Ehaos aus den sowjetrussischen Wasserstraßen Mehrere Neederei-Oirektoren verhaftet und amtsenthoben. ie Prä- Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8l/DUI)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.'Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B an den Genfer sei der sach- weigerte ihm Sowjetrußland die Ausreiseerlaubnis. Während der letzten 2 Jahre hatte sich Dr. Kapitza in Cambridge mit der Möglichkeit einer neuen und einfachen Art der Verflüssigung von Helium beschäftigt und in wissenschaftlichen Kreisen hieß es, daß wertvolle Ergebnisse unmittelbar bevorständen. Die Londoner Sowjetbotschaft erklärte, daß infolge der außerordentlichen Entwicklung der Nationalwirtschaft der USRR. die Zahl der verfügbaren Wissenschaftler nicht ausreiche und unter diesen Umständen die Sowjetregierung es für notwendig befunden habe, die Dienste von Sowjetgelehrten, die bisher im Auslande arbeiteten, für wissenschaftliche Tätigkeit innerhalb Sow° voll das Ende der Woche abwarten, denn niemand wage an die Folgen zu denken, die der Nichtabschluß eines „für den europäischen Frieden so wichtigen Paktes" haben könnte. Polen und die Ostpakt-Projekte. letrußlands in Anspruch zu nehmen. Dr. Kapitza sei zum Direktor eines neuen Instituts für physikalische Forschungen innerhalb der Sowjetakademie für Wissenschaften ernannt worden. Er befinde sich in einer angenehmen Stellung und beziehe ein gutes Gehalt. geant" hervor, in dem es heißt, das fr sowjetrussische Abkommen werde n u r d a n London, 25. April. (DNB.) Die „Times" kommt heute auf die Note der Memeler Signatarmächte an die litauische Regierung zurück. Eine Veröffentlichung des Wortlautes der Note fei gegenwärtig nicht beabsichtigt. Die Einigung zwischen der englischen, französischen und italienischen Regierung über den Schritt in Kowno, der von der litauischen Regierung die Bildung eines Direktoriums für das Memelgebiet nach den Bestimmungen des Memel st atuts fordere und ein gesetzmäßiges Zufammenireten des Landtages verlange, sei in Stresa erfolgt. Auch die französische Presse beschäftigt sich mit dem Protestschritt der Signatarmächte des Memelabkommens in Kowno und kommt ziemlich übereinstimmend zu der Auffassung feiner Wirkungslosigkeit. Das „Oeuvre" ist sich darüber klar, daß sich Deutschland mit -einer bloßen Geste nicht zufrieden geben kann und daß wollte, oer» Englands öffentliche Meinung lehnt ein Bündnis gegen Deutschland ab Ein konservativer Abgeordneter gibt der Verstimmung der britischen Oeffentlichkeit über Englands Politik in Genf und Gtresa Ausdruck. für Paris haben, wenn Polen mit ihm einverstanden sei. Bisher, so meint „Gazeta Polska", habe man Polen gewöhnlich auseinandergesetzt, daß man es aus Sorge um die polnischen Belange zur Teilnahme Ostpaktplänen eingeladen habe. Nach den Erklärungen des polnischen Außenministers Ton der französischen Presse sehr viel l i ch e r. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Aus diesen juristischen Spitzfindigkeiten, die dennoch ernste Ruckwirkunaen haben könnten, könne man, meint „Oeuvre", den unangenehmen Schluß ziehen, daß der französisch-sowjetrussische Vertrag nur im juristischen Teil abgeschlossen werden würde. Auf jeden Fall werde die Präsent i v w i r ku n g gegenüber Deutsch- land dadurch stark beeinträchtigt. Trotzdem sei Pessimismus hinsichtlich der Moskauer Entscheidung nicht am Matze. Man dürfe vertrauens- oerfeht werden könnten. Dritten gegenüber früher eingegangenen Verpflichtungen zuwider zu handeln. Damit habe man sagen wollen, daß das Veto eines einzigen der beiden Locarnogaranten (England und Italien) genügen würde, um den gegenseitigen französisch-sowjetrussischen Beistand hinfällig zu machen. In § 2, um den der Streit entbrannt sei, habe man festgelegt, daß Paris und Moskau, um bei einem flagranten Angriff oorgehen zu können, den Zusammentritt des Völkerbundsrates abwarten müssen. Diese französische Formulierung hätte Sowjetrußland jedoch nicht angenommen. Der abgeänderte Entwurf des Aus- führungsprotokolls sehe vor, daß „beide Parteien, um oorgehen zu können, den Dölkerbundsrat befassen würden". Dies bedeute keineswegs dasselbe. Denn damit sei nicht gesagt, daß die sofortige Aktion vom Zusammentritt des Völkerbundsrates abhängig bleibe. Zwischen 6frefa und Rom. Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Ende April. In Stresa ist alles so gekommen, wie wir es vorhergesagt haben. Ein Hellseher brauchte man dazu nicht zu sein — es genügt, die italienische Politik zu kennen und zu wissen, daß sie seit dem Dreikönigstag mitder französischen gleich- geschaltet ist. Mit der Entente cordiale zwilchen den lateinischen Schwestern muß bis auf weiteres als einer unverrückbaren Tatsache gerechnet werden, die sich nicht nur im europäischen Konzert, sondern auch in der nun in den Vordergrund drängenden afrikanischen Frage, mit der wiederum die Mandatsfragen und das Schicksal des Völkerbunds verquickt sind, geltend machen wird. Die Verdichtung der römisch-gallischen Freundschaft zu einem lateinischen Block war das Hauptergebnis von Stresa. Moskau, 25. April. (DNB.) Als Gegenstück zu den Mißständen auf den Sowjetbahnen hat sich gleich nach Eröffnung der Schiffahrt auf den sow- jetrufsischen Wasserstraßen und den Binnenseen eine Reihe großer Unglücksfälle ereignet. Unfälle besonders ernster Art sind zu verzeichnen auf dem Dnjepr-Düna-Schiffahrtsweg, auf der Oberwolga und im Kaspischen Meer. Im Zusammenhang damit hat der Volkskommissar für die Binnenschiffahrt, Pachomow, einen strengen Befehl erlassen, in dem u. a. als Haupturfache für die meisten Unfälle eine grobe Verletzung der elb st verständlich st en Schiffahrtsregeln verzeichnet ist. Der Volkskommissar hat auch nicht vor sofortigen Maßregelungen der Schuldigen zurückgefchreckt. So wurden der Direktor der Düna-Dnjepr-Reederei und der Leiter des technischen Betriebes der gleichen Reederei ihrer Aemter enthoben und strasver- etzt. Ferner wurde der stellvertretende Direktor )er Moskwa-Oka-Reederei wegen dienstlicher Verfehlungen verhaftet. Schließlich wurden mehreren verantwortlichen Leitern der Reederei höhe Geldstrafen auferlegt. Volkskommissar Pachomow hat sämtliche Direktoren der sowjetrussischen Schiffahrtslinien verpflichtet, künftig die Untersuchung der Schiffahrtskatastrophen persönlich zu ühren. Der beschlagnahmte Eowjet-profeffor. man habe trotzdem weithin das Empfinden, daß Deutschland von den früheren Alliierten nicht fair behandelt worden fei. Sie sähen auch im Völkerbund und seiner Satzung mehr ein biegsames Werkzeug des Angriffes als des Friedens. Die Beschlüsse von Stresa würden die öffentliche Meinung Englands nicht zufrieden- stellen. Sie fei vielmehr überzeugt von der Notwendigkeit einer Vertragsrevi- fion und habe keine Furcht vor den deutschen Forderungen. Auch sei sie nicht geneigt, irgendeiner gemeinsamen Aktion wirtschaftlicher oder militärischer Art gegen Deutschland ihre Zustimmung zu geben. Soweit Großbritannien in Stresa Partei ergriffen habe, habe es nicht gut gehandelt. Das Schelten und Drohen von Genf sei zwecklos und gefahr- lich. Die frommen Wehklagen des Premierministers könnten nur Schaden anrichten. Zwischen Frankreich, England und Italien gebe es keine Gesinnungsgemeinschafl, da die öffentliche Meinung Englands den Gedanken eines Vündnisses zwischen England, Sowselrußland, Frankreich und Italien, das sich gegen Deutschland richte, oder den von ihr für Unrecht gehaltenen Status quo befürworte, nicht z u st i m m e. EmeKompromißsormel für den Veistandspakt Paris-Moskau. Paris, 25. April. (DNB.) In politischen Kreisen erwartet man für den heutigen Donnerstag die Entscheidung der Sowjetregierung über den französisch-sowjetrussischen Abkommens-Entwurf der, wie „Oeuvre" versichert, in den unter der Hand während der Ostertage geführten Verhandlungen die Form eines französischen Kompromißvorschlages angenommen habe. Der eigentliche Abkommensentwurf sieht unter anderem vor, daß beide Parteien im Falle eines flagranten Angriffs sofort unter gleich- zeitiger Anrufung des Völkerbundsrates Abwehrmaßnahmen ergreifen. Aus Sorge vor Verwicklungen mit den Locarnooder sonstigen Bestimmungen hätten die französischen juristischen Sachverständigen dem Abkommensentwurf ein Ausführungsprotokoll beigefügt. Im § 1 dieses Protokolls werde im wesentlichen bestimmt, daß die Vertragsparteien auf Grund des Abkommens niemals in die Lage , London, 25. April. (DNB. Funkspruch.) Ein eigenartiges Schicksal ist, wie die „Times berichtet, dem Professor der Universität Cambridge, Dr. Peter Kapitza, widerfahren. Dr. Kapitza, einem bekannten Forscher auf dem Gebiet der magnetischen Kraftfelder, waren vor mehreren Jahren von der Royal Society 15 000 Pfund Sterling zur Verfügung gestellt worden, um in Cambridge ein neues Laboratorium einzurichten. Während der Universitätsferien stattete er als Konferenzteilnehmer Sowjetrußland einen Besuch ab. Als er jetzt wieder nach Cambridge zurückkehren weigerte ihm Sowjetrußl Zweitens: die deutsche Wehrpflicht wurde nolens volens genehmigt und die französische Verwaltungsfiliale in Genf beauftragt, die Geneh- migung in einen der gallischen Eitelkeit entsprechenden Protest einzuwickeln. Drittens kam es, wie es kommen mußte: Oester- reich erhält die Erlaubnis, a u f z u r ü st e n , unter der Bedingung, daß es seine Waffen nur gegen feine deutsche Mutter richtet. Ungarn hingegen darf keine Wehrhoheit beanspruchen, weil die Kleine Entente so etwas nicht gerne sieht. Mit diesem berauschenden Triumph des Rechts und der Gerechtigkeit im Koffer, ging man schließ- lich auseinander, nicht ohne vorher natürlich das i ®r9e^n*5 aller Konferenzen kundzugeben: eine neue die Forderungen auf eine wirkliche Bereinigung OL^en^. Diesmal m Rom. der Angelegenheit des Memelländischen Landtags in ’a"n be™ Kreuzwort- Kowno taube Ohren finden wird. 2Ius ben harüher nnShoi Schlußberichtes hmgeben und weiteren Ausführungen des Blattes geht deutlich wohl mit der Feststel- hervor, daß man es in Frankreich nur bei einem eMeitK 9fnfhphHnn "sn* ?-ei ^chte jeder Protest beiaffen möchte, um nur nicht Tk-gen Aufhebung von Vertragen welche den Deutschland Vorschub leisten zu müssen. Auch das Europas tn Gefahr bringen konnte, mit "Echo de Paris" sieht in den Vorhaltungen bes ° 3 A"e * ” Mitteln wiberfetzen Protestes gegen Litauen nuu einen toten en • ®c^es finb bte geeigneten Mittel? Es Buchstaben. Es ist bem Blatt merklich unbehag- ranÄl^-n baß ber kriegslüsterne Teil ber "ch, daß bie Signatarmächte mit ihrem gemein- „ ?e r lÄ d?^ Wort „geeignet" famen Vorgehen einen Schritt für, Deutsch- Müteln" Li?™ • %et.bt a IIen I a n b unternommen haben. Daß bie Mächte jeboch Allo um hon3, er!terr. ßmie be Krieg. auf Grund des Memelabkommens eine rechtliche 5:^'^ erhalten, muß man Krieg Verpflichtung zur Wiederherstellung bes oer= DhirnfnnhiSiA neue^e Kenntnis unseres traglichen Zustanbes haben, ist ber Zeitung babei n ph'lchen Zeitalters. Der Fachmann staunt, gänzlich gleichgültig. Im übrigen gefallen sich bie ber ?rieblick"en^Dr^n^o^ beAAanc°n Blatter m ben üblichen Verbächtigungen Deutsch- 2°frl ?-^n, etroa $ltIcr em lanbs unb schieben wieber beutle panfions- f wünsche vor. ’ 1 Rom geht bie Presse allerbings nicht ganz so 'weit. Sie meint, zu ben geeigneten Mitteln qe- borc m erster Linie bie Macht, befonbers bie- jemge ber Waffen, bie man zeigen müsse. Zwi- chen Anwenben unb Zeigen besteht immerhin ein leichter Unterschieb. Unb niemanb, ber Italien be- fuefjt, kann baran zweifeln, baß man gerne zeigt, inas man hat. Die „Millionen von Bajonetten" schwirren herum wie Maikäfer, bte schimmernbe -üsebr wird m D Annunzianischen Hymnen besungen, der kriegerische Geist ben Kinbern mit der Mutter- milai emgeimpft, die Politik der gepanzerten Faust erscheint als Inbegriff der männlichen Tugend und Weisheit. Man hebt den eigenen Militarismus in :. Den Himmel, man verdonnert den deutschen der Ein Eisenbahnunglück jagt bas andere. Mkg9g ÄrÄ Ä Mosk a u, 24. April. (DNB.) Am Bahnhof Mussolini selbst hat es mehr als einmal verkündet Jama auf der Donez-Eifenbahn ereignete sich emI Rom hält fechshunderttaufend Mann unter den Zugzusammenstoß, bei dem 21 Waggons Z e r - Waffen, die französischen Militärfahnen von den trummert wurden. Ob bei ber Katastrophe französischen Frontkämpfern burch bie' Straßen Menschenleben zu beklagen finb, steht noch nicht ?w Fenster bes Duce vorbeigetragen, werben be- fest. Dieses neue Eisenbahnunglück in ber Sow- jubelt wie in ben Tagen von Versailles turj ein jetunion, in ber ein Eisenbahnunglück bas anbere einziges Volk von Kriegern. jagt, ist auf folgenbe Umftänbe zurückzuführen:! Wenn zwei basfelbe^tun, ist es eben nicht bas» auf bem siebenten Gleis bes Bahnhofes Jama selbe, unb barum hat Italien feine Unterschritt Gelt ein Zug, als bas Herannahen eines neben bie französische gesetzt, als es in Genf galt a n b e r e n Zuges von ber benachbarten Station einen Unterschieb zwischen münbiaen gemelbet würbe. Der Weichensteller erhielt ben u nb unmünbigen Nationen zu konstru- Befehl, ben einlaufenben Zug auf bas N e b e n - >eren. Jetzt gibt sich alles, wie in Paris baniber gleis 6 zu leiten. Inzwischen war aber ber verwundert, baß Deutschland behauptet erwachsen Weichensteller mit bem Maschinisten einer ebenfalls ZU sein. Wo boch der Versailler Vertrag ein für dort haltenben Lokomotive in einen Wort- allemal eine solche Anmaßung verboten bat Auch wechsel geraten unb hatte ben Dienstauftrag, der Völkerbunb, auch bas System der immer die Weiche umzustellen, vollkommen v e r g e s s e n, neue Konferenzen zeugenden Konferenzen steht auf als der angekundigte Zug heranbrauste und mit einmal, wie in Paris, in hohen Ehren Deutsch- Volldampf tn den haltenden hinein- land wird jetzt in den Zeitungen so behandelt wie fuhr. Dies ist bereits das vierte Eisenbahn- vorher Frankreich. Selbst Jugoslawien kriegt schöne ungluck, das sich im April allein auf der Station Worte zu hören. Vor allem aber Oesterreich In Jama ereignet hat. ber Politik gibt es eben, so ungefähr hat es Musso- At>rr<>nlnfo öinhor* in (tn1 kurz nach Venedig ausgedrückt, keine Senti- //«ÖCrrcniPfC Slliwcr Itt 2/lO0lOU. mentahtat Die Politik muß e l a st i s ch sein. Moskau, 24. April. (DNB.) Die Moskauer .. Eine Elastizitätsprobe ersten Ranges ist nun für Stadtverwaltung gibt bekannt, daß sie einen ™ ■ °rn- e r.e n.3 Don Rom vorgesehen. Glaubt neuen Kampf gegen die unbeauf sich- erLn3l9(es unb Hauptziel, das der Ein- tigt°n Sinb er eröffnet fjabe, die zu lau- BSrtn^ng”' und Z°h" °us°nd dte Stadt haben, so erhofft sich 3tal®n Don öer Donautonfe“ bevölkern. Im Verlauf verschiedener Razzien renz das endgültige Verschwinden 'des seien allein in ben letzten 20 Tagen bes März 1202 „deutschen Albdrucks" auf den Bren° herrenlose Kinder angehalten worden, die zum Teil n e r. Oesterreich muß nicht nur gegen Deutschland, auf den Eisenbahn- und Straßenbahnpufsern, auf nötigenfalls gegen sich selbst Derben Trittbrettern usw. von Stabtteil zu ©tabtteil e1big.t werden! So konnte man's im vorigen Som- fuhren unb bie unter Brücken usw. übernachteten $Ln berr italienischen Presse lesen. Unb bamit ist 3n den meisten Fallen konnten d i e E i t e r Dieser X’S" Kmber a uss i n b i g g e m a ch t werben. Sie haben wegen schlechter Witterung abgesagt werden sollte fiten ge Verweise erhalten. Insgesamt sind in Wer, so wurde Sir John Simon schon in Berlin der gleichen Zeit in Moskau in nicht weniger als gefragt, wer bestimmt, was eine „Einmischung" 11 315 Fällen die Eltern wegen mangelhafter Be- m Oesterreich ist? Heute, wo das „Urteil" von aussichtigung der Kinder, wegen verschiedener Der- Eens vorliegt, mit dem Kläger und Richter in eige- gehen ber Kinber usw. polizeilich verwarnt worben ner Person bestimmt haben, daß selbstverständlich Ein Teil der Mnder mußte, da sie nichts oon ihren f,at' ^»te gewinnt Stern wußten, den staatlichen K i n d e r- k-u dem RMinL tine' TeTuTt" Nun"g ^ellncn 5u geführt werden. 'Ungarns zur bedingungslosen Unterschrift vor- Wird Litauen zur Innehaltung des Memelstatuts gezwungen? Der Schritt der Signatarmächte in Kowno.-Oie Note wird nicht veröffentlicht. Frankreich nur mit halbem Herzen bei der Aktion. Warschau, 25. April (DNB.) Alle polnischen Blatter weisen in Pariser Telegrammen unter Hinweis auf französische Pressestimmen auf ein neues Anwachsen des Interesses der französischen Oessent- lichkeit für Polen hin. „Gazeta Polska" hebt als besonders interessant einen Artikel des „Intransi- Nr. 96 Grftes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 25. April 1935 Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen pottfchecktonto: " 1 tri Srantfurt am main 1168« vnllb und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Aeindruckerel R. Lange in Sietzen. Schristleitnng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 London, 25. April. (DNB. Funkfpruch.) Der konfervalive Unlerhausabgeordnele Sir Arnold Dilf on bezeichnete in einer Rede das franzöfifch- fowjelruffifche Bündnis als einen schweren Schlag gegen die Hoffnungen auf kollektive Sicherheit. Frankreich fei ein Opfer nichtiger Besorgnisse, denn Deutschland habe keine territorialen Forderungen an Frankreich, die zum Vorwand für einen plötzlichen und nicht herausgeforderten Angriff dienen könnten. Hitlers freundschaftliche Gefühle gegenüber Großbritannien seien bekannt und entsprächen der Stimmung in Deutschland. Englands öffentliche Meinung sei Deutschland viel freundlicher, als man aus einem oberflächlichen Lesen der presse schließen könnte. Zwar könnten gewisse Aeußerungen des Geistes des nationalsozialistischen Deutschland von keinem Engländer ohne Bitterkeit ausgenommen werden, aber legen sollte, so wie es gegenüber Deutschland in Genf geschehen ist? Wird sich das stolze Ungarn auch so kurzerhand auf die Seite schieben lassen wie der unbequeme abessinische Bittsteller? Es sieht jedenfalls nicht so aus, als ob in Rom die gleiche „Einmütigkeit" wie in Stresa und Genf hergestellt werden könnte. Die Kleine Entente hat ihre Unterschrift unter das Genfer Dokument bekanntlich von der Zusage abhängig gemacht, daß sie über Ungarn zu entscheiden habe. Das verträgt sich schlecht mit dem Willen Mussolinis, und man muß daher damit rechnen, daß sich Herr Titulescu ein wenig verhört hat. Es wäre ein Akrobatenstück, Oesterreich die Wehrhoheit zu gewähren und im gleichen Augenblick Ungarn zu verweigern. Selbst Genfer Juristen könnten darüber in Verlegenheit geraten. So weit war man nach der ersten Begeisterung über Stresa auch in Rom gelangt, als statt der angeblich schon erfolaten Konferenzzusage Hitlers die Ablehnung des Genfer Verdammungsspruches eintraf. Da schlug das herrliche Osterwetter gründlich um. Launen hat diese Natur, Launen! Daß am ersten Tag in Stresa alles in Nebel gehüllt war, am zweiten ein böser Sturm herrschte und am dritten plötzlich strahlend die Sonne durchbrach, das haben alle Sonderberichterstatter getreulich und beziehungsreich gemeldet; weniger bekannt ist, daß in Stresa an dem Tage, wo sich Genf aussprach, die Temperatur auf den Gefrierpunkt sank. Und jetzt ist es recht wolkig und trüb in Rom. Das Regierungsjubiläum König Georgs. Umfassende Vorbereitungen für die Feierlichkeiten. London, 24. April. (DNB.) In England werden fieberhafte Vorbereitungen für das 25jährige Regierungsjubiläum des Königs getroffen. Biele Straßen und Plätze Londons sind schon jetzt mitFlaggen undGirlanden geschmückt. Riesige Scheinwerferanlagen werden die wichtigsten Gebäude während der Feierlichkeiten in ein Meer von Licht tauchen. Ueberall sind gr o ß e Zuschauertribünen errichtet worden. Die Preise der Sitzplätze belaufen sich auf 50 bis 300 Mark. Für Wohnungen und Büros, die an der Strecke der großen Prachtumzüge liegen, werden für ein oder zwei Nachmittage Mietpreise bis zu 5000 Mark bezahlt. Der König hat per» HWWWWVHWWWVWWWN e Scherl-Bildmatemdienst f ö n l i ch eine Iubiläumsbriefmarke ausgewählt, von der zunächst eine Milliarde Exemplare zu einem halben Penny, einem Penny und eineinhalb Penny und zwei Pence herausgebracht werden. Die Marken werden in der Zeit vorn 7. Mai bis 7. Juni in ganz England verkauft werden. Für den unter der Obhut des Kronprinzen stehenden Iubiläurnsfonds zur Förderung der englischen Jugend sind bis jetzt 32000 Pfund gestiftet worden. Eine große Straßensammlung für den Fonds wird am 3. Juni im ganzen Königreich veranstaltet werden. In der Nacht zum 6. Mai werden in England, Schottland und Irland insgesamt 2 0 0 0 Leuchtfeuer entfacht werden. In London allein werden 39 Leuchtfeuer entzündet werden, von denen das größte in der Mitte des Hydeparkes von König Georg persönlich mittels eines elektrischen Knopfes in Brand gesetzt werden wird. Die englische Polizei hat weitgehende Vorsichtsmaßnahmen für die Jubiläumsfeiertage getroffen. Das Ueberfliegen Londons ist während des 6. Mai verboten. Die U e b e r w a ch u n g der nach England einreisenden Fremden wird während der Jubiläumsfeiertage besonders streng gehandhabt werden. Bemerkenswert ist auch, daß sämtliche Personen, die sich den Jubiläumsumzug des englischen Königspaares von Tribünenplätzen oder von öffentlichen oder privaten Gebäuden aus ansehen, bei der Polizei namentlich angemeldet werden müssen. An dem Jubiläumsumzug am 6. Mai werden außer den Mitgliedern der königlichen Familie sämtliche englischen Minister sowie die Ministerpräsidenten der Dominions, indische Fürsten und Würdenträger und viele andere bedeutende Persönlichkeiten des englischen Weltreiches teilnehmen. Sicherung der Einheit von Partei und Staat Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: In der „Deutschen Justiz" ist auf die Bedeutung der Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 29. März 1935 hingewiesen. Mit dieser Verordnung wird die rechtliche Umstellung der NSDAP, zur Körperschaft des öffentlichen Rechts, welches sie ja tatsächlich schon ist, vollzogen. Ferner wird festgelegt, welche Organisationen Gliederungen der Partei und welche ange - schlossene Verbände sind. Gliederungen sind demnach nur noch die SA., die SS., das Kraftfahrerkorps, die gesamte Hitlerjugend, der nationalsozialistische Studentenbund. Angeschlossene Verbände dagegen sind z. B. der Aerztebund, der Bund nationalsozialistischer Deutscher Juristen und die Deutsche Arbeitsfront. Eine Entscheidung über die endgültige Gestalt der Rechtspersönlichkeit der Arbeitsfront wird indes erst durch das neuzuerwartende Gesetz.über die Arbeitsfront erfolgen, in dem zugleich die Frage des Schicksals des beschlagnahmten Gewerkschaftsoermögens entschieden wird. In der Verordnung ist ausdrücklich bestimmt, daß die Gliederungen der NSDAP, keine eigene Rechtspersönlichkeit und daher auch kein eigenes Vermögen besitzen, sondern mit der NSDAP, selbst vermögensrechtlich eine Einheit bilden. Während bei den Gliederungen der Reichsschatzmeister der NSDAP. Generalbevollmächtigter ist, hat er bei den angeschlossenen Verbänden lediglich die Finanzaufsicht. Die Verordnung schafft somit für die zahlreichen rechtlichen Beziehungen, die sich durch den Einbau der Partei und ihrer Organisationen in den Staatsapparat ergeben haben, eine klare rechtliche Linie und zugleich eine sichere Rechtsgrundlage. Auftakt $ii Oie Auslese der Sieger i Wenige Tage, bevor am 1. Mai die arbeitenden deutschen Volksgenossen gleichsam zu einem einzigen großen Betriebsappell antreten, halten 500 Jungarbeiter und Arbeiterinnen ihren Einzug in Saarbrücken, wo am 26. und 27. die Endwet t- kämpfe um die Auslese der 25 Reichssieger des diesjährigen Reichsberufswettkampfes ausgetragen werden. Als an die arbeitende deutsche Jugend in diesem Jahre die Aufforderung zur Meldung für den zweiten Reichsberufswettkampf erging, war das vorgesehene Kontingent der Teilnehmer bald um fast die Hälfte überschritten. Mit einer Million Bewerber war gerechnet worden und nahezu 1,5 Millionen waren dem Rufe gefolgt, so daß etwa 300 000 Berufswettkämpfer wieder heimgefchickt werden mußten. Aus rund 250 verschiedenen Berufen waren Jungen und Mädel zusammengeströmt, um jeder in seinem Fach und über die beruflichen Grenzen hinaus auf dem Gebiete der weltanschaulichen Schulung und sportlichen Ertüchtigung sein bestes Wissen und Können zu zeigen. In dem ersten Zwischenentscheid, den die Ortsbesten der Berufsgruppen bestritten, schmolz die Millionenzahl der Wettbewerber zunächst auf fast 120 000 zusammen, und aus dieser Auslese wurden in weiterer Ausscheidung die 5 0 0 Gaube st en herausgehoben, aus denen endlich in diesen Tagen im wiedergewonnenen Saargebiet die 25 Reichssieger ermittelt werden sollen. Der doppelte Zweck dieses friedlichen Berufswettstreites ist der, neben der Feststellung der Bestleistungen überhaupt einen Querschnitt durch die Berufsleistung unserer Juaend zu gewinnen, aber auch die Lücken des beruflichen Wissens und Könnens aufzuzeigen. Und weil nur eine an Geist und Körper gesunde Jugend zu guten und besten beruflichen Leistungen befähigt fein kann, ist es unerläßlich, den Fragen der weltanschaulichen Schulung und körperlichen Ertüchtigung eine besondere Bedeutung im Rahmen dieses Berufswettkampfes beizumesfen. Die Begeisterung, mit der die Jugend dem an sie ergangenen Rufe gefolgt ist, ist ein Beweis dafür, daß sie bereits von dem Streben nach höchster Berufsleistung und von einem neuen Berufswillen beseelt ist, der unser Volk ausgezeichnet hat, bevor es vorübergehend von marxistischem Ungeist angekränkelt wurde und den wir wieder zu Ehren bringen müssen, wenn wir wirtschaftlich und als Nation weiterbestehen sollen. Der deutschen Jugend die Verbundenheit zur Arbeit, nicht um des Profits, sondern um ihrer ethischen Werte willen, wiederzugewinnen, das ist die vornehmste Aufgabe und das höchste Ziel dieses zum zweiten Male durchgeführten und vor dem Abschluß stehenden Berufswettkampfes. Daß die Durchführung dieses Leistungswettstreites in vermutlich nicht geringer Zahl auch Lei - ftungsmängel hat zutage treten lassen, tut dem Gedanken des Berufswettkampfes nicht nur feinen Abbruch, sondern rechtfertigt ihn erst recht; denn gerade dadurch geben die festgestellten Bestleistungen erst einen Maßstab ab, und zwar nicht nur für die leistungsmäßig noch weiter zurück- Auf die Leistuu Zur Eröffnung der 2. Reichs Von Hermann-Heinrich Freudenberger, Abteili. „Stillstand ist Rückschritt", lautet ein altes Volkswort. So konservativ und bedächtig der Bauer in seiner Grundhaltung ist, so treffend ist gerade dieses Wort für seine Berufsarbeit. In langsamer, aber stetiger Entwicklung hat der Bauer die Bearbeitung seines Bodens in jahrtausendelanger Erfahrung bis zu dem heutigen Stande der Agrartechnik heraus entwickelt, immer Schritt für Schritt, immer prüfend und abwägend, immer festhaltend an dem bewährten Alten und doch zugleich aufnahmefähig für den Fortschritt der Zeit. Denn jede Zeit stellt neue Aufgaben! Jede Zeit erfordert den Einsatz neuer Energien und neuer Kenntnisse. Wenn am 28. Mai auf dem Heiligengeistfeld- inmitten unserer größten Außenhandelsmetropole Hamburg die 2. Reichsnährstandsschau ihre Tore öffnet, so wird damit auf allen Gebieten des bäuerlichen Lebens eine Leistungsschau der Öffentlichkeit übergeben, die jeder kritischen Beurteilung standhält. Gerade diese Ausstellung bietet nicht nur einen Ausschnitt der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit des Standes unserer Landwirtschaft, sondern zeigt in großem Rahmen, zurückgreifend bis in die Frühgeschichte, gleichsam am Bande einer Lebenskurve Kampf und Arbeit eines Bauernstandes, der schlechthin der Kern des deutschen Lebens war und bleiben wird. Neue Zeiten, neue Aufgaben: wieder schlägt das Bauerntum mit der Erzeugungsschlacht eine Schlacht von entscheidender Bedeutung. Es gilt, auf allen lebensnotwendigen Gebieten dem deutschen Volke die ernährungswirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern, denn nur der Staat ist frei, dessen eigene Scholle Grundlage der Volksernährung ist. So kommt gerade der Erzeugungsschlacht im Rahmen der 2. Reichsnährstands-Ausstellung besondere Bedeutung zu. Einmal für den städtischen Besucher, der hier erkennen soll, daß die Erzeugungsschlacht ihn selbst an feinem Lebensnerv aufs Engste berührt, zum anderen für den Bauern, dem hier neue Anregungen und Richtlinien mit in die Praxis des Hofes gegeben werden. Nicht lange Statistiken ober tote Tabellen werden da gezeigt, nein, plastisch und lebendig wird der Besucher in die Wirklichkeit der Landarbeit hineingestellt. Es sind nicht einmal neue Lehrsätze, die aufgestellt werden. Im Gegenteil, gerade auf die Anwendung des Erprobten wird entscheidender Wert gelegt. Denn Erzeugungsschlacht heißt nicht experimentieren, sondern zielsicher die Erträge des Bodens und der Diehwirt- schaft steigern. Vor allem gilt es, eine zeitgemäße Anbauverteilung der Feldfrüchte zu finden, also den Anbau von Eiweiß-, Oel-, Faserpflanzen ufw. zu steigern. Kurz gesagt: Erzeugungssteigerung bei d e n Nahrungsgruppen, die heute noch unsere Devisenbilanz belasten und damit dem Ausland politisch eine Einflußsphäre ermöglichen. Wenn im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Agrarpolitik von unseren Gegnern gern das Wort .Maschinenstürmer" gebraucht wurde, so wird man auf dieser Leistungsschau eines Besse- ml. Mai. n Reichsberufswettkampf. liegenden Jungarbeiter, sondern in besonderem Maße auch für deren Lehrherren. Noch nie mar vielleicht bas Problem ber Berufsausbll- bung so schwierig wie in unserer Zeit, bie auf ber einen Seite immer häufiger ein Spezialisten- tum mit in bie Tiefe gehenben Kenntnissen auf einem verhältnismäßig eng begrenzten Gebiete verlangt unb bie andererseits ebenso oft vielseitige Kenntnisse auf in bie Breite gehenben Arbeitsgebieten erforbert. Wir brauchen nur baran zu benfen, baß wir heute bereits auf manchen Gebieten einen fühlbaren Mangel an Facharbeitern unb auf ber anberen Seite noch einige Hunberttaufenb Arbeitslose haben, baß «jedoch diese Arbeitslosen durchaus nicht nur ungelernte Arbeiter sind, sondern gerade zu einem erheblichen Teil gelernte Kräfte, die aber aus Gründen wirtschaftlicher Strukturwandlungen ihre vielleicht tiefgründigen aber allzu spezialisierten Kenntnisse nicht verwerten können. Ein großer Teil der arbeitenden Jugend muß heute feine Ausbildung m großen und größten Betrieben mit unzähligen Spezialabteilungen genießen, und gerade hier muß nicht nur auf eine Ausbildung im engeren Sinne, sondern auf eine umfassende berufliche Durchbildung von der Seite des Lehrherrn besondere Sorgfalt verwendet werden. Das erfordert nicht nur die Rücksicht auf das spätere berufliche Fortkommen des heutigen Jungarbeiters, sondern steigert bei diesem gerade in seinem empfänglichsten Alter die Freude am Lernen. Vorbereitungensürdenl.Mai. Für die Begehung des nationalen Feiertages des deutschen Volkes hat der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick im Einvernehmen mit dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eine Reihe von Anordnungen für die öffentliche Verwaltung erlassen. Danach flaggen am 1. Mai sämtliche Dienstgebäude. Die Dienstgebäude sind mit frischem Birken grün oder sonstigem Grün zu schmücken, dessen Besorgung die Behörden-eines Ortes zweckmäßig gemeinsam vornehmen sollen. Die Ausschmückungsarbeiten sollen möglichst durch das Gärtnereigewerbe ausgeführt werden. Es wird als dringend erwünscht bezeichnet, daß die Gemeinden an geeigneten großen Plätzen Lautsprecher aufstellen, um der gesamten Bevölkerung die Teilnahme an den Feiern des nationalen Feiertages zu ermöglichen. In kleineren leistungsschwachen Gemeinden wird der Gastwirt ober eine anbere Persönlichkeit bereit sein, feine Rundfunkanlage zur Verfügung zu stellen. Die Musik- und T r o m p e t e r k o r p s der Reichswehr sind angewiesen, an den Feiern mitzuwirken, ebenso werden sich die Musikkapellen der Polizei, ber Technischen Nothilfe unb sonstiger Organisationen zur Verfügung* stellen. Für ausreichenben polizeilichen Schutz aller Veranstaltungen zur Feier bes 1. Mai ist Sorge zu tragen. In einem weiteren Erlaß ersucht ber Reichsinnenminister bie Landes- regierungen unb in Preußen bie Polizeibehörden, bie Polizei st unbe für Gast- unb Schankstätten am 1. Mai aufzuheben. g kommt es an! lährstandsschau in Hamburg. ren belehrt. 350 Firmen ber Landmaschinen- I n b u ft r i e haben hier auf bem Heiligengeistselb eine Fläche von runb 60 000 Quabratmeter belegt unb lassen insgesamt 5000 verschiedene landwirt- schaftliche Maschinen unb Geräte aufmarschieren. Das widerlegt nicht nur bas Schlagwort von ber „Maschinenstürmerei", sonbern zeigt zugleich ben gesunden Fortschritt des Bauerntums, die Vervollkommnung seiner Arbeit. Allerdings ein Unterschied: nicht Mechanisierung der Bauernarbeit um jeden Preis, also Maschinenvergötterung, heißt bie Parole, sonbern sinnvolle Anwendung ber Maschine bort, wo sie, ohne ben Charakter bes Bauernhofes zu stören, ein wahrer Helfer ist. Denn Land- wirtschaft ist nicht ein Gewerbe, wie bas Albrecht Thaer im Zeitalter bes auffeimenben Liberalismus einst prebigte, sondern Landwirtschaft ist, wie es Seedorf (Göttingen) aus dem Grundgedanken einer neuen Betriebslehre heraus formulierte, „eine Art zu leben". Zum erstenmal wirb auf ber Zweiten Reichsnährftanbs-Ausstellung auch eine M a - schinen-Gruppenschau durchgeführt. Hier wirb also mit bem bisherigen Brauch gebrochen, baß einzelne Firmen ber Lanbmafchinen-Jnbuftrie mit mehr ober weniger guter Reklame ihre eigenen Maschinen ausstellen unb anpreisen, sonbern es tritt sozusagen als neutrale Aussteller ber Maschinen verschiedenster Firmen derReichsnähr- ft a n b selbst auf ben Plan. Da stehen sie ohne laute Reklame unb Herausstellung ber Fabrikmarke, die Getreidereinigungsmaschinen, Beizgeräte usw.' neutral zur kritischen Beurteilung für jeben Mann ber Praxis. Die fachliche Beratung unb Unterrichtung liegt in ben Hänben eines vom Reichsnähr- ftanb befonbers beauftragten Fachmannes. Man wirb mit biefer Methobe ohne Zweifel gute Erfahrungen machen. Die wahre Leistung wirb sich von bem Reklame-Objekt schnell abheben. Wenn aber biefe Ausstellung unter bem Zeichen des Fortschrittes unb ber Leistung steht, so kann weber bie Agrartechnik an sich, noch bie Maschine der Kern sein, benn das alles ist ja erst das Ergebnis menschlicher Erfahrung, ber Geistesarbeit, ber hanbwerklichen Beherrschung, bes bäuerlichen Menschen schlechthin. Von ber Qualität ber M e n- s ch e n, ber Bauern also, hängt letzten Enbes jebe Leistung, jeder Fortschritt ab. Seine Lebenskraft, feine Lebensenergie, fein Behauptungswillen, kurz gesagt seine Erbanlage ist der Schlüssel zum Verständnis seiner Ausgaben. Damit ergibt sich die Bedeutung all dessen, was unter den Leitgedanken: „Vom Odalrecht zum Reichserbhofgesetz", „Brauchtum und Sitte", „Jugend am Pflug", „Deutschland von morgen", „Blutsfragen des Bauerntums", „Die Familie" und „Neubildung deutschen Bauerntums" zusammenfassend im Reichsnährstandshaus gezeigt wird. Um auf das Wichtigste, die Bluts- frage des Bauerntums, einzuaehen, nennen wir noch die Teilabschnitte: „Wen heirate ich", „Das rassische Erbgut des Bauern", .Zerstörtes Erbgut", „Gesundheitspflege auf dem Dorf", „Sippengeschichte", „Wappen- und Hausmarken — Sinnbilder des Geschlechts", die jedes für sich ein tiefes Arbeitsfeld einfchließen. Besondere Beachtung verdient gerade im Spiegel des Fortschrittes die Abteilung „Brauchtum und Sitte". Da sehen wir die Entwicklung der Hausweberei, dargestellt durch fadentreu nachgewebte Kleidung ber Bronze- und Eisenzeit, am eisenzeitlichen Handwebstuhl zwei Mädchen in ben Kleibern jener Zeit, bie Brettchenweberei, Banbweberei usw. Da sehen wir bronzezeitliche Waffen und Geräte, bronze- und eisenzeitliche Holzgefäße, die Entwicklung des Bauerhauses, eine Zusammenstellung des bäuerlichen Schmuckes von der Bronzezeit bis zur Gegenwart, Heilszeichen aus alter Zeit, die noch heute im Bauerntum fortleben, wie Giebelzeichen, Erntekränze, Gebäck, Waffeleisen usw. Und schließlich erleben wir noch einmal den Kampf ber Bauern um bas alte Recht, bargestellt an ben Freiheitskämpfen ber Friesen, Stebinger und Dithmarscher. Hermann Löns, der unvergeßliche Soldat, Heidedichter und Bauernsohn. Dokumente aus seinem Leben, Bilder unb Gedichte schließen eine Schau ab, bie bas vieltausenbjährige Ringen bes Bauernvolks, bas Auf unb Ab in ber Geschichte, bis zur Gegenwart wiberspiegelt. So ist bie 2. Reichsnährstandsausstellung in ber Tat eine Leistungs- unb Lehrschau des Bauern und seiner Arbeit zugleich. Einheitliche Gebühr für den Absiammungsnachweis. Berlin, 24. April. (DNB.) Die NSK. mel- bet: Der Stabsleiter bes Stellvertreters bes Führers, Reichsleiter Bormann, teilt in einer Bekanntgabe u. a. mit: Nach ber Machtergreifung haben sich weite Kreise der Partei und der Beamtenschaft teils aus der Notwendigkeit heraus, den Nachweis ihrer arischen Abstam- m u n g zu erbringen, teils aus freien Stücken mit ber Familie unb ihren Ahnen beschäftigt. Die S t a n b e s - unb Pfarrämter haben sich nach Kräften bemüht, ber großen Zahl von Anfragen über Vorfahren möglichst gerecht zu werben. Da ber weitere Ausbau ber Sippenforschung nur burch bie materielle Sicher st ellung ermöglicht werben kann, hat ber Reichs- unb Preußische Minister bes Innern im Einverstänbnis mit bem Stellvertreter bes Führers unb ben Kirchenbehörben eine einheitliche Gebühr von 0,60 RM. für bie Ausfertigung einer Urkunde festgesetzt. Schreib-, Such- und Stempelkvsten werden nicht erhoben. Befreiung von ber Zahlung dieser Gebühr tritt nur im Falle des Unvermögens ein, insbesondere bei Erwerbslosen, Wohlfahrtsempfängern und Sozialrentnern. Die Mittellosigkeit ist auf dem Antrag durch die Dienststelle, welche den Nachweis verlangt, zu bescheinigen. Ebenso gebührenfrei sind die von Dienststellen ber Partei z u parteiamtlichen Zwecken angeforberten Urkunben. Entsprechenbe Anfragen sinb über bie (Bauleitung an bas zustän- bige Standes- ober Pfarramt zu leiten. Japanisches Siedlungsprogramm für die Mandschurei. Schanghai, 24. April. (DNB.) Nach ber Zeitung „Churnpao" sollen 10 Millionen Pen von ber Kwantung-Arrnee zur Förberung ber japanischen Auswanberung nach ber Manbschurei zur Verfügung gestellt worben fein. Die Kwantung-Arrnee plane bie Befchleum- gung ber japanischen Ansieblung in ber Manbschurei , burch Ankauf von großen ßänbe- r e i e n befonbers in ber Norbrnanbschurei an ber sowietrusfischen Grenze im Gebiet des Sunaari- Flusses. Die Kwantung-Arrnee habe für diese Zwecke bereits 200 000 Hektar Boden erworben. Die japanische Einwanderung soll in Etappen durchgeführt werden, In Kreisen der Kwantung-Arrnee hoffe man, die Ansiedlung von drei Millionen Japanern i m Rahmen eines Fünfjahresplanes zu ermöglichen, zu dessen Finanzierung später weitere Mittel in Japan flüssig gemacht werden sollen. Meine politische Nachrichten Bürgermeister unb Kreisleiter Thiele in Siebentopf wurde zum Reichstagsabgeord- n e t e n berufen. * Auf die Geburtstagswünsche des Verbandes ber Vereinigten Baltikum- unb Frei- forpsfämpfer hat ber Führer und Reichskanzler dem Verbandsführer Major Bischoff feinen Dank und dabei den Kämpfern der letzten Front unb ben ersten Solbaten bes Dritten Reiches unter benen auch Albert Leo S ch l a g e t e r gefochten hat, feine Grüße übermittelt. * Der Führer unb Reichskanzler hat bem Kaiser von Japan anläßlich ber Erdbebenkatastrophe auf der Insel Formosa telegraphisch seine unb bes deutschen Volkes aufrichtige Anteilnahme übermittelt. * Zu der in Innsbruck verbreiteten Meldung von einer Freilassung bes verbannten ehemaligen Abgeordneten Dr. Paul Freiherr von Stern- bad), wird bekannt, daß Dr. Sternbach Ende ber Osterwoche von seinem Verbannungsort Petralia Soprana auf ber Insel Sizilien nach Frascati bei Rom gebracht worben ift Er würbe bisher jeboch nicht freigelassen. * Die Generale Papulas unb Kommisls, bie wegen führenber Beteiligung an bem Veniselos-Aufstand vom Kriegsgericht in Athen zum Tobe verurteilt worben waren, sinb Mittwoch morgen um 6 Uhr burch Erschießen h i n g e r i ch t e t worden. * Nach einer Meldung aus Asuncion sind auf ber ganzen über 200 Kilometer langen Chacofront allenthalben heftige Kämpfe entbrannt. Die paraguayischen Truppen haben dem feindlichen Druck nachgebend die Stadt Charagua wieder geräumt. Kunst und Wissenschaft. „Deutsches Theater hinter Skachetdraht." Die Ausstellung „DeutschesTheater hin- ter Stacheldraht" wurde in Darmstadt in Gegenwart zahlreicher Vertreter ber Partei, bes Staates, ber Stabt und der kulturellen Verbände im Hessischen Landesmuseum eröffnet. Der Vertreter des Reichsstatthalters, Ministerialrat Rings- Haufen, betonte, daß sich trotz aller äußeren Beschränkungen und Vorschriften im Theater unserer Kriegsgefangenen das ewig Lebendige ber beutfchen Seele, ihr Heldentum in schwerster Bedrängnis, offenbart habe. Das Hauptreferat hielt dann der Leiter des Theaterwissenschafts-Institutes der Uni« verfität Köln, Professor N i e s s e n. Aus aller Wett. Wirbelsturm über Thüringen. — Vier Gehöfte vernichtet. Ostthüringen wurde am Mittwochnachmittag von einem Wirbelsturm heimgesucht, unter dem vor allem der etwa 40 Einwohner zählende Ort Birkigt schwer zu leiden hatte. Bon den fünf Gehöften des Ortes find vier vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. Die Häuser sind bis auf die Grundmauern zusammengebrochen. Einrichtungsgegenstände und landwirtschaftliche Maschinen liegen weit zerstreut herum. Wie durch ein Wunder sind Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen. Augenzeugen berichten, daß aus einer schwarzen Gewitterwolke unter ungeheurem Donnerrollen eine Windhose niederging und innerhalb weniger Minuten alles verwüstete. Noch ehe die Einwohner wußten, was eigentlich vor sich ging, war das Unglück geschehen. Die oberen Stockwerke der Häuser wurden glatt abrasiert und von dem Sturm viele Meter weit fortgetragen. Eine Hundehütte, in der mehrere Hunde Schutz gesucht hatten, flog über ein hohes Dach. Auch die benachbarten Dörfer sind von dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden, wenn auch nicht in dem Ausmaße, wie Birkigt. Der Schaden ist noch nicht abzusehen. 41 Stunden unter Schneemafsen begraben. Zu Ostern wurden zwei Touristen namens T o l s ch n i g g und Eduard A m a u t a l e r aus Bischofshofen auf dem Großvenediger in den Hohen Tauern von einer Lawine erfaßt. Die beiden Skifahrer hatten noch die Geistesgegenwart, ihre Skier durch die über ihnen lagernden Schneemassen zu stoßen. Teilnehmer einer militärischen Uebung bemerkten zwei Tage später die herausragenden Skispitzen, gruben nach und konnten die beiden Verschütteten bewußtlos aber noch lebend bergen. Die Verunglückten hatten 41 Stunden unter den Schneemassen gelegen und dabei schwere Er- frierungen erlitten. Sie sind aber außer Lebensgefahr. Lawinenunglück bei Oberstdorf. — Zwei Tote. In der Nähe der Spielmannsau bei dem bayerischen Luftkurort Oberstdorf ereignete sich ein schweres Lawinenunglück. Auf dem Rückweg vom Heuholen begaben sich vier Arbeiter, da sie Durst hatten, in einen am Weg liegenden Tobel. Beim Wasserschöpfen hörten sie das Donnern einer Lawine. Alle vier wurden von den Schneemassen verschüttet. Einer der Arbeiter konnte sich selbst befreien und holte Hilfe. Nach halbstündiger Arbeit konnte noch ein Verschütteter geborgen werden. Inzwischen hatten sich auch eine Rettungsmannschaft und Sanitäter an der Unglücksstelle eingefunden, die die Suche aufnahmen. Aber erst am Abend gelang es, die beiden Verschütteten vier Meter tief unter den Schneemassen aufzufinden. Der Tod war bei beiden durch Ersticken eingetreten. Bergsturz in Tirol. Die durch das Wetter der letzten Tage hervorgerufene starke Schneeschmelze hat in verschiedenen Teilen Tirols zu schweren Murbrüchen geführt. Dom Sonnwendjoch ging ein gewaltiger Bergsturz nieder, durch den im Gemeindegebiet von Münster ein Bauernhaus, ein Sägewerk und zwei Mühlen verschüttet wurden. Da die Gebäude schon vorher geräumt worden waren, sind keine Menschenopfer zu beklagen. Außerordentlich groß sind die durch den Bergsturz angerichteten Flurschäden. Der wanderni>e„Tahelwurili". ix ■ > :<* x In der Nähe von Bayerisch-Zell im Wendelsteingebiet ist der etwa 1600 Meter hohe Berg Tatzelwurm seit Ostermontag in unaufhaltsamer Bewegung. Weit über eine Million Kubikmeter Erde haben sich schon abgelöst. Die Geschwindigkeit des wandernden Berges beträgt etwa vier Meter in der Stunde. — Unser Bild zeigt das berühmte Scherl-Bildmaterndienst Gasthaus „Zum feurigen Tatzelwurm", in dessen Nähe der Bergrutsch vor sich geht. Seit Mittwoch bewegten sich die Erdmassen wesentlich langsamer vorwärts, doch dürsten neuerdings etwa fünf Tagewerke Weideland abgerutscht sein. Durch einen ausgiebigen Gewitterregen ist die Lage eher noch bedrohlicher geworden. Blitzschlag in einen Erfurter Kirchturm. Bei einem schweren Gewitter, das sich in einer der vergangenen Nächte über der Stadt Erfurt entlud, schlug ein Blitz in den Glockenturm der Augustiner-Kirche. Ein Blitzableiter fing den Blitz auf und lenkte ihn ab. Trotzdem sind in dem alten Turm erhebliche Zerstörungen angerichtet worden. Die Steinbalustrade, die den achteckigen, figurenreichen Glockenturm umgibt, wurde zerstört und stürzte auf das Kirchendach, das an mehreren Stellen durchschlagen wurde. Auf dem Boden des Kirchenschiffes wie auch außerhalb des Gebäudes, häuften sich die Trümmer. Noch immer drohen einzelne Teile abzustürzen. Die wertvollsten Teile der Kirche sind glücklicherweise verschont geblieben. Die Augustiner-Kirche gehört zu dem Komplex des ehemaligen Augustiner-Klosters, in das Martin Luther als Mönch eintrat. Erdstöße, Gewitter und Schneefall in Norditalien. In der ganzen Provinz Brescia wurden am Mittwochmorgen einige leichte E r d st ö ß e verzeichnet, die jedoch keinen Schaden anrichteten. In ganz Norditalien sind schwere Gewitter mit H a g e l s ch l a g niedergegangen, die einen beträchtlichen Temperaturrückgang im Gefolge hatten. Auf den Bergen und in den oberen Tälern südlick des Monte-Rosa-Gebiets ist erneut Schnee gefallen. Erdbebenkatastrophe in Iran fordert Hunderte von Todesopfern. Ein schweres Erdbebenunglück in der Provinz Mazanderan in Iran wird aus Teheran gemeldet. Die Zahl der Toten soll bereits 550 überschritten haben und unter den Trümmern der zerstörten Städte und Dörfer noch Hunderte von Opfern begraben sein. In der Provinzhauptstadt Sari sowie in drei anderen Orten hätten die Erdstöße ganze Straßenzüge in ein Trümmerfeld verwandelt. Unter Leitung des Wohlfahrtsministeriums wurde eine Hilfsexpedition ausgerüstet, die Nahrungsmittel, Kleider und Verbandstoffe in das Unglücksgebiet bringen soll. Drei Mädchen beim Rudern auf dem Rhein ertrunken. Bei Köln kenterte auf dem Rhein in der Nähe des Poller - Fischerhauses auf der reckten Rheinseite ein mit fünf Mädchen besetztes Ruderooot des Ruderklubs „Germania". Zwei Mädchen konnten sich an btm umgeschlagenen Fahrzeug festklammern. Sie wurden von einem herbeieilenden Fährboot gerettet. Drei Mädchen ertranken. Ihre Leichen wurden noch nicht gefunden. Man nimmt an, daß das Ruderboot von der starken Strömung gegen die Buhne getrieben wurde, wo es umschlug. Voolsunglück auf einem indischen Fluh. — Sechs Frauen ertrunken. Auf dem Chambal-Fluß im indischen Fürstentum Gwalior schlug ein mit 13 Personen besetztes Boot in der Mitte des Flusses um Sechs Frauen ertranken, die übrigen Insassen konnten gerettet werden. Notlandung des Afrikafliegers Karl Schwabe. Der deutsche Afrikaflieger Karl Schwabe geriet über der nubischen Wüste in einen sehr heftigen S a n d st u r m, so daß er landen mußte. Nachdem der Flieger die Stadt Chartum passiert hatte, traf er weiter südlich zwischen Chartum und Juba die erste große Elefantenherde in der Nähe des Nilstromes, der zur Zeit weite Flächen des Ufer« landes überflutet hat. In Juba wird Schwabe zu« nächst eine Pause einlegen, um sich auf Großwildjagd zu begeben. Großfeuer in Dublin. — Taufende von Losen der berühmten Sweepsiake-Lollerie vernichtet. Das Plaza-Ball-Gebäude in Dublin, in dem die Ziehungen der berühmten irischen Sweepstake-Lot- terie stattfinden, wurde durch ein Großfeuer vollkommen zerstört. Nur mit größter Mühe gelang es den Feuerwehren, die angrenzenden Gebäude vor der Vernichtung zu retten. Die große Lotterietrommel und Tausende von Losen gingen in Flammen auf. Die nächste Ziehung Der irischen Sweepstake-Lotterie, die als eine der größten Lotterien der Welt gilt, wird infolge der Brandkatastrophe wahrscheinlich um einen Monat aufgeschoben werden. Man glaubt, daß das Feuer auf Brand- st i f t u n g zurückzuführen ist. Der Derttieb von Losen dieser irischen Lotterie ist in England aus politischen Gründen seit geraumer Zeit verboten. In früheren Jahren flössen regelmäßig große Summen aus England nach Dublin, eine Tatsache, daß die für die irische Zahlungsbilanz eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Das Verbot wurde von der englischen Regierung im Verlauf des englischirischen Wirtschaftskrieges erlassen. Trotzdem werden auch heute noch auf ungesetzlichem Wege Tausende von Losen des Irish Sweepstake in England verkauft. Grobe Fahrlässigkeit fordert ein Todesopfer. In Gwosdzian (Kreis Oppeln) ereignete sich infolge grober Fahrlässigkeit ein schwerer Unglücksfall. Der Siedler G a w r o n hatte einen ihm gehörenden Holzstapel zum Schutz geoen Diebe mit einem Draht umspannt und diesen Dann mit der elektrischen Leitung verbunden. Die beiden 9 und 12 Jahre alten Söhne des Nachbarn P r a d e l l a kamen beim Spielen mit dem Draht in Berührung. Der neunjährige Junge wurde auf der Stelle g e • tötet, sein zwölfjähriger Bruder blieb am Draht hängen. Zum Glück wurde er alsbald von seinem Vater befreit, der den Vorfall bemerkt hatte. Der zwölfjährige Sohn hat eine schwere Lähmung erlitten. Gawron wurde festgenommen und in das Oppelner Gerichtsgefängnis eingeliefert. Max Reinhardts Steuerschulden. Wegen einer Steuerschuld von 280 000 Mark hat die deutsche Finanzbehörde im Wege des zwischenstaatlichen Rechtshilfeverkehrs die Sicherstellung von österreichischen Sachwerten des Prof. Max Reinhardt betrieben, und zwar des Schlosses Leopoldskron bei Salzburg, das Reinhardt 1919 erworben hat, und das kürzlich in freiem Verkauf um eine Million Schilling ausgeboten wurde. Reinhardt, der früher das Deutsche Theater in Berlin und dann auch die Salzburger Festspiele leitete, schuldet aber auch beträchtliche Summen österreichischer Steuern, die Vorrang genießen. Es wurde deshalb eine amtliche Schätzung des gesamten Schloßanwesens vorgenommen, das einen Wert von 350 00 Schilling ergab. Hierbei konnte dis Inneneinrichtung mit wertvollen Bildern, Antiquitäten und einer großen Bibliothek nicht in Betracht gezogen werden, da diese Gegenstände von Reinhardt bereits um 100 000 Schilling verkauft worden sind. Mit Rücksicht auf den geringen Schätzwert, Durch den die Steuerschulden nicht im entferntesten gedeckt werden, sowie darauf, daß unter den heutigen Verhältnissen kaum ein Käufer für das in seiner Unterhaltung ungemein kostspielige Schloß zu finden sein wird, dürfte es kaum zu einer Versteigerung kommen. ERNTEN 30 BIS 32 ♦ MUSTERCIGARETTEN + MISCHUNGSNUMMER R6 o/M Durch die Fermentation werden die Tabakblätter von allen nachteiligen Eiweißstoffen, Chlorophyll-Resten und sonstigen Stickstoffsubstanzen befreit und restlos geklärtl Bild-Schema im Durchleuchtungsapparat H.P.ePH.F.REEMTSMA CIGARETTEN FABRIKEN ALTONA-*BAH1 CBe Cigaretten sq tnethoden. die'zuf Diese Cigaretten werden in den Fatjhkai betriebes in Altona-ßahrenfetd nacP^eb Isaryagen unseres technischen Muster- völlig neuen Methoden hergestellt Der ungewöhnlich zarte und reine CharWer dieser Mischung beruht darauf, daß sämtliche Tabake zweimalörEPfctMdTÖS : ' ' F •> W.F E' Reichsärzteführer Dr. Wagner während feiner Ansprache auf der 59.Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. trägerin des Kampfes gegen den Krebs ist, hat der Vorsitzende die G e f ch w u l ft f r a g e an den Beginn der Tagung gelegt. König (Würzburg) sieht in dem Krebsproblem drei Grundfragen: 1. Das rein örtliche Geschehen, das zur Geschwulstbildung führt. 2. Die Bereitschaft des Organismus zur Gefchwulftbildung. 3. Die Abwehrvorgänge des Körpers gegen den Krebs. Während die Bereitschaft zur Krebsbildung etwas Gegebenes ist, das sich unserem Einfluß entzieht, find die beiden anderen Faktoren unseren ärztlichen Maßnahmen sehr wohl zugänglich. Der Chirurg kann nicht nur b i e örtliche Geschwulst beseitigen, er kann auch dann, wenn der rein lokale Rahmen überschritten ist, durch geeignete Maßnahmen d i e Abwehrkräfte des Organismus steigern. Der Frühdiagnose und der Frühoperation kommt der Hauptanteil in der Krebsbekämpfung zu. Klein- Ludwigshafen berichtet über die Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen, aus denen her- vorgehte, daß neben der hier allgemeinen Abwehrlage des Körpers, neben dem rein örtlichen Schaden noch ein zellfreies Agens bestehen muß, das zur Krebsbildung führt. Das bedeutet keine Entdeckung eines neuen Krebserregers, gibt aber als Folgerung aus einer Untersuchungsserie von 17 000 menschlichen Blutproben die Aussicht, daß es möglich erscheint, durch einfache Untersuchung des Blutes bei geringsten Fehlerquellen der Krebsfrage wesentlich näher zu kommen. Damit wäre nicht nur eine Gefährdung von Gefunden im Sinn drohender Arebsentstehung aufzudecken, es ergäbe sich auch die Möglichkeit, latente Geschwülste und beginnende Krebse zu diagnostizieren, aber auch eine unbegründete Krebsfurcht bei negativem Ausfall der Keim- Reaktion zu bannen. Schuerch - Zürich und U e h l i n g e r - Zürich haben experimentell durch Einspritzung einer besonderen Substanz bösartige Knochengeschwülste erzeugen können. Da der beabsichtigte Erfolg in einem großen Prozentsatz eintrat, erwarten die Vortragenden von der Methode eine Möglichkeit zum Studium der Ursachen, Krankheitserscheinungen und Behandlungsverfahren derartiger Geschwülste, die in ganz ähnlicher Form beim Menschen Vorkommen. Die erste Sitzung brachte weiter einen Vortrag von Hellner (Münster), der die Krankheitserscheinungen einer bejonberen, erfahrungsgemäß sehr bösartigen Form von Knochengeschwülsten (Ewingsche Knochensarkome) besprach. Eine Dauerheilung derartiger Fälle sei nur nach radikalem chirurgischen Vorgehen möglich. Most (Breslau) wies auf die Wichtigkeit der oberhalb des Schlüsselbeins gelegenen Lymphknoten und der Lymphstränge an der Innenseite des Brustbeines bei der operativen Behandlung des Brustkrebses hin. Götze (Erlangen) erörterte die Frage, wie weit der Röntgenologe bei der Behandlung des Mastdarmkrebses erfolgreich beteiligt werden kann und muß. Der operable Maftdarm- krebs gehöre ausschließlich in die Behandlung des Chirurgen. Bei zunächst inoperablen Fällen könne durch vorsichtige Vorbestrahlung häufig eine Aussicht auf radikale Heilung erreicht werden. Hintze (Berlin) besprach die Aussichten der Behandlung von bösartigen Dickdarmgeschwülsten. Westhues (Erlangen) schlug vor, in Fällen von inoperablem Magenkrebs die Geschwulst durch eine Quernaht oberhalb derselben von der Nahrungspassage auszuschließen bei gleichzeitiger Anlegung einer neuen Magen-Darmverbindung. Schönbauer (Wien) grenzte die Eignung bösartiger Geschwülste für die operative und Bestrahlungsbehandlung nach seinen Erfahrungen ab. Kein wirklicher Erfolg sei zu erwarten von einer Bestrahlung der bösartigen Geschwülste des Magens, des Darmes, des Gehirns und der Harnwege. Auch die Geschwülste der Gliedmaßen seien der operativen Behandlung Vorbehalten. Bejonders geeignet für die Bestrahlung seien u. a. die Geschwülste der Schilddrüse, des Kehlkopfes und der Mundhöhle. Kirschner (Heidelberg) gab die Ergebnisse bekannt, die eine Nachprüfung der Klein- scheu Krebsdiagnosereaktion an der Heidelberger Klinik hatte. Bei strengstem Maßstab zeigte sich, daß das Verfahren bei der Diagnostizierung von börsartigen Geschwülsten gut unterstützen kann. Weniger günstig waren die Erfahrungen, die Barthels aus der Göttinger Klinik mttteikte. Hummel (Berlin) berichtete dagegen aus der chirurgischen Klinik der CharttL über gute Ergebnisse der Untersuchungen. An schütz (Kiel) empfahl bei der Behandlung des Magenkrebses eine Entfernung der Geschwulst, auch wenn eine radi- ' kale Operation nicht mehr möglich sei. Nur dadurch sei eine Besserung des Allgemeinzustandes zu erreichen. Wetterbericht des Relchswetterdlenstes Ausgabeort Frankfurt Das mit seinem Kern über Deutschland liegende Tiefdruckgebiet hat sich weiter verstärkt. Durch das Zusammentreffen von Luftmassen verschiedenster Herkunft und Temperaturen kam es feit Mittwoch auch bei uns zu verbreiteten gewittrigen Niederschlägen, die vornehmlich im Main-Taunus-Gebiet auftraten und Niederschläge von etwa 30 Liter pro Quadratmeter brachten. Die weitere Entwicklung der Großwetterlage läßt zwar Witterungsbesferung erwarten, doch wird es vorerst noch zu einzelnen Niederschlagsschauern und auch weiterer Abkühlung kommen. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber auch noch einzelnen Niederschlagsschauern bei meist westlichen und nördlichen Winden, zunächst weitere Abkühlung. Aussichten für Samstag: Witterungsbesserung und tagsüber wieder wärmer, nachts jedoch recht frisch. Lufttemperaturen am 24. April: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 10,8 Grad; am 25. April: morgens 10,4 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum 10,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 13,2 Grad; am 25. April: morgens 11,7 Grad Celsius. — Niederschläge 9,7 mm. — Sonnenfcheindauer 2,7 Stunden. Hauptschrislletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworttich für Politik: Dr. Friedrich W. Sangt, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenletter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Gießen. 24. April 1935. 2460 D Die Studentische Reform Verbindung im VDB. „Adelphia“ Heinz Kröger , Unterfertigte bedauert tief das Ableben ihres 1b. A. H. Dr. August Zimmermann Obdrlandesgerichtsrat i. R. Ski-Klub Gießen Unser verehrter Vereinsführer und lieber Skikamerad Dr. Wodaege ist von uns gegangen. Wir werden ihn nicht vergessen und den Ski-Klub in seinem Sinne weiterführen. Seine Skikameraden. ____________________________________________________________________2461 D KlemeAnzelgen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und geleken. Vermietungen AlleMus am Gleiberger Weg84,2Rnume m.elekfr.Einricht. zu vermiet. 01772 R.u.E.Sommer- Stistung Arn Steg 12. 2 möblierte Zimmer Wohn-u.Schlafzimmer (1.Stock) gute Lage, ab 1. Mai zu verm. Schr.Angeb.unf. 01769 and.G.A. Mietgesuche Schöne 5-6-Zim.-Wohnung mit Zubehör, in ruhiger Lage, sofort oder water zu miet, gesucht. Angebote an fWmannlBenöe Gießen, Liebig- straße 16. 246iP M|.MMl M Küchen benutz von jg. Ehepaar gesucht. Schrift!. Angebote unter 01763 and.G.A. 3-ZnJohny. mit Zubehör, Nahe Liebigstr. usw.f. 30-35 M. in ruhig. Hause ges.Schr.Ann.u. 01774 a.d.G. A. 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Drehbank Bohrmaschine Schraubstöcke geg. Kasse z. kauf. ges.Schr.Ang.u. 2445V n d.G.A. Stadttheater-Abonnemenl. Die Einlösung des achten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 2457C Montag, den 29. April 1935, für die Dienstage Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Ahr, Dienstag, den 30. April 1935, für die Mittwoch- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr, Donnerstag, den 2. Mai 1935, für die Freitag- Abonnenten in der Zett von 10 bis 13 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Ueberfenbung der Abonnementskarten. Die zu zahlende achte Rate beträgt für: Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, 1. Rang RM. Reihe 1 und 2) 5,— Ranglogen 7, 8, 11 und 12, Proszeniums- logen 5,— Ranglogen mit 4 Plätzen 10,— Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) 4,— Sperrsitz (Reihe 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 und 6), Logenrückplätze 4,— Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang (Reihe 1 Mitte, Vorderplatz) 3,—» 2. Rang (Reihe 2 und 3) 3,— 2. Rang (Reihe 4 und 5) und 2. Rang (vordere Seitenreihe) 2,— Die Einlösung muß vor der 28. Abonnementsvorstellung erfolgt fein. Gießen, den 17. April 1935. Die Bürgermeisterei: Dr. Hamm. - , Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Geschmackvoll _ ... _ Vornehm Familien-Drucksache Persönlich bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- führungsarten schnell und zu mMBIgen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Nr. 96 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 25. April (955 Ein Rokokoschloß Westfalens niedergebrannt. "-'M •ft % '»1 U t w iil MH ■ Scherl-Bildmaterndienst Das Rakokoschloß Schwarzengraben im Kreise Lippstadt ist das Opfer einer großen Feuersbrunst geworden. Bei den Lösch- und Bergungsarbeiten kamen zwei Personen ums Leben. Der Schaden geht in die Hunderttausende. — Unser Bild zeigt das Schloß bei Ausbruch des Brandes. Abendbummel durch Rotterdam Von unserem St.-Korrespondenten Rotterdam, im April 1935. Ein diesiger Tag liegt über Rotterdam. Bom Hafen her heulen die Nebelhörner, und der helle Klang der Fabriksirenen mischt sich in den Lärm der Straße. Es ist die Stunde des Arbeitsschlusses. Werk- Häuser und Kontore werfen Tausende und aber Tausende von Arbeitern und Angestellten in den werdenden Abend. Es hat zu regnen begonnen, die ersten Lampen sind entzündet, die Armee der Werktätigen strömt aus der Ungemütlichkeit des Tages in die Gemütlichkeit des Heims. Jetzt blitzen Tausende kleiner Lämpchen auf, schwache Scheinwerfer der Dynamos, die sich im nassen Asphalt roiberfpiegeln. Zu Zeiten des Geschäftsbeginns und des Arbeitsschlusses hat man erst den rechten Maßstab dafür, wie jedermann in Holland — gleich welchen Alters und welchen Standes — sich des Fahrrades als des universalen Verkehrsmittels bedient. Zuerst kommt das Fahrrad, dann erst die Fußgänger und in weitem Abstand die Kraftfahrzeuge oder elektrischen Bahnen. Aber die Schlußfolgerung, das sei ein Rückstand im Verkehr, ist durchaus verfehlt. Es bestehen zwischen den großen Städten des Landes, etw» zwischen Amsterdam — Den Haag — Rotterdam vorbildliche und moderne Verbindungen. Vom regelmäßigen Autobusverkehr ganz abgesehen, verkehrt hier in beiden Richtungen halbstündlich ein Schnellzug, der elektrifiziert ist und mit hoher Geschwindigkeit durch die Ebnen braust. Das kleine Land ist durch Schienenstrang und Straße verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Ucberseedampfer im Hafen, die dreimotorigen Verkehrsflugzeuge über der Stadt sind Beispiele dafür, daß auch der Auslandsverkehr nicht vernachlässigt wird. Eine bedeutsame Luftverbindung ist bis nach Batavia geschaffen, dem Zentrum Niederländisch-Jndiens. Diesem modernen Verkehr steht das gemächliche holländische Leben etwas sonderbar gegenüber. Denn in diesem Leben scheint es mehr Schwerfälligkeit als Beschwingtheit zu geben. Dieser Menschenschlag trägt die Schwere der Ebene und des Meeres mit sich herum, aber auch eine selbstverständliche Güte und Anständigkeit In einem kleinen Kino, von Rotterdam, das an diesem Regentag die Zufluchtsstätte ist, läuft gerade ein Film holländischer Produktion. Den Titel habe ich schon wieder vergessen, aber ich werde diesen Film vom holländischen Leben gern in der Erinnerung behalten. Es war die Geschichte von drei ordentlichen holländischen Jungen, die bei der Marine dienten, und die sich in irgendwelche bürgerlichen Liebesgeschichten verwickelten. Das ist gewiß etwas höchst Alltägliches. Aber w i e das hier gezeigt wurde, das umschloß viel von der Eigenart holländischen Lebens, so, wie es jeden Tag unkompliziert, etwas unbeholfen, aber doch ohne Kulisse vorüberwogt. Es ist schwer, dafür die richtige Formel zu finden Die Kino-Vorstellung selbst zieh! sich lange hin, ganz wie es der Wesensart der Menschen entspricht. Die kleine Kinokapelle spielt zuerst einige Konzertstücke, „Heinzelmännchens Wachtparade", „Dichter und Bauer" und ein bekanntes holländisches Volkslied. Es macht Freude zu beobachten, wie das Publikum mitgeht, wie selbst die Logenbesucher unbefangen mitsingen. In der holländischen Wochenschau fehlen nie Aufnahmen der Königin und ihrer Tochter; und das Bild, wo dieses hohe Paar radfahrend vorüberzieht, weckt helle Begeisterung. Die gleiche Aufnahme schmückt zur selben Zeit schon viele Schaufenster in den Städten. Zwischen Reklamen und Kurzfilmen spielt wiederum die kleine Kapelle, und danach beginnt endlich der Hauptfilm. Da stehen die holländischen Menschen vor uns, so, wie sie das Land geschaffen hat: die Schiffer und Seeleute, die blauen Jungs, der Kneipenwirt und seine blonde Tochter, und auch das Paar aus dem guten Bürgertum fehlt nicht, das es zu Wohlstand gebracht hat und ängstlich den Sohn davor zu bewahren sucht, wieder zu jenen einfachen Leuten herabzusteigen, die selbst ihre Vorfahren waren. Eine saubere Gesinnung spricht aus solchem Film, der gerade in Holland manche Erziehungsarbeit zu leisten hat. Denn mit dem schnell wohlhabend gewordenen Bürgertum wuchs vielfach auch eine innere Leere und verdeckte Verlogenheit, bürgerliche Untugenden, gegen die besonders die Jugend des Landes anzukämpfen hat. Die Lichter der holländischen Städte verlöschen nachts früh. Der Bürger geht zeitig schlafen, und nur in wenigen Lokalen der Innenstadt oder Kneipen des Hafenviertels hält der Betrieb bis nach Mitternacht an. Der Holländer will feine Ruhe haben. Darum wird scharf gegen die Lärmenden eingeschritten. Und selbst dort, wo nachts die Schifferklaviere spielen und die Matrosen verkehren, ist, wie überall angeschlagen steht, das „Tanzen und Mitsingen polizeilich streng verboten". Das hindert allerdings nicht, daß hier und dort doch noch eine recht gemütliche.Stimmung aufkommt. Unter dem Einfluß des Alkohols erheitern sich auch die dunkelsten Gesichter, weicht auch die schwerfälligste Melodie dem leicht beschwingten Takt. Und in Holland wird ein guter Tropfen ausgeschenkt... Es ist sicher nicht das geringfügigste Geheimnis holländischen Wohlstandes, daß mit jedem Cent gerechnet wird. Wenn einem die Hotelrechnung vorgelegt wird, dann sind die Bedienungsprozente nicht abgerundet; auf den Cent genau wird die Rechnung präsentiert. Diese Centrechnerei ist überall üblich. Die Verkehrstarife sind nach Cents gestaffelt. Für einen Kaffee zahlt man neun, zehn oder elf, vielleicht auch achtzehn oder zweiundzwanzig Cent. Und Zigaretten kann man gar für siebeneinhalb oder fünfundzwanzigeinhalb Cent in kleinen Päckchen erstehen. Holland ist ein reiches Land und dennoch pflegt man bei den Kleinlichkeiten des Alltags mit der kleinsten Münze in einem Maße zu rechnen, wie man es in Deutschland oder anderen Ländern nicht kennt. Sicher wird auf diese Weise schon früh im Menschen der Sinn für Sparsamkeit geweckt; Holland ist durch diese Sparsamkeit wohlhabend geworden. Diese solide Grundlage ist so fest verankert, daß selbst ein paar Jahre schlechter Konjunktur sie nicht zu erschüttern vermögen. Gewiß: man begegnet auch hier überall Zeichen wirtschaftlicher Depression. Der Verkehr in den Häfen ist stark zurückgegangen. An leerstehenden Wohnungen und Kontoren der Innenstadt trifft man immer wieder auf die Schilder: „Te huur!". Aber die Grundstimmung ist doch optimistisch geblieben. Und an den Holländer, der nicht zum Revolutionär geboren wird, treten vorerst noch keine Probleme heran, die den bürgerlich-liberalen Kurs grundsätzlich ändern werden. Holland hat seine Position gesichert. Und wenn Sorgenwolken aufsteigen, dann am Horizont des fernen Kolonialreiches im Indischen Ozean. Aber das kleine Land hat ein wachsames Auge auf seinen großen Besitz. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Baum als Sinnbild des Lebens. Von jeher hat der deutsche Bauer im wunderbaren und geheimnisvollen Leben der Natur das ewige Wirken göttlicher Kraft empfunden. Der Baum, dessen Wurzeln in die Tiefe der gütigen Allmutter Erde sich senken und dessen Krone sich in den unendlichen Himmelsraum wölbt, war stets sinnfälligster Ausdruck dieser untrennbaren Einheit von Erdenkraft und Himmelsmacht, die alles Leben erst bewirkt. Diese Erlebnisgrundlage schuf vor Jahrtausenden schon die Vorstellung von der Weltesche Yggdrasil, die das Himmelszelt stützt und an deren Ursprung, ihren Wurzeln, über menschliches Schicksal entschieden wird. Diese Erlebnisgrundlage schuf aber auch den Glauben an die Heiligkeit des Haines, schuf die Liebe des deutschen Menschen zum deutschen Walde und ließ, ebenfalls vor Jahrtausenden schon, den Baum zum Sinnzeichen des Lebens — im Heilszeichen des Lebensbaumes — werden. Im Brauchtum des deutschen Bauern, begonnen mit dem Maibaum oder dem Weihnachtsbaum bis zu den Sinnbildern in der Bauernkunst, in Stickerei und Weberei, lebt dieser germanische Lebensbaum heute noch, viel- gestaltig und doch derselben Grundlage entstammend, fort. Wie nun aber der Baum Jahr für Jahr im Herbst die Blätter verliert, im scheinbaren Tod den Winter überdauert und im Frühling zu neuem Grünen, zü neuem Leben erwacht, so wird er damit zum Gleichnis des Jahresablaufs selbst, zum Gleichnis der göttlichen Ordnung in der Natur, wird Ausdruck der ewigen Wiedergeburt, des steten „Stirb und Werde", wird Sinnbild der ewigen Lebenserneuerung. Und damit tritt er auch in Beziehung zum menschlichen Leben, wird zugleich ein Sinnbild für das Stirb und Werde im Menschenleben, für die stete Wiedergeburt unseres Blutes, für die ewige Lebenserneuerung der Sippe. Das Sinnbild Lebensbaum vereinigt so in sich die Ewigkeitswerte des Blutes und der Erde. Daß diese Erkenntnis von allem Anfang an auch den germanischen Bauern durchdrungen hatte, be? weist ein deutscher Bauernbrauch, der in einigen Gegenden unseres Vaterlandes noch lebendig ist und den neu zu beleben eine dankbare Aufgabe des gesamten deutschen Bauerntums darstellt. Aus Nordwestdeutschland, aus Sachsen und Thüringen, wie aus Südwestdeutschland werden noch einzelne Fälle mitgeteilt, in denen ein Erbhofbauer bei der Geburt des ersten Sohnes einen jungen Baum, meist eine Eiche, oft aber auch eine Linde, oder einen Nußbaum pflanzt. Stellenweise wird ein solcher Baum auch bei der Geburt eines jeden Kindes gepflanzt (z. B. in sächsischen Kreisen). Die weiteste Verbreitung des alten Brauches läßt sich in' Westfalen feststellen, wo er in nördlichen Teilen (Gegend von Lübbecke und Ludwighausen) noch als allgemein üblich gilt. Dort treffen wir in Afcheberg ai'i den schönen und sinntiefen Fall, daß auf einem Bauernhof die Eichen der vier letzten Geschlechter stehen und so ein lebendiges Zeugnis vom unvergänglichen Bauernblut ablegen. Wir wissen gut genug, daß es verfehlt wäre, wollte man ein Brauchtum wiederbeleben, dessen Erlebnis- arundlage und dessen weltanschaulicher Urgrund ein für allemal von uns gewichen ist. Der heute stellenweise noch übliche Brauch, bei der Geburt des Anerben eine junge Eiche im Hof zu pflanzen, hat eben diese Voraussetzungen heute noch wie vor Jahrtausenden. Und das wieder geeinte und befreite deutsche Bauerntum ist auch wieder die Gemeinschaft geworden, die ihrer Weltanschauung im arteigenen Brauchtum Ausdruck verleiht. Es liegt ganz im Wesen der beginnenden Wiederbesinnung unseres Volkes auf feine eigene Art, wenn man im Kreise Gandersheim bereits begann, den Brauch des „Erbhofbaumes" wieder einzuführen. Und es steht zu erwarten, daß über kurz oder lang jede deutsche Bauernsippe den Glauben an die ewige Verbundenheit ihres Blutes mit dem unvergänglichen Boden durch das Setzen eines Baumes bekundet, wenn mit dem Anerben ein neues Glied der unendlichen Geschlechterreihe ins Dasein tritt. H. Str. Daten für den 25. April. 1533: Wilhelm I. von Oranten, „der Schweiger", Statthalter der Niederlande, in Dillenburg in Nassau geboren (gestorben 1584); — 1595: der italienische Dichter Torquato Tasso in Rom gestorben Gießener Gtadttheater. Franz Lehar: „Der Graf von Luremburq". Merkwürdigerweise hat diese Operette seit langen Jahren nicht mehr bei uns auf dem Spielplan gestanden: die erstaunliche Geschichte vom Grasen Rene von Luxemburg, der eines schönen Faschings in Paris all fein Geld verjuxt und dann auf eine immerhin ungewöhnliche Weife zu operettenhaften Reichtümern kommt: der Fürst Basil Basilowitsch drückt dem Grafen einen Scheck über eine halbe Million auf die Bank von England in die Hand, damit er sich zum Schein mit Anaele Didier trauen läßt, welche Sängerin an der Großen Oper und überdies seit langem Basils Freundin ist * Nach einem Vierteljahr wird die famose Ehe, die sozusagen tm Dunkeln geschlossen wurde, wieder geschieden, und der Fürst kann alsdann, ohne sei- nem blauen Blut wehzutun, Angele als einer Gräfin Luxemburg zu einem einigermaßen standesgemäßen Bunde die Hand reichen. So war es ausgemacht, aber es kommt natürlich anders, wie sich jedermann denken kann: das vorschnell vermählte Ehepaar lernt sich an dem Tage, wo Angele ihren Abschied von der Bühne feiert, zum ersten Male von Angesicht zu Angesicht kennen, und es wäre mehr als komisch, wenn sie sich nicht auf der Stelle verliebten. Wenn auch Rens vertragsgemäß unter einem angenommenen Namen auf der Bildfläche erscheint, bleibt es nicht verborgen, wer er ist, und wie sie eigentlich zueinander gehören, obwohl die Frist verstrichen und die Scheidung bereits eingeleitet ist. Zwar gibt es Angele einen ziemlichen Schock, als sie gewahr wird, unter welchen wenig rühmlichen Umständen dieser Ehekontrakt geschlossen wurde, während Rene seinerseits sich als Kavalier an das Ehrenwort hält, das ihm Basil gegenüber zu völliger Zurückhaltung gegen dessen Braut, also feine eigene Frau, verpflichtet. Und wer weiß, wie das unnatürliche und unzeitgemäße Abenteuer geendet hätte, wenn nicht im letzten Augenblick die Gräfin Kokozow, eine nicht mehr ganz junge Landsmännin des Fürsten, auf der Bildfläche erschiene und ältere Rechte an Basil energisch geltend machte. Don wem 8ieses erstaunliche Libretto stammt, ist aus dem Programmheft nicht ersichtlich, mir selber können uns nicht entsinnen, und es ist auch in der Tat belanglos. Es ist ja seither in der gesamten Operettenliteratur nur in den allerseltensten Fällen auf den Text angekommen; wesentlich ist immer nur, wie es klingt, einerlei ob man die Worte versteht oder ob sie einen halbwegs vernünftigen und menschenmöglichen Sinn haben. (Eine Eigentümlichkeit, die übrigens die Durchschnittsoperette mit zahlreichen und sogar recht bekannten Opern gemein hat.) Bei Lehär klingt es in diesem Fall ein wenig konventionell und flach, und man merkt der Instrumentierung an, daß es sich um eine feiner frühen Arbeiten handelt. Die unbestreitbare Popularität, die diese Operette hat oder zum wenigsten einmal besessen hat, beruht wohl auf den Paradenummern des ersten und zweiten Aktes, dem Ehe- Duett („Er geht rechts, sie geht links"), dem Glückslied des Rene und dem bekannten Walzerduett, wohl der bekanntesten Melodie aus dem .Grafen von Luxemburg" Die Aufführung, von Herrn r t u - u^emert, kam bewegt und farbig heraus und wirkte am besten in den beiden ersten Akten, während der letzte im Gesamteindruck ein wenig abfiel. Eine hübsche und großzügige Ausstattung hatte Herr Löffler, wechselnd für alle drei Akte, geschaffen. Das Orchester, unter der verständnisvollen Leitung von Kapellmeister Cuje, zeichnete sich durch weiche Pianostellen und eine geschmeidige Anpassung an die Vorgänge auf der Bühne aus. Fräulein von Rabenau hatte die obligaten Tanznummern einstudiert und erhielt selber für einen spanischen Kastagnettentanz einen Sonderapplaus Herr Weiser hatte die Titelpartie: gesanglich am überzeugendsten, mit beschwingtem Temperament, im ersten Akt, später etwas matter; in der Darstellung gefällig und sicher in Ton und Haltung. Maria Perry gab die Angele, musikalisch recht frisch, im Stil einer verwöhnten Dame mit einem bemerkenswerten Toilettenaufwand. Herr Hub stattete den Basil mit den etwas fatalen Allüren eines abgetakelten Lebemannes aus, brachte aber seinen Liebesgesang und das Blumenlied im Mittelakt mit allen Pointen einer komischen Genreszene, die ihrer Wirkung von vornherein sicher war. Die Soubrettenpartie der Juliette spielte Ellen Haack als Gast, stimmlich nicht überwältigend, aber frisch, aufgelockert und stellenweise sogar mit Humor. Herr Lindt als Armand, etwa im Charakter des Lustspiel - Bonvivants, und Frau Schubert- Jüngling als resolute Gräfin Stasa mit heftigen Temperamentsausbrüchen verdienen ferner im Ensemble hervorgehoben zu werden Es gab freundlichen Beifall, Blumenspenden und mehrere Wiederholungen. hth. Oochschulnachnchten. Das Extraordinariat für vergleichende Religionsgeschichte und Religionsphilosophie, das im letzten Wintersemester von der Theologischen Fakultät der Universität Marburg in die Philosophische Fakultät in Greifswald verlegt war, ist mit Wirkung vom 1. April an die Philosophische Fakultät in Marburg zurückverlegt und feinem bisherigen Inhaber, dem ordentlichen Professor D. Dr. Friedrich Heiler, übertragen worden. Professor Dr. G. Morsch, Extraordinarius für Bauwesen an der Technischen Hochschule in Darmstadt, ist zum ordentlichen Professor an der Hochschule in München ernannt worden. Der Regierungsrat Richard V i e w e g von der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin ist zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in D a r m st a d t ernannt worden Professor Dr K R e s ch k e, Extraordinarius für Chirurgie an der Universität Berlin, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Greifswald ernannt worden. Dr. Eduard Wahl Privatdozent für deutsches bürgerliches Recht an der Universität Berlin, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Göttingen ernannt worden. Professor Dr. Wilhelm Harms, Ordinarius für Zoologie an der Universität Tübingen, ist als Nachfolger von Professor Dr. Ernst Haeckel auf den zoologischen Lehrstuhl an der Universität Jena berufen worden. Dr. Gerhard B u h tz, Privatdozent für die Gerichtliche Medizin an der Universität Jena, ist zum ordentlichen Professor in Jena ernannt worden. Dr. K. Mothes, Privatdozent für Pflanzen- phyfiologie an der Universität Halle, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Königsberg ernannt worden. Professor Dr W. Sauer, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozeß und Rechtsphilosophie an der Universität Königsberg, hat einen Ruf an die Universität M ü n st e r erhalten. Professor Dr. I. S ö l ch , Ordinarius für Geographie an der Universität Heidelberg, hat einen Rui an die Universität Wien erhalt m Das Freigeleit. Eine Sage von Wilhelm Schäfer. Als Hatto Reichsverwefer war, kam ein Königskind m einer Fehde schuldlos zu Tode; worauf der Bischof den Adalbert von Babenberg nach Mainz zur Rechenschaft vorladen ließ. Dem aber waren schon zwei Brüder durch die Arglist Hattos gefangen und enthauptet worden; drum blieb er gewappnet auf seiner Burg. Da kam an einem Abend der Bischof ohne Kriegsoolk an und schwur ihm einen feierlichen Eid, daß er ihn selber auf die Burg zurückgeleiten würde, wenn er mit ihm zum Königshof in Mainz ausreiten wollte. Obwohl den Grafen seine Hausfrau warnte, weil sie die Arglist Hattos kannte, vertraute er doch seinem Wort und Eid. Als sie nun in der Frühe sattelten, verweigerte der Erzbischof arglistig, den Morgenimbiß einzunehmen: Er sei es nicht gewohnt, so früh zu essen. So ritt er nüchtern von Der Burg; doch waren sie noch kaum im Tal, wo das Gebiet des Grafen endigte, als Hatto sich mit Lächeln zu ihm wandte: Jetzt fei ihm leid, daß er fein Frühstück ausgeschlagen habe, wenn seine Hausfrau ihn nicht zu wetterwendisch fände, so möchte er das Frühmahl vor dem langen Ritt dennoch bei ihm einnehmen.' Da freute sich der Babenberger, daß ihm der Reichsverweser doch noch die Gunst antat; er kehrte mit ihm zurück in seine Burg und saß in gutem Mut zu Tisch; nahm Abschied wie vorher und ritt arglos mit Hatto zum zweitenmal von seiner Burg. Zwar als sie danach vor Mainz ankamen, da wäre er von Herzen gern auf seinem Berg gewesen; doch war es nicht an ihm als einem Ritter, der Treu und Glauben hielt, dem Eid bes Neichsverwesers zu mißtrauen. So ritt er mannhaft über das schwarze Holz ins Tor hinein; kaum aber war er drinnen, so rasselten die Ketten hoch, und ob er noch so fest im Bügel stand: als sie fein Pferd mit Schlingen auf Den Boden warfen, war ihm sein gutes Schwert nichts nütze. Sie sperrten ihn zur Stunde in den Kerker, und als sie» ihm am dritten Tag das Todesurteil sprachen, da sah er nach dem Erzbischof und fragte: Wo ist nun Euer Wort, daß Ihr mich selber auf die Burg zurückgeleiten würdet? Der aber lächelte mit kalter List wie damals vor der Burg und sagte: Was ich versprach, ist schon geschehen, als ich mit Euch zurück zum Imbiß ritt. Ein zweites Mal Euch Freigeleit zu geben, steht nicht in meinem Willen So mußte auch der dritte und letzte der ritterlichen Brüder sterben, weil er bei Hatto dem Erzbischof auf Treu und Glauben gerechnet hatte (geboren 1544); — 1599: der englische Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren (gestorben 1656); — 1874: der italienische Physiker Guglielmo Marconi in Grifsone bei Bologna geboren. Bestellung von Achtengrün für den l.Mai. Am 1. Mai sollen Fenster. Türen und alle öffentlichen Lokale und Gasthäuser mit frischem Grün geschmückt werden. Es werden geliefert Fichtenreifer in Wellen und Bäume in beschränkter Anzahl. Die Bestellungen dazu sind bis Samstag, 2 7. April, 12 Uhr, bei der Stadtverwaltung abzugeben, damit diese ordnungsgemäß erledigt werden können. Die Stadtverwaltung sorgt dafür, daß das bestellte Grün auch an die Besteller ausgehändigt wird. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Rechtzeitige Anforderungen von Schmuckreisig zum 1. Mai. An Volksfeiertagen, besonders am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, 1. Mai, werden von der Bevölkerung oft so spät Anforderungen auf Lieferung von Schmuckreisig an die Forstverwal- tungen gestellt, denen diese in Anbetracht der Kürze der Zeit nicht entsprechen können. Es können dadurch Schädigungen im Forst entstehen, da die zu beobachtende Sorgfalt nicht angewendet werden kann. Die Bevölkerung wird darauf aufmerksam gemacht, daß nur rechtzeitige Anforderungen von Schmuckreisig berücksichtigt werden können. Weiterhin wird die Bevölkerung gebeten, diese Anforderungen auf das notwendigste Maß zu beschränken, um den Wald, der allgemeines Volksgut sein soll und an dessen Schönheit alle Volksgenossen Freude haben sollen, zu erhalten. Insbesondere dürfen keinesfalls Verunstaltungen des Waldbildes durch eigenmächtige Eingriffe erfolgen. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Gießen. Die Schulung der Kreisschule der DAF. am Samstag, 27. April, im Hotel „Hindenburg" fällt wegen der Vorbereitung zum 1. Mai aus. Nächster Schulungstermin wird noch bekanntgegeben. Kreiswaltung der DAF. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen In der Ortsgruppe Gießen-Nord findet am heutigen Donnerstag, 20.15 Uhr, Schulungsabend für die Zellen 6 und 7, am morgigen Freitag, 20.15 Uhr, Schulungsabend für die Zellen 4 und 5 im „Aquarium" statt. Die Deutsche Arbeitsfront. NS-Gemeinschast „Ärafi durch Freude". Oie große Festveranstaltung zum Auftakt des 1. Mai am Dienstag, 30. April, 20 Uhr, in der V o l k s h a l l e „Die 9. Symphonie" von Ludwig van Beethoven. Leitung: Professor Temesvary. Mitwirkende: Das Gießener Stadttheaterorchester, die Wehrmachtkapelle, verstärkt durch Mitglieder des Orchesteroereins und der SA.-Kapelle Gießen sowie sämtliche Gießener Gesangvereine und andere Gemeinschaften. Die Solopartien liegen in den Händen folgender berühmter Solisten: Ria Ginster, Frankfurt am Main (Sopran), Henny Schmitt, Frankfurt am Main (Alt), Willi Lorscheider, Frankfurt am Main (Tenor), Wilhelm S t r i e n z, Berlin, (Baß). Der Eintrittspreis ist für alle Volksgenossen auf allen Plätzen 70 Pf. im Vorverkauf und 1 Mark an der Abendkasse. Karten sind im Vorverkauf zu haben: bei sämtlichen KdF.-Warten in den Betrieben; bei den OG. der DAF.; bei der NS.-Frauenschaft; „Oberhessische Tageszeitung"; Müsikhaus Challier; Frau Huntemann. Letzte Klavierprobe der „9. Symphonie". Freitag, 26. April, 20.15 Uhr, großer Hörsaal, letzte Klavierprobe für den gesamten Chor. Vortrag zur Einführung in die „Neunte". Am Freitag, 26. April, 20 Uhr, hält Professor Pemesvary im großen Hörsaal der Universität einen Einführungsvortrag über die „9. Symphonie" von Beethoven. Der Eintritt ist für jedermann frei. Die „9. Symphonie" ist wohl das volkstümlichste Werk Beethovens. Wenn Professor Temesvary trotzdem einen Einführungsvortrag hält, so nur deshalb, um auf besondere Feinheiten des Werkes aufmerksam zu machen. Wir verweisen nochmals auf diesen Vortrag. Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk. Am Donnerstag, 25. April, findet in der Universität der zweite Vortrag in der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk" statt. Es spricht Prof. H a e n ch e n über das Thema: „Der Glaube der Ahnen in unserer Zeil". Herr Prof. H a e n ch e n schreibt dazu: „Der Glaube der Ahnen in unserer Zeit — darin liegen zwei Fragen: einmal: was hat die Wissenschaft heute vom Glauben unserer Ahnen zu sagen?, und zum anderen: was bedeutet dieser Glaube für unsere Zeit? Auf beide Fragen will der Vortrag Antwort geben. Während man früher vielfach meinte, die Religion der alten Germanen sei nur ein Glaube an die Mächte des Naturlebens gewesen, wie er sich bei allen primitiven Völkern zeigt, hat die moderne Religionsforschung erkannt, welche Tiefe der Lebensauffassung und welche Größe der Weltanschauung in den Gestalten der alten Götterwelt lebendig war. Die sittlichen Forderungen aber, die der alte germanische Glaube unseren Ahnen stellte, sind heute nicht belanglos geworden, sondern haben in den „mythischen Gestalten" des Kämpfers, des Bauern und des Arbeiters einen neuen Ausdruck gefunden." Arbeitskameraden aus allen Betrieben! Besucht die Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst für das deutsche Volk", die .von den Professoren unserer Universität unentgeltlich für alle Volksgenossen gehalten werden. Diejenigen, die den ersten Vortrag von Prof. D u k e n gehört haben, werden bestimmt auch die weiteren Vorträge besuchen, dessen sind wir sicher. Wir bitten sie aber auch, im Kreise ihrer Kameraden für den Besuch der Vortragsreihe zu werben. * heidelbergfahrl. Alle Teilnehmer an der Heidelbergfahrt haben Anschluß zu dem Zug. Aus allen Ortschaften kommen Anschlußzüge. Wir machen alle diejenigen darauf aufmerksam, die bis jetzt die Teilnehmergebühr noch nicht bezahlt haben, umgehend einzuzahlen. Gleichzeitig machen wir die Orte Krofdorf-Gleiberg, Wißmar, Atzbach und Launsbach, sowie Wetzlar auf umgehende Einzahlung der Beträge aufmerksam. Der 1. Mai. Der 1. Mai ist der Tag der deutschen Arbeit. Deshalb wird am 1. Mai die D A F. - Mütze und der dunkelblaue Anzug die Uniform des Tages sein. Die einschlägigen Geschäfte haben sich darauf eingestellt, allen Anforderungen gerecht zu werden. Wie wir hören, ist die Nachfrage nach den DAF.-Anzügen jetzt schon besonders stark. Die „Gießener Schwaben". Oer Muttertag 1935. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landes-; regierung Abteilung II — mitteilt, wird auch in t diesem Jahre das deutsche Volk durch den Muttertag wiederum seinem Bekenntnis zur deutschen Mutter und zu deutschem Familien- und Volksleben Ausdruck verleihen. „Ich erwarte", so lseißt es in der Anordnung, „daß die Schulen in würdigen Feiern (am 11. Mai) die Jugend anhalten zu ihrer Pflicht der Dankbarkeit ihren Müttern gegenüber, und daß der Arbeitsgemeinschaft für den Reichsmütterdienst recht viele nützliche Gaben überreicht werden können/' Der Reichs- und preußische Minister für Wisfen- schaft, Erziehung und Volksbildung hat für sämtliche Schulen des Reiches die nachstehende Verfügung erlassen: Sonntag, 12. Mai d. I., wird das deutsche Volk wiederum seinen „Muttertag" feiern und in würdigen Familienfeiern seinem Bekenntnis zur deutschen Mutter und zu deutschem Familien- und Volksleben Ausdruck leihen. Pflicht eines zukunftwilligen Staates ist es, feine Jugend anzuhalten, die Mütter unseres Volkes zu ehren und in Dankbarkeit ihnen zu dienen. So ordne ich an: 1. Am Samstag, 11. Mai, findet im Festsaal sämtlicher deutscher Schulen nach der vierten Schulstunde eine Schulfeier zu Ehren der deutschen Mutter und der deutschen Familie statt. Im Mittelpunkt der Feier steht eine Ansprache; Gemeinschaftslieder und gut vorbereitete Darbietungen von Schülern (Schülerinnen) der verschiedenen Altersstufen geben der Veranstaltung den Charakter einer Ge- meinschaftsseier. Ab 11 Uhr fällt der Staatsjugend- tag aus. 2. Im Nadelarbeitsunterricht (Werkunterricht) sämtlicher Klassen werden im Verlaufe der nächsten Wochen Gebrauchsgegenstände, unter anderem Wäsche und Kleidungsstücke (Wertarbeiten) zugunsten armer Mütter und Kinder hergestellt. Der Reichsmütterdienst bittet die Schülerinnen, vorzugsweise Säuglingsausstattungen (Windeln, Erstlingshemdchen und Hemdchen für Kinder von 2 bis 12 Monaten) anzufertigen. Die Gaben sollen vorzugsweise den deutschen Notstandsgebieten zugeteilt werden. Abzuliefern sind die Arbeiten bis zum 12. Mai an die „Arbeitsgemeinschaft für den Reichsmütterdienst" zu Händen der ortszuständigen NS.-Frauen- schaft. Borsicht mit der Frühjahrs-Lorchel! Die Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung, schreibt uns: Die'Früylingszeit ist gekommen. Morcheln, Lorcheln, Becherlinge erscheinen. Die Lorchel — vielfach fälschlich Morchel benannt — tritt in den Frühlingsmonaten (März bis Juni) besonders in sandigen Kiefernwäldern truppweise, oft in großer Zahl auf. Der hohle, weißliche Stiel ist mitunter ganz im Boden eingefenkt, so daß nur der braune Hut mit seiner wulstig-faltigen Oberfläche aus der Nadelstreu hervorschaut. Durch ihre braune Schutzfarbe wird die Lorchel oft übersehen. Nock nicht genügend bekannt ist es, daß die Frühlings-Lorchel (Helvella esculenta) als Giftpilz sehr verhängnisvoll werden kann. Sie hat auch in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Todesfällen und schweren Vergiftungen verursacht. Wie schon vor 100 Jahren bekannt war, bleibt der Genuß der Lorchel meist (nicht immer!) ohne schädliche Folgen, wenn die Brühe der genügend (mindestens fünf Minuten) gekochten Pilze vor dem Genuß weggeschüttet wird. Sorgfältig (ungefähr zwei Wochen) getrocknete Lorcheln sollen gewöhnlich auch ohne diese Vorsichtsmaßregel bekömmlich sein. Von manchen Menschen wird die Lorchel auch mit dem Kochwasser vertragen. Zuweilen tritt erst eine Erkrankung ein, wenn eine zweite Lorchelmahlzeit in kurzem Zwischenraum nach der ersten stattfand. Auf jeden Fall bleiben in bezug auf die Giftigkeit der Lorchel noch mancherlei Rätsel zu lösen. Am besten ist jeglicher Genuß der Frühlingslorchel zu meiden. Dom Pilzmarkt sollte em Pilz, der schon, so viele Im Rahmen des Begrüßungsabends zur Stu - denten-Historiker-Tagung, die während der Osterfeiertage in unserer Stadt abgehalten wurde (wir berichteten bereits ausführlich darüber), sprach Landgerichtsrat Dr. Schneider (Mainz) über das Thema „Die Gießener Schwarzen". Der Vortrag, dem wir u. a. folgendes entnehmen, {ei hiermit nachgetragen. „Die burfchenschaftliche Bewegung setzt auf der Gießener Hochschule bereits im Jahre 1814 ein. Die aus dem Felde zurückkehrenden Studenten schlossen sich nach dem Vorbilde der „Deutschen Gesellschaften" zu einer Deutschen Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke am 17. November 1814 zusammen. Innere Gegensätze führten im Januar 1815 zur Spaltung und alsbaldigen Aufhebung der Gesellschaft. Anfang Juni 1815 schlossen sich die Anhänger der Vaterländischen Reformpartei zur „Germania" zusammen; nach ihrer altdeutschen Tracht erhielten sie bald die Bezeichnung der Schwarzen, die ihnen bis zu ihrem endgültigen Verschwinden blieb. Ihr Führer wurde bald nach ihrer Gründung der hervorragend begabte Karl Fallen, der Kraft der Ueberlegenheit seiner Persönlichkeit in körperlicher und geistiger Hinsicht der Vereinigung seinen Stempel aufdrückte, so daß sein Jdeenkreis auch der der Schwarzen wurde. Im Wintersemester 1815/16 wandelte sich die Germania in den Deutschen Bildungs- und Freundschaftsverein um. Fortgesetzte Streitigkeiten mit den Landmannschaften, deren Komment die Schwarzen nicht anerkannten, führten zu zahlreichen Duellen und zur Auflösung des Vereins. Trotzdem hielten feine Mitglieder, deren Zahl während des Bestehens des Vereins nie über 20 betrug, zusammen und nahmen bei den Bestrebungen im Jahre 1816, die gesamte Studentenschaft zu einigen, einen hervorragenden Platz ein. Die Einigung scheiterte am Widerstand der Korps, trotzdem gründeten die Schwarzen mit ihren Anhängern im Dezember 1816 eine Christlich-Teutsche Burschenschaft, die die Korps am 20. Januar 1817 in Verruf steckte. In der Folge erfolgten zahlreiche Denunziationen der sog. Ehrenspiegelburschenschaft durch die Korps, weshalb eine Untersuchung diesmal gegen beide Parteien eingeleitet wurde und zur Auflösung aller Verbindungen führte. Auf dem Wartburgfest am 18. Oktober 1817 waren beide Parteien vertreten. Unter dem Eindruck der dort herrschenden Begeisterung sand eine Versöhnung der feindlichen Parteien statt. Sie hatte jedoch keine Folgen für die Verhältnisse in Gießen. Es kam zu einem scharfen Briefwechsel zwischen Jena und den Schwarzen, in dessen Verfolg sogar Forderungen fielen. Zwar wurden sie nicht ausgetragen, aber die Schwarzen blieben doch der am 13. August 1818 begründeten Allgemeinen Burschenschaft Germania fern. Erst nach dem Wegfall des unversöhnlichen Karl Fallen, anfangs 1819, sand eine Aussöhnung statt, die Schwarzen traten zum größten Teil der Germania bei. Bald entstanden wieder Streitigkeiten, die Attentate von.Sand und Löning riefen die Regierung auf den Plan, es folgten die Karlsbader Beschlüsse, und am 3. November 1819 löste sich die Burschenschaft auf. Damit war auch der engere Verband der Schwarzen gesprengt, die übrigens noch im Laufe des Jahres 1819 neue Mitglieder in ihren Bund ausgenommen hatten. Todesfälle zur Folge hatte, ganz ausgeschlossen werden, wie das in Oesterreich schon der Fall ist. lieber alle sicheren Erfahrungen beim Lorchelgenuß, insbesondere über Lorchelvergiftungen, erbitten wir (mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt) Mitteilung an die Medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm/Westfalen) ober an das Mykologische Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). Der Einfluß der Follenschen Reformideen auf die deutsche Burschenschaft war ein ganz gewaltiger. Sie haben eigentlich erst aus dem vorher ziemlich rohen Zusammenschluß aller Studenten das gemacht, was man unter Burschenschaft versteht. Vor allem hat die Aufstellung eines neuen Ehrengerichts mit der Trennung in innere und äußere Ehre, die vorher rohen Duellsitten aufs gründlichste reformiert; seins Ansichten sind im wesentlichen noch heute gültig. Seine ganzen Anschauungen gingen vom Religiösen aus. Er schloß zuerst Juden und Ausländer aus der Deutschen Burschenschaft aus und vermochte den christlich-deutschen Gedanken in der Deutschen Burschenschaft im Jahre 1818 restlos durchzusetzen. Sein und der Schwarzen politisches Bekenntnis gegründet auf den Haß gegen alle Fremdländerei, ging von der Romantik aus. Die ursprünglich Gemäßigten, auf Wilhelm Snell zurückzuführenden politischen Ideen, über die Einrichtung des Deutschen Reiches radikalisierten sich im Laufe ihrer Tätigkeit fortwährend. Bestimmend hierfür war, einmal die in Hessen ganz besonders schlimmen wirtschaftlichen Verhältnisse, das Versagen der Regierungen in der Einlösung ihres Versprechens nach Verfassung, der Wegfall des mäßigenden Einflusses von Gottlieb Welker und schließlich die Abkehr Preußens von seiner um 1814 erfolgten verfassungsfreundlichen Politik. Während man anfänglich für konstitutionelle Monarchie schwärmte, zeigt der Verfassungsentwurf von 1817/18 schon erhebliche republikanische Einschläge und wurde von Karl Folien später noch weiter im Sinne der republikanischen Idee verschärft. Die Gießener Schwarzen sind hervorragend beteiligt an der Adressenbewcgung der Jahre 1817/18 und an der Aufwiegelung der Bauernschaft im Jahre 1818. Auch die Poesie aus ihrem Kreise, die anfänglich einen rein vaterländisch-sittlichen Charakter trug, wird allmählich zur blutrünstigen Dichtung mit der unverhüllten Aufforderung zum Fürstenmord. Ob alle diese Ergüsse wirklich so ernst gemeint waren, muß bezweifelt werden, denn wir sehen anderseits, daß man die Erreichung seiner Ziele durch Beschäftigung mit dem Staatsrecht ins Auge faßte und daß man eine Religiosität bewies durch gemeinsames Abendmahl, durch Beschäftigung mit der Bibel und durch Propagierung des Gedankens einer Nationalkirche, daß man schwerlich an die Verwirklichung der Ideen durch die Tat glauben kann. So sind auch die Taten von Sand und Löning ohne Mitwisserschaft der Schwarzen begangen worden und sie haben den größeren Teil von ihnen, der gemäßigte Ansichten' vertrat, von Fallen und seinem Anhang getrennt. Diese bewahrten insbesondere auch den berüchtigten „Grundsatz", der in Wahrheit ja auch nur in der Theorie bestand. Immerhin müssen wir anerkennen, daß die Tätigkeit der Schwarzen, mag sie auch in vielem übertrieben gewesen sein, befruchtend auf das Studentenleben gewirkt hat und ein wesentliches Verdienst an der Milderung bzw. Beseitigung roher Duellsitten und an der Erweckung vaterländischen Geistes gehabt hat. Ihr Ideal war, einen Burschenstaat zu begründen, der ein Vorbild des deutschen Einheitsstaates werden sollte. Durch Verkennung ihrer vaterländisch sittlichen Ideen haben die Regierungen die Jugend zum Radikalismus getrieben, der sich bald westlerifchen Ideen zuwandte und im Frankfurter Wachensturm 1833 ein blutiges Ende fand." Sachverständige und Justizbehörde. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Durch die Verordnung zur einheitlichen Regelung der Gerichtsverfassung vom 20. März 1935 sind die in den Ländern erlassenen Vorschriften, nach denen Sachverständige für gerichtliche Angelegenheiten im allgemeinen vereidigt werden können, aufgehoben. Soweit Sachverständige, wie dies in Preußen der Fall ist, allgemein vereidigt worden sind, verliert die Vereidigung mit Ablauf des 30. April 1935 ihre Wirkung. Der Reichsjustizminister hat daher angeordnet, daß die über die allgemein vereidigten Sachverständigen geführten Verzeichnisse zu schließen und die in ihnen eingetragenen Per. fonen mit Wirkung vom 1. Mai 1935 ab zu löschen sind. Die von der Löschung betroffenen Sachverständigen werden hiervon benachrichtigt mit dem Hinweis, daß die Bezeichnung als gerichtlicher ober gerichtlich bestellter ober gerichtlich be- eibigter Sachverständiger vom 1. Mai 1935 ab nicht mehr geführt werben barf. Die Stellung ber öffentlich bestellten Sachverständigen, wie z. B. der Gerichtsärzte, Kreisärzte und sonstige öffentlich bestellte Sachverständige wird durch obige Bestimmung nicht berührt. Oie Ehrenkreuze des Weltkrieges. Bekanntlich ist die Frist für die Einreichung der Anträge auf Verleihung der Ehrenkreuze für Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer, Kriegerwitwen und Kriegereltern des Weltkrieges am 31. März abgelaufen. Bis zu jenem Schlußtage waren aus der Stadt Gießen bei der hier zuständigen Polizeidirektion rund 3400 Anträge von Frontkämpfern, rund 900 Anträge von Kriegsteilnehmern, 230 Anträge von Kriegerwitwen und 220 Anträge von Kriegereltern auf Verleihung der Ehrenkreuze ein- gereicht worden. Bisher wurden an Ehrenkreuzen verliehen: rund 2900 an Frontkämpfer, 640 an Kriegsteilnehmer, 131 an Kriegerwitwen und 161 an Kriegereltern. Die jetzt noch fehlenden Verleihungen der Ehrenkreuze erfolgen, sobald hier weitere Ehrenkreuze eingetroffen sind. Etwa 300 Anträge, die in den vorgenannten Zahlen mitenthalten sind, unterliegen zur Zeit noch der Nachprüfung beim Zentralnachweisamt in Berlin. Gautagung des AerzteverbandeS für phyfikal. und diät. Behandlung (Naturheillehre) E. V.» Gau Reffen-JlaffatL Am 28. April, 9.30 Uhr, findet die erste Gautagung des Verbandes im „Kölner Hof" in Frankfurt a. M. statt. Alle Aerzte und Zahnärzte können dqran teilnehmen. Der Verband hat in den letzten Jahren einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen. Viele Aerzte sind bereits dem Rufe des Führers ber Aerzteschaft nach einem Zusammenarbeiten mit ben Aerzten biologischer Heilrichtungen gefolgt, so baß der Verband nunmehr imstande ist, Tagungen in einzelnen Gauen abhalten zu können. Diese Tagungen sollen insbesonders dem Aufbau und Ausbau der wissenschaftlichen Naturheillehre dienen und sollen deren Gedankengut den Aerzten sämtlicher anderer Heilricktungen erschließen. Auf dieser ersten Tagung werden eine Reihe bedeutsamer Vorträge gehalten werden über 1. Na- , turärztliches Denken und Handeln, 2. Grundgedanken der naturärztl. Ernährungslehre, 3. Chrom Bein- und Fußleiden. I. A.: Dr. W. Malech. Oie Preisaufgaben der Universität für 1935/36. Don ber Pressestelle der Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Aus bem Zinsertrag ber Osann-Beulwitz- Stiftung ber Universität Gießen werben Reise st ipenbien für Studierenbe und andere wissenschaftlich gebildete Bewerber aller Fakultäten vergeben. Die Bewerber müssen eine von ber Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet unb dafür ben Preis erhalten haben. Die Preisaufgaben für bas Jahr 1 9 35/3 6 finb folgenbe: I. Für Studierende, bie im Jahre 1935 ober im Winter 1935/36 minbeftens ein Semester an ber Universität Gießen immatrikuliert finb: Aus dem Gebiet ber Theologischen F a - k u 11 ä t: Ort unb Bedeutung ber Anthropologie im Bereich ber theologischen Wissenschaft. Aus bem Gebiet ber I u r i st i s ch e n Fakultät: Die Bebeutung ber fides im älteren römischen Recht. Aus bem Gebiet ber Medizinischen F a - k u 11 ä t: 1. Die Collapsbereitschaft bei zu Operie- renben soll auf Grund der Histaminempfindlichkeit geprüft werden. 2. Ist das vielgestaltige Bild der Diphtherieerkrankung aus bem Vorkommen von verschiedenen Erscheinungsformen bes Diphtherie- bazillus zu erklären. Aus bem Gebiet ber Veterinärmedizinischen Fakultät: Differenzierung ber bei ber Coccibiose ber Hühner beteiligten Eimeria-Arten. Aus bem Gebiet ber Philosophischen F a - kultät: 1. Die Theorie ber Erbcharakterologie soll mit experimental- unb verhaltenspsychologischen Methoben an einer kinberreichen Familie nachgewiesen werben. 2. Die Bebeutung ber Elephantine- Papyri für bie Geschichte des alten Orients. 3. Ein experimenteller Beitrag zur Ermittlung ber Anregungswahrscheinlichkeit weicher charakteristischer Röntgenstrahlen. 4. Die Bedeutung ber Rheinfrage im Zusammenhang von Waffenstillstand unb Waf- fenstillstandsverhandlungen 1918/19. II. Für anbere wissenschaftlich gebt!» bete Bewerber unb zwar: 1. Dozenten ber Universität Gießen, soweit sie nicht orbentliche ober planmäßige außerorbentliche Professoren finb, bie wissenschaftlichen Beamten ber Universitäts-Bibliothek, bie Assisten - ten ber Universität, soweit sie nicht Stubierenbe finb, bie Lektoren und R e - petenten; 2. frühere Studierende der Universität Gießen: Aus bem Gebiet ber Theologischen F a - kultät: Die Frage ber natürlichen Gotteserkenntnis bei Luther. Aus bem Gebiet ber Mebizinischen F a - kultät: Die Pathogenese gynäkologischer Blutungen. Aus bem Gebiet ber Deterinärmedizini- schen Fakultät: Ursachen, Verbreitung unb wirtschaftliche Bebeutung ber Unfruchtbarkeit des Rinbes in ben Kreisen Wetzlar unb Gießen. Aus dem Gebiet der Philosophischen Fakultät: Unter welchen biologischen Voraussetzungen ist eine Impfung von Sojabohnen mit Knöll- chenbakterien erforderlich? Voraussetzung für bie Bewerbung unter II. ist, baß bie zu 1. Genannten minbeftens im Jahr 1935 ober im Wintersemester 1935/36 an der Universität un Amte stehen, für bie zu 2. Genannten, baß sie chre Stubien zu einem erheblichen Teil an ber Universität Gießen gemacht haben. Die Preisarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein unb bürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten finb nach Wahl ber Verfasser entweber unter Nennung bes Verfassers ober in ber für bie Bewerbung um bie staatlichen Preis-, arbeiten üblichen Form vor dem .15. Mai 1936 ’ beim Universitäts-Sekretariat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Nachweis zu liefern, ML Gießen wirb 15 Äahr Beulwitzzen werben :enbe unb lbete Vergeben. Die Schaft ausge- r ben ^re/s Ln einen lehr ** Sletj’e oen Renten 'aß her Der. *n einzelnen' ungen sollen 1 der wissensollen deren oberer heil- We W35 m eemejter liert sind: schen Fa- llnlhropckgie haft. en Fatul- älteren romv eine Reihe ■ über 1. Ra- * Grunbaeban- ' . 3. Thron. ■ Malech. iverfifüf als.^>gt H iQot D6e ,'L: ' öle i ftP VfejS 8 Mim. kieges. Hung der Front. Sen unb Kar3 abge. n aus ^Polizei. "• ao An! ÄS! en unb i61 ‘enben tab hi^ /dva 300 "W miteni. d-r N,ch. Miit. * 'onbtt iung Nassau. .„erste @QU, !. *n Frank- or^e können ischen Fa- iei zu Dperie» mpfinblichkeit fige Bild bet kommen von s Diphtherie- mebizin'' । der bei der neria-Arten. ischen Fa' charakterologie psychologischen imilie nachge- . sslephantln.e- irients. 3. jtt jnq her An- irakteristifcher ■r Rheinfrage nb unb Was' lich gebil' it Gießet . planmäßige d die vif' 'der lln.' e Assists »eit ß- «'?! n und Jie >r Ilnioek' LvS rinedi^„d $IS- Äj; JE’«» D cnroift. *r«w nf” M# r* «H«i 1* Oberheffen armseligen Hofstroße): ger der ten Am 1. Mai trägt jeder Arbeitskamerad die OA§.-Mütze! Aufruf zur Gründung einer Ortsgruppe -es m in Gießen Mark abgesetzt. — Am zweiten Osterfeiertag fand in der hiesigen Kirche die Konfirmation der diesjährigen Konfirmanden statt. Pfarrer Christian von Gambach, der seither die hiesige Psarr- stelle versah, nahm die Konfirmation vor. Es waren in diesem Jahre 13 Mädchen und 11 Knaben. Im Vorjahre waren es 15 Mädchen und 9 Knaben. ? Lich, 23. April. Am Geburtstag des Führers versammelten sich am Vormittag die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtver- waltung im Rathause zu einem feierlichen Appell, bei dem Bürgermeister Geil eine dem Sinn des entsprechende Ansprache hielt. Die Ortsgruppe der N^.-Volkswohlfahrt beging den Geburtstag des Führers durch eine zusätzliche Speisung hilfsbedürf- ^ger Volksgenossen im Hotel „Zum Löwen". Am mr^5.nr(5pieIrriann53u9e5 der Hitler- Wend richtete der Ortsgruppenschulungsleiter, Pg. Dr. Koeppe, an die Versammelten eine An- Ipradje, in der er das Leben des Führers von seiner frühesten Jugend auf schilderte, den Kampf und Siea noch einmal allen ins Gedächtnis rief und in ausführlicher Weise die großen Verdienste des Führers um Volk und Vaterland ins rechte Licht stellte. Mit einem feierlichen Gelöbnis und Schwur der Treue zum Führer, mit der Huldigung zu Führer, Volk und Vaterland und dem gemeinsamen Ge- M der Nationalhymnen fand die Feierstunde ihren Abschluß. 7 o Langsdorf, 24. April. Gestern beging der Landwirt Heinrich Schmidt VIII. mit seiner Ehe- ifau geb. Jung, das Fest der goldenen Hochzeit. Sie mußten durch viel Leid hindurch: bei einer Dlphterieseuche im Jahre 1893 verloren ße in 15 Tagen drei Kinder im Alter von fünf • V'2 fahren. Dem Vaterland mußten sie im Weltkrieg einen Sohn opfern: er kam im Februar 1920 aus französischer Gefangenschaft zurück, trug den Todeskeim in sich und starb nach wenigen Lagern Heute sind die beiden Jubilare bei frischer Lustigkeit, angesehen und beliebt. Der gesamte Kir- chenoarftand, dem der Jubilar seit 27 Jahren an- gehört erschien zu dem Ehejubiläum seines Seniors und überreichte ein Andenken. — Es ist auffallend eine wie große Zahl von alten Leuten unsere Gemeinde umfaßt, ein Zeichen für die gesunden sozialen Verhältnisse. Im 7 0. Lebensjahr und darüber stehen 84 Personen, d. h. 1 0 v H d e r g e s a m t e n B e v ö l k e r u n g. Darüber befindet sich eine Person über 90 Jahre, 14 Personen über 80 Jahre. — Einer unserer Aeltesten vollendet in dieser Woche fein 8 3. Lebensjahr- Landwirt Jakob B a u s ch II. Er gehört einer unserer ältesten Sippen an, die seit fast 400 Jahren unter uns ansässig ist. Herr Bausch ist eine charakteristische Gestalt in unserem Dorfleben, ein alter hessischer Grenadier. 1 ' cf Hungen, 24. April. Leider hat es den Anschein, als ob hier ein schöner alter Brauch eingehen sollte, nämlich das C i e r w e r f e n an den Osterfeiertagen im Grassee, dem der Standesherrschaft Solms-Braunfels gehörigen Wresengrunde unmittelbar an der Unterstadt. Während in früheren Jahrzehnten sich hier die Jugend an den Ostertagen fröhlich beim Eierwerfen und bei sonstigen Spielen mit den Osterhaseneiern tummelte, dem auch die Erwachsenen, besonders die Eltern mit Interesse zusahen, ist dieser hübsche alte Brauch im Laufe der letzten Jahre immer mehr zurückgegangen, und nur wenige sind es, die daran noch festhalten. Hoffentlich kommt es nicht so weit, daß der Brauch in absehbarer Zeit der Geschichte-an- gehort. < H u n g e n, 24. April. Wer kennt es nicht, das alte Schloß zu Hungen mit dem Storch- nejt auf dem hohen Schloßturm, das feit vielen Jahrzehnten immer wieder Freund Adebar bezog, dis er vor zwei Jahren, anscheinend verärgert durch ein im Schlosse abgebranntes Feuerwerk, davonzoq unö auch im darauffolgenden Jahre sich nicht wieder häuslich niederließ. Fast schien der gleiche Fall auch in diesem Jahre wieder eintreten zu wollen; man hatte schon wegen der vorgerückten Zeit die Hoffnung aufgegeben, und mancher bangte schon um oie Zukunft und die Bevölkerungsvermehrung unserer Stadt, als sich anfangs voriger Woche Herr Langbein einfand und ihm Ende der Woche auch die Gemahlin folgte. Beide sind jetzt eifrig mit der Instandsetzung ihrer luftigen Wohnung beschäftigt, zu der so mancher kleine Knirps feine Wunsche wegen eines Brüderchens oder Schwester- chens hinaufsendet. Kreis Schotten. * Schotten, .23. April. Der Geburtstag des Führers wurde auch in unserer Stadt festlich begangen. An allen öffentlichen und privaten Gebäuden flatterten die Fahnen. Abends fand in der dicht besetzten Turnhalle eine stimmungsvolle tfeier statt. Nach einleitenden Musikstücken der SA.- Kapelle begrüßte Ortsgruppenleiter Z e s ch k y die Erschienenen. Sturmführer Grünewald sprach namens der SA., Kreisleiter Kromm hielt die Festansprache mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Gemeinsame Lieder und ein Lichtbildervortrag über das Leben des Führers verschönten die Feier. Am Geburtstag des Führers wurden hier in den verschiedenen Gasthäusern der Stadt 350 bedürftige Volksgenossen gespeist. Im Gottesdienst am ersten Feiertag gedachte Dekan Widmann in Predigt und Gebet unseres großen Führers unter Zugrundelegung des Textwortes: „Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich". )—( Ruppertsburg, 24. April. Eine schöne, schlichte Geburtstagsfeier für den Führer veranstaltete unsere Ortsgruppe am Samstagabend im Gemeindesaal, der voll besetzt war. Chöre des Männergesangvereins und passende Gedichte, von Jungmädeln vorgetragen, trugen zur Verschönerung bei. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Lind begrüßte mit warmen Worten die Anwesenden. Pg. Lehrer E u ck e n schilderte in längerer, begeisternder Rede das Leben und aufopfernde Wirken des Führers. — Für das Winterhilfswerk gingen in unserer kleinen Ortsgruppe im vergangenen Winter insgesamt ein: An Geld 935,99 RM., an Naturalien 224 Zentner Kartoffeln, 47 Zentner Getreide, 84 Laib Brot, 112 Pfund Wurst und Speck, 3 Feldhasen, 1 Fasan, 670 Stück Eier. Unter- △ Alsfeld, 24. April. Wie die dandesamts- regifter der Stadt Alsfeld ausweifen, hat die im Jahre 1933 wahrgenommene Zunahme der Bevölkerung auch im Jahre 1934 sich fortgesetzt. Das Geburtsregister 19-34 schließt mit 144 (Eintragungen ab, eine Ziffer, die seit dem Bestehen des Standesamtes in Alsfeld noch nicht erreicht worden ist. Die Eheschließungen, die im Kriegs- jahr 1918 auf 14 gesunken waren, haben ebenfalls eine starke Zunahme erfahren. Während im Jahre 1932 die Zahl der Eheschließungen 27 betrug, ist sie im Jahre 1934 auf über das Doppelte, auf 55, gestiegen. Die Sterblichkeit ist gegenüber früheren Jahren zurückgegangen. Die Zahl der Sterbefälle betrug im Jahre 1934 - 68. Nach der Einwohnermeldekartei beträgt die Gesamtzahl der Einwohner der Stadt Alsfeld zur Zeit rund 6000, einschließlich der Angehörigen der Arbeitsdienstabteilung 4/223 mit 217 Mann. Durch den Umstand, daß in der letzten Zeit in Alsfeld verschiedene Behörden errichtet wurden, darunter ein größeres Feldbereinigungsamt und eine Kulturbauamtnebenstelle für die demnächst in zahlreichen Gemeinden des Kreises in Angriff zu nehmenden Feldbereinigungen, hat die Bevölkerungsziffer ebenfalls eine erhebliche Zunahme erfahren. Im Laufe des Jahres ist damit zu rechnen, daß auch eine Bauabteilung der Reichsautobahn in Alsfeld zur Errichtung kommt, nachdem die Reichsautobahn in unmittelbarer Nähe der Stadt vorbeiführen und Alsfeld einen Zubrin- erhalten wird, wodurch eine weitere Belebung wirtschaftlichen Interessen der Stadt zu erwar- steht. Die Veranstaltung verspricht einen guten Erfolg und einen gemütlichen Abend. * Rödgen, 25. April. Gestern mittag ereignete ft* hier em schwerer UnalürfsfalL Das zehnjährige Söhnchen des Landwirts Wilhelm Klos V. stürzte in der Scheune seines Großvaters so unglücklich in die Tenne, daß es in bewußtlosem Zustande von der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Sein Zustand ist ernst. OO Staufenberg, 24. April. Nach der Fertigstellung der Kanalisierung der Mittelgasse und des Kirchberger Weges sollen jetzt die Schulen renoviert und die Höfe neu einge- friedigt werden. Ferner ist als weitere Arbeits- befchaffungsmaßnahme beabsichtigt, auf den Wind- bruchstellen im Walde Kulturarbeiten ausführen zu lassen. Vorgesehen ist außerdem, eine neue.Verbindungsstraße zwischen der Weithofstraße und der Hachborner Straße auszubauen. (D Daubringen, 23. April. Am Samstagabend fand hier im Saals des Kameraden Schäfer ein Ortsgruppenappell der Ortsgruppe DaubringendesNSDFB. (Stahlhelm) statt. In ausgezeichneter Disziplin waren fast alle ftameraben zur Stelle. Der Befehlsausgabe des Ortsgruppenführers, Kamerad Opper (Daubringen), folgte, ein Vortrag über „W e h r h o h e i t" vom Kam. Augst (Allendorf a. d. Lda.). Ausgehend von der Bildung der Söldnerheere über die allgemeine Wehrpflicht zeigte der Vortragende die ganze Entwicklung bis zu dem Berufsheer unseres heutigen Reichsheeres. Die allgemeine Wehrpflicht fei das einzig Gegebene, um Volk und Heimat vor der vollkommenen Zerstörung zu bewahren. Die früheren Söldnerheere, die sich aus allen möglichen Elementen zusammenjetzten und denen der hohe, heilige Begriff der Heimatliebe fremd sein mußte, hatten kein sonderliches Interesse, Volk und Vaterland zu schützen. Diese Söldner stellten sich demjenigen zur Verfügung, der ihnen den höheren Sold und größere Beutefreiheit zusagte. So mußte es, wie im Dreißigjährigen Kriege, zum fast vollständigen Ruin kommen. Der Gedanke Preußens, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, der 1814 seine Verwirklichung gesunden hatte, hat in einhundert wahren bis zum Jahre 1914 und in dem darauffolgenden Weltkrieg seine vollkommene Bestätigung der Richtigkeit erhalten. Ein weiterer Beweis, daß für die Verteidigung von Volk und Heimat nur die allgemeine Wehrpflicht als wirksamstes Mittel anzusehen ist, sei-das im Versailler Diktat enthaltene Verbot für Deutschland, die allgemeine Wehrpflicht zu behalten. Es wäre ohne den feit vielen Jahrzehnten im deutschen Volke verwurzelten Wehrpflichtgedanken nie gelungen, einen solch zähen Kampf gegen eine derartige Uebermacht wie im Weltkrieg zu führen. Nun habe sich der Frontsoldat Adolf Hitler angesichts des Vertragsbruchs der anderen Mächte entschlossen, für das deutsche Volk zur Erhaltung von Volk und Vaterland die allgemeine Wehrpflicht wieder einzu- fuhren, und dafür gebühre ihm unser aller größter Dank. Anschließend an den mit größtem Interesse verfolgten Vortrag wurde die mit dem Trauerflor behängte Stahlhelmfahne eingebracht und zum Zeichen der Freude über die von dem Führer Adolf Hitler uns wiedergegebene Wehrpflicht das Trauerzeichen entfernt. Unter kräftigen Front-Heil auf den Führer erfolgte der Abmarsch der Fahne. Den Abschluß des Appells bildete ein recht front- kameradschaftliches Beisammensein. Y Watzenborn - Steinberg, 24. April. 21m Ostermontag wurden in der hiesigen Kirche 45 Kinder (23 Knaben und 22 Mädchen) von Pfarrer Steiner (Hausen) eingesegnet. > Holzheim, 24. April. Die Landwirtschaftliche Kredit-Bezugs- und Absatz g e n o s s e n s ch a s t Holzheim hielt ihre diesjährige Generalversammlung im Rathaus ab. Die Versammlung wurde von dem Aufsichtsrats- mitglied, Landwirt Wilhelm Peter Jung, eröffnet. Er ernannte zum Schriftführer den Rechner Heinrich Buß, zu Stimmzählern Heinrich Sann und Karl Kuhl III. Erschienen waren ca. 70 Genossen. Der Rechner erstattete den Geschäftsbericht und verlas die Bilanz. Die Bilanz wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt. Der Reingewinn aus dem Rechnungsjahr 1934 betrug 1914,57 Mark. Dieser wurde wie folgt verteilt: Auf jeden Geschäftsanteil werden 4 Mark Dividende vergütet, der Rest wird dem Reservefonds zugeschrieben. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die beiden Aufsichtsratsmitglieder Balthasar Wilhelm Klotz und Heinrich Ze iß I. wurden einstimmig wiedergewählt. Neu gewählt wurde der Landwirt Wilhelm Jäger III. in den Aufsichtsrat. Das neue Einheitsstatut für die Genossenschaften im Deutschen Reich wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Die Mitgliederzahl der Genossenschaft hat sich im Rechnungsjahr 1934 auf 186 erhöht. Die Gesamtsumme der Aktiva beträgt 363 527,02 Mark. Auch die Spareinlagen wiesen eine erhebliche Erhöhung auf. An Waren wurden für rund 35 000 Mark bezogen. An Getreide und Kartoffeln wurden für rund 40 000 Der Reichsbund der Körperbehinderten ist die Fachorganisation der sog. Zivilbeschädigten, vereinigt also Körperbehinderte im Sinne der Krüppelfürforge- gesetzgebung. Das Hauptamt für Volkswohlfahrt bei der Reichs- leitung der NSDAP, hat den RBK. als allein zuständige Organisation für alle Körperbehinderten, soweit sie keine Kriegs- oder Arbeitsopfer sind, bestimmt und den Bund beaufragt, die zu ihm gehörenden Volksgenossen zu vereinigen. Es gilt, auch deren Kräfte nutzbringend in die Aufbauarbeit des neuen Staates einzuschalten und auch diesen Kreis der Volksgenossen in die deutsche Volksgemeinschaft einzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, wird klar herausgestellt, daß Körperbehinderte nicht minderwertige, sondern vom Oie Bad-Nauheimer Polizei drückt ein Auge zu LPD. Bad-Nauheim, 24. April. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, Bad-Nauheim sei als Kurort dem Kraftfahrzeugoerkehr gegenüber feindlich eingestellt, liefert jetzt die Bad- Nauheimer Polizei den Beweis des Gegenteils. Wenn nämlich Kraftwagen an falscher Stelle parken oder sonst mit der Verkehrsordnung in Konflikt geraten, zückt der Schutzmann nicht gleich den Bleistift, sondern klebt ein kleines, kunstvoll gemaltes Zettelchen an die Windschutzscheibe, auf dem folgendes Berschen zu lesen ist: „Du parkst hier falsch, verschwind im Nu, wir drücken dann ein Auge zu! Polizeiamt Bad-Nauheim." Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 25. April. Am kommenden Samstag, 27. April, findet in Klein-Linden im Saal „Zur deutschen Eiche" ein geselliger Abend der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freuhe", Ortsgruppe Klein-Linden, statt. Paul Nieren vom StaLttheater Gießen hat die Ansage. Schon das allein gewährleistet einen Abend voll Frohsinn und Humor. Der Zauberer Orizaba, der mit so großem Erfolg im Gießener Stadttheater bei dem Harry-Cobler-Abend mitwirkte, wird erscheinen und alles in Erstaunen setzen. Herr Geiger wird einige Stücke ernsteren und heiteren Inhaltes vortragen. Mit drei Tänzen wird Fräulein Plank alle Volksgenossen erfreuen. * ** Zum Permessungsrat ernannt wurde der Amtsvorstand des VermessSngsamtes Gießen - Land, Oberlandmesser Ludwig Link- mann zu Gießen. ** Kreisamtspersonalie. Dem Kreis- verwaltungs-Oberinspektor Georg Ewald beim Kreisamt Gießen wurde die Amtsbezeichnung „Kreisverwaltungs-Amtmann" verliehen. ** Schulpersonalien. Überträgen wurden: dem Lehrer Dr. Heinrich BuUmann zu Großen-Linden (Kreis Gießen)* eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Usenborn (Kreis Büdingen), dem Lehrer Wilhelm Geiß zu Usenborn eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Hörgenau (Kreis Lauterbach), dem Lehrer Karl Obermann zu Hörgenau eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Großen- Linden, dem Lehrer Euaen Jung zu Vilbel eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Dortelweil (Kreis Friedberg), dem Berufsschullehrer Friedrich H u f an der Berufsschule zu Gießen, zur Zeit kommissarisch an der Aufbauschule zu Friedberg, eine Leh- rerfteüe an der Volksschule zu Gießen, dem Lehrer Adam Bell zu Groß-Eichen (Kreis Schotten) eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Mockstadt (Kreis Büdingen), der Lehrerin Luise Kratz zu Klein-Karben (Kreis Friedberg) eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Steinfurth (Kreis Friedberg). Ernannt wurde der Schulamtsanwärter Konrad Blum aus Maar (Kreis Lauterbach) zum Lehrer an der Volksschule zu Burkhards (Kreis Schotten). ** Stadttheater - Abonnement. Die Bürgermeisterei fordert in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil zur Einlösung des 8. Abschnitts des Stadttheater-Abonnements auf. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiefen. .. ** Gin Aprilgewitter eröffnete gestern über unserer Stadt und der Umgegend die Reihe der Gewitter dieses Jahres. Die elektrischen Entladungen waren jedoch nicht stark, lediglich gegen 19.30 Uhr gab es einmal einen kräftigen Donner- fchlag, bis jetzt ist aber von irgendwelchen Schäden nichts bekannt geworden. Der Regen war zum Glück auch nicht allzu heftig, sondern nahm bald die Form eines Landregens an, der nur zeitweise im Verlaufe der Nacht etwas stärker wurde, im ganzen aber den Charakter eines Landregens beibehielt und für das Wachstum in Garten und Feld sehr förderlich gewesen sein dürfte. ** Baulandumlegung am A u l w e g. Nach endgültiger Fertigstellung des Bebauungsplanes für das Gebiet Wilhelmftraße, Aulweg und Leihgefterner Weg fand im Laufe des vergangenen Winters hier eine Baulandumlegung statt. Hierbei wurde ein neuer Straßenzug „Günthersgra- b e n" ausgefchieden und zur Bebauung freigegeben. Die neue Straße beginnt an der Wilhelmftraße, nächst der Ebelstraße, und endigt am Aulweg, dem Ansteigen des Baugeländes folgend. Am Aulweg entlang wurden bereits im vergangenen Herbst einige Einfamilienhäuser errichtet, während jetzt weitere Neubauten im Zuge der neuen Straße in Ausführung begriffen sind und der Ausbau der neuen Straße selbst alsbald erfolgen soll. ** UnfaH im Bergwerk. Der im Gießener Bergwerk tätige Georg Häuser von Watzenborn-Steinberg erlitt gestern bei seiner Arbeit Fine schwere Handoerletzung und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne in die Klinik gebracht werden. ** Das 1. Nassauische Infanterie- Regiment Nr. 8 7 mit Kriegsformationen (Reserve 87, Landwehr 87, Infanterie-Regimenter 186, 223, 253, 349, 365, 468) begeht am 4. und 5. Mai in der alten Garnison Mainz seine 125jährige Gründungs-Feier mit einem großen Wiedersehen der alten treuen Waffengefährten. — Anmeldungen und Quartierbestellungen (Hotel-, Privat-, Massenquartiere) sind an Kamerad Jakob Weil, Goethestraße 3, zu richten. Der Beitrag von 1,50 RM. ist einzuzahlen auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 999, der Mainzer Volks- bank für das Konto I. R. 87, Wiederfehensfeier. Saß die. Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt sind. Lieber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft auf Grund von Gutachten der Fakultäten. Die Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1936 verkündet. Die eingereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser. Die Preise betragen: für die Gruppe I je 300 Mark (evtl, zu erhöhen bis 400 Mark), für die Gruppe II je 600 Mark (evtl, zu erhöhen bis 1000 Mark). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 25. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüden 10 bis 12, Rote Rüden 8 dis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 10 bis 15, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 40 Pf., Honig 40 bis 45, Suppenhühner 75, Blumenkohl, das Stück 35 bis 55, Salat 25 bis 30, Salatgurken 50 bis 60, Lauch 5 bis 10, Rettich, Bündel 20 bis 45, Radieschen 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen: 20 Uhr Vortrag von Prof. Haenchen: „Der Glaube der Ahnen in unserer Zeit". — Stadttheater: (Deutsche Bühne): 20 bis 22,30 Uhr „Die armseligen Besenbinder". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Barcarole". — Astoria-Lichtspiele (Seltersweg): „Die Schlacht am blauen Berge". — Stadt-Kaffee, Gießen: 16 und 20,30 Uhr Modenschau. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr II. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz. — — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde Rum Deutsche Bühne, Wiederholung der Märchendichtung „Die armseligen Besenbinder" von Karl Hauptmann; Spielleitung hat Anton Neuhaus. Laubacher Ausschuß-Gesellschaft. □ Laubach, 24. April. Die Laubacher Ausschuß-Gesellschaft hielt am dritten Osterfeiertag, alter Tradition gemäß, im „Schützenhof" ihre Hauptversammlung ab. Der letzt- jährige Hauptmann Peter Hch. Hertel gab nach seinen Begrüßungsworten einen Rückblick auf das vergangene Ausschußes!, welches unter Beteiligung der gesamten Laubacher Einwohnerschaft und der Umgebung einen schönen Verlauf genommen hat. Die Dorgetragene Rechnung ergab einen Ueberfchuß von 138 Mark. Der Jahresbeitrag wurde wie seither auf 75 Pfennig pro Mitglied belassen. Da die 7. Sektion nur noch aus zwei Altveteranen von 1870 besteht, wurde beschlossen, alle ehemaligen Hauptmänner in diese Sektion einzureihen, die von dem letztjährigen Hauptmann geführt wird. Außerdem sollen in Zukunft alle Hauptleute durch Verleihung einer Erinnerungsmünze geehrt werden. Zum diesjährigen Hauptmann wurde der- Bahnbeamte Wilhelm Högel gewählt. Hauptführer wurden: 1. Wilhelm Leidner; 2. Karl Jockel- 3. Otto Högy; 4. Wilhelm Desch; 5. Georg Tröller jun.; 6. Georg Franz, 7. Heinrich Hertel (Ehrensektion); 8. Karl Becker; 9. Otto Bourree; 10. August Braun; 11. Heinrich Stengel II.; 12. Christian Röder; 13. Hermann Kröck. Anschließend zogen die Mitglieder der Ausschuß-Gesellschaft unter Dorantritt der Kapelle des Laubacher Musikvereins zunächst vor das Haus des alten Hauptmanns, dem Adjutant Von-Ei ff für feine aufopfernden Bemühungen um das gute Gelingen des vergangenen Ausschuß- festes dankte. An die Ansprache des letztjährigen Hauptmanns schloß sich ein Hoch auf die Ausschuß- Gesellschaft und die Stadt Laubach an. Auch der neue Hauptmann dankte den Ausschußmitgliedern für das ihm durch feine Wahl geschenkte Vertrauen, worauf sich der Zeug auf dem Marktplatz auflöste. Eine erfreuliche Bevölkerungsstatistik. Schicksal betroffene, aber trotzdem wertvolle Volksgenossen sind. Die Aufgabe der örtlichen Dienststellen des Bundes ist es, allerengfte Zusammenarbeit mit den Parteidienst- und Behördenstellen herbeizuführen um nach besten Kräften die sozialen und wirtschaftlichen Belange des einzelnen Körperbehinderten zu vertreten. Um auch in Gießen eine Ortsgruppe des Reichsbundes der Körperbehinderten ins Leben zu rufen, werden alle körperlich behinderten Volksgenossen oder Eltern und Angehörige von körperbehinderten Kindern aufgefordert, ihre Anschrift umgehend dem unterzeichneten Mitarbeiter des Bundes bekanntzugeben. Ernst Erle, Klein-Linden (Kreis Gießen), Frankfurter Straße 25. 8U Traten, Gulasch, Schweinekotelett, Äratklopsen, V_slllV yuiv XJVpv falschem Hasen, Frikadellen, Leber, Nieren usw. Einen Würfel Maggi's Äratensoße fein zerdrücken, ’/4 Liter Wasser dazugeben, auf nicht zu großer Flamme unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und dann noch 3 Minuten bei kleinem Feuer ziehen lassen. Oie nun fertige Soße zu.dem beim traten des Fleisches erhaltenen Äratensah geben, gut damit verrühren un- kurz aufkochen lasten. Weitere Rezepte kostenlos von der AMGGI-GesetfsAofl, Berlin W 35 fine große fiilfe für jede Küche MAGGI5 Bratensoße — die kochfertige Soße in haltbarer Sorm- stützt wurden 46 Familien mit 146 Personen, und zwar durch Lebensmittel und andere Waren im Werte von 733,42 RM Kreis Alsfeld * Decke nbach, 25. April Der am zweiten Ofterfeiertag, dem Hochzeitstag seines Sohnes, bei Arbeiten im Pferdestalle von einem Pferd gegen den Unterleib gejchlagene und mit schweren Verletzungen in die Chirurgische Klinik zu Gießen eingelieferte Landwirt Grob von hier ist in der letzten Nacht in der Klinik zu Gießen seinen schweren inneren Verletzungen erlegen # Ober-Ohmen, 24. April Im hiesigen Rathaus fand gestern die öffentliche Verdingung der Gemeindewiesen statt. Ferner beschäftigte man sich mit der Ausführung der in Gang befindlichen Notstandsarbeiten und mit der Frage der Herbeischaffung des notwendigen Steinmaterials. Die Anfuhr des Materials im Lohn zu vergeben würde die Gemeindefinanzen untragbar belasten. Bürgermeister Horst wies darauf hin, daß es notwendig fei, im Interesse der Gemeinschaft Opfer zu bringen. Eine stattliche Anzahl Einwohner meldete sich daraufhin zu unentgeltlichen Fuhrlei st ungen und anderen damit verbundenen Arbeiten. Um der bestehenden Fu tt ermittel kn appheit zu steuern, wurden die grasbestandenen Gemeindefeldwege öffentlich versteigert, so daß der W e i d e a u f t r i e b beginnen kann <£ Nieder-Ohmen, 23. April Anläßlich des 4 6. Geburtstages des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, im Ziegen- hainschen Saale eine schlichte Feier. Nach dem Einmarsch der Fahnengruppen der DAF, der HI., des BdM., des Jungvolkes und des Kyffhäuserbundes hielt Ortsgruppenleiter Pg. Erb eine kurze Ansprache. Hieran schloß sich ein Gedichtvortrag „Mein Führer" von Iungmädel Erb. Mehrere Musikvorträge verschönerten die Feier. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes und dreifachem „Sieg-Heil!" aus den Führer fand die Feier ihren Abschluß -. - Homberg, 24. April. Zur Feier des Geburtstages des Führers und Kanzlers versaminelten sich die Organisationen der Partei und zahlreiche Einwohner unseres Städtchens in der Stadthalle. Der stellvertretende Orts- gruppenleiter Ihm sprach über die Bedeutung des Tages und würdigte insbesondere dis großen Taten unseres Führers Adolf Hitler. Am Schluß feiner Rede brachte er ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus HI. und BdM. brachten Sprechchöre und Gesänge zu Gehör, die die Feier verschönten. Anschließend sprach Pg. Geißer in längerer Rede über das Wirken und Schaffen des Führers. Seine Worte klangen aus in dem Gelöbnis, dem Führer allezeit die Treue zu bewahren. Mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. cvd Haarhausen, 24. April. Auf unserem Friedhof steht ein interessanter G r a b st e i n aus dem 17. Jahrhundert. Er stammt aus der P e st z e i t, ist 1,5 Meter hoch und 1 Meter breit. Der Sandstein, kunstvoll behauen, wird von zwei Engeln flankiert, denen aber leider die Köpfe fehlen! Auf der Vorderseite des Steines sind fünf Mädchen und vier Knaben in der Tracht der damaligen Zeit abgebildet. Die Witterungsunbilden haben leider von den Inschriften des Steins nicht allzuviel übrig gelassen. Nur der Anfang der Anfang der schriftlichen Aufzeichnungen ist noch einigermaßen kenntlich. „Hier ruhen die Gebeine des weiland Johannes Benners Kinder. ..." steht zu lesen. Die Namen der Kinder und Trostsprüche, die nur noch fragmentarisch sind, füllen die übrigen Flächen der Vorderseite. Auf der Rückseite des Steines sind Bibeltexte eingemeißelt, die not gut erhalten sind, da der Stein etwas geneigt steht und die Rückseite nicht so sehr den Witterungsunbilden ausgesetzt war. Der Stein läßt in seiner Gestaltung und Bearbeitung eine künstlerisch schaffende Hand erkennen. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 24. April. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung wurde am Samstag auch in unserer Stadt der Geburtstag des Führers gefeiert. Die Häuser trugen reichen Flaqgen- schmuck. Die Angestellten und Beamten des Kreisamtes und der Bürgermeisterei fanden sich am Vormittag im Sitzungssaale des Kreisamtes ein und legten nach einer Ansprache des Kreisdirektors Zürtz ein erneutes Bekenntnis ab, als Diener des Volkes in ehrlicher Gefolgschaftstreue dem Führer und seinem Werk zu dienen. Die Parteigliederungen und zahlreiche Einwohner trafen sich am Abend in der Turnhalle zu einer gemeinsamen Feier. Standartenkapelle, Jungvolk und Männergesangverein „Liederkranz" verschönten den Abend. Kreisdirektor Zürtz hielt eine. längere Ansprache, in der er den Kampf und Sieg des unbekannten Magnolienbäume in voller Blüte. > U H, ■ >v- > >- l*-X .... W i r , HBA w. x! ■' v- v *3 M f W::- 3 'Vd- (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) Alljährlich im Frühling fallen inmitten unserer Stadt, in den öffentlichen Anlagen, wie auch in den Vorgärten der Häuser, die Magnolienbüume auf, die jetzt, bevor sich auch nur ein Blatt an ihnen zeigt, ihre weißen und rötlichen Blüten entfalten. Vor dem Stadttheater, in der Frankfurter Straße, in der Kaiserallee, in der Neuen Bäue usw. leuchten die blühenden Magnolienbäume aus dem frühlinqsfrischen Grün und lenken die bewundernden Blicke der Menschen auf sich. Im Vorgarten eines Hauses an der Wilhelmstraße blühen zwei stattliche Bäume dieser Art, die ihre dicht mit Blüten besetzten Aeste bis auf den Rasen neigen. Schön ist es, zu sehen, wie die Blüten aufrecht, gleich Kerzen auf einem ■ Kronleuchter, auf den Aesten sitzen. Leider verblühen sie allzu rasch. Kaurn haben sich die Kelche ganz geöffnet, sinken auch schon die ersten der feinfarbigen Blütenblätter zur Erde. Erst verhältnismäßig lange Zeit nach der Blüte bilden sich an den Magnolien große, breite und kräftige Blätter. Soldaten Adolf Hitler schilderte. Mit dem Gelöbnis der Gefolgschaftstreue, mit einem dreifachen Sieg- Heil auf den Führer, mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied fand die Feier ihren Abschluß. Preußen. Die Gausieger des Reichsberufsrvett- kampfs im Endkampf. Frankfurt a. M., 24. April. ,(GPA.) Mittwoch früh verließen die 16 Gausieger des Reichsberufswettkampfs im Gau Hessen- Nassau mit dem fahrplanmäßigen Zug um 6.02 Uhr den Frankfurter Hauptbahnhof, um zuerst nach Ludwigshafen und von da zusammen mit allen Siegern des Reiches nach Saarbrücken weiterzufahren. 10 Jungen und 6 Mädel waren es, die in Begleitung von Gaujugendwalter Unterbannführer Sauer und der Gaujugendwalterin Untergau- fiihrerin Schneider den Zug bestiegen, in dem sie schon freudestrahlend von Kameraden der HI. und des BdM. aus anderen Gauen des Reiches (Kurhessen, Thüringen, Hamburg, Westfalen usw.) begrüßt wurden. Vier Tage schweren Kampfes um die Bestleistung in ihrer Berufsklasse harren ihrer nun in Saarbrücken, inmitten den Reihen der deutschen Jugend, die nach 13 Jahren der Schmach zum Reich zurückkehrte und die nun erleben darf, was deutsche Jugend auf dem Felde des Berufs zu leisten vermag. Nur wenigen, und das find dann die Besten, wird dann das Glück zuteil, vom F ü h - r e r in Berlin empfangen und am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld vor der deutschen Arbeiterschaft geehrt zu werden. Schießübungen bei Erda. Der Landrat in Wetzlar teilt mit: Vom 25. bis 27. April finden auf der Schußbahn bei Erda täglich von 7 bis 18 Uhr Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände im Raum Erda, Hohensolms, Königsberg, Oberförsterei Strupbach, Fellingshausen, Krumbach und Frankenbach. Das gefährdete Gelände ist durch Posten und Warnungstafeln abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jedem Verkehr frei bleiben. Das Betreten des abgesperrten Geländes sowie der durchführenden öffentlichen und privaten Wege wird für die Dauer der Absperrung wegen Lebensgefahr polizeilich verboten. Den Anordnungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachpostens haben, ist unbedingt Folge zu leisten. Die Straße Fellingshausen—Frankenbach wird an den genannten Tagen und Stunden für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach Gewaltige Sprengung in emtm Westerwald-Steinbruck. LPD. Wilsenroth (Westerwald), 24. April. In dem Steinbruchbetrieb „Dornburg" in Wilsenroth wurde eine riesige Kammersprengung unter Verwendung von etwa 50Zentner Spreng st off vorgenommen. Die gewaltige Sprengladung war in einem sog. "s"-Stollen, dessen Längsgang 12 Meter, der Quergang 9 Meter lang war, untergebracht. Die Wirkung der ungeheuren Explosion hüllte nicht nur den ganzen Berg in Flammen, sondern setzte das ganze Massiv in Bewegung und erschütterte die Häuser der ganzen Umgebung derart stark, daß die Bewohner an ein Erdbeben glaubten. Die Masse des durch die Sprengung freigelegten Gesteins wird auf. 35 000 bis 40 000 Kubikmeter geschätzt. Kreis Wetzlar. 00 Hochelheim, 24. April. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1935 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 83 285 Mark ab. Die Steuersätze für dis Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I und II je 325 v. H., Gewerbeertragsteuer 375 v. H., Gewerbekapitalsteuer 375 v. H., Bürgersteuer 100 v. H. Der an die Landes- schulkasse zu zahlende Schulstellenbeitrag beträgt 2544 Mark. Für die Unterhaltung des Schulgebäudes und der Lehrerdienstwohnungen sind 1000 Mark vorgesehen. Zur Ansammlung einer Schulbaurücklage sind 1000 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Die Wohlfahrtslasten sind, wie im Vorjahre, mit 6000 Mark veranschlagt. Der Fehlbetrag der Kirchenkasse wird zur Vermeidung der Erhebung von Kirchensteuern freiwillig auf die Gemeindekasse übernommen; er hat sich gegenüber dem Vorjahre von 1800 Mark auf 2000 Mark erhöht. Dem Fonds für eine neue Turmuhr sollen weitere 200 Mark zugeführt werden. Für die regelmäßige Unterhaltung der öffentlichen Wege, Brük- ken, Straßen und Plätze sind 3000 Mark, für den Neubau von Straßen und Wegen 2750 Mark vorgesehen. Die Kosten der Zuchttierhaltung decken sich in Einnahme und Ausgabe mit 2500 Mark. Als Zuschuß für die Postautolinie Gießen—Hochelheim sind 200 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Die Einnahmen aus Wassergeld und Kanalgebühren belaufen sich auf rund 13 000 Mark. Der Schuldendienst für die im Jahre 1929 erbaute Wasserleitung mit Kanalisierung beträgt 16 500 Mark (7600 Mark Zinsen und 8900 Mark Tilgung). Für die Neuerschließung einer Quelle sind 2000 Mark vorgesehen, da sich die Wasserversorgung in den letzten Jahren in den Sommermonaten öfters als unzureichend erwiesen hat. Die Bruttoeinnahmen aus der Forstnutzung betragen 7000 Mark. An Kreisumlage hat die Gemeinde 10 800 Mark zu zahlen. Der Anteil an den Kosten der Zweckoerbandskasse beläuft sich auf 2500 Mark. Das Aufkommen an Gemeindesteuern (Grundvermögensteuer I und II, Gewerbesteuer und Bürgersteuer) beträgt rund 16 000 Mark. Die Gemeinde besitzt außer den bebauten Grundstücken (Schule, zwei Backhäuser und Spritzenhaus) 53 Hektar Acker- und Wiesenland und 172 Hektar Wald im Wert? von rund 135 000 Mark. Die Gemeindeschulden belaufen sich auf rund 180 000 Mark; sie rühren ausschließlich aus dem im Jahre 1929 durchgeführten Bau der Wasserleitung und Kanalisierung her. 2Runi>funfyn>gramm Samstag, 27. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30* Gymnastik. 6.55: Morgenfpruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert des Kleinen Funkorchesters. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Nachrichten. 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Aus der Wunderwelt der Natur. 15.15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Ein Arbeitsdienstlager wird gebaut. Mit dem Mikrophon beim Aufbau des Arbeitsdienstlagers in St. Wendel (Saar). 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Von Darmstadt: Bunter Abend. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. B. Die steuerliche Vergünstigung ist den aus anderen Ursachen als durch Kriegsbeschädigung beschädigten Volksgenossen zu gewähren. Es fallen hierunter auch Empfänger von Renten aus der Sozialversicherung. Voraussetzung ist jedoch, daß eine Beschädigung vorliegt, durch die die Erwerbsfähigkeit um mehr als 25 v. H. gemindert ist. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit von Zivilbeschädigten muß durch die zuständige Stelle (z. B. Berufsgenossenschaft, Landesversicherungsanstalt) festgestellt sein. Dr. med. Otto Homer Assistenzarzt am pathologischen Institut der Universität München Renate Hörner, geb. Herzog Vermählte München-Borstei 25. April 1935 Gießen Lampadiusstraße 32 Friedrichstraße 30 2 154 L) llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll < MMW Ein deutsches Vogelparadies ‘Jiatururhunöen von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckmann- Wittenburg Einführend. Text von Prof.Dr.A.Dietrich Mit 64 Kunstdruck- tafeln. — Broschiert RM. 3.—.gebunden RM 4.—. „DasDollenbetste.was man anRamrtreue und zugleich Kunst. bntt-ni ierischer Wiedergabe verlangen Kann." Photo-Beobachter 1 Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag ♦ Berlin-Lichterfelde FürdiezahlreichenSpenden undGratulatioven anläßlich unsrer Silberhochzeit sagen wir allen herzlichsten Dank Hermann Löber und Frau Restaurant „Stadt Mainz" Gießen, den 25. April 1935 2458 1- WM frei. Schriftliche Angebote an Aans -KoK, Wentkfi Hmdenburgwall 20. o^n lllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Xiam 1. Girlanden Grünschmuck Blumenschmuck durch Gärtnerei Schwarz Televbon 4082. 124071) illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft Ännabme von Anzeigen für alle Zeitungen it. Bemchrmen Gießen/Schulstraße 2 ti 1tt>DoseRm-75 cdluDose 1 X Um. IAO Z I W vWi LLL Versteigerung von Fundgegenständen. Die Polizeidirektion Gießen versteigert am 3. Mai, 14 Uhr, im Hofe ihres Amtsgebäudes, Land- gras-Philipp-Platz 9tr. 1, abgelieferte und nicht abgehvlte Fundgegenstände öffentlich gegen Barzahlung. Anter den zur Versteigerung kommenden Gegenständ«, befinden sich auch einige gebrauchte Fahrräder. 2466 d • •. und zum Bauen Abermann 7020 B BSI E3S W®? JOffl EW sm 3® tu SeiMHIMÖiffltiRHBMeRiSHI | Astoria -Lichtspiele I \3 Ab heute Donnerstag bis Sonntag der große spannunggeladene I Abenteuer-Film: 2453 a I Die Sciilacht am blauen Berge 1 (Die Indianer kommen) Die unsterbl. Romantik des wilden Westens I lebt noch einmal auf in mitreißenden Aben- HB teuern, tollkühnen Verfolgungen durch Wildnis u. Steppe und packenden Kämp- HH fen, ganz ähnlich wie sie uns Karl May I so wundervoll erzählte, wie wir alle sie in seinen Büchern fiebernd miterlebten. Alle langen sollten diesen drohen Indianer-Film sehen I /V» und die Älteren sollten mit dabei sein, sich der eigenen Jugend zu erinnern u. mit der heut. Jugend zu freuen! I 3M Werktags 4 und 8.30 Uhr — Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr M Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd. 25^ Naßwäsche... Pfd.184 (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gie3en . Ruf 3487 wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß u. ärztl. Verordnung haben sich viele Bruchleidende selbst geheilt. Verlangen Sie deren Adressen. Bandagen v. RM. 15.-an. Mein Spezial-Bandagist ist kostenlos zu sprechen in: Gießen, Samstag, 27. April, 10-2 Uhr. im Bahnhofhotel „Lenz“. Butzbach, Samstag, 27. April, 4-6 Uhr, Hotel Hessischer Hof. Grünberg, Montag, 29. April, 8-12 Uhr, Hotel Hirsch. Lauterbach, Montag, 29. April, 3-6 Uhr, Bahnhofhot. Deutsches Haus. Außerdem LßlÖI]ißÖßll K. Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str.tS Nr. 96 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 25. April (935 WtkMtzMNl.... Homan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wieder schwiegen sie. Ich muß mich fassen, dachte Irene, ich muß sprechen! Lasse ich diese Gelegenheit vorübergehen, finde ich sie vielleicht nie mehr. Sie überschritten schon die Brücke, als ihre Lippen endlich bie Worte formten: „Ich habe Sie lange nicht gesehen, Herr Morland." Sein Blick streifte sie flüchtig. „Ich hoffe nicht, daß Sie mich vermißt haben." „Sie denken sehr gering von sich. Warum sollten Sie so wenig Eindruck auf mich gemacht haben, daß ich mich in der langen Zeit nicht mal fragen durfte, rpas Sie wohl tun." „Die Antwort auf diese Frage wäre leicht zu geben gewesen. Sie hätten mich immer in meinem Geschäft finden können — auch wenn ich auswärts war, meine Gedanken waren immer dort." Irenes Kopf senkte sich: eine Zeitlang blieb sie stumm, dann kam es von ihren Lippen: „Ich verstehe es einfach nicht." „Was verstehen Sie nicht?" „Daß ein Mensch gar keinen anderen Gedanken haben kann als das Geschäft — daß er wie ein Einsiedler lebt." Ein Lächeln huschte um seinen Mund. „Ich bin gut acht Monate auf der Reise, die übrige Zeit muß ich meinem Geschäft widmen. Habe ich Sonntags Zeit, hält es mich auch nicht in meinen Zimmern. Wie können Sie da von Einsiedelei sprechen?" Wieder schwieg sie, bog am Schauspielhaus in die Anlagen ein, und auf dem menschenleeren Platz vor dem Bismarckdenkmal begann sie wieder: „Ich verstehe nicht, daß man so in seiner Tätigkeit aufgehen kann." „Vielleicht weil ich, wie Sie einmal ganz richtig sagten, doch kein Heim und keine Familie habe." „Ah!" Jähe Röte schoß in ihr Antlitz. „Fühlen Sie nun doch, daß Ihnen etwas fehlt?" „Nein", antwortete er schnell. „Ich stehe schon so lange auf eigenen Füßen, bin so unabhängig von allem geworden, daß mir weder das eine noch das andere etwas zu sagen hat." Irene ließ resigniert den Kopf sinken. Das war die Entscheidung! Es hat keinen Wert, weiterzusprechen!, dachte sie. Ich werde ihn mir nie gewinnen, nie! Warum? Warum lehnst du mich ab? Hast du denn keine Augen im Kopf, kein Herz im Leibe? Tiefe Traurigkeit überkam sie. Ich habe ihn lieb, und er verschmäht mich. Er übersieht mich, er will meinen Worten sein Herz nicht öffnen, und dennoch: Nur du bist der Mann, dem mein Herz gehört, dem e< immer gehören w'rd Die Erdbebengürtel der Erde. Eine Betrachtung zu der Katastrophe von Formosa. Die soeben gemeldete furchtbare Erdbebenkatastrophe auf der Insel Formosa im Stillen Ozean, die Tausenden von Menschen das Leben gekostet hat, zeigt uns wieder einmal in erschreckender Deutlichkeit, wie stark das Erdinnere unaufhörlich in gärender Bewegung ist. Vor allem sind es bestimmte Gebiete, die von diesen Erschütterungen heimgesucht werden, so daß man sich in der Forschung auf Grund langjähriger zuverlässiger Beobachtungen daran gewöhnt hat, von Erdbebengürteln zu sprechen. Das älteste Erdbeben, von dem wir sichere Kunde haben, war in der Umgegend von Neapel, im Vulkangebiet des Vesuv, in dem sich 79 n. Ehr. jenes entsetzliche Unglück ereignete, das der ältere Plinius o meisterhaft geschildert hat. ' Neben Ostasien und einigen Teilen Südamerikas und Afrikas hat Süditalien in der Geschichte der Erdbeben stets eine tragische Rolle gespielt Nach den Statistiken des bekannten Erdbebenforschers Professor Sieb er g wird das Apennin-Gebiet allem jährlich von durchschnittlich über 180 Beben ergriffen, die aber glücklicherweise in der Hauptsache ziemlich unbemerkt vorübergehen und die weniger furchtbare Folgen haben als die Katastrophe von Formosa. Wir hören wieder so oft von diesen Erschütterungen der Erde, daß sich die Ansicht verbreitet hat. die Zahl der Beben habe in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Das ist aber nicht der Fall. Die viel besseren Registriermöglichkeiten gestatten uns jedoch, auch die kleinsten Erderschütterungen mit unseren Meßinstrumenten aufzuzeichnen. Dadurch wissen wir heute, daß sich in jeder Stunde eine ganze Reihe Erdbeben ereignet. Rund 9000 werden jährlich registriert, und von diesen sind etwa 5000 so stark, daß sie in der Nachbarschaft des Ursprungsortes beobachtet werden können; nur ganz wenige sind allerdings so heftig, daß sie Häusereinstürze Hervorrufen und Menschenopfer fordern. Während man vor dreißig Jahren noch wenig über die Verteilung der Erdbeben auf dem Erdball wußte, kann man die eigentlichen Erdbebenzonen und -gürte! auf unserem Planeten heute ganz genau angeben. Das erdbebenreichste Gebiet ist Chile und dort besonders das Atacama-Tief, das durchschnittlich 1000 Beben im Jahr und 21 v. H. aller Beben auf der Erde aufweist. An zweiter Stelle steht Japan mit 431 Beben, die 9 v. H. der Gesamtziffer betragen und von denen 5 v. H. schwerer verlaufen. Dann folgt die ostafrikanische Rif-Zone mit jährlich 300 Beben, und danach kommen die Dinarischen Alpen mit 194 Beben und das Apennin-Gebiet. Auch die Berggegenden von Thrazien und Bulgarien werden häufiger von Erschütterungen heimgesucht. Sie haben durchschnittlich 169 Beben im Jahr, Klein-Asien und die Jonischen Inseln 145, von denen 3,1 v. H. schwerer sind. Es gibt "ST M bs Zerstörungen Sch Aden Seebeben Tiefseegräben • Meutenaare Herdt unschädlich behenfrgj Seit den Ostertagen kommen täglich neue Meldungen von Erdbeben. Wurde am Sonntag und Montag die japanische Insel Formosa heimgesucht, so ist es neuerdings Iran (das frühere Persien), wo mehrere hundert Menschenleben durch Erdbeben getötet worden sein sollen. Auch in Südfrankreich und Portugal stellte man leichte Erdstöße fest. Diese Karte zeigt die bedeutendsten Erdbebengebiete der Welt. ■raz. Tum» m ittwiiih » »» ____ aber auch Zonen, die von Erdbeben fast völlig verschont werden. Zu diesen glücklichen Ländern gehören Deutschland und England, wo das Auftreten einer allgemein spürbaren Erschütterung zu den großen Seltenheiten gehört. Im übrigen muß man damit rechnen, daß sich in menschenleeren Gebieten Erschütterungen abspielen, von denen niemand etwas erfährt. Sehr deutlich zeichnen sich auf der Erdoberfläche gewiße Erdbebengürtel ab, die über die Zonen mit großen Erderhebungen und besonderen Meerestiefen verteilt sind. Ein solcher Gürtel ozeanischer Tiefe begrenzt die beiden Amerika, führt an der asiatischen Küste bis zum Ostindischen Archipel entlang und setzt sich bis nach Neuseeland fort; er umgibt also den Stillen Ozean, das größte Meer, das die Hälfte der Erde bedeckt. In diesen Meerestiefen haben häufig Erdbeben ihren Ursprung. Die Länder, die daran grenzen, besitzen Bergketten, unter denen einige, wie die Anden, zu den höchsten der Welt gehören. Hier sind die Erdbeben besonders heimisch. Ein Tief, nördlich von der Insel Neu-Guinea, ist ein aktives Gebiet dieses Erdbebengürtels im Stillen Ozean, und von dort dehnt sich westwärts ein zweiter Gürtel aus, der durch Java, Sumatra und die Bai von Bengalen nach dem Himalaja- Gebirge führt. Vom Himalaja wendet sich der Erd« bebengürtel westwärts durch Persien und Klein» afien nach Griechenland, Italien, Spanien und nach dem östlichen Atlantischen Ozean; er kreuzt diesen Ozean nicht, obwohl Erdbebengebiete auf der anderen Seite, nördlich und südlich des karaibischen Tiefs, erscheinen. Das Becken des Atlantischen Ozeans unterscheidet sich von dem des Stillen dadurch, daß es eine verhältnismäßig ruhige Gegend ist, was die Meerestiefen, die Höhe der Gebirgsketten, die Tätigkeit der Vulkane und die Häufigkeit der Erdbeben'an- betrifft. Im Becken des Atlantischen und Indischen Ozeans gibt es nur wenige ver st reute Erdbebenzentren, und es gibt einen tätigen Gür- tel, der sich von dem anderen dadurch unterscheidet, daß er mit feinem ozeanischen Tief verbunden ist. Das ist der afrikanische Erdbebengürtel, der sich vom Mittelmeergürtel in Palästina abzweigt und durch Ostafrika zum Kap der Guten Hoffnung erstreckt. , Jtingerfurnier in Gießen. Der „1. Kraft- und Sportklub 1893" veranstaltet am kommenden Samstag ein großes Ringerturnier der Feder- und Leichtgewichtsklassen, offen für die Gaue 12 (Nordhessen) und 13 (Südwest). Da bereits eine größere Anzahl Meldunaen der besten Ringer beider Gaue eingegangen sind, steht erstklassiger Sport in Erwartung. Gerade bei den Kämpfern der leichten Klassen hat man Gelegenheit, äußerst schnelle und technisch hochstehende Kämpfe zu sehen. Im Federgewicht stehen den Gießenern Funk und Götz in Wissel und Müller- Hanau, den Gebrüdern Schott - Alsfeld, Sendelbach- Frankfu'rt, Noll- Friedberg usw. äußerst kampfstarke Ringer gegenüber. Besonders Wissel- Hanau muß beachtet werden. Auch im Leichtgewicht ist gute Konkurrenz vertreten. Gegen den Gaumeister Steinbach-Alsfeld, den mehrfachen Kreismeister D a u t h - Hanau, Stoll-Friedberg, Köhler und Braun Hersfeld, Reuter- Frankfurt-Heddernheim werden die Gießener Vetter und Klotz einen schweren Stand haben. Auch im Leichtgewicht sind die Aussichten der erfahrenen Ringer des Gaues Südwest etwas größer, jedoch haben sich die Kämpfer des Gaues Nordhessen in der letzten Zeit stark verbessert. Gerungen wird nach den Regeln des Deutschen Schwerathletikverbandes. Das Los bestimmt die Gegner. Fünf Fehlpunkte scheiden aus. Bei einem Schultersieg erhält der Sieger 0 Fehl- punft, der Verlierer 3 Fehlpunkte. Bei einem Punktsieg erhält der Sieger 1 Fehlpunkt, der Ver- lierer 3 Fehlpunkte. Bei Einzelmeisterschaftskämpfen kann kein Unentschieden gegeben werden. Für die Sieger sind wertvolle Ehrenpreise ausge- etzt. Die Kämpfe stehen unter der Leitung des bekannten Hanauer Kampfrichters Herrmann. Die Lugend -Kreismeiffersch aff im Kreise Gießen. Die Austragung der Pflichtspiele um die Jugendkreismeisterschaft ist wie folgt ausgelost worden: 28. April: 1900 Gießen Jugend — Wetzlar 05 Jugend (Zitzer, Gießen). 5. Mai: Wetzlar 05 Jugend — 1900 Gießen Jugend (Kleemann, Bissenberg). Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Mendorf I — Grohen-Linden I 3:2 (2:1). Die erste Mannschaft des Turnvereins Großen- Linden war bei der gleichen des Turnvereins Allendorf zu Gast. Eine stattliche Zuschauerrnenge laumte das Feld. Allendorf, immer noch ersatzgeschwächt, kam gleich in Fahrt und bald hieß es 2:0 für die Gastgeber. Durch einen gut placierten Strafstoß konnte Großen-Linden auf 2:1 verkürzen. Nach der Pause ließ der Allendorfer Angriff merklich nach und der Gast kam auf, ohne dies jedoch in Toren ausdrücken zu können. Dagegen konnte Allendorf einen Elfmeterball zum dritten -cor verwandeln. Kurz vor Schluß gelang es den Gästen, auf 3:2 zu verkürzen. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Sportverein 1928 Gorbenteich. Fußballspiele während der Feiertage. Der Sportverein 1928 Garbenteich hatte sich zu Ostern ein reichhaltiges Spielprogramm vorgenom- men. Die verschiedenen Begegnungen brachten den Mannschaften gute Erfolge. Karfreitag: Garbenteich I — VfR. Buhbach II 5:1 (2:0). 3m Spiel dieser beiden Mannschaften, die sehr fair kämpften, sah man ausgezeichnete Leistungen. Der Gastgeber war in der Gesamtleistung dem Gegner weitaus überlegen und gewann auch in dieser Höhe verdient. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt. Bor diesem Spiel standen sich die Schüler der beiden Vereine gegenüber. Die Begegnung endete unentschieden 1:1. Ostersonntag. Garbenteich I — Steindorf I 3:7 (3:2). Garbenteich hatte sich mit der Mannschaft von Steindorf einen sehr spielstarken Gegner verpflich- mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack Plötzlich begann er ganz unvermittelt zu sprechen: „Wissen Sie, daß ich des öfteren von Ihnen gehört habe? Auch die Zeitungen brachten im vorigen Sommer Ihren Namen. Aber da war noch ein anderer, der von Ihnen sprach." Kurth dachte sie, und ihr Herzschlag drohte auszusetzen. Glaubte er, daß dieser andere ein Rech? auf sie hatte? „Ach, Sie meinen Kurt Lechner", erwiderte sie leichthin. „Ja, wir sind Jugendfreunde; er ist auch ein bißchen verliebt. Ich könnte seinen Namen schon tragen, wenn ich wollte, aber — aus einer Jugendfreundschaft kann sich schwer eine Liebe entwickeln, meine ich." „Immerhin, er hat einer Frau viel zu bieten." „Das ist nicht ausschlaggebend." „Aber es bedeutet mehr im Leben als alles andere." „Das glauben Sie nur, weil Sie bis jetzt nur nach Reichtum und Ansehen gestrebt haben." „Möglich", sagte er kurz. „Können Sie sich nicht vorstellen, daß zwei Menschen schon beim ersten Sehen wissen, daß Sie zusammengehören?" Liebe auf den ersten Blick!, dachte Fred mit dünnem Lächeln. Mädchen, was weißt denn du? Du bist schön, du bist klug. Vielleicht hätte ich dir vor Jahren begegnen müssen, jetzt aber . . . „Finden Sie nicht, daß die Liebe auf den ersten Blick ein wenig nach altmodischen Romanen schmeckt?" erwiderte er. „Unsere Zeit ist kühler und nüchterner geworden." „O nein, wir sind sicherer und schneller im Ur« teil geworden." Ganz überraschend und schnell standen sie vor ihrem Wohnhaus. Er zog den Hut. „Gute Nacht, Fräulein Gaber." Sie lachte etwas gewaltsam. „Gute Nacht! Merkwürdig, daß Sie nie ,Auf Wiedersehen' sagen." „Ich werde in nächster Zeit noch mehr Arbeit haben als vorher." „Dann überarbeiten Sie sich nicht", klang es ihm aus der Dunkelheit etwas spöttisch entgegen. Er wandte sich um, ging weiter. Grenzenlose Müdigkeit überkam ihn plötzlich. Aber — was chußte diese Irene von ihm? Gewiß, ej benahm sich ihr gegenüber wie ein Barbar, wie ein (Breis ober — wie ein Enttäuschter. Sie hatte recht, chn zu schelten, ihn einen Streber zu nennen; aber was wußte sie . . . Seine Gedanken schweiften zurück. Er gedachte feiner kargen, an Entbehrungen reichen Jugend. Nur schwach konnte er sich erinnern, daß es einmal anders gewesen. Seit dem Tage aber, an dem der Vater tot ins Haus gebracht worden war, hatte aller Wohlstand aufgehört. So jung er gewesen, hatte er schon damals die furchtbare Katastrophe verstanden, die über die Mutter, über ihn hereingebrochen war. Nach dem völligen Zusammenbruch sein"- Gescksi-ft? bgtt" der Vater keinen anderen Ausweg aus all den Sorgen und Nö* * n des Lebens gewußt, als Selbstmord zu ver- übi. Damals an der Leiche feines Vaters hatte er sich' geschworen, den Namen Morland wieder zu Ansehen zu bringen, der Mutter, deren Leben von da an ein beständiger Kamps um das tägliche Brot gewesen war, einen sorgenlosen Lebensabend zu schaffen. Es war eine jahrelanger, unerbittlicher Kampf mit dem Leben gewesen; nun stand er da, wo er hatte hinkommen wollen. Sein Geschäft hatte Aufmerksamkeit erregt, sein Name wurde mit Achtung genannt, einer der führenden Persönlichkeiten seiner Branche hatte sich an ihn gewandt. Wenn Franz Scholz sich wieder erholte, gab es kein Seitwärtsblicken mehr. Wie konnte ein Mädchen wie sie ahnen, was diese Anerkennung für ihn bedeutete, was sie ihm für Pflichten auf erlegte! — Franz Scholz konnte nicht gehen, bevor er seine Verhältnisse nicht geordnet, bevor er sein Geschäft nicht in guten Händen wußte. Sein Wille besiegte noch einmal den kranken Körper. Die Genugtuung wurde ihm, daß er sich in dem Manne, dem er sein Vertrauen geschenkt, nicht getäuscht hatte. Es gab Arbeit für Fred, und schon nach wenigen Tagen übersah er die Lage der alten Firma. Sie war ernst. Das Kapital lag in Außenständen, im viel zju großen Lager fest. Die Betriebsun- kosten waren zu groß. Scholz hatte keinen seiner Arbeiter um das Brot bringen wollen und auch in stillen Zeiten arbeiten lassen. Dazu kam noch, daß Werkführer und Mustermacher überaltert waren. Neuheiten tauchten in diesem Geschäft erst verspätet auf. Daher fehlten die Aufträge, das Geschäft mußte zurückgehen. Immerhin, es waren Mißstände, die eine feste Hand und ein zäher Wille beseitigen konnten; und Fred traute sich zu, mit dem Alten zu brechen, den Geschäftsgang wieder zu beleben. Freilich, einen harten Kampf würde es kosten. Schon jetzt stieß er auf Widerstand. Da war der Prokurist des Hauses, der auf feiten des alten Chefs stand; da waren die Buchhalter, die um ihre Stellung bangten; die Schreibmaschinendamen, die heimlich bei feinem Diktat stöhnten; Werkführer und Mu- stermacher, denen es schwerfiel, seinen Gedankengängen zu folgen. Dazu kam, daß Franz Scholz immer der gütige Freund und Berater seiner Angestellten gewesen war, daß niemand gewohnt war, mit allzu festen Händen angefaßt zu werden. Es waren lange Gespräche, die Fred mit Franz Scholz führte, in denen er Aussichten und Pläne entwickelte, und auf die der andere meistens nur mit einer Handbewegung, einem Kopfnicken einging. Aber Fred sprach nicht allein, er handelte auch. Noch bevor alle Formalitäten, die ihn zum Mitinhaber machten, erledigt waren, war er unumschränkter Herrscher des Hauses. Seine eigene Firma vernachlässigte er fast, aber er wußte sie gut aufgehoben in den Händen seines Freundes. Später sollte sie ihm nur zur kleinen Filiale wer- den; vielleicht daß er sie ganz auflöste, wenn Franz Scholz nicht mehr war. Fred sah ganz deutlich die baldige Auflösung des Mannes voraus. Es hieß zu Ende mit allen Besprechungen zu kommen, klare, bestimmte Ab- machungen zu treffen, alle Formalitäten zu beschleunigen. Die Kräfte des Kranken hielten stand. Sein Krankenzimmer war längst zum Büro, sein Bett zum Schreibtisch geworden. Er ordnete auch das Letzte. Fred Morland wurde fein Mitinhaber. Fred fühlte eine Last von feinem Herzen fallen, und an dem Morgen, da er zum ersten Male als Chef des Hauses das Geschäft betrat, kam doch em stolzes Gefühl der Freude in ihm auf. Seit Tagen benutzte er nun schon das Auto Franz Scholz', und wenn ihm bei seinem Eintritt in das alte, oft vergrößerte und verbesserte Geschäftshaus auch kein freundliches Willkommen entgegen- klang, fo war ihm doch, als ob hier feine Lebensaufgabe auf ihn wartete, als ob er hier den Puls- schlag der Arbeit vernahm, die fortan die feine werden sollte. Franz Schröder erwartete ihn. Die kleine, bürf- tige Gestalt des Freundes stand inmitten des Büros; fein unschönes Gesicht mit den klugen, sehr gütigen /lugen strahlte Fred entgegen. Tief bewegt reichten sich die Freunde die Hand. „Alles Gute, Fred! Möge es dir auch hier gelingen, so mühelos vorwärtszuschreiten wie bei uns." -.Ich danke dir, Ernst, du hast den größten Anteil an meinem Erfolg. Hättest du mir dein kleines Kapital nicht anoertraut, ich stände nimmermehr an diesem Platz." * Wenige Tage nach Freds Eintritt in die Firma war Franz Scholz tot. Acht Tage nach der Beerdigung versuchte Fred Zirm ersten Male die Tochter und einzige Erbin des Verstorbenen zu sprechen. Er wurde von Frau Keppler abgewiesen mit dem Bemerken, daß das Fräulein nicht zu sprechen fei. Acht Tage später kam er wieder. Wieder empfing ihn Frau Keppler. „Sie wird sich auch diesmal nicht sprechen lasten", sagte sie. „Sie will niemanden sehen. Sie verschließt sich noch immer für Tage in ihrem Zimmer, nimmt kaum etwas zu sich. Ich habe mir schon die größte Mühe mit ihr gegeben. Auch Frau Widemann hat versucht, ihr zuzureden — sie scheint uns gar nicht zu hören." „Aber sie muß sich doch endlich einmal drein- finden." „Sie kann es noch immer nicht fassen. Sie wissen ja, wie sie damals zusammenbrach, wie sie versteinerte. Die ersten Tränen fand sie am Grabe des Vaters; seitdem weint sie täglich, kann sich nicht beruhigen." (Fortsetzung io<ßt!) tet. Die Gastgeber vermochten sich wohl wahrend der ersten Spielhälfte zu halten (sie konnten sogar die Führung übernehmen), in der zweiten Halbzeit hielten sie ledoch dem scharfen Tempo der Gäste nicht mehr stand. Bei diesem Spiel fiel insbesondere der Mittelläufer der Gäste auf, der fast jeden Torabstoß des gegnerischen Torwartes absing und den Ball geschickt seinen Außenstürmern vorlegte. Die Gäste waren körperlich überlegen und gewannen verdient. Die Steindorfer traten erst in den Abendstunden die Heimreise an, da es ihnen im kameradschaftlichen Kreis der Garbenteicher Sportler sehr gut gefiel. Im Laufe des Sonntags standen sich auch die Schülermannschaften beider Vereine gegenüber, in dem die Gäste ebenfalls, wenn auch knapp, mit 0:1 den Sieger stellten. Ostermontag: VfR. Lich I — Garbenteich I 0:1 (0:0). Die Licher hatten ursprünglich mit einem anderen Verein abgeschlossen, der jedoch in letzter Minute absagte. Die Mannschaft von Garbenteich sprang deshalb ein. Der Kampf fand auf dem Platze in Lich statt. Die Gäste konnten das Spiel mit 1:0 Toren gewinnen, denn sie waren ihrem an sich spielstarken Gegner technisch und taktisch etwas voraus. Die I. Schülermannschaft von Garbenteich trug am Ostermontag ein Spiel auf eigenem Platz aus, und zwar gegen eine Jügendmannschaft von Naunheim. Die hiesigen Schüler mußten sich dem körperlich stärkeren Gegner mit 7:2 Toren beugen. Um die deutsche Fußballmeisterschaft. Um die deutsche Fußballmeisterschaft spielen in der G a u g r u p p e IV VfR. Mannheim — VfL. Benrath in Mannheim und VfR. Köln — Phönix Ludwigshafen in Köln. Während in Mannheim ein Sieg des Niederrheinmeisters zu erwarten ist, stehen die Chancen beim Kölner Spiel gleich. Die Gaugruppe III wird einen sicheren Sieg der Fürther Spielvereinigung auf eigenem Platze gegen den VfB. Stuttgart sehen, außerdem traut man dem Tabellenführer Hanau 93 zu Hause auch einen Erfolg gegen den 1. SV. Jena zu. In der (Baugruppe III sollte der deutsche Fußballmeister Schalke 04 auch Eimsbüttel schlagen können. Schauplatz des Treffens ist diesmal Bochum. Hannover 96 dürfte in Hannover den Pommernmeister, Stettiner SC., glatt abhängen. In der ©augruppe I wird beim Spiel in Chemnitz zwischen Hertha-BSC. und Polizei Chemnitz die Vorentscheidung um die Vergebung des ersten Tabellenplatzes fallen. Beide Vereine haben die gleichen Siegesaussichten. Auch das Jnsterburger Treffen zwischen ^)orf Insterburg und Vorwärts- Rafensport Gleiwitz ist ziemlich offen. Vor dem Fußballkampf Deutschland—Belgien. Deutschlands Reichsmannschaft trifft zum sechsten Male auf die Nationalelf von Belgien. Im Brüsseler Heyssel-Stadion werden die unsrigen vor 65 000 Zuschauern keinen leichten Stand haben, wenn auch das Spiel an sich als nicht so schwer anzusehen ist, wie die vorhergegangenen Begegnungen mit Holland und Frankreich. Deutschlands Mannschaft weist vier neue Namen auf, auch sonst hat sie gegenüber den letzten Kämpfen ein ziemlich verändertes Aussehen. Sie verdient aber deshalb nicht weniger Vertrauen, und wir glauben bestimmt, daß der Siegeszug Fußball-Deutschlands auch gegen Belgien fortgesetzt werden kann. Die beiden Mannschaften stehen wie folgt: Deutschland : Jakob (Regensburg); Munkert (Nürnberg), Busch (Duisburg); Grämlich (Frankfurt), Goldbrunner (München), Schulz (Hannover); Lehner (Augsburg), S i f f l i n g (Waldhof), Lenz (Dortmund), Dämmt n g e r (Karlsruhe), Fath (Worms). Belgien: Badjou (Brüssel); Paverich (Antwerpen), Smellinck (Union St. Gilloise); Dalem (Lüttich), Stynen (Berchem), Claessens (Union St. Gilloise); Devries (Antwerpen), Doorhof (Liersche), Capelle (Lüttich), Jsenborgh (Beerschot), van Beeck (Antwerpen). Schiedsrichter des Fußballkampfes wird nicht der Engländer M. F o g g , sondern der Holländer van M o o r s e l sein. Vorrunde um die deutsche Handba Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.°Schuld mit 103,13 102,75 102,75 103,25 Auslos.-Rechten ............. 4'/«% Deutsche Reichspostschatzan- 112,75 113,25 112,5 112,75 Weisungen von 1934, 1....... 6% efjcm.8% Hess. Lolksstaat 1929 100,1 100,1 100,1 100 (rürfjoblb. 102%) ............ 4y2% ehem. Hessische Landesbank 98 98 —- 97,75 Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. Landes-Hypo- 96,25 96,25 — — thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. 100,5 100,5 — — Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 92 92,25 — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw 115,75 116,25 115,5 116,5 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 115,4 115,4 115,65 115,65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6'/z% ehem. 4’/2% Franks. Hyp.- 96,25 96,25 96 96,25 Bank-Liqu.-Pfandbriese....... v'/r% ehem. 4>/2% Rheinische 100,75 100,75 — — Hyst.-Bank-Ltqu.-Goldpse..... 4’/2% ehem. 8% Pr. Landespfand- 101 101 100,9 101,13 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/2% ehem. 7% Pr. Landcspfand- 96,25 96,25 96,25 96,25 briefanst., Gold Komm. Lbl.VI 96,25 96,25 96,25 96,25 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterreichische Goldrente.... 26 26 26,25 26,25 4,20% Oesterreichische Stlberrente 1,13 1,13 1,13 4% Ungarische Goldrente....... 7,55 7,65 7,55 7,4 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,75 6,65 6,5 6,5 4Yi% desgl. von 1913.......... 7 7,1 6,9 7,2 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Tückische Bagdadbahn-Anleihe 12,9 12,9 12,9 13,2 Serie 1.................... 8,5 8,5 8,6 Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 23 4 24-4 23-4 24-4. 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Hamburg-Amersta-Paket .....O Hamburg'Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Prioat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............O Reichsbanl ................ 12 A.E.G......................O Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............. 4 Siemens L Halske........ 7 LahmeyerLCo........... 7 Buderus ......... 0 Deutsche Erdüt .............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke .............gyt Mannesmann-Röhren........0 8,5 • 4,3 6,75 4,13 34,75 36,65 81,5 109,5 93,25 96 96 161,5 38,5 134,75 106,65 125,9 92,5 121,75 123,5 106 149,5 122 97,5 107,25 105 145 121 91,9 77,25 8,5 4,3 6,75 4,13 34,5 35,75 81,5 109,75 94 95,75 95,75 160,5 38,65 134,25 106,75 124 92 121,5 124 105,5 150 124 97,75 106,5 104,75 121 91 77,5 4,13 33 34,65 28,75 36,5 81,13 109,75 91.75 96 96 160,5 38,75 135,13 107 125,9 61,65 122,25 124 106 150,25 122,5 98,25 107,75 104,75 95,65 145 121 91,75 77,4 8,6 4,4 6,3 4,13 33,4 34,4 27,25 35,9 81,5 110,25 94,25 96 96 160,75 38,4 134 106 124 91,9 121,4 124 105,25 150,25 124 98 106,5 104,75 95 121,25 91 77,4 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 23 4 24 4 23-4- 24-4. Mansfelder Bergbau....... .. 8 102 102,25 102 102,25 Kokswerke................ .. 5 —- —— 112 111,9 Phönix Bergbau........... .. O —— — Rheinische Braunkohlen .... 12 218 218,5 218,75 218,5 Nheinstahl................ 3'/, 107,5 108 107,4 108.4 Vereinigte Stahlwerke...... .. O 79,25 78,75 79,4 78,9 Otavi Minen ............. .. 0 15,75 15,65 15,65 15,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 113,25 113,13 113,5 113 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 114 113 113,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 159,5 159,5 159,75 159,5 I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 148,4 147,9 148,75 148 Scheidcanstalt............. .. 9 214,9 214,25 — —— Goldschmidt .............. .. O 106 105 106.25 105 Rütgerswerke............. .. 4 112,5 112 112,65 113,5 Metallgesellschast........... .. 4 98,75 99,5 98,5 99,25 Philipp Holz mann......... Zementwerk Heidelberg .... .. O 92,25 92,75 92,75 93 .. 6 122,75 121,75 —- Gemen ttoed Karlstadt....... .. 4 — Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — ___ 108,25 107,25 Alu lAllgemeine Kunstseide) .. O 53,65 53,25 53,65 53,5 Bemberg................. .. O 117 116,25 116,5 115,75 Zellstoff Waldhof .......... .. O 113,65 114 114,25 114 Zellstoss Aschaffenburg ..... .. O 81,25 80,13 81 79,75 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 123,75 123,25 Daimler Motoren.......... .. O 93,25 92,75 93,5 92,65 Deutsche Linoleum ........ .. 6 152,75 153,5 153 153,25 Orenstetn L Koppel ........ .. 0 — — 88,9 88,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 36 35 36 35,13 Chade.................... .. O 250 250 251 251,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 161,5 161,75 161,75 Lontt-Gummt............. .. 8 146,5 148 146,5 — Grttzner.................. .. O 37 37,5 38 38 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 93,5 93,5 — Süddeutscher Zucker....... .. 9 169,75 170 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. 23. April 24-April Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | »rief Buenos Sitte- 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel.... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,79 53,89 53,64 53,74 Danzig.... 81,10 81,26 81,10 81,26 London.... 12,045 12,075 12,01 12,04 HelsingforS. 5,32 5,33 5,305 5,315 Paris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 167,68 168,02 167,93 168,27 Italien.... 20,68 20,72 20,68 20,72 Japan..... 0,708 0,710 0,704 0,706 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 60,54 60,66 60,37 60,49 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 10,93 10,95 10,90 10,92 Stockholm.. 62,12 62,24 61,97 62,09 Schweiz ... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien... 33,95 34,01 33,97 34,03 Prag...... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest .. — Neuyork... 2,485 2,489 Banknoten 2,485 2,489 »erlin, 24-April Geld »ries Amerikanische Noten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. 53,43 53,65 Englische Noten ................. 11,98 12,02 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 167,51 168,19 Italienische Noten................ 20,76 20,84 Norwegische Noten .............. 60,16 60,40 Deutsch Oesterreich, k 1OO Schilling —— Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 61,76 62,00 Schweizer Noten................. 80,24 80,56 Spanische Noten................. 33,50 33,64 Ungarische Note«................