cse. Tetreidegroß, rlei Geschäfts, chend angebo- t Rücksicht auf nb auf Grund ne Ausnahme) 'düng mit der Mitteln abge- är wird kaum n. Don Müh- in Nachmehlen Kleie weiter 'er 'n un», m o.rb"t, «MV* etwa i fe*3 S?Ä S**1 di- *Mun. yl bis Q? |en eine NM Iert 2,75 {$ ; an der 1 surfen aus- Mngen jeder Ochmann mit und Waft ent- unö ^erzdank 0,50 1 erneut 0,50 Ä W l83) Nachfrage für eunqe Ctädte- ^Me, waren e Neichsschuld. erhöhen, agskurfe keine erten notierten bbahn mit 157 alles übrige je W IX 209, W X 169, R XIII »er Mühlen des sie G IX 171, II 169, H XIV Bei Wasser- - mehr. Somme-/ W" XIII ’ XIII 23,70, »cht-Ausgkich. rmchi 13.15, IM, Roggen- sienfeftpreis ob Itonopoizufchiag rdnusikuchen m. t Fabrikftaiion. . 10,50, Weizenoder gebündelt er Gegend 3,- 2,90 M. per Tendenz: ruhig. markt. Vorbericht.) Um e- Dorauftrieb: Mer, 39 Schafe, 35 bis 60 Mark, >is 52Wt- hämmel, Schafe dberg. luf dem heutigen ende Preise be- 18 bis 20 Mark, 25 Markund /bis 30 Mark- )er Handel war iminen geräumt. 2,483 kfvrt^Ul tzeid^ 0,658 414J 0,201 3,047 tt,64 81,10 12-01 5,305 16,38 167-9 20.68 0,704 5,64 60,37 48,95 10,$ 61.97 80, 33,97 10> —T662* 42,06 0,203 3,053 53.74 81,2 12,04 5,3 16, 168.27 20,72 0,706 s-ez 60,49 49.05 0,92 62,09 80.88 34,03 10,395 Hr.97 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 26. April 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblatter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des V ormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wohinaus steuert England? Ein zwiespältiger Zeitungsaufsatz des britischen Premierministers. „Friede,Deutschland und Stresa" Was will Macdonald? London, 25. April. (DRV.) Ministerpräsident Ramsay Macdonald veröffentlicht in seiner Eigenschaft als Parlamentsmitglied im „News Letter", dem Wochenblatt der Nationalen Arbeiterpartei, einen Artikel, der die Ueberschrift trägt „Friede, Deutschland und Stresa". In dem Artikel heißt es u. a.: Heute ist das Los des Friedensstifters hart. Er sieht sich plötzlich einer schnellen Bewegung Deutschlands gegenüber, die neue Befürchtungen in den Gemütern der europäischen Nationen erregt Herr Hitlers Ankündigung war begleitet von der üblichen Erklärung friedfertiger Absichten, und wählend seiner Besprechungen mit Sir John Simon -und Eden hat er sich auf gewisse Vorschläge für Friedensgarantien festgelegt, von denen, obwohl sie, gemessen an den gegenwärtigen Erfordernissen, sehr wenig Bedeutung haben, zweifellos einiger Gebrauch gemacht werden kann, Iavenn Europa in der Gemütsverfassung ist, zu einer ruhigeren Prüfung der Sicherheitsprobleme zurückzukehren. Ich kann nicht beschuldigt werden, ■nid) Deutschland jemals in der „Versailler Geistesverfassung" oder der Geistesverfassung eines Mannes genähert zu haben, der von der Voraussetzung nusging, daß ein mächtiges und stolzes Volk durch Macht in Unterwürfigkeit gehalten werden konnte. Ich war immer überzeugt, daß es für den Völkerbund katastrophal sein würde, wenn er von Siegern zur Verewigung einer Macht st ellung und einer Geistesverfassung benutzt werden würde, in der sie sich am Tage ihres Sieges befanden. Als ich das letztemal in Genf sprach, sagte ich, daß Sieger und Besiegte besondere Friedensbemühungen zu unternehmen hätten. Die bewaffneten Mächte müßten einem niedrigeren R ü st u n,g s st a n d z u - Kimmen und die anderen einen Beitrag leisten, t»er die Ruhe und vertrauensvolle Stimmung in Europa erhöhen würde. Wie ich soeben dargelegt habe, haben die Berliner Besprechungen einige Punkte aufgezeigt, die w e i - i e r untersucht werden sollten, um sestzustellen, 1 ob sie irgendwie zur kollektiven Sicherheit beitragen, aber welches auch das Ergebnis sein mag, Deutschland hat in einer Weise gehandelt, die das gegen- ieitige Vertrauen in Europa zerstört e. Es beansprucht ein Maß bewaffneter Macht, das die meisten Nationen Europas seiner Gnade preisgibt. Berlin behauptet, daß Deutschland miste, um seine Ehre und Selbstachtung zu befrie- liigen, und es behauptet ferner, daß der Umfang feiner Rüstungen nur zu seiner eigenen Sicherung c usreicht. Aber wie kann Berlin blind sein gegen- iber der Wirkung, die seine kolossale Rüstung ruf das Gefühl der Sicherheit anderer Nationen leben muß? „Ihr müßt mir vertrauen" lautet die I Antwort. ,Zch versichere euch, daß ich keine feind- j'lige Absicht gegen euch habe." Es fordert seine ladjbarn auf, eine mündliche Versicherung friedfertiger Absichten anzunehmen, die es selbst nicht um feinen Nachbarn annehmen würde. Die Natio- nen, die in ihren Beiträgen zur Abrüstung im Rückstand geblieben sind, beglückwünschen sich jetzt silbst, daß sie darauf gewartet haben, daß Deutschlind zuerst seinen Beitrag leiste. Das deutsche Volk verlangt viel zu viel von denen, iäe es am besten verstehen und das größte Mit- ;°fühl mit ihm haben, wenn es fordert, daß sein -iel ebenso wie seine Methoden ohne Furcht und chne Verdacht hingenommen werden sollten. Kein europäisches Volk, nicht einmal ein Volk, das das orößte Vertrauen genießt, kann es sich leisten, sich s-Sbst von dem Friedenssystem Europas zu isolieren. An Land, das erklärt: „Hier sind meine Entscheidungen und ich werde sie mit niemandem erörtern", verlangt zu viel von seinen Nachbarn, wenn es hvfft, als Friedenshelfer angesehen zu werden. Meine ersten ernsten Zweifel an der deutschen Diplomatie entstanden, als Deuts chlandd en 2 ölkerbund verließ aus Gründen, die ich nemals als gewichtig einschätzen konnte, außer, ich avllte annehmen, daß der deutschen Regierung die iefriebung Europas gleichgültig sei. Zwei Wege stunden ihr offen, der eine war, ihre Forderungen dd r einer Konferenz in Genf vorzu- bringen. Hierauf erwiderte sie: Ich würde nicht fair behandelt werden. Aber kein Lund hat das Recht, es abzulehnen, mit anderen ; sammenzukommen auf Grund einer bloßen Mut- irußung. Deutschland hat sich nicht das Ansehen Md die Anteilnahme erworben, die es suchte; es 'M das Mißtrauen so gut wie jeder Nation in Europa erregt. Die britische Regierung glaubt, daß bi e Hilfe Deutschlands bei allen Frie° b?ns - und Abrüstungsverhandlungen Die f e n Hi d) ist. Wenn es diese Hilfe nicht leistet, so macht Deutschland sich selbst zu dem Problem bis Friedens, anstatt sich mit uns zu vereinigen in iur Voraussetzung, daß der Friede auch für Deutschland so wie für Großbritannien und alle anderen B-nfer Nationen das Problem ist. Ich weiß, daß, wenn die unruhige Geschichte diele- Zeiten in kaltem und gerechtem Licht der Wahr- w.t studiert und ausgezeichnet werden wird, nicht de ganze Schuld vor Deutschlands I! Eli re abgelaöen werden wird. Dies wird aber ) utschland von dem Tadel nicht befreien, die Aussichten auf Erfolg der Friedensbemühung zerstört zu haben, auch nicht von dem Tadel, Europa plötzlich besorgt gemacht und sich wieder den verhängnisvollen Weg des Militarismus zugekehrt und somit die Nationen Europas gezwungen zu haben, sich wieder mit erhöhter militärischer Rüstung zu versehen. Dies habe ich mit Bedauern und nicht nur in selbstgerechter Verurteilung geschrieben. Die Tür für eine ehrenvolle Vereinbarung, die Deutschland nicht nur sicher machen, sondern ihm auch das Vertrauen seiner Nachbarn geben und es zu einem geschätzten Gefährten beim Friedenswerk, anstatt zu einem ungewissen und verdächtigen Beobachter machen wird, ist nach wie vor offen und niemand anders als Deutschland wird sie schließen. Stresa hat dies klargemacht. Wird die deutsche Regierung ihre friedfertigen Absichten beweisen durch die sofortige Erklärung, daß sie bereit ist, ihre Rolle bei der praktischen Durchführung der Entschließungen von Stresa zu spielen? 3fl das die englische Meinung? Oie presse überrascht und beunruhigt. London, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Der Aufsatz Macdonalds findet erst in wenigen Blättern eine Würdigung. Die Organe der Liberalen und der Arbeiterpartei drücken Ueberraschung und Unruhe aus. „News Chronicle" erklärt sich außerstande, den eigentlichen Sinn des Aufsatzes zu entdecken. Wir alle wissen bereits, so schreibt das Blatt, daß unser jetziger Premierminister unklar und unberechenbar ist. Aber sogar er hat uns mit seinem erstaunlichen Aufsatz über Deutschland überrascht. Das englische Volk hat ein Recht darauf zu wissen, w o - rauf sein Premiermini st er eigentlich hinaus will. Wenn die Erklärung in dem Sinne gemeint ist, das sie das volle Gewicht einer Erklärung der Regierungspolitik besitzt, dann ist ein verworrener Artikel in einem Parteiorgan nicht die geeignete Form. Auf jeden Fall ist es außerordentlich unangebracht, einen so kritischen Gesichtspunkt in einem kritischen und möglicherweise entscheidenden Augenblick von Verhandlungen, die für die Sache des Friedens von höchster Wichtigkeit sind, amtlich Ausdruck zu geben. Der „Daily Herald" führt u. a. aus, manches spreche dafür, daß Deutschland sich die Frage der „noch immer offenen Tür" überleg:. Unter solchen Umständen wäre es ein Gebot der Klugheit gewesen, vorläufig Stillschwei- g e n zu bewahren. Abgesehen hiervon müsse man entschieden gegen den Satz Einspruch erheben, daß Deutschlands militärische Rüstungen unvermeidlicherweise den gesunden friedfertigen Gedanken allgemeiner Sicherheit in die gefährliche Form militärischer Bündnisse bringen müsse. Dies sei eine sonderbare und g e - sährliche Lehre. Sie bedeute, falls sie überhaupt irgend etwas bedeute, daß ein System kollektiver Sicherheit in bester Ordnung sei, solange es keine Bedrohung des Friedens geben, daß aber in dem Augenblick, wo eine Gefahr drohe, dieses System „unvermeidlicherweise" zugunsten eines Systems von Bündnissen aufge- g e b en werden müsse. Man habe das Recht zu fragen, ob dies wirklich die wohlerwogene Ansicht des Premierministers und des britischen Kabinetts sei, mit anderen Worten, ob nach Macdonald und seiner Kollegen Ansicht Großbritannien „unvermeidlicherweise" in ein Sy st em militärischer Bündnisse hineingezwungen werde. Wenn dies der Fall sei, so sollte dem Lande offen und deutlich erklärt werden, was die neue Politik bedeute und wohin sie führe. Wenn dies nicht die Meinung sei und es sich nur um einen Fall rhetorischer Nachlässigkeit handele, dann müsse die Angelegenheit auch sofort aufgeklärt werden. Inzwischen würden die Worte des Premierministers unbedingt „Furcht und Unruhe" erregen. Im Gegensatz zu diesen Aeußerungen schreibt der rechtskonservative „Daily Telegraph", der Sache des Friedens werde zuweilen am besten durch größte Offenheit gedient. In diesem Sinne habe der Premierminister seine Gedanken nach Abschluß der Stresa-Konferenz zu Papier gebracht. Worte wie die von den Folgen der deutschen Handlungsweise seien bemerkenswert, da sie von einem Manne kämen, der immer der Sache des Friedens leidenschaftlich ergeben gewesen fei. Sie entsprächen aber auch der wahren Stimmung nicht nur der britischen, sondern auch jeder anderen Regierung in Europa. Der eindrucksvolle Satz, daß die neueste deutsche Politik militärischer Aufrüstung unvermeidlich den Gedanken kollektiver Sicherheit in die gefährliche Form militärischer Bündnisse verwandele, wirkt hier sich natürlich nur auf den Fall aus, daß Deutschland nicht begreife, wie wirklich die allgemeine Furcht fei, die es hervorgerufen habe, und daß es nicht feiner feldftgewählten Isolierung durch Rückkehr zum Völkerbund und Zusammenarbeit mit anderen Nationen ein Ende mache. Das berliner Echo. Berlin, 26. April (DNB.) Zu den Ausführungen des britischen Ministerpräsidenten Macdonald schreibt der „ V ö l k i s ch e Beobachter": Es wird niemand in Deutschland geben, der nicht die immer wiederholten Bemühungen Macdonalds für die Sicherung des Friedens in Europa anerkennen wird. Um so mehr wird die Haltung, die aus dem Artikel in „News Letter" hervorgeht, bedauert werden müssen. Sie zeigt klar, daß Macdonald anscheinend niemals die politische Lage in Europa in den 16 Jahren seit Versailles in ihrer Wirklichkeit erkannt hat. Von der Tatsache, daß die anderen Unterzeichnermächte des Versailler Diktates bis heute nicht daran gedacht haben, ihren Verpflichtungen aus dem bekannten Teil V nachzukommen, und daß Frankreich sie heute sogar feierlich be st reitet, weiß Macdonald nichts au berichten. Dafür aber macht er Deutschland den Vorwurf, wieder den „Weg des Militarismus" beschritten und das gegenseitige Vertrauen in Europa zerstört zu haben. Auch diese Vorwürfe von englischer Seite, die leider ebensogut aus einer französischen Redaktion stammen könnten, machen Deutschland nicht in seiner Überzeugung irre, das moralische Recht auf seiner Seite gehabt zu haben, als es den Schritt vom 16. März tat. In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird die Begründung Macdonals, der deutschen Regierung sei die Befriedung Europas gleichgültig, als reichlich oberflächlich bezeichnet. Wie denke er sich das weitere Verhalten Deutschlands, wenn er der Ansicht sei, Deutschland hätte feine Forderungen in Genf vorbringen sollen, gewissermaßen, als ob in der Zwischenzeit nichts geschehen wäre? Wieso Mißtrauen gegenüber Deutschland Platz greifen konnte, fei ebenfalls unerfindlich. Es habe wohl keine Regierung bisher so mit offenem Visier gekämpft wie Deutschland, als es feinen Entschluß vom 16. März in aller Offenheit der Welt unterbreitete. Das „Berliner Tageblatt" spricht von einem „falschen W e g" und meint, wir gehen in diesem Augenblick besser nicht daraus ein, daß uns die berühmte offene Tür vorgestellt wird in der Form unseres Beitritts zu den Stresa-Befchlüsfen, die in unserer Abwesenheit gefaßt worden sind. Sie sind durchweg, und dies bekräftigt eben der Artikel, geschmiedet mit (Spifoe gegen uns, in glühendem Mißtrauen, in Furcht. Ob sie sich umschmieden lassen, das hängt nicht ab von unserem guten Willen, der immer da ist, wo er immer da war. Es hängt davon ab, daß bie Angstpsy - chose a u f der anderen Seite verschwindet, der verhängnisvolle psychologische Irrtum über Deutschlands innere Haltung, der dort obwaltet. Der Frieden will eine friedliche Luft um sich, um zu gedeihen. Er erträgt nicht Erregung und aus Angstpsychose geborene Unterstellungen, gegen die kein Kraut bisher gewachsen ist, weil sie nur aus dem Affekt sich herleiten und alle Grundlagen verständiger und würdiger Aussprache zerstören. Die Darifer presse mit Macdonald zufrieden. Paris, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Die Presse macht viel Aufhebens von dem Artikel des Ministerpräsidenten Macdonald. Seine Ausführungen werden als Beweis für den Umschwung angesehen, der sich in der englischen Oeffentlichkeit anbahne. Man fragt, ob nun die englische Regierung auch die notwendigen Schlußfolgerungen aus den Erklärungen Macdonalds ziehen werde. „Logischerweise müßte", so meint L'Ordre, „das englische Kabinett bereits jetzt Englands Bereitschaft erklären, an die Seite Frank- reichs, Italiens und aller anderen Nationen zu treten. Aber ist das englische Volk in feiner Gesamtheit zu einer derartigen Handlung bereit? Vielleicht noch nicht g a n z." „Le Jour" schreibt, Macdonald erweise dem Frieden einen neuen Dienst. Trotz aller Kritik halte er an feiner und an der Politik von Stresa fest. Am Vorabend der Donau-Konferenz rufe er Deutschland warnend zu, daß die Beschlüsse von Stresa mit oder ohne Deutschland' verwirklicht werden würden. Diese Festigkeit komme sehr gelegen. Heros meint u. a., ganz Europa habe den Eindruck, daß das neue Deutschland „bie Stiefel bes alten Deutfchlanb anziehen wolle", daß es wieder anfange, feine Nachbarn zu bedrohen. Sicherlich aber wolle Hitler das nicht. Der außenpolitische Anfang Hitlers fei gut gewesen. Seine Friedenserklärungen an Frankreich hätten einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die Atmosphäre gegenüber Deutschland begann sich zu ändern. Aus diesen Weg müsse Deutschland zurück. Segen der Arbeit. Deutschland rüstet zum 1. Ma i. Als im Vorjahre der Führer die Arbeitsschlacht eröffnete, waren bie Schäden eines liberaliftisch-marxistischen Systems noch deutlich, die Zerrissenheit, die jahrzehntelange Vergeudung aller materiellen und geistigen Kräfte in sinnlosem Kampf gegeneinander, und damit war auch verbunden die gewaltige Arbeitslosigkeit und die Hoffnungslosigkeit der Massen. Wir sind im vergangenen Jahre weiter gekommen, bie Arbeitsschlacht hat ihre volle Wirkung erzielt, bie Arbeitslust ist neu geweckt worben unb ein schaffendes Volk feiert in diesem Jahre den Tag des 1. Mai als Symbol unb Inbegriff feines Wesens. Das Wesen aber ber beutschen Nation ist Arbeit. Der Deutsche ist von jeher gewöhnt, wie Richarb Wagner es ausbrückte, ein Ding um seiner felbft willen zu tun. Er schafft also nicht allein nach bem Lohn, nach bem Ertrag ber Arbeit, sondern aus Lust an seinem Können, unb das pielleicht war gerade das Niederziehende, baß viele, viele Hänbe unter bem alten System unfreiwillig feiern mußten unb ber Staat ihnen keine Möglichkeit gab, bie erlernte Geschicklichkeit zu beweisen. Wir machen bafür mit Fug unb Recht das alte System verantwortlich. Es beruhte auf dem Eigennutz, es ging rücksichtslos über die gemeinsamen Interessen hinweg, zerstampfte sie, um einigen Wenigen auf Kosten der Gesamtheit zu einem Reichtum zu verhelfen, der, wie die Inflation und die nachfolgenden Jahre bemiefen, doch schnell dahinschwand. Wir waren unter diesem System wirtschaftlich abgemagert bis auf bie Knochen, wir trugen in uns bie Brustseuche, unb alle Flickmittel halsen nur zur Beschleunigung bes Verfalls. Dazu kam bie ungezügelte Probuktions- und Preispolitik. Es ist ein Naturgesetz, daß bei einer solchen Wirtschaftspolitik nach und nach das Elend alle schaffenden Kreise erfaßt. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stoßweise und zu verschiedenen Preisen abgesetzt, wobei der Bauer unter dem Zwang ber Verhältnisse seine Ware verschleubern mußte. Die Jnbustriear- b e i t e r s ch a s t unterftanb bem Gesetz, wonach bas Angebot von Arbeitslosen größer war als die Nachfrage. Die Gewerkschaften schauten ausschließlich auf ihre Kreise unb vermochten nicht, ben Zustrom von Arbeitskräften in bie Stäbte abzubämmen. Und schließlich herrschte wie in Gewerkschaftskreisen ber Gewerkschaftssekretär, so in ben Unternehmerver- bänben ber Syndikus, beide als schroffe Vertreter einer Jntereffenpolitik, die im zerreibenden Kampf bie Kräfte weiter teilte unb in Feindschaft fetzte. Es ist ber Fluch biefer Wirtschaftspolitik gewesen, baß sie rücksichtslos gegen bie Interessen ber Gesamtheit sich verging. Aber im Grunbe war bas aus einer rein materialistischen Einstellung heraus erklärlich. Der Marxismus war bie letzte Frucht eines Liberalismus, ber zwar eine Rolle von weltgeschichtlicher Bebeu- tung im Kamps gegen ben alten Privilegienstaat geführt hatte, ihn zertrümmerte unb burchaus mit Recht bie freie Entfaltung ber Wirtschaftspersön- lichkeit unb bamit auch bie Kulturtaten ber vergangenen Jahrzehnte hervorrief. Aber als herrschen- bes Prinzip würbe ber Liberalismus als Jbee Dem Kapitalismus in feiner roiberroärtigften Form bienftbar. Wenn in ben Vereinigten Staaten von Norbamerika z. B. einige Wenige ein Riefenvermögen errafften, babei nicht immer die saubersten Mittel anroanbten unb unzählige Existenzen vernichteten, so haben wir hier bie Verzerrung einer Jbee auf Kosten ber Allgemeinheit. Der Marxismus schließlich bekämpfte angeblich ben Kapitalismus, aber in Wirklichkeit war er beffen Ergänzung unb ist schlechthin nicht benkbar ohne bas kapitalistische Zeitalter. Abgesehen von seiner internationalen Phraseologie brückte er bie Massen in bas Proletariat hinab, er mußte als politische Macht bie Verelenbung ber Massen als Vorbebingung eines gesellschaftlichen Umsturzes bezwecken unb prebigte ben Arbeitern, baß ihre Arbeit schließlich nur nach bem Ertrage zu werten sei. Damit mürbe bie Freube an ber Arbeit unb am Ardeitsprobukt systematisch abgetötet, bie rein materialistische Auffassung fraß sictz immer tiefer ein unb führte zum wirtschgftlichen Kampf aller gegen alle. Demgegenüber hat ber Nationalsozialismus ber Arbeit einen neuen Wert unb I n - halt gegeben. Er hat im Laufe bes letzten Jahres zielbewußt bieVerbunbenheit allerSchaf- f e n b e n geförbert unb bie Schöben ber alten Wirtschaft beseitigt. Der schaffenbe beutsche Mensch ist heute befreit von ben Schlingen, bie Marxismus unb Kapitalismus ihm anlegten, unb bamit hat sich eine qrunblegenbe Aenberung nicht nur ber wirtschaftlichen, fonbern auch ber geistigen Haltung bes beutschen Arbeiters angebahnt. Zunächst wirb im nationalsozialistischen Staat jebe Art Arbeit a 15 Dien ft an ber Gesamtheit gewertet unb berjenige, ber bie Arbeit verrichtet, erwirkt bamit auch einen Anteil am Gesamt- arbeitsprobukt. Er ist nicht mehr ausgeschlossen von ben Gütern unb Schönheiten, bie bie Arbeit in ihrer Gesamtheit erzeugte. Der Arbeiter ist im neuen Deutschland, ganz gleich, welche Funktionen er erfüllt, ob Betriebssichrer ober Mann ber Vetriebsgefolgschast, teilhaftig bes großen Kultur st romes, ber eben burch bie Arbeit erzeugt wirb. Er ist bamit nicht Objekt ber Wirtschaft geworden, wie er es bisher war, sondern bestimmt sie. Diese neue Wertung der Arbeit bat sich überraschend schnell Bahn gebrochen. Der Bauer, der Angestellte, der Arbeiter fühlen sich jetzt als gleichwertig eben aus der geistigen Erfassung ihrer Arbeit heraus. Und das ist ein Neues. Man arbeitet heute nicht nur, um das Leben zu fristen, sondern ist sich bewußt, Steine zu dem großen Bau der deutschen Volkswirtschaft und ber stimmt hatte. * urteilt und war Welt sein! (gez.) Speer, Reichspressekammer ausführliche Erläuterungen erlassen, in denen die einzelnen Artikel und Abschnitte des näheren kommentiert werden. Die zweite Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer bestimmt, daß in einem Orte, in dem eine Mehrzahl von Verlagen vorhanden ist, die auf den Absatz einer „höheren Auflage angewiesen sind, als nach den örtlichen Verhältnissen und gesunden verlegerischen Grundsätzen insgesamt Nationaler Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1935 im Gau Hessen-Nassau. rers in Landsberg am Lech. Nach der Wie- derbearündung der NSDAP, wurde er d e r e r st e Adjutant des Führers. Ende 1932 wurde er zum Vorsitzenden der politischen Zentra l k o m m i s s i o n der NSDAP, ernannt, bis am 21. April 1933 die Ernennung zum Stellvertreter des Führers und Ende 1933 die .Ernennung zum R e i ch s m i n i st e r ohne Ge- 1000 Handwerksgesellen wandern durch Deutschland nen nicht einsthen, daß der katholische Bäckergeselle ein anderer sei als der evangelische. Wir werden beide nur fragen, ob sie Deutsche sind! Wir wollen die Deutsche Arbeitsfront frei halten von Hader und Zersetzung. Deshalb muß ich betonen, daß meine Anordnung, wonach Angehörige konfessioneller Gesellen- und Arbeitervereine nicht der Deutschen Arbeitsfront angehören können, weiter Geltung hat. _ _ _ , , Reichshandwerksmeister G. W. Schmidt sprach den Wunsch aus, daß die Gesellen diese Stunde m der Gedanken des Führers in die Tat umgesetzt wurden, nie vergessen möchten. Zieht hinaus, so rief er ihnen zu, a l s Ehrenmänner der Arbeit, um zu vollenden, was Ihr in der Lehrzeit begonnen habt. Erfüllt Eure Pflicht und werden dann Handwerksmeister wie das Vaterland sie braucht. Gott schütze Euch und unser ehrbares Handwerk. Dann formierte sich ein langer Zug, dem die Marktneukirchener Junghandwerkerkapelle voranschritt und an dessen Spitze Dr. Ley und der Reichshandwerksmeister bis zum Königsplatz mtt- marfchierten. Auf dem Königsplatz vor dem Bis- marck-Denkmal nahmen Dr. Ley und der Reichs Handwerksmeister den Vorbeimarsch ab, um sich dann unter den Heilrufen der Menge aufs herzlichste von den Gesellen zu verabschieden. wandt, u. a. aus: 75 junge Menschen wandern hinaus aus dieser großen Stadt, gleichzeitig 1000 im ganzen deut- chen Vaterland. Es ist das nur ein Anfang. Aber wir werden nicht ruhen, bis die jungen Menschen des ganzen Volkes wieder wandern. Das G e f el- len t u m soll damit wieder S i n n g e l t u n g bekommen, die ihm einst schon zukam. Wir wollen erner, daß der junge deutsche Mensch s e i N V a - terland kennen lernt, denn er muß cs kennen, um es lieben zu können. Und nicht zuletzt wollen wir die letzten Ueberreste konfef- ioneller Gesellenvereine damit zer- chlagen. Wir können auch auf diesem Gebiet Zwiespalt und Zersetzung nicht dulden. Wir kön- kanntgeben. Es ist gelungen, die organisatorischen Vorbereitungen für den Staatsakt in Berlin so zu treffen, daß die Rede des Führersbereits etwa um 13.30 Uhr beendet sein wird. Alle Parallelkundgebungen in Hessen-Rassau werden mitderRededesFührersbee n d e t. Von diesem Zeitpunkt an muh es jedem Volksgenossen freigestellt sein, sich an den Feiern und Volksfesten am Rachmit- tag und am Abend nach eigenem Belieben zu beteiligen. Niemand darf zur Teilnahme an irgend einer solchen Feier gezwungen werden. Dah die gesamte schaffende Bevölkerung, soweit sie nicht dringend verhindert ist, zu den Uebertragungen des Staatsaktes von Berlin mit der Rede des Führers aufmarschiert, ist so selbstverständlich, dah darüber kein weiteres Wort verloren zu werden braucht, denn cs ist wohl auch dem letzten bewußt mit unserer Zeit lebenden Volksgenossen klar geworden, dah solche Aufmärsche nicht nur lokale Unternehmungen sind, sondern a l s DemonstrationenvorderganzenWelt betrachtet werden müssen. Wer am I.Mai marschiert, marschiert für Adolf Hitler und bekennt sich zu den innen, und auhenpolilischen 7Nah- nahmen des Führers. Die V o r b e r e i t u n g e n für den Rationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai sind inzwischen abgeschlossen. Etwa am 28. April wird in der gesamten Presse das genaue Programm der Feierlichkeiten in Berlin erscheinen. Zu gleicher Zeit werden die Kreisleitungen ebenfalls die örtlichen Programme be- Oie Llnwetterverheerungen in Ostthüringen, Spessart und Rhön Umfangreiche Hilfsmaßnahmen sind eingeleitet worden. vertrieben werden kann, einzelne Verlage geschlossen werden können. . . , fl , , . . In der dritten Anordnung wird festgelegt, daß Verlage von der Betätigung als Zeitungsverleger ausgeschlossen sind, deren Zeitungen ihr Gepräge und ihren Absatz dadurch erhalten daß sie in einer Form berichten, die geeignet ist, Anstoß zu erregen oder der Würde der Presse zu schaden. deutschen Zukunft zu tragen. Damit ist eine neue Auffassung gegeben, und die Dertrauens- ratswahlen haben gezeigt, daß einmütig die Nation dem Arbeitsprogramm des Führers folgt. So ist der 1. Mai als Feiertag aller Schaffenden nicht ein Ausruhetag, sondern ein Tag der Bewegung, der gesteigerten Energie, der Freude eines arbeitssamen Volkes, das weih mit ferner Arbeit und feiner Geistigkeit sich die Zukunft zu erobern. Noch ist vieles zu tun, aber jeder einzelne aus dem Volke fühlt, daß es besser wurde und daß die gemeinsam angefetzten Kräfte erreichen werden, daß jeder schaffende Menfch ein menschenwürdiges Da- ein finden wird und dah dieses Dasein unter einem höheren Stern steht als das Schaffen unter dem alten System, nämlich unter dem der allgemeinen und gemeinsamen Arbeit, die jedem einzelnen einen angemessenen Ertrag und das Bewußtsein verschafft, nicht von Mächtigeren unterdrückt zu werden Dieser Freude und diesem Bewußtsein dient der 1. Mai. Er ist der Tag der gewissen Hoffnung, daß es Frühling geworden ist in Deutschland. Rudolf Heß 41 Fahre alt. Berlin, 25. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, feiert am 26. April seinen 41. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sind ihm aus allen Kreisen der Bevölkerung, insbesondere auch aus allen Orgam- sationen der NSDAP, bereits eine Fülle von herzlichen Glückwünschen zuge- gangen, die Dokumente sind für die besondere Volksverbundenheit dieses Mannes, den der Führer am 21. April 1933, also vor nunmehr zwei Jahren, zu feinem Stellvertreter be- Ostthüringen wurde, wie bereits gemeldet, von einem schweren Wirbel st urm heimgesucht, der besonders in den Gemeinden Birkigt, Forstwolters- dorf und Niederpöllnitz im Landkreise Gera großen Schaden anrichtete, lieber die verheerenden Folgen des Unwetters werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Ort Birkigt bietet ein Bild wüster Zerstörung. Zwei der stattlichen Höfe haben derartigen Schaden erlitten, dah sie in ihren Oberbauten völlig erneuert werden müssen. In einem Umkreis bis zu 80 Meter liegen verstreut Dachziegel, Mauersteine, Blechverkleidungen, Baumäste, zentnerschwere Balken, die das wütende Element aus den Dachstühlen herausriß. Bei einem Bauern war man gerade mit dem Kartoffelverlesen in einer der Scheunen beschäftigt, als das Unwetter heranbrauste. Die Leute hatten kaum den Raum verlassen, als der größte Teil einer zwölf Meter hohen und etwa 60 Zentimeter starken Giebelwand eingedrückt wurde und den eben verlassenen Arbeitsplatz unter ihren Gesteins- massen und dem Gebälk des zufammensturzenden Daches begrub. , , . . Für die von der Wirbelsturmkatastrophe betroffenen Einwohner sind sofort umfangreiche Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet worden. Kurz nach dem Eintreffen des Reichsstatthalters Gauleiter S a u ck e l, des Ministerpräsidenten Marschner und des Landesbauernsuh- rers Staatsrat P e u ck e r t fand an Ort und Stelle eine Sitzung statt, in der in wenigen Minuten em Beispiel praktischer nationaler Solida- Sonne und Grün allen Schaffenden! Der Leiter des Amtes für Schönheit der Arbeit hat folgenden Aufruf erlassen: Der dritte Frühling im nationalsozialistischen Deutschland ist angebrochen. Wälder, Wiesen und Gärten prangen in frischem Grün — aber das Ge- icht vieler Arbeitsstätten ist grau und häßlich geblieben. Laßt den Frühling tn bie -Betriebe ! Oeffnet Türen und Fenster, säubert Räume und Höfe von unnötigem Schutt und Gerümpel, fchafftGrünanlagen überall wo es nur eben möglich ist! Verwahrloste Fabrikhofe, Winkel und Ecken müssen verschwinden und freundlichen Grünflächen mit Bäumen, Hecken und Ruhebänken Platz machen. Brachliegende Freiflächen, vernachlässigte Gärten müssen frisch hergerichtet und für die Gefolgschaft zur Erholung in den Pausen geöffnet werden. tf. Bringt Blumen in die Aufenthalts- räume und, soweit es angängig ist, auch in die Arbeitsstätten selbst. Verschönt die^Umgebung Eurer Werke durch Grünanlagen, reißt häßliche Zäune nieder und schafft eine würdige Werksumfriedung! Legt Freibäder und Sportwiesen an! Betriebsführer, sorgt dafür, daß durch Grünanlagen Eurer Gefolgschaft Erfrischung und Arbetts- freude gegeben wird. Männer und Frauen der Ge» folgschaft,' packt mit an und schafft Euch würdige Arbeitsstätten. Der 1. Mai, der Festtag der deutschen Arbeit, steht vor der Tür. Wählt ihn zum Ausgangspunkt für die würdige Umgestaltung Eures Betriebes. Nutzt Frühjahr und Sommer, verschont die Stätte Eurer Arbeit durch Grünanlagen und Blumen. Schönheit der Arbeit durch Grünanlagen im Betrieb! Sonne und Grün allen Schaffenden! Betriebsführer und Gefolgschaften, packt alle gemeinsam an! Die Arbeitsstätten im neuen Deutschland müssen die schönsten und würdigsten der r i t ä t gegeben wurde. Die Landesbauernschast Thüringen erklärte sich sofort bereit, die notwendigen Futtermittel für das Vieh zu liefern und das umgekommene Kleinvieh zu ersetzen. Die Gauleitung der NSDAP, des Gaues Thüringen, das Land Thüringen, der Landkreis Gera und die Landesbauernschaft wollen gemeinsam den Schaden, der entstanden ist, wieder gutmachen. Nach vorläufiger Schätzung handelt es sich um etwa 50 000 Mark Sachschaden, der von den vom Schaden betroffenen Bewohnern nicht getragen werden kann. Damit der Wiederaufbau ohne Verzögerung begonnen werden kann, stellte die Gauleitung der NSDAP, des Gaues Thüringen einen sofortigen Kredit von 20 000 Mark zur Verfügung. Durch das Zusammenstehen von Partei und Staat wurde so zwei Einwohnern, deren Gehöfte am meisten zerstört sind, aus ihrer großen Not geholfen. Sie waren beide gegen eine derartige Naturkatastrophe nicht versichert und hätten ohne die Hilfe von Partei und Staat mittellos dem Nichts gegenübergestanden. lieber die Verheerungen, die das Unwetter in den Notstandsgebieten des Spessart und der Rhön angerichtet hat, werden nähere Einzelheiten bekannt. Danach wurde die Gegend von Zeitlofs in der Rhön besonders schwer heim- gesucht. Nach mehrstündigem wolkenbruchartigen Regen trat Hagel auf, der eine Stunde lang m haselnußgroßen Schloßen niederprasselte. Trostlos sieht es besonders auf den hochgelegenen Feldern : aus. Von der elementaren Wucht des Wassers kann Berlin, 25. April'. (DNB.) Ein alter Brauch im deutschen Handwerk lebt wieder auf: Das Gesellen wandern. 1000 Gesellep aus allen Zweigen des Handwerks sind am Donnerstag in den verschiedensten Gegenden des Reiches nach festgelegtem Plan in einer Art Austauschoerfahren auf die Wanderschaft gegangen. Dieses Ereignis wurde vom Berliner Handwerk zu einer großen Kundgebung mißgestaltet. Marschmaßig ausgerüstet, mit einem Wanderstab aus gedrehtem Holz, standen 75 Gesellen vor dem Schloß, umgeben von Handwerksabordnungen in Berufstracht. Reichs- organifationsleiter Dr. Ley führte, zu ihnen ge- Berlin, 25. April. (DNB.) Der Präsident der Reichspressekammer, A m a n n , hat drei Anordnungen erlassen, in denen die Einzelheiten des Zeitungsverlagswesens geregelt werden. Die erste Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlagswesens bestimmt im einzelnen, dah dem Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger die genauen Rechts- und B e s i tz Verhältnisse und personellen Verlagsver- hältnisfe, Nachweis der arischen Abstammung der Berechtigten am Verlage bis 1800, Höhe des Gesellschaftskapitals, ein etwaiger Wechsel der Berechtigten am Verlage und ähnliches mitzuteilen sind. Es ist Einblick zu gewähren in alle Unterlagen für die gesetzlichen, standes- und satzungsmäßigen Verpflichtungen und bekanntzugeben, ob Mittel zur Verfügung gestellt sind, um Dritten die Zeitung zu liefern. Genehmigungspflichtig ist auch die Lieferung der Zeitung in größerer „Stückzahl an einen Empfänger, der nicht Zeitungshändler ist. Die Anordnung bestimmt dann weiter in genauen Einzelangaben, wer nicht Zeitungsverleger fein kann, z. B. öffentlich-rechtliche Körperschaften, Gesellschaften, Genossenfchaften, Stiftungen, juri- stifche Personen und Perfonengesamtheiten, die unter Beachtung beruflicher, ständischer ober konfessioneller Gesichtspunkte gebilbet sinb, ober bie die Rechte am Verlage für Dritte wahrnehmen, natürliche Personen, bie für sich ober ihre Ehegatten nicht ben Nachweis ber arischen Abstammung bis zum Jahre 1800 zurück erbringen, Unternehmen, die der gemeinschaftlichen Herausgabe von Zeitungen dienen, ober für verschiebens Orte Zeitungen herausgeben, außer der Herausgabe von Unterausgaben einer Zeitung. Ausgenommen sind bei diesen Bestimmungen das Reich und die NSDAP. Die Anordnung schreibt auch vor, baß Zeitungen nicht auf einen konfessionellen, beruflich ober inter- essenmäßig bestimmten Personenkreis abgestellt sein dürfen und beauftragt ben Reichsverband ber beut- scheu Zeitungsverleger mit der Durchführung der Anordnung. Für die genau vorgeschriebenen Einzelbestimmungen werden Uebergangsfriften von drei, sechs und zwölf Monaten gewährt und die Bedingungen für diese Uebergangsfristen festgelegt. — Zu dieser Anordnung hat der Präsident der man sich eine Vorstellung machen, wenn man hort, daß bis zu vier Zentner schwere Felsblocke mit gerissen wurden. Außerordentlich gelitten hat auch das ganze Sinntal. Die Bahnlinie von Brückenau nach Zeit ofs ist gefaket, .ba bie Dämme unterspült sinb. Der Schaben durfte sich minbestens auf 100 000 Mark belaufen Aus bem Spessart liegen erschütternd Berichte vor. Der Ort Heinrichsthal bietet em grauenhafter Derwüstung. Schlamm, Ge- röll unb Felsblöcke bebecken fast meterhoch die Straßen, Felber unb Wiesen. Das Unwetter brach mit einem starken Hagelschlag herein. Darauf folgte ein Wolkenbruch, ber ungeheure Was- ermaffen nieberfanbte. Die Fluten stürzten in anderthalb Meter Höhe durch die Ortschaft und rstsen alles mit, was ihnen in den Weg kam. Das Vieh konnte nur unter größten Anstrengungen gerettet werden. Heinrichsthal ist besonders schwer betrafen, da bie ©emeinbe sehr arm unb stark verschuldet ist. Es ist nicht daran zu denken, daß bre Einwohner den Schaden selbst tragen können. Hufe von auswärts ist unbedingt erforderlich. Leiter des Amtes für Schönheit ber Arbeit NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Deutsche Arbeitsfront. Unsozialer Betriebsführer verhastet. Breslau, 25. April. (DNB.) Die Deutsche Arbeitsfront, Bezirk Schlesien, teilt mit: Am Oster- amstag wurde durch bie Ortspolizeibehörde Jauer (Schlesiens im Einverständnis mit der Geheimen Staatspolizei Liegnitz der Verleger und Buchbrucke- reibesitzer N i e f ch e r festgenommen, da er in dem in feinem Verlag erscheinenden „Iauersches Tageblatt" behauptet hatte, daß ein Teil feiner Belegschaft auf Veranlassung der D A F. Jauer in den Streik getreten ist. Nie- scher schuldet seiner Belegschaft feit Wochen ben fälligen Lohn, so baß biese L o h n r ü ck st ä n b e bis zu je 100 RM betrugen. In Anbetracht des Osterfestes baten die dort beschäftigten Kameraden um eine Teilzahlung und wiesen gleichzeitig Herrn Niescher darauf hin, falls er der Zahlung nicht nachkomme, daß sie sich am Ostersamstag beim Arbeitsamt als arbeitslos melden wurden, da ihnen nicht länger zugemutet werden kann, met- terhin für fünf Mark die Woche zu arbeiten unb o die Existenz ihrer Familien aufs Spiel zu setzen. Das Verlassen ber Arbeitsstätte grünbet sich auf § 124 ber Gewerbeorbnung, wonach Gesellen unb Gehilfen bie Arbeit verlassen können, wenn ber Arbeitgeber ben Arbeitern ben schulbigen Lohn nicht in ber bebungenen Weise auszahlt. Die Behauptung eines Streikes war baffer irreführend Niefcher gab bei seiner Vernehmung zu, baß er schon am Weihnachtsfest feinen Leuten keinen Lohn zahlen konnte unb sie so über bie Weihnachtsfeiertage ohne jeben Pfennig Gelb waren. In bem fraglichen Artikel war weiter behauptet worben, baß ber Streik auf Veranlassung ber DAF. Jauer ausgebrochen sei, was eine ungeheuerliche Behauptung barstellt. Niescher würbe bäher auf Grunb bes Gesetzes vom 20. Dezember 1934 wegen schwerer Schäbi - gun g bes Ansehens ber NSDAP, unb ihrer ©lieberungen fest genommen. sche Arbeitsfront ausgegeben unb ist im Preis so niebrig gehalten, baß es jedem beut- 'chcn Geschäftsmann möglich ist, sein Schaufenster mit einem großen ober kleinen Plakat zu schmucken. Gleichzeitig wirb am I.Mai bas beutsche Volk für feinen Führer eine Ha k e n k r e u z f a hn e n - oemonftration durchführen. Jede deutsche uQs milie, die noch nicht iin Besitz einer Aokenkreuzfahne ist, beschafft sich zweckmäßig eine solche sofort. Oie Verpflichtung des Vertrauensrates im Betrieb. schäftsbereich folgte. Oie künftige Arbeit der RE> -Bottswohlfahrt. Berlin, 25. April. (DNB.) Auf einer Reichstagung der Gaukafsen-Derwalter der NS.-Dvlks- wohlfährt und des Winterhilfswerkes erklärte der Hauptamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt, Pg. Hil- g e n f e l b t, baß es eine vordringliche Aufgabe der Reichsführung fei, gerade den Treuhänder des Finanzwesens in den Gauen ihren b e- fonberen Dank auszusprechen. Sei es doch durch die gewissenhafte und in jeder Hinsicht außerordentlich peinliche Arbeit dieser Stellen ermöglicht worben, fast jeben Mißbrauch von NSV.-Geldern von vornherein zu verhinbern. Neben ber bisherigen Arbeitsleistung fei künftig ein weiterer Aufbau uni, eine noch umfaffenbere Betreuung ber Hilfsbedürftigen Volksgenossen in Zukunft nötig. Es werde mehr und mehr im Vordergrund ber burch Die NSV. geleisteten Arbeit nicht nur bie materielle Unterstützung stehen, sondern zugleich auch die neue weltanschauliche Pflicht in völkischen, seelischen, charakterlichen und geistigen Dingen dem deutschen Volke bis in die untersten Schichten hinein eine neue Haltung zu vermitteln. Regelung des Zeitungsverlagswesens. Anordnungen des Präsidenten der Reichspresselammer. Wer sich zum Führer bekennt, trägt am 1. Mai bie von der Reichspropagandaleitung herausgegebene hochkünstlerische Maiplakette. Für diese Plakette darf nirgends der Verkaufspreis von 2 0 Pf. überschritten werden. Für die deutschen Geschäftsleute ist auf vielfachen Wunsch ein großes unb ein kleine s P la - tat mit ber Abbilbung der Maiplakette geschaffen worden. Dieses Plakat wird durch die Deut- Marxisten überfallen Wahlversammlung der Sudetendeutschen Heimatfront. Prag, 25. April (DNB.) In Neusattl in Nord- westböhrnen sand eine Wählerversammlung ber Sudetendeutschen Heimatfront statt. Vor bem Hotel sammelten sich etwa 150 orts- frembe Sozialbemokraten an, die unter Schmährufen in ben Saal einzubringen versuchten. Im Nu waren sämtliche Fensterscheiben unb Glastüren von Steinwürfen zertrümmert. Die Sozial« bemofraten begannen mit Stöcken, Eisenstangen unb mit Tüchern umrounbenen Steinen auf bie Drbner ber Subetenbeutschen Heimatfront einzuschlagen. Mehrere Sozialbemokraten waren sogar mit Aex- t e n unb Dolchmessern bewaffnet. Trotz- bem gelang es, bie Sozialbemokraten auf bie Straße abzubrängen. Erst als ber Ansturm zurückgeschlagen war, erschien ©enbarmerie unb säuberte den Platz vor bem Hotel. Ein ähnlicher Versammlungssturm würbe auch in 31 e u b e cf bei Karlsbab verübt. Dort wurden 25 Personen verletzt, barunter 11 schwer unb 3 lebensgefährlich. An ber Versammlung nahmen etwa 2000 Personen teil, bavon etwa zwei Drittel Anhänger ber Subetenbeutschen Heimatfront und ein Drittel Marxisten. Die Versammlung verlief außerordentlich stürmisch. Nach einer marrifh' scheu Rede löste der Regierungsvertreter bie Versammlung auf, worauf ber Saal von ben Marxisten geräumt würbe. Rudolf Heß würbe am 26. April 1894 in Alexandrien als Sohn eines Kaufmanns geboren und stammt aus einem fränkischen Hanbwerkergeschlecht. Er machte ben Krieg als Kriegsfreiwilliger im 1. Bayerischen Infanterie-Regiment mit unb wurde 1916 vor Verdun unb 1917 als Stoßtruppfuhrer in Rumänien verwundet. Rubolf Heß wurde bann Flieger bei ber Jagbstaffel 36. Nach dem Kriege studierte er in München Geschichte unb Volkswirtschaft unb würbe bei ber Befreiung Münchens von den Spartakisten erneut verwunbet. Er kam schon 1921 zur NSDAP, unb war einer ber ersten SA. -Führer ber Bewegung. In ber ersten großen Saalschlacht im Hofbräuhaus im November 1921 würbe er roieberum verwundet. Er nahm an dem Erhebungsversuch am 9. November 1923 tn München teil,' wurde zu 1V2 Jahren Festung ver- Mitgef angencr bes Fuh- 5 b e r g am Lech. Nach ber Wie- Das Reichsarbeitsministerium teilt im Einvernehmen mit bem Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba unb ber Leitung ber Deutschen Arbeitsfront mit: Es besteht Veranlassung, noch einmal barauf hm- zuweisen, baß bas im Gesetz zur Orbnung der nationalen Arbeit geforberte gemeinsame (Gelöbnis bes Führers bes Betriebes unb der Vertrauensmänner im Betriebe selbst ft a 11 f i n b e n muß, unb ba m ber Regel am 1. Mai unb bort, wo aus befonberen betrieblichen Grünben bas Gelöbnis an biefem Tage nicht abgelegt werben kann, am 30. 21 p r i l 0 b e r 2. un d 3. M a i. Unabhängig von biefem Gelöbnis tm -Betriebe finbet im Rahmen ber Feierlichkeiten am Nationalfeiertag eine we11a n f ch a u ° 1 i ch e Verpflichtung ber Vertrauensrate statt bie vom Tempelhofer Felb aus im Runbfunk übertragen wirb. Das Veichsunterrichtsministerium zum I.Mai. Das R e i ch s u n t e r r i ch t s m i n i st e r i u m für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung bittet sämtliche Schulleiter, auf biefem Wege bavon Kenntnis zu nehmen, baß bie Durchführung bes nationalen Feiertages am 1. M a 1 wie bereits in ben vergangenen Jahren in ben Händen bes Reichsministeriums für Volksauf - flärung unb Propaganba unb ber Orga - nifationberPartei liegt. Soweit bie Schulen an den Feierlichkeiten beteiligt werden, haben fie sich nach den Anordnungen der mit ber Durchführung beauftragten örtlichen Stellen zu richten. : der Arbeit Freude", enthalts. auch in die ut die Umqe- m, reiht haß. irbige Werks- ortwiesen an! urch Grünan- und Arbeits- auen der Te- i Tuch würdige : ttag der beut» ähit ihn zum staltung Eures mer, verschönt inanlagen und l Grünanlagen n Schaffenden! packt olle ge» neuen Deutsch- i oürdigsten der jMnfjett ! eNen: ^!°Wchen Wiesen und der das Genüßlich ge, die Je- > säubert Schutt und überall, wo Tabrikhöfe, und freund- n.und Ruhe- eiflächen, Der« gerichtet und den Pausen ?b 1 ö tf e U 8 ernbe LJ* 8«b İch bie "■ ««auf M #e" in an. y rillen ä'” Bereitet betraf. 6 pW' nnen. f)ilfe 51eu,at11 "un! franil^ man o rt5- :®a l50bie unter e« “"'oerfuct)«’1 SM: Al S'%«; sogar Mu Mtz esall^jeStrok w** he ö1*1 K-Ät y 1 verhastet. Die Deutsche nit: 2lm öfter* behörde Sauer der Geheimen mb Mchbrucke- , da er m dem „Fauerfches 3 ein Teil seiner q der DAF. eten ist M' •it Wochen den inrück stände In Anbetracht häftigten Käme' lesen glelchzelt'g er der Zahlung stersamstag,beW eiben wurden, »erden kann, wer- ’ arbeiten in» s Spietzul-S-Nj Set sich °u ad) 0e|eüen und in wenn der Idjutbi«'1’. 2ä" SÄ »titel »« * m-'E °'S d--Mdi- Die Berufungsklage im Kairoer Ludenprozeß abgewiesen. Kairo, 25. April. (DNB.) Das Berufungs- aericht in Alexandrien hat heute das Urteil im Kairoer Judenprozeß verkündet. Das Urteil erster Instanz wurde bestätigt und die Klage des jüdischen Klägers für u n z u l ä ss i g erklärt. Das Urteil lautet: „Das Gericht verurteilt in öffentlicher Sitzung und nach streitiger Verhandlung unter Abweisung aller weiteren oder entgegenstehenden Anträge und erklärt die Berufung des Haupt- und Nebenklägers der Form nach für zulässig, aber der Sache nach für unbegründet. Das Gericht bestätigt das erstinstanzliche Urteil, soweit es die Hauptklage für unzulässig und die Widerklage für unbegründet erklärt hat. Das Gericht verurteilt die Berufungskläger zu den Kosten der Berufungsinstanz, einschließlich des Honorars der Anwälte der Berufungsbeklagten, das auf 75 Pfund für jeden der beiden Anwälte festgesetzt wird." Erinnern wir kurz daran, worum es bei diesem Prozeß ging: nicht so sehr um die 101 englischen Pfunde, mit denen der jüdische Wechselagent italienischer Staatsangehörigkeit, I a b e s , den „moralischen" Schaden bewertet hatte, der ihm als Juden von Rasse und Religion und dem gesamten Judentum dadurch erwachsen fein sollte, daß der Deutsche Verein in Kairo im Juni 1933 zur Abwehr der maßlosen Boykottbewegung der Juden in Aegypten eine Broschüre herausgegeben hatte, in der in durchaus sachlicher Form der übermäßige Einfluß der Juden auf das öffentliche Leben in Deutschland dargelegt worden war. Worauf es eigentlich ankam, das war die Ehre der deutschen Nation. Wir waren mit der erwähnten Broschüre, die sich sachlich gegen die Boykotthetze des Weltjudentums mit Argumenten verwahrte, die seit Jahrhunderten bei den Wissenschaftlern aller Länder zur Beweisführung für den Einfluß des Judentums auf das Leben seiner Gastoölker gebräuchlich sind, nicht die Angreifer, sondern befanden uns in dem Recht des Angegriffenen zur Verteidigung. Italien und Einschaltung polens als Gegengewicht Par i s, 26. April (DNB.-Funkspruch.) lieber die Hintergründe der in Frankreich viel beachteten Un- terxedung des polnischen Außenministers Beck mit dem italienischen Unterstaatssekretär S u v i ch in Venedig, will „Oeuvre" mitteilen können, daß Polen mit allen Mitteln versucht, den Abschluß des französisch-russischen Paktes zu ver- hindern, oder zum wenigsten in seinen Auswirkungen abzuschwächen. Mussolini habe bereits in Stresa Laval zu verstehen gegeben, daß er P o - lens Teilnahme am mitteleuropäischen Pakt begrüßen würde. Der Duce habe dabei die kriegerische Tüchtigkeit und gleichzeitig die friedliche Einstellung Polens gelobt, was man von Rußland nicht sagen könne. Nach seiner Ansicht würde es jedenfalls für den europäischen Frieden besser sein, wenn Moskau sich weniger in die Angelegenheiten Europas einmischen wollte. In Genf habe Laval Litwinow bedeutet, daß Frankreich keine neuen Beistandsverpflichtungen übernehmen könne, so daß Rußland mit den baltischen Staaten auf eigene Rechnung und Gefahr paktieren müßte. Hier habe der polnische Außenminister Beck eingehakt. Zwischen ihm und Suvich sei ausgemacht worden, daß Italien bei den baltischen Staaten, in erster Linie bei Litauen, unternehme, um sie zur Aussöhnung mit Polen zu veranlassen. Als Gegenleistung biete Italien den drei Ländern den gegenseitigen Bei st and durch ihre Einbeziehung in das System des mitteleuropäischen Paktes an. Man habe besonders Litauen bedeutet, daß dadurch die drohende Gefahr, nämlich Sowjetrußland, ein für allemal ausgeschaltet würde. „Oeuvre" versichert, daß die baltischen Staaten noch nicht geantwortet hätten. Aber der Versuch Italiens und Polens, Sowjetrußland bei den baltischen Staaten den Rang ab- Nach den mißglückten Versuchen des Judentums, in London einen sogenannten Gerichtshof wegen des Reichstagsbrandes aufzuziehen und in Paris durch gerichtsähnliche Massenversammlungen die deutsche Arier-Gesetzgebung zu verurteilen, sollte nun vor einem wirklichen Gericht, dem Gemischten Gericht von Kairo, das neue Deutschland abgeurteilt werden. In er st er Instanz war der Prozeß von der Zivilkammer in Kairo unter dem Vorsitz eines Italieners und unter Mitwirkung eines ägyptischen und eines englischen Richters dahin entschieden worden, daß d i e Klage abgewiesen wurde. Die hinter dem Kläger stehenden jüdischen Propagandisten gaben sich damit aber nicht zufrieden, sondern legten B e - r u f u n a ein, so daß der Prozeß noch einmal vor dem Obergericht von Alexandrien aufgerollt wurde, das aber nur das Urteil der ersten Instanz b e st ä t i g t e und die Klage der Juden gegen den Deutschen Verein von Kairo als unzulässig abwies. Die für Deutschland besonders wichtige juristische und politische Bedeutung dieser Entscheidung liegt darin, daß in der zweiten Instanz ausdrücklich festgestellt wurde, daß es sich bei der Klageabweisung nicht nur um eine formaljuristiscke Zurückweisung aus prozeßrechtlichen Gründen handelte, sondern zualeich um eine Klageabweisung in der Hauptsache selbst. Damit ist auch die Frage verneint worden, ob überhaupt ein einzelnes Mitglied einer großen Gemeinschaft, wie sie das Weltjudentum mit rund 15 Millionen Mitgliedern darstellt, eine Klage wegen Beleidigung der Gemeinschaft erheben kann; mit diesem Problem hat sich schon die Rechtsprechung aller Völker und aller Zeiten beschäftigt, mit dem jedesmaligen Ergebnis, daß eine solche Jndividualklage nicht möglich sei. Da es gegen die Entscheidung des Obergerichts von Alexandrien ein anderes Rechtsmittel nicht mehr gibt, ist das Urteil nunmehr rechtskräftig geworden, das für das neue Deutschland ein ebenso großer moralischer Erfolg ist, wie es für die jüdischen Propagandisten, die diesen Streit heraufbeschworen haben, eine schwere Niederlage bedeutet. der Ostpakt. gegen Frankreich und Gowjetrußland? zulaufen, sei höchst interessant für die allgemeine Politik Europas. Rom hege im Grunde genommen Befürchtungen wegen der überragenden Stellung, die das französisch-russische Bündnis Frankreich im mitteleuropäischen Pakt verschaffen würde, der auch durch den zwischen Rußland und der Tschechoslowakei abzuschließenden Pakt eng mit Sowjet- Rußland verknüpft sein würde. In Polen wolle Italien ein Gegengewicht gegen den französischen Einfluß in Mitteleuropa schaffen. Wiederaufnahme der sowjetrussischfranzösischen Paktverhandlungen. Moskau, 26. April. (DNB. Funkbericht.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion bringt eine Meldung von Havas über die bevorstehende W i e- deraufnahme der vorgestern unterbrochenen französisch-sowjetrussischen Paktverhandlungen. Es sei zu erwarten, daß die Verhandlungen gleich zu Beginn in einen aktiveren Stand treten würden. Man rechnet damit, daß es nunmehr gelingen werde, die Besprechungen in ein normales Fahrwasser zu lenken und beiderseits a n- nehmbarere Paktbedingungen zu schaffen. Die Befestigung der Meerengen. Türkische Forderungen auf der Donau-Konferenz. I st a n b u l, 26. April. (DNB.-Funkspruch.) Der türkische Außenminister Dr. Aras ist von feiner Auslandsreise zurückgekehrt. Er berichtete dem Staatsoberhaupt in Ankara seine Genfer Eindrücke. Dr. Aras äußerte sich sehr anerkennend über die Unterstützung, die die türkischen Forderungen auf Befestigung der Meerengen bei Sowjetrußland gefunden habe. Am 10. Mai will Aras in B u k a r e st an den Besprechungen der Balkan-En lenke teilnehmen. Nach kurzer Berichterstattung in Ankara fährt Aras zur Donau-Konferenz nach Rom. Man erwartet, daß auf der Konferenz auch die Rüstungslage Oe st erreich s, Ungarns und Bulgariens erörtert werde. Die Türkei macht ihre Zustimmung zu einer Aenderung der Militärbestimmungen für diese Länder von der Aufhebung der einseitigen Rüstungs- beschränkunaen für die Türkei in Thrazien und an den Meerengen abhängig. Sie vertritt die Auffassung, daß an der Meer- engenfrage nicht nur die westlichen Großmächte interessiert seien, sondern auch die Staaten des Donaubeckens. Im Zusammenhang damit sind auch die mehrfachen türkisch-bulgarischen Freundschaftsbekundungen der letzten Zeit bemerkenswert. Italiens Absichten inOstafrika. Verschleppt Rom absichtlich die Verhandlungen mit Abessinien? London, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Der Korrespondent des „Daily Telegraph" in Addis Abeba meldet: Zuverlässige Nachrichten aus der italienischen Kolonie Erythräa geben Aufklärung über das Ausmaß der dort im Gange befindlichen militärischen Vorbereitungen. Bisher sind bereits mehr als 60000 Soldaten und 1000 Flugzeuge aus Italien in Erythräa gelandet worden. Hierzu kommen noch umfangreiche Mengen von Material und Transportmitteln verschiedener Art, von Automobilkolonnen bis zu Maultieren. In vielen Bezirken der Kolonie werden unter der Leitung von Sachverständigen mit großer Schnelligkeit Wege gebaut. In Addis Abeba glaubt man, daß die Italiener beabsichtigen, die jetzigen Verhandlungen bis Ende Mai, also bis zum Anfang der Regenzeit in die Länge zu ziehen. ' Während der dann folgenden 4 Monate würden irgendwelche Bewegungen' der Aethiopier auf der abessinischen Hochebene beinahe unmöglich fein. Erythräa dagegen wird davon nicht in Mitleidenschaft gezogen, und bei Aufhören der Regenperiode im Oktober würde ein italienischer Angriff die Abessinier unvorbereitet treffen. „S t a r" schreibt unter der Ueberschrift „Ein Verzögerungsspiel" u. a.: Jedesmal, wenn ein Fortschritt auf dem Wege zu einer italienisch-abessinischen Regelung als unmittelbar bevor st ehend angekündigt wird, macht Italien den Vorwurf neuer Grenzzwischenfälle, die ihm das Recht gäben, wieder zu seiner alten Haltung zu- rückzukehren. Dieser Fall hat sich jetzt wiederholt, nachdem Abessinien sich mit einem Schlichtungsverfahren einverstanden erklärt hat. Diese Methode ist jedoch zu häufig angewendet worden, um nicht den tiefen Argwohn zu erwecken, daß der italienischen Regierung eine Hinauszögerung der Regelung gelegen kommt. Man wird zu dem Schluß getrieben, daß diese Verzögerungen bis zum Ende der Regenzeit im Frühherbst, wenn die italienische Expeditionsstreitmacht in Bewegung gesetzt werden kann, andauern sollen." Geben bie indischen Fürsten nach? S i m I a , 26 April. (DNB.-Funkspruch.) lieber 50 v. H. aller indischen Fürsten, vor allem die Herrscher der größeren Fürstentümer, sollen bereit sein, dem Bundes st aat Indien beizutreten. Dieser überraschende Beschluß der indischen Fürsten soll unter dem Einfluß der ihnen beigegebenen politischen Berater erfolgt sein. Damit wäre tatsächlich das Zustandekommen des Bundesstaates sichergestellt und schon im Herbst 1936 könnte bie Provinzialautonomie verwirklicht werden. Früher, als zunächst erwartet, würde dann wahrscheinlich im Herbst 1937 der Bundesstaat Indien gegründet werden. Wan rechnet allerdings damit, daß die Minderheit der kleineren Fürstentümer nur sehr zögernd dem Entschluß der übrigen Fürsten folgen werde. Nach Meldungen aus Tokio soll Marschall Tschiangkaischek an einer Lungentuberkulose ernstlich erkrankt sein. Diese Nachricht wird besonders in militärischen Kreisen nicht geglaubt, da von einem solchen Leiden des Marschalls nichts bekannt war. Oie Tagung -er Deutschen Gesellschafi für Chirurgie. Berlin, 25. April. (DNB.) Am Nachmittaa der ersten Sitzung der Chirurgentagung sprach Bauer (Breslau) über Fragen der Sterilisation. Die Tatsache, daß 96 v. H. aller Sterilisierten unter die Gruppe der schweren Geistesstörungen fielen, zeige, daß der Kreis der Erbkranken erfaßt werde, den der Gesetzgeber gewünscht habe. Das technische Problem der Gefahrlosigkeit und Sicherheit sei gelöst. Von Niku - licz-Radetzki (Königsberg) berichtete über feine Erfahrungen bei der Sterilisation erbkranker Frauen. Wie für den Mann sei auch für die Frau das operative Risiko auf ein Minimum reduziert worden. An diese Ausführungen schloß sich eine eingehende Aussprache an. Zu Der Abendsitzuna wurden Lichtbilder vorgeführt. P a - schoud (Lausanne) zeigte einen Film, der in seiner Klinik hergestellt wurde, in welcher die Kranken nach Bauchoperationen bereits unmittelbar nach der Operation vom Operationstisch aufstehen und auch an allen folgenden lagen zum Aufstehen angehalten werden. Einen ähnlichen Film zeigte H a v l i c z e k (Schatzlar). Fischer (Münster) stellte auf Grund seiner Untersuchungen eine Hypothese für die Entstehung lymphatischen Gewebes bei Entzündungen auf. Krückmann (Berlin) schilderte die optischen Grundlagen des Doppel- sehens bei Fehlstellungen des Auges und die Möglichkeit, derartige Sehbehinderungen durch besondere Kopfhaltung und eingeübte Augenstellung auszugleichen. Tönnis (Würzburg) berichtete über Operationen von Hirngefchwulsten an der Hirnhautbedeckung des Kleinhirns. A x h a u s e n (Berlin) berichtete von seinen Erfolgen bei der Operation von verzweifelten, schon mehrfach voroperierten Fällen von Gaumenspalten. O e h l e ck e r (Hamburg) machte Ausführungen über die Bechterewsche Erkrankung der Wirbelsäule. Brandes (Dortmund) gab Aufschlüsse über seine Operationsmethode bei ungünstigen Schenkelhalsbrüchen nach den Vorschlägen Pauwels. Hintze (Berlin) besprach die Erfolgsaussichten der operativen und Bestrahlungsbehandlung der bösartigen P i g- mentgefchwülste anhand zahlreicher von ihm behandelter Fälle. Am zweiten Sitzungstag begann am Vormittag Stich (Göttingen) mit dem zweiten Hauptreferat der Taauna: Embolie. Nach einer Aufzählung der verschiedenen Ursachen der Embolie erklärte er, daß es feststehe, daß nicht etwa die Einspritzungen von Serum und Medikamenten in die Blutadern eine ursächliche Bedeutung haben sollten. Die von mancher Seite behauptete Zunahme der Thrombosen und Embolien bestehe in Wirklichkeit nicht, so daß zu einem Pessimismus kein Anlaß gegeben sei. Es ständen heute viele Methoden zur Verfügung, die die Gefahr bei einer Operation auf ein Minimum reduzierten. Payr (Leipzig) hat bei gewissen Fällen von chronischen Thrombosen bisweilen von Bestrahlungen Gutes gesehen. Nehrkorn (Elberfeld) kann auf Grund seiner Erfahrungen bestätigen, daß frühzeitige Bewegungen der Kranken vorteilhaft sind. Havliczek (Schatzlar) sieht in dem Uebertritt von Blut, das dem Leberkreislauf abstammt, in den großen Kreislauf ein auslösendes Moment für die Bildung der Thrombose. R i e b l (Königsberg) trat für radikale Entfernung der feptifch-thrombosierten Blutadern in Fällen von schweren Infektionen, beispielsweise bei fortschreitenden Oberlippenfurunkeln ein. In der Nachmittagssitzung sprach S ch l o e ß - mann (Bochum) über „Sie Bluterkrankheit Hämophili e". Der Erbgang dieses Leidens fei geschlechtsgebunden, d. h. Träger der Krankheit seien nur die Männer, die das Leiden mit vererbten. Die Weitergabe der Krankheitsanlage erfolge durch die selbst nicht erkrankten Mütter, und zwar auf die Hälfte ihrer Söhne. Die Hämophilie fei offenbar nur eine bet der weißen Raffe bekannte Krankheit. Frey (Düsseldorf) berichtete, daß er vier Kinder mit schwerer Bluterkrankung mit dem Kreislaufhormon Padutin behandelt und damit ein sofortiges Aufhören der Blutung erzielt habe. und Rauchkenner wissen: Neu! Mokri Superb in eleganten 12 Stück-Packungen mit größeren Stickereien! arellen HENZE-D. HANNOVER eine echte Lande eben - und doch nur 3% diese zwei Dinge, selten vereint, geben der „Mokri Superb" den eigenen Charakter und unverkennbare Eigenart! Aus aller Wett. Offiziersaustausch zwischen der deutschen und englischen Armee. Berlin, 25. April. (DNB.) In Durchführung eines zwischen der englischen und deutschen Armee verabredeten Offiziersaustausches werden drei englische Offiziere in den nächsten Tagen ein Kommando bei deutschen Truppenteilen antreten. Es handelt sich um je einen Dffi« gier der Infanterie, der Kavallerie und der Artillerie, die bei den entsprechenden deutschen Waffengattungen für die Zeit von etwa vier Wochen D i e n st tun werden. Die zum Austausch kommandierten deutschen Offiziere haben ihr Kommando in England bereits angetreten. Der letzte militärische Chef der Gendarmerie 80 Jahre alt. Der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e, hat an den General der Artillerie Grafen von Pfeil und Klein- El l g u t h zu dessen 8 0. Geburtstag folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: „Eure Exzellenz! Zu Ihrem 80. Geburtstag erlaube ich mir, Ihnen als dem letzten militärischen Chef der Gendarmerie meine herzlichen Glückwünsche gleichzeitig im Namen der deutschen Gendarmerie auszusprechen. Der soldatische Geist, den frühere Chefs in die Gendarmerie gepflanzt haben, wird heute wieder in ihr hochgehalten und soll für immer der beste Inhalt ihrer Tradition bleiben. Indem ich Ihnen, Exzellenz, einen langen und gesegneten Lebensabend wünsche, grüße ich Sie mit Heil Hitler! Ihr sehr ergebener q Daluege." Die Ermordung des Münchener Bildhauers Vrampe vor Gericht. — Die Angeklagte zum Tode verurteilt. Vor dem Schwurgericht München I gelangte die Mordtat an dem Bildhauer Wrampe, der, wie seinerzeit gemeldet, von seiner Geliebten im November vorigen Jahres in seiner Wohnung erschossen worden war, zur Verhandlung. Die 40 Jahre alte Angeklagte Anna B u r g h a r t gab bei ihrer Vernehmung die Tat auch zu, führte aber zu ihrer Entlastung an, aus Eifersucht zur Waffe gegriffen zu haben. Schon im Herbst 1933 fei ihr der Gedanke gekommen, sich und den Geliebten zu erschießen, nachdem sie sich von seiner Untreue habe überzeugen müssen. Die Angeklagte schilderte dann den Hergang der Tat, nach der sie einen Selbstmordversuch unternahm, der aber mißlang. Nach längerer Beratung wurde die Angeklagte zum Tode verurteilt. In der Begründung des Urteils heißt es u. a., daß das Gericht zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Mordtat vorsätzlich geschehen sei und daß daher auch auf Mord erkannt werden müsse. Die Angeklagte nahm das Urteil gefaßt entgegen. Amokläufer in einem schottischen Regiment. Auf dem Truppenübungsplatz von Fort George bei Jnoerneß spielte sich ein seltsamer Vorfall ab. 70 Mann des Schottländer Regiments waren zu Schießübungen mit scharfer Munition angetreten. Einer von ihnen ging zwar richtig zum Schießstand, wandte sich dann aber um und feuerte einen Schuß auf die eigene Kompanie ab. Die Mannschaften stieben schleunigst auseinander und nahmen vorschriftsmäßig Deckung, so daß niemand verletzt wurde. Der Soldat feuerte noch zwei Schüsse und lief dann davon, verfolgt von der ganzen Kompanie. Erst nach halbstündigem Suchen wurde er in einem Versteck durch einen Schuß verletzt aufgefunden und ins Lazarett gebracht. Ob er sich die Wunde selbst zugefügt hat, ist nicht bekannt, da die Militärbehörde strengstes Stillschweigen über den Fall bewahrt. Drillinge sterben am gleichen Tage. Die italienische Oeffentlichkeit beschäftigt sich lebhaft mit dem Schicksal der drei Brüder B a r t i n i, die am gleichen Tage gestorben sind, zwei in Rom, der dritte in Mailand. Die Brüder waren Drillinge und haben überraschend ähnliche Eigenschaften und Lebensläufe gehabt. Der eine Bruder kam in Rom durch einen Autounfall ums Leben, eine Stunde darauf, ohne Kenntnis vom Tode seines Bruders, starb auch der zweite in Rom an einem Herzschlag. Der dritte Bruder ist am gleichen Abend einem Herzschlag erlegen. Line Schlafwandlerin tödlich verunglückt. Ein seltsamer Unfall stieß einer 29jährigen Krankenschwester, die Schlafwandlerin war, in Toulouse zu. Sie bestieg in der Nacht das Dach einer Krankenbaracke, das unter ihrem Gewicht zusammenbrach. Die Krankenschwester stürzte zu Boden und trug eine schwere Kopfverletzung davon, an der sie bald darauf st a r b. Große Daldbrände in der Umgebung von Reuyork. Mehrere Waldbrände haben in der Um- aebung von Neuyork großen Schaden angerichtet. Auf Long Island brannten bereits an 65 Quadratkilometer Wald nieder. An verschiedenen Stellen sind Wohnhäuser, Villen und Fabriken in großer Gefahr, da der Wind und die Trockenheit die Ausdehnung des Feuers begünstigen. Bei Hammonton in Neu-Jersey war der Waldbrand so stark, daß er den dortigen Fluß, der eine Breite von dreißig Metern hat, überspringen konnte und die Sommerwohnungen bedrohte. Bei Atlantik City droht ein Waldbrand mit einer Breite von 16 Kilometern. Zeitweise war das Dorf Steelmanstown sehr gefährdet. Baler und Sohn bei der Arbeit ums Leben gekommen. In Leipzig waren dieser Tage der 66 Jahre alte Brunnenbauer W i e ch e r t und sein 31 Jahre alter Sohn mit dem Bohren von Wasserlöchern beschäftigt. Dabei kam der Vater mit der Bohrstange der Starkstromleitung zu nahe und wurde durch den elektrischen Strom auf der Stelle getötet. Der Sohn, der den Vater retten wollte, wurde ebenfalls durch den Starkstrom getötet. Beide Leichen sind vollständig verkohlt aufgefunden worden. Schweres Flugzeugunglück bei präg. — Vier Todesopfer. In der Nähe von Prag stießen beim Einfliegen zwei neue Flugzeuge aus bisher noch ungeklärter Ursache zusammen und stürzten ab. Das eine Flugzeug stürzte unmittelbar nach dem Zusammenstoß zur Erde und ging in Flammen auf. Das andere Flugzeug konnte noch 8 Kilometer weiterfliegen, bevor es ebenfalls abstürzte. Die beiden Flugzeugführer K o c i und Novotny und ihre Gehilfen F i a l a und Schmid fanden hierbei den Tod. Augenzeugen und Gendarmen bestätigten den Zusammenstoß der Flugzeuge, der in einer Höhe von einigen hundert Metern erfolgte. Ehemaliger Fremdenlegionär als internationaler holeldieb. In einem Berliner Hotel konnte ein gemeingefährlicher internationaler Hoteldieb und Hochstapler fe st genommen werden. Der Mann war dem Hotelpersonal durch sein sonderbares Verhalten aufgefallen. Man alarmierte die Polizei, die den Verdächtigen verhaftete. Es handelt sich um den 38jährigen russischen Staatsangehörigen Apollo K., dem im Laufe eines eingehenden Kreuzverhörs bisher etwa 5 0 Hotel- d i e b st ä h l e nachgewiesen werden konnten, die er in Deutschland, in der Schweiz, in Warschau und Paris aufgeführt hat. K., der früher russischer Offizier war und dann mehrere Jahre in der französischen Fremdenlegion abgedient hat, verfügt über ein außerordentlich gewandtes Auftreten. Da er zudem sehr elegant gekleidet ist, war es ihm unschwer möglich, sich in großen Luxushotels einzu- ouartieren. Dort nahm er dann alle Hotelgäste aufs Korn, deren Ausgaben auf eine gute Vermögenslage schließen ließen. Nach getaner „Arbeit" verschwand er umgehend aus dem Hotel. Die von ihm im Laufe der Jahre auf diese Weise gemachte Beute ist außerordentlich hoch und gestattete'dem Hochstapler einen luxuriösen Lebenswandel. Kunst und Wissenschast. Oer Internationale Iilmkongreß in Berlin. Die erste Veranstaltung des Internationalen F i l m k o n g r e s s e s in Berlin war ein Begrüßungsabend des Landesverbandes Berlin-Brandenburg - Grenzmark im Reichsverband deutscher Filmtheater e. V. im „Rheingold". Man sah fast alle Prominenten vom deutschen Film, darunter den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann, zahlreiche Produktionsleiter, Regisseure, Darstellerinnen und Darsteller, die ausländischen Kongreßvertretungen, sowie zahlreiche ausländische Pressevertreter. Im Namen des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-Grenzmark hieß der Vorsitzende Siegfried die Anwesenden willkommen. Der umfangreiche Beratungsstoff, der für die Arbeit des Kongresses zur Verfügung stehe, werde allen Teilnehmern den Beweis dafür erbringen, daß in Deutschland der Film seinem ganzen Wesen nach als Brücke von Nation zu Nation und als Instrument des Friedens betrachtet werde. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann, richtete Begrüßungsworte an die Mitkämpfer für den Film im Auslande und dankte den zum Kongreß so zahlreich Erschienenen, die gekommen seien, um an einer Verständigung auf dem Gebiete des Films mitzuarbeiten. Er sprach den Wunsch aus, daß der Film Deutsche und Gäste verbinden möge im Glauben an die Menschheit, an das hohe Kulturgut, dem der Film dienen solle und dienen werde. In dem dann folgenden unterhaltenden Teil wirkte eine große Anzahl deutscher Bühnen- und Filmkünstler mit. Beethoven-Konzert Furtwänglers in der Berliner Philharmonie. Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler dirigierte in Berlin ein Konzert des Philharmonischen Orchesters. Das Programm umfaßte Beethovens „Egmont"-Ouvertüre, sowie die Pastoral- und C= Moll-Symphonie. Anwesend waren u. a. Reichsminister Dr. Frick, Reichsleiter Alfred Rosenberg, Staatssekretär Funk, Oberbürgermeister Dr. Sahm, sowie Mitglieder des Diplomatischen Korps. Das Publikum feierte Furtwängler und das Orchester durch anhaltenden Beifall. Kleine politische Nachrichten. Der von Gauleiter, Oberpräsident und Staatsrat Schwede- Coburg in Stettin geführte Reichstreuebund ehemaliger Berufssoldaten hält seine diesjährige Führertagung am 4. und 5. Mai in Saarbrücken ab. Nach einem Erlaß des Reichswehrministers kann den Soldaten, Beamten, Angestellten und Arbeitern der Wehrmacht, die Mitglieder des Reichstreuebundes sind, für die Teilnahme an der Tagung Dienstbefreiung gewährt werden. * Der Kaiser von Japan hat dem Führer und Reichskanzler für seine Anteilnahme an der Erdbebenkatastrophe auf Formosa telegraphisch seinen aufrichtigen Dank übermittelt. * Wie die Presse in Palästina meldet, will sich der bekannte jüdische Politiker und Zionist Dr. Chaim W e i z m a n n aus der Politik zurückziehen. Er übernimmt jetzt die Leitung eines neuen großen chemischen Unternehmens, das von der Imperial Chemical Industries und der Palestine Chemical Industries ins Leben gerufen wird. Der Name des neuen Unternehmens ist Palestine Chemical Development Limited. Büchertifch. — Rudolf van Wehrt: „M o r r o Castl e". Die Sterbestunde eines Schiffes. Verlag Ullstein, Berlin. — (13) — Seit dem Untergang der „Titanic" im April 1912 hat keine Schiffskatastrophe die Welt so sehr erschüttert wie der Brand des amerikanischen Passagierdampfers „Morro Castle". Rudolf van Wehrt hat an Ort und Stelle allen Einzelheiten der Katastrophe nachgeforfcht, er hat der Verhandlung des Untersuchungsausschusses mit allen Aussagen von Beteiligten und Sachverständigen beigewohnt, er hat die volle Wahrheit Über die Sterbestunden der „Morro Castle" ergründet. Aus den Berichten der Geretteten, aus den Verhandlungen vor dem Untersuchungsausschuß ersteht die Tragödie des Riesendampfers „Morro Castle", die gleichzeitig eine laute Anklage ist gegen geradezu verbrecherischen Leichtsinn, gepaart mit hemmungsloser Profitgier. Das ungeheuer spannende Buch, ein Musterbeispiel für eine Reportage, wie sie sein soll, wirft bezeichnende Streiflichter auf die Welt des amerikanischen Kapitalismus in ihren schlimmsten Auswüchsen. — WilhelmJensen: Karin von Schweden. Leipzig 1935. Koehler & Amelang. Volksausgabe. Ganzl. 2,85 Mark. — (26) — Dies ist die Geschichte eines nordischen Mädchens, das nach schweren inneren Kämpfen die Liebe zum vertrauten Gespielen der Jugend, zu ihrem Verlobten, der Liebe zum Vaterlande opfert, das über sich selbst hinauswächst und entscheidend in den Befreiungskampf seines Volkes eingreift, das in feiner Begeisterung die Bauern gegen den Landesfeind aufwiegelt und schließlich Gustav Wasa, dem Retter des Vaterlandes, die Hand reicht. Hätte Wilhelm Jensen nicht schon vor Jahren dieses Lebensschicksal in seiner volkstümlichen Dichtung aus dem Dunkel der Vergangenheit gehoben, in unserer Zeit hätte es notwendig seine Neugestaltung finden müssen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeork Frankfurt. Der über Deutschland liegende Tiefdruckwirbel hat sich etwas verlagert und beginnt sich aufzufüllen. Dabei wird sich über dem europäischen Kontinent wieder eine gleichförmige Luftdruckverteilung Herstellen. Der dabei an uns für sich freundlichere Witterungscharakter wird das Auftreten örtlicher Wärmegewitter begünstigen. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst stellenweise heiter und tagsüber wieder etwas wärmer, Neigung zu vereinzelten, teilweise aber gewittrigen Störungen, veränderliche Winde. Aussichten für Sonntag: Im ganzen freundlich und tagsüber ziemlich warm, aber noch nicht ganz störungsfreies Wetter. Lufttemperaturen am 25. April: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 9,2 Grad; am 26. April: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. April: abends 11,9 Grad; am 26. April: morgens 9,4 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. N Frühjahrs-Rennen in Verbindung mit d.NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ auf der Rennbahn in Frankf urt-M.-N iederrad Sonntag, 28. April, nachm.SUhr. Eintrittspreise von RM. -.70 an, dazu 10 Pf. Sportgroschen. Ermäßigte Fahrpreise auf der Eisenbahn und Straßenbahn bei Vorzeigen der Eintrittskarte. Rennklub Frankfurt a. M. (E. V.) Statt Karten Verkäufe Gut erhaltene Maschine oue? Otto Bergen Else Bergen, geb. Dickel DKW. 300 ccm preisw.z.verkauf, Hessenstraße 3. illlllllllllllllllllllllllllll Vermählte 500 ccm MoM Heuchelhelm-Gießen — Efsen/Ruhr, Bunsenstraße 96 2470 D 'Zwei volkstümliche, preiswerte cUogel6estimmungs6ücfjer ! Mo heimische« Singvogel Herausgsgeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Mit 14 farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln, 5 Karten und 11 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,80. Der Text enthält kurz und übersichtlich Vorkommen, Kennzeichen, Größe, Stimme, Nest und Ntstplah, (Eier, ferner Angaben ob Standvogel oder nicht und inwieweit geschützt. Die Tafeln bringen naturgetreue farbige Abbildungen der Vögel selbst, so. wie photographische Aufnahmen von besonders charakteristischen Nestern u. Gelegen. Die heimische« Raubvogel Don Dr. Martin Löpelmann. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flug» tafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,—. Der Verfasser gibt ein umfasiendes Lebensbild aller in Deutschland heimischen Arten, schildert ihre Bedeutung im Haushalt der Natur, Körperbau, Gefieder, Lebensweise, ihre geistige Verfassung und vor allem den Flug. Eine Bestimmungs. tabelle für Raubvogelsänge und Abbildungen von Federn bringen eine willkommene Ergänzung des Textes. gu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde zu verkauf. 01775 Lollar Hauptstraße 60. illlllllllllllllllllllllllllll Großer, gut erb. XT Barren ebensolches Svrnnggestellu. Fahrradschrank zu verkauf. Oi78o Hindenburg- wall Nr. 141. | Kaufgesuche"] Kleinerer Geldfchrank od.eisern. Aktenschrank z. kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 2484V an denGieß.Anz. Türe ca. 2,02 auf 0,96 Mtr. im Falz, zu kaufen ges. om» Marb. Str. 15. Ein noch gut erh. Zwillingswagen 2483 D su kauf, gesucht. Wo? sagt oie Geschäftsstelle des Gieß. 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Geschäftsbericht 2. Revisionsbericht 3. Vorlage der Jahresrechn. 1934 4. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinnes 5. Entlastung des Vorstandes 6. Wahlen in den Aufsichtsrat 7. Anträge 8. Aenderung der Satzung 820(1) und § 38 (2) 9. Kapitalbewilligung 10. Verschiedenes. Nach §29 der Satzung sind Anträge - Punkt 7 d. Tagesordnung - bis zum 30.4.35 beim Unterzeichneten, Wilhelmitraße 55, schriftlich einzuretchen. Die Jahresrechnung hegt beim 1. Rechner, Münster, IHeringstraße 10, vorn 27. 4. bis 4.5. 35 zur Einsicht für die Genossen offen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: _________Hedderich.______2477D Graue ttaare Wlederhersteilel^'U Fl3 Drog. Eines, Seltersweg 68a 2471v Drog. WinterhoH, Krenzplatz 10, Bergedung oonBauaröelten. Für den Neubau von 9 Woh« nungen am Aulweg sollen ver» geben werden: die (Entwässerungsanlagen, die Wasser-und Gasleitungen. Altgebote, nur von Mitgliedera unserer Genossenschaft, sind ver« schlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Donners« tag, den 2. Mai d. xL, nachm. 5 Nhr, bei dem Architekten BDA. Hamann, Bergstraße 11, einw reichen. Angebotsformulare und Näheres dortselbsi. 2475D Gießen, den 26. April 1935. Baugenossenschaft 1894 e.G. m. b.H.» Gießen. Hch. Schneider. R. Hahr. Ur. 97 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Kreitag. 26. April (935 über- Tier- An den Dichtern wird es dann nicht fehlen. mitein« ie ander abrechnen, so steht alles „Soll" alles „Haben" auf unserer Seite. Nur an Frankreich zu fordern, was es uns lich entrissen. Frankreich dagegen hat auf seiner, wir haben widerrecht- nichts von Dänisches Militär bekommt BsiammzuZage. Man kann bekanntlich jedes Lebewesen bei reichlicher und vielseitigster Ernährung elend zugrunde gehen lassen, man braucht ihm nur den Reis geschält, das Mehl zu fein ausgemahlen, das Gemüse allzu lange gekocht zu geben. Die Vitamine, ohne die der Körper nicht existieren kann, werden dann zerstört und das Uebrige, mag es noch so delikat zubereitet sein, kann ihn nicht vor Skorbut, Beriberi und den anderen zerstörenden Krankheiten bewahren, die immer als Folge von Vitaminmangel auftreten. — Dieses weiß die Wissenschaft seit der Entdeckung jener seltsamen „Lebensstoffe", viel hat sie inzwischen durch die Arbeiten, vor allem deutscher Chemiker, über Art, chemische Zusammensetzung und Vorkommen einzelner Vitamine hinzugelernt. Immer noch scheinen wir aber mit der Erkenntnis uns zu fordern, nicht ein Dorf, nicht einen Baum. Der Rhein ist, wie Arndt kurz und gut gesagt hat, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze." lieber Napoleon I. urteilt er: „Napoleon war eine vorübergehende Erscheinung, Frankreich blieb. Mit Frankreich hatten wir es schon vor Jahrhunderten zu tun, mit ihm werden wir noch in Jahrhunderten llchkeit, mit der diese gewandten jungen Männer Honig aus jeder Blüte zu saugen wissen, ist vom beruflichen Standpunkt gesehen höchster Anerkennung wert. Mit diesem Interview ist man in die große mandschurische Welt eingeführt, denn sie begleiten den fremden Besucher von Station zu Station, von Stadt zu Stadt. Da will man z. B. von Harbin nach Hsinking fahren ... „Halloh! Sir!" schreit der japanische Polizist an der Sperre, „jur Passport!" Schon hat er ihn geschnappt und drückt einen Stempel hinein. Dreimal wird dann auf der kurzen Strecke — es sind nur ein paar Hundert Kilometer — der Paß von Rot, Weiß und Gelb kontrolliert, mit wehenden Fragebogen kommt der Wirt im Hsindkinger Bahnhofshotel einem entgegengestürzt. Und wieder bescheinigt man, daß man aus Niederpimpelhausen, Bezirk Mitteldimpflingen, Kreis Oberdingsda in Dschörmany kommt. Das steht dann am nächsten Tage wieder in der Zeitung. Und zwar gleich in doppelter Aufmachung: einmal, daß Mister I Chardin verlassen hat, und zum andern, daß er in das Verweilen in der Psychologie der handelnden oder betroffenen Personen. Die Novelle trägt Begebenheiten vor, und nicht Gedanken und Betrachtungen über solche. Sie nimmt sie ferner ernst, weil sie wirklich sind, oder doch als wirklich gedacht sind, und eben das sollte in der Leserschaft von heute eine neue Liebe zu ihr erwecken. Auch der echte Roman verschweigt ja die tragische Beschaffenheit dieser Welt keineswegs, wenn anders er den Ehrennamen der Dichtung verdient. Aber da gibt es doch Verweilen und Ruhen und heiteres Aufatmen und auch alles das Liebliche und die Spannen des Glycks, die nicht weniger wahr, und dieses Leben oft erst überhaupt erträglich machen. Die Novelle aber, in einem Gefäß von der edelsten Prägung, reicht uns den Auszug aller Kräfte dieses Lebens, auch der tödlichen, wie in einem einzigen Trunk. Wer eine Novelle Heinrich von Kleists lieft, des unerreichten Meisters dieser Form unter uns Deutschen. der fühlt sich mit unausweichlicher Gewalt in die Mitte seines eigenen Wesens und Lebens gezogen — und spiele sie in Chile oder in San Domingo. Er sieht, auf wenigen Blättern, den Tod in das Leben verschlungen, Unschuld in Schuld verstrickt und die Schuld sich auf Erden röchen. Daher geht von dieser Form, nach derjenigen des Dramas auf der Bühne, die allerunmittelbarste Erschütterung auf den Menschen aus, und es sollte nicht ausbleiben, daß eine Nation, die nach dem neuen Drama begehrt, ficfi auch der neuen Novelle wieder mit allgemeinerer Liebe zuwendet. Hsinking eingetroffen ist. Wo sofort nach Erscheinen der beiden Notizen wieder der Sturm der lokalen Reporter beginnt, die unbedingt wissen wollen, was Deutschland über Mandschukuo denkt, ob Deutschland Mandschukuo anerkennen wird und was Mister Hitler macht. — „Schweigen ist Gold." Also produziert man es, verbeugt sich durch Handauflegen auf die Knie so tief wie es der „Embon- point" gestattet, um dann am nächsten Morgen wiederum in den Zeitungen in konzentrierter Form ZU lesen, daß man schon wieder in die Klasse der „Mauernweiler" eingerüeft ist. Belästigung? Störung des Reiseverkehrs? Keine Spur! Ich finde diesen Betrieb ganz amüsant! Man lernt Leute kennen und schwimmt im Strome der Zeit. Es gibt allerdings auch Menschen . . . z. B. Kaufleute ... die anders darüber denken. Diese Nörgler haben natürlich noch immer nicht begriffen, daß nicht die Wirtschaft, sondern die Politik das Schicksal ist . . . wenigstens in Mandschukuo . . . auf diesem Forschungsgebiet am Anfang zu stehen; wenigstens mußte man diesen Eindruck in einem Vortrag gewinnen, den der dänische Landesgewerbe- arzt Dr. Gudjonsson vor der Berliner Medizinischen Gesellschaft über sein umfangreichen Forschungen hielt. Es scheint, als ob die Vitamine noch eine ganz andere Nolle in der zukünftigen Ernährungswissenschaft spielen werden, wie sie' wohl auch für die Geschichte der Völker, besonders aber für die Entwicklung der nordischen Nasse eine ganz raschende Bedeutung gehabt haben. sondern von dem „anderen Moltke", dem Manne des tiefen Gemüts, des zarten Empfindens und der feinsten Beobachtung. Im „Daheim" hat er im Jahre 1866 eine Selbstbiographie gegeben, aus der einige Sätze mitgeteilt feien: „Schon im zwölften Lebensjahre wurde ich mit einem älteren Bruder nach Kopenhaaen in die Landkadetten-Akademie gebracht. Ohne Verwandte und Bekannte brachten wir dort eine recht freudlose Kindheit zu, die Behandlung war streng, selbst hart und wir gewöhnten uns früh an Entbehrungen aller Art. Dankbar erinnere ich mich der einzigen Familie, die uns. liebreich aufnahm. Der General Hegermann-Lindencrone besaß einen hübschen Landsitz nahe der Stadt, welcher der Tummelplatz unserer Knabenspiele an Sonntagen wurde, mit drei Söhnen des Hauses, welche sich später in der dänischen Armee hervorgetan haben. Der Verkehr mit den edlen, feingebildeten Mitgliedern dieser Familie hat wohltätig auf meine ganze Entwicklung gewirkt. Als Offizier und mit guten Zeugnissen und Empfehlungen versehen, kam ich 1822 nach Berlin und trat nach besonderer Prüfung als jüngster Sekondeleut- nant zu Frankfurt an der Oder in das 8. Jnfante- rie-Negiment ein. Damals kommandierte General von der Marwitz die 4. Kavallerie-Brigade, dessen Gemahlin eine geborene Gräfin Moltke war. Ich fand in diesem Hause wohlwollende Aufnahme. Der alte General gab dem jungen Leutnant eines Tages eine Höfiichkeitslehre, die er nie wieder vergessen hat. Aufgefordert abzulegen, wollte ich den Degen ohne weiteres in die Ecke stellen, als ein: „Im Vorzimmer, wenn ich bitten darf," mich rektifizierte. Ausnahmweise früh gelangte ich zum Besuche der Kriegsschule in Berlin. Das Vermögen meiner Eltern war durch die Kriege und eine Reihe von Unglücksfällen verloren gegangen, ich war ohne alle Zulage und mußte mich sehr einschränken." In den Jahren 1836 bis 1839 weilte Moltke in der Türkei; viel zu wenig bekannt sind seine Briefe und Reiseschilderungen aus jener Zeit. Auch sonst schriftstellerte er fleißig. Im Jahrgang 1840 der ..Deutschen Vierteljahresschrift" erschien Moltkes Aufsatz „Die westliche Grenzfrage". Da lesen wir: „Wenn Deutschland und Frankreich " ' Dr. Gudjonsson hat sich nicht mit ____ experimenten und theoretischen Untersuchungen begnügt, sondern in großangelegter Weise auch die Wirkung besonderer Ditaminzufuhr auf den Menschen erforscht. Etwa 1000 Personen erhielten ein Jahr bzw. ein halbes Jahr lang unter ständiger Kontrolle eine tägliche Sonderportion Vitamin in Form von Spinatin. Die eine Gruppe der Versuchs- pirfonen bestand aus Arbeitern, die zweite aus Soldaten, die dritte aus Schulkindern. Der Erfolg war in jedem Fall verblüffend; Appetit und Wohlbefinden hoben sich bei allen. Erkältungskrankheiten traten seltener auf; bei den Arbeitern war der bessere Gesundheitszustand besonders auffällig. Sehr interessant ist ferner die Tatsache, daß infolge der Vitaminzugaben die Dicken ab- und die den Schulkindern wurden zwar keine Leistungssteigerung, aber ein gutes Allgemeinbefinden festgestellt. Außerdem nahm bei Kindern unter zehn Jahren das Nägelwachstum zu, bei Kindern über Zehn Jahren und bei Erwachsenen blieb es geringer. — Der günstige Erfolg dieser Versuche führte dahin, daß nunmehr das gesamte dänische Heer und ebenso auch die Schulkinder täglich eine besondere Vitaminportion bekommen. Das Raisel der Frühzahrsmüdk'gkeii. Vitamine sind flüchtige, leicht zerstörbare Stoffe. In Konserven halten sie sich nicht und den Winter überdauern sie ebenfalls nicht gut. Im Frühjahr fehlen sie darum merklich. Unbewußt hat schon jeder unter diesem Mangel gelitten, wenn er sich an einem warmen Frühlingstage beim ersten Spaziergang unnatürlich müde fühlte, oder wenn im Büro die gewohnte Arbeit nicht vom Fleck gehen wollte. Erst heute weiß man, daß die „Frühjahrsmüdigkeit", die mit den ersten frischen Gemüsen manchmal schon wie fortgeweht ist, nichts weiter als Vitaminmangel ist. — Aber auch die Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten hängt damit zusammen. An 30 000 Tierversuchen hat Dr. Gudjonsson den Beweis erbracht, daß bei vitaminarmer Ernährung der Organismus den Infektionen keinen Widerstand zu bieten vermag. Die starke Verbreitung von Grippe und anderen Massenkrankheiten im Frühjahr hat sicher die gleiche Ursache. Mit dem Viehfuiier muß die Reform beginnen. Die Versuche Dr. Gudjonssons beweisen, daß das dänische Volk in seiner normalen Nahrung zu wenig Vitamine erhält und was für Dänemark' mit seiner hochentwickelten landwirtschaftlichen Kultur richtig ist, gilt zweifellos für die meisten anderen Kulturstaaten. Da man den unbeständigen Charakter und die leichte Zerstörbarkeit der Vitamme kennt, kann man sich leicht ausmalen, wieviel von ihnen bei der üblichen Art der Zubereitung in der modernen Küche übrig bleibt. In dänischen Krankenhäusern gibt es ein sehr beliebtes Gericht, das aus Butter, Mehl, Ei und verschiedenen Gemüsen besteht, jedes der Bestandteile ist stark vitaminhaltig. Wie Dr. Gudjonsson festgestellt hat. Zeigt das fertige Gericht nach der dreifachen Prozedur des Röstens, Dämpfens und Backens keine Spur dieser lebenswichtigen Stoffe mehr. Aehn- Oer andere MEe. Äon Or. Ludwig Roth. Dieser Mann war, als er berufen wurde, etwas für die Unsterblichkeit zu tun, bereits 65 Jahre alt! Er kam vom Schreibtisch, aus der Einsamkeit des Arbeitszimmers. Wenige kannten ihn; niemand beachtete ihn. Noch am Morgen des 3. Juli 1866 — des Tages von Königgrätz — erwiderte der General von M anstein, als Moltke diesem Divisions-Kommandeur unmittelbar einen Befehl zukommen und erläutern ließ: „Das ist alles sehr richtig, aber wer ist der General von Moltke? Acht- undvierziq Stunden später fragte niemand mehr! Da buchstabierten den wundersamen Namen die Schulkinder in den entlegensten Dörfern! Seit dem Tage von Sedan war der schlichte, einfache Soldat der gefeiertste Kriegsmann Europas. Aber nicht von dem unbesiegbaren Feldherrn, dem großen Strategen Moltke will ich heute erzählen. Ernährung und Leistung. Aufsehenerregende Untersuchungen eines dänischen Gelehrten. . Äon Dr. L. Lkbrrt. Japaner tun das Gleiche und lassen sich zur Sicherheit jedesmal noch eine Visitenkarte dazu geben. (Der Verschleiß an solchen Karten ist m der Mandschurei ein ganz enormer!) Dann kommen wieder die roten Russen und machen das Gleiche wie ihre gelben Kollegen — man hat beinahe das Gefühl, als sei jeder eifersüchtig auf den andern und jeder müsse irgendwie seine Existenzberechtigung nachweisen. Die Pässe einzufam- rneln und zu behalten, das Recht haben natürlich nur die Japaner, und mit der unendlichen Höflichkeit, die die Söhne des Landes der aufgehenden Sonne auszeichnet, geben sie mit bewegten Worten ihrer unendlichen Traurigkeit darüber Ausdruck, dem Reisenden leider die Mühe machen zu müssen, diese Pässe an der Endstation selber bei der Bahnyofskommandantur wieder abholen zu wollen, zu lassen, zu müssen, zu bitten. Zwar hat man bisher schon vier Fragebogen — alle untereinander gleich — ausgefüllt, aber auf der Bahnhofskommandantur der Zielstation bekommt man den 5. in gleicher Aufmachung wie die vorherigen nochmals vorgelegt. Wieder bekommt man einen Stempel, wieder gibt man eine Visitenkarte ab und dann erst kann man sich aufatmend — im Busen die bedrückte Frage wälzend: „Was hast du eigentlich ausgefressen?" — in den ersten besten Wagen werfen, um ins erste beste Hotel zu fahren. Aber auch dort kommt mit wehendem Fragebogen einem bereits der Herr Hausdiener entaegengestürzt. Und in halbem Trance-Zustand bescheinigt man zum 6. Male, daß man der Sohn des Herrn Paul ist, daß man aus Niederpimpelhausen, Bezirk Mitteldimps- lingen, Kreis Oberdingsda in Dschörmany zu Hause ist, und daß man solange in Mandschukuo bleiben will, bis — nun bis einen die Banditen „kidnappen". So lautet nämlich der Terminus technicus... „Uff"! denkt man dann erleichtert, wenn der chinesische Boy einen mit jener selbstverständlichen Höflichkeit, die ein Zeichen uralter Kultur ist, in die zuständigen Appartements geleitet hat — — „uff! Nun hat die Fragerei hoffentlich bald ein Ende!" — Mit nichten, Geliebte! Jetzt beginnt sie erst recht! Denn genau 24 Stunden später setzt der Sturm der Reporter ein! In der Mandschurei ist nämlich jeder Fremde, ganz gleich ob es sich um einen Interessenten für Soja-Bohnen ober um den Note-Kreuz-Delegierten, den Herzog von Coburg-Gotha handelt, ein „Mauernweiler". Und als solcher muß er--daher wohl auch die vielen Fragebogen!--ein Interview g^ben! Die erste Frage ist immer die: „Was denkt Deutschland über die Mandschurei?" Die zweite: „Wird Deutschland die Mandschurei anerkennen?" und drittens: „Wot meks Mister Hitler?" Das heißt auf Deutsch — — (ein Englisch wird hier gesproch-n. ... Kinder, ich sage Euch!)--also das heißt „Was macht Herr Hitler?" — — Nun, was soll man auf diese Fragen antworten? Die M->hr- mhl aller Zeitungen — — soweit sie unter indischem Einfluß stehen oder der rot- ober weiß-russisch angestrichen sind — stehen Deutschlanb im Wesentlichen ablehnenb gegenüber. Man kann also gar nichts antworten, benn erfahrungsgemäß sucht jeber mandschurische Schriftleiter einen Kronzeugen für seine private Deutschland-Theorie, und wenn er sich dabei auf einen „prominenten Mauernweiler" berufen kann--um fo besser! Mit der Gewandtheit eines Seiltänzers, gehandicapt durch die entwaffnende Höflichkeit der Reporter, windet man sich durch mittels Lobreden auf! bie fabelhafte Ordnung in der Mandschurei —: Ich sage Ihnen, bear Sir, am meisten haben mir Ihre Fragebogen imponiert, die müßte man in Deutschland eigentlich auch einführen, natürlich nur für Ausländer, um ihnen bas Reisen zu erleichtern ... ja und im übrigen, was ich noch sagen wollte: in Dschörmany ist alles ohl reiht ... sehr gefreut — Auf Wiedersehen!" Am nächsten Tage steht dann die ganze Geschichte in sechs verschiedenen Fassungen in den sechs lokalen Tageszeitungen; und die Geschick- Heiterer Reiseführer für Mandschukuo. Äon unserem HT.-Berichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) M u k d e n, März 1935. In Berlin — oder sagen wir mal in Deutschland — ist das Reisen für einen Ausländer verhältnismäßig einfach: „man" kauft sich ein Billett, steigt in den fahrplanmäßigen Zug — nehmen wir an von Berlin nach München — sitzt feine acht oder neun Stunden ab und ist dann vorschriftsmäßig „da". Dann geht besagter „man" ins erste beste Hotel, läßt vom Hauswart seinen Namen aufschreiben, der Zimmerschlüssel wird ausgehändigt, und der Fall ist ausgestanden. So einfach ist das Reisen in der Mandschurei — heute Mandschukuo genannt — natürlich nicht, denn der Europäer fällt dort genau so auf, wie in Europa ein Asiat. Und jeder Eingeborene, angefangen vom Minister bis herab zum letzten uniformierten Ordnungshüter, legt sich beim Anblick eines Weißen die Frage vor: „Was will der Mann bei uns? Was sucht er hier? Und: Warum ist er nicht zu Hause geblieben?" — All diese Fragen müssen natürlich beantwortet werden, und zu diesem Zweck hat man in der Mandschurei den auch daheim Dicht unbekannten „Fragebogen" eingeführt, ein Papier, das den Europäer auf Schritt und Tritt begleitet und das z. B. viel, viel wichtiger als eine reguläre Fahrkarte ist. Zum ersten Male macht man die Bekanntschaft dieses Fragebogens beim Betreten der Mandschurei, wo man ihn auf d e r G r e n z st a t i o n Mand- schult gleich in drei Ausfertigungen aus- füll.en muß. Mit Ausnahme des Konfirmations- Tages und des Verlobungsdatums muß jede Frage beantwortet werden, die im Leben eines normalen Mitteleuropäers eine Rolle spielt! Sogar die genaue Heimatadresse wird verlangt, ganz gleich ob man aus Kötzschenbroda oder Dummsdorf kommt. Mit Schikane, Neugier oder Stumpfsinn hat das natürlich nichts zu tun, ... die höflichen Japaner find von einer unerhörten Korrektheit. Ich nehme an, daß alle diese Angaben nur gefordert werden, um „im Falle eines Falles" die Angehörigen des also ausgefragten Reisenden benachrichtigen zu können, falls diesem in der Mandschurei eines Tages irgendetwas Menschliches zustoßen sollte. Menschlich insofern, als die Eisenbahn-Banditen — — Doch ich irre ab! Alles der Reihe nach! Zur Sache selbst möchte ich nur bemerken, daß mit Vorliebe die „big men", d i e „dicken" Leute, geraubt werden, weil die Hungusen diese Körperbeschaffenheit eigenartigerweise in Beziehung zum Umfang des Portemonnaies zu setzen pflegen. Neulich habe sie z. B. die wohlbeleibte Gesellschafterin einer Amerikanerin gemaust und den eigentlichen, aber spindeldürren „Goldfisch" schwimmen lassen ... Also: der „Fragebogen"! Hat man ihn beim Betreten der Mandschurei dreimal.pusgeUi2t, dann ist der erste Teil der Zeremonie vollendet. Jetzt muß man lediglich dem lokalen Grenzkonsul nochmals bescheinigen, daß man weiß Gott und wahrhaftig aus Niederpichpelhausen, Bezirk Mitteldimps- lingen, Kreis Oberdingsda in Dschörmany stammt, worauf man nicht weniger als acht ungeheuer dekorativ wirkende Stempel in den Paß gedrückt bekommt und sich nun frei und ungehindert — soweit eben die Berufsbanditen, gegen die Japan einen energischen Kampf kämpft — damit einverstanden find, in ganz Mandschukuo bewegen kann. Das heißt — auch das ist natürlich nur cum grano salis zu verstehen: im Zuge selbst jagt nämlich eine Kontrolle b i e andere! Japanische Polizei ober Feldgendarmerie kontrolliert bie mitreisenden japanischen Soldaten — ganz in der Ordnung! Sowjetrussen — denen die Bahn auch noch „mit"gehört — kontrollieren die Pässe der Fremden und tragen „Nam und Art" in dicke Bücher ein. » zu tun haben." Als er im Jahre 1840 diese Wo^ts ■ über den ersten Napoleon schrieb, konnte er nicht ahnen, daß er selbst von der Vorsehung dazu bc» - rufen fein würde, dreißig Jahre später bas Kai- t fertum bes brüten Napoleon zu vernichten! ) Bitter klingt uns aus biefer Schrift vom Jahre ! 1840 ein Wort entgegen, das die Summe seiner ■ geschichtlichen Erfahrung enthält: „Es ist ein hartes • Los, in Deutschland Patriot zu fein, denn man wird : vergessen." Erst mit 41 Jahren fjat sich Moltke ver- • lobt, er war fast 26 Jahre älter als seine Braut : Marie Burt. Nach einjähriger Brautzeit wurde : am 20. April 1842 die Hochzeit gefeiert. Die Briefe : Moltkes an seine Braut und Gattin gehören, wie ; die Bismarcks, zu den schönsten Besitztümern des . deutschen Volkes. In glücklichster, leider kinderloser Ehe blieben die beiden Gatten 26 Jahre lang ver- : bundcn Am Weihnachtsabend des Jahres 1868 stand Moltke am Sterbebett feine geliebten Frau, die nur ein Alter von 42 Jahren erreicht hat. Immer wieder beschäftigte er sich mit dem allzufrühen Verlust der geliebten Lebensgefährtin. Seine Frau und er waren mit dem amerikanischen Gesandten V.ancroft eng befreundet. Ihm sagte er nach innigen Worten der Liebe und der Bewunderung für die Verstorbene: „Ich muß jetzt gerade denken, ob es nicht eine Gnade Gottes ist, daß er sie mir jetzt genommen hat. Sehen Sie, nach meiner Meinung ist ein Krieg mit Frankreich unausbleiblich, was immer der Vorwand sein wird. Gesetzt den Fall, wir unterliegen — das würde sie nie überlebt haben, Der Gram um ihres Landes Schmach würde ihr Herz gebrochen haben. Nein, nein, das würde noch schwerer zu tragen gewesen fein!" Und dieser Krieg kam. Am 18. Juli 1870 schreibt er: „Der ruchlose Abenteurer von Voulogne hetzt zwei Völker aufeinander, um seine dynastischen Interessen, wenn möglich, zu retten. Nie ist ein Krieg gerechter geführt worden, als dieser von unterer Seite, und so hoffen wir auf Gottes Beistand. Aber seine Wege sind nicht unsere Wege, und in der Weltentwicklung führt er auch durch verlorene Feldzüge zum Ziel." Moltkes Briese, Schriften und Tagebücher zeigen uns den „anderen Moltke", nicht den Meister der Strategie, sondern den gefühlvollen, feinsinnigen Menschen! Sein Taktgefühl, sein zartsinniges Emv- finben, hat am schönsten in seinem so wenig bekannten Wort Ausdruck gefunden: „Die wahre Höflichkeit und der feinste Weltton ist die angeborene Freundlichkeit eines wohlwollenden Herzens." Es ist eine wunderbare Fügung, daß die drei großen Paladine unseres alten Kaisers: Bismarck. Roon und Moltke, so tief innerlich empfindende Männer gewesen sind, Meister der Sprache und der Feder, I roie sie selten einem Volke geschenkt werden! lieber dis Novelle. Äon Alverdes. Die Novelle ist noch immer bei den Verlegern, den Buchhändlern und her großen Menge des bücherlcsenben unb bücherkaufenden Publikums wenig beliebt. Ja, es besteht sogar immer noch eine allgemeine Abneigung gegen diese Form. Wenn wir uns aber noch einmal kurz über den Begriff der Novelle verständigen, so werden wir zugleich auch die Gründe dieser Abneigung erkennen. Sie hängen mit dem allgemeinen Charakter der Epoche zusammen, an deren Ende wir stehen. Die Novelle nämlich forbert; kurz gesagt, den Bericht über eine neue, bas heißt zugleich eine außerorbentliche Begebenheit unter Menschen in Dichterischer, bas heißt also, auf bas Wesentliche bedachter Sprache. Dies unterscheidet sie von dem bloßen Neuigkeitsbericht der Zeitungen etwa, der sich auf die knappe Mitteilung des Tatsächlichen beschränkt. Die Forderung ferner, daß sich ihre Begebenheiten in der Welt des Wirklichen, ohne das Walten von Wundern, himmlischen oder teuflischen Mächten zutragen müssen, grenzt sie gegen die verwandte Form der Sage, der Legende und des Märchens ab. Es kann bei einer solchen Form nicht ausbleiben, daß sie sehr häufig, ja in der Regel einen Inhalt von erregender, erschütternder, wohl auch zunächst bestürzender Art umfaßt. Denn abgesehen von der seltenen, köstlichen Form der echten humoristischen Novelle, als deren Meister wir Gottfried Keller verehren, hat es ja die hier geforderte außergewöhnliche Begebenheit unter Menschen, die schicksalswendende also in der Regel an sich, baß sie den Zuhörer ganz unausweichlich an die letzten fragen des irdischen Daseins heranführt. Das sind aber Fragen, vor denen gerade der Mensch der nun endenden Epoche so gerne die Ohren verschloß. Er wollte es mit seiner lieber» schätzung des bloßen Verstandes nicht wahr haben, daß diese Welt, nach Kleists Wort, eine gebrechliche Einrichtung sei, und daß wir Wahres von ihr weder wissen noch dichten können, wenn wir das unvorhergesehene Walten großer ober boch unerklärbarer Schicksalsmächte leugnen. Mit biefen aber auf ber einen, unb mit ber unausweichlichen Gebundenheit des Menschen an seine Menschenwelt auf der an- ■ ■eren, das heißt an seine Wesensart unb an feinen Smnb, seine Familie etwa, sein Volk, seinen Glauben ober auch fein ihm eigentümliches Gefühl von Recht ober Sitte, hat es die Novelle zu tun. Es versteht sich, daß bei dem knappen, gedrängten und auf einen einzigen großartigen Schwung bedachten Vortrag kein Raum bleibt für breitere f ‘'bering d-- nur Gegenständlichen oder auch für Schlanken zunahmen. Das Vitamin reguliert also offenbar das Körpergewicht und bringt es auf den normalen Stand. Die „Vitaminmann- fchaft" der Soldaten zeichnete sich besonders beim Sport durch größere Leistungsfähigkeit aus. Bei Nches geschieht aber täglich in Hunderttausenden von Küchen. Das große Ernährungsproblem heißt demnach nicht: „Wie kann man das Volk ausreichend ernähren?", sondern „Erhält es in seiner Nahrung die lebensnotwendigen Stoffe?" — Dazu ist vor allem notwendig, daß die vitaminhaltigen Rohstoffe Milch, Butter, Käse, Gemüse, Fische zweckmäßig behandelt werden. — In Dänemark hat man erfolgreich besonders vitaminhaltiges Futter in der Milchwirtschaft verwendet. Die Kühe, die damit gefüttert werden, geben auch im Winter „Sommerbutte r". Schon beim Viehfutter sollte also die Ernährungsreform beginnen. „Das Beste, was es gibt/' Vom Hering gibt es eine hübsche Geschichte: Thor kam einst an einen Fluß, an dessen anderem Ufer Wotan, als Fährmann verkleidet, wartete. Um von ihm übergesetzt zu werden, bot ihm der Donnergott ein „herrliches Gericht" an, Haferbrei und Heringe, „das Beste, was es gibt". In der Tat eine seltsame Vorausahnung der Erkenntnisse moderner Ernährungsforschung. — Die gesunde und zweckmäßige Ernährung befähigten die germanischen Dolksstämme nicht nur zu großen Leistungen, sie hielt sie auch frei von gewissen Krankheiten und es ist auffällig, wie glatt und ohne Entzündungen im Kriege die W u n d h e i l u n g von- statten ging. Noch ein Rätsel konnte Dr. Gudjonsson lösen. Die Wikinger waren bei ihren Seefahrten, die sie bekanntlich bis nach Grönland und nach Vinland, dem heutigen Nordamerika, führten, oft monatelang unterwegs. Trotzdem wird nie davon berichtet, daß sie unter Skorbut litten. Den Grund dieser merkwürdigen Unempfindlichkeit gegen die unter Seefahrern lange Zeit so gefürchteten Mangelkrankheit fand Dr. Gudjonsson in dem Bericht eines alten arabischen Schriftstellers. Die Wikinger führten nämlich außer Brot und Hülsenfrüchten vor allem Zwiebeln mit sich, und diese Frucht erhält nicht nur große Mengen Vitamine, sondern konserviert sie auch lange. Diese Tatsache rundet das eindrucksvolle Bild, das wir uns nun von den Lebensgewohnheiten unsrer Vorfahren machen können. Wir müssen gestehen, daß wir gut tun, von ihnen zu lernen und uns, auf dem Umweg über die wissenschaftliche Forschung, ihren vernünftigen Ernährungssitten wieder anzupassen. — Die Lehre von den Vitaminen aber birgt offenbar noch manche Ueberraschung. Nahrung und Nasse. Aufsehenerregend ist die Theorie, die Dr. Gudjonsson auf Grund seiner Experimente über den Einfluß der Ernährung auf die Bildung der Rassen aufgestellt hat. Er behauptet, daß die überlegene Körpergröße und die Leistungsfähigkeit der nordischen Rasse mit auf die hochwertige Nahrung zurückzuführen sei, die der nordische' Mensch in instinktiver Erkenntnis von altersher bevorzugt habe. Aus der Edda und aus andern Schriften und Quellen hat der dänische Forscher ein Bild der Ernährung unserer Vorfahren entworfen, das ungewöhnlich aufschlußreich ist. Der Apfel, von dem bekanntlich die Sage geht, daß er den Göttern die ewige Jugend verleihe, war sehr beliebt, denn was den Göttern recht war, konnte auch den Menschen billig sein. Ferner wurde viel Kohl gegessen, und zwar in Form von Suppe. Auch Erbsen und Kohlrabi waren beliebt, Wurzelgemüse dagegen weniger. Gekochtes Schweinefleisch spielte eine große Nolle. Eine noch größere aber der Herina, d^r fett- und vitaminreichste aller Fische. Wirtschaft. Die Indusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 683: Ergänzende Vorschriften über die Verpackung von Warenproben in der Tschechoslowakei. 684: Erweiterung der ungarischen Einfuhrverbotsliste. Wochenbericht vom Frankfurter Echtachtviehmarkt. Das Schlachtviehgeschäft nahm auch nach Ostern einen verhältnismäßig lebhaften Verlauf. Jnsbe- fondere am Großoiehmarkt bekundeten die Metzger wieder starke Nachfrage. Die Preise haben sich für mittlere und geringe Qualitäten erneut um 1—3 RM. erhöht, auch Bullen und Kühe sind nunmehr an den Richtpreis von 42 Reichsmark pro Zentner Lebendgewicht herangekommen. Der Auftrieb war mit nur 530 Tieren sehr knapp. Nach lebhaftem Geschäft wurde der Markt geräumt. Das Kälbergeschäft ist nach den Feiertagen ruhiger geworden, die Beschickung war mit ins-' gesamt 1115 Stück (2124) wieder ziemlich normal. Bei unveränderten Preisen wurde ausverkauft. Der Schweineauftrieb entsprach mit 3043 (5222) der Nachfrage, so daß bei um 1—2 RM. höheren Preisen, insbesondere für mittlere Schweine, ausverkauft wurde. Schwere Tiere waren vernachlässigt und ging"n am Donnerstagmarkt um 1 NM. auf 51 RM. zurück. Hümmel und Schafe hatten nur geringe Nachfrage zu verzeichnen, die Zufuhr von 45 (166) Stück wurde bei gleichbleibenden Preisen geräumt. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Getreidegroßmarkt zeigte sich auch nach den Osterfoiertagen keine Belebung des Geschäfts. In Brotgetreide waren die Angebotsverhältnisse unterschiedlich. Während Weizen nur in kleinen Mengen an den Markt kam, war Roggen nach wie vor sehr reichlich angeboten. Indessen zeigte sich für keine der beiden Brotfrüchte größere Nachfrage der Mühlen, einmal im Hinblick auf das nach wie vor sehr schwache Mehlgeschäkt und zum andern verfügen die Mühlen noch über große Lagerbestände. Für Roggen bekundeten lediglich die kleinen Landmühlen etwas Aufnahmeneigung. An den Futtergetreidemärkten blieb die Lage weiter entspannt, da ausreichend Eosin- Roggen angeboten wurde und auch geringerer Weizen zu Futterzwecken vorlag. Hafer war nach wie vor nur in kleinen Mengen angeboten, wobei weiterhin die Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln verlangt wurde. Zu nennenswerten Abschlüssen ist es nicht gekommen. Futtergerste war nicht angeboten, die Nachfrage blieb trotz der bekannten Ersatzfuttermittel verhältnismäßig dringend. An den Futtermittelmärkten zeigte sich in dieser Woche etwas stärkeres Angebot in Nachmehlen, dagegen waren Kleie und ölhaltige Futtermittel weiter stark gefragt und ohne entsprechendes Angebot. Melasse-Mischfutter war sehr stark offeriert, fand aber kein Interesse. Das M e h l g e s ch ä f t hält sich weiterhin in sehr engen Grenzen, nur Weizenbrotmehl wird laufend abgenommen. In Roggenmehl kommen nur sehr kleine Abschlüsse zustande. Der Rauhfuttermittelmarkt liegt bei weiter unveränderten Preisen sehr ruhig. Auch für Speisekartoffeln hat noch keine lebhaftere Nachfrage eingesetzt. Die Preise blieben unverändert, und zwar notierten Industrie hiesiger Gegend 3 Mark und gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. * D r. Fritz Opel sechzig Jahre alt. Am 30. April feiert Dr.-Jng. e. h. Fritz Opel, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Adam Opel AG., Rüsselsheim, seinen 60. Geburtstag. Dr.-Jng. e. h. Fritz Opel hat die Entwicklung der Opelwerke zur größten deutschen Automobilfabrik und zum größten Fahrradwerk der Welt als Leiter der technischen Abteilungen in Gemeinschaft mit seinen Brüdern entscheidend beeinflußt. Seine erfolgreiche Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Opelwerke. Auch in vielen anderen Zweigen der deutschen Wirtschaft wirkte er in der gleichen Weise. * Gesellschaft für elektrische Unternehmungen — Ludwig Loewe & C o. A G., Berlin. Bei den eigenen Betrieben und fast allen Tochtergesellschaften der Geffürel hat sich die Belebung der deutschen Wirtschaft im Jahre 1934 günstig ausgewirkt, so daß aus den laufenden Ergebnissen des Geschäftsjahres, die wie immer die bis zum Jahresende eingegangenen Dividenden enthalten, die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. gegen 5 v. H. im Vorjahre vorgeschlagen werden kann. Nhein-Mainische Mittagsbörse. Schwächer. Frankfurt a. M., 25. April. Die Börse hatte wieder außerordentlich kleines Geschäft und überwiegend schwächere Kurse. Bei der Kulisse bestand weitere Neigung zur Abwicklung bestehender Engagements, während Kauforders aus der Kundschaft vollkommen fehlten. Infolge der herrschenden Geschäftsstille blieben einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft ohne Einfluß. Im Durchschnitt gingen die Kurse am Aktienmarkt bis zu 1 v. H. zurück. Mehr unter Druck standen Elektroaktien, von denen besonders Licht und Kraft mit minus 1,75 und Schuckert mit minus 1,50 v. H. schwach waren. Auch Bekula büßten 1,25 und Gesfürel trotz der günstigeren Entwicklung des Geschäftsganges 1 v. H. ein. AEG. verloren 0,50 und Siemens 0,75 v. H. Durchweg schwächer lagen auch Montanaktien, wobei Buderus 0,40, Klöckner 1, Rheinstahl 0,90, Stahlverein 0,75, Marisfelder und Harpener bis 0,50 v. H. nachgaben. Von Chemieaktien setzten IG.-Farben 0,90, Metallgesellschaft 1, Scheideanstalt 0,25 und Deutsche Erdöl 0,50 v. H. niedriger ein. Motoren und Maschinenwerte gaben trotz der Belebung im Maschinenbau bis zu 1 v. H. nach. Von sonstigen Werten lagen Reichsbank 0,50, AG. für Verkehrswesen 0,75, Hapag 0,40 und Gebr. Junghans 1,13 v. H. schwächer. Im Freiverkehr waren Weilwerke weiter gefragt und auf 108,50 (107) erhöht. Der Rentenmarkt konnte sich etwas besser behaupten. Die Umsätze waren aber gleichfalls sehr gering. Altbesitzanleihe konnten sich noch um 0,13 vom Hundert bessern, Zinsvergütungsscheine blieben mit 89,60 und späte Reichsschuldbuchforderun- aen mit 97 behauptet, während Kornrnunal-Um- schuldung um 0,10 v. H. nachgaben. Von fremden Werten blieben Ungarische Goldanleihe mit 7,60 behauptet. Im Verlaufe entwickelte sich in Zusammenhang mit der Steigerung des Silberpreises ziemlich lebhaftes Geschäft für Mexikanische Anleihen. So zogen 5proz. Gold auf 13,25 bis 13,75 (12,90), 4proz. Gold auf 8,55 bis 8,90 (8,50), 4,5proz. Irrigation auf 8,75 bis 8,90 (8,40), 5proz. Silber auf 5,40 bis 5,65 (5,25) und 3proz. Silber auf 5 (4,65) vom Hundert an. Außerdem waren ungarische Anleihen bis 0,13 v. H. befestigt. Deutsche Anleihen lagen vernachlässigt, aber behauptet. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe meist unverändert, während Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen bis 0,25 v. H. zurückgingen. Stadtanleihen und Jnduftrieobligationen lagen ruhig und wenig verändert. An den Aktienmärkten hielt die Geschäftsstille auch späterhin in vollem Umfange an, die Kurse blieben gegen den Anfang ziemlich behauptet, nur IG.-Farben bröckelten noch 0,25 v. H. ab. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist schwächer, stärker gedrückt waren Rhein. Braunkohlen mit minus 2,50, südd. Zucker mit minus 2,75 und Eßlingen Maschinen mit minus 1,50 v. H. Am Kassamarkt blieben Annawerk Schamotte weiter gesucht, ferner zeigte sich Nachfrage für Klein- Schanzlin, Taxe 98 bis 99 (letzter Kurs 91) und für Motoren Darmstadt, Taxe 98 (letzter Kurs 95,50). Tagesgeld blieb unverändert 2,75 v. H. Abendbörse: knapp behauptet. Bei anhaltender Geschäftsstille lagen die Kurse an der Abendbörse bei Eröffnung im Vergleich gegen den Berliner Schluß meist noch gut behauptet. Im Verlaufe erfolgten von der Kulisse und teilweise auch von der Kundschaft kleine Abgaben, so daß die Haltung etwas schwächer wurde und die Kurse schließlich nur knapp behauptet lagen. Siemens, Hanfwerke Füssen, Goldschmidt gaben je 0,75 v. H. nach. Auch einige Montanpapiere gingen bis 0,50 v. H. zurück. Bankaktien waren erneut etwas angeboten und schwächer. Badische Bank verloren 1 v. H. (122). Am Rentenmarkt erhielt sich das Interesse für mexikanische Anleihen bei bis 0,25 v. H. höheren Kursen. Von deutschen Anleihen blieben Altbesitz nur knapp behauptet, Kommunal-Um- schuldung waren etwas gesucht und 5 Pf. höher. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113,13, 5,5 v. H. Franks. Hyp. Liquidation 100,75, 5 v. H. innere Mexikaner 5,90, 4 v. H. Gold 9, 3 v. H. Silber 5, 4,5 Irrigation 9,13, Commerzbank 92,75, Deutsche Bank 94,50, Effektenbank 83,13, Dresdner Bank 94,50, Reichsbank 159, Harpener 103,50, Klöckner 80,50, Mannesmann 77,25, Otavi Minen 16,50, Stahlverein 77,65 bis 77,50, Aku 53,13, AEG. 37,90, Conti Gummi 146, Daimler 92,25, Deutsche Erdöl 105,50, Scheideanstalt 214, Licht & Kraft 121,50, IG. Farben 147,13 (Nachbörse 146,50), Goldschmidt 102,25, Hanfwerke Füssen 85,75, Schuckert 103,13, Siemens 148, Reichsbahn-DA. 122,65, Nordd. Lloyd 35,50, Anatolier I und II 33,75. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. April. Auftrieb: Rinder 6 (am 18. April 51), darunter Bullen 2, Kühe 4, Kälber 657 (920), Schafe 39 (65), Schweine 458 (430). Es notierten pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 (60), b) 54 bis 59 (54 bis 59), c) 46 bis 53 (46 bis 53), d) 35 bis 45 (36 bis 45). Lämmer und Hämmel b2) Weidemaft- hämmel 39 bis 40 (37 bis 38), c) 36 bis 38 (33 bis 36). Schweine b) 47 bis 51 (46 bis 51), c) 47 bis 50 (45 bis 50), d) 44 bis 49 (44 bis 48). Marktverlauf: Kälber langsam, ausverkauft; Hämmel unti Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine langsam, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und Dettmaren. Beschickung: 557 Viertel Rindfleisch, 199 ganze Tiere Kalbfleisch, 1 ganzes Tier Hammelfleisch, 388 halbe Schweine. Es notierten für 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 72, Bullenfleisch b) 66 bis 70, Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 54, Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 72. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren d) roher Speck 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: rege. Anmerkung: Der am nächsten Donnerstag statt- findende Markt ist auf Freitag, 3. Mai, verlegt. Schweinemarkl in Grünberg. Grünberg, 25. April. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen Auftrieb von 441 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 20 bis 21 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 26 bis 28 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 28 bis 32 Mark. Bei lebhaftem Handel wurde der Markt geräumt. Der Brandstifter Julius Kahn. Er wollte die Versicherung um eine halbe Million prellen. LPD. Frankfurt a. M., 25. April. Die Justizpressestelle in Frankfurt am Main teilt mit: Wie bereits gemeldet, hat der Julius Kahn, der frühere Mitinhaber der jüdischen Firma Veit Wohlfahrt, Frankfurt a. M., Zeil 41, am Samstag, 20. April 1935, in der Untersuchungshaft Selbstmord durch Erhängen begangen und sich damit seinen irdischen Richtern entzogen, nachdem er wegen der von ihm in seinen eigenen Geschäftsräumen begangenen vorsätzlichen Brand st iftung eine hohe Zuchthausstrafe zu erwarten hatte. Im Laufe des Ermittlungsverfahrens war der Angeschuldigte nach anfänglichem hartnäckigem Leugnen der vorsätzlichen Brandstiftung überführt worden. Unter dem Druck des Beweismaterials hatte er zunächst nur zugegeben, daß er das Feuer aus Fahrlässigkeit verursacht habe. Später erweiterte er angesichts des weiterhin gegen ihn vvrgebrachten Belastungsmaterials sein Geständnis dahin, daß er das Feuer vorsätzlich angelegt habe, um auf diese Weife in den Besitz der Versicherungssumme von 500 000 R21L zu kommen. Daurch die Brandstiftung sind Warenwerte in Höhe von etwa 200 000 RM. vernichtet worden, ferner ist ein Gebäudeschaden von etwa 100 000 RM. entstanden. Gegen beide Schäden bestanden Versicherungen. Als Beweggrund für feine Tat hat der Angeschuldigte wirtschaftliche Bedrängnis angegeben. Diese Angaben konnten ihm einwandfrei widerlegt werden. Die Firma Veit Wohlfahrt war verhältnismäßig flüssig. Sie hatte im Jahre 1933 einen Reingewinn von 59 000 RM., im Jahre 1934 nahezu 200 000 RM. Sie hatte genügend Bankkredit und wäre auch durch die vorliegenden Abbestellungen keineswegs in Schwierigkeiten geraten. Die wirklichen Beweggründe zur Tat liegen aber in ganz anderer Richtung. Julius Kahn, der, nachdem er aus einer anderen Firma wegen Unregelmäßigkeiten ausscheiden mußte, vor vielen Jahren als kleiner Angestellter in die Firma Veit Wohlfahrt eingetreten war, hat es im Laufe der Zeit fertig gebracht, mehr und mehr Einfluß auf die Firma Veith Wohlfahrt zu gewinnen, ja sogar als Teilhaber aufgenommen zu werden. Seit Jilli 1934 war er mit 662/.i v. H. und Friedrich W"'-*- fahrt nur noch mit 33^ v.H. an der Firma beteiligt. Sein ganzes Bestreben ging dahin, Friedrich Wohlfahrt ganz aus der Firma hercwszu- drängen. Er hatte bereits feit Jahren feinen Gesellschafter betrogen. So hatte er, wie er selbst zugab, in vielen Fällen Ware ohne Bezahlung entnommen, Verkäufe getätigt, die nicht durch die Bücher liefen, und den Erlös eingesteckt. Ferner hatte er sich persönlich hinter dem Rücken feines Gesellschafters Sondervergünstigungen für Verkäufe und Lieferungen gewähren lassen. Hieraus ergibt sich, daß das Verhältnis zwischen den beiden Gesellschaftern keineswegs ein gutes war und Kahns einziges Bestreben darauf hinaus- lief, sich des ihm lästigen Mitinhabers Friedrich Wohlfahrt zu entledigen. Eine Gelegenheit erblickte er in der von ihm begangenen Brandstiftung. Er hoffte, auf diese Weise mit Hilfe der zu erwartenden Versicherungssumme den auf Friedrich Wohlfahrt anfallenden geringen Kapitalanteil auszahlen und alsdann die Firma allein fortführen zu können. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börle Datum 24-4- 25-4 24 4 25.4 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,65 100,25 100,25 100,25 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 97,4 97,4 97,5 97,4 6‘/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,75 103,13 103,25 102,75 Auslos.-Rechten ............. 4l/i% Deutsche Reichspostschatzan- 113,25 113,13 112,75 113,13 Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 100,1 100,1 100 100,2 (rückzahlb. 102%)............ 414% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5%% ehem. Hess. Landes-Hypo- 98 98 97.75 97,9 96,25 96,25 — 96,25 thekenbank Darmstadt Liaüt ... dy2% ehem. 8% Darmst. Komm. 100,5 100,5 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 92,25 — — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- 116,25 116 116,5 — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 414% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 115,4 115,75 115,65 115,9 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 614% ehem. 414% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 614% ehem. 4>/2% Rheinische 96,25 96,25 96,25 — 100,75 100,75 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 414% ehem. 8% Pr. Landespfand- 101 101,13 101,13 101,13 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehem. 7% Pr. Landespfand- 96,25 96,5 96,25 96,25 briesanst., Gold Komm. Lbl.VI 96,25 —— 96,25 96,25 Steuergutsch.VerrechnungSk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterretchische Goldrente.... 26 26,75 26,25 27 4,20% Österreichische Silberrente 1,13 1,13 1,13 1,13 4% Ungarische Goldrente....... 7,65 7,6 7,4 7,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,65 6,65 6,5 6,75 414% desgl. von 1913.......... 7,1 7,15 7,2 7,3 5% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 12,9 13,75 13,2 13,9 Serie l..................... 8,5 8,5 8,6 •— Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« !uro Schluß!. Mittagbörse Datum 244 25-4 24-4 25.4. 4% deügl. Serie II ............. 8,5 8,5 8,6 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,35 4,4 — 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 — 6,3 6,35 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,13 4,13 4,13 4,13 2 y4% Anatolier ............ 33,75 33.4 33.65 Hamburg-Amerika-Paket .... . 0 34,5 34,13 34,4 34,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 27,25 26,75 Norddeutscher Lloyd ........ . 0 35,75 35,5 35,9 35,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 0 81,5 80,75 81,5 80,5 Berliner Handelsgesellschaft .. . 5 109,75 110.4 110,25 110,65 Commerz, und Prival-Bank .. . 0 94 92,75 94.25 93,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............... . 0 95,75 94,5 96 95 Dresdner Bank............. . 0 95,75 94,5 96 95 Reichsbank ................ 12 160,5 159 160,75 159 A.E.G..................... 0 38,65 37,9 38,4 38 Bekula.................... 10 134,25 132,65 134 132,75 Elektr. Lteferungsgesettschaft.. . 5 106,75 105 106 104,5 Licht und Kraft ........... BK, 124 121,5 124 121 Felten & Guilleaume........ . 0 92 90 91,9 90,4 Gesettsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 121,5 120,5 121,4 120 Rheinische Elektrizität ....... . 5 124 122,65 124 123,5 Rhein. Wests. Elektr......... . 6 — — — — Schuckert L Co.............. . 4 105,5 103,13 105,25 103 Siemens L Halske........... . 7 150 148 150,25 148,75 Lahmeyer LCo............. . 7 124 — 124 — Buderus .................. . 0 97,75 96,9 98 96,5 Deutsche Erdöl ............. . 4 106,5 105’5 106,5 105,75 Gelsenkirchener............. . 0 Harpener.................. . 0 104,75 103,5 104,75 104 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 0 — — 95 93,5 Ilse Bergbau .............. . 6 _ — — — Ilse Bergbau Genüsse....... . 6 121 120 121,25 120 Klücknerwerke ............. ey, 91 89,5 91 90 Mannesmann-Röhren....... . 0 77,5 77,25 77,4 77,4 Frankfurt a. M. Berkin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Datum 24 4 25 4 24-4 25-4. Mansselder Bergbau....... .. 8 102,25 101,75 102,25 102 Kokswerke................ .. 5 —— —— 111,9 110,5 Phönix Bergbau........... .. 0 — — Rheinische Braunkohlen .... . 12 218,5 216 218,5 215 Nheinstahl ................ «y2 108 107 108,4 107,25 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 78,75 77,5 78,9 77,4 Otavi Minen ............. .. 0 15,65 16,5 15,75 16,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 113,13 113,13 113 113,9 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 113,75 113,5 113,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 159,5 159,5 159,5 159,9 3. G. Farben-Industrie..... .. 7 147,9 147,13 148 147,13 Scheideanstalt............. .. 9 214,25 214 —— Goldschmidt .............. .. 0 105 102,25 105 103 Rütgerswerke............. .. 4 112 111,5 113,5 111,9 Metallgesellschaft........... .. 4 99,5 97,75 99,25 98 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 0 92,75 91,25 93 91,25 121,25 - .. 4 — - - Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — — 107,25 107,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,25 53,13 53,5 53,4 Bemberg................. .. 0 116,25 116 115,75 115,5 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 114 113,25 114 113,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 80,13 80 79,75 79,5 Dessauer Gas............. .. 7 —— — 123,25 123,5 Daimler Motoren.......... .. 0 92,75 92,25 92,65 92,25 Deutsche Linoleum......... .. 6 153,5 153 153,25 153,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 88,25 88,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 35 34,75 35,13 34,9 Chade.................... .. 0 250 — 251,5 248 Accumulatoren-Fabrü...... . 12 — —— 161,75 161,5 Conti-Gummr............. .. 8 148 146 146,5 Gritzner.................. .. 0 37,5 37,25 38 36,75 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 93,5 93,5 - Süddeutscher Zucker....... .. 9 169,75 167 170 167 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 24-April 25. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Atre-. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,64 53,74 53,52 53,62 Danzig..... 81,10 81,26 81,11 81,27 London ..... 12,01 12,04 11,985 12,015 HelsingforS.. Paris ...... 5,305 5,315 5,295 5,305 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,93 168,27 167,73 168,07 Italien..... 20,68 20,72 20,68 20,72 Japan ...... 0,704 0,706 0,704 0,706 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,37 60,49 60,24 60,36 Wien....... 48,95 49,05 43,95 49,05 Lissabon.... 10,90 10,92 10,88 10,90 Stockholm... 61,97 62,09 61,81 61,93 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanten.... 33,97 34,03 33,93 34,99 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... —— — Neuvork .... 2,485 2,489 3,483 2,487 Banknoten. Berlln,25-April Geld Brie' Amerikanische Noten....... 2,435 2,455 41,82 41,98 53,31 53,53 Englische Noten .......... 11,95 11,99 16,32 16,38 Holländische Noten........ 167,31 167,99 Italienische Noten......... 20,76 20,84 Norwegische Noten ....... 60,03 60,27 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten........ — Schwedische Noten........ 61,60 61,84 Schweizer Noten.......... 80,24 80,56 Spanische Noten.......... 33,46 33,60 Ungarische Noten......... Hr. 97 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 26. April (935 Zum l.Diai in Gießen. Folgende Kapellen stellen sich an diesem Tage für den Umzug zur Verfügung: 1. SA.-Kapelle mit Spielmannszug. 2. Musikkorps des Regiments mit Spielmannszug. 3. Stahlhelmkapelle mit Spielmannszug. 4. HJ.-Kapelle mit Spielmannszug. 5. Spielmannszug des Jungvolks. Zahnengruppen: 1. PO. 2. SA.-Sturmfahnen Gießen. 3. Arbeitsdienst, Abteilung Gießen. 4. SS.-Fahnen der Gießener Stürme. 5. Arbeitsfron^- 6. HI., Jungvolk, BdM., IM. Gießen. 7. NSFB. Gießen mit den Fahnen aller Regimentsvereine. Ehrenabteilungen: 1. PO. Gießen, 60 Mann. 2. SA., 120 Mann. 3. SS., 120 Mann. 4. Arbeitsdienst Gießen, 120 Mann mit Spaten. 5. Arbeitsfront, 120 Mann. 6. Inf. Reg., 120 Mann. Die übrigen Teilnehmer des Regiments marschieren in 8er-Reihen. 7. HI., 120 Mann. 8. ID., 120 Mann. 9. BdM. 60, IM. 60, zusammen 120. 10. NSFB., 120 Mann. Marschiert wird bis auf die Ehrenabteilungen in 8er-Reihen. Aufmarsch, Umzug, Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Aufmarsch und Aufstellung des Festzuges am Ludwigsplatz und in den dort endenden Straßen. Leitung des Abmarsches vom Ludwigsplatz Pg. Hopfen müller und die O. G. Gießen-Oft (10 Mann). Marschweg: Gartenstraße, Hindenburgwall, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. Leitung des Aufmarsches auf dem Oswaldsgarten Pg. Horst und die O. G. Mitte. Marschgruppen des Iestzuges. 1. Gruppe Betriebe, Leitung Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner. 2. Gruppe Handel, Handwerk, Gewerbe, Leitung Pg. Schimmel. 3. Gruppe Behörden, Leitung stellv. Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Pg. Ulrich. 4. Gruppe Freie Berufe, Angestellte, Landstand, Fahnen der Vereine und Uebrige. Leitung: Pg. Schwarz. Stände für Erfrischungen usw. werden vom Pg. Schimmel, Goethestraße, vergeben. Fe st wagen können mitgeführi werden, doch dürfen sie in keiner Weise zur Reklame ausgenutzt werden. Verstöße haben Ausschluß zur Folge. Aufstellung der Marschgruppen. Bei der Aufstellung ist die rechte Straßenseite einzuhalten. Eine bestimmte Reihenfolge der Betriebe gibt es nicht. Die Aufstellung erfolgt in der Reihenfolge des Eintreffens in 8er-Reihen. Den Anordnungen des Ordnungsdienstes ist unbedingt Folge zu leisten. Rauchen ist im Zuge und während der Kundgebung verboten. Sämtliche Kapellen, Fahnengruppen, Ehrenabteilungen treten auf dem Ludwigsplatz an. Spitze des Zuges; 10.30 Uhr angelrelen an der Allen Bürgermeisterei. PO.-Fahnen, PO.-Ehrenabteilung. SA.-Kapelle, SA.-Fahnengruppe, SA.-Ehrenabteilung (120). SS.- Fahnen der Gießener Stürme, SS.-Ehrensturm (120). Arbeitsdienst Gießen mit Fahne (120). Fahnen der Arbeitsfront, Ehrenabteilung der Arbeitsfront (120). Gruppe 1: Betriebe; 10.30 Uhr angelrelen. Aufstellung im hitlerwall. Spitze SS.-Standarte. Anmarsch aller Betriebe durch die Walltorstraße in den Hitlerwall. Es nehmen teil: Reichsbahn, Nattmann, Bän- ninger, Gaswerk, Elektrizitätswerk, Sparkasse, Poppe, Schaffstaedt, Regimentsverwaltung, Heil- und Pflegeanstalt, alle Banken, Denninghoff, Oberhessische Tageszeitung, Gießener Anzeiger, Stem- pelkreuter, alle übrigen städtischen Betriebe, Grieb, Gailsche Werke, Tabak- und Zigarrenfabriken. Es folgen sämtliche kleinere Betriebe, die nicht aufgezählt. Kapelle des Inf. Reg. 10.45 Uhr am Ludwigsplatz mit Ehrenabteilung (120). Es folgen die übrigen Teilnehmer des Regiments in 8er-Reihen. Aufstellung K a i f e r a l l e e. Gruppe 2: handel, Handwerk und Gewerbe. Aufstellung in der Löberstrahe, Spitze Lud- wigsplah. Hm 10.45 Uhr angelrelen. Anmarsch nur durch die Bleichstraße in die Löber- straße. Dazu gehören sämtliche Geschäfte Gießens, sämtliche Innungen, das ganze Kraftfahrzeuggewerbe. Wagen können mitgeführt werden. Kapelle der HI. mit Spielmannszug, Ehrenabteilung der HI. mit Fahnen, Jungbannfanfarenzug, Jungoolkfahnen, 120 Mann JV., 60 BdM. mit Fahnen, 60 IM. mit Fahnen, angetreten um 10.45 Uhr Ludwigsplatz. Gruppe 3: Behörden; angelrelen um 11 Uhr in der Ludwigstrahe. Dazu gehört die ganze Universität mit Kliniken. Vor der Universität marschiert die Fahnengruppe der Universität auf. Reihenfolge innerhalb der Gruppe Universität bestimmt der Kanzler. Mit den Führern der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im Kreise Gießen festgelegt worden: In Gießen auf Oswaldsgarten mit Wieseck, Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn. Leitung: HJ.-Jungbannführer Täsler und die Ortsgruppe Gießen-Nord. In Großen-Linden mit Leihgestern und Lang-Göns. Leitung: Unterbannführer T e x t o r und die Ortsgruppe Großen-Linden. In Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Haufen. Leitung: Kameradschaftsführer Jung und die Ortsgruppe Watzenborn-Steinberg. In Grüningen mit Holzheim, Dorf-Gill, Eber- stadt, Ober-Hörgern. Leitung: Stammführer W e - der, Großen-Linden, und die Ortsgruppe Grüningen. In L i ch mit Steinbach und Albach. Leitung: Kameradschaftsführer Lerch, Lich, und die Ortsgruppe Lich. In M u f ch e n h e i m mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: Fähnleinführer Krämer, Bellersheim, und die Ortsgruppe Bettenhausen. In Hungen mit Langsdorf, Dillingen, Langd, Trais-Horloff, Inheiden, Utphe, Rodheim, Steinheim, Rabertshausen. Leitung: Gefolgschaftsführer Schmidt, Steinheim, und die Ortsgruppe Hungen. In Ettingshausen mit Ober-Bessingen, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Harbach, Hattenrod. Leitung: Fähnleinführer Fuchs, Ettingshausen, und die Ortsgruppe Ettingshausen. In G r ü n b e r g mit Queckborn, Weickartshain, Lauter, Saasen, Göbelnrod, Beltershain, Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: Gefolgschaftsfüh- Aufstellung in der L u d w i g st r a ß e, Anmarsch nur aus der Richtung Liebigstraße in die Ludwig- wigstraße. Spitze Ludwigsplatz. Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Biebertalbahn, Provinz, Kreis, Zoll, Finanz, Reichsbank, Forst, Vermessungsämter, Post, Krankenkassen, Schulen, auch Privatschulen, geistliche Behörden, Feuerwehr, Technische Nothilfe, Klein-Linden, Allendorf. Kapelle des NSFB., Fahnen, Ehrenabteilung des NSFB. (120, nicht mehr). Fahnen der Regiments- Vereine (drei Mann je Fahne); angetreten 11 Uhr Ludwigsplatz. Gruppe 4: Freie Berufe, Angestellte, Landsiand; angetrekeu um 11 Uhr: Aufstellung in der Garten st raße vom Ludwigsplatz an, Nahrungsberg nach der Kaiserallee hin. Spitze Ludwigsplatz. Anmarsch Nahrungsberg in die Gartenstraße. Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Architekten und alle sonstigen freien Berufe, Angestellte, soweit sie nicht bereits erfaßt sind, Arbeitslose, Hausangestellte, landwirtschaftliche Betriebe soweit sie nicht zur Universität gehören, Annerod, soweit es in Gießen teilnimmt. Den Abschluß dieser Gruppe bildet eine Fahnengruppe, die aus allen Fahnen besteht, die nicht aufgezählt wurden, alle Dereinsfahnen. Jede Fahne hat einen Träger und zwei Begleiter. Antreten in der Bergstraße, Spitze an der Gartenstraße. Vereinsfahnen gehören zur Gruppe 4. Antreten in der Bergstraße. Die Sanitätskolonnen versehen im Zuge und auf dem Oswaldsgarten den Hilfsdienst. Ebenso die Sa- nitäts-SA. Aufmarsch, Umzug und Kundgebung dauern zusammen etwa 2Vz Stunden. Anfragen an die Kreisleitung täglich zwischen 16 und 17 Uhr. Schmelz, Kreispropagandaleiter. rer Bopp, Grünberg, und die Ortsgruppe Grünberg. In Großen-Bufeck mit den Ortsgruppen Großen-Buseck, Alten-Buseck, Bersrod, Annerod. Leitung: Unterbannführer Schneider, Großen- Buseck, und die Ortsgruppe Großen-Buseck. In Lollar mit den Ortsgruppen Lollar und Mainzlar. Leitung: Stammführer Schmulbach, Lollar, und die Ortsgruppe Lollar. In L o n d o r f mit den Ortsgruppen Londorf, Allendorf, Geilshausen, Weitershain. Leitung: Gefolgschaftsführer Kraus, Londorf, und die Ortsgruppe Londorf. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Kleidung am 1. Mai. Arn 1. Mai trägt jeder Volksgenosse, auch die Parteigenossen, soweit sie nicht in den uniformierten Ehrenformationen der einzelnen Gliederungen milmarschieren oder zu besonderen Zwecken herangezogen find, Zivil- oder Berufskleidung. Jeder marschiert bei seinem Betriebe mit. Ausnahmen bilden nur die Ehrenabteilungen und die Velriebsvertrauensleute und deren Stellvertreter, die von allen Betrieben zusammen direkt hinter den Ehrenabteilungen marschieren. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Bestellung von Fichtengrün für den 1. Mai. Am 1. Mai sollen Fenster, Türen und alle öffentlichen Lokale und Gasthäuser mit frischem Grün geschmückt werden. Es werden geliefert Fichtenreiser in Dellen und Bäume in beschränkter Anzahl. Zllgendklnldgebmgen aml Mai inckreise Gießen. Hallo, willst du mitfahren? Von Bruno Wellenkamp. Wir bringen mit Genehmigung des Verlages einen kleinen Auszug aus einem neuen Roman von Bruno W e l l e n k a m p, der in diesen Tagen unter dem Titel „Lauter Sonntage" (kartoniert 1,60 RM., gebunden 2,50 RM.) in der Sammlung „Aus neuer Saat" im Brunnen-Verlag / Willi Bischoff / Berlin, erschien. Es ist eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Kindern von knapp 17 Jahren, deren Glück durch den Krieg zerstört wird. Der Junge zieht als Freiwilliger hinaus, fällt nach ein paar Monaten, und dem Mädchen bleibt nichts als die Erinnerung an die schönen Tage, die „lauter Sonntage" waren. Ein Segelboot steuert auf den Vorsprung zu, der mit lauter Pfählen eingefaßt ist. Es kommt immer näher. Und plötzlich ruft jemand: „Hallo, willst du mitfahren?" Mücklein dreht sich um, aber es steht niemand hinter ihr. „Gilt das mir?" Und wieder ruft der Jrrnge im Boot, ob sie nicht Lust hätte, ein Stückchen mitzufahren. Mücklein zögert. „Was will er von mir?" denkt sie. Der junge Bootsfahrer läßt das weiße Segel mit dem Winde spielen und hält sich an einem Pfahl fest. „Bei solch einem zahmen Wind kannst du ruhig mitfahren." „Ich weiß nicht. Ich kenne dich ja gar nicht." „Ich kenne dich aber. Komm ruhig. Es passiert nichts. Ich segle schon seit meinem neunten Jahre." „Woher kennst du mich denn?" fragt Mücklein nach einer Weile. „Herr Christopher, der Provisor, hat mir gestern von euch erzählt. Du bist ja mit dem Kaufmann Hoppe verwandt. Und Herr Christopher ist mein Freund." „So!", sagt Mücklein und steht auf. „Wir sind nämlich hier in Fuhrberg eine große Familie und halten auf gute Freundschaft. Los, steig ein!" „Du siehst so aus, als wenn du viele Mädchen mitnimmst." Mücklein lächelt und geht bis ans Ufer. Der junge Bootsfahrer wird ein wenig rot und sagt leise, mehr zu sich selbst: „Nur die nehm' ich mit, dle ich leiden mag." „Meinetwegen", sagt Mücklein und steigt ein. „Das ist hier an der Wümme so Sitte", entschuldigt sich der junge Mann und stößt das Boot vom pfahligen Ufer ab. „Setz' dich neben den Schwertkasten!" Mücklein tut das und streicht ihren bunten Rock über die Knie. Der Bootsfahrer bekommt wieder Wind ins Segel. Das Wasser, das wie braunes Bier aussieht, raschelt unter dem Boot. Es gleitet durch die grünen Wiesen dahin, die gerade reif sind für die zweite Mahd. Zuerst sprechen sie nicht. Er segelt, und sie sieht in die Gegend. Dann sagt er: „Ich habe dich heute morgen schon in der Kirche gesehen. Ich saß oben im Chor." „So." „Ich werde nächste Ostern bei Pastor Schröder konfirmiert. Da müssen wir jeden Sonntag zur Kirche." „Wenn wir hier bleiben, dann soll ich auch bei Pastor Schröder konfirmiert werden." „Dann haben wir sicher zusammen Stunde." Das Boot neigt sich jetzt etwas zur Seite, sie kommen gut vorwärts. „Wie heißt du eigentlich?" fragt Mücklein. „Klaus Renken. Und du?" „Margret Brinkmann. Wir kommen direkt aus Bremerhaven." „Das habe ich schon gehört von Herrn Christopher. Ich trinke öfters bei ihm feine selbstfabrizierten Schnäpse. Wir kaufen alles bei Hoppes." „Und wo gehst du zur Schule?" „Ich gehe in Bremen aufs Gymnasium. Obertertia." „Ich soll vielleicht auch in Bremen noch ein Jahr aufs Lyzeum gehen." „Da fahren wir ja zusammen mit dem Zug morgens dreiviertel sieben. Fein. Dann wirft du auch eingeweiht werden." „Eingeweiht werden. Was heißt das?" „Die Jungens, die zum ersten Male mit dem Schülerzug fahren, bekommen mit dem Atlas tüchtia welche hinten vor. Die Mädchen auch. Aber nicht so tüchtig. Das ist ganz alte Tradition in Fuhrberg- Lintel." Mücklein lacht laut und sagt, daß sie sich das nicht gefallen lassen würde. Nun schwiegen sie wieder eine Weile, Klaus zieht das Seoel an, und der Wind pustet auch recht schön hinein.'Auf einmal beginnt sein Herz zu klopfen und ihres ebenfalls. Sie haben sich eben angesehen, länger, als man einen Menschen gewöhnlich ansieht. Klaus blickt nach oben in die Wolken, und Mücklein hält die Hand ins Wasser. Noch immer steigt ihr das Blut zu Kopfe. Weshalb klopft denn das Herz noch immer? Gleich sind sie an der Lindnerbrücke, die sich wie ein großes Urtier über den Fluß streckt. „Fahren wir da hindurch?" fragt Mücklein. „Nein. Wir drehen hier um. Oder wir müssen den Mast umlegen." „Gehört das Boot dir?" „Meinem Vater." „Was ist dein Vater?" „Sanitätsrat. Aber er ist natürlich jetzt auch Soldat. Stabsarzt in Hamburg. Er ist seit vierzehn Tagen fort." „Ja, alle Männer müssen in den Krieg." „Ich ärgere mich nur, daß ich erst vierzehn Jahre alt bin. Ein fürchterlicher Zustand ist das. Wenn ich siebzehn wäre, würde ich auf der Stelle Soldat werden." „Wenn du siebzehn bist, ist der Krieg längst aus, Freundchen." Jetzt wendet Klaus das Boot, Mücklein muß sich auf die andere Seite vom Schwertkasten setzen. Als sie wieder geraden Kurs haben, fängt Mückleins Herz von neuem zu klopfen an. Es war doch eben völlig verschwunden. Und auf einmal ist es wieder da. Zum Glück fallen ihr die Bonbons ein, die ihr Herr Christopher gestern morgen geschenkt hat. Gleich ein ganzes halbes Pfund. Sie holt die Tüte hervor und reicht sie Klaus. „Iß, so viel du magst." Klaus holt drei Bonbons heraus. „Ach, so wenig. Gib mal deine Hand her!" Klaus gehorcht, und Mücklein schüttet ihm die ganze Hand voll. „Danke, danke, Margret! So viel esse ich ja nicht." „Doch. Uebrigens heiße ich gar nicht Margret. Doch, ich heiße so. Aber sie nennen mich anders." „Wie denn?" „Rate mal!" „Wie soll ich das raten?" „Wenn ich's sage, wirst du mich auslachen." „Ich lache bestimmt nicht." „Ehrenwort!" „Ich schwör's, Margret." Sie sieht ihn von der Seite an und lächelt. „Hö? zu!" beginnt sie. „Als mein Vater — er war damals Kapitän — vor ungefähr zwölf Jahren Die Bestellungen dazu sind bis Samstag, 2 7. April, 12 Uhr, bei der Stadlver- wallung abzugeben, damit diese ordnungsgemäß erledigt werden können. Die Stadtverwaltung sorgt dafür, daß das bestellte Grün auch an die Besteller ausgehändigl wird. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. Die Schulung der Kreisschule der DAF. am Samstag, 27. April, im Hotel „Hindenburg" fällt wegen der Vorbereitung zum 1. Mai aus. Höchster Schulungstermin wird noch bekanntgegeben. Kreiswaltung der DAF. Wegfall der Vostzuststtung am ^.Mai. Dom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Abgesehen von der Eilzustellung wird am i. Mai die Postzustellung ganz unterbleiben. Personen und Firmen, die nicht regelmäßig abholen, wird jedoch Gelegenheit gegeben, am 1. Mai während der Zeit von 8 bis 10 Uhr Briefsendungen und Zeitungen am Schalter 4 des Postamts 1 (Bahnhofstraße) außergewöhnlich abzuholen. Es ist aber erwünscht, um auch dem Postpersonal in möglichst weitem Umfang die Arbeitsruhe und die Teilnahme an den Veranstaltungen zu ermöglichen, wenn von dieser außergewöhnlichen Abholung nur insoweit Gebrauch gemacht wird, als dafür ein tatsächliches Bedürfnis besteht. Zweckmäßig ist es, wenn diejenigen, die außergewöhnlich abholen wollen, dies dem Postamt 1 bis zum Tage vorher schriftlich mitteilen, um längeres Warten bei der Nachfrage nach Sendungen zu vermeiden. Nach 10 Uhr findet keine außergewöhnliche Ausgabe von Briefsendungen und Zeitungen mehr statt. Betriebsgemeinschast der Landesuniversität. Von dem Amt für Aufklärung und Werbung der Gießener Studentenschaft wird uns mitgeteilt:' Alle Arbeiter, Angestellten, Dozenten und Studenten werden den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes mit Maitanz im Studentenhaus beschließen. Die Studentenschaft wird es sich nicht nehmen lassen, mit ernsten und luftigen Weisen die Unterhaltung zu bestreiten, um so an der Verschönerung des Abends mitzuwirken. Aus der provirizialhÄUptstadi. Der bunte Koffer. Von Anfang an war dieser Handkoffer keineswegs bunt, denn es war ein eleganter schwarzer Lackkoffer, dessen Ecken und Kanten mit makellosem, gelbem Leder versehen waren. Bunt war dieser Koffer erst auf seinen Reisen nach der Schweiz, nach Frankreich und England geworden. In jedem Grand-Hotel hatte man ihm ein grelles, ovales Schild aufgeklebt, auf daß man ihm feine Weitgereiftheit gleich von weitem ansähe. Selbstverständlich war dieser bunte Koffer darauf sehr stolz, wie er überhaupt äußerst vornehm war. Gerade diesem Handkoffer sollte ein böses Mißgeschick zustoßen. Ich habe sein Schicksal selbst miterlebt, als ich vor einigen Tagen auf Reisen mar. Die Bekanntschaft war natürlich höchst einseitig und nur meinerseits. Denn der bunte Lackkoffer hätte es als unter seiner Würde gehalten, sich meinem einfachen braunen, stark abgenutzten Handkoffer aus Vulkanfiber vorzustellen. Ueberhaupt der Umstand schon, daß dieser Lackkoffer zum allererstenmal in seinem Leben die dritte Wagenklasse eines gewöhnlichen Personenzuges benutzen mußte, war ihm unverständlich gewesen. Tief kränkte ihn diese Herabsetzung! Deün schon in der zweiten Wagen- klasse pflegte er das Näschen zu rümpfen. Wohl fühlte er sich nur im Salonwagen der Expreßzüge. Wie war dieser Koffer in einen Personenzug geraten? Man könnte viel von falscher Erziehung und Verwöhnung sprechen. Sprechen wir aber lieber von den anderen Koffern, die mit diesem Lackkoffer zusammen reiften. Diese anderen Koffer waren noch viel trübere Gesellen als mein Vulkanfiberkoffer. Das waren Koffer aus Segeltuch, denen aus Afrika kam, brachte er ein kleines, ganz seltenes Tier mit. Es war eine Art Papagei, der auf den Namen .Mücklein' hörte. Vielleicht deshalb, weil er so furchtbar viele Mücken vertilgen konnte, ich weiß es nicht. Na, ich lag damals noch in der Wiege. Und nun behaupten meine Eltern, ich hätte diesem komischen Vogel ähnlich gesehen. Seitdem werde ich Mücklein gerufen." „So, hm", antwortete Klaus. „Mücklein klingt ja aanz nett, Dann werde ich dich in Zukunft auch so nennen." Klaus steuert das Boot in eine klein Ausbuchtung, wo die schönen Wasserrosen stehen. Er greift ins Wasser und reißt drei Rosen heraus. „Kannst du meinetwegen behalten. Da!" Und er legt die nassen Rosen auf den Schwertkasten. Meine Freundin Frieda. Meine Freundin Frieda hat Mutterwitz. Manchmal, wenn wir so durch die Straßen bummeln oder durch den Wald, erzählen wir einander Döntjes, kleine Geschichten, ganz faule darunter, und freuen uns, daß es so herrlich unbeschwerte Sachen gibt. Das entspannt. Ich erzähle Frieda die Geschichte von dem Tier- ftimmen-Jmitator: „Meine Herrschaften", sagt er (sage ich), „rufen Sie mir irgendein Tier zu, und ich werde es Ihnen vormachen." Der eine ruft: „Ein Schwein!" Der Imitator grunzt, wie eine ganze Schweinezählung. Der andere: „Nen Löwen!" Der Mann brüllt, daß, hätte er gleich danach eine Antilope machen müssen, die vor Schreck nichts hätte herausbringen können. Der dritte: „Einen Kater auf Schleichwegen." ... Jede Katze wäre betört worden. Schließlich ruft einer von der Galerie: „Machen Sie mal ne Oelfardine!" Wir lachen beide, weil das die Pointe ist, und über die lacht man. Friedas Gesicht wird ein Hein, wenig nachdenklich, das Näschen kräuselt sich. Sie denkt, ich bin blöd (denke ich), und wir machen einige stumme Schritte. Plötzlich sagt sie ganz schüchtern: „Du, wie macht eigentlich ne Oelsardine?" — Was tut man in solchen entscheidenden Augenblicken? Man gibt seinem Mädel einen Kuh Kr. zum Teil das Schloß fehlte. Das waren Pappkoffer, die durch einen derben Kiemen zufammengehalten wurden. Das waren sogar Holzkoffer oder Holzkisten, ja, das waren oft nur grob verschnürte Reisebündel! Wie Kraut und Rüben lagen sie im Gepäcknetz oder standen im Gang des Abteils. Alle Augenblicke wurden sie von ungefügen Stiefeln angestoßen oder von schwieliger Hand hin und her gezerrt. Die Besitzer dieser Koffer führten eine rauhe Sprache. Aber lustig waren sie! Sie lachten und sangen und waren ausgelassen wie Füllen auf der Weide. Der Besitzer des bunten Lackkoffers aber faß etwas blaß und zurückgezogen in einer Ecke und sah dem Treiben mit großen verwunderten Augen zu. Ihm selbst war nicht recht wohl gewesen, als er den Lackkoffer in die Hand und auf diese Reise hatte nehmen müssen. Aber seine Eltern hatten gemeint, gerade ein solcher Koffer zeige etwas her. Aber keiner von den Besitzern der anderen Koffer hatte von dem eleganten Lackkoffer und den bunten Hotelschildern Notiz genommen. Einige hatten allerdings etwas seltsam aufgelacht und sich gegenseitig angestoßen. Aber dann war man über den Lackkoffer und seinen Besitzer zur Tagesordnung übergegangen, hatte wieder gelacht und gesungen und gepfiffen unt) all den Uebermut getrieben, den junge deutsche Menschen treiben, wenn sie zum ersten Male ins Arbeitsdienstlager fahren, wenn sie zum ersten Male spüren, was es heißt, Kamerad sein und nichts anderes! Plötzlich hielt der Zug. Und nun sollte sich das Schicksal des bunten Handkoffers jäh erfüllen. Schreiend, rufend, lärmend verließen die jungen angehenden Arbeitsmänner das Abteil, polterten Koffer und Bündel durcheinander und warfen sie voll Uebermut durch das Fenster auf den Bahnsteig. Da geschah es! Der stille, etwas blasse Besitzer des Lackkoffers erhob sich aus seiner Ecke, riß weit die Augen auf, die zu leuchten begannen, weitete seine Brust, schmetterte zur Verwunderung aller ein überlautes „Juchhe!" in die Luft und warf nun den bunten, eleganten Lackkoffer ebenfalls hoch im Bogen durch das Fenster auf den Bahnsteig, daß es nur so knallte. Hart schlug der Koffer auf dem Steinpflaster des Bahnsteigs auf. „Unglaubliches Betragen!" stöhnte er, „das also ist das Ergebnis einer jahrelangen vornehmen Erziehung!?" Weiter kam er nicht. Denn sein Besitzer packte ihn höchst unsanft an dem silberglänzenden Griff, und indem er sich bei dem Besitzer eines ärmlichen Reisebündels unterhakte, zog er mit allen anderen Kofferbesitzern singend und jubelnd zum Ausgang des Bahnhofs — dem Arbeitsdienst und der Kameradschaft entgegen. Oie Weltkrieg-Ehrenkreuze im Kreise Gießen. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über die Verleihung der Ehrenkreuze des Weltkrieges an Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebene im Bezirk der Stadt Gießen sei heute ergänzend berichtet, daß aus den Landorten des Kreises Gießen bei dem für die Einreichung der Anträge zuständigen Kreisamt Gießen insgesamt 8646 Anträge auf Verleihung des Weltkrieg- Ehrenkreuzes eingereicht wurden. Von diesen 8646 Anträgen entfallen auf Frontkämpfer 6517, Kriegsteilnehmer 1112, Kriegerwitwen 498, Kriegereltern 519. Bis zum 31. März d. I. wurden insgesamt 2305 Ehrenkreuze verliehen; davon entfallen auf Frontkämpfer 1800, Kriegsteilnehmer 248, Kriegerwitwen 152, Kriegereltern 105. Gegen den Mißbrauch der Bezeichnung „Things. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß es untersagt ist, Theatervorstellungen in geschlossenen Räumen oder im Freien als „Thingspiele" zu bezeichnen oder in einer anderen Art in Verbindung mit dem Wort „Thing" zu bringen. Die Bezeichnung „Thing", „Thingstätte" oder „Thingplatz" ist nur zulässig für bauliche Anlagen, deren Errichtung durch den Herrn Reichsminister für IMkMMl N.... Roman von Charlotte Prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Gewiß, sie hat viel verloren, aber sie macht den Vater nicht wieder lebendig mit ihren Tränen. Haben Sie ihr meinen Besuch von damals gemeldet?" „Ja, aber sie hat kein Wort dazu gesagt." Heber Fred kam langsam heftige Ungeduld. Was dachte sich dieses kleine Fräulein? Glaubte Liane, daß die Welt um sie her stillstand, daß die Forderungen des Alltags nicht weitergingen. Sollte er noch mehr kostbare Zeit verlieren an dem töricht gesteigerten Schmerz des kleinen Mädchens? „Ich muß Sie bitten, mich an ihr Zimmer zu führen; ich werde mir den Eintritt erzwingen", erwiderte er kurz. Und in feiner Stimme lag ein so herrisches Gebot, daß Frau Keppler nicht zu widersprechen wagte. Fred klopfte kurz an die Tür des Zimmers und trat ein, bevor noch eine Antwort von drinnen erklungen war. Er stand in einem Rokokofalon, dessen Tür zu Lianes Schlafzimmer geöffnet war. Sie selbst saß, den Kopf in den Händen vergraben, auf dem Stuhl vor ihrem Toilettentisch. Sie fuhr herum, als sie jemand eintreten hörte. „Was ist denn? Ich will allein sein, ich brauche niemand." „Aber ich brauche Sie, Fräulein Scholz", klang seine Stimme an ihr Ohr. Sie kam mit eiligen Schritten in den Rokokosalon. Als sie ihn sah, färbte eine heiße Röte ihr Gesicht. „Wie kommen Sie hierher?" fragte sie schroff, bemüht, ihre Verlegenheit zu verbergen. „Ich habe Sie nicht rufen lassen, ich will allein sein." „Auf Ihren Willen kommt es nicht an, mein Fräulein", gab er ebenso schroff zurück. „Meine Angelegenheit läßt sich nicht aufschieben. Ich habe vierzehn Tage nach dem Tode Ihres Herrn Vaters gewartet, indessen hat die Zeit nicht stillgestanden. Das Geschäft mit seinen Forderungen ist weitergegangen, Sie . . ." „Was geht mich das Geschäft an?" trotzte Liane. Seine Stirn faltete sich. „Das Geschäft geht Sie jetzt sehr viel an, da Sie die einzige Erbin find. Die Güter, die Ihr Herr Vater hinterließ, stellen ebenso viel Rechte wie Pflichten an Sie. Von diesen Pflichten möchte ich mit Ihnen sprechen." Sie kam langsam und zögernd näher. „Von all dem verstehe ich nichts." „Um so eher wird es Zeit, Sie damit bekannt zu machen." „Bitte, lassen Sie mir Zeit! Ich kann noch nichts Oie Deuische Arbeitsfront. NG-Gemeinschast »Kraft durch Freude^. Achtung! Gehr wichtig! AnalleVolkSgenoffenimKreiseGießen! Die Deutsche Arbeitsfront, R§.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", veranstaltet am 30. April, 20 Uhr, in der Volkshalle zu Gießen als festlichen Auftakt für den 1.7Nai eine große Feierstunde. Es spricht der Landesobmann der Deutschen Arbeitsfront Gau heffen-Raffau, Pg. Willi Becker, Frankfurt a. M. Anschließend kommt die Neunte Symphonie von L. van Beethoven zur Aufführung. Die Leitung hat Universilälsmufik- direktor profeffor Temesvary. Mitwirkende find das Gießener Stadttheater- orchefter, die Wehrmachtkapelle, verstärkt durch Mitglieder des Orchestervereins und der SA.-Kapelle Gießen, sowie sämtliche Gießener Gesangvereine und andere Gemeinschaften. Die Solisten sind: Ria Ginster, Henny Schmitt, Willi Lorscheider aus Frankfurt und Wilhelm Strien) aus Berlin. Wilhelm S t r i e n z gilt als einer der besten deutschen Bassisten. Ihn neben Ria Ginster zu hören, bedeutet ein ganz besonderes Erlebnis. Der Eintrittspreis ist für alle Volksgenossen auf allen plähen im Vorverkauf 70 Pfennig, an der Abendkasse 1 Mark. Die Ausführung ist nicht nur für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, sondern auch für alle Volksgenossen bestimmt. Es sind genügend Sitzplätze vorhanden, jeder wird einen Sitzplatz erhalten. Karten im Vorverkauf sind zu haben bei allen KdF.-Warten und in den Betrieben, bei den Ortsgruppen der pO. und der DAF., bei der RS.- Frauenschaft, im Musikhaus Ehallier, in der Ober- hessischen Tageszeitung und bei Frau Huntemann, Seltersweg. Von auswärts können Karten im Vorverkauf bestellt und später an der Abendkasse abgeholt werden bei der Geschäftsstelle der RS.-Ge- rneinfchaft „Kraft durch Freude", Schanzenftrahe 18, Fernruf 2919. Gleichzeitig machen wir auf den Vortrag mit musikalischer Erläuterung über die 9. Symphonie aufmerksam, den Professor Temesvary am Freitag, 26. April, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Universität abhalten wird. Der Eintritt ist für alle Volksgenossen frei. Volksaufklärung und Propaganda für die Zeit nach dem 15. September 1934 oder von einer Landes- ftelle des Reichspropagandaministeriums in Verbindung mit dem Reichsbund der deutschen Frei- licht- und Volksschauspiele genehmigt und beurkundet worden ist. Als „Thingspiele" dürfen nur solche dramatischen Werke bezeichnet werden, die von dem Herrn Reichsdramaturgen schriftlich als solche zugelassen worden sind. Als „Thingspiel-Veranstaltung" oder unter ähnlichen Namen dürfen nur Veranstaltungen durchgeführt werden, die von der Reichs-Theaterkammer zugelassen worden sind. Gchadenverhütung im Keller. Von der Hessischen Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung und dem Mykologischen Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, wird uns geschrieben: Die Speicherentrümpelung wird wohl überall durchgeführt sein. Die Dachräume sind leer geworden. Das überflüssige Gerümpel hat man aber, wie unsere Erfahrung vielfach lehrt, einfach vom hierfür verpönten Dachboden oft in die feuchten Kellerräume verschoben. Uns interessiert hier nur das aus Holz gefertigte Gerümpel (Kisten, alter Hausrat, Brennholz und dergleichen), das man jetzt anstatt auf dem Speicher in den Kellerräumen lagert. Es entsteht hierdurch eine außerordentliche Gefahr für das Haus. Denn Kellerräumlichkeiten sind stets mehr oder weniger feucht. Holz und Feuchtigkeit ermöglichen das Wachstum von holzzerstörenden Pilzen. So trifft man den Hausschwamm auch wieder viel häufiger auf derartigem Holzgerümpel im Keller an. Gewiß wäre es nicht gerade sehr schlimm, wenn der Hausschwamm eine alte Kiste oder etwas Brennholz zerstört. Die größte Gefahr ist aber, daß der Schwamm von hier aus auf wichtige Holzteile des Hauses übergreift, oder in sonstige gefährdete Teile des Hauses verschleppt werden kann, wie Küchen, Badezimmer, Klosetts usw. Zudem ist echter Hausschwamm selbst an unwesentlichen Teilen des Hauses immer eine große Gefahrenquelle und ein erheblicher Mangel im Sinne des Gesetzes. Deshalb also weg mit allen überflüssigen Holzteilen aus den Kellerräumen! Vorsicht bei allen Holzzermürbungen, bei allen pilzähnlichen Gebilden im denken. Ich verstehe auch nichts davon. Tun Sie, was Sie für recht finden." „Sie achten die Hinterlassenschaften Ihres Herrn Vaters gering. Im übrigen können wir uns wohl setzen." Ungeniert nahm er in einem der zierlichen Sessel Platz und wunderte sich fast, daß dieser unter seiner Last nicht zusammenbrach. Liane war dem Weinen nahe; auch sie setzte sich, und ihre Augen richteten sich mit angstvoller Frage auf ihn. Sie sah erbärmlich aus; aus' ihrem Antlitz war jede Farbe gewichen, ihre Augen müde vom Weinen, ihre zierliche Gestalt direkt zusammengefallen. Ein Luxusgeschöpf!, dachte er. Ein kleiner Windhauch, und sie fällt um — ein Schicksalsschlag, und sie weiß nicht aus noch ein. Er begann von dem Geschäft zu sprechen, von der schlechten Lage, von der sie vielleicht wüßte, von verschiedenen Maßnahmen, die er getroffen: Einstellungen im Betriebe, von Entlassungen in der Arbeiterschaft und im Büro. Liane gab sich Mühe, zu folgen, aber sie brachte es nicht fertig. Schon nach einer Minute stand sie einem Chaos von Worten gegenüber, die sie zu- aleich verwirrten und bcängftigten. Auch hatte sie furchtbare Kopfschmerzen, ihre Augen brannten; sie begriff ganz einfach nicht, wovon er sprach. Sie horchte erst wieder auf, als Fred ihren Haushalt berührte. Er wünschte äußerste Sparsamkeit. Auch hier stieß er auf völlige Ahnungslosigkeit. Liane hatte keine Ahnung, was der Haushalt gekostet hatte, dafür sorgte Frau Keppler. Liane hatte nur ihr Taschengeld in Höhe von hundert Mark monatlich verwaltet und war selten ausgefommen damit. Fred seufzte. Wie man mit einer Fabrik mit hundert und mehr Arbeitern fertig wurde, wußte er. Was er mit diesem Mädchen anfangen sollte, war ihm ein Rätsel. Daß es eine so völlige Verkennung jeder Geldangelegenheit überhaupt gab, war kaum zu glauben. Diese Beigabe zu der Fabrik Franz Scholz' versprach alles andere, als bequem zu werden. Er hatte dem Sterbenden versprochen, die Tochter vor Not zu schützen. Wo aber fing Not an? Vielleicht nannte es dieses Mädchen schon Not, wenn es nicht mehr in der schönen Villa mit drei ober vier Bedienten wohnen konnte, wenn es mit weniger Taschengeld aus» kommen mußte. Er stand auf. „Sie werden sich in jeder Beziehung einschränken müssen", sagte er nachdrücklich. „Ich werde Ihnen in den nächsten Tagen mitteilen, wieviel der Haushalt kosten darf." Mit diesen Worten ging er, ohne zu wissen, in welcher Verfassung er Liane zurückließ. Sie schluchzte, meinte, warf, sich aufs Bett, biß in die Kissen. Plötzlich sprang sie auf, riß ihren Mantel vom Haken, stülpte die Mütze über den Kopf und verließ fluchtartig das Haus. Frau Wioemann wollte gerade ausgehen, als sie so daherkam. I Keller, die leider oft nur für harmlose Schimmelpilze gehalten werden. Falls der Hausschwamm B. in Steingewölbekellern nicht bereits auf andere Räumlichkeiten übergegriffen hat, genügt es, wenn die pilzbefallenen Holzteile verbrannt, die überwachsenen Mauerteile ausgekratzt, ausgebrannt und mit einem guten chemischen Schutzmittel behandelt werden. Das Herausbrechen schwammbefallener, aber baulich guter Mauerteile ist unnötig, unwirtschaftlich und zudem gefährlich. Aufstiegsmöglichkeit durch Stellungswechsel! Vom Amt für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront wird uns geschrieben: Jedem Arbeitsmenschen seinen Arbeitsplatz zu geben, ist eine der größten Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront. In der hinter uns liegenden Zeit war ein gesunder Stellungswechsel unmöglich. Jeder war froh, einen Arbeitsplatz zu besitzen, ganz gleich, ob die Arbeit feinen Fähigkeiten und feinem Können entsprach, denn Millionen mußten auf einen Arbeitsplatz verzichten. Diese Entwicklung war besonders für die Kreise der jungen Angestellten verheerend. Der Angestellte muß, um sich Lebens- und Berufserfahrung anzueignen, in jungen Jahren feine Stellung wechseln. Ein solcher Stellungswechsel bedeutet nicht nur ein Hinzulernen, vielfach auch ein Umlernen. Stellungswechsel fördert vor allem die Kunst, sich in neue Verhältnisse einzufühlen, andere Menschen mit anderen Gewohnheiten und Eigenschaften kennen und verstehen zu lernen. Dadurch weitet sich der Gesichtskreis und mehren sich die Erfahrungen. Durch die fortschreitenden Erfolge der Arbeitsschlacht beginnt, wie die Berichte aus allen Teilen des Reiches melden, die Nachfrage nach guten Fachkräften immer dringender zu werden. Jetzt ist es wieder möglich, auf Grund besonderer Leistungen und Fähigkeiten den Arbeitsplatz zu wechseln, um aufzurücken, um den Platz einzunehmen, der den Fähigkeiten und Anlagen des einzelnen entspricht. Die Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung, bietet zu einem solchen Stellungswechsel ihre Dienste an. Techniker, Werkmeister, Kaufmannsgehilfen, weibliche Angestellte, die ihren Arbeitsplatz wechseln wollen, reichen „Tante..." Sie stürzte auf die ältere Frau zu und umarmte sie mit solcher Leidenschaft, daß Frau Widemann fast ins Wanken kam. „Was ist denn, Liane? Komm mit ins Zimmer — erzähle!" Im Wohnzimmer berichtete Liane sich überstürzend von dem Besuch Freds, von feinen Worten, feinen Ausführungen. Sie erging sich in Anklagen, zitterte am ganzen Körper, begann immer wieder erklärend von neuem. Langsam verstand Frau Widemann, suchte zu beruhigen, tröstete. „Kind, ick weiß wirklich nicht, warum du dick so aufreqft", sagte sie. „Warte dach erst ab! Herr Morland hat doch nichts über den Betraa den er dir monatlich zuaestehen wird, verlauten lassen. Vielleicht ist er höher als du denkst. Jedenfalls wird er ausreichend fein. In der Industrie gab es immer schlechte Zeiten. Auch dein Vater klagte schon lange, wahrscheinlich hätte er auch sparen müssen." „Ich lasse mich nicht auf Geschenke ein — ich werde arbeiten." Nun mußte die Tante lachen. „Geschenke? Wer spricht davon? Und arbeiten willst du? Wo denn? Was denn? Wo du nach jeder Aufregung auf der Nase liegst, wo du doch schon alles mögliche angefangen und wieder aufgegeben hast." „Das muß anders werden. Ich werde mich im Geschäft schon einarbeiten, werde mich gegen diesen Herrn Morland schon durchsetzen." „Kind, begehe keine Torheiten! Herr Morland ist wirklich zu trauen, Onkel hat schon des öfteren mit ihm zu tun gehabt. Ich finde sein Doraehen auch durchaus korrekt. Er hat dir jeden Monat einen Bericht zugesichert; was willst du denn mehr? Kommst du mit dem Geld wirklich nicht aus, „ann hast du immer noch uns, an die du dich halten kannst." Aber Liane sprang auf und stieß heftig hervor: „Ich will keine Almosen, ich will nur mein Recht. Ich will arbeiten." Liane lief durch die Straßen. Sie merkte nicht, daß man ihr nachsah. Aber sie fühlte sich am Rande ihrer Kräfte, als sie am Hauptbahnhof ein Auto nahm und erschöpft auf die Polster sank. „Offenbach!" stieß sie hervor; schon aber kamen ihr Bedenken. Vielleicht war Fred Morland in seinem Frankfurter Geschäftshaus zu finden, man konnte es jedenfalls erst versuchen. Da sie nur den Namen der Straße kannte, ließ sie die ganze Straße langsam abfahren, entdeckte sein Schild, verließ den Wagen, vergaß in der Eile zu bezahlen und mußte einen Wortschwall über sich ergehen lassen, dessen Sinn sie in ihrem aufgeregten Zustand zum Glück nicht erfaßte. Oben in dem Empfangsraum vor dem schlichten, aber sehr ruhigen Mädchen, bas nach ihrem Begehr fragte, verwandelte sich ihre Aufregung augenblicklich in Beschämung, ja, ein unbestimmtes ihre Bewerbungspapiere der Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront ein. Zur kostenlosen Beratung und Vermittlung steht die Bezirksstellenvermittlung Westdeutschland, Essen, Kapuzinergasse 8, allen Betriebsführern und Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung. Daten für den 26. April. 1528: der Maler und Kupferstecher Albrecht Dürer in Nürnberg gestorben (geboren 1471); — 1786: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen geboren (gestorben 1862); — 1812: der Industrielle Alfred Krupp in Esten geboren (gestorben 1887); — 1863: der Dichter Arno Holz in Rastenburg geboren (gestorben 1929); — 1896: Rudolf Heß, Stellvertreter des Führers, in Alexandrien in Aegypten geboren; — 1925: Erste Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: 20 Uhr, Liebigshähe: Oeffentlicke Kundgebung des Handwerks aus dem Kreise Gießen; es spricht Pg. Renz (Berlin) über „Handwerk im dritten Jahre des Wiederaufbaues!" —Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ihr größter Erfolg". — Astoria- Lichtfpiele, Seltersweg: „Die Schlacht am blauen Berge". — Stadt-Cafä Gießen: 16 und 20.30 Uhr Modenschau. — VHC.: Monatsversammlung. — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, erste Wiederholung der Operette „Der Graf von Luxemburg" von Franz Lehär. Leitung haben Wrede, Cuje, von Rabenau; Besetzung wie in der Erstaufführung. * ** D i e Erhebung der Bürger st euer. Die Bürgermeisterei Gießen macht in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für feine Arbeitnehmer haftet. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. ** Zur Richtigstellung. Zu dem am vorigen Samstag veröffentlichten Bericht über das Dozentenjubiläum des Universitätsprofessors Dr. Eger wird uns berichtigend mitgeteilt, daß Professor Dr. Eger die Aufstellung der Studentenkompanie im Jahre 1 9 2 0 leitete, nicht aber, wie irrtümlich mitgeteilt, im Jahre 1923. ** Freisprechungsfeier der Kaufmannslehrlinge. Am nächsten Sonntag, 28. April, 16 Uhr, findet im Caf6 Leib zu Gießen die Freisprechungsfeier derjenigen kaufmännischen Lehrlinge statt, die die kaufmännische Gehilfenprüfung bestanden haben. Die Feier wird von Musikvorträgen umrahmt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen labt hierzu alle Lehrlinge und An- aehörigen der Prüflinge, sowie deren Freunde und Lehrherren herzlich ein. ** E i n seltener G a st. Dieser Tage wurden die Bewohner des Hauses An der Margareten- Hütte 6 durch das anhaltende Bellen eines Schäferhundes auf einen seltenen Besuch aufmerksam gemacht. Beim Absuchen des Kellers entdeckte man unter der Kellertreppe einen großen, ausgewachsenen Fuchs. Meister Reinecke, der sich anscheinend in der Hausnummer geirrt hatte, mußte es sich gefallen lassen, von zwei beherzten Männern gefangen zu werden. Dieses Unternehmen war allerdings nicht ganz einfach, es gelang aber. Das Tier wurde bald nach seiner Gefangennahme erschossen. ** Pilz- und Hausschwamm-Aufklä- r u n g. Auskunft und Belehrung in Pilz- und Hausschwamm-Angelegenheiten erteilt jederzeit die Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung (Mykologisches Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde) in ihren Dienststunden im früheren Gewerbemuseum zu Darmstadt, Neckarstraße 3. Besprechungen mit auswärtigen Ratsuchenden werden vorher am besten schriftlich ober durch Fernruf 4755 vereinbart. In dringlichen Fällen ist zu jeder Zeit durch den genannten Fernruf Auskunft und Hilfe möglich. Gefühl der Angst machte ihre Stimme völlig unsicher. „Ich glaube, Herr Morland wird noch erwartet. Ich werde nachfragen." Ernst Schröder nahm Liane in dem Privatbüro in Empfang. Sie erinnerte sich dunkel, daß sie dieses magere, eingefallene Gesicht schon gesehen hatte. Richtig, das war ja der häßliche Mensch von damals! „Herr Morland muß jeden Augenblick kommen", sagte Ernst, und seine angenehme, warme und ruhige Stimme stand in merkwürdigem Gegensatz zu feiner fast zwerghaften Erscheinung. „Nehmen Sie, bitte, einstweilen Platz!" „Danke!" sagte Liane gepreßt. Mit schleppenden Schritten ging sie zum nächsten Sessel und setzte sich. Je länger sie warten mußte, desto mehr sank ihre Gestalt zusammen. Ernst saß an seinem Schreibtisch und schien sich in seine Schreibereien zu vertiefen, in Wirklichkeit aber kehrte fein Blick immer wieder zu Liane zurück. Sie sah erbärmlich aus, auch Tränenspuren waren deutlich sichtbar. Armes Mädchen! Sie hatte nie Mutterliebe gekannt, darum war ihr wohl der Vater alles gewesen. „Um was handelt es sich denn, Fräulein Scholz? Vielleicht kann ich etwas ausrichten", sagte er, bemüht, ihr die Wartezeit abzukürzen. „Herr Morland scheint doch länger auszubleiben." „Ich warte — ich muß ihn selbst sprechen." „Wie Sie wünschen! Ich dachte nur. Sie würden gern nach Hause gehen." Sie schüttelte stumm den Kopf. Am liebsten märe sie freilich aufgestanden und gegangen. Kopfschmerzen plagten sie, bleierne Müdigkeit legte sich ihr auf alle Glieder. „Sie sollten nach Hause fahren", hörte sie die warme, mitfühlende Stimme sagen. „Sie sehen schlecht aus, vielleicht kann ich doch den Vermittler spielen. Mein Freund ist so stark beschäftigt, auf ihm ruht in letzter Zeit zu viel. Wenn es irgend geht, sprechen Sie zu mir; ich werde ihm gern Ihre Wünsche unterbreiten." Liane fühlte sich merkwürdig beruhigt, das häßliche Gesicht des andern kam ihr nicht mehr abschreckend vor. Doch bevor sie noch sprechen konnte, wurde die Tür hastig geöffnet, und Fred Morland trat ein. Er blieb bei ihrem Anblick überrascht stehen. „Fräulein Scholz — Sie?" Er runzelte leicht die Stirn, unverhohlener Spott lag auf seinem Gesicht. „Was wünschen Sie denn? Haben Sie endlich den Ausgang aus Ihrem Zimmer gefunden?" Sie stand auf, rote Flecke brannten auf ihren Wangen. Sie fühlte ihr Herz in rasendem Tempo klopfen, während sie ohne Ueberlegung hervorstieß: „Ich bin hergekommen, um Ihnen mitzuteilen, daß ich von morgen an in dem Geschäft meines Vaters arbeiten werde. (Fortsetzung folgt!) Jede ■ ■■ ■ - •• k Schrubber. Scheuerbürste, Eimer, Scheuertuch. Besen. er Kauf, n Sonntag, b zu Gießen ufmännischen Gehilfenprü- i von Musik- Md Handels- nge und An- Freunde und ersteuer. * Bekannt- A ausmerk- »altung und rbeitnehmer anders aus- am vorigen ls Dozenten- Eger wird >r Dr. Eger te hn ^ofjre >ch mitgeteilt, Tage wurden Margareten- eines Schäfer- asmerkjam ge> entdeckte man , ausgewachse- id) anscheinend mußte es sich Männern ge- len war aller« iber. Das Tier hme erschossen. m-Aufklä- n W un? jederzeit die nm-Beratung n Tesellschasl x \m früheren irslratze 3. Behenden werden durch Fernrus len ist zu jeder Auskunft und '20 Uhr n N* Men, ^re hes 22.45 Uhr chielhaus ^jtoria- blauen ,2°^ Uhr luung. ®raf öon *}n9 haben 1eBung wie 'Mn Ar, ge. !?«?>• 'ZL OOpten qee ,ur95 zum ame völlig un- noch erwartet. Dem Privatbüro dunkel, daß sie t schon gesehen häßliche MeM nblick kommen', e warme und Lem Gegensatz E Ä*n Mi, w*n; w 6* und „fto meljr I°nk *iS Datei alles h äs > *- .^übigte-i "66l,r,|-5 ;en- '' Derm'u M d'u MM. 1 '/ich Md. * * . i dos r,S-,'.s AS"' Oberheffen Wie der und Preußen. Ein Mann vermißt. 500 Mark Belohnung ausgefehk. Bad Salzschlirf, 25. April. Von dem tion, die in so harter Luft aufwachse. Die Gestalt des Bauern sei es, die uns mit der Natur ver- Seltsame der germanischen Religion gewesen. Der Mensch habe sich zu den Göttern gestellt und bliebe treu, obwohl er von deren Untergang wisse. was sei von dem Glauben der Ahnen in unserer Zeil noch lebensfähig? Die germanische Vorwett habe an Thor und Odin geglaubt als persönliche Mächte. Ein solcher Glaube sei nicht einfach zu wiederholen, sondern Glaube müsse wachsen. Ausdrücke unserer Lebensordnung seien heute der Bauer, Arbeiter und der Soldat. Wenn wir von Arbeit sprächen, dann heiße das, daß alles von der Arbeit her durchpulst werde, selbst die Feierstunde werde vom Arbeitscharakter her gestaltet. Diese Lebensanschauung wolle das ganze Volk und gebe freudig sein 3 Wetzlar, 25. April. Zur Stärkung und Schulung von Körper und Geist im nationalsozialistischen Sinne haben 5 6 Kinder aus Stadt und Kreis Wetzlar die Fahrt in das Landjahr, das acht Monate dauert, angetreten. Während die Knaben aus Wetzlar in die Landjahrheime Stockels- Nach Mannheim und München ruft Frankfurt am Sonntag die füdweftdeutfche Turfgemeinde zusammen. Auf der Niederrader Rennbahn, wo genau vor einem Jahre, am 28. April, der Rennklub das Rennjahr eröffnet hatte, kommen fünf Flachrennen, Darunter zwei Ausgleiche und ein SS.- und SA.-Rennen, sowie das Feldberg-Jagdrennen und ein Hürdenrennen zur Durchführung. Das Aufgebot aus dem Westen ist nicht allzu stark ausgefallen, aber dafür werden die süddeutschen Rennställe genügend Pferde mobil machen, fo daß es doch noch gutbefetzte Rennen geben wird, die reichlich Abwechslung bieten. Als wertvollste Konkurrenz auf der Flachen kommt der Preis von Cronberg, ein Ausgleich, zum Austrag. In verschiedenen Rennen kommen auch einige Schweizer an den Start. Man beachte den heutigen Anzeigenteil. Das Reitturnier in Nizza. Beim Reitturnier in Nizza stand am Donnerstag der „Große Preis der Stadt Nizza" auf dem Programm. Sieger wurde der irische Kapitän Ahern auf „Jrelands Owen". Oberleutnant Brandt (Deutschland) belegte auf „Baron" den zweiten Platz. Von den weiteren deutschen Teilnehmern kamen Oberleutnant K. Hasse auf „Olaf" auf den zehnten und Rittmeister S ch l i ck u m mit „Dedo" auf den 19. Platz. Kurze Sportnotizen. Ein neuer Eispalast wird in Kopenhagen gebaut. Die Kosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Kronen. Die Anlage wird 11000 Zuschauer aufnehmen können. Damit erhält nun auch die dänische Hauptstadt eine Kunsteisbahn. * Mit 1000 Mark in Strafe genommen wurde der Bonner Adolf Heuser wegen des Tiefschlages, der ihm beim Kampf gegen Precifo in Berlin unterlaufen war. Feiertag das Spiel stets offen. Die Gäste kamen dadurch mehr zur Entfaltung. Die Jugendmannfchaft trug zu Ostern nur ein Spiel aus und zwar wurde am 1. Osterfeiertag in Leihgestern vor dem Spiel der beiden ersten Mannschaften um den Sieg gekämpft. Nach beiderseitigen guten Leistungen trennte man sich mit einem gerechten 2:2. Sportverein 4920 Lollar. Sportverein 1920 Lollar. — Spielvereinigung Fürth 1:6 (1:4). Der Sportverein 1920 Lollar hatte am 2. Oster- feiertag Die Spielvereinigung Fürth zu Gast. Diese Begegnung versprach den Fußballfreunden von Lollar und Umgegend einen spannenden Kampf. Eine stattliche Zuschauermenge umsäumte das Spielfeld. Die Mannschaften traten an wie folgt: Fürth: mit Wenz; Stahlmann, Hagen; Schönleben, Zeilein, Schöller; Weidinger, Sticht, Full, Pitzer, Stöcker. Lollar: mit Ziegler Karl; Hörstel, König; Römer, Schaaf, Sommer; Ziegler Adolf, Ziegler Wilhelm, Löhr, Klein, Gabriel. Lollar hatte Anstoß, machte einen Durchbruch und lag sofort mit 1:0 in Führung. Das gab Lollar zweifellos das nötige Selbstvertrauen, und man sah nun ein Treffen, das durch feine Schnelligkeit und faire Spielweise auffiel. Fürth hatte wohl bei einem Kreisklafsenverein mit soviel Widerstand nicht gerechnet. Wenn die Gäste zuerst noch verhalten spielten, so zogen sie nun das Register ihres Könnens und führte ein richtiges Lehrspiel vor. Von Hagen aus der Verteidigung dirigiert, zeigten sie alte Fürther Schule. Der Ball wanderte von Mann zu Mann, jeder einzelne Spieler ein Ballartist. In gleichmäßigen Abständen erzielen sie 6 Tore, denen Lollar keines mehr entgegensetzen konnte. Schiedsrichter 0. R ü s p e l e r leitete sehr gut. Vor Beginn Des Spieles begrüßte Kreisführer Henkel Die Gäste. Er freute sich Darüber, Daß es einem LanDverein gelungen ist, eine Mannschaft wie Die Der Spielvereinigung Fürth nach Lollar zu verpflichten, vor allem Dankte er Dem alten Internationalen Hagen für fein Mitwirken im Spiel. Lollar Jugend — Wißmar Jugend 0:3. Wißmars Jugend war besser und gewann verdient. Lollar Schüler — Treis Schüler 3:0. wieder ausgenommen. Da die Platzanlagen unterhalb des Eulenkopfes nicht mehr den Anforderungen genügten, ist der Uebungsbetrieb auf die städtischen Plätze am Schützenhaus verlegt worden. Man hofft, damit auch die Spielstärke der Fortgeschrittenen zu heben, damit sie an den diesjährigen Veranstaltungen im Bezirk und Gau mit größeren Erfolgsaussichten teilnehmen können. Das Bezirks-Tennisturnier wird in Bad-Nauheim stattfinden, während beim Gaufest hier in Gießen ein offenes Fest- Turnier ausgetragen wird. Die Ausscheidungsspiele Der Gaugruppen für Das ßänDerturnier Der Turner- sckast ist an Marburg vergeben roorDen. Es liegen also alle größeren Veranstaltungen in nächster Nähe, so Daß unseren Gießener Spielern genug Gelegenheit zum Wettkampf bzw. zum Sehen unD Dazu- Lollar war stets überlegen. Um die Iugendkreismeisterschast des DFB., Kreis Gießen. Es war bestimmt roorDen, Daß Das Vorspiel um Die KreisjugenDmeisterschaft am fommenDen Sonntag zwischen Der ersten Jugendmannschaft Der Spielvereinigung 1900 e. V. Gießen unD Der gleichen Mannschaft Des SV. 05 e. V. Wetzlar auf Dem Sportplatz Der Spielvereinigung 1900 steigen sollte. Da nun 1900 ein Privatspiel mit Hanau 93 abgeschlossen hat, bas vor Dem EntscheiDungsspiel Hanau 93 gegen Jena zum Austrag kommen soll, so roirD Dieses Spiel auf Den 12. Mai verlegt. Am 5. Mai finDet Die erste Begegnung in Wetzlar statt. Zugendfußball im VfB./Reichsbahn. VfV.-Reichsbahn 1. Jugend — Phönix Vilbel 1. Jugend 2:3 (2:3). In diesem Spiele mußten die Gießener aus dem Vilbeler Gelände eine unverdiente Niederlage hin- preise ? 1.80 u. 3.35 V2 Liter 5.40 X •••“-.....SEBALDS HAARBNKTUR^^' PREISE: 1.80 ll. 3.35 '/2 Liter 5.40 - • Gießen, den 26. April 1935. 01782 Ätta Anzeigen-Attiengesellschafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gießen / StvEvatze 2 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag um 5 Uhr unsre liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Deibel, geb.Weigel im Alter von 75 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Familie Fr. Jung VI. Luise Lang Witwe Familie August Größer nebst allen Angehörigen. Klein-Linden, 24. April 1935. Die Beerdigung findet Samstag, 27. April, nachmittags 3‘/2 Uhr, vom Sterbehaus Lahnstraße 1 aus statt. 34720 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Philipp Appel und Kinder. Ain Samstag, dem 27.2tvril, von vormittags 9 Uhr ab, verkaufen wir die vorhandenen Belle 00 Mimen, MteUOtoinöra Der Verkauf findet in Gießen, Schützenstratze 15, statt. MWtteGietzeu-MWr G. m. b. H. 24780 Leupin-Lreine unD Seife vorzügliches Hautpflegemittel, feit langen fahren bewährt bei Flechte-Hautjucken Ausschlag, Wundsein usw. Drogerie Winterhoff, Krenzvl-ltt: Löwen-Trog.W.MlbingerNacks., Seltersweg 69. 313V iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Bücher von den Wundernder Kleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. 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