Nr.Ul Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 25. Mal 1935 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener FamilienblStter Heimat tm Bild ■ Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewall -lerirfprechanschlliffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Sriihl'sche Universtlälsvuch- und Stetndruckerei K. Lange in Gießen. 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Und dieser ganz überwiegenden Bedeutung entsprach es auch, daß unsere Erörterungen der Führerrede sich bislang ausschließlich um diese rein politischen Gedankengänge der Friedenssicherung, der Rüstungen, des Verhältnisses zu den andern Völkern drehten. Aber das Bild der deutschen Stellungnahme zur Weltpolitik wäre unvollständig geblieben, wenn darin eine Betrachtung der Wirtschaft gefehlt hätte. Wenn auch der Streit um den Vorrang zwischen Politik und Wirtschaft längst zugunsten der Politik entschieden ist, so kennen wir die enge Verflechtung von Politik und Wirtschaft. Wir haben zumindest seit dem Weltkrieg, der Hungerblockade und Versailles mit seinen auf die Lähmung der deutschen Wirtschaft abzielenden Bestimmungen erfahren, wie die Wirtschaft zum politischen Kampfmittel werden kann. Wir spüren heute noch die Auswirkungen eines solchen Wirtschaftskampfes, bei dem neben wirtschaftlichen Motiven politische Hintergründe eine ausschlaggebende Rolle spielen. Wir wissen aber auch um die Bedeutung der Wirtschaft für die Erhaltung und Steigerung der nationalen Volkskraft in Krieg und Frieden. So wenig also wirtschaftliches Denken die Politik beherrschen darf, so sehr muß die Politik wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und beachten. Denn die Politik als Kunst der Staatsführung zieht ihre Kraft aus allen Bereichen menschlichen Lebens. Der Nationalsozialismus hat die in der Zeit des politischen Niedergangs ins Wanken geratene Rangordnung zwischen Politik und Wirtschaft wieder zurechtgerückt. Politik ist das Schicksal, die Wirtschaft kann nur als Teil der Politik zum Schicksal werden. Der Führer hat in klarer Erkenntnis ihrer Bedeutung der Wirtschaft in allen seinen großen programmatischen Darlegungen stärkste Beachtung geschenkt und auch, abgesehen von den uns auf den Nägeln brennenden Problemen des Tages, immer wieder die grundlegenden wirtschaftspolitischen Zusammenhänge aufgezeigt, deren Mißachtung oder Verkennung in der Verganaenheit so katastrophale Folgen gezeigt haben und in der Gegenwart draußen in der Welt noch immer nicht zu der Einsicht zu führen scheint, daß nur eine Zusammenarbeit der Völker, niemals aber Absperrung und Kampf zur Behebung der Krisis führen kann, die die Welt wirtschaftlich als solche überhaupt zu vernichten und die nationalen Wirtschaften zwangsläufig um Jahrhunderte zurückzuwerfen droht. Der Führer ging in seiner großen Reichstagsrede von der wirtschaftlichen Lage aus, in der sich Deutschland am Ende des Weltkrieges befand. Kriegswirtschaft und Blockade hatten einen Mangel an Rohstoffen und Nahrungsmitteln erzeugt, der weit über den normalen Bedarf eines yroßen Jndu- strievolkes hinausging, mochte auch dieses ja auch schon zu normalen Zeiten auf die Zufuhr von Rohstoffen und Nahrungsmitteln aus den großen überseeischen Erzeugungsgebieten angewiesen sein. Blinder Haß und Vernichtungswille, die in völliger Verkennung der engen wirtschaftlichen Verflechtung der Volkswirtschaften auch die Rückwirkungen geflissentlich übersahen, unterließen nicht nur alles, was dieses durch den Krieg geschaffene Vakuum mit Rohstoffen und Konsumgütern hatte ausfullen und damit aber auch zugleich die eigene Industrie und die eigene Landwirtschaft hätte wieder ankurbeln können, sondern sorgten vielmehr noch dura) die unsinnigen Bestimmungen des Versailler Diktats dafür daß unter dem Deckmantel „Wiedergut- machunq" die deutsche Wirtschaft durch Hergabe ihrer letzten Vorräte an Vieh, Verkehrsmitteln, mdu- striellen Rohstoffen bis zum letzten ausgeplundert wurde. Daß der wirtschaftliche Vorteil des einen Landes niemals am besten gefördert werden kann durch die wirtschaftliche Vernichtung des andern, daß v i e - mehr die Weltwirtschaft eine Schicksalsgemeinschaft der Völker ist, in der die Erkrankung eines ©liebes die andern ansteckt, diese Einsicht dämmte erst nach dem eklatanten Zusammenbruch der Re- parationspolitik, aber zur selbstverständlichen Generallinie der leitenden Staatsmänner ist sie auch heute noch nicht geworden. Was sich aus der Zwangslage des Weltkrieges entwickelt hatte der Aufbau eigener Industrien in den großen Agrarländern des Ostens und der neuen Welt, die bis dahin Nahrungsmittel- und Rohstofflieferanten der alten Industrieländer Europas gewesen waren uno dafür die fertigen Jndustrieerzeugnisse bezogen hatten, diese den gesunden Austausch der auf den Kopf stellende Entwicklung setzte sich durch die kurzsichtige, jeder wirtschaftlichen Vernunft Hohn sprechende Politik der Siegermächte bis zum heutigen Tage fort. Dazu kommt die völlige Vernichtung der Kaufkraft eines Hundert-Millwnen- Reiches wie Rußland durch den Bolschewismus und den aus starrem Doktrinarismus gemachten Versuch des Aufbaus einer eigenen Industrie in der Sowjetunion, um aus dem Bauern einen Proletarier zu machen. Nimmt man weiter dazu die scharfe Beschneidung des großen o st asiatischen Absatzmarktes durch den sich durch Jahrzehnte hm- ziehenden, Handel und Wandel störenden chinesischen Bürgerkrieg und die japanische Konkurrenz, die nicht nur auf dem asiatischen Festland eigene Industrien aufgebaut hat, sondern über Eiliigungsfonnel im Abessinienkonslikt vom Mkerbundsmt in einer AnchWung angenommen. Abessinien und Italien stimmen der Durchführung eines Schlichtungsverfahrens gemäß des bestehenden Schiedsvertrages zu. Genf, 25. Mai (DNB.) Nach einer vertraulichen Beratung begann Samstagnacht gegen 1 Uhr die öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt der italienisch-abessinische Streitfall stand. Der Ratspräsident, Außenkommissar Litwinow eröffnete die Sitzung und entschuldigte sich für die Einberufung zu so später Stunde mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Frage und die Notwendigkeit ihrer möglichst raschen Erledigung. Auf seine Aufforderung nahm sodann der Vertreter Abessinien s der französische Völker- rechtsprofessor Jex, am Ratstisch Platz. Litwinow erinnerte an den italienisch-abessinischen Freund- schasts - und Schiedsvertrag von 1928/ wonach bei Streitigkeiten, die auf dem üblichen diplomatischen Wege nicht erledigt werden könnten, eine gewaltsame Lösung ausgeschlossen sei und ein Ausschuß von Schiedsrichtern bestellt werden soll. Dann legte er dem Rat zwei Entschließungsentwürfe vor. Die beiden Entschließungen. Bis zum 25.August befristetesSchlichtungs- verfahren. — Die vier Schiedsrichter haben freie Hand. Die er sie Entschließung gehl davon aus, daß sich die italienische und abessinische Regierung auf der Ratssitzung vom Januar 1935 bereiterklärt haben, die wegen des Zwischenfalles vom 5. Dezember 1934 entstandenen Streitigkeiten gemäß dem italienifch-abefsinifchen Vertrag von 1928 z u regeln. Rach Erschöpfung der direkten Verhandlungen auf diplomatischem Dege seien die beiden Parteien zur Ernennung ihrer Schiedsrichter im Sinne dieses Vertrages geschritten und sie feien bereit, diesen Schiedsrichtern auch die Regelung der inzwischen an der italienisch-abessinischen Grenze eingetretenen Zwischenfälle zu übertragen. Die italienische Regierung erhebe entsprechend einem an sie gerichteten Dünsche keine Einwendungen hinsichtlich der Staatsangehörigkeit der von der abessinischen . Regierung bestimmten Schiedsrichter. Die beiden Regierungen seien sich darüber einig, den Zeitpunkt, an dem das Schlichtungs- und Schiedsverfahreu beendet sein soll, auf den 2 5. August fe st zusehen. Demgemäß fordert der Rat den Generalsekretär des Völkerbundes auf, in der Zwischenzeit den Ratsmitgliedern alle Rachrichten, die ihm von den beiden Parteien, insbesondere über den Fortgang der Arbeiten der Schiedsrichter, zugehen, mitzuteilen. In der zweiten Entschließung erklärt der Rat, daß er den beiden Parteien alle Freiheit zur Lösung des Streitfalles gemäß Artikel 5 des italienifchen-abefsinischen Vertrages vom 2. August 1928 laßt. Der Rat beschließt, wieder zusammenzutreten, falls die vier Schiedsrichter sich bis zum 2 5. Juti nicht geeinigt und auch nicht über die Wahl eines fünften Schiedsrichters verständigt hätten. Dabei soll es den vier Schiedsrichtern allerdings überlassen bleiben, diese Frist zu verlängern. Außerdem beschließt der Rat, zur Prüfung der Lage zusammenzutreten, falls am 25. August eine Regelung auf dem Wege der Schlichtung und der Schiedsgerichtsbarkeit nicht erfolgt ist. Die Zustimmung Italiens. Einmischung von dritter Seite verbeten. In der Aussprache richtete der abessinische Vertreter eine Reihe von Fragen an . Baron Aloisi, insbesondere hinsichtlich der weiteren Entsendung von Truppen und Munition nach Ostafrika. Der italienische Vertreter antwortete in einer längeren Darlegung, die auf die Vorgeschichte des Streitfalles und feiner Entwicklung ausführlich eingeht. Wegen der mili» tärischen Vorbereitungen bemerkte er, daß, da der gegenwärtige Konflikt aus einem militärischen Angriff entstanden sei, die italienische Regierung naturgemäß darauf bedacht gewesen sei, das Gebiet ihrer Kolonien in Verteidigungszustand zu setzen. Dabei hab« sie ihre Absichten durch eine bisher ungewohnt« Offenlegung aller ihrer Maßnahmen am besten bewiesen. Es sei in der Tat noch nicht dagewesen, daß eine Regierung Tag für Tag Zahlen über ihre Material- und Truppentransporte veröffentliche. Ein sehr großer Teil des Personals bestehe übrigens aus Arbeitern. Die italienische Regierung könne ebenso wie jede andere Regierung unter gleichen Umständen nicht zulassen, daß ihre berechtigten verteidigungsmaßnahmeu den Gegenstand von Bemerkungen von irgendwelcher Seite bilden oder zur Beunruhigung und Verwirrung der internationalen Oeffent- lichkeit ausgenüht werden. Der italienische Regierungschef habe vor wenigen Tagen hierzu Worte gesprochen, die entschieden und endgültig seien. Der Völkerbundsrat möge sich nach den Grundsätzen des Paktes richten, wonach bei ordnungsmäßiger Einleitung eines Schiedsverfahrens für eine andere Initiative kein Platz sei. Dieses Vertagung keine Lösung. Oie französische presse zur Genfer Entscheidung. Paris, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Entscheidung im italienisch-abessinischen Streitfall ist zu so später Nachtstunde erfolgt, daß es den Blättern nicht Mehr möglich war, sie ausgiebig zu kommentieren. Man begrüßt natürlich die vorläufige Regelung der Angelegenheit, obgleich man zwischen den Zeilen zu verstehen gibt, daß d i e Möglichkeit eines Konfliktes dadurch keineswegs aus der Welt geschafft sei. „Echo de Paris" schreibt über die Beweggründe, die Mussolini dazu veranlaßt haben, in zwölfter Stunde doch noch die ihm vorgeschlagene Regelung anzunehmen, daß Mufsolini in einem für die europäische Geschichte so wichtigen Augenblick zögere, einen Feldzug zu unternehm e n, der geeignet sei, die ganzen Kräfte Italiens in Anspruch zu nehmen. Die Annahme der Genfer Entschließung könne jedoch damit erklärt werden, daß die italienischen Vorbereitungen noch nicht fertig seien, und der Duce sich über seine Politik gegenüber Abessinien überhaupt noch nicht klar sei. „Oeuvre" glaubt im Gegensatz dazu zu wissen, daß Italien nichts daran liege, einen Krieg gegen Abessinien zu führen. Mussolini ziehe es im Gegenteil vor, daß sich der Negus zu Verhandlungen über d i e Abtretung eines Gebiets ft reifens von etwa 800 Kilometer bereit erkläre, der zwischen Abessinien und Jtalienisch- Somaliland gewissermaßen einen Korridor bilde. Nach italienischer Auffassung würde diese Abtretung für Abessinien ihne irgendwelche Folgen sein, da es sich um ein Gebiet handele, das erst in den letzten 40 Jahren Abessinien einverleibt worden sei unb das o o r fremdrassigen Stämmen bewohnt wäre. Im übrigen ist das Blatt jedoch der Aufsas» sung, daß auch nach der vorläufigen Beilegung des Zwischenfalles Zweifel an der endgültigen Haltung Italiens bestehen bleiben, falls in dem festgesetzten Zeitraum keine endgültige Einigung zustande gekommen sei. Auch „Petit Pa- rifien" schreibt, die Genfer Entschließung müsse als eine Vertagung angesehen werden, die in Wirklichkeit keine Lösung darstelle und die die Möglichkeit einer Weiterentwicklung des italienisch-abessinischen Streitfalles nicht ausschließt. Sie habe den einzigen Vorteil, die Angelegenheit in den Händen des Völkerbundes zu belassen, ohne die beiden Parteien daran zu hindern, eine freundschaftliche Regelung zu finden, wenn dies wirklich ihr Wunsch sei. Erste englische Stimmen. London, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Spätausgaben der englischen Morgenblätter bringen in großer Aufmachung Berichte über die Annahme der Kompromißvorschläge durch Italien. Mehrere Blätter bringen fettgedruckte Schlagzeilen wie „Italien weist zurück", „Die Kriegsgefahr zwischen Jta» lien und Abessinien beseitigt" oder „Italien klettert herunter". „Daily Herald^ schreibt, daß die An- nähme der Kompromißvorschläge durch Italien als der bisher größte Erfolg des Völkerbundes betrachtet werden könne. Wenn das Ab- kommen loyal eingehalten werde, fei die Möglichkeit eines Krieges endgültig ausgeschaltet. Indien nach Afrika und Europa, nach Australien und Südamerika hinübergreift, um hier überall den Export der alten Industrieländer Europas und der Vereinigten Staaten hinauszudrängen, dann rundet sich das Bild einer Weltwirtfchaftskata- ftrophe, zu der der Weltkrieg den Grund gelegt hatte, die aber hätte vermieden werden können, wenn die „Friedensmacher" von Versailles die Einsicht besessen hätten, daß nur eine gemeinsame Anstrengung der europäischen Nationen ihnen die schon durch den Weltkrieg an sich schwer erschütterte Stellung auf dem Weltmarkt zurückerobern konnte. Statt dessen wurden auch die 67 Millionen des deutschen Volkes durch den Wahnsinn der Reparationen als Wirtschaftsfaktor ausgeschaltet. Als Deutschland aus eigener Kraft nicht mehr zahlen konnte, gab man ihm Kredit, und als es versuchte, die dazu notwendigen Zinsen durch Export seiner Gütererzeugung aufzubringen, versperrte man ihm seine Märkte. Die wachsende Schwierigkeit, durch Absatz deutscher Waren aus den Auslandmärkten ausreichend Geld hereinzubekommen zum Einkauf von Nahrungsmitteln und Rohstoffen im Ausland zwang Deutschland (sieht man einmal von den nicht minder wichtigen nationalpolitischen Beweggründen ab), sich in seiner Ernährung soweit wie der deutsche Boden es erlaubte, vom Ausland unabhängig zu machen und seine Wissenschaft und Technik in den Dienst einer eigenen Roh- stofferzeugung zu stellen. Der Führer hat erklärt, daß Deutschland diesen Weg wirtschaftlicher Autarkie keineswegs aus freien Stücken eingefchla- gen habe, sondern daß politische Kurzsichtigkeit und falscher Eigennutz ihn uns aufgezwungen haben. Und er hat die europäischen Völker als Wirtschaftsund Schicksalsgemeinschaft vor den schlimmen Folgen gewarnt, die entstehen müssen, wenn aus natürlich gegebenen Agrar- und Rohstoffgebieten künstlich Industrieländer gemacht werden und um- ackehrt mensch-nüberfüllte Industriestaaten zu einer primitiven Rohstoff- oder gar Rohstoffersatzwirtschaft gezwungen werden. Eine Handels-, Wäh- rungs-, Kredit- und Schuldenpolitik, die rohstoffbedürftigen Völkern, wie dem deutschen, die Versorgung unmöglich macht, muß für die Gesamtheit schädlich sein, denn sie schaltet diese Völker als Käufer aus und stört damit den Güteraustausch der Weltwirtschaft. Die schweren Krisen gerade auf den Agrar- und Rohstoffmärkten der Welt sind der beste Beweis für den Wahnsinn dieses Kurses. Deutschland kann von sich aus nichts daran ändern, es muß die Folgerungen ziehen aus der törichten Wirtschaftspolitik der anderen und feine Industrie auf den Ersatz der bislang aus dem Ausland bezogenen Rohstoffe einftellen. Die dadurch erforderlich gewordene planmäßige Leitung der Wirtschaft hat der Führer als Notbehelf bezeichnet und die außerordentliche Gefahr unterstrichen, daß eine solche Planwirtschaft mit ihrem unumgänglichen bürokratischen Apparat die schöpferische Initiative des einzelnen erstickt und die harten Gesetze der wirtschaftlichen Auslese abschwächt zu Gunsten eines minderwertigen Durchschnitts, dem auf Kosten der Fähigeren und Fleißigeren eine wirtschaftliche Existenz garantiert wird. Arbeitsbeschaffung, Marktregulierung, Preis- und Lohngestaltung mußten planmäßig erfolgen, und nur die lebendige Energie der Nation, die der Nationalsozialismus entfalten konnte, hat die vom Führer angedeuteten, in der Planwirtschaft schlummernden Gefahren vermeiden und die großen wirtschaftlichen Erfolge der letzten beiden Jahre bewirken können. Aber der Führer hat auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß wir im Interesse unseres Volkes nicht wünschen können, wenn durch eine uns von außen aufgezwungene, sich dem Kommunismus nähernde Planwirtschaft durch eine daraus bedingte Einschläferung der Produktionsenergie der allgemeine Lebensstandard herabgedrückt würde. Denn das ist ja wirtschaftspolitisch einer der schärfsten Unterschiede zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus, daß der Nationalsozialismus den größ- ten Wert auf die praktische Verbesserung der Lebensbedingungen und Lebenshaltung der Arbeiterklasse legt, während der Bolschewismus einer Theorie Millionen Menschen und unermeßliche Kulturwerte opfert, ohne den Lebensstandard der Massen heben zu können. Und während der Bolschewismus nicht nur das Privateigentum vernichtet, sondern auch die Initiative des Einzelnen und die Verantwortungsfreudigkeit abtötet und dadurch in Rußland, einst dem größten Agrarstaat der Welt, Millionen und aber Millionen dem Hungertode preis- gegeben hat, sieht der Nationalsozialismus nach den Worten des Führers im Privateigentum eine höher« Stufe der Wirtschaftsentwicklung, die entsprechend den Unterschieden in der Leistung zwar die Der» waltung des Geleisteten regelt, aber insgesamt für das Volksganze einen höheren Lebensstandard ermöglicht. Das muß ja überhaupt das Ziel eines jeden vernunftaemäßen und nationalpolitisch ausgerichteten Wirtschaftens fein: die Verbesserung der Lebens- Haltung eines Volkes in seiner Gesamtheit. Niemals vermag ein Krieg solche Möglichkeit zu bieten. Denn es ist ja keineswegs so, daß der Vorteil des einen Volkes durch den Schaden des anderen erkauft werden könnte. Das nationalsozialistische Deutschland will den Frieden aus tiefinnersten weltanschaulichen Überzeugungen. Es will ihn weite»- aus der einfachen primitiven Erkenntnis, daß fein Krieg geeignet sein würde, das Wesen der allgemeinen europäischen Not zu beheben, wohl aber diese zu vermehren. Möchten diese Worte des Füh» rers und seine großen wirtschaftspolitischen Gedankengänge ein offenes Ohr finden bei allen, die ver- antworllich sind für Gedeih und Verderb der Wirt» schafts- und Schicksalsgemeinschaft der Völker des Abendlandes. Verfahren könne durch Manöver zur Beunruhigung ober Ablenkung der öffentlichen Meinung nur gestört werden. Diese Manöver und Einmischungen könnten, wenn sie nicht im Keim erstickt würden, den Streitfall nur verschärfen. dessen Bedeutung anscheinend auch jetzt nicht in vollem Umfange gewürdigt werde. Die italienische Regierung wolle in keiner Weise den Auftrag der Schiedsrichter gemäß dem Vertrag von 1928 einschränken. Jedoch dürfe sich ihre Prüfung nicht auf die Grenzfragen beziehen. Keine Autorität könne der Souveränitätsausübung durch die italienische Regierung den Gerichten Abbruch tun. Indem Italien das Schiedsverfahren angenommen haben, habe es bewiesen, daß es die von den beiden Regierungen übernommenen Verpflichtungen achten wolle. Ein Austausch von Bemerkungen zwischen dem italienischen und dem abessinischen Vertreter ergab, daß nach Auffassung beider Parteien die Schiedsrichter nicht die Grenze se st zusetzen, aber doch auch diese Frage zu berücksichtigen haben. Laval und Eden befriedigt. Der französische Außenminister Laval begrüßte die beiden Entschließungen, die in glücklicher Weise die Sorge jedes Staates um seine Souveränität und die Wahrung der wesentlichen Grundsätze des Völkerbundes berücksichtigten. Beide Regierungen hätten ihren Willen bekundet, eine gütliche Lösung zu finden. Man muffe ihnen Vertrauen entgegenbringen und hoffen, daß diese Aussprache nicht wieder eröffnet zu werden brauche. Der Völkerbundsrvt habe seine hohe Autorität wieder einmal in den Dienst des Friedens gestellt. Der englische Vertreter Eden zollte der Der- ständigungsbereitschaft gleichfalls Anerkennung und erklärte, der Streitfall habe der britischen Regierung ernste Sorgen bereitet. Die Verantwortlichkeit liege nicht nur bei den beiden Parteien, sondern beim ganzen Völker- bundsrat, der jetzt die Aufgabe habe, die Entwicklung der Angelegenheit aufmerksam zu verfolgen. — Litwinow betonte, daß der Völkerbund sein großes Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens in allen Teilen der Welt auch bei dieser Gelegenheit bewiesen habe. Im Namen der abessinischen Regierung sprach der Pariser Gesandte Seele Hawariat dem englischen und dem französischen Vertreter seinen Dank für ihre Bemühungen um eme rasche und friedliche Lösung aus. Die heutigen Entschließungen stellten hoffentlich einen entscheidenden Schritt zur Wiederaufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen Italien und Abessinien dar. Abessinien werde nichts unterlassen, um das Vertrauen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Als letzter Redner erklärte A l o i s i, auch er wolle danken, wisse aber nicht, ob er mehr Dank auszusprechen als entgegenzunehmen habe. — Hierauf wurden die genannten Entschließungen angenommen und die Sitzung gegen 2 Uhr geschlossen. England wünscht Gon-erbehan-lung des Luftpakts. Rückfragen in Paris und Rom über eine Abtrennung des Lustlocarnos vom Londoner Protokoll. London. 25.Mai. (BUB. Funkspruch.) Bei der Prüfung der Vorschläge des Führers beschäftigt sich die englische Regierung zur Zeit besonders eingehend mit der L u f t p a k t s f r a g e. Die halbamtlich mitgeteilt wird, ist die englische Regierung im Begriff, die Ansichten Frankreichs und Italiens über die Möglichkeit einer Abtren- nungder Luftpaktvorschläge vondenanderen Problemen des Londoner Protokolls vom 3. Februar einzuholen. Falls Frankreich und Italien diesem Schritt zustimmen sollten, wäre die Eröffnung oon Verhandlungen zwischen England Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien möglich. Bevor Italien und Frankreich ihre Stellungnahme Mitteilen, sei es jedoch unmöglich, das zukünftige Vorgehen vorauszufagen. Sicher fei nur, daß die Verhandlungen über einen Luftpakt alle genannten Mächte umfassen würden. Für Zusammenarbeit freier Völker. Eine Friedensrede Macdonalds. London, 25. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Ministerpräsident Macdonald war am Freitagabend der Hauptredner auf einem Jubiläumsfestessen für die Ministerpräsidenten der Dominien und die Vertreter Indiens. Macdonald erklärte dabei u. a., das englische Weltreich setze sich für den Frieden ein. „Nicht für den Frieden der Uebergabe, nicht für den Frieden der Unterordnung und nicht für den Frieden, der alles gewährt, weil er sich fürchtet, seine Rechte zu verteidigen, sondern vielmehr für den Frieden, der dann kämmen kann, wenn Völker, wie das unserige Fechter der Gerechtigkeit sind und die Anerkennung der Gerechtigkeit für alle anderen Völker auf der Welt verlangen. Wir fetzen uns für die Zusammenarbeit freier Völker ein. Wir erstreben den Frieden der Welt durch Verhandlungen und durch menschliche Methoden". Der Führer der Liberalen Opposition, Sir Herbert Samuel, begrüßte in seiner Rede in Blackpool die Vorschläge Hitlers als eine Tatsache von großer Tragweite. Die Vorschläge wiesen einen nützlichen Weg zur Lösung der westeuropäischen Probleme und insbesondere der Luftrüstungsfrage. Hitler habe klar zum Ausdruck gebracht, daß er nicht die Sowjetrussische Luftflotte als Standard für Deutschland anzunehmen wünsche. Das sei im Hinblick auf die Rolle Sowjetrußlands im Fernen Osten wichtig. Es sei nicht einzusehen, warum nicht schon aus Gründen der Kostenersparnis für die westlichen Mächte eine Luftflotte von je 5 00 Frontflugzeugen statt von 1500 genüaen sollte. Der Redner beschwor die Regierung, diese einzigartige Gelegenheit nicht vorüber- gehen zu lassen, den Frieden zu sichern und die Erwartungen des gesamten englischen Volkes nicht zu enttäuschen. Starker Andrang zur englischen Luftflotte. London, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Neurekrutieruna für die englische Luftflotte wurde am Freitag mit großem Erfolg eröffnet. Im Londoner Rekrutierunasbüro für Mechaniker, Funker, Schützen und sonstiges Flugzeugpersonal bewarben sich am Freitag rund 2000 junge Leute und außerdem liefen etwa taufend schriftliche Bewerbungen ein. In einem zweiten Rekrutierungsbüro für Militärpiloten wurden 500 persönliche und 2000 schriftliche Bewerbungen verzeichnet. Von den persönlich vorsvrechenden Bewerbern wurden am Freitag 500 für diensttauglich befunden. Bet einer Rundfrage unter den Bewerbern, welches ihre Beweggründe zum Eintritt in die Luftflotte seien, lautete die häufigste Antwort: „Ich möchte Sensationen erlebe n". Von Beamten des Luftministeriums wurde erklärt, daß sie über die große Zahl der Bewerber überrascht seien. Die Hauptschwierigkeit sei jedoch der Mangel an Bewerbern, die für einen Spezialberuf ausgebildet sind. Der Präsident des britischen Jnoustrie-Verbandes, Sir Francis Joseph, erklärte in Manchester, daß die englische Industrie geschlossen hinter den Aufrüstungsmaßnahmen der Regierung stehe. Die Industrie müsse das Geld für die Sonderausgaben der Aufrüstung aufbringen. Der Mkerbundsausschuß berät die Frage wirtschastlicher Sanktionen Krankreich legt eine Denkschrift vor. Genf, 24. Mai. (DNB.) In »Verfolg der Entschließung des Völkerbundsrats zur Erklärung der deutschen Wehrfreiheit vom 17. April d. I. hat Frankreich nunmehr dem Völkerbund eine Denkschrift überreicht, die davon ausgeht, daß der Döl- kerbundspakt zwar die gewissenhafte Einhaltung aller Dertragsverpflichtungen zu einer wesentlichen Voraussetzung der internationalen Zusammenarbeit und der Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit mache, aber keine ausdrücklichen Bestimmungen über d i e Aufkündigung von Verträgen enthält, jedoch ergeben sich aus den allgemeinen Pflichten des Völkerbundes entsprechende Befugnisse des Völkerbundsrates, so daß eine Abänderung des Paktes nicht notwendig sei. Im Sinne der Entschließung vom 17. April könne der europäische Friede entweder dadurch gefährdet werden, daß die einseitig aufgekündigten Bestimmungen eine überragende politische Bedeutung haben, oder dadurch, daß mit dieser Aufkündigung Maßnahmen einher- aehen, wie die Herstellung von Rüstungen, oder die Anhäufung oon kriegswichtigen Vorräten, aus denen sich begründete Zweifel über d i e friedlichen Abfichten des Vertragsbrüchigen Staates ergeben. Im einen wie im anderen Falle handele es sich um eine Kriegsdrohung. Um den Dertragsbrecher zu einer richtigen Auf- faffung seiner internationalen Pflichten zurückzubringen, müsse die erste Sorge darin bestehen, ihm die Vollendung seiner Vorbereitungen unmöglich zu machen. Es sei im allgemeinen ausreichend, F e r ti g i a b ri k a te und Rohstoffe zu bestimmen, die der Vertragsbrüchige Staat sich außerhalb seines Gebietes beschaffen müsse und deren Entziehung seine Vorbereitungen hemmen würden. Bei allen Laudern ohne Kriegsindustrie könne es genügen, Waffen- und Material- sendungen anzuhalten. Für andere mit entsprechender Kriegsindustrie bestehe die Aufgabe darin, ihre Versorgung mit unentbehrlichen „Schlüsselprodukten" zu unterbinden. Die Mitwirkung der europäischen Staaten, die die hauptsächlichen Roh- stoffmärkte beherrschen, sei unerläßlich. Alle europäischen Staaten sollen sich dazu verpflichten, die Empfehlungen des Völkerbundes auszuführen und sich über Maßnahmen verständigen, um die Ausfuhr von Kriegsmaterial und dazu benötigten Rohstoffen nach dem Gebiet des Vertragsbrüchigen Staaten zu verhindern. Außereuropäische Staaten sollen aufgefordert werden, die Durchführung dieser Vereinbarungen zu erleichtern. Die Denkschrift legt besonderen Wert auf den Nachweis, daß im Falle einer Entschließung des Dölkerbundsrates über eine Vertragsverletzung die Stimme des beschuldigten Staates bei Berechnung der Einstimmigkeit nicht in Betracht kommen könne, da niemand Richter in eigener Sache sein könne. Wenn man sich das Zustandekommen des Ratsbeschlusses vom 17. April vergegenwärtigt, dann wird man daran zweifeln können, ob sich die euro- päischen Völkerbundsmitglieder geschweige denn die Nichtmitglieder tatsächlich ohne weiteres dazu hergeben und verpflichten werden, eine Blankovollmacht dahingehend zu erteilen, daß der Dölker- bundsrat derartige schicksalsschwere Entscheidungen von sich aus trifft. Einwände Spaniens. Der Dreizehnerausschuß für die Prüfung von wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen im Falle künftiger Vertragsverletzungen ist unter dem portugiesischen Vertreter Caeiro da Matta zusammengetreten. M a s s i g l j (Frankreich) unterbreitete die französische Denkschrift. Mada- riaga (Spanien) machte auf die Schwierigkeiten aufmerksam, auf die ein Ausbau des Sanktionssystems stoßen würde, so lange manche Staaten und besonders gewisse Großmächte dem Völkerbund nicht angehörten. Gemeinsam mit den Sanktionen müßten die Kriegsvorbeugungsmaßnahmen entwickelt werden. So fei z. B. die „Fleisch im eigenen Gast." Ein Stück nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik. Don Or. jur. E. Böse, Ministerialdirigent im Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Fleischerläden bringen jetzt „Fleisch im eigenen Saft" zum Verkauf. Es handelt sich dabei um Fleischkonserven in Dosen zu je ein Kilogramm, die rund 850 Gramm schieres, hochwertiges Rind- oder Schweinefleisch enthalten und zum Preise von 1,50 M ar k je Kilogramm-Dose abgegeben werden. Ziel der nationalsozialistischen Ernährungspolitik ist es, so- wohl der Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse wie auch dem Verbraucher für die von ihm zu beziehenden Lebensrnittel möglichst gleichbleibende Preise zu sichern. Der Weg hierzu ist die Marktordnung. Ihre Aufgabe ist es, den Ausgleich zwischen Bedarfs- und Ueberschußgebieten und solchen Zeiten zu schaffen, in denen die Erzeugung den Bedarf über- ober unterschreitet. Gleichmäßiger Absatz und g l e i ch b l e i b e n d e Versorgung sind die Voraussetzung gleichbleibender Preise für den Erzeuger und für den Verbrauchen Es ist uns allen schon selbstverständlich, daß die im Herbst eingebrachte Getreideernte über das ganze Jahr verteilt werden muß, um eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Brot während des ganzen Jahres zu stabilen Preisen zu erreichen. In der Systemzeit war das aber keineswegs selbstverständlich. Man verkaufte vielmehr im Herbst, um der Landwirtschaft den Absatz des Getreides zu ermöglichen, beträchtliche Mengen ins Ausland und mußten dann am Schluß des Erntejahres das fehlende Getreide zu Preisen wieder aus dem Auslande einführen, die der internationale Getreidehandel und nicht wir bestimmen. Brotpreisschwankungen waren unausbleiblich. Jetzt nehmen wir im Herbst die von der Landwirtschaft über den laufenden Bedarf hinaus angebotenen Getreidemengen auf Lager und geben am Schluß des Jahres bei auftretendem Bedarf die erforderlichen Mengen wieder ab. Auf diesem Weg schaffen wir nicht nur den Ausgleich zwischen lieber« und Unterangebot innerhalb eines Jahres, sondern auch zwischen reichen und knapperen Jahren. Die gleichen Wege haben wir auch in der Butter- und Eierversorgung beschritten. Wir bringen in Zeiten starker Butter- und Eieranlieferung im Frühjahr und Sommer die überschüssigen Mengen in Kühlhäuser und öffnen diese Läger im Winter, wenn die eigene Erzeugung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Diese Politik der Reichsregierung und des Reichsnährstandes hat es der Spekulation unmöglich gemacht, die Saisonschwankungen in der Erzeugung uno die Möglichkeit der Einlagerung zu ihren eigensüchtigen Machenschaften auf Kosten von Erzeuger und Verbraucher auszunutzen. Dem Willen, auch beim Vieh und Fleisch den Grundsatz sicherer Absatzmöglichkeiten und gleichbleibender Preise für Erzeuger und Verbraucher zu verwirklichen, stand nun die Unmöglichkeit gegenüber Vieh und Fleisch etwa so wie (Betreibe auf Lager zu nehmen. Fleisch kann zwar in gefrorenem Zustand gelagert werben, verliert dadurch aber sofort an Wert. Die „Einlagerung" von Vieh beim Landwirt, durch Unterbindung des Auftriebs zum Schlachtviehmarkt ist nur in begrenztem Umfang möglich, weil es dem Bauer Geld (Futter) k o ft e t, statt seinen Bedarf an Betriebsmitteln durch den beabsichtigten Verkauf des Viehs zu befriedigen. Aus diesen Gründen ist man den Weg über die Fleischkunser v e gegangen. Im vorigen Sommer zwang die Trockenheit und der dadurch bedingte Futtermangel die Landwirtschaft zum Vieh verkauf in einem Umfang, der zwar nicht den vielfach gehegten, großen Erwartungen entsprach, aber doch den laufenden Bedarf der Bevölkerung an Fleisch überstieg. Gleichzeitig mußten wir, um den Absatz von deutschen Jndustrieerzeugnissen im Auslande zu erleichtern, gewisse Mengen Auslandvieh hereinnehmen. Ohne die E i n d o s u n g dieser Vieh- und Fleischmengen wäre im vorigen Sommer ein völliger Zusammenbruch der deutschen Viehpreise und damit schwerste Schädigung unserer Landwirtschaft unvermeidlich gewesen. Der Jahreszeit entsprechend haben wir demgegenüber jetzt ein geringeres Angebot von Vieh zu verzeichnen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, jetzt ohne Schädigung der Viehpreise, aber im Interesse der Stabilität der Verbraucherpreise für Fleisch die im vorigen Sommer hergestellten Fleischkonserven zum Verkauf zu bringen. „Fleisch im eigenen Saft" ist somit das Mittel, um ebenso wie beim (Betreibe, Brot, Butter, Eier usw. auch beim Vieh unb Fleisch Saisonschwankungen in ber Erzeugung z u überbrücken unb ben Grunbsatz gleichbleibender, g e r e ch- t e r Preise für Erzeuger und Verbraucher burchzusetzen. Wir müssen uns darüber klar sein, baß ähnliche Schwankungen und Differenzen zwischen Erzeugung unb Verbrauch, wie wir sie im letzten Jahr erlebten, in der Diehwirtschaft regelmäßig auftreten. Es entspricht z. B. unseren natürlichen Verhältnissen, wenn bas Vieh im Sommer auf ber Weibe fett gemacht und bann im Herbst zum Verkauf gebracht wirb. Dies führt unvermeib- bar im Herbst zu übermäßigem Viehangebot. Auch bie aus hanbelspolitischen Grünben erforderliche Dieheinfuhr kann nicht immer ber Anlieferung von Jnlanboieh und dem Fleischbedarf angepaßt werden. „Fleisch im eigenen Saft" wird diese Schwankungen überwinden unb demnach in Zukunft ein bauernder Bestandteil unserer Ernährungswirtschaft fein. „Fleisch im eigenen Saft" wird immer wieder zu gegebener Zeit im Verkehr erscheinen und durch seine Güte und Preiswürdigkeit die Anerkennung von Stadt und Land erobern. Stabile preise. Die nationalpolitische Bedeutung der Fleischkonservierung. Auf einem Presseabend des Reichsernährungsministeriums wies Staatssekretär Backe eindringlich auf die nationalpolitische Bedeutung der Aktion „Fleisch im eigenen Saft" hin. Er erinnerte an die beiden Hauptaufgaben des Dritten Reiches, die der Führer herausgestellt habe: Brechung d er Bauernnot und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zur Erreichung dieser Ziele sei notwendig eine Erhöhung ber Erzeugerpreise für den Bauern, aber ebenso em Festhalten der Verbraucherpreise. Die Lösung dieser Probleme könne nie in einem freien Spiel der Kräfte erreicht werden, sondern nur in Form einer Marktordnung. Die Marktordnung gewährleiste die Erzeugung und lenke fie, in volkswirtschaftlichem Sinne. Sie gebe mit tinern' Festpreissystem nicht nur bie Möglichkeit, die Grundlage der Ernährung des deutschen Volkes in der bisherigen Weise sicherzustellen, sondern sie schaffe auch erst die Voraussetzungen zur Durchführung der heutigen Erzeugungsschlacht. Zweck der Marktordnung sei einzig und allein die Stabilität der Preise. Durch sie würden die Preise nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen bestimmt. Es komme nun darauf an, dieses Preisniveau sachlich zu unterbauen unb Angebot und Nachfrage so zu gestalten, daß die Preise auch wirtschaftlich haltbar seien. Daher müsse das Reich, wenn das Angebot zu groß werde, eine Vorratsdeckung und Lagerhaltung übernehmen, um die Ware in Der Zeit der Knappheit, wo die Preise steigende Tendenz Hätten, wieder herauszugeben. Das Prinzip ber Festpreise sei also nur möglich, wenn man zugleich in volkswirtschaftlichem Sinne Lagerhaltung unb Dorratswirtschaft betreibe. So sei die Fleischkonservierung als die einzig mögliche Art der Fleischvorratswirtschaft ein organisches Mittel, um bie Lebensmittelpreise stabil zu halten und die Lohnhöhe zu garantieren. Mit Nachdruck betonte Staatssekretär Backe, daß die Frischfleischversorgung unter allen Umständen gesichert fei. Man müsse nur für die Zeit gewisser saisonmäßig bedingter Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage das Konservenfleisch bereithalten. Die Aktion „Fleisch im eigenen Saft" sei also nicht eine Hilfsmaßnahme für den Bauern, sondern ein unbedingtes Erfordernis der deutschen Ernährungswirt s ch a f t im Sinne des Dolksganzen, damit gerechte, soziale Preise nach beiden Seiten geschaffen würden. Inkraftsetzung des Abkommens über die Verhütung des Krieges wünschenswert, sowie ber Abschluß eines Abkommens über ben Waffenhanbel, bie Waffenherstellung und die Aufstapelung von Waffen unb Kriegsmaterial sowie die Verstärkung der Artikel 18 und 20 des Völkerbundspaktes. Madariaga hob weiter die technischen Schwierigkeiten einer Anwendung von wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen hervor. OerOanzigerOberkommiffar. Beilegung der Meinungsverschiedenheiten. Genf, 24. Mai. (DNB.) Der Völker- bundsrat hat Freitag den Bericht über die B e- fugnifse des Völkerbundskornmifsars in Danzig angenommen. Die Aussprache, an der sich außer dem englischen Berichterstatter Eden der Danziger Senatspräsident Greiser, sowie bie Vertreter Polens unb Frankreichs beteiligten, führte zu einer völligen Beilegung ber aufgetauchten Meinungsverschiedenhei- ten. Eden unterstrich, baß burch irrige Ausführungen in Der Öffentlichkeit bebauerlicherweise falsche Auffassungen über bie Aufgaben bes Oberkommissars in Danzig entstanden seien. Er lege Wert darauf, ben Dölkerdundskommissar feines vollen Vertrauens und feines Dankes für die anerkennenswerte Führung feines Amtes zu versichern. Der Danziger Senatspräsident Greiser teilte mit, daß er sich mit ber objektiven Einstellung des Berichterstatters identifizieren könne. Greiser fuhr dann fort: Indem ist betone, daß es bie Pflicht ber Danziger Regierung ist und bleiben wird, die Stellung unb die Tätigkeit des Herrn Oberkommissars des Völkerbundes als eine auf Grund der geltenden Verträge und Entscheidungen des Rates festliegende anzuerkennen, möchte ich andererseits aber nicht versäumen, die Aufmerksamkeit des Rates darauf zu lenken, daß auch die Meinung und Auffassung breitester Schichten der Danziger Bevölkerung, die nicht die völkerrechtliche Kenntnis der Verträge und Ratsentscheidungen besitzen können, zum Ausdruck gebracht werden darf. Da nach ber Danziger Verfassung 3 das Recht der freien Meinungsäu^e« r u n g besteht, muß es auch Aufgabe Der Regierung fein, der Vvlksmeinung Ausdruck zu geben. Von einem solchen Meinungsausdruck des Volkes wird die rechtliche Stellung des Herrn Dberfommiffars, wie sie in den Verträgen und Ratsbeschlüssen, sowie in dem heutigen Bericht bes Herrn Berichterstatters festgelegt ist, in keiner Weise berührt. Ich kann deshalb zu meiner Freude feststellen, daß der Bericht über diesen Punkt der Tagesordnung durch die heutige Erledigung sowohl ber Stellung des Herrn Oberkommissars als auch der E i n st e l - lung der Danziger Regierung gerecht wird. Der Vertreter Polens K o m a r n i ck i äußerte seine Befriedigung darüber, daß der Oberkommissar in dem Bericht die Bestätigung seiner Zu- ständigkeiten finde, die ihm als Hauptaufgabe stellen, die Anwendung der Verfassung zu überwachen. Die Aufgaben des Danziger Senatspräsidenten in ber Wahlzeit, die die Reibungsflächen vermehre, feien befonoers heikel gewesen. Der Bericht gebe bie Gewißheit einer harmonischen Zusammenarbeit zwischen dem Oberkommis- sar und dem Senat, ber schon wiederholt Beweise seines guten Willens in seinen Beziehungen mit ber polnischen Regierung gegeben habe. Auch Ober- kommissar Lester sprach die Zuversicht aus, daß die Beziehungen zu dem Danziger Senat weiterhin gut sein werden. Amtsleiter Engel in das Zentralbüro der OAF. berufen. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat den Pg. Johannes Engel zum Amtsleiter ber Deutschen A r - beitsfront ernannt und in bas Zentralbüro ber D A F. berufen. Pg. Engel, ber langjähriger Leiter ber NSBO. in Berlin unb erstes NSBO.-Mitglied überhaupt, übt im Stab des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley die Funktionen eines Inspekteurs mit besonderen Vollmachten aus. Er wird verschiedene Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront so reorganisieren, wie es dem Ansehen und ber Sebeutung der DAF. entspricht. k’W De em L-°b-kM lung juhu und ■ Mijch-r für die Bal! tische Beg-er Schlageter g herrschte der willigen'Berb mehr einM Wnn. Cs 1 teidigung doi eine Rompai Der Kamps aufgelöst. 9' Der Summe Begeistert d Berlin-Kalk! Es kam d kampf- Der aber ba. Bahnlinien um die rui schen Qünbn wieder Schl Äm TaS 5chl°^'s s5b>°'° liest" L - f(i wurde er na gefangen. T gehabt. Am richtsgebäudc ihn und sei Schlageter: , Ich bin ber tragen." Am chen. In bei in einer <5ar seldorf die ( Ende machte sten Sohne Weltkrieges, ihn Hanns ? Erst ei 3n einer . • Reichssenders über Prot Intendant so systematisch serem Gebi wird, das kommen wi bie elettris Händen dl bauen, das seres ßani durchaus Die tomrr entspreche!- Fernsehen! empfanget Lelrügerb 9m Jan beim Kat- deren Höh gegeben n nähme de Steuerben feit Nr, Katasteran in enger Tetzemitz | sreiung gesprochen, um Betrag berater hol lehen gefüg Schellt, pg I DiegesundenVerbrauchergenoffenschasten organisch in die Wirtschaft eingebaut. Ein Gesetz erleichtert die Auflösung lebensunfähiger und überträgt dem ReichS- wirtschastsminister dieKontrolle über die gesunden Verbrauchergenossenschaften. „Diesen Tod fürchte ich nicht!" Zum Todestage Albert Leo Schlageters am 26. Mai 1923. Am Tage vor seinem Tode, am 25. Mai, schrieb Schlageter folgende Zeilen an die Familie seines Paten: „Schließlich hat jeder Mensch hier auf Erden eine Hauptaufgabe zu lösen. Meine war unfehlbar selblose Hingabe an den Dienst fürs Vaterland. Sie verlangte mein ganzes Ich ... Diesen Tod fürchte ich nicht. Er ist keine Schande, sondern eine Ehr e." Am 12. August 1894 wurde er als sechstes Kind einer angesehenen Bauernfamilie des südlichen Schwarzwaloes geboren. Der Ausbruch des Weltkrieges unterbrach seine theologischen Studien auf der Freiburger Universität, vier Jahre lang kämpfte er an allen Fronten für Heimat und Vaterland. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse kehrte er heim, um seine Studien wieder aufzunehmen. Der Kampf im Baltikum forderte die deutsche Jugend erneut zum Bekenntnis der Volksverbundenheit auf. Und Schlageter gehörte zu denen, die diesem Ruf willig folgten. Entscheidend bei der Eroberung von Riga ist sein Eingreifen, ohne Dek- kung führt er sein Geschütz über die Brücke heran und schießt die anstürmenden Bolschewistenhaufen zusammen, Riga fällt in deutsche Hand, hunderte deutscher Geiseln sind gerettet. Dank gab es nicht für die Baltikumkämpfer, sehr schnell hatte die lettische Regierung ihre Versprechungen vergessen. Für Schlageter gab es keine Ruhe. Im Ruhrrevier herrschte der rote Schrecken, Reichswehr und Frei. willigen-Verbänden gelang es, den Brandherd immer mehr einzuengen. Auch hier stand Schlageter seinen Mann. Es folgten die blutigen Kämpfe zur Verteidigung von Oberschlesien, Schlageter stellte eine Kompanie auf, mit der er tatkräftig eingriff. Der Kampf war zu Ende, die Freikorps wurden aufgelöst. In dieser Zeit fand Schlageter, es war der Sommer 1922, den Weg zu Adolf Hitler. Begeistert trat er in die neugegründete Ortsgruppe Derlin-Kalkberge der NSDAP, ein. Es kam das schwere Jahr 1923 mit dem Ruhr- k a m p s. Man griff zum „passiven Widerstand", der aber bald zwangsläufig aktive Formen annahm. Bahnlinien wurden unterbrochen, Brücken gesprengt, um die rückwärtigen Verbindungen der französischen Eindringlinge zu stören — auch hier war wieder Schlageter dabei. Mit mehreren Kameraden wurde er nach einer Brückensprengung am 15. März gefangen. Verräter hatten ihre Hand im Spiele gehabt. Am 8. Mai verhandelte im Düsseldorfer Ge« richtsgebäude das französische Kriegsgericht gegen ihn und seine Freunde. Voller Würde erklärte Schlageter: „Für das, was ich getan, stehe ich ein. Ich bin bereit, die Folgen meiner Handlung zu tragen." Am 9. Mai wurde das Urteil gesprochen. In den Morgenstunden des 26. Mai krachte in einer Sandgrube der Golzheimer Heide bei Düs- feldorf die Salve, die dem Leben Schlageters ein Ende machte. Deutschland hatte einen seiner treuesten Söhne verloren, den „letzten Soldaten des Weltkrieges, den ersten des Dritten Reiches", wie ihn Hanns Johsts Drama nennt. Aus aller Well. Erst einwandfreier Rundfunkempfang — dann Fernsehen. In einer Unterredung machte der Intendant des Reichssenders Frcknkfurt, Fricke, Ausführungen über Probleme des Fernsehens. Der Intendant sagte u. a., daß die Fernsehoersuche wohl systematisch weitergeführt werden, daß aber in unserem Gebiet nicht, wie vielfach angenommen wird, das Fernsehen bereits schon in diesem Herbst kommen wird. Vielmehr sei es Aufgabe des Funks, die elektrische Betreuung der Sender, die noch in Händen der Deutschen Reichspost liegt, so auszubauen, daß jeder Volksgenosse an jedem Fleck unseres Landes mit dem Volksempfänger einen durchaus einwandfreien Empfang hat. Die kommende Berliner Funkausstellung werde entsprechend dieser Zielsetzung nicht im Zeichen des Fernsehens, sondern wieder im Zeichen des Volksempfängers stehen. Betrügerbande schädigt den Staat um 300 000 Mark. Im Januar d. I. wurden Veruntreuungen beim Katasteramt in Gladbeck (Westfalen) bekannt, deren Höhe damals auf mehr als 50 000 Mark angegeben wurde. Die Ermittlungen führten zur Festnahme des 30jährigen Emil K e st e n und des Steuerberaters Heinrich G e tz e w i tz. Kesten, der seit Jahren Hauszinssteuerangelegenheiten beim Katasteramt in Gladbeck zu bearbeiten hatte, hatte in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerberater Getzemitz fortgesetzt eine Menge unzulässiger B e - freiungen von der Hauszins st euer ausgesprochen. Es handelt sich in den einzelnen Fällen um Beträge von 400 bis 960 Mark. Der Steuer- beratet hatte sich Kesten durch Gewährung von Darlehen gefügig gemacht. Durch Revisionen wurde festgestellt, daß das unsaubere Verfahren schon seit Berlin 24. Mai. (Fwd.) Die Reichsregierung hat am 21. Mai 1935 ein Gesetz über Der- brauchgenossenschaflen beschlossen, das den Relchsminister der Finanzen ermächtigt, zur Erleichterung der Auflösung, insbesondere zur Sicherung der Spareinleger, bis zu 60 Mill. Mark solchen Verbrauchergenossenschaften zur Verfügung zu stellen, die lebensunfähig sind und mit Zustimmung des Reichswirtschafts- Ministers bis zum 31. Dezember 1935 ihre Auflösung beschließen. Das Gesetz regelt die Abwicklung einer beträchtlichen Zahl liquidationsreifer Verbrauchergenossenschaften. Es beugt unter besondere Hilfsleistungen für die Sparenden Gefahren vor, die ein ungeregelter Zusammenbruch großer Verbrauchergenossenschaften in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht mit sich bringen würde. Gefunde Verbrauchergenossenschaften werden durch das Gesetz nicht be- troffen, doch ist für eine etwaige Umgestaltung der verbleibenden Verbrauchergenossenschaften der weg dadurch geebnet, daß das Gesetz den Reichswirtschaftsminister zum Erlaß der erforderlichen Bestimmungen, insbesondere über den Geschäftsbetrieb der Verbrauchergenossenschaften, ermächtigt. Rach Erlaß dieses Gesetzes ist die Verbrauchergenossenschaftsfrage endgültig dem wirtschaftspolitischen Meinungsstreit entzogen. Für alle weiteren Maßnahmen ist die ausschließliche Zuständigkeit des Relchswlrtschaftsministers gegeben, den der Führer und Reichskanzler ermächtigt hat, die Wahrung des Virtschaftsfriedeas auf diesem Gebiete zu überwachen. * Die Verbrauchergenossenschaften, die zum weitaus größten Teil reine Arbeitergründungen waren, sind unter der Herrschaft der marxistischen Gewerkschaften in weitestem Maße unter marxistische Führung gekommen. In dieser Tatsache lagen zum großen Teil die Angriffe begründet, die von jeher seitens der NSDAP, gegen die Konsumgenossenschaften erhoben wurden. Mit der Machtübernahme folgte der Besetzung der Gewerkschaftshäuser durch die SA. die Uebernahme der Konsum- genossen schäften durch die DAF. Entsprechend dem Worte des Reichsleiters Dr. Ley vom 4. Juli 1933 wurden die Konsumgenossenschaften von marxistischen Elementen befreit und organisch von der DAF. betreut. Wenn auch hier und da die Säuberung der Konsumgenossenschaften Schwierigkeiten bereitete, so war auch schon mit Ende des Jahres 1934 die politische Bereinigung der Konsumgenossenschaften erfolgt. Die Konsumgenossenschaften hatten ihr politisches Gesicht verloren und waren jetzt ausschließlich wirtschaftliche Unternehmen. Der Einfluß der marxistischen Gewerkschaften, ver». Kunden mit dem Anschwellen der nationalsozialistischen Bewegung und dem von der NSDAP, geführten Kampf gegen die Konsumgenossenschaften als marxistische Einrichtungen, hatte den Konsumgenossenschaften bis zur Machtübernahme einen erheblichen Mitgliedsschwund gebracht. Während 1924 noch 4,2 Millionen Mitglieder in den Konsumgenossenschaften gezählt wurden, sanken sie bis 1932 auf etwas über 3 Millionen herab. Die Jahren angewendet worden war. Inzwischen ist auch noch ein anderer früherer Angestellter des Kataster- Samtes namens Schwarz, der an den Verfehlungen beteiligt war, fest genommen worden. Die Buchprüfungen beim Katasteramt haben ergeben, daß der Staat durch die Verfehlungen von Kesten und Genossen um nahezu 300 000 Mark geschädigt worden ist. Kesten ging mit größter Raffiniertheit vor, so daß es ihm möglich war, sein verbrecherisches Treiben solange zu verschleiern. Martyrium einer Frau. — Fünf Iahre Zuchthaus für einen rabiaten Ehemann. Das Koblenzer Schwurgericht verurteilte den 42jährigen Alex Gerhardus, der seine Frau jahrelang in der brutalsten Weise mißhandelt und gequält und ihr die Ehe zu einem wahren Martyrium gemacht hatte, wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu 5 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Die Verhandlung entrollte ein ungewöhnlich trauriges Bild Umsätze in den Konsumgenossenschaften gingen von 1930 bis 1933 von jährlich 1,5 Milliarden auf 721 Millionen zurück. Hand in Hand hiermit begann seit der Brankkrise des Jahres 1931 eine ununterbrochene Abhebung von Spar- geldern, die trotz der fast in allen Konsum- genossenschaften beschlossenen Auszahlungsbeschränkungen von einem Bestände von 444 Millionen im Jahre 1930 auf 194 Millionen im Jahre 1933 herabsanken. Diese drei Elemente, Mitgliederschwund, Umsatz- oerringerung und Spargeldabhebung brachten die Konsumgenossenschaften in eine wirtschaftliche Krise, die die Gefahr mit sich brachte, daß ein großer Teil der deutschen Arbeiterschaft seine Spargroschen verlieren, mit seinen Haftsummen in Anspruch genommen und hierdurch in seiner wirtschaftlichen Existenz aufs schwerste gefährdet worden wäre. Die Reichsregierung konnte dieser Entwicklung nicht untätig zusehen. Sie muhte, nachdem die Gründe für den politischen Kampf gegen die Konsumgenossenschaften beseitigt waren, auch die letzten Gründe für einen wirtschaftlichen Kampf gegen die Konsumgenossenschaften beseitigen und hat diesen ihren Willen durch das Gesetz vom 21. Mai 1935 klar zum Ausdruck gebracht. In erster Linie war für die Konsumgenossen- schäften die Aufnahme von Spargeldern gefährlich. Sie legten die Kapitalien zum Teil langfristig an und vergrößerten ihren Geschäftsbetrieb in einer Art, der nicht mehr mit dem ge- nossenschaftlichen Grundgedanken in Einklang zu bringen war. Um diese Gefahr für die Zukunft zu vermeiden, wird durch das Gesetz die Auflösung der Spareinrichtungen vorgesehen. Gleichzeitig werden für Die vorläufige A b- Wicklung der Hquibationsreifen G e - nossenschaften — die ungefähr 60 v.H. der gesamten Bilanzsumme aller Genossenschaften ausmachen dürften — 60 Millionen RM. Zu- s ch ü f f e zur Verfügung gestellt. Die Auflösung der in Frage kommenden Genossenschaften soll dazu beitragen, neue mittel st ündlerische Exi- stenzen zu schaffen. Der Reichswirtschaftsminister erteilt durch dieses Gesetz die Vollmacht, die kranken Glieder aus dem Genossenschaftskörper herauszuschneiden, ohne daß hierdurch die Spargroschen des Arbeiters verloren gehen und ohne daß er mit feiner Haftsumme in Anspruch genommen zu werden Gefahr läuft. Beim Reichswirtschaftsminister liegt auch die Kontrolle über d i e gesunden Genossenschaften. Diesem Gesetz haben die Konsumgenossenschaften, soweit sie gesund find, ihre Stellung im Wirtschaftsleben gefunden und werden organisch in den Ausbau der Wirtschaft eingeführt und in ihrem Geschäftsbetrieb ständig überwacht. (§ 9 des Gesetzes.) Waren die Konsumgenossenschaften nach der Machtübernahme und nach der Betreuung durch die DAF. dem politischen Kampf entzogen, so werden sie nach diesem Gesetz auch dem wirtschaftlichen Kampf entzogen. Hat f. Z. die NSDAP, den Kampf gegen die Konsumgenossenschaften erösnet, so hat durch seine Unterschrift unter das Gesetz jetzt der Führer das Signal zu seiner Beendigung gegeben und die f. Z. erlassene Ankündigung, daß das Konsumvereinswesen organisch in die nationalsozialistische Wirtschaft eingefügt werden würde, wahrgemacht. von dem jahrzehntelangen Leiden einer Frau, die mit einem Rohling in unglücklicher Ehe lebte. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte bei einem Spaziergang feine Frau würgte und sie in einen Wassergraben stieß, wobei er ihren Kopf mehrere Male unter Wasser tauchte. 1928 kam es in der Wohnung zu einem ehelichen Zwist, in dessen Verlauf der Angeklagte einen Kartoffelstampfer ergriff und damit auf die Frau einschlug. Mit schweren Verletzungen am Kopf wurde die Aermste in eine Heil- und Pflegeanstalt eingeliefert, wo schwere organische Störungen festgestellt wurden, die eine rechtsseitige Lähmung und Sprachstörungen im Gefolge hatten. Eine Lungenentzündung als weitere Folgeerscheinung der unerhörten körperlichen Mißhandlungen erlöste die Frau im Jahre 1932 von ihrem jammervollen Schicksal. Unwetter In den österreichischen Alpenländern. In den letzten Tagen und Nächten wütete in großen Teilen der Alpenländer schwere Stür- großen Teilen der Mpenlander schwere Stürme. Außerordentlich heftige Wolkenbrüche gingen nieder. Die schnelle Schneeschmelze und die Regenmenge ließen die Gebirgsflüsse mächtig anschwellen. In Salzburg wurden an vielen Stellen Straßen und Brücken überschwemmt. Bei Radstatt bracht die reißende Taurach Häuser und Industrieanlagen in Gefahr, so daß die Bewohner flüchten müßten. Große Schäden werden aus Tamsweg, Mariapfarr und Mauterndorf gemeldet. In Steiermark hat die Mur und die Nürz Hochwasser. Lebenslängliches Zuchthaus für einen Raubmord mit Todesfolge. Das Berliner Schwurgericht verurteilte den 29- jährigen Willi Stein, der am 6. Januar 1933 die 79 Jahre alte Zirnrnervermieterin Frau Schwiderfki in ihrer Wohnung überfallen und tödlich verletzt hatte, wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu lebenslänglichem Zuchthaus und lebenslänglichen Verlust der Ehrenrechte. Bei der Verkündung dieser unerwartet hohen Strafe brach der Angeklagte zusammen. Erft nach einer längeren Pause konnte der Vorsitzende das Urteil begründen. Er betonte, daß die Tat an Mord grenze. Das Gericht habe daher keinerlei Veranlassung gehabt, unter die zulässige Höchststrafe herunterzugehen, da der Angeklagte ein äußerst gemeines Verhalten an den Tag gelegt habe. Görings Balkanflug. Unterredung mit dem ungarischen Reichsverweser. Ministerpräsident General Göring und Frau Göring begaben sich am Freitag auf eine E r • holungsreise nach Ragusa (Dalmatien). An der Reise nehmen teil Reichsminister K e r r l und Frau Kerrl, Oberpräsident Prinz P h i - lipp von Hessen und Gemalin Prin- z e s s i n Mafalda, ferner die Staatssekretäre Körner und Milch, Ministerialrat Dr. Gritz- b a ch und Major C o n r a t h. Ministerpräsident Göring ist im Flugzeug kurz vor 14 Uhr i n Budapest eingetroffen. Zur Begrüßung hatte sich eine zahlreiche Menge eingefunden. Bei strahlendem - Sonnenwetter trafen die drei deutschen Maschinen, an der Spitze das von Ministerpräsident Göring selbst gesteuerte Flugzeug „Manfred von Richthofen" auf dem Budapester Flugplatz ein. Im Auftrage des Ministerpräsidenten überreichte Staatssekretär Barczi den Gattinnen des Ministerpräsidenten und des Reichsministers Kerrl wundervolle Rosensträuße in den ungarischen Landes» färben. Ministerpräsident Göring hatte in der Hofburg eine mehr als einstündige Unterredung mildem Reichsoerweser Hortby, an die sich ein Tee-Empfang bei der Gemahlin des Reichs- Verwesers anfchloß. Den Abend verbrachte der Ministerpräsident mit ungarischen Freunden in privatem Kreise. Die ungarische Oeffentlichkeit nimmt an dem Besuch des preußischen Ministerpräsidenten, der den Charakter einer privaten Urlaubsreise trägt, lebhaften Anteil. Wetterbericht des Reichswetterdlenstes. Ausgobeort Frankfurt. Auch am Freitag setzte sich im Bereich feuchtwarmer subtropischer Luft die Regentätigkeit fort, wobei es jetzt aucy innerhalb unseres Gebietes zu örtlichen Gewitterbildunaen kam. Bei der aufkommenden flachen Luftdruckoerteilung und zeitweiliger Aufheiterung wird die Entwicklung örtlicher Gewitter noch gefördert. Aussichten fiU Sonntag: Aufheiternd, warm und schwül. Oertliches Auftreten von Ge- wittern oder Gewitterregen. Veränderliche, doch leicht nördliche und östliche Winde. Aussichten für Montag: Im ganzen freundlich und warm, doch Neigung zu Gewittern oder Gewitterregen. Lufttemperaturen am 24. Mai: mittags 14,5 Grad Celsius, abends 13,5 Grad: am 25. Mai: morgens 14,3 Grad. Maximum 16,7 Grad, Minimum 10,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Mai: abends 14,5 Grad: am 25. Mai: morgens 13 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioi, für Sen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Han» Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2)2L IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monarebezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Wie lange soll Ihr Wagen halten ? JA* «BR. £ K DEZ n PREISE» LIMOUSINE RM 1850.-, CABRIOLET-LIMOUSINE R MTenn Sie Wert darauf legen, daß Ihr Wagen Jahre hindurch Ihre Zufriedenheit gewinnt und so wirtschaftlich bleibt wie während der ersten 5000 Kilometer, dann müssen Sie wissen: Opel verdankt seine Vorzugsstellung denjenigen Auiomobil- käufem, die ihren Wagen viele Jahre fahren wollen. 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Ein 3u) t) e n wird wenig genannt, noch weniger ge« Scherl-Bildmaterndienst fnnt Die Sonne des „herrlichen Krieges" läßt die Dhre 1813 bis 1815 hell erstrahlen. Was folgt, liggt im Schatten. still, arbeitsam und bescheiden, aber mit heißem Hrzen müht sich Ende 1807 ein Kapitän der preu- ßichen Armee an den Arbeiten, die ihm Scharn- hrst zu durchdenken gab. Hermann v. Doyen. „ inen einsichtsvollen Mann, dem die inneren 23er« ; Pitnisse in der Armee bekannt waren und der mit I o^ßer Geschicklichkeit und Pünktlichkeit seine Ge- Mfte verrichtete", hat ihn Scharnhorst genannt, jiin überschwengliches Urteil, aber klare, nüchterne urteilung des Mannes, der Gehilfe des großen formers war und sein Werk einst vollenden sollte. Doyen ist 1771 geboren. Er entstammt alter Lnldatenfamilie, hat eine freudlose Jugend durch- l"t, ist mit zwölf Jahren in Königsberg beim |i 2 fanterie-Regiment 16 eingeschrieben und tut drei 2 hre später im ältesten Regiment des preußischen Ifimigs Dienst im kleinen B o r t e n st e i n. tUian kimmandiert ihn zur Militärschule nach Königs- b r g. Dort hört er in freien Stunden als sieb- zlynjähriger den großen Philosophen Kant. Er mag ihn nicht verstanden haben und hat Zeit seines j LDens nicht viel von seinen Lehren gewußt; aber 1 g lebt bat er sie wie kaum einer seiner Zeit. ] 8m fröhlicher Kamerad, zu Scherz und Spott ouf- Ig egt, mit gesundem Ehrgeiz, ein wenig eitel, aber ir seinen Gedanken anders als seine Kameraden, ß sinnt über den Vorzug der Stände nach, will i bri Offizierstand geistig und sittlich gehoben sehen II rtb ist dabei aller Ueberheblichkeit gegen andere i L1 rufe fern. Daß der Osfizierstand dem Adel vor- «yalten ist, dünkt ihm gegen den Sinn der Zeit. | ß- will Tüchtigkeit gelten lassen, schon im Mieden. In vorauseilendem Optimusmus nennt er pi junger Soldat schon allgemein den Grundsatz, ,/Ln Rekruten ohne Schläge seine Pflicht zu lehren'. ' H796 wird Doyen Kompaniechef in Gumbin - ir n. Hier geht er ganz auf in der Ausbildung Oie Hochzeiisfeierlichkeiien in Stockholm. Die Abendveranstaltung im Königlichen Schloß zu Stockholm, zu der König Gustaf 800 Gäste eingeladen hatte. Don rechts: Kronprinz Wilhelm von Preußen; die Kronprinzessin von Norwegen; König Leopold von Belgien; Königin Alexandrine von Dänemark; Kronprinz Fre- derik von Dänemark mit seiner Braut, der Prinzessin Ingrid von Schweden; König Christian von Dänemark; Königin Astrid von Belgien; König Gustaf von Schweden; Kronprinzessin Cäcilie; der Kronprinz von Norwegen; die Kronprinzessin von Schweden. A M 'wV**'. Scherl-Bildmaterndienst Die Feierlichkeiten anläßlich der Vermählung der schwedischen Prinzessin Ingrid mit dem dänischen Kronprinzen Freberik haben am Freitag mit dem festlichen Trauakt in der Hof- und Domkirche in Stockholm sowie in dem kurz darauf folgenden Hochzeitszug durch die Innenstadt ihren Abschluß gefunden. Bereits um 8.30 Uhr vormittags marschierten Truppenabteilungen zu Pferde und zu Fuß sowie Flieger und Marinesoldaten zur Spalierbild ung auf. Die Zufahrtsstraßen und die Plätze waren von den frühen Morgenstunden an von großen Menschenmengen besetzt. Eine Stunde vor Beginn der kirchlichen Traufeierlichkeit waren die umliegenden Straßenzüge mit Fahrzeugen fast vollständig verstopft. In der Kirche war der Hauptaltar nur mit Mar- gueriten und blauen Blumen, die besonders aus England geschickt worden waren, geschmückt. Die königlichen v^b fürstlichen Herrschaften nahmen vor dem Altar Platz. Im Mittelschiff hatten Soldaten in historischen Uniformen Aufstellung genommen. Den Zug des Hofes zum Altar eröffnete König Gustaf V. von Schweden in Begleitung der dänischen und der belgischen Königin. Kurz daraus, als der Hof feine Plätze bereits eingenommen hatte, begab sich der prinzliche Bräutigam in Begleitung feines Vaters, des dänischen Königs, zum Altar. Eine kurze Weile nachher betrat die Braut, Prinzessin Ingrid, von ihrem Vater, dem schwedischen Kronprinzen begleitet, die Kirche. Die Trauungsfeierlichkeiten erfolgten nach dem bei solchen Gelegenheiten üblichen Zeremoniell. Den Trauakt vollzog der Erzbischof Eiden. Die Trauungsfeierlichkeiten wurden vom schwedischen Sender übertragen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten sanden bei strahlendem Frühlingswetter ihren Abschluß. An dem Essen, das unmittelbar nach der Trauung in der Hof- und Domkirche im Schloß im engeren Kreise stattfand, nahm auch der deutsche Gesandte, Prinz zu Wied, mit Gemahlin teil. Während des Essens wechselten König G u st a v von Schweden und König C h r i st i a n von Dänemark kurze Ansprachen. Anschließend nahm das junge Paar die Glückwünsche entgegen. Kurz vor 15 Uhr trat das Kronprinzenpaar in einer Galakalesche die Rundfahrt durch einige Straßen der Stadt an. Das Ehrengeleit stellte das königliche Leibregiment zu Pferde. Die mit schwedischen und dänischen Flaggen reichgeschmückten Straßenzüge, durch die der Festzug sich bewegte, waren mit einer unübersehbaren Menschenmenge umsäumt, die das Kronprinzenpaar mit lauten Hurrarufen begrüßte und Blumen in den Wagen warf. Kurz nach 17 Uhr begab sich das Kronprinzenpaar in Begleitung des Hofes und der Hochzeitsgesellschaft vom Schloß zur geschmückten und von den Truppen umfäumten Landungsbrücke. Hier bestieg man die königliche Schaluppe „Wasa-Orden", die unter dem Salut der vor Anker liegenden dänischen und schwedischen Kriegsschiffe zur Jacht des dänischen Königs „Dane- brog" auslief. Hier angekommen, nahm das junge Paar Abschied. Die Jacht lichtete darauf die Anker und trat mit dem Kronprinzenpaar an Bord die Fahrt nach Kopenhagen an. feiner Kompanie und in der Sorge um seine Leute. Hier rührt er schon an den Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht und sieht in ihr die höchste Pflicht des Bürgers, die er nicht der Hefe des Volkes übertragen wissen will. Das Unglücksjahr 1806 trifft ihn hart. Er ist im Generalquartiermeisterstab des Herzogs von Braunschweig ins Feld gerückt, sieht mit Entsetzen den Verfall des friederizianischen Heeres Am Tage von Jena wird er in die Hüfte getroffen und gefangen. Mit Mühe kann er sich in Weimar den Franzosen entziehen. Hier sieht er Goethe und lehnt ihn ab, er ist ihm zu stolz, zu wenig deutsch gesinnt. Wieland rät ihm, den Rock auszu- tiehen und den Wissenschaften zu (eben Er widersteht der Lockung und ist 1807 wieder Stabskapi- tän im Preußischen Generalstab, wo ihn fein Meister Scharnhorst entdeckt. Zu Beginn des folgenden Jahres wurde er Mitglied der „Reorganisationskommission". Entscheidend war hier seine Mitwirkung an der Durchführung des Krümper-Systems. Boyen legte damit den Grund zu seinem späteren L"f"'nswerk. aus d»m stehenden Heere das Volk in Waffen auch für den Frieden zu schaffen. Seine erste Verwendung tm Befreiungskampf befriedigte ibn wenig. Als er aber ausersehen wurde, im Militär-Gouvernement Berlin die Aufstellung der Landwehr zu betreiben, war ihm ein Herzenswunsch erfüllt. Später wurde er Generalstabschef beim Korps Bülow. Ein großes Erlebnis nahm Boyen aus dem Feldzug 1813 mit: die Opferwilligkeit des ganzen Volkes und die gewaltige Entwicklung der Wehrkraft, für ihn vor allem verkörpert in der preußischen Landwehr. Zum ersten Male war in dem Preußenvolk das Staatsbewußtsein erwacht, vielfach noch unklar in seinen Aeuße- rungen, aber stark im Wesen. Der Soldaten- r o ck war zum Ehrenkleid geworden. In ihm hatte der Bürger neben dem Adligen, der Arbeiter neben dem Besitzer um die Freiheit der gemeinsamen Heimat gekämpft. In ihm verkörperte sich der Gedanke des gleichen Opfers und des gleichen Rechts. Im Zeichen solcher Gleichheit war Preußen durch die Waffen wieder eine Macht ge« Sie Michael den Later verlor. Von Ernst Wiechert. Mit der „H i r t e n n o v e 11 e" legt Ernst Wiechert seiner großen Lesergemeinde sein neuestes, reifes und schönes Werk vor, dem wir mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen-Georg Müller das Anfangskapitel entnehmen. oQeinen Vater erschlug ein stürzender Baum um bs Mittagszeit eines blauen Sommertages. Ihm allein war bestimmt, vom Rand der Lichtung aus x. sehen, wie der Wipfel der hohen Fichte zu beben begann und wie sie, ohne hin und her zu schwan- km wie sonst, sich plötzlich einmal um sich selbst z. drehen schien, ganz schnell, mit waagerecht frei» (rnben Zweigen, bevor sie niederbrauste gleich einem eins den Fundamenten geworfenen Turm und mit bim Donner ihres Sturzes den leisen Schrei oer- soglang, der zu ihren Füßen aufstand gegen das nederbrechende grüne Gebirge. Die Lippen halb geöffnet, an denen der Saft bir Heidelbeeren noch nicht getrocknet war, stand bis Kind dem Anblick des Gewaltigen hingegeben und erzitterte mit der Erde, auf der es mit bloßen t'iifjen stand, bis die Wolke aus Blütenstaub im loifen Wind waldeinwärts gezogen war und das (hrüne und Ungeheure nun regungslos quer über bse Lichtung geschleudert lag. Es wunderte sich nicht, biß der Vater nicht zu sehen war, dessen Kraft und käihnheit dies vollbracht hatte, und auch nicht der andere Mann, den sie den „Soldaten" nannten, und t’r mitunter die Schneide der Axt an die Schulter Iggte, den langen Stiel gleich dem Lauf eines Gewehres auf sie gerichtet, wozu er auf eine er« streckend täuschende Weise Schuß auf Schuß mit d n Lippen auf ihre zerstiebende Schar schleuderte, tut) da das Kind Michael diesem verderbenbrin- emben Gewehrlauf niemals auswich, sondern mit furchtlosen Augen fein frühes Ende erwartete, hatte b r „Soldat" es tief in fein Herz geschloffen und tim eine große Laufbahn als General geweissagt. Erst nach einer Weile, sich vorwärtstastend in br:r grünen Wildnis gesplitterter Aeste, fand das Sinb ben Vater unb ben Solbaten. Den einen still cuf bem Rücken ruhenb, bie Axt noch in ben Hän- d n, einen schmalen roten Strich zwischen ben Lip- p-n, obwohl keine Beeren in bem zerschlagenen Aoos zu erblicken waren. Den anbern auf bem Gesucht ruhenb, bie Arme ausgebreitet, inbes ein Fich- tmaft, stark wie ein junger Baum, sich über seinen Rücken gelegt hatte, ber merkwürbig flach unb wie ttrroelf» unter bem rötlich-braunen Joch erschien. Eine Weile suchte bas Kinb noch nach bem Stiel ber Axt, aus bem ber Solbat ben Tob auf sie zu schicken pflegte, fanb ihn aber nicht, stellte ben blauen Paartopf mit Suppe unb Fleisch in ben Schatten bes gestürzten Stammes unb setzte sich bann bei seinem Vater nieber, in Gebulb erwartens wie bies seltsame Versteckspiel nun zu Enbe gehen mürbe lieber bie zur Erbe geneigte Stirn bes Toten senkte sich, auf eine rounberbare Weise unversehrt, ein Stengel mit Glockenblumen, unb von bem zart geäderten Blau dieser Blüten ging der Blick des Kindes zu der erstaunlichen Weiße der beschatteten Stirn und wieder zurück. In dem grünen Haus, auf dessen Schwelle es saß, zitterten goldene Flecken der Sonne, die ihm hoch im Rücken stand. Aus den weißen Bruchstellen der Aeste tropfte schon mit starkem Geruch hellgelbes Harz, und der Leib einer Eidechse glitt schimmernd, mit atmenden Flanken, an den Händen des Vaters vorbei. Und nach einer Weile, indes der Ruf des Pirols mit süßer Eintönigkeit über den Wald gefallen war, wußte das Kind sich nichts Besseres, als es den beiden Großen nachzutun, die Augen halb zu schließen und in einen dämmernden Schlaf zu gleiten, aus dem ja wohl einer von ihnen, des Spiels müde, zuerst in das alte Leben wieder treten würde. Das Kind erwachte von einem leisen Stöhnen, das tief unter den Aesten zu wohnen schien. Es war der Soldat, unverändert in seiner Haltung. Das Stöhnen klang, als habe er den Mund voller Erde und als werde er niemals mehr imstande fein, jenen hellen und scharfen Ruf des Todes mit feinen Lippen zu erzeugen. Aber noch bevor das Kind aus der Wirrnis zerrinnender Träume und der Ahnung eines dunklen Grauens sich zu erheben vermochte, sah es, wie es an Schlafenden oft gesehen hatte, daß die kleinen dunklen Waldfliegen sich um das Gesicht des Vaters zu schaffen machten unb baß sein Schlaf zu tief sein mußte, als baß er mit einer Bewegung seiner Liber sie aus ben Augenwinkeln hätte verscheuchen können. Hier, unb zwar zum ersten- unb zum letztenmal, schluchzte bas Kinb einmal auf, bumpf berührt von einer Ahnung ber Kreatur, brach bann zwischen den Fichtenästen einen schon welkenden Lindenzweig und saß dann Stunde um Stunde, die Blätter über den Augen des Vaters hin und herführend, indes das Stöhnen des Soldaten eintönig und regelmäßig aus der Erde zu rufen schien. Es war dem Kinde wohl bewußt, daß es gut fein würde, zu den grauen Hütten des Dorfes zu laufen, die Mutter oder einen der Großen anzu- halten in ihrem Tagwerk und ihnen zu sagen, daß hier im Walde zwei Männer unter einem Baum lägen, nicht schlafend und nicht wachend, und daß der Soldat wohl nicht imstande oder willens sei, die Axt an die Schulter zu legen und aus seinem Munde Schuß auf Schuß unter die Feinde zu senden. Es war dieses dem Kinde in seiner Hilflosigkeit so wohl bewußt, daß es ein paarmal aus seiner grünen Hohle heraustrat und über die Lichtung hinweg nach dem Rand des Moores blickte, der mit gekrümmten Kiefern bläulich vor dem weißen Himmel stand. Doch wenn es sich dann mit einem letzten Abschiedsblick zurückwandte, sah es die dunklen Waldfliegen wieder um bie Augen bes Vaters schwirren, unb es schien ihm nicht erlaubt, biefe stillen Augen ber fremben Zubringlichkeit preiszugeben. So kehrte er jebesmal roieber in sein bunk- les Haus zurück, in bem bie Sonnenbalken nun schon flacher lagen, fuhr in seiner eintönigen Tätigkeit fort unb wehrte sich mit zusammengezogenen Augenbrauen gegen bas wachsenbe Gefühl kalter unb gänzlich hoffnungsloser Verlassenheit. Erst in ber Abenbbämmerung fanben sie bie beiben Männer unb bas Kinb. „Die Fliegen", sagte Michael, um bas Geschehen befragt. „Es mußte einer bableiben, um bie Fliegen zu verjagen." Sie hoben ben Toten unb ben Sterbenben auf, bem ber Fichtenast bas Kreuz gebrochen hatte, flochten zwei Bahren aus grünen Aesten unb kehrten in bas Dorf zurück, in bem alle Türen offen stauben unb in bem bas Vieh an ben Ketten brüllte, als wittere es ben kühlen Hauch bes Tabes Zeitschriften — Jungen beutschen Dichtern ist bas Maiheft ber „Sübbeutschen Monatshefte" (Süddeutsche Monatshefte G. m. b. H., München) gewidmet. Aus der großen Zahl junger Schaffender sind vierzehn ausgewählt worden, die mit Erzählungen und Gedichten vor eine breite Öffentlichkeit gestellt werden. Der weiteste Raum ist dem in München lebenden Franken Wolf Justin Hartmann geroibmet,ber eine neue erzählerische Arbeit vorlegt: Die Novelle „Durst". — Reizvoll ist bie Geschichte aus ber Vorkriegszeit Siebenbürgens, bie Heinrich Zillich unter bem Titel „Die Zinnenschlacht" beigesteuert bat. — Kleinere Beiträge stammen von Karl Nils Nicolaus, ber m seiner Geschichte „Der Nebel M 31" Streit unb bebeutungsoolle Versöhnung in ber Ehe eines arbeitsamen Astronomen heraufbeschwört, von Josef Martin Bauer unb Josef Mühlberger — Weniger Raum erhielten bie Lyriker Lubwig Friebrich Barthel, Heinrich Anacker, Herbert Böyme, Georg Schwarz, Fritz Diettrich, Johannes Linke, Max F. Bevern, Wolfram Brockmeier unb Werner Schumann, bie alle nichts mehr von jener „Flucht ins rein Aesthetifche" wissen, bie bas Vorwort ebenso verurteilt wie bie „Ausflucht zum guten Willen", aus bem allein niemals wahre Kunst zu entstehen vermag. — Im Maiheft ber Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) lesen wir u. a. einen Aufsatz „Das Stilgesetz des nordisch-dinarischen und des dinarischen Menschen", in dem Enno Folkerts über Beobachtungen an nordisch-dinarischen unb rein binarischen Bewohnern bes Gebiets um Garmisch-Partenkirchen berichtet. Eingeleitet wirb bas Heft mit einem Aufsatz „Aus Julius Friebrich Lehmanns Jugenbzeit", in bem Prof. Dr. K. B. Lehmann, Würzburg, ber Bruber bes verstorbenen Verlegers persönliche Erinnerungen aus ber gemeinsamen Jugenbzeit bringt. — Die Zahnkaries, eine ber größten Volksseuchen, ist Anlaß für Untersuchungen Prof. Dr. F. Proells über „Rasse unb Zahnleiben". — Einer ber Vorkämpfer für bie Sterilisation, Dr. Wilhelm Hartmann, spricht über ben „Psychopathen als verhängnisvollen Erb- träger". — Die vielseitige Spalte „Aus Rassenhygiene unb Bevölkerungspolitik" bringt einen interessanten Querschnitt burch Geschehen unb Bestrebungen auf rassenhygienischem Gebiete. — Zahlreiche schöne Bilber schmücken bas Heft ber verbienstvollen Zeitschrift. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Rubolf Thiel, Exttoorbinarius für Augenheilkunbe an ber Universität Berlin, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Frankfurt ernannt worben. Der ao. Professor Dr. Wagenseil an ber Universität Bonn ist zum Orbinarius für Anatomie in Bonn ernannt worben. Dr. Gerharb D e e t e r s , Privatbozent für inbo» germanische Sprachen an ber Universität Leipzig, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Bonn ernannt worben. Professssor Dr Dietrich Prey er, Orbinarius für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität fünfter, ist in gleicher Eigenschaft in bie Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät ber Universität Greifswalb versetzt worben. Professor Dr Friebrich Hoffmann, Orbinarius für Wirtschafts- unb Sozialwifsenschaften an ber Universität Greisswolb, ist in gleicher Eigenschaft in bie Rechts- unb Staatswissenschaftliche Fakultät ber Universität HR ün ft er versetzt worben Professor Dr. Franz Koch, Ertraorbinarius für neuere beutsche Literaturgeschichte an ber Universität Wien, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Berlin ernannt worben. worden. Sie zu erhalten, war Aufgabe der Friedensarbeit. S ch a r n h o r st, der Schöpfer dieser Waffen, war nicht mehr. G n e i s e n a u lehnte die Nach- folge ab. Da traf Hardenbergs Wahl wieder aus sogen, und diesmal stimmte der König zu. Am 3. Juni 1814 wurde der General von Bogen zum Staats- und Kriegsminister ernannt; der erste Minister mit diesem Titel. Ein reifer Mann von 43 Jahren, einfach und besonnen, kein Meister des Wortes, eher der Schrift, ohne den Schwung des genialen Gneisenau, ohne die tiefe Selbstlosigkeit des stillen Scharnhorst, aber ein Mann von unermüdlicher Arbeitskraft und zähem Willen, der mit ehrlicher Freude an sein neues Werk ging. Bogens erste Arbeit war die Neugliederung des Kriegsmini st eriums. Die Rücksichten auf Wünsche und Forderungen des Feindes konnten fallen. Scharfe Zusammenfassung aller Zentralstellen war Bogens Leitgedanke. Die allgemeine Wehrpflicht war nur für die Dauer des Krieges eingeführt, hatte sich aber unvergleichlich bewährt. Nun galt es, dieses Sgstem, dem Preußen den Sieg verdankte, für den Frieden zu erhalten. Bogen stand vor der Frage: zurück zum Kantonsgstem Friedrich des Großen mit seinen zahlreichen Befreiungen vom Waffendienst oder vorwärts auf dem Wege der eben erworbenen Erfahrungen? Wohl war seine Verehrung für den großen König unverändert, aber für den Schüler Scharnhorsts, den Bewunderer der Landwehr von 1813, den Patrioten mit den edelsten Auffassungen von Staat und Bürgerpflichten konnte es feinen Zweifel geben. Ihm war die allgemeine Wehrpflicht höchster Ausdruck des endlich gewordenen Staatsbewußtseins. Bogen erhielt die allgemeine Wehrpflicht dem preußischen Staat und hat durch diese Tat dem Leben seines Volkes für ein Jahrhundert den Stempel gegeben. „Derweil in Wien der große Friedenskongreß zusammentrat, erhob sich in Preußen eine neue Größe der deutschen Geschichte: das Volk in Waffen". (Treitschke.) Am 24. August 1814 legte Bogen den wohl im wesentlichen von ihm gefertigten Jmmediatbericht „über einige Gegenstände der künftigen Armeeverfassung" vor, dessen Gedankengänge für die Beurteilung des Wehrgesetzes vom 3. September 1814 bedeutungsvoll sind. Der Bericht war ohne Rücksicht auf den künftigen Umfang Preußens gefaßt worden. Es kam dem Kriegsminister vielmehr dar- auf an, den Grundgedanken der allgemeinen Wehrpflicht unverzüglich zu verankern, ehe der Durchführung ernste Gefahren entstehen konnten. Im Hinblick auf die politische Lage nennt Bogen es „heiligste Pflicht, durch eine zweckmäßige Anordnung der Verteidigungsmaßregeln die Selbständigkeit der Nation zu sichern". Die Grenzen aber sieht er in der B e v ö l k e r u n g s z a h l und den Finanzen des Staates und in der Notwendigkeit, Gewerbe und Wissenschaft zu erhalten, und mit unumstößlichem Glauben an die Sieghaf- tigkeit seiner Gedanken stellt er fest, daß die Aufgabe eigentlich schon gelöst ist durch die Verfassung der siegreichen bewaffneten Macht, „die nicht allein den Staat und Deutschland befreit hat, sondern auch alle die Keime und Grundlagen enthält, von deren zweckmäßiger Erweiterung mit Zuversicht die Erhaltung der preußischen Monarchie zu erwarten ist". Prophetische Worte, die ein Jahrhundert lang von 1814 bis 1914 geschichtliche Wahrheit wurde! Kein Widerspruch regte sich. So fest schien die allgemeine Wehrpflicht in Preußen schon verwurzelt. Es war aber auch ein gut Stück politischer Klugheit darin, daß der Bericht zum Schluß emp- fahl, noch vor dem Antritt des Wiener Kongresses diese Einrichtungen als ein Vorbild „für die übrigen fürstlichen Länder fest zu bestimmen". Kein anderer Staat ist damals auf diesem Wege gefolgt. Preußen-Deutschlands Größe wurde einsam geboren. Das Wehrgesetz vom 3. September 1814, das „herrliche", wie es in diesen Jahren der Volksmund bald nannte, enthielt folgende Bestimmungen: Jeder Einwohner, sobald er das 20. Jahr vollendet hat, ist zur Verteidigung des Vaterlandes verpflichtet. Um aber die Fortschritte der Wissenschaften und Gewerbe nicht zu stören, sollen für Dienstleistung und Dienstzeit folgende Abstufungen stattfinden: Die bewaffnete Deutschlands Weli-Ägendherberge VurgMena bcheri-Bildmatern dienst z ;L. 7 WWr ■ ■'W V' -äSSL *3 M-JTHBaäR «sr- ’ *4 ■ . % w ■ Wm*' • V > Auf Grund der Vereinbarungen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Jugendherbergen wird in jedem Staat eine Jugendherberge errichtet, die ausländischen Jugendwanderern als Heimstätte zur Verfügung stehen soll. Die deutsche Jugendherberge dieser Art wird die Burg Altena bei Hagen i.W. sein, die unser Bild zeigt. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, wird, wie bereits gemeldet, diese Jugendherberge am 25. Mai einweihen. Macht soll bestehen: 1. aus dem stehenden Heere; 2. der Landwehr ersten Aufgebots; 3. der Landwehr zweiten Aufgebots 4. dem Landsturm. Die Stärke des stehenden Heeres und der Landwehr wird nach den jedesmaligen Staatsverhältnissen bestimmt. Die stehende Armee ist ständig bereit, ins Feld zu rücken, sie ist die Hauptbildungsschule der ganzen Nation für den Krieg und umfaßt alle wissenschaftlichen Abteilungen des Heeres. (Schluß folgt.) Was weiß ein Volk vom anderen? Don Dr. Paul Harms. Politik fei die Kunst vorauszusehen, was der andere unter bestimmten Umständen tun werde — sagt Bismarck irgendwo in seinen „Gedanken uno Erinnerungen". Das Wort ist so zu verstehen, daß die Kunst der richtigen Voraussicht ein wesentlicher Bestandteil der hohen Politik ist. Äoraussehen, wie ein anderer unter gegebenen Bedingungen handeln wird, kann ich nur, wenn ich den anderen genau kenne. Ist das schon schwierig bei Einzelpersönlichkeit, um wie viel schwieriger wird es sei bei einer Volkspersönlichkeit! Was weiß ein Mensch vom anderen? — hat Goethe zweifelnd gefragt. Schließlich geht jeder bei der Beurteilung des andern von sich aus. Er nimmt an, daß gewisse Voraussetzungen, deren er bei sich selbst gewiß ist, auch für den andern maßgebend sind, lind nicht anders machen es die Völker! Jedes Volk beurteilt das andere nach sich selbst. Und je ausgeprägter und gefestigter die eigene Volkspersönlichkeit ist, um so schwerer wird es ihr werden, aus sich selbst herauszugehen und sich vorübergehend in die Seele eines anderen Volkes zu versetzen. Diese Schwierigkeit, den andern zu verstehen, — die bei manchen bis zur Unfähigkeit gesteigert ist — ist das Haupthindernis, wenn es für die aufeinander angewiesenen Völker gilt, sich von einem veralteten System des Zusammenlebens auf ein neues umzustellen. Daß das Versailler System sich überlebt hat, wissen oder fühlen alle Völker Europas. Aber die die Nutznießer dieses Systems waren, klammern sich verzweifelt daran, nicht weil sie sich noch weiteren Nutzen davon versprächen, sondern weil sie die Beweggründe derer nicht verstehen, die unter dem System gelitten haben und nun von ihm loswollen. Der Franzose, als Volkspersönlichkeit, fühlt im Unterbewußtsein, wie er handeln würde, wenn er an Stelle des Deutschen wäre. Er weiß, wenn er erlebt hätte, was der Deutsche 1918—1919 und in der Folgezeit erlebt hat, daß bann sein einziger Gedanke sein würde: Revanche, Revanche um jeden Preis! Und die andere Einstellung des Deutschen, dem das Bedürfnis nach Revanche als Dauerzustand der Seele fremd ist und fremd bleiben wird, die ist ihm unheimlich, weil er sie nicht versteht. Er wittert dahinter Gefahren, gegen die er „Sicherhei t" verlangt. Und er sucht diese Sicherheit lieber dadurch herzustellen, daß er der Reihe nach zu allen Völkern rund um Deutschland reist und mit ihnen verabredet, was man für den Fall tun wolle, daß diese eingebildeten Gefahren für beide Teile wirklich werden sollten — als daß er zu seinem Nachbarn geht und versucht, ob eine offene Aussprache mit ihm nicht rascher zum Ziele führt. Hemmungen anderer Art unterliegt der Brite. Der ist, als Volkspersönlichkeit, zutiefst davon überzeugt, daß der Wohlfahrt aller anderen Völker gar nicht besser gedient werden könnte als dadurch, daß sie sich britischer Führung anvertrauten. Stößt er bei seinen Versuchen, für die anderen Vorsehung zu spielen, auf Widerstand, so ist er ohne weiteres bereit, dafür jeden Beweggrund anzunehmen, nur nicht den: der andere könnte so handeln, wie er handelt, weil er anders gar nicht handeln kann; wenn er nämlich der bleiben will, der er ist. Er nimmt an, der andere leiste den wohlwollenden britischen Absichten Widerstand, je nachdem; weil er verbockt, bösartig, irregeleitet, dumm, schlecht erzogen, gottlos oder wer weiß was ist; nur eine Ahnung davon, der andere leiste Widerstand, weil die Lebensbedingungen, in die das Schicksal ihn hineingestellt hat, ihn dazu zwingen — diese Ahnung kommt dem echten Briten selten oder nie. . Es könnte reizen, noch andere Dolkspersonlichkei- ten zum Vergleich heranzuziehen, wie beispiels- weise die italienische, die sich uns neuerdings von so anmutigen Seiten offenbart. Aber darüber redet man zweckmäßigerweise erst, wenn offenbar geworden ist, wie diese Volkspersönlichkeit die große Feuerprobe des abessinischen Abenteuers bestanden hat. Inzwischen ist für uns die Frage nicht unwichtig: unterliegen wir bei der Beurteilung anderer ähnlichen Hemmungen wie die Franzosen und Briten? Und da dürfen wir wohl sagen: wenn wir überhaupt Hemmun- gen haben, bann eherzuwenigalszuviel. Wir sind immer noch viel zu sehr geneigt, dem Ausländer Verständnis entgegenzubringen, wo wir es dem Volksgenossen schon versagen. Wir nehmen, was der Ausländer sagt, immer noch viel zu bereitwillig für bare Münze. Wir meinen immer noch viel zu oft, was aus dem Ausland kommt, müßten wir schon deshalb bewundern, weil es aus dem Ausland kommt. Und wir sind immer noch bereit, den Landsmann, wenn uns dazu Gelegenheit geboten wird — wie Bismarck an einer anderen Stelle feiner „Gedanken und Erinnerungen" sagt — „mit mehr Eifer zu bekämpfen als den Ausländer". Das alles hat feinen guten Grund. Die französische wie die britische Volkspersönlichkeit hat sich seit Jahrhunderten entwickelt im Rahmen der zugehörigen Staatlichkeit. Die deutsche Volkspersönlichkeit dagegen hat sich, in den Jahrhunderten zwischen dem Niedergang der Staufer und der Aufrichtung des Dritten Reiches einseitig im Rahmen der deutschen Kultur ausbilden müssen, während dieser Kultur die Ausbildung eines Einheits-Staates, als ihrer höchsten Blüte, versagt war. Was es an deutscher Staatlichkeit in diesen Jahrhunderten gegeben hat, das war so zersplittert, so vielgestaltig und so auseinanderstrebend, daß es der Ausbildung einer festen und geschloffenen Volkspersönlichkeit bis zuletzt, bis zum 30. Januar 1933, hinderlich geblieben ist. Daher ist die, einseitig mit Kulturgütern, politisch aber überwiegend mit Wunschträumen und Sehnsüchten genährte deutsche Dolkspersönlichkeit überempfänglich geblieben für alles, was aus der Fremde kommt. Und wenn ihr etwas nottut, so ist es die endliche Besinnung auf die Eigenwerte ihrer völkischen Wesensart. Ihr kann daher auch die Selbstbeschränkung, die den Völkern Europas durch die Weltwirtschaftskrise aufgezwungen worden, am wenigsten schaden. Dazu hat sie immer noch zuviel nachzuholen. Hat sie erst die Festigkeit und Geschlossenheit erlangt, die die französische und die englische seit Jahrhunderten vor ihr voraushaben, dann — so dürfen wir hoffen — wird die Welt auch wieder reif geworden sein für einen Völkerverkehr und einen Güteraustausch, wie ihn die, die sich noch an Vorkriegszeiten erinnern können, als normal ein- schätzen werden. Bis dahin müssen wir es ertragen lernen, vox andern immer wieder falsch eingeschätzt und mißverstanden zu werden. Diese Gefahr ist auf die Dauer jedenfalls geringer, als die, der wir in seliger Vorkriegszeit dauernd ausgesetzt waren, der Gefahr der Ueberfrembung nämlich. Man kann einen ungehemmten Austausch gleichberechtig, ter Kulturgüter aufs innigste wünschen unb braucht sich doch nicht nach den Zeiten zurückzusehnen, wo Emil Zola, Henrik Ibsen, Leo Tolstoi, Gabriele d'Annunzio in Deutschlanb eine Verehrung und An- betung genossen, als wären sie deutsche National- dichter. Denn eine gefestigte und geschlossene Volks- Persönlichkeit wird fremdes Kulturgut nur so weit an sich herankommen lassen, daß das Verhält- nis zum eigenen Kulturgut nicht er- ftickt wird. Und je mehr wir, in der Zeit ungewollter Abschließung der Völker gegeneinander, die eigene Volkspersönlichkeit festigen unb abschließend entwickeln, um so mehr werden wir den andern das Verständnis dafür vereinfachen und erleichtern. Was ein Volk vom andern weiß? Es ist nicht allzuviel und wird auf absehbare Zeit nicht allzuviel sein. Daß das Wenige aber wenigstens nichtig ist, bas sollte ein gemeinsames Interesse aller sein, bie nun einmal auf ben Verkehr mit- etnanber angewiesen finb, wenn sie nicht verknöchern unb verkalken wollen. Nachts unter Bäumen. Von K H. Waggerl. Es ist rounberbar, nachts unter einem Baum zu kauern, ganz in sich selbst verkrochen, wie es bie Tiere machen, bie Rehe im Wald. Auch bie Kinder kennen dieses Gefühl heimlicher Geborgenheit — wir waren doch einmal Kinder? Der Mond jagt durch das lichte Gewölk, in seinem Schein bewegt sich alles, Busch unb Baum, unb' auf der Esche klappern bie Früchte im Winb. Man hört ben eigenen Atem gehen unb bas Blut im Leibe klopfen, aber bas ist nicht so gewiß, es kann auch in ber Erbe selbst fein, biefes klopfende Blut. Die Welt liegt weithin ausgebreitet mit gelösten Gliedern unter dem Himmel wie eine mütterliche Frau, du ruhst in ihrem Schoße. Wenn du fingen könntest, sängest du jetzt. Es müßte ein recht vergnügtes kleines Lied jein, von einem Pferdchen vielleicht, auf dem du abends in der Dämmerung zur Tränke reitest. Und da säßen die Mädchen am Wasser, ja, viele Mädchen, schöne darunter. Aber eines von ihnen wäre nur deinetwegen gekommen. Dieses Mädchen spräche nicht mit dir und grüßte dich auch nicht, unb erst, wenn bu weit in ben See hinausschwämmest, immer weiter in bas gefährliche Wasser hinein, da vergäße sie endlich ihren Stolz unb riefe nach bir mit angst- voller Stimme. Unb nun könntest du ja immer weiter schwim- men, daran läge dir gar nichts, an diesem Ruf? Du könntest am anderen Ufer noch einmal winken und von bannen reiten für immer. Aber bas klänge vielleicht gar zu traurig in deinem Lieb. Nein, vielleicht kehrtest du doch wieder um auf deinem weißen Pferdchen, abends in ber Dämmerung. Gewiß, und dein Mädchen liefe vor dir her mit fliegenden Röcken, unb du holtest sie dennoch ein auf ihrer angstvollen Flucht, unb das geschähe weit draußen im Felde, wo die Büsche dunkel am Wasser stehen. Du kannst nicht singen, früher einmal konntest du es, in jungen Tagen. Ach, damals war die Welt weit am anderen Ufer! Wie klein ist sie jetzt, dieses Fleckchen Erde, wie einsam und verloren! Man sieht den spitzen Kirchturm aus dem milchigen Dunkel ragen, das schiefe Dach ber Säge unb ein paar Häuser, die sich im Schlaf umklammern. Es läßt sich nicht gut sagen, wie merkwürdig es ist, daß so vieles gleichzeitig geschieht. Daß in diesem Augenblick hunderttausend Schreie zum Himmel aufsteigen, Schreie der Lust, ber Klage, Schreie des letzten unb bes ersten Atemzuges. In biefer Minute kniet ein Hirt in ber Wüste auf feinem Teppich unb verneigt sich neunmal vor Gott. Anberswo steht jemand vor einer Tür unb benkt an Morb, es ist ein Mensch mit einem blonben Bart unb mit einer grünen Halsbinbe, genau so. Stäbte liegen jetzt strahlenb in ber Sonne, aber im Norben, mitten im Eis, kämpfen ein Mensch unb ein Rudel Hunde um das Leben, dort ist Kälte unb erbarmungslose Nacht. Unb bas alles geschieht wirk- lich unb wahrhaftig jetzt, bebenft das einen Augenblick; unb babei ist doch jeher Mensch allein, seine Not und seine Freude ist bas Einzige, bas Wichtigste in ber Welt. Ja, biefe Welt ist unermeßlich groß, wir aber halten unsere Grenzen für bie ihren. Wir sind so wahr in uns selbst wie ein Baum, wie ein Kornhalm, allein, nun wollen wir bie Wahrheit wissen, barin liegt bas liebel. Denn wir sollen bie Wahrheit nicht suchen, wir sollen sie fein. Der Mensch ist ein zertrümmerter Spiegel, aus ben Scherben notdürftig wieder zusammengeflickt, und darum verwirrt sich alles in ihm. Ja, denkst bu, so ist ber Mensch. Legenden ans Sachsen. Von Peter peppermint Fritz Viehweg, ber verstorbene Direktor bes Leipziger Schauspielhauses, pflegte mit feinen tres- fenben Urteilen manchem Jüngling unb mancher Jungfrau bie Illusionen zu rauben. Ein älteres Fräulein beispielsweise hatte ihm ganze Partien ber „Jungfrau von Orleans" Vorgesprächen. „Meinen Sie", fragte sie schließlich, „baß ich als Schauspielerin eine Zukunft habe?" „Ach, meine Gudste", sächselte Viehweg, „Zugunft Ham wir alle, wenn wirsch erleben, aber Sie — wenn Sie nur weniger Vergangenheit hätten!" Professor K. vorn Plauener Gymnasium ging einst mit einem neuen Kollegen nach Hause. „So" — sagte ber Neue — „Sie waren im Felbe?" „Ja — Sie ooch?" „Aber natürlich, vier Jahre lang." „Gomisch — baß mir uns da nid) gesähn Ham!" Die dritte Leonoren-Ouvertüre wird im Leipziger Gewandhaus gespielt. Der Kenner weiß, baß da ein Tompetensolo „in Entfernung" geblasen wird. Das Solo erklingt zweimal. Der Trompeter steht darußen im Dorraum und bläst. Das erste Mal flappt’s ausgezeichnet. Das zweite Mal aber kommt Einer auf ben Trompeter zugerast, entreißt ihm bas Instrument unb sagt: „Menschens- finben waren. Dr. Anton Mayer, ber über die Annehmlichkeiten des Essens und Trinkens als ein gelehrter Feinschmecker Bescheid weiß, hat in alten Kochbüchern, deutschen wie ausländischen, gestöbert und rettet daraus im Juniheft von Velhagen « Klasings Monatsheften u. a. drei Soßenrezepte gewürziger Art, die mancher ehr» g.Mgen Hausfrau zum Ansporn dienen mögen. Die ^Nurnbergische Köchin" — so heißt eins ber von JJlaper burd)ftubierten Kochbücher — beschreibt eine * r onensoße zu Kalb- oder Lammfleisch: 7xu e r-ein. roeni9 Mehl schon gelb im Schmalz Q,,0 e,n.e Mehlschwitze, zu ber ich Butter dem Schmalz vorziehen würde), streue allerlei gute Ge- njurge darein, schneide das Gelbe von einer Zitrone herab und das Mark zu Scheiben. Tu diese Scheiben und etwa zwei Schnitten von derselben gelben . zu dem gerösteten Mehl, Wein und Fleisch- brühe in ben Hafen, zuckre es auch ein wenig, laß alles und zuletzt ein Stückchen Butter mit aussieben und gieße diese Brühe über das gekochte Fleisch, nach- oem die Zitronenscheiben entfernt finb. Man kann Fleisch auch etwa eine Viertelstunbe in der ^ru^e sieden lassen." Das scheint mir eine glückliche poee zu sein; durch die „allerlei guten Gewürz" offnen sich dem komponierenden Kochgeist manche Wege. Noch eigenartiger ist die „Stachelbeer- 1 e i n s - B r ü h" für dieselben Fleischsorten: „Nimm geriebene Semmel und halbreife Stachelbeeren tu sie zusammen in ein Häselein, gieß Fleischbrüh und ein wenig Essig daran unb laß sie sieden, bis bie ■oeerletn weich finb. Alsdann zwing's durch einen Durchschlag streike es durch,, würz es mit Ingwer, I und geriebener Muskatnuß, tu noch mef)r Stachetbeertem wie auch etliche Lössel Milchrahm darem und laß es sieden, bis die Beerlein weich sind, hernach tu Butter dazu und richt es alsbald über das gesottene Fleisch." Der Versuch dürste lohnen! Ebenso wie beim Fleisch findet sich bei öen Mschen eins Menge eigenartige Rezepte für 00^611, beschämend für unsere Armut, denn zerlassene Butter nut Senf oder Petersilie — andere toofeen werden bei uns kaum zum Fisch gereicht, r1? eme holländische Soße ist, von der reöen wollen. Ein trauriges Mehlgebilde. . Nun, die brave Nürnbergerin ist "llnn O-Ä^en;.. Hecht in einer Erbsenbrüh, eine Brüh , die an unsere „Polnische Art" WfpnlT'er"- Lebkuchen, geschnittene Aepfel, Wein, r' r mit« löchern ; zer- ndere reicht, n der .riges in lst eine Art" Vein, t und » geht jtaten lroma I, DD*[ * if die n feit» i, der . Man echtig» 'raucht m, wo abriele On- ionab Lolks» i weit >ä liier die lls ein i alten stöbert agen drei - ehr» n. Die r von >t eine fleisch: chmalz r dem le Ge- Zitrone cheiben gelben Fleisch' Halles m uno nach- kann n der -ckliche DÜrS* wnche eef )timm en. tu h und is die einen rgwer, mehr lsbald dürste t) bei e für ens- üng, afts- iden. hat en» l'fche in — Hebet und ich an l ein» Geschichten aus aller Welt gewesen, sondern stamme aus einer alten griechischen s Familie, die auf großen Umwegen nach Korsika ge- Iport ein schönes, faires und schnelles Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis) zu gewinnen. Auf Reifen etlichen Bombenwürfen den Tor- oergrößerte, gaben sich die Gäste oorsprung wieder geschlagen. Alles in allem Spiel, das die langte. Jedenfalls aber habe Napoleon viel griechisches Blut in seinen Adern gehabt. auch diese zwar lästigen, aber gemeinhin für einfältig erachteten Tiere einen sehr gut entwickelten Farbensinn haben. Sie lieben eben bestimmte Farben und verabscheuen andere. So konnte man beobachten, daß auf einem orangegelben Lichtstreifen in kürzester Zeit über 10 000 Fliegen sich niederließen, während eine mit grünem Licht bestrahlte Fläche in der gleichen Zeit nur von ein paar Dutzend Fliegen heimgesucht wurde. Schade, daß aber nicht nur die Fliegen, sondern auch viele Menschen Orangegelb lieben. Sie werden es sich abgewöhnen müssen, wenn fie den Fingerzeigen für die Fliegenbekämpfung Rechnung tragen wollen, die die Professoren von Brüssel für sie ausarbeiteten. Alte Toreros sehuen sich zurück. (h. k.) Barcelona. Einer der berühmtesten spanischen Stierkämpfer vergangener Jahre, der Torero Antonio Fuentes, hat beschlossen, trotz seiner 62 Jahre noch in diesem Sommer wieder in die Arena zu steigen. Er erklärte, die Sehnsucht nach einem aufregenden Kampf ziehe ihn wieder dorthin, wo er einst seine Lorbeeren erntete. Man werde sehen, daß er nichts an Mut und Geschicklichkeit eingebüßt habe. Es ist nicht das erste Mal, daß ein spanischer Torero nach langen Jahren des Aussetzens wieder in die Arena zurückkehrt. Auch Sanchez Mejias kehrte im vergangenen Jahre seinem Arztberuf den Rücken und wollte wieder mit Stieren kämpfen. Aber schon im ersten Kampf verlor er sein Leben. Um Napoleons Ahnen. (h) Rom. Gerade jetzt, wo man darangeht, Napoleon Bonaparte auf der Insel Korsika ein Denkmal zu errichten, melden sich ein paar Ahnenforscher zum Wort und versichern, Napoleon sei gar kein Korse Die recht spärlich erschienenen Zuschauer glaub- wohl kaum, daß sie einen so eindeutigen Sieg der Gießener Mannschaft bewundern durften, denn erstens traten die, Friedberger in kompletter Aufstellung an und zweitens fehlte bei der Universität Kissel. Aber die Gießener Mannschaft begann sofort mit großem Eifer und genauer Kombination, so daß die Tore bald in kurzen Abständen fielen. Jedenfalls besagt das Halbzeitergebnis genug. Die Universitäts-Mannschaft, die in der Ausstellung: Schlarp: Frey, Schott: Herbert, Grünig, Lindenstruth; Barth, Schrauth, Magsaam, Schott, Acker spielte, legte sich in der Gewißheit des gesicherten Sieges etwas Reserve auf und schon war Friedberg in der zweiten Halbzeit überlegen. Aber als dann Acker mit ...... . . Gießener verdient gewannen. S ch l a r b im Tor zeigte, daß er noch nichts ver- aeschlossenere Mannschaftsleistung sollte den Ein- yeimischen zum Sieg verhelfen. TV. Londorf — TV. Allendorf (Lumda). Die Gäste tragen am Sonntag ihr erstes Spiel aus. Sie sollten deshalb, trotzdem in ihren Reihen alte, bewährte Spieler mitwirken, keine Chance haben, das Treffen zu gewinnen. TV. Heuchelheim — TD. Großen-Bufeck. Auch hier tragen die Gäste seit langer Zeit wieder ihr erstes Spiel aus. Wenn auch die Einheimischen, die ebenfalls lange Zeit ausgesetzt haben, zur Zeit nicht auf der Höhe sind, so wird es ihnen nicht schwer fallen, gegen die „Anfänger" zu gewinnen. TV. Dutenhofen — TV. Staufenberg. Die Gäste haben in der letzten Zeit gute Resultate erzielt, so daß sich die Einheimischen schon anstrengen müssen, wenn sie die Oberhand behalten wollen. TV. Grunin gen I — TV. Pohl-Göns. Trotzdem die Gäste zur Zeit eine Schwächeperiode durchzustehen haben, wird es ihnen gelingen, auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung die eifrigen Grüninger auf Distanz zu halten. Vor diesem Spiel treffen sich die Jugendmannschaften von Grü- ningen und Hochelheim. Mtv. Jugend — TV. Ruttershausen Jgd. Dieses Spiel werden die Gießener Jungens dank ihrer größeren Erfahrung, genau wie das Vorspiel, ziemlich sicher gewinnen. TV. Garbenheim Jgd. — Wetzlarer Sport-Verein Jgd. Die neuaufgestellte Jugend des Wetzlarer SD. hat natürlich keine Chance, gegen die Platzbesitzer sind: der TV Wetzlar mit seiner zweiten und Jugendmannschaft. Er spielt in Herborn gegen den dortigen Turnverein. Beide Mannschaften der Gäste sollten zu einem sicheren Erfolg kommen. Ferner der TV. Münchholzhausen, der mit seiner ersten und zweiten Mannschaft gegen die gleichen der Tgd. Friedberg antritt. Auf das Spiel der ersten Mannschaften darf man gespannt sein. Während die zweite Mannschaft der Gäste Sieger bleiben wird, ist das Hauptspiel vollkommen offen. Aufstiegfplele der II. kreisklasfe. TV. Dorlar — TV. Burggemünden. Obwohl Dorlar in Burggemünden ziemlich sicher gewann, wird der morgige Kampf noch nicht entschieden sein. Denn Burggemünden ist eine Mannschaft, die sich erst mit dem Schlußpfiff geschlagen gibt. Der beste Beweis dafür ist der Tabellenstand, den sie zur Zeit einnimmt. Mtv. Gießen II — TV. Garbenheim. Die Gäste mußten schon auf eigenem Platz die Ueberlegenheit der Männerturner erfahren, und werden auch bei dem neuerlichen Zusammentreffen keine Chance zum Sieg haben. Trotzdem darf man auf den Ausgang des Treffens gespannt sein. TV. Katzenfurt — TV Herborn. In diesem Spiel haben die Platzbesitzer die Möglichkeit, die ersten Punkte gutzumachen. Sie müssen dann allerdings ein etwas besseres Spiel zeigen, als sie das in der letzten Zeit getan haben. Freundschaftsspiele. Das größte Interesse nimmt naturgemäß das Uebungsspiel der Kreisauswahlmannschaft, die am 16. Juni gegen den Kreis VIII in Bad-Nauheim antreten wiro, in Anspruch. Um die einzelnen Spieler aufeinander einzuspielen, werden vorher noch zwei Spiele ausgetraaen, von denen das erste am kommenden Sonntag steigt. Gegner ist die 1. Mannschaft des TV. Lützellinden. Die Kreismann- schaft tritt in folgender Aufstellung an: Fischer (VfB.-R. Gießen): Bärwinkel, Krämer (beide TV. Wetzlar); Ulm, Pausch, Müller (sämtlich TV. Wetzlar); Allendörfer (TV. Lützellinden), Krüger (1900 Gießen), Bechtold (TV. Krofdorf), Hermann (VfB.-R. Gießen), Wagner (TV. Wetzlar. Diese Mannschaft, die in allen Teilen gleich gut besetzt ist, wird der sieggewohnten Turnermannschaft aus Lützellinden einen Gegner abgeben, gegen den sie noch nicht gewonnen hat. Hoffentlich erfüllt das Spiel seinen Zweck, nicht nur werbend zu wirken, sondern auch der Mannschaft die Möglichkeit zu geben, sich immer mehr als ein geschlossenes Ganzes zu zeigen. TV. A l l e n d o r f (Lahn) — TV. Nauborn. In diesem Spiel treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich schon ost gegenübergestanden haben. Der Vorteil des eigenen Platzes und die | Vfv.-R. Ha — Yerbom-Seelbach I. Die Gäste sollten durchaus in der Lage fein, den ersatzgeschwächten Gießnern eine Niederlage beizubringen. Trotzdem wird die Mannschaft in gewohnter Weise zu kämpfen wissen und durchaus fähig sein, in technischer Hinsicht den Gästen gleichwertiges entgegenzustellen. VfB.-R. Ilb — Ruppertsburg I. Die Fahrt zu den Gastgebern wird bestimmt für die Hiesigen kein Spaziergang werden. Den Rup- pertsburgern geht der Ruf voraus, daß sie eine äußerst schnelle und harte Mannschaft darstellen. Dieses Spick dürfte für die Gießener der schwerste Kampf aller bis jetzt von der Mannschaft ausgetragenen Spiele sein. Man ist daher gespannt, wie die Mannschaft iyre Aufgabe lösen wird. VfB.-R. 1. Jugend — Eintracht Frankfurt a. 21L 1. Jugend. Die Jugend hat sich der Jugend der Eintracht Frankfurt a. M. verpflichtet. Nach den Erfolgen der Gießener auf der Osterreise gegen namhafte süddeutsche Gegner sollte auch in diesem Spiel ein Kampf ausgetragen werden, der der Spielkultur der Gießener nur dienlich sein kann. Eine knappe Nieder- läge könnte immer noch als Erfolg gewertet werden. Gpielveremigung 1900 Gießen. Durch die Eröffnung der Reichsautobahn ruhte am vergangenen Sonntag der gesamte Spielbetrieb der Seniorenmannschaften. Das vorgesehene Pokalspiel der Ligamannschast in Dillenburg wurde auf den 26. Mai verlegt, kommt aber auch an diesem Tag nicht zum Austrag. Von den ausgetragenen Spielen der Jugendabteilung sind noch die Resultate nachzutragen: Sportverein 05 Wetzlar 1. Jugend — 1900 1. Jugend 2:1. Sportverein Garbenteich 1. Jugend — 1900 2. Jugend 5:3. FC. Großen-Buseck 1. Schüler — 1900 1. Schüler 1:2. Sportverein Heuchelheim 1. Schüler — 1900 2. Schüler 1:3. Den ersten Gang um die Kreismeisterschaft verlor 1900s 1. Jugend in Wetzlar knapp; sie hofft nunmehr auf die Revanche im Rückspiel. Die 2. Jugend verlor ihr Spiel in unvollständiger Aufstellung. Die 1. Schülerelf blieb erwartungsgemäß Sieger. Die erstmals in Heuchelheim auftretende 2. Schülermannschaft überraschte durch gute Leistungen und einen schönen Sieg. Die Spiele am kommenden Sonntag. Das Pokalspiel der Ligamannschaft in Dillenburg ist auf Antrag Dillenburgs erneut auf den 2. Juni verlegt. Die Ligareserve hat nachmittags auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die 1. Elf des FC. Mücke» Flensungen, eine äußerst spieltüchtige Mannschaft, zum Gegner. Bei der Gleichheit der Gegner erwartet man ein gutes Spiel mit vollständig offenem Ausgang. Um die Kreismeisterschaft tritt bereits um 10.15 Uhr die 1. Jugend der gleichen Elf des Sportvereins Wetzlar entgegen. Die Blauweißen müssen siegen, wenn sie nicht aus dem Rennen geworfen werden wollen. Die 2. Jugend empfängt Biebers 1. Jugend, die 1. Schülerelf Wetzlars 1. Schüler und die 2. Schülerelf Heuchelheims 1. Schüler. Die Gießener haben jedesmal die besseren Siegeschancen. »KL. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Am kommenden Sonntag ist die 1. Els der Teutonen von Watzenborn - Steinberg bei der Liga- Mannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen zu Gast. Auf eigenem Gelände empfängt die 2. Mannschaft die Meisterelf der 2. Kreisklasse, die 1. Mannschaft des Turnvereins Allendorf a. d. Lahn, zum Gesellschaftsspiel. Bei den Verbandsspielen blieben die Teutonen sowohl im Vorspiel, als auch im Rückspiel Zweiter. Ob ihnen diesmal die Revanche gelingt, erscheint wieder sehr fraglich, da Allendorf über eine ausgezeichnete Mannschaft verfügt. < lernt hat. Die Abwehr, in der Schott und Linde n ft r u 11) überragten, war auch im Spielaufbau auf der Höhe. Ein Genuß war es, den schnellen und wurfsicheren Sturm spielen zu sehen. Jeder Stürmer ist an den Torerfolgen beteiligt. Die Friedberger Mannschaft war von dem Können des Gegners Überrascht. Neben guten Einzelkönnern hatte die Mannschaft nichts Besonderes aufzuweisen. Schiedsrichter B i r k e n st o ck , leitete — wie von ihm gewohnt — großzügig und regelsicher. 1900er Leichtathleten in Nassau. An den morgen stattfindenden Kampfspielen des Turn- und Sportvereins „Naffovia" Nassau nehmen von der Spieloereinigung 1900 die Leichtathleten Kilo, Jung und der »-Jugendliche Goß teil. Kilo startet im Diskuswerfen und Kugelstoßen, Jung bestreitet den Stabhochsprung, Goß ist für 100-m-Lauf, Weisprung und Kugelstoßen gemeldet. Da starke süddeutsche (Frankfurter) und westdeutsche Leichtathletikvereine am Start sind, werden die 1900er schon mit guten Leistungen aufwarten müssen, um sich zu placieren. VsB.-ReickSbahn-Leichtathletik. Start in Nassau und Frankfurt a. M. Nur langsam kommt in diesem Jahre die Leichtathletik in Schwung. Verschiedene Umlegungen von Veranstaltungen zwangen die Leichathleten des VfB.-Reichsbahn, bis jetzt zu ruhen. Am kommenden Sonntag erfolgt deshalb der Start gleich an zwei Fronten. Während die Speerwerfer Jakob und Pieh und der Langstreckler Sobezak in Frankfurt a. M. am großen Reichsbahn-Werbesportfest teilnehmen, fährt eine etwas größere Abteilung nach Nassau, um an den 5. Nationalen Nassauischen Kampfspielen teilzunehmen. Beide Veranstaltungen sind hervoragend besetzt, und es ist ein Sieg nur schwer zu erringen. Da die Gießener bis jetzt noch nicht hervorgetreten sind, kann man über deren Ad- schneiden nichts.Genaues sagen. Auf einige Erfolge hofft man jedoch. In Frankfurt ist es Jakob, der beim Speerwerfen eine gute Rolle spielen sollte, da P i e h mit dem Training noch etwas im Rückstand ist. S o - b e z a k bestreitet den 25-km-Gepäckmarsch. Sollte er seine körperlichen Kräfte sowie seine im vorigen Jahre gezeigte riesige Energie wiedererlangt haben, so kann man ihm einige Aussichten auf einen guten Platz einräumen. Im vorigen Jahre startete' der PfB.-Reichsbahn mit großem Erfolg in Nassau. Diesmal hofft man auf ein besonders gutes Abschneiden von Otto Luh in den Wurfübungen und den Mittel- und Lang- Die Forscher entdeckten zuerst eine Familie Bonaparte in der Lombardei und verfolgten diese Familie nach Toscana und später bis nach Ligurien. Ehe man freilich auf das rein griechische Blut kommt, muß man sich durch ein paar Jahrhunderte hindurchsuchen und viele Kirchenbücher wälzen. Immerhin hat es den Korsen einen erheblichen Schock versetzt, als sie vernahmen, daß ihr größter Sohn gar kein Korse gewesen sein soll. Peinliche Verwechslung. (ur) Prag. Der Tatbestand war einfach: eine schön „aufgemachte" Dame hatte einen Advokaten mit einer gefährlichen Waffe, einem Regenschirm nämlich, tätlich angegriffen. Die wegen dieses Tatbestandes anberaumte Verhandlung nahm ihren Gang. Der Richter fragte, und die Beklagte antwortete. Sie haben den Advokaten angegriffen, weil er sie beleidigt habe. Und wieso? Die Dame sah verlegen zu Boden. Aber eine der beiden Parteien hatte einen Zeuaen alarmiert, den Boten eines Blumengeschäfts. Aus dessen Aussage ergab sich folgendes Bild: Der Advokat hatte die Dame einst recht gut gekannt und ihr in einer Minute freundlicher Rückerinnerung einen großen Strauß rote Rosen schicken wollen. Aber der Mann im Blumengeschäft hatte sich geirrt. Statt der Rosen stellte man der also zu Beglückenden nämlich ein kranzförmig gebundenes Gebilde von Chrysanthemum zu, an dem eine Schleife hing mit der Inschrift: „Meiner lieben Großmutter als letzten Gruß". Die Dame behauptete nun, der Advokat habe das mit Absicht getan. Der Junge aus dem Blumengeschäft aber bezeugte, daß der Advokat wirklich die Rosen bestellt habe. Nur sei dann dieser Auftrag mit einem anderen verwechselt worden ... strecklern Pfaff, B e r g h ö f e r, Blum, Engel, Theo Weber. Es ist allerdings zu berücksichtigen, wie sich die Leute mit dem ersten Start zurechtfinden, denn der erste Start ist immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Verschiedene Nachwuchsleute müssen erst noch den Beweis ihrer Wettkampfreife erbringen. VfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-R. Liga — Watzenborn-Steinberg Liga. In diesem Spiel auf dem Waldsportplatz treten sich zwei Gegner gegenüber, die sich schon öfter mit wechselndem Erfolg spannende Kämpfe geliefert haben. Wenn auch die Gäste in letzter Zeit nicht immer glücklich gekämpft haben, so kann hieraus nicht auf einen Rückgang der Spielstärke der Steinberger geschlossen werden. Gerade die Hiesigen müssen auf Grund ihrer Erfahrungen aus den Spielen mit den Gästen wissen, daß diese, wenn sie gegen die Gießener angetreten sind, immer nicht nur beachtliche Leistungen zeigten, sondern oft über ihre wahre Spielstärke hinausgewachsen sind. Die Gießener müssen mit Ersatz antreten, da mehrere Spieler immer noch an den Folgen von Verletzungen leiden. Dieser Umstand dürfte aber nicht entscheidend fein, denn die einzelnen Posten können fast gleichwertig ersetzt werden. Man erwartet, daß auch dieses Spiel, wie bis jetzt alle Spiele, in dem gleichen sportlichen Rahmen ausgetragen wird. Der Ausgang ist offen. Die Liga tritt in folgender Aufstellung an: Heller; Lehrmund, Leutheuser; Heß, Mundt, Hauptfeld; Michel, Erb, Wlodarek, Erben, Szponik. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Das „Chikago des Ostens." (s) Colombo (Ceylon). Die heißen doch die lobpreisenden Namen für Ceylon? „Stern des Ostens", „Mutter des Tees", „Insel der Götter". Und so in dieser Art. Wenn man aber die Gefängnisstatistik für das letzte Jahr betrachtet, muß man sich freilich zu der Auffassung durchringen, daß die Götter offenbar ihren Segen von der Insel gezogen haben. Denn die Morde häuften sich in erschreckender Zahl in ganz Ceylon. Zwei Zeilen berichtet man darüber in den Blättern: 18 000 Menschen wurden im letzten Jahr in die Gefängnisse geliefert. Das sind 3000 mehr als 1933, 5000 mehr als 1932 und 8000 mehr als 1931. — So kommt es, daß man heute lieber von Ceylon als dem „Chikago des Ostens" spricht. Antarktis-Eroberung nur inoffiziell. (th) Washington. Nachdem Admiral Byrd aus der Antarktis glücklich zurückgekehrt ist und vom Präsidenten Roosevelt empfangen und beglückwünscht worden ist, interessiert man sich in Amerika lebhaft dafür, welchen Nutzen USA. eigentlich aus dieser Fahrt ziehen könnte. Man weiß, daß Byrd 250 000 Quadratmeilen neuen Landes entdeckt hat. Aber die Staatsdepartements haben eifrigst die Nachricht dementiert, daß diese Gebiete von den USA. als Besitz beschlagnahmt würden. Daran sind nämlich englische Reklamationen schuld, auf die Amerika hören mußte. Admiral Byrd hat zwar die Antarktis erobert, aber nur inoffiziell. Während man vor ein paar Monaten noch etwas ganz anderes las, wird heute versichert, daß der Südpol niemals ein großes Geschäft werden würde. Enttäuscht und verärgert und mit einem Verlust von 50 000 Dollar für nichtgedeckte Expeditions- kosten geht Byrd an die wissenschaftliche Auswertung seiner Expedition. Die Jubiläumsbriefmarke mit der Totenmaske. . (—) London. Sei einem jeden Jubiläum, das ein Herrscherhaus oder die Regierung eines Landes begehen, und bei vielen anderen besonderen Anlässen gehört die Herausgabe von Erinnerungsbriefmarken heute mit Zum unentbehrlichen äußeren Dekorum. Zum Silberjubiläum König Georgs V. das in diesen Wochen England eine Saison von nie gesehener Pracht- entfaltung und Reichhaltigkeit beschert, werden als erit-> Auflage der Jubiläumsbriefmarke zunächst einmal eine Milliarde Exemplare gedruckt, und in tien Kolonien und Dominiaons des'britischen Weltreichs erscheinen nicht weniger als 200 verschiedene Sorren Jubiläumsmarken, auf die die Philatelisten nun Jagd machen können. Der König von England ist ja selbst ein eifriger Briefmarkensammler; die von gleicher Leidenschaft Besessenen befinden sich also in der allerbesten Gesellschaft. Es ist noch nicht lange her, daß eine solche Jubiläumsbriefmarke in der politischen Geschichte eines Landes eine besondere Rolle gespielt hat. Das war zu Anfang des Jahrhunderts, im Jahre 1904. als in Serbien das hundertjährige Bestehen des Hauses Karageorgewitsch prunkvoll gefeiert wurde. Die Begeisterung war um so großer, als im Jahre vorher das Haus Obrenowitsch, mit dem Attentat aus König Alexander I. in der Nacht vom 10. und 11. Juni 1903, zum Erlöschen gekommen war. Im Jahre 1858 hatten die Obrenowitsch', mit Rußlands Hilfe, die Karageorgewitsche, die eine österreich- freundliche Politik betrieben, vom Throne verdrängt. Der Jubel war also groß, als im Jahre 1904, anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Hauses Karageorgewitsch, dieses nach langer Unterbrechung wieder die herrschende Dynastie war. Doch etwas Eigenartiges geschah: die Jubiläumsbriefmarke, die die Kopfe des neuen Königs Peter I. und Karageorgewitschs, des Stammvaters der Dynastie, sowie in einem Kreis die Jahreszahlen 1804 bis 1904 aufwies, ergab wenn man sie auf den Kopf stellte, die genaue Zeichnung einer Totenmaske. Natürlich fehlte es nicht an Auslegungen dieser merkwürdigen Erscheinung. Man wollte wissen, daß die Briefmarke eine stumme Anklage gegen den Königsmord des Vorjahres dar- stellte; andere sprachen davon, daß der Mord an König Alexander Obrenowitsch durch ein Attentat gegen ein Mitglied des Hauses Karageorgewitsch gesühnt werden würde. Die serbische Regierung, so erzählte man, habe bei den Briefmarkenhändlern in aller Welt durch ihre Agenten die Jubiläumsmarke zurückkaufen lassen. Diesem Gerücht steht aber die Tatsache entgegen, daß die Marke noch bis zum nächsten Jahr von den serbischen Postanstalten verausgabt wurde. Jedenfalls war die allgemeine Verwirrung groß, und man versuchte auch, der Sache auf den Grund zu gehen und einen Schuldigen festzustellen. Der Verdacht richtete sich gegen den serbischen Graveur Gyoka Jovanovic und den französischen Graphiker Eugen L. Mouchon, der in der Zeit von 1876 bis 1904 für zahlreiche Länder die Briefmarkenzeichnungen entworfen hätte. Ihm warf man vor, daß er sich von der Witwe des Ermordeten, der Königin Natalie, habe kaufen lassen und die Totenmaske in die Jubiläumsmarke eingeschmuggelt habe. Der französische Künstler wußte sich aber erfolgreich gegen alle Anschuldigungen zu verteidigen, so daß es auch heute noch ungeklärt bleibt, ob Absicht ober Zufall die Hand im Spiele gehabt haben. Es ist aber ein nicht minder eigenartiges Zusammentreffen, daß genau dreißig Jahre später, also im 130. Jahre des Bestehens des Hauses Karageorgewitsch, König Alexander von Jugoslawien in Marseille mörderischen Kugeln zum Opfer fiel. Doch vielleicht liebt die Geschichte das Spiel mit den Zahlen ebensosehr wie das Spiel mit dem Zufall, wovon ja jene merkwürdige Jubiläumsbriefmarke Zeugnis ablegt. Fliegen lieben Orangegelb. (K) Brüssel. Im Brüsseler Lichtforschungsinstitut hat man seit einigen Jahren interessante Experimente gemacht, die jetzt ihrem Abschluß entgegensetzen. Sie beziehen sich auf die Vorliebe der Fliegen für gewisse Farben. Man hat nämlich herausgefunden, daß Hilfsfonds für den deutschen Sport. Am nächsten Sonntag, 26. Mai, 10 Uhr, findet im Cafe Ebel zu Gießen, Burggraben 9, eine Werbewartversammlung des Hilfsfonds für den Deutschen Sport des Bez. I des Kreises Gießen statt. Universität Gießen — Hochschule für Lehrerbildung Friedberg 17:10 (7: 7). Ob flutobahnltraßen - ob holprige Gaffen - duni.o kää Meisterschaften des Gaues XU im ZO-Kilometer-Laufen und Gehen, sowie Sichtungswettkämpfe für Männer und Frauen des Bezirkes 2 (Gießen) am 2. Juni in Gießen. Kreisklaffenspiele des Sonntags. Pokalspiele in Wißmar (Kreiling und Böcher, Gießen). Aufstiegspiel Tgde. Wetzlar — Albshausen (Rü- speler, Gießen). Gesellschaftsspiele: 23[23. II — Herbornseelbach (Seitz, Heuchelheim). 1900 II — Flensungen (Sack, Heuchelheim). Lich — Nonnenroth (Rüspeler, Gleiberg). Wieseck — Grünberg (Schneider, Gießen). Steinberg II — Ullendorf (Offenbacher, Gießen). Heuchelheim zog die Mannschaft von den Aufstiegsspielen zurück, da der Verein viele Spieler verloren hatte und die Aussichten auf Aufstieg geschwunden waren. Es sind nur noch drei Vereine im Rennen, und zwar Tgde. Wetzlar, Albshausen und Langenaubach. Wetzlar liegt klar in Führung und sollte auch das Spiel gegen Albshausen gewinnen können. VfB. II hat Herbornseelbach zu Gast. Im Vorspiel zu Ostern trennten sich beide Mannschaften nach schönem Spiel unentschieden, doch dürfte das Rückspiel eine sichere Beute der Platzherren sein. Flensungen stellt sich nach langer Pause wieder einmal in Gießen vor. In früheren Jahren war die Mannschaft ein gefürchteter Gegner, doch hat sich auch hier Spielermangel bemerkbar gemacht, so datz die Gäste wohl nicht um eine Niederlage herumkommen werden. Das Spiel Lich gegen Nonnenroth dürfte eine einseitige Angelegenheit für Lich sein, denn der Partner konnte sich in der Verbandsserie nie zu großen Leistungen aufraffen. In Wieseck ist ein spannendes Spiel zu erwarten, will doch Wieseck die Niederlagen der Vorspiele wettmachen, was aber nicht so ganz einfach sein dürfte, da auch Grünberg eine eifrige Mannschaft stellt; ein Unentschieden ist sehr wahrscheinlich. Die zweite Garnitur von Steinberg empfängt die Spieler aus Allendorf, hier stehen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, wer Sieger wird, ist nicht vorauszusagen. In Wißmar ist Großkampftag, denn sehr viele Mannschaften haben zu den Pokalspielen gemeldet. Die Spiele stehen unter Aufsicht des Fußballfach- wartes Zitzer, als Schiedsrichter wurden Kreiling und Böcher bestimmt, so daß die Gewähr dafür gegeben ist, daß alle Spiele reibungslos von- statten gehen. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am kommenden Sonntag hat die 1. Mannschaft des Turnvereins Wieseck die 1. Elf des Fußballklubs Grünberg zum Freundschaftsspiele zu Gast. In den beiden letzten Spielen konnte Grünberg Sieger bleiben. Im kommenden Spiel wird es sich nun zeigen, ob Wieseck seinen Formrückgang überwunden hat, da es alles daransetzen wird, die erlittenen Niederlagen auszugleichen. Ruppertsburg — Ockstadt 1:3. Die 1. Mannschaft des Fußballvereins Ruppertsburg trug am vorigen Sonntag in Ockstadt mit den dortigen Germanen das fällige Rückspiel aus. Ende der ersten Halbzeit 1:1. Dann stand in der zweiten Halbzeit das Spiel 1:1, bis Ockstadt in den letzten 20 Minuten noch zwei Tore erzielte. Mit 3:1 für Ockstadt endete das schöne Spiel. Der Gau Nordhessen bringt seine Meisterschaften im 30-Kilometer-Laufen und Gehen am Sonntag, 2. Juni, in Gießen zum Austrag. Ausrichter ist die Spielvereinigung 1900 Gießen. Start ist um 9 Uhr auf deren Sportplatz. Die Meldegebühren betragen pro Teilnehmer 50 Pf., pro Mannschaft 1 Mark. Sie sind, ebenso wie die Meldungen selbst, an das Gaufachamt zu senden. Zum Austrag kommen: Klasse A: 30-Kilometer-Lauf, Einzel- und Mannschaftswertung. Klasse B: 30-Kilometer-Gehen, Einzel- und Mannschaftswertung. Klasse C: 30-Kilometer-Gehen (Jahrgänge 1903 bis 1896). Klasse D: 30-Kilometer-Gehen (Jahrgänge 1895 und älter). Klasse E: 15-Kilometer-Gehen für Jugend (Jahrgänge 1917 bis 1919). Die Sichtungswettkämpfe des Bezirks 2 (Gießen) finden ebenfalls auf dem 1900-Sportplatz statt, und zwar diejenigen für Frauen ab 9 Uhr, diejenigen für Männer ab 14 Uhr pünktlich. Meldungen und Startgeld (20 Pf. pro Einzelwettbewerb) bis zum 30. Mai 1935 an Kreisfachamts- 34 Zeltlager für je 200 Junggenossen Belegschaft hat das Gebiet 13 Hessen-Nassau der Hitler- Jugend im Taunus, Odenwald, Spessart, Vogelsberg und Westerwald errichtet, um jedem Hitler- jungen und Pimpf die Möglichkeit zu geben, 8 oder 14 Tage Zeltlagerleben mitzumachen. Er soll sich bei Spiel und Sport tummeln, losgelöst von seiner gewohnten häuslichen Umgebung, frei vom Getriebe des Alltags; aber dies allein entscheidet nicht die Bedeutung der Zeltlager. Wichtiger ist uns, daß wir im Lager ein Gemeinschaftsleben führen, das Junggenossen ohne Unterschied der Herkunft, Berufe und der Religion zusammenführt, und das gab dem Lager die Parole: Haltung und Disziplin. ? Wir verstehen darunter die Erziehung zur Gemeinschaft und damit zur Kameradschaft der Tat, zur Treue gegenüber dem Führer und der nationalsozialistischen Bewegung, gepaart mit Einsatzbereitschaft, Mut und Selbstbeherrschung. Der Führer selbst, dessen Namen wir tragen dürfen, ist das größte Vorbild für unseren Weg. wenn ich mich an Eltern, Arbeitgeber und Lehrer wende mit der Bitte, uns dahingehend zu unterstützen, daß jeder hitlerjunge die Lager besuchen kann, dann geschieht dies in der Erkenntnis, daß wir Zusammenarbeiten müssen, leiter Gg. Richtberg, Gießen, Mühlstraße 32. Als Rahmen-Wettkämpfe kommen Wettbewerbe für Mädchen und Staffeln für Jugendliche, beides ebenfalls vormittags, zum Austrag. Nachstehend die Wettbewerbe: Männer (ab 14 Uhr): 100-, 200-, 400«, 800-, 1500=, 3000-Meter Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, Hammerwerfen, 4X100- und 4X1500-Meter-Staffel. Frauen (ab 9 Uhr): 100-Meter, Hochsprung, Diskuswerfen, Speer- werfen und 4X100-Meter-Staffel. Rahmenwettbewerbe: Mädchen (ab 9 Uhr): Jahrgang 1919/20: 75-Meter, Weitsprung, Ballweitwurf und 4X50° Meter-Staffel. Jugend (ab 9 Uhr): Klasse A (1917/18): 4X100-Meter-Staffel und Olympische-Staffel. Klasse B (1919/20): 4X100-Meter-Staffel. Klasse C (1921/22): 4X100-Meter-Staffel. Klasse D (1923 und jünger): 4X50-Meter-Staffel. um der Forderung des Führers an die deutsche Jugend gerecht zu werden und sie zu einem freien und stolzen pflichkgewohnten Geschlecht zu erziehen. Wir aber wollen dafür jorgen, daß die Belegschaften die Lager verlassen: körperlich gestählt, gefestigt im Glauben und gestärkt in ihrer inneren Haltung. Dann haben wir den Sinn der Zeltlager erfüllt. Heil Hitler! Der kommissarische Führer des Gebiets 13 Hessen-Nassau. Gez.: Potthoff, Oberbannführer. Der Reichsjugendführer im Gebiet Hessen-Raffau. Nach intensiven Vorarbeiten, die insbesondere die Schulung der Lagerleiter, die Urlaubsregelung, die Beschaffung der Lebensmittel und die Durchführung der ärztlichen Betreuung betrafen, werden nunmehr die 34 Zeltlager der Hitlerjugend und des Jungvolks im Gebiet Hessen-Nassau im Rahmen einer eindrucksvollen Feier eröffnet werden. Der Reichsjugendführer selbst wird das Zeichen zur Eröffnung sämtlicher Zeltlager geben, und zwar am Sonntag, 2 6. Mai, 16.30 Oie HZ-Zeltlager. Ein Aufruf des Hj.-Führers in Heffen-Nassau. Uhr, im Lager des Bannes 80 der HI. im RodeL» bachtal bei Bad Schmalbach. Zur gleichen Stunde sind in allen übrigen Lagern die HI. und das Jungvolk angetreten, und unvergeßlich wird der Eindruck sein, wenn auf den Befehl des Gebietsführers Pott ho ff dort in Schwalbach an 34 Masten die Lagerfahnen gehißt werden. Den ganzen Sommer über wehen sie über den Zelten. Führende Persönlichkeiten der Partei und des Staates sind Zeugen dieses Aktes, der den Zelt- lagerbetrieb und damit die der deutschen Jugend notwendige Freizeitgestaltung einleitet. Im Anschluß daran wird der Reichsjugendführer eine Besichti- , . ——--------- .■ — 13 14 Tage Freizeit in den Zeltlagern der Hitler- jugend sind der schönste Lohn der Arbeit. Meister! hast du deinem Lehrjungen schon Urlaub zum Besuch der HJ.-Zelllager gegeben? 14 Tage machen einen Kerl aus ihm! gungsfahrt durch die Lager der Jungbanne 81/186 (Frankfurt a. M.) auf der Billtalhöhe bei Königstein im Taunus und durch das Lager des Bannes 115 (Darmstadt) auf den Apfelbachwiesen bei Gräfenhrusen vornehmen, wird die Lagerbesatzuna begrüßen und sich von der vortrefflichen Beschaffenheit der Lager überzeugen. In den Wäldern und Tälern, an den Flüssen und Seen des Taunus und des Wester- waldes, des Vogelsbergs und Spessarts, im Odenwald und in der rheinhessischen Hügellandschaft wird der deutsche Jungarbeiter, der in den Reihen der HI. steht, sich erholen und ausspannen, in der Disziplin der Kameradschaft Kraft und Mut gewinnen und um ein Erlebnis reicher an seine Arbeitsstätte zurückkehren. Amtsgericht Gießen. Der F. 23. aus Alsfeld fuhr am 10. September 1934 mit seinem Auto die Strecke Lich—Nieder» Bessingen. Infolge seiner allzu hohen Geschwindigkeit fuhr er einen ihm entgegenkommenden Rad- jahrer an, der erheblich verletzt wurde. Durch Strafbefehl, gegen den er Einspruch einlegte, wurde der Angeklagte zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Nach dem Ergebnis der gestrigen Beweisaufnahme blieb es bei der erkannten Strafe. Wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Verkehrs- ordnung wurde der O. L. aus Gießen durch Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 15 Mark verurteilt. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß L. mit einem Lastzug un- mittelbar hinter einem Kohlenfuhrwerk durch den Hindenburg-Wall fuhr. Beim Ueberholen sah er sich plötzlich einem anderen Fahrzeug gegenüber, so daß dieses infolge des starken Bremsens des Angeklagten durch den Anhänger schwer beschädigt wurde. Die obige Strafe wurde aufrechterhalten. Daten für den 26. Mai. 1521: Luther wird in die Reichsacht getan; — 1873: die Dichterin Helene Voigt-Diederichs auf Gut Marienhoff bei Eckernförde geboren; — 1923: Albert Leo Schlageter, von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, wird bei Düsseldorf erschossen (geboren 1894); — 1933: Schlageter-Ge- denktag. Statt jeder besonderen Anzeige. Eva Reich, geb. Erbst Burkhardsfelden, den 24. Mai 1935. im Alter von 43 Jahren. 02276 Gießen, Hamburg, Darmstadt. Rosendale N. ¥., den 24. Mai 1935. 02 84 02’54 im 57. Lebensjahr. 3145 D Allendorf a. d. Lahn, Battenberg (Eder), Kinzenbach, den 24. Mai 1935. Die Beerdigung findet Montag, 27. Mai, nachmittags 3 Uhr statt. 3148 D 02282 Heute mittag 3 Uhr verschied nach kurzer schwerer Krankheit meine geliebte Frau, die herzensgute Mutter unseres Kindes, unsere liebe Schwägerin und Tante Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit allen unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen : Frau Katharine Weis, geb Leib Familie Ernst Weis Familie Ewald Weis Familie Karl Henkelmann II. Am Freitag, dem 24. d. M.. abends 8 Uhr, verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Weis III. Ober-Bahnschaffner L R. Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 2% Uhr statt Die Beerdigung findet am Montag, dem 27. Mai, um 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. — Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand nehmen zu wollen. im Alter von 74 Jahren. In tiefer Trauer: Familien Rühl, Möbus und Leyerer. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Stadler, geb. Marx Gießen, den 25. Mai 1935. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau Margarete Kreiling Wwe. sagen wir allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 25. Mai 1935. Äla Anzetgen-Äktiengeiellichafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gketzen / Srbulftvatze? Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Reich. Geschäftsdrucksachen , Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkerten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 i UUilllUIIUIIIIIIIIIIUIIIll Danksagung. ^r,dieTZiih'uiChe1WOhltuenden Beeise auf rieh- dgster Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes, besonders Herrn Plärrer Vömel für seine trostreichen Worte, sowfe allen Vertretern der Organisationen und Vereine, die ihm das letzte Geleit und einen ehrenden Nachruf gaben, herzlichen Dank Katharina Haus, geb. Haus und Angehörige. Rodheim a. d. B., den 25. Mai 1935. Heute nachmittag 2% Uhr entschlief nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Herr Wilhelm Rühl Laad-Verpachtung. Die Jagd der Gemeinde Lollar wird am 1. Juni d. I.» vormittags 10 Uhr, auf der Bürgermeisterei in Lollar auf neun Jahre verpachtet. 3142D Die Pachtbedingungen liegen vom 17. bis 31. Mai 1935 daselbst offen. Der Jagdbezirk umfaßt 103 ha Wald und 357 ha Feld. Lollar ist Eisenbahnstation der Main-Weser-Bahn, der Strecke Grünberg—Lollar und Lollar—Wetzlar. Lollar, den 7. Mai 1935. Der Jagdvorsteher. Eewinnauszug 2. Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (271. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II_________ 2. Ziehungstag 23. Mai 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 263336 100258 168916 352102 146708 179229 203912 249573 262717 292432 330020 352424 378596 105076 151566 181751 209443 250294 265680 292848 330736 354117 378919 112820 152689 185344 218740 251072 278181 293407 331055 358761 383981 113078 160716 190771 220127 251477 281407 305391 342123 361584 397523 121744 166656 192995 229922 254227 291960 320366 344017 362680 135356 171103 200377 241793 255917 291983 327902 348826 376097 2 Gewinne zu 10000 M. 216625 2 Gewinne zu 5000 M. 380262 4 Gewinne zu 3000 M. 14154 308859 2 Gewinne zu 2000 M. 128086 14 Gewinne zu 1000 M 58365 66701 283411 317596 341972 390491 «aJA®eroinne 800 M. 71203 88005 241092 242539 273381 290986 349124 ______ 52 Gewinne zu 500 M. 2883 18131 47196 66497 91960 100938 111297 113323 130300 143563 154727 177778 225857 271505 277588 303932 307440 314107 315172 341424 349945 350302 352283 370762 385530 398623 168 Gewinne zu 300 M. 2261 4265 6394 8116 8679 10700 12105 12665 15388 17056 18096 19149 22979 23049 24846 30053 36898 40087 46585 47264 49137 58481 61482 66641 76103 91582 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Die Ziehung der 3. Klaffe der 45. Preußisch- 106265 122756 140267 175006 208912 235517 263010 290524 322162 336993 351830 389263 36022 62127 82252 109469 126552 144772 182156 214475 239520 263645 290921 322249 338273 366210 390391 112768 129560 152682 184663 219351 249376 273379 291093 322719 341722 372292 394428 120225 135948 164043 193434 227588 250046 285183 304815 333183 346011 382798 399791 105449 120660 138161 167684 198425 228395 260937 285250 307211 335127 351518 385831 115523 130296 161503 186473 223647 249872 277181 296497 323000 345817 372949 399465 Süddeutschen (271. Preußischen) Klassen-Lotterie findet am 14. und 15. ßuni 1935 statt. 386225 390109 188 Gewinne zu 300 Lt. 4572 8940 12592 29883 ----- 37190 39072 44309 46309 55447 57721 03745 65763 66252 68692 79136 79362 92364 97133 104393 *----- ------ 2 Gewinne zu 100000 M. 93830 2 Gewinne zu 25000 M. 324161 2 Gewinne 10000 M. 258716 4 Gewinne zu 3000 M. 266438 39334o 6 Gewinne zu 2000 M. 227713 261828 308954 6 Gewinne zu 1000 M. 72646 342876 376864 16 Gewinne zu 800 M. 3217 20041 36225 56071 123872 211975 304332 341263 48 Gewinne zu 500 M. 757 13415 30655 69017 96227 97439 97680 120687 123745 131117 145004 148610 166639 191382 195204 226599 232198 269825 283942 314594 380437 383321 Nr. Ul Dritter Blatt Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 25. Mai (935 ein- der Strauß Rich. Wagner. und Gelehrtenfamilie. Seine Mutter, die Tochter des Pfarrers F a b r i c i u s zu Griesheim, stammt aus einer hessischen Pfarrerfamilie, die seit dem 16. Jahrhundert in Oberhessen ansässig war. Er besuchte zunächst die Volksschule zu Griesheim, dann das Goethegymnasium zu Frankfurt a. M. und legte das Abiturientenexamen (humanistisch) am Deutschen Kolleg in Godesberg ab. An den Universitäten Tübingen, München und Frankfurt studierte er Kunst-, Literatur- und Musikgeschichte. 1923 begann seine Ausbildung als Regisseur am Frankfurter Schauspielhaus; er war dann als Regisseur und Schauspieler von 1925 bis 1929 in Münster i. W., München-Gladbach und in Koburg tätig. Von 1929 bis 1932 war Schultze-Griesheim als Oberregisseur am Stadttheater Zwickau beschäftigt, wo er außer den großen klassischen Dramen auch Opern und Operetten inszenierte. 1932 und 1933 wirkte er als Oberspielleiter an den Vereinigten Theatern Breslau und folgte schließlich einem Ruf als Oberspielleiter an das Bremer Schauspielhaus, wo er seit zwei Jahren wirkt und neben Dem neuen Herrn, dem vierten Gießener Intendanten und Nachfolger von Hanns König, Dr. Rolf P r a s ch und Hermann Steingoetter, geht der Ruf eines tüchtigen Theatermannes voraus; die Aufgaben, die ihn als Leiter unseres Stadttheaters erwarten, sind ebenso schwierig wie dankbar. Es wird sich zunächst darum handeln, durch eine umsichtige und maßvolle Etatgestaltung dem Theater die gesunde wirtschaftliche Grundlage zu geben, deren es heute mehr denn je zu einer gedeihlichen künstlerischen Entwicklung bedarf. Darüber hinaus dürfte die Neubesetzung des Jnten- dantenpostens gerade im Hinblick auf die kommende Spielzeit und die zukünftige künstlerische Gestaltung des Gießener Theaterlebens von grundsätzlicher und weittragender Bedeutung sein. Der neue Intendant wird sich ein Ensemble aufzubauen haben, das den außerordentlich schwierigen, Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit erfordernden Aufgaben eines Provinztheaters gewachsen ist; und er wird einen Spielplan aufzustellen haben, zu dem dieses Ensemble in einem richtigen und innerlich begründeten Verhältnis steht. Die Gestaltung des Spielplanes wird eine leichte und sichere Hand verlangen, denn er soll zugleich volksnah und künstlerisch einwandfrei, er soll vielseitig, unterhaltend und wertvoll sein. Wir hielten es insbesondere für wünschenswert — auch im Sinne eines nicht unbeträchtlichen Teiles alter Freunde und treuer Besucher des Stadttheaters —, wenn im Gegensatz zu der in den letzten Spielzeiten durchgeführten Bevorzugung rein musikalischer Werke nun wieder ein entschiedener Nachdruck und das Hauptgewicht — wie in den besten Zeiten des Gießener Theaters — auf das Schauspiel gelegt würde, auf das klassische und das gegenwärtige, das zeitlose wie das aktuelle; dabei braucht die Operette nicht notzuleiden. Von den in die engste Wahl gestellten Bewerbern sind unseres Wissens Gutachten über die von ihnen zu ergreifenden Maßnahmen und die grundsätzliche Richtung ihrer Theaterführung eingefordert worden, und die Stadtverwaltung glaubt, aus der vielseitigen Betätigung und den Leistungen des Gewählten zu schließen, einen Leiter für das Gießener Stadttheater mit hohen künstlerischen Fähigkeiten aefunden zu haben, der mit Energie und festem Willen bestrebt sein wird, das Gießener Stadttheater wieder auf die Kulturstufe zu heben, die Schniedecks Fucik Grieg Die Frage nach der Neubesetzung des Gießener Jntendantenpostens ist. wie wir erfahren, gestern endgültig gelöst worden. Es hatten sich, wie erinnerlich, insgesamt nahezu hundert Bewerber für den Posten gemeldet; nach eingehender Prüfung dieser Bewerbungen durch die zuständigen Stellen in Berlin wurden schließlich vier Anwärter in die engste Wahl genommen und unter diesen der Oberspielleiter Schultze-Griesheim vom Schauspielhaus in Bremen unter Zustimmung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und des Deutschen Vühnen- vereins in Berlin zum Intendanten des Gießener Stadttheaters — als Rachfolger des gegen Ende dieser Spielzeit ausgeschiedenen Intendanten Hanns ftönig — gewählt. Der neue Herr wird, wie wir erfahren, feine hiesige Tätigkeit bereits Ende nächster Woche aufnehmen. Oberspielleiter Schultze-Griesheim ist am 22 Juli 1902 zu Griesheim am Main geboren. Sein Vater, Dr. phil. H. Schultze, Chemiker bei den IG.-Farben, Frankfurt a. M. - Griesheim, stammt aus einer alten rheinischen Naturwissenschaftler- Werte sein. Der Erlös dieses Abzeichens wird r e st l o s für Fahrtkostenzuschüsse, für Verpflegungszuschüsse sowie zur Herrichtung von Quartieren verwandt werden. Alle Teilnehmer am Gautag müssen das Abzeichen tragen. Der Besitz des Abzeichens berechtigt außerdem zur verbilligten Fahrt im Bereich der Stadt Darmstadt. Inhaber des Abzeichens haben ferner freien Zutritt zu dem großen Volksfest am Samstagabend sowie zu der Massenkundgebung auf dem Exerzierplatz am Sonntag um 11 Uhr. Der das Gautag-Abzeichen trägt, bekundet damit seine tiefste Verbundenheit mit der RSDAP. und ihren in Darmstadt aufmarschle- renden Gliederungen. Neuer Reitkurs! Bei genügender Beteiligung findet Mittwochs von 20 bis 21 Ühr in der Reitschule Schömbs ein neuer Reitkurs statt. Die Kosten betragen etwa 6 Mark für'Mitglieder der DAF. bzw. 9 Mark für Nichtmitglieder. Baldige Anmeldung schriftlich oder per- sönlich auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18; Sprechstunden von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr. —— ^etnerbesch^ Vornottzen. Tageskalender für Samstag. DAF. „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz. — Stadttheater (Ring Deutsche Bühne), 20 bis 22.15 Uhr: „So ein Mädel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petersburger Nächte". — Tageskalender für Sonntag. NSLB. Kreis Gießen: 15 bis 18 Uhr im Haus der Das im Aufttag des Gauleiters von Kunftgewerbefchule Offenbach entworfene Abzeichen, ein kleines Kunstwerk aus Leder, wird für alle Teilnehmer ein Andenken von bleibendem Aus der Provinzialhauptstadt. Oie alte Eiche. Vor Jahren war's. An einem schönen Vorfrühlingsmorgen zog's mich hinaus in Gottes Natur. Die zurückgebliebenen und einige schon aus dem Süden angekommenen Vögel sangen dem kommenden Lenze zu Ehren ihre herrlichsten Weisen. Der Wiesenplan bekam die ersten grünen Spitzen. Und als mich mein Weg durch prächtigen Hochwald führte, hätte ich gerne mit einem flinken Eichkätzchen um die Wette springen mögen. Lustig pfiff ich aus vollem Herzen ein Lied vom schönen Frühling. Ich mochte so eine Stunde frohgemut gewandert sein, als mein Mund plötzlich verstummte. Ich erblickte einen Windbruch. Kreuz und quer lagen die vom letzten Sturm mit Windstärke 12 geknickten Stämme durcheinander. Die Wurzelballen standen in die Höhe und sahen von weitem wie vorweltliche Tiere aus. Die Kronen der Fichten waren zerschlagen und manche Stämme auch zersplittert. Mitten in dieser Wüstenei aber stand ein einzelner Baum kraftvoll und stolz, fast unberührt von der furchtbaren Naturgewalt. Es war eine Eiche. Wohl hatte der orkanartige Sturm auch an ihr seine Gewalt versucht. Mehrmals ächzte es in ihrem weit in die Tiefe gehenden Wurzelwerke, so daß sie in ihren Grundfesten erbebte. Wohl war das dürre Blätterdach stark zerzaust, wohl hatten einzelne Aeste die Mutter Erde küssen müssen, auch hatten umfchlagende Fichten mehrere Rindenfetzen abgerissen, doch sie wehrte sich mit Siegfriedsstärke gegen das höllische Unwetter, sie stand „fest und unerschütterlich", wie es in dem bekannten Liede Ernst Moritz Arndts heißt, und als sie im wundervollen Wonnemonat im pulsenden Saftstrome ihr Laubwerk segnend über die zur Einöde gewordene Waldfläche ausbreitete, da sehe ich das Ganze vor mir wie ein Bild des deutschen Volkes. Wie oft ist ein gewaltiger Wirbelsturm über unser Vaterland dahingebraust! Schien es nicht in den letzten hundert Jahren mehrmals dem Untergange, dem Zerfall nahe? Aber immer wieder blieb die alte Eiche, die deutsche Urkraft, bestehen, reckte ihren oft verschrammten Stamm hoch in die Luft, grünte, überwallte die Wunden und wuchs langsam in Gottes Himmel hinein. Nach Jahren brachte mich wieder ein Naturgang Der Gautag Hessen-Nassau Darmstadt 1. und 2. Juni 1935. korps unserer Garnison des Reichsheeres an je- dem Mittwoch der Woche ein Platzkonzert veranstalten, das abwechselnd am Stadt« theater und auf dem Landgraf-Philipp-Platz jeweils in der Zeit von 17 . bis 18 Uhr stattfinden wird. Für das erste Konzert am kommenden Mittwoch, 29. Mai, am S t a d t t h e a t e r ist die nachstehende Musikfolge vorgesehen: 1. Kerntruppen, Marsch 2. Ouvertüre „Marinarella" 3. 2 Stücke a. Sigurd Joosalfar a) Nordlandsvolk b) Königslied 4. Lagunen-Walzer Szenen a. d. Oper „Die Walküre" Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, Ausstellung! von Schülerarbeiten über das Winterhilfswerk. — Stadttheater: VDA. Volksdeutsches Fest für alle ab 19 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr: „Kampf um Kraft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petersburger Nächte". — Oberhessischek Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Ausstellung Christian Rohlfs-Hagen. — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 11 Uhr Führung durch den Botanischen Garten und das neue Gewächshaus. Führung Dr. Heidt. — Gleibergverein: 15 Uhr Gleibergfeft. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Samstag, 25. Mai, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, das Lustspiel: „So ein Mädel (Extemporale)" von Sturm und Färber; Spielleitung: Karl V o l ck. Ende 22.15 Uhr. — Sonntag, 26. Mai, 19.00 Uhr, Volksdeutsches Fest des VDA. „Deutsche Frauen im Wandel der Zeiten", 10 Bilder'; künstlerische Leitung: Frieda Spielberg- Weimar, musikalische Leitung Prof. Dr. Temesvary. — Dienstag, 28. Mai, außer Abonnement, vorletzte Vorstellung zum Umtausch von Gutscheinen der Schwank: „Der Hochtourist von Kraatz und Neal. In der Hauptrolle Heinrich Hub; Spielleitung hat Kurt Lüpke. Spieldauer von 20.00 bis 22.15 Uhr. — Mittwoch, 29. Mai, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Buhne — Samstagmitglieder (gerade Mitgliedsnummern), für die am Samstag, 19. Mai, ausgefallene Vorstellung; zur Aufführung gelangt das Schauspiel: „Vertrag um Karakat" von F. P. Buch unter der Spielleitung von Kurt L ü p k es. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Freitag, 31. Mai, letzte Vorstellung der Spielzeit, Wiederholung des Schwankes: „Der Hochtourist" von Kraatz und Neal; Spielleitung Kurt Lüpke. Dauer von 20.00 bis 22.15 Uhr. Platzkonzerte der Gießener Militärkapelle. Vom kommenden Mittwoch ab wird das Musik- Intendant Schultze-Griesheim Oer neue Leiter des Gießener Stadttheaters. Skagerrak-Gedenkfeier in Gießen. Der Marine-Sturmbann 11/34 begeht, gemeinsam mit der Marine-Kameradschaft Gießen, am nächsten Freitag, 31. Mai, abends, eine Feier zum Gedächtnis an die Seeschlacht am Skagerrak. Den Auftakt zu dieser Veranstaltung bildet ein Fackelzug durch die Stadt, zu dem die Kameraden am Kanzleiberg antreten. Nach Abholung der Marine-Sturmfahne vom Standartengebäude bewegt sich der Aufmarsch unter Vorantritt des Musikzuges der Marine-Standarte 34 und eines Ehrensturmes (15/34 Wetzlar) durch folgende Straßen: Landgrafenstraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neustadt, Wer- nerwall, Steinstraße, Edersttaße nach dem Wiß- marer Weg. Am Ehrenmal vor dem Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen (früher Marine-Verein) findet die eigentliche Gedenkfeier statt, zu der neben anderen Gästen auch der Marine-Führer der SA. der Gruppe Hessen, Sturmhauptführer Döbel, erwartet wird. Ausstellung von Schülerarbeiten über das Winterhilfswerk. Der NSLB. Kreis Gießen veranstaltet im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße, eine Ausstellung von Schülerarbeiten über das W i n t e r h i l f s w e r k, in denen die Gedanken des Winterhilfswerkes im Deutsch-, Rechnen- und Zeichenunterricht dargestellt sind. Die Ausstellung wird in Gießen bis zum Freitag, 31. Mai, 12 Uhr, gezeigt. Am heutigen Samstag von 15 bis 18 Uhr und am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr ist sie für die Eltern und Schulfreunde geöffnet, für Lehrer und Schüler (Schulen) ist sie täalich von 9 bis 18 Uhr bis zu dem obengenannten Schlußtermin am kommenden Freitag offen. Oas Gleibergfest findet statt. Man schreibt uns: Entgegen Gerüchten, daß das G l e i b e r g f e st bei schlechtem Wetter verschoben würde, sei mitgeteilt, daß eine Verschiebung nicht in Frage kommt. Da die Wetteraussichten scheinbar besser werden, ist mit einem guten Besuch zu rechnen, so daß sich auf der historischen Burg, wie in früheren Jahren, frohes Leben und Treiben entwickeln wird. Schon der Gang oder die Fahrt nach dem herrlichen Stückchen Heimaterde in der schönen Maienzeit dürfte den Reiz des Festes wesentlich erhöhen. Die Post sorgt für Omnibus-Pendelverkehr ab 14 Uhr vom Oswaldsgarten bis zur Linde in Gleiberg, unmittelbar vor dem Tor der Burg. Man beachte die heutige Anzeige. Kriegerkameradschast Gießen. Am Donnerstagabend fand — wie man uns berichtet — im Cafö Ebel die sehr gut besuchte Mai- Monatsversammlung statt, die vom 1. Vereinsführer Kameraden Stümpert geleitet wurde. In seiner Begrüßungsansprache gedachte er der in letzter Zeit verstorbenen Kameraden. Vier neue Vereinsmitglieder wurden in feierlicher Weise verpflichtet. Sodann beschäftigte sich Kamerad Trümpert in längeren Ausführungen mit der jüngsten Rede unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, die wegen seines Friedenswillens im In- und Auslande einen guten Eindruck gemacht habe. Seine Ansprache klang aus mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland, worauf stehend je der erste Vers des Horst-Wessel» und des Deutschlandliedes gesungen wurde. Die Kriegerkameradschaft hat eine Ehrentafel Herstellen lassen, auf der die Namen der Mitglieder verzeichnet sind, die Frontkämpfer des Weltkrieges waren. Gleichzeitig gedachte man der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden; anschließend wurde das Lied vom guten Kameraden gesungen. Für langjährige Betätigung im vaterländisches zur Windbruchstelle. Herrlich grüßte schon von weitem das zarte Grün der jungen Fichtenschonung. Die Federmusikanten jubilierten, die Schmetterlinge gaukelten, die Luft war erfüllt von unzähligem (Äesumme aller Art. Der Engel Gottes ging segnend über das Moospolster und streute Maiblumen aus. Doch wuchtiger als zuvor stand der mächtige Eichbaum da. Wohlgeformt und wunderbar gewölbt war der mächtige Kronenbau. Ein sanftes Mailüftchen ließ die Blätter gleich dem geschwätzigen Rieseln eines Waldbächleins rauschen. Ein geheimnisvolles Raunen und Weben ging von ihm aus ... „Dann gehet leise nach seiner Weise der liebe Herrgott durch den Wald!" ...Ein Wunderwerk des Allmächtigen, des Schöpfers, ein Bild von Kraft und Größe! Am Stamme aber stand auf einer "** Zum Abschluß dieser mächtigen Kundgebung formieren sich die 100 000, nach einer Verpflegung durch den „Hilfszug Bayern", zu einem Vorbeimarsch auf der Nheinstraße. Der Vorbeimarsch wird abgenommen in Höhe des Hauses der Kreisleitung der NSDAP. Das genaue Minutenprogramm des Gautags wird im Laufe der kommenden Woche in der gesamten Presse veröffentlicht. Das Gautag-Abzeichen. Nach den getroffenen Vorbereitungen ist schon jetzt zu übersehen, daß der diesjährige Gautog eine ganz ungewöhnliche Note tragen wird. Diesmal werden die Massen der NSDAP, und ihrer Gliederungen in Darmstadt oufmarschieren. Die Bevölkerung von Darmstadt ist sich dieser besonderen Bevorzugung bewußt geworden und hat die Vorarbeiten in der großzügigsten Weise unterstützt. Der 1. Zum. Am Samstag, 1. Juni, finden zwischen 17.30 Uhr und 19.30 Uhr etwa 12 Sondertagungen statt. Von diesen heben sich zwei besonders stark hervor: Die Tagung der Hoheitsträger im hierfür vollkommen neu geschmückten Saalbau und die Tagung der Propagandaleiter im „Großen Haus . Mit Genehmigung des»Gau- (eit er 5 wird die Propagandaleitertagung abge- schlossen mit der Aufführung von „Schoch dem Zaren", einstudiert durch den Generalintendanten des Hess. Landestheaters Ebert, dargestellt von ersten Kräften des Theaters. Eine genaue Aufstellung aller Tagungen folgt im Laufe der kommenden Woche. Oer Abend des i. Juni. Ein Volksfest, rund um das Schloß und im Schloßhof, gestaltet durch die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude", wird ein bis dahin nicht gekanntes Leben im Zentrum der Stadt zur Entfaltung bringen. Nach den bis jetzt vorliegenden Anfragen ist mit einem Massenansturm zu rechnen. Der Zutritt zu diesem Volksfest ist für alle Träger des Gautagsabzeichens frei. Ein außergewöhnliches Programm wird den zum Gautag erschienenen Parteigenossen, sowie der Bevölkerung Darmstadts ein paar Stunden höchster Lebensfreude vermitteln. Festaufführung im Hessischen Landestheater. Anläßlich des Gautags wird die unsterbliche Oper von Mozart „Figaros Hochzeit" ab 20 Uhr in Szene gehen. Der 2. Zuni. Im Mittelpunkt dieses Sonntags wird die Massenkundgebung um 11 Uhr mit festgemeldeten 100 000 Parteigenossen und Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront stehen. Die Front der Festhalle wird von einer Riesen- wond 15 Meter hoher und 3,20 Meter breiter Fahnen verdeckt. Es werden die Fahnen aller Gliederungen je einmal rechts und links aufgestellt. Heber dieser Riesenwand der Fahnen ragt beherrschend ein 15 Meter breites Hoheitszeichen. Rechts und links vor der Wand vermitteln zwei hohe Funktürme die Uebertragung. Die gesamte Bevölkerung hat zu dieser Riesenkundgebung, bei der der Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley und Gauleiter Reichsstatthalter Pg. Sprenger sprechen werden. Zutritt. fachen Holztafel geschrieben: 1 „Du überstandest Sturm und Not, nun leuchtet dir das Morgenrot J der großen deutschen Einigkeit. Gott segne uns zu aller Zeit!" ; Kehrt um! Eine Minute inneren Sammelns... , Ich sang mit den Vögeln um die Wette, steckte mir einen Laubzweig ins Knopfloch und dachte, wie schön ist es doch in unserem lieben deutschen Vater- lanbel Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Giehen-Ost. Am 2 9. Mai findet um 20 Uhr in der Gastwirtschaft „Germania" der Amtswalter-Appell statt. Alle DAF.-Walter haben zu erscheinen. Die Blockkassierungsbücher sind unbedingt mttzu- bringen. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Sonntag,2 6. Mai, 11 Uhr, Führung durch den Botanischen Garten und das neue Gewächshaus. Führung: Dr. Heidt. Am Himmelfahrttag wandern wir zum Frühgottesdienst auf den Schiffenberg, anschließend weiter nach Garbenteich — Pfahlgraben (Führung: Dr. M i t t e r m a i e r) — Kloster Arnsburg (Führung: Professor Dr. Rauch). Unser Volkstanzkreis geht mit. Abmarsch um 7 Uhr an der Universitäts- Bibliothek. Zu beiden Veranstaltungen sind Gäste aus Stadt und Land willkommen! Beteiligung kostenlos. Deutsche Frau, treibe Leibesübungen! GPA. Deutsche Frau, denke anläßlich der Reichssportwerbewoche daran, daß deine Gesundheit als Grundlage für ein gesundes Geschlecht notwendig ist. Erinnere dich der Worte des Führers, wonach die körperliche Ertüchtigung zur Aufartung unseres Volkes gehört. Lasse dies Tat werden: „Deutsche Frau, treibe Leibesübungen". Durch die Abteilung Leibesubung der NS.- Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks wird dir der Weg gewiesen, nütze ihn aus! Sportamt „Krast durch Freude". Achtung! ftostenlofe Sportkurfe! Um allen Volksgenossen unsere Leibesübung näherzubringen, sind alle unsere Kurse, mit Ausnahme der Reit- und Schwimmkurse, anläßlich der Reichssportwerbewoche vom 26. Mai bis 2. Ium, für neu hinzukommende Teilnehmer kostenlos! Macht alle mit! Die Kurse laufen am: Dienstag, 19 bis 20.30 Uhr: Fröhlicher Spielnachmittag, Universitätssportplatz; Freitag, 20 bis 21.30 Uhr: ri t x Allgemeine Körperschule, Lyzeum (Dammstraße); Freitag, 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik, Heil- und Pflegeanstalt; Samstag, 17 bis 19 Uhr: Leichtathletik (Reichssportabzeichen), Universitats- sportplatz am Kugelberg. Am Himmelfahrtstage fallen sämtliche Kurse aus. Betriebs turniere. Im Rahmen der Reichssportwerbewoche veranstaltet das Sportamt „Kraft durch Freude" ein Betriebsturnier für Tauziehmannschaften und Medizinballstaffeln. Das Meldeergebnis ist recht günstig, es sind spannende Kämpfe zu erwarten. Die Veranstaltung findet auf dem „Oswaldsgarten" statt; der genaue Zeitpunkt wird an dieser Stelle noch bekanntgegeben. einer vielseitigen künstlerischen Tätigkeit auch in ihm gebührt, ohne dabei die finanzielle Auswirkung weitem Maße an der geschäftlichen und organisato-1 außer acht zu lassen. rischen Leitung des Theaters beteiligt ist. --------- <1 meraden. Der« wohn- zu er» 10, 20, Kamerad melden. über ch e bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Bündel Radieschen 7 bis 10 Pf. ungefähr folgendes aus: Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler die Macht im Staate übernommen hatte, fei es die vordringlichste Aufgabe gewesen, ein Beamtentum zu schaffen, auf das unbedingter Verlaß sei und das wieder den alten guten Ruf des deutschen Beamten verkörpere. Zu diesem Zwecke habe das Beamtentum einer Sichtung und Säuberung unterzogen wenden müssen. Am 7. April 1933 sei das bekannte Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums erlassen worden, wonach insbesondere die Parteibuchbeamten, die Beamten ohne genügende Vorbildung und ohne sonstige Eignung entlassen worden seien, ferner noch die politisch unzuverlässigen Beamten, hauptsächlich frühere Marxisten. Die §§ 5 und 6 dieses obigen Gesetzes blieben auch noch in Kraft, und zwar bis zum Erlaß des neuen Beamtengesetzes, das man wohl in Bälde erwarten könne. Der § 5 ermögliche die Versetzung eines Beamten in ein anderes Ressort, selbst in einen anderen Rang und in ein anderes Diensteinkommen, wobei aber ungefähr die seitherige Dienststellung beibehalten werden solle. So könne z. B. ein Oberregierungsi t vom Landesfinanzamt als Regierungsrat an ein Arbeitsamt versetzt werden, aber eine Versetzung etwa zum Inspektor sei nicht möglich. Wichtigle Vorschriften enthalte der § 6, der eine Vereinfachung der Verwaltung bei der Ruhestandsoersehung gebracht habe. Das Beamkengeseh vom April 1933 habe der Vereinigung innerhalb des Beamtentums gebient, nun gelte es Vorschriften zu schaffen, die dem Geiste des Nationalsozialismus entsprächen. Am 26. Juni 1934 habe Reichsjustizkommissar Frank in München grundsätzlich zur. Frage des neuen Beamtenstandes Stellung genommen und dabei betont, daß der Beamte voller Träger des Staates sei. Beamter sei Beamter und nicht Politiker. Vor allem komme es aus die Treue zum Führer an. In der Hauptsache müsse unter den Beamten eine vorbildliche Kameradschaft bestehen, die nicht zur Sitte werde, sondern die R e ch t s p f l i ch t sei. Der Staat werde dem Beamten dagegen die Sicherung des Lebens gewähr- leisten. Die Ausführungen Franks ließen die Grundsätze des neuen Deamtenrechts, die in diesem Gesetz zum Ausdruck kommen werden, schon klar erkennen. Rechte und Pflichte des Beamten müßten eine unzertrennliche Einheit werden..Vor allem kämen natürlich erst die Pflichten. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß der Beamte im Gegensatz zu seinem man dann ein Heilmittel gefunden. Leider werde dem Arzt vieles verschwiegen und vieles erst zu spät unterbreitet, dadurch sei oft die Heilung in Frage gestellt. Auch die Diphtherie sei früher eine Seuche gewesen, bis man das Gegengift gefunden hätte, das auch schon vor Ausbruch der Krankheit erfolgversprechend angewandt werden könne. Eben stehe man bei der Bekämpfung der Krebskrankheiten, die auch schon große Erfolge zeige, es komme nur darauf an, möglichst früh diese Erkrankungen feststellen zu können. Wenn wir heute in Deutschland noch von Seuchen sprächen, dann meine man damit nur die Syphilis und die Tuberkulose, alle anderen Seuchen seien sehr eingedämmt worden. Alle mühten über die Entstehung und die Folgen dieser Seuchen aufgeklärt werden und dann ein verantwortungsbewußtes Leben führen, dann werde man in Deutschland auch dieser Seuchen noch vollkommen Herr werden. Pg. C h r i st dankte im Namen der Deutschen Arbeitsfront dem Vortragenden für seine Ausführungen und gab bekannt, daß am übernächsten Donnerstag ein weiterer Vortrag stattfinden werde. Diese Vorträge, die ein Bindeglied zwischen Universität und Arbeitsfront öarfte^ten, müßten immer noch besser besucht werden. der Chirurgischen Klinik, wo er mit einem kompli- zierten Oberschenkelbruch am rechten Bein und einem Unterschenkelbruch am linken Bein darnieder- liegt. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Die Ursache des Unglücksfalles ist noch nicht bekannt. ^*ZurDerschönerungdesLahnu f er s hat der Inhaber der Wirtschaft „Zur Pulvermühle einen Gartenpavillon errichten lassen, dessen Entwurf von Architekt Karl Schwan, Gießen, stammt, in dessen Händen auch die Bauleitung lag. Das Gebäude ist etwa 12 Meter lang und 8 Meter breit und soll dazu dienen, den Besuchern der vor etwa zwei Jahren am Lahnufer errichteten Terrasse bei ungünstiger Witterung Schutz zu bieten. Anderseits ist der behagliche Raum durch die nach der (Siner, der -en Kneipp noch selber gekannt Hai! In Frankfurt am Main, an der „Schönen Aus- sicht", wo die alten ehrwürdigen und feierlichen Häuser stehen, da wohnt er, der Stadtbaumeister Stefan Blattner, der den Kneipp noch persönlich gekannt hat. „Ich hab ihn selber reden fjören*, erzählt Herr Blattner, „im Saalbau am Roßmarkt. Es waren viele Damen da. Wie denen der Kneipp seine Predigten hielt, mit dröhnender Stimme, wie er gegen die Verrücktheiten der Mode von damals wetterte, da waren sie ganz still, die Damen, mäuschenstill ... Richtiges, vernünftiges, gesundes Essen und Trinken predigte der Kneipp, für den Malzkaffee trat er ein, der bei uns in Deutschland wächst. Und seitdem trink ich ihn auch, den Kathreiner, den Kneipp-Malzkaffee." Richtig warm hat er sich geredet, der liebens, würdige alte Herr. Er sprüht und blitzt und funkelt nur so — nein, die dreiundachtzig Jahrs merkt man ihm nicht anl #/3a, das dürfen Sie veröffentlichen. Äch bin sonst nicht dafür, aber ich will eine Ausnahme machen", sagt er, ^Ihrer guten Sache wegen!" Das nationalsozialistische deutsche deamlenrecht Bezirksversammlung des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Bezirk Oberheffen. schönten den Abend. Bund der Saarvereine. Ortsgruppe Gießen. An unsere THifglieber und alle in Gießen haften Saardeutschen und Pfälzer. In den Pausen konzertierte die Hauskapelle, und einige gemeinsam gesungene Soldatenlieder Gestern abend hielt der Bezirk Oberhessen des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen im Cafö Ebel zu Gießen eine gut besuchte Versammlung ab. Der Bezirksobmann, Rechtsanwalt und Notar Luley, eröffnete die Zusammenkunft und begrüßte hauptsächlich den Vortragenden des Abends, Prof. Dr. Hey land (Frankfurt). Dann gedachte Bezirksobmann Luley des kürzlich verstorbenen Oberstaatsanwaltes Dr. W o d a e g e, dem er anerkennende Worte widmete und zu dessen Gedenken ich die Versammelten von ihren Plätzen erhoben. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von pflegen und erhalten. Aus diesem Grund ergeht an alle in Gießen wohnhaften Saardeutschen und Pfälzer der Ruf, zu der am Mittwoch, 29. Mai, um 20.30 Uhr im „Bürgerhof" stattfindenden Versammlung "* idirifkn befa^ sich mit den Vor- dritten über die Nebentätigkeit des Beamten, die ♦* Maienblasen. Dom Turme der Io Hanne s k i r ch e wird heute, 19 Uhr, folgendes bärge« boten: 1. Choral: O heil'ger Geist kehr' bei uns cm. 2. Jägers Abschied (Wer hat dich du schöner Wald). 3. Ein Sträußchen am Hute, Volkslied. ** Mit dem Motorrad verunglückt. In der letzten Nacht zwischen 2 und 3 Uhr verunglückte auf der Landstraße zwischen Dutenhofen und Klein- Linden der 23 Jahre alte Wilhelm Knox aus Dutenhofen dadurch schwer, daß er mit seinem Motorrad gegen einen Baum fuhr. Der Verunglückte und die Maschine wurden von Passanten kurze Zeit nach dem Unglücksfall auf der Straße liegend vorgefunden. Die sofort benachrichttgte Frei- willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den bedauernswerten jungen Mann nach Ein neuer Punkt fei, daß die Bewerber eine vorgeschriebene Vorbildung und auch noch sonstige spezielle Eignung besitzen müssen, weiter müsse der Bewerber politisch zuverlässig und Arier sein. Weibliche Personen könnten erst nach Vollendung des 35. Lebensjahres in das Beamtenverhältnis berufen werden. Auch die Rechtstellunq der weib- Uchen Beamtin im allgemeinen sei anders geworden um em Doppelverdienen einer Beamtenehe zu vermelden. Eine weitere Neuerung betreffe die Besoldungsordnung, hier sei besonders die Stellung des Beamten bei der Umbildung von öffentlich-reckt- Körperschaften interessant. Der Gesetzgeber "ie ub!eit Erfahrungen und die bedauer- a^nirpf$°sma?9e berr Vergangenheit hier produktiv gewirkt. Weiter regle die Vorschrift über die An- öer ®..e^lter die Bezüge der Beamten in ^utunft grundsätzlich. Durch die Angleichungsmaß. mu^n die Gehälter der Landes- beamten an die der Reichsbeamten und die der D?ek?Ue?nariff Landesbeamten angleichen, die kommen müssen, weil gerade Anlaß 3U8man. weiterer Abschnitt befalle fiA des Gehirns auftreten. Gerade durch die Syphilis entständen viele Krankheiten, die den Menschen asozial und so zum Verbrecher machen würden. Man wisse nicht, wieviele Todesopfer gerade diese Seuche gefordert hätte, aber auf jeden Fall hätte sie lebensoerkürzend auf den Menschen gewirkt. Nach vielen erfolglosen Versuchen habe man schon an dem Erfolg, den Erreger zu sehen, gezweifelt, dies sei aber endlich im Jahre 1905 gelungen. Zur Heilung gehöre außer der Kenntnis eines Erregers noch das Gegenmittel, das den Erreger wirksam bekämpfe. Durch Tierversuche, die an und für sich hart seien, die man aber anwenden müsse, um die Möglichkeit des Heilungsprozesses verfolgen zu können, habe Lahnsette zu angebrachten großen genfter geeignet, im Sommer das Leben und Treiben auf der Lahn zu beobachten. Es handelt sich bei dem vaomon um eine Holzkonstruktion, die nach der Lahns eite zu angebrachten großen Fenster sind abnehmbar, außen ist das Gebäude mit Stülpverschalung versehen, innen sind die Wandflächen mit Heraklity- platten verkleidet. Letztere sind harmonisch gestrichen. Die Deckenbalken sind sichtbar und m Oelfarbe gehalten. Die Zwischenfelder, .die vertieft liegen- sind in der gleichen Weise, wie die Wandflachen ausgebildet. Das Ganze macht einen netten und freundlichen Eindruck. Nach der Lahnseite ist das Dach etwa zwei Meter vorgezogen und bietet bei ungünstiger Witterung besonderen Schutz. Die Saarsahne gehört nicht in ein Museum! Sie muß weiter über Deutschlands Gaue flattern, als Mahnzeichen, daß Deutschlands Grenzen immer noch bedroht sind, und als Aufforderung, daß jeder Deutsche die Berufung in sich trägt, für die Grenze einautreten. Dieser Gedanke kam anschaulich zum Ausdruck bei der Abstimmung, die am 23. März 1935 in Saarbrücken über das Schicksal des Bundes der Saarvereine stattgefunden hat. Mit einer Mehrheit von einigen hundert gegen etwa 10 Stimmen wurde dort beschlossen, daß der Bund als solcher weiterbestehen bleiben soll. Auch dies ist der Wunsch des Gauleiters B ü r ck e l, daß der Bund in irgendeiner Form seiner landsmannschaftlichen und Grenzlandsaufgaben erhalten bleiben soll. Wie wir überhaupt es uns in Deutschland abgewöhnen müssen, in kleinen Bezirken zu denken, so müssen wir uns auch von selbst in eine größere Gemeinschaft eingliedern, und diese größere Gemeinschaft kann nur der auf Wunsch Des Führers entstehende Gau Pfalz-Saar sein. Deshalb wird im Laufe der Zeit eine innige Verbindung sich herausbilden müssen zwischen den Saarländern und den Pfälzern im Reick. Der Bund hat na- türlich die große Aufgabe, die er bisher hatte, gelöst. Doch neue Aufgaben harren seiner! Er muß weiter als Landsmannschaft die Landsleute im Reich sammeln! Die Landsmannschaft besteht darin, daß die Landsleute zusammengeführt werden, daß sie ihre heimische Sitten und Bräuche Dienstherrn stünde. Eine reichsrechtliche Regelung des gesamten Beamtenrechts sei noch nicht erfolgt, es fei jedoch beabsichtigt, durch Reichsgesetz das Beamtenrecht für Beamte des Reiches, der Länder und der Kommunen, sowie der Körperschaft öffentlichen Rechts zu regeln, und zwar werde die bisherige preußische Gesetzgebung für die Reichsregelung die Grundlage sein. Der Titel 1 des neuen Gesetzes sehe die Schaffung von Beamtenstellen vor; früher habe es der Dienstherr in,ber Hand gehabt, einen Beamten einzusetzen; in Zukunft würden nur solche zu Beamten, die in ihrer Tätigkeit eine Obrigkeitsfunktion ausführen würden. Alle anderen Bewerber würden ein Angestelltenverhältnis eingehen. Die Beamtenanstellungen würden weniger werden, aber das Heer der Behördenangestellten werde größer. Der 2. Titel enthalte Vorichriften uuer die Begründung des Beamtenrechtänderungsgesetze!-. Diese Bestimmungen hätten Gültigkeit für alle deutschen Beamten, des Landes und der Kommunen sowohl als auch für die von Körperschaften öffentlichen Rechts. Dann gab Professor Heyland einen kurzen geschichtlichen Ueberblicf über den sog. Anstellungsakt und machte an Hand von Beispielen den Unterschied der verschiedenerlei Anstellungen klar, wobei er besonders Auswüchse des Gewohnheitsrechtes in dieser Beziehung anführte. Heute werde ein Bewerber nur durch eine Berufungsurkunde in das Beamtenverhältnis berufen, und es bedürfe nicht mehr des Anstellungsaktes allein, ferner befaffe sich das Beamtenrechtänderungsgesetz auch mit den Personen, die früher das Beamtenrecht erhalten hätten; hier sei vor allem festzustellen, ob der Mann auch heute noch als Beamter vor dem Gesetz gelte. Eine Aende- rung könne natürlich nur ein Reichsgesetz vorneh- men, so z. B. seien die Treuhänder der Arbeit Reichsbeamte auch ohne Rücksicht auf die Ausstellung einer Berufungsurkunde. Aber hierbei handele es sich nur um strenge Ausnahmen. Man sei bestrebt, endlich eine Einheitlichkeit in der Beamtenanstellung zu schaffen. An erster Stelle seien es deutsche Aerzte und Forscher gewesen, die den Kampf gegen die Seuchen ausgenommen hätten. Alle möglichen Versuche seien unternommen worben, um den Krankheiten entgegenzutreten. Keime seien es, die in den Körper hineingetragen werden, die man früher kurz giftige Stosse genannt habe. Die „aera antisepsis" habe zuerst die Reinlichkeit in die Krankenhäuser bei der Behandlung Kranker gebracht. Durch Robert Koch, der als Kreisarzt tätig gewesen sei, sei dann wieder eine neue Epoche in der Seuchenbekämpfung angebrochen. Koch ist es gelungen, die Erreger außerhalb des Körpers zu züchten und dann zu bekämpfen. Er wäre sich aber noch im unklaren gewesen, ob die Erreger zu den Pflanzen oder zu den Tieren zu rechnen seien. 3m Kampf gegen die Seuchen fei zunächst die Hauptsache der Schuh vor der Ansteckung. Man könne sich kaum einen Begriff machen, wieviele Todesopfer früher die Seuchen gefordert hätten. Professor R e i n w e i n erzählte dann von seinen Erfahrungen und Erlebnissen, die er als Kriegsgefangener in Rußland hatte. Nachdem der Erreger der Schwindsucht erkannt worden sei, sei die Sterblichkeitsziffer an dieser Krankheit immer kleiner geworden. Dann kam der Redner ausführlicher auf die Lustseuche zu sprechen und betonte besonders, daß im Anschluß oder als Weiterführung dieser Krankheit Störungen des Nervensystems und Interesie und im Kriegervereinswesen wurden ausgezeichnet mit dem Kyffhäuser-Ehrenzeichen in Gold: die Kameraden Trümpert, Angers- burger, Bourgeois, Haupt, Sraemer, Rübsamen,Rück,Schiffnie und Stumpf, in Silber: die Kameraden Kopp, Keller, Prof. Or. Heyland „Das nationalsozialistische deut- B e a m t e n r e ch t". Der Redner führte u. a. scheinen. Kameradschastsabend im Gindentenhaus. Am Donnerstag fand im Gießener Studenten- Haus ein Kameradschaftsabend des NSDStB.- Kameradschaftshauses statt. Kameradschaftsführer Friedrich konnte zu Beginn des Abends unter anderen Gästen mehrere Dozenten begrüßen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Professoren au den jungen Studenten gekommen seien, um mit ihnen einen Abend in echter Kameradschast zu verleben. Ueberhaupt müßten an der deutschen Hochschule Dozenten und Studenten eine Gemein- schäft bilden. Für die Gäste sprach Professor Eger. Er kam bei seinen Ausführungen u. a. auf die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht zu sprechen. Mit großer Freude habe jung und alt die allgemeine Dienstpflicht begrüßt. Im weiteren Verlaufe des Abends brachten die Kameradschaftshaus. Studenten noch manche Darbietung zur Unterhaltung dar. Der Zapfenstreich beendete den wohl- gelungenen Gemeinschaftsabend. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 25. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben, Bündel 20, das Pfund alte 15 bis 18, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen (grün) 50, Spargel 45, 50, 55, 60, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 70 Pf. bis 1 Mark, Zwiebeln 20 bis 22 Pf., Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, das Pfund neue 24 Pf., Aepfel 35 bis 65, Kirschen 55, Zwet- schenhoniq 40 Pf., Bienenhonig 1 Mark, ältere Hähne 70 bis 90 Pf., Suppenhühner 70 bis 80, Enten 80, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 50 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 früher Überall verschieden geregelt gewesen wären. O mülle bei jeder Nebentätigkeit, die honoriert werde, die vorgesetzte Dienststelle gefragt werden. Dann kam Professor Heyland aus das Be- amtendienststrasrecht zu sprechen Derantwor ung-. b«>mubt müßten gerade die Richter ihres Amtes tn diefemPunkte walten, denn wenn z. B. ein Beamter eine Gefängnisstrafe einen Tag langer als ein Jahr bekäme, dann erlösche sein Recht als Beamter. Denn in diesem Vortrag so viel von den Pflichten des Beamten gesprochen worden sei. so fei es deswegen geschehen, weit ein Verstoß gegen die Pflichten sehr schwer geahndet würde. Auch der Behördenleiter, der die größte Autorität nach unten und die größte Verantwortung nach oben habe, müsse Führer, Mensch und Kamerad seiner untergebenen Beamten sein. Zum Schluß betonte Pros. Heyland, daß heute im Gesetz und im System an erster Stelle die Pflicht stehe, wie es schon früher beim alten preußischen Beamtentum der Fall gewesen sei, und daß die heutigen Beamten sich gerne und freudig dem nattonalsozialistischen Staate unterstellten nach dem alten Wort: „Deutsch sein, hecht eine Sache um ihrer selbst willen tun". Die Ausführungen Prof. H e y l a njb s wurden mit großem Beifall ausgenommen. Rechtsanwalt und Notar Luley dankte dem Redner für fernen Vortrag, der ein Gebiet behandelt habe, das den meisten feiner Berufskameraden etwas fernergelegen habe. Einweihung des Heimes der Ortsgruppe Grünberg der NSDAP. + Grünberg, 24. Mai. Am gestrigen Don- nerstagabenb versammelten sich sämtliche Organisationen der NSDAP, vor dem ehemaligen Verwest fungsamt in der Bismarckstraße. Hier wurde durch eine Kundgebung die Einweihung des im unteren Stock dieses Gebäudes untergebrachten Par- teiheimes der hiesigen Ortsgruppe vorgenom- Zu der Feier war auch Pg. Klo st er mann erschienen, der nach Eröffnungs- und Begrüßungs- warten des Ortsgruppenleiters, Bürgermeister Wagner, die Weiherede hielt. In seinen Ausführungen betonte er die Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung, die in folgenden Begriffen gipfelten: Blut, Boden, Leistung, Führerprinzip, Kampf, Disziplin und Unterordnung, Ebre und Glaube an Deutschland. Schulung und damit Durch- öringung der kommenden Geschlechter mit nationalsozialistischem Gedankengut sei nötig, um diese vorzubereiten, dereinst die Aufgaben des jetzigen Geschlechtes übernehmen zu können. Es fei daher zu begrüßen, wenn eine Ortsgruppe diese Aufgabe ernst nehme und hierzu, wenn auch unter Opfern, sich ein eigenes Heim schaffe. Er schloß mit Sieg-Heil auf den Führer, worauf die Flaggenhissung am Heim erfolgte. Nach einem Lied des Jungvolkes und der Hitlerjugend fand die Feier am Heim mit dem Horst-Wessel-Lied ihr Ende. Da Pg. Klostermann an der weiteren Teilnahme verhindert war, sprach in der anschließenden Kundgebung in der Turnhalle Pg. Falk (Gießen). Er wies auf die große Rede des Führers hin, auf des- fen Worte die ganze Welt gelauscht habe, während die Reden anderer Staatsmänner nur selten über die Grenzen ihrer Länder hinaus beachtet würden. Mit größter Offenheit habe der Führer vor aller Welt sein Ziel bekannt: Deutschlands Ehre zu wahren und für den Frieden einzutreten, um in friedlicher Arbeit wirken zu können. Während andere Völker, die Nutznießer des Krieges, erst heute, lange nach dem Kriege, auch dessen Folgen wie Inflation, Arbeitslosigkeit und zunehmenden Verfall ihrer Wirtschaft, zu spüren bekommen, habe Deutschland durch Adolf Hitler und die von ihm entfachte Bewegung diese Zeit glücklich überwunden und werde von ihm schrittweise einer besseren Zukunft entgegengeführt, wenn auch vielleicht im Innern sich Mächte dagegen stemmen. Das deutsche Volk, bas 1914/18 Leistungen wie kein anderes Volk vollbracht habe, fei beute unter einer Idee geeinigt. Auch hier wurde die Kundgebung mit dem Horst-Wessel- Lied geschlossen. Svremzri'rwen »er Nevattion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samskagnach. mittag geschlossen. Klein, Wagner und Schmoll. Der erste Vereinsführer beglückwünschte die aus» gezeichneten Kameraden und sprach gleichzeitig dem anwesenden Kameraden Bourgeois, der am 24. Mai feinen 86. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische feiern konnte, die herzlichsten Glückwünsche der Kameradschaft aus. Namens der Ausgezeichneten dankte Kamerad Schiffnie in bewegten Worten. Kamerad Prof. Dr. Kaufmann sprach über bas neue Wehrgesetz, gab seiner Freube Ausdruck, baß unsere jungen Leute jetzt Solbat werden, schilderte seine freiwillige Meldung zum Heeres- bienst und betonte, daß das deutsche Volk ein soldatisches, nicht kriegerisches Volk sei; seine Worte klangen aus in einem dreifachen Hurra auf die deutsche Wehrmacht. Anschließend hörte man aus der Mitte der Versammlung mit Begeisterung fingen: ,„Jch war Soldat und war es gerne". Am 7. und 8. Juli findet in Kassel der 5. Reichskriegertag statt. Die Kriegerkameradschaft Gießen beteiligt sich dabei; hierfür liegen bereits zahlreiche Meldungen vor. Die Fahrt erfolgt in Sondervost- autos, ober mit ber Bahn, bie Kamerabschafts« taffe gewährt einen Reisekostenzuschuß. Die Ka- meraben, die mit nach Kassel fahren wollen und sich noch nicht gemeldet haben, können sick noch bis zum Montag, 27. Mai, mittags 12 Uhr, bei Hugo Hartmann, Ludwigsplatz 4, Wenschast im Dienst für das deutsche Volk. Vortrag über ^Die Wichtigkeit der Erforschung und Bekämpfung einer Seuche". Am Donnerstagabend hielt im großen Hörsaal hn> Ännblüs ent- ber Universität vor zahlreichen Volksgenossen Prof. Dr. Re in wein, als Fortsetzung der Vortrags- reihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk', einen hochinteressanten Vortrag über „Die Wichtigkeit der Erforschung und Bekämpfung einer Seuche". Der Redner erläuterte zuerst auf Grund der Geschichte den Begriff Seuche und kam dann auf die Entstehung einzelner Krankheiten zu sprechen. Früher hätte man noch nicht gewußt, wie die Krankheiten zustande gekommen seien, aber gleich habe das Forschen nach den Ursachen angefangen. “'S '' Recht und Unrecht um die Telephonzelle a t u le •x ve fr i । e e bin )ine >as uch 3 h il ib n r b i I gegen vorangegangene Jnventarverpfändung bereits ein Darlehen gewährt worden ist. Der Pächter kann den Antrag auf Eröffnung des Entschuldungsverfahrens noch bis zum ° "* ~! 19 35 bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Die Entschutdungsoerordnung vom 12. März 1935 enthält eine ganze Reihe spezieller Vorschriften über die Behandlung der nach dem Pächterkreditgesetz durch Jnoentarpfandrecht gesicherten Darlehensfor- derungen, über Forderungen, die nicht aus der Gewährung eines erststelligen Pächterkredites entstanden sind usw., deren Erörterung an dieser Stelle zu weit führen würde, sowie über Barbegleichung von Forderungen. Hinsichtlich dieser muß auf den umfangreichen Gesetzestext verwiesen werden. Für landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Pachtbetriebe mit einer Fläche von weniger als 30 Hektar, die gesetzlich als Kleinpachtbetrieb gelten, kann die Pachtbank die Schuldenregelung nach folgenden besonderen Vorschriften durchführen: Sie kann im Einvernehmen mit der Deutschen Zentral- genossenschaftskasse die Durchführung der Schuldenregelung örtlichen Genossenschaften des ländlichen Genossenschaftswesens übertragen, die in diesem Falle zur Durchführung der ihnen übertragenen Schuldenregelungsverfahren verpflichtet sind; ih" Es ipP ine. )l)N die ;es. pp' in ihn re. ns« xnö hre 'M .■<1 I? ib er n. ,VS' hen stet ;Iii) Wann handelt der Bauer fahrlässig? Wichtige Entscheidungen des Reichsgerichts. Das Recht im täglichen Leben. Entschuldungsbetrieb liegt, schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle stellen, auch wenn ein frühe- rer, nach dem Schuldenregelungsgesetz gestellter Antrag abgelehnt worden war. Liegt der Entschuldungsbetrieb in mehreren Gerichtsbereichen, so ist dasjenige Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk sich die Betriebsleitung befindet. Die Vorschriften des § 81 des Entschuldungsgesetzes, wonach der Inhaber eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betriebes auch ohne Durchführung eines Entfchuldungs- oder Zwangs- oergleichsvexfahrens beantragen kann, daß fein Betrieb zum Entschuldungsbetrieb erklärt werde (sog. Selbstentschuldung), gelten für Pächter nicht. Entschuldungsstelle ist die Deutsche Pachtbank e. G. m. b. H. in Berlin (Pachtbank). Diese ist auf Aufforderung des Entschuldungsgerichts verpflichtet, für Pachtbetriebe die Aufgaben der Entschuldungsstelle zu übernehmen. Die Pachtbank kann auch als Entschuldungsstelle für Eigenbetriebe ernannt werden. Sie unterliegt der Aufsicht des Reichs und untersteht der Aufsicht eines Kommissars mit der Amtsbezeichnung „Kommissar der Reichsregierung für die Pächterschuldenregelung". Ein Verpächter, dessen Betrieb ganz oder überwiegend verpachtet ist, kann die Eröffnung des Entschulüungsoerfahrens auch noch nach dem Ablauf der allgemeinen Antragsfrist innerhalb einer von der Entschuldungsstelle zu setzenden angemesse- nen Frist beantragen. Die Vorschriften für Eigenbetriebe gelten auch für das Schuldenregelungsverfahren des Verpächters. lieber die Eröffnung des Entschuldungsverfahrens ist vom zuständigen Amtsgericht ein Beschluß zu erlassen, der außer dem Pächter und der Pachtbank (s. o.) auch dem Verpächter und den Gläubigern zugestellt werden muß, für welche auf Grund des Pächterkreditgesetzes bei dem Amtsgericht ein Derpfändungsvertrag niedergelegt, oder ein Siche- rungsübereignungsvertrag angemeldet ist. In bereits eröffneten Verfahren kann das Entschuldungsgericht die Gläubiger des Schuldners erneut zur Anmeldung ihrer Ansprüche auffordern, auch wenn dies bereits geschehen ist. Die Eröffnung des Ent- fchuldungsverfahrens ist in das Verzeichnis einzutragen, in dem die Jnventarpfandverträge eingetragen sind. Mit der Eröffnung des Entschuldungsverfahrens und bei bereits anhängigen Verfahren treten folgende wichtige Rechtswirkungen ein: 1. Ein bereits durch Kündigung des Verpächters oder ohne Kündigung schon abgelaufenes oder ablaufendes Pachtverhältnis wird bis zur rechtskräftigen Beendigung des Schuldenregelungsverfahrens verlängert; ein hierüber etwa beim Pachteinigungsamt anhängiges Verfahren ist einstweilen auszusetzen; 2. Die Vollstreckung eines gegen den Pächter erwirkten Räumungsurteils ist bis zum Ablauf eines Monats nach der rechtskräftigen Beendi- gung des Schuldenregelungsoerfahrens eingestellt; 3. Verfügungen über Jnventarstücke, einschließlich der wirtschaftsnotwendigen Vorräte, sowie über die aus der Lieferung landwirtschaftlicher Er- Zeugnisse entstandenen Forderungen sind, soweit sie über den Rahmen ordnungsmäßiger Wirt- schaftsführung hinausgehen, bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens unzulässig. Hat der Verpächter gegen den Pächter, nachdem letzterer den Antrag auf Eröffnung des Entschuldungsverfahrens gestellt hat, in Kenntnis dieses Antrages einen vollstreckbaren Titel aus Räumung des Pachtgrundstückes erlangt und ist dieses daraufhin vom Pächter geräumt worden, so steht diese Tatsache der Eröffnung und Durchführung des Schuldenregelungsverfahrens nicht entgegen, es fei denn, daß das Pachtgrundstück bereits anderweitig verpachtet ist, oder daß keine Gewähr für die erfolgreiche Durchführung des Verfahrens bestehl, insbe- sondere wenn Gründe vorliegen, welche die Verlängerung des Pachtverhältnisses als eine schwere Unbilligkeit für den Pächter, oder die ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes durch den Pachter nicht gesichert erscheinen ließen. Das Entschuldunqsgericht kann bei ausrelchenv vorliegenden Gründen auch einen Sequester (Zwangsverwalter) einsetzen. Der Jnoentarwert des Pachtgrundstückes ist durch Schätzung nach dem gemeinen Wert zu ermitteln. Die Entschuldungsstelle setzt die Zinsleistungsgrenze untex, maßgebender Berücksichtigung der persönlichen Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit des Pächters fest. Handlangerdienste. Ein Teil des Dachstuhls stürzte beim Bau ein und verletzte die Magd erheblich. Der Maurer wurde wegen Baugefährdung bestraft. Die Berufsgenossenschaft trat natürlich für die Magd ein, verlangte aber Ersatz der Aufwendungen vom Bauern. Das Reichsgericht hat das abgelehnt mit der Begründung, daß das Erbauen eines solchen Gebäudes nicht zur landwirtschaftlichen Tätigkeit gehöre und den Bauern, der ja nicht bauverständig [et, insoweit keine besondere Sorgfaltspflicht treffe, Die im wesentlichen aus der besonderen Sachkunde hergeleitet wird. Die Fahrlässigkeit kann aber auch darin bestehen, daß eine Betriebstätigkeit ohne die erforderliche Sachkunde ausgeübt wird, so z. B., wenn ein Bauer sich Maschinen ausleiht, mit deren Bedienung er nicht völlig vertraut ist. Alles das gilt für Unfallschäden, die Betriebsangehörige des Bauern erleiden, die der Berufs- genojsenfchaft angehören. Die Haftung für Schäden, die unbeteiligte Dritte erleiden, geht im allgemeinen weiter. Da genügt jede Verletzung der Sorgfalts- pflicht. Sie braucht nicht durch den Beruf begründet zu fein. Aus der Fülle der Entscheidungen seien einige angeführt: Wer Maschinen und gefährliche Gegenstände betreibt, muß dafür sorgen, daß in der Nähe verkehrende Personen nicht geschädigt werden. Diese Sorgfaltspflicht gilt nur für gefährliche Gegenstände, nicht für solche, die nur bei ganz unvorsichtiger und unvernünftiger Handhabung Schaden verursachen können. Besonders groß ist die Sicherungspflicht gegenüber Kindern. Der Bauer darf nicht eine Handhäckselmaschine an einer unverschlossenen Stelle, an der Kinder zu verkehren pflegen, unverwahrt stehen lassen. Wer eine Sense an einem frei zugänglichen Ort liegen läßt, haftet für den Schaden, wenn jemand hineintritt. Er haftet nicht, wenn er sie in einem Garten liegen läßt und dort ein Kind hineintritt, das über den Zaun gestiegen ist und das er schon wiederholt verjagt hatte. Ein Bauer, der eine nicht mehr benutzte Dreschmaschine abseits auf seinem nach der Straße zu offenen Hofe unverwahrt hatte stehen lassen, wurde wenigstens zum Teil für haftbar erklärt für den Schaden, der einem achtjährigen Knaben dadurch entstanden war, daß er in die freiliegenden Kammräder der Maschine geriet, obwohl er dem Kinde das Betreten des Hofes verboten und es mit Schlägen vom Hofe gejagt hatte. Er hatte es aber nicht auf die besonderen Gefahren aufmerksam gemacht, die durch die Maschine drohten. Fahrlässig handelt der Bauer, der Kinder auf einem beladenen Wagen mitnimmt, von dem aus er nicht auf die Kinder achtgeben kann. Der Bauer muß damit rechnen, daß Spielgefährten zu feinem von ihm in der Scheune deichäftigten Sohne kommen und muß daher für Sicherheit einer Bodenluke sorgen. Das muß er ebenfalls tun, wenn er einem anderen in seiner Scheune einen Platz zum Lagern überläßt. Sonst braucht aber auf spielende Kinder nicht jedwede Rücksicht genommen zu werden. Ein fünfjähriger und ein dreijähriger Junge be- suchten den fünfjährigen Enkel eines Bauern im Wer kennt das nicht: man steht in der Telephonzelle, spricht und spricht. Draußen stehen Ungeduldige, die auch noch zu telephonieren haben. „Fasse dich kurz!" kann man lesen, und einer nach dem andern der Wartenden ruft ungeduldig dem in der Zelle Sprechenden zu: „Fasse dich kurz!". Der Sprechende stört sich nicht daran, er führt ein Gespräch nach dem andern. Mit welchem Recht? Er hat die Zelle nicht gemietet, hat auch nicht auf Grund eines Dienstvertrages mit der Poft das Recht, in der Zelle zu sprechen. Es liegt ein sogenanntes „öffentlicht-rechtliches Rechtsverhältnis" vor. Das gibt jedem das Recht, in der Telephonzelle zu sprechen. Man kann also 2, 5 oder 10 mal telephonieren, man hat das Recht dazu; aber sobald das nur geschieht, um die draußen Wartenden zu ärgern und zu schikanieren, hält man sich nicht mehr mit Recht in der Zelle auf. Aber die War- tenden sind nicht berechtigt, den Sprecher aus der Zelle zu befördern. Einzig und allein die Polizei oder die Poft hat das Recht, den Zellen„bewohner" herauszuholen. Der Aufforderung der Poft oder der Polizei muß- man unbedingt Folge leisten, ganz gleich, ob man in der Zelle gerade ein Zehnpfen- nigstück eingeworfen und noch nicht gesprochen hat, ober nicht. Folgt man der Aufforderung der Po- lizei ober Post nicht, so macht man sich eines Haus- friebensbruchs fchulbig. Hausfriebensbruch: das heißt laut Strafgesetzbuch § 123: „Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum einen Anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienste bestimmt sind, widerrechtlich einbringt, ober wer, wenn er ohne Befugnis barin verweilt, auf bie Aufforberung des Berechtigten sich nicht entfernt, wirb wegen Hausfriebensbruches mit Gefängnis Hvlzstall und wollten dort mit einem unverwahrt liegenden Beile Holz spalten. Dabei schlug der fünfjährige Besucher dem Dreijährigen zwei Finger ab. Das Reichsgericht hat dazu ausgeführt: Es ist unter allen Umständen Fahrlässigkeit, wenn jemand kleine Kinder ohne Aufsicht in die Nähe so gefährlicher Geräte, wie es ein geschliffenes Beil ist, gelangen läßt. Die Möglichkeit, daß die Kinder mit dem Gerät hantieren werden, liegt sehr nahe, sie ist durch die kindliche Natur allgemein begründet. Es mag sein, daß auf dem Lande in einfachen Verhältnissen eine ständige Aufsicht nicht immer durchzuführen ist. Hier war sie aber durchführbar. Der Bauer brauchte nur den Stall abzuschließen, ober bas Beil vor Den Kinbern zu sichern, ober aber die Kinder nicht ohne Aufsicht in den Stall zu lassen. Ein mündliches Verbot genügte dazu nicht, wenn sich der Bauer nicht vergewisserte, daß es befolgt wurde. Er wurde für den Schaden haftbar gemacht. Wir sehen aus alledem, daß die Anforderungen bisweilen recht hochgespannt werden. Nachhaltigen Schutz gegen die Auswirkungen solcher Unfälle kann nur eine Haftpflichtversicherung gewähren. Die RechtsMigkeii von Scherungsüberergnungen. Die Sicherungsübereignung ist im Wirtschaftsleben eine weitverbreitete Form der Sicherheitsleistung, insbesondere in solchen Fällen, in denen andere Sicherheiten, z. B. Bürgschaft ober Hypothek, nicht in Frage kommen, ober in Fällen, in benen bie Sicherungsübereignung zusätzlich zur Verstärkung anderer Sicherheiten dienen soll. Die Sicherungsübereignung ist indessen nicht immer rechtlich unbedenklich, da oftmals die Gefahr besteht, daß der Uebereignungsoertrag nach dem Umfang und der Art der übereigneten Gegenstände wegen Verstoßes gegen die guten Sitten, ober wegen mangelnber Bestimmtheit nichtig ist. Jnsbesonbere ist bie Frage umstritten, ob eine Sicherungsüber« eignung unentbehrlicher Gegenstände gegen die guten Sitten verstößt. Mit dieser allgemein wichtigen Frage befaßt sich ein Urteil des Landgerichts Bochum vom 4. Juli 1934 (vgl. Juristische Wochenschrift, 63. Jahrgang, Heft 43, Seite 2721). Die Beklagten waren Mieter in einem Hause des Klägers. Sie schuldeten diesem noch einen größeren Betrag an rückständiger Miete. Wegen dieses Betrages hatten die Parteien einen Sicherungsübereignungsoertrag geschlossen, wonach oerfchiedene Gegenstände dem Kläger für seine Forderung übereignet worden waren. Die Gegenstände waren den Beklagten leihweise weiter überlassen worden. Der Kläger verlangte nun auf Grund des Sicherungsübereignungsvertrages Herausgabe der ihm übereigneten Möbel. Die Beklagten wendeten ein, die Gegenstände seien Aur Fortführung ihres Haushaltes unentbehrlich und deshalb unpfändbar. Das Gericht hat dem Herausgabeanspruch statt- gegeben, denn weder der Sicherungsübereignungs- vertrag, noch das Herausgabeverlangen verstoßen gegen die guten Sitten. Es wird zwar in der Rechtsprechung die Meinung vertreten, daß die Sicherungsübereignung von notwendigen Gegenständen unter allen Umständen unsittlich fei. Diese Ansicht ist aber nicht schlechthin auf jeden Sicherungsübereignungsvertrag anwendbar. Zwar kann es möglich fein, daß ein solcher Vertrag unsittlich ist, nämlich dann, wenn die Begleitumstände des § 138 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorliegen, b. h. wenn bas Rechtsgeschäft unter Ausbeutung ber Notlage, bes Leichtsinns ober ber Unerfahrenheit bes anberen wucherischen Charakter trägt. Hier kann aber bavon keine Rebe sein, so baß ber Siche- rungsübereignungsDertrag als solcher gültig ift Wenn ber Vertrag als solcher wirksam ist, so ergibt sich aus ihm auch ber Anspruch auf Heraus« gäbe. Das Herausgabeverlangen kann nicht als unsittlich betrachtet werben, ba ber Herausgabeanfpruch auf einem gültigen Vertrag beruht. Die entfpre- chenbe Anwenbung bes § 811 ber Zivilprozeßordnung, der gewisse Gegenstände der täglichen Lebenshaltung für unpfändbar erklärt, ist hier nicht am Platze. Der dieser Vorschrift zugrunde liegende Rechtsgedanke will eine sog. Kahlpfändung, welche die wirtschaftliche Existenz des Schuldners vernichtet, verhindern. Der Staat will dem Gläubiger nicht seine Machtmittel zur Verfügung stellen, um auf diese Weise in die unentbehrlichen Gegenstände eines Schuldners vollstrecken zu können. Der § 811 ber Zivilprozeßordnung verbietet aber nicht bie zwangsweise Herausgabe von unentbehrlichen Ge- genftänben, wenn die Grundlage für das Heraus- gabeverlanqen ein Vertrag bildet, den der Schuldner in voller Kenntnis seiner Tragweite geschlossen hat. Wenn der Schuldner einen solchen Vertrag freiwillig erfüllen kann, was unzweifelhaft ist, so kann auch bie zwangsweise Erfüllung bieses Vertrages nicht gegen die guten Sitten verstoßen. Wenn kürzlich in einem Urteil des Landgerichts Breslau zum Ausdruck gebracht worden ist, daß vom Standpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung die Sicherungsübereignung abzulehnen sei, weil sie gegen die Reinlichkeit und Redlichkeit des Geschäftsverkehrs verstoße, fo geht dieser Standpunkt zweifellos zu weit, und es ist deshalb von Interesse, daß Dr. Pätzold, der bekannte Referent und Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium, erklärt hat, daß dieser Auffassung die Anerkennung versagt werden müsse. Es sei zwar richtig, daß bie Sicherungsübereignung, wie sie sich im Verkehr ausgebilbet habe, erhebliche Mängel aufweise. Anderfeits lasse sich aber nicht bestreiten, daß bas Faustpfanb nicht ausreiche, um ben Be» bürfnissen bes Verkehrs für Krebitsicherung zu genügen. Wollte man, der Entscheidung des Gesetzgebers oorgreifenb, die Sicherungsübereignungen schon jetzt allgemein für unzulässig erklären, so würde man eine Unsicherheit in die Praxis der kreditgebenden Anstalten bringen. Auch würde man in unerwünschter Weise die Hingabe neuer Kredite an Unternehmen erschweren, deren Aufrechterhaltung ebenso im Interesse der Arbeitsbeschaffung, wie der allgemeinen Wirtschaftsproduktivität von Bedeutung sei. Man würde schließlich gerade die Existenz kleinerer Betriebe und wirtschaftlich schwächerer Volksgenossen, denen andere Möglichkeiten der Kreditsicherung nicht zur Verfügung stehen, gefährden. _________________________________ Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt, ift dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Wer vorsätzlich oder fahrlässig Leben, Körper oder Gesundheit widerrechtlich verletzt, macht sich strafbar. Vorsätzlich? Nun, wir wollen es einmal gemeinverständlich, wenn auch nicht ganz richtig mit „absichtlich" übersetzen. Fahrlässig dagegen handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht läßt, wer eine Handlung vornimmt ober unterläßt, obwohl er bei gehöriger Sorgfalt mit ber Möglichkeit hätte rechnen müssen, baß seine Hanb- lungsweise Schaben anrichtet. lieber bas absichtliche Schabenstiften brauchen wir uns weiter nicht zu unterhalten. Es ist nicht fo häufig unb bietet auch rechtlich keine großen Schwierigkeiten. Sehr schwer ist aber oft bie Frage zu beantworten, ob eine Handlungsweise als fahrlässig angesehen werden kann oder nicht, wie viel Sorgfalt also gefordert werden muß. Um sich vor Ersatzansprüchen zu schützen, tut der Bauer gut daran, Haus und Hof, Maschinen und Geräte so in Ordnung zu halten, daß nach menschlichem Ermessen Unfälle nicht entstehen können. Für Unfälle, die ihn und seine Leute im Betrieb treffen, steht ja zunächst die Unfallversicherung der landwirtschaftlichen Berufsgenosfenschaft ein. Aber das befreit den Bauern nicht von seiner Sorgfaltspflicht. Denn wenn festgestellt wird, daß der Bauer die Sorgfalt außer Acht gelaffen hat, die in feinem Berufe von ihm gefordert werden muß, so muß er der Krankenkasse, der Berufsgenossenschaft alle die Aufwendungen ersetzen, die diese infolge des Unfalles hat machen müssen. Und das können sehr brük- kende Beträge sein, wenn z. B. etwa ein verheirateter Knecht, ber Kinber hat, burch ben Unfall feine Er- werbsfähiykeit zum wesentlichen Teil ober etwa gar bauernb völlig verloy. Der Bauer muß sich also zunächst mit ben Unfall» oerhütungsvorschriften feiner Berufsgenosfenschaft vertraut machen unb alle dort vorgeschobenen Schutzmaßnahmen anbringen. Vernachlässigt er diese Pflicht, fo handelt er fahrlässig. Ein Fall, von dem kürzlich berichtet wurde: Ein Beamter der Berufs- genofsenschaft rügt bei einem Kontrollbesuche, daß an einer Häckselmaschine der vorgeschriebene Schutzkorb fehlt und verlangt sofortige Abstellung des Mangels. Sie wird aus Nachlässigkeit verzögert. Inzwischen verliert ein Knecht an ber Maschine beim Häckselschneiben brei Finger einer Hanb, weil biefer Schutzkorb noch immer fehlte. Die Folge ift, baß ber Bauer bem Knecht, besten bauernbe Erwerbs- beschränkung mit 50 Prozent feftgeftellt wird, bis an dessen Lebensende eine Rente zahlen muß, die diese Erwerbsbeschränkung ausgleicht, weil er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Diese Ersatzpflicht ber Berufsgenosfenschaft gegenüber tritt aber nur bann ein, wenn eine Verletzung ber Berufspflichten als Bauer vorliegt. Das würbe z. B. im folgenben Falle verneint: Ein Bauer ließ burch einen Maurer ein Wirtfchaftsgebäube errichten. Auf Anweisung bes Bauern leistete habet eine Magd sie gelten als Hilfsstellen der Packtdank. Letztere gewährt bem Kleinpächter ein Entschulbungsbarlehen. Von einer Jnventarverpfänbung nach bem Pächterkreditgesetz kann abgesehen werden. Das Entschuldungsdarlehen ift jedoch nach Möglichkeit anderweitig zu sichern. Ist ber Pächter nicht Eigentümer des Inventars, so kann ihm bie Entschuldungsstelle ein Entschuldungsbarlehen bis zu 30 v. H. bes Jnven- tarwerts gewähren, wenn dadurch ber Betrieb erhalten werben kann unb feine Weiterführung nach ben Grundsätzen einer ordnungsmäßigen Wirtschaft gesichert erscheint. Das Darlehen ist sicherzustellen. Bei gärtnerischen Packtbetrieben ist Entschul- dungsstelle ausschließlich Die Deutsche Gartenbau- Kreditaktiengesellschaft in Berlin, die der Reichs- aufficht untersteht. Die Entfchuldungsstelle hat durch Ueberwachung des Betriebes nach Durchführung des Verfahrens dafür Sorge zu tragen, daß die Schulden ordnungsmäßig verzinst und getilgt werden. Die pächierenischul-ungs- verordnung vom 12. März 1935. Bekanntlich ist unter ben ßanbmirten auch ber Pächterstanb vielerorts in erhebliche Derschulbung geraten. Nach bem Gesetz zur Regelung ber lanb- wirtschaftlichen Schulboerhältnisfe vom 1. Juni 1933 wurde bie Reichsregierung deshalb u. a. ermächtigt, Vorschriften ergänzenden Inhalts auch für Pachtbetriebe zu treffen. Sie hat bann bie Pächterent- fchulbungsverorbnung vom 12. März 1935 erlassen. Unter Weglassung der hier nicht interessierenden besonderen Vorschriften für Mecklenburg und das Osthilfegebiet sind folgende Derordnungsbestimmun- gen für unser Gebiet von allgemeinem Interesse: Die Pächterentschuldungsverorbnung gilt für bie Schulbenregelung bei Inhabern lanbwirtfchaftlicher ober forstwirtschaftlicher Pachtbetriebe. Die Vorschriften bes Schulbenreyelungsgesetzes vom 1. Juni 1933 unb feiner Durchführungsbestimmungen gelten insoweit, als bie Pächterentschuldungsverorbnung nicht anberes beftimmt. Pachtbetrieb im Sinne ber hier behanbelten 23er- orbnung ist auch ein Betrieb, bei bem zu einem dem Betriebsinhaber gehörenben Hofe noch Lanb !ur weiteren landwirtschaftlichen ober forstwirt- chaftlichen Nutzung hinzugepachtet ift, wenn die wirt- chastliche Bedeutung des Pachtlandes gegenüber ber des Eigenlanbes. überwiegt. Solches ist insbesondere bann anzunehmen, wenn bem Pächter auf Grund des Pächterkreditgefetzes vom 9. Juli 1926 bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark bestraft." Bekanntlich darf man — wenn man von der Polizei aus der Telephonzelle herausgeholt wird — sich nicht widersetzen. Muß der Polizeibeamte Gewalt anwenden, weil man sich wehrt, so widersetzt man sich damit der Staatsgewalt, was eine empfindliche Strafe einbringt. Leider gibt es aber auch Fälle, in denen die ungeduldig Wartenden alle nur erdenklichen Beleidigungen gegen den Sprecher in der Zelle vorbringen. Eine Beleidigung kann man zunächst vor dem Schiedsmann in Ordnung bringen, wenn man sich da nicht einigt, kann man Privatklage erheben. Sollten die allmählich in Zorn geratenen Draußen- stehenden den Sprecher sogar prügeln, fo machen sie sich damit einer vorsätzlichen Körperverletzung schuldig; das Strafgesetzbuch sagt dazu in § 223, Absatz 1 folgendes: „Wer vorsätzlich einen Anderen körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit beschädigt, wird wegen Körperverletzung mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe l is zu eintausend Mark bestraft". Selbstverständlich kann man sich auch gegen die Zudringlichen vor ber Zelle wehren. Aber babei heißt es, gut acht geben. Denn nur wenn man in Notwehr hanbelt, macht man sich nicht strafbar. Notwehr ist, wenn eine Verteibigung geschieht, um einen gegenwärtigen rechtswibrigen Angriff von sich abzuwenben. Aber im Zorn kann man wohl nicht immer klar entscheiben, ob man in Notwehr ober ober nicht. Allen biefen unangenehmen Dingen unb Zustän- ben kann man einzig unb allein aus bem Wege gehen, wenn ein Volksgenosse auf ben anberen Rücksicht nimmt. Jeher fasse sein Gespräch so kurz wie möglich, bann kommen alle zu ihrem Recht. prämiierungsergebmffedesLang-GönserMrktes Pferde. Belgier: Klasse 1. Zweijährige Fohlen: 1. Preis Wilhelm K. Klotz, Holzheim. Klasse 2. Dreijährige Fohlen: 1. Preis Friedrich Müller, Hörnsheim; 2. Pr. Heinrich Klein, Hörnsheim. Klasse 3. Dreijährige und ältere Stuten mit Saugfohlen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft und 1. Pr. Wilhelm Wagner, Kirch-Göns; 1. Pr. Heinrich Blecher, Lang-Göns; 2. Pr. Wilhelm Alt, Gambach; 3. Pr. Wilhelm Reul, Ober-Hörgern; Karl Wenzel, Lang-Göns. Klasse 4. Vierjährige und ältere Stuten ohne Saugfohlen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft W. Gg. Ohly, Holzheim; Ehrenpreis Wilhelm Wagner, Kirch-Göns; la-Pr. Eugen Weber, Lang-Göns; Id-Pr. Wilhelm Ruth, Pohl-Göns; 2a-Pr. Wilhelm Laux, Holzheim; 2b-Pr. Heinrich Nern, Kirch-Göns; 3a-Pr. Heinrich Blecher, Lang-Göns; 3b-Pr. Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; 3c-Pr. Gemeinde Großen-Linden; Anerkennung: Wilhelm Laux, Holzheim. Familien. Ehrenpreis der Landesbauernschaft Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns. Oldenburger: Klasse 1. Zweijährige Fohlen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft Otto Eckhardt, Kirch-Göns; 2. Pr. Ernst Mack, Fauerbach; 3. Pr. Wilhelm Wächter, Gambach. Klasse 2. Dreijährige Fohlen: la-Pr. Heinrich Görlach, Ober-Hörgern; Ib-Pr. K. W. Jung, Lang- Göns; 3. Pr. Karl Bopf, Lang-Göns. Klasse 3. Vierjährige und ältere Stuten mit Saugfohlen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft Walter Weber, Gambach; 2a-Pr. Paul Buß, Gambach; 2b-Pr. Albert Weil, Lang-Göns; 3. Pr. Gustav Reiner, Gambach; Anerkennung: Hermann Bender, Gambach. Klasse 4. Vierjährige und ältere Stuten ohne Saugfohlen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft Heinrich Dern, Lang-Göns; Ehrenpreis: W. Kloun, Wwe., Niederkleen; la-Pr. Otto Eckhardt, Kirch- Göns; Ib-Pr. Otto Schneider, Hörnsheim; 2a-Pr. Karl Bopf II., Lang-Göns; 2b-Pr. Karl Felten II., Lang-Göns; 3a-Pr. Heinrich Bender, Gambach; 3b-Pr. Wilhelm Wächter, Gambach. Familien: Ehrenpreis der Landesbauernschaft Wilhelm Wächter, Gambach. Rindvieh. Vogelsberger Rasse (Rotvieh): Klasse 1. Bullen bis zu zwei Jahren: 2. Preis Karl Müller IV., Lang-Göns; Heinrich Ludwig, Hörnsheim; Wilhelm Ludwig, Hörnsheim; Wilhelm Beppler I., Hörnsheim; 3. Pr. Paul'Weber, Hochelheim; Gemeinde Lang-Göns. Klasse la. Aeltere Bullen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Gemeinde Großen-Linden; 2. Pr. Prinz zu Solms-Lich, Mühlsachsen; Anton Viehmann II., Hochelheim. Klasse 2. Tragende Rinder: 2. Pr. Heinrich Hofmann, Hörnsheim; Heinrich Ludwig, Hörnsheim; Heinrich Müller, Lang-Göns; Karl Müller, Lang- Göns; Hermann Schmidt, Hörnsheim; Wilhelm Beppler, Hörnsheim; Hermann Schmidt I., Hörnsheim; 3. Pr. Wilhelm Hofmann, Großen-Linden; Karl Weber, Hochelheim; Heinrich Hofmann, Hochelheim; Fr. Birkenstock, Hochelheim; Karl Jung, Hochelheim; Anerkennungen: Fr. Birkenstock, Hochelheim; Karl Keblowsky, Nieder-Bessingen; Prinz zu Solms-Lich, Mühlsachsen; Otto Schneider, Hörnsheim. Klasse 3. Kühe mit 1 bis 3 Kälbern: Ehrenpreis der Landesbauernschaft Joh. Schäfer, Hörnsheim; Joh. Beppler, Hörnsheim; Karl Franz, Hochelheim; Georg Beppler, Hörnsheim; Otto Heß, Lang-Göns; 1. Pr. Anton Jung, Hochelheim; Heinrich Müller, Lang-Göns; 2. Pr. Karl Keblowsky, Nieder-Bessm- gen; Joh. Schieferstein, Hörnsheim; Paul Weber, Hochelheim; 3. Pr. Joh. Müller V., Lana-Gons, Karl Müller IV., Lang-Göns; Heinrich Ludwig, Hörnsheim; Heinrich Hofmann, Hörnsheim: Prinz zu Solms-Lich, Mühlsachsen; Anerkennungen: Wilhelm Ludwig, Hörnsheim; Otto Geißler, Hörnsheim; Joh. Hoßbach, Hörnsheim; Konrad Wenz, Hochelheim; Wilhelm Hofmann I., Großen-Linden; Wal- ter Ludwig, Großen-Linden; Ludwig Schmidt V., Watzenborn. Klasse 4. Aeltere Kühe mit vier und mehr Kalbern: Ehrenpreise der Landesbauernschaft: Hermann Schmidt, Hörnsheim; Geora Beppler, Hörnsheim; Prinz zu Solms-Lich,Mühlsachsen; Wilhelm Beppler, Hörnsheim; Heinrich Hofmann, Hörnsheim. Familien. Ehrenpreise der Landesbauernschaft: Wilhelm Beppler, Hörnsheim; Prinz zu Solm-Lich, Mühlsachsen; 2. Pr. Karl Keblowsky, Nieder-Bessingen; Heinrich Müller V., Lang-Göns; Heinrich Ludwig V., Hörnsheim; 3. Pr. Otto Heß, Lang- Göns; Otto Geißler, Lang-Göns; Karl Müller V., Lang-Göns; Wilhelm Hofmann I., Großen-Linden. Ortssammlungen. Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Gemeinde Hörnsheim; 1. Pr. Gemeinde Hochelheim; 2. Pr. Gemeinde Lang-Göns. Schweine. Deutsches Edelschwein: Klasse 1. Eber über 8 Monate: Einen la- und Ib-Preis erhielt der Schweinezuchtverein Lang- Göns. Klasse 2. Tragende Erstlinge: Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Wilh. Karl Luh, Lang-Göns; Ehrenpreis Wilh. Karl Luh, Lang-Göns; Karl Luh, Lang-Göns; la-Pr. Eugen Weber, Lang-Göns; 2a-Pr. Wilh. Ludwig Luh, Lang-Göns; 2b-Pr. Wilhelm Anton Stoll, Lang-Göns. Klasse 3. Aeltere Sauen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Eugen Weber, Lang-Göns; Ehrenpreis Eugen Weber, Lang-Göns; la-Pr. W. Weil, Lang- Göns; Ib-Pr. Wilh. Karl Luh, Lang-Göns; Ic-Pr. Karl Brückel, Lang-Göns; 2. Pr. Wilhelm Anton Stoll, Lang-Löns; 3. Pr. Karl Brückel, Lang-Göns. Sammlungen: Schweinezuchtverein Lang-Göns. Veredeltes Landschwein: Klasse 1. Eber über 3 Monate: Zuchtoerein Lang- Göns. Klasse 2. Tragende Erstlinge: Ehrenpreis der Landesbauernfchaft: Karl Velten, Lang-Göns; 2. Pr. Anton Engel, Hörnsheim; 3. Pr. Karl Velten, Lang-Göns; 4. und 5. Pr. Heinrich Ludwig, Hörnsheim. Klasse 3: Aeltere Sauen: Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Karl Wenzel, Lang-Göns; 1. Pr. Karl Velten, Lang-Göns; 2. Pr. Karl Brückel, Lang- Göns. Sammlungen: Schweinezuchtverein Lang-Göns. Ziegen. Klasse 1. Böcke: 1. Gemeinde Griedel; 2. Gemeinde Lang-Göns; 3. Gemeinde Holzheim; 4, Gemeinde Großen-Linden. , s Klasse 2. Ziegen bis zu drei Jahren und alter. Ehrenpreis Kurt Dern, Hochelheim; 1 Pr. Ludwig Weigand, Großen-Linden; Joh. Cyras, Großen- Linden; Joh. Zimmermann, Großen-Linden; 2. Pr. Albert Ohl, Hörnsheim; Karl Franz, Hochelheim, Friedrich Jung, Hochelheim; Konrad Gorlach, Oberstadt; Heinrich Dreut, Griedel; Jak. Lind, Hörnsheim; 3. Pr. Hch. Dreut, Griedel; Ernst Mehl, Holz- heim; Hch. Zörb, Hörnsheim; Phil- Paul, Hornsheim; Albert Ohly, Hörnsheim; Friedrich Mack, Hochelheim; Heinrich Bernhardt, Großen-Linden; Albert Engel, Hörnsheim. Klasse 3. Ziegen, einjährig: 1. Pr. Heinrich Dreut, Griedel; 2. Phil. Paul, Hörnsheim; 3. ßubroig Magnus, Großen-Linden und Ludwig Mehl, Großen-Linden. Klasse 4. Ziegen, zweijährig: Ehrenpreis Konrad Görlach, Eberstadt; 1. Pr. Albert Engel, Hornshenn; 2. Pr. Karl Franz, Hochelheim und Ludwig ulcehl, Großen-Linden; 3. Pr. Friedrich Jung VI. Hochelheim; Hugo Straßheim, Griedel, und Wilhelm Konrad Grieb, Holzheim. Geflügel. (Bemerkung. Die Bewertungen wurden nur der Form halber vorgenommen. Preise wurden nicht ausbezahlt. Vom Geflügelzuchtverein Lang- Göns sollte lediglich eine kleine Uebersicht über sein Zuchtmaterial gegeben werden.) 1. Gayuga-Enten: O. Heß, Lang-Göns, E. 2. Zwerg-Wyandotten: Otto Heß, Lang- Göns, fg 1. 3. Rhodeländer: Karl Stoll, Lang-Göng, E.; Karl Schäfer, Lang-Göns, E. 4. Sussex, bunt: Otto Heel, Lang-Göns, fg 1. 5. Minorka, schwarz: Otto May, Lang-Göns, fg 1. 6. Italiener, rebhuhnfarbig: Willy Frey, Lang-Göns, E. 7. Sebright, goto: Willy Frey, fg 1. 8. Luchstauben: Willi Frey, fg. 1. 9. Italiener, schwarz: Willi Dechert, fg 1. 10. Gold-Wyandotten: Willi Zahrt, fg 1. 11. Rheinländer, schwarz: Wilhelm Hantel, sg 1. Oberhessen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 25. Mai. Die hiesige Volks- und Sch ülerbücherei, einstmals von der Heimatvereinigung Klein-Linden gegründet, nennt ■ heute 568 Bände ihr eigen. In der verflossenen Leseperiode (Oktober bis Mai) wurde die Bücherei von 71 Personen benutzt, an die im ganzen 316 Bücher ausgeliehen wurden. An Lesegeldern gingen 15,04 Mark ein. Die Bücherei wurde, wie alljährlich, von der hiesigen Spar- und Leihkasse (Direktor Wilhelm Fey) mit einem Geldbetrag unterstützt, ebenso wurde durch die Kreiskasse Gießen ein Betrag überwiesen. Dem Inventar der Bücherei wurden im verflossenen Winter die Werke „Volk an der Arbeit" von Paul Burg und einige weitere Bücher neu einverleibt. Die Leitung der Bücherei liegt in den Händen eines hiesigen Lehrers. Wegen geringer Beteiligung bleibt die Bücherei die Sommermonate über geschlossen. f * Lang-Göns, 25. Mai. Während ihre Angehörigen außerhalb des Hauses weilten,- verließ in der Nacht zum Freitag eine hiesige Frau ihr Wohnhaus und begab sich zu dem Teich b et Gambach, in den sie hineinsprang und den Tod fand. Die bedauernswerte Frau litt schon seit längerer Zeit an Schwermut. cv) Eberstadt, 24. Mai. In unserer Gemarkung sind leider mancherlei Schäden auf den Dickwurzäckern festzustellen, die es erforderlich machten, die Felder umzuarbeiten. Auch das Wachstum des Grases und Klees hat unter der ungünstigen Witterung erheblich gelitten. Der 5) euer n t e sieht man mit mancherlei Sorgen entgegen, da die Wiesen bis jetzt nur mangelhaften Wuchs zeigen. Unter den Nachtfrösten haben auch die Frühkartoffeln und die frühgesteckten Bohnen zum Teil stark gelitten. Das Winter- und Sommergetreide steht bis jetzt gut. Kreis Friedberg. + Butzbach, 24. Mai. Eine große Nachfrage besteht seit Wochen nach Walnuß st ämmen. Holzhändler bieten überall in den Dörfern hohe Preise und bezahlen für erstklassige Ware und größeren Festmetergehalt bis zu 150 Mark pro Stamm. Am hiesigen Bahnhof sind fast täglich einige Waggon Stämme der begehrten Holzart verladen worden. Kreis Büdingen. $ Nidda, 23. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung ab. Im Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr wurde folgendes erörtert: Beschaffung von neuen Uniformen, Kreisfeuerwehrtag 1934 in 'Nidda, Feuerschutzwoche mit Uebungsbrandangriff am Bahnhof Nidda und gleichzeitig am Werk Himmelsbach, Garagenbrand im Hotel „Zur Traube" sowie das Großfeuer im Werk Himmelsbach im März d. I. Dem Rechner Emil U h l wurde, da bei Prüfung der Jahresrechnung nichts zu beanstanden war, Entlastung erteilt. Mit großem Interesse folgte man einem Bericht des Kameraden Robert Erk über einen von ihm besuchten Lehrgang bei der Feuerwehrfachschule zu Mainz. Nach einem Beschluß des Vorstandes wird die seitherige S t e r b e k a s s e aufgehoben. An deren Stelle soll eine Sterbebeihilfe von 20 Mark je Fall treten. Preußen. Kreis Wetzlar. — Krofdorf, 24. Mai. Gestern konnten die Eheleute Karl Leib und Frau Margaretha, geb. Krombach, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Die Ehegatten stehen im Alter von 77 und 76 Jahren. * Frankenbach, 24. Mai. Im Januar vergangenen Jahres schlossen sich einige am Segelflug begeisterte Männer im hiesigen Dorfe zu einer Fliegergruppe zusammen, die von der F l i e- gerortsgruppe Wetzlar betreut wurde. Das Ziel dieser wenigen Männer war, sich zunächst ein eigenes Flugzeug zu schaffen. Mit viel Energie und großem Opfersinn strebten sie, ihr Ziel zu erreichen. In mehreren 100 Baustunden fanden sie sich in ihrer freien Zeit zusammen, um ihren Plan zu verwirklichen. Ihre Ausdauer hat denn auch das Werk vollendet, so daß für die in den letzten Wochen fer- tiggefteUte Maschine am 3 0. M a i (Himmel- f a h r t t a g) nachmittag die Taufe stattfindet. Besucht das Gleibergfest nm 26. Mai. Omnibus-Pendelverkehr ab 2 Uhr nachmittags vom Oswaldsgarten. 3144D läuft am Sonntag, dem 26. Mai 1935, vormittags 11.15 Uhr, im 3U6d Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Eintritt frei! Nur für Erwachsene! Raab-Karcher-Thyssen G. m. b. H., Verkaufsstelle Gießen An der Margaretenhütte 6 Fernruf 3257 ffltln-Äen WWiMttMmWk Sonntag, den 26. Mai, ab 16 Uhr Gut besetzte Musik. Es ladet ein 3132D Kranz Rathenow. Am Sonntag, dem 26. Mai 1935 großes Bezirks-Feuern# in Waldgirmes 3i46D bei Gastwirt Weimer. ■«■»—■MM Himmelfahrt Im Saalbau 02248 „Zum Dünsberg“ Bieber Tanzmusik Büromöbel in großer Auswahl und sehr preiswertim j— Bürobedarfshaus X Franz Vogt & Co •jK Gießen, Seltersweg 44 Ruf: 2464 Restaurant Pulvermühle Im Anschluß an die bestehende Terrasse habe ich einen geschlossenen Gästeraum mit freiem Ausblick auf die Lahnpartie errichten lassen. Der Raum faßt zirka 80 Personen und ist ein besonders angenehmer Aufenthaltsort für Familien und Kaffeekränzchen. Auch kann der Raum bei vorheriger Anmeldung zur Abhaltung von Gesellschaften usw. benutzt werden. Ich werde meinerseits bemüht sein, das Beste zu mäßigen Preisen zu bieten. 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Seibel, rranxturter Str. 39: n Winterhnff Drogerie, Krenipl.t» S/l-7 M.lZl vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für DberhesseM Samstag, 25. M1935 3m Zentrum des heimatlichen Fernsprechnetzes. ORunhgang durch den technischen Betrieb des Gießener Fernsprech- und Telegraphenamtes. W I* o» * J 1— 8t ■h 5 A » * ■ .* - 1. Ä ?' ' • I !K w ■# . 3 •<** -iS«' Teilansicht Des Selbstanschlußamtes Autnahmen: Neuner. Gießener Anzeiger) seinem Zlnuner den Hörer am Fernsprecher ab, so trifft der damit automatisch eingeschaltete Stromkreis über den Hauptoerteiler hinweg auf den Vorwähler, welcher dann gewissermaßen das Anrusoraan darstellt. Im gleichen Augenblick ertönt das „Amtszeichen". Setzt nun der Anrufende die Nummernscheibe in Bewegung, so spielt sich folgender Vorgang ab: Der Strom trifft über den Hauptverteiler und über den Vorwähler hinweg aus den (automatisch vom Lorwähler gesuchten und vorbereiteten) 1 Gruppenwähler, der für die Tausenderzahl bestimmt ist. Relais setzen im gleichen Augenblick ein Kontaktstück auf elektromagnetischem Wege in Bewegung, der Kontaktarm strebt der gewählten Nummer entsprechend auf dieser Nummer-Analog-Stuse des in zehn Stufen (0—9) aufgeteilten Gruppenwählers zu Mit diesem Vorgang ist die Verbindung zum 2. Gruppenwähler hergestellt. Dieser vermittelt die Hundertergruppen auf die gleiche Weise, wie sein Vorgänger, und stellt seinerseits die Verbindung mit dem Leitungs- wähler her. Dieser ist ein Hebdrehwähler und hat zwei Funktionen zu erfüllen: nämlich die Vermittlung der Zehner und der E i n e r Er vermittelt die Zehnerziffer (naturgemäß immer nur veranlaßt durch den an der Scheibe wählenden Teilnehmer) in der Form seiner Vorgänger durch eine Hebelbewegung die Einer aber durch eine seitliche Drehbewegung, und zwar bis zu jenem Kontaktzahn, der "der gewählten Ziffer entspricht. Aus diese Weise ist die Nummer des angerufenen Teilnehmers rekonstruiert worden und die Verbindung hergestellt. Der Stromkreis zwischen dem Anrufenden und dem Angerufenen ist geschlossen Sinnreich ist auch der Rufapparat der vom Amt aus die verschiedenen Signale gibt, das Amtsfreizeichen, den Summerton der „Belegt" und jenes Zeichen, das den vollzogenen Anschluß meldet Kontaktstücke gleiten über einige besonders geformte Erzenterscheiben, durch die der Stromkreis unter» brochen oder geschlossen wird Mit dem automatischen Selbstanschlußapparat ist für jeden Teilnehmer auch gleich em Zählwerk verbunden, das immer dann in Funktion tritt, wenn der angerufene Teilnehmer den Hörer aus der Gabel aenommen hat Zu bestimmten Zeiten wird der Zählerstand abgelesen und der Fernsvrecbteilnebmer -'rhält bann seine Rechnung Der Mechanismus des Selbstanlcblußapparaies ist einzigartig und in seiner Art mit keinem irgendwie gearteten anderen vergleichbar. Die Formen, in denen sich der Mechanismus aufbaut sind rein zweck- bedingt An etwa 3 Meter hohen Stablgeriisten sind die Wählapparate befestigt und untereinander ner- bunden. Die Montage des Selbstanschlußamtes mag sehr schwierig und außerordentlich langwierig gewesen sein Zehntausende von Leitungsdräbten ofl Der Fernsprecher ist uns, die wir täglich im Erwerbs- oder irn Privatleben x-mal den Hörer m die Hand nehmen zu einer selbstverständlichen Alltäglichkeit geworden So alltäglich, daß wir uns nur ganz zufällig einmal Daran erinnern, wie großartig die Erfindung des Fernsprechers ist, wie' weit der Weg war von den ersten Versuchen eines Philipp Reis bis zur heutigen Vollkommenheit und Alltäglichkeit Vielleicht ist es der größte Ruhm aller wirklich großen Erfindungen, daß sie unseren Alltag bis'zum äußersten durchsetzen So wie es beim „Telephon" in ganz besonderem Maße der Fall ist Uebrigens wäre es schön, wenn alle Volksgenossen das deutsche Wort „Fernsprecher" an Stelle des Fremdwortes übernehmen würden. Jedermann kennt das Rückgebäude der Hauptpost an der Bahnhofstraße Dort ist das Gießener Telegraphenamt untergebracht, dessen wesentlichste Teile die Fernsprechbetriebs-Abteilungen darstellen Än diesem Fernsprechamt laufen rund 2400 Leitungen zusammen, das heißt praktisch, daß im Amt 2400 Doppel-Drähte vereinigt werden, die — hier beginnt schon eines der technischen Wunder des Amtes — durch sinnreiche Vorrichtungen untereinander verbunden werden können. Das geschieht auf zweierlei Art: im Fernverkehr durch das „Fräulein vom Am t", das früher alle Gespräche vermittelte, und im Ortsverkehr durch das „S e l b st - a n s ch l u ß a m t", das jedem Teilnehmer die Möglichkeit gibt, eine Verbindung selbst herzustellen. Die Ausgaben, die das „Fräulein vom Amt" zu erfüllen hatte und im Fernverkehr heute noch erfüllt, sind hinreichend bekannt. Das Selbstanschlußamt ist aber sicherlich noch manchem Volksgenossen ein Buch mit sieben Siegeln, das er nur von der Existenz der Nummernscheibe an seinem Fernsprecher her ahnt. Der Gang der Dinge, vom Abheben des Hörers aus der Gabel bis zum Abschluß eines Gespräches, soweit die Verbindung über das Selbst- ansiblußamt geschieht, sei hier kurz geschildert. Fm Keller des Fernsprechamtes treffen sich in verschiedenen starken Kabeln vereinigt, zusammen- gesührt aus den Straßenzügen, die Fernsprechleitungen Don hier aus sind' die Kabel mit dem Hauptverteiler verbunden Fede einzelne Leitung ist nach außen, wie nach innen auf die übliche Weise „gesichert" Der empfindliche Mechanismus wird dadurch vor jeder stärkeren Stromzusuhr bewahrt. Prüfung. Dadurch können Störungen behoben werden, ehe sie der Fernsprechteilnehmer auch nur hätte ahnen können. Seit ihrer Montage arbeitet die Anlage denn auch untadelig. Interessant ist, daß, um das Funktionieren der Anlage nicht zu gefährden, die Lust im Raume, in dem der Mechanismus untergebracht ist, eine bestimmte Feuchtigkeit haben muß, die nicht unter 45 Grad betragen darf. Ein besonderer Apparat zerstäubt Wasser und löst es völlig auf, so daß es noch nicht einmal möglich ist, an der Austrittsöffnung Feuchtigkeit zu spüren. Der Kraftstrom, der für den Betrieb unseres Gießener Fernsprechnetzes notwendig ist, wird dem Netz des hiesigen Elektrizitätswerks entnommen. Der Strom wird allerdings umgeformt und von der normalen Spannung auf 60 Volt Spannung gebracht. Das geschieht durch Elektromotoren, die auf direktem Wege mit Dynamos gekuppelt sind. Aber noch wird der Strom nicht in das Fernsprechnetz geschickt, sondern er geht erst durch Batterien, in denen gleichzeitig das Motorengeräusch absorbiert wird Der Fernverkehr spielt sich in der bekannten Form ab. Das Fräulein vom Amt ist die Mittlerin; zwölf Frauen sitzen während der Hauptverkehrszeit vor den Schränken. Beim hiesigen Fernsprechamt übernimmt auch der „Kundendienst" die Benachrichtigungen aller Art. Ueberflüffig zu sagen, daß die Störungsstelle für jeden Fall sich in das Netz einschalten kann und auf ihre Weise dem Kunden dient. Zwei Millionen Ortsgespräche vermittelte das Selbstanschlußamt im Jahre 1934. 369 000 Ferngespräche gingen über das hiesige Fernsprechamt während der gleichen Zeit. Der Telegrammverkehr spielt sich heute zum größten Teil ebenfalls in anderer Form ab, als noch vor Jahren. Der Mvrsetaster ist fast außer Betrieb. An seine Stelle ist der Fernschreiber getreten. Er sieht einer Schreibmaschine sehr ähnlich, denn er ist mit der gleichen Tastatur ausgerüstet. Der Beamte, der diesen Apparat bedient, schreibt die Telegramme genau so wie auf der Schreibmaschine. Eingehende Telegramme werden von der Maschine selbsttätig auf schmale Papierstreifen geschrieben' Es bedarf keiner Uebersetzung mehr. Wie die Streifen die Maschine verlassen, so können sie auf das Telegrammformular aufgeklebt und rasch transportiert werden. Nicht weniger denn etwa 42 000 Tele- Fm Derstärkerraum. zcyeinbar sinnlosen Gewirr von Drähten bildet ein geschlossenes Ganzes. Die Dorwähler sind jeweils mit den Leitungswählern und den Zählern verbunden Der ganze Mechanismus unterliegt ständig einer sorgsamen, systematisch gehandhabten aber aucy Der j)orer selbst ist durch die Einrichtung geschützt. Nach Nummern der Teilnehmer geordnet wird die Leitung von hier aus zum eigentlichen Wähl appärat geführt Nimmt der Teilnehmer, der einen anderen zu sprechen wünscht, in Oben: Fernieitungs-Storungspelle. Mitte: Majchinenraum. Unten: Die Batterien. nur wenige Zentimeter lang, galt es an den Kon takzähnen anzuschließen. Der Hauptverteiler mit seinen vielen Einzelsicherungen und seinem nur Oben Der Sprmgichrelber. Mitte: Die Rufzeichen-Maschine. Unten: Das Fernamt. Wirtschaft Kirchliche Nachrichten 9.30 Neben diesem Ausbau der Fernsprechtechnik und der Vervollkommnung der Telegraphie geht die Vervollkommnung der „Störungen - Ermtttlungs- technik" einher. Es ist heute von den zuständigen Aemtern aus möglich, Störungen und Schäden in den Kabelleitungen über viele Kilometer hinweg auf den Meter genau festzustellen. So eröffnet ein Rundgang im Fernsprech-- und Telegraphenamt an der Bahnhofstraße dem Besucher eine überwältigende Fülle technischer Wunder, die doch so real basieren, aber doch in allen Einzelheiten auf den rastlos schaffenden Geist des Menschen Hinweisen und zur Bewunderung zwingen. Und dann kann es auch sein, daß man nach einem solchen Besuch im Telegraphenamt während der folgenden Tage den fiörer des Fernsprechapparates etwas nachdenklicher in die $anö nimmt. So lange bis der Alltag auch hier wieder seine Kraft beweist und die Gedanken lediglich wieder den Sachen zu- gewandt werden, um deinetwillen man sich des Fernsprechers bedient. Neuaposlolifche Gemeinden, Gießen. Händelstrahe 1 und Ederstraße 13. Sonntag, 26. Mai. Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst, katholische Gemeinden. Samstag, 25. Mai. die Aktienmärkte ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen, wenn auch in etwas langsameren Tempo, da allerseits auf der ziemlich erhöhten Basis einige Realisationen vorgenommen wurden. Infolgedessen war die Entwicklung nicht ganz einheitlich, es überwogen aber noch durchschnittliche Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. Die Geschäftstätigkeit ist allerdings etwas ruhiger geworden. Stärkere Kursgewinne verzeichneten noch Metallgesellschaft mit plus 2 v. Sy, Deutsche Erdöl mit plus 2,40 o. -„Felten mit plus 1,75 v. H., Ilse Genuß mit plus 1,25 v. H. und Th. Goldschmidt mit plus 1,50 v. H. IG. Farbenindustrie eröffneten 0,50 v. H. niedriger, und gaben nach dem ersten Kurs weiter etwas nach, Rütgerswerke lagen noch 1 v. Sy fester. Am Elektromarkt gewannen Siemens in Anpassung an Berlin 1,50 v. H., ferner AEG. 0,13 v. Sy, Betula 0,40 v. Sy, Schuckert gaben dagegen 0,50 v. Sy und Gesfürel 0,25 d. Sy nach. Am Montanmarkt stellten sich noch überwiegend Befestigungen von 0,25 bis 0,75 v. Sy ein, Stahlverein lagen unverändert, Klöckner gingen 0,25 v. Sy zurück. Reichsbankanteile lagen infolge von Gewinnmitnahmen 1,25 v. Sy niedriger. Sonst eröffneten u. a. Cement Heidelberg 1 ü. Sy, AG. für Verkehrswesen 0,75 v. Sy, Jul. Berger 1 v. Sy, Zellstoffaktien bis 0,25 o. Sy höher, dagegen Feldmühle 0,50 v. Sy, Moenus Maschinen 0,40 v. Sy und RWE. 0,25 v. Sy niedriger. Daimler zogen zunächst auf 92,90 (92,50) an, gaben dann auf 92 nach. Nach den ersten Kursen ergaben sich auf den meisten Marktgebieten leichte Abschwächungen. Der Rentenmarkt lag noch still und im ganzen wenig verändert. Altbesitz, Kommunal-Um- schuldung und Zinsvergütungsscheine blieben behauptet, späte Schuldbuchforderungen bröckelten auf 96,90 (97) ab. Fremde Werte lagen zunächst noch ohne Geschäft. Im Verlaufe setzten sich die Abgaben und Ge- Evang. Stadlmission (Löberstraße 14). Sonntag, 26. Mai. 8.30 Uhr: Morgen-Andacht; 9.45: Sonntags- schule; 20.30: Evangelisations-Vortrag. Dienstag, 28. Mai. 20.30 Uhr: Missions-Vortrag Mr. Taylor, Sup. von Kiangsi, China. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 26. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Dich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Jlibbo. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 27. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 29. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Dienstag, 28. Mai. 18,30 Uhr: Mai-Andacht. Die Heilsarmee (Grabenstraße 11). Sonntag, 26. Mai. 9 Uhr: Heiligungsversammlung; 11: Kindergottesdienst; 20: öffentliche Heilsversammlung. Mittwoch, 29. Mai. 15 Uhr: Kinderstunde; 20: Heiligungsversammlung. Freitag, 31. Mai. 20 Uhr: Heimbund für Frauen und Mädchen. Oesfentllcher SonntagsbienfL Polizei: Telefon 2751, nur in bringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. Stein- reich. । Zahnarzt: Dr. Breuning. I Apotheke: Engel-Apotheke. die Verwendungsmöglichkeiten ebenfalls leicht gebessert, auch hierfür liegen die Handelspreise etwa 1,25 v. Sy höher. Trotzdem geht das Angebot immer noch über die Nachfrage hinaus. Lediglich die Provinzmühlen sind etwas aufnahmefähig, wenngleich eine Ausdehnung der Nachfrage noch nicht zu spüren ist. Die Großmühlen waren nicht als Käufer im Markt, da eine Belebung im Mehlge- schäft noch nicht eingetreten ist. Die Bäcker beschränkten sich fast durchweg darauf, aus den noch laufenden, vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung getätigten Abschlüssen, die noch zu den vereinbarten Preisen und Bedingungen abgewickelt werden können, abzurufen. Man ist trotzdem zuversichtlich, da man von den neuen Bedingungen eine, wenn auch vielleicht nur allmähliche Gesundung des Mehlmarktes erwartet. Futterbrotgetreide blieb reichlich angeboten und wurde nur wenig gekauft. In Verbindung im Verhältnis von 1:1 mit Soyaschrot fand Eosin-Weizen einige Nachfrage. Hafer und Futtergerste waren nur in Verbindung mit Brot- und Futtergetreide oder im Austausch gegen Kraftfuttermittel zu haben. Abschlüsse dieser Art wurden nicht bekannt. Von Futtermitteln blieben ölhaltige Artikel und Kleie stark begehrt, während das Angebot ungenügend blieb. Nachmehle und Treber waren leichter erhältlich. Eine öffentliche Versteigerung von 36 800 kg Weizen- kleie-Melasse erbrachte einen Preis von 4 bis 4,30 Mark je 50 kg. Rhein-Mainische Mittagsbörse. 3m Verlaufe schwach. Frankfurt a. M., 24. Mai. Die Grundtendenz der Börse blieb fest. Für die ersten Kurse lagen seitens der Kundschaft und zum Teil auch wieder für Sperrmarkanlagen Kaufaufträge vor, so daß Evangelische Gemeinden. Sonntag, 26. Mai. Rogate. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Professor Dr. Haenchen; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Propst Knodt. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — petrus- kapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Dieieck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. — Alten-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. Abendmahl IV. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11: Beichte und Abendmahl für die Mädchen: 13: Christenlehre; 13.45: Kindergottesdienst, 2. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst: 11: Hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 13: Katechismuslehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die Buben; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, anschl. Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich: 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Nieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13: Christenlehre. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst: 9.30: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte; nachmittags Teil- nähme an dem Kirchentag in Hungen; Die Abfahrtzeit der Omnibusse wird .;ad) bekanntgegeben. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte; nachmittags Teilnahme am Kirchentag in Hungen; Abfahrt der Omnibusse wird noch bekanntgegeben. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 14.40: Evang. Gemeindetag des Dekanats Hungen. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst; anschl. Abendmahl für die Alten; Kollekte. — Veilsberg. 12.15: Gottesdienst; anschl. Abendmahl für die Alten; Kollekte. — Harbach. 14.15: Kollekte. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. winnmitnahmen fort, so daß die Kurse überwiegend schwächer lagen. Einige Papiere waren, noch ester so Reichsbank mit 171,75 nach 171 und Deutsche Linoleum mit 167 bis 166 (165) sowie Eßttngen Maschinen mit 85,50 nach 85,25 und Moenus rmt 86,40 nach 86. Dagegen gingen u. ^ zurück ^3. Farben auf 148,50 (in Klammern jeweils der An- rnnntfurs 149 75) Deutsche Erdöl aus 112,50 (113,25), Gesfürel auf 124.75 (126,75), Schuckert auf 117 (120), AG. für Verkehrswesen 89,25 (90,25), Harpener auf 107 (108,65) Mannesmann auf 85 (85,90) und Zellstoff Aschaffenburg auf 89 (89,50). Kaliaktien und RWE. büßten bis zu 4 v. H. e n. Renten blieben sehr still bei unveränderten Kur sen. Am Pfandbriefmarkt sowie am Markte oer Stadtanleihen war das Geschäft bei behaupteten Kursen klein. Verschiedentlich zeigte^ stch kleine Nachfrage. Don fremden Werten bl.^ben Ungarn voll behauptet, ebenso Bosnier Eisenbahn, während Mexikaner weiter abbröckelten. smint.r.hnn Von unnotierten Werten zogen Kall Wmtersha auf 102,50 (99), Wayb & Freytag auf 95,25 (94,50) an, dagegen gingen Adlerwerke aus 94 50 bis 95 (96,50) und Ufa-Aktien auf 71 (72) zuruck. Tagesgeld unverändert 2,25 v. 8). Abendbörse knapp behauptet. An der Abendbörse zeigte sich stärkere Zuruckhaltung nach den z.T. empfindlichen Abschwächungen im Mittagsschlußverkehr, wo Kaliaktien, RWE. und Schuckert Rückschläge bis zu 4 v. .H- erlitten hatten. Abends erfolgten meist noch wettere 21 gaben, so daß die Aktienkurse durchschnittlich um nochmals 0,50 bis 1 d. Sy nachgaben insbesondere JG.-Farben und Montanaktien. Auf den übrigen Marktgebieten war die Haltung knapp behauptet. Am Einheitsmarkt kamen Kraftwerk Altwurttem- berg mit 88,25 (l. K. 86,75) wieder zur Notiz. Der Rentenmarkt lag im ganzen sehr M, aber eher freundlicher. Altbesitz gewannen 0,13 v y., späte Schuldbücher ebensoviel und von Staotan- leihen zogen 4,50 d. Sy Mainz v. 28 auf 92 (91,75) d. Sy an. Lebhafteres Geschäft hatten Kommunal- Umschuldung mit plus 0,25 v. Sy, da die Mitteilung, gramme wurden im Jahre 1934 im hiesigen Telegrammverkehr verarbeitet. Fernsprecher- und Telegrammverkehr erforderten einen Kraftaufwand von 50 000 Kilowattstunden. . v Eine weitere sehr wichtige Station ist die Verstärker-Abteilung, in der jedes Ferngespräch oder Telegramm, soweit sie durch Kabel gehen, verstärkt werden. Diese Notwendigkeit ergibt sich aus der Tat- fache, daß die Energie, mit der das Telegramm oder Ferngespräch auf ferne oft weite Reise geschickt wird, auf einer bestimmten Entfernung sich verlieren würde, bzw. von den Widerständen im Kabel auf- gezehrt werden würde, so daß die Stromimpulse nicht mehr in der Lage wären, die Membrane oder den Mechanismus des Fernschreibers zu bewegen. In der Verstärkeranlage wird deshalb die Energie ergänzt (auf größeren Strecken also mehrere Male), bis das Telegramm bis zu seinem Bestimmungsort durchgedrungen ist. Allein durch die Vervollkommn nung der Verstärkeranlagen ist es möglich geworden, daß man über ungeheure Entfernung, ja um die ganze Erde sprechen kann. hnfc nft näckttten Montag in Berlin ein Halbamt- ttck-r^urs veröffentlicht wird, als Anregung emp- f mhpn mürbe Don fremden Werten bröckelten Ungarn ab, Schweiz. Bahnanleihen gaben 1,50 nfl£ a notierten: Altbesitz 115,75, Ungarn Gold n 4ß bis 9 30 Buderus 103,65, Klöckner 94, Man- nefmann 84,65 bis 0,25, Rheinstahl 110,50, Stahl- vere7n 82,40 bis 82, AEG. 38,50, BMW. 134 Ber- ger 116,25, Chem. Albert 101,50, Daimler 91,25. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 24. Mai. Die Zufuhren in deutschen Eiern blieben zwar klein, reichten aber für die Nachfrage vor dem Monatsende aus. Das Publikum bevorzugt in steigendem Maße mittlere und schwere Eier, während geringere und Heine vernachlässigt sind. Holländische Eier standen nur in Heinen Mengen zur Verfügung. Im allgemeinen nahm das Geschäft einen ruhigen Verlauf bei un- veränderten Preisen. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufs- nreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9 75, A 9,25, B 8,75, C 8 bis 8,25, D 7,75. Holländer Kl. S 9,75, Kl. A 9,25, Kl. B 8,50. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 24. Mai. Das Buttergeschäft nimmt trotz des bevorstehenden Monatsendes weiterhin einen ziemlich lebhaften Verlauf, besonders ferne und andere Molkereibutter werden vom Publikum stark gefragt, so daß hierfür ein gewisser Angebotsmangel besteht, zumal sich die Anlieferungen aus Süddeutschland noch nicht nennenswert gehoben haben. Aus Norddeutschland stand ausreichendes Angebot in bester Markenbutter zur Verfügung, dis aber nur kleiner Nachfrage begegnete. Holländische Butter war nur in kleinem Umfange angeboten. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frankfurt a M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120, holländische Butter 145 bis 147. Tiers blieben vernachlässigt. Wochenbericht yom Frankfurter Produttenmarkt. Wenn auch die Nachfrage am Brotgetreidemarkt noch keine stärkere Belebung erfahren hat, so zeigte sich doch in den letzten Tagen eine gewisse Entspannung. Das Angebot hat besonders in Weizen merklich nachgelassen, die angebotenen Partien wurden glatt ausgenommen. Hierbei trat vor allem ber Handel als Käufer auf, während die Mühlen mit Rücksicht auf ihre Lagerbestände nur wenig ausgenommen haben. Auch in preislicher Hinsicht ist eine Besserung zu verzeichnen. Die Handelspreise für Weizen norddeutscher Herkunft stellten sich um 1 d. Sy höher. Für Roggen haben sich Oie Fndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 812: Näheres über die Verpflichtung zur Deponierung ausländischer Wertpapiere in Jta- 813: Neue Umrechnungskurse ber rumänischen ; Staatsbahnen. .. . _ , . 1 815: In Postpakete und Postgüter em Doppel ber Aufschrift legen. * * 4prozentige Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden. Auf Verfügung des Präsidenten der Berliner Börse wird vom Montag, 27. Mai, ab, für die 4prozerttigen Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden eine halbamtliche Notierung, die vom Dörsenvorstand überwacht wird, erfolgen. Die Sturje gelangen zur Veröffentlichung. * Elektrizität A G. vorm. Schuckert 8c Co., Nürnberg. Die HD. genehmigte den Abschluß für 1934/35 (4 ö. Sy Dividende). Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Während die Dorwoche auf dem Großviehmarkt eine fühlbare Entspannung gebracht hatte, war in der abgelaufenen Berichtswoche eine neuerliche Verknappung ber zugeführten Mengen festzustellen, die darauf zurückzuführen ist, daß die Landwirte mit dem Verkauf von Vieh zurückhaltender geworden sind; doch dürfte es sich hierbei nur um eine Uebergangserscheinung handeln. Die Zufuhr stellte sich auf 1011 (gegen 1348) Stück, wobei der prozentuale Anteil von Kühen mit 523 Stück sehr hoch war, so daß im Gegensatz zu den übrigen Gattungen der Verlauf bei Kühen langsam war und die Preise hierfür um 1 bis 2 Mark nachließen. Bei Färsen und Ochsen waren im Verhältnis zur Nachfrage die Zufuhren zu gering, vor allem in den mittleren Qualitäten. Bei sehr lebhaftem Ge- schäft blieben die Preise unverändert, etwas leichter lagen noch Bullen mit minus 1 Mark. In Kühen verblieb größerer Ueberftanb. Der Kälbermarkt war mit 1376 Tieren um 140 Stück schwächer beschickt. Bei mittelmäßigem bis lebhaftem Geschäft wurde ausverkauft. Beste Kälber zogen bis 3 Mark an, im übrigen blieben die Preise unverändert. Hämmel und Schafe hatten nur unbedeutende Nachfrage, so daß etwa ein Viertel der Zufuhr von 92 (76) Stück unverkauft blieb, die Preise ließen bis 2 Mark nach. Am Schweinemarkt waren Aufttieb (4029 gegen 4159) und Nachfrage ziemlich ausgeglichen. Nach ruhigem Geschäftsgang und unveränderten Preisen wurde der Markt nahezu geräumt. Schwere Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziftern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt 0.1JL Serltn Schlußkurs Schluß!. Abend» bSrse Schlußkur- Schluß!. Mittag» bSrse Datum 23-5 24 5 23 5 245 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,25 100,25 100,13 100,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,9 96,9 97,1 97 5Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,5 103 — 103,25 Deutsche AnI..Ablös..Schuld mit 115,5 115,75 115,5 115,65 4»/.% Deutsche Retchspostschatzan, Weisungen von 1934, 1....... 6% et)em.8% Hess. BolkSskaat 1929 100,4 100,4 100,4 100,4 (ruckzahlb. 102%)............ 98,5 98,5 98,5 98,25 4H% ehern. Hessische Landesbank 96,25 96,25 — 96,25 5%% ehern. Hess. Lande-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 100,4 100,5 _ 4K% ehern. 8% $ arm ft. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 92,4 92,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 124 124 - - Deutsche Komm. Cammelabi. An> leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 116,25 116 115,9 115,75 4 K% ehem.8% Franks. Hqp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar btS 1935 96,25 96,25 _ _ 5U% ehern. 4%% yranks. Hyp.- 100,75 100,6 ehern. Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldvfe. 101 100,9 100,75 100,75 4H% ehern. 8% Pr. LandeSpfano- ßriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4K% ehern. 7% Pr. Lande-Pfand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI 96,75 96,75 96,75 96,75 Gteuergutsch-Berreckmung-k. 35-39 106,3 106,3 106,3 106,3 4% Oesterreichische Goldrente... 30 I 30,65 — I . !! 4,20% Oesterreichische Stlberrente 1.25 I 1,25 1,25 ! 1,35 9,25 9,3 8,95 9,4 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,95 ! 9,25 ■8,95 1 9,4 4¥2% desgl. von 1913........ 9,25 9,4 9,25 1 9-4 o% abßeii. Gvldmexikaner von 99 13,5 1 13,65 14 13,8 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 1 Serie 1..................... 10,75 I 11 I 10,75 Frankfurt a. M Berlin Schlußkur- Schluß!. Abend» börse Schluß« lurd Schluß!. Mittag» börse Datum 23 5 24 5 23 5 24 5 4% veSgl. Serie II ............ 10,75 I 11 T_. ■ 11,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,75 5,75 5,75 5,9 4V,%Rurnän.vereinh.Rentev.l913 8,25 8,25 8,3 8,65 4% Rumänische vercinh. Rente 4,95 5 4,9 5 39 39,5 38,5 39,4 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 33,5 33,5 33,75 33,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 27,75 27 Norddeutscher Lloyd ......... 0 35,5 35,75 35,25 35,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 89,5 88.5 89,65 88,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 114 114 113,75 114 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 93 92,75 92,25 93 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 94,25 94,75 94,25 94,75 Dresdner Bank.............. 0 94,25 94,75 94,25 94,75 Reichsbaak ................ 12 172,25 171,75 171,5 170,75 A.E.G...................... 0 39,5 38,5 39,4 38,5 Bekula................... 10 135,5 135,25 134,75 135,25 (Sehr. LiefenmgSgefcllschast.. 5 110,5 110 110,25 110 Licht und Kraft ........... 6 V 129,25 128,5 129,5 128,5 Jetten L Guilleaume......... 0 105 105 104,9 104 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 127 124 126 124,25 Rheinische Elektrizität ....... 5 129 129 129 129 Rhein. Wests. Elektt.......... 6 — 124 — 124 Schuckert L Co............... 4 120,5 117 119,5 117,75 Siemens & Halske............ 7 168,5 168 169,75 168 Lahmeyer LCo.............. 7 128,25 127,75 127,25 126,75 Buderus .................. 0 103,25 I 103,5 103,4 , 104,25 i 112,25 111,6fr 112 Gelsenkirchener............. c — Harpener.................. 108,5 | 106,75 107,25 106,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu . l — - 98,9 ! 97,65 Ilse Bergbau ..... 167 162 164 164 3He Bergbau Genüsse....... 131 i 131,75 131,5 130.75 Klöcknerwerke ............. 1V , 95,65 94 95,75 । 94,75 ManneSmann-Rbhrn» ....... 1 85,5 I 84,25 85,25 I 84,75 Sranffurt a. M. Serkin Schlußkur- Schluß!. Abendbörse Schluß» hird Schluß!. Mittagbörse Datum 23 5 24 5 23 5 24 5 Mansselder Bergbau........ . 8 115,75 115,9 115,9 115,75 Kokswerle................. . 6 —— — 120,75 121,25 Phönir Bergbau............ . 0 — — Rheinische Braunkohlen .... Rheinstahl ................ 12 231 226 230 226 BVi 112 110,5 111,65 110,75 Vereinigte Stahlwerke...... . 0 83,75 82 83,4 82,4 £)taüi Minen ............. . 0 19,4 19,5 19,25 19 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 127,25 124 126,5 124,25 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 126,5 124,25 127 123,25 Kaliwerke Sahdetfurth..... 182 178 184,5 177,5 I. G. Farben-Jndustrte..... . 71 150,25 148 149,25 148,75 Scheideansialt............. . 8 222,5 102 223 102 Goldschmidt .............. ,. O 102,4 101,75 Rütgerswerke............. .. 4 117 118,25 117,5 117,13 Metällgesellschaft........... .. 4 106,5 95 118 105,75 94,75 118,5 105,75 95/5 106 95,25 Philipp Holzmann......... .. O Zementwerk Heidelbeig .... .. 5 Cementwerk Karlstadt....... .. 4 — - — Schultheis Payendofer ..... .. 4 _ 110,13 109,75 '21 tu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,13 54,75 54,13 54'75 Bemberg................. .. 0 114,75 115 114,5 115 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 118,5 118,25 118 118 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. .. 0 .. 7 89,25 89,75 88,5 132,25 91,65 165,5 87 88,5 133 91,4 166 87,5 35,5 Daimler Motoren.......... .. 0 92,5 165 91,25 165,75 Deutsche Linoleum......... Lrenstein & Koppel . .. 6 Westdeutsche Kaushos.^ ! 36 35,75 Chade.................... | 295,5 170 1 154,75 295,5 174 155 297 171,75 155 297 174,5 155 ■ Slccumulatoren-Fabrik...... ! Contt^umm»............. . 12 .. 8 ! Grltzner........ 41,25 | 39,5 40,9 | Mainlrastwerke Höchst a.SL. .. i| 93,9 1 Süddeutscher Zucker....... .. 11 171,75 I 171'5 1171,75 1 171,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 23-Mai 24 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Lries Geld । Brief Buenos atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de 3 an. . 0,154 0,156 0,149 0,151 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,75 54,85 54,75 54,85 Danzig..... 46,77 46,87 46,76 46,86 London ..... 12,255 12,285 12,26 12,29 Helsingfors.. 5.405 5,415 5,405 5,415 Paris ...... 16.365 16,405 16,36 16,40 Holland .... 168,03 168,37 167,83 168 J 7 Italien..... 20,53 20,57 20,51 20,55 Japan ...... 0,719 0,721 0,719 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5'661 Oslo.....: 61,62 61,74 61,62 61,74 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,125 11,145 11,13 11,15 Stockholm... 63,22 63,34 63,23 63,35 Schweiz .... 80,32 80,48 80,30 80,46 Spanien.... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag....... Budapest ... 10,34 10,36 10,33 10,35 Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 __Serlm,24.Mai__ Geld »rie: Amerikanische Noten.........,,,,, Belgische Noten................ 2,438 41,82 54,54 12,225 16,30 167,41 19,92 61,41 2,458 41,98 54,76 12,265 16,36 168,09 20,00 61,65 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. ^französische Noten............. Holländische Noten......... Italienische Noten.............. Norwegische Noten ...........’’’ Deutsch Oesterreich, i 100 Schillina Rumänische Noten..... B Schwedische Noten......... 63,01 80,07 33,45 3,27 80,39 33,59 Schweizer Noten.......... Spanische Noten.............. Ungarische Not«................ Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. bares Erlebnis. Man fühlt sich, und wäre man auch ein alter Griesgram und Stubenhocker, mit hineingerissen in das beschwingte und beseligende Genießen, und man schließt schon in der ersten Stunde mit dieser weiten, klaren, sonnenüberglänzten Landschaft einen Treubund fürs Leben. Wer den Bund recht besiegeln will, der lasse sich auf einer der festlichen Terrassen, wie man sie überall am See findet, oder im dämmerigen Zwielicht einer alten Schankstube, den prächtigen roten „Meersburger" kredenzen und vergesse nicht, dazu einen der köstlichen Bodenseefische zu verzehren — seien es Forellen oder die berühmten Blaufelchen —, die selbst das winzigste Gasthaus hier meisterhaft zu bereiten weiß. gerade zur Zeit der« Baumblüte mit einem fast ins Ueberirdische verklärten Zauber lockt. Hier steht das alte Schloß, das Annette von Droste-Hüls- hoff, der großen, aus dem Westfälischen stammenden deutschen Dichterin, eine neue Heimat gab; der stille Friedhof auf der Höhe birgt ihr Grab. Zum östlichen Ufer des Sees hin, wo das österreichische Bregenz liegt, neigt sich Lindau, die blitzblanke, frühlingsfrohe Jnselstadt. Wer von München oder Augsburg kommt, erreicht hier zuerst den See. Lindau ist anheimelnd und lebhaft zugleich, und der Frühling tummelt sich in seinen duftenden Gärten wie ein ausgelassener Zunge. Bodensee im Frühling: hier wird er unmittel- Wanderfahrten. Lollar — Wißmarbachtal — Dicke Buche — Attenberg — Friedelhausen. Vom Bahnhof Lollar gehen wir durch die linke Bahnunterführung und folgen schwarzen Strichen, die uns über die Lumda-, später über die Lahnbrücke und einen Teil von Wißmar in das Wißmarbachtal bringen. Dieses stille, liebliche Tal mit seinen vielen Windungen, die immer wechselvolle Bilder erschließen, dürfte wohl das schönste in der näheren Umgebung Gießens sein. Das Tal aufwärts gehend, stoßen wir später auf schwarze Punkte, denen wir jetzt nach rechts folgen und zur Dicken Buche gelangen, wo wir rote Keile antreffen; diesen gehen wir in östlicher Richtung nach durch prächtige Waldungen. Kurz vor dem Ende des Waldes verlassen wir das Zeichen, gehen in gerader Richtung weiter und kommen an den Fuß des Altenbergs, den wir besteigen, um uns an der ungemein reizvollen Fernsicht zu erfreuen. Wir steigen nun hinab nach Odenhausen (gute Gasthäuser) und fahren von der jenseits der Lahn ge- Seereise ins Land Peer Gynis. Don Gerhard Ludwig Milau. legenen Station Friedelhaufen nach Hause. Wanderzeit etwa 3^ Stunden. Wetzlar — Honigmühle — Sloppelberg — Dutenhofen. Wir fahren mit Sonntagskarte nach Wetzlar, durchwandern die alte Reichsstadt, um alsbald das benachbarte Nauborn zu erreichen. Mitten im Dorf führt ein Pfad nach links in die Höhe, der sich als sog. Pfarrweg, parallel der Talstraße, am Berghang herzieht, immerzu schöne Blicke in das Siebenmühlental bietend. Nach einiger Zeit steigen wir hinab auf die Straße und gelangen bald darauf nach der anmutig gelegenen Honigmühle mit guter Wirtschaft. Nunmehr folgen wir dem Lahnhöhenweg (L), der uns, meist durch Wald, hinauf zum Stoppelberg führt, von dessen steinernem Turm sich eine herrliche Rundsicht erschließt. Schwarze Striche leiten uns von hier hinab durch Wald und Feld über Münchholzhausen nach unserem Endziel Dutenhofen. Wanderzeit 4 Stunden. Frühling am Bodensee. Don Hansjürgen Wille. Den Bodensee in der Südwestecke Deutschlands umschließt eine Landschaft von seltener Milde und Anmut. Sie macht es auch dem flüchtigen Gast leicht, in jeder Jahreszeit hier heimisch zu werden. Noch die silbrige nebelverschleierte Kühle der Spätherbsttage ist am Bodensee von einem seltsamen Zauber. Aber im Frühling hat dieser gesegnete Erdstrich etwas von der holden Traumseligkeit eines Märchens. Welch ein zartes Geglitzer und üppiges Prangen, wenn ringsum die Obstbaumblüte beginnt! In schimmernden Kaskaden, in lichten flammenden Strömen flutet das Weiß und Rosa der Blütenzweige von den Höhen und Hängen dem sanft geschwungenen Ufer zu, und es ist, als ob selbst die weite Fläche des Sees zu blühen begänne. Romantiker genießen verträumt das einzigartige Schauspiel, aber es ist nicht einmal eine optische Täuschung, sondern echte, erklärbare Wirklichkeit: die Fülle des über den See verstreuten gelben Blütenstaubes bewirkt diese lieblich-geheimnisvolle Naturerscheinung. Wer einmal solchen Blütentag am Bodensee erlebt hat, vergißt ihn nicht wieder; den zieht es immer wieder zu dieser wunderbaren Landschaft hin. Wieviele haben das schon an sich erfahren! Wieviele, die nur als flüchtige Wanderer hier Einkehr halten wollten, aber in einem der wie ein leuchtender Kranz sich rings um den See schmiegenden Städtchen und Dörfer „ortsansässig" wurden! Es ist etwas Seltsames um die Bodenseelandschaft. Mit südlicher Heiterkeit und dem beglückenden Glanz einer sich verschwenderisch verschenkenden Natur verbindet sie einen Reichtum geschichtlicher Erinnerungen wie kaum eine zweite Landschaft. Es ist hier uralter historischer Boden, der schon in der Vorgeschichtszeit besiedelt wurde und im Laufe der Jahrhunderte Zeuge so manchen großen und schicksalhaften Geschehens war. Doch das Geschichtliche ist hier nicht nur Museumswert und Sinnbild geblieben; *5 hat bis auf den heutigen Tag feine zeugende Kraft bewahrt, und das gibt all diesen Städten etwas Feierliches, Unalltägliches, darum allerdings nicht weniger Lebendiges und noch im Kleinen Bedeutsames. Man braucht da nur an Friedrichshafen zu denken. Aus dem historischen Kern des Stadtbildes ist hier ein Zentrum weltumspannender Technik herausgewachsen. Wie in funkelnder Leuchtschrift stehen die Namen Zeppelin, Maybach und Dornier am Himmel dieser Stadt. Und dennoch hat sie nichts von ihrem anheimelnden Zauber verloren. Organisch fügt sich das eine zum anderen, und Friedrichshafen ist heute noch ein liebenswürdiger und vielbegehrter Kurort, von dessen großartiger Seeuferpromenade man einen herrlichen Blick auf das wie ein Amphitheater sich wölbende Rund der Schweizer Bergwelt hat. Auch in K o n st a n z , der Stadt der großen Reichstage und jenes berühmten Konzils, auf dem der böhmische Reformator Johann Hus zum Feuertod verurteilt wurde, begegnet einem das Geschichtliche in vielerlei Gestalt, und doch ist auch dies keine romantisch-verschnörkelte, gleichsam nur zum Betrachten bestehende Stadt, sondern ein sehr heutiges, sehr waches, sehr blühendes Gemeinwesen, in dem Ahnenstolz und Zukunftswille sich zu einer lebendigen Einheit gefügt haben. Frühling in Konstanz: lächelnder Daseinstraum. Bunt und hell ist diese Stadt mit ihren alten Türmen und dem lodernden Blütenrausch ihrer vielen Gärten. Aber wer in ihr einkehrt, darf auch nicht versäumen, die ihr nachbarlich verbundenen Inseln Mainau und Reichenau aufzusuchen. Die Mainau ist wie ein einziger Park, sagenhaft verwunschenes Eiland, das die seltsamsten Bäume und Pflanzen hütet, und die Reichenau, liebliche Obstkammer und stiller, trostreicher Wunder- und Wanderqarten, birgt als kostbarsten Schatz das alte Münster und Benediktiner- klaster, das im frühen Mittelalter eine bedeutende Heimstätte des geistigen und künstlerischen Lebens war. Fast unübersehbar ist die Fülle der gastlichen Orte, die am Bodensee den Wanderer zu besinnlichem Verweilen laden. Da ist Ueberlingen z. B., freundliches Landstädtchen mit prächtigen alten Bauten, das sich terrassenförmig über dem Seegestade erhebt und als anmutiges Erholungs- paradies seit langem einen Namen hat. Oder Meersburg, ehemalige Bifchofsrefidenz, das Haben wir nicht alle schon, wenn die Musik von Edward Grieg zu Ibsens „Peer Gynt" erklang, etwas von der Sehnsucht gespürt nach der erhabenen Größe und Schönheit der nordischen Natur? Film und Photo zauberten uns den Sommer Norwegens mit seinen weißen Schnee- firnen, schäumenden Wasserfällen und bunten Dörfern an stillen Fjorden so begehrenswert vor Augen, daß die Sehnsucht wiederum wuchs, das Land und das Meer, die so kraftvoll zum Herzen gerade der nordischen Menschen sprechen, einmal aus eigener Anschauung zu erleben und mit den stammverwandten Menschen, die dort wohnen, in unmittelbare Berührung zu kommen. Der romantische Charakter der Landschaft erschließt sich in seiner ganzen Wucht und Größe erst dem Reisenden, der mit einem Schiff vom Meere kommt. Norwegen, Spitzbergen, Island, das Polargebiet haben noch keinen enttäuscht, der sich mit ganzer Seele dem Zauber dieser Länder und den Klängen und Freuden an Bord aufgeschlossen hat. Wie anders ist eine Seefahrt, als eine Reise mit dcr Bahn! Welche Fröhlichkeit, Beschwingtheit, festliche Stimmung überall. Nordlandreisen sind so beliebt geworden, daß in diesem Sommer drei Schiffe des Norddeutschen Lloyd hinauffahren. Die große Polarfahrt über Schottland und Island, durch die erhabene Einsamkeit der Gletscherbuchten Spitzbergens unter der magischen Mitternachtssonne wird vom Dampfer „Berlin" ausgesührt. Dampfer „General von Steuben" macht die erste Nordkapfahrt. Für die zweite, dritte und vierte Nordkapfahrt ist der Dampfer „Sierra Cordoba" vorgesehen. Auf solchen Fahrten findet man alle Reize des Hochgebirges vereint mit denen des gewaltigen Meeres. Sowohl der Bergsteiger als auch der in der Heilkraft der freien See Erholung Suchende kommt auf feine Rechnung. Es ist schwer zu entscheiden, was den Vorzug verdient. Die Schiffe gleiten auf den Fjorden bis tief in das wildzerklüf- tete Land hinein, an grünen Hochalmen und malerischen Siedlungen vorbei, sie fahren weiter durch das Wunder der hellen Sommernächte zur Nordspitze Europas, bis an die Grenze des ewigen Eises. Das Gesicht dieser Reisen wechselt von einem Tage zum anderen. Ueberall werden Landausflüge veranstaltet, auf denen man einen lebendigen Einblick bekommt in das vielgestaltige Volksleben, in welchem sich, wie bei uns, noch viel edles Brauchtum erhalten hat. Aber auch an Bord findet man immer eine abwechslungsreiche Fülle von Freuden. Man wird alles vorfinden, was ein Mensch von Kultur braucht. Auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd ist man zu Gast wie bei guten Freunden. Wer diese Nordlandfahrten mit der richtigen Reiselust beginnt, der wird erfrischt an Leib und Seele und um viele unzerstörbare Erinnerungen reicher in die Heimat zurückkehren. Reifeltferafur. — Hundert Jahre Hessisches Staatsbad Bad-Nauheim. Unter diesem Titel und unter dem Motto „Auf Gottes Geheiß aus der Tiefe geboren, der Lebenden Leiden zu lindern erkoren" hat die Leitung des Hessischen Staatsbades Bad-Nauheim anläßlich seiner Hundertjahrfeier (im Juli 1935) eine gut ausgestattete, reich bebilderte Festschrift herausgegeben. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Hessischer Staatsminister Ph. W. Jung schrieben dazu die Geleitworte. Die Schrift gibt einen gründlichen Rückblick auf die Geschichte und Entwicklung des Bades und seiner Anlagen und mündet in eine Schilderung des neuzeitlichen Nauheim mit feiner Landschaft, seinem Kurbetrieb, seinen modernen Einrichtungen, die der Erholung, Genesung und dem Wohlergehen seiner Besucher auf eine vorbildliche Weise zu dienen bestimmt und geeignet sind. Die gut ausgestattete Festschrift ist mit interessanten Bildern aus der Geschichte des Bades und von Nauheim in feiner heutigen Gestalt (Zeichnungen: Heinz G e i l f u s) geschmückt und stellt eine großzügige und wirksame Werbung für das in diesem Sommer jubilierende Hessische Staatsbad dar. ^unhfunfprogramm. Sonntag, 26. Mai. 6 Uhr: Hafenkonzert an Bord des Dampfers „Hamburg" der Hamburg—Amerika-Linie. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle von Johann Sebastian Bach. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. 10.15: Chorgesang. 11: Bekenntnis zu Deutschland. Von Barbra Ring (Norwegen). 11.15: Hausmusik von Bach und Händel. 12: 1. Platzkonzert der Reichsmarine. 2. Musik und Stimmungsbilder vom Start zum Rennen um das „Blaue Band der Elbe". 14.30: Kinderfunk. 15: Stunde des Landes. 16: 1. Kundgebung vor dem Dammtor. 2. Feierabendklänge aus beliebten Erholungsstätten in und um Hamburg. 18: Sugenb* funk. Wir gedenken Schlageter! Eine Lied-, Musik- und Sprechchorfolge von Hermann Schnepp. 18.30: Internationales Avus-Rennen 1935. 19: Heiteres Konzert. 19.30: Fußball-Länderkampf Deutschland- Tschechoslowakei. 20: Wenn's Mailüfterl weht ... Klingende Märchenidylle von Erwin Albrecht. 22.20: Festfahrt auf der Alster. 23: Salzspritzer und Sonnenschein. Kameradschaftsabend an Bord des Dampfers „Hamburg". 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 27. Mai. 6 Uhr: Frühkonzert I. 7: Frühkonzert II. 8.10: Von Stuttgart: Gymnastik. 10.15: Von München: Schulfunk — „Der Main". 10.50 Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Von Hamburg: Aus Hannover: Mittagskonzert I. 13.15: Von Hamburg: Mittagskonzert II. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Der Zeitfunk bringt Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Kleines Konzert — Neuere deutsche Lieder. 16.30: Eine deutsche Mutter und Dichterin in: Helene Voigt-Diederichs. 17: Don Stuttgart: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 18: Chormusik aus Finnland. Es singt der finnische Chor Ylioppilas- tunnan Laulajat (Helsinki). 18.30: Von München: Weltpolitischer Monatsbericht. 19: Von Freiburg: Unterhaltungskonzert. 20.15: Bin ein fahrender Gesell. Deutsche Handwerker auf neuer Wanderschaft. 20.45: Volksmusik. 21: Von Leipzig: Zum Bach- Jahr 1935: Werke von Johann Sebastian Bach. 22.20: Vom Deutschlandsender: Eröffnung des Deutschlandfluges 1935. Sitte, nicht erschrecken! Ich kenn die Männer besser, als man glaubt, da sie bei mir sich ohne Maske zeigen. Ich habe manchem schon die Ruh' geraubt; ich will jedoch von Einzelheiten schweigen. Ich habe ihre Launen in der Hand. Ich kann sie fröhlich, traurig, zornig machen. Ich bring’ sie, wenn ich will, aus Rand und Band, und alles dieses kurz nach dem Erwachen! Ja, es geschah sogar, daß mich ein Mann einmal ergriff mit wilder Zorngebärde, er zitterte vor Wut und warf mich dann mit häßlich rohen Worten auf die Erde. Und dann man weiß ja, wie die Männer sind —, ließ er sich vor mir auf den Boden nieder, und kam zu mir auf Knien, wie ein Kind, und faßte mich von neuem immer wieder. Ich aber glitt ihm dennoch aus der Hand. Ein jeder hat nun mal sein eignes Köpfchen. Ich lag dann unterm Bett ganz an der Wand. Ja, ja, man hat's nicht leicht als Kragenknöpfchen' Puck. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. Sch. in L. Grundsätzlich ist eine Kündigung des Versicherungsvertrags erst nach Ablauf der oer- traglich vereinbarten Zeit zulässig. Hat jedoch die Versicherungsgesellschaft einseitig die Versicherungsbedingungen in wesentlichen Punkten geändert, was aus Ihrer Anfrage nicht hervorgeht, fo können Sie vom Vertrag zurücktreten und brauchen die Versicherungsprämie nicht mehr zu zahlen. A. M. in AB. Es ist Ihnen zu raten, die unter Eigentumsvorbehalt verkauften Möbel beim Auszug des Mieters zurückzubehalten. I tr, W ►- N -M-M 'x; W u »SS ' 1- ... 1 UW *3V IjMJ - • NAUHEIM W Eine Einladung an dieser Stelle zum Besuch Ihrer Sommerfrische und Ihres Hauses führt zu Besuchern und Gästen aus Gießen und Oberhessen! Prospekte: Städtisches Verkehrsamt 3I14D Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Richard Rein .Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beitrage in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allenGebieten d.Naturwissenschtiten. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. — Probehefte und Werbeblatter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Fahrpreis ab Rm. 2 7O.- Landaus Flüge in allen Anlaufhafen Mincimccr-Kaukasus -fahrt 25. Juli - 15. 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Sie wäre viel lieber weiter gefahren, aber so viel Rücksicht mußte sie wohl nehmen, das war sie der Freundin, Frau Scholz, schuldig. Sie stand innerlich widerstrebend auf und verließ den Wagen. „Aber wir fahren heute noch weiter?" erkundigte sie sich ängstlich. „Natürlich! Sobald wir gegessen haben!" Der Aufenthalt dehnte sich für Gerdas Ungeduld viel zu lange aus. Kitty hatte es nicht so eilig. Und während Gerda essen und trinken konnte, was sie wollte, verschwand Kitty für länger- nm mit zwei Chauffeuren weaen der Welterfahrt zu verhandeln. Schließlich, als die Sonne schon >m Sinken war, brachen sie auf. „Kommen wir heute noch bis Frankfurt?" fragte Gerda ängstlich. . „Nicht mehr ganz! Heute fahren mir nach Karlsruhe, und morgen sind wir in Frankfurt!" Gerda erblaßte. „Wir fahren nur bis Karlsruhe?" „Aber Kind, wie hast du dir denn die Fahrt gedacht? Wir kämen ja in dunkler Nacht in Frankfurt an!" Gerda versuchte aufzustehen, die Tür zu öffnen, schon aber fuhr der Chauffeur los, und sie fiel auf ihren Sitz zurück. „Ginge es nicht mit der Bahn schneller? fragte sie kleinlaut. „Nein! Wenn wir wirklich jetzt einen Zug erreichen würden, wäre es auch tiefe Nacht, bis wir in Frankfurt find. Gedulde dich nur ein bißchen, es geht wirklich nicht anders!" „Ich bange mich nur um Großmutter!" „Ihr telegraphierst du morgen aus Frankfurt!" Beklommen, mit einem schlechten Gewissen, blieb Gerda ruhig neben der Fremden sitzen. Sie hätte sich doch nicht auf diese Fahrt einlassen tollen. In welcher Aufregung würde die Großmutter jetzt fern? Wie würde der Vater sie schelten, wenn er von ihrer Flucht erfuhr? Auch Frau Scholz würde die Heimlichkeit nicht gutheißen. Wie kam sie nur zu dieser Freundin, die ihr zu der heimlichen Flucht geraten hatte? Kitty versuchte Gerdas Zweifel zu zerstreuen, das Mädchen zu erheitern. Aber seltsam, ihre glänzende Ueberredungskunst hatte heute nicht die rechte Wirkung. Gerda blieb still und einsilbig. Das elegante Hotel, in dem sie in Karlsruhe ab- stiegen, das vornehm eingerichtete Zimmer, das sie bekam, bedrückten Gerda aufs höchste. Sie hätte am liebsten geweint. Kitty aber ließ sie nicht einen Augenblick allein: ie führte das Mädchen in den Speisesaal, suchte ie mit allerlei Leckerbissen zu erheitern, nötigte ie freundlich zum Trinken, schenkte das Weinglas immer wieder voll. Gerda fühlte bald die Wirkung des schweren Weins: sie verlor jede Kraft zum Denken. Die Augen fielen ihr zu. Ohne Widerstand ließ sie sich von der Fremden zu Bett bringen. * Noch an dem gleichen Abend verlangte Ernst Schröder Liane telephonisch zu sprechen. Liane trat arglos an den Apparat. „Was gibt es zu so später Stunde, Ernst? Haben Sie Nachricht von Fred? Wird er bald kommen?" fragte sie. Die erregte Stimme des Freundes antwortete: „Nichts von alledem — leider! Es handelt sich um Gerda — sie ist fort!" iFortfekvna fnlntl) 3147A Unsere Auswahl in Kleider- und Seidenstoffen — einfarbig und bedruckt — ist sehr groß. — Wir haben für jeden Geschmack das Richtige u. verkaufen alles zu unseren bekannt niedrigen Preisen IhrPfingstkleid aus Stoffen von Bernard Stoffspezialhaus Bemard&Sohn Gießen • Plockstraße Nr. 14—16 M'CORMICK Olbad-Grasmäher mit Zentralschmierung für sämtliche Zahnräder, Dellen, Sperrklinken und Kupplung Einspänner 31, Fuß mit Schere Zweispänner 4, 4*A und 5 Fuß mit Stahldelchsel Deutsches Erzeugnis der Heimatnatur! ........................................ Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbeit von Prof. Or. Walther Gchoemchen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in vreußen und Leiter der Fachstelle Naturschutz im Neichsbund Volkstum und Heimat Mit 24 Bildtafeln Preis: Gebunden Reichsmark 3.60 TraMrschuh ist Dott-sache geworden! 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