185. Jahrgang 5reitag,26.)uli 1935 Nr. 172 Erstes Blatt Erscheint tLgltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblatter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach«. richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche UniverfitSttvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. 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Der Generalsekretär Aveckol ist am Donnerstagabend nach einer neuen Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Laval nach Genf abgereist. Die Aussichten der Völkerbundsratstagung werden in Paris etwas günstiger beurteilt, seitdem Italien sich auf Grund der englisch-französischen Vorstellung in der Frage des Schiedsgerichtsverfahrens etwas entgegenkommender zu zeigen scheint. Der absichtlich in Paris zur Schau getragene Optimismus kann aber nicht darüber hmwegtauschen, daß es aller Anstrengungen bedarf, um den Ausbruch des Konfliktes zu verhüten. Immerhin hofft man Zeit zu gewinnen, um den Weg für eine friedliche Lösung vorzubereiten. Echo de Paris" ist davon überzeugt, daß das Schreiben Italiens an den Völkerbund als eine fischen Paris, Rom und London vereinbarte Maßnahme im Hinblick auf die außerordentliche Ratstagung zu gelten habe. Es handele sich darum, ein Kompromiß zu finden, das ohne an dem tatsächlichen Zustand etwas zu ändern, der Diplomatie einen Monat Zeit zur Prüfung der Lage geben würde. „Oeuvre" schreibt: Selten habe e i n e s o l ch e Unsicherheit über einer so wichtigen Tagung ge- Kont, 26. Juli. (D21B.) Die Massenkundgebungen gegen Abessinien, die wir bereits in den letzten Tagen in allen Teilen Italiens vor sich gingen, haben am Donnerstagabend durch große Kundgebungen in allen Stadtvierteln Roms ihren Höhepunkt erreicht. In Dutzenden von Ansprachen wurden die kolonisatorischen Aufgaben und Fähigkeiten des faschistischen Italien gefeiert und die schärf st en Angriffe gegen Abessinien und seine „Hintermänner" gerichtet. Lebhaftes Zischen und Pfeifen, mit dem die Menge diese Ausfälle häufig unterstrich, wechselten mit stürmischen Huldigungen für Mussolini und seine Politik. :Jlad) diesen Veranstaltungen bewegten sich fast unabsehbare Menschenmassen mit Musik und zahllosen Plakaten gegen die englisch - japanischen Waffenlieferanten, gegen den Völkerbund und vor allem gegen Abessinien durch die Hauptstraßen Roms und versammelten sich auf der im Stadtinnern gelegenen P i - ia $ 3 a Colonna, wo der Parteisekretär der Stadt Rom die Schlußansprache hielt. Heber die gesamten Kundgebungen wurde fortlaufend von M a r i n e t t i, 'Mitglied der Akademie von Italien, im Rundfunk Iberichtet. Marinetti schloß seinen Bericht mit dem :Ruf: „Abessinien muh unser sein!" Zu Beginn des Abends hatte vor der fran- 'zösischen Botschaft eine Kundgebung I stattgefunden, bei der der französische Botschafter Lhambrun auf dem Balkon erschienen war, und «die Hochrufe auf Frankreich mit dem Ruf: ,„Cs lebe Italien!" erwidert hatte. Andere Demonstranten zogen mit ihren Plakaten an der 'englischen Botschaft vorüber, ohne daß stedoch zu Zwischenfällen gekommen wäre. Drastische plakale. Große Beachtung der Kundgebungen in London. verfahrens bereit. Doch nur wenn Abessinien sich in Scheveningen auf Erörterung des Zwischenfalls von llal-llal beschränkt. MUvoch Ratstagung in Gens. England wird auf grundsätzlicher Aussprache über das Sesamtproblem bestehen wolle oder nicht und bejahendenfalls, ob sie ihren Vertreter dahin instruieren wolle, daß er durch Verzicht auf den vorgebrachten Anspruch der Kommission die Fortsetzung ihrer Arbeiten ermögliche." Das Telegramm ist von Staatssekretär Suvich unterzeichnet. In unterrichteten Genfer Kreisen ist man der Aufastung, daß es keine Aende- rung der Lage bedeutet. Auch eine abessinische Rote an den Völkerbund. Genf, 25.Juli (DNB.) Im Völkerbundssekretariat ist auch eine Note der abessinischen Regierung eingegangen, die d i e sofortige Einberufung des Völkerbundsrates int Wege des Dringlichkeitsverfahrens beantragt. Der Generalsekretär des Völkerbundes soll in einer Unterredung mit dem abessinischen Gesandten in Paris die Beschreitung dieses Weges ab gelehnt und an der Einberufung des Rates gemäß der Entschließung vom 25. Mai festgehalten haben. Die praktische Bedeutung dieses Unterschieds liegt darin, daß im Dringlichkeitsoerfahren der Rat ohne weiteres und insbesondere ohne die Möglichkeit von Einwendungen der Gegenseite mit der Gesamtfrage der italienisch- abessinischen Beziehungen befaßt wäre. Der heute schriftlich vorliegende abessinische Antrag soll dem Generalsekretär übrigens schon in der vergangenen Woche in Paris mündlich vorgetragen, von ihm aber nicht zur Kenntnis genommen worden fein. Genf, 25. Juli. (DNB.) Die italienische Regierung hat an den Generalsekretär des Völkerbundes am Donnerstag folgendes Telegramm gerichtet: „Da die vom Dölkerbundsrat in feiner Ent- chließung vom 25. Mai 1935 festgesetzte Frist zum Abschluß der Arbeiten der vier Schiedsrichter über den Zwischenfall von Ual- U a l und die folgenden Zwischenfälle heute abläuft, beehrt sich die italienische Regierung folgendes mitzuteilen: Die italienische Regierung ist stets von dem Wunsche beseelt gewesen, das Schlichtungs- und Schiedsverfahren zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Dieses Verfahren ist nur dadurch unterbrochen worden, daß der Vertreter der abessinischen Regierung in Scheveningen den Anspruch erhoben hat, vor der Kommission Fragen zu erörtern, die von dem Schiedsverfahren ausgeschlossen sind. Demgemäß hat die italienische Regierung bereits am 14. Juli der abessinischen Regierung erklärt, daß sie noch immer zur Wiederaufnahme der Kommissionsarbeiten bereit sei, allerdings unter der Bedingung, daß diese Arbeiten sich in den Grenzen des Schiedskompromisses halten. Die italienische Regierung hat am 23. Juli der königlichen Gesandtschaft in Addis Abeba neuerdings telegraphisch die Weisung zugehen lassen, diese Absicht zu bestätigen-und die abessinische Regierung in aller Form zu befragen, ob sie sich a n die in d e m Schied skompromiß übernommenen Verpflichtungen halten Roosevelts Schwierigkeiten. Don unserem K.G.S -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Washington, im Juli 1935. Washington befindet sich im letzten Stadium einer ungewöhnlich langen, ermüdenden, Nerven verbrauchenden Parlaments-Tagung, die am 3. Januar begann und seitdem ununterbrochen in Betrieb ist, ohne daß man den Endtermin mit Sicherheit voraussagen könnte. Lange Sessionen sind erfahrungsgemäß gefährlich, und die gegenwärtige ist keine Ausnahme. Roosevelts Prestige hat während der letzten Monate sehr gelitten, und zwar obwohl in vielen seiner Programmpunkte das Parlament sich seinen Wünschen fügte. Die Folge ist eine allgemeine Unzufriedenheit, scharfe Wortwechsel zwischen Senatoren und Ministern, unerhörte Ausfälle gegen den Präsidenten und eine weitverbreitete Mundpropaganda, die zu erzählen weiß, daß Roosevelt krank sei, daß er hysterische Anfälle habe; neulich habe er Senator Borah nicht erkannt, als dieser ihn aufsuchte. Bei einer Pressekonferenz sei er so aufgebraust, daß man ihn habe aus dem Zimmer führen müssen, usw usw. Das ist natürlich alles Unsinn. Roosevelt sieht wohl aus und ist weniger leicht reizbar als seine Vorgänger Hover und Coolidge. Aber es stimmt schon, daß er nicht mehr die unumstrittene Führung der Staatsgeschäfte hat, daß nicht nur seine politischen Gegner in kritisieren, sondern daß sogar seine Parteimitglieder ihm offenen Widerstand entgegensetzen. Der bekannte Senator-Agitator-Diktator Huey Long nannte seinen Parteichef Roosevelt, für den er 1932 Wahlhilfe geleistet hatte, vor einigen Tagen im Rundfunk einen Lügner und Schwindler. Also es geht schon ziemlich weit in diesem Lande zügelloser Rede- und Pressefreiheit. Innenminister Ickes wurde vom Parteigenossen Senator Tydings in einem groben, natürlich sofort veröffentlichten Brief aufgefordert, den Sitzungen des Senats-Ausschusses fernzubleiben und sich nicht in Angelegenheiten des Senats zu mischen. Die Gründe dieser Bewegung gegen Roosevelt werde. Die Linke werde erklären, daß dieser Schritt eine Benachteiligung Abessiniens bedeute, das im Gegensatz zu Italien keine Waffen Herstellen könne. Abessiniens militärische Leistungsfähigkeit. Starker Munitionsbedarf.—Veraltete Waffenbestände. London, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Heber die militärische Leistungsfähigkeit Abessiniens berichtet ein Sonderberichterstatter der „Times" aus Addis Abeba u. a., der Vorrat an Waffen und Munition sei der Menge nach selbst für einen Feldzug von mäßiger Dauer völlig unzureichend und ihre Beschaffenheit für die Durchführung eines schnellen und siegreichen Feldzuges gänzlich ungeeignet. Abgesehen von der Verweigerung der Ausfuhrerlaubnis, über die Abessinien Klage führe (viele Sendungen könnten nur mit Waren, und zwar meist mit Kaffee bezahlt werden und die Bezahlung erstrecke sich über mehrere Jahre), sei die Einfuhr von Waffen nach dem Zwischenfall von Ualual sehr geringfügig gewesen. Seit dem 1. Januar dieses Jahres seien zwei und sein Kabinett sind zwei: Roosevelts Kampf gegen d i e Reichen und gegen die großen Kraftwerk-Trusts sowie sein Arbeitsbeschaffungsprogramm. Es hat niemand verstanden, warum Roosevelt kurz vor dem geplanten Schluß der Session plötzlich den Zankapfel der Steuerreform in die Mitte der Reichsboten warf, obwohl er doch mehr als andere daran interessiert ist, daß der Kongreß bald in Ferien gehe. Man behauptet, daß er dies zur Vorbereitung der nächstjährigen Wahlschlacht getan habe. Bekanntlich arbeitet Amerika seit fünf Jahren an einem Defizit, das unter Roosevelt erschreckende Dimensionen angenommen hat. In seinem Programm, mit dem er 1932 vor die Wähler trat, hat er ein ausgeglichenes Budget versprochen; im nächsten Jahre muß er Rechenschaft ablegen. Deswegen suchte er jetzt nach einer Formel, die dem Volke zeigen sollte, daß er sowohl für die breiten Massen sorgen wie auf Rückkehr zu einem ausgeglichenen Staatshaushalt bedacht sein werde. Und so erklärte er in seiner Botschaft an den Kongreß, das Nationalvermögen müsse gerechter verteilt und die Bunoeskasse müsse auf- gefüllt werden; das könne nur durch scharfe Besteuerung der Multimillionäre sowie durch Erbschaftssteuern (Nachlaßsteuern gibt es schon) erreicht werden. Gut, sagten die Parlamentarier seiner Partei mit einem Augenzwinkern: das ist ein guter demokratischer Gedanke; den wollen wir uns nächstes Jahr oder so mal überlegen. Weder sie noch Roosevelt aber hatten mit Huey Long gerechnet. Denn was der Präsident da vorschlug, war ja Songs berühmter Reichtums- Verteilungs-Plan (share the wealth), und Long war wütend, daß man ihm sein Kind entführte. Er verlangte, Taten zu sehen anstatt leerer Worte, und so entschloß sich der Präsident unglücklicherweise, diesem Druck nachzugeben, und die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes noch in dieser Session zu erbitten. Nun ist bekanntlich Steuergesetzgebung eines der umstrittensten Themata, und alsbald ging der Kampf auf allen Fronten los. Man rechnete aus, daß höchstens 46 Leute in Amerika eine Million jährlich einnehmen und daß die Zusatzsteuern für große Einkommen und für Erbschaften höchsten 135 Millionen Dollar ergeben würden, was gegenüber einem jährlichen Defizit von dreieinhalb Milliarden Dollar ein ganz kleiner Tropfen auf einem großen und sehr heißen Stein fei. Andere verlangten, daß die Steuern auf große und mittlere Einkommen aus* gedehnt werden; ja manche forderten, daß auch kleine Einkommen steuerlich irgendwie ersaßt werden müßten, denn es sei ein ungesunder Zustand, daß nur einer von zwanzig Steuern zahle, daß aber alle wählen und die Nation mit phantastischen Fehlbeträgen belasten können. Jedenfalls verursachte Roosevelts Vorgehen viel Kritik und Aerger, besonders bei den Parlamentariern, die sich bei 35 Grad Hitze mit Steuerfragen herumschlagen müssen. Roosevelts zweiter taktischer Fehler war, daß er von einem alten, durch Tradition geheiligten Grundsatz abwich und zu der vor dem Kongreß schwebenden Gesetzgebung öffentlich Stellung n a h m. Der Kongreß liebt diese Einmischung nicht, und Coolidge hat viele ihm erwünschte Oe« etze gerade dadurch durch den Kongreß gebracht, daß er so tat, als ob sie ihn gar nicht inter- essierten. Eines der am heftigsten umkampfen Gesetze ist das Gesetz gegen den „Power Trust", d.h. gegen die Dachgesellschaften, die die Kontrolle über zahllose, im ganzen Land verstreute Elektrizitäts- und Gaswerke haben (wie z. B. ober drei Schiffsladungen Waffen, darunter eine aus der Tschechoslowakei, eingetroffen. Insgesamt handele es sich um 16 000 Gewehre, 600 automatische Gewehre, 200 Flugzeugabwehrmaschinengewehre, 5,5 Millionen Patronen. Am dringendsten sei das Bedürfnis nach Gewehrmunition. Die Vorräte seien so knapp, daß sogar die kaiserliche Garde Schießübungen nur imbescheide - nen Maßstab veranstalten könne, obwohl es nur guter Schießübung bedürfe, um den Abessinier zu einem erstklassigen Soldatenzu machen. Im besten Falle besitze Abessinien 15 Millionen moderne Gewehrpatronen und 30 000 moderne, zum Teil automatische Gewehre. Bei der Freude des Abessiniers am Schießen dürften die Vorräte nicht lange anhalten. Die 11 Flugzeuge würden zum Teil für das Rote Kreuz gebraucht werden. Die vorhandenen Kanonen feien unbrauchbar. Die abessinische Nordarmee, die der größten italienischen Streitmacht gegenüberstehe, bestehe nach teilweiser Mobilmachung aus ungefähr 160 000 Mann. Sie besitze meist alte Gewehre aus den 70er Jahren. Infolgedessen predige die IRegierung unablässig die Taktik des Kleinkrieges und der nächtlichen Ueb erfülle, um die italienischen Angreifer auf diese Weise überraschend zu vernichten. schwebt. Italien scheine geneigt zu fein, die Ernennung eines fünften Schiedsrichters anzunehmen, aber, wenn Abessinien zunächst auf der Anwendung des Verfahrens nach Artikel 15 bestehe, sehe man nicht recht, wie man ihm dies abschlagen könnte. Andererseits habe England in dieser ganzen Angelegenheit das letzte Wort zu sprechen. Das Kabinett Baldwin wünsche, daß die grundsätzliche Aussprache dieser Tage in Genf beginne. Somit würden sämtliche Fragen wieder akut. Das „Echo de Paris" glaubt, daß die Ratsmitglieder reichlich Gelegenheit haben würden, z u manövrieren. Laval werde diese Möglichkeiten zu nützen wissen, um die Wiederaufnahme der Arbeit des Schiedsausschusses durchzusetzen. Das sei das einzige Mittel, ein Ausbrechen Italiens zu verhüten. Der Völkerbundsrat werde sich dann ohne Schaden auf Öen 2 5. 21 u g u ft vertagen können, um von den Ergebnissen des um ein weiteres Mitglied vermehrten Schiedsausschusses Kenntnis zu nehmen. Inzwischen würden die Unterzeichner des Vertrages von 1906 die so gewonnene Frist benutzen, um nach einem letzten Kompromiß zu suchen. Auch das „Echo de Paris" bestätigt, daß biß englische Regierung entschlossen sei, den italienisch-abessinischen Streit in seiner Gesamtheit vor dem Völkerbundsrat aufzurollen; wenn aber der Völkerbundsrat die grundsätzliche Frage anschneide, werde Italien mit feinem Austritt drohen. Der 31. Juli konnte unter diesen Umständen das Ende des Völkerbundes bebeüten. Die französische Diplomatie werbe viel zu tun haben, um alle Gegensätze auszugleichen. Lonbon, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die feindseligen Kundgebungen in Rom am Donnerstagabend, die sich nicht nur gegen Abessinien und Japan, sondern auch gegen England richteten, finden in Lier englischen Presse große Beachtung. Nach einer Reutermeldung aus Rom soll eines i>er Aur Schau getragenen Plakate eine faschistische A x t gezeigt haben, die eine britische und eine japanische Flagge zerschlitzte. Auf einem anderen Plakat sei der an feinen Hosen aufgehängte Kaiser von Abessinien zu sehen gewesen. Die Erwähnung Englands, Japans und des Völkerbundes sei mit Schmährufen und Pfeifen ausgenommen worden. Der römische Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, die an den Massenversammlungen teilnehmenden 15 000 Angehörigen der faschistischen Jugend hätten geschrieen: „Nieder mit England! Nieder mit Abessinien! Nieder mit Japan!" Aus dem allgemeinen Lärm seien auch Ruse: „Malta! Malta!" hervorgedrungen. Von den Maueranschlägen habe einer einen englischen und einen japanischen Soldaten gezeigt, die einen Neger auf ihren Armen trugen, ein anderer einen schottischen Soldaten, der einem Schwarzen die Hand schüttelt. England verbietet Waffenausfuhr nach Italien und Abessinien London, 25. Juli. (DNB.) Die englische Regierung hat beschlossen, die Waffenausfuhren n a cf) ■ Italien und nach Abessinien bis au weiteres zu verbieten. Außenminister Sir Samuel Hoare erklärte im Unterhaus auf eine Anfrage des Oppositionsführers Lansbury: „Die Durchfuhr von Waffen, die für die abessinische Regierung bestimmt sind, durch b r i t i - sches Gebiet ober britisches Protektionsgebiet, bas an Abessinien angrenzt, wirb in Uebereinstim- mung mit Artikel 9 des Vertrages vom 21. August 1930 gestattet sein. Wie ich höre, legt bie französische Regierung ihre Verpflichtungen in berselben Weife aus. Was jeboch bie Genehmigung der Waffe nea usfuhr betrifft, so tut oie englische Regierung ihr Bestes, um einen friedlichen Abschluß des unglücklichen Konfliktes zu ermöglichen; sie wünscht daher nicht, irgend etwas zu tun, was die Lage pra- judizieren könnte. Sie wird daher bis auf weiteres keine Genehmigungen für die Waffenausfuhr von England nach Italien ober Abessinien -erteilen." Verschiedene Blätter Heden hervor, daß diese Maßnahme nur zeitweiliger Art stü Man |ei sich klar darüber, baß die e n d g ü 111 g e Verweigerung von Erlaubnisscheinen verhängnisvoll für Abessinien fein würde, bas feine eigene Rüstungsinbustrie habe unb daß bei seinem Fehlschlag der Friedensbemühungen die Danze Frage n a ch g e P r ü f t werden müsse „Mor- ming Pos? sieht, daß es In der außenpolitischen Aussprache am nächsten Donnerstag Proteste gegen das Waffenausfuhrverbot geben Infull) und denen man vorwirft, daß sie die Gewinne auf Kosten der Aktionäre manipulieren, auf6 schlucken und sich durch ähnliche Manipulationen vor den Steuern drücken. Die Methoden sind ja bekannt. Die Aktien sind durchweg zu 51 o. H. in den Händen der Großfinanz, zu 49 o. H. ganz weit unter den wirtschaftlich Schwachen verteilt, den kleinen Sparern, den Witwen und Waisen, die nichts von diesen Transaktionen verstehen. Der politische Einfluß der Dachgesellschaften ist groß, und ihre Tendenz ist reaktionär. Deswegen will Roosevelt sie schon seit Jahren zerschlagen. Als nun der von ihm geforderte Gesetzentwurf dem Kongreß vorlag, da stimmte der Senat dafür, daß sie innerhalb sieben Jahren aufgelöst sein müssen; das zahlreichere und daher dem Druck des Dower Trust mehr ausgesetzte Unterhaus entschied sich dafür, daß sie aufgelöst werden sollen, wenn Die Aktien-Kontrollbehörde das als im öffentlichen Interesse liegend erachte. Letzteres bedeutet nichts weiter, als daß das Unterhaus auf den Trick des Power Trusts hineinfiel. Denn eine solche Bestimmung würde, wie die Nira-Entscheidung zeigte, vom Obersten Bundesgericht unbedingt als verfassungswidrig bezeichnet werden, weil sie die gesetzgebende Autorität an eine Regierungsbehörde delegiert. In einer Pressekonferenz forderte Roosevelt daher sehr scharf, daß das Unterhaus die Senats-Fassung annehme. Und nun begann der Kampf der „lob- bies", d. h. ein Wettrennen zwischen Regierunas- Emissären und Agenten des Power Trust um Die Stimmen der Abgeordneten. Der Powe r T r u st siegte; er soll über 300 000 Dollar dafür aus» oegeben haben, und eine Untersuchung der Machenschaften auf beiden Seiten ist nun im Gange. All das erregt Unruhe, Verärgerung und hat die Stellung Roosevelts recht erschüttert. Seine republikanischen Gegner schöpfen wieder Mut und weisen darauf hin, daß er die Reichen schröpfen, die Sparsamen schädigen, die Armut im ganzen Lande verbreiten wolle, daß er in Fragen des Budgets und des nationalen Kräits das gerade Gegentell von dem tue, was er vor feiner Wahl versprochen habe. Mit vergnügtem Schmunzeln holen sie Roosevelts viele Reden als Gouverneur von Neuyork hervor, worin er sich für ausgeglichenes Budget und besonders für die Souveränität der Einzelstaaten einsetzte, während er jetzt weitgehende Zentralisierung der behördlichen Gewalt als den einzigen Weg zur Sanierung der amerikanischen Volkswirt- ansieht. Das klingt alles recht trübe, aber es bedeutet nicht sehr viel; die Opposition, die sich im Osten konzentriert, und daher in Europa am deutlichsten gehört wird, besteht aus einer Minderheit, die der Präsident schon längst abgeschrieben hat. Im November 1932 stimmten 15 Millionen Wähler gegen i h n; sehr viel mehr werden es auch jetzt nicht sein. Sie bestehen aus den Bankiers, der Großindustrie, den Kriegsveteranen, den hartgesottenen Republikanern. Ihnen gegenüber stehen die großen Massen der Arbeiter und der Bauern im Süden, Westen und Mittelwesten. Eine kürzliche Statistik hat ergeben, daß im Staate Ohio die Industriellen 8:1 gegen ihn, die Farmer 9:4 für ihn und die Arbeiter 8:1 für ihn sind. Aehnlich wird es auch in anderen Staaten sein. Roosevelt hat mit großem, deutlichem Ruck sich zu den wirtschaftlich Schwachen gestellt, die ja genau so wahlberechtigt sind wie die Reaktionäre, aber ungefähr doppelt sooiele Stimmen haben. Er hat ihnen die Sozialversicherung gegeben, ferner das Koalitionsrecht (die Magna Charta der Arbeitnehmer), schließlich den Steuerreform-Plan. Und Roosevelt, der sehr hellhörig und politisch-geschickt ist, hat sich schon in den letzten Tagen wieder umgestellt und zeigt dem Kongreß ein freundliches, nachgiebiges Lächeln anstatt der bisherigen gerunzelten Stirn; und so wird auch dieser Sturm vorübergehen. Er wird vorüdergehen, falls das große Wirtschaftsprogramm von Erfolg begleitet ist, das Roosevelt mit der Riesensumme von 4 Milliarden Dollar in Gang setzen will. Ein schwieriges Unterfangen, da dieses Land aus 48 großen, lose zusammenhängenden Einzelstaaten mit Einzelregie- rungen besteht, und alle sich auf den Topf mit den vier Milliarden stürzen. Nach Roosevelts Plan sollen damit 3V2 Millionen Arbeitslose wieder in Arbeit und Brot gebracyt und die Prioatindustrie soll durch die für die Arbeiten benötigten Materialien wieder angekurbelt werden. Es entfallen also auf jeden Aroetslosen nur 1200 Dollar, und davon dürfen nur 600 Dollar im Jahr für Lohn ausgegeben werden, da Material und Unkosten etwa die Hälfte der vier Milliarden ausmachen. Es ist schwer, geeignete Projekte zu finden, wo Mann und Material zusammen nur 1200 Dollar verbrauchen. Der Apparat hierfür ist schon seit Monaten fertig, aber noch nirgendwo hat man mit der Inangriffnahme der Projekte begonnen, und erst für drei Staaten liegen Kostenanschläge vor. Es liegt die Gefahr vor, daß viele Stellen die Gelder, für Stimmenfang benutzen werden und daß anstatt einer gesunden Erholung der Privatindustrie ein großer Skandal das Ergebnis sein wird. Aber auch dies läßt sich heute noch nicht Voraussagen. Gegenüber diesen innerpolitischen Problemen tritt di e Außenpolitik weiterhin zurück. Amerika hält sich aus den Streitigkeiten der anderen Mächte heraus, mahnt zum Frieden und baut inzwischen feine Armee, feine Kriegsmarine und seine Luftflotte gewaltig aus. Im Außenhandel erstrebt es baldige Stabilisierung der internationalen Währungen. Der Handel mit Deutschland ist mehr und mehr ein Tausch- gefdjäft geworden: 11. S. Tabak gegen deutsche Chemikalien, amerikanische Aepsel gegen Stahldraht, Walnüsse gegen Stahlrohre, Holz gegen Schlosser und ähnliches. Hoffen wir, daß auch hier bald wieder normale Verhältnisse eintreten. Am Irland. De Valera schiebt England die Schuld für die Belfaster Vorgänge zu. Dublin, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Parlament des irischen Freistaates erklärte d e Vale r a, Großbritannien trage die Schuld an den letzten Unruhen in Belfast. Er sagte: „Wir kennen die Ursache, wir, die wir wissen, daß die Bürger Irlands, wenn sie sich s e l b st überlassen blieben, keinen dringenderen Wunsch haben würden als den, als Mitbürger in Frieden und Freundschaft miteinander zu leben. Die Dinge, um die es sich handelt, haben nichts mit Religion zu tun. Die Religion wird für politische Zwecke ausgebeutet. Es gibt eine Macht außerhalb dieses Landes, die diese Lage geschaffen hat, und diese Macht kann sich der Verantwortlichkeit nicht entziehen. Unserem Volke wurde nicht erlaubt, seine eiaenen Meinungsverschiedenheiten zu regeln. Eine fremde Macht kam und ent* zweite Irland." De Valera bedauerte die Zwischenfälle im irischen Freistaat infolge der Unruhen im Norden und erklärte, die Schuldigen würden mit der ganzen Strenge des Gesetzes behandelt werden. Er hoffe die irregeführten Menschen im Norden, die für politische Zwecke ausgenutzt wurden, würden sich dieser Tatsache bewußt werden, und das große Ideal der Gemeinschaft der Irländer in ihrem eigenen Lande würde bald verwirklicht werden. Ote^egterungfrifis inHolland Neber das Rücktrittsgesuch Colijns noch nicht entschieden. Haag, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Amtlich wird mitgeteilt, daß das Kabinett Colijn der Königin seinen Rücktritt angeboten hat. Die Königin hat das Rücktrittsgesuch entgegengenommen und sich ihre Entscheidung Vorbehalten. Sie hat aber zugleich die Regierung ersucht, alle Maßnahmen zu treffen, die im Hinblick auf die kritischen Zeitumstände im Interesse des Landes liegen. Das Kabinett wird daher von allen Befugnissen den weitestgehenden Gebrauch machen, um bis zur Lösung der Regierungskrise die niederländische Währung zu schützen. Man glaubt, daß die Königin die Bildung einer neuen Regierung von der ausdrücklichen Voraussetzung abhängig macht, daß jegliche Devalvation s- beftrebungen ausgeschaltet werden. Unter diesen Umständen hält man es nicht mehr für wahrscheinlich, daß die Regierung Colijn von einer katholisch - sozialdemokratischen Koalition abgelöst werden wird, sondern erwartet, daß zunächst der Versuch der Bildung einer neuen bürgerlichen Koalitionsregierung unter Führung der katholischen Partei unternommen wird. Deutschfeindlicher Schritt des Aeuyorker Bürgermeisters. Starke Erregung im Aeuyorker Deutschtum. Washington, 25. Juli. (DNB.) Eine Erklä- rung des Bürgermeisters von Neuyork, L a g u a r • d i a, wonach er die Verweigerung einer Gewerbeerlaubnis für einen hiesigen deutschen Reichsangehörigen billige, wird in amtlichen Kreisen als überaus peinlich empfunden. Laguardia verwies in dieser Erklärung darauf, daß Artikel 1 des deutsch-amerikanischen Handelsvertrages, auf den sich dieser Lizenzanspruch stütze, von Deutschland selb st nicht beachtet werde, da das Reich angeblich mehrere amerikanische Staatsbürger ausgewiesen und anderen die Berufsausübung verweigert habe. Wenn auch das Staatsdepartement bisher eine offizielle Stellungnahme zu diesem Vorfall ablehnt, so ist seine Verlegenheit über diesen Vorfall um so größer, als die Bundesregierung keinerlei Zwangsmittel gegen Einzel st aaten oder Städte hat, um in solchen Fällen einzuschreiten. Sie müßte sich daher darauf beschränken, den Bürgermeister von Neuyork auf bas Rechtswidrige seines Verhaltens aufmerksam zu machen. Jedenfalls sieht man in amtlichen Kreisen Washingtons das Vorgehen Laguardias als eine Verletzung des deutsch-amerikanischen Handelsvertrages an. Die Empörung b e u t f ch-a mexikanischer Kreise über bas eigenmächtige Vorgehen ßaguar« btas finbet in einer längeren Erklärung der deutsch-amerikanischen Handelskammer ihren Niederschlag; Laguardias Haltung werde überall dort, wo man an ber weiteren Entwicklung ber beutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen Anteil nimmt, mit größter Besorgnis aufgenommen. Die deutsch-amerikanische Handelskammer erblicke als amerikanische Organisation in der Handlung des Bürgermeisters von Neuyork eine chwere Gefahr fürden friedlichenVer- kehr zwischen beiden Nationen. Sie prote- ft i e r e daher energisch gegen irgendwelche Versuche, diese Freundschaft zu stören, um so mehr, als keine einzige in Deutschland tätige amerikanische Firma von den deutschen Behörden in ihren geschäftlichen Handlungen in irgendwelcher Weise behindert ober benach'- t e i l i g t worden sei. Scharfe Proteste gingen ferner vom „Bund ber Freunbe des neuen Deutschland", von ber „Vereinigung beutfcher Gesellschaften" unb vom „Verbanb bayerischer Vereine Groß-Neuyorks" ein. Zahlreiche anbere Verbände werden zu dieser Angelegenheit in den nächsten Tagen Stellung nehmen. Eine allgemeine Prote st Versammlung des Neuyorker Deutschtums ist für den 30. Juli anberaumt worden. Bürgermeister Laguardia verneinte Pressevertretern gegenüber, daß er bas Staatsdepartement vor seiner Entscheidung befragt habe. Aus eine weitere Anfrage, ob er einen bestimmten Fall eine Benachteiligung eines amerikanischen Bürgers seitens deutscher Behörden im Auge habe, weigerte sich Laguardia zu antworten. Seine deutsche Vertragsverletzung. ßagarbia hat sich bisher geweigert, feine Haltung zu ändern, obwohl der Rechtsberater ber Stabt Neuyork Paul W i n d e l s erneut in einem Gutachten bie Verweigerung als Verletzung bes beutsch-amerikanischen Hanbelsoer- trages bezeichnet unb obwohl bas ©taatsbe- partement bie gleiche Haltung einnahm. Das Staatsbepartement hat Windels auf dessen telegraphische Anfrage mitgeteilt, daß Deutschland den Art. 1 bes Hanbelsvertrages nicht verletzt unb gegen amerikanische Staatsbürger keine biskriminierenbe Haltung eingenommen habe. „Der Generalstab der <1 eltrevolntion." Oer Weltkongreß der kommunistischen Internationale in Moskau. Moskau, 26. Juli (DNB. Funkspruch). Der Weltkongreß ber kommunistischen Internationale, besten Einberufung ursprünglich erst für Anfang August erwartet worben war, kam überraschend bereits am Donnerstagnachmittag unter Teilnahme von Vertretern ber kommunistischen Parteien von 55 ßänbern im Gewerkschaftshaus zusammen. An- roefenb waren bie Führer aller Sektionen ber kommunistischen Internationale, so C a ch i n für Frankreich, Senska für Polen, Bercoli für Italien, ber aus bem Reichstagsbranbstifterprozeß bekannte Dimitroff für Bulgarien, ber beutsche Kommunist Pieck unb anbere mehr. Wilhelm Pieck, „einem ber ältesten Führer ber internationalen Arbeiterbewegung", wie bie amtliche Meldung sagt, wurde bie Aufgabe zuteil, ben Kongreß für eröffnet zu erklären. Nach seiner Ansprache würbe ein 42- gtiebriger Vorstanb gewählt, dem die bekanntesten internationalen Kommunisten, darunter Pieck und Thälmann, angehören. Auf Vorschlag eines spa- Nischen Kommunisten wählte der Kongreß Thälmann zum Ehrenvorsitzenden. Nach Annahme des Tagungsprogramms folgte ein bezeichnendes Zwischenspiel. Den Saal betrat eine Abordnung von männlichen unb weiblichen Fallschirmabspringern, bie zur Erhöhung ber theatralischen Wirkung himmelblaue Hosen trugen. Einer von ihnen hielt eine mit großem Beifall aufgenommene Rebe, in ber u. a. erklärt würbe: „Wir wollen würbige Kämpfer zur Verteidigung unsres großen Vaterlandes werden. Wir werden uns schlagen; selbst wenn sich kein Soldat eines imperialistischen Landes schlagen wird. Wir werden siegen, weil wir in der Schlachten- trabition ber Partei erzogen finß." Dieser Ansprache folgte bie Rebe einer Fallschirm- abfpringerin, bie noch kriegerischer als ihr männlicher Genosse auftrat unb u. a. erklärte: „Wir haben den Leipziger Prozeß, die Aufstände in Asturien und die Kämpfe der chinesischen Roten mit Aufmerksamkeit verfolgt. Wenn wir im Augenblick noch feine Möglichkeit haben, um leidenden ausländischen Proletariern zu helfen, so mögen ihnen unsere Erfolge ein Unterpfand für bie Zukunft sein." Den beiben Fallschirmabspringern, bie von bem Kongreß begeistert gefeiert würben, folgten auf ber Rebnertribüne Vertreter der jüngsten Jungkommunisten, ber sog. Pioniere ober Oktoberkinder. Ihnen allen antwortete im Namen des Kongresses der französische Kommunistenführer C a ch i n. Darauf schloß Pieck bie erste Sitzung bes Weltkongresses. Das erste Todesurteil wegen kommunistischen Hochverrats. Ein Kumpan von Max Hölz vor dem Volksgerichtshof. Berlin, 25. Juli. (DRV.) Der Volksgerichtshof für das Deutsche Reich machte am Donnerstag entsprechend dem Antrag des Reichsanwalts zum ersten Male Gebrauch von der durch die verschärften $ t r a f b e ft immun g e n für hoch- und Landesverrat vom 24. April 1934 gegebenen Möglichkeit, wegen hochverräterischer Umtriebe auf Todes- trafe zu erkennen. Das Todesurteil, verbunden mit lebenslänglichem Ehrverlust, erging gegen den 41jahrigen Rudolf Claus aus Braunschweig, einem unverbesserlichen kommunistischen Schwerverbrecher, der sich immer wieder gegen den Staat vergangen hat. Als Kampfgenosse bes berüchtigten Mordbrenners Max Hölz, der das Vogtland brandschatzte, war Claus leitend an derAnzette- lung und Durchführung des kommunistischen A u. f ft a n b e s in M i 11 e l b e u t s ch - lanb im Frühjahr 1921 beteiligt, wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, bald aber amnestiert. Im Jahre 1924 erhielt er für einen schweren Raub acht Jahre Zuchthaus, die er aber auch nur zum Teil zu verbüßen brauchte. Diese schweren Vorstrafen hielten ihn indes nicht ab, f^ft nad) ber nationalen Erhebung noch im Dienste ber KPD. gegen bas neue Deutschlanb zu arbeiten Er war zuletzt als Kassierer in ber Reichsleitung der Roten Hilfe unb damit in einer Organisation tätig, bie als Untergliederung der KPD. dieselben staatsfeindlichen Ziele verfolgt wie die rote Umsturzpartei selbst. „Es ist selbstverständlich", so führte der Vor- sitzende in ber Urteilsbegrünbung aus, „daß alle die Taten, die CI. früher begannen hat, nicht mehr den Gegenstand ber jetzigen Anklage hüben unb nicht etwa erneut abgeurteilt worben sind. Sie mußten aber strafverschärfend wirken, wie das in der deutschen Strafjustiz bei allen Vorstrafen die Regel ist. Bestrasl wird In erster Linie der verbrecherische Mille. Durch seine Talen und seine Vorstrafen hak der Angeklagte bewiesen, daß bei seiner ausgeprägten asozialen Gesinnung mit einer Besserung nicht mehr zu rechnen ist. Es gab für den Senat haher keine andere Strafe als die höchste Strafe, und deshalb wurde das Todesurteil ausgesprochen. „Der Angeklagte hat behauptet", so fuhr der Vorsitzende fort, „aus Ueberzeugung gehandelt du haben. Die Zeiten, in denen bie sogenannten ,,Überzeugungstäter" Vergünstigungen genossen, sind jetzt enbgült'ig vorbei. Die Totalität bes Staates verlangt eine unbedingte Unterordnung unter die bestehende Verfassung und die Gesetze. Wer den Staat nicht aus innerer Ueberzeugung unterstützt, hat zum mindesten die Pflicht, sich ihm gegenüber loyal zu verhalten. Es muß endlich Schluß gemacht werden mit den kommunistischen Umtrieben. Es müssen daher ganz nachdrückliche Strafen verhängt werden, damit im Lande endlich bekannt wird, daß der Staat nicht mehr gewillt ist, Milde wal- te n 3 u lassen gegenüber allen Angriffen, die sich auf seinen Bestand richten." Mit abgeurfettt wurden vier weiter» Angeklagte, die als Kuriere in berReichsleitung ber Roten Hilfe Deutschlanbs tätig waren unb zum Teil auch bie 23erbinbung mtt ben roten Emigranten im Saargebiet vor ber Rückglieberung nach Deutschlanb aufrechterhalten haben. Von ihnen erhielt ber 32jährige Ferdinand Steffens aus Herne i. W. 13 Jahre Zuchthaus unb 10 Jahre Ehrverlust unb bie 26jährige Eva Lippold, eine fanatische Kommunistin, 9 Jahre Zuchthaus und 9 Jahre Ehrverlust. Außerdem wurden diese beiden Angeklagten unter Polizeiaufsicht gestellt. Gegen den 25jährigen Arthur W e i s b r o b t aus Berlin-Mahlsborf lautete bas Urteil unter Einbeziehung einer vom Kammergericht gegen ihn verhängten früheren Strafe auf insgesamt 7 Jahre Zuchthaus unb 7 Jahre Ehrverlust, sowie gegen ben 23jährigen H. Lippert, einen irregeleiteten Mitläufer, auf 4 Iahre Zuchthaus unb 4 Jahre Ehrverlust. Heimtückischer Kampf gegen die GA. München, 25. Juli (DNB.) In Bocholt hat sich ein Fall von Denkrnalschänbunq zu- getragen, als deren Urheber die Staatspolizei Kommunisten und Ze nt ru ms a n ge t) ö ri g e feststellte. Die Oberste SA.-Führuna teilt hierzu mit: In seiner Erklärung vom 7. Juli hat der Stabschef darauf hingewiesen, daß es kein Zufall ist, wenn gerade im Gebiet des Münsterlandes und Westfalen systematische Angriffe gegen bie SA. unb bie nationalsozialistische Bewegung ooraetragen werden. Und heute muß hinzugefügt roeroen: Es ist kein Zufall, daß gerade SA.- Männer als Täter besonders bei Kirchenschändungen und Denkmalbeschädigungen angeprangert werden. Die Feinde des nationalsozialistischen Deutschland richten bewußt ihre Angriffe gegen die SA. wie einst in der Zeit vor der Machtergreifung, da sie merken, daß auch heute noch die SA. der stärkste Block und ber Kerntrup p der nationalsozialistischen Bewegung unb ihrer Weltanschauung ist. Die SA. rotrb in unerbittlicher Folgerichtigkeit im Geiste ihrer toten Kameraben weitermarschieren unb mit ihren Feinden niemals ein Kompromiß eingehen. Or. Ley in der Landesführerschule Köniaswinter Köniaswinter, 25. Juli. (DNB.) Der erste Tag der Zusammenkunft von 100 Hauptamtsleitern und Amtsleitern ber Reichsleitung ber NSDAP, unb ber DAF. in der Dr.-Robert-Ley-Lanbesführer- schule in Königswinter begann für alle Teilnehmer scyon um 6.30 Uhr mit einem fröhlichen Wecken. Eine Viertelstunde später standen sämtliche Gäste in kurzer Sporthose zum Frühsport angetreten. Als einer ber ersten war Dr. Ley auf dem Trainingsplatz erschienen und mit seiner Begleitung nahm er an sämtlichen Hebungen teil. Im Hörsaal der Schule ergriff Dr. Ley bann bas Wort zu einer einstündigen Rebe. „Wir müssen", so sagte er, „jede Woche einmal einen Ortsgruppenabend mitmachen. Dann werden wir fühlen, welche Kraftquellen wir in dieser Gemeinschaft finden. Wir müssen immer unb immer wie- ber auf den Kreis der Parteigenossen zurückkommen, aus bem wir selbst hervor- Gegangen sind. Die Einheit und feste Geschlossenheit ber Partei gibt die Gewähr, daß wir auch künftig mit allen Schwierigkeiten fertig werben. Organisieren heißt Formen zu finden, die ‘über die menschlichen Schwächen unb Veranlagungen hinaus die Menschen innig aneinanberbinben. Die Partei ist der Führerorden und die Basis unserer Kraft. Wenn es uns gelingt, und es wird uns selbstverständlich gelingen, bie Partei immer als eine fest- verschworene Gemeinschaft zu bewahren, dann werden wir allem gewachsen sein, was sich uns je noch entgegenstellen konnte. Wir Nationglsozialisten kennen die Begriffe Sünde, Buße und Beichte nicht, aber den Kampf, den wir in schweren Zeiten für ein neues Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers durchgesochten haben, ist uns — bas wird jeber einzelne alte SA.-Mann bestätigen — mehr Religion als gewisse, uns feindlich gegenüberstehende Kreise wahrhaben wollen. (DNB.) Die Auflösung des NGOFB. (Stahlhelm) im westlichen Mecklenburg. Mecklenburg, 25. Juli. Gründe: „In den Kreisen Parchim und Ludwigslust ist es wiederholt zu Widersetzlichkeiten von Angehörigen des NSDFB. gegen Anordnungen der staatlichen Behörden und der Parteidienststellen gekommen. So hat die Führung des NSDFB. in bem Kreise Parchim es in letzter Zeit noch zu verhinbern gewußt, daß Stahlhelm- mitgfieber an Luftschutzkursen, die von dem ßanhrat bes Kreises angeorbnet waren, teilzunehmen. Weiler werden von diesen Kreisen dauernd unwahre, an Hochverrat grenzende Gerüchte über Staat und Partei verbreitet, bie geeignet finb, bas Vertrauen ber Bevölkerung zur nationalsozialistischen Staatsführung zu erschüttern. Durch bas provozierende Auftreten von Angehörigen bes NSDFB. ist es so weit gekomfnen, baß in Stolpe ein SA.-Mann von Stahlhelmern niebergeschlagen würbe unb in Waren Protestoersammlungen wegen Zugehörigkeit von Juben zum NSDFB. abgehalten würben. !^-Porgänge ber letzten Wochen zeigen, daß der NSDFB. in diesen Kreisen bewußt unb planmäßig gegen ben Staat arbeitet unb baß seine Auflösung ous Grunb ber angezogenen Verordnung erforber« Pause in der Firmen-Mitglieder- werbuna der 71SD. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Di- im Rahmen der allgemeinen Sammlungspause ebenfalls einzu st eilende Werbung von Firmenmityliedern der NSV. hat verschiedentlich die irrige Meinung auffommen laf« [en, als ob die FirmenmitglieDschaft zur NSV. überhaupt verboten sei. Demgegenüber gibt das Hauptamt für Dolkswohlfahrt bekannt, daß der mecklenburgische Politische Polizei teilt mit: „Aus Grund des § 1 der Verordnung vorn 28. Februar 1933 werden die Kreise Parchim, Ludwigslust unb bie Ortsgruppe Waren bes NSDFB. (Stahlhelm) im Lanbesamt Hansa mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Somit ist auch bas Tragen von Uniformen unb Abzeichen des NSDFB. für bie betroffenen Kreise unb für ben Bezirk ber Ortsgruppe Waren untersagt. Zuwiberhandlungen werben auf Grunb bes § 4 ber Verorbnung vom 28. 2. 1933 strafrechtlich geahndet. Das vorhanbene Vermögen wirb vorläufig beschlagnahmt unb sichergestellt. Reichsschatzmeister der NSDAP, in keiner Form die Firmenmitgliedschaft zur NSV. verboten, sondern lediglich verfugt hat, daß in Anbetracht der von ihm angeordneten Pause für alle Werbungen und Sammlungen auch die Werbung für die Firmenmitglied- schäft vorläufig einzustellen ist. Deutsche Betriebe, Unternehmungen usw. können also nach wie vor Firmenmitglieder der NSV. werden und bleiben. Die auf Grund der zahlreichen Anmeldungen ins Stocken geratene Aushändigung der Firmentürschilder und Glasplaketten für die Schaufenster wird nunmehr in den nächsten Tagen restlos erfolgen. Volk ohne Jugend? Unsere Nation hat seit etwa zehn Jahren auf- gehört, ein wachsendes Volk zu sein. Die Geburtenzahl hat trotz der erfreulichen Erfolge des letzten Jahres auch heute nicht wieder den Stand erreicht, der zur bloßen Erhaltung seines Bestandes notwendig ist Zahlen beweisen. Im Jahre 1901 hatte Deutschland 2 032 000 Lebendgeborene, 1931 1032000, 1932 978000, 1933 957000. Lange Zeit galt das flache Land als die Kraftquelle unseres Volkes. Seit etwa 1927 ist auch in den Gemeinden unter 2000 Einwohnern e t n Fehlbetrag von rund 10 v.S). der notwendigen Geburtenzahl zu verzeichnen. Die städtischen Gemeinden bis zu einer Größe von 100 000 Einwohnern hatten 1933 einen Fehlbetrag von 31 v. H. und die Großstädte sogar einen solchen von 50 v. H. Der Reichsdurchschnitt der fehlenden Geburtenzahl betrug 31 v. H. Solche Ergebnisse berechtigen wohl zu der Frage, ob wir ein „Volk ohne Jugend" seien, die Friedrich Burgdörfer auf Grund statistischen Materials aufgeworfen hat, das er in seiner neuen Schrift „Bevölkerungsentwicklung im Dritten Reich" (Kurt Vowinkel Verlag, Berlin) weiter behandelt. Wir waren ein alterndes Volk geworden, dessen schwacher Bevölkerungszuwachs nur als eine Folge des hygienischen Fortschritts und der damit in erfreulicher Weise erreichten Verlängerung der ^durchschnittlichen Lebensdauer seiner Bewohner er» ireicht wurde. Der Aufbau der Bevölkerungspyra- mibe, der einst auf den breiten Grundlagen der 'Geburtenzahlen beruhte, wurde immer s ch m a - Her und spitzer. Unsere sozialen Versicherun- igen wußten davon ein Lied zu fingen, denn die verlängerte Lebensdauer erforderte langjährige Renten, ohne daß der breite Nachschub in Gestalt zahlreicher junger Arbeitskräfte, die neu in die Versicherung eintraten, vorhanden war. Auch hier einige Zahlen, die Burgdörfer angibt: Im Jahre 11900 entfielen auf 1000 Frauen 300 Geburten, im Dahre 1933 aber nur noch 100 (in Berlin nur 45). Mit einer durchschnittlichen Geburtenzahl von 14,7 «auf das Tausend hat Deutschland nach st Schweden den tief st en Stand unter den europäischen Ländern. Daß eine Umkehr von einer solchen Entwicklung in einem Kulturvolk möglich sein könnte, ist ftetg bezweifelt worden. In Deutschland aber i st | i e geschehen. Im Jahre 1934 ist b i e höchste cheiratszahl in allen Ländern erreicht ■norben. 1932 gab es 510 000 Eheschließungen, Ü933 631 000, 1934 sogar 730 000. Diese Zunahme wie viermal so groß wie in Italien und siebenmal sso groß wie in England. Sicherlich haben daran Lie Ehestandsdarlehen einen großen Anteil. Sie find vom 1. Juli 1933 bis 31. März 1935 in über S00 000 Fällen ausgezahlt worden. Die Gebur- tienzunahme war 1934 im ersten Vierteljahre uum 34 000 größer als 1933, im zweiten Vierteljahre mm 52 000, im dritten Vierteljahre 62 000 und im Vierten Vierteljahre um 76 000 gestiegen. Die ^durchschnittliche Zunahme der Geburten betrug 23 v. 5). gegenüber dem Jahre 1933. Burgdörfer "teilt fest, daß drei Fünftel der Geburtenzahlen lolche sind, die aus den jungen Ehen mit Ehestandsdarlehen entstammen. Besonders erfreulich i:ft, daß die Großstädte hier vorangegangen sind. In einem italienischen Blatt wurde im Februar behauptet, daß das Bevölkerungswachstum in Deutschland so „gründlich" vor sich gehe, daß noch vor 1950 die Grenze von 80 Millionen erreicht sein würde. Diese gewaltige Masse werde auf alle Grenzen einen Druck und aus die deutschen Dolksteile außerhalb des Reiches eine immer größere An» rsiehungstraft ausüben. Burgdörfer geht auf diese Behauptungen näher ein. Er weist darauf hin, daß Die günstige Entwicklung der Geburtenzahl im Jahre 1934 zu einem großen Teile auf das Zu- •ammentreffen ungewöhnlich günstiger Doraus- »etzungen zurückgeht, von denen man nicht weiß, ob sie von Dauer sein werden. Es sei zu beachten. Daß es sich zum größten Teile um E r st g e b o - re ne aus jungen Ehen handelt, und es bleibe ab» jiUwarten, ob diesen Kindern auch noch das zweite, Dritte und vierte Kind folgen wird. Aber selbst wenn der 1934 erreichte Stand von Dauer wäre, w wäre damit der gegenwärtige Bestand unseres Lölkes noch nicht gesichert. Die Zahl von 80 Mil- ionen würde dann erst in etwa 30 Jahren irreicht werden. Das mindeste Ziel besteht in der Erhaltung bes Volksbestandes, d. h. in einer Ge- f urtenzahl, die ausreicht als Ersatz für den heuti- q en Bestand an fortpflanzungsfäyigen Menschen. Das wären 67 bis 70 Millionen Menschen im Lahre 1950. Zur Erreichung dieses Mindestzieles näre eine dauernde Erhöhung der Geburtenzahl gegenüber 1933 u m m t n bestens 4.5 d. j). erforberlüf), bas wären jährlich 1,4 Millionen ßebenbgeborene. Erreicht ist bisher eine Zcchl von 1,18 Millionen, b. h. 23 o. H. Saboteure der Arbeitsbeschoffungs- matznahmen 8pb. Weinheim, 25. Juli. Der Landrat hat len Friebrich Brehm unb ben Gustav Fischer, leibe wohnhaft in Weinheim, in Schutzhaft ge» 1 o m m e n, weil sie als Notstandsarbeiter a u f einer Baustelle bei Bad Mergentheim ohne triftigen Grund die A r b e i t n i e d e r g e l e g t und durch ihr hetzerisches Verhalten eine Anzahl von krbeitskameraden aus Weinheim dazu bestimmt haben, ebenfalls die Arbeit niederzulegen und sich beim Arbeitsamt in Weinheim erneut arbeitslos zu melden. Die Arbeitsverweigerung ist unter Um» flänben erfolgt, bie darauf schließen lassen, daß es bei den beiden in Schutzhast Genommenen a n der erforderlichen Arbeitssreudigkeit fehlt. Personen, die sich wie die Genannten als Saboteure der Arbeitsbeschaffungs- Maßnahmen der Regierung betätigen, sind als Staatsfeinde zu betrachten und müssen daher entsprechend behandelt werden. Rumänische Sarde in preußischen Dorkn'egs-ilmsormeu. "r M M .M MW Ni - . .w- .... Die Wachttruppe König Carols, die aus vier Kompanien bestehende Eskorta Regala, erhielt soeben eine neue Uniform, die dem Vorbild der alten preußischen Armee fast genau entspricht. Unser Bild zeigt das Einziehen der Wachtparade ins Bukarester Stadtschloß. (Scherl-M.) zwischen ist es bereits wieder zu einer Beruhigung gekommen, die sich auch auf die besonders von der Baisse betroffenen Werte erstreckt hat, die sich nunmehr nach Klärung der Lage auf dem ermäßigten Niveau behaupten dzw. auch schon wieder erholt haben. Das Gesamtbild der Aktienmärkte zeigte in den letzten Tagen wieder ein freundlicheres Bild, wobei man wiederholt auf Sperrmarkkäufe als anregendes Moment hinwies, die bei der bekannten Enge der Märkte leicht in der Lage sind, das Kursniveau zu heben. ♦ Die neue polnische Z ollv ero rd nung, durch die von den Danziger Zollbehörden verlangt wird, daß sie die Abfertigung von Einfuhrwaren nur dann vornehmen, wenn diese zum Gebrauch im Gebiet der Freien Stadt bestimmt sind, wird vom Danziger Senat als eine Einengung der durch die Verträge gewährleisteten Rechte Danzigs betrachtet. Sie kam um so überraschender, als sich in ben letzten Jahren eine verständnisvolle Zusammenarbeit auch zwischen Danzig und Polen anzubahnen schien. Man glaubt, daß das Vorgehen des polnischen Finanzministers dazu dienen soll, Danzig in der Währungsfrage den auf eine Angleichung des Danziger Guldens an den Zloty gerichteten polnischen Wünschen gefügig zu machen.' Aber gerade während des schwierigen Kampfes um bie Verteidigung bes Gulbens hat sich bie Danziaer Regierung bemüht, bie Bedürfnisse unb Interessen bes polnischen Handels zu berücksichtigen. Nachbem jetzt Danzig seine devisenpolitischen Kampfmaßnah- men zum größten Teil schon wieder abgebaut hat, ist fein Anlaß zu einem wirtschaftlichen Konflikt zwischen Danzig und Polen zu erkennen. An einer Störung der Beziehungen hat weder Polen noch sonst irgend jemand ein Interesse. Man darf daher hoffen, daß man sich auch über bie strittigen Zollfragen roieber verstänbigen wirb. Die Neuordnung an den Hochschulen. Korporationen und NG.-Gtudentenbund. Ein Aufsatz Dr. Wagners Berlin, 26. Juli. (Eigenbericht.) Im „Völki- chen Beobachter" veröffentlicht Dr. G. Wagner, ber Beauftragte bes Führers in Hochschulfragen, einen Aufsatz, ber ben gestern bekanntgegebenen Erlaß über bie Neuordnung des NS. -Dozenten- b u n d e s erläutert und auch zur Frage der Korporationen Stellung nimmt. Dr. Wagner schreibt u. a.: „D i e Partei lehnt in ihrer Erziehungsarbeit jeglichen Zwang ab. Sie zwingt niemanden in ihre Schulungsarbeit und die Lager des Studentenbundes. Sie hat — um auch nur den Schein eines Zwanges zu vermeiden — deshalb auch bereitwilligst die Frist zur Anmeldung für die Korporationen bis zum 2 5. Juli verlängert, während die Richtlinien selbst — wie ausdrücklich festgestellt sei — sonst aufrechterhalten sind. Wenn später eine Aenderung, besonders organisatorischer Art, sich als notwendig herausstellt, wird diese Aenderung — um noch hierüber anscheinend vorhandene irrtümliche Auffassungen zu beseitigen — niemals durch Vereinbarungen ober mit Genehmigung ber GStV. ober anderer Stellen vorgenommen werden —, sondern kraft Autorität der Partei. Das gleiche gilt für den E r l a ß d e s Reichsjugendführers, der eine entsprechende Aenderung erfahren wird. Die Partei denkt gar nicht daran, sämtliche Korporationen und Korporationsstudenten — auch die vielen alten zuverlässigen Parteigenossen unter diesen — wahllos den feudalen Herren der „Saxo-Borussia" gleichzusetzen. Sie werden sich vielmehr immer nach der weltanschaulichen Haltung unterscheiden müssen. Die Partei ist sich ebenso darüber klar, daß die Entscheidung über das Fortbestehen ber Korporationen nicht bei ber Gemeinschaft stubentischer Verbänbe. ben Verbänben ober irgendeiner Dienststelle ber Partei ober bes Staates liegt, fonbern einzig und allein bei ber Jugenb selbst. Diese wird sich entscheiden müssen, welcher Gemeinschaft unb Lebensform sie an ben Hochschulen in Zukunft ben Vorzug gibt. Die Stellung bes Nationalsozialistischen Stubentenbunbes stellt Dr. G. Wagner, wie folgt, klar: „Aus ber bisherigen Zurückhaltung bes Stubentenbunbes haben manche anscheinend ben Schluß gezogen, ihre Zeit wäre wiebergekommen unb bie Partei sei bereit, bie Erziehungsarbeit anderen Stellen — etwa ihnen selbst — zu überlasten. Sie befanden unb befinben sich in einem argen Irrtum. Der Stubentenbunb mußte bisher a b w a r - ten, weil er es für feine Pflicht hielt, erst einmal seine eigenen Mitglieber auszurich- t e n unb eine Mannschaft zu schaffen, bie fähig ist, ihre eigene nationalsozialistische Haltung ber Ge- samtstudentenschaft zu vermitteln. Heute ist ber Stubentenbundsoweit. Es stehen genügenb Kräfte zur Verfügung, bie burch bie Schulen ber Partei — zum Schluß burch bie Reichsführerschule Bernau —gegangen unb von ber Partei als fähig anerkannt worben finb, bie Schulung ber Gesamtstubentenschaft in bie Hand zu nehmen. Wenn ber (Stubentenbunb zunächst einmal Richtlinien für bie Schulung ber Korporations- ft u b e n t e n erlassen hat, so bebeutet bies — wie mancherorts geglaubt würbe — keine Bevorrechtung ber Korporationen, fonbern erfolgte aus reinen Zweckmäßigkeitsgrünben. Der Korpora- tionsftubent ist leichter zu erfassen als b er Fr eist u b e n t, besten Schulung aber felbskverstänblich im nächsten Semester schon ebenso in An- griff genommen werben wirb und muß. Der Nationalsozialismus kann ben Stubenten nicht werten nach ber äußeren Couleur — nach Banb, Mühe unb Farben —, sondern nur nach seiner weltanschaulichen Haltung und feiner Einstellung zu Partei unb Staat. Auch bie seinerzeitigen Vereinbarungen zwischen N S - S t u b e n t e n b u n b unb GStV. (Gemeinschaft stubentischer Verbänbe । bebeuten keinerlei Bevorrechtung ober Anerkennung von Korporationen unb Verbänben durch bie Partei, sind vielmehr aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen erfolgt." Der Aufsatz von Dr. Wagner stellt schließlich als bas Ziel ber getroffenen unb noch zu treffenben Maßnahmen fest: „Staat unb Partei — Form unb Inhalt — werden einander ergänzen und aus alter Tradition bie neue deutsche Hochschule bauen, bie roürbig unb fähig ist, Mitvollstrecker unb Wegbereiter bes genialen Willens unseres Führers zu werden und ihre großen Aufgaben im neuen Reich zu erfüllen " jt! te sieht es in Ver" irtschast aus? Die Beschäftigung ber deutschen I n - b u ft r i e war im Monat Juni burch saisonmäßige Momente beeinflußt. Der Sommer pflegt in jedem Jahre eine gewisse Ermattung der industriellen Konjunktur zu bringen. Zwar ist nach der Berichterstattung des Statistischen Reichsamtes in diesem Jahre die Zahl der beschäftigten Arbeiter im Monat Juni weiter von 64,7 auf 65,2 Prozent ber Arbeitsplatzkapazität gestiegen. Die Gesamtzahl ber geleisteten Stunben aber hat sich von 60,7 auf 59,3 Prozent ber Arbeitsstundenkapazität vermindert. Doch ist das durchaus f a i s o n m ä ß i a begründet. Insbesondere ist zu bedenken, daß in die Monate Juni und Juli die Betriebsferien fallen. Im August beginnt bann gewöhnlich bie Hauptsaison, bie eine allgemeine wirtschaftliche Belebung hervorzurufen pflegt. Natürlich wirkt sich bie sommerliche Flaute in ben einzelnen Industrien nicht gleichmäßig aus. Die Baugewerbe sind durchweg stärker beschäftigt als im gleichen Monat des Vorjahres. Das gleiche gilt für bie Papierindustrie und das Vervielfältigungsgewerbe. Besonders bemerkenswert ist bie Feststellung, daß im Steinkohlenbergbau bie Zahl ber Feierschichten in diesem Jahre abgenommen yat, während im Vorjahre der Monat Juni eine Zunahme gebracht hatte. Der arbeitstägliche Gesamtabsatz der Ruhrzechen ist von 185 000 Tonnen im Monat April auf 212 000 im Monat Mai und 219 000 im Monat Juni gestiegen. Im vorigen Jahre war der Absatz in diesen Monaten rückgängig. Im Monat Juli machte sich dann freilich auch in diesem Jahre der sommerliche Absatzrückgang bemerkbar, aber in wesentlich geringerem Ausmaß. Eine wichtige und nicht immer leicht zu lösende Aufgabe ist Die Unterbringung ber Saarkoh 1 e auf dem süddeutschen Markt. Aber auch bie angeftrebte Belebung bes Saarkohlenabsatzes wird nach und nach erreicht werden. Der Jndustriekohlenverbrauch ist in diesem Sommer größer als im vorigen, unb bas beweist, daß der Konjunkturaufschwung andauert. Die Gesamtzahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten ist im Monat Juni, wie bie statistischen Aufnahmen ber Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung zeigen, erneut um 119000 g e ft i egen. Am 30. Juni würben insgesamt 16,5 Millionen Beschäftigte gezählt. Das sind rund 2,1 Millionen mehr als im Januar d. I. Unter den Industrien, deren Beschäfigung in diesem Sommer nachgelassen hat, sind die Metallhütten, die Stark st rom- und die feinmechanische Industrie sowie der Fahrzeugbau zu nennen. Vor allem zeigte sich aber ein Rückgang in einer Reihe von Verbrauchsgüterinbustrien, so z. B. in ben Textil- und Bekleidungsgewerben sowie in den Industriezweigen, die Hausrat und Gegenstände des Wohnbedarfs Herstellen. Die Möbel- inbuftrie klagt neuerbings über ungenügenbe Beschäftigung. Dagegen liegen wieder in ben meisten Nahrungs- und Genußmittelinbustrien die Arbeitsverhältnisse günstiger als im Vorjahre. Im großen unb ganzen ist bie Lage der Industrie auch in diesem Sommer zweifellos sehr befriebigenb. Von saisonmäßig begrünbeten Schwankungen abgesehen ist bie Konjunktur stabil unb leicht anfteigenb geblieben. Die Börse erlebte ziemlich aufgeregte läge. Ungünftiae Nachrichten über eine Reihe von Aktien, bie sich feit langem bes besonderen Interesses der Börse erfreut hatten — ohne daß der kritische Beobachter den Grund für diese Vorliebe recht erkennen konnte —, bewirkten zunächst für bie betroffenen Papiere selbst, bann aber auch durch ben stimmungsmäßigen Einfluß dieser Kursrückgänge für ben gesamten Aktienmarkt eine Baisse, bie zwar Angebot herauskommen ließ, aber nicht in übermäßigem Umfang. Lebiglich am Markt der Schifffahrtswerte und in AEG. und Westdeutsche Kausho war bas Angebot umfangreich, unb da es sich hier durchweg um Werte mit absolut niedrigem Kurs handelt, traten recht beträchtliche relative Abschwächungen ein. Der Fall, vor dem kürzlich eine vom Börsenvorstand herausgegebene Erklärung warnen wollte, nämlich der Rückschlag auf übertriebene unb durch bie tatsächlichen Verhältnisse nicht gerechtfertigte Kurs» unb Divibenbenhoffnungen am Aktienmarkt ist hier eingetreten, und man darf hoffen, daß dieses praktische Beispiel dem Anlage suchenden Publikum bie Berechtigung dieser Warnung eindringlich vor Augen geführt hat. Jn- Nach längerer Ruhe hat sich jetzt im Bereich der Währungspolitik wieder ein Sturm aufgetan, der alle Probleme, die im Juni zur Debatte standen, und über die inzwischen der Kongreß der Internationalen Handelskammer sich ausgesprochen hat, wieder auf die Tagesordnung setzt. Die Erklä» rung der italienischenRegierung, daß die bisher durch Gesetz auf 40 v. H. bemessene Golddeckung der Währung bis auf weiteres unter diesen Satz heruntergehen dürfe, gab bas Signal für biefe neue Entwicklung. Der unmittelbare Anlaß für bie Aenberung ber Deckungsbestimmungen ist in bem bringenben Materialbebarf Italiens im Zusammenhang mit ben Kriegsvorbereitungen gegen Abessinien zu suchen, ber einen Rückgriff auf bie Golbreserve ber Bank von Italien unausweichlich erscheinen läßt. Es wirb sich zeigen, ob bie in Italien bereits feit einiger Zeit in Geltung befinb- liche Devisenkontrolle imftanbe fein wirb, bie Lira stabil zu halten unb ben Notenumlauf in vernünftigen Grenzen zu belassen. Am gleichen Tage, als bie internationalen Börsen bas italienische Dekret mit einer Lira-Abschwächung beantworteten, begann auch ber ho11änbische Gulben zu sinken. Die niederlänbische Regierung gab ihre energische Derteibigungsbereitschaft burch eine brastische Diskonterhöhung um 2 auf 5 v. H. unb weiter auf 6 v. H. zu verstehen. Die innerpolitischen Schwierigkeiten bes Kabinetts, bie von ber Devisenspekulation mit ber Möglichkeit eines Umschwungs in ber Währungpolitik in Zusammenhang gebracht werben, finb an sich natürlich nicht geeignet, bas Vertrauen in ben Guben zu stärken. Anbrerseits ist aber bie Position ber Nieberlänbischen Bank einerseits unb die Lage der Staatsfinanzen andererseits so wesentlich stärker als in dem naheliegenden VergleichsfaH Belgien, daß man mit einiger Zuversicht den Bemühungen ber hollänbischen Regierung, bie Fahne bes Goldblocks hochzuhalten, zusehen kann. » Auf bem Gebiete ber Preisbewegung an ben Weltmärkten verbienen bie preisfteigernben Maßnahmen berjenigen internationalen Kartelle befon- bere Beachtung, bie sich auf unentbehrliche Rohstoffe ber beutschen 23erarbeitungsinbuftrten erstrecken. So hat z. B. bie Verknappung ber Zinnvorräte burch bas Zinnkartell in ber letzten Woche zu einer weiteren Steigerung ber Zinnpreise geführt. Den Weg bes Zinnpools scheinen jetzt auch bie internationalen Bleierzeuger einschlagen zu wollen. Sie haben auf einer Londoner Konferenz beschlossen, ihre Blei- probuften nicht mehr zu steigern. Die Folge ba« von war, daß auch der Londoner Bleipreis zu steigen begonnen hat. Diese Preistreibereien zeigen wieder, wie wichtig es ist, daß sich bie beutsche Wirtschaft nach Möglichkeit von ber auslänbischen Rohstoffbelieferung unabhängig macht. Die beutsche Bleigewinnung hat erfreulicherweise im ersten Halbjahr 1935 etwas zugenommen, bie Zinkgewinnung ist sogar stark gestiegen. Die Diktatur bes Zinn» pools aber bürfen automatisch zu einer Verminderung bes Zinnverbrauchs in ber ganzen Welt führen. ♦ Ein Beispiel für bie rein spekulative Gestaltung verschiebener Warenpreise bilbet ber Pfeffer» markt. In ber ßonboner City finb zu spekulativen Zwecken seinerzeit nicht weniger als 200 000 Tonnen Pfeffer aus bem Markt genommen worden, um diese Menge zu liquidieren. Zu dieser Gruppe gehören niederländische Spekulanten, aber selbstverständlich auch Briten, und man rechnete damit, einen Pfefferpreis von 9 Pence auftecht zu halten, unb zahlreiche ßonboner Banken gaben Vorschüsse auf ber Basis von 6 Pence je Id. (= 0,4536 Kilogramm). Aber das ganze Spekulationsgebäube ist baburch bedroht, daß der Pfeffer neuer Ernte in ßonbon selbst mit 4,5 Pence angeboten wirb unb nun schreien Banken unb Spekulanten nach einer brastischen Erhöhung bes englischen Pfefferzolles, weil sie sich daneben gesetzt haben! Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt Der hohe Luftdruck über Mitteleuropa ist in den letzten Tagen ständig abgebaut worden, während sich über Nordosteuropa ein Gebiet tiefen Druckes entwickelt hat. Dadurch ist wieder die Zufuhr kühlerer, aber auch feuchterer Meeresluft über bie Nord- unb Ostsee hinweg nach Polen in Gang gekommen, unb biefe kühlere Strömung setzt sich weiter lang- fam nach Westen hin burch. Gleichzeitig ist auch das südliche Teil des Schönwettergebietes über Frankreich durch das Vordringen etwas kühlerer ßuft zerstört worben. Hier kommt es zu Gewittertätigkeit. Auch bei uns ist daher mit Bewölkungszunahme und Örtlich auftretenben Gewittern zu rechnen. Aussichten für Samstag: Teilweise noch aufgeheitertes Wetter, nicht mehr ganz so warm, aber schwül, örtliche Gewitterbildung, auf Westen drehende Winde. Aussichten für Sonntag: Leicht unbeständiges und etwas kühleres, aber im ganzen noch freundliches Wetter. Walöweben Di» Lebensgemeinschaft des detztfchen Waldes in Bildern 160 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier, und Psianzenleben des heimatlichen Waldes in herrlichem Kupfertiefdruck mit einem auf- fchlubreichenEinführungstext von «.Gerhard und G. Walff. Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Wald mit seinen groben und kleinen Geschöpfen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenen Äugen durch die Natur gehen sollen. Di« Tier- und Pflanzenwelt in ihrer natur- wahren Vielgestaltigkeit tritt dem Beschauer in bildhafter Schönheit vor Augen und wird -um Grlebnis.Preis in Leinen geb.RM.4,80 Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten WerbeblStter! — Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. HugoHermühleeVerlog Verlin-Lichterfelöe fliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimimiimiH o Frankreich feine Milliarden anlegt. Oie Hiesenbefestigungen an der Grenze. Alljährlich besucht die Armee-Kommission der Kammer die Befestigungen an der französischen Ostgrenze, um sich von dem rüstigen Fortgang der riesenhaften Rüstungsarbeiten zu überzeugen. Die diesjährige Besichtigungsreise führte die Mitglieder der Kommission durch einen etwa 90 Kilometer breiten Abschnitt des Festungswerkes, der sich zwischen dem Rhein und der Saar befindet. Anaefüllt von nachhaltigen Eindrücken und stolzer Begeisterung find die Abgeordneten nach Paris zurückgekehrt, und nicht alle vermögen es über sich zu gewinnen, über diese Reise völliges Schweigen in der Oesfentlichkeit zu bewahren. So erfährt man, daß in dem genannten Abschnitt totsächlich eine ungeheure Arbeit geleistet worden ist. Es sind dort Erdarbeiten im Ausmaß von vier Millionen Kubikmeter verrichtet, und 400 000 Kubikmeter Betonmassen verarbeitet worden. Dabei sind die bedeutendsten Werke -im Norden von Metz noch gar nicht mitgerechnet. Die betonierten Unterstände, die tief in die Erde eingelassen sind, haben eine solche Ausdehnung, daß sie, äneinandergereiht, eine Länge von 33 Kilometer ausmachen. Die ttefsten Unterstände befinden sich 120 Meter unter der Erdoberfläche, die obersten, die mit den Beobachtunasposten verbunden sind, immer noch in einer Tiefe von 30 bis 40 Meter. Die Befesttgungslinie verläuft zwischen Rhein Und Saar zum Teil unmittelbar an der Grenze, wie länas des ganzen französischen Rheinufers, Zum Teil in 15 bis 20 Kilometer Entfernung. Die Kommissionsmitglieder haben sich die Mühe gemacht, die Unterstände in ihrer ganzen Länge zu durchschreiten, was nicht sonderlich beschwerlich war, da sie sehr geräumig sind. Viele von ihnen, sind vier bis fünf Meter breit und geben sogar Kiner doppelgleisigen unterirdischen Eisenbahn Raum. Die Telephonleitungen laufen über 655 Kilometer. Bei der Elektrifizierung der gesamten Befesttgungsanlagen sind besondere Wunderleistungen vollbracht worden. Alles ist elekttisch eingerichtet, bis zur Küche und zur Venttlatton, sowie zur Erzeugung von künstlicher Lust, falls die Erdoberfläche vergast ist. Während die eigentlichen Befestigungswerke schon vor einigen Monaten ferttagestellt worden sind, ist in der letzten Zeit noch besonders in dem Borge l ä n d e gearbeitet worden. Betonierte Vorwerke wurden errichtet, dichte Hecken von Stacheldraht gezogen. Vor allem aber wurden lange Reihen von Eisenbahnschienen drei bis sechs Glieder tief aufrecht in die Erde gemauert, um ein Vordringen von Tanks und Panzerwagen unmöglich zu machen. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, lieber die Hauptsache des ganzen Riesenwerkes, die Bewaffnung und artilleristische Bestückung, sind natürlich keine Mitteilungen in die Oesfentlichkeit gedrungen. Dagegen wurden über die Ko st en einige bescheidene Angaben gemacht. Man erinnert sich, daß die Riesenbefestigungen an der französischen Ost- arenze von dem Kriegsminister PainlevK beschlossen wurden, als die Räumung des Rheinlandes immer näher heranrückte. Im Jahr der Räumung selbst, also 1930, waren bereits die ersten Arbeiten an der Rheingrenze durchgeführt, die 450 Millionen Franken kosteten. Im folgenden Jahre schlossen sich insbesondere die Herstellungen der tiesgelege- nen Unterstände an; sie verschlangen weitere 900 Millionen. Für die Ausrüstung und Bewaffnung, die im Jahre 1932 folgte, waren nicht weniger als reichlich eine Milliarde Franken erforderlich. Noch einmal mehr als eine Milliarde kostete im nächsten Jahre die Beschaffung der schweren Arttllerie, der Munition und aller sonstigen Materialbestände. Im Jahre 1934 wurde die Befestigungslinie bis Valen- ciennes hinauf verlängert, was weitere Kosten in Höhe von 670 Millionen verursachte. Im laufenden Jahr ist man damit beschäftigt, die Bewaffnung zu vervollständigen und die Zwischenräume zwischen den Hauptwerken zu befestigen. Für die bisherigen Gesamtkosten wird eine Summe von fünf Milliarden 117 Millionen Franken angegeben, wobei allerdings zweifelhaft ist, ob wirklich sämtliche Aufwendungen darin enthalten sind. So stellt sich heute, nach fünfjähriger intensiver Arbeit, das gigantische Werk der französischen Ost- befesttgungen dar, von dem der oben geschilderte und von der Armeekommission besuchte Abschnitt nur einen Teil bildet. Der neue Kriegsminister Oberst Fabry, der bisher den Vorsitz in der Armeekommisfion der Kammer führte, äußerte nach den abschließenden Schießübungen und Manövern mit der Besatzungsmannschast der Festungswerke, die zum großen Teil aus Ingenieuren und besonders ausgebildeten Mechanikern besteht, daß hier eine wahrhaftige „Travail d'Egyptiens“, eine Aegypter-Arbeit, geleistet worden sei. Und dieser Ausspruch ist von den Kommissionsmitgliedern voll Stolz nach Paris berichtet und vielfältig von den hauptstädtischen Blättern aufgegriffen worden. Ob die Franzosen wirklich und mit Recht auf dieses Rüstungswerk stolz sein können? Im Jahre 1840 wurden unter Louis Philippe, dem Bürgerkönig, die für damalige Zeiten ungeheuerlichen Befestigungswerke von Paris beendet, die Unsummen kosteten. Während der Belagerung von 1870 gewährten sie schon nur noch ziemlich mangelhaften Schutz. Und heute ist man dabei, die letzten Reste unter erneutem Aufwand nicht unerheblicher Ausgaben abzureißen. Nach dem Kriege von 1870/71 wurde der General Serre de Riviöre beauftragt, eine Befestigungslinie in D ft f r a n tr e i d) zu schaffen. Für 900 Millionen Goldfranken erstanden die Festungen Verdun, Toul, Epinal, Belfort und einige andere. Sie haben im Weltkriege keine entscheidende Bedeutung gehabt. Der französische Festungswall der Gegenwart dürfte kaum ein Werk sein, das sich mit den Pyramiden der Pharaonen vergleichen ließe. Das riesige Befestigungswerk, das wohl zur Zeit den denkbar stärksten Schutz barftellt, dürfte früher veralten, als es gebraucht wird. Gegen die Habsburgerpropaganda in Oesterreich. Wien, 25. Juli (DNB.) Nach verschiedenen Stimmen aus der Provinz, die sich gegen eine Wiederkehr der Habsburger wenden, liegt nunmehr eine Stellungnahme der „Tiroler Bauernzeitung", des amtlichen Blattes des christlich-sozialen Tiroler Bauernbundes, vor. Das Blatt schreibt: „Es kommt nicht darauf an, daß d i e Aristokraten, Offiziere und hohen Beamten, die in ihren guten Jahren an der Seite der schwarz-gelben Fahne gestanden sind und mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück denken, den neuen Kaiser mit Begeisterung bejubeln würden. Es kommt vielmehr darauf an, ob das Volk, das früher ebensowenig gute Zeiten hatte wie heute, sich mit Recht von einer Monarchie bessere Zeiten erhoffen kann, und ob die Jugend, die kein persönliches Verhältnis zur alten Monarchie hat, die all dem, was den Alten eine wertvolle Erinnerung an die eigene Jugendzeit ist, fremd gegenübersteht, imstande ist, das Verständnis und die Liede zur monarchistischen Staatsform neu zu gewinnen." — Ein Erlaß des oberösterreichischen Landeshauptmanns Dr. G l e i ß n e r wendet sich scharf gegen die Ehrenbürgerernennungen Ottos von Habsburg. Im Erlaß heißt es: „Der Kampf der österreichischen Regierung um die Freiheit Oesterreichs wird nicht erleichtert, wenn immer wieder die Frage der Errichtung der Monarchie in Oestereich als wirklichkeitsnahe hingestellt und von den öffentlichen Funktionären gefordert wird, die auf die geltende Bundesverfassung vereidigt sind. Vielfach wurden die Ehrenbürgerernennungen für legitimi- stische und monarchistische Zwecke ausgenutzt. Das Hauptziel dabei war, wenn auch nicht zugegeben, die Restauration, wenngleich nach außen hin nur auf die Habsburger-Gesetze hingewiesen wurde. Die oberösterreichische Landesregierung erwartet dabei mit Recht, daß durch ein loyales und der Wirklichkeit Rechnung tragendes Verhalten die Lage Oesterreichs nach außen hin erleichtert und fernerhin von derartigen Ehrenbürgerernennungen Abstand genommen wird, die den Bestimmungen der oberösterreichischen Gemeindeordnung, dem jahrzehntelangen Brauch und auch im letzten Grunde der Bundesverfassung widerspreche n." Kleine politische Nachrichten. Dre Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat den Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Hans Hinkel, nach Erledigung feines Auftrages als preußischer Staatskommissar unter Beibehaltung seines derzeitigen Arbeitsbereiches zu feinem Sonder üe auf trag- t e n für die Ueberwachung und Beaufsichtigung der Betätigung aller im deutschen Reichsgebiet lebenden nichtarischen Staatsangehörigen au künstlerischem und geistigem Gebiet berufen. * Eine Verordnung des Reichswirtschaftsministers betrifft die Ueberführung des Deutschen Industrie- und Handelstages in die Arbeitsgemeinschaft der Industrie - und Han- delskammern. Nachdem die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern gebildet ist, um den Industrie- und Handelskammern eine gemeinsame Vertretung in der Reichswirtschaftskammer zu sichern, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, dieser Arbeitsgemeinschaft die Stellung eines rechtsfähigen Vereins zu geben und das Vermögen des bisherigen Industrie- und Handelstags auf sie zu übertragen. Kunst und Wissenschaft. Der Führer verleiht dem Maler Dettmann die Goethe-Medaille. Der Führer und Reichskanzler hat dem Maler Pros. Dr. Ludwig Dettmann in Berlin- Dahlem zu seinem 70. Geburtstage am 25. Juli 1935 seinen herzlichen Glückwunsch übermittelt und ihn in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Kunst die Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. Ludwig Dettmann, in Adelby bei Flensburg geboren, war an der Berliner Akademie Schüler von Bracht und ©farbina.. Schon in den neunziger Jahren erregten seine Bilder Aufsehen, und 1895 wurde er Professor an der Berliner Akademie, 1900 Direktor der Kunstakademie. Umfangreiche Wandgemälde schuf er für das Rathaus in Altona, für die Universität in Kiel, für die Technische Hochschule in Danzig, und im Jahre 1909 machte ihn die Königsberger Universität zu ihrem Ehrendoktor. In Kreisen der Frontsoldaten wurde er bekannt durch die Hunderte von Bildern, die er als Kriegsmaler an allen Fronten, besonders an der Ostfront, schuf, und die in ihrer Zusammenstellung ein wertvolles Bild-Erinnerungswerk an den größten aller Kriege sind. Aus aller Welt. 58 Jungvolkjungen durchwandern Frankreich. Auf einer Reise durch Frankreich besuchten 58 Berliner Jungvolkjungen von Orleans aus das Loire-Tal. Von Ort zu Ort zog die junge Mannschaft, fang an den Abenden auf den Dorfplätzen, überall herzlich ausgenommen, in den Parks herrlicher Schlösser und in Scheunen. Von Tours aus ging die Fahrt bis zum Mont St. Michel, dem Wunder an der französischen Küste. Noch einmal erlebte die Gruppe die harte Felsenküste Frankreichs bei S t.. Malo. Nach Fühlungnahme mit dem Bürgermeister, der den deutschen Jungen einen Lagerplatz in der Stadt zur Verfügung stellte, sangen sie öffentlich im Kurkonzert. Die deutschen Lieder wurden mit lebhaftem Beifall von dem zahlreichen Publikum ausgenommen, lieber Chartres ging die Fahrt dann zurück nach Paris. Nach einer vom deutschen Botschafter veranstalteten Dampferfahrt auf der Seine werden die Berliner Jungvolkjungen in den nächsten Tagen einen Ausflug auf die alten Schlachtfelder machen und an den deutschen Heldenfriedhöfen Kränze niederlegen. 2000jähriger germanischer Töpferofen entdeckt. In F a l f e n f e e, Kreis Osthavelland, wurde ein germanischer Töpferofen freigelegt, der in seinem Aufbau als Vorläufer der modernsten Brennöfen angesprochen werden kann. Der Ofen stammt aus der Zeit der letzten 150 Jahre vor Christi Geburt, als die Mark von Germanen bewohnt wurde, die dem Stamm der Semnonen angehörten. Er gliedert sich in die F e u e r u n g s f a m m e r, in der man Holzkohlenasche und mehrere Feldsteine fand, die als Rost gedient haben, und in die eigentliche Brennkammer. In dieser konnten noch mehrere große dickwandige Gebrauchsgefäße entdeckt werden. Das Interessanteste aber sind gebrannte Tonstreif e n von dreikantiger Gestalt, auf denen die Gefäße während des Brennens standen und die den Durchzug der erhitzten Luft auch unter dem Boden der Gefäße ermöglichten. Noch heute bedient sich der Töpfer derartiger dreikanttger Tonstreifen, so daß hier in der germanischen Kultur vor 2000 Jahren die Wurzel einer alten ununterbrochenen Handwerkertradition gefunden wurde. Der Mord an dem Viehhändler Ringel aufgeklärt. Der wegen Mordverdachts an dem Viehhändler Ringel verhaftet Wilhelm M u r l o w s k i aus Mech- nitz bei Oppeln leugnete zunächst beharrlich, irgend etwas mit der Tat zu tun zu haben. Als bei einer gründlichen Haussuchung Kleidungsstücke des Verhafteten gefunden wurden, die deutliche B 1 u t f p u r e n aufwiesen, bequemte sich Murlowski schließlich zu einem Geständnis. Er gab an, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den Viehhändler zu ermorden. Er wollte sich von Ringel 300 Mark leihen. Als ihm der Viehhändler diese Bitte abschlug, sei er derart in Erregung geraten, daß er ihn niederschoß. Tschechische Juden als Registermark-Schieber. DieKölnerZollfahndungsstelle konnte auf Grund umfassender Ermittlungen einer Registermark-Schieberbande von sechtz tschechischen Juden das Handwerk legen. Es handelt sich um Arbeitslose und arbeitsscheue Burschen, die von Antwerpen aus auf Veranlassung finanzkräftiger Juden nach Deutschland geschickt wurden, um hier gegen Gewährung freier Reife, freien Aufenthalts und eines kleinen Verdienstes Registermarkschecks von je 100 Mark einzulösen und den auf diese Weise erhaltenen Geldbetrag wieder nach Belgien zu verschieben. Wie festgestellt wurde, hat einer der Festgenommenen innerhalb von sechs Tagen insgesamt 1000 Mark verschoben. Bemerkenswert ist, daß die Schieber im Besitz von Empfehlungen belgischer Banken waren, die sie als besonders vermögend bezeichneten, so daß sie auf Registermartschecks 100 Mark abheben durften, während der übliche Satz nur 50 Mark beträgt. > Schachturnier um die deutsche Meisterschaft. Von den 15 Hängepartien kamen am Mittwoch, morgen 12 zur Erledigung. Die Resultate sind: 7. Runde: Ernst-Bluemich 1:0, 9. Runde: Richter- Schoenmann 1 : 0, Michel-Elstner Vs : Vs, Weißger- ber-Engels 0 :1, 10. Runde: Rellstab-Michel Vs: Vs, Ahues-Schlage 1 : 0, Bluemich-Koch 1: 0, Rein- Ha rdt-Ernst Vs: Vs, 11. Runde: Richter-Reinhardt 1: 0, Brinkmann-Dr. Lachmann 0 :1, Weißgerder- Rellstab 1: 0 und Engels-Elstner 0 :1. Am Nachmittag wurde die 12. Runde gespielt. Dr. Lachmann verlor gegen Ernst und Reinhardt mußte gegen Brinkmann die Waffen ftrecfen. Ernst-Richter schlichteten. Die übrigen vier Begegnungen wurden abgebrochen. Ahues steht gegen Weißgerber besser und Schoenmann hat gegen Schlage Chancen. Der Ausgang der Hängestellung Rellstab- Engels ist unklar, dasselbe kann man auch von der Partie Bluemich-Michel sagen. Elstner war spielfrei. Stand nach der 12. Runde: Richter 9, Ahues 6Vs und 2 H. (aus 11), Ernst 6Vs (aus 11), Michel 6 und H. (aus 11), Engels und Elstner je 5Vs und H. (aus 11), Rellstab 5Vs und H., Schlage 5 und H. (aus 11), Brinkmann 5 und H., Dr. Lachmann 4Vs (aus 11), Schoenmann und Weißgerber je 4 und 2 H. (aus 11), Reinhardt 4 (aus 11), Bluemich und Koch je 3 und H. (aus 11). Büchertisch. — Die Jägersprache in ihren zumeist vorkommenden, der Zusammengehörigkeit nach georbne« ten Ausdrücken. Von H. Kautzsch. Preis 0,40 Mark. Verlag von I. Neumann-Neudamm. — (235) — Sich in den Geist der Jägersprache einzuleben, wird einfach durch das vorliegende kleine Büchlein, das rei von Uebertriebenheiten die wichtigsten Ausdrücke in Form kleiner Abhandlungen dem Leser nahebringt und geschickt die meist etwas langweilig wirkende lexikalische Aufstellung vermeidet. — Wild — Waffe — Hund. Kurzgefaßter, illustrierter Leitfaden für jeden Jäger von A. Usin- ger. F. C. Mayer-Verlag, München 2 M. Gebunden 3,50 Mark. — (174) — Was nicht nur der An- angsjäger, sondern jeder Jäger wissen muß, ist in liefern 224 Seiten starken Leitfaden mit 37 Abbildungen enthalten. Der Leitfaden gliedert sich wie olgt: Einteilung und Beschreibung der Wildarten — Weidmannssprache und Jagdgebräuche — Die Jagdarten — Der Fang des Raubwildes und Raub- zeuges — Das Verhalten des Jägers und des Wildes vor und nach dem Schuß — Die Wildhege — Die Behandlung und Verwertung des erlegten Wildes — Die Jagdwaffen — Der Jagdhund — Das Reichsjagdgesetz. Aufgebaut ist dieser Leitfaden auf dem Reichsjagdgesetz und den Durchführungsbesttm- mungen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, ür Feuilleton 193.: Dr. F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprets RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Statt Karten! Ihre Vermählung zeigen an Walter Twistet Annemarie Twistet, geb. Herbett Gießen (Mäusburg 1), den 26.3uli 1935 03137 Das Heimatbuch vom 2/34 Opet-Limousine maschinell einwandfrei, neu bereift, zugelasfen und versteuert, mit Anhänger (ca. 12 Zentner Tragkraft) zus. für 480 Mark zu verkauf. Früchtehaus Pink Frankfurter Straße 36 Ecke Fnedrichstr. Tel. 2103. 42B2d Ata Anzeigen MeimseiWas! Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Mm.SWMerlk.7 In die Waldeslust ins Kühle ,.. und abends 4284D TANZ im Freien! Am Sonntag Stimmungskapelle, Illumination Täglich frischer Kuchen - Donnerstags Waffeln Verkäufe 1 Ladenmarkise (5V3 Meter lang) 1 große Zink- Badewanne zu verkaufen, oaise Selter sweg 54 H.I. Gebr. Kinderbett mit Matratze zu verk. 5 Mk. 03151 Mäusburg 131. 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Für ein stattliches Wohnhaus an der Ecke Aulweg und Am Riegelpfad war der Dachstuhl fertiggestellt worden. Mitglieder der Bauaenossen» schäft, Bauunternehmer, Architekt und alle Arbeiter, die am Bau beschäftigt waren, nahmen an der Feier teil. Unser Bild zeigt den Abmarsch zum Festlokal, im Hintergrund der Neubau. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Ur. 172 Zweiter Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Oer Reichswettkampf -er GA. ist der gewaltige Auftakt zu einer neuen Mission. Start zum 100-Meter-Lauf. — Links Standartenführer Lutter, Gießen. ■ W IgteÄ W WW < W - ' X ... ;z * , 0,672 0,663 0,667 41,885 41,965 41,885 41,965 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3,053 3,047 3,053 54,98 55,10 54,93 55,03 46,935 47,035 46,90 47,00 12,315 12,345 12,30 12,33 5,43 5,44 5,425 5,435 16,42 16,46 16,405 16,445 168,03 168,37 167,26 167,60 20,41 20,45 20,41 20,45 0,724 0,726 0,724 0,726 5,684 5,696 5,684 5,696 61,90 62,02 61,82 61,94 48,95 49,05 48,95 49,05 11,165 11,185 11,155 11,175 63,49 63,61 63,42 63,54 80,92 81,08 80,92 81,08 34,07 34,13 33,99 34,05 10,30 10,32 10,30 10,32 2,487 2,491 2,482 2,486 Reichsbank ................ A.E.G..................... Bekula.................... Serlin, 24 Juli Geld BrM , Amerikanische Not«.............. 2,434 41,72 54,87 12,265 16,355 166,85 18,96 61,61 63,20 80,69 33,63 2,454 41,88 55,09 12,305 16,415 167,51 19,04 6L85 63,46 87,01 33,77 Belgische Noten................” Dänische Noten ................ Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten.............T11 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note»............... Schweizer Noten................. Spanische Noten ............, Uoa-rilch- «otr» ................ 's"iA .. ’ M - - WM ££ - ■ : ä * / ' L ji ür.172 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) 5reitag,26.Zuli 1935 OasLnfanterie-Regiment Gießen übt in Oberheffen Oer Verlauf des dritten Tages Eine Kompanie des II. Bataillons in Londorf. Schnell ist Freundschaft geschlossen. (Aufnahmen [41: Photo-Pfaff-Gießen.) den Puck. mit der Und ganz am Rande suche Ruh, und in die Rinne leg den Kopf, und mach getrost die Augen zu und schlaf und sei kein feiger Tropf. Das Essen meide! Trinke viel! Das Trinken hält dich frisch und wach, doch schlafe stets, als höchstes Ziel, des Abends immer auf dem Dach. Du fühlst im Traum: Hier gähnt das Grab! Und darum wirst du kalt wie Eis, denn wachst du auf und schaust hinab, hast du den schönsten kalten Schweiß! Und hilft das nicht genug zur Kur, so denk ein wenig doch zurück: An Schwiegermutters Lächeln nur und ihren eisig-kalten Blick! ch e n. Der Einsatz eines Reserve-Bataillons einer Verschiebung hinter der Front war Uebungszweck des gestrigen Tages. irl^— Mi nS und unter Fliegerschutz (angenommen) zur Verfügung des Regiments lag, das aus dem Walde bei K a l b a ch im Angriff nach Osten war. Gegen 8.45 Uhr erreichte das Bataillon der Regimentsbefehl, daß K a l b a ch genommen fei und die vordersten Teile des Regiments im Walde ostwärts von L o h r b a ch dem Feind gegenüberlägen. Das III. Bataillon bekam den Auftrag, den Waldrand westlich K a l b a ch zu erreichen. Da alle denkbaren Einsatzmöglichkeiten bereits vorher erkundet wurden, konnte das Bataillon sogleich auf verschiedenen Waldwegen vorgezogen werden. Trotzdem stellte der dichte Wald mit vielen neuen und zum Teil schlechten Wegen oft recht schwierige Anforderungen an Mann und Pferd. Da aber die brennenden Sonnenstrahlen den dichten Wald nicht durchdringen konnten, war das neue Ziel bald erreicht. Kurz darauf traf ein neuer Regimentsbefehl ein, der das Bataillon zum Einsatz in eine fern am Waldrand westlich von L o h r b a ch entstandene Lücke zur Bereitstellung zum Angriff befahl. Schnell eilten findige Wegeerkunder zu Pferd und zu Rad voraus, um die Wege dorthin zu kennzeichnen und die Ausdehnung der entstandenen Lücke festzustellen. Als das Bataillon gegen 12 Uhr in seinem neuen Bereitstellungsraum eintraf, ertönte das Signal „Das Ganze halt". Absichtlich wurde die Hebung des gestrigen Tages bereits gegen Mittag beendet, da der vorangegangene Tag infolge der großen Hitze und der hohen Marschleistungen große Anforderungen an das ganze Bataillon gestellt hatte. Gegen 13 Uhr rückte das Bataillon geschlossen mit Musik in Büdingen ein, wo ein Vorbeimarsch vor dem Kommandeur den Uebungstag abschloß. Herzlich und freudig nahmen die Einwohner von Büdingen die Soldaten auf, und bald war Die Ausgangslage brachte das Bataillon in Wald nordostwärts H a i n ch e n , wo es entfaltet h. m heutigen Ferkel zum > alte Ferkel Tiere 24 bis karkt wurde g des Mus* 1935 noch Auslands- tolle. z von Dassen [935 war die n Vorjahr - lisirrung ick. , Fortschritte Hinten, zeugindustri! ipe der Roh- Steinkohlen- die Thoma-- emer einige unmifitlb'oi e öe/ruchtel ie, die Mu- a\s b. eren ftopip rgenuht |inl nndustrie, I? n im Jnlack orden. Mertz infolge bi: k vor besonder deutschen europäischen ationsgeschäi! angen ist be- 1 der Maschi' [ stark aus- [ hiervon nut usfuhrerfolge seit dem Le- -port-Semein' rkt erzielt ale alles in den Quartieren zur wohlverdienten Ruhe verschwunden. Am heutigen Freitag rückte das Bataillon schon sehr früh ab, um über Kefenrod — Rieder- Seemen bis Wenings zu operieren. Heute nachmittag wird dicht westlich Weninas Biwak bezogen, wobei als eine seltene und besonders interessante Hebung das Abkochen im Kochgeschirr statt- finden wird. du die Schlüssel eingesteckt?") Die Stiefel werden irgendwo „hineingepramst". Vater muß sich wieder auf den Koffer setzen — zuschließen — — zu» schnüren-- Rur einer steht mit überlegener Miene dabei: Bruno! Bruno ist Kameradschaftsführer in dec HI. und versteht „einfach" nicht, wozu man soviel Aufhebens um einen Koffer macht (wofern er aufzuheben ist!). Bruno hat seinen „Affen" schon gepackt, seinen Mantel gerollt, sein Kochgeschirr aufgeschnallt. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den läßt er ohne Koffer reisen. Aber: wo sind Brunos Langschäfter? Wo sind sie? Nirgends sind sie zu finden. Alles sucht, alles flucht! Wo sind sie? Ja, wo sind sie? Unten im Koffer natürlich! Kofferpacken... Unerwünschte Gäste. Der Hochsommer ist die Zeit, in der Insekten aller Art schwärmen. Selbst in den Abend- und Nachtstunden gibt es keine Ruhe. Wenn du am Abend bei offenem Fenster bei einer Lampe sitzt, wirst du bald Besuch bekommen. Da kommt ein großer, schöner Schwärmer oder ein Käfer mit großem Gesumse anaebrummt. Er kreist unaufhörlich um das Licht, klatscht gegen die Decke und erfüllt das Zimmer mit Unruhe. Nun aber nur nicht nervös werden! Es ist durchaus nicht notwendig, dieses ganz harmlose Geschöpf, bloß weil es dir nicht erwünscht ist, gleich totzuschlagen. Es gehen leider nur zu viele unserer Nachtschwärmer und viele unserer Käfer, angelockt durch die nächtlichen Leuchtsignale oder durch Autoscheinwerfer, einem schnellen Ende entgegen. Du brauchst dich also nicht an dem Zerstörungswerke zu beteiligen. Der wahre Naturfreund bedient sich eines ganz einfachen Mittels, um sich des Störenfrieds zu entledigen. Das Infekt setzt sich nach mehrmaligem Umkreisen der Lampe irgendwo nieder. Nun nimmst du ein einfaches Wasserglas und eine Postkarte zur Hand, stülpst das Glas über das Insekt und schiebst die Karte zwischen Glas und Wand. Nun ist es gefangen und du kannst es leicht wieder an die frische Luft befördern. Aber du mußt es nach unten aus dem Fenster werfen, sonst kann es dir passieren, daß das Insekt gleich wieder da ist. Schütze dich vor Hitze! Vermeide Zank und Ehezwist, benutze diese Tage schlau und nimm dir, falls er möglich ist, zuerst mal Ferien von der Frau! Ruhetag beim Limit II.Bataillon, i ZDer gestrige Tag verlief beim I. Bataillon im Nourn um Schotten und beim II. Bataillon si Ebsdorfer Grund als Ruhetag. sagen? Sie können froh sein, falls sie Urlaub haben, mitgenommen zu werden. Kofferpacken! Ueberall liegen frischgewaschene Hemden, Blusen, Strümpfe. Berge von Taschentüchern häufen sich. Kein Stuhl in der Wohnung ijt mehr frei. Alles ist belegt mit „Kofferinhalt , Vater sagt gar nichts mehr. Mutter ist den halben Tag mit dem Kopf in dem großen Reisekorb (von Tante Emilie) verschwunden. Mutter legt fein säuberlich Wäsche, Strümpfe und Badeanzüge zu unterst, probiert aus, wieviel Platz noch für die Kleider bleibt. Nur nicht das neue blaue Kleid so drücken! Und wie ist's mit den Stiefeln? Ach, du Schreck! Die müssen noch zum Schuster! Und Vaters Kragen? Die wären beinahe nicht mitgekommen! Die Haarbürsten werden ausgeseift, die Kämme mit einer Stecknadel gereinigt. So! Das wäre fertig. Aber einen Tag vor der Abfahrt wird alles noch mal herausgenommen. Es liegt alles verkehrt! Die Badeanzüge müssen zu oberft liegen. Die werden zuerst gebraucht. Jetzt kommt Annemarie und will ihr Püppchen noch eingepack^ haben. Bald darauf kommt Herbertchen mit feinem ganzen Kaufmannsladen. Brüllend zieht er ab, weills nicht möglich ist. Dafür bekommt er von Onkel Max einen schönen roten Eimer und eine Schaufel. Als alles fertig ist, kommt Vater mit dem Angelstock. Nun den noch! Unmöglich!! Der ist doch viel zu lang! der geht doch nicht in den Koffer. Aber er ist auseinanderzunehmen (der Angelstock!). Nun aber kommt das schlimmste: der Koffer geht nicht zu! Wie geht es nur zu, daß der Koffer nicht zugeht? Vater wird geholt. Er setzt sich auf den Koffer — da geht er zu. Natürlich, das hätte Mutter auch gekonnt! Aber wie sieht nun das neue blaue Kleid aus? Der Koffer wird verschlossen, wird verschnürt. Alles atmet auf. Da klingelt es an der Wohnungstür. Nanu? Der Schuster bringt die Stiefel! Also: der Koffer wird wieder aufgeschnürt, wird wieder aufgeschlossen. („Vater, hattest 'S 11} Hr 19‘ *£ «Nachdem in den Unterkünften des I. Bataillons oi Mittwochabend Manöverball bei Radio, E ammophon, Klavier und Ziehharmonika die Be- vlkerung und die Soldaten bis Mitternacht in f« -her Geselligkeit vereinigt hatte, brachte der g trige Donnerstag der in Schotten einquartierten Truppe Innendienst (Waffenappell, Unterricht iliro.). Die in den Dörfern um Schotten einquar- ürten Kompanien waren vom militärischen Dienst l> reit, dafür betätigten sich die Soldaten als v-nte Helfer bei ihren Quartierwirten. Allent- h den konnte man die Feldgrauen auf den Aeckern t;ng als freudig begrüßte Helfer bei der Ernte Dirken sehen. Ferner wurde der Tag von den € (baten auch benutzt, um in den klaren Wasserläufen des Vogelsberges ein erfrischendes Bad zu nomen. Der gestrige Tag fand wiederum mit si her Geselligkeit in den Quartierorten seinen Ajschluß, allerdings war bereits um 10 Uhr 3ipfenftreid). Am heutigen Freitag früh um 6 Uhr rückte das V taillon in das Gelände ab, um 8.15 Uhr begann i bi Hebung an der Feldkrücker Höhe. Die | mlitärifche Aufgabe des Tages wird das Bataillon । himte bis in die Gegend von Freienseen führen. Beim II. Bataillon fanden am Mittwochabend in d<Ä Ortsunterkünften im Ebsdorfer Grund ebenfalls 3ha n ö d e r b ä 11 e statt, wobei musikalische Kräfte k Kompanien sich in den Orten Violinen zu be= (duffen wußten, ferner die Klaviere eifrig und gut ««(Anspruch nahmen und dergestalt' überall Haus- iii eilen für das tanzfrohe Volk schufen. Die Be- D(l ferung der Ortschaften nahm an diesen Mcmö- Dd ballen ebenfalls frohgestimmten Anteil, und die okmütlichen Feiern wurden bis weit in die Nacht ji-ein ausgedehnt. Am gestrigen Donnerstag war den Kompanien iit rall freigegeben worden. Die Mannschaften stellte sich auch hier ihren Quartierwirten als H e I f e r ti i der Ernte freudig bis in den Abend hinein gir Verfügung. Im heutigen Freitag früh versammelte sich das SBittaillon um 5.45 Uhr bei Leidenhofen, um toi hier aus die Hebung bis in Richtung Hom- trr g (O h m) durchzuführen. Einquartierungsfreude im Lumdatal. Mainzlar, 26. Juli. Unser Dorf hatte efem und vorgestern die erste Einquartie- um g nach dem Kriege von Teilen des eichsheeres aus Gießen. Die Soldaten wurden )■ allen Teilen der Bevölkerung gern gesehen ir herzlich bewillkommnet. • Trais a. d. Lumda. Zum erstenmal nach dem liege hatten wir von gestern auf heute wieder ein- itd (Einquartierung. Die 6 Kompanie des li ftener Regiments hatte hier Quartiere bezogen -« wurde von den Einwohnern mit großer Freude iHDfangen. Am Abend vereinigten sich zahlreiche iiwohner mit den Offizieren und Mannschaften ft * «Hinter di--!,- h ti. Rai. J70 (512) Wt in w 55 bis M d) 35 »tnmei b2) „ ■ c> mitt. J bch- 54 La 5 M d) 50 Der Preis, smorkt Dom undSHfe n- ausoer. 1 Dchfe, iz Ottmaren. 647 Viertel ammel, 443 r° 50 Kilo. l* ,80. c) 66 Msch b) 60 , 76 bis 80, l c) 68 bis einefleisch b) Tchlachtuno, >men 75 bis Aus der Provinzialhauptstadt. Kofferpacken. .. Nun ist die Ferienzeit da! Nun geht's auf Reisen, auf Wanderfahrt, ins Zeltlager! Und alles wäre schön und gut, wenn nur nicht das Kofferpacken wäre! Aber so ist's nun mal im Leben: Keine Rose ohne Dorn, keine Reise ohne Koffer! Seit Tagen sind schon die Koffer vorn Boden geholt. Der „große braune" oder der „schwarze mit den Riemen" ober „ber von Großvater", sie alle finb gereinigt, geklopft, gesäubert unb mißtrauisch gemustert unb geprüft, ob's biesmal noch geht. Mancher Koffer hat die Prüfung nicht bestauben. An seiner Stelle prangt nun ein funkelnagelneuer Koffer, von ber ganzen Familie be- rounbert unb bestaunt. Nur Vater meinte, „ber von Großvater" wäre boch noch gegangen! Aber was haben Väter kurz vor ber Ferienreise zu zu einem gemütlichen Beisammensein in Mills Saal, wobei auch bas Tanzbein geschwungen würbe. Um 23 Uhr war Schluß. Bericht aus Schotten. q. Schotten, 25. Juli. Gestern nachmittag traf bas I. Bataillon bes Jnf.-Regiments Gießen in Schotten ein; Teile bes Bataillons waren in ben benachbarten Gemeinben untergebracht. Stab, Nach- richtentrupp unb 1. Kompanie lagen in Schotten. Die Aufnahme bes Militärs bei ber Bevölkerung war herzlick. Die Jugenb bebauerte, baß bie Militärmusik nicht bei bem Bataillon war unb ber vor ihr erwartete große Manöverball ausfallen mußte. Die moberne Gefechtstaktil unb bie Waffen erregten starkes Interesse bei ber Bevölkerung, besonders bei ben altgebienten Leuten, bei benen bie Erinnerung an ihre Dienstzeit wieder wach würbe. Das m. Bataillon. Der britte Hebungstag führte bas III. Bataillon zunächst aus ben Unterkünften bis nach Hain- Beim gastfreien Mittagessen in einer Unterkunft Georg Britting. Kleine Umrißzeichnung von Zohan Lvzian. Wenn man ihn sich vorstellen will, diesen rundköpfigen, dunkelhaarigen, kriegszerschossenen, freund- llchherben Menschen mit der hohen, etwas gebückten Gestalt, mit dem aus einem besonders harten Donaugestein gemeißelten Gesicht, dessen lächelnde Augen viele Geheimnisse schauen, wenn man sich ihn umschreiben will, soll man an die letzte Strophe seines Gedichts „Die kleine Welt in Bayern" denken, die so geht: Liegt ein Kerl im Moose, schlägt die Augen auf, und im kleinen Stern sammelt er alles, den Kirchturm, die Felswand, den . , . , Himmel und fein Begehrn geht darüber und über den Himmel hinaus ins Große und Grenzenlose. Bei Britting geht vieles, vom Moose an, in dem er auf einer Wanderung eine Weile liegt und mit den Augen schweifend ein Gedicht schreibt, von den Menschen an, mit denen er in einer Weinkneipe ober auf der Straße zusammentrifft, und ihren Schicksalen in einer Erzählung nachsinnt, bis zu den Gestalten, die er in Chroniken ober wie seinen „Dicken Hamlet", in ber Weltliteratur auftreibt, — bei biefem Dichter geht vieles ins „Große unb Grenzenlose". Britting ist 1891 in Regensburg auf einer Donauinsel geboren, seine Kinbheit hat ber Strom umrauscht unb umgeistert, in seinem Bänd- chen „Die kleine Welt am Strom" stehen Geschichten unb Gebichte von ber Donau, von ihren ackerschwarzen unb steingrauen unb waldgrünen Ufern, von ihren kleinen Städten, ihren fröhlichen und schwerblütigen Menschen. In noch einem Dichter ber an einem Strom zur Welt gekommen ist, in Max Dauthenbey, bem Würzburger, ist tiefes ftrömenbe Leben, biefe Leibeslust unb Sinnesfreube, ober Dauthenbey, ber Mainfranke, war weicher, verliebter, fraulicher, unb Britting, ber Oberpfälzer yon ber Donau, ist herber, strenger, solbatischer. Er fängt sich immer wieber, wenn er baoon gespült würbe, und er sieht durch alles Triebhafte, Sinnen- berauschte immer wieder das Gesetz, das von Gott oder von dem Ethos und ber Sittlichkeit in. bas Leben Gesetzte. Das Bestreben, bem Leben selbst in scheinbar sinnlosen Derknäulungen noch einen Sinn Zu geben, ist wohl so etwas wie ein Schaffensprinzip bei Georg Britting. Man staunt über jebe seiner Geschichten in bem Bande „D as treue Eheweib", die man nicht nur wegen ihrer blühenden, quellenden, strömenden Sprachrhythmik mit steigendem Genuß liest, man staunt über den Roman „Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hie ß", weil Britting in diesen Büchern mit vollen Händen verschwendet, was es an inneren Spannungen, an menschlichen Charakteren, an Tragik und Komik, an wucherndem Leben der Natur, an blühender Fülle der Formen des Daseins gibt. Aber ich muß an die romantischen Barockaltäre denken, vor denen ich die Beter in Süddeutschland und Italien inbrünstig und in sich versunken knien sah, nicht der Schönheit unb bes Goldprunks und der Farbenpracht achtend, sondern Gott lauschend und dem Mysterium, — und das erscheint mir auch bei Brittings Dichtungen so sein zu müssen, daß man nicht nur staunt und bewundert, welche barocke Pracht daraus glänzt, sondern welche Geheimnisse er zu enthüllen weiß, und daß man mit ihm die schweren und oft unergründlichen Wege des Menschengeschickes geht. Lebensarten ans alten Liebern. Aus den zumeist vergessenen Liedern unserer Großeltern und Urgroßeltern leben in unserer all- nSrl1ktt Sprache noch viele Redewendungen fort. iciQ die Großmutter nafjnr ist bem 1813 gedichteten „Großvaterlieb" von Langbein ent- fSS?1«1* a-ch^onches Sprichwort stammt aus ben lehrhaften Liebchen für bie Kinder, die gegen Ende des 18 Jahrhunderts beliebt wurden. So hat Gottlob SÄm o®UJman?. ,n„ Jcincn 1777 erschienenen "Klemer Liedern für kleine Jünglinge" die Verse geprägt: ' „Arbeit macht das Leben süß, Macht es nie zur Last; Der nur hat Bekümmernis, Der die Arbeit haßt." Der Fabeldichter Lichtwer erzähll von den Katzen, denen der Hausherr nachsprinat, wobei er alles um» "dmo Reihen Zähne" zerbricht, und schließt mit den Worten: „Blinder Eifer schadet nur . Der bekannte Kinderliederdichter Weiße beginnt fein Gedicht „Der Aufschub" mit den Worten: „Morgen, moraen, nur nicht heute, svrechen immer trage ßeute . Und Philipp Julius Lieberkühn berichtet: „Hans war im Kinderrocke schon ein ungezogener Knabe"; deshalb ging es ihm stets schlecht: „Denn, Freunde, wie man » treibt, so geht's! Merkt euch die weise Lehre." Auch die MerksprÜche unb 9v,belD$c' ®ic "Duale nie ein Tier zum Scherz" ober „Wer einmal lügt, bem glaubt man nicht", sind Segen Preistreiberei mit Frischobst. Don ber Polizeibire ttion Gießen wirb uns mitgeteilt: Es ist feftgefteüf worben, daß auf bem Markt unb auch in ben Verkaufsstellen Preise für Frischobst verlangt werben, bie in keiner Weise gerechtfertigt erscheinen. Die Polizeidirektion wird unnachsichtlich gegen Erzeuger, Hänbler unb Kaufleute mit ben empfindlichsten Maßnahmen Vorgehen, sofern sich ergibt, daß unberechtigt hohe Preise gefordert werden. Pflichtprüfung der Kaufmannslehrlinge im September. Im Monat September haben alle Lehrlinge, bie im Herbst biefes Jahres zum Reichsarbeitsbienst ober zur Wehrmacht eingezogen werden, und die männlichen und weiblichen Lehrlinge, die am 30. September ihre Lehrzeit beenden, ihre K a u f« mannsgehilfen-Pflichtprüsung abzulegen. Durch die Prüfung soll der Deutschen Arbeitsfront unb der Wirtschaftsführung ein Ueberblick über den Stand der praktischen Berufserziehung in ben Lehrstellen geaeben werden. Nur derjenige Lehrling, der nach bestandener Prüfung den Kauf- mannsgehilfenbrief erhält, besitzt das Recht, sich Kaufmannsgehilfe zu nennen. Ohne das praktische Mindestmaß an Können und Wissen, das diese Prüfung verlanat, soll in Zukunft niemand mehr Kaufmannsgehilfe werden. Die Prüfung ist eine praktische Prüfung, b. h. ber Lehrling soll beweisen, - was er im Geschäft gelernt hat. Es kann sich daher fein Lehrling auf die Prüfung theoretisch vorbereiten. Die Lehrherren sind verpflichtet, ihre Lehrlinge dem zuständigen Prüfungsausschuß auf dem vor- gedruckten Anmeldebogen, bie nur bei ber Jnbustrie- unb Hanbelskammer erhältlich finb, bis 10. August 1935 zu melben. Schont die Eidechsen! Wenn man jetzt im Hochsommer an sonnigen Halben unb Wegrinnen spazieren geht, kann man öfters unsere zierlichen Eidechsen beobachten. Gerade dort, wo die Sonne am prallsten hinscheint, fühlen sie sich am wohlsten. Hast du schon einmal das wundervoll graugefärbte Männchen unserer Zauneidechse beobachtet? Unbeweglich liegt bas sonst so flinke Tierchen auf der Lauer unb sicher erhascht es ben Heuhüpfer, die Mücke ober ben gaukelnden Schmetterling. Noch prächtiger gefärbt ist die im sonnigen Dalmatien beheimatete Smaragdeidechse, die in manchen Gegenden Süddeutschlands vorkommt. Kennst du die blitzschnelle Berg- und die zierliche Mauer- eidechse? Leider kann man öfters die Beobachtung machen, daß diesen nützlichen Tieren vielfach von Kindern nachgestellt wird. Wie leicht bricht dann dem armen Tierchen der Schwanz ab, ober wenn sie unversehrt gefangen werben, werben sie nach Hause geschleift unb führen in irgenbeinem Kasten ober Terrarium ein kümmerliches Dasein. Laßt biefen Tieren ihre natürliche Heimat! Sie sind für uns sehr nützlich, denn sie vertilgen eine Menge schädlicher Infekten ober beten Larven. Noch größeren Verfolgungen ist bie auch zu ber Eibechse zu zählenbe Dlinbschleiche ausgesetzt. Von törichten Menschen wird sie vielfach als junge Schlange angesehen unb schon beshalb totgeschlagen. Unb babei ist sie ein so gänzlich harmloses unb nützliches Tierchen, besten Hauptnahrung aus Schnecken unb Regenwürmern besteht, bie sie in Wiesen unb lichten Walbb^stänben erjagt. Vornotizen. — Tageskalenber für F reitag: „Kraft durch Freube": von 20 bis 22 Uhr Reiten in ber Reitschule Schömbs. — Don 20 bis 21.15 Uhr in ber Schillerschule Allgemeine Körperschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ehestreit". ** Straßensperrung. Wegen Errichtung des Turmes am Erweiterungsbau der Katholischen Kirche wird der Verbindungsweg zwischen Wilhelm- straße unb Liebigstraße auf bie Dauer von drei Wochen an Wochentagen in der Zeit von 7 bis 17.30 Uhr für den Fußgängerverkehr polizeilich ge- fperrt. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten. Der Landesbauernsührer über judenfreie Märkte LPD. F r a n t f u r t a. M., 25. Juli. Der Preste- dienst der Landesbauemschaft Hesten-Nastau teilt mit: Immer klarer wird ber Blick unseres Bauerntums für das schädliche Treiben der Juden auf dem Lande. Manchem Bauer und mancher Bäuerin, die früher gedankenlos an den Juden verkauften und bei bem Juden kauften, sind heute die Augen darüber aufgegangen, wie - sehr sie damit sich selbst schädigen und auch den Interessen der Volksgemeinschaft zuwiderhandeln. Am deutlichsten drückt sich diese wach- sende Erkenntnis von dem verantwortungslosen Treiben des Juden auf dem Gebiet der Vieh- Märkte aus. Gerade in den Gebieten ber Landesbauernschaft Hessen-Nassau stehen wir in diesem Kampf an der Spitze, was sich vor allem auch in der Veranstaltung judenfreier Märkte aus- drückt. Jeder judenfreie Markt wurde bisher zu einem vollen Erfolg, jeder zeigte die eine klare Erkenntnis, zu der jeder deutsche Bauer und jede deutsche Bäuerin kommen muß: Es geht auch ohne den Juden! Es geht sogar viel bes- f e r ohne ihn und fein selbstsüchtiges Schachern unb Feilschen, wenn nur Deutscher mit Deutschen handelt. Das zeigte auch der erste judenfreie Altenburger Markt bei Heftrich, der am Donnerstag unter Teilnahme von Landesbauernführer Dr. Wagner unb Kreisleiter Pg. Herrchen abgehalten würbe. Bereits am frühen Morgen begann der starke Auftrieb bes Viehes, an bem sowohl die bäuerlichen Ställe, als auch die genossenschaftliche Viehverwer- tung beteiligt waren. Ebenfalls hatte sich eine zahlreiche Käuferschaft eingefunden, die durch flotte Angebote dem Markt einen lebhaften Verlauf gab. Stützpunktleiter Pg. Moos (Heftrich) eröffnete den Markt und erteilte nach der Begrüßung des Landesbauernführers unb bes Kreisleiters Herrchen Landesbauernführer Or. Wagner bas Wort. Dieser gab in grundsätzlichen Ausführun- gen einen Ueberblick über die Gedankengänge, die mit bem Problem des j u b e n f r e i e n Marktes Zusammenhängen. Der Lanbesbauernführer schilberte weiter, wie heute bie Erziehung bes Volkes zu nativ n a l e r Disziplin alle die Schäden wieder gutmachen müsse, die eine 150jährige verkehrte Erziehung im liberalistischen Denken verursachte. Heute sei der Kampf gegen den Händlergeist des Judentums in einen entscheidenden Abschnitt getreten. Wenn vielleicht auch noch Jahre ober Jahrzehnte bis zur Verbrängung ber letzten Ueberbleibfel liberalistischen Denkens unb damit bis zur Freimachung des deutschen Bauerntums uni) unseres gesamten Volkes von Juden verstteichen würden, so biete doch die nationalsozialistische Erziehung und Aufklärung unserer Jugend in der Partei und ihren Glieberun- gen, sowie in der großen Mannesschule der Wehrmacht die Gewähr, daß der Tag kommen werde, an dem der Jude als Dolksparasit aus- geschieden sein wird. Auf den heutigen Markt näher eingehend, erklärte der Landesbauernführer, daß auch dessen Beschickung so gut unb bas Material so yervorragenb fei, baß ber Bauer bie lieber» zeugung gewinnen müsse, an biefem jubenfreien Markt heute unb in Zukunft feinen Bebarf becken zu können. Kreisleiter pg. Herrchen teilte u. a. mit, baß er beabsichtige, in bem Gebiet bes Untertaunuskreises auch in anberen Orten noch jubenfreie Märkte ins Leben zu rufen. Jübifche Hänbler hatten versucht, burch Scheinangebote mit unwahrscheinlich hohen Preisen eine ausreichenbe Beschickung bes Marktes zu hintertreiben. Dieser Sabotageakt ist allerdings an bem gesunden Sinn der Bauern restlos gescheitert, wie der Verlauf des Marktes überzeugend bewies. Obecheffen. Landkreis Gießen. y Watzenborn-Steinberg, 26. Juli Am 27. Juli kann unser Mitbürger Maler und Lackierer Johannes Schäfer XI. seinen 8 0. Oebur.fs« t a g feiern. Am 31. März 1927 konnte er mit feiner Ehefrau Christine, geb. Burk, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Seine aktive Dienstzeit verbrachte er von 1875 bis 1878 in ber 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 116 in Gießen. Gleich nach der Entlastung trat er dem Kriegerverein bei, bem er jetzt 58 Jahre angehört. 50 Jahre war Johannes Schäfer im Vorstand des Kriegervereins, darunter 24 Jahre als 2. und 14 Jahre als 1. Vorsitzender. 3n Anerkennung seiner treugeleisteten unermüdlichen Arbeit wurde er zum Ehrenführer des Vereins ernannt. Für feine großen Verdienste im Kriegervereinswesen wurde ihm von dem Präsidium der „Hastia" die„Haffia-Ehrenmünze", sowie das „Hasia-Ehrenkreuz" und ein großes Bild des Gene- ralfeldmarschalls von Hindenburg verliehen. Der Jubilar stellte feine Kraft noch anderen Vereinen zur Verfügung. 12 Jahre führte er als Präsident den Gesangverein „Einttacht", wo er heute als Ehrenpräsident fungiert; 25 Jahre war er Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Konsumverein; 12 Jahre im Schulvorstand und 9 Jahre in ber Gemeindevertretung tätig. Johannes Schäfer XI. ist im Verhältnis zu feinem hohen Alter noch sehr rüftig, er arbeitet täglich noch auf bem Felde und nimmt regen Anteil an allen Geschehnissen. Möge es bem Hochbetagten noch lange vergönnt sein, im Kreise feiner Angehörigen (9 Kinder, 23 Enkel, 6 Urenkel) verweilen zu können. wg. Großen-Buseck, 25. Juli. Bei bem schönen Hochsommerwetter hat in ben letzten Tagen die Getreideernte überall eingesetzt. Die Erntemaschinen können fast überall in Tätigkeit treten, da die Frucht einen schönen Stand hat. Der Schnitt der Wintergerste ist schon beendet, Sommergerste und Roggen werden gegenwärtig geschnitten. Das Brummen der Dreschmaschine ist in unserem Dorfe wieder zu hören. Der Ertrag ist voraussichtlich als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen, sowohl Stroh als auch an Körnern. Auch der Hafer ist soweit gereift, daß er tm Laufe der nächsten Tage geschnitten werden kann. Der Weizen hat jedoch noch einige Tage Zeit bis zur Vollreife. Wenn das schöne Sommerwetter anhält, wird die Ernte in diesem Jahre zu einer Zeit bereits beendet sein, in der man in anderen Jahren erst damit begann. Für die Hackfrüchte, Wiesen und Klee wäre allerdings ein guter Landregen sehr vonnöten. Am meisten verspürt man die Trockenheit auf steinigen, hochgelegenen Böden. — Am Dienstagabend hatte sich die hiesige Ortsbauern, schäft zu einer Versammlung im Saale der Wirt- fchaft „Zum kühlen Grunde" eingefunden, die zur Aufklärung über bie Getreidewirtschaft in diesem Jahre, insbesondere über die Brotgetreidekontingentierung diente. Nachdem Ortsbauernführer Pg. Schmidt einen Ueberblick über bie neuen Bestimmungen gegeben hatte, wurden von den Landwirten die Mengen an Mahlroggen und Weizen angegeben, die sie nach der Ernte abzusetzen beabsichtigen. § Mainzlar, 25. Juli. Das hiesige Rathaus wird nach Süden hin durch einen Anbau erweitert. Die Rohbauarbeiten sind bereits soweit geendet. Ebenso wurde in ben letzten Tagen ein im Umbau befinbliches Wohnhaus in ber Dbergaffe im Rohbau fertiggestellt. I AUenborf a. b. Lda., 25. Juli. Heute begingen die Eheleute Landwirt Christoph Reinhardt IX. und Ehefrau Elisabethe, geb. Körbächer, von hier in geistiger und körperlicher Frstche das Fest ber Goldenen Hochzeit. Von der hiesigen Einwohnerschaft wurden dem Jubelpaar zahlreiche Glückwünsche und Geschenke bargebracht. Eine besondere Ehrung wurde bem Jubelpaar jedoch durch die Ueberreichung je eines Glückwunschschreibens des Reichsstatthalters und der Hessischen Regierung und des Kreisdirektors durch Dermitt- hier anzuführen. Der treuherzige Geist der Zeit spricht sich bei Seume aus: „Wo man finget, laß dich ruhig nieder, Ohne Furcht, was man im Lande glaubt; Wo man finget, wird man nicht beraubt: Bösewichter haben keine Lieder." Mächler beginnt fein Trinklied mit den Worten: „Der Wein erfreut des Menschen Herz", und Kotzebue fängt fein „Gesellfchaftslied" im „Freimütigen" mit den Versen an: „Es kann ja nicht immer so bleiben Hier unter dem wechselnden Mond." Allbekannt sind noch heute die Gedichtanfänge Höltys: „Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen" und „lieb immer Treu und Redlichkeit, bis an dein kühles Grab." Und zum Volks- lieb geworben ist auch Millers Gedicht: „Was frag ich viel nach Geld und Gut, wenn ich zufrieden bin!* „Das Unvermeidliche mit Würde tragen" entstammt dem 1811 gedichteten Denkspruch von Karl Streckfuß und „Geteilte Freude ist doppelte Freude" ist von Tiebge, der singt: „Sei hochbeseligt oder leibe. Das Herz bebarf ein zweites Herz; Geteilte Freub' ist hoppelt Freube, Geteilter Schmerz ist halber Schmerz!". Worüber Königin Christine Tränen lachte. Das älteste und berühmteste Kochbuch der Welt- literatur, das für dielen der Hausfrau so wichtigen Schriftzweig das Vorbild gegeben hat. ist das Werk eines gewissen Eaelius, der sich den 'Hamen deS bekanntesten Feinschmeckers Apicius beilegte, um ba* durch sein Buch besonders zu empfehlen. Das Werk, das tm barbarischsten Latein, einem wahrhaften .Küchenlatein", versaht ist. besitzt nicht nur für die Kulturgeschichte einen außerordentlichen Wert, sondern es sagt auch mancherlei über die alte Medizin- und Apothekerkunst. Eine Küchenfee, die eS heute versuchen wollte, nach diesen fast zweitaufendjährigen Angaben ein Mahl zu bereiten, mühte freilich verzweifeln. Die Köche der römischen Spätzeit sahen nämlich darin die höchste Kunst, den besonderen Ge- fchmack jeder Speise durch Mischung und Derar- bettung mit andern aufzuheben, und so werden Dinge miteinander zusammengebracht, die selbst uns ganz unverträglich erscheinen. Es blieb dem zähen Eifer und der vor nichts zurückschreckenden Kühnheit der Gelehrten Vorbehalten, sich nicht nur In den 10 bis 14 Jahren aufgegriffen und überführt w i m mbad 'S d„ I iS «rolzog fl W fern Sommer mit den H i m b e e r e n nicht weit her, wie man landläufig sagt. Man muß schon viel Zej aufwenden, um einigermaßen eine Portion Beere« zu bekommen. Hoffentlich fällt die B r o m b e e t, ernte besser aus. In diesem Jahre wird man ber; junger Mann vom Turm ins Wasser sprang, fiel er auf einen anderen Schwimmer und biß sich dabei die Zunge ab. Der Verunglückte mußte sofort in ärztliche Behandlung gebracht werden. A r h e i l g e n ereignete sich im S ch ein bedauerlicher Unfall. Als ein 20 Jahre alter Mden- tod*”1 :iMna/ 4un fang des Bürgermeisters zuteil. Das goldene Hoch, zeitspaar steht im Älter von 74 bzw. 71 Jahren. Aus der Ehe gingen 6 Kinder hervor. Hiervon standen während des Krieges 4 Söhne im Feld», einer hiervon ist gefallen, ein zweiter starb nofi während des Krieges an den Folgen einer Derwun. düng. 12 Enkel und 2 Urenkel konnten dem Jubel- paar ihre Glückwünsche barbringen. kreis Alsfeld. # Aus bem oberen Ohmtal, 25. Juli. Die Roggenernte hat im Verlaufe von zwei Tagen das Bild der Getreidefelder völlig oeränbernt. Wohin man blickt, stehen die sogenannten „Hausten", und nur vereinzelt steht noch etwas Roggen auf dem Halm, wo die Reife noch nicht ganz einwand» frei ist. — Trotz guten Blütenansatzes ist es in bie» werden. Mr Tu ixchn e.D dmnwenbk chchen W mit einigt Itl 2lud) Sfrge zu i an 18. fft Lch oerzii lasen Sd)i Hwädjt. A Iä stink. So omtre sich zi hoben ülnr 1500 MI mit !m ©itl! BBon H Huppe de fflairben d HiUppenzi lWg es gleichfalls feftgewalzt wirb. Die Lieferung bes Walz, schotters liegt bem hiesigen Basaltwerk Keil ob, bas in zwei Arbeitsschichten bas Material her. richtet unb mit eigenem Lastwagen an bie Verwen- bungsstelle bringt. kreis Lauterbach. Lauterbach, 25. Juli. (LPD.) In ben letzte« Tagen herrscht an ben Nieder-MooserTej. chen reger Badebetrieb. Das haben sich die Lang, fi n g e r der näheren und weiteren Umgebung zunutze gemacht. Einem auswärtigen Arzt wurde erst jetzt wieder die Geldbörse mit Inhalt aus den Klei, dem gestohlen. Er hatte den Verlust erst beim An- kleiden festgestellt und der Polizei gemeldet. Al; Täter konnten einige Jungens im Alter von Irrgarten der schwer verständlichen Sähe zu wagen, sondern die mühsam errungenen Deutungen dann auch in die Praxis zu übertragen. Die berühmte Philologin des 18. Jahrhunderts, Mme. Davier, die als Frau sich zur Losung dieser Kochaufgaben besonders berufen glaubte, fetzte denn auch ihren! ebenfalls der Altertumswissenschaft ergebenen Gemahl ein genau nach Eaelius gekochtes Mittag-! efjen vor, und der Märtyrer der Wissenschaft schlang j es mit Todesverachtung herunter; er hätte aber dir gelehrte Leistung seiner Frau beinahe mit dem Leben gebüßt, so schlecht wurde ihm. Ein anderer Gelehrter, der die schwedische Königin Christine durch ein Diner nach dem Apicius beglücken wollte, erreichte । nur, baf} sie Tränen lachte; denn was er auf ben Tisch brachte, war ungenießbar. Der Philologe Schuch Dtt» tiefte sich so leidenschaftlich in die Schwierigkeiten M ältesten Kochbuches, daß er ein ganzes Jahr lang Jl der Küche lebte" und über dem Studium des Apicinl selbst zum Koch wurde. Mit einem anderen Altphll-» logen hat er die erste einwandfreie Textgestaltung bei Werkes geschaffen und dadurch erst das CBerftänfr ' nis für diese gastronomischen Hieroglyphen eröffnet Einige Proben aus dieser frühesten Kochweisheit sollen den Hausfrauen nicht vorenthalten wer den, obgleich sie sicherlich wenig damit anzufangen wissen.: •3m ersten Kapitel des zweiten Buches wird z. D. .Ge-! hacktes aus der See und im Darmnetz" behandelt. N • werden da Ragouts und Haschees aus Seesischen un6 tierischen Singeweiden angegeben. Das Rezept zn einem Ragout aus Garneelen und Langusten lautet folgendermaßen: »Zerstoße gesottene Langusten unb Gameelen, nimm ihre Rerven heraus, zerstoße mit ihnen abgesottene Weizengraupe, Sier und Pfeffer und brate sie schnell auf; übergieße alles mit (Sein* fischlake." Gewürze, wie Laserkraut und Mohrenküm* mel, spielen überhaupt bei dielen Gehäckseln eine große Rolle. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Zubereitung verschiedener Wurstfüllsel. AIS bas zarteste Material für die Wurstbereitung wird Pfau* enfleisch gepriesen; dann folgen der Reihe nach Wurst füllsel aus Fasanen, Kaninchen, jungen Hühnern unb -arten Frischlingen. Zum Schluß sei noch ein Rezept für Fleischklößchen aus diesem ältesten Kochbuch ange* geben; „(Sntbeine die Schwanzstückchen, balle sie zu« lammen, schiebe sie in den Backofen und brate sie an! hebe sie heraus und befreie sie auf einem Rost bei langsamem Feuer von ihrer Feuchtigkeit. Stoße Pftst fer, Laserkraut, Cyperngraswurzel, Kümmel, Fischla» unb mildere sie mit Rostnensaft. Mit dieser Brühe tu« die Klöße in den Kochtopf. Sind sie gekocht, so hebe sie weg und trockne sie. Trage sie ohne Brühe, nur nm darauf gestreutem Pfeffer, auf.* k, Mar Wlnoa Höiritt«)' hsfania 1 .?Hülsni< n-itV M auf I töteten. 1 i ,iM Ailor Muscheid ’mM $ Mv. se n' rri Wn «Der Mo Ifritem ffet bl Belgien bnrbcr", • feint. Sei Mich fto somit wjum« 1 ! W 0" MI--" J ajgbet 9 w* AtMe' Oer Darmstädter Kommunistenprozeß. Acht weitere Angeklagte abgeurteitt. LPD. Darmstadt, 25. Juli. In bem großen Kommunistenprozeß, der zurzeit vor dem Strafsenat bes Dberlanbesgeridjts in Darmstabt verhandelt wirb, wurden heute wieder acht Angeklagte, sämtlich aus Groß - Um stadt, wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens abgeurteilt. Die Angeklagten hatten im Jahre 1934 illegale Flugschriften verteilt unb auch Beiträge an bie verbotene KPD. geleistet. Der 26jährige Wilhelm Krämer erhiell drei Jahre Zuchthaus, der 31jährige Paul Walt« Busse 2V2 Jahre Zuchthaus. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von fünf Jahren aberkannt, auch würbe auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Der 35jährige Philipp <5ped)t erhielt drei Jahre Gefängnis, des 22jährige Georg Z i e r e s 2V? Jahre Gefängnis, ber 35jährige Jakob Seipel, der 32jährige Adam Schweitzer und ber 36jährige Georg Storck 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, ber 34- jährige Wilhelm Rosenberger 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Die Derhanblung gegen diij übrigen Angeklagten wirb fortgesetzt. Sich selbst die Zunge abgebisten. LPD. Darmstadt, 25. Juli. Im benachbarten Urieberrec IWttsetzr fflin Marl Wurf. Hment ql unb £ ft'ie liebt' Men. Men. S jWt Tott <1 ÜJlenld UßMt b Are Mei -Arien 1 •Mer K, Wien?!" «Iflrla A Carlen Kl - /eh & Wi @je . SMn k SWen, °»r. dem 5 ff W ZU . ilhf-r btod Hin 1rfrQt : deg tzr Ni leider noch viel verkannten Holunderbeeren Sn etwas mehr Interesse entgegenbringen, lassen sich ^,n F1’! daraus doch guter Gelee und Wein Herstellen. v.;. Mm Ober-Ohmen, 25. Juli. Nachdem die Aus. r' stückung ber Kurven ber Ohmstraße beenbet ijt, trat nunmehr bie Dampfwalze in Tätigkeit, bie auf bas rauhe Gestein eine starke Schotterbecke aufwalzi. Die Walzarbeiten haben bei Ruppertenrobbe. aonnen unb werben in ber Richtung Ulrichstein (eine Länge von zirka 12 Kilometer) fortgesetzt. Aus bie Schotterbecke kommt sofort eine Schicht fertig- gemischter Teersplitt, „Heibelbeeren" genannt, bi, am Fritz Schaumburg. (Schirner-M.) Das war damals eine außerordentliche Tat, an VfA.-Reichsbahn-Leichtathletik darauf in der •8. August auf seinen besten Leichtathleten Otto iten muß. Die 4X100-Meter-Staffel, i« 18. Etappe her Tour he France ngnis, ber dir den Georg. städter Studenten zunächst 1910 Darmstadts und dann ein Jahr Rhön unternahmen. Damit hatte die Geburtsstunde schlagen. Die ersten Flüge auf •A.: Wood, Budae im Einzel, Alli- son-van 'Ryn im Doppel. Der Kampf beginnt Samstag auf dem Hauptplatz in Wimbledon. Trainingstag auf dem den Großen Autopreis von eine Rekordrunde von Carac- boten worden war. Rach dem Kriege war es Oscar Ufinus, der „Baler der Rhön", der die Idee des motorlosen Fluges hochhielt, alle in Deutschland zersplitterten Kräfte sammelte und 1920 den ersten Rhön-Segelflug ins Leben rief, dessen Leistungen die Welt in Staunen versetzten. Ein Flug von 1830 Meter war das Ergebnis dieser ersten „Rhön", das ein Jahr später von dem gleichen Flieger, Dipl.-Ing. K l e m p e r e r, mit einem Zielflug nach dem sieben Kilometer entfernten Gersfeld wett Überboten wurde. Auch der Dauerrekord Orville Wrights fiel; er wurde von 9 Minuten 45 Sekunden auf 13 Minuten 3 Sekunden verbessert. Und dann setzte in den folgenden Jahren eine beispiellose Entwicklung ein. Die Namen Ferdinand Schulz, Martens, H e n tz e n, Max Kegel, Günther Groenhoff, Wolf H i r t h und viele andere sind mit dieser Entwicklung verbunden, ihre kühnen Flüge waren wird. Menzel wird kommen. Der zweite Nürburgring für Ä '5*A KPD. M r erljitif 6: Paul W Men ml e Louer : auf hre @wrr der M ijährige Roderich Menzel, der fudetendeutfche Tennisspieler, tritt demnächst wieder eine Weltreise an, die ihn nach Amerika, Japan und Indien führen " " ' ' erst 1936 wieder nach Europa der wir am besten ermessen können, welch langer, mit Schwierigkeiten aller Art gespickter Weg zurückgelegt werden mußte, um die heute so selbstverständlich gewordenen Thermik-Ueberlandflüge auszuführen. Der Motorflug trat in den Jahren vor dem Kriege derart in den Vordergrund, daß nur ganz wenige von den Versuchen wußten, die Darm- — in foer Mhe Segelflieger über der Rhön. Ein Blick auf hie Entwicklung des deutschen Segelflugs. klagten lc deicer Schlußmann Luh ist, ist dadurch stark ge- :n üerteill : Aber unter den Leichtathleten finden sich nach mehr gute Könner, so daß das Auftreten des AMR bis jetzt immer zu achtbaren Erfolgen füirti So wird auch in Limburg einer ober Der aniitK sich durchsetzen. Die meisten Aussichten hierzu! h: ben Jakob im Speerwerfen, S o b e z a k Mir 1500 Meter und, falls Herrmann und WÜo^H mitfahren, diese in den Wurfübungen. Bei btid grauen ist es schwer, eine Voraussage zu tref- Die Gegner der Davispokal-Heraus- forderungs-Runde England und USA. haben ihre Mannschaften rote folgt aufgestellt: England: Perry, Austin im Einzel, Hughes-Tuckey im Doppel; US/ ~ der „Rhön" ge- einem Rumpfdoppeldecker brachten Ärecken von 350 Meter und im August 1912 840 Meter, wodurch die Höchstleistung Wrights von 622 Meter erheblich über- langsamer. Schaumburg lief deutschen Rekord über 2000 Meter. Bei einem Abendsportfest in Hörde unternahm der Berliner PolAst Schaumburg einen Rekordversuch über 2000 Meter, der erfolgreich verlief. In Anwesenheit von etwa 3000 Zuschauern stellte er eine neue deutsche Bestleistung über diese Strecke mit 5:28 Minuten auf und verbesserte damit den alten Rekord um 4,4 Sekunden. Von den Übrigen Ergebnissen ist noch der Sieg des Frankfurters Metz- ner über 400 Meter in 49,6 und die Jahresbestleistung des ASD. Köln mit 3:22 Minuten für die 4X400-Meter-Staffel zu erwähnen. Hintergrund des finsteren Korridors. „Dort ist das Zimmer von Herrn Korda." Marlen ging leise den Korridor entlang. Er war lichtlos und vollgestellt von altem Gerümpel. Die Tür zur Küche stand offen. Der Raum war mit abgebrauchtem Mobiliar oollgestellt. Auch die Wirtin Georgs schien in großer Armut zu leben. Gerade wollte Marlen an die bezeichnete Tür klopfen, da hielt sie vor Schreck inne. Durch das dünne Holz klang ein Aufftöhnen wie von einem Menschen, der sich in tiefster Seelennot befindet. Leise öffnete sie. In dem grämlichen Regenlicht lag ein kleines Zimmer vor ihr. Die Decke war abgeschrägt, die Tapete zerrissen. In dem Raum stand nichts weiter als ein Eisenbett, ein wackliger Schrank und ein kleines eisernes Waschbecken. Am Fenster eine Holzplatte auf zwei Böcken. Davor saß auf einem Stuhl Georg Korda. Er hatte den Kopf in die Hände gestützt und lehnte halb vorge- beugt über diesem primitiven Arbeitstisch. Aus seiner ganzen Haltung sprach völlige Verzweiflung. Es war kalt im Zimmer. Durch die kleinen, schlecht schließenden Fenster pfiff der Wind Marlen umfaßte mit einem Blick dies Bild des Elends. Sie sah den Bruder nur von rückwärts. Aber sie erkannte, wie abgemagert er war Der abgetragene Sportanzug hing lose an ihm herunter. Tränen stiegen in ihr auf. Aber sie nahm sich zusammen. Sie durfte den Bruder nicht noch mutloser machen „Georg?!" Georg Korda fuhr herum Sein bleiches, abgezehrtes Gesicht sah ungläubig auf die Schwester. Dann erhellten sich seine traurigen Augen. „Marlen!" Die beiden Geschwister lagen sich in den Armen. Ein ganzes Weilchen konnten sie beide nicht sprechen. Das Glück des Wiedersehens überwältigte sie. Immer wieder nahm Georg Marlens Gesicht in seine Hände, sah ihr in die Augen und sagte: . Marlen, liebe kleine Schwester, daß du wieder hier bist! Daß ich dich wiedersehe! Wie freue ich mich. Marlen? Wie schön siehst du aus und wie gesund! Was habe ich für eine schöne Schwester!" „Ach, Georg, rede doch nicht so!" Marlen schämte sich plötzlich, daß sie so gesund und frisch aussah, nun sie Georg gegenuberstand. Auf dessen Gesicht prägte sich die Zeit der Entbehrungen und Sorgen allzu deutlich aus. Sie waren sich beide sehr ähnlich in dem klaren Schnitt des Gesichts, der geraden Nase, der Stirn und dem aschblonden Haar. Aber Georg sah nicht aus, als wäre er neun Jahre älter als Marlen, sondern viele Jahre. Das machte die schwere Zeit. Wenn sie ihm doch bloß helfen könnte! Wenn es doch nur einen Ausweg gäbe, ihn aus feiner Not au befreien, ihm dazu zu verhelfen, feine Erfindung auszuprobieren. ,Lomm, Marlen", sagte Georg strahlend, „fetz dich hierher." Er zog sie auf den Schemel. „Es arbeit und durch immer neue Vorstöße das Feld zu sprengen, und hierbei konnte sich ihr Spitzenreiter R. Maes wieder etwas mehr in Sicherheit bringen. Der Italiener Morelli, der im Gesamtergebnis nur 2,57 Minuten hinter dem Belgier lag, hatte den Anschluß an die Spitzengruppe verpaßt und verlor dadurch nicht weniger als zehn Minuten. Von den deutschen Fahrern hielt sich Stach am besten und kam in der Spitzengruppe als Vierter ein. Auch Händel und Ickes konnten sich als 11. bzw. 15 noch recht annehmbar plazieren. Beim Zeitfahren kam überraschend der Franzose Fontenay vor Leducq und den beiden Maes, von denen R. Maes sogar auf halbem Wege mit 24,10 die beste Zeit gefahren hatte, ein. Bester Deutscher beim Zeitfahren war Weckerling, der als 20. ankam. Der preis hes Führers für has »Braune Bank»". H ft Start in Limburg a. d. Lahn. Dii Turn- und Sportgemeinde VfR. 07-Reichs- b«-ne. D zu Limburg a. d. Lahn veranstaltet am geurteilt w^-riden Sonntag ihre 1. nationalen leichtathle- in dem gr kWe Wettkämpfe. Der VfB.-Reichsbahn nimmt 3r dem ? mÄi nigen Aktiven und Frauen an den Kämpfen Öarmftabt ttjiL Auch in Limburg wird es nicht leicht fein, er acht SLttzi zu erringen, zumal der VfB.-Reichsbahn bis l n ... r. nem ä 9fnz.nr* „>,r wohl, Herr Korda wohnt hier. Er ist zu i. Soll ich Sie anmelden, Fraulein?" tii, danke! Ich bin die Schwester von Herrn |piÄ^«oitbo - ich will ihn Überraschen." _ _ „ 'Ä da wird er f' ' ' ie^ Katt mir fo oft Wieder ist Deutschlands Segelfliegerjugend auf der Wasferkuppe eingetroffen, um ihr Können zu zeigen und im friedlichen Wettbewerb die beste Flieger-Landesgruppe zu ermitteln. Denn nicht mehr die Einzelleiftung steht bei dem diesjährigen 16. Rhön-Segelflug-Wettbewerb obenan, sondern diese dient lediglich dazu, den Wettbewerbsstand der Gruppe zu verbessern. „Einer für alle, alle für einen!" ist auf der Rhön der leitende Gedanke, wie er ja auch bestimmend für alle anderen Wettbewerbe auf dem Gebiet der Luftfahrt geworden ist. Die Rhön! Die Bezeichnung für diesen herben, eigenartig reizvollen deutschen Landstrich ist zu einem Begriff geworden, der von der Geburt, dem Wachsen und Werden der deutschen Segelfliegerei nicht mehr zu trennen ist. Die Geschichte dieses Sports, der sich aus kleinsten Anfängen au einem Volkssport entwickelt hat, ist der Wasserkuppe, jenes 950 Meter hohen Berges des Rhön-Gebirges, das geographisch genau bestimmt, südlich vom hessischen Bergland, westlich vom Thüringer Wald, nördlich vom Spessart und östlich vom Vogelsgebirge liegt, aufs engste verbunden. Bereits vor dem Kriege versuchten deutsche Studenten wie Gutermuth, von Loessel u. a. das Problem des motorlosen Fluges, das vom Altmeister der „Fliegekunst", Otto L i l i e n t h a l mit erfolgreichen Flugversuchen in den Jahren 1891—1896 in Angriff genommen war, zu läsen. In den Rhinower Bergen flog dieser erste Pionier des Fluggedankens. dessen Leben am 10. August 1896 feiner Idee zum Opfer fiel, 300 Bieter weit, vollbrachte also eine Leistung, die dem heutigen A-Flug, der ersten Leistung eines Segelflugschülers entspricht. Auf der Rennbahn in München-Riem wird am 4. August zum zweiten Male das große Rennen um das „Braune Band von Deutschland" ausgetragen, an dem nicht nur die besten deutschen Vollblüter, sondern auch hervorragende Pferde aus ausländischen Ställen teilnehmen. Mit 50 000 Mark ist dies eines der wertvollsten Rennen des deutschen Turfs. Unser Bild zeigt Vorder- und Rückseite des Preises, den der Führer und Reichskanzler für das „Braune Band" gestiftet hat. (Scherl-M.) Kurze Sportnotizen. Reit- und Fahrturnier Bad-Nau- heim. Dem Bericht über das Reit- und Fahrturnier in Bad-Nauheim ist nachzutragen, daß die Schauvorführungen des MG.-Zuges vom III. Bataillon gezeigt wurden. Oberfeldwebel Wendel, der Sie sind das einzige, was er noch im Leben hat." I ist meine einzige Sitzgelegenheit. Darf ich Die freundliche alte Frau wies auf eine Tür im Mantel abnehmen?" ~ ,Ach, danke, ich behalt' ihn lieber an, im Jagdspringen der Klasse L geraume Zett in Führung lag, gehört dem III. Bataillon an. —-----' !.tzi Marlens Gesicht war ein beinahe entrückter 6ä^e 8U Wj&Lisbud. Sie wußte sich, wie schön sie in diesem >eutungenaussah. Das ganze leidenschaftliche Gut- - Die bmsseiü» t „d Helfenwollen ihrer Seele überstrahlte sie. , Wme. (5je (iebt Dietrich!, dachte Karla in frohem Er- t Kochenn auch ^gefNjiin. Mir nicht und vielleicht auch sich selbst l ergebenen'nicht @otf |ei gedankt, daß es so ist. Diese bei- kochtes »hem Nenschen müssen zusammenkommen! fienfdjflftw .Hmßt du, wer imstande sein würde, ihm eine er foätte ^beftfert Meinung von Frauen beizubringen? Du!" ihemitdw ;AMen wurde glühend rot. Ein anders Karla, was redest du auch heute zu- i Ehnstine kfanuun?!" n wollte, enr 1 tcraa wollte noch etwas sagen. Aber Marlens zerauf deniGetsih: zeigte jetzt einen so erschreckenden Ausdruck, ologeSchuibdash \V; schwieg. Die Dinge sollten langsam heran- bwierigkei^reiLen. So sehr Karla darüber traurig gewesen, es Jahr lansdäH D arlen für mehrere Tage nach Dresden reifen nuin desAMoM — jetzt war es ihr beinahe recht. nderenM< (vir wollte Dietrich erst einmal für sich allein »»taesiaM.halM. Sie wollte ihm von Marlen erzählen und ft bad le^tööaie ihn langsam von seinem Mißtrauen fort nlvvben erc'zum Jertrauen bringen. Dann würde er auch wchlvtiiM'Ilrle, anders sehen und vielleicht langsam begrei- u-nwerdrr fem, ms für ein Menschenkind Marlen war. Dann sangen^würde vielleicht auch ihr geheimer Plan, Dietrich 8DirU^,luttJ* ®arIen zusammenzubringen, sich entwickeln. -h-b-h-L 9. Kapitel. Mt dem Besuch der Freundinnen und Haupt- Las rSjinaiw Weckenrvths bei Dietrich waren vierzehn LanguI^Ta»;« Zergangen. Marlen war bei ihrem Bruder leßflNfiftt iXnsben. ie hatte ihre Ankunft in Dresden nicht ange« Jet Vom Bahnhof aus fragte sie sich nach der )ning des Bruders durch. Ihr Herz wurde ter schwerer, als sie in die düstere Straße ein- . u^yu.-. ir der Georg wohnte. Das war ein richtiges .»ichöftill^^Ewmsviertel, in das sie da kam. Das Haus sah ,$'DetitoilrIoft aus. In dem grauen Regentag, der Stadt lag, wirkte es noch trostloser und ».jbenatv^.farMsDie Treppen waren ausgetreten, die Ä 01Afet zerfranst, die Wände zeigten häßliche km von abgeblättertem Putz. Im vierten k dieses Hinterhauses fand Marlen endlich den ttn des Bruders auf einer Visitenkarte an einer Marlen und Georg standen nun auf der Straße. Ein heftiger Wind schlug ihnen entgegen. Marien sah, wie Georg in seinem dünnen Mantel zu» sammenschauerte. Wieder krampfte sich ihr Herz in Angst und Mitleid zusammen. Wenn nicht bald Hilfe kam, würde Georg noch zugrunde gehen. Hätte sie nicht doch vielleicht ihren Stolz bekämpfen und von Karla etwas annehmen sollen? Was war der Stolz, wenn der Bruder einem zugrunde ging? Es würde nichts übrigbleiben: sie würde mit Karla sprechen müssen. „Komm, Georg, wir nehmen ein Auto, es ist ja ein abscheuliches Wetter." „Aber, Marlen, was für ein Leichtsinn!" „Ach, laß mich einmal leichtsinnig fein, Georg!" Marlen dachte bei sich, auf die zwei Mark für das Auto käme es auch nicht weiter an. Ihr Geld war doch zu Ende, wenn sie zu Karla zurückkehrte. Grade, daß sie Georg vielleicht noch ein paar Pfennige balaffen konnte. An ber Ecke der nächsten Straße fanben sie auch ein Autp und fliegen ein. „Wohin foll's benn gehen?" fragte ber Chauffeur. Georg sah etwas ratlos aus. Er war in bem ganzen Jahr seines Aufenthalts hier noch niemals in einem Lokal gewesen. Marlen fragte ben Kutscher, wo man ruhig unb bescheiben, aber gut essen könnte. Der Chauffeur empfahl ihnen ein kleines Restaurant in ber Prager Straße. „Schön, fahren Sie uns bahin", entfchieb Marlen. Georg saß mit mübem Gesicht in ber Ecke bes Wagens. Daß er sich von Marlen einlaben lassen mußte und selbst kaum einen Pfennig in der Tasche hatte, drückte ihn sehr. Aber Marlen verstand es, durch heiteres Plaudern und Erzählen ihn von feinen trüben Gedanken abzubringen. Sie berichtete von Karla und dem Aufenthalt bei Haupt- mann Weckenroth und brachte Georg dahin, seinen Trübsinn für ein Weilchen zu vergessen. Nach zwanzig Minuten hielten sie vor einem kleinen Weinrestaurant. Georg half feiner Schwester beim Aussteigen. Marlen schob ihm ihre Geldbörse in die Hand. Bezahl' du! Das sieht besser aus, Georg." Dann gingen sie beide untergefafjt dem Eingang des Restaurants zu, das jetzt in der grauen Nach- mittagsftunbe schon hell erleuchtet war. Wie sie burch bie Pforte hinburchgehen wollten, stießen sie mit einer jungen Dame zusammen, bre in lebhaftem Gespräch mit ein paar Herren unb Damen gerade aus dem Caf6 kam, das zu dem Restaurant gehörte. „Verzeihung!" sagte Georg höflich unb lüftete feinen Hut. Die junge Dame, ein schönes blonbes Geschöpf in schwarzem Pelzmantel mit hochgestelltem weißen Fuchskragen nickte hochmütig. Im Dorübergehen streifte ihr Blick Georg unb Marlen, bie jetzt bicht neben bem Bruder in bem Vestibül bes Restaurants verschwand. (Fortsetzung folgt!) loi Bordeaux nach La Rochelle führte die 18. 1®« L \(EÜ pp- der Frankreich-Rundfahrt. Don den 192 km \L..n iiöiöjrbn die letzten 33 km von Rochefort nach dem 09 Eli Planziel als Zeitfahren ausgetragen. Hier ge- ”L läri | ss den Belgiern durch unermüdliche Wühl- Z 9JL-'. Jntner wieher großartigeStreckenflüge Der 16. Rhön- Segelflugwettbewerb. » Düs warme Wetter mit blauem Himmel hielt auch nn ' 1 SM n unvermindert an. Am Donnerstag, dem i n toej' fifafi-n Wettbewerbstage, an dem wie am Mittwoch N veri^ mied r 56 Starts ausgeführt wurden, erreichte die , nGrfmntzahl der bisherigen Wettbewerbsflüge die Milche Ziffer 246. eiti< Zur Ermunterung für bie Höhenpreise ber Aus- 'st ez fchrmung sollten eigentlich Höhenflüge „geübt" Ä »tit: nitTisn. Soweit bisher feststeht, würbe aber nicht 'Ho.n Diel-Dill -araus. Dafür beträgt aber bie gestrige Gesamt- i>Ort'On kftied nfumme etwa 4000 Kilometer, eine Zahl, bie °r°inbk,siv !gfer Karlsruhe (195 Kilometer). Wolf Hirth auf rienroj „ljiinmoa" lanbete bei Wipperfürth bei Köln (193 .UlrichsKlmeter), währenb ber Dessauer Renner auf '^gesetzt. »„Ask nia" mit seinen Kameraden, dem Gelsenkirche- Schicht i^n«l Hülsmann auf „Rhönadler", dem Dresdener genannt"A^ethe und dem Stuttgarter Holzbaur, ung degHberde auf „Condor", dem Sauerland Besuche ab- f m e r f ejtiitteen. Sie meldeten als Landungsorte Meschede Material (W Kilometer), Gummersbach (175 Kilometer), i die scheid (186 Kilometer) und Siegburg (190 Ki- lomte-r). Peter Riedel schaffte etwa 250 Kilo- rmtfi: feine Landung erfolgte in der Nähe von Düren (Rheinland). 3n d-n i». Mannheimer Ludwig Hofmann ist auf hoferr^11 Fernseaelflug von der Wasierkuppe in Arlon ich di 9 »im Dllgien gelandet, und zwar auf seinem „Rhön- Uma?hun/^rt:ir ' 330 Kilometer von der Wasferkuppe ent- Irxt mi? feint Sein Kamerad Oeltzschner gelangte bis Um bestich von Trier etwa 270 Kilometer weit. Gestern er« sttÄ! Ämit insgesamt 18 Fernstrecken über 100 Kilo- qemelde ^^i ausgeführt worden. im Au de Stettiner R o e h r e n hatte leider Pech. Er prWhJ-JaeKtammerte bei der Landung auf dem Vorgelände 9 mt-.bec wasierkuppe feine „Hermann Mayer II" reftlos und pg sich dabei einen doppelten Beckenbruch zu. SgebißA -____ . _______ :ZM landen zuemanver. 11V [ Ir Vornan von Klothilde v Stegmann • unb die1 mglückte M Llirht-errechlschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (6.) -acht "^12!8lrttetzung Nachdruck verboten l Deutschland brachte ciola, der auf seinem Mercedes-BenA etwa 130 Stundenkilometer erreichte. Rosemeyer (Auto-Union) und Brauchitsch (Mercedes-Benz) waren nicht viel Georg sah beschämt aus. „Verzeih, ich vergaß — es ist kalt hier. Ja, ich habe heute nicht heizen lassen — weiht du, ich kann es gar nicht ertragen, wenn es so schrecklich warm im Zimmer ist." Er wurde rot. Marlen sagte nichts. Sie er» kannte ja, das war eine Notlüge von ihm. Er hatte sicher kein Geld für Kohlen und wollte das nicht eingestehen. Tapfer meinte sie: „Weißt du was, Georg, wir gehen jetzt zusammen essen. Irgendwohin, wo es nett ist, ganz bescheiden, Georg, und wo wir ungestört miteinander reden können. „Aber ich habe kein Geld, Marlen. Können wir nicht hierbleiben? Ein bißchen Tee macht uns Frau Wöhler. Etwas Brot habe ich noch. Ob allerdings noch etwas zum Streichen da fein wird?!" Er wandte sich zur Tür. „Einen Augenblick, Marlen, ich will mal Frau Wöhler fragen. Sie ist nämlich rührend gut und hilft mir manchmal aus, wenn ich gerade nichts im Haufe habe/ Marlen hielt Georg zurück. „Nein, nein, Georg, ich labe bich ein. Ich habe noch ein bißchen Erspartes. Zu einem Abenbbrot reicht's schon noch. Unb bann plaubern wir noch so recht gemütlich unb überlegen uns einmal, was werben soll." Georg roiberftrebte schwach. Aber ber Gebaute, trgenbroo im Warmen zu sitzen, sich einmal roieber sattzuessen, einmal bem Elenb seiner vier Wände zu entfliehen und mit Marlen, feiner geliebten kleinen Schwester Marlen plaudern zu können, war doch zu verführerisch. „Wenn du dich nicht genierst, mit mir auszugehen, Marlen. Mein Wintermantel ist nicht mehr sehr repräfentabel." „Dummer Bub", sagte Marlen und fuhr ihm zärtlich durch das dichte, blonde Haar, „weißt du nicht, daß ich schrecklich stolz bin, so einen großen Bruder zu haben? Was kümmert uns das Aeußere? Wer uns nicht mag, ber braucht uns nicht anzusehen. Die Hauptsache, wir wisfen, was wir voneinander halten." Da erhellten sich Georgs traurige Augen. Er machte sich rasch fertig. Untergefaßt gingen bie Geschwister ben Korridor entlang. „Auf Wiedersehen, Frau Wöhler", rief Georg in die Küche hinein. „Ich gehe mit meiner Schwester fort." „Das ist recht, Herr Korda, da kommen Sie doch wenigstens einmal aus dem ewigen Grübeln heraus." ~ v Wohlgefällig fah die alte Frau den beiden jungen Menschen nach. Sie schienen sich wirklich beide von Herzen lieb zu haben, die Schwester schien ebenso nett und gut zu fein wie der Bruder. Wenn sie beide nur einmal richtiges Glück haben würden!, dachte Frau Wöhler. ____________, Äs. Auf ihUlingeln öffnete'eine ältere, ver- Snert Frau mit freundlichen Augen. M sich aber freuen, Fräulein. Er HM itir fo oft von Ihnen erzählt. Ich glaube. Der Turmbau -er katholischen Kirche ten soll. Vor Gebrauch müßten zwei Eßlöffel Wasser auf das Kissen gegossen und dieses banB aus 6 der Saar. 19: Präsentier- und Parademärsche ehe" maliger deutscher Regimenter. 19.45: Die Wochen" Aus -en preußischen Nachbargebieten E * C und zum Bauen B d283 D jetzt bar, S -- 2 E e Geschmackvoll Vornehm Persönlich E- Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 28. Juli, nachmittags 2*/9 Uhr vom Trauerhause Bismarckstraße 21 aus statt. ter Abend des Reichssenders Stuttgart. 22: Nach richten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebeziä 22.20: Ausschnitte aus dem Sommerfest von Meersburg am Bodensee. Stellenangebote! Keine Ursprungszeugnisse, Umbern nur Zeugnis- abjchrtften dem Be> werbungchchrelben beilegen! - Lichtbilder undBewerbungsunter. lagen müssen zur Ber- meidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Sein Tvunfchkraum. . herrlich, so'n Dampfer!" ,La, das könnte dir so passen — den ganzen A zu rauchen!" (Zeichnung Krommer-M.) Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schäfer und Kinder Balthaser Pfeffer und Frau Philipp Schäfer III. und Frau. Großen-Buseck, den 24. Juli 1935. junge Stau oöerlWen zu älterem Ehepaar für Vormittags gesucht. Hitlerwall 47II. [ Vermietungen | Klein - Wohnung (Neubau) osisz 2 Zimmern. Küche analleinst.Dame od.Ehepaar zum 1. Sevt. z.verm. Wieseck. Zu er fr. irrt Gieß. Anzeig. u o »! :O-C E = o OOE 5 E «.2, vO o -2 £ E Q Wundstarrkrampf bei dem Verletzten bemerk- der seinen Tod zur Folge hatte. Rurrdfrrnkprvgramm. Samstag, 27. Juli. Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnasttk. 6.15: Links: In schwindelnder Höhe arbeiten die Zimmerleute am Balkengerüst der Turmhaube. — Rechts: Der Turm der Reuen katholischen Kirche, von der Alicensttaße aus gesehen. (Aufnahmen |2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Tüchtiges 03144 Mädchen f. Küche «.Hausarbeit gesucht. Württemberg. 0of Bahnhofstr. 15. Vom Turme aus bietet sich ein einzigartiger Aus- blick auf die Stadt. Tief unten liegen die Häuser, weit schweift der Blick über Straßen und Gassen in die Runde. Von überallher leuchten die reifen Getreidefelder herauf. Gleiberg, Vetzberg und Düns- berg grüßen herüber, einen schönen Anblick bietet der Schiffenberg. Wenn man gar oben auf der jetzt in Arbeit befindlichen Turmhaube steht, dann wird selbst der Vierungsturm auf dem Kreuzschiff der katholischen Kirche wieder zierlich, und in die Liebig- straße blickt man wie in eine Schlucht hinein. Interessant ist es, in diesem Zusammenhang etwas über die Materialmenge zu hören, die insbesondere für die Turmhaube aufgewandt werden muß. 60 Kubikmeter Holz sind für das Balkengerüst nötig. Das bedeutet zwei ganze Eisenbahnwaggons voll. Die Länge der aus dieser Holzmasse geschnittenen Balken beträgt 2000 laufende Meter. Die Balken, die die Turmhaube zu tragen haben, sind etwa 25 Zentimeter (im Quadrat) stark. Für den Transport der Balken in die Höhe schuf man innerhalb der Turmspitze eine Drahtseilwirche. Die Arbeit geht rasch vonstatten. Wenn das Balkengerüst fertig ist, wird die Turmhaube zunächst mit Holz verschalt und dann mit Schiefer gedeckt. auf die erkrankte Stelle des Körpers gelegt roerben Der Betrüger gibt dabei an, daß der Preis bes । Kiffens vorzugsweise 12 Mark betrage, während! es in den Apotheken 48 Mark koste. Die Polizei warnt dringend vor den & trügern, vor allem aber davor, derartigen P^. fönen ohne vorherige genaue Erkundigung im not. Geld auszuhändigen. Das Brandunglück in Höchst. Zahlreiche Beileidskundgebungen. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Juli. Das schwere Unglück, von dem das Höchster Werk der IG. - Farbenindustrie heimgesucht wurde, hat, wie die Werksleitung mitteilt, in allen Bevölke- rungskreiesen die größte Anteilnahme gefunden. Wie bereits gemeldet, weilte Gauleiter Sprenger gleich nach B'kanntwerden des Unglücks an der Unfallstelle, um sich an Ort und Stelle zu informieren, und gab seiner herzlichen Anteilnahme Ausdruck. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, sowie der Landesobmann der NSBO. und Gauwalter der DAF., Becker, suchten die Brandstätte auf, um sich gleichzeitig im Krankenhaus nach dem Befinden der Verletzten zu erkundigen. Bei dieser Gelegenheit sprach die Werkleitung dem Oberbürgermeister den Dank für die schnelle und aufopferungsvolle Arbeit der Feuerwehrmänner und Sanitätsmannschaften aus. Das Befinden der im Krankenhaus liegenden Verletzten, insbesondere auch der drei Schwerverletzten, gibt zu keinerlei ernsten Besorgnissen mehr Anlaß, ihr Zustand hat sich inzwischen glücklicher- weise bedeutend gebessert. Warnung vor Gchwin-lern. Besonders alleinstehende Frauen als Leidtragende. LPD. Frankfurt a. M., 25. Juli. Wie die Polizei mitteilt, mehren sich in letzter Zeit die Fälle, in denen Volksgenossen durch unlautere Elemente an ihrem Vermögen erheblich geschädigt werden. Leidtragende sind dabei meistens alleinstehende, ältere Frauen. Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Weh ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlag*- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vlelfM n* gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Frühkonzert. In der Pause Nachrichten. 8.10: Gym- nasttk. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 11.30: Sozial- dienst. 11.45: Bauern funk. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus bei» Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht: Quer durch bii Woche. 14.45: Aus der Wunderwelt der Natur. 15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstaanachmittqi mit NSG. „Kraft durch Freude". 18: Fahrten durch südwestdeutsches Land. Das Giletta-Volks» buch. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Feierstunde an Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der 9^ ' Familien-DrucksacN g w e ‘5 Ja 3 £>■ k 2 iter. 19.45: Die Woche schau" des Zeitfunks. ~20: Nachrichten. 20.10: Alu Karlsruhe: Im Reich der Sommerfreude! Ein bun- So gibt sich ein Schwindler als Verficht rungsberater aus, läßt sich die Dersicherungr» papiere vorlegen und erklärt, daß die Prämie^ herabgesetzt seien und daß ab 1927 eine Rückver, gütung von über 100 Mark in Frage käme. Zu. nächst mühte die herabgesetzte Jahresprämie füg 1935/36 bezahlt werden, dann würde innerhalb doh 14 Tagen der Rückvergütungsbetrag durch die Pos, übersandt werden. In mehreren Fällen sind deiq Betrüger Beträge zwischen 30 und 40 Mark ge, zahlt worden. Die Quittungen wurden mit falschen, Namen unterzeichnet. Ein anderer Betrüger bietet ein Heilkis. sen zum Kauf an, das aus grauem, wasserdichte,, Stoff gefertigt ist und angeblich Heilkräuter enthol- Zwangsversteigerung K19/35 Am Mittwoch, dem 31. Juli 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, Zimmer 221, die den 1. Frau Luise Happel Wwe., geb. Herbert, zu 6/8 und 2. Kaufmann Hans Wilhelm Emil Happel zu 3/a, beide in Gießen, Rodheimer Straße 42, zugeschriebenen Grundstücke versteigert: 41760 Grundbuch für Gießen, Band 48, Blatt 2417. 4. Flur XXVIII Nr. 287 Grabgarten hinter den Schießgärten an der Rodheimer Straße 1481 qm, Schätzungsbetrag = 2 962 RM. 5. Flur XXVIII Nr. 288 Wiese daselbst 9460 qm, Schätzungswert = 13 460 RM. Sa. 16 422RDL Der Steuereinheitswert (1.1.35) beträgt zu 4. 2962,— RM., zu 5. 18 900,— RM. Gießen, den 13. Juli 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen. Karle, Ortsgerichtsvorsteher. (Jott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine teure Frau, unsere innigstgeliebte Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin Tante und Patin Lina Schäfer, geb. Pfeffer im Alter von 38 Jahren nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Keine Blähungen mehrl Blähungs- und Berdauunasvulver. Frei von Chemikalien. Nicht abführend. Borz. erprobtes Mittel bei Gefühl des Vollseins in der Magengegend. Spannung u. Beengung iw Leibe, Luftausstoßen, Atemnot, Beklemmung- Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel, Unfähigkeit klar zu denken, Gemütsverstimmung. Schlechte Verdauung wird behoben, übermäßige Gas' bildung verbind., Blähungen auf nattirl. WA aus dem Körper geschafft. - Preis 1,60 RM- Reformhaus, Kreuzplatz 5 42680 Q « y «•Bq Ecc 2 Zc? JE-o, der segelflugbegeisterten Jugend Vorbild und Ansporn. Im Jahre 1930 wurde das Forschungsinstitut für Segelflug der Rhön-Rossitten-Gesellschaft unter Führung von Professor Georgi i ins Leben gerufen: ein neuer, gewaltiger Aufschwung setzte em, dem durch die wissenschaftliche Erforschung der Strömungen des Luftmeeres und der verbesserten Konstruktionen der Segelflugzeuge die Wege geebnet wurden. Dem rein statischen Segelflug, d. h. dem Flug unter Ausnutzung der Hangwinde, die im Gebirge der Formen der Hänge folgen, folgte der dynamische Segelflug, bei dem sich der Flieger die in den Schwankungen der Luftströmungen aufgespeicherten Energien zunutze machte. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit wurde der Gewitterflug durchforscht, wurden weiter die Wolkenaufwindgebiete entdeckt, die den Segelflieger unabhängig von den Hangwinden machte und ihm neue weite Räume erschloß. Erst die wissenschaftliche Erforschung des Thermikfluges, wie diese letztere Flugart genannt wird, ermöglichte die großartigen Leistungen eines Günther G r o e n- h o f f und eines Wolf H i r t h, die nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt Bewunderung und Aufsehen erregten und bahnbrechend für den heutigen Stand der Segelfliegerei wurden, Wer erinnert sich nicht der großartigen Leistungen unserer deutschen Segelflieger in Südamerika, des Thermikfluges Wolf Hirth's über Neuyork, des 4200 Meter hohen Fluges Heini Dittmars im notigen Jahr über Rio de Janeiro, des Dauerflugweltrekords Kurt Schmidts mit 36Vs Stunden, der am 3./4. August 1933 aufgestellt wurde? Und gleich der erste Tag des jetzigen Rhön-Segelflug- Wettbewerbs brachte durch den jungen Mannheimer Flieger mit rund 500 Kilometer Streckenflug einen neuen Weltrekord. Deutschland ist damit das Land, das den Segelflug zu feiner heutigen, Bewunderung erregenden Höhe entwickelt hat, es ist das Land des Segelfluges. Cn unzähligen Ortsgruppen ist die deutsche Jugend Mit Feuereifer am Werke, um das große Erbe weiterzutragen und weiter zu entwickeln. In selbstlosem Einsatz, in treuer Kameradschaft und mit den bescheidensten Mitteln wird überall in deutschen Landen, wo die Bedingungen es nur irgendwie gestatten, an der Verwirklichung einer großen Idee gearbeitet, dem Einzelnen wie der Gesamtheit des Volkes zu Nutzen. Das Frauenturnen beim Saufest. Das deutsche Volk braucht gesunde Frauen, stark im Lebenskämpfe, in treuer Kameradschaft dem Manne zur Seite stehend. Ein wichtiges Erziehungsmittel hierzu ist Turnen und Sport. Auch das deutsche Mädel hat gesunden Ehrgeiz und will seine * Kräfte messen. Dem trägt das 1. Gaufest des RfL. weitestgehend Rechnung. In allen Sportarten, die weibliche Anhänger haben, sind auch Frauenwett- kämpfe ausgeschrieben. Am stärksten wird wohl das Fachamt 1, dem die DT. angehört, vertreten sein. Hier steht an der Spitze der Kämpfe der gemischte Neunkampf: er setzt sich zusammen aus drei volkstümlichen Hebungen, vier Hebungen am Gerät und zwei gymnastischen Hebungen. Er bietet also eine Zusammensetzung, die eine gesunde, vielseitige Vorbildung der Teilnehmerinnen voraussetzt. Außerdem wird der sog. olympische Sechskampf ausgetragen, bei dem auch das Schwimmen und Wasserspringen in den gemischten Kampf einbezogen wird. Für die in besonderem Maße für volkstümliche Hebungen veranlagten Turnerinnen kommt ein volkstümlicher Vierkampf zum Austtag. Ein Bild vom Stand des Frauenturnens in den zwölf Kreisen unseres Gaugebiets werden die Sondervorführungen der Kreise am Fest- fonntag geben. Die anschließend stattfindenden Gemeinschaftsfeiern werden beweisen, daß auch die Turnerinnen völkisches Wissen haben, daß sie ihre Heimat, ihr schönes, deutsches Vaterland kennen und lieben. Natürlich werden die Turnerinnen auch an dem großen Festzug aller Turner und Sportler teil- nehmen. Mögen ihre weißen Festkleider leuchten im Hellen Sonnenschein, möge ihnen das ftohe Schwingen ihrer Fahnen veranleuchten in einen strahlenden Festsonntag. Im großen Schauturnen auf der Festwiese werden sich die Turnerinnen wiegen und drehen im Walzertakt, und ihr Springen und Schwingen in den allgemeinen Freiübungen soll ein abschließendes Bild geben von fraulicher Leibes- Übung. Gin Gruß unserer Flieger an das Saufest des :Rf£. Die Luftsportlandesgruppe 11 widmet dem 1. Gaufest des RfL. folgendes Geleitwort: Dom 2 bis 4. August findet in Gießen das große Fest des Gaues XII Hessen der nationalsozialistischen Turn- und Sportorganisation statt. Die Luftsportlandesgruppe 11 begrüßt die vom Relchssportführer durch den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen hergestellt Eeinheitsfront in den deutschen Leibesübungen; sie wünscht der ersten Reichsbund-Veranstaltung im Gau Hessen den verdienten Erfolg und erhofft für die Zukunft eine kräftige Weiterentwicklung zum Vorteil der Ertüchtigung unseres ganzen Volkes. gez. Schädel, Luftsport-Landesgruppe 11. Mit großem Interesse wird gegenwärtig von weiten Kreisen der Bevölkerung unserer Stadt der Turmbau für die katholische Kirche verfolgt. Der Turm befindet sich gegenwärtig in einem interessanten Stadium feiner baulichen Entwicklung. Etwa zehn Zimmerleute der Firma Dampfsägewerk Lollar (Nuhn-AG.) sind damit beschäftigt, Die Turmh aube aufzurichten. Einer der vorbereiteten Balken wird an den anderen gefügt und durch lange, kräftige Schrauben verbunden. In schwindelnder Höhe arbeiten die Zimmerleute, die sich mit kräftigen Lederriemen an die bereits aufgerichteten Balken schnallen und hier ihre nicht alltägliche Arbeit verrichten. Verantwortungsvoll und kameradschaftlich muß Hand-in-Hand gearbeitet werden, denn die Gefahr ist für alle Beteiligten größer als auf irgend einer anderen Baustelle. Je höher die Turmhaube geführt wird, je geringer wird der Raum, der den Zimmerleuten zu Verfügung steht und um so disziplinierter ^müssen sie in jeder Bewegung sein. Dabei gilt es, 'die schweren Balkrm von unten her aufzunehmen und sie einzufügen. Wahrhaftig keine leichte Arbeit! Bewundernswert ist die Ruhe, mit der die Zimmerleute an ihrer Arbeit sind. 60 Waggon Odenwald-Granit für das Tannenbergdenkmal. LPD. Bensheim, 25. Juli. Von den riesig für das Tannenberg-Nationalden k mo! bestimmten Granitblöcken, die in den Steinbriichk, der Umgebung gewonnen werden, sind bereits bii ersten nach Ostpreußen verfrachtet worden. Es fin> dies Stücke, die, nachdem alles Beiwerk entfernt h ein Gewicht von je 400 Zentner haben Sechs solcher Blöcke werden im Tannenbergdenknul die Steins für die beiden, den Eingang der jfo denburg-Gruft bewachenden Großplastiken bilde» Zum Transport des gesamten Materials sind eh»* 60 Eisenbahnwaggons nötig, also ein Güterzug vo, beträchtlicher Länge. Fertigstellung und Versaij müssen vor dem 2. Oktober, dem Geburtstage fji» denburgs, ihr Ende erreicht haben. Gitter Blutvergiftung zum Opfer gefallen. LPD. Rüsselsheim, 25. Juli. Der Werkmeister Friedrich S ch u f f aus Rüsselsheim trat do* zwei Wochen in einen rostigen Nagel, wob« er sich eine nicht unbedeutende Fußverletzung zvM Kurz darauf stellte sich Blutvergiftung ein die eine Heberführung ins Mainzer Städtisch Krankenhaus erforderlich machte. Hier machte fuf Der Führer beim 14. Kind Pate. LPD. Dillenburg, 25. Juli. In dem Kreis- ort Eibelshausen hat der Führer und Reichskanzler beim 14. Kinde des Hüttenarbeiters Schwehn die Ehrenpatenschaft übernommen. Die Finanzlage des Kreises Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 25.Juli. Nach dem von der Kreisverwaltung Biedenkopf veröffentlichten Bericht über die Entwicklung der Finanzen des Kreises im Haushaltsjahr 1934 schließt die Jahresrechnung mit 1 235 713 Mark in Einnahme und 1246 365 Mark in Ausgabe ab, so daß ein Fehlbettag von 10 652 Mark verbleibt. Die Ausgabenseite erhielt ein wesentlich verändertes Bild durch die bedeutende Verminderung der Fürsorgelasten. Hier betrug die Ersparnis gegenüber dem Haushaltsplan 97 716 Mark. Waren im Haushaltsplan 400 Wohlfahrtserwerbslose zugrunde gelegt, so brauchten nur 250 unterstützt zu werden. Für das Rechnungsjahr 1935 wird nur noch mit einer Durchschnittszahl von 115 Wohlfahrtserwerbslosen gerechnet. Die stetige Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft des Kreises spiegelt sich auch deutlich in dem Steuerhaushalt wider, der mit einem Mehrertrag von 24 v. H. abschließt. Durch die kommunale Hm- gliederung im Jahre 1932 bzw. 1933 verlor der Kreis Biedenkopf 27 019 ha an Gebiet, gleich 40 v. H., 19 054 Einwohner (33 v. H.) und 156 550 Mk. an Steuerkraft (35 v. H.). Aus dem Hmgliederungs- gebiet hatte der Kreis einen Heberschuß von jährlich durchschnittlich 98 800 Mark. Dieser Betrag fehlt nun im Kreishaushalt und muß vom neuen Kreis Biedenkopf aufgebracht werden. bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen ** führungearten schnell und zu mMBIgen prt >l. Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf t,!