Dienstag, 2b. Sebruar 1935 185. Jahrgang Nr. 48 Erstes Blatt Der Glaube an Deutschland der deut> München, 25. Febr. (DNB.) Die Rede, die der Führer am Sonntug anläßlich des 15.Jahrestages der Gründung der Partei im Hofbräu- Haus-Saal hielt, begann mit den Worten: „Meine Parteilgenossen und -genossinnen! „keiner glaubte damals an das, was er tat. Und trotzdem hatten wir in dieser traurigsten Zeit den Glauben an Deutschland. Dieser Glaube an Deutschland war das einzige, was mich damals an diesen Platz gestellt Hal. Ls war aber der Glaube an das andere Deutschland, das damals nur schlief, das auslebte und heute seine stolze (Beifall) Wiederauferstehung feiert, der Glaube an das Deutschland der einfachen Volksgenossen, der Glauben an dieses innerlich so unerhört a n - ständige Volk, das die Politiker gar nicht mehr sehen konnten, weil sie sich nur in ihrem eigenen Kreis bewegten, der mit dem Volke allerdings nichts mehr zu tun hatte. (Beifall.) Es war das Deutschland Millionen braver Musketiere und Grenadiere, der Millionen braver Frauen, die sich durch den Krieg ge- daß dieses Deutschland den Frieden will. Niemals wird dieses Deutschland der Erneuerung sich behandeln lassen, wie es in den Jahren nach dem Kriege geschah. Aus der Umgebung des Großen Kurfürsten wurde nach dem Dreißigjährigen Kriege eine Schrift veröffentlicht, in der es hieß, was feien die deutschen Stämme anders denn fremder Nationen Gefangene. Was sei Deutschland anders als ein „elendiglich Skeleton". — Der Ruf nach einer Einigung der Nation ist damals verhallt. Er schien auch gegenüber einem ausgebrannten Deutschland der Nachkriegsjahre hoffnungslos. Heute ist das Wunder geschehen. Deutschland ist einig in allen seinen Kräften, es will den Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung, Aber, wie der Führer sagte: „Wir wollen nur ein Ja und ein Nein kennen. Für den Frieden jederzeit mit Ja, für die Aberkennung der deutschen Ehre stets mit Nein!" Das ist die Sprache, die eine neugewordene Nation gegenüber den Mächten führt, die noch immer Deutschland in den Sklavenbanden des Versailler Vertrages festhalten wollen und nicht erkennen, daß sie es mit einem anderen, mit einem starken und dennoch friedfertigen Deutschland zu tun haben. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3UI)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rps.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: haben. 15 Jahre — eine sehr lange Zeit, wenn man sie vor sich sieht, eine kurze Spanne, wenn man auf sie zurückblickt. Als ich am 24. Februar 1920 zum ersten Male in diesem Saale sprach, was es eines, was mich hierher geführt hatte und was mir den Mut gab, vor diese Gemeinschaft zu treten: Der Glaube an Deutschland, der Glaube an das deutsche Volk, an seine guten und nie vergänglichen Werte. Und das war damals notwendig, denn in keiner schlimmeren Zeit konnte die Grün- I dung einer solchen neuen Bewegung vorgenommen werden, als in jenen Tagen." Der Führer rief in plastischer Sprache das dunkle Bild aus Deutschlands tiefster Erniedrigung in das Gedächtnis seiner alten Kameraden zurück, die Zeit, in der alles Gute vernichtet schien, in der das Erbärmliche triumphierte, in der man alles auflöste, was wertvoll für Deutschland war, was stark und edel war, die Zeit, in der Volk und Staat zerfielen und m der alles triumphierte, was wir vorher als Schädlinge an unserem Volke erkannt und bezeichnet hatten. Er sprach von der Lüge und dem Haß, von der Taktik des Totschweigens und den Prozessen vor den Gerichten des Nooemberstaates, in denen Strafen für den Kampf gegen die Vaterlandslosigkeit Ehrennarben für jeden Nationalsozialisten seien. Er stellte in plastischer Weise vor Augen, wie Dummheit und Bosheit gegen den Nationalsozialismus im Kampfe standen. Er schilderte die Zeit des blutigen Terrors und der Unterdrückung und die Feigheit des Bürgertums. . „Wir haben es gewagt, eigene Organisationen zu bilden, Organisationen der Partei, denen wir als Gebot mitqaben das Bibelwort: „Auge um Auge, Zahn um Zahn." (Brausender Beifall.) Der Führer glossierte treffend den Vorwurf der „U n v e r a n t w o r t l i ch k e i t". „Herr Hitler redet nur immer, Taten wollen wir sehen." Es war sehr schwer, Leuten Taten zu zeigen, die vor nichts mehr Angst hatten, als vor der Tatsache. (Beifall.) Denn regieren durften wir ja nicht. So kam es damals, daß die Leute ohne Tatkraft regierten und die Leute mit Tatkraft leider reden mußten. Allein die Bitternis haben wir endlich überwunden, reich an Narben bedeckt, und ich kann es nur immer wieder sagen: Durch den Sieg des Glaubens und den Triumph des Willens! Der Sieg des Glaubens hat sich in diesen 15 Jahren ausgewirkt und wenn alles gegen uns verschworen schien, dann blieb übrig unser unabänderlicher und unzerstörbarer Wille. Und so haben wir denn, das glaube ich sagen zu können, unser Work von damals eingelöst. Ats ich vor 15 Jahren zum erstenmal hier sprach, habe ich ein Programm verkün- d e t und erklärt, daß wir unbekannten Menschen dieses Programm durchführen wollten, ganz gleich, was sich uns entgegenstelle», würde, daß wir diese Welt aus den Angeln heben würden, daß wir ein neues D e u t s ch l a n d begründen wollten. Wir haben damals eine Revolution versprochen und, meine Parteigenossen und -genossinnen, eine Revolution ist über Deutschland gekommen, tief und gewaltig. Richt äußerlich haben wir das System überwunden, sondern innerlich. All die Fermente der Volkszerftörung sind beseitigt? Der Marxismus genau so wie unser wurzelloses, nicht weniger internationales bürgerliches Parteiensystem. An ihre Stelle ist e i n e G e m e i n- fchaft getreten, politisch die deutsche Volksgemeinschaft, wirtschaftlich die Front unserer arbeitenden Menschen. Wir regieren erst zwei Jahre. Man soll sich ja nicht einbilden, daß unsere Tatkraft nun etwa jetzt im 25. Monat erschöpft ist. Im Gegenteil, wir stehen erst am Beginn der neuen Entwicklung. Was wir in den zwei Jahren schufen, ist erst die Ankündigung dessen, was einmal fein wird! (Brausender Beifall.) Ich kann allen denen, die heule noch mit stillen Hoffnungen in Deutschland herumirren, nur eines sagen: Ich bin in meinem Leben so oft Prophet gewesen und ihr habt mir nicht geglaubt, sondern mich verlacht und verspottet. Ich will aber Prophet sein und euch sagen: Ihr kehrt niemals mehr zurück! (Stürmischer Beifall.) Das, was heute ist, wird nimmer vergehen, und das, was war, wird niemals wieder fein! (Begeisterte Zustimmung.) Wir haben dem neuen Staat gründliche Fundamente gelegt, wir haben kein äußerliches Gebäude aufgerichtet, wir haben eine tiefe Saat gesät. Es genügt nicht, eine Weltanschauung in einem Programm niederzulegen, das man als Patenschein dem neuen Staat mitgibt. Es ist nötig, diese Weltan- schauung im Volke zu verankern. Man muß ein ganzes Volk in den wesentlichen Fragen zu einer einheitlichen Meinung zusammenschweißen. Man kann das nicht dadurch, daß man eines Tages eine solche Meinung diktiert, sondern das Volk muß eine solche Meinung in sich erleben. Man muß die neue Idee den Menschen vermitteln, dem Volk solange zum Bewußtsein bringen, bis schließlich das Volk selb st Träger und Künder der neuen Idee ist. Der heutige Staat steht nicht, weil wir ihm Gesetze geben, sondern er stehl, weil unser Gesetz im Herzen der Ration das Bejahende findet. Das Volk ist der Träger und der Garant des Staates. Wir haben Millionen und Millionen Menschen für die Grund- ideen dieses Staates erobert, haben sie hinein- gestellt in das Leben dieses Staates, immer in der Ueberzeugung, daß nicht Gesetze den Staat beschützen, sondern lebendiger Wille, Glaube, Zuversicht und der Mut eines Volkes. Das ist uns gelungen. Und daher kann ich nut fagen- alle die'Schwachköpfe, die mit einer Wiederkehr des Vergangenen rechnen, müssen sich ent« Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle monats:Be$ugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 hungert, die alle gemeinsam 4^2 Jahre die Heimat tapfer und treu verteidigt hatten. Es war vielleicht ein Glück, daß viele unter uns die Länge der Zeit gar nicht ahnten, welche notwendig war, um dieses Deutschland wieder zu erwecken. Es wäre vielleicht mancher schwach geworden So hoffte er vom ersten Monat zum zweiten, vom ersten Jahr zum zweiten, dritten, vierten, fünfter und mit diesem Hoffen und Glauben kam chließlich doch die Stunde, die wir damals ersehnt hatten. Und es mußte so sein. Das vergessen Sie nie! Als ich damals zum ersten Male redete, war unser Programm die größte Kampfansage des Jahrhunderts gegen diese Zeit, gegen den Geist dieser Zeit. Es war ein unendlich schweres Beginnen. Wer waren wir denn? Lauter Namenlose! Nicht ein Prominenter unter uns, kein Politiker, kein Parlamentarier. (Lebhafte Zustimmung.) An uns klebte damals noch der Schmutz des Schützengrabens. Sie alle, die uns entgegentraten, warfen uns vor: „Was wollt ihr denn, ihr seid ja gar nicht berufe n." „Berufen waren damals nur die, die Deutschland in das Unglück brachten. Uns fehlte weiter das Salböl der damaligen Politiker. (Heiterkeit.) Wir hatten kein Kapital. Eine Bewegung, die von Menschen gegründet wird, die keinen Namen haben, eine Partei, die gegründet wird ohne Kapital, erschien wie eine Aktiengesellschaft, bei der nichts einbezahlt wird. Irgendjemand mußte sich doch daran beteiligen nut Namen und mit Kapital, und beides hat uns damals gefehlt. Fast keinen Pfennig haben wir besessen, und alle Menschen, die wirklich Kapital hatten, sie wichen uns weit aus. Sie sagten: „Hinweg von uns, denn ihr habt keinen Namen! Und die einen Namen hatten, sagten: „Geht weg, denn ihr habt ja kein Kapital!" Und außerdem hatten wir keine Zeituna. Nun war die Frage: Wie wollten wir überhaupt bekannt werden? Ein unerhört schwerer Entschluß, mit nichts, ohne Namen, mit einem Programm, das sich gegen alle wandte, an die Oeffent- lichkeit zu treten. Es war ein gewaltiger Kampf, die Bewegung dem deutschen Volke überhaupt zum Bewußtsein zu bringen. Sie haben uns vorgeworfen die Rauheit unseres Tones. Sie haben uns vor- geworfen die Brutalität unseres Kampfes. Sie warfen uns vor die Ungefchminktheit in unseren Reden. tion an sich. Was noch übrig blieb, das machte sowieso noch nie Geschichte. (Stürmischer Beifall.) Und so sind wir dann als „Splitterpartei zunächst von allen gemeinsam gehaßt worden. In wenigen Jahren standen wir im Mittelpunkt des gemeinsamen Angriffes aller Parteien. Ein Engländer sagte einmal: Wenn man ein Genie auf der Welt feftfteUen will, dann braucht man nur Obacht zu geben, ob sich d i e g e- famte Minderwertigkeit plötzlich gemeinsam verschwört. Denn dann ist ein ®e= nie im Anzug. Und wenn man eine bedeutsame Bewegung erkennen will, dann braucht man nur Obächt zu geben, ob sich plötzlich dieses ganze sich untereinander befehdende P a r t e l z e u g einmischt. Wenn sie sich plötzlich einigen, die sich doch programmäßig bekämpfen müssen, dann ist eine gemeinsame Gefahr im Anzug. Und das konnten wir schon kurze Zeit nach unserem Beginn feststellen. Der Führer schilderte bann'in lebendiger und sarkastischer Weise den Kampf all der Gewalten gegen die emporkommende nationalsozialistische Bewegung. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen lieh mühten und arbeiteten, hofften und verzweifelten und dennoch in sich trugen Öen Glauben unb ben Willen, den ber Führer in em Programm brachte und zu einer Mission gestaltete, die das alte und zermorschte Deutschland überwand^ Es ist Adolf Hitlers Mission gewesen, diese Ideen und Antriebe der Massen in em Programm zu fassen das mit revolutionärer Stoßkraft und in immer Sffrpn Kreisen wirkend, das Alte überwand und md ich3umSieqrfeiner' ®en)egung führte barmt bie St eines Mannes bekräftigend, wie sie be.sp.el- los in ber ganzen Geschichte ist. «Sier an der Urstätte der Bewegung, in München, tonnte” der Führ'er sich„--bermai- bekennen zum Volk. Er hat in unablässiger Arbeit bas ^olE^ dem gemacht, was es heute ist- ,ur deut- Glauben an Deutschland und &emi ÜBtUen jur oeui scheu Erneuerung das Volk zum 6 fl Adolf Hitler war der Mann, t>er bie ungebauten Massen zu bem Stoßtrupp formte, @[auben Alte zusammenbrach. Er allem hat üeiv an bie edelsten Kräfte des Volkes das Werk volley bet. „Doch ringt stch aus der August Bürger hundertelang kaum einer los hat 9 &. geschrieben. Es ist das Walten der Vorsehung, o^ uns im Führer den Monn gab, an Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlanos m j Deutschlands Zukunft verzweifelte. Ohne Namen, ohne Kapital, ohne Press h Führer vor einem halben Menschenal er d.e Be wegung geschassen. Was tn te,em h°-^n Men^ schenalter versank, istDie Par- das echte Deutschland überwuchert hatte. Die teien versanken, als unter dem F H f(ärte Sie 8°"r Wind und oon Unwissenden oder Toren verlacht, vertu s $ »yÄs« ber Volksseele lebten und durch das Volk MM-WM Sieg des Glaubens - Triumph des Willens Was wir schufen, ist erst die Ankündigung besten, was einmal fein wird. Glaubt jemand, wir hätten sonst je das Gehör der Oeffentlichkeit bekommen? Es war notwendig, daß wir so kämpften. Denn nur fo konnten wir überhaupt den Weg zum Ohr der Ration finden. Weiter: gegenüber allen in dieser Zeit in ganz Deutschland entstandenen ähnlichen Bewegungen vertrat ich die Auffassung: nicht zusammenfassen. sondern durchsetzen! Wan durfte sich damals keiner falschen Solidarität hingeben, nicht sagen: sie wollen ja das gleiche wie du! Rein, es muh ein Wille in Deutschland sein, und alle anderen müssen überwunden werden. (Stürmische Zustimmung.) Wir haben diese Parole durchgehalten 15 Jahre lang, und sie hat uns endlich zum größten und endgültigen Erfolg geführt. Damals erklärte man: Ihr seid eine Splitterpartei. Ja, wir waren damals ein «plitter. Gewiß, aber dieser Splitter war aus Stahl unb 30g wie ein Magnet das Eisen aus der Na- Deutschland will einen Frieden in Ehren und Freiheit Die Rede des Führers auf der Münchener Parteigründungsfeier. Es ist schön, daß wir uns jährlich einmal treffen, die wir in ber Zeit vor 15 Jahren das große Werk :fchen Erneuerung gemeinsam begonnen > Jahre — eine sehr lange Zeit, wenn man Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: vrühl'fche Universitäts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-n°bschlust°staffeis Wir folgen dem Führer! I begnadeten Führung bedurften, um mächtig' zu I Am Sonntag hat in München der Führer zu ben m^ßir durch Tiefen geschritten, wie selten ein Tausenben gesprochen, unter benen sich auch bie be- anöere5 Volk, durch die Abgründe, in denen Mar- fanben, bie schon vor einem halben Menschenalter iemu5 unö Parlamentsspielerei sich wie giftige Jünger ber Bewegung waren, als ber unbekannte Schlangen dehnten, durch Klüfte, da uns das Licht Gefreite des Weltkrieges mit feinem heißen ®t?u= immer ferner gerückt war. Und es ist selbstver- ben an ein neues Deutschland zum ersten Mal eine rfänblid) daß diese Generation noch mit ben Müh- großere Versammlung anberaumte. Der Führer hat ^Meiten des Weges auch dann zu tun hat, wenn klargelegt, was ihn dazu trieb. Aus dem Volke ge- Ziel erreicht ist. Kein Mensch unb keine Gene- boren, bie Leiben bes Volkes fühlend, ohne Na- rntjon trennt in ihrem Bewußtsein ganz klar Ver- men unb ohne Gelb, ohne Presse unb parlamen- ^ugenheit und Gegenwart, aber narbenbebetft unb tarische Beziehungen oertunbete er damals das scht^chtenerprobt schaut der Führer und schauen Programm einer nationalsozialistischen Revolution, i roFämpfer auf die Jugend, denen Deutsch- das wie eine neue Botschaft bie Seelen um ^^er Heimat geworden ist unb benen das, ferer Besten ergriff. Die Besten, das waren damals l g mir durchkämpften, wie eine grause Sage die Lastträger einer verderblichen Entwicklung, Die | £nngt werden, diese Jungen und Mädel, die Vollender des neuen Deutschland sein. Ihnen ist Deutschland wieder Heimat und Wirkungsraum, ihnen sind bie Jbeen, bie wir erst mühsam erkämpfen mußten, vertraut wie ihre eigene Hand, und damit ist die Gewähr gegeben, daß sie sich als nationalsozialistische Deutsche bewähren. Der Führer hat mit Ernst unb Nachdruck erklärt, Was wir unterzeichnen, haben, werden erfüllen. alle Durch- K o n - auf eigene Füße zu stellen, wenn die Welt von uns Unwürdiges fordert. Als unehrenhaft empfinden wir jeden Versuch, unser Recht anders zu bemessen, als die Rechte anderer Völker. (Lebhafter Beifall.) Auch die andere Welt wird u m l e r n e n müssen. Sie wird die 14 Jahre deutscher Geschichte vor uns aus ihrem Gedächtnis nehmen und an Stelle dessen einsehen müssen die Erinnerung an eine tausendjährige Geschichte vordem und sie wird dann wissen, daß dieses Volk wohl 14 Jahre ehrlos war durch eine ehrlose Führung, aber taufend Jahre vordem tapfer, stark und ehrlich gewesen ist. Und sie kann überzeugt fein, daß das Deutschland, das heute lebt, identisch ist mit dem ewigen Deutschland. — Der schmachvolle Jnlerimszustand ist vorbei! Die Ration ist einig in dem Streben nach Frieden und entschlossen in der Verteidigung der deutschen Freiheit. (Lebhafter Beifall.) Wir wollen nichts anderes als a n st ä n d i g unter anderen Völkern leben. Wir wollen keines Volkes Freiheit bedrohen. Wir sagen aber jedem, dah, wer dem deutschen Volk die Freiheit nehmen will, dies mit Gewalt tun muh, und dah gegen Gewalt wir uns Wann um Wann zur Wehr sehen werden! (Minutenlanger Beifall.) — Niemals werde ich oder wird eine Regierung nach mir, die aus dem Geist unserer Bewegung stammt, die Unterschrift der Nation sehen unter ein Dokument, das den freiwilligen Verzicht auf die Ehre und Gleichberechtigung Deutschlands bedeutet. Demgegenüber kann die Welt aber auch überzeugt sein, dah, wenn wir etwas unterschreiben, wir es dann auch halten. Was wir glauben aus Prinzipien der Ehre oder des Vermögens nicht hatten zu können, werden wir nie wir einmal unterzeichnet blind und treu So bitte ich Sie dann in dieser Stunde, mit mir erstens derer zu gedenken, die nicht mehr unter uns sind und deren Vermächtnis wir erfüllt haben und in Treue erfüllen wollen Und dann zweitens dessen zu gedenken, was uns einst zur Tat auf den Plan rief und uns neuerdings zu beten n e n zu dem, was unserer Arbeit Le i.t- st e r n war und Leitstern bleiben wird: Unser heiliges deutsches Volk und Reich und unsere einzige nationalsozialistische Partei: Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil!" Wir hoben die große Aufgabe, den wahren Gei st der Volksgemeinschaft immer mehr zu vertiefen und zu verstärken und den Persönlichkeitswert immer klarer herauszuarbeiten. Wir haben endlich ein herrliches Ziel der Gegenwart: die Freiheit unseres Volkes. Wir selbst müssen sie erringen. Wie oft fagte ich Ihnen auch in diesem Saal: Wir dürfen nicht warten mit der Wiederherstellung dieser deutschen Freiheit auf die, die nach uns kommen. Wie oft konnte ich damals hören: „Wir können das nicht mehr erleben, unsere Sinder werden es tun". Rein, wir selbst müssen es tun! Wir müssen Deutschland wieder befreien! Das ist unsere Aufgabe, unsere Generation hat versagt, sie hat das wieder gutzumachen. Die Jugend wächst ohnehin nicht, anders auf als im Geiste der Freiheit. Ich glaube, wir haben auch hier Großes er- stritten. Vor uns wächst empor der eiserne Garant der deutschen Gleichberechtigung und der Garant der deutschen Selbstbehauptung auf dieser Welt. (Jubelnder Beifall.) Und damit erwächst wieder für uns und auch die andere Welt die deutsche Ehre. Ich möchte auch an diesem Tage nur wiederholen, was ich vor 15 Jahren hier zum erstenmal gepredigt habe. Wir wollen nur ein Ja und ein Nein kennen. Für den Frieden jederzeit mit Ja, für die Aberkennung der deutschen Ehre stets mit Nein! (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Und das muß die Welt wissen: Unser Ja bleibt Ja, und unser Nein bleibt Nein! Wir sind keine Wankelmütigen. Wenn wir 15 Jahre unter den schwersten Verhältnissen unserem Programm treugeblieben sind, dann werden wir es auch in den kommenden Jahren nicht verlassen. Wir sind gewillt zu jeder Zusammenarbeit, soweit dies sich mit der Ehre einer freien und unabhängigen Ration verträgt. Wir find entschlossen, uns re st los Saarbrücken, 25. Febr. (DNB.) Das amtliche Programm für die Rückgliederungsfeierlichkeiten der Saar liegt nunmehr vor. Es wird sich an den Feiern fast die gesamte höhere Führerschaft des Reiches, viele Minister, Reichsleiter und Gauleiter beteiligen. Am 1. März um 9.30 Uhr wird die Rückgliederung des Saargebiets in geschlossenem Raum durch Baron A l o i s i und den Dreierausschuß des Völkerbundes an Reichsminister Dr. Frick im Kreis st ändehaus zu Saarbrücken vollzogen. Um 10.15 Uhr erfolgt die feierliche Flag- genhisfung vor dem Gebäude'der Regie r u n g s k o m m i s s i o n, der sich der gleiche feierliche Akt auf der Bergwerksdirektion anschließen wird. Um 11.15 Uhr wird Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l durch den Reichsinnenminister Dr. Frick im Rathaus zu Saarbrücken feierlich eingeführt. Um 13 Uhr ist Beginn des Aufmarsches. 19.45 Uhr wird die historische Wechsel- r e d e zwischen dem Führer und dem Gauleiter Bürckel anläßlich der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses in den Morgenstunden des 15. Januar wiederholt. Um 20 Uhr beginnt die Befreiungskundgebung auf dem Platz vor der Regierungskommission, die über alle deutschen Sender übertragen wird. Es werden sprechen: der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, Reichsmini- ter Dr. Goebbels und Reichskommissar Bürckel. Anschließend an die Kundgebung findet in Saarbrücken ein R i e s e n f e u e r w e r k statt, bei dem die Ufer der Saar illuminiert werden. In allen Ortschaften mit Ausnahme von Saarbrücken finden Fackelzüge statt. Am zweiten Tage werden die Führer der Bewegung eine Rundfahrt durch das Saargebiet antreten. Für den 2. März sind ferner eine Anzahl weiterer Feierlichkeiten vorgesehen. In den Abendstunden wird in Saarbrücken der große F a ck e l z u g veranstaltet. * Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Bürckel, gibt bekannt: Der Besuch einzelner SA.- und S S. - M ä n n e r in Uniform anläßlich der Saarbefreiungsfeier wird t r e n g st e n s verboten. Im Saargebiet dürfen ich nur solche SA. - und SS. - Männer Das Schweizervolk bekundet seinen Wehrwillen. Von unserem W. H.-Serichierfkaiier. Das Programm der Saar-Feier. Oie feierliche Uebergabe an Reichsinnenminister Frick in Saarbrücken. Das ewige DeuWand... Einig im Streben nach Frieden, entschlossen in der Verteidigung der deutschen Freiheit. Glockengeläut der Kirchen. Der R e i ch s b i s ch o f hat in seinem Erlaß an die oberste Behörde der Deutschen Evangelischen Kirche angeordnet, daß am 1. März, am Tage der Heimkehr des Saargebietes, die evangelische Kirche in ganz Deutschland in einem e i n st ü n - digen Glockengeläut dieses großen histo- Ernennungen und Beförderungen von Beamten. Berlin, 25. Febr. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern ordnet an: Um die Verbundenheit der Beamtenschaft mit dem Führer und Reichskanzler und der nationalsozialistischen Bewegung bei jeder sich bietenden Gelegenheit besonders zu betonen, erscheint es mir zweckmäßig, Ernennungen zu Beamten, Beförderungen sowie gegebenenfalls Titel- und Charakteroerleihungen, ferner Höhereinstufungen nach dem Tarif bei Angestellten, Lohnempfängern und dergleichen mehr als bisher zu den Gedenk- und Feiertagen der Nation auszusprechen. Insbesondere gilt das für Ernennungen, Beförderungen usw., die vorzugsweise für Verdienste um die nationalsozialistische Erhebung stattfinden. Als solche Feiertage der Nation gelten: Der Tag der nationalen Erhebung, 30. Januar: der Geburtstag des Führers, 20. April; der Tag der Arbeit, 1. Mai; der Erntedanktag; der Tag der nationalsozialistischen Erhebung in München, 9. November. Unter diesen Feiertagen ist bevorzugt der 2 0. April, der Geburtstag, des Führers, zu berücksichtigen. Der 1. Mai kommt in erster Linie für Höhereinstufungen usw. von Arbeitern und Angestellten, der Erntedanktag für Ernennungen, Beförderungen usw. von Beamten, Angestellten und Arbeitern im Dienste der Landwirtschaft in Frage. Die Ernennungen, Beförderungen usw. sind an den genannten Gedenk- und Feiertagen mit Wirkung von dem zurückliegenden Zeitpunkt auszusprechen, von dem an die Stelle verliehen wird. Benachteiligungen der Beteiligten sollen durch diese Regelung nicht veranlaßt werden. schließen, denselben Weg zu gehen, den ich ging. Das heißt: ein Namenloser müßte kommen und den gleichen Kampf beginnen, wie ich ihn begann, nur mit einem Unterschied: ich' habe die Demokratie durch ihren eigenen Wahnsinn besiegt! Uns aber kann kein Demokrat beseitigen. (Brausender, lang anhaltender Beifall!) Wir haben die Voraussetzungen vernichtet für die Wiederbeginn eines solchen Spieles für die nächsten Jahrhunderte. Wenn es mir möglich wurde, die Gegner zu beseitigen, als sie die ganze Macht hatten und wir gar nichts, dann will ich ihnen sagen: Heute haben wir die Macht und ihr habt nichts! Ihr beseitigt uns wirklich nicht. (Jubelnde Zustimmung!) Zu dem Zweck ist es nötig, die Bewegung als lebendigen Motor des heutigen Staates dauernd intakt und frisch zu halten. Es gibt Leute, die glauben, die Kraft der Partei sei heute erschöpft. Sie wird in 30 0 Jahren noch nicht erschöpft sein. Die aktive Angriffsfreudigkeit sei im Schwinden begriffen: Sie werden sehen, daß sie sich erst in den kommenden Jahrzehnten voll entwickelt! Die Bewegung wird ihre große Mission erfüllen, wenn das ganze Volk sich zu unserem Ideal bekennt. Die Menschen müssen Aufgaben besitzen. Wenn ihnen keine morali-1 1 rischen Tages gedenkt. Die genaue Festlegung de- 1 Zeitpunktes wird noch durch Presse und Rundfunk bekanntgegeben. Oie Schaufenster am 1. März. DNB. Berlin, 25. Febr. Am 1. März soll ganz Deutschland der treuen Volksgenossen an der Saar gedenken und in festlicher Freude Anteil an der Rückgliederung des Saarlandes nehmen. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel und die Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute (RSROW.) geben für die Ausschmückung der Schaufen st er zum 1. März u. a. folgende Richtlinien bekannt: Die Schaufenster sollen in festlicher und würdiger Form geschmückt werden. Dabei soll als Leitgedanke der Verbundenheit aller Deutschen und der einmütigen Freude über die Rückkehr des Saardeutschtums Ausdruck gegeben werden. Bei der Gestaltung der Schaufenster soll eine Warenausstellung in Verbindung mit Preisen vermieden werden. Dagegen ist es begrüßenswert, wenn in den Schaufenstern Erzeugnisse aus dem Saar- gebiet im Rahmen der festlichen Dekoration gezeigt werden. Besonderer Wert wird auf die Ausschmückung der Schaufenster gelegt, die in A n - marschstraßen von Festzügen liegen. Abzusehen ist von Anbringung von Bildern und Büsten der nationalen Führer, von allen dekorativen Hilfsmitteln, die das Gebiet des nationalen Kitsches streifen. Unerwünscht ist ferner die Verwendung von schlecht imitierten Materialien. Für die Ausschmückung der Geschäftshäuser an den Außenfronten ist frischer Grün- schmuck besonders geeignet, der frühestens am 28. Februar abends anzubringen ist. Die Beflaggung wird erst vorgenommen, wenn Kirchenglocken und Sirenen die erfolgte Rückgliederung verkünden. Unzulässige Spendengesuche aus dem Saargebiet. Neustadt a.b.S)., 23. Febr. (DNB.) Das Büro des Reichskommissars für die Rückgliederung des Saarlandes teilt mit: In den letzten Tagen wurde wiederholt wahrgenommen, daß Einzelpersonen und Privatfirmen aus dem Saar- land sich an Behörden, Dienststellen, Schulen usw. im Reich wenden und um Spenden für das 6-a ar gebiet bitten. Unter anderem wurde von einer Firma in Homburg (Saar) eine Postkarte mit der Bezeichnung „Befreiungsdenkblatt Saarhilfe" hergestellt und verschiedenen Stellen im Reich zum Vertrieb angeboten. Die Versendung dieser Postkarte geschah ohne Wissen und ohne Zustimmung des Reichskom- miss ars oder einer sonstigen amtlichen Stelle. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß derartige Sammlungen unzulässig sind. Der Vertrieb solcher Karten hat zu unterbleiben. Wo die Karten bereits verkauft sind, wolle der Erlös an das Konto des Reichskommissars Nr. 1870 bei der Bezirkssparkasse Neustadt a. d. H., Postscheck- konto 673 Amt Ludwigshafen a. Rh. überwiesen werden. Diese Spenden werden dann dem Winterhilfswerk zugeführt. auch die Behauptung aufgestellt, die herrschenden Kreise und besonders die Armee selbst wollten den Faschismus in der Schweiz einführen oder aber dem Dritten Reich in Deutschland liebediene- risch einen Gefallen erweisen. Dabei ergibt schon eine oberflächliche Prüfung der militärpolitischen Lage Europas, daß die Verteidt- gungsfähigkeit der Schweiz hinsichtlich der Aus- bildungszeit für ihre Rekruten modernen An» ford er ungen nicht mehr genügte. Wäh- rend die Tschechoslowakei eine Dienstzeit von zwei Jahren, Italien und Polen von anderthalb Jahren, Frankreich von einem Jahr für notwendig halten und selbst Holland und Dänemark ihre Soldaten fünf Monate schulen, betrug bisher die Ausbildungszeit der Schweizer Rekruten nur 67 Tage. Natürlich war es unmöglich, den jungen Schweizer Bürger in dieser kurzen Zeit zu einem vollwertigen Soldaten zu machen und ihm die erforderlichen Kenntnisse von den modernen Gefechtsmethoden und der komplizierten modernen Waffentechnik zu vermitteln. Den staatserhaltenden Kreisen der Eidgenossenschaft konnte es deshalb auch nicht schwer fallen, die Beweisführung des internationalen Marxismus zu entkräften. Mit Ausnahme der kommunistischen und sozialistischen Blätter setzte sich also auch d i e gesamte Schweizer Presse energisch für die neue Wehroorlage ein, und auch im Kampfe der Plakate und Aufrufe hatten die Freunde der Rüstungsverstärkung die Vorhand. Trotzdem war die Propaganda nach deutschen Begriffen immer noch verhältnismäßig zurückhaltend, wenngleich sie den sonst in der Schweiz üblichen Rahmen überstieg. Tatsächlich vertraute man hier aber überhaupt wohl weniger auf Propaganda als vielmehr auf den Glauben an d i e gesunden Kräfte und Instinkte des Volkes. Dieser Glaube hat, wie das Stimmergebnis beweist, nicht getrogen. Der 24. Februar ist zu einem denkwürdigen Tag im Leben des Schweizer Volkes geworden das seinen Willen zur Wehrkraft und'zur Selbstbehauptung eindeutig bekundet hat. Die Schweiz hat begriffen, daß nur ein wehrhaftes Volksich gegenüber hochgerüsteten Nachbarn behaupten, die Freiheit seiner Politik verteidigen, die Grundlagen seiner staatlichen Existenz sichern und damit zugleich dem Frieden dienen kann. Das Echo in Paris. Ein Beispiel für die Notwendigkeit der zweijährigen Dienstzeit. Paris, 25 Febr. (DNB.) Die Volksabstim- muna m der Schweiz über die Heraufsetzung der Dienstzeit wird von den meisten französischen Blät- tern als em nachahmenswertes Beispiel ' u r Frankreich hingestellt. Frankreich dürfe nicht weniger vorsichtig sein als die kleine Schweiz, die trotz ihrer Neutralität der möglichen Gefahr begegne. Daran werden von einigen Blättern die scheu Aufgaben gestellt werden, dann werden sie sich selbst Ausgaben suchen, nur mit dem einen Unterschied: die einen Aufgaben sind groß, weil sie die Allgemeinheit erteilt, die anderen würden klein sein, weil sie der einzelne sich selbst stellte. Es würden die Zeiten des Materialismus und Mammonismus wiederkehren, wo der einzelne nur an sich selbst denkt. Wir haben demgegenüber die Pflicht, den Gemeinschaftssinn im Volke immer mehr zu erziehen. Kann es eine gewaltigere Aufgabe geben, als über alles Trennende hinweg uns für diese Aufgaben lebentzjg zu halten? Kann es etwas Größeres geben, als eine Nation zu bilden, die jedem Deutschen eine Heimat wird? Und wenn viele sagen: Wir sind noch weit entfernt von der Verwirklichung — Gott sei Lob und Dank, wenn das so schnell gehen würde, könnte es keine Dauer besitzen. Wir alle leiden noch unter der Vergangenheit. Wir alle sind noch an sie gebunden. Allein nach uns kommen junge Generationen. Sie kennen die Vergangenheit nicht mehr. Es kommt eine Jugend, die wächst in diese Gemeinschaft hinein und nicht aus einer anderen heraus. Und sie wird restlos erfüllen, was wir heute nur prophetisch vor uns sehen. Wenn wir nach zweijährigem Kampfe in der Macht zurückblicken auf den 14jährigen Kampf um die Macht, dann können wir alle wohl innerlich stolz und glücklich sein. Ich weiß es, daß alle, die damals schon in diesem Saale waren und diejenigen unter euch, die in der Zeit darauf zu mir stießen, ein unendliches Gefühl des Stolzes und des Glückes besitzen. Ich habe in dieser Zeit des Kampfes oft zu meinen Anhängern gesagt: Was kann uns die Welt an Dank geben verglichen mit dem stolzen Gefühl, daß wir es gewesen sind, die Deutschland wieder frei gern ach t haben. Wie oft sagte ich: Es wird der Augenblick kommen, da werdet ihr eure alten Zeichen, eure Armbinde, euren Kindern zeigen, und mit tiefem Stolz bekennen: Das sind die Dokumente unseres Kampfes in der Zeit der deutschen Erniedrigung. Das ist das Zeug- n i s dessen, daß wir niemals unser Volk verloren haben, sondern daß wir uns zu denen rechnen können, die treu blieben, als alles untreu zu werden schien. Vor 15 Jahren haben wir den Kampf begonnen, das Ringen um die deutsche Macht und um den deutschen Menschen. Heute stehen wir mitten im Kampf um das Leben unseres Volkes, um die Freiheit, um die Gleichberechtigung unseres Volkes. So ist der Kampf derselbe geblieben, nur das Feld hat sich verändert und wir alle sind glücklich über diesen Kampf. Es gab Generationen, da sind in Deutschland 45jährige Männer schon senile Greise gewesen und heute sind 70jährige unter uns noch gesunde, kraftstrotzende Jünglinge. Das alles macht der Kampf. Es gibt so viele, die da sagen, der Kampf um unser Volk müßte uns doch alle zermürben, nein, er hält uns alle jung. Wenn auch äußerlich die Haare grau werden, innerlich sind wir alle erst recht jung geblieben. Es ist das Auge, das den Geist roiebergibt, und eure Augen können besonders stolz und strahlend schauen. Denn: Ihr braucht euch vor dem Blick der deutschen Jugend nicht zu schämen. Sie sieht in euch ihr Vorbild. Der deutschen Jugend kann ich nur sagen: Du kannst kein besseres Teil erwählen, als daß du einrückst in d i e große Marschkolonne, die damals von hier aus ihren Ausgang nahm' Und so wird es bleiben in alle Zukunft, solange ein deutsches Auge offen ist, denn die Liebe zu unserem Volk wird sich nie ändern und der Glaube an unser Deutschland ist unvergänglich! aufhalten, die zu einem geschloffenen Verband gehören und zur Dienstleistung am 1. März herangezogen werden. Der Aufenthalt in Zivil ist gestattet. Diese Anordnung geht Gliederungen der Partei an. Zur ührung dieser Bekanntmachung ist eine trolle eingesetzt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Genf, 25. Februar. Die Schweizerische Bundesregierung hat am letzten Sonntag einen beachtlichen Erfolg errungen: Durch Volksabstimmung bekannte sich die Eidgenossenschaft zu dem vom Bundesrat geforderten neuen Wehrgesetz, dessen Zweck eine Rü- stungsoerstärkung ist. Die Bedeutung des Erfolges wird auch dadurch nicht vermindert, daß die Mehrheit nur etwa 75 000 Stimmen betrug. Denn es ist sicher, daß ein erheblicher Teil der Stimmberechtigten, die die neue Wehroorlage ablehnten, lediglich aus Opposition gegen die Innen- und Wirtschaftspolitik der Regierung, praktisch aus Opposition gegen die Wirtschaftskrise, nicht aber aus Defaitismus mit .„Nein" gestimmt hat. Die Schweiz hat sich am Sonntag unzweideutig zum Wehrwillen bekannt. Selbst das sozialistisch regierte Genf hat die Militäroorlage des Bundesrats mit Mehrheit angenommen, für Herrn N i - cole einer herbe Enttäuschung, für seine Gesamtpolitik eine böse Ohrfeige. Einen Reichsdeutschen, der die Schäden des parlamentarischen Getriebes jahrelang selbst erfahren hat und gleichzeitig weiß, welche Hemmungen das Versailler Friedensdiktat dem Ausbau der deutschen Wehrfähigkeit in den Weg stellte, mutet es seltsam an, daß in der Schweiz trotz der Annahme des Wehrgesetzes durch das Parlament die demokratische Maschine von den Marxisten überhaupt noch dagegen in Bewegung gesetzt werden konnte. Um so seltsamer, als sich die Verstärkung der Verteidigungskraft des Landes in sehr maßvollen Grenzen hält. Ein Land, das frei über die Ausgestaltung feiner Wehrmacht verfügen kann, dem kein äußerer Vertrag die Hände bindet, mußte zusehen, wie von innen her, unter Mißbrauch des Volksabstimmungsrechtes, die Drahtzieher Moskaus oder verbohrte Pazifisten und Sozialisten den verantwortlichen vaterlandsliebenden Männern in den Arm fallen wollten. Denn der Volksentscheid in der Schweiz hatte am setzten Sonntag nicht etwa den Zweck, die Maßnahmen der Regierung noch einmal ausdrücklich zu billigen, sondern stellte nur den Versuch jener auch in Deutschland einst mächtigen Kreise bar, eine Stärkung der Wehrhaftigkeit ihres Landes u n - möglich zu machen. Dabei war ihnen jedes Mittel recht, das ihren Zwecken dienen konnte. In den Plakaten, die von den Gegnern der Wehrvorlage an alle Wände geklebt wurden, las man mit dicken Lettern: „Soll die Schweiz noch mehr aufrüften?" Gleichzeitig glaubte man, durch grobe Unterstreichung der Tatsache, daß die Dienstzeit in Zukunft volle 23 Tage länger dauern soll und daß etwa zwei Millionen Franken Mehrausgaben im Jahre entstehen werden, Stimmung gegen die Vorlage machen zu können. Man schätzte das eigene Volk so niedrig ein, daß man hosste, diese kümmerlichen Argumente würden genügen, den Nein-Sagern zum Siege zu verhelfen. Daneben wurde in marxistischen Plakaten natürlich 3nng bleiben im Kamps! Unvergänglich die Liebe zu unserem Volk und der Glaube an unser Oeuischland. mben i den oder diene» weizek artigen rlichen thoden nif rni« teile. sind. t>en. der 1870 Heck- ic'cn nter» lgder rteibi» Aus» An» Wäh* Zwei obren, halten (baten lusbil» nassen- fallen, tilW die h f® ample re dec i war immer -ich ße erstieg- ,t wohl uf d-n bi l)11' M1”; ,n i»’ in, d°- Kt «fl auf Der i n - Der polnische Botschafter Josef Lipski dankte dem Präsidenten der Lessing-Hochschule, dem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha sowie Professor Dr. von Arnim dafür, daß sie die mühevolle Aufgabe auf sich genommen haben, die Gründung des Deutsch-Polnischen Institutes zustandezubringen. Völker, die freundschaftliche Beziehungen zueinander unterhalten und sie vertiefen wollten, mußten sich verstehen. Die polnische Literatur habe sich in den soll Brücken s , x und in Forschung und Austausch der Sache beider Völker dienen. Die indischen Fürsten gegen die Zndienbill. der Grenze gewonnen. Der Hauptsieg muß jedoch bei uns selb st erfochten werden." (Im Text des Blattes ist ausdrücklich vom linken Flügel die Rede, also die Front gegen Italien angedeutet.) Eine Anspielung auf die Einführung der zweijährigen Dien st zeit findet sich in fast allen Blättern. Der „Temps" sagt, eine der ältesten und aufrichtigsten Demokratien übernehme aus freien Stücken eine Verschärfung der Militärlasten, weil sie sich der Pflicht, ihr Gebiet zu verteidigen, bewußt sein. Das beweise eine p o l i t i s ch e R e i f e, die als Beispiel g e l t en könne. In der letzten Zeit, in der man oft die Lehren der Geschichte unbeachtet lasse, wirke das wie ein Trost. Wie die „Wandelhalle" meldet, sind z w e i n e u e Reichstagsabgeordnete in den Reichstag eingetreten, und zwar der Pg. Willi S t ö h r aus Frankfurt a. M. (Adjutant des Gauleiters) für Hessen-Nassau und der zweite Bürger- meister von Germersheim Leonhard Wüchner für die P f a l z. Die italienisch-abessinischen Der. Handlungen über die von Italien vorgeschla- gene Errichtung einer sechs Kilometer tiefen neutralen Zone haben, wie von unterrichteter italienischer Seite erklärt wird, noch zu keinem Abschluß geführt. Insbesondere sei der italienischen Regierung noch nichts darüber bekannt sei, daß die abessinische Regierung bereit sei, auf die für Italien unannehmbare Teilnahme belgischer und schwedischer Offiziere an dem Ausschuß zur Kontrolle der neutralen Zone zu verzichten. Italien seinerseits bliebe bereit, den Nomadenstämmen in dem Grenzgebiet zwischen Somali und Abessinien das Durchzugsrecht durch die neutrale Zone einzuräumen. von einer Krise gesprochen werden könne. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsarbeitsführer Hier! folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Zu Ihrem heutigen 60. Geburtstag sende ich Ihnen in dankbarer Anerkennung Ihrer großen Verdienste meinen herzlichsten Glückwunsch. Adolf Hitler." — Ferner sind dem Reichsarbeitsführer u. a. noch Glückwunschtelegramme gesandt worden von dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, dem Ministerpräsidenten Göring, dem Reichsernährungsminister D a r r 6, dem Reichsführer der SS. Himmler, dem Stabschef der SA. Lutze, dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley. einem Besuch in Moskau übermittelt hat. Auch diese Angelegenheit wurde gestern vom Kabinett geprüft. Einige Kabinettsmitglieder sind der Meinung, daß ein Besuch in Sowjetrußland wünschenswert sei, daß es indessen fraglich sei, daß der Besuch in erster Linie vom Staatssekretär des Aeußeren selbst abgestattet werden solle. Sie schlagen als Ausweg vor, daß Simon nach seinem Berliner Besuch nach London zurückkehren und dem Kabinett Bericht erstatten solle, und daß in der Zwischenzeit ein anderer Minister sowohl Moskau wie Warschau zur Erkundung der Haltung der Sowjetregierung und der polnischen Regierung gegenüber dem Ostpakt besuchen könnte. Ob der Staatssekretär des Aeußeren später die Reise nach Polen und Rußland unternehmen werde, werde von dem Ergebnis der vorläufigen Untersuchung abhängen. „M o r n i n g Po st" bemerkt, es sei jo gut wie sicher, daß der Staatssekretär des Aeußeren Moskau besuchen werde, und es sei wahrscheinlich, daß er auch noch Warschau und Prag gehen werde. „Daily Telegraph" sagt, unter den britischen Ministern habe Uebereinstimmung darüber geherrscht, daß von einer Ausdehnung der Reise Simons wertvolle Ergebnisse erwartet werden könnten. Das Gerücht, wonach von sehr einflußreicher britischer Seite Wider st and gegen diesen Gedanken geleistet worden sei, entbehre jeder Grundlage. Vor seinem Besuch in Mos- k a u werde Simon nach London zurückkehren, um dem Kabinett über seine Berliner Besprechungen Bericht zu erstatten. Simon wird am Donnerstag erneut in Paris erwartet. Paris, 26. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der französische Ministerrat. wird am Dienstagmorgen auch den bevorstehenden Besuch des englischen Außenministers in Paris erörtern, den die Regie- rung trotz seines privaten Charakters zu einem eingehenden Meinung saustausch benutzen wird. Sehr wahrscheinlich wird der englische Botschafter am Donnerstag ein Frühstück geben, zu dem auch der französische Außenminister Laval geladen wird. Dieses Frühstück soll den Rahmen für die Unterredung der beiden Minister bilden, die sich vor allem um die Berliner Reise Sir John Simons drehen wird. Sir John Simon wird am Freitag nach London zurückkehren. Reichsminister Dr. Goebbels besuchte Filmstadt der Ufa in Neubabelsberg, begleitet dem Potsdamer Polizeipräsidenten Grafen H d o r f, dem Hauptschriftleiter der „Essener Nationalzeitung" Grafen Schwerin und von dem Pressereferenten im Propagandaministerium Dürr. Er wurde empfangen durch C. M. Köhn und Direktor G r i e v e n von der Ufa. Der Besuch galt Simons Informationsreise Der Besuch in Berlin steht fest. Deutsch-polnischer Kulturaustausch Ein neues Institut an der Berliner Lessinghochschule. die von ell- Das Hoheitszeichen für die Technische Nothilfe. DNB. Hannover, 25. Februar. Auf einem Generalappell und Kameradschaftsabend der Technischen Nothilfe teilte der Reichsführer der TN., SA. - Gruppenführer Weinreich, mit, daß der Technischen Nothilfe das Tragen des.Hoheitszeichens in stilisierter Form zur Dienstuniform genehmigt worden sei. Die Verleihung trete mit dem 1. März, dem Tage der Rückkehr der Saar, in Kraft. Große Herbstmanöver mit motorisierten Truppen in Frankreich. Paris, 25. Febr. (DNB.) Im September finden im Truppenlager von Mailly und in der Umgebung große Manöver statt, an denen erstmalig drei motorisierte Divisionen teilnehmen, die 4. ehemalige Kavallerie-Division aus Reims, die jetzt leichte motorisierte Division genannt wird, die 12. Infanteriedivision aus C Halo n s - s u r - M a r n e und die 3. Infanteriedivision aus Amiens. Der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Kriegsrates, General G a m e l i n , sowie andere Mitglieder des Obersten Kriegsrates werden diesen Manöver beiwohnen. Etwa zur gleichen Zeit soll im Truppenlager von S i s s o n n e wieder ein Versuch mit einer R e s e r v i st e n d i v i s i o n gemacht werden, die kriegsmarschmäßig werden soll. Während man im vergangenen Jahre die 41. Reserve-Division einberief, will man dieses Mal die 52. einberufen. Zahlreiche aktive Divisionen werden ferner im Sommer und Herbst in verschiedenen Truppenlagern Manöver durchführen. üblichen Verdächtigungen Deutschlands geknüpft. Es wird behauptet, daß nur die drohende deutsche Gefahr die Schweiz zu dem Entschluß veranlaßt habe, neue militärische Lasten zu übernehmen. „Frankreich begrüßt selbstverständlich", so schreibt die „Liberte", den Bejchluß des Schweizer Volkes mit Freude. „Nicht ein einziger unter uns denkt daran, sich auf unseren kleinen Nachbarn zu werfen, selbst wenn wir von diesem verabscheuungswürdigen Angriff strategische Vorteile erwarten könnten. Dagegen stellt eine starke, durch ihre Haltung jede Angriffsabsicht entmutigende Schweiz für den linken Flügel unserer Armee eine wertvolle Deckung dar. Frankreichs Sicherheit hat gestern einen'Sieg jenseits Angesichts der äußerst heftigen Vorwürfe, die die rechtsstehenden Pariser Blätter gegen den französi- schon Innenminister im Zusammenhang mit dem Fernbleiben des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg von einem Pariser Gottesdienst erhoben hatten, veröffentlicht das Innenministerium eine Verlautbarung, in der es feststellt, daß die verantwortlichen französischen Stellen für das Fernbleiben Schuschniggs nicht verantwortlich gemacht werden könnten. Kunst und Wissenschaft. Reichsminister Dr. Goebbels bei der Ufa in Neubabelsberg. London, 25. Febr. (DNB.) Der englische Außenminister Sir John Simon wurde am Montag vom König im Buckingham -Pala st empfangen. Die Unterredung dauerte über eine halbe Stunde. „Ich hoffe, in sehr kurzer Zeit B e r - l i n zu besuchen", so antwortete Sir John Simon im Unterhaus auf eine Anfrage des Oppositionsführers. Simon erklärte weiter: Nach Entgegennahme des deutschen Vorschlages fragte die englische Regierung nach, ob sie richtigerweise annehmen könne, daß der Zweck dieser Zusammenkunft dahin gehen würde, die Beratungen über alle in dem englisch-französischen Kommunique erwähnten Angelegenheiten um einen Abschnitt weiter zu tragen. Ich habe eine Antwort von der deutschen Regierung erhalten, in der sie mit dieser Beschreibung des Umfanges der vorgefchlagenen Zusammenkunft überein st immt und mich einlädt, zu diesem Zweck nach Berlin zu kommen. Die englische Regierung ist der Ansicht, daß dies eine nützliche Anregung ist, und ich hoffe, binnen sehr kurzem Berlin zu besuchen. Der Zeitpunkt und die anderen Einzelheiten müssen noch verabredet werden. Die französische und die italienische Regierung haben dem ihnen vorgeschlagenen Gang des Verfahrens z u g e st i m m t. Auf die weitere Frage, ob es beabsichtigt sei, Moskau oder irgendeine andere europäische Hauptstadt im Zusammenhang mit diesen geplanten Abmachungen zu besuchen, erwiderte Simon: „Diese Frage wird zur Zeit erwogen." Dienst der nationalen Idee gestellt. Sie sei stark national geworden. Einen solchen Charakter der Literatur hätten große Männer gewertet. Goethe sagte: „Die Bestrebungen, die Poesie zu nationalisieren und von den Fesseln der Nachahmung zu befreien, sind edel zu nennen. Jede Nation hat ihre poetische Ernte. Warum auf fremdem Boden Blüten suchen, wenn der eigene üppig ist." Bezeichnend für die Notwendigkeit des gegenseitigen Sich- kennenlernens ist ein an Marianne von Willemer gerichteter Brief Goethes, dessen Beziehungen zu Adam Mickiewicz und anderen bedeutenden Polen bekannt sind und der Ehrenmitglied der Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften war. Goethe äußerte sich in diesem Brief Über Polen folgendermaßen: „Wir sind mit dieser Nation und ihrer Sprache schon viel näher verwandt als sonst. Sehr oft kommen gebildete Männer dorther, unserer Frau Großherzogin aufzuwarten. Unsere Bibliotheken besitzen Grammatiken und Wörterbücher hinreichend, und so wirkt eine Nation immer lebhafter auf die andere." — Die Worte Goethes könnten „jf das Programm unseres Institutes übertragen werden: Seine Vorträge werden auch, gestützt auf die Kenntnis der Geschichte unseres Landes, feiner Literatur und Philosophie, das Thema des neuen London, 26. Febr. (DNB. Funkspruch.) einstimmige Beschluß der Konferenz der di sch en Fürsten in Bombay, daß das Gesetz über die indische Verfassung abgeändert werden müsse, falls es für die indischen Staaten annehmbar sein soll, hat bei den englischen Gegnern der Jndienreform der Regierung große Genug- tuung hervorgerufen. „Daily Mail", deren Besitzer Lord Rothermere die Fürsten wiederholt durch persönliche Telegramme zum Widerstand gegen die Regierungsvorschläge aufgefordert hat, spricht sogar von einem Ultimatum der Fürsten und von einem erschütternden Schlag für das britische Kabinett. Das Blatt fügt hinzu, Lord Rothermere habe ein Glückwunschtelegramm an die Fürsten abgesandt. Es wird erwartet, daß der S t a a t s- sekretär für Indien, Sir Samuel Hoare, im Unterhaus den Standpunkt der Regierung bekanntgeben wird. Man glaubt in Regierungskreisen, daß die Bedenken der indischen Fürsten durch geeignete Abänderung des Wortlautes verschiedener Punkte, die sich auf ihre Stellung und auf ihre Rechte beziehen, beschwichtigt werden können. Es wird entschieden in Abrede gestellt, daß der Besichtigung der Arbeiten an dem neuen Spitzenfilm „Das Mädchen Johanna" und an den Filmen „Amphitryon" und „Die ledige W i t w e". Der Minister nahm an den Arbeiten lebhaften Anteil. Er begrüßte die anwesenden deutschen und französischen Schauspielerinnen und Schauspieler in herzlicher Weise. Deutsche Beteiligung am 1. Internationalen Kongreß für Gaslro-Enterologie in Brüssel. Im August 1935 findet in Brüssel gelegentlich der dortigen Internationalen Weltausstellung der 1. Internationale Kongreß für Gastro« Enterologie (Magen- und Darmleiden) statt. Auf Einladung der Kongreßleitung wird Deutschland dort durch ein aus zwölf Medizinern (Chirurgen und Pathologen) bestehendes Deutsches National-Komitee vertreten sein. Mit der Führung der deutschen Kongreßmitglieder und der Vertretung der Reichsregierung und der Reichsgesundheitsbehörden ist Professor Umber- Berlin beauftragt. Schriftführer des Deutschen Komitees ist Prof. Walter Koch- Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten wird darin durch ihren Vorsitzenden Prof. Bürger- Bonn vertreten. Deutsche Referenten sind Professor H. H. Berg-Hamburg und Professor K o n j e tz n y - Greifswald. Meldungen zur Teilnahme und Anfragen an Professor W. Koch, Berlin, Krankenhaus Westend. — Diesem Kongreß kommt insofern besondere Bedeutung zu, als zum ersten Mal nach dem Vertrage von Versailles die deutjche Sprache als Kongreßsprache zugelassen wird. Professor Volhard behandelt König Fuad von Aegypten. Der Direktor der Medizinischen Klinik in Frankfurt a. M., Professor Dr. Franz Vol- hard, tritt in diesen Tagen eine Reise nach Kairo an, um König Fuad, der eine Nierenerkrankung befürchtet, zu behandeln. Aus aller Wett. 50 Jahre Deutsch-Ostafrikanifche Gesellschaft. 1884 wurde auf Veranlassung von Dr. Carl Peters und Graf Behr-Bandelin die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation" gegründet, die den Entschluß faßte, Land an der Ostküste von Afrika zu erwerben. Einer Expedition unter Führung von Carl Peters gelang es, durch Freundschaftsoerträge mit einheimischen Häuptlingen im Hinterland der ostafrika- nifchen Küste Gebiete zu erwerben. 1885 wurden die Landschaften Usagara, Nguru, Useguo und Ukami unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft blickt nunmehr am 27. Februar d. I. auf ein 50jähriges Bestehen zurück. 1890 gingen die Hoheitsrechte der Gejellschaft auf das Reich über. 1891 wurde die „Eijenbahngesellschaft für Deutsch-Ostafrika, Usarn- bar a - L i n i e" gegründet, von der die erste Eisenbahn von Tanga ins Hinterland gebaut wurde. 1905 errichtete die Gesellschaft die „Deutsch- Ost a f r i k a n i s ch e Bank" in Daressalem, die den Notenumlauf in der Kolonie regelte. 1911 gründete die Gesellschaft die „Handelsbank für Ostafrika" in Tanga. Die Gesellschaft baute den Handelsbetrieb und die Plantagenwirtjchast weiter aus. Die Gesellschaft besaß bei Kriegsausbruch in Ostafrika und Madagaskar 21 kaufmännische Nieder- und bewundern ihre Lebenskraft. In diesem Kampfe hat sich erneut bewiesen, daß das schollenverwurzelte Bauerntum Kraftquelle des Volkes ist. Polnisches Bauerntum und der stolze und ritterliche Sinn des polnischen Kriegerstandes spiegeln sich in der großen Kunst eines Chopin wieder. Aus den polnischen Staatslenker und Soldaten, den Marschall P i l s u d s k i, blickt mit Bewunderung das neue Deutschland. Anders als bei uns, aber angepaßt den Verhältnissen seines Volkes, hat der Marschall das neue Staatsgebäude errichtet, dessen stärkster Pfeiler die Wehrmacht ist. Auch die Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse und die kulturellen Bestrebungen Polens erregen unser größtes Interesse: haben doch im Mittelalter deutsche M e i - st er, deutsche Bauern und deutsche Bürger in der Wirtschaft uq£ Kunst Polens gewirkt. Was den beiden Völkern nottut, ist d i e Kenntnis von Sein und Wesen des „Time s" schreibt: Die Ankündigung des Staatssekretärs war das Ergebnis eines vom Kabinett in seiner gestrigen Sondersitzung gefaßten B e s ch l u s- s e 5. Die Minister waren übereinstimmend der Meinung, daß die Andeutung der deutschen Regierung, wonach jede in der englisch-französischen Erklärung aufgeworfene Frage auf einer Zusammenkunft zwischen britischen und deutschen Minister g e pr ü s t werden solle, sie zur Annahme der Einladung berechtigte. Man erwarte jetzt, daß Simon ungefähr Mitte nächster Woche nach Deutschland abreisen wird. Ob er allein reisen, oder von Groß-Siegelbewahrer Eden begleitet sein wird, ist noch nicht entschieden. Viel mag davon abhängen, ob auf den Besuch in Berlin Besuche in Moskau und Warschau olgen werden. Es verlautet, daß der Sowjetbot- chafter in London, Maisky, nunmehr der britt- ‘chen Regierung die formelle Einladung zu Nachbarvolkes, die Erforschung und Erkenntnis der osteuropäischen staatlichen, völkischen und kulturellen Möglichkeiten. Zu diesem Zwecke ist das Deutsch-Polnische Institut gegründet worden. Es • " ~ ‘ schlauen zwischen den Völkern g und Austausch von Erkenntnissen Polens behandeln. Konrad Hansen eröffnete mit Klavierkompo- itionen Chopins das Festkonzert. Hansen erntete reichen Beifall. Der zweite Programmteil war Jan K i e p u r a vorbehalten. Er brachte mehrere Arien und Balladen zum Vortrag. Die Beifallsstürme wollten kein Ende nehmen. Berlin, 25. Febr. (DNB.) Im Zoo fand aus Anlaß der Eröffnung des Deutsch-Polnischen Institutes an der Lessing-Hochschule ein Konzext des großen polnischen Tenors Jan K i e p u r a statt, das unter dem Protektorat des Ministerpräsidenten Göring und des polnischen Botschafters Exz. Lipski stand. Es gestaltete sich zu einem bedeutsamen Festakt, der symbolisch war für den weiteren Ausbau und die enge Verbindung ber deutsch-polnischen kulturellen Beziehungen. Unter den Ehrengästen bemerkte man außer den beiden Schirmherren diesese Abends Staatssekretär Lammers, der für den Führer und Reichskanzler erschienen war, die Reichsminister Dr. Goebbels und Seldte, Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Kultusministeriums, den Gesandten von Südslawien, viele andere Mitglieder des Diplomatischen Korps, den Präsidenten der Lessing-Hoch- chule, He rzog von Sachsen-Coburg und Gotha und die polnische Kolonie. Der Rektor der Technischen Hochschule, SA.-Oberführer Professor Dr. v o n A r n l m begrüßte als Direktor der Lessing-Hochschule die Gaste und führte dann u.a. aus: Als nach dem Weltkriege Europa sich neu 3U orimen begann, erschien auf der Bildfläche em Volk, das die Diplomaten saft vergessen hatten, das polnische Volk mit über 33 Millionen ^J^en geschlossenem Siedlungsraum Trotz ihrer Aufteilung auf verschiedene Hoheitsgebiete hatten die Polen ihre völkische Substanz 130 3a f) re hinhurdi aerettet. Unser Führer Adolf Hitler hat das ^erftänbnis des deutschen Volkes für d i e Kraft und Reinheit desVo l k s - tüm- auch bes fremden. «eweckt D.e Deutschen würdigen d aher den Kam p Auch beimUlalAkastee uns anderemGetreidekaffee ist Ser Zusatz einer guten Kaffeewürze von vorteil. Das Getränk wird damit voller, kräftiger und wohlschmeckender. Mber nehmen Sie nur die bewährte Kaffeewürze Franck Spezial in Grießsorm. lassungen und 9 Pflanzungen. Durch das Versailler Diktat ging der gesamte wertvolle Besitz der Gesellschaften verloren, mit der vom Reich erhaltenen Entschädigung mußte man von neuem anfangen. Es sind inzwischen an den wichtigsten Plätzen wieder kaufmännische Niederlassungen errichtet, und ein bedeutender Pflanzungsbesitz ist neu erworben worden. Die Gesellschaft beschäftigt heute schon wieder über 80 Reichsdeutsche in ihren ostafrikanischen Betrieben. Fremdensitzung und Rosenmontagszug in Mainz. Die erste große Fremdensitzung des Mainzer Karneval-Vereins wurde zu einem fröhlichen Erlebnis der 4000 bis 5000 Fremden, die aus dem Rhein-Maingebiet herbeigeeilt waren, um den Karneval im goldenen Mainz zu genießen. Es war eine prunkvolle Veranstaltung, durchglüht von einem gesunden Humor. Das Mainzer Lied, das gesungen und geschunkelt wurde, ließ gleich von Anfang an die rechte Stimmung aufkommen. Das Eröffnungsspiel „Wer hot, der hot" von Karl M o e r l e zauberte die närrischen Elf herbei. Nach dem feierlichen Einzug des Komitees erschien der Schalk Fritz Eberhard und erläuterte in treffender Satire den Sinn des rheinischen Karnevals. Die Ansprache des Präsidenten Heinrich Bender befaßte sich in der Hauptsache mit den Städten der näheren Umgebung, mit denen nun endlich aller Zank und Hader beendet sei. Mit brausendem Beifall wurde der närrische Sekretär Glük- k e r t begrüßt, der sich in großer Form zeigte. Ein Dichter aus dem Mittelalter, Martin Mundo — als Knorzel bekannt —, und Tünchermeister und ein Gralsritter brachten neben musikalischen und gesanglichen Vorträgen reiche Abwechslung. Nach der Pause glossierte der Narrhallese G o t t r o n mit seiner beißenden Ironie die „hohe Politik". Der schon bekannte Friseurlehrling plauderte wieder die Geheimnisse seines Berufes aus und ein Zwiegespräch zwischen Sonne und Mond „beleuchtete" bei Tag und Nacht das Leben auf der Erde. Die „Mainzer Hofsängergilde" gab der glänzend verlaufenden Veranstaltung einen lustigen Abschluß. * Der Mainzer Rosenmontagszug beginnt pünktlich um 12.11 Uhr. Er dürfte eine wahre Völkerwanderung nach Mainz bringen. Die Reichsbahn hat über 50 Sonderzüge eingelegt. Außer den Tribünen, von denen man den Zug betrachten kann, stehen auch eine große Anzahl Fensterplätze zur Verfügung. Die Uebertragung auf den Deutschlandsender findet in der Zeit von 12 bis 13 Uhr statt. Besuch des Prinzen von Wales in München. Der Prinz von Wales traf auf der Durchreise in München ein. Er besuchte das Armee- Museum, das Kriegerdenkmal und das Deutsche Museum. Vor der Feldherrnhalle am Mahnmal ließ er seinen Wagen eine kurze Weile anhalten. Im Armee-Museum interessierten den englischen Thronfolger besonders auch die Modelle der „Soeben" und der „Breslau", jener deutschen Kriegsschiffe, die sich während des Weltkrieges so tapfer im Mittelmeer geschlagen haben. Im Deutschen Museum besichtigte er eingehend die Abteilung über die Entwicklung der Verkehrsmittel. Dann reiste der Prinz von Wales mit dem Nachtschnellzug nach Paris weiter. Preisverleilung im Fliegerhandwerker-Weltbewerb. Nach Abschluß des vom Deutschen Luftsportverband veranstalteten Er st en Deutschen Flie- aerhandwerker-Wettbewerbs in Berlin sand die feierliche Verteilung der Preise an die als Sieger heroorgegangenen Handwerkergruppen statt. Der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, L o e rz e r , wies darauf hin, daß ein solcher Wettbewerb zum ersten Male in der Welt durchgeführt worden sei. Er habe den Zweck erfüllt, den Aus- Vom Vall der preußischen StaatOeaier. 'W ♦ II • . r. 'V.-/ ? HÄM ni-' 1 ■ Auf dem Ball der Preußischen Staatstheater im Berliner Hotel „Kaiserhof": Von links: Staatsoperndirektor Clemens Krauß, Reichsminister Dr. Goebbels, Kammersänger Ian K i e p u r a, Ministerpräsident Göring, Staatsopernsänger Domgraf-Faßbaender. — Vorn sitzend: Staatsschauspielerin Emmy Sonnemann und Kammersängerin Viorica U r s u l e a c. — Der'Ball war eine wahrhaft festliche Veranstaltung. Ministerpräsident Göring hatte seine Gäste in die repräsentativen Räume des Hotels „Kaiserhof" eingeladen. Fast vollzählig war das Diplomatische Korps der Einladung gefolgt. Von der Reichsregierung und Parteiführung waren alle in Berlin anwesenden Reichsminister und Reichsleiter erschienen, nahezu sämtliche Staatssekretäre, Vertreter der Reichswehr, der Landespolizei und der Luftfahrt, die Führer der SA. und SS., fast sämtliche Ober-- präsidenten und Regierungspräsidenten, Vertreter der Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Bald herrschte ungezwungene natürliche Fröhlichkeit. Mit besonderer Freude wurde die sinnvoll zusammengestellte Tombola begrüßt. Der Hauptgewinn: ein Bild Adolf Hitlers, vom Führer für den Abend gestiftet. Der ansehnliche Ertrag des Abends wird der U n t e r st ü tz u n g s k a f s e der Preußischen Staatstheater zur Verfügung gestellt. bildungsstand der Fliegerhandwerker zu prüfen. Die Werkstätten der Ortsgruppen müßten endlich mit gutem Handwerkszeug ausgerüstet werden. Hierfür erhoffe man die opferbereite Mithilfe des deutschen Volkes. Fliegerkapitän Röhr, der Leiter des Wettbewerbs, verkündete, daß die Fliegerlandesgruppe I (Ostpreußen) als Sieger in der Gemeinschaftsarbeit aus dem Wettbewerb hervorgegangen ist. Er überreichte ihr im Namen des Reichsluftfahrtministers eine von diesem gestiftete Truhe, in der die Wettbewerbsstücke aufbewahrt werden sollen. Der eigentliche Preis ist ein Wanderpreis des Reichsluftfahrtministers, bestehend aus einem Handwerkshumpen. Eisgang und Hochwasser in Lettland. — Mehrere Todesopfer. Der Eisgang auf den Flüssen Lettlands hat eine Reihe von Menschenopfern gefordert. So wurden bei der Ueberqueruna der Düna zwei Bauerngefährte vom Eisgang überrascht, der gerade in dem Augenblick einsetzte, als sich die beiden Gefährte mitten auf dem Strom befanden. Während sich zwei Männer noch durch Springen von einer Eisscholle zur andern retten konnten, geriet eine Frau in einen Spalt zwischen den Eisschollen und ertrank. An einer anderen Stelle der Düna ertrank eine Bauersfrau beim Uebergang über die schon morsche Eisdecke des Stromes. Auch aus mehreren weiteren Orten werden tödliche Unalücksfälle infolge des Eisganges gemeldet. Die Flüsse führen durchweg Hochwasser. Der durch die Ueberschwemmung angerichtete Schaden läßt sich noch nicht übersehen. Schweres Erdbeben auf Kreta. — Zehn Tote, fünfzig Verletzte. Bei einem Erdbeben auf Kreta wurden nach den vorliegenden Meldungen bisher zehn Personen getötet und 50 verwundet. In Kandia wurde das Museum sehr schwer beschädigt. Zwei Wandschränke mit antiken Vasen wurden völlig zerstört; die berühmte Schlangengöttin wurde vernichtet. Die Ortschaft Vathia ist ein Trümmerhaufen. Der Schaden geht in die Millionen. Die Regierung hat eine Hilfsaktion eingeleitet. Zur Unterbringung der Obdachlosen wurden 150 Zelte abgesandt. Die Pygmäen-Skelellfunde in Indien — ein schlechter Scherz. Der vor einigen Tagen von einer englischen Nachrichtenagentur verbreitete Bericht über die Auffindung von Pygmäen-Skeletten im indischen Staate Baroda — die deutsche Wissenschaft hatte, wie wir berichteten, zu äußerster Vorsicht gemahnt — wird in einer weiteren Meldung aus Bombay nunmehr als schlechter Scherz bezeichnet. Als Erklärung wird auf den in der fraglichen Gegend herrschenden Aberglauben hingewiesen, wonach durch die Weiterverbreitung einer falschen, aber glaubwürdigen Nachricht der böse Geist ab- gewendet werden könne. Da auch anthropologische Kreise mit der Meldung genarrt worden sind, ist eine Untersuchung in die Wege geleitet worden. Der Urheber der Falschmeldung soll ein Professor an einer Universität des indischen Staates Baroda sein. Explosion auf einem französischen Dampfer. — Neun Toke, drei Schwerverletzte. Auf dem französischen Dampfer „Generalgouver- neur Jonnart" explodierten, als er im Hafen von Tunis seine Ladung löschte, Kisten, die Feuerwerkskörper enthielten. Neun eingeborene Hafenarbeiter wurden dabei getötet und drei schwer verletzt. Das Schiff wurde kaum beschädigt. Büchertisch. — W i r erleben die Befreiung der Saar. Sechs Berichte deutscher Schriftleiter. Herausgegeben von A. I. Berndt und D r. O. Kriegt (Verlag Scherl, Berlin SW 68). Preis geb. 3,50 Mark. — (34) — Wer in Deutschland hat nicht einmal in den Tagen der Saar-Abstimmung, in den Stunden jubelnder Begeisterung über den endlichen Sieg der deutschen Sache an der Saar heimlich oder' laut den heißen Wunsch geäußert: Ach, könntest du doch dabei sein, könntest du doch dort sein, wo sich das deutsche Schicksal des Saarlandes offenbarte, und das ganze große Glück der Befreiung erleben! Nun haben sich sechs deutsche Schriftleiter, die vor und während der Abstimmung in Saarbrücken und in Neustadt a. d. Hardt für die deutsche Sache arbeiteten, zusammengetan, um das nachzuholen, wozu sie im Nahkampf der Abstimmungsschlacht keine Zeit fanden — das einzigartige Erlebnis dieses Volkstumssieges so fesselnd und sa ausführlich darzustellen, wie es nur geschehen kann. Weiterbericht des Reichswellerdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Der am Montag über der Nordsee liegende Sturm, wirbel ist langsam ostwärts weitergezogen. Er hat auch uns stürmisches Wetter und von seiner Rückseite her eine Zufuhr kälterer Luft gebracht. Ein am Dienstagmorgen noch über Frankreich liegendes Schlechtwettergebiet wird über uns hinwegziehen; dann kann zunächst wieder mit Aufheiterung, abe» auch mit Nachtfrostgefahr gerechnet werden. Heber Irland beginnt der Luftdruck bereits wieder zu fallen, doch wird sich voraussichtlich der neue Wirbel uns nur langsam nähern. Aussichten für Mittwoch: Nach starker Verschlechterung am Dienstag, verbunden mit kräftigen, von Nord drehenden Winden, zunächst wieder aufheiternd und Nachtfrostgefahr. Später wieder beginnende Bewölkungszunahme. Aussichten für Donnerstag: Voraus, sichtlich wieder unbeständiger, doch nicht durchweg unfreundlich. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 2 Grad, 175 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck ^md Verlag: Brühl'iche Universitäts Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. ... weil fiefogut fdpnecken - desljalb find MAGGI5 Suppen bei groß und klein fo beliebt Mehr als 30 Sorten — Kennzeichen : Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 6000 M. 211548 212380 6 Gewinne zu 3000 M. 186344 198984 333752 16 Gewinne zu 2000 M. 63991 74683 148787 239255 284754 329245 330274 378340 36 Gewinne zu 1000 M. 31243 80268 82568 158811 161680 164682 182401 196990 206017 215221 218024 248514 252046 269031 280013 348924 359398 385981 80 Gewinne zu 600 M. 11886 12728 21893 36812 38519 43331 54586 55108 55489 57438 66717 69779 86568 102543 123221 123377 151964 158252 163945 174391 193435 199001 207221 218691 237923 261585 269090 276188 289041 340581 345224 348491 354590 355136 35911 367441 370803 383234 386619 397119 298 Gewinne zu 300 M. 1620 2532 5199 9096 11020 11593 13017 13270 13905 16756 37629 41166 42322 44078 45268 46430 60617 62373 66317 61191 64196 69023 74294 77107 79454 80098 80305 82983 83197 85645 94515 94543 95215 97037 98929 101381 102315 102996 104622 106195 106687 109851 110668 111005 112444 115735 129162 130975 131847 132951 134146 139351 143036 146209 146500 150702 164888 155899 161068 164057 166310 169386 170752 171583 172171 177909 179445 179532 180337 181928 189158 191996 194549 197318 198778 199132 202527 203844 203849 203954 204508 206261 206594 215463 216075 218930 222315 230961 239080 251649 256906 262906 263118 265200 266326 267027 271267 282471 282807 286120 289822 291472 293420 294664 299502 305280 308214 309684 311055 317081 318367 319803 324131 325168 326614 327211 327752 328173 333896 334961 335133 335469 336037 337760 338109 338941 339468 343096 348637 350187 351155 358873 359341 359951 363288 367340 370937 371430 377613 378464 380799 382439 385140 387148 387302 394264 395438 396417 399021 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 29501 56983 141604 142768 249262 250019 260371 292025 328487 340794 Im Gewinnrade verblieben: 300 Tagesprämien hu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 50000, 4 zu je 30000, 6 zu je 20000, 32 zu je 10000, 98 zu je 5000, 214 zu je 3000, 432 zu je 2000, 980 zu je 1000, 2402 zu je 500, 9350 zu je 300 Mark. I VermietungenWes Mädel *■ . " für nachrn. ges. und zum Bauen Gewinnauszug Abermann Klein. Stübchen 2323 A Ohne Gewähr Nachdruck verboten 25. Februar 1935 igsziehung wurden Gewinne M. gezogen Möbl. Zimmer 2 Gewinne zu 10000 M. 134193 Gut möbl Zimmer 146463 300 M. 82 1629 2629 6177 Von jetzt ab werden nur noch XAnnA DriLzrtllr * ^1. .11 . . ,Sonne -Briketts gekauft. Du siehst doch selbst, wie wenig Du im Wohnzimmerofen brauchst, Stellenangebote weil Du da .Sonne’ nimmst: die Ordentlich., ehrl. 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Sammelplatz Liebig- denkmal. Zeit w. noch bekannt gegeben. H36D Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine. MkWlkl «ließen io?«' Mittlv.,27.Febr 19.30 bis 21.45 19.Mittw.-Abon. Overettenvrene irischer Wind aus Kanada. Heitere Begebenheit m 4 Tagen von Hans Müller Nürnberg. s Einspaltige | Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! Nr. 48 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 2b. Februar (935 kam Alte i. Verl. Pkte. 12:18 8 2 2 2 10:22 6:24 10 11 3 4 6 6 7 8 26:6 21:9 19:13 17:13 17:15 14:18 Unentsch. 0 1 1 1 1 2 den Tor. L In der Gruppe Marburg sind nur noch zwei Spiele des VfB. Kurhessen gegen Sarnau und Kinzenbach I — Heuchelheim II 1:2. Die Heuchelheimer konnten das Spiel auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung für sich entscheiden. Sofort nach Beginn stellte sich eine Ueberlegenheit für die Gäste aus Heuchelheim heraus. Der Mittelstürmer erzielte nach kurzer Spieldauer den ersten Erfolg. Kurz vor der Pause konnte derselbe Spieler auf 2:0 erhöhen. Nach der Pause hatte Kinzenbach mehr vom Spiel. Die Platz-Elf drückte jetzt mächtig und erzielte auch bald den ersten Treffer, hierbei blieb es trotz aller Anstrengungen. Den Hauptanteil an dem Sieg hatten der Heuchelheimer Tormann Im kalten Feuer der Gestirne leuchtete das Kreuz : des Südens über uns. Wir hatten hundswache und , saßen beim Grog in der Messe. Kuddel hestermann erzählte: „Das waren Zeiten, damals, als die ,Gle- nora' nach Hawai fuhr! Waren mit Wolle unterwegs und lagen gut vorm Winde. Fahrt machte der Eimer! — Die Masten knirschten und stöhnten im harten Drucke der Leinwand. Ein gutes Kommando, sage ich euch. Zwei Reffs im Großsegel und der Alte fuhr — genug für zehn Meilen Fahrt. Wie der Käptn, so der Steuermann. Was soll ich sagen? Ein Kerl, wie ein Rad, wendig, pfiffig, — zu allen 360 Strichen der Kompaßrose wußte er einen besonderen Fluch, — oha!" Kuddel holte tief und genußsüchtig Luft bei dieser Erinnerung, verschnaufte ein wenig und rief den Jungen: ,he,--Jonny! Gib die Kanne her ...!'" „Wie gesagt, nach hawai ging die Reise. Frischwasser hatten wir genug, und Fidschiland war passiert. Als die Phönixinseln sich aus dem Glase verloren, kam ein Windchen auf. Der Alte schmunzelte, ließ Reffs schlagen, die .Glenora' legte sich hart über und stürmte vorwärts. Der Gischt der Bugwelle stand bis zur Gallionsfigur hinauf. Der Wind wurde immer deftiger, an Deck rasierte er alles ab, was dämliche Deckgucker nicht geborgen hatten. Barometer auf Sturm. Das Barometer fiel auf Sturm! Der Steuermann übernahm die Wache, fluchte, lachte und ließ endlich Manöver pfeifen. Wir stiegen in die Wanten, um die Leinwand zu bergen. Der Kap'tain erschien an Deck. .Verdammte Kakerlaken ... Was macht ihr da in den Tauen ...?' Augenblicklich stoppten wir die Arbeit und sahen zum Steuermann hinunter. .Kap'tain, das Barometer fällt, die Segel müssen geborgen werden. Werden mindestens drei Strich aus aus dem Kurs gedrückt ...!' Der Alte sah auf den Kompaß, schluckte und brüllte los: .Lassen Sie sich Ihr Lehrgeld wiedergeben, wenn Sie die Brigg bei solcher Brise nicht im Kurs halten können, Sie Stintpfeifer, Sie ...! Ich halte das Schiff mit den Reffs...' Der Steuermann war leichenblaß, fluchte leise vor sich hin, ging ans Ruder, korrigierte die Fahrt und verschwand unter der Hütte. Der Bootsmann pfiff die Segelmanöver zurück. Der Alte band sich an der Schanzreeling fest, und dann sauste der Pott haushoch hinein in den Strudel der ersten Boe. Es heulte und pfiff, knackte und krachte, als wollte die .Glenora' aus den Fugen gehen, aber sie hielt aus. Nach der ersten Boe braßten wir die Segel um, fierten nach Backbord los und verschwanden eilig unter Deck. Drei Tage hielten wir Kurs im Sturm. Der Steuermann hatte sich abgefunden und drehte das Schiff in den Wind, daß es 'ne Lust war. Der Alte schien versöhnt, sie gingen abwechselnd Wache. Am vierten Tag ließ das Wetter nach, der Himmel brach auf, und wir schaukelten durch die See wie ein Schaukelpferd. Die .Glenora' wurde überholt. Weder Tuch noch Takelwerk hatten wir verloren. Der Bootsmann ging mit dem Peilstock in den Decks umher. Je mehr er mittschiffs kam, um so mehr verfinsterte sich Ealzwasser und Feuerwasser. Feuchtes Geemannsgarn aus der guten alten Segelschiffzeit. Von 3on Murr. letztes Spiel kampflos, da der SC. Gladenbach gesperrt ist. Germania beabsichtigt am kommenden Sonntag in Bad-Nauheim eine alte Rückspielverpflichtung einzulösen. Lokalkampf der Reserven. 1900 verliert 5:1 (2:0). Das Meisterschaftsspiel der zweiten Mannschaften verlor 1900 unverdient hoch. Entschieden wurde der Kampf schon in den ersten Spielminuten, als es dem schlecht abgedeckten Gästerechtsaußen gelang, zwei Treffer anzubringen. Die Platzbesitzer kamen dann besser auf. Außer vier Latten- und Pfostenschüssen wurde aber nichts Zählbares erreicht, so daß beim Stande von 2:0 für die Leute vom Wald- sportplatz die Seiten gewechselt wurden. Nach der Pause fiel 1900 immer mehr auseinander, während die Grünweißen ein eifriges Spiel oorführten und damit mehr Erfolg hatten. Noch dreimal konnten sie zu Treffern kommen, und erst zum Schluß führte ein Strafstoß zum Ehrentor der Blauweißen. Der Platzverein verdankt diese Niederlage dem völligen Versagen der Läuferreihe und dem leichtsinnigen Spiel seines Torwartes. Der Spielleiter konnte befriedigen. Vissenberg 1. Jugend — 1900 Jugend 1:1. Die Gießener konnten das völlig überlegen durchgeführte Spiel nur unentschieden gestalten, da von den erzielten zwei Toren leider eins ins eigene Gehäuse ging, von einem blauweißen Abwehrmann selbst dorthin gelenkt. Heuchelheim Meister der Gruppe Biebertal. Oer Stand der Spiele in der Bezirks- klaffe Gruppe Giehen-Nill. sein Gesicht. Er peilte und peilte, — triefnaß der Peilstock nach oben. Der Maat rannte achteraus. Wasser im Schiff. Nochmal: Wasser im Schiff. Plötzlich tauchte der Wuschelkopf des Jungen in der Luke auf. „Hein, Sandy, Kuddel...?" Er zitterte am ganzen Leibe. „Dummer Bengel, was ist los?" Der Junge riß sich zusammen. „W-a-s-s-e-r im Schiff...!" Ein Schauer lief uns allen den Rücken hinunter, wir dachten an das Schicksal der „Glenora". „Wo...?"---„Da unten gluckst es, ich habe es deutlich im Zwischendeck gehört!" Wir griffen zur Laterne und stiegen den Niedergang hinab. Nichts war zu sehen. Wir legten uns an Deck und horchten. Richtig, das war Wassergeräusch: „Gluck ... gluck ... ooorch ... gluck ... gluck ... ooorch!" Ohne Zweifel, die „Brigantine nahm Wasser. Vorsichtig tappten wir den Gang nach mittschiffs zu, fühlten, schnupperten und horchten. Nichts war zu hören, als das Glucksen und Gluckern des einströmenden Wassers. Das Leck mußte gefunden werden. Je tiefer wir ins Heck hinabstiegen, desto stärker ward das Wassergeräusch, es gluckste und schnur- chelte, als wenn sämtliche Ratten' einen Rausch verschliefen. Wir drangen immer weiter vor. Die Lampe flackerte in der dumpfen Luft. Aus der Tiefe klang das Gurgeln. Der Steuermann wurde gerufen. Wir suchten und suchten. Im Mittschiffsgang mußte das Leck sein. Klar und unzweideutig Kuddel trank einen würdigen Schluck auf dieses Ereignis und erzählte weiter: „Bei der aufregenden Fahrt der ,Glenora' leerte sich die Grogkanne bedenklich, jeder pumpte natürlich mit, so gut er eben konnte! Der Decksjunge rutschte vor Aufregung auf der Bank hin und her. Er machte seine erste Reise, am Aequator wollten wir ihn taufen. Aufgeregt hielt er den ©teert achtern über die Bank, daß es aussah, als wollte er jeden Augenblick vom Stapel laufen!-- Alle Mann pumpten. Bis zum Umfallen, sage ich euch. Auch der Kap'tain half mit. Wir pumpten das Wasser aus dem Schiff, und er--den Rum! ,Js man nun doch alles Ballast', sagte er beim dritten Kanister.--Sieben Tage ist das so gegangen mit dem Pumpen. Dann hatten wir genug. Gegen den Durst der Menore' war nicht aufzukommen. Ich glaube, sie hatte Wassersucht." So'n Durst... Kuddel sah traurig und schweigsam in die leere Schale: „So'n Durst! ... nee, so'n Durst!-- Na, gib die Kanne her, Jonny!" Der Junge schreckte auf und holte die Kanne vom haken. Als Kuddel getrunken hatte und schwieg, wagte er mit gespannter Vorsicht zu fragen: „Na, und ...?" Kuddel hestermann setzte die Schale ab, spuckte knallig in die Spanten: „Na und...? Du Döskopp! Na ja, — abgesoffen siud wir. Richtig abgesoffen, weiter nischt. Wassersucht steckt nämlich an, du Greenhorn...! Und gut, daß die Rumkanister leer waren, damit sind wir an Land geschwommen." „An Land ...? Zweihundert Meilen an Land? Na, mach uns das mal vor, Kuddel!" Entrüstet sah die ganze Bande auf den Janmaat. Kuddel wurde nicht einen Augenblick verlegen. „Guckt euch die Teichfischer an..., wie die Bescheid wissen! Natürlich sind wir geschwommen. Ganz klar und im großen Boot noch dazu. Hein — nicht...?" Der Angerufene war eingenickt und schreckte bei dieser Frage auf. Dann fiel er polternd unter die Kunst und Wissenschaft. Or. Goebbels über die nächsten Aufgaben der deutschen Theaterpolitik. Anläßlich eines Besuches in Essen gab Reichsminister Dr. Goebbels dem Kunstschnftlelter der Essener Nationalzeitung" auf viele Fragen über den zukünftigen deutschen Kulturaufbau, insonderheit des Theaters, aufschlußreiche Antworten. Der Minister sprach u. a. eingehend über die dringende Notwendigkeit, den deutschen Theatern der Provinz die Bedingungen zu wirklicher Lebensfähig k e i t auf gesunder Grundlage zu verschaffen Mit allen Kräften solle eine gründliche Stärkuna des gesamtdeutschen Theaterwesens vollzogen werden. Dr. Goebbels sieht dabei als nächste praktische Unternehmung die finanzielle Zusatzunterstützung besonders wertvoller Provinzbühnen durch das Reich an. Vor allem solle berücksichtigt werden, daß Theater, die durch die Notlage der Städte zu Unrecht knapp gehalten würden und die dabei doch gleichen Nlveau- anforderungen unterlägen, ein ausgleichender Zuschuß gewährt werde. Ein Theater solle nicht mehr darum mäßige Kunst liefern müssen weil zufällig die unterstützende Stadt finanziell schleustet gestellt sei als eine andere Stadt. Die Buhnen sollten all- Es stehen nur noch zwei Spiele aus, die aber keinen Einfluß auf den Tabellenstand haben, und zwar die Spiele VfB.-Rb. Gießen — Naunheim und Rb. Dillenburg — 1900 Gießen. Die Spiele der Kreisklaffen. 1900 II — VfB. II 1:5; Leihgestern — Großen- Buseck, Großen-Buseck nicht angetreten; Grünberg — Krofdorf 3:0; Aßlar II — Ehringshausen 5:1; Kinzenbach — Heuchelheim II 1:2. Oie Spiele der Bezirksklaffe, Gruppe Marburg. Das einzige planmäßige Spiel in der Bezirksklasse „Gruppe Marburg" gewann der Fußballverein 1920 Ockershausen mit einem 4:2-Sieg über den FV. Breidenbach. Die Platzverhältnisse waren völlig unzureichend, so daß von einer einwandfreien Austragung des Spieles nicht gesprochen werden konnte. Der aufgeweichte Boden mit stellenweisen tiefen Wasserlachen stellte an die Spieler große Anforderungen. Die erste Halbzeit war lmmerhm noch ausgeglichen, während in der zweiten halste Ockershausen stark im Vorteil war und den Gegner planmäßig völlig zurückdrängte. Breidenbach versuchte das Halbzeitresultat mit 2:2 zu halten, erst kurz vor Schluß kam Ockershausen durch einen Eckball zum Führungstor und wenig spater durch einen Elfmeter zum vierten, den Sieg sicher stellentönte das Schnurcheln aus dem Raume. Wir drängten nach vorn und suchten eifrig umher. Kein Wasser _ aber das Geräusch klang laut und deutlich: „Gluck ... gluck ... ooorch ... gluck ... gluck ... oooorch .. .oooorch ...!" In sämtlichen Spantwinkeln suchten wir das Leck. Da — was war das ...? Das Leck. Der Steuermann sprang zu. — Ein Mensch...! Der Schiffszimmermann! — Den Kops tief in die Spanten gedrückt, mit dem Gesicht nach unten, so lag er trunken in einer dunklen Brühe brackigen Leckwassers und schlief. Kuddel drehte das Gesicht nach oben. Das Gurgeln und Gluckern hörte sofort auf. Mit gewaltigen Atemzügen hatte der Zimmermann seinen Rausch im Leckwasser des Zwischendecks ausgeschnarcht! Das schnurchelte und dröhnte, als hätte die „Brigantine" den Indischen Ozean im Bauche. Kuddel schüttelte den Zimmermann: „Transäufer, steh auf, versäufst doch in der Brühe..." Die Glocke schlug acht Glasen. „Los, hoch. S'ist Mitternacht!" Der Zimmermann machte die Augen auf und stierte blöd in die Laterne: „W-a-a-s... Mitternacht?... na, denn Prost Whisky ...!" Er fiel wieder zwischen die Spanten und schnurchelte, daß es 'ne Lust war! Aber die „Brigantine", — die war gerettet. — Brigantine und Glenora. Im Dezember war die „Brigantine" von Gree- nough nach Java unterwegs. Sie hatte den Bauch voll Kohlen, und sommerliche Hitze stand über Deck. Sechs Tage ging alles klar. Wir segelten im Südost- Passat und lagen bet Sonnenuntergang dwars zum Nordwestkap an der australischen Küste. Die Sonne versank ins Meer und färbte die schroffe Silhouette der fernen Küste purpurviolett. Dann erstarb alles: der Wind und das Meer. — Die Nacht brach auf! Kap'tain... Wasser im Schiff...st Der rasierte sich gerade, als ihn der Maat annef. Er sah kaum auf und antwortete auf die bange Meldung: ,Sind Sie verrückt geworden, Maat...?' Der Bootsmann war baff und kramte in seinem Hirn nach einer passenden Antwort. ,Mein Schiff hält dicht, bis ich selbst leck werde. Und vorläufig', er schlug sich lachend auf sein rundes Bäuchlein, ,ist der alte Kanister da noch bannig leer und dicht. Verstanden...?' Der Bootsmann blieb bei seiner Meldung. Zweihundert Meilen östlich von Palmira stieg das Wasser mit jeder Stunde. Die ,Glenora' war leckgesprungen. Als wir drei Fuß Wasser im Schiff hatten, gingen wir an die Pumpen. Alle Wachen blieben an Deck und pumpten: Stunde um Stunde. Am Tage und in der Nacht. Wir pumpten immerzu. Zu allem Pech wurde das Wetter diesig, die See begann zu rollen, schwere Brecher füllten oben ins Schiff, was von unten her nicht schnell genug hineinlaufen konnte.--Wir pumpten! Das Wasser schon aus den Speigatten. So sehr mir auch pumpten, — das Schiff lief voll. Vergeblich hatte der Zimmermann das Leck gesucht.-- ,Gib die Kanne her, Jonny ...!'" KÄ ALS KMÄ I V» n'cht -u.°tzt d-r Mittel, ttenora". | Tabelle ohne Einfluß sind. Germania gewinnt sein | sturmer. mählich wieder soviel wirtschaftliche Bewegungsfreiheiten erhalten, wie ihnen gebühre. Man werde werde damit rechnen können, daß in den Theatern der größeren Städte des Reiches der aus sozialen und 'künstlerischen Gründen zu fördernde Z w o l f- monatsvertrag in absehbarer Zelt Wirklich- feit werde. Zur Engagementspolitik kündigt Dr. Goebbels eine Verordnung an, nach der die ganz hohen Engagementsoerträge einer neuen Ordnung unterworfen würden. Damit solle vor allem dem letzthin wieder geradezu verhängnisvoll geübten maßlosen Gageüberbieten der Intendanten bei dem Engagement eines wertvolleren Künstlers gesteuert werden. Als Wichtigstes betonte Dr. Goebbels die Notwendigkeit, dem Theaterleben eine möglichst ungewohnte Entwicklung, ein freies Wachstum zu gönnen, möglichst wenig mit Paragraphen einzugreifen. Diesen Gedanken brachte er auch für die Förderung des dramatischen Schaffens der Gegenwart zum Ausdruck. Dr. G o e b l^e l s machte auch deutlich gegen Abonnementsorganifationen Front, die mit Son- derforderungen unerwünschte Beeinflussungen und vor allem Einengungen des Kulturlebens beabsichtigten. Großer Erfolg der japanischen Sängerin Teiko füroa als Butterfly in Berlin. Das Gastspiel der japanischen Opernsängerin Teiko Kiwa im ausverkauften Deutschen Opernhaus in Berlin gestaltete sich zu einem großartigen Erfolg für die berühmte Künstlerin, die gestern zum 757. Male ihre Zuhörer als Madame Butterfly begeisterte. Die edle Stimme, die selbst die schwierigsten Gesangspartien in den höchsten Höhenlagen mühelos meisterte, und das innere Miterleben und Aufgehen der Künstlerin in ihrer Rolle riß das Publikum immer wieder mit, und der rauschende Beifall nach jedem Akt kam aus ehrlich ergriffenen Herzen. Am Schluß gab es zahllose Blumenspenden und Hervorrufe. Unter den Zuhörern sah man alle Mitglieder der japanischen Botschaft mit ihren tarnen, geführt vorn Botschafter und seiner Gattin, den Berliner Polizeipräsidenten sowie viele Angehörige der japanischen Kolonie. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hieb er von der Technischen Hochschule in S t u 11 g a r t hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für anorganische Chemie, allaemeine Erperimentalchemie und analytische Chemie an. der Technischen Hochschule in Mun- ch e n erhalten. Lächerlich! Er wird ihn einpacken, sorgfältig in Seidenpapier, ein paar Zeilen dazu schreiben, und das wird dann das Letzte sein, was sie von ihm hört. Sehr zufrieden mit sich steigt er die Treppe hinauf, macht Licht in feinem Zimmer und vertieft sich in Akten, die.unbedingt heute noch durch- gefehen werden müssen. Aber dann geschieht es sonderbarerweise, daß zwischen den einzelnen Schriftsätzen immer wieder etwas herumgeistert, was durchaus nicht dahin gehört, und was sich auch mit unzähligen Zigaretten und erregtem Auf und Ab im Zimmer nicht fortschaffen läßt: ein gelber Handschuh, der einen schwachen Duft verstromt. Konrad reißt das Fenster auf; kalte Nachtluft strömt herein, und die Gardinen flattern aufge- scheucht im Wind. Unten auf der Straße reden cm Mann und eine Frau miteinander, einen Augenblick lang hört man die Stimmen, eine leise, verhaltene Zärtlichkeit schwingt durch, und dann verklingen ihre Schritte in der Ferne. Mit zornigem Griff packt Konrad den Handschuh, diesen "einen, lächerlich gelben Handl"chuh, der ein solches Nichts, ein so jämmerliches Nichts ist ohne den anderen, der ihn erst zum Paar ergänzt, und wirft ihn in die Lade feines Nachttisches. Mag er dort liegen bleiben, so lange er will! Dann kehrt er zu seiner Arbeit zurück und sieht zwei Stunden nichts anderes als den Fall „Helmer- Helmer" und sinkt schließlich todmüde ins Bett. Allerdings nicht, ohne vorher noch einmal rasch und verlegen den aufdringlichen, gelben Findling betrachtet zu haben. Merkwürdig eigentlich, was für kleine Frauenhände es doch gibt! Am nächsten Morgen erwacht er mit Kopfschmerzen und findet zu seinem höchsten Erstaunen einen gelben Damenhandfchuh auf seinem Kissen. Sollte er etwa darauf geschlafen haben? Er besinnt sich undeutlich auf die Geschehnisse des vorigen Abends, hat einen bitteren Geschmack im Munde und geht fröstelnd und verschlafen unter die Brause. Dann folgt ein Frühstück, das viel kurzer und bedeutend weniger genußreich ist als gewöhnlich, und schließlich beginnt er einen'Brief zu schreiben. Einen ganz kurzen Brief, ein paar Zeilen nur, bie aber ungewöhnlich lange Zeit in Anspruch nehmen. Er schreibt, streicht durch, verbessert, zerreißt das Geschriebene und schreibt von neuem. Es ist zehn Uhr, als er einsieht, daß dies alles qar keinen Zweck hat, daß nichts von dem auf das Papier kommt, was er eigentlich sagen null, unö baß er es sich zumindest gestatten kann, noch einmal, nur ein einziges Mal mit Eva zu telephonie- Back. „Na also... gib die Kanne her! Schade um die Brigg, hundert Jahre hätte sie noch leben können!" Der Grog war alle. Jonny stieg in die Last hinunter. Die Schiffsglocke hatte längst sechs Glasen angesagt. Wir saßen um die Back und st— über das tragische Ende der schmucken „Glenora ren. Er wählt die Nummer,' spürt ein törichtes, völlig sinnloses Herzklopfen und ist heiser vor Aufregung, als ihre Stimme endlich kommt. „Ja!" sagt sie, „ja!" und dann: „Gut, ich komme!" r, ... Es dauert keine halbe Stunde, bis sie da ist, ruhig sicher wie immer, unerschüttert in ihrer Ueberleqenheit und mit dem spöttischen Zug um die Mundwinkel. Aber den sieht Konrad nicht, er sieht nur ihr schönes, hochmütiges Gesicht wieder in so vertraulicher Nähe und spürt beglückt den schwachen Duft, der ihrem Haar entströmt. Als sie fortgeht, vergißt er ntürlich, ihr den Handschuh zurückzugeben, aber das ist auch nicht wichtig, denn er weiß, daß sie wiederkommt. Morgen, übermorgen und alle Tage... Und dann heiraten sie, und es wird eine glückliche Che. Wie überall da, wo die Frau schweigend zu lenken versteht. Er hat es nie erfahren, daß sie ihm an jenem Abend wirklich nur ben einen Handschuh in die Tasche geschmuggelt hat. Der Handschuh. Von Vera Craener. „Gute Nacht!" sagte er, „gute Nacht!" und dann marschiert er 'hocherhobenen Hauptes die Straße __hie Sache mit Eva ist zu Ende. Nachdem sie beinahe drei Jahre lang ein gut Stück Weges Mammen gewandert sind, und nach einer Freundschaft der alle gemeinsamen Bekannten bereits eine ekel cbe Fortsetzung prophezeit haben. Und wegen dieser Prophezeiung, und weil Konrad Evas Ueber- legenheit Haßt, diese kühle selbstsichere. Ueberlegen- heit die sie sogar in der Stunde des Abschieds da ,®utr W fu Ä aefteUt S w» du glaubst, dir bie Dmge ruh- LkSM-MZ- bringe mich nach Hause!... Er erinnert sich noch an jedes 3Bo ■■ Geste. Wie sie die Zigarette im Aschenbecher gedrückt hat...! Langsam, bedächtig und ohne, daß die Hand auch nur gezittert hatte. Aber das ist ja nun alles vorbeu Äte wieder wird er ihr schönes, hochmütiges sch g^r^en traulicher Nähe sehen, nie tmeber Meni Bwmiqen M L»L^^^rd MttÄan^r's, W^erl3är&e^n zu Ersten, Tief in Gedanken greift er tn die *r *? 32,«! kä= or tun soll. Zurückgehen und ihr den Hand- dem Haust haben möchte? S piele Gew SV. 05 Wetzlar 16 13 1900 Gießen 15 10 Bissenberg 16 9 Naunheim 15 8 Frohnhausen 16 8 BC. Sinn 16 6 VfB.-Reichsbahn Gießen 15 5 Watzenborn-Steinberg 16 4 Dillenburg 15 2 Fustball im Turnverein Treis. Treis I — Londorf I 2:0 (2:0). Es entwickelte sich ein sehr lebhaftes Spiel, bei dem die Mannschaft des Gastgebers fast stets in Führung lag und bereits nach fünf Minuten mit einem Prachtschuß den ersten Erfolg erzielen konnte. Treis drängte weiterhin, konnte aber außer einigen Ecken nichts Zählbares erzielen. Erst kurz vor der Pause gelang es dem Mittelstürmer, einen Bau blitzschnell an den Linksaußen freizuspielen, der denn auch zum zweitenmal verwandeln konnte. In der zweiten Halbzeit versuchten die Gastgeber das Ergebnis zu verbessern, die Londorfer verteidigten aber sehr zahlreich und ließen weitere Tore nicht zu. Die Gastgeber blieben verdient Sieger. Das kommt auch in dem Eckenverhältnis von 24:0 zum Ausdruck. Eröffnung des Olympischen Kongresses In der Aula der Osloer Universität fand am Montag die feierliche Eröffnung des Kongresses des Internationalen Olympischen Komitees in Gegenwart des norwegischen Königs, des Kronprinzenpaares, des Ministerpräsidenten, des diplomatischen Korps, zahlreicher Vertreter norwegischer Sportoerbände und der Presse statt. Nach einer Eröffnungsansprache des Königs und einer Rede des norwegischen Ministers Utheim hielt der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Bail- l e t - L o t o u r, einen längeren Vortrag über das Arbeitsprogramm des Olympischen Komitees. Hierbei würdigte er in Worten herzlicher Anerkennung die bereits geleistete Vorarbeit des deutschen Organisations-Komitees für die XI. Olympiade. Die Festsitzung war umrahmt von musikalischen Vorträgen, an die sich eine Vorführung von Freiübungen norwegischer Studentinnen anschloß. Jahresversammlung im Tv. Hausen. Der Turnverein Hausen von 1864 hielt im Gasthaus „Zur Jahneiche" seine Jahresversammlung ab. Die Tagung war gut besucht und nahm einen schönen Verlauf. Nach der Begrüßung gab der Vereinsführer Karl Freitag einen kurzen Jahresbericht. Der Vereinsrechner Karl Maid erstattete den Kassenbericht. Das allgemeine Bild der Rechnung war zufriedenstellend und zeigte einen Fortschritt gegen frühere Jahre. Nach Prüfung der Rechnung wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Aus den Berichten des Vereinsführers und der Fachwarte ging hervor, daß der Mitgliederstand und auch das Interesse am Verein erhalten blieb, daß aber das turnerische Leben einer Auffrischung dringlich bedarf. Das Ehrenmitglied des Vorstandes, Lehrer Zöller, würdigte die turnerische Arbeit im Verein. Erfolgreich war die Handballmannschaft. Im besonderen zeichnete sie sich bei dem Hallen-Handballturnier in der Volkshalle zu Gießen aus. Sie kam unter 24 Mannschaften ihrer Gruppe in die letzte Entscheidung. Leider kam sie durch das Los nur auf den 3. Platz. Recht gut hielten sich die Knaben bei dem Schülerturnen auf dem Schiffenberg. Unter den älteren Turnern stand Karl Buchner und bei den jüngeren Otto Schardt an erster Stelle. Letzterer erzielte bei dem Kreisfest zu Großen-Linden im Fünfkampf unter 76 Mitbewerbern den 5. Sieg, auf dem Bezirksfest zu Friedberg unter ungefähr 150 Wettkämpfern den 18. Sieg und erlangte bei dem Feldbergfest und 630 Sportlern den 23. Preis. Zum Führer des Vereins für 1935 wurde Karl Frei- t a g einstimmig wiedergewählt. Zu feinen Mitarbeitern ernannte er folgende Turner: Stellvertreter des Vereinsführers und Schriftwart Bürgermeister Göbel, Kassenwart Karl Maid, Turn- wart Heinr B r ü ck e l, Sportwart Otto Schardt, Jugendwart Wilh. Münch, Spielwart Heinrich Müller, Zeugwart Ludwig Müller, Dietwart Karl Maid. Mit einem „Gut Heil!" auf die Sieger 1934 und einem „Sieg Heil!" auf Reichskanzler, Volk und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Anton Seelos, alpiner FZG.-Meister. Anton Seelos (Oesterreich) wurde in Murren alpiner FJS.-Meister, da er durch seinen ersten Platz im Slalom einen so großen Vorsprung herausgeholt hatte, daß ihm sein weniger gutes Abschneiden in der Abfahrt nichts schadete. Ueberraschungssieger des Abfahrtslaufes wurde der Oesterreicher Zingerle in 3:30,4 Min vor dem Franzosen Allais. Bester deutscher Abfahrtsläufer war Taver K r a i s y mit dem 8. Platz. In der Kombination belegte Johannes P f n ü r als bester Deutscher den 9. Platz. Kurze Sportnotizen. Gottfried von Cramm kam beim Tennisturnier in Beaulieu durch einen kampflosen Sieg über Magaloff eine Runde weiter. Dagegen wurde der Berliner Denker von dem Engländer Sherlock mit 6:2, 6:2 ausgeschaltet. Unter den weiter Ausgeschiedenen befinden sich auch der Schweizer Ellmer und die Franzosen Brugnon und Boussus. Aus Brasilien haben sich zu den Olympischen Spielen 1936 1000 deutsche Turner angemeldet. ♦ Fünf europäische Kunstläufer haben am Donnerstag mit dem „Albert Ballin" die Reise nach USA. angetreten. Neben dem deutschen Europameisterpaar Baier/Herber gehören der Expedition noch die Oesterreicher Papez/Zwack und die Schwedin Hulthen an. ♦ Gottfried o. Cramm wurde Turniersieger im Herreneinzel beim Tennisturnier in Beaulieu. Der deutsche Meister schlug im Endspiel den Italiener Palmieri glatt in drei Sätzen 6:2„ 6:4, 6:2. In der Dorschlußrund hatte er den Polen Hebda 7:5, 8:6 abgefertigt. Einen Sieg meldet die deutsche' Segelyacht „Germania" aus Genua. Sie beendete eine Fahrt um den Abruzzen-Pokal mit gutem Vorsprung vor ihren Gegnern als Erste. ♦ Hans Nüßlein wird in dieser Saison beim Berliner Schlittschuh-Club als Tennistrainer wirken. Handball im Gau XII (Lahn-Oillkreis). Dezirksklasse. Tv. Münchholzhausen — Kurhessen Marburg 4:9 (3:4). Das Spiel konnten die Marburger sicher für sich entscheiden. Der Sieg der Gäste war verdient. Zu Beginn gab es auf beiden Seiten eine ganze Anzahl Strafwürfe, die aber zu keinem Ergebnis führten. Nach der Pause wurde das Spiel schöner, aber auch gleichzeitig die Ueberlegenheit der Gäste größer. Fünf Minuten vor Schluß stand das Spiel noch 8:3 für Marburg. Ein Deckungsfehler der Marburger Verteidigung — Münchholzhausen holte ein Tor auf. Kurz vor Abpfiff stellte der Gästesturm die alte Tordifferenz wieder her. Die Mannschaft von Münchholzhausen hat enttäuscht. Man sah von ihr nicht das sonst gewohnte Spiel. Bei besseren Stürmerleistungen hätte auch Münchholzhausen mehr Tore erzielen können. Marburg steht damit als Sieger der Staffel 5 fest. T v. Kessel st a d t — Polizei Hanau 6:4 (4:2). Ein etwas unerwartetes Ergebnis, das aber vollkommen dem Spielverlauf entspricht. Kesselstadt dürfte bei etwas Glück Sieger der Staffel 7 werden. Preisklasse. T v. Wißmar — To. Launsbach. 6:4 (3:1). Mit diesem Spiel, das schon verschiedene Male verlegt werden mußte, sind alle Spiele der Kreisklassen unter Dach. Wißmar ist in der Leistung stark zurückgegangen, während Launsbach über eine ausgezeichnete Mannschaft verfügt. Das Spiel war hart, ohne allerdings die Grenze des Erlaubten zu überschreiten: es sah bereits in der Halbzeit Launsbach klar in Führung, die auch bis zum Schluß gehalten werden konnte. Tv. Hochelheim — Tv. Wetzlar II 5:3 (2:2). Das Spiel in Hochelheim litt sehr unter dem aufgeweichten Boden. Der Kampf war äußerst spannend und begeisternd. Hochelheim, das mit bekanntem Elan angriff, ging bald 2:0 in Führung, ließ aber dann etwas nach, so daß Wetzlar gleichziehen konnte. In der zweiten Halbzeit übernahm zuerst Wetzlar das Kommando, Hochelheim ließ aber nicht locker und durch den größeren Eifer gelang es, den Sieg sicherzustellen. Tv. Wetzlar — VfB. -Reichsbahn 8:8 (4:3). Die Mannschaft des VfB.-Reichsbahn spielt einen Handball so schön und fair, daß es eine Freude war, diesem Spiel zu folgen. Die Gießener gingen sehr schnell in Führung, doch kurz darauf folgte bereits der Ausgleich. Es gab dann ein schönes, verteiltes Feldspiel bei beiderseits sehr guten Leistungen. Einen scharfen, fast unhaltbar scheinenden Schuß konnte der Gießener Hüter erwischen, im Gegenstoß ging Gießen überraschend in Führung. Fünf Minuten später hieß es schon 3:1 für Gießen. Und nun kam Wetzlar auf; zahlreiche Angriffe rollten auf das Gießener Tor, von denen zwei verwandelt werden konnten. Einige Zeit später hielt der Wetzlarer Hüter famos, ein unmittelbar folgender Angriff brachte Wetzlar wieder in Führung. Nach der Pause trat Wetzlar nur mit zehn Mann (ein Mann war herausgestellt worden) an. Trotzdem sah es nach einem sicheren Sieg der Einheimischen aus. Denn bald hieß es 7:3 für Wetzlar. Die Freude war aber nur kurz. Ein kleiner Deckungsfehler: 7:4! In der nächsten Minute verringert ein Weitschuß die Differenz auf zwei. Beidemal war es der zweifellos beste Gießener Stürmer (halblinks) und noch zweimal konnte dieser Spieler einsenden. Spielstand 7:7. Kurz vor Schluß ging Wetzlar nochmals in Führung und ganz überraschend erzielte Gießen daraufhin den Ausgleich. Tv. Münchholzhausen H — Garbenheim II 5:3 (4:3). Ein jeder Zeit anständiges Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, das mit etwas Glück von Münchholzhausen gewonnen wurde. Tv. H a u s e n — To. Dutenhofen 2:6 (1:4). Wie im Vorspiel, so mußte Hausen auch diesmal eine Niederlage hinnehmen. Die Gäste übernahmen gleich die Führung und erst beim Stand von 3:0 konnte Hausen den ersten Treffer erzielen. Der Gegner erhöhte jedoch auf 4:1. Nach dem Wechsel erwartete man seitens der Platzmannschaft, die übrigens nur mit zehn Mann und mehrfachem Ersatz spielte, ein besseres Spiel, ihre Spieler überboten sich jedoch im Auslassen der sichersten Tor. chancen. Dutenhofen spielte systernvoller und konnte auch als verdienter Sieger den Platz verlassen. Der Schiedsrichter hatte bei dem anständigen Spiel ein leichtes Amt. Wirtschaft. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz meist etwas schwächer. Frankfurt a. M., 25. Febr. Da Aufträge der Kundschaft wieder fast ganz fehlten, eröffnete die Börse auch zum Wochenanfang in sehr stiller Haltung, zumal die Kulisse mangels größerer Anregungen in ihrer Zurückhaltung verharrte. Die weitere Steigerung der Steuer- und Zolleinnahmen im Reiche und die günstige Entwicklung der Großhandelsumsätze im Jahre 1934 blieben angesichts der herrschenden Geschäftsstille ohne Einfluß. Die Kursgestaltung war bei allgemein geringen Umsätzen uneinheitlich, wobei aber meist leichte Abschwächungen überwogen. Am Aktienmarkt eröffneten von chemischen Werten IG. Farben trotz des günstigen Quartalsberichtes mit 141 um 0,75 v. H. niedriger. Der Montanmarkt brachte durchweg etwas schwächere Kurse, so gaben Mannesmann 0,90 v. H., Harpener 0,75 v. H., Phönix 0,65 v. H., Klöckner und Rhein- stahl sowie Gelsenkirchen und Phönix je 0,50 v. H. nach. Von Elektrizitätswerken kamen zunächst nur Siemens mit unverändert 148 o. H. und AEG» auf die Mitteilung, daß in 1934 kein neuer Verlust mehr eingetreten sei, mit 29 um 1 o. H. höher zur Notiz. Schisfahrts- und Derkehrswerte blieben bei geringem Umsatz behauptet. Ferner eröffneten Reichsbankanleihe mit 163, Zement Heidelberg mit 119,50 und Hanfwerke Füssen mit 71,75 unverändert. Niedriger lagen andererseits Westdeutsche Kaufhof mit 39 (40), Feinmechanik Setter mit 71,50 (72,65) und Kunstseide AKU. mit 53,50 (54,13) sowie Deutsche Linoleum mit 141,75 (142,75). Der Rentenmarkt konnte sich bei ebenfalls großer Geschäftsstille ziemlich gut behaupten. Altbesitzanleihe lagen mit 111,75, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 98,13 und Zinsvergütungsscheine mit 90,10 unverändert, auch Gemeinde-Umschuldungsanleihe blieben gut gehalten, nur Stahlverein-Obligationen ließen um 0,40 v. H. auf 96,65 v. H. nach. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft auf allen Marktgebieten sehr klein. Etwas lebhafteres Geschäft verzeichneten lediglich Reichsbankanteile, die bis auf 165,75 (163) anzogen. Etwas fester waren außerdem Rhein. Braunkohlen mit 209,50 (208), Conti Linoleum mit 144 (143), Zellstoff Waldhof mit 51 (50,50) und Felten mit 85,90 (85,25). Im übrigen zeigten die Kurse gegen den Anfang kaum eine Aenderung, IG. Farben gaben alleroings auf 140,50 (141) und AEG. auf 28,75 (29) nach. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen überwiegend etwas niedriger. Am Rentenmarkt waren Altbesitzanleihe mit 111,90 (111,75) leicht gefragt, dagegen bröckelten Schuldbuchforderungen, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschuldung bis 0,13 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse bei sehr kleinem Umsatz meist behauptet, leicht nachgebend aber Rhein. Hyp. Gold mit 95,65 (95,75). Stadt- und Staatsanleihen lagen ruhig und wenig verändert. Don fremden Werten bröckelten ungarische Anleihen geringfügig ab. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse: behauptet. Die Abendbörse entbehrte jeglicher Anregung und hatte demzufolge nur sehr kleines Geschäft zu verzeichnen. Bei der Kulisse herrschte, wohl auch mit Rücksicht auf den Ultimo, weitere Zurückhaltung. Die Grundskimmung war nach den Abschwächungen im Mittagsschlußverkehr nicht unfreundlich, und verschiedentlich zeigte sich auf der ermäßigten Basis etwas Rükaufsneigung. Die Kursentwicklung war im Vergleich zum Berliner Schluß uneinheitlich, wobei u. a. IG. Farben, Deutsche Linoleum, Holzmann, AKU. und einige Montanwerte noch bis 0,50 v. H. nachgaben. Für AEG. zeigte sich erneut etwas Interesse und der Kurs erhöhte sich auf 29,25 (28,75). Reichsbankanteile waren zu 166 Geld gesucht gegen einen Berliner Schlußkurs von 167. Von Großbankwerten zogen Commerzbank auf 82,25 (82) an, auch Pfalz. Mühlenwerke, Mannheim, erhöhten sich um 0,50 v. H. auf 123,50 v. H. , U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, Stahlver- verein-Bonds 96,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 118,75, 3,5 v. H. Schweizer Bundesbahn 148,25, Commerzbank 82,25, vv-Bank 82, Dresdner Bank 82, Gelsenkirchen 68,75, Mannesmann 75,50, Phönix 54,25, Rheinstahl 94, Stahlverein 45,50, AKU. 53, AEG. 29,25, Bekula 139,50, Conti Linoleum 144, Deutsche Linoleum 141,25 bis 141,50, Scheideanstalt 205,75, Licht & Kraft 116,50, JG.-Farben 140,25 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Febr. Auftrieb: Rinder 1056 (gegen 1124 am letzten Montagsmarkt, dem 18. Febr.), darunter 343 Ochsen, 81 Bullen, 340 Kühe, 292 Färsen, Kälber 473 (478), Schafe 40 (48), Schweine 3686 (3763). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark. Ochsen a) 37 bis 39, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26; Bullen a) 35 bis 36, b) 31 bis 34, c) 27 bis 30, d) 24 bis 26; Kühe a) 34 bis 35, b) 27 bis 32, c) 20 bis 26, d) 14 bis 19; Färsen a) 38 bis 39, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) 24 bis 29; Kälber b) 38 bis 46, c) 32 bis 36, d) 23 bis 31; Hämmel b2) 36 bis 37; Schafe nicht notiert; Schweine al) 50 bis 52, a2) 50 bis 52, d) 48 bis 52, c) 46 bis 52, d) 44 bis 50, e) —, f) —, gl) 45 bis 48, g2) 39 bis 44. Im Preisvergleich zum Markt vom 18. Februar zogen Rinder und Kälber 1 bis 2 Mark an, Hämmel und Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, fast ausverkauft (Ueberstand: 3 Ochsen, 1 Kuh, 1 Färse); Kälber ruhig, geräumt; Hämmel und Schafe schleppend, geringer Ueberstand (4 Stück); Schweine ruhig, Ueberstand (61 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 495 Viertel Rindfleisch, 91 ganze Kälber, 9 ganze Hämmel, 122 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 60 bis 64, c) 56 bis 60; Bullenfleisch 54 bis 56; Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40; Färsenfleisch b) 60 bis 64, c) 56 bis 60; Kalbfleisch b) 62 bis 70, c) 56 bis 62; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: rege. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 25.Febr. Brotgetreide lag bei reichlichem Angebot weiter sehr still, die Erhöhungen der Vermahlungsguoten für den Monat März (Weizen 9 nach 8 v. H., Roggen 6 nach 4 v. H.) blieben ohne Einfluß. Maßgebend für das stille Geschäft ist weiterhin der schwache M e h l - absatz. Futtergetreide war kaum am Markt, auch andere Futtermittel fehlten fast vollkommen. Einiges Angebot bestand in Melasse-Mischfutter, in dem auch einige Umsätze stattfanden. Kleie wurde nur bei gleichzeitigem Bezug von Mehl, und da auch nur in kleinen Mengen, abgegeben. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50, Roggen R IX 166.50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 168,50, G XI 171,50, G XII 173,50, Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200.—, Weizenmehl W XIII 27,50, W XVI 27,95, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24,00, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,00. Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roggenkleie R XIII 9,99, R XV 10,23, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soya- schrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trockenschnitzel 9,62 bis 10,02, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 5,00 bis 5,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend Mark 2,80 bis 2,90 (unv.) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Amtsgericht Gießen. Am 14. September 1934 fuhr ein Kraftwagenführer aus Lübeck mit feinem Wagen die Frankfurter Straße in Richtung Seltersweg. Kurz vor dem Seltersweg streifte der Angeklagte eine gestern vernommene Zeugin aus Gießen. Diese kam zu Fall und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Der Angeklagte wurde zu 60 RM. Geldstrafe evtl. 12 Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Frankfurt a.201. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittag, börse Datum 23-2 | 25 2 23.2 25.2- 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 99,13 99,13 99,5 99,5 6% eljem.7% Dl.NeichöanI. v. 1929 — — b^r% Doung-Anleihe von 1930 .. 101,25 101 101,13 101,13 Deutsche Anl.-Wlüs.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten ............. 111,75 111,9 111,9 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... —— 6% ehem.8°/t» Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 97 96,5 97 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12......... 95,75 96 95,5 6Vt% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltaui......... 99 99,25 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen ............. 115 115 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mttAuSIos.-Rechten 113 113 112,75 112,75 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 95,75 95,75 96 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 95,75 95,75 W/o ehem. Franks. Hyp.. Bank-Ltqu.-Psandbriese....... 99,13 99,13 6Yi% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 99,5 99,5 99,5 99,75 6% ehem. 8% Pr. LanbeSpfand- vriefanstall, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 8% ehem. 7% Pr. Landespfand. brtefanstall, Pfandbriefe R. 10 Steuergulsch. Verrechnungskurs.. 97 105,65 97 1105.75 97 105,65 97 105,75 <% Oesterretchtsche Goldrente.... 26 _ 26,25 26,25 4,20% Oesterreichische Ctlberrente *% Ungarische Goldrente....... 1,2 1,2 1,2 1,2 8,1 8,2 8,1 8,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,65 7,7 7,7 7.7 4^% desgl. von 1913 ........ 7,65 7,75 7,85 7,85 6% abgesl. Goldmexikaner von 90 10,5 10,75 10,7 4% Türkische Zollanleihe von 1911 _ 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 8,5 8,5 — —- Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 23 2 25 2 23-2 25-2 4% desgl. Serie 11 ............ 8,5 4,3 7,1 4,05 34,65 30,5 33,5 86 112,25 82,5 82 82 163 28 139,5 104 116 85,25 113,75 108,5 99,65 148 119,25 90 100 69,65 99,25 121 85 76,25 8,5 4,5 7 4,05 34,5 30,25 33,5 85,5 112,25 82,25 82 82 165,75 29,25 139,5 103,75 116,5 85,9 113,5 109,5 98,5 148 118,75 89,25 99,5 68,75 98 120,4 84,5 75,5 —. 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4)4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische verctnh. Rente .. 2y*% Anatolier ............... 7 4,1 34,75 30,65 26 33,5 85,65 113 82,5 82 82 163 28 4,5 4,05 34,5 30,25 27 33,13 - 85,75 112,25 82 82 82 167 28,9 139,5 104 116,5 85,25 113,25 110 97,75 146.25 118,75 89 98,75 68,9 97,75 85,65 148 120,5 84,13 75,25 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südain. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs..........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und 2) 15conto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................12 A.E.G............ 0 Bekula.....................ö Elektr. LteferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten L Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens8 Halske............7 Lahmeyer 8 Co............. 10 Buderus ....... 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse ........ e Klöcknerwerke ......... 0 Mannesmann-Röhren........ 0 139,75 104,75 117 5 85,4 113,75 109 99,5 147,5 118,75 90 99,5 69,9 98,5 86,25 145 84,5 75,9 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miitag« börse Datum 23.2 25.2 23-2 25.2. Mansselder Bergbau .. .. 0 92,5 92,5 92 92 Kokswerke ........... .. 0 — •— 103,25 103 Phönix Bergbau...... .. 0 55,5 54,25 55,4 54,25 Rheinische Braunkohlen e e • e 10 208 209,5 208,5 209 Rheinstahl ........... .../. .. 0 95 94 95 94,25 Vereinigte Stahlwerke. .. 0 46 45.5 46,13 45,4 .. 0 12,5 12 12,5 12,13 Kaliwerke Aschersleben. . . . • .. b 103,25 103,13 103 103 Kaliwerke Westeregeln . .. 5 — — 102,5 102,65 Kaliwerke Salzdetfurth IVi 146 144 145 145 3. G. Farben-Industrie .. 7 141,75 140,25 141,75 140,5 Scheideanstalt........ .. 9 206 205,75 — — Goldschmidt ......... .. 0 90 90,25 90 90,5 Rütgerswerke........ .. 0 102,65 102,4 102,75 102,13 Metallgesellschaft...... .. 0 89,5 89 89,5 — Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg .. 0 84,5 85,25 86 85,75 .. 0 119-4 119,5 Cementwerk Karlstadt.. - 0 127 127 Schultheis Patzenhofer .. 0 — — 101,5 100 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,13 53 53,75 53-4 Bemberg............ .. 0 — — —— 117 Zellstoff Waldhos ..... .. 0 50,5 51 101,25 101,5 Zellstoff Aschaffenburg e e e e • .. 0 75,5 76,25 76 76 Dessauer Gas ........ .. 7 — — 126,25 125,25 Daimler Motoren..... .. 0 49 48,75 81,4 80,9 Deutsche Linoleum .... e •••• .. 0 142,75 141,5 142,75 141,75 Lrenstern L Koppel ... .. 0 — 84 84 Leonhard Tietz....... eeeee .. 0 40 38,65 39,5 194,5 38,25 ..10 — 193 193 Accumulatoren-FabrE. ee ee e .. ü — 159 157 159,75 Conti-Gummi........ .. 0 142,5 144,75 143,5 145 Grttzner............. .. 0 1 35,25 I 35,13 I 35,4 35,5 Mainkraftwerke Höchst O.M.- .. 4 90 90 - Süddeutscher Zucker .. .. 8 1 164 1 163- 164 23-Februar 25.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Atre. 0,636 0,640 0,638 0,642 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,194 0,196 0,194 0,196 Sofia...... 3,047 3,053 3.047 3,053 Kopenhagen. 53,85 53,95 53,83 53,93 Danzig..... 81,31 81,47 81-31 81,47 London ..... 12,06 12,09 12,055 12,085 Helsingfors.. 5,325 5,335 5-325 5,335 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,28 168,62 168,33 168,67 Italien..... 21,20 21,24 21,14 21,18 Japan...... 0,706 0,708 0,704 0-706 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,62 60,74 60,60 60,72 Wien....... 48-95 49,05 48-95 49,05 Lissabon.... 10,95 10,97 10,95 10 97 Stockholm... 62,19 62,31 62,17 62,29 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 34,07 34,13 3-5,07 34,13 Prag....... 10,395 10,415 10,391 10,411 Budapest ... —— Reuyork... 2,483 2,487 2,481 2.485 Bantnoten. Berlin,25.Februar Geld Brief Amerilanume Roten...... 2-433 2,453 Belgische Noten.......... 57,96 58.20 Dänische Noten ......... 53,62 53,84 Englische Noten ......... 12-02 12,06 Französische Noten....... 16.42 16.48 Holländische Noten....... 167,91 168,59 Italienische Noten........ 21,33 21,44 Norwegische Noten ...... 60,44 60 68 Deutsch Oesterreich, 6 100 Schilling Rumänische Noten....... _ _ Schwedische Noten ....... 61,96 62,20 Schweizer Noten......... 80,44 80,76 Spanische Noten......... 33,63 x 33,77 Ungarische Note» ........ Dienstag, 26. Sebruar 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) .48 Drittes Blatt W EMKMWMßM )^EWWMKMW tzkW AM WM , UME?-4;- ok H W R' Die beiden ersten Siedlungshäuser. Die Siedlungsgrundstücke im Gelände unterhalb der Liebigshöhe. Teilansicht des Wohnraumes. Vom Stadt. Hoch- und Tiefbauamt Gießen wird uns geschrieben: Die Stadtverwaltung hat vor dem Philosophenwald oberhalb des Tannenweges zwei Holzhäuser errichten lassen, die als Probe- Häuser für die Siedlung „Am Philo- s o p h e n w a l d" gelten sollen. Es ist geplant, noch weitere 18 Eigenheime in der gleichen Ausführung zu errichten und nach Fertigstellung zu verkaufen. Der Lageplan zeigt die gesamte Anlage dieses Bauabschnittes. Zu jedem Haus gehört ein Garten von 'etwa 400 bis 500 Quadratmeter. Die ganze Siedlung wird hinsichtlich der Gestaltung der Gebäude und der Einfriedigungen einheitlich vom Stadtbauamt durchgeführt. Es ist beabsichtigt, die einzelnen Typen durch geringe Aenderungen in der Außenfront verschiedenartig zu gestalten, damit das Gesamtbild nicht eintönig wird. Typ B unterscheidet sich von Typ A durch einen Erker im Erdgeschoß und einen Balkon im Obergeschoß. Die Grundfläche beider Typen ist 6:9 Meter. Der überdeckte Vorplatz hat eine Größe von 5,50 zu 2,25 Meter. Das Kellergeschoß enthält eine große Waschküche von 18,5 Quadratmeter, die gleichzeitig als Trockenraum benutzt werden kann und einen Keller von 19 Quadratmeter, der leicht in zwei Einzelkeller aufteilbar ist. Das Kellergeschoß ist in Ziegelmauerwerk ausgeführt und außen durch Putz und Anstrich gegen Feuchtigkeit gesichert. Die Decke über der Waschküche ist massiv in Form von Beton- kappen zwischen eisernen Trägern. Die Fußböden haben Betonunterlage mit Glattstrich. Am Sonntagmorgen sprach Schulungsleiter Graefe über die Bedeutung des Staatsjugend' tags Er stellte ferner das Wesen der Führerschulung klar und gab Richtlinien für die Gestaltung der Elternabende, die ganz unseren Stil tragen sollen. Der Werbeabend ist ein weiterer Punkt in unserer Arbeit Der Heimabend schließt den Kreis zur Gemeinschaft aller Jungen. Der Schulungsleiter wies zuletzt auf den Wert von guten Büchereien hin . . Der Leiter des Sanitätswesens im Iungbann zeigte den Führern ihre Pflichten, die sie in bezug auf das körperliche Wohl ihrer Jungen haben. Er betonte dabei, daß die Jungen bei der milden Witte- rung in diesem Winter unbedingt kniefrei gehen sollen, denn dies könne unmöglich schädlichen Einfluß auf die Gesundheit ausüben. Der Abteilungsleiter umriß zum Schluß noch kurz die Aufgaben seiner Abteilung. Der Jungbannführer schloß die Schulung am Sonntagnachmittag mit dem Lied der Jugend: „Vorwärts, vorwärts". babeofen ausgestattet werden kann. Das Bad hat eine Fläche von rund 3 Quadratmeter. Die Kochnische ist ebenso wie das Bad mit Rücksicht auf die aufsteigenden Dämpfe und die Wärmeentwicklung vollständig mit Eternitplatten (Kunstschiefer) verkleidet. Die Fußböden im Haupteingang, in der Spülnische und im Bad haben Plattenbelag, die Fußböden der anderen Räume Riemenboden Im Obergeschoß liegt nach vorn das Eltern- Schlafzimmer mit 21,9 Quadratmeter Grundfläche, der hintere Schlafraum hat dagegen nur 16,2 Quadratmeter, weil ein Teil durch den Vorplatz und durch den Abort verloren geht. Von dem hinteren Schlafraum führt die Bodentreppe zum 9 Meter langen Trockenboden im Dach. Das Dach ist in Falzziegeln gedeckt Der Balkon bei Typ B ist an der Unterseite durch Heraklith-Platten isoliert und mit zwei Lagen teer- freier Dachpappe abgedeckt. Eisenbahnverein Gießen. Der Eisenbahnverein Gießen hielt gestern nachmittag seine Jahreshauptversammlung im Restaurant Kobel ab. Der Vereinsführer, Reichsbahnobersekretär Hans Althaus, eröffnete die 23er- fammlung mit dem Deutschen Gruß. Er gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen neun Mitglieder. Die Versammlung erwies ihnen die übliche Ehrenbezeugung Dem von dem Vereinsführer erstatteten Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß sich der Verein im vorigen Jahre wieder auf dem Gebiete der Krankenfürsorge sehr tatkräftig betätigt hat. Durch Unterstützung von feiten des Vereins konnten nahezu hundert kranken und schwächlichen Kindern hilfsbedürftiger Eisenbahnbedienfteten vier- und sechswöchige Erholungskuren zuteil werden. Außerdem konnten in einigen Fällen Ehefrauen geringbemittelter Berufskameraden durch die Hilfe der Vereinsfürsorge mehrwöchige Genesungskuren in Erholungsheimen in Anspruch nehmen. 600 RM. wurden zur Unterstützung alter Eisenbahninvaliden oder deren Witwen und Waisen ausgegeben. Die Unterstützun- gen wurden zu Weihnachten in Form von Brennstoffen und Lebensmittelkarten verabfolgt. Die Der- einsführung hat im vergangenen Jahre wieder eine der Hauptaufgabe des Vereins, „Berufskameraden und deren Angehörigen in der Not zu helfen", voll erfüllt. Weiter teilte der Vereinsführer mit, daß Wie uns vom Bahnhof Gießen mitgeteilt wird, verläßt der Sonderzug von Gießen nach dem Saargebiet aus Anlaß der Rückgliederungsfeier den Bahnhof Gießen am 28. Februar 9 Uhr. Der Zug fährt um 9.14 Uhr ab Wetzlar. Er trifft in Mettlach um 14.28, in Merzig 14.41, in Dillingen 14.58, Saarlouis 15.06, Völklingen 15.24 und in Saarbrücken um 15.41 Uhr ein. Die Rückfahrt des Sonderzuges erfolgt am 3 März ab Saarbrücken 13.52 Uhr, Völklingen 14.08, Saarlouis 14.26, Dillingen 14.34, Merzig 14.51, Mettlach ab 15.02 Uhr, an Wetzlar 19.56 Uhr, an Gießen 20.11 Uhr. Schülerbeurlaubung zur Teilnahme an SZ.-Zeltlagern. Innerhalb des Gebiets 13 der Hitlerjugend werden im Laufe der Sommermonate 92 Zeltlager für je 300 Junggenoffen aufgebaut. Durch diele Sin- die Mitgliedszahl im vergangenen Jahre auf 1432 gestiegen fei. Der Kassenwart, Reichsbahnsekretär Aug. Loos, gab den Kassenbericht bekannt. Infolge der hohen Ausgaben, die der Verein für die sozialen und segensreichen Einrichtungen aufbrachte, konnte nur ein geringer Kassenüberschuß in das neue Vereinsjahr übernommen werden. Die Kassenführung, die von den Kassenprüfern, Reichsbahnsekretär Karl Schwan und Reichsbahnbetriebsassistent Karl Keil, geprüft war, wurde in bester Ordnung gefunden. Dem Vereinsführer konnte somit Entlastung erteilt werden. Die Vereinsausflüge des vergangenen Jahres nach Mainz hatten die Teilnehmer voll befriedigt. Als Ziel der beiden diesjährigen Ausflüge ist Schloß Stolzenfels am Rhein in Aussicht genommen. Die Genehmigung der Reichsbahndirektion Frankfurt vorausgesetzt, sollen die Ausflüge am 16. und 23. Juli unternommen werden. Die Vereinsführung hofft, auch in- diesem Jahre den Wünschen der Ausflugsteilnehmer gerecht zu werden Auf Grund der neuen Vereinsfatzung mußte die Zahl der Vorstandsmitglieder von 18 auf 12 herabgesetzt werden. In seiner Schlußansprach teilte der Vereinsfuhrer noch mit, daß die Ehrentafel für die 101 im Weltkriege gefallenen Berufskameraden jedenfalls noch im Laufe dieses Jahres errichtet und in der Vorhalle des Bahnhofs Gießen angebracht werden könne. Reichsbahninspektor Richter als Sachbearbeiter für die Werbetätigkeit im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt erklärte Zweck und Ziele des Vereins für das Deutschtum im Auslande und forderte zum Beitritt auf. Unermeßliche Werte für das Deutsche Reich könnten durch Unterstützung dieser Vereinigung erzielt werden. Zum Schlüsse bat der Vereinsführer die Anwesenden, jeder zu seinem Teil an dem großen Aufbauwerk des neuen Deutschen Reiches mitzu- helfen. Ein „Sieg-Heil!" auf den großen Führer Adolf Hitler und das Singen je der ersten Strophe des Deutschland- und des Horst-Weffel- Liedes beschlossen die Versammlung. Gießener rvochenmarktpreise. * Gießen, 26. Febr. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing, das Pfund 18 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl richtung wird Taufenden deutscher Jungen Gelegenheit gegeben, im Gemeinschaftsleben und Gemeinschaftswirken hineinzuwachsen in den Nationalsozia- li->mus Die hessische Schulverwaltung gibt durch Ministerialrat Ringshausen zu dem Vorschlag der HJ.-Führung ihr Einverständnis und ordnet folgendes an: Bis spätestens Mitte März reicht die Hitlerjugend jeder Schule eine Liste in doppelter Ausfertigung derjenigen Junggenossen ein, die im laufenden Jahr ein Zeltlager besuchen sollen. Um zu erreichen, daß schwächere Schüler möglichst in der Ferienzeit einberufen werden, kennzeichnet der Schulleiter in Verbindung mit dem Lehrkörper der Anstalt die Namen dieser Schüler mit einem Kreuz, während die Namen der andern Junggenossen mit einem Haken versehen werden. Die leistungsfähigen Schüler, die einen Unterrichtsausfall eher vertragen können, kommen dann in der Schulzeit für das Zeltlager in Frage. Führerschulung desLungbannesl/116 Um für die kommenden Aufgaben in diesem Jahre gewappnet zu sein, findet — wie uns berichtet wird — eine ständige Schulung der Führerschaft im Deutschen Jungvolk statt. Der Iungbann und die Stämme führen eine Reihe von Kurzlagern durch Diese Schulung kann wohl niemals aus Menschen Führer machen, aber sie kann vorhandene Fähigkeiten ausbauen. Sie weist den Weg für die Gestaltung der Arbeit in den unteren Einheiten und gibt mannigfache Anregungen hierzu. Am 23 und 24. Februar fand ein solches Kurz- lager in Staufenberg statt. In diesem Lager waren alle Stamm- und Fähnleinführer des Gießener Jungbannes zusammengefaßt. Straffe Haltung und feste Disziplin gaben dem Lager das Gepräge Es wurde am Samstagabend von dem Führer des Jungbannes, Sigurd T a e s l e r , eröffnet Im Mitelpunkt des Abends stand em Heimabend, der die Bedeutung von Blut und Boden für unser Volk betonte. Das Schicksal eines Volkes i)t eng mit dem Boden verknüpft. Alle Bestrebungen, die versuchten, nordisches Volkstum auf fremden Boden zu verpflanzen, mußten scheitern. So wurde wertvolles Blut umsonst während der Völkerwanderung und auf den vielen Zügen der Kaiser nach dem Süden vergossen. Diesen Fehler hatten der Deutschritterorden und die preußischen Komge erkannt Heute ist es der Nationalsozialismus, der diesen Fehler verhindert und auf die Besiedlung des schwach besiedelten Ostens hinarbeitet: denn hier ist uralter deutscher Volksboden. Eine Ansprache be- 1 schloß diesen Abend Jedes Haus hat elektrisches Licht und in allen drei Geschossen Wasserleitung. Es ist vorgesehen, bei der Durchführung der Gesamtfiedlung auch noch Gasleitung einzuführen. Die Holzwände außen sind mit farbigem Karbolineum gestrichen, innen im Holzton lasiert und lackiert, wobei in den einzelnen Tönen abgewechselt wurde. Anfangs war beabsichtigt, die Jnnenräume nur zu beizen und zu wachsen. Dadurch hätte sich ein zu ungleichmäßiges Aussehen des Holzes ergeben. Nach verschiedenen Versuchen wurde als endgültige Ausführung dann das Lasieren und Lackieren gewählt, wenn sich auch dadurch der Voranschlag um einen geringen Betrag erhöhte. Es stellen sich jetzt die Baukosten für den Typ A auf rund 7000.— Mark; für den Typ B auf rund 7350.— Mark. In diesen Beträgen sind alle Nebenkosten bereits enthalten. Es kommen nur hinzu die Kosten für die Einfriedigung, für den j Straßenbau und für das Grundstück. Die Straßen- kosten sind so niedrig wie möglich gehalten und betragen pro laufendem Meter Straßenfront 20.— Mark. Der Grundstückpreis beträgt 3.— Mark pro Quadratmeter. Die Kosten für die Einfriedigung belaufen sich voraussichtlich auf etwa 250.— bis 300.— Mark. Wir haben beide Typen ausmoblieren lassen, damit die Besucher einmal die Wirkung des Holzwerkes im Innern der Wohnhäuser sehen und ferner die Größe der Räume mit den Möbeln als Maßstab erkennen. Hierin sind wir freundlicherweise durch eine Reihe von Firmen unterstützt worden, die die Möblierung der Häuser übernommen haben. Den Typ A haben Möbelhändler Rudolf Blum und das Dekorationsgeschäft Ehr. Arnold übernommen; Typ B die Firmen Karl Hahn und Heinrich H o ch st ä 11 e r. Den dekorativen Schmuck für beide Häuser sowie die bildmäßige Ausstattung übernahm die Firma I. Hirz, Seltersweg. . Alle Interessenten, die die beiden Häuser besichtigt t haben und sich ernstlich um den Erwerb eines der . noch zu »rrichtendsn ik Häuser bemühen wollen, Das Fachwerk im Erdgeschoß ist 12 Zentimeter stark, außen und innen mit Dachpappe überspannt, der Hohlraum mit Thermosit (abgeschreckter Hochofenschlacke oder Kunstbims) ausgefüllt, außen mit 24 Millimeter Stülpschalung und innen mit 18 bzw 24 Millimeter starker gefalzter Schalung verkleidet. Durch die Ausführung find die Räume im Winter tnarm und im Sommer kühl, weil die Wärme im Winter nicht von der Innenseite, im Sommer nicht von der Außenseite her in die Wand eindringt. Die Wärmedurchgangszahl für eine derartige Außenwandausführung entspricht nach bekannten Berechnungen der Wärmedurchgangszahl eines Mauerwerk von 51 Zentimeter Stärke. Eine Besichtigung der Häuser wird jedem Besucher klar machen, daß diese Ausführung im Innern den Räumen einen behaglichen und warmen Eindruck gibt, und die künftigen Besitzer werden, wenn sie erst ein bis zwei Winter in dem Hause gewohnt haben, bestätigen, daß die Beheizung sehr sparsam und wirtschaftlich ist. Im Erdgeschoß liegen: 1 Wohnzimmer von 22 Quadratmeter, wozu bei Typ B der Erker von 44 Quadratmeter kommt. Die Wohnküche auf der anderen" der Treppe hat 13 Quadratmeter und die durch einen Vorhang ab getrennte Spul- uisckn» 3 5 Quadratmeter. Direkt an die Spulmsche schließt das Bad an, das von der Wohnküche aus mitbeheizt wird und deshalb auch mit einem Gas- Siedlung „Am Philosophenwald" s werden gebeten, sich auf dem Stadtbauamt, Asterweg Nr. 9, näher zu erkundigen. Es sei an dieser Stelle schon bemerkt, daß jeder Bauherr für sein Haus eine 1. Hypothek durch die ! Vermittlung der Stadtverwaltung erhält. Auf mög- ' lichste Barzahlung des Restbetrags wird besonderer Wert gelegt, damit die für die Bauten investierten Kapitalien baldigst durch das Kaufgeld wieder frei- gemacht werden. Aus der Provinzialhauptstadt. Freitagabend großer Fackelzug. Von der Kreisleitung der NSDAP, wird uns mitgeteilt, daß am kommenden Freitag anläßlich der Rückkehr des Saargebietes zum Reich auch in unserer Stadt ein großer Fackelzug stattfinden wird. Alle Gliederungen, Verbände und Vereine, die an diesem Fackelzug teilnehmen, mögen jetzt schon für die Beschaffung ihrer Fackeln sorgen. Es wird als selbstverständlich angesehen, daß an diesem Tage lalle anderen geplanten Veranstaltungen ausfallen. I Der Saar-Sonderzug aus Gießen. W Nachdruck verboten! 16. Fortsetzung Als er von hintenher durch die Küche in seine bibliothek — es wird nie verliehen —, das andere ist im Besitz eines Barons von Gernsheim, soviel ich weiß." „Ist es vielleicht dieses hier, Herr Geheimrat?" fragte der Detektiv und holte aus seiner Aktentasche ein dickes, in altes, vergilbtes Schweinsleder gebundenes Werk heraus. Geheimrad Dörbrand sprang auf. „Wie kommne Sie dazu?" fragte er erregt. „Wissen Sie auch, daß dies Buch eine ganz seltene bibliographische Kostbarkeit ist? Wie kam es in Ihre Hände?" „Ich nahm es an mich, um es dem Zugriff eines Verbrechers zu entziehen, Herr Geheimrat. Ich bin nämlich von einer nahen Angehörigen des verstorbenen Barons von Gernsheim mit der Aufklärung einer Angelegenheit betraut, und im Verfolg dieser Angelegenheit mußte ich das Buch für einige Zeit in Sicherheit bringen. Aber ich muß Sie noch weiter behelligen: Können Sie mir vielleicht sagen, ob es möglich ist, daß ein mittelalterlicher Weihkelch in seiner Gravierung Ornamente enthält, die den arabischen Schriftzeichen entnommen sind?" „Das kommt nur sehr selten vor", gab der Geheimrat zur Antwort, „aber es kommt vor. Wir haben drei, vier solcher Kultgeräte, die derartige Schriftzeichen anderer Kulturen tragen. Und dazu gehört auch der Weihkelch, den der Baron von Gernsheim in Besitz hat." Erregt beugte sich der Detektiv vor: „Und wie erklären Sie es sich, Herr Geheimrat, daß christliche Mönche derartige fremde Schriftzeichen gebrauchten, um sie als Verzierungen an derartigen Kultgeräten anzubringen?" „Das war mitunter nur Spielerei, Herr Doktor. Wenn Sie bedenken, daß die Mönche auch früher schon alle möglichen Kulturen studierten und auch aus aller Herren Länder in den Klöstern zusammenströmten, so läßt es sich leicht erklären, daß sie bei ihrem Kunsthandwerk auch fremde Ornamente verwandten. Aber es gibt noch einen anderen Grund. Oft wurde auf diese Weise irgendein Geheimnis von Kloster zu Kloster weitergegeben, besonders in Zeiten von Krieg und Brandschatzung. Dann vergruben die Mönche gern ihre Kostbarkeiten, um sie den Händen gieriger Kriegssöldner zu entziehen. Und sie bezeichneten die Stelle, wo man die Wertsachen, den Goldschatz und dergleichen wiederfinden konnte, mitunter durch solch eine Geheimsprache, die sich dann weitervererbte und den Nachkommen in ruhigen Zeiten den Fundort anzeigen sollte." „Und würden Sie, Herr Geheimrat, imstande sein, an Hand eines solchen Weihkelches irgendeine Ortsbestimmung zu treffen für einen vielleicht verborgenen Schatz?" Der Gelehrte lächelte: „Da müssen Sie schon zu einem Orientalisten gehen, Herr Doktor — mein Gebiet erstreckt sich auf das deutsche Mittelalter. Soll ich Ihnen die Damit verabschiedete sich Hopman und fuhr eilig nach Hause, um sich zur Reise nach Gernrode zu rüsten. Er wußte, es war nicht viel Zeit mehr zu verlieren. Wenn der junge Baron von Gernsheim zurückkehrte würden die Verbrecher sicherlich zum letzten Schlage ausholen. Jedenfalls wollte er heute abend noch bei Helma fein, um fie von dem Ergebnis feiner Nachforschungen zu unterrichten. Er sah vor sich ihr zartes, reines Antlitz — und die Sehnsucht ergriff ihn, ihr bald nahe zu fein. 19. Kapitel. Vor der Abreise wollte er noch einmal in seine Wohnung. Er hatte einen Schlupfwinkel in einem Hinterhaufe, das dem feinen gegenüberlag und von dem aus man durch mehrere Höfe ungesehen in das eigene Heim gelangen konnte. Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von (Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Wohnung kam, fand er im Herrenzimmer Dundee sitzen. „Nanu, alter Junge, Sie hier?" fragte Hopman erstaunt. „Ich dachte. Sie sind weiter in Hamburg auf der Fährte von Erbschleicherinnen und ähnlichen Angelegenheiten. Was ist Ihnen bloß zu Kopf gestiegen, daß Sie Fräulein von Bodenberg in einem so fürchterlichen Verdacht haben?" „So einfach aus den Fingern gesogen habe ich mir die Geschichte nicht, mein Lieber. Ich habe in Hamburg inzwischen so einige Recherchen gemacht, und um Ihnen das Resultat mitzuteilen, bin ich hierhergekommen." „Also, dann mal los!" sagte Hopman gleichmütig; er wollte Dundee seine Spannung nicht verraten. Dundee begann: „Daß ich den Baron von Gernsheim im Krankenhaus in Hamburg gesprochen, habe ich Ihnen ja bereits geschrieben. Aber was ich Ihnen nicht geschrieben habe, ist folgende Tatsache: Während der richtige Baron von Gernsheim im Hamburger Krankenhause liegt und durchaus noch nicht vernehmungsfähig ist, läuft ein zweiter Baron von Gernsheim in Berlin herum." Jetzt setzte sich Hopman mit einem Ruck auf: „Was sagen Sie? Ein Doppelgänger?" „Nein, ein Doppelgänger nicht, denn der wirkliche Baron von Gernsheim ist schlank, durchtrainiert, braun von Gesichtsfarbe. Der falsche Baron von Gernsheim ist schwer, breit, schwammig, bleich und sieht vollkommen anders aus als der nichtige. Man hat da einen famosen Ueberfall inszeniert, um den echten Gernsheim zu beseitigen und den falschen an seine Stelle zu setzen. Und ich weiß sogar, wer der falsche Gernsheim ist — eben jener Senhor Bastieni, der sich Gernsheim gegenüber als südamerikanischer Zeitungsverleger ausgegeben hat und der angeblich von Gerns- Iheim ein Buch drüben in Südamerika verbreiten wollte. In Wahrheit heißt er nicht Bastieni, sondern Barianol" (Fortsetzung folgt.) Bald fuhr Hopman im Kraftwagen weiter, indessen Martins und der Kommissar das Motorrad bestiegen und wie Vergnügungsreisende gen Gernrode fuhren. Dort quartierten sie sich im Dorfkrug ein, was niemandem auffiel. War doch Gernrode der Ausgangspunkt für viele Touren in die bergige Umgebung des Landes. Inzwischen war Hopman in der Hauptstadt angelangt. Er stieg vor seiner Wohnung ab und war bald nach kurzer Begrüßung seiner treuen Hausangestellten in seinem Schlafzimmer verschwunden. Er mußte erst einmal eine Nacht schlafen. Erfrischt und gestärkt machte er sich am nächsten Tage auf den Weg. Zunächst ließ er sich bei einem berühmten Kunstgelehrten, einem Professor der mittelalterlichen Kunst, melden. Erstaunt kam ihm der alte Herr entgegen. „Was verschafft mir die Ehre, Herr Doktor?" sagte er, auf die Visitenkarte in seiner Hand schauend und den eleganten, hochgewachsenen Mann prüfend musternd. „Ein Anliegen führt mich zu Ihnen, Herr Geheimrat, das Sie vielleicht verwundern wird wie mein ganzer Besuch hier/ „Allerdings, das muß ich zugeben." Der berühmte Gelehrte lächelte. „Alles, was meine Wissenschaft angeht, ist so weit entfernt von der modernen Zeit und also auch von allem, was mit Kriminalfällen und Kriminalisten zu tun hat." „Und doch nicht, Herr Geheimrat — es gibt keine Wissenschaft, die nicht irgendwie mit der andern verbunden wäre. Und so komme .ich heute als Kriminalist zu Ihnen, um Sie um Hilfe zu bitten in einer Angelegenheit, die ich allein nicht entwirren kann." Wieder flog ein prüfender Blick aus den klugen Gelehrtenaugen auf Hopman. Dann ging ein freundlicher Schein über das geistvolle Gesicht des alten Geheimrats. Der Kriminalist vor ihm mit dem scharf geschnittenen Kops und den offenen Augen gefiel ihm. „Bitte nehmen Sie Platz, Herr Doktor! Womit kann ich Ihnen dienen?" „Zunächst, Herr Geheimrat:Kennen Sie ein Werk über die Syrnbolgebung auf Reliefs der mittelalterlichen Kirchenkultgeräte?" Der Kunstgelehrte sah Hopman erstaunt an. „Sie stellen da eine Frage, die mir kaum einer meiner Studenten im Kolleg stellen würde, Herr Doktor. Es ist nämlich eine Spezialistenfrage. Natürlich kenne ich dieses Werk. Es existiert nur in zwei Exemplaren: das eine hier in der Staats- Adresse eines Kollegen von dem Sem'nar für orientalische Sprachen geben?" „Vielen Dank, Herr Geheimrat", sagte Hopman und stand auf. „Ich werde mich zur gegebenen Zeit wieder an Sie wenden, wenn Sie mir das gestatten. Heute habe ich erfahren, was ich für die nächsten Tage brauche. Ich danke Ihnen aufrichtig. Und noch eine Bitte: Dürfte ich vielleicht dies Werk bei Ihnen in Verwahrung geben, bis ich es feinem Eigentümer zurückbringe? Ich muß nämlich von hier aus sofort nach Gernrode." „Nun, da könnten Sie es doch bequem wieder mitnehmen", meinte der Gelehrte. Hopman schüttelte den Kopf: „Nein, Herr Geheimrat, ich möchte es überall lieber wissen als jetzt in Gernrode. Das hängt mit der Arbeit zusammen, die ich dort zu leisten habe, daß ich es vorderhand nicht zurückbringen kann. Es droht dann dem Werke Gefahr — und noch mehr." „Nun, ich will es schon hüten!" Der Geheimrat nahm mit behutsamen Händen das dicke Buch und schloß es vorsichtig in seinen Schreibtisch. Dann reichte er Hopman zum Abschied die Hand und bat ihn, ihn bei Gelegenheit über den Fortgang dieser mysteriösen Angelegenheit weiter zu unterrichten. Hopmans Gesicht war sehr ernst, als er das Haus des Professors verließ. Er nahm sich eine Autodroschke und begab sich in die Staatsbibliothek, wo er mit dem Oberbibliothekar gut bekannt war. Bald saß er inmitten der Studenten und Gelehrten in dem stillen, holzgetäfelten Lesesaal und war in einen Berg chemischer Bücher geradezu vergraben. Aber soviel er auch suchte, er fand nicht, was er brauchte. Enttäuscht kam er nach einer Weile wieder zu dem Tisch des Bibliothekars, der hinter einer grünbeschirmten Lampe arbeitete. Der hörte ihm nachdenklich zu. „Sie werden das schwerlich finden — höchstens in einem Buche, das wir aber nur der Kuriosität wegen führen, nicht weil es wissenschaftlich beweiskräftig ist. Es handelt von alten Volksmedizinen und Wundermitteln. Eigentlich darf es nicht verliehen werden, weil es nur in einem Exemplar vorhanden ist — aber weil Sie es sind, Herr Doktor Hopman, will ich es auf meine Kappe nehmen." Er verschwand in dem Archiv und kehrte nach einer Weile mit einem kleinen, unscheinbaren Büchlein zurück, das durch seinen Druck und sein stockfleckiges Aussehen fein Alter verriet. „Hier haben Sie es! Vielleicht finden Sie irgendwelchen Fingerzeig für das, was Sie brauchen." Hopman nahm das Buch und steckte es in feine Aktenmappe. „Ich bringe es Ihnen in wenigen Tagen wieder", versprach er dem Oberbibliothekar. „Ich habe nur keine Zeit, es hier durchzuarbeiten, weil ich auf der Spur eines wichtigen Falles bin und heute abreisen muß." dert: Neun ßanbl 3n Hörer lagen über bei M hetz Deck Rito' No wer erst lieb (U hat. w unt der gegeben. Warum Michsberusswettkamps? Obecheffen hingewiesen. ** (9 e b ü t) r en im Devisenverkehr. Von der Reichsbankstelle Gießen wird uns mitgeteilt: Die mit der Durchführung der mit ausländischen Staaten und Zentralbanken abgeschlossenen Verrech- nungs- und Zahlungsabkommen verbundenen Unkosten machen es erforderlich, daß mit Wirkung vom 1. März d. I. eine Gebühr auf die im Wege dieser Abkommen bewirkten Zahlungen erhoben wird. Diese Gebühr beträgt 1 pro Mille, mindestens 0,3Q Mark. Sie wird von den Reichsbankanstalten zeit zur Aufführung. In der Pause sprach Sturmbannführer Höbet über Horst Wessel. Sodann fand die Preisverteilung vom Preisschießen des vergangenen Sonntags statt. Standartenführer Lutter hielt im weiteren Verlauf des Abends ebenfalls eine Ansprache. Es folgten ein flott gespieltes Lustspiel (Trupp 3 Annerod), sowie heitere Vorträge und Gedichte in buntem Wechsel. Die Schlußansprache hielt Sturmbannführer Hödel; ferner sprachen noch SS.-Scharsührer Horn und Ortsgruppenführer Rink- Steinbach. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand der offizielle Teil des Abends feinen Abschluß. Bemerkt sei noch, daß die Steinbacher und Albacher SA.-Männer ebenfalls zur Bereichung des Abends beitrugen. tn. Lang-Göns, 25. Febr. Für den Samstagabend hatte der Gesangverein „Froh- s i n n" zu einem Konzert eingeladen. Der Besuch war außerordentlich gut. Die Zusammenstellung von Blasmusik — es spielte die gesamte Buderussche Kapelle (Wetzlar) unter Leitung von Kapellmeister H. Topp — und Chorgesang war an und für sich schon eine glückliche. Ganz ausgezeichnet aber war die Auswahl der Musikstücke und der Chorlieder. Mit Wagner (Rienzi) beginnend, über Brüll I und Verdi brachte die Kapelle die „Weaner Mad'ln" Landkreis Gießen. £ Wieseck, 25. Febr. Am Samstagabend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Dem Baugesuch des Karl Pansch zur Errichtung eines Wohnhauses an der Bergstraße wurde zugestimmt. Einem Ersuchen des Studentenwerks um eine einmalige Beihilfe konnte in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage der Gemeinde nicht entsprochen werden. Ebenso mußte ein Ersuchen des Ministeriums zwecks ganzer ober teilweiser Versicherung der Volksschüler auf Kosten der Gemeinde abgelehnt werden. — Steinbach, 25. Febr. Für den Samstag- Schnlprüfung, nein, in einer freiwilligen Selbstprüfung unter Beweis stellen. Mit den Kameraden seiner Berufsgruppe soll er seine Kräfte messen und feststellen, wo seine Mängel und Fehler liegen. Es soll kein Konkurrenzkampf aus egoistischen und materialistischen Gründen sein. Wir wollen seine berufliche Leistung. Wir müssen wieder ein hochqualifiziertes Arbeitertum bekommen, damit wir, gestützt auf die Gewissenhaftigkeit und Treue unserer Arbeiter, in dem Bereich „Arbeit" den Platz unter den Nationen einnehmen, der uns gebührt. Waren wir Deutsche doch immer das Volk der Arbeit und des Erfolges! Wir find zur höchsten Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit als des Führers Jugend verpflichtet! Bedenke, wenn du deinem Berufe dienst, dann dienst du Deutschland. Hitler-Jugend, Bann 116. ♦* <5 Hb er ne Hochze kl. Däckermeffker Ludwig B e n ö e und Frau Emma Karoline Margarete, geborene Schönhals, Bahnhofstraße 12, können am morgigen 27. Februar das Fest der Silbernen Hochzeit und zugleich das 25jährige Geschäftsjubiläum feiern. Herr Bende, in der Gießener Bürgerschaft allseits bekannt und beliebt, ist auch Vorstandsmitglied der Gießener Bäckerinnung und Blockwalter der NS.-Volkswohlfahrt. Das Ehepaar Bende ist feit der Verheiratung Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Die Verbandsversammlung der Evangelischen Frauenhilfe ist bis auf weiteres verschoben. Auf die heutige Anzeige sei NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. gut, auch von Annerod und Alvach, be|uä)t war. Als Gäste waren Standartenführer Lutter, Obersturmbannführer M ü n k e r und Sturmbannführer Höbe! erschienen. Die hiesige PO. nahm ebenfalls starken Anteil. Der Musikzug des Sturmbannes V bestritt den musikalischen Teil des Abends. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Sturmführer C r o o n die Teilnehmer. Der Trupp 3 (Annerod) brachte dann ein Stück aus der Kriegs-1 Vörnotizen. — Tageskalender für Dienstag: NSLB. Fachschaft Höhere Schule: Sitzung der Fachgruppe: Mathematik und Naturwissenschaften. Vortrag von Studienrat Backes über „Die Physik des Kraftwagens" im Physiksaal des Realgymnasiums. — Stadttheater: 20 bis 22.15: „Frischer Wind aus abend hatte der Sturm 45/116 Steinbach zu einem Deutschen Abend eingeladen, der im Saale der Wirtschaft „Zum Einhorn" ftattfand und sehr gut, auch von Annerod und Albach, besucht war. 12 bis 15, Rosenkohl 25 Ns 30, Feldsalat 70 frts ! 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, < Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln 4 ?ßf., öer Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Psund 18 ' bis 25, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, ©alat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Devisenvorschriften für den Postzahlungsverkehr. Nachdem durch das Gesetz über die Devisenbewirtschaftung vom 4. Februar 1935, durch die Durchführungsverordnung hierzu und durch die von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung erlassenen neuen „Richtlinien" die devisenrechtlichen Bestimmungen neu geordnet und zusammengefaßt worden sind, hat auch der Reichspostminister die Devisenvorschriften für den Poftzahlunasoerkehr neu geregelt. Hiernach können vom 1. März ab wieder genehmigungspflichtige Zahlungen im Post- und Postscheckverkehr ausgeführt werden, wenn bei der Einzahlung des Betrages am Postschalter, oder bei der Einsendung des Auftrages an das Postscheckamt Einzelgenehmigungen der Devisenstellen oder Einzelbescheinigungen der Ueberwachungsstel- len vorgelegt werden. Familienabend der Lukasgemeinde. Die Lukasgemeinde veranstaltete am Sonntagabend in ihrem Gemeindesaal einen Familienabend, bei dem Pfarrer und Missionar Groh über „Land, Leute und Mission an der Goldküste" sprach. Kirchenvorsteher Juwelier Karl Noll begrüßte die Besucher und gab zur Einleitung geographische Erklärungen über das Gebiet, auf das der Vortrag sich erstrecken sollte. Pfarrer Groh ist ein geborener Oberhesse, er stammt aus Bermuthshain im Vogelsberg und empfing feine Ausbildung als Missionar in der Missionsanstalt zu Basel. Im Jahre 1887 wurde er mit noch drei anderen Missionskandidaten nach Afrika ausgesandt und kam zunächst an die Gold- küste, später hat er noch in Togo gearbeitet, bis er im Jahre 1913 nach Deutschland zurückkehrte und in den hessischen Pfarrdienst eintrat. An der Hand von Lichtbildern gab der Vortragende am Eingang seiner Ausführungen ein interessantes Bild von der Reise von Basel über Hamburg nach der Goldküste. Land und Leute in diesem Missionsgebiet wurden vorgeführt. Die Zuhörer bekamen einen Begriff von der überreichen Vegetation dieses Landes, dessen Klima aber den Europäern vielfach schädlich ist. Die Lichtbilder zeigten den Kaffeebaum, die Kokospalme, die Kakaostauoe und andere Pflanzen, die in dieser Gegend so überreich gedeihen und die reiche Erträgnisse liefern. Ferner zeigte der Redner die Art und Weise, wie die Eingeborenen die Früchte dieses Landes verarbeiten. Verschiedene Missionsstationen wurden durch Bild und Wort vorgeführt. Pfarrer Groh gab eine schöne Schilderung von der Sinnesart der Neger. Der Neger ist unerschöpflich in treffenden Sprichwörtern, er besitzt einen reichen Schatz von Tierfabeln, außerdem hat er eine sehr treffende Art zu reden und sich verständlich zu machen. Daneben besteht auch bei ihm noch die wildeste Grausamkeit. Doch die Mission erzieht dieses Naturvolk zur Kultur und zur Sitte, sie lehrt es, das Menschenleben zu achten und schärft ihm Gewissenhaftigkeit und Pflichtgefühl ein. Die Zuhörer folgten den äußerst interessanten Darlegungen des Vortragenden, der 26 Jahre unter den Negern gelebt hat und jetzt als Seelsorger an den hiesigen Krankenanstalten und Kliniken tätig ist, mit großem Interesse. Die Hitler-Jugend ruft zum zweiten Reichsberufswettkampf, zur zweiten Olympiade der deutschen Arbeit auf. Der Reichsberufswettkampf ist Sache des ganzen deutschen Volkes, besonders aber der ganzen berufstätigen Jugend. Nicht nur einzelne, begünstigte Teile der deutschen Jugend können, wie in früheren Zeiten, an diesem Wettkampf teilnehmen. Nein —jeder deutsche Junge, jedes deutsche Mädel ist dazu berechtigt. Tausende Kameraden standen zum friedlichen Wettstreit im ersten Reichsberufswettkampf der schaffenden, heranreifenden Jugend. Hunderttausende müssen sich zur zweiten Leistungsprobe stellen. Völlig neue Wege, völlig neue Mittel sind geschaffen. Der Jungarbeiter der Faust und der Stirn soll all sein berufliches können, nicht wie in einer Kanada". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hohe Schule". — Stadttheater Gießen. Heute abend Erstaufführung der heiteren Begebenheit in vier Tagen: „Frischer Wind aus Kanada" von Hans Müller-Nürnberg, unter der Spielleitung des Intendanten Hanns König und mit Kapellmeister Fritz Cuje am Dirigentenpult. * ** D i e SA.- und SS.-Männer seien noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß der Hilss- kassenbeitrag in Zukunft unmittelbar an die Ortsgruppe zu zahlen ist, in der sie wohnen. In der Ortsgruppe Gieß en-Süd müssen sich die SA.- und SS.-Männer, die nicht Parteimitglieder sind, am Mittwoch oder Donnerstag, 27. bzw. 28. Februar, zwischen 20.15 und 22 Uhr in der Gastwirt- chaft „Zum Graf Zeppelin", Wilhelmstraße, zur Hilfskasse anmelden. In der Ortsgruppe Gießen- Mitte muß diese Anmeldung am Mittwoch oder Donerstag, zwischen 20 und 22 Uhr, im Gasthaus „Zum Löwen", Neuenweg, erfolgen. In der Ortsgruppe G i e ß e n - N o r d mußten die Anmeldungen am gestrigen Montagabend vorgenommen wer- s&’ü&sai'Mäi s: e i äs-s« «• «>»» März melden; näheres hierüber wird noch bekannt- Gebühr besonders zu berücksichtigen. (Ziehrer) und das „Aegyptifche Ständchen* tfön Paul Limke, außerdem noch zahlreiche Zugaben (Märsche usw.). Alle Musikstücke wurden tadellos und flott oorgetragen und fanden verdienten Beifall. Der Gesangverein „Frohsinn", unter Leitung von Oberreallehrer Blaß (Gießen) begann mit zwei neuzeitlichen Chören „Deutschland" (Hasse) und „Deutsches Credo" (Knöchel) und zeigte dabei seine Meisterschaft in gesanglicher und technischer Hinsicht. Es folgten Vaterlandsgesänge und anschließend Volkslieder in der Silcherschen Bearbeitung. Auch diese Darbietungen erweckten starken Beifall. Bürgermeister Wenzel unterstrich in einer kurzen Ansprache ebenfalls die glückliche Zusammenstellung des Programmes und wies darauf hin, daß wir es nur der nationalsozialistischen Bewegung und dem Führer verdankten, daß wir uns an solchen deutschen Weisen erfreuen könnten. Er erinnerte weiter an den Todestag des Vorkämpfers Horst Wessel, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. Der Vereinsleiter Karl Faber sprach das Schlußwort, gedachte der ver- torbenen Mitglieder und dankte alle Mitwirkenden. Sodann überreichte er den Mitgliedern Wilh. Hch. Müller, Wilhelm Konrad Brück e l, Heinrich Leicht II., August Faber und Willi Ebel für ihre 25jährige Zugehörigkeit zum Verein eine Urkunde und ernannte sie zu Ehrenmitgliedern. Dabei gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich diese Mitglieder auch weiterhin in den Dienst des deutschen Volksgesanges stellen möchten. Den Dank der Geehrten sprach Wilhelm Heinrich Müller aus. Der offizielle Teil des Abends wurde in der üblichen Weife geschlossen. Tanz hielt die Besucher dann noch einige Stunden bei froher Geselligkeit zusammen. oo Langsdorf, 24. Febr. Gestern hielt der hiesige Artillerie-Verein einen gutbesuchten Kameradschaftsabend ab. In unserer Gemeinde war es vor dem Kriege Tradition, daß viele junge Leute sich freiwillig zur Artillerie meldeten, ohne ihre Einberufung abzuwarten. Dadurch sind unter uns soviel Jünger der Heiligen Barbara, daß ein blühender Verein ehemaliger Artilleristen gegründet werden konnte. Im Namen des verhinderten Vereinsführers begrüßte Kamerad Heinrich Wenzel I. die erschienenen alten Soldaten und die Freunde deutschen Heerwesens. Darauf zeigte Kamerad Reuter (Dornholzhausen) in einer Lichtbilderreihe die Entwicklung der artilleristischen Waffe von den ältesten Zeiten bis zur jünasten Vergangenheit. In den angeschlossenen Ausführungen wußte er anschaulich und packend aus dem Geschehen des Weltkrieges zu erzählen. Es kam ihm darauf an, zu zeigen, daß die echte nationalsozialistische Gesinnung im Trommelfeuer und den Erlebnissen des Grabenkrieges entstanden ist. Der jungen Generation zeigte er an erschütternden Erlebnissen, was deutsches Heldentum und Treue bis in den Tod ist. So hat der schön verlaufene Abend dazu beigetragen, die Hochachtung vor dem Heldentum des Weltkrieges zu erhalten. Kreis Alsseld. # Ober-Ohmen, 23. Febr. In den Waldungen der Freiherren von Riedesel und in den Waldungen des Staates, in denen der Sturm heftig gehaust hatte, ist man gegenwärtig mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Vierzehn Holz- 1 Hauer konnten eingestellt werden, die für geraume 1 Zeit Beschäftigung haben. Spremn^uven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. Straßenbau und Reichsautobahn in Oberheffen. Ein aufschlußreicher Vortrag des Amtsvorstandes der oberhefsifchen Provinzialbauverwaltung. ) c) Die Reichsaulobahnen pro a) b) Bei Alsfeld soll der dritte Aulobcchnhof in Oberheffen errichtet werden. Straßen zusteht. Die Unterhaltung und der Ausbau der Landstraßen 1. Ordnung und 2. Ordnung wird zunächst gegenüber den Reichsstraßen noch zurückstehen müssen. Auf diese Weise hofft die Reichsregierung eine zufriedenstellende, planmäßige Herstellung des gesamten Straßennetzes zu erreichen. Die Provinz Oberheffen hat im Rj. 1934 für den Ausbau der im Zuge der Reichsstraßen dens ist durch Anlage eines fünf 2Neter breiten Grünstreifens zwischen den beiden Fahrbahnen entgegengekreten. Seitliche Bankette von se zwei Meter Breite gestatten hinreichende Ueber- wachung des Zustandes der Fahrbahn. Die sich ergebende Gesamtbreike von 24 Meter wird sowohl auf den Dämmen, als in den Einschnitten durchgeführt. Durch die begrenzten Ge- fälls- und Richtungsänderungen find Erdarbeiten in größerem Ausmaße erforderlich, die den Bau der Autobahnen zu einem wesentlichen Faktor der Arbeitsbeschaffung machen. Auf hessischem Gebiet in der Provinz Starkenburg durchschneidet die Autobahn ungefähr zur Hälfte Wald, zur anderen Hälfte landwirtschaftlich genutztes Gelände. Der Wald ist in der Hauptsache Staats- und Gemeindeeigentum, zum kleineren Teil befindet er sich in Form kleiner und kleinster Parzellen in Privateigentum, deren Besitzer in opferfreudiger Weise ausnahmslos die Verhandlungen über Bauerlaubnis und Geländeerwerb gefördert haben. In der Provinz Oberhessen schätze ich das Verhältnis zwischen Wald und Oedflächen einerseits und landwirtschaftlich genütztem Gelände etwa wie 3:1. Um die Landwirtschaft nicht all- Die große Sorge um den Erwerb landwirtschaftlich genutzten Geländes in Hessen hat die hessische Staatsregierung der „O B K." durch eine vorbildliche gesetzliche Maßnahme im wesentlichen abgenommen. Es leuchtet ein, daß eine in etwa 40 Meter Breite die Gegend durchschneidende Autobahn, die niveau-kreuzungsfrei durchgeführt werden muß und mit Rücksicht auf die Kosten nur im Rahmen eines dringenden Bedürfnisses Wegeunter- und -Überführungen aufweisen kann, manchen Grundstückseigentümer in außerordentlichem Maße zugunsten der Allgemeinheit belastet, oder ihn gar an den Rand der Arbeitslosigkeit bringen kann. Es wäre sinnlos, Arbeitsbeschaffungsprogramme zugunsten erwerbsloser Menschen durchzuführen mit dem Erfolg, viele kleine Bauern um Arbeit, Brot und Boden zu bringen, der sie bindet. In dieser Erkenntnis hat deshalb die hessische Staatsregierung am 3. Juli 1933 ein Gesetz für die Durchführung von Feldbereinigung zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung erlassen, das in nur drei Artikeln (in Abweichung von allen Grundsätzen bestehender Zusammenlegungsgesetze) den Führergedanken in genialer Weise in die Tat umsetzt. Hiernach findet in allen Gemarkungen, in denen im öffentlichen Interesse Arbeit beschafft werden kann, die Feldbereinigung kraft Anordnung des Ministers statt, wenn sie nicht unter den Voraussetzungen des Feldbereinigungsgesehes zustande kommt. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Einsetzung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen im Juni 1933, an mancherlei Schwierigkeiten bei der Ingangsetzung des Werkes des Generalinspektors, weiter wies er auf den Erlaß des Gesetzes über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenoerwal- tung vom 26. März 1934 hin und erläuterte dann eingehend die wichtigsten Bestimmungen dieses Ge- Eisenach. Der Bau der oberhessischen Autobahnstrecke dürfte im Gegensatz zu dem vorjährigen Bau in Starkenburg auf nicht geringe Bodenschwierigkeiten stoßen, weil man hauptsächlich mit dem Borkommen von Lehm und in der Gießener Gegend sogar mit weißem Letten zu rechnen hat, unter dem ja — wie bekannt— die Eisenbahn in der Gegend von Großen- Linden, Klein-Linden und insbesondere auf der Umgehungsbahn Klein-Linden—Dutenhofen recht schlechte Erfahrungen machen mußte. In der Gegend von Atzenhain und Bernsfeld befinden sich ausgedehnte Eisensteingruben, bei denen man mit Ueberquerung alter verlassener Stollen rechnen muß, die unter den Dammlasten auch einbrechen können. Die OBK. Frankfurt wird es sicherlich nicht an der nötigen Vorsicht und Vornahme eingehender Bodenuntersuchung fehlen lassen. Mit besonderer Sorgfalt wird man auch die Dammschüttung lagenweise ausführen und mit geeigneten Rammen und Walzen gehörig dichten müssen, damit nicht Dammrutschungen bei ungünstiger Witterung stattfinden, wie man sie kürzlich bei der im Vorjahre ausgeführten Umgehungsstraße „Frankfurt—Wiesbaden" in der Nähe von Hattersheim beobachten konnte. Dort wurden die schweren Betondecken teilweise derart unterhöhlt, daß man die nach außen abgerutschten Betonplatten mit Hilfe von Flaschenzügen wieder zusammenziehen und das fehlende Erdreich der Dämme unterstopfen mußte. Da die Autostraßen nur den Autoverkehr dienen, sind an ihre Ausführungen besondere Bedingungen zu stellen. Bestimmte Grenzen für die Steigungsverhältnisse und die Krümmungshalbmesser sollen nicht überschritten werden. Als wesentlichste Forderung tritt hinzu, daß die Autobahnen andere Verkehrswege niveaufrei kreuzen. Alle Verkehrswege werden also unter- oder überführt. Die Fahrbahnen von je 7,5 Meter Breite werden nur in einer Richtung befahren. Das Gefahrmoment eines Zusammenstoßes zweier in entgegengesetzter Richtung fahrender Fahrzeuge ist somit ausgeschaltet. Einer weiteren Gefahr des Geblendetwer- Sie ist sodann, nach dem Feldbereinigungsgesetz in der Fassung vom 22. November 1923 durchzuführen. Zur Aufbringung der K o st e n kann G e - lände, welches 7,5 v. H. des Wertes der in das Feldbereinigungsverfahren eingebrachten Grundstücke entspricht, ausgeschieden und verwertet werden. Eine Kraftfahrbahn kann nur dann ein echter Teil einer Landschaft werden, wenn sie sich voll und harmonisch in die Landschaft einfügt. Um diese Belange zu prüfen und dafür zu sorgen, daß die Landschaft in ihrer Eigenart erhalten und womöglich noch schöner gestaltet wird, hat der Generalinspektor angeordnet, daß der OBK. ein sogenannter Landschaftsberater beigegeben wird, welcher bei der Festlegung der Autobahn im Gelände verantwortlich zuzuziehen ist (für OBK. Frankfurt ist dies Herr Gartenarchitekt Hirsch in Wiesbaden). Er wird dafür sorgen, daß an Stelle der heutigen eintönigen Fichtenpflanzungen auch wieder Eichen-, Linden-, Hainbuchen-, Ahorn- und andere Laubhölzer, so z. B. Birken und Pappeln verwendet werden. Auf den Autobahnen selbst sind Bäume mit rasch fallendem Laub oder Früchten (Kastanie, Walnüsse, Ebereschen) zu vermeiden, weil sie die Fahrbahn leicht schlüpfrig machen können. In dem zwischen den beiden Fahrbahnen anzulegenden Grünstreifen soll eine undurchsichtige grüne Heckenwand erstehen, um das Blenden der sich entgegenkommenden Fahrzeuge zu verhindern. Sie soll möglichst „immergrün" sein. Hier dürften unsere altbewährten Fickten am Platze sein. An Plätzen, Kreuzungen, Böschungen und Hängen sollen Lupinen in allen Farben, Fingerhut, Weidenröschen usw. angepflanzt werden, um das Fahren auf dieser, monotonen Unendlichkeit der Autobahn zu erleichtern und abwechselungsreich zu gestalten. An die Bepflanzung der Aukobahnen mit Obstbäumen dürfte weniger zu denken sein, weil deren Aeste in die Brette gehen und der Obstbaum nur in der Blütezeit und vor der Ernte wirklich schön ist. An Stellen, die starken Schneeverwehungen ausgesetzt sind, wird man zur Erhöhung der Fahrsicherheit Schneeschuhhecken an den seitlichen Rändern der Einschnitte anbringen müssen. mer weiter auf Waldgelände verschoben worden. Dies traf insbesondere zu für die Strecken im kreise Friedberg, Gießen und auch in der Gegend von Alsfeld. In der Wetterau wurde die Bahnlinie immer mehr nach dem Taunus hin zu verlegen gesucht. Man erreichte damit ferner, daß die Ausblicke auf die fruchtbare Wetterau und auch auf die Taunusgegend immer schöner wurden. Die sich in das Landschaftsbild harmonisch ein- pallende Bepflanzung der Reichsautobahnen wird hoffentlich neben den Bemühungen der Provinzialdirektion dazu beitragen, daß die immer wieder vorgebrachten Wünsche und Anträge der Bauernschaft auf Beseitigung unserer herrlichen oberhessischen Straßenalleen wirksam unterbunden werden. Autobahn und Landstraße sind auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Der Kraftwagen soll nicht nur mit höchster Geschwindigkeit auf' den Autobahnen große Strecken zurücklegen, sondern er muß auch von dort auf die Landstraße erster und zweiter Ordnung, sowie in die abgelegensten Ortschaften fahren können. Eine der lebenswichtigsten Fragen für die Reichsaulobahnen als Haupldurchgangssiraßen des Reiches ist nun der Anschluß an das bestehende Lpndstraßenneh. Zu diesem Zweck müssen die sogen. Zubringerstraßen angelegt werden. Die einfachste Art ist, wenn die kreuzende Straße imstande ist, den Zubringerverkehr zu bewältigen. Es genügt dann eine einfache A n - und Abfahrt. Die kreuzende Straße muß zur Aufnahme, der Seitenstraße eine genügend breite Fahrbahn besitzen und mit einer hochwertigen Decke versehen sein. Derartige einfache Zubringerstraßen werden, wie ich hörte, in Zukunft von der OBK. in noch höherem Maße als seither zur Ausführung gelangen, weil sich die OBK. in der Ausgabe der ihr zur der erste Autobahnhof auf oberhessischem Gebiet errichtet. Kurz vor Nieder-Weisel müssen Brücken über die Main-Weser-Bahn und die Reichsstraße Gießen — Frankfurt erbaut werden. Oestlich von Butzbach (etwa bei der Straßengabelung vor G r i e d e l) führt die Autobahn wahrscheinlich in einem großen Bauwerk über die beiden Provinzstraßen und die Nebenbahn Butzbach —Lick. Die weitere Führung der Autostraße geht an Gambach, Holzheim, Dorf-Gill, Garbenteich vorbei nach Steinbach, wo voraussichtlich der zweite Autobahnhof auf oberhessischem Gebiet für Gießen und Wetzlar errichtet wird. Wie man hört, soll die als „Zubringerstraße" auszubauende Landstraße 1. Ordnung Gießen —Lich auf den Höhen nördlich von Steinbach um den Ort Steinbach und die sehr kurvenreiche Straßenstrecke bis zum Albacher Hof herumgeführt werden. An A l b a ch und Oppenrod vorüber gelangt sie kurz hinter dem Eisenbahnübergang auf die Reichsstraße Gießen — Reiskirchen, wo man jetzt schon den Verlauf der Bahnlinie an der großen Waldabholzung sehen kann. Von hier aus wendet sich die Autobahnlinie mehr nach Nordosten, geht zwischen Bersrod und Winnerod an Reinhardshain vorüber (beim Dieberg-Wasserturm) nach Lumda und Atzenhain. Dort müssen besondere Rücksichten auf die Eisensteinbergwerke und großen Schlämmteiche genommen werden. Der bei der Geländebesichtigung zugezogene Landschafts- b e r a t e r führte aus, daß gerade an diesen Stellen die Autobahn sich sehr schön in das Gelände einpasse. Die weniger schönen Ausblicke auf den Bergwerksbetrieb sollen durch Anpflanzung von Laub- und Nadelwaldstrecken verdeckt werden. Auf der weiteren Strecke bis Alsfeld ist besondere Rücksicht darauf genommen worden, daß die Autobahn wertvolles Ackergelände meidet, was auf der Strecke in der Wetterau leider nicht immer möglich war. Während die Strecke von Frankfurt bis in die Gegend von B e r n s f e l d inzwischen z u m B a u freigegeben wurde, werden auf der restlichen Linie Bernsfeld — Alsfeld zur Zeit noch Projektierungsarbeiten vorgenommen. Diese Linie führt von Bernsfeld zwischen Bleidenrod und Nieder - Gemünden nördlich von Ehringshausen und südlich von Zell vorüber nach Alsfeld.___________ Dingen, Ä u für die Landstraßen 2. Ordnung Provinzen und Kreise. Nähere Anordnungen bleiben dem Generalinspektor überlassen, dem ein Aufsichtsrecht über alle Bei Alsfeld waren zwei Linienführungen . jektiert. Die erstere sollte durch bestes Ackerland nördlich von Alsfeld in dem Raume Leusel—Eudor —Elbenrod geführt werden, wurde jedoch auf energischen Einspruch der Stadt Alsseld, des Reichsnährstandes und der Provinzialdirektion Oberhessen nunmehr nach Süden in die Gegend von Altenburg verlegt. Wie man hört, sollen dadurch die Baukosten dieser Teilstrecke etwas höher werden, als bei der nördlichen Linie, weil mehrere Ueber- brückungen der Straßen und Eisenbahn nötig werden. Die Trasse verläuft weiter oberhalb Eifa vorbei über Lingelbach, Breitenbach nach N i e d e r - I o f s a und H e r s f e l d und nach setzes. Dabei sei als besonders bemerkenswert hervorgehoben, daß nach diesem Gesetz die Straßenbaulast sich wie folgt verteilt: , ' für die Reichsstraßen ist das Reich der Träger der Straßenbaulast, für die Landstraßen 1. Ordnung sind diese Träger die Länder und preußischen Pro- Frankfurt—Gießen—Marburg, Rieder - Wöll- stadt—Hanau und Wetzlar-Gießen—Grünberg liegenden Ortsdurchfahrten und einiger „Freien Strecken" vom Reich eine Million Mark überwiesen bekommen, später nochmals 320 000 Mark zur Verbreiterung der Reichsstraße Frankfurt—Butzbach-Gießen. Für das Rj. 1935 sind von der Provinzialverwaltung 1,2 Millionen Mark angefordert worden, wovon bis jetzt 250 000 Mark für Vorprofidie- rung bewilligt werden konnten. Die Provinz hat — trotz ihrer schweren Belastung durch Verzinsung und Tilgung der früheren Anleihen — aus eigenen Mitte l n im Rj. 1934 weitere 1,2 Millionen Mark bereitgestellt für den Ausbau verkehrswichtiger Landstraßen 1. Ordnung, und es sieht zu hoffen, daß Kreisdirektor Kto st ermann auch im Jahre 1935 wieder einen hoffentlich ebenso großen Kredit für zusätzliche Instand- sehungsarbeiten auf Landstraßen flüssig machen kann, zur Steuer der Arbeitslosigkeit der Steinindustrie und zum Wohl der oberhessischen Bevölkerung. Wir können stolz darauf sein, daß auch unsere Heimatprovinz sich inzwischen wieder den früheren guten Ruf, im Besitze eines der besten Straßennetze zu sein, zurückerworben hat. zu hart durch Freigabe besten Ackerbodens für die Autobahn zu treffen, ist die Bahnlinie auf Grund eingehender Verhandlungen mit der Landesbauernschaft und der Forstbehörde im- ? Die Reureaelvm des Straßenwefens. Seit 1. April 1934 hat sich in der Verwaltung und Unterhaltung des Straßenwesens durch das neue Straßengesetz vorn 26. März 1934 vieles grundlegend geändert. Während es in früheren Jahren an der führenden Hand fehlte, die unabhängig von den verschiedenartigen Einflüssen Der Länderregierungen dafür sorgte, daß Snstern m die Technik des Straßenbaues und der Unterhaltung der Straßen, System in die Finanzierung und in die Verwaltung kam, wurde durch den politischen Umschwung des Jahres 1933 die Straße freigemacht für eine vollständige Umgestaltung des Straßenwesens im Sinne feiner Vereinheitlichung unter Führung des Reiches. Der NSBDT. (Nationalsozialistische Bund Deutscher Technik), Kreis Gießen, hielt gestern abend unter dem Vorsitz des Kreis-Amtsleiters Oberingenieur K u r z im Hotel Hopfeld eine sehr gut besuchte Versammlung ab, in deren Mittelpunkt die Behandlung zweier Zeitaufgaben stand, die für unsere Provinz Oberhessen von größter Bedeutung sind. provinzial-Oberbaurat Lellanus beleuchtete diese Aufgaben in außerordentlich aufschlußreicher Weise in einem Vortrag über das Dhema„Reichsautobahnen, Reichsfernstraßen und das Straßenbauprogramm der Provinz Ob er Hess en". Der Redner hatte seinen Vortrag in drei Teile gegliedert: 1. Die Provinzialstraßen in Oberhessen; 2. Die Neuregelung des Straßenwesens (Reichsstraßen und Landstraßen): 3. Die Reichsautobahnen. Die provinzialstraßen in Oberhessen. Der sprunghaft sich ausdehnende Autoverkehr verlangte jedoch einen möglichst raschen Ausbau der Hauptdurchgangsstraßen. Die oberflächlich geteerten Straßen sind kürzlich mit neuzeitlichen Deckenbelägen versehen worden, oder werden in den nächsten Jahren umgebaut, wodurch unangenehme Unterhaltungs-Mehrkosten tunlichst vermieden werden. Aus Hauptstraßen mit mittlerem Verkehr sind verlegt worden: Teerhalbtränkdecken, Teerschottermischdecken, Teer- und Asphaltsplitteinstreudecken, Traß- kalkdecken mit Oberflächenschutz und Zementschotterdecken. Die Kosten dieser Deckenarten beliefen sich auf 3,50 bis 4,50 Mk. je Quadratmeter (ohne Vorprofilierung). Hätte man die noch rückständigen D- und 8-Straßen mit nur halbschweren Decken versehen wollen, so würden bei Zugrundelegung von nur 35 000 Mark pro Kilometer für rund 400 Kilometer 14 Millionen Mark benötigt werden. Die Länge der Ortsdurchfahrten in der Provinz darf durchschnittlich zu 600 Meter angenommen werden. Für 432 oberhessiscke Gemeinden betragt somit die Gesamtsumme der Ortsdurchfahrten rund 267 Kilometer. Im Zuge der D- und der LI-Straßen sind noch etwa rund 100 Kilometer ?uszubouem Rechnet man den Kilometer nur mit ^000 Mk so würde deren Ausbau vier Millionen Mark kosten. Diese Geldmittel konnte die Provinz nicht aufbringen. Heden Abend Chlorodont : eine gute Gewohnheit / In diesem Teile des Vortrages erhielten die Zuhörer einen Ueberblick über die gesetzlichen Gründ- 1 tagen für die Verwaltung des Straßenwesens und über den früheren Ausbau des Straßennetzes. Dabei erfuhr man, daß Ende 1934 insgesamt 2283 Kilometer Landstraße im Besitz der Provinz Ober- hessen waren, von denen 211 Kilometer schwere Decken, 138 Kilometer mittelschwere Decken, 193 Kilometer Oberflächen - Schutzschichten und 1741 Kilometer wassergebundene Decken hatten. Im Rahmen dieser Darlegungen konnten die Zuhörer auch erkennen, daß die Provinz Oberhessen seit dem Uebergang der Landstraßen in chr Eigentum (1. April 1927) ganz erhebliche Mittel aufgewandt hat, die — abgesehen von den jährlich im Voranschlag bereitgestellten Mitteln für die Straßen- unterhaltung — im Wege des Kredits beschafft werden mußten. Die Straßenfchuld der Provinz Oberhessen beläuft sich zur Zeil noch auf rund 6,2 Mill. Mk. Hierzu erklärte der Redner: Die Straßenschickd ist seither regelmäßig aus dem Aufkommen der Kraftfahrzeugsteuer verzinst und getilgt worden. Diese Steuer wurde in den letzten Jahren gesenkt, da für neue zur Anmeldung kommende Kraftwagen im Jahre 1933 eine Steuerfreiheit eintrat. Dadurch ist auch der Anteil der Provinz Oberhessen an der Kraftfahrzeugsteuer erheblich gesunken. Für die Provinz war es deshalb nicht vertret- bar, weitere Schulden für Straßenzwecke einzugehen. Da der frühere Staatszuschuß — für Oberheffen 370 000 Mark — feit einigen Jahren auch nicht mehr gezahlt wurde, war es der Provinz unmöglich, in den letzten Jahren noch umfangreichere Straßen- herstellungen vorzunehmen. Auch in der reinen Unterhaltung des Straßennetzes mußte sich die Provinz Oberheffen gegenüber den beiden anderen hessischen Provinzen mit besseren Einkommenssteuerverhältnissen der größten Sparsamkeit befleißigen. Es standen pro Kilometer nur 400 bis 500 Mark durchschnittlich zur Verfügung, die gerade ausreichten, um die notwendigen Ausflickungen vorzunehmen. Größere Neu- walzungen und Oberflächenbehandlungen konnten kaum durchgeführt werden. Der provinzialausfchuß konnte sich deshalb auch nicht entschließen, den von verschiedenen Gemeinden gestellten Anträgen auf Ueber- nahme neuer Straßen, die als Rolstands- arbeiten von den Gemeinden gebaut worden waren, zu entsprechen. Der Vortragende betonte einleitend zu diesem Abschnitt seines Vortrages, daß die Idee der Reichsautobahnen heute bereitsAll- geme ingut geworden ist. Er wies sodann auf die gewaltige Größe der Tat des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hin, als dieser am I.Mai 1933, dem Tag der deutschen Arbeit, das große Werk der Reichsautobahn verkündigte, das am 23. September 1933 von dem Führer an der Mainbrücke in Frankfurt durch feinen historischen Spatenstich selbst eingeleitet wurde. Nach einem Ueberblick über die Motorisierung der Verkehrswirtschaft in zahlreichen Ländern und einer kurzen Skizzierung des organisatorischen Aufbaues der Reichsautobahnen behandelte der Vortragende den Reichsautobahn-Abschnitt unserer Provinz O b e r h e s s e n , über den der „Gießener Anzeiger" auch schon in den Nummern 263 vom 9. November 1934 und Nr. 32 vom 7. Februar 1935 berichtet hat. Er führte in diesem Zusammenhang u. a. aus: Der Verlauf der Autobahn in Oberhessen schließt im Süden an die Reichsautobahnstrecke bei Frankfurt an. Sie geht von dort aus westlich von Rödelheim nach Nied er ursel, wo sie über eine große Talbrücke führen wird. Dann verläuft sie zwischen Ober-Eschbach und Nie- der-Eschbach über das Eschbachtal nach Seulberg—Holzhausen und östlich Köppern vorbei nach Ober - Rosbach. Von dort aus benutzt sie die Waldhöhen westlich von Ockstadt über Hof Hasielheck nach N i e d e r - W e i s e l. Hierbei ergeben sich reizvolle Ausblicke in die herrliche Taunuslandschaft und Wetterau, insbesondere auf die Kreisstadt Friedberg, die Kurstadt Bad- Nauheim wird nicht gesichtet oder in ihrer Ruhe gestört, um gebührend Rücksicht auf die Herzkranken zu nehmen. Zwischen Ober- und Nieder- Mörlen wird das Usatal überquert. Hier wird Verfügung stehenden Kredite der größten Sparsamkeit befleißigen muß. Es wird deshalb kaum zu erwarten fein, daß in Oberhessen viele neue Zubringerstraßen angelegt werden. Aus andere Arten von Zubringerstraßen brauche ich deshalb auch hier nicht einzugehen. Für die oberhefsische Strecke sind die Baujahre 1935 und 1936 in Aussicht genommen. Wie man hört, sollen sich die kosten dieser Teilstrecke auf etwa 600 000 Mark pro Kilometer stellen. Die Linie hat eine Länge von etwa 90 Kilometer. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Interesse entgegengenommen und am Schlüsse mit starkem Beifall belohnt. Anschließend fand eine Aussprache über verschiedene Fragen des Reichsautobahnbaues statt, an der sich eine Reihe von Rednern und der Vortragende beteiligten. Der Versammlungsleiter, Oberingenieur Kurz, schloß dann den wertvollen und aufschlußreichen Abend mit dreimaligen, von den Versammelten freudig aufgenommenen SiegHeil-Rufen auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler. ORunhfunfprogromm Mittwoch, 27. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Von Stuttgart: Gymnastik. 9.15: Fröhliches Morgenständchen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I der Kapelle Ilja Livschakoff. 13: Nachrichten und Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 16: Nachmittags-Doppel-Konzert. 18: Aus Zeit und Leben. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 21: Kleine Abendmusik. 21.30: Klaviermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Oer Prozeß Höfeld in Frankfurt. Beginn der Erörterung der Tatvorgänge. LPD. Frankfurt a. M., 25. Febr. An den ersten beiden Verhandlungstagen wurde zur Erforschung der Beweggründe die Vorgeschichte der Tat erörtert. Nunmehr geht es an die Besprechung der Tatvorgänge selbst. Hierzu wird die angeklagte Tochter Minna in Abwesenheit der Eltern vernommen. Sie erzählt, daß am Samstag, 2. Dezember, eine Ansichtskarte aus Limburg eintraf, auf der ein verheirateter Mann, mit dem die Eltern auf Duzfuß standen, seinen Besuch anmeldete. Er kam nachmittags. Der Vater, der von der Ankunft nichts wußte, war anscheinend von der Mutter zum Spazierengehen fortgeschickt worden. Minna erhielt auf ihren Wunsch von dem Gast 50 Pfennig zum Kinobesuch. Als sie heimkam, war der Besuch schon fort. Dem Vater wurde von der Anwesenheit nichts gesagt. Abends saßen der Vater und Minna zusammen im Wohnzimmer. „Du, ich werde nicht mehr lange leben", sagte der Vater, „ich glaube nicht, daß ich Weihnachten noch erleben werde. Ihr könnt froh sein, daß ich sterbe, es ist besser für mich." Hildegard war in einem Geschäft tätig. Dort brach am 3. Dezember ein Kellerbrand aus. Hilde geriet in den Verdacht der Brandstifung. Sie hat aber der Minna gegenüber eine solche Tat abgestritten. Hilde hatte bei ihrer Firma behauptet, sie müsse zur ärztlichen Untersuchung und war dann abends spät nach Hause gekommen. Die Sache mit der ärztlichen Untersuchung war Schwindel; sie war ins Kino gegangen. Der Arbeitgeber traute der Hilde nicht und schickte seinen Burschen zu den Eltern, um nachzufragen, ob das mit der Untersuchung stimme. Hierdurch wurden die Eltern aufmerksam, daß wieder etwas los war. Der Vater sagte dann zu Minna: „Die Hilde hat wieder etwas gemacht, sie bessert sich überhaupt nicht. Was machen wir nur mit ihr? Ich glaube, es ist besser, wenn sie in die Erziehungsanstalt kommt. Es ist überhaupt besser, wenn sie nicht leben würde." Die Mutter soll dann gesagt haben: „Es wäre besser, wenn sie bei der Geburt gestorben wäre." Der Vater äußerte, daß sie sich das Leben nehmen könne, aber er glaube, sie sei zu feig dazu. Die Mutter habe erwidert: „Man hängt doch auch am Leben; sie habe sich ja doch auch aus der Kammer stürzen wollen." Als Hilde nach Hause kam, machte ihr der Vater Vorhalte. Er nahm die Reitpeitsche und gab ihr. wie Minna meint, auf die Schulter einen Schlag, und auch am Hals hatte sie einen Striemen. Minna selbst wandte sich ab und begab sich in die Küche. Von hier aus hörte sie einmal, wie ihre Schwester „Papa" rief. Die Mutter, die ebenfalls in der Küche weilte, sagte ihr: „Am Ende schlägt er sie t o t." Die Mutter hätte dann noch geäußert: „Es ist auch vielleicht ganz gut, daß der Vater so auf sie einschlägt, da bringt er sich ins Zucht- h a u s." Da hätte sie, Minna, das Gefühl gehabt, daß es der Mutter recht wäre, wenn die Hilde totgeschlagen würde. Sie wurde dann vom Vater hereingerufen. Hilde weinte. Minna mußte dann den Tisch aufräumen und konnte infolgedessen nicht alles vollständig hören. Eines der Eltern habe erklärt, es wäre besser, wenn Hilde in den Main gehe. Der Vater habe zuerst davon gesprochen. Eine Brücke am Ostbahnhof oder der Name Deutsch- herrnbrücke sei von keinem der Eltern genannt worden. Die Mutter habe der Hilde wiederholt Vorhaltungen gemacht und habe ihr geraten, sich das Leben zu nehmen, es hätte doch keinen Zweck. Hilde habe gefragt, ob denn der Mutter das ernst gewesen sei, was sie ihr am 30. Oktober sagte. Damals soll die Mutter auch schon von Selbstmord gesprochen haben. Die Mutter habe erwidert: „Meinst du, wenn ich so etwas sage, sei es kein Ernst?" Die Muller habe dann nochmals geraten, daß sie sich das Leben nehmen solle, und der Vater habe gefordert, daß sie eine schriftliche Erklärung geben solle, daß sie das freiwillig tue. Die Tochter habe sich dann noch einen halbstündigen Aufenthalt bei der Familie erbeten, was ihr erlaubt worden sei. Dann habe der Vater auf die Anfertigung des Schreibens gedrungen und aus dem Schreibtisch einen blauen Vogen Papier herausgeholt. Die Mutter jagte, dieser Vogen sei nicht passend für Aen Zweck, es solle weißes Papier genommen werden. Ls wurde dann das Schriftstück aufgesetzt. Der Vater habe den Inhalt vorgesprochen und die Mutter habe einige Einwürfe gemacht. Beide Eltern hätten fich um das Schreiben gekümmert. Hilde schrieb es ins Reine und wies darauf hin, daß etwas falsch sei. Ls fehlte, wie der Vater sagte, das Wort „mehr". Das Schriftstück lautete dann: „Ich scheide freiwillig aus dem Leben, weil ich meinen Eltern keinen Kummer mehr bereiten will, was ich schon sehr oft getan habe. Hildegard höfeld. 5. Dezember 1934.“ Der unreine Zettel ist dann vom Vater vernichtet worden. Die Mutter sei sehr erregt gewesen. Eins von den Eltern habe davon gesprochen, daß sich Hilde umziehen sollte. Die Mutter holte aus der Kammer ältere Sachen für die Hilde und zog sich selbst einen Rock aus, den sich die Hilde anziehen mußte. Der Vater habe sich dann erkundigt, ob die Hilde noch etwas ausgesressen habe. Das hätte die Hilde bejaht und sei mit der Mutter in die Küche gegangen, um ihr dort Mitteilung zu machen. Der Vater habe zu irgendeiner Zeit noch gesagt, ob es nicht doch besser sei, wenn die Hilde in der Erziehungsanstalt wäre. Darauf habe die Mutter erwidert: „Nein, es steht dann in allen Akten und schadet dem Namen der Familie, besonders wenn ich nochmals heirate." Die Mutter habe dann den Vater darauf hingewiesen, daß sie ihm in Limburg schon viel von der Hilde verschwiegen habe, denn dort sei schon der Plan erwogen worden, sie in eine Erziehungsanstalt zu bringen. Dann habe der Vater noch gesagt, er sei einverstanden, daß das geschehe, d. h. also, daß der sog. Selbstmord erfolge. Der Vater sei ruhig gewesen und habe sich beherrscht. Am Schluß der Vernehmung der Minna Höfeld beantragt ihr Verteidiger Aufhebung des Haftbefehls. Das Gericht, das den Antrag ablehnt, empfiehlt, den Antrag nach Vernehmung der Hildegard Höfeld zu wiederholen. In der Nachmittagssitzung erhielt Fi-au Höfeld Gelegenheit, sich zu den belastenden Aussagen der mitangeklagten Tochter zu äußern. Diese Angaben hat sie im Vorverfahren als böhmische Dörfer bezeichnet. Jetzt erklärt sie, nichts ab st reiten zu wollen. Als Hilde am 5. Dezember mit der Reitpeitsche geschlagen wurde und sich Frau Höfeld mit Minna in die Küche begeben hatte, hat sie — dies stellt sie als möglich hin — der Minna gesagt, es wäre ganz gut, wenn er die Hilde totschlage, dann komme er ins Zuchthaus. Schritt für Schritt hat Frau höfeld im Vorverfahren Zugeständnisse gemacht. „Herr Richter, meine ganze Ehe stand unter dem Schweigesystem, und wenn ich dann was sagte, hätte ich meinen Mann anzeigen müssen." Sie will bei allen Streitigkeiten die Furcht besessen haben, daß er die Tochter totschlage; so auch am 5. Dezember. Frau höfeld hatte die Deutschherrnbrücke auf einem nächtlichen Spaziergang mit einem Liebhaber kennengelernt. Die Anklage glaubt zu wissen, daß die Idee, das Kind von dort aus in den Blain springen zu lassen, von der Ehefrau stamme, die dort unken genau Bescheid wußte. 3n der Verhandlung wird auch davon gesprochen, daß man den Abend des 5. Dezember als besonders günstig hielt, weil es regnete. Die Angeklagte macht wiederholt Ausflüchte oder sucht dem Gericht unglaubwürdige Dinge zu suggerieren. Aus den Fragen und Antworten ergibt sich, daß Frau Höfeld eine große Reihe Gelegenheiten verstreichen ließ, die ihr die Rettung des Kindes auf die eine oder andere Weife ermöglicht hätten. Frau höfeld hat der Hilde noch in der letzten Stunde ihres Aufenthalts im Hause eine Beichte abgenommen und Hilde hat dabei gestanden, daß sie im Besitz eines Füllfederhalters und eines Geldbetrages von 2 Wart fei. Vorsitzender: „Also, da wissen Sie noch etwas davon, wenn es sich um Kleinigkeiten dreht, aber wenn es sich um Dinge handelt, wo es um das Leben Ihres Kindes geht, da wissen Sie nichts davon." Die „gefühlvolle" Mutter hat der Tochter an der Tür noch gesagt: „Schreie nicht und bet e". Als Hilde und der Vater fort waren, schickte sie die Minna zu Bett. „Ich wollte meine Ruhe haben. Ich war 18 Stunden auf den Beinen, und ich hatte nichts gegessen." Minna höfeld bekundet, daß sie von der Mutter einen Rat erhielt, wie sie sich verhalten solle, falls Polizei komme. Frau Höfeld will körperlich nicht mehr in der Lage gewesen sein, nach dem-Weggang von Vater und Tochter sich noch schnell zur Polizei zu begeben, um das Verbrechen zu verhindern. Am Schluß des dritten Derhandlungstages erfolgt noch die Vernehmung des Ehemanns Höfeld. Zur Aussage seiner Frau bemerkt er: „Gelogen hat sie gerade nicht, aber hier und da gebe es Mißverständnisse." Zuerst sei von seiner Frau der Gedanke aufgekommen, ob Hilde nicht besser in den Tod gehen würde. Sie sei nicht wert, in eine Erziehungsanstalt zu kommen. Sie bessere sich ja doch nicht. „Tu sie fort ins Wasser“, habe Frau höfeld gesagt. Hilde habe noch gefragt, wie es vor sich gehe. Da habe er geantwortet: „Entweder bekommst du einen Herzschlag, oder wenn man den Mund aufmacht, so erstickt man dabei.“ Hilde habe geweint, und dann habe feine Frau gesagt: „Jetzt hast du noch Gelegenheit, dein Herz zu erleichtern.“ Er habe noch gefragt, ob die Sache wirklich ausgeführt werden solle, worauf seine Frau gesagt hätte: „3a, es muh sein.“ Frau höfeld bemerkt hierzu: „3ch muß das strikte bestreiten.“ höfeld nahm auf dem Gang zur Brücke einen Schirm mit, damit Hilde nicht naß und er auch nicht gesehen wird. Auf der Brücke kam es zum Abschied. „Verzeihe mir, was ich dir getan habe, grüße Mama und Minna und bitte beide um Verzeihung“, sagte Hilde, die sich erkundigte: „Die macht man denn das?“ „Da mußt du oben übersteigen“, sagte der Vater. 3ch habe der Hilde noch einen warmen Kuh gegeben, sie hat ihn erwidert, und ich sagte: „Schreie nicht, lah mich recht weit fortgehen“. Die Brücke ist 13 bis 14 Meter über dem Wasserspiegel des Mains. Der Main soll damals, 4 Meter tief gewesen sein. Von der Absprungstelle in der Mtte mußte Hilde eine ganze Strecke zum Pfeiler schwimmen, sagte der Vorsitzende, und Höfeld fand dafür noch folgende Worte: ,Za, Herr Direktor, ich habe vorher keine Ortsbesichtigung v o r g e n o m m e n." Höfeld lief auf die Straße und hörte noch ein Kullern. Auf der Straße standen zwei Herren, die nahmen keine Notiz „und ich habe auch keine Notiz genommen" fügte der Angeklagte ergänzend hinzu. Als er nach hause kam, sagte er: „So schlecht die Hilde im Leben war, so tapfer war sie im Tode. Sie läht dich grüßen.“ höfeld will dann feine Frau getröstet haben. Um 5 Uhr früh wurde Höfeld verhaftet. „I ch habe den Willien ausgeführt, wie meine Frau befohlen ha t", behauptete der Angeklagte. Chn L.unöZ.Mrz Hurrunolsonntüs -es Vinterdtlfswerkes * - Solche Messer... Bei einem Haushalt- Messer kommt es besonders auf die gute Klinge an. 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