Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8l/aW des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags veilaaen: Die Illustrierte Gießener FamllienblStter Heimatlm Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Stellen--, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzei. gen 5 Rpf-, Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Npf. und Verlag: vrühl'fche UniverfitStr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gietzen. Schrift,eitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-Ngenabschlüsf-Staffel 8 Nr 22 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, 26.Zannar 1955 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Jersey, M W 1 l /f'i KÄS Organisierung des Friedens Das SchiffsunM an der amerikanischen Me Donaupakt. Wachschiffes trafen 21 Besahungsmttglieder und ein Passagier der „Mohawk" in Neuyork ein. Mehrere Küstenwachschiffe suchen die vereiste Küste nach weiteren .Bermihlen ab. Zahlreiche Ueberlebende muhten sich sofort nach ihrer Bergung in ärzliche Behandlung begeben. Sie Hatten besonders unter der die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung starker Militärkräfte an der mandschurischen Grenze demonstrieren sollte. . . Ein ernsthaft gemeinter Vorstoß weiter hinein rn die innere Mongolei würde auch allerdings schlecht passen zu den Beteuerungen des Außenministers Hirota, daß ihm gerade an einer Derständi- gung mit China besonders gelegen sei. Finanzielle Gründe sind natürlich auch maßgebend für Japans Wunsch, die nach der Kündigung des Flöt- tenabkommens von Washington erstrebte Gleichberechtigung zur See durch neue Vereinbarungen über Begrenzung der Flottenrüstungen zu erreichen, statt auf dem Wege eines hemmungslosen Wettrüstens, bei dem die ohnehin aufs äußerste angespannten japanischen Staatssinomzen im Wettlauf mit den trotz aller wirtschaftlichen Sorgen doch beträchtlich größeren Mitteln der beiden angelsächsischen Mächte wohl bald unterliegen müßten. Der Abschluß der Verhandlungen mit Sowjetrußland über den Verkauf der ost chinesischen Bahn an Japans Schutzstaat Mandschukuo befreit die Politik im Fernen Osten von dem Moment einer ständigen Unruhe, ja Kriegsgefahr. Sowjetrußland hat mit dem Verkauf der Bahn eine durch den Vormarsch der japanischen Armeen bis in den die Nordgrenze der Mandschurei bildenden Amurbogen längst militärisch unhaltbar gewordene Stellung aufgegeben. Als Verbindung mit Wladiwostok, dem Hafen am Japanischen Meer und im Kriegsfälle dem Ausfalltor der russischen Bombengeschwader gegen das japanische Festland, bleibt den Russen die Amurbahn, die von Tschita nördlich des Flusses ent» langfährt und dann über Chabarowsk nach Wladiwostok führt. Diese Bahn kann allerdings durch einen japanischen Vorstoß über Mandschuria hinan» in Richtung auf Tschita und den Baikalsee schnell in ihrem Lebensnerv getroffen und lahmgelegt wer- den. Moskau hat also allen Grund, vorsichtig za operieren. Der Verzicht auf die ostchinesische Bahn dient zweifellos der Sicherung des Friedens im Fernen Osten, an dem Sowjetrußland kein gerin. geres Interesse hat als Japan. Bisher 31 Tote geborgen. Don den bei dem bereits gemeldeten 3 u f a m- menstoh und Untergang der „Mohawk" bisher vermißten Personen konnten jetzt 31 als Leichen geborgen werden, von denen 23 namentlich feflzustellen waren. An Bord eines Küsten- Erkenntnisse der „Simeä" Valkanforgen. Der türkische Antzenminister in Belgrad. B e l g r a d, 25. Jan. (DNB.) Der türkische Außenminister Rüschti Aras traf auf der Ruckreise von Genf nach Ankara in Belgrad em. Er unterbrach seine Fahrt, um aufs neue mit dem Ministerpräsidenten Jeftitsch zu konferieren. Wie Daily Telegraph meldet, ist der Anlaß zu den Unterredungen in der Besorgnis zu suchen, die der kommen lassen, daß der italienische Einfluß auf dem Balkan stark gewachsen sei. Südslawien befürchte eine neue Einkreisung durch Italien und suche daher neue Freunde, wobei es jetzt seinen Blick nach Sowjet- ruß land richte. In Belgrad glaube man, daß der sowjetrussische Außenkommissar dem südslawischen Ministervräsidenten in Genf versprochen habe, durch bedeutende russisch-südslawische Handelsab - machungen die Ausfuhr Südflawiens zu unterstützen und jede kommunistische Tätigkeit in Sud- slawien abzubremsen, damit eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten zustande komme. Prinz Paul, die Königinmutter und der Belgrader Hof im allgemeinen standen jedoch einer Aussöhnung mit Sowjetruhland sehr ablehnend gegenüber. Art des deutsch-polnischen Abkommens, dessen Ab- । schluß sich gerade heute jährt und das in diesem Jahr bereits seinen Wert unter Beweis stellen konnte, den kürzeren, übersichtlicheren und wirksameren Weg zur Organisierung des Friedens. Man sollte meinen, daß England bei seiner eigenen Abneigung gegen irgendwelche Verquickung in fremder Leute Händel hinreichend Verständnis für den deutschen Standpunkt aufbringen konnte Die Organisierung des Friedens beschäftigt nicht nur die Völker Europas, auch der Ferne Osten sieht sich vor das gleiche Problem gestellt. Der japanische Außenminister Hirota hat in seiner Rede vor dem Parlament Verständigung nach allen Seiten hin aks Parole der japanischen Außenpolitik ausgegeben. Japan fah sich bei seiner Expansionspolitik auf dem asiatischen Festland von drei Großmächten argwöhnisch beobachtet, von denen jede schon für sich ein beachtlicher Gegner sein mußte jede Kombination aber das Ende des japanischen Weltmachttraumes bedeutet hätte Die sapa- nische Diplomatie mußte versuchen, aus der Gefahrenzone herauszutreten, in die es auf der einen Seite durch die Kündigung des Flottenabkommens mit Amerika und England, auf der anderen durch den Zwist mit Sowjetrußland über die ständigen Reibereien an der ostchinesischen Bahn und die Besetzung Mandschukuos geraten war. Eine von der Lage diktierte Politik des vorsichtigen Lavierens war um so schwieriger, als die führenden Militärs namentlich der auf dem Festland stehenden Truppen eine mehr aggressive Tonart, unbekümmert um die Stellung der übrigen in Ostasien interessierten Großmächte, bevorzugen. Der neuerliche Vorstoß ,apa- nischer Truppen von Dschehol aus über die Große Mauer hinaus in die zur inneren Mongolei gehörige chinesische Nachbarprovinz Tschachar ist ein Beispiel solcher Meinungsverschiedenheit über das Tempo des japanischen Imperialismus zwischen den Militärkreisen und der Diplomatie. Ja, es scheint fast so, als ob diese Aktion an der Großen Mauer, die Japan mit dem erneuten Auftreten irregulärer chinesischer Soldatenbanden in Dschehol begründet. Pakte." Der konservative AbZeordnete Sir Edward Grigg hatte in einer Oxforder Rede u. a. erklärt, England solle einen entschiedeneren Kurs in der Sicherung Westeuropas gegen einen Krieg einschlagen. Die Schwächen des Locarnopaktes feien die Zweifel über die militärische Fähigkeit Englands, eine wirkungsvolle Hilfe gegen irgendeine Macht zu leisten, die -en Pakt verletzte. An zweiter Stelle stehe die Un- sicherheit über das Arbeiten der Maschinerie, durch die das Vorgehen gegen leinen Angreifer st aat bestimmt werde. Der dritte und schwerste Mangel bestehe darin, daß die britischen Dominien nicht zu den Unter» zeichnerstaaten des Locarnopaktes gehörten und sich daher von jedem Vorgehen fernhalten müßten, zu dem England sich nach dem Pakt gezwungen suhle. unwahrscheinlich." Eine neue Bekräftigung des Locarnopaktes im Hinblick auf den Luftkrieg solle endgültig die Möglichkeit beseitigen, daß irgendein Land in überstürzter Weise einen Nachbarstaat aus der Lust bombardiert. „Es bestehen jedoch , so fährt „Times" fort, „eindeutige Grenzen für die Verantwortlichkeiten, die England übernehmen kann. Von keinem Land darf erwartet werden, daß es tatsächliche m i l i t a - rischeVerpflichtungenin einem Falle übernimmt, in dem seine eigenen I n t er essen nicht berührt werden. Man darf hoffen, daß Flandin und Laval bei ihrem Londoner Besuch nicht mehr erhoffen, als eine Unterstützung. sülge- meiner Art für die ost- und mitteleuropäischen London, 26. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die „Times" setzt sich für eine energische Initiative der englischen Regierung m der Rüstungs- und Gleichberechtigungsfrage ein. „Die deutsche Wiederaufrüstung", so schreibt das Blatt, „ist der Mittelpunkt der europäischen Politik und die deutsche Gleichberechtigung innerhalb eines Systems der Sicherheit ist der Grundsatz, der von lallen angenommen worden ist. Der Augenblick für die Beseitigung der Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien auferlegten Rüstungs- befchr.änkungen und deren Austausch gegen ein allgemeines System der Rüstungsbegrenzung ist gekommen. Es war nicht beabsichtigt, daß die durch die Friedensverträge auferlegten Beschränkungen ewig einseitig bleiben sollten. Bevor die Gleichberechtigung nicht praktisch anerkannt ist, ist ein festes internationales System Das klare Ergebnis der Saarabstimmung hat die Weltpolitik von einem Moment der Unruhe befreit, das solange von Paris taktisch geschickt ausgenutzt, 1 immer wieder vorgeschoben wurde, um Frankreich ' im Augenblick der Sorge für eine schöpferische Friedenspolitik zu entheben und die Verantwortung für das unbefriedigende Verhältnis der Völker auf andere abzuwälzen. Dieser Vorwand ist nun fortge- fallen. Der Führer und Reichskanzler hat mit der Offenheit und Aufrichtigkeit, die feine außenpoli- . tische Lime von jeher ausgezeichnet hat, im gleichen , Atemzuge die Rückkehr der Saar zum Reich begrüßt 1 und nach Paris hin erklärt, daß Deutschland nun- > mehr keinerlei territoriale Ansprüche an feinen Nachbarn im Westen zu stellen habe und nach seiner Auffassung einer Verständigung der beiden großen 1 europäischen Völker nichts mehr im Wege stehe. Die französische Antwort ist leider nicht so eindeutig klar ausgefallen. Mißtrauen und Aengstlich- feit in der französischen Politik drohen den für eine | ehrliche Verständigung günstigen psychologischen Augenblick zu versäumen. Man gerät wieder in den Problemkreis Sicherheit-Abrüstung, aus dem es keinen Ausweg gibt, wenn man nicht auch in Frankreich den Mut aufbringt, eine durch die Tatsachen geschaffene neue Lage offen anzuerkennen und ohne den Ballast überholter innerlich unwahrer Formeln den Neubau des europäischen Friedens zu errichten, statt sich um ein „System" zu bemühen, das zwar ein unübersehbares Gewirr von Kreuz- und Querbindungen hervorbringen kann, niemals aber die Friedensbürgschaft ersetzen wird, die ein deutsch- französisches Vertrauensverhältnis für Europa bedeutet. Ein solches ist selbstverständlich nur zwischen zwei gleichberechtigten Völkern möglich, wobei es, wie der Führer einem englischen Journalisten erst dieser Tage erklärte, natürlich auch keine Unterscheidung zwischen „moralischer" und „sachlicher" Gleichberechtigung geben kann. Da der französische Außenminister Laval nach den verheißungsvollen Anfängen in der Saarfrage anscheinend doch nicht den Schwung aufzubringen vermag, ohne Rückversicherung in die offene Hand des Führers einzuschlagen, so hat er mit seinem Ministerpräsidenten Flandin die Einladung nachLondonals hoch willkommene Rettung vor einer direkten Aussprache mit Berlin betrachtet. Am ZI. Januar sollen die Besprechungen mit den britischen Staatsmännern beginnen. Es scheint nicht in der Absicht Englands zu liegen, bet dieser Fühlungnahme zu irgendwelchen festen Abmachungen zu kommen, die ja nur spätere Verhandlungen mit Deutschland erschweren müßten. In England ist man offenbar endlich nach so oft versäumten Gelegenheiten, die sich später bitter gerächt haben, zu der Einsicht gekommen, daß Deutschland als Macht- faktor im eigenen Interesse der britischen Politik nicht ausgeschaltet werden kann. Deutschland soll wieder in die europäische Politik zurückgefuhrt werden aus der das Diktat von Versailles es als angeblich Schuldigen am Ausbruch des Weltkrieges verfemt, politisch an Händen und Fußen gefesselt und wirtschaftlich ruiniert, ausgestoßen hatte. Amerikas Selbstgerechtigkeit und Uninteressierthett und Englands Haßpsychose hatten damals dem G eich- aewicht der Mächte ein Ende gemacht und der französischen Vorherrschaft, man darf ruhig sagen Alleinherrschaft, aus dem europäischen Kontinent den Boden bereitet. Nun möchte man tn London 3U einem Zustand des Ausgleichs zurück, den man damals in Versailles billiger hätte haben können, wenn kühle Vernunft über blinden Haß die Oberband behalten hätte. Heute ist das natürlich weit schwerer als vor 15 Jahren, ein ausgeblutetes Frankreich hätte man zur Vernunft zwingen können, wenn nicht die von Northcliffe zum Zweck des Durchhaltens" bis zu fanatischem Haß gegen die, Deutschen ausgepeitfchte öffentliche Meinung des eigenen Landes selber allen Vernunftgründen um zugänglich gewesen wäre. Es hat allerdings auch niemand ernstlich versucht, gegen den Strom zu schwimmen, am wenigsten Lloyd George der ich heute mit einem „Plan" m Positur setzt, um die Welt aus den Schwierigkeiten zu retten, die sie nicht zuletzt seiner eigenen Kurzsichtigkeit verdankt. Die britische Regierung scheint; einen Men Plan nicht zu haben. Es steht lediglich ihr Wunsch fest, ein Abkommen zur Begrenzung der Rültunaen zu erlangen, durch das die Entwaffnungsbestimmungen des ^er (ailler ® Ertrages ersetzt werden könnten und gleichzeitig Deutschland wieder in das Konzert der europäischen Machte zurückzuführen, was mit britischen Augen ^seh n dasselbe bedeutet wie Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund. Diese beide» Endziele seiner europäischen Entspannungs- und B - ftiedungspolitik, die England sowohl materiell wie machtpolitisch zugunsten einer größeren Bewegung^ freiheit in Uebersee entlasten foH, mtrö es J»' Linie des geringsten Widerstandes zu erre chen suchen, es wird sich nach alter britischer TradMon ohne festen Plan von den Möglichkeiten des Augenblicks treiben lassen. Vermutlich wird man sich a I auch in London nur den französischen Wunschzettel zeigen lassen und seine Bemerkungen dazu machen W- sich auf °m° gemeinsame Marschraute aber gar auf formulierte Vorschläge festzulegen. Und das um so weniger, als man aus Andeutungen Presse schon weiß, wie weit Frankreichs Wunsch gehen. Sie kreisen wie all die Jahre vorher un - ändert um das Problem der Sicher Helt, auch Laval anscheinend genau wie sein Vorgänger Barthou in einem fein ausgeklügelten, über ganz Europa sich verästelnden Paktsystem. zu finden sucht. 3mP Vordergrund der französischen Bemühungen st-hen nach wie °°r der Ostpakt und der sagenann e Pakt von Rom und der bevorstehende Besuch Fl and ins und Laval in London bei den Staaten der Kleinen Entente und des Balkanbundes sowie bei Sowjetrußland hervorgerufen hatten. Man fürchte, daß der V i e r m ä ch t e p a k t w l e- der aufgefrischt werden und daß dadurch die Großmächte das Uebergewicht über Osteuropa erhielten und Sowjetrußland von den europäischen Angelegenheiten ausgeschlossen werde. Ferner bestehe die Ansicht, Laval werde dem englisch-italienischen Druck in dieser Richtung nicht st a n d h a l t e n können, ungeachtet seines tn (Senf den Oststaaten gegebenen Versprechens, daß der Diermächtepakt nicht neu belebt werden solle. Die Nervosität sei außerdem durch den „Staatsstrei ch" in Bulgarien verschärft worden; die Aufnahme „südslawienfeindlicher Elemente" in die bulgarische Regierung hätte die Vermutung auftrieb erhalten durch Lavals Besprechung mit dem polnischen Außenminister Beck in Genf und durch Frankreichs lange hinausgeschobene Antwort auf die deutschen Einwände. Näheres ist über diese beiden diplomatischen Aktionen nicht bekannt geworden, aber es ist kaum anzunehmen, daß sie neue Gesichtspunkte gebracht haben, die die schweren Bedenken zu zerstreuen vermöchten, welche Deutschland und Polen den französischen Vorschlägen ent- aeqengestellt haben. Noch undurchsichtiger sind die Aussichten des D o n a u p a k t s. Dieser Plan ging einstmals aus, für die Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit Oesterreichs eine zusätzliche Garantie zu schaffen. Die französisch-italienischen Besprechungen in Rom haben diesen Gedanken erweitert zu dem Plan eines gegenseitigen Garantiepaktes aller tm Donaubecken interessierten Mächte. Aber dieses neue Projekt ist bei Frankreichs engsten und ältesten Verbündeten, bei den Staaten der Klemen Entente, auf Widerspruch gestoßen. Es ist also noch kemes- I wegs spruchreif, wenn Laval mit ihm etwa in London operieren wollte. Denn darauf scheinen Frankreichs Wunsche hm- auszulaufen: Deutschlands Beitritt Zum Ostpakt^und zum Donaugarantieabkommen sowie seine Ruckkeyr in den Völkerbund als Voraussetzung für die Anerkennung feiner Gleichberechtigung im Rahmen eines Rüstungsabkommens. Und dazu hatte Frank- I reich noch gerne eine möglichst weitgehende ö u r g» schäft Englands für die Durchführung dieser Vertrage. Es sind also nicht gerade KlemigkeUen, von deren Erfüllung Frankreich feine eigene Beitragsleistung zur Organisierung Friedens abhängig macht. Es ist sehr zweifelhaft ob England dem krankhaft überspannten französischen Sicherheitsbedürfnis zuliebe sich soweit von seiner traditionellen Linie des Nichtengagements auf dem : Kontinent entfernen wird, wie es Frankreichs ■ Wünsche erfordern würden. Deutschlands Cin- - stellung ist bekannt. Erst vor wenigen Tagen hat ' der Führer und Reichskanzler einem englischen i Journalisten erneut erklärt, daß er es sich tausen - , wie vor der Ostpakt und der svg^annte mal deren Konsequen- * ' kt. Die Verhandlungen über den Ostpakt Eindeutig zu übersehen sind und die °n d-m t-ilzun-hm-n sich b^b-r D-utMand und p in einen Krieg , für fremde, es selber Polen geweigert haben, haben einen neuen linier Bild zeiat das Unglücksschiff, den 5896 Tonnen großen amerikanischen ?atta9^rban7fCr-,£™Z!« hamÄXwxnÄ erfolgte an der auf der Karte (oben Unks) mit einem Kreuz bezeichneten ’ Stelle unweit der Küste von New Jersey. Englands Beitrag zur Befriedung Europas. Ohne praktische Anerkennung der deutsche« Gleichberechtigung kein festes System des Friedens grimmigen Kalle schwer zu leiden. Trotz der großen Kälte kamen in der Nacht etwa 8000 Personen im Kraftwagen an den Strand, um das Rettungswerk zu beobachten. Die Ward-Linie teilt mit, daß über das Schicksal von 15 Fahrgästen und 42 Mitgliedern der Besatzung Ungewißheit herrscht. Der Schauplatz dieser Schiffskatastrophe ist übrigens nur wenige Meilen von Asbury-Park entfernt, wo seinerzeit die „Morrow Lastle" auf Strand gesetzt worden ist. Bei der Reederei der „Mohawk", der Ward-Linie, ist ein Telegramm von der Küstenwache in Neu-Jersey eingegangen, in dem berichtet wird, daß auf der höhe von Spring Lake vor Neu-Jersey Notsignale einesReltungsbootes beobachtet worden sind. Es handelt sich dabei offenbar um das noch vermißte Rettungsboot der „Mohawk". ®'e baö LlnMck oelchah Der Dampfer „Mohawk" ist nicht weit entfernt von der verbrannten „Morrow Castle" g e s u n - k e n. Nach den Berichten von Ueberlebenden ist der Zusammenstoß mit der „Talisman" noch völlig u n- geklärt. Der Zusammenprall erfolgte in einer klaren Nacht. Er war so heftig, daß der Bug der „Mohawk" vollkommen eingedrückt wurde. Man begann sofort mit der Aussetzung der Rettungsboote. Da jedoch das ganze Deck mit einer dicken Eisschicht bedeckt war, glitten die Fahrgaste die zu den Booten eilten, auf dem Deck aus und stürzten hin. Als die „Mohawk" u n t e r g i n g, befanden sich noch mindestens 40 Personen auf dem Deck. Die Rettungsboote trieben in der eisigen Kälte und bei schwerer See stundenlang umher, ehe sie von anderen Schiffen ausgenommen werden konnten. Die Mehrzahl der Ueberlebenden ist in Neuyork mit erfrorenen Lippen und Ohren sowie sonstigen Verletzungen eingetroffen. Die Ueberlebenden preisen den Heldenmut der Besatzung, und betonen, daß es an Bord der „Mohawk" keine Panik gegeben habe. Die Suche der Küstenwachschiffe und der Flugzeuge nach den vermißten Fahrgästen und Mitgliedern der Besatzung ist bisher ergebnislos geblieben. Unter den Vermißten befindet sich auch der Kapitän der „Mohawk", Johann W o d d, der noch kurz vor dem Untergang seines Schiffes auf der Kommandobrücke gesehen wurde. Oie japanische Aktion in der Mongolei. Tokio, 25. Jan. (DNB.) Die Angriffe der Saiyukai und Minseito gegen die Armee wegen der übersteigerten Heeresausgaben werden in den Kreisen der Armee als wehrfeindliche Einstellung der politischen Parteien angesehen. Kriegsminister Hayashi verständigte sich mit den Offizieren seines Stabes darüber, daß eine entschiedene Zurückweisung der Angriffe in die Wege geleitet werden müsse, wenn sich die Notwendigkeit dazu ergäbe. Die Presse behauptet allerdings, daß Hayashi den Parteien nicht antworten werde. Das Auswärtige Amt hat an die Vertretungen im Ausland Mitteilungen Über die Vorgänge an der mongolischen Grenze gesandt. Darin heißt es, die Vorfälle hätten lokale Bedeutung und würden nach dem Rückzug der chinesischen Truppen erledigt. Der Ministerpräsident hat dem Kaiser und dem Kabinett in diesem Sinne berichtet. General Slateff sucht einen Finanzminister. Sofia, 25. Jan. (DNB.) Trotz aller Bemühungen ist es dem neuen Ministerpräsidenten General Slateff noch nicht gelungen, das Finanzmi- rr i st e r i u m zu besetzen. Fünf Persönlichkeiten aus dem Wirtschafts- und Finanzleben des Landes haben alle abgelehnt. Unter Hinweis einmal auf die gespannte Finanzlage des Staates und zum anderen auf die großen Schwierigkeiten in der Frage der Auslandsverschuldung und des Transfers soll die Ablehnung erfolgt sein, die sich in der vorigen Woche nach der einem Finanzdiktat gleichkommenden Entscheidung des Völkerbundsrats für die bulgarischen Staatsschulden noch verschärft hat. Wie aus Regierungskreisen noch mitgeteilt wird, plant das neue Kabinett die Schaffung eines Staatswirtschaftsrates. Dieser soll sich aus Vertretern aller Wirtschaftsstände zusammensetzen und beratendes Organ der Regierung bei allen wichtigen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen sein. Ein Lahr deutsch-polnischer Verständigungspaki. Der Friede im Osten. Die deutsch-polnische Verständigung, das Abkommen vom 2 6. Januar 1 934 mit allen feinen weitreichenden Folgeerscheinungen, ist von einem Teil der ausländischen Presse als das „Wunder des O st e n s" bezeichnet worden. Von anderen Meinungsmachern wurde der „Pakt", der ja kein Pakt in dem verdorbenen Sinne der französischen Einkreisungspolitik ist, nur als ein taktisches Manöver gewertet, das die außenpolitische Isolierung der Reichsregierung durchbrechen sollte. Für uns war dieser Versöhnungsakt kein Wunder, kein diplomatischer Schachzug, sondern der natürliche Ausdruck unserer Weltanschau u n g , die befreiende Tat zweier Männer, die ihr Volk lieben" wie sonst nichts auf der Welt und die gerade deshalb alles das aus dem Wege räumten, was das Geben dieser Völker in ihrem gegenseitigen Verhältnis bedrohen und vergiften konnte. Die deutsch-polnische Einigung war nicht bloß der Abschluß eines formalen Vertrages, sondern er bedeutete die Regelung der Lebensbedingungen zweier Völker auf einer sehr viel breiteren und höheren Ebene. Als Polen wieder zur Eigenstaatlichkeit erwachte, als der Augenblick gekommen war, da die nationale Sehnsucht dieses lange unterdrückten Volkes ihre Erlösung fand, da geschah diese Befreiung auch auf deutsche Kosten und sie geschah mit einem Ungestüm, das viele Opfer und Tränen in deutschen Landen forderte. Zwischen Deutschland und Polen schien ewige Feindschaft herrschen zu müssen Die damalige französische Regierung stellte sich den Polen als Bundesgenossen zur Verfügung. Es war nur natürlich, daß die angebotene Hilfe nicht ausgeschlagen würde. Aber bald brach sich in Warschau die Erkenntnis Bahn, daß diese Hilfe nicht aus einem uneigennützigen Verständnis für den Daseinskampf des polnischen Volkes zu erklären war, sondern daß sie vielmehr allein dazu dienen sollte, die Warschauer Regierung vor den Wagen der französischen Hegemonialpolitik zu spannen und sie in immer neuem Ansturm gegen bas Deutsche R e ich zu hetzen. Die Fortdauer dieser Politik hätte nicht nur einen wichtigen Teil, Europas in dauernder gefährlicher Unruhe gehalten, sondern sie hätte vielleicht auch eines Tages dem deutschen und dem polnischen Volk das Leben kosten können. Die Alleinherrschaft des französisten Generalstabes über ganz Europa wäre dann nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Es kam anders, als die Drahtzieher in Paris es sich dachten. Die nationalsozialistische Revolution stellte einen Mann an die Spitze Deutschlands, der auch für die Führung der Außenpolitik neue Anschauungen und Grundsätze mit sich brachte. Adolf Hitler sah nicht in dem Gegeneinanderspiel feindlicher Kräfte, sondern in^er ehrlichen Zusammenarbeit gleichberechtigter und gleichgeachteter Völker und ihrer Regierungen das wesentlichste Element für die Erhaltung des Friedens, für die Wohlfahrt der Nationen und für den Aufstieg der abendländischen Kultur. So war es von vornherein selbstverständlich, daß der Nationalsozialismus den polnischen Nachbarstaat trotz aller Gegensätze und Mißstimmungen nicht als eme Uebergangserscheinung betrachtete,' sondern als bas Eigentum eines Volkes, dessen unbeugsamem Lebenswillen und dessen heroischem Daseinskampf die höchste Achtung gebührt. In Warschau erkannte man früher als in anderen Hauptstädten die Grundgedanken des Nationalsozialismus. Marschall Pil- s u d s k i, der einst den polnischen Freiheitskampf geführt und dann seine unbestrittene Autorität in Volk und Staat durchgesetzt hatte, erfaßte als Staatsmann mit klarem Verstand die Situation, die durch die nationalsozialistische Revoluton in Deutschland geschaffen war. Er erkannte die Möglichkeiten, die das autoritäre Regime in Berlin und Warschau für den Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen und für die Verbesserung bef internationalen Atmosphäre bot. Nach einigen Vorverhanblungen würbe am 26. Januar 1934 im Auswärtigen Amt jene inhalts- reidje Grflärung unterzeichnet, bereu wichtigsten Einzelheiten hier noch einmal kurz angebeutet feien. Zunächst erklären sich beibe Regierungen f ü r den Grunbfatz ber unmittelbaren V e r- ftanbigung von Staat z u Staat. Dem- entfprechenb stellen'beibe Regierungen fest, baß anbere internationale Verpflichtungen burch den neuen Vertrag nicht berührt werben sollen. Für den Fall ber Entstehung befonberer Streitfragen verpflichten sich beibe Regierungen, zu ihrer Austragung unter keinen llmftänben zur Anwenbung von Gewalt zu schreiten. Aber sie nehmen auch keinen Bezug auf ben Völkerbunb, fonbern sprechen nur von Verfahrensarten, bie allein für diese beiden Länder Gültigkeit haben. Schließlich sprechen beide Regierungen den Wunsch nach einem gut nachbarlichen Verhältnis aus, das auch den übrigen Völkern Europas zum Segen gereichen möge. Die unmittelbare Folge dieses für einen Zeitraum von zehn Jahren bestimmten Abkommens war ein reicher geistiger und materieller Güteraustausch, ber sehr halb zwischen ben beiben Völkern einsetzte. Es sei nur erinnert an bie gegenseitige Vereinbarung über bie öffentliche Meinungsbilbung in beiben ßänbern, an bie Wieberherstellung bes Wirtschaftssriebens, an bie Aufhebung ber Zeitungsoerbote, an bie gegenseitigen Besuche ber Volkswirtschaftler unb Journalisten, an ben Besuch von Dr. Goebbels in Warschau, an bas deutsch-polnische Runbsunkabkommen unb schließlich an bie Erhebung ber beiberfeitigen Gesanbtschaften zu Botschaften. — Aber bas alles waren nur äußerliche Zeichen einer tiefgreifenben ©innesänberung, bie nicht nur bie beiben benachbarten Völker erfaßt hat, sondern die ihren heilsamen und wegweisenden Einfluß auch auf die gesamteuropäische Politik ausübt. Ein Wendepunkt. Oberst Beck über die Bedeutung des 26. Aanuar. Berlin, 25. Jan. (DNB.) Der polnische Minister des Auswärtigen Beck hat anläßlich des Jcch- resta-ges der Unterzeichnung ber polnisch-deutschen Erklärung vom 26. Januar bem Warschauer Vertreter bes „Völkischen Beobachters" folgende Aussüh- runaen über bie polnisch-beutschen Beziehungen zur Verfügung gestellt. „Der heutige Jahrestag der Unterzeichnung ber polnisch- beutschen Erklärung über ben Verzicht auf Anwenbung von Gewalt ermöglicht einen Uederblick über bie zur Annäherung ber beiben Völker vollbrachte Arbeit unb ihre positiven Folgen in ber internationalen Politik. Die Führer ber beiben Berlin, 25. Jan. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler gewährte bem Berliner Korrespon- benten .ber „Gazeta Polska", Kazimierz Smogor- z e w s k i, eine Unterrebung, in ber u. a folgendes geäußert wurde: Exzellenz, Sie haben einen neuen, tieferen patriotischen Geist erzeugt, der von der ersten bis zur letzten Seite „Mein Kampf" durchdringt und der im deutschen Volkstum und seiner Gefühlswelt eine Wandlung hervorgerufen hat, bie bei uns Polen Verstänbnis unb Nachempfinben gefunben unb so bie Möglichkeit bes beutsch-polnischen Ausgleiches geschaffen hat. Ist es gestattet, Herr Reichskanzler, im Hinblick auf Ihre früher geäußerte Ansicht anzunehmen, baß bie nationalsozialistische Politik «einen enbgültigen Strich unter bie Polenpolitik früherer Zeiten macht? Würben Exzellenz mit Rücksicht auf bas Datum bes 26. Januar 1934, an bem bie beutsch-polnische Erklärung unterzeichnet würbe, einige Worte über Das beutsch- polnische Verhältnis meiner Zeitung gewähren? Die nalionalsozialistische Politik beruht auf dem Gedankengut der nationalsozialistifchen Idee. Die Raffenlehre der nationalfozialistifchen Idee lehnt die sogenannte E n t n a t i o n a l i - sierung grundfählich ab. Sie sieht in dieser gewaltsamen ' Annexion fremden Volksgutes weit mehr eine Schwächung des eigenen Volkstumes als eine Stärkung. Die von uns eingefchlagene Politik der Respektierung der an unseren Grenzen lebenden fremden Völker entspricht daher im höchsten Maße dem Gedankengut unserer Bewegung und damit uh f e r e r innersten Ueberzengung. Wir gedenken nicht fort- zusehen, was frühere Jahrhunderte hier an Fehlern begangen haben. Ein Ausdruck dieses unseres Wollens ist der Versuch der Reugestaltung der Beziehungen des deutschen Volkes zum polnischen. Die praktische Erfahrung des letzten Jahrhunderts hat außerdem gezeigt, daß die wirklich wertvollen Elemente ohnehin nicht oder doch nur sehr schwer und sehr langsam ent- nationalifiert werden können. Der Gewinn erstreckt sich fast nur auf die Schwankenden und damit zumeist minderwertigen Erscheinungen. Ihre Eroberung ist aber in keinem Falle als ein Ruhen anzusprechen, der in irgend einem Verhältnis zu den damit verbundenen Leiden und Gefahren steht. Ich sehe daher einen gegenseitigen Rationalität e n s ch u h als eine der erstrebenswertesten Ziele einer überlegenen Staatsführung an. Ls ist aber klar, daß eine solche Politik nur unter gegenseitigem Verstehen erfolgreich verwirklicht werden kann. Wie verhält sich ber nationalsozialistische Einheitsstaat zu Stammes- unb Lanbeseigenheiten? Erstrebt er Der- Völker haben es verstauben, ben richtigen Augenblick zu erfassen, um bie ©runblage für neue Beziehungen zwischen beiben Nationen aufzubauen. Der 26. Januar 1934 ist in ber weiteren Gestaltung ber nachbarlichen Beziehungen zwi- schen Polen unb bem Deutschen Reich zum Wendepunkt geworben. Von biesem Augenblick an bauen sich bie polnisch-deutschen Beziehungen auf gegenseitigem Verstänbnis unb’ auf Achtung ber Leistungen ber b'eiben Völker auf. Daburch wurde das „Erzielen einer Verständigung auf Gebieten von grundlegender Bedeutung" für die normale Zusammenarbeit ermöglicht, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht und in der Gestaltung der öffentlichen Meinung. Nur positive auf Bekämpfung des Mißtrauens zwischen den Völkern adzielende Maßnahmen machen es möglich, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, in welche die Welt gegenwärtig geraten ist. Die vor einem Jahr unterzeichnete Erklärung ist klar in der Form und deutlich im Inhalt. Sie gibt Zeugnis von ber Klarheit ber getroffenen Entscheidungen, die sich in einem so weiten Ausmaß ausgewirkt haben. Einfache und klar gefaßte Entscheidungen führen wirksamer zum Ziel als Methoben, bie durch ihre komplizierte Form nicht selten ihren wesentlichen Inhalt verlieren. Polen unb Deutschlanb haben einen Weg beschritten, ber burch beiberseitigen Ausgleich von Gegensätzen zur Festigung bes allgemeinen Friebens gilt, für welchen bie Schaffung freunbschaftlicher Nachbarschaft zweifellos bie wesentlichste ©runblage bildet." wischung ober Stärkung berfelben? Ist es richtig, baß Sie, Herr Reichskanzler, im Laufe biefes Jahres bie Aufteilung ber Länder in Reichsgaue vornehmen wollen? Der nationalsozialistische Staat ist ein Einheitsstaat in der Feststellung und Festhaltung einer einzigen Souveränität, deren Träger das gesamte Volk ist. Er wird zu diesem Zweck alles beseitigen, was Menschen k ü n st l i ch a ufgerich tet haben und alles respektieren, was von der Ratur gegeben ist. Es ist daher nicht unsere Absicht, etwa die Eigenart der einzelnen Stämme unseres Volkstumes künstlich oder gar gewalttätig zu verwischen oder etwa zu beseitigen. Sie sind die Bausteine unseres Volkes. Sie bedingen unser reiches kulturelles Innenleben. Am so mehr aber werden wir jene Erscheinunaen ausrotten, die in den traurigsten Zeiten dynastischen Eigennutzes als trennende Momente innerhalb unseres Volkes aufgerichtet worden sind. Dabei wird sich als Endergebnis eine Gliederung des Reiches nach zweckmäßigen und allen Teilen unseres Volkes zugute kommenden Gesichtspunkten von selbst ergeben. Die nationalsozialistische Partei hat schon längst vor der Machtübernahme in ihrem eigenen inneren Aufbau eine solche moderne, unseren heutigen Bedürfnissen entsprechende Einteilung vorgenommen. Ihre modifizierte Uebertragung auf die spätere staatliche Gliederung des Reiches wird mit den notwendigen Korrekturen im Laufe der Zeit aus der lebendigen Entwicklung heraus von selbst stattfinden. Ist bie Frage ber inneren Verfassung enbgültig burch bas Führerprinzip festgelegt? Wir Auslänber lesen unb hören so oft von einem entstehenben beutschen Orb en, vorn Verhältnis ber Partei zum Staate, was sollen wir unter biefer Bezeichnung verstehen unb in welchem Sinne ist ber erste Punkt bes nationalsozialistischen Programms, es sei nur ein „Zeitprogramm", aufzufassen? Sie haben recht, das F ü h r e r p r i n z i p ist schon heute in der gesamten Verfassung des Reiches fo gut wie fest gelegt. Der Orden, von dem Sie sprechen, i st bereits vorhanden. Es ist dies die in löjähriger Arbeit gebildete und gewachsene Rationalsozialistische Partei. Sie ist an die Stelle der früheren parteimäßigen Zersplitterung getreten und beherrscht als Repräsentantin des deutschen Volkswillens und damit des Lebenswillens der deutschen Ration das gesamte Deutsche Reich. Die Verwirklichung der Zielsetzung der nationalsozialistischen Bewegung führt zu einer so refflofen Einheit zwischen Partei und Staat, daß ihr Programm damit dereinst als verwirklicht und in ihrer VerwirkDas Ergebnis schöpferischer Außenpolitik. Unterredung eines polnischen Journalisten mit dem Führer. lichung als Kampfoufgbe damit at< beendet angesehen werden kann. In der Wirtschaftspolitik beschäftigt uns das Verhältnis von Landwirtschaft und I n b u st r i e im nationalsozialistischen Deutschlanb. Wie soll es sich künftig gestalten? Unsere Wirtschaftspolitik hat sich eine Reihe großer Aufgaben gestellt. Die zunächstliegenden Arbeiten aber werden bestimmt durch die von uns angetroffene allgemeine Situation. D. h. wir fanden über 6V- Millionen Erwerbslose, ein vor dem vollkommenen Ruin stehendes Bauerntum und einen der restlosen Zerstörung und Vernichtung aus- gelieferten Mittel st and. Diese katastrophale Lage zwang uns die zu treffenden Abwehr- maßnahmen auf. Wir können schon heute mit Stolz den Erfolg unserer Aktion feststellen. Alle Ziffern unseres wirtschaftlichen Lebens sind in günstiger Entwicklung und Steigerung begrif- f e n. Das Entscheidende aber war: es ist uns gelungen, die natürliche Tatkraft, Entschluß- und Arbeitsfreudigkeit unseres Volkes in der glücklichsten Weise zu beleben. Die private Initiative, die wesentlich für jede erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist, haben wir der lähmenden Fesseln des früheren Regimes entledigt. Durch eine neue, großzügige Ordnung die Landwirtschaft sowohl als die Industrie wieder lebensfähig gestaltet, Millionen Arbeitern einen Arbeitsplatz gesichert, vor allem aber damit dem Staate zuverlässige Stützen feiner nationalen Existenz gegeben. Unsere künftige Arbeit wird eine Fortsetzung der geleisteten sein. In ber auswärtigen Politik ist bie öffentliche Meinung auf Deutschland Stellungnahme zu ben verschiebenen Paktvorschlägen gerichtet. Wäre es vorzeitig, diese Frage zu stellen? Sie werden verstehen, daß sich über die verschiedenen Paktvorfchläge heute umsoweniger öffentlich etwas sagen läßt, als ihre Diskussion z. T. überhaupt erst begonnen hat. Rur das eine muß ich immer wiederholen: 1. Deutschland will mit allen feinen Rachbarn in Frieden leben. Und es ist bereit, alles hierzu Rolwendige großzügig zuzugestehen. 2. Deutschland wird niemals mehr Verzicht lei st en auf feine Gleichberechtigung. 3. Wir können unter einer internationalen Zusammenarbeit nicht verstehen, die Heber- nähme undurchsichtiger Verpflichtungen und Konsequenzen, die am Ende ohne Berücksichtigung der nationalendeutschen Interessen uns dorthin führen können, wo wir aus eigenem freien Willen nicht hinkommen wollen, nämlich zu einem Krieg. Frage: Wie müssen wir uns gegenüber bem immer wieberkehrenben Gerücht, Deutschlanb trete bem fßölferb.urtb wieber bei, verhalten? Wir sind wegen Richteinhaltung der uns zusiehen- den und zugesicherten Gleichberechtigung aus dem Völkerbunde ausgeschieden. Wir gedenken nicht, etwa in Zukunft noch einmal im Völkerbund um unsere Gleichberechtigung zu feilschen, sondern wir sind entschlossen, in keinen Bund eher zurückzukehren, als wir nicht gleichberechtigt sind. Dies ist, wie ich schon einmal betonte, keine „Bedingung", sondern eine Selbstverständlichkeit. Daß das frühere Regime in Deutschland dafür kein Verständnis zeigte, hatte es sehr schwer zu büßen. Es wurde von der Ration restlos beseitigt. Es ist aber naiv zu glauben, daß ich oder wir dumm genug seien, gerade den Fehler wieder zu machen, der unseren Vorgängern neben vielen anderen aber doch hauptsächlich mit das Genick gebrochen hat! Frage: Wer von ben großen Geistern ber Vergangenheit hat einen ausschlaggeben- ben Einfluß in intellektueller Hinsicht auf Ew. Exzellenz ausgeübt? Es ist sehr schwer, die Zahl jener Geister aufzuzählen, die zu jeder großen Idee schon in der Vergangenheit befruchtende Beiträge geleistet hatten. Unser ganzes Anschauungsbild entsteht zum überwältigenden Teil aus den Resultaten geistiger Arbeit der Vergangenheit und zu einem kleinen Teil auf Grund eigener Erkenntnis^. Das Entscheidende ist nur, das einem von den großen Geistern früherer Zeiten überlieferte Gedankengut vernünftig und zweckmäßig zu ordnen und die sich daraus ergebenden l o g i - scheu Konsequenzen zu ziehen. Denn was nützen alle Erkenntnisse, wenn man nicht den Mut besitzt, sich ihrer auch zu bedienen. In dem wir aus einer Summe geistiger und wissenschaftlicher Ideen die praktischen politischen Folgerungen zogen, haben wir die vollkommen steril gewordene Trägheit überwunden und unserem nationalen Leben damit einen neuen und, wie ich überzeugt bin, entscheidenden Aufschwung gegeben. 3m übrigen freut es mich, nunmehr nach einem Jahre neugestalteter deutsch-polnischer Beziehungen auf das Fruchtbare dieser Entwicklung zurückblicken und Hinweisen zu dürfen. Es ist uns gelungen, eine ber geschichtlich bedeutsam st en Korrekturen rechtzeitig durchgeführt zu haben. Rämlich eine Korrektur des Irrtums, als ob zwischen den beiden Völkern eine Feindschaft als eine Art Erbmasse stets vorhanden gewesen wäre und damit für alle Zukunft vorhanden sein müßte. Ich glaube im Gegenteil, daß trotz all dem Schweren, was zwischen den beiden Völkern liegt, sie im Interesse der gemeinsamen Erhaltung gerade der europäischen Kultur zu einer aufrichtigen Zusammenarbeit verpflichtet sind. Das nationalsozialistische Regime in Deutschland wird nichts unterlassen, was geeignet fein kann, diese Zusammenarbeit zu fördern und langsam in eine forfbauernbe Freunbschaft zu oerroanbeln Der heutige Tag gibt mir bie Berechtigung, mehr benn je an bie Verwirklichung eines solchen Wunsches zu glauben. g den sind." * Wettervoraussage. sehr leiM allgewt eil eine oeilÄ diese Ui Manche wen: Heg Mel (5$i Gftedung fcpibemie UkKutz Kid) Dr. Goebbels zum 30 Januar. Reichsminister Dr. Goebbels erläßt f o l - ende Bekanntmachung: Die Arbeit des VDA. Probleme der Bolkstumspolitik auf der Hauptversammlung des VDA. Niemals wäre es zu einem 30. Januar gekommen, wenn Adolf Hitler und feine Getreuen in Die Zahl der Todesopfer der die Vereinigten Staaten heimsuchenden Schneestürme und der Kältewelle hat sich auf 180 erhöht. In dieser Zahl sind die 25 bei der Überschwemmungskatastrophe auf dem Mississippi ums Le«n ge- Berlin, 25. Ian. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach am Freitagabend im Rundfunk über die Zinssenkungsaktion Es handelt sich darum, führte Dr. Schacht u. a. aus, daß allen Inhabern von Pfandbriefen und Kommunal-Obligationen der Hypothekenbanken und der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute vom 1. April 1935 ab nicht mehr 6 v. H., s o n d e r n nur 4,5 v. H. Zinsen bezahlt werden, und daß diese Zinsersparnis von anderthalb v. H. jährlich d e n Hypothekenschuldnern in vollem Umfange zugutekommen soll. Da sich diese Aktion auf Wertpapiere im Betrage von rund acht Milliarden RM. erstreckt, so bedeutet für die deutsche Volkswirtschaft die Zinsentlastung eine jährliche Erleichterung von rund 120 Millionen Mark. Das ist ein Betrag, der für Die weitere Belebung unserer gesamten deutschen Wirtschaft von erheblicher Bedeutung ist. Die letzt em- qeleitete Aktion ist ein wohlüberlegter Bestandteil nationalsozialistischer Politik. Diese Politik geht aus von der Vermeidung aller gewaltsamen Eingriffe. Nachdem wir durch Maßnahmen, die niemals den Besitz und die Erwerbskraft des einzelnen angetastet haben, dcn Kapitalmarkt einer Gesundung entgegengeführt haben, reist jetzt als eine erste große Frucht eine Herabsetzung des Zinsfußes in dem Umfange, den ich vorhin genannt habe. Dieser Erfolg wäre sicherlich nicht Zustandekommen, wenn die Regierung nicht in ihren Bemühungen von dem vollen Verständnis und der willigen Mitarbeit des Volkes, insbesondere auch der wirtschaftenden Kreise unterstützt worden wäre, Ich zweifle nicht, daß diese Unterstützung, dieses Mitgehen und dieses restlose Vertrauen in die Staatslenkung unseres großen Führers und Volkskanzlers a u ch d e r Bomb Merien natmei» fetzigen neuen Aktion zuteil werden ihrem Kampf um Volk und Nation eins außer Acht gelassen hätten: die stete Opferbereitschaft, das tägliche Opfer für die gemeinsame Sache. Sie setzten alles ein, sie gaben alles her, um endlich den schönsten Sieg an ihre Fahnen heften zu können. Der Jahrestag des 30. Januar iückt heran, alle Gedankey kreisen um das große Ereignis, das uns einen grundlegenden innerpolitischen Umschwung und damit dem deutschen Volke in der Gemeinschaft der Nationen eine völlig veränderte, Respekt einflößende und Achtung gebietende Stellung brachte. Es genügt, sich der Bedeutung jenes Januartages zu erinnern, um für die Fülle der vor uns stehenden Aufbauarbeit auf allen Gebieten, die sich denken lassen, neue Kraft zu schöpfen. Siegesfeiern zu begehen, sei der Zukunft überlassen. Denn noch gilt es, Not und Elend zu bekämpfen, Arbeit zu schaffen und Erwerbslosen Beschäftigung zu geben. Wie sollten wir auch zu einer reinen Siegesfreude kommen, wenn wir wissen, daß es draußen im Lande noch Tausende und aber Tausende Volksgenossen gibt, die kaum das Nötigste zum Lebensunterhalt haben? Ihnen tatkräftig d e i zuspringen, das ist der Leit- und Grundgedanke, des 30. Januar, der allen Bedürftigen eine Sonderzuweisung an Lebensmitteln und Brennstoffen gibt. Nur eine besondere Kraftanstrengung ist diese Zuwendung, der Kampf selbst geht unentwegt weiter. „Opfern und spenden!" — das sei unsere Losung, denn die ungehemmte Spende bringt schließlich den Sieg über das noch immer herrschende Massenelend. Und dieser Sieg muß uns werden, er wird uns zufallen, weil um ihn in der besten Kampfstellung, der der umfassenden Volksgemeinschaft, gerungen wird. Gammewerbot für den 30. Januar 1935. Der 30. Januar im Zeichen des sozialen Gedankens Deutschland Hilst seinen ärmsten Söhnen am 2. Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution. Wei andern. Sas Fieber. Behandlung häufige Erip die Erkältujß Präsident Rhode verläßt das Gaargebiet. Saarbrücken, 25. Jan. (DNB.) Der schwedische Präsident der Abstimmungskommission, Rhode, hat Freitagabend endgültig das Saarqebiet verlassen, um eine Erholungsreise nach dem Süden anzutreten. Bei seinem Abschied äußerte sich Rhode sehr befriedigt über den Verlauf einer hiesigen Tätigkeit und ihren glücklichen Abschluß. Mit dem gleichen Zuge reifte der schwedische Generalsekretär der Abstimmungskommission H e l l - st e d t, mit seiner Gattin ab. Zur Verabschiedung hatten sich der schwedische Rittmeister Graf R o s e n, der schwedische Kreisrichter von Benrnch und der stellvertretende Generalsekretär der Ab timmungs- kommission, der Schweizer Professor V e 11 e m a i n, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Zinskonversion. Aeußerungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. der Landesleitung sofort wieder angetreten, ohne von dem ihm angebotenen Erholungsurlaub Gebrauch zu machen. Das Jungvolk am Berliner Ehrenmal. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Nachdem am Donnerstag auf der Marienburg in Ostpreußen die Jungbannfahnen aus dem ganzen R e i ch g e w e i h t worden sind, trafen am Freitagabend die Berliner Jungbahnnfuhrer mit den Fahnen auf dem Bahnhof Friedrichstraße em. Etwa 1000 Mann Jungvolk geleiteten die Fahnen im Fackelzuq durch das Brandenburger Tor über die Linden zumEhrenmal. Hier waren als Ehrengäste zahlreiche Vertreter der Bewegung und der Behörden erschienen. Nach dem Aufmarsch der Fahnen legte der G e b i e t s j u n g v o l k f u h r e r Friedrich Ruprecht Hainer am Ehrenmal einen Kranz nieder. Hierauf hob der stellvertretende Gauleiter, Staatsrat G ö r l i tz e r , in einer kurzen Ansprache hervor, daß es an der Jugend liege, fortzusetzen, wofür Millionen von Mannern einst gefallen seien. Beim Abmarsch durch die Wilhelm- straße zeigte sich in der Reichst« n zl e i, vor der im strömenden Regen em kleines Platzkonzert stattfand, auch der Führer. Eröffnung der Fernschreiberanlage des Reichspropagandaministeriums. Reichsminister Dr. G o e b b e l s eröffnete den Betrieb der Fernschreiberanlage, die er als Verbindung zwischen dem Relchsministerlum für Dolksaufklärung und Propaganda und seinen sämtlichen Landesstellen sowie der Relchspropaganda- leitung der NSDAP., München, anlegen liefe. Die- politische Giftmischerei. Keinerlei Truppenzusammenziehungen in Ostpreußen. London, 26. Jan. (DNB.) Der „Evening Standard" veröffentlicht eine aufsehenerregende Erklärung, die angeblich der litauische Gesandte in Berlin, Dr. Jurgis Shaulys, dem Berliner Vertreter des Blattes abgegeben hat. Shaulys habe u. a. gesagt: „Die in Ostpreußen garnisonierten deutschen Truppen beliefen sich früher auf 3000 Mann. Sie umfassen jetzt 50 000 Mann reguläre Truppen und 50000 Freiwillige. In Tilsit sind reguläre deutsche Truppen zusam mengezogen worden. Zwei neue Jnfanterie- bataillone, ein Bataillon Landespolizei und drei Artillerieabteilungen mit 25 Geschützen sind nach Tilsit gelegt worden. Längs des NiemenilUsses hat ebenfalls eine Truppenzusammenziehung stattgefunden. Die freiwilligen Streitkräfte bestehen aus SA.- unb SS.-Leuten sowie aus 30 0 0 0 Landwirtschaftsarbeitern, die aus den Städten hergebracht und militärisch ausgebildet wor- eingefunden. volizeiinspekior Tilk hastentlaffen. Saarbrücken, 25. Jan. (DNB.) Der Unter- fuchungsrichter des Obersten Abstimmung-g°r>chs- hafes hat den Poliz-nnfpektor von Scha Hausen T lk aus der Ha t entlassen. TUk halle in & Nacht zum 21. Januar d°n Emigranten Meyer aus Schaffhausen, als er lener tung mit der Waste in der §°nd Wider st a nb leistete in Notwehr e r s ch o s s e n. Herrn Heimburger hat man es anscheinend 3" verdau em daß sich der Oberste Ab tirnrnungsgenchtshof der dafür 'in keiner Weife zuständig ist, mit der Ang - tegenheit befaßte. Das Abstimmungsgencht muhte aber die Angelegenheit zustandigkeitshalber den ordentlichen Gerichten überweisen, die nunmehr, hoffentlich bald, den völlig klaren Fall sofort te 219u"Grund der Amnestie ist auch der wegen angeblicher politischer Delikte vom Obersten Abstun- mungsgerichtshos zu der übermäßig harten (Je sängmsstrafe von 7 Monaten verurteilt- Hau - meisterder Deut chen Front, Karl Jager, 7us dem Gefängnis en Half en worben, Jäger, der sich selbst nie schuldig fufjlte, bat es wiederholt abgelehnt, daß seinetwegen ein Gnadengesuch eingereicht werde. Er hat nach der Ent, lalsung aus dem Gefängnis feinen Dienst in kornmenen mit einbegriffen. Hunderte von Flüchtlingen find infolge der eisigen Kälte an Influenza und Lungenentzündung erkrankt. Anhaltende Regenstürme im Staate Washington und Britisch-Columbien verursachten neue Erdrutsche, so daß fast sämtliche Verbindungen unterbrochen sind. Mehrere Städte, darunter Vancouver, sind von der Außenwelt abae« schnitten. Zahlreiche Brücken sind durch Hochwasser und Eistreiben fortgerissen worden. Freiwillige Ueberstundenarbeit für das Winterhilfswerk an der Saar. Um den deutschen Volksgenossen an der Saar den Dank für ihre bewunderungswürdige Haltung im Abstimmungskampf zu beweisen, hat die gesamte Gefolgschaft der Mercedes- Büromaschinenwerke AG. in Cella- Mehlis einschließlich Kundendienst, Werkstatt Er- furt, beschlossen, zur Unterstützung des W i n t e r h i l f s w e r k s der Saarbevölkerung in ganz besonderer Weise beizutragen. Beginnend mit der letzten Januarwoche soll bis zur letzten Märzwoche eine unbezahlte U e b e r = stunde in jeder Woche von jedem Mitglied der Gefolgschaft, gleich ob es in der Werkstatt oder im Büro ist, geleistet werden. Der Gegenwert dieser freiwilligen Ueberstundenarbeit wird an das Winterhilfswerk im Saargebiet abgeführt. An den Tagen der Ueberstundenarbeit werden die Werksgebäude Flaggenschmuck tragen. Ein Klavier für ein Saarkind. Der Verband Deutscher Klavierhändler in Dresden hat, wie man uns schreibt, aus Anlaß des überwältigenden Treuebekenntnisses des Saarvolkes ein neues Piano mit der neuen Musophotbe- leuchtung für ein musikliebendes armes S a a r k i n d zur Verfügung gestellt. Die Auswahl des Kindes bleibt den Regierungsstellen überlassen. Die Melodie des Saarliedes auf diesem Piano wird immer besondere Erinnerungen wachrufen. Unter dem verdacht des dreifachen Giftmordes verhaftet. Berlin, 24. Jan. (DNB.) Jrn weiteren Verlauf der Hauptversammlung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland wurden die grundlegenden Fragen der Dolkstumspolitik durch Sachberichte behandelt. Der Bundesleiter Dr. Hans Steinacher wies darauf hin, daß erst in der nationalen Revolution die geschichtlich bis in die Vorbereitungszeit der Freiheitskriege zurückreichende volksdeutsche Bewegung ihre Befreiung von rückständigen und liberalistischen Hemmungen erfahren habe. Wir stehen heute, so fuhr Dr. Steinacher u. a. fort, inmitten einer weitreichenden Neugestaltung auch innerhalb des Auslandsdeutschtums. In pfleglicher Behandlung müssen die wachsenden besten Kräfte der Jungen gestärkt und die notwendige Erfahrung der Alten gewahrt werden. Wir sind im Volksdeutschen Erlebnis vorwärts gekommen, wie mir gerade jetzt Ausländsdeutsche berichtet haben, die im neuen Deutschland auch in den letzten Dörfern der Pfalz und Schlesiens von deutschem Volkstum in der Fremde und von der begeisterten volksdeut- chen Arbeit besonders der Jugend Beweise erlebten. Vor allem wollen wir d e m F ü h r>e r danken, dem wir weiterhin Treuhänder sein wollen für den unverrückbaren Glauben, der unausgesprochen in den Millionen Volksgenossen jenseits der Grenzen wirkt. Universitätsprofessor Dr. Hugelmann (Münster) sprach über „Die volksdeutsche Aufgabe im Wandel der deutschen Staatsführung". Unioerst- tätsprofessor Dr. Metz (Erlangen) umriß die For- derunges, die an die Wissenschaft für den Volks- tumskampf zu stellen find. Dr. R a s ch h o f e r (Berlin) kennzeichnete den volksdeutschen Gedanken in der neuen Rechtswissenschaft Gesamtdeutsches Wirtschaftsdenken" forderte Dr. Max H a h n. „Die wirtschaftlichen Möglichkeiten im Dolkstumskampf legte Regierungsrat Maß mann dar. Unter dem Verdacht, seine dreiköpfige Familie vergiftet zu haben, wurde der aus Sosnowitz stammende Paul G r z e s z a l s k i in Kattowitz (OS.) verhaftet. Die Polizeibehörde wurde aufmerksam, als im vergangenen Jahre in kurzen Zeitabständen die Frau des Grzeszalski, sein 14jähriger Sohn und Der Reichsbeauftragte für das WtzW. S) i 18 e n -1 feld hat folgende Anordnung Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurden vernehmen mit dem Herrn bie Leichen der verstorbenen Familienmitglieder Volksaufklarung und Propaganda gebe ich bekannt, npi-ffnpf Bei ollen drei Toten fei'Ä*.Ä'iSÄ'" »M.'iT 1 * w - m— w Hilfslotterie, für die auch a. . 30/Januar J„ Oslo hat der dortige Professor Klaus Han- Lose verkauft werden dürfen. Heil Hitler! hßn mit Versuchen mit dem sogenannten „s ch w e - ------- r en Wasser" am eigenen Körper begonnen, um die Einwirkungen auf den menschlichen Organismus zu erforschen. Der Gelehrte trank 10 Gramm dieses , Wassers" in reinem Zustande, d. h. mit einem Gehalt von 88 bis 99 v. H.; die Menge soll allmählich gesteigert werden. Zu dem Versuch hatten sich eine Reihe von Aerzten eingefunden, die dem Gelehrten alle halbe Stunde Blutproben entnehmen sollen. — Wie erinnerlich, ist im vorigen Jahre für die Entdeckung des schweren Wassers dem amerikanischen Gelehrten U r e y der Nobelpreis verliehen । worden. Die Veröffentlichung im „Evening Standard" stellt einen besonders üblen Versuch dar, die politische Atmosphäre durch Verbreitung unwahrer Angaben zu vergiften. Sämtliche Angaben über Truppenstärke und die Behauptung von angeblichen deutschen Truppenzusammenziehungen längs der Memel an der litauischen Grenze sind falsch. Richtig ist lediglich, daß organisatorische Aenderungen der Reichswehrformationen in Ostpreußen zu einer Neueintei - lung der Garnisonen geführt haben. SS., SA. und Arbeitsdienst, deren Stärke und Verteilung im übrigen keine Veränderung erfahren haben, haben bekanntlich keinerlei m i I i t ä r i f t, e Aufgaben, und sie als freiwillige Streitkräfte zu bezeichnen, ist eine b e - wußte Irreführung. Wie wir hören, ist der litauische Gesandte sogleich auf das Auswärtige Amt gerufen worden. Er hat erklärt, daß er niemanden ein Interview gegeben und niemanden ermächtigt hat, in feinem Namen irgendwelche Erklärungen in dem von dem „Evening Standard" veröffentlichten oder ähnlichen Sinn abzugeben. Der litauische Gesandte hat um Veröffentlichung dieser seiner Erklärung durch das Deutsche Nachrichten-Büro gebeten. tyanflavfri' > PÄSTfL1E/w J Auch in diesem Jahre werden, wie im nergange- nen, am 3 0. Januar, dem zweiten Iah. restag des Durchbruchs der national- ozialistischen Revolution keine rauschenden Feste gefeiert werden. Das deutsche Volk begeht diesen Tag, der in die schwerste Zeit des Winters ällt, vielmehr dadurch, daß es ihn wieder z u einer besonderen Hilfsaktion für eine notleidenden und zum Teil noch nicht in Arbeit befindlichen Volksgenossen gestaltet. Entsprechend der heute noch vorhandenen Zahl von Bedürftigen und durch das Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen gelangen am 30. Januar d. 3. im ganzen Spenden irnWerte von 2 32Hit- Honen Reichsmark zusätzlich zur normalen Leistung des WHW. zur Verteilung. Sie werden angewandt für 1. 14 Millionen Lebensmittel - Gutscheine im Werte von je 1,— Reichsmark; 2. 6 Millionen Kohlengutscheine über 1 Zentner kohlen im werte von je 1,50 Reichsmark. Das Winterhilfswerk wird die Ausführungs- beslimmungen zu dieser Hilfsaktion bekanntgegeben. Indem so dem 30. Januar eine einzigartige soziale Würde verliehen wird, ehrt der neue Staat sein nationales Aufbauwerk und damit sich selbst und jeden einzelnen Deutschen. In Gedanken an unsere noch notleidenden Volksgenossen aber bekräftigen wir in uns allen für jede Zukunft den Entschluß, nicht eher zu ruhen und zu rasten, bis die große Parole des nationalsozialisti- schen Kampfes für jeden Deutschen Wirklichkeit geworden ist: „Freiheit und Brot! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Gez.: Dr. Goebbels. V v-, Vor Ansteckung schützen XJLV wird. Wir wünschen die deutsche Volkswirtschaft von den schweren Fesseln zu befreien, diel _ stürmischen Zufuhr feucht-milder Ozeanluft, aus einem zu h o h e n Z i n s nivea u für Qm Ureitaq aud) uns zu verbreiteter Regen- jeden Wirtschaftenden und damit auch für jeden führte, ist rasch ein Nachstoß kälterer polar- Sparer täglich erwachsen. In einem lebe ns-ßu=t gefolgt. Dieser brachte einen Tem- fähigen H a u s - u n d G r u n d b e s i tz liegt peraturrütfgaug Jm 5 Grad und seit der Nacht zum ein Quell dauernder Wohlfahrt. Die Mehrzahl aller L , verbreitete Schneefälle, die im- Gebirge Hausbesitzer wird durch die eintretende Senkung I e Schneesportmöglichkeiten schufen. Der z. Zt. der Hypothekenlasten in die Lage versetzt, reael-1 u reinem ^ern ^ei Finnland liegende Tiefdruck- mäßiger als bisher die notwendigen A u s b e! i e = I bc„anrtiqt die Zufuhr noch kälterer, aus der rungen und Erneuerungen ausfuhren zu Pg^rgegend stammender Lustmassen. lassen. Der gewerbliche Mittelstand wird Aussichten für Sonntag: lieber Nord durch diese Maßnahme eine besonders fr a f = nQ. ^rdost bringen lebhafte Winde vor, wechselnd t i g e Förderung erfahren, die auf beroölftes Wetter und noch einzelne Schneefälle sten Massen der Arbeitenden ausstrahlen wird. Auch Aussichten für Montag: Bewölkt bis die Entlastung der Gemeindehaus- uufheiternd und im wesentlichen trocken, bei leb- halte, die aus der Aktion folgt, wird zur w e i - . J^n nördlichen bis östlichen Winden weitere teren Sanierung der k a m m u n a l e n c>^st,unahme. Finanzen und zur Durchführung bisher gurud- u ßufttemperaturen am 25. Januar: mittags 6,8 gestellter Aufgaben beitragen. Die bisher nur Dors ®rab Eelsius abends 3,2 Grad; am 26. Januar: übergehend geregelte Beihilfe zur H y p o t h e k e n- sorgens 0,9 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum cntlaft ung der deutschen ßanöroirt- Qrai) — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am schäft erfährt durch das neue Gesetz einen dauern- 25. Januar: abends 3,7 Grad, am 26. Januar: morden Charakter, das setzt Geldmittel frei, die an 2 3 Grad. — Niederschläge 10,8 mm. anderer Stelle der Wirtschaft nutzbringend emge= Mintersvort setzt werden können. So wird das neue Gesetz einen n (apfnmt, Markstein bilden in der weiteren Aufwärtsentwick- Rhon. Wasserkuppe: Nebel, — 0, 40cm @efam [ung der deutschen Volkswirtschaft. Niemand darf schneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und sich der Mitwirkung und Mithilfe an diesem großen Rodel sehr gut. Werk entziehen, auf daß der Arbeit unseres Füh- Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel - k 35 cm rers ein lückenloser Erfolg beschieden werde, die Gesamtschneehohe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, «»W*?es Deut|ch-N Reiche- für alle Seiten 5H unbMobd Nebel, -4, 28 cm sicherzustellen. _________ Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, ----------------- ---1 gfi und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Schneetreiben, — 6, ses Fernschreibernetz ist die zur Zeit umfangreichste, 70 em Gesamtschneehöhe 9 cm Neuschnee, Pulver- mit Blattschreibern betriebene Einrichtung dieser schnee, Ski und Rodel sehr gut . n Art Es arbeitet mit Siemens-Apparaten. Einzig Alpen. Garmisch-Partenkirchen. Bewölkt, 0, dastehend in der Welt ist die Möglichkeit, alle 33125 cm Gesamtschneehohe, 2 em Neuschnee, Pulver- durch dieses Netz verbundenen Stellen im Reich schnee, Ski und Rodel gut. al ei chzei tiq zusammenzuschalten. Es Auch im Laufe des Samstag ist mit dem Aufkann asto eine9 emsige große Konferenz zwischen treten weiterer Schneefalle zu rechnen, die Froste 33 in ganz Deutschland verstreuten Stellen auf nehmen weiter zu.________________________ schriftlichem Wege stattfiuben. Relchsminister Dr. ^auptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Goebbels richtete nach Besichtigung, der Zentral- BeVantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, onlage an die angeschlossenen ^ndesstellen den Feuilleton: Dr. Hans Thynot, für Den übrigen ersten Rundbrief. Die Leiter der ^undesstellen Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, antworteten im Verlaus weniger Minuten auf dem y^cmtwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor gleichen Wege. Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: TIM# Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stemdruckerei 2&IU0 aller 'Weil* R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Schwere Winterstürme über England. — Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Drei Todesopfer. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf- mehr. :-i. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, Schwere Schnee- und H ag e lst u r me mute^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. ten am Freitag und in der Nacht dum ©amstag « Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. : über den britischen Inseln. Das Unwetter forderte ----LI-----!------------------------------- drei Todesopfer. An der englischen Sudkuste | (ririnnPfäne m^SW^urth yMalies Wetter ' erreichte der Sturm eine Geschwindigkeit von 150 ■ Kilometer in der Stunde. Mehrere Schiffe wurden an Land geschleudert. Das englische Verkehrsflugzeug Paris—London mußte infolge des ungeheuren Gegenwindes zurückkehren. Auch ein belgisches Flugzeug konnte England nicht erreichen. Bisher 180 Todesopfer der Kälte in Amerika. So p Nnne junge 1 Opfer ei Es ' Münch feine, ßen en füdafri afrifa, schwäri aus di schrecke nicht ( auf G sonder« zigen ' wieder stcindli Ungern hin abt Mal) mertmüi gemäß i der in vaal un lese für mit dem bette de< 5 Einen dagewes Flugpla dort sta rere senslutz der ar stieg ft in del erlebte schung: erklärt, einstim er, bei 15 Dal erhöht ging, n Publiku Alstz Frühlin der M Es tna Oegioni Spazie öig ob, Tages sie er! tyftori der, b, später oAlea große die bet öiefem ’ des Fru num hk d°s Cch Munter A w. dlesen u iugendh > den 0 viel habt td §as erst ober do erschlagt Laden t waren} die M! zubnn! einige i nicht dt Kan-Fu nicht de (mit den dern da! &Iiei ■leine Ä vir «A r l'-here?' AB >n gail fttti Mungs und Snmntnwofftt Iftbatf.ßarftS Wasser!»zum fflnlfttn ungeeignet ts .Mit“ Seist. Smüdna Sie sedeimal»c r Bereisung der Walch, langt einige Santeeli Sen keBIci»Stdn im Wasser i und Wen Sie Senke-Stunde wirken. , | Dadurch wird »ai biirteNe Wasser weich und 1 i wo,»bereis. 1 R Rur in Mtocm ffiofcc oertai ßahfuntitef ffl» @cflt pert oirt- fi ® amjRi. nur in mtuhcm Koikt tRHdx man ovnnlbotl M biBlo. M Sommers Inventur-Verkauf beginnt Montag, 28. Januar Sie finden dort die beste Gelegenheit, sich preiswert einzudecken. Deshalb versäumen Sie nicht einen Besuch bei Carl Sommer- Gießen ■ Bahnhofstraße 14 @ Herren- und Knaben-Konfektion «sa B™ iiniiiiHiiiiiiiiiffliiffiiii 2 LSufer. Schweine auiiwciiiv ■ ■ ■■ ■ z. verkaufen. 0354 |U|Qnfi| Hch. Wagner, ■»■VWVl Bollnbach, 45 »D noch an einige 44 «v Stabtroalb, Försterei Gießen: 66 452G rm mg vorge- V B. Stark- rm großer Auswahl kaufen Sie im 3,0 53,8 39,5 66,6 2,0 3,2 7,6 60,3 22,6 34,0 2,2 27,9 9,0 140 gut schön billig und in Buchenscheiter 1. Kl. ■ Kiefernscheiter 1. und 2. Kl. Fichtenscheiter 2. Kl. Erlenscheiter 1. und 2. 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Es gelangen zum Ausgebot: rm Scheitholz: Buche 231, Fichte 18; Knüppel: Buche 344, Eiche 33, Erle 3, Fichte 31; Dellen Reisholz: Buche 13200, Eiche 2500, Hartlaub 1800; fm Schnittholz: Buche 1,23, Fichte (3a—4b) 19,30; Stammholz: Eiche (2. und 3.) 0,81; Esche (1. und 2.) 3,06; Fichte (la—2b) 3,57; Stck. Stangen: Eiche (Deichseln) 22, Fichte I. und II. 173, III. 400, IV —VI. 1040; rm Ruhrollen (2 m lang): Eiche 6, Esche 6. Zusammenkunft: 9.30. Reihenfolge: Scheitholz— Knüppel (10.30), Reisholz (12.00), Holz bei Oberlemp (1.30), Nutzholz (2.00). Förster Langer- hans, Hohensolms, gibt über das Holz nähere Auskunft.- 419D Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Obersörslerei Lich. INontag, 28. Januar, wird das Brennholz aus den Distrikten konzebühl, Graudorn, Brunnenwald, Schwarzwald, herren-höhler, INühlwäldchen und Langeberg in Steins Saal zu Lich versteigert. Es kommen zum Ausgebot: rm Scheitholz: Buche 590, Eiche 29, Nadel 31; Knüppel: Buche 408, Eiche 192, Birke 34, Nadel 44; Stockholz: Buche 132, Eiche 36; Knüppelreifer: Eiche 24; Wellen Reisholz: Buche 12 500, Eiche 2700, Hartlaub 1600; fr. 39 rm Eichen- Gartenpfosten, 13 rm Esche (2 m lang), Eichen- und Fichten-Schlagreisig. — Besonders auf die guten Forsiwellen im Höhler (Dippelöcher), Konzebühl und Langeberg wird hingewiefen. — Empfohlen wird vorherige Besichtigung des Holzes. Auskunft: Förster Heuser, Fasanerie, Fernruf 219, Langeberg: Förster Kipper, Lich. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. 327D Zusammenkunft: 9.30; Reihenfolge: Scheitholz, Knüppel (11.00), Stockholz (12.30), Reisholz (1.00), Pfosten (2.30), Langeberg und Mühlwäldchen (3.00). Dienstag, 29. Januar, werden im Riedwald versteigert: rm Scheitholz: Buche 160, Eiche 10, Nadel 6; Knüppel: Buche 90, Eiche 25, Nadel 3; Stockholz: Buche 90, Eiche 3; Wellen Astreifer: Buche 3900, Eiche 300; Forftreifer: Buche 350, Eiche 1050; fr. 10 rm Gartenpfosten, 5 rm Nadel-Knüppelreiser, Eichen- und Fichten-Schlagreiser. Zusammenkunft 10.00: Riedwaldstraße—Laubacher Straße. Montag, 4. Februar, werden im Pfaffen-höhler, Kellersberg, Fuchsstrauch, Schmerhütte versteigert: rm Scheitholz: Buche 133, Eiche 138, Nadel 24; Knüppel: Buche 108, Eiche 111, Hartl. 10, Nadel 22; Stockholz: Buche 34; Knüppelreifer: Eiche 52; Wellen Reisholz: Buche 4400, Eiche 3900 (meist gute Forstwellen); fm Schnittholz: Eiche (4.-6.) 14,57, Buche (4.) 15,46, Kiefer (3a—4b) 7,03, Fichte (3b—5b) 37,86; Stammholz.- Eiche (für Wagnerl zirka 30, einige Eschen, Hainbuchen, Kirschbaum; Derbstangen: Fichte (II. und III.), 1,10; rm Gartenpf osten: Eiche 25 (zirka 300 Stück). 474D Post Saasen. 6/25 Brenoabor neu bereift, 25000 Klrn. gel., preisw. zu verk. K. Jaber, Mühlstr. 22. na« Ein feiSter Ifti hwa gen konrplett 1 Wendepflug u. klein. I auch ef atz zu verkauf. 402D Alten-Bufeck itzzrseckerStr. 55. Gebr., moderner MMlWkll fast neu, blllrg zu verkaufen. os28 Karl Konradi, Langsdorf. Cut sehr wen. yetr., f. schlanke Frgur, preisw. z. verk. 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Die Esel schrien auf den Wiesen, der Nebel zog in zarten Streifen durch das Flußtal. Es war ein wunderbarer Manövertag, und die Legionäre gingen über den Fluß, als ob es ein Spaziergang wäre. Es ist nicht gerade schwer, fünfzig oder hundert Jahre später die Bedeutung dieses Tages zu erkennen. Alle späteren Historiker haben sie erkannt. Aber der Unterschied zwischen einem Historiker und einem großen Feldherrn ist gerade der, daß der Feldherr vorher genau weiß, was jene später nur mit Mühe zu erkennen vermögen. Das „Alea jacta est" (der Würfel ist gefallen), das der große Cäsar an diesem stillen Morgen sprach, ist die bewundernswerteste Aeußerung, die uns von diesem Manne überliefert ist. Aus den zarten Nebeln des Frühlingsmorgens sah er das Imperium Roma- num heraufsteigen, während seine Soldaten nur bas Schreien der Esel hörten. Als Kepler vom Turm von Pisa kleine Steine hinunterwarf, war ein heißer Mittag. Selbst die Esel waren still vor Hitze. Niemand beobachtete diesen unscheinbaren Mann, der sich mit einer dieser jugendhaften Albernheiten zu beschäftigten schien, die den Männern bis in ihr höchstes Alter hinein o viel Spaß machen. Mit einem kleinen Klax prangen die Kiesel unten auf. 2lber mit leöem aufte eine großartige physikalische Erkenntnis m die Tiefe. Und diese kleinen Kieselsteine die der kleine Mann da hinunterwarf, haben posiere Verwüstungen in der mittelalterlichen Welt ungerichtet, als es die größten Fliegerbomben in der heutigen Welt vermöchten. ..... Die umstürzenden Ereignisse in der Geschichte der Menschheit spielen sich in aller Stille ab. So hat das Zeitalter des sterbenden Rationalismus, m dem wir zu leben das Glück haben, einen fürchterlichen Schlag bekommen in einem kleinen Dorf in Palen. Im Dorfe Strzalkow sollte einem Bauern seine Kuh gepfändet werden. Es kann nichts Gewöhnlicheres geben als das. Manchmal natürlich stirvl eine Kuh, bevor der Gerichtsvollzieher zürn äußersten geschritten ist. Manchmal auch stirbt eine Kuh, wenn sie in den Besitz des Staates übergegangen ist. Niemand würde sich darüber wundern. Aber m Strzalkow trat etwas ganz anderes ein. 2» demselben Augenblick, in dem der Gerichtsvollziehee der Kuh das Siegel auf den Achtersteven klebte, brach die Kuh zusammen und war tot. Nun, die Rationalisten werden überlegen lächeln und werden sagen, daß man nach der Wahrscheinlichkeit ausrechnen könne, daß das immer einmal wieder eintreten müsse. Viele Kühe sterben, viele Kühe werden gepfändet. Also warum soll nicht einmal eine Kuh sterben in dem Augenblick, in dem sie gepfändet wird? Aber ihr Lächeln hat etwas Oahles und Verzerrtes. Sie befinden sich in der age der falschen Propheten, die fühlen, daß sie vor der Entlarvung stehen. Tatsächlich, niemand glaubt ihnen mehr. Nichts ist aufschlußreicher, als daß die Nachricht vom Tode der Kuh in Strzalkow durch alle Gazetten der Welt gegangen ist. Sie stand unter „Vermischtes", der eigentlich mystischen Rubrik des Weltgeschehens. Wir alle haben das Empfinden, daß die Pfändung einer Kuh eine ruchlose Tat ist. Wir wollen nichts davon wissen, daß die Kuh an Zufall gestorben ist. Wie ziehen es vor, zu glauben, daß sie an der Ruchlosigkeit gestorben ist. Und niemand von uns würde die Geschichte auch nur das kleinste bißchen überraschender finden, wenn statt der Kuh der Gerichtsvollzieher tot zu Boden gestürzt wäre. Es kommt nicht auf die Beweise an. Es kommt darauf an, welche Beweise geglaubt werden. Die magischen Zusammenhänge haben etwas, was den Menschen leichter einnimmt, als die rationalen Zusammenhänge. Geister sterben da nicht aus, wo an sie geglaubt wird. Freilich, warum die Menschen von irgendeinem Augenblick an lieber an das eine als an das andere glauben, das ist eines der Geheimnisse des Weltgeistes, das nicht einmal die Magier ,)u erklären vermögen, geschweige denn die Rationalisten. Seltsame Welt. Von Sans 3. Wagenseil. Von den tausend Kriegsandenken des Londoner Kviegsmuseums ist eines der merkwürdigsten das sogenannte „S chränkchen von Le Cateau . Nahezu vier Jahre lang hielt sich in diesem Schränkchen, das in einem von deutschen Truppen besetzten Haus stand, ein englischer Soldat verborgen, wobei ihn die in dem Hause wohnende Französin heimlich mit Esten versorgte. Während des Weltkrieges gelang es Hunderten von Frauen, als Soldaten verkleidet, an die Front zu gelangen, und ihr wahres Geschlecht verborgen zu halten, bis sie verwundet wurden ober fielen. Deutschland zählte 421 solcher Amazonen, von denen eine das Eiserne Kreuz für eine so tapfere Kampfhanblung erhielt, daß sie es auch nach ihrer Entlarvung weitertragen durfte. Vor einem Jahrhundert galt der Freit a g in England für einen derartigen Ungluckstag, daß die Admiralität beschloß, diesen Aberglauben durch den Bau eines „Freitag-Schiffes" auszurotten. Freitag war der Tag, an dem feine Kiellegung erfolgte, und der Tag seines Stapellaufs. Freitag war sein Name und der Name seines Kapitäns. An einem Freitag stach es in See ... Und nie wieder hat man etwas von ihm gehört. * Die umwälzendste Neuentdeckung, die auf dieser Welt gemacht wurde, war nicht die des Gebrauchs des Feuers, die des Rades ober ber Schrift, fonbern die Entbeckung von ber Nutzbarmachung des Pflanzensamens. Sie führte zum Ackerbau und befreite die Menschheit von ber Notwenbigkeit ununterbrochener Nahrungssuche. * Da bie Dattelfrüchte nur auf weiblichen Dattelpalmen wachsen, treffen in ben arabischen Dattelhainen oft an bie taufenb weibliche Bäume auf einen männlichen. Die weiblichen Bäume werben von ben Eingeborenen künstlich befruchtet, inbetn sie auf ihnen hinaufklettern unb Blütenstaub über die blühenben Dolben ausstreuen. * Auf ben Philippinen wirb fast alle Feldarbeit mit Musikbegleitung getan. Die Musiker gehen hinter den Arbeitern her, und alle Handgriffe klingen rhythmisch mit ber Musik zusammen, ein für ben Fremben oerblüffenber Anblick. * Gemäß den mathematischen Wahrscheinlichkeitsberechnungen belaufen sich bie Aussichten, von einem Blitzschlag getötet zu werben, auf etwa 7000 zu 1 bei einer siebzigjährigen burchschnittlichen Lebensdauer unb nur 500 000 zu 1 im Verlauf eines Jahres. Aber die Blitze hielten sich, was Herrn Caesar Beltrarn aus Lyon betrifft, nicht an diese Abmachung. Monsieur Beltrarn wurde nicht weniger als fünfmal vom Blitz getroffen, ehe er starb — unb zwar an einer Lungenentzünbung, nicht etwa infolge eines Blitzschlags. * Der luxuriöseste Palast ber Welt ist bas „Schloß ber Winbe" in Jaipur (Indien). Dieser richtige Marmorbau enthält jebe nur erbenkliche Bequemlichkeit unb bem Vergnügen bienende Einrichtung. Seinen Namen hat es daher, daß an jedem der 3462 Fenster freischwebende Musikinstrumente so angebracht sind, daß sie im Zugwind singen. * Eines der romantischsten Denkmäler der Welt ist die „Quelle der Tränen" in Bakhschiserai in Rußland. Von einem Tartarenkhan zum Zeichen der Trauer anläßlich des Todes einer gefangenen polnischen Prinzessin errichtet, hat eg in den letzten dreihundert Jahren jebe Minute eine Träne — nämlich einen Wassertropfen vergossen. * Eine ber größten Ehrungen, die wohl je einem Hunde widerfahren ist, wurde dem kleinen Draht- h a a r t e r r i e r „Cäsar" zuteil. Dieser Lieblingshund Eduards VII. von England durfte bei der Beisetzung seines Herrn unmittelbar hinter bem Sarg einhergehen und genoß so ben Vortritt vor neun Königen unb Prinzen aus fast allen Länbern der Erde. Der boshafte Arahms. Der Musiker Johannes Brahms befand sich häufig und gern in Gesellschaft einiger weniger guter Freunde unb erwies sich bann in der Unterhaltung durchaus nicht als Griesgram. Auf größeren Gesellschaften, bei denen ihm unsympathische Gäste zugegen waren, konnte jedoch leicht der „böse Geist" über ihn kommen. Brahms war dann mißgestimmt, und man mußte immer auf Ueberraschungen von seiner Seite gefaßt sein. Auch seine besten Freunde blieben bann von seinem Spott nicht verschont. Auf einem solchen Abend soll sich der Komponist einmal von der Hausfrau, die er selber sehr schätzte, mit den Worten verabschiedet haben: „Wenn ich jemand aus der Gesellschaft zu beleidigen vergessen haben sollte, bitte ich, mich zu entschuldigen." Zeitschriften. — Soeben kommt im Propyläen-Verlag, Berlin, das erste Heft der „K u n st k a m m e r" heraus, einer illustrierten Monatsschrift, bie vorn Präsidenten ber Reichskammer ber bildenden Künste herausgegeben wirb. In ber „Kunstkammer" erscheinen die amtlichen Mitteilungen für die Mitglieder der Reichs- kammer, aber bie Zeitschrift will weit darüber hinaus dem ganzen Volk Mittler deutscher Kunst sein. 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Januar. Oer Oßwaldsgarten 4. düng findet. Es ist schon öfters behauptet worden, daß es eine Kl-aufel gäbe, wonach der Garten als freier Platz erhalten werden müßte; in dem Kaufvertrag von 1842 befindet sich eine solche Klausel nicht; sie könnte sich also nur auf den Rest des Gartens, d. h. auf den 1854 geschaffenen Vergnügungsplatz beziehen und dann erst um diese Zeit aufgekommen sein; um diese Zeit aber hatten die Verkäufer kein solches Recht mehr, da laut Kaufvertrag der Kaufpreis zwei Jahre nach Bestätigung des Vertrags (also 1844 oder spätestens 1845) bezahlt sein mußte und jedenfalls auch bezahlt worden war, so. daß die Stadt Gießen damit alleiniges Eigentums- und Verfügungsrecht über das Gelände hatte. Vielleicht ist der Irrtum dadurch entstanden, daß man bei Anlegung des Vergnügungsplatzes von feiten der Stadtverwaltung beschloß, den Platz beizubehalten und vor allen Dingen nicht bebauen zu lassen. In einem Führer durch Gießen aus dem Jahre 1844 wird das Leben und Treiben geschildert, das -Mäntel, die vor dem 1. 1. 34 auf Lager genommen waren, dem Jnventurverkauf unter* Im 82. Lebensjahre ist der frühere Gießener Orts- - - • n" i gestern verstorben. Gießener, er hatte In diesem Winter der Schicksalsgemeinschaft aller deutschen Menschen, die eben in der Saarabstim- mung eine leuchtende Bewährung gefunden hat, fühlen alle, daß die Volksgemeinschaft nie und nimmer an den Grenzen aufhört. Schicksalsgemeinfchafi heißl auch Nolgemeinfchaft. Und auch deutsche Rot hört nicht an den Grenzen auf Vielleicht ist sie jenseits der Grenzen noch härter und strenger, sicher aber schwerer zu ertragen, wenn nicht die auf sich selbst gestellten Volksgenossen draußen die Zuversicht der ganzen Ration lindernd und helfend hinter sich spürten. Wie die zahlreichen Gruppen der Deutschen im Ausland für das Winterhilfswerk des Mutterlandes eingetreten sich gelegentlich eines „Vieh- und Krämermarktes" bei Oßwaldsgarten (damals also noch wirklich Garten!) von der Neustadt bis jenseits der Lahn ab- sprelte; diesseits war nur Auftrieb von Großvieh, jenseits der Schweine- und Krammarkt; zur Illustrierung wird erwähnt, daß von den 8 Märkten des Jahres 1839 aufgetrieben waren 752 Pferde, 68 Fohlen, 7903 Ochsen, 2171 Kühe, 1049 Rinder und 14 407 Schweinen der Krammarkt hatte mehr den Charakter einer Messe; man kann sich also vorstellen, wie es auf Oßwaldsgarten nach 1854 her- P. H. stellt werden. . 3. Der Jnventurverkauf in Pelzwaren darf tn den Zeitungsanzeigen nur ohne Preisangabe angezeigt werden. ~ . ' Pelzwaren, die hiernach dem Jnventurverkauf unterstellt werden dürfen, müssen in den Schaufenstern getrennt von den anderen, nicht zugelassenen Waren gezeigt werden. gen bei den betreffenden Gewerbetreibenden, führen In dem Artikel muß im vierten Absatz der dritte Satz richtig wie folgt lauten: „Künftig werden sie es nur noch bis zu einem Jahresbetrag von 6000 Mark sein, zumal die Umsätze der Gewerbetreibenden und Handwerker nur steuerfrei sind, wenn die Steuer für das Kalenderjahr nicht mehr als 20 Mark beträgt (dies entspricht im allgemeinen einem Jahresumsatz von 1000 Mark)." Infektionskrankheiten in Stadt und Kreis Gießen. Zahlreiche Fälle von Infektionskrankheiten sind im Verlaufe der letzten Wochen in der Stadt und im Kreise Gießen aufgetreten. Es handelt sich dabei um Scharlach und Diphtherie, in den meisten Fallen aber um Grippe. Nach dem heutigen Stand der Dinge sind die Scharlach- und Diphtherie-Erkrankungen bereits wesentlich zurückqegangen und, nach allen Anzeichen, auch weiterhin im Abflauen begriffen; außerdem sind die Scharlachfälle durchweg leichter Art gewesen. Die Grippe verläuft in allen Fällen ebenfalls gutartig. Sowohl in der Stadt, als auch im Kreise Gießen liegen zwar viele Personen auf dem Krankenbett, es mußten auch m einigen Orten die Schulen geschlossen werden, jedoch ist, in der Gesamtheit gesehen, zu irgendwelchen Beunruhigungen der Bevölkerung nicht der geringste Anlaß vorhanden. Polizeibericht. Unsittliches Verhalten eines jungen Mannes im Stadlwald. genommen haben, ebenfalls ersucht, sich auf Zimmer 69 der Kriminalpolizeistelle Gießen einzufinden. Keine Post ohne Wohlfahrtsbriefmarke. Deine Briefpost trage als Zeichen der Volks- Verbundenheit das Postwertzeichen der Wohlfahrtsbriefmarke! Wir ehren diS Arbeit — daher das Markenbild der deutschen Berufsstände; wir lindern die Not — daher der Wohlfahrtsaufschlag auf jede Marke. Schöner und schlichter können wir unsere Einheit nicht bekunden! Auch im Zeichen der deutschen Wohlfahrtsbriefmarke liegt ein Bekennen 3 um Wohle des Volksganzen für das Glück eines Volkes! Die Marken find außerpostalisch zu beziehen durch die NS.-Volkswohlfahrt, deren Kreisamtsleitungen, Ortsgruppen, Block- und Zellenwarte und durch die übrigen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege. Daten für den 27. Januar. 1756: Der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg geboren (gestorben 1791); — 1786: der preußische Reitergeneral Hans Joachim von Ziethen in Berlin gestorben (geboren 1699); — 1814: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Berlin gestorben (geboren 1762); — 1859: Wilhelm II., ehemaliger deutscher Kaiser, in Berlin geboren; —- 1883: der Ingenieur und Nationalsozialist Gottfried Feder in Würzburg geboren; — 1901: der italienische Komponist Giuseppe Verdi in Mailand gestorben (geboren 1813). Gießener Wochenmarktpreise. gerichtsvorsteher Friedrich L e o gestern verstorben. Der Entschlafene war ein alter Gießener er hatte das hiesige Gymnasium besucht, dann als Kaufmann in der rüheren Lackfabrik von Zurbuch gelernt als Soldat beim Gießener Infanterie-Regiment 116 gedient und sich dann bei einer Großhandelsfirma m München in einer Vertrauensstelle betätigt. Im Jahre 1883 kehrte er nach Gießen zurück, wo er auf dem Seltersweg ein größeres Kolonialwarengeschaft eröffnete. Nachdem er erst als Ortsgerichtsmann im Gießener Ortsgericht mitgewirkt hatte wurde er im Jahre 1920 zum Ortsgerichtsvorsteher berufen. Dieses Amt legte er Ende November 1933 wegen seines hohen Alters und mangelnder Gesundheit nieder. Der Heimgegangene zeichnete sich zeitlebens durch größte Gewissenhaftigkeit bei der Erfüllung seiner Obliegenheiten, durch stete Hilfsbereitschaft in dem Amt/des Ortsgerichtsvorstehers und durchJem verbindliches Wesen aus. Mit seiner oberhesstschen Heimat fühlte er sich allezeit m engster Weise verbunden. Das Andenken an diesen M/inn der überall hohe Wertschätzung genoß, wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren fortleben. ~ Gottesdienst am Jahrestag Zieste im Jnventurverkauf. Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist ausdrücklich darauf hin, daß Reste, angestaubte, angeschmutzte Ware usw. im Jnventurverkauf nur gebracht werden dürfen, wenn die betreffenden Stoffe oder Artikel nicht unter die bekannte Verbotsliste fallen. Oie Gießener Biehmärkie im Jahre 1935. Im Laufe des Jahres 1935 finden in Gießen folgende Viehmärkte statt: .. Zucht- und Nutzviehmarkte: 5 und 19 Februar; 5. und 19. März; 2., 16. und 30. April; 14. und 28. Mai; 12. (Mittwoch), und 25 Juni; 9. und 23. Juli; 6. und 20. August; 3. und 17 September; 1., 15. und 29. Oktober; 12. und 26 November- 10. Dezember. Die Märkte finden, sofern nichts anderes bemerkt ist, jeweils Dienstags auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof statt. S ch w e i n e m ä r 11 e: 20. Februar; 20 Marz; 17 April; 29. Mai; 26. Juni; 24. Juli; 21. August; 18. September; 30. Oktober; 27. November; 11. Dezember (wie üblich jeweils am Mittwoch). Markt- ffätte ist der Viehmarktplatz am Güterbahnhof. Pferdemärkte werden am Mittwoch, dem 3. April, und am Mittwoch, dem 9. Oktober, auf den Marktanlagen an der Rodheimer Straße (hinter dem Städtischen Schlachthof) durchgefuhrt. Der Ziegenmarkt wird am Mittwoch, oem 4. September, auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof abgehalten. Oie Umsatzsteuer im Jahre 1935. Der in Nr. 16 des „Gießener Anzeigers" vom 19. Januar (viertes Blatt) auf der ^nberfette „Zeitfragen des Mittelstandes" veröffentlichte Artikel: „Die Umsatzsteuer im Jahre 1935 enthält eine Unrichtigkeit, die zu falschen Hoffnun- der Machtübernahme. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat an die Evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände folgende Verfügungi erlasien. „Anläßlich des Jahrestages der Berufung u s^ res Führers zum Kanzler des Deutschen Reiche findet in allen Kirchen am Mittwoch, 30. ^nuar, 20 Uhr, ein Gottesdienst statt, tn dem der B deutuna des Tages als der Geburtsstunde des Dritten Reiches gedacht wird. DieGotteshäuser un sonstigen kirchlichen Gebäude sind an diesem Tag zu flaggen." Inventurverkauf in pelzwaren Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist darauf hin, daß in ihrem Kammerbezirk m.bet Pelzwarenbranche der Jnventurverkauf nur unter folgenden Bedingungen zulässig ist: 1. Felle, Füchse und Pelzgalanteriewaren dürfen dem Jnventurverkauf überhaupt nicht unter» 2. Von benanberen auf Lager befindlichen Waren dürfen nur Klange Damenpelzmantel unbeschränkt und solche Damenpelzjacken und Nach dem Tode Oßwalds (anfangs 1842) verkauften die Erben das ganze Anwesen, nämlich 212,50 Quadratmeter Haus mit Hofraum und Nebenbau sowie 16 793,75 Quadratmeter Gartenland (das Wallstück 1. Klasse), am 11. Oktober 1842 an die Stadt Gießen. Das Wohnhaus wurde als Schulhaus eingerichtet und von 1846 bis 1848 der Realschule eingeräurht; 1848 riß man es nieder und baute auf den Fundamenten ein neues Schulhaus auf, das 1849 von der Höheren Mädchenschule bezogen wurde, die bis 1880 darin verblieb; dann diente es der Stadtmädchenschule, der Stadtknabenschule, der Aliceschule und schließlich wieder der Stadtknabenschule als Unterkunft; das Haus steht heute noch und enthält einen Stein mit der Angabe W. O. 1808. Der Garten selbst wurde, ebenso wie die anliegenden Gärten, mit der Zeit immer kleiner, da man Gelände für Schulbauten und neue Straßenzüge abgab. Der Rest wurde 1854 zum Fest- und Jahrmarktsplatz umgewandelt, nachdem der Bahnhof, der bis dahin am Neustadter Tor provisorisch angelegt war — eine Treppe führte zu der Straße hinab — nach seinem jetzigen Standort verlegt worden war; jedoch hat sich der Name „Oßwalds Garten" bis auf den heutigen Tag erhalten. Zur Abhaltung von größeren Festlichkeiten ist der Platz aber zu klein geworden, so daß er nur noch für Märkte und kleinere Schaustellungen Derwen- sind und mit ihren Gaben ein schönes Bekenntnis zur Heimat abgelegt haben, so wollen wir uns im Zeichen der Kornblume zu ihnen bekennen. Darum hat sich der Treuhänder des Außenvolkstums, der Volksbund für das Deutschtum im Ausland, in den Dienst eines Opfertages für das Winterhilfswerk gestellt und verkauft am 2 6. Januar durch seine Mitglieder im Rahmen des deutschen Winterhilfswerkes die blaue Kornblume, das alte Kämpferzeichen der volksdeutschen Bewegung. Auch im Kampfe gegen Hunger und Kalte wird sich die Schicksalsgemeinschaft durch Opfer und Treue bewähren. Aus der Provinzialhauptstadt. Die täglichen Pflichten. Nicht ohne Grund spricht man von dem Kreis täglicher Pflichten. Sie kehren stets wieder. Kommen noch einige zu den gewohnten hinzu, dann wird der Kreis, oder mindestens fein Durchmesser ‘ größer. Vielleicht wissen nur wenige Menschen, die ’ eingesponnen in ihrem Pflichtenkreis leben, welches I Glücks sie teilhaftig werden. Ihr Leben hat Sinn 1 unb Ziel — burch nichts anderes, als eben durch die Pflichten. Eine Mutter, die eine große Kinderschar zu betreuen hat, kennt kaum den Begriff Langweile. Ununterbrochen ist sie mit ihrem Denken und ihrer Körperkraft in Anspruch genommen. Jede freie Minute muß sie sich erkämpfen, und daher wird sie ihr um so wertvoller. So bleibt sie mit ihren Kindern jung. Erst wenn sie merkt, daß sie den Ihrigen nicht mehr notwendig ist, hätte sie Zeit für sich, für ihre Person. Aber da ihre Pflichten aufgehört haben, bedeuten ihr die Minuten, die jetzt sich zu Stunden dehnen, nichts Wesentliches mehr. Wenn sich viele Mütter in vorgerückten Jahren nach der Jugend zurücksehnen, so befällt sie vor allem der Schmerz um den Verlust der Pflichten, die mit der Jugend nun einmal verbunden find. Hat je ein Mensch um verlorene Zerstreuungen, um vergessenes Vergnügen getrauert? Man braucht ja nur den Berichten derjenigen zu lauschen, die vieles geleistet haben, und man wird die sich stets wiederholende Klage vernehmen, daß sie früher, in vergangenen Zeiten, schaffen konnten, was ihnen jetzt leider unmöglich geworden ist, weil Krankheit oder Alter sie daran hindern. Unsere Pflichten verlangen, daß wir sie ernst nehmen, daß sie uns sogar heilig sind. Vergessene Pflicht ist etwas, das sich zu rächen bestrebt ist. Ein Angestellter hat einmal die ihm aufgetragene Pflicht verabsäumt, er hat die Läden der Schränke nicht verschlossen, in denen sich wichtige Papiere befanden. Niemand hat es bemerkt, schon atmet er erleichtert auf. Dann jedoch sind Unbefugte von dem Inhalt wesentlicher Schriftstücke unterrichtet. Woher wisfen sie das?, wird allenthalben gefragt, geflüstert. Jener Angestellte hat den Verdacht, daß sie sich während der kurzen Spanne damit vertraut gemacht haben, in der die Läden unverschlossen geblieben waren. Furcht peinigt ihn. Fortgesetzt wird er von dem Gedanken verfolgt. Seine Arbeit beginnt, darunter zu leiden, und sehr bald wird das als Unaufmerksamkeit ausgelegt, was in Wirklichkeit die bohrende Angst um feine verletzte Pflicht war. Oder nehmen wir eine Mutter. Sie hat sich für den Nachmittag einen Besuch bei einer Freundin vorgenommen. Ihr Sohn kommt aus der Schule und klagt über Halsschmerzen. Wohl weiß die Mutter genau, was sie jetzt zu tun hätte. Doch in diesem einen Falle vergißt sie ihre Pflicht. „Es wird schon nicht so schlimm sein", damit tröstet sie sich. Aber, als sie nach Hause kommt, ist es sehr schlimm. Das Kind hat Fiebern der Arzt muß sofort gerufen werden. Viele Nächte verbringt die Mutter am Bett ihres kranken Kindes, gepeinigt von feinen Schmerzen, die sie ihrer Meinung nach verschuldet hat. Pflichten find das Herrlichste, was das Leben zu geben vermag! Wir sollten sie tief in unser Herz schließen, sie lieben und hochhalten. Man kann deshalb auch einmal über die große Menge unserer Pflichten stöhnen. Wer täte das nicht! Aber in den Klageruf mischt sich doch der Stolz darüber, daß unser Geschick gnädig mit uns verfahren ist und uns eine so große Pflichtenlast aufgeburbet hat. Wir müssen uns jeden Tag aufs neue vornehmen, das, was wir tun sollen, so gut zu machen, wie unsere Kräfte es erlauben. Niemüls auch nur um einen Deut schlechter. Nie sollte man glauben, bafe Undank unser Lohn sein wird. Die täglichen Pflichten sind die Wegbereiter für das glückliche Leben in der Jugend und für die Zuversicht beim Herannahen des Alters. Klugheit, Voraussicht und zäher Fleiß sind Eigenschaften, die im unmittelbaren Gefolge der täglichen Pflichten einherwandern. Zu- ammenqefaßt sind sie es, die unser Leben reich machen. Wehe dem Menschen, der keine tauchen Pflichten kennt. Größere Harten konnte das Schicksal ihm nicht auferlegen. i5ChUe Orisqerichtsvorsteher Leo t- 4- Tageskalender für Samstagt NSLB. Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Mäd- chenerziehung. Technische Fächer: 15.30 Uhr in der Mädchen-Berufsschule, Kirchstraße 16: Vortrag von Frl. Gros und Frl. Westphal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". — Aftoria-Llcht- piele, Seltersweg: „Heldentum und Todeskampf unserer Emden". — Oberhesfischer Kunstverein: 17 Uhr: 2. Führung durch die Ausstellung. — Tageskalender für Sonntagt Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr: „Das Land des Lächelns". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasquita". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Helden- tum und Todeskampf unserer Emden". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15: „Kampf um Kraft (nur für Kraftfahrer). — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13: 1. Jahres- Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Sonntag, 27. Januar, 19.15 Uhr zum letzten Mal die romantische Operette: „Das Land des Lächelns" von Franz Lehar; Leitung: Hub — Cuje — Bäulke. — Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, die Biedermeieroperette „Die vier Schlaumeier" von Walter W. Götze; Leitung hat Hub — Cuje — Bäulke. — Mittwoch, 30. Januar, zur Feier des Tages der Machtübernahme Sondervorstellung für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine Gießen (AMRG.) das Drama „Der König", von Hermann von Bötticher; Spielleitung Kurt Lüpke. Anfang 19.30 Uhr. Die für diesen Tag fällige Vorstellung des Mittwoch-Abonnements fällt aus. — Donnerstag, 31. Januar, geschloffene Vorstellung für die NS.- Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, das Lustspiel „Was ihr wollt" von Shakespeare; Spiellei- tung der Intendant. Beginn 20 Uhr. — Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, Wiederholung „Die vier Schlaumeier", Biedermeier-Operette von Goetze. — Samstag, 2. Februar, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Buhne, Wiederholung des Lustspiels „Was ihr wollt" von Shakespeare: Beginn 20 Uhr. * ♦* 25 Jahre im Dienste der Stadt Gießen. Am heutigen Samstag kann der städtische Marktmeister und Hilfspfandmeister Karl Schneider auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Stadt Gießen zurückblicken. Herr Schneider, der sich bei seinen Vorgesetzten und Arbeitskameraden, aber auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft großer Wertschätzung erfreut, hat sich nicht nur durch seine gewissenhafte Pflichterfüllung im Amt, sondern auch durch seine von vorbildlichem Gemeinsinn geleitete Mitwirkung im Verein für christliche Musik, z. B. beim Maienblasen und bei der Bereicherung von Gottesdiensten, um die Gemeinschaft unserer Bevölkerung in hohem ! Maße verdient gemacht. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 27. Januar, begeht Herr Adam Koch in Gießen, Am Riegelpfad 26, in geistiger ’ und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist schon seit über 40 Jahre treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am kommenden Montag, 28. Januar, begeht Frau Kath. Nicolai, Frankfurter Straße 159 wohnhaft, ihren 75jährigen Geburtstag. ** Eine Siebzigjährige. Frau Minna Thon, geb. Zimmerschied, begeht am morgigen Sonntag, 27. Januar, in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. ** Der morgige Abendgottesdienst in der Jobanneskirche. Die vierte musikalische Abendfeier, die morgen um 17 Uhr in der Jcchanneskirche stattkindet, ist ganz auf Johann Sebastian Bach eingestellt. Organist Nebeling wird Fuge in O-Moll, Aria, außerdem Toccata, Adagio, Fuge in C-Dur, dieses bedeutendsten aller Kirchenmusiker der evangelischen Kirche barbieten. Gemeindegesang, Schriftlesung und eine Ansprache von Pfarrer Bechtvlsheimer werden zwischen dis Orgelwerke eingegliedert werden. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Verheiratet war G. W. O ß w a l d mit Charlotte ging. Krebs, einer Tochter des Rentamtmanns Krebs.' Nach einem Bericht im „Gießener Anzeiger Nr 18 vom 22. Januar soll der Oßwaldsgarten zu । einem Aufmarsch- und Kundgebungsplatz der Gie- i ßener SA. umgestaltet werden und auch einen entsprechenden Namen erhalten. Mit dem Wegfall der jetzigen Bezeichnung verschwindet die nominelle Erinnerung an ein Stück aus Gießens Vergangenheit. Daher dürfte wohl eine geschichtliche Auffrischung angebracht sein. Die Familie O ß w a 1 d (nicht Oswald) gehört zu den alteingesessenen Familien der Stadt und ist mit vielen ebenjo alten Familien, z. B. Wormser, Sauer, Kempf, Maus, Oeser u. a. verwandt. Unter den Vorfahren ragt der Bürgermeister Johannes O ß w a 1 d (geboren 1620, gestorben 1689) hervor, der auch als Ratsherr 1671 den Anlaß zum Bau des großen städtischen Brauhauses (hinter dem Cafe Ebel; Gedenkstein in her Sandgasse gegenüber ßöbers Hof) gab. Den Oßwaldsgarten aber hat der Universitätsökonom Hofkammerrat Gottlieb Wilhelm O ß w a l d (geboren 1770, gestorben 1842) geschaffen. Als Gießen noch Festung war, durfte nicht bis an den Wall heran gebaut werden; daher lagen an diesem meistens Gärten und stellenweise Wiesen, so z. B. am Neustädter Tor (an der Nordseite der unteren Neustadt) die Gärten von Masson und Lyncker; diese kaufte G. W. O ß w a l d an. Nachdem 1805 die Schleifung der Festungswerke beschlossen war und die Bürger zur Mitarbeit an der Niederlegung der Wälle, Schanzen usw. und dem Auffüllen des Grabens aufgefordert wurden, wobei das so gewonnene Gelände ihr Eigentum werden sollte, gab der begüterte G. W. Oßwald, der die $lanierungsarbeüen in großem Stile ausführen ließ, auf diese Weise seinem Garten eine gewaltige Ausdehnung. Zulegt umfaßte der Besitz rund 17 000 Quadratmeter; er war — nach den heutigen Verhältnissen — begrenzt von der Wetzsteinstraße (die damals noch nicht existierte) im Norden, einer Verbindungslinie zwischen dem Schnittpunkt Wetzsteinstraße-Wetzsteingasse (die damals Hintergasse hieß) und dem Schnittpunkt Neustadt-Kirchstraße (die damals noch nicht existierte) im Osten und dem Teil der Neustadt von letzterem Schnittpunkt ab im Süden; im Westen gehörte der heutige Werner-Wall von der Neustadt bis zur Wetzsteinstraße zum Teil, nämlich bis an .den Schorgraben, der von dem Festungsgraden übrig blieb, dazu. Mitten darin erbaute sich Oßwald auf den Resten einer Schanze, die er mit Bäumen bepflanzte, ein Wohnhaus im Jahre 1808; es hatte 1840 im Adreßbuch die Bezeichnung Hmter- qaffe Litera A Nummer 40 und war das letzte Haus dieser Straße, die mit einem Eingang in den Garten endigte; ein zweites Gartentor befand sich an der Neustadt. Bis zum Asterweg schlossen sich die Gärten von Realschullehrer Stein (Wohnung Hintergasse 36), Physikus Dr. Weber (Hintergase 39), Geh. Medizinalrat Dr. Nebel (jpater Dr. P 1 o ch, Asterweg 83) und Regierungsrat Ebel 1 Witwe (später Klingelhoffer, Asterweg 90) an. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: Am 24. Januar, gegen 16.30 Uhr, wurde eine Frau, die mit einem Kinde im „Nizza" spazieren amg ' von einem Manne, der sich am Waldrande ausgestellt hatte, in unsittlicher Weise belästigt. Der Täter entfernte sich nach der Tat auf feinem Fahrrade, wurde aber von einem anderen Manne, der den Vorgang beobachtet hatte, verfolgt, der dann später seine Festnahme veranlaßte. Die betreffende Frau wird ersucht, zur Bestätigung des Vorfalles bei der Kriminalpolizeistelle, Zimmer 69, vorzufprechen. Da der Täter nach feinen eigenen Angaben auch im vergangenen Jahre wiederholt Frauen in der gleichen Weife gegenübergetreten ist, werden diese, wenn sie an dem Verhalten des Mannes Aergernis * Gießen, 26. Jan. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Gier, frische 11 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, ausländische 10 bis 13, Wirsing (gelb), das Pfund 10, (grün) 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 16, Birnen 10 bis 12, Nüsse 30 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. Vornokizen. ** Oberhessischer Kun st verein. Am heutigen Samstag findet eine zweite Führung durch die Ausstellung statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Städtische Brennholzversteige- rungen finden am Dienstag, Mittwoch und Frei- tag kommender Woche statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei rr- sichtlich. **DieFeuerwehrhilft. Durch den starken Sturm am gestrigen Abend war auf der Landstraße nach Lich in der Höhe der dritten Schneise eine starke Tanne umgestürzt und quer über die Landstraße ae- sallen. Zur Beseitigung des Verkehrshindernisses wurde die Feuerwache gerufen, die den mächtigen Stamm zersägte und das Holz an die Seite der Straße schaffte. **„Die Frage der Berufswahl". Zu der Mitteilung unter dieser Ueberschrift in unserer gestrigen Ausgabe ist berichtigend zu bemerken, daß die Sprechstunden der Geschäftsstelle der Berufshauptgruppen in der Deutschen Arbeitsfront nicht am Dienstag und Freitag find, sondern Donnerstag von 16 bis 19 Uhr abgehalten werden. Die kurze Notiz über Sprechstunden der Deutschen DrbeNsTNmr m «nfcrer gefttiyen Arrsgnve Ist hinfällig, da sich diese Mitteilung nur auf die vorerwähnte Geschäftsstelle der Berufshauptgruppen bezog. ** Saubere Abstempelung von Post - wertzeichen für Sammlerzwecke. Aus Kreisen der Markensammler wird bei der Reichspost häufig der Wunsch geäußert, die Postwertzeichen möglichst leicht und sauber abzustempeln. Im allgemeinen lassen sich solche Wünsche im Postbetrieb schwer erfüllen. Jetzt hat der Reichspostminister aber angeordnet, daß die Sendungen mit Marken, die für Sammlungen bestimmt sind und saubere Stempelabdrucke erhalten sollen, besonders behandelt werden. Sie müssen in einem Umschlag am Postschalter abgegeben werden, auf dem vermerkt ist, daß besonders sorgfältige Entwertung der Marken gewünscht wird. Diese Sonderbehandlung ist vorläufig versuchsweise eingeführt worden. ** Der Obst- und Gartenbau verein Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die für Januar vorgesehene Versammlung ausfällt. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam ge- macht. Die Lehrlingsausbildung in kaufmännischen Betrieben. Neue Maßnahmen ab Ostern 1935. Um geeigneten Nachwuchs in den kaufmännischen Betrieben zu schaffen und die mannigfachen Uebel- stände in der praktischen Lehrlingsausbildung zu beseitigen, ist eine grundlegende Reform notwendig geworden, wie auf der vom Hauptausschuß für Berufserziehung veranstalteten Tagung der Prüfungsausschüsse im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet festgestellt worden ist. Es handelt sich darum, eine sorgfältigere Auswahl der Lehrlinge herbeizuführen, die Einstellung übermäßig vieler Lehrlinge und ihre Auswertung als billige Arbeitskräfte zu verhüten und ferner dafür Sorge zu tragen, daß keine einseitige Ausbildung erfolgt oder die Lehrlinge auf einen Platz kommen, der seiner ganzen Struktur nach von vornherein als vollkommen ungeeignet erscheint. Es sind deshalb folgende Maßnahmen vorgesehen, nach denen a b Ostern 1935 die Lehrlingsausbildung in den kaufmännischen Betrieben im ganzen rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet vor sich gehen soll: 1. Einschaltung der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung vor Abschluß des Lehrvertrages; 2. Schaffung eines einheitlichen Lehrvertrags, der im ganzen rhein - mainifchen Wirtschaftsgebiet Gültigkeit hat; 3. Anlegen von Lehrtingsrollen; 4. Einrichtung von Lehrlingsüberwachungsstellen; 5. Aufstellung von Ausbildungsrichtlinien für die einzelnen Geschäftszweige; 6. Einsetzung von Lehrlingswarten in großen, unübersichtlichen Betrieben; 7. ein Lehrlingsbuch, das vom Lehrling selbst geführt wird und auf Grund dessen sich die Prüfungsausschüsse vergewissern können, ob der Lehrling auch tatsächlich praktisch und folgerichtig ausgebildet wurde; 8. Ausschaltung ungeeigneter Betriebe und Haftung für versäumte Ausbildungspflichten. Die Lehrlingsrollen, denen eine große Bedeutung zukommt, sollen zweckmäßigerweise bei den einzelnen Industrie- und Handelskammern geführt werden. Da aber alle Schulungs- und Erziehungsrichtlinien ohne ständige Kontrolle nur bedingten Wert besitzen, sind die vorgesehenen L e h r • lingsüberwachungs st eklen nicht minder wichtig. Sie werden auf paritätischer Grundlage aus je einem Betriebsführer, Angestellten und Diplomhandelslehrer gebildet und verbürgen so in engstem Zusammenwirken mit den Industrie- und Handelskammern als Regionalstellen der Wirtschaft eine umsichtige, gewissenhafte Tätigkeit und sichern dadurch die Durchführung der in dem neuen Lehrvertrag vorgesehenen Maßnahmen unter genauer Beachtung der Richtlinien für die einzelnen Geschäftszweige, wie Großhandel, Einzelhandel, Industrie, Banken und Sparkassen sowie des Verkehrsgewerbes in allen Städten und größeren Orten des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes. Das ist in kurzen Zügen die vom Hauptausfchuß für Berufserziehung in Gemeinschaft mit der Deutschen A r b e i t s f r o n t, G a u Hessen- Nassau, geschaffene neue Grundlage, nach der die kaufmännische Lehrlingsausbildung ab Ostern in Gang gesetzt werden soll, um eine wirkliche praktische Ausbildung zu gewährleisten. Es besteht die feste Zuversicht, daß in einigen Jahren ein ganz anderer befähigterer Nachwuchs herangebildet ist, als dies bisher der Fall gewesen war. M „Soeben" und „Vreslau" im Mttelmeer. Kapitän zur See a. D. Madlung erzählt. In der Neuen Aula der Universität sprach gestern abend im Rahmen der Vortrags - Gemeinschaft (Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Orts- gewerbeverem) Kommodore Rudolf Madlung, Kapitän z. See a. D., über den Durchbruch der „Goeben" und der „Breslau" durch die englische Sperrkette im Mittelmeer. Kapitän Madlung erzählte mit jener Unmittelbarkeit, wie sie allein aus der Fülle der Erlebnisse gegeben werden konnte. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Bei Ausbruch des Krieges lagen der Panzerkreuzer „Goeben" und der kleine Kreuzer „Breslau" im östlichen Mittelmeer stationiert. Die „Goeben", ein Schiff mit 25 000 Tonnen, konnte regulär 28 Seemeilen in der Stunde bewältigen, die „Breslau", 4500 Tonnen, bewältigte 27 Seemeilen. Die „Breslau" war intakt, die „Goeben" mit ihren 24 Wasferrohrkeffeln konnte jedoch nur 15 Seemeilen laufen, da eine Reihe der Wasserkessel schlecht war und nicht zu voller Leistung her» angezogen werden konnte. Man mußte sich also entschließen, die schlechten Wasserrohre auszuwechseln. Die „Goeben" litt aber noch unter einem zweiten Uebelstand: sie hatte keine Kohlen, von den sie regulär 3000 Tonnen brauchte. In der Folge berichtete der Redner davon, wie Italien in der kritischen Zeit des Kriegsausbruchs, als die Schiffe im Hafen von Messina lagen, die Kohlenabgabe verweigerte und die beiden deutschen Kriegsschiffe nur auf dem Umweg über ein deutsches Handelsschiff zu Kohlen kommen konnten. Inzwischen war der Kriegsausbruch zwischen Deutschland und Rußland gemeldet worden, und die Italiener hielten sich noch mehr zurück. Jeden Augenblick war die Kriegserklärung Frankreichs und Englands zu erwarten. Im Verlaufe der Fahrt der Schiffe durch das Mittelmeer in östlicher Richtung begegneten die beiden deutschen Schiffe einer starken englischen Flotte, die als erste feindliche Aktion die Störung eines Funkspruches von der „Goeben" zur „Breslau" vornahm. Die „Goeben" befand sich immer noch in kritischer Situation, denn die Kohlen waren knapp. Die beiden Schiffe nahmen in der Folge Kurs auf Konstantinopel. Die Engländer folgten. Die Deutschen erzwangen sich die Einfahrt durch die Dardanellen, der ihnen ursprünglich von den Türken verwehrt war. In Konstantinopel trafen die Kriegsschiffe einen deutschen Dampfer, der mit Kohlen nach Odessa bestimmt war. Der Kapitän hatte noch keine Ahnung, daß Deutschland mit Rußland im Kriege lag, da er keine Funkstation an Bord hatte. Die „Goeben" und die „Breslau" konnten nun endlich ihre Bunker füllen. Den Türken war der Besuch deutscher Kriegsschiffe in Konstantinopel nicht recht; sie mußten sich aber damit abfinden. Die Situation wandelte sich, nachdem aus taktischen Gründen die beiden deutschen Schiffe an die Türkei verkauft wurden. Gleichzeitig trat die Türkei an der deutschen Seite in den Weltkrieg ein. Zur eigenen großen lieber» raschung wurde Kapitän zur See Madlung zum türkischen Kommodore über die gesamte türkische Flotte ernannt, die aus 28 Schiffen deutscher und französischer Herkunft bestand. Im weiteren Verlaufe des Vortrages schilderte der Redner seine kriegerischen Aktionen mtt der „(Soeben" und einigen türkischen Torpedobooten im Schwarzen Meer im Kampf gegen Rußland. Im Mittelkunkt stand hier der Angriff auf russische Kriegsschiffe im Hafen von Odessa, die von dem Panzerkreuzer „(Soeben" torpediert wurden. Die Versenkung der beiden russischen Kreuzer vollzog sich sehr schnell, da die Russen (es war tiefe Nacht) an eine Gegenwehr nicht zu denken schienen. Der Redner machte im Zusammenhang damit auf schwere Fehler der russischen Kriegsführung zur See aufmerksam und erzählte insbesondere davon, wie die „(Soeben" einmal in kritischer Situation von den Russen sehr wohl hätte überwältigt werden können, wenn nicht gerade die russischen Seeoffiziere bei einer Festlichkeit an Land gewesen wären, ■■■■■■■■■ Gedenkt der hungernden Tiere! Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Rheinsranken-Rassau-hessen Fachamt Tierschutz. und — die Schlüssel zu den Munitionskammern bei sich gehabt hätten. In weiteren Ausführungen erzählte Kapitän Madlung von den Versuchen, die Angriffe russischer Schiffe auf die deutschen Stellungen zwischen Datum und Trapezunt zu unterbinden, und schließlich von dem dramatischen Abschluß dieser Aktion im Schwarzen Meer, von der Jagd russischer Einheiten auf die deutsch-türkischen Schiffe, die allerdings infolge der mangelnden Kriegskunst der Russen für diese von keinerlei Erfolg war. Zum Schlüsse erzählte der Redner noch davon, wie die Türken bei Kriegsende die Auslieferung der deutschen Truppen an die Alliierten verweigerten, sondern weiterkämpfen wollten, wenn die Alliierten auf dieser Bedingung beständen. Zur gleichen Zeit aber erklärten sich die undeutschen Vertreter bei den Waffenstillstandsverhandlungen unter all den bekannten schweren Bedingungen zur Einstellung des Kampfes bereit. Mit dem Hinweis darauf, daß Deutschland unter seinem Führer Adolf Hitler seine Ehre wiedergewonnen habe, mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und das wiedererstarkte Vaterland, schloß der Vortragende feine sehr beifällig aufgenommenen Schllderungen. * Im Zusammenhang mit diesem Vortrag sei die Tatsache vermerkt, daß drei Gießener, die heute noch in unserer Stadt ihren Berufen nachgehen, an diesen kriegerischen Aktionen der „(Soeben" im Mittelmeer teilgenommen haben. Georg Keil war als Obermatrose seit der Indienststellung der „(Soeben" auf dem Schiffe, Karl Arnold ebenfalls Obermatrose und Ludwig B e l l o f als Ober» Heizer gehörten feit dem Jahre 1913 zur Mannschaft des Panzerkreuzers. Der Vortrag ihres ehemaligen ersten Offiziers und späteren Kommandanten mag m ihnen manche Erinnerung wachgerufen haben. Die Auswahl der Landjahrpflichtigen im Kreise Wehlar. Von Mgierungsrat Or. Weiß, Wehlnr. Landjahrheime sind im Kreise Wetzlar keine neue Einrichtung mehr. In diesem Jahr aber wird der Kreis Wetzlar zum erstenmal auch selbst Landjahrpflichtige entsenden und zwar hundert Jungen und fünfzig Mädchen. Das Landjahr ist ein weiteres, ein neuntes Erziehungsjahr. Mit der Schule hat es aber nichts mehr zu tun. Wohl ist die Schule noch bei der Auswahl der Landjahrpflichtigen beteiligt, nicht aber bei ihrer Betreuung in den Landjahrheimen. Durch das Landjahr soll die Volksschulerziehung, die insbesondere in der Schulung des Verstandes und in der Uebermittlung von Lernstoff bestand, durch Charakter- und Körpererziehung und durch Einführung in die Verhältnisse des Landes ergänzt werden. Demgemäß bilden Körperschulung, Sport, Beschäftigung in der Landwirtschaft wichtige Mittel zur Erreichung der Ziele des Landjahrs. Durch strenge Ordnung und Zucht wird Körper und Geist gehärtet. Wenn auch das Landjahr nach dem Gesetz genau so wie die Volksschule von allen pflichtmäßig durchlaufen werden soll, so reichen doch in den ersten Jahren der Einführung des Landjahres die beschränkten Mittel des Staates nicht aus, die erforderliche Anzahl von Heimen zu beschaffen. Deswegen kann auch in diesem Jahr nur ein kleiner Teil der aus der Volksschule Entlassenen für das Landjahr ausgewählt werden. Maßgebend für die Auswahl ist die Frage, wer am meisten durch die bevorzugte Erziehung des Landjahres im Sinne des nationalsozialistischen Staates gefördert werden kann. Nach dieser Maßgabe müssen bei der Bestimmung der Entsendeorte und -bezirke diejenigen ausscheiden, die schon frühzeitig der nationalsozialistischen Bewegung erschlossen waren; ebenso können nicht die Kinder aus den Familien alter Kämpfer auf Berücksichtigung rechnen, solange die Zahl der Auszuwählenden noch so gering ist, wie in diesem Jahre. Anderseits aber werden "nur solche Kinder ausgewählt, die die Gewähr bieten, daß sie zu tüchtigen Kämpfern bei dem Aufbau des neuen Reiches erzogen werden können; eine gewisse Führerbefähigung soll bet ihnen vorhanden sein. Da wegen der geringen Zahl in diesem Jahre noch mannigfaltige Rücksichten genommen werden können, sollen die nicht ausgewählt werden, die bereits eine Lehrstelle oder einen anderen Arbeitsplatz nach ihrer Entlassung aus der Volksschule haben, es sei denn, daß sie schwächlich sind und der Schularzt die Kräftigung durch das Landjahr für erforderlich erachtet. Um die Vorteile der Erziehung im Landjahr-zu sichern, sollen die Landjahrpflichtigen nach Beendigung des Landjahr- Aufenthaltes weiterhin besonders gefördert werden; bei der Vermittlung von Lehrstellen sind sie zu bevorzugen. Auch für die Familien sind durch die Entsendung eines Kindes zum Landjahr Vorteile gegeben, da der Aufenthalt im Landjahrheim unentgeltlich ist; eine Entschädigung für Unterkunft und Verpflegung wird nicht verlangt. Auch sind die Landjahrpflichtigen gegen Unfälle versichert. Die Auswahl hat bereits am gestrigen Freitag begonnen. Sie wird Dienstag der nächsten Woche beendet sein. Die Auswahlkommission wird von dem Rektor oder Hauptlehrer geleitet. Ihr gehören noch der Schularzt (in der Stadt Wetzlar Dr. Rinn, in den übrigen Gemeinden der Kreisarzt), die Lehrer der Klassen, aus denen die Landjahrpflichtigen ausgewählt werden, ein Vertreter des Arbeitsamtes, ein Vertreter der NS.-Volkswohlfahrt und ein Vertreter des Jungvolks bzw. des BdM. an. Um für den Fall des Ausscheidens einzelner Pflichtiger nicht die Kommission nochmals einberufen zu müssen, wird sogleich eine kleine Reserve neben der auf die betreffende Schule entfallenden Zahl der Landjahrpflichtigen mitausgewählt. Als Entsendeort sind im Kreise bestimmt: dis Stadt Wetzlar, die Landgemeinden Wißmar, Vetzberg, Krofdorf - Gleiberg, Launsbach, Nauborn, Burgsolms, Hermannstein, Naunheim, Rodheim- Bieber, Steindorf, Frankenbach. Auch als Aufnahmekreis für Landjahrpflichtige wird der Kreis Wetzlar in diesem Jahre größere Bedeutung erlangen. Es sind bereits Gebäude in mehreren Ortschaften als Landjahrheime in Aussicht genommen. Sobald die Entscheidung hierüber gefallen ist, werden diese Gebäude bekanntgegeben. Dies dürste insbesondere die Landbevölkerung, bereit Helfer die Landjahrpflichtigen sein werden, interessieren. Oberheffen. Fertigstellung einer neuen Verbindungsstraße. Lpd. A u s d e m E b s d o r f e r (S r u n b, 24. Jan. Der für den Verkehr vom Ebsdorfer Grund nach dem Lumda tal sehr wichtige Verbindungsweg Hachborn—Ilschhausen—Allendorf ist im Laufe der letzten Monate im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes ausgebaut worden und konnte nach nunmehriger Fertigstellung feiner Bestimmung übergeben werden. Eine schlichte Feier vereinigte aus diesem Anlaß die am Ausbau der Straße tätig gewesenen Arbeiter in einer Hachborner Gastwirtschaft. Die neue Straßenverbindung wird sowohl von den Bewohnern des Lumdatales, als auch von denen des Ebsdorfer Grundes sehr begrüßt. Reichsautobahn-Vorarbeiten im Kreise Alsfeld. Das Kreisamt Alsfeld veröffentlicht die nachstehende Bekanntmachung über die Führung der Re i ch s a u t o b a h n Frankfurt-Gießen— H e r s f e l d : Nachdem die Freigabe der durch den Kreis Alsfeld führenden Teilstrecke der Reichsautobahn Frankfurt—Gießen—Hersfeld durch den Herrn Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen zur weiteren Bearbeitung erfolgt ist, wird mit den Vermessungsarbeiten im Gelände alsbald begonnen. Die Hauptlinie führt von B e r n « f e \ b zwischen Bleidenrod und B u r g G e m Ü n d e n hindurch, an Mauldach und O.der-Gleen vorüber und alsdann zwischen Angenrod und Leusel hindurch, an Reibertenrod vorüber zur Kreisgrenze. Eine Variante, die neben der Hauptlinie bearbeitet wird, führt von Bernsfeld zwischen Bleidenrod und Burg-Gemünden hindurch, nördlich an Ehringshausen vorüber und geht alsdann zwischen Zell und Romrod und zwischen Alsfeld und Altenburg hindurch über Eifa zur Kreisgrenze. Die nähere Linienführung geht aus einer Ueberfichtskarte hervor, die für die Interessenten auf dem Kreisamt Alsfeld offenliegt. Gemäß § 9 des Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens „Reichsautobahnen" vom 27. Juni 1933 bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß jeder Besitzer die das Unternehmen vorbereitenden Handlungen auf feinem Grund Und Boden geschehen lassen muß. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 25. Jan. Der Platz um unsere Kirche, der sog. Kirchhof, hat eine Veränderung erfahren. Die alten Obstbäume wurden gefällt; an ihre Stelle find Ziersträucher und Bäume in sehr geschmackvoller Weise gepflanzt worden. Die Anlage wurde von der Gemeinde mit Unterstützung der Kirchengemeinde hergestellt und hat das Dorfbild um unsere alte Kirche sehr wesentlich verschönt. — Das naßkalte Wetter der letzten Wochen und Tage hat viele unserer Einwohner an Grippe erkranken lassen. In den Schulen macht sich die Ausbreitung der Krankheit besonders bemerkbar. In mancher Klasse fehlen über 50 v. H. der Schüler. + Grünberg, 25. Jan. Im Gasthaus „Wilden Mann" fand gestern abend die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, bei der 90 Kameraden anwesend waren. Oberbrandmeister S e i f a r t eröffnete die Versammlung mit Begrüßungsworten und sprach besonders Bürgermeister Dr. M i I'b n e r für die eifrige Förderung und Unterstützung der Wehr Dank aus. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß acht Hebungen abgehalten wurden, dazu kam eine Ueberlandfahrtübung mit der Motorspritze; zu einem Brand wurde die Wehr nicht benötigt. Die Wehr beteiligte sich mit Abordnungen am Provinzialverbandstag in Bad- Nauheim und am Herbstverbandstag des Kreises Gießen in Leihgestern. Der Landesverbandstag in Frankfurt wurde vom Kommandanten besucht. Die Jahresrechnung schloß mit einem kleinen Ueberschuß ab. Oberbrandmeister Seifart gab dann Kenntnis von der Ehrung, die dem Kameraden Karl Jäckel VI. zuteil wurde, der für mehr als 50jüh- rige Tätigkeit bei der Wehr eine eigenhändig unterzeichnete Ehrenurkunde vom Führer erhielt. Dis Wehr ehrte ihren so ausgezeichneten Kameraden durch ein kräftiges „Wehr-Heil!" Es konnten vier Kameraden, die 50 Jahre und länger als Feuerwehrmann tätig waren, von der Wehr durch Ueber» reichung einer goldenen Ehrennadel ausgezeichnet werden: Bäckermeister Heinrich Meyer, Metzger- meister Karl Hofmann II., Rentier Karl 3 ö cf e IVI. und Stadtdiener i. R. Anton Kreuder. Für 20jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Heinrich L i st m a n n, Heinrich Sehrt, Karl Jockel I., Heinrich Ritter und Ludwig Bausch für 15jährige Friedrich Schröder und für lOjäh- rige: Reinhard Jäckel, Viktor Friedrich und Hans Conrad. Es folgten eine Anzahl kurzer belehrender Vorträge: Kamerad Gehringer über Handhabung der mechanischen Leiter, Kamerad Leineweber über die Druckspritze, Kamerad Ide über Hydranten, Kamerad K. Schott über die Motorspritze, Kamerad M a g e l über neuzeitliches Fußexerzieren, Kamerad Reinh. Haas über Branduntersuchung und Kamerad Herrn. Pfeffer über Feuerlöscher. Besprochen wurde noch die An» schaffung einer elektrischen Sirene, wobei Bürgermeister Dr. M i l d n e r empfahl, vorerst noch zu warten, da in Aussicht stände, daß seitens des Luftschutzbundes eine solche für alle Zwecke beschafft würde. Die Versammlung wurde dann vom Oberbrandmeister in der üblichen Weise geschlossen. * Oder-Bessingen, 25. Jan. Durch einen unglücklichen Sturz erlitt Frau Katharina Schie» ferst ein, die Ehefrau des Holzhauers Schieferstein, einen Bruch des rechten Oberschenkels und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. * Bellersheim, 25. Jan. Der Dreschmaschinenbesitzer Ernst Bopp von hier konstruierte eine neuzeitliche Kartoffel-Dämpfanlage mit angebauter Waschvorrichtung. Diese Anlage wurde auf dem Hofgut Obbornhofen in Gegenwart von Vertretern der Bäuerlichen Werkschule Gießen und vieler interessierter Landwirte aus der Umgegend vorgeführt und ließ erkennen, daß mit dieser Einrichtung die für Siloaufbewahrung bestimmten Kartoffeln sehr wirtschaftlich gedämpft werden können. Kreis Friedberg. 4- Butzbach, 25. Jan. Begünstigt durch das milde Winterwetter konnten die von der Stadt geplanten Arbeiten an der Kleeberger Straße gute Fortschritte machen. Bisher wurde der Kanalanschluß an die frühere Brauerei Wil- helmshöhe soweit fertiggestellt, daß gegenwärtig die Anschlüsse gelegt werden. Außerdem ist man mit der Anlage einer Hochspannungsleitung beschäftigt. Die Straßenbauarbeiten in der verlängerten Bismarck- straße gehen ebenfalls rüstig vorwärts. Einige Pia- nierungen waren erforderlich. Nunmehr wird der Bau der Bürgersteige in Angriff genommen. Kreis Bübingen. * Schwickartshausen, 25. Jan. Der hiesige Schmied Heinr. B ö ch e r, der am 5. Januar durch einen Unfall mit seinem Fuhrwerk (das Pferd scheute, stürzte und begrub den Lenker teilweise unter sich) schwer zu Schaden kam, erlag in der Medizinischen Klinik zu Gießen den Folgen der erlittenen Verletzungen. Der bedauernswerte Mann, der mehrere Rippenbrüche davongetragen hatte, bekam Lungenentzündung hinzu, die seinem Leben ein Ende machte. Heinrich Bocher befand sich im Alter von 65 Jahren. Kreis Schotten. □ Laubach, 25. Jan. Dieser Tage hielt im „Schützenhof" Fraulein Schuhmacher aus »armen vor der hiesigen Frauenschaft und den eingeladenen Parteigliederungen einen interessanten Vortrag über unsere ehemalige Kolonie Süd- meftafri ta. Die Rednerin verstand es, den zahl- reichen Zuhörern einen eingehenden Ueberblick über die heutigen Verhältnisse Südwestafrikas zu geben. Zum Schluffe zeigte sie noch eine Reihe von Lichtbildern, die sie bei ihrem mehrjährigen Aufenthalt in dieser Kolonie selbst ausgenommen hatte. — Dor dem NS. -Beamtenbund sprach in der "Traube" Kreisschulrat Pg. Dr. Meuer (Schot- ten) über das Thema: „Der Durchbruch des natio- hervorragenden, selektiven und klangschönen Fernempfang herrliche Edelholzgehäuse Troubadour NORA-Undine Einkreis 2 Röhren-Empfänger 1X0 mJiöhren färGlairS- tM IOZ.5O u»d Wedueliiram NORA-Troubadour 6 Kreis Superbei r mil Röhren RM fürWechselstRHD NORA-6OO 7 Kreis Superhet mit Kurew* aa# mit Röhren RM UdOe- fürWeduelriroÄ NORA-Rienzi rückkopplungsfreier Zweileeber aaq mit Röhren RM ZUO«” fürWechselstram und werden - Detz. mborn, 'dheim- elf. Die leraben in vier Feuer« Heber« zeichnet Nehger- M über, zeichnet: Karl Sausch t lOjify ch unb kurzer r übet amerab tamerab tt über Neuzeit- as über lichtigr zröhere ube in i Aus« ierübet egeben. ferung, Derben, Rache ■R bem n noch Unn. eLeh. chfigen amtes, i Der« m für nicht iüffen, r auf Lanb- bie An« Bürger- noch zn 15 Luft- befchafft n Oberen. ch einen Schie- Schiefer- schen- ng nach chmaschi' erte eine rnlage Anlage -genwart > Gießen der Um* nit bie|er ilvähtz n an- s ber schlich ) bas Meile n bie Hahr, rben; u be« b\t arteile m un, ■rfunft nb bie jar » cd IWm lnt-r.R Wbiz'^ erlitte^ ttc$ hie» Tat* D D Id-lt K',7 »et 6»?*‘ irch das tobt ge* erger ■ wurde ei Wil* irtifl die mit der iigt. r>'° iismara* is«U 3trb der n. Zußballabteilung ftUporf Der Ausbau der deuffchen Leibeserziehung ist bekannt. Die ursprüngliche Organisation nut den äußerlich und innerlich noch unverbunden nebeneinanderstehenden Fachsäulen war eine Notlosung jetzt an die Arbeit gehen. es Pokal ßienzi Übung als einzige Instanz zuständig. Dem Verband bleibt es überlassen, sein Eigenleben in den verschiedensten Richtungen auszugeslal- len und zu pflegen, nur daß er für die Zweige seiner Leibesübungen die Anordnungen des betreffenden Fachamls zu beachten hat. innerhalb widerstreitender Interessen, wie sie jebe erste Entwicklung zur Folge hat. Es war eine rem technische Lösung, eine Summierung von Organisationen, die sich als untragbar erwies, schon weil ihr die innere Marschlinie, der bestimmende Gedanke der Gemeinschaft fehlte. Es ist das Verdienst des Reichssportführers, daß er in dieser Lage nicht eine Gewaltlösung versuchte, sondern die Dinge sich langsam entwickeln ließ. findet am 3. März statt. Fußball: 1900 - Kasseler SC. 03. Die Gießener Blauweißen zeigen großen Unternehmungsgeist. Hoffentlich weiß dies das einheimische Sportpublikum zu rechtfertigen. Wenn die Spielvereinigung 1900 Gießen diese finanziellen Lasten auf sich nimmt, so tut sie dies auch mit dem Bewußtsein, dem Können der eigenen Mannschaft Rechnung zu tragen, denn die Gießener Elf kann aus Verpflichtung höherklassiger spielstarkerer Mannschaften nur profitieren. Den Gästen geht der unbestrittene Ruf voraus, zur Zeit Kassels beste technische Elf zu stellen. Die Spielstärke reicht jetzt auch wieder an die des Kasseler Spielvereins heran, der erst kürzlich hier in Gießen eine hervorragende Gastrolle gab. Erst vor vierzehn Tagen standen sich diese beiden Kasseler Vereine im Meisterschaftslokaltreffen gegenüber und wieder ging die Partie unentschieden aus, genau wie im Vorspiel! Das flache Paßspiel der Kasseler Gauligisten wird dominieren, 1900 aber wird lediglich seinen großen Eifer in die Waagschale werfen und versuchen, nur ehrenvoll zu unterliegen. Besonders interessant gestalten werden die beiden schnellen Außenstürmer Kassels, die sich schon seit einiger Zeit einen ständigen Platz in der Gaumannschaft erworben haben (Markert und Kleim), sowie der Außenläufer Israel, die Soldaten Engelhardt und Süß. Die Gäste treten in zur Zeit bester Aufstellung an und zwar mit: Ziehe Engelhardt, Velmete Methe, Roßbach, Israel Markert, Kellner, Süß, Peter, Kleim. 1900 Gießen stellt dem gegenüber: Wilhelmi, Hammer, Schmelz, Heilmann, Jäger Langsdorf, Mank, Hembach Zeiler, Kaps Schlarb. Man hofft, daß der an den DFB.-Spielen gegen die Schweiz teilnehmende Lippert durch Kaps wieder recht würdig vertreten wird. Die Etatsmäßigen am linken Flügel, Dörr und Holz, sind erkrankt. Durch eine Umstellung und die Hereinnahme von Jäger und Langsdorf hofft man auch sie befriedigend zu ersetzen. Die Spielleitung wurde Schiedsrichter Deiß (Nauborn) übertragen. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.Reichsbahn I — Sportverein Dillenburg I. Wenn auch den Dillenburgern in dieser Verbandsserie wenig Erfolg beschieden war, so müssen sie doch, zumal auf eigenem Platze, als spielstarker Gegner angesprochen werden. »Die Gastgeber werden alles daransetzen um fiegreid) aus diesem Kampf hervorzugehen. Die Hiesigen werden unter Abänderung der Verteidigung in der Aufstellung des Vorsonntages antreten. Wenn die Mannschaft mit einigem Siegeswillen kämpft, sollte sie in der Lage sein, den Gastgebern ein mindestens gleichwertiges Spiel zu liefern. Die zweite Mannschaft muß tn Großen-Buseck gegen die erste des dortigen FC. antreten. Die Busecker liegen bis jetzt noch aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft ihrer Klasse und werden sich die Gelegenheit zu weiterem Punktgewinn nicht entgehen lassen. Trotzdem gehen die Gießener, die ihre Spielstärke bedeutend gehoben haben, nicht ohne Chancen in den Kampf. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag fährt die erste Elf der Spielvereinigung 1926 Leihgestern uach Lich um dort gegen den VfR. Lich zum fälligen Verbandsspiel anzutreten. Leihgestern hat die Mannschaft umqestellt und erheblich verjüngt. Man wird gespannt sein, wie sich diese junge Garnitur schlagt. — Die Leihgesterner Fußballfreunde werden am nach- Die westdeutschen Schwimmerinnen steigen immer weiter in ihren Leistungen. Die nach Düsseldorf übergesiedelte Kraulschwimmerin Irmgard Ohliger erzielte soeben im 200-Meter-Kraulen einen neuen deutschen Rekord, indem sie mit 2:40,9 den bisherigen Rekord der Berlinerin Hilde Salb ert um 6 Sekunden schlug. Hallen-Tennismeisterschafien. Bei den internationalen Deutschen Hallen-Tenms- rneisterschaften in Bremen wurden am tfreitag, tm Herreneinzel die „Letzten Vier" ermittelt. Der Belgier Lacroix, Bernard (Frankreich), der Berliner Henkel II und der Deutsche Meister Gottfried von Cramm sind an der Vorschlußrunde teilnahmeberechtigt. Im Herren-Doppel stehen in Bernard-Centlen sogar schon das erste Paar der Schlußrunde fest. Das höchste Erziehungsziel: Leibesübungen hineingestellt in das ewige Lebensgeseh eines Volkes, das über dem Iahnschen Turnen stand, sieht heute als oberstes Gesetz über dem Reichsbund für Leibesübungen. Der Reichssportführer hat das Vermächtnis des politischen Jahn als nationalsozialistische Kraft hineingebaut in das Werden und Gestalten der neuen Zeit. Er hat damit beste deutsche Tradition fortgesetzt. Darum ist auch die Deutsche Turnerschaft freudig den eingeschlagenen Weg mit« gegangen. Wie sieht nun die 'Form des neuen Bundes aus? Oberster Leiter der gesamten Leibesübungen ist der Reichssportführer. In dieser Eigenschaft ist er Vertreter des Staates. Wichtig hierbei ist, daß die Einheitlichkeit der Front durch die Tatsache gewahrt ist, daß der Reichssportführer Referent seines Arbeitsgebietes bei der SA. und bei der HI. ist und durch fein Referat beim Ministerium auch in gewisser Beziehung seine Hand auf dem Turn- betrieb der Schulen halten kann. Nach unten setzt sich die Stellung des Reichssportführers tn der Person des Gaubeauftragten jedes Gaues fort. Der Reichsbund selbst umfaßt alle Vereine, soweit sie einem anerkannten Verband angehoren. Sogenannte wilde Vereine, die keinem Verband angehören, haben im Reichsbund keine Stätte und sind aufzulösen oder müssen sich für einen Verband entscheiden. Der Reichsbund ist damit in seinem Aufbau einen klaren und guten Weg gegangen. Es sind nicht die verschiedenen Verbände Mitglieder, nicht die Fachsäulen, wie es verschiedentlich gewünscht wurde, sondern die Vereine selbst, deren innere Einheit und eigengesetzliche Entwicklung damit gesichert ist. Die Führung der einzelnen Zweige der Leibesübungen haben nicht die Verbände, sondern bie Fachämter, Derbanb unb Fachamt können sich im Emzelfalle becken, sie finb aber auf jeben Fall von- einanber zu trennen unb haben auch verschlebene Rechte. Das Fachamt ist für bestimmte Aufgaben und nur für einen bestimmten Zweig der Leibes- des Turnvereins Wieseck. Zum vorletzten Spiel ber Verbanbsrunbe hat bie erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck am morgigen Sonntage die zweite Mannschaft ber Spiel- oereinigung 1900 Gießen auf eigenem Platze zum Gegner. Wieseck hat in ben letzten Spielen wieder eine beständigere Form gezeigt unb wirb ben Gästen, zumal es auch noch ben Vorteil bes eigenen Platzes besitzt, nur wenig Chancen lassen. Um die Gshockey-Weltmeisserschast. Das Weltmeisterschafts-Eishockey-Turnier mürbe am Freitag in Davos nur mit Spielen ber Trostt runde fortgesetzt. Hier konnte Deutschlanb burch Nie Gau-Gchneelaufwettkämpfe der OT. auf dem Hoherodskopf abgesagt. Wie uns milgeleill wird, fallen die Gan-Schnee- laufmettkämpfe auf dem Hoherodskopf, die für den morgigen Sonntag vorgesehen waren, ans, da sich die witterungs- und Schneeverhättnlffe im hohen Vogelsberg am gestrigen Freitag so sehr verschlechtert haben, daß eine Durchführung der Wettkämpfe unmöglich ist. Die Veranstaltung wurde auf den 2. und 3. Februar verschoben. Gauliga-Handball in Gießen. Tv. 1847 Wehtar zum Verbaudssplet in Gießen. Nach einem spielfreien Sonntag setzt bie (Bau» ligarnannschaft ber Spieloereinigung 1900 morgen die Rückspiel-Verbandsrunbe fort. Der Gegner ist der vorjährige Gaumeister Tv. 1847 Wetzlar. Die Wetzlarer Elf kam in ben biesjährigen Punktespielen zunächst nicht recht in Fahrt, hat sich aber durch Neueinstellungen inzwischen derart verbessert, daß sie von allen nordhessischen Gauligamannschaften gefürchtet werden muß. Wie wird sich die Elf von 1900 in diesem Spiel schlagen? Die Leistungen in den beiden letzten Treffen (gegen Eschwege unb Tuspo Bettenhausen) stimmen ja einigermaßen zuversichtlich, aber es fehlt boch noch etwas an bem überzeugenden Stil. Die blau-weißen Farben sollen vertreten: Enders; Birkenstock, Funke; Schott I, Cremers, Mann; Schüler, Krüger, Schott II, Wlodarek, Betz. Das Spiel findet nicht wie ursprünglich vorgesehen vormittags, sondern im Anschluß an bas Fußballtreffen SC. 03 Kassel statt. * Fachaml 4 Handball, kreis VIII (Lahn-Dill). Die noch rückständigen Spiele werden wie folgt neu angesetzt: e 3. Februar: Dornholzhausen — Wetzlar 05 (Krausch, Gießen); Groß-Rechtenbach — Atzbach (Jakobi, Dornholzhausen); Staufenberg — Dorlar (Wallenfels, Allenborf a. b. Lba.); Lollar — Launs- bach (Engel, Lützellinben); Münchholzhausen II — Lützellinben II (Schäfer, Dutenhofen); Mtv. Jugend — Wetzlar-Nieber-Girmes Jugenb (Luh). (Entscheidungsspiel um ben Sieger ber Jugenbklasse auf dem Platz bes Turnvereins Allenborf-Lahn.) 10 Februar: Wetzlar 05 — Groß-Rechtenbach (3örb, Großen-Linben); Wißmar — Launsbach (Benber, Bergwerk). 17. Februar: Wetzlar 05 — Dornholzhausen (Schneiber, Münchholzhausen). . . v} Luh, Kreisspielwart. Handball der Studenten. Die Organisation wirb verstänblicher, wenn man die Fachamtsorganisation als die behördliche, die Verbandsorganisation als die freie, bte private ansieht. Mit ber säuberlichen Scheibung zwischen Verbaut) unb Fachamt entscheibet sich auch bte Frage der Zugehörigkeit verschiedener Abteilungen. Em Verein braucht jetzt mit feinen sämtlichen Abteilungen nur einem einzigen Verband anzugehoren, nicht bie Schwimmer bem Schwimmverbanb, bte Tennisspieler bem Tennisverbanb usw. Denn bte Leitung ber entsprechenben Wettkampfart hat ja kein Derbanb, sonbern bas Fachamt. Es ist bamit jebem Derbanb sein Eigenleben ge« währleistet, unb auch die Deutsche Turnerschaft braucht keine Tradittan auf.3ugeben, denn der Aufbau des Reichsbundes deckt sich mit dem Konftruktionsgefuge der Deutschen Turnerschaft. Was hat denn die DT. dem Reichsbund zu geben? . Der Reichssportführer hat immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß die DT. als die Kerntruppe im Reichsbund steht und daß ohne sie eine Gemeinschaft im Reichsbund undenkbar ist. Sie soll unter einem neuen Gesetz im Bunde, in dem größeren Rahmen, die Möglichkeit haben, die Aufgabe, an der sie fast ein Jahrhundert gearbeitet hat, nunmehr endgültig in die Tat umzusetzen, lieber die fachamtliche Tätigkeit und Mitwirkung in den verschiedenen Fachämtern hinaus sind ihr allgemeine Aufgaben übertragen, wie sonst keiner anderen Organisation. Für diese allgemeinen Aufgaben: leibliche Grundausbildung, gelandesportliche Erziehung und weltanschauliche Schulung (Dietwesen), bte bas Kernstück ber gesamten erzieherischen Leistungen bes Reichsbunbes umfassen, finb ben beutschen Turnern befonbere Funktionen erteilt worben. In ber Grunbausbilbung ist eine abschließenbe Regelung noch nicht erfolgt. Die weltanschauliche Schulung der im Reichsbund zusammengeschloffenen Organisationen ist der DT. übertragen und damit zugleich die positive Zusammenarbeit mit der Partei, ihren Gliederungen und der Schulungsarbeit in ihnen. Der Dietwart der DT. ist Dietwart im Reichsbund, die Dietwarte in den DT. Gauen find auch Dietwarte in den Reichsbundgauen. In Anerkennung ihrer Bedeutung hat der Reichs- fportführer die Gaufeste der DT. als Feste des Reichsbundes erklärt und sie zu Pfl i cht- d e.r anftal tun gen für alle Turner und Sportler gemacht. Auch hier fetzt sich der alte turnerische Gemeinfchaftsgedanke fort, daß sie als Höhepunkt turnerischen Lebens zu Festen der größeren Gemeinschaft werden, zu Zentren der Volksgemeinschaft. Den Leibesübungen in Deutschland ist nun der^ Weg gewiesen und geebnet, die große Linie der Entwicklung gefunden. Mit verstärkter Kraft heißt sten Sonntag ihr Augenmerk auf die Jugendelf zu richten haben, denn auf dem Platze von 1900 Gießen trägt die Jugend Leihgestern das Endspiel um die Kreismeisterschaft gegen die 1. Jgd. der Spielvereinigung 1900 Gießen aus. Die Leihgesterner, die auf zwei ihrer besten Leute verzichten müssen, werden um eine Niederlage kaum herumkommen. Trotzdem dürfen die Jungens nicht zu früh die Flinte ins Korn werfen und müssen kämpfen bis zur letzten Minute. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Grünberg I. In Heuchelheim erwartet man am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft vom FC. Grünberg zum Verbandsspiel. Die Einheimischen, insbesondere der Sturm, haben bei den letzten Spielen öfters enttäuscht. Dies war in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß ber Mittelstürmer-Posten zu schwach besetzt war. Dieses liebel bürste jetzt behoben sein. Die Heuchelheimer Mannschaft ist sich darüber klar, daß ber Vorsprung von einem Punkt auf das äußerste verteidigt werden muß, wenn nicht die Meisterschaft im letzten Augenblick verloren gehen soll. Es ist deshalb vor allen Dingen feine Mannschaft zu unterschätzen. Das morgige Treffen dürfte einen harten Kampf bringen, da Orunberg seine Elf in der letzten Zeit wesentlich verstärken konnte. Trotzdem sollten die Gäste um eine Niederlage nicht herumkommen. Die 2. Mannschaft erwartet die 1. Elf von Fel- lingshausen zum Meisterschaftsspiel. Dieses Spiel sollten die eifrigen Heuchelheimer für sich entscheiden können. Auch hier steht eine Meisterschaft in Aus- Kiefern-Vrennknüppel 12 bis 16 Mark fe vier Raummeter. st. Kirtorf, 25. Jan. Dieser Tage fand hier eine Mitgliederversammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Ortswalter der DAF., Pg. Hch. Gail, eröffnete den Abend. Orts- gruppen-Propagandaleiter Pg. Hch. Schmidt fr. sprach sodann über den „Kampf um die Ehre der Arbeit". Seine Ausführungen wurden mit großem Interesse ausgenommen. In längeren Ausführungen behandelte der Ortswalter der DAF., Pg. Gail, die „Rechte und Vflichten der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront". Ortsgruppenleiter Pg. Lather gab dann einen Ueberblid über die künftige Gemeindepolitik. Der Organifationswalter sprach anschließend über die Judenfrage. Zum Schluß ermahnte der Ortswalter der DAF. alle Mitglieder, stets einsatzbereite Mitarbeiter des Dritten Reiches zu fein. Ein dreifaches „Sieg-Heil" auf unseren Führer beschloß die Versammlung. Kreis Lauterbach. Lpd. Lauterbach, 25. Jan. Nachdem am Donnerstag die hiesige Stadtschule wegen der zahlreich auftretenden Erkältungskrankheiten für eine Woche geschlossen werden mußte, hat heute auch die Realschule wegen ber seuchenartigen Ausbreitung ber Grippe ben Unterricht bis zum kommenden Donnerstag geschlossen. Kreis Wetzlar. 7" Walb-Girmes, 25. Jan. Bei ber ersten Brennholzversteigerung würben hier sehr hohe Preise erzielt. Buchenscheit 20 bis 24 Mk., Knüppel 17 bis 20, Eichenscheit 16 bis 20, Knüppel 12 bis 15, Fichtenscheit 8 bis 12, Knüppel 6 bis 10 Mark je zwei Meter, 8 Meter Buchenaftreiser 21 bis 25, Eichen 16 bis 18, Fichten 9 bis 12 Mk. in ben endgültigen Besitz der Universität Berlin über. Die Kämpfe find in den Kreisen, in benen jeweils sechs bis sieben Mannschaften spielen, bis zur Ermittlung der Kreismeister gediehen, die bann zu ben Schlußrunden antreten. Das Endspiel um den Titel eines deutschen Universitäts-Fußballmeisters Das Jahr 1934 ist für die Entwicklung der Leibeserziehung und ber beutschen Leibesübungen von entscheidender Bebeutung geworben: es brachte die Neuordnung im Reichsbund für Leibesubungen und damit die Grundlage, auf der sich die gesamte Organisation der Leibesübungen nun entwickeln wird. Als Ziel stand über dem Neubau, die Leibesübungen zu einem Ausbausaktor erster Ordnung im Werden von Volk und Staat zu machen und zu einer Einrichtung, die die beutschen Menschen zu nationalsozialistischer Haltung unb Hebung erzieht. — Der Werbegang bes Reichsbunbes für Leibesübungen aus bem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen über ben Reichssportführernng Hochschule für Lehrerbildung Friedberg gegen Universität Gießen 12:8 (5:3). Am Mittwoch weilte die Handballelf der hiesigen Universität in Friedberg und spielte gegen bie erste Mannschaft der bortigen Hochschule für Lehrerbildung. Leiber traten bie Gießener mit Ersatz für ihre besten Stürmer Acker unb Kissel an, so baß die sonst sehr guten Stein unb Schott nicht voll zur Geltung tarnen. Trotzdem leiteten gerade diese beiden die meisten Tore ein. Die Platzverhaltnisse waren außerordentlich schlecht unb stellten an bie etwas langsamen Gießener sehr große Anforderun- aen. Dennoch kämpften alle Spieler mit einem^ bewunderungswürdigen Eifer, ^^rzuheben waren der Tormann, der trotz ber 12 ^ore vollauf seine Schuldigkeit tat, weiterhin ber äußerst schnelle Rechtsaußen Barth. Bei den Friedbergern wurde der Halbrechte die Schußkanane, immer fre.gesp.elt von dem fabelhaften Mittelstürmer. Der Schied-, richter amtierte einwandfrei. , llmversitätsmeisterschast im Fußball Alljährlich kämpfen die Fußballmannschaften der deutschen Universitäten um ben lttel «nes ©tu dentenmeisters im Fuß bat Sie Kampfe gehen um einen vorn Deut chen Fußball Bunb ge stifteten Pokal, den zweimal die Unwerfitat Berfm gemann. Bei einem dritten Siege^geht^der einen 3:0 (2:0, 0:0, 1:0) Sieg über Rumänien sich den ersten Platz der Abteilung A sichern. Im zweiten Spiel dieser Gruppe schlug Lettland Holland 7:0 (2:0, 1:0, 4:0). In der Gruppe B trennten sich Polen und Ungarn unentschieden 1:1 (0:0, 1:0, 0:1). . Neuer 200-Meter-Kraulrekord in Düsseldorf. --r ---MWW nalfozialistifchen Staatsgedankens". Der lehrreiche Vortrag fand eine dankbare Zuhörerschaft. rl. Gedern, 25. Jan«. Die dieser Tage ab gehaltene Versammlung des Bezirksvereins G e - Dern des NSLB. war gut besucht. Bezirksobmann Kalberlah (Niederseemen) würdigte in seiner Eröffnungsansprache das Ergebnis ber Saarabstimmung als ein Verbienst bes Führers. Kamerad Ob ert) e im (Ober-Lais) sprach über den Anteil der Schule des Dritten Reiches an der körperlichen Ertüchtigung und sportlichen Erziehung der Jugend. Weiterhin wurden Fragen der Aufstellung ber Sippentafeln, ber Teilnahme an Schulungskursen unb geschäftliche Art erlebigt. Der Bezirksobmann des Reichsluftschutzbundes ß i m p e r t (Gedern) wies auf die Notwendigkeit der Mitarbeit des NSLB. an der Luftschutzfache hin. Per Kreis- wart des VDA., Schnierle (Gedern) sprach über die Mithilfe der Schulen an der Winterhilfssammlung des VDA. Mit Lied unb Führerehrung schloß bie Tagung. Kreis Alsfeld. <£ Nieber-Ohmen, 24. Jan. Gestern konnten der Bahnarbeiter i. R. Lubwig Schmibt unb feine Ehefrau Katharine, geb. Frank, im Kreife ihrer Kinder das Fest der silbernen Hochzeit feiern. cv> Deckenbach, 25. Jan. Dieser Tage sand hier in der Müllerschen Gastwirtschaft bie e r ft e Holzner st eigerung aus Walbungen ber Ober- förfterei Homberg statt. Es würben foigenbe Preise erzielt: für Buchen-Scheitholz vier Raummeter 22 bis 27 Mark, Buchen-Knüppel 13 bis 18 Mark, Buchen-Stockholz 12 bis 16 Mark. Buchen-Reisig kostet bas Meter 50 Pfennig bis 2 Mark. Eichen- Schette unb Knüppelholz kosteten 10 bis 15 Mark, Ein haben zu tö lange besuck Wala, wo in leben. 10. Dez- UNS DO stellten Kilamet noch eil fahrt ot eine mii lichem hat hiei ein dur wagen i der hol, wird di *Dg Anzeig« w L 0lai 21 üEit nia bek mehren Trop den Dl bis zu den 9£ Teil di men y Liegest lichst ■ weißt tommei Allm her. Dl Ichtui zurück. Lonk hier i tuns Die T bas j entbv Herrs« die 2 eignij steigt auf - seinen bei c Tau orbnui Webifi fiert u zu we Windsc spült, ' kung s einen feit ve Am dem ( non 2 Anker, sich hi Äl- Röni| Kant hatte Schrr't .. ®ta; über i starker« nun kg , Denn Dedruik °er (Bei beginnt. . $htes w r ^ehre n( Ntöle dbsLich . Sei d sti den ; !n die z Mn ft; ?Eit unt ö*e. Dauernd >9 un b, ^lkes j $ s ^enen, suchk »Jiadjörucf oerbotenl 18 z\üri|eB*jnM W ?S soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNfR. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Günter von Gersheim aber war es, Äs stürze eine Welt in.ihm zusammen ... - „Günterchen, sei doch nicht so erregt! Jtias Stimme flüsterte neben ihm, und ihre gepflegte Hand strich schnell mit einer zärtlichen Bewegung über seine Wange. Günter von Gersheim aber winkte dem Ober. „Zahlen!" sagte er barsch. „Willst du nicht bleiben, Günter?" Ria trmm- phterte innerlich. Sie hatte wirklich Mühe, ihre freudige Erregung niederzuringen. Der Plan war geglückt! . Wir wollen woanders hingehen, Ria! «öft em bißchen stumpf hier. Ich bin heute in Laune, mich zu amüsieren. Komm, wir wollen heute abend mal ein bißchen froh sein", sagte Baron Gersheim, mit einem schwachen Versuch zum Galgenhumor. „Aber gern!" Ria war mit allem einverstanden. Und sie täuschte sich doch. Günter von Gersheims Stimmung hielt nicht an. Sie hatte im Laufe des Abends einen schlechten Partner an ihm. Mit echt weiblichem Instinkt fühlte die schöne Frau — die andere hatte Gersheim nicht gewonnen, sie selber aber hatte ihn trotz allem ... verloren! Doch Ria war zäh. Sie hoffte noch immer. Wartete auf die Zeit. Ach, und wenn es eben dieser nicht war, dann war es ein anderer. Ihr Kummer war nicht lebenslänglich. Das lag ihrem Wesen nicht. Ria kannte nur Genuß und wieder Genuß. Rach anderem strebte sie nicht — doch ihn zu erreichen um jeden Preis, scheute sie vor nichts zurück. * Am nächsten Morgen erhob sich Günter von Gersheim mit brennendem Kopf. Er war nicht gewöhnt, oft und viel Alkohol zu trinken. Gestern abend aber hatte er versucht, mit schwerem Wein den rasenden Schmerz in seiner Brust zu betäuben. Unsäglich elend und zerschlagen fühlte er sich. Was war nun zu tun? Er mochte Gerlinde nicht wiedersehen. Das konnte er nicht ertragen. Es war alles, aber auch alles an ihr — Lüge gewesen? Fast traten dem Manne die Tränen in die Augen. Eine ganz ekelhafte, widerliche Komödie hatte sie ihm da vorgespielt — und er, der sich auf seine Menschenkenntnis vielleicht manchmal sogar etwas eingebildet hatte, war hereingefallen auf das Theater. „Meinen Glückwunsch! Meinen Glückwunsch, du geniale Komödiantin! Wirst deinen Weg schon machen!" Günter von Gersheim lachte bitter auf. Der Kaufvertrag mit dem Auto? Run, wohl oder übel. Ein Wort war ein Wort. Er würde von sich aus sein Versprechen einlösen. Mochte der Wagen dann in der «Garage stehenbleiben. Ihn interessierte das alles nicht mehr. Er wollte nichts sehen. Nichts hören. ____________________ Der Diener klopfte. /.Hereinl" - ..... - - Friedrich brachte feinem Herrn den Morgenkaffee und die Post. Gersheims Herz zuckte noch einmal auf. Das war dasselbe Briefchen — dieselbe Schrift. Ha — was mochte sie ihm mitte ilen? Sie würde schnellstens den Kaufvertrag bestätigen. Freilich. Damit sie ihn sicher hatte. Oder ... hatte sie wieder eine neue Komödie ersonnen? Er mußte an die Geschichte mit der kranken Mutter denken. „Ich Narr — ich habe wirklich Mitleid gehabt! Ich hätte nicht gedacht, daß ich noch so ein Esel bin mit meinen neunundzwanzig Jahren." Ohne sich sonderlich zu beeilen, öffnete Gersheim den Brief. Als er den Inhalt gelesen hatte, stutzte er doch. Dann aber wurde er nur noch überzeugter. „Hm! Wahrscheinlich auf Sachs' Anraten. Er hat vielleicht Bange, daß ihm seine Freundin ausgespannt wird. Keine Angst, Doktor, für solche Frauen habe ich noch nie Zuneigung gehabt!" Wieder war seine Stimme schmerzdurchzittert. „Oh, einmal hab' ich gedacht, daß da eine sei, anüers als die anderen — na, vorbei!" Ganz gut so. Dann war die Sache mit dem Auto wenigstens erledigt, sonst hätte er den Wagen noch zur Erinnerung an die leidige Affäre gehabt. Gersheim schlug hart mit der Faust auf den Tisch. „Oh, dieses Berlin! Ich habe es satt. Satt bis hierhin" — er hielt die Hand an den Hals. Dann aber überkam ihn etwas wie Trotz und Auflehnung gegen das Schicksal. Hart drückte er auf den Knopf der Dienerklinzel, daß sie schrill durch das stille Haus gellte. Als der Alte eilig und ein wenig furchtsam angetrippelt kam, schrie der Baron ihm überlaut entgegen: „Koffer packen! Sofort! Wir fahren heim!" 8. Kapitel. Es war Sonntag. Gerlinde Steinbrück war nun doch nichts anderes übriggeblieben, als ihren Wagen zum Verkauf zu inserieren. Jetzt stand sie frierend in der kleinen Garage, in der das Auto untergestellt war und wartete auf Käufer. Besichtigungszeit hatte sie von 9 bis 1 Uhr angegeben. Gorlin^ stand da und wartete. Ihr Herz war traurig. Wie einfach wäre alles gewesen, wenn sie den Vertrag mit Baron Gersheim nicht rückgängig gemacht hätte. Dann hätte sie heute das viele Geld Man konnte die rückständige Miete bezahlen, eine gesündere Wohnung mieten und die arme Mutter, die immer wieder sv schwere Herzanfälle hatte, in die Behandlung eines tüchtigen Spezialisten geben. Gedämpfte Musik klang durch den Raum. Einige Paare tanzten. Ria Velten saß in Erwartung. Dann wurde angesagt: „Und jetzt, meine sehr verehrten Damen und Herren, die zweite Solo-Tanzeinlage ,Traum. Getanzt von Fräulein Steinbrück, der entzückendsten Tänzerin von Europa!" sagte der Conferencier ohne viel Pathos, aber gerade dadurch irgendwie besonders wirksam. , . Dom Orchester her erklang eine ganz zarte, fa|t unirdische Melodie. Die erste Geige schwebte wie eine Engelstimme über dem Klavier und Cello. Und dann — huschte eine zarte, feine Gestalt über die Tanzfläche. Günter von Gersheim war es, als erstarre ihm das Blut in den Adern. Das Lächeln, das eben noch ein wenig überlegen um feine Lippen gedurft hatte, weil er geglaubt, es handle sich um den Namen Steinbrück, wurde maskenhaft und erlosch. Gisela Steinbrück tanzte mit aller Hingabe und aller Süße, die ihr zu Gebote stand, ihre zweite Solonummer „Traum". Bum ... bum ... bum .... Gersheims Herz hämmerte wie irrsinnig gegen die Rippen Er ballte die Fäuste, bis sie schmerzten. War das möglich! War das nur menschenmöglich? Narrte ihn denn ein Trug? Das war doch Gerlindes Lächeln ... ihre Bewegungen ... Gerlindes Gestalt, ihr Haar mit dem Schimmer ms Silberne ... ihr Gesicht! Und der Name — Steinbrück. . . Nia blickte nur einmal flüchtig zu Gersheim hm. Ach, sie hatte genug gesehen in seinem Gesicht. Der Ausdruck genügte ihr. Das war grimmiger Schmerz. Bittere Enttäuschung. Die Musik verklang. Giselas Tanz war zu Ende. Tosender Beifall setzte ein. Nach allen Seiten verneigte sich die junge Künstlerin. Ein Boy brachte ihr einen riesenhaften Strauß Rosen. Das junge Mädchen lächelte beglückt, und ihre Augen suchten sekundenlang nach ejner bestimmten Richtung. Wie gebannt folgte Gersheim diesem Blick. Die Augen der Tänzerin begegneten sich mit den Blicken des berüchtigten Frauenjägers und Lebemannes — Doktor von Sachs. Und statt befferi wartet sie fetzt auf einen K8ufsL Oh, die kleine Gerlinde.hatte sich das.-alles ja.gebleichter vorgestellt. Wirklich hatte sie in ihrer Unerfahrenheit geglaubt, daß, die Interessenten nuK so geströmt kämen, wenn so ein schöner Wagen mit allem Komfort. als Gelegenheitskauf angeboten wurde. .. Dem jungen Mädchen standen fast die Tranen in den Augen. . Irgendwo in der Ferne läuteten Glocken. Also schon Kirchzeit. Aber wieder faßte Gerlinde Mut^ Es war immerhin Sonntag, die Leute schliefen sich aus. Gewiß kamen später welche. Und wieder stieg eine leise Hoffnung in ihr auf, während sie weiter geduldig wartete. Da — jetzt klangen im Hof Schritte! Und wirklich, die ersten Interessenten kamen Aber Gerlinde zuckte vor Schreck zusammen. Zwei Männer kamen auf sie zu, die alles andere als einen vertrauenerweckenden Eindruck machten. „Morjen!" klang es kurz und lässig. „Wir kommen wejen bet Auto. Js bet bte Mühle hier? Je- hört bet Ihnen?" Gerlinbe konnte nur nicken. Die Männer schienen ihre Anwesenheit aber gar nicht weiter zu beachten. Mit fachmännischen Blicken gingen sie um ben Wagen herum. Prüften alles ganz sorgfältig. Hoben bie Kühlerhaube hoch und ließen ben Motor arbeiten. „Dreck!" sagte ber eine verächtlich unb spuckte auf ben Boden. „Diese Luxusdingers. Da kann ja feen Mensch wat mit anfangen. Wat woll'n Sie vor die Klamotte ham?" wandte er sich an Gerlinde. Das Mädchen nahm sich fest zusammen, um nicht merken zu lassen, wie sie vor Angst bebte. „Der Wagen ist fabrikneu. Ueberhaupt noch nicht gefahren. Und — ich denke — es rft eine ganz bekannte Marke", sagte sie leise. „Ach was, Marke hin, Marke her. Wenn ick sage, is Dreck, denn is es Dreck. Wat Paul Pille sagt, bet stimmt, Frollein! Verlassen Sie sich drusst Unsereener weeß bet. Freilich sonne höhern Töchter wie Sie ..." Wieber spuckte ber Mann aut die Erbe; aber Gerlinbe sah nicht, wie er seinem Be- gleiter, ber sich bis jetzt noch gar nicht geäußert hatte, einen verwegenen Blick zuwarf. „Na also? Wat soll bet Ding kosten?" „Er kostet neu breitaufenb Mark", erwiderte Gerlinbe kaum hörbar. „Ich buchte — zweitau- senb Mark." „Wat?" Paul Pille schien einen Lachkrampf zu kriegen; wenigstens lief fein Gesicht dunkelrot an, und er schien direkt nach Lust zu schnappen. (Fortsetzung folgt!) Damen-Mäntel mit Pelz, in schönen mod. Formen, Mk. 24.-, 28.-, 32.-, 36— Damen-Ulster Mk. 18.- 22.- 24- 28- Plüsch- und Krimmer-Jacken von Mk. 9.50 bis 19.75 Maids-Kleider, in schwarzem Popelin Gr. 100—110, preiswert Mk. S.- Einfarbige Wollkleider Mk. 7.50, 8.50, 9.50,12.50 u. höher Waschsamt-Kleider in allen Größen Mk.7.50,8.75,9.50 Seiden-Kleider mit lg. Arm in schönen Farben Crepe Marocu.Charmeuse 2.90,3.90,4.90,5.90 Crepe Maroc und Flamenga Mk. 6.90,7.90, 9.75,12.50 u. höher Seidene Blusen mit lg. 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Windjacken 3.90,4.90,5.90,6.90 Burschen-Anzüge, Mk. 18-, 22,-. 28— Burschen-Sportanzüge 2-, 3- und 4teilig, Mk.12—, 18—, 28— Farbige Herren-Sakko-Anzüge Mk. 28. 38- 42- 48- Herren-Winter-Ulster Mk. 28- 32- 38- 42- 48- Halbschwere Marengo-Paletots Mk. 24- Kleider- und Seiden-Stoffe Halbwollene Kieider-Schotten,ca.70 cm breit, per Meter Mk. 1.08,1.15,1.25 Woll-Schotten f ca. 95 cm br.l „ I. schöner Ausmusterung! ca. 70 cm br.J ’ Rock-Schotten, ca. 95 cm breit per Meter Mk. 2.25, 2.50 Blusen-Streifen, reine Wolle, ca.70 cm br., per Meter • Mk. 1.25,1.75 Blusen-Streifen ca.70 cm breit, per Meter Mk. 1.45 Bedruckte Seiden, 95 cm breit, für Kleider und Besatz geeignpm 1.25,1.45,1.95,2.45,2.95 Marktstraße 4-8 400 A Beginn: Montag, 28. Jan. 1935 8.15 Uhr vormittags Beginn: Montag, 28. 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Der Teil der Besatzung, der in besonders warmen Räumen untergebracht ist, schläft an Oberdeck. Der Liegestuhl und die Netzhängematte wird hervorgeholt, und jeder versucht in seiner Freizeit ein möglichst luftiges Plätzchen zu erlangen. Das Badesegel wird ausgebracht. Der normale Tagesanzug weicht der Tropenbekleidung. Die er st en Haie kommen in Sicht. Allmählich nähern wir uns dem A e q u a t o r. ,„Schiff ahoi" tönt es eines Abends vom Meere her. Von der Brücke ruft der wachhabende Offizier: „Achtung, wer dort?" „Woher, wohin?" klingt es zurück. „Deutscher Kreuzer Emden auf der Fahrt von Santa Cruz nach Loanda!" „Sofort stoppen! Hier ist Triton, ich komme im Auftrage Neptuns und möchte den Kommandanten sprechen!" Die Maschinen gehen zurück, das Schiff stoppt, und das Fallreep herauf steigt „Admiral Triton" und entbietet dem Kommandanten den Gruß des Beherrschers aller Meere. Nach einer Ansprache an die Besatzung, die über die Fürchterlichkeit der Ereignisse des kommenden Tages keinen Zweifel läßt, steigt er wieder ins Meer hinab. Später erscheint auf 3 Grad 26 Minuten West Neptun mit seinem Gefolge, schreitet die Front ab, verteilt Orden an die alten Recken, und dann beginnt d i e Taufe. Nach ärztlicher Untersuchung und Verordnung einiger Pillen und sonstiger zweifelhafter Medikamente wird der Täufling rasiert und frisiert, um dann in dem großen Taufbecken gewaschen zu werden. Der letzte Dreck wird von ihm im Windsack mit Hilfe von Feuerlöschgeräten abgespült, und ganz zuletzt bekommt er zu seiner Stärkung für die Seefahrt auf der südlichen Halbkugel einen großen Kognak. In ausgelassener Fröhlichkeit verläuft dieser Tag ... Am 7. Dezember geht die Emden vor Loanda, dem Sitz des portugiesischen Generalgouverneurs von Angola und eines deutschen Konsulats vor Anker. Auch ein Stützpunkt der NSDAP, befindet sich hier. Bei den Deutschen in Quela. Einige Besatzungsangehörige aller Dienstgrade haben das Glück, drei Tage ins Binnland fahren zu können, um die am Lobitofluß und die im Ma- langegebiet wohnenden deutfchenPflanzer zu besuchen. Ich selbst gehöre zu denen, die auf das Malanqehochland fahren. Unser Ziel tft Quela, wo insgesamt 21 Deutsche auf fünf Pflanzungen leben. Es gibt rund 500 Deutsche in Angola. Am 10 Dezember verlassen wir in aller Frühe in zwei uns vom Generalgouverneur zur Verfügung gestellten Wagen Loanda. Vor uns liegt eine 426 Kilometer länge Eisenbahnstrecke, an die sich dann noch eine etwa 100 Kilometer lange Kraftwagenfahrt anschließen soll. Der Zug rollt zunächst durch eine mit einzelstehenden Affenbrotbäumen und spärlichem Buschwerk bewachsene Dornensteppe Noch hat hier die warme Regenzeit nicht eingesetzt und ein durch alle Ritzen und Fugen der Eisenbahn- waaen dringender Staub, der durchsetzt ist mit mm der holzgefeuerten Lokomotive Herruhrenden Asche, wird von dem fahrenden Zuge auf gewirbelt. All- * Vgl. den letzten Bericht in Nr. 11 des Gießener Anzeigers vom 14. Januar. ____________ Fichte. Don Wilhelm Schäfer. Aus Wilhelm Schäfers „Dreizehn Büchern der deutschen Seele" bringen wir dieses kurze Kapitel mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen / Georg Müller, München, zu Fichtes Geburtstag am 27. Januar. Als Napoleon Preußen zerschlug, als er nach Königsberg kam mit seinen flinken Husaren, war Kant schon begraben; aber die Lehre des Meisters hatte ihr leises Leben begonnen, indessen der laute Schritt des Eroberers über das Abendland gmg. Stark wie jemals ein Kaiser, hielt er sein Schwert über die Fürsten und Völker Europas, aber die stärkeren Mächte der Herkunft boten ihm Trotz, und nun tarn die stärkste, ihn zu bezwingen. Denn stärker als je ein Schwert war, starker als Herkunft und stärker als Herrschsucht und Haß der Bedrückten, starker als alle Macht m der Welt tft der Geist, der um die wahre Freiheit zu rmgen LEw«b-rs Sohn aus -er Lausitz war war w?e der Weister, nahm er !ne Fackel zur Hand, das Licht aus dem Tempel zu tragen. hir selbst alles, oder du bist mchlsi Jiano Zeit und der eigenen Jugend in den E sch v völkischen Pflicht eingegangen. . ß - Nur Ewiges könne der Mensch wahrhaft g Dauerndes tun und bewirken, st, d.e .nnerste MA nung und Lockung all feiner Wunsch^ Dauer au könne dem Menschen nur werden tm Dasein des Volkes darin sein einzelnes Leben mit Hermns, Sprache und Sitte unlösbar in DankespfUcht 1« So war die Lehre der freien WW taprerer Wille geworden, dem irdischen Dasein: red ch zu dienen, statt jenseits der Dinge das selige Leben zu suchen; Fichte, der furchtlose Mann, zogene nicht die Lehre als Tat zu erfüllen. Indessen die Straßen Berlins von dem Schritt Und dem Hörnerschall französier Bataillone widerhallten, indessen Spione das Wort und die Ha"mi^ des Bürgers allerorts überwachten, stmid er am Pult von Deutschen für Deutsche schlechthin feine mGr9efab^uni)n wußte"7as deutsche Volk war die Spreu seiner Ernte geworden; aber die Ernte, zer- Waldsavanne mit parkähnlichem Aussehen. Aus dem an der Bahnstrecke liegendem Gelände teigen Heuschreckenschwärme auf: Millionen dieser Tiere. Angola hat in den beiden letzten Jahren stark unter der Heuschreckenplage zu leiden gehabt, und auch den deutschen Pflanzern ist, wie wir später in Quela erfahren, zweimal die Kaffee-Ernte ausgefallen, nachdem sie in langen Jahren durch Arbeit und Geldopfer endlich ihre Farm ertragreich gestaltet hatten. Wie sie erzählen, sind diese Tiere in unübersehbaren Mengen aufgetreten, in Schwärmen bis zu einer Tiefe von zehn Kilometer und einer Breite von zwei Kilometer durchzogen sie das Land. Und dort, wo sie sich niederließen, stand nach zwei Stun- den an Stelle grüner Bäume und blühender Pflanzen nur noch blattloses Gestrüpp. Man hat versucht, mit Flammenwerfern gegen die Schwärme vorzugehen, aber die Geldmittel reichen nicht aus, um diese Aktion in genügend großem Stile durchführen zu können. Vergasungen von Flugzeugen aus waren geplant, doch sie sind undurchführbar, weil dadurch zugleich alles andere Getier getötet würde und außerdem auch die Eingeborenen Schaden leiden müssen, zumal sie die Heuschrecken auch als Nahrungsmittel gebrauchen. Es ist deshalb bei der bisherigen Maßnahme der Regierung geblieben, die Eier zu sammeln. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Versuche sollen laufen, die zürn Ziel haben, durch Infektion junger Tiere eine pestähnliche, dem Menschen nicht schädliche Krankheit auf die Schwärme zu übertragen. Die Bestätigung der Wahrheit dieser Behauptung und das Gelingen dieser Versuche wäre nur zu wünschen. Mancher harte Rückschlag bliebe dadurch den Pflanzern Angolas und vieler anderer afrikanischer Länder, darunter auch manchem deutschen Landsmann erspart. Weiter geht die Fahrt mit' einer Stundengeschwindigkeit von 20 Kilometern; auffallend pünktlich treffen wir auf allen Stationen ein, die Bahn Loanda—Malange, ein rein portugiesisches Unternehmen, befindet sich in guter Regie. Wir passieren die Station Luinha, in Deren Umgebung noch die Schlafkrankheit herrscht. Wie in vielen Teilen des Landes müssen sich auch hier die Schwarzen monatlich einmal bei dem zuständigen Regierungsarzt melden. Schlafkrankheitsverdächtige werden in besonderen Krankenhäusern untergebracht, also isoliert. In Dalatando wird in einem portugiesischen Gasthaus zu Mittag gegessen, wie überall gibt es Stockfisch und Ochsenfleisch. Abends kommen wir in Malange, der Entstation der Nordbahn, an: auf dem Bahnhof erwarten uns bereits einige Deutsche. Nach kurzem Zusammensein mit ihnen übernachten wir im Zuge. Am nächsten Tage statten der Kommandant und die Offiziere dem Gouverneur von Malange ihren Besuch ab und dann geht es mit Kraftwagen hinaus in den afrikanischen Busch. , r, _ Selbstverständlich gibt es hier keine Autostraßen im Sinne unserer Fernverkehrsstraßen. Es muß aber doch gesagt werden, daß die Güte und Pflege der Straßen unsere Erwartungen übertreffen und überall kann man bemerken, daß für den Straßenbau das Möglichste getan wird. Unsere Fahrt führt uns vorbei an Dörfern, die — wie man instinktiv fühlt — von primitiv denkenden Menschen bewohnt werden. Aber es gibt auch andere Schwarze! Der Ruf „Afrika den Schwarzen" und der Kommunismus sind bereits dem einen oder anderen ein Begriff .geworden. Aber dank der Maßnahmen der portugiesischen Regierung haben im Gegensatz zu einer Reihe anderer afrikanischer Lander diese Bewegungen nur ein vorübergehendes Aufflackern erlebt, der Europäer in Angola braucht in dieser Beziehung keinen Grund zur Beunruhigung zu haben. Nachmittags kommen wir in Quela an, wo der Häuptling seine „Untertanen" aus den umliegenden Dörfern zusammengerufen hat und uns treut und verzettelt, war noch zu retten, wenn sich der Deutsche treu und tapfer zu seiner Herkunft bekannte. t r, _ Er sah und wußte, über das deutsche Volk waren Schmach und Schande gekommen, aber sein Unglück war Schicksal; es mußte sich wenden, wenn der Deutsche seine Sendung im Dasein der Völker erkannte. . . f ,. Daß dieses geschähe, mußte em junges Geschlecht das alte ablösen, mußte Erziehung zur deutschen Gesinnung die Abrichtung brauchbarer Untertanen ersetten Er wurde nicht müde, der mutige Mann in Der- lin, die neue Gesinnung zu fordern; wie die drei Könige mit ihrem Stern nach Bethlehem kamen, so pries er den Mann, Pestalozzi geheißen, der für die neue Gesinnung bas neue Erziehungswerk br2üe%atatüone des Korsen marschierten und ihre Hörner klangen hinein, als der Leineweberssohn aus der Lausitz die Deutschen aufrief, wieder Deutsche im Schicksal der Herkunft und Sendung zu fern Die Stimme des mutigen Mannes verhallte, aber das Wort, einmal gesprochen, fiel als tue Saat in furchtsame Herzen und ging als die Ernte der deutschen Gläubigkeit auf. Verwirrung im Urwald. Don Friedrich Schnack. Zwischen Gneisblöcken, die von Farnkraut und bleichgelbem Bärlapp überwuchert sind, schlupfe ich in den madagassischen Urwald. Anfangs folge ich dem Wasserlauf eines Bergwerks dann entgleitet mir dieses Wegzeichen; weggeschwanzt das Wasser wie eine silberne Pythonschlange unter dicken Blättern. Ich tue einen Schritt seitwärts und schon bin ich waldweit vom Wasser entfernt. Ich finde es nicht wieder. Aber eine verwitterte Baumleiche liegt quer vor mir — wer weiß, wo der Wipfel aufschlug — Beilkerben sind noch tm angemorschten Holz zu erkennen. Hier muß schon einmal lemand geraden fein. Unbekannt, nicht abzulestn, rate lang das her ist: die Orchideen haben den Eindringling mit ihren schmalen Blättern berührt, als er sich unter ihnen durchschlug und verlor. Dümmerfchein umfließt mich, Licht von Blatt- grün. Vom Boden züngelt es wild heraus. Wo bin ich eigentlich? Wo H Osten? Wo Sudm? Don Westen kam ich her. Ueberall fch-mt es letzt Westen zu fein. Dort, rao der Braun-Ebenholzbaum aus- läult, dort, rao von einer Astgabel breite Orchldeem blätter herabhängen, fo groß, rate ich deren noch nie sah. Man sagte mir, die Urwälder Madagaskars seien Schatzkammern wunderbarer Orchideen. Ob ich sie. je erjagen werde, die Traumblüten? Mit ihrer zauberhaften Schönheit muten sie einen wie gestürzte Engel an, wie verwunschene Tänzerinnen aus künstlichen Paradiesen. Weiße und gelbblühende Arten wuchern aus den Rinden, als bräche eine sonderbare Leidenschaft den Bäumen aus dem Holz. Der schwarzen Seele des Ebenholzes entfliehen schneeweiße, der violettroten des Rosenholzes weingelbe, getigerte. Aus Silber sind die Stämme getrieben, von silbernen Wurzeln in den Himmel hinaufgeschickt, und die schweren Lianen triefen aus der Höhe, wie wenn hoch oben in der zerstückten, kaum wahrnehmbaren Bläue ein fabelhafter Garten von Purpur, Schwärze und Grün auflodere. Im dichten, fast undurchdringlichen Unterholz leuchten bunte Farbenflecken, unwirkliches Blau, vergossenes, schwules Rot, aufwirbelndes Lila — unbekannte Blumen, abseitige Blüten. ...... Ich bin verwirrt und fühle mich überwältigt. Mein Fuß ist unsicher geworden. Wohin tritt er? Der Boden ist löcherig, naß, schmierig; auf verwesendem Pflanzendung fürchte ich auszurutschen, der Wald wuchtet schräg abwärts. Treibhausgeruch. Aber die Luft ist angenehm kühl, erfrischend, nicht schwül oder fieberig, Luft der Bergwälder. Dicht umringen mich kleine Bäume, Sträucher, Stauden, ein Verhau. Dornige Schlingpflanzen, Stacheldraht- Wirrwarr, geile Pflanzen, feuchte Blätter. Wie wird es hier unten trocken. Unerhört schöne Falter gaukeln dahin, im Waldeszickzack. Blaue Blitze, grüne Metallfunken. Traumgeister mit Sonnen auf den Flügeln. Fliegende Orchideen vielleicht. Die schweigende Gewalt des Waldes schlägt über mir zusammen. Ich bin eingekuppelt, bin verloren. Die Wurzeln wollen mich nicht loslassen, ich bin in die Fallstricke der Lianen geraten. Schmerzhaft umklammern sie mein Bein; eine hakt sich mit Widerhaken fest. Bissiges Luder! Ich reiße mich los. Nun werde ich zornig. Zornig blicke ich nach allen Seiten. Doch unter dem Zorn flackert ein wenig Angst. Aber ich werde mich doch nicht von fo einem bißchen Urwald verwirren lassen. Zum Lachen! Heda, hier bin ich hergekommen. Richtig! Falsch... Don dort. Täuschung. Don da hinten, von oben stieg ich herunter. Das Gehölz bäumt sich auf, wE empor: ich weiß nicht, wo unten und oben tft. Ich suche nach abgerissenen Zweigen, nach zerfetzten Blättern, geknickten Stielen. Nichts davon da. Die Blätter sind nicht zerbrochen, nicht zerrissen, die Zweige nicht geknickt, wenigstens sehe ich nichts da- uon, die Stiele hoben sich längst wieder aufgerufjtet. Eingeborenenmusik und Tänze vorgeführt werden. Dann verteilen wir uns auf die FarMen. Ich werde zusammen mit einem Kameraden auf der Farm Camacol untergebracht. Man hätte es uns nicht erst zu sagen brauchen, daß wir uns einer deutschen Pflanzung nähern! Ein einfaches und sauberes, aus Holz und Lehm erbautes, mit Stroh gedecktes Haus sehen wir vor uns, umgrenzt von gepflegten Blumenbeeten. Reinlichkeit herrscht ringsum. Das Innere des Gebäudes ist sehr einfach, aber geschmackvoll und mit der der deutschen Frau eigenen Liebe und Umsicht eingerichtet. Man ist hier sofort zu Hause. Gegen Abend gehen wir durch die Pflanzung und lassen uns über den Anbau des Kaffees unterrichten. Es ist bewundernswert, mit welcher Genauigkeit unser Führer über den WerÜcktzang jeder einzelnen Pflanze berichten kann und wie er das Wachsen jedes Strauches miterlebt. Aber auch d i e Sorgen sprechen aus seinen Worten, denn viele Entbehrungen hat es gekostet, bis die Pflanzung stand. Dann kamen vor zwei Jahren zum ersten Male die Heuschrecken und in diesem Jahre noch einmal. Aber der Pflanzer hat den Mut nicht verloren, er hofft auf bessere Zeiten. Man lernt aus diesen Erzählungen sehr viel: Nur starke, ausgereifte Charaktere, die den Willen aufbringen können, auch unter noch so widrigen Umständen ein einmal gestecktes Ziel zu erreichen, sollten den Entschluß fassen, Pflanzer zu werden, abgesehen davon, daß nur solche Menschen dem Deutschtum im Auslande dienen können. Allgemeine landwirtschaftliche Kenntnisse und eine ein- bis zweijährige Tätigtet t auf Pflanzungen zum Zwecke der Sammlung von Erfahrungen auf dem Gebiete der Bodenbearbeitung, der Pflege der Pflanzen, der Behandlung Eingeborener usw. sind unerläßlich und schließlich muß ein Kapital von 20 000 bis 30000 Mark vorhanden sein. Dann er ft kann der Auswanderer mit dem Anlegen einer eigenen Farm beginnen. Zur Ehre der Portugiesen muß gesagt werden, daß die Behörden in jeder Weise die deutschen Pflanzer im Lande unterstützen, sie machen in dieser Beziehung zwischen ihren eigenen Landsleuten und ihnen keinen Unterschied. Nach dem Rundgang treffen sich alle Deutschen auf der Farm Lohanda: wir sitzen lange beisammen und sprechen oon der Heimat. Es sind zielbewußte Menschen, die mit allen Fasern ihres Herzens am deutschen Vaterlande hängen, die aber auch Dankbarkeit und Anerkennung dem Gastgeberlande zollen, das als erstes deutschen Pflanzern wieder ihr Land öffnete, während das im Norden angrenzende belgische Kongogebiet dem Deutschen noch heute Tür und Tor verschlossen hält... Am kommenden Tage geht es wieder zurück nach Malange. Der Gouverneur Ijat uns zu einer Fahrt durch das Land eingeladen. Das Ziel sind die 80 Meter hohen Wasserfälle von Dugue d e Braganca, ein Naturschauspiel, das anzusehen sich lohnt. Obgleich wir uns auf ety>a 10 Grad südlicher Breite befinden, ist das Klima erträglich. Das Hochland Angolas hat nur eine Verhältnis- mäßig niedrige Durchschnittstemperatur, wenn auch die Unterschiede zwischen Tag und Nacht erheblich sind. Diese höher gelegenen Teile des Landes — O,uela liegt 1100 Meter über dem Meeresspiegel — eignet sich klimatisch durchaus für Europäersiedlungen, und sehr weite Landstrecken liegen noch brach und harren der Erschließung. Auf der Rückfahrt von den Wasserfällen sind wir Gast im Hause des Administrators, des Landrates des Gebiets, in dem wir uns befinden. Der Portugiese ist gastfrei und das erfahren mir in ganz besonderem Maße auch hier. Nach Tisch unterhalten wir uns noch lange mit dem Hausherrn und seiner liebenswürdigen Gattin und seiner Tochter, dann fahren wir zurück nach Malange. Abends startet der Zug und nach drei erlebnisreichen Tagen treffen mir am 13. Dezember mieber an Bord ein. Mit , Kurs auf Kapstadt verläßt Kreuzer Emden | am gleichen Tage Loanda. , I -- Oie schwarze Sturmfahne der Saar dem Führer übergeben. Nach der erhebenden Feier, die anläßlich der Ein« bringung der Schrnarzen Sturmfahne der NSKOV. aus dem Saarlande im Sportpalast stattgefunden hatte, legten die Kameraden aus dem Saargebiet an dem Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Dann marschierte der Zug mit der Fahne zur Wilhelmstraße, um sie de m Führer zu überreichen. Unter brausenden Heilrufen sprach Adolf Hitler zu den Saarländern aus dem Fenster. Unser Bild zeigt die endgültige Uebergabe der Fahne an den Führer in der Reichskanzlei. Rechts sieht man den Kriegsopferführer Oberlindober. Lieber Volksgenosse! Erinnerst du dich noch der Zeit, wo überall auf den öffentlichen Plätzen die Männer mit den verbissenen Gesichtern herumstanden, die gegenseitig ihr trauriges Los beklagten und sich schließlich verhetzten? Bangte man nicht um die Zukunft unseres Volkes, wenn in diesen Gruppen so viele junge Leute waren, ohne jede Haltung mit der Zigarette im Mund und den Händen in den Hosentaschen? Ist da nicht eine Wendung eingetreten? 9reuft du dich heute nicht über den frischen Geist, der durch die Jugend geht? Gewiß wirst auch du in jeder Weise helfen wollen, die Volksgemeinschaft von innen heraus zu kräftigen. Das kannst du, wenn du die Polksgemeinfchaft nach deinem Können unterstützt. Daten für den 26. Januar. 1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren (gestorben 1831); — 1841: der Architekt Paul Wallot, Erbauer des Reichstagsgebäudes, in Oppenheim a. Rh. geboren (gestorben 1912); — 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in München gestorben (geboren 1850). Entschlossen würge ich mich nach rechts. Irgendeine Richtung her! Drauf zu! Schläge, Streiche, Stiche, Hiebe teilt das schnellende Unterholz aus. Der Tropenhelm wird mir vom Kopf geschleudert und kollert ins Gedörn. Ich muß ihn wiederhaben, draußen lauert der madagassische Sonnentod, das furchtbare Strahlungsfeuer. Tot umfallen müßte ich ohne den Hut. Ich krieche zu chm, schwinge mich zu ihm, balanciere, zerreiße mir den Aermel und zersteche mir das Hemd. Aber der Hut sitzt mir wieder auf dem Kopf, fester als zuvor. Durch eine Spießrutengasse schiebe ich mich mühsam. Auf den Hut hageln Prügel. Der Wald läßt sich sein Geheimnis bezahlen. Nun stoße ich gar an ein aufgehängtes Ameisennest, an einen dunklen Sack von Holz- und Fasergewebe. Er birst und entleert seinen wimmelnden Inhalt auf meine Schultern. Scheußlich! Krampfhaft schnell säubere ich mich, krampfhaft flüchte ich. Der Länge nach haut es mich hin, der Wald hat mir ein Bein gestellt. Das Gesicht brennt. Nesseln. Ich raffe mich auf und überlege. Da sehe ich, wie cs licht vor mir aufblitzt, wie hinter der Blättermauer ein Licht von Tageslicht flimmert. Gottlob, ich komme hinaus! Einen süßduften, den Busch reiße ich entzwei, wie ein grünes Herz; eine rote Blütenflamme schlägt mir entgegen, ich stoße hindurch. Offene Welt. Ader zugleich greife ich blitzschnell wieder nach hinten, nach der Festigkeit und Sicherheit des Waldes: ich finde mich steil über einem jähen, todbringenden Abgrund. Rot glänzt eine senkrechte Erdwand unter mir auf, aus der es von Scherben blitzt, funkelt, strahlt: eine Glimmergrube, in die ich beinahe hinabgestürzt märe. Ich höre die Stimmen der verblüfften schwarzen Arbeiter zu mir emporbringen. Sie schreien mir etwas zu, indes unter meinen Füßen Geröll und Schutt wegbricht. Einige der Leute lassen vor Schreck ihre Werkzeuge fallen. Sie wähnen mich tm nächsten Augen- blick hinuntersausen zu sehen. Es geschieht nicht. Ich turne am Rand der Glimmergrube hin, wo ich einen günstigen Abstieg hinunter zu den schwarzen Arbeitern finde. Unter dem Hellen Tropenhimmel löst sich der be- klemmende Eindruck, und die Verwirrung fallt von mir ab ... Hochschulnachrichten. Professor Dr. Erich Caspar, Ordinarius füt mittelalterliche Geschichte an der Universität Berlin, ist im Alter von 56 Jahren g e ft o r b e n. Don feinen Arbeiten nennen wir die Untersuchungen über den normannisch-sizilischen Staat und die „Geschichte des Papsttums". Prof. Caspar war Mitherausgeber der Zeitschrift für Kirchengeschichte. Wehr und Waffen. Wehrsysteme. Von Major a O. von Keiser. Man unterscheidet — unabhängig von der Frage der Wehrpflicht oder der Freiwilligkeit des Dienstes — drei Gruppen von Wehrsystemen, die Miliz das stehende Heer und das Berufsheer. Das einzige Land der Welt mit einem reinen Miliz- yftem ist die Schweiz, die meisten europcn- chen und eine Reihe anderer Staaten haben ein lehendes Heer und zwar auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht, während ein reines Berufsheer — nur aus Freiwilligen bestehend — lediglich den im Kriege unterlegenen Staaten Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien aufgezwungen ist. Teilweise werden auch zwei Wehrsysteme nebeneinander angewandt, so in Italien das stehende Heer mit allgemeiner Wehrpflicht und eine freiwillige Miliz, in Rußland ebenfalls das stehende Heer und eine Miliz, aber beide mit allgemeiner Wehrpflicht, in England und den Vereinigten Staaten ein Berufsheer und eine Miliz, beide nur aus Freiwilligen bestehend. Die Miliz, besonders wenn sie auf der allgemeinen Wehrpflicht beruht, hat einen großen, auf politischem Gebiet liegenden Vorteil, die unbedingte Verbundenheit des Heeres mit dem Volke. Auf örtlicher Grundlage gebildet, stellt jeder Truppenteil gewissermaßen die mobilisierte Volks- und Verteidigungskraft seines Heimatortes oder Bezirks dar. Da es keine stehenden Truppenteile gibt, die Verbände vielmehr nur zu kurzen Hebungen zusammengerufen werden, um hinterher sofort wieder aufgelöst zu werden, sind Volk und H e e r in der Tat eine vollständige Einheit. Diesen politischen und sozialen Vorteilen stehen aber sehr erhebliche Nachteile militärischer Art gegenüber. Bei der geringen Zahl von Berufssoldaten — in der Schweiz sind es 150 Offiziere und 20 Unteroffiziere — stößt die Ausbildung der Rekruten und besonders die Führer- ausbildung auf große Schwierigkeiten. Während in stehenden Heeren die gesamte Heranbildung des jungen Nachwuchses und vor allem die Auslese und Ausbildung der Führer aller Grade allein in den Händen erfahrener aktiver Offiziere liegt, müssen diese wichtigsten militärischen Aufgaben im Milizheer zum größten Teil von Bürgeroffizieren, die selb st nur notdürftig ausgebildet sind, geleistet werden. Dazu kommt noch die sehr kurze Ausbildungszeit, in der es kaum möglich ist, Soldaten heranzubilden, die den hohen taktischen, technischen und moralischen Anforderungen des neuzeitlichen Krieges gewachsen sind. Diese schwerwiegenden militärischen Nachteile hat der schweizerische Oberst-Korps-Kommandant Wille nach dem Weltkrieg mit folgenden Worten selbst anerkannt: „Unsere mobilisierten Truppen besaßen nicht den Grad militärischer Tüchtigkeit und Kampfbereitschaft, den der Krieg verlangt und dessen wir bedurft hätten, um einen feindlichen Einbruch auszuhalten. Unsere Truppen entbehrten des inneren Zusammenhaltes. Ein gütiges Geschick hat der Armee diese Probe erspart. Der innere Halt hätte vielleicht nicht allen Wandlungen des Kriegsglückes standgehalten. Nach der Mobilmachung dauerte es volle fünf Wochen, bis aus einer Brigade ein brauchbares Kriegsinstrument wurde." Solche militärischen Mängel werden beim Milizsystem nie ganz zu vermeiden sein. Trotzdem mag diese Wehrform für ein militärisch so wenig bedrohtes und so leicht zu verteidigendes Land wie die neutrale Schweiz geeignet sein, auf keinen Fall aber für große Staaten, deren Leben und Dasein von der Stärke und sofortigen Kriegsbereitschaft ihrer Heere abhängt. Man denke nur an das ständig bedrohte Deutschland mit seinen offenen Grenzen! Ein Milizheer, hätte es auch restlos das ganze Volk umfaßt, hätte niemals vier Jahre lang die deutsche Heimat gegen die von allen Seiten anstürmenden Feinde schützen können. Im st e h e n d e n Heer, das aus dem aktiven Heer und den Reserven besteht, verfügt der Staat im Gegensatz zur Miliz über ein st ä n d i g e s Machtmittel, das er jederzeit nach innen oder außen einsetzen kann. Mit dieser Tatsache ist freilich auch die Möglichkeit innerer Gegensätze zwischen Volk und Heer in unruhigen politischen Zeiten gegeben, eine Gefahr, die aber bei stehenden Heeren m i t allgemeiner Wehrpflicht auf ein Mindestmaß beschränkt bleibt. Ein solches Heer, wie es das alte Preußen und später das Deutsche Reich 100 Jahre lang zum Segen ihrer staatlichen Entwicklung gehabt haben, ist eine vorzügliche Schule des ganzen Volkes, nicht nur in militärischer, sondern auch in politischer, sozialer und ethischer Hinsicht. Es erzieht zu Kameradschaft und völkischem Denken, zu Manneszucht und Vaterlandsliebe, zu Gehorsam, Mut und Todesverachtung. Die Träger dieser Erziehung sind die einzelnen Truppenteile, die von der Einstellung ins Heer über die Zeit des Beurlaubtenstandes hinweg bis zum Lebensende die militärische Heimat des Wehrmannes bilden. Durch eine lange ruhmreiche Geschichte sind alle Angehörigen eines Regiments zu einer festen inneren Gemeinschaft zusammengeschlossen, auch der größte Teil des Offizierskorps ist aus dem gleichen Truppenteil hervorgegangen. In diesen unmittelbaren Zusammenhang von militärischer Tradition mit dem Volksganzen liegt die unvergleichliche Stärke des stehenden Heeres mit allgemeiner Wehrpflicht. Die Vorteile dieses Heeres hinsichtlich der militärischen Ausbildung beruhen auf einem vorzüglich geschulten Offizier- und Unteroffizierkorps und einer Dienstzeit, die lang genug ist, um die Mannschaften krtegsrnä - hig auszubilden. In Staaten mit hoher Kul- tuvftufe genügt eine kürzere Ausbildungszeit als in Staaten mit einer großen Analphabethenzahl wie in Rußland und Polen. Im übrigen ist die Länge der Dien st zeit heutzutage nicht nur eine militärische, sondern in der Hauptsache eine pekuniäre Frage. Die meisten Länder mit stehenden Heeren uno allgemeiner Wehrpflicht haben darum nach dem Kriege die Dienstzeit stark verkürzt und sind, wie Frankreich, vielfach bis auf ein Jahr zurückgegangen. Die Reserven, die im Frieden zu häufigen Uebungen eiügezogen werden und im Kriegsfall die Truppenteile des stehenden Heeres auf erforderliche Kriegsstärke bringen bilden heutzutage den weitaus größten Teil der Kriegsheere, in Frankreich rund 85 v. H.; von ihrer gründlichen Weiterbildung nach ihrer Dienstentlassung und ihrer Kriegstüchtigkeit, besonders von der der Reserveoffiziere, hängt der Erfolg im Ernstfälle wesentlich ab. Das langdienende Berufsheer hat vor anderen Wehrsystemen den Vorteil gründlichster und kriegsmäßigster Ausbildung. Diesem einzigen Vorteil stehen aber sehr schwerwiegende Nachteile gegenüber. Einmal ist das Berufsheer, weil der langdienende freiwillige Soldat weit besser bezahlt werden muß als der Mann der allgemeinen Wehrpflicht, sehr teuer und kann daher nur verhältnismäßig klein sein. Infolgedessen und wegen der langen Dienstzeit des einzelnen kann die große Masse des Vol- kes nicht mit der Waffe ausgebildet werden; auch ist die Gefahr einer Entfremdung von Heer und Volk groß. Ferner aber sind die entlassenen Soldaten schon aus dem kriegstüchtigsten Alter heraus. So stehen ausgebildete Reserven nicht zur Verfügung, und eine sofortige Verstärkung im Mobilmachungsfall ist ausgeschlossen. Der in der Fachpresse oft erörterte Gedanke, neben einem Berufsheer ein Milizheer zu unterhalten, das lediglich zum unmittelbaren Grenzschutz bestimmt sein solle, hat sehr große militärische Nachteile und schafft zwei Klassen von Soldaten. Das in Frankreich herrschende System, im Heere der allgemeinen Wehrpflicht möglichst viele Berufssoldaten und Längerdienende (im ganzen etwa 40 v. H.) neben den Kurzdienenden zu unterhalten, ist jedenfalls sowohl vom militärischen wie vom völkisch-ethischen Gesichtspunkte aus vorzuziehen. Der neue Ges der französischen Armee. Der bisherige französische Generalissimus, der elegante Kavallerist und jugendlich frische General Weygand, trat am letzten Montag infolge Erreichung der Altersgrenze zurück. Alle Bemühungen, ihn zu halten, scheiterten an der Stellungnahme des Parlaments, dem er zu unbequem geworden war. War er doch mit einigen anderen prominenten Generalen ein zu eifriger Vorkämpfer für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit. So schreibt über ihn die Pariser Zeitung „Jour", die den Rücktritt des Generals Weyaand bedauert, seine Verabschiedung, der das Land teilnahmslos zusehe, sei eines der schlagendsten Beispiele, wie man in Frankreich die Undankbarkeit gegenüber guten Dienern des Staates pflege. Sie beweise ferner, wie auch verantwortliche Staatsmänner mutlos dem Druck gewisser Kreise nachgeben. Die Verabschiedung Weygands sei aber auch deswegen bedauerlich, weil die Tatsache, sich gerade im jetzigen Augenblick in der Organisation der Landesverteidigung eines er- fahrenenen Soldaten zu entledigen, so unverständlich sei, daß man beinahe an dem politischen System verzweifeln könnte, das zu solchen Torheiten führe. Ueberblickt man die glänzende Laufbahn des Generals Weygand, so drängt sich eine Parallele mit seinem Nachfolger sofort auf: Seine Sternenstunde stand im Zeichen des Marschalls F o ch, die seines Nachfolgers in dem des Marschalls I o f f r e. Foch war schon im Frieden sein Kommandierender General, am 21. September 1914 wurde Weygand Chef der von Foch übernommenen neuen 9. Armee. Damit begann der Zeitlauf der engen „Ehe" Foch- Weygand, die neun Jahre unzertrennlich blieb dank der ausgeglichenen Persönlichkeit des Chefs gegenüber feinen leicht aufbrausenden Oberbefehlshaber. Auch bei der am 26. März 1918 endlich zustande- gefommenen Ernennung Fachs zum Generalissimus aller alliierten Armeen als Ergebnis des ernsten Zusammenbruchs der französisch-englischen Front bei Beginn der großen Schlacht in Frankreich blieb Weygand sein Generalstabschef. Und auch nach dem Waffenstillstand biteben sie zusammen, um im Mai 1919 vor dem französischen Ministerrat Sturm zu laufen gegen einen Frieden, der Frankreichs Grenze zu seiner eigenen Sicherheit nicht an den Rhein verlege. Weygand ist auch später als Generalinspekteur ein scharfer Gegner jeder Aussöhnungs- volitik mit Deutschland geblieben. Er folgte 1930 Dem Chef des Generalstabes, General Debeney, und wurde damit für den Kriegsfall Oberbefehlshaber des Feldheeres. Sein jetzt ernannter Nachfolger, General Gamelin, steht im 63. Lebensjahr. Er ist Infanterist. Schon in langen Friedensjahren war er Kabinettschef des Oberbefehlshabers und Chefs des Generalstabes der Armee I o f f r e. Seit Juni 1911 Major, bildete sich statt einer „unzertrennlichen militärischen Ehe" bei so langer Verbundenheit ein väterliches Vertrauensverhältnis zwischen Jofsre und Gamelin heraus. Glänzend ist Gamelins Laufbahn. Bei Kriegsbeginn 42 Jahre alt und Mitglied der Operationsabteilung, begleitete er Joffre ins Feld, um ihm in Niederlage und im „Marnewunder" treu zur Seite zu stehen. Rühmlich trat er während dieser mit Spannungen aller 2lrt aus« gefüllten Wochen durch die Klarheit seiner mit be« merkenswerter Schnelligkeit entworfenen Armeebefehle hervor. Anfang 1916 übernahm Gamelin den Befehl über eine Jägerbrigade, und Damit wurde sein Wunsch, eine Elitetruppe des Heeres zu führen, erfüllt. Wir wissen, welch' hervorragende Gegner die französischen Jäger unseren Truppen waren, zur Genüge aus den Erfahrungen des Krieges, besonders in den Vogesenkämpfen. Dort fanden wir auch bei der Jägertruppe den letzten französischen Militärattache vor Kriegsbeginn in Berlin, den Oberstleutnant Serret, der auf dem Hartmannsweilerkopf schwer verwundet wurde und dort starb. Ende 1916 war Gamelin schon Oberst General Gamelin. und erhielt sogar das Kommando über eine Infanteriedivision, welche er mit kurzer Unterbrechung als Stabschef der Armeegruppe Micheler 1917 bis Kriegsende behielt. Kaltblütigkeit und Entschlußkraft sind die hervorstechendsten Charaktereigenschaften des Generals Gamelin. Mit 47 Jahren war er Generalmajor. Nach Kriegsschluß war seine Verwendung sehr vielseitig. Erst Chef der französischen Militärmission in Brasilien, um dort den infolge einer Vortragsreise des Generals Litzmann etwas locker gewordenen französischen Einfluß zu befestigen, würbe er 1925 als Nachfolger des Generals Sarrail zum Ober- befehlshaber nach Syrien berufen, und es gelang feiner gewandten Art, den infolge des Drusen- aufftandes hervorgerujenen Unruheherd zu „befrieden". 1928 wurde er an die Spitze des in Nancy stehenden wichtigen XX. Armeekorps gestellt. Nach Ablauf eines Jahres wurde er dann Oberquartiermeister des Generalstabes und abermals nach Jahresfrist, am 1. Februar 1931, Chef des Großen Generalstabes. Mit General Gamelin ist ein in der Vorkriegs- zeit tüchtig geschulter, hochbefähigter Mann an die Spitze der französischen Armee gestellt worden. An die Seite gesetzt wurde ihm jetzt der beim Attentat aus den König von Jugoslawien im letzten Oktober schwer verletzte General Georges. Ebenfalls aus der Infanterie hervorgegangen, als Bataillonskommandeur im Kriege verwundet, ist Georges im Jahre 1920 als Kommandant des 64. marokkanischen Schützenregiments der Rheinarmee hervorgetreten. Sein Name ist als Leiter des Wirtschafts- und Verwaltungsdienstes im Ruhrgebiet bekannt geworden. Seine Verwendung als Platzkommandant in Algier beweist feine Geschicklichkeit auf dem Gebiet der Heeresverwaltung. Durch feine Verletzung bei dem Attentat ist feine bereits bestehende Volkstümlichkeit, die er im Heere gUneßt, nunmehr auch in der breiten französischen Öffentlichkeit noch gestiegen. Lge- Der Soldat des Weltkrieges. Don Gerhard Günther. In der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg, erscheint soeben von dem Verfasser ein Werk: „Deutsches Kriegertum im Wandel der Geschichte" (kart. 2,80 Mark, Seinen 4,40 Mark). Hier wird deutsche Geschichte aus dem Gesichtswinkel des Kriegertums und einer heroischen Geschichtsauffassung dargestellt. Mit der Erlaubnis des Verlages bringen wir nachstehenden Abschnitt zum Abdruck: Erst langsam entwickelte sich der Grabenkrieg zu dem hohen Kampfstil, den er ab 1916 entfaltete. Die ganze Waffenrüstung der europäischen Heere war auf den Kampf gegen bewegliche Ziele in freiem Feld oder gegen Festungswerke gedacht. Als nun die Heere in der Erde verschwanden und sich durch immer tiefere Unterstände gegen den Beschuß sicherten, war es nötig, besondere Waffen zu diesem Zweck herzustellen oder die vorhandenen auszubauen oder zu vermehren. Das Steilfeuergeschütz gewann an Bedeutung, und Flachbahngeschütze von bisher unbekannter Größe dienten im Stellungskrieg dazu, die rückwärtigen Verbindungen des Gegners unter Feuer zu nehmen. Dem Gewehr gab man in der G e - wehrgranate die Möglichkeit des Bogenschusses; das Maschinengewehr wurde auf indirekten Schuß umgestellt. Aus primitiven Mörsern entwickeln sich die verschiedenen Typen des Minen- werfers, deren schwerster zwei Zentner Minen wirksamsten Sprengstoffes schleuderte, dessen Ep plosion allein durch den Luftdruck tödlich wirken konnte. Die Stielhandgranate, Die nach dem Abreißen der Zündschnur in genau bemessener Frist explodierte, wurde eine furchtbare Waffe in der Hand des Pioniers und Infanteristen. Der H a n b g r a n a t e n ro e r f e r , der in der Wut des Grabenkampfes genau abzählend — einundzwanzig — zweiundzwanzig — feine Handgranate fo wirft, daß ihre Explosion zwischen dem Gegner erfolgen muß, ehe dieser noch Zeit hat, zur Seite zu springen, gehört ebenso zu der Elite des neuen Kriegertums wie der Maschinengewehr- schütze, der nicht mehr über Kimme und Korn, sondern aus alter Vertrautheit mit seiner Waffe nur nach der Beobachtung der Einschläge schießt und mit seinem Gewehr die Anfangsbuchstaben seines Namens sauber in eine Leinwand schießen kann. Mit der Steigerung der Materialwirkung geht gleichzeitig eine Qualitätsauslese des Kriegertums vor sich. Nur in den Heeresberichten erscheinen noch Regimenter und Divisionen. In der furchtbaren Kraterlandschaft des Trichterfeldes liegen verstreute kleine Gruppen, um ein letztes Maschinengewehr oder einen von eisiger Tapferkeit erfüllten Kerl zusammengeballt; kein äußerlicher Befehl hält diese Männer mehr im Kampffeld fest. Auch der Kompanieführer hat nicht auf mehr als seinen Stoßtrupp unmittelbaren Einfluß. Er kann seine Kompanie noch in Stellung bringen, aber wie der einzelne Mann im Augenblick des Zusammenpralls mit dem Gegner sich verhält, kann er nur selten beobachten, fast nie unmittelbar beeinflussen. In seinem letzten Stadium ist der Krieg wieder von Freiwilligen geführt worden, von Männern, die einem tieferen Zwang gehorchten als dem militärifchen Befehl. Es ist erstaunlich, welche Einheitlichkeit und Planmäßigkeit des Handelns in Abwehr und Angriff eine solche Truppe aufweist, bei der in der Aktion der äußere Apparat Befehlsübermittlung zum Erliegen kommt. Wenn in der Schlacht an der Somme, in der zum ersten Mal das mehrtägige Trommelfeuer mit fast unbegrenztem Materialeinsatz angewandt wurde, auf 30 Kilometer breiter Front der Engländer mit frischen und siegesgewissen Divisionen gegen die zerschossenen Gräben und die Reste ihrer Verteidiger zum Angriff vorgeht und zu seinem Erstaunen fast überall noch Widerstand findet, so spielen sich fast überall dieselben Kampfszenen ab, die ohne bewußte Verbindung über die ganze Front hinweg eine Einheit des Handelns darstellen. Wo noch ein Maschinengewehr intakt ist oder mit fliegenden Händen von Schmutz gereinigt wird, wo eine kleine Gruppe fest in der Hand eines Führers noch einen Stapel Handgranaten zur Verfügung hat, setzt auf kürzester Entfernung ein wütender Widerstand ein, bei dem sich jeder Kämpfer bewußt ist, daß er jetzt keinen Pardon mehr zu erwarten hat. Das Gebot der Selbsterhaltung, ja der Vernunft selbst würde diesem längst umgangenen Häuflein dazu raten, den sinnlosen Widerstand aufzugeben. Was sie befähigt, jetzt noch zu kämpfen, ist die überkommene Soldatenehre, die Nachwirkung einer straffen Erziehung, der kameradschaftliche Zusammenhalt, ein wiedererweckter blinder und urtümlicher Kampftrieb, sicher kein bewußter Gedanke an Vaterland, König oder Pflicht, sondern ein wesensmäßiger, aus der tiefsten Tiefe kommender Antrieb, der einst den Sippenkrieger befähigt hat, bedenkenlos sein einzelnes Leben für den Ruhm der Sippe hinzugeben, und der jetzt noch in den Söhnen der Nation wirksam ist. Es ist ein Muß und Zwang, der nicht aus dem militärischen Gehorsamsverhältnis zu erklären ist, obwohl auch dieses Verhältnis «»in Ausdruck der wesensmäßigen Bindung an die Nation i[L Hier wird die elementarste Tatsache unseres Daseins inmitten einer aufs höchste gesteigerten Technik wieder wirksam, daß wir nicht einzelne sind, sondern unabdrängbare Glieder einer Ganzheit, die sich in Gefahr befindet und ihre Kämpfer nicht anders in die Gefahrenzone wirft als unser Körper, der die Heere seiner Blutkörperchen an die Stelle schickt, wo fremde Giftstoffe einen Einbruch in den Organismus erzwungen haben. Auch hier gehorchen die Teile ohne Rücksicht auf ihre individuelle Fortdauer, und selbst ein Lebewesen mit so entwickeltem Selbstbewußtsein wie der Mensch ist noch so sehr Natur, ein Volk, mit allen Schäden und Spaltungen der Zivilisation behaftet, ist noch so sehr eine Ganzheit, daß diese unerbittlichen Zwänge mit der dunklen Wucht eines naturgeschichtlichen Schicksals in Wirkung treten. Jede Betrachtung, die von dem Einzelwesen, vom Individuum ausgeht, steht hilflos vor dem Phänomen de? Schlacht. Nur die völkische Betrachtung, die von der Ganzheit ausgeht, besitzt den Schlüssel zu diesem magisch naturhaften Vorgang. In dem Kampf gegen den eigenen „inneren Schweinehund" spiegelt sich die Auseinandersetzung zwischen der Ganzheit und den Lebewesen ab, in die sie sich aufgespalten hat, ohne darin ihre Existenz einzubüßen. Nur wo diese Aufspaltung zum Verfall geführt hat, verliert der Teil die biologische Fähigkeit, für das Ganze zu sterben. Dann stirbt aber auch rasch das zerfallende Ganze und mit ihm auch der Teil, der glaubt, durch die Flucht vor dem individuellen Tod dem Untergang der Gesamtheit zu entgehen. Ehrenkreuze und Eiserne Kreuze. Im Militär-Wochenblatt wird mitgeteilt: Wenn sich auch in den letzten beiden Jahren das Interesse der Allgemeinheit dank der Belebung des Wehrwillens in unserem Volke dem Kriegsverdienste wieder zugewandt hat, so sind doch einige irrige Vorstellungen in weiteren Kreisen verwurzelt, die, wie man gelegentlich feststellen kann, sogar von Angehörigen der Nachkriegsgeneration geteilt werden: Eine gewisse Geringschätzung des Eisernen Kreuzes z. B., das angeblich „jeder bekommen habe, das weit häufiger verliehen worden sei als 1870/71, das man in der Etappe hätte bekommen können", u. dgl. Jetzt, wo die aus Frontsoldaten zusammengesetzte Reichsregierung d i e Ehrenkreuze für Kriegsteilnehmer ausgeben läßt und damit ein Versäumnis ihrer unzähligen Vorgängerinnen wieder gutmacht, die am Kriegsverdienste weniger interessiert waren als an dem demokratischen Grundsatz der Ordensad- fchaffung, ist es an der Zeit, solche Auffassungen richtigzustellen ; einzelne Mißbräuche zwar sollen nicht geleugnet werden. Was zunächst die Verleihung von E. K. der 2. Klasse an Besatzungstruppen, an Bahnhofs-, Ortskommandanten usw. und einen Teil ihres Personals hinter der Front und vereinzelt in der Heimat angeht, so geschah das entsprechend der Erneuerungsurkunde vom 5. August 1914, die nach der Fassung vom 16. März 1915 in Ziffer 2 sagt: „Die 2. Klasse wird an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung getragen, sofern es für Verdienst auf dem Kriegsschauplatz verliehen wird. Für daheim erworbenes Verdienst wird es am weißen Bande mit schwarzer Einfassung verliehen, soweit nicht auf Grund besonderer militärischer Verdienste die Verleihung am schwarzen Bande mit weißer Einfassung (!) erfolgt." Ist in diesen Fällen, die dem Frontsoldaten allerdings begreiflicherweise nicht recht verständlich waren, doch durchaus nach dem Willen des Stifters verfahren worden, so trifft die Behauptung, „jeder Kriegsteilnehmer habe das ,E. K. erhalten", überhaupt nicht zu: 13 Millionen deutsche Soldaten standen unter Waffen, davon wurden 4V2 Millionen, also etwa der dritte Teil, mit dem E. K. 2 und rund 90 000 mit dem E. K. 1 belohnt; demnach kommt ein E. K. 1 auf je 145 Mann. Es ist unrichtig und verwerflich, vom E. K. 1 als dem „Offiziersabzeichen" zu sprechen, denn in dem 13 Millionen starken Kriegsheere und feinen im ganzen 90000 E. K. 1 sind die 410000 Offiziere, Aerzte, Veterinäre und * Beamten einbegriffen. Wer daran Anstoß nehmen zu müssen glaubt, daß das E. K. 1 nicht „prozentual gleichmäßig" an Offiziere einerseits und Mannschaften andererseits verliehen worden ist, der sei — von allen anderen Ueberlegungen und Erörterungen abgesehen — lediglich daran erinnert, daß auch bie Verlu st Prozentzahlen nicht gleich waren: Von den 12 590 000 Unteroffizieren und Mannschaften sind etwa 14 v. H., dagegen von den 272 053 Truppen-Offizieren 18 v. H. gefallen, an aktiven Offizieren sogar 24,7 v. H.! 1870/71 wurden an die über 600 000 deutschen Kämpfer 1302 Kreuze erster und 47 812 Kreuze zweiter Klasse ausgegeben. Bei Vergleichen darf man aber außer den verschiedenen Stärken der Heere nicht vergessen, daß der Krieg damals nur 6V2 Monate statt der 5IV2 des Weltkrieges dauerte, daß z. B. ein einziges Infanterie-Regiment im Deutsch-Französischen Kriege 77 Tote, im Weltkriege 5007 Tote hatte, also 65 m a l s0 viel! Die entsprechenden Verwundetenzahlen desselben Regiments waren 70 zu 9500 — man bedenke, daß allein „auf dem Schlachtfeld von Verdun eine Stahlsaat von 1 350 000 Tonnen niederging, das ist eine Ladung von 135 000 Eisenbahnwagen. Jeder Hektar Boden wurde mit 50 Tonne» Stahl belegt"! Ältts-ühvrrnsSbeMnrmrrnse« über Me Ausgabe unO Abrechnung von tebensmitteigulscheinen und koblengutschelnen jum Jahrestage der nationaljoisolistlschen Nevolution 1. LebensmAelgukschelve A. Ausgabe Anläßlich des Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution werden an die Hilfsbedürftigen auch Lebensmittelgutscheine ausgegeben Die Gutscheine berechtigen zur kostenlosen Entnahme von Lebens. Mitteln im Werte von RM. 1.— je Schein. Andere Waren als Lebensmittel dürfen auf diese Gutscheine nicht verabfolgt werden. Die Gutscheine werden in der Zeit oom 30. Januar bis 15. Februar 1935 in allen Lebensmittelgeschäften in Zahlung genommen. Die Gutscheine find auf weißem Wasser- ^eichenpapier mit schwarzem und rotem Aufdruck hergestellt. B Abrechnung. Die Abrechnung der Lebensmittelg-utschebre geht folgendermaßen vor sich: Die Lebensmittelgeschäfte versehen die in Zahlung genommenen Gutscheine auf der Rückseite mit ihrem Firmenstempel oder handschriftlicher Firmenangabe. Gutscheine, die nach dem 15. Februar 1935 von den Bedürftigen oorgelegt werden, oder Scheine, die den Stempel der Ausgabestelle des WHW. nicht tragen, dürfen von den Lebensmittelhandlungen nicht in Zahlung genommen werden. Die Erstattung des Gegenwertes an die Lebensmittelgeschäfte oder Großhandlungen erfolgt gegen Abgabe der Gutscheine nach Abzug von 5% für das WHW. (also Reichsmark 0.95 je Schein) bis spätestens 28. Februar 1935 bei allen Zahlstellen der in der Reichsgr^'ppe 4 zusammengeschlossenen Kreditinstitute (Banken, öffentlichen Spar- und Girokassen, landwirtschaftlichen und gewerblichen Genossenschaftsbanken). Nach dem 28. Februar 1935 dürfen von den Zahlstellen Lebensmittelgutscheine nicht mehr in Zahlung genommen werden. Für die Einlösung der Lebensmittelgutscheine dürfen die Zahlstellen keine Gebühren erheben. Falls mehr als 100 Gutscheine zur Ein- lösung vorgelegt werden, find diese zu je 100 Stück zu bündeln. Igerflc 11« f«(tgelegten au Ictftcn. Nach §^qr^ul1ch«>n DCTfoUen un» •«fljtiTC'^ingcnommen weröcn. von ennrakohten- stchMco in verboten. blo fpäteflen» 5. mara IW Ättiakn im o grupp« Oes totntet- eaitto in -----10^ofrfe ö'.'twö' genm^^tolKf^llang einer to txr vurch öoo i$rn>to-xNr velchoNru»««. toelttac LÜHIwl poiauf 6ee S». febrnW-WM-4 bntf oon Keinem Kot]le#t)ln*lw- Der «ulfchsln berechllg^ttrae.^ btlteno. Übertragung Oq^Dlj tXrKohlenhanOlcrhnl 0le^n««i bei Ott für feinen XDohnfJB ffUfenxrtice gegen «tnelDett—^x, Quittung etnautaufdfen. § folgt f«ö< hat oee Kot|lent|ünMe| keinen Palprndi mehr auf -1 pnotianölgung einer toertfc ; Quittung ober eine fonftig^X. DergOtuag - MtVbrünchUch« JtniDcnOung^ viele» Lcheweo jUHI Luchts hrraeftrnfe nach Ott). - w 7;,< w -! W Ä W W Braunkohlenbrikettgutschein verkleinert, Originalgröße 103X146 mm, Mauer und roter Druck auf weißem Grunde. Die Zahlstellen entwerten die eingelösten Lebensmittelgutscheine durch Abschneiden der linken unteren Ecke und reichen die Gutscheine bis spätestens 15. März 1935 ihren Zentralstellen ein Die Zentralstellen geben durch Einjchreibe-Sendung die Gutscheine gesammelt an die Neichsführung des Winterhilfswerkes, Sondermaßnahmen, Berlin SO 36, Maybachufer 48/51, weiter Gleichzeitig machen sie der Reichsführung durch besonderes Schreiben oon der Uebersendung der Gutscheine Mitteilung und fordern die Ueberweisung des Gegenwertes an. Eine »des tab feflgelegten Min Deut! c-chvavM Segen ptyjat^e^Olf PncrKenÄ&gfl^bf folgt leöeKKtotatv blo fpatefleno5. müra IW (Wen Ortsgruppe Oe» totaler- inlgt«..tu. den Eebeneuilttelhanblungcn Mcht mehr In Zahlung genommen werben. / MlVdrüuchllchepnwenvungbtefeoSchelneoalehtZuchlhauoftrafe ngchflch. \ /* . wegen ber pbredinnng bet tu "Zahlung genommenen Gutscheine ftab „ l Ole pnorbnungen aus ber R0«(ette blejeo Scheine» au beachten. Stempel ber Rtogabefldle W WA,. M Z>ie ßebensmtttelgcfdiätte haben öle tn Zahlung genommenen Gutscheine hierunter mtj flrmeuflempel ober mit hanöschrtsiticher flrmenelntrngung zu Perl eil«*. Dte Erstattung ve» Gegenwerte» an öle eeben-mMetgeschüfte ober «roßhanblnngen erfolgt noch pbjug oon 5% für bo» U>. 0f. to. (alfo mit «M 0.-S) bl» fpäteflea» tt. februar 1-ZS bei allen ZahlRellen ber In ber Kelchograppe 4 aufammengefchtoffenen Krebinnflltute (Daaken. dflent- Uchen ßporkoffen. -vlrakoffen. Cko»enlrnlen. »tabtbanken, Kommunalbanken. lanbwlrtpmfMch«, nab gewerblichen Seaoffenschaften> gegen Pbgabe ber Sutschetne. ßowett mehr ole 1OO »ulfchelne anfgctlefert werben, flnb biefe zu |e 100 Otüd zu Dttnbetn. Die ZohlsteUen führen bte etngelO.len Gutscheine an Ihre Z«ntratsteite ab, weiche Ole enbgülttge pvrechauag artt ber ReMjelührung ve» totntee-htlfewerkee beo beattheu DtfÄt» ttWH ootulenat Reidtebeauftragte* für ba» to.ti.to. Vorderseite Lebensmittelgutschem verkleinert, Originalgröße 103X146 mm Rückseite Friedrich Leo im 82. Lebensjahre. Gießen, den 26. Januar 1935. 480 D 0339 sten Dank. Staufenberg, den 25. Januar 1935. 495 d im 40. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: ■ 496 D Werbeblatt Kosten!. Heute verschied mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Die tief Trauernden: Familie Heinrich Kuhl H. In tiefer Trauer: Marie Leo, geb. Bertram. Gießen (Hindenburgwall 3), den 25. Januar 1935. Die Trauerfeier findet Montag, den 28. Januar, nachmittags 27, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wilhelm Jäger Lehrer Paul Eichhorn und Frau, geb. Jäger- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen- sagen wir auf diesem Wege aufrichtigsten Dank. Für die Hinterbliebenen: Albert Rahnefeld. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem allzufrühen Ableben unseres lieben, unvergeßlichen Karl,für die Kranzspenden, die erwiesenen Ehrungen am geschmückten Grabe vom Seiten des Jungvolks und seiner Schulkameraden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und seines Herrn Lehrers sagen wir hiermit unseren mnig- „DasDollendetste.was man anNaturtreue und zugleich Künstlerischer Wiedergabe verlangen Kann." Photo-Beobachter Am 24. Januar verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Else Jäger gu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Doröerooo Ein deutsches Dogelparadies NamrurKundenvon den Halligen u.vom Wattenmeer von P. F. Weckmann- Wittenburg Einführend. Text von Prof.Dr.^.Dietrich Mit 64 Kunstdruck- tafeln. — Broschiert RM 3.—»gebunden RM 4.-. Ihre Geschäfts-Drucksachen .teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man •teilt eloh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie ma Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten Reohnu2Sd. ’ha’b eohäftekarten Ihres Hauses beurteilt. - Legen Sie deshall Wert auf gepflegte Druckarbeiten. Wir bieten eie Ihnen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 MStahl-IIoHOH Schlafzlm,8tahlfeder- Uolz-DKlltSn und Auflegematratzen an alle,Teils. Katal. fr, Elaenmöbelfabrik Suhl,TU. Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Aber in Frankreich und Italien sind die Gegensätze dynastisch-partikula- ristischer Eigenstaatlichkeit, die die alten Stammes- gegensätze überlagert hatten, früher ausgelöscht worden als in Deutschland. Das hat unsere Stellung gegenüber geschlossenen Nationalstaaten älterer Prägung, bis in die neussste Zeit hinein, belastet. Die letzten innerdeutschen Hemmungen, worauf das Ausland spekulieren durfte, sind, so dürfen wir annehmen, mit der Saarabstimmung beseitigt worden. Und wenn die alte Länderverfassung endgültig durch die neue Gauverfassung ersetzt wird, so haben wir den Vorsprung, den andere Nationalstaaten noch vor uns voraus hatten, auch in der staatlichen Lebensform restlos eingeholt. werden der Episode Ivo Caprivo zum Gruppenführer ernannt und ihn für das 23er» dienstkreuz vorgeschlagen." In der Tat eine bezeichnende Episode. So arbeitet das Auslandsitalienertum mit dem Mutterland zusammen, so weiß der Duce auch seine bescheidensten Soldaten in der Fremde zu schätzen. Nun ein Gegenstück. Es zeigt, wie der Faschismus auch den kleinsten Begebenheiten nachgeht, wenn sie nach seiner Meinung geeignet sind, den italienischen Nationalstolz zu verletzen. Irgendwo im weiten deutschen Reich betreibt ein anscheinend junger Feuerkopf das übliche Gewerbe des Verfe- fchmieds, wobei ihm Visionen welthistorischer Vorgänge zu Hilfe kommen. Er läßt also den Tag kommen, wo der deutsche Adler Rom in den Staub schmettert, wo die alten Paläste der ewigen Stadt wie Fackeln auflodern, Vatikan und Quirinal in Trümmer sinken werden. Ein lyrischer Ueberschwang ohne jede politische Bedeutung, eine literarische Entgleisung, der man zahlreiche — italienische Beispiele entgegenhalten könnte. Aber die Belanglosigkeit scheint den größten Blättern des Königreiches so wichtig, daß sie mit einem Adagio, Poeta! sofort in geschlossener Phalanx gegen den unbekannten teutonischen Pegasus anrücken und au die Cimbern verweisen, dis von dem Römer Ma» Der „Große preis der nationalsozialistischen Erhebung" Der Aufmarsch der Equipen der verschiedenen Länder, von denen in unserem Bild die deutsche gezeigt wird. Länder und Gaue. Von Dr. Paul Harms. Durch die Heimkehr der Saar ins Reich wird nicht nur die Bahn frei gemacht für eine deutsch-französische Verständigung, sondern auch für den Ausbau des Reiches im Innern. Reichsinnenminister Dr. Frick hat wiederholt angedeutet, nach welchem Grundsatz dieser Ausbau vorgenommen werden soll: die bisherigen Länder-Grenzen werden verschwinden, und das Reich wird in Gaue neu eingeteilt werden. Die Länder haben sich in früherer Zeit, wenn es galt, ihre „Eigenstaatlichkeit" dem Reiche gegenüber zu verteidigen, gern darauf berufen, daß sie dem Stammescharakter der Bevölkerung Rechnung trügen. Nichts war falscher als das! Die Länder haben sich geschichtlich gebildet nicht nach völkischen Bedürfnissen, sondern nach dynastischen Interessen. Am wenigsten einheitlichen Stammes- Charakter hatte das führende Land Preußen. Seinen Bereif zur Führung hatte dieses Land dadurch bekommen, daß die Interessen seines Herrscherhauses durch die Entwicklung selbst immer mehr aus die gemeindeutsche Linie gedrängt wurden. Als die brandenburgischen Hohenzollern 1618 den Kern des mittelalterlichen Ordensstaates, O st preußen, erbten, da wurde ihr Hauptinteresse erstmals fest an die deutsche Linie gebunden. Indem der Große Friedrich seine Hand aus Schlesien legte, machte er es unmöglich, daß Kursachsen und Polen über die Gemeinsamkeit der dynastischen Spitze zu einem Nationalitätenstaat zusammenwachsen könnten, dessen Schwergewicht außerhalb Deutschlands gelegen wäre. Die übermenschlichen Opfer, die Preußen sür die Befreiung Deutschlands von der napoleonischen Gewaltherrschaft gebracht hatte, trugen ihm den wichtigsten Teil der deutschen Westmark ein, die R h e i n p r o v i n z einschließlich des Saargebiets. Seit 1866 endlich beherrschte Preußen in voller Ausdehnung die deutsche Seeküste; damit war, im Zeichen beginnenden Hineinwachsens in den Weltverkehr und die Weltwirtschaft, entschieden, daß Deutschland nur unter preußischer Führung zur staatlichen Einheit zusammengefaßt werden könnte. nach dem Muster eines Landes formen wollten, oder ganze Länder nach dem Muster eines Stammes, werden in der Gau-Verfassung des Reiches keine Daseinsberechtigung mehr haben. Es wird nur mehr ein unteilbares Reich geben, aber das Gemeinschaftsleben in diesem Reiche wird wie ein geschliffener Edelstein nach zwanzig und mehr Seiten funkeln und Farben sprühen. Missen wollen wir nichts in diesem Reiche, was in der Stam- meskultur des Volkes wurzelt. Nicht die ernste Staatsgesinnung Ostelbiens und nicht die bewegliche Heiterkeit der Rheinländer, nicht die zuverlässige Schwere des Sachsenstammes und nicht die ver- tehende Leichtigkeit süddeutschen Menschentums. Aber sie sollen nicht um die Herrschaft miteinander ringen und sich nicht um Sonderinteressen raufen; ie sollen gleichberechtigt-wetteifernd leben einander stehen, und ihr Ehrgeiz muß sein, durch Pflege ihrer Eigenart den Glanz des Ganzen zu erhöhen. Um diesen Preis wird bei den im Rahmen der „Grünen Woche" veranstalteten Reitturnier am Sonntag non den besten Reitern Europas gekämpft. Er ist ein Meisterwerk der Staatlichen BernstemmanufakUir Königsberg- Ein Klappschrein aus Silber und Bernstein, dessen Innenseite den Reichsadler tn Bernsteinmosaik zeigt. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung stand der F. K. aus Wieseck gestern vor Gericht. Laut Strafbefehl wurde ihm zur Last gelegt, mit seinem Motorrad am 7. Oktober v. I. auf dem Feldweg zwischen Marburger Straße und Lie- bigshöhe mit einer derart hohen Geschwindigkeit gefahren zu sein, daß er, zumal an diesem Tage Flugtag und der Feldweg sehr belebt war, Menschenleben in Gefahr brachte. Bei seinem unvor- schriftsmäßigen Tempo überfuhr der Angeklagte einen Hund, der sofort tot war. In der gestrigen Hauptverhandlung erkannte das Gericht, entgegen der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe von 30 Mark, auf eine Geldstrafe von fünfzig Mark, die im Unembringlichkeitsfalle mit zehn Tagen Gefängnis zu verbüßen ist. Der K. Sch. aus Berlin wurde wegen Bettelns zu 6WochenHaft, unter Anrechnung von 24 Tagen erlittener Untersuchungshaft, verurteilt. Der Ange- klagte ist schon mehrfach vorbestraft und war auch bereits im Arbeitshaus untergebracht. Mit der Zusammenfassung des Raumes der nordischen Tiefebene hatte das Land Preußen die Grenze erreicht, bis der feine staatbildende Eigenkraft zu gehen berufen war. Es hätte allenfalls noch die Eingliederung der norddeutschen Kleinstaaten vertragen — aber auch die Eingliederung Süddeutschlands? Schwerlich! Der erste Baumeister der deutschen Einheit, Bismarck, hat die „Mediatisierung des Reiches" von Preußen aus glatt abgelehnt. Er ist der Meinung gewesen, daß es durchaus unzweckmäßig sei, das Reich zu einem Großpreußen ausbauen zu wollen. Ganz im Sinne seines großen Vorgängers hat der zweite Reichsbaumeister Adolf Hitler den Grundsatz aufgestellt: Unsere Aufgabe ist es nicht, die Länder zu konservieren, sondern zu liquidieren. Das Reich ist das Bleibende, es kann nicht wohl zu einem Großpreußen werden, vielmehr muß Preußen, das seinen Beruf erfüllt hat, im Reich aufgehn, und die anderen Länder mit ihm. Das Reich ist das Bleibende, denn es ist die Lebensform, die lebendig erhalten wird durch den Willen des Volkes. Und das Bleibende im Reiche sind nicht die Länder, sondern die Stümme! Die Stämme der Friesen, Sachsen, Franken, Hessen, Thüringer, Schwaben, Alemannen und Bayern haben ihren Stammescharakter gewahrt seit tausend und mehr Jahren. Und im Koloniallande östlich der Elbe haben die Bewohner der Mark Mecklenburgs und Pommerns, Schlesiens und Ostpreußens deutlich erkennbaren Stammescharakter angenommen. Das dynastische Interesse der Landesfürsten ist über die Stammesunterschiede hinweggeschritten, und die Länder sind dabei nicht schlecht gefahren. Der Gegensatz zwischen Rheinland und Ostelbien im Lande Preußen, zwischen Oberbayern und Franken im Lande Bayern, zwischen Schwaben und Pfälzern im Lande Baden hat innere Spannungen erzeugt, die das Kulturleben der Länder frisch erhalten haben. * ___ Nicht so ohne weiteres läßt sich das gleiche vom S t a a t s l e b e n sagen. Auch hier können gewisse innere Spannungen nützlich sein, aber freilich immer nur insoweit, als sie nicht dazu fuhren, daß ein Stamm über den anderen zu herrschen versucht. Das erzeugt Unbehagen und Unruhe, die einer stetigen Entwicklung abträglich sind. Preußen von Ostelbien und Bayern von München aus zu regieren, war nicht immer leicht. Und diese inneren Schwierigkeiten mehrten sich, wenn die Lander sich feindlich zum Reiche stellten. Denn dann gewannen in ihnen Mächte die Oberhand, die Mit Stam- meseiqentümlichkeit wenig mehr zu tun hatten. So in Preußen nach der Novemberrevolte der internationale Marxismus, in Bayern zur selben Zelt der politische Katholizismus. Diese, dem Wesen einer reichseigenen Staatlich- keit fremden Mächte haben nicht selten versucht, die alten Stammesgegensätze in ihrem Dienst auszunutzen Wohin das hätte führen können, vermögen wir uns un chwer vorzustellen, wenn wir mit unse- der Länder hatten sie uns als chr unseliges Erbe hinterlassen. Damit mußte das wieder erstarkte Reich aufraumen, wenn es sich I-Wll behaupten wallte. Wenn nun das Reich die «ander grenzen niederlegt, so kann es das Bleibende i m R e i ch e, die E i g e n a r t s ein er St am me, pfleglicher behandeln, als es die Lander j 9 tjAben. Senn o,, .____ cinmmps über andere e?: s «3. ”E «.Äf! W u1 ä: 'ät ££?. '.».'M».» Zwistigkeiten und Eifersüchteleien entstmiden die Ausübung der tzah-itsrecht- die dannau »a» STÄftWä ss - ^Eine Einteilung des Reiches in ^^^'it^Rech- mit der Verpflichtung -'ne --gen- Staab lichkeit zu pflegen, denn ste haben nicht Politik zu treiben sie haän nur gut zu verwalten. Um so mehr also werden sie all das pflegen können, was der Kultur ihre Farbigkeit und ihre »ufr gestaUigkeit gibt. Bestrebungen, die das ganze Reich Italienische Propaganda Von unserem römischen (^.-Korrespondenten. Rom, Mitte Januar. In einem Gymnasium von Oslo, so be» richten voll Stolz die italienischen Blatter, hat sich ein bezeichnendes Ereignis abgespielt, besten Held ein Balilla ist, ein kleiner Faschist namens Ivo Caprivo. Als der Geographielehrer auf Italien zu sprechen kam, erwähnte er, indem er sich an das Schulbuch hielt, daß die italienischen Landarbeiter in elenden Verhältnissen leben müßten. Da aber sprang der kleine Ivo auf und schleuderte dem Lehrer den Vorwurf ins Gesicht, er sei s e h r schlecht unterrichtet! Wenn du es besser weißt, sagte der Lehrer, gut, ich gebe dir drei Tage Frist, mir mit einem Aufsatz meinen Irrtum naa)= zuweisen. Drei Tage später lieferte der italienlsche Schüler eine so vorzüglich belegte Arbeit ab, daß sich der Lehrer als besiegt und überzeugt beEannte, daß er die Aufklärungsschrift vor der ganzen Klasse vorlesen ließ und den tapferen Vorkämpfer seines fernen Vaterlandes ermunterte, dem Verleger des Schulbuches eine verbesserte Auflage zu empfehlen. War doch der Aufsatz mit $nceroorten qespickt, mit Bildern über die Getreideschlacht und die Trockenlegung der Pontinischen Sumpfe, die der Verfasser von dem Ortsfoscio IN Oslo erholten hotte. „Dos G c n - r o I s e k r e t o r - o t d - r A u s- lanbsfasci aber Hot fofort noch Bekannt- älligen (englischen) Herrschaft geopfert werden )ürfe, und die italienische Sprache für Südtirol proklamiert, weil Alto Adige jetzt unter italienischer Herrschaft steht. Das Oberetsch ist eben terra italia- nissima. Man mag gegen eine solche Beweisführung noch so viel ankämpfen, es sieht nicht aus, als ob ich die Dante-Gesellschaft entmutigen ließe. Sie arbeitet vor allem auch im Auslande, ie hat dort 177 Gruppen und Verbände, davon 100 in Europa. Sie sitzt in Schanghai und Dresden, in Mühlhausen und La Paz, in Saarbrücken und Cleveland, sie rechnet mit 300 Kundgebungen im Wintersemester. Wer kennt nicht die Auslandspropaganda des italienischen Rundfunks? Die Ermäßigungen auf den italienischen Eisenbahnen? Alle Hoch» zeitsvärchen der Erde werden mit Viertels- und Fünftelpreisen nach Rom gelockt, wo sie dazu um« onst mit der Straßenbahn herumfahren können, o viel es ihnen Spaß macht, wo sie der Papst empfängt, wo sie gehätschelt werden wie Kinder des Landes. So etwas setzt sich fest in der Seele. Was wissen nicht alles die Studenten zu rüh« men, benn als Ausländer zahlen sie keine Gebühren! Wer von den hohen Gästen des Duce, wer wird nicht nach den pontinischen Gefilden geführt? Als die Fremden, die früher den Winter in Rom zu verbringen pflegten, ausblieben, weil ihnen der furchtbare Lärm auf die Nerven fiel, wurde die Hauptstadt auf einen einzigen Wink Mussolinis roieber lärmfrei. Die für bie Auslänber erstaunlich unerfreulichen Stabtviertel fallen, Hunberte von Millionen werben für Prunkstraßen ausgeworfen. Die fremben Automobilisten, bie früher auf Italien schimvsten wie bie Spatzen, singen jetzt bas Loblieb ber Autobahnen. Das ist die beste Propaganda: die Propaganda der Tat. Mustergültig arbeitet das staatliche Verkehrsamt, die Enit. Ihre Monatsblätter flattern in verschiedenen Sprachen unverlangt ins Haus und auf durchschnittlich 40 Spalten wird darin ausgeführt, was Italien alles zu bieten hat. Die Enit- Blätter sind ein briefliches Reife- und Auskunftsbüro. Die Enit veranstaltet internationale Wettbewerbe um das beste Buch, den besten Zeitungsartikel über Italien, sie gibt unentgeltlich selber Führer und Bücher ab über die Totenstadte wie über die stalienische Küche, über die Verkehrsstraßen und Kunststätten. Allumfassend ist der italienische Touring-Club, kostet doch der jährliche Beitrag nur 15 Lire! Dafür erhält man außer den üblichen Vergünstigungen solcher Verbände auch kunsthistorische Bücher. Ilm die Straßenmarkierung und die Erleichterung des Grenzübertritts hat sich der Raci ein großes Verdienst erworben. Ueberall in der Welt hört man heute wieder die Stimme Roms, die römischen Adler, sie fliegen wieder. An der Grenze des Kolonialreiches, am Indischen Ozean steht ein riesiger Leuchtturm in Form eines Liktorenbündels. Unter dem Faschio scharen sich die Auslanditaliener in der neuen Well wie am Tiber. Mussolini hat bie unabschätzbare Bedeutung der nationalen Propaganda erkannt und ihr daher ein eigenes Ministerium geschaffen, an dessen Spitze er seinen Pressechef und Schwiegersohn stellte, den jungen Grafen Galeazzo Ciano di Cor- tellazzo. rius derart vernichtet worden seien, daß man Wälle aus ihren Gebeinen aufführen konnte. So kampflustig steigt der Faschismus heute noch in die Arena. Als Mussolini vor über einem Dutzend Jahren an die Macht kam, ging es ihm in der übrigen Welt so ähnlich wie später Adolf Hitler, die Kritiker ließen kein gutes Haar an ihm und seiner Bewegung, man predigte den Boykott italienischer Waren und dort, wo Italien seine wirtschaftliche Achillesferse hat, in Amerika, erwuchs ihm eine wirkliche Gefahr. Was tut da Mussolini? Er schickt sofort den bestenIour- n a l i st e n nach den Vereinigten Staaten, er heißt ihn eine große Zeitung gründen und zunächst die Hunderttausende von Amerika-Italienern bekehren. Er hält grimmige Auslese unter den Bot» chaftern der Presse, den Ausländskorrespondenten, es scheint ihm viel wichtiger, daß sie die Fahne hochhalten, als die zünftigen Diplomaten. Mit Nachrichtenübermittlung dürfen sie sich nicht lange ad- geben, das können Agenturen auch, auch überall muß der rechte Mann' am rechten Platz sein. Und ihnen gelingt es in der Tat, die Bresche in die feindliche Propaganda zu schlagen, der faschistische Gedanke keimt auf im Ausland, sowie er den Völkern verständlich gemacht wird. Sie fangen an, sich für das neue Rom zu interessieren und damit war die Schlacht gewonnen. Das Uebrige tat und tut eine Organisation der nationalen Propaganda, wie man sie in Italien nie für möglich gehalten hätte. Wir werden in unserer Disziplin preußischer werden als die Preußen, hieß es nach dem Marsch auf Rom, und niemand wird leugnen können, daß Italien heute auf dem Gebiete der nationalen Werbung eine beispiellose Leistung aufweisen kann. Soeben hat der Duce der Dante-Gesellschaft seinen Dank für die Verbreitung der italienischen Kultur in der Welt ausgesprochen. Es ist der gleiche Verband, der seinerzeit die irredentistische Bewegung trug, der das Dante-Denkmal in Trient ertrotzte, der jetzt für Malta kämpft und auch vor der kühnen Aufgabe nicht zurückscheut, dort die italienische Sprache ourchzusetzen, weil das heiligste Gut eines Volkes, die Muttersprache, nicht der zu- Ltnfallverhütung im Straßenverkehr 9.30 Kirchliche Nachrichten Snventmr-Veekauf Im gewaltige Preisherabsetzung! 433 A Anfang abends 8 Uhr! 502 D O'ÄÖ' 1,43 „ 11 1 2 7 10 10 10 6 1 4 6 1 3b 4a 3b 2a 2b 3a 3b 4a 4a 3 4 4 Handarbeiten, bunte Gardinenstoffe und farbige Wäsche, Taschentücher, Tisch- und Divandecken. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 27. Januar. und 16 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, 30. Januar. Nutzholz versteigert werden: Kiefern-Stämme, N, Kl. 3a 26 Stück Nuhholz-Verfteigerung. Nächsten Dienstag, den 29. l. 21L, vormittags 10 Uhr, sojl im hiesigen Gemeindewald nachstehendes Wirkung der amtlichen Warnzeichen nicht durch zu häufigen Gebrauch entwertet wird. Die amtlichen Verkehrszeichen können bei richtiger Aufstellung allen Anforderungen, auch an besonders gefährlichen Stellen, genügen, so daß es nicht nötig ist, auf andere Zeichen zurückzugreifen, wie etwa auf die vom Agrippina-Versicherungs- Konzern aufgestellte sogenannte „Blaue Hand". Die vorhandenen Tafeln mit der „Blauen Hand" können aber erhalten bleiben. Brennholz-Versteigerung des Graf zu Solms-Oaubachschen Forstamkes. Montag, den 28. Januar, von 10 Ahr ab, int „Solmser Hof" zu Laubach aus den Distrikten Forstwiese, Wallenberg, Birken, Brühl, Weingärtnerskopf der Försterei Gonterskirchen. Scheiter rm; 750 Buche I, 80 Buche II, 2 Hainb., 18 Eiche, Birke, 50 Fichte, Erle. Knüppel rm: 500 Buche, 50 Hainb., 120 Esche, Ahorn, 100 Eiche, davon 70 rm aus 1934, 70 Fichte, Erle. Stöcke rm: 90 Buche, 8 Eiche aus 1934, 25 Fichte. Reiferknüppel rm: 152 Buche, 24 Esche, Ahorn, 188 rm Buchenastreiser. Aus dem Distrikt Eselskopf sämtliches Buchenscheit II, -knüppel I, -stocke und -reiferknüppel. Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Nutzholz: 22 Stück Eschen-Derbstangen (Deichseln) aus Forstwiese. 462D Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior, Gonterskirchen. Großen-Linden, den 24. Januar 1935. Hessische Bürgermeisterei. __Lan g._________ 461D = 24,39 fm -- 12,63 - 1,38 = 2,37 = 2,30 = 4,32 - 6,65 -- 8,32 = 6,75 - 1,45 -- 2,68 -- 5,72 - 1,13 Mittwoch, 30. Januar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Baptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13 L Sonntag, 27. Januar. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, 31. Januar. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz. „ N, „ A, „ A, Kiefern-Abschnitte, N, „ N, N, „ N, „ N, „ A, Eichen-Abschnitte, N, N, „ A, 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 26. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 27. Januar. 3. Sonntag nach Erscheinung. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — hunaen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. —Nidda: 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 28. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 30. Januar. • Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Oeffenkllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. W. Klein, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Pelikanapotheke. Bekanntmachung die Versicherungsvertreter beim Versicherungsamt betreffend. Ingenieur Otto Jung aus Watzenborn-Steinberg ist aus dem Kreise der Beisitzer beim Versicherungsamt der Stadt Gießen auStzeschieden. 504D An seine Stelle wurde berufen: Krankenkassen-Angestellter Heinrich Friedrich in Gießen, Keplerstraße 5. Gießen, den 22. Januar 1935. Versicherungsamt der Stadt Gießen. ____________________J.V.: Keitzer.____________________ Brennholzverkauf des Forstamts Krofdorf am Freitag, dem 1. Februar, von 9 Ahr ab, bei Gastwirt Bender zu Krofdorf. Revierförsterei Waldhaus: Distrikt 37 und 31a: Eiche: 51 rm Scheit, 11 rm Knüppel. Buche: 949 rm Scheit, 224 rm Knüppel, 722 rm Reiser III und 400 rm Reiser III unaufgearbeitet. Aenderungen vorbehalten. 484D RH, 5.000 Holzversteigerung im Albacher Gemeindewald. Mittwoch, den 30. Januar, werden in den Distrikten Kreuzholz und Eisenhand versteigert: 471D Scheiter: Buche 450 rm, Eiche 50 rm, Fichte 20 rm. Knüppel: Buche 100 rm, Eiche 30 rm, Fichte 20 rm. Reiser: Buche 3600 Wellen, Eiche 300 Wellen, Fichte 1000 Wellen. Stöcke: Buche 100 rm. Zusammenkunft 10 Uhr auf der Straße Albach— Hattenrod, am Pflanzgarten. Gute Abfuhrwege. Bürgermeisterei Albach. Lenz. früher„Haus der Handarbeit und Ausstattung“ Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfälti. gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Aus der Uebernahme vom „Haus der Handarbeit“ eine Menge Waren, die angestaubt und durch langes Lagern unansehnlich geworden sind, sehr billig! &. Lehmbetkev Gettevsweg 23 Bei dieser Gelegenheit bringt der Reichsoerkehrs- minister in Erinnerung, daß Warnzeichen stets nur an wirklich gefährlichen, innerhalb geschlossener Orts- teile nur an Stellen, deren Gefährlichkeit schwer erkennbar ist, aufgestellt werden sollen. Durch diese Vorschrift in der Ausführungsanweisung zur Reichs- Straßenverkehrsordnung soll erreicht werden, daß die Zur Warnung vor gefährlichen Stellen auf öffentlichen Straßen (Duerrinnen, Kurven, Kreuzungen oder Eisenbahnübergänge) dienen die bekannten dreieckigen weißen Schilder mit rotem Rand und schwarzen Zeichen. Dazu kam für sonstige Gefahrstellen das bekannte Ausrufungszeichen; es muß nach der Reichsstraßenoerkehrsordnuna auf Grund von Vereinbarungen über die zwischenstaatliche Vereinheitlichung der Verkehrszeichen durchweinen senkrechten schwarzen Strich ersetzt werden. Wichtig ist schließlich neuerdings das weiße Dreieck mit rotem Rand, dessen Spitze nach unten weist; es zeigt vor Straßenkreuzungen an, daß der Verkehr auf der zu kreuzenden Straße das Vorfahrtrecht hat Ein besonderes amtliches Zeichen zur Warnung vor besonders gefährlichen Stellen ist bisher weder zwischenstaatlich vereinbart, noch im Deutschen Reich eingeführt worden. Bis zur endgültigen Entscheidung über ein solches amtliches Zeichen ist durch einen soeben ergangenen Erlaß des Reichsverkehrsministers die Benutzung der vorhandenen Verkehrszeichen an Stellen erhöhter Gefahr klargestellt und vereinheitlicht worden. Die zuständigen Behörden sollen an besonders gefährlichen Stellen, für welche die gewöhnlichen Warnzeichen nicht ausreichen, prüfen, ob zur Vermeidung von Unfällen eine Beschränkung der Geschwindigkeit vorzuschreiben ist. Gegebenenfalls soll dann außer den üblichen Warnzeichen das Zeichen zur Beschränkung der Geschwindigkeit aufgestellt werden, nämlich eine runde weiße Scheibe mit rotem Rand und der schwarzen Aufschrift: „30 Kilometer, 10 Kilometer" oder dergleichen. Wo eines der Warnzeichen vor Kurven, Kreuzungen, Eisenbahnübergängen ober sonstigen Gefahrenstellen steht, kann zur Verstärkung der Warnung, wie es bisher schon gelegentlich geschehen ist, das erwähnte allgemeine Warnzeichen (rotgerande- tes weißes Dreieck mit senkrechtem schwarzem Strich) am fetten Pfosten mit dem betreffenden besonderen Warnzeichen angebracht werden. ______________ Evangelische Gemeinden. Sonntag, 27. Januar. 3. nach Epiphanias. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Missionar Walther; 11: Kinderkirche für die Matthäusaemeinde; Pfr. Mahr; 17: Pfarrassistent Balz. — Jahanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Bechtolsheimer; musikalische Abendfeier; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Balz.— Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — pelcuskapelle. 9.30: Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Propst Knodt. — Mieseck. 9.45: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Kinderkirche. — Alten-Bujeck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Gottesdienst; Kollekte. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.15: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für das Evang. Jugendwerk der Evang. Landeskirchen Nassau-Hessen; 11: Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Sleinberg. 13.45: Hauptgottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 13: Kin- dergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. — Ttieber- Bessingen. 14: Kandidat Uhrhan. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Birklar. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 11: Gottesdienst mit Kollekte für die Ausbildung und Versorgung der zur Bekenntnisgemeinschaft gehörenden jungen Theologen. — Trais-Münzenberg. 13.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Ausbildung und Versorgung der zur Bekenntnisgemeinschaft gehörenden jungen Theologen. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Deits- berg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Wirberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 13.15: Gottesdienst; Kollekte. — Ober-Gleen. 9.30: Kindergottesdienst; 10.20: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. Montag, 28. Januar. Kirtorf. 20 Uhr: Gustav-Adolf-Frauenverein. — Lollar. 20.30: Bibelstunde. Donnerstag, 31. Januar. Daubringen. 20.30: Bibelstunde. Freitag, 1. Februar. Mainzlar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Evangelische Stadlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 27. Januar. 13.30 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. • „ N, „ 5 1 „ = 1,40 „ Die Zusammenkunft findet vormittags 10 Ahr an der Kreisstraße Gießen—Leihgestern, Ranzenschneise (4. Querschneise) statt. MORGEN SONNTAG TIN2:iLieliig$Hlie r.22 Sechstes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 26. Zanuar 1955 BodenständigesHandwerk im hohenVogelsberg. Im hohen Vogelsberg liegen die Dinge ähnlich denen in anderen deutschen Mittelgebirgen: Jahrhundertelange Erbteilung hat die Güter zerstückelt, hat kleine und kleinste landwirtschaftliche Betriebe geschaffen, deren Ertrag trotz schwerster, angestreng- ler Arbeit zur Ernährung der Familie selbst bei ollerbescheidensten Ansprüchen nicht hinreicht. Der Druck der Zange Ertrag — Bedarf zwingt den Vogelsberger Kleinbauern, sich nach einem Nebenerwerb umzusehen. Das war schon sehr lange so. Das früher am meisten verbreitete häusliche Nebengewerbe, die Weberei, erlag bereits im vorigen Jahrhundert dem gemeinsamen Ansturm der Maschine und der vordringenden städtischen Tracht. Es verblieben dem Vogelsberger damals nur jene aus der häuslichen Bastelarbeit herausgewachsenen häuslichen Handwerkszweige, deren Rohstoff das In den ausgedehnten Wäldern reichlich vorhandene Holz ist. Nahezu in jedem der Dörfer, die den höchsten teil des Vogelsberges, den Oberwald, umsäumen, und deren Namen fast all auf ihre Entstehung durch Rodung des Waldes Hinweisen, ist ein anderes Heimhandwerk von den Vätern her boden- siändig. So stellen die Rudingshainer und Kebgeshainer Sensenwürfe und hölzerne Siechen her, in Helpershain fertigt man Schindeln, in Köddingen schnitzt man Löffel, Salat- destecke und dergleichen — um nur einige Dinge zu nennen. Viele der Vogelsberger Heimhandwerker betreiben dies Nebengewerbe nur in den Wintermonaten. Wenn im Ofen das erste Feuer prasselt, dann holt der Köddinger Löffelmacher Hackklotz, Beil, die sonderbar geformten Schnitzmesser und auf Länge geschnittene Holzstücke herein. Einige schnelle BeilWetterau und neuerdings auch des öftern wieder in die Städte, um durch die „Drechselarbeit" auszuführen, d. h. jene geschindelten, oft eintönig braun, öfters aber auch in lebhaften Farben gestrichenen Häuserfronten herzustellen, die das Gesicht so manches unserer Gebirgsdörfer bestimmen und in mancher Stadt wieder hie und da dem von all der Kälte und Nüchternheit „modernen" Hausbaues beleidigten Auge des volksnahen Beobachters einen Ruhepunkt voller Wärme und Behaglichkeit darbieten. Wenn dann fünf bis sechs fleißige Arbeiter an der eingerüfteten Hausfront Brettchen neben Brettchen feftnageln, so versteht der Hörer dieses Gehämmers recht wohl, warum der Volksmund den Helpershainer Schindlern den Namen der „Bretterfpatzen" gab. lieber den Rahmen einer bloßen Winterbeschäftigung ist auch die Herstellung von Sensenwürfen und Rechen in Rudingshain und Rebgeshain hinausgewachsen. Einzelne Handwerker betreiben dies Gewerbe das ganze Jahr über und setzen nur aus, wenn sie im Frühjahr mit hochbeladenem Wagen über Land ziehen, um ihre Ware zu verkaufen. Gar manches Kind in den Dörfern des Vogelsberges und der Wetterau wartet sehnsüchtig auf den Rechenmann, der ihm den schönen, bunt bemalten Rechen mitbringen soll, den Mutter ihm schon lange versprach und ohne den es beim Heumachen nicht helfen will... . Jedes dieser Vogelsberger Handwerke ist auf eine bestimmte Holzart angewiesen: Der Köddinger Löffelmacher braucht Linde und Ahorn, der Schindler glattes Rotbuchenholz und der Rechenmacher kann nur das feste, aber leichte Holz der Eiche verwenden, bei dem er im Rechenbalken die Löcher für die Zinken einbohren kann, ohne ein Aufreißen UW w - Der Schindelmacher in Helpershain bei der Arbeit. hiebe spalten aus dem Rundholz Platten und schaffen dann aus ihnen die rohe Form des Löffels. Wenige rasche, bestimmte Schnitte mit dem geraden Schnitzmesser vollenden die äußere Form des Löffels Die mit dem Zirkel vorgezeichnete runde Höhlung der Laffe wird mit einem hakenförmig gebogenen Schnitzmesser ausgeschnitten und zuletzt §er ganze Löffel mit Glaspapier glattgeneben. Bei den Schindelmachern zu Helpershain beobachten mir eine Art Arbeitsteilung: em Tett von ihnen arbeitet nur den Winter über Auch Zen mtrb die Stube zur Werkstatt. Beil, Schmtz- bank, Schnitzmesser und em Stanzelfen zur Ab- runbuna der gespaltenen und nut dem Schnitz- meffer geglätteten Schindeln bilden hier das Werk- 4>ug Die anderen, die „Meister", bleiben auch L (Sommer über am „Geschäft". Auch sie haben über Winter fleißig Schindeln hergestellt. Kommt dann der Frühling, so wandern sie hinaus in die Dörfer des Vogelsberges, der Schwalm, in die Der Löffelschnitzer in Köddingen: Die Lasse wird hohlgejchnitz) des Holzes befürchten zu müssen. Während er und der Schindelmacher stets genug Holz für ihre Arbeit in den unerschöplichen Waldrevieren des Oberwaldes erwerben können, macht die Holzversorgung den Löffelmachern schon seit Jahren ernste Sorge. Zu sehr haben die auf Heranziehung reiner Bestände bedacht gewesenen Forstverwaltungen Linde und Ahorn aus unseren Wäldern verbannt. Vier bis fünf Stunden Wegs weit müssen die Köddinger Löffelmacher ihr Hölz herholen lassen. So wurde es schon unter normalen Umständen zu teuer, um so mehr heute, wo die Maschinenware der Fabriken die Preise drückt und die Händler für einen mittelgroßen Holzlöffel kaum noch zehn Pfennige zahlen wollen Ist es da verwunderlich, wenn niemand mehr Löffel schnitzen mag und nur einige alte Leute das Gewerbe noch ausüben? Auch das Schindlerhandwerk war fast zum Erliegen gekommen. Niemand wollte fein Haus mehr schindeln lassen. Immer mehr verdrängte in der Nachkriegszeit auch in waldnahen Dörfern der Kunststein- und Backsteinbau das alte, bodenständige Fachwerkhaus, dessen Schau- und Wetterseiten man der größeren Dauerhaftigkeit und Warmhaltigkeit wegen gerne mit Schindeln verkleidete. Die Wiedererweckung der heimatlichen Bauweise wird auch dem Handwerk der Schindler wieder zu neuer Blüte verhelfen. Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus verdienen diese Handwerkszweige alle Förderung durch unsere Volksgenossen in Stadt und Land. Die schwerrm- gende Bevölkerung im Vogelsberg, die jahraus und jahrein bei dem kargen Ertrag des Bodens mit Sorgen und Mühfalen um das tägliche Brot überreich beladen sind, wird für die Förderung des bodenständigen Handwerks ihrer Dörfer dankbar fein. Darüber hinaus wird auf diese Weise der jungen Generation ein Erbe erhalten, das sich bisher in den beteiligten Handwerker- und Bauernfamilien von Geschlecht zu Geschlecht vererbt hat. Don manchem anderen Erzeugnis des Vogelsberger Heimhandwerks und seinem Kampfe gegen die Erzeugnisse der Industrie wäre noch zu berichten, so von den „Schanzen", den Spankörben der Si- chenhäuser und den Kummethölzern der O b e r» Laiser. Aber es sei genug. Künstlerisches Handwerk fehlt im Vogelsberg fast völlig. Nur die kunstvollen gedrehten Spinnräder des Spinnradmachers sind hier zu nennen mit den lose über den Speichen hängenden Ringen und der eigenartigen Bemalung voller alter Motive. Das Geklapper dieser hölzernen oder beinernen Ringe untermalt das leise (Surren des Spinnrades, das die Winterabende im Vogelsberger Bauernhaus so anheimelnd macht. Denn mit der wieder neuen Auftrieb nehmenden Schafzucht wird auch das Spinnrad immer öfter roieber aus feinem oft viele Jahre langen Dornröschenschlaf hervorgchost. Iritz Ssu«l. MU 1 Der Rechenmacher bei der Herstellung der Zinken im Durchschlag. Oie Hausfrau kaust ein. Die Hausfrau kauft ein, wir wollen dabei mit einigen kurzen Hinweisen helfen. Eier. Beim unmittelbaren Verkauf vom Bauern an den Verbraucher fällt die Aufsicht über bestimmte Größe und Güte der Eier fort. Die Hausfrauen müssen also selber aufpassen, daß sie zu ihrem Rechte kommen, denn die Eier sind nicht gestempelt, eine Gewähr also nicht gegeben. Kauft die Hausfrau die Eier über den Handel, so erhält sie gestempelte Eier. Dabei ist folgendes wichtig zu wissen: 1. Die nicht einwandfreien Eier sind bei der Stempelung aus dem Handel gebracht worden. 2. Die guten Eier werden nach Gewichtsklassen ausgesucht. Die Hausfrau erkennt dies aus den Stempeln, die die Aufschrift tragen: Deutsch S, A, B, C, D. Das 8-Ei ist am größten, das v-Ei wiegt am wenigsten, ist auch infolgedessen am billigsten. 3. Die Eier, die den Stempel „aussortiert" tragen, sind entweder nicht mehr ganz frisch oder leicht angebrütet, auch Knickeier sind dabei, oder sie haben ein Gewicht unter 45 Gramm. 4. Alle Wintereier werden mit einem roten Stempel, alle Sommereier mit einem schwarzen Stempel versehen, damit die Hausfrau davor geschützt ist, daß ihr in den Wintermonaten gut gelagerte Sommereier als Frischeier verkauft werden. 5. Konservierte Eier tragen den Stempel „konserviert". 6. Auslandseier sind nicht in Gewichtsgruppen eingeteilt. Sie tragen den Stempel ihres Herkunftslandes, beispielsweise „Finnland", „Da- nish" usw. Eine Gewähr für die Güte kann hier nicht gegeben werden. 7. Kühlhauseier sind Qualitätseier, die sich dank fachmännischer Einlagerung in Kühlhäusern gut als Kocheier, ja sogar noch zum Schneeschlagen verwenden lassen. Die Kühlhauseier werden, ehe sie aus dem Kühlhause kommen, nochmals einer strengen Prüfung unterzogen, so daß die Hausfrau dem Kühlhausei in jeder Hinsicht volles Vertrauen entgegenbringen kann. Die Güte der Kühlhauseier ist nicht mit konservierten Eiern vergleichbar. Butter. Nach der neuesten Butterverordnung kommt die Butter, gleichgültig ob sie inländischen oder ausländischen Ursprungs ist, nur noch einheitlich unter den bekannten 5 Sortenbezeichnungen zum Verkauf. Preise und Kennzeichnung dieser 5 Butter» [orten sind, je Pfund Verpackung: Mark 1,34 m. schwarzer Aufschrift 1,42 „ 1,52 „ grüner „ 1,57 „ blauer 1,60 „ blau-roter (deutsch) einfarbig rot (ausl.) Die Beschriftung erfolgt in deutscher Schrift. Margarine. Falls in Haushaltungen mit höherem Einkommen Margarine verbraucht wird, ist es selbstverständlich, daß von den betreffenden Hausfrauen nur die Mittelsorte zum Preise von 98 Pfennig je Pfund oder besser noch die Spitzensorte zum Preise voii 1,98 Mark je Pfund gekauft wird. Die Kon- fummargarine zum Preise von 63 Pfennig für 1 Pfund sollte der kaufschwächeren Bevölkerung überlassen bleiben. Milcheiweihbrol. Das Milcheiweißbrat ist eine neue Art der Brotherstellung, die den besonderen Vorzug hat, daß der Nährwert durch Zusatz von Pulver aus entrahm- ter Milch erhöht wird (auf 100 Pfund Mehl 2XA Pfund Milchpulver). Das Brot ist sehr wohlschmeckend und hält sich länger frisch. Durch den höheren Nährwert wird der geringe Mehrpreis weitaus ausgeglichen. Kartoffeln. Die Erzeugerpreise der Winterkartoffeln sind für das gesamte Reich festgelegt. Als Maßstab für die Verbraucherpreise können die für Berlin und das Rheinland festgesetzten Preise zugrunde gelegt werden. In Berlin kosten: gelbe Kartoffeln je Zentner 3,75 Mark und 10 Pfund 40 Pfennig. — Rote und weiße Kartoffeln je Zentner 3,55 Mark und 10 Pfund 36 Pfennig. Diese Kartoffelpreise stehen ungefähr auf dem gleichen Stand wie in der Vorkriegszeit, während sie im Ausland, z. B. Holland, 45 v. H. über dem Stand der Vorkriegszeit liegen. Gemüse. Die Hausfrau fei daran erinnert, daß ihr für den Küchenzettel im Januar noch folgende Gemüse zur Verfügung stehen: Weißkohl, Wirsing, Rotkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrüben, Rote Rüben, Teltower Rüben, Mohrrüben, Schwarz- wurzeln, Meerrettich, Rettich, Radieschen, Sellerie, Schnittlauch, Zwiebeln, Petersilie, Spinat, Breitlauch (Porree), Grüner Salat, Rapunzelsalat, Aep» fei, Birnen, Nüsse. Kochbutter: Landbutter: Molkereibutter: Feine Molkereibutter: Markenbutter: - r* ME , As Nechesmachs bä der Mön Arbeit ary Rechca, Die Vermögenssteuererklärung 1935. In diesen Tagen gehen den Steuerpflichtigen die neuen Vermögenssteuererklärungen zu. Diese Erklärungen werden die Grundlagen für die erste Hauptveranlagung auf Grund des Vermögenssteuergesetzes vom Itz.OLtccher 1934 bilden. Die allgemeine Veranlagung der Vermögenssteuer (Hauptveranlagung) wird für drei Rechnungsjahre vorgenommen. Der ersten Hauptveranlagung wird der Wert des steuerpflichtigen Vermögens, der auf den 1. Januar 1935 ermittelt wird, mit Wirkung vom 1. April 1936 zugrunde gelegt. Für das Rechnungsjahr 1935 (1. April 1935 bis 1. April 1936) wird die gleiche Vermögenssteuer wie für das Rechnungsjahr 1934 erheben. Die steuerfreien Beträge. Rach dem neuen Vermögenssteuergesetz wird außer für den Steuerpflichtigen selbst ein Freibetrag von 10 000 RM. für die Ehefrau des Steuerpflichtigen, wenn die Ehegatten am 1. Januar 1935 unbeschränkt steuerpflichtig waren und nicht dauernd getrennt lebten, gewährt. Lagen diese Verhältnisse beim Tode eines Ehegatten vor, so wird der Freibetrag auch Witwern und Witwen für den verstorben nen Ehegatten gewährt. Das gleiche gilt für jedes minderjährige Kind, das am 1. Januar 1935 zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörte. Der Freibetrag kannauf Antrag für v o l l i ä h r i g e K i n - der gewährt werden, die am 1. Januar 1935 auf Kosten des Steuerpflichtigen für einen Beruf ausgebildet wurden und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, und zwar auch dann, wenn sie nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörten. Der Freibetrag wird nur für Kinder gewährt, die unbeschränkt steuerpflichtig find, d. h. die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Als Kinder im Sinne dieser Vorschrift gelten neben den Abkömmlingen auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder und deren Abkömmlinge. Reben diesen Freibeträgen sind weitere 10 000 Reichsmark steuerfrei, wenn die beiden folgenden Voraussetzungen gegeben sind: a) Der Steuerpflichtige muß am 1. Januar 1935 über sechzig Jahre alt oder voraussichtlich für mindestens drei Jahre erwerbsunfähig sein. b) Das Jahreseinkommen im Kalenderjahr 1934 (Wirtschaftsjahr 1933/34) darf nicht mehr als 3000 RM. betragen haben. Die Pflicht zur Abgabe der Erklärung. Eine Vermögenssteuererklärung ist von allen natürlichen Personen über ihr Gesamtvermögen abzugeben, sofern sie ledig sind, wenn ihr Gesamtvermögen (vor Abzug des Freibetrages) 10 000 RM. übersteigt und sofern sie verheiratet oder verwitwet sind, wenn ihr Gesamtvermögen (vor Abzug der Freibeträge) 20 000 Mark übersteigt. Hierbei ist das Vermögen der Ehefrau und der minderjährigen Kinder mit zu berücksichtigen. Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften haben ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Gesamtvermögens eine Vermögenssteuererklärung abzugeben. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Dcrsicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, sonstige juristische Personen des privaten Rechts, nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckoermögen, außerdem Kreditanstalten des öffentlichen Rechts find zur Abgabe einer Vermögenssteuererklärung verpflichtet, wenn ihr Ge- famtoermögen 10 000 Mark übersteigt. Offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und ähnliche Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) anzusehen sind und die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben, haben eine Vermögenserklärung abzugeben, wenn das Vermögen der Gesellschaft 10 000 Mark übersteigt. Der Steuerpflichtige hat in der Vermögenserklärung nicht nur sein Vermögen, sondern auch das Vermögen seiner Ehefrau und — im Gegensatz zu früher — auch das Vermögen seiner minderjährigen Kinder und das der volljährigen Kinder, die am 1. 1. 1935 auf Kosten des Steuerpflichtigen für einen Beruf ausgebildet wurden und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, anzugeben. Das land- und forstwirtschaftliche sowie Grundvermögen. Unter das land- und f o r st wirtschaftliche Vermögen fällt sowohl der Grund und Boden (mit oder ohne Inventar), der dem Steuerpflichtigen am 1. Januar 1935 gehörte, als auch das dem Steuerpflichtigen gehörige Inventar, mit dem er am 1. Januar 1935 gepachteten Grund und Boden bewirtschaftete. Gehörten dem Steuerpflichtigen mehrere verstreut liegende Parzellen, die er einheitlich bewirtschaftete, oder die er verpachtet hatte, so sind diese Parzellen als ein einheitlicher Betrieb aufzuführen. Gehört dem Steuerpflichtigen nur eine Parzelle, die er land- und forstwirtschaftlich nutzte, oder die er verpachtet hatte (z. B. ein Acker oder eine Wiese), so gilt diese Parzelle ebenfalls als ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb und ist als solcher hier aufzuführen. Für die ausschließlich im Ausland belegenen Betriebe ist der gemeine Wert dieser Betriebe anzugeben. Zum Grundvermögen rechnen alle Grundstücke, die am 1. Januar 1935 dem Steuerpflichtigen gehörten und die weder dem land- und forstwirtschaftlichen Vermögen, noch dem Betriebsvermögen zuzurechnen waren; z. B. Einfamilienhäuser, Miet- wohngrundstücke, Bauland. Für die im Ausland gelegenen Grundstücke ist der gemeine Wert dieser Grundstücke anzugeben. Im übrigen sind Werte weder für das landwirtschaftliche Vermögen, noch für das Grundvermögen einzustellen. Für die einzelnen wirtschaftlichen Einheiten des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens sowie das Grundvermögen werden auf den 1. Januar 1935 neue Einheitswerte amtlich fest- gestellt. Für die Feststellung dieser Einheitswerte dienen beim Grundvermögen die bereits im Oktober 1934 eingereichten Mietnachweisungen bzw. die Hauslisten. Das Betriebsvermögen. Unter das ^Betriebene »m ö g e n fällt jeder gewerbliche Betrieb, der dem Steuerpflichtigen am 1. Januar 1935 gehörte. Zu dem Betriebsvermögen rechnen alle Teile einer wirtschaftlichen Einheit, die dem Betrieb eines Gewerbes als Hauptzweck dient, soweit die Wirtschaftsgüter dem Betriebsinhaber gehören. Eine nach den Bewertungsoorschriften gefertigte Aufstellung des zu dem Betrieb gehörigen Vermögens ist dem Finanzamt mit der Vermögenserklärung einzureichen.Hierbei find Grundstücke, die einem gewerblichen Betrieb dienten (z. B. Fabrik- grunbftücfe, Geschäftshäuser, Lagerhäuser) vorn Steuerpflichtigen vorläufig mit dem Wert anzusetzen, mit dem sie in der kaufmännischen Bilanz zu Buch stehen, gegebenenfalls mit dem bisherigen Einheitswert. Der Einheitswert dieser Grundstücke vom 1. Januar 1935 wird auf Grund der in der Hausliste (Mietnachweisung) gemachten Angaben festgestellt werden. Gewerbeberechtigungen (z. B. Apothekengerechtigkeiten, Fährgerechtigkeiten, Abdeckereigerechtigkeiten, Mineralgewinnungsrechte) sind mit dem gemeinen Wert zu bewerten. Wertpapiere, Anteile und Genußscheine an inländischen und ausländischen Kapitalgesellschaften sind, wenn Steuerkurswerte festgesetzt sind, mit den Steuerkurswerten anzusetzen. Sind keine Steuerkurswerte festgesetzt, so ist der Wert vom 31. Dezember 1934 maßgebend. Dies gilt auch dann, wenn der Bewertung des Betriebsvermögens ein abweichender Abschlußtag zugrunde gelegt wird. Sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Schulden sind ebenso zu bewerten, als wenn sie zum sonstigen Vermögen gehörten. Andere Gegenstände (Wirtschaftsgüter) des Betriebsvermögens sind mit dem Teilwert zu bewerten. Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises für den einzelnen Betriebsgegenstand (das einzelne Wirtschaftsgut) ansetzen würde. Dabei ist davon auszugehen, daß der Erwerber das Unternehmen fortführt. Zum Betrieb gehören nicht: 1. die Wirtschaftsgüter, die nach den Vorschriften des Vermögens- steuergesetzes oder anderer Gesetze von der Vermögenssteuer befreit find (z. B. steuerfreie Reichsbahnanleihe); 2. Urheberrechte an Werken der bildenden Kunst, des Schrifttums und der Tonkunst, wenn sie im Eigentum des Urhebers selbst, oder im Falle des Todes des Urhebers im Eigentum feiner Ehefrau oder feiner Kinder stehen. Das Gleiche gilt für nicht geschützte Erfindungen. Ante i le an offenen Handelsgesellschaften, Komm anbit-Gese lisch aften oder ähnlichen Gesellschaften sind nach dem neuen Reichsbewertungsgesetz Betriebsvermögen des Gesellschafters und von diesem zu versteuern. Die Gesellschaft selbst hat jedoch für die einheitliche Feststellung ihres gesamten Betriebsvermögens eine besondere Vermögenserklärung abzugeben. Dem Betrieb eines Gewerbes steht die Ausübung eines freien Berufes gleich. Zu den freien Berufen gehören insbesondere die wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die Berufstätigkeit der Aerzte, Rechtsanwälte und Notare, der Ingenieure, der Architekten, der Handelschemiker, der Heilkundigen, der Dentisten, der Landmesser, der Wirtschaftsprüfer, der Steuerberater, der Buchsachverständigen und ähnlicher Berufe. Als Gewerbe gilt jedoch nicht eine rein künstlerische, ober rein wissenschaftliche Tätigkeit. Gegenstände, die der Ausübung einer solchen Tätigkeit dienen, gehören gegebenenfalls zum sonstigen Vermögen. Das sonstige Vermögen. . Unter das sonstige SB er mögen fallen alle Gegenstände (Wirtschaftsgüter), die nicht zum land- unb forstwirtschaftlichen Vermögen, Betriebsvermögen ober Grundvermögen rechnen. Vor allem kommt hier das Kapitalvermögen in Betracht. Bei den festverzinslichen Wertpapieren, Wertpapieren mit Dividendenertrag und Geschäftsanteilen macht es keinen Unterschied, ob es sich um inländische, ober ausländische Werte handelt, ab sie zum Börsenhanbel zugelassen sind oder nicht, und, wenn sie zum Börsenhanbel zugelassen sind, ob sie im Jnlanb ober Ausland gehanbelt werden. Unerheblich ist es auch, wo sich die Wertpapiere befinden (im Inland oder Ausland). Beträge an steuerfreier Reichsbahnanleihe 1931, die der Steuerpflichtige am 1. Januar 1935 besitzt, gehören nicht zum steuerpflichtigen Vermögen, dagegen ist die Internationale Anleihe des Deutschen Reichs 1930 (Poung- Anleihe) steuerpflichtig und mit dem veröffentlichten Steuerkurswert anzusetzen. Für die Bewertung der Wertpapiere, Anteile und Genuß scheine gilt das folgende: Sind Steuerkurswerte festgesetzt worden, so sind diese Werte maßgebend; sind keine Steuerkurswerte festgesetzt worden, besteht jedoch im Inland ein amtlicher Kurswert vom 31. Dezember 1934, so ist dieser Kurswert maßgebend; sind keine Steuerkurswerte festgesetzt worben unb besteht zwar nicht im Jnlanb, wohl aber im Ausland ein amtlicher Kurswert vom 31. Dezember 1934, so ist dieser ausländische Kurswert unter Umrechnung nach dem Mittelkurs für Auszahlungen vom 31. Dezember 1934 maßgebend. Bestehen weder Steuerkurswerte, noch inländische oder ausländische amtliche Kurswerte, fo ist anzu- setzen: soweit es sich um Aktien, Kuxe und sonstige Anteile an Bergwerksgesellschaften, Anteile an Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Genußscheine handelt: der gemeine (Verkaufs-) Wert vom 31. Dezember 1934; im übrigen: der Nennwert, wenn nicht besondere Umstände einen höheren oder geringeren Wert begründen. Inländische Aktien und dgl. sind in der Vermögenserklärung 1935 stets mit ihrem vollen Wert anzusetzen. Die Bewertung derartiger Aktien und dgl. mit dem halben Wert ist nach dem neuen Reichsbewertungsgesetz nicht mehr zulässig. Bei den verzinslichen und unverzinslichen Kapitalforderungen jeder Art an Inländer oder Ausländer macht es keinen Unterschied, ob die Forderunaen auf Reichsmark, Gold- mar k, Naturalien, Sachwerte (wie z. B. Roggen, Weizen, Kohle, elektrische Kraft), oder auf eine ausländische Währung lauten. In Betracht kommen hier insbefondere Hypotheken (auch Aufwertungshypotheken), Grundschulden, Darlehen, Einlagen als stiller Gesellschafter. Außerdem sind insbesondere anzu- geben: Ansprüche auf Gehälter, Löhne, Zinsen und ähnliche Beträge, die am 1. Januar 1935 bereits fällig, jedoch noch nicht ausgezahlt waren, auch Til- gungs- und Reservefonds, die zugunsten des Steuerpflichtigen angesammelt sind. Derartige Forderungen sind grundsätzlich mit dem Nennbetrag anzusetzen, wenn nicht besondere Umstände einen höheren oder niedrigeren Wert begründen. Eine vom Nennbetrag abweichende Bewertung ist besonders zu begründen. Die Umrechnung von Forderungen, die auf ausländische Währung lauten, in Reichsmark hat nach dem im Steuerkurszettel veröffentlichten Mittelkurs für Auszahlungen vom 31. Dezember 1934 zu erfolgen. I n - und ausländische Zahlungsmittel (bares Geld), Spareinlagen, Bankguthaben, Postscheckguthaben und sonstige laufende Guthaben sind in voller Höhe einzustellen. Soweit es sich um Beträge handelt, die auf Reichsmark lauten, wird das Finanzamt einen Betrag bis zu 1000 Mark als steuerfrei abziehen. Geschästsguthaben bei Genossenschaften sind mit dem Nenbetrag anzusetzen, wenn nicht besondere Umstände einen höheren oder geringeren Wert begründen. Auch noch nicht fällige Ansprüche aus Lebens-, Kapital- ober Rentenversicherungen sind anzugeben, gleichgültig, ob es sich um inlänbische ober ausländische, auf Reichsmark ober auslänbische Währung lautenbe Versicherungen hanbelt. Derartige Ansprüche sind mit zwei Dritteln der bis zum 1. Januar 1935 gezahlten Prämien ober Kapitalbeiträge ober mit ihrem Rückkaufswert vom 1. Januar 1935 zu bewerten. Außerdem finb alle R e ch t e auf N i.e ß b r a u ch, auf Renten unb anbere wieberkehrenbe Nutzungen unb Leistungen, sowie Gegenstänbe aus eblem Metall, Schmuck- unb Luxusgegenstänbe, Kunstgegenstände unb Sammlungen mit gewissen Einschränkungen anzugeben. Die Abzüge. Als Abzüge kommen die bei Beginn des 1. Jan. 1935 vorhandenen Schulben, soweit sie nicht das Betriebsvermögen betreffen, in Betracht. Soweit sie.bas Betriebsvermögen betreffen, sind sie bei den Angaben über bas Betriebsvermögen zu berücksichtigen. Die Schulden sind einzeln aufzuführen. Zu ihnen gehören insbesondere Hypothekenschulden, Grundschulben unb Darlehensschulben, jeboch grunb- sätzlich mit Ausnahme solcher, für die ein Rückgriffsrecht (z. B. aus einer Bürgschaft) gegen eine dritte Person bestand. Schulden, zu deren Erfüllung außer dem Steuerpflichtigen noch andere Personen verpflichtet sind (wie z. B. bei Hypothekenschulden auf Grundstücken, die mehreren Mieteigentümern gehören), dürfen grundsätzlich nur mit dem Anteil in Abzug gebracht werden, der auf den Steuerpflichtigen entfällt. Wirtschaft' Wochenbericht vom Frankfurter vroduktenmarkt. Die starke Geschäftsstille im Getreidegroßhanbel hat auch in dieser Woche angehalten. Für Brotgetreide bestand seitens der Großmühlen weitere Zurückhaltung, einmal wegen der im kommenden Monat ermäßigten Ausgleichsabgabe für W e i- z e n, zum andern beim Roggen wegen das fortdauernd sehr fchleppenden Mehlgeschäfts. Wenn es auch bei Weizenmehl nicht gerade gut ist, sind doch immerhin die Abrufe besser. Trotzdem sind die Abnahmen auf Dezember-Lieferung noch reichlich im Rückstand, wodurch Neuabschlüsse naturgemäß nur selten getätigt wurden. Infolge der Zurückhaltung trat auch das an sich nur mäßige Angebot der Landwirtschaft stärker in Erscheinung. Bei den Kleinmühlen fand das Roggenangebot noch gute Unterkunft. Hafer verzeichnet dagegen einen weit geringeren Verbrauch, während Gerste den Stand behaupten konnte. An den Futtermittelmärkten hielt die Knappheit in vollem Umfange an. Hier wäre lebhaftes Geschäft gegeben, könnte der starken Nachfrage genügt werden. So aber blieb auch hier die Umsatztätigkeit sporadisch. Hafer gelangt nach wie vor fast ausschließlich im Tausch gegen Kraftfutter an den Markt, jeboch auch nur in kleinsten Mengen, da ölhaltige Futtermittel kaum zur Verfügung stauben, zumal seitens ber Mühlen unb Fabriken roieber keine Zuteilungen erfolgen konnten. Auch Kleie unb Nachmehle werben kaum angeboten ober nur in Verkoppelung mit Mehlabnahme. In Futtergerste fehlt bas Angebot vollkommen, teilweise wurden geringere Braugersten zum Füttern erworben. R a u h f u 11 e r lag still und im Preise unverän- bert, auch Kartoffeln haben weiter ruhigen Markt. Wochenbericht oom Frankfurter Gchlacktviebmarkt. Das Preisniveau am Frankfurter Schlachtviehmarkt vermochte sich von bem vorwöchigen Rückgang noch nicht zu erholen, vielmehr ergaben sich bei weiter meist schleppendem Geschäftsgang weitere, leichte Einbußen, obschon bie Auftriebe zu den einzelnen Gattungen wesentlich kleiner als in ber Vorwoche waren. Die Grünbe hierfür finb auch weiterhin in ber schwachen Kaufkraft bes Publikums im Monat Januar gegeben. Die Metzger hatten zumeist noch große Bestäube, fo daß sie im Einkauf zurückhielten. Am Großviehmarkt waren 1226 (in der Vorwoche 1439) Tiere zugetrieben. Mit Ausnahme von Bullen ergaben sich für Ochsen Rückgänge von 1 bis2, für Kühe Kl. ci bis 3 Mark unb Färsen um 1 Mark. Nach langsamem Geschäftsgang verblieben 61 Stück Ueberftanb. Die zugeführteu Qualitäten waren gut, bie Beteiligung des Exports war mit 47 (49) v. H. etwas schwächer. Für Kälber lagen die Zufuhren mit insgesamt 1613 (1446) etwas stärker unb für bie nur schwache Nachfrage zu groß, so daß bet sehr ruhigem Geschäftsverlauf Preiseiu- bußeu von 2 Mark nicht zu vermeiden waren. Tiere ber Klasse A, beste Mast- unb Saugkälber, waren nur in geringen Mengen vorhaubeu. Bei Hämmelu unb Schafen konnten sich bie vorwöchentlicheu Preise angesichts der verminderten Zufuhr auf 206 (368) Stück etwa behaupten, nur geringe Schafe ließen weiter nach. Nach ruhigem Handel wurde ausverkauft. Der Schweinemarkt wurde trotz der um 617 auf 3972 Stück verringerten Beschickung von bem schlechten Absatz in ben Metzgereien besonbers beeinflußt. Der Geschäftsgang war schleppenb, ins- besonbere blieben schwere Tiere vernachlässigt bei Rückgängen von 1 bis 2 Mark, während mittlere Qualitäten ihren Preisstand etwa behaupteten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt befd) lossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a-M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurS Schlußk. Mittag« börse Datum 24-1. 25.1 24.1. 25.1. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1987 98-75 99 98-9 98.9 6% ehem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 — 671% Voung.Anlethe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mH 99.9 — 100.4 100-65 Auslos.-Rechten ............. 111 111.9 110.2 111.9 Desgl. ohne Auslos.-Reckte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 99.5 99.6 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 96.75 96.75 6’/2% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqut......... 97 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mH Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bmik Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 112 — 110.75 — 97,25 _ _ 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Vank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1986 97-25 -__ _ — t>Yi% ehern. 4K% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbrtefe....... 97-9 6%% ehern. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 98.75 ___ 98.75 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 98.5 1 1 98.25 1 1 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 104.5 104-5 104-5 104.5 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Stlberrenle 4% Ungarische Goldrente....... 28 1.25 1.25 1.25 28.25 1.3 8.25 8 8-25 7.9 7.9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8 7-8 8 4’/a% deSgl. von 1918.......... 8 7.9 8 7.9 10-5 6% äbgeft Goldmexikaner von 99 10-5 10-4 11 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 8 8 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 24-1. 25-b 24.1 25.1. 4% vesgl. Serie 11 ........... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l9ig 4% Rumänische vereinh. Rente .. Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz-.und Prtvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dis conto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ......... ir A.C.G....................... Bekula...................... Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Felten & Guilleaume......... o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elekttizttät ........6 SchuckertLCo................ Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co............. 10 8 4-75 7 4.4 34 28-25 30-25 81 104-5 76.25 76-75 78-5 155-75 29.75 137 103.25 115-5 82.5 113 110 98 141 117 90.5 101-2 68-5 8 4.75 7 4-35 35-4 29 31 83 105-5 76.75 76.5 78 160 30-4 139-5 105 116 84-5 112 110.5 98-65 142-5 8.25 6.95 4-4 34.5 28.5 24-75 30.13 81.5 104-5 76.25 77.5 785 156 29-65 136.65 103-5 115-25 82-65 113.4 110-5 97.5 141-25 7.05 4-3 35.25 29-13 24-5 31 82-75 105-5 76-25 76.5 78 160 30.13 139-25 105-5 116.25 84.13 114.5 111 98.9 143 119.75 92-5 103-13 70.65 Bulbus .................... Devise Erdbk............... Gelsenkirchener........ 0 91.5 102-75 70.4 100.5 83-25 78.5 90 102-25 68-75 Harpener...................ö Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse ........ e Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhreu....... 0 100-5 121-5 81 77-4 100-25 83.9 \ 150 121-25 81 77 100-65 85 149 122-75 83 78-4 Frankfurt a. M. Berlin Schluß. kurS Schlußk. Abendbörse Schluß. kurS Schlußk. Mittag, börse Datum 24-1- 25-1 24-1- 25-1- Mansselver Bergbau....... .. 0 91 91-4 90.25 92 Kokswerke ................ .. 0 —— — 99.25 101-65 Phönix Bergbau........... .. 0 54-25 55.75 54.4 55-65 Rheinische Braunkohlen .... . 10 215 215 215 216 Rheinstahl................ .. 0 91 92-5 91 92-75 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 45-5 47 45.5 46-75 Otavi Minen ............. .. 0 12 12-5 12 12-5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 107-5 110-25 107.5 110.75 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 5 108-5 109 108.5 109.5 IVi 150 151 -5 g. G. Farben-Jndustrte..... -7 142-25 142-75 142 142-5 Scheideanstalt............. .. ti 206 206 Goldschmidt .............. .. 0 91 93 91 92-5 RütgerSwerke............. .. 0 97-25 99 97-13 99-4 Metallgesellschaft........... .. 0 90-4 91-5 91 91-5 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cemeutwerk Karlstadt....... - 0 80.25 82-9 80-75 82-25 ::ö 109-75 124 111.25 127 — Schultheis Patzenhofer..... .. 0 — — 101-5 102-4 Aku beginnt am Montag, dem 28. Januar. Besonders günstige Einkaufs-Gelegenheit für Herren-Wäsche hochwertiger Qualitäten 481D Fr. Levermann k Gießen, Seltersweg 71 < Bielefelder Herren- Wäsche .... und zum Bauen 23Z6, übermann. Sieg der Qualität in unserem Inventurverkauf vom 28. Januar bis 9. Februar 1935 Wir bieten Ihnen Artikel der zurückliegenden Saison in hervorragender Qualität zu sehr billigen Preisen! Herren- und Knaben - Fertigkleidung Anzug- und Mantel-Stoffe Damen-Kleider- und Mantel-Stoffe Baumwollwaren und Reste Beachten Sie bitte unsere Schaufenster OaessHatM- WILHCIM HOH UH D SOHN . Kreuzplatz 15 450 A Maschinenschreiben 10- Finger-Blindschreiben Gebühr: RM. 5.- Deutsche Kurzschrift Gebühr: RM. 7.- 475A Tages- und Abendkurse Erwerbslose 50 °/o Ermäßig. 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