Die deutsch-englische Aussprache wird fortgesetzt ttr 72 Mes Blati 185. Jahrgang vlmrtag. 26. März 1955 We Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer MWWM Ä für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ \ M a, ▲ ▲ bis 8^/,Uhr des Vormittags UZW intOitOliOt /I IttM A^t Sd ZLN7Z Vzlvljvllvl' ^Uljvlwlvl Bs»:$ Auch bei Nichterscheinen N H WM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern VV^ Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen V 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. UÄÄ-l» Druck und Verlag: vrühl'sche Unioe.rfitStr.vuch- und Steindruckerei R.Lange in Si-tz-n. Schristleitung und Geschäftsstelle: SchulftrM 7 M-ng-n-bMMsraff°,b Berlin, 25. März (DRB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heule vormittag den britischen Außenminister Sir John Simon und Mr. Anthony Lden im Beisein des Reichsauhen- Ministers Freiherrn von Reurath und des britischen Botschafters Sir Eric p Hipps. Besprechungen fanden statt sowohl am Vormittag als auch am Rachmiltag über einige der Fragen, die in dem englisch-französischen Lommunique vom 3. Februar erwähnt worden sind. Die Besprechungen werden im Laufe des morgigen Vormittag wieder ausgenommen werden. An den Besprechungen nahm der Sonderbeauftragte für Ab- rüstunsfragen, Herr von Ribbentrop, teil. * Als in der vergangenen Woche der Reichsaußen- Minister von Neurath auf die Frage des englischen Botschafters, ob der Entschluß der Reichsregierung zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht die Voraussetzungen der Einladung an England zu einer mündlichen Aussprache in Berlin verändert habe, ohne Schwanken und Vorbehalt antwortete, daß dies nicht der Fall fei und daß die Reichsregierung nach wie vor auf diese Aussprache größten Wert lege, wurde diese Haltung in der ganzen deutschen Oeffentlichkeit mit allgemeiner Zustimmung begrüßt. Der patriotische Stolz und die Freude über den raschen Entschluß, die deutsche Wehrhoheit wieder herzustellen, hat im deutschen Volke, dem man sonst nachsagt, daß es in der Politik das Gefühl gerne vor die Vernunft jetzt, die Erkenntnis nicht überwuchert, daß das große Ziel der deutschen Außenpolitik in der Herstellung einer friedlichen Der- ständigung mit den andern großen europäischen Völkern und in einer dauerhaften Befestigung des europäischen Friedens liegt. Es ist das unbestreitbare Verdienst der englischen Politik, daß sie diesen friedlichen und verständigen Zug entgegen gewissen Strömungen Geltung verschafft hat, die aus der Verkündung des deutschen Heeresgesetzes einen dramatischen Aktschluß der bisherigen Verständigungsversuche und den Beginn einer neuen gefährlichen Rivalitätenpolitik machen wollten. Die englischen G ä st e , die am Sonntagnachmittag in Berlin eintrajen, sind deswegen von ganz Deutschland mit einer stillen, gespannten Achtung empfangen worden, in der sich am besten die Bedeutung widerspiegelt, die man ihrem Besuche zuschreibt und die zugleich eine volle Würdigung der Schwierigkeit der von England übernommenen Vermittlerrolle enthält. Mit ebenso großer Ruhe und Klarheit sieht Deutschland den nun im Gange befindlichen Berliner Verhandlungen und ihren Ergebnissen entgegen. Es ist nicht wahr, was ausländische Stimmen der deutschen Politik unterlegt haben, daß sie das Ziel verfolgt, England von seinen bisherigen Freunden zu trennen und so auf Grund einer neuen Machtkonstellation eigensüchtige und gefährliche Ziele zu verfolgen. Niemand in Deutschland, weder die verantwortlichen Leiter seiner Politik, noch der Mann auf der Straße, jagen einer solchen Illusion nach. Das Einzige, was wir von England erwarten und was uns auch im englischen Interesse zu liegen scheint, ist, daß man uns anhört, unsere Ziele und ihre Berechtigung kennenlernt und daß man bereit ist, sie mit den praktischen Aufgaben einer neuen europäischen Solidarität in Uebereinstimmung zu bringen. Daß man von einer solchen noch sehr weit entfernt ist, wissen die Staatsmänner, die sich jetzt in Berlin an einen Tisch gesetzt haben, sehr genau, und weiß auch jeder Deutsche. Niemand erwartet deswegen in Deutschland von der Berliner Aussprache eine letzte und vollständige Klärung und Lösung aller Fragen, eine wolkenlose Aufhellung oder gar eine deutsch-englische Verständigung im Gegensatz zu den andern beteiligten Mächten. Die Erklärungen des englischen Außenministers Sir John Simon, daß er in Berlin keine plötzlichen Ergebnisse erwarte, wird in Deutschland als eine völlig nüchterne und richtige Kennzeichnung der Lage und Aufgabe betrachte, aber das von ihm verkündete Ziel „Friede auf ErdenundguterWilleunterdenMen- f ch e n" wird von jedem Deutschen ohne jeden andern Vorbehalt, als den natürlichen und notwendigen der nationalen Ehre und Gleichberechtigung als das eigene empfunden und begrüßt. Den Berliner Besprechungen sind am vergangenen Samstag solche in Paris zwischen französischen, italienischen und englischen Staatsmännern vorausgegangen. Es ist dort der englischen Mahnung zur Besonnenheit und zu einer verantwortungsbewußten Erschöpfung aller Möglichkeiten einer Verständigung gelungen, eine zeitmäßige Reihenfolge der in Aussicht genommenen weiteren Konferenzen durchzusetzen, die Europa, wenigstens vorläufig, vor übereilten, aus der Hitze der Empfindlichkeit oder aus der Intrige geborenen Entschlüssen bewahrt. So wird die von Frankreich und Italien geforderte Konferenz von Stresa unter dem Vorsitz des tatendurstigen Mussolini erst am 11. April stattfinden, also nicht unmittelbar nach dem Berliner Besuch, wie man das in Paris und Rom gewünscht hat, sondern erst, wenn Herr Eden die Berliner Informationen durch seine Reise nach Warschau und Moskau ergänzt haben wird. Demgemäß ist auch die Einberufung des Völkerbundsrats, bei dem Frankreich seine Klage gegen Deutschland an» honaig gemacht hat, erst auf den 15. April vorgesehen. Die englische Vermittlungsaktion hat sich somit Zeit und Raum für ihre Betätigung und Auswirkung zu verschaffen gewußt. Daß diese Ruhe und Bejonnenheit nicht allen Konzepten gerecht wird, beweist ein Telegramm des russischen Außenkomnns- sars Litwinow an seinen französischen Kollegen Laval, in dem dieser erneut und dringend nach Moskau eingeladen wird. Es wird ein bedeutungsvolles Symptom für die Beurteilung der wirklichen Absichten der französischen Politik sein, ob sie diesem Lockruf des Friedensstörers Folge leistet oder der englischen Vermittlungspolitik freies Spiel gibt. Ein Teil der französischen Oeffentlichkeit hat größte Bedenken vor den Konsequenzen dieses Besuches. Verschiedene Pariser Blätter warnen vor einem russisch-französischen Militärbündnis. Der bekannte Publizist George Suarez geht sogar so weit, Frankreichs Bundesgenossen, Rußland und Italien, als wenig vertrauenerweckend hinzustellen und von der Sowjetunion zu erklären, daß sie ein Spiel übelster Art mit Frankreich treibe und es in einen Krieg hineinhetzen wolle, um die französischen K o m m u n i st e n zur Revolution aufzuputschen. Wir überschätzen diese Aeußerung eines einzelnen mutigen Mannes gewiß nicht. Die sich um die Tradition Europas verantwortlich wissenden französischen Politiker werden sich in einer ruhigen Stunde doch noch die Frage vorlegen, ob sich Frankreich „von einem halbasiatischen Land ins Schlepptau nehmen lassen werde, das für die alten Kulturvölker nur eine Barbarei darstelle?" Das ist der dunkle Hintergrund des deutsch-englischen Gesprächs in Berlin. Der Sinn dieses Gespräches bleibt, Europa vor einer Katastrophe zu bewahren, die es nicht mehr überleben würde. Wir glauben fest, daß die Vermeidung dieser Katastrophe möglich ist und sind von jeher bereit, das Unserige dazu zu tun. feite, vorausgesetzt, daß England auf die Vergleichs- lösungen eingehe, die Sir John Simon aus Berlin mitbringe. Das, was im Gange fei, könne Frankreich seine Bündnisse und seine Freund, schäften kosten. Der Chef einer verbündeten Regierung habe in Paris bereits zu verstehen gegeben, daß es ihm schwer fallen würde, einen außenpolitischen Kurswechsel zu vermeiden, wenn Frankreich immer wieder versage. „Ere Nouvelle" ist überzeugt, daß Laval auf seiner Reise nach Moskau den Ostpakt unterzeichnen werde. Nach Ansicht des Blattes würde Frankreich dadurch der Organisierung des Friedens den festesten und wirksamsten Beitrag bringen. — Der „Temps" schreibt, es gebe nur eins, um Deutschland zu ernstem Nachdenken zu zwingen, das wäre, es vor die Alternative zu stellen, zwischen internationaler Zusammenarbeit und der wirtschaftlichen sowie der politischen Isolierung zu wählen. Man müsse sich mit Recht.fragen, ob die Methode Mussolinis, die darin bestehe, sich bei Verhandlungen auf eine effektive Macht zu stützen, nicht die geeignetste sei, um nützliche und dauerhafte Ergebnisse zu erzielen. Britische Blätterflimmen. London, 26. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" faat, Zweck der Berliner Besprechungen sei nicht, die Ansichten der britischen Regierung mit denen Hitlers in Uebereinstimmung zu bringen, sondern festzustellen, ob die Ansichten beider Länder nicht irgendeine gemeinsame Grundlage hätten, die durch einen vernünfti- gen Gedankenaustausch erweitert werden könne. Die' guten Wünsche, die in der deutschen Presse ausgedrückt worden seien, hätten einige praktisch? Unterstützung durch die Versicherung gefunden, daß Deutschland noch immer zur Unterzeichnung einer Abrüstungskonvention bereit fei. Allerdings würde diese Versicherung willkommener sein, wenn sie nicht durch Vorbehalte bezüglich der besonderen Bedürfnisse jedes Landes begleitet wären. In ähnlicher Weise begrüßt „Daily Telegraph" die Andeutung, daß Deutschland bereit sei, im Falle der Anerkennung völliger Gleichberechtigung in den Völkerbund zurückzukehren. Auch daß Deutschland hinsichtlich des Luftpaktes einer Zusammenarbeit nicht völlig abgeneigt sei, müsse dankbar anerkannt werden. Die Aussichten des Donau- paktes schienen etwas besser zu sein, doch sei die Lage hinsichtlich Osteuropas alles andere als hoffnungsvoll. Beide Pakte aber feien unent- behrlich für ein wertvolles Ergebnis der westeuropäischen Verhandlungen. Die britische Politik richte sich gegen Bedrohungen des europäischen Friedens an jeder Front. „Daily Mail" erhebt Einspruch gegen den Gedanken des Abschlusses irgendeines Paktes zwischen der britischen Regierung und Moskau und erklärt, eine Einkreisungspolitik, die von mancher Seite befürwortet werde, würde Europa keine Sicherheit geben. Das Blatt erinnert an den Siebenjährigen Krieg, wo eine Koalition von Mächten gegen Preußen zu Felde zog, ohne ihr Ziel zu erreichen, und sagt, es sei gut, daran zu denken, daß das Deutschland von 1935 von demselben Geist erfüllt sei, wie das Preußen von 1756, und daß die Deutschen, wenn sie heute auf dieselbe Probe gestellt werden wür- den dieselbe Widerstandskraft ent- wickeln würden. „Evening News" nennt den Oftpakt die unbekannte Größe der Berliner Konferenz. Es fei nur zu verständlich, wenn sich Deutschland jedem Abkommen widersetze, das von dem guten Willen Sowjetrußlands abhänge. Das einzige vernünftige Ziel, das zur Zeit erreicht werden könne, sei ein Dreibund zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland, denn diese drei Länder hätten keine entgegengesetzten Interessen. „Warum sollen die Aussichten einer gütlichen Verständigung durch ein Hineinziehen Sowjetrußlands oder irgend eines anderen Oststaates verdorben werden? Deutschlands Beziehungen zu seinen östlichen Nachbarn sind seine Angelegenheiten. Oer polnische Botschafter beim Reichsaußenminister. Berlin, 25. März. (DNB.) Der polnische Bot- schafter L i p s k i hat am Samstag, 23. März, den Reichsaußenminister Frhrn. v Neurath aufgesucht, um mit ihm die gegenwärtige internationale Lage zu besprechen, wie sie sich auf Grund der letzten Ereignisse entwickelt hat. Die in der Aus- la'ndpresse aufgetauchte Behauptung eines P rote ft e s der polnischen Regierung gegen das Reichsgesetz vom 16. März ist völlig unzutreffend. Schuschnigg fordertGleichberechtigung für Oesterreich. Wien, 26. März. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt bei einem Bezirksappell der „Vaterländischen Front" eine Rede, in der er die Gleichberechtigung für Oesterre ich forderte und dabei sagte: Diese Stunde fällt in eine Zeit, in der d i e Welt mit topannung geladen ist. Es ist wahrhaft furchtbar, zu sehen, daß kein Menschenalter vergangen ist, seit dem großen Erleben jener Generation, der die Mehrzabl von uns, die wir heute in dieser Massenversammlung beisammen sind, angehörten, und schon wieder geht die bange Frage durch die Welt und beim- ruhigt in Europa in allen Sprachen die Gemüter: Krieg oder Frieden. Aus diesem Grunde ist es eine S e l b st v e r st ä n d l i ch k e i t, die bereits in der großen Wett ihr Echo gefunden hat, daß auch unser Oe st erreich die Gleichbe- rechtigung aller Völker für sich fordert und für sich durchsetzt. Aach der ersten Besprechung in Berlin. < MO, <<- f ' Montag fand in der Reichskanzlei die erste Besprechung der englischen Minister mit dem Führer und dem Reichsaußenminister statt. Unser Bild zeigt die englischen Gäste beim Verlassen der Reichskanzlei. Don links Sir John Simon, Obergruppenführer Bruckner, Lordsiogelbewahrer E de n, Reichs- außenminister Freiherrn von Neurath und Sir Eric P h r p p s, den englischen Botschafter in Nandin fordert Selbstvertrauen und Disziplin Sine Wahlrede des Ministerpräsidenten. Paris, 26. März. (DNB.) Ministerpräsident Fl and in hielt bei der Einweihung des neuen Rathauses in Vincelles eine Rundfunkansprache, in der er u. a. ausführte: Die Gemeindewahlen werden in sechs Wochen stattfinden. Wenn die Worte des Regierungschefs im Lande einigen Kredit haben, so würde ich gern unterstreichen, daß die politischen Kämpfe noch nie so unangebracht gewesen sind wie heute. Wenn Frankreich Vertrauen in sich selbst hätte, würde über die Hälfte der Gefahren, von denen es sich bedroht fühlt, von selbst ausgeschaltet sein. Wollen wir Vertrauen in unsere Stärke haben! Sie ist viel größer, als Sie sich durch die Brille eines gewissen Pessimismus vorstellen, der nicht immer auf reine Vaterlandsliebe zurückzuführen ist. Sorge bereitet mir, daß das Ausland unser eigenes Schlechtmachen ernst nehmen könnte. Glauben Sie, daß der Krieg uns aufgezwungen worden wäre, wenn wir im Jahre 1913 und 1914 nicht das Beispiel entfesselter politischer Leidenschaften und tiefer Entzweiung unter uns gegeben hätten? Glauben Sie, daß vor 1870 die heftige Propaganda gegen das damalige Regime die Invasion und die Niederlage nicht vorbereitet hätten? Wollen wir uns also in Acht nehmen im Hinblick auf die Jahre 1935 und 1936! Schon vor zehn Jahren hat Mussolini erklärt, daß sie die entscheidenden Jahre für d e n Frieden darstellen. Also wollen wir um des Vaterlandes willen nicht den Schein einer hilflosen Mannschaft auf einem treibenden Schiff geben. Wenn die Republik den Krieg 1914 hat ertragen müssen, so ist sie wenigstes siegreich aus ihm hervorgegangen, und heute wie gestern hat sie verstanden, eine ganze Reihe von Freunden und Bundesgenossen um sich zu scharen, deren Zahl mein hervorragender Mitarbeiter Laval glücklicher- und nützlicherweise vermehrt. Indem er ihre Zusammenarbeit ent- wickelt, weiß er, daß sie mit uns den Frieden Europas garantieren. Gewiß ist nicht alles in unseren Einrichtungen vollkommen. Aber es trifft nicht zu, daß alles schlecht ist, und daß folglich ein Wechsel des Regimes erforderlich ist. Hüten Sie sich vor dem Geist des Schlechtmachens und der Disziplinlosigkeit. Um aufzubauen, muß man Vertrauen in die Zukunft haben und verstehen, das vorhandene Material zu verwenden. Welches Volk gibt uns im übrigen eine gleiche Lehre der Vaterlandsliebe als das Volk, bas in dem Glauben, in seiner Integrität bedroht zu jein, mit Hingabe seine Rote Armee feiert und mit gerechtem Stolz immer mehr Milliarden für seine Landesverteidigung opfert? Die Jugend hat weder ihren Glauben an die Tugend der Vaterlandsliebe, noch an die Mission der Republik verloren. Die Jugend hat keine Lehren von denjenigen anzunehmen, die die Arbeitslosigkeit und den Krieg als ein unvermeidliches Hebel geduldet haben. Die ungläubigen Demagogen und Gewinnler sollen schweigen, vorwärts morgen für die Republik und Frankreich! flertwW in Paris. Paris, 26. Mörz. (DNB.-Funkspruch.) Die deutsch-englischen Besprechungen in Berlin stehen im Vordergrund der Betrachtungen der Pariser Blätter, die nicht ohne Gehässigkeiten die verschiedensten Mutmaßungen über den angeblichen Inhalt der Besprechungen zwischen dem Reichskanzler, Sir John Simon und Eden anstellen. Das „Echo de Paris" kritisiert heftig die Außenpolitik Lavals, die durch die Einführung der Wehrpflicht in Deutschland, die englische Note und die schwächliche Aeußerung' der französischen Regierung geschaffene diplomatische Lage sei übel. Hitler sei gegenwärtig überzeugt, er könne ungestraft vieles wagen. Bedauerlich sei die Verschiebung der Lavalreise nach Moskau auf Ende April. Vor der Stresa-Konferenz würde die „vollendete französisch-russische Tatsache" der „vollendeten deutschen Tatsache" entsprochen haben. Nach Stresa werde der französische Außenminister gewisiermaßen zu wählen haben zwischen Rußland und der Kleinen Entente einerseits und England anderer- JL M 56 M W ■ ..w MW-L : .; V, <^ f « E * 'VM T M -'v MD^W- ; ss 27. N walten Der am Ml Der B-ich nadjben tym bie mad)t w N im i her N schütz, u Das öffentli rung Die Ae am U tvirö Bud leroersa erklärte die eur die Un seitigen auserlk! berechti gewähr, berechtic tat geg bunbes bunb b unsere sich aui das E Mar winiste uimän ben ö Mi Der Könil tag hei Wünslt die ( bunbei Nr ( Sowjet kleidete Aewter °n- 3ei °PPofiti, für Ein daß 8 k, zum Pr u°e> eßant, c bereits b ü^r SBaM ihr unter Land su' Äußenrnl' entschuld' mit, daß 800 Mu es nun ordentlich kert (3,7 dem )U ziemlich englische ialls in Insel, woran gtaubei wie te schäft । in der die fassungs bleiben der Berlin, 25.März. (DNB.) Die für die gerichtleichbaren Frankreich legt zwei neue Linienschiffe auf Kiel. Das Flottenbauprogramm von der Kammer angenommen. singen des polnischen Legionärliedes angenommen. Vergeblich machte damals die Opposition, die ihren Fehler zu spät einsah, die Einwendung, das Gesetz sei nicht auf verfassungsgemäßem Wetze zustande gekommen, die Zweidrittelmehrheit sei eine künstliche, aber nach der polnischen Verfassung war der Sejm sehr wohl auch bei Abwesenheit der Opposition beschlußfähig, und die Pilsudski-Anhänger behaupteten, die einmalige Annahme mit einer Zweidrittelmehrheit genüge, es sei also für die künftige Beschlußfassung nur eine einfache Mehrheit erforderlich. Nachdem der Senat der Verfassungsreform zustimmte, ist also der Durchbruch des autoritären Führergedankens eine unumstößliche Tatsache und die Feiern beweisen, daß das Volk diese neue Verfassung begrüßt. Das Pilsudskilager, jene Männer, die an die Unabhängigkeit Polens geglaubt und für seine Wiedergeburt sich eingesetzt haben, jene Männer, die sich — aus allen Parteien und sozialen Schichten kommend — in gläubiger Verehrung um den Marschall scharen, hat in der neuen Verfassung keine „Militärdiktatur" oder etwas ähnliches niedergelegt. Auch die neue Verfassung kennt ein Parlament, kennt Sejm und Senat und gibt ihnen ihre Rechte. Die neue Verfassung Polens ist von einem Doppelgedanken getragen und sucht ihn zu verwirklichen: 1. der Staat braucht eine einheitliche und feste Führung, die von Partei- aebilden und Parlamentarierinteressen unabhängig, vom Vertrauen der Nation getragen, alle entscheidende Macht in sich vereinigt, nur Gott und ihrem Gewissen verantwortlich. Und 2. der Staat braucht die schöpferische und freudige Mitarbeit des einzelnen Bürgers, die sich in größter Freiheit entwickeln soll. Die Grenze der Freiheit ist dabei durch das Staatswohl gezogen. Somit sucht die neue Verfassung eine Vereinigung zwischen einem Führerprinzip, das dem Zeitgeist entspricht, und dem starken Jndividualis- parlament, der Senat, das Heer, die Gerichte, die staatlichen Kontrollkammern und die territoriale und wirtschaftliche Selbstverwaltung. Jrn Gegensatz zum Sejm, dem Volksparlament, steht der Senat als Organ des Staates, der das Budget und die vom Sejm beschlossenen Gesetze prüft. Er ist eine aristokratische Institution und sichert so das Interesse des Staates gegenüber der Parlamentsgewalt. In der neuen polnischen Verfassung spielt, genau wie in Deutschland, der Begriff Volksgemeinschaft eine große Rolle. In Artikel 4 wird die Volksgemeinschaft und deren Pflege geradezu als das Ziel aller politischen Arbeit in Polen bezeichnet. Dem entspricht auch eine neue Wertung der Arbeit und der Arbeitsmoral. Der Einfluß nationalsozialistischer Ideen ist unverkennbar. Auf der anderen Seite aber hat sich Polen nicht vollständig von der Verganaenheit losgelöst. Es hat als Verfassungsgrundsatz dekretiert, daß „weder die Abstammung, noch die Konfession, noch das Geschlecht, noch die Nationalität ein Grund zu Begrenzung staatsbürgerlicher Rechte sind". Das ist der geistige und wesentliche Inhalt der neuen polnischen Verfassung. Die Frage, wie das Parlament künftig gebildet wird, • ist noch b e - sonderen Wahlgesetzen vorbehalten geblieben. In welcher Richtung sie gehen werden, ist bereits bekannt und kürzlich im führenden Blatt des Pilfudfkilagers etwa folgendermaßen ausgedrückt worden: nicht mehr die Parteien dürfen .maßgeblich fein, sondern die Menschen, nicht Parteiverdienste, sondern Verdienste um den Staat, nicht das starke Mundwerk, sondern der starke Charakter! Die neue polnische Verfassung zieht die Lehren aus der Vergangenheit und sammelt alle lebendigen Kräfte der Nation zum Dienste am Volk und am polnischen Staat. schrift), Naturwissenschaft, Vererbungswissenschaft. Rassenkunde und völkisch-nationales Schrifttum. Lehmann hat sich als Derlagsbuchhändler außerordentliche Verdienste um die Förderung des völki- ichen und nationalen Schrifttums erworben. Was er durch die Herausgabe vieler wertvoller Bücher und Schriften völkisch-nationalen Geistes für bie Wegbereitung des neuen Deutschland getan hat und welche Arbeit er als literarischer Vorkämpfer der Volksgesundheit im Sinne der nationalsozialistischen Lehre von Blut und Boden, von Rasse und Erbgut leistete, das ist anläßlich seines 70. Geburtstages von berufener Seite anerkannt worden. Der Führer und Reichskanzler hat damals Lehmann die höchste Auszeichnung des Reiches, den Adler- fchild des Deutschen Reiches, verliehen. Lehmann wurde damals auch das goldene Partei-Ehrenabzeichen der NSDAP, überreicht. Die medizinische Fakultät der Universität München und die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen ernannten Verlags-Buchhändler ßeljmann zum Ehrendoktor. * Der Führer und Reichskanzler hat an den Sohn des verstorbenen Verlegers Lehmann folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Vaters betroffen hat, spreche ich Ihnen und den Ihrigen mein herzliches Beileid aus. Mit Ihnen trauert um den Verstorbenen das deutsche Volk, das in Julius Friedrich Lehmann einen der Vorkämpfer für deutsches Volkstum und deutschen Wehrgedanken verloren hat. Gez.: Adolf Hitler." Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat an die Witwe des Verstorbenen folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Schmerzlich berührt von dem Hinscheiden Ihres von mir hochverehrten Gatten, des vorbildlichen deutschen Verlegers, spreche ich Ihnen zu dem schweren Verlust mein herzliches Beileid aus. Gez.: Frick, Reichs- und Preußischer Innenminister." „Kampfschule der Deutschen Burschenschaft' auf dem Dörnberg. Auf dem Dörnberg bei Zierenberg (unweit von Kassel) weihte die Deutsche Burschenschaft ein neues stattliches Gebäude, das den Namen „Kampf- schule der Deutschen Burschenschaft" erhielt. Burschenschaftler aus allen Gauen des Reiches waren zur Einweihung nach Kassel gekommen. Der Weihe ging eine interne Arbeitstagung voraus, die in dem Leitsatz gipfelte, unerschütterlich am völkischen Grundsatz festzuhalten. Der Einladung zur Einweihung waren u. a. Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden gefolgt. Der Landesgruppenleiter Hessen- Waldeck der Deutschen Burschenschaft, Derkehrsdirek- tor Rehorn, hob den Beschluß der Vertreterta- gung, am völkischen Grundsatz festzuhalten, hervor. Architekt Vogel sprach den Wunsch aus, daß jeder Burschenschaftler in der Kampfschule Kraft zum Kampf schöpfen möge, und er übergab den Schlüssel dem Leiter der Aka-Flieg der Deutschen Burschenschaft, Standartenführer Dr.-Jng.Schwab. Mit dem Wunsch, daß die Kampfschule stets eine Pflegestätte burschenschaftlichen und wehrpolitischen Geistes sein möge, übergab Dr. Schwab dem Lagerleiter Tüttelmann den Schlüssel. Lagerleiter Tüttelmann versprach, seine ganze Kraft für das Werk einzusetzen. Auf das Kommando „Heiß Flagge" gingen unter den Klängen des Horst-Wesfel-Lieoes die Fahnen des Dritten Reiches und das Banner der Burschenschaft an ben Masten hoch. Bundesführer ©lau» n i n g sprach dem scheidenden Bundesführer Dr. Schwab seinen Dank aus. Die Kampfschule sei eröffnet worden, um eine heroische Lebensauffassung liche Geltendmachung von aus bürgerlich-rechtlichen An,, § 8 des Gesetzes vom 13. Dezember 1934 bestimmte Ausschlußfrist wird, wie das Reichs- und Preußische Ministerium des Innern mitteilt, bis zum 3 0. September 1935 verlängert. Die Veröffentlichung einer entsprechenden Ergänzungsverordnung im Reichsgesetzblatt steht bevor. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß zur Wahrung der Ausschlußfrist auch die rechtzeitige gerichtliche Geltendmachung eines Teilbetrages genügt. austausch von 45 Millionen Tonnen schützen. Der Minister sprach sich für den Aus- bau d e r Marinefliegerei aus. Es sei ein Irrtum, daß man die Kriegsmarine durch Bündnisse ersetzen könne. Die Flotte sei die b e ft e Waffe im Geiste d e r Bündnispolitik. Man dürfe auch die soziale Seite der Vorlage nicht verkennen. Das Bauprogramm werde 16 000 Arbeitern vier Jahre lang Beschäftigung geben. Die Organisierung des passiven Luftschutzes. Paris, 25. März. (DNB.) Die Kammer verab« schiedete mit 451 gegen 11 Stimmen den Gesetzesvorschlag über die Organisierung der passiven Luftverteidigung, wonach der Staat 99 v. H. der Kosten für den Bau von bomben - und gassicheren Unter st änden trägt, während die Gemeinden sich mit 1 v. H. zu beteiligen haben. Verschiedene Redner unterstrichen die Notwendigkeit der Anlage einer größeren, Anzahl von Unterständen. Ein sozialistischer Abgeordneter schätzte die Gesamtausgaben auf etwa 4 Milliarden Franks. Der Vorsitzende des Ausschusses wies auf die Maßnahmen hin, die i n Sowjetrußland und Deu t f ch land zum Schutze der Zivilbevölkerung gegen Gasangriffe getroffen worden seien. Der ehemalige Luftfahrtmini- fter Pierre C o t erklärte als Berichterstatter des Luftfahrtausschusses, daß das Gesetz so schnell wie möglich verabschiedet werden müsse, da es sich um eine Maßnahme der Landesverteidigung handle. Der Luftfahrtausschuß sei jedoch der Ansicht, daß die passive Verteidigung im Luftkrieg keine g r o ß e Wirksamkeit habe. Die aktive Verteidigung sei die einzig wirksame Verteidigung. Daher sei der Luftfahrtausschuß der Ansicht, daß die Flugzeugabwehr-Artillerie und die gesamte aktive Verteidigung in der Hand des Luftfahrtministers zusammengefaßt werden mühten. Drei Milliardenkredit zur Deckung der Militärausgoben. Paris, 26. März. (DNB. Funkspruch.) Der marxistische „Populaire" will wissen, daß der am Dienstag zusammentretende M i n i ft e r r a t möglicherweise über einen großen Staatskredit bei der Bank von Frankreich Beschluß fassen werde. Um einen Teil der erhöhten Militärausgaben zu decken, soll Flandin daran denken, für den Staat bei der Bank von Frankreich Vorschüsse zu beantragen, die nach Schätzungen unterrichteter Kreise sich auf drei Milliarden Franks belaufen sollen. Diese Maßnahme sei durch den schlechten Absatz |ber aufgelegten Schatzbonds erforberlich geworben. Paris, 25. März. (DNB.) Die Kammer nahm am Montag mit 453 gegen 123 Stimmen bas Flottenbauprogramm 1935 an. Das Gesetz ermächtigt ben Kriegsmarineminister, vor bem 31. Dezember 1935 ein Linienschiff (nähere Angaben fehlen) unb zwei Torpedoboote sowie zu einem späteren Zeitpunkt ein zweites Linienschiff auf Kiel zu legen unb im Rahmen ber Haushaltspläne 1935 bis einschließlich 1939 folgenbe Summen zu verwenben: 785 Millionen Franken (etwa 130 Millionen Mark) für bas 1935 auf Kiel zu legenbe Linienschiff, 148 Millionen Franken für zwei Torpeboboote unb 132 Millionen Franken für Ersatz- unb Reserveteile bieser Einheiten. In ber allgemeinen Aussprache erklärte ber Ab- georbnete Bouesse, baß bie großen, gutgepanzerten unb vor Luftangriffen geschützten Kreuzer erforberlich seien, um bie Verbinbungen Frankreichs mit seinen Kolonien zu gewährleisten. Aus bie enge Beziehung zur Luftflotte hinweisenb empfahl ber Redner bie Aus- ftattung von Flugzeugen mit Geschützen von 7,5 Zentimeter. Der linksgerichtete Abg. R e y n a u b warf ber Regierung vor, eine Vorlage eingebracht zu haben, bie überholt sei. Sie sei ausgearbeitet worben, weil bie italienischen 35 000-Tonnen- Kreuzer die französischen 26 000-Tonnen-Einhei- ten übertroffen hätten. Die Italiener hätten sich aber jetzt zur Zusammenarbeit' mit Frankreich bereit erklärt. Müsse nicht Deutschland durch seine Erfindungen Frankreich viel größere Sorgen bereiten? — Der Kriegsmarineminister Piötri bemerkte in einem Zwischenruf: Die „Deutschland" erregte viel mehr Aufsehen, solange man sie nicht kannte, als jetzt, nachdem man sie kennt. Reynaub erwiderte,-daß das jetzt auf Kiel zu legende französische Linienschiff er st nach vier Jahren und das zweite, das ebenfalls 785 Millionen Franken kosten werde, im Jahre 1940 fertig sein solle. Warum würden so hohe Ausgaben nicht für dringende Erfordernisse verwandt? Der Bau von 35 000-Tonnen-Schiffen werde die Nachbarn veranlassen, Frankreichs Wettrüsten nachzuahmen. Kriegsmarineminister P i 61 r i erklärte, 'daß die neuen Linienschiffe als Ersatz der 1911 gebauten Einheiten „Scanne Bart" und „Courbet" dienen würden. Die französische Kriegsflotte sei zurück- gegangen, während die Vereinigten Staaten, Japan und Italien ihre Flotten um 26, 50 und 16 v. H. erhöht hätten. Man gehe von 26 000 zu 35 000 Tonnen nicht leichten Herzens über; aber die französische Marine müsse einen GüterDebatte über die Reichsreform. in, 26. März. (DNB.) Der Stellv er- desFührers ordnet an: Nach dem ausdrücklichen Wunsch des Führers sollen Erörterungen jeder Art über bie Reichere f o r m u n t e r b l e i b e n. Ich orbnc deshalb an, daß sich die Dienststellen der NSDAP, und alle Parteigenossen jeder öffentlichen Er orte, rung über die Reichsreform — fei es schriftlich oder mündlich — zu enthalten haben. Unter Reichsreform ist nicht nur die k ü n f t ig e g e b i e t - liche Abgrenzung der Reichsgaue zu Der- stehen, darunter fallen vielmehr auch Fragen ber organisatorischen Einrichtungen ber Reichsgaue unb ber personellen Besetzung der leitenden Stellen. Verlängerung der Ausschlußfrist im Ausgleichsverfahren. tes, sowie Gewissens-, Wort- und Versammlungsfreiheit. Grenze dieser Freiheiten ist das allgemeine Wohl." Unb enblich: „Am Werte ber Anstrengungen unb Derbienste bes Bürgers um bas allgemeine Wohl werben seine Rechte bestimmt, auf öffentliche Angelegenheiten Einfluß zu nehmen." Der Wanbel ber Ibeen vom parlamentarischen Parteien- zum Führerstaat kommt am sichtbarsten in ber Stärkung ber Macht bes Staats- präfibenten zum Ausbruck. Die Staatsform ber Republik ist beibehalten worben, jeboch vereinigt nach Artikel 2 ber Verfassung ber Staats- präsibent in seiner Person bie Sorge um bas Staatswohl, um bie Wehrversassung unb um bie Stellung Polens im Rahmen ber Nationen. Der Staatspräsibent unb nicht ber Sejm ernennt ben Ministerpräsibenten unb auf dessen Vorschlag die Minister, er allein kann sie abrufen, er allein kann ben Sejm auflösen unb hat zudem bie Pflicht, ben Senat als Körperschaft intakt zu halten. Diese neuen Vorrechte werben zwar burch bie Gesetzgebung begrenzt, bie hauptsächlich bem Sejm zusteht, aber in ber Gesetzesausführung, also in der Verordnungsgewal t, ist der Staatspräsident fast souverän. Seine Dekrete haben gesetzliche Kraft. Der Staatspräsident selbst wird auf sieben Jahre vom Volke gewählt, dem zwei Kandidaten vorgeschlagen werden. Der zurück tretende Präsident ernennt den einen Kandidaten, was die Dpppofition als das System des „republikanischen Kronprinzen" bezeichnete, der andere Kandidat wird von 75 Bürgern und von 5 der höchsten Staatsbeamten vorgeschlagen. Die Wahl erfolgt also nur zwischen diesen beiden Kandidaten. Als Organe des Staates, die der Hoheit des Staatspräsidenten unterstehen, werden bezeichnet die Regierung, der Sejm, also das Volks- m u 5, der bem polnischen Dolkscharakter eigen ist. Die Vereinigung beider Gebauten sieht bie Verfassung burch bie freubige Hingabe aller an bas höchste Gut bes Staates ermöglicht. Darum lautet ber erste Satz ber neuen Verfassung: „Der polnische Staat ist bas gemeinsame Gut aller Bürger". Unb weiter heißt es in ben einleitenben Paragraphen: „An ber Spitze bes Staates steht ber Präsident der Republik. Auf ihm ruht bie Verantwortung für bas Schicksal bes Staates vor Gott unb ber Geschichte." Unb ferner: „Der Staat sichert ben Bürgern die Möglichkeit der Entwicklung ihres persönlichen Wer- Auf Betreiben der französischen Regierung sand am 23. März in Paris eine Zusammenkunft Vertreter Frankreichs, Italiens und Englands statt, auf der über die durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland geschaffene eurvpäische Unser Bild zeigt von links: Unterstaatssekretar S u v l ch (Italien), den französischen Außenminister Laval und Lordsiegelbewahrer Eden (England). Verlagsbuchhändler Lehmann gestorben. Der in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannte Verlagsbuchhändler Dr. h. c. Julius Friedrich Lehmann in München ist nach längerer Krankheit im 71. Lebensjahr gestorben. Lehmann, als Sohn deutscher Eltern 1864 in Zürich geboren, hatte in München 1890 den I. F. Lehmann-Verlag begründet. Seine Verlagsgebiets waren Medizin (Münchener Medizinische Wochen- Polens neue Versaffung 23on unserem W. St.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Warschau, 24. März 1935. Die Flaggen sind heraus, die öffentlichen Gebäude harren der festlichen Jllurninatton, durch die Straßen ziehen Tausende und aber Tausende zum Sei» vebereschloß, um dem Marschall Pilsubski zu huldigen. Der polnische Staat erhielt eine neue Verfassung — eine Verfassung, die das Werk der „inneren unb moralischen Sanierung" krönt, in beren Namen Pilsubski im Jahre 1926 ber Allmacht bes Parlaments unb ber Parteien, ber Ohnmacht bes innerstaatlichen Lebens mit militärischer Gewalt ein Enbe machte. Pilsubski hat es bamals unb später abgelehnt, bie bestehenbe Verfassung außer Kraft zu setzen unb bem polnischen Volke neue Formen aufzuzwingen. Er wollte nicht „Diktator" sein, weil er seine historische Rolle als „Erzieher" seines Volkes sieht, weil er vom festen Glauben getragen ist, baß bas Gute unb Gesunbe sich burchsetzen unb siegen werde, wenn bas Volk nur richtig geführt unb geleitet sei. Von biefem Gebauten aus ließen er unb seine Getreuen fast neun Jahre verstreichen, ehe ber Pilsubskischen Machtergreifung bie Pilsubskische Verfassung folgte. Erfahrungen sollten gesammelt, Erfolge sollten erzielt unb sichtbar werben, ber Parlamentarismus unb die Opposition sollten nicht gewaltsam unterdrückt, sondern innerlich überwunden werden — ehe neue Rechtsformen festgelegt wurden, die das heutige unb bie fommenben Geschlechter binben. In ber Zeit von 1926 bis 1935 würbe lediglich mit Hilfe kleiner Aenderungen der Verfassung die Macht bes Parlaments unb ber Parteien nieberge- halten unb für bie Staatsführung unschäblich gemacht. Diese Jahre stetiger unb kluger Führung haben bie Polnische Republik innerlich gefestigt, militärisch gestärkt unb sie in ihrer außenpolitischen Geltung von einem unruheerfüllten unb zerrissenen Gebilbe zu Siner Großmacht in Osteuropa gemacht. Die Wortführer ber alten Zeit, bie verbissenen Feinbe bes Marschalls unb seiner Legionäre, jene „Oppositionellen" im Parlament, in ben Parteivorstänben unb Zeitungsrebaktionen bemühen sich seit neuen Jahren, bie sichtbaren- Erfolge der Aera Pildsudski mit viel Geschrei und viel Druckerschwärze abzuleugnen unb aus jebem „Weiß" ein „Schwarz" zu machen. Sie haben nicht verhinbern können, baß gerabe baburch ihre eigene Ohnmacht unb Kurzsichtigkeit, je länger um so beut» kicher, auch bem Einfältigen unb Verhetzten sichtbar würbe. Es folgen gewiß noch viele ihrer Abonnenten unb Parteimitglieber, viele Unzufriebene unb Verärgerte ihren Losungen — aber bie gefunben Zukunftsträger ber Nation, bie Schaffensfrohett und bie Jugenb rücken weit von ihnen ab. Die Verteibi- ger bes liberaliftisch-bemokratischen Systems ber Parteiherrschaft haben trotz aller Gebuld Pilsubskis bie Zeichen ber Zeit nicht verstauben — unb so geht bie Zeit über sie hinweg. Die neue Verfassung, bie in kurzem in Kraft treten wirb, macht ihrer Herrlichkeit ein rühmloses Enbe. Durch das polnische Staatsgrundgesetz vom 3. Mai 1791 gab sich Polen d i e erste geschriebene Verfassung Europas, worauf die Polen mit Recht auch heute noch stolz sind. Die jetzige Verfassungsreform wurde nach heftigen parlamentarischen (Erörterungen am Sonntag mit einfacher Mehrheit vom Sejm angenommen. Damit ist die polnische Verfassung vom 17. März 1921 revidiert und den modernen Verhältnissen sowie ben Staatsnotwenbigkeiten angepaßt worden. Nachdem bereits der Senat seine Zustimmung zur Reform gegeben hatte, filmten 280 Abgeordnete des Pil- sudski-Blocks dafür, 139 dagegen. Damit ist Polen in die Reihe ber Führerstaaten gerückt. Der Vater der Verfassung ist der Staatsrechtler und Abgeordnete Car. Am 26. Januar 1934 brachte Car im Sejm seinen Verfassungsentwurf ein, der ganz unscheinbar als „Bericht des Verfassungsausschusses über seine Arbeiten" daher kam, in Wirklichkeit aber grundlegende Verfassungsänderungen enthielt. Als die Opposition nach fruchtlosen Obstruktionsversuchen den Sitzungssaal verließ, beantragte Car, die Ueberschrift Bericht durch das Wort Berge s e tz zu ersetzen, und da bei Fern- Opposition der Pilsudski-Block über die erforderliche Zweidrittelmehrheit verfügte, wurde das Gesetz unter Hochrufen auf Pilsubski und Ab- Leni Riesenstahl über den „Triumph desMllens // Oie Schöpferin des aieichsparteitagfilmes spricht vor der presse über ihr Werk. Herstellung. Aus aller Welt e r - !eben In einem Vorort von Nantes ist infolge des herrschenden Nebels ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen in die Loire gefahren. Zwei im Wagen befindliche Frauen konnten sich nicht rechtzeitig befreien und ertranken, während der eine der beiden Männer sich schwimmend ans Ufer retten konnte und der andere männliche Insasse nach Zerschlagen einer Fensterscheibe des Wagens in Sicherheit gebracht werden konnte. Er trug jedoch ziemlich schwere Verletzungen davon, und sein Befinden ist ernst. Feuerüberfall auf Polizeibeamte In Madrid. Auch Madrid bleibt von dem Verbrech Unwesen, das seit Monaten das öffentliche ßi in Barcelona und anderen spanischen Städten aufs chwerste gefährdet, nicht verschont. So wurden im Zentrum der Hauptstadt vier Polizeibeamte, die vom Nachtdienst im Stadtgefängnis kamen, von B r ü s s e l, 26. März. (DNB.) Der stellvertretende Gouverneur der Nationalbank, Paul van Zee- l a n d, hat die Verhandlungen über die Regierungsbildung im wesentlichen abgeschlossen. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts steht ziemlich fest. Van Zeeland übernimmt in der neuen Regierung neben dem Ministerpräsidium das Außen- mi n i ster i um. Das Kabinett setzt sich aus Vertretern der Katholischen, der Liberalen und der Sozialistischen Partei, sowie aus einigen außerparlamentarischen Persönlichkeiten zusammen. Die vorläufige Ministerliste, an der sich etwas wesentliches nicht mehr ändern dürfte, sieht folgendermaßen aus: Ministerpräsident und Außenminister: v a n Z e e - land (Katholik), Landesverteidigung: Dev 6 ze (Liberal), Justiz: Soudan (Sozialist), Wirtschaft: van Jsacker (Katholik), Finanzen: Max Leo G6rard (Liberal), Öffentliche Arbeiten und Arbeitslosigkeit: de Man (Sozialist), Arbeits- und Sozialfürsorge: Delattre (So- Verkehr^Post und Rundfunk: Spaak (Sozialist), Kolonien: Rubbens (Katholik), Landwirtschaft: de Schry.ver (Katholik), Unterricht: Bo v esse (Liberal. Minister ohne Geschäftsbereich: Vandervelde (Sozialist), Hymans (Liberal) und ein noch nicht bekannter Vertreter der Katholischen Partei. Als Innenminister ist Bus de Warnaffe (Katholik) in Aussicht genommen. In Der neuen Regierung sind die Sozialisten neben den Katholiken am stärksten vertreten. Trotz des heftigen Widerstandes des konservativen Das neue belgische Kabinett. Konzentration der großen Parteien. — Ausschaltung des Parlaments? fünf Unbekannten mH wllvem Pistolen« feuer überfallen. Während sich ein Beamter geistesgegenwärtig auf die Erde warf, brachen die übrigen drei Polizisten blutüberströmt zusammen. Zwei von ihnen erlagen bald darauf ihren Verletzungen. Die Täter sprangen auf einen bereit- stehenden Mietkraftwagen, zwangen den Wagenführer mit vorgehaltenen Pistolen zum Fahren und entkamen. Von der Dreistigkeit, mit der die Verbrecher zu Werke gehen, zeugt die Tatsache, daß sie nachdem sie sich in Sicherheit glaubten, den Lenker nach dem Fahrpreis fragten und diesen auf Heller und Pfennig beglichen. Ermordung eines Jagdaufsehers. Im Jeinser Holz bei Pattensen im Kreise Springe (Hannover) wurde der 60 Jahre alte Jagdaufseher August Borchers aus dem benachbarten Dorfe Thiedenwiese durch einen schweren Halsschnitt und Halsstich ermordet aufgefunden. Borchers war von seiner Wohnung nach dem Jeinser Holz gegangen, um sich dort mit zwei Holzankäufer zu treffen, die ihn aber nicht mehr lebend gesehen haben. Im Jeinser Gehölz ist in letzter Zeit stark gewildert worden, so daß der Verdacht besteht, daß als Mörder ein Wilddieb in Frage kommt. Obgleich das ganz Gelände abgesucht wurde, hat sich noch keine Spur des Täters ermitteln lassen. Verhängnisvolles Spiel mit Streichhölzern. — Qualvoller Tod eines dreijährigen Kindes. In Abwesenheit der Mutter hatte das dreijährige Söhnchen einer Braubacher Familie eine Schachtel mit Steichhölzern zum Spielen benutzt. Hierbei entzündete sich ein Streichholz und das Hemdchen des Jungen, der kurz vorher aus dem Bett aufgestanden war, fing Feuer. In wenigen Minuten stand das Kind in Flammen. Als die Mutter nach Hause kam, fand sie zu ihrem Entsetzen den Jungen mit furchtbaren Brandwunden vor. Sie brachte ihr Söhnchen sofort ins Krankenhaus, aber die Verbrennungen waren so schwer, daß das Kind nicht mehr zu retten war. Deutscher Tourist und sein Bergführer tödlich abgestürzt. Don einer Partie auf die Dufour-Spitze, die Bergführer G r a v e n mit einem deutschen Touristen von Zermatt aus unternahm, kehrten beide nicht mehr zuruck. Touristen, die den Monte Rosa bestiegen, bemerkten, daß die beiden unterhalb des Gipfels auf einem Gletscher lagen. Eine später ausgesandte Rettungskolonne fand beide t o t auf. Sie waren abgestürzt und lagen mit zerschmetterten Gliedern auf dem Gletscher. Bei dem deutschen Touristen handelt es sich um einen etwa 34 Jahre alten Ingenieur W. Wentzel aus Düsseldorf, jetzt in Berlin wohnhaft. Der huud als Lebensretter. Die Schöpferin des Reichsparteitagsfilmes „Der Triumph des Willen s", der am kommenden Donnerstag in Berlin im Ufa-Palast am Zoo seine Uraufführung erlebt, sprach vor mehreren hundert Vertretern der in- und ausländischen Presse im Schinckel-Saal des Reichspropagandaministeriums über das Werden des gewaltigen Films und die Schwierigkeiten, die vor seiner endgüÜigen Herstellung überwunden werden mußten. In ihren überaus interessanten und sesselnden Ausführungen gab Leni Riefenstahl ein eindrucksvolles Bild von der künstlerischen Idee, die diesem Film zugrundeliegt. Sie teilte einleitend mit, daß der Film nach mehr als sechsmonatiger ununterbrochener Arbeit nunmehr endgültig fert'g- gestellt worden sei. Der Reichsparteitagsfilm, so betonte sie, wolle weder eine erweiterte Wochenschau, noch die Nach- aestaltung eines politischen (Geschehens sein. Der Führer habe als erster erkannt/ daß man Gegcn- wartsgeschichte unbedingt künstlerisch gestalten könne, ohne den Stil der Wochenschaureportage zu benutzen und ohne die dichterische Nachgestaltung anzuwenden. Die Künstlerin gestand, daß sie zunächst die Aufgabe, das Geschehen von sieben Tagen, von denen jede Stunde ein Erleb - n i 5 war, zu einem abendfüllenden Film von zwei Stunden zusammenzufassen und in dramatischer Form zu gestalten, für unausführbar gehalten habe. Der ursprüngliche Plan, dem Film vom Reichsparteitag eine Einleitung durch eine visionäre Darstellung der letzten 20 Jahre deutscher Geschichte zu geben, sei sehr bald aufgegeben worden, weil man erkannte, daß die dramatische Wucht der Geschehnisse von Nürnberg keines weiteren Beiwerks bedurfte. Man habe den Film so aufbauen wollen, daß er den Beschauer vom ersten Augenblick an packe und mitreihe. Erst der Film solle dem ganzen deutschen Volke zeigen, was der Reichsparteitatz in Wirkllch- keit bedeute. Leni Riefenstahl ging bann auf die Frage ein, warum Der Film erst sieben Monate nach dem Ereignis fertiggestellt worden sei. Hierzu erklärte die Künstlerin, daß der Film in seiner jetzigen Gestalt vollkommen zeitlos sei und daß die Idee, die aus ihm spreche, für alle Zeiten Gültigkeit besitze. Die Herstellung des Filmes habe an technischem Können und an gefühlsmäßigem Einsatz das Allerletzte von den Mitarbeitern verlangt. Man habe 130 000 Meter Material zur Verfügung gehabt und habe hieraus 3200 Meter auswählen müssen. Leni R i e s e n st a h l schloß mit dem Bekenntnis, daß der Reichsparteitagsfilm keine Sensation sein wolle. Er sei nur ganz wahr und ganz echt empfunden und wolle den Millionen, die den Reichs- Parteitag nicht aus nächster Nähe miterleben konnten, ein eindrucksvolles Bild dieser bedeutungsvollen Tage vermitteln. Im Anschluß an ihre Ausführungen beantwortete die Künstlerin einige an sie gestellte Fragen über technische Einzelheiten der Dieser Tage wurden Bewohner eines Hauses in der Koblenzer Altstadt auf das Winseln eines Hundes aufmerksam, das aus einer der Wohnungen drang. Sie stellten sofort Nachforschungen an und fanden in der Küche den Wohnungsinhaber b e - w u ß t l o s auf dem Boden liegen. Der Raum war stark mit Gas angefüllt. Ein hinzugezogener Arzt brachte den Mann bald wieder zur Besinnung. Ob ein Unglücksfall vorliegt oder ob der Mann den Gashahn absichtlich geöffnet hatte, konnte nicht festgestellt werden. Jedenfalls erwies sich der Hund als fein Lebensretter. Die Sandsturmkatastrophe In Nordamerika. Die Sandstürme, die, wie gemeldet, in den vergangenen Tagen mit außerordentlicher Heftigkeit in verschiedenen Staaten Nordamerikas wüteten und riesigen Schaden anrichteten, toben weiter. Durch Einatmen des Sandstaubes kamen in Springfield fünf Menschen infolge von Entzündung der Lungen ums Leben. Ist Elkhart sollen 12 Menschen umgekommen sein. Zahlreiche Farmerhäuser wurden bis zum Dachrand unter dem Sand begraben. Die Felder ähneln Wüsten. Das Vieh ist in ganzen Herden verendet, und die Landwirte halten die Ernten für verloren. Tagelang ist die Sonne durch die Sandmasfen halb verdunkelt. Ein Nachlassen der Sandstürme ist nicht abzusehen. „Billige wurst- in der Sowjetunion. Das Volkskommissariat für Ernährung veröffentlicht heute eine Preisliste für Wurster- Zeugnisse in der Sowjetunion. Danach kostet ein Kilogramm Wiener Würstchen 2 8 Mark, Schlackwurst 24 Mark, ein Kilogramm Schinken 48 Mark, ein Kilogramm Gänsebrust 38 Mark. Es handelt sich hierbei um amtliche Preise. Auf dem P r i v a t m a r k t werden diese Waren noch höher gehandelt. UebersctMemmungskatastrophe In China. — 20 000 Menschen ertrunken? herbeizuführen. Das Lager solle lungs Geschlechter als treue Junger des Führers Herangehen Gene, ralleutnant Dollmann begrüßte die Entstehung der Kampstchule aufs wärmste. Ein Rundgang zeigte die vorbildliche und emsache Ausstattung der Kampfschule, die für 150 Kursust-ilnehmer Unter- kunstsmöglichkeiten bietet. Der erste Schulung- ehr. gang vereinigt die Sprecher der 124 relchsdeutschen Burschenschaften. Madagaskar als Preis für die italienische Freundschaft? Ein englisches Blatt hat die Meldung verbreitet, daß Frankreich im Rahmen der Verständigung mit Italien bereit sei, die Insel Madagaskar zum Preis von 75 Millionen Pfund an Italien i u verkaufen. Diese Meldung ist zwar interessant, aber nicht gerade sehr glaubwürdig. Denn bereits bei der Debatte in der französischen Kammer über den Umfang der Abtretungen an Italien in Somaliland mußte sich die französische Regierung dagegen zur Wehr setzen, daß einzelne Abgeordnete ihr unterstellten, sie hätte an Italien wertvolles Land für nichts und wieder nichts abgetreten. Außenminister Laval erschien auf der Tribüne und entschuldigte den Gebietverlust in Somaliland damit, daß in dem fraglichen Gebiet nicht mehr als 800 Menschen wohnten. Mit Madagaskar ist es nun eine andere Sache. Die Insel ist außerordentlich fruchtbar, verhältnismäßig stark bevölkert (3,7 Millionen Einwohner) und gehört außerdem zu den ältesten Besitzungen unter den ziemlich jungen Kolonien Frankreichs. Die von der englischen Zeitung genannte Summe steht jedenfalls in gar keinem Verhältnis zu dem Wert der Insel. Sollte es doch zu dem Geschäft kommen, woran wir, wie gesagt, vorläufig nicht recht glauben, so wäre das nur ein neuer Beweis dafür, wie teuer sich Frankreich die italienische Freundschaft möglicherweise kosten läßt. Auch Ungarn wird die Gleichberechtigung fordern. Budapest, 25. März. (DNB.) In einer Wählerversammlung der Partei der Nationalen Einheit erklärte Ministerpräsident Gömbös, derjenige, der die europäische Frage wirklich lösen wolle, müsse die Ungerechtigkeiten und die Demütigungen beseitigen, Die den sogenannten besiegten Staaten auferlegt worden seien. Deutschland habe die Gleichberechtigung verlangt und, nachdem sie ihm nicht gewährt worden sei, hat es sich selbst diese Gleichberechtigung unter Berufung auf seine Souveränität gegeben. Ungarn als Mitglied des Völkerbundes werde das gleiche Ansuchen vor den Völkerbund bringen. Wir hoffen, daß wir, aestützt auf unsere italienischen Freunde und auf alle jene, die sich auch bisher als unsere Freunde erwiesen haben, das Ziel erreichen werden. Flügels der Katholischen Partei haben sie durchgefetzt, daß außer dem Parteivorsitzenden Dan- dervelde die beiden Persönlichkeiten, die in der letzten Zeit im Vordergründe des Kampfes gegen die Regierung Theunis standen, der Theoretiker de Man und der junge radikale Advokat Spaak, in die Regierung ausgenommen wurden. Bemerkenswert ist das Ausscheiden von Paul Hymans als Außenminister. Es scheint, daß die Frage der diplomatischen An er- kennung S o w je t r u h l a nd s, als deren Anhänger van Zeeland gilt, bei der Besetzung dieses Postens eine Rolle gespielt hat und daß Hymans für diesen Posten nicht wieder in Frage kam, weil er sich wiederholt in grundsätzlicher Weise amtlich gegen die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland erklärt hat. Die geplante Wiederanknüpfung der Beziehungen zu Sowjetrußland soll in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen erfolgen. Das Kabinett umfaßt sechs Katholiken, fünf Sozialisten und vier Liberale. Von den 15 Ministern gehören vier nicht dem Parlament an. In der Kammer und im Senat verfügt diese Regierung über eine starke Mehrheit. Die Regierung wird zweifellos von dem Parlament stärkere Vollmachten, als sie das Kabinett Theunis hatte, fordern und sie sicherlich auch erhalten. Es scheint, daß das Parlament von sich aus beschließen wird, seine Tagungen für längere Zeit — man spricht von einem Jahr — auszu setzen. Am Dienstagabend findet der erste Ministerrat statt. Kammer und Senat werden voraussichtlich noch in dieser Woche zusammentreten, um die Regierungserklärung entgegenzunehmen. Arbeitstagung der Berufs- und Fachschullehrer. Vom 25. bis 30. März findet in Alexisbad im Harz die erste Reichstagung der FachschaftVI (Berufs- und Fachschulen) im NSLB. statt. Die Tagung wurde am Montag durch eine würdige, von musikalischer Umrahmung vertiefte Feier für den verstorbenen Reichsamtsleiter des NSLB. Staatsminister Hans S ch e m m eingeleitet. Die Gedächtnisrede hielt der Reichsaefchäftsführer Regierungsrat Kolb, der langjährige Freund und vertraute Parteigenosse Schemms. Den Teilnehmern wurde eine von der Reichsfachschaft geschaffene Hans-Sche mm-Plakette zur Erinnerung an die Gedächtnisfeier mitgegeben. Arbeitstagung des Bundes deutscher Friseure. Der Bund deutscher Friseure hielt im Rahmen seiner großen Reichsfachveranstaltung im Berliner Zoo eine Arbeitstagung ab. Bundespräsident Renz eröffnete die Tagung mit einem besonderen Gruß an die etwa 60 ausländischen G ä st e aus 13 Staaten und an den Präsidenten des Internationalen Verbandes der Damen- Eoiffeure. Er wies auf den Erfolg des Sonntags hin an dem die internationalen Wettbewerbe um den Großen Preis von Deutschland vor etwa 6000 Besuchern begonnen hatten. Der Organisationsleiter des Reichsftandes für das deutsche Handwerk Dr. Spitz sprach über die Organisation des Handwerks und den Großen Be- iähigungsnachweis. Stadtrat Dr. Sternberg- Rasch erläuterte den am 15. Februar für das Friseurhandwerk erschienenen Erlaß des Preiskommissars. vom Meeresboden zum Vlumenfeld. Eine neue Art von Kulturland ist in den letzten Jahren in O ft f r i e s l a n d im Entstehen begriffen: Große Felder mit Tulpen, Hyazinthen, Krokus und Narzissen dehnen sich längs der Küste von der kleinen Stadt Weener nahe der holländischen Grenze über Leer, Emden, Norden bis Dornum auf dem schlickreichen, ehemals vom Meer überspülten Po Id er land aus. Schon jetzt werden jährlich Zehntausende v o n Z w i e b e In von den Anbauern geerntet. Der Verkauf dieser sehr gesuchten ostfriesischen Zwiebeln erstreckt sich über das ganze Deutsche Reich. Der Moses Frumkin ist von seinem Amt a l s stellvertretender Volkskommissar für die Schwerindustrie der Sowjetunion entbunden worden. Frumkin wurde im vergangenen Jahr als eventueller Kandidat für den Posten des Sowjethandelsvertreters in Berlin genannt. Er bekleidete eine Reihe wichtiger wirtschaftspolitischer Aernter und gehörte seit über 30 Jahren der Partei an. Zeitweilig hieß es, daß Frumkin der Rechtsopposition angehöre. Der Vorsteher der Politischen Abteilung der Staatsgüter in der Ukraine Sobda sowie acht Direktoren der Politischen Abteilungen der Staats- und Kollektivgüter wurden auf Anordnung des Obersten Staatsanwaltes wegen gegenrevolutionärer Umtriebe und Sabotage f e ft g e n o m m e n, «Sie sollen der Opposition Kamenew-Sinowjew angehört haben und sind deswegen aus der Partei ausgeschlossen worden. » Der Titular-Erzbischof von Sardes (Lydien) Mgre. Arthur Hins le y ist zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Erzbischofs von Westminster Kardinal Bourne ausersehen. Die offizielle Ernennung erfolgt auf dem nächsten Konzil am 1. April. Der Erzbischof von Westminster ist der höchste katholische Würdenträger tn England. Die Zahl der in England lebenden Katholiken beträgt drei Millionen. heimischen Wirtschaft kommt diese Eigenerzeugung insofern zugute, als in den früheren Jahren rund 7 Millionen Mark an Devisen für Blumenzwiebeln ins Ausland gingen. Die Splelschar der Reichsjugendführung in Warschau. Die Spielschar der Reichsjugendführung, bestehend aus meist Berliner Hitlerjungen und Mädels, die dieser Tage in Warschau weilte, fang und spielte auch im Warschauer Rundfunksender. Vorher hatte die Spielschar einen Abend auf Einladung des polnischen Studentenverbandes,ßiga‘ veranstaltet und dort reichen Beifall Geerntet Es wurde den jungen Berliner Gästen oas Schloß Willanow bei Warschau und das Warschauer Institut für Leibesübungen gezeigt; auch folgten sie einer Tee-Einladung bei der polnischen Abteilung des Ymca (Eristlicher Verein junger Männer). Nach der Radiodarbietung erschien die Spielschar im Deutschen Club, wo sich viele Mitglieder der deutschen Kolonie versammelt hatten, um mit der Hitlerjugend einen echt deutschen Abend zu verleben. Nachdem die Spielschar Kränze am Grabe des unbekannten Sol- baten und auf dem Warschauer deutschen Helden- friedhof niedergelegt hatte, reifte sie zum Besuch Der deutschen Kolonie in Lodz ab. 2HII Dem Kraftwagen In Die Loire gefahren. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem König Fuad von Aegypten zu dessen Geburtstag herzliche Glückwünsche und zugleich aufrichtige Wünsche für baldige Genesung übermittelt. * Der Kommandeur der „Eisernen Division", Major Bischoff, Ritter des Ordens Pour le mente, hat, nachdem er 15 Jahre im Auslande leben mußte, da ihm die Rückkehr nach Deutschland unmöglich gemacht worden war, wieder die Führung des von ihm im Februar 1920 gegründeten Reichsverbandes Der Baltikumkämpfer (Vereinigung ehern. Grenzschutz- und Freikorpskämpfer) übernommen. Auf Der Arbeitstagung Der Deutschen Arbeitsfront in Leipzig roirD am Mittwoch, 27. März, Reichsminister Dr. Frick zu Den Amtswaltern Der Arbeitsfront sprechen. * Das Reichsgesetzblatt Nr. 31 vom 23. März veröffentlicht Die erste Verordnung zur Durchführung der Deutschen Gemeindeordnung. Die Verordnung, die 42 Paragraphen umfaßt, tritt am 1. April d. I. in Kraft. * Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u, der am Montagmittag in Belgrad eintraf, brachte einen großen Stab von Mitarbeitern mit. Er hatte mit Jeftitsch eine Aussprache, wobei er diesen über die Verhandlungen mit dem tschechoslowakischen Außenminister B e n e s ch in Preßburg unterrichtete. Der rumänische Außenminister wird seine Reise nach Den westeuropäischen Hauptstädten fortsetzen. China ist wiederum von einer Überschwemmungskatastrophe heimgesucht worden. Durch Deichbrüche ist das Gebiet des Gelben Flusses zwischen den Provinzen Honan und Hupei in riesiger Ausdehnung überschwemmt worden. Man schätzt die Zahl der E r t r u n k e n e n auf 20000. Etwa 100000 Menschen befinden sich auf der Flucht vor den Fluten. Den Sachschaden berechnet man auf 40 Millionen Dollars. Norwegische Entdeckung und Landgewinnung Im SübpolargebieL Die Norwegische Zeitung für Handel und Schifffahrt in Oslo veröffentlicht eine 'Meldung, wonach der dem Norweger Lars Christensen gehörende Trandampfer „Thorshavn" zwischen 80 Grad 45 Min. östlicher Länge, 67 Grad 50 Min. südlicher Breite und 73 Grad östlicher Länge, 69 Grad 10 Min. südlicher Breite im Enderby-Quadranten Land an getroffen habe, das teilweise mit Eis bedeckt und teilweise vegetationslos war. Der Kapitän der „Thorshavn" ging an Land, hißte die norwegische Flagge und machte mehrere photo- graphische Aufnahmen. Diese Entdeckung bedeutet, daß es den norwegischen Forschern gelungen ist, ein Verbindungsland zwischen König Leopoldsland, Königin-Astrid-Land und Lars-Christensens-Land aufzufinden. Das entdeckte Land erhielt nach der Ehefrau von Lars Christensen den Namen „Jngrid- Christensens-Land". Der norwegische Sachverständige für das Südpolargebiet Aagaard tritt tm Zusammenhang mit der Entdeckung Dafür ein, daß Norwegen sofort die Gleichheit im Südpolargeblet 0 TnArM Mnaai's ^nhlina-Suppe. Für die Klößchen: Vx Pfund Gehocktes (hold und hold), 1 Eßlöffel Sutter, 1 Öl, '/-Weiß. T// MAG GP SUPPEN / Kennzeichen - Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung verlangen und insbesondere alles Land zwischen der Ostgrenze von Königin-Mary-Land und der Westgrenze von Kronpvinzessin-Maerthas-Land beanspruchen solle. Sühne für einen Raubmord. In dem Mordprozeß gegen den 25jährigen Bruno Laude und seine gleichaltrige Ehefrau Erna, geborene Bresemann, die am 3. Januar d. I. den 86jährigen Hausverwalter und früheren Dentisten Hermann Schmidt in dessen Wohnung e r - mordet und beraubt hatten, verkündete der Vorsitzende des Berliner Schwurgerichts das Todesurteil gegen beide Angeklagte, denen gleichzeitig die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt wurden. Bei der Verkündung des Urteils brach die Angeklagte in lautes Weinen aus, während der Angeklagte Bruno Laude schluchzend zusammensank. — Der Ehemann hatte am 3. Jan. den ahnungslosen Greis erschlagen und ihm Miet- aelder in Höhe von 84 Mark geraubt. Zur Tat benutzte er einen Hammer, der, um Spuren eines gewaltsamen Todes zu verhindern, mit einem Tuch umwickelt war. Beide Angeklagten legten die Leiche unter das Bett und besuchten anschließend ein Lichtspielhaus und mehrere Lokale. In einem Gasthaus spielte der Angeklagte, der fünfmal vorbestraft ist, den spendablen Kavalier. Nachts warfen sie dann die Leiche auf die Straße und stellten sich höchst überrascht, als ein Polizeibeamter, der an einen Unfall des Schmidt glaubte, ihnen von dem Tod des Greises Mitteilung machte. Die erste Vernehmung des Ehepaares verlief ergebnislos. Am 8. Januar wurde dann das Paar verhaftet, da man in der Wohnung Blutspuren entdeckt und das Fehlen der Mietgelder festgestellt hatte. Erst dann legten sie ein Geständnis ab. Zehn Todesurteile in Spanien. Der Oberste Gerichtshof der spanischen Republik hat sich als Berufungsinstanz mit dem Urteil befaßt, das vor Jahresfrist von dem Kriegsgericht in Teruel gegen zehn Angeklagte wegen der Ermordung eines Polizeibeamten gefällt wurde. Der Oberste Gerichtshof hat sich dem Urteil des Kriegsgerichts angeschlossen und gegen die zehn Angeklagten auf Todesstrafe erkannt. Steigende Autoausfuhr durch Wertarbeit! Hochwertige Leistungen überwinden alle Außen- handelsgemmnisse . Die Daimler-Benz -AG. konnte nach ihrer Beteiligung an den Messen in Utrecht und Wien nun auf dem Internationalen Automobilsalon in Genf im scharfen Wettbewerb mit fast allen Weltmarken um den anspruchsvollen Schweizer Markt einen Umsatz erzielen, der denjenigen während der ganzen Ausstellungsdauer im Vorjahre übertraf. Diese Ausfuhrsteigerung trägt wieder zur Verbesserung der Devisenlage und Arbeitsmarktlage bei. Das Reichstreffen der Deutschen Diplomlandwirte. Im Einvernehmen mit dem Führer der Deutschen Diploml-andwirte, Reichsführer SS. Diplomlandwirt Himmler, hat der Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte e. V. (RDL.), das ursprünglich für Anfang Juli in der Reichsbauernstadt Goslar vorgesehene Reichstreffen nunmehr auf den 28. Juni bist. Juli vorverlegt. Im Rahmen dieses Reichstreffens ist ein zweitägiger Schulungslehrgang vorgesehen, der von Reichsfachgruppen des RDL. getragen wird. Für die Vorträge sind führende Persönlichkeiten der jeweiligen Berufssparte verpflichtet. Der Reichsführer SS., Diplomlandwirt Himmler wird am 30. Juni von der Kaiserpfalz in Goslar aus zu den Diplömlandwirten sprechen. Ferner veranstaltet der RDL. unter Leitung von Ministerialrat, Diplomlandwirt Pg. Dr. Kummer, seinen 17. Reichsbundestag. Karl Lerft zum Obergebietsführer der HI. befördert. Der Reichsjugendführer hat mit Wirkung vom 16. März den Leiter der Abteilung Rundfunk der Reichsjugendführung und Beauftragten in der Reichssendeleitung, Gebietsführer Karl C e r f f, zum Obergebietsführer befördert. Karl Cerff gehörte schon 1922 der SA. an und trat 1925, nach der Wiedererrichtung der Partei, der NSDAP, bei. 1933 wurde er in die Reichsjugendführung als Referent für Heimabendschulung und Rundfunkarbeit berufen, nachdem er vorher Abteilungsleiter SP im Gebiet Baden der HI. gewesen war. Gleichzeitig übernahm er die Aufgaben eines Jugendfunkleiters am Deutschlandsender. Im Januar 1934 betraute ihn der Reichsjugendführer mit der Leitung der neugeschaffenen Abteilung R (Rundfunk) und entsandte ihn als seinen Beauftragten in die Reichssendeleitung. 'ft ie wird der Jahrgang 1934? Sehr schöne duftige, nicht allzuschwere Weine für jeden Geschmack Allmählich kommen jetzt die jungen Weine des Jahrganges 1934 aus der dunklen Tiefe der Kellergewölbe ans Tageslicht. Nun ftel- sen sie sich blank dem Auge, der Nase und der Zunge zur Prüfung vor. Die 1934er Weine sind Kinder eines Jahres, dessen Verlauf die Freude eines guten Tropfens mit hochgespannten Erwartungen verfolgt haben, in dem alle Vorbedingungen für ein großes Jahr gegeben waren. Das im Herbst 1933 gut ausgereifte Fruchtholz der Reben hatte den milden Winter von 1933 zu 1934 ohne Schaden überstanden. Der vorzeitige Eintritt warmen Wetters hatte einen sehr frühen Austrieb zur Folge, her eine sehr ausgedehnte Vegetationsperiode erhoffen ließ. Die vom Winzer mit Recht gefürchteten Eisheiligen hatten nur in einigen Gebieten Schäden geringeren Umfanges angerichtet. Das herrliche Sonnenwetter hielt den ganzen Sommer über an, so daß die Trauben außerordentlich früh reiften. Dementsprechend konnte man auch sehr zeitig mit der Lese beginnen. Die einzige ungünstige Erscheinung des eigenartigen Witterungsverlaufes des vergangenen Jahres war der Mangel an Niederschlägen. Diese traten erst in den ersten Wochen der Lese ein und beeinträchtigten das Ergebnis der Lese in qualitativer Hinsicht in gewisser Weise, indem die noch vollbelaubten und durstigen Stöcke begierig das langersehnte Naß einsogen und so die Trauben anschwellen ließen, wodurch deren Saft etwas dünner wurde. Es hat nun nicht an Stimmen gefehlt, die schon lange vor dem Beginn der Lese über den „Bombenwein" orakelt haben, den das Jahr 1934 in den Keller bringen würde. Man prophezeite, daß der neue Wein den größten Jahrgängen, beispielsweise dem berühmten Jahre 1921, ebenbürtig sein sollte. Was die Menge des im Herbst eingelegten Weines anbetrifft, so stellt der Jahrgang 1934 mit einem Ertrage von 4,52 Millionen Hektolitern einen Rekord dar. Während nun aber das und Bedarf. bisherige Rekordjahr 1922 infolge des trostlosen Sommerwetters nur wenig erfreuliche Qualitäten gebracht hatte, hat das Jahr 1934 auch in d e - zug auf die Qualität voll befriedigt, nur ein verschwindender Bruchteil der neuen Weine kann als gering bezeichnet werden. Die überwiegende Mehrheit der Weine bedurfte keiner Verbesserung und kann als Naturwein in den Verkehr gebracht werden. Die meisten können als gut bezeichnet werden. Und darüber hinaus erheben sich dann die Spät- und Auslesen der staatlichen Domänen und der privaten Qualitätsgüter, die denen großer Jahre gleichkommen. Wenn auch die hohe Durchschnittsqualität des Jahres 1921 nicht erzielt worden ist, so stellt doch der Jahrgang 1934 in der Vereinigung eines überaus reichen Ertrages mit einer sich weit über den Durchschnitt erhebenden Qualität eine Ausnahmeerscheinung im Reigen der Weinjahre dar, die ihm den Ehrennahmen eines „großen" Jahres zubilligt. Abgesehen von den erst später in die Erscheinung tretenden großen Auslesen edelster Art werden die 1934er Weine sehr schöne duftige, nicht allzuschwere Weine sein. Sie haben sich außerordentlich schnell entwickelt und werden deshalb ziemlich früh in den Verkehr kommen. Den' größeren Gewächsen wird man natürlich die ihnen gebührende Zeit zu ihrem Aushau lassen. Das Jahr 1934 hat Weine für jeden G e - schmack und Bedarf geliefert, vom frischen flotten Schoppenwein, der schon in voller Jugend zum Ausschank kommen kann, bis zu den duftigen, eleganten Weinen als Zierden der festlichen Tafel. Endlich werden auch nach Jahren ruhiger Entwicklung zur Freude der weingerechten Kenner die großen Spitzenweine der berühmte deutschen Güter auferstehen, >die den Ruhm der deutschen Weine über die ganze Well verbreitet haben. R. Jlnitzky. Kunst und Wissenschaft. Reichsminister Rust eröffnet die Bach-händel-Schüh- Ausstellung der Berliner Staatsbibliothek. Reichserziehungsminister Rust eröffnete in der Staatsbibliothek in Berlin die von der Staats- bibliochek zur deutschen Bach-Händel-Schütz- Feier veranstaltete Ausstellung „Aus zwei Jahrhunderten deutscher Musik". Die Zeit, in der Bibliotheken und Museen dem Leben entrückt gewesen seien, so sagte der Minister, sei vorüber. Das Leben bedeute nicht nur Aktualität und Werk von heute, sondern Leben heiße auch Unvergänglichkeit. Unter dem Bücherstaub verberge sich das ewige, immer wieder hervordringende deutsche Leben. Durch die Jahrhunderte hindurch sei ununterbrochen eine Welle ausländischer Einflüsse in der deutschen Dichtung festzustellen. In der Musik aber steige aus deutscher Seele unmittelbar aeboren der deutsche Genius aus feinem eigenen Sieben empor. Mit einem Bekenntnis zu einer ungestörten, von allen Kräften des Staates unterstützten deutschen wissenschaftlichen Forschung schloß der Minister. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin. Die alljährlich in Wiesbaden stattfindende T a - gung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin wurde durch den Vorsitzenden Professor Schölt müll er (Hamburg) eröffnet. In seiner Rede begrüßte der Vorsitzende unter starkem Beifall die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Dann behandelte er die Aufgaben des Arztes, der Wissen und Können in sich vereinigen müsse. Der heutige Staat fordere mit Recht, daß der Arzt seine Pflicht als Volksarzt erfüllen müsse. Der Reichsärzteführer Dr. Wagner begrüßte die Internisten, die in der vordersten Front des Kampfes um eine neue deutsche Heilkunde stehen. Präsident Professor Reiter betonte, es sei die Aufgabe des Reichsgesundheitsamts, daß im neuen Deutschland die Gesundheitspolitik zielsicher verlaufe, ungestört von den Versuchen einzelner, das Ansehen der deutschen Aerzteschaft zu gefährden. Daß sich die Medizin besonders den zeitgemäßen Fragen zuwendet, zeigen die verschiedenen Hauptthemen, die im Verlaufe der Tagung behandelt werden. Am ersten Tage wurden aeronautisch-medizinische Fragen erörtert. Dr. Schubert (Prag) sprach über die Belastung des menschlichen Körpers im Hochleistungsflug. Dr. Diringshosen (Berlin) sprach über „Luftfahrt-medizinische Fragen und Aufgaben unter besonderer Berücksichtigung der Beschleunigung". Die Ausführungen waren besonders interessant, weil der Vortragende selbst Kunstflieger ist und die Beobachtungen meist an sich selbst im Hochleistungsflugzeug gemacht hat. Dr. Sättig (Hamburg) behandelte die Frage „Welche biologischen und psychischen Eigenschaften find Voraussetzung für die Fliegertauglichkeit?^ Dr. Hartmann (Berlin) berichtete als Teilnehmer an der deutschen Himalaja? Expedition 1931 über die Wirkung großer Hohen nach erfolgter Anpassung. Schließlich sprachen Dr. Kirch (Erlangen) und Dr. Rautmann (Braunschweig) über das Sportherz. keltisches Urnengrab freigelegt. Bei Aushubarbeiten für die Reichsautobahnstrecke Heidelberg-Bruchsal wurde dieser Tage ein Urnen» grab freigelegt. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um ein keltisches Urnengrab (Brandgrab) aus der Hallstattperiode, etwa aus der Zeit um 800 v. Ehr. Bisher wurden in der Urne festgestellt: verbrannte Knochenreste, eine kleinere, zum Teil gut erhaltene Vase und ein gut erhaltenes Bronzemesser. Ehrentage der psätzisch-saartändischen Dichtung. Die Reichsschrifttumskammer veranstaltete in Mannheim, Kaiserslautern uni) Saarbrü_len Ehrentage der pfälzisch-saarländischen Dichtung, die Zeugnis geben sollten von dem Schaffen des Schrifttums der Westmark. Eingeleitet wurden die Ehrentage in Speyer, wo der Geschäftsführer der Reichsschrifttumskammer, Professor Dr. Suchenwirth über „Pfalz und Reichsgedanke" sprach. Dem Gedenken der pfälzischen Freiheitskämpfer Hellinger und Wiesmann galt eine Feier am Ehrenmal auf dem neuen Friedhof, wo Dr. Suchenwirth in einer Ansprache den Heldentod jener Opfer des Befreiungstages der Pfalz vom Separa- tistenspuk würdigte und namens der Reichsschrifttumskammer einen Kranz niederlegte. Die Festauf- führung des Schauspiels „Treibjagd auf Dukatan" im Mannheimer Nationaltheater gestaltete sich zu einem schönen Erfolg für den pfälzischen Dichter Karl Baumbauer. Zunehmende Verbreitung der Bibel. Das Bibeljubiläum des vorigen Jahres ist dem Bibelabsatz zustattengekommen. Insgesamt wurden 1934 1 133 012 Bibeln und einzelne Bibelteile verbreitet (gegenüber 956 987) im Jahre 1933). Auf das Tausend der Bevölkerung gerechnet, ergab sich für 1934 die Zahl 17,4 (14,5 im Jahre 1933). An der Spitze aller Bibelgesellschaften marschiert wieder die württembergische Bibelan» ft a 11, die sich rühmen darf, mehr als die Hälfte aller neuen Bibeln gedruckt und verbreitet zu haben. An zweiter Stelle steht die Preußische Hauptbibelgesellschaft. Die Canstein» sche Bibelanstalt in Halle konnte den Umfang ihrer Arbeit fast verdoppeln. Beachtlich ist, daß mehr Bibeln als Neue Testamente begehrt wurden. Daneben erfreuten sich zahlreiche neuere Bibelausgaben, die z. T. gekürzt sind oder auch Anmerkungen bringen, großer Beliebtheit. Helden auf dem Schienenstrang. 14 000 Eisenbahner sind im Kriege gefallen, viele von ihnen unmittelbar vor dem Feind, viele während ihrer aufreibenden Arbeit im Truppentransport und im Materialnachschub für die fechtenden Regimenter. Tapfer und treu hielten sie auf ihren Lokomotiven aus, gleichgültig, ob sie unter Fernbeschuß lagen ober Fliegerbomben herniederhagelten, treu und tapfer dienten sie der Front- truppe in ihrer schwersten Stunde, als es galt, in kürzesten Fristen das gesamte Feldheer von den Fronten in die Heimat zu bringen. Stilles Heldentum ist aber auch der tägliche Dien st /auf den deutschen Schienensträngen. Was weiß her im bequemen Abteil sitzende Reisende von der Nervenanspannung des Lokomotivführers, der Zug und Fahrgäste sicher an feinen Bestimmungsort zu bringen hat. Was weiß die Allgemeinheit von den Opfern, die ein auch noch so sicherer Verkehrsdienst von den Eisenbahnern fordert. Manchmal sind es Menschenleben, die bleiben, manchmal kommt der Eisenbahner noch glimpflich davon, bleibt aber doch an feiner Gesundheit geschädigt. Und das alles, weil er seine Pflicht im Dien st e des Volkes erfüllt, das verhungern und verderben würde, wenn es feine treuen Eisenbahner nicht hätte. Amerikanischer Reger gelyncht. In Slayden (Mississippi) wurde ein Neger, der vor einigen Tagen einen Landstraßenarbeiter erschossen hatte, von einer erregten Menschen- menge gelyncht. Der Neger wurde auf ein Autoverdeck gestellt, unter einen Baum gefahren, dort an einen Ast geknüpft und 'dadurch, «daß der Wagen unter ihm wegfuhr, gehängt. Wetterbericht Hebet Nordeuropa setzt sich lebhafte Wirbeltätigkeit fort, die sich auch bis zu uns hin aus- wirkt. Immerhin verhindert der vom Kanal über die Alpen sich erstreckende Hochdruckrücken eine starke Einflußnahme der Tiefausläufer auf unser Wetter. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch vereinzelten leichten Niederschlagsschauern, bei auffrischenden westlichen Winden etwas kühler. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der häufigen Aufheiterung, aber leicht unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 25. März: mittags 14,3 Grad Celsius, abends 10,9 Grad; am 26. März: morgens 6,9 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 9,3 Grad; am 26. März: morgens 7,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,7 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag; Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Eine immer gute Frisur gewährleistet SEBALDS HAARTINKTUR Statt Karten! Frau Gertrud Poppert geb. Naumann zeigt die Verlobung ihrer Tochter Ingeborg mit dem Diplom-Kaufmann Herrn Paul Iutzi an Diplom-Kaufmann Paul Futzi zeigt seine Verlobung mit Fräulein Fngeborg Poppert an Zu Hause: Sonntag, den r. April Gießen, im März 1935 0 259 Geschäfts-Eröffnung Der geehrten Einwohnerschaft von Gießen zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich am Mittwoch, dem 27. März, in meinem Hause Lieber Straße 86 eine Brot- und Feinbäckerei sowie ein Cafe eröffnen werde. Es wird mein Bestreben sein, meine werte Kundschaft reell und preiswert zu bedienen. Ich bitte, mein junges Unternehmen unterstützen zu wollen Heinrich Reitz, Bäckermeister 01258 Große Auswahl in Damen-Hüten Umarbeiten 2.50 Mk. Hut-Centrale Liebler Asterweg 16 1/420 Billige Seefische! Mittwoch eintreff.enrpf.ab Laden: Schellfisch o.K......Pfund 0.25 Kabelmu-Filet......Pfund 0.30 Alle übrigen Sorten billigst bei Nachfolger Mäusburg 15 moD Teleph.3612 | Verkäufe | 6/30 PSWanderer- Uelerwagen mit neuem Füh' rerbaus u. Pritsche, neu überholt, sof. zu verk. Tarschein vorh. Näy.Kraftfahrz.- Rep.- Werkstätte Eugen Pletsch Aulweg 18 (Großgarage). W.Wr für jed. gewerblich. Betrieb geeignet, günff. abzugeben. 01270 Horst-Wessel-Wall 11 Ein g. erhaltenes Bett billig zu verk •01267 Wagengasse 8 Kaofgewnche MM nnö SlelöetW gebr.,gesuchten, Crednerstr,24p.l. All-Gold kaust ständig Erich Beyer, Juwelier,N1272- Baynhofstratze 1 Svez. Umarb. v. attenTrauringen -3u dem Film-Vortrag am Freitag, dem 29. Marz 1935, 20.15 Uhr, im Caf4 Leib C/ipieußen ruft! von SA. - Mann Lothar Buchholz, Martenburg, laden wir 1763d alle Volksgenosse« ein. - Eintritt 30 Pf., Arbeitslose 10 Pf. Bund heimattr Schlesier (Deutscher Ostbund) Reichsbund der Deutschen Beamten e. D. Straff Im Text Einprägsam in der Form Wirksam In der Farbe Nur eo können Sie Ihre Zeitungsanzeigen durch zeitgemäße, gepflegte Werbedrucksachen gut unterstützen. Nur eo MerMt und beliefert Sie zu günstigen Preisen die Brühl'sche Druckerei. SchutstraBe 7, Anruf M51 Bekanntmachung. Für die Zeit vom 1. April dis Ende September 1935 sind die Dienststunden bei den städtischen Aem- tern von T bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr, bei der Stadtkaffe von 8 bis 13 Uhr. Die Sprechstunden bei den Dienststellen sind von 8 bis 12 Uhr. Gießen, den 25. März 1935. 1749C Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Bett.: Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. Am Samstag, dem 30. Marz, 2.30 Uhr nachmittags, wird in der Gastwirtschaft „Zum Bayrischen Hof" in Gießen eine dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer des Kreises Gießen stattfinden. 1748C Die Bürgermeistereien wollen die Fleischbeschauer und Trichinenschauer ihrer Gemeinden auf diese Versammlung Hinweisen mit dem Bemerken, daß sie 1 verpflichtet sind, an der Versammlung teilzunehmen. Etwaige Hinderungsgründe wären schriftlich zu I melden. preiswert! CARL]\|nw«rK JMHÄBER: CARL HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SELJERSWEGÄ d a d. eigenera prgan> Mensch ° Motor*! Einzewel idjüjt i>*r [er gell» Schau meiw*“ Dynamik stündlich. L in t einem Mens Nieren liegen leuchte* rend g Mute Haben innrer manche Stelle c deutlich stellen I Ä'er 3ft[‘ übermal und be; „Lehr erleben größte miteina kein ui wirken schaffen Das einzeln, denn di einer 2 Wt ! Knochei und Ei beits besteht uni) au 'Oae llnenn Aul ganzen! durch ui Herze filogran anfange die gleii auf den Da bet eigenen korpe millime haare Llutkör "$öu leNt Ditfe "einen mitten 3n 1 Palast der Tl fpieler und Ql üch ZU. Dell" , haste E Dell bej schießen, zwanzig Wo dse Arni Aber leb Wer y« ö0 kn war, . Aobbv ;>n Qbne 7» «r Mit 05 61 *Qnien Sen s Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 41/|% ehem.8% Franks. Htzp.'Bank Gvldpfe. 15 unkündbar bis 1985 6U% ehem. 4'/.% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbriese....... 5y2% ehem. 4/i% Rheinische Hyv-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 4/i% ehem. 8% Pr.LandeSpsand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ehem. 7% Pr. Landevpfand- vriefanst., Gold Komm. £61.V Steuergutsch.Berrechnuntzsk. 35-89 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrentc 4% Ungarische Goldrente...... 4% Ungarische Staatsrente v. 191C <‘/i% veSgl. von 1913......... 5% abgest. Gvldmexikaner von 9! 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih« Serie 1.................... 100 96,25 102 111,75 99,6 98,25 97 99,9 114,25 97,25 99,9 100 97,5 97,5 105.9 24,5 1,2 7,4 6,7 6,75 10,25 8,25 99,9 96,25 102,4 111,65 99,6 98,25 97 99,9 114,25 97,5 99,9 100,25 97,5 97,5 105,9 25 1,15 7,4 6,75 6,75 10,4 8,25 100 96,25 102.5 111,7 99,6 114,4 97 100,13 97,5 97,5 105,9 7.4 6,75 10,25 100 96,25 102,75 99,6 98 114,5 97,5 100,13 97,5 97,5 105,9 25,5 1.2 7,4 6,8 6,75 10,6 Frankfurt a. M Äerlln Schluß« turs Schlugt. Abendbörse Schluß« turs Schlußt. Mittag- börse Datum 23 3 25 3 23 3 25.3 4% desgl. Serie 11 .......... 8,25 8,25 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,8 4,8 4,6 4,7 4^%Rumän.vereinh.Rentev.ivi3 6.8 6,75 6,7 6,8 4% Rumänische vereinh. Rente 4,25 4,25 4,25 4,3 2^% Anatolier ............ 34 34,4 34,13 34,4 Hamburg-Amerika-Pakct .... . G 33,13 34,25 33,13 33,9 Hainburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 28,25 Norddeutscher Lloyd ........ . 0 34,5 36 34,75 35,5 A.G. für Berkehr-wesen Akt. . . 0 82 81,5 81,25 Berliner Handelsgesellschaft .. . 5 108 109 108,4 109,5 Commerz« und PrlvavBank .. . 0 83 83,5 83 83.25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............... . 0 84,5 84,5 84,5 84,5 Dresdner Bank............. . 0 84,5 84,5 84 84,5 Retchsbank ................ 12 158.5 158,75 158,75 158,25 A.C.G..................... . 0 36,75 37 37 37 Bekula.................... 10 140,5 140,65 140,4 140,75 Elektr. LieferUngSgeielstchaft. . 5 109,4 109,25 109,5 109,5 Licht und Kraft ........... 6/i 121,75 120,75 121,25 120,75 Selten & Guilleaume........ . 0 88 88 88 88,5 Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 120,75 120,5 120,5 120,75 Rheinische Elektrizität ....... 5 113,25 113 113,5 —* Rhein. Wests. Elektr......... . 6 — — — Schuckert LCo.............. . 4 101 102,75 100,75 103 Siemens S Halske.......... . 7 147 150,5 146,75 150,4 Lahmeyer & Co............ . 7 121,25 123,25 121.25 123 Buderus ................. . 0 92,5 94,9 91,25 95 Deutsche Erdöl............ Gelsenkirchener............ .. 4 . c 102,75 102,9 103 103,25 Harpener................. c 101,75 102,9 101,25 102,5 Hocsch Eisen—Köln-Reuessen . c — 90,65 93,4 9*1e Bergbau ............. — — — — ylse Bergbau Genüsse...... 123,13 124 123,9 Klückneriverke ............. 9V1 1 82.5 89,5 88,13 89,65 Mannesmann-Röhre«...... .. c 1 80,65 81,9 80,25 81.65 Frankfurt a. M. | Berlin Schluß« fürs Schlußk. Abenb- börse Schluß« kurs Schlußk. mittag» börse Oatum ?3-3 25-3 23 3 25 3 Mansfclder Bergbau....... . 8 98,13 97,75 97,5 98,25 Kokvwerke................ . 5 — —— 105,25 105,25 Phönix Bergbau........... . 0 —— —— •— —- Rheinische Braunkohlen .... 12 207,5 208,5 208 209 Nheinstahl ................ 3*4 104,25 105,75 103,75 105 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 82 83,4 82 83 Ltavi Minen ............. .. o 12 12 11,9 11,9 Kaliwerke Aschersleben...... - 5 107,75 107,5 108 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 108 108 108 108.25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 143 146 143 146 I. G. Farben-Jndustrie..... - ? 144 144,65 143,9 144,4 Scheideanstalt............. .. V 210,5 210 — —• Goldschmidt .............. .. 0 101,25 102 101,5 \102 Rütgerswerke ............. .. 4 107,13 107,75 107,13 107-9 Metallgesellschaft........... .. 4 94.75 95 94,5 95 Philipp Holzmann......... .. 0 88 89,5 88 90,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 6 118,9 I 119,4 - Cementwerk Karlstadt....... .. 4 — 1 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 102,5 103,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,4 54,5 54,75 54,75 Bemberg /................ .. 0 117,5 117 116 116,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 114 114,5 113,75 114,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 81 81,5 81,5 81,5 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 124,5 125 Daimler Motoren.......... .. 0 94 93,75 94,25 93,9 Deutsche Linoleum......... .. 6 152,5 152,5 153,25 Lrenstein L Koppel ....... .. 0 89,25 89,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 36,75 37,4 36,75 37,5 Chade .................... .. 0 220 220,75 220 — Accumulatoren-Fabrik...... . 12 158,5 158,25 159 Conti-Gummi............. .. 8 156 156 155 155,75 Gritzner.................. .. 0 1 37,9 | 38 1 37,5 37,9 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 94 | 94,75 - Süddeutscher Zucker ....... .. e 1 166,25 I 166,25 1 166 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 23.März 25-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Sitte. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,01 53,11 53,16 53,26 Danzig..... 81,23 81,39 81,25 81,41 London ..... 11,87 11,90 11,905 11,935 Helsingfors.. 5,245 5,255 5,255 5,265 Paris ...... 16,43 16,47 16,42 16,46 Holland .... 168,23 168,57 168,23 168,57 Italien..... 20,72 20,76 20,72 20.76 Japan ...... 0,695 0,697 0,696 0,698 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 59,67 59,79 59,84 59,96 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49.05 Lissabon.... 10,77 10,79 10,805 10,825 Stockholm... 61,21 61,33 61,39 61,51 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,02 34.08 34,03 34.09 Prag....... Budapest ... 10,392 10,412 10,395 10,415 —— — — Reuyork... 2,487 2,491 2,495 2,496 Bantnoten Berlin, 25-März Geld Briet Amerikanische Roten...... 2,444 2,464 Belgische Roten.......... 57,83 58,07 Dänische Roten ......... 52,95 53,17 Englische Roten ......... 11,87 11,91 Französische Roten....... Holländische Roten....... 16,37 167,81 16,43 168,49 Italien,sche Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling 20,46 59,68 20,54 59,92 — Rumänische Noten....... —1 — Schwedische Noten....... 61,18 61,42 Schweizer Noten......... Spanische Noten......... 80,41 33,52 80,73 33,70 Dienstag, 26. Mrz 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) llr.72 Drittes Blatt Aus der Provinzialhaupistadt Verschönerung des Gießener Ehrensriedhoss Gräber mit den neuen Steinen auf dem Ehrenfriedhof unserer gefallenen Helden. n. Der neugestaltete Friedhof der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen. •I fl.2H Dr. H. nung auf den Herrn. KÄÄ Ausprägung bet Teil „Dir fing, der Enge, Ottmaren, je Kälber, pro 50 kg « bis 62. )0 bis 56, c) 58 bis Hammel- lO bis 75. 5 bis 72, strenger Gemessenheit fuaiert der Chor in tiefer Lage den Gedanken des Sterbenmüssens im Sinne des Alten Testamentes; da ruft eine Helle Sopranstimme die neutestamentliche Tröstung aus der Offenbarung Johannis hinein; die Instrumente intonieren zur Weiterführung des Soprans die Me- lo-die: „Ich hab mein Sach' Gott heimgestellt". Wenn auch die andern Stimmen am Sterbegedanken noch festhalten, sie müssen verstummen, selbst die Instrumente klingen in schwebender Bewegung aus; nur noch der Sopran läßt in erregter Koloratur den Gedanken der Hingabe an Jesus ausklingen. Es ist erstaunlich, mit welcher Eindringlichkeit Bach hier strenge Gesetzlichkeit, Ergebenheit in den Willen Gottes un* die erlösende Kraft Jesu in ihrer Symbolik miteinander bindet. Man hat die Annahme aufgestellt, daß an dieser Stelle dann der Geistliche seine Gedächtnisrede mit der Einsegnung des Toten hielt, denn die Worte des folgenden Duetts knüpfen mit dem beginnenden Altsolo „In deine Hände befehle ich meinen Geist" daran an. Der Baß antwortet „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein". Der Erlösungsgewch- heit gibt der Alt nun Ausdruck, indem er sich mit dem Choral „Mit Fried' und Freud' fahr ich dahin" zugesellt; in Ruhe ausklingend zu begleitenden Gamben mit den Worten „Der Tod ist mein Schlaf worden". Das Bewußtsein der Ueberwin- dung der Macht des Todes spricht der Chor in einem choralartigen Satze aus, von Ritornellen der Instrumente durchbrochen; dann aber erhebt er sich in bewegter Fuge zu freudigem Bekenntnis. Weist Bachs Kantate in eine verhältnismäßig frühe Schaffenszeit des Meisters, so zeigt das D e t- tinger Tedeum Händel in der Periode höchster Reife. Der Sieg der kaiserlichen und englischen Armeen unter Georg II. von England über die Franzosen bei Dettingen im österreichischen Erbfolgekrieg (27. Juni 1743) wurde die Veranlassung für dieses größte und klangprächtigste unter den fünf Werken dieser Gattung. Mit dem Largo von Händel, gespielt von dem stellv. Musikzugführer der Standarte 116, Krengel, wurde die Feier eingeleitet. Pfarrer Knodt schilderte in seiner Trauerrede die Wesenszüge und die lobenswerten Eigenschaften sowie die treue Pflichterfüllung des Verstorbenen. Dann setzte sich der Trauerzug unter Vorantritt der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes, Gruppe 2, Marburg, zum Grabe in Bewegung. Der mit geschultertem Spaten mar- schierenden Arbeitsdienstkolonne folgte der Pionier- sturm Gießen, anschließend die große Trauergemeinde. Am Grabe sprach bei der Niederlegung eines Kranzes zunächst der Führer der Arbeitsdienstabteilung Nidda, Oberfeldmeister Wettläufer, der nicht nur auf die vorzüglichen Eigenschaften des Arbeitsdienstkameraden B r u s i u s hinwies, sondern auch besonders zum Ausdruck brachte, daß der Verstorbene einer der Besten gewesen sei, die sich frer» willig zum Dienste für das Vaterland zur Verfügung gestellt hätten. Ebenso herzliche Abschieds- worte widmete bepi Toten ein Kamerad vom Pioniersturm. Dann folgten Ansprachen und Kranz- niederlgungen des Betriebsführers der Brühl schen Druckerei, der der Verstorbene früher als Gefolgschaftsmitglied angehört hatte, des Kreisbetriebs- gemeinschaftswalters der Gruppe 8 (Druck) der Deutschen Arbeitsfront, des Kommandanten der Niddaer Feuerwehr, eines Vertreters des Himrnel- bachfchen Sägewerks in Nidda und der Gefolgschaftsmitglieder sowie eines Vertreters der Stadt Nidda. Bach und Händel. Zum Kirchenkonzert des Gietzener Konzertvereins. Eine würdige Neugestaltung hat auch der Friedhof der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen erfahren. Die kleinen Holzkreuze waren unansehnlich geworden und wurden jetzt durch kleine Steine ersetzt, auf denen die Namen dieser Kriegsopfer eingegraben sind. Auch hier wird gegenwärtig eine gärtnerische Verbesserung durchgeführt, so daß auch dieser Teil des Neuen Friedhofs sich in würdiger Form darbietet. Diese Neugestaltung der Kriegergräber verdient die dankbare Anerkennung der Bevölkerung. „Hochzeit am Wolfgangsee." Das Beste an diesem Lustspiel, dessen Buch von Dr. Werner Buh re stammt und das im übrigen mit dem berühmten „Weißen Rößl" am Wolfgang» see nichts zu tun hat, sind die hübschen und male» rischen Naturaufnahmen einer idyllischen Sommerfrischenlandschaft. Die Handlung, mit ein paar Schlagern des bekannten Operettenkomponisten Robert Stolz verziert, ist auch für ein Lustspiel reichlich unwahrscheinlich und überdies sehr in die Länge gezogen. Die Regieführung — Hans Behrendt — hätte an Stelle der breiten Schilderung idyllischer Details und komischer Episoden die Er- eignisse energisch zusammenfassen und den Ablauf beschleunigen sollen. Im Ensemble hebt sich die vor einiger Zeit verstorbene, beliebte Wiener Schauspielerin Hansi Niese durch ihre volkstümliche Ur« wüchsigkeit heraus; von den übrigen seien Rose Stradner, Else Elster, Oskar Sima, Hugo Schrader, Junker mann lind Gülstorfs genannt. — Der Film läuft seit gestern im Licht- spielhaus; im Beiprogramm sieht man die neue Wochenschau, einen Bildbericht von den ostfriesischen Inseln und einen Vorspann zu dem großen historischen Film „Der alte und der junge König" mit Emil Iannings. — smarft), he, 248 und 2 chwetne kben-- r; 1935 1 bis 37 en a) 39 6), c) 32 9). Kühe bis 34), bis 22). bis 38), 1 bis 29) 2 bis 49 !4 bis 32 Schweine ) bis 52), ' bis 52), ) bis 47), f: Rinder geräumt el, lieber» Es ist reich an individuellen Zügen in der musikalischen Durchleuchtung des alten Tedeum-Textes. Ganz besonders aber intensiviert Händel die Ausdruckskraft der Musik durch eine charakterisierende Ausnützung der verschiedenen Tonarten. Leuchtendes D-Dur mit dem Glanz der Trompeten und Pauken gibt die Grundstimmung der Lobchöre an; im Eingangssatze mit harmonisch-wuchtigen Akzenten bei d"n Worten „Wir bekennen dich, du bist der Herr." Als Gegensatz dazu in ^st-Moll mit indivi- I duell von dem Musikzug der Standorte das Horft-Wessel- Lied gespielt worden war, erfolgten u. a. die Ansprachen und Kranzniederlagen des Landesbauernrates, der Landesbauernschaft, der SA.-Standarte 116, der SS.-Standarte 83, der Kreisbauernschaft Oberhessen-West und der Dolksbank Gießen, deren Aufsichtsratsvorsitzender der Verstorbene war. Mit herzlichen Worten des Gedenkens und der Treue über das Grab hinaus verabschiedeten sich alle Sprecher von dem Toten, der vielen ein treuer Freund, ein unermüdlicher Kämpfer für das deutsche Bauerntum und der Kreisbauernschaft Ober- hessen-West ein schwer zu ersetzender Führer war. Abschied von Karl BrusiuS. Auf dem Neuen Friedhof in Gießen wurde gestern nachmittag die sterbliche Hülle des Arbeitsdienstmannes Karl B r u s i u s von hier dem Schoß der Erde übergeben. Der bedauernswerte junge Mann war im blühenden Alter von 24 Jahren beim Dienst für Volk und Vaterland, mit Rettungsarbeiten bei dem Großfeuer in Nidda beschäftigt, durch tödlichen Unglücksfall aus dem Kreise seiner Angehörigen, seiner Kameraden und Freunde gerissen worden. An Franksutt lviehmartt ie() statt. eue r. 30 vom ier Aende- setzes vom 6dMi; ix 40 w) x\\ d - Ätpunv. ' lewichi' eine R • jewichl vpi fiebenbp ) steuerfrei. ln^n Rtn W ,’9e fe \X RX11I 21üh, HXiv lserver, 'Himer: 12805, !5 0,50 Weill),82 R XV SoijQ, v. lstd. ■ fiibb. '0. M 'bündelt 3 gelb« 10 Kilo« 58,29 0,203 3-ÖJ3 53/ 81' 11. 5.265 16.{ 168,7 OQ.P fl698 5,66 69,9 49,0 1°.°Z 61. 80,6 io> i i 6 !i 15 15 12 !3 n )6 :9 84 95 05 39 11 03 95 95 direktor Heine. Mit Choralmusik wurde die Trauerfeier in der Kapelle eingeleitet. Auf Grund des Bibelwortes „Es ist nur ein Schritt zu mir und dem Tode, ist doch der Mensch gleich nichts, seine Zeit fegt dahin wie ein Schatten sprach Pfarrer Gußmann- Kirchberg bei Lollar, von dem Leben und Schaffen des Verstorbenen, der in der Blüte seines Lebens von einem harten Schicksal aus seiner Arbeit für Volk und Heimat gerissen worden sei. Dann wurde der Sara ins Freie geleitet und durch ein Spalier von PO. und SA. zum Grabe getragen. Unter Vorantritt des Musikzuges der SA.- Standarte 116 setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Es folgten die Gliederungen der PO., der SA., der SS., des Arbeitsdienstes und des BdM. mit ihren Fahnen und Wimpeln, während am offenen Grabe sich bereits eine große Trauergemeinde eingefunden hatte. Nach kurzen Worten von Pfarrer Gußmann legte Pg. Klostermann im Namen des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger einen Kranz am Grabe nieder. Mit bewegten Worten würdigte er die Arbeit des Menschen Dörrschuck, dessen Verlust ein harter Schlag sei. Sein Andenken wolle man stets in Ehren halten und in seinem Sinne Weiterarbeiten. Dann senkten sich die Fahnen, der Musikzug spielte das Lied vom guten Kameraden, während die Trauergemeinde mit zum Deutschen Gruß erhobenen Armen ergriffen stand. Landesbauernführer Dr. Wagner schilderte dann das Leben des Dahin- gegangenen als das Leben eines echten Bauern, der nichts anderes gekannt habe als seine Arbeit für den Bauernstand und der sich in seiner frischfröhlichen Art nie habe unterkriegen lassen; ihm wolle man immer die Treue bewahren. Nachdem lauter Chor", der in den Sopranpartien entgegen der sonstigen Auslegung des Textes in fast mystischem Piano geführt wird. In heiliger Würde sind die Apostel gekennzeichnet (G-Dur); zu höchstem Ausdruck erhebt sich der Preis des „Vaters unermeßlicher Herrlichkeit"; die Gestalt Jesu wird hier im weiteren Verlauf mit B-Dur beleuchtet. Sobald aber die thronende Göttlichkeit Jesu in Erscheinung tritt, gewinnt v-Dur sein Recht; so das Baßsolo, begleitet von der Trompete „Du bist der Ehrenkönig." Das Liebesopfer Jesu verkündet der Solobaß in pastoralem A-Dur. Das Erlösungswert Christi beherrscht den weiteren Fortgang; dem Q-Moll („Als du siegreich zerbrachst den Stachel des Todes") stellt sich leuchtendes D-Dur entgegen („Tatst du auf des Himmels Reiche."). Der anbetenden Menschheit ist B-Dur eigen. Bei der Erwähnung des Jüngsten Gerichts klingen mit erschreckender Macht die Fanfaren der Trompeten hinein. Den Lobgedanken nimmt der Chor wieder auf, „Tag für Tag fei Dank dir", gipfelnd in der Fuge. Noch einmal schlägt das Baßsolo gebetbafte, arioss Töne an (d-Moll), dann aber entwickelt sich breit der Schlußchor als Ausdruck zuversichtlicher Hoff- Die Ehrenstätte der gefallenen Helden auf dem Reuen Friedhof erfährt gegenwärtig eine durchreisende Verbesserung und Erneuerung. Für die einzelnen Gräber wurden neue Grabsteine beschafft, lie in einer einfachen Grundform gehalten sind und aif vertieften Schrifttafeln Namen, Geburts- und Todestag der gefallenen Helden eingemeißelt und mit schwarzer Farbe ausgemalt tragen. Die neuen Steine machen einen sehr guten und würdigen Ein- liruck. Die Gräber haben auch in gärtnerischer Hin- f cht eine Ueberholung erfahren. 53' U' i & & Beide erweisen in ihrer Schaffenseigenart das typische Merkmal des deutschen Künstlers, der, auf- Dewachsen in der Tradition seines Mutterlandes, liie Anregungen, die vom Auslande auf ihn zusammen, nicht verschmäht, sondern sie sich so zu rägen macht, daß sie in persönlicher Umformung [u einem neuen Eigenwert werden. Sinnenfroher Äktivisrnus ließ Händel die Oper zu neuer Höhe iühren und in weiterer Folge das Oratorium seiner Prägung erwachsen. Bach vertieft jedes Gebiet •amaliger instrumentaler Musikübung und gewinnt Höchste Gestaltungskraft auf dem unerschöpflichen Arunde tiefster Religiosität. So werden beide zu I seinem Sarge in der Friedhofskapelle hatten em Doppelposten des Arbeitsdienstes Nidda, die Fahnenabordnung des Pioniersturmes Gießen, dem der Verstorbene angehörte, ferner zwei Abordnungen des Arbeitsdienstes mit ihren Fahnen und geschultertem Spaten Aufstellung genommen. Dicht gedrängt stand in der Kapelle eine große Trauergemeinde, die dem beliebten und immer fröhlichen jungen Menschen die letzte Ehre erweisen wollten. War es Zufall, oder war es ein Akt der Vor- l^hung, daß die beiden Großmeister des Hochbarock bei örtlicher und zeitlicher Nähe in dem Wirkungs- lireis der sächsisch-thüringischen Kantoreien erwuchsen? Erscheint es nicht ebenso verwunderlich, daß tiiase beiden sich in ihrem Leben niemals persönlich Bachs mystisch religiöses Erleben prägt sich charakteristisch ab in seiner Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (actus tragicus). Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde sie zum Begräbnis des Weimarischen Rektors Philipp Großge- bauer, der im Jahre 1711 starb, zuerst aufgeführt. Die einleitende Sonatina stellt dunklen Gambenklängen Flöten gegenüber, die Klage einer idealen Trauergemeinde. Fast möchte man in dem sich anschließenden Chor Lebensbejahung und Lebenswillen erkennen, die sich zur Fugierung erheben. Aber als Gegensatz stellen sich Sterbegedanken gegenüber, die die Unterordnung unter den Willen Gottes betonen. Die Worte aus dem 90. Psalm, dem Tenor zugeteilt, werden eindrucksvoll verstärkt durch die begleitende Flöte und die beiden Gamben. Das „Bedenken" des Textes wird hier durch Schweigen der Instrumente besonders hervorgehoben. Fast rauh, mit harter Unerbittlichkeit trägt der Bvk Bestelle dein Haus" vor, in der melodischen durchdringenden Gestaltern religiöser Werte. Händel läßt sich dabei mehr durch die plastische Wucht der religiösen Tatsachen als Handlung leiten und erstrebt eine unmittelbare Wirkung. Sein Quell, aus dem er sich nährt, ist ein auf stärkster Religiosität fundiertes Menschentum. Dem steht bet Bach eine tiefe Gläubigkeit unter dem Eindruck der Autorität des Dogmas gegenüber; mit mystischer Kraft durchdringt er das religiöse Erleben und stößt mit Empftndungstiefe auf jenseitige Hintergründe vor. Die Bindung an das Bekenntnis leitet Bach bei der Wahl seiner künstlerischen Mittel; so wird der evangelische Choral zu einem bestimmenden Faktor in seinen Kantaten und Passionen. Die Kraft mystisch durchdringender Schau läßt feine Melodiebildungen nicht auf sinnlicher Wirksamkeit beruhen, sondern zu verinnerlichter, bildhafter Ausprägung der Textesworte werden. Händels Melos ist stark affektbetont; es stürmt in breiter unmittelbarer Linie. Seine harmonische und kontrapunktische Durchgestaltung ist mehr zu großzügiger Wirkung abgestellt, während Bachs Satzart mit vielen Einzelzügen in die Tiefe bohrt. Händels Chöre tragen wirkungsgewisse Klangpracht und Monumentalität; während bei Bach die Chöre dem letzten Ausdruck religiöser Ergriffenheit zustreben. So werden beide in wechselseitiger Ergänzung zum Inbegriff des Gipfels im musikalischen Barock, indem sie über die Elemente des Zeitstils hinaus das Plus ihrer künstlerisch-machtvollen Persönlichkeit ins Gewicht legen. Oie Beisetzung -es Kreisbouernführers Oörrschuck. Unter sehr starker Beteiligung der Bevölkerung aus Stadt und dem Kreise Gießen fand gestern nachmittag auf dem Neuen Friedhof in Gießen die Beisetzung des auf tragische Weise durch ein Autounglück ums Leben gekommenen Kreisbauernfüh- rers D ö r r s ch u ck (Friedelhausen) statt. Zu der Trauerfeier hatten sich in der Friedhofskapelle mit den Angehörigen des Verstorbenen die Spitzen der Partei und der Behörden eingefunden, um dem unermüdlichen Kämpfer für das oberhessische Bauerntum die letzte Ehre zu erweisen. Mit den Vertretern des Landesbauernrates Hessen-Nassau waren u. a. erschienen der Landesbauernführer Dr. Wagner, die Kreisleitung Gießen mit Pg. K l o st e r m a n n an der Spitze, Kreisleiter Seipel (-Fauerbach), Gauarbeitsführer F a a tz , Standartenführer L u t - t e r und Obersturmbannführer M ü n k e r, der Führer der SS.-Standarte 83, I a f o b e r und Polizei- Entfaltung bringen. Den jungen Studenten Handel hat die erwachende Aufklärung in Halle sicherlich ebenso c rundlegend beeindruckt, wie ihn die Oper Hamburgs gefangen nimmt; die Anregungen des ita- üenischen Aufenthaltes fetzt er ebenso ins Schöpferische um, wie ihn die geistige Sphäre am Hofe .Hannovers und nicht zuletzt England mit seinem l*er breiten Oeffentlichkeit zugänglichen Musikleben und seiner großen Tradition der Musikübung seiner Reife entgegenführen. • Fast um die gleiche Zeit lernt Bach das Ham- ifumer Musikleben kennen und treibt ernste Studien m Lübeck bei Dietrich Buxtehude, den ja auch Händel in fröhlicher Gesellschaft ausgesucht hatte. Dennoch aber blieb sein Weg ein anderer; er nimmt Me Bürde des Amtes auf sich, Händel wird zum Künder für die breite Welt; als einen Tatmenschen iirängt es ihn, zur Menge zu sprechen. Bach fmdet m der Pflicht des -ihm zugewiesenen Kreises seine Befriedigung; ein Schaffen ohne Aussicht auf die Möglichkeit der Aufführung wird ihm sogar Selbstzweck in der „Kunst der Fuge". tit I. 6.30: Mol. 7. g 15: MB SchMnl. uni) W । 13; Rach' dm 6* Rachnch^ ten- ! 18: MS ft am Wege, stä wen mit -NU ten ans dcnt ! TanMusik> begegneten? Ihre Wege mußten aber getrennt s.ehen; das war in der Gegensätzlichkeit ihres per- Lnlichen Typus begründet. Ein jeder von beiden pni) die seiner Eigenart entsprechende Umwelt, und tonnte so die in ihm ruhenden Anlagen zu letzter Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeiuschaft „Kraft durch Freude". Urlaub ?fahrt in den Harz am 18. April bis 26. April. Schlußtermin für die Anmeldung 29. März. Fahrtkosten 39 Mark. Ostern mit den ersten grünen Wäldern lockt. — Gerade der schöne grünende Harz mit seinen bunten Hängen und alten Städtchen wird unsere Osterurlauber aufnehmen. Wernigerode, Ilsenburg und Nachbarorte nehmen die Urlauber auf. Reiche Möglichkeit zum „Osterspaziergang" werden hier geboten, sei es durch die Täler mit ihren Bergwässern und Wasserfällen, ober über die mit Wald grünenden Hügel des Harzer Berglandes. Eine Tagesfahrt nach Goslar und Harzburg führt in die historischen Städte, so z. B. Goslar mit seiner alten Kaiserpfalz. Weist Wernigerode schon einen besonderen Reiz in seiner schönen Bauart auf, so werden gerade diese Fahrt und die Wanderungen den eigenartigen Charakter des Harzerwald-Landes schön umrahmen. NSLB., Kreis Gießen. Fachschaft „Körperliche Erziehung" Bezirk Gießen. Der Turngang nach Leihgestern mit anschließender Turnlehrprobe findet voraussichtlich am Mittwoch, 3. April, statt. Näheres wird noch bekannt- gegeben. Das Arbeitsbuch. Vor einigen Tagen wurde durch Bekanntmachungen des Gau-Berufs-Bildrmgsamts des deutschen Gaststättengewerbes in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Gießen, Wiesbaden und anderen Stäöten in Hessen-Nassau u. a. auch die Einführung eines Arbeitsbuches erwähnt, die in weiten Kreisen der Arbeitnehmerschaft auch aller anderen Berufe naturgemäß das größte Interesse wachrief. Erkundigungen beim Landesarbeitsamt und der Deutschen Arbeitsfront haben darüber folgendes ergeben: Um die Verteilung der deutschen Arbeits Große Bauernkundgebung in Wetzlar einzelnen S)auptanteuungen |tan, Abschluß der winterlichen Propagi einmal jedem die Bedeutung der Er irzeugungsschlacht tum gerettet hat. Am Vormittag fanden die Sondertagungen der einzelnen Hauptabteilungen statt, in denen zum Abschluß der winterlichen Propagandaarbeit noch gemeinschaft ist es, unter Verwertung der in der „Woche des deutschen Buches" gewonnenen praktischen Erfahrunaen diese Zusammenarbeit in planmäßiger Weise fortzuführen und auszubauen. Die Anschrift lautet: Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung, Berlin W 8, Mohrenstraße 65. Deutsche Maschinenschreib-Meisterschast 1935. Eines der wichtigsten Ereignisse des Deutschen Stenographentages 1935 in Frankfurt a. M. wird die Austragung der Deutschen Meisterschaft im Maschinenschreiben sein. Zum erstenmal werden die Maschinenscyreiber in Deutschland ihr Können unter Beweis stellen. In Amerika wird das Maschinenwettschreiben seit Jahrzehnten gepflegt. Schon 1906 wurde dort die erste Maschinenschreib-Meister- schäft ausgetragen. Zur Zeit hält George Hoß- f i e l d , ein Deutsch-Amerikaner, mit einer Leistung von 135 Wörtern in der Minute — 775 Netto-Anschlägen — die Meisterschaft im Maschinenschreiben. In Deutschland werden nun in Zukunft regelmäßig Leistungsschreiben zur Ermittelung des deutschen Meisters im Maschinenschreiben abgehalten werden. Das Maschinenschreiben, das oft noch verkannt wird, soll in das yelle Licht der Oefsentlich- keit gerückt und ebenso wie die Kurzschrift zu einem Volksgut gemacht werden. Wie wichtig das ist, geht aus den Veröffentlichungen der Arbeitsämter im ganzen Reich hervor, die besagen, daß ein Mangel an tüchtigen Stenographen und Maschinenschret- bern besteht. Die Meisterschaft wird unter folgenden Bedingungen ausgetragen: Teilnahmeberechtigt sind alle deutschen Maschinenschreiber ohne Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit ,tur Deutschen Stenographenschaft, allerdings nur Zehnfingerschreiber. Die Schreibmaschinen sind von den Teilnehmern selbst zu stellen. Alle Marken sind zugelassen. Das Schreiben wird in drei Gruppen durchgeführt: Anfänger (Mindestforderung 180 Anschläge je Minute), Praktiker (Mindestforderung 240), Meisterschreiber (Mindestanschläge 300). Für die beste Arbeit in der letzten Gruppe wird der Titel „Deutscher Meister im Maschinenschreiben 1935" verliehen. Die genauen Teilnahmebedingungen sind durch alle Ortsgruppen der Deutschen Stenographenschaft erhältlich. Evangelium und Aottsium in Spanien In der Stadtkirche fand gestern abend ein Licht- bibdervortrag statt, der sehr gut besucht war. Nach einem Orgelvorsviel und dem gemeinsam gesungenen Liede „Ach bleib mit deiner Gnade" hielt Pfarrer Becker eine kurze Ansprache, in der er die zahlreichen Teilnehmer begrüßte, insbesondere den Redner willkommen hieß. Dann sprach Pfarrer Theodor F l i e d n e r (Madrid) über das Thema „Evangelium und Volkstum in Spanien". Er stellte feinen Ausführungen das Gleichnis vom Weizenkorn voraus und wies darauf hin, wie gerade dieses Gleichnis für die evangelische Arbeit in Spanien zutreffe. In Spanien sei dieses „Leben durch Sterben" in lang-r, schmerzlicher Ge- gezeigt wurde. Am Nachmittag bildete die K u n d g e b u n g auf dem Domplatz den Höhepunkt des Tages. Nach Ankunft des Gauleiters und des Landesbauernführers, die von der Menge freudig begrüßt wurden, eröffnete Kreisleiter Haus die öffentliche Kundgebung. Nach einem Sprechchor der HI. nahmen Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger und Landesbauernführer Dr. Wagner die Ehrung verdienter Landarbeiter der Kreisbauernschaft Hessen- Nassau Nord-Ost vor. Dann ergriff der Gauleiter das Wort. Er betonte, daß auf dieser Kundgebung der Stolz des Bauern auf seine Trbeit zum Aus? druck komme. Er wies auf die Unterdrückung des Bauerntums in der Epoche des. Liberalismus hin, die schließlich zu nichts anderen als dem völligen Untergang des gesamten Bauerntums hätte führen müssen. Das würde aber, so erklärte der Gauleiter, auch den Untergang für das gesamte Volk bedeutet haben, dessen Bestand nur in dem Bauerntum verankert ist. Der Gauleiter wies auf die Kräfte hin, die seit Jahrzehnten, fa fast seit einem Jahrhundert auf die Zerschlagung des deutschen Bauernstandes hinarbeiten; damit sollte bann auch Deutschland überhaupt getroffen werden. Dem Angriff, der in der Zeit um 1870 erfolgte, sei schon Bismarck entgegengetreten. Bereits damals sei es die Absicht gewesen, Nahrungsmittel in großen Mengen aus fremden Ländern einzuführen und damit die Arbeit der deutschen Scholle zu verdrängen. Der Gauleiter wandte sich bann weiter u. a. den Der- Wetzlar, 25. März. (Lpb.) Hier hatte sich am gestrigen Sonntag auf dem fahnengeschmückten Domplatz eine vieltausendköpfige Menschenmenge zu ber nationalsozialistischen Bauernkundgebung der Gauleitung und der Landesbauernschaft eingefun- den. Viele Bauern waren aus den Dörfern an der Lahn und der Dill herbeigeeilt. Jeder wußte, daß dieser Tag vom Geiste unseres Führers Adolf H i t- ler beseelt sein würde, der das deutsche Bauern- hältnissen der Nachkriegszeit zu, in dem das System-Deutschland" versuchte, unsere Landwirtschaft zu rationalisieren. Auch das sei ein Kampf gewe- sen, der sich genau so gegen das deutsche Bauerntum richtete, wie die geschilderten Bestrebungen der Vorzeit. Aus den Worten des Gauleiters erklang weiter die Rettung des deutsckenBauern- t u m s nach der Machtübernahme Adolf Hitlers. Er ging auf die Errichtung des Reicksnähr- standes ein und wies auf die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen hin. Dann wandte er sich dem R e i ch s e r b h o f g e f e tz zu und erklärte dabei u. a., daß allein schon die eine Tatsache, daß nunmehr wieder bäuerliches Recht des Bauern selbst gesprochen werde, von ungeheurer Bedeutung und Tragweite sei. Er ging weiter auf die Rasse- frage ein und wies auf die Zusammenhänge der Einführung der allaemeinen Wehrpflicht zum deutschen bäuerlichen Mann hin. Zum Schluß feiner Ausführungen wandte sich der Gauleiter den Problemen der Erzeugungsschlacht zu, deren großes Ziel die Versorgung des deutschen Volkes mit seinem notwendigsten Lebensbedarst aus eigener Scholle und somit die Erringung der unabhängigen Ernährungs- grundlage Deutschlands sei. Der Führer habe Deutschland frei und unabhängig gemacht, an dem deutschen Bauern hinge es nun, in der Erzeugungsschlacht an dieser großen Aufgabe mitzuorboiten. Stürmischer Beifall dankte dem Gauleiter für seine Worte, in denen er dem Bauerntum von Oberlahn, Dillenburg, Biedenkopf und Wetzlar einen Ansporn zur Zusammenfassung aller Kräfte in dem nun beginnenden friedlichen Kampf der Scholle für das Volk gegeben hatte. Den eindrucksvollen Worten des Gauleiters fügte der Landesbauernführer nur kurz noch die Aufforderung an die Bauern an, jeder Bauer solle jetzt an die Arbeit gehen und eine Pflicht tun, um die Nahrungsfreiheit des deut- chen Volkes zur Sicherung feines Bestandes zu chaffen. Unseren Herrgott müsse jeder Bauer um gut Wetter bitten für Deutschland, um unseres Volkes notwendigste Güter schaffen zu können. Die Kundgebung wurde mit dreifachem Sieg- Heil auf unseren großen Führer Adolf Hitler und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. kräste in der deutschen Wirtschaft zu gewährleisten und zur Bekämpfung der Schwarzarbeiter und Berufsfremden wird durch das Gesetz vom 25. 2. 1935 ab 1. April d. I. das Arbeitsbuch eingeführt, und zwar für alle arbeitenden Volksgenossen. Alle Arbeitnehmer dürfen danach nur noch dann beschäftigt werden, wenn sie im Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind. Zu diesem Gesetz werden in Kürze Ausführungsbestimmungen erlassen, welche näheres über den Kreis der Personen, für die Arbeitsbücher auszustellen sind, und den Zeitpunkt der Ausstellung enthalten. Bis jetzt liegen jedoch weder bei den Arbeitsämtern, noch bei der Deutschen Arbeitsfront nähere Angaben darüber vor, so daß Anfragen zwecklos sind. Die Arbeitsbücher werden zu gegebener Zeit von den Arbeitsämtern ausgestellt, und sobald die diesbezüglichen Anweisungen vorliegen, bas Nötige bekanntgegeben. Sitzung des Kreistages Gießen. Am morgigen Mittwoch', 10 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz, die diesjährige ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen statt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Prüfung und Begutachtung der Rechnung der Kreiskasse und des Verwaltungsberichts des Kreisausschusses für das Rechnungsjahr 1933. Hierauf folgt die Beratung des Voranschlags des Kreises Gießen für bas Rechnungsjahr 1935 unb in Verbindung bannt bie Beschlußfassung über bie Aus- schlagssätze für bie Kreisumlagen unb bie Kreis- fonbergebäubefteuer für bas Rechnungsjahr 1935. An britter Stelle steht eine Vorlage über bie Schaffung einer zweiten etatsmäßigen Sekretärftelle bei dem Kreisfürsorgeamt. Anschließend als Punkt 4 Verschiedenes. Einrichtung einer Poststelle in Hausen (Kreis Gießen). Vom 1. April ab wird bie bisherige Post- unb Telegraphenhilfsstelle Hausen in eine Poststelle umgewandelt Die Poststelle hat die Eigenschaft einer Postanstalt im Sinne des § 1 des Reichspostgesetzes, b. h. bas Recht ber Beförderung von Briefen von unb nach Hausen gegen Bezahlung hat allein bie Post. Die Poststelle ist zur Annahme unb Ausgabe von Postsenbungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Vermittlung von Ferngesprächen befugt. Ferner werden Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen angenommen und die Heeres-, Invaliden-, Unfall- usw. Renten für alle in Hausen wohnenden Rentenempfänger bei der Poststelle ausgezahlt. Die Poststelle führt die amtliche Bezeichnung .^Hausen, Kreis Gießen". Mit Rücksicht darauf, daß es in Deutschland 91 Gemeinden mit dem Namen „Hausen" gibt, ist es wichtig, baß bet allen Postsenbungen nach bem in Rebe stehenden Hausen bie richtige Bezeichnung „Kreis Gießen" angegeben wirb. Neichsarbeitsgemeinschast für Deutsche Buchwerbung. Die Reichsschrifttumskammer hat in Verbinbung mit bem Werberat ber beutschen Wirtschaft, bem Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung, bem Börsenverein ber beutschen Buchhänbler, bem Bunb reichsdeutscher Buchhändler, der Reichsschrifttumsstelle beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums eine Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung gegründet, deren Leitung in den Händen des Vizepräsidenten der Reichsschrifttumskammer, Dr. Heinz W i s m a n n liegt. Während ber „Woche bes beutschen Buches" hat bie Reichsschrifttumskammer erstmalig mit Hilfe unb Unterstützung aller am Schrifttum interessierten Organisationen, Stänbe.unb Berufsgruppen für bas beutsche Buch geworben. Der Erfolg hat ben Wert biefer umfassenden Zusammenarbeit unter Beweis gestellt. Aufgabe ber neu gegründeten Reichsarbeitsschichte des Evangeliums bewiesen. Es sei eine weitverbreitete, aber irrtümliche Meinung, daß Spanien ein unbedingt katholisches Land lei. Ferner glaube man, daß Evangelium und Volkstum in Spanien sich gegenseitig ausschlössen. Demgegenüber sei zu sagen, daß sich beide fast erforderten. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich ber Redner mit der Geschichte des Evangeliums in Spanien, schilderte Sevilla als die Heimatstadt des Evangeliums in diesem Lande unb im Einzelnen ben Kampf ber Männer, von denen das Evangelium allen Widerständen zum Trotz verbreitet wurde. Von Castolore de Re nga, dem spanischen Luther, sei die Bibel in die spanische Sprache übersetzt und seitdem immer wieder in Spanien vertrieben worden, wenn auch viele Einwohner des Landes keine Möglichkeit hatten, die Bibel zu lesen, sondern darauf angewiesen gewesen seien, sich bie Bibel vorlesen zu lassen. Der Redner sprach von ben Verfolgungen ber evangelischen Christen unter Karl V. unb Philipp II., von einer Opferstätte, auf der fünfmal Bekenner des evangelischen Ehristen- tums auf bem Scheiterhaufen ihr Leben aushauchten. .. Weitere interessante Einzelheiten übet ben Kamps ber Verfechter bes evangelischen Glaubens hörte man aus bem 19. Jahrhunbert. Jene, bie um die Mitte bes 19. Jahrhunberts bas Evangelium in Spanien wieder erweckten, seien keine Ausländer, sondern Spanier gewesen. Die evangelischen Gemeinden aber konnten sich gegen bie mächtige katholische Kirche nicht halten, fonbern beburften ber Hilfe. Deutschland habe geholfen. Bald nachdem Pfarrer Fritz F l i e b n e r nach Spanien gekommen sei, habe bas Arbeitsfelb erweitert werben können. Es seien Schulen in vielen Orten gegründet worben, in benen bie Jugend viel zu lernen Gelegenheit hatte. Die evangelishen Schulen seien zu wahrhaften Segensströmen für das Land geworden. Gleichzeitig habe sich die Notwendigkeit ber Heranbildung evangelischer Pfarrer herausgestellt. Allen Widerständen zum Trotz sei auch eine ent« sprechende Stätte geschaffen worben. Heute erfreuten sich die Träger des evangelischen Lebens in Spanien alles Vertrauens in Dörfern unb Städten. Mancher evangelische Lehrer sei zum Dorfrichter geworben. Das spanische Volk bringe in vielen Ge> meinben große Opfer, um ben evangelischen Geistlichen halten zu können. Zum Schluß schilderte bet Rebner ben rounberbaren Sieg bes Evangeliums in einem kleinen weltabgeschiebenen spanischen Bergborfe. Der Vortrag, der durch zahlreiche Lichtbilder veranschaulicht unb vertieft würbe, wurde von ben zahlreichen Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. In einer kurzen Schlußansprache sprach Propst K n o b t bem Redner ben Dank aus für ben Blich den er in diese Welt gestattete, betonte, daß diesem Werke unsere Taten, unsere Liebe und unsere Ein alter Brauch: Am Samstag mittag kommt eise kräftige Suppe als Haupt« gericht auf den Tisch, z. B. „änort Erbsen mit Speck" oder „mit Schinken" (beide Sorten nur 20 Minuten Koch« zeit)! Geben Sie in diese Suppe einige geröstete Brotwürfel ober ein Baar Würstchen oder ein gekochtes kleinge* schnittenesSchweinsohr:Das schmeckt und sättigt! 1 Knorr Suppenwürfel» 2 reichliche Teller nur 10 Pfennig. Schon seit 5 0 Q a b c e n i J&WMi Suppen - gute Suppen! Oie Zfflandstöchter und ihre Freier. Vornan von J. Gchneider-Foerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 14. Fortsetzung Nachdruck verboten! Eben über diesen „Salzofen" führe der Weg zur Karrer-Alrn. Ob sie dort Skilaufen wolle? „Das nicht", erklärte Klaudine, „aber ein Verwandter befindet sich dort, unb Tante möchte gern wissen, wie man ihm Nachricht zukommen lassen könnte." Vierlänber meinte, wenn nicht alles eingeschneit wäre, käme wohl ab unb zu ber Briefträger bis in bie unteren Höfe. Auf bie Karrer-Alm aber kaum. Sie sollte bie Abresse etwa so fassen: Karrer-Alm — Post Bruck an ber Mur, Steiermark. Wie es ber gnädigen Frau gehe? Hoffentlich gut. Er würbe morgen selber wieber nachsehen kommen. Henriette würbe sehr kleinmütig. „Selbst wenn ich gefunb wäre", meinte sie, „würbe es lachhaft sein, wenn ich zu Niels fahren wollte. Was sollte ich benn bort oben im Gebirge anfangen? Wie benn überhaupt hinaufkommen? Ich kann mir doch nicht Skier an bie Beine schnallen! Unb bann in der Hütte — ich weiß zwar nicht, wie es in solchen Hütten aussieht, aber ich vermag es mir so ungefähr vorzustellen, ich kenne sie von Erzählungen unb Abbilbungen her. — Ich bitte bich, Klaubine, sag' boch etwas! Bob hat gar nicht bebacht, nach was er verlangte." „Soll ich reifen, Henriette?" Klaudine schrak zusammen, so heftig hatte die Stiefmutter nach ihrer Hand gegriffen. ,,3a, Klaudine! Ja! Das wäre ein Vorschlag. Reise du, bitte. Gott, was du für ein kluges Mädchen bist! Mir selbst wäre diese Lösung nie eingefallen. Du reist also. Du hast doch nicht etwa Angst? — Nein, ich meine", erklärte sie, als Klaudine lächelte, „Angst vor Niels." „Oh! Warum sollte ich Angst vor ihm haben? Ich kenne ihn ja gar nicht. Und er mich ebensowenig. Er braucht daher auch gar nicht zu wissen, wer zu ihm kommt, unb baß es jemanb von uns ist, ber seinetwegen nach ber Karrer-Hütte fährt. Ich komme einfach ganz zufällig. Es werben doch sicher mehr Touristen ben Weg borthin nehmen. Unb bann bleibe ich eben solange es notroenbig ist." „Ausgezeichnet!" meinte Henriette. „Ich bemun- bere bich, Klaubine. Wirst bu in zwei Tagen fertig fein können?" „Womit?" fragte Klaubine erstaunt. Sie war in Gedanken schon auf bem Weg zur Karrer-Hütte gewesen. „Mit bem Packen, den Vorbereitungen/ Klaubine mußte im stillen lächeln. „Ich nehme natürlich nur soviel mit, als in einem Rucksack Platz hat. Ein bißchen Wäsche, ein Kleib zum Wechseln unb bie notroenbigften Kleinigkeiten. Das genügt vollkommen, unb ich bin komplett. Nur meine Skier brauchen vielleicht eine neue Binbung." „Du nimmst natürlich aus ber Kasse soviel bu benötigst." In Klaubines Gesicht glühte ein tiefes Rot auf. „Auch um bas Reifegelb mühte ich bich bitten, Henriette." „Das ist boch selbstverstänblichl" Sie zog bas Mäbchen zu sich herab unb küßte es herzlich. „Tust bu's gerne? Ich meine, ob es bir nicht ein allzu großes Opfer ist, zu Niels zu fahren'." „Es ist mir kein Opfer", geftanb Klaubine ehrlich. „Unb wenn bein Sohn nicht bort krank liegen würbe, könnte ich mich sogar freuen. Ich bin schon so lange nicht mehr gereift." Frau Henriette strich freunblich über bie Hanb ihrer ältesten Stieftochter unb lächelte. „Das holen wir alles nach. Jetzt schickst bu sofort ben Kutscher nach ber Stabt um eine Binbung für beine Schneeschuhe. Willst bu nicht überhaupt lieber ganz neue haben?" Das wollte Klaubine nicht. Die alten waren ihr vertrauter. — * Luzie horchte erstaunt auf bas, was bie Schwester zu berichten wußte. „Warum habt Ihr benn nicht mich geschickt?" fragte sie ein bißchen gekränkt. „Ich wäre auch einmal so gern 'rausgekommen. Ich bin noch nirgenbs gewesen. Ich weiß auch gar nichts mit Henriette anzufangen. Dann muß sie sich eben eine Pflegerin nehmen, wenn bu gehst." „Pfui!" versetzte Klaubine unb faßte Luzies wi° berftrebenben Arm. Unb als bie Kleine unbeherrscht zu schluchzen begann, zog sie sie neben sich auf ben Diwan unb stellte ihr vor, baß es eine Schanbe wäre, bie Pflege ber zweiten Mutter jemanb Frem- ben zu überlassen. „Wo wir boch ausschließlich von ihrem Gelbe leben, Luzie. Wo jeher Pfennig, ber für Haslbach ausgegeben wirb, von ihrem Vermögen stammt. Unb Fritz ftubiert auf ihre Kosten. Wir hätten schon längst von Haus unb Hof gemußt, wenn sie uns bie Hypotheken fünbigte. Sie bekommt nicht einmal Zinsen bafür. — Um Dankbarkeit zu zeigen, gehe ich nun auf bie Karrer- Hütte. Wir können doch nicht immer nur nehmen! Wir müssen boch auch etwas bafür geben. Wenigstens im Rahmen bes Möglichen. Ich pflege ihren Stiefsohn unb bu pflegst sie, bannt sie wenigstens unseren ehrlichen Willen sieht." „Aber auf ber Karrer-Hütte wär's schöner!" meine Luzie. Klaubine hatte Mühe, nicht ungebulbig zu werben. „Was wäre benn bort schöner, Kleines? Wie denkst bu bir benn bas? Eingeschneit in ber Einsamkeit, Niels Pöttmes in irgenbeiner verrußten Kammer und mit einem mürrischen Alten, der kocht unb seine Geißen melkt, wenn er überhaupt welche hat." „Aber bie vielen Touristen, bie ba hinkommen!" „Das bürsten nur wenige sein", kühlte Klaubine Luzies Phantasie ab. „Außerbem kannst bu mit betnen sechzehn Jahren noch keinen Mann pflegen." „Aber bu bafür!" kam es trotzig zurück. „Schon eher", meinte Klaubine lächelnb. „Unb bann — Luzie gönn’ mir die Reise boch! Seit Margot sich mit James Pick so ohne allen Aschieb da- vongeschlichen hat, kann ich mich nicht mehr zu- rechtfinben. Vielleicht komme ich rascher wieder ins Gleichgewicht, wenn ich für eine Zeit fortgehe." Luzies Antwort bestaub aus einem halben Dutzenb Küssen. Alles sollte so sein, wie bie Klaubi es wollte. Unb zu kümmern brauche bie Schwester sich überhaupt um nichts. Sie würbe schon nach bem Rechten sehen. Unb bie anberen seien ja auch noch ba: Die Ranne in ber Küche, bie beiben Stubenmädchen, ber Kutscher unb ber Verwalter. „Eigentlich viel zu viel!" meinte sie, schon wieber lachend. Am Nachmittag packte Klaubine ihren Rucksack. Am Abenb brachte ber Kutscher bie neue Binbung. Am anberen Morgen reifte sie ab. Frau Henriette bestaub barauf, Klaubine vom Fenster aus noch einen Gruß zuzuwinken. Luzie begleitete bie Schwester bis zur Station. Währenb ber Heimfahrt brückte sie bas Gesicht tief in ben Pelz ihres Mantelkragens. Peter, ber alte Kutscher, sollte nicht sehen, baß sie meinte. Aber als er bann seine Hanb verstohlen zu ihr herüberschob, schluchzte sie unbeherrscht auf. „Glaubst bu, baß man bas aushält, Peter?" „Alles hält man aus", meinte er stoisch. „Unb sie kommt ja wieber, bas Fräulein Klaubine. Wär' schlimm, wenn sie nimmer käme." Das hatte Luzie bis jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen. Furcht- unb frostburchschauert kuschelte sie sich enger an ben Alten. Niels Pöttmes lag auf ber harten Matratze in Varthelmes' Kammer unb fühlte in ber Gegeub ber Herzgrube etwas noch nie Gekanntes, noch nie Gefühltes: Ein Drücken, Ziehen, Zufammen- preffen, bas sich nur mit bem Begriff „Angsi" erklären ließ. Noch nie in feinem Leben hatte er Angst gehabt. Nur verspürte er sie. Unb wußte nicht warum. „Dös kimmt grab von bem bamisch'n Wetter", meinte Barthelmes, ber mit einem Blechlöffel bie Milch in ber Tasse umrührte. „Dös kenn' i scho: Da wirb 's an auf amol ganz anberft. Davonlaufen möcht' ma! UeberaH sieht ma was, dos auf an specht (lauert). Grab' als ob ma sich allweil bucken müaßt, weil in der nächft'n Minut'n a Schlag obakimmt." „Die ganze Nacht hat es gesungen draußen", sagte Niels. „Ja !Net?" sekundierte Barthelmes Verständnis- voll. „Wia wann aner auf aner Harpfen (Harfej klimpern tuat. A grab a so. Aber wia i sag': Es is nix! A Sorg ohne Nam'. Aengst'n, ohne bah ma weiß, vor wos. Aber bös geht all' ßeufn gleich: Wann ber Föhn kimmt, schlag'n b’ Bauern 's Kreuz. D' Bäuerinnen fangen z' Rumor'n an. Koa Mensch kann eah'n mehr was recht rnach'n. Die Dearbln san wia verhext. Unb ’s Viech erst! Derfst es glauben, Herr Pöttmes — ba fyab i scho biamol a Stuck zehn Küah z' höchst vom Grat obag'holt. San halt gewissermoß'n a Frauen« zimmer, be Küah. Unb be Frauenzimmer, benen tuat ers am bessern an, ber Föhn. — — 3$ jetzt bie Milli no net kalt g'nua?" Niels wollte sich ein wenig aufrichten unb ver« zog ben Munb. „Bleib'ns nur lieg’n", mahnte Barthelmes unb hielt ihm bie Tasse an bie Lippen. „Is zürn trinf'n? Hätt'ns a Stück! Zucker nei woll'n? 5 mag’s net mit an Zucker." Niels mochte sie auch lieber ohne. Mit ber geleerten Tasse stapfte ber Alte nach ber Wohnstube zurück unb legte zwei schwere Buchenklötze in ben ohnedies hitzesprühenden Ofen. Die Kammer, in der Pöttmes lag, verspürte sonst nichts von der Wärme. Dann trat er noch ein« mal unter die Tür, nickte dem Kranken, der mil offenen" Augen dalag, zu und ging vor bie Hütts, ■um Holz zu fügen. Der kreifchenbe, immer gleiche Ton brang Niels herein unb vermehrte besten Melancholie. Warum lag er benn eigentlich hier? Unb nicht in bem schönen, neuen Krankenhaus, von bem ber Primararzt, ber seinen Fuß schiente, erzählt hatte? Damals wäre es mit bem Talabwärts bringen noch ein leichtes gewesen. Jetzt ging er nicht mehr. Die Wänbe ber Hütte schienen nicht ganz dickt zu sein, benn er fühlte immer einen feinen, W ten Strom an Hüften unb Schultern hinziehen. Die Decke war rauh unb kratzte unangenehm. Der Blechlöffel flößte ihm immer noch Ekel ein, ob« wohl ihn ber Barthelmes ganz neu von ber Stadt heraufgeholt hatte. Warum er keinen silbernen gß‘ kauft habe? hatte er ben Alten gefragt, ba er ihm ja reichlich Gelb mitgegeben hatte, unb nicht* als einen entrüsteten Blick zur Antwort betonr men ob solcher Derschwenbungssucht. Die Karrer-Hütte hatte wahrscheinlich noch n» einen Silberlöffel gesehen. „Wann'st b' Augen zuamachst, Herr Pöttmes schmeckt's akkurat a so, wie mit an fülbernen." Aber man konnte boch nicht immer bie Augen zumachen, wenn man aß. — (Fortsetzung folgt l) Gii ''Mcheninarlt 1,50 W fiäft, bas S bis 9, Wich 10 bis 12, 5 bis 12, Note Ilnterkohlrabi loh! 35 bis Zwiebeln 12 wurzeln 25 I ZF bis 3^( 35 Pf, Honig toi)l 30 bis 6 25, Lauch 5 J bis 40, Nadii ' -Tage« Fachschaft H> unb Mtirwi Nealgymnasii über Schalltr tivnastozialist besten, 20 Uh des Landesbe „Blut unb B die Lustspiele Schwingen". ..Hochzeit air geling - ßitfen: 20 Z SBernermaff, ß [Vft Glesius betainchng in Vorführungen - Spie Theater. 21 geschrieben: Kühne mus , -.Die armfelii werden. Stal Lustspiele „D der Spielleii Unb „Gelähr unter der Si । Uruyg. M Egling ers L°nkung, fer Niger, Hub, GJLtfpoti Das Ei mit dem ehrlichen Gewicht. Die Bezirks'EierverwertungS'Genossenschaft Gie- Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis) «n iurzeln 25 bi- 30, Kartoffeln 4 Pf„ der Zentner mrd! 2 !.4O bis 3,50 Mark, A-pfel, das Pfund 25 bis vuroe, wiC'.i . . ,—. .n s... ctwirf An Wumpn» Her Spielleitung von Intendant Hanns König ■t llind „Gelähmte Schwingen" von Ludwig Thoma I mnter der Spielleitung von Karl Löser zur Auf- iühruyg. Mitwirkende Damen: Frau Schubert- Hüngling erstmalig wieder nach ihrer langen Er- 'S»' Obecheffen Ernennung von Bürgermeistern. in in in in großer M sprach Pttsi für den M ite, daß bitla e und unfr' und in Breslau verlor Schlesien mit 8:12 gegen Brandenburg. e als HM B. „Snort litÄlM" 'nuten W uppeeW M W DasschM MNwüllel- [0 Pfennig. fahren, Suvpenl irranfung, ferner Decker, Pflug, Wielander; Herren feiger, Hub, Lüpke, Volck. war gezwungen, _ , , _ , kommt noch eine zweistündige Fahrt in einem ganq gewesen. Ä /A Tv. Hörnsheim — Tv. ©a mb ad) 5:9 (3:4). Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zeigten sich die Gäste nach der Pause von ihrer besten Seite. Sie hatten bei ihren Erfolgen allerdings das Glück, daß der einheimische Schlußmann vollkommen versagte, während der ihrige die schwierigsten Balle meisterte. ** Straßensperre. Wegen Wasserleitungs- Arbeiten wird die Ortsdurchfahrt Utphe im Zuge ter Straße Gießen—Gelnhausen vom 28. März bis 3. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Um- situng erfolgt über Kreuz Trais-Horloff—Bellers- * :»eim—Wohnbach—Wölfersheim ober Berstadt und — Spielplanänderung i m Stadt- , h e a t e r. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge Erkrankung von Herrn Kühne muß die Erstaufführung von Hauptmanns Die armseligen Besenbinder" zunächst verschoben oerben. Stattdessen kommen heute abenb bie beiben Lustspiele „Die Neuvermählten" von Björnson unter * Gießen, 26. März. Auf dem heutigen iOochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund l„50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., iräfe, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8V2 I15 9, Wirsing, das Pfund 25 bis 30, Weißkraut D bis 12, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüden 10 lis 12, Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, r nterkohlradi 10 dis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosen- !ohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 dis 15, Meerrettich 30 dis 60, Schwarz- Landkrels Gießen. od Heuchelheim, 25. März. Am Samstagabend hielt der T u r n o e r e i n in seiner Turnhalle die Frühjahr» • Hauptversammlung einen klaren und verdienten Sieg. Wohl waren bie Vorbedingungen nicht bie günstigsten. Man Fett und Schäfer zu ersetzen, dazu I® Pf., Honig 40, Tauben, bas Stück 60, Blumen- |bh{ 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis !5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 Ins 40, Radieschen, das Bündel 20 Pf. bierL dB! ■ us»Xu erz°, SW.! w. Eine deutsche Fechtermannschaft, be- stehend aus Rosenbauer (Frankfurt),^ Dblt. Lerd on (Wetzlar), Geiwitz (Ulm) und R 6 t h i g (Hamburg), wird am 27. März in Nizza einen Degen-Vierländerkampf gegen Frankreich, Italien und Belgien bestreiten. Stand der Fußballspiele in den Kreisklaffen. Aufstiegspiel: Tgde. Wetzlar — Heuchelheim 3:1. Derbandsspiel: Kinzenbach — Hohensolms Hohensolms nicht angetreten. Gesellschaftsspiele : Großen - Buseck — Grünberg 7:1; Großen - Buseck II — Grünberg II 4:3; Steinberg — Großen-Linden 2:3; VfB. II. — Dillenburg II 1:2; Gardenteich — VfB. III 5:2; Launsdach — Treis 2:1; Rodheim — Altenvers 3:6; Steinbach — Lich 2:1; Leihgestern — Lollar 2:2; Wieseck — Lollar komb. 1:2. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck — Grünberg I 7:1. Am vergangenen Sonntag trafen sich beide Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Buseck. Entgegen mancher Erwartung mußte der Gegner eine völlig eindeutige Niederlage hinnehmen. Die Elf von Großen-Buseck zeigte wieder einmal mehr viel Kampfgeist, der sie mancher anderen Mannschaft gleichstellt. Die Zuschauer sahen ein schönes Spiel, bas allgemein befriedigte. Etwa in der 15. Minute erzielten die Einheimischen das erste Tor. In regelmäßigen Abständen erhöhten sie auf sieben Tore, denen die Gäste nur bas Ehrentor entgegenzusetzen vermochten. Vor diesem Spiel trafen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Die zweite Elf des Gastgebers trat nach langer Pause zum ersten Male wieder auf den Plan, zeigte al)er ein Spiel, wie man es nicht erwartet hatte dnb siegte mit 4:3 Toren. To. Hörnsheim II — Tv. Gambach II. Die zweiten Mannschaften beider Vereine trennten ich nach schönem jederzeit verteiltem Spiel mit einem knappen 6:5-Sieg Hörnsheims. Tv. Launsdach — Tv. Treis 15:3 (6:3). In diesem Spiel kam die größere Spielerfahrung der Gastgeber deutlich zum Ausdruck. Sie waren nicht nur schneller am Ball, sondern sie verstanden es auch, rede Chance auszunutzen. Die Gäste waren eifrig, man vermißt bei ihnen aber bas produktive Stürmerspiel. _ „ Tv. Holzheim — Tv. Kir ch-Gäns 6:6 (3:4). Kirchgöns mußte auch in diesem Spiel wieder die derzeitige Stärke der Kreisklassen-Mannschaften fühlen. Das Treffen war vollständig ausgeglichen und auch der Ausgang muß als gerecht angesprochen werden. Während man bei den Gästen das technisch reifere Spiel sah, konnten die Einheimi- fchen durch großen Elfer gefallen. Tv. Groh-Rechtenbach — Tv. W. - Nie * bergirmes 10:11 (4:8). Beide Mannschaften Ite» ferten sich einen spannenden Kampf, der ein Unentschieden verdient hätte. Die Platzbesitzer waren durch bas Einstellen eines Ersatztorhüters stark im Nachteil. Tv. Groh-Rechtenbach II — Tv. W. - N i e- bergirmes II 6:5 (4:3). Auch hier sah man ein schönes und schnelles Spiel, bas bie Einheimischen durch ihren besseren Sturm für sich entscheiden konnten. Tv. Pohl-Göns — Tv. Münchholzhau» fen 6:13 (1:6). Mit diesem Sieg hat Münchholz- häufen bewiesen, daß es seine alte Spielstärke wie- oergeroonnen hat. Eine Mannschaft, die an den Endspielen um die Gaumelsterschaft teilnimmt, mit einem derartigen Ergebnis zu schlagen, bedeutet einen außergewöhnlichen Erfolg. Tv. Pohl-Göns II — Tv. Mü n chh o lz h au- f e n II 4:5 (4:1). Auch die zweite Mannschaft . konnte, wenn auch etwas glücklich, einen Sieg landen. 3ugenbfpiete: Tv. Pohl-Göns — Tv. Münchholzhau- f e n 6:3 (4:2). Beide Mannschaften lieferten sich ein sehr schönes Spiel, das die körperlich weit stärkeren Platzbesitzer sicher gewinnen konnten. Tv. Dornholzhausen — Tv. Dutenhofen 10:5 (4:2). Dieses ebenfalls sehr schön verlaufene Treffen brachte den Einheimischen, die doch über bie größere Spielerfahrung verfügen, einen verbleuten Sieg. Tv. Holzheim — Tv. Kirch-Göns 2:12 (0:8). Die Gäste haben eine gut eingespielte Jugendelf, bie ihrem Gegner nicht nur körperlich, sondern auch technisch in jeder Beziehung weit überlegen war. Tv. Dorlar — Tv. 2111 e n b o r f a. b. Lahn , 4:0 (2:0). Die Allendörfer leisteten sich ein ganz schwaches Spiel. To. Lang-Göns — Tv. Hochelheim 4:12. (2:6). Die Einheimischen hatten einen schlechten Tag . und mußten sich eine hohe Nieberlage gefallen laf- i fen. Das Spiel ber beiberfeitigen Schülermann- . schäften war bagegen vollstänbig ausgeglichen und , sah bie Gäste als glücklichen Sieger. > Tv. Herborn — To. Katzenfurt 1:1. In i einem schönen Spiel wurden auf beiden Seiten gute Leistungen gezeigt. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. NSLB. fachfchaft Höhere Schule, Fachgruppe Mathematik mb Naturwissenschaften: 16 Uhr im Physiksaal des ’tealgnmnafiums, Vortrag von Studienrat Dr. B o e ck tlber Schalltrupp und Schallmessung. — Bund Na- k onalsozialistischer Deutscher Juristen, Bezirk Ober- !,essen, 20 Uhr im Eafs Ebel: Bezirksoersammlung i«s Landesbauernführers Pg. Dr. Wagner über Mut und Boden'. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr j Hie Lustspiele „Die Neuvermählten" und „Gelähmte i Schwingen". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Hochzeit am Wolfgangsee"; 10.45: Uhr: Boxkampf Schmeling — Hamas. — Obst- und ©qrtenbauoerein Netzen: 20 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus, Wernerwall, Lichtbilderoortrag von Weinbauinspek- br © leslus (Frankfurt a. M.) über „Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gartenbau". — Wasch- : orführungen 15.30 und 17.30 Uhr im Caf6 Ebel. Eier". Gießener Wochenrnarttpreije. mitt 9 Wie das Personalamt ber Landesregierung mit« teilt, wurden zu Bürgermeistern ernannt: Heinrich Eckstein in Eifa (Kreis Alsfeld), Konrad Linker in Haarhausen (Kreis Alsfeld), Otto Gürtler in Staden (Kreis Friedberg), Wilhelm Seipo I. in Geilshausen (Kreis Gießen), Eduard Schäfer Muschenheim (Kreis Gießen), Heinrich Rink Steinbach (Kreis Gießen), Adam Göring II. Rimbach (Kreis Lauterbach), Gustav Straub tuno Ä £pfer gehören müßten und gab dem Wunsche Aus- d N tauf, daß ber spanischen evangelischen Kirche bie hlUb trüge Liebe ber beutschen evangelischen K^cke zu- Atz •" l Mkriiq ab. Dereinsführer Otto Rinn erstattete zunächst Bericht über den Kreisturntag in Gießen. Er erwähnte besonders, daß gerade heute, wo die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt worden ist, das Turnen und die Körperertüchtigung der Jugend von arößter Wichtigkeit fei. Die von dem Reichsbund für Leibesübungen herausgegebene Einheits-Satzung wurde von dem Dereinsführer vorgelesen und von der Versammlung einstimmig angenommen. Als Kassenvrüfer wurden bie Turner Karl ©ernanbt und Adolf Rinn gewählt. Durch die Einführung der neuen Satzung lauft bas Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr gleich. Es mußte deshalb ber Vereinsführer von der Versammlung neugewählt werden. Auf Vorschlag des Werbewartes Dr. R e i d t wurde der seitherige Dereinsführer einstimmig wiedergewählt. In den neugebilbeten Aelte- ftenrat wurden folgende Turner berufen: Wilhelm Will, Jak. Rinn XXIV., Ludwig Schmidt, Ludwig Rinn, Jakob Hahn und Albert Rinn. Die Frühjahrswanderung des Vereins findet am 5. Mai statt. Am Sonntag, 31. März, ist in Heuchelheim das Wintergeräteturnen des Unterkreises Gießen. Am Nachmittag findet in ber Turnhalle c!» Schauturnen zum Besten des Winterhilfswertes statt. Der Dereinsführer verlas noch ein Schreiben 70 000 beim Fußballspiel Deutschland - Spanien? Allem Anschein nach wird es beim Fußball- Länderkampf zwischen Deutschland und Spanien am 12. Mai in Köln einen neuen Zuschauerrekord geben. Köln hat sich vorgenommen, diesen Rekord, den es anläßlich des Treffens Deutschland—Schweben im Jahre 1929 mit 55 000 Zuschauern aufttellte und dann an Stuttgart, bas beim Länderspiel Deutsch- land gegen Schweiz am 27. Januar b. I. 58 000 Besucher ausbrachte, verlor, wieder in seinen Besitz zu bringen. Das Kölner Stadion soll bis zum 12. Mai auf ein Fassungsvermögen von 70 000 Zuschauern — also 15 000 mehr als bisher vergrößert werden. Durch Veränderungen an den bisherigen Stehplatz- Terrassen werden 3000 Besucher mehr gute Sichtmöglichkeiten erhalten. Des weiteren werden noch für 12 000 Personen Tribünenplätze geschaffen. An den beiden Kopfenden des Stadions, im Norden und Süden hinter den Toren, werden zwei große Holztribünen aufgestellt und auf dem Kamm des Zuschauerwalles und gegenüber der Haupttribüne kommen ebenfalls Tribünenbauten zu stehen. Durch die Schaffung der 70 000 Zuschauerplätze dürften zum größten Teil alle Nachfragen nach Karten befriedigt werden können. Es stehen fast allein 20 000 Sitzplätze zur Verfügung. Bei den Vorbestellungen werden zunächst einmal die Vereine berücksichtigt, erst an zweiter Stelle kommen die privaten Bestellungen. Man kann mit ziemlicher Sicherheit auf ein ausverkauftes Stadion rechnen. Allein die NS.-Gemein- fchaft „Kraft durch Freude" hat mitgeteilt, baß sie Bedarf für 30 000 Karten habe. Gau Mitte Deutscher Fußbaliposal-Sieger. Gau Brandenburg — Gau Mlle 0:2 (0:1) vor 28 000 Personen. Der „Favoritenschreck" ber verschiedenen Rundenspiele lm Kampf um den Deutschen Fußballpokal setzte sich auch im Endspiel durch. Der ©au Mitte, eine Mannschaft ohne große Kanonen, aber eine kameradschaftliche Einheit voll Eifer und Energie, schlug den ©au Brandenburg sicher 2:0, wobei bas Resultat noch gering ausfiel. Die Berliner versagten auf ber ganzen Linie. Bei kühler Witterung hatten sich 28 000 Zuschauer im Berliner Poststadion eingefunben, als Schiedsrichter Maul (Nürnberg) den Entscheidungskampf anpfiff. Nach kurz ausgeglichenem Spiel fand sich die Elf des ©aues Mitte ausgezeichnet und beherrschte das Feld. In der 27. Minute fiel durch den Mittelläufer B ö 11 g e r mit einem 25-Meter-Schuß das erste Tor. Die Entscheidung fiel in ber dritten Minute ber zweiten Spielzeit. Nach einem Deckungsfehler erhielt Staubinger den Ball, gab zum Halblinken R e i n m a n n , ber aus drei Meter Entfernung unhaltbar einschoß. Wohl wurden die Berliner jetzt etwas bester, aber es war zu spät. Der ©au Mitte schlug alle Angriffe ab. „ FCTeutonia " Watzenborn-Steinberg Langenaubach — Watzenborn-Steinberg 0:4 (0:1). Die erste Mannschaft des FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg errang in ihrem ersten Pokalspiel Der FrühjahrSgelLndelauf des Kreises Gießen. Der Frühjahrsgeländelauf des Kreises Gießen (umfassend bie politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten, Wetzlar und den Dillkreis) findet, wie bereits bekanntgegeben wurde, am kommenden Sonntag statt. 21usrid)ter ber Veranstaltung ist je- doch nicht ber VfB.-R. Gießen, fonbern ber Turn- verein Heuchelheim. Der Start ist um 14 Uhr auf dem Sportplatz in Heuchelheim. Die erlas- sene Ausschreibung wirb wie folgt erweitert: bei den Aktiven kommt bie Jungmannen klasse über drei Kilometer hinzu, in ber bie Jahrgänge 1915 und 1916 starten müssen (ausgenommen natur- lich die Sprinter). Ferner wird in Anlehnung an das Programm ber deutschen Juniorenmeisterschaften angeordnet, baß alle Mittel- und Langstreckler des Jahrganges 1914 in ber Mittelftreckenklaste (drei Kilometer) zu starten haben. Bei der Jugend tritt eine vierte Klasse (Klasse D) hinzu, in der die Jahrgänge 1923 und jünger zu starten haben. Vereine, die ihre Meldung bereits abgegeben haben, müssen diese bis zum 29. März 1935 berichtigen, und zwar hat dies ebenso wie die Abgabe der Meldungen selbst, an Kriesfachamtsleiter Gg. R i ch t b e r g, Gießen, Mühlstraße 32, zu geschehen. Kurze Sportnotizen. Den Bundes-Vokal des Deutschen Fußball-Bundes gewann oer ©au Mitte, ber Brandenburg im Berliner Poststadion vor 28 000 Zuschauern verdient mit 2:0 (1:0) schlug. Die Vorschlußrunde um den Handball- Pokal brachte folgende Ergebnisse: In Hamburg siegte Nordmark mit 12:9 über den ©au Bayern «6 verstSM harpfenN wia i °g. . öffn, ohne oi ff * w: W» d' 8* / Rumor n* j -5 A-ch.H - 6a h°b Rimmer, M-n * Bart** ’ fen schreibt uns: Jedes deutsche Handelsklassenei trägt bekanntlich len Stempel mit dem Wort „Deutsch" und einem 8emid)tebud)ftaben, S, A, B, C ober D auf der Bdjale. Der Kaufmann M dazu aus dem Sch.id Ile @üte an, z, B. „G 1, Ballsrische Eier" und da- -u das ausgeschriebene Gew ch 138. „A, große her", oder „B mittelgroß Weiche Hausfrau hatte sich nicht schon geärgert- »aß sie ür ihr gutes so kleine Eier bekommt! Wer dicke Eier be- bmmen will, muß schon in der Nähe vom Bahn- tof wohnen, denn bis der Korb seine Runde bis h die innere Stadt gemacht hat, sind alle Eier schon lunberfmal umgedreht worden. Es ist schwer, bei |cn ungleichmäßig geformten Eiern das Gewicht ibzuschätzen. Allein im März bis Oktober des vori- (en Jahres find 520 Millionen Eier mit dem k-Stempel versehen worden, 295 Millionen haben len Ö-Stempel; 93 Millionen den V-Sternpel er- ' ölten. 50 Millionen Eier haben gar keinen Stern- erhalten, weil sie nicht das Gewicht für die iledriaste Gruppe D erreichten. 70 Millionen sind tlg ©utegruppe II gekennzeichnet worden, eine noch irößere Anzahl hat die Kennzeichnungsstellen we- ien minderer Qualität wieder ungestempelt verlasen. Alle diese Eier hätte die Hausfrau ungekenn- -richnet als ftisch und vollgewichtig bezahlen müssen, hebe Hausfrau, darum nur Eier mit dem Deutsch- j empel und dem Schild im Laden „Gl, vollfrische umgekehrt. ** Kameradschaftsabend der Firma Joh. Balth. Noll. Man berichtet uns: Am samstag feierte die Betriebsgemeinschaft der Firma tiol). Balth. Noll, Zigarrenfabriken, Gießen, im Hotel Viktoria den ersten Kameradschaftsabend Ihres Hauptbetriebes, zu dem auch die Werkmeister )»er auswärtigen zehn Fabriken erschienen waren, »er zur vollsten Zufriedenheit sämtlicher Teilnehmer verlief. Der Abend wurde durch eine Ansprache des Betriebsgemeinschaftswalters Pg. Heini Herr ein- geleitet, in deren Anschluß der Leiter des Betriebes, Herr Kommerzienrat Noll, unseres Führers ge- »achte. Der anschließende gemütliche Teil wurde »urch Gedichte, Gesang und Prosaverse von Gefolg- ichaftsmitgliedern unter Leitung von Herrn Fr. Wilh. Schmidt ausgefüllt. Die Kapelle Ein- v r o d t hatte den musikalischen Teil übernommen und sorgte in bekannter Weise für glänzende Stimmung und Tan^, fo daß die Besucher bis zum frü- yen Morgen beisammen gehalten wurden. . Schalten Sie einmal Ihr Radio utn am morgigen Mittwoch um 20.45 Uhr, und Ijroar die Wette 251. Dann hören Sie, wie man uns jdjreibt, vom Reichssender Frankfurt den beliebten Ansager und Humorist Richard K a u tz und erhalten Znen Vorgeschmack für den am 30. März in der Lolkshalle in Gießen stattfindenden großen Bunten Abend, der vom RDR., Gießen und dem Reichs- Sender Frankfurt veranstaltet wird. Außer dem bengenannten Künstler wirken noch viele andere ind der Musikzug der SA.-Standarte 116 mit Näheres in den nächsten Tagen im Anzeigenteil. Lastwagen. Als man durch schöne Täler und über Berge in dem herrlich gelegenen Langenaubach ankam, war die Stimmung fröhlich und zuversichtlich. Die Spieler hatten unter dem unebenen Platz und dem starken Wind zu leiden. Langenaubach spielte zuerst mit Rückenwind und trug in einer halbhohen Spielweise immer wieder gefährliche Angriffe vor. Es sah in der ersten Halbzeit noch nicht nach einem klaren Siege der Gäste aus. Doch ihre bessere Spielweise setzte sich allmählich durch, und so konnte der Rechtsaußen der Teutonen drei Minuten vor Halbzeit einen scharfen Schuß aufs Tor anbringen, der von dem linken Verteidiger der Platzbesitzer eingelenkt wurde (Selbsttor). Auch die Gastgeber hätten im Laufe der ersten Halbzeit zu Erfolgen kommen können, wenn sie genauer geschossen hätten. In der zweiten Halbzeit spielten die Teutonen überlegen und stellten in gleichmäßigen Abständen bas Schlußresultat her. Die Gesamtleistung der Mannschaft brachte diesen Sieg zustande. Das Spiel wurde fair ausgetragen, auch die Langenau- bacher Zuschauer verfolgten das Spiel mit großem Interesse und verhielten sich äußerst sportlich. Schiedsrichter Adolf Müller (Frohnhausen) war sehr korrekt und umsichtig. Nach dem Spiel kam auch die Kameradschaft und Gastfreundschaft zu ihrem Recht, so daß die Heimfahrt von beiden Seiten bedauert wurde. Die zweite Mannschaft verlor auf eigenem Platze nach beiderseitig mäßig gezeigten Leistungen gegen die erste von Großen-Linden 2:3. Breungeshain (Kreis Schotten), Otto H o g n in Laubach (Kreis Schotten), Heinrich Rausch I. in Rebgeshain (Kreis Schotten), Karl Lutz in Elpen- rod (Kreis Alsfeld), Gustav Hofmann in Renzendorf (Kreis Alsfeld), Johann Heinrich Jacobi in Maffenheim (Kreis Friedberg), Franz Johann L e r - mann in Rödgen (Kreis Friedberg), Adolf Schmidt I. in Wölfersheim (Kreis Friedberg), Karl Fischer in Hutzdorf (Kreis Lauterbach), Hch. Wolf II. in Meiches (Kreis Schotten), August Philippi in Stumpertenrod (Kreis Schotten). Wen D|. Unn fo. Kl $u £ N »au, N U, ferftdtte,^ Leben r den Ka' ‘Übens 1 die um; 'angelium • ' Ksliich Aschen (Je, 'chchkch- 'dursten ‘ld nachts wen ytot M werd! len gegrünb lernen ® ulen feien x Land geiw ■enbigleit ii: herausgestL uch eine er? v heute o ien Lebens: und Ctädii m Dorfrich in vielen ü elifchen @e: । schilderte V Evangeliur Gauklasse (Psttchlspiele). Tv. Kirchbauna — Kurhessen Kassel 9:9 : (7:5). Kirchbauna hat sich durch diesen Punktgewinn vom zweitletzten auf den drittletzten Platz vorgearbeitet, so daß also die Abstiegkandidaten immer noch nicht feststehen. Iura Kassel — Tulpo Bettenhausen 6:1 abgebrochen. Das Spiel wurde, nachdem sich ein herausgestellter Tura-Spieler an dem amtierenden Schiedsrichter vergriff, abgebrochen. VezirksNasse (Aufstiegspiel). Kurhefsen Marburg — Tv. Kesselstadt 9:9 (6:3). Mit diesem Spiel ist die Vorrunde de- endet. Kesselstadt und Marburg stehen mit je drei Punkten an der Spitze, während Pohlgöns mit vier Verlustpuntten wohl nicht mehr eingreifen wird. Preisklasse II (Aufstiegspiel). Tv. Herborn — Tv. Katzenfurt 7:2. Das Ergebnis kommt überraschend. Herborn gewann auch In dieser Höhe verdient. Freundschaftsspiele. Tv. Heuchelheim I — Tv. Lützellinden I 6:12 (2:6). Die ©äste, die mit dem Wind als Bundesgenossen begannen, konnten schon in der ersten Halbzeit eine klare Führung herausarbeiten. Sie zeigten nicht nur bas systemvollere Spiel, sondern waren ihrem Gegner auch an Schnelligkeit jederzeit überlegen. Der Sieg ist, auch in dieser Höhe, verdient. To. Heuchelheim II — Tv. Lützellinden II 6:7 (2:5). Die Reserve der Gäste hat mit diesem Sieg wieder bewiesen, daß sie zur Zeit wirklich keinen Gegner zu fürchten braucht. Wenn auch der Ausgang als glücklich bezeichnet werden muß, so darf man trotzdem nicht vergessen, daß das Treffen auf fremdem ungewohntem Platz stattfand. Tv. Dorlar I — Garnison Gießen I 4:15 (4:4). Das Treffen nahm den erwarteten Ausgang. Trotzdem hätte man nicht erwartet, daß die Ein- heimischen den Gästen, die in allerstärkster Aufstellung antraten, einen derartigen Widerstand entgegensetzen würden. Die erste Halbzeit war vollkommen ausgeglichen und auch nach der Pause sah man verteiltes Feldspiel, bei dem allerdings die Soldaten durch ihr enormes Wurfvermögen den Sieg sicherstellen konnten. Tv. Dornholzhausen — Tv. Dutenhofen 7:4 (2:0). Die ©äste haben sich gegen die weitaus stärkeren Einheimischen gut gehalten. Sie lieferten bis zur Pause ein gleichwertiges Spiel, fielen aber bann dem eigenen Tempo zum Opfer. ‘ Tv. Atzbach — Tv. Hausen 8:6 (4:4). Beide Mannschaften lieferten sich ein anständiges, meist ausgeglichenes Spiel. Die ©äste lagen stets mit 1 einem Treffer in Führung und erst kurz vor Schluß ‘ konnte Atzbach den etwas glücklichen Sieg ficher- 1 stellen. Ein Unentschieden wäre ber gerechte Aus- * ** Dienstjubiläum. Am 29. März kann Pro- lurift Georg Burkholz bei der Dresdner Bank o uf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste dieses Unter» n ehmens bzw. seiner Vorgängerin zurückblicken. Herr Burkholz erfreut sich in weiten Kreisen der Bürgerschaft großer Wertschätzung. **Die Sprechstunden bei dem Kreis- I ch u l a m t fallen am morgigen Mittwoch aus. ** Die Dien st stunden bei den städti- Ichen Aerntern sind für die Zeit vorn 1. April bis Ende September neu festgesetzt worden. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich, c:uf die besonders hingewiesen sei. Fußball-Mei st er des Gaues Wllrk- temberg wurde Der VfB. Stuttgart, ber den SSV. Ulm in Ulm vor 10 000 Zuschauern mit 3:1 besiegte. In Dortmund besiegte Westfalen im Fußball- ©aukamps bie Mannschaft ber Norbrnark überlegen mit 5:0 (3:0). 15 000 Zuschauer wohnten diesem Treffen im Stadion „Rote Erde" bei. * Im Fußball-Länberkampf . zwiMen Oesterreich und Italien siegte Italien in Wien mit 2:0. * Frankreich schlug Deutschland im Rugby-Länberkampf zu Paris sicher mit 18:3 (8:3), nachdem die Deutschen mit 3:0 ln Führung gegangen waren. Der Kampf fand im Prin- zenpark-Staoion vor 30 000 Zuschauern statt. Beim Tennisturnier in Bordighera erkämpfte sich Cilly Äußern den Eintritt m bas Schlußfpiel des Dameneinzels durch einen 6:1-, 6:2-Sieg über bie Englänberin Noel. Ihre Gegne- rin wiro Frau Mathieu fein. ♦ Martha ©enenger stellte einen neuen Weltrekord im 200-Yards-Brustschwimmen auf. Sie schwamm in Krefeld für diese Strecke eine Zeit von 2*44,9 Min. und unterbot damit die bisherige Höchstleistung von Frl. Hölzner (Plauen) um 3,1 Sekunden. des Bezirksführers Burk in Saarbrücken, in dem dieser mitteilt, daß die Geldspende von 50 Mk., die bei dem Winterfest des Vereins für einen notleidenden Saarturnverein gesammelt worden waren, dem Turnverein Spiesen, Krei» Blies, überwiesen werden solle. Mit besonderem Hinweis auf das erste Gauturnfest des Gaues Nordhessen, das am 2. bis 4. August in Gießen stattfindet, wurde die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler geschlossen. = Großen-Buseck, 25. März. Der Zweigverein „B u s e ck e r Tal" im Vogelsberger Höhen-Club unternahm am Sonntag seine erste Frühjahrswanderung. Auf der Lahnbrücke in Gießen war der Treffpunkt einer stattlichen Wanderschar, unter der sich neben einigen Frauen auch mehrere Jugendliche befanden, lieber Heuchelheim führte der Weg durch den Wiesengrund nach Dutenhofen, dabei Atzbach zur Rechten liegen lassend.Auf der Höhe südlich Dutenhofens wurde die erste Rast gemacht, wo der Wanderführer des Tages, VHC.- Bruder Kahle (Heuchelheim) auf die landschaftlichen Schönheiten des Lahntales hinwies, lieber Gleiberg und Vetzberg hinweg zeichneten sich im Norden und Nordwesten die Lahnberge und die Dorhöhen des Westerwaldes am Horizont ab, im Südosten waren die Taunusberge Altkönig und Feldberg deutlich zu erkennen und in malerischer Schönheit lagen die Dörfer des Hüttenberges in die sanft gewellte Ebene eingebettet. Von hier aus ging es nun nach Allendorf, wo vom Südabhang des bekannten Allendorfer Wäldchens der Blütenflor der Tausende von Lerchensporn, eines sonst ziemlich seltenen Frühlingsblühers, viel Bewunderung fand. Das Rosarot der Blume bildete eine volle Harmonie mit dem Gelb einiger Frühlingsgilbsterne. Saftiggrün leuchteten die Winterfruchtfelder gleich einzelnen Inseln aus der Landschaft und der Wiesenplan im Kleebachtale bot eine herrliche Augenweide. Nach der üblichen Kaffeerast in Klein-Linden wurde die erste Halbtagswanderung mit einem frohen „Frischauf!" beendet. O Daubringen, 25. März. Unter der erstmaligen Leitung des neuen Dirigenten Ludwig Schreiner (Alten-Buseck) trat der hiesige Gesangverein im Saale von Erb mit einem großen Volkslieder-Abend an die Oeffent- lichkeit. Ein verstärktes Mandolinen-Orchester aus Alten-Buseck und Herr Adolf Schwarzlose (Gießen), der die Trompeten-Soli in zwei Chören übernommen hatte, wirkten mit. Vereinsführer Roth hielt die Begrüßungsansprache. Einem Festmarsch des Orchesters folgten in buntem Wechsel Darbietungen des Männerchores sowie Lieder für Frauen- und gemischte Chöre. Der Gesamteindruck der gebotenen Leistungen war vorzüglich. Die Chöre wetteiferten unter der ausgezeichneten Führung von Herrn Schreiner in dem Bemühen, das Beste zu geben. Man konnte erkennen, daß keine Mühe gescheut worden war, den Abend so schon zu gestalten. Die Einheitlichkeit der Leistungen in allen Chören bewies die sorgfältige Vorarbeit. Insbesondere konnte man erkennen, daß das Volkslied die eigentliche Domäne der ländlichen Vereine ist und bleiben wird. So bot der Abend ein sehr harmonisches und ausgeglichenes Bild. Der Dank der Zuhörer kam denn auch in immer mehr sich steigernden Beifallskundgebungen, oftmals spontan, zum Ausdruck. Im Verlaufe des Abends wurde der seit 25 Jahren als Leiter des Vereins tätige Dereinsführer W. Roth ausgezeichnet. Mitglied Kimmel brachte in ehrenden Worten das Gesamtempfinden der Mitglieder zum Ausdruck und gab die Ernennung des Dereinsführers zum Ehrenmitglied bekannt. Anschließend sprach der Kreiswalter des Deutschen Sängerbundes, Herr Koch (Gießen), der seiner Ueberraschung über die gebotenen Leistungen Ausdruck gab und die Grüße und Wünsche der Kreiswaltung des Bundes übermittelte. Er gab ferner seiner Freude über die enge Verbundenheit des Vereins mit der Leitung und über den Willen des Vereinsleiters und des Vereins, sich allezeit für das deutsche Lied einzusetzen, Ausdruck. Er sprach von den neuen, erhöhten Anforderungen an die Gesangvereine, die in ihrem Bereich dafür sorgen müssen, daß unser Volkstum, das in seinem Volkslied schönsten Ausdruck gefunden habe, bewahrt, vertieft und veredelt werde. Kreiswalter Koch schloß seine Ausführungen mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf Volk und Führer. Mit verschiedenen Solo-Darbietungen und einem Reigentanz der Mädchen fand der Abend seinen Abschluß. 4- Grünberg, 25. März. Die letzte Holz- oerfteigerung, bei der nochmals 340 Raummeter Buchenscheitholz zum Verkauf tarnen, zeigte eine verschiedene Preisgestaltung. Zunächst war der Preis auf gleicher Höhe, wie bei den früheren Versteigerungen, er betrug für 2 Raummeter Buchen- scheitholz 15 bis 16 Mark, gegen Ende bröckelte der Preis aber ab, fo daß 2 Raummeter nur 12 bis 13 Mark kosteten. Neben genügender Eindeckung der Käufer mit Brennholz war der Preisrückgang wohl auch durch schlechte Abfuhrwege bedingt. # Lauter, 25. März. Anläßlich des 21. März hatte die N S. - F r a u e n f ch a f t zu einem Deutschen Abend eingeladen. Die Einwohner waren zahlreich erschienen. Die Frauenschaft eröffnete den Abend mit dem Gesang des Frauenschaftsliedes. Danach hielt die Führerin eine Ansprache, in der sie auf die Bedeutung dieses Tages hinwies und in großen Zügen die nationalsozialistische Politik und Aufbauarbeit der letzten zwei Jahre schilderte. Ein Theaterstück, von Mitgliedern der Frauenschaft gespielt, löste manche Lachsalve aus. Im weiteren Verlauf des Abends wechselten Gedicht- und Gesang- Dorträgc miteinander ab Die Jungmädelschar führte einen Reigen auf. Der Gesangverein trug zur Verschönerung der Feier unter Stabführung seines Dirigenten Nicolai (Großen-Buseck) einige Chöre vor. Zum Abschluß fand eine Verlosung statt. Mit dem Gesang der zweiten Strophe des Deutschlandliedes und mit dreifachem Sieg-Heil auf unseren Führer wurde die Veranstaltung geschlossen. — Am gestrigen Sonntag fand hier ein Opfer- schießen für das WHW. statt. Veranstalter war der Kleinkaliber-Schützenverein. Als Gäste nahmen 3/M. 147 Grünberg und der Kriegerverein teil. Der Klein - Kaliber - Schützenverein hatte für den besten Schützen der Gäste eine silberne Medaille und für den Zweitbesten eine Ehrenurkunde gestiftet. Geschaffen wurden zehn Schuß liegend freihändig. Die Medaille errang Rottenführer Seipp mit 92 Ringen, die Ehrenurkunde Sturmführer W e tz i g mit 83 Ringen, beide 3/M. 147. Bester Schütze des Tages war Otto T r ö l l e r, Klein-Kal.-Schützen- ocrein mit 101 Ringen. Heber 90 Ringe erzielten noch Karl M e b u s II. 94, Heinrich Görnert 93 und Theo Schlosser 92 Ringe. An das Winterhilfswerk wurde der Betrag von 7,20 Mark abgeführt. "Y" Großen-Linden, 25. März. Am Samstagabend fand im Saale des Gastwirts Schaum ein Deutscher Abend der SS. 1/83 statt. Bei Beginn der Veranstaltung war der Saal bis zum letzten Platz angefüllt. Die Kapelle eröffnete mit dem Badenweiler Marsch, worauf Sturmführer Becker die Kameraden von der SS. und der SA., ebenso die übrigen Besucher aufs herzlichste begrüßte. Anschließend sprach SS.-Schulungsleiter P r e i ß über die geschichtliche Entwicklung und Bedeutung der SS. und ihre Aufgabengebiete. Der Redner betonte dabei besonders den Wahlspruch des Staffelmannes „SS.-Mann, deine Ehre heißt Treue", und erörterte die daraus entspringenden Aufgaben und Pflichten. Reicher Beifall lohnte den Vortrag. Ein gut vorgetragenes Gedicht von SS.-Anwärter Niemann und ein lebendes Bild („Ich hatt' einen Kameraden") beschloß den ersten Teil. Im zweiten Teil wurde das Hans-Sachs-Spiel „Der tote Mann" aufgeführt, (SA.-Mann Weiß, SS.- Mann Faber, Frl. Degen, Frl. Kraus- ko p f), das durch seinen urwüchsigen, gesunden Humor und gute Darstellung beifällige Aufnahme fand. SS.-Mann Pfeiffer und SA.-Mann Weiß ernteten ebenfalls großen Erfolg mit mundartlichen und humoristischen Vorträgen. Das gemeinsam gesungene Staffellied „Wenn alle untreu werden" und ein Sieg-Heil auf unseren großen Führer beschlossen die Vortragsfolge. Anschließend verbrachten die Besucher noch einige Stunden beim Tanz. oo Eberstadt, 25. März. Die hiesigen Vereine für Rindvieh- und Schweine-Versicherung hielten im Saale des Gasthauses „Zum Adler" ihre diesjährige Generalversammlung gemeinschaftlich ab. In Verbindung mit dieser Versammlung hielt Herr Morr von der Geschäftsführung der Viehverwertungs - Genossenschaft Butzbach einen Vortrag über Zweck und Ziel der Genossenschaft und forderte die Bauern auf, ihr Vieh durch die Diehverwertung zu verkaufen. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an. Ortsbauernführer Pg. Görlach dankte dem Redner. Sodann schritt man zur Rechnungsablage des Rindvieh -Versicherungsoereins, die vom Rechner H. Wedemann erstattet wurde. Die Bilanz wurde genehmigt. Dem Vorstand und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Anschließend trug der Rechner F. Müller den Kassenbericht des Schweine- Versicherunasvereines vor, der ebenfalls gutgeheißen rouroe, so daß Entlastung erteilt werden konnte. Die satzun-gsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder beider Versicherungen wurden einstimmig wiedergewählt. Nach allgemeiner Aussprache fand die Versammlung in der üblichen Weise ihren Abschluß. — Unsere Gemeinde erhielt dieser Tage einen neuen Zuchtbullen, der auf dem Fasel- und Zuchtviehmarkt in Butzbach aus dem Bestand des Züchters Bürgermeister Müller (Oberhörgern) zum Preis von 675 Mark erworben worden war. Der abständige Bulle wurde verkauft und erbrachte 432 Mark. Die Gemeinde erhielt ferner einen Zuchteber, der vom Schweinezucht- verein Lang-Göns gezüchtet war und 170 Mark kostete. 'cf Lich, 25. März. Der um die Erhaltung volkstümlichen Gutes feit langen Jahren bemühte Amtsgerichtsrat K. v. B a u m b a ch zu Fronhaufen an der Lahn hat eine Sammlung der hessischen Hausinschriften begonnen, die nun von dem „Museumsverband für Kurhessen und Waldeck" in Kassel gefördert und weitergeführt werden soll in der Absicht und mit dem Ziel, sie später durch Drucklegung der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf Anregung der Abteilung II der Hessischen Landesregierung, wie ganz besonders des hessischen Denkmalpflegers Geh. Baurat Professor D. Walbe (Darmstadt), sind nun von den Kreisämtern Fragebogen ausgegeben worden, um die in unfern Orten sowohl an öffentlichen als auch an privaten Gebäuden vorhandenen Inschriften festzustellen, ohne Unterschied und ohne jede zeitliche und sachliche Einschränkung. Mit der ehrenamtlichen Ausführung dieses Auftrags ist in hiesiger Stadt der Ortsurkundenpfleger Lehrer Schneider betraut worden. Es ist zu wünschen, daß die Hausbesitzer angesichts der Arbeit gern bereit sind, zu den an ihren Häusern, Toren usw. befindlichen Inschriften die erbetene Auskunft zu geben. Kreis Alsfeld. D Alsfeld, 25. März. Der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Hohenklubs hielt im Gasthaus „Zur Erholung" feine diesjährige Jahresmitgliederverfammlung ab. Nach herzlichen Begrüßungsworten erstattete der Vereinsführer, Bürgermeister Dr. V ö l f i n g, den Jahresbericht. Der Mitgliederbestand konnte auf der gleichen Hohe wie im Vorjahr gehalten werden. Neben der Durchführung der planmäßigen Vereinswanderungen hatte der Verein im letzten Jahr einen Vortragsabend veranstaltet, an dem der bei kannte Gießener Gelehrte, Geheimrat Professor Dr. Sommer, einen hochinteressanten Lichtbildervor« trag über „Nibelungenwege und Rennwege" hielt. Neu eingeführt wurden neben den Wanderungen des Jahreswanderplans monatlich durchgeführt« abendliche Pflichtwanderungen. An größeren Tagungen in Alsfeld und in der weiteren Heimat nah, men Vertreter des Zweigoereins teil, so an der Hauptversammlung des Knüllgebirgsvereins und an einem vom Alsfelder Ski-Klub in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" Der- anftalteten Werbeabend. Der vom Verein angeregte Ausbau der Haltestelle Auerberg der Bahnstreae Alsfeld—Hersfeld, die eine Wartehalle bekommen soll, wird demnächst von der Reichsbahn verwirk- licht werden. Lehr^ .Jäkel trug die Jahresrech, nung vor, dem von der Versammlung Entlastung erteilt wurde. Der Vereinsführer erläuterte sodann den Voranschlag für das neue Rechnungsjahr, der in Einnahme und Ausgabe mit 498,02 Mark ah» schließt. Nach der vom Wandermeister erstattete,, Wanderstatistik, die durchweg eine gute Beteiligung erkennen ließ, wurden die Wanderauszeichnungeir für das Wanderjahr 1934 verliehen, die sich elf Wanderer verdient hatten. Der Wandermeister Ferdinand P l a n z erhielt das 16. goldene Abzeichen. Mit Dankesworten für die im Verein geleistete Ar- beit und mit der eindringlichen Mahnung, neu« Mitglieder für die Volks- und Heimatarbeit des DHC. zu werben, schloß der Vereinsführer die gut- besuchte Versammlung. Nieder-Gemünden,25. März. Die SA.« Reserve, Sturm 18/116, hielt in der Wirt, schäft Becker einen wohlgelungenen Kamerad» schaftsabend ab. Sturmführer Walter hieß dis zahlreichen Teilnehmer willkommen. Sturmfchulungs» wart Linden st ruth hielt einen lehrreichen Vortrag. Sodann gelangte ein Theaterstück von der Spielschar Nieder-Gemünden zur Aufführung. Dir Mitwirkenden ernteten reichen Beifall. Zwei Sol» batenftürfe wurden ebenfalls sehr dankbar ausgenommen. Der Musikverein Maulbach füllte dis Pausen mit guter Musik. Kameradschaftliches Beisammensein und Tanz beschloß den Abend. =er. Homberg, 25. März. Im hohen Alter ooit fast 88 Jahren verschied in der vergangenen Woche Seminardirektor i. R. Dr. Friedrich Qu en teil. Don 1893 bis 1900 war er Seminardirektor in Friedberg. Nach seiner Pensionierung siedelte er sich in Homberg an. Soweit es seine Kräfte gestatteten, war er rastlos tätig. An der hiesigen Realschule übernahm er während der Kriegsjahre einen Teil des Unterrichts, an der Volksschule erteilte er den physikalischen Unterricht in der Oberklasse, dem Ve- zirkslehrerverein in Homberg stellte er fein großes Wissen und Können auf naturwissenschaftlichem Gebiete zur Verfügung. In seiner Werkstatt beschäftigte er sich mit der Herstellung physikalischer Apparate zur Veranschaulichung der Naturgesetze. Sebll stark war seine Verbundenheit mit heimatlichen Freunden. Seminardirektor Quentel! war ein eifriger Wanderer. Im hiesigen Zweigverein des OHGV. wurde er zum Ehrenmitglied ernannt Durch feine vielseitige Beschäftigung gab er feinem Alter reichen Inhalt. Er erfreute sich aller Wert, schätzung. — Das Jungvolk, (Fähnlein (Bunter) vom Jungbann Vogelsberg veranstaltete in der Stadthalle eine Feierstunde. Sprechchöre, völ-« kische Lieder, die Vorlesung von Geschichtsabschnil« ten und eine Ansprache des Jungbannführers ließen das Wirken und Schaffen in der HI. erkennen- Die Darbietungen zeigten, daß die Jugend mit großem Interesse und ebenso großer Begeisterung bei der Sache ist. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 llhr. 16 bis 17 llhr. Samstagnachmittag geschlossen. 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