Mittwoch. 27. MSrzMS (85. Jahrgang Nr. 75 Lrft« via« Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags veNagenr Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimattm BUd • Die Scholle Monatt-Vezugspreir: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüffe ■ittet Sammelnummer 2251 ©teiltet ÄWMk ms General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Sieben w ~ ______, . . StoXrt'JÄn 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitätt-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Seschästsftelle: Schulftrahe 7 M°ngen°b,chlüsi° s Oie Berliner Besprechungen beendet. Vollständige Klarstellung der beiderseitigen Auffassungen. - Sicherung des Friedens durch internationale Zusammenarbeit. — Nützlichkeit -er direkten Aussprache. Scherl-Bildmaterndienst U «1 - - z - »Ma 'WC» * 'V- - 'SM .S'Wv ,- - >rv ■ W E-WWWWW MM • V’ ' E« v # WM:' W Ä ■ ■Hut -/"'V MMW / -W WM I MMW v'A'M: Das Ergebnis der deuW-engWen Aussprache Die Vormittagsbesprechungen. Lebhafte Ovationen desPubikums für den Führer und die englischen Gäste. Berlin. 26. März. (DRV.) Am Dienstag um 10.15 Uhr wurden in der Reichskanzlei die Besprechungen milden englischen Regie- rungsvertretern im gleichen kreise wieder ausgenommen und fortgesetzt. Gegen 13.30 Uhr wurden die Besprechungen durch eine Mikko gs pause unterbrochen. Vom Publikum lahhaft begrüßt begaben sich Auhenminisler Sir zeug .Delia" der Imperial Airways, das sie auch nach hier geführt hatte. Nach wenigen Minuten war das Flugzeug in der Ferne verschwunden. Der Führer und Reichskanzler auf dem Wege zur englischen Botschaft; am Auto der Adjutant bes Führers, Obergruppenführer Brückner. John Simon und Lordsiegelbewahrer Eden mit ihrer Begleitung in zwei Kraftwagen in die englische Botschaft, wo die Konferenzteilnehmer das Mittagessen gemeinsam ein- nahmen. Herren der britischen Botschaft und führende Persönlichkeiten der Reichsbehörden und der Partei mit ihren Damen. 6ben nach Moskau abgereist. Berlin, 27. März. (DNB.) Lordsiegelbewährer Eden ist Dienstag 23.35 Uhr mit dem fahrplan- mäßigen O Zug vom Bahnhof Friedrichstraße nach Moskau abgereist. Don deutscher Seite hatten sich zu seiner Verabschiedung auf dem Bahnhof Staatssekretär von Bülow, Ministerialdirektor D i e ck h o f f, der Chef des Protokolls Graf Bas« sewitz und Ministerialdirektor Ritter eingefun- den. Ferner sah man mehrere Mitglieder der eng- lischen Botschaft, an der Spitze Botschaftsrat Newton. .. , TviH.r „„„ linfs Nack rechts L°rd(i-aelbewahr«r (Eben, Sir John Simon, bor Führer, ein Dolmettchcr, Reicksaußenminister gnjVi®«r^00^1»rath, L englisch« Botfchaster Ar Eric Phipp» und der SonbtcfceauitKiflte für Slbrüftunflefragen von SUbbtnHop, sprechungen sind Abweichungen in der Auf» fassung offenbar geworden; doch gerade aus dem Grunde sind direkte Verhandlungen wünschenswert, um solche Abweichungen aufzuklären. Die Besuche Edens in Moskau und Warschau werden unter demselben Ge- sichtswinkel angesehen wie der Berliner Besuch, nämlich als Besuche zu Jnformations- zwecken. Man ist nicht der Ansicht, daß die Dinge bezüglich der europäischen Lage vor der Konferenz von Stresa feste Form annehmen können. Die amtlichen deutschen Kreise sind von dem Berliner Besuch ebenso befriedigt wie die britischen Kreise. Die Rückkehr Sir John Simons. London, 27. März. (DNB.-Funkspruch.) Heute vormittag hat der englische Außenminister die Rückreise nach London angetreten. Gegen 9.45 Uhr begab sich Sir John Simon vom Hotel Adlon aus nach dem englischen Botschaftsgebäude, um sich hier zu verabschieden. In Begleitung des englischen Botschafters Sir Eric Phipps trat Sir John Simon dann die Fahrt zum Berliner Zentralflughafen Tempelhoferfeld an, der Flaggenschmuck angelegt hatte. Die Flaggen des Reiches und die englische Flagge flatterten im Winde über dem Flughasengelände. Eine Abteilung der Leibstandarte Adolf Hitler war angetreten und erwies den englischen Gästen militärische Ehren. Wenige Minuten vor 10 Uhr trafen der englische Außenminister Sir John Simon sowie der englische Botschafter und sämtliche Herren der englischen Botschaft auf dem Flughasengelände ein. Von deutscher Seite hatten sich zur Verabschiedung eingefunden Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, als persönlicher Vertreter des Führers und Reichskanzlers der Staatssekretär der Präsi-, dialkanzlei Dr. Meißner, der dieAbschieds- grüße des Führers und Reichskanzlers und dessen beste Wünsche für eine gute Reise übermittelte, Staatssekretär von Bülow, der Chef des Protokolls, Graf Basse witz und Ministerialdirektor Dieck hoff. Nach kurzen Worten der Verabschiedung bestiegen Sir John Simon und seine Begleiter das startbereit liegende Sonderflug. Vor der Reichskanzlei und dem Propaganda- Ministerium hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Alltägliche Vorgänge wie das Emrücken eines SS.-Sturmes der Leibstandarte in die Reichskanzlei oder das Ablösen der Reichswehrwache boten willkommenen Anlaß zu lebhaften Gesprächen. Als gegen 12.45 Uhr Reichsminister Dr. Goebbels vom Propagandaministermm aus im Auto durch die Wilhelmstraße fuhr, wurde er mit Heil-Rufen begrüßt. Kurz vor 13.30 Uhr beim Erscheinen der englischen Mini st er im Vorgarten der Reichskanzlei ging eine Bewegung durch die Menge. Die' inzwischen angetretene Ehrenkompanie präsentierte, und während sich die Hände der Tausende zum Hitler-Gruß emporreckten, fuhren die englischen Gäste in zwei Kraftwagen zu ihrer Botschaft. Auch vor der Bot chaft hatten sich inzwischen größere Menschen- mas en eingesunden, von der die zum Lunch eintreffenden deutschen Minister und andere bekannte politische Persönlichkeiten immer wieder mit be- geisterten Heil-Rufen empfangen wurden. Als als letzter der Wagen des Führers anrollte, wollten die Ovationen kein Ende nehmen, und die Polizei hatte Mühe, die Menge zurückzuhallen. Während der Mittagszeit blieb die Botschaft tn Weitem Umkreis dicht von Menschenmengen umlagert, die der Abfahrt der Minister beiwohnen wollten. Auch die zahlreich bereitstehenden Kraftwagen der Kameraleute und der Wochen schauen sowie viele andere Kraftwagen deutete au ein nicht alltägliches Ereignis hin. Kurz vor 15 Uhr erschien dann, jubelnd empfangen, als erster der Führer. Unter stürmischen Heil-Rufen der Menge fuhr der Führer in die Reichskanzlei zurück. Der Abschluß der Vesprechungen Berlin, 26. März. (DNB.) Gegen 16 Uhr fuhren der englische Außenminister Sir John Simon und der Lordsiegelbewahrer Eden von der englischen Botschaft zur Reichskanzlei, wo die Besprechungen nach einer kurzen Mittagspause wieder ausgenommen wurden. Die Besprechungen waren gegen 18.45 Uhr b e - endet. Unmittelbar darauf verließen die Minister das Gebäude der alten Reichskanzlei. Eine große Menge wartete auf die Abfahrt der Minister, die mit erhobener Hand begrüßt wurden. Die Minister begaben sich in die englische Botschaft, vor der sich ebenfalls eine größere Menschenmenge zu ihrer Begrüßung eingefunden t)atte. Bald danach verließ auch Aeichsauhenminister Freiherr von Neurath die Reichskanzlei und begab sich zu Fuß in das Auswärtige Amt. Abendtafel zu Ehren der englischen Minister. Berlin, 26. März. (DNB.) Der Reichs- minister des Auswärtigen und Freifrau von Neurath veranstalteten zu Ehren des britischen Außenministers Sir John Simon und des Lordsiegelbewahrers Mr. A. Eden am 25. im Hause des Reichspräsidenten eine Abendtafel. An dieser nahmen teil: Der Führer und Reichskanzler, der Kgl. britische Botschafter, sämtliche Kabinettsmitglieder, die Begleiter der englischen Minister sowie die Scherl- Bildmaterndienst. Reichsluftfahrtmimster General Göring, Reichsführer der SS. Himmler und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, begeben sich zum Abendempfang im hause des Reichspräsidenten. Frankreichs Sicherheiispolittk. Erne neue Rede Lavals. Paris, 26. März. (DNB.) Der ftanzösische Senat ratifizierte am Dienstagnachmittag einstimmig die römischen Abkommen zwischen Frankreich und Italien. Außenminister Laval erklärte u. a.: Mussolini hat gegenüber S ü d s l a w i e n kürzlich seinen Willen zu einer effektiven Annäherung Ausdruck gegeben, ohne die jeder Versuch zur Organisierung des Friedens in Mitteleuropa aussichtslos erscheint. In dem Augenblick, wo Deutschland durch seinen Beschluß vom 16. März den Teil V des Versailler Vertrages verletzt und gewillt zu sein scheint, sich den Verpflichtungen zu entziehen, die es an die anderen Staaten binden, ist es ermutigend zu sehen, wie ein großes Land wie Italien rückhaltlos seine Mitarbeit an dem Werk der internationalen Solidarität zur Verfügung stellt. Unsere Haltung geht darauf hinaus, den Frieden für alle in der Ehre und Würde eines jedes zu Die amtliche JMeiluna. Berlin, 26. März. (DRV.) Die deutsch-eng- Uschen Besprechungen zwischen dem englischen Außenminister Sir John Simon, dem Lordsiegelbewahrer Mr. Anthony Eden, dem Führer und Reichskanzler und dem Reichsauhen- minifter Frhrn. v. Neurath, die in Gegenwart des britischen Botschafters Sir Eric Phipps und des Beauftragten für Abrüstungsfragen Herrn v. Ribbentrop während der letzten zwei Tage stattfanden, wurden heute abend abgeschlossen. Die behandelten Fragen waren diejenigen, welche im Londoner LommunlquL vom 3. Februar aufgeführt worden sind. Die Unterhaltungen fanden in offenster und freundschaff- Hd)fier Form statt und haben zu einer vollständigen Klarstellung der beiderseitigen Auffassungen geführt. Ls wurde fest- gestellt, daß beide Regierungen mit ihrer Politik das Ziel verfolgen, den ^rieben (Europas durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit zu sichern und zu festigen. Die englischen und die deutschen Minister sind von der N ü h l i ch k e i t d e r d l r e k - ten Aussprache, die soeben stattgefunden hat. durchdrungen. Sir John Simon wird morgen auf dem Luftwege von Berlin nach London zurückkehren. Mr. Eden wird planmäßig nach Moskau, Warschau und Prag Weiterreisen. Gin Aeuter-VerW. Die Nützlichkeit direkter Verhandlungen erwiesen. London, 26. März. (DNB.) Reuter meldet aus Berlin: Das Ergebnis der zweitägigen Besprechungen kann dahin zusammengefaßt werden, daß Sir John Simon und Eden Berlin verlassen, mehr denn je davon überzeugt, daß sie Recht hatten mit ihrem Wunsch, dorthin zu gehen. Im Verlauf der englisch-deutschen Be- i b <> AD -MW ■ ■ ■ Französische Kommentare. Paris, 27. März. (DNB.-Funkspruch.) Zum Abschluß der Berliner Verhandlungen lauten die französischen Berichte übereinstimmend dahin, daß keine Aenderung der Lage zu verzeichnen sei, denn der englische Besuch habe nur infor- matoriscken Charakter gehabt. Insofern sei er allerdings nützlich gewesen. Im übrigen stellen die Blätter als Element der Vernunft und der „aufrichtigen Friedensliebe Frankreichs" die Verabschiedung des französisch-italienischen Abkommens von Rom durch den Senat heraus. „Journal" schreibt: Das Ergebnis der Berliner Verhandlungen sei, daß man Hitler ein Friedenspatent ausgestellt habe, allerdings müsse man sich über den Begriff Frieden erst einigen. Es gebe den Frieden der Zufriedenen und den Frieden der Unzufriedenen. Auch „Petit Parisien" spricht von einem Friedenspatent, das durch die amtliche Verlautbarung nach Schluß der Beratungen den leitenden Männern des Diritten Reiches ausgestellt worden sei. Man müsse sich fragen, ob dieses Zeugnis berechtigt sei. Das Blatt behaupet, daß die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung zu einer Forderung nach deutscher Ueberlegenheit gegenüber Frankreich geworden sei. „Echo de Paris" spricht von einer „unfruchtbaren" Aussprache. Mögen die ehemals alliierten Länder zunächst einmal ihre materielle Macht wieder schaffen und die Liga aller Friedensfreunde bfcben, dann werde eine Verhandlung mit Berlin ihre uneingeschränkten Ergebnisse zeitigen. Solange diese Richtigstellung nicht vollbracht sei, glaube Deutschland alles ungestraft sagen zu dürfen. Im „Figaro" behauptet d'Ormesson, daß man als Inhaltsangabe der deutschenglischen Fühlungnahme in Berlin das Motto „Deutschland gegen Rußland" wählen könnte. d'Ormesson verwahrt sich gegen die Unterstellung, er bringe dem sowjetrussischen System irgendeine Sympathie entgegen, fügt aber hinzu, er sei nicht der Ansicht, daß das Sowjetheer eine Drohung für irgend jemand, auch nicht für Deutschland, bilde. Im übrigen zweifelt d'Ormesson, daß im Falle des Ausbruches eines Krieges zwischen Deutschland und Rußland der andere zunächst nicht beteiligte Teil aus einem solchen Kampfe herausbleiben könnte. Der Frieden in Europa sei etwas Unteilbares. Die gegenwärtige Krise sei eine Krise zwischen Deutschland und Europa. Es handele sich nicht darum, für Rußland gegen Deutschland zu sein oder für Deutschland gegen Rußland. Es komme darauf an, daß jeder bei sich bleibe und in Frieden lebe. Der Außenpolitiker der „L i b e r t 6", Jacques Bainville, erklärt, die politischen Absichten Deutschlands lägen klar auf der Hand, und es fei unnütz gewesen, nach Berlin zu gehen, um sich dessen zu vergewissern, — Aehnlich verhält, sich auch der „Jn- t r a n s i g e a n t", der England ein Doppelspiel vorwirft. Die Stunde sei gekommen,, wo die englische Regierung endlich einmal eindeutig Stellung nehmen müsse. Wenn Sir John Simon nach Ber- lin gegangen sei, um ein Kompromiß zu suchen, so müsse man ihm schon jetzt erklären, daß Frankreich sich damit nicht abfinden werde. Es genüge, Deutschland mitzuteilen, daß England, Frankreich, Italien und Sowjetrußland sich weigerten, ohne Gegenleistung auf dem Gebiete der „Sicherheit" die deutsche Aufrüstung anzuerkennen. Der Berliner Sonderberichterstatter des „Jntransi- geant" dagegen will aus gutunterrichteter Ouelle erfahren haben, daß der Führer auf Sir John Simon einen guten Eindruck gemacht Habe. Der englische Außenminister habe in seiner Umgebung erklärt, der Reichskanzler sei ein Mann, der den Eindruck der Aufrichtigkeit mache. „La Presse" erklärt, wenn es bem englischen Außenminister gelinge, Deutschland in den Kreislauf der europäischen Mächte zurückzuführen, verliere die französische Eingabe beim Völkerbund ihre Daseinsberechtigung. Indem man dadurch gleichzei- tig den schädlichen Einfluß der bolschewistischen Regierung neutralisiere, stelle man das europäi- sche Gleichgewicht wieder her und sichere den Frieden. Die Frage sei, ob es Sir John Simon gelingen werde, das Manöver der Bolschewisten zu durchkreuzen. Empörende Getvalturteile des litauischen Kriegsgerichts. Scherl-Biklmat erndienst. Reichswehrmimster Generaloberst v. Blomberg (rechts) und der Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch beim Abendempfang im Hause des Reichspräsidenten. sichern. Um in dieser Politik fortfahren )u können, haben wir uns nicht um das innere Regime der anderen Länder zu kümmern. Rach der Reise nach Stresa werde ich die Reise nach Moskau vornehmen. Wir verfolgen die kollektive Organisierung der Sicherheit mit allen Völkern und mit allen Regierungen, und um zu beweisen, daß diese Politik niemanden isolieren will, werden unsere Pakte immer auch denjenigen offenbleiben, die ihnen augenblicklich noch nicht beitreten wollen. Diese Erklärung möchte ich wiederholen, während die englischen Minister noch in Berlin sind. Deutschland muß wissen, daß es sich nicht unaufhörlich entziehen kann. Wie könnte es sich rechtfertigen, wenn es sich immer weigert, auf den Aufruf der friedliebenden Völker zu antworten, und wie könnte es sich anschließend beklagen, daß man ohne seine Mithilfe das Friedenswerk vollzogen hat, das man gemeinsam mit ihm vollziehen will? Es handelt sich hier nicht um die Gleichberechtigung, es handelt sich ebenloweng um die Rückkehr nach Genf unter gewissen Bedingungen. Es handelt sich darum, zu wissen, ob Deutschland bereit ist, sich mit den anderen Regierungen für die Organisierung des Friedens zusammenzufchließen, den olle Völker fordern. Ich erinnere an die Reise, die wir 1931 m i t Aristide Briand nach Berlin unternommen haben. Auf dem ganzen Wege, in unseren nordfranzösischen Provinzen, die zerstört wurden, in Belgien, in Deutschland und in Berlin scharte sich das Volk auf unserem Wege zusammen. Es war begeistert unb ergriffen, weil es glaubte, der Friede werde sich vollziehen. Dies war eine große Hoffnung. Ich kann nur im Namen unseres Volkes sprechen. Seine Gefühle haben sich nicht geändert. Die Hoffnung muß eine Wirklichkeit werden, wenn nicht jede Zivilisation verschwinden soll. Halten wir heute unsere Bündnisse und Freundschaften um uns aufrecht. Verstehen wir, sie zu erweitern und zu verstärken. Aber Frankreich muß zunächst entschlossen sein, selbst seine eigene Verteidigung zu sichern. Um unseres Schicksals sicher zu sein, müssen wir stark und einig bleiben. Vier Memelländer zum Tode verurteilt. - Zwei Angeklagte erhalten lebenslängliche Zuchthausstrafe. - Lieber 200 Lahre Zuchthaus für die übrigen Angeklagten. itorono, 26.März. (DJIB.) Vom litauischen Kriegsgericht wurden Emil Voll, Malter prleß, Heinrich W a n n a g a l und Cmll £ e pa zum Tode verurteilt. Es handelt sich hier um die Angeklagten des sogenannten Fememordes der Jesultls-Gruppe. Die beiden Da Hat wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, Der Führer der Sowag, Dr. Reumann, und V e r t u l e i t erhielten je 12 Jahre Zuchthaus. Acht Angeklagten erhielten je zehn Jahre Zuchthaus. Der Führer der Christlich- Sozialistischen Volksgemeinschaft, Freiherr von Sah, Baron Bopp und 10 andere Angeklagten wurden zu je 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten Zuchthausstrafen von Vh bis zu 6 Jahren. Lediglich die beiden Spitzet und Kronzeugen Molinus und Kubbutat erhielten IV- Jahre Zuchthaus, die in Gefängnisstrafen umgewandelt wurden. Das Gericht wird für diese beiden ein Gnadenge- s u ch beim Staatspräsidenten einreichen. Ls ist bezeichnend für die Methode der Urteilsfindung, daß gerade diese beiden, obwohl Molinus Geschäftsführer der Sowag war und mithin eine führende Rolle spielte, in dieser Weise behandelt werden. Rur ganz wenige Angeklagte, bei denen es sich um Ramensverwechslungen handelt, also um solche Männer, die überhaupt gar nicht auf die Anklagebank gehörten oder um junge Leute von 16 und 17 Jahren, wurden freigesprochen. Der Abtransport der Verurteilten zog sich den ganzen Vormittag über hin. Ihre Angehörigen, die recht zahlreich in Kowno anwesend sind, waren über den unerwarteten Ausgang des Prozesses tief erschüttert. Die vier zum Tode Verurteilten wurden gefesselt ins Zuchthaus übergeführt. Hier wurden ihnen dann die Fesseln abgenommen. Bei der Urteilsfällung ist noch als besonders hart anzusehen, daß in fast allen Fällen eine Beschlagnahme des Vermögens der Angeklagten erfolgt ist. Bei einer Reihe von anderen Angeklagten dürfte ihr Vermögen zur Bezahlung der Gerichtskosten kaum ausreichen. Die ausführliche Urteilsbegründung wird am 3. April gegeben werden. Laute Empörung in Königsberg. Demonstrationen gegen die litauische Schandjustiz. Königsberg, 27. März (DNB.) Nachdem durch die Dienstagabend-Zeitungen das Kownoer Bluturteil in Fabriken und Büros, in Geschäften unb Prioathäusern allgemein bekanntgeworden war, bemächtigte sich der Königsberger Bevölkerung eine ungeheure Erregung. Die Menschen verließen, sobald es angängig war, ihre Arbeitsstätten, nicht aber, um wie gewöhnlich nach Hause zu eilen. Ein Gedanke beseelte sie alle, der Ge danke an die unglücklichen deutschen Brüder, die in Kowno in den Gefängnissen schmachten, die die Opfer einer Gewaltherrschaft und einer Justizkomödie ohnegleichen geworden sind. So kam es, daß sich bald' in allen Stadtgegenden spontan immer größere Menschenmengen sammelten und sich in großen Demonstrationszügen durch die Straßen bewegten. Immer wieder hörte man aus den Zügen erregte Rufe wie: „Nieder mit d e r litauischen Schandjustiz!", „Was tut d e r Völkerbund?", „Was machen die Signatarmächte?", „Wir fordern Gerechtigkeit für unsere deutschen Brüder in Memel!" Zu Zwischen- fallen ist es nicht gekommen, da die Demonstranten den Anordnungen der Polizei willig Folge leisteten. Große Beachtung in England. Moskau als Hetzer im Hintergrund. London, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Das Urteil des litauischen Militärgerichts wird in der Londoner Morgenpresse stark beachtet. In den Berichten wird auch die in Deutschland entstandene Erregung ausführlich geschildert. Der Korrespondent der „Times" in Riga ist der Meinung, das Seroeismaterial hätte ergeben, daß die Memelländer Unvorsichtigkeiten begangen hätten und die halbmilitärischen Hebungen der Nationalsozialisten in Deutschland nachgeahmt hätten. Aber die Behauptung, daß eine ernfte Absicht für einen bewaffneten Aufstand bestanden habe, scheine nicht bewiesen worden zu sein. Die Geringfügigkeit der entdeckten Waffen deute darauf hin, daß die litauischen Behörden die unmittelbare Gefahr des bewaffneten Aufstandes übertrieben hätten. Auch die Alibis der drei zum Tode Verurteilten seien nicht in befrie- digenderWeise untersucht ober ro i b e r= legt worben. „Daily Mail" nennt es tief ^bäuerlich, baß gerabein biesem Augenblick unerfreuliche I Zwischenfälle in Memel vorgekommen seien. Ver- * mutlich werbe bie litauische Regierung bie vier zum Tobe Verurteilten begnabigen. Es müsse aber fest- gestellt werben, baß es heute in Europa viele Friebensstörer gibt unb bie Moskauer Negierung vermutlich unter ihnen. Es scheine nicht fraglich zu sein, baß M o s f a u b e n schwa- chenk leinen litauischen Staat zu einer Politik ber Nabel st iche gegen Deutsch- land ermutigt habe, die in einer schlechten Behandlung der vormaligen deutschen Staatsangehörigen im Memelgebiet bestanden habe. Dieses Ge- biet sei von Deutschland abgetrennt unb ben AM- ierten zur Verfügung gestellt worben. Währenb die Alliierten über fein Schicksal berieten, habe sich Litauen im Jahre 1923 bes ßanbes mit (Bemalt bemächtigt. Es habe bie Beschwörungen ber anberen Staaten zurückgewiesen. Die Ent- senbung von britischen Kanonenbooten habe keine Wirkung gehabt. Die Litauer seien feit biefer Zeit tn Memel. Es fei ihnen aber nur gelungen, s i ch die SeDÖIferung zu entfremben. Dieses. Gebiet sei jetzt eines ber Sturmzentren in Europa geworben. Die für bie Verwaltung Das alte Klavier. Erzählung von K. K Neubert. Sie hatten lange hin unb her überlegt an den einsamen Abenben; es war nun ein Wenbepunkt in ihrem Leben: Herr Möller würbe am Ersten pensioniert. Man mußte sich bas- Leben nun etwas anbers einrichten als bisher. Vor allem wollten sie sich eine kleinere Wohnung nehmen. Ja, unb Da batten sie benn hin unb her überlegt: bas alte Klavier konnten sie in bie neue, kleinere Wohnung wohl nicht mitenhmen. Es würbe zu viel Platz weg- nehmen. „Unb es steht ja auch nur herum!", sagte Herr Möller. „Wer spielt denn schon bei uns? Alle Jubeljahr kommt 'mal Käthe zu Besuch!" Sie waren nun alte Leute, aber sie hatten noch Freude an den Dingen des Lebens, und sie malten sich an den Abenden aus, wie nett sie die kleine Wohnung einrichten würden. So entschlossen Sie sich denn, ein Inserat aufzu- geben: „Gut erhaltenes Klavier zu verkaufen." jXEs steht schon drin!", sagte Herr Möller am nächsten Tag, als er aus dem Büro kam — bald wurde er nicht mehr aus dem Büro kommen, bald konnte er immer zu Hause bleiben. Frau Möller seufzte, wenn sie auf bem Klavier Staub wischte und an bas Inserat bachte. Es war ihr, als sähe das Klavier sie mit traurigen Augen an. Inzwischen hatten viele Menschen das Inserat gelesen, und es schrieben auch einige darauf. Es war aber gar nicht so einfach mit dem Verkauf, wie es fidi Herr Moller gedacht hatte. Zuerst kam ein epaar' doch dem Herrn war der Preis zu hoch. Dann kam eine junge Dame, und Frau Möller war froh, als sie wieder draußen war. Herr Möller war noch im Büro. Sie mußte allein mit ihr fertig werden Die junge Dame war sehr angemalt unb probierte das Klavier sogleich mit einem Schlager und dann bot sie nur die Hälfte des Preises Frau Moller hatte ihr das gute, alte Klavier auch für den ganzen Preis nicht überlassen. Abends erzählte sie aufgeregt ihrem Mann davon. Er lachte. „Hätte sie Denn Beethoven spielen sollen?" Das verstand Frau Möller nicht ober vielmehr Herr Möller verstanb bas nicht. „Auf diesem Klavier hat schon meine Mutter als ganz junges Mädchen geübt", bemerkte Frau Möller nachdenklich. Für diesen Abend hatte sich noch ein Herr Schmelze riugefagt. Er war die letzte Hoffnung. „Hoffentlich ist ihm der Preis nicht zu hoch!" meinte Herr Möller. JIBir roerben es doch nicht verschleudern!" fuhr tfrau Möller auf „Äa, ja!" dachte Herr Möller, „wo doch schon deine selige Mutter als ganz junges Mädchen auf diesem Klavier ..." Und bann klingelte es. Herr Schmelzer. Das war ein ziemlich biefer Mann. Ein ganz luftiger Mann. "Ah! Da steht ber Kasten ja!" fing er gleich an. „Schwarz! Dachte eigentlich mehr an Braun. Na, macht nichts. Unb wie klingt er benn, barf ich 'mal?" „Aber bitte, natürlich!" beeilte sich Frau Möller zu erroibern. Der laute Mann verwirrte sie. Herr Schmelzer schlug ein paar Akkorbe an, ging bann zu einer Marschmelobie über. Er ftanb immer noch. „Wollen Sie sich nicht setzen?" fragte Herr Möller unb schob ihm ben Klaviersessel hin. „Nein, banke!" lachte Herr Schmelzer. „Es genügt mir schon. Klingt ganz gut, ber Kasten. Na, was soll er benn kosten?" fragte Herr Schmelzer. „Der Kasten!" seufzte Frau Möller. „Zweihunbert Mark!" antwortete ihr Mann. Herr Schmelzer wiegte ben Kopf, „’n bißchen happig, meine ich. Sagen wir hunbertachtzig. Hab' ba neulich auf einer Auktion einen Flügel, einen erstklassigen Flügel, sag ich Ihnen..., aber für meine Kneipe paßt boch ein Klavier besser." „Wofür?" erfunbigte sich Frau Möller erschrocken. „Ach, ich hab' nämlich 'ne Kneipe übernommen unb ba bacht' ich mir, so ein bißchen Musik abends wär nicht schlecht, für bie Gäste, ist boch manchmal 'n musikalischer Kopp barunter, na also, sagen wir hunbertachtzig, liebe Frau —" Frau Möller hatte plötzlich ein ganz strenges Gesicht. „Wollen wir nicht für hunbertachtzig —? fragte ihr Mann schüchtern. „Zweihunbert Mark!" sagte sie. Herr Schmelzer sah sie an. Dann schmunzelte er. Sie sinb eine tüchtige Geschäftsfrau, aber ich will nicht lanae hanbeln. Immer großzügig: meine Parole! Also ich gebe Ihnen zweihunbert Mark. Morgen lasse ich ben Kasten gleich abholen!" Frau Möller hob plötzlich wie in einer Abwehr bie Hänbe. „Verzeihung", sagte sie unruhig, „ich — wir — wollten — nein, ich möchte boch nicht —" Herr Möller sah sie erstaunt an. „Ich verstehe bich nicht, Frau." Aber sie fuhr hastig fort: „Entschulbigen Sie, Herr — Herr Schmelzer, aber ber Kasten, — bas Klavier, meine ich, es ist bereits verkauft, vorhin — nein — ich möchte es überhaupt nicht —" Herr Schmelzer hatte auf einmal seine gute Laune verloren. „Na, hören Sie mal!" fuhr er auf, „was soll bas heißen? Jetzt wollen Sie den Kasten überhaupt nicht verkaufen? Unb bann ist er schon wieder verkauft? Wollen Sie mich zum besten haben? Hab ich das nötig? Für mein Geld bekomme ich überall 'n gebrauchtes Klavier, noch ein ganz anderes, empfehle mich, guten Tag!" Er wandte sich zur Tür. Herr Möller brachte ihn mit einem Blick, der um Entschuldigung bat, hinaus. Dann stürzte er in das Zimmer zurück. Seine Frau faß auf dem Klaviersessel, in tiefen Gedanken. „Nun sag doch bloß, Frau, was soll das heißen?" rief Herr Möller aufgebracht. „Was muß denn Herr Schmelzer von uns denken?" "Für feine Kneipe wollte er unser gutes, altes Klavier haben!" seufzte Frau Möller Herr Möller begann kopfschüttelnd im Zimmer bin unb her zu gehen. „Was kümmert uns bas?" fragte er, ^um Klaviersessel geroanbt, „gibst bu ein Kmd in Pflege ober willst bu ein altes Klavier verkaufen? „Ich hatte keine ruhige Stunbe mehr?" geftanb letzt Frau Moller. Unb als wäre ber Bann ge» brachen, fing sie aufatmenb zu erzählen an: „Nachts, wenn bu schon eingeschlafen warst, lag ich noch wach und horte im Nebenzimmer bas Klavier, als hätte es von selber zu klingen begonnen. Ich hörte es gang Deutlich, wenn es auch leise war wie ein Hauch. Das Lied horte ich, bas Mutter immer gesungen h^' ich sah sie am Klavier sitzen, unb bann war es auch jene Sonate, bie wir vierhändig spielten, wenn Du Sonntags in bas Haus ber Eltern kamst, weißt Du noch? Die Eltern saßen nebenan, wir mußten Die Tur offen lassen, bie Kerzen brannten am Älaoier, unsere Finger berührten sich auf ben saften plötzlich küßten wir uns, unb ba kam Mutter oerrounbert herein unb sah uns an, unb wir spielten verwirrt weiter..." . Sie schwieg verlegen unb strich mit einer Hand über den Klavierdeckel. Herr Möller hatte mit wachsender Verrounderuno diesen Ausbruch alter Erinnerung angehört: er lächelte jetzt unb war nun selber im Bann. "Unb hast bu schon vergessen —", fing feine Frau ; °er an, „baß bu an meinem Geburtstaasmorgen immer einen Choral zu spielen pflegtest? Das war Der erste Gruß, baoon wachte ich auf — und bann batteft bu im Nebenzimmer ben Gabentisch für mich oufae&aut, unb bu staubest daneben mit strahlendem wesicht. "2a, ja, damals —" seufzte Herr Moller. „Du hast lange keinen Choral mehr zu meinem Geburtstag gespielt", lächelte Frau Möller vorwurfsvoll. „Du weißt ja, warum ich nicht mehr spiele — Meine Augen —" , "2a, und die Finger wollen nicht mehr so, alles schone Ausreden, du bi ft nur zu faul, zu bequem, em richtiger alter Mantt bist du!" „Aber Luise!" fuhr er erschrocken auf. "2ch habe es ja nicht besser gemacht", lächelte sie beschwichtigend und öffnete den Klavierdeckel ich wollte sogar das Klavier verkaufen." „Ich hab' dir ben Gebauten gegeben" roanbte ihr ^Kann ein, ich, ich — wegen ber kleineren Wohnung, stnben " ^"be, es wirb sich noch ein Platz dafür "Siehst bu!" triumphierte sie, während sie zum ersten Male wieder Akkorde anschlug, ganz zaghaft, als müsse sie eine Melodie erst zusammensuchen, „das hab ich nur von dir hören wollen. Jetzt ist es ja gut, wir nehmen das Klavier in die neue Woh- SS“ ieiif ,Pie[e -ch' auf, du .Unter ihren Händen formte sich das Lied immer sicherer klarer: Herr Möller saß fast andächtig dabei und suchte in seiner Erinnerung. „2ft das nicht bas Lieb, bas wir bamals, als wir uns verlobten?" fragte er. Sie nickte nur. Er mußte sie auseheu. „Wie aut du es behalten hast!" sagte er. 9 Unb dann kam ihm ein Einfall. Plötzlich saß auch er am Klavier. Unb mit zitteruben Hänbeu suchte er bte Begleitmelodie ihrer Jugeub ... Es war bas gebämpfte Spiel ihrer Herzen. Hochschulnachnchien. An ber Universität Frankfurt hält Dr. med. S p_a h m e r, G i e ß e n , vom Sommersemester 1935 ab in ber Mebizmischen Fakultät eine Vorlesung über Luttfahrt-Mebizin. Der Dozent Dr. habil. Hans-Joachim Schuhmacher von ber Universität Berlin ist beauflagt worben, im Sommersemester 1935 bie Pro- feffur für physikalische Chemie unb bie Leitung bes Instituts für physikalische Chemie in Frankfurt vertretungsweise wahrzunebmen. Professor Dr. Klaubius Freiherr v. Schwerin von ber Universität Freiburg i. Br. ist als orbemtlicher Professor für Germanische Rechtsge- schlchre unb Privatrecht an bie Universität München berufen worben. ,, Professor Dr. Friebrich Sartorius von ber Universität M ü nfter hat einen Ruf auf ben Lehr- ftupi für Hygiene an ber Universität Jena erhalten. Professor Dr. Erich Seidel, Ordinarius für Augenheilkunbe an ber Universität Jena, hat ben an ihn ergangenen Ruf an bie Universität G öt« 'Mngen abgelehnt. verantwortlichen Staaten Großbritannien, Frank- ' reich, Italien und Japan würden gut tun, den litauischen Behörden zu raten, auf ihre unvorsichtigen und herausfordernden Methoden zu verzichten. Das Kownoer WgerW. An der (Nebelwand des Gerichtshofes in der litauischen Hauptstadt, in dem seit Monaten gegen bie 120 Memeldeutschen verhandelt wurde, sind die Worte zu lesen: „Justitia fundamentum regnorum“. Dieses Wort: „Gerechtigkeit ist die Grundlage der Herrschenden" hat sich als Lüge erwiesen. Geyen Recht und Gesetz hat das Kownoer Kriegsgericht Urteile gefällt, mit denen sich Litauen selbst aus der Reihe der zivilisierten Staaten streicht. Vier Todesurteile und eine Kette von Zuchthausstrafen wurden verhängt, ohne daß es dem Kriegsgericht in den monatelangen Verhandlungen gelungen war, den Angeklagten tatsächlich eine einzige Verfehlung zu beweisen. Den Angeklagten war bekanntlich zur Last gelegt worden, sie hätten einen bewaffneten Aufstand zum Zwecke der Losreißung des Memelgebietes von Litauen vorbereitet. Ohne sich an die Zeugenaussagen zu halten, hat der Vorsitzende des Gerichts einfach die grundlosen Behauptungen der Anklageschrift als Beweis herangezogen. Konnte man anfangs vermuten, daß der Prozeß gegen die 120 Memeldeutschen in erster Linie als politische Demonstration gedacht sei, so hat uns jetzt das Bluturteil eines anderen belehrt. Die Verhandlung selbst sollte vor der Weltöffentlichkeit die Theorie von gefährlichen Umtrieben des deutschen Elements im Memelgebiet und seinen organischen Beziehungen zum Deutschen Reiche bekräftigen und damit den notwendigen Vorwand für die Entdeutschungs-Po- litik Litauens bilden. Denn die Zerschlagung der durch die Großmächte garantierten Autonomie des Memellandes ist ja das eingestandene Ziel der litauischen Politik, für das man in Kowno in dem gegenwärtigen Zeitpunkt der Rivalität der euro- väischen Großmächte besonders günstige Voraussetzungen erblickt. Unter dem Vorwande, Angriff gegen Volk und Staat abzuwehren, sind die deutschen Parteien verboten, die deutschen Organisationen zerschlagen, viele deutsche Beamte und Lehrer weggejagt worden, ist die Selbstverwaltung der Gemeinden und Kreise vernichtet, ist der Landtag durch gewaltsame Verhinderung von Abgeordneten beschlußunfähig gemacht worden. So herrscht ein landfremdes S y st e m, das sich nur auf eine verschwindende Minderheit großlitauischer Elemente stützen kann. Schule und Kirche sind schwer bedrängt, die Familiennamen sollen unter lächerlichen Vorwänden litauisiert werden. Dabei besteht größte Wirtschaftsnot, die Preise für die landwirtschatlichen Erzeugnisse sind so gering, daß der Landmann in bitterster Sorge leben muß. Richt genug damit, hat im vorigen Herbst die unaufhörliche Reihe von Verhaftungen aller Männer eingesetzt, die verdächtig waren, in. der Heimatbewegung eine führende Rolle zu spielen, fei es als Vorstandsmitglieder deutscher Parteien und Verbände, Jugendgruppen oder andere Vereine Die Beschlagnahme von Waffen hatte ein so klägliches Bild erbracht, daß nicht einmal die Anklagebehörde es wagen konnte, zu behaupten, daß mit einigen Jagdgewehren ein Putsch eingeleitet werden könnte. Viele der Angeklagten sind in den schmutzigen Gefängnissen Litauens furchtbar mißhandelt worden, durch Verhungern und Erpressungen sind Zeugenaussagen und Geständnisse zustande gekommen, bei denen der Gegenbeweis in der Gerichtsverhandlung nicht gestattet wurde. Selbst der litauische Rechtsanwalt Professor Stanko- v i c i u s hat als Verteidiger überzeugend dargetan, daß die Deutschen ehrenhafte Männer seien, die wohl erfaßt waren von der starken nationalen Welle, die aus Deutschland zu ihnen hinüberschlug, die aber alles andere als Verschwörer oder Putschisten waren. Die Hauptangeklagten Dr. Neumann und Freiherr von der Ropp haben in würdiger Weise die Anklage zurückgewiesen und ausgeführt, daß ihnen nichts lieber wäre, als wenn Litauen mit dem großen deutschen Nachbarn in einem guten Verhältnis leben wollte und daß ihnen selbst eine loyale Haltung dem Staat gegenüber eine Selbstverständlichkeit sei. Trotzdem hat das Militärgericht, nicht weil es sich von der Schuld der Angeklagten überzeugen konnte, sondern weil es zu einem solchen Urteil kommen wollte, seine unfaßbaren Entscheidungen gefällt. Die Männer, die dort in Kowno Richter gefunden haben, die diesen Ehrentitel keinesfalls verdienen, sind Märtyrer des ganzen deutschen Volkes geworden, das mit ihnen das grauenvolle Unrecht empfindet, das man ihnen und dem treuen deutschen Volksstamm im alten Kulturgebiet des Memellandes zugefügt hat. Bis zur Verkündung des Urteils konnte man von dem Kownoer Prozeß als von einer Komödie sprechen. Nun ist er zu einer blutigen Tragödie geworden. Der Zufall will es, daß in dem Augenblick, an dem man in Kowno wider Recht und Gesetz handelte, die englischen Mini st er in Berlin weilen. Sie können sich also persönlich von der ungeheuren Empörung überzeugen, die das deutsche Volk angesichts des Bluturteils von Kowno erfaßt hat. Sie werden dann vielleicht auch begreifen können, daß Deutschland nicht mit einem Staat in Verhandlungen eintreten kann, der d a s R e ch t mit Füßen tritt. Gerade weil Deutschland die Rechte anderer Nationen achtet, deshalb empfindet es um so schwerer jedes Unrecht, das dem deutschen Volkstum zugefügt wird. Und weil Deutschland die Entspannung unter den Völkern aufrichtig will, weil es selbst alles getan hat, um eine Beruhigung im Osten zu ermögnchen, deshalb erwartet es, daß die Signatarmächte endlich -ihre Pflicht tun und dafür sorgen, daß den Memelländern Selbstverwaltung, Gerechtigkeit und die Möglichkeit ruhiger Arbeit wiedergegeben wird. Gerechtigkett für Memel! Der BDA. zum Schreckensurteil in Kowno. Berlin, 26. März. (DNB.) Der Volksbund für das Deutschtum im Auslande veröffentlicht zu dem litauischen Schreckensurteil folgende Stellungnahme: Man wußte längst, daß die litauische Regierung zur Rechtfertigung ihrer Rechtsbrüche im Memelgebiet einen schweren Urteilsspruch brauchte. Nachdem aber die vier Monate langen Verhandlungen vor dem Kriegsgericht auch nicht den gering ft en Beweis für die Hauptanklagepunkte erbracht haben und auch alle Verteidiger, an deren litauischer Gesinnung nicht der geringste Zweifel gehegt werden kann, durchweg Freisprüche beantragt hatten, war anzunehmen, daß man sich bei der Festsetzung des Strafmaßes mäßigen werde. Durch dieses Urteil, das vier Todesstrafen und weit über taufend Jahre Zuchthaus verhängt, wird nun die Ansicht bestätigt, daß die Entscheidung nur ein politisches Zweckurteil darstellt und die Verurteilungen schon von vornherei n festge- st a n d e n haben. In vielen Fällen yeht das Urteil noch über die ungeheuerlichen Anträge der litauischen Staatsanwälte hinaus, denn eine ganxe Reihe von Angeklagten ist höher bestraft worden, als die Staatsanwälte es verlangten. Sehr bezeicknend für die Urteilsfällung ist auch die Tatsache, daß die bekannten Spitzel Molinus und Kubbutat statt der beantragten sechs Jahre Zuchthaus nur anderthalb Jahre Gefängnis erhalten und für die Beantragung eines Gnadengesuches würdig sein sollen. Ob eine Revision gegen dieses ungeheuerliche Urteil beantragt werden wird, steht dahin. Die Revision würde sich auch nur auf die rechtlichen V e r st ö h e in der Pro- zeßführung und nicht auf die materielle Seite der Angelegenheit beziehen können. Für die Memelländer ist das litauische Kriegsgerichtsurteil ein Faust schlag. Mit diesem Urteilsspruch wird dem Memelgebiet gegenüber eine Wunde aufgerissen, die sich nie mehr schließen kann. Mag man die angeklagten Memelländer zu den höchsten Strafen verurteilt haben: Die Memelländer wissen es am besten, daß sie u n s ch u l« d i g sind. Sie wissen es, daß hier nicht nach Recht und Gesetz, sondern nach politischen Zielsetzungen entschieden worden ist, daß die Verurteilten nur das Opfer jener litauischen Gewaltherrschaft geworden sind, der die Memelländer seit dem Tage ausgeliefert waren, an dem Litauen das Memelgebiet einst geraubt hat. Ein Schrei d e r Entrüstungund Empörung geht heute durch das ganze deutsche Volk: Gerechtigkeit für Memel! So schallt es auch in die Welt hinaus. Diese verurteilten Memelländer haben nach dem Ergebnis der Prozeßverhandlung kein Staatsverbrechen begangen, Litauen hat dagegen im Memelgebiet Rechtsbruch auf Rechtsbruch verübt. Was die Memelländer durch diesen neuen Gewaltstreich erleben, das empfindet das ganze deutsche Volk in allen deutschen Landen'als eigenes Leid und eigene Not. In Treue und Verbundenheit fühlen sich daher in diesen Stunden alle Deutschen mit ihren Brüdern in Memel untrennbar vereint. Die fachliche Gliederung des Handwerks. Berlin, 26. März. (DNB.) Die Anordnung des Reichswirtschaftsministtzrs „lieber die bezirkliche und fachliche Gliederung der Reichsgruppe Handwerk innerhalb des organischen Aufbaues der gewerblichen Wirtschaft" vom 23. März 1935 ist der Schlußstein zu dem vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks. Nachdem für das deutsche Handwerk eine berufsständische Organisation geschaffen worden ist, wird durch diese neue Verordnung eine fachliche Gliederung des Handwerks durchgeführt. Die Führer der einzelnen Handwerkszweige heißen künftig Reichsinnungsmeister; ihre Organisationen heißen Reichsinnungsver- bände. Die Reichsinnungsmeister unterstehen unmittelbar dem Reickshandwerksmeister in seiner Eigenschaft als Leiter der Reichsaruppe Handwerk. Dem Reichsinnungsmeister sind die Landesinnungsmeister, dem Landesinnungsmeister die Handwerkerinnungen unmittelbar unterstellt. Landesfachverbände mit eigener Rechtspersönlichkeit und eigenem Haushaltsrecht gibt es nicht mehr. Mehrere Reichsinnungsverbände können vom Reichswirtschaftsminister nach Bedarf zu einer W i r t s ch a f t s g r u p p e zusammengeschlossen werden. In den Reichs- innungsveroänden können nach Bedarf Untergruppen gebildet werden. Das gesamte Aufkommen an Fachoerbandsbeiträgen wird an der Spitze zusammengefaßt. Damit werden die Beiträge für die den Innungen übergeordnete Fachorganisation eines Handwerkszweiges für das Reichsgebiet einheitlich gestaltet. So besteht die Möglichkeit, Notstandsgebiete besonders zu unterstützen. Die Zahl der Reichsinnungsver- bände wird von über 70 auf etwa 45 vermindert. MichShandwerkSmeister Schmidt, erklärte zu der neuen Verordnung u. a. Es liegt uns völlig fern, Gliederungssormen des Mittelalters nachzuahmen oder zu erneuern. Unsere Organisation ist vielmehr auf einen ganz m o - dernen, praktischen Zweck Angeschnitten. Was wir nämlich erreichen wollen, ist das berechtigte Vertrauen des ganzen Volkes in die Güte und Preiswürdigkeit der Handwerksarbeit. Um das zu erreichen, braucht das Handwerk natürlich eine straffe und leistungsfähige Organisation. Hand in Hand mit dem organisatorischen Aufbau ist ein radikaler Abbau überlebter Organisationsteile gegangen. Vor allem werden wir jetzt folgende Arbeiten mit besonderem Nachdruck betreiben: die Arbeitsbeschaffung namentlich durch das Netz der Lieserungsgenossenschaften, die das Handwerk befähigen, große Aufträge entgegenzunehmen und sie pünktlich und sachgemäß durchzuführen; die Werbung für das Handwerk im ganzen und für einzelne notleidende Handwerksberufe und Handwerksbezirke; die Ausfuhrförderung durch unsere neue Ausfuhrförderungsstellen in Leipzig; die Lei st ungs steige« rung durch die Neuordnung des ganzen Berufsweges von der Eignungsprüfung des Lehrlings bis zur Meisterprüfung und der Weiterbildung der Meister und Gesellen, die 'icneri-iiH'imaterndlenst. Staatssekretär Dr. Stuckart, früher im Reichsund Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, bann bis jetzt Ober» landesgerichtspräsident in Darmsta dt, ist vom Führer und Reichskanzler in das Reichs- und Preußische Ministerium des In- neren zur Leitung der Abteilung Verfassung und Gesetzgebung b e rufen worden. H@N G-M.- B • H. den Genuss an einer GÜLDENRING ganz auskosten will, sollte schon mit derVorfreude beginnen und den wunderbaren Dutt geniessen,der eineiD frisch geöffneten (Tropen- Packung entströmt. Schon an diesem Duft erkennen Sie, welch wertvolle Tabake die Güldenring-d^tischung enthält und wie vorteilhaft die neuartige Frischhaltung für Jhre Zigarette ist. GÜLDENRING fiüUS REUERBLIR6 ft UM- s MM.. sich als hochbefähigt erwiesen haben: Gestaltung bes deutschen Heims in Stadt und Land, ©eftoliung der landwirtfchaftlichen Um - gebung des deutschen Menschen im Städtebau und in der städtischen und bäuerlichen Siedlung, Heranbildung artgemäßer und zugleich im Ausland werbekräftiger Formen der modischen Erscheinung des Menschen von der Frisur bis zur Fußbekleidung. Die Einheit der Rechtspflege. FeierticherTtaatsakt in «erlitt am 2. April. Berlin, 26. März. Am 1. April 1935 sind alle deutschen Gerichtsbehörden zu einer einheitlichen deutschen Reichsjustizverwaltung zusammengeschlossen, die unter der Führung des Reichsministers der Justiz, Dr. Gärtner steht. Aus diesem Anlaß findet am Dienstag,' 2. April, um 15 Uhr, im Opernhaus in Berlin ein großer Staadsakt statt. Bei dem Festakt werden Ministerpräsident Göring, der Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner und der Reichsminister des Innern Dr. Frick das Wort ergreifen. Bei dem Festakt wird das ganze offizielle Deutschland vertreten sein. U. a. sind auch die Dekane aller juristischen Fakultäten des Reiches eingeladen. Ferner werden die Deutsche Rechtsfront, der Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen sowie die Akademie für Deutsches Recht und die deutsche Rechtsanwaltschaft vertreten sein. Es werden ferner erscheinen der Präsident des Reichsgerichts mit den Senatspräsidenten des Reichsgerichts, sämtliche Mitglieder des Volksgerichtshofes, der Oberreichsanwalt, sämtliche Oberlandesgerichtspräsidenten, Generalstaatsanwälte, Landgerichtspräsidenten und Oberstaatsanwälte des ganzen Deutschen Reiches sowie Vertreter der übrigen Beamten, der Angestellten und der Arbeiter der deutschen Justiz. Der Festakt wird auf alle deutschen Sender übertragen; Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat für alle deutschen Justiz- behörden Gemeinschaftsempfang angeordnet. Außerdem flaggen am 1. und 2. April sämtliche Justizbehörden. Der Tag wird durch eine Festaufführung in der Staatsoper abgeschlossen. Oie deutsche Lufthansa im Sommer 1935. Berlin, 26. März (DNB.-Funkspruch). Am 1. April tritt im europäischen Luftverkehr der Sommerfahrplan in Kraft. An neuen zwischen- staatlichen Flug st recken werden in Betrieb genommen: Eine zweite direkte Tagesverbindung Berlin — Kopenhagen, die Linie Berlin—Essen —Düsseldorf — Brüssel, die Strecke Hamburg— Amsterdam, die Strecke Amsterdam—Frankfurt — Mailand und eine durchgehende Tagesverbindung Berlin — Madrid. Zahlreiche neue Flugschnellverbindungen werden im innerdeutschen Fernverkehr geschaffen. Neben den Blitzstrecken Berlin—Hamburg,.Berlin—Frankfurt und Hamburg —Köln werden ab 1. Mai neue Blitzverbindungen zwischen Berlin—Nürnberg—München und Berlin —Köln geschaffen, ferner die sehr günstige neue Frühverbmduna Breslau — Dresden — Nürnberg — Stuttgart mit Anschlüssen nach München und Marseille—Barcelona. Innerhalb der Reichsgrenzen wird es künftig keine Großstadt mehr geben, die nicht in höchstens 23/< Stunden von Berlin aus zu erreichen ist. Besondere Erwähnung verdient die Einrichtung des Postdienstes auf der deutschen Transozeanstrecke Berlin—Stuttgart—Sevilla—Natal—Rio de Janeiro —Buenos Aires. Die Laufdauer der Sendungen, die bisher zwischen Berlin und Rio de Janeiro etwa vier, bis Buenos Aires rund fünf Tage beanspruchte, wird künftig durch Aufnahme des Nachtverkehrs auf den kontinentalen Anschluhstrecken noch wesentlich beschleunigt werden. VerdunkelungSübung auch in Kassel. Kassel, 26. März. (LPD.) Nach der großen Verdunkelungsübung, die kürzlich in Berlin statt- fand, wird am Samstag, 13. April, auch für die Stadt Kassel mit ihren Randgemeinden eine gleiche Verdunkelungsübung durchgeführt werden. Der Zweck der Veranstaltung ist, die Stadt so ins Dunkel zu legen, daß im Ernstfälle ihre Auffindung durch Luftfahrzeuge erschwert oder unmöglich gemacht wird. Die Hebung beginnt mit einer „eingeschränkten Beleuchtung" in der Zeit von 22 bis 23.15 Uhr, an die sich eine „Verdunkelung" bis 23.30 Uhr anschließt. Eine entmenschte Mutter vor Gericht. Der Mordprozeß Iünemann in Berlin. Vor dem Berliner Schwurgericht begann die Verhandlung gegen die 24jährige Frau Charlotte Iünemann, die wegen Ermordung ihrer 'drei Kinder angeklagt ist. Wie erinnerlich, waren die drei Kinder der unmenschlichen Mutter in der Kellerwohnung im Nordosten Berlins am 3. Februar d. I. von Nachbarn, die durch das Wimmern der Kleinen aufmerksam geworden waren, in völlig verwahrlostem Zustande aufgefunden worden. Die beiden Kleinsten, der lV«jäh- rige Wolfgang und die vier Monate alte Ingeburg, waren bereits an Entkräftung gestorben. Der 3V2= jährige Bernhard starb dann trotz aller ärztlichen Bemühungen vier Tage später im Krankenhaus. Frau Iünemann, die einen sehr zweifelhaften Ruf genießt, war zunächst nicht aufzufinden, stellte sich später selbst der Polizei, da sie durch die Fahndungen völlig in die Enge getrieben worden war und gestand, daß sie sich überhaupt nicht um die Kinder, die ihr bei ihrem liederlichen ß benswandel im Wege gewesen seien, gekümmert und sie seit dem 25. Januar ohne jede Nahrung und Wartung gelassen habe. Die ihr gewährten Unterstützungen hat Frau Iünemann immer in Lokalen durchgebracht. Da Frau Iünemann sich auf diese entmenschte Weise ihrer Kinder hat entledigen wollen, hat der Staatsanwalt Anklage wegen vorsätzlichen Mordes erhoben. Die Angeklagte machte einen verstörten Eindruck und setzte sich, das Gesicht vom Publikum abgewandt, in der Anklagebank nieder. Zur Verhandlung sind 22 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Der erste Verhandlungstag war mit der Vernehmung der Angeklagten ausgefüllt. Die Angeklagte lernte als 16jährige in Magdeburg, wo sie in einer Fabrik beschäftigt war, ihren späteren Ehemann Bernhard Iünemann kennen. Sie zog später mit Iünemann nach Berlin; die Ehe war anscheinend sehr unglücklich. Als Bernhard Iünemann nach der Heilanstalt Herzberge gebracht werden mußte, wurde Frau Iünemann von dem Wohlfahrtsamt unterstützt. Anstatt aber die Zuwendungen der Wohlfahrt und der NSV. ihren Kindern zukommen zu lassen, vergeudete Frau Iünemann das Geld in zweifelhafter Gesellschaft. Schließlich lernte sie den 20jährigen Karl Kluge kennen, von dem sie ein Kind erwartet. Während Frau Iünemann in der Voruntersuchung zugegeben hatte, ihre Kinder auf das gröblichste vernachlässigt zu haben und schließlich sogar gestanden hatte, daß sie die Kinder absichtlich habe verhungern lassen, versuchte sie in der Verhandlung ihr Verhalten zu beschönigen. So erklärte sie zunächst, sie habe sich bei ihrem Verhalten gar keine Gedanken gemacht, und behauptete später, ihr Freund Karl Kluge habe ihr geraten, sich nicht mehr um die Kinder zu kümmern. Kleine politische Nachrichten. Der Reichswehrmini st er Generaloberst von Blomberg begibt sich am 2?. März auf eine dreitägige Besichtigungsreise nach Schlesien, wo er u. a. die Standorte Görlitz, Hirschberg, Glogau, Ohlau, Brieg, Oppeln und die Städte Beuthen und Gleiwitz besuchen wird. Dabei ist die Besichtigung schlesischer Truppenteile sowie verschiedener Jndustriewerke in Aussicht genommen. * Der ständige Vertreter der „Rhein. - Wests. Zeitung" in Rom Dr. Paul Ullmann hat am vergangenen Samstag völlig überraschend von der italienischen Staatspolizei einen Ausweisungsbefehl erhalten. Die publizistische Tätigkeit Dr. Ullmanns soll angeblich Interessen des italienischen Staates verletzt haben. Die deutsche Botschaft -hat sich mit der Angelegenheit befaßt. * Zwischen der polnischen Regierung und einer britischen Werft ist ein Vertrag über den Bau von zwei leichten Kreuzern paraphiert worden. * Der französische Ministerrat hat auf Vorschlag des Handelsministers eine Verordnung gebilligt, die vorübergehend die Ausfuhr von gewissen für die Landesverteidigung wichtigen Roh st off en untersagt. Unter den Rohmaterialien befinden sich vor allem Magnesium, Baumwollabfälle und Hplz für Gewehrschäste. * In Dublin sind 50hervorrogendeirische Republikaner von bewaffneten Geheimpolizisten verhaftet worden. Der Grund für diese Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. fiange< für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übriger» Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodoo Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag? Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerek R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf«, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkausspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig Maßnahme der republikanisch-gesinnten Regierung scheint zu sein, daß die unter dem. Namen „Irische Republikanische Armee" bekannte Vereinigung be. absichtigt hat, streikenden Straßenbahnangestellten in Dublin zu Hilfe zu kommen. Völlige Desorganisation im russischen Transportwesen. Moskau, 20. März. (DNB.) Der neue Der. kehrskommissar Kaganowitsch richtet einen Er« laß an die Eisenbahnbeamten, in dem er hervor- hebt, daß trotz aller Mahnungen und Strafen bta Zahl der Eisenbahnkatastrophen im« mer weiter ansteige. Er ermahnt die Beamten zu größerer Disziplin und stellt schärfere Maßnahmen und Strafen bei Zuwiderhandlung m Aussicht. Nach amtlichen Angaben waren im Jahrs 1934 insgesamt 62000 Eisenbahnun- fälle zu verzeichnen. Bei den Unfällen wurden etwa 7000 Lokomotiven und 4500 Waggons beschä- digt. 60000 Waggons wurden völlig zerstört. Hunderte von Menschenleben sind zu beklagen. Tausende von Personen wurden verletzt. Im Jahrs 1934 lieferte die sowjetrussische Industrie 19 000 neue Waggons, so daß der Neubau mit den eingetrete» nen Verlusten bei weitem nicht Schritt hält. Weiterbericht des Reichswetlerdienstes. Ausgabeort Jranffart lieber Nordosteuropa hat sich ein mächtiger ßufte druckwirbel entwickelt, der unter kräftigem Luftd^eS« anstieg kältere Luftmässen nach Deutschland verfracht tot. Sie werden auch bei uns zur Auswirkung körn« men, schauerartige Neigungen bedingen und bei nächtlichem Aufklaren stellenweise leichte Nachtfröste Hervorrufen. Aussichten für Donnerstag: Wechselns bewölkt mit vereinzelten Schauern, bei lebhaften, nach Norden drehenden Winden kälter, leichte Nacht« frostgefahr. Aussicht en für Freitag: Stellenweise heiter und im wesentlichen trocken, Nachtfrostgefahr. Lufttemperaturen am 26. März: mittags 13 Grad Celsius, abends 10,5 Grad; am 27. März: morgens 8,7 Grad. Maximum 14,4 Grad, Minimum 6,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. März: abends 9,7 Grad; am 27. März: morgens 8,7 Grad. — Sonnenscheindauer 1,9 Stunden. Erwerbslose 30 Pf. an der Abendkasse. 1632P Tibor von Halmay 1764A 1758V werke sollen vergeben werden. näc6(lcn Scr 32? > | Verkäufe"""! Jungen wird Lehrstelle I bitorei,'elternlos, alsSchlosser Großwäscherei Edelweiß Schr.Angeb.unt. fVr. Grillparzer. Niebergall _ Löarerrgaste MUS Mündlich können Sieesnurvenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen beginnen die Aufführungen unseres neuen herrlichen Programms: .Der letzte Walzer", der sich als Bühnenwerk alle Länder der Erde erobert hat, setzt seinen Siegeszug fort. In drei verschiedenen Sprachen wird dieser grandiose Tonfilm auf der ganzen Welt gezeigt. Ueberall führen der packende Inhalt, die einfallsreiche Regie, die beschwingte mitreißende Musik den Lilm zum auhergewöhnl. Erfolg. Ferner gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Spielzeiten: Werktags 4. 6. 830, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Kochlehrfräulein gesucht. 01290 Zum Augustiner Wohnungen in jeder Größe, sucht ständ.iss2v Büro Kirchner, Seltersweg 8, Fernruf 4167. Beamtenwitwe s. Nähe Gießens Heines Oons mit Garten zu mieten. Schr.Angeb.unt. 01289 a.d.G.A. nicht u. 17 Jahr., sofort gesucht. Ldg.Scharmann Metzgerei und Wirtschaft Lichtspielhaus Gießen Ab heute Mittwoch Angebotsunterlagen sind bei dem Städtischen Elektrizitätswerk, Zimmer 4, erhältlich; ebenso können die Pläne eingesehen werden. Eröffnung erfolgt am 3. April 1935, 10 Uhr. Die Ausschreibung erfolgt auf Grund der RVO. Zuschlagsfrist 3 Wochen und erfolgt für jede Ausführung besonders. Gießen, den 25. März 1935. Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke. Waschen Spannen und Bügeln sso (auch nur Spannen) von Vorhängen Gardinen Strickdecken In sachgem. Ausfuhr. In gutem Hause sehr schön möbl. und zum Bauen Abermann nad) der welt6erüfjmten Operette von O. Strauß mit Camilla Horn, Ivan Petrovich Adele Sandrock, Ernst Dumcke, Susi Lanner, Arbeiisvergebung. Die Erd-, ZUaurer-, Zimmer-, Putzer- und 2fn- slreicherarbeiten für die Erweiterung der Trafo- station am heyerweg der Städtischen Elektrizitäts- Radio 4 Röhrens Gleichstrom), billig zu verkaufen. 17720 Walltorstr. 53 Telefon 8518. Illlllllimilllllllllllllllll Junger BötfemeleHe mit etwas Gr- Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, KaufmännischerVerein) Der für Donnerstag abend angesetzte 176eo Lichtbildervortrag wird mit Rücksicht auf die am gleichen Tage stattfindendeVeranstaltung des Konzertvereins auf Montag, den 1. April, abends 8 Uhr verlegt! | Kaufgesuche"] Hausa.Seltersweg mit grüß. Laden zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.von Hausbesitzern v. Nr.2914 anGer- mer & Wagner, Gießen. msv tüchtiger, zuverlässiger und durchaus branchekundiger W-Wer der bei Landkundschaft gut eingeführt ist, gesucht. Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit und Erfolge unt. 1771D a.d. Metz. Anz. DO-MIN macht nett Du wirst nicht krank, Verlierst Dein F ett. i76?A DO-MIN das unschädliche, wirkliche Entfettungssalz Orig.-Pk. 3.80 J(> Kl. Wohnung oderSleereZim- mer zu mieten gesucht. Schrift!. Angeb. u. 1776D an d. Gieß. Anz. Sauberes Mädchen stundenweise gesucht. Näh. in d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 01293 ERH0JLUN65WeRK 6ESÖEUT5CHENV01KE5 rüst aüst Srrvach]cire imOinöcr FREISTELLEN & mKerHMLaLifAMHM mit Küchenben. von kinderlosem Ehepaar gesucht. Schr.Angeb.unt. 01284 and.G.A. Möbl. od. leeres Zimmer ind.NäheLicher Straße gesucht. Schr.Angeb.unt. 01287 a.d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll MlUM Gienen 1705® Do., 28. März, 20 b. 22.15 Ubri lGeschl.Vorstell.) NS.-Kulturgem. Deutsche Stibne. Kein Kartenverk. Der Traum em Leben. Dram. Dichtung in 4 Akten von | Mietgesuche"j Suche für sofort 2-3-ZiiH.-Wohnun( in Gießen Tür ( ruhige Personen. Schr.Angeb.unt. 01265 a.d.G.A. {Stellengesuche} Für 16jährigen TORPEDO nur RM. 188-— schon für 7.90 monntlich Alleinverkauf Niederhausen Ko. Bahnhofstraße ßefienüo.Botel Schütz llllllllllllllllllllllllllllli 1885-1935 Mersoerewlglmo Donnerstag abends 8l/> Uhr: Bekanntmachung. Betr.: Vergebung von Tennisplätzen für die Spielzeit 1935. Die städtischen Tennisplätze (Liebigshöhe und am Schützenhaus) werden für die Spielzeit 1935 vermietet. Anmeldungen sind unter Angabe der gewünschten Tage und Zeiten im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 19, einzureichen. Die vorjährigen Mieter erhalten tunlichst ihre alten Plätze wieder zugeteilt, falls 'sie bis zum 1. April 1935 entsprechenden Antrag stellen. Gießen, den 25. März 1935. 17656 Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Hamm. SANKA KAFFEE der feine Bohnenkaffee aus Bremen coffeinfrei jetzt nur 50 Pfg. das Paket RM 2.50 das Pfund. In allen guten Geschäften zu haben. Bekanntmachung. In der Zeit vom 28. März bis 20. April 1935 werden sämtliche städtischen Straßenkanäle gespült. Während dieser Zeit sind die Rückstauverlchlüsss an den Grundstücksentwässerungen oerschlos en zu halten. 17631) Gießen, den 26. März 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Gießener Konzertverein Donnerstag, den 28. März 1935, 20 Uhr in der Stadtkirche Bach-Händel-Feier Bach: Kantate Nr. 106 Gottes Zeit Händel: DasDettingerTedeum. Der Akademische Gesangverein und Mitglieder des Banerschen Gesangvereins. — Das Stadttheater-Orchester. Solisten: Lore Fischer (Alt) Lern Gehrig (Sopran) Erich Meyer-Stephan (Baß) Leitung: Frei. Stefan fernesvary. Eintrittskarten: 1.—, 1.25,1.75 und 2.50RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. Deutsche Bühne halbe Preise, Drogerie Kreuzplatz 10. üllilllllllllillllllllllllli: gesucht. Schrift!. Schr.Angeb.unt. Angebote unter 01274and.G.A. MSield. wbD 101277 an d.G.AUiiMUiMWWM Examenskandidat sucht für 1. April sonniges Ml.ZlN1M das gut heizbar ist, mögl. im Süden der Stadt, in ruh. Lage. Schr. Angeb. u. 01288 andenGieß.Anz. Leerer Raum zum Unterstellen von Möbeln gesucht. Schr. Ang. m.Pr.unt. 01296 an d. Gieß. Anz. Gr. leeres Zimmer per bald gesucht. Evtl. Mansarde. Schr.Angeb.unt. 01297 and.G.A. Zu verkaufen: Gehr. Möbel, wie Schreibtisch, Els- schrank. Gasherd Helüwasserappa • rat n. a. i?eg0 JRoonffr. 6 II Gut erhalt, ginöeiroogea billig abzugeben. Näh. in d.Gesch.- Stelle des G. A. Mwmz zu verkauf. 01233 Alten-Buseck Steingasse 14. fieschäftsdrucksachen Rechnungen Briefbl&tter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, SebuMr.T Stellenangebote| Keine Ursprungszeugnisse, lonbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsichre tben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müsfen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Junger 01295 Alleinkoch gef. evtl, zur Aushilfe. Zu erfrag, in der Geschäfts- stelle d. Gieß. A. Braver Lunge der das Zimmer- Handwerk erlernen will, gesucht. Zimmergeschäft N 0 h m, 1727D Wiefeck. Zweites Mädchen Iß» AlllUMlllZ abzugeb Bestell, erb. wir v Vostt Damptogewerk Lollar B, NuhnA.fi., Lollar. 2 leere 01299 Möbelwagen f. nächste Woche nadi Bonn W. Müller Möbeltransport 2-3-Zimm.-Wohng. in schöner Lage, NäbeGießen,am Bahnhof, eo. mit Garten, an ruh. Leute z. vermiet. 3u erfragen in d. Geschäftsstelle d. GießenerAnzeig. 2 leere Zimmer Kochgel. u. Zentralhz. a. berufs- tät. Dame sof. zu verm. Ang. unt. 01285 a.Ü.G.A. Kl. Auto mögl.steuerfr.,in allerb. Zust.,z. k. ges.Ausf. schriftl. Ang. unt. 01292 an 0. Gieß. Anz. ichzenlriluge i kleines Modell) zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01282 and.G.A. Verschiedenes] DO.MIN macht schlank Mittwoch, 27. Marz M5 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 73 Zweites Matt Aus -em Reiche -er Krau PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MO DE ZEICHNERS 3 JACKENKLEIDS nung für Zeitgemäßes Waschen ZnihWrOauSputz ohne Aerger Unbekannte Tricks für den Haushalt. bekanntlich nicht gekocht werden, daher selbstverständlich auch nicht Mischgewebe, wenn sie Wolle Unsere drei Zeichnungen heute zeigen die drei verschiedenen Formen des diesjährigen Jackenkleides, erstens das klassische Schneiderkleid, zweitens die neue kurze und weite und drittens die lange, glockige Zackenform. Das Modell rechts zeigt in sehr schlichter, strenger Linienführung ein Schneiderkleid aus silber- grauem Kammgarn, dessen Jacke auf nur einen Knopf zu schließen ist und eingeschnittene Taschen hat. Der Rock ist l e i ch t g l o cki g in vier Bahnen geschnitten. Die Bluse in Weftenform, wie das Jackenfutter sind marineblauer Taft. Der Hut ist leichter, blauer Haarfilz, die Handschuhe sind blaues Wildleder. .. Das Modell in der Mitte hat in resedagrunem Kasha die neue kurze und sehr weite Raglantisch helfen können. In jeder Hausgemeinschaft werden sich die Frauen ermitteln lassen, die besondere Eignung für einen S ch u l u n g s k u r s u s im Luftschutz mit- bringen. Sie dürfen nicht zögern, sich die nötigen Kenntnisse — Art, Beschaffenheit und Wirkung von Gasen, Anwendung von Luftschutzmasken, erste Hilfe bei Vergiftungen und Verbrennungen, Löschgeräte usw. — anzueignen. Auch die Luftschutzorganisationen dürfen nicht zögern, die Frauen als wichtige und helfende Glieder in ihre Arbeit einzubeziehen. Im Ernstfälle werden alle Kräfte gebraucht. 8.-H. Herde, Bügelbretter leider nicht mit, sondern bleiben in ihrer Höhe. Folglich muß man alle Dinge, Mit denen man arbeiten will, einen halben Meter tiefer aufbauen, — will man aber am Tisch arbeiten, so muß man die Arme schon vom Schultergürtel an heben, um hinaufzureichen — und das ist die ermüdendste Haltung, die es überhaupt gibt. Unter solchen Umständen lohnt sich das Sitzen freilich in den meisten Fällen nicht. All diese Mißstände fallen weg, wenn man einen einfachen hohen Schemel in der Küche hat. Jeder Tischler kann ihn leicht nach Angabe der Hausfrau unfertigen. Der Schemel muß so hoch sein daß die Hausfrau fast tn Stehhohe bleibt: Der' Boden wird mit ganzer Sohle berührt, aber die Beine sind fast gestreckt — es ist also kein richtiges Sitzen, sondern mehr ein Entlasten des Körpers durch den Schemel. Aus dieser Stellung kann man bequem an jedem Tisch arbeiten, die Arme brauchen nicht gehoben zu werden, und die Reichweite ist die gleiche wie beim Stehen. Sehr wichtig ist solch ein Schemel für das Bügeln. Bügeln bei tiefem Sitzen ermüdet immer, beim Stehen werden die Füße sehr angestrengt, was bei Krampfadern und Plattfüßen oft unerträglich werden kann. Vom hohen Schemel aus kann man aber mit der gleichen Kraft und Reichweite bügeln wie beim Stehen und hat doch die Beine entlastet. Auch bleibt die Uebersicht über die Küche gewahrt. Wie groß die A r b e i t s e r l e i ch t e r u n g und die Kraftersparnis durch diese einfache Hilfe ist muß jede Hausfrau selber ausprobieren. Vielleicht regt sie dies kleine Beispiel an, sich auch in anderen Dingen die Arbeit zu vereinfachen und zu erleichtern. Wenn die Frühlingssonne scheint, dann merkt die Hausfrau auf einmal, daß sich im Lauf des Winters doch allerlei Schöben im Haushalt eingestellt haben die unbedingt beseitigt werden müssen. Und so faßt sie in jedem Frühjahr von Neuem den Entschluß, jetzt wird wieder einmal ganz gründlich alles neu O^Man^kann sich diesen Frühjahrshauspuk durch allerlei kleine Hilfsmittel erleichtern, und auch die erfahrenste Hausfrau lernt nie aus. Man beginnt zunächst mit dem Fensterputzen! Leider ist das Fensterleder nicht weich und schmieg am, sondern hart wie ein Brett. Man weicht deshalb das Leder eine Viertelstunde in lauwarmem Wasser ein, dem man einen kräftigen Schuß Salmiak bei- gesetzt hat. Fensterleder, die auf diese Art behandelt werden, bleiben immer weich. In das Waschwasser für die Fensterscheiben gibt man einen Schuß Spiritus — und schon werden die Scheiben kristallklar, besonders dann, wenn man sie mit zerknittertem Zeitungspapier abpoliert! Die Ledersessel im Herrenzimmer haben im Lauf der winterlichen Abendgesellschaften em paar Fettflecke bekommen. Sie gehen schwer heraus und sehen doch so häßlich aus. Am besten ist es wenn man es mit einer Hirschhorn-Losung versucht Man nimmt auf 100 Gramm Wasser 10 Gramm Hirschhornsalz und reibt dies auf die Fettflecke, so lange bis sich ein Schaum bildet. Diesen reibt man mit einem weichen, sauberen Tuch ab und poliert dann nach. Manchmal muß man dieses Verfahren etn paarmal wiederholen. Ledermöbel poliert man dann mit farblosem Bohnerwachs nach, denn alles Leder braucht Fett, damit es nicht bricht! Helle Ledersachen, wie Handtaschen usw. säubert man am besten mit farbloser Schuhcreme, auch Krokodilledertaschen und Koffer behandelt man damit, sie bekommen dann nicht die gefürchteten Regenflecke. Wie leicht geschieht es, daß auf Samt- und Plüschmöbel ein Fleck kommt! Hier darf man nicht mit Wasser und Seife arbeiten, dann werden die Plüschhaare hart und borstig. Ein gutes Hausmittel, das sich noch immer bewahrt hat, ist die Zwiebel! Man reibt auf Samtmöbel mit einer frisch durchgeschnittenen Zwiebel gegen den Strich. Sorgenkinder der Hausfrauen sind immer die Fußböden, ganz gleich, ob es sich um gestrichene oder Parkettböden handelt. Zum Reinigen von Parkettböden nimmt man am besten Terpentin-Ersatz, kein reines Terpentin! Mit Putzwolle, die immer erneuert werden muß, wischt man den Parkettboden Stück für Stück auf, er wird dann immer wie neu! Gestrichene und lackierte Fußböden darf man nicht mit Seifenbrühe behandeln, sie werden sonst stumpf und grau. Viele Hausfrauen wissen noch nicht, daß man den Kaffeesatz, den man sonst achtlos fortwirft, hier noch einmal gut gebrauchen kann. Ein wenig angefeuchteter Kaffeesatz wird auf dem Fußboden verteilt tüchtig verrieben und dann zusammengekehrt. Man staunt, was der Boden für einen schonen tiefen Glanz erhält! „Da fliegt die erste Motte!" Das ist ein Alarmruf für die Hausfrau. Mit Mottenkugeln und der Flitspritze wird hier vorgegangen. Besonders die Nähte der Plüschmöbel müssen beachtet werden. Zeitungspapier ist ein gutes Mittel gegen Motten, wenn man zwischen die Wintergarde - r o b e sorgfältig Bogen von Zeitungspapier legt, so wird man den Kampf gegen die Motten schon aufnehmen können. Die Badewanne braucht auch einmal eine Verjüngungskur im Frühjahr. Emaillewannen scheuert man mit einer Seifenbrühe, der man Salmiak zugesetzt hat, jedes Kratzen mit einer scharfen Bürste muß man vermeiden, damit die Emaille nicht abspringt. Nachspülen mit einer schwachen Salmiaklösung und dann nochmals mit klarem Wasser. Zink- wannen reinigt man mit einem Gemisch von grüner Seife, Putzsand und Soda. Hier ist es wichtig, daß das Wasser beinahe kochend heiß ist! B. L. Aus das Anrichten kommt es an! Wie verwendet man Reste? Es ist nun einmal eine feststehende Tatsache^ Wein schmeckt nicht aus einer Kaffeetasse, und dec schönste Mokka, auch wenn er noch so gut duftet, ist ungenießbar, wenn man ihn in einem Suppenteller servieren würde. Woher kommt denn das? Schließlich bleibt doch Wein Wein und Mokka Mokka? — Ja, gewiß: aber es schmeckt uns nicht! Und wenn es nicht schmeckt, dann kann man es auch nicht verdauen. Das ist eine ärztlich festgestellte Tatsache. Wenn einem beim Anblick der Speisen nicht das Wasser im Munde zusammenläuft (im wahrsten Sinne des Wortes), bann werden die Speisen nicht ordentlich gekaut — und sie bekommen nicht! Aus das Anrichten kommt es also an! Der Mensch ist eben von gewissen Äußerlichkeiten abhängig, die nicht übersehen werden dürfen. Die Hausfrau, die das Essen lieblos auf den Tisch stellt, kann sich nicht wundern, wenn es nicht anschlägt. Auch der Arzt legt ja besonderen Wert daraus, daß die Krankenkost appetitanregend angerichtet wird. Und oft hat es die Mutter erlebt, daß das Kind erst dann die Speise gern genommen hat, wenn man sie in einer hübschen Form auf den Tisch brachte. Mit der Form aber muß man vorsichtig feim Die Zeit der Schaugerichte ist vorüber, und wir wollen nicht ins Mittelalter zurückfallen. Es gab nämlich einmal eine Zeit, da mußte jede Speise so angerichtet werden, daß man ihre Grundelemente gar nicht mehr erkennen konnte. Im Mittelalter überzog man z. B. Rehbraten mit Goldbronze, man servierte einen Fisch als Segelboot aufgetakelt, und die Süßspeise kam in Form eines Blumenkorbes auf den Tisch. Vor lauter bunter Gelatine wußte man gar nicht mehr, was man aß. Die „neunziger Jahre" des vorigen Jahrhunderts waren groß in diesen Geschmacksverirrungen. Heute ist man sachlicher geworden. Und doch gibt man sich heute besondere Mühe, alles hübsch anzurichten. Kleine Hilfen braucht die Hausfrau dazu: Petersilie, Tomatenscheiben, Gurken, harte Eier, Radieschen usw. Lauter farbenfrohe schöne Dinge, die den Appetit anreizen, und die vor allen Dingen auch alle verschieden schmecken. Eine Schüssel nut kaltem Fleisch, die mit leuchtend roten Tomaten- scheiben umlegt ist, läßt vergessen, daß es sich eigentlich nur um Reste handelt. Uebnggebliebene Wurstscheiben legt man am nächsten Tag nicht lieblos auf den Teller, sondern man richtet sie mit 3um Nachtisch. Vanillecreme mit Ae pfeln. Man kocht eine gute Danillecreme, indem man ‘/s Liter Milch mit einer Stange Vanille eine Weile kochen läßt, dann gibt man den nötigen Zucker daran, sttzt Eßlöffel Mehl zu und gibt ein mit etwas Milch verquirltes Ei darunter, sobald man die Masse vom Feuer genommen hat. Man läßt den Creme etwas abkühlen und gibt ihn dann über drei in Scheiben geschnittene Aepfel, die man in eine Glasschale gelegt hatte. Der Creme muß recht kalt sem, ehe man ihn zu Tisch gibt. Man reicht Keks ober Makronen dazu., Obsteierkuchen. Im Sommer nimmt man hierzu frisches Obst, im Winter kann man sehr gut Backobst verwenden, das man am Tage vorher eingeweicht hat und dann in kleinere Stucke schneidet. Auch frische, in kleine Würfel geschnittene Aepfel ober eingemachte Kirschen unb dgl. sind gut zu verwenden. Man rührt einen einfachen Eierkuchen- teig aus Mehl, etwas Wasser und Eiern; er muß dickflüssig sein. Man mischt bann das Obst darunter und gibt den Teig in die Bratpfanne, in der man reichlich Fett erhitzt. Am besten benutzt man die sogenannten Ballbäuschenformen, da sich die kleinen Kuchen besser wenden lassen. Die Kuchen werden mit Zucker bestreut recht heiß zu Tisch gegeben. Vom Sitzen bei der Arbeit Man glaubt kaum, wie viele Hausfrauen heute noch ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich bet der Küchen- und Hausarbeit htn- setzen. Auch die Hausgehilfen wagen nicht, sich hinzusetzen, — denn „nur die Faulen sitzen", und wer möchte hierzu gerechnet werden! Wenn wir von den wirklich „Faulen" absehen, so konnte ebensogut das Gegenteil behauptet und bewiesen werden, daß nämlich gerade die Fleißigen bei der Arbeit sitzen, und bestimmt — die. Klugen! Wem wirklich daran liegt, viel zu arbeiten, der wird mit seinen Kräften weise haushalten, er wird sie nicht unnütz vergeuden, sondern da einsetzen, wo sie nötig sind. Dazu gehört auch, daß dem Körper die Arbeit so viel wie möglich erleichtert wird, um ihn nicht vorzeitig zu ermüden. Hat man z. B. eine Arbeit vor, die nur die Hände beschäftigt, wozu dann den ganzen Körper anstrengen durch Stehen und unzweckmäßige Haltung? Also: man entlaste wenigstens seine Beine und setze sich! Nun kommen viele Einwendungen: eine Hausfrau kann sich nicht immer setzen, denn sie muß ihre Augen überall haben, sie muß schnell hierhin und dorthin laufen können — da lohnt sich das Setzen einfach nicht. Die Einwände sind richtig, und folglich muß es wohl mit an der Art der Stuhle liegen, daß das Stehen dem Sitzen vorgezogen wird. Die meisten Stühle sind zu niedrig und zu bequem. Ein Arbeitsstuhl ist ja nicht zum Ausruhen da, sondern eigentlich mehr zur Entlastung des Körpers, der Beine. Man fetzt sich auf einen niedrigen Stuhl — und sieht plötzlich feine Küche aus einer Art Froschperspektive, die einem den notigen Ueberblid raubt. Außerdem setzen sich die Tifche, j a ck e , an deren Aufschläge die großen Taschen angeschnitten sind. Diese Linienführung Aufschläge — Taschen wiederholt sich in der Schnittform des Rockes, zu dem ein breiter, ebenfalls grüner Nappaledergürtel gehört. Die Bluse ist aus elfenbeinfarbigem M a 11 k r e p p mit kleinem Jabot, der Hut aus grünem Exotenstroh mit Bandemfah und Garnitur. . , v Bei dem links im Bilde gezeigten Modell aus beigefarbener, nicht zu weicher Wolle ist die lange, glockige und engtalli erte 3a le ganz auf braune, beigefarierte Seide gefuttert, die sowohl als Blusenmaterial als auch als Auf- schlaqbesatz sichtbar wird. Der Rock ist aus zwei Teilen geschnitten und ist seitlich nicht geschlitzt. Der große H u t ist aus dunkelbraunem, glanzendem Stroh. enthalten. Übertriebene Ansprüche an „Naßfertig- feit" wird man billigerweise auch an die neuen Kunstfaserstoffe nicht stellen, wenn man bedenkt, daß ja auch ter brave alte Wollmantel von einem mehrstündigen Platzregen nicht besser wird. Die Waschfrage ist für die z e i t g e m a ß e V e r - forgung mit Textilien von großer Bedeutung. Unserer deutschen Industrie ist es gelungen, Textilien aus neuen Rohstoffen und Mischgeweben auf den Markt zu bringen, die ihrem Aussehen und ihrer Tragbarkeit nach geradezu überraschend sind und die sich als hochwertige Textilprodukte schnell durchsetzen. Wir finden Kunstspinnstoffe vor, die sich dem Aussehen nach den gewohnten Guteerzeugmssen aus Wolle, Baumwolle usw. angleichen, die — wie Wolle — wärmenden Charakter haben und die zudem alle guten Eigenschaften der gütemäßig erprobten Kunstseide haben. Es ist die Pflicht der Verbraucher, den Ruf dieser deutschen Erzeugnisse durch pflegliche Behandlung im Gebrauch zu stützen. Es ist nicht notwendig, daß die Käuferin nur durch Schaden klug wird, und daß sie erst über Enttäuschung, ungerechtfertigter Kaufbeanstandung und verspäteter Belehrung zur Einsicht kommt, wenn sie selbst durch falsche Waschbehandlung die Sachen verdorben hat. Die Hausfrau mag die neuen deutschen Spinnstoffe oft und unbesorgt waschen, aber — richtig waschen Die Frau im Lustschutz. In Berlin haben dieser Tage große Luft- schutzübungen stattgefunden, die dank der vorangegangenen aufklärenden und belehrenden Arbeit der Behörden und des Reichsluftschutzes mit bestem Erfolg durchgeführt wurden. Nicht nur die eigentlichen Organe des Luftschutzes haben sich dabei aufs beste bewährt, auch die Selbsthilfe der Bevölkerung, ihr Einfügen in die planmäßig vorgenommenen Sicherheitsübungen hat aufs beste geklappt. Da nun beabsichtigt ist, nach und nach in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, in größeren und kleineren Städten solche Luftschutzübungen vorzunehmen, wird auch für den weiblichen Teil der Bevölkerung die Frage immer wichtiger: wie kann ich mich darin betätigen, welche Aufgaben stellt diese Verteidigungsmaßnahme mir? Ein Luftschutz kann in Rücksicht auf die Bedeutung, die der Luftwaffe im Ernstfall zukommt, nur dann wirksam sein, wenn in jedem Haus sachkundige Einwohner sich in den DienW der Sicherung und der Hilfe zu stellen in der Lage sind, die bet einem ernsthaften Luftangriff nötig wird. Daß dabei den Frauen eine wesentliche Rolle zukommt, wird begreiflich, wenn wir daran denken, daß die Mehrzahl der Hausbewohner sich aus Frauen und Kindern zusammensetzt, und daß Luftangriffe sehr häufig zu einer Zeit erfolgen, in der die männlichen Hausbewohner — sofern sie nicht überhaupt in der Kampffront stehen — nicht.zu Hause sind. Der passive Luftschutz wird also gar nicht anders können, als in immer stärkerem Maße sich der Mithilfe der Frauen zu versichern. An den Frauen nun ist es, sich dieser Mithilfe nicht zu versagen, sondern sich an diesem Platz einzureihen in den Dienst an der Gesamtheit. Wo immer die Möglichkeit besteht, sollten Frauen, vor allem auch die Hausfrauen und Mütter, die eine besondere Verantwortung ihren Kindern gegenüber haben," in kurzen Unterweisungskursen, die der Reichsluftschutzbund überall durchführt, sich für ihre Aufgaben im passiven Luftschutz schulen lassen. Ist es in erster Linie Männer- ache — was nicht sagen soll, daß nicht u. U. auch Frauen hier eingreifen müßten — bei Lutfangriffen als „Brandwart e" entstandenes Feuer zu löschen, Schutt wegzuräumen u. ä., so hat die Frau nach ihren Kräften für alle nur möglichen Hilfen in dem vom Angriff bedrohten Hause zu sorgen. Sie muß versuchen, Panik zu verhindern, muß in der Lage sein, als „Sicherheitswart" die Einwohner über Schutzräume im Hause oder in dessen Nähe zu unterrichten, sie muß helfen können, Gasschutzmasken anzulegen, erste Verbände auszuführen u. dgl., kurz, sie muß praktisch zugreifen und sie muß vor allem durch ihre Haltung beispielgebend sein können. Wer die Schrecken eines Luftangriffs auf Großstädte mit ihren zahlreichen Bewohnern erlebt hat, der weiß, wie ungeheuer wichtig auch das seelische, das charakterliche Verhalten des einzelnen für ein ganzes Haus fein kann, der weiß auch, wieviel gerade von den Frauen abhängt, die in solch kritischen Augenblicken und Stunden die Ruhe bewahren und noch andere stützen und ihnen prak- V. A. Nicht reiben, nicht wringen, nicht chloren, das ist das Kennwort, das den modernen Waschtag richtunggebend beeinflußt. Die erfahrene Hausfrau weiß feit langem, daß jede Stoffart eine besondere Waschbehandlung erfordert. Es würde ihr niemals einfallen, wollene Strümpfe in den Kochkessel zu stecken oder eine seidene Bluse mit der Scheuerbürste zu bearbeiten. Kurzum, da sich die Eigenschaften der verschiedenen Stoffarten nicht nach einer einseitigen Gewohnheit der Hausfrau richten können, muß sich die W ° [ ch b - h ° nd lun g nach 6er Stoff art richten. Die richtige Behandlung in der Wafche ist gerade für die gute Bewahrung aller Stoffe aus K u n ft f e I d e wichtig. Die Kunst, feide hat ihrer guten Tragbarkeit sowie ihrer nie - [eiligen modischen Verwendbarkeit wegen gam all- gemein das große Gebrauchsgebiet der Oberkleidung, der Leib- und yauswäfche erobert. Aus Kunstseide ist die Damenwäsche, find die cherrenoberhemdem Tischdecken, Gardinen u. a. m. Kunstseide aßt sich leicht waschen. Es genügt häufig, die Wäschestücke in ein handwarmes Seifenbad einzuweichen, dann auszudrücken und hierauf in handwarmem, klarem Wasser nachzuspülen. Wenn gründlichere Reinigung notwendig ist, können die Gegenstände, z. B. Tischwäsche, bis zu einer Stunde in einem milden Seifenbad gekocht werden. Jede Frau weiß, daß sie kunst- feibene Strümpfe — und jede Frau trägt sie — beim Waschen nicht zerren und reiben, die kunst- seidene Leibwäsche nicht wringen und chloren darf, und daß dadurch all diese hübschen, weich fallenden Stoffgebilde wie neu aus der Wäsche erstehen. Und man kann sich nicht denken, daß die Hausfrauen den fürchterlichen Muskelübungen vergangener „Waschfeste" nachtrauern. Die neuen kunstseidenen Herrenoberhemden müssen in der Wäsche auch wie Kunstseide behandelt werden. Sie sollen daher nicht wie ihre baumwollenen Brüder gewaschen werden, sondern vielmehr wie die seit Jahren mit bestem Erfolg behandelte kunstseidene Damenwäsche. Auch die neuen Mischgewebe lassen sich bequem nach den Vorschriften waschen, die für Seide ober Kunstseibe aelten. Man wirb aber darauf achten müssen, ob Mischgewebe Wolle enthält. Naturwolle darf Rechtskräftiges Todesurteil Die Revision der Gattenmörderin Ortwein vom Reichsgericht verw»r^n. musik. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Intendant König hatte die Aufführung inszeniert und lieh die zwei Akte in einer Mischung von Situationskomik und gutmütiger Ironie spielen, welche den Vorgängen jederzeit die ihnen zukom- Zudrücken der kehle am 10. Iuli. Alle diese Handlungen seien nach der Ansicht des Schwurgerichts gleichermaßen vom Tölungsvorsah der Täterin getragen gewesen. Diese Rechtsaussaf- sung sei nicht zu beanstanden. Ls handle sich um eine einzige, in verschiedenen Ansätzen Wie aus Leipzig berichtet wird, hat der erste Strafsenat des Reichsgerichts am gestrigen Dienstag die Revision der Gattenmörderin Ortwein aus kaulstoh (kreis Schotten) gegen das Urteil des Schwurgerichts Giehen vom 12. Dezember 1934 als unbegründet verworfen. Damit ist das- Todesurteil gegen die Ortwein rechtskräftig geworden. können, da die massiv bayerische Szene allzu leicht ins Groteske oder Possenhafte umschlagen kann. Rundfunkprogramm Donnerstag, 28. März 1935. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Dolksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach, richten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirt- schaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert des Symphonieorchesters Pforzheim. 18: „Der Märchenerzähler". Ein Dreigespräch über Karl August Musäus. 18.15: „Frühlingsfeier". Eine kleine lyrische Funkfolge. 18.35: „Einmaleins für Gartenfreunde". Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 18.45: Das Leben spricht. 19: „Es war einmal..." Ein musikalischer Spaziergang durch den Märchenwald. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Sinfonie Nr. 4 in Ls-Dur von Anton Bruckner. 21.20: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: „Ton in des Schöpfers Hand". Ein Bach-Spiel von Henrik herse. 23: Reichssendung: „Zeitgenössische Mu' k" (4). Konzert des Funkorchesters. 24 bis 2: Nock/- Das ist das Postamt der Matrosen! Tausend Grüße und Küsse via Cherbourg - San Franzisko nach Honolulu. kommen und Brauch das Recht hätten, zum Schutz gegen wilde Tiere einen Speer mit sich zu führen. Das Gericht entschied aber, daß der Angeklagte ebenso schuldig sei wie ein Autofahrer, der nachts ohne die vorgeschriebenen Lichter fährt. Der schwarze Speerträger, dem dieser Vergleich mit den europäischen Derkehrsverhältnissen gewiß nicht einleuchten wird, wurde jedenfalls zu acht Monaten strenger haft verurteilt. Zeitschristen. — Die Zeiten, in denen man von einer von überlieferten Einrichtungen, Meinungen und Rechten befreiten und geklärten Erziehungswissenschaft träumte, sind vorbei, heute ist die Erziehung zur Volksgemeinschaft da. Ähre Träger sind natürlich gewachsen aus dem Kampf um die Dolksgerpein- schaft und haben sich in ihm bewährt; es sind die Kampf- und Erziehungsgemeinschaften der HI., der SA. und SS., des Arbeitsdienstes; mit ihnen vereinigen sich die ältesten und darum an Ueberliefe- rungen reichsten Erziehungsoeranstaltungen, die Schule und das Volksheer. Die Süddeutschen Monatshefte (München) bringen eine Zusammenschau „Erziehung zur Volksgemeinschaft". Willi Ziegler, Direktor der hessischen Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg, untersucht das bisherige Bildungswesen als die fast ausschließliche bisherige Erziehungsveran- staltung des Staates und kommt zu dem Ergebnis, daß es mit seinem Berechtigungswesen ohne zusammenschließende Leitidee ständetrennend gewirkt hat. — Prof. Albert Dietrich sieht den sozialen Ort der neuen deutschen Erziehung im Lager. — Harro Hagen gibt einen Aufriß über die formende Wirkung der HÄ. — Oberfeldmeister Wilhelm Scheidt legt den Ädeengehalt des Freiwilligen Arbeitsdienstes bar. — Die künftige Erziehung in der Studentenschaft wird von Gerhard Schröder behandelt. — Wie die Milch als leicht verderbliches Nahrungsmittel vorsichtig behandell werden muß, wie die Milchmischungen verschie.denart.ig zusammengesetzt werden können, wie man Zucker- und Mchl- zusätze je nach Bedarf des Kindes ändern kann, ferner welche Trinkmenge täglich zuträglich ist und wann man mit der Beikost beginnt, erläutert Else Recknagel im Märzheft der Zeitschrift „M utter und K i n d". Aus dem weiteren Inhalt werden Beiträge wie „Beugen — Strecken", „Heber die Berechnung des Geburtstermines", „Vorsicht bei Kinderaussagen" und „Meine ersten Erlebnisse interessieren. Eine Spielecke, Winke für den Haushalt, neue Moden für die junge Mutter, Geschenke für das Kind usw. ergänzen die Reichhaltigkeit des hestes. bewußt zum Enderfolg geführte Tat. Änsbefondere liege nicht vor Tatmehrheit zwischen Mordversuch, begangen am 6. Juli, und M ?rd, unter Umständen in Tateinheit mit Totschlagsversuch, begangen am 10. Äuli. Das Schwurgericht bat dabei auch ganz einwandfrei das Fortdauern der Ueberlegung bei der Angeklagten während der Gesamtdauer ihrer Tat feftgestellt. Dabei könnten ja auch höchstens die von der Angeklagten geführten drei Hammerschläge als nicht mit voller Ueberlegung ausgeführte Handlung erscheinen. Doch hier habe das Schwurgericht in durchaus überzeugender Weile festgestellt, daß den Angaben der Angeklagten über den erfolgten tätlichen Angriff ihres Mannes auf sie fein Glaube beizumessen sei und infolgedessen auch nicht der Angabe, sie habe hier in einem Wut- anfall gehandelt. Es komme übrigens auf diese Teil- erroägungen auch gar nicht an, denn dieser Tatabschnitt als einzelne Handlung gesehen würde ja doch in dem schließlich mit Ueberlegung durchgeführten Mord aufgehen; das Endergebnis des Urteils wäre also unter allen Umständen richtig und nicht anzutasten. Das Reichsgericht hat mit feiner Entscheidung gesagt, das Urteil des Schwurgerichts halte auch den strengsten und peinlichsten Prüfungen, die das Gesetz zulasse und ermögliche, stand. Diese Prüfungen seien auf Antrag der Angeklagten durchgeführt worden, das gegen sie vorn Schwurgericht erlassene Todesurteil sei damit nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch rechtlich so vollkommen in Ordnung, daß es ohne Gewissensbedenken b e ft ä t i g t werden könne. Herr Geiger gab den Dichter im geblümten Schlafrock und Hausschuhen, ungefähr aus Spitzwegs Raritätenkabinett, tödlich beleidigt und wild deklamierend mit wallendem Mähnenschwung. Für den Metzgermeister Benno Summerer war Herr Hub der richtige Mann: er vertrat mit lärmender Ungeniertheit den nackten Materialismus; aber auch er wurde von den Kitschtiraden des poesiegeladenen Schwiegersohnes jäh überwältigt und wirkte in seiner männlichen Rührung wie eine jener bayerischen Typen von Carl Arnold ober Gulbransson. Frau Schubert-Jüngling, nach langer Krankheit genesen, spielte eine prächtig echte Münchener Kleinbürgerin, Fräulein Wielander die rührselig- besorgte Gattin des geprüften Dichters, Fräulern Decker die herzlich anteilnehmende Köchin Babett. Herr Löffler hatte beide Stücke ausgestattet und die bürgerlichen Sphären sauber und stilvoll voneinander abgegrenzt. Das angeregt unterhaltene Publikum spendete freundlichen Beifall. hth. Seltsamer Verkehrsunfall in der afrikanischen Wildnis. lieber einen der merkwürdigsten „Verkehrsunfälle" ist in diesen Tagen vor dem hohen Gerichtshof von Tanganjika verhandelt worden. Angeklagt war nicht etwa, wie man meinen könnte, ein Autofahrer, der in rasendem Tempo durch die Straßen in einer afrikanischen Siedlung gejagt war und dabei einen Menschen umgefahren hatte, sondern die Vorgeschichte dieses Prozesses hat sich zur Nachtzeit in einsamster Gegend zwischen zwei Fußgängern zugetragen. Allerdings hatte ein unglücklicher Zufall dabei seine Hand im Spiel. -Der Angeklagte, ein Neger aus dem Tanganjika-Gebiet befand sich, nachdem die Dunkelheit bereits hereingebrochen war, auf dem Wege zu feinem Heimatdorf und trug wie gewöhnlich feinen Speer bei sich, und diese Waffe wurde einem anderen Schwarzen zum Verhängnis, der ihm auf dem schmalen Fußweg entgegenkam. Die beiden stießen in der Dunkelheit gegeneinander und der Speer verletzte den anderen so schwer, daß er schon nach wenigen Stunden an den Folgen der erlittenen Verwundung starb. Var dem Gerichtshof wies der Verteidiger daraufhin, daß dieses unglückliche Ereignis wie ein Unfall in den verkehrsreichen Straßen Londons gewertet werden müffe, der durch einen etwas zu sorglos getragenen Regenschirm entstanden fei, und daß die Eingeborenen nach Her- Portionsförmchen serviert! Die Arbeit ist die gleiche, aber das Auge hat mehr Freude an den kleinen Formen, die sich besser verzieren lassen. Wie steht es mit der T i s ch b e k o r a t i o n? Man ist heute davon abgekommen, die Tafel mit großen Blumenarragements zu überladen. Meistens hat man nämlich dann sein Gegenüber gar nicht mehr sehen können, heute verteilt man em paar zarte Blumen in flache Schalen, oder man stellt vor jedes Gedeck eine kleine Vase mit einer einzelnen Blume. Künstliche Blumen sind nie schon, auch wenn sie noch so kunstvoll aus Porzellan gefertigt wurden. Sie bleiben tot. — Eine liebevolle Hand gehört zum Schmücken des Tisches! Lore. Die Geschichte dieses Mordes ist, was die verbissene Beharrlichkeit bei der Ausführung der Tat ' betrifft, fast beispiellos. Man erinnert sich der ' Einzelheiten, wie sie vom Schwurgericht in Gie- ßen festgestellt worden sind: Die Angeklagte Karoline Ort mein war, als ; sie in Kaulstoß einen Liebhaber gesunden hatte, < ihres Gatten, des Vaters ihrer acht Kinder, Otto Ortwein, überdrüssig geworden, der 20 Jahre älter war als sie. Der Mann hatte die Gerüchte, die ihm über den Lebenswandel seiner Frau zu- getragen worden waren, nicht stillschweigend hin- qenommen. Die Streitigkeiten wurden immer gehässiger. Am 26. Juni 1934 verbrühte sich der Mann dadurch, daß ein Topf heißen Wassers vom Ofen fiel. Im Augenblick des Unfalls kam der Karoline Ortwein der Gedanke, den unbequem gewordenen Mann für immer zu beseitigen. Der Gedanke fraß sich in ihr fest, und am 6. Juli 1934 tat sie den ersten Schritt zur Verwirklichung dieses Planes: sie reichte ihrem kranken Mann Kaffee, in den sie einen Teelöffel voll Salzsäure geschüttet hatte. Der Mann nahm nur einen Schluck des vergifteten Getränks. Am 10. Juli 1934 kam die Ortwein vormittags von ihrem Geliebten nach Haufe. Sie behauptete, was ihr aber vom Schwurgericht nicht geglaubt wurde, ihr Mann habe den -Nachttopf nach ihr geworfen und dadurch fei sie in sinnlose Wut geraten. Sie nahm einen Schusterham- mer und führte damit drei kräftige Schläge nach dem Kopf des im Bette liegenden Mannes. Dann holte sie einen Eßlöffel voll Salzsäure und flößte sie dem Wehrlosen ein: schließlich würgte sie ihn noch am halse, bis der Tod eingetreten war. Nachher verklebte sie die Wunden und überschmierte die Würgmale, so daß der Totenbeschauer ohne Verdacht blieb. Erst die Leichenöffnung ließ erfenn-en, daß gewaltsame Tötung vorlag. Das Schwurgericht hat sich mit diesem Tatbestand sehr sorgfältig beschäftigt. Insbesondere hat es die Frage eingehend geprüft und auch umfassend beantwortet, ob die Mörderin ihre grauenhafte Tat mit Ueberlegung ausgeführt habe. Die Revision, die sich nur gegen die Anwendung des Gesetzes auf den durch das Schwurgericht ermittelten und festgestellten Tatbestand, nicht aber gegen die getroffenen Feststellungen selbst richten kann, und bei deren Verhandlung die Angeklagte nicht zugegen zu sein braucht, machte vor allem geltend, die Ueberlegung bei der Tat sei nicht genügend und nicht widerspruchsfrei festgestellt worden, hauptsächlich fehle es an einer ausdrücklichen Feststellung darüber, daß gerade im Augenblick der Tötung, die durch Erwürgen erfolgt sei, die Ueberlegung vorhanden gewesen sei. Das Reichsgericht hat feine Entscheidung den Ausführungen und den Anträgen des Oberreichsanwalts entsprechend getroffen. Diese gingen davon aus, daß zwei Rechtsfragen in diesem Zusammenhang gestellt und beantwortet werden müßten: 1. Liegt eine einzige Tat im Rechtsfinne dieses Begriffes vor? . 2 Ist während der Gefamtausfuhrung dieser einen Tat ständig mit Ueberlegung gehandelt worden? Das Schwurgericht fasse ohne Rechtsirrtum das gesamte handeln im Rechtssinne als eine Tat auf, beginnend mit dem ersten Vergiften des Kaffees am 6. und endend mit dem schickt werden — enthält in der Regel für eine 600 Mann starke Besatzung 800 bis 1000 Einzelsendung en. Die gebündelte Briefpost wird in seefeste Beutel gesteckt, ein solcher Beutel darf nicht mehr als 30 Kilogramm wiegen. Das Marinepostbüro legt den größten Wed darauf, daß diese Beutel auch wirklich uneröffnet an Bord des Schiffes kommen, deshalb ist die Post sicherheitshalber zweimal „versackt", d. h. der eigentliche Post- sack kommt noch in einen anderen Sack. Ist der Beutel geschlossen, wird die Adresse angebracht, sie ist eine Holzfahne, eine kleine, rechteckige Holztafel, die in ihrem oberen Teil zwei Löcher hat, durch die die Schnur gezogen wird, mit der man den Postbeutel zubindet. Aus die Holz- sahne nun ist in ausfälligem Rotpapier die Adresse geklebt. Sie enthält neben dem Namen des die Post empfangenden Schiffes und der Reiseroute in französischer und englischer Sprache den großgedruckten Vermerk, daß oiese Post „für die Kriegsschiffe des Deutschen Reiches" ist. Eine genau gleichlautende Adresse, nur diesmal als hellrote Leinenfahne, befindet sich am Jnnenbeutel. An Bord bann nimmt der Schiffszahlmeister die Beutel in Empfang und schickt sie, geleert, wieder nach Berlin zurück — samt der Holzsahne, die im übrigen einen Wert von 40 Pfennigen hat und die die Post, die selbstverständlich auf Sparsamkeit sieht und den Pfennig ehrt, keinesfalls verlieren will. Natürlich kann unseren Blaujacken auch das sogar in Honolulu nicht unentbehrliche Kleingeld geschickt werden. Es geht freilich nicht in Barbeträgen nach dorthin ab, sondern wird listenmäßig überwiesen. Der Zahlmeister zahlt es dann dem Adressaten aus, in der Währung des jeweiligen Landes möglichst, oder schreibt es gut. Telegramme werden laut einer besonderen Abmachung zwischen der Marineleitung und dem Haupttelegraphenamt von der Küstenfunkstelle Kiel gefunkt, aber nur nachts. Und die immer willkommenen Pakete befördert von Zeit zu Zeit eine Hamburger Firma. Marinepostamt — das klingt interessant, und man glaubt sich dabei, schon wenn man nur den Namen ausspricht, von den Winden aller sieben Meere angepustet. Freilich: die Welt ist nicht kleiner geworden und die sieben Meere gibt es immer noch — was es aber nicht mehr gibt, das ist die alte Größe des Marinepostamtes! Früher, als wir noch Kolonien besaßen und viele Kriegsschiffe ständig draußen irgendwo in der fernen Welt stationiert ober auf Fahrt waren, beschäftigten sich viele, viele Beamte mit ber Be- förberung ber Post für unsere Auslanbsschiffe. Im Kriege noch waren es über hunbert Köpfe, benn auch ba ging bie gesamte Post für die Flotte durch das Marinepostamt, damit niemand erfuhr, wo unsere Schiffe sich gerade befanden. Ein wenig von dem Glanze der alten Zeiten : erstrahlt noch, wenn unsere Flotte in den Sommermonaten im Mittelmeer ober um Schweben herum , auf Uebungsfahrt ist — bann läuft auch hier jebe । Karte unb jeber Brief burch bas Marinepostamt, in dem bie Brief-Fächer für unsere Schiffe sonst : nur noch gelegentlich gefüllt werben. = Kurt h. Kauffmann. Immer, wenn eines unserer Kriegsschiffe auf s großer Fahrt, auf einer Weltreise begriffen ist, be- 5 kommt bas Postamt ber Matrosen „alle hänbe voll s zu tun". Denn biefes Postamt unserer blauen Jungen, bas amtlich einfach „M a r i n e p o st b ü r o" i heißt und sich in Berlin im Postamt E2 in ! ber Spanbauer Straße befinbet, ist in ganz Deutsch- < lanb bie einzige postalische Behörbe, bie Post an < bie Besatzungen unserer Kriegsschiffe im Auslanb I beförbert. Alles hier Miß, wenn ber Kriegsschiffmatrose Jan Maat in Sibney ober Hongkong pünktlich seinen Brief von Muttern ober von ber Liebsten erhalten soll, wie am Schnürchen gehen — unb baß es so geht, bafür ist gesorgt. Bis jetzt nämlich hat noch jebes unserer Kriegsschiffe sozusagen bis auf bie Minute genau feine Post bekommen, selbst wenn es sich am anberen Enbe ber Welt befanb. Nur einmal, ba klappte es nicht. Das lag-aber baran, baß bamals in Sübame- rifa Revolution war unb unser Kreuzer bie chilenischen Häfen nicht anlaufen konnte. Später allerdings bekamen bie Seeleute bann in einem anberen Hasen ihre wohlverbienten tausend Grüße unb Küsse aus ber Heimat boch. Der Ausfall ber Post — bas ist für Menschen, bie seit Monaten unterwegs sinb unb natürlich auf Nachrichten von Zuhause fiebern, sehr enttäuschenb unb schmerzlich. Darum werben vom Marinepoftbüro nur die allerbesten, bie schne11sten unb sichersten 23 er- binbungen zur Uebermittlung der Postsachen an unsere Kriegsschiffe benutzt. Wenn zum Beispiel ein auf Weltreise befindlicher Kreuzer Sumatra oder Java eben verlassen hat und nun Honolulu auf hawai als Hasen ansteuert, muß die nächste Postsendung für dieses Schiff von Berlin aus so abgeschickt werden, daß sie auf den Tag genau mit einem der großen Amerikafahrer von Cherbourg aus abgehen kann. Der Amerikadampser trifft in Neuyork am sechsten Tage ein. Von dort aus geht dann die Post in viertägiger Bahnfahrt bis zu den Häsen der amerikanischen Westküste Seattle ober San Franzisko, von diesen beiden Häsen aus gibt es dreimal wöchentlich Schiffsverbindungen nach Honolulu; die Fahrt dorthin dauert sechs bis acht Tage — diese einzelnen Lauffristen sind so bemessen, daß die Post in jedem Falle den jetzt inzwischen in Honolulu eingetroffenen Kreuzer auch wirklich erreicht. Ob nun Honolulu, Samoa ober Ceylon — nach überall ist ber viele t a u f e n b Meilen mes- fenbe Weg, ben bie für ein auf Weltreise befinb- lichs Kriegsschiff bestimmte Post zu nehmen hat, aufs genaueste ben Routen ber Uebersee-Postbamp- fer angepaßt. Die jeweils letzten Verbinbungen unb Absenbemöglichkeiten nach ben wichtigsten außereuropäischen Häsen finbet bas Marinepostbüro in einer von ber Postbehörde selbst herausgegebenen Liste, die, mag es sich nun um London, Hamburg ober Bombay, um Mabagaskar ober Habana handeln, bis auf5 i-Tüpfelchen stimmt. Solch eine Postsendung nun — übrigens können nur gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen und Geschäftspapiere zu bestimmten Gewichten, nicht aber Geldbriefe, eingeschriebene Sendungen, Päckchen, Pakete, Warenproben, Nachnahmen usw. ge- Scheiben von hartgekochten Eiern, kleinen Gurken, Mixed Pickles und Sardellenringen zu einer Appetit- platte an. Ausgewärmte Gemüsereste vom Mittagessen mag man nicht gern auf der abendlichen Tafel noch einmal sehen, hat man sie aber mit Mayonnaise überzogen, so greift jeder gern zu diesem pikanten Salat, hart gewordene Wurstenden gibt man durch die Fleischhackmaschine, mischt sie mit einem Eigelb und gehacktem harten Ei, kleingeschnittenen Gürkchen und etwas Gewürz und stopft sie in ein ausoehöhl- tes Weißbrot. In dieser Form schmecken die „Wurstzipfel" ausgezeichnet, denn man erkennt sie nicht wieder. Auf das Anrichten kommt es an. Wieviel netter ist es z. B., wenn man Süßspeisen in kleinen Gießener Giadiiheater. Björnson: „Die Neuvermählten". Thoma: „Gelähmte Schwingen". Infolge einer plötzlichen Erkrankung im Personal, bie bereits eine eilige Umbesetzung in Grillparzers Traumspiel notmenbig gemacht hatte, mußte die ursprünglich für gestern vorgesehene Aufführung der „Armseligen Besenbinber" von Carl Hauptmann verschoben werben; statt besten hatte man zwei ältere Stücke zu einem Lustspiel-Abenb vereinigt. * Was Björnson angeht, so lernt man ihn bei uns in Deutschlanb auf bem Theater meist von ber anberen, ber ernsthaften, typisch skanbinavischen unb problematischen Seite kennen, unb auch von seinen Lustspielen ist uns „Wenn der junge Wein blüht" geläufiger als bie zweiaktige Geschichte von den Neuvermählten. Das ist fürwahr ein Sturm im Wasserglase, ber uns nicht nur bes reizenben Kostüms wegen recht biebermeierlich anmutet. Es fängt ganz gelinbe vor bem ersten Frühstück an mit einem Streit um ben Besuch eines Balles am Abenb. Aber biefe Auseinanbersetzung wächst sich im hanburnbrehen zu einer regelrechten Revolte in ben Flitterwochen aus: ber junge Ehemann protestiert bagegen, baß er nur Schwiegersohn sein unb seine Ehe im Elternhaus seiner Frau verbringen soll, bie Vater unb Mutter nicht verlassen unb einen eigenen hausstanb errichten will. Zwar setzt ber Mann seinen Willen burch, aber es stellt sich heraus, bah auch bies nicht ganz bas Richtige ist, und man muß schon fürchten, bah bie noch so junge Ehe vollenbs in bie Brüche geht, zumal bie Freunbin ber Frau bie Übersiedelung mitmacht: diese Freundin hat zwar bie Ehe recht eigentlich zustanbe gebracht, aber es hätte fast ebensogut aucy ihre eigene Ehe werben können. Im letzten Augenblick geht doch noch alles gut aus, und als die Schwiegereltern zu Besuch kommen, um vor einer Auslandsreise gerührten Abschied zu nehmen, spielen bie Neuvermählten ihnen eine kleine Ko- möbie vor, bie inbessen mehr ist als ein improvisiertes Flitterwochentheater unb auch burchaus so oerftanben wirb. Nun können bie Eltern in Seelenleben auf bie Reise gehen, unb ba bie Freunbin sie begleiten wirb, steyt bem ehelichen Glück der Neuvermählten nichts mehr im Wege. menbe Sphäre wahrte unb mit ber Einkleidung zugleich die historischen und die gesellschaftlichen Voraussetzungen andeutete, die für ein verständnisvolles Eingehen auf ben harmlosen Kleinkrieg zwischen ben Kulissen erforberlich scheint. Mittwoch, den 27. März. Gießen. Sladtkirche. 18 Uhr: 4. Passionsandacht; Pfr. Becker. Donnerstag, ben 28. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Anthes. Freitag, den 29. März. Gießen. PeKuskapelle. 20 Uhr: Pasfionsandacht; Pfr. Trapp. Herr Lüpke spielte den jungen Ehemann, dessen hitzig ausbrechendes Temperament einen schweren Kampf mit seiner Wohlerzogenheit und seiner echten Neigung zu bestehen hat. Fräulein Wieland e r, blond und rosa, traf mit Lächeln, Knicksen, Szenen und Tränen die Wesensart dieser wahrhaft kindlichen Neuvermählten vortrefflich. Herr 23 o l cf war ein würdiger, bürgerlich-wohl- fituierter Patrizier, Frau Schubert-Jüngling eine betulich-bewegte und ehrpußlige Mama. Fräulein Pflug gab mit ruhiger Entschiedenheit bie Freunbin Mathilbe. — * Der Einakter „Gelähmte Schwingen" von Thoma beginnt zwar auch am Frühstückstisch, spielt aber im übrigen sehr vernehmlich in einer anderen Luft und Landschaft und ist in jeder Hin- sicht aus derberem Holz geschnitten. Wir haben diese bürgerliche Szene aus München hier übrigens bei früherer Gelegenheit schon einmal erlebt: es ist der Morgen nach einer verlorenen Schlacht; ber „Volks- bichter" Haselwanter ist im Theater ausgepfiffen worben, und nachdem er zum Kaffee die Kritik gelesen hat und seine arme Frau schon drauf und dran ist, weinend zu ihren Eltern zurückzukehren, da erscheinen diese gerade im richtigen Augenblick auf dem Kriegsschauplatz. Und es ergibt sich zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn, dem Meßger- meifter und dem Volksbichter eine erschütternde Auseinandersetzung über Wesen und Wirkung der Poesie im allgemeinen und im besonderen. Der Metzger verlangt vom Poeten, er müsse „moderner" schreiben, um bie Seele bes Volkes zu gewinnen; aber ber schlägt ihn mit seinen eigenen Waffen, indem er ber versammelten Familie nur eine einzige kurze Szene aus seinem Wilberer-Drama vorliest unb bamit allen Anwesenben das Helle Wasser in die Augen treibt. Alsbald ist auch hier ber Friebe'n wieder hergestellt, und man kann beruhigt zum gemeinsamen Frühschoppen ziehen. * Herr Loser hatte bie Spielleitung, seine Aufführung war von unmittelbarer Wirkung aufs Publikum; wir glauben allerdings, daß bie Darstellung — bei aller Würdigung ber landschaftlichen und anderen Wesensunterschiede beiber Stücke — stellenweise eine gewisse Dämpfung hätte vertragen s Mui. '* *) öt( le sich Wh t. l>eit zu». ' M, ^lagsver. ericht hat uern bet . der 'unten jQ geführten Erlegung "er habe )er Weije Sten über -nncs QUj olgebejjen Dut- diese Teil, efer Tatwürde ja g dnch bnis des n richtig Reibung ilte auch gen, die stand. ^geklagten ii Schwur- i)t nur ge. ollkom» Gewissens. m Gymnastik, mzert. 8.15 n Morgen. Äiedsingen. und Haus, i. 13: Nach, zirk. 13.15: 4.30: Wirt« tung. 15.15: Symphonie- ^enerzähler". isäus. 18.15: Funksolge. '**. Nützliche Das Leben musikalischer 20: Nach- negel. 20.15: m Bruckner, chten. 22.10: 5: „Ion in non Henrik che Mu' k" , 2-. W" I sionsandocht! 5.20.15 W- ssionsandacht! ich zu füpu. .r WgeklM er der nachts Der schwarze nit den euro' nicht =inl* llonaten stre" ct; es ^r ites ng5*y Äti» NnlksgeiyeiN' i * * Ä en ohu^t h^ nh S ^r sozial^ Harro rineKZt im SLnst-s bW* 11» k-rdb^n » er»«» rti9 M E?» u» WZ ■ »%fe Nr. 73 Dritter Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Mittwoch, 27. März M5 Aus der Provinzialhauptstadt. Der Frühling. Am Waldrand, an einer geschützten Stelle am Eisenbahndamm, hielt ein alter, wackeliger Planwagen. Die Insassen lagen in malerischer Unordnung rings im Grase. Es war ein Korbmacher mit einer Familie. Sie hatten wieder ihre Fahrt an- getreten und sonnten sich am ersten schonen Frühlingstag. Die kleinen Kinder, alle barfuß, Uesen sich nach, schlugen Purzelbäume und spielten Verstecken. Zwischen einigen vom Rauch geschwärzten Steinen prasselte ein lustiges Feuer. Darüber stand ein alter kupferner Topf, in i>em das Mittagsmahl bereitet wurde. Die Mutter her Kinder wusch am nahen Bache Kleidungsstücke und hing sie dann an den Weidenstümpfen aus. Der Mann slocht Körbe. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben dieser „fahrenden" Familie. Sie wußte, daß jetzt der Winter vorbei.ist, daß nun wieder eine schöne Zeit kommen wird. Nun goht's von Dorf zu Dorf, durch Städte, an Flüssen und Bächen vorbei, durch rauschende Wälder, über Berge und durch Täler: Hinein in die weite Welt! Unbekümmert ziehen, sie hinein in den schönen Frühling. So lang es in den Feldern noch etwas gibt. Im Winter haben sie auf Vorrat gearbeitet. Im Wagen sah man die kleinen Lehnstühlchen für Kinder und Puppen, fein säuberlich auflackiert, liegen. Die werden nun verkauft, und die Kleinen schleppen alte, fast unbrauchbare Körbe herbei. Der Vater flickt sie, setzt Böden ein, und die Kinder tragen sie wieder dem Besitzer zu. — Za, der Frühling ist da. Die Sonne schaut freundlich durch die Wolken. Langsam, mit dem Wachsen des Tages, find die Nebel verschwunden, die die ahnungsschwere Erde eingewickelt hatten. Vogelgezwitscher kommt von den Bäumen. Im Felde blitzt die Pflugschar. Ueberall regt sich neues Leben. Wir schauen nach dem blauen Himmel und horchen auf den Gesang der Amsel. Don der Hecke am Waldrand duftet es lieblich. Versteckt im dürren Grase, noch halb überdeckt mit altern Laub, luaen Veilchen hervor, schon urnsurnrnt von fleißigen Bienen. Wir betrachten die lieben Frühlingsboten. Wir pflücken keine Blumen ab. Lassen wir sie den Bienchen! Freuen wir uns daran, es kommen noch Wanderer nach uns. Und der ganze Abhang ist mit Gänseblümchen übersät. Still und bescheiden stehen sie da. Auch sie verkünden: Der Frühling ist gekommen! Ueber den Feldern erheben sich die Lerchen und lassen unablässig ihre Triller ertönen. Die Saaten leuchten, die Wiegen werden grün, die Knospen der Bäume schwellen und wollen jeden Tag aufbrechen. Und kommen auch noch Stürme und brausen noch Regenschauer nieder, vermischt mit Schnee und kleinen Eiskörnern, das macht nichts. Wir haben die ersten Frühlingstage erlebt, wir schauen über die schlimmen Tage hinweg und sehen nur Sonne und blauen Himmel vor uns. R. Wir suchen die besten Rundfunksprecher! Die Reichssendeleitung und der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer veranstalten auch in diesem Sommer wieder das große öffentliche Preisausschreiben: Die b e st e n Ru ndfunk sprechet ans Mikrophon! Dieser zweite Rundfunksprecher-Wettbewerb, der für alle deutschen Frauen und Männer offen ist, beginnt am 1. April 1935 im ganzen Reich. Zn Veranstaltungen der Kreisgruppe des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer sollen alle anwesenden Volksgenossen nach eigenem Urteil durch Stimmabgabe unter den Bewerbern die besten und befähigtsten Rundfunksprecher ermitteln. Das deutsche Volk sucht sich selbst die besten Rundfunksprecher, das ist der Sinn dieses Wett- Kreistagsfihung in Gießen. Verabschiedung des Voranschlags des Kreises Gießen für das 3Rj. 1935. Heute, Mittwoch, vormittag fand im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen die diesjährige ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen unter Dem Vorsitz des Oberregierungsrats Dr. S ch ö n h a l s statt. Zu der Sitzung waren infolge Entschuldigungen von mehreren Kreistagsmitgliedern nur zehn Kreistaasabgeord- nete erschienen, so daß die Sitzung beschlußunfähig war. Eine vorsorglich bereits auf eine Viertelstunde später anberaumte neue Sitzung war dann ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Kreistagsmitglieder beschlußfähig und begann mit ihrer Arbeit. Zunächst wurde der Bericht über die Rechnung der Kreiskasse in Verbindung mit dem Vermal t u n g s b e r i ch t des Kreisausschusses für das Rechnungsjahr 1933 erstattet und vom Kreistag einstimmig genehmigt. Der Kreiskasseabschluß für 1933 zeigt folgendes Ergebnis: Betriebsrechnung: Einnahme 464 455,58 Mark, Ausgabe 445 481,06 Mark, Einnahmerest 18 974,52 Mark; Vermögensrechnung: Einnahme 185 044,96 Mark, Ausgabe 24 729,52 Mark, Barrest 160 315,44 Mark. Hierauf folgte der Voranschlag des Kreises Gießen für das Rechnungsjahr 19 35 in Verbindung mit der Beschlußfassung über die Ausschlagssätze für die Kreisumlagen und die Kreissondergebäudesteuer für 1935. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 770 149.— Mark ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 594 920 Mark, auf die Vermögensrechnung 175 229 Mark. Der wichtigste Posten in dem Voranschlag ist die Wohlfahrtspflege mit Gesundheitswesen. In diesem Kapitel beziffern sich die Einnahmen auf 130 019 Mark, die Ausgaben auf 316 638 Mark, so daß ein Zuschuß aus allgemeinen Kreismitteln in Höhe von 186 619 Mark (gegen 190 977 Mark im Vorjahre) erforderlich ist. Der Bedarf an Kreisumlagen für das Rechnungsjahr 1935 beläuft sich auf 196 000 Mark, er ist abgestellt auf das unter Beibehaltung der Steuerausschlagssätze von 1934 sich ergebende Erträgnis an Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuer. Das Vermögen des Kreises Gießen beläuft sich auf 336 574 Mark, die Schulden des Kreises werden mit 110 987 Mark ausgewiesen. Der Voranschlag wurde vom Kreistag in der Festsetzung des Kreisausschusses einstimmig angenommen und damit auch den Steuerausschlägen zugestimmt. Die Beschlußfassung erfolgte auf Antrag des Kreistagsmitgliedes K i r ch h ö f e r (Hungen) einstimmig und ohne Aussprache. Sodann stimmte der Kreistag der Schaffung einer zweiten etatmäßigen Sekretär st elle bei dem Kreisfürsorgeamt zu. Es handelt sich dabei nicht um die Schaffung eines neuen Postens, sondern um die endgültige Anstellung eines bereits seit 1922 bei der Kreisverwaltung tätigen Mitarbeiters. Kreistagsabgeordneter K i r ch h ö f e r - Hungen brachte in einer kurzen Ansprache das rückhaltlose Vertrauen des Kreistages zur Kreisverwaltung zum Ausdruck und betonte die unverbrüchliche Bereitwilligkeit des Kreistages, nach den Weisungen des Führers weiterhin mitzuarbeiten an den Aufgaben der Kreisverwaltung. Oberregierungsrat Dr. Schönhals nahm von dieser Vertrauenskundgebung namens der Kreisverwaltung mit Genugtuung Kenntnis, wies dabei auf die kommenden großen Aufgaben nach der Einführung der neuen Gemeindeordnung hin und betonte, daß diesen Erfordernissen nur entsprochen werden könne auf der Grundlage des vollen Vertrauens der Kreisbevölkerung zur Kreisverwaltung. Hierauf schloß Oberregierungsrat Dr. Schön- h a l s den Kreistag mit dreimaligem, von den i Versammelten freudig aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler 'als Gelöbnis der weiteren treuen Gefolgschaft. Gießen—Vilbel-Nord, Friedberg—Hungen—Mucke, Friedberg—Nidda—Schotten, Gießen—Lauterbach- Nord, Gießen—Büdingen, Vilbel-Nord—Lauterbach« Nord, Lollar—Grünberg, Burg- und Nieder-Ge« münden—Kirchhain (Bezirk Kassel), Friedberg— Heldenbergen—Windecken, Alsfeld—Grebenau, Gießen—Dillenburg, Gießen—Limburg, Weilburg- Friedrichsdorf, Friedrichsdorf—Friedberg, Graven- wiesbach—Wetzlar, Stockhausen—Beilstein, Herborn —Niederwalgern, Wetzlar—Lollar. Die Karten gelten am 30./ 31. März und am 6./ 7. April mit normaler Geltungsdauer (Samstag 12 bis Montag 12 Uhr), außerdem am 3. April mit einer Geltungsdauer von 0 bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Orts« gruppe Gießen-Mitte: 20 Uhr Singstunde im Schip- kapaß. — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr: Lustspiele: „Die Neuvermählten" und „Gelähmte Schwingen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer"; 10.45: Boxkampf Schmeling — Hamas. — Spielplanänderung im Stadt« theater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, nicht wie angekündigt, Hauptmanns Märchendichtung: „Die armseligen Besenbinder", sondern Björnsons Lustspiel: „Die Neuvermählten" (Spielleitung der Intendant), und Ludwig Thomas Lustspiel: Gelähmte Schwingen" (Spielleitung Karl Löser) in der Besetzung der gestrigen Erstaufführung. — Der Gießener Konzertverein lädt in unserem heutigen Anzeigenteil noch einmal zu der Bach-Händel-Feier ein, die am morgigen Donnerstag, 20 Uhr, in der Stadtkirche stattfindet. Näheres in der Anzeige. * ** Arbeitsvergebung. Die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Erd-, Maurer-, Zimmerer-, Putzer- und Anstreicherarbei« ten für die Erweiterung der Transformatorenstation am Heyerweg aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. bewerbs, durch den Taufende von Männern und Frauen angespornt werden sollen, ihre Fähigkeiten als Ansager, Sprecher und Berichterstatter für den Dienst am nationalsozialistischen Rundfunk prüfen zu lassen. Für die besten Rundfunksprecher sind ein Preis von 2000 Mark und vier weitere Preise im Gesamtwert von 1725 Mark, sowie 105 Trostpreise im Gesamtwert von 3150 Mark, die sämtlich in bar zur Auszahlung kommen, und weitere 2000 Ehrenpreise ausgesetzt. Indem wir alle Volksgenossen zur Teilnahme auffordern, bitten die Interessenten, sich an den Leiter des Wettbewerbes der hiesigen Kreisgruppe, Arthur L i ch, Gießen, Sonnenstraße 31, zwecks näherer Auskunft zu wenden. Letzter Meldetermin: 5. April. Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer Kreisgruppe: Gießen, Wettbewerbsleitung. A. Lich. Amt für Beamte, Kreis Gießen. Die Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Beamten e. 23., Kreis Gießen, werden gebeten, sich an der Veranstaltung des Bundes heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund), Gießen, die am Freitag, 29. März, um 20.15 Uhr im Caf6 Leib statt- findet, und in deren Mittelpunkt der Filmvortrag „Ostpreußen ruft!" steht, rege zu beteiligen. Karten für die Beamten sind bei den Fachschaftsleitern und Vertrauensleuten des RDB. zum Preise von 0,30 RM. erhältlich. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Eine Bezirkskonferenz des N S L B. Bezirk Gießen-Land ist auf kommenden Samstag, 15 Uhr, in das Hotel Köhler zu Gießen einberufen. Die Ortsgruppe Gießen-Süd veranstaltet am kommenden Montag, 20.30 Uhr, im Studentenheim eine öffentliche Versammlung der Ortsgruppe mit Sturmhauptführer Ott als Redner. Oie Konfirmanden in Gießen. Die Zahl der Kinder, die im Monat April in Gießen konfirmiert werden, beträgt 500 (233 Knaben und 267 Mädchen). Sie verteilen sich, wie folgt, auf die Einzelgemeinden: Matthäusgemeinde 117 (45 Knaben und 62 Mädchen), Markusgemeinde 93 (44 Knaben und 49 Mädchen), Lukasgemeinde 128 (62 Knaben und 66 Mädchen), Johannesgemeinde 60 (31 Knaben und 29 Mädchen), Luthergemeinde 79 (38 Knaben und 41 Mädchen), Petrusgemeinde HO (11 Knaben und 19 Mädchen), Militärgemeinde 3 (2 Knaben und 1 Mädchen). Verbilligte Bahnfahrt zur Gießener Frühjahrsmesse. Von der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Gießen wird uns mitgeteilt: Zu dem in der Zeit vom 31. März bis 7. April in Gießen stattfindenden Frühjahrsmarkt (Schau- und Verkaufsmeffe) gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahrkartenausgaben der nachstehenden 'Strecken Sonntagsrückfahrkarten aus: ** Die städtischen S t r a ß e n k a n ä l e werden in der Zeit vom 28. März bis 20. April gespült. Die Rückstauoerschlüsse an den Grundstücksentwässerungen sind bei dieser Spülung verschlossen zu halten. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Hoch- und Tiefbauamtes. ** Morgen kein L i ch t b i l d e r v o r t r a g der Vortragsvereinigung. Im heutigen Anzeigenteil wird von der Vortragsvereinigung bekanntgegeben, daß der für morgen, Donnerstagabend vorgesehene Lichtbildervortrag auf Montag, 1. April, verlegt ist. (Siehe Anzeige.) ** Motorisierte Schausteller. Einen ungewohnten Anblick hatte man gestern zwischen 16 und 17 Uhr in der Frankfurter Straße. Dort kamen einige Wagen von Jahrmarkts-Schaustellern dahergefahren, die man sonst immer mit einem oder zwei Gäulchen bespannt sehen konnte. Gestern präsentierten sich die beiden Schaustellerwagen, bei denen es sich — nach dem Aussehen der Wagen zu urteilen — um ganz kleine Schausteller-Betriebe aus Marburg handelte, neuzeitlich im Schlepp je NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack Z w Oie Lfflandstöchter und ihre Freier. Vornan von 3- Schneider Ioerfll. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 15 Fortsetzung Nachdruck verboten! Niels drehte sich nach der anderen Seite und sah in eine unwirklich glasklare Helle, die dem Auge weh tat. Die Bergspitzen schoben sich direkt dis an die Wände der Hütte heran. Und als Barthelmes heute morgen das Fenster geöffnet, hatte es ganz eigentümlich gerochen, was Den Alten zu der Bemerkung veranlaßte, daß er ein ganz komisches G'schmackerl im Maul habe: „Als wia wann aner was Giftig's geschluckt hätt." Vielleicht kann ich schlafen, dachte Niels und wandte das Gesicht wieder von der glitzernden Helle draußen ab. Aber es glückte nicht. Es war ihm fchon bei Nacht nicht recht gelungen. Ein schlimmer Traum hatte ihn gequält und ihn aus dem Schlummer aufgeschreckt: Die Gipfel rings um die Hütten hatten plötzlich zu tanzen angefangen und waren dann über ihn hereingesturzt; gerade auf feinem gebrochenen Bein lag ein riesiger Felsblock. Von feinem Stöhnen war Barthelmes erwacht? Wenn ich wieder laufen kann, geh ich nach Nizza, tröstete sich Niels. Oder nach Cannes. Oder nach Kairo. Ich bin auch so lange nicht mehr auf Madeira gewesen. Vielleicht fahren wir nach Madeira. Das „wir" bezog sich auf feine Sekretärin, feinen Diener und feinen Chauffeur. Zu allem Ueberfluß bekam er jetzt auch noch Verlangen nach lauter ausgefallenen Dingen: Nach einem luxuriös gedeckten Tisch in einem erstrangigen Hotel, mit schneeigem Damast, geschliffenen Weingläsern und schimmernden Champagnerkelchen. Sein sehnsüchtiges „Ach!" rief Barthelmes herbei. Er hatte es trotz des Holzsägens gehört. „Zs was net in Ordnung, Herr? Woll'ns besser auf die Seit'n lieg’n? A Schal'n Kaffee wär' a no drauß'n." Niels wollte keinen Kaffee. Er trug jetzt Verlangen nach einem Bohnengericht, das er einmal in Katalonien gegessen hatte. Oder nach einer Forelle, wie man sie in Norwegen zubereitet bekam. Er wäre auch mit einer Tomatensuppe zufrieden gewesen ober sogar mit einer neapolitanischen Reis- fpelse. „Reis haben Sie wohl nicht auf der Hütte?" fragte er bescheiden, wie jemand, der auf feine Wunsche nur ein „Nein" erwarten kann „A Reis hab' ich scho. A Kilo ober zwa. Möchtens heut z' Mittag an Reis hab'n, Herr? An Millireis, mit etliche Weinbeerl brin’, unb Zucker und Zimmet d'rauf? Zs net schlecht, a so a Millireis'" Niels verzerrtes Lächeln stimmte ihn mitleibig. „Glei setz i ihn zua. In aner Stunb' können ma eff’n." In einer Stunbe aßen sie: Milchreis mit Weinbeeren unb Zucker unb Zimt unb einem großen Stück zerlassenes Schmalz barüber. „In Spanien ißt man ihn mit Schnecken", bemerkte Niels unb schloß bie Augen, um ben Blechlöffel nicht zu sehen. „Was mit Schneck'n?" „Den Reis." „A so?" „Ober auch mit Austern." „San bös a Viecher?" Und auf Niels Lächeln schüttelte Barthelmes den Kopf. „I hab' no nix g'hört von Austern." Interessiert horchte er auf Niels Erklärung. „Mög'n net wenig gallig fei, de Dinger, ha? Z möcht's net! Da is mir der Millireis mit Weinbeerl scho Haber." Niels war überzeugt davon, denn der Alte löffelte unentwegt aus dem großen, blauen Emailletiegel, von dem man bereits den Boden sah. Während Barthelmes dann das Geschirr spülte, aß Niels zum Nachttisch ein ganz köstliche, frucht- gefüllte Omlette und trank ein Glas eisgekühlten Cherry dazu. Und zum Schluß eine Taffe Mokka, ben ein tabellofer Kellner serviert hatte unb mit einem Löffel Kandiszucker gesüßt. Und der Löffel war sogar aus Silber ... „Aus Silber!" sagte Niels im Traum so laut, daß der Alte erstaunt unter bie Tür trat. „Woll'ns no was, Herr Pöttmes?" Unb als er keine Antwort bekam, nickte er zufrieben. „Jetzt schlaft er do. Vielleicht verschlaft er bös verhexte Wetter." Er hing ben Spülkessel an ben Nagel neben bem Herb unb suchte seine Wollmütze aus der Truhe, bie als Bank am Fenster ftanb. Holzsägen bürste man jetzt vorläufig nicht. Das weckte ben Kranken möglicherweise roieber. Dafür wollte er ein bißl talab schauen. Vielleicht hatte einer ber Almbauern eine Forelle. Das war sicher etwas, was sein Pflegling mochte. Austern gab s nicht im Grundl-See. * Klaubine war in Bruck an ber Mur zur Nacht angekommen, hatte in einem Hotel nahe bem Bahnhof Unterkunft gefunben unb war am Morgen von bem Portier belehrt worben, baß es bis zur Karrer-Hütte immerhin ein Weg von sechs Stunben sei. Ob sie auch wisse, baß bie Hütte im Winter nicht bewirtschaftet wäre? „Es ist bemnach niemand droben?" fragte sie erstaunt. „Das schon." Aber sie würde weder Unterkunft, noch Verpflegung erhalten. Und auf ihre Erwide- rung, sie müsse trotzdem auf die Karrer-Hütte, lächelte er nur. Damen hatten zuweilen solche extremen Launen. Na, sie würde ja selber sehen. Klaubine ließ sich eine Flasche Tokaier in den Rucks-"* nacken, außerdem Weißbrot, zwei Büchsen Oelsardinen und einige kleine Pakete Keks. Vielleicht hatte Niels nach irgend etwas Appetit. Der Schnee, der unter ihren Skiern Rillen zog, enttäuschte sie: Er war stumpf unb klebrig. Vielleicht würbe es höher besser. Aber erst in ziemlicher Höhe sah sie ihre Hoffnung erfüllt. Sie roanbte bie Skier in halbem Bogen herum unb blickte in eine göttlich feierliche Weite. Etwa hundert Meter unter ihr lag ber Grunbl-See. An seinem linken Walbufer mochte eine Straße vorbeiführen, benn Klaubine sah ganz deutlich ein Schlittengespann bort fahren. Durch bie mittäglich weite, roiegenbe Stille brang ber Hall eines fernen Gebirgswassers. Man hatte ihr unten im Bruck ben Weg so genau beschrieben, baß er gar nicht zu verfehlen war. Das bort brüben mußten bie Schechen-Häuser sein, unb von biesen führte linker Hanb ein Steig zur Karrer-Hütte: „Immer schnurgerabe bergauf, nicht adzweigen!" hatte ber Portier gesagt. Er mochte wohl hunbert- unb aber hunbertmal schon biefe Auskunft gegeben haben. Unb sie war gut. In ber Richtung konnte man sich also nicht irren. Aber bie Füße würben Klaubine allmählich schwer, unb bas Herz schlug balb rascher, halb langsamer unb kam nicht mehr in seinen gleichmäßigen Takt. Sechs Stunben!--Unb brei war sie erst gewandert, wie ihre Uhr zeigte. Sie ftanb auf einer buckligen Höhe über bem Hochwald, ber wie eine bunkle Mauer zurückblieb, nahm bie Mütze ab unb fuhr sich mit bem Handrücken über die nasse Stirn. Vereinzelt streckten sich Lärchen aus dem Schnee, und einmal lief ein Hase mit langen Sprüngen an ihr vorüber. Unten in Bruck war es noch warm gewesen. Jetzt schien das Wetter umzuschlagen. In der Tat, eine halbe Stunbe später schneite es bereits. Schneite in großen, frieblich schwebenden Flocken, langsam unb lautlos. Für einige Minuten verspürte Klaubine eine bleierne Mübigkeit, so baß sie ben brängenben Wunsch hatte, in biefe großen, freunblichen, weichen Flocken hineinzusinken, und sich von ihnen zubecken unb lassen. Dann aber lachte sie über sich selbst. Man mußte nur wollen! Wollen, bis man auf ber Karrer-Hütte war. Die Skistöcke begannen Blasen zu verursachen. Die Knie knickten manchmal ein. Selbst bie Augen fielen Klaubine zu. Einmal sah sie sich noch um. Es war nichts mehr zu erkennen, kein See, kein Hof, kein Walb, nichts mehr war ba. Nur eine weiße, tanzenbe, sich ewig verfchiebenbe Mauer, bie alles abschloß Eigentlich war es ein köstliches Gefühl, dieses Wandern ins Weiße unb kein Ton um sie her. Selbst bas Wildwasser schwieg. Die Versuchung, ben Rucksack abzunehmen unb einen Schluck Tokaier zu trinken, war groß. Aber es bebeutete unnützen Zeitverlust. Also weiter! „Eins — zwei — eins — zwei — eins — zwei!" Die Schneeschuhe machten ein leises, schlurfenbes Geräusch. Unter bem Pulverschnee lag Harsch. Nach einer Stunbe blieb Klaubine wieber stehen und suchte mit verschwimmenben Augen ringsum. Unb wenn es nur fünf Minuten war — — Sie ließ sich in Hockerstellung fallen. Wie wohl bas tat! Fünf Stunben ober länger war sie nun schon unterwegs. Klaubine wischte sich bie Flocken aus bem Gesicht. Wonnesam war biefes Ruhen! Unb ringsum um sie schwebte ununterbrochen lautlos Weißes zu Weißem aus ber Unenblichkeit herab. Klaubine schrieb mit bem Zeigefinger Niels in ben Schnee. Groß unb beutlich: Niels. In ber Ferne glaubte sie ein Licht zu erkennen. Es fanbte einen bünnen, haarfeinen Strahl burch bas Dunkel. Unb mit biefem Strahl brang auch ber Laut von Hunbegebell zu ihr. Da war also auch noch irgendein Mensch, ber burch biefe weiße Einsamkeit ging. Dann verlöschte ber Schimmer, und bas Hunbegebell enbete in ein langgezogenes Heulen. Die Stille würbe unenblich. Der Himmel schickte Millionen unb aber Millionen von Kristallflocken herab, bie sich weich unb dick auf Schultern unb Arme legten. Sie machten warm. Unwillkürlich schloß Klaubine bie Liber. In biefem Augenblick war sie schon halb in fernen ßanben. Nichts schmerzte mehr. Alles war Ruhe, Frieben, Geborgensein. Sie lag nicht mehr im Schnee, sonbern auf einer großen, weiten, grünen Wiese, unb bie Wiese war voll Duft und Singen. „Schön", murmelte sie. „Ganz — ganz wunderschön." Fremd, schweigend und dunkel ging die Nacht über die weiße Erde. „Barthelmes!" Der saß schon aufrecht im Bett unb horchte. „Dös Hundsviech, dös graufüge", schimpfte er. „Zwoa Tog is er jetzt ausgroef’n. I woaß genau, wo er fi umananba trieb’n hat. Drunt'n auf ber Ducker-Alm hab'ns a so an Dackl, so an grausamen. A Weiberl natürli. Unb ba hat er B'suach g'macht. Aber jetzt laß i eah'n akurat net eina. Unb roann’s eahm ben Pelz ang’friert! — Hunbsköter, damischer!" Nach einer Weile aber, als das Wimmern, Winseln und Kläffen draußen immer bemitleibensrocr- tere Töne fand, ftanb Barthelmes boch auf, schlüpfte in feine Hose unb stapfte nach ber Tür. Der Empfang ließ an Unfreundlichkeit nichts zu wünschen übrig. Aber ber Dackel schien aus ben Worten seines Herrn boch auch eine gewisse Genugtuung heraus- zuhören, baß er nur überhaupt roieber da rogr. Waldl saß auf ben Hinterbeinen, schaute groß unb verwundert zu Barthelmes empor, unb knupperte begehrlich in bie Wärme. (Fortsetzung folgt!) Deutsche Arbeitsfront Oberheffen >te« Evangelischen Frauenhilfe statt. Welch' anstaltete großes Interesse der evangelischen Fvauenhilife ent- Kam er adschaftsabend in der hiesigen Turn- K Nidda, 25. März. Zu einem Schulungskurs unter Leitung von Musiklehrer Blaß (®f- ßen) hatten sich am Samstagnachmittag 33 ei)or = leiter im „Gambrinus", dahier, eingefunden. Die eines Personenautos, die allerdings keine modernen Stromlinienbauart hatten, aber immerhin als alte Kaliber auch jetzt noch flott ihre Straße fuhren und die Schausteller-Wohnwagen mit allem Drum und Dran hinter sich Herzogen. Der Motor hat sich also auch hier ein neues Feld erobert. ** Unfälle. Der 21jährige Arbeiter Gottfried Heß, Kaiserallee 109, zog sich am Montag schwere Brandwunden im Gesicht zu und mußte in die Klinik gebracht werden. — Der 49 Jahre alte Metzger Moritz Meyer erlitt bei einem Motorradunfall eine Gehirnerschütterung, sowie Verletzungen an den Beinen und im Gesicht, so daß er zur ärztlichen Behandlung in die Klinik gebracht werden mußte. Das hauswirischastliche Anlernjahr Eine Abschlußprüfung. sucher begeistert ein. Die Darbietungsfolge gab Einblick in die vielseitige turnersche Betätigung im Verein. Dankbar wurden die Vorführungen ausgenommen, auch der Musikkapelle, dje sich unter Leitung des Vereinsmitgliedes Karl Degen zur Verfügung gestellt hatte, wurde für ihre guten Dar- bietungen reicher Beifall gespendet. Der beachtliche Erlös, der durch ein niedriges Eintrittsgeld erzielt wurde, wird restlos dem Winterhilfswerk zugeführt. ■ Garbenteich, 25. März. Am Sonntagabend fand in der Wirtschaft Steub der Schlußabend der Amtsgericht Gießen. Der 22jährige K. M. aus $). wurde am 21. Jan. von der Derkehrskontrolle mit seinem Motorrad ohne Führerschein angetroffen, als er durch Lang- Göns fuhr. Er wurde durch Strafbefehl zu 2 0 Mark Geldstrafe, eventuell vier Tagen Gefängnis, verurteilt. Dagegen legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung versuchte sich der Angeklagte durch allerlei Unwahrheiten als schuldlos hinzustellen. Das Gericht erhöhte daher die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe auf 30 Mark. Dem Angeklagten fallen, da er verurteilt ist, außerdem die Kosten des Verfahrens zur Last. Schluffe aussprechen. D Großen-Buseck,26. März. Am Sonntag, Okuli, 24. März, hielt Missionar Ruff von der Basler Mission in den Gemeinden Großen- Buseck und Oppenrod abends in den Kirchen Vorträge über seine Wirksamkeit in China. Der Redner, der 16 Jahre in China auf schwerem und verantwortungsvollem Posten treu ausgehalten hat, verstand es ausgezeichnet, in lebendigen, anschaulichen und zu Herzen gehenden Ausführungen seinen zahlreichen, aufmerksam lauschenden Zuhörern ein klares Bild von Missionspflicht und Missionstreue zu geben. In Großen-Buseck verschönten Kirchenchor und Posaunenchor durch ihre Mitwirkung die eindrucksvolle Feierstunde. Möchte in den beiden Kirchengemeinden auch weiterhin die Missionsliebe und -treue segensreiche Früchte bringen! + Grünberg, 25. März. Am Sonntag ver- r' " ‘! der Sturmbann 1/116 einen Halle. Nach dem Fahneneinmarsch eröffnete Sturmbannführer F a u l st i ch (Allendvrf a. d. Lda.) mit einer Ansprache den Abend; anschließend folgte eine Heldenehrung. Standartenführer Lutter sprach dann über Ausgaben und Pflichten der SA. Er nahm hierauf die Verteilung des SA.-Sportabzei- chens vor; über 100 SA.-Männer erhielten das Abzeichen. Der zweite Teil des Abends trug heiteren Charakter. Sturm 2 (Mainzlar) brachte ein lustiges Theaterstück aus dem Soldatenleben, das großen Beifall fand. Eine Turnrieae unter Leitung von SA.-Mann Leinweber (Treis a. d. Lda.) zeigte gute turnerische Leistungen am Barren und Pferd sowie im Bodenturnen. SA.-Männer vom Sturm 3 (Grünberg) unter Leitung von SA.-Mann S e i b trugen verschiedene Chöre vor Der starke Musikzug des Sturmbannes unter Leitung von SA.-Mann Deines (Daubringen) verschönte den Abend durch flott gespielte Musikstücke. Ein Lob gebührt auch noch den drei Grünberger SA.-Männern Noll, Philipp und Wenzel, die den zweiten Teil des Abends in Form einer heiteren Funkreportage aufgezogen hatten und mit ihren lustigen Ansagen, Gedichten und witzigen Plaudereien wesentlich zum Gelingen des Abends beitrugen. Der größte Teil des Sturmbannes, der sich auf die Orte des Lumdatales verteilt, wurde nach Schluß des Abends — kurz nach Mitternacht — mit einem Sonderzug heimbefördert. ./. Lich, 26. März. Der am 16. Februar kommissarisch zum 1.Wehrführer der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr ernannte Schuhmachermeister Christian Zimmer ist vom Kreisamt Gießen in seinem Amt bestätigt und vereidigt worden. Der Wehrführer hat die diesjährigen Hebungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Pflichtfeuerwehr auf die folgenden Tage festgesetzt: 7. April, 15.30 Uhr; 28. April, 7.00 Uhr; 12. Mai, 6.30 Uhr für die Freiwillige Feuerwehr; 2. Juni, 15 Uhr, für die Freiwillige und die Pflichtfeuerwehr; 23. Juni, 6.00 Uhr, für die Pflichtfeuerwehr: 7. Juli, 15 Uhr, für die Freiwillige Feuerwehr; 24. August, 19.30 Uhr, für die Pflichtfeuerwehr: 8. September, 15.30 Uhr, für die Freiw. Feuerwehr; 20. Oktober, 15.15 Uhr, für die Freiwillige und die Pflichtfeuerwehr. + Lich, 26. März. Am Sonntag fand auch in unserer Stadt das Opfer schießen zugunsten des Winterhilfswerkes statt. Auf gegengebracht wird, zeigte der überfüllte Saal. In seinem Begrüßungswort wies Pfarrer Steiner (Hausen) auf die inneren Verbindungslinien zwischen dem Wollen der Frauenhilfen und dem Wollen des Staates hin, nämlich durch Dienst aneinander zur wahren Volksgemeinschaft zu kommen. Seine Worte endeten mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die beiden Theaterstücke, die zur Aufführung kamen, fanden eine aufmerksame Zuhörerschaft. Alle Spielenden wurden ihrer oft nicht leichten Rollen durchaus gerecht. Auch Duette und ein Terzett fanden wohlverdienten Beifall. Der Chor der Frauenhilfe sang schlichte Volksweisen und brachte in diesen schlicht-schön gesungenen Volksweisen deutsche Art besonders schön zum Ausdruck. Die Kaffeepause trug ihren Teil dazu bei, um eine recht gemütliche Stimmung zu wecken. Eine Sammlung für das Winterhilfswerk ergab den stattlichen Betrag von 14 Mark. Die Frauenhilfe ergänzte den Betrag auf 20 Mark, die der Ortsgruppe Garbenteich ausgehändigt werden konnte. Im Schlußwort kam der Dank zu>m Ausdruck an all die, die sich um das Zustandekommen des Abends mit ihren ganzen Kräften und in selbstloser Hingabe gemüht hatten. □ Hausen, 25. März Am vergangenen Sams- tag veranstaltete der evangelische Frauen- chor Hausen einen Familienabend in der Wirtschaft Dörr. Der Abend war sehr gut besucht, der Saal war überfüllt. Der Chor umrahmte die Veranstaltung mit seinen schönen Liedern, die klanglich sehr fein zum Vortrag kamen. Der Dirigent des Vereins, Finanzsekretär Sommer, kann auf feinen Erfolg stolz sein. In seiner Begrüßungsansprache wies Pfarrer Steiner darauf hin, daß gerade die kirchlichen Chöre mit dazu berufen seien, die Kirche in das Volk hineinzutragen und die Kräfte des Christentums für Volk und Staat nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt des ersten Teiles des Abends stand ein Lichtbildervortrag von Pfarrer Steiner, der an Hand der Lichtbilder über eine Orientreise erzählte, die er vor Jahren gemacht hat. Besonders eingehend erzählte er über das Wunderland Aegypten. Im zweiten Teil des Abends wurde ein ernstes Theaterstück aufgeführt, das ergreifende Wirkung hinterließ. Die Theaterspieler zeigten bestes Können, ja zum Teil schauspielerische Begabung. Spät war es geworden, als man sich trennte. 'Altbürgermeister Happel konnte den Dank für einen wirklich wohlgelungenen Abend am Die Reichsgemeinschaft der deutschen Hausfrauen bemüht sich seit geraumer Zeit mit gutem Erfolg um die Unterbringung von schulentlassenen Mädchen in Haushalten zum Zweck der Anlernung in praktischer Hauswirtschaft. Auch in Gießen wurden entsprechende Schritte eingeleitet, und es gelang m Zusammenarbeit mit dem hiesigen Arbeitsamt, etwa 25 Mädchen in Familien der Stadt und des Kreises Gießen zum sog. „ h a u s w i r t s ch a f t l l ch e n Anlernjahr" unterzubringen. Es handelt' sich in der Hauptsache um Mädchen, die einen Beruf noch nicht ergriffen bzw. noch keine Lehrstelle hatten und die zur Gewinnung einer Grundlage im Haus- wirtschaftlichen in den Kreis der Familie emgesuhrt werden sollen. Der Erfolg dieser Arbeit blieb, wie | man sich gestern abend überzeugen konnte, nicht aus. In der Mädchenberufsschule (Kirchstraße) fanden sich die Mädchen ein, die nunmehr ein hauswirt- schaftliches Anlernjahr hinter sich haben und das Gelernte unter Beweis stellen wollten. Neben den Mädchen waren zu der Abschlußfeier auch jene Frauen erschienen, die die Mädchen in ihre Haushalte aufgenommen hatten. Im Lause des Nachmittags beschäftigten sich die Mädchen zunächst wahrend eines Zeitraumes von IV4 Stunde mit Flickarbeiten und zeigten hier ihr Können. Die Ergebnisse waren sehr befriedigend. Anschließend wurde in der Küche gearbeitet, wo die Prüflinge ohne jede besondere Anleitung völlig selbständig irgendein Gericht herzustellen hatten. Die Mädchen beredeten u. a. Salate, Kartoffelpuffer, Koteletts und Deutsche Beefsteaks, es wurden Salate angerichtet, Süßspeisen gekocht, Heringe in Tunken verarbeitet und in schone appetitanregende Formen gebracht. Die Ergebnisse NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Neunte Synfonie. Nächste Probe Freitag, 29. März, 20.15 Uhr großer Hörsaal der Universität nur für Damen, also Sopran und Alt. Urlaubsfahrten mit „Kraft durch Freud e". Wir bitten alle, die in diesem Jahre eine Ferienfahrt mit „Kraft durch Freude" machen wollen, nach Möglichkeit schon jetzt die Einteilung für ihre Ferien zu treffen und auf dem Anmeldeformular, das sich am Schlüsse unserer Jahresprogramme befindet, sich möglichst innerhalb der nächsten 14 Tage voranzumelden. Wir müssen schon jetzt wegen des zu erwartenden großen Andranges die Einteilung der Züge treffen können. Sonderzug zum Fußballspiel Spa- n i e n — Deutschland am 12. Mai nach Köln. Die Teilnehmerzahl von 500 ist erreicht. Es können keine Meldungen mehr angenommen werden. Anmeldungen für den Sonderzug nach Heidelberg am 5. Mai können noch aufgegeben werden. Gastspiel des Schumanntheaters Frankfurt mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am 6. April in der Dolkshalle. Es ist schon längst bekannt, daß der Gau Hessen-Nassau die besten Programme zusammenstellt. Neuerdings wartet man uns sogar mit einem Spitzenprogramm des Schumanntheaters in Frankfurt auf. „Zehn Glanznummern des internationalen Varietös^ heißt es in der Vorankündigung, die das Schumanntheater uns gibt. Und das Groß-Varietä ist wirklich in einer bunten Mischung von Kunst und Artistik der verschiedensten Arten vertreten. Von der Tänzerin bis zum Schleuderbrett- Akrobaten — alles große und erstklassige Nummern, die im Schumanntheater schon einen riesigen Erfolg erlebt haben. Da gibt es drei Jongleure, Parterre- Akrobaten, Schleuderbrett-Akrobaten, „die Fliegenden Menschen", ein Trio auf Hochrädern, zwei entzückende Tänzerinnen und Tom Jersey, den Mann mit den Wunderhänden, der an seiner Filmleinwand ein kleines Stück Geschichte zeigt. Auch der Humor ist vertreten: In Peter Piet, dem berühmten Rundfunkkomiker, der im vergangenen Monat einen riesigen Erfolg in der Berliner Scala erlebte, und die herrlichen Musikal-Clowns Carlo und Fredano. Das ganze Programm wird angesagt und gehalten von dem beliebten Ansager Teddy Heinz. Es ließ sich noch vieles von den einzelnen Nummern des Programms sagen. Aber warum so viel verraten: Man komme und schaue selbst und lasse sich diesen Abend unter keinen Umständen entgehen. Erste Gehilfen-Pflichlprufung für Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge im April 1935. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen-Nassau, Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, hat zufolge der zwischen der Reichsrechtsanwaltskammer und der Deutschen Arbeitsfront geschlossenen Vereinbarung im Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebiet 9 örtliche Prüfungsausschüsse für die Gehilfenprüfung der Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge gebildet. Die örtlichen Prüfungsausschüsse unterstehen dem ständigen Prüfungsausschuß der Abteilung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen-Nassau. Nach der Prüfungsordnung haben im gesamten Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle arischen männlichen und weiblichen Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. 7. 34 bis 30. 6. 35 die Lehre beendet haben oder noch beenden, die Prüfung abzulegen. Zweck der Prüfung ist, wie es in der Prüfungsordnung heißt, „die Feststellung der in der Lehre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten, sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerichteten Allgemeinbildung, die den Lehrling befähigt, als Gehilfe eines Rechtsanwalts und Notars tätig zu fein". Es ist nicht der Sinn dieser Prüfung, eine Auslese der Besten und Begabtesten vorzunehmen. Die Prüfung soll den Beruf vielmehr vor völlig ungeeignetem Nachwuchs bewahren und daher eine Feststellung des Mindestwissens und der Mindestleistung ermöglichen. Der Bezirk des örtlichen Prüfungsausschusses Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Alsfeld, Altenstadt, Bad-Nauheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Gießen, Grünberg, Herbstein, Homberg, Laubach, Lauterbach, Nidda, Ortenberg, Schlitz, Schotten und Ulrichstein. Alle auslernenden Lehrlinge bei Notaren und Rechtsanwälten, die bei diesen Amtsgerichten zugelassen sind, müssen dem örtlichen Prüfungsausschuß Gießen gemeldet werden. Die Anmeldungen sind in der Zeit vom 28. März bis 4. April an das Amt für Berufserziehung in der DAF., Gießen,Lvny- st r a h e 18, zu richten. Die Vordrucke für die Anmeldung und die Bescheinigung über den Ausbildungsgang können dort angefordert werden. Mit der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr von 3 Mark einzuzahlen. <£ Alsfeld, 26. März. Das Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main gastierte auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe der NS.-Kulturgemeinde im großen Saal des „Deutschen Hauses" mit dem Schauspiel „Die Heimkehr des Matthias Bruck" von Sigmund Graff. Das wertvolle, von großer dichterischer Kraft erfüllte Drama erfuhr durch die Frankfurter Künstler eine ausgezeichnete Wiedergabe, die auf die leider nicht ehr zahlreichen Zuschauer von stärkstem Eindruck Dar. # Ober-Ohmen, 26. März. Nachdem vor einiger Zeit die Straßenarbeiten bei Ruppertenrod ihren Anfang nahmen, ist nunmehr mit der Anlegung von R a u h b a h n e n und K u r- oenerroeiterung auch auf der übrigen Länge der Strecke begonnen worden. Die Arbeiten werden von Maurermeister Otto Rühl- Ober-Ohmen ausgeführt und wurden von Ermenrod aus im Zuge der Straße Richtung Ruppertenrod begonnen. Dadurch hat eine weitere Anzahl Arbeiter Beschäftigung gefunden. — Die Gemeinde Ober-Ohmen läßt als Notstandsarbeit wieder, wie im Vorjahre, eine Strecke Feldwege ausbauen, wodurch gleichfalls Arbeitsmöglichkeit geschaffen ist. — Dieser Tage fand hier die zweite Holzverstei- gerung aus den Gemeindewaldungen statt. Die Versteigerung wurde an Ort und Stelle abgehalten. Es handelte sich vornehmlich um Holzanfall aus Windbruch. Fichtenknüppel notierten je nach Qualität von 2 bis 5 Mark je Raummeter. Fichtenstämme lagen durchweg über der Taxe, doch war meist nur Interesse für gängiges Bauholz vorhanden, während schwere Schnittfichten weniger gesucht waren. Eichenstämme und Tannenstammholz wurden restlos abgesetzt. Fichtenschichthaufen, sechs Raummeter, erzielten bis zu 16 Mark. £ Groß-Felda, 26. März. Am Samstag fand in der „Traube" ein Volksbildungsabend statt. Pg. Geißer hielt einen Vortrag über „Gedenktage im Februar und März". Dis Ausführungen waren umrahmt von Darbietungen des Gesangvereins, Vortrag von Gedichten, Liedern und Sprechchören. — Großes Interesse findet hier die neue Kaninchenfarm. Eine Wiese ist eingezäunt worden und mit Obstbäumen und Fichten >em Schießstand der hiesigen Schützengesell- ch a f t wurde das Schießen außerordentlich gut besucht. Geschossen wurde Kleinkaliber, Großkal'ber und Wehrmannsbüchse. Es gelangten recht ansehnliche Preise zur Verteilung, darunter ein Ehrendiplom des Deutschen Schützenbundes, drei Ehrendiplome des Gaues Hessen-Nassau, 10 weitere D'plome und verschiedene Geldpreise. Dem Winterhilfswerk konnte als Reinertrag der Betrag von 26,30 Mark zugeführt werden. Als Sieger gingen aus dem Opferschießen hervor: Kleinkaüber (50 Meter): 1. Dr. HermannOtto Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich, 55 Ringe; 2. Adam Friedrich, 53 Ringe; 3. H. Schäfer, 53 Ringe; 4. M. Metzger, 53 Ringe; 5. E. Lübke, 53 Ringe; 6. Heinrich Tertor, 52 Ringe; 7. Willy Hahn, 52 Ringe. 8. Karl Müller. 52 Ringe. Wehrmannbüchse (100 Meter): 1. Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms- Hohensolms-Lich, 34 Ringe; 2. Christian Rau, 34 Ringe. Scheibenbüchse (100 Meter): 1. Julius Ihring, 31 Ringe. = Lich, 24. März. Freund Adebar traf gestern nachmittag auch in unserer Stadt wieder ein und nahm von seinem alten Stammsitz auf der Marien st iftskirche wieder Besitz. Kreis Bübingen. theoretischen Besprechungen wurden am Sonntagvormittag fortgesetzt. An die von den Mitgliedern der Männergesangvereine Borsdorf, Nidda und Wallernhausen am Sonntagnachmittag vorgetragenen Chöre „Lied der Bauleute" und „Deutschland, heiliger Name" knüpfte der Leiter Aufklärungen technischer Art, denen man mit gespannter Aufmerksamkeit folgte. Kreis Schotten. 8 U l r i ch st e i n, 26. März. Das Konzert, das der hiesige SA. - Musikzug am Sonntagabend zugunsten des WHW. im Saale des früheren Wehrsportlagers veranstaltete, war ziemlich gut besucht. Der Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Pg. Groß, eröffnete mit einer Begrüßungsansprache den Abend. Die Kapelle wartete mit einem reichhaltigen Programm auf, das in feinen schwierigen Teilen eine sichere Einübung und ein gutes Zusammenwirken erkennen ließ. Aber auch die leichteren Stücke fanden viel Beifall, der nicht zuletzt dem Dirigenten W. Daupert aus Ulrichstein galt, hat er es doch Einsturz zweier Scheunen. 00 Klein-Linden, 26. März. Hier stürzten die Scheunen zweier Landwirte in der Wetzlarer Straße e i n. Die starken Oststürme Anfang voriger Woche hatten das alte, zum Teil morsche Dachgebälk der zu eines etwa 20 Meter langen Doppelscheune zusammengebauten Einzel- scheunen dermaßen erschüttert, daß der Einsturz erfolgte. Während in der einen Scheune nur das Dachgebälk umgelegt wurde, so daß der Inhaber wenigstens feine Vorräte herausholen kann, stürzte in der andern, älteren Scheune das Dachgeschoß tief in das stehengebliebene Mauerwerk hinein und begrub die Erntevorräte unter sich. Glücklicherweise erlitt niemand beim Einsturz Schaden; wenige Minuten vor dem Zusammensturz war in der älteren Scheune noch gearbeitet worden. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 26.März. Am Sonntag fand die erste diesjährige Wanderuna des Turnvereins Klein-Linden unter Leitung des Wanderwarts Ernst Weigel statt. Eine stattliche Schar Wanderlustiger stellte sich im Turnerheim ein, die sich dann trotz einiger Regenschauer nicht davon abhalten ließ, den gefaßten Plan durchzuführen. Durch den Bergwerkswald und den Schif- fenberger Wald erreichte man die Waldeslust. Sodann konnte man in den Wiesen vor Wieseck das vor wenigen Tagen aus dem Süden zurückgekehrte Storchenpaar beobachten. Der Weg führte weiter über Wieseck zum Hangelstein, wo die erste Rast gemacht wurde. Hier konnte Wanderwart Weigel auf einige in der hiesigen Gegend recht seltene Pflanzen aufmerksam machen. Don dort aus erreichten die Wanderer über Daubringen das eigentliche Ziel: Staufenberg. Eine gute Fernsicht lohnte den weiten Weg. Nach längerer Mittagsrast, während der die jüngeren Turnerinnen durch ihre schonen Volkstänze und Spiele erfreuten, marschierte man nach Lollar, um von dort aus mit der Bahn nach Gießen zurück^ufahren. In Klein-Linden trennte man sich am Turnerheim. Die schönen Erlebnisse der Wanderung werden allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. y Großen-Linden, 25. März. Gestern fand in der Turnhalle ein Bühnenschauturnen des hiesigen Turnvereins zugunsten des Winterhilfswerkes statt. Etwa 80 Mitwirkende hatten sich zur Verfügung gestellt. Vereinsführer Dr. Römer wies in feiner Begrüßungsansprache auf die hohe Bedeutung dieser Veranstaltung hin, die auf Anregung der Deutschen Turnerschaft abgehalten würde. In sein „Gut Heil!" auf Führer, Vaterland und Deutsche Turnerschaft stimmten alle Be° dieser Tätigkeit wurden auf schön gedeckten Tischen zur Ausstellung gebracht und dann zum angenehmen Abschluß aller Mühe von den Mädchen gegessen. Hierauf fand in einem schön geschmückten Schulraum eine kleine Abschlußfeier statt, die durch den Vortrag eines Liedes (von einer Jungmädelgruppe gesungen) und' einiger kurzer Rezitationen einge- leitet wurde. Im Auftrag der Reichsgemeinschaft der deutschen Hausfrauen sprach sodann Frau Dr. Neumann (Wiesbaden) und umriß in klarer Weise den Sinn und den Zweck dieses hauswirtschaftlichen Anlernjahres, das den Mädchen Gelegenheit geben soll, mit der praktischen Hauswirtschaft vertraut und im Hinblick auf den eigentlichen Beruf der Frau in ihr selbständig zu werden. Das Anlernjahr solle allerdings nur als Grundlage für einen weiteren Aufbau hauswirtschaftlicher Kenntnisse betrachtet werden. Die Rednerin dankte allen Hausfrauen, die sich der Mädchen in dieser schönen Form angenommen hatten, und gab der allgemeinen Befriedigung über die gute Haltung der Mäochen innerhalb der Familien Ausdruck. Schließlich wies die Rednerin noch auf die große Verantwortung hin, die die deutsche Hausfrau in einer Zeit, in der man nicht aus dem Vollen wirtschaften könne, der Volksgemeinschaft gegenüber zu tragen habe. Nachdem die Jungmädelgruppe ein Lied gesungen hatte, sprach Frau Rektorin Weitzel noch kurz zu den Frauen, dankte ihnen für ihre Bereitwilligkeit und bat, auch fernerhin dieser begonnenen Arbeit hilfreich zur Seite zu stehen. Mit der Ausgabe der Bescheinigungen über die Ableistung des hauswirt- schaftlichen Anlernjahres und mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler klang die kleine, würdige Feier aus. __ verstanden, in verhältnismäßig kurzer Zeit aus den in mehreren Orten wohnenden Musikern einen einheitlichen Musikzug zu schaffen. Ein ansehnlicher Betrag konnte dem Winterhilfswerk zugeführt werden. § Ulfa, 25. März. Unter Anteilnahme der gesamten Gemeinde wurde gestern hier der 52jährige Lehrer Ludwig Magnus, gebürtig aus Großen- Linden bei Gießen, zu Grabe getragen. SA^ Krieger- und Turnverein gab dem Dahingeschiedenen das letzte Geleite. In eindrucksvoller Rede würdigte der Ürtsgeistliche die Verdienste des Verstorbenen als Lehrer der Kleinen, als Mitglied des Kirchenvorstandes und schilderte sein Leben als Familienvater, als Freund und Mensch, stets hilfsbereit, freundlich und gut. Im Auftrage des Kreis- fchulamtes legte Berufsschullehrer Hitz- Schotten einen Kranz am Grabe nieder, für den Kreislehrerverein sprach Ober-Reallehrer I. Buß- Schotten, für Gemeinde und Kirchenvorstand Bürgermeister Gg. Hofmann, für die NSDAP. Ortsgruppenführer Doll, für die NSV. der Gastwirt Hch. Lotz, für Schule und Lehrerschaft Lehrer Schönheit. Außerdem brachten letzte Blumen« grüße der Turnverein, die Bezugs- und Absatz- Genossenschaft und die Kinder der drei Schulklassen. Lehrer Magnus kam im Jahre 1901 als junger Schulverwalter nach Ulfa, war dann nur wenige Jahre in Sellnrod tätig und wurde 1908 in Ulfa als Lehrer angestellt. Hier war er nicht nur ein tüchtiger Erzieher der Jugend, sondern er nahm beratend und mitarbeitend an allen .Angelegenheiten der Bürgerschaft den regsten Anteil, so daß fein allzufrüher Heimgang lebhaft bedauert wird. krels Alsfeld. I Alsfeld, 26.März. Das Deutsche Rote Kreuz hatte am Samstagabend im großen Saale des „Deutschen Hauses" einen Werbe- und U n • terhaltungsabend veranstaltet, der außerordentlich stark besucht war. Der kommissarische Kreisdirektor Dr. Lotz, der die Erschienenen herzlich begrüßte, sprach über die Arbeit und die Ziele der segensreichen Einrichtung des Roten Kreuzes. Ein sorgfältig vorbereitetes, sehr abwechslungsreiches Programm wickelte sich in flotter, bunter- Folge ab. Lebende Bilder, Schattenbilder und Chorgesänge, um die sich die Freiwillige Sanitätskolonne, die Hitlerjugend und die Frauenschaft verdient machten, wechselten mit Musikvorträgen der hiesigen Gruppenkapelle des Freiwilligen Arbeitsdienstes und Vivlinvvrträgen einheimischer Künstler ab. Die Kaffee- und Kuchenbude, die auch allerlei Süßigkeiten feilbot, erfreute sich lebhaften Zuspruchs und half neben der Verlosung an dem schönen Reingewinn mit, den der Abend der guten Sache zu- führen konnte. der Woche. 17.30: Kompositionen für Violine und Paddler trainieren für Olympia 1936 Preußen SJL-tfpont Krastsportler dienen -em WHW. orum brauchen wir die Erzengungsschlachl? <1 das den •MM***"'- Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. „Schiff in von Rudolf Kinau. 20.55: Orchester- richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kammermusik. 22.45: Der Zeitfunk bringt Die Sportschau der Woche. 23: „Nachtstücke". 24 bis 2: Anfall und kam dabei dem Herdfeuer zu nahe, so daß ihre Kleidung i n Brand geriet. Mit schweren Brandwunden mußte die bedauernswerte Frau in die Klinik nach Gießen verbracht werden. In der Nacht zum Dienstag erlag !it aus den einen ein« «sehnlicher zugeführt ite der ge» r 52jährige > Großen, agen. SA, iingeschiede. Rede wär. es Verstör» Mitglied des Leben als stets Hilfs» des Kreis, h - Schotten den Kreis» 3. Vuß» rstand Bür» .DAP. Orts ler Gastwiri hast Lehrrt te Blumen, lind Absch Schulklassen, als junger nur wenige .908 in Ulfa \ä)t nur ein n er nahm !(eg*\te-r v wirb. - v WM n>n Hen. 11 Tchllf, urch den el9nippe H.einge. Kau Dr, n klarer )au5©ir|, ch°n Te» lausiuirt, dapest und jeder einzelne hat sich auch schon bei großen Veranstaltungen wie beim Deutschen Turnfest in Stuttgart, bei den Kunstturnmeisterschaften der letzten Jahre usw. ausgezeichnet. Die Oberleitung liegt in Händen des Männerturn- wartes der Deutschen Turnerschaft, Martin Schneider- Leipzig. Die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung erfolgt durch den DT.-Kreis Berlin, der Ueberschuß der Veranstaltung fließt dem Winterhilfswerk zu. Boxkampf Schmeüng-HamaS im $itm Der Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaft zwischen Max Schmeling und Steve Hamas, der in der ganzen Welt von einem außerordentlichen Interesse begleitet war (wir berichteten seinerzeit darüber), war bekanntlich durch die Bavaria-Film-Gesellschaft im Filmbild festgehalten worden. Der Film gelangte gestern abend in einer Nachtvorstellung des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße, nunmehr auch in Gießen zur Aufführung. Das Lichtspielhaus war überfüllt. Mit großer Spannung verfolgten die zahlreichen Zuschauer den Film, der ohne jegliche Präliminarien sofort den Kampf zeigte, der vor 14 Tagen einen großen Teil der Sportwelt in Atem hielt. Runde für Runde konnte man den Kampfverlauf verfolgen und die klaren Bilder gestatteten es auch, die vielen technischen Feinheiten zu erkennen, mit denen Max Schmeling diesen Kampf führte und dabei stets die Oberhand behielt. Man hatte gleichzeitig Gelegenheit, Hamas Härte im Nehmen zu bewundern, feine zähe Verbissenheit zu erkennen, die er gegen den stark überlegenen Deutschen an den Tag legte. Eindrucksvoll wurde im Filmbild Schmelings große Boxerklasse klar, der sich in diesem Kampf auch nicht einen Augenblick eine Blöße gab, wenn auch er manchen harten Schlag einstecken mußte. Mit besonderer Spannung verfolgte man die dramatische 6. Runde, in der Hamas mehrere Male zu Boden mußte und ihn nur der Gong vor dem k. o. rettete. In den weiteren Runden sah man den Deutschen so klar überlegen, den stark mitgenommenen Hamas stets in der Defensive, bis der Ringrichter (dessen schweres Amt in einem solchen Kampf gerade in diesen Filmbildern klar ersichtlich wurde) die harte Begegnung beschloß. Sicherlich ist der Film vom Boxkampf Schmeling — Hamas einer der technisch besten, die bisher von einem Boxkampf ausgenommen wurden. Das Publikum des gestrigen Abends ging lebhaft mit. Handball im Männeriurnverein. Mv. I — Turn- und Sportfreunde Wiesbaden I 21:5 (8: 3). Heinrich Krömmelbein, August Neumüller und Friedrich Krömmelbein wurden für 25jährige Mitgliedschaft mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Eine besondere Bereicherung erfuhr der Abend durch einen Vortrag von Regierungsrat Orth, der über die Kämpfe der deutschen Schutztruppen um Tabora in Deutsch-Ostafrika sprach. Dem Redner wurde reicher Beifall zuteil. Mit dem Treuegelöbnis zu Führer und Reich wurde die Versammlung geschlossen. — Die Turnerschaft Lauterbach hielt in der Turnhalle ihre Frühjahrshauptversammlung ab. Turnerschaftsführer Stock begrüßte die Mitglieder und gedachte der Toten des Weltkrieges und der Bewegung. Der stellvertretende Vereinsführer Fink wies auf verschiedene, für die Turnsache und das deutsche Volk wichtige Begebenheiten des vergangenen Jahres hin. Vereinsführer Stock dankte den Mitarbeitern für die aufopferungsvolle Arbeit. Die Mitgliederzahl hat sich erfreulicherweise erhöht. Geschäftsführer Möller gab eine Uebersicht über Einnahmen und Ausgaben und den Vermögensbestand des Vereins. Das Vereinsvermögen beträgt 38 213,41 Mark. Oberturnwart Seibert berichtete über die erfolgreiche Teilnahme von Turnern des Vereins an sportlichen Veranstaltungen. Frauenturnwart M ö l i ch berichtete über die steigenden Erfolge in der Frauenturnsache. Der Kreisvertrauensmann des Reichssportführers Dr. Meyer erteilte dem Vorstand Entlastung. Vereinsführer Stock wurde einstimmig wiedergewählt. Geschäftsführer M ö l l e r gab den Haushaltsvoranschlag 1935 bekannt, der gutgeheißen wurde. Den neuen Einheitssatzungen des Reichsbundes für Leibesübungen wurde zugestimmt. Anschließend bestimmte der Vereinsführer den seitherigen Vorstand in seiner bestehenden Form wieder.' Pressewart Gerhard gab Erläuterungen über den Sportgroschen und wies auf die Olympiade 1936 hin. Frauenturnwart M ö l i ch erinnerte an die Winterhilfeveranstaltung am 31. März. Mit einem Gelöbnis zu Führer und Vaterland, mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied wurde die Versammlung beschlossen. Feierliche Training-Eröffnung für das Frankfurter „Oxford-Eambridge-Aennen". Die neu zusammengestellte erste Handballmannschaft des Mtv. bereitete im Spiel gegen Turn- und Sportfreunde Wiesbaden eine angenehme lieber» raschung. Alle Erwartungen, die man auf sie gesetzt hatte, wurden bei weitem übertroffen. Die Mannschaft trat in folgender Aufstellung an: Scheuermann; Jungheim, Seipp; Schoxrkopf, Schramm, O. Schmidt; Hasenbach, Berche, I. Schmidt, Strack, Stumpf. Das Spiel wurde auf beiden Seiten sehr fair durchgeführt. Die Gästemannschaft zeigte ein schönes und flüssiges Feldspiel, konnte sich aber gegen die gute Gießener Abwehr selten durchsetzen. Der Angriff der Gießener, der von der Läuferreihe tatkräftig unterstützt wurde, führt ein uneigennütziges Spiel vor, so daß Tore fallen muhten. An der hohen Niederlage war der Gästetormann schuldlos. Vttv. II — Turn- und Sportfreunde Wiesbaden II 17:4 (10:2). Auch in diesem Spiel waren die Gießener denk ersatzgeschwächten Gegner nicht nur körperlich, sondern auch spieltechnisch überlegen Die Gäste wurden fast vollkommen in ihre Hälfte eingeschnürt und kamen selten zum Erfolg. Beide Spiele wurden ritterlich durchgeführt. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Stdnbad) I - VfR.Lich I 2:1 (1:0). Am vergangenen Sonntag weilte die erste Mannschaft des VfB.-Lich in Steinbach, um gegen die erste Elf des Platzbesitzers ein Freundschaftsspiel ners zum deutschen Volkstum auf Grund der Ideen Adolf Hitlers und des Turnvaters Jahn erstrebt. ------ _ z v Auf die beifällig aufgenommenen Ausführungen I sie den erlittenen schweren Wunden, folgte spontan der Gesang des Deutschlandliedes.1 -------- Rundfunkprogramm Freitag, 29. März 1935. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert der Kapelle Willi Wende. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht sche Reit großen Saale - unb Un» der außer» onnnissarijche ienenen herz» md die Ziele ifen Kreuzes. Mligsre'cher ter-Folge ab. Thorgesange, skolonne, du lient machte"' iesigen E $ ler ab. derlei Suß'S' Zuspruchs K»? s'js.» :»S"£ SH leider nw pn «inWd Scherl-Bildmaterndienst. Die Gau-Sportwarte des Deutschen Kanu-Verbandes sind im Olympia-Haus des Berliner Regatta- Vereins in Grünau zu einem Lehrgang vereint. Die Teilnehmer an diesem Kursus werden das Training der Olympia-Kandidaten leiten. — Unser Bild zeigt einige Kursusteilnehmer bei Startubungen auf der Regattastrecke. Uw*" ■ _ ' .... Für den vergangenen Samstag hatte der „E r st e Kraft- und Sportklub 18 9 3" feine Anhänger zu einem Werbeabend in das Ca^ Leib eingeladen. Entsprechend den sportlichen Leistungen hätte die Veranstaltung einen bedeutend besseren Besuch verdient. Es ist sehr bedauerlich, daß der Kraftsport in unserer Stadt nicht den nötigen Anklang findet. Der sportliche Teil des Abends wurde eingeleitet mit dem Gewichtheben. Der Verein hatte hierzu die bekannten Marburger Heber Jrge, Vaupel (Leichtgewicht), Hermann (Mittelgewicht) und Gary (Schwergewicht) gewonnen. Diese Heber zeigten im Verein mit den Gießenern Fr. Funk (Federgewicht), Vetter (Leichtgewicht) und Emmerich (Schwergewicht) ausgezeichnete Leistungen. Im beidarmigen Reißen bewältigten Vetter und Vaupel 130 Pfund, Hermann 160 Pfund und Gary 190 Pfund. Im einarmigen Reißen brachten Emmerich 140 Pfund, Gary 150 Pfund zur Hochstrecke. Gary konnte einarmig 170 Pfund stoßen. Gute Leistungen wurden im beidarmigen Stoßen gezeigt. Hierbei erreichte Funk 150 Pfund, Vetter und Vaupel je 180 Pfund, Jrge und Hermann je 210 Pfund und Gary 235 Pfund. Gary drückte beidarmig 190 Pfund. Sodann wurden die Ringerfreiübungen und eine Jonglierriege vorgeführt. Schließlich begann das Ringen. Es kämpften die erste gegen die zweite Mannschaft. Die Zuschauer bekamen zum Teil technisch schöne Kämpfe zu sehen. Die erste Mannschaft stellte mit 14:6 den Sieger. Die Vorführung des Jiu-Jitsu hatte der Gau- sportwart dieses Sportzweiges, Herr Vaupel (Marburg), übernommen. Er demonstrierte die einzelnen Griffe in anschaulicher Weise und zeigte eine Anzahl Griffe, die bei verbrecherischen Angriffen äußerst wirksam sind. Dieser Sport wird aber nur von äußerst gewandten Männern betrieben werden können. — Zum Boxen hatte der Verein einige Wetzlarer Boxer verpflichtet. Man bekam zwei technisch schöne Kämpfe zu sehen, die großen Eindruck beim Publikum hinterliehen. — Zum Schluß wurden einige Kraftpyramiden vorgeführt, die von der großen Körperbeherrschung der Teilnehmer Zeugnis ablegten. Auch hierfür dankte Publikum mit lebhaftem Beifall. für die Befriedigung seines Nahrungsbedürf- niffes braucht, werden feine Städter gezwungen fein, die hohen ausländischen Preise zu bezahlen. Damit können aber die Städter in schwere Bedrängnis geraten. Es ist daher, wie man die Dinge auch dreht, in keinem Falle erwünscht, daß das deutsche Volk unter dem Preisdiktat ausländischer Lebensmittellieferanten teht. Deswegen hat die nationalsozialistische Regierung mit dem Unfug früherer Zeiten, große Mengen ausländischer Lebensmittel ohne Rücksicht auf die Belange des deutschen Bauerntums nach Deutschland einzufuhren, Schluß gemacht. Die gesamte Auslandseinfuhr wird heute durch die vier landwirtschaftlichen Reichsstellen „gefchleußt", die nur so viel an Auslandsware und zu solchen Preisen hereinlassen, daß der Absatz der deutschen Landwirtschaft in mengen- und preismäßiger Beziehung nicht geschmälert wird. Selbstverständlich soll das eingeführte Schutzsystem gleichzeitig auch ein „Wachstumschutz" für die deutsche Landwirtschaft sein, die unter den gegebenen sicheren Bedingungen, wie sie vom Reichserbhofgesetz und der Marktordnung geschaffen worden sind, die Pflicht hat, ihre Leistungen zu steigern. Deutschlands Führer hat Reich und Volk ein großes Stück auf dem Wege zur Freiheit, allen feindlichen Wirtfchaftsgewalten zum Trotz, vorwärts gebracht. Er wird es auch ganz schaffen und Deutschland freimachen! Daher muß ihm der deutsche Bauer in der Erzeugungsschlacht helfen! Am 7. April wird das Training für das von Studentenschaften der Universitäten Bonn und Frankfurt in der ersten Junihülfte auszutragende „Oxford-Cambvidge"-Rennen aufgenommen werden. Die feierliche Eröffnung des Trainings erfolgt durch den Rektor der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität bepflanzt. Wenn auch bei schlechter Witterung die Tiere in einer Schutzhütte Aufnahme finden sollen, so ist es doch von Vorteil, wenn sich die Tiere meist im Freien aufhalten, da sich dadurch die Güte des Pelzes erhöht. Man darf gespannt sein, wie dieser Versuch gelingt. Es wäre erfreulich, wenn dadurch ein neuer Erwerbszweig für unsere Bevölkerung gefunden wäre. (vvx„ 1 . ss Grebenau, 26. Marz. Am Samstaaabend fand in der hiesigen Turnhalle ein Unterhaltungs- . abend, veranstaltet von der N S. - G e m e i n - schäft „Kraft durch Freude" statt. Den Höhepunkt des Abends bildeten die akrobatischen Kunststücke, die bewundernswert ausgeführt wurden. Zwischendurch kamen u. a. einige sinnreiche Gedichte usw. zum Vortrag. Die Pausen wurden ausgefüllt durch Klaviermusik. — Bei der letzten Brennholzoersteigerung aus sämtlichen Förstereien des Forstamts Grebenau wurden nachstehende Preise je Raummeter gelost: Scheiter: Buche 1. Klasse 7,50 bis 8 Mk., 2. Klasse 6 bis 6,50, Eiche 1. Klasse 6,50 bis 7,50, 2. Klasse 4,50 bis 5,80, Hainbuche 1. Klasse 4,80 bis 5,50, 2. Klasse 4,40 bis 5. Knüppel: Buche 4,20 bis 4,80, Hainbuche 2,80 bis 3,50, Eiche 2,60 bis 3,40, Birke 2,80 bis 3,50, Kiefer 2,50 bis 2,90, Lärche 2 bis 2,50. Reiser: Buche 1. Klasse 1,50 bis 1,80, Eiche 1. Klasse 1 bis 1,20, Kiefer 1. Klasse 0,80 bis 1, Fichte 1. Klasse 1 bis 1,40, Buche 3. Klasse 0,50 bis 0,70 Mk. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 25. März. Der hiesige Krie -> aerverein hielt im „Jakob-Sprenger-Haus" seine Hauptversammlung ab, die durch die Standartenkapelle mit musikalischen Darbietungen eingeleitet wurde. Der Vereinsführer gedachte zunächst der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung, ferner- des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg und der verstorbenen Vereinskameraden. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß sich die übergroße Mehrzahl der Mitglieder der SAR. II angeschlossen hat. Kamerad Kühl erstattete den Kassenbericht. Für seine mustergültige Arbeit wurde ihm Dank gesagt. Die Kameraden Wilhelm Gode, Andreas Fiedler, Wilhelm Will, Karl Stöppler, Die richtig verstandene Geschichte ist bekanntlick die beste Lehrmeisterin eines Volkes. Es wird noch immer viel zu wenig in Deutschland beachtet, daß während des Weltkrieges bei uns dreiviertel Millionen Menschen an den Folgen der Unterernährung und der Hungerblockade geftorben sind. Die deutschen Regierungen der Vorkriegszeit hatten im Banne einer liberalen, kapitalistischen Entwicklung und einer einseitigen Bevorzugung des gewerblichen Teiles unserer Volkswirtschaft die Grundlagen unserer Ernährung vernachlässigt und nicht genügend beachtet. Daraus ersehen wir, daß die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes aus der eigenen Scholle, die vom Nationalsozialismus so bezeichnete „Nahrungsfreiheil", die wichtigste Voraussetzung unserer völkischen Unabhängigkeit und politischen Freiheit ist. So sehr es auf der Hand liegt, daß 'Deutschland eine Friedenspolitik treibt und in feiner Weise wünscht, in neue kriegerische Verwicklungen hmein- gezogen zu werden, so sehr müssen alle Deutschen, und vor allem der deutsche Bauer, die Lehren des Weltkrieges für alle Fälle beherzigen und daraus die notwendigen Schlußfolgerungen ziehen. Es läßt sich nicht leugnen, daß unsere Wehrhaftigkeit auf's engste mit unserer Nahrungsfreiheit zusammenhängt. Je mehr ein feindlich gesinntes Ausland uns Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung machen kann, uns damit unter Druck zu setzen in der Lage ist, um so wehrloser sind wir. Wenn man aber von außergewöhnlichen Möglichkeiten absieht, so muß man doch unter allen Umständen bestrebt sein, die Lebensmittelversorgung des eigenen Volkes von etwaigen Manävern interessierter ausländischer Wirtschaftskreise unabhängig zu machen. Beim Vorliegen knapper Ernten oder aus politischen Erwägungen wird das Ausland stets versucht sein, einen wirtschaftlichen Druck auf uns auszuüben, indem es möglichst hohe Preise aus den nach Deutschland ausgeführten Lebensmitteln herauszuschlagen sucht. Und wenn Deutschland diese ausländischen Agrarprodukte und den Studentenschaftsführer. Kunstturnen ^eichsheer—DT Für die am Sonntag im Berliner Sportpalast stattfindenden Kunstturnkampf Reichsheer — Deutsche Turnerschaft wurden folgende Mannschaften aufgestellt: R e i ch s h e e r : Feldw. Klingenberg (2. JR. Münster); Untffz. Kallweit (2. JR. Rastenburg); Gefr. Schwarzmann (13. JR. Nürnberg); Kan. Behrens (2. AR. Rendsburg); Füs. Stutte (2 JR. Münster); Füs. Frisch (2. JR. Münster). Deutsche Turnerschaft: Heinz Sandrock- Jmmigrath; Walter Steffens-Bremen; Franz Beckert-Neustadt; Erich Polmar-Hohenstein; Konrad Frey-Bad Kreuznach; Fritz Limburg-Ruhla. In der Mannschaft des Reichsheeres ist Gefreiter S ch w a r z m a n n, der Kampfspielsieger und deutsche Kunstturnmeister, der beste Mann. Aber auch die übrigen Turner der Militärmannschaft sind bewährte Kräfte, die sich schon wiederholt bei Deut« schen Meisterschaften, sowie bei Gau-, Bezirks- und Kreisfesten ausgezeichnet haben. Die D T. dürfte mit ihren Auserwählten den Turnern des Reichsheeres mit Ausnahme von Schwarzmann mehr als ebenbürtig sein. Die Teilnehmer gehören fast ausnahmslos der Olympia- Kernmannschaft an, fast alle standen in der deutschen Mannschaft bei den Weltmeisterschaften in Bu« M Sq5 ,'°k ft r xennt» Ee allen r schönen gemeiner . Mövch- Ach mie, itwortuno ^t, in her !önne, her >be. Nach, M hG, z zu den ykeit und Mt hilf, btzüde bet Hauswirt» em „Sieg» klang die unm-hl s/s «iw «.Di®»’ wie » - >i«’«’ aU5baU (t -- Ä’ * ei’ Wrt. Sfrrtl w* tfy V Klavier. 18: Jugendfunk. 18.15: Johann Joachim Not!" Hörspiel von Rudolf Kmau 20.55: Orchester- Becher. Ein Lebensbild aus dem 17. Jahrhundert. Konzert. Werke von Bernhard Scholz. 22: ^00)- 18.35: Zum Gedächtnis des 100. Geburtstages von hl>m ^nlwberirk. Bernhard Scholz. Bon Hans Rosbaud. 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nach- Sportschau richten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Nachtmusik. Schornstein-Explosion im Werk Mainkur der 3<5. LPD. Frankfurt a. M., 26. März. Am Dienstag gegen 19^0 Uhr erfolgte im Werk Mainkur Der I G. F ar b e n i n d u str i e im Stadtteil Fechenheim eine Explosion, durch die ein Fabrikschornstein zum großen Teil z e r st ö r t wurde. Unter einer weithin hörbaren Detonation wurden riesige Staub- und Steinmassen in die Luft geschleudert. Glücklicherweise sind Menschen nicht zu Schaden gekommen, lieber die Ursache der Explosion ist noch nichts bekannt. Kreis Wetzlar. 0 Krofdorf, 24. März. Der hiesige Turnverein veranstaltete am Samstag in seiner Turnhalle vor einer stattlichen Turngemeinde einen großen Turnabend, dessen Einnahmen restlos dem Winterhilfswerk zugeführt wurden. Nach einleitenden Musikstücken der selbstlos im Dienst der guten Sache wirkenden Krofdorfer Kapelle betonte der Vereinsführer Ch. I a e g e r in seiner Begrüßungsansprache den zweifachen Zweck der Veranstaltung: Unterstützung des WHW. und gleichzeitig Werbung für die gute deutsche Turnsache. Ein begeistert aufgenommenes Gut-Heil und der gemeinsame Gesang eines Turnerliedes leitete zu den turnerischen Darbietungen über, bei denen alle Abteilungen in voller Stärke mitwirkten.Unter Leitung von Oberturnwart A m e n d lief ein turnerisches Programm ab, das wieder einmal den starken Arbeitsbetrieb im Verein zeigte und das an Abwechslung und Mannigfaltigkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Besonderes Interesse fand das Auftreten der erst vor einiger Zeit gegründeten Frauenriege. Eine begrüßenswerte Abrundung des Turnbetriebes nach seiner geistigen Seite hin brachte zwischendurch ein Vortrag von Dietwart E. Praß über das wichtige Gebiet des Dietwefens, das die Erziehung des Tur- Es war ein Abend, der in bester Erinnerung bleiben wird. * Hohensolms, 26. März. Der hiesige 54- jährige Einwohner Heinrich Zimmermann stürzte, als er mit einem Fuhrwerk unterwegs war, so unglücklich vom Wagen, L>aß er mit schweren inneren Verletzungen in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. * Lützellinden, 26. März. Am Samstag hielt die Spar-und Darlehenskasse Lützellinden bei Gastwirt Arnold ihre 37. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Arnold begrüßte die Teilnehmer. Aus dem von Rechner Engel verlesenen Geschäftsbericht, sowie aus dem Bericht des Direktors Frölich ging hervor, daß die Kasse aufs beste fundiert ist und auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine günstige Entwicklung genommen hat. Die Bilanz ist als außerordentlich günstig zu bezeichnen. Die Spareinlagen sind bedeutend gestiegen. Nachdem die Jahresrechnung und die Bilanz genehmigt worden waren, erfolgte Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Weiter wurde beschlossen, gemäß dem Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates den diesjährigen Gewinn den Rücklagen zuzuschreiben. Der Bericht über die gesetzliche Revision legt Zeugnis von der vorzüglichen Führung dex Kasse ab. Alsdann wurde die Annahme des genossenschaftlichen Einheitsstatutes beschlossen. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Ober-Westerwald. * Aulenhausen, 26. März. Die hiesige Einwohnerin Wilhelmine Müller, etwa 60 Jahre alt, erlitt am Montag einen epileptischen W?■ MW - ***2 auszutragen. Die Elf des Gastgebers spielte wie aus einem Guß und verdiente sich den Sieg. Das Spiel begann mit schnellen Angriffen der Einheimischen, die zunächst mit der Unterstützung des Windes kämpften. Der Tormann der Gäste bewahrte seine Mannschaft schon in dieser Zeit vor einer eindeutigen Niederlage. Erst kurz vor Halbzeit mußte er sich von dem Mittelstürmer der Platzbesitzer überwinden lassen. Auch nach der Pause blieb Steinbach weiter im Angriff, aber der Licher Tormann war weiterhin auf dem Posten, bis es schließlich nach einer schönen Vorlage von Heckrodh dem Rechtsaußen gelang, unhaltbar einzusenden. Jetzt gingen die Gäste sehr aus sich heraus, Steinbachs Hintermannschaft stand aber wie eine Mauer. Kurz vor Schluß vermochte der rechte Läufer der Licher aus einer Entfernung von 40 Metern auf 2:1 zu verkürzen. Der Ball war allerdings haltbar. Beide Mannschaften verdienten ob ihrer fairen Spielweise ein Gesamtlob. Auch die Jugendmannschaft von Steinbach konnte gewinnen und zwar mit 3:0 Toren. Sigmund Ruud erringt den Feldbergpokal. Auf einer nicht allzu halsbrecherischen Strecke mit 150 Meter Gefälle wurde am Samstag nach- mittag der Slalomlauf am Feldberg ausgetragen. Der Jungmann Rudi Cranz, ein Bruder der Chriftl, errang seinen bisher größten Sieg. Mit 1:30,1 ließ er den Franzosen Vignolle hinter sich und distanzierte Bruno Koch-Freiburg, Rene Beckert-Frank- reich, ferner die auf den nächsten Plätzen folgenden Partenkirchener Wörndle, Bader, Kemser und Reiser. Bei den Frauen war Christi Cranz natürlich der Sieg nicht zu nehmen. Kombinationssieger für Abfahrt und Slalom wurde der Franzose Vignolle mit 99,68 Punkten. Zweiter wurde sein Landsmann Beckert mit 98,38. Die internationalen Wettkämpfe wurden am Sonntag auf der Max-Egonschanze mit dem Sprunglauf abgeschlossen. Trotz Schnee und Wind hatten sich 2500 Zuschauer eingefunden, die einen neuen Schanzenrekord des Siegers Birger Ruud mit 53 Meter zu sehen bekamen. Auch Sigmund Ruud und Randmond Sörensen erreichten diese Weite noch. In seinen beiden anderen Sprüngen stand Birger 49 und 51 Meter, seine Gesamtnote von 340,2 brachte ihm den Sieg ein vor dem Oberhofer Hans Marr mit Note 337,3 (50, 51, 51 Meter). Dritter wurde Sigmund Ruud. Bei den Jungmann erwies sich Wiedemann-Oberstaufen als Bester. Die Dreierkombination wurde eine Beute des Norweger Sigmund Ruud bei einer Note von 1313,08, der damit auch Gewinner des Feldbergpokals wurde. An zweiter Stelle endete sein Bruder Birger mit 1310,40 vor Rudi Cranz 1259 und den beiden Franzosen Vignolle (1241,08) und Beckert (1220,6). Kurze Sportnotizen. D i e deutsche Straß en Meisterschaft der Berufsfahrer wird 1935 in einem Lauf ermittelt, und zwar gelegentlich des Rennens „Rund um Berlin". Als Zusatzpreis wurden 1000 Mark ausgeworfen. Verboten hat Korpsführer Hühnlein die Abhaltung sogenannter Dergleichsrennen zwischen Kraftwagen und Flugzeugen und außerdem wird man auch künftig bei motorsportlichen Veranstaltungen von der Vorführung von Motorrad-Fußballspielen verschont werden. Big Bill Tilden wird mit seiner durch die letzten Zugänge recht starken und leistungsfähigen Tennistruppe auch in diesem Sommer wieder nach Europa kommen. Die Reise wird vom 10. Juni bis 10. September dauern. An alle Danziger im Reich! Für den 7. April 1935 sind Neuwahlen zum Danziger Volkslag ausgeschrieben. Wahl- berechtigt sind auch die Danziger Staatsangehörigen, die am Wahltage nicht ihren ständigen Wohnsitz im Freistaat Danzig haben. Es befinden sich allein über 7000 Danziger im Reich, so daß ihre Zahl immerhin im End- Ergebnis des Wahlausganges mitspricht. Es ist folgendes zu berücksichtigen: wer im Besitze eines gültigen Danziger Passes ist, besorgt sich einen Auszug aus dem polizeilichen Melde- register seines jetzigen Wohnsitzes und stellt unter Angabe seiner Paßnummer einen Antrag an das Wahlamt der Freien Stadt Danzig um Zusendung eines Wahlpasses. Die Reichsbahn stellt gegen Vorlegung des Wahlscheines einen Freifahrlschein vom Wohnsitz bis zu den reichsdeutschen Grenzstationen Marienburg oder Groß-Boschpol aus. Von dort aus wird die Weiter- fahrl von Danzig aus geregelt. Jeder Auslandsdanziger darf 50 RM. nach Danzig mit- nehmen. Bedürftige Danziger wenden sich betreffs Reisekostenzuschuß. Anterbringuckg und Verpflegung an die Gaupropagandaleitung der RSDAP. Danzig, Abteilung Ausland, Danzig, Weidengasse 2. Weitere Auskünfte erteilen die Vereine der Danziger im Reich und die Danziger verkehrszentrale, Berlin W 8, Unter den Linden 16. Die oben aufgeführten Erleichterungen sollten es j e d e m Danziger Staatsangehörigen ermöglichen, an den am 7. April 1935 stattfindenden Wahlen zum Danziger Volkslag teilzunehmen. Kunst und Wiffenschast. Der 47. medizinische Kongreß in Wiesbaden. Im Mittelpunkt der weiteren Beratungen des 47. Kongresses der Deutschen Gesell- schäft für innere Medizin in Wiesbaden standen die Referate über das Sportherz und über Blutprobleme. Besonders hervorzuheben sind die Ausführungen von Bauer (München-Schwabing) über die drohende Entfremdung zwischen Sportler und Sportarzt. Die Leistungsfähigkeit eines Sportsmannes könne nur aus der Beobachtung seines Verhaltens bei steigender Belastung, also beim Training, beobachtet werden. Der Sportarzt gehöre deshalb ins Training, um diese lebendige Verbindung mit dem aktiven Sportler herzustellen. Der Sportsmann wolle vom Arzt eine Beratung über seine Lebensweise, über Ernährung, Genußmittel, Training usw., und ebenso meist Aufschluß über die Frage, wie und auf welchem Gebiet er seine Leistungen steigern kann. Der folgende Kongreßtag war den Blutkrankheiten gewidmet. Im ersten Referat von Dr. Hellmann aus Lund wurden diese Erkrankungen vom allgemeinen pathologischen Standpunkt aus betrachtet. Professor Schultz (Berlin) behandelte vor allem eine von ihm zuerst beschriebene Bluterkrankung, die sogenannte Agranulopytose, bei der es in der Hauptsache zu einer Verminderung eines bestimmten Teils der weißen Blutkörperchen kommt. Zur Diskussion sprach noch Professor Schilling (Münster), der auf Veranlassung des Reichsgesundheitsamtes Versuche anstellte, ob nach Pyramidon- Gebrauch Bluterkrankungen auftreten könnten. Bei allen seinen Versuchen mit reichlichen Pyramidon- gaben blieb die Blutzusammensetzung normal. Erzählerpreis der „neuen linie“. Der Erzählerpreis der „neuen linie", insgesamt 15 000 Mark über fünf Jähre laufend, wurde in diesem Jahre wiederum in voller Höhe von 3000 Mark zum vierten Mal durch die ehrenamtlichen Preisrichter Paul Fechter, Helene v. N o - stitz, Wilhelm von Scholz. Will Vesper und Bruno E. Werner von >der Zeitschrift „die neue linie" verteilt. Den 1. Preis (800 Mark) erhielt der bekannte Siebenbürgische Dichter Heinrich Zill ich (Kronstadt). Den 2., 3. und 4. Preis Erich Naujoks (Berlin), Friedrich Michael (Leipzig) und Marianne Bruns (Breslau). Den 5. und 6. Preis Werner Bergen gruen (Berlin) und Willi Steinborn (Lenggries, Obb.). Ferner zeichnete die Schriftleitung der „neuen linie" durch Ankauf einer Reihe weiterer Erzählungen aus: von Joachim von S ch a >l s ch a - E h r e n f e l >d (Großdeuben b. Leipzig). Peter B a m m (Hamburg), Franz Adam B e y e r l e i n (Leipzig), Viktor P l e ß (Potsdam). Düchertifch. — Handbuch der geographische n W i s ■ senschaft, herausgegeben von Universitätsprofessor Dr. Fritz K l u t e, Gießen, unter Mitwirkung führender Gelehrte, etwa 4000 Textbilder und Kärtchen, gegen 300 Farbenbilder, viele Kartenbeilagen, Preis pro Lieferung 2,40 RM. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion G. m. b. H., Potsdam. Die Lieferungen 71 bis 80, die soeben erschienen sind, beginnen mit wichtigen neuen Teilen. In zwei großen Abteilungen wird die allgemeine Geographie dargelegt. Professor Kretschmer, Berlin, gibt einen prägnant zusammengefaßten Abriß der Geschichte der Geographie als Wissenschaft von den Griechen bis zu den großen Forschern des 19. Jahrhunderts. Professor Lautensach, Braunschweig, von seiner früheren Tätigkeit an der Universität Gießen her auch unseren Lesern wohlbekannt, setzt in seinem Beitrag Wesen und Methoden der geographischen Wissenschaft anschaulich auseinander und schildert die Arbeit ihrer wissenschaftlichen Bahnbrecher von Karl Ritter und Oskar Peschel bis zu Wagner, Fischer und Supan. Professor Herzog, Jena, gibt in seinem Beitrag „Pflanzengeographie" eine umfassende Ueberschau der Vielgestaltigkeit der Erde und ihr Pflanzenkleid. Er bespricht dann die einzelnen Florenreiche an Hand eines put ausgewählten Abbildungsmateriols. Professor Marcus, Berlin, behandelt die Tiergeographie. Von besonderem Interesse ist der einleitende Abschnitt über Tierwelt und Lebensraum, der Einfluß der Umweltsfaktoren auf die Verschiedenheit der Faunen. Zahlreiche instruktive Diagramme erläutern die Darstellung. Damit liegen für diese wichtigen Gebiete der Geographie, Botanik und Zoologie die auf Grund der neuesten Forschungsergebnisse geschriebenen Werke vor. Die anderen Lieferungen bringen den Anfang der geographischen Darstellung Frankreichs aus der Feder von Prof. Scheu (Königsberg), eine klar gegliederte Schilderung der Struktur und Natur des Landes und seiner Bewohner in rassischer und nationaler Hinsicht. Ferner setzt Professor Dietrich seine Beschreibung von Kanada fort mit dem gefahrvollen, entbehrungsreichen Leben der Pelzjäger, Fischer und Seehundsfänger Neufundlands. Auch hier wieder jene Anschaulichkeit in Wort und Bild, die das Handbuch so wertvoll macht. — Hermann Göring: „D i e Rechtsicherheit als Grundlage der Volksgemeinschaft". (Schriften der Akademie für deutsches Recht. Kartoniert 1,— RM. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (45) — Die vorliegende Schrift stellt die Rede des preußischen Mimsterpräsi- denten vor der 5. Vollsitzung der Akademie für deut- ches Recht dar. In ihr wird der Begriff der Rechts- icherheit im nationalsozialistischen Staat geformt. Sie ist die unerschütterliche Grundlage der Volksgemeinschaft. Der nationalsozialistische Staat, der den Zusammenschluß seiner artgleichen Menschen zur völkischen Gemeinschaft erstrebt, stellt den Schutz des Volkes in den Vordergrund seines staatspolitischen Denkens und Handelns. Jedes Glied der Volksgemeinschaft ist des Schutzes seiner Staatsführung sicher, solange es sich nicht gegen die Gesetze der Gemeinschaft vergeht. An Beispielen aus der nationalsozialistischen Revolution versteht es der Minister- Präsident, klar und scharf die Aufgabe eines neuen Richtertums zu umreißen. Seine von einem starken Gefühl für das natürliche Rechtsempfinden des Volkes durchdrungene Rede läßt unmißverständlich den Standort erkennen ,von dem aus ein neues nationalsozialistisches Recht auszugehen haben wird. Oie Narrenkappe. Edisons Werbung. Der berühmte amerikanische Erfinder Edison soll bei der Werbung um seine Frau eine recht eigenartige und knappe Form gewählt haben. Eines Tages ging er in eines feiner Arbeitszimmer und stellte sich hinter den Stuhl einer hübschen leie- graphistin, die ganz in ihre Arbeit vertieft war. Das Mädchen blickte sich scheu um und sagte: „Ich weih, daß Sie es waren, Mr. Edison. Ich weiß immer, wenn Sie in der Nähe sind." Darauf antwortete er ohne weitere Einleitung zu ihrer Ueberraschung: „Ich habe in der letzten Zeit sehr viel über Sie nachgedacht ... Ich würde Sie gern heiraten, wenn Sie mich haben wollen." Eineff Monat später waren die beiden verheiratet. Letzte Rettung. Nachts. Sie flüstert ängstlich: „Fred, ein Einbrecher." Er: „Pst! Ganz still. Vielleicht bringt er das Fenster auf. Es ist das, das wir nicht mehr öffnen können, feit der Maler da war." Lebenserfahrung. „Da ist ein Mann und stottert herum. Ich bringe nicht aus chm heraus, was er will", erklärt der Lehrling dem Chef des Juweliergeschäfts. „Sie haben noch keine Erfahrung", meint der gewandte Chef, „legen Sie ihm Verlobungsringe vor." '/z# Die trauernden Hinterbliebenen. Klein Linden, 27. März 1935. 1775 p Heilbutt 1774D SELTERSWEG NS69 Fernsprecher Nr. 2373 1672 D in so reichem Maße erwiesene Teilnahme und Kranzspenden sagen wir herzlichen Dank. Werbe-Drucksachen liefert BrQhl'sche Druckerei Filets, Pfund 40, 45 und 50 4 Richard Grünewald Bahnhofstr. 27 Fernsvr. 3631 Lvische Sische Pa.Kabeljau o.K.,PfdL2uL5-) ffSchellsische o.K., Pfd.30 U.35-Z Seelachs,Goldbarsch,Bratfische Grüne Heringe, Pfd. 15 4 Flechten, HautouisHIag leidet, teile ich gern kostenlos das einfache Mittel mit, durch welches schon Unzählige von jahrelangem Leiden oft in 14 Tagen (ohne Diät) vollständig befreit wurden. Mr Mller, Görllh/Schles. um. (Erhälrl. i. b. Apoth.) Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVoOlAto., Gießen Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen. / Herborn Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Elisabethe Becker geb. Hetterich im Alter von 65 Jahren nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden am Dienstagvormittag sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Becker VIII. Alten-Buseck (FriedhofStraße 6), den 26. März 1935. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28. März, nachmittags 2V? Uhr, vom Sterbehause aus statt. ________________________01291 Donnerstag, den 28. März, nachmittags 2 Ubr, versteigere ich an Ort und Stelle, Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungs-Lokal (im Löwen, Neuenweg 28), dahier zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Klubsessel, 10 Sofas, 5 Verti- kows, 5 Chaiselongues, 2 Ovel- Personenwagen, 2 Kühlschränke, 3 Schreibtische, iWaschmaschme, 1 Kollier,1 Armbanduhr, 2 Koster- grammovhone, 1 Kautsch, 1 komplettes Speisezimmer, 1 Teppich, 3 Rohrsessel, 2 Tischchen, 2 Bücherschränke, 2 Klaviere, 1 Rem- straturschrank, 3 Warenschranke, 2 Schreibmaschinen,2 Nähmaschinen, 2 Tische,6 Stühle, 1 Blumenkrippe^ Büfetts,IKleiderschrank, 1 Waschtisch, 1 Motorrad, versch. Flaschen Autopolitur u. Metall- vutz, 1 Ladentheke, 3 Sessel. 1773D Iftfifl Gerichtsvollzieher in Gießen illUll Ludwigstraße 33, Tel. 3239. Miele Staubsauger «m Ueteraeg durch die Fachgeschäfte. Auskunft und Prospekte durch unsere Vertretungen und NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN In Gießen: H. Kretzschmar, Seltersweg 24 1759V Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mif Obersekunda- und Prima - Reife, Schulgeld RM 19.— keine Nebengebühren. Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Zieh Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mäddien auch Kochen und Nähen. Sdiul- geld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein- u. halbjährige Handelsfachschule Sdiulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i.Maschinenschreiben,Steno- grophie und allen Handels- ra ehern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Sdiul- gebäude Goethestr. 32, In Herborn v. 8-13 Uhr im Saiul* gebäude Schlageterstr. 11. Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen Philipp Jung IX. \ ll JLx'- LLOYD mittelmeer Sonderfahrt mit D. »GENERAL v.STE ÜBEN« 14690 Brutto-Register-Tonnen vom 11.— 25. Mai 1935 GENUA, MESSINA, CATANIA, ATHEN ISTANBUUSANTORIN,NEAPEL,GENUA Fahrpreis ab Rm. 305.- loydreisen sind immer eine glückliche Zeit/ Notieren Sie die Taget UaiiaIhahanI Der große Erfolg erfordert naUSTraUvIl ■ nochmals 2 Vorführungstage eoolfö Der automatische SchneHwaseher wäscht 120 Hemden in 40 Minuten! Durch dicksten Schmutz zum großen Erfolg I In den 5 öffentlichen Vorführungen hat „Revolto“ den Gießener Hausfrauen sein großes Können bewiesen. Schwere Aufgaben wurden gestellt. — Aber auch die schmutzigste Berufswäsche wusch der Revolto in 3 Minuten mit spielender Leichtigkeit. Ein Millionen-!raum geht in Erfüllung! Tausende von Hausfrauen waren bisher unzufrieden mit veralteten Waschgeräten. Jetzt ist aller Wunsch erfüllt! Darum fort mit der Strafarbeit d.Waschtage! Welche Vorteile bestehen! Spielend leichte Bedienung, also ohne jegliche Anstrengung. — Zuverlässigste Waschwirkung, M«h 8 Minuten ist die schmutzigste Wäsche saubor, es gibt kein Nachsehen and kein Machwaschen mehrt Waschmittel- und Zeitersparnis bei schonendster Behandlung des Waschgutes. - Kein schwieriger Transport, beansprucht keinen Platz. Preis nur 28.50 RM. Auch Zahlungserleichterung. Besucher der Vorführung erhalten Preisermäßigung! Wasch-Vorführungen nochmals Donnerstag, 28., und Freitag, 29. März täglich nachmittags um 3.30 Uhr und um 5.30 Uhr. Ferner eine Sonder - Vorführung am Freitag, abends 8.30 Uhr, im £ Ebel Schmutzige Wüsche bitte mitbringen I Die bestellten Apparate können am Donnerstag abgeholt werden 01298 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllll Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei Hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Oehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allenOebieten d.Naturwissenschaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 230. — Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Mittwoch, 27.Marz 1935 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) 73 Viertes Blatt zur senden Wirtschaftszweig gebildet ist. Auf seinen Wunsch soll der Treuhänder der Arbeit zu einer Sitzung hinzugeZogen werden. Ebenso kann der Arbeitsausschuß beim Treuhänder den Antrag auf Hinzuziehung des Treuhänders der Arbeit oder eines Beauftragten stellen. In diesen Arbeitsaus- Betriebsführer und Vertrauensmänner des beteiligten Betriebes hinzugezogen werden. Betriebsbesichtigungen dürfen nur von den in der Verfügung der DAF. über Betriebsbesichtigungen vom 10. Oktober 1934 genannten Hoheitsträgern und DAF.-Waltern im Einvernehmen mit dem Betriebsführer des zu besichtigenden Betriebes erfolgen. Sofern eine Entscheidung über den zur Erörterung stehenden Gegenstand notwendig ist, erfolgt sie allein durch den Treuhänder der Arbeit nach Maßgabe der Bestimmungen des AOG. Dabei soll der Ausschuß das Ergebnis seiner Beratungen als Material den Treuhändern der Arbeit und deren Sachverständigenausschüssen Der Führer fordert von allen schaffenden Volksgenoffen denWillen zu Gemeinschastsarbeit a r b e l t auf wirlschafls- und sozialpolitischem Gebiet wird hierdurch von mir b e st ä t i g l. Die Grundlagen der neuen sozialen Selbst- Verwaltung aller schaffenden Deutschen erhallen nach der Errichtung der Deutschen Artz e i t s f r on t. nach dem Erlaß des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und nach der Organisation der gewerblichen Wirtschaft nunmehr mit der neuen Vereinbarung ihren Abschluß. Die Vereinbarung bringt kein Geschenk, sondern verpflichtet zu höchster Leistung. Sie stellt den willen zur Gemeinschaftsarbeit an ihre Spitze. Dieser Wille muh sich bis in die untersten Organe unseres gesamten Arbeils- und Wirtschaftskörpers durchsetzen. Ich weiß, daß jeder deutsche Volksgenosse das Vertrauen, das ich mit diesem neuen Werke in ihn sehe, erfüllen wird. Am Tage von Potsdam. Den 21. März 1935. Der Führer und Reichskanzler. Verlesung: „Dem Führer und Reichskanzler Deutschlands danken die in Leipzig versammelten verantwortlichen Männer der Deutschen Arbeitsfront und der gewerblichen Wirtschaft f ü r das Vertrauen, das Sie. unser Führer, uns gegeben haben. Die Botschaft, die Sie an uns richteten und die soeben unter dem brausenden Jubel aller Teilnehmer auf der heutigen Kundgebung verlesen wurde, erfüllt uns alle mit der heiligen Verpflichtung. dieses Vertrauen mit dem Gelöbnis zu rechtfertigen, zäh und unbeugsam dem Ziele nachzueifern, das Sie. unser Führer. uns aufgerichlet haben. Dr. Schacht. Reichswirtschaftsminister. Dr. Ley. Relchsorganifationsleiter der RSDAP^ ZNmz Leldte. ReichsorbeitLmivistec." zuleiten. Zur Behandlung von Einzelstreitigkeiten, die zur Zuständigkeit der Arbeitsgerichte gehören, sind lediglich die Rechtsberatungsstellen der DAF. berufen. r . Der Reichswirtschaftsminister fuhr dann in seiner Rede fort: Diese Vereinbarung wendet sich gleicher- maßen an Unternehmer wie an Arbeiter. Sie mahnt die Unternehmer erneut an die Pflichten, die sie als Führer der Betriebe ihrer Gefolgschaft gegenüber haben. Der Erfolg der Unternehmertätigkeit steht und fällt mit der Treue, dem Fleiß und der Tüchtigkeit her Gefolgschaft. G e- aenseitiges Verständnis, gegenteiliges Vertrauen und gegenseitige' Rücksichtnahme sotten Grundlage und Ziel der neuen Zusammenarbeit dieser sozialen Selbstverwaltung sein. In der Gewißheit, daß alle Beteiligten ihre Pflicht im nationalsozialistischen Geiste auffassen werden, hat unser Führer der soeben verlesenen Der- einbatung seine Billigung gegeben mit einem von ihm persönlich gezeichneten Erlaß, den ich nunmehr ebenfalls verlese und in die Herzen aller verantwortungsbewußten Unternehmer und Arbeiter eingraben möchte. Ich bin gewiß, daß Sie diesen Erlaß unseres Führers beantworten werden mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue in der Aaufbauarbeit an unserem deutschen Volke. Eintritt der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront Or Schacht verkündet in Leipzig eine vom Führer gebilligte Vereinbarung zwischen ihm, Arbeitsminister Seldte und Or. Ley über wirtschasts- und sozialpolitische Zusammenarbeit. Der Staat soll nur in Fragen gründ- ätzlicher Art entscheiden. Hierfür ist die Jnsti- ution der Treuhänder der Arbeit geschaf- en. lieber den Treuhändern stehen als höchste Organe die M i n i ft e r i e n. Die Einzelarbeit aber soll soweit als irgend möglich von den Organisationen der Arbeit und der Wirt- Erlaß. Der Rationalsozialismus hat den Klaffen- kampf beseitigt. Die Kampforganifationen der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände sind verschwunden. An die Stelle des Klasfenkampfes ist die Volksgemeinschaft getreten. In der Deutschen Arbeitsfront findet diese Volksgemeinschaft ihren sichtbaren Ausdruck durch den Zusammenschluß aller schaffenden Menschen. Organisationen innerhalb der deutschen Volkswirtschaft sind notwendig, aber sie sollen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Ich begrüße und billige daher die Absicht des Reichswirtschaftsministers, die von ihm durch Gesetz vom 27. Februar und Ausführungsver- ordnung vom 27. Rovember 1934 geschaffene Organisation der gewerblichen wirtschaft als korporatives Mitglied In die Deutsche Arbeitsfront einzugliedern. Die von ihm gemeinsam mit dem Reichs- arbeitsminifter und dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront am heutigen Tage getroffene Vereinbarung über eine einheitliche Zusammenschaft gemeinschaftlich f e I b ft g c I ö ft werden. Es ist nur natürlich, daß bet der Deutschen einjemni ofhicvc» --v Arbeitsfront der SchwermrLt auf dem Gebiete der * Erörterungen hierüber im VeirruMttSMM-ub a) In allen Organen und Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront sowohl sachlicher wie gebietlicher Art sind Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder in mö g- lichstgleicherZahlanderFührungund Beratungzubeteiligen. Für ihre Berufung ist die Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront Voraussetzung. Bei der Auswahl der Betriebsführer ist darauf Bedacht zu nehmen, daß nach Möglichkeit solche Betriebsführer beteiligt werden, die gleichzeitig in den fachlichen und bezirklichen Gliederungen der auf Grund des Gesetzes vom 27. Februar 1934 gebildeten Organisationen der gewerblichen Wirtschaft mitwirken. Hierbei soll grundsätzlich bei allen Gliederungen der DAF. zum Stellvertreter des Leiters einer Gliederung e i n Betriebsführer bestellt werden, sofern der Leiter nicht selbst ein Betriebsführer ist. b) In den einzelnen fachlichen und gebietlichen Gliederungen der DAF. berufen die Leiter dieser Gliederungen in geeigneten Zeitabschnitten Versammlungen der zu ihnen gehörigen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder bzw. der Betriebsführer und ihrer Vertrauensmänner ein. In diesen Versammlungen sind durch geeignete Persönlichkeiten, Vorträge zu halten, die vor allem dem Zwecke dienen, bei den Betriebsführern das Verständnis für die berechtigten Ansprüche ihrer Gefolgschaften, bei den Gefolgschaften das Verständnis für die Lage und die Möglichkeiten ihres Betriebes und damit die Voraussetzungen für die Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemein fcha ft zu schaffen. Den Gefolgschaftsmitgliedern und Betriebsführern ist Gelegenheit zu einer Aussprache über den vorgetragenen Gegenstand zu geben. c) Die Reichsbetriebsgemeinschaften und insbesondere deren örtliche Untergliederungen errichten Arbeitsausschüsse, die durch Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder des der Reichsbetriebsgemeinschaft entsprechenden Wirtschaftszweiges in gleicher Zahl zu bilden sind. Die Zahl der Mitglieder dieser Ausschüsse soll 12 nicht übersteigen. Mindestens die Hälfte der Mitglieder muß den Mitgliedern des Sachoer ft ändigen- ausfchuffes beim Treuhänder d e r Arbeit entnommen werden, der für den betreff wenn der Weg richtig angetreten wird, sich olles daraus zwangsläufig ergeben muß. Man meistert die Aufgaben spielend, und oll« die, die der Arbeitsfront nicht wohl gegenüberftanben und ihren baldigen Tod wünschten, werden heute erkennen, daß der Erfolg in dieser Zeit ein außerordentlicher war. _ ,, , Deutsche Schaffende! Mit diesem letzten Bewußt- fein ist das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront nach außen fertiggestellt. Cs ist der organische Aufbau der deutschen Wirtschaft. Wir wollen aber nicht erlahmen, dieses einzigartig in der Welt dastehende Gebilde mit dem Gei st e de s wahren Sozialismus der nationalsozialistischen Gemeinschaft zu erfüllen und alle Menschen so zu ordnen, daß sie zur Höch st en Lei- ft u n g im Interesse und zum Wohle des Volkes befähigt sind! , fe Wir danken allen, die uns daran mitgeholfen haben; vor allem aber dem Reichswirtschaftsminister, Herrn Präsidenten Dr. Schacht, dessen Einsicht diesen letzten großen Schritt möglich ge- macht hat. Wir beginnen damit einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der Deutschen Arbeitsfront, und ich verlange von allen meinen Mitarbeitern als äußeres Zeichen unserer Dankbarkeit für diesen Erfolg Fleiß, Fähigkeit, Opferbereitschaft und Hingabe an das große Werk! Vorwärts für Hitler und Deutschland! (gej.) Dr. Robert Ley. Neichsarbeitsminister Geldte kennzeichnete den heutigen Tag als die Erfüllung der Sehnsucht des Frontsoldaten. Der Spruch, der von der Wand der Kongreßhalle grüße: „Der Nationalsozialismus ist die Kameradschaft des ganzen Volkes" fei Tatsache geworden. Die Tatsache, daß der Reichswirtschaftsminister, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsarbeitsminister hier gemeinsam für die- selbe Sache sprächen und ein gemeinsames Werk Dortrügen, zerreiße mit einem Schlage ein Trugbild, das sich vielleicht noch mancher aus einer Art alten Mißtrauens herausgemacht hat. Diese Stands kann ich als eine der glücklichsten meiner bisherigen Amtstätigkeit bezeichnen, denn hier wird verwirk- wirklicht, was wir seit dem Tage erstrebten, an dem uns der Führer zu seinen Mitarbeitern berief. Zum Schluß der Kundgebung brachte Reichs- organisationsleiter Dr. Ley unter stürmischer Zu- ftimmung folgendes Telegramm an den Führer Ein Ausruf Dr. Leys an c Männer und Frauen der Deutschen Arbeitsfront! Mit der großen Kundgebung in Leipzig ist d i e gewerbliche Wirtschaft unter der Führung des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht in b i e Arbeitsfront eingeglieöert worden. Der Führer hat durch feine Kundgebung diesen Schritt nicht nur gebilligt, sondern freudig bejaht. Damit ist ein weiterer eminent wichtiger Schritt in der Ordnung der Sozial- und Wirtschaftspolitik getan worden. Immer wieder versuchten die Feinde des neuen Deutschlands, sowohl im Innern wie auch außen, aus dem Vorhandensein der Arbeitsfront und der gewerblichen Wirtschaft als zwei getrennten Organen einen Zwiespalt zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer konstruieren zu können. Noch zuletzt schrieben die „Baseler Nachrichten", daß die Arbeitsfront als die Vertreterin der Arbeitnehmer und die gewerbliche Wirtschaft als die Vertreterin Der Unternehmer anzusehen sei, und daß derKlassenkampf zwischen beiden in genau derselben Weise wie früher zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden weitergehe. Wenn dem auch nicht fo war, so ist es gut, daß auch der Schein nicht mehr vorhanden ist. Sicher ist, daß aus dem Nebenemanderftehen der beiden Organisationen in späteren Zeiten etwas Aehnliches wie der Klassenkampf der vergangenen Zeiten hätte kommen können. Dem ist nun endgültig a b g e h o l f e n. Deutschland bekundet, daß ihm die Gemein- s ch a s t über alles geht, und daß innerhalb dieser Gemeinschaft die berechtigten In ter- es en aller gerecht vertreten werden sollen. Damit dürste der soziale A u f b a u des neuen Deutschlands zu einem gewiss en Abschluß gekommen sein. Drei Ergebnisse sind es, die dieser Kundmachung zugrunde liegen: 1. wirtschasts- und Sozialpolitik gehören zusammen! Man kann nicht eines ohne das andere tun. 2. Man gibt dem Volke eine auf sozialpolitischem Gebiet größtmögliche S e l b st v e r w a l - t u n g aus der Erkenntnis, daß das, was sich unter den Menschen ordnen läßt, von diesen Menschen selber geordnet werden soll, und daß der Staat nur dann einschreitet, wenn eine Einigung unter den Menschen nicht zu st an bekommt. Der Staat lehnt es ab, die Amme für jedes und alles zu sein. 3. Damit bekundet der Staat, daß er der höchste Richter auch auf diesem Gebiete sein will, daß er keiner einzelnen Klasse dient, sondern darüber wacht, daß die Gerechtigkeit in allem waltet. Und Recht ist das, was dem Volke nützt! Sozialpolitik, bei der Organisation der ge- ; werblichen Wirtschaft der Schwerpunkt auf dem i Gebiete der Wirtschaftspolitik liegt. Ich brauche nicht zu betonen, daß sozialpolitische Forderungen ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht befriedigt werden können, und daß umgekehrt die wirtschaftlichen Forderungen ohne gebührende Rücksicht auf die sozialpolitischen Belange keine gedeihliche Verwirklichung finden können. Aus diesem Grunde habe ich den Vorschlag gemacht, eine enge Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und der Orgam- ation der gewerblichen Wirtschaft dadurch herbeizu- ühren, daß die Organisation der gewerblichen Wirt- chaft in ihrer Gesamtheit in die Deut- ch e Arbeitsfront eintritt. Der Reichs- arbeitsminifter und der Leiter der Reichswirtfchafts- kammer haben sich diesem Vorschläge angeschlossen. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront hat diese Anregung aus vollem Herzen aufgegriffen, und wir gelangten in eingehendsten Beratungen zu folgender Vereinbarung: I. Der Beirat d e r Reichswirtschafts- kämm er, in dem die Leiter der Reichsgruppen und Hauptgruppen und die Leiter der Wirtschaftskammern vertreten sind, tritt durch Einberufung durch den Präsidenten der Reichswirtschaftskammer und den Leiter der DAF. mit dem Reichsarbeitsrat, der aus den Leitern der Reichs- betriebsgemeinfchaften und der Bezirkswalter (nach der Reichsreform: den Reichsgauwaltern der DAF.) gebildet wird, au dem Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsrat zusammen. Zu den Sitzungen sind der Reichswirtschaftsminister und der Reichsarbeitsminister einzuladen. Hauptaufgabe des Reichsarbeits- und Reichswirtfchastsrates ist vor allem die Aussprache über gemeinsame wirtschaftliche und sozialpolitische Fragen, die Herstellung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Gliederungen der DAF. und die Entgegennahme von Kundgebungen der Regierung wie auch der Leitung der DAF. Die Geschäftsstelle der Reichswirt- schaftskammer wird zugleich das Wirtfchafts - amt für die D A F., das dem Reichswirtschaftsminister untersteht. In den Bezirken tritt entsprechend dem Vorbild in der Reichsspitze der DAF. der Beirat der Wirt- schaftskammer mit dem Bezirksarbeitsrat der DAF. zu dem Bezirksarbeits- und Wirtschaftsrat zusammen. Die Aufgaben des Bezirksarbeits- und Wirtschaftsrates entsprechen den Aufgaben des Reichsarbeits- und Wirtfchaftsrates. Die Geschäftsführung der Reichswirtschaftskammer wird zugleich das Bezirkswirtschaftsamt für die , Deutsche Arbeitsfront. II. chüffen sind zwecks Herbeiführung eines gerechten ozialen Ausgleiches die fachlichen 6 o n betragen, insbesondere sozialpoliti- d) e r Art, zu erörtern, die Betriebsführern und Gefolgfchaftsmitgliedern des betreffenden Wirtschaftszweiges (unabhängig von dem nach b) zu erörternden Fragen) gemeinsam sind. Hierzu gehören insbesondere die betrieblichen Fragen, die nach den Bestimmungen des AOG. der alleinigen Entscheidung der zuständigen staatlichen Organe (Treuhänder der Arbeit) unterliegen. Sofern es sich um Angelegenheiten eines einzelnen Betriebes handelt, müffen bei Leipzig, 26. März. (DNB.) Die erste Reichs- - taaung der Deutschen Arbeitsfront, die in diesen i Tagen weit über 5000 DAF.-Walter in der alten Traditionsstadt der deutschen Arbeiterbewegung zu 1 einer gewaltigen Bekundung der Leistungen der Deutschen Arbeitsfront vereinigt, wurde, nachdem am Vorabend Appelle der fechs Hauptgruppen abgehalten worden waren, am Dienstag vormittag in der mit den Symbolen der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront würdig zur Kongreßhalle umgestalteten Halle 20 der Technischen Baumesse feierlich eröffnet. Die Nachmittagskundgebung brachte die Verkündung der vom Führer gebilligten Eingliederung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront und die Verkündung der Grundlagen zur Herbeiführung der sozialen Selbstverwaltung. Als Erster sprach der MichsorganisationSleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley, um die Bedeutung der Kundgebung herauszustellen. Wir zeichnen uns dadurch aus, daß wir die Gemeinschaft über alles erheben und nicht allein, daß wir konstruktiv Verbände in Dachorganisationen zusammenfasfen, sondern die Gemeinschaft gleich in der unter st en Zelle, in der Familie oder im Betriebe gründen wollen und dort den Menschen klarmachen wollen, daß man sie nur zusammenfassen darf, um sie für einen weltanschaulichen Kampf einzufetzen, und niemals sie organisieren darf, umJnteressendurchsetzen zu wollen, wie es das vergangene System getan hatte. Wir wissen, daß man die Interessen nicht aus der Welt schaffen kann, und wir wollen das auch nicht. Wir sehen in dem berechtigten Ehrgeiz der Menschen jene Triebkraft, die die Entwicklung des Volkes fordert. Nein, wir wollen nicht, daß die Menschen keine persönlichen Interessen mehr haben, sondern wir wollen, daß diese Interessen geleitet und gerichtet sind, und mir wollen ihnen klarmachen, daß ihre Interessen dort aufzuhoren haben, wo die Interessen der Gemeinschaft beginnen. Wir wollen, daß innerhalb dieser Gemeinschaft jeder feinen Platz hat. Es genügt uns nicht, daß jeder Deutsche einen Arbeitsplatz hat, sondern unser Ziel ist, daß jeder Deutsche seinen Arbeitsplatz hat. Und so wollen wir durchführen eine Sach- waltung, die nur von Sachkennern geführt wird, und eine Menfchenführung, die von wirklichen Politikern geführt wird! Heute kommen wir nun zusammen, um b i e gewerbliche Wirtschaft mit der Arbeitsfront zu vereinigen in der Erkenntnis, daß eine Sozialpolitik ohne Wirt-schaftspolilik nicht sein kann und umgekehrt. Wir alle müssen erklären: Wir sind nicht die Vertreter einer Klasse und einer Schicht im Volke, sondern wir vertreten die Nation. Wir vertreten die an» Arbeiter und Arbeiterinnen! Wenn die Arbeitsfront heute mit diesen großen Ausgaben betraut wird, und wenn in ihr auch jetzt die Wirtschaft ihren Platz gefunden hat, fo ist das ein Beweis für die Richtigkeit unseres bisherigen Handelns und Wirkens und auch ein Beweis dafür, daß die Männer, die die hohen Pflichten in der Arbeitsfront auf sich genommen haben, für ihre Arbeiten reif geworden sind. Wenn man bedenkt, baß erst am 2. Mai dieses Jahres sich die Uebernahme der Gewerkschaften zum zweiten Male jährt, so ist der Erfolg ein ungeheuer- sicher. Das alles ist stetig gewachsen. Gewiß, das Tempo war manchmal ein nahezu unfaßbares. Jedoch können wir auch hier wüM saMvüen. daß. ständige Front gegen die Gemeinheit. Wir nertre- . ten Deutschland in feinem ungeheuren, schweren , Schicksalskampf um seinen Platz an der Sonne. Das , muß erfaßt werden. Ich weiß, daß Ihr und wir ! alle für dieses Werk reif sind. Der Staat soll und ; darf nicht die Amme für alles und jedes fein, sondern er muß -das Volk an seinen Sorgen teilnehmen lassen. So schaffen wir jenen Körper der Selbstverwaltung, wo die Menschen ihre Dinge selber ordnen. Neichbankpräsident und derzeitiger Neichswirtschastsnnnister Dr. Schacht hielt dann eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Der Kern der einzelnen Menfchen wie der gefaulten Nation ruht immer nur auf sittlichen Werten. Perioden des Materialismus sind immer Perioden des Verfalls. Schon nach zwei Jahren feiner Herrschaft kann der Nationalsozialismus auf praktische Resultate zurückblicken, die überall in der Welt Erstaunen hervorgerufen haben. Das gilt in erster Linie von der Drganifation und den Trägern der deutschen Arbeit. Das große Organisationsgebäude der Deutschen Arbeitsfront und die Organisation der gewerblichen Wirtschaft sind nicht Kampforganisationen gegeneinander, sondern Erziehungsorganisationen füreinander. An die Stelle des Kampfes gegeneinander ist die aufbauende Gemeinschaftsarbeit mit dem Ziele sozialer Gerechtigkeit getreten. Die Erziehung des arbeitenden und wirtschaftenden Menschen zum Geiste des Nationalsozialismus ist die Grundlage dieser Gemeinschaftsarbeit. Nur auf dieser geistigen und sittlichen Grundlage können auch die praktischen Aufgaben gelöst werden, die sich beide Organisationen stellen. Anknüpfend an die besten Zeiten geschichtlicher Tradition, in der der Freiherr vom Stein den großen Grundgedanken der Selbstverwaltung verantwortungsbewußter Staatsbürger ins Leben rief, ruft jetzt unser Führer alle Glieder der Deutschen Arbeitsfront und der gewerblichen Organisation z u o e r a n t w o r - tungsbewußter Mitarbeit auf. Solange die einzelnen Dolksglieder sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Staatsganzen bewußt bleiben, sollen sie die unvermeidlichen Reibungen des Tages nicht durch Interessen vertretende Funktionäre und Syndici, aber auch nicht durch lebensfremde bürokratische Instanzen, sondern durch ihre eigene lebendige Gemeinschaftsarbeit zu regeln suchen. Eine neue soziale Selb ft» Verwaltung unter Hervorkehrung der Verantwortlichkeit eines jeden Einzelnen ist das Ziel, das uns der Führer steckt, und, meine Freunde, er gibt uns damit einen unerhörten Beweis seines Vertrauens, den zu rechtfertigen wir uns alle auf das Ehrlichste bemühen wollen. Zukunstsziele der See und Vinnenschiffahrt. deutlich verbessern. Dasselbe ist bezüglich Homburgs Lage zu erwarten, wenn der unaufschreb- liche Elbeausbau seine Wirkungen von Hamburg bis Triest und auf die großen verkehrspolitischen in der Tschechoslowakei ruhenden Zukunstsmöglichkeiten ausüben kann. Unlängst hat die Bremer Handelskammer m ihrem Bericht über die jetzige Wirtschaftslage bei uneingeschränkter Anerkennnung des starken binnenwirtschaftlichen Aufschwungs infolge der Arbeitsbeschaffungspolitik der Reichsregierung ihre Ansicht dahin geäußert, daß im deutschen Wirtschaftsleben der Punkt erreicht worden sei, der eine w e i- tereSteigerungderbinnenwirtschaft- l i ch e n Umsätze und eine damit verbundene Förderung der Arbeitsbeschaffung ohne gleichzeitige Belebung des Außenhandels nicht mehr zulaßt. Wie schon aus den umwälzenden verkehrspolitischen Taten und den im Gang befindlichen Arbeiten der Reichsregierung hervorgeht, teilt sie diese Auffassung restlos. In erster Linie handelt es sich dabei um die deutsche R o h st o f f v e r s o r g u n g, die ja nicht nur für Seehäfen, sondern gleicherweise für Arbeitsbeschaffung und Gütererzeugung der Binnenwirtschaft von lebenswichtiger Bedeutung ist. Die rücksichtslosen Absperrungsmaßnahmen des Auslandes, die vielleicht gemilderten, aber keineswegs beseitigten Stockungen der allgemeinen Welthandelstätigkeit und die absatzhemmenden Währungs-Abwertungs- vorgänge vieler Länder werden dein vereinten Willen von Regierung und Volk noch viele Hemmungen in den Weg zu stellen versuchen, bis die allgemeine Lage bereinigt ist. Es ist aber nicht allein die Uebersee, die für unsere Rohstoffversorgung in Frage kommt. Bemerkenswerter Weise ist gegen 1933 im Jahre 1934 die deutsche Rohstoffeinfuhr aus solchen europäischen Ländern fühlbar g e st i e g e n, die deutsche Ausfuhrwaren aufnahmen, während die deutsche Einfuhr aus Uebersee gesunken ist. Im letzten Vierteljahr 1934 war unsere Handelsbilanz aktiv. Diese hoffentlich dauernde Erscheinung der Ein- und Ausfuhr-Verlagerung weist in die durch eine Reihe von Handelsverträgen mit europäischen Nachbarländern gekennzeichnete Zielrichtung eines mitteleuropäischen Wirtschaft saustausches in seinen ersten schwierigen Anfängen. Auch hier heißt es „Gut Ding will Weile haben!" und wer mit diesem alten Gedanken von Friedrich List etwas vertraut ist, wird dabei an den bereits erwähnten Elbeausbau bis zur deutschen Grenze, an die Oderkana- l i si e r u n g, die Rhein-Main-Neckar - Kanalisierung und viele andere in diese Blickrichtung weisende Pläne denken. Sie dienen auch der See- häfenpolitik. Hier dürfte auch die Binnenschiffahrt in Zukunft ein weites Feld der Tätigkeit finden, nachdem zunächst die näher liegenden Plane in Nord- und Mitteldeutschland zur Vollendung gebracht sein werden. Die Eisenbahnen werden bei uns vielleicht auf Ausdehnung ihrer Streckenlängen verzichten; aber sie sind noch nicht am Ende ihrer schon jetzt gewaltig gesteigerten Leistungsfähigkeit in jeder Hinsicht angekommen. Langsam, aber sicher reift unser Wasser- und Landverkehrsnetz seinem zweckmäßigen Ausbau entgegen, auch der See- und Binnenschiffahrt verheißungsvoll neue Wege weisend. Denn: „Schiffahrt ist not!" Sm. Wirtschaft. In der von dem schmalen deutschen Küstenstreifen gebildeten Südostecke der Nordsee liegen dichtgedrängt an den Flußmündungen der kanalisierten Ems, der Weser und Elbe die deutschen Seehäfen Emden, Bremen und Hamburg. Wenngleich jeder von ihnen seine Sonderausgabe zu erfüllen hat, so drückt sich in ihrer Mün- dungslage an den drei Nordseeflüssen ein gemeinsames und dadurch für ganz Nordwestdeutschland gültiges Uebergewicht gegenüber Ost- und noch mehr gegen Süddeutschland aus. Denn das Hinterland der drei Seehafenstädte ist durch deren Nordseelage, ganz unabhängig von der jeweiligen wirtschaftlichen Wertigkeit, näher an den Atlantischen Ozean herangerückt als Ost- und besonders Süddeutschland. Wenn auch das O st s'e e g e b i e t durch Kattegat und Skagerrak und durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal, die schmale Fortsetzung der Nordsee, mit dieser in Verbindung steht, so sind die Wege zum offenen Meer von hier doch z. T. erheblich weiter, während sich in Süddeutschland sogar Ortschaften finden, die überhaupt bis zum nächsten Platz an der Meeresküste 700 Kilometer Entfernung aufweisen. Die zahlreichen, in den Buchten versteckten Häfen der Ostseeküste hatten zur Zeit der Deutschen Hanse teilweise große Bedeutung und es naht hoffentlich bald die Zeit, wo die deutsche Ostsee-Schiffahrt wieder die ihr hier gebührende, noch sehr entwicklungsfähige Rolle einnimmt. Von welch tiefgreifender Wirkung der angedeutete Unterschied in der Lage der Einzelteile Deutschlands zum Meere für seine Entwicklung geworden ist, lehrt ein Blick in seine Geschichte. Erst die reichlich spät eingetretene und hier nicht näher zu erörternde Verschiebung seiner politischen Schwerpunktslage aus Süden und Osten nach dem Norden machte dem Treiben fremder Herrschaft an den Küsten Deutschlands allmählich ein Ende, soweit es überhaupt noch möglich war. Das von Bismarck geschmiedete Reich begann die ersten Grundlagen auch für eine größere wirtschaftliche Machtentfaltung zu schaffen. Der sichtbarste Ausdruck dafür waren das Aufblühen des Ueberfeehandels und die Gründung eines allerdings zusammenhanglosen Kolonialreichs als Aeußerungen geeinter übersprudelnder Kraft und vorsorgenden Zukunftswillens. Wir wissen, daß heute die beiden Stichworte „Grenzland- und Seehafenverkehrspolitik" das großzügige Bestreben des neuen Reiches kennzeichnen, ein in sich ausgeglichenes, einheitlich durch das ganze Reich ausgebautes Verkehrsnetz in den Dienst der gesamtdeutschen Binnenwirtschaft bis zum letzten Grenzort und zugleich in den der notleidenden Seehäfen zu stellen. Denn eine blühende Binnenwirtschaft mit einwandfreien Verkehrsnetzen und einheitlich geleiteter Verkehrspolitik, ein zähes Bestreben, verlorene Posten de- Außenhandels Schritt für Schritt wieder zu gewinnen und weitgehende Unterstützung .der Seehäfen bis zum Anbruch besserer Zeiten muß einmal den Strom wiedererstarkender deutscher Kraft von den Küsten erneut in die fremden Länder und Meere ergießen und einmal muß auch die Mittelpunktslage Deutschlands sich wieder auf die Nachbarländer wirksam gestalten. Der sehr schmale Küstenstreifen, in dem Deutschland an die Nordsee herantritt, erscheint erst im richtigen Licht, wenn man ihn in Vergleich zu den Landgrenzen Deutschlands und dann zu den Land- und Seegrenzen der anderen westeuropäischen Länder setzt. Dann begreift man erst seine lebensnotwendige Bedeutung für uns und ermißt, daß dieser kleine Küstenstreifen unser einziges Sprungbrett zum Meere ist, von dem nun einmal der Fortschritt im gegenseitigen Wettkampf der Völker immer ausgegangen ist. Daß auf dem kleinen Fleck drei Fluhmündungshäfen aufgereiht liegen, wiegt um so schwerer, als uns die Rheinmündungen ja verloren gegangen sind. Bremen, Emden und Hamburg haben die Ungunst der rückwärtigen Lage an einem Nebenmeere des Atlantischen Ozeans gegenüber den an dessen Gestaden unmittelbar liegenden Häfen gemeinsam. U. a. bedeutet das z. B. zu den Häfen der Ostküste Nordamerikas eine Fahrtverlängerung um ein Zehntel, die sich in Zeit und Kosten ausdrückt. aber auch wohl mit der Hebel für die frühe Schaffung der vortrefflichen deutschen Schnelldampfer gewesen ist. Die großen Wettbewerber an den Rheinmündungen liegen schon etwas günstiger in dieser Hinsicht und verfügen über die unübertreffliche Rheinwasserstraße. Der deutsche Kampf ist schwer, aber umso ehrenvoller! Der Ausbau des Dortmund-Ems- Kanals für das 1500-Tonnen-Schiff, die voraussichtlich 1940 vollendete Kanalisierung der Mittelweser von Bremen bis Minden in Verbindung mit der vom Reich zugesagten F a h r w a s s e r v e r t i e f u n g der Unterweser für das jeweiilge Regelfrachtschiff des Weltverkehrs werden Emdens und Bremens Stellung Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 543: Herabsetzung der schweizerischen Postgebühren für Drucksachen und Warenmuster. 542: Vorschriften über im Zollvormerkverkehr vor dem 18. Februar 1935 in das Saargebiet ein- bzw. ausgeführte Waren. 545: Das Verzeichnis der Waren, die nur auf Grund besonderer Bewilligungen in die Schweiz eingeführt werden können, ist neu herausgegeben worden. Das Verzeichnis kann zum Preise von 60 Cts. bei der Eidgenössischen Oberzolldirektion (Materialverwaltung) in Bern bezogen werden. 547: Der Postauftragsverkehr aus Deutschland nach Italien nebst Kolonien wird aus Veranlassung der italienischen Postverwaltung bis auf weiteres eingestellt. 548: Glückwunschurkunden des Führers und Reichskanzlers aus Anlaß von Arbeitsjubiläen für Privatarbeiter und für Privatangeftellte der freien Berufe des Wirtschaftslebens sowie für Arbeiter im Gemeinde- oder Kommunaldienst bei mindestens 50jähriger ununterbrochener Tätigkeit bei ein und derselben Arbeitsstelle ober bei ein und demselben Arbeitgeber. 549: Die Sozialämter des BNSDJ. als Stellenvermittlungseinrichtungen für die Berufs- gruppen der Rechtsfront. Anmeldung von Stellenangeboten an die Sozialämter des BNSDJ. erwünscht. Mein-Mainische Mittagsbörse. Ruhig, aber freundlich. Frankfurt a. M., 26. März. Die Börse eröffnete, wie man es vorbörslich erwartet hatte, in ruhiger Haltung, zumal seitens der Privatkundschaft kaum Aufträge eingetroffen waren. Die Kulisse übte anderseits Zurückhaltung, so daß sich auf den meisten Marktgebieten nur geringe Umsätze entwickelten. Angesichts der optimistischen Beurteilung der Berliner Besprechungen, die auch heute früh wieder mit voller Energie ausgenommen wurden, blieb die Stimmung freundlich und zuversichtlich. Die Börse erhielt von einigen Wirtschaftsmeldungen eine gute Stütze. Der Aktienmarkt hatte heute nur kleine Sonderbewegungen. Sehr gesucht waren Chade auf Nachfrage der Auslandarbitrage, von denen Lit. A—C auf etwa 227 (220,75) und Lit. D auf etwa 223 (216,50) anzogen. Ferner waren im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer auf gute Käufe stark gefragt und zunächst auf 92,50 (91,50), dann auf 93,50 bis 94 erhöht. Daimler wurden hiervon etwas mitgezogen und befestigten sich auf 94,13 (93,75). Schifffahrtswerte lagen bei kleiner gewordenen Umsätzen noch fest, so Hapag mit 34,75 bis 34,40 (34,25), Nordd. Lloyd blieben mit 36 v. H. unverändert. Montanaktien lagen sehr ruhig und wenig verändert. Stahlverein 83,25 (83,40), Rheinstahl 105,65 bis 105,25 (105,75), Mannesmann 82 (81,90) und Harpener 103 (102,90), Zellstoff Waldhof zogen auf 115,40 (114,50) und Aschaffenburg auf 81,65 (81,50) an. Von chemischen Werten waren IG.-Farben infolge von Abgaben der Auslandarbitrage auf 143,50 (144,65) gedrückt, während Deutsche Erdöl 0,75 v. H. und Metallgesellschaft 0,65 v. H. gewannen. Am Elektromarkt waren Siemens aus dem gleichen Grunde wie JG.-Farben um 2,25 v. H. auf 148,25 abgeschwächt. AEG. und Elektr. Lieferungen lagen behauptet, Lahmeyer dagegen 0,75 v. H. und Mainkraft 0,40 v. H. niedriger. Sonst setzten ein: Feinmechanik Jetter 79,50 (79), Moenus Maschinen 83,75 (84), dement Heidelberg 119,25 (119,40), Hanfwerke Füssen 83,90 (84) und Reichsbank 159 (158,75). Renten lagen weiterhin still, aber gut behauptet. Altbesitz 111,70 (111,65), späte Reichsschuldbuchforderungen 98 (unv.) und Zinsvergütungsscheine 91,35. In der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztätigkeit auf allen Marktgebieten sehr gering. Die Kurse zeigten gegen den Anfang fast keine Aende- rungen, etwas höher waren wieder Hapag mit 34,65 nach 34,40, dagegen etwas niedriger Klöckner mit 90 bis 89,50 (89,50). Auch die später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen gegenüber gestern kaum Abweichungen auf, etwas leichter lagen jedoch Allg. Lokal und Kraft, AKU., Gesfürel, Scheideanstalt. Eßlingen Maschinen kamen nach Pause mit 74,75 (77,50) zur Notiz. Fest lagen Schuckert mit 103,65 (102,75), auch Ilse Genuß waren auf 123,90 (123,13) erholt. Adlerwerke gaben auf 92,50 nach 94 nach. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz auf 111,75 nach 111,70 an, sonst traten bei den variablen Werten keine Veränderungen klein. Gold- und Liquidationspfandbriefe blieben bei noch einiger Kundennachfrage gut behauptet, während Kommunal-Obliga- tionen sowie einige Stadtanleihen bis 0,25 v. H. verloren. Staatsanleihen lagen still. Von fremden Werten: 4.50 v. H. Jrrigationsmexikaner 7,30 (7,20), 4proz. Silbermexikaner 4,50 (4,45), 4proz. Rumänen 4,32,50 (4,25). xagesgett) uiio. 3 v. H. Abendbörse: behauptet. Bei kleinen Umsätzen verkehrte die Abendbörse unter dem Eindruck des befriedigenden Fortganges der Berliner Besprechungen zwar in abwartender, aber durchaus freundlicher Haltung. Die Berliner Schlußkurse wurden zumeist gut behauptet, vereinzelt ergaben sich leichte Befestigungen bis zu 0,25 v. H. IG. Farben gewannen 0,50 v. H. auf 143,75. Ferner blieben große Chade-Aktien gefragt und waren auf 229 (228) erhöht. Eisen- und Stahlwerte waren im Verlaufe der Abendbörse auf Befürchtungen, daß der heutige belgische Ministerrat eine Abwertung der Belga beschließen werde, eher etwas angeboten. An den Rentenmärkten hielt die Geschäftsstille bei unveränderten Kursen an. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,70, 6 v. H. Stahlverein 99,13, 4,5 v. H. Stadt Vfvrzheim von 1927 92,50, JG.-Farben-Bonds 121,75, 6 v. H. Siemens Debentures 146, Mexikaner, 5 v. H. innere 4,5, 5 v. H. äußere 10,5, 4 v. H. Rumänen 4,20, Brau- bank 112, Commerzbank 83,40, DD - Bank 84,75, Harpener 102,50, Mannesmann 81,50, Rheinstahl 105,25, Stahloerein 82,75, AKU. 54,50, AEG- 37,13 bis 37,40, Bekula 140,65, Chade A—C 229, D 224, Scheideanstalt 209, Licht und Kraft 122,50, IG. Farben 143,75, Gesfürel 120, Holzmann 89,50, Schuckert 102,75, Siemens 148, Zellstoff Waldhof 115, Süddeutscher Zucker 165,25, AG. für Verkehr 81,75, Hapag 34,25, Lloyd 36. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 26. März. Auftrieb: Ochsen 34 (zum Dichhof direkt 5), Bullen 17 (5), Kühe 396 (10), Färsen 116 (8), Kälber 328 (34), Schafe 9 (2), Schweine 843 (43). Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsen a) 40 bis 41, b) 35 bis 39, c) 30 bis 34. Bullen a) 36, b) 33 bis 35. Kühe a) 35 bis 38, b) 29 bis 34, c) 23 bis 28, d) 15 bis 22. Färsen a) 40 bis 42, b) 36 bis 39, c) 31 bis 35, d) 25 bis 30. Kälber a) 50 bis 52, b) 42 bis 48, c) 34 bis 41, d> 24 bis 33. Schafe nicht notiert. Schweine b) 48 bis 51, c) 47 bis 50, d) 45 bis 50. Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber mittel, geräumt. Schweine langsam, kleiner Ueberstand. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 26. März. In deutschem Gemüse bestand ausreichendes Angebot. In Feldsalat war das Geschäft lebhaft, im übrigen schleppend. In Spinat nehmen die Zufuhren langsam zu. Ausl. Salat und Blumenkohl in genügenden Mengen am Markt; Kopfsalat in guter Ware knapp. U. a. notierten in Pfennig: Blumenkohl Steige 12 bis 18 Stück 375 bis 450 ital, Eskarol Steige 24* 32, 36 uni) 42 Stück 225 bis 275, ital., Feldsalat Freiland 25 bis 35, Mistbeet 40 bis 50, Karotten 5 bis 6, Unterkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat Steige ä 24 Stück 400 bis 450 span., Lattich Mistbeet 50 bis 60, Meerrettich 30 bis 35, Rosenkohl 20 bis 24, Rotkraut 15 bis 18 holl., Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spinat 14 bis 16, Schlüpfer Mistbeet 40 bis 80, Weißkraut 5 bis 6, Wirsing 10 bis 15, Zwiebeln Gärtner 10. Obst: Bei guter Nachfrage wird das deutsch» Aepfelangebot schwächer. Preise für Boskop bester Auslese weiter erhöht. Angebot von Apfelsinen reichlich, infolge der erhöhten Preise aber ruhigeres Geschäft. U. a. notierten in Pfennig: Aepfel I 32 bis 40, II 28 bis 30, Boskop I 32 bis 40, Roter Eifer 25 bis 26, Bohnapfel 22 bis 25, amerifan. Aepfel 40 Pfund rote 1400 bis 1500, gelbe 1600 bis 1800, Bananen, Kiste 25 Pfund 950 bis 1000 Jam., Apfelsinen blond 16 bis 22 span., 23 bis 25 ital., Blut 20 bis 28 span., 28 bis 30 ital., Zitronen, zirka 280 Stück, 800 ital. Oie Beschäftigung der Industrie im Februar. Die Beschäftigung der Industrie hat sich im Februar insgesamt leicht erhöht. Nach der Jndustrie- berichterstattung des Statistischen Reichsamtes ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 59,1 v. H. im Januar auf 59,5 v. H. der Arbeitsplatzkapazität im Februar gestiegen, die Zahl ber geleisteten Arbeiterstunden hat von 53,2 v. H. auf 53,6 v. H. der Arbeitsstundenkapazität zugenommen. Die abwärtsdrängenden Saisoneinflüsse haben sich gegenüber dem Vormonat ab geschwächt. Dies gilt für die meisten Zweige der Bauwirtschaft. Schwächer als im Vormonat ist die Beschäftigung auch in einer Reihe von Industriezweigen zurückgegangen, deren Tätigkeit nicht unmittelbar durch die Witterung bestimmt wird, so z. B. in einzelnen Zweigen der Text-l- industrie, der Metall- und Blechwarenindustrie und in der Edelmetall- und Schmuckwarenindustrie. Das gleiche gilt u. a. für die Möbelindustrie, Ledererzeugung und Papierindustrie. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat hat sich auch in einzelnen Zweigen der Nahrungs- und Genußmittelindustrien verlangsamt. Nur in rbenigen Industriezweigen hat die Beschäftigung stärker als im Vormonat abge- nommen, so u.a. in der Zigarren- und Zigarettenindustrie und in den Sektkellereien. Demgegenüber machten sich im Februar bereits Ansätze zur bevorstehenden Frühjahrsbelebung bemerkbar. In einer beträchtlichen Anzahl von Betriebszweigen — insbesondere von Verbrauchsgüterindustrien — ist die Beschäftigung im Februar gestiegen. Ferner ist die Beschäftigung in einzelnen Produktionsgüterindustrien saisonmäßig gestiegen, so u.a. in den Sägewerken, sowie in Teilen der papieroerarbeitenden Industrie. Im Fahrzeugbau schreiten die Vorbereitungen für das Frühjahrsgeschäft ebenfalls fort. Hier hat sich die Zahl der beschäftigten Arbeiter und der geleisteten Arbeitsstunden erhöht. Schließlich ist die Beschäftigung in den Industriezweigen gestiegen, die von Saisoneinslüssen fast unberührt bleiben. Hier sind vor allem die Jnvestitionsgüter- industrien, die Großeisenindustrie, die Eisengießereien, der Maschinenbau, Teile der Elektroindustrie und einzelne Teile der Eisen- und Stahlwarenindustrie zu nennen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. | Berkin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend- börst Schluß- lurö (ochlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse 25.März # 26-März Amiliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries üatum | 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927j 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*/2% Dvung-Anlelhe von 19.30 .. Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4l/»% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1931, I....... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ /2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4V2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4*/i% ebcm. 7% Pr. Landespfand- briefansl., Gold Komm. Lbl.V Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterreichtfche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4?2% oe:-oi. von 191:-........... 5% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 25 3 99,9 96,25 102,4 111,65 99,6 98,25 97 99,9 114,25 97,5 99,9 100,25 97,5 97,5 105,9 25 1,15 7,4 6,75 6,75 10,4 8,25 26 3 100 96,25 102 111,7 99,6 97,75 97,25 100 97,5 99,9 100,25 97,5 I 97,5 1 105.9 | 26 7,4 7 10,65 8,25 25.3 100 1 96,25 102,75 99,6 98 114,5 97,5 100,13 97,5 97,5 105,9 25,5 1,2 7,4 6,8 6,75 10,6 26 3 100 96,25 102 111,75 99,4 98 115 100,2 97,5 97,5 105,9 | 26,5 7,5 I 6,8 i 6,95 I 10,4 Datum 25.3 8,25 4,8 6,75 4,25 34,4 34,25 36 109 83,5 84,5 84,5 158.75 37 140,65 109,25 120,75 88 120,5 113 102,75 150,5 123,25 1 94,9 102,9 I 102,9 — 1 123,13 89,5 I 81.9 26 3 8,25 4,7 6,75 4,2 34,25 34,25 36 81,75 83,4 84,75 84,75 158,9 37.4 140,65 109,25 122,5 88,75 120 113 102,75 148 122,5 94,4 103,65 102,5 149 123,9 89,5 82 25 3 4,7 6,8 4,3 34,4 33,9 28,25 35,5 81,25 109,5 83,25 84,5 84,5 158-25 37 140,75 109,5 120,75 88,5 120,75 103 150,4 123 95 103,25 102,5 93,4 123,9 89,65 81.65 26.3 4,5 6,65 4,1 34,7 34,5 28,5 35,9 81,13 109 83,5 84,75 84,75 159,25 37,13 140,75 110 122,5 88 120 115 102,5 147,75 123 94,65 103,5 103 93,9 149 124 90,25 81,9 Datum Mansfelder Bergbau.........8 Kokswerke............... 6 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl........ 3% Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7y2 I. G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschaft............. 4 Philipp Holzmann......... 0 Zementwerk Heidelberg ......6 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhcfer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren ............0 Deutsche Linoleum...... 6 Orenstein L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................0 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Contt-Gumm! .............. 8 I Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M>... t ' Süddeutscher Zucker........ 1 25-3 97,75 208,5 105,75 83,4 12 108 146 144,65 210 102 107,75 95 89,5 119,4 54,5 117 114,5 81,5 93,75 152,5 37,4 220,75 158,5 156 1 38 94,75 1 166,25 26.3 97,5 208,5 105,25 82,75 12 109 147 143,75 209 101 95,75 89,5 119,25 54,5 116,5 115 81,65 93,75 152,25 37 229 157,5 155,5 I 38,4 94,5 I 165,25 25 3 98,25 105 25 209 105 83 11,9 108 108,25 146 144,4 102 107,9 95 90,25 103,5 54,75 116,5 114,5 81,5 125 93,9 89,5 37,5 159 155,75 | 37l? 26 3 97,5 105 208 ] 05 82,65 12 108,5 110 147,5 143,25 100,75 107,5 95,75 89,75 104 54,65 116 115 81,5 124,75 93,5 152 89,5 36,65 228 157,75 155,75 I 38 I 165 Geld »rief 4% vesgl. Serie ll ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4ir%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2 y4% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank.......... 0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6V1 Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. ( 34e Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke .............2y Mannesmann-Röhre«........ Buenos Aire-. Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingfokS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien OSlo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... 0,658 58,17 0,201 3,047 53,16 81,25 11,905 5,255 16,42 168,23 20,77 0,696 5,649 59,84 48,95 10,805 61,39 80,72 34,03 10,395 2,495 0,662 58,29 0,203 3,053 53,26 81,41 11,935 5,265 16,46 168,57 20,76 0,698 5,661 59,96 49,05 10,825 61,51 80,88 34,09 10,415 2,496 Bantnoten 0,658 58,17 0,201 3,047 53,14 81,22 11,895 5,255 16,41 168,20 20,72 0,697 5,649 59,81 48,95 10,80 61.36 80,72 33,98 10,39 2,488 0,662 58,29 0,203 3,053 53,24 81,38 11,925 5,265 16,45 168,54 20,76 0,699 5,661 59,93 49,05 10,82 61,48 80,88 34,04 10,41 2,492 r erlin, 26-Dlär Noten...... en......... n ......... en ......... 2oten....... toten....... Roten ...... neid), A 100 oten....... Roten....... ten......... ten......... )ten........ Geld Briet Amerikanische Belgische Rot Dänische Not Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische 9 Norwegische Deutsch Sestk Rumänische 9 Schwedische Schweizer Nc Spanische No Ungarische Ni Schilling 2,44 -7,58 52,93 11,86 16,37 167,78 20,41 59,65 61,15 80,39 33,51 2,46 57,82 53,15 11,90 16,43 168,46 20,49 59,89 61,39 80,71 33,65