutes 7. Ersatzwahl zum Vorstand und Aufsichtsrat 8. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von beute ab 8 Tage z.Einsicht im Geschäftslokal offen rro- t ,no_ Ter Vorsitzende des AufsicbtSrats Wieseck, den 25. Avril 1935. gez. Schäfer. 2W>