% ä:) te> Ä r. 224 Erster Blatt 185. ZahrgMg Mittwoch, 25. September 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: ~ fironfturt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitütrVuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. 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Nur ein großer Dichter könnte das Schicksal dieses fi.emellandes gestalten, die ewige Not eines beut» iien Grenzoolkes, das erschütternde Ringen um in Bestand seines Lebens und seiner Kultur, die f übelungentreue in Tod und Flammen, in Not und 7ankheit, das große Sterben und Wiederaufer- chen. Die Geschichte dieses Memellandes ist der ikidensweg des ewigen deutschen Menschen, der nmer wieder für sein Leben und seine Güter kämp- im muß. Die Geschichte des Memellandes ist ein Russisches Beispiel hierfür, wie der deutsche Mensch vor 1550 entstanden sind, haben deutsche, schalau- ische oder kurische Namen. Kein einziger trägt eine litauische Bezeichnung! Aber die germanische Urkraft dieses Landes ist wie ein starker Magnet, der alles mit zauberhafter Gewalt anlockt, was in die Nähe seines Feldes gerät. Vergeblich wenden sich die litauischen Fürsten an den Orden, um die Auswanderung der Litauer aufzuhalten und die widerspenstigen Ausreißer zurückzuholen. Nichts kann sie bewegen, die neu gefundene Heimat, in der sie Gastrecht genießen, preiszugeben. Sie verschmelzen kerndeutschem Grenzboden die Arbeit ihrer Väter fortzuführen und zu vollenden. 1 7 0 0 0 Salzburger sind darunter, lauter kerndeutsche Menschen, Bauern und Handwerker, aber auch Litauer, denen man in deutschem Land wieder großmütig G a st r e ch t gewährt. Immer aber sind sie in der Minderheit, untergeordnet der deutschen Kultur, eingefügt in den großen Block der urdeutschen Bevölkerung. Als Gäste gerufen! Unermeßlich, was die Deutschen des Memellandes im Verlaufe ihrer Geschlechterfolge erleiden mußten. i zäher Arbeit und mit seiner unerschöpflichen haft ein Land erschließt, wie er seine Schulen und i rchen baut, wie er alles mit seinem deutschen Geist nb Wesen durchdringt, bis dann der Augenblick i»nmt, da man ihm das Werk seiner Hände mit rutaler Gewalt zu entreißen sucht. Selten hat sich dieses deutsche Schicksal in seinem H schichtlichen Ablauf so eindeutig geoffenbart wie in ):r Geschichte des Memellandes: da ist von der vlesten Zeit an keine Spur von einer tauischen Urbevölkerung, nicht ein jjaud) litauischen Geistes. Kein einziger Litauer lebt i' diesem Urland. Die ersten Ansiedler, Menschen, te eine neue Heimat suchen, sind Angehörige ie 3 nordisch-indogermanischen Volks- lummes. Sie kommen aus *dem Westen und ntdecken" als erste das Land. Zahlreiche Funde c::s vorgeschichtlicher Zeit reden eine eindeutige (spräche. Es ist die Epoche, da sich das Germanen- fim in seiner Kraft und Jugendlichkeit, seinem fHöpferischen Drang auszudehnen beginnt, da es teulcmb sucht für diese überschüssige Kraft. Das $ emelland ist in der jüngeren Steinzeit en „Niemandsland" menschlicher Kultur. Dort also Klünden germanische Menschen als erste ihre Nie- drlassungen, bauen ihre friedlichen Hütten, leben ilrr germanisches Leben. Machtvoll drängen die germanischen Stämme i n ter Bronzezeit nach Osten. Der deutsche 2 ensch erschließt auf seinem gewaltigen Vormarsch Mmer neuen Boden, besiedelt 200 v. Ehr. den gunzen Westen der Provinz Ostpreußen, erfüllt n;ue Kulturräume mit der Tiefe seines Gemüts, n.t der Kraft seines Herzens. Wo sind damals d e Litauer? Viele hundert Kilometer von ^eußen entfernt! Die Kurländer sind es, die sich mit den germanischen Einwanderern vermischen. entstehen jene „Preuße n", ein harter, unbeugsamer deutscher Volksstamm, aus dem die Herrlichkeit des späteren Deutschen Reiches auf» st.ahlte über die ganze Welt. Vergeblich suchen mir eine litauische Spur. Immer sind es Germanen, b» den Osten besiedeln. Im 9. Jahrhundert gründen in: Memelgebiet die Wikinger eine Nieder- It'sung. Eine blühende Kultur entsteht unter ihrem gmfluß, eine Kultur von rein germanischer Prä- rting. Als zu Beginn des 13. Jahrhunderts d e r b utsche Ritterorden nach Preußen kommt, toten im Memelgebiet bis etwa in die Gegend füd- lih Memel die Schalauer, ein preußischer Volks- st mm, im nördlichen Teil die Kurländer und erst hnter den Kurländern wohnen die litauischen Loch am eiten. Das heutige Memelgebiet gehörte xum damaligen preußischen Gau Schalauen. Dieses butsche Land nimmt der deutsche Ritterorden in ftmen Besitz. Da ist weit und breit kein einziger Mauer zu finden! Deutsche erobern und besiedeln kerndeutsches Gebiet! Die litauischen Scharneiten versuchen den deut- !c-cn Ritterorden in seiner Kolonisationsardeit zu Indern. Sie fallen raubend und plündernd in preu- tz^ches Gebiet ein — es beginnt jener heroische fcimpf um die Erhaltung christlich-germanischen foilturgutes, der im Ablauf der Geschichte deutlich diaoeist, aus welchem Eisen die preußischen Bewoh- MT des Memellandes geschmiedet sind. Sie vertei- ; tilgen ihre Kultur gegen die räuberischen Ueberfäüe Litauer mit unbeirrbarer Kraft. Im Jahre P.20 erklärt nach wechselvollen Kämpfen der deutsche £ ifer in Breslau, daß Schalauen zum Besitz )■ 5 Deutschen Ordens gehöre. Das Memel- -Miet, von Deutschen erschlossen und besiedelt, I eibt beim Orden. Im Frieden am Melno- (1422) wird die Grenze festgesetzt: es ist die Eurenze O st Preußens bis zum Jahre IIH9 Vrst zu Beginn des 15. Jahrhunderts kommen d e ersten Litauer ins Memelland — in em Lind, das sie vorher noch nie betreten hatten. Die eiien kommen als Siedler, die anderen sind Hals über Kopf, gehetzt und verfolgt auf der Suche nach liier neuen Heimat, aus ihrem eigenen Land über bi- Grenze geflohen. Sie hassen dieses Litauen, io sie wegen ihres christtichen Glaubens verfolgt, !r?chtet und unterdrückt Sie finden keinen Frie- d«n in ihrer Heimat und gehen darum über die Tcenze, um sich im Memelland niederzulassen. Uiib dieses deutsche Memelland nimmt d i e Flüchtlinge auf, duldet sie auf deutschem Bosin, gibt ihnen Arbeit und Brot, erschließt ihnen st- Schätze und Segnungen der alten deutschen Jjiltur Die litauischen Flüchtlinge kommen mit linier Welt in Berührung, die ihnen bisher völlig jrimb war, sie lernen die deutsche Sprache, sie beuchen die deutschen Schulen, sie verwandeln sich ns Litauern in Deutsche, sie vergessen ihre Heimat tfb bauen sich eine neue: als Gäste des beut» jc.en Memellandes. Im Anfang ist die Zahl der zugewanderten trauer noch sehr gering Noch im Jahre 1410 findet sc, auf einer Namensliste unter 250 Per- Innen nur ein einziger Litauer! Ein .Siufling", wie man damals die litauischen Emi- jnnten nannte. Und di- Ortsnamen? Allp Orte, di- Oie Brücke ins blutende Land. Die Königin-Luife-Brücke bei Tilsit, die über die Memel ins Memelland fuhrt. (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ mit der deutschen Kultur, sie gliedern sich ein, helfen den altpreußischen Ansiedlern die Wildnis roden, werden nach und nach zu guten deutschen Christen. Ein unergründliches Schicksal läßt dieses ewig ringende, kämpfende, leidende Land nicht zur Ruhe kommen. Aus Rußland droht zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts ein fürchterliches Gespenst. Mit tödlicher Sense mäht die Pest alles blühende Leben. Schritt für Schritt rückt sie näher und näher, überschreitet mit würgender Hand die Grenze und mordet Ostpreußens Bevölkerung. Zu Tausenden sterben die deutschen Menschen und Siedler einen qualvollen Tod, jäh herausgerissen aus der leuchtenden Fülle fruchtbarster Arbeit. Ganze Dörfer liegen leer und verlassen. Aus den verschmutzten Pestwinkeln eines kulturlosen Landes, aus den Elendhütten der endlosen russischen Steppen kroch wie eine ekle Spinne der lauernde Tod und vernichtete das mühsame Aufbauwerk schaffenden Fleißes. Da greift Friedrich Wilhelm I. ein mit eisernem Willen. Er trommelt deutsche Menschen zusammen aus allen möglichen Ländern, ruft sie auf, an verödeter Stätte ein neues Leben zu bauen und läßt das Land wieder besiedeln. Von neuem bewährte sich in härtester Leidenszeit die unsterbliche, deutsche Kraft. Aus allen Gauen strömen deutsche Menschen zusammen, um auf ural - Zuerst die Schrecken der Pest und dann — nach einer Atempause — der Siebenjährige Krieg! Was aus den Ruinen der Pest in zäher Arbeit, aus der unerschöpflichen Kraft deutschen Aufbauwillens entstanden war — wieder wird es vernichtet, erstickt, zermalmt. Die Brandfackel des Krieges lodert weit über das deutsche Memelland. Die Russen, unerreicht als barbarische Zerstörer und Schänder deutscher Kultur, ziehen sengend, plündernd und mordend durch die schwergeprüften Lande. „Die Ortschaft ist total ruiniert. Sie ist aus- geplünbert unb ihre Netze finb verbrannt. Nach- gehenbs hat bie hitzige Krankheit bergeftalt grassiert, baß 156 Personen • in Zeit von etlichen Wochen barin gestorben." So schilbert ein Augenzeuge bie Lage. Die „Hitzige Krankheit" — bamit ist ber Flecktyphus gemeint. Tausende deutscher Menschen gehen an dieser Krankheit zugrunde. Tragisch ist das Schicksal dieses deutschen Grenzlandes, das immer wieder aufs schwerste heim- gesucht wurde und sich immer wieder aus eigenster Kraft erneuern mußte. Uebermenschlich die Vater- lanbstreue und bas Bekenntnis zum Deutschtum, bas jene Siedler im Blut, Feuer unb Tob heroisch ausharren ließ bis zum letzten Atemzug. Die solches vollbringen konnten, waren keine Litauer: es waren kernbeutsche, unbeugsame Männer, auserkoren, bie ewige Senbung bes Deutschtums auf bem Vorposten alter Väterkultur treu zu erfüllen. Unser Bild zeigt denBahnhofvonMemel. Obwohl es sich um eine durch und durch deutsche Stadt handelt haben die Litauer auf dem Namensschild den litauischen Namen für Memel an die erste Stelle gesetzt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) An Hindenburgs Geburtstag Feierliche Neberführung des Sarges in die neuerbaute Gruft. Berlin. 24. Sept (DNB.) Nachdem der Umbau des Tannenberg-Nationaldenkmals beendet ist, wird die U eberät) ru n g des verewigten Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten am 2. Oktober, seinem 88. Geburtstag, um 10 Uhr vormittags aus dem Eckturm, in dem der Sarg provisorisch beigefeht war, in die ne verbaute Gruft im Mittelturm erfolgen. Die Veranstaltung, zu welcher der Reichskriegsminister Ehrengäste der staatlichen Behörden, der Partei und der alten Armee eingeladen hat, findet in Form einer militärischen Trauerfeier mit Feldgottesdienst statt. Sie wird durch Rundfunk übertragen. Die Behörden des Reiches, der Länder und der Gemeinden werden aus diesem Anlaß am 2. Oktober h a l b m a st flaggen. 3n den Standorten der Wehrmacht und in den Schulen wird der Bedeutung des Tages gedacht werden. Zerplatzte litauische Wahlversammlungen. Memel, 24. Sept. (DNB.) Der litauische Block hatte seine Anhänger in Plicken zu einer Versammlung einberufen, zu der auch der frühere Außenminister Dr- Jaunius, ber frühere litauische Gesanbte in Berlin, Szibzikauskas, fast das gesamte Direktorium unb bie Spitzenkanbibaten ber litauischen Liste erschienen. An ber Versammlung nahmen etwa 300 Personen aus ber Umgebung teil. Als ein Mitglied des Direktoriums seine Rede in litauischer Sprache beendet hatte, würbe aus ben Reihen ber Zuhörer eine beut- s ch e Uebersetzung geforbert. Da dies verweigert würbe, verließen 90 v. H. ber Teilnehmer bie Versammlung, so baß nur noch 20 bis 30 Personen zurückblieben. Der Kanbibat ber Einheitsliste, S u h r a u, forderte draußen bie weit über 250 Teilnehmer, bie bie Versammlung verlassen hatten, auf, ben Versammlungsort ruhig unb diszipliniert zu verlassen, was auch unverzüglich unter Absingen eines memelländischen Fischer- liebes geschah. In biefem Augenblick griffen zahlreiche Polizeibeamte ein unb nahmen ohne ersichtlichen Grunb neun Memellänber in Haft. Einen ähnlich kläglichen Verlauf nahmen am selben Tage noch anbere Wahlversammlungen, so u. a. in Karkelbede, Kreis Memel, wo ber litauische Nebner ebenfalls aufgeforbert würbe, seine Ansprache in beutscher Sprache zu halten. Aks er bies nicht tat, verließen alle Anwesenben bis auf ein altes Ehepaar bas Lokal, so baß bie Versammlung geschlossen werben mußte. In Wischwill sollten ber frühere ßanbespräfibent Reizgys und ber Lanbesdirektor Schwi11us sprechen. Beide fanden ben Versammlungssaal jeboch völlig leer. Nicht eine einzige Person war erschienen. Neue Vauernrevolten in Litauen. K o w n o , 24. Sept. (DNB.) Aus Litauen kommen roieber Melbungen über Bauemausschreitun- gen. In Graszischki kam es zwischen revol- tierenben Bauern unb ber Polizei zu einer Schießerei, wobei brei Bauern schwer verletzt würben. Einer ber Verletzten ist gestorben. Tags- zuvor wollte bie Polizei einige Räbelsführer verhaften, bie zur Fortsetzung bes inzwischen nieber- aeschlagenen Streiks aufgeforbert hatten. Die Bauern setzten sich zur Wehr, fo baß bie Poli - z e i unverichteter Sache abziehen mußte. Als ein verstärktes Polizeiaufgebot zur Verhaftung ber Räbelsführer schritt, feuerten bie Bauern auf bie Polizei, worauf bie Polizei auch Gebrauch von ber Schußwaffe machte. Auch im Kreise Schaki flackern bie Bauernunruhen erneut auf. Ein Regierungsbeamter erschien unb versuchte, eine Ansprache an bie Bauern zu richten. Daran würbe er aber mit Gewalt verhinbert. Immer wieher werben kommunistische Agitatoren festgestellt, bie von Dorf zu Dorf ziehen unb bie Bauern zum Boykott aufforbern. Ein lettischer Staatsanwalt betz^. In Riga, der Hauptstadt Lettlands, sind kürzlich von dem dortigen Bezirksgericht, fünf junge Deutsch-Balt en die die lettische Staatsangehörigkeit besitzen, zu Gefängnis st rasen verurteilt worden, weil sie angeblich mit Hilfe einer verbotenen Partei deutsche Bevolkerungsteile gegen ben lettischen Staat aufgeheßt hätten. Wir haben keinen Anlaß, uns in bie inneren Verhältnisse Lettlanbs einzumischen, unb müssen, bas Urteil bes Gerichtes als solches hinnehmen. Der Umstand jedoch, daß der die Anklage vertretende Staatsanwalt in seiner Rede erklärte, daß die Ziels der Nationalsozialistischen Partei in jedem Falle feindselig gegen ben lett» länbischen Staat unb bas lettlänbische Volk feien, forbert zu schärfstem Protest heraus. Der Führer unb Reichskanzler hat wieberholt erklärt, baß bieAchtung vor frembemVolks- tum ein nicht zu erfchütternber Grunbsatz ber nationalsozialistischen Politik sei. Die Aufrichtigkeit bes Führerwortes konnte bisher roeber burch bie Ereignisse, noch kann sie burch bie unverschämte Rebeweise eines hetzenben Staatsanwalts in Zweifel gezogen werben. Will Italien weiter verhandeln? Frankreichs Garantiewiinsche werden nicht erfüllt MaltaalsbritischesFwttenbollMkimMttelmeel glieder. Die Befürchtung, daß eine Einstimmigkeit über die Empfehlungen nicht zu er3t e Ien fei, da Polen sich möglicherweise der italienischen Auffassung anschließen könnte, wird von der franzosi- schen Presse nicht geteilt. Man spricht dagegen von Meinungsverschiedenheiten zwischen Laval und Eden über die Fortsetzungen der Verhandlungen. Der französische Außenminister habe ursprünglich gefordert, man möge vorläufig Den Mißerfolg der Versöhnungsverhandlungen des Fünfer-Ausschusses feststellen und dann den wei - teren Verlauf der Ereignisse abro arte n. Eden habe jedoch auf Anwendung des Artikels 15 bestanden, weil er befürchte, daß andernfalls die Anwendung des Artikels 16 (Sühnemaßnahmen) Schwierigkeiten begegnen könnte. Wahrscheinlich werde der neue Ausschuß, der sich mit der Aufstellung der Empfehlungen zu beschäftigen haben werde, seine Arbeiten einige Wochen in d i e Länge ziehen, um auf diese Weise die weitere Entwicklung der Lage abwarten zu können. Oeuvre" weist darauf hin, daß man in sowjetrussischen Kreisen für die Wiederaufnahme von diplomatischen Verhandlungen eintrete. Auch „Petit Pari- s i e n", dessen vorzügliche Beziehungen zu Rom bekannt sind, schreibt, nach dem Mißerfolge des Fun- er-Ausschusses wäre es vielleicht angebracht, erneut den Weg zu beschreiten, der in Paris zwar zu keinem Ergebnis geführt habe, der aberdiesmal einen anderen Ausgang nehmen könnte. Die Londoner Regierung habe sich bereits unmittelbar mit Rom in Verbindung gesetzt, und diese Fühlungnahme habe bereits zu einer Entspannung geführt. Wenn man aufdiesem Wege fortfahre, so werde man vielleicht zu Verhandlungen nach dem Muster der Dreier-Konferenz gelangen. Auf diese Weife könne man die 14 Tage, die bis zur Eröffnung der Feindseligkeiten blieben, ausnützen, um einen Ausweg aus der Sackgasse zu suchen. Nach der Regenzeit. Man hat bei der Beurteilung der Haltung Italiens in den diplomatischen Verhandlungen allge- mein angenommen, daß diese weniger auf eine Verständigung, als auf Zeitgewinn gerichtet waren, bis das Ende der Regenzeit in Abessinien den Beginn des Vormarsches gestatten. Da nun am 21. September in Addis Abeba das sogenannte M a s k a l f e st feierlich begangen wurde, mit dem die Abessinier die für ihre wirtschaftlichen Verhältnisse ausschlaggebende klimatische Wendung zu einem religiösen und staatlichen Akt gestalten, sieht man darin vielfach auch das Zeichen, daß nun die Zeit der Verhandlungen vorüber ist und der Krieg beginnt. Aber ganz abgesehen davon, daß immerhin noch einige diplomatische Aussichten zu friedlicher Lösung vorhanden zu sein scheinen, liegen der Vorstellung vom Ende der Regenzeit doch einige Irrtümer zugrunde. Es ist nicht so, daß in einem Lande von mehr als der doppelten Große Deutschlands, das sehr starke geographische und klimatische Unterschiede aufweist, nun etwa überall schlagartig die Regengüsse aufhören und das schone Wetter, das kriegerische Operationen gestatten würde, beginnt Die Wendung tritt vielmehr in den einzelnen Teilen des großen Reiches sehr verschieden ein, ganz abgesehen davon, daß sie sich natürlich kalendermäßig nicht genau feststellen »iflerrat in Rom. Mussolini erörtert weitere Verhandlungs- Möglichkeiten, die sich aus dem Völkerbund spakt ergeben. Genf, 24. Sept. (DNB.) Der Fünferausschuß des Völkerbundsrates hat den Bericht ange- 0 rn rn e n , der dem Völkerbundsrat über das Mißlingen der Vermittlungoerhandlungen im ttalienlfch- abessinischen Konflikt unterbreitet werden soll Der Dälkerbundsrat wird am Donnerstag zusammentre ten, um diesen Bericht entgegenzunehmen. Die Genfer Berichterstatter der großen Pariser Nachrichtenblätter meinen, daß nunmehr e 1 n neuer Ausschuß gebildet werden wird, der auf der Grundlage des Artikels 15 (Empfehlungen) arbeiten solle, und dessen Bericht dann dem Völkerbund zur einstimmigen Anna h m e unterbreitet werden mußte. Der ,,3our spricht von einem Ausschuß von 14 Mitgliedern, d h. einer Vertretung sämtlicher ständigen Ratsmit- t e t alle Bundesmitglieder, „mit keiner Partei, die sich den Vorschlägen des Berichtes fugt, Krieg zu führen." , „ Es muß also den Engländern unter allen Umständen darauf ankommen, eine e i n ft t m m 1 g e Annahme eines Ratsberichtes herbeizufuhren, denn ein Mehrheitsbeschluß überläßt es den Parteien, nach ihrem Gutdünken „diejenigen Maß- nahmen zu treffen, die ihnen für die Aufrechterhaltung von Recht und Gerechtigkeit erforderlich scheinen". Aber auch in diesem Falle besteht die Verpflichtung nach dem Artikel 12, „in keinem Falle vor Ablauf einer Frist v 0 n drei Monaten nach Fällung des Schiedsspruches oder Erstattung des Berichtes des Rates zum Kriege zu schreiten". Also auch dann, wenn nur em Mehrheitbeschluß zustande kommen sollte, Mussolini aber Möglichkeiten der weiteren E n t w i ck l u ng der Lage und die Haltung, die Italien je nach den Umständen einnehmen wird. Die Beschlüsse des Ministerrats vom Dienstag betreffen zum größten Teil militärische JBerroab tungsgeschäfte. Die wichtigste Maßnahme bestimmt, daß alle Wehrpflichtigen der Jahr- qänge 1901 bis 1914, die bisher aus gesund- heitlichen und anderen Gründen nicht eingezogen worden waren, sich einer Nachmusterung un- terziehen müssen. Der Dienst in den nach ü|t* afrika entsandten Schwarzhemden-Divisio- nen wird dem Dienst des regulären Heeres gleich- gestellt. Die höheren Offiziere der faschistischen Ml- liz erhalten den Rang von Reserveoffizieren des Heeres. Ferner werden die Bezüge der nach Ost- afrika entsandten Reserveoffiziere den Bezügen der Berufsoffiziere gleichgestellt. 1 Million Lire wurde di- ihm g-st-llt- Frist nicht einhält treten die Sanktionsbestimmungen des Artikels 16 in Kraft der auch eine Verletzung der durch den Artikel 12 übernommenen Verpflichtung als eine kriegerische Handlung gegen alle andererl Bundesmitglieder bezeichnet. Es ist also nur em Streit um Worte, wenn von der Lokalisierung des Kon- fliktes gesprochen wird. Erne kriegerische Handlung Mussolinis, die vor Ablauf des Jahres eingeleitet würde, müßte als eine Kriegserklärung an alle Dölkerbundsstaaten angesehen werden, wenn Ber- träge überhaupt noch einen Sinn haben sollen. Das heißt, da Mussolini natürlich nicht mehr warten kann, wenn er zum Kriege schreiten will, daß der europäische Konflikt unter allen Umstanden da ist, wenn nicht auf diplomatischem Wege die Streitfrage ausgeglichen werden kann. Der Name der Insel Malta ist jetzt in aller, Munde und in den Spalten aller Zeitungen. Eigentlich handelt es sich um eine Inselgruppe, die neben der Hauptinsel noch drei Nebeninseln (Gozzo, Comino und Cominotto) umfaßt. Diese Eilande sind von England stark befestigt und bilden den wichtigen Flottenstützpunkt auf dem Wege vom westlichen zum östlichen Mittelmeer. Da die Inselgruppe von Malta sich gerade zwischen Sizilien und die italienische Kolonie Libyen einschiebt, so beherrscht sie auch den kürzesten Weg zwischen Italien und seinem nordafrikanischen Besitz. Daß im Zeitalter des Flugzeuges der strategische Wert solcher Flottenstützpunkte sich erheblich verändert, liegt nahe genug. Gleichwohl ist es für Großbritannien von ungeheurer Bedeutung, nicht nur den Eingang zum Mittelmeer mit Gibraltar und den Ausgang mit dem Suezkanal zu besitzen, sondern auch noch im Herzen dieses Meeres über den starken Stützpunkt von Malta mit dem Kriegshafen La Valetta zu verfügen. Die Inselgruppe blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Phönizier, Karthckger, Römer, Griechen und Normannen haben Malta beherrscht. Im 16. Jahrhundert war die Insel ein Lehen des Johanniter- Ordens, dessen Malteserritter sich durch die berühmte Verteidigung des Bollwerks gegen die Türken 15 6 5 einen geschichtlichen Namen gemacht haben. Das Malteserkreuz als Abzeichen jener Genossenschaft steht heute noch in hohen Ehren. Als Napoleon Bonaparte die Insel 1798 eroberte, gingen die sei und nicht nur viele Irrtümer enthalte, die einer marschierenden, von einem landeskundigen Feinde ständig bedrohten Truppe gefährlich werden können, sondern daß über verschiedene Gegenden überhaupt keine kartenmäßige Kenntnis oorliege. Der italienische Optimismus für einen guten Ausgang des Unternehmens gründet sich vor allem auf die technische Ueber 1 egenheit der italie- nischen Ausrüstung gegenüber dem mehr als man- gelhaften Zustand des abessinischen Heeres. Obwohl man die persönliche Tapferkeit und die kriegerischen Eigenschaften des Abessiniers keineswegs unterschätzt, glaubt man, daß er im Gegensatz zu den Berberstämmen Marokkos, die der französischen Er- oberung 20 Jahre lang heftigen Widerstand leisten konnten, nach seiner ganzen Veranlagung nicht für einen Kleinkrieg, sondern nur für den Kampf in geschlossenen Formationen geeignet sei, in dem er einem geistig und moralisch überlegenen europäischen Gegner nicht gewachsen sein werde. Diese Berechnungen und Ansichten mögen mehr oder weniger zu- treffen; immer aber bleiben das Klima des Landes und die Art des nach europäischen Maßstäben nicht zu messenden Feindes höchst unsichere Posten in der italienischen Rechnung und machen sie zu einem Glücksspiel, das mehr oder minder jeder Krieg ist. So dauert im Kerngebiet Abessiniens, dem Hoch- ' land von Schoa, in dem die Hauptstadt Addis 1 Abeba liegt, die Regenzeit etwa von Milte Juni bis Mitte September. Jm Nor- d e n Abessiniens, an der Grenze nach Eritrea, wo der erste Vorstoß der Italiener einsetzen soll, geht sie schon Anfang September zu Ende, was ja der italienischen Heeresleitung auch erlaubte, das Gros der in Massaua gelandeten Truppen schon seit längerer Zeit bis Asmara und darüber hinaus an die Grenze des aufsteigenden abessinischen Hochplateaus in der Richtung auf Adua vorzuschieben. Dagegen dauert die Regenzeit i n den f u 0 - lichen Provinzen, in Kaffa, im Westgalla- land und in Dschimma gewöhnlich bis zum November, häufig auch bis in den Dezember hinein, wodurch also ein gleichzeitiger umfassender Vormarsch von Eritrea und von Somattland aus- geschlossen ist. In Slldostabessinien, wozu die den Italienern durch die Vermittlungsmächte angebotene Provinz O gaben gehört, endete die Regenzeit s ch 0 n i m I u l i. Einen völlig anderen Wechsel zeigen die K ü st e n l ä n d e r des Roten Meeres, also die Aufmarschgebiete der italienischen Truppen, in denen die Regenzeit jetzt im Oktober beginnt und bis in den April hinein dauert. Aus dieser allgemeinen Skizzierung der klimatischen Verhältnisse geht hervor, daß die italienische Eroberung des Landes nicht konzentrisch angelegt werden kann, sondern sozusagen von Norden nach Süden hinter der jeweils ablaufenden Regenzeit vorzudringen versuchen muß. Daß sich hieraus unvorhergesehene Schwierigkeiten in der Durchführung eines vorausberechnenden Planes, insbesondere für den Nachschub und die Verpflegung der Truppen ergeben können, ist klar und dürste mit der Anlaß fern, weshalb man in Italien den anfänglich als militärischen Spaziergang empfundenen Krieg mit größerer Vorsicht zu betrachten beginnt. Auch gute Kenner des Landes, die es mit Expeditionskarawanen bereisten, haben mit den unberechenbaren Tücken des abessinischen Klimas zu kämpfen gehabt. So berichtet der ehemalige Letter der deutschen A eth io p ien-Exp edition, Mar Gruhl, daß er unversehens m die Regenzeit hineingekommen, van 40 Maultieren und Pferden über 30 Tiere verloren habe. Auch der einzige Versuch einer europäischen Eroberung Abessiniens, der vor dem unglücklichen Feldzug der Italiener im Jahre 1895 gemacht wurde, die Expedition des englischen Generals Sir R 0 b er t Napier im Jahre 1867, ist ein Vorgang, der Italien zur Vorsicht mahnen könnte. Die Engländer schifften damals, um den Negus Theodor wegen der Einkerkerung eines englischen Konsuls zu bestrafen, im Hafen von Zeila 14 000 Mann weißer Truppen und 30 000 Mann indischer Hilfstruppen mit 20 000 Zugtieren ein. Obwohl sie in dem in völliger Anarchie befindlichen Lande keinerlei Widerstand fanden, hatten sie nach ihrer Ankunft in Magdala, nur 650 Kilometer von der Küste entfernt, nur noch 5000 krieg- und marschfähige Mannschaft zur Verfügung, so daß der Befehl zum Rückzug gegeben werden mußte. Auf diese Erfahrung der Engländer gründete sich auch wohl jene skeptische und warnende Bemerkung Bismarcks, als er zu dem italienischen Ministerpräsidenten Crispi, der ihm von einer Festsetzung Italiens in Abessinien sprach, bemerkte: „Wenn Abessinien von einer europäischen Macht erobert werden könnte, so hatten es die Engländer wohl schon lange eingesteckt". Es ist für die Beurteilung der Aussichten Italiens natürlich nicht zu verkennen, daß es Vorbereitungen in einem Maße getroffen hat, die mit seinem eigenen früheren Versuch und mit jenem Englands nicht verglichen werden können. Immerhin bleiben eine ganz Reihe van Unsicherheitsfaktoren, die den Krieg zu einem gefährlichen Wagnis machen. So berichten französische Korrespondenten im italienischen Hauptquartier, daß das italienische Karte n m a t e r i a l außerordentlich mangelhaft schen zwei Wegen wählen können. Entweder werde er nach Artikel 15 des Völkerbundsvertrages vorgehen und einen Bericht annehmen oder er werde die Politik der Versöhnung fortsetzen, um zu prüfen, ob nicht doch eine andere Grundlage als die vom Fünseraus- schuß vorgeschlagene für eine Versöhnung gesunden werden könne. Das Kabinett hat weiter mit Befriedigung festgestellt, daß in den Beziehungen zwischen England und Italien nach Veröffentlichung der britischen Verlautbarung über die Flottenbewegungen sowie auf die persönliche Botschaft Hoares an Mussolini hin eine g e - wisse Entspannung eingetreten sei. Das große Interesse der englischen Oeffentlichkeit an der heutigen Kabinettssitzung bewies die große Menschenmenge in der Downing Street, die die Ankunft der Minister erwartete. „Daily Telegraph" meldet, die Frage von Sühnemaßnahmen sei in der Kabinettssitzung nicht im einzelnen erörtert worden. Die Maßnahmen lagen vollkommen auf wirtschaftlichem Gebiet. Auf jeden Fall müßten Sühnemahnahmen auf der Grundlage kollektiver Verantwortlichkeit angewandt werden. Es könne keine Rede davon sein, daß England für sich allein vorgehen würde. Soweit ein kollektives Vorgehen in Frage komme, so würde besondere Wichtigkeit den Maßnahmen beizumessen fein, die nicht nur Frankreich, sondern auch I u g 0 • sIawien und d i e Tschechoslowakei anzuwenden bereit sein würden. Inzwischen werde die britische Regierung keine Gelegenheit zu einem Ver- söhnungsschritt versäumen. Eine Wiederaufnahme der Dreimächte-Besprechungen außerhalb des Völkerbundes komme allerdings nicht in Frage. Enttäuschung in Paris. England gibt keine neuen Garantien. Paris, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Sonderberichterstatter des „Figaro" glaubt, daß als englische Antwort auf die Anfrage hinsichtlich der englischen Haltung im Falle einer europäischen Gefahr, das Foreign Office zwar ein sehr langes Schriftstück ausgearbeitet habe, daß dieses aber keinerlei Garantien ent- halte. Man befcgränte sich vielmehr darauf, die Genfer Rede Sir Samuel Hoares näher auszulegen, vermeide es aber, irgendeine Garantie für die Haltung Englands im Falle einer Gefährdung. des europäischen „Status quo" abzugeben. „Journal" bezeichnet es als vergebliche Mühe, wollte man in der englischen Antwort eine festumgrenzte Garantie suchen. Man werde lediglich eine erneute Bestätigung des englischen Grundsatzes finden, daß man auf d i e Mitarbeit Englands rechnen könne, wenn es sich daraum handele, gegen einen Angreifer vorzugehen, der den Völ- kerbundspakt herausfordere. Diese Zurückhaltung sei darauf zurückzuführen, daß man englischer- feits den Standpunkt vertrete, eine innerpolitische Revolution in irgend einem europäischen Land könne gegebenenfalls von der einen oder anderen Macht als eine Bedrohung der durch das Versailler Sy» ftem aufgestellten Sicherheit angesehen werden. Des- I halb enthalte sich auch die englische Regierung, fest umschriebene Garantien dafür abzugeben, wie ft sich in dem einen oder anderen . Fall verhallen Iwerde. Engländer mit großer Zähigkeit daran, sie in ihren eigenen Besitz zu bringen. Seit 1802 ist Malta mit seinen Nachbarinseln britische Kronkolonie. Das bedeutet, daß die Insel eine eigene Selbstverwaltung unter dem unmittelbaren Schutz der englischen Krone besitzt- In de» letzten Jahren nahm die. nationalistische Strömung der Italiener, die sich gegen die eng' lische Vormundschaft richtete, ständig zu. Die katho» lische Geistlichkeit, die im ständigen Zusammenhang mit Italien steht, übt einen starken Einfluß auf die Bevölkerung aus. Obwohl unter den 250 000 Ein- wohnern nur etwa 13 v. H. Italiener sind, entstand so etwas wie eine italienische Jrredenta. Der Gouverneur der Insel, Lord Strickland, Sohn eines englischen Vaters und einer maltesischen Mutter, hat sich lange um den Ausgleich der inneren Kämpfe bemüht. Das englische Element der Bewohner macht etwa 12 v. H. aus, während^ große Mehrheit der Bewohner ein maltesisches Idiom spricht. Die politischen Kämpfe auf Malta sind von Rom aus immer stark beachtet worden, doch hat Mussolini Zurückhaltung geboten, als vor einigen Jahren die Beziehungen zwischen Englano und Italien durch die Vorgänge auf den 3n|em gespannt wurden. Seitdem hat die englische Regie rung die bis dahin sehr weitherzige velbstverwai' tung eingeschränkt und dis polihfierenbe GeistUY' feit unter Aufsicht gestellt. Eine starke Besatzung van über 12 000 Mann bildet nicht nur das nw" chen Gefahr" (!). „Times" bedauert die Rückwirkungen des italienisch-abessinischen Streites auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet. Unsicherheit in einem großen Lande müsse Rückwirkungen auf alle anderen Länder haben. Das italienische Abenteuer habe nicht nur die Finanzlage Italiens in Mitleidenschaft gezogen, es habe auch die großen und erfolgreichen Bemühungen anderer Länder um Wiederherstellung des finanziellen und kommerziellen Gleichgewichtes erschwert, wie sich dies in England durch die Notwendigkeit einer Erneuerung der nationalen Verteidigung zeige. — „Financial News" sagt, den italienischen Industrie- und Finanzführern werde ebenso wie dem italienischen Generalstab die Gefahr e in e r Entfremdung zu England und Frankreich immer klarer. Je mehr die Entschlossenheit und Zusammenarbeit der beiden Regierungen zunehme, desto anziehender müsse der Vorteil einer friedlichen Regelung erscheinen. Die Genfer „Prozedur". Das Verfahren, in das der Genfner Fünfer-Aus- schuß eingeschaltet war, beruht auf dem Artikel 15 der Dölkerbundsakte. Der Völkerbundsrat .ist danach zunächst verpflichtet, wenn ein Streitfall vor fein Forum gebracht wird, „alle Maßnahmen zu einer umfassenden Untersuchung und Prüfung" zu treffen. Das sollte auf dem Wege über den Fünfer-Ausschuß geschehen. Dieses Gremium hat nun zu verstehen gegeben, daß es seine Bemühungen als gescheitert ansieht. Das bindet den Rat nach nicht. Er kann die Angelegenheit zurückverweisen ober neue Maßnahmen suchen. Wenn er sich aber der Auffassung des Fünfer-Ausschusses anschließt, daß die Streitfrage nicht ausgeglichen werden könne, „so versaßt und ver- ’ ö ff entlieht der Rat einen einstimmig oder : mit Stimmenmehrheit zustande gefomme» 1 nen Bericht, worin die Umstände der (Streitfrage ' sowie die von ihm als gerecht und für den Aus- > gleich am zweckmäßigsten erachteten Lösung darzu- t legen sind. „Nun hat aber ein Bericht, der nicht : einstimmig angenommen wurde, nur a u f » t schiebende Bedeutung. Nur ein ein - . ftimmig angenommener Bericht verpfIich - Wird der Völkerbund einen Ausweg finden? Ein neu« Ausschuß so« „Empfehlungen'' au«arte«en.-©ie Möglichkeit »er Wieder, aufnahme direkter Verhandlungen. „Times" muß zugeben, daß Mussolini eine Aen- berung seiner Haltung nur ganz langsam vollziehen könnte. Abessinien fürchte jetzt lebhaft einen „Zwischenfall", der den Italienern ermöglichen würde, die hinhaltende Methode des Völkerbundes zu tadeln und in abessinisches Gebiet einzudringen. In Paris werde erkannt, daß Mussolini zwar seinenTon,nichtaberseine Forderungen gemäßigt habe, es bestehe daher eine größere Bereitschaft, die Möglichkeit zu erwägen, daß Frankreich feine Völkerbundspflichten durch Beteiligung an wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen werde erfüUen müssen. Wenn jetzt mehr von falle f t i d e r Aktion gesprochen werde, werde allerdings noch mehr an kollektive Sicherheit gedacht. Jedes neue Zeichen engerer Freundschaft mit England und dem Völkerbund belebe von neuem die Frage der Zusammenarbeit mit Großbritannien bei einer künftigen Angriffsgefahr. Ein Teil der französischen Oeffentlichkeit werde sich in dieser Beziehung mit nichts anderem zufriedengeben als einer starren Garantie des Sta- tusquo in Europa. Es gebe aber auch viele Franzosen, die verständen, baß es töricht fei, zuviel zu verlangen, indessen andere wollten möglichst viele Zusicherungen erhalten hinsichtlich der Vorstellung, von der sie besessen seien: der vermeintlichen „deut- Die Sitzung des englischen Kabinetts. Britisch-italienische Entspannung festgestellt. London, 24. Sept. (DNB.) Das englische Kabinett trat am Dienstagvormittag zum ersten Male seit der am 22. August abgehaltenen Sondersitzung wieder zusammen. Außer Eden waren sämtliche 21 Minister anwesend. Es ■ ist anzunehmen, daß Außenminister Sir Samuel Hoare seinen Kollegen u. a. über die Besprechungen zwischen dem britischen Botschafter in Rom, Sir Eric Drummonb und Mussolini berichtete. Ferner lagen Mitteilungen Edens aus Genf vor, die „Einzelheiten über die beunruhigende Lage in Genf" enthielten. Wie Preß Associatton erfährt, billigte das Kabinett das Vorgehen Hoares und Edens einstimmig. Neue Entscheidungen hat das Kabinett nicht getroffen. Dem Kabinett lag ferner der Text der Antwort aufdieAnfragendesfranzösischenBot- schafters Corbin vor, die Großbritanniens Lölkerbundsverpflichtungen im Falle einer Angriffshandlung in Europa betreffen. Die Antwort wird nach ihrer Uebergabe an die französische Regierung Ende dieser Wache veröffentlicht werden. Weiter berichtet Reuter, daß nach den Mitteilungen, die dem Kabinett oorliegen, der Völker- bunbsrat am Donnerstagvormittag zusammentreten werde. Der Völkerbundsrat werde zwi- Rom, 24. Sept. (DNB.) Der, italienische Ministerrat hat sich auf nächsten Samstag „vertagt. Mussolini erstattete einen kurzen Bericht über Die Entwicklung der politischen Lage von Samstag bis heute, wobei er feststellte, daß Italien in Genf keine Gegenvorschläge unterbreitet hat, sondern ledigttch mündlich die Motive auseinandersetzen ließ, aus denen die Vorschläge des Fünferausschusses unannehmbar waren. Silles, was seit Samstag vor sich gegangen ist, ist em Beweis dafür, daß die Haltung der italienischen Re- Meßend" erörterte Mussolini V n tz anVeVn igemzum Sau mm bombe nfidjere n Unterftan. Artikel des s ö l k e r b u nd s P a ktL s dieiden in Messina ausgeworsen. tärische, sondern auch das wirtschaftliche Rückgrat von Malta. Das Innere der Hauptinsel ist ein wasserarmes Hochland mit Geröll und öden Flächen. Die Bevölkerung drängt sich auf einem engen Raum zusammen, so daß diese Inseln wahrscheinlich die prozentual stärkste Bewohnerschaft Europas aufweisen. Da sie hauptsächlich von Landwirtschaft und Gartenbau lebt, ist die Besitzzersplitterung sehr groß. Auf kunstvoll gebauten Terrassenanlagen erfolgt der Anbau der Feldfrüchte: schon im April reift das Gemüse im Freien, und die berühmten Maltakartofseln finden ihren Weg in die europäischen Hauptstädte. Diese Kartoffeln machen etwa ein Drittel der Ausfuhr aus. Im übrigen ist Malta auf die Einfuhr fast aller gewerblichen Erzeugnisse angewiesen, die passive Handelsbilanz wird aber durch die Gelder ausgeglichen, die das englische Beamtentum und die Besatzung ins Land bringt. Die Malteser, ein Mischoolk, das aus arabischen und italienischen Elementen entstanden ist, sind auch als Händler und Seefahrer tüchtig. Die lieber- pölkerung der Heimat zwingt sie zu steigender Auswanderung. Man wird sie in allen Küsten der Levante oorfinden. Wenn Malta, abgesehen von seinen innerpolitischen Zwistigkeiten, für die große Welt in den letzten Jahren keine wichtige Rolle spielen konnte, so daß auch der Strom des Fremdenverkehrs an ihm vorüberging, so steht es jetzt plötzlich im Mittelpunkte großer Interessen und Entscheidungen. Konflikt der Interessen. Eins hat der Verlauf des abessinischen Streites in den vergangenen Wochen mit aller Deutlichkeit erkennen lassen: der britische Löwe schläft nicht. Er hat seine Pranke erhoben und ist bereit, zuzuschlagen, wenn die Lage gefährlich wird. Auch die Italiener werden nicht bestreiten können, daß sich die Position der britischen Politik in kürzester Zeit erheblich verstärkt hat. Nicht nur ist es den Engländern gelungen, die französische Diplomatie mehr und mehr auf ihre Seite zu ziehen, sondern auch der Aufmarsch der britischen Flotten st reitkräfte im Mittelmeer und die Truppentransporte nach Gibraltar, Malta, Aegypten und anderen Schlüsselpunkten des Empire beweisen, daß die Militärmacht der Vereinigten Königreiche sich den faschistischen Streitkräften gewachsen fühft. Die Pranke des britischen Löwen hat blitzartig ihre scharfen Krallen gezeigt, um sie dann allerdings gleich wieder einzuziehen. Denn auch dem Foreign Office liegt nichts daran, einen Krieg zwischen zwei europäischen Großmächten vom Zaune zu brechen. Erst wenn die sanfteren Metho- der der Diplomatie versagen, erst wenn der äußerste Notfall eingetreten ist, und die Lebensnerven des Britischen Reiches unmittelbar bedroht sind, wird die englische Regierung auch vor kriegerischen Maßnahmen nicht zurückschrecken. Zwar leugnen die mit der Vertretung der eng» llischen Krone beauftragten Diplomaten noch auf Idas hartnäckigste, daß es sich um eine italienisch- »englische Auseinandersetzung handele. Sie be- rtonen nachdrücklichst, daß die englischen Dor- fsichtsmaßnahmen nur dem Schutze der Völ- ikerbundsgrundsätze dienen sollten. Diese loffizielle These, die auch der britische Botschafter iin Rom dem italienischen Unterstaatssekretär Suvich rund gewiß auch dem Duce selber bei seinem Besuch zzum Ausdruck brachte, steht allerdings im harten »Gegensatz zu den Tatsachen, die eine sehr viel deutlichere Sprache reden. Alle schönen Beschwichti- zgungsversuche in Genf können nicht darüber hin- aoegtäuschen, daß es in Abessinien um sehr reale tu n b lebenswichtige Dinge geht, die weniger mit den Theorien des Völkerbundes als mit Len machtpolitischen Interessen der bei» Iben Großmächte England und Italien zu tun haben. Das unrühmliche Ende des vom Völkerbundsrat «ingesetzten Fünfer-Ausschusses hat noch «inmal den scharfen englisch-italienischen Gegensatz in der abessinischen Frage enthüllt. Mussolini hat tote Ablehnung der Völkerbundsvorschläge nach fol- ggenden Gesichtspunkten erläutern lassen: Italien ergebt Anspruch auf das gesamte abessinische Geriet mit Ausnahme der amharischen Kernprovinzen. LEs fordert die Abrüstung ganz Abessini- sns unt/r italienischer Kontrolle. Es jforbert die Abschnürung bes Restlanbes wom Meer und bie Anerkennung seiner gebietsmäßigen Rechte auf Grunb bes Dreiervertrages von 11906. Diese Forderungen, bie Baron Aloisi inoffiziell n Genf vorbrachte, find klar genug, um zu zeigen, vaß Mussolinis Behauptung, er wolle bie Interessen Englands nirgends verletzen, auch nur eine diplomatische Redensart ist. Denn wenn es Italien erlaubt würde, auch das gedachte Rest-Abessinien, das )o i e Gebiete um den Tanasee umfaßt, po- iitisch und militärisch zu kontrollieren, bann wäre i*5 in ber Tat in bie Hand römischer Behörden gegeben, die Nilquellen, das Wasserschloß des Sudans und Aegyptens, nach ihrem Willen zu lenken und schließlich ganz zu beherrschen. Eine solche Eventua- ■ ität aber darf die englische Regierung niemals blassen. Die britische Regierung muß immer darauf gestehen, daß das QueÜgebiet des Nils uneinge- ihränft in ihrer eigenen Hand bleibt oder nicht den Einflüssen einer rivalisierenden Macht uusgesetzt ist. Das Letztere aber würde ber Fall sein, wenn ber Völkerbund den Italienern irgendeine Einwirkungsmöglichkeit im abessinischen Zen- iralgebiet zugesteht. Wenn daher der Friede zwischen Italien und England erhalten bleiben soll, so bleibt nur bie Möglichkeit, baß ber Duce erhebliche Abstriche :oon seinem ursprünglichen (Eroberungsprogramm macht unb sich bamit begnügt, bie c b e f f i n i ■ chen Ranbgebiete, bie den italienischen Kolonien Somali und Erythräa benachbart sind, in seine Hand zu bringen. Das wäre ein klarer, einwandfreier Rückzug. Mussolini hat erst kürzlich einem inglischen Journalisten gegenüber die ironische Bemerkung gemacht, daß er fein „Sammler von Wüten" fein wolle. Tatsächlich aber sind die abessinischen Provinzen Dankali, Ogaden usw., deren Be- Ltzung England allenfalls zugestehen würde, weder äin geeignetes Siedlungsland, noch enthalten sie die berühmten Bodenschätze, auf die man in Rom so erpicht ist. Es muß bezweifelt werden, daß die Erwerbung eines verhältnismäßig wertlosen Landes !iem Duce genügen wird, um den ungeheuren Aufwand an menschlicher Energie und materiellen Mit- isln aufzuwiegen, der bisher in Ostafrika eingesetzt Dorben ist. So bleibt ber Gegensatz zwischen den tieiben Stresa-Mächten nach wie vor offen, unb alle Lemühungen des Völkerbundes werden es nicht verhindern können, daß entweder eine der beiden Mächte einen klaren Rückzug antritt ober baß eine 2useinanberfetzung mit kriegerischen ober friegs- chnlichen Mitteln bas künftige Schicksal bes Schwär» «v Kaiserreichs entscheibet. Tagung -er Reichswohnungskonferenz. Keine ungerechtfertigte Mietpreissteigerung aber Rentabilität des Hausbesitzes. Der Reichsarbettsminister über die WohnungspoM des Reiches. Berlin, 24. Sept. (DNB.) Auf Einlabung bes Reichsarbeitsministers traten am Dienstag Vertreter ber Reichsrefsarts, sämtlicher ßanbesregierungen unb ber Sieblungsbeauftragte im Stabe bes Stellvertreters bes Führers zu einer R e i ch s w v h - nungskonferenz zusammen. Reichsarbeitsminister S e l b t e leitete bie Sitzung unb machte babei falgenbe Ausführungen: „Die Tagesorbnung der heutigen Reichswvh. nungskonferenz enthält Punkte, oie von außerordentlicher Tragweite für den deutschen H aus - besitz, für bie Mieterschaft, aber auch für bie Neubautätigkeit unb bie gesamte beutsche Wirtschaft sinb. Die Auswirkungen zwangswirtschaftlicher Maßnahmen beschränken sich nicht nur auf bie unmittelbar Betroffenen, auf Hausbesitzer unb Mieter. Bei ber engen Verbunbenheit von Hausbesitz unb Realkredit müssen falsche Maßnahmen, müssen (Eingriffe, welche bie Rentabilität bes Hausbesitzes erschüttern, von stärkster Rückwirkung auf ben Real- k r e b i t sein. Dies kann aber weiterhin eine Ge- fährbung ber ganzen Wohnungsbaupolitik ber Reichsregierung zur Folge haben' Nur burch genügenden Wohnungsbau wird aber schließlich eine Wohnungsnot vermieden und die vorhandene Wohnungsknappheit wieder beseitigt wer- den können. Die Reichsregierung hat in diesem Jähr den hohen Betrag von 185 Millionen RM. zur Förderung des Wohnungsbaues zur Verfügung gestellt. Sie hat darüber hinaus durch eine Reihe weiterer Maßnahmen — ich nenne nur die Uebernahme der Reichsbürgschaft — versucht, aus dem Kapitalmarkt Mittel dem Wohnungsbau zuzuführen und bie private Initiative anzuregen. Die erfreuliche Zunahme ber Neubautätigkeit zeigt, daß dieser Weg der richtige war. Unbedingt notwendig ist es daher, alles zu unterlassen, was die günstige Entwicklung unterbrechen unb bamit nur bie Wohnungsknappheit weiter verschärfen würbe. Ich bitte, biefe wirtschaftlichen Gesichtspunkte ganz besonbers .zu berücrsichtigen. Dies heißt keineswegs, baß notwendige Maßnah. men unterlassen werden sollen Ich denke hierbei vor allem an die Unterbindung ungerechtfertigter Mietpreis st eigerungen. Es ist Ihnen bekannt, daß die Reichsregierung entscheidenden Wert darauf legt, das gegenwärtige Preisniveau zu halten. Nur wenn dies gelingt, wird es auch möglich fein, Lohnerhöhungen zu vermeiden, die ihrerseits unsere Konkurrenzfähigkeit im Auslande vermindern und die Möglichkeit ber Ausfuhr einschränken würben. Ich habe erklärt, baß ungerechtfertigte Mietpreissteigerungen verhinbert werden müssen. Dies heißt nicht, daß jede Mieterhöhung schematisch unterbunden werden soll. Die Rentabilität des Hausbesitzes muß erhalten bleiben. Soweit sie, wie vielfach bei Grundstücken mit Großwohnungen in der Zeit der Wirtschaftskrise verloren gegangen ist, soll ihre Wiederherstellung nicht unterbunden werden. An dem Grundsatz bes Reichsmietengesetzes, baß bie Miete zur Deckung ber U n k o st e n bes Hausbesitzes unbedingt ausreichen muß, wird auch weiterhin festzuhalten fein. Es ist das Ziel der heutigen Beratungen, einen Weg zu finden, der den berechtigten Interessen der Mieterschaft, vor allem der minderbemittel- t e n Schichten unseres Volkes, Rechnung trägt, der über auch die Interessen des Hausbesitzes und die Grundsätze einer gesunden Wirtschaftspolitik nicht außer Acht läßt." Im Anschluß daran wurde in eine eingehende Beratung verschiedener grundsätzlicher, mit der Wohnungswirtschaft zusammenhängender Fragen eingetreten. Insbesondere wurden auch die Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Miet- preis ft eigerungen erörtert. Der Voiksschuilehrer als VevöikerungsstaMker. Das, was im ganzen deutschen Volk im großen geschieht, spiegelt sich in den einzelnen Städten und Dörfern im kleinen, und oft ist der Eindruck dieser kleinen Spiegelungen stärker als die unpersönliche Reichsstatistik. Wenn du z. B. von der drohenden Gefahr des Geburtenrückganges und der blutsmäßigen Verschlechterung des deutschen Volkes hörst und liest, berührt dich das erst bann ganz persönlich, wenn bie entsprechenden Zahlenbeispiele aus deiner persönlichen Umgebung, etwa aus deinem Heimatort stammen. Ebenso wird dir die bevölkerungspolitische Bedeutung des Bauerntums und des Erbhofgesetzes erst dann wirklich klar, wenn die gegensätzlichen Beispiele von Stadt und Land und von Anerbenrecht und Realteilung aus Bezirken stammen, die dir persönlich bekannt sind. Deshalb ist neben den großen Berechnungen der Statistischen Aemter die Kleinarbeit, die etwa ein einzelnes Dorf nach bestimmten Gesichtspunkten wie Crbgesundheit, Bevölkerungsdichte und Verstädterung erfaßt, und die aus diesem Dorf selbst heraus geleistet wird, sehr zu begrüßen. Ein vorbildliches Beispiel solcher Arbeit zeigt der Aufsatz „Vom Blutstrom Wolkenburgs" in der Monatsschrift „Die Volksschule. Beilage zur politischen Erziehung" (1935/36). Hier hat ein Dolksschullehrer vom Lande in seinem Dorf eine Erhebung angestellt, die die blutsmäßige Lage des ganzen Volkes widerspiegelt. Aus den verschiedenen sorgfältigen Zahlenreihen, die zum Teil bis 1876 und 1834 zurückgehen, seien nur einige herausgegriffen: Jahr Geburten 1880 22 1890 45 1900 50 1910 34 1920 32 1930 21 1931 13 1933 17 Daraus geht hervor, wie rasch und stark die Geburtenzahl durch den Liberalismus des 20. Jahrhunderts gesunken ist und wohin das führen muß: zur Vergreisung und zum freiwilligen Aussterben. Früher waren Familien mit fünf und sieben Kindern die Regel. Aber heute besitzen von den 265 Familien in Wolkenburg nur: 1 Familie 7 Kinder 1 6 „ 5 Familien 5 „ 8 „ 4 „ 26 „ 3 „ 55 „ 2 „ 109 „ 1 Kind 60 „ kinderlos Das entspricht im Durchschnitt einer Zahl von 1,4 Kindern je Familie: 3,4 ist aber die Zahl, die zur nackten Bestandserhaltung des deutschen Volkes notwendig ist. Die Wolkenburger können sich beinahe auf dem Papier ausrechnen, wann sie ausgestorben sind! Deshalb werden sie jetzt, nachdem sie diese furchtbare Statistik ihres eigenen Schicksals gesehen haben, sich gegen alle zersetzenden Einflüsse wappnen und sich wieder auf ihre eigene Art besinnen und auf die Erhaltung dieser Art. Gerade der Landschullehrer ist für solche bevölkerungspolitischen Erhebungen geeignet. Er kennt alle Leute im Dorf und er kann vielleicht mit dem Ortsbauernführer zusammen auch die Ergebnisse am besten auswerten: in der Heimatzeitung, in Schu- lungsoorträgen und mit der Weiterleitung an ein Statistisches Amt oder eine Fachzeitschrift. Besonders gut — und das ist wohl das Wertvollste — kann Der Lehrer solche Ergebnisse, die er vielleicht sogar mit den Schülern gemeinsam erarbeitet hat, in der Schule auswerten, um an diesem praktischen Beispiel aus dem allernächsten Leben die Blutsfragen des deutschen Volkes und ihre Bedeutung sinnvoll und erfolgreich zu lehren. Selbstverwaltung der Elektrowirtschaft. In dem Aufbauplan der gewerblichen Wirtschaft bildet die Energiewirtschaft die Gruppe VI. Sie besteht aus zwei großen Untergruppen: der Elektrizitätsversorgung sowie der G a s» und Wasserversorgung. Beide Untergruppen sind ihrer Natur nach gemeinnützig, was sich schon aus ihrer Funktion als Versorger der Allgemeinheit mit den lebenswichtigen Kräften Strom, Gas und Wasser ergibt. Diese Versorgung liegt weitgehend in der Hand öffentlicher Körperschaften. Trotzdem ist es keineswegs die Absicht des nationalsozialistischen Staates, diese Versorgungs- Wirtschaft unmittelbar in feine Hand zu nehmen, also sie zu verstaatlichen. Staat und Wirtschaft haben nach nationalsozialistischer Auffassung zwei ganz verschiedene Ausgaben. Der Staat lenkr die Wirtschaft, damit sie der Lebenserhaltung des deutschen Volkes dient. Die Wirtschaft hat sich ihrerseits in die vom Staate ihr gesetzte Ordnung freiwillig einzuordnen und die ihr übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Im übrigen aber verwaltet s i e sich s e l b st. Die Elektrizitätswirtschaft, die der gemeinnützigen Versorgung und der Vervollkommnung der Gesamtwirtschaft dient, muß in ganz besonderem Maße die Beziehungen zur übrigen Wirtschaft pflegen, um so eine Gemeinschaftsarbeit zu ermöglichen, die allein schon die Grundlage für ein System der wirtschaftlichen Selbstverwaltung bildet. Denn es kann der übrigen Wirtschaft und daher auch dem Staate keineswegs gleichgültig fein, ob und in welchem Maße Haushalt und gewerbliche Erzeugung zur Verwendung des elektrischen Strom übergehen, und in welchem Grade ihr das erleichtert wird. Der gewerblichen Selbstverwaltung ist hier eine Aufgabe übertragen, die von größter Bedeutung für die Allgemeinheit ist. Es besteht daher die Absicht, durch ein Energiegesetz den Ausbau der Elektrizitätserzeugungsanlagen zu regeln und zu fördern. Aber auch dieses Gesetz wird nur die grundsätzlichen Fragen lösen und ordnen, also Richtlinien geben, deren Durchführung in die Hand der Selbst- oerwaltungsträger gelegt werden wird. Die Wirtschaftsgruppe Elektrizität gliedert sich ihrerseits in 15 B e z i r k s g r u p p e n, die sich an die Treuhänderbezirke anlehnen und von je einem Leiter geführt werden, lieber den Bezirksgruppenleitern steht der Beirat der Wirtschafts- aruppe, dem sämtliche Bezirksleiter angehören. Ihre Aufgabe ist die Weiterentwicklung der Elektrizitätswirtschaft in ihrem Bezirk. Ganz besonders soll ihnen die Erschließung des ländlichen Haushalts und des landwirtschaftlichen Betriebes für eine ausgedehntere Elektrizitätsverwendung am Herzen liegen. Aber auch eine Reihe anderer Probleme, wie z. B. die Förderung der Elektrowärmeanwendung in der Industrie, die Sorge für eine stärkere Verwendung des Aluminiums beim Bau elektrischer Leitungen, die Herstellung einer Zusammenarbeit bei der Messung und Bekämpfung von Rundfunk st örungen u. a. m., unterstehen ihrer Regelung. Auf allen diesen Gebieten sollen die Wirtschaftsaruppen aufklärend, anregend und ordnend einwirken, im übrigen aber die Initiative der einzelnen Träger ber Elektrizitätswirtschaft nicht efwa unterbinden, wohl aber diese zu einer Zusammenarbeit führen. Dieser Gemeinschafts- arbeit gehören natürlich auch die Gemeinden und G e m e i n d e v e r b ä n 0 e an, die [a die Verträge mit den Trägern der Energiewirtschaft über die Versorgung ihrer Einwohner mit Elektrizität abzuschließen haben, und die daher ebenfalls in dem Beirat der Wirtschaftsgruppe vertreten sind. Auch auf diesem Gebiet wird wohl eine weitgehende Neuordnung und Vereinheitlichung in dem Energiegesetz durchgeführt werden. Um aber bis zum Erlaß dieses Gesetzes Bindungen und Festlegungen der Gemeinden nach Möglichkeit zu verhindern, hat der Reichsinnenminister kürzlich einen Runderlaß über den Abschluß von Verträgen auf dem Gebiete der Energiewirtschaft durch Gemeinden und Gemeindeoerbände veröffentlicht. Der Erlaß umfaßt genaue Hinweise für den Abschluß solcher Verträge, um zunächst eine vorläufige Regelung zu schaffen. Grundsätzlich sollen die Gemeinden Zurückhaltung beim Abschluß neuer Verträge üben, um ber späteren gesetzlichen Regelung nicht vorzugreifen. Die Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung wird demnächst in Saarbrücken ihre erste Tagung abhalten, auf ber alle diese Probleme und Aufgaben ber Gemeinschaftsarbeit eingehend erörtert werden sollen. Es ist kein Zufall, daß aerobe Saarbrücken zum Tagungsort gewählt wurde. Denn in bem zum Reiche zurückgekehrten Saargebiet gibt es ein besonberes Elektrizitätsproblem, bas mit ber Saarkohlenfrage aufs engste zusammenhängt. Das Reichswirtschaftsministerium hat soeben darauf hingewiesen, daß der deutsche Inlandskohlenmarkt noch erheblich größere Mengen Saarkohle als bisher aufnehmen muß, da Frankreich seine Saarkohlenbezüge seit der Rückgliederung des Saarlandes auf weniger als die Hälfte eingeschränkt hat. (Ein besonders wichtiges Derwendungsgebiet für bie Saarkohle ist aber die Erzeugung von elektrischem Strom. Man kann daher dem unter der zu großen Zahl der Feierschichten leidenden Saarbergmann auch dadurch helfen, daß man das Absatzgebiet ber Saar- elektrizität nach Möglichkeit erweitert. Sicherlich wird sich die Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung in Saarbrücken auch mit diesem Teile des Saarproblems beschäftigen, da es ja nur durch eine planmäßige nationalwirtschaftliche Gemeinschaftsarbeit gelöst werden kann. Nie Wirtschafisnot in Neutschböhmen. Die Tschechoslowakei hat durch die im vorigen Jahre oorgenommene Abwertung ihrer Krone zwar eine vorübergehende Belebung der Wirtschaft erreicht. Aber diese hat sich als wenig nachhaltig erwiesen. Zwar ist bie Ausfuhr auch mengenmäßig um 5 bis 10 o. H. gestiegen. Doch diese Zunahme reichte bei weitem nicht aus, um die ungeheure Arbeitslosigkeit zu beheben ober wenigstens bebeutenb zu Derminbern. Jetzt steht bie tschechoslowakische Regierung bereits roieber vor ber Frage, ob sie eine nochmalige Abwertung ber Krone vornehmen soll, wie das namentlich von den tschechischen Agrariern gefordert wird. Der Finanzminister hat eine solche Maßnahme entschieden abgelebt und dafür Zins« s e n f u n g, Entschuldungsmaßnahmen und Renten- konoersionen vorgeschlagen. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht erfolgt, so daß zur Zeit niemand weiß, welchen Weg Die tschechoslowakische Wirtschaftspolitik künftig gehen wird. Die Hauptlast der Wirtschaftsnot in der Tschechoslowakei wird von den industriell hochentwickelten deutschen Landesteilen, also insbesondere von den beutschböh mischen Bezirken getragen. Gerade ihnen hat die Devalvation nur eine sehr geringe Hilfe gebracht, und heute ist die Wirt- schaftsnot hier wieder aufs Höch st e gestiegen. Die Gablonzer Industrie steht z. B. in einem verzweifelten Existenzkampf. Der Porzellan-, Glas- und Wollindustrie Deutsch- böhmens geht es nicht viel besser, und auch die anderen Industriezweige leiden schwer unter dem großen Absatz- und Beschäftigungsmangel. Der Fürsorgeminister Dr. N e t s ch a s hat kürzlich ekschüt» ternbe Zahlen über bas soziale (Elenb in ben fube- tendeutschen Industriegebieten mitgeteilt, und das Wort von ben „I n b u st r i e f r i e b h ö f e n", bas kürzlich gefallen ist, zeigt deutlich, für wie hoffnungslos die Lage auch in Regierungskreisen gehalten wird. Wirksame Hilfsmaßnahmen müßten also vor allem in diesen Elendsbezirken Deutschböhmens einsetzen. Die Frage ist aber, ob der tschechische Nationalismus diese bringend notwendigen Maßnahmen zur Rettung der deutschen Industrie und der deutschen Arbeiterbevölkerung zulassen wird. Die Hoffnungslosigkeit, die weite Kreise dieser Bevölkerung ergriffen t)at, wurzelt vor allem in ber Tatsache, daß Deutschböhmen einem Staate angehört, ber bisher seinen beutschen Bevölkerungsteilen die G l e i ch - berechtigung auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet praktisch stets verweigert hat. Voraussetzung für eine Behebung ber katastrophalen Wirtschaftsnot Deutschböhmens wäre also, baß ber tschechoslowakische Staat künftig seinen deutschen Landesteilen mindestens bie gleiche wirtschaftliche Fürsorge wie den übrigen angedeihen läßt. Gegen Mißbrauch von GA.-Ausweisen. München, 25. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes Lutze veröffentlicht folgende Anordnung: Der SA.-Ausweis hat nur dann Gültigkeit, wenn er auf der Rückseite ordnungsgemäß für den laufenden Monat abgestempelt ist. Ein ungestempelter Ausweis oder ein Ausweis, auf dem die Beglaubigung in anderer Art, beispielsweise handschriftlich, vorgenommen ist, ist ungültig. Jeder, der einen ungültigen Ausweis vorzeigt, wird der Polizei übergeben, die gebeten ist, in solchen Fällen den Ausweis abzunehmen, die genauen Personalien festzustellen und der Obersten SA.-Führung Mitteilung zu machen. Gegebenenfalls werden die Inhaber falscher ober unzureichenber Ausweise zur Anzeige gebracht unb zur Rechenschaft gezogen. Die Streifen ber SA. sinb ausbrücklich befugt, in Ausübung ihres Dienstes von jebem Mann ohne Ansehen ber Person unb Stellung benSA. - Aus- weis zu verlangen, wenn SA.-Dienstanzug ober bas Zivilabzeichen getragen werben. Träger des SA. - Sportabzeichen s können gleichfalls jederzeit durch die Streifen der SA. auf die Berechtigung zum Tragen des SA.-Sportabzeichens hin kontrolliert werden. Rübrerfagimg in München. München, 24. Sept. (DNB.) Die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" teilt mit: Heute fand in München wieder eine Führertagung der Partei statt, sie wurde einberufen, um die Amtsleiter der Bewegung in Kenntnis zu setzen von den Ausführungsbestimmungen der neuen Reichsbürgergesetze. Nach einem Vortrag des Pg. Dr. Wagner, der die erbbiologischen Grundlagen der neuen Verordnungen beleuchtete, sprach der Führer selb st über bie grundsätzliche Seite des in Frage stehenden Problems. Pg. Heß beendete die Zusammenkunft mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit einem Dank für die in den neuen Verordnungen geleistete Arbeit. Die Flaggenführung auf Binnenschiffen. Der Präsident bes Reichsausschusses ber beutschen Binnenschiffahrt ersucht unter Hinweis auf bas Reichsflaagengesetz vom 15. September 1935 Die Reeoer unb Kleinschiffer, in Zukunft bie deutschen Binnenschiffe nach folgenden Grundsätzen zu flaggen: 1. Am Heck (bei Dampfern hinter bem Ruberstuhl) wird bie Hakenkreuzflagge gesetzt; 2. die schwarzweißrote Flagge sowie die Aus aller Welt und hat Tagung der Vorgefchichlsforfcher und Geschichtslehrer. Der Reichsbund für deutsche Vorgeschichte veranstaltet in Bremen vom 28. September bis 6. Oktober seine zweite Tagung seit seinem Bestehen. Zugleich hält der N S. - L e h r e r b u n d in diesen Tagen seine erste Geschichtstagung ab An großen Veranstaltungen bringt die Zusammenkunst eine Kundgebung, wobei Reichsstatthalter Nover und Reichsleiter Alfred Rosenberg das Wort ergreifen werden. 300jähriges Jubiläum der Budapester Universität. Gewehren, teils mit Speeren bewaffnet waren, überfielen die Volksschule in Loetsing an der * e-virt« Xa« tvixrirkn« Tf/XoPinnn itnh nhinhorton hrts torwürde an vier deutsche Gelehrte, den Dogmatiker Martin Grabmann (München), den aus Alsfeld stammenden, früher in Gießen und Marburg wirkenden Rechtslehrer Rudolf Stammler (Berlin), den Pädagogen Eduard S Pranger (Berlin), den Pathologen Ludwig Aschoff (Freiburg) statt. Insgesamt werden 30 ausländische Gelehrte zu Ehrendoktoren der Budapester Universität ernannt. Aus Anlaß des Jubiläums gibt der ungarische Staat 50 000 Stück Zwei-Pengö-Münzen mit dem Bildnis des Gründers der Budapester Universität, des Kardinals Peter Pazmany, heraus. Zwölf Kraftwagen von Banditen überfallen und ausgeraubt. Auf der Landstraße von Haifa (Palästina) nach Beirut in Syrien wurden 12 Kraftwagen von Banditen überfallen und ausgeraubt. Die Banditen, die zu der Bande des berüchtigten Fuad el Alami gehören und sich außerordentlich höflicher Umgangsformen befleißigten, konnten 2000 Pfund erbeuten. Vandttenüberfall auf eine chinesische Volksschule. Etwa 6 0 Banditen, die teils mit modernen Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley unter dem 28. August 1935 folgende Anordnung über die Aufgaben des Reichsamtes für Jugend betriebsgemeinschasten finö gleichzeitig die Sachbearbeiter für Jugend fragen im Amt für Arbeits- führusg und Berufserziehung. Um die einheitliche Führung und die Zusammenarbeit mit den Reichsbetriebsgemeinschaften und dem Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung zu gewährleisten, werden die Sachbearbeiter für Jugendfragen und Uebungswirtfchaft im Jugen^ amt, sowie in den Gaujugendwaltungen auch räumlich vereinigt. Die Aufgaben des Jugendamtes der DAF. gliedern sich im wcsientlick^n in Jugend-Berufsarbeit: Relchsberufs- wettkampf, berufliche Arbeitsgemeinschaften (Zusätzliche Berufsfchulung, Uebungswirtfchaft), wlrtfchafts- kundliche Fahrten.Jugend-Betriebs arb eit: Jugendwalter im Betrieb, Jugendarbeitsrecht, Frei- zeitlager für Jungarbeiter, Lehrlingsheime (Arbeitseinsatz) Gesellschaft^heime für Jungarbeiter. Für die Jugend-Berufsarbeit arbeitet das Jugendamt im engsten Einvernehmen mit dem Amt für Arbeitsfiihrunq und Berufserziehung und erhalt von ihm ergänzende Arbeitsrichtlimen. Für die Jugend-Betriebsarbeit arbeitet das Jugendamt im engsten Einvernehmen mit den Leitungen der Reichsbetriebsgemeinschaften und erhält von ihm ergänzende Arbeitsrichtlinien. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- unb Stern« druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. erlassen. „Die Jugendarbeit der Deutschen Arbeitsfront vollzieht sich im Jugendamt auf der Grundlage der Vereinbarung, die am 8. Dezember 1933 zwischen dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley und dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach getroffen wurde. Das Jugendamt ist gleichsam der Anwalt für alle Jugendfragen in der Deutschen Arbeitsfront. Es gibt die entsprechenden Richtlinien und Anweisungen heraus. Jugendftagen, die an andere Reichsämter herangetragen werden, sind zur Bearbeitung an das Jugendamt der DAF. zu richten. Die S ach - bearbeitet für Jugendfragen in den Reichs- Schulgebäude vollständig aus. Sie entkamen : mit ihrer Beute und unter Mitnahme von einem 1 Lehrer, 29 Schülern und zwei Schuldienern in sieben . Dschunken auf die hohe See. bevor die Bauern aus i der Nachbarschaft Hilfe bringen konnten. Lin Bergsteiger tödlich abgestürzt. Der Geiselstein, das bayerische Matterhorn, forderte dieser Tage wiederum ein T o d eso p s er, das achte innerhalb der letzten zwei Jahre. Der 38 Jahre alte Bergsteiger Makula aus Augsburg, der im Alleingang die Nordwand erjteigen wollte, stürzte in den berüchtigten Führer-Kamin, den er bereits zu zwei Drittel bewältigt hatte, vermutlich infolge eines Schwächeanfalls ab und war auf der Stelle tot. Zwei Mörderinnen zum Tode verurteilt. Das Oppelner Schwurgericht verurteilte die 21 Jahre alte Frau Emilie M n i f ch, geborene Wotka, aus Goradze im Kreise Oppeln wegen Raub- mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Angeklagte hatte am 1. August d. I. auf einem Waldwege zwischen Gogolin und Goradze den 77 Jahre alten Rentenempfänger Rudolf «roter aus Goradze in eine Schonung gelockt, ihn dort mit einer Spitzhacke niedergeschlagen und seiner Barschaft von 50 Mark beraubt. Die Verhandlung erbrachte den klaren Beweis, daß die Angeklagte den grauenhaften Mord mit Ueberlegung begangen hat. Das Schwurgericht Insterburg (Ostpreußen) fällte gegen die 18jährige ledige Elfe Roß aus Pillkallen das Todesurteil wegen vorsätzlichen Mordes. Die Angeklagte hatte in der Nacht zum 30. Juli d. I. ihre Stiefmutter durch einen Dolchstich ermordet und die Leiche etwa 2V2 Wochen unter dem Bett verborgen gehalten. Durch Zufall wurde die Tat entdeckt. Das Gericht erkannte gleichzeitig auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Sieben Tote bei einem Schiffsunglück. An der Küste von Neufchottland, nahe der Ortschaft Judique, wurde ein Rettungsboot angetrieben, in dem sich sieben Seeleute befanden, von denen sechs bereits t 0 t waren, während der siebente bald darauf starb. Nach den zusammenhanglosen Schil- । derungen des Sterbenden gehörten die sieben Matrosen zur Mannschaft eines in der Nähe von Cap Breton untergegangenen Schiffes. Sowohl der Antrieb des Bootes, wie sämtliche Ruder wurden stark beschädigt. Der Zustand, in dem die Toten 1 aufgefunden wuroen, zeugte von den furchtbaren Entbehrungen, denen die Matrosen ausgesetzt waren. Bei dem untergegangenen Schiff handelt es sich, wie genaue Nachforschungen ergaben, um das 1 Motorschiff „Hurryon". Inzwischen sind sechs lieber» , lebende der 13köpfigen Mannschaft in Judique ein» • getroffen. Sie berichten, daß die „Hurryon" wäh- > rend eines schweren Sturmes vor dem 23 See- Flagaen der Länder sind nicht mehr zu führen: 8. am Bug ohne Mast kann als Fahrflagge die Kontorflagge gefetzt werden. — Unberührt bleibt hie Flaggensetzung gemäß den verkehrsrechtlichen Bestimmungen. Neuordnung der Jugendarbeit in der Deutschen Arbeitsfront. Die 300-Jahrs eier der Budapester Universität wird mit großer Feierlichkeit vollzogen werden. Reichsverweser H o r t h y wird die Jubiläumsfeierlichkeiten im Kuppelsaal des Parlaments am 27. September in Anwesenheit des Diplomatischen Korps, der Mitglieder der Regierung, unter Teilnahme von 200 Vertretern der ausländischen Universitäten eröffnen. Die Reichsregierung wird durch den Budapester deutschen Gesandten von Mackensen vertreten sein. Die deutschen Universitäten haben zu den Feierlichkeiten 20 deutsche Rektoren, Prorektoren und Professoren entsandt, an deren Spitze der Rektor der Breslauer Universität, Professor Dr. Waltz, steht. In feierlicher Sitzung----- ... . ... . - . . des Senats wird die Verleihung der E h r e n d 0 k -'Küste des südlichen Tschekiang und plünderten das mellen von Judique entfernten Henry Island UnN terg-gangen ift. Der Dampfer „Hurryon batte Halifax mit einer Maistadung in Richtung Mon> treal (Kanada) verlassen. llmfahsttuerzahlung in Ziegelsteinen. Ein Ziegeleibesitzer in Lens (Nordsran reich), der etwa 40 Arbeiter beschäftigte, dessen Geschäft aber unter der allgemeinen Krise sehr zu le.den hatte, war mehrere Male aufgefordert worden, ferne U m« satzsteuer zu bezahlen. Dieser Tage beschloß er lem Finanzamt wenigstens eine „Anzahlung zu leistem Zu diesem Zweck ließ er 1500 Bausteine im Werte von 135 Francs vor das Finanz« amt befördern und dort abladen. Dann legte ec feinen Betrieb still und begab sich mit feinen Arbeitern zum Rathaus, wo er fie in die Liste der Arbeitslosen eintragen ließ. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Nacht zum Mittwoch brachte einen außerordentlich raschen Wetterwechsel. Wahrend am Dienstagabend noch sternenklarer Himmel herrscht, war das Wetter heute früh ausgesprochen truUe und regnerisch. Zu verdanken war die Umgestaltung einem raschen Vorstoß feucht-warmer Meeresluft, die an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten kam und durch einen schnellen, vom Atlantik zur Nordsee vordringenden Wirbel zu uns verfrachtet wurde. Wir befinden uns schon an der Rückseite der langen, aber nur schmalen Regenfront, so daß zunächst mit Witterungsbesserung gerechnet werden kann. Weitere Rückschläge werden jedoch nicht aus- bleiben. , _ .., r. Aussichten für Donnerstag: Zunächst noch vielfach aufheiternd und meist ttocken, nachts recht frisch, abflauende westliche Winde, spater wieder beginnende neue Verschlechterung. Lufttemperaturen am 24. September: mittags 17,6 Grad Celsius, abends 9,2 Grad: am 25. September: morgens 10,3 Grad. Maximum 18,1 Grad, Minimum 4 5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24 September: abends 13,3 Grad; am 25. September: morgens 11,9 Grad. — Sonnenscheindauer 6,5 Stunden. — Niederschläge 4,5 mm. | Vermietungen] Ober-Ohmen, Hermannstein, Koblenz, Engelrod. Ruhig und zen- Beerdigung: Freitag, den 27. September 1935, nachmittags 3 Uhr. 5460 D Neu-Ausgabe zu 11 Reichsmark zu verkauf bissD bai Brühl. Sohulstr.T Bletchftraße24l. Fernsprecher 2251 Schulstraße i Mimin.-Wohnung [Verschiedenes | i । n .. .. II 17.IC »nm 1 Oktober Schriftl. Angeb. Pn ntU tiinhhi fn zum i * ntltov fid/H f) AM Gründl. Nachhilfe unter 5439D an unter 5438D an unter 5449D an den Gieß. Anz. den Gieß. Anz. den Gieß. Anz. Hergestellt in den persilwerken! unter 5447D an den.Gieß. Anz. Anzeigen-Ner- mittL, Detmold. tral gelegen, zum 1. Oktob. zu ver- imteT -5448D an den Gieß. Anz. unter 5446D an den Gieß. 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Verdingungsunterlagen können in der Registratur der Provinzial-Direktion in Gießen, Hitlerwall Nr.37, soweit der Vorrat reicht, während der Dienststunden in Empfang genommen werden, woselbst auch Aus« kunft erteilt wird. 54510 Angebote, die mit den Unterschriften versehen sein müssen, sind gebührenfrei und verschlossen mit der Aufschrift: „Angebot über die Verputzarbeiten der Fassaden des Hauses Hitlerwall Nr. 41" bis spätestens Dienstag, den 8. Oktober 1035 vormittags 10 Uhr ohne Verbindlichkeit und Kosten für die Provinzial- Direktion einzureichen, woselbst im Beisein etwa erschienener Bewerber die Deffnung der Angebote erfolgt. Versand von Verdingungsanlagen erfolgt nicht. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 24. September 1935. Provinzial-Direktion Oberhessen. Gießen. Frische Seefische $ilet „Marke Fifi« lebende Karpfen lebende Schleien !zu vermieten. Heilbutt im Ausschnitt, Schotten Schr. Ansr unt. 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Sein Material ist besonders fein, die großen schwarzen Reiher sind durch ein schmales Filzstreischen mit kleiner Schleife gehalten. Das Barett (Nr. 2) aus schwarzem Seidenvelours lehnt sich in seiner Form an die Kopfbedeckungen der Renaissance an, der rückwärts angebrachte, glockige Schleier ist an jeder Seite mit einer kleinen silbernen Agraffe befestigt. Das Barett ist ebenfalls als Ergänzung des eleganten Nachmittagsanzuges gedacht. zwei Liter Brei gibt man zwei Pfund Zucker zwei Liter Wasser und etwas reine Weinhefe läßt alles gären. Nach drei bis vier Tagen sie mit Rhein- oder Moselwein und lassen sie eine Woche stehen, kalt und dunkel. Jeden Tag werden sie 3 bis 4 mal umgerührt. Sie sollen weich werden, aber nicht schimmeln. Jetzt rühren wir sie durch ein Sieb, nehmen aufs Pfund Brei V2 Pfund Zucker, am besten geläuterten, verrühren alles gut miteinander, wenn der Zucker kalt geworden ist. Nach einer Stunde rührt man noch einmal alles eine viertel Stunde gut durch, füllt dieses rohe Mus in kleine Weckgläser, die man luftdicht schließt. Hat man keine Luftpumpe dazu, geht es auch anders. Der Gummiring wird naß aufgelegt, der Deckelrand ebenfalls naß gemacht. In die Mitte des Deckels gißt man etwa ein Fingerhut voll Weinspiritus, zündet an und deckt den brennenden Deckel auf das Glas. Kalt geworden, schließt er fest. Wie wäre es mit einem Gläschen H a g e butte n w e i n ? Die beste Freundin trinkt ihn für köstlichen Malaga! Die reifen Früchte werden von Stiel und Blüte befreit, durchgeschnitten mit ganz wenig Wasser bis vors Kochen gebracht. Dann dreht man alles durch die gutgebrühte Fleischmaschine. tragen werden. Den silbergrauen sportlichen Haarfilz (Nr. 5) schmückt eine dunkelblaue Feder, dunkelblau ist auch die angewebte Unterseite des mittelbreiten, weichen Randes. H. Auch der weinrote V e l o u r s s o l e i l h u t der sandfarbenen Feder (Nr. 3) entnimmt seine Haubenform dem Mittelalter, ebenso wie der braune H a a r h u t mit Doppelwand und getupftem Halb- sch lei er (Nr.4). Beide Modelle, die Stirn- und Haaransatz freilassen, können sowohl am Vormittag zum Jackenkleid als auch zum Nachmittagskleid ge- Das inleressiett die Hausfrau. Der Kachelofen. Der Kachelofen wird allmählich wieder in unserem Alltag wichtig, schon jetzt betrachten wir ihn ab und zu mit liebevollen Blicken und denken an die nahe Zeit, da wir ihn wieder nötig brauchen werden. Gerade ein Kachelofen ist aber nach Vorschrift zu behandeln, damit wir uns alle seine outen Eigenschaften nützlich machen können. Bei Kachelöfen mit Rosten muß das Heizmaterial mögt lichst verkleinert werden. Holz wird gespalten, Kohlen und Briketts werden zerschlagen. Bevor man Feuer anmacht, öffnet man Rauchschieber und Drosselklappe und reinigt Feuerung und Aschfall. Möglichst ohne Papier zündet man erst ungefähr 250 Gramm Holz an und legt 1 bis 2 Kilogramm Brennstoff nach. Nach zehn Minuten ist das Feuer gut in Brand, dann folgt der Rest. Holzscheite werden in nicht zu großen Zwischenräumen gelegt Um stets guten Durchzug zu haben, wird die Aschfalltür während des Brennens offen gehalten, nur bei zu starkem Zug wird sie angelehnt. Ist es nötig, daß mehrmals nachgelegt wird, dann reinige man die Rostspalten von unten mit dem Feuerhaken und lege den Brennstoff dann in mäßigen Mengen ein. Sind keine Flammen mehr vorhanden und glüht der Briketthaufen durch und durch, dann schraubt man den Ofen ganz zu und schließt später auch den Rauchschieber. Bei Kachelöfen ohne Roste, älteren Typen, werden Briketts oder Holzscheite verwandt. Die Briketts werden in unmittelbarer Nähe der Feuertür kreuzweise übereinandergestapelt. In dem untersten Längskanal wird das Feuer mit Holz, Glut oder Kohlenanzünder angefacht. Die Holzfeuerung verarmen Herbst mal ein bißchen um die Schätze aus Feld und Flur kümmerten? Wenn wir uns auf unseren Wochenend-Ausflügen gut umgeschaut haben, > so „kennen" wir sicher eine schöne Brombeerhecke, , die jetzt gerade reife, saftige Früchte haben mühte. Wollen wir nicht rasch mal nachsehen? — Ganz, ganz früher, als wir noch klein waren, und Mutter verreist, gingen wir alle fünf mit Vater in die Sandgrube nach Brombeeren. Die allerdicksten parten wir „Großen" uns am Mund ab für den leinen Bruder, und der dumme, winzige Otto spuckte ie wieder aus, weil kein Zucker drauf war! Mit welchem Stolz kamen wir mit vollen Körbchen nach Haus, und mit welchem Jubel wurden die guten Sachen verzehrt, die unsere liebe Ottilie davon zu machen wußte! Am einfachsten war die Brombeer-Brockei. Etwa 2 Pfund reife Brombeeren werden mit wenig Wasser und Zucker gekocht. Davon wird der dritte Teil Früchte, so trocken es geht, herausgenommen. Die andere schlägt man durch ein Sieb. In eine tönerne Kuchenform oder Porzellan-Mehlspeisform gibt man schichtweise kleinwürflig geschnittene alte Kuchen- oder ,Brötchenreste. Darauf kommt eine dünne Schicht Brombeerbrei, dann wieder Kuchen und Brombeeren. Obenauf Kuchen. Nun durchzieht während mehrerer kalter Ruhestunden der Brombeerbrei alles und läßt sich später stürzen. Die zurückbehaltenen Früchte garniert man herum. Für Kinder ist es auch hübsch, Obertassen zu füllen, statt eines großen Puddings. Jedes erhält dann sein „Brockei-Schloß" in einem See von Vanillentunke. Sehr ausgiebig und voll aromatisch ist Brombeersaft. Die auf einem Sieb leicht abgeschwenkten Früchte geben wir in den Kochtopf, bedecken sie knapp mit Wasser, kochen alles kurz auf und lassen ^den Saft durch ein Tuch laufen. IVt Pfund Zucker iauf 1 Liter Saft gerechnet, wird der Saft nochmals fünf Minuten gekocht, abgeschäumt, in Flaschen gefüllt und bis auf 75 Grad im Wasserbad erhitzt und 20 Minuten darin belassen. Brombeersaft ist gut bei »Erkältungen. Dann setzt man dem lauwarmen Saft- lwasser bei Gebrauch 1 Teelöffel Bienenhonig zu. Auch einen guten alkoholfreie nPun sch «erhalten wir, wenn wir 1 Liter Wasser mit Vs Liter Saft kochen, Zitronenschale, Zimt und Nelken als »Gewürz daran geben. Man kann auch etwas Johannisbeersaft daran geben. — Machen wir den Punsch mit Mondamin bindig und geben als Einlage Flammri oder Makrönchen oder gebratene Wrotwürfelchen, auch frische oder tof)c Früchte, so haben wir die schönste Suppe. • Den im Tuch verbliebenen Rückstand geben wir idurch ein Sieb, kochen ihn mit Zucker zu Marmelade und haben einen guten Brotaufstrich. Etwas preßt man den Saft ab, gibt noch x/i Liter Wasser dazu, rührt gut durch und läßt alles noch einen Tag gären. Dann wird der Saft durch ein Tuch gegossen und in einer Glasflasche fertig gegoren, was zwei bis drei Wochen dauert. Der Wein muß in gut warmer Stube stehen. Die Flasche verschließt man mit Watte. Nach dieser Zeit läuft er wieder durch ein Tuch und kommt zur letzten Klärung in ein Faß mit Gärspund. Hierbei kann man noch Zucker zusetzen, der Wein wird dann stärker. Ist er ganz klar und der Wein im Gärspund bleibt blasenfrei, füllt man ihn auf Flaschen. Je älter, je besser. Wer Appetit auf etwas ganz Besonderes hat, kann zu Rinder- oder Wildbraten Gelee aus Ebereschen oder Quitschen bereiten. Dazu müssen wir die reifen Früchte entbittern, indem wir sie 24 Stunden in Essigwasser legen. Dann kocht man die abgetropften Beeren weich, läßt den Saft ablaufen und nimmt noch Vs Liter Saft von sauren Aepfeln dazu. Sonst schmeckt der Gelee zu herb. Aus ein Liter Saft kommen 400 Gramm Zucker. Nun wird alles wie gewöhnlich zu Gelee gekocht. Nun allen fleißig-fröhlichen Suchern gutes Gelingen und — gutes Wetter! verlangt ebenfalls größere Zwischenräume zwischen den Scheiten. Wird die innere Feuertür mit den Luftlöchern fest angelegt, dann bleibt die äußere Tür offen stehen, sie wird erst dann geschlossen, wenn der Brennstoff in sich zusammensinkt. Praktisches Cellophan. Cellophan ist im Haushalt allmählich unentbehrlich geworden. Es läßt sich fast zu allem gebrauchen und findet seinen Platz als Buchumschlag so gut wie als Hülle für die Winterkleider und anderen Wollsachen, zum Einwickeln von Obst und Brot wie zum Verschließen der Einmachgläser. Die winterlichen Wollsachen verstaut man am besten in einem praktischen Cellophansack, der keinen Staub einläßt und die Motten außerdem sicher fernhält. Als Buchumschlag erfüllt das Cellophan seinen Zweck besser als ein x-beliebiger Bogen, denn Cellophan ist fettdicht. Aus diesem Grunde eignet es sich auch besonders gut zum Einwickeln von Butterbrot, das man auf eine Wanderung ober zum Wochenende mitnimmt. — Hat man Geleegläser gefüllt, dann schneidet man aus einem Bogen Cellophanpapier genügend Vierecke aus, um die Gläser zu verschließen. Zunächst feuchtet man die Vierecke durch Wasser an, legt sie dann fest um den Rand des Glases und sichert sie noch einmal mit einem dünnen Gummiring. Man wird sehen, wie sich das Cellophan beim Trocknen dicht an das Glas anschmiegt und es so luftdicht abschließt. — Diele Lebensrnittel sind im Handel in hygienischen Cellophanpackungen erhältlich, und die Geschäfte bedecken häufig die leicht verderblichen Waren mit diesem Allerweltstaff. Auch als Sonnenschutz hat sich Cellophan nützlich gemacht, es wird dann besonders braun getönt. Zitronensaft macht ihn kräftiger. Besonders gut sind dieses Jahr die wilden Holunderbeeren geraten. Geradezu herausfordern Ihm uns die schwarzen Doldenbüschel zum Mitneh- imen. „Kinder, nehmt vor dem Holunder den Hut ab", sagte die Urgroßmutter. Hat sie nicht recht? Im i Frühling gaben die Blüten den Tee, die grünen ‘ Früchtchen versorgten uns mit Kapern, die reifen Sonnen wir überall gut an Stelle von Blaubeeren brauchen. Ganz früher konnte man mit Holunder aud) zaubern, und es half immer! Leider ist diese Kunst in Vergessenheit geraten, aber der Respekt war dem Fliederstrauch sitzt bei uns Alten noch fest. Auf dem Land ist er oft noch so geehrt daß der CSIaube geht: „Wer einem Holunder ein Leid tut, Dem geht es schlecht im Leben, wer ihn gar abhackt, rmuft sterben." — Das mag auch der Grund sein, rmarum es überalle so viel wilden Holunder gibt. Zetzt kommts uns zu Gute. Die Phantasie malt uns chon aus, wie prachtvoll die schwarze Holundersuppe mit den Grießklödchen schmeckt, wenn wir m Winter durchgefroren und hungrig vom Sportplatz kommen. Wie mühelos ist gleich eine große Menge Beeren gesammelt und wie schnell und einfach 'für den Winter aufgehoben. Wir waschen die Beeren trocknen sie auf einem Tuch und füllen sie n trockne Flaschen ziemlich fest ein. Sie fallen sehr Msammen. Vor dem Verschließen gibt man einen Fingerhut voll Weinspiritus, Kognak oder Rum in ^ede Flasche, schließt mit gut zugebundenen Stopfen ober am besten mit den modernen Gummikapseln, Die man immer wieder verwenden kann. Dann 85 Minuten bei 70 Grad sterilisieren und sie halten r'id) viele Jahre. Die Flaschen müssen aufrecht stehen Der Hals darf nicht vollgefüllt sein und man muß 'ie bei Gebrauch vorsichtig öffnen, da sie leicht in Die Luft knallen. ~ Zu Mus können wir nur ganz reife -Leeren nehmen. Wir drücken den Saft roh aus um die Kerne zu entfernen. Ohne jeben Zusatz steif eingekocht ist es ein gutes Färbemittel für mißratene a* rm e lab e geben Sie Beeren zusammen mit Kürbis ober Aepfeln ober Gelbe Ruben oder Pflaumen, halb und halb gekocht. Man kocht-zuerst die Holunderbeeren zu Brei, schlagt sie durch und gibt nann die anderen Zutaten und Gewurde hmzu und Den Zucker. Dann wird alles zur notigen Steife gemocht. Auf 1 Pfund Brei nimmt man V- Psund Zucker. Bei Pflaumen gibt man Zintt und Nelken ißu. Ebenso, wenn das obengenannte Mus als -oroh QUfstrich verwandt wird. — . Dicke Graupen mit Aepfeln untermischt und gesüßt, recht weich ausgequollen, geben, mit gekochten Holunderbeeren als Tunkte gereicht, em nettes Eintopfgericht. . . , Ein Holunderschnäpschen wird ,,herr- sicher" Besuch auch nicht verachten. Man zerstampft Die Beeren mit der Kuchenkeule, gibt auf 10 Liter Weeren 1 Liter Wasser, läßt alles im Steintopf etwa Drei Tage stehen, bis sich der Saft absetzt. Dann meßt man den Saft durch ein Tuch und gibt auf IBV4 Liter Saft 2 Pfund Zucker, 25 Gramm ganzen Aimt und 12 Gramm Nelken und kocht alles auf, Dis der Zucker vollständig gelöst ist. Nach völligem Erkalten mischt man IV4 Liter Weinspiritus bar» unter, füllt auf Flaschen unb verkorkt unb ver- Vergessen wollen wir nicht bie Dritte im Bunb, Die Hagebutte. Hagebuttenmarmelade auf das I ssrühstücksbrötchen ist wirklich nicht zu verachten. Wie lange ist es schon her, daß wir keine mehr natten! Jetzt fällt es uns auch ein, wo mir im Frühling die zarten Rosen gepflückt haben! Wir Entkernen die Früchte am besten chtt einem zuge- schnittenen Hölzchen, waschen sie gründlich, feuchten as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS s H NEUE UUTPORMEN-. PÖR M UERBCT Frauenbünde schaffen für das Auslandsdeutschtum. „Unsere Kinder sotten Deutschland kennenlernen". In einer belebten Nebenstraße des Berliner Westens steht ein großes graues Haus mit spitzem Giebel. VDA. steht in Goldbuchstaben über dem Eingang: Verein des Deutschtums im Ausland. Hier ist die Zentrale für die Deutschen, die in aller Welt wohnen, ganz gleich in welchem Erbteil, hier haben sie bie Verbindung mit der Heimat. Täglich kommen viele Hunderte von Briefen in dieses graue Haus geflattert, Briefe von auslandsdeutschen Menschen, die den Anschluß an die Heimat suchen. Fast immer sind es dieselben Bitten: „Unsere Kinder sollen ihr Vaterland kennenlernen, können Sie das nicht vermitteln?" Besonders heute, wo das Interesse der Deutschen im Ausland so besonders groß ist für Adolf Hitlers Reich, häufen sich diese Briefe und Anfragen. Fleißige Frauenhände schaffen hier wertvolle Arbeit. Da wird registriert und eingeordnet, planmäßig ist bie Zusammenarbeit der deutschen mit den auslandsdeutschen Frauenorganisationen. In alle Welt gehen die Fäden, die sich von Berlin aus spannen. Ein besonderes Arbeitsgebiet umfaßt die Ausbildung der auslandsdeutschen weiblichen Äugend. Mütter und Ißäter, aber auch Heranwachsende Töchter schreiben ins alte Vaterland, um sich Rat zu holen, was aus ihren Töchtern werden soll, bzw. ob in Deutschland die Möglichkeit besteht, eine Stellung zu bekommen. Das ist eine verantwortungsvolle Arbeit, aber für den Zusammenhalt der Deutschen in aller Welt besonders wichtig. Die Verbundenheit mit der Stammesheimat muß wachgehalten werden. In den letzten zwei Jahren hat man die Kin - dertransporte aus den Grenzgebieten organisiert und ausgebaut. Saarkinder sind nach Ostpreußen gekommen, Kinder aus den abgetretenen östlichen Gebieten haben das Rheinland kennengelernt. Sudetendeutsche Kinder sind zum erstenmal in Berlin gewesen und haben die Liebe zum Vaterland aus vollem Herzen schöpfen können. Immer weiter will man diese Kindertransporte ausbauen, nach Möglichkeit sollen auch Kinder aus Uebersee herangezogen werden, damit deutsche Kinder, die noch nie ihre Stammesheimat sahen, das Deutsche Reich in seiner Schönheit kennenlernen! Erst vor wenigen Wochen waren Hunderte von auslandsdeutschen Hitlerjungen in ihrem Vaterland zu Besuch. Doch aus auslandsdeutsche Frauen bewerben sich um Austausch st ellungen in Deutschland. Lehrerinnen aus Siebenbürgen wollen ein praktisches Jahr in Deutschland verleben, Lehrkräfte aus den ehemaligen deutschen Kolonien und aus den neugegründeten Siedlungen in Uebersee bitten um Vermittlung einer Austauschstellung in Deutschland. Voller Segen ist diese Arbeit, die Hunderten von Frauen hilft und reiches Erleben vermittelt. Es kommen aber nicht nur Frauen aus dem Ausland, sondern auch Frauen aus dem Inland bitten um Vermittlung einer Auslands- stellung und um Ausbildungsnachweis, der sie für das Kolonialleben vorbereitet. Es ist sehr schwer, Stellungen im Ausland zu vermitteln, aber unermüdlich arbeitet der VDA., und die Suchenden sind hier in den besten Händen. Hunderte von Ge- suchen gehen ein — Fäden werden nach allen Erdteilen gesponnen. In großen Zimmern stehen Kisten voll mit deutschen Büchern und Zeitschriften, die gesammelt wurden, damit sie hinausgehen zu den deutschen Siedlern im Urwald. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Freude eine solche Bücherkiste bei den Siedlern auslöst, die fern von aller Kultur leben müssen und oft monatelang von der Umwelt abgeschnitten sind! Deutsche Bücher, deutsche Zeitungen — das läßt das Heimweh vergessen! Endlich können sie wieder teilnehmen an deutschem Kulturgut! Rührend sind die Dantes- b r i e f e, oft mit zitternden Buchstaben geschrieben, weil die Hand entwöhnt ist, mit Tinte und Feder umzugehen. Aber Liebe und Dankbarkeit spricht aus diesen Grüßen von ferne. Ueberallhin gehen die Bücherkisten, alles wird verlangt: wissenschaftliche Werke, Belletristik, Kinderbücher und Zeitschriften, Lexika, Schulbücher — ja, alles, was man lesen kann! Der VDA. ist dankbar für jedes Buch, das gestiftet wird, denn diese Bücher bringen Deut- schen in ihrer Einsamkeit im fremden Land Freude! Es ist so wichtig für die Deutschen im Ausland, daß ihnen von Deutschland aus immer wieder die Verbundenheit mit der Heimat gezeigt wird! Die Küche im Ausfluqskoffer. Auf Wanderungen, Ausflügen hat man bekanntlich mehr Hunger als sonst. Vielleicht ist es auch so, daß es besser schmeckt, wenn man unterwegs ist. Daß Speisen, die wir mitnehmen wollen, von besonderen Gesichtspunkten aus zu betrachten sind, ist klar. Die Küche im Koffer muß nämlich eine zweckmäßige und vergnügliche Angelegenheit sein. Zur eisernen Ration für unterwegs gehören: Soleier. Am besten schmecken sie folgendermaßen bereitet: Am Morgen vorher werden frische Eier in ziemlich starkem Salzwasser, dem man einige Zwiebelschalen beigefügt hat, zehn Minuten gekocht. In das kochende Wasser schütten wir zum Schluß ein Teelöffel voll Kümmel, lassen die Eier hierin erkalten und klopfen dann die Schalen an mehreren Stellen ein. Gefülltes Brot läßt unterwegs auf alle anderen Speisen verzichten, da es genügend Abwechslung bietet. Ein nicht zu großes Weißbrot wird so zerschnitten, daß man einen Deckel davon abnehmen kann. Die untere Hälfte wird ausgehöhlt, mit Butter bestrichen, in Fleischbrühe getaucht und auf ein Blech in den warmen Ofen gestellt, damit es sich später gut schneiden läßt. Es wird herausgenommen, die ausgehöhlte Hälfte wird mit dünnen Gurkenscheiben belegt, mit Salz bestreut. Dann kommen in Scheiben geschnittene Soleier daraus, Wurstscheiben, Tomaten. Zuletzt einige Teelöffel voll gehackter Petersilie und geriebener Käse, lieber das Ganze wird der Deckel gestülpt und zugebunden. Nachdem das Brot völlig erkaltet ist, wird es verpakt und unterwegs in Scheiben geschnitten gereicht. — Bei Getränken ist zu bemerken, daß Kaffee und Tee am besten ohne Milch und ohne Zucker mitgeführt werden schrumpelt. „Wem gehört dieses Bett?" fragte der General. — „Dem Burschen des Herrn Leutnants Der alte Haeseler Von Oberst Krafft. Sprache sprechen. Sonst wird er draußen in der Praxis nicht anerkannt und findet weder Befriedigung in seinem Beruf noch die Möglichkeit, sachlich wertvolle Arbeit zu leisten. Daher werden zum Studium der Landwirtschaft künftig nur diejenigen deutschen Staatsbürger zugelassen, die als b a u e r n f ä h i g im Sinne des Reichserbhofgesetzes anzusehen sind, ferner Hochschulreife und nach den gegenwärtig bestehenden Bestimmungen das Pflichtenheft der Deutschen Studentenschaft über die Ableistung des Arbeitsdiensthalbjahres besitzen und schließlich mindestens zwei Jahre nach den Bestimmungen des Reichsnährstandes in der praktischen Lan d w i r t - schäft ausgebildet sind. Diese praktische, in anerkannten bäuerlichen Lehrwirtschaften abzu- I", war die Antwort. Er versuchte nun die Decke geradezuziehen. Da sprang darunter ein bellender Mops hervor, und es lagen außerdem drei leere Sektflaschen im Bett. Er lächelte nur. Böse aber wurde er, als einmal folgendes geschah: Auf den um Metz liegenden Forts war je eine Kompanie untergebracht, dazu ein Leutnant. Für einen Sonntag um zehn Uhr war Feldgottesdienst befohlen. Der Leutnant mochte sich wohl etwas anderes vorgenommen haben. So verabredete er mit dem Pfarrer, sie wollten den Gottesdienst eine halbe Stunde früher legen. Das geschah. Als die Predigt eben zu Ende war, meldete der Ausguckposten: „Seine Exzellenz kommt!" Was tun? Die Leute wurden beieinander behalten, und der Prediger hielt seine Predigt noch einmal von vorne. Gottlieb hatte aber etwas gemerkt, war wütend und wollte den bösen Pfarrer für drei Monate auf ein Fort quartieren. Das gelang freilich nicht. Die Seelsorger waren ihm nicht unterstellt ... riesige Schlote, hohe Türme und Eisenkonstruktionen empor. Am Ufer, dort, wo die großen Dampfer und Schleppkähne liegen, türmen sich Erz, Kohle und Gesteine zu gewaltigen Bergen und wachsen unter der emsigen Arbeit der Kräne, die wieder und wieder mit fressenden Zangen ins Innere der Schiffsleiber greifen. Und andere Kräne, die an langen Eisengerüsten laufen, packen zum zweitenmal die Kohle und führen sie, die erst geläutert werden muß, bevor sie als reiner Kohlenstoff dem Hochofen zugeführt werden kann, zu den Koksöfen, die in langer Reihe einer neben dem anderen breitbeinig dastehen. Don Zeit zu Zeit öffnet sich ein solcher Ofen, der rotglühende Koks wird durch einen Stempel herausgepreßt und beginnt an der Luft zu brennen, aber schon stürzen sich Wasserstrahlen über ihn und löschen die verzehrende Glut Verkehrs. Stehen verschiedene öffentliche Beförderungsmittel zur Verfügung, so ist dasjenige zu wählen, das der Reichskasse die geringsten Kosten verursacht, oder mehrere der bezeichneten Beförderungsmittel nebeneinander, wenn der Weg zum Bestim» mungsort usw. nicht mit einem einzigen Verkehrsmittel zurückgelegt werden kann. Die zum Ableisten des aktiven Wehrdienstes Em- gestellten erhalten bei der Einberufung für das Zurücklegen von Wegestrecken vom Aufenthalts- zum Bestimmungsort: Wegegeld in Höhe des Fahrpreises für eine Militärfahrkarte, oder für die 2. Schiffsklafje, oder für das Benutzen anderer öffentlicher, regelmäßig verkehrender Beförderungsmittel, von 10 Pf. für 1 Kilometer für die 5 Kilometer überfteigenöe Landwegstrecken, auf denen öffentliche Beförderungsmittel nicht regelmäßig verkehren: ein Zehrgeld bei Eisenbahnfahrten über sechs bis acht Stunden von 1 Mark, über acht bis zwölf Stunden von 1,50 Mark, über zwölf stunden für je angefangene sechs Stunden weiterer Fahrtdauer 1 Mark. Einzelreisende und im Transport beförderte Einberufene sind unterwegs auf Selbstverpflegung angewiesen. Sie treten bei ihrem Truppenteil am Eintrefftag mit der der Tageszeit entsprechenden Teilmahlzeit in die- Wehrmachtsverpflegung ein. Für die Entlassung der Unteroffiziere und Mannschaften gelten für das Zurücklegen von Wegestrecken vom Entlassungs- zum Bestimmungsort die gleichen Bestimmungen wie für die Einberufung, am Entlassungstage wird jedoch nur Morgen kost gewährt. Wird noch Dienst geleistet, so daß die Entlastung erst nachmittags stattfindet, so steht noch die Mittagskost zu. Wegegeld, das der Einberufene verauslagt hat, ist auf Grund der abgelieferten benutzten Militär- usw. Fahrkarten bzw. der festgestellten Land- Wegstrecken nach dem Eintreffen gegen Quittung beschleunigt zu erstatten. Zehrgeld, das dem Einberufenen für die Fahrtdauer zusteht, ist nach dem Eintreffen gegen Quittung beschleunigt zu zahlen. Wegegeld und Zehrgeld sind dem Entlassenen vor Antritt der Entlassungsreise gegen Quittung zu gischen Bewegungen aus und legte sich zu Bett. Eine Weile war es still. Dann aber sprang er plötzlich wieder auf und lief zu dem Bild, das ihn mit magischer Gewalt anzuziehen schien. Was sollte er nun tun? Die wilden Szenen auf dem Gemälde würden ihn nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Einberufungen und Entlassungen bei der Wehrmacht. Neue Bestimmungen über Gebührniffe. Aus Erz wird Eisen. Von H. Brandt Ein kleiner Nagel ruht in deiner Hand, ein winziges Stück Eisen, wenige Gramm nur schwer. Dutzende dieser Nägel kannst du in jeder Eisenhandlung für einen einzigen Groschen erstehen. Aber horch einmal auf das mächtige Lied der Arbeit, das auch im kleinsten Nagel lebendig wird. Hochschulnackrichien. Professor Dr. scient. pol. Karl Bräuer, Drbb narius für Nationalökonomie, Finanzwissenschast und Statistik an der Universität Würzburg, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Leip' z i g berufen worden. Professor Dr. Oskar S ch u l tz - G o r a , der erm pflichtete Ordinarius der romanischen Philologie an der Universität Jena, begeht am 25. September seinen 7 5. Geburtstag. zahlen. Rundsunkproaramm. e Donnerstag, 26. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk: Volksliedersingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mit- tagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag: Sozial- und Wirtfchaftsdienst in bunter Folge. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk: Der Herbst ist da — hallo, hallo/ Eine Sing- und Spielstunde für die ganz Kleinen. 16: Kleines Konzert. 16.30: Mit „Admiral Scheer" auf Verbandsübung. Von Heinrich Zerkaulen. 16.40: Bücherfunk. 17: Leipziger Kaleidoskop I. Buntes musikalisches Farbenspiel. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: Wie arbeitet die Volksbücherei im Raume der Großstadt? 18.45: „Der erste Flieger von Tsingtau." Von Karl Rummel. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Eichendorfflieder, gesungen von Karl Erb. 21: „Erzählungen aus dem Stubenvollkeller",eine Szenenfolge um Carl Spitzweg anläßlich feines 50. Todestages (28. September) von Willy Anna Lehner-Sander. bildeten Landwirte", so hat Heinrich Hlmmler aus. geführt, „haben mit der deutschen Landwirtschaft und dieser voran, früher den Weg in die Stadt beschritten. Darum ist unsere heutige Auf. aabe die daß wir als Diplomlandwirte — sowohl an der Universität, wie an der Hochschule, wie im Leben draußen - alles tun müssen, damit der Weg der Verbauerung des deutschen Volkes beschritten wird." Landjugend und Hochschule. Don Dr. Adolf Kraemer, Geschäftsführer des Neichsbundes der deutschen Diplomlandwirte. Kaum hundert Meter entfernt ragen zwei dieser Riesen als Türme von etwa dreißig Meter Höhe, aus eisernen Ringen gefügt und innen mit feuerfesten Steinen ausgekleidet, empor. Ruhig liegen sie da, nichts verrät die brodelnden Gewalten ihres Innern, nur der Dampf, der von den zur Kühlung mit Wasser berieselten Wänden aufsteigt, läßt ahnen, was in ihnen vorgeht. Alle dreißig Sekunden fahren Transportwagen den Schrägaufzug hinauf und bringen Erz, Koks und „Zuschläge" auf die obere Plattform, die „Gichtbühne". Alle vier Minuten öffnet sich dort der Ofen und verschlingt die Speise, die für ihn aufgefpeichert wurde. In der ungeheuren Hitze seines Innern entreißen Kohlenoxyd und glühende Kohle dem Erz den Sauerstoff und machen so das Eisen frei, das flüssig durch die 1600 bis 1700 Grad heiße „Formebene" tropft und sich im „Gestell" sammelt. Unaufhörlich muß von unten heiße Gebläseluft in den Ofen eingepreßt werden. In ihrem Gluthauch würde sich von neuem das Eisen mit Sauerstoff verbinden, wenn nicht ein Schlackenmantel, bei dessen Bildung die „Zuschläge" ihre unentbehrliche Rolle spielen, es schützen würde. Die Raummenge dieser schützenden Schlacke ist zweieinhalbmal so groß wie die des Eisens, früher bildete sie ein lästiges Nebenprodukt, das zu riesigen Halden aufgeschüttet wurde, heute aber stellt man aus ihr Zement oder Pflaster- und Mauersteine her. Gleich wird der Abstich des Eisens beginnen. Sieh, da schießt es schon empor, als hellrot glühende Schlange tastet es sich erst schnell, bann immer langsamer vorwärts und fließt in Sandformen, in denen Lehrtätigkeit, der Forschung und der Wi'rtschaftsberatung. An über 1000 landwirtschaftlichen Unterricht s st ä 11 e n , den bäuerlichen Werkschulen, den höheren landwirtschaftlichen Schulen, den höheren Lehranstalten für praktische Landwirte und einer großen Reihe von Spezialausbildungsstätten unterrichten und schulen rund 3000 Diplomlandwirte Jahr für Jahr etwa 50 000 deutsche Jungbauern und Jungbäuerinnen. Innerhalb des Reichsnährstandes sind Diplomlandwirte im Beamten- und Angestelltenverhältnis beruflich tätig auf dem Gebiete der Tierzucht, der Pflanzenzucht, des Genossenschaftswesens, der Agrikulturchemie, als Pflanzenarzt, als Fachleute für Gemüse-, Obst- und Weinbau, als landwirtschaftliche Sachverständige, im Landmaschinenwesen, als Kulturtechniker, in der Siedlung, in der Agrarstatistik und der Presse. Diplomlandwirte finden ferner ihren Lebensberuf in unserer hochentwickelten landwirtschaftlichenJndustrie. Sie sind weiter, in der Regel im Beamtenverbält- nis, als Fachbearbeiter für landwirtschaftliche Fragen in d en verschiedenen Ministerien des Reiches und der Länder, in einer Reihe von Körperschaften des öffentlichen Rechtes, und ferner als leitende Angestellte in Verbänden und Organisationen tätig. Ein sehr beträchtlicher Teil geht aufs Land zurück, in die Praxis, als Bauer und Landwirt, als Pächter und Administrator. So hat die deutsche Hochschule die Aufgabe, unsere Jungbauern miterziehen zu helfen zu einer Gemeinschaft von Menschen, die auf Grund eines gemeinsamen Ausbildungsganges und eines gemeinsamen einheitlichen Einsatzes ihrer Berufe für das deutsche Bauerntum im Kampf stehen für die nationalsozialistische Agrarpolitik. Die Hochschule soll damit eine Erziehungsstätte sein, die an Stelle der Auslese von Menschen nach Stand und Besitz, auf Grund des Leistungsprinzips und des kämpferischen Geistes und Glaubens Soldaten dieser Revolution schult, die dafür kämpfen, aus Deutschland das ideale Bauernreich unseres Führers zu machen. Der Reichsführer der SS.. Diplomlandwirt Heinrich Himmler, hat als Führer des Reichsbundes der Deutschen Divlomlandwirte diese mit einem Regiment in der Armee der deutschen Bauern verglichen. „Dieses Regiment soll überall da eingesetzt werden, wo die Gemeinschaft unserer Berufe für den Nationalsozialismus, für Bauer und Volk ein- > zustehen hat." Sehen wir die Pflicht der Hochschule ebenso soldatisch und scharf umrissen, wie hier der Reichsführer der SS. die Aufgaben des Diplomlandwirtes kennzeichet, also als eine Statte, Soldaten für dieses Regiment zu erziehen. Die Aufgabe, die dieser Gruppe von Menschen innerhalb der Landjugend somit gestellt ist, geht ebenso klar aus den Ausführungen des Reichsfuh- rers der SS. hervor, die dieser kürzlich m einer Führerringbesprechung des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte gemacht hat. „Die akademisch ge- leistende Ausbildung wird mit einer Lehrlings- prüfung auf Grund vorn Reichsnährstand erlassener Richtlinien beendet. An folgenden dreizehn .deutschsprachigen Hochschulstätten besteht die Möglichkeit einer land - wirtschaftlichen Hochschulausbild ung: Berlin, München, Königsberg, Breslau, Halle Got- tingen, Kiel, Leipzig, Jena, Gl eß en Bonm Hohenheim und Danzig. Das Studium, das nach einer Vor- und Nachprüfung mit dem akademischen Grad des Diplomlandwirts abschließt um- saßt 6 Semester. Hierzu tritt jedoch künftig, sobald das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Richtlinien über eine Neugestaltung des Studienlehrganges der Diplomlandwirte verfügt hat, für alle diejenigen Diplomlandwirte, die in höheren Dienst öffentlicher Aemter zu treten wünschen, eine Sonderausbildung über die der zuständige Fachminister, also der Reichs- dauernführer in seiner Eigenschaft als Ernährungsminister, noch nicht bestimmt hat. Es gibt wohl kaum eine Gruppe studierender junger Menschen, denen ihre praktische und wissen- schaftliche Ausbildung auf einer deutschen Hochschule eine solche Vielseitigkeit für die Wahl ihres Berufes gestattet, wie sie den Studierenden der Landwirtschaft geboten wird. Es ist nicht uninteressant, einmal aufzuzählen, in welch verschiedenen Formen die Studierenden der Landwirtschaft später für das deutsche Bauerntum arbeiten können. Gegenwärtig stehen rund 9000 Diplomlandwirte in Deutschland in Berus und Brot. Davon etwa ein Drittel im Dien ft der es, mehr und mehr sich verzweigend, schließlich zu > ruucuen iyri maji zur muye lummen innen. */‘» „Masseln" erstarrt, die dann zur weiteren 23er--■ Sachen packen, ausziehen? Aber jetzt? Es war Nacht, arbeitung und Veredlung des Roheisens versandt; die Umgebung ihm noch fremd. Da kam ihm ein werden. „ I plötzlicher Einfall. Er suchte in seinem Gepäck nach Da ist das Zementwerk. In unaufhörlich sich | einem Bleistift, ging abermals zu dem Bilde und drehenden, mit glühenden Gasen beheizten langen ; schrieb mit fester Hand unter das Wort „Schiffs' Metalltrommeln, den Drehrohöfen, wird aus der Untergang": „21 b e r alte mürben gerettet! Schlacke Zement hergestellt; da sind Hallen, in denen Zufrieden löschte er das Licht aus, legte sich nieder aus diesem Zement Röhren und Platten entstehen । und schlief bald fest und ohne Traum. H. E. und andere Hallen, wo an vielen Tischen Papiersäcke Aus Anlaß der Soldatenentlassungen und fl@ün= ftellungen der Wehrmacht am kommenden 1-Oktober sind nachstehende Bestimmungen von Bedeutung: Dienstpflichtige, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, werden 1935 zum Wehrdienst n ich t herangezogen. Ihre Abfindung bei späterer Einberufung und Entlassung wird besonders geregelt. Als A u s e n t h a l t s o r t (Wohnsitz oder dauernder Aufenthaltsort) gilt der Ort, an dem der Mann zur Zeit der Einberufung in militärischer Kontrolle steht. Gestellungsort ist derjenige Ort, an dem sich der Mann auf Grund des Gestellungsbefehls usw. zunächst zu gestellen hat (Standort des Wehrbezirkskommandos, ein anderer Sammelort oder der Standort des Truppenteils). In der deutschen Revolution steht der Bauer auf 1 Vorposten in einem Kampf, der darum geht, das : deutsche Volk wieder zum Bauern zu führen. Wir 1 sind dafür eingesetzt, allem dem, was wir „Verstädterung" nennen, eine — im besten Sinne des Wortes — „Verbauerung der Nation" ent-- i gegenzusetzen. Bei diesem Kampf für die vom Führer gestellte Aufgabe, „dieses deutsche Volk aufzubauen auf dem Bauern als dem Grundpfeiler jedes völkischen und politischen Lebens", ist die Jugend am Pflug, d i e bäuerliche Jugend, der Stoßtrupp. Zäh, unbeirrbar und geraden Weges, mit all der Schwere und Tiefe bäuerlichen Blutes, wird dieser Kampf geführt. In der Seele unserer bäuerlichen Jugend wird wieder der Stolz geweckt, Bauer zu sein. Wie fritzisches Denken und preußische Tradition aus einem käuflichen Söldner- Haufen ein Dolksheer und aus besoldeten Landsknechtchargen ein traditionsstolzes und verantwortungsbereites Offizierkorps geschaffen hat, so muß in dieser bäuerlichen Jugend die Saat aufgehen, die die nationalsozialistische Agrargesetzgebung in einen von liberalistischem Unkraut überwucherten Boden gesät hat. So sehen wir auch die Fragestellung „Landjugend und Hochschule". Im deutschen Bauerntum, als dem blutsmäßigen Träger und als dem Ernährer der Nation, ruht zwiefach das Schicksal unseres Volkes. Daher muß die deutsche aule, an der Jungbauern eine wissenschaftliche ung ihrer praktischen Ausbildung suchen, ebenfalls nach zwei Seiten ihre Zielsetzung sehen. Einmal: Menschen auszubilden m i t einem Höch stmaß von agrartechnisch emWissenund Können. Darüber hinaus aber und wichtiger: unsere Jugend zu charakterlich und politisch wertvollen Trägern ihres bäuerlichen Blutes zu erziehen, ihrer bäuerlichen Sendung am deutschen Volke bewußt. Das künftige Bildungsziel ist damit im Gegensatz zu früher keineswegs mehr ausschließlich der mit gediegenem fachlichen Können und Wissen ausgestattete einzelne Mensch, sondern ein politisches Bauerntum, das in starker Bindung und Verantwortlichkeit gegenüber dem ganzen Volke sein Wirken und Werken als Dienst an der Volksgemeinschaft auffaßt. Die Hochschule soll nicht allein Fachwissen übermitteln. Im nationalsozialistischen Staat soll sie M e n s ch e n u n d F ü h r e r bilden, Mitkämpfer für den Neuaufbau im Vaterland. Nicht allein für den jungen Menschen, der Landwirtschaft studieren will, sondern f ü r jeden Studierenden muß die Blickrichtung zur Wissenschaft und Forschung vom bäuerlichen Menschen und bäuerlichen Betrieb ihr en Ausgang nehmen, und die Erkenntnisse der Wissenschaft und Forschung haben zurückzustrahlen auf den Bauern und seinen Hof. Die Landjugend, die an deutschen Hochschulen studiert, hat in ihrer späteren Berufsausübung in und außerhalb des Reichsnährstandes auf Grund dieser gemeinsamen Ausbildung und der Auslese nach der Leistung, die den einzelnen beruft, Dienst am Bauern zu leisten. Wer für den Bauern arbeitet, muß selbst blutsmäßig dem Bauern verbunden sein. Er muß seine Djörnson und der EchiffSuntergang. Wenn Björnstjeme B j ö r n s o n , der norwegische Dichter, auf Reifen war, so achtete er stets darauf, für die Nacht einen Gasthof zu finden, der ihm ein behagliches Zimmer zu bieten vermochte; denn die Behaglichkeit und Gemütlichkeit seiner Umgebung war ihm ein Lebensbedürfnis. So wanderte er einst durch den Harz und mietete am Abend in einem kleinen Gasthaufe ein Zimmer, das ihm auf den ersten Anblick hin außerordentlich aut gefallen hatte. Er aß also in der Gaststube,zu Abend und erhob sich dann, um sich zur Ruhe zu begeben. Freundlich brannte die Lampe in dem Zimmer, das ihn nun aufnahm; an der Wand stand ein sauberes Bett, auf dem Tisch in der Mitte des Raumes läg eine hübsche Decke, und auf der anderen Seite stand ein schweres altes Sofa. Darüber hina ein Bild. Biörnson sah genauer hin. Das war ja fürchterlich..„Scbiffsuntergang" stand unter dem Gemälde. Er fetzte Die Brille auf. Schaw derhaft! Da rangen Ertrinkende mit dem Tode, klammerten sich an finkende Boote und schwimmende Planken, an Bord des Wracks" rangen Frauen jammernd die Hände ... Dabei schlafen? Unmöglich- Immer wieder mußte Björnson nach dem Bilde sehen. Endlich bezwang er sich, kleidete sich mit ener- Bestimmungsort ist bei der Einberufung der Ort, an dem der Mann in die Verpflegung seines Truppenteils eintritt. Bei der Entlassung der Ort, den sich der Entlassene als seinen künftigen Wohnsitz (dauernden Aufenthaltsort) wählt. Ist dieser Ort vom Entlassungsort aus weiter gelegen als der Ort, von dem aus die Einberufung erfolgte, so hat der Entlassene den Nachweis zu erbringen, daß er am neuen Wohnsitz eine Arbeitsstelle gefunden hat oder daß sein Unterhalt für die nächste Zeit gesichert ist. Gestellungs- und Bestimmungsort fallen zusammen, wenn der Mann unmittelbar zu seinem Truppenteil einberufen wird oder dessen Standort zugleich der des Wehrbezirkskommandos oder der andere Sammelort ist. E n t l a s s u n g s o r t ist der Ort, an dem sich der Truppenteil am Entlassungstag befindet. Die Entsendung der Einberufenen und Entlassenen zum Gestellungs- oder Bestimmungsort oder zum künftigen Wohnsitz kann im Transport oder in Einzelsendunyen stattfinden. Transporte sind Entsendungen mit militärischem Begleitkommando. Einzelsendungen umfassen die Entsendung einzelner und mehrerer Personen, wenn letztere unter Führung eines aus ihrer Mitte entnommenen Mannes, gegebenenfalls auf eine gemeinschaftliche Militärfahrkarte, oder einen gemeinsamen Militärfahrschein befördert werden. Ist bei der Einstellung der Gestellungs- oder Bestimmungsort und bei der Entlassung der zukünftige Wohnsitz vom Ausgangsort der Reise — nur bei Landwegstrecken — bis zu 5 Kilometer entfernt, so wird keinerlei Vergütung gezahlt. Bei Entfernungen über 5 Kilometer werden angefangene Kilometer als voll gerechnet. Einberufene und Entlassene benutzen: Die Eisenbahn mit Militärfahrkarten, in Ausnahmefällen mit Militärfahrschein nach den bestehenden Bestimmungen, bei Entfernungen über 200 Kilometer dürfen Eil- und Schnellzüge gegen Lösung der entsprechenden Zuschlagskarten benutzt werden; oder Schiffe mit Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs für die 2. Klasse, es sei denn, das Schiff führt nur eine Klasse, ober andere öffentliche, regelmäßig verkehrende Beförderungsmittel mit Fahrkarten des öffentlichen Für immer wird die Gestalt des Generalfeldmarschalls Gottlieb Grafen v o n H a e f e - ler im deutschen Volk und Heer fortleben. 1 In der ausgezeichneten Zeitschrift des Verlags Albert Langen/Georg Müller, München, „Das Innere Reich", Septemberheft 1935, umreißt Oberst Krafft noch einmal diese Soldatenfigur. Wir entnehmen der fesselnden Arbeit die folgenden Abschnitte. Leidenschaften, Liebhabereien hatte Haeseler nicht, doch eine Liebe: die zur Schönheit der Natur. Oft konnte er auf Bergeshöhe oder wo sich ein Ausblick bot, mitten im Ritt halten bleiben und herschauen: „Sehen Sie, meine Herren, wie schön das ist." Ganz besonders liebte er die Vollmondlandschaft und den Sonnenaufgang. Auch der Humor war ihm nicht fremd. Bei passendem Anlaß konnte er herzlich lachen. Das wurde einmal dem Leutnant von R. zur Rettung. Der liebte allerlei Moden und Uebertrei- bungen in der Kleidung. Haeseler hatte sehr ernste Befehle dagegen erlassen. An einem Besichtigungstage hielten wir Adjutanten hinter dem Regimentskommandeur am Eingang des Exerzierplatzes und erwarteten Haeselsr. Das zu besichtigende Bataillon marschierte vorbei. „Um Gotteswillen", rief der Oberst, „haben Sie R. gesehen mit den weiten Faltenhosen?" Da kam auch schon Haeseler in feinem geräumigen Galopp herangesprengt: „Herr Oberst, ich habe mich neulich doch deutlich genug ausgedrückt, und nun der Leutnant von R. mit den Hosen." „Verzeihen Euer Exzellenz, den hohen Kragen und die kleine Mütze habe ich ihm auch schon abge- knöppt." „Na, dann knöppen Sie ihm die Hosen ..." Weiter kam er nicht; er mußte selber lachen. Glimpflich kam auch noch ein anderer Leutnant davon. Es war Probemobilmachung. Haeseler ließ einen Leutnantskoffer öffnen. Statt der erwarteten kriegsmäßigen Uniform lag ein Clownanzug vorn letzten Karneval darin. — Einmal wollte er sich eine Kaserne ansehen, wie die Leute untergebracht seien. Es wurde als möglich hingestellt, daß er auch die Leutnantsstuben besichtigen würde. Da hieß es aufräumen, namentlich die verbotenen Hunde beiseiteschaffen. Haeseler betrat eine Mannschaftsstube. Die Betten waren hübsch geglättet, — nur aus einem war die Decke ver- für den Versand des nicht verarbeiteten Zements angefertigt werden. Und drüben wirbeln Schwungräder von mehreren Meter Durchmesser in verhaltener und doch deutlich erkennbarer ungeheurer Kraft und zwingen die Kolben, die fauchend warme Luft in den Hochofen pressen, zu regelmäßigem Gang. Generatoren, ebenfalls von den Gichtgasen getrieben, sausen und geben Strom für das Werk; in der Re- paraturwerkstätte surren Drehbänke und kreischen Bohrer, ein Brausen und Dröhnen ist rings. Hörst du, wie es klingt vom Schaffen eines Volkes, an defsen ewigem Wirken auch diese Stätte ihr Teil hat? Schon von ferne kündet eine schwere Wolke grau- gelben Qualms die Nähe des Hochofenwerkes und einer Nebenbetriebe an; beim Näherkommen wachsen Mittwoch, 25. September (935 Kl 224 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Ein Blick in den überaus zweckmäßig ausgestatteten Transportraum. — (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff.) 1. Renen vor ittung zu Ä»5 als Fahrzeug ist unter allem Verzicht auf Luxus mit allen Errungenschaften der hochentwickelten Technik ausgestattet. Besonders beachtenswert ist der eigentliche Krankentransportraum, der in seiner Ausstattung ganz den aus den Erfahrungen der Sanitätskolonne erwachsenen Wünschen gestaltet wurde. Der Wagen birgt zwei leicht ausziehbare Tragbahren, ferner drei Sitze für die begleitenden Sanitäter. Einer dieser Sitze ist besonders bequem gestaltet, so daß unter Umständen drei Kranke auf einmal transportiert werden können. Selbstverständlich fehlt auch der geräumige, zweckmäßig aufgeteilte Schrank für Verbandzeug und Medikamente nicht. Der neue Krankentransportwagen der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne stellt eine wertvolle Ergänzung der Ausrüstung der Kolonne dar, die als um so notwendiger erachtet werden mußte, als ja der bisherige Wagenpark zum Teil schon sehr lange, einer der Wagen seit 1912, Dienst tut. lerauslagt ifeten Mi- len Land. Quittung für dit fen gegen Mim. rrkehrs. Stadt in vielerlei Hinsicht, besonders auch bei der Werbearbeit der Universität durch persönliche Fühlungnahme von Student zu Student zwecks Studiums in Gießen, durchgeführt worden ist. Für das nächste Jahr ist die Herausgabe eines neuen Führers durch Gießen in einer Auflage von 15 bis 20 000 Exemplaren vorgesehen. Auf dem Gebiete der Verschönerung des Stadtbildes und mancher Plätze in unserm Stadtwald ist auch für das kommende Jahr mancherlei geplant, wobei der Redner verschiedene Einzelheiten bereits mitteilte. Der Landesverkehrsverband Rhein-Main plant für das kommende Jahr eine verstärkte Werbung für unsere Provinz Oberhessen, von der auch unsere Stabt ansehnlichen Ruhen erwarten kann. Die Maßnahmen in dieser Hinsicht sollen in Kürze in zwei großen Tagungen, voraussichtlich in Lauterbach und in Friedberg, bekanntgegeben werden. Die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Landesverkehrsverband ist sehr eng und fruchtbar. Der Voranschlag für das neue Vereinsjahr schließt in Einnahme mit rund 6000 Mark und in Ausgabe mit rund 5500 Mark ab. Aus dem Rechnungsbericht war zu entnehmen, daß der Verein neben einem Kassenbestand von rund 5480 Mark noch über ein Sparguthaben in Höhe von rund 5520 Mark verfügt, so daß also insgesamt rund -stik. 6.30: )ten. 8.10: 15: Schul' Ratschlitz 12: Mil- m Sendr- en. 14.15: aftsbienji luleitung üiO.W Lle» ai Echt ulen. 16t I. BuK bericht 6« mcherei ii Flieger m erljalW eichssendtn nborffliM en aus to Carl SU September) i über acht bis vtun. weiterer Frau Hahn erwiderte, Fräulein Walb wäre heute noch nicht bei ihr gewesen. Die Antwort war befremdend, Mutter und Sohn sahen sich fragend an. Sie begriffen nicht, wo Wally sein konnte. „Vielleicht hat sie Bekannte getroffen," meinte Frau Diendorf. Ihr Sohn schüttelte den Kopf. „Wally würde uns deshalb nicht warten lassen, glaube ich." Aber Wally kam, nachdem der Tisch schon lange abgeräumt, noch immer nicht und so telephonierte Gerhard Diendorf alle Freunde und Bekannten an, doch niemand hatte Wally heute gesehen, nirgends hatte sie Besuche gemacht. Nun benachrichtigte der junge Arzt, schon sehr aufgeregt, die Polizei und jetzt brachte er bald heraus, wo sich seine Verlobte befand. Eine Beschreibung, die man ihm gab, genügte zwar, jeden Irrtum auszuschließen, doch eilte er so schnell als möglich selbst nach der ihm von der Polizei angegebenen Unfallstation. Er sah Wally Walb nicht mehr als Lebende wieder. Ein Geschäftsauto war mit voller Wucht in die Taxe hineingefahren, in der sie sich anscheinend auf dem Weg zur Schneiderin befunden. Der Chauffeur und Wally Walb waren dabei sofort getötet worden. Wie Gerhard Diendorf die - furchtbare Nachricht entgegengenommen und wie er dann nach Hause gekommen, hätte er nicht zu sagen gewußt, er war zu feiner Mutter heimgeeilt und fiel vor ihr zusammen. Seine ganze Kraft war ausgesaugt von dem einen, unfaßbar schrecklichen Gedanken, die über alles Geliebte war tot. Niemals mehr würde er ihre feinen Hände in die seinen nehmen können, niemals mehr ihren Mund küssen und sich an ihrer Schönheit freuen Nie würde sie die Seine werden. Ganz jäh und ohne Abschied, war sie von ihm gegangen und hatte ihn allein gelassen fürs ganze Leben. Fürs ganze Leben! Das war nicht zu fassen, das war gar nicht auszudenken. Frau Diendorf, selbst bis ins Innerste erschüttert von der furchtbaren Nachricht, konnte ihrem Schmerz aber nicht nachgeben, sie tonte jetzt nur an den Sohn denken, der vollständig aufgelöst war in grenzenlosem Jammer. In einem so überwältigenden Jammer, daß eine Mutter über das Leid des Sohnes vergaß, daß auch sie hätte meinen müssen. Sie strich immer wieder über sein glattes braunes Haar, bat immer wieder: „Werde ein wenig ruhig, mein lieber Junge, ich ertrage es nicht, dich meinen zu sehen." Sie kam mit dem alten Trost, mit dem alle kommen, die keinen besseren Vorbringen können: Wer weiß, wozu es gut ist! (Fortsetzung folgt 1) Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gießen hielt am gestrigen Dienstagabend im Gasthaus „Hindenburg" unter Leitung des Dereinsführers, Bürgermeister Dr. Hamm, seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Nach der Begrüßung des Ehrenmitgliedes H. Winn, der Vertreter der Behörden und der Presse sowie der übrigen Mitglieder dankte der Vereinsführer allen Helfern und Förderern des Vereins. Ser Jahresbericht war den Mitgliedern schon vor etwa drei Wochen schriftlich zugestellt worden; im „Gießener Anzeiger" Nr. 206 vom 4. September haben wir ihn in allen wesentlichen Teilen zum Abdruck gebracht. Ergänzend zu dem Jahresbericht teilte Bürgermeister Dr. Hamm mit, daß der starke Rückgang im Mitgliederbestand von 319 auf 254 Personen zu einem großen Teile auf das Ausscheiden der nichtarischen Personen zurückzuführen ist. Um so mehr ist es jetzt erforderlich, daß 'alle arischen Einwohner, die irgendwie an der Verkehrswerbung interessiert sind, Mitglieder des Vereins werden. Es gehl nicht an, daß die kosten der Verkehrswerbung nur von einem Teile des unmittelbaren Interessentenkreises getragen werden, während viele andere wohl den Vorteil für sich in Anspruch nehmen, sich aber vor den kosten drücken. Wenn auf dem Wege der Mitgliederwerbung kein Ansteigen der Mitgliederzahl in nächster Zeit zu erreichen ist, so wird man auch in Gießen, ähnlich wie in zahlreichen anderen Städten, dazu übergehen müssen, durch eine Ortssahung alle an den Früchten der Verkehrswerbung interessierten Einwohner zwangsweise zu den Lasten heranzuziehen. Sodann wies der Redner darauf hin, daß die 23er- kehrswerbung aus Mitteln des Vereins und der 0115. bi» °tDohl s >chey Noch eine altertümliche Ofenplatte. * Nieder-Beffingen, 24. Sept. Die Ofen- platte von Lang-Göns hat einen Doppelgänger. In unserem Dorfe befindet sich in Pri- vatbejitz eine Ofenplatte, ebenfalls mit der Darstellung der Witwe von Sarepta. Die lateinische Inschrift und der Spruch lauten gleich. Jedoch ist hier statt Oehl = Oehls und Mehl = Mehls geschrieben. Der Name der anfertigenden Firma fehlt. Die Platte trägt die Jahreszahl 1670, ist also noch 37 Jahre alter als ihr Gegenstück. Auch sind die Figuren anders verteilt. Die hiesige Ofenplatte die jahrzehntelang als Schornsteinplatte gebient hatte, sollte seinerzeit an einen Altwarenhändler als Alteisen verkauft werden. Der jetzige Besitzer kam gerade dazu, bezahlte etwas mehr und hat dde Platte auf diese Weise für die Nachwelt erhalten. Auf der Steinsmühle im benachbarten M ü n ft e r war vor einiger Zeit noch eine Pfenplatte zu sehen, die den verlorenen Sohn darstellte es Ein. y für Ment. eine k» ober Ä Pj. für Agende oesörbe. 3m Dienste der Nächstenliebe. Ein neuer Krankentransportwagen für die Gießener Ganitätskolonne. !ft D# LK >'«'K Aufgaben der GießenerVerkehrswerbung Aussprache im Verkehrs- und Verschönerungsverein. Die Konditorei hatte einen Ausgang durch den Hausflur, über einen Hof gelangte man in eine ganz stille Seitenstraße. Hier küßte Hans Syden noch einmal Wallys Rechte, raunte: „Uebermorgen, mein Lieb, übermorgen!" Dann trennten sich die beiden, gingen nach verschiedenen Richtungen auseinander. 2. Kapitel. Warum mußte das geschehen? Gerhard Diendorf, einer der gesuchtesten jungen Aerzte Berlins, kam zu Tisch nach Hause. Seme Mutter empfing ihn mit warmem Händedruck. „Wir könnten sofort essen, Gerhard, alles ist natürlich bereit, aber Wally ist noch nicht zurück. Sir wollte durchaus wieder zur Schneiderin. In letzter Zeit ist sie mehr bei Frau Hahn als hier." Gerhard Diendorf lächelte: „Ach, Mutter, das ist ja nur zu begreiflich. In zwei Wochen werden wir heiraten und sie möchte alles so hübsch und elegant wie möglich haben. Wenn ein Mädel so wunderschön ist, wie Wally, darf man ihr daraus keinen Vorwurf machen." Er sah die Mutter ein bißchen schwärmerisch an. „Mutter, ich bin unsäglich glücklich, daß Wally meine Frau wird, ich liebe sie so sehr." Er blickte ins Leere. „Weißt Du, es hat so kommen müssen. Schon vor zehn Jahren, als du mit der damals Zwölfjährigen in dieses Zimmer tratest und du zu mir sagtest: ,Sei recht gut zu der kleinen Wally, sie soll fortan bei uns bleiben, vorhin ist ihre Mutter, meine beste Freundin, gestorben', da war es mir, als müsse ich das schmale Dingelchen mit den seltenen Augen fest in meine Arme nehmen, um es zu schützen vor allem Schweren und Trüben im Leben. Wie ein Schwesterchen von mir wuchs sie hier auf bis wir dann eines Tages erkannten, wir hatten uns sehr lieb." Frau Diendorf strich sich über das leicht ergraute schwarze Haar, ihre straffe Gestalt schien ein wenig zusammenzusinken, als sie antwortete: „Möge der Himmel euren Bund segnen und mögt ihr beide recht, recht glücklich werden." Sie war nicht so restlos überzeugt, daß Wally Walb ihren Sohn so sehr liebte wie er sie, dennoch zwang sie sich immer wieder dazu, es zu glauben, weil sie mit ganzem Herzen an dem einzigen Sohne hing. Seine Praxis übte Gerhard Diendorf im Hause feiner verwitweten Mutter aus und nahm auch hier die Mahlzeiten ein, doch seit ein paar Wochen hatte ihm eine befreundete Familie, der das Nebenhaus gehörte, ein Schlafzimmer abgegeben. Frau Diendorf meinte nämlich, Brautleute dürften, so dicht vor der Hochzeit, nicht unter dem gleichen Dache wohnen. Man wartete also mit dem Mittagessen auf Wally Walb. Wartete eine Viertelstunde und noch eine Viertelstunde; doch dann klingelte Gerhard Diendorf bei der Schneiderin an ASM. norweD stets W der ihm lli ie; denn frit : Umgebt und mieten ein ZiB« ßerordeiM Gaststube- zur Ruhe? in dem 3® and stand t Mitte » f der ander« rgang 2 e auf-SA t dem schwimme» Frauen^ ? Unn# i dem \ sich mit $ /zuDett. Bild, r, m kam em "W egt« fy't Der neue Krankentranspocrwagen (im Bilde rechts) der Sanitätskolonne vor dem Depot. Die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne vom loten Kreuz, die hinsichtlich ihrer Einsatzbereit- cjaft und Schlagfertigkeit, besonders aber auch in ijug auf ihre Ausrüstung in weitem Umkreis als Arbilblich bekannt ist, erhielt gestern abend einen Auen Krankentransportwagen. Der Wagen, der in Laufe des Nachmittags von der Herstellerfirma (lldler, Frankfurt a. M.) im Werk abgenommen norben war, wurde in Anwesenheit der Vertreter der Provinz, des Kreises und der städtischen Behörden, sowie der angetretenen Mannschaften örr Freiwilligen Sanitätskolonne seiner Bestirn- trung übergeben. Zahlreiche Volksgenossen, die an brr Arbeit der Sanitätskolonne regen Anteil nehmen, hatten sich außerdem eingefunden. Pünktlich un 18.30 Uhr traf der neue Wagen vor dem De- lautem Schall in sein Ohr, als hallten sie dann noch einmal, gleich einem Echo, von Kirchenwänden zurück. Durch und durch gingen ihm die Worte, die doch aus kaltem Herzen und von kalten Lippen kamen, die nur nüchterne Berechnung ersonnen, um den Mann recht, recht fest zu halten. Ganz zufällig hatte Wally Walb den Ingenieur unb erfolgreichen Autorennfahrer Graf Syden kennen gelernt, als er ihr eines Nachmittags, mitten im lebhaften Verkehr den hinuntergefallenen Taschenspiegel aufgehoben. Man war dann in ein Gespräch gekommen. Graf Syden hatte sich vorgestellt und sie, die doch Gerhard Diendorfs Ring am Finger trug, versprach ihm für den nächsten Tag ein Wiedersehen und ließ sich schon am übernächsten Tag von ihm küssen. Sein Titel gefiel ihr, und brachte sie auf die Idee .Gräfin' zu werden. Die kleine Konditorei, in der sie sich befanden, war um diese frühe Nachmittagsstunde wenig besucht, und die beiden saßen in einer Ecke, die eigens für Verliebte geschaffen schien. Hans Syden nahm die Rechte Wallys und begann leise auf sie einzureden, schloß dann: „Du weißt also genau Bescheid, Kind, und jetzt, wo wir uns ganz einig sind, soll auch alles so rasch wie möglich gehen, es bleibt bei übermorgen. Du brauchst keine besonderen Vorbereitungen. Ein kleiner Handkoffer genügt vollkommen. Dein Brautkleid wird schon gemacht, es ist also die höchste Zeit für dich, hier aus allem herauszukommen, sonst gehst du mir vielleicht doch noch verloren und das will ich nicht, das leide ich nicht." Er preßte bei den letzten Worten ihre Hand so fest, daß sie leicht aufschrie Wally Walb erhob sich sofort; wie sie so nebeneinander durch den Raum zur Kasse schritten, blickten ihnen die wenigen Gäste alle nach. So auffallend waren sie, so vornehm und schon und so zueinander passend. Graf Syden war groß und schlank, sein gebräuntes Gesicht war fast ein wenig eckig vor lauter Herbheit, die gebogene Nase sprang vor, fein Kinn sprach von Trotz und Eigenwillen. Er war dreißig Jahre. Die ebenfalls ziemlich große schlanke Wally Walb sah zierlich aus neben seinem Garde- maß. Ihre Schönheit fiel überall auf, wohin sie kam. Sie hatte hellbraunes Haar mit wundervollem Goldglanz und ihre übergroßen Augen schauten in öem irisierenden Glanz seltener Edelsteine aus dem dichten Kranz tiefschwarzer Wimpern. Von welcher Farbe ihren Augen waren, war schwer zu sagen. Die Menschen, die sie nur flüchtig kannten, waren darüber verschiedener Meinung, wer sie aber besser kannte, wußte, die Augen Wallys Walbs waren grau, doch schimmerten sie oft grünlich, oft hellbraun, zuweilen ganz dunkel und dann wieder fast farblos hell, je nach Wallys Seelenstimmung, die niemals gleichmäßig war. srte Ein» Mg an» tieil am rechenden 3 ein. iere und von We» mungsort Berufung, lorgenkost dah die steht noch SweWlflnWeL Roman von Anny von panhuys lUrheberrechlsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Sie hat die Treu gebrochen. Wally Walb zuckte die Achseln: „Aber mein lieber, lieber Hans, so leicht ist das nun wirklich nicht, ir »inem Verlobten und meiner Pflegemutter, die ferne Mutter ist, die Wahrheit zu bekennen. Ich Itmn ihnen doch nicht ein paar Wochen vor der hichzeit plötzlich damit kommen, daß ich mich seit öliger Zeit heimlich mit dir treffe, daß ich dich litie und sofort meiner Wege gehen will, noch da- ji mit dir. Den Mut dazu bringe ich nicht auf." Mraf Syden lächelte und seine dunklen Augen blitzten herrisch. „Dann lauf einfach ohne Erklärung davon, auf B Weise kommst du um den Familienskandal jeum. Kneif einfach aus, du bist ja münbig. Ein hinterlassener Brief genügt auch " Er neigte sich ihr 51 und betrachtete von ganz nahe ihr wunderschönes Llsicht, fragte fast schroff: „Hast du mich lieb? „Wie oft muß ich dir das denn noch wiederholen. Fch habe dich über alles lieb. Ich ahnte ja über- j^upt nicht, was Liebe ist, ehe ich dich kannte. Ich tiiirbe unglücklich ohne bich." Ms er ihre Hanb jetzt preßte, als wollte er bie I |mmalen Finger zerbrücken, bachte sie zufrieben, es | mg alles so, wie sie es wünschte. Sie wollte keine , llmseinanbersetzungen mit ihrem Verlobten unb mit (einer Mutter, von ber sie erzogen worben war. E;e zog es vor, einfach wegzulaufen in eine locfenbe Zukunft hinein unb sich nicht umzuschauen nach be- nm, bie immer gut zu ihr gewesen. Sie schilberte Megemutter unb Verlobten als selbstsüchtig unb pDantisch. Sie log, bamit Hans Syben so spre- him sollte, wie er gesprochen, wie sie es hören trollte, bannt er nicht auf bie Jbee kam, sich in । stäche mit Dr. Dienborf auseinanberzusetzen, besten stmg sie noch am Finger trug, obwohl sie ben, irr ihn ihr gegeben, seit Wochen betrog. chans Syben raunte: „Ich bringe bich ins stAlbschlößchen am Rhein zu meinen beiben Groß- irnmas unb meiner Schwester Gretel. Deine byhafte Schönheit wirb bestimmt bafür sorgen, bctz die drei meine Hanblungsweise verstehen. d:»rt am Rhein, werben wir auch heiraten. Balb, feilt balb. Alles anbere ergibt sich bann von selbst". Wally Walb flüsterte: „Unb wenn bu mich in h; Hölle führen würbest, ich ginge mit dir, weil lc bich liebe." , _ Sie hatte boch nur leise gesprochen, aber Hans c jben war es, als brängten sich bie Worte mit tot am Kanzleiberg ein, vor bem bie Krankenwagen Dir Kolonne aufgestellt worben waren. Kolonnenführer Kratz hielt eine kurze Ansprache Er betonte, daß ber neue Krankentransportwagen d zu beitragen solle, bie Schlagfertigkeit ber Ko- Irnne weiterhin zu erhöhen. Mit Stolz könne man aif bas Werk blicken, bas hier geschaffen worben V Bei allem Dienst, ben ber Wagen ber Bevölke- r ng ber Stabt unb ber Umgebung tun solle, bürfe pcht vergessen werben, baß burch bie Schaffung ftsfes Wagens schon zahlreichen Volksgenossen für gträume Zeit Verbienstmöglichkeit gegeben worben s. Mit herzlichen Worten bes Dankes an bie 2-rwaltung ber Provinz, bes Kreises, ber Stabt Gehen unb ber Sparkasse, bie burch erhebliche Zu- Isv'üsse bie Anschaffung bes Wagens ermöglichten, firoie mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf ben lLchirmherrn bes Roten Kreuzes, ben Führer unb Dichskanzler Abolf Hitler, schloß ber Rebner. Anschließenb würbe ber Wagen von zahlreichen Interessenten eingehenb besichtigt. Der neue Krankentransportwagen würbe im Fahrgestell von ben Ablerwerken unb in ber Karosserie vom Frankfurter Karosseriewerk hergestellt. (n 12/60-PS-Motor (3 l) gestattet bem Wagen ’ene erhebliche Geschwinbigkeit. Der Kraftwagen ganz wundervoll im Geschmack NIVEA: mild, leicht 1 LE Radio • Photo 4630 D ■■LI Seltersweg 6l 11*11 Telephon 3170 Zwei neue Romane in einer Woche! Iwei Rheinlandmädel. wie« werbun Aeubesteller des Gießener Anzeigers für Monat Oktober erhalten ihre alteingesessene Heimatzeitung mit sämtlichen Beilagen vom 24. September an bis zum Monatsende kostenfrei ins Haus geliefert. Am Mittwoch, dem 25. September, nimmt ein neues großes Werk von Anni von panhuys seinen Anfang im Gießener Anzeiger unter dem Titel 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. vom nächsten Jahre ab rt Blumenschmuck Älsna will mit dem ckiropf dusch die wand! Die deutsche Arbeitsfront ? n.9.=0emeinf(haft „firaft durch freute" schäft, Fischerei. Bergbau, Salinenwesen, Torfgräberei. Textilindustrie. Vervielfältigungsgewerbe. Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie. Bekleidungsgewerbe. Wasser-, Gas- und Elektrizitätsgewinnung und -Versorgung. Reinigungsgewerbe. Gaststättenwesen. Häusliche Dienste. Die Wiederbelebung des Karnevals in Gießen wünschte in einem Antrag Kaufmann Weidig. Der Antragsteller ist der Ansicht, daß auch auf diesem Wege eine erhebliche Steigerung des Verkehrs erwartet werden könne. Bürgermeister Dr. Hamm sprach sich im Sinne des Antragstellers aus und empfahl, in dieser Hinsicht mit der NSG. ,Lraft durch Freude" Verbindung aufzunehmen, damit hier, ebenso wie beim Winzerfest, in gemeinsamer Arbeit das Ziel angestrebt werde. Plaketten für Vereinsmilglieder, insbesondere für die Geschäftsleute zum Anbringen an den Schaufenstern, fanden nach längerer Aussprache an Hand zweier Entwürfe keinen Anklang, da diese Art der Werbung von Mitgliedern aus mancherlei Gründen nicht zweckmäßig sei. Die Werbung für Oberhessen erörterte Bürgermeister Dr. Hamm im Rahmen eines Rückblickes auf den Rhein-Mainischen 23er- kehrstag im Juni in Mainz. U. a. teilte er mit, daß die Schaffung eines Tonfilms vorgesehen sei, der für die rhein-mainische Landschaft und damit auch für unsere engere Heimat werben solle. In der Leitung des Landesverkehrsverbands ist man übrigens mit Recht der Ansicht, daß im Inter- esse einer erfolgreichen Werbung für Oberhessen die Schaffung besserer Eisenbahnverbindungen erforderlich ist. Die Mitglieder- und Verkehrswerbung Am Samstag, dem 28. September, beginnt auch in der wahlfrei beziehbaren Samstagsbeilage „öie Illustrierte des Gießener Anzeigers" ein neuer Roman von Liane Sanden unter dem Titel Antrag schloß sich eine lanae und sehr vielseitige Aussprache an, in der dem Antragsteller allgemein zugestimmt, daneben aber auch empfohlen wurde, Die lebhafteste Werbung im unmittelbaren Hinterland unserer Stadt zu betreiben, um auch aus dem Nahverkehr die höchstmöglichste Belebung unserer heimischen Wirtschaft zu erzielen. Die Werbung durch Prospekte soll natürlich nicht vernachlässigt werden. Die Frerndenverkehrswerbung in den ersten sieben Monaten dieses Jahres hatte nach Zählungen in unserem Jnteressenbezirk folgende Besucherzahlen als Ergebnis: Marburg 16 489, Gießen 15962, Limburg 15403, Fulda 14 339, Siegen 10 518, Worms 8958; von Wehlar liegen keine Zahlen vor. Als geeignetes Werbemittel wird auch die Verschönerung des Stadtbildes durch die Freilegung von Fachwerkbauten unter fman- zieller Beihilfe von der Stadt weiterhin stark im Auge zu behalten sein. Das Reitturnier beim herbsipferdemarkl brachte Bürgermeister Dr. Hamm zur Sprache. Diese reitsportliche Veranstaltung soll an zwei Tagen durchgeführt werden, und zwar am 11. O k - tober als Geländeritt, am 12. Oktober als Turnier. Die Beteiligung unserer Gieße- ner Wehrmacht mit zahlreichen interessanten Sondervorführungen ist bereits zugesagt, ferner ist zu hoffen, daß auch die Reiterstürme der SA. sich daran beteiligen. Für die weitere Ausgestaltung der Frühjahrs- und Herbstmärkte werden nach einer Mitteilung von Kaufmann Karl Horst als Vertreter des Einzelhandels von diesem für das Aus der Provinzialhaupistadt. Oie Freude am schönen Werkplatz. Zwei Arbeitskameraden gingen jeden Morgen aus einem Vorort zu ihren Arbeitsstätten in die Stadt. Fahrplanmäßig trafen sie sich an einer Straßenkreuzung. Die erste Frage beim Morgengruß war immer: „Was gibt's Neues? So auch heute wieder. Sagte der Aeltere: „Bei uns im Betriebe steht seit gestern alles auf dem Kopf. Neulich war unser Betriebsführer in einem Vortrag der .Deutschen Arbeitsfront'. Bald daraus ließ er den Vertrauensrat unseres Betriebes, zu dem auch ich gehöre, zusammenrufen und faselte uns etwas von .Schönheit der Arbeit' vor. Du hättest das Grinsen auf unseren Gesichtern sehen müssen, als wir dies vernahmen. Manche konnten einen beiläufigen Hustenanfall nicht unterdrücken. Doch als unser Betriebsführer von seinem Schreibtisch einige Blätter nahm und Zweck und Ziel von .Schönheit der Arbeit' vorlas, wurden wir schon aufmerksamer. Allmählich ging uns ein Seifensieder auf. Als er geendet hatte, sah er uns alle über seine Brille hinweg fragend an. Eine kurze Pause entstand — Was wir innerlich aus purem Oppositionseifer verlachten, zeigte sich uns alsbald als etwas Neues, Ungewöhnliches, Ja, plötzlich weckte es bei uns allen eine Begeisterung! Das, was wir jahrelang Urlaubszug nach München (Oktoberfest) vom 27. September bis 1. Oktober. Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8, abgeholt werden. Die Fahrt geht ab Hanau Hauptbahnhof 9.52 Uhr. Uraufführung Im Stadttheater: „Holzappel", ein lustiges Volksstück von H. Aug. Weber, am Sonntag, 6. Oktober, 20 Uhr, am Tag des Deutschen Bauern. Preise der Plätze sind: 0,70 bis 1,50 Mark. Kartenooroerkauf in den KdF.-Vorverkaufsstellen: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung und Kreisdienststelle Schanzenstraße 18. Glauberg-Wanderung am Sonntag, 29. September. Am kommenden Sonntag veranstalten wir eine Wanderung nach dem Glauberg bei Büdingen, um unter Führung des Assistenten des Oberhessischen Museums, Herrn Szczech, eine Besichtigung der Ausgrabungen, die über Deutschlands Früh- und Vorgeschichte reichhaltige Auskunft geben, sowie des Museums vorzunehmen. Wir fahren mit der Bahn um 8.27 Uhr hier ab mit Sonntagskarte nach Büdingen. In Stockheim beginnen wir unsere Wanderung nach dem Glauberg, dort besteht neuerdings auch Derpftegungsmöglichkeit, dann wandern wir weiter nach der Ronneburg und nach Büdingen. Die Ronneburg und 'Bübingen werden unter kundiger Führung besichtigt. Die Abfahrt ab Büdingen erfolgt um 20.17 Uhr. Die Fahrtkosten betragen 3 Mark für die Sonntagskarte. Wir hoffen, daß recht viele Arbeitskameraden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese außerordentlich interessante Fahrt mitzumachen überhaupt nicht bemerkten, wurde uns offenbar. Der Dreck war uns zur Gewohnheit geworden, iedoch daß es auch anders fein könnte, darüber dachten wir niemals nach. Und nun wird es anders! Wir haben die Erzeugung in einzelnen Werkstätten vorübergehend eingestellt, nach und nach bekommen dieselben Licht und Luft und einen schönen farbenfreudigen Anstrich. Die Fenster werden blank geputzt und auf den Fensterbrettern einzelne Grünpflanzen verteilt. Ueberall sind die Handwerker in emsiger Tätigkeit, Toiletten, Garderobe-, Wasch- und Babeanlagen werben geschaffen, ja sogar einen Kamerabschaftsraum zur Einnahme des Essens sollen wir erhalten. Auf dem Hofe sind Kameraden dabei Ordnung zu schaffen. Es sollen dort später Grünanlagen angelegt werden. Eines kann ich dir jetzt schon sagen, jene Werkstätten, welche instandgesetzt worden sind, hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck bei unseren Arbeitskameraden. Jeder wünscht, daß sein Arbeitsraum bald an die Reihe kommt. Ich hätte nie geglaubt, daß ein schöner, sauberer Arbeitsplatz solche Freude bereiten könnte. Bis zur Wiederkehr des Gründungstages unseres Betriebes soll alles vollendet sein und die Einweihung mit einer schönen Kameradschaftsfeier verbunden werden. Ueber die Zugehörigkeit der Betriebe zu den Betriebsgruppen erteilen die Arbeitsämter in Zweifels- fällen bereitwillig Auskunft. Pferdemarkt und Herbstmesse in Gießen Im heutigen Anzeigenteil wird auf den am 9. Oktober in Gießen ftattfindenden Pferde- markt und auf die gleichzeitig. ftattfinbenbe Herbstmesse (Schau- unb Verkaufsmesse) hinge» wiesen. Für bie Pferbe-Prämiierung finb namhafte Beträge vorgesehen. Anmelbungen zur Prämiierung finb bis Freitag, 4. Oftober, vormittags 10 Uhr, an bie Bürgermeisterei Gießen, 'wMiaen Fenerwetzren. Anläßlich der Schlußübung der beiden Gießener Freiwilligen Feuerwehren findet in nächster Zeit ein Probealarm statt. Bei diesem Alarm werden auch die Feuersirenen ertönen. Um eine unbegründete Beunruhigung der Bevölkerung zu vermeiden, sei schon jetzt darauf hingewiesen, daß es sich in diesem Falle um einen Alarm handelt. (Sportamt »Krass durch Freude". ' heule folgende Kurse: Schwimmen: Für Männer und Frauen gt' meinsam. Von 20 bis 21 Uhr, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr, Volksbad. Reiten: Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Reue KdF. - Sporlkurfe ab 1. Oktober. Am 1. Oktober beginnen KdF.-Sportkurse aller Art, wie Schwimmen, Reiten, Allgemeine Körperschule, Fröhliche Gymnastik und Spiele, Waldlauf, Kleinkaliberschießen u. a. Für diese Kurse können schon jetzt Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Besonders für die Reitkurse ist baldige Anmeldung erforderlich, da nur eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern zugelassen werden kann. Sport muß Lebensgewohnheit werden. Landschaffsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag, 29. September, unter Fü^ rung von Herrn Szczech eine Wanderung nach dem Glauberg, zu der die Mitglieder des Landschaftsbundes eingeladen sind. Anmeldungen zur Teilnahme sind unmittelbar an die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße, zu richten. Die Abfahrtszeit und alles weitere bitten wir aus den Veröffentlichungen der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" zu ersehen. kommende Frühjahr rechtzeitig Vorschläge gemacht werden. Die Schaffung von Kinderspielplätzen, Radfahrwegen und Springbrunnen wurde von Gartenarchitekt Schwarz in Vorschlag gebracht. Ueber die Notwendigkeit von Kinderspielplätzen in den verschiedenen Stadtteilen, ebenso auch über die Dringlichkeit von Radfahrwegen ergab sich volle Übereinstimmung der zahlreichen Redner, die sich in langer Aussprache zu diesen Anregungen äußerten. Dabei wurde auch erwähnt, daß man der Schaffung von Reitwegen ebenfalls seine Aufmerksamkeit schenken werde. Vahnfragen kamen schließlich noch zur Besprechung. Dabei war von besonderem Interesse eine Mitteilung von Bürgermeister Dr. Hamm, daß zwecks Schaffung der Gießener Auffahrt zur Reichsautobahn bei Steinbach in unmittelbarer Rahe dieses Ortes im Zuge der Landstraße nach Lich eine Umgehungsstraße ins Auge gefaßt ist, über die jedoch die letzte Entscheidung der zuständigen Stelle noch aussteht. Immerhin ist Die Wahrscheinlichkeit des Baues dieser Umgehungsstraße sehr groß. Von der vor einiger Zeit geplanten Schaffung der Gießener Auffahrt zur Reichsautobahn in der Nähe von Reiskirchen ist keine Rede mehr. Im übrigen wurde auch das alte Projekt der Verlegung der oberhessischen Bahn wieder kurz gestreift. Mehr Parktplähe und größere Verkehrsflüssig, feil in der oberen Bahnhofstraße waren das Ziel der weiteren lebhaften Aussprache. Dabei wurde besonders von Kaufmann Karl Horst auf die starke Unzulänglichkeit der jetzigen Verkehrsverhältnisse in der Bahnhofstraße bei der Post und bis zum Bahnhof hin betont, ebenso auch hervorgehoben, daß hier eine sehr große Gefahrenquelle für Unfälle aller Art vorhanden ist. Die Ansicht, daß zur Beseitigung dieser Mängel möglichst in naher Zeit eine Lösung gefunden werden muß, ist allgemein, jedoch konnte niemand einen rechten Fingerzeig über die Verwirklichung geben, da mancherlei Pläne, wie z. B. die Schaffung einer Parallelstraße vom Bahnhof her am jetzigen Post- schuppen hinter dem Caf6 Schwarz und über das Anatomiegelände hinweg, gescheitert sind, auch die Beseitigung des von der Stadt durch Geländetausch mit dem Staat erworbenen Gartens beim Hauptzollamt keine Lösung verspricht. Man will sich weiterhin bemühen, dem liebel mit größter Beschleunigung zu Leibe zu gehen und nach passenden Wegen dazu zu suchen. Ebenso soll Ausschau gehalten werden nach vermehrter Möglichkeit zum ffnfer neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unsere, Blattes den Abdruck des Romans „Zu jedem kommt einmal das Glück" von Ellen Kulm beendet haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des Gieße- ner Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes. Um allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land etwas ganz Be- onderes zu bieten, eine Lektüre, die jedermann mit brennender Spannung von Fortsetzung zu Fort- etzung verfolgen wird, haben wir das soeben erst erschienene, neueste Werk einer Autorin erworben, deren früher bei uns veröffentlichte Romane zu unseren stärksten und nachhaltigsten Publikumserfolgen gezählt werden dürfen: „Iwei Meiiüandmädel." Von Anny von panhuys. Es erübrigt sich fast, auf die ungeheure Beliebtheit der Romane von Frau von Panhuys an dieser Stelle nochmals hinzuweisen; wir erinnern nur an die zahlreichen, bisher von uns gebrachten, Romane dieser Autorin, wie „Ein Lied vom Glück", „Durch fremde Schuld", „Die stummen Gäste von Zwei- linden", „Der Dreizehnte", die samt und sonders zu unseren Haupttreffern gehörten und seinerzeit allenthalben mit wahrer Begeisterung gelesen wor- den sind. Auch unser neuer Roman, eine wunder- schöne, zu Herzen gehende Liebesgeschichte, wird mit der dramatischen Steigerung ihrer reich bewegten Handlung und der lebenswahren Schilderung der Charaktere für jedermann eine überaus genußreiche Lektüre fein. So find wir gewiß, mit dem heute ein- setzenden Roman einen richtigen Schlager gefunden zu haben, der allen unseren Lesern, und ganz be- sonders der Frauenwelt, außerordentlich gefallen wird. Aufruf weiterer Betriebsgruppen zur Einführung des Arbeitsbuches. Im weiteren Vollzug des Gesetzes über die Ein. führung eines Arbeitsbuches vom 26. Februar 1933 hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung in einer zweiten Bekanntmachung vom 14. September 1933 nachfolgende Betriebsgruppen mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab zur Einführung des Arbeitsbuches aufgerufen: 1. Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirt- In einem Antray des Führers der Gießener Gärtnervereinigung, Gärtnereibesitzer Rudolf Schneider, wurde gewünscht,----u — der mehr als bisher durch den Blumenschmuckwettbewerb für die Verschönerung des Stadtbildes zu werben und die Bevölkerung aufzufordern, sich stärker als bisher an diesem Werk zu beteiligen. Kein Haus und kein Balkon soll ohne Blumenschmuck sein! Auch mit wenig Geld läßt sich dabei schon sehr viel Schönes erreichen. Neben der Förderung des heimischen Gärtnereigewerbes wird auf diese Weise auch in hohem Maße zum Gemeinschaftsnutzen unserer Stadt gewirkt. Der Antrag fand allgemeine Zustimmung. U. a. wurde von Dr. Kreger angeregt, bei den Preisen für den Blumenschmuckwettbewerb zum größeren Anreiz auch Theaterkarten zu geben. Gartenarchitekt Schwarz empfahl auch nach dieser Richtung hin verstärkte Werbearbeit durch die Presse, ebenso die Schaffung von Blumenschmuck an den Stätten der Arbeit in Fabriken, Werkstätten, Büros usw. in den Zimmern und an den Fenstern; in dieser Hinsicht wird der Verein nach der Erklärung von Dr. Hamm mit dem Amt „Schönheit der Arbeit" der Deutschen Arbeitsfront Verbindung aufnehmen. Zum Schluß wurde noch die Beseitiguny des jetzigen schlechten Straßen bildes auf dem Geländezipfel zwischen Neuen Bäue und Neuenweg vor der Stadtpost gefordert. Auch nach dieser Richtung wird sich die Vereinsführung bemühen. Nach etwa dreistündiger fesselnder Versammlungsarbeit wurde der Abend vom Vereinsführer 2)r. Hamm mit dem Gruß an den Führer geschloffen. 10000 Mark zur Verfügung stehen. Don dieser 1 Summe wird allerdings ein ganz erheblicher Teil । durch die Herausgabe des neuen Führers in Anspruch genommen werden, so daß der Verein unbedingt der weiteren finanziellen Stärkung bedarf. Die Jahresrechnung ist von den Rechnungsprüfern m Okdnung befunden worden, der Dereinsführung wurde daher einstimmig Entlastung erteilt. • Anträge für die weitere Vereinsarbeit. Aus dem Kreise der Mitglieder ist u. a. von Bezirksdirektor Kretschmer gefordert worden, der Verein möge sich für eine Reuregelung des Autoverkehrs durch unsere Stabt, insbesondere des Laftautoverkehrs einsetzen, damit die von Süden nach Norden fahrenden Wagen von der Frankfurter Straße her über den Hindenburgwall, Hitlerwall und Marburger Sttaße fahren, während die von Nord nach Süd verkehrenden Kraftfahrzeuge von der Marburger Straße aus durch die Steinstraße über den Wernerwall, Horst-Wefsel-Wall und Frankfurter Straße geleitet werden sollen. Es ist mittlerweile festgestellt worden, daß diese Art der Verkehrs- leitung von der Behörde bereitsangeordnet ist, von einem Teil der Autofahrer aber nicht Immer befolgt wird, da anscheinend die Richtungsschilder nicht ganz den Erfordernissen entspre- chen. Diese neue Verkehrsregelung bezweckt einerseits eine Entlastung der vielbefahrenen Straßen, anderseits hat sie den Zweck, die Durch überaus großen Lastautoverkehr an und in den Häusern entstehenden Schäden nach Möglichkeit zu mindern. Es ist zu hoffen, daß die neue Regelung bald mehr als bisher in Erscheinung treten wird. Die Verkehrsregelung Im Settersweg soll nach dem Wunsche des Antragstellers ebenfalls einer Revision unterzogen werden, um den 23er- kehrsbedürfnissen der Geschäftswelt besser als bisher entsprechen zu können. Verhandlungen mit der Polizeidirektion stehen in Aussicht. Die Schaffung von Verkehrsinseln an den stark belasteten Straßenkreuzungen ist eine weitere Forderung des Anttagstellers, der vorbehaltlos zugestimmt werden muß. Es ist dabei an eine ganze Reihe von Sttaßenkreuzungen 'U denken, z. B. an der Senckenbergstraße/Hitlerwall/ Moktkeftraße, Kaiserallee bei der Persiluhr, Wall- tor/Marburger Straße, Neustadt/Wernerwall, Bahnhofstraße beim Hotel Schütz, Selterstor, Frankfurter Sttaße/Friedrichstraße usw. Es soll nach dieser N'ch- tung hin baldmöglichst Besserung geschaffen werden, soweit dies erreicht werden kann. Die Schaffung eines Dezernats für Verkehrsunfalle beim Landgericht Gießen ist bas Ziel eines anderen Antrags Kretschmer. Dieses Dezernat soll unter Leitung eines Richters stehen, der selbst Kraftfahrer ist und sich in alle Möglichkeiten eines Kraftfahrers versetzen kann. Der- Handlungen nach dieser Richtung hin sollen aufgenommen werden. Wie Dr. Hamm mitteilte, beabsichtige die Regierung von sich aus schon die Schaffung derartiger Dezernate in allen größeren Städten. Mehr Blumenschmuck! tern der großen Rundreisen (Autounternehmungen, Reisebüros, große Firmen usw.) sofort aufzunehmen, um auf diesem Wege zu erreichen, daß diese Rundreisen über Gießen geleitet werden. An diesen hatte ein Antrag des Kaufmanns Ernst Niemann zum Ziele. Hinsichtlich derMitgliederwer- b un g empfiehlt er, ungesäumt mit den Angehörigen der einzelnen an der Verkehrswerbung interessierten Berufe direkte Fühlung aufzunehmen. Das soll nach der Zusage von Dr. Hamm geschehen; im übrigen wurde auch in diesem Zusammenhang erneut auf die vorerwähnte, in Aussicht stehende Orts- fatzung zur Deckung der Verkehrswerbekosten hingewiesen. Hinsichtlich der Fremdenverkehrs- g schlug der Antragsteller vor, vom Verein aus direkte Verhandlungen mit den Veranstal- 9 Hans Stute, Luftsportlandesgruppe I, Orter 8. Handball im kreis VIII (Lahn-DM. der Vereine des freute' satzes zu suchen Tv. A tz b a ch 10:1. (3:1). Nach dem schönen Sieg vom vergange- f zu den & in Zveisil- Lützellinden lieferte ein aus- krelsklasse. - Tv. Dornholzhausen gezeigt, mit der noch gerechnet werden muß. Die erst verwandelt, und in der Wiederholung über die Garbenteicher, die noch am letzten Sonntag ein so 1 Latte gejagt. starken finanziellen Belastungen Bezirkes Gießen verbunden ist. Bezlrksklafse. Tv. Heuchelheim — Tv. 5:9 (2:5). Der Tv. Heuchelheim in Siek uf den L i Pferdk- stattfiildck nef[e) hch ib namh^ kämiienn mittai d . x\6)tet idekartei t untß* Die erste Mannschaft von Großen-Linden und die Zweite der „Teutonen" aus Watzenborn-Steinberg lieferten sich in ihrem Berband^spiel einen überaus spannenden Kampf, der unentschieden endete. Die Gäste lagen in • diesem abwechslungsreichen Spiel stets in Führung, die aber immer wieder aufgeholt wurde. Ein Elfmeter, zwei Minuten vor Schluß, der der Platzelf den Sieg hätte bringen können, wurde l, Forftvitz 'ei. uppen buche«. »di- Ei, 'bruar W Arbeitsvei > in eine ember ig$ irfung do: rbeitsbuchi! Muftrie. Innung un! Oer zweite Gpielsonntag in der Derbandsrunde Für Kreis und Bezirk war der 22. September der zweite Spielsonntag in der neuen Runde und für die Gauklassen der Beginn. Ueberall gab es auch diesmal wieder neben klaren und erwarteten Siegen große Ueberraschungen. Dieses „Unbestimmte" läßt darauf schließen, daß noch mit scharfen Kämpfen um die Tabellenführung gerechnet werden muß und daß man im Laufe der Zeit noch manches interessante Spiel zu sehen bekommt. Gauklasse. VfB Kurhessen Marburg — SV. Kurhessen Kassel 7:9 (6:4). CT. Kassel — 1900 Gießen 9:6 (2:4). Tuspo 86'09 Kassel — Tv. Eschwege 7:5 (2:4). Bedauerlich ist, daß der alte Handballpionier, der Tv. Wetzlar, seine Mannschaft aus der Gauklasse zurückgezogen hat. Der Grund dürfte in der schon stark umstrittenen Einteilung zu suchen sein, die mit Werner Nödelke, auf „He 72 d" 745 Punkte; 9. Hans Schubert, Bremen, Orter P. Rotykegel, auf „FW 44 d" 740 Punkte; 10. Theo Frizlen 735 Punkte. Neumann (188e) Dritter bei der „Großen Oreieck^ch der Hbcinpfoh'* . Am vergangenen Sonntag beteiligte sich der hiesige Fahrer Willy Neumann vom Gießener Radfahrer-Verein 1885 bei der Großen Dreieckfahrt der Rheinpfalz in Iggelheim (über 216 Kilometer). Die Rennstrecke führte über eine Rundstrecke von 27 Kilometer, die achtmal zu durchfahren war. Tausende von Zuschauern harrten an der Rennstrecke, um Zeuge rassiger Spurts zu sein. Die etwa 130 Rennfahrer waren in drei Klassen genannt. In das entscheidende Stadium trat das Rennen, als in der 4. Runde das gesamte Feld gesprengt wurde. Durch ein wahrhaft mörderisches Tempo konnten W ö l k - tert (Schweinfurt) und Neumann (Gießen) dem Gesamtfelde enteilen, und bald einen Vorsprung von 4 Minuten behaupten. Neumann war jedoch dem andauernden scharfen Tempo dieses besten deutschen Straßenamateurs noch nicht ganz gewachsen und mußte den Schweinfurter ziehen lassen, der sicher und unangefochten mit einem Vorsprung von 5 Minuten als Erster das Zielband passieren konnte. Die kurz darauf folgende Spitzengruppe, bestehend aus 6 Fahrern, lieferten sich einen scharfen Endkompf, wo Hillpert (Iggelheim) ganz knapp unseren Neumann hinter sich lassen konnte. Das Ergebnis des Alpenfluges 1935 Erbprinz zu Solms-Lich erringt den Preis des Reichsstatthalters von Epp. Das Ergebnis des Alpenfluges 1935, der am Sonntag mit Start in München-Schleißheim und Ziel in Prien durchgeführt wurde, kam noch in den späten Abendstunden des Sonntags zur Bekanntgabe. Den ersten Preis des Reichsstatthalters von Epp erhielt mit 795 Punkten der Erbprinz zu S o l m s - L i ch mit Orter W. H. Storp auf „GII". Zweiter wurde mit 790 Punkten Werner K e i d e l mit Orter Eberhard Schmidt auf ,Klemm L 26"; er erhielt den Preis des bayerischen Ministerpräsidenten. Den dritten Preis (Preis des Reichsluftsportführers) erhielt Günter Friedrich von der Uebungsstelle Breslau mit Orter Heinz R e i ch m a n n auf „He 72 d" mit 780 Punkten. An vierter Stelle placierte sich Dipl.-Ing. Scheuermann mit Orter Dipl.-Ing. Burger auf „Heinkel He 72"; er erreichte 775 Punkte und holte sich damit den Preis des Oberbürgermeisters der iw,,af Men. >tben GM MM y ■m werbend unbegnii' vermeiden/ -sich in * >>>L i«4 ber Mife ihren feitr- e bei der • näheren" n klang W ftnb zaW nbahn, W iergbahn, $ lüfte, wie fr )ou, Uufr- mßerbern len 6am$ nt> sksdä>! non Ihr, SeM . Oktober, iporfturlf j enteil*’S S«»1 > Surft » poriam*-.? iilerhd),1*; intern gezeichnetes Spiel und zwang den Gegner zur Hergabe seines ganzen Könnens. Trotz allem Eifer aber und trotz des Vorteils des eigenen Platzes stand der Sieg der Gäste, die sich wieder einmal mehr in ausgezeichneter Form präsentierten, nie in Frage. Tv. Münchholzhausen — Tuspo Marburg 6:6 (5:2). Die Platzmannschaft, die in der letzten Zeit stark enttäuschte, zeigte sich wenigstens in der ersten Halbzeit in bester Verfassung. Wenn es zum Schluß den Gästen gelang, den Ausgleich zu erzielen, so ist das in dem vollständigen Nachlassen des von Münchholzhausen eingestellten Er- :e bliebt, L,Qn diese. nur at *' "Dur! lb. fonber. tto.t ie wunbeii '' wird nn; bewegte^ •ening bö renußreich. ■ heute ein. J Sejunbe. \ 8°nz bt ch gefalle. Hauptstadt der Bewegung. Die weitere Placierung: 5. Ludwig Hoffmann, Landesgruppe Darmstadt, Orter Hans Witzel, auf „AL 101" 765 Punkte; 6. Oberleutnant Konst. Eberhard, Fliegergruppe Schleißheim, Orter Lt. H. Traulost, auf „He 72 d" 760 Punkte; 7. Rudolf Ziegler, Flugtechnische Fachgruppe München, Orter Herbert Nolte, auf „Salmson M 23 a" 750 Punkte; nen Sonntag hätte man den Gästen zugetraut, daß sie auch diesmal wieder erfolgreich abschneiden würden. Die Sache kam aber anders. Atzbach spielte wie noch nie und konnte die Gäste, die zwar in der ersten Hälfte noch etwas Widerstand entgegensetzten, in einem ausgezeichneten Spiel hoch schlagen. Tv. Dorlar — Tv. Groß-Rechtenbach 13:5 (5:3). Das Ergebnis kommt nicht überraschend. Wer Dorlar auf eigenem Platz schlagen will, muß über gediegenes Können verfügen. Das war aber bei den Gästen nicht der Fall, so daß das Ergebnis schon zu verstehen ist. Tv. Hörnsheim — Tv. W.-Niedergirmes 8:7 (5:4). Hörnsheim war seinem Gegner vollkommen ebenbürtig und konnte einen knappen aber vollkommen verdienten Sieg erringen. Die Mannschaft der Gastgeber spielte ausgezeichnet zusammen und sollte in dieser Form noch manchem schwer zu schaffen machen. Tv. Holzheim — Tv. A l b a ch 6:8 (4:1). Das Ergebnis stellt die größte Ueberrafchung dar. Holzheim, das in der letzten Zeit von Sieg zu Sieg eilte, hat sich und dazu noch auf eigenem Platz knapp aber verdient schlagen lassen. Woran es liegt, ist unverständlich, zumal noch in der ersten Spielhälfte eine klare Führung bestand. Tv. Krofdorf — Tv. Wetzlar II 20:3 (7:2). Krofdorf hat die besten Aussichten, den Staffelsieger zu stellen. Denn Wetzlar so überzeugend zu schlagen, bedingt schon eine ausgezeichnete Mannschaftsleistung To B e u e r n — Tv. W i ß m a r 7:8 (6:4). Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, das von Wißmar mit viel Glück gewonnen wurde. Tv. Ehringshausen — Tv. Herborn. Kampflos für Ehringshausen. Tv Straßebersbach— Tv Katzenfurt 9:4. Die Gäste zeigten zwar ein sehr schönes Spiel, konnten aber gegen die sehr aufgelegten Platzbesitzer nicht aufkommen. Tv. Hausen — Tv. Garbenteich 10:7 (4:2). Hausen hat sich erneut als eine Mannschaft ** Arbeitsvergebung. Die Provinzial- Direktion Oberhessen gibt im heutigen Anzeigenteil „efannt, daß die Verputzarbeiten für das Haus yitlerwall 41 zu vergeben sind. Angebote sind bis Dienstag, 8. Oktober, einzureichen. Auf die Bekanntmachung fei besonders aufmerksam gemacht. *♦ Die Lieferung von Uniformen und Mänteln für das Straßenbahnperso- :i a I wird von der Direktion der städtischen Betriebe m einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil nr Vergebung ausgeschrieben. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Heimtückischer Angriff auf einen Tankwärter. Am Hoftor der Opel-Tankstelle -n der Frankfurter Straße wurde in der Nacht zum Montag gegen 1.30 Uhr dem diensttuenden Tank- ooärter Heinrich Reuter geklingelt. Reuter, der »fort das Tor öffnete und der Meinung war, daß ss sich um einen Kraftfahrer handle, der tanken wolle, erhielt plötzlich einige schwere Schläge über iaen Kopf. Als sich Reuter der Angreifer wehrte imb, durch den Lärm herausgerufen, auch der Jn- 1-nber der Opeltankstelle erschien, ergriffen die feigen Löter die Flucht. Leider wurden sie nicht erkannt. Üib bei diesem UeberfaH ein Raub beabsichtigt war, tonnte bisher nicht festgestellt werden. Die Polizei ]onenrrafin>agen tn schnellem Tempo uno nllyl Oie rechte Straßenseite einhaltend durch die Bismarckstraße in Richtung Hindenburgwall auf die Lud- wigstraße in Gießen zu. An der Kreuzung Bis- marckstraße verursachte er einen Zusammenstoß mit einem die Ludwigstraße in der Richtung Lud- wiasplatz entlangfahrenden Personenkraftwagen, dessen Insassen erheblich verletzt wurden; außerdem entstand bedeutender Sachschaden. Während der Angeklagte seine Fahrt fortsetzen konnte, mußte das andere Fahrzeug abgeschleppt werden. Gegen den hierauf gegen iyn erlassenen Strafbefehl über 50 Mark Geldstrafe, hilfsweise 10 Tage Gefängnis, erhob der Angeklagte Einspruch. Nach umfangreicher Beweisaufnahme in der gestrigen Hauptverhandlung verblieb es jedock) bei der gegen ihn erkannten Strafe, unter weiterer Belastung mit den gesamten Kosten des Verfahrens. Der von einem Angeklagten eingelegte Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen über 30 Mark Geldstrafe, hilfsweise 6 Tage Gefängnis, wegen Pfandveräußerung wurde kostenpflichtig verworfen, da der Angeklagte in der gestrigen Hauptverhandlung nicht erschienen war. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Alke Marinefahnen. Anonyme Mitteilungen können nicht berücksichtigt werden. gutes Spiel geliefert haben, so klar zu schlagen, will verstanden sein. Spv. 1 9 0 0 G i e ß e n II — To. L i ch 3:7 (1:6), Daß Lich die Gießener so klar schlagen würde, hätt» niemand erwartet. Die Plagbesitzer konnten den eifrig spielenden Turnern nichts entgegensetzen Tv. Romrod — Tv. Alsfeld 0:3 abgebro' chen. Das anfänglich ausgezeichnete Spiel mußt4 vom Schiri abgebrochen werden, weil ein heraus» gestellter Spieler nicht den Platz verließ. Tv. Homberg — Tv. Burg-GemündeN 3:9 (1:4). Burg-Gemünden hatte das Spiel jederzeit in der Hand und gewann, auch in dieser Höh« verdient. Homberg spielte zeitweilig sehr tzgrt. To. Mandeln — To. Herbornselbach 7:0 (5:0). Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Treis 7:6 (5:5). Diesen Lokalkampf entschied der Vorteil des eigenen Platzes. Denn beide Mannschaften lieferten fick; einen ausgeglichenen Kampf, der mit einem Unentschieden einen gerechten Ausgang genommen hatte. Spieler und Publikum müßten sich etwas ruhiger verhalten. Tv. Grüningen — Tv. Ebersgöns 14:4 (10:0). Auch dieses Spiel hat wieder bewiesen, daß Ebersgöns weit schwächer als die übrigen Mannschaften der Runde ist. Jugendspiele. To. Garbenheim — Tv. Münchholzhausen 4:7 (2:3). Die Gäste setzten ihren Siegeszug fort. In einem schönen und spannenden Spiel wurde ein verdienter Sieg errungen. To. Lang-Göns 2. Jgd. — Tv. Lützel- I i n den Jgd. 9:4 (4:3). Es zeugt von der Qualität der Leistungen der Lang-Gönser Jungens, wenn es ihnen gelang, die Gäste so sicher zu schlagen. Es ist nicht jedem Verein möglich, zwei so spielstarke Mannschaften in der Jugend aufzustellen, wie es Lang-Göns kann. To. Krofdorf Jgd. — To. Wißmar Jgd. 9:8 (7:3). Die Krofdorfer haben die empfindliche Niederlage vorn vergangenen Sonntag wieder wettgemacht. Sie konnten ihren sicher nicht schlechten Gegner knapp aber verdient schlagen. Tv. Dutenhofen Jgd. — Tv. W. - Niedergirmes Jgd. 15:8 (6:4). Es muß gesagt werden, daß auch Dutenhofen über eine gute Jugendmannschaft verfügt. Denn sonst märe es nicht möglich gewesen, den letztjährigen Kreismeister so empfindlich zu schlagen. Tv. Ruttershausen 3ab. — Tv. Staufenberg Jgd. 3:2 (1:0). Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel, das mit einem etwas glücklichen Sieg der Platzbesitzer endete. To. Straßebersbach Jgd. — To. Katzenfurt Jgd. 7:7 (7:1). Tv. Dillenburg Jgd. — Tv. Herborn 1:10 (1:4). Fußball der Kreisklaffen Lollar — Rodheim 5:0; Leihgestern — Grünberg 1:0; Großen-Buseck — Heuchelheim 1:1; Leun — Burgsolnis 0:6; Philippstein — Steindorf 0:3; Albshausen — Oberbiel 1:1; Ehringshausen — Aßlar 0:4; Holzhausen — Nauborn 5:2; Garbenteich — Lich 1:0; Großen-Linden — Steinberg II 5:5; 1900 III — Grüningen 3:3; Lich II — DfB.-R. III 2:6; Rodheim'II Tv. 1846 0:6; Allendorf — Steinbach ausgefallen; Lollar II — Fellingshausen ausgefallen; Krofdorf — Vetzberg, D. nicht angetreten; Alten-Bufeck — Launsbach 10:0; Wißmar — Heuchelheim II 2:2; Grünberg II — Flensungen 4:0; Lollar III — Geilshausen 2:11; Rüddingshausen — Treis 2:1; Spfr. Wetzlar II — Wetzlar III 6:2; Waldgirmes — Naunheim II 2:5; Niedergirmes II — Oberndorf 1:2. Die Jugend-Pflichlspiele des Sonntags. DfB.-Reichsbahn I — Lollar 8:0; 1900 I — Leih- gestern 1:1, für 1900 gewonnen; Heuchelheim I gegen Steinbach 8:1, für Steinberg gewonnen; Alten-Bufeck — Großen-Buseck 0:10; Nieder-Ohmen gegen Rüddingshausen 11:0; Launsbach — Heuchelheim II 1:1; Steinbach — VfB.-Reichsbahn II 3:2; Kinzenbach — Rodheim 1:4; Daubringen — Wieseck 2:5; Großen-Linden — Lich 6:0; Londorf — Flensungen 2:5; 1900 II — Garbenteich ausgefallen. Schüler: Watzenborn-Steinberg — Klein-Linden; VfB.-Reichsbahn — 1900 verlegt; Alten-Bufeck gegen Großen-Buseck (Großen-Buseck nicht angetreten). Fußball im Turnverein Orohen-Linben Großen-Linden Jgd. — vsR. Lich Jgd. 6:0 (3:0). Die Jugend konnte in ihrem ersten Derbandsspiel einen ganz überlegenen Sieg feiern. Leihgestern kornb. — Großen-Linden fomb. . 3:4 (2:1). Eine kombinierte Mannschaft von Großen-Linden spielte in Leihgestern gegen eine Kombination der Spielvereinigung und konnte das kleine „Derby" nach beiderseits guten Leistungen knapp für sich entscheiden. Gr.-Linden I — „Teutonia" Watzenborn-Steinberg II 5:5 (2:2). hat die Ermittlungen aufgenommen. Dte Der- letzunoen, die Reuter bei diesem Ueberfall erlitt, erwiesen sich glücklicherweise als nicht sehr schwerer Natur. Nach kurzer Behandlung in der Chirurgischen Klinik konnte er wieder entlassen werden. ** Die „Harmonie-Sänger" im Lichtspielhaus Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße hat zur Bereicherung des Programms dieser Woche die „Harmonie-Sänger" verpflichtet, die mit ihren Darbietungen viel Stimmung in das Haus bringen. Die originelle Art des Vortrages, die starke mimische und pantomimische Untermalung und die rhythmisch und harmonisch sehr vielseitig abgewandelte Wiedergabe von Liedern und Schlagern fordern alle Aufmerksamkeit der Zuhörer heraus. Die Sänger warten mit Volksliedern, mit Kinderliedern auf, sie fingen Auszüge aus Operetten auf ihre Art und lassen schließlich auch am Sonntagabend die Dorfmusik mitspielen Die Zuhörer erwiesen sich als sehr dankbar und die Künstler mußten sich verschiedentlich zu Zugaben entschließen. ** U n f all. Dte hiesige 15 Jahre alte Arbeiterin Käthe Funk erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen doppelten Armbruch und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Amtsgericht Gießen Wegen fahrlässiger Körperverletzung hatte sich der 28jährige W. Sch. aus Marburg zu verantworten. Der Angeklagte fuhr am 26. April mit seinem Per- Evangelisches Männerwerk Gießen. Die Gemeindegruppe Gießen des Evangelischen Männerwerks veranstaltete im Saale des Vereins- yauses. Hinter der Westanlage, einen Familienabend. Nach einigen musikalischen Darbietungen begrüßte der Leiter der hiesigen Gruppe K. Weller die Besucher und wies gleichzeitig darauf hin, daß die Veranstaltung u. a. baßu dienen solle, Abschied zu nehmen von dem Heim, das der Verein 40 Jahre lang benutzt habe und das nun durch Verkauf in andere Hände übergegangen fei. Er wies auf die vor mehr als 40 Jahren erfolgte Gründung des früheren Evangelischen Arbeitervereins hin und gedachte in ehrenden Worten der Männer, die das Werk feiner Zeit geschaffen und fortgeführt hätten. Dabei wurde das Andenken der bereits verstorbenen Gründer und Förderer in üblicher Weise geehrt. Zur Erinnerung an die im alten Heim verlebten ötunben und zum Ansporn zur weiteren nutzbringenden Arbeit trug Frau M. Schäfer ein von Herrn Hahn verfaßtes Gedicht eindrucksvoll vor. Nach einem Gefangsvortrag des Frauenchors unter Leitung von Frau M. Schäfer hiell Verbandsgeschäftsführer Lauser- Darmstadt eine Ansprache. Er führte u. a. aus: In dieser Stunde des Gedenkens und Abschiednehmens stiegen noch einmal die Erinnerungen aus der jahrzehntelangen gemeinsamen Arbeit zwischen Verein und 23er» band auf. Mehr als 40 Jahre hätten sich Verband und Verein bemüht, die sozialen Schäden unseres Volkes zu mindern. Das seien Aufgaben gewesen, zu denen sich Christen verpflichtet fühlten. Aber olles Menschenwerk sei nichts ohne Gottes Hilfe. Unser Volk sei auf dem Weg, wieder Volk zu werden, es genieße heute wieder Achtung und An» ßehen im Ausland. Das Volk müsse oie Verbindung zum Schöpfer behalten, es müsse aber auch •eine Gemeinschaft bilden für das Schicksal jedes einzelnen. Der Redner sprach dann noch von den prak- ! üifd)en Aufgaben, die speziell dem Evangelischen Männerwerk zufielen, behandelte weiter noch die Sterbekasse der hiesigen Gemeindegruppe, deren Anschluß an einen Versicherungskonzern geplant ist. Im Verlaufe des Abends sprach dann noch IE. H o r st als Vertreter des Oberhessiscken Vereins ffür Innere Mission, dem das Vereinsyaus seither gehörte. Er betonte, daß die Verbundenheit zwi- fäjen der hiesigen Gemeindegruppe des Evangeli- nchen Männerwerks und dem Oberhessischen Verein Tür Innere Mission auch weiter bestehen bleibe. Als LGründer des früheren Evangelischen Arbeiterver- 2ins habe der Oberhessische Verein für Innere Mission reges Interesse an dem Wohlergehen seines Mündels. Der Oberhessische Verein für Innere Mis- | fiion habe der Wandererfürsorge stets große Be- I Achtung geschenkt und viele Jahre hindurch diesem i Werk treu gedient. Große Opfer seien gebracht worden, um das Werk zu erhalten, bis schließlich Die Aufgabe unvermeidlich gewesen sei. Man hoffe, Der hiesigen Gemeindegruppe bald ein anderes Heim "bieten zu können. Hausvater Loh brachte zum Ausdruck, daß es ::ür ihn schwer sei, die Stätte jahrzehntelanger egensreicher Arbeit verlassen zu müssen. Er er» nnere sich auch gerne der fruchtbringenden gemein- amen Arbeit im Evangelischen Arbeiterverein dzw. n dem Evangelischen Männerwerk. Er ermahnte, vuch für big Zukunft treu zusammenzustehen zu gemeinsamer Arbeit für unser Volk. Die Veranstaltung wurde durch weitere musikalische Darbietungen und Gesangsvorträge sowie »urch Dialektvorträge in bester Weise verschönt. Das Haus der Inneren Mission (bisher „Herberge ,ur Heimat"), das zu einem Betrag von etwa 60 000 Mark in den Besitz der Stadt Gießen übergegangen, sst, soll, wie man hört, nach den notwendigen Um» :oau» und (Erneuerungsarbeiten voraussichtlich das Hoch- und Tiefbauamt der Stadt Gießen aufnehmen. vornottzen — Tageskalender fürM111woch: NSG. ..Kraft durch Freude": 16.30: bis 17.30 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele Kantinengebäude der Firma Bänninger, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: schwimmen im Volksbad, 20 bis 21 Uhr: Reiten, I Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, I Zahnyofstraße: „Amphitryon" W 7150 < « 1. Pfarrertag der Evangelischen Landeskirche Nasiau-Heffen. LPD. Bad Homburg, 24. Sept. Der erste Pfarrertag der Evangelischen Landeskirche Nassau - Hessen, über dessen Beginn wir bereits berichteten, fand am Dienstag in Bad Homburg seinen Abschluß. In einem festlichen Gottesdienst, in dem die Pröpste Colin und Drommershausen den Altardienst versahen, predigte der Landesbischof Lic. Dr. Dietrich über die Kraft und Herrlichkeit christlichen Glaubens. Als unvergeßlicher Höhepunkt des Pfarrertages wird die sich an den Gottesdienst xmschlie- ßende Feier des heiligen Abendmahls in der Erinnerung der Pfarrer fortleben. Um 10.30 Uhr fand im Kurhaus unter Leitung des Propstes Drommershausen eine Tagung der Kampfstelle für Aufklärung statt, die über 300 Geistliche und rund 40 Laien als Mitarbeiter umfaßt. Der Propst konnte seiner Genugtuung über die geleistete erfolgreiche Arbeit Ausdruck geben, besonders dem „Jüngling im schlohweißen Haar", Generalsuperintendent i. R. D. Schöttler für seine Vortrags- und Predigtentwürfe seinen Dank aussprechen und verheißungsvoll die Aufgaben der Kampfstelle für die Zukunft umreißen. Landesbischof Lic. Dr. Dietrich dankte mehreren Universitätsprofessoren der Universitäten Gießen und Marburg, die als Ehrengäste am Pfarrertag teilnahmen. Er wies auf die Wandlung des Bischofsamts hin, die ihn in steigendem Maße Sonntag für Sonntag in die Gemeinden führe. „Ich verneine absolut", so betonte er mit Nachdruck, „daß wir kirchenpolitische Absichten haben. Wir wollen gar nichts anderes, als daß sich diejenigen, die guten Willens sind, zusammenfinden. Wir müssen loskommen von der niederen Kirchenpolitik und zur Ordnung finden." Probst Drommershausen schloß unter lebhafter Zustimmung mit dem Hinweis darauf, daß wir uns freuen sollten, unsere Arbeit dank der Tat des Führers ungestört tun zu können, und endete mit dem Gelöbnis, nichts zu tun, was dem Führer seine große und schwere Arbeit noch mehr erschwert, sondern vielmehr mit heiliger Hingabe sein Werk zu unterstützen. Der Tag fand abends seinen Ausklang in einem festlichen Gemeindegottesdienst, in dem der Landesbischof predigte, und an den sich die Feier des heiligen Abendmahls anschloß. Mordversuch an der Kusine. Der Täter stellt sich der Polizei. Limburg, 24. Sept. (LPD.) Am Montagfrüh stellte sich der Limburger Polizei der 20jährige Nickel aus Waldhausen bei Weilburg mit der Angabe, seine 15jährige Kusine ermordet zu haben. Auf Grund seiner Vernehmung und einer fernmündlichen Rückfrage in Waldhausen ergab sich, daß Nickel am Sonntag zwischen 21 und 22 Uhr mit seiner 15jährigen Kusine, mit der er ein Verhältnis unterhielt, eine längere Auseinandersetzung hatte, in deren Verlauf er dem Mädchen mit seinem Taschenmesser einen Stich in den Hals und Rücken versetzte. Bei der Abwehr weiterer Stiche erlitt das Mädchen mehrere Schnittoerletzungen an der Hand. Der Täter ließ sein Opfer dann liegen und flüchtete. Nach dem Besuch einer Wirtschaft in Weilburg setzte er sich in den Zug nach Limburg, wo er übernachtete, um am nächsten Morgen die Flucht nach Köln fortzusetzen. In der Annahme, seine Kusine tödlich getroffen zu haben, ließ ihm sein Gewissen keine Ruhe, so daß er sich der Polizei in Limburg stellte. Seinem Geständnis zufolge trug er sich schon länger mit der Absicht, seine Kusine zu töten, da ihm einerseits eine Heirat wegen der Verwandtschaft nicht möglich war, und da das Mädchen anderseits ein Verhältnis mit einem anderen Manne unterhielt. Das Mädchen wurde in bedenklichem Zustande in das Weilburger Krankenhaus eingeliefert. Oberhessen. Landkreis Gießen. * Wieseck, 24. Sept. Unserem gestrigen Bericht über die Feier zum „Ast der Deutschen Schule" m unserem Orte ist nachzutragen, daß sich um die unterhaltsamen Darbietungen der Veranstaltungen im wesentlichen die zwei ältesten Jahrgänge der Volksschule verdient machten. wg. Großen - Buseck, 23. Sept. Bei der heute in der hiesigen Gemarkung abgehaltenen O b st - Versteigerung wurden bei reger Beteiligung ziemlich hohe Preise erzielt. Es wurden durchschnittlich je nach Sorte und Qualität, für den Korb Aepfel am Baum 2,50 bis 4 Mark geboten. — Auf einer Obstbaumanlage des hiesigen Landwirts Heinrich Gans auf dem Attenberg steht ein junger Apfelbaum in voller Blüte. -Staufenberg, 24. Sept. Dieser Tage fand im Saale des Gastwirts L. Geißler ein D A F. - Walter-Appell derOrtsgruppeMainz- l a r statt, zu dem fast sämtliche DAF.-Walter und KdF.-Warte der Orte Daubringen, Staufenberg und Mainzlar erschienen waren. Organisationswal- tcr E. Schlapp eröffnete den Abend. Ortsgrup- penwalter L. Vogel gab zunächst die neuesten Anordnungen und Rundschreiben bekannt, und wies auf die Umstellung bei den DAF.-Heitschriften usw. hin. Anschließend folgte eine Aussprache mit den Block- und Zellenwaltern der einzelnen Betriebsgemeinschaften. Der zweite Teil des Abends galt der KdF. und ihren Einrichtungen. Volkslieder und Wiedergabe von Erlebnisfen auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hielten die Kameraden noch lange Zeit in kameradschaftlichem Geiste beisammen. -Der Ortswart der KdF. K. Bolte schloß den Abend mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer. Der Appell zeigte, daß die Kameraden mit Lust und Liebe bei der Arbeit sind und sich auch weiterhin mit Treue und Zuversicht dem großen Werk unseres Führers widmen werden. p. Odenhausen a. d. Lda., 24. Sept. Am Sonntagnachmittag entlud sich ein schweres Gewitter über unferm Ort. Der Blitz schlug etwa 100 Meter vom Pfarrhaus entfernt in einen hohen Birnbaum ein, der vollständig zersplittert wurde. Ein etwa ein Zentner schweres Stück Holz desselben wurde fast 80 Meter weit geschleudert. — Die Kartoffelernte ist in vollem Gang. Der Ertrag ist zufriedenstellend, „Industrie" und „Blaue Odenwälder" lieferten gute Erträge. Bei anderen Sorten war das Ergebnis sehr unterschiedlich. ■ Großen-Linden, 23. Sept. Die Bautätigkeit war hier in diesem Jahre sehr gering. Mietwohnungen sind schwer zu haben. — Mit der Druscharbeit ist man hier verhältnismäßig früh fertig, da fünf Drefchqarnituren hier gearbeitet haben. Der Ertrag der Körner ist gegen voriges Jahr im allgemeinen zurückgeblieben. — Mit der Kartoffelernte hat man nun begonnen, obwohl die Stöcke noch grün sind und die Kartoffeln noch wachsen. Auch hier bleibt der Ertrag gegen voriges Jahr zurück. Dagegen bringen die Run k e l r ü b e n einen guten Ertrag. X Lang-Göns, 23. Sept. Am heutigen Tage wurde mit der Fortführung der Wasserleitung in der Holzheimer Straße begonnen. Schon seit einigen Jahren wurde von den Bewohnern der einige hundert Meter vom eigentlichen Dorfe gelegenen Häuser der berechtigte Wunsch nach einem Anschluß ausgesprochen. Sie mußten sich bis jetzt mit einer gemeinsamen Pumpe begnügen. Es kann deshalb nur dankbar begrüßt werden, daß die Gemeindeverwaltung beschlossen hat, die Master- leitung bis zum letzten Hause durchzuführen. — In dem Garten eines hiesigen Einwohners ging heute morgen ein Kinderballon aus einem Orte Frankreichs (Departement Seine et Marne) nieder. s. Lang-Göns, 23. Sept. Am Samstag fand hier die Versteigerung des Gemeindeobstes statt. Trotzdem der Behang der Bäume in diesem Jahre sehr schlecht war, wurden über 600 Mark erzielt. Aepfel und Birnen gab es nicht viel, dafür aber Zwetschen. Es ist zu verstehen, daß die Zwetschen — bis auf einige Ausnahmen — recht hoch waren. Für Zwetschen wurden durchschnittlich am Baum 5 bis 7 Mark für den Zentner bezahlt. Aepfel kamen auf etwa 10 Mark, in Einzelfällen auch auf 15 bis 18 Mark. (Tafelobst). Die wenigen Birnen wurden ebenfalls gut bezahlt. tn. Lang-Göns, 23. Sept. Am letzten Samstag hielt der hiesige Geflügelzuchtverein eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Die neue Mustersatzung für die der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter e. V. angeschlossenen örtlichen Geflügelzüchtervereine wurde verlesen und einstimmig angenommen. Nach § 30 mußten noch einmal die Vorsitzenden neu gewählt werden. Als erster Vorsitzender wurde Otto M a y, sowie sein Stellvertreter Otto Heß, wiedergewählt. Otto May leitet den Verein nun schon viele Jahre und hat sich große Verdienste erworben. Das wurde durch diese Wahl anerkannt. Anschließend gab der Vorsitzende noch geschäftliche Mitteilungen bekannt. Vor einigen Wochen hat hier eine Stallfchau stattgefunden, dabei wurde festgestellt, daß wieder sehr gutes Zuchtmaterial vorhanden ist und daß man getroft wieder auf neue Ausstellungen gehen kann. Auch die Zahl der aktiven Züchter hat zugenommen. Wahrscheinlich findet noch in diesem Jahre eine Lokalausstellung statt. Weiterhin gab der Vereinsvorsitzende Mitteilungen über den großen Weltgeflügelkongreß, der im August 1936 in Berlin stattfinden soll, bekannt. Auch hierbei wird sich der hiesige Geflügelzuchtoerein beteiligen, ebenso an der großen Schau in Hannover. Kreis Bübingen. — Aus dem Kreis Büdingen, 24. Sept. Die Kreisobftbauminspektion Büdingen hatte, nachdem es schon in der Vorwoche für 56 Obstbaumwarte geschehen war, die Privatobstzüchter zu einer Besichtigung der Obstbaumanlage von etwa 300 Aepfelbäumen, fast ausschließlich Goldparmänen, zum Hofgute Konradsdorf gehörig, eingeladen, um den klar einleuchtenden Vorteil mehrmaliger Spritzungen mit verschiedenen Mitteln gegen Schädlinge vor Augen zu führen. Mit großer Spannung verfolgten die Interessenten, etwa 70 an der Zahl, die Ausführungen von Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) über die seit sechs Jahren durchgeführte Behandlung der Bäume zur Erzielung eines Üppigen Wuchses und schorffreien, prächtig entwickelten Früchten. Danach fand noch eine Besichtigung der aus mehreren taufend Apfelbäumen bestehenden Anlage auf Schönau 6ei OrtktttzSrg stak?, wo man die gleichen Feststellungen machen konnte. * Borsdorf, 24. Sept. In unserer Gememde wurde Adam Weiß II. zum ersten Beigeordneten und Albert Möbus zum zweiten Belgeordneten ernannt und verpflichtet. * Kohden, 24. Sept. Für unsere Gemeinde wurde Adam D ö l l zum ersten Beigeordneten und Hermann K o ch zum zweiten Beigeordneten ernannt und verpflichtet. Kreis Alsfeld. # Deckenbach, 24. Sept. In unserem Orte waren für d i e Druscharbeit drei Dreschmaschinen in Bettieb. Der Körnerertrag lag beim Roggen unter dem des Vorjahres, der Ertrag der übrigen Getteidearten konnte als gut bezeichnet werden. Die Grummet ernte wurde dieser Tage beendet. Gegenwärtig ist man mit der Kartoffelernte beschäftigt. Auf nicht allzu trockenen Aeckern ist die Ernte zufriedenstellend. Preußen. Kreis Dehlar. y Salzböden, 22. Sept. Am Freitag trat Lehrer Schneider in den Ruhestand; 35 Jahre hat er in unserer Gemeinde gewirkt. An der Abschiedsfeier, zu der die Schulkinder das Schul- Haus schön geschmückt hatten, nahmen Schulrat D e i s (Wetzlar) und der Ortsgeistliche Pfarrer Lindenborn teil. Schulrat D e i s dankte dem Scheidenden für feine treuen Dienste und überreichte ihm eine Ehrenurkunde. Pfarrer Linden- born überreichte im Namen der Kirchengemeinde ein Bild und sprach zu dem treuen Organisten Worte höchster Anerkennung. Lehrer Schneider sprach dann in bewegten Worten seinen Dank für alle Ehrungen aus. Er habe nur nach dem Wort der Schrift gehandelt: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte: wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren". (Luk. 17,10.) Er habe all die vielen Kinder, die er in den 35 Jahren seiner Wirksamkeit ausgebildet habe, zu christlichen und nationalen Menschen erziehen wollen. Lehrer Schneider schloß mit einer Mahnung an die Kinder, allzeit festzu- halten am christlichen Glauben und alles einzusetzen für das Vaterland. Am Nachmittag war dann die gesamte Schuljugend zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Lehrer Schneider hat sich hier ein Haus erworben und bleibt in unserem Dorfe wohnen. Möchten ihm durch Gottes Gnade noch recht viele Lebensjahre befchieden fein! Dillkreis. * Bicken, 22. Sept. Ein hiesiger Einwohner, der mit der Zwetschenernte beschäftigt war, stürzte vom Baum und gegen eine Mauer. Durch den harten Sturz verlor er vorübergehend das Bewußtsein. Nach ärztlicher Hilfeleistung wurde er in seine Wohnung gebracht. Fußbattabteilung des Tv. Kinzenbach. SV. Kinzenbach 3gb. — Tuspo. Rodheim 3gb. 1:4 (1:2). Erwartungsgemäß verloren die Einheimischen auch dieses Verbandsspiel. Trotzdem" zeigte die Mannschaft beffere Leistungen wie im ersten Kampf in Wismar. Der Sieg der Gäste war verdient. ■ kjochstätter-Mpeten £ Eilt! 6452D Eilt! MNeM Unversiegbare Quellwasserbrunn. und sonstige Bodenschätze sucht — Häuser und Bauplätze untersucht auf gefundheitsschädl. „Erdstrahlen" Frik Nogge, Erdstrahlenforscher ausDetmold.Nur heute Bayrischer Hof, Gießen, Telefon 3077. Waren Sie schon im Stuttgarter Hof T 04086 Seltersweg 50 ... da werden Sie gut bedient Vereinszimmer für 40 — 50 Personen frei Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Ihre Vermählung geben bekannt Fritz Zöller Herta Zöller, geb. Spatz lichlspielhaus Gießen Ab heute Mittwoch der bezaubernde Lustspiel - Großfilm der UFA: UM Amphiiryon (Aus den Wolken kommt das Glück). Ein Filmwerk vorbildlicher Unterhaltungs - Kunst von Reinhold Schünzel — mit Willy Fritsch, Käte Gold Paal Kemp — Adele Sandrock — Hilde Hildebrand. Im Beiprogramm 5453A Auf der Bühne nur bis Donnerstag: Die weltberühmten Harmonie - Sänger mit neuem Programm! Ferner: Kulturfilm und Ufa - Ton - Woche! Täglich 4. 6, 8.30 Uhr - Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr. Gießen, den 2S. September 1935 04058 5431 C cdn/nut Lcndt < 35^ UND ■. HAUTCREME-SEIFE S5§ HAUTCREME NORMALTUBE Mittwoch, den 9. Oktober 1935, 8.30 Uhr Meldeschluß: Freitag, den 4. Oktober 1935, 10 Uhr vorm. GIESSEN prämiierungs-pserdemarkt Kevbfi-Schau- und Vevkaussmesse vom 5. bis einschließlich 13. Oktober 1935 «elisvovtliche vesanftaltnugeri Samstag, den 12. Okober 1935 Bürgermeisterei Innnen- AvmWlr aoaigei v-eueii er' tun ' Posts DampMgewerk Lollar B.Nuhn A.6..Lollar. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl.MJ.9D FranzMIACo., Gießen Seltersweg44 a Denn zwischen Herbst und Winter wollen Sie sich doch auch etwas Neues machen lassenl Drum kommen Sie zu mir, meine 'M Damen,ich bringe eineFülle neuer Stofte- aus denen fesche Kleider. Mäntel u. 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Sie ließ den Brief sinken und sagte: „Jetzt verstehe ich alles. Und auch Frau von Rieders ... Sie hat mich niemals lieb gehabt." Niemand sprach ein Wort, bis sich Monika endlich mit einer entschlossenen Bewegung die Haare zurückstrich: nur mich an und Herrn von Gerling. — Sie sind mir ein lieber, guter Kamerad", und sie hielt ihm die Hand hin — „aber ..." Doch Johnie ließ sie nicht weiter sprechen. „Du weißt wohl noch nicht, Monika, daß wir ein Brautpaar hier haben? Herr von Gerling hat soeben um Deine Schwester angehalten, und so will ich denn dasselbe tun und Frau von Tanner bitten, mir Monika zu geben." Und Monika sagte nicht nein. Nun Frau von Tanner meinte etwas wehmütig: „Nun habe ich gedacht, zwei Töchter zu haben, und werde binnen kurzem keine mehr bei mir haben ... !" „Aber Muttchen! Sprich doch nicht so!" rief Evi. „Du verlierst uns doch nicht. Im Gegenteil, du kriegst noch zwei Söhne dazu. Und was für Söhne, Muttchen! Da wirst du deine Freude haben!" Sie war ganz ausgewechselt, die schüchterne Evi, in ihrem Glück. So übermütig hatte sie noch niemand gesehen. Aber noch eine Ueberraschung gab es an diesem Abend. Als alle endlich wieder um den Tisch herumsaßen, zog Johnie einen dicken Umschlag aus der Tasche. Er sah zuerst Monika an. „Mein Liebling", sagte er zärtlich. „Für dich habe ich noch gar nichts. Nicht einmal einen Ring für deinen Finger. Aber für meine Schwägerin Evchen habe ich hier bereits mein Hochzeitsgeschenk." Er reichte Evi den Umschlag hinüber. Sie öffnete ihn und starrte hilflos auf die gestempelten, eng beschriebenen Bogen. Johnie sah, daß er erklären mußte. „Mir haben gestern eine lange Aussprache gehabt mit Evchen, und da habe ich nicht nur gesehen, was für ein goldiger, selbstloser Mensch sie ist, sondern auch, daß Frau von Tanners sehnlichster Wunsch war, aus der Stadt fort zu können und noch einmal auf Schloß Freienfelde zurückzukehren. Und so bin ich heute früh mit einem Notar nach Freienfelde gefahren, nachdem ich erfahren hatte, daß es der jetzige Besitzer wieder verkaufen will. Es war ein glücklicher Zufall. Es ging alles sehr schnell und ist in bester Ordnung. Es hat mir nu.r Sorge gemacht, ob Evi von Tanner mein Geschenk annehmen würde. Aber meine Schwägerin kann natürlich nicht nein sagen." „Du guter, guter Mensch!" rief Evi und fiel ihm um den' Hals. Und auch Monika griff nach seiner Hand und drückte sie innig. Ihr brauchte er nichts zu erklären. Sie verstand den Zusammenhang. „Und jetzt", saate Johnie. „wenn Frau von Tanner nicht zu müde ist, fahren wir alle ins Hotel zu meiner Mutter." „Aber Frau Klinke wird schon schlafen!" meinte jetzt Monika. „Macht nichts!" rief Johnie übermütig. „Dann wecken wir sie eben. Mutter wäre sehr gekränkt, wenn wir bis morgen damit warten würden. Sie sagt immer, Freude ist das beste Lebenselexier; davon kann man nicht genug haben, und um jede Stunde, um die man es später bekommt, ist es schade." Und so geschah es auch. Und bald vermehrte Frau Klinke den Kreis der glücklichen Menschen. Als sie Monika m die Arme nahm, meinte sie lächelnd: „Na, Monika, habe ich nicht recht gehabt, als ich dir damals in Wunsiedel sagte, daß jedes Mädchen, das meinen Johnie bekommt, glücklich sein kann?" „Ja, das kann sie, und das ist sie auch!" versicherte Monika ernst. Wenige Wochen darauf fand auf Schloß Freienfelde die Doppelhochzeit statt. Nur wenige Gäste waren anwesend, und auch die verließen bald nach den beiden jungen Paaren das Schloß, wo die beiden Mütter zurückblieben. Frau von Tanner weinte. „Es ist doch ein bißchen schwer für mich, sie beide auf einmal fortzugeben. Und Evi so weit!" Doch die resolute Frau Klinke tröstete: „Ach was, Das ist das Schicksal der Mütter! Und um Evi brauchst du keine Angst zu haben. Sie ist in guten Händen. Gerling wird sie schon zu schützen wissen, vor jeder Gefahr. Und in einem Jahr kehrt er ja für immer in die Heimat zurück. Und auch Johnie bleibt nicht mehr lange in Amerika. Wir werden unsere Fabriken verkaufen. Er ist ja doch ein richtiger Gelehrter, der Johnie, und da wird er sich hier am wohlsten fühlen. Und ich eigentlich auch. Und besonders wenn ich Großmutter sein werde. Ich kann es eigentlich gar nicht mehr erwarten, bis man zu mir .Großmama' sagen wird. Du nicht auch?" Da lächelte Frau von Tanner. Die beiden alten Frauen blickten schweigend mit rosigen Zukunftsgedanken in den sinkenden Abend. * Unterdessen jagte der alte graue Opel-Wagen des Doktors Hartenberg nach Wunsiedel zurück. Er und seine Lotte waren natürlich bei der Hochzeit gewesen. „Und da siehst du nun, daß ich recht behalten habe", sagte Lotte triumphierend. „Ich habe es doch immer gesagt, wenn Monikas Briefe gekommen sind..." „Was denn?" meinte der Doktor erstaunt. „Ich weiß nur, du hast immer behauptet, daß Monika einen Mann braucht, der wie ein richtiger Romanheld aussieht, und das ist dieser Johnie Klinke, so ausgezeichnet er mir auch gefällt, doch wirklich nicht. Dann hast du immer geglaubt, daß es Gerling wird. Und drittens ..." „Ach, du Pedant!" schmollte Lotte. „Als ob es darauf ankäme! Die Hauptsache ist doch, daß ei richtig war, daß sie die Klinkes mitgenommen haben. Und war es nicht ein wunderbarer Weg, den Monika gegangen ist?" „Ja, wenn du es so meinst, hast du natürlich recht, mein Liebling!" sagte Doktor Hartenberg versöhnt. „Es war ein wunderbarer Weg, der Monika von Jnnemann zu ihrem Glück geführt hat. Und Gott erhalte es ihr!" Ende! Torpedoboote im Herbfisturm. Mit Windstärke 10 von der Elbmündung zum Zadebusen. Von unserem K.-B.-Berichtersiaiter. ....... ......../ sehr übel geendet, aber auf der Brücke fand sich ein Plätzchen, das halbwegs Schutz und Sicht zugleich bot. Bis „Elbe IV" war es noch gnädig abgegangen, aber dann ging es los und bei „Elbe II" hatten wir den schönsten „Kälbertanz", den man sich denken kann. Unaufhörlich rollten schwere und schwerste Brecher heran und überfluteten Bug und Heck, dazu pfiff der Wind in den höchsten Tönen. Ein Bootsmann hielt den Windmesser hoch: Windstärke 10! Dazu Seegang 6 bis 7 und der Schwankungsmesser auf der Brücke zeigte Ausschläge bis zu 38 Grad an. Ganz schlimm sah es steuerbords nach Vogelsang zu aus. Das waren Bilder entfesselter Kräfte, die man nicht vergißt. Und über allem rasende Wolkenfetzen und zwischendurch, das Ganze phantastisch beleuchtend, die morgendliche Herbstsonne. Ein holländischer Dampfer, der wie ein Betrunkener durch die Wellen torkelte, kam uns entgegen. Nicht viel besser ging es einem Franzosen, der mit Holz nach Hamburg wollte. Eine halbwegs anständige Figur machte noch der Hapagdampfer „New York", der von draußen kam. Mitten in Sturm und Wogenbraus wurde aber doch der gegenseitige Gruß nicht vergessen, der durch Dippen der Flagge ausgeführt wurde. Hinter „Elbe I" lag in voller Breite die offene Nordsee vor uns. Bisher hatten wir dem Sturm das Gesicht geboten, aber jetzt, nachdem wir eine Kursänderung auf Wangerooge zu genommen hatten, packte er uns mit frischen und verstärkten Kräften von der Seite an. Immer häufiger kamen die Rufe des Bootsmannes „Wahr — Schau!" die eiji kostenloses Salzwasserbad ankündigten, das auf der Brücke genommen wurde. Dagegen hilft nur Humor und der war bei Offizier und Mann reichlich vorhanden. Dor uns lief das Führer-Boot. Der „T i g e r", so schien es, hatte manchmal noch härter zu kämpfen als der „Wolf". Sekundenlang wurde das ganze Boot durchrüttelt, sekundenlang schien es in den Wellen überhaupt verschwunden zu sein, aber immer wieder kam es hoch und immer kamen die Befehle des Kommandeurs, der seine Halbflottille in jeder Minute sicher in der Hand hatte. Der Sturm mochte die Boote hin und her schleudern, Maschinenkraft und Menschenwille erwiesen sich bei dieser Fahrt doch als stärker. Der vorgeschriebene Abstand und die vorgeschriebene Staffelung wurden genau innegehalten, der Abstand von Boot zu Boot blieb fast stets gleich und die Maschinen liefen genau nach Vorschrift und Befehl. Auf Befehl liefen die Boote neun Seemeilen in der Stunde, aber sie hätten auch fünfzehn laufen können, wenn es befohlen worden wäre. Und wenn auch der „Tiger" vor uns manchmal in die Wellentäler hineingestürzt zu sein schien und wenn es aussah, als ob er von den Wellenbergen zerschlage» würde, er hielt durch. Und wie der „Tiger", sa der „Wolf", der „Jaguar" und der „Iltis". Di« Großartigkeit des Sturmes schien ohne Beispiel zu sein, großartig war aber auch diese Sturmleistung der Torpedoboote. Fürwahr, dieser Tag war ein schöner Abschluß gemeinsamer Tätigkeit. In zwei Jahren waren ditz 125 Mann Besatzung jeden Bootes eine Gemein« schäft geworden. Jeder stand an der richtigen Stelle, jeder tat seine Pflicht und an seinem Platz ausgezeichnete Arbeit. Unser Kommandant, Kapitänleutnant Zimmer, wurde sogar einen kurzen Augenblick fast schwermütig, als er seine zerrissenen Handschuhe in die brodelnde Flut warf. Die zwei Jahre, Die Reichsautobahn Nanksurt- Heidelberg serliggestellt. Der Bug des Schiffes stößt gerade in einen riesigen An Bord des Torpedoboots „Wolf". Das war ein rauher Gruß des blanken Hans, als einem oben an der Balustrade des Leuchtturms an fter „Alten Liebe" der Sturmwind von See her um die Nase pfiff, daß es nur so eine Art hatte. Der Turm schickte derweile unablässig seine Lichter iin die Elbmündung, aber da draußen ließ sich an diesem Septemberabend kein Schiff blicken. Keins Sam herein und keins fuhr aus. Bei solchem Wet- äer war die schützende Hafenzuflucht schon das beste. Menschenleer war der Pier, vom Lotsenhaus hatte Öer Sturm in den letzten Nächten das Dach her- □bgeriffen. An dem großen Mast hingen auch heute wieder — nun schon seit fünf Tagen — die beiden Sturmlaternen. Der vielbeschäftigte Lotsenkomman- Deur schüttelte bedenklich den Kopf und blieb auch pater beim gemütlichen Grog, der der Windstärke entsprach, bei seiner Meinung, daß nämlich bei solchem Wetter eine Toerpedobootsfahrt alles andere als ein Vergnügen sei, es sei schon eher eine Tortur gu nennen. Der Südwest heulte in seine Warnungen hinein und bestätigte die letzte Wettermeldung, die von einem erneuten Auffrischen des sturmes gesprochen hatte. Das war schon die rechte stunde, um einer Landratte die „Freuden" einer bevorstehenden Sturmfahrt bis ins letzte auszu- rmalen. Im Hafen aber lag d i e dritte Tor - fvedoboots-Halbflottille und bot die Ge- egenheit, von Cuxhaven nach Wilhelms- > a v e n , von der Elbmündung in den Jadebusen iiU fahren. Hier galt es. eine Entscheidung zu füllen. Schlimmer als schlimm konnte es nicht kom- Wellenberg hinein. — (Scherl-Bilderdienst-M.) men. Die Warnungen des Lotsenbeherrschers von Cuxhaven wurden in den Sturmwind geschlagen. ♦ Der Tag begann, wie die Nacht geendet hatte, stürmisch. Und die Stimmung wurde dadurch nicht gebessert, daß der Hotelportier das Wecken vergessen hatte und der „Badegast" ungewaschen und ungefrühstückt auf das Torpedoboot „W o l f" kam. Zu allem Ueberfluß stellte sich dann noch heraus, daß statt der Seekrankheits-Tabletten das Kopfschmerz- mittel einqepackt war. Aber zum Ueberlegen blieb jetzt sowieso keine Zeit, denn der Führer der Halbflottille, Korvettenkapitän Meendsen-Bohl- k e n , gab von seinem Kommando-Boot „T i g e r" den Befehl zur Abfahrt und die vier grauen Teufel der Raubtierklasse „T i g e r", „Ilti s", „W o l f" und „9 a g u a r" machten sich auf die bewegte Reise. Bis zum Feuerschiff „Elbe IV" hatte man uns eine Gnadenfrist gegeben, von da an spätestens, so wurde uns prophezeit, würden der Seefahrt unkundige Leute die Reise in waagerechter Lage zurücklegen und die Stunde verfluchen, da sie gutmeinenden Warnungen kein Gehör gegeben hatten. Um es gleich vorweg zu sagen: Die Prophezeiungen erwiesen sich, wie so oft, als falsch. Die „Badegäste" haben sich durchweg brav an diesem Sturmtag gehalten und selbst das leicht ironische Lächeln des „Doktors" an Bord des „Wolf", der freundlicherweise schon bei der Begrüßung seine Hilfe angeboten hatte, verwandelte sich von Stunde zu Stunde immer mehr in ein anerkennendes Schmunzeln. Spaziergänge auf Deck hätten freilich sehr bald W- - V ''/-/ ':'A ■^v*’ Zahlreiche Persönlichkeiten, unter ihnen die Reichsstatthalter Sprenger und Wagner, nahmen unter Führung des Generalinspektors Dr.-Jng. Todt eine Besichtigung der neuen Strecke vor. — Unser Bild zeigt die Ausfahrt aus Mannheim; im ersten Wagen (rechts) Dr. Tod t. (Presse-Illustration Hoffmann-M.) Zu jedem ikomml einmal das Glück. Vornan von Ellen Kulm lUrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Schluß. Nachdruck verboten. „Muttchen! Nun verstehe ich alles! Und wenn du !-rlaubft, werde ich einiges aus dem Brief vorlesen, >oamit vor allem das Andenken meines Vaters wieder gerechtfertigt wird." Mein geliebtes Kind! Während ich Dir diesen Brief schreibe, bin ich voll Sorge um Deine Zukunft. Ich werde Dich bald verlassen. Meine Schwester wird für Dich sorgen, so gut sie es vermag, das hat sie mir versprochen. Aber ich weiß wohl, sie ist selbst ein unglücklicher, verbitterter Mensch. Wo wirst Du die Sonne hernehmen, .die Du so nötig brauchst, mein Sonnenkind? Und doch, der Weg, den wir einmal eingeschla- gen haben, kann nicht mehr geändert werden. Vielleicht würde ich es versuchen, wenn es nicht zu spät wäre. Ich habe so viel nachgedacht. Vielleicht war es doch falsch, was wir taten. Man hat Dir gesagt, daß Deine Mutter tot ift Sie ist nicht tot, meine Monika. Sie hat nur Dich und mich verlassen. Daß sie mich verlassen konnte, könnte ich noch verstehen — aber Dich ... ? Wenn Du diesen Brief erhältst, bist Du em reifer Mensch. Du bist vielleicht sogarDoch davon später. Jetzt aber sollst Du die Wahrheit über das Schicksal Deiner Mutter erfahren. Wir lebten in der glücklichsten Ehe, bis eines Tages mein teuerster Jugendfreund zu Besuch kam. Ich war gerade auf einer kurzen Reise. Als ich zurückkam, empfing mich meine Schwester in höchster Erregung. Sie erzählte mir, daß Deine Mutter mich mit meinem Freund hintergehe, daß sie ihr bereits gestern verboten habe, ihn noch in meinem Hause zu empfangen, daß sie aber beide soeben in unserem alten Gartenhaus beisammen wären. Ich wollte es nicht glauben; doch endlich gingen wir gemeinsam hin. Ich sah durch das erleuchtete Fenster, wie Deine Mutter ihm den Schmuck aufdrängte, den sie von ihrer Mutter geerbt hatte, wie er ihre Hände küßte, und wie sie seinen Kopf zu sich empor hob und ihn küßte. Blind vor Zorn, wollte ich zu den beiden stürzen. Meine Schwester zog mich fort. Aber als Deine Mutter bald darauf zurückkehrte, verbot ich ihr das Haus. Sie verteidigte sich nicht. Sie ging zu Ihrer alten Kinderfrau, die im Dorfe lebte. Am Morgen dachte ich bereits ruhiger. Ich bat meine Schwester, mit ihr zu sprechen, vielleicht könnte sie ihr Verhalten doch erklären. War doch Konrad von T... immer ein so charaktervoller, edler Mensch gewesen. Und gerade er sollte mich verraten haben! Doch meine Schwester brachte mir den Bescheid, daß Deine Mutter erklärt habe, sie würde nie mehr zurück- kehren, sondern sogleich nach Berlin abreisen. Vielleicht hätte ich, da ich sie so gekränkt haben mußte, wenn sie vielleicht doch unschuldig war, selbst zu ihr gehen müssen. Doch das brachte ich nicht über mich. Monatelang wartete ich auf eine Nachricht. Und immer mehr hatte ich das Gefühl, daß ich ihr unrecht getan hatte. Die Sorge um ihre Existenz kam dazu. Ich wollte nach Berlin reifen. Doch meine Schwester wußte, daß es mir schwer fiel. Sie fuhr für mich und kam mit der Nachricht zurück, daß meine Frau bei Konrad von T.. .s alter Mutter wohne, und daß sie mir dringend rate, mich in das Leben meiner Frau und Konrad von T... nicht mehr einzumengen. Ich habe dann nur noch wenig gehört. Sie soll eine Tochter haben und noch immer nicht Konrad von T... geheiratet haben. Nun, ich hielt das immer für die Sache der beiden, die mich so verraten haben. Aber jetzt vor kurzem ist meine Gewißheit ins Wanken gekommen ... Ich habe das Zimmer Deiner Mutter niemals mehr betreten. Dor kurzem aber habe ich es doch getan. Meine Tage sind gezählt. Uebermenschli'ch stark packte mich vor kurzem die .Erinnerung. Es war wie ein Zwang. Ich öffnete die Schublade und fand ihr Tagebuch. Ich schlug es auf: meine Augen blieben auf Eintragungen aus den letzten Zeiten haften: „Noch ist es nicht gewiß, aber doch glaube ich, daß ich endlich wieder ein Kind haben werde. Wie wäre ich Gott dankbar, wenn er unseren glücklichen Bund wiederum segnen würde. ." Ich warf das Buch zurück, und seitdem foltert mich der Gedanke daran. Vielleicht ist jenes Kind mein Kind Ich wage nicht, nachzuforsch"n, es wäre wohl auch zu spät. Aber ich habe meine Schwester gefragt, und da hat sie mir einen Brief gegeben, einen einzigen Brief, den Deine Mutter einmal aus Berlin schrieb, und in dem sie mich um eine Aussprache anflehte. „Warum hast du das getan?" fragte ich sie. Sie zuckte mit den Schultern und sagte hart: „Ich habe dir diesen Brief unterschlagen, weil ich fürchtete, du könntest weich werden. Diese Frau ist deiner nicht wert, und ich mußte über die Ehre dieses Hauses wachen." Da habe ich wohl erkannte, daß meine Schwester Deine Mutter haßt. Ich kann es mir nicht erklären, aber es ist so. Ich habe die letzten Nächte nachgegrübelt, aber es gibt keinen Weg mehr für mich Meine Tage sind gezählt. Du bist zu iung, als daß ich Dir etwas erzählen könnte. Aber wenn Du diesen Brief erhältst, Monika, und wenn es eine Möglichkeit gibt, dann suche Deine Mutter auf, und wenn Du sie nicht findest, so lebt vielleicht Konrad von Tanner noch und kann Dir helfen. Er wird sie gewiß nicht verlassen haben, wie ich es tat. Und, Monika, wenn es wahr fein sollte, daß dieses Kind auch mein Kind ist, dann sage ihm, es soll mir verzeihen. Ich habe furchtbar gebüßt. Gott segne Dich, Gotte segne Deine Mutter und auch das Kind, das ich niemals gesehen habe, und von dem mir doch eine Ahnung sagt, daß es das meine ist.. anderwärts wieder in den Jadebusen. kommt d i e Tierprämiierung in Hungen Wirtschaft lagen größtenteils schwächer, so Siemens mit 1,25, Ächt und Kraft mit ebenfalls 1,25 o. H. Aus -en preußischen Nachbargebieten Turnvereins Krofdorf versammelte an« Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. ! 91,25 1 113,75 132 | 91,5 92,25 Banknoten. 01 28,25 I 28 I 29,5 I 4 - I 93,75 •I 208 I 208 I 209,5 I Hebung und Schu- dauernd am Pei- sieht alles einfach und elegant erst das Ergebnis langer Arbeit, lung. Der Ober-Steuermann ist in Sicht gekommen hinter uns. Jetzt werte minus o 0 0 0 6 0 0 0 12 0 10 5 6 4 7 7 38,9 143,65 109 132,5 102 124,5 124,5 119,5 170 126 101,5 105,75 113 93,25 156 125 90,5 96,13 100 104,4 112,13 91,75 154,5 126 89,25 84,65 103 52 106 109 80,5 126 94,25 142,65 79,25 25,9 279,5 171 152,25 28 13 208,25 38,9 143,9 108 75 111,75 102 123.25 138 124,5 119,75 169,75 128 38,13 143,65 107,5 131,5 101,5 121,75 137,5 123,75 IIP 168,5 127,13 0 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 8 52,5 108,5 110 79,5 96,75 145 26 282 154 38 143,4 108,25 131,5 101,5 121,75 137 123,5 118 168,75 127 52 106,5 109 80,5 94 142,75 25,5 279,5 152,5 103,5 53 108 110 81 127 96,5 145,25 80,5 26 282 172 154 meinschaftsband zerrissen, um neu geknüpft zu werden.* Wangerooge ist endlich und nun liegt das Schwerste Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co...... SiemensL Halske... Lahmeyer & Co..... 101 105,5 112,75 93 123 91 86,13 die der funge Marineoffizier als Kommandant eines Torpedobootes verlebt, find vielleicht die schönsten seiner ganzen Dienstzeit. Hier kann sich zeigen, was einer für ein Kerl ist! Das gilt für jeden, der der Torpedoboots-Gemeinschaft angehört. Nun, wo alles auf einander eingespielt ist, geht alles auseinander. Der Kommandant erhält ein Landkommando, Unteroffiziere gehen auf die Marineschule nach Flensburg, um hier ihr Steuermannspatent zu machen und ein Teil der Mannschaften wird auf andere Schiffe verteilt. So wird hier das Gelen, der Leutnant sagt ständig die Distanz an und immerfort gibt der Kommandant seine Befehle, um das Boot so zu führen wie es befohlen ist. Ein längeres Flaggensignal folgt. Mit fabelhafter Schnelligkeit werden die Signale vom „Tiger" abgelesen. „Paula, Lucie, Oel", „Kurfürst, Jota, Ppsi- lon". Und am Flaggenkasten wird hochgezogen, was befohlen wird. Schnellste Arbeit von Kopf und Hand wird hier verlangt und der Obermatrose Schmidt wird zu Recht vom Kommandanten belobt. Bon den drei Booten, die jetzt die Signale zu zeigen haben, ist Schmidt meistens der erste, der die Flaggen an der Leine hat. Nun wird auch verlesen, was der Halbflottillen-Chef herübergegeben hat. Er spricht allen Flottillenangehörigen Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus und sein Befehl schließt mit einem Heil auf die schneidige Torpedobootswaffe.' Und bann kommt als letztes, das von allen schon lange und sehnsüchtig erwartete Signal. Wilhelms- Haven liegt vor uns und die Flaggen auf dem „Tiger" verkünden: „Richard, Paula, Fritz". Auf deutsch und für jeden verständlich: „Alle Hebungen find beende t!" Nun geht es in die Schleuse. An Bord ist alles wohl, nur der Wellenbrecher des „Tiger" ist von den Wellen zerbrochen worden. Musik erklingt. Grüße hinüber und herüber. Wir legen an. Die Sturmfahrt der Torpedoboote ist beendet. Sie war ein Beweis für die prächtigen Leistungen der Maschinen und der Menschen und ein Zeugnis für den wahrhaft deutschen Geist, der in unserer Kriegsmarine lebt. kob Wenzel II., Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, Hermann Schäfer, Hungen, je Anerkennung. Familien: L. Weber, Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, je Ehrenpreis;K. Wilhelm Nathes, Lich, Otto Bück, Langsdorf, je 2. Preis; Hch. Köhler III., Die vielgefürchtete „Blaue Balje", ein Hexenkessel an Wellen bleibt steuerbords liegen und nun, unter Küstenschutz, wird auch die Sturmgewalt geringer. Jetzt sollen zum letztenmal die Männer und die Boote zeigen, was sie können. Aom Führer-Boot gehen die Signalflaggen hoch „Fahrtübungen der Kommandanten!" Jetzt, in der Wange- rooger Fahrstraße auf Schilligreede, kommen die Befehle Schlag auf Schlag. Die Boote fahren in der Staffel dann in Kiellinie und zum Schluß, ein einsangehörigen dem Judentum gegenüber zu verhalten haben, wie es der Wille des Führers \\\., schloß der Vortrag. Dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland, dem Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes foHen noch kurze Ausführungen des Vorsitzenden über Nichtarier und Turnerschaft. Mit dem Lied: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" leitete man zu d'm kameradschaftlichen Teil des Abends über, der dis Mitternacht Jugend und Vorstand bestens vereinte. = Hörnsheim, 23. Sept. Der hiesige Kindergarten, der in diesem Jahre ins Leben gerufen wurde, feierte sein Sommerfest, an dem die Gemeinde starken Anteil nahm. Nach kurzer Andacht in der Kirche bewegte sich ein geschlossener Zug unter Vorantritt des Posaunenchores zum Kindergarten. Hier zeigten die Kinder, nias sie bisher gelernt hatten, und sie fanden dabei dankbare Zuhörer. Im Verlaufe der Feier wurde jedes Kind mit einer Brezel und mit Spielsachen beschenkt. Pfarrer Koch beschloß die kleine Feier mit einer kurzen Ansprache, in der er vor allem der Kindergärtnerin Fräulein G e t h e für ihre Arbeit herzlichen Dank sagte. Gritzner Mmnkrastwerke Höchst a.®L< Süddeutscher Zucker ....... Langsdorf. 3. Preis. Vogelsberger Vieh. Jüngere Bullen: Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlfachfen, 1. Preis. Aeltere Kühe: Karl Keblowfki, Nieder-Bef- fingen, Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlsachsen, je 1. Preis; Karl Keblowfki, Nieder-Bessingen, Ernst Bein, Nieder-Bessingen, je 2. Preis; Rudolf Schmidt, Weickartshain, Wilhelm Fach, Nieder-Bessingen, je 3. Preis; Rudolf Schmidt, Weickartshain, Fürst ZU Solms-Lich, Hof Mühlsachsen, je Anerkennung. • Jüngere Kühe: Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlsachsen, Ernst Pein, Nieder-Bessingen, je 1. Preis; derselbe, Rudolf Schmidt, Weickartshain, je 2. Preis; Wilhelm Fach, Nieder-Bessingen, Heinrich Schlößinger, Nieder-Bessingen, je 3. Preis: Rudolf Schmidt, Weickartshain, Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlsachsen, je Anerkennung. Kalbinnen: Rudolf Schmidt, Weickartshain, 1. Preis; Ernst Pein, Nieder-Bessingen, 2. Preis; Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlsachsen 3. Preis. Rinder: Karl Keblowfki, Nieder - Bessingen, 1. Preis; Fürst zu Solms-Lich, Hof Mühlsachsen, derselbe, je 2. Preis; Rudolf Schmidt, Weickartshain, Karl Keblowfki, Nieder-Bessingen. je 3. Preis; derselbe, eine Anerkennung. Familien: Ernst Pein, Nieder - Bessingen, Ehrenpreis; Karl Keblowfki, Nieder-Bessingen, Fürst zu Solms-Lich, Hof Müblfachsen, je 1. Preis; Wilhelm Fach, Nieder - Bessingen, Rudolf Schmidt, Weickartshain, je 3. Preis; derselbe, eine Anerkennung. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 dis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht unv Kraft .......6% Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Slektr. Unternehmung. 5 Rahmen der zur Verarbeitung freigegebenen Kontingentsmengen ist nicht gestattet. 5. Es wird darauf hingewiefen, daß auch Lohn- und Umtauschmüllerei für Selbstversorger, Deputatempfänger und Empfänger eines Leibgedinges sowie Vermahlungen für Heeresverpflegungsämter, Marineintendanturen und für das Winterhilfswerk im Kontingent liegen. Mein-Mamische Börse. rMllagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 24. Sept. Die heutige Mit- tagsbörse setzte sehr zurückhaltend ein. Es lagen wieder wenig Aufträge vor, das Publikum beteiligte sich fast kaum am Geschäft, ebenso verharrte die Kulisse in ihrer zurückhaltenden Stellung. Besondere Nachrichten aus der Wirtschaft lagen nicht vor, die Börse wird immer noch von der unsicheren weltpolitischen Lage beeinflußt. Arn Aktienmarkt ergaben sich Abschwächungen von 0,50 bis 1,50 o. H. Von chemischen Werten setzten Farbenindustrie um 0,75 o. H. schwächer ein, Scheideanstalt verloren 1,50 v. H. Auch Elektro- A.E.G. Bekula I 100 104,75 111,75 91,75 124,75 89,25 83,9 01 90,5 5 113,65 4. 132 Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff . Norddeutscher Llond ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank ................ prächtiges Bild gebändigter Kraft, nebeneinander in der sogenannten Dwarslinie. „Boot in Rufweite!" Der „Jaguar" prescht vor zum Führerboot. Das aus und ist doch Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-Röhrea Buderus o Deutsche Erdöl 4 Gelsenkirchener O Harpener O Hvesch Eisen—Köln-Neuesseo .. O läßlich des zu Ende gegangenen Turnjahres am ©amstagabertö seine Turner und Turnerinnen vorn 14. Lebensjahr aufwärts in der Turhalle zu einer 2) i e t f e i e r, die sich sinngemäß, völkisch und einheitlich, wie es der Reichsdietwart wünscht, gestaltete. Vereinsführer Ehr. Jaeger wies in feinen Eingangsworten auf den Tage des Festes der deutschen Schule hin, in dem das Band enger Zusammengehörigkeit aller Deutschen in der ganzen Welt fester geknüpft werden müsse. Turn- und Vaterlandslieder, Gedichte und Sprechchöre schufen Werte für Gemüt und Seele. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag des Dietwarts E. Praß über die Judenfrage. Ausgehend von dem neuen Reichsgesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre beleuchtete der Redner von verschiedenen Gesichtspunkten aus das aktuelle Thema. U. a. beantwortete er die Fragen: woher stammen die Juden, was sind sie, wo leben sie, wie war die Entwicklung des Judentums in Deutschland, welches ist das Geheimnis seiner Macht? Der scharfe Trennungsstrich zwischen deutschem und jüdischem Geist kann nur dann gezogen werden, wenn jeder Volksgenosse die Juden- frage in erster Linie unter dem Blickwinkel der Rasse und des Blutes sieht. Mit den Richtlinien, wie sich der Turner, die Turnerin, überhaupt alle Ver- kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 24. Sept. Der Vorstand des im ganzen aber etwas abbröckelnden Preisen, war das Geschäft zufriedenstellend. Am Gemüsemarkt war Escariol, Rotkraut, Spinat, Tomaten, Weißkraut uüd Wirsing gut, Blumenkohl reichlich, im übrigen genügend angeliefert Bei etwas nachgebenden, sonst unverändert ten Preisen mar das Geschäft allgemein recht lang, sam. Es notierten: Blumenkohl Stück, 10—50, Busch- bobnen 15—20, Stangenbohnen 20—24, Escanol 4—6, Salat-Gurken (Kasten) 5—20 Karotten 4—6, gelbe Kartoffeln 330-350, dto. Pauls Juli 600 bis 650, Kopfsalat 5—8, Lauch 2,5—6, Meerrettich 40 bis 50, Petersilie 25—30, Melonen 25—30, Steinpilze 55—58, dto. Pfifferlinge 55, Rettich 4—8, Ro- mischkohl 5—6, Rote Rüben 4—5, Sellerie 12 30, Blätter-Spinat 10—12, dto. Wurzel 8—10 Schnittlauch 30, Tomaten I 10—12, dto. II 5—8, Weißkraut 2,5—4, Wirsing 4—7, Zwiebeln-Gartner 6, dlo. -Pfälzer 425—475, dto. -Sachsen 425—500, dto. -Gochsheimer 5—6, Aepfel I 18—22, dto. II 8—15, dto. -Wirtschafts 8—10, Falläpfel 3—5,5, Schafnase 10—14, Birnen I 18—22, dto. II 14-15, Kochbirnen 5—7, Gellert I 18—22, dto. II 14—15, Gute Luise 12—15, Mollebusch 13—14, Pfirsiche 15—30, Preiselbeeren 26—35, ital. Quitten 12—16, Trauben 11 bis 13, dto. holl. 46—50, ital. 16—19, span. 19—24, bulg. 18—22, Ungar. 12—15, Walnüsse 25—40, Zwetschen gewöhn!. 10—12, dto. -Eier 12—16. * Hungen, 24. Sept. Bei dem gestrigen Vieh- markt in unserer Stadt sand auch eine Tier- prämiierung statt. Das Ergebnis ist wie folgt: Hessisches Fleckvieh (Simmentaler). Jüngere Bullen: L. Weber, Langsdorf, 2. Preis. Aeltere Kühe: Ludwig Schmidt I, Langsdorf, Emil Sonnenburg, Hungen, je 1. Preis; Ludwig Schmidt I., Langsdorf, L. Weber, Langsdorf, Otto Bück, Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, Karl Wilhelm Nathes, Langsdorf, je 2. Preis; Hermann Schäfer, Hungen, Eduard Fay, Langsdorf, Otto Nicklas, Hungen, je 3. Preis; Heinrich Köhler, Langsdorf, Karl Wilhelm Nathes, Langsdorf, je Anerkennung. Jüngere Kühe: L. Weber, Langsdorf, Karl Nathes, Lich, je 1. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf, derselbe, Emil Sonnenburg, Hungen, Karl Rabenau, Langsdorf, je 2. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, Karl Müller, Hungen, Wilhelm Scheid, Bellersheim, je 3. Preis; Heinrich Köhler III., Langsdorf, Hermann Keil, Langd, Heinrich Döll, Ulfa, Heinrich Köhler III., Langsdorf, Wilhelm Kohlheyer II., Hungen, je Anerkennung. Kalb innen : Otto Bück, Langsdorf, Wilhelm Scheid, Bellersheim, Emil Walther, Langsdorf, je 2. Preis; Jakob Wenzel II., Langsdorf, Wilhelm Weil, Inheiden, je 3. Preis; Richard Jockel, Vil- üngen, August Albert, Steinheim, je Anerkennung. Rinder: Adam Hofmann, Langsdorf, Jakob Wenzel II., Langsdorf, Karl Köhler III., Langsdorf, je 2. Preis; derselbe, Adam Hofmann, Langsdorf, Otto Bück, Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, je 3. Preis; Heinrich Köhler, Langsdorf, derselbe, Ja- Sdiulttieta Payenhoser Aku lAllgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg ...... Dessauer Gas ............... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Lrenstein & Koppel ... Westdeutsche Kaufhof ... Chade ..................... Aerumulatoren-Fabrik Conri^Summi .......... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. beeinflußt, die 0,50, Mannesmann, die etwa 0,75 v. H. nachgaben. Daneben Holzmann um 1 v. H. niedriger, Daimler um 0,25 v. H. Grohbankaktien gaben durchweg 0,50 v. H. nach. Schweizer Bundesbahn behauptet. , , Es notierten: Altbesitz 109,90, 4 v. H. Rumänen 5, Adca 77,25, Commerzbank 87,25, DD.-Bank 87,25, Dresdner Bank 87,25, Harpener 111,75, Mannesmann 83,90, Rheinstahl 107,50, Stahlverein 77,75, Aku 52, AEG. 38, Conti Gummi 152,50, Daimler 94, Scheideanstalt 234, Deutsche Linoleum 142,75, Licht & Kraft 131,50, Farben 148,65 Ges- fürel 121,75, Goldschmidt 103, Holzmann 91,25, Mainkraft 93,75, Metallgesellschaft 105, RWE. 123,75 bis 123,50, Schuckert 118, Südd. Zucker 208, Reichsbahn-VA. 122,50, Hapag 15, Norddeutscher Lloyd 17. Frankfurter Obst, und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 24. Sept. Am Obst- und Südfrüchtemarkt herrschte sehr gutes Angebot von Aepfeln, Birnen und Zwetschen, genügend waren auch Pfirsiche und Trauben am Markt. Gütemähig bleibt im allgemeinen, besonders aber bei Aepfeln, manches zu wünschen übrig. Bei fthr flauen Geschäftsgang find die Preise für Zwetschen eine Kleinigkeit gefallen, für besonders schone Aepfel hingegen etwas höher, im übrigen aber unverändert. Zurückgehend angeboten waren ausländische Trauben und Pfirsiche. Bei uneinheitlichen, Die Unterbringung der Saarkohle. Fwd. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Bekanntlich hat Frankreich feine Bezüge an Saarkohle feit der Rückgliederung des Saarlandes auf weniger al? die Hälfte eingeschränkt. Da außerdem die hohe Zahl der während der Franzosenzeit an der Saar eingelegten Feierschichten verringert werden muß, ist es erforderlich, daß der deutsche Jn- lands-Kohlenmarkt erheblich arößere Mengen an Saarkohle aufnimmt, als früher. Seit der Heber- nähme der Saargruben durch das Deutsche Reich sind in dieser UmfteUung des Kohlenabsatzes schon beachtliche Erfolae zu verzeichnen, die jedoch nicht ausreichen, um das gekennzeichnete Ziel zu erreichen. Der Grund hierfür liegt häufig in der ablehnenden Haltung mancher Verbraucher, die wohl in Unfenntnis der nationalpolitischen Bedeutung des Saarkohlenbezuges an den bisher von ihnen verwandten Kohlensorten festhalten. Es muß von allen Verbrauchern, die nach der Verkehrslage für den Bezug von Saarkohle in Frage kommen, erwartet werden, daß sie auch Hnbequemlichkeiten bei der Hmftellung auf Saarkohle im Interesse der deutschen Volkswirtschaft in Kauf nehmen und auch, wenn erforderlich, auf die Erfüllung von solchen Lieferabmachungen verzichten, von denen das liefernde Syndikat zurückgetreten ist. Es ist Vorsorge fjetroffen, daß die Saarkohle nicht zu höheren Prei- en angeboten wird als die für Kohlen gleicher Art und Menge von anderen Verbrauchern in der betreffenden Gegend für Saarkohle gezahlt werden. Derarbeitungsquoten der Iioggen- und Weizenmühlen. Fwd. Der Vorstand der wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen als Kontingentstelle aibt auf Grund des § 16 der Satzung folgendes bekannt: 1. Die Derarbeitungsquote für den Monat Oktober 1935 wird auf 7 v. H. des Roggengrundkontin- gents und 9 v. H. des Weizengrundkontingents festgesetzt. 2. Für die Mühlen mit einer Tageshöchstleistungsfähigkeit von mehr als zwei Tonnen, denen nur Natürkraft zur Verfügung steht und die ein Jahresgrundkontingent von nicht mehr als insgesamt 3000 Tonnen Roggen und Weizen haben, sowie für die Mühlen von mehr als zwei Tonnen Tages- leiftungsfähigkeit, deren Jahresgrundkontingent nicht höher als insgesamt 750 Tonnen Roggen und Weizen ist und die überwiegend Lohn- und Hm- lauschmüllerei betreiben, wurden für die drei Monate September, Oktober und November 1935 25 v. H. des Roggengrundkontingents und 25 v. H. des Weizengrundkontingents zur Vermahlung freigegeben, ohne Festsetzung einer bestimmten Menge für einen Monat. 3. Alle Mühlen, die eine Tagesleistungsfähigkeit von nicht mehr als zwei Tonnen haben, wurden für die Monate September, Oktober und November 1935 insgesamt 25 v. H. des Roggengrundkontingents und 25 v. H. des Weizengrundkontingents zur Vermahlung freigegeben, ohne Festsetzung einer bestimmten Menge für einen Monat. 4. Ein Austausch von Roggen und Weizen im Durchweg niedriger lagen auch Montanwerte, Mannesmann mit 1,90, Rheinstahl 0,75, Stahloerein 1,40 v. H. Don Kunstseidewerten lagen Aku. mit 52,50 unverändert, während Bemberg um 2 v. H. abbröckelten. Von sonstigen Werten verloren Zellstoff Waldhof 1 v. H. auf 109, Zement Heidelberg dagegen konnten sich um 0,13 v. H. auf 113,75 v. H. erhöhen. Schiffahrtswerte bröckelten ebenfalls leicht ab, so Hapag und Nordd. Lloyd um je 0,25 v. H. Reichsbank tarnen mit 1 v. H. schwächer zur Notiz. Am Rentenmarkt ergaben sich gegenüber gestern keine wesentlichen Veränderungen, in Pfandbriefen kam einiges Angebot heraus Von Auslandswerten konnten sich 4 v. H. Ungarn Gold um 0,15 auf 8,95 erhöhen. Auch^ im Verlauf lag die Börse weiter schwach. IG. Farben gingen um weitere 0,50 v. H. auf 148,25 zurück. Soweit sonst noch Kurse zur Notiz kamen, lagen sie durchschnittlich schwächer, so Klöckner mit 1,50, Daimler 1,75, Gesjürel 2, Thür. Lieferung 1,50 und Deutsche Linoleum 1,50 v. H. Reichsbahn-Vorzugsaktien konnten sich dagegen um 0,13 v. H. erhöhen. Der Rentenmarkt lag im Verlauf eher leichter, Altbesitz bröckelten um 0,25 v. H. auf 108,90 ab. Kommunal-Umschuldung wurden mit 85,75 bis 85,90 genannt. Von Auslandswerten tarnen 4 v. H. Rumänen um 0,10 v. H. schwächer zur Notiz, während 5 v. H. Mexikaner unverändert lagen. Tagesgeld unverändert leicht und 2,75 v. H. Abendbörse schwächer. Die Abendbörse verlief sehr ruhig. Die Berliner Schlußkurse wurden vielfach um 0,25 bis 0,50 v. H. unterschritten. IG. Farben bröckelten auf 148,65 (149), RWE. auf 123,50 (123,75), Stahlverein auf 77,75 (78,25), Metallgesellschaft auf 105 (105,50) ab. Renten waren bei ruhigem Geschäft besser gehalten, Altbesitz gegen Mittagsschluß 0,13 o. H. freundlicher. Auslandsrenten ohne Hmfatz. Der Verlauf der Börse war nicht erholt. Von dem Kursrückgang von Stahloerein waren auch Rheinstahl Datum 4% bcegl. Serie II ............. 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. Frankfurt a. M Scrlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Echlußk. Abend- börse Schluß- kurs Echlußk. Mittagbörse 23.9 24.9- 23 9. 24 9 Datum 23 9. 24 9 23-9 24 9 — — — — Mansselder Bergbau.........8 120 118 120,25 118,25 6,25 6,2 6,1 6,05 Koks werte ............ 5 — 114,25 113,13 — 9,1 9,1 9,1 Phönix Bergbau.............o Rheinische Braunkohlen ..... 12 — — 5,25 5 5,25 5,2 215 215 215 215,5 38.75 38,75 39.4 39 Rheinstahl ................ 8% 109 107 5 109 108 15,25 » 15,75 27,65 17,13 78,75 15,25 Bereinigte Stahlwerke........ö Otavi Minen ............... o Kaliwerke Aschersleben........5 /9,75 19 131 77,75 19 130 79,75 19,25 131 78,25 18,9 130 17,5 78,25 17 77 16,9 77 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....iyt 182 124,75 182 124,5 183 125 182 112 87,75 111,75 87,25 111,5 87,75 112,25 87,75 I. ®. Farben.Jnvuslrte....... 7 149,5 148,65 149,65 148,9 87,5 87,25 87,25 87,75 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt .......... 0 235,5 105 234 103 105 103,5 88. 87,25 87,75 87,75 Rütgerswerke ............... 4 112,75 113 113,25 112,5 174,25 173,25 174 173,25 Metallgesellschaft...... 4; 106,75 105 107 104,75 Frankfurt a.M. | Berlin Schluß« kurs Echlußk. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mntag- börse Datum 23-9 24 9 23 9 24-9 8% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,65 100,65 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 97 96,9 97 96,9 Doung-Anlethe von 1930 .. 101,75 102 102 101 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 110,13 109,9 110,25 109,9 4B/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.S% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 100,3 100,25 100,3 100,75 96,75 ___ 96,5 — 4¥»% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,4 96,4 _ 96,25 6%% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liout ... 100,13 100 — — 4H% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 92 — — Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 112,65 112,65 113 113 <%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 *%% ehem. 4yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100 100 — 6%% ehem. 4K% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe..... 100,13 100 100 100 4H% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 <71% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanst., Gold Komm. Cbl.Vi 97 97 97 97 ktruergutich.Berrechnungsk. 85-39 107,3 I 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchtsche Goldrente.... °6,5 27,5 28 28 4,20% Oesterretchtsche Stlberrente — — 1,4 1,4 4% Ungarische Goldrente....... 8,8 8,95 9,1 8,95 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— 8,5 8,9 8,7 47i% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 8,9 8,75 9 8,8 10,4 10,25 10,5 10,5 4% Türkische Bogdadbahn-Anleihe Serie I ......... — — 23. September 24 September Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld | Brief Buenos Atre^ 0,698 0,702 0,688 0,692 Brüilel..... 41,99 42,07 42,02 42,10 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,55 54,65 54,52 54,62 Danzig..... 46,81 46,91 46,81 46,91 London ..... 12,215 12,245 12,21 12.24 HelstngforS.. 5,385 5,395 5,385 5,395 Paris ...... 16,37 16,41 16,375 16,415 Holland .... 168,03 168,37 167,88 168,22 Italien..... 20,30 20,34 20,30 30,34 Japan ...... 0,715 0,717 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,34 61,46 61,31 61,43 Men....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,08 11,10 11,07 11,09 Stockholm... 62,98 63,10 62,95 63,07 Schweiz .... 80,78 80,94 80,75 80,91 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... 10,265 10,285 10,27 10,29 Budapest ... Neupork ... 2,486 2,490 2,485 2,489 Berlin,24 September Geld Brie! _ Amerikanische Noten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten ................ 41,88 42,04 Dänische Noten ................ 54,31 54.53 Englische Noten ................. 12,175 12,215 Französische Noten............... 16,325 16,385 Holländische Noten .............. 167,46 168,14 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,15 61,39 Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling — Rumänische Noten ............... — Schwedische Noten............... 62,78 63,04 Schweizer Noten................. 80,57 80,89 Spanische Noten................. 33,57 33,71 Ungarische Note» ................