Nr.M Erster Blatt 185. Zahrgang Donnerstag, 25. Juli 1955 Erschein» rüg llch, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gieyener Familienblätter Heimat»m Bild Die Scholl« Monats-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Aernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche UniversitSt§»vuch- und Steinöruderci R. Lange in Gietzen. 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Rom, 24. Juli. (DNB.) Dienstag abend fanden in ganz Italien Volksversammlungen statt, die von den örtlichen faschistischen Verbänden veranstaltet wurden und Sympathiekundgebungen für den Duce und seine Ostäfrika» Politik darstellten. An zahlreichen Feiern nahmen auch die für Ostafrika mobilisierten Truppen teil. Ueberall wurden Reden gehalten, in denen die Mißachtung des ganzen Volkes für die gegenwärtigen diplomatischen Bemühungen zum Ausdruck kam und in denen besonders auf die kürzlichen Erklärungen des Duce hingewiesen wurde. Flammender Protest wurde gegen den japanischen Stimmungswechsel und die Aufhebung des Waffeneinfuhrverbotes nach Abessinien durch England erhoben. Ganz besonderes Aufsehen erregte darüber hinaus die letzte Nachricht, daß England nunmehr auch die Waffendurchfuhr durch seine Kolonialgebiete ungehindert gestatten will Die Presse ist kaum noch geneigt, den gegenwärtigen englisch-französischen Bemühungen irgendwelches Interesse zu schenken, sondern geht mit gar wicht mehr zu überbietender Schärfe zu massiven Angriffen gegen England über. -Für den Stil dieser Polemik ist der Artikel des o,ß a d o r o Fascista" bezeichnend. Das Blatt schreibt u. a.: „Die englische Zivilisation ist im Verfall begriffen und durch ihren eigenen Egoismus -unheilbar verurteilt. Wenn eine Nation, wie das »gerade jetzt England tut, soweit herunterkommt, Waffenhandel mit dem barbarischen Abessinien zu treiben, um die Begierden der Schwerindustrie zu befriedigen und dadurch gleichzeitig den Weg einer Zungen Nation wie Italien zu versperren, muß offen »ausgesprochen werden, daß die Zivilisation Eng- tands zum Tode verurteilt ist." Auch in der übrigen Presse wird betont von einer feindseligen Haltung Englands gesprochen. Die Waffenausfuhr nach Abessinien. L o n b o n , 24. Juli. (DNB.) Das englische Kabi- mett befaßte sich am Mittwoch erneut mit der Frage der Waffenausfuhr nach Abessinien. Die Ansicht der Minister geht nach Informationen Der „Eoening News" dahin, daß die Waffenaus- ffuhr in gleicher Weife nach Abessinien und Italien Erlaubt sein müsse. Die Erfordernisse strikter Neutralität machten diese Haltung notwendig. Allerdings sei eine formale Entscheidung der Regierung unwahrscheinlich, da hierdurch nur die ohnehin schon schwierige Atmosphäre noch verschlechtert werden könne. Auf eine Anfrage im Unterhaus erwiderte Handelsminister Runciman: „In den letzten 4 Monaten sind keine Lizenzen irgendwelcher Art für die Ausfuhr von Waffen nach Italien oder Abessinien ausgegeben worden. Mehrere Abgeord- mete verlangten, daß in der Frage der Waffenausfuhr keine unterschiedliche Behandlung zwischen Abessinien und Italien stattfinden solle. Werbestelle für abessinische Freiwillige in Jleugorf. HERE Hm Neuyorker Negerviertel, in Hartem, hat der ss. anafrikanische Verband ein Werbebüro eröffnet, in dem sich Neger freiwillig für Abessinien melden können, um an dem erwarteten Krieg gegen Italien teilzunehmen. Inzwischen wurden jedoch Anwerbungen für fremde Armeen in Amerika verboten. (Weltbild-M.) Abessinien braucht Geld. Für den Ankauf von Waffen und Munition London, 25. Juli (DNB. Funkspruch). Der abessinische Gesandte in London, Dr. Martin, äußert sich auch weiterhin mit großer Offenheit über seine Pläne. In einer Presseunterredung sagte er, er suche zunäch st zwei Millionen Pfund Sterling und dann womöglich weitere fünf Millionen Pfund aufzutreiben. Ursprünglich sollte dieses Geld für die wirtschaftliche Erschließung Abessiniens verwendet werden, aber der drohende Krieg habe jetzt den er st en Anspruch darauf. Er hoffe, die britische Regierung werde Kredite für den Ankauf von Waffen gewähren. In Abessinien sei eine be- sondere Kriegs st euer eingeführt worden, die etwa 5 Millionen Pfund einbringen solle. Vor allem sei Munition für Mausergewehre nötig, und zwar viel Munition, weil der Krieg vielleicht lange dauern werde. An Mausergewehren besäßen die Abessinier 100 000 bis 200 000 Stück. Von den Geschützen seien einige ineu, andere hingegen seien 1896 den Italienern bei Ädua ab- „Hur ein Wunder kann London, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der römische Berichkerstalker des „News" Chronicle" berichtet, es stehe fest, auch wenn es bestritten werde, daß vor genau einem Jahr hohe italienische Offiziere mit Bestürzung erfahren hätten, daß Mussolini einen Feldzug in Abessinien plane, um einen Korridor zwischen den beiden italienischen Kolonien Somaliland und Lry- trea herzustellen. Sie hätten sich gegen diesen Plan ausgesprochen, ebenso ein an Ort und Stelle befindlicher Ausschuß. Aber Ttglien sei seit einem Jahr dem Krieg mit verhängnisvoller Stetigkeit entgegengetrieben, heute seien die italienischen Forderungen so groß, daß sogar der versöhnliche Völkerbundsrat ihnen kaum zustimmen könne. Soweit sich feststellen lasse, fordere Italien den B e - sih wertvoller und ungeheuer ausgedehnter Ansiedlungsgebiete und die Uebernahme des Polizeidienstes in den drei oder vier Provinzen, die Abessinien gelassen werden sollten. Somit könne nur ein Wunder diesen furchtbaren Krieg verhindern. Die Italiener würden die von ihnen geforderten Opfer bringen, aber das Volk und Mussolini selbst seien unruhig. Gerade die Heftigkeit der Presseangriffe auf jede Regierung, die die Gerechtigkeit und Weisheit des Krieges anzweifle, fei der beste Beweis für diese Unruhe. * Der nationale R a t der britischen Arbeiterbewegung hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, der italienische Faschismus suche in Afrika einen Ausweg aus feinen 3lalten unter den Gesetz Die gewaltigen Rüstungen gegen Abessinien, die Schiffstaufe und jene Summen, die für die Herstellung von Kriegsmaterial in Form von Rohstoff- bezügen ins Ausland gehen, haben Italien in die Zwangslage gebracht, die 40prozentigeDe- visendeckung für die umlaufenden 13,03 Milliarden Lire aufzuheben. An und für sich wäre diese Maßnahme nicht besonders wichtig, da die Währungsdeckung allein, wie das Schicksal der amerikanischen und französischen Währung zeigte, nicht genügt, um eine Währung stabil zu halten: aber Italien befindet sich gewissermaßen in e i n er Zwickmühle. Es hat schon wiederholt Vorschriften erlassen, um den Besitz von Gold und Silber bei Privaten in die Staatskassen zu leiten und damit seine Devisenbilanz zu entlasten. Es hat geradezu rigorose Devisenvorschriften, die trotzdem nichts halfen, es hat die Emissionssperre, und bei diesem jahrelangen Experimentieren ist die italienische Wirtschaft mit Ausnahme der Schwerindustrie, die direkt für Kriegszwecke arbeitet, immer mehr verelendet. Man darf nicht vergessen, daß der italienische Zwang, die Staatsfinanzen zu sanieren und gleichzeitig den Export zu stärken, auf Kosten des Exportes ging, also in einem Rückgang der Devisenanfälle sich bemerkbar machte. Für die politischen Hoffnungen scheint der Wirtschaftskörper Italiens zu f ch w a ch zu sein. Jedenfalls ist trotz der pom- pöfen Erklärung des Obersten Faschistenrates, Italien könne sich im Kriegsfälle mit allen wesentlichen Rohstoffen selbst versorgen, das Gegenteil richtig und hat zu einer Aktion geführt, die gewissermaßen die Währungsbank für den Kriegsfall mobilisiert ohne Rücksicht auf den Ausgang Schon vor dem abessinischen Abenteuer war Italien stark verschuldet, die Lira infolgedessen unterwertig. Italien hat eine öffentliche Schuld, die am Ende des Etatsjahres, am 1. Juli 1935, sich genommen worden. Hinzu käme noch eine Anzahl Maschinengewehre und 5 bis 10 Flugzeuge, lieber die Stärke des Heeres drückte sich der Gesandte nicht deutlich aus. Er sagte nur, alle Männer würden ihr Möglichstes tun, und die Frauen würden sie begleiten und für sie kochen und waschen. Neuigkeiten aus Abessinien. London, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Aus Addis Abeba wird gemeldet, daß dort eine neue iatienifdje Note eingetroffen fei. Ferner wird berichtet, es habe große Heiterkeit erregt, daß die italienischen Konsuln in Harar und Gondar an der dortigen Geburtstagsfeier für den Kaiser teilgenommen hätten, während der italienische Gesa n d t e in Addis Abeba als einziger Diplomat dem Empfang ferngeblieben sei. Uebrigens soll auch der amerikanische Präsident Roosevelt an den Kaiser zu dessen Geburtstag herzliche „Glückwnsche" gesandt haben. In Alexandria dauern die italienischen Ankäufe an. Mehr a l s 300 Ford - Lastkraftwagen mit Ersatzteilen sollen dort zur sofortigen Verschickung nach Eretres angekauft worden sein. den Krieg verhindern." wirtschaftlichen, finanziellen, politischen und kulturellen Schwierigkeiten. Völkerbundssatzung und Kelloggpakt seien in Gefahr. Der nationale Arbeiterrat fordert die Regierung auf, sofort eine öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates zu beantragen. Anfang nächster Woche Ratstagung in Gens. Paris, 25. Juli (DNB.) In einer Unterredung zwischen Ministerpräsident Laval und dem Generalsekretär des Völkerbundes, A v e n v l, wurde vereinbart, daß der Völkerbundsrat in den ersten Tagen der kommenden Woche zusammentreten wird. Der genaue Tag wird am Donnerstag feftgelegt werden in einer fernmündlichen Besprechung, die Avenol mit dem Ratspräsidenten Litwinow haben wird. Die Einladungen werden am Freitag von Genf aus versandt werden. Man hofft, daß die Beratungen über den abessinischen Streitfall so weit geführt werden können, daß die für den 2 5. August vorgesehene außerordentliche Ratstagung sich erübrigen wird. Laval wird die französische Abordnung selber führen. Eden wird England vertreten. Die „Times" schreibt, die französische Regierung wünsche ihre Freundschaft mit Italien aufrechtzuerhalten und die diplomatische Zusammenarbeit der drei Stresa-Mächte zu sichern. Man glaube aber, daß Paris jetzt einsehe, daß Freundschaft und Zusammenarbeit nur aufrechterhalten werden könnten, wenn Rom weiterhin seine Verpflichtung gemäß der V ö l k e r d u n d s s a tz u n g erfülle. en der Kriegswirtschaft. auf 105,39 Milliarden Lire belief. Der Fehlbetrag des letzten Jahres ist zwar auf 2,43 Milliarden Lire zurückgegangen, aber diese Besserung ist nur scheinbar, denn verschiedene Sonder-Etats sind bei der Berechnung nicht berücksichtigt und vor allem fehlt jede Angabe über die Ausgaben der ostafrika- nischen Aufwendungen. Das von der italienischen Regierung beliebte Mittel, durch Rückgriffe auf die Postsparkassen sich Mittel zu verschaffen, ist nicht mehr anwendbar, seitdem d i e Abhebungen überhand genommen haben, und die Deckung des laufenden Bedarfs durch Schatzwechsel — so jüngst in Höhe von 1 Milliarde Lire zu 4 v. H. — bei den Kreditinstituten ist ebenfalls nicht beliebig zu verlängern, da die Aufnahmefähigkeit dieser Institute nur begrenzt ist. Unter solchen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn bereits vor der neuesten Regelung sich der Kassakurs der Lira im Ausland erheblich verschlechterte, bis zu 9 v. H., trotzdem Interventionen von der Banca d'Jtalia zeitweilig vorgenommen wurden, um den Kurs zu halten. Wesentlich aber zeigt sich, was die internationale Finanz w e l t von der Lira hält, wenn man die Deportsätze für Termin-Lira betrachtet. Sie betrugen anfangs Juli noch rund 20 v. H., stiegen aber dann sprunghaft bis auf 35, mit anderen Worten: Die Lira ist eine sehr riskante Währung. Die Gold» und Devisenbestände betrugen noch Anfang 1934 7,09 Milliarden Lire, Ende 1934 waren sie auf 5,81 zusammengeschmvlzen, und am 30. Juni 1935 wurde eine Deckung von 5,58 Milliarden Lire ausgeroiefen, d. h. von nur 41,60 v. H. Damit war die Aussetzung der 40proz. Golddeckung gegeben, denn inzwischen dürfte ein weiteres Schmelz en des Währungshor- t e s eingetreten fein. Zwar wird an der Stabilität der Währung mit dem bekannten Disagio von 8 v. H. festgehalten, man glaubt, man könne län- Hollands Kampf um den Gulden. Don unserem WI -Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam, Juli 1935. Schon seit geraumer Zeit hat die hollän- dische Regierung mit innerpolitischen Schwie» - rigfeiten zu kämpfen, die vornehmlich aus der Wirtschafts- und Währungslage resultieren. Die Lage hat sich nun in den letzten 48 Stunden dadurch zugespitzt, daß die Regierung Colijn in der 2. Kammer ihr Sparprogramm mit der Vertrauensfrage verband und die Katholiken, der stärkste Block des bisherigen Regierungslagers, der Regierung das Vertrauen versagen. Der Artikel unseres Berichterstatters zeigt die Hintergründe dieser Krise. Holland steht vor einer wichtigen politischen und wirtschaftlichen Entscheidung. Die Debatten in der Zweiten Kammer über die große Sparvorlage der Regierung, durch die ein Betrag von etwa 75 Millionen Gulden im Staatshaushalt eingespart werden soll, haben einen so starken grundsätzlichallgemeinen Charakter erhalten, daß durch ihren Ausgang die zukünftige politische- und wirtschaftliche Entwicklung der Niederlande weitgehend beeinflußt wird. Bereits seit verschiedenen Monaten wird in weiten Kreisen des Landes gegen die von der Regierung Colijn betriebene Politik, die bisher eine ausgesprochen Krisenpolitik war und infolgedessen von wirtschaftlichen und finanzpoliti- schen Erwägungen beherrscht wird, Sturm gelaufen. Die Gegner der Regierung sind hauptsächlich in den auf ausländische Absatzmärkte angewiesenen industriellen Kreisen sowie bei der Sozialdemokratie, die in Auswirkung der zunehmenden Arbeitslosigkeit und wiederholter Lohnermäßigungen eine starke Abwanderung ihrer Anhänger befürchten muß, aber auch innerhalb der zur Regierungskoalition gehörenden Katholischen Staatspartei, die sowohl auf die Interessen der katholischen Jnduftrieführer als auch auf die Forderungen der katholischen Arbeiterschaft Rücksicht nehmen muß, zu finden. Sie machen geltend, daß die zahlreichen von dem „nationalen Krisenkabinett" ergriffenen Krisen- und Reglementierungsmaßnahmen es nicht haben verhindern können, daß die Lage der holländischen Volkswirtschaft und damit auch der Staatsfinanzen sich von Monat zu Monat weiter verschlechtert hat. Die von der Regierung vertretene sogenannte Anpassungspolitik wird in den erwähnten Kreisen schon lange heftig kritisiert, da sie die allgemein als notwendig empfundene Angleichung der holländischen Volkswirtschaft an die in den letzten Jahren völlig veränderte Struktur der Weltwirtschaft durch eine fortgesetzte systematische Herabschraubung des Lebens st an- d a r d s sowie der Erzeugung und der Ausfuhr zu erreichen sucht und auf diese Weise von weiten Schichten der Bevölkerung große Opfer fordert. Die eingangs erwähnte Sparvorlage stellt nun unzweifelhaft einen weiteren entschiedenen Schritt auf dem von der Regierung Colijn schon lange beschrittenen Wege dar. Sie bedeutet insbesondere, daß von bestimmten Gruppen der Bevölkerung, in erster Linie vom Staatspersvnal, neue Einschränkungen in ihrer Lebenshaltung dargebracht werden sollen. Sie hat deshalb auch erhebliche Verstimmung hervorgerufen, die von den oben erwähnten Jndustriekkeisen und noch mehr von der Sozialdemokratie, die schon lange den Drang nach der Staatskrippe empfindet, für ihre Zwecke nach Kräften ausgenutzt worden ist. Sowohl in Pressepolemiken wie auch im Laufe der Debatten der Zweiten Kammer wurde von der Opposition nachdrücklich die Ansicht vertreten, daß die von der Regierung befolgten Methoden sich als eine verfehlte Politik erwiesen hätten und daß die Hauptursache allen Nebels in dem starren Fe st halten an demhohen Goldstandard erblickt werden müsse. Hätte man seinerzeit in Nachahmung des von anderen Ländern gegebenen Vorbildes den Weg der Devalvation beschritten, dann wären viele der eingetretenen Schwierigkeiten weit leichter zu überwinden gewesen und hätte sich in Holland der Prozeß der Anpassung an die übrige Welt viel natürlicher und reibungsloser gestalten können. Wenn man auch damals, so wird in diesen Kreisen weiter betont, den Anschluß verpaßt habe, sv sei es doch noch nicht zu spät, um diesen Fehler wieder gut zu machen. Der geeignete Zeitpunkt hierzu biete sich gerade jetzt aus Anlaß der entscheidenden Stellungnahme des Parlaments zur Sparoor- lage der Regierung. Hiermit war die bisher in der Hauptsache in wirtschaftlichen Kreisen erörterte Alternative „Goldgulden ober Abwertung" in den Mittelpunkt de» politisch - parlamentarischen Kampfes gerückt. Der Kampf um den Gulden konnte nunmehr in offener Fe 1 dfchlacht im Parlament aus« getragen werden. Da die Regierung Colijn und insbesondere der Ministerpräsident persönlich sich wiederholt entschieden auf die ungeschwächte Auf- ..... bi d In -y- .. ' - o u vv 11 vv iqu j tciyv 11. .L)\v ganze Nation, so erklärte Hitler, ist gegenwärtig daß jeder einander bauwerk des F' Ul DO da S. en L b an seinem Platz und untergleichberechtigt an dem Auf- Führers aktiv mitarbeitet. Neuordnung !ä w Ul n 3 a ei et M lid an gei ter be ih Anschließend überreichte Präsident Hoffmann dem Vizepräsidenten der Carl-Schurz-Dereinigung Dr. Draeger in Anerkennung seiner wertvollen Dienste und vielen Freundschaftsbeweise namens der Gesellschaft eine goldene Uhr nebst Wid- Boykotthetze stört freundschaftliche Beziehungen unter den Nationen. Der Kampf der Steubengesellschafi um Gerechtigkeit für Deutschland. Oie britischen Frontkämpfer sehr befriedigt von ihrer Oeutschtandreise fl 9 fei ®i au re 8i di- au ne 1 ®£ 2fU] | eint hliifj Flei lchon l'che N beut 40|q lidi Kv! | 9rü kent hieii Ul! f mb durch Aben gen von Oberitalien gleicht. Das ganze Gebiet dort «vird aus portugisisch Serra genannt. Von der am Meer gelegenen Hauptstadt des Staates Porto Alegre ist Neu-Württemberg etwa 350 Kilometer «entfernt, von der nächsten Bahnstation Be l i z a r i o «etwa 30 Kilometer. Es entstand 1902 und zählt jetzt sschon gegen 15 000 Bewohner, zeigt also ein ähnliches schnelles Anwachsen wie viele Städte in Nordamerika. Die ersten Ansiedler waren Württemberger, daher auch der Name der Kolonie. Ein Württemberger war es auch, dem die neue Kolonie, mit ber es in der ersten Zeit nicht recht vorwärtsging, iihr Blühen und Gedeihen verdankt: Pfarrer H. Faulhaber, ein Pionier deutscher Kultur, deutlichen Wesens im fernen Brasilien. Sein Leitspruch war auch: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz." 25 Zahre stand er an leitender Stelle der Ansiedlung unb hat ihr seinen Stempel aufgedrückt. Als Geist- icher und Lehrer begann er seine dortige Tätigkeit; von 1906 an Übernahm er die ganze Leitung, ohne Vas ihm lieb gewordene Amt eines ehrenamtlichen L-chuldirektors aufzugeben. Er hat sich allezeit un- -mtgeltlich in den Dienst der wichtigen Schularbeit gestellt zusammen mit seiner Frau, einer geprüften Lehrerin. Unter seiner Leitung, die das Glück, den Wohlstand und das Deutschbleiben der Kolonisten im Äuge hatte, ist Neu-Württemberg aufgeblüht. Aus inem Veilchen, das anfangs im Verborgenen blühte, ist es zu einer Musterleistung deutschen Fleißes, Tüchtigkeit und Zusammenarbeitens gewor- d en, deren Ruf über die Grenzen von Rio Grande lchon hinausdrang; es ist der geistige und wirtschaft- ! che Mittelpunkt des ganzen Koloniegebietes auf der (Serra Rio Grande do Sul. Ein kleines Stück Deutschlands stellt es dar, das deutsches Wesen, i eutsche Sitte und Gebrauch auch nun nach bald 'Ojährigem Bestehen treu bewahrt hat und hoffent- k:ch auch bewahren wird. Wie man dort im Juli 1934 den „T a g des J* o I o n i ft e n", den Tag der Einwanderung und Gründung der Kolonie festlich beging, sei im Fol- lsenden geschildert: Es war eine Feier seltener Gemeinsamkeit, in der Kirche und Schule im Gefühl i'igsten Zusammengehörens sich verbunden wußten im deutschen Volkstum. Und dies Gefühl der Zusammengehörigkeit bekam noch einen besonderen l indruck an diesem Tage dadurch, daß die deutsche £ aptiftengemeinbe mitfeierte und ihr Posaunenchor tjrd) Mitwirkung im Gottesdienst und bei der Sbenbfeier sich sehr oerbient machte. Das gab bem 2ag eine besondere Note. Herrlicher Sonnenschein lcg auf Feld und Flur. Von allen Seiten — denn b-e Straßen einer solchen Kolonie ziehen sich radial Do-m Mittelpunkt, bem sog. Stadtplatz, weit hinaus birch Felb und Urwald — kämen die Leute zu der 1*23 eingeweihten Kirche, vor der der erwähnte Pv- scunenchor sie mit Choral: ..Lobe den Herrn" emp- |hg. Schnell füllte sich das Gotteshaus, in das dann, 8?führt von Pfarrer Strothmann, die Fahnen b;T Vereine getragen wurden, um zu beiden Sei- hn des Altars Aufstellung zu nehmen. Ein Lob- Slang wurde ber ganze ©vttesbienst. „Ohne mich könnt' ihr nichts tun", bas war bas Schriftwort bas ber Feftprebigt zugrunbe lag, ein Wort, besten Wahrheit schon bie ersten beutschen Einwanberer in Brasilien vor 110 Jahren erkannten. Weihevolle Stimmung lag auf dem überfüllten, festlich geschmückten Gotteshaus, Gesangsoorträge eines Männergesangvereins und eines Kirchenchores erhöhten die Weihe. Stehend sang die Gemeinde zum Schluß unter Glockengeläuts „Nun danket alle Gott." Um 12 Uhr setzte das große Läuten ein, das an diesem Tage und zu dieser Stunde wohl überall in allen deutschen Kolonien des Staates ertönte, wy Kirchen mit Glocken waren. Um 14 Uhr ging es im großen Festzug mit Musik zum Festplatz im Walde des Turnvereins. Alle Häuser waren mit Grün unb mit Fahnen geschmückt. Brasilianische unb schwarzweißrote Fahnen herrschten vor, baneben bie Riograndenser, hier unb ba auch bie Hakenkreuzfahne. Auf bem Festplatz entwickelte sich schnell ein festlich-frohes Treiben mit allerlei Unterhaltungen, Vorträgen von Gesangvereinen, Vorführungen ber Turnvereine usw. Üeberall herrschte ber ©runbton: Unser Tag. Im Auftrag ber Staatsregierung war ein höherer Beamter mit Begleitern aus der etwa 12 Stunden entfernten Stabt Cruz alta (hohes Kreuz auf beutfch) gekommen. Er überbrachte einigen Neu-Württembergern, bie auf einer in der Stadt S. Leopoldo stattgefundenen landwirtschaftlichen Ausstellung Preise erhalten hatten, bie Medaillen unb sprach bann in langer Rebe vor ber großen Festversammlung von ber Bebeutung der deutschen Arbeit für den Staat Rio grande. Bei eintretender Dunkelheit erstrahlte in großer Beleuchtung ein Sanatorium und auf der anderen Höhe wurde die Kirche von Scheinwerfern beleuchtet. In einem großen Saal begann bann ber Festabend. Auch hier roieber ein enges Zusammenwirken ber beutschen Vereine, ber Schule unb Kirche. Feierlich leitete ber Posaunenchor ben Abenb ein; unter ben Klängen bes Hohenfriedberger Marsches zogen die Fahnensektionen der Vereine ein, geführt von Pfarrer Strothmann. Reichhaltig war das Programm des Abends. Der Festleiter begrüßte die Erschienenen, dankte besonders den Vertretern der Regierung für ihr Erscheinen; er wies auf Hindenburgs Ausspruch hin: „Die Treue ist das Mark der Ehre" unb betonte, daß das Beste der Kolonisten in der Treue zu ihrem deutschen Volkstum liege: „Indem wir diesem Volkstum die Treue halten müssen, wollen wir das Beste unseres Vaterlandes Brasilien." O. Meyers Lied der Deutsch-Brasilianer: „Rein und hoch am Himmelsbogen" wurde gemeinsam gesungen. Als Vorspruch Diente ein Gedicht von Marie Kahle: Zweite Heimat. (Diese westfälische Dichterin, bie im letzten Winter hier in Gießen vor zahlreicher Zuhörerschaft sprach, ist bei ben Deutschen in Brasilien wohlbekannt unb allgemein beliebt. Als sie 1934 eine große Vortragsreise burch Brasilien unternahm, um ben Volksgenossen bort Grüße aus bem Mutterland zu überbringen unb sie in ihrem Deutschtum zu bestärken, kam sie auch nach Neu- Württemberg, wo sie vor einer überaus großen Zuhörerschaft rebete.) Schulkinber trugen Gebichte vor. Nach einer Ansprache eines Staatsbeamten, ber bie Arbeit ber Deutschen beim Aufbau des Staatslebens rühmte, würbe bie brasilianische Nationalhymne von einem gemischten Chor gesungen unb stehenb angehört. Männerturnvereine stellten lebenbe Bilber, eine Riege führte einen Flaggenreigen auf nach dem Lied: Die Olympiade der Künste. Gleichwie bie großen antiken Wettspiele nicht nur eine höchste körperliche, sonbern auch geistige Auslese bebeuten, wirb bie Olympiabe bes Jahres 1936, für bie Deutschlanb als Gastlanb längst schon emsig rüstet, neben ben Wettkämpfen aller Sportarten auch große Wettbewerbe ber ft ü n ft e sehen — eine Tatsache, über bie bisher erst wenig in bas breite Publikum gebrungen ist. In ben Bestimmungen für ben Kunstwettbewerb ber 11. Olympiabe heißt es: „Jebe teilnehmenbe NaNationalen Olympischen Kunstausschuß ihre einer Sammlung Dieser Kunstausschuß hat tion hat burch einen vom Komitee einzuberufenben Kunstleistungen zu zu s a m m e n 3 u ft e II en. bie Aufgabe, für eine würbige Vertretung seines Lanbes auf allen Gebieten der Kunst und im Rahmen der gegebenen Vorschriften Sorge zu tragen. Hierfür ift eine sorgfältige, von maßgebenden Sachverständigen getroffene Auswahl notwendig. Die so zusammengestellten Sammlungen werden bann in Berlin ohne weitere Prüfung zum Wettbewerb zur Kunstausstellung zugelassen." Selbstverstänblich kommen für biefen befonberen Olympia-Wettbewerb nur Werke in Frage, bie eine Beziehung zum Sport aufweisen: für bie Malerei unb Bilbhauerkunst etwa nur Themen um ein sportliches Ereignis, eine Hebung, eine Bewegung — für bie Bau-Kunst beispielsweise nur Entwürfe für Gebäube unb Anlagen zu sportlichen Zwecken — für bie Dichtung Schöpfungen aus bem gesamten Sportgebiet so gut wie um ein Einzelergebnis ober einer Einzelpersönlichkeit bes Sports ober eine bichterische Aussage über ben Einfluß bes Sports auf Charakter, Herzens» unb Lebensgestaltung eines Volkes wie bes Jnbivi» buums — für bie Musik eine Verbinbung mit ber olympischen Jbee im weitesten Sinne, ganz gleich ob es sich hier um Tänze, sportliche Chöre, Märsche zur Verherrlichung bes Sports, Festspiele zur Aufführung in Verbindung mit sportlichen Festen ober begleichen hanbelt. Schon ber Begrünber ber mobernen Olympischen Spiele, Pierre be Coubertin, hat immer verlangt, baß man gerabe auch biefe kulturelle Seite ber Olympiabe sichtbar betone; nur hatte er mit seinen Bestrebungen längst nicht ben Erfolg, bem er entgegeneiferte. Jetzt wirb in Deutsch- l a n b gerabe auf diesem Gebiete intensiv gearbeitet und organisiert, eine Arbeit, bie wesentlich erleichtert wirb burch bie einzelnen Ku11urkämme r n , bie bereits ihre biesbezüglichen Arbeitsausschüsse eingerichtet haben. Für den Wettbewerb aus bem Gebiet ber bilbenben ft ü n f t e , ber natürlich befonbere Bebeutung hat, steht die 4600 Quadratmeter große Halle VI des Ausstellungsgeländes am Kaiserdamm zur Verfügung. Vertreten ist auch der Tanz auf der kommenden Olympiade, wenn auch nicht in einem großen Kunsttanz-Wettbewerb, der von Deutschland angestrebt, vorn internationalen Komitee jedoch ab* gelehnt wurde; dafür wird man Internationale Tanzfestspiele veranstalten. Wie auf sportlichem Gebiet, so gibt es auch beim Olympia-Wettbewerb der Künste keinerlei Geldpreise — es geht auch hier darum, eine bronzene ober eine silberne ober die höchste Auszeichnung, eine goldene Medaille zu gewinnen. „Stolz weht die Flagge". Pfarrer Strothmann betonte in seiner Festrede wieder das, worauf es ankäme, wenn man im Kampf ums Dasein Sieger bleiben wolle: „Fest überzeugt sein, daß es Gottes Wille ist, daß wir Deutsche sind; daß wir festhalten müssen am Glauben unserer Väter, an unserer deutschen Art, an deutscher Muttersprache. Nur so können wir leisten, was geleistet werden muß zum Wohl unseres Vaterlandes Brasilien und zu unserem Besten." Auf seine Ansprache erfolgte der Gesang der deutschen Nationalhymne unb bes Hör st-Wessel-Liebes. Noch einmal rebete ein Regierungsvertreter über beutsche Arbeit, beutsches Können unb Organisation. Zum Schluß wurde stehend gesungen: „Wir treten zum Beten" und bann zogen langsam bie Fahnensektionen aus bem Saal unb froh-ernste Menschen gingen nach großem Erleben heim. So feierte Neu-Württemberg ben Tag ber deutschen Einwanderung in gutem deutschen Sinn und Geist. Und wenn auf dem Heimweg ein Kolonialmädel zum anderen sagte: „Das war aber schöner als Ball", so war bas ein Beweis, daß Pfarrer Strothmanns Aufruf an die deutsche Jugend, sich zu besinnen auf ihr Volkstum, nicht umsonst war, daß er anfing, Wurzel zu schlagen in den Herzen deutscher Kinder im Ausland. Grundsteinlegung für den Schulneubau. Als Pfarrer Faulhaber 1902 nach Neu-Württemberg kam, hatte die Kolonie rund 400 Einwohner. Der sog. Stadtplatz war noch in den ersten Anfängen; vorhanden war ein Einwandererhaus, ein Kaufladen, eine Mühle; ferner ein Häuschen für den Polizeigewaltigen und ein kleines Haus für die Verwaltung; das war alles. Pfarrhaus und Schule waren im Bau. An befahrbaren Straßen gab es damals in der Kolonie rund 30 Kilometer. Faulhaber ging sofort mit aller Kraft an die Arbeit. Ende November 1902 fand der erste Gottesdienst statt, Januar 1903 wurde die Schule eröffnet mit 36 Kindern in 2 Klassen. Weil bas Schulgebäude noch nicht fertig war, richteten die Pfarrersleute ihr Wohnzimmer und eine Kammer als Schulraum ein. Im Februar konnte bas neue Schulhaus bezogen werben. Mit dem Wachsen Neu-Württembergs wuchs auch bie Zahl ber Kinber; 1905 waren es schon 95 Schulbesucher. Faulhaber, ber 1908 zum Direktor ber Kolonie ernannt worben war, widmete seine Kraft ganz b'em weiteren Gedeihen derselben. Sein Hauptaugenmerk richtete er mit Recht auf bie Schule; Klassen auf Klassen wurden neu aufgebaut, neue Lehrkräfte eingestellt; er arbeitete einen neuen Lehrplan aus für den Unterricht. Angezogen durch bas ausgezeichnete Schulwesen unb die mustergültige Verwaltung von Neu-Württemberg siebelten sich immer mehr Deutsche an. Balb war bie Schule überfüllt. Aus diesem Grunde und weil der Schulweg für viele Kinder infolge der immer weiter sich ausdehnenden Besiedlung zu weit wurde, mußte man zur Gründung von Filialschulen schreiten. So entstand eine ganze ReihS von Pikadenschulen; PikaHen sind die vom Stadtplatz der Kolonie nach allen Seiten, vielfach durch den Urwald, sich hinziehenden Straßen, zu deren Seiten die einzelnen Ansiedler in Zwischenräumen wohnen; ein jeder hat seinen ganzen Grundbesitz um sein Haus liegen. Die Schule am Stadtplatz wurde Zehnklassig und auch von vielen auswärtigen Schülern besucht, die in einem der Schule angeschlossenen Pensionat untergebracht waren. Alle Schulen von Neu-Württemberg faßte Faulhaber in einen Schulverein zusammen mit bem Zweck: Gründung und Erhaltung deutscher Schulen in der Kolonie und Fürsorge für stete Weiterentwicklung des ganzen Schulwesens. Ja, Faulhaber ging noch weiter. 1912 gründete er einen Verband deutscher Schulvereine auf ber Serra, um durch Zusammenschluß zu gemeinsamer Arbeit das deutsche Schulwesen des ganzen Serragebietes zu heben. Nach dem Weltkrieg, der an Neu-Württemberg äußerlich ziemlich ruhig vorüber ging, setzte eine gewaltige Einwanderung von Deutschen ein, die sich in Neu-Württemberg niederließen. Die meisten Einwanderer kamen aus Württemberg. Von 1921 bis 1929 sind 18 0 Familien zugewandert. Die Schulhäuser wurden bald zu klein, besonders die zwei am Stadtplatz gelegenen, unter denen man sich keine schönen steinernen Gebäude vorstellen darf, sondern ganz einfache aus Stämmen und Brettern errichtete, die bald allerlei Schäden zeigten. Die nach dem plötzlichen Tod Faulhabers zu dessen ehrendem Andenken gegründete Faul- Haber st iftung, deren Zweck ist, Mittel zusammen zu bringen, um das von Faulhaber Geschaffene zu halten, weiterzuführen und ausmbauen, mußte den Neubau eines großen dauerhaften Schulgebäudes ins Auge fassen. Am 15. November 1934 wurde der ©runbftein gelegt. Es war roieber ein überaus wichtiger Tag für bie ganze Kolonie. Mit ©locfengeläute und bem Spiel des Posaunenchors begann die Feier in Gegenwart einer großen Menschenmenge. Der Vorsitzende der Faulhaber-Stiftung richtete einige Begrüßungsworte an bie Erschienenen, worauf ein Schülerchor bas „Heilig" von Schubert sang. Es folgte ein von Frau Inge Dippon verfaßter unb von einem Herrn vorgetragener Vorspruch. Hieraus sprach ber Leiter ber Stabtplatzschule über bie Bedeutung der deutschen Schule für die Erziehung der deutsch-brasilianischen Kinder und schloß mit einem Hoch auf Brasilien unb Deutschlanb, worauf ber Schülerchor bie brasilianische Nationalhymne sang. Der Männergesangverein trug vor: „Leih aus beines Himmels Höhen". Der Geschäftsführer der Faulhaber-Stif* tung verlas dann die Urkunde, die in den Stein eingemauert wurde. Die Urkunde wurde in eine Kassette verschlossen und in ben Grundstein ver- senkt. Alsdann begannen die Hammerschläge. Die ersten tat der Vorsitzende der Faulhaber-Stiftung, Dr. Kuhlmann, dann folgten der Vertreter der Staatsbehörde, ein Kapitän de Amorim, Frau Faulhaber als Ehrengast und eine Reihe anderer Personen. Der gemeinsame Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes beendeten die schöne Feier, öorn deutschen Vizekonsul in der Stadt Ijuhy traf ein herzlicher Glückwunsch ein, und die deutsche Zeitung in der Hauptstadt hatte ein Telegramm gesandt mit Glückwünschen für den Neubau. Im Laufe des Jahres 1935 wird der Neubau vollendet und eingeweiht. O. F. Glückwunsch des VDA. zu Brasiliens Tag der deutschen Kolonisten. Berlin, 24. Juli. (DNB.) Der Bundesleiter des VDA., Dr. Hans Steinacher, hat anläßlich des „Tages der deutschen Kolonisten" in Bra- silien den Brasiliendeutschen folgendes Gruß- telegramm gesandt: „Seit vielen Jahren ist das Deutschtum in Südbrasilien bestrebt, die große äußere Zerstreuung durch eine Einheits- beroegung oon Volks- und Kulturfrage n auszugleichen. Unter dem Vorbild der großen völkischen Einheitsbewegung im Mutterlands ist in den alten Kolonialgebieten von Rio Grande do Sul eine Bewegung entstanden, deren Bemühungen es zu verdanken ist, daß der 25. Juli, d e r An- funftstag der ersten deutschen Einwanderer im dortigen Staate, als nationaler Feiertag begangen unb seit bem Vorjahre von der Staatsregierung zum Staats- feiert ag erklärt wurde. Es ist der Tag der Besinnung auf das Volkstum der deutschen Kolonisten, aus dem sie ihre besten Kräfte schöpfen. Auch wir im Mutterlande gedenken an diesem Ehrentag unserer Brüder jenseits des Ozeans, ihrer und ihrer Taten mit besonderem Stolz." Kleine politische Nachrichten. Der Befehlshaber der preußischen Landespolizei Generalleutnant D a l u e g e hat zum Reichswettkampf der SA. den Betrag von 1000 Mark zur Vefügung gestellt. Auch ihm wurde vom Stabschef gedankt. Die Indien-Vorlage wurde am Mittwoch vom Oberhaus in dritter Lesung ohne Abstimmung angenommen. Damit ist das große Gesetzeswerk vom englischen Parlament endgültig verabschiedet. Das amerikanische Repräsentantenhaus nahm mit 299 gegen 100 Stimmen die Regierungsvorlage an, die die Schaffung einer ständigen Bundes» behörde zur Regelung des Alkoholhandels vorsieht. Entgegen ben Wünschen Roosevelts wirb bie neue Behorbe eine Unterabteilung bes Schatzamtes bilben unb nicht als unabhängige Bundesbehörbe arbeiten. ♦ In ganz Argentinien haben bie blutigen Ereignisse im Senat große Erregung ausgelöst.Jn ber Stadt Rosario, aus der der ermordete Senator Bordabehere stammt und in der er auch beigesetzt werden soll, ist es zu Kundgebungen gekommen. Finanzminister Dr. P i n e b 0 unb ßanbroirt- schaftsminister Duhau haben Rücktrittsge» suche eingereicht. Finanzminister Dr. P i n e b 0 hat ben Senator b e la Torre, ber ihn in ber Senatssitzung ber Feigheit bezichtigt hatte, zum Pistolenbuell gefordert, das am Dvn- nerstngmorgen stattfinden soll. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W.Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerer R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldwcben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff. Ganzleinenband............RM.4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und bittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3 60. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM. 3- Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Amerikas Bundeshauptstadt Washington Brand In einem Kölner Gaswerk. Augenarzt Dr.Kranz infolge eines Schlaganfalles im 83. Lebensjahre von uns gegangen. 1272 D Dr. Erwin Schliephake verreist Ms 12. August 03133 4/9 D ISteilenangebotei SpNÄMSIlllilfG ■— I zuverlciss., willig Zum Besuch von 4?74 D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 u. nrbeitsfreud^ sicher in Stenomuster, für nur 8 Mk. Schrift!. Von der Reise zurück Mahlzeiten einzunehmen pflegen. Dann beginnen die Anlagen des Weißen Hauses. Die Trauerfeier und Einäscherung findet in aller Stille statt — Von < Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. Die Stufen von Lincolns Denkmal führen an ein ausgedehntes künstliches Wasserbecken, das von grünen Anlagen umrahmt ist. An seiner anderen Seite reckt sich, wie eine riesige Nadel, der mehrere hundert Fuß hohe Washington- Obelisk empor. Dahinter aber liegt, wieder auf einem Hügel, das Capitol mit seiner prachtvollen Kuppel, die in ihrer yrchitektonischen Schönheit an die der Peterskirche in Rom erinnert. Ueberall findet man Bäume in den Straßen, überall kann man in schönen Anlagen spazieren gehen. Der Landfremde vergißt hier, daß er im kalten Amerika ist; schon nach wenigen Stunden Aufenthaltes in der Bundeshauptstadt hat er die Hast wieder abgelegt, die auch er in den Städten des Ostens gegen seinen Willen angenommen hat. Von den Stufen des Kapitols wirft der Besucher noch einmal einen Blick hinab auf ein ganz europäisches Stadtbild, um dann durch das Hauptportal d i e große Rotunde zu betreten. An den Wänden hängen Oelgemälde, die Episoden aus der amerikanischen Geschichte darstellen. Das Auge fällt auf Statuen Washingtons, Lincolns oder des Generals Grant und bleibt an einer Büste L a - fayettes haften, die von den Franzosen gestiftet wurde. Der Deutsche erinnert sich, daß die Franzosen mit sehr großem Geschick überall dort in den Vereinigten Staaten ihre Geschenke abgegeben haben, wo sie besonders stark auffallen. Auf den Oelgemälden freilich sind, soweit sie sich auf Episoden seit dem Unabhängigkeitskriege beziehen, mit dem die eigentliche Geschichte der Bereinigten Staaten beginnt, keine Franzosen zu erblicken. Dafür aber zeigt eines der großen Bilder, das die entfcheidungsoolle Kapitulation von Cornwallis darstellt, den General von Steuben, der als . Organisator der jungen amerikanischen Unabhän- i Keine schönere Ruhestätte hätte man für den unbekannten Toten aussuchen können. Vor den Augen des Besuchers breitet sich Washington in seiner ganzen Schönheit aus. Eine neue Brücke führt über den Potomac, den Jndianerfluß, in gerader Linie zur Lincoln-Erinnerungshalle. Vor dem Flusse zweigt eine moderne Autostraße nach Mont Vernon ab, dem Potsdam dem amerikanischen Volkes. Dort verbrachte der größte Sohn der Vereinigten Staaten und ihr erster Präsident George Washington seinen Lebensabend nach einer rhumvollen Vergangenheit Das Hauptgebäude des Gutes ist im strengen Kolonialstil gehalten. In den Zimmern befinden sich die Möbel, die von George Washington benutzt, an den Wänden hängen die Waffen, die von ihm getragen wurden. Die Gärten und Anlagen mit ihren Gutsgebäuden werden von den Nachfahren ehrfurchtsvoll gepflegt. Während Mont Vernon durch seine vornehme Einfachheit ergreift, überwältigt das marmorne Lincoln-Memorial durch seine Ausmaße. Unter dem von schweren Säulen getragenen Dach blickt Lincolns gewaltiges Denkmal auf die schönen Parkanlagen hinab. Um die Mundwinkel liegt ein tiefer Leidenszug. „D e r große Dulde r", wie ihn seine Landsleute nennen, konnte nicht ahnen, daß die Vereinigten Staaten, nachdem er ihre Einheit durch einen entsetzlichen Bruderkrieg gerettet habe, nach jenen Jahren der völligen Zerrissenheit sich zu einer der großen Weltmächte entwickeln würden. Wenn es zu dunkeln beginnt, erlischt sehr schnell das Leben in den Straßen Washingtons. Die Ortsansässigen begeben sich, wenn die Aemter schließen, in ihre Heime, die sich oft in Virginia oder in Maryland, also außerhalb des „Districts of Columbia" befinden, die Fremden aber verbringen die Abende in den Hotels. In Washington ist augenblicklich d i e Zimmer- und Woh - nungsnot so groß, daß sich die zuständigen Stellen mit der Absicht tragen, auf Grund des Wohnungsbauprogramms dringend nötige Hotels zu errichten, die unter Regierungsaufsicht verwaltet werden sollen. Wenn man von den Kinos absieht, hat Washington keine ständigen Theater. Außerhalb der Hotels gibt es auch nur wenige Vergnügungsstätten, in denen der Besucher an den Abenden Unterhaltung suchen könnte. Washington ist eben eine ausgesprochene Beamten st ad t. Das gesellschaftliche Leben spielt sich in den Wohnungen der Regierungsvertreter, der Kongreßmitglieder und in den Botschaften ab. ■ Todessprung im religiösem Wahn. 1 In Berlin-Wilmersdorf stürzte sich die 62jährige Witwe Auguste Schneidereit vom Balkon ihrer im t vierten Stock gelegenen Wohnung auf die Straße, । wo sie mit schweren Verletzungen blutüberströmt , liegen blieb. Die Unglückliche starb noch am gleichen Abend im Krankenhaus. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen Über die Gründe, die die Bedauernswerte in den Tod getrieben haben, ergaben, daß die alte Frau sich als eine leidenschaftliche A n - 'bänger in Josef Weißenbergs bekannte, dessen verderblichem Einfluß sie vollständig erlegen war. Sie litt schon seit langem an schweren religiösen Wahnvorstellungen, die schließlich zu einer Art Verfolgungswahn wurden. Dann pflegte sie regelmäßig mit ihrem „Herrn und Meister" Weißenberg zu sprechen, von dem ein großes, blumengeschmücktes Bild in ihrem Zimmer hing und äußerte nach solchen geistigen Umnachtungszuständen mehrfach Selbstmordabsichten, die sie dann in die Tat umsetzte. „Hamiibal" hat die Alpen überschritten. Der neue „Hannibal", der amerikanische Schriftsteller Halliburton, ist mit seinem Elefanten am Dienstag um 23 Uhr glücklich in Aosta eingetroffen, wo er von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen wurde. Vermißter deutscher Alpinist In den Schweizer Alpen tot aufgefunden. Der seit dem 16. September 1934 vermißte deutsche Student Hans Reichenhardt aus Wasserburg wurde am Hang des Monte Rosa, 600 Meter oberhalb des Gotthard-Hospizes, gefunden. Reichenhardt Übernachtete zuletzt in der Jugendherberge Hospenthal und brach am Morgen des 16. September in der Richtung auf den St. Gotthard auf. Seither fehlte von ihm jede Spur. Nun ist feine Leiche als letzte der im Laufe des vergangenen Winters im Gotthard-Gebiet verschwundenen vier Touristen aufgefunden worden. Verkehrssünder auf der „Schulbank". sachsen führten Turnübungen und Kämpfe vor. Der Dampfer „Columbus" wurde nachmittags von etwa 1000 Personen besichtigt. Am Donnerstag tritt der „Columbus" die Weiterfahrt nach Danzig an. Dreizehn Münchener Mehgermeister in Schuhhaft genommen. Nach Mitteilung der Gauleitung Mün- chen-Oberbayern der NSDAP, hat die Polizeidirektion München auf Ersuchen der Gau- leitung in allen Stadtbezirken Münchens in den Metzgerläden Stichproben vorgenommen, aus de- nen heroorgeht, daß eine Reche von Metzgern Ueberpreife gefordert hat. Auf Grund dieser Festellungen wurden am Mittwoch 13 Metzger- meifter in Schutzhaft genommen, um eine weitere Beunruhigung der Bevölkerung zu vermeiden. Bei dieser Gelegenheit macht die Gauleitung München-Oberbayern darauf aufmerksam, daß sie genau so wie die Fleischpreise auch die Gestaltung aller anderen Preise, und zwar nicht nur in München, sondern im gesamten Gaugebiet, aufmerksam überwacht und wenn diese erste Maßnahme andere Preissteigerer noch nicht zur Vernunft bringt, auch gegen diese mit den schärfsten Mitteln vorgehen wird. Schwere Kerkerstrafe für einen Mädchenunhold. Don einem Schöffensenat des Kreisgerichtes in Wiener-Neustadt wurde der kürzlich in Haft genommene 82jährige jüdische Rabbiner Isidor Fried - mann aus Vöslau bei Wien wegen Verbrechens Gießen (Crednerstrafie 6), Frankfurt a. M, Darmstadt, Bad-Kreuznach. Worms, den 25. Juli 1935. Im Namen der trauernden Angehörigen: Heinrich Hoerster Nach langem, schwerem Leiden entschlief heute nacht mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herr Christoph Wetz, Kutscher im Alter von 67 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Seltersweg 31), den 24. Juli 1935. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 26. Juli, nachmittags 2y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt MW. als Darlehen gesucht.Schriftliche Angebote unter 03135 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. Gestern früh ist unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Christian Hoerster Lokomotivführer L R. Aus aller Welt. An einem sanften Hügel hingestreckt liegt der amerikanische Heldenfriedhof Arlington. Auf grünen Rasenflächen stehen viele kleine unscheinbare Grabsteine oder große Marmorblöcke und weiße Kreuze, unter denen Soldaten und Offiziere aus dem Bürgerkriege, dem kubanischen Feldzuge oder dem großen Völkerringen schlummern. Wenn der Spaziergänger an dem Mast der „Main", mit deren Explosion der spanisch-amerikanische Krieg eingeleitet wurde, vorüber geht, erreicht er bald das erhabene Amphitheater aus weißem Marmor, das an der anderen Seite ein tempelartiges Gebäude schließt. Durch sein Portal gelangt er auf einen freien Platz, auf dem sich das Grab des unbekannten Soldaten befindet. Man liest ergriffen die Inschrift auf dem großen Marmorblick, daß dort „in ehrenvollem Ruhme ein amerikanischer Soldat schlummert, dessen Name nur Gott bekannt ist." Wetterbericht des Velchswetterdienfkes. Ausgabeort Frankfurt. Während über Schottland und der skandinavischen Küste heftige Wirbeltätigkeit mit ergiebigem Niederschlag im Gange ist, herrscht über Mitteleuropa unter dem Einfluß des westeuropäischen Hochdruckgebietes noch meist heiteres und sehr warmes Wetter. Der SIbbau dieses Schönwetterhochs macht aber weitere Fortschritte, so daß zwar zunächst noch das manne Sommerwetter anhalten wird, doch bringen später einsetzende nördliche Winde Bewölkung und leichtes Zurückgehen der Temperaturen. AussichtenfürFreitag: Noch überwiegend heiter, gegen Abend aufkommende leichtere Bewölkung, bei schwacher Luftbewegung recht warm. AussichtensürSamstag: Im ganzen noch reundliches Wetter, bei Winden aus nördlicher Richtung nicht mehr ganz so warm. Temperaturen am 24. Juli, mittags 26,3 Grad Celsius, am 24. Juli, abends 17,5 Grad, am 25. Juli, morgens 16,9 Grad, Maximum 27,10, Minimum 13,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juli, abends 23,5, am 25. Juli, morgens 19,8 Grad, Sonnenscheindauer 14 Stunden. fung dieser gewaltigen Waldbrände ist aussichtslos. Heroorgerufen sind die Brände durch die große Hitze und wahrscheinlich auch durch die Unvorsichtigkeit von Beerensammlern, die zu Tausenden aus den Städten in die Wälder und in die Taiga strömen. 1700 deutsche Turner in Kopenhagen. Der Dampfer „Columbu s" des Norddeutschen Lloyd traf mit 1700 deutschen Turnern und Turnerinnen an Bord in Kopenhagen ein. Infolge des großen Tiefganges mußte der Dampfer etwa drei Seemeilen außerhalb des Hafens vor Anker gehen. Die Reifenden wurden mit den Booten des „Columbus" an Land gebracht. Einer Rundfahrt durch die Stadt folgte ein Ausflug nach.Nordfeeland. Am Abend fanden im Stadion Vorführungen dänischer Turner statt. Das Stadion war mit den Flaggen Dänemarks und Deutschlands geschmückt. Deutsche Turner und Turnerinnen aus Nieder- Jm alten Gaswerk Ehrenfeld ist einer der drei Gasbehälter in Brand geraten. An dem Gasbehälter, der 60 000 Kubikmeter Inhalt hat und zurzeit mit 10 000 Kubikmeter Standgas gefüllt war, wurden An st reicherarbeiten ausgeführt. Plötzlich löste sich ein größeres Eisenstück, fiel aus beträchtlicher Höhe auf die Decke des Behälters und r i ß ein Loch von 50 mal 30 Zentimeter. Durch die sich dabei naturgemäß bildenden Funken entzündete si ch das ausftrö- menöe Gas und brannte in einer Flamme von mehreren Metern Höhe. Die städtische Feuerlöschpolizei machte sich mit 6 Löschzügen an die Löschung des Brandes. Unter Zuhilfenahme von Schaum- löfchapparaten, Säcken, Eisenplatten, Asbest und Lehm gelang es, die Flammen zu ersticken. Um die Bewohner der benachbarten Häuser und die Arbeiter in den benachbarten Fabriken auch nicht der geringsten Gefahr auszufetzen, wurde die Räumung der Häuser und Fabrikstätten durch die Polizei veranlaßt. Nach Löschung des Brandes wurde die Sperrung der Straßenzüge, der Häuser und Fabrikwerkstätten wieder aufgehoben. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. holelbrand auf dem Rigi. Am Mittwochfrüh brach in einem Nebengebäude des Grand-Hotels auf dem Gipfel des bekannten Schweizer Ausflugsberges Rigikulm am Vierwaldstätter See Feuer aus. Das 1848 erbaute Hotel mit 130 Betten wurde ein Raub der Flammen. Die mit Extrazügen der Riai- und Arth- Goldau - Bahn heraufbeförderten Feuerwehrleute mußten sich wegen Wasserknappheit darauf be- chränken, die beiden anderen Hotelgebäude auf dem Rigi vor dem Ußbergreifen der Flammen zu chützen. Der Wächter in dem abgebrannten Hotel konnte sich und feine Familie sowie einige Habseligkeiten in Sicherheit bringen. Als Brandursache wird ein schadhafter Kamin angenommen. Daldbrände in Offfibtrien. In den waldreichen Gebieten Ostsibiriens sind zahlreiche Brände ausgebrochen. Seit einigen Tagen bereits ist der ganze Horizont um die Stadt Kras- nojarks von einer dichten Rauchwand verdeckt. Es brennt die urwaldähnliche Taiga in riesenhafer Ausdehnung. Sogar entlang der sibirischen Eisenbahnlinie, so zwischen der Station Mi- nino und Sneschnitza, hat das Feuer sich des ausgedehnten Waldgeländes bemächtigt und gefähr - bet ben Eisenbahnverkehr. Eine Bekämp- Die Polizei in Pforzheim wendet ein erfolgreiches Verfahren an, um die Verkehrssünder zu erziehen. Jeden Freitag zwischen 18 und 19 Uhr müssen b i e Rabfahrer, die sich im Laufe der Woche einen Verstoß zuschulden kommen ließen, i m Vortragssaal der Polizeidlrektion sich einfinden, wo ihnen ein umfassender Vortrag über die Reichsstraßenverkehrsordnung gehalten wird. Verkehrsteilnehmer, die gebühren- pflichtig verwarnt werden, erhalten künftig mit der Verwarnung zugleich eine mündliche Aufforderung, zum Vortragsabend zu erscheinen. Gleiche Vorträge sollen auch für Kraftfahrer eingerichtet werden. Neugierige drängen sich an der Anfahrt, um einen Blick ins Weiße Haus zu werfen. Durch einen schmalen Wandelgang, der nur vom Präsidenten und feinen Angehörigen benutzt wird, ist es mit dem Bürogebäude verbunden, in dem sich auch das Arbeitszimmer des Präsidenten befindet. Auf der anderen Seite der Anlagen liegt der unschöne, im Stile der siebziger Jahre gehaltene Steinkasten, in dem das State Department und das Kriegssekretariat untergebracht sind. Biwakfahri Montag, d.29. Jun 19.48 Uhr pttnktl. Lndwigspla-z. Rückkehr a.24Uhr (Möglichst Bundesmütze.) Keine Blähungen mehrl Blähungs- und Verdauungsvulver. Frei von Chemikalien. Nicht abführend. Vorz. erprobtes Mittel bei Gefühl des Vollseins in ber 2^09609696115. Spannung u. Beengung im Zeche, LuftaEoßen, Atemnot, Beklemmung, Herzklopfen, Kopfweh, schwindel, Unfähigkeit klar zu denken, Gemütsverstimmung. Schlechte Verdauung wird behoben, übermäßige Gasbildung verbind., Blähungen auf naturl. Wege aus dem Körper geschafft. - Preis 1,60 RM. Reformhaus, Kreuzplatz 5 4268 d Auto-Reparatur u. mech. 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Friedman war, wie man nach sehr geheim durchgeführter Verhandlung aus der Urteilsverkündung erfuhr, Religionslehrer in der Bunoeserziehungsanstalt für schwererziehbare Mädchen und hat seine Stellung dazu mißbraucht, um sich an zahl» reichen Schülerinnen in unsittlicher Weise zu vergehen. gigkeits-Armee neben General George Washington zu Pferde hält. Nur wenige Minuten vom Capitol entfernt ist vor der Militär-Akademie von Washington die Statue Friedrichs des Großen aufgestellt, in dessen ruhmreichem Heere Steuben als Rittmeister gedient hatte, bevor ihn sein Weg nach Amerika führte. Rechts vom Eingänge steht sie dort als einziges Denkmal, es erinnert die jungen amerikanischen Offiziere, die aus Friedrichs Kriegskunst lernen, auch daran, daß er als erster Fürst Europas die junge Nation der Vereinigten Staaten anerkannte. Am Capitol-Hügel beginnt die Pennsylva « nia Avenue, die, da sie das Parlaments-Gebäude mit dem ungefähr auf der Höhe des Washington-Obelisken liegenden Weißen Hause verbindet, als die amerikanische Triumph-Straße gedacht ist. In der Nähe des Hügels macht sie doch einen unfertigen Eindrua, aber weiter unterhalb sind neue, weite Regierungsgebäude entstanden, wie überhaupt seit dem Amtsantritt Roosevelts in Washington außerordentlich viel gebaut wird. Unmittelbar vor dem Weißen Hause wird dann die Pennsylvania-Avenue zu einer ausgesprochenen Prunkstraße. In Anlagen eingebettet, steht dort das schöne Gebäude des Schatzamtes, in dessen Nähe das von dem Deutschen Buchholtz gegründete berühmte Speiselokal „Occidental" liegt, in dem Senatoren und Abgeordnete des Kongresses, Regierungsoertreter und Diplomaten ihre Arbeitsvergebung. Die Dachdeckerarbeilen für die Neueindeckung der Volkshalle — etwa 3100 qm — sollen vergeben werden. 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Aus der Provinzialhauptstadt ansetzen wollte, war Blau befehlsgemäß im Begriff, auf die neue Widerstandslinie hinter der Nidda zurückzugehen. In dieser Lage wurde die Hebung abgebrochen. Wenn auch das Wetter für die Bewegungen im Gelände herrlich war, so machte doch der starke Sonnenschein den marschierenden Soldaten allerlei zu schaffen. Die Truppe war daher froh, als sie den Marsch nach ihren Quartieren in Bleichenbach, Stockheim und Bad Selters antreten konnte. Flotte Marschmusik geleitete dabei die Truppe zu den Ortschaften. Am Abend erfreute das Musikkorps des Bataillons die Einwohner von Bleichenbach, Stockheim und Bad Selters durch schneidige Militärkonzerte. Am heutigen Donnerstag wird die neue Hebung in Richtung Büdingen vor sich gehen. Heute Nachmittag wird das ganze Bcüaillon in Büdingen Quartier beziehen. * Gießen, 25. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis Der Reichelsheimer Bauer empfängt Mann und Roß in herzlicher Weise. (Aufnahmen [4] Photo- Pfaff-Gießen.) Mit dem Quartierzettel bet der freundlichen Wirtin in Reichelsheim. men. In den Flanken des Bataillons, an der großen Straße, standen einzelne Kampfwagen-Abwehrgeschütze gut versteckt und erwarteten feindliche Panzerwagen an diesen gefährlichsten Stellen. Plötzlich — noch war das Bataillon nicht ganz eingerichtet — flackerte links Maschinengewehrfeuer auf. Die 2. Kompanie hatte feindliche Panzerwagen während einer Besprechung überrascht und die außerhalb ihrer Wagen befindlichen Mannschaften des Gegners unter Feuer genommen. Die Pan^erwaWM verschwanden und tauchten etwa eine Stunde später vor der Front des Bataillons erneut auf, um dort dem Abwehrfeuer der eingesetzten Kampfwagen- Abwehrgeschütze zu erliegen. Kaum waren diese Träger gewaltsamer Erkundung vom Bataillon abgewehrt, liefen auch schon auf dem Gefechtsstand in immer größerer Häufigkeit die Meldungen von der Annäherung des Gegners ein. Die schweren Waffen bereiteten sich vor, um ihn so gründlich wie möglich zu empfangen. Kaum hatten die vordersten Teile des roten Gegners die Reichweiten der Infanteriewaffen erreicht, rollte auch schon das Feuer der schweren Maschinengewehre, unterbrochen von den Abschüssen der Minenwerfer, und faßte bereits auf weite Entfernung den vorgehenden Feind. Bei diesem Stand des Gefechts wurde die Hebung abgebrochen. Das Bataillon rückte nach der Besprechung des Hebungsverlaufs in die Quartiere ein. Es wurde ebenso gut und ebenso freundlich wie am Das I. Bataillon. Der gestrige zweite Tag fand das I. Bataillon im Rückmarsch vor überlegenem Gegner von Nidda auf Schotten. Feindliche Fliegerüberlegenheit (angenommen) zwang das Bataillon zum Marsch in großen Abständen, um sich dadurch der Einwirkung des Fliegers soweit als möglich zu entziehen. Als das Bataillon sich gegen 9 Hhr der Ortschaft E i ch e l s d o r f näherte, traf ein neuer Regimentsbefehl ein, der dem Bataillon den Auftrag gab, auf den Höhen bei Eichelsdorf Front zu machen und das Vordrängen des Gegners bis zum Einbruch der Dunkelheit aufzuhalten. In Ausführung dieses Auf- trages begab sich der Kommandeur mit feinen Kompanieführern auf diese Höhen, um dort den Befehl zum Einsatz des Bataillons zu geben. Gleichzeitig verließen allmählich die Kompanien die bisherige Marschstraße und nahmen Marschrichtung in die Gegend ihres neuen Auftrages. Als sie dort ein- trafen, wurden sie von ihren Kompanieführern empfangen und entsprechend den Anweisungen des Bataillons zur Verteidigung gegliedert. Schon nach kurzer Zeit 'mar von dem noch im Marsch befindlichen Bataillon nichts mehr zu sehen. Die Schützen der Infanterie-Kompanien und die leichten Maschinengewehre hatten sich am Ortsrand und in einzelnen Hecken eingenistet und mit Tarnnetzen gegen Fliegersicht geschützt. Hinter diesen Schützen waren die schweren Waffen in Stellung gegangen und hatten ihre Vorbereitungen getroffen, um den bei Ober-Schmitten zu erwartenden Gegner bei feinem Erscheinen unter Feuer zu nehTage vorher auch jetzt in Schotten, Ein arts- Hause n, Betzenrod, Rudingshain und Michelbach ausgenommen, wo es am heutigen Donnerstag einen Ruhetag verbringt, um sich für die neuen Aufgaben am morgigen Freitag zu erholen, die das Bataillon bis in die Gegend von Feldkrücken führen werden. Die Kompanien hatten bei dem gestrigen heißen Tag und bei den großen Anforderungen des Gefechts besondere Anstrengungen zu ertragen. Um so mehr war ihnen dasiir der herzliche Empfang in den Quartieren zu gönnen. Das II. Bataillon. Am gestrigen Tage war das II. Bataillon bereits um 5 Uhr früh auf der Straße Mainzlar — T r eis a. d. L d a. — Allendorf a. d. Lda. Die einzelnen Verbände marschierten in bestimmten Abständen, den sogenannten Flieger-Marschtiefen, wobei noch innerhalb jeder Kompanie einem Zug der eigentliche Fliegerschutz übertragen wurde. Auf dem Weitermarsch wurde die Truppe verschiedentlich von feindlichen Fliegern (angenommen) belästigt. Hierbei kam es darauf an, innerhalb weniger Sekunden die Marschstraße zu verlassen und sich jeglicher Beobachtung aus der Luft zu entziehen. Nachdem Allendorf a. d. Lda. erreicht war, ging der Weitermarsch in nördlicher Richtung vor sich. Auf den Höhen von Winnen richtete sich das Bataillon zur Verteidigung ein. Es kam hier darauf an, den jungen Soldaten auch im fremden Gelände zu zeigen, rote man auf dem Gebiete der Verteidigung dem Gegner hartnäckigsten Widerstand zu leisten vermag. Gegen 11 Hhr war die Hebung beendet. Anschließend fand bei Leidenhofen die Besprechung des Hebungsverlaufs durch den Leiter statt. In den Mittagsstunden bezog das Bataillon in den herrlich gelegenen Dörfern des Ebsdorfer Grundes Quartier, lleberall fand auch hier die Truppe bei der Bevölkerung die herzlichste Aufnahme. Am heutigen Donnerstag ist Ruhetag. Am mor gigen Freitag werden die Hebungen bis in die Gegend von Homberg (Ohm) fortgesetzt. Das III. Bataillon. Lage Blau: Seit einigen Tagen geht Blau, hinhaltenden Widerstand leistend, durch den Taunus I vor überlegenem Feind nach Osten zurück. Das! Jnf.-Regt. 15, beiderseits angelehnt, hatte am Mor-1 gen des 24. Juli das I. Bataillon als Nachhut an I Die Fahrer untereinander werden fast immer mit sich fertig, aber die größte Kunst des Fahrers ist und bleibt, die Fußgänger zufrieden zu stellen. Wenn sich die große Menge der Nichtfahrer auch allmählich an den Gedanken gewöhnt hat, daß die Kraftwagen kein notwendiges Hebel, sondern ein erstrebenswerter Gegenstand sind, so unterscheidet jeder Fahrer aber schon auf hundert Meter Freund und Feind. Hnd Autofeinde gibt es noch genug, wenn ihre Zahl auch von Tag zu Tag geringer wird. Der Autofeind haßt aus irgendeiner Vererbung heraus den Kraftwagen. Sein Haß gibt sich durch Gebärden und Redensarten kund. Er macht keinen Hnterschied zwischen Marken und Größen der Wagen. Auch Zylinderinhalt und Hubraum sind ihm gleichgültig. Man kann annehmen, daß er infolge des Siegeszuges des Kraftwagens selbst Auto- besttzer wird oder später an Auszehrung stirbt, da der menschliche Organismus so viel Wut auf die Dauer nicht ertragen kann. Eine große Rolle im Leben des Kraftfahrers spielt der Aengstliche. Er sieht in jedem Auto eine übernatürliche Erscheinung, der er schon von weitem zu entfliehen versucht. Wenn man sich im ersten Gang ihm auf etwa 30 Meter genähert hat, springt er in ein Haustor. Auf Landstraßen macht er den Versuch, auf einen Baum zu klettern. Am sichersten fühlt er sich, wenn er an einem Wagen vorbeigeht, an dem zufällig ein Reifen montiert wird. Da weiß er, daß nichts passieren kann. Er erreicht meistens kein hohes Alter, da er infolge feiner Aengstlichkeit Anlaß und Opfer von Unfällen wird. Auch der Widerständler gehört zu den Autofeinden. Er beschleunigt vor allem nicht seine Schritte, wenn er vor einem herankommenden Wagen die Straße zu kreuzen hat. Um Hupenzeichen kümmert er sich grundsätzlich nicht. Zu Hause muß er ein unausstehlicher Gatte und Vater sein. An seinem innern Widerstand prallen alle Versuche, ihn umzustimmen, in jeder Lebenslage lehr nachhaltigen, wenn auch letzten Endes erfolglosen Widerstand. Der Verkehrsschreck muß noch in die Reihe der Autofeinde eingereiht werden, wenn sich seine Tätigkeit auch nicht unmittelbar gegen den Fahrer richtet. Der Verkehrsschreck steht meistens schon in vorgeschrittenem Alter. Er kreuzt die Fahrbahn stets mit aufgeregten Gebärden. Er wird wohl immer sehr alt, da die Fahrer selbst ihn außerordentlich fürchten, und manchmal sogar, wenn sie abergläubisch sind wie die Jäger, lieber umkehren, als mit ihm in Berührung zu kommen. Zu den Autofreunden gehört vor allem der Kenner. Er besitzt zwar selbst keinen Wagen, indessen verfolgt er mit großem und sichtbarem Wohlwollen die schnelle Entwicklung des Krastwagenverkehrs. Er kennt jede Marke, weiß die Vorzüge des einzelnen ins rechte Licht zu setzen, obwohl er sich fast immer täuscht. Den haltenden Fahrern gibt er gute Ratschläge und fragt sie nach ihrer Zufriedenheit und den bisher zurückgelegten Kilometern. Jeden fahrenden und stehenden Wagen betrachtet er mit angeblich fachlichem großem Interesse und stirbt oftmals eines plötzlichen Todes, da er während einer feiner vielen Besichtigungen von einem anderen Wagen leider angefahren wird. Das Mädchen, das nur für Zweisitzer schwärmt, ist allen Fahrern eine wohlbekannte Erscheinung. Zu seiner Ehrenrettung muß gesagt werden, daß es selber häufiger zur Mitfahrt eingeladen wird, als daß es darum ersucht. Großen, mit Familien besetzten Limousinen bringt es nicht das geringste Interesse entgegen. Ja, man kann sogar sagen, daß es in diesem Falle autofeindliche Gedanken hegt. Auch würdigt sie Wagen, die von Damen gesteuert werden, keines Blickes. Sie erreicht meistens ein normales Alter, da sich ihr Interesse mit vorschreitenden Jahren vom Kraftwagen dem Kinderwagen zuwendet. M. A. Gießener Wochenmnrktpreise. den Waldrändern westlich Nauheim eingesetzt, die Masse des Regiments war in den frühen Morgenstunden im Zurückgehen auf die neue Widerstands- linie auf dem Dftufer der Horloff zwischen Bisses und Leidhecken. Das III. Bataillon hatte bei diesem Zurückgehen mit den vordersten Teilen um 7 Hhr den Westrand von Reichelsheim erreicht. Lage Rot: Rot, in erfolgreichem Vorgehen nach Osten, hatte in breiter Front den Taunus durchschritten und am 24. Juli in den frühen Morgenstunden den Ostrand des Taunus mit nördlichsten Teilen westlich Nauheim erreicht. Der verlauf der Hebung. Bei Hebungsbeginn um 7 Hhr war das III. Batl. auf der Straße W eckeshei m—R e i ch e l s h e i m im Zurückgehen auf feine neue Widerstandslinie. Der Bataillonsführer mit seinen Kompanieführern und dem Zugführer des Minenwerferzuges ritt voraus, um im Gelände vor Eintreffen des Bataillons feine Kompanieführer einweisen zu können. In der Widerstandslinie, die über den Kronberg-Strenzel- berg verlief, wurde die Masse der schweren Waffen in breiter Front eingesetzt, um den Feind schon auf weite Entfernung beschießen und aufhalten zu können und ihm eine möglichst starke Besetzung vorzu- täuschen. Die schweren Infanteriewaffen sind die Seele des hinhaltenden Widerstandes, die Gewehrschützen kommen bei dieser Kampfart nur selten zum Einsatz. Gegen 10.30 Hhr bekam der Bataillonsführer die ersten Meldungen vom Feind. Entwickelt und breit und tief gestaffelt war er im Vorgehen durch Nauheim nach Osten. Schon von weither, auf drei Kilometer, wurde er von dem Feuer der schweren Maschinengewehre beschossen. Nur langsam kam der Gegner in der weiten und flachen Ebene vorwärts, jede Bewegung konnte von den beherrschenden Höhen erkannt und mit Feuer beantwortet werden. Es wurde 13 Hhr, bis der Feind sich unter starkem Feuerschutz dem Horloff-Abschnitt näherte. Vorher waren bereits die Erkundungskommandos vom Bataillon zurückgeeilt, um hinter dem Nidd a-Abschnitt die neue Widerstandslinie und die Rückzugswege dahin zu erkunden. Als der Feind am Ostrand von Bingenheim und Leidhecken heraustrat, wurde er noch einmal von starkem Feuer empfangen, das ihn niederzwang und den erneuten Einsatz seiner schweren Waffen erforderlich machte. Damit hatte Blau seinen Kampfzweck erfüllt und dem Gegner einen langen Aufenthalt bereitet. Als der Feind nun zum entscheidenden Angriff auf die beherrschenden Höhen ab. Infolge seiner beharrlichen und zähen Veranlagung erreicht er meistens ein hohes Alter und ^..unticiuunci, uu» -piunu ±,uu uu> leistet dem herannahenden Tod gleichfalls einen 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis „Du oller Benzin-Duffel!" Kraftwagenfahrer und Publikum. Der Kraftwagen trägt ungemein viel zur allgemeinen Verbrüderung bei. Das erkennt man schon allein daran, daß die meisten Fußgänger den Kraftwagenfahrer mit dem traulichen Du anreden. Je nach Ort, Mundart und Landessitte fallen diese Gespräche, die meistens im Vorüberfahren geführt werden, verschieden aus: „Menschenskind! Du kannst deinen Winker ooch wohl nid) früher raushängen, oller Benzin-Dussel!" Das scheint Berlin zu sein. „Baids dira so pressirt, kannst ja laafa." Hier spricht München. „Was gloobst de denn eechendlich? Gannste nich noch een bißchen tauber hubben, alber Lumich?" Mein Leipzig lob ich mir... Auch bie Fahrer untereinander scheinen, besonders anläßlich kleinerer oder größerer Zwischenfälle, bei benen bekanntlich immer ber anbere bie Schuld hat, einem allgemeinen Verbrüderungsver- ein anzugehören. „Mensch! Du hast woll uff'n Roller fahren je- lernt!" „Deinen Führerschein haste woll jeklaut!" Wird die Hnterhaltung etwas lebhafter, so gibt es wohl kein Kraftwort beutscher Zunae, vom Benzinstrolch bis zum allgemein beliebten Rindvieh, das nicht zur bilderreichen Belebung herangezogen wird. Das darf man alles nicht so heftig bewerten, denn man muß die Erregung in Rechnung stellen, aus der heraus die gekränkte Hnschulb brüllt. Die ausgleichende Gerechtigkeit aber sorgt auch dafür, daß die Dame am Steuer gleichfalls in traulicher, wenn auch gemilderter Form angesprochen wird: „Mit' Staubsauger fannfte woll besser fahren, wat?" „Natürlich! Guckt in den Spieael und nicht auf die Straße! Mädel, Mädel, da hast du noch mal Schwein gehabt!" „Den möcht ich sehen, der dir den Führerschein ausgestellt hat!" DasZnsantene-Regiment Gießen übi in Oberheffen Der zweite ttebungstag. (Ströme, Bruchwaid und Moor ... Von Edmund Gcharein. Zu den oft genannten Reisegebieten gehört sie nicht, diese Moorwildnis am Kurischen Haff, diese Landschaft zwischen den Strömen, in der der Mensch auf den Kahn als wesentlichstes Beförderungsmittel angewiesen ist. Wer sich aber im Zeitalter der Motoren den Sinn für die Einsamkeit urwüchsiger Landschaften und unverfälschtes Volkstum bewahrt hat, dem kann das Moor im Norden Ostpreußens viel geben, so viel, daß er noch lange die Erinnerung an dieses Land im Bereich dunkler Ströme, an diese Fischerbevölkerung, die zäh und unverdrossen Not und Gefahr überwindet, zurück- bebält. Dieses Moor und feine Bewohner hinterlassen Eindrücke, die nicht von heute auf morgen verlassen; Eindrücke, die haften, man mag auch als Landfremder nicht immer gleich die Erklärung für manche Erscheinung haben. Urwüchsig ist hier alles: die breiten Ströme, die aus dichten Wäldern kommen und ihren Weg zum Kurischen Haff nehmen, die schweigenden dunklen Forsten, der wilde unzugängliche B r u ch w a l d , das endlose unberührte Moor, das sich trotz der Technik, die es bedroht, noch seine Eigenart gewahrt hat, Urwüchsig sind auch die Beivohner mit ihren Tugenden und Fehlern. Man muß sie kennen, diese „M oosbrüche r", um ihnen gerecht zu werden. Nachfahren alter Kolonisten sind es, die zum Teil schon vor Jahrhunderten ins Land kamen. Urwüchsig ist auch die Tierwelt dieses wilden Stromgebiets. Hier haust noch Deutschlands stärkstes Wild der urige Elch, dessen Hauptstandorte die Oberförsterei Jbenhorst und Tawellningken sind; hier horsten noch Schreiadler und Uhu: hier tummelt sich das Wasserwild aller Art auf den Blänken des Moores, in den Schilfwäldern der Ströme und den Rohrbuchten des nahen Kurischen Haffs. Hier ist es wie es war vor tausend Jahren. Es ist auch nicht ohne Gefahren, dieses Land. Manche Mühsale kommen über seine Bewohner. Wenn der „Schacktarp" hereinbricht mit seiner Ein- samkeit, wenn der Frühling mit Ungestüm herfällt über die Eisdecke feiner Ströme, wenn die berstenden Eismassen sich haffwärts bewegen und der Zutritt zur Mündung durch Eis noch gesperrt ist, so daß sich die Wassermassen in wildem Anprall über die weiten Niederungsflächen ergießen, dann sind die Manschen im Moor nicht zu beneiden, dann kommen Tage der Not, Tage, an denen der Mensch um Haus und Hof kämpft. Wildes Land... Aber das ficht sie nicht an, die Moorbauern. In zäher Arbeit ringen sie dem Moor Erträge ab. Da sehen wir Dämme, die tragen reiche Frucht. Es ist bitter wenig, wähnt ihr, nur soviel, daß es gerade reicht zum eigenen Bedarf. Mit Nichten. Wohl sieht das Auge keine großen Flächen, keine wogenden Getreidefelder. Trotzdem: das kultivierte Moor trägt reiche Frucht, ist eine Quelle des Wohlstands. Die Erzeugnisse dieser Gegend haben sich längst Geltung verschafft auf dem Markt. Fruchttragendes Moor ... Schon ein Markt in diesem Lande, der Markt in Seckenburg, zeigt, was die Moorscholle und die Fischerei hervorzubringen vermögen. Welch ein buntes Marktleben rollt sich da ab. Anders sind diese Märkte als die, die man im Binnenlands zu sehen gewohnt ift Anders sind Verkäufer und Käufer, anders die Ware und die Geschäftsgepflogenheiten. Früh geht's los. Noch verhüllt der Nebel das Moor, da find sie schon unterwegs, die Frauen und Mädchen mit ihren Erzeugnissen, während die Manner derweil meist dem Fischfang obliegen. Auf Strömen und Kanälen gleiten sie im Boot dahin, wahrend andere in kleinen Wäglein auf schmalen Dämmen fahren und mittels der Fähre über breite Wasserläufe setzen. Andere Bilder, noch buntere, zeigen die Königsberger Märkte. Vom Sommer an tehen sie im Zeichen der Moosbrucherzeugnisse. Auf langen Schleppkähnen gelangen diese durch Ströme und Kanäle in die Deime und von dort den Vreqel hinab auf den Großstadtmarkt. Da türmen sich Gur- ken und Kürbisse, Zwiebeln und die beliebten „Blanken", diese gelbfleischigen Kartoffeln, die als begehrte Salatkartoffeln in den verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes Absatz finden. Einen eigenartigen Anblick gewähren die großen Schl e p p k ä h n e, die lautlos ihre Frachten auf Strömen und Kanälen an üppigen Wiesen und schmucken, mit Pferdeköpfen gezierten Holzhäusern vorbeitragen. Eigenartig wirken auch die auf Holz- gerusten befindlichen Heuhaufen, die durch diesen hölzernen Unterbau vor oer Zerstörung durch das Wasser geschützt sind. Ebenso absonderlich muten sie an wie die schmalen Dämme, die da vorstoßen ins schwarze Moor. Zeugen menschlichen Schaffensdranges. Alles alles, was der Mensch hier an landwirt- schaftlich genutzter Fläche besitzt, was er erntet muß er in zähem Kampfe dem Moor entreißen. Kampf Der Reichswetikampf der SA. 25. Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 18, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (neue) 7 bis 8, der Zentner 6,20 bis 7 Mark, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 50, Birnen 28 bis 50, Kirschen 40 bis 50, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 20 bis 25, j wisse Hahnen 0,90 bis 1 Mark, Suppenhühner 80, Blumenkohl, das Stück 10 bis 70, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 1% bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bd. 8 bis 10 Pf. Oas Arbeitsbuch. Das Arbeitsamt Gießen fordert alle Betriebe und Gewerbetreibenden der Betriebsgruppen 1. Industrie der Steine und Erden, 2. Eisen- und Stahlgewinnung, 3. Metallhütten - und Metallhalbzeugwerke, 4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, 5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), 6. Elektrotechnische Industrie, 7. Optische und feinmechanische Industrie, 8. Chemische Industrie, 9. Papierindustrie, 10. Leder- und Linoleumindustrie, 11. Kautschuk- und Asbestindustrie, 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe, 13. Großhandel, 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und son-- stige Hilfsgewerbe des Handels, 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen auf, bis f p ä t e ft e n s 31. 7. 35 dem Arbeitsamt Gießen oder der zuständigen Nebenstelle die Anträge zur Ausstellung der Arbeitsbücher für die bei ihr Beschäftigten einzureichen. Für die Einhaltung des festgesetzten Termins, sowie die ordnungsgemäße und richtige Ausstellung der Vordrucke, sind die Betriebsführer verantwortlich. Jeder einzelne Antrag muß ortspolizeilich beglaubigt fein. Antragsvordrucke find beim Arbeitsamt Gießen oder den zuständigen Nebenstellen kostenlos zu erhalten. Diese Stellen stehen mit Rat und Auskunftserteilung jederzeit zur Verfügung. Beförderung von Personen auf Last- und Lieferwagen! Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: In noch ganz erheblichem Umfange werden Personen auf der Ladefläche von Lastkraftwagen oder von Anhängern befördert, ohne daß die nach der Ausführungsanweisung zu § 30, Abs. 1, der Reicksstraßenverkehrsordnung erforderliche Erlaubnis, die durch das zuständige Kreisamt ausgestellt wird, vorliegt. Alle Last- und Lieferwagenbesitzer werden hiermit letztmalig auf die feit 1. Oktober 1934 bestehenden Bestimmungen hingewiesen. Die Schutzpolizeibeamten, die mit der besonderen Ueberwachung dieser Wagen beauftragt sind, wurden zum schärfsten Einschreiten angewiesen. Förderung der Bienenweide. Der Reichs- und Preußische Landwirtschaftsminister weist in einem Erlaß darauf hin, daß die Neuschaffung von Siedler- und Bauernstellen eine vermehrte Haltung von Bienenvölkern mit sich bringe. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus sowie im Interesse des Obstbaues sei dies sehr zu begrüßen, zumal es bisher nicht möglich gewesen sei, den Inlandsbedarf an Bien- nhonig aus eigener Erzeugung zu decken. Eine Grundbedingung für die Hebung der Bienenzucht fei aber die Verbesserung der Bienenweide, d. h. die vermehrte Anpflanzung von Bienennährpflanzen. Der Minister ersucht die Nachgeordneten Behörden, auf die Förderung der Bienenweide durch Erhaltung und Neupflanzung von Honigenden Bäumen und Sträuchern an den Ufern der Wasserläufe usw. Bedacht zu nehmen. Er teilt dabei mit, daß auch der Landschaftsgestalter der Reichsautobahnen bemüht sei, bei der Anlage Am vergangenen Sonntag fanden im Bereiche der Standarte 116 wieder Sportwettkämpfe statt. Der Sturm 4/116 (Sturmbann 1/116) konnte abermals sehr gute Leistungen erzielen. Hier seien nur die besten Ergebnisse erwähnt: SA.-Mann Rühl: Keulenweitwurf 60 Meter, Kugelstoßen 11,30 Meter, 100-Meter-Lauf 12,4 Sekunden, Weitsprung 5,30 Meter. Die SA.-Männer Knebel und Ullrich liefen die 3000 Meter in 9,14 Minuten. Die Obertruppführer Sieg und Heinz, beide 45 Jahre alt, bewältigten den 3000-Meter-Lauf in 10,02 bzw. 10,37 Minuten. Außer diesen Leibesübungen stehen der SA. aber noch große Lei st ungen in sportlicher Hinsicht bevor. Da wäre z. B. der 1000-Meter- Querfeldeinlauf zu nennen, bei dem 4 Hindernisse zu überwinden sind. Als erstes eine 1 Meter hohe feststehende Hürde, die ohne Berührung genommen werden muß. Bei dem nun folgenden 2,50 Meter hohen Hindernis soll sich der Kameradschaftsgeist in der Hilfeleistung zeigen. Nach einem kurzen Lauf stellt sich dem Sturm schon wieder ein erneutes Hemmnis in den Weg: der zu überschreitende drei Meter lange Schwebebalken. Das Ueberspringen eines 3 Meter breiten Grabens ist die letzte Anforderung, die bei dieser Uebung gestellt wird. Weiterhin muß ein 10-Kilometer-Gepäckmarsch mit Wäsche- der neuen Autostraßen eine gute Bienenweide durch entsprechende Anpflanzungen zu schaffen. Oie Reisezahlungsmittel bei Auslandsreisen. DNB. In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Reisende Auslandsreisen nach Ländern, mit denen Reiseoerkehrsabkommen bestehen, angetreten haben, ohne sich im Besitz der in diesem Abkommen vorgesehenen Zahlungsmittel, die Reiseschecks, Reisekreditbriefe usw. zu befinden. Diese Reisenden sehen sich im Auslande großen Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn die Nachsendung der Zahlungsmittel durch die zu ihrer Ausgabe ermächtigten Reisebüros oder Banken aus irgendwelchen Gründen nicht oder nicht alsbald erfolgen kann. Dieser Zustand ist auch geeignet, dem deutschen Ansehen im Auslande zu schaden. Es wird deshalb jedem Reisenden, der auf Grund eines Reiseverkehrsabkommens ins Ausland fahren will, dringend nahegelegt, die Reife erst anzutreten, wenn ihm die erforderlichen Reisezahlungsmittel von dem Reisebüro oder der Bank ausgehändigt worden sind. Ist das geschehen, so begegnet die Einlösung der Reisezahlungsmittel im Auslande keinen Schwierigkeiten. Dagegen bietet ein von der Ausgabestelle in dem Reisepaß angebrachter Vermerk, wonach die bestellten Reisezahlungsmittel vorgemerkt sind, noch keine Gewähr dafür, daß die Reisezahlungsmittel auch tatsächlich zugeteilt werden. Attöle nicht vernichten. DNB. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Trotz der in der Presse veröffentlichten zahlreichen Artikel und Aufrufe, die sich mit dem Problem der Rohstoffersparnis befassen und in denen im besonderen auch auf die angesichts der schwierigen Devisenlage dringende Notwendigkeit einer vollwertigen Altölaufarbeitung hingewiefen worden ist, muß leider festgestellt werden, daß es noch immer Kreise gibt, die — offenbar aus Bequemlichkeit — gebrauchte Mineralöle einfach vernichten oder zu minderwertigen Zwecken verwenden. Damit aber nicht genug. In einem Falle hat sich sogar eine große westdeutsche Tageszeitung verleiten lassen, einen ihr einqesandten Artikel abzudrucken, in dem Altöl, in diesem Falle gebrauchtes Motorenöl, als zum Verbrennen in Defen geeignet bezeichnet wird. Es muß noch einmal nachdrücklichst darauf hin- gewiesen werden, daß jeder, der gebrauchtes Del, im besonderen Motorenöl, vernichtet, verbrennt oder in sonst irgendeiner Form minderwertig verwendet, gewissenlos handelt. Es ist vielmehr Pflicht eines jeden Verbrauchers, dafür Sorge zu tragen, daß die anfallenden Altöle gesammelt, sorglich aufbewahrt und, wenn genügend Ware aufgespeichert wechsel in kürzester Zeit und Ueberquerung eines mangelhaften Steges ausgeführt werden. Die Propaganda fahrt wird wohl die Uebung fein, die dem Einzelnen am meisten zusagen und Erinnerungen an frühere Kampfzeit wachrufen wird. Bei den Einsatzübungen werden den Stürmen Aufgaben aus dem Alltag gestellt, denen sie sich gewachsen zeigen müssen, z. B. Abriegelung eines Waldteiles, ober wachsamer Absperrungsdienst gelegentlich eines größeren Aufmarsches mit markierten Gegnern, oder Einsatz einer Einheit zur Bekämpfung eines Brandes und dergleichen, also alles Aufgaben, denen man täglich gegenüberstehen kann. So rasch und so flink der SA.-Mann bei den vorerwähnten Uebun- aen sein muß, um so mehr Ruhe und Sicherheit erfordert das Kleinkaliberschießen. Aber nicht nur der Körper soll durch diese sportlichen Uebungen gestählt werden, auch die geistige Ausbildung muß mit der körperlichen Schritt halten. Dafür ist in den Reichswettkampf auch die weltanschauliche Schulung ausgenommen worden. Der SA.-Mann erfährt also bei diesem Reichswettkampf keine Sonoerausbildung zur Erreichung von Rekordleistungen, sondern gerade die vielseitige Ausbildung auf allen Gebieten, die Bewährung in allen Lagen, in jeder Gefahr seinen Mann zu stellen, das ist das Ziel, welches erreicht werden soll. ist, der nächsten Regenerationsanlage zwecks vollwertiger Wiederaufbauarbeit zugeführt werden. Die Aufarbeitung kann hierbei gegen Lohnzahlung durchgeführt werden; es kann aber auch ein Verkauf des Altöles an die Aufarbeitungsanstalt stattfinden. Das von den Verbrauchern vielfach geäußerte Bedenken, daß ein Motorenöl während des Gebrauches chemische Veränderungen erfährt, die eine spätere vollwertige Aufarbeitung des Oeles ausschließen, ist unbegründet: die Gütevorschriften der Ueberwachungsstelle für Mineralöl für aufgearbeitete (regenerierte) Mineralöle jeder Art sorgen dafür, daß aufgearbeitete Altöle mindestens den vom Fachnormenausschuß für Schmiermittelanforderungen herausgegebenen Normen für Frischöle entsprechen. Damit aber ist grundsätzlich gewährleistet, daß das aufgearbeitete 'Mineralöl stets dem ursprünglichen Schmierzweck wieder zugeführt werden kann. Auch besteht in Deutschland kein Mangel an den erforderlichen Aufarbeitungsanstalten. Die Anschriften der für die Verbraucherschaft (Betriebe, Garagen, Einzelverbraucher) jeweils am günstigsten gelegenen Anlagen sind bei der Ueberwachungsstelle für Mineralöle zu erfragen. Oie Baugenossenschaft 1894 feiert Richtfest. Im Zuge der umfangreichen Wohnhausneubauten in unserer Stadt läßt auch die Gießener Baugenossenschaft 1894 gegenwärtig wieder ein stattliches Wohnhaus (an der Ecke Aulweg und „Am Riegelpfad") errichten. Es handelt sich um ein Wohnhaus, das unter der Bauleitung des Architekten Hamann von der Baufirma H. W. Rinn errichtet und in drei Stockwerken sechs Dreizimmerwohnungen und drei Zweizimmerwohnungen bergen wird. Das Wohnhaus wurde nunmehr im Rohbau, wie auch im Dachstuhl fertiggestellt, auf dem das bändergeschmückte Bäumcken prangte. Die Baugenossenschaft hatte aus diesem Anlaß gestern zum Richtfest eingeladen. Etwa 50 Arbeiter, meist Maurer und Zimmerleute, die in dem Hause bisher geschafft hatten, fanden sich zu dieser Feier ein. Gemeinsam marschierte man von der Baustelle aus zur „Stadt Wetzlar" (Ludwigstraße), um dort in arbeitskameradschaftlicher Verbundenheit einige Stunden zu verbringen. Bei einem guten Stück Wurst und bei einigen Glas Biex saß man beisammen. Im Verlaufe der Feier hielt der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Schneider, eine kurze Ansprache, in der er alle Teilnehmer zunächst im Namen der Baugenossenschaft herzlich willkommen hieß. Der Richtbaum, der auf dem Giebel des Neubaues aufgestellt worden sei, bedeute den Abschluß einer Gemeinschaftsarbeit. Für den Bauherrn, die Baugenossenschaft, sei es das Zeichen, sich einzuschalten und das zu geben, was sich gebühre: das Richtfest! Wenn der 1. Mai den Gedanken der Volksgemeinschaft und der Verbundenheit aller Volksgenossen zum Ausdruck bringe, so solle das Wiederaufleben alter Tradition gewordener Zunftgebräuche einen Teil des Weges zu dieser Volksgemeinschaft darstellen Wir wüßten heute mehr denn je, daß der Mensch nicht nach der Art seiner Arbeit, sondern nur nach [einer Leistung an seinem Arbeitsplatz gewertet werden dürfe. Wenn das Wort Adolf Hitlers „Ehret die Arbeit und achtet die Arbeiter!" Geltung haben solle, dann sei es auch die Pflicht der Baugenossenschaft, allen denen zu danken, die am neuerstandenen Werk, am neuen Wohnhaus mitarbeiteten. Jeder habe an feinem Platz seine Pflicht erfüllt. Mit Stolz blicke man auf den Neubau. Der Stolz fei um so berechtigter, wenn jeder einzelne, der mithalf, sich dessen bewußt sei, daß er in höherem Zusammenhänge schuf. Die unzertrennliche Gemeinschaft zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft müsse ihren Ausdruck in dem Worte „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" finden. Nachdem der Redner noch einen Ausspruch Alfred Rosenbergs über die Ekp:e der Arbeit wiedergegeben und noch einmal allen Mitarbeitern am Werk gedankt hatte, schloß er mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, in das alle begeistert einstimmten. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse der beiden Nationalhymnen gesungen. Anschließend sprach Herr Wagner von der Firma H. W. Rinn, dankte im Namen der bauausführenden Firmen der Baugenossenschaft für die geschaffene Arbeitsmöglichkeit und gleichzeitig auch für die Ausrichtung des Richtfestes. In dem vergangenen Jahrzehnt einer oolksfremden Regierung fei nur selten Gelegenheit gewesen, Richtfest zu feiern, jetzt aber könnten viele Volksgenossen Richtfest mitfeiern, denn allenthalben werde gebaut. Mancher Familienvater, der die Arbeitslosigkeit habe kennenlernen müssen, freue sich über die Verdienstmöglichkeiten, die ihm im Dritten Reich geboten seien. Mit dem Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft zum Führer und mit der Mahnung, alle Kraft für das große deutsche Aufbauwerk einzusetzen, schloß der Redner. Bei gemeinsam gelungenen Volksliedern und bei einigen auf dem „Maurerklavier" wiedergegebenen Melodien verging die Zeit in schöner Kameradschaft. Wiederaufbau der Seifenfabrik Möbs. Die im November des vorigen Jahres nieder- gebrannten Fabrikgebäude der Seifenfabrik Möbs an der Rodheimer Straße werden gegenwärtig wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau geschieht in einer erweiterten Form. Das Gebäude wird zweistöckig, zum Teil sogar dreistöckig aufgeführt und für feine Zwecke auf das neuzeitlichste ausgestattet werden. Die Firma trägt sich mit der Absicht, einen Teil der damals im November nach Aßlar verlegten Fabrikation wieder in das neue Betriebsgebäude zurückzuverlegen, darüber hinaus aber die Fabri- fation von Spezialerzeugnissen der Stzifenindustrie aufzunehmen. Es entsteht ein völlig neuer Betrieb. Das Bauvorhaben ist eine Planung auf weite Sicht, wenngleich vorgesehen ist, nach der Fertigstellung des Neubaues sofort mit der Arbeit zu beginnen. Die Erstellung des Rohbaues für bas neue Fabrikgebäude geht rasch vonstatten. Seit etwa drei Wochen ist man an der Arbeit. Zahlreiche Arbeiter finden Beschäftigung. Der Plan für den Neubau stammt von Architekt Nicolaus, in dessen Händen auch die Bauleitung liegt. Die Bauarbeiten werden von der Firma Abermann ausgeführt. Man hofft, im Frühjahr des nächsten Jahres das neue Betriebsgebäude fertig zu haben und die Arbeit mit zum Teil neuen Arbeitskräften aufnehmen zu können. Deutscher Steuoarapheutag. Ehrenpreise für das Leistungsfchreiben der Fünftausend. Der größte Kurzschrift-Wettbewerb, der je veranstaltet wurde, wird das Leistungsschreiben der Fünftausend anläßlich des Deutschen Stenographentages 1935 in Frankfurt a. M. fein. Der Führer und Reichskanzler hat, wie bereits berichtet, fein Bild mit eigenhändiger Unterschrift in einem ist das Leben des Moorbruchbewohners. Und doch find sie mit der schwarzen Scholle verbunden, daß sie sich nicht von ihr trennen trotz Mühsal und Not, daß den Moorbewohnern im fernen Land das Heimweh packt, diese Moorsehnsucht, die gewiß nicht schwächer ist als des Aelplers Sehnsucht nach den heimischen Bergen. Höflichkeit unter den Papuas. Unter den primitiven Völkern zeichnen sich die Papuas von Neuguinea durch besonders höfliche Umgangsformen aus. Allerdings ist es nicht „Europas Übertünchte Höflichkeit", die sie beweisen, sondern sie haben ihre eigenen Vorstellungen da- oon, was schicklich und höflich ist. Sie scheuen sich nicht dreist zu lügen, wenn sie fürchten, daß das Aussprechen der Wahrheit verletzend sein könnte; dennoch haben sie aber viele ihrer für europäische Begriffe recht rauhen Sitten beibehalten. So er- geben sich seltsame Widersprüche in ihrem Benehmen, die ihnen nicht auffallen, da sie zu einem solchen Verhalten von früher Kindheit an erzogen sind. So soll es Vorkommen, daß sich Papuas ganz unschuldig vor Gericht verurteilen lassen, nur weil ne es für unschicklich empfinden, den harten Vor- wursen der Richter zu widersprechen. So sind sie ideale Zuhörer. Man kann ihnen ein unö dieselbe Geschichte zwei- und dreimal erzählen; sie werden immer wieder herzlich lachen und eine Spannung auf den Ausgang verraten, obwohl sie genau wissen, wie es weitergeht. Kein Sterbens- wortchen wird ihnen entschlüpfen, daß sie die Geschichte schon kennen. Ein früherer Gouverneur von s u^onn-ea zu berichten, in welch verblüffen- öer Weise ein Papua unter dem Vorwurf eines }flm^n^bred)ens an den Gesetzen der Höflichkeit sesthielt. Der Gefangene, der beschuldigt war, einen anderen Eingeborenen ertränkt zu haben, erklärte: Er bat mich, ihn über das Wasser zu roa?-enr.^Gr !r .sch^n mir sehr schwer zu sein. Natürlich konnte ich nicht so unhöflich sein, ihm seine Bitte abzuschlagen, aber als ich ihn hinüber- trug konnte ich seine Last nicht mehr tragen, und öer beste Ausweg erschien mir der, ihn ins Wasser 3U werken. Auch als einige Eingeborene des Berg- s ® von Rigo beschuldigt wurden, eine Patrouille Der Kolomaltruppen angegriffen zu haben, hatten sie eine höfliche Entschuldigung zur Hand. „Wir hatten niemals vorher Schutzleute gesehen", sagten sie, „und wir wußten nicht, wer sie wären. Hätten wir geahnt, daß es Leute von Bedeutung wären, so wurden wir sicher nicht unsere Speere gegen sie geschleudert haben; aber wir meinten, es fei an chnen nichts dran." In höchstem Maße seltsam mutet ein Vorfall an, die derselbe englische Gouverneur selbst erlebt zu haben behauptet. Er erzählt: „Ich erinnere mich an zwei eingeborene Schutzleute, die wegen Mordes zum Tode verurteilt worden waren und auf den Reaierungsdampfer nach Port Moresby gebracht werden sollten, um dort gehängt zu werden. Als das Schiff abgehen sollte, waren sie nicht an Bord, tarnen aber auf Rufen und Pfeifen ganz atemlos angehetzt und entschuldigten sich vielmals. Sie sagten, sie hätten ganz vergessen, daß sie in Port Moresby gehängt werden sollten, sonst wären sie sicher nicht so weit von dem Dampfer fortgegangen/' Die Höflichkeit würde die Papuas aber nicht daran hindern, ein Verbrechen zu begehen, sie würden lediglich bedacht sein, dabei nicht gegen „die guten Sitten" zu verstoßen. So zieht ein eingeborener Polizist die Uni» form aus, ehe er sich aktiv an einem Händel be- teiligt und die Gesetze verletzt, zu deren Wahrung er verpflichtet ist. Bei einem Mord waren die Eingeborenen hauptsächlich deswegen so entrüstet, weil er °uf einem von der Regierung angelegten Weg geschehen war. Daß einer einen anderen tötete, konnten sie gut verstehen, aber sie hielten es für einen Gipfel der Gemeinheit, daß der Täter das Opfer nicht vorher in den Busch schleppte, sondern es auf offener Landstraße ermordet hatte. Arzt und Patient „Ahr Husten gefällt mir gar nicht", sagte der Arzt zu dem für feine Liebeswürdigkeit bekannten Grafen K. „Ja, Herr Doktor — einen anderen habe ich leider nicht", bemerkte der Aristokrat. Ein junger Mann wurde bei einer Schlägerei gefährlich am Kopf verletzt. Als ihn der Wundarzt untersuchen wollte um zu sehen, ob das Hirn keinen Schaden gelitten, sagte der Vater des Verwundeten: „Sie suchen vergeblich, Herr Doktor. Denn hätte er em Hirn, dann hätte er diesen Streit nicht angefangen." * Endlich fiel bas Fieber. Der Arzt atmete auf. ''H^r haben nur Gott und Ihre kräftige Natur Sie gerettet", sagte er. Der Kranke nickte. „Ich hoffe, Herr Doktor, daß Sie das bei Ihrer Honoraraufstellung berücksichtigen werden." -hag- ln8«, i0 7°< ,u Mehr x beute *« «S °n J*nn “w ach. lQJin sei ' allen 1 Derk ■ ^^olz 'um, W sich Q|umen= Mi. le. 'hren 8 ?°r !? einen 'hre der en Mit. er mit ?r Adolf -n> Te- rle der von der der bau. Jur die ng auch em Der» Gerung genossen gebaut, -losigkeit die Ver- > geboten haft zum für das hloß der und bei egebenen radschaft. Mobs. > nieder« ik Mobs enwärtig chieht in ird zwei« iihrt und sgestattet nen Teil verlegten sgebäude e Fabrj. lindustne Betrieb. 'ite Sicht, iBellunz beginnen. 15 neue tdq brei ilrbeiiet \tn Z)än' uarbeifen isgefiihrt. ihres das b die Ar- ufnehmen - je Der« iben der graphen« führet berichtet, in einem :s sei an e seltsam e Gouoer- r erzM: le Schutz' -teilt wor- ipfer nach um hort hen sollte, ins Rufen ntschuldig- ganz oer- gt werden weit von leit würbe ein Lerch bedacht t- zu oen t die Um* handel de« Wahrung n die Sn' Met, weil egten ien tötete- :en es f® Täter das e sondern I, d-- «s bekannten ti»1* r-S *»•* Schlägerei Wandas Ss | w * slbernen Rahmen als Ehrengabe zur Verfügung «stellt. Auch der Reichs- und Preußische Minister |2ß Innern, Dr. Frick, hat eine wertvolle Schreib- Maschine als Ehrenpreis gestiftet. Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. ;reb», hat ebenfalls eine Schreibmaschine mit ^sprechender Widmung zur Verfügung gestellt. Die miiringische Staatsregierung hat eine Plakette ge- iftet. Weitere Länderpreise stehen noch in Aus- cht. Um diese Ehrenpreise, zu denen sich noch hun- °rt Schreibmaschinen gesellen, die von anderer Seite jur Verfügung gestellt werden, wird ein heißer «Wettstreit entbrennen. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: !SG. „Kraft durch Freude": 18.30 bis 20.30 Uhr Vorbereitung zum Reichssportabzeichen auf dem liniversitätssportlatz am Kugelberg: 16 bis 18 Uhr «allgemeine Körperschule auf dem Universitätssport- I atz am Kugelberg: 20 bis 21 Uhr für jüngere, und V bis 22 Uhr für ältere Frauen fröhliche Gyrnna- ,k und Spiele in der Schillerschule. — Lichtspiel- inus, Bahnhofstraße: „Ehestreik". — Johannessaal: 10.15 Uhr in der Bibelstunde spricht Pfarrer E i ch - |er, Stuttgart. ** Neueindeckuna derDolkshalle. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem f -utigen Anzeigenteil die Vergebung von Dachdecker- rbeiten für die Neueindeckung der Volkshalle im j-mfange von etwa 3100 Quadratmetern aus. Interventen seien auf die Bekanntmachung besonders jmaewiesen. ** Arbeitsgemeinschaft — Schicksals- jL m e i n s ch a f t. Eine bei der hiesigen Universi- tllsklinik beschäftigte Näherin hatte dieser Tage tnen Zwanzigmarkschein verloren. Das bedeutete hr das arme Mädchen einen schweren Verlust. Die nrigen Angestellten der Klinik führten darauf unter ich eine Sammlung durch und konnten auch den betrag zusammenbringen und dem Mädchen über» f-ben. ' ** Verkehrsunfall. An der Ecke Moltke- fraße und Kaiserallee ereignete sich gestern gegen 15 I'hr ein Verkehrsunfall. Der Studienassessor ! r a b e r t aus Büdingen, der gegenwärtig in hießen zu Besuch weilt, fuhr mit seinem Motorrad .;gen den Kotflügel eines Lastkraftwagens und ; hm dabei zu Fall. Er erlitt eine Kopfverletzung iawie Hautabschürfungen und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz i die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der (Dziusfahrer erlitt keinerlei Schaden. Der Hintere fotflügel des Lastkraftwagens wurde durch den .'usammenstoß so verbogen, daß die Fahrt nicht iirtgesetzt werden konnte. Das Motorrad des ^runglückten wurde am Vorderteil erheblich be- riäbigt. Die Polizei nahm sofort die notwendigen bmitHunqen auf. R i ch t i g st e llun g. Der bet dem Verkehrs- rifall an der Ecke Marburger Straße und Wiesecker beg verletzte Eugen Pletsch von hier saß, wie jir Berichtigung unserer Meldung vom Dienstag ritgeteilt sei, n i ch t als Führer in dem Kraftwagen, srndern lediglich als Mitfahrer. Schöffengericht Gießen. !Wegen Urkundenfälschung wurde ein Mann aus ließen an Stelle einer an sich verwirkten Gefäng- rssstrafe von einem Monat zu 15 0 Mark Geld- f:tr a f e verurteilt. Was Gericht befaßte sich sodann mit dem W. St. fc.s Ober-Mörlen wegen Transportgefährdung in Tateinheit mit fahrläsfiger Tötung und fahrlässiger K örperverletzung. Am 6. Dezember vorigen Jahres tisanden sich der Berufsberater Otto Leucht und t _■ Berufsberaterin beim Arbeitsamt Gießen Frl. Haußig auf der Rückfahrt von Altenstadt nich Gießen. Etwa kurz nach 18 Uhr passierte der s-aftwagen den Marktplatz in Butzbach und fuhr a.‘if den Bahnübergang der Strecke Frankfurt—Gie- zu. Da der Führer des Kraftwagens die Schranken offen fand, fetzte er feine Fahrt fort. Als Iagdga« Oberhessen. Zagdkreis Gießen. Die Pressestelle des Gaujägermeisters teilt mit: 1. Der Gau- und Kreisjägermeister Oberforstmeister Nicolaus ist bis Ende August beurlaubt. Seine Vertretung hat Studienrat H ö l z e l, Gießen, Hitlerwall 29, übernommen. Alle dienstlichen Zuschriften u. ä. sind weiter nach Stephanstrahe 4 zu richten. 2. Im weiteren Ausbau der Organisation der Deutschen Jägerscbaft hat der Gau- bzw. Kreisjägermeister für Den Kreis Gießen folgende Ernennungen vollzogen: Zagdgau Oberhessen. I. Stab des Gaujägermeislers. Stabsleiter: Studienrat Hölzel, Gießen. Geschäftsführung: Forstassessor Freiherr v. Gall, Gießen. Presse und Aufklärung: Der Stabsleiter. Waffen - und Schießwesen: Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Gießen. Hundewesen: Ingenieur August Pascoe, Dutenhofen. Rechtswesen: Rechtsanwalt Beilstein, Grünberg, und Dr. Paul Münch, Gießen. Jagdschutz: Oberforstmeister Lipp, Gießen. Landwirtschaftlicher Sachverständiger: Gutsbesitzer Oppermann, Lehrbach. n. Ehrengericht. Zu Mitgliedern des Ehrengerichts für den Iagd- gau Oberhessen für die Dauer von drei Jahren: er sich auf der Mitte des Uebergangs befand, kam aus Richtung Gießen ein Güterzug, der mit ungeheurer Wucht das Auto zur Seite schleuderte, wobei sämtliche Insassen auf die Straße flogen. Frl. Dr. Haußig war sofort tot, Leucht mußte mit schweren Verletzungen in die Chirurgische Klinik verbracht werden, der Kraftwagenführer Raab kam mit leichteren Verletzungen davon. Die Ursache des furchtbaren Unglücks ist darauf zurückzuführen, daß der Angeklagte St. das Herannahen des Güterzuges vergessen und den Bahnübergang nicht geschlossen hatte. Er wurde deshalb zu einer Gefängnis- strafe von fünf Monaten und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Oer Brand bei LG -Farben in Höchst. Ein zweites Todesopfer. LPD. Frankfurt a. M., 24. Juli. Der Brand bei der I G. Farbenindustrie in Frankfurt a. M.-Höchst hat nach ein zweites Todesopfer gefordert. Heute morgen ist einer der schwerverletzten Arbeiter im Höchster Krankenhaus gestorben. Oie Ursache des Brandes. 1 % Millionen Mark Schaden. Zu dem bedauerlichen Brandunglück teilt die IG. Farbenindustrie mit: In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli, 23.45 Uhr, entwickelten sich in einem in der Lösungsmittelabteilung des Werkes Höchst befindlichen Kessel, der mit Acetaldehyd gefüllt war, durch plötzlich einfetzende starke Erhitzung Dämpfe, die aus einer Oeffnung des Kessels in starkem Strahl nach oben entwichen und sich im Raume selbst entzündeten. Der in der Nähe des Kessels befindliche Johann Karg aus Frankfurt am Main-Höchst wurde durch die eintretende Explosion schwer verletzt und ft a r b einige Zeit nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Der Vorarbeiter Johannes R o e l l aus Frankfurt q. M.- 1. Vorsitzender: Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Gießen. Stellvertreter: Kreisdirektvr Straub, Friedberg. 2. Beisitzer: Steuerberater Albrecht Jäger, Gießen. Stellvertreter: Studiendirektor Hahn» Schotten. 3. Beisitzer: Forstrat Dr. Zentgraf, Lauterbach. Stellvertreter: Forstmeister Roßmäßler, Eisenbach. Zagdkreis Gießen: Geschäftsführung: Forstafsessor Freiherr v. Gall, Gießen. Presse - und Ausstellungswesen: Studienrat Hölzel, Gießen. Waffen - und Schieß wesen: Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Gießen. H u n d e w e f e n : Dr. van Bentheim, Gießen (Vorstehhunde) und Albrecht Jäger, Gießen (Erdhunde). W i l d k r a n k h e i t e n : Dr. van Bentheim, Gießen. Rechtswesen: Dr. Paul Münch, Gießen, und Rechtsanwalt Beilstein, Grünberg. Jägerausbildung: Oberforstmeister Lipp, Gießen. Wildschaden: Gutspächter Brückmann, Birklar. Stellvertreter des K r e i s j 8 g e r m e i- ft e r s ist Studienrat Hölzel, Gießen. Nied, der feinem Arbeitskameraden z u Hilfe kommen wollte, wurde von den Flammen erfaßt und fand den Tod durch Verbrennung. Acht weitere Arbeiter wurden mit teils schweren, teils leichteren Verletzungen ins Krankenhaus Höchst übergeführt. Der Zustand Jft bei drei Arbeitern noch bedenklich. Für die Angehörigen der toten und verletzten Arbeitskameraden wird weitgehend durch die Werksleitung gesorgt werden. Die Produktion wird durch den Brand nur unwesentlich beeinträchtigt. Der Sachschaden wird auf IV2 Millionen Mark geschätzt. Das Beileid des Gauleiters. Anläßlich des Explosionsunglücks bei der IG. Farben Frankfurt a. M.-Höchst hat Gauleiter Sprenger heute morgen sofort die Unglücks- stelle ausgesucht. Er unterrichtete sich eingehend über den Verlauf des Unglücks und richtete folgendes Telegramm an die Werksleitung: „Anläßlich des Explosionsunglücks in Ihrem Werk Höchst, bei dem zwei tapfere deutsche Arbeiter den Tod fanden, übermittle ich mein Beileid. Ich bitte, meine Teilnahme den Hinterbliebenen und verletzten Arbeitskameraden auszudrücken. Sprenger, Gauleiter." 23 Personen wegen Vorbereitung zum Hochverrat vor Gericht. LPD. Darmstadt, 24. Juli. Nicht weniger als 23 Personen stehen vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichts Darmstadt unter der Anklage der Vorbereitung des Hochverrats. Die auf mehrere Tage berechnete Verhandlung führte bereits heute zur Aburteilung von drei Fällen. Der 23jährige Fr. Gondolf aus Dieburg gab zu, Beiträge für die Bezirksleitung der illegalen KPD. nach Frankfurt a. M. abgeführt und weiter hochverräterische Druckschriften empfangen und verteilt zu haben. Unter Anrechnung von 4V2 Monaten Untersuchungshaft wurde er zu 4V2 Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Der 28jährige M. A. Huth er aus Münster M Dieburg hat noch dreimal Beiträge, angeblich jedoch für die Angehörigen der politischen Gefangenen, gezahlt. Er wurde unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft zu zwei Jahren G e f ä n g - n i s verurteilt. Mangels Beweises wurde die 32jäh- rige Marie Stix aus Dieburg freigesproch en, da ihr nicht nachzuweisen ist, daß Zusammenkünfte von Kommunisten in ihrer Wohnung mit ihrem Einverständnis erfolgten. — Die Verhandlung geht weiter. Bewährte Arbeitskameradschast. D a r m ft a b t, 24. Juli. (LPD.) In der Oben* wälder Hartfteinindustrie war ein Arbeitskamerad van einem Unfall betroffen worden. Auf Anregung des Betriebsführers arbeitete die gesamte Belegschaft eine Stunde länger und überwies der Familie des Verletzten den Betrag von 52 Mark, während der Betriebsführer den gleichen Betrag zulegte. Schweres Schadenfeuer im Odenwald. F r ä n k i f ch - C r u m b a ch, 24. Juli. (LPD.) Ein schweres Schadenfeuer äscherte das Sägewerk Chr. Katzemeier am Bahnhof Fränkisch- Crumdach fast völlig ein. Vermutlich durch Selbstentzündung brach das Feuer aus, dem die gesamte Werksanlage mit der Dampfmaschine und dazu noch ein Teil des Holzlagers zum Opfer fielen. Oer erste deutsche Gasschlepper auf dem Mein. Lpb. Mainz, 24. Juli. Nachdem der 40 Meter lange und 7 Meter breite Motorschlepper „Harpen N r. 1" vor einigen Tagen mit fünf Anhängern in Gegenwart von Vertretern der Rhein- schiffahrtsbehörden seine zur vollsten Zufriedenheit verlaufene Versuchsfahrt gemacht hatte, passierte bas festlich geschmückte Boot gestern auf seiner ersten Fahrt nach Mannheim die Mainzer Reede. Bei dem Boot handelt es sich um einen Gasschlepper, der ohne störende Erschütterungen mit einem 700- pferbigen Motor arbeitet. Der Gasgenerator ist vom Maschinenraum getrennt und stellt im Prinzip einen Füllofen dar. Auf diesen neuen Rhein- schleppertyp, der nur einen Tiefgang von 1,25 Meter hat, setzt man allgemein große Hoffnungen. Neue Frühkartoffelerzeugerpreise ab 25. Juli. DNB. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft hat mit Zustimmung des Reichsund Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsnährstandes folgendes angeordnet: Die Erzeugerpreise für Speisefrühkartoffeln je Zentner ausschließlich Sack betragen ab 25. Juli 1935 bis auf weiteres: a) für lange, gelbe Sorten mindestens 4,50 Mark, jedoch nicht mehr als 5,00 Mark: b) für runde, gelbe Sorten mindestens 4,10 Mark, jedoch nicht mehr als 4,60 Mark; c) für blaue, rote und weiße Sorten mindestens 3,70 Mark, jedoch nicht mehr als 4,20 Mark. Die Preise verstehen sich je Zentner, und zwar im geschlossenen Anbaugebiet roaggonfrei Verladestation ober frei Bezirksabgabestelle, im nichtgeschlossenen Anbaugebiet roaggonfrei Verladestation oder frei Uebergabeftelle am Erzeugungsort. Diese Anordnung tritt mit dem 25. Juli 1935 in Kraft. CREME: 15 Pf.-RM 1.00 / ÖL: 35 Pf.-RM 1.23 I NIVEA Kir sanden zueinander. Vornan von Klothilde v. Siegmann. Lrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 1 Fortsetzung. Nachdruck verboten! -Ehe Dietrich noch etwas einwenden konnte, hatte s ihm bereits den kleinen Teetisch herangerollt, T-e eingeschenkt, Brötchen aufgelegt. »Eine behagliche Plcnjderstunde begann. Auch Ii arlen verlor langsam ihre Befangenheit und nnrf ab und zu ein Wort in die Unterhaltung, liit Entzücken lauschte Dietrich der sanften, wohl- t'ingenben Stimme, beobachtete ihre zarten, gra- jiöfen Bewegungen.. Meben Karlas dunkler, etwas kraftloser Lieblich- L.t wirkte Marlen wie ein lichter Frühlingstag. Ihnö dieses Bild hätte sich tief in Dietrichs Seele emgefchmeichelt, wäre in ihm nicht bas Mißtrauen ui 8 die Abneigung gegen Frauen allzu stark ge- n: Jen. So aber zwang er sich förmlich, der leisen Eiimme seines Herzens nicht zu lauschen. Herr- i:tt, er war doch kein schwärmerischer Jüngling. V tte er nicht eben genug Enttäuschung an Jutta inebt? Und wollte sich schon wieder von den cjönen Augen und dem lieblichen Aeußeren einer fr au gefangennehmen lassen? Nein, er wollte nicht irm zweiten Male so bitter getäuscht werden. Uötzlich stieg etwas in ihm auf, beinah wie Haß gyen Marlens Schönheit. Schon einmal war er aji ein fo reines, unschuldvolles Gesicht hereinge- cllen! Wer konnte wissen, ob hinter Marlens ü ufjerem sich nicht etwas Aehnliches verbarg? ..Aber sie ist Karlas Freundin", sagte eine Eiimme in ihm. Doch er verschloß sich ihr. Karla rir so gut, daß sie in allen Menschen auch nur Gu- ie- sah. Und vielleicht hatte diese Marlen wirklich . |e r viele gute Eigenschaften. Aber wenn es darauf uffam, würde sie auch nur an ihre Vorteile ben= lex Beinah bekam er Lust, das zu erproben. So gingen die Gedanken widerstreitend in Dietrich siu und her. Schließlich fühlte er sich ermüdet. Da lebhaften Erzählungen Hauptmann Weckenroths ■amen nur wie von fern an sein Ohr. Er fühlte i e bleierne Schwere im Kopfe und auf ben 2 gen. Marlen fjatte schon eine ganze Weile stillgesessen, n hrend Hauptmann Weckenroth erzählte. So lomte sie, ohne selbst beachtet zu werden, Dietrich Tltheim beobachten. Wie magisch angezogen, haf- |ien ihre Augen an seinem edlen Gesicht. Was für eine Leidensfalte lag um den energischen Djnb und auf der Stirn, durch deren Haut die :uen Adern schimmerten! Freudlos sah dieser Uifte Mensch aus. Man hatte das Gefühl, man c:te ihm etwas Gutes tun wollen, ihn mit viel oj.be umgeben mögen. Sie wußte ja durch Karlas Erzählungen von Dietrichs einsamer Jugend, daß ihm Liebe und Güte immer gefehlt hatten. Eine heiße Sehnsucht stieg in ihr auf, ihm mit zarter Hand über die Stirn zu streichen, ihn zu umsorgen, für ihn da zu fein. Aber sofort drängte sie diesen Gedanken zurück. Wie kam sie nur darauf? Dietrich Veltheim und sie? Zwischen ihnen war ein unendlicher Abgrund. Er war reich — sie bettelarm! Sie war ein Nichts! Und er liebte ja diese Jutta van Bergfelde. Sie hatte es ja selbst mit angehört. Aber was sie nicht begriff, war, daß irgendein Mensch auf der Welt Dietrich Veltheim verschmähen konnte. Es mußte das höchste Glück fein, von ihm geliebt zu werden. Und dieses Glück konnte man zurückftoßen? Ihre Empörung gegen Jutta von Bergfelde, ihr Mitleiden mit Dietrich Veltheim ließen ihr das Herz fast zerspringen. Sicher, er litt um Jutta und wurde darum nicht gesund. Plötzlich erschrak sie. Schien es ihr nur so? Oder wurde er plötzlich sehr bleich? Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn und schloß die Augen. . / „Ich glaube, es wird zuviel", flüsterte Marlen erschreckt Karla zu. Die nickte und stand auf. Hauptmann Weckenroth war gerade in der Erzählung einer Iagdgeschichte gestört worden. „Na, was ist denn los? Warum denn so plötzlich Aufbruchsalarm?" fragte er. Wenn er bei feinen Jagdgefchichten war, konnte er über jede Unterbrechung mächtig grob werden. „Genug für unfern Patienten, lieber Vater!" entschied Karla sanft, aber bestimmt. „Aber ich bitte dich, Karla, bleib' doch noch." Dietrich riß sich aus der bleiernen Müdigkeit mühsam empor. „Ich bin wirklich ganz frisch." „Dann schau mal in den Spiegel, mein lieber Dietz, der wird dir sagen, daß es höchste Zeit für dich ist, wieder ins Bett zu gehen." Karla sprach sehr bestimmt und ließ sich durch Dietrichs Bitten nicht bewegen, länger zu bleiben. „Morgen ist auch noch ein Tag, lieber Dietz. Wenn der Doktor es erlaubt, besuchen wir dich recht bald wieder. Und wenn ich dir irgend, etwas abnehmen kann, bis„bu nach dem Süden fährst, tue ich es herzlich gern." „Ach, Sie verreisen?" fragte Marlen ganz erschrocken, fast ohne es zu wollen. Sie hätte plötzlich so gewünscht, Dietrich Veltheim noch öfter zu sehen. Aber nun schämte sie sich ihrer plötzlichen Frage. „Jawohl, Dietz reift fort. Auf höchsten Befehl, damit er ganz gesund wird. Nicht wahr, Dietrich? Also, wenn ich dir mit irgend etwas behilflich sein kann — verfüg' über mich!" „Und über mich auch", fiel Weckenroth ein. „Vielen Dank, Weckenroth! Vielen Dank, Karla? Ja, es wird wohl in den nächsten Wochen noch verschiedenes zu besprechen geben. Vielleicht darf ich auch schon einmal im Wagen zu euch herüberfahren. Ich habe den Stubenarrest schon satt." „Aber nur, wenn der Doktor es erlaubt", meinte Karla. Dann verabschiedete sie sich mit dem Vater herzlich von dem Jugendfreund. Marlen legte scheu ihre Hand in die Dietrichs. Wieder schaute er sie so forschend an. Aber es war jetzt in feinem Blick nicht mehr dieses Gütige, Freudige von vorhin, es war etwas Finsteres, Prüfendes, vor dem sie fast erschrak. Wie verschieden er blicken konnte! Jetzt hatte sie vor feinen Augen beinahe Furcht. Hatte sie etwas gesagt, was ihn unangenehm berührt hatte? Oder war es ihm vielleicht überhaupt nicht lieb gewesen, daß sie mit dabei war? Vielleicht hatte er mit seinen Freunden verschiedenes zu besprechen gehabt, wobei sie, die Fremde, nur störte? Sie hatte ja nicht mitkommen wollen. Aber Karla hatte sie so sehr darum gebeten. Und nun war es doch vielleicht verkehrt gewesen. Um so zurückhaltender wollte sie nun sein. Außerdem fuhr sie ja doch morgen für einige Tage nach Dresden. Sie hatte einen Brief von ihrem Bruder Georg erhalten. Zwischen den Zeilen las sie, wie schlimm es mit ihm stehen mußte. Sie wollte ihn besuchen. Vielleicht konnte man doch irgendeine Möglichkeit finden, ihn aus feinem schlimmsten Elend herauszureißen. Hauptmann Weckenroth hatte ihr ja angeboten, Georg auch zu sich aufs Gut kommen zu lassen. Aber sie hatte abgelehnt. Ihr Stolz sträubte sich dagegen, daß sie dann zu zweien Hauptmann Weckenroths Güte in Anspruch nehmen sollten. Außerdem kannte sie den Stolz ihres Bruders. Der ging eher zugrunde, ehe er Almosen von andern annahm. Das Herz war ihr schwer, wenn sie an Georg dachte. Aber wenigstens würde sie dann zunächst mit Veltheim nicht mehr zusammenkommen. „Hat dir mein Freund gefallen?" fragte Karla abends Marlen. Marlen sah an Karla vorbei. „Ganz gut!" „Nur ganz gut?" Karla war geradezu empört. „Du, damit bin ich aber gar nicht zufrieden. Ich habe gedacht, du würdest ihn genau so wundervoll finden wie ich." „Dazu kenne ich ihn doch viel zu wenig, Karla. Ich glaub's schon, daß er ein sehr, sehr wertvoller Mensch ist, nur eben noch sehr leidend. Und vor allen Dingen scheint er irgendein Vorurteil gegen mich zu haben." „Ach, Torheit, Marlen! Er ist oft fo scheu und befangen. Vor allen Dingen hat er von Frauen feine gute Meinung — er hat eine schwere Enttäuschung hinter sich." Marlen schwieg. Vor ihrem Geiste stand die Szene, die sie gegen ihren Willen auf Schloß Veltheim belauscht: die Szene zwischen Jutta und Karla. O ja, sie wußte von der schweren Enttäuschung Dietrichs. Von seiner unglücklichen Liebe zu Jutta. Zorn und Schmerz stiegen wieder in ihr auf, wenn sie an diesen Augenblick dachte. Und plötzlich sagte sie, eigentlich ohne es zu wollen: „Gott gebe, daß er diese Enttäuschung überwindet." Karla sah Marlen von der Seite an. „Was meinst du, auf welche Weife das geschehen könnte?" Marlen wurde verlegen. „Ach, ich weiß nicht, Karla." Karla nahm Marlens Hände. Zwingend sah sie die Freundin an. „Du weichst mir aus, Marlen. Seit wann bist du nicht offen zu mir? Sieh, Marlen, das ist dock das Beglückende an unserer Freundschaft, daß wir uns immer sagen, was wir denken." Marlen fühlte in Karlas Worten einen leisen Vorwurf. Dieser Vorwurf traf sie. Denn zum ersten Male war sie gegen Karla wirklich nicht offen. Aber sie brachte es nicht über die Seele, davon zu sprechen. Sie schämte sich für Jutta, für Dietrich. Sie schämte sich, daß er an einem Menschen wie Jutta Bergfelde sich verloren hatte. Das war das erste Verschweigen zwischen ihr und Karla. Das zweite war etwas, was sie sich selbst kaum eingestehen wollte: daß sie ein unerklärlich heißes und starkes Gefühl zu Dietrich von Veltheim hin- zog. Noch nie hatte ein Mann einen solchen Eindruck auf sie gemacht. Als sie ihn so leidend vor sich sah, war in ihr ein einziges inbrünstiges Sehnen gewesen: er möge Gesundheit und Freude wiederfinden? Aber daß sie ihm dazu verhelfen konnte — diesen Gedanken hatte sie gang erschrocken in das tiefste Unterbewußtsein ihrer Seele versenkt. „Marlen", klang wieder Karlas Stimme, „du weißt, es gibt nur drei Menschen auf der Welt, mit denen ich ganz unzertrennlich verbunden bin: Der Vater, du und Dietrich Veltheim. Du kannst begreifen, was ich mir für Sorgen wegen Dietrich mache. Und nun weichst du mir aus. Dabei sehe ich's dir an: du hast selbst schon über Dietrich nachgedacht. Ich frag’ dich noch einmal, Marlen: Wie konnte man Dietrich von seiner unglückseligen Vorstellung abbringen, daß die meisten Frauen nichts taugen?" Da wandte Marlen ihren Blick Karla voll za. Ihr Gesicht erblaßte vor innerer Erregung. Ihre grauen Augen bekamen einen tieferen, beinahe grausamen Ausdruck. „Wenn er eine Frau fände, die wirklich selbstlos ist, die nichts weiter will als sein Gluck. Die sich ihrer eigenen Persönlichkeit ganz entäußern kann — vielleicht würde er dann glauben lernen." (Fortsetzung folgt!) SJtxfpoit Außerordentliche Leistungen bei der 16. Mn Rennrudern - was dazu gehört ibemm» derRuderer hat für 1935 ihrengibt es nicht. Schon war die Rede von „Doppel. ihevunEt in Öen Ijeutimpn unh hon hrot ro: —_______, . , . (5>n tönendes Vogelbestimmungsbuch! \en3tte Ein fröhliches Volksstück 4269 A Justodrem Mk. 6.50 ■■ WßBESS in Photo-Kino Kreuzplatz 9 der am In der Bibelstunde hentc abend 8»/4 Uhr, im Johannes- saal (Johanneskirche) spricht Pfarrer Eichler, Stuttgart: „Von der Bekennenden Kirche Württemberg“ Bekämpft sie... Mindestens aber sollten Sie Ihre Speisen vor den Fliegen schützen. Ihnen helfen dabei: Fliegenglocke, Speiseschrank, Fliegenklatsche und Fallen, Drahtgaze für die Fenster. Preiswert ist das alles bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten W4i a Gießen - Ruf Nr.2145/2146 727 Meldungen wurden trotz Start-Beschränkung für die diesjährigen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften abgegeben. Die in früheren Wettbewerben durch Windflaute bedingte Ruhepause ist ein überwundener Stand- Dr. Porsche-Stuttgart, der Konstrukteur des Auto-Union-Rennwagens, wurde von Korpsführer Hühnlein als Mitglied in die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt berufen. Dafür wird auch der Achlersieg entsprechend hoch gewertet, und im Hinblick- auf die fom- menden Olympischen Spiele gelten der Schaffung eines überragenden deutschen Achters besondere Anstrengungen, habe ich am Laßer. - Ich bin immer bereit, Sie zu beraten. 4278 A wie die bisherigen Maßnahmen der Ruderoerbandsführung schon zeigten. Wie auch ein gut veranlagter „Jungmann" oder „Junior" erst im Verlauf längerer Regattatätigkeit zu einem erstklassigen „Senior"- Ruderer wird, so bedarf es selbst dann, wenn ge- eignete Ruderer in ausreichender Zahl zur Ver- Die Reichsjugendfahrt des Deutschen Kanuverbandes. DeutschlandsStudenten - Fußballer werden am 25. und 26. Juli in Riga zwei Kämpfe gegen Lettlands Studenten austragen. Der tzrste Trainingstag auf dem Nürburgring für den Großen Preis von Deutschland brachte noch nicht viel Betrieb. Mercedes-Benz schickte drei und Auto-Union einen Wagen über die Strecke, um Brennstoff-, Reifen- und Kerzenversuche oorzunehmen. Von den Ausländern waren nur die Maseritifahrer Hartmann und Rüesch anwesend. Die Scuderia Ferrarri teilte mit, daß an Stelle von Dreyfuß der Italiener B r i v i o den dritten Alfa steuern wird. * D ie Leichtathleten des VfB. Königsberg trugen am Mittwoch in Frankfurt a.' M. einen Klubkampf gegen IG. und Allianz aus, den die Ostpreußen überlegen sowohl bei den Senioren als auch bei den Jugendlichen gewinnen konnten. Das Ergebnis bei Senioren war: 1. Königsberg 5092, 2. JG.-Frankfurt 4828, 3. Allianz 4689 Punkte * B e i den Probefahrten auf neuhergerichteten Hockenheim-Motorradstrecke erzielte der NSU. Fahrer Steinbach ein Stundenmittel von 140 Kilometer und übertraf damit seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahre beträchtlich. Wieviel kostet eine rerpalzlß Aufnahme an Geld — und Aerger? Beides ist heute nicht mehr notig, wenn Sie für Ihre Aufnahmen einen elektrischen Belichtungsmesser benutzen. Jeder braucht ihn: Der Anfänger so gut, wie der .alte' Amateur. Sämtliche Marken wie: Ombrux... 29.. Photoskop 34.50 Tempophot 27.- Helios......42.. oder den optischen Belichtungsmesser So ein Mannschaflslraining, in dem jeder ein- zelne für die Mannfchaftsleistung große Veden- lung besitzt, fordert von dem einzelnen unbedingte Ein- und Unterordnung, sott das an- gestrebte Ziel erreicht werden. Nicht jeder Ruderer und jede Mannschaft können 3" meisterlichen Leistungen und zu ihrem schiw sten Ausdruck, dem deutschen Meistertitel, bringet Aber die Anstrengungen einer so harten, entsagun^ vollen sportlichen Arbeit wie der rudersportlicher Wettkampf-Vorbereitung und dieses Wettkampf selbst haben auch dann vollauf gelohnt, wenn aus H.nen Männer hervorgehen, die sich ebenso für ei» Ziel mit ganzer Kraft einzusetzen als auch sich im öas größere Ganze einzuordnen verstehen. Dann hak die Lebensschule des sportlichen Wettkampfes ihren: Zweck erfüllt. Jugendliche Einbrecher und Auto- räuber feffgenommen. F r a n k f u r t a. M., 24. Juli. (LPD.) Im Stadt- teil Höchst wurden mehrere Burschen im Alter von 13 bis 16 Jahren fe ft genommen, die eine g?nze Reihe von W 0 h n u n g s - und G e s ch ä fts- e l n b r ü ch e n , sowie Beraubungen von l l Vuu- und Gartenhütten ausgeführt haben. Die Burschen haben bereits mehrere Straf, taten emgeftanden, doch stehen sie im dringenden Verdacht, weitere Räubereien ausgeführt zu haben, die bisher nicht zur Anzeige gekommen find. Gefängnis für polnisches Oevisen- schieberpaar. zweier" und „Riemenzweier". Dabei handelt es sich um folgende Unterschiede: im Doppelzweier hat jeder der beiden Ruderer — ebenso wie natürlich der Einerfahrer — zwei kleinere Ruder, die „Skulls", zu führen, während im Riemenboot jeder aktive Insasse nur ein größeres Ruder, den „Riemen", mit beiden Händen führt; die Riemen sind dann abwechselnd auf beide Bordseiten verteilt. „Nummer 1" ist der Mann an der Bootsspitze, am Bug, Nummer 2 der nächste usw., Nummer 8 also im Achter der „Schlagmann", nach dessen Schlagfüh- runa sich die anderen zu richten haben; denn Ein- hettuchkett der Ruderarbeit ist die erste Voraussetzung des Erfolges, und daß diese Einheitlichkeit im Achter schwerer herzustellen ist als im Vierer oder Zweier, ist klar. Er brachte dafür seinem „Kondor" 100 Punkte gut. Von den zahlreichen Segelfliegern, die sich in Streckenflügen ohne Rückkehr zur Startstelle bei fast völliger Windstille versuchten — gewertet wer- ben Flüge über 50 Kilometer, die 25 Gutpunkte einbringen — und bis in die Gegend von Vacha, Gelnhausen, Darmstadt, Frankfurt a. M., Mainz, Kaiserslautern und Köln gelangten, verdient der Eifer des Flugzeugführers der „Deutschen Lufthansa", Peter Riedel, besonders anerkannt zu werden. Erst in der Frühe des gestrigen Mittwochs von feinem Neckarflug (137 Kilometer) im Schlepp einer Motormaschine heimgekehrt, ging er sogleich wieder über Land. Er meldete feine Landung nahe Aachen, etwa 270 Kilometer weit. Mit den gestrigen 56 Starts erreicht die Gesamtzahl der Wettbewerbsflüge fast 200. Forschungsflieger Erich Wiegmeyer, der am Sonntag einen Streckenflug unternahm, fällt leider für die weitere Teilnahme aus, da er durch anderweitige Inanspruchnahme verhindert ist. Die endgültige Entscheidung darüber, ob Heini Dittmar, der bisher noch nicht in Erscheinung trat, zugelassen wird, soll Ende dieser Woche fallen. Im Fliegerlager, das auch in diesem Jahr wieder das Ziel zahlreicher Besucher und namhafter amtlicher Kreise ist, weilte am Mittwoch Ministerialdirektor Dr. ing. e. h. Brandenburg vom 1 Reichsverkehrsministerium. ' fügung stehen, vielen „Schleifens", um ans ach ) Mann eine Mannschaft zu machen. \ Bei den Anforderungen und dem Leistungsstand ! des Rennruderns ist es bei weitem nicht damit ge. tan, daß sich etwa einige Wochen vor Beginn bei ; Rcgattazeit vier oder acht Ruderer im Verein ju, sammenfinden, unter Leitung eines Trainers eint 1 Reihe Uebungsfahrten unternehmen und dann a« ben Start gehen. Mit solcher Vorbereitung wart gar nichts zu machen, auch wenn alle biese oiet ober acht Mann bie Anfangsgrünbe bes Rubernz erfaßt hätten — bie man übrigens natürlich nicht im langen, schmalen unb verhältnismäßig leichten Rennboot, fonbern im breiteren unb schweren, aiig Planken zusammengesetzten Gigboot lernt. Der Rennruberer bebarf eher mehr noch als mancher andere Kampfsportler einer sehr soliden Vorbereitungszeit, schon um den großen Anstrengungen eines 2000 - Meter - Rennens ge- wachsen zu fein, ohne körperliche Schädigungen befürchten zu müssen. Wer schon Ruderregatten besucht hat, wird sich du häufig zu sehenden Bildes erinnern, daß bie Mann schäften im Ziel nicht selten einen völlig „fertigen* Eindruck machten, der eine lang im Boot lag, bet andere in sich zusammengesunken war, der dritte sich mit beiden Händen auf die Bordwände stützte, Das waren dann die äußeren Zeichen der gewal. tigen Anstrengungen eines voraufgegangenen Bord, i i an-Bord-Kampfes, der, von den Schlagmännern bet beteiligten Boote mit Temperament und Kampf, geift geführt, aus den Ruderern das letzte an , Energie und Muskelkraft herausgeholt — unb auch eine entsprechend starke Herztätigkeit veranlaßt - hatte. Für solche Anstrengungen muß der Körpei abgehärtet werden. Die Aufgabe des Trainings liegt daher nicht nur Darin, die Ruderer technisch zu schulen und zu einet Einheit zusammenzuschweißen, sondern ebenso darin, [te auf die Höhe ihrer körperlichen Leistungsfähig, kett zu bringen. Schon Monate vor dem Beginn der Regattazeit mußte daher ein allgemeines Kör pertraining einfetzen, daneben trat — möglichst - das „Kastenrudern", die ruderische Betätigung in der Halle im Winter. Im Frühjahr setzte dann bas Haupttraining ein, zu dem eine strenge und feier- lidje Verpflichtung der Beteiligten vorgenommen wurde. Dann wurde täglich geübt. Die Mann, chaften wurden zusammengesetzt, die Zusammen, setzungen hier und da geändert — und dabei if Zu bemerken, daß auch die Ersatzleute für die Mann, schäft sehr wichtig sind. s LPD- Mainz, 24. Juli. Unter Ausschluß der Oeffentlichkett wurde von der Großen Straf- kammer gegen den 32jährigen Thadäusz Kempa und die 34 Jahre alte Zofja Janina Malarska aus Warschau wegen Vergehens gegen die deutschen Devisengesetze verhandelt. Sie wurden zu l"nf Monaten Gefängnis und 4500 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere 30 Tage Ge- fangni5, verurteilt. Die bei ihrer Festnahme be- schlagnahmten Devisen wurden eingezoqen und bei Kempa zum Teil auf die 'Geldstrafe, zstm Teil als Wertersatz für nicht mehr erfaßbare 300 Mark an» gerechnet. £iditspielhaus • Gießen Ab heute Donnerstag Das neue prachtvolle Ufa-Lustspiel mit Trude Marlen, Erika v. Thellmann, Pani Richter, Oskar Sima, Theodor Honegger Deutschland verliert im Interzonen- I Ruhige 17. Etappe der „Sour". finale 4:1. Noch 47 Jahrer starteten zur 17. Etappe Nach den qrosien 4:l-6ieaen über Italien J?ur bc France, die, nach dem letzten Ruhetag Australien und die Tschechoslowakei in den Davispokal^ am Mittwoch von Pau über 224 Kilo- kämpsen mußte nun Deutschland auch die Bitternis ^er n-ch Bordeaux suhrte. Das Rennen au, die- einer Niederlage kennenlernen. Im Interzonen- verlies ziemlich ruhig. Nur dem Schluhspiel wurde die deutsche Mannschaft von ®0,"eau 9™n9 “uf f,aubl8e,n Vertretern der USA. geschlagen, ausgerechnet mit D°" allen unbemerkt, dem Felde zu ent- 4:1. Nach unserem unerhörten Pech im Doppel al- und em Zeitvorsprung von 16 Minuten der Sieg schon greifbar nahe war und wir doch ,Dor den Uebngen h-rau-zufahren 43 Fahrer noch verloren, waren die Aussichten auf einen Gemmen gle'chM.g m Ziel em von denen sich der ?wL3nter3°nCn’ÄamPfC5 merMid’ 3U’ammcn’ oÄbu3,, Pdttssiir'7nd Lachat süher"' °38 wek alle Hoffnung fahren lassen. Henkel knüpfte nicht Kurze Sp0ktnotizen. Sää aaÄÄWW," SS“ " W-I -« >"u Ä war er von Allison 6:1, 7:5, 11:9 besiegt, unb bie | 1 * Amerikaner hatten den zum Siege notwenbigen Punkt erobert. Der Ausgang bes Kampfes Gottfried ÄäteiÄiS SiS5,-->■?■» * s----- tiefen Erlebnis geworden. 3 Wettbewerbe - ebenso der Vierer "'St- und o. St. Achterrennen ohne Steuermann 3m Herbst 1 935 erscheint: Gefiederte Mslersänger Das erste tönende Lehr, und Hilfsbuch zur Deobach, tung und zur Bestimmung der heimischen Dogelwelt Mit Llnterstühung des Bundes für Vogelschutz E.D., Stuttgart. Heraus- gegeben von Or. 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Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag * Berlin -Lichierfelde von (Tramm gegen Donald Bubge war also für ben Enbsieg ohne Bedeutung, höchstens konnte noch bas Ergebnis verbessert werben. Aber auch der beutsche Meister versagte. Die beiben Kämpfe der letzten Tage waren an von (Tramm nicht spurlos vorübergegangen. Und so war es für Donald Bubge, ber in ber Wimblebon-Vorschlußrunbe von unserem Meister sicher bezwungen würbe, keine allzu große Schwierigkeit, ben müben von (Tramm zu schlagen. Nach vier Sätzen hatte ber Äalifornier feen Deutschen 0:6, 9:7, 8:6, 6:3 besiegt und bamit punkt? Glückte bereits am Dienstag, wie' jetzt"'ge- ben vierten Punkt für bie Vereinigten Staaten nau feststeht, 17 Piloten bei schwachem östlichen errungen. . Wind vom Osthang aus erstmalig bie Umfliegung ™ f tiefer unö 3uJ8egmn ber nächsten der Milseburg mit Rückkehr zur Startstelle so be- Woche trifft nun USA. m ber Herausforberungs- reitete bie Erfüllung ber Bebingungen bes am runbe auf ben Verteibiger des Davispokals, Eng- Mttwoch von ber Sportteitung ausgeschriebenen lan , Tagespreises — lOOproz. Steigerung ber Leistung Ole Deutschen Rudenneisterschafien h5 23ort?9e®./“ unseren Segelfliegern ebenfalls • keine wesentlichen Schwierigkeiten. 800 Mark in waren ausgesetzt für biejenigen Flugzeuge, bie ben Auf dem Balbeney-°See bei Essen werben ’n norbwestlicher Richtung etwa 15 Kilometer ent= am Sonntag bie beutschen Rubermeisterschaften ent- liegenben Habelberg umrunben unb im Um= schieden. Im Rahmen der 27. international besetzten kreis von 1000 Meter um den trigonometrischen Hügel-Regatta werden sieben Meisterschafts- Punkt auf ber Wasferkuppe roieber landen. Die rennen ausgefahren, die äußerst scharfe Kämpfe wiederum geringe Thermik, die das schöne Som- unserer Spitzen-Mannschaften bringen werden, geht merfrischenwetter gab, nutzten — vorbehaltlich der es doch nicht nur um ben deutschen Meistertitel, (Mauen Nachprüfung der Barogramme — vier sondern auch um die Teilnahmeberechtigung an der Segelflieger erfolgreich aus. drei Wochen später in (Brunau stattfindenden Eu- Wolf hirkh, der gestern zum ersten Male ersten Male mirb* auch ber Titel^im^Zweier „mit" „Zninimoa“ flog, üet- vergeben. Favoriten sinb im Einer Europameister besserte die Leistungen jener Piloten um das Schäfer, im Zweier „ohne" Eichhorn- Doppelte, indem er bis zum Oechfenberg vor- ^.5?ußvorn Mannheimer RE., im Zweier stieß und zur Startstelle zurückkehrte. (Ent- „mit die Berliner Verbandsmannschaft, im Doppel- formmn t, 7 K - Zweier bie Frankfurter Paul-Hüllinghoff fcrnun9 Wasferkuppe Oechfenberg und zuruck in ben beiben Vierem bie Würzburger Verbands-' I etwa 60 Kilometer.) Mannschaft unb im Achter die Berliner Verbandsmannschaft. Dieser Tage begann in Kassel die Reichsjugend- _ - ------------------lvw, fahrt des Deutschen Kanu-Verbandes, an der mehr Höhepunkt in ben Deutschen unb ben brei Wochen als 500 Jungen unb Mäbel aus allen Teilen danach folgenben Europa-Meisterschaften in Essen Deutschlanbs teilnehmen. Die bunten Wimpel ber b3m- tn Grünau erreicht. Verhältnismäßig kurz ist Jugenbgruppen leuchten burch die Straßen ber b,c 3eif der rubersportlichen Regattakämpfe, bie sich Stabt. Auf bem vorbereiteten Zeltlagerplatz fanben auf Ö1C Wochen von Enbe Mai bis Mitte August sich nach ber Besichtigung von Wilhelmshöhe ber dufammenbrängen, weit länger aber bie Zeit ber (Bauleiter, Staatsrat Weinrich, unb bie Vertre- Vorbereitung. d7nt-7 un^-lLt°dKrma?.'u'7 zu/L°7m7°d'°r ^"dttches Tra.nmg ist ganz befanders für imposanten Auffahrt ber beteiligten 150 Boote ein. L*" ^n"ruöerer- be^er gesagt, für die Renn- Auf ber Weiterfahrt, bie nach genau vorbereite- Mannschaft von absolut entscheidender Vedeu- tem Programm erfolgt, sind bie Jugenblichen in- lung. WWWZUZKW säs «$• wurd- di Fahrt n7ch W-rl-shaus-n tBura-n äan I ^ermann: Der Renneiner wird immer ohne stein und Ludwiqstein) angetreten " ( 9e" S’“n= fe?“, gefahren ebenso der Doppelzweier, a Bisher ist die Jugend,ahrt genau nach dem vor- Nd-utschen ml‘ unTnh”“ rt'e6‘ fi S°Iehen-n Programm verlaufen und dank dem lknt- ® , t." Y,n? “I,ne Steuermann urwüchsiger Frische und Kraft bekannten Bühnenstück von E. Pohl Vorher^s Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche . 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.30 u. 8.30 Uhr nac Täglich ttr.171 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 25. Juli 1935 agen entgleist!" Oie Reichsbahn ist für blitzschnelle Rettungsaktionen gerüstet. Obecheffen DieneuenAusaehunisormenunseresReichsbeeres men, entwickelt sich eine blitzschnelle Rettungsaktion. Der Platz wird in großem Umkreis abgesperrt und von den vielen Scheinwerfern so stark beleuchtet, daß der Rettungsmannschaft nicht die geringste Kleinigkeit entgeht. Die modernsten Maschinen sind vorhanden, um die ineinandergeschobenen Eisenwände in kürzester Zeit aufzutrennen. Gespenstisch zischt und flackert das Flammengebläse. Dieser Lärm in der Nacht hat einen heftigen unruhigen Rhythmus. Schattenhaft huschen Gestalten an den Wagen vorüber, von den Scheinwerferlichtern grell beleuchtet. zug starten sollen. Sofort sind die Aerzte zur Stelle. Jeder nimmt seinen voraeschriebenen Platz ein. Sämtliche Gegenstände, die bei einem Zugunglück erforderlich sind, befinden sich in tadellosem Zustand an ihrem Platz. Im Gerätewagen wird, während der Hilfszug in einem Tempo von 120 Kilometer zur Unfallstelle eilt, fieberhaft gearbeitet. Denn im Heimatbahnhof darf sich der Hilfszug nicht eine Sekunde länger aufhalten, als unbedingt notwendig Der Hilfszug ist in voller Fahrt. Aber die Menschen, mit denen er besetzt ist, benehmen sich ganz anders als gewöhnliche Passagiere. Sie wissen, daß der geringste Zeitverlust ein Menschenleben kosten kann und arbeiten darum mit äußerster Kraft und Konzentration, um alles für die Rettung des verunglückten Zuges bereitzuhalten. Im Arztwagen ist fieberhafte Tätigkeit. Da werden alle erforderlichen Medikamente griffbereit hergerichtet. Die Instrumente warten auf ihre Verwendung. Alles wird noch einmal gründlichst nachgeprüft. Außer dem Arztwagen ist noch der Geräte- wagen von besonderer. Wichtigkeit. Dutzende der verschiedensten Geräte sind bei ' einem Eisenbahnunglück notwendig, Azetylenlampen, Kreissägen, Bohrer, Scheinwerfer, Zuleitungsschnüre. Es ist unmöglich, sie alle aufzuzählen. Während sich diese blitzschnelle Arbeit vollzieht, steht der „Lokomotivführer" auf seinem Stand und fährt mit 120 Stundenkilometer in die lauernde Dunkelheit. Glühende Hitze sengt aus dem Kessel. Aus der Finsternis zeichnen sich die Umrisse des entgleisten Zuges ab. Der Ort, an dem das Unglück geschah, ist erreicht; die Bremsen des Hilfszuges knirschen. Kaum ist der Zug zum Stehen gekom- „Lock und fünf Sie wollten den Kaffenschrank stehlen. Lpd. Friedberg, 24. Juli. Eine bisher noch nicht ermittelte Einbrecherbande hatte nach einem wohldurchdachten und gut vorbereiteten Plan der Bäuerlichen Werkschule einen nächtlichen Besuch abgestattet, der aber durch die Wachsamkeit eines Hausbewohners gestört wurde. Die Burschen hatten schon sämtliche Behältnisse erbrochen und durchwühlt. Sogar der drei Zentner schwere Kassen schrank sollte mitgenommen werden. Die Täter waren gerade dabei, ihn zum Ausgang zu schaffen, als sie gestört wurden. Der Kassenschrank sollte mit einem Lastwagen fortgeschafft werden. Der Mann, der die Einbrecher verscheuchte, sandte ihnen sogar noch einen Gewehrschuß nach; sie konnten aber unerkannt entkommen. Landkrei« Gießen. = Steinbach, 24. Juli. Die Getreideernte ist seit Beginn voriger Woche in unserer Gemarkung in vollem Gange. Während zunächst Roggen und fast gleichzeitig die Sommergerste abgemacht wurden, begann dieser Tage auch die Weizenernte. Die Ernte fällt durchschnittlich gut aus, auch stehen die Hackfrüchte trotz der Trockenheit be- Die Tragbahren sind im Handumdrehen zur Stelle, jeder knappe Kommandoruf hat eine bestimmte Bewegung zur Folge, jeder Mann ist an seinem Platz. So wickelt sich e i n Probe - Alarm bei der Reichsbahn ab. Diese Probe-Alarme sind wahre Wunder an Schnelligkeit, Exaktheit und Disziplin. Sie beweisen, daß die Reichsbahn nicht müde wird, ihren vollendet ausgebauten Sicherheitsdienst immer wieder von neuem zu überprüfen und zu kontrollieren. Dr. Tn. R. friedigend gut. Die Obstaussichten sind dagegen, besonders bei Aepfeln, die in der Blüte durch die Nachtfröste zu leiden hatten, schlecht. Nur einige Sorten, wie die Wintergoldparmäne, versprechen einen lohnenden Ertrag. Die Birnbäume haben durch den Frost nicht gelitten und werden eine mittlere Ernte bringen, wenn nicht die Trockenheit sich noch schädlich auswirkt. 4- Alb ach, 24. Juli. Unsere Kirche bedarf einer gründlichen inneren Wiederher ft el- lung. Das Hochbauamt hat einen Voranschlag aufgestellt, der ungefähr 2000 Mark erfordern wird. Der Voranschlag wurde nach eingehender Beratung vom Kirchenvorstand gutgeheißen. Die Wiederherstellung muß jedoch auf das Jahr 1937 verschoben werden. Die bürgerliche Gemeinde, die die Trägerin der Baulast der Kirche ist, ist finanziell nicht in der Lage, die Mittel früher aufzubringen, obgleich sie die Notwendigkeit der Wiederherstellung anerkennt. Sie muß aber vorher den Schulsaal und das Gemeinde- und Rathaus einer gründlichen Renovierung unterziehen; dadurch sind die flüssigen Mittel für 1935 und 1936 festgelegt. Der Kirchenvorstand bedauert wohl die Verschiebung, konnte sich aber der Triftigkeit der Gründe der Gemeinde nicht entziehen. * A l l e n d o r f a. d. Lda., 25. Juli. Das Fest der goldenen Hochzeit begehen heute in körperlicher und geistiger Frische die Eheleute Landwirt Christoph Reinhardt IX. und Frau Elisabeth, geborene Körbächer. Die Ehegatten sind 74 bzw. 71 Jahre alt. * Grünberg, 24. Juli. Auf seinen Antrag wurde der Justizsekretär bei dem Amtsgericht Grünberg Karl Bügelmeier mit Wirkung vom 1. November 1935 in den dauernden Ruhe st and versetzt. * Villingen, 24. Juli. Die Landwirt- schaftliche Kredit- und Bezugsgenossenschaft Villingen konnte das Geschäftsjahr 1934 mit einem Reingewinn von 784,23 Mark abschließen. Der Genossenschaft gehörten am Ende des Geschäftsjahres 1934 insgesamt 98 Mitglieder an, gegen' 90 zu Anfang des Geschäftsjahres. Die Geschäftsguthaben haben sich im Geschäftsjahr 1934 um 250 Mark erhöht. Die Haftsummen bezifferten sich am Ende des Geschäftsjahres 1934 auf 49 000 Mark. 0 Langd, 24. Juli. Für die Verwaltung der hiesigen Pfarrei hat die Landeskirche den soeben vom Predigerseminar in Friedberg abgegangenen Pfarramtskandidaten Wilhelm Drommes- h a u f e r entsandt. Am letzten Sonntag wurde eP ein geführt. In seiner Predigt über 2? Kor. 5, 20 führte er aus, wie sich die Arbeit des Pfarrers, der Kirche und jedes einzelnen Gemeindegliedes auf die Bibel und das Bekenntnis gründen müsse. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 24. Juli. Am Dienstag und Mittwoch fand hier in gewohnter Weise der im ganzen Vogelsberg bekannte I a k o b i m a r k t statt. Bei Hellem Sonnenschein waren aus der gesamten Umgebung Ulrichsteins die Bewohner herbeigeströmt, um Einkäufe zu machen, oder um an dem Volksfest teilzunehmen. Von mehr als 300 Ferkeln, die zu dem Ferkelmarkt aufgetrieben wa- Man steht am Fenster des O-Zuges, der fast lautlos, wie ein funkensprühendes Phantom der modernen Technik, durch die nächtliche Landschaft rast. Wie eine große Blutorange schwebt der volle Mond über den dunkelnden Feldern. In den Schlafwagenabteilen ist es ganz still. Die Passagiere schlafen in ihren vornehmen Kabinen. Nur der Schaffner wacht in seiner kleinen Kajüte. Man denkt an alle die namenlosen Männer, die jetzt mit geschärften Sinnen und angespannter Aufmerksamkeit, während dieser Zug in einem ungeheuren Tempo in die Nacht braust, eifern auf ihrem Posten sind. „Unberufen!" lächelt der Schlafwagenschaffner und klopft dabei auf das Holz, „ich bin schon fünfzehn Jahre im Dienst, aber es ist n o ch n i e w a s passiert!" Ich hatte geglaubt, dieser Mann wäre in der Lage, die sensationellsten Dinge aus seinem Beruf zu erzählen, aber sein- Leben verlief glatt und ruhig ohne jeden aufregenden Zwischenfall. Man denke, fünfzehn Jahre hindurch fein Zusammenstoß, keine Entgleisung. „Wie oft ist in dieser Zeit dieNotbremse gezogen worden?" „Nicht ein einziges Mal!" antwortet der Schlafwagenschaffner. „Die Leute denken, man müssen jeden Tag etwas Tolles erleben! Aber sie irren! Die Situation ist heute die, daß nach menschlichem Ermessen kaum ein Unglück passieren kann!" Er gerät allmählich in Feuer und beginnt mir d i e Sicherheitsmaßnahmen zu erklären, die verzwickten Alarm- und Signalvorrichtungen, die ein Eisenbahnunglück verhüten sollen. Er holt ein Stück Papier aus der Tasche und einen Bleistift und versucht mir durch primitive Zeichnungen klar zu machen, weshalb die Möglichkeit einer Zugentgleisung oder eines nächtlichen Zusammenstoßes so unendlich gering ist. Hunderte von automatischen „Warnern" sind auf der Strecke eingebaut. Es wimmelt von Vorsignalen und Hauptsignalen. Das ganze Rüstzeug der modernen Signaltechnik wird dazu verwendet, um die persönliche Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten und die Züge sicher über die Strecke zu bringen. Daß trotz dieser strengsten Maßnahmen und Vorschriften ab und zu, allerdings äußerst selten, noch immer Eisenbahnunglücke passieren, erscheint fast unglaublich. Da müssen schon ganz besonders unkontrollierbare Zufallsmomente Zusammenwirken ... Und wenn einmal ein Eisenbahnunglück geschieht, dann verfügt die deutsche Reichsbahn über eine geradezu vorbildliche und mustergültige Rettungs - und Hilfsorganisation, die blitzschnell, ohne eine Sekunde Zeitverzögerung eingesetzt wird und mit den neuesten und bewährtesten Hilfsmittel versehen ist. 3m weihen Licht der Scheinwerfer. Wenn ein Zug entgleist oder mit einem anderen zusammenstößt, klingelt es in der Nachbarstation Alarm. Es wird genau angegeben, wo sich der verunglückte Zug befindet und wenige Sekunden darauf beginnt ein packendes, nervenerregendes Schauspiel. Im Nu ist der Rettungszug mit allen erforderlichen Mannschaften und Instrumenten ausgerüstet. Es geht alles blitzschnell und wie am Schnürchen, denn jede Minute ist kostbar, Menschenleben sind in Gefahr. Ein musterhaft organisierter Apparat beginnt wie eine Präzisionsuhr zu arbeiten. Jeder Mann, der auf seinem bestimmten Posten steht kennt seinen Aufgabenbereich bis ins Kleinste. Eine Sirene verkündet das unvorhergesehene, Überrumpelnde Ereignis und bringt die Helfer rasch auf die Beine. Eine Hilfsaktion in der Nacht ist ein aufregendes Schauspiel. Von allen Seiten laufen die Beamten und Arbeiter zusammen, die den Hilfs- Jn nächster Zeit wird beim Reichsheer eine neue Ausgehuniform eingeführt. Unser Bild zeigt die neuen Uniformen, die die Anlehnung an die Vorkriegsuniformen erkennen lassen. Von links nach rechts die Uniformen eines Oberfeldwebels, eines Feldwebels, eines Offiziers, dann eines (Befreiten im bisherigen Rock und eines (Befreiten im neuen Waffenrock. (Scherl-M.) U W Gießener Giadtiheaier. Kurt Sellnick: „Hilde und 4 PS“ „Ein Lustspiel, eine kleine humorvolle Komödie, so recht — gewissermaßen hundertprozentig — geeignet, in einer so außerplanmäßigen und ganz auf Humor eingestellten Sommerspielreihe unseres Stadttheaters aufgeführt zu werden!" — So würde Herr Lohbusch (das Faktotum der Generalvertretung der Deuß-Automobil-AG.) in feinem umständlichen und etwas geschraubten Deutsch sagen, wenn er nicht gerade auf der Bühne zu tun hätte, sondern im Zuschauerraum seine Meinung über dieses Stück zu äußern hätte. Es fiele nicht schwer, sich seiner Mei- nuna anzuschließen. Die Intendanz hat mit diesem Lustspiel richtig gegriffen. Auf Problemstellungen von der Bühne her kommt es in diesen Hundstagen ja sowieso nicht an. Eine gute Portion landläufiger Situationskomik tut es gegenwärtig auch. Das Lustspiel „Hilde und 4 PS" von Kurt Sellnick läßt es daran nicht mangeln. Dabei hat sich hinsichtlich der Handlung noch nicht einmal der Verfasser in große geistige Unkosten gestürzt. So kommt in seinem Stück zunächst einmal der Sohn eines reichen Automobilfabrikanten vor, der sich von der strapaziösen Konstruktion eines sensationell billigen Volkswagens erholen will und sich — inkognito natürlich — als Fahrlehrer mit dem so seltenen Namen Müller in die Generalvertretung seiner väterlichen Firma verläuft, um sich dort auf den ersten Blick in die Sekretärin zu verlieben. Die Sekretärin macht denn auch ihr Glück. (Aehnliche Situationen kommen uns vom Film her sehr bekannt vor!) Die Sekretärin schmeichelt sich bei dem vermeintlichen Fahrlehrer mit ihrer Begeisterung für den neuen Volkswagen in den Vordergrund. Die Handlung erfährt noch eine Bereicherung durch das schon zitierte Faktotum Lohbusch, das sich, ebenso rasch wie der Fahrlehrer, in eine Kundin verliebt. Schließlich findet auch der Herr Generalvertreter selbst seine Partnerin. Der Verfasser des Lustspieles hat damit das glückliche Ende und den Erfolg auf eine breite Basis gestellt. Alle handelnden Personen gelangen unter die Haube. Wie sich das nach Irrungen und Wirrungen, nach ebenso vielen kritischen wie komischen Situationen vollzieht, braucht hier im Einzelnen wohl kaum geschildert zu werden. Erwähnt sei nur, daß es dem Lustspieldichter gelungen ist, das wirklich nicht neue Thema so zu behandeln, daß man als Zuschauer gar nicht merkt, wie lang der Bart ist. Es ist, wie so oft, auch hier der Ton, der die Musik macht. ♦ Die Darstellung bei der gestrigen Aufführung geschah ganz im Geiste des Stückes. Wolfgang Kühne führte flüssige Regie. Lor le Pflug bot als die in den Volkswagen und dessen Schöpfer verliebte Sekretärin mit gutem Erfolg allen Charm auf. Ihre frische unbekümmerte Art der Darstellung, ihre überzeugende Wandlungsfähigkeit im Ausdruck rasch wechselnder Stimmungen (hier stellte ihre Rolle nicht unerhebliche Anforderungen) begeisterten die Zuschauer immer wieder. Die talentierte junge Schauspielerin, die sich mit dem Auftreten in diesem sommerlichen Lustspiel von unserem Stadttheater verabschiedete, zeigte sich noch einmal'von ihrer anmutigsten Seite. Karl Ludwig Lindt gab den Sohn des Automobilfabrikanten bei aller vornehmen Zurückhaltung mit herzlicher Wärme. Wolfgang Kühne,präsentierte sich als schneidiger, weltgewandter Chef und übernahm mit Würde jene arrogante junge Weltdame Hella — von Luise Decker trefflich dargestellt — die den angeblichen Fahrlehrer anhaltend mit ihrer Liebe verfolgte. Karl V o l ck und Luise Schubert-Jüngling befanden sich in Rotten, wie sie für beide nicht geeigneter geschaffen werden konnten. Im heimlichen, oft unterbrochenen Stelldichein bei Sekt und Konfekt übertrafen sich beide gegenseitig. Der Bühnenbildner Karl Löffler hatte diesmal nicht viel Arbeit. Sein Empfangsraum der. Generalvertretung reichte als Schauplatz der Handlung für drei Akte aus. Das Publikum erwies sich als hinreichend dankbar. Es gab einige Male auf offener Szene und besonders zum Schluß viel Beifall. n. VonLeulnanisundAdnnralen Heitere Marinegeschichten oon Frederick Lund. Admiral D., einst Chef eines sogenannten Fliegenden Kreuzergeschwaders hatte eine Schwäche für die — nun sagen wir getrost — frechen „Subs". So hießen, abgeleitet vom Englischen, die jungen Offiziere, die bei weitem das Gros des Offizierkorps, der damals noch kleinen Flotte bildeten, und die sich, zwar durch ein entsprechendes Mundwerk, aber oft genug auch durch entschlossenes Verhalten auszeichneten. Eines Tages mußte D. aber doch — wenn auch schweren Herzens — gegen einen seiner jüngeren Wachoffiziere des Flaggschiffs eine empfindliche Strafe in Gestalt von Bordarrest verhängen. Und das kam so: Das Flaggschiff hatte in einem der afrikanischen Häfen geankert und dabei durch einen plötzlich aufkommenden Sturm Kette verloren. Ein Verlust der nicht nur finanziell erheblich war, sondern auch endlose Schreibereien mit den Heimatbehörden und vor allem dem Oberrechnungshof in Berlin kosten würde. Und das war das schlimmste! — Also ging man eifrig auf die Suche und blieb, sehr zum Leidwesen der Offiziere und Mannschaft, tagelang vor dem reichlich oben Hafen liegen, während das nahe und gesellige Kapstadt lockte. Aber schließlich gab man die Suche doch auf, meldete den Verlust und ging nach Kapstadt in See. An einem Samstag! — Am Sonntag war großer Gottesdienst, der abwechselnd von einem der Wachoffiziere vorbereitet und abgehalten wurde. Die dienstfreie Mannschaft und das Offizierkorps, einschließlich des Admirals, versammelte sich auf dem Achterschiff, während vor dem Heckgeschütz eine Kanzel errichtet war. Langsam schlug die Glocke zum Gottesdienst an, während der Kirchenwimpel an der Gaffel em- porstieg. Leutnant A. trat, würdig und mit Bibel und Gesangbuch bewaffnet, hinter die Kanzel. „Wir fingen zu Beginn das Lied Nr. 15 im Marinegesangbuch", führte er aus. Alles blätterte, auch der Admiral. Dann stutzte dieser, schüttelte langsam den Kopf, tuschelte mit dem neben ihm stehenden Kommandanten und verließ eiligen Schrittes die Schanz. Leutnant A. mußte folgen, während der Erste Offizier den Gottesdienst übernahm. Inzwischen hatte sich überall Unruhe bemerkbar gemacht, die auf vielen Gesichtern ein Schmunzeln, um nicht zu sagen, Grinsen hervvrgerufen hatte. Leutnant A. erhielt vierzehn Tage Bordarrest und Lied 18 des Gesangbuches trat an Stelle von Nr. 15, das mit den schönen Worten beginnt: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält!" Ein Leutnant vom Schlage seines Kameraden A. war es auch, der, ein Dutzend Jährchen später, Kai- ser Wilhelm II. leicht aus der Fassung brachte. Diese Szene spielte sich auf dem Flaggschiff „Brandenburg" ab, das von Wilhelmshaven nach Kiel ging und sich der Elbmündung näherte. Der Kaiser, der an der Fahrt teilnahm, stand auf der Brücke und beobachtete interessiert den Schiffsverkehr, der sich zu dieser Zeit auf dem breiten Schicksalsstrvm des deutschen Volkes abspielte. Unbekümmert war allein Leutnant G, der zur Zeit Wache ging, während her Kommandant und die übrigen Stabsoffiziere leiecht unter dem Druck standen, den nun einmal die Nähe einer hochgestellten Persönlichkeit mit sich zu bringen pflegt. Plötzlich schält sich aus dem leichten Dunst der graue Rumpf eines entgegenkommenden Kriegsschiffes. „Steuermann, geben Sie einmal das Glas!" sagte G., „wollen 'mal sehen, welcher Kahn das ist!" — „Herr Leutnant G ", ertönte im gleichen Augenblick die Stimme des Kaisers, „bitte, denken Sie daran, baß meine Flotte keine Kähne, sondern Schiffe hat!" — Leichte Verbeugung des jungen Offiziers, leichter „Zustand" beim Kommandanten. Der Leutnant guckt weiter angestrengt durchs (Blas. „Nun, Herr Leutnant?" fragt der Herrscher: „Melde gehorsamst Euer Majestät Minenleger „Pelischiff" (es handelte sich um den damals neuen Minenleger „Pelikan"). Wie gesagt, — jetzt geriet sogar der Kaiser vor Lachen aus der Fassung, und auch der Kommandant stimmte in die allgemeine Heiterkeit ein. Es verlautet daß diese Tatsache dem jungen Offizier wichtiger war! * Jener Kommandant hatte im übrigen ein Herz für feine Leute und ließ, wenn es darauf ankam, gerne einmal „fünfe gerade fein". Er wußte genau, daß er sich dann um so mehr auf feine Besatzung verlassen und zu anderen Zeiten viel von ihr verlangen konnte. Fregattenkapitän H. hatte einen Burschen mit dem herrlichen Namen Tausendschön. Ein braver Ostpreuße, unbedingt zuverlässig, aber etwas hart im Denken. Besonders brachte ihn sein Backschaftskamerad und Landsmann Budgereit in Verzweiflung, der bas seltsame Talent besaß, nicht nur als Tierstimmenimitator auftreten zu können, sondern vor allem einen Teil der Vorgesetzten zu kopieren. Besonders den Kommandanten ahmte er in Ton und Sprachart nach; und schon oft hatte er Tausendschön geärgert, wen dieser in der Freizeit an der Back saß und mulschte, daß er ihm von hinten auf die Schulter klopfte und sprach: „Na, Tausendschön, haben Sie meine Kammern schon aufgeklart?" Eines Tages war Tausendschön gerade bei dieser Tätigkeit, während sein „Brotgeber" auf dem Achterdeck spazieren ging. Dort bewegte sich auch Budge- reit als „Läufer Oberdeck", wie man bei der Marine für diese Art von Ordonnanzen sagt. Budgereit hatte Tausendschön durchs Oberlicht gesehen, nicht aber den Kommandanten, der etwas mehr „achter- licher" stand. In diesem Augenblick setzte ein leichter Regen ein. Eilig trat Kapitän H. an das Oberlicht und rief hinunter: „Tausendschön, bringen Sie mir meinen Mantel auf die Schanz!" Im gleichen Augenblick scholl es ihm entgegen, ohne daß der Angerufene sich überhaupt umdrehte: „Das könnt' dir, Männchen, wohl passen daß ich auf dir räinfaüe! Den hol' dir man jälbft, du Lorbaß." — Kapitän H. war einen Moment sprachlos, aber dann faßte er sich. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen! — „Tausendschön" rief er jetzt, „find Sie wahnsinnig geworden, ober was ist mit Jbnen los?" Jetzt merkte dieser auch, daß sein „Brötchengeber" persönlich oben stand. Er ergriff den Mantel und sauste in nullkomma-nichts Sekunden nach oben, Angstschweiß auf der Stirn. „Was dachten Sie denn, wer ich wäre?" fragte ihn fein Kommandant, als er vor ihm aufgebaut stand. — „Ach, ich dachte", hieß es da in unverfälschtem „Astpreißisch", „ich dachte, Willem, laß dir nicht ärjern, das is doch wieder der Lorbaß, der Budjeräit!" Später, als ihm der ganze Sinn der Sache auf» gegangen war, hat der „Ccmitano" noch oft über den Scherz und die Augenblicksnöte des Tausendschön gelacht. I Wirtschaft 1 e arben waren Frankfurt a. M Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Schluß. Schluß,. Abend. börse 23-7. | 24-7- 23.7. Banknoten. $115' 8e9 Anregungen und in ruhiger, aber J b r v>k 6q b Jl t Schluß« luni 18,13 13 87^25 116 90,25 92 92 190,13 42 139,4 115,75 133,5 109,75 127 132,4 179,13 1j. iubi Gchlußk. Mittag« börse 24-7- ge I bc g V v e a £ Buderus ..... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener fl-hl ertei 9e <8 tri ein Auf- nicht 105 I 112,75 - I 112,75 103,25 161 131 100,25 91,5 den beiden letzten Jahren, abgenommen. Damit hat sich wieder die normale Saisonbewegung durchgesetzt. In den Verbrauchsgüterindustrien ist der Rückgang des Arbeitsvolumens stärker als im Vorjahr. Er kann durch den Ausfall an Arbeiterstunden infolge Betriebsferien allein nicht erklärt werden: die Produktion ist also darüber hinaus eingeschränkt worden. Dies gilt besonders für die Textilindustrie und die Bekleidungsindustrie. Auch in einer Reihe von Industriezweigen, die Hausrat und Gegenstände für den Wohnbedarf Herstellen, hat sich die Beschäftigung ungünstiger als im Vorjahre gestaltet. Günstiger als im Juni 1934 ist demgegenüber die Entwicklung in der Pharmazeutik, in der Kosmetik, in der Photochemie, in der Zierporzellanindustrie und in der Herstellung von Metallkurzwaren. Das gleiche gilt von einzelnen Zweigen der Nahrungsund Genußmittelindustrien, wie der Mühlenindustrie, der Teigwarenindustrie, den Zuckerraffinerien, den Oelmühlen, der Obst- und Gemüsekonservenindustrie und den Brauereien. A.E.G......................o Bekula.................... io Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... eyt Felten L Guilleaume.........o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 SchuckertLCo............ 4 Siemens L Halske............ 7 LahmeyerLCo........... 7 lei fi bei J|s 'eint eine. 9,4 39,65 schäft blieb aber ebenfalls klein. Höher lagen Altbesitz mit plus 0,25 v. H., Reichsbahn-Vorzugsaktien mit plus 0,13 v. H. Kommunal-Umschuldung, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert, dagegen bröckelten Industrie-Obligationen etwas ab. Don fremden Werten waren 5prozentige Westsicilianer auf die neue Entwicklung der Lira angeboten, Taxe 25 (I. K. am 3. Juli' 33). Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, das Geschäft bewegte sich aber in engsten Grenzen. Einigen Umsatz hatten lediglich IG. Farben, AEG. und Stahlverein bei noch leicht erhöhten Kursen, ferner lagen AKU. 1 v. H. fester, andererseits bröckelten Reichsbank etwas ab. Von den erst später notierten Werten lagen Hoesch 2,25 v. H., Accumu- latoren 2,50 v. H., Thür. Lieferung, BMW., Bem- berg und Hanfwerke Füssen je 1,50 v. H. fester. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz noch etwas an, während sonst keine Veränderungen eintraten. Pfandbriefe lagen ruhig und unverändert, Stadtanleihen waren teilweise bis 0,40 v. H. fester, im übrigen lagen festverzinsliche Werte sehr ruhig. Von unnotierten Werten waren Wanß & Frey- tag gesucht mit 95 (92,75), ferner lagen Adlerwerke Kleyer mit 104,50 und Pokorny mit 104,50 bis 105,50 je 1 v. H. fester. Tagesgeld unverändert 2,75 o. H. Abendbörse knapp behauptet. rcn, fanden bis auf einen geringen Rest alle Käufer. Bei dem sehr flotten Marktverkauf lagen die Preise im Durchschnitt zwischen 25 und 30 Mark. Der Krämermarkt wies mehr Verkaufsstände auf als früher und dürfte ebenfalls für die Geschäftsleute von Erfolg gewesen sein, denn kaum ein Besucher des Marktes ging ohne ein Paket oder einen sonstigen gekauften Gegenstand heimwärts. ch Groß-Eichen, 24. Juli. Auch in diesem Jahre wurde hier der E r n t e b e g i n n in feierlicher Weise begangen. Am Sonntag fand auf dem Friedhof der übliche Erntebeginngottesdienst statt. Die Erntewerkzeuge, Sense, Sichel und Rechen waren, mit bunten Bändern geschmückt, am Rednerpult aufgestellt worden. Don Kanfirmanden wurden Gedichte vorgetragen. Der Geistliche sprach auf Grund von Joh. 4/35 über die rechte Erntefreude und Erntesorgen. Inzwischen hat die Ernte überall in der Gemarkung eingesetzt. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 24. Juli. Allenthalben hat mit Beginn der Woche der Schnitt des Roggens eingesetzt. Auf besonders trockenen Aeckern hat auch der Schnitt der Sommerger st e begonnen. Der Hafer drängt ebenfalls stark zur Reife, so daß die Erntearbeiten zusammenhängend erledigt werden können. So sehr gutes Erntewetter erwünscht ist, tut doch ein durchgreifender Regen bitter not, macht sich doch in höheren Lagen, wo es an Tiefgründigkeit des Bodens mangelt, schon ein Absterben der Kartoffeln bemerkbar. Auch weisen die frühen und mittelfrühen Kartoffelarten, die jetzt hier geerntet werden, ein bescheidenes Knollenwachstum auf. # Dom vorderen Vogelsberg, 24. Juli. Die hier recht zahlreich vorkommenden Haselnuß- * D i e Lahnschiffahrt im Juni. Nach der soeben veröffentlichten Statistik über den Verkehr auf der kanalisierten Lahn wurden im Juni 12 511 Tonnen verfrachtet. Hiervon gingen 852 Tonnen zu Berg und 11 659 Tonnen zu Tal. Geschleust wurden im Berichtsmonat davon 111 Güterschiffe zu Berg und der Rest zu Tal. Die Zahl der geschleusten Kleinfahrzeuge belief sich auf 2434 und die der Motorfahrzeuge auf 163. Mein-Mainische Börse. Mitlagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 24. Juli. Die Börse brachte bei außerordentlich kleinem Geschäft am Aktienmarkt überwiegend weitere leichte Befestigungen, da auf der niedrigen Basis kleine Käufe vorgenommen würden. Etwas Anregung bot die erneute Zunahme der Beschäftigtenziffern. Erste Kurse kamen nur wenig zur Notiz, sie lagen indes meist etwas fester. Interesse zeigte sich am Chemiemarkt für IG. Farbenindustrie mit 156 bis 156,25 (155,75), auch Scheideanstalt erhöhten sich um 0,50 v. H., Deutsche Erdöl lagen behauptet. Elektroaktien notierten ungleichmäßig, wobei Licht •& Kraft 0,75 v. H., Schuckert 0,50 v. H. und RWE. 0,40 v. H. verloren, andererseits AEG. 0,25 v. H. und Siemens 1,13 v. H. anzogen. Montanaktien lagen sehr still, nur Stahlverein mit plus 0,50 v. H. hatten etwas mehr Geschäft, Harpener gewannen 1 o. H., Mannesmann blieben mit 91,50 unverändert, während Ilse Genuß 0,50 v. H. nachgaben. Schiffahrtsaktien hatten nur kleinen Umsatz, Nordd. Lloyd erhöhten sich um 0,65 v. H., Hapag waren nur knapp gehalten. Von sonstigen Werten befestigten sich Metall- gesellschaft um 0,75 v. H., Deutsche Linoleum um 1 v. H., Südd. Zucker um 0,50 o. H., andererseits ließen Eßlingen Maschinen 0,25 v. H. und Deutscher Eisenhandel 0,40 v. H. nach. Die leichte Lage des Geldmarktes führte am Rentenmarkt zu einiger Nachfrage, das Ge- gaben 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 178 (179) nach. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 119 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel 20 bis 24 Mark, sechs bis acht Wochen alte 24 bis 27 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 27 bis 30 Mark. Tendenz: gut, geringer Ueberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Juli. In Erwartung der neuen Ernte herrschte am Getreidegroßmarkt Zurückhaltung. Viel Beachtung fand, daß neuer Roggen mit recht hohen Naturalgewichten angeboten wurde, die durchschnittlich 72 bis 73 Kilogramm, teilweise aber auch 75 Kilogramm betragen haben sollen. Futtergetreide liegt geschäftslos. Am Futtermittelmarkt bestand weiterhin Nachfrage nach ölhaltigen Artikeln sowie nach Kleie, das Angebot war klein. Nachmehle wurden reichlich offeriert. Das Mehlgefchäft blieb schleppend, da die Nachfrage des Konsums schwach war. Treber zog im Preise weiter an auf 17,50 bis 17,60 nach 17,25 bis 17,50. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Welzen W9 210, W 13 214, W16 218; Roggen R9 170, R13 174, R 15 178, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets; Hafer H 13 170, H 14 172 Großhandelspreise ab Station; Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15; Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R13 24,30, Type 997 R15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizennachmehl 16,75, Weizenfuttermehl 13,25; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R13 10,20, R15 10,44 Mühlenfeftpreife ab Mühlenftation; Soyafchrot m. M. 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation, Treber 17,50 bis 17,60, Trockenschnitzel 10,25, Heu 5,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Juli. (Vorbericht.) Auftrieb: 110 Rinder, darunter 15 Ochsen, 15 Bullen, 45 Kühe, 35 Färsen, 654 Kälber, 59 Schafe und 470 Schweine. Es kosteten: Kälber 32 bis 62, Lämmer und Hämmel 32 bis 38, Schafe 32 bis 35, Schweine 40 bis 50 Mark. — Marktverlauf: Bei allen Gattungen mittelmäßig. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 24. Juli. Aufgetrieben waren 358 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: bis 6 Wochen alte Ferkel 23 bis 25 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 25 bis 28 Mark, 8 bis 13 Wochen alte 28 bis 34 Mark. Handel lebhaft, Markt aus- verkauft. anfangs etwas gefragt und zogen auf 156,40 (156,13) an, auch sonst ergaben sich gegen die etwas niedrigeren Mittagsschlußkurse leichte Besserungen um Bruchteile eines Prozentes. Im Verlaufe kam indes einiges Angebot an die Märkte, das nur zu ermäßigten Kursen ausgenommen wurde. IG. Farben gingen auf 156 (156,40) und AEG. auf 41,40 (41,75) zurück. Außerdem waren Schiffahrtswerte etwas angeboten und gedrückt, Hapag 17,50 (17,90) und Nordd. Lloyd 18,50 (19). Ferner bröckelten die meisten Montynwerte 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Etwas fester notiertes nur AKU. mit 63,50 (63,13), BMW. mit 129,50 (129), Eßlingen Maschinen mit 85,25 (85) und Moenus Maschinen mit 88,25 (88). Am Einheitsmarkt erhöhten sich Gebr. Stollwerk auf 97,50 (97,25), IG. Chemie Basel volle auf 184 (183,65), dagegen gaben am Bankenmarkt Commerzbank auf 90,25 (90,40) nach; Frankfurter Hyp.- Bank notierten mit 96,25 (96) etwas höher. Der Rentenmarkt lag nahezu gefchäftslos und unverändert. Zertif. Gulden-Obligationen lagen eher noch schwächer, so Pounganleihe mit 87 (88), Eschweiler mit 91 (91,50) und Ruhrverband mit 87 (88). Mexikanische Anleihen bröckelten leicht ab, ferner ÖQ mi 19 Infolge des Fehlens von trägen setzte die Abendbörse unfreundlicher Haltung ein. Zuchftohlen-prZmiierung und Versteigerung in Hungen Hamburg-Amerika-Paket o Haniburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 Hungen. 2a-Pr. Hugo Lindt, Weckesheim; 2b-Pr. G. Leidner, Bettenhausen; 2c-Pr. Herm. Becker, Muschenheim; 2ct-Pr. Phil. Doll, Wetterfeld. 3a-Pr. Mart. Hch. Sames, Dorf-Gill; 3b-Pr. Hch. Hof- mann V., Hungen; 3c-Pr. Karl Eifer I., Ober- Widdersheim; 3ä-Pr. Rich. Becker, Trais-Horloff; 3e-Pr. Hch. Kröll X., Rodheim; 3i-Pr. Herb. Muller, Langd. Anerkennungen: Karl Möll, Utphe; Otto Roth Wwe., Steinheim; A. Müller, Wölfersheim. Material dieser Klasse „fast gut". Klasse II. Hengstabsatzfohlen: 2a-Pr. Hch. Pfarrer, Weckesheim; 2b-Pr. Rüd. Widdersheim, Borsdorf. 3a-Pr. Hugo Schäfer, Unter-Widdersheim; 3b-Pr. Hch. Dreut II., Griedel; 3c-Pr. W. Weisel, Birklar. Anerkennungen: Rud. Eifer, Ober-Widdersheim; Adolf Hofmann IV., Rodheim; Ludw. Jäckel, Utphe; Rich. Ronthaler, Langd; Rob. Weitz, Heuchelheim- W. Material dieser Klasse „befriedigend". Warmblut. Klasse I. Stutabsatzfohlen: la-Pr. Chr. Röder, Laubach; lb-Pr. Herrn. Walther, Langd. 2a-Pr. Hch. Knöll, Berstadt; 2b-Pr. Hch. Schepp, Queck- born. 3a-Pr. August Kling, Rockenberg; 3b-Pr. W. F. Schlottner, Wohnbach. Material dieser Klasse „gut bis sehr gut". Klasse II. Hengstabsatzfohlen: la-Pr. Fr. W. Coburger, Reichelsheim-W.; lb-Pr. Hch. Christ II., Echzell; Ic^Pr. Hch. Hofmann I., Steinheim. 2a-Pr. Georg Walther, Trais-Münzenberg, 2b-Pr. Karl Becker, Muschenheim; 2c-Pr. Ehr. Röder, Laubach; 2ck-Pr. Wilh. Lein, Ruppertsburg, 3s-Pr. Hch. Gg. Bingel, Gambach; 3b-Pr. Karl Block, Bettenhausen. Anerkennungen: Wilh. Koch IV., Billingen; Otto Metzger, Munzenberg. Material in dieser Klasse „fast gut". * Hungen, 24. Juli. Die P f e r d e zü ch t e r- Vereinigung Oberhessen im Landesverband der Pferdezüchter in Hessen-Nassau hielt heute hier eine Huchtfohlen-Versteigerung, verbunden mit einer Prämmiierung, ab, die in bezua auf den Auftrieb, die Käuferinteressenten und den Umsatz befriedigend verlies. Der Veranstaltung wohnten auch der Direktor des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Bezirksbauernführer M e z g e r (Röthges) und Bürgermeister Dr. Hofmann bei. Von den mehr als 50 aufgetriebenen Fohlen waren mehr als 30 Kaltbluttiere und etwa 20 Warmbluttiere. Da Hungen am Rande des sogenannten Pferdezuchtgebietes liegt, war das aufgetriebene Material, gemessen an dem der Wetterauer Veranstaltungen, befriedigend bis gut. Dementsprechend erreichten die Tiere bei der der Prämiierung folaenden Versteigerung auch nur knapp die Höhe dieser anderen Versteigerungen. Immerhin wurden für Kaltbluttiere Spitzenpreise von über 500 Mark, für Warmbluttiere von annähernd 500 Mark erzielt. Die Durchschnittspreise lagen zwischen 300 bis 400 Mark. Allein 23 Tiere erstand ein Aufkäufer aus der Provinz Brandenburg. Der größte Teil der Tiere wechselte den Besitzer. Bei der Ausrichtung der Tiere fungierten als Preisrichter: Ortsbauernführer H a u b (Nieder- Weifel) und Reinsheimer (Groß-Bieber) beim Kaltblut und der Obmann der Pferdezüchter-Ver- einigung für Oberheffen Bauer Rudolf Walther (Reichelsheim i. W.) und Gutspächter Hofmann (Hof Güll) beim Warmblut. Leiter der Veranstaltung war Landesstallmeifter Dr. Denker (Frankfurt a. M.). Ergebnisse der Prämiierung. Kaltblut. Klasse I. Stutabsatzfohlen: la-Pr. I. Tob. Bom- mersheim, Dorn-Affenheim; lb-Pr. Rich. Jockel II., Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Oie Fndusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 983: Anordnung 9 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern (Einkauf und Verarbeitung von Flachs- und Hanffasern). 989: Zuständigkeit der Devisenstellen bei privaten Verrechnungsgeschäften im aktiven Lohnver- edelungsverkehr. 990: Verbringung von ausländischen, zu Lasten . eines freien Währungsguthabens erworbenen Zahlungsmitteln ins Ausland. 991: Neue Richtlinien für die Erteilung der Einfuhrgenehmigungen in Rumänien. 992: Zusammenfassung der brasil. Richtlinien für den Devisenverkehr. Oie Beschäftigung derZndustrieimInni Fwd. Im Juni find in der Industrie weiter Arbeitskräfte neu eingestellt worden. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist von 64,7 v. H. im Mai auf 62,2 v. H. der Arbeitsplatzkapazität im Juni gestiegen. Das Arbeitsvolumen, d. h. die Gesamtzahl der geleisteten Stunden, hat sich dagegen von 60,7 v. H. auf 59,3 d. H. der Arbeitsstundenkapazität vermindert. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit hat dementsprechend ebenfalls abgenommen; sie beträgt 7,36 Stunden im Juni gegen 7.59 Stunden im Mai. In dem Rückgang des Arbeitsvolumens macht sich die alljährlich zu beachtende Sommerflaute bemerkbar; im Juni fallen nämlich Arbeitsstunden infolge tariflicher Betriebsferien aus. Für die Verbrauchsgüterindustrien kommt noch hinzu, daß die Frühjahrsbelebung um diese Zeit beendet ist und die Herbstsaison im allgemeinen erst im August beginnt. In den Verbrauchsgüterindustrien ist daher die Sommerflaute stärker als in den Produktionsgüterindustrien. In den Produktionsgüterindustrien hat sich die Beschäftigung im ganzen etwas günstiger als im Juni 1934 entwickelt. Dies gilt zunächst für die Bauwirtschaft. Günstiger als im Vorjahre haben sich ferner die Papierindustrie und das Vervielfältigungsgewerbe entwickelt. Etwas ungünstiger als im Juni 1934 hat sich die Beschäftigung in den Jn- vestitionsgüterindustrien ohne ausgeprägte Saisonbewegung gestaltet. Innerhalb dieser Gruppe hat die Zahl der geleisteten Stunden nur in der Großeisenindustrie, im Waggonbau und in den NE.- Metallwalzwerken etwas schwächer als im Vorjahr abgenommen. In der Herstellung elektrischer Maschinen, in der Kabelindustrie, in den Eisengießereien, im Schiffbau, in den NE.-Metallhütten, in der Starkstromindustrie und in der feinmechanischen Industrie hat sich das Arbeitsvolumen vermindert, während es im Vorjahr um diese Zeit leicht gestiegen war. Nur im Maschinenbau hat sich die Gesamtzahl der geleisteten Stunden erhöht, war aber geringer als im Juni 1934. Im Fahrzeugbau hat die Beschäftigung in allen Zweigen, also früher als in Datum 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r°/LRumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y4% Anatolier ............... Hecken weisen Heuer einen außergewöhnlichen Behang mit Nüssen auf; Ruten mit 50 und mehr Nüssen sind keine Seltenheit. Die volkswirtschaftliche Nutzbarmachung dieser Naturgabe ist Pflicht jedes Volksgenossen. £ Groß-Felda, 24. Juli. Am vergangenen Sonntag sand bei uns das Zweigverein s f e st der Gustav - Adolf - Stiftung statt. Auch von auswärts waren zahlreiche Gäste erschienen, darunter in einem Sonderomnibus die Alsfelder. Im Feftgottesdienft, der auf dem Kirchhof ftattfano, predigte Pfarrer Geißler (Stumpertenrod) und wies die Zuhörer auf die großen Aufgaben des Guftav-Adolf-Vereins gerade in der heutigen Zeil hin. Die Feier war von Darbietungen des Po- faunenchors Unter-Seibertenrod umrahmt. In der Nachversammlung sprach Pfarrverwalter Bern- b e ck (Groß-Felda) über das Thema Memel and - Land unterm Kreuz". In anschaulicher Weife schilderte er die ungeheure Not der Memellander, die er zum Teil aus eigener Anschauung kannte. Es durfte an diesem Tage manchem erneut aufgegangen fein, wie segensreich bisher die über 100 Jahre alte Arbeit des Gustav - Adolf - Vereins gewesen tft unb welche Aufgaben er noch zu erfüllen hat. lieber 50 Mark gingen an Kollekte ein, außerdem wurden zahlreiche Schriften vertrieben. — Schon seit Tagen waren Hände am Werk, den Wagen der Rekruten zu schmücken. Mit fröhlichem Gesang ging es dann zur Musterung nach Alsfeld. Alte (Erinnerungen wurden bei den alten Soldaten wieder wach, die Sehnsucht aller treuen Deutschen hat sich nun erfüllt. Nach der Heimkehr versammelten sich die Gemusterten bei einem Tänzchen in der „Traube". Nur zwei Leute wurden zurückgestellt. 4 - - -.............0 Harpener.................... Hoejch Eisen—Köln-Neuesseo .. o gife Bergbau ............ - Ilse Bergbau Genüsse......... Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhreu........ o Frankfurt 0.2)1. | Berlin Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schlußkurs Echlußt. Mittag, börse Datum 23 7 24.7 23.7 24-7- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,4 100,5 100,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 98 98,25 98,8 bVi% Doung-Anleihe von 1930... — 103,25 103 104 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 111,9 112,13 111,9 112,25 4‘/i% Deutsche Relchspostschatzan' Weisungen von 1934, I....... 100,75 100,75 100,65 100,65 6% efjem.8% Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,25 97,25 97,3 97,25 4’/2% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,4 96,4 96,4 bYi% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 100,8 101 4Vi% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldversckrr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 93 93 128,75 129 Deutsche Komm. Sammelabl. Qltb leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,75 115,5 115,75 115,65 4¥i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6y,% ehem. 4*4% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 101,75 101,9 _ 6y$% ehem. 4 y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,9 101,75 101,9 701,9 04% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4*/4% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 Steuergutsch.Verrechnvngsk. 35-39 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 30 29 30,25 30,5 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,75 1,65 1,65 — 4% Ungarische Goldrente ....... 10,25 10,25 10,3 10,13 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 10 9,9 10,2 4y3% desgl. von 1913.......... 10,13 10 10,13 10,25 1% abgest. Goldmexikaner von 99 12,25 12,13 12 11,9 1% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittag» börse Datum 23.7 24-7 23-7- 24-7- Mansselder Bergbau....... .. 8 115 5 116,5 115,25 116,5 Kokswerke................ .. b —— — 121,5 121,75 Phönix Bergbau........... .. O — — Rheinische Braunkohlen .... 12 220,5 221,5 220,75 221,5 Rheinstahl................ v'/7 113 113,5 112,9 114,13 Vereinigte Stahlwerke.....^ - 0 86,65 86,9 86,75 87 Otavi Minen ............. .. 0 18,25 18 18,4 18,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 130 131 130 131,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 129,5 130 129 130 Kaliwerke Salzdetfurth .... IVi 197 197 197,5 198 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 155,75 236,5 156 15,5,25 156,13 Scheideanstalt............. .. ti 236,5 — — Goldschmidt .............. .. O 110,75 110 110,75 110 Rütgerswerke............. .. 4 119,75 119 118,75 119,5 Metallgesellschaft........... - 4 116 116,5 116 116,65 Philipp Holz mann......... .. 0 92 93,25 93,4 93,4 Zementwerk Heidelberg .... .. 6 120 120 - - Cementwerk Karlstadt....... .. 4 135 135 - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ — 113 113 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. O 63 63,5 63 63,13 Bemberg................. .. O 115,5 116,75 115,5 116,75 Zellstoff Waldhof .......... .. O 119,5 119 119,5 119 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 88 88,9 88,5 88,5 Dessauer Gas..... .. 7 —— — 136,5 135 Daimler Motoren -_______,, .. O 94,25 94 94,25 93,75 Deutsche Linoleum ........ .. 6 159 160 169,75 160,5 Orenstein L Koppel...... .. O 89,75 89 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 33,9 33,5 33,75 33,4 Chade ............... Accumulatoren-Fabrik..... . 12 295,5 175,5 178 295,5 175,5 296 177 Eonti-Gumml........ , 156 155,5 156 155,25 Gritzner.................. Mainkraftwerke Höchst