WM s ;v MM y'Vx' v- k '■* sV &?•' - .. * w * &sx ,s>% X M' WZ X<.< x\ . . : ^MWWWWWW M ..... >-.' Xs ■, ' W-x... : s^?a ML, 185. Jahrgang Gietzener Anzeiger k ntscheidun vermieden wird. Oer deutsche Bauer beteiligt sich am 6. Oktober am Erntedanktag auf dem Bückeberg bei Hameln. irt u.® September tion. 5omstagn^ Jangsborf, ml Lausch, hätte, die es sich durch den Austritt zu verschaffen mußte, ist heute schwer zu sagen. Wenn die drei großen Neutralitäten gradmäßig abgestuft werden können, so verfügt Deutschland über die echteste, vorbehaltloseste und am wenigsten bedingte. Die Sorge um Rückwirkungen eines afrikanischen Krieges auf deutsche Kolonien ist ihm von Frankreich und England abgenommen worden; es hat dort kein Blut, kaum ein Chininpulver einzusetzen! Die Mitgliedschaft im Völkerbund erlischt effektiv am 13. Oktober; bei etwaigen Entscheidungen oder Abstimmungen, die vorher stattfinden, ist sein Sitz leer. An Maßnahmen teilzunehmen, kann es — zum mindesten nach dem 15. Oktober — nicht angehalten werden, um so weniger als es schon von sich aus weder Italien noch Abessinien Waffen liefert. Es kann das moralische Urteil über Recht oder Unrecht der Privatmeinung überlassen, da es keine realen Interessen dahinter zu verstecken hat. Seine Stellung zum Völkerbund ist hinreichend durch die Begründung des Austritts gekennzeichnet: es kann in der jetzigen Form des Bundes und bei der bisherigen Praxis keine Politik keine Möglichkeit für die Durchsetzung und Beachtung der deut- schcn Lebensinteressen finden. Bricht der Völkerbund mit der gegenwärtigen Krise zusammen, so stirbt er an den Mangeln, die Deutschlands Ausscheiden verschuldeten. Gewinnt er ein neues Leben und neue Formen, so bleibt — im Hinblick auf unsere Stellungnahme — die weitere Entwicklung abzuwarten. Die Knochen eines pommerschen Grenadiers, die einst Bismarck zu schade dafür waren, um für fern liegende Ziele und Interessen eingesetzt zu werden, sind wieder ein Symbol der deutschen Politik geworden, ihrer Beschränkung, aber auch ihrer Stärke! Guatemala hat den Handelsvertrag mit Deutschland vom 4. Oktober 1924 gekündigt, ia befriedigenden wirtschaftlichen Landes, die eine Neuordnung der tauchten am Horizont sehr tief fliegende ganz schwere Kampfmaschinen auf, die in Ket- ten den Flugplatz überquerten. Infolge der Der« lüfte der letzten Nacht wiesen allerdings die Kampf- verbände verschiedene Lücken auf. Sie schossen ununterbrochen Leuchtkugeln ab, um anzuzeigen, daß sie Bomben auf die verschiedensten Objekte abgeworfen hatten. Gleich nach dem Erscheinen der Flieger setzte rund um Warnemünde langanhaltendes Abwehrfeuer der leichten Flak ein, die Flakbatterien wurden aber von einer Kette Tiefflieger der Roten Partei m i t M a s ch i n e n g e- wehren angegriffen. Die Flieger gingen bis auf wenige Meter herab, kehrten verschiedentlich zurück, um sich dann an die in der Ferne ver schwindenden schweren Kampfflieger anzuhängen. Dieser Angriff war für den Zuschauer der interessanteste Teil der ganzen Luftmanöver. Mit diesem wirkungsvollen Angriff hatten die Hebungen ihren Abschluß erreicht. Warndienst ausgezeichnet. Um 18.30 Uhr tauchte am abendlichen Himmel das erste Kampfflugzeug auf, das sofort von den Scheinwerfern erfaßt und unter Feuer genommen wurde. Insgesamt erfolgten bis 3 Uhr fünfzehn Angriffe in unregelmäßigen Abständen. Das Urteil des Schiedsrichters lautete in diesem Falle, daß die Angreifer 50 v. H. ihrer Maschinen verloren haben. Sie konnten aber insgesamt fünfzehn Bombentrefferau f die Anlagen von Warnemünde verzeichnen. Am Mittwochmittag gegen 12 Uhr rollte eines der interessantesten Bilder ab. lieber Warnemünde hingen schwere Regenwolken lief herab, trotzdem halle sich die Role Partei ausgemacht, um den Fliegerhorst Warnemünde mit Bomben zu belegen. Die Flugzeuge waren wiederum rechtzeitig durch Flugwachen gemeldet worden. Kurz nach 12 Uhr >olms'Lich, Keder-Les, Achsen, j( gen, Ernsi >lf SchM gingen, ji l. Fürst ju nnung. . j)0| Mgen, jt ückartshaiü, ngen, Hein, Preis; 3hi, volms-Lich, eickartshain, i, 2. Preis; 3. Preis. ' Bessingen, Nühlsachs^ . ®ei(farh, je 3. Preis; - Bessingen, Ingen, Fürs! Preis; M lf Schinids le Anerken- Oie Gignatarmächte wollen nichts sehen. Warnung an Litauen, aber keine Sicherung der Wahlfreiheit im Memelgebiet. 42-1 O,UI si.z 46. 5,# 16.1J 16«, J 30,J 5,6g kl, iS,* 11,j 63-J V» Unserem Photographen gelang von einem Begleitslugzeug aus diese ausgezeichnete Ausnahme einer Kett« von über See fliegenden Nahaufklärern. — (Scherl-Bllderdlenst-M.) 7 4 ö M d)l lang, .Mi !en 4 J ' 6oo2 WS« • Oie großen Herbstübungen der Luftwaffe. Mecklenburg als Kriegsschauplatz.-„Feindlicher Luftangriff" auf den Fliegerhorst Warnemünde.—Jagdgeschwader, Bombenstugzeuge und Flakbatterien in höchster Tätigkeit. ^reichen gewesen. Eine andere Frage ist es, ob bei einer Erweite- unq des Konfliktes oder, sagen wir es klar im • alle eines englisch - italienischen r i e q e s die Rolle der Union nicht von der eines ^beteiligten Zuschauers zu der eines tätigen Mittlers werden würde. In einer seiner Reden zum Lessinischen Konflikt hat der englische Außen- Mnister Sir Samuel Hoare im Unterhause die Bemerkung einfließen lassen, daß die englische Re- cierung in ständigem Gedanken aus- jxlusch mit der amerikanischen stehe. Man !nnn dies selbstverständlich, man kann es aber auch ssehr vielsagend finden. Glaubt man an die Aohlabqewogenheit englischer amtlicher Aeußerun- -sen in kritischen Momenten, so kann man zum Schluß kommen, daß die auffällige Entschiedenheit ter englischen Politik in einem bestimmten Augen- klick nach langem Zögern i n Z u s a m m e n h a n g sreht mit dem Gedankenaustausch zwischen London imb Washington und daß sich England m ihm die- jmige Rückendeckung zu sichern wußte, die es iraucht, wenn es unter der Flagge des Volkerbun- i$5 zur Verteidigung des ungeschmälerten Bestan- tes seines Imperiums ausziehen will. Gewißheit testeht natürlich über solche heiklen Verhandlungen Tine. Aber vielleicht hat man in den letzten Tagen in Rom darüber etwas erfahren oder zu Horen bekommen! artner g Ä dt°' Mainaje °^irnen ?0, Drei, ■ouben u n. 19-24 ; M ’—16. Mit dem Herannahen des Wahltermins im Me- melland mehren sich die Nachrichten über den zunehmenden litauischen Terror. So wird jetzt u. a. bekannt, daß eine Anzahl höherer litauischer Beamter die Mitglieder ihres Dienstbe reiches nicht nur aufgefordert haben, litauisch zu wählen, sondern, daß sie auch den Beamten die fristlose Entlassung angedroht haben, falls sie etwa deutsch wählen sollten. Um diesen erpresserischen Forderungen den nötigen Nachdruck zu geben, haben die litauischen Vorgesetzten vielfach die Einreichung der Wahlblocks für Montag, den 30. September angeordnet, um festzustellen, wie die Beamten gewählt haben. Diese und andere widerrechtliche Zwangsmaßnahmen erhöhen natürlich den Verfälschungsgrad bei den bevorstehenden Wahlen noch mehr. Es ist anzunehmen, daß diesen Beispielen bis zum Sonntag noch zahlreiche andere folgen werden, ebenso, daß angesichts der völligen Bedenkenlosigkeit der litauischen Einschüchterungsmittel auch diese Wahlen nicht ohne Ausschreitungen vor sich gehen werden, die bekanntlich bei den letzten Wahlen im Jahre 1932 so blutiger Art waren, daß sogar die Signatarmächte sich zu einer Verwarnung an Litauen entschlossen. Trotz alledem haben die Signatarmächte diesmal ausdrücklich von der Entsendung von Beobachtern abgesehen; sie gehen dabei ganz zweifellos von tarn Gedanken aus, daß sie von dem ganzen offenen und geheimen litauischen Wahlterror offiziell nichts sehen wollen. Das gleiche gilt von der Tatsache, daß nicht die geringsten Sicherheitsmaßnahmen für den Transport und die Zählung b er Stimmzettel geschehen ist. Noch bem von ben Litauern bem Memellande aufgezwungenen neuen Wahlgesetz ist bie Tiemeier Wahlkreiskommis s i o n ganz allein für bie Zahlung zuständig. Diese Kommission besteht nur aus Litauern und zieht für bie Auszählung selbstverständlich auch Sie drei große» neutralen. Bei der Entschlossenheit Englands, im abessini- gen Streitfall die Rechte und Pflichten des Völker- unds bis in die letzten Folgerungen zu vertreten, kaum daran zu zweifeln, daß bei vorsichtiger londhabung der Maschinerie in der entscheidenden i tunbe sich jene Einmütigkeit ergeben wird, die die Voraussetzung für die kollektiven Maßnahmen des unb es sind. Insofern kann man der Londoner »Limes" beipflichten, wenn sie von einer beispiel- l sen Geschlossenheit der Weltfront" spricht, bie zur !iurchsetzung der Völkerbundsideale benützt werden r äffe. Immerhin ist einschränkend zu bemerken, daß lei Großmächte, Deutschland, bie Vereinigten Staaten unb Japan, bem Völ- Isrbunb nickt ober nicht mehr angehö - n unb dckß sich somit ihre Stellung zum italie- t sch-abessinischen Konflikt einem Sammelurteil, venigstens soweit es vom Gesichtspunkt bes Völker- Lmbes aus abgegeben wirb, entzieht. Diese brei zioßen Staaten stnb — man kann wohl sagen — r der glücklichen Lage, die Verantwortung für eine (Entscheidung des Völkerbundes, dem sie aus trif- Igen unb immer mehr gerechtfertigten Gründen ;firngeblieben finb, nicht mittragen zu müssen. Dies will nicht besagen, daß sie ben Bemühungen, 1-n Ausbruch bes Krieges in Afrika zu vermeiben, tone Teilnahme unb Sympathie ober gar mit ge- kimen Wünschen gegenüberstehen; wenn sich die ,»eststellung einer geschlossenen Weltfront auf die inereinftirnmenbe Abneigung aller Regierungen unb liölfer bezieht, sich einem neuen Krieg mit unbe- i chenbaren Folgen gegenübergestellt zu sehen, ohne !nß damit eine Beurteilung des engeren politischen .Tatbestandes" verbunden wird, so können zweifelns auch bie brei genannten Großmächte, obwohl 2 an die Verpflichtungen bes Völkerbunbes nicht »bunben sind, zur Front der Friedens- ceunbe gerechnet werben. Auch ohne daß r an bie moralische Verpflichtung zu solcher Haltung kiis bem Kelloggschen Kriegsächtungspakt ableitet, ! hm sie unterzeichnet haben, bem aber eine Wirksam- ! b it im gegenwärtigen Konflikt nicht beschieben zu Die Kriegslage. Warnemünbe, 25. Sept. (DNB.) Unter her Gesamtleitung bes Kommanbeurs im Luftkreis II, Oberst Sperrte, fanden am 24. und 25. September größere Uebungen der Luftwaffe statt. Im Mittelpunkt des Manövers stand der Schutz Warnemündes und feiner Anlagen gegen Angriffe einer Roten Par- t e i, die mit ihren Streitkräften bie Blaue Partei, also bie Verteidiger Warnemündes, bis an bie Elbe zurückgebrängt hatte. Ein Angriff ber Roten hatte nach ber Annahme dieses Kriegsspiels bie Verkehrsanlagen von Stettin zerstört, außerbem waren alle anberen Häfen b,i s Lübeck ebenfalls in ben Händen der Roten, so daß die Blaue Partei nunmehr darauf angewiesen war, ihren gesamten militärischen Nachschub über Warnemünde zu leiten. Aus dieser Lage heraus ergab sich für bie Blaue Gruppe bie Erkenntnis, daß mit einem Angriff ber Roten schweren Kampfflieger auf Warnemünde zu rechnen sei. Der gesamte Verteibigunasapparat, also Flugabwehr, Jagdflieger und der Beobachtungsdienst des zivilen Luftschutzes wurde in den Zustand höchster Abwehrbereitschaft versetzt. Am 24. September zwischen 9 unb 10 Uhr bereits wurde der Anmarsch einer Kampfgruppe auf Warnemünde Wegen der roenii Entwicklung bes L hanbelspvlitischen Beziehungen mit ben wichtigsten Kauf- unb ßieferlänbern notmenbig macht, hat Guatemala gleichzeitig auch bie Verträge mit Enqlanb unb Italien gefünbigt. Es ist anzunehmen, baß halb eine Neuregelung gefunben unb damit eine Unterbrechung bes Warenverkehrs Die Stellung Japans zum abessinischen Kon- 'ttkt ist verschiedenen Auslegungen unterzogen wor- ten, von ber offenbar übertriebenen Annahme großer wirtschaftlicher, kolonisatorifcher Interessen an Ubessinien bis zu einer japanischen Spekulation aus vorteilhafte Wirkungen eines Rassekrieges für die Vormachtstellung Japans in ber farbigen asiati- chen Welt. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß die spanische Regierung solchen mehr historischen Verachtungen nachhängt, da sie mit ihren höchst realen und augenblicklichen Zielen in Oftasien : o I i a u f beschäftigt ist. Ihre völlige und aufrichtige Neutralität in ber abessinischen Frage mtspricht also ben wirklichen Interessen unb der .Üücklichen Abseitigkeit ber Lage Japans, höchstens, baß sie etwas gewürzt wirb durch bie Genugtuung, Völkerbund und Rivalen in Oftasien von den fern» Wichen Angelegenheiten ab gelen ft zu sehen, tie Japan als sein Vorbehaltsgut betrachtet. Ob es uns einer etwa erfolgreichen Betätigung des Döl- |i»rbunbe5 in feiner gegenwärtigen Lebensprobe für $je Politik der freien Hand in Oftasien zu fürchten tiefe aus ihrer Geschichte unb geographischen xsage wrstänbliche Haltung auch in ber abessinischen rraae einnehmen, geht aus-ber Behanblung her- i»r bie bie Anrufung bes Kellogg- : aktes burch Abessinien bei der Regierung m Washington gefunden hat; jedenfalls ift eine 3m» toatioe Amerikas von dieser Richtung aus nicht zu btt ivr Führer.'. auf M n Vech Liedes M genden üb , Lied: > man zu h iber, ber fo ens oerein«. liefige Äh1 15 Leben jr est, an btr Nach kurz« , gesW>« res zum !as sie bist11 dankbare > •bes Kind e ientt. PfM« einer kurz«' nbergärtneuj rzlichen M jnn scheint. Die Vereinigten Staaten haben seiner Leit bie Beteiligung am Genfer Bunb, ber Schop- linq ihres unglückseligen Präsibenten Wilson ab- ?lehnt, weil sie nicht in außeramerifalls ch e Hänbel h i n e i n g e z o g e n zu werben wünschen, sich zum mindesten von Fall zu Fall b i e ibung vorbehalten wollen. Daß sie ihrer Geschichte und geographischen Lage gemelbet, bie von Hilbesheim vorgestoßen war, sich jeboch unterwegs getrennt hatte, um bie Abwehr zu zersplittern. Die eine Gruppe flog bis 3900 Meter, die andere bis 4500 Meter bei sehr günstiger Witterung das Ziel Warnemünde an, das auch erreicht wurde. Ein Jagdgeschwader, das sofort zur Abwehr a u f g e ft i e g en war, drückte den Gegner nach Kämpfen über der Wolfenbecke zurück. Der Angreifer verlor ein Kampfflugzeug. Ein zweiter Angriff erfolgte mittags auf Warnemünbe. Die Angreifer bewegten sich in einer Höhe von 4500 und 5500 Meter, wurden aber rechtzeitig ab» gefangen und verloren zwei Kampfflugzeuge. Inzwischen hatte die Blaue Partei zu einem Angriff auf Braunschweig angefetzt. Das Ziel wurde ebenfalls erreicht. Der Angreifer verlor allerdings vier Flugzeuge, während die Rote Abwehr, also die Jagdstaffeln, zwei Flugzeuge einbüßten. Alle drei Angriffe erfüllten ihren Zweck. Bestimmte, vorher bezeichnete Plätze wurden m i t Bomben belegt. Im Anschluß daran stellten Fernaufflärer das Ergebnis des Bombenabwurfes fest, bas Ergebnis war gut. In-ber Nacht zum Mittwoch, in ber zur Verschleierung ber Lage Warnemündes und feiner Objekte ganz Mecklenburg verdunkelt war, ging eine ganze Reihe von Angriffen auf Warnemünde vor sich. Wieder arbeitete der nur Litauer als Hilfskräfte hinzu. Aus insgesamt 68 ländlichen Wahlkreisen, die bis zu 100 Kilometer von Memel entfernt sind, müssen die Stimmzettel nach ber Zentrale transportiert werben. Im Gegensatz zu ber <5aarabftimmuna ift bei den Memelwahlen mit weiteren litauischen Fälschungs- manöDern sowohl beim Transport wie auch bei ber Zählung zu rechnen. Es wäre für bie Signatarmächte auch in biefer Woche noch ein Leichtes gewesen, ausreichenbe Maßnahmen zur Sicherung bes Wahlvorgan- g e 6, bes Zetteltransportes unb der Zählung zu veranlassen. Da sie aber nicht einmal Beobachter entsenden wollen, machen sie sich folglich an ben weiteren Wahloerfälschungen mit schuldig. Was die Litauer auf diesem Gebiet leisten, zeigt außer zahlreichen anderen Beispielen ja schon allein der Fall Schaulen, wo bei den Gemeindewahlen im Herbst vergangenen Jahres noch während der Auszählung der Stimmen 1700 litauische Wahlzettel mit untergeschmuggelt wurden. Litauen wird verwarnt. Laval und Eden machen dem lilanischen riutzenminister Vorhaltungen. Genf, 25. Spt. (DNB.) Die Unterredung zwischen Laval und Eden am Mittwoch bezog sich auch auf die Memelfrage. Der litauische Außenminister L o z o r a i t i s wurde während einiger Zeit hinzugezogen. Es wurden ihm Vorhaltungen wegen gewisser neuerdings beFanntaemore dener litauischer Maßnahmen im Memelgebiet gemacht. Der „Courier b e G e n ö v e" schreibt an- knüpfenb an bie Nürnberger Rebe Hitlers u. a.! Man kann über bas Vorgehen bes Reiches benke» wie man will, ^ebenfalls aber gebietet es bie Ge« rechtigkeit, anzuerkennen, baß bie Beschwerden bes Führers nicht unbegrünbet finb. Das Memelstatut ist ein so kompliziertes Ge- bäube, baß niemanb darin zu seinem Recht« hr. 225 Erste; Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 26. September 1955 erscheint täglich, außer M W Unnaffme Mit Anzeigen Eonntags unb Feiertags JHP* für die Ttittagsnunnncr Beilagen: Die Illustrier.« ▲ Lä ▲. A A. ▲ AA A A A A A ▲ MK bis8-/,Uhrd°.V°rm>t.ag, Siebener Familienblätter M AW OB MW MM W JW ■ jY Iw dV Grundpreise für 1 mm höhe ’zäsz“ InIPIZrllPr /■ K'W’s Mit 4 Beilagen RM.1.95 ly M W WK W W W W W W WSk W W Äk W von 70 mm Breite Ohne Illusttierte 1.80 Bf M d WC ■ W W W M W W W 50Rpf.,Platzvorschrist nach ; Zustellgebühr .. „ W W W M vorh.Dereinbg.25"/g mehr. ^.in^ÄZ LF V dtmäftigfe Crunbpreife: infolge höherer Gewalt _ _ _ _ r aä Stellen-, Vereins-, gemein- ckGM General-Anzeiger für Oberhe en WWZ "ch'°n: »nzeiger Sietzen " ' 1 behördlicheAnz-igenkNps. Stanifurt am tniin 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Scschäftzftelle: Schul,trahe 7 MengenabjchwsteStaffel8 Britische Sicherheitsmaßnahmen auch in Ostafrika ium iren Der Fortgang -es Verfahrens in Genf. Längere Pause zur Ausarbeitung emes zweiten Berichts durch den neuen Ausschuß cnr die Dölkerbundsverfammtung in Genf. an sich zu ziehen, gibt diese Bank m vermehrtem Umfange Noten aus, die aber hundertprozentig und noch höher durch Silber gedeckt sind. Die abessinische Regierung kann also das un Lande vorhandene Silber dazu verwenden, die Be- züae ausländischen Rüstungsmaterials, die be: Aus. bruch des Krieges und erst recht bei längerer Dauer desselben dringend erforderlich sein werden, zu be» zahlen. Aber diese finanzielle Kriegsrüstung ist natürlich nicht ausreichend, denn der Oe« samtbesitz des Landes an Silber dürste kaum mehr als 50 bis 60 Millionen Mark betragen. Die Regie. rung hat deshalb mehrfach versucht, durch Der- gebung von Konzessionen zur Ausbeu« tung der reichen Naturschätze des Landes sowie zi Bau von Straßen ausländische Devisen in ihi Besitz zu bringen. Auch Monopole, z. B. für die Einfuhr von Salz, sind an ausländische Finanz. I Gruppen schon vergeben worden. Trotzdem sind die finanziellen Kräfte Abessiniens zum Ankauf aus« ländischer Waren und ausländischen Kriegsmate. !rials sehr begrenzt. tiven Tauschwirtschaft, und der Goldumlauf ist daher sehr niedrig. Als Zahlungsmittel gelten hauptsächlich die Maria-Theresia-Taler, deren innerer Wert von dem Silberpreis abhängig ist. Da dieser in letzter Zeit gestiegen ist, bestand auch in Abessinien die Gefahr eines Abfließens der Silbermünzen. Die Regierung hat deshalb ein sehr strenges Verbot jeder „wilden", d. h. nicht genehmigten Si l b e r a u s f uh r er- lassen, sie ist im Gegensatz zu der chinesischen Regierung stark genug, die Befolgung ihres Verbots durchzusetzen. Freilich ist, da Die abessinische Außenhandelsbilanz passiv ist, zur Bezahlung des Einfuhrüberschusses ein offizieller Silber» export unvermeidbar. Er hat sich in letzter Zeit infolge der notwendigen Bezüge von Kriegsmaterial und mittelbarem Rüstungsbedarf sicherlich erheblich erhöht. Diesen Verlust versucht die abessinische Regierung dadurch auszugleichen, daß sie die von Privatleuten gehorteten Silbermen» gen in den Besitz Der staatlichen Bank von Abessinien zu bringen bemüht ist.. Um die Silbermünzen kommt. Die litauischen Behörden scheinen nicht nur reines Lob zu verdienen. Sie lassen sich st ä n d i g liebergriffe auf das die Autonomie begründete Statut zuschulden kommen, und die Garantiemächte dieses Statutes verharren in einer wenig verständlichen Teilnahmslosigkeit. Seither beruht die Autonomie des Gebietes auf dem Direktorium und dem Memellandtag. Diese Lösung könnte zufriedenstellen, wenn nicht die Regierung von Kaunus durch mehrere Eingriffe die Tätigkeit des Landtages u n t e r b u n» Den und praktisch die Zahl der Abgeordneten von 29 auf 24 herabgesetzt hätte. Die fünf litauischen Abgeordneten sind freundlich aufgefordert worden, nicht mehr an den Sitzungen teilzunehmen: so kann die für Beschlüsse erforderliche Anwesenheitsziffer nicht mehr erreicht werden, und die litauische Regierung kümmert sich ebensowenig um Beschlüsse des Landtages, wie ein neugeborenes Kind um Mineralogie. Schauermärchen. Unter der Ueberschrist „Deutsche Mobilmachung gegen Memel" weiß das maßgebliche Blatt der schwedischen Regierungspartei „Socialdemokrat" haarsträubende Geschichten von der deutsch- litauischen Grenze zu erzählen. Ununterbrochen rollten große Material- und Verpflegunastransporte durch Ostpreußen. Im ganzen seien 60 000 Mann Reichswehrtruppen, 20 000 Mann Arbeitsdienst und 30 000 SA.-Männer, teilweise als Landarbei- ter verkleidet (!), an der Memelgrenze aus- marschiert. Der Königsberger Sender betreibe Tag und Nacht kommunistische (!) und kriegshetzerische Propaganda. Wir teilen diese Schauermärchen, die den roten Genossen in Schweden aufgetischt werden, unseren Lesern nicht nur zur Erheiterung mit, sondern auch deshalb, weil wir niemals vergessen wollen, welche politischen Kreise des Auslandes sich in diesem Kampfe des memelländi- schen Deutschtums um seine Lebensrechte gegen uns und für die barbarische Willkür des litauischen Regimes eingesetzt haben. Aus Gründen der Gerechtigkeit gegenüber dem schwedischen Volk machen wir die erfreuliche Feststellung, daß ein anderes großes Stockholmer Blatt „Nya Dagligt Allehanda" die Melduna des marxistischen Hetz- Organs gleichzeitig als falsch und völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Das Beinhaus auf dem Monte Grappa. Es sind jetzt 20 Jahre her, seit Italien nach seiner Kriegserklärung an Oesterreich- Ungarn im Mai die schweren militärischen Enttäuschungen erlebte, die ihm die »ähe und und erfolgreiche Verteidigung Der Jsonzo - front durch die nur schwache, aber mit heldenmütiger Tapferkeit kämpfende österreichische Armee bereitete. Die Erinnerung an diese letzte rühm- reiche Leistung der alten Donaumonarchie wird durch den Namen des Monte Grappa wieder lebendig, des über 1700 Meter hohen Bergmassivs der venezianischen Alpen zwischen Brenta und Piave, der eine heiß umkämpste Schlüsselstellung der Jsonzofront war und zu den großen traurigen und zugleich erhabenen Totenmalen des Weltkriegs gehört, wie der Hartmannsweiler Kopf, der Kemmel in Flandern und andere Orte, die das Blut von Tausenden getrunken haben. Die Italiener haben jetzt auf dem Monte Grappa ein gewaltiges Beinhaus eingeweiht, das in fünf Terrassen den ganzen Gipfel des Berges ein« nimmt und in dem nicht weniger als 15 000 italienische Gefallene begraben liegen. Unmittelbar in der Nähe liegt der gleichzeitig ein- geweihte Heldenfriedhof für 10 292 gefallene Soldaten der ö st erreichisch-ungarischen Armee. Fürwahr ein gewaltiges Denkmal, das die Dankbarkeit der heutigen Generation den Toten des Weltkrieges errichtet und eine ritterliche Ehrung auch der gefallenen Feinde. In diesem Augenblick wäre aber auch zu wünschen, daß es zu einer Mahnung würde, den Frieden zu erhalten und dem italienischen Volte neue Blutopfer zu ersparen. Das neue spanische Kabinett. Madrid, 25. Sept. (DNB.) Dem bisherigen Finanzminister C h a p a p r i e t a ist es gelungen, den Weisungen des Staatspräsidenten „ein Kabinett auf weniger breiter Basis zu bilden und auf jeden Fall Neuwahlen zu vermeiden" folgend, den al- ten Regierungsblock mit geringen Veränderungen wieder zusammenzufügen. In dem neuen Kabinett • sitzen als Ministerpräsident: Chapa- Pieta (Unabhängig), als Außenminister: 8er» roux (Radikal), als Kriegsminister: G i l R o b • l e s (Katholische Dolksaktion). An Stelle der Liberaldemokraten ist die Katalanische Liga getreten. Damit dürfte die Gewähr gegeben sein, daß die bisherige Politik des Wiederaufbaues fortgesetzt wird. In dem neuen Kabinett sind die Reibungsmöglichkeiten insofern größer, als die Katalanische Liga und die Agrarier hinsichtlich der katalani- schen Fragen stark von einander abweichende Anschauungen oertreten. Der Führer besucht Augsburg. Augsburg, 25. Sept. (DNB.) Der Führer Und Reichskanzler txaf auf der Durchreise unerwartet in Augsburg ein. Unter Führung des Intendanten Pabst besichtigte er das Augsburger Stadttheater und anschließend im Goldenen Saal des Rathauses die Plane der neuen Stadthalle. Vor dem Rathaus hatte sich eine vieltausendköpfige Menschen- menge angesammelt, die ihrer Freude über den Besuch des Führers in begeisterten Kund - gedungen Ausdruck gab. Spontan sang die Menge bei der Abfahrt das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Die öffentlichen Gebäude flaggen am 2. Oktober Halbmast. Berlin, 26. Sept (DNB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern gibt folgendes bekannt: Rach Anordnung des Führers und Reichskanzlers fetzen aus Anlaß der Wiederkehr des Geburtstages des verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg am Mittwoch, den 2. Oktober 1935, alle staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betriebe, dle sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffenMchen Rechtes und dis öffentlichen Schulen die Flaggen auf halbmast. Genf, 25. Sept. (DNB.) Eden und Madanaga besprachen das weitere Verfahren, das dem Dölkerbundsrat für die Regelung des ltaliemjch- abessinischen Streites vorgeschlagen werden soll. Danach würde sich der Rat am Donnerstag daraus be- chränken, den Bericht des Fünfer-Ausschusses einem neuen Ausschuß, der wahrscheinlich alle Ratsmitglieder außer den streitenden Parteien umfassen würde, zur Pru- ung zu überweisen. Aus dieser Prüfung wurde )ann in der nächsten Woche der E n t w u r s e i n e s endgültigen Berichts des Dölkerbundsrates hervorgehen. Die Annahme des Berichtes durch den Rat oder die Versammlung würde die in der Satzung vorgesehenen Rechtswirkungen, vor allem das Verbot kriegerischer Maßnahmen ür die streitenden Parteien und gegebenenfalls die ofortige Feststellung eines Bruches der Satzungen auslufen. Das Präsidium der Dölkerbundsversammlung ist Mittwoch abend bereits zu einer Beratung über diese Frage zusammengetreten, ein Beweis dafür, daß die Befassung der Völkerbundsver- ammlung, die den englischen Wünschen nach einer Verteilung der Verantwortlichkeit auf einen möglichst großen Kreis von Staaten entspricht, grundsätzlich bereits beschlossene Sache ist. In Paris rechnet man damit, daß der Völkerbund am Samstag feine Arbeiten unterbricht und in etwa 10 bis 14 Tagen erneut Zusammentritt, um den bis dahin ausgearbeiteten Bericht des neuen Ausschusses entgegenzunehmen, der auf Grund des Artikels 15 der Völkerbundsatzungen Empfehlungen an Italien und Abessinien enthalten wird. Der französische Ministerpräsident wird Sonntag in Paris zurückerwartet und erst wieder nach Genf zurückkehren, wenn der Bericht ertiggefteüt ist. Man glaubt nicht daran, daß der Völkerbund dem Wunsche des Negus nachkommen und eine Abordnung nach Abessinien entsenden werde, um die Lage an Ort und Stelle zu irüfen und zu überwachen. Frankreich wird sich ebenfalls dagegen aussprechen, weil die Zeit zu kurz bemessen sei, und man sich von der Wirksamkeit einer solchen Maßnahme nicht viel verspreche. Frankreichs Absicht geht dahin, die weitere Entwicklung der Arbeiten möglich st in die Länge (I u ziehen, was allerdings im Gegensatz zu den Wünschen Englands steht, die darauf hinausgehen, obald wie möglich reinen Tisch zu machen. 3talien fordert Verständnis. Mailand, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Pv- polo d'Italiä" schreibt, Italien wisse, daß die Schwierigkeiten, die man ihm in den Weg gelegt have, weder politisch noch geschichtlich noch menschlich eine Berechtigung hätten. Italien stelle eine unerläßliche Macht für die Ruhe in Europa bar. Die Bemühungen um die Sicherheit seiner Kolonien eien nicht verstanden worden. Abessinien sei ein barbarisches, der Sklaverei ergebenes und angriffslustiges Land, das noch dazu stark bewaffnet sei. Italien könne es nicht dulden, daß Abessinien ewig eine a u f Italien gezielte P i st o l e bleibe. Es sei ein Irrtum, Abessinien als ein einheitliches und gleichartig zusammengesetztes Land zu betrachten, Denn die Minderheit eines Volksstammes bedrücke eine Menge von anderen Stämmen, aus denen es seine Sklaven beziehe. Es fei eine Narrheit, wenn Europa wegen der Verteidigung solcher Zustände in Brand gesetzt werden sollte. Es handele sich um einen fernen und örtlich begrenzten Kolonialstreit, den Italien niemals auf Europa ausdehnen werde. Italien fordere nichts von Europa als Verständnis für die Erfordernisse eines großen Volkes, das einen wesentlichen Beittag zur Entwicklung der europäischen Zivilisation geliefert habe. „Gazzetta del Popolo" stellt fest, daß die Behandlung der abessinischen Frage im Genfer und europäischen Rahmen einen sehr viel ruhige- r en Ton angenommen habe. Der Fünfer-Aus- chuß habe die Angelegenheit noch verschärft, weil er dem Negus sogar einen Hafen im Roten Meer zu verschaffen gedachte, der Abessinien gestattet hätte, nach Belieben aufzurüsten und schließlich auch noch eine Seemacht zu werden. Niemand dürfe sich in Anbetracht der abessinischen Mobili- ierung und der Truppenzusammenziehungen wun- lern, wenn Italien seine Verteidigungskräfte ver- tärke. „Wir wissen nicht", schreibt „(Sortiere della Sera", „was der Völkerbund nach Kenntnisnahme von dem Mißerfolg des Fünfer-Ausschusses zu unternehmen gedenkt. Aber wir wissen, daß der italienische Standpunkt in der öffentlichen Weltmeinung einen großen Schritt vorwärts gemacht hat, nachdem der Fünfer-Ausschuß die vollkommene zivilisatorische Unfähigkeit Abessiniens zugegeben hat." Wie finanziert Abesfinien den Krieg? In letzter Zeit ist viel über die finanziellen Kräfte Italiens und seine Möglichkeiten, den Krieg bei längerer Dauer zu finanzieren, geschrieben worden. Nicht weniger interessant ist die Frage, wie sein gegenvartner Abessinien die finanziellen Mittel zur Kriegsführung aufbringen kann. Das alte Mahnwort, daß Kriege Geld und nochmals Geld erfordern, gilt schließlich auch für halbzivilisierte Staaten, wenn auch natürlich deren finanziellen Bedürfnisse sehr viel geringer sind als die einer europäischen Großmacht. Aber auch Abessinien muß alle seine finanziellen Kräfte zusammenfassen und nach Möglichkeiten suchen, diese Kräfte bei längerer Kriegsdauer zu verstärken. Ausländische Anleihen kommen für dieses Land zweifellos nicht in Frage. An sich sind die finanziellen Grundlagen des abessinischen Staates zwar gesund und geordnet. Es gibt dort keine Staatsschulden, aber wohl nicht so sehr deshalb, weil man kein Geld gebraucht hätte, als vielmehr aus dem Grunde, weil der Kredit des Landes nicht groß genug war, als daß es Ausländsanleihen hätte erhalten können, und weil Abessinien andererseits die drückenden Abhängigkeiten vermeiden wollte, die eine Ausländsanleihe mit sich gebracht hätte. Der abessinische Staat hat daher bisher das getan, was theoretisch das beste Mittel zur Finanzierung staatlicher Bedürfnisse zu sein scheint: Er hat alles Geld, das er brauchte, durch Erhebung non Steuern aufgebracht. Allerdings mar bisher fein Geldbedarf verhältnismäßig gering, Bas abessinische Doll ftetfi noch tief in der prttm« London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Aus Nairobi, der Hauptstadt der im Norden und Nordosten an Italienisch-Somali und Abessinien angrenzenden britischen Kronkolonie Kenya wird gemeldet, daß am Mittwochnachmittag fünf Bombenflugzeuge und vier Transportflugzeuge aus Aegypten gelandet seien. Ihre Aufgabe sei P a t r o u i l l e n d i e n st an der Nordgrenze. Im Falle eines italienisch-abessinischen Krieges wünsche die Regierung von Kenya dringend, keine Zwischenfälle zuzulassen, die sich zwischen Nomadenstämmen aus der Ankunft zahlreicher Flüchtlinge ergeben könnten, die versuchen würden, die zerstreut liegenden Wasserstellen und Weideplätze zu benutzen. Die Regierung hat die geringen, ihr zur Verfügung stehenden Streitkräfte neu verteilt und die Polizei- und Militärposten in den nordöstlichen Bezirken verstärkt. Die Polizei soll soweit wie möglich versuchen, Flüchtlinge aus Jta- lienisch-Somaliland ober Abessinien zur Rück - kehr in ihre eigenen Gebiete z u überreden. Gleichzeitig muß die Regierung die Möglichkeit einer Zunahme von Ueberfäüen durch organisierte Räuber aus Südabessinien im Auge behalten. Die Abwehr solcher Angriffe ist eine regelmäßige Aufgabe der königlich afrikanischen Schützen. Man glaubt, daß zur Erfüllung dieser beiden Aufgaben Flugzeuge teils zur Erkundung, teils wegen ihrer großen Beweglichkeit gute Dienste leisten werden. Malta im Kriegszustand. London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Aus Malta wird gemeldet, daß am Samstag viele englische Familien von Angehörigen der Wehrmacht an Bord des Truppenttansportschiffes „Neu- ralia" nach England zurückkehren werden. Der Bau gassicherer Räume in allen Regierungsämtern, Schulen, Klubs usw. von Malta sei jetzt zu Ende geführt worden. Am Dienstagabend Der nunmehr im Wortlaut veröffentlichte Berich t d e s Genfer Fünferausschusses an den Völkerbundsrat über seine Schlichtungsverhandlungen im italienisch-abessinischen Streit bestätigt im großen und ganzen die Nachrichten, die bisher an die Öffentlichkeit gelanat sind. Von besonderem Interesse ist jedoch die ausführliche Darstellung der Bemerkungen, Die der italienische Delegierte, Baron Aloisi, bei der Ablehnung der Vorschläge des Fünferausschusses gemacht hat. Die Gründe, die Aloisi nach diesem von italienischer Seite ausdrücklich genehmigten Bericht geltenb gemacht hat, sind nicht neu, aber die Art ihrer Darstellung läßt gewisse Rückschlüsse auf die künftigen politischen Richtlinien zu, nach denen Mussolini die abessinische Frage zu behandeln gedenkt. Die faschistische Regierung hat durch den Mund ihres Genfer Vertreters zwar in acht Punk- ten die Gründe aufzählen lassen, die sie zur Abweisung der Völkerbundsvorschläge bewogen hat, aber sie hat es ängstlich vermieden, etwas Positives dagegen zu setzen und die Absichten zu präzisieren, die sie in Ostafrika verfolgt. Man kann daraus schließen, daß der Duce es angesichts der militärischen Machtentfaltung einer gewissen Genfer Großmacht für vorteilhaft hält, die Tür für weitere Verhandlungen noch bis zum letztmöglichen Augenblick offen zu halten. Ein getarnter Rückzug ist also immer noch ebenso möglich wie ein plötzliches Dorpreschen. Die Entscheidung, ob Mussolini seine ursprünglich weitgesteckten Ziele nach dem Motto „Mit Genf, ohne Genf, gegen Genf" unbeirrt weiterverfolaen wird oder nicht, ist noch nicht gefallen. Aber schon aus der ne gähnen Formulierung der in dem Fünfer- Bericht enthaltenen italienischen Argumente sind einigermaßen deutlich die Zielsetzungen zu erkennen, auf denen die römische Regierung auch heute noch beharrt. Jedenfalls spricht Italien dem Völkerbund nach wie vor jedes Recht und jede Fähigkeit ab, „einen Fall wie denjenigen Abessiniens durch die Anwendung der satzungsmäßigen Mittel zu lösen". Der Sericht. Genf, 25. Sept. (DNB.) Der Bericht des Fünferausschusses an den Völkerbundsrat ist v e r» ö f f? n t licht worden. Der Bericht enthält auch die m ü n d l i ch e n Bemerkungen des italienischen Vertreters zu Den Vorschlägen des Ausschusses. In diesen Bemerkungen heißt es u. a.: 1. Der Fünferausschuß hat die klaren Be- schuldigungen nicht in Betracht gezogen, die die italienische Regierung gegen Abes- stnien wegen Nichterfüllung der von ihm bei seinem Eintritt in den Völkerbund übernommenen Verpflichtungen erhoben hat. Er hat ebenso wenig geprüft, ob 2lbeffinien fand ein weiteres Derdunklungsmanöver statt. Don 21.30 bis 22 Uhr lagen die Hauptstadt La Valetta und die übrigen Orte der Insel völlig im Dunkel. Während der Verkehr auf Den Stta- ßen der Insel ruhte, konnte man die Motoren- g e rä u sche der an dem Scheinangriff beteiligten britischen Luftstreitkräfte vefdehmen. In einer Reutermeldung aus Malta wird auf das mustergültige Verhalten Der maltesischen Bevölkerung wäh« renb Der Dauer Der Hebungen hingewiesen. LebhafiemilitärischeTätigkeitinLibyen. L o n D o n , 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mckil" meldet aus Marja Matruh in Nordägypten, ein „zuverlässiger europäischer Gewährsmann", der aus Tunis eingetroffen sei, habe Mitteilungen über Die Lage in Dennordafrikanischen Besitzungen Italiens gemacht. Seiner Darstellung nach sei in Libyen eine lebhafte militärische Tätigkeit im Gange. In Dem französischen Tunis sei ähnliches nicht zu bemerken. Libyen aber sei ein einziges großes Truppenlager. Bengasi scheine der Hauptstützpunkt einer beträchtlichen Luftstreitmacht zu fein. In Tobruk, Das Die Italiener in einen Flottenstützpunkt verwanDelt hätten, befänDen sich ein Kreuzer, Drei Zerstörer, zwei U.-Boote, Drei Flugboote und ein großes Transportschiff, Das weiße So ld a- ten an Land gesetzt habe. Die Bevölkerung sei äußerlich Durchaus ruhig, Doch herrsche infolge der militärischen Tätigkeit eine sehr gespannte Stimmung. Neue italienische Truppentransporte. Rom, 25. Sept. (DNB.) Wie Die römische Presse am Mittwoch melDef, liegen im Hafen von Neapel 10 Dampfer ausfahrtbe- reit, Die in Den nächsten 24 Stunden mit xunb 9 0 0 0 SolDaten unD Schwarzhemden unD großen Materialbeständen nach Ostafrika in See gehen werden. noch würdig sei, Dem Völkerbund anzugehören, nachdem es diese Verpflichtungen nicht erfüllt und andere offen verletzt habe. 2. Die italienische Regierung hat aus obigen Gründen Abessinien das Recht abgestritten, auf dem Fuße Der Gleichberechtigung mit Den anderen VölkerbunDsmitglieDern zu Der- hanDeln unD hat Den Rat auf Den wirklichen Zustand Des sogenannten abessinischen Reiches unD seiner inneren Verhältnisse, Die weit hinter Den berechtigten AnforDerungen an ein Völkerbunds« mitglieD Zurückbleiben, aufmerksam gemacht. Die italienische Regierung wies nach. Daß ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen Den Stamm« ländern "fiel Amhara (Zentrales Hochplateau) und den A u ß e n g e b i e t e n , die von Abessinien in den letzten 50 Jahren erobert worden sind. Diese Gebiete sind durch Die Mißwirtschaft Der Beherr« scher, Die sie beDenfenlos ausbeuten unD daraus Sklaven zum Zwecke Des HanDels holen, in eine Lage gebracht roorDen, Der Durch sofortiger scharfes Eingreifen abgeholfen werden muß. Von einer Autorität Des Negus ist Dort keine ReDe. 3. Das abessinische Problem müsse, um befriedigt gelöst zu werden, folgenDerrnaßen in Angriff ge* nommen werden: a) Der eigentliche abessinische Staat müßte in eine Lage versetzt werben. Daß er seinen Nach« barn nicht schaben und feine Verwaltung reformieren könnte, um auf eine höhere Kulturstufe zu kommen. b) Die verschiedenen Bevölkerungen; die an den Grenzen bes ßanbes unter unmenschlichen Be« bingungen leben, müßten ber abessinischen Tyrannei entzogen werben. Sie müßten ein für allemal vor ber Mißwirtschaft eines Lande- geschützt werben, Das niemals in ber Lage fein kann, ihnen gegenüber bie Mission zu erfüllen, die einem Staat mit Angehörigen verschiedener Rassen obliegt. 4. Die Vorschläge Des Fünfer-Ausschusses Haden sich Darauf beschränkt, dem abessinischen Staat, st wie er gegenwärtig besteht, eine Hilfeleistung zu gewähren, Die nicht von Derjenigen abweicht, Die ber Völkerbund anberen Staaten zur Ueberminbung vor- übergehender Schwierigkeiten gewährt hat. Da es sich um ein Land hanbelt, Dessen barbarischen Zustände mit einer starken, moDernenjO* ft u n g HanD in Hand gehen, kann die international! Kontrolle nicht als eine Lösung betrachtet werden, die den anzusttebenden Zielen entspricht. 5. Ein Fall wie derjenige Abessiniens kann nicht durch die Anwendung Der satzungsma« feigen Mittel gelöst werden, weil Die Völker« bundssatzung nicht Den Fall oorsieht, Daß Länder, die unwürdig und unfähig sind, im DoI» ttrbanb mtiauar bellen- weiter-« Italiens Stellungnahme zu den Vorschlägen des Jünferausschnsses. Warum Mussolini ablehnte. «6 ’°®’« aun .Mrei ft ubioh m sind bi, $*uf aus, ^egsnsat» n k°5 ”» 1 b-> äus. s S* in bs, *"8 ijt J“ ®* °um m,K, rchN -. G mI ehern zu wirklich'' Nischen » veit hinter^ DölkerbM gemacht- •’ n ben SM ochplateausc Abessimtt en sind. ist her Lthc 'n und dB holen, in j oforti jlegus m 11 >, um Wj* in AnM« en’, bie.i/fc f, einei her N, \ ,She-^ ,SÄ K-i ineil Ä Rechte für sich in Anspruch nehmen unb die Ersiil- ümg der Verpflichtungen fordern, die sich aus die. f.r Mtarbeit ergeben. 6. Wenn man sich etwas größeren Spielraum «lassen hätte, so wäre man selbst im Geiste ge- oisser Völkerbundegrundfätze, wie z. V. des Nandatsgedankens, der Lösung des Pro- tlems näher gekommen. Aber der Fünferausschuß jat seine Lösung auf dem Gedanken der Hilfe- Instung aufgebaut, der für Abessinien nicht saßt. 7. Der Fünserausschuß hat der besonderen Stellung Italiens in Abessinien auf der Grundlage Des Dreimächtevertrages von 1906 und ter vorausgegangenen Abkommen, die einen Be- sandtet! dieses Vertrages bilden, nicht Rech, r un g getragen. Die von Frankreich und Cng- lind abgegebenen Erklärungen sprechen von ter» nito rialen Regelungen zugunsten Italiens rn Wege eines Gebietsaustausches mit Abessinien in der Gegend der Somaliküste. Es sandelt sich offenbar um die Wiederaufnahme des irüher gemachten Vorschlages, Abessinien einen Zugang zum Meere zu geben. Die italienische Regierung muß sich diesen Vorschlägen ganz entschieden widersetzen, da sie Abessinien zu einem Seestaat machen unb die Gefahr für Italien verschärfen würde. Der Fünferaus- schuß hätte nicht die Rechte territorialer Art ver- nachlässioen dürfen, die der Dreimächtevertrag Jta- lien hinsichtlich der territorialen Verbin. düng zwischen den italienischen Kolonien E r i. trea und Somaliland westlich von Addis Abeba zuerkennt. Die Vorschläge des Fünferaus- fchufses beziehen sich im Gegenteil auf den Drei. Mächtevertrag nur, um die Interessen der beiden anderen Teilnehmer zu betonen. 8. Frankreich und England erkennen Italien ein besonderes Interesse an der wirtschaftlichen Erschließung Abessiniens Au. Italien bemerkt aber, daß die praktische Durchführung von befonde. ren Abmachungen zwischen Italien und Abessinien abhängen würden. Run beweisen aber alle Gründe, die den italienisch-abessinischen Konflikt ausgelöst ?aben, die Unmöglichkeit jedes wirt. chaftlichen Abkommens mit Abessinien, da dieses Land nicht fähig ist, irgendwelche inter- nationalen Vereinbarungen einzuhalten. Promotionsgebühren und Doktorwürde Reichsunterrichtsminister Rust über die Neuordnung. Das vornehmste Recht der deutschen Hochschulen. i Vor kurzem ist die Promotionsgebühr für alle deutschen Hochschulen auf 200 Nark und die Geführ für das medizinische Rigoro- |um auf 300 Mark festgtesetzt worden. Die bisher m Referenten, Korreferenten und Prüfern zuge- I kwssenen Anteile fallen in Zukunft fort. Die Prü- \ fnngstätigkeit gehört, wie es in dem Erlaß heißt, rben allgemeinen Dien st obliegen- eiten ber Hochschullehrer. Auch bie Vergütung m die Pedelle oder anderen Beamten für die Mit- t irkung bei den Promotionen fällt weg. Dem ent- brechenden Erlaß hat Reichsminister R u st folgen- les Vorwort vorangeschickt: Die Verleihung der Doktorwürde ist ims der vornehmsten Rechte der deutschen Fakul- ; t.ten und Hochschulen. Mit diesem Recht sind aber »gleich hohe Pflichten verbunden, die ohne Schaden fnr die wissenschaftliche Ausbildung der Studreren- | len, damit für Die Wissenschaft selbst, sowie für die Beltgeltung deutscher Wissenschaft ilcht verletzt werden dürfen. Es ist daher unter dien Umständen daran sestguhalten, daß nur folche Studierende oder Studierten zur Doktor- pomotion zugelassen werden, die nachgewiesen tiben, daß sie innerhalb ihres Wissenschaftsgebiets m Problem richtig zu stellen, zu erfassen und mit kiissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten in der Inge sind. Keinesfalls darf der Doktorgrad ms Gewohnheit oder anderen Gründen als Zusatz zu einem bestandenen Staats- (oder ähnlichen) Examen auf Grund einer mehr formalen Leistung verliehen werden. Durch ein derartiges Vorgehen hat der deutsche Doktortitel bereits erheblich an Wert eingebüht. Die Vergebung, Beaufsichtigung und Beurteilung der Arbeiten sowie die Prüfung von Doktoranden soll für den Dozenten nicht eine von ihm als störende Last empfundene Mehrarbeit bedeu- ten, die er an außerhalb seines eigentlichen wissen- schaftlichen Schaffens Stehende verschwenden muß; vielmehr sollen die Doktoranden die wirklichen Schüler und eigentlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Dozenten fein, mit denen ihn ein besonderes kameradschaftliches Arbeitsverhältnis verbindet. Ich mache es den Rektoren zur Pflicht, auf alle Dozenten dahin immer wieder nachhaltigst einzuwirken, daß nur unter diesen Gesichtspunkten Doktoranden angenommen und gefördert werden. Bei dieser Sachlage muß es den Dozenten selbst er» wünscht fein, ihr besonderes Verhältnis zu diesem ihrem Mitarbeiterkreis nicht durch irgend» welche materiellen Gesichtspunkte beeinträchtigt zu sehen, um so mehr, als den Doktoranden in der Regel die Aufbringung der er. heblichen Kosten für die Anfertigung der Dissertation und Bestreitung des Lebensunterhalts während dieser Zeit bereits große Opfer auferlegt. Der Aufbau der deutschen Wehrmacht. 'Die ersten Gestellungsbefehle werden in t-esen Tagen, nachdem das deutsche Musterungs- s|schäft beendet ist und einen erfreulich hohen Grad t»n Tauglichkeit ergeben hat, an die jungen Wehr- Wichtigen herausgehen. Die Einberufung ist zim 1. November vorgesehen. Damit beginnt dann bs Maschine der allgemeinen Wehrpflicht wieder die jungen Deutschen in die einzigartige Schule der si.datischen Erziehung zu nehmen. Die organisato- r>che Leistung, die von ber Wehrmacht in den kur- zm Monaten seit der Verkündung der allgemeinen Wehrpflicht im März geleistet worden ist, damit jetzt (Lies, vom Ausbildungspersonal bis zu den Ka- frmenbauten, aufnahmebereit dasteht, ist ein nues Ruhmesblatt in ihrer Geschichte. Wenn man ttdenkt, daß nicht nur die ganze Organisation der Wehrbezirkskommandos, sondern eine ssinz neue Waffe, bie Luftwaffe, in wenigen Üjonaten aus dem Boden gestampft werden mußte, irib daß auch die übrigen Waffen für einen wesentlich erweiterten Rahmen umgeschaltet werden muß- tn, so wird erst ganz deutlich, wieviel Vorar- ii- i t im großen wie im kleinen, im Kriegsministe- rum wie im letzten Standort, dafür erforderlich vor. 'Der Aufbau der neuen Wehrmacht, bi im wesentlichen durchgesührt ist, vollzieht sich unter dem Kommando der nachstehend angegebenen §Lfehlshaber und in folgendem organisatorischen : Lohmen: I. Oos KnegSministerwm. iDer Reichskriegsmini st er: Generaloberst ferner v. Blomberg. Die Oberbefehlsha- bur: Der Oberbefehlshaber des Heeres: Gene- rd! der Artillerie Freiherr v. Fritsch. Der Ober- »i'fehlshaber der Kriegsmarine: Admiral Nich Raeder. Der Oberbefehlshaber der Luft- troa f f e : General der Flieger, Reichsminister der 8. ftfahrt, Hermann Göring. Der Chef des Wehrmachtsamtes im Hächskriegsministerium: Generalmajor Keitel. II. Oie Oberbefehlshaber der drei Gruppen: Wruppe 1, Berlin: General der Infanterie T:;rd v. Rundstedt. XBruppe 2, Kassel: General der Artillerie Wil- Hülm Ritter v. Leeb. SSruppe 3, Dresden: General der Infanterie Abor o. Bock. III. Die Befehlshaber in den Wehrkreisen: Wehrkreis I (Königsberg): Kommandierender Mineral des I. Armeekorps: Walter v. Brauchitsch. Wehrkreis II (Stettin): Kommandierender Ge- aci.al des II. Armeekorps: Johannes Blaskowitz. Wehrkreis III (Berli n): Kommandierender Ge- ivral des III. Armeekorps: Erwin v. Witzleben. Wehrkreis IV (Dresden): Kommandierender Smeral des IV. Armeekorps: Wilhelm Lift. Wehrkreis V (Stuttgart): Kommandierender tzmeral des V. Armeekorps: Hermann Geyer. Wehrkreis VI (Münste r): Kommandierender Snneral des VL Armeekorps: Günther v. Kluge. Wehrkreis VII (M ünchen): Kommandierender Smeral des VII. Armeekorps: Walter v. Reichenau. Wehrkreis VIII (Breslau): Kommandierender Snera! des VIII. Armeekorps: Ewald v. Kleist. Wehrkreis IX (Kasse l): Kommandierender Ge- lesal des IX. Armeekorps: Friedrich Dollmann. Wehrkreis X (Hamburg): Kommandierender fcmeral des X. Armeekorps: Wilhelm Knochenhauer. IV. Oie Befehlshaber in der Kriegsmarine: Der Flottenchef: Vizeadmiral Richard Foer- fter. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der O st f e e (Kiel): Vizeadmiral Conrad Albrecht. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee (Wilhelmshaven): Vizeadmiral Otto Schultze. V.Befehlshaber in denLustkreisen I-VI: Befehlshaber im Luftkreis I: Generalmajor Schweickhard. Befehlshaber im Luftkreis II: Generalleutnant Kaupifch. Befehlshaber im Luftkreis III: General Wachenfeld. Befehlshaber im Luftkreis IV: Generalleutnant Halm. Befehlshaber im Luftkris V: i. 33.: Oberst Felmy. Befehlshaber im Luftkrei sVI: Konteradmiral Zander. (Sin Geburtstagsgeschenk des deutschen Handwerks. Berlin, 25. Sept. (DNB.) 100 0 Paar Militär stiefel, die das deutsche Handwerk dem Führer und Reichskanzler zu seinem Geburtstag geschenkt hat, wurden am Mittwoch dem Wehrkreiskommando 3, Berlin, feierlich übergeben. In drei hohen Bergen waren die prächtigen Erzeugnisse deutschen Handwerkerkönnens aufgeschichtet. Der Vertreter des Reichshandwerksmeisters, Dr. Wolf, übernahm von dem Vertreter des Schuhmacherhandwerks die Sttefel, dankte für die gute Arbeit und übergab das Geschenk dem Korpsintendanten Wandersleben. Dieser dankte in herzlichen Worten im Namen des Kommandierenden Generals und wies in einer kurzen Ansprache auf die Verbundenheit des Handwerks mit dem Heer hin. Er gab bann die Anordnung, daß jeder Sttefel mit einem Stempel versehen werden soll, aus dem zu ersehen fein wird, daß es sich um ein Geschenk des Handwerks handelt. — Anschließend fand unter Führung des Obersten von Estorfs eine Besichtigung der Schuhmacherwerkstatt des Bekleidungsamtes statt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das gestern über der Nordsee liegende Tief hat sich zum Sturmwirbel verstärkt, der mit seinem Kern am Donnerstag früh über der deutschen Ostsee lag. Don seiner Rückseite her sind kältere aus polaren Gebieten stammende Luftmassen rasch nach Deutschland oorgestoßen und bringen unter Abkühlung noch einzelne Schauer, die in unseren Mittelgebirgen teilweise aus Schnee bestehen. Gleichzeitig führt sie aber auch zur Ausbildung eines Zwischenhochs, das vorübergehend weitere Beruhi- gung und Besserung bringen wird. Bei Irland ist jedoch bereits ein neuer kräftiger Wirbel in Entwicklung. Aussichten für Freitag: Zunächst meist heiter, nachts kräftige Abkühlung und stellenweise Nebelbildung, tagsüber bei abflauenben unb nach Südwesten zurückgehenden Winden etwas wärmer. Von Westen her aufkommende neue Verschlechterung. Lufttemperaturen am 25. September: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 26. September: morgens 9,2 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 25» ©eptember* abends 12,3 Grad. Die Cigarette spielt im Leben des Menschen eine so große Rolle, daß wir es als eine wichtige Aufgabe betrachten, unsere Raucherfreunde in die Grundlagen der Tabakkultur einzuweihen. Deshalb stellen wir allen Interessenten ein Büchlein über die doppelte Fermentation zur Verfügung. Name Wohnort Straöe Senden Sie mir kostenlos und portofrei ein Exemplar der ausführlichen Darstellung des Fermentationsprozesses. Wir bitten diesen Abschnitt ausgefüllt als Drucksache einzusenden (Porto 3 Pfg.) Ao die Firma H.F.&Ph.F. 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rün und ft >eißen M iSchM n - h°f« nb bie ung erlaüi" nnschchB beit bestiM chehen inüssK iebhof unb ti he eine \»esuch mit voller Sympathie begleite. Nach einem gemeinsamen schlichten Abendessen iolgte der gesellige Teil des Kameradschaftsabends. Der Führer des SA.-Sturms I/L 116, Truppführer Kurt Richter, und der bei der Kreisamtsleitung Nießen der NSV. tätige SA.-Truppführer Reit- : er erfreuten die frohgestimmte Gemeinschaft der iDangigfer und der Gießener Kameraden mit gesanglichen und rezitatorischen Darbietungen, die den Zu- törern viel Freude bereiteten und mit dankbarem Beifall aufgenommen wurden. Einige Angehörige es Musikzuges der SA.-Standarte 116 bereiteten mit ihren flotten instrumentalen Darbietungen eben» ‘ oalls viel Freude, im übrigen sorgte mancherlei iröhliches Zwiegespräch, aber auch manche ernst- bestimmte Unterhaltung dafür, daß die Stunden dieses schönen Beisammenseins nur allzu rasch verflogen. Der heitere Teil des Abends war ganz auf den lebensfrohen Grundgedanken, der auch bei einem | großen Teil der Rundfahrt durch Oberhessen am vorigen Sonntag herrschend war, gestimmt: „Da iauscht der Frack, es flattern die Krawatten!", und unter diesem Panter machte die innige Gesinnungs- Gemeinschaft zwischen den Gästen aus Danzig und :uen Gießener Polksgenossen die schönsten Fort- chritte. Ein gutes Glas Bier und die dazu gehörige Zigarre — alle Erfrischungen des Abends stammten ::us Stiftungen — bereicherten das Zusammensein non der genießerischen Seite aus. Kreisamtsleiter Pg. K l ö ß schloß den prächtigen Ubenb mit kurzen, eindringlichen Worten an die Danziger Kamerade^, in denen er sie zu unoer» i-rüchlicher Einigkeit im Dienste des Deutschtums ermahnte und ihnen als Richtschnur für ihr weiteres Handeln den von unserem Führer Adolf Hitler m deutschen Volke geschaffenen Gemeinschaftsgeist umpfahl. Auf dieser guten Grundlage werde es um :i as Schicksal des gesamten deutschen Volkstums immer gut bestellt fein. Die Ansprache klang mit begeistertem dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer AUS. Am gestrigen Mitwochvormittag waren die Dan» öliger Kameraden zur Besichtigung der Molkerei und !?kr Nudelfabrik Gäste der Firma Grieb. Im Anschluß an den Besuch würbe jedem Danziger von leer Firma Grieb ein schönes Päckchen Molkerei- und Aludelprodukte als Mitbringsel aus Gießen überreicht. Heute nachmittag Heimfahrt der Danziger! Die Danziger Kameraden werden am heutigen Donnerstag um 17.24 Uhr vom Gießener Bahnhof aus die Heimreise nach Danzig antreten. Man darf wohl annehmen, daß nicht nur Ne Vertreter der Kreisamtsleitung der NSV. und ide Quartiergeber, sondern auch noch manche andere Volksgenossen, insbesondere die in Gießen wohnen» ->en Osckeutfchen, den Danziger Kameraden am Bahnhof noch einen Gruß barbringen werden. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 26. Sept. Auf bem heutigen Wochen- Tiartt kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,50 bis ,55 Mark, Landbutter 1,42, Kuchbutter 1,25 bis .,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück I bis 10, Eier (bulgarische) 11, (inländische) Klasse $. und A keine vorhanden, B 12, C 11, Wirsing, loas Pfund 9 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 30 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 12, Rote Rüben 9 Ns 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Unter» tofjlrabi 5 bis 6, Erbsen 25 bis 30 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 Sis 40, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis MO Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20, Fall- qpfel 5 bis 6, Pfirsiche (deutsche) 38, (italienifche) M, Brombeeren 40 bis 45, Preistibeeren 40 bis -22, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 50, junge !.,ähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Btuck 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 Ns 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Hilfsbedürftige Volksgenossen der Ortsgruppe Gießen-Ost, die das WHW. 1935/36 beanspruchen möchten, müssen ihre Einträge bis zum 1. Oktober auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, werktags von 17 bis 19 Uhr, stellen. Dabei müssen die Belege über Arbeitsverdienst, Unterstützungen, Renten und Mieten mitgebracht werden. ** Straßensperre. Wie die Straßenbauverwaltung der Provinzialdirektion Oberhessen mitteilt, ist die Straßensperre auf der Provinzialstraßen- Die neuen Gieß Feierliche Einführun Im festlich geschmückten Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, fand am heutigen Donnerstag» vormittag von 9.30 Uhr ab die feierliche Einführung und Verpflichtung der neuen Ratsherren der Stadt Gießen statt. Es handelt sich dabei um die nachstehend genannten Herren: 1. Grahlmann, Bruno, Oberingenieur, 2. Hainbach, Paul, SS.Führer, 3. halbrokh, Karl, Amtsdiener, 4. Heß, Georg, Oberzottinfpektor, 5. Hopfenmüller, Theodor, Sparfaffenbitef- tor, 6. horst, Karl, Kaufmann, 7. Hummel, Karl, Dr.» Univerfilätsprofeffor, 8. Krü g e r, Karl, Rechtsanwalt, 9. Loh, Adam, Postsekretär, 10. Münker, Adolf, Bergingenieur, 11. Nicolaus, Karl, Oberforstmeister, 12. Pape, Otto, Bankbeamter, 13. Dr. Pauly, Erasmus, Geschäftsführer, 14. R ü h l, Rudolf, Werkmeister. 15. Stühler, Ludwig, weißbindermeister, 16. Dr. wleßmann, Arthur, Assistenzarzt, 17. Wagner, Hermann, Kreiswalter der DAF.» 18. Walter, Friedrich, ehem. Angestellter der DAF., 19. Dr. Wolkew 1 h, Paul, Oberstudiendirektor, 20. Hammel, Georg, Maschinist. Zu der Einführungsfeierlichkeit hatten sich neben den Ratsherren noch die Vorsteher einer Reihe von städtischen Dienststellen, weitere Beamte und die Vertreter der Presse eingefunden. Vor dem Hoheitszeichen der Partei und den Bildern des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und des verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg nahmen auf den erhöhten Plätzen der Verwaltung Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Dr. Hamm und der Geschäftsführer des Heffen-Naffauifchen Städtetages, Dr. G ö b (Frankfurt a. M.), die beim Betreten des Sitzungssaales von den Ratsherren stehend begrüßt mürben, Platz. Sofort nach dem Erscheinen der vorgenannten Herren nahm Oberbürgermeister Ritter das Wort. Er eröffnete die erste feierliche Sitzung der auf Grund der deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 berufenen neuen Ratsherren der Sladt Gießen und teilte mit, daß der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Berufung ausgesprochen und den Porsitzenden des Hessen- Nassauischen Gemeindetags und Leiter des Amtes für Kommunalpolitik Bürgermeister Linder mit der Einführung der neuen Ratsherren beauftragt habe. Bürgermeister Linder nahm hierauf das Wort zu feiner Einführung s- a n f p r a ch e, in der er einleitend darauf hinwies, daß der Gauleiter sich das Recht, die Gemeinderäte für Gießen zu berufen, selbst vorbehalten habe im Hinblick auf bie Bedeutung, bie Gießen für bas Gaugebiet besitzt. Er (Redner) habe nun bie auf ben Vorschlag bes Oberbürgermeisters von bem (Bauleiter berufenen Ratsherrn einzuführen. Sodann sagte er u. a. weiter: Ich möchte nur ganz kurz einige wenige Dinge Herausstellen, um Ihnen noch einmal vor Augen zu führen, welche Aufgaben Sie als die von der Partei berufenen und ehrenamtlich tätigen Männer zu erfüllen haben. In der Deutschen Gemeindeordnung ist gesagt, daß sie die Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit der Partei und dem Staat zur höchsten Leistung befähigen und damit in ben Stand setzen sollen, an den von dem Frei- Herrn vom Stein seinerzeit aufgestellten Zielen mitzuwirken, eine einheitliche und geschlossene Nation zu schaffen, den nationalsozialistischen Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" immer in den Vordergrund zu stellen und immer zu wirken nach dem Gesichtspunkt, daß st e t s das Beste für das deutsche Volk zu erstreben ist. Die Deutsche Gemeindeordnung ist eines der Grundgesetze des deutschen Staates, auf deren Boden sich der Neuaufbau unseres Volkes vollziehen wird. Wohl kein Gesetz, auf dem neuaufgebaut wird, stellt in wenigen Sätzen den Sinn und das Ziel dieser Arbeit so klar heraus, wie es in diesem Gesetz geschieht. Die Gemeinde ist das Erdgeschoß des Hauses, auf dem wir aufbauen wollen. Dieses Erdgeschoß muß auf festem Fundament ruhen, wenn wir den Bau vollenden wollen. Eine der höchsten Ausgaben der nationalsozialistischen Staatsführung ist es, bie Gesunbung ber ©emeinben herbeizuführen. Die Arbeit ber Gemeinbe, verkörpert durch ihren Leiter, fällt am ehesten in das Blickfeld der Bevölkerung. Deshalb ist es selbstverständlich und notwendig, daß ein enges Zusammenwirken zwischen Bevölkerung und Gemeinde herbeige- führt wird. Das geschieht dadurch, daß besonders geeignete und für diese Arbeit befähigte Kräfte der Bevölkerung zur verantwortlichen Mitarbeit heran- gezogen werden. Der Gemeinderat hat in erster Linie die Aufgabe, die stete Verbundenheit der Verwaltung mit ber Bürgerschaft zu gewährleisten unb bie bauernbe Fühlung ber Verwaltung mit ber ganzen Bevölke- rung zu sichern. Eine weitere Ausgabe ist es, bem Leiter ber Gemeinbe mit ihrem Rat zur Seite zu stehen. Das F ü h r e r p r i nz i p ist burch bie Deutsche ©emeinbeorbnung auch in ber Gemeinbe- Verwaltung einaeführt worben. Das bedeutet aber nicht, baß ber Leiter ber Gemeinbe etwa in Will- für fein Amt ausüben könnte, fonbern bas bebeu- tet auch, daß ber verantwortungsbewußte Leiter strecke Gießen—Alsfelb, Abteilungen Grünberg — Mücke unb Ruppertenrob — Ermen» r o b vom 23. September ab mieber aufgehoben. Die Sperre ber Strecke Mücke — Ruppertenrob bleibt bagegen bestehen, ebenso bie seitherigen Umleitungen. ♦* Richtig st ellung. In unserem gestrigen Bericht über bie Mitglieberoersammlung bes Verkehrs- unb Verschönernugsvereins ist in bem Abschnitt „Mehr Blumenschmuck!" richtigzustellen, baß ber Gärtnereibesitzer Rubols Schneiber seinen Antrag nickt als Führer ber Gießener Gärtnerver- einigung, fonbern in privater Eigenschaft gestellt hat. Der Gießener Fachwort für Gartenbau ist Herr Weber. g und Verpflichtung. ber Gemeinde stets dankbar den Rat erfahrener, ehrenamtlich tätiger Männer in Anspruch nehmen wird. Wenn wir an das vergangene System denken, so müssen wir feststellen, daß auch damals an sich die ehrenamtliche Mitwirkung in der Gemeinde vorhanden war. Aber diese Mitwirkung ist leider vielfach ausgeartet in eine Arbeit, bie letzten Enbes nur ber betreffenden Gemeinde zum Schaden gereichen mußte, weil schließlich das Prinzip der Verantwortungslosigkeit herrschte. Jeder damalige Vertreter im Gemeinderat hat eben nur unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Partei seine Einstellung gehabt und die Dinge betrachtet. Wohin diese Verfälschung bes Selbstverwaltungsgebankens geführt hat, bavon können wir leiber ein Lieb fingen. Ihre Mitwirkung unterscheidet sich von dem früheren Stadtrat dadurch vollkommen, daß jetzt eben ein anderes Prinzip Platz gegriffen hat, daß an Stelle der Verantwortungslosigkeit das Prinzip der höchsten persönlichen Verantwortung getreten ist. Es ist jetzt nicht mehr wie früher möglich, baß ein bamaliger Stabtverorbneter einer Maßnahme zustimmte, und dann draußen bei der Bevölkerung, um sich beliebt au machen, gegen diese selbe Maßnahme hetzte und gegen die Verwaltung sich stellte. Er konnte das damals tun, weil er selbst ja keine Verantwortung trug für das, was er tat, denn er mußte sich ja dem Fraktionsbeschluß fügen. Heute ist es so, daß Sie für den Rat, den Sie dem Leiter der Gemeinde erteilen, auch p er fön» 1 i ch die Verantwortung zu übernehmen haben. Das ist die besondere Bedeutung, die Ihrer Tättgkeit zukommt und die in der Deutschen Gemeindeordnung klar herausgestellt wird. Sie sollen aber nicht nur Rat erteilen, sondern Sie sind auch verpflichtet, wenn Sie ejne andere Meinung haben als der Leiter der Gemeinde, diese andere Meinung hier klipp und klar auszusprechen und sie in einem Protokoll niederlegen zu lassen. Tun Sie das nicht, dann übernehmen Sie mit die Verantwortung für die Maßnahmen des Oberbürgermeisters. Wenn Sie Ihre gegenteilige Meinung zum Ausdruck bringen, so wird der Leiter der Gemeinde Ihren Rat und Ihre Gründe einer eingehenden Beurteilung unterziehen und dann erst seine Entscheidung treffen, die letzte Entscheidung bleibt aber natürlich ausschließlich dem Leiter ber Gemeinbe vorbehalten, eine Verschiebung ber Verantwortung gibt es unter keinen Umständen. Mit dem Umbruch des Jahres 1933 ist selbstverständlich auch eine vollkommen neue Auffassung zur Geltung gekommen. Die Partei ist bas Oberste unb die Partei schreibt dem Staat die Richtung vor, die der Staat zu gehen hat. Die Staatsverwaltung beschäftigt sich mit ber Losung ber Gegenwartsaufgaben, bie Partei beschäftigt sich mit ben Richtlinien für bie Poli - tif ber Zukunft. Sie stellt bie Enbziele auf unb ber Staat muß auf biese Enbziele losmarschieren. Um diese Enbziele unb bie Vorherrschaft ber Partei sicherzustellen, bebarf es nur bes not- roenbigen Einflusses. Die Partei beherrscht ben Staat daburch, baß sie ihm Aufgaben im Staate stellt, unb biese Ausgaben burchsührt baburch, daß sie Einfluß nimmt auf die Personalpolitik in den politisch verantwortlichen Stellen unb ebenso Einfluß nimmt auf bie Gesetzgebung: So ist es im Reich unb so ist es auch in ber Gemeinbe, bem Erbgeschoß bes Staatsaufbaues. Die Partei nimmt auf die Per- jonalpolitif dadurch Einfluß, daß sie mitwirkt bei der Berufung der leitenden Gemeindebeamten, Bürgermeister und Beigeordneten und daß sie die Ratsherren beruft. Sie nimmt Einfluß auf die Gesetzgebung dadurch, daß das grundlegende Gesetz der Organisation der Gemeindeverwaltung, die Hauptsatzung, der Zustimmung der Partei bedarf. Hier sieht man eine Parallele zu dem Reich und man sieht hier auch die Notwendigkeit, sich immer wieder dessen bewußt zu fein, daß bie Partei über allem steht. Sie sind durch den (Bauleiter berufen und in erster Linie für Ihre Maßnahmen ber Partei gegenüber verantwortlich. Darin liegt bie Bebeu» tunq Ihrer Ausgaben, bie Sie sich vor Augen führen müssen. Es ist selbstverständlich, baß Sie mit ber Aufnahme Ihrer Tättgkeit auch an den Rahmen gebunden find, den Ihnen ber Oberbürgermeister vor- zeichnet. Es ist nicht möglich, daß ber einzelne eine eigene kommunalpolittk treibt. Sondern es ist so, daß die Führung der Kommunalpolittk und bie Initiative beim Oberbürgermeister liegt und Sie ihm beratend zur Seite stehen müssen. Es ist noch barauf hinzuweisen, daß Sie mit ber Aushänbigung der Anstellungsurkunde neben ber Berufungsurkunde gleichzeitig Beamte werden, unb bamit übernehmen Sie auch bie befonberen Pflichten, wie sie jebem anberen Beamten vorgeschrieben sind. Sie unterscheiben sich von ben sonstt- gen Beamten nur in einer Beziehung: während der Beamte in feiner Tätigkeit disziplinarisch dem Oberbürgermeister untersteht, ist es bei den Ratsherren so, daß Sie unter eigener Verantwortung wirken, für Ihre Ratschläge und Meinungen, auch wenn einmal eine Meinungsverschiedenheit entstehen sollte, disziplinarisch nicht belangt werden können, sondern nur dann der Disziplinargewalt des Oberbürgermeisters unterstehen, wenn Sie durch falsche Handlungen die Gemeinde vorsätzlich schädigen. Ferner ist Ihre Tättgkeit als Ratsherr unb Beamter auch ehrenamtlich. Zwischen bem Oberbürgermeister unb ben Ratsherren ist also bas Verhältnis nicht so wie zwischen einem Vorgesetzten unb seinen Untergebenen, etwa wie zwischen dem Ober- DÜrgermeifter und den anderen Beamten. Sie tragen eigene Verantwortung und müssen sie vor Ihrem Gewissen und der Bevölkerung vertreten. Wenn Sie Ihre Aufgabe so auffassen, werden Sie immer den richtigen Weg finden. Ich mochte Ihnen vor allen Dingen noch ratent bei allen Ihren Handlungen sich bewußt zu fein, daß Sie als Vertreter ber gesamten Bürgerschaft Ihr Amt ausfüllen. Jnteressenvertre« tungen wie früher gibt es jetzt nicht mehr. Sie sind in keiner Weise Vertreter von Sonder- interessen, sondern lediglich Vertreter der Gesamtheit der Bevölkerung. Unter diesem Gesichtspunkte haben Sie alle Dings au betrachten unb dazu beizutragen, etwa vorhandene Gegensätze ber Interessen auszugleichen zum Wohle unb unter bem ausschließlichen Gesichtspunkte ber Gesamtheit. Welche Bebeutung bie Mitwirkung bes Gemeinbe- rates hat, ist auch daraus zu ersehen, daß Ihre Tätigkeit vielgestaltiger sein wird, als bia der früheren Stadtverordneten-Versammlung. Sie haben zunächst in Ihrer Person mitzuwirken und nicht etwa ein Gemeinderat. Sie sind nicht Mitglied eines Gremiums, sondern jeder einzelne von Ihnen ist ein Gemeinderat. Sie sehen, daß Sie, wie die Deutsche Gemeindeordnung es auch vorschreibt, in vielen Dingen vom Oberbürgermeister z u hören sind. Von besonderer Wichtigkeit bei ben ©emeinbe» Angelegenheiten ist es auch, daß Sie vor allem mitzuwirken haben bei der Rechnungslegung. Der Oberbürgermeister hat die Rechnung der Gemeinde dem Gemeinderat zur Beratung vorzulegen. Darüber ist eine Niederschrift anzuserttgen, und jeder Gemeinderat hat sich vor dem Abschluß der Beratung zu äußern. Wenn Sie anderer Auffassung ober gegenteiliger Meinung finb, so haben Sie die Pflicht, diese Meinung schriftlich zu äußern, lieber diese Pflichten wird Sie aber der Oberbürgermeister noch näher unterrichten. Ich habe Ihnen in aller Oeffentlichkeit vor Augen geführt, welche hohe und bedeutungsvolle Aufgabe Sie im Jnteresie ber Gesamtheit zu erfüllen haben. Uebernehmen Sie nun Ihr Amt und bienen Sie ber Partei unb damit unserem Führer Adolf Hitler! Oberbürgermeister Ritter wies zunächst kurz auf die Ausführungen des Vorredners hin und betonte sodann, er freue sich, in Zukunft mit den neuen Ratsherren als seinen Mitarbeitern Zusammenarbeiten zu können. Darüber hinaus wünsche er in ft ä n b i g e m engen Meinungsaustausch mit den Ratsherren zu bleiben. Er fei überzeugt, bah alle Ratsherren bereit seien, Ihr Bestes einzufehen unb als Nationalsozialisten zu han- beln, ihr persönliches Ich zurückzustellen unb bas Wohl ber Stabt unb ihrer ganzen Bevöl- gerung immer in ben Vorbergrunb zu rücken. Wir alle wollen zusammenarbeiten im nativ» nalsozialistischen (Bei ft, im Geist bes Führers Abolf Hitler unb bamit handeln zum Segen unserer Stadt und des ganzen deutschen Vaterlandes. Die Berufung«« und Anstellungsurkunden würben hierauf den Ratsherren ausgehändigt. Danach sind die Ratsherren ehrenamtlich in das Beamtenverhältnis berufene unb auf sechs Jahre verpflichtete Mitarbeiter, bie vom Oberbürgermeister zur treuen unb gewissenhaften Erfüllung ihres Amtes verpflichtet mürben. Die Ratsherren leisteten sodann stehend mit erhobener rechter Hand den vorgeschriebenen Iren» e i d. Hierauf schloß ber Oberbürgermeister die Sitzung mit breimaligem, von ber Versammlung freubig aufgenommenen Sieg-Heil auf ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler. Neue Beigeordnete. In einer anschließenben kurzen, nichtöffentlichen Sitzung wurde Pg. Kaufmann Adolf Sudhei- m e r zum vollamtlichen Beigeordneten unserer Stadt berufen. — Die vorgelegte Hauptsatzung ist dahin abgeändert worben, daß neben den zwei vollamtlichen Beigeordneten noch ein ehrenamtlicher Beigeordneter zu berufen ist. Diese Berufung erfolgt noch. Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 25. Sept. Die diesjährige Gemeindeob st Versteigerung war trotz der verhältnismäßig geringen Ernte stark besucht. Birnen, die nur ganz wenig vorhanden waren, wurden mit 4 bis 6 Mark pro Zentner bezahlt. Aepfel, meist die Lokalsorte Allendorfer Rosenäpfel, kamen auf 8 bis 10 Mark, in einem Falle bis auf 15 Mark, allerdings für feineres Tafelobst. Zwei- schen, die in größeren Mengen ausgeboten wurden, kosteten 8 bis 10 Mark der Zentner. — Durch die NS. -Frauenfchaft wurde eine größere Menge Honig gekocht, die der NSV. und damit ärmeren Volksgenossen zur Verfügung gestellt wird. * Klein-Linden, 26. Sept. Gestern vormittag wurde die Versteigerungdes Ob st es an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen vorgenommen. Die wenigen Aepfel, einige Parkers Peping und (Braue Herbstrenetten, kosteten 4 bis 6 Mark pro Zentner. Anschließend fand die Versteigerung des Obstes an der Straße nach Lützellinden statt. Hier wurden besonders Sixt-Vutter- birnen und einige Mollebusch ausgeboten. Der Zentner der ersteren kam auf 3 bis 5 Mark, letztere auf 6 bis 8 Mark. Bei der Versteigerung des Obstes an der Straße Klein-Linden—Großen-Lin- den kamen nur Aepfel zum Ausgebot. Es galten ber Zentner Rheinischer Bohnapsel 3 bis 4 Mark, Daubenäpfel 6 bis 10 Mark unb Schoner von Boskop 8 bis 12 Mark. Volksgenossen aus Gießen beteiligten sich biesmal fast nicht an ber Versteigerung. + Garbenteich, 25. Sept. In unserem Orte wurde nunmehr der am Rathaus angebrachte Stürmerkasten seiner Bestimmung übergeben. Die Organisationen ber Partei unb viele Volksgenossen nahmen teil. Zellenleiter K u 11 b a ch hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Propaganbaleiter Größer» Steinbach, SS.-Truppführer H o r n • Gießen unb Ortsgruppenleiter Bürgermeister Rink- Stembach sprachen anschließenb in mitreißenden Worten über den Sinn und Zweck ber burch ben Führer Adolf Hitler auf bem Reichsparteitag bem beutschen Volke gegebenen Gesetze. Befonbers aufflärenbe Worte roibmeten bie Rebner ber Juben- frage. Eine von hiesigen SA.-Männern unb Kame- raben des Gießener Marinesturms zusiunmengeH stellte Kapelle umrahmten die Feier mit Musik. Das dreifache Sieg-Heil auf den Führer wurde begeistert ausgenommen. Preußen. Tierschau in Wetzlar. Wetzlar, 25. Sept. Auf dem traditionellen Ochsenfestplatz im Finsterloch bei Wetzlar fand eine große Tierschau (Pferde, Rotvieh, Schweine, Schafe und Ziegen) statt. Durch die schlechte Witterung waren leider der Auftrieb und der Besuch etwas beeinträchtigt. Die aufgetriebenen Tiere waren qualitativ gut bis ausgezeichnet und die Preisrichter der verschiedenen Gruppen sprachen sich sehr anerkennend aus. Ganz besonders wurden die Zuchten der Züchter aus der Gemeinde Hörnsheim hervorgehoben und als Beispiel dargestellt. Tierzuchtdirektor Dr. T o r n e d e gab zu den einzelnen Punkten die nötigen Erläuterungen. Kreisobmann Langsdorf grüßte die Züchter im Namen der Kreisbauernschaft und sprach Landrat G r i l l o herzlichen Dank für die Unterstützung, die er der Sache zuteil werden ließ, aus. Am Nachmittag fand im großen Ring die Vorführung der prämiierten Tiere und die Auszahlung der Geldpreise statt. Nundfunkprogramm. Freitag, 27. September. 6 Uhr: Choral — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert; in der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Das Brot. Von Fritz Sotke. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. 14.55: Wirtschaftsmeldungen. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Herbstblumen unserer Gärten. Eine Betrachtung im Nachsommer, von F. Wolfart, Frankfurt a. M. 16.45: Sonne, Sand und Steine. Kleine Reise durch das Land der Somali. Von Dr. A. Herrlich, München. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jungmädelschreiben aus dem Lager. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. „Der Prinz von Homburg". Ein Querschnitt durch die Oper von Paul Grüner. 21.30: Funkbrettl. 22: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 22.40: „Die Letzten". Hörspiel von Karl Lerbs. 24—2: Nachtmusik. Einführende Worte zur Sendung „Nero und Acts". Nero und Acts, Oper in vier Akten. Achtung! Arbeitsdienstpflichtige des Jahrganges 1915. DNB. Der erste Jahrgang der Deutschen Reichs- arbeitsdiensipflichtigen ist einberufen. Dis spätestens 16. September 1 9 3 5 sind alle TNusterungs- befehle zugestellt worden, die die Einberufung zum 1. Oktober 1935 enthalten. Wer erst zum 1. April 1936 eingezogen werden soll, hat eine entsprechende Benachrichtigung erhalten. Im Gegensatz zum bisherigen freiwilligen Arbeitsdienst, in dem die Einberufung nur eine Folge der vorherigen freiwilligen Meldung war, find die jetzigen Einberufungen staatliche Anordnungen auf Grund des Reichsarbeitsdienftgefehes, die von allen Arbeitsdlenftpflichtigen auf bas genauere beachtet werden müssen, wenn sie sich nicht strafbar machen wollen. Der Einberufungsbefehl enthält genaue Mitteilungen über Ort und Zeit für die Gestellung. Es ist vorgekommen, daß einzelne Arbeitsdienst- pflichtige nach ihrer Musterung von ihrem bisheri- gen Wohnsitz verzogen find, ohne sich po- lizeilich abzumelden. Dadurch konnten Gestellungsbefehle zum Teil nicht zugestellt werden. Arbeitsdienst pflichtige, die gemustert und für tauglich befunden worden find, aber bis zum 16. September keinen Musterungsbefehl oder Gestellungsbefehl zum 1. Oktober 1935 pnd keine Benachrichtigung zum Dienstantritt am 1. April 1936 erhalten haben, find verpflichtet, sich umgehend bei ihrem zuständigen Meldeamt zu erkundigen, bei welcher Abteilung des Reichsarbeitsdienstes sie sich am 1. Oktober 1935 zu melden haben. Das zuständige Meldeamt ist nötigenfalls bei der Ortspolizeibehörde zu erfahren. 9JL-tfpont Um die deutsche Vereinsmeisterschast. Weitere Versuche in Gießen. Zum kommenden Wochenende werden auf dem VfB.-Waldsportplatz weitere Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft in der Leichtathletik unternommen. Beteiligt sind VfB.-R. und Spielvereinigung 1900 (beide A-Klasse), Männerturnverein (B-Klasse für Männer und Frauen), Tv. Lollar, To. Heuchelheim und Tv. Alten-Buseck (alle C-Klasse). Man darf interessante Kämpfe und beachtenswerte Leistungen erwarten. Schüler-Pflichtspiele der GrnppeGießen Gruppe A: 1. 1900 Gießen, 2. VfB.-Reichs- bahn Gießen, 3. Watzenborn-Steinberg, 4. Klein- Linden. Termine der Vorrunde: 22. September: Watzenborn-Steinberg — Klein-Linden 6:0; VfB.- Reichsbahn Gießen — 1900 Gießen verlegt. 29. September: Klein-Linden — VfB. (Luh, Allen- dorf); 1900 — Steinberg (Rohrbach). 13. Oktober: Steinberg — VfB.; Klein-Linden — 1900. 27. Oktober: VfB. — 1900. Gruppe B: 1. Alten-Buseck, 2. Großen-Buseck, 3. Garbenteich, 4. Lollar. Termine der Vorrunde: 22. September: Alten-Buseck — Großen-Buseck, Großen-Buseck nicht angetreten; 29. September: Alten-Buseck — Lollar (Lepper, Alten-Buseck); Garbenteich — Großen- Buseck (Körber, Alten-Buseck). 13. Oktober: Lollar gegen Garbenteich (Heinze, Lollar). 20. Oktober: Garbenteich — Alten-Buseck; Großen-Buseck gegen Lollar. Ztingermannschastskampf Gießen — Offenbach-Bürgel. Verlauf der einzelnen Kämpfe. Bantamgewicht: Dieser Kampf brachte gleich Stimmung ins Haus, denn der vielversprechende Gießener Jugendringer Becker brachte seinen Gegner kurz nach Beginn durch einen blendenden Schleudergriff in die Brücke, die dieser drei Minuten durchhielt und sich dann unter großem Beifall befreite. Becker legte sich im weiteren Verlauf selbst. 3:0 für Offenbach. Federgewicht: Zwei äußerst flinke Ringer standen sich in Strauch (Offenbach) und Funk (Gießen) gegenüber. In der fünften Minute gab es dann den schönsten Moment des Abends. Strauch faßte Untergriff, jedoch griff Funk beherzt zu und warf seinen Gegner durch Ueberstürzer von vorn auf die Schultern. 3:3! Leichtgewicht: Einen äußerst hartnäckigen Kampf lieferten sich die Leichtgewichtler Schmidt (Offenbach) und Klotz (Gießen). Beide Ringer erzielten je eine Wertung. Da jedoch Klotz lm Verlaufe des Kampfes eine Verwarnung erhielt, wurde der Offenbacher Punktsieger. 5:3 für Offenbach. Weltergewicht: Mit großem Kraftaufwand wurde dieser Kampf geführt. Vetter lag dauernd im Angriff. Jedoch gingen einige schöne Schwünge ins Aus, d. h. sie konnten nicht gewertet werden, während der Offenbacher Walter eine kleine Wertung erzielte. Punktsieger Walter (Offenbach). Ein Unentschieden wäre bestimmt nicht falsch gewesen. 7:3 für Offenbach. Mittelgewicht: Der nun 37jährige Gießener Meininger konnte gegen den viel schwereren Braun (Offenbach) nicht richtig zum Zug kommen. Braun faßte in der vierten Minute Armschlüssel nud drehte Meininger auf die Schultern. 10:3 für Offenbach. Halbschwergewicht: Auch hier war der Offenbacher Sattler bedeutend schwerer. Bello f f legte sich bei Ausführung eines Hüftschwunges selbst. Bei Belloff macht sich das Fehlen einer guten Brücke stark bemerkbar. Schwergewicht: Emmerich brachte den Offenbacher Belloff sofort durch Schleudergriff in eine brenzliche Lage. Im weiteren Verlaufe des Kampfes kam jedoch Belloff zu Punkten und wurde knapper Punktsieger. Emmerich dient zur Zeit beim Arbeitsdienst und hat dadurch keine Gelegenheit zum Training. Gesamtergebnis: 15:3 für Offenbach. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Alten-Buseck I — Oaunsbach I 10:0 (0:0). Am Sonntag lieferten sich beide Mannschaften auf dem Sportplatz zu Alten-Buseck ein sehr faires und flottes Spiel. Die Gäste waren den Einheimischen körperlich weitaus überlegen. In der ersten Halbzeit sah man ein völlig ausgeglichenes Spiel. Nach der Pause wurde Alten-Buseck besser, konnte aber vorerst nichts erreichen. In der 15. Minute machte der einheimische Halblinke einen Durchbruch und nun hieß es 1:0. Der Bann war gebrochen. Innerhalb von zehn Minuten fielen fünf weitere Tore. Launsbach kämpfte unverdrossen. Die Alten- Busecker legten mächtig los und konnten das Endresultat auf 10:0 stellen. Die Jugend spielte mit neun Mann und mußte eine hohe Niederlage von 0:10 von den Gästen aus Großen-Buseck einstecken. Herbst-preisschießen in Grohen-Linden Der Schützenverein Großen-Linden veranstaltete in drei Sonntagen sein diesjähriges Herb st- Preisschi eßen. Im Schützenverein Großen-Linden wurden in diesem Jahre weit bessere Resultate erzielt als im Vorjahre. Es wurden folgende Preise geschossen: Kleinkaliberschießen: 1. Preis Hch. Schattier, 34 Ringe; 2. L. Zörb, Lützellinden, 33 R.; 3. Otto Zörb, Lützellinden, 32 R.; 4. H. Reinheimer, 32 R.; 5. Hch. Stoll, Großen-Linden, 31 R.; 6. Wilhelm Bruder, Großen-Linden, 30 R.; 7. Friedrich Schäfer, Lützellinden, 30 R.; 8. Friedrich Lenz, Lützellinden, 30 R.; 9. Karl Luh, Lützellinden, 30 R.; 10. W. Schüttler, Großen-Linden, 30 R.; 11. Otterbein, Watzenborn-Steinberg, 30 R.; 12. Frau Anna Stoll, 30 Ringe. Scheibenbüchse: 1. Preis Heinrich Weber, 34 Ringe; 2. H. Schüttler, 33 R.; 3. Heinrich Stoll, 33 R.; 4. Wilhelm Schüttler, 33 R.; 5. H. Rein- Heimer, 33 R.; 6. August Rinn, 32 R.; 7. Walter Schüttler, 32 R.; 8. Wilhelm Stoll, 32 R.; 9. Hch. Köhler, 30 R.; 10. Karl Steinagel, 30 R.; 11. Ludw. Pirr, 28 R.; 12. Walter Seth, 28 Ringe (sämtliche Schützen von Großen-Linden). Wehrmannsbüchse: 1. Preis Hch. Weber, 35 Ringe; 2. Heinrich Schüttler, 35 R.; 3. Otto Lenz, Lützellinden; 4. Otto Eisenhut, 34 R.; 5. Artur Michel, 34 R.; 6. Philipp Schüttler, 34 R.; 7. H. Stoll, 34 R.; 8. H. Reinheimer, 34 R.; 9. Ludwig Schäfer, 34 R.; 10. Wilhelm Schüttler, 34 R.; 11. Walter Schüttler, 33 R.; 12. Friedrich Schäfer, Lützellinden, 33 Ringe. Mit dem Preisschießen wurde auch das Königsschießen für das Jahr 1935 verbunden. Nachfolgend die besten Schützen: Heinrich Weber, 61 Ringe, Wilhelm Schüttler, 59 R.; August Rinn, 58 R.; Heinrich Schüttler, 53 R.; H. Reinheimer, 50 R.; Heinrich Stolls 49 R.; mithin ist Heinrich Weber mit 61 Ringen bei sechs Schüssen Schützenkönig des Jahres 1935. Haupt- und Abschießen des Schützenvereins Laubach. Am Sonntagnachmittag fand auf den Schießständen an der Freienseener Straße das diesjährige Haupt- und Abschießen des hiesigen Schützenvereins statt, an dem auch auswärtige Schützen teilnahmen. Es wurde rege geschossen und gute Leistungen konnten erzielt werden. Abends 'wurde im „Schützenhof"' durch den stellvertretenden Schützen- meister Otto Högy die Preisverteilung vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatte: Schützenkönig wurde mit 161 Ringen Karl Ludwig Pitz; 1. Ritter Arnold Enders mit 157 Ringen. Den Wanderbecher errang Arnold Enders. Fe ft scheibe (100 Meter, 20 Ringe, 2 Schuß): 1. Karl Wallenfels (Nidda), 39 Ringe; 2. Theo (Spanier (Nidda), 37 R.; 3. Karl Nickel (Ober-Wid- dersheim), 37 R.;4. Arnold Enders, 37 R.; 5. Otto Högy, 37 R.; 6. Friedr. Döll, 36 R.; 7. Karl Pitz, 36 R.; 8.Fried. Stotz, 34 R. Tages-Preisscheibe (100 Meter): 1. Wilhelm Jost; 2. Otto Högy; 3. Friedr. Stotz; 4. Arnold Enders; 5. Karl Becker; 6. Friedr. Döll; 7. Ernst Rühl; 8. Karl Poth; 9. Karl Pitz; 10. Adolf Enders; 11. Rudolf Justus; 12. Ernst Högy; 13. Eduard Göbel II.; 14. Reinhold Göbel; 15. Friedr. Zimmer; 16. August Braun. Zentrums st and: 1. Otto Högy (3,5 Teiler); 2. Wilhelm Jost (5,5 T.); 3. Adolf (Inders (7,5 T.); 4. Karl Nickel, Ober-Widdersheim (10,3 T.); 5. Wilh. Jost (10,3 T,); 6. Arnold Enders (11,5 T.); 7. Otto Högy (12,6 T.); 8. Wallenfels, Nidda (13,4 T.); 9. Ernst Rühl (14,0 T.); 10. Karl Nickel, Ober-Wid- dersheim (14,7 T.). Meisterscheibe , 100 Meter (Tabelle): 1. Karl Wallenfels (Nidda), 153 Ringe; 2. Arnold Enders, 151 R.; 3. Otto Högy, 148 R. — Desgl. (Serie): 1. Karl Wallenfels, 33 Ringe; 2. Otto Högy, 32 R.; 3. Karl Becker, 32 R.; 4. Arnold Enders, 31 R.; 5. Nickel (Ober-Widdersheim), 31 R.; 6. Hch. Hofmann (Schotten), 31 R.; 7. Friedr. Döll, 31 R. Kleinkaliber, 50 Meter: 1. Hartmann (Nidda), 33 Ringe; 2. Fark (Nidda), 31 R.; 3. Hrch. Wahl, 30 R.; 4. Hermann Defch, 30 R.; 5.Karl Wallenfels (Nidda), 29 R.; 6. Hrch. Hofmann (Schotten), 28 Ringe. Abturnen in Lang-Göns. Am Sonntag fand das diesjährige Abturnen des hiesigen Turnvereins statt, das — bis auf eine kurze Unterbrechung — fast ganz im Freien vor sich gehen konnte. Eingeleitet wurde das Abturnen mit einem Handball-Verbandsspiel zwischen der ersten Jugendmannschaft Lützellinden und der zweiten Jugendmannschaft Lang-Göns. Nach spannendem Kampfe siegte Lang-Göns verdient mit 9:4 Toren. Gegen 14 Uhr bewegte sich dann, unter Dorantritt einer Musikkapelle, der Festzug der Turner durch die Straßen unseres Dorfes. Auf dem Platz vor der Turnhalle entwickelte sich bald ein reges Treiben. Alle Vorführungen, besonders die der Jugend, zeigten, daß stärkster Wille und edle Begeisterung für die Turnsache vorhanden waren. Die Darbietungen der Turnerinnen waren vorbildlich. (Leiter: Wilhelm Dem). Das gilt vor allem für die Freiübungen und das Keulenschwingen, die unter Musikbegleitung ausgeführt wurden. Es folgte ein Staffellauf der Turner, Turnerinnen und Schüler, sowie ein Reigen der Turnerinnen und Geräteturnen der Schüler. Vor und neben diesen Vorführungen fanden die Dreitämpfe der aktiven Turner, der Jugendlichen und der Schüler statt. In einer Pause begaben sich alle — die Turner und Zuschauer — in die Turnhalle, wo nach kurzen einführenden Worten des Vereinsführers Karl Müller das Fest der deutschen Schule stattfand. Darüber wurde an anderer Stelle berichtet. Nach einem Chor, vorgetragen vom Gesangverein „Frohsinn", unter Leitung von Karl Faber, begann die Sieaerverkündigung. Besonders geehrt wurde hierbei der frühere Gauoberturnwart Will (Gießen), der es sich nicht hatte nehmen lassen, zum Abturnen unseres Vereins zu erscheinen. Der Vereinsführer brachte ein dreifaches „Gut-Heil!" auf ihn aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Sodann wurden die Namen der Sieger verlesen. Die Ergebnisse: A. Dreikampf der aktiven Turner (Kugelstoßen, Weitsprung und 75-Meter-Lauf): 1. August Faber, 2. Otto Köster, 3. Wilhelm Dem, 4. Karl Rudolph, 5. Ernst Hock, 6. Willi Römer. B. Dreikampf der Jugendlichen (Keu- lenwerfen, Weitsprung und 75-Meter-Lauf): 1. Kurt Wagner, 2. Albert Wenzel, 3. Richard Römer 4. Karl Wenzel, 5. Albert Schwan, 6. Kurt Puhl, 7. Helmut Gatzert, 8. Willi Buß, 9. Hans Hofmann, 10. Willi Bopf, 11. Wilhelm Müller. C. Dreikampf der Schüler (Ballweit, rourf, Weitsprung und 75-Meter-Lauf): 1. Kurt Philipp, 2. Hans Puhl, 3. Helmut Drücket. Werbeturnen in Beuern. Der Turnverein Beuern veranstaltete am Sonntag sein Abturnen, mit dem gleichzeitig ein Werbeturnen verbunden war. Die Nachbarvereine Großen-Buseck und Reiskirchen hatten hierzu je eine Turnerriege entsandt, die ihre Kräfte im Wettkampf mit den Beuerner Kameraden maßen. Im Verlaufe des Wettkampfes wurden gute Leistungen erzielt. So wurden u. a. im Weitsprung 5,90 Meter erreicht, im Hochsprung 1,60 Meter, im Speerwerfen 50 Meter, im Keulenwerfen 52 Meter, im Kugelstoßen 11 Mete«, im 100-Meter-Lauf 11,4 Sekunden. Am frühen Nachmittag wurde zwischen den Handballmannschaften von Beuern und Wißmar ein Spiel ausgetragen, das mit 7:8 Toren endete. Nachdem im Laufe des Nachmittags noch eine Turnerriege aus Wiefeck erschienen war, begrüßte der Dereinsleiter Schreiner- meister Arnold die zahlreichen Gäste und ermahnte die Jugend, dem Turnverein beizutreten. Der Turnverein habe es sich zur Aufgabe gemacht, mitzuhelfen an der körperlichen Ertüchtigung der Jugend. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer schloß er seine Ansprache. Nachdem gemeinsam das Deutschlandlied gesungen worden war, zeigten die Wiesecker Turner ihr Können an Barren und Reck und ernteten dafür lebhaften Beifall. 30 Jahre Turnverein Allendorf (Lahn) Die von dem Turnverein Allendorf a. d. Lahn aus Anlaß seines 30jährigen Bestehens durchgeführte Werbeveranstaltung war ein voller Erfolg. Nicht nur das Auftreten der Kreisriege, sondern auch die übrigen Darbietungen wurden von den Zuschauern mit reichem Beifall belohnt. Dar Werbeturnen am Samstag eröffnete der Gesangverein Einheit mit zwei Chören. Daran schloß sich die Begrüßungsansprache des Dereinsführers Luh an. In einem kurzen Rückblick schilderte er die Dereinsgeschichte, aus der ^u entnehmen war, daß der Verein immer und zu jeder Zeit feinen Mann gestellt habe und daß er heute mit Stolz auf die große Zahl feiner aktiven Turner und Turnerinnen blicken könne. Dankbar gedachte er der heute noch dem Verein an- gehörenden fünf Gründer und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie noch recht lange dem Verein zur Verfügung stehen möchten. Würdig wurden auch die elf Toten des Weltkrieges geehrt, die in jungen Jahren ihr Leben für bas Vaterland geopfert haben. Die Kreisriege hat wohl selten so ausgezeichnete Leistungen gezeigt, wie diesmal. Aber auch die einheimischen Turner (Bodenübungen) und die Turnerinnen (Ballübungen) fanden reichen Beifall. Nachdem zum Schluß Bürgermeister Faber die Turner namens der Gemeinde willkommen geheißen und ihnen für ihre hervorragenden Leistungen gedankt hatte, überbrachte Kreisdietwart Dr. Römer die Glückwünsche des Kreises und sprach anschließend über die DT. und ihre Aufgaben im heutigen Staat. Seine Worte klangen aus in einem „Gut- Heil!" auf Führer und Vaterland. Der (Sonntagmorgen brachte das Vereinsturnen, das eine stattliche Zahl Turner und Turnerinnen auf dem Plan sah. Das Schauturnen am Nachmittag brachte Vorführungen aller Riegen, die Zeugnis davon ablegten, daß im Laufe des Sommers mit viel Liebe geschafft worden war. Die ganze Veranstaltung verlief in jeder Beziehung mustergültig. Nachstehend die er ft en «Sieger: Turnerstufe: 1. Ludwig Ulm; Jugend-Oberstufe: 1. Artur Heep; Schülerstufe: 1. Willi Hvßbach und Helmut Volk. Turnerinnen: 1. Erna Volk und Milli Luh. Schülerinnen: 1. Lucie Heep. Klubkampf Tv. Londorf gegen Tv. Kesselbach. Am Sonntag veranstaltete der Turnverein Londorf einen leichtathletischen Mannschaftskampf gegen feinen Nachbarverein Kesselbach. Zum Austrag gelangte ein Vierkampf für Aktive und Jugendturnek sowie eine 4X100-Meter-Staffel. Weil man bei Londorf zwei gute aktive Turner durch Krankheit beim Start vermißte, mußten sie sich mit 241 gegen 262 Punkte geschlagen geben. Bei den Jugendlichen stellte man bei Kesselbach sehr gute Kräfte fest, diese konnten auch de» Kampf mit 255:243 Punkte gewinnen. Besondere Beachtung verdient ein Weitsprung des Jugendlichen Uhl mit 5,50 Meter, der auch ein guter 100-Meter-Lüufer zu werden verspricht. Die 4X100« Meter-Staffel konnte Londorf klar für sich entscheiden. Am 13. Oktober werden beide Vereine zu einem Geräte-Mannschastskarnpf starten. Beide Vereinsführungen hoffen dadurch ihre freundschast« lichen Beziehungen zu festigen. fortleben. Die Führerschaft. ____________________5472D KrieOerkameradsdiail 1874 Gießen /M»>X Am 24.Sept.verstarb inBaben- hausen unser treuer Kamerad Wilhelm Kösinger Gendarmerie-Inspektor i. R. Sein Andenken wird bei uns in Ehren | Kaufgesuche | Kleine Kartoffeln SU kaufen gesucht oiogiNeustndtäOl GMIAo Grütze ca. 80 bis 100 cm hoch, für Gastzimmer ges. Gastwirt Herz- berger,Harbach. Mündlich können (Sie e§mrr wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie e§ allen Verkäufe 8u verkaufen! WenMau l ehemals Fleisch- transvortkasten)/ vollständ.ifoliert, als Gartenhaus geeignet. Anzu- seben bei M6sd Verbrauchergenossenschaft Gießen. SWtzillMr (kaukasisch - nutz» bäum) preiswert zu verkaufen. Eignet sich zu Aussteuerzweck./ da fast neu. 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Den Zug bekamen wir zwar, aber gleich in misch lief mir ein alter Bergsteiger über den Daß muß für Schlemmerfahrten ein schlechtes Zereinstum Turnenim m NachM die W: sommers int ganze Ser» musterH • TurnersM , Artur Helmut A i Luh. W Ich bin der unberühmte Dichter in der berühmten Dachkammer. Meine Hauswirtin, sehr resolut mit iitrengem Majorsbärtchen, hatte mir erst nach Vorauszahlung von zwei Monaten Miete diese Wände- arung in die Berge erlaubt! Ihre Vorsicht schien begreiflich, denn wie leicht konnte ich verunglücken bei Vieser ersten Jungfernfahrt in die Berge, die mich o oft schon gelockt und begeistert hatten, wenn ich bei Föhnwind aus meinem Mansardenfenster chaute! „Bei die Floß- und Bergfahrten muaßt fei -rüh aufstehn, mein Liaba!" hatte der Stammtisch 'achverständig gemeint. Und ich richtete mich darnach. Bereits schon zu nachtschlafender Zeit, als es noch dunkel war, und nur die Zeitungsdamen und Semmelherren die Straßen belebten, trabten wir j;um Bahnhof. Wir hatten nämlich eine Fahrt auf Vie Zugspitze vor, um Deutschland durch einen abelhaften Pressebericht zu alarmieren! — ürftens kommt es* anders, und zweitens als „Graf Zeppelins" großer Bruder. L.Z.429" geht der Vollendung entgegen. — Ein Pionier des Friedens und der deutschen Wertarbeit. zwei Luftschiffe in den Verkehr zu bringen. Auf diese Weise würde mit der Zeit die Verbindungsmöglichkeit von Erdteil zu Erdteil und die Schnelligkeit der Beförderung noch mehr gesteigert. Der neue „L. Z. 12 9", der in den nächsten Monaten auf der Zeppelinwerft in Friedrichshafen fer- tiggestellt wird, soll Deutschland weitere Gebiete der Welt erschließen. Nach den Werkstätten- und Probefahrten, wäh- fe** ?rs ' dqh Mi 'nen, fr line J tAettt" 0.88 B? ihn war eine brillantenblitzende Dame mit Eispickel und Stöckelschuhen. Sie warf unternehmungslustige Blicke auf die Berge und kühne auf die arme Männerwelt! „Wolln's auch ins Gebirg, Froilein?" eröffnete ich die Feindseligkeiten. Aber sie funkelte mich mit solcher Verachtung an, als ob ich ihr schönstes Hühnerauge betreten hätte. „Pack mer zsamm und geh mer", sagte ich zu meiner Frau. Wir marschierten weiter, die Sonne brannte im Verein mit den Fußsohlen. Die Rucksäcke drückten schwer. Bald kamen wir ober zu einer Stelle, wo die Meinungen und Wege gänzlich auseinander gingen. Meine liebe Frau wollte einen schönen, bequemen Fahrweg gehen. (Wahrscheinlich dachte sie: jeder Weg führt nach Rom!), Luischen beliebte einen Weg in mittlerer Preislage (sie hat ein sparsames Gemüt!) Ich selber wählte einen steilen, wilden Gebirgspfad, denn, ich dachte bei mir: Der rnuaß 'naufführn, weil er gradeso steigt! Aber bald schon rief meine bessere Hälfte von unten, Luischen juhute von der Mitte, und ich brüllte von oben. Nach schwierigen Verhandlungen fanden wir uns indessen in der Mitte. Drei Stunden (der ganze Ausstieg sollte kaum so lange dauern) verfolgten wir den neckigen Weg. Der fiel — stieg an — zeigte weidende Herden, rauschende Quellen, dazu die schönste Aussicht, — kurz, er tat alles was man nur verlangen konnte — nur zum Ziel führte er nicht! Meine Frau war müde, Luischen durstig und ich grantig. Aber was half's? Drei Stunden mußten wir zurückgehn, das war bitter! Ich schleppte also meine kleine Karawane, die ich frevelhafter Weise mit widerspenstigen Kamelen verglich, genau dahin, wo wir hergekommen waren und im Triumph von dort in weiteren drei Stunden auf meinem Weg zur Krottenkopf-Hütte! Spät abends, 21 Uhr, todmüde, aber bei herrlichstem Mondschein, hungrig und ausgedörrt wie Wüstenwanderer trafen wir dort ein. Die Nacht war erstaunlich kurz. Eben hatten wir uns hingelegt — da war es schon morgens 7 Uhr! Also, Abmarrrsch! Bald wachten wir aber ganz auf, denn gleich bei der Hütte gab es einen sehr interessanten, aber etwas heiklen Schneeferner zu überqueren. Und dann kam das erstaunliche: Unmittelbar hinter Felsen und Schnee, lachte der Frühling! Tiefblaue Enzianfelder leuchteten, Alpenrosen blühten und glühten unter grünschwarzen Latschen. Während ich mich männlich und stolz auf schroffer Felszacke Photo- graphieren ließ, lag Luischen romantisch begraben unter lichten Alpenrosen. Ein paar große, weiße Wolken trieben schwerfällig dahin, — in hoher Luft hingen mächtige Raubvögel mit unbewegtem Fittich, laut tönte ihr wilder, herrischer Schrei: Spätsommer Atutnt. 'N: i * -Romer. ?neM«eu. Auf); x Kurt Puh 5 Nmann, CBaltaeil, del' $un N. nm Sonntag 8*t< o6*n-SSufed -Curnerriege Pf mit ben se des Wett. $o würben 'UN hoch. N..11 MeteL ^uhenNoch. nannschasten ausgetragen, u Lause bes ' Wieselt er. J. Schreiner, ste unb er. beizutreten, obe gemacht chtigung bei eil" aus ben dem gemein, m war, zeig. Barren uni all. rf(£a6n) u. b. Lahi durchgeführti Erfolg. Nich! iem auch bii i Zuschaum beturnen an Einheit niö Begrüßung!. a. In einen einsgeschichli herein inw illt habe uti ! Zahl sein« licken fönni m Verein» )er Hossnuüj n herein ja rben aut) di ' in junge ld tzeoyfe rusgeze7.! auch biir? ib die Iis* Veifall. • Fabel!! imen gehch !eistungen y Dr. Nöinü h anschlie^ im heutig» einem eingehend geprüft wird, soll es in den Verkehr zwischen Deutschland und Nordamerika gestellt wer- den. Stationiert wird das Schiff, nachdem es abgenommen und für den Verkehr freigegeben ist, in Frankfurt a. M. Von hier soll es die Reiseroute Frankfurt — Sevilla — Lakehurst und zurück be- fahren. Ein Termin für die Indienststellung kann vorerst noch nicht angegeben werden. Man rechnet aber auf der Werft damit, daß bei einer regulären Abwicklung der Versuchs- und Probefahrten die Indienststellung des Schiffes späte ft ens im Sommer 1 9 3 6 erfolgt. Den Plan einer Weltreise des neuen Luftschiffes, der zuerst fallen gelassen wurde, scheint man jetzt wieder aufgegriffen zu haben. Endgültiges hierüber liegt noch nicht fest, doch ist damit zu rechnen, daß man der Welt — wie damals mit „Graf Zeppelin" — auch mit dem neuen „L Z. 129" wieder das Schauspiel der W e l t- reife eines deutschen Luftschiffes bieten wird. Die vielen Werkstättenfahrten, die das Luftschiff nach seiner Fertigstellung zu absolvieren hat, dienen neben der Prüfung der Fahrtüchtigkeit der wissenschaftlichen und technischen Festlegung dec Fahrtergebnisse. Besuch in Friedrichshafen Der größere Bruder des „Graf Zeppelin" hat seit dem letzten Besuch, den wir der Zeppelinwerft abftatte- ten erhebliche Fortschritte gemacht. Rein äußerlich ist davon wenig zu merken. Das kommt daher, daß das Gerippe bereits seit langem fertiggestellt und zusammenmontiert ist, während man sich jetzt den Präzisionsarbeiten widmet, die die Steuerung, Navigations- und Funkräume, die Aufenthaltsräume und Schlafkabinen für die Fahrgäste, der Rauchsalon und vieles andere bedingen. Wichtig ist die ungeheure Kleinarbeit, die die Bewegungsmöglichkeit des Schiffes aufs pünktlichste garantiert .und feine Manövrierfähigkeit so erhöht, daß mag von einer Fortentwicklung der bisher gemachten Er« fahrungen sprechen kann. Das Schiff ist jetzt so weiß fertiggestellt, daß man nach den Montagearbeiter? und dem Einbau der Del- und Wassertanks daran« gehen kann, die Motorengondeln anzubringen. Erst dann wird die Bespannung und damit das Luftschiff seinem äußeren Ansehen nach vollendet. voll, wenn sie endgültig lösbar wäre. Gerade die hervorragenden Aufsätze des Heftes — neben den genannten sind hervorzuheben: Dr. Hans Dan» n e n b a u m , der Mitarbeiter von Professor Bute- nandt (Danzig-Langfuhr), „Die chemische Erforschung der Hormone", ein Apfsatz, der in anschaulichster Form die großen Schwierigkeiten und das Forscherglück bei diesen Untersuchungen miterleben läßt, und Dozent Dr. Walter Putschar (Göttingen) „Hormondrüsen", worin der Wert und die Unentbehrlichkeit der pathologischen Anatomie für die Erforschung dieser Lebenskräfte überzeugend dargestellt werden — sind durchweg von der Ganzheitsauffassung des Lebens und mit jener höchsten Bescheidenheit geschrieben, die den echten Forscher anaesichts der Wunder des Lebens befällt und die feiner Arbeit erst ihren letzten Wert gibt, und dazu mit jener Volksverbundenheit der heutigen Wissenschaft, die sie so vorteilhaft vom engen Spezialistentum hinter uns liegender Jahrzehnte unterscheidet. Wobei auch dieses eine wohl notwendige Etappe der Erkenntnis war. Gin» zelergebnisie der Aufsätze zu geben, ist hier weder unsere Absicht, noch wäre es möglich: wer dies vielleicht reizvollste, weil geheimnisvollste Gebiet der Biologie, also der Erforschung des Lebens kennen» lernen will, der lese das Heft selbst, das auf knappstem Raum eine schier erschöpfende Auskunft gibt. nicht nur die Wirkung, sondern auch die Erzeugung der Hormone in hohem Maße abhängig ist von der Zufuhr der lebenswichtigen Vitamine in der Nahrung. Und noch über diese Erkenntnis hinaus führt uns die Feststellung von Dozent für organische Chemie Fritz M i cy e e l (Göttingen) „Die Vitamine", wonach das skorbutheilende bekannte Vitamin C sowohl aus der Pflanze als aus der Nebenniere dargestellt werden kann, ja bei den Ratten z. B. vom Körper selbst gebildet wird, hier also die Rolle eines Hormons nicht eines Vitamins spielt. Wo ist nun die Grenze? Tatsächlich offenbart uns die enge ursächliche Zusammenarbeit des innersekretorischen Drüsenappa- rates einmal unter den Drüsen selbst, dann aber mit den Vitaminen die untrennbare Ganzheit des Lebensprozesses. Wir können heute, je nachdem, mit einem ödere mehreren Hormonen ober Vitaminen krankhafte Erscheinungen im Wachstum und im Funktionieren des Körpers und des Geistes günstig beeinflussen, ja oft heilen, aber das ganze Geheimnis dieser Zusammenhänge der Natur zu entreißen, wird niemals gelingen. Sonst wäre diese Aufgabe ja auch nicht so schön und unendlich reiz- Es ist noch nicht so arg lange her — einiae Zeit vor dem Weltkrieg —, als der berühmte Alpinist, langjährige erste Meteorologe auf der Zugspitze und Naturforscher Enzensperger auf einer Insel der Antarktis an Beriberi erkrankte und starb. Einer seiner Expeditionskameraden schrieb damals, es sei unbeschreiblich traurig, daß „in dieser antarktisch reinen (also bazillenfreien) Luft, die nicht einmal den kleinsten Schnupfen aufkommen ließ", irgendwie, vielleicht durch Schiffbrüchige, ,chie Keime dieser entsetzlichen Seuche" auf dies weltabgeschiedene, bisher den Menschen noch kaum bekannte Eiland übertragen worden seien. Dieser Satz beleuchtet schlagartig die Lage, in der sich die Medizin vor der Entdeckung der Vitamine befand. Zwar den Skorbut hatte man schon lange als eine sogenannte „Mangelkrankheit" erkannt, aber die noch gefährlichere Beriberi-Krankheit hielt man noch im 20. Jahrhundert für eine „Seuche", also für eine Infektionskrankheit. Erft allmählich stellte sich heraus, daß auch sie eine „M anaelkrankheit" ist: aber was bei diesen heute „Avitaminosen" genannten Krankheiten dem Körper eigentlich mangle, bas wußte man bei keiner dieser Erkrankungen. Man kam nach unb nach barauf, baß die Nahrungsbestandteile, deren länger dauerndes Fehlen im menschlichen Organismus jene Mangelkrank- I heilen heroorrief, bestimmte Stoffe enthalten mühten, die mindestens in kleinen Mengen notwendig seien, um das menschliche Leben (vita) zu erhalten. Man nannte sie daher, noch ohne sie zu kennen, „Vitamine". Wie es dem Zusammenarbeiten der Pathologie, Physiologie und (physiologischen) Chemie in unendlich mühevoller Klein- unb Kleinstarbeit über ben Tierversuch zur Reindar- • stellung, ja zum synthetischen Aufbau vieler bieser sogenannten Vitamine gelungen ist, einen Teil ihrer Geheimnisse zu entschleiern, schildert in hervorragend anschaulicher Weise bas Septemberheft ber „S ü d - ibeutscheri Monatshefte" (München), betitelt „Neue Lebenskräfte". Die Vitaminforschung ist aber nur die eine Seite bieser neuen Lebenskräfte, wobei „neu" nur • 'in dem Sinn gemeint ist, daß ihre Erkennung für •uns etwas Neues war und z. T. noch ist; ihr Vor- chandensein ahnte schon das Altertum. Die andere «ebenso wichtige Seite ist die Hormonsorschung, tbie ursprünglich Lebensstoffe grunbsätzlich anberer Art vor sich zu haben alaubte und erst durch die 'Forschungen hervorragender Gelehrter in den letzten Vahren in engste Verbindung mit den Vitaminen »gerückt wurde. Universitäts-Professor Dr. Wilhelm 'Stepp (München) sucht den Unterschied zwischen J)ormonen und Vitaminen in feinem Aufsatz „Neue Lebenskräfte" etwa folaendermaßen zu definieren: Witamine sind Stoffe, die im Pflanzenreich zum eigenen Zelleben der betreffenden Pflanze erzeugt werden, dann aber nach ihrer Aufnahme (als Mayrung) in den Tier- Und Menschenkörper mit iben Hormonen zusammen für die Regulierung der Lebensfunktionen verwendet werden; die Hormone Dagegen bildet der Tier-bzw. Menschen- ö ö r p e r selb st. Schon daß beide zusammen Die Regelung vollziehen, zeigt eine enge Verwandt- ßchaft; tatsächlich beziehen wir aber auch gar nicht olle Vitamine (ober deren „Vorprodukte", die dann Der Körper oft erst in Vitamine umwandelt, vergleiche das Carotin!) wirklich aus unserer pflanzlichen Nahrung, manche sind in bestimmten tierischen Organen, die wir verzehren, angereichert Kßebertran), es bliebe als unterscheidendes Merkmal nur noch, daß wir die Vitamine durch die Nahrung zu uns nehmen, die Hormone selbst bil- foen. Aber selbst dieser Unterschied ist nicht restlos llaufrechtzuerhalten: im „Leberstoff", der die perniziöse Anämie heilt, haben wir ein unmittelbares Zusammenwirken von Hormon und Vitamin vor uns, und Stepp kommt daher zu dem Schluß, daß i. kesselt inwerein 2» rtstampf B n Austrag? i IugendtMi gute akiil sä« rät mch-inZ it Die 4X1‘ 'für M ib« ®trÄ ten. B-Ä ( freuiE Die Weltausgabe des Luftschiffs. In diesen Tagen vollendete, wie schon kurz berichtet, das Luftschiff „Graf Zeppelin" seine 10 0. Ozeanüberquerung. Im nächsten Jahre wird ein weiteres, noch größeres und vollkommeneres Zeppelin-Luftschiff „L. Z. 1 2 9", das jetzt kurz vor der Vollendung steht, das, was das Jubiläums-Luftschiff eingeleitet, weiter abrunden. Rekord und Leistung kommen aus einer Quelle. Während das eine die Zusammdallung aller Kräfte bis zum äußersten darstellt, um einen Erfolg einmalig zu erzielen, ist das andere dis konsequente Durchführung eines Willens. Er übersteigt das Maß des Durchschnitts und bringt Ergebnisse zustande/! die in ihrer Fortbildung das Resultat eines Rekords weit hinter sich lassen. Auf diese Weise wird Vertrauen ausgelöst. Das Ansehen eines Unternehmens wächst mit dieser Entwicklung. Es öffnet mit der Zeit die Ventile, durch die die Leistung einzelner der Gesamtheit und damit dem Volk zugute kommen. Das Werk Graf Zeppelins war nach den ersten Erfolgen und Mißerfolgen bis Echter- dingen mehr ein privates Unternehmen. Erst das Unglück in Echterdingen, nach einer ausgezeichnet gelungenen Deutschlandfahrt, die beim Volk helle Begeisterung über das Werk gebracht hatte, hat es zum Allgemeingut des Volkes gemacht. Sechs Millionen Mark hat damals die Stiftung des deutschen Volkes an Graf Zeppelin betragen. Dieser Betrag hat es den Pionieren von Friedrichshafen ermöglicht, von nun an ein Werk auf die Beine zu stellen, das zum Allgemeingut des Volkes werden mußte. Heute ist Deutschland ohne dieses Werk deutschen Geistes und deutschen Erfinderschicksals nicht mehr zu denken. Es hat die Welt davon überzeugt, daß der Wille eines Volkes schließlich doch den Weg zum Herzen der Völker findet, die auf Leistung Wert legen. Was das Luft- schief „Graf Zeppelin" auf diesem Gebiet in den letzten fünf Jahren geleistet hat, ist vorerst nicht zu fassen. Es hat die Kontinente einander näher gerückt und auf diese Weise der künftigen Entwicklung und Anbahnung wirtschaftlicher Beziehungen Deutschlands nach Uebersee den Weg geebnet. Man hat daran gedacht, auf jeder Reiseroute Gottfried Keiler besingt dos Luftschiff. Der Dichter des „Grünen Heinrich" ist als einer der ersten für die künstlerische Schönheit der modernen Technik eingetreten und hat die Wunder des Luftschiffs schon zu einer Zeit besungen, als man ihre Verwirklichung noch nicht ahnte. Den Anlaß für den jungen Keller, als Vorkämpfer der Poesie der Technik und als Verherrlicher der Flugkunst aufzutreten, bot das Gedicht eines Zeitgenossen, der sich bitter über die Dampfmaschine und die Eisenbahnen beklagte und die Befürchtung aus- sprach, schließlich könne noch „das Fliegen, der unselige Traum" zur Wahrheit werden, so daß die Luftschiffe das Sonnenlicht verdunkeln würden und ch« klarem Himmel tzatt Les Regens Del auf die Nase träufle. Keller trat 1845 in einer rasch berühmt gewordenen poetischen Entgegnung für die „Poesie des Dampfes" ein und brach damit die Bahn für ein besseres Verständnis des „Dampf- roffes", das man damals nur schüchtern mit dem „edlen Pferd" zu vergleichen wagte und das 1844 Karl Beck als „die Eisenschlange" bezeichnet, die die Schönheiten der Fluren begeifere. Die Poesie der Luftschiffahrt wurde erst viel später entdeckt. Wohl hat nach Keller H e y s e den Luftschiffer im Gedicht gefeiert, und Max Eyth widmete dem alten Traum vom Fliegen in feinem „Schneider von Ulm" 1906 einen Roman, in dem er das Andenken seines fliegenden Landsmanns Berblinger wieder auffrifchte. Aber Kellers wundervolle Vision aus dem Jahre 1845 ging bereits viel weiter, wenn er das Luftschiff schildert, das mit Griechenwein beladen und mit Kränzen geschmückt hoch durchs Morgenrot fährt. Begeistert ruft er aus: „Wer möchte da nicht Fährmann fein?" und schließt mit Zeichen sein. Mit angsterfüllter Seele klomm ich also die Zug- 'pitzbahndirektionstreppe empor. Schüchtern bat ich Die mich argwöhnisch musternde Maid um Meldung. Aber, obwohl ich über die Schwelle des „Aller- Heiligsten" stolpernd auf die Knie fiel, sah ich doch isogleich: In diesen Zügen wohnt kein Herz! Ich zählte dem Gewaltigen all die Blätter her, 'für die ich schreiben wollte ... er sah gelangweilt auf mich nieder! Ich deutete auf den herrlich-blauen Himmel, er sagte: Nein! (und schaute gar nicht hin). Mit wahrer Essigmiene aber meinte er: Es täte ihm j>ib! (ich hörte nur bas Nein!). Er bebauerte mit wahrhaft tragischem Achselzucken ... (ich sah nur: »r wollte nicht!). Wütend gab ich ihm auf Bayrisch meine Geringschätzung zu verstehn — dies schien mehr Eindruck zu machen, denn ich war bedeutend schneller drunten als ich vorgehabt! In meiner Wut vergaß ich die große Enttäuschung l'unb die vorausgezahlte Miete!), ich faßte einen an» Deren Plan! Drunten warteten meine Frau und Luischen, was unser Gast war „Wos ist?" fragte meine Getreue, „Nix is!" knurrte ich unb klopfte wir den Staub ab. Wir faßten nun eine regelrechte Wergbesteigung und im Speziellen den Krotten- Itopf ins Auge. „Also, auf geht's!" Zeitschriften — Das „Blatt der Hausfrau" (Verlag Ullstein, Berlin), das alle 14 Tage erscheinende Frauen- und Familienblatt, beginnt disser Tage seinen 50. Jahrgang. Es feiert damit ein Jubiläum, wie es nicht viele Zeitschriften erleben. Ein solches Alter bei einem solchen Blatt bürgt für einen reichen Schatz an Erfahrungen, mit denen es jeder jungen Frau Fehlschläge ersparen kann. Zum Jubiläum erschien ein besonders inhaltreiches Heft, das einen interessanten Querschnitt durch 5 Jahrzehnte deutschen Hausfrauen-Lebens bringt. — Die „SHuftrirte Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) bringt in der neuesten Nummer anläßlich des 50. Todestages von Spitzweg einen Gedenk-Beitrag und einige seiner Bilder. Noch eines anderen großen Deutschen wird in der gleichen Nummer aedacht: des Philosophen Arthur Schopenhauer, dessen Todestag sich zum 75. Male jährte. — Ein reich illustrierter Beitrag berichtet über das „Väterkunde-Museum" in Bremen, dessen aufschlußreiche Sammlungen ein getreues Bild geben von der Entwicklung und der Kulturhöhe des nordischen Menschen. — Was die Mädchen heute alles lernen: Nähen, Säuglingspflege, Kochen — fa Häuser bauen, wenn es auch nur Papvhäuser für den Heimatunterricht sind, davon geben anschauliche Bildtafeln Zeugnis. — Vom Reichsparteitag füllt eine Auslese der schönsten Aufnahmen vier ganze Seiten. Ein paar Holzfäller mit kurzen Aexten kreuzten den Weg. Der eine, ein großer, schwarzer Kerl funkelte mein Frauchen mit wilden, verliebten Blicken an — aber, die lächelte nur und frug ihn nach dem Weg. „Hergottsa--" meinte der ganz verdutzt mit schöner Offenheit — „i bin do froh, daß roieber Leit ins Gebirg femma, die wo ma achten ko!" Nach langem Marsch erreichten wir endlich Vörde r r i ß, die Heimat des Dichters Ludwig Thoma, und übernachteten in demselben Försterhaus, das einst sein Vater bewohnte! — Der volle Mond hing hoch am Himmel und überglänzte die wilden Berge des nahen Oesterreich. Tief unten aber schäumte und rauschte die ungestüme Isar so Tag wie Nacht. Der nächste Tag brachte die ersehnte Floßsahrt. Wie hatten wir uns drauf gefreut! Unsere Flößer waren derbe, kernige Gesellen von altem Schlag. Der Sepp, groß, blond, stark wie ein Baum. Neben ihm der Kiesersauer, schwarz wie die Tannen, zgh wie Arvenholz! In sausender Fahrt ging's über schäumende Stromschnellen, dicht und haarscharf oft an gefährlichen Felsen vorbei ... dann wieder ruhig-gelassenes Gleiten auf sonniger Flut. Hoch empor fliegen starre Felswände, auf denen Gemsen ästen, mächtige Tannen ragten steilrecht empor — welch ein Tag! Tölz glitt vorbei mit seinen herrlichen alten Häusern. Faltboote mit fröhlichen Menschen zogen vorüber — das ganze Leben schien ein sonniger, wirbelnder Strom ... Untiefen kamen, und unsere Flößer sprangen ins eiskalte Wasser, das ihnen oft bis an die Hüften reichte, hoben unb schoben ... und schon trieb unser Fahrzeug weiter den Strom hinab. Grünwald tauchte auf, das alte Schloß mit grauen Zinnen und Türmen, ^die mächtige Prücke von Großhesfeloh zog vorüber ... Und nun, die schäumende Fahrt den brausenden Wasserfall hinab. Menschen jubeln uns zu — pfeilschnell schießt das Floß in die alte Lände bei München. Wir sind am Ziel! Ferdinand Bruger. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir zur Ester- verg-Alm empor, das kostete manchen Schweißtrop- ren. Aber dort gab es frisches Bier vom Faß und M wlchr-s WMfti ftfl LerMiMromavLtk. Las Uü Lev Wirtschaft LubiläumsverkäufeundLubiläumspreise lich übertroffen. * Hattet Marktdisziplin? Ein Mahnruf an deutsche Hausfrauen. Verantwortungsgefühl deinem Volk gegenüber ?L eine sparZ » in Erfassung und Der- wohl im Auge hat. wird sparsam sein und einerg roertuna der Nahrungsmittel des deutschen Volkes, übergehende Verknappung einzelner Lebensmittel Dein Bestreben muß es sein, dich den jeweiligen | nicht durch eigennütziges Streben verschärfen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. N. Ätrlin Jronffurt a. M 24 9- 96,25 113 113,25 Banknoten. 152,5 5 o.H ichsbankdiskont 4 v. $).. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt besch o 10 5 « 4 7 7 Schluß« fure 100,5 96,9 102 109,9 100,25 96,4 100 100,5 96,75 101 109,5 100,2 96 96,4 100 92 100,65 96,9 101 109,9 100,75 100,5 96,75 99,75 109,4 100,3 . 0 . 6 . 6 148,65 234 103 113 105 52.75 105,4 109 80 95,5 144 25,5 149 104,5 113 104 92 104 52,9 105 108,5 80 126,9 95,5 144 79,5 25,9 282 173,5 152,5 28,65 208 63,28 80,90 33,71 100,13 97 97 107,3 38,4 143,75 108,25 131,5 101,5 122,75 137 124 119 170 127,25 100 105,5 112,25 93,4 126,5 90,25 85,5 6 9,05 5,15 39,4 15 27,4 16,75 76,9 111,5 87,75 87,75 87,75 172,5 0,682 42,09 0,141 3,053 54,83 46,92 12,285 5,41 16.415 167,57 20,34 0,720 5,666 61,66 49,05 11,13 63,31 80,92 33,99 10,29 2,489 113,4 96,25 100 100,25 97 97 107,3 A.E.G. Betula 149,25 236 104,5 112 104,25 91 114,75 132 Für UNS ist es heute eine bittere Notwendigkeit, mit Erzeugnissen deutscher Scholle so sparsam und haushälterisch umzugehen, wie irgendmoglich, um das Ziel der Selbstversorgung auf eigene m B o d e n und das große Ziel der B e s e i t i' gung der Arbeitslosigkeit zu erreichen. Die Zeiten sind vorüber, wo es nicht darauf ankam. ob auch wirklich alles restlos verwendet wurde. Sparsamkeit in der Erfassung und Verwertung der eigenen Erzeugnisse wäre für uns alle schon früher von größtem Nutzen gewesen. Manche Devisen, die wir unnütz durch falsche Le» bensmittelpolitik dem Ausland geben mußten hatten uns, richtig verwendet, Rohstoffe gebracht, ourd) die so und so viele Arbeiter wieder in den-Wirtschaftsprozeß eingespannt worden wären. Nachträglich zu klagen, ist wertlos! Jetzt heißt es besser machen. Der Ruf der Erzeugungsschlacht stellte die Forderung: Erzeuge mehr aus deinem Boden und verwende das Erzeugte sparsamer! Deutsche Hausfrau, der deutsche Bauer tut seine Schuldigkeit. jetzt erfülle du die zweite Mahnung. Händlerin gelingen. Dabei muß für die Zulassung von Jubiläumsverkäufen im Regelfälle das lang» jährige Bestehen des Geschäfts in dem Geschäfts» zweig der Gründung entscheidend bleiben. Zu Zweifelsfragen über die Preisgestaltung bet Jubiläumsverkäufen erklärt Ministerialrat Gott- schick, daß in diesen ja nur kurz bemessenen Der» anstaltungen zweifellos Preisoergünstigungen ge» währt werden dürfen, die den Rahmen des sonst üblichen übersteigen. Die Preisverbilllgung im Ju» biläumsverkauf dürfe nur nicht in der Form eines Rabatts angekündigt wekden. Die Ankündigung der für Jubiläumsverkäufe allgemein festgesetzten Preis- Vergünstigungen muß, wie das bei Saisonschluß- und Jnventurverkäufen auch geschieht, den tatsächlichen Preis unmittelbar zum Ausdruck bringen. Im übrigen sollte bei der Beurteilung der Preisverbllllgungen aus Anlaß von Jubiläumsverkäufen nicht kleinlich verfahren werden, denn man dürfe nicht übersehen, daß Veranstaltungen dieser Art nunmehr Selten- heitswert erlangt haben. Marktverhältnissen anzupassen und nicht die Verknappung einzelner Bedarfsartikel durch Unoernunst herbeizusühren. Wer dies tut, handelt gegen sem Volk, schadet sich letzten Endes nur selber. Hausfrau, überlege dir einmal: Früher führten wir in kurzsichtiger Weise Lebensmittel aus dem Auslande ein, ohne uns auf unsere eigenen Kräfte zu besinnen. Wir mußten hierfür Devisen hergeben, ohne zu bedenken, daß wir damit unserer übrigen Wirtschaft Devisen zur Beschaffung der lebensnot- wendigen Rohstoffe für die Industrie entzogen. Dein Mann mußte entlassen werden, da für ihn durch den Rohstoffmangel keine Arbeit mehr vorhanden war. hunger und Elend zog in deine Familie ein. Das darf nicht mehr sein! Die Arbeitsschlacht des deutschen Volkes muh siegreich zu Ende geführt werden, hier mußt du tatkräftig auch im kleinen mithelfen. Sparsamkeit in den kleinsten Dingen muß dein Bestreben sein. Sünden, wie sie früher vorgekommen sind, daß täglich Lebensmittel verderbe« und in den Mülleimer wandern, sollten aus 2,457 42,04 54.74 12,26 16,385 167,48 19,54 61,« Im Kleinen müssen wir anfangen! Die Marktordnung des Reichsnährstandes gibt dir die Grundlage für dich eine Unmöglichkeit fein. Wer bei allen seinen Handlungen das Allgemein- Grttzner 01 Mainkraftwerke Höchst 0.8L... 4 Süddeutscher Zucker ........ t| 112,65 96,5 100 100 97 97 107,3 27,5 8,95 8,5 8,75 10,25 1,4 8,9 8,75 8,75 10,4 8.9 8,65 8,75 10,5 100 97 97 107,3 28 1,4 8,95 8,7 8,8 10,5 >1 28 I 28,13 I 23 13 I A 93,75 93,5 - A 208 I 208 I 208,25 I Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Örenstetn L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Thade .............. Aecumulatoren-Fabrü Eonti-Gumml....... Fwd. Die Anordnung des Reichswirtschaftsmini, sters über Sonderveranstaltungen vom 4. Juli 1935 brachte u. a. eine Neuregelung der Jubiläum s v e r k ä u f e, sie bestimmte, daß Jubilaums- verkäufe des Einzelhandels nur noch zur Feier des Bestehens eines Geschäfts und nur noch nach Ablauf von jeweils 25 Jahren abgehalten werden dürfen. . ... In einer Erläuterung zu dieser Anordnung weist Ministerrat Gottschick vom Reichswirtschaftsmi- nisterium darauf hin, daß die fünf- und zehniah- riqen Jubiläen- und vollends die sog. Geburts- tagsverkäufe somit künftig fortfallen. Neben wefent- lichen Verbesserungen des Schutzes vor unredlichen Wettbewerb feien jetzt auch wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Festigung der Lebensbedingungen des Einzelhandels getroffen worden, die künftig soweit wirksam werden müssen, daß lOjähr. Bestehen des Einzelhandelsgeschäfts keine Besonderheit mehr ist. Selbst die Feier des 50jährigen Bestehens müsse nach und nach einer größeren Zahl von Einzel- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1984 t>y2°/o Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten 4XU% Deutsche ReichSpostschadan» Weisungen von 1934, I....... 6% e$em.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 4K% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6H% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 4YX% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 vberhessen Provinz-Anleihe mü Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An» leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 6%% ehem. 4Vi% Franks. Hhp.» Bank-Ltau.-Pfandoriefe....... 8-4% ehem. 4-4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe <%% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y.% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI Lteuergutich Verrechnungsk. 85-89 4% Oesterretchische Goldrente.... 4.20% Oesterretchische StlberreMe 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 . 6 142,75 0 — .. o 25,5 O 279,5 , 12 — .. 8| 152,5 Schluß« kurs 249 In diesem Jahre sind 35 Jahre verflossen, seitdem zum erstenmal ein Zeppelin aufgestiegen ist. Damals staunten alle über diese Tat, doch wohl keinem ist die wirkliche Bedeutung der Luftschifffahrt zur Gewißheit geworden. Heute darf man ohne Ueberhebung sagen, daß sich der Zeppelin- Luftschiffverkehr durchgesetzt hat. Die Leistung des „Gra-s Zeppelin", der bisher über eine Million Kilometer zurückgelegt hat, hat bewiesen, daß man sich auf die deutsche Luftfahrt verlassen kann. Der neue „L. Z. 129" wird erneut unter Beweis stellen, daß Deutschland ein Land der Leistung ist, das mit allen Völkern in friedlichem Wettbewerb arbeiten und alle Völker an den kulturellen Errungenschaften dieser Leistungen teilnehmen lassen möchte. Das deutsche Volk hat den Zeppelinbau in schlimmsten und schicksalvollsten Tagen durch seinen Opferwillen ermöglicht; es wird auch weiterhin mit Begeisterung von diesem Werk sprechen, das durch seine Mitarbeit zu dem geworden ist, was es heute ist: ein Pionier des Friedens und deutscher Wertarbeit. P. Ruß. Datum 4% deSgl. Serie II ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y»%RumSn.vereinh.Rentev.1S1S 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2y*% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakei O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für BerkehrWesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prtvat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................O Dresdner Bank 0 Reichsbank ................' 12 g.«. Farben.Industri» 7| GcheideanstaU......... 9 Goldschmidt ...... O' RütgerSwerke .....4 Metallgeiellschaft............. 4| Philipp Holz mann ...... Oj 91,25 I Zementwerk Heidelberg ..... 6 113,75 Cementwerk Karlstadt.........4: 132 I Schultheis Patzenhoser 4| — Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Ol 52 Bemberg.......... O 106,5 Rheinische Elektrizität ...... Rhein. Destf. Elektr. ...... Schurkert & (So............. Siemen- & Hal-ke Lahmeyer&6o Buderus Deutsche Srdül Gelsenkirchen« Harpener................. Hoesch Eisen—Kbia^keuesfeu Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse...... Klocknerwerke ManneSmann-Röhre« ..... Ecdlußk. Mittag« börse 25 9 148,9 103,5 112,5 104,75 । 92,25 । 103 52 106 109 80,5 126 94,25 142,65 79,25 25,9 279,5 171 152,25 Frankfurt a. M. | Berkin Schluß« kur» Schluß». Abend» börse Schluß» furt Schlußk. Mittag« börse Datum 24 9 25 9 24.9- 25-9- Mansfeld« Bergbau .. .......• 118 118 118,25 118 Kokswerke........... .......6 — — 113,13 114 Phönix Bergbau...... .......O —- — — — Rheinische Braunkohlen .....12 215 218 215,5 213,5 Rheinstahl ........... .....sy. 107 5 108 108 107,5 Bereinigte Stahlwerke. .......0 77,75 79,5 78,25 79,25 Ötavi Minen ........ .......0 19 19 18,9 18,9 Kaliwerke Aschersleben. .......5 130 — 130 130,75 Kaliwerke Westeregeln. .......6 .....ty. 124,75 — 125 124,75 Kaliwerke Salzdetfurth 182 — 182 I 182,25 Frankfurt O.UL Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abmdbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 24.9 25 9 24 9 25-9 24. September 25 September Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief__ Buenos Atre- 0,688 0,692 0,678 Brüssel..... 42,02 42,10 42,01 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen. 54,52 54,62 54,73 Danzig..... 46,81 46,91 46,82 London ..... 12.21 12,24 12,255 HeljingforS.. 5,385 5,395 5,40 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 Holland .... 167,88 168,22 167,23 Italien..... 20,30 30,34 20,30 Japan ...... 0,715 0,717 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 Oslo.....: 61,31 61,43 61,54 Wien....... 48,95 49,05 48,95 Lissabon.... 11,07 11,09 11,11 <3,19 Stockholm... 62,95 63,07 80,91 Schweiz .... 80,75 80,76 Spanien.... 33,93 33,99 10,29 33,93 Prag....... 10,27 10,27 Budapest ... — — Neuyork ... 2,485 2,489 2,485 6,2 9,1 5 38,75 5,9 9,1 5,15 38,75 6,05 9,1 5,2 39 15 15 15,25 — —— 17 17 16,9 77 77 77 111,75 112,5 112,25 87,25 87,75 87,75 87,25 87,75 87,75 87,25 87,75 87,75 173,25 172,5 173,25 38 38,9 38,13 143,4 143,5 143,65 108,25 107,5 107,5 131,5 132 131,5 101,5 101,5 101,5 121,75 123,5 121,75 137 — 137,5 123,5 124 123,75 118 118,75 118 168,75 169,5 168,5 127 127 127,13 100 100,5 100 104,75 105 104,4 111,75 112 112,13 91,75 93,25 91,75 — 154,5 124,75 125 126 89,25 90 89,25 83,9 85,75 84,65 _________Berlin,25 September Amerikanische Not«.............. Geld 2,437 41,88 Dänische Noten ................. 54,52 Englische Noten ................ 12,22 Französische Noten .............. 16,325 Holländische Noten............... 166,82 Italienische Noten................ 19,46 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling 61,38 — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,02 Schweizer Noten................. 80,58 Spanische Noten................. 33,57 Ungarische Not« ......... —