Ur 71 Erstes Blatt 185. Jahrgang IRontag, 25. März 1935 Eichener Anzeiger __ ___ Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, nutzer ÄKS® • Ab TW W für die Miltagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ ▲ ▲ ▲ A A bis 8'/,Uhr des Vormittags «MASS: !«▲* Ae*A*#A** lln yAiAAb* =“•«: InlPnrllr F zIIKlIUlI WM ssB'T'ä vIVIlVIlVl 4#IL|VI>|V> S-AM« Auch bei Nichterscheinen > ■ DM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern IX® Stellen-, Vereins-, gemein- MA General-Anzeiger für Oberhessen MW richten: Anzeiger Sietzen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. SlMlffÄ:: 11686 Druck und Verlag: SrSHI'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleltung und G-schöstsftelle: Lchulftrahe 7 M°ng°n°b,chlüff-Staffel 8 -M Heute beginnen die Berliner Besprechungen Der britische Staatssekretär des Auswärtigen Sir John Simon wird beim Verlassen des Flugzeuges von Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath willkommen geheißen. werde England nach dem Berliner Besuch, vorausgesetzt, daß alles glatt gehe, mit unparteiischer Freundlichkeit eine Politik durchführen, die allen in gleicher Wei se zum Vorteil ausschlagen werde. Die Zusammenkunft in Stresa fei eine Höflichkeit gegenüber den beiden anderen Regierungen. Ls fei angebracht, daß ihnen die britischen Minister direkt und in vertraulicher Haltung ihre Eindrücke mitteilten. Aber man dürfe hoffen, daß nichts geschehen werde, um der Zusammenkunft von Stresa ein antideutsches Aussehen zu geben. Zu den Zielen dieser Zusammenkunft werde vielleicht eine Vereinbarung über eine weitere Konferenz gehören, auf der Deutschland und zweifellos auch die Sowjetunion und Polen vertreten sein würden. Wenn Hitler seine britischen Besucher überzeugt, daß eine verstärkte Armee wirklich nur dazu bestimmt ist, ihm die Gleichheit der Rechtsstellung und Gleichheit der Verhandlung mit anderen Ländern zu geben und nicht für aggressive Zwecke verwendet werden soll, dann mag Europa an der Schwelle einer Aera stehen, in der Aenderungen ohne Gewaltanwendung vorgenommen werden können, und in der ein etwaiger Angriff durch die Aussicht, einem Widerstand entgegentreten zu müssen, ab geschreckt werden kann. Paris, 23. März. (DNB.) Der italienische Unterstaatssekretär Suvich war am Samstagmorgen in Paris eingetroffen. Gegen 10 Uhr erschien der englische Lordsiegelbewahrer Eden am Quai d'Orsay. Als er Laval wieder verlassen hatte, wurde Suvich gemeldet, der sich ebenfalls einige Zeit allein mit Laval unterhielt. Bald nach 11 Uhr begannen die gemeinsamen Beratungen. Am Schlüsse der Besprechungen tft folgende Verlautbarung ausgegeben worden: Außenminister Laval, Lordsiegelbewahrer Eden und Unterstaatssekretär Subid) sind am Samstag am Quai d'Orsay zusammengelroffen und haben einen Meinungsaustausch über die allgemeine Lage vorgenommen. 3m Laufe der Aussprache ist daran erinnert worden, daß der Besuch der englischen Minister in BerlineinenZnformationscharak- ter hat, und daß der Rahmen und der Gegen st and ihrer Besprechungen dem entspricht, was In der Londoner Verlautbarung vom 3. Februar ausgemacht worden ist, auf der sich die Einheit der Ansichten der Regierungen in London, Paris und Rom begründet. Ls ist beschlossen worden, daß die Außenminister Lnglands, Frankreichs und Italiens sichnachdemBerlinerBefuch und den anderen englischen Besuchen in Moskau, Warschau und p r a g, bei denen die französische und italie- nische Regierung die Engländer mit ihren Wünschen begleiten, am 11. April in Stresa Zusammentreffen werden. Außenminister Laval, Lordsiegelbewahrer Lden und Un- terstaatssekrelär Suvich haben mit Befriedigung die völlige Solidarität ihrer Regierungen festgestellt. verschiedener Ansicht sein könne, daß aber England, Frankreich und Italien eng miteinander verbunden blieben und eine feste Front zur Verteidigung der Ordnung und des Friedens bildeten. Louis B e r t r a n d kritisiert in der Abendzeitung „La Presse" die groteske und bedauerliche Haltung der französischen öffentlichen Meinung in ihrem Entsetzen über den Schritt Hitlers. Nachdem man den Gegner der Brutalität, der Lüge und der Unaufrichtigkeit beschuldigt habe, als ob das in der Politik nicht laufende Münze sei, priesen die Orakel der journalistischen Diplomatie jetzt wieder ihre sinnlosen Heilmittel an, die Stärkung des Trios Frankreich, England, Italien. Das feien alles Worte. Besonders ungehalten ist Bertrand aber darüber, daß ein französischer Minister „in Moskau um die Hilfe der Leute betteln werde, die Frankreich irnJahrel917 verraten hätten, und deren Regime eine Herausforderung gegen das menschliche Gewissen und die menschliche Würde sei". Der große Kampf gehe nicht zwischen Frankreich und Deutschland, sondern zwischen Deutschland und dem Bolschewismus. Werde, so fragt Bertrand, Frankreich s i ch von einem halbasiatischen Land ins Schlepptu nehmen lassen, das für die alten 'i Kulturvölker nur eine Barbarei darstelle und im voraus als besiegt gelten könne. „Von starken Freunden umgeben" Laval betont Frankreichs Friedenswillen. Paris, 25. März. (DNB.-Funkspruch.) ,Oeuvre" berichtet über eine Ansprache des Außenministers Laval bei der Einweihung einer Schule. Der Minister verurteilte gewisse kritische Aeußerungen der französischen Presse an England und erklärte, wir wollen uns lieb er diskret und zurück- Oer Führer seit Gamstag wieder in Berlin. Die Urlaubstage in Wiesbaden beendet. Der Führer und Reichskanzler traf Samstag kurz nach 12 Uhr nach Beendigung seines Wiesbadener Aufenthaltes wieder auf d em Flughafen Tempelhof ein und begab sich sofort in die Reichskanzlei. Der Aufenthalt des Führers in Wiesbaden ist bis zum letzten Augenblick vom Wetter außerordentlich begünstigt gewesen. Nachdem in den frühen Morgenstunden des Samstag R"gen niedergegangen war, brach gegen 9 Uhr die Sonne wieder durch. Die Kunde von der b e v o r st e h ende n A b r e i s e des Führers hatte sich in Wiesbaden mit großer Schnelligkeit verbreitet, so daß der Wagen des Führers, als er kurz nach zehn Uhr das Hotel verließ, sich nur langsam durch die dichten Menschenmassen in der Wilhelmstraße fortbewegen konnte. Aufrecht stand der Führer im Wagen, die stürmischen Heilrufe und das begeisterte Zuwinken der zahlreich aufmarschierten Jugend mit seiner bekannten Liebenswürdigkeit erwidernd. Auch auf dem E r b e n h e i m e r Flugplatz bei Wiesbaden, wo die beiden für den Flug nach Berlin bestimmten riesigen Flugmaschinen warteten,hatte sich eine zahlreich eMenschen- menge eingefunden. In freundlichen Worten sprach der Füher vor seiner Abfahrt nochmals den Vertretern der Stadt und der Kurdirektion seinen Dank für die schönen Tage aus, die er in Wiesbaden verlebt hat. Um 10.30 Uhr erhoben sich beide Flugzeuge in die Luft und verschwanden unter Abschiedswin'ken der Menge nach einer Schleife über dem Flugplatz in wenigen Minuten über den nahen Taunusbergen. Die pariser Besprechung. Eine zweite Zusammenkunft in Stresa für den H. April festgesetzt. Die englischen Gäste aus dem Tempelhofer Flugplatz. Von links nach rechts: Staatssekretär Dr. Meißner, Sir John Simon, Reichsauhenminister Freiherr von Neurath und der englische Botschafter in Berlin Sir Eric P h i p p s. tivsystem verhindere. Dies könne besser durch offene Aussprache als durch diplomatische „Breitseiten" geschehen. Simon habe die Aufgabe, Deutschland zur Rückkehr in das Kollektivsystem zu überreden, und zwar unter Bedingungen, die für den deutschen Rationalstolz ebenso wie für das gegenwärtig sehr lebhafte Mißtrauen feiner Rachbarn annehmbar feien. „Times" wiederholt die Erklärung, daß die britischen Minister in Berlin die Unter st ützung der ganzen Nation hinter sich hätten, und daß es Großbritanniens einziges Ziel fei, einander widersprechende Interessen zu versöhnen und ein System zu schaffen, das nicht herausgeforderte Angriffe verbiete und unter Strafe stelle. Die erste Erschütterung, die in Paris und anderen Städten durch die Wiederherstellung der Dienstpflicht in Deutschland hervorgerufen worden sind, habe bereits nachgelassen. „Times" bemerkt, es fei befriedigend, daß die französische und die italienische Regierung das Ziel des- britischen Besuchs in Berlin gebilligt hätten. Noch befriedigender würde es allerdings gewesen sein, wenn es einer solchen erneuten Versicherung nicht bedürft hätte. Es sollte der britischen Regierung wirklich möglich sein, eine eigene Politik zu betreiben, ohne jeden Schritt erläutern und rechtfertigen zu müssen, am wenigsten gegenüber einer bestimmten Gruppe von Ländern. Hoffentlich London, 25. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Empfang der beiden britischen Minister m Berlin wird von den Berichterstattern der Londoner Presse ausführlich geschildert. Besondere Erwähnung findet in allen Berichten die Ehrenbezeugung durch den Ehren st urm der Leibwache Hitlers oder wie der „Times"-Korrespondent schreibt, „durch die hundert lebendigen Wahrzeichen einer einseitigen Revision von Verträgen". In dem Bericht der „Daily Mail" heißt es, Simon sei unvoreingenommen nach Berlin gekommen und werde bereit sein, jede vernünftige Beschwerde der deutschen Regierung in Erwägung zu ziehen. Die deutsche Presse und das deutsche Volk hätten die britischen Minister in sehr freundlicher Weise empfangen. „Daily Telegraph" sagt, die gegenwärtige Stunde fei bedeutungsvoll, aber nicht ln dem Sinne, daß endgültige und unwiderrufliche Entscheidungen bevorständen. Simon und Eden feien nicht nach Berlin gegangen, um ein Tauschgeschäft zwischen Eng- land und Deutschland abzuschließen. und noch weniger als Bevollmächtigte für eine Einheitsfront England-Frankreich-Italien. 3hre Sendung gelte Lrkundungszwecken. Die Berliner Besprechungen sollten zeigen, was Deutschland an der Rückkehr in das europäische kollek- haltend zeigen. Man hat behauptet, daß England uns im Stich gelassen hätte, weil sich seine Haltung vor einigen Tagen nicht mit der unserigen decke. In dieser Stunde kommen Sir John Slmon und Eden in Berlin an. Sie werden feststellen, ob Deutschland entschlossen und endgültig dem Frieden den Rücken kehren will, oder ob eine Hoffnung beseht, daß es wieder in das europäische Konzert zurückkehrt. Sicher ist, daß wir mit England über d i e Friedenspolitik einig sind. Das, was Muffolini jagte, beweist, wie sehr ich Recht hatte, als ich nach Rom reifte. Frankreich hätte unter schwierigen Umständen sonst allein stehen können. Jetzt ist es nunmehr von begeisterten, ergebenen und ft a r - fen Freunden umgeben. Es gibt in Frankreich keine Kriegspartei. Es gibt nur Leute, die nach dem Frieden ihrer heimischen Herde streben. Aber wenn wir auch nicht den Krieg wollen, so nehmen wir doch ebenso wenig eine Erniedrigung hin. Präsident Roosevelt genehmigt philippinische Verfassung. Washington, 23. März. (DNB.) Samstag genehmigte Präsident Roosevelt die philippinische Verfassung. Vom Bundeskongreß war in einem Gesetz im vorigen Jahr beschlossen worden, eine zehnjährige Uebergangszeit für die Philippinen als „Commonwealth of the Philip- pines" zu schaffen, an deren Ende dann die völlige Unabhängigkeit des philippinischen Freistaates beginnt. Die Verfassung wird nun dem philippinischen Volk in einer Volksbefragung vorge- legt. Sobald die Verfassung durch die Volksbesra- gung ratifiziert ist, beginnt eine zehnjährige Pe- riode, während der Amerika wohl feine Flottenstützpunkte auf den Philippinen behalt, aber zolltechnisch eine allmähliche Trennung der beiden Wirtschaftsgebiete vornimmt. Die Ankunft der Safte. Freiherr von Neurath begrüßt den britischen Außenminister. Berlin, 24. März. (DNB.) Sir John Simon ist mit seiner Begleitung auf der Durchreise nau; der Reichshauptstadt um 13 Uhr auf dem A m - fterbamer Flughafen Schiphol gelandet. Eine Minute später traf Eden aus Paris ein. Nach der Einnahme des Frühstücks wurde der Flug fortgesetzt. Um 16 Uhr erfolgte eine kurze Zwischenlandung in Hannover. Zur Begrüßung der englischen Staatsmänner hatten sich Oberbürgermeister Dr. M e n g e , der englische Konsul Aue und Oberpräsident Staatsrat Lutze eingefunden. Die englischen Minister begaben sich in die Gaststätte des Flughafens und unterhielten sich dort bei einer Tasse Tee eine Viertelstunde mit den Hannoverschen Herren in angeregter Weise. Dann wurde der Flug nach Berlin fortgesetzt. Um 17.30 Uhr war das Sonderflugzeug der Imperial Airways auf dem Berliner Zentralflughafen T e m p e l h o f gelandet. In der Umgebung des Flughafens hatte sich eine nach vielen Tausenden zählende Menge angesammelt. Von amtlichen Persönlichkeiten waren u. a. erschienen: Der englische Botschafter Sir Eric Phipps, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, der Staatssekretär in der Präsidialkanzlei Dr. Meißner als Vertreter des Führers und Reichskanzlers, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Bülow, der Chef des Protokolls Graf B a s f e w i tz und Polizeipräsident v. L e v e tz o w. Die Presse war ebenfalls zahlreich vertreten. Auf dem Rollfeld war der 1. Sturm der Leibstandarte Adolf Hitler als Ehrenbereit- schast angetreten. 17.28 wurde das englische Sonderflugzeug gesichtet. Die Ehrenbereitschaft trat unter Gewehr. pünktlich um 17.30 Uhr setzte das Flugzeug zur Landung an. Als erster verließ Außenminister Sir Iohn Simon bas Flugzeug. Er begrüßte den Reichsaußenminister, mit dem er sich eine Zeit lang unterhielt, dann den englischen Botschafter und die übrigen Persönlichkeiten. Rach Simon verlieh Lordsiegelbewahrer Eden das Flugzeug. Auch er tauschte Grüße mit den offiziellen Persönlichkeiten aus. Der Kommandant des Ehrensturmes der Leibsiandarte Adolf Hitler meldete dem englischen Außenminister die Lhren- bereitschafl. Die Minister bestiegen darauf die Kraftwagen. Im ersten Wagen nahm Reichsaußenminister Freiherr von Neurath neben dem englischen Außenminister Sir John Simon Platz. Die Fahrt ging vom Flughafen zunächst zur englischen B o t s ch a f t, wo sie gemeinsam den Tee einnahmen. In der Wilhelmstraße hatte sich, wie auch vor dem Hotel Adlon und in der Straße Unter den Linden, eine große Menschenmenge angesammelt, die den Ministern einen herzlichen Empfang bereitete. Die Polizeimannschaften hatten alle Hände voll zu tun, um die Fahrbahnen der Wilhelmstraße und der Linden für die Anfahrt der Minister freizuhalten. In einer gemeinschaftlichen Unterhaltung wurde zwischen den englischen Ministern und dem Reichsaußenminister Frhr. v. Neurath das für Montag vorgesehene Programm besprochen. Wenige Minuten nach 20 Uhr begaben sich die englischen Minister mit ihrer Begleitung, nachdem Reichsaußenminister Frhr. v. Neurath und die übrigen deutschen Herren bereits vorher die englische Botschaft verlassen hatten, zum Hotel Adlon, wo sie zunächst von dem Chef des Hauses, Herrn Louis Adlon, willkommen geheißen wurden. In der Halle bereiteten die hier anwesenden zahlreichen Angehörigen der englischen Kolonie ihren Ministern einen herzlichen Empfang. Das Echo in London. Die französische Presse stellt fest, daß der französische Text des Kommuniques in einem wich- tigenAusdruck von der englischen Fassung a b w e i ch t. Da, wo der französische Text von „völliger Solidarität" spricht, findet sich im englischen Text der Ausdruck „Einheit der A b s i ch t e n". Das „Journal" meint, daß die englische Fassung „Einheit der Absichten" merklich unbestimmter klinge als „völlige Solidarität". Nach Ansicht des Blattes fei man über das Ziel der gleichzeitigen Verwirklichung der Sicher- heits- und Rüstungsgleichheit einig, aber nicht über d i e Mittel. In der Frage der anzuwendenden Mittel liege nur ein „gemeinschaftliches Streben" vor. — „Echo de Paris" tadelt Flandin und Laval, weil sie die Politik Doumergues und Barthous, die Frankreich die Initiative verlieh, aufgegeben hätten. Als S i ch e r h e i t s f o r - berung hätten Laval und Suvich zum Ausgleich der industriellen Ueberlegenheit Deutschlands die Notwendigkeit einer Ueberlegenheit der ständigen Militär st reitkräfte ihrer Länder betont. Der französische Außenminister habe Eden und Suvich die Schlußfolgerung mitgeteilt, zu der am Tage vorher d e r französische Oberste Rat für Landesverteidigung gelangt sei. Das Blatt fürchtet, daß wegen des späten Termins der Stresa-Konferenz Sir John Simon wahrscheinlich schon bann mit einem u n - abänderlichen Programm kommen werde. Aus diesem Grunde müßte Frankreich den N o r b- ostpakt unter Dach unb Fach bringen; denn nur in biesem Falle hätte eine Reise Lavals nach Moskau einen Sinn. — Der marxistische Populaire" ist ber Ansicht, baß Englanb bestenfalls auf Deutschlanb einen Druck ausüben werbe, sich in ein gerechtes Abkommen ber Rüstungen, ber Kontrolle und des Beistandes einzugliedern. —- Der „Temps" bemerkt beruhigend, daß man über b i e Methoben zur Erreichung einer allgemeinen Regelung im Rahmen ber organisierten Sicherheit // Mussolini ordnet die Einberufung der Iahresttaffe 1911 an. „Llnser Wille zum Frieden verfügt über etliche Millionen Gtahlbajonette. Rom, 23. März. (DNB.) Der italienische Regierungschef hat in seiner Eigenschaft als Minister der italienischen Wehrmacht die schriftliche Einberufung der ganzen Jahresklasse 1911 angeordnet. Die Einberufung wird in der amtlichen Mitteilung als Vorsichtsmaßregel bezeichnet. Anläßlich des 16. Jahrestages der Gründung der faschistischen Kampfbünde, der in ganz Italien seit Jahren als Feiertag begangen wird, hielt Mussolini eine Ansprache, in der er ausführte: Bei der Gründung der faschistischen Kampfbünde waren wir eine verschwindende Minderheit, heute sind wir eine unabsehbare Masse. In der undurchsichtigen und unsicheren politischen Gegenwart bietet Italien der Welt das Schauspiel wunderbarer Ruhe. Heute ist Italien' nach Gei st und Rüstungen erstarkt. Kein Ereignis wird uns unvorbereitet sinden. Diese Tatsache ermöglicht es uns, trotzig der nach st en Aufgabe einer nicht gerade fernliegenden Zukunft ins Auge zu schauen. Die Zukunft wird unser sein. Ihr könnt in euren Herzen diese völlige Sicherheit haben und sie zu einer Waffe unbeugsamen Willens machen. Wir sind zu jeder Aufgabe bereit, die uns das Schicksal stellt, auch, wenn es nötig sein muß, über alle Hindernisse hinweg, die sich uns in den Weg stellen sollten. Unser Wille zum Frieden und zur Zusammenarbeit in Europa verfügt auch über etliche Millionen Stahl bajonette. Morgen schon sind wir bereit zu zeigen, welcher Geist und welcher Mut das herrliche Italien des Faschismus unter dem Zeichen des Liktorenbündels beseelt." In kurzen Kommentaren wird die Einberufung der Jahresklasse in Zusammenhang gebracht mit der Unsicherheit der gegenwärtigen internationalen Lage, die, wie Giornale d'Jtalia schreibt, von der italienischen Regierung mit vollkommener Ruhe und mit Gleichmut betrachtet werde, in der sie aber auch für jeden Fall 3 u r 23e r = teidigung der italienischen Belange bereit sein will. Uebereinstimmend hatten die Abendblätter in ihren Kommentaren zunächst davon gesprochen, daß zur Zeit drei Klassen mit rund 600 000 Mann unter Waffen stunden. Diese Angabe wurde dann in einer späteren Ausgabe des halbamtlichen Giornale d'Jtalia folgendermaßen berichtigt: „Zur Zeit stehen rund 160000 Mann unter Waffen. Anfang April treten die neuen Rekruten der Jahresklasse 1914 mit 2 40 000 Mann in Dienst. Die Einberu- suna der Jahresklasse 1911 wird insgesamt zu einem weiteren Effektiobestand von 160 000 Mann führen. In der ersten Hälfte des April wird also das italienische über mehr als 560 000 Mann verfügen. * Die Maßnahmen erregen Aufsehen in London. Die Einberufung der ganzen Jahresklasse 1911 und Mussolinis Erklärung über den auf einige Millionen Stahlbajonette gegründeten Frieden wurden als „drastischer Schritt" am Vorabend der beginnenden internationalen Verhandlungen bezeichnet. Es wird hervorgehoben, daß die italienische Maßnahme die Stärke des italienischen Heeres auf 660 000 Mann bringt. Oer Völkerbundsrat tritt am 15. April zusammen. Ankara, 24. März. (DNB.) Laut Mitteilung der Anatolischen Telegraphenagentur hat der derzeitige Ratspräsident Tewfik Rüschtü Aras dem Genfer Generalsekretatviat seine Ent- i scheidung mitgeteilt, den Völkerbundsrat auf den 1 5. A p r i l e i n z u b e r u f e n, also n a ch der Konferenz von Strefa und den anderen geplanten Be- I sprechungen. Neue Bestimmungen für die Gchülerauslese an den höheren Schulen Ein Erlaß des Beichöerziehungsministers. Deutschlands Kampf um Erhaltung des Lebensstandards. WirsschastSpolitischer Vortrag des Reichsbankpräsidenten Or. Schacht vor dem preußischen Staatsrat. Berlin, 23. März. (DNB.) Reichserziehungsminister Rust hat einen Erlaß über die Schülerauslese an den höheren Schulen herausgegeben, m dem es heißt: Bei der Auslese an den höheren Schulen hat die liberalistische Grundhaltung der vergangenen Zeit zu einer einseitigen Bevorzugung der rein Verstandes mäßigen Anlagen geführt und die für die vvlkführenden Berufe nicht minder wichtigen körperlichen und charakterlichen Kräfte sowie die rassischen Werte vernachlässigt. Durch diese Art der Auslese werde der einseitig intellektuelle und frühreife Schüler im Uebermaß gefördert, während rassenbiologisch wertvollere und oolksgesunde Teile der deutschen Jugend oft zurückblieben. Der Führer und Reickskanzler hat demgegenüber immer wieder eine Auslese nach körperlichen, charakterlichen und geistigen Gesichtspunkten gefordert. Diesem Ziel tragen die vom Reichserziehüngsminister Rust geschaffenen grundlegenden Bestimmungen über die Schülerauslese an den höheren Schulen Rechnung. In diesen Bestimmungen wird als Aufgabe der höheren Schule bezeichnet, den körperlich, charakterlich und geistig besonders gut veranlagten Teil der deutschen Jugend so zu erziehen, daß er fähig wird, später in gehobenen oder führenden Stellen unser politisches, kulturelles und wirt- fchaftliches Volksleben maßgebend mitzuge ft alten. Die höhere Schule hat daher die Pflicht, unter den zu ihr kommenden Jugendlichen (die männlichen Bezeichnungen gelten überall auch für die Schülerinnen ufw.) eine Auslese zu treffen, welche die Ungeeigneten und Unwürdigen aus- scheidet, um die Geeigneten und Würdigen um so mehr fördern zu können. Die ständige Prüfung muh sich auf die körperliche, charakterliche, geistige und völkische Gesamteignung erstrecksn. In dem Abschnitt über die körperliche Auslese wird bestimmt, daß Jugendliche mit schweren Leiden, durch die die Lebenskraft stark herabgesetzt ist und deren Behebung nicht zu erwarten ist, sowie Träger von Erbkrankheiten nicht geeignet sind und daher nicht in die höhere Schule ausgenommen werden. Jugendliche, die eine dauernde Scheu vor Körperpflege zeigen, werden von der höheren Schule verwiesen. Ebenso führt ein dauerndes Versagen bei den Leibesübungen, das sich vor allem im Mangel an Willen zu körperlicher Härte und Einsatzbereitschaft äußert, zur Verweisung. Hinsichtlich der charakterlichen Auslese wird bestimmt, daß von der Schule zu verweisen ist. LPD. Frankfurt a. M., 24. März. Die große Kundgebung des rhein-mainischen Einzelhandels im Frankfurter Hippodrom war aus den Kreisen des Einzelhandels und seiner Gefolgschaftsmitglieder stark besucht. Zunächst erklärte der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Pg. Dr. hayler (München) in einer programmatischen Rede: Kaum ein Stand hat mehr an sich selbst erkennen gelernt, als der Einzelhandel, wie notwendig ein enger Zusammenschluß ist. Wir wollen das Alte nicht vollkommen zerschlagen, aber was schlecht war am Alten, das muß restlos beseitigt werden. Es ist nicht alles schlecht gewesen, was uns aus der Vergangenheit überkommen ist, genau wie nicht feder ein Liberaler sein muß, der nicht schon vor der Zeit der Machtübernahme zu uns stieß. Aber auch das Beste muß mit dem Geist wer durch sein allgemeines Verhalten in und außer der Schule gröblich gegen An st and und Sitte verstößt oder wer fortgesetzt gegen Kameradschaftlichkeit und Gemeinschaftssinn verstößt. Dasselbe gilt bei dauernden Verstößen gegen Zucht und Ordnung und gegen Ehrlichkeit. Entscheidend für die geistige Auslese ist nicht die Summe angelernten Wissensstoffes, sondern die geistige Gesamtreife. lieber die völkische Auslese heißt es: Arische Schüler dürfen hinter nichtarischen nicht zurückgesetzt werden. Es ist daher nicht angängig, an Nichtarier irgendwelche Vergünstigungen zu geben, solange sie arischen Schülern versagt werden. Schüler, die die Volksgemeinschaft oder den Staat wiederholt schädigen, sind von der Schule zu verweisen. Die Aufnahme in die Sexta findet auf Grund eines Gutachtens der Grunds ch u l e und einer schriftlichen, mündlichen und körperlichen Eignungsprüfung an der höheren Schule statt. Wer in der Sexta das Klassenziel nicht erreicht, hat die höhere Schule zu verlassen, wenn der Anstaltsleiter ihn für ungeeignet hält. Die Entlassenen können sich frühestens nach drei Jahren für die Untertertia oder für die erste Klasse eine Aufbauschule melden. Wer das Klassenziel der Untersekunda in einem Jahre nicht erreicht, darf in der Regel nicht zum Besuch der Oberstufe zugelassen werden. In die Unterprima sollen nur solche Schüler gelangen, deren geistige, charakterliche und sportliche Entwicklung die sichere Gewähr für eine erfolgreiche Mitarbeit in der Prima bietet. Die Zeugnisse haben in Zukunft zu enthalten: eine allgemeine Beurteilung des körperlichen, charakterlichen- und geistigen Strebens und Gesamterfolges, die nicht in Noten auszudrücken ist, und eine Wertung der Leistungen in den Einzelfächern. Bei allen aussondernden Maßnahmen auf Grund mangelhafter geistiger Leistungen sind die körperlichen und charakterlichen Fähigkeiten voll mitzuwerten. Wenn der Schüler hervorragende Führereigenschaften besitzt und bestätigt hat, ist besonders wohlwollend zu verfahren. Diese Bestimmungen wurden vom Reichserziehungsminister Rust in Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, geschaffen. Sie stellen eine sorgfältig abgewogene grundlegende Maßnahme bar, die geistig Unzulänglichen oder charakterlich Wertlosen von der höheren Schule fernzuhalten und gleichzeitig den rassisch und charakterlichWert- vollen, langsamer Reifenden den Zugang zu den volkführenden Berufen zu ermöglichen. der neuen Zeit durchdrungen werden, wenn es nicht unbrauchbar werden soll. Der beste Mensch ist ungeeignet für unsere Zeit, wenn er nicht gewillt ist, sich in die nationalsozialistische Ideenwelt einzuleben. Durch die Gleichschaltung ist dies nicht zu erreichen, der innere Aufbau muß von jedem einzelnen ausgehen. Pg. Eornelius Verenls-Jena, Leiter der Wirtschaftsgruppe Mitteldeutschland der Wirtfchafts- gruppe Einzelhandel gab eine eindringliche Schilderung der Not der kleineren selbständigen Wirtschaftsexistenzen. In den letzten zwei Jahren habe sich vielfach ihre Stellung gebessert, aber noch immer leben Tausende von kleinen Unternehmern aus Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe unter dem Existenzminimum. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme glaubten einige, jetzt würde mit einem Schlage der Staat Berlin, 23. März. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach auf der Arbeitstagung des Preußischen Staatsrates über die heutige Lage Deutschlands in der Weltwirtschaft und führte aus, daß sich die deutsche Wirtschaftspolitik wie jede andere von dem einen Grundsatz der Selbstbehauptung leiten lassen müsse. Man dürfe das Gesetz des Handelns nicht anderen überlassen, sondern müsse es selbst in der Hand behalten. An Hand eingehender Unterlagen zeigte Dr. Schacht die E n V- Wicklung der Weltwirtschaft auf, deren heutige Situation dadurch charakterisiert sei, daß der gesamte Welthandel 1934 sich nur noch auf ganze 90 Milliarden beläuft gegen 280 Milliarden im Jahre 1928. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, in denen sich Deutschland wirtschaftlich befinde, fei der deutsche Ausfuhrhandel nicht wesentlicher zurückgegangen als der Außenhandel seiner Hauptkonkurrenzländer. Der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Ländern sei ein Wettlauf um die immer mehr zusammenschrumpfende Kaufkraft itr ber Welt geworden. Eine Reihe Länder habe versucht, durch eine Einschränkung des Lebensstandards und der Produktionskosten, durch die sogenannte Deflation, ihre Konkurrenzfähigkeit aufrechtzuerhalten, d. h. sie haben versucht, Preise und Löhne zu senken. Das geht natürlich Hand in Hand mit höheren Zinsen, höheren Steuern und mit sich immer st e i g e r n d e n Konkursen. Die anderen haben sich bemüht, diesen Wettlauf durch das Mittel der Inflation bzw. der Geldabwertung mitzumachen, sei es, daß sie eine Geldabwertung direkt herbeigeführt haben, ober sei es, daß sie eine solche Vermehrung des Geldumlaufes vornehmen, daß sich dadurch dos Geld entwertet Hat. Die Maßnahmen seien mit einer ungeheuren Kredit ausweitung verbunden und führten zu einer Scheinblüte, die im weiteren Verlauf zum Verhängnis führte. Dem- g ege nüber hätten die bedrohten Länder, deren Markte erobert werden sollten, zu anderen Mitteln gegriffen. Sie hätten sich gegen fremde Waren abgesperrt. Als Gegenmittel gegen die Außenhandelsschrumpfung hätten einzelne Länder zu dem Mittel der Binnenmarktbelebung gegriffen. Wir in Deutschland, so betonte Dr. Schacht, haben ein vorbildliches Ard eitsb eschaffung s - Programm durchgeführt, und haben mit Erfolg alles getan, um der Arbeitslosigkeit innerhalb der Reichsgrenzen nach Kräften zu begegnen. Was nun Deutschlands Außenhandel betrifft, so haben mir auch im Jahre 1934, wo es uns im internationalen Geschäft am schlechtesten ging, i m - m er noch eine E i nfuh r von 4,2 Miljedem Einzelhändler sein Auskommen garantieren. Sie vergaßen, daß das Parteiprogramm nicht von heute auf morgen in ber Wirtschaft ganz umwälzende Verschiebungen durchführen kann. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel will a u f dem Bestehen aufbauen, sie wirb bie Aufgabe haben, im Rahmen ber ihr staatlich zugewie- enen Rechte unb Pflichten im Einzelhanbel Mitz- tänbe zu beseitigen, bie Durchführung ber Gesetze ichern zu helfen unb ihre Mitglieber im Rahmen bes volkswirtschaftlichen Gesamtnutzens zu beraten unb zu betreuen. Das alles könne aber nur erreicht werben, wenn alle Mitglieber bes Einzelhanbels wie ein Mann zusammen stehen, um bie ausgegebene Parole zu vollziehen. Der Leiter der Reichsgruppe handel, Professor Dr. Lüer (Frankfurt a. IN.), führte bann u. a. aus: Wir finb berjenige Gau im Deutschen Reich, bem es zuerst gelungen ist, durch eine glückliche Personalunion zwischen öffentlich- rechtlicher Berufsvertretung unb freien Einzel- hanbelsverbänben eine geschloffene Front bes Einzelhanbels aufzurichten. Die Aufgaben bes Einzelhanbels haben sich im NS.-Staat insofern gewanbelt, als sie nicht mehr ausschließlich, wenn auch unbebingt grunbsätzlich, ben Wünschen ber Verbraucher Rechnung tragen müssen. Professor Lüer erinnerte an bie Aufgaben, bie bem Hanbel burch bie Beschränkung der Einfuhr nichtlebensnotwendiger Güter erwachsen, die Aufgaben ber Umlenkung bes Verbrauchs auf solche Waren, bie bie beutsche Volkswirtschaft in genügenber Menge unb Preiswürdigkeit aus eigener Kraft zu erzeugen vermag, an ben Schutz und d i e Förderung der Volksgesundheit durch die Propagierung besonders wertvoller Verbrauchsgüter und an anderes mehr. So hat die dem Handel eingepflanzte Tradition eine ganz spezifische Geistesgestaltung geformt, die, das darf hier offen zum Ausdruck gebracht werden, mit jüdischem Krämergeist auch nicht das geringste zu tun hat. Der Handel steht heute als fast alleinige Gruppe, die grundsätzlich am Konkurrenzprinzip fest gehalten hat, ja festhalten muß, inmitten einer Volkswirtschaft, die sich bedauerlicherweise in den letzten Jahren immer mehr von dem Grundsatz eines echten fieiftungsroettberocrbs entfernt hat. Wir begrüßen es darum aufrichtig, daß nunmehr diese Grundlagen in einem gesunden Umfange wieder hergestellt werden. — In letzter Zeit wird nun verschiedentlich Klage geführt über bie uneinheitliche Erhebung ber Beiträge. Ich habe alle Untergliederungen ber Reichsgruppe Hanbel z u sorgfältig st er unb sparsamster Haushaltsführung verpflichtet, und ich werde ferner dafür Sorge tragen, daß der Uneinheitlichkeit im Beitragswesen abgeholfen wird. — Im Einzelhandel ist das Schaffen von zwei Millionen deutschen Volksgenossen zusammengeschlossen. Daß sie alle ihre tägliche Arbeit in Liebe zu ihrem Beruf erfüllen, wird bie Sorge ber Jnbustrie- unb Hanbelskammern unb ber privat- rechtlichen Vertretungen bes beutschen Hanbels fein. Mit einem breifachen Siegheil auf ben Einzelhanbel, bas beutsche Vaterlanb unb ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler schloß die Kundgebung. Garben Mark gehabt, davon waren 50 v. H., also über 2 Milliarden Mark, industrielle Rohstoffe, die wir nun nicht etwa nur für bie Ausfuhr in Fertigfabrikaten gebrauchen, sondern die wir auch für unseren Markt nötig haben. Neben diesen 50 v.H. für industrielle Rohstoffe werden 35 v.H. der Gesamteinfuhr von 4,2 Milliarden Mark für Nahrungs- und Genußmidtel benötigt, d. h. auch hier braucht der deutsche Markt große Zufuhren aus dem Auslande. Durchaus richtig ist es. daß die reinen Löhne in Deutschland sicherlich von dem einen oder anderen der sonstigen Industrieländer übertroffen werden. Eins aber ist sicher: Die ganzen öffentlichen Einrichtungen, also alles, was über Essen und Trinken hinausreicht, alles, was wir von Staats und Gemeinschafts wegen den breiten Volksmasfen zur Verfügung gestellt haben, und zwar an Kunst, Hygiene, Sport und allen möglichen anderen Dingen, das übertrifft in seiner Gesamtheit doch den Lebensstandard zahlreicher anderer Länder. Das Entscheidende ist, daß wir von diesem Lebens st andard nicht h e r u n t e r ro oH e n , denn in diesem Lebensstandard liegt eine so große geistige und moralische Spannkraft, daß die ganze Zukunft des deutschen Volkes gefährdet wäre, wenn wir in ein reines Vegetieren des Essens, Trinkens und Kleidens herabsänken. Selbstverständlich können wir die große Einfuhr nicht aufrechterhatten, wenn wir keinen entsprechenden Export haben. Drei Probleme stehen für uns im Augenblick im Vordergrund: die Rohstoffbeschaffung, die Aus- landverschuldung unb bie Devisenbeschaffung. Heute zeigen sich Rückwirkungen ber beutschen Politik auf bas Auslanb in erstaunlichem Umfange: Das Aus- lanb beginnt nämlich an bem Bezug beut» scher Waren selbst ein Interesse zu nehmen: gcrabe bie Rohstofflänber, bie uns mit Rohstoffen beliefern, gaben immer beut- licher zu verstehen, baß sie im bireften Verkehr mit Dcutschlanb bie beutschen Waren aufneh - men wollen, weil nur in ber Aufnahme beut- scher Waren für sie bie Möglichkeit besteht, R o h • ft o f f e an uns a b z u s e tz e n. In biefer Richtung wird ständig handelspolitisch gearbeitet. Dr. Schacht schloß seine Ausführungen: „Die deutsche Wirtschaftspolitik steht vor großen Aufgaben, sie sind nur mit einem einzigen Grundsatz heute zu lösen, bas ist ber Grunbsatz bes Handelns, des Kämpfens und Sichbehaup- t e n 5 , bes Glaubens an ben Erfolg unb bes Zusammenfasfens aller Kräfte, um biesen Erfolg unter allen Umständen zu erzielen." !Der Faschismus in England. Mosleh spricht zu 10000 englischen Lchwarzhemden. London, 25. März. (DNB. Funkspruch.) Zum erstenmal seit vielen Monaten ist die britische Schwarzhemden-Bewegung wieder mit einer großen Kundgebung in London vor die Oeffentlichkeit getreten. In der A l b e r t - H a l l, die mit runb 10000 Personen dis -auf ben letzten Platz gefüllt war, hielt ber Führer der Bewegung, Sir Oswald Mosley, eine Rede, in der er heftige Angriffs gegen die Regierung unb das herrschenbe Parteiensystem, sowie gegen bie internationale Finanz unb das Judentum richtete. Mosley widersprach ber Behauptung, daß die britische Faschistenbewegung eine Nachahmung ausländischer Ideen unb Formen sei. Es handele sich vielmehr um eine neue Weltanschauung, bie aus ber neuen Zeit heraus geboren sei und bem britischen Charakter angepaßt unb mit britischem Leben erfüllt werben müsse. Währenb in anderen Ländern ber faschistische Gedanke erst nach bem nationalen Zusammenbruch sich burchgesetzt habe, komme er in Eng» lanb trotz ber von der Regierung behaupteten wirtschaftlichen Scheinblüte zum Durchbruch. England werde bas dritte faschistische Land Europas unb Frankreich das vierte werden. Wenn diese vier großen Mächte sich bann zusammenschlössen, könnten die europäischen Probleme im Osten dieses Erdteiles ohne kriegerische Ak» t i o n e n gelöst werden. Mosley verlangte leidenschaftlich, bem F ei nde von gestern (Deutsch- Lanb) bie Hand zu reichen unb auf ben Grabern der Vergangenheit eine neue Zukunft aufzubauen. Wahlen in Kanton Basel-Stadt. 23 a f e I, 24. März. (DNB.) Die R e g i e r u n g s - unb Großratswahlen haben statt ber erwarteten Festigung ber bürgerlichen Parteien eine Verschiebung nach links ergeben. Von ben sechs bürgerlichen Regicrungskanbibaten, auf bie sich sämtliche bürgerlichen Parteien geeinigt hatten, ist nur einer, nämlich ber zuletzt aufgenommene Regierungsrat Zweifel, fest gewählt. Dagegen bürsten bie bisherigen sozialbemokratischen Vertreter Regierungsrat Wenk unb Regierungsrat 5) au» jer wiedergewählt worden sein. Bei ben Neuwahlen zum Großrat ist bie bürgerliche Mehrheit auch unsicher geworben, inbem sticht nur bie S o z i a l b e m o k r a t e n einige Sitze gewannen, so baß Sozialbemokraten und Kommunisten — letztere verloren einige Mandate — von den insgesamt 130 Sitzen in Zukunft über 61 bzw. 62 Sitze verfügen statt 57. Auch bie Fre i- wirtschaftliche Bewegung konnte b r e i Sitze erobern, ferner hat bie Evangelische Volkspartei ihre brei Sitze be h al t e n. Beim bürgerlichen Black ging bie Majorität von bisher 70 Sitzen auf etwa 62 bis 63 herunter. Japan will Nord-Sachalin kaufen. Tokio, 24. März. (DNB.) Außenminister Hi* rota erklärte im Reichstag, baß Japan ben Narbte il von Sachalin zu kaufen wünsche, lieber diese Angelegenheit sei schon früher mit ber Sowjetregierung gesprochen worben. Hirota äußerte sich zuversichtlich über die Aussichten einer Berstanbigung mit ber Sowjetunion über die Grenzfragen. Politische Kreise messen ben Er* tlärungen größte Bebeutung bei, da sie erkennen ließen, daß Sowjetrußland eine weitgehende De» Große Kundgebung des Rhein-Mainischen Einzelhandels. ■ - - — ■&* M. . - -;/x /, d M MM < : - : ■ ' M / '"X< i <’ :-•;••■ .:, ■ < .■ ■ / ■ ' ■ a» MW Augenblick die Auslug. heute Mtit auf Das Aus- ig deut- 'esse zu iber, die imer beuh erkehr mit aufneh- ihme beut» eht, Ävd« iie|er Rich- eitct gen: „Die aßen Auf- : Grundsatz des han- behaup- folg und äfte, um erzielen." idcn. :uch.) Zum le britifdje iner großen itlid)leit ge- tunb 10000 gefüllt war, ■ir Oswald ge Angriffe je Partcicn- Finanz und :ad) der Seenbewegung mb Formn >ue Welt- Zeit heraus harakter erfüllt Kl' n der ft* iptetei«rl- t). e«?1 }onb $u* 'je werden, □nn ** troblemeim ji'che Al' fe: n (De* f den Gra- ZukUNst erungs' di der er- rteien em» , Lon den auf Die sch wv: mmene J t Dagege" ,,»die l>ur- K.«r C'/ürti onnte.rche beL;| 00N Wf* «d- ”„Sr iie|e llebk' &et "«-Id-?- ö* ube^ ein< 6r» JrSe * !^lle ?r die ; lonbern J*iq SH pt van «jät'. Hne in )fr an- troffen offenf- - Essen '« von breiten en. und ° seiner hlreicher bntz wir nicht lebens- gc und Zukunft ■■ wenn s. Irin- 'erstand- chl aus- echenden 1935 25. März Nut durch die Post zu beziehen. Nr. 14 Erscheint Dienstag und Freitag. Amtsverkündigungsblatt für die provmzialdirektion Oberheffen und für das Kreisami Gießen S." er Ausstellung. Inhaltsübersicht: Kreistagssitzung am 27. März 1935. — Straßensperre. — Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. — Sprechstunden bei dem Kreisschulamt. — Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Dienstnachrrchten. die altbekannte Göring ehrt einen verdienten allen Beamten. In Treptow an der Tollense (Pommern) feierte der Ruhestandsbeamte August Käding seinen 95. Geburtstag. Der Jubilar hat über 50 Jahre dem preußischen Staat treue Dienste geleistet. Als Veteran hat er die drei deutschen Einigungskriege mitgemacht. In besonderer Anerkennung der treuen Dienste des Jubilars hat Ministerpräsident umtgueDern Der Stave sauen unabhängig vom Dienstrang die farbigen Besatzstreifen an der Mütze fort. Statt dessen erhalten die Mitglieder des Stabes der Reichsjugendführung goldene und die Mitglieder der übrigen Stäbe silberne Biese n an Mütze und Schulterklappe. Eine Aenderung erfahren auch die auf den Schulterklappen getragenen Rangabzeichen. Sämtliche Mitglieder des Stabes der Reichsjugendfuh- rung vom Bannführer aufwärts tragen jetzt g o l - Sprenger war im Jahre 1933 durch die damalige nationalsozialistische Beamten- Abteilung eine Sammlung für die Opfer der Arbeit in die Wege geleitet worden. Nachdem die nationalsozialistische Beamtenabteilung in der letzten Hälfte des Jahres 1933 750 00 RM. für die Opfer der Arbeit und im Jahre 1934 156 000 RM. gespendet hat, hat das Hauptamt für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, als Spende der Deutschen Beamtenschaft am Unaufhaltsam geht sie voran — immer weiter voran! Wie sehr man bei der Herstellung dieser Zigarette darauf bedacht ist, etwas Besonderes zu bieten, zeigt auch der Weg, der mit der neuen Beilage beschritten wurde. Das großangelegte Sammelwerk „Die Nachkriegszeit ISIS bis 1934», wird als Chronik einer bewegten Epoche überall lebhaft begehrt. Sturf bet Dtübl'lcb-n Uni»-tlitS««. B-kb- und Bteinlrudetei. 2i. Lanae. ©ieften iöTDqneüme ausgeicyieDen. Mlk veionverem Interesse sieht man 'der Währungspolitik des neuen Ministerpräsidenten entgegen. Aenderung der Rangabzeichen in der HL Nach einer von der Reichsjugendführung ergangenen Anordnung werden die bisher von den HJ- Führern vom Bannführer aufwärts getragenen breiten farbigen Mützenbesatzstreifen in Zukunft mcht x der Reichskreditgesellschaft AG. einen ?n Betrag von 118000 RM. esen. Insgesamt sind der „Stiftung für Arbeit" bisher 1 024 000 R M. an en Spenden zugegangen. Nicht einbe- id in diesem Betrag die allmonat» leberweisurkgen der Beamtenschaft, im vergangenen Jahre einen Betrag von M. ausgemacht haben. ikstelns ohne Mdst., dick und rund, SVa Pf. Der große Erfolg einer großen Leistung! Von sämtl.deutschen Zigaretten hat nachweislich den allergrößten Umsatz (Jahresbedarf mehrere M^Siarden!) Bekanntmachung. Betr.: Kreistagssitzung am 27. März 1935. Am Mittwoch, dem 27. März 1935, vormittags 10 Uhr, findet in dem Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgras-Philipp-Platz Nr. 3, die diesjährige ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Prüfung und Begutachtung der Rechnung der Kreiskasse und des Verwaltungsberichts des Kreisausschusses für 1933 Rj. 2. Voranschlag des Kreises Gießen für 1935 Rj. und in Verbindung damit Beschlußfassung über die Ausschlagssätze für die Kreisulnlagen und die Kreissondergebäudesteuer für 1935 Rj. 3. Schaffung einer zweiten etatmäßigen Sekretärstelle bei dem Kreis- sürsorgeamt. 4. Verschiedenes. Gießen, den 22. März 1935. Der Kreisdirektor des Kreises Gießen. I. 23.: Dr. Schönhals. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre. Wegen Ausführung von Wafferleitungsarbeiten wird die Prooinzial- ftraße Ortsdurchfahrt Utphe im Zuge der Straße Gießen—Gelnhausen vom 28. März bis 3. April 1935 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Kreuz Trais-Horloff— Bellersheim —Wohnbach— Wölfersheim oder Berstadt und umgekehrt. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Gießen, den 22. März 1935. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. _____________ Bekanntmachung. Betr.: Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. Am Samstag, dem 30. März, 2.30 Uhr nachmittags, wird in der Gastwirtschaft „Zum Bayerischen Hof in Gießen eine dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer des Kreises Gießen stattfmden. Die Bürgermeistereien wollen die Fleischbeschauer und Trichinenschauer ihrer Gemeinden auf diese Versammlung Hinweisen mit dem Bemerken, daß sie verpflichtet sind, an der Versammlung teilzunehmen. Etwaige Hinderungsgründe wären schriftlich zu melden. Gießen, den 22. März 1935. Kreisamt Gießen. 3. 23.: Webe r. Bekanntmachung. Betr.: Sprechstunden bei dem Kreisschulamt. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die Sprechstunden bei dem Kreisschulamt fallen am kommenden Mittwoch aus. Gießen, den 23. März 1935. Kreisschulamt Gießen. I. 23.: N e b e l i n g. Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. Am 1. März waren sämtliche Kreise s e u ch e n f r e i. Dienstuachrichten des Kreisamts. Abteilung Ib. 1. Dem Bayerischen Tuberkuloseverband e. B. in München ist die Erlaubnis erteilt worden, 5000 Losbriese zu je 0,50 RM. zu Gunsten der Verbandszwecke in der Zeit vom 10. April bis 20. Juli 1935 irrt Volksstaat Hessen zu vertreiben. 2. Dem Münsterbauverein Breisach a. Rh. ist die Erlaubnis erteilt worden, 3000 Doppellose zu je 1 RM. der 11. Geldlotterie zur Wiederherstellung des Münsters in Breisach in der Zeit vom 4. März bis 12. Juli 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. 3 Der Bürgermeisterei der Stadt Erbach i. O. ist die Erlaubnis erteilt worden, 10 000 Losbriefe zu je 0,50 RM. der „Eulbacher Marktlotterie 1935" in der Zeit vom 1. Juni bis 15. August 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. ~ „ ,ri 4. Dem Landeszuchtverein für hessen-Rasfau in Frankfurt a. M. die Erlaubnis erteilt worden, 50 000 Losbriefe zu je 0,50 RM. der Hessischen Pferdelotterie 1935 zu Gunsten der Landes-Pferdezucht in der Zeit vom 1. April bis 1. Oktober 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. 5. Der Bürgermeisterei der Gemeinde Groh-Rohrheim ist die Erlaubnis erteilt worden, zur Förderung der Viehzucht 4000 Lose zu je 0,50 RM. zur Ausspielung von Zuchtvieh und landwirtschaftlichen Geraten in der Zeit vom 12. März bis 21. Mai 1935 im Land Hessen zu vertreiben. 6 Der Bürgermeisterei der Gemeinde Lang-Göns ist die Erlaubnis erteilt worden, anläßlich der Abhaltung des Faselmarktes 5000 Lose zu je 1 RM. zur Ausspielung von Gegenständen in der Zeit vom 9. Marz bis 24. Mai 1935 in der Provinz Oberhessen zu vertreiben. hkeit mit wissenschaftlich und wettanschau- eigneten A e r z t e n beseht werden, die )em zunächst freiwillig in Anspruch ge- n werden können. Wir werden aber eine he Regelung des Austausches von Ehe- liffen folgen taffen, damit Personen, die stesschwäche, schweren Erbleiden oder an- en Krankheiten leiden, auch tatsächlich et heirat abgehalten werden können, glauben wir dem Leben des deutschen en und dem Glück der Familie mehr zu als mit der Befolgung naturfeindlicher . die aus einer Zeit stammen, in der die ti der Zivilisation und die Ursachen des )en Unterganges der Kulturvölker noch nicht in Erscheinung traten. niemand bestreiten, daß wir Nationalsozia» der kurzen Zeit unserer Regierung die e als die Wurzel jedes Menschen und die 's Staates wieder zu neuem Leben )t und in den Mittelpunkt der Staatspo- ckt haben. Diesem ist die Ausstellung ge- orden, indem die Familie als die Trägerin is, als die Keimzelle des menschlichen Da- Höhepunkt der Ausstellung bildet und sich nken von der gesunden kinderreichen Fa- ein roter Faden durch jeden Raum, jede iziehen. Möge die Ausstellung zahllosen Volksgenossen lehrreiche Erkenntnisse brin- möge das, was Sie hier sehen und was rn des beschauenden Menschen anklingt, t und dem Leben unseres ganzen Volkes jen gereichen und verständnisvolle Auf- iben. Mit diesem aufrichtigen Wunsch er» die Ausstellung für eröffnet!" ftgäften beim ersten Durchgang durch die uppenführer von Jagow, neben ihm 3 ü 11, Frau Frick, Reichsinnenminister rr-Brandenburg. •Z'-yy.-.X-y ä •:? * ' - i.z : Mussolini ordnet die Eint „Unser Wille z über etliche Milli Rom, 23. März. (DNB.) Der italienisch gierungschef hat in seiner Eigenschaft als M der italienischen Wehrmacht die schriftliche E i rufung der ganzen Jahresklasse angeordnet. Die Einberufung wird in der am Mitteilung als Vorsichtsmaßregel t net. Anläßlich des 16. Jahrestages der ®rü der faschistischen Kampfbünde, der in ganz l seit Jahren als Feiertag begangen wird, hiel solini eine Ansprache, in der er ausführte: T Gründung der faschistischen Kampsbünde war eine verschwindende Minderheit, heute sind w unabsehbare Masse. In der undurchsichtige unsicheren politischen Gegenwart bietet Jtali Welt das Schauspiel wunderbarer Ruhe. He Italien' nach Gei st und R ü st unger st a r k t. Kein Ereignis wird uns unvorl finden. Diese Tatsache ermöglichtes uns, trotzi nach st en Aufgabe einer nicht gc fernliegenden Zukunft ins Au schauen. Die Zukunft wird unser sein. Ihr in euren Herzen diese völlige Sicherheit hab« sie zu einer Waffe unbeugsamen W i machen. Wir sind zu jeder Aufgabe be die uns das Schicksal stellt, auch, wenn e- sein muß, über alle Hindernisse hin die sich uns in den Weg stellen sollten. Wille zum Frieden und zur Zusan arbeit in Europa verfügt auch etliche Millionen Stahlbajoi Morgen schon sind wir bereit zu zeigen, Geist und welcher Mut das herrliche Jtali Faschismus unter dem Zeichen des Liktoren! beseelt." In kurzen Kommentaren wird die Einbc der Jahresklasse in Zusammenhang gebracht Unsicherheit der gegenwärtigen i nationalen Lage, die, wie Giornale i schreibt, von der italienischen Regierung m kommener Ruhe und mit Gleichmut betrachtet Neue Besti Schülerauslese a Ein Erlaß des Berlin, 23. März. (DNB.) Reichserzi Minister Rust hat einen Erlaß über die ( auslese an den höheren Schulen hernusgegc dem es heißt: Bei der Auslese an den höheren Schulen liberalistische Grundhaltung der vergangen zu einer einseitigen Bevorzugun rein v e r st a n d e s m ä ß i g e n A n l a g führt und die für die volkführenden Bern minder wichtigen körperlichen und ch terlichen Kräfte sowie die r-a s s Werte vernachlässigt. Durch diese Auslese werde der einseitig intellektuelle ur reife Schüler im Uebermaß gefördert, r rassenbiologisch wertvollere und volksgesun! der deutschen Jugend oft zurückblieben. D> rer und Reichskanzler hat demgegenüber wieder eine Auslese nach kör perl charakterlichen und geistigen Ge punkten gefordert. Diesem Ziel tragen j Reichserziehungsminister Nust geschaffenen legenden Bestimmungen über die Schule an den höheren Schulen Rechnung. In diesen Bestimmungen wird als Aufgal höheren Schule bezeichnet, den körperlich rakterlich und geistig besonders gut verc ten Teil der deutschen Jugend so zu erz daß er fähig wird, später in gehabt oder führenden Stellen unser litisches, kulturelles und tt fchaftllches Volksleben maßgel mit zu gestalten. Die höhere Schul daher die Pflicht, unter den zu ihr komm Jugendlichen (die männlichen Bezeichn gelten überall auch für die Schülerinnen eine Auslese zu treffen, welche die U eigneten und Unwürdigen f ch e i d e t, um die Geeigneten und IDüi um so mehr fördern zu können. Die st< Prüfung muh sich auf die körperliche, c terliche, geistige und völkische Gesamteig.,«,.^ erstrecksn. In dem Abschnitt über die körperliche Auslese wird bestimmt, daß Jugendliche mit schweren Leiden, durch die die Lebenskraft stark herabgesetzt ist und deren Behebung nicht zu erwarten ist, sowie Träger von Erbkrankheiten nicht geeignet sind und daher nicht in die höhere Schule ausgenommen werden. Jugendliche, die eine dauernde Scheu vor Körperpflege zeigen, werden von der höheren Schule verwiesen. Ebenso führt ein dauerndes Versagen bei den Leibesübungen, das sich vor allem im Mangel an Willen zu körperlicher Härte und Einsatzbereitschaft äußert, zur Verweisung. Hinsichtlich der charakterlichen Auslese wird bestimmt, daß von der Schule zu verweisen ist, ji u u g e n t it u c. ii xy । »I o । — —/ — Bei allen aussondernden Maßnahmen auf Grund mangelhafter geistiger Leistungen sind die körperlichen und charakterlichen Fähigkeiten voll mitzuwerten. Wenn der Schüler hervorragende Führereigenschaften besitzt und bestätigt hat, ist besonders wohlwollend zu verfahren. Diese Bestimmungen wurden vom Reichserziehungsminister Rust in Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, geschaffen. Sie stellen eine sorgfältig abgewogene grundlegende Maßnahme dar, die geistig Unzulänglichen oder charakterlich Wertlosen von der höheren Schule fernzuhalten und gleichzeitig den rassisch und ch a r a k t e r l i ch Wertvollen, langsamer Reifenden den Zu- | gang zu den volkführenden Berufen zu ermöglichen. Große Kundgebung des Mein-Mainischen Einzelhandels. LPD. Frankfurt a. M., 24. März. Die große Kundgebung des rhein-mainischen Einzelhandels im Frankfurter Hippodrom war aus den Kreisen des Einzelhandels und seiner Gefolgschaftsmitglieder stark besucht. Zunächst erklärte der Leiter der Wirtschaflsgruppe Einzelhandel Pg. Dr. hayler (München) in einer programmatischen Rede: Kaum ein Stand hat mehr an sich selbst erkennen gelernt, als der Einzelhandel, wie notwendig ein enger Zusammenschluß ist. Wir wollen das Alte nicht vollkommen zerschlagen, aber was schlecht war am Alten, das muß restlos beseitigt werden. Es ist n i ch t a l l e s s ch l e ch t g e w e s e n, was uns a u 5 der Vergangenheit übernommen ist, genau wie nicht jeder ein Liberaler sein muß, der nicht schon vor der Zeit der Machtübernahme zu uns stieß. Aber auch das Beste muß mit dem Geist der neuen Zeit durchdrungen werden, wenn es nicht unbrauchbar werden soll. Der beste Mensch ist ungeeignet für unsere Zeit, wenn er nicht gewillt ist, sich in die nationalsozialistische Ideenwelt einzuleben. Durch die Gleichschaltung ist dies nicht zu erreichen, der innere Aufbau muß von jedem einzelnen ausgehen. Pg. Cornelius Berenls-Jena, Leiter der Wirtschaftsgruppe Mitteldeutschland der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gab eine eindringliche Schilderung der Not der kleineren selbständigen Wirtschaftsexistenzen. In den letzten zwei Jahren habe sich vielfach ihre Stellung gebessert, aber noch immer leben Tausende von kleinen Unternehmern aus Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe unter dem Existenzminimum. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme glaubten einige, jetzt würde mit einem Schlage der Staat KIW■■■1 " "" -------- Handel durch die Beschränkung der Einfuhr nichtlebensnotwendiger Güter erwachsen, die Aufgaben der Umlenkung des Verbrauchs auf solche Waren, die die deutsche Volkswirtschaft in genügender Menge und Preiswürdigkeit aus eigener Kraft zu erzeugen vermag, an den Schutz und die Förderung der Volksgesundheit durch die Propagierung besonders wertvoller Verbrauchsgüter und an anderes mehr. So hat die dem Handel eingepflanzte Tradition eine ganz spezifische Geistesgestaltung geformt, die, das darf hier offen zum Ausdruck gebracht werden, mit jüdischem Krämergeist auch nicht das geringste zu tun hat. Der Handel steht heute als fast alleinige Gruppe, die grundsätzlich am Konkurrenzprinzip fe st gehalten hat, ja festhalten muß, inmitten einer Volkswirtschaft, die sich bedauerlicherweise in den letzten Jahren immer mehr von dem Grundsatz eines echten Leistungswettbewerbs entfernt hat. Wir begrüßen es darum aufrichtig, daß nunmehr diese Grundlagen in einem gesunden Umfange wieder hergestellt werden. — In letzter Zeit wird nun verschiedentlich Klage geführt über die uneinheitliche Erhebung der Beiträge. Ich habe alle Untergliederungen der Reichsgruppe Handel zu sorgfältigster und sparsam st er Haushaltsführung verpflichtet, und ich werde ferner dafür Sorge tragen, daß der Uneinheitlichkeit im Beitragswesen abgeholfen wird. — Im Einzelhandel ist das Schaffen von zwei Millionen deutschen Volksgenossen zusammengeschlossen. Daß sie alle ihre tägliche Arbeit in Liebe zu ihrem Beruf erfüllen, wird die Sorge der Industrie- und Handelskammern und der privatrechtlichen Vertretungen des deutschen Handels sein. Mit einem dreifachen Siegheil auf den Einzelhandel, das deutsche Vaterland und den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler schloß die Kundgebung. menschlössen, könnten die europäischen Probleme im Osten dieses Erdteiles ohne kriegerische Aktionen gelöst werden. Mosley verlangte leidenschaftlich, dem Feinde von gestern (Deutschland) die Hand zu reichen und auf den Gräbern der Vergangenheit eine neue Zukunft aufzubauen. Wahlen in Kanton Basel-Stadt. Basel, 24. März. (DNB.) Die R e g i e r u n g s - und Großratswahlen haben statt der erwarteten Festigung der bürgerlichen Parteien eine Verschiebung nach links ergeben. Von den sechs bürgerlichen Regierungskandidaten, auf die fick sämtliche bürgerlichen Parteien geeinigt hatten, ist nur einer, nämlich der zuletzt aufgenommene Regierungsrat Zweifel, fest gewählt. Dagegen dürften die bisherigen sozialdemokratischen Vertreter Regierungsrat Wenk und Regierungsrat Hauser wiedergewählt worden sein. Bei den Neuwahlen zum G r o ß r a t ist die bürgerliche Mehrheit auch unsicher geworden, indem nicht nur die Sozialdemokraten einige Sitze gewannen, so daß Sozialdemokraten und Kommunisten — letztere verloren einige Mandate — von den insgesamt 130 Sitzen in Zukunft über 61 bzw. 62 Sitze verfügen statt 57. Auch die Fre v wirtschaftliche Bewegung konnte drei Sitze erobern, ferner hat die Evangelische Volkspartef ihre drei Sitze behalten. Beim bürgerlichen Block ging die Majorität von bisher 70 Sitzen auf etwa 62 bis 63 herunter. Japan will Nord-Sachalin kaufen. Tokio, 24. März. (DNB.) Außenminister H t * r o t a erklärte im Reichstag, daß Japan den Nordteil von Sachalin zu kaufen wünsche, lieber diese Angelegenheit sei schon früher mit der Sowjetregierung gesprochen worden. Hirota äußerte sich zuversichtlich über die Aussichten einer Verständigung mit der Sowjetunion über die Grenzfragen. Politische Kreise messen den Er» klärungen größte Bedeutung bei, da sie erkennen ließen, daß Sowsetrußland eine weitgehende Der» stäirdigrmg mit Japan wünsche. Sachalin seit mit seinen Oelvorkommen wichtig für die japanische Landesverteidigung. . Die sowjetrussische Regierung hat im Zusammenhang mit dem Besitzwechsel an der nord- mandschurischen Eisenbahn sämtliche Schulen, darunter eine Technische Hochschule, geschlossen. Das gleiche geschah mit einigen Klubs und auch mit einer Anzahl russischer Zeitungen in Mandschukuo. Don den 7000 im Dienst der Bahn stehenden russischen Beamten haben sich nur 1450 bereit erklärt, nach Sowjetrußland zurückzukehren. Die neue polnische Verfassung angenommen. Warschau, 24. März. (DNB.) Der polnische Sejm hat die neue polnische Verfassung mit 260 gegen 139 Stimmen der Opposition angenommen. Die nationalen Minderheiten nahmen an der Abstimmung nicht teil. Bis zum letzten Augenblick hatte die Opposition gehofft, das Pilsudski- Lager werde an der juristischen Schwierigkeit scheitern, daß die neue Verfassung mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden müsse, über die das Pilsudski-Lager nicht verfügt. Im Pilsudski-Lager vertrat man jedoch den Standpunkt, daß zur endgültigen Verabschiedung der Verfassung auch die einfache Mehrheit ausreiche; die Durchführung der neuen Verfassung dürfe nicht von einigen Abgeordnetenstimmen abhängig gemacht werden. Die Redner der Oppositionsparteien, Nationaldemokraten, Bauernpartei und S o z i a l i st e n, brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, daß das Pilsudski- Lager Polen eine neue Verfassung gebe, die den Zustand in feste Rechtsformen bringt, der als „Aera Pilsudski" seit 1926 sich entwickelt hat. Vor allem wurde die Rechtsgültigkeit der ersten Annahme des Verfassungsentwurfs am 26. Januar 1934 bestritten, da damals weder die Zahl der Abgeordneten, noch die qualifizierte Mehrheit fest- gestellt worden sei. Bis zu welcher Schärfe sich die Debatte steigerte, zeigt die Rede des Abgeordneten Trompczynski, der nicht nur bemängelte, daß das Wort „Polnische Nation" in der ganzen Verfassung nicht vorkomme, sondern der von einer Verewigung der Cliquenherrschaft und von einer Streichung der Bürgerrechte sprach, um schließlich zu behaupten, die neue Verfassung trage den Stempel der Unehrlichkeit an der Stirne. Nach der Verkündung des Abstimmungsergebnisses setzte bei den Abgeordneten des Regierungsblockes starker Beifall ein, während die Opposition rief, die Verfassung sei ungültig, es sei keine Zweidrittelmehrheit erreicht worden usw. Die Sozialisten stimmten schließlich die Internationale an, was die Abgeordneten des Regierungsblockes mit dem Gesang des Legionärliedes beantworteten, bis die Opposition den Saal geräumt hatte. In den Straßen Warschaus zeigten sich in den späteren Abendstunden kleinere Demonstrationen, die mit Hochrufen auf Pilsudski umherzogen. Ein Konzentrationskabinett m Belgien. Brüssel, 23. März. (DNB.) Der Vizegouverneur der Nationalbank van Zeeland ist vom König mit der Neubildung der Regie- r u n g beauftragt worden. Die neue Regierung wird sich aus Persönlichkeiten der drei großen Parteien, aus Katholiken, Liberalen und Sozialisten, zusammensetzen. Sie wird den Charakter eines Konzentrationskabine tts haben, das seine Aufgaben ausschließlich in der Erfüllung b e - stimmter wirtschaftlicher Aufgaben sieht Der neue Ministerpräsident van Zeeland ist im politischen Leben bisher nicht hervorgetreten. Er genießt in Wirtschafts- und Finanzkreisen großes Ansehen und erfreut sich besonderen Vertrauens beim König. Auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit beim belgischen Noteninstitut verfügt er über reiche Erfahrungen in Wirtschafts- und Finanzfragen, die augenblicklich ja in Belgien im Vordergrund stehen. Er hat mehrere Reisen ins Ausland gemacht und kennt auch sehr gut die Verhältnisse in Deutschland. Mit starken Eindrücken ist van Zeeland seinerzeit von einer Reise nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt; man sagt ihm nach, daß er die Absicht habe, die Erfahrungen des R o o s e v e l t s ch e n Wirtschaftsexperiments auch für Belgien zur Anwendung zu bringen. Schon im Kabinett Broqueville hat er seine eigenen Ideen über den wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbau Belgiens vertreten; es ist ihm aber damals nicht gelungen, diese Idee durchzusetzen; er ist deshalb auch seinerzeit vorzeitig aus dem Kabinett Broqueville ausgeschieden. Mit besonderem Interesse sieht man der Währungspolitik des neuen Ministerpräsidenten entgegen. Aenderung der Rangabzeichen in der HZ Nach einer von der Reichsjugendführung ergangenen Anordnung werden die bisher von den HJ- Führern vom Bannführer aufwärts getragenen breiten farbigen Mützenbesatzstreifen in Zukunft nicht „Das Wunder des Lebens." Reichsinnenminister Dr. Krick eröffnet die Große Berliner Ausstellung. Berlin, 23. März. (DNB.) In den Ausstellungshallen Am Kaiserdamm wurde am Samstagnachmittag die große Ausstellung „Das Wunder des Lebens" feierlich eröffnet. Unter den weit über 1000 E h r e n g ä st e n, die an der Eröffnungsfeier teilnahmen, sah man u. a. die Minister Dr. F r i ck, Darre und S e l d t e, ferner die Staatssekretäre Dr. Meißner, Pfundtner, Dr. Freister, u. a. Reichsarbeitsführer H i e r l, den Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes L o e r z e r, Ministerialdirektor Dr. G ü t t, General von Reichenau, Staatssekretär a. D. L e w a l d, zahlreiche ausländische Diplomaten, darunter den französischen und den sowjetrussischen Botschafter. Nach den Präludien von Liszt, vom Philharmonischen Orchester gespielt, dankte Bürgermeister Dr. Maretzky dem Reichsinnenminister für seine Bereitschaft, die Ausstellung zu eröffnen, und gab eine kurze Darstellung über den Inhalt der großen Schau. Das „Jubilate" von Händel, gesungen vom Chor der Berliner Singakademie, leitete über zu der Eröffnungsansprache, in der der Reichs- und preußische Mnister des Innern, Dr. Frick, u. a. ausführte: Der Sinn, des Lebens als eine Aufgabe, die jedes irdische Wesen zu erfüllen hat, und der auch der Mensch als „Krone der Schöpfung" sich nicht ungestraft entziehen kann und darf, das ist es, was in dieser Ausstellung sich aus dem Gesetz des Lebens entwickeln soll. Der Mensch muß wieder lernen, daß er ja auch nur ein Teil der Natur s e l b st ist. Er soll seine Ueberheblichkeit ablegen und sich als ein Glied der großen Volksgemeinschaft fühlen, die ihn dazu verpflichtet, verantwortlich an der Erfüllung seiner eigenen Lebensaufgabe mitzuwirken, nämlich das gesunde Erbgut der Vorfahren zu erhalten und es in der ununterbrochenen Kette der Geschlechter rein weiterzugeben, um auf diese Weise gewissermaßen selbst un- sterlich zu sein! Eine solche Auffassung vom Leben ist der Kern nationalsozialistischer Weltanschauung, die es auf allen Gebieten des Staates, der Wirtschaft und des Lebens durchzusetzen gilt. Der nationalsozialistische Staat sieht den Einzelmenschen als einen unlösbaren Bestandteil der Familie und der zu einem einheitlichen Organismus zusammengeschweißten Volksgemeinschaft an, in der einer dem andern und alle der Allgemeinheit und dem Staate dienen müssen. Denn der Staat ist die Zusammenfassung aller zu ihm sich bekennenden, ihre Arbeitskraft für ihn einsetzenden Familien und Volksgenossen. Wenn so dem einzelnen dem Staat gegenüber erhöhte Pflich- t e n erwachsen, so vermag er hieraus aber auch wieder größere Rechte abzuleiten, Rechte an den Staat, der den einzelnen zu schützen und für sein menschenwürdiges Dasein zu sorgen hat. Dies ist die Auffassung vom Sozialismus des nationalsozialistischen Staates. Wo>uns das Leben entgegentritt, regt es uns zu Fragen an, und wir versuchen, das Geheimnisvolle in der Natur zu ergründen. Seit Jahrtausenden sind die größten Gelehrten aller Völker bemüht gewesen, die Natur ihres letzten Schleiers zu entkleiden. Infolgedessen finden wir aus dieser Ausstellung zunächst alles das verständlich dargestellt, was Forschergeist unserem Verständnis nähergebracht hat. Sie werden in einem Mikrovivarium, einer Schau der Kleinlebewesen, das Geheimnisvolle der „Kleinheit der Natur" bewundern können, um über die Lehre vom Leben zu den T r ä g er' n des Lebens und zur Erhaltung des Lebens zu kommen. So sollen sie einen Einblick in die Daseinsform der kleinsten Organismen erhalten, um am durchsichtigen Menschen die Zweckmäßigkeit seines Baues und das Geheimnisvolle unseres eigenen Daseins besser verstehen zu können. Während gewiß so mancher Besucher mit der MW Unser Bild zeigt den Reichsminister Dr. Frick mit den Festgästen beim ersten Durchgang durch die Ausstellung Als Zweiter von links sieht man SA.-Obergruppenführer von Jagow, neben ihm Staatssekretär Dr. Meißner, ferner Ministerialrat Dr. G ü t t, Frau Frick, Reichsinnenminister Dr. Frick und Oberarbeitsführer Müller-Brandenburg. vorgefaßten Meinung in die Ausstellung kommen wird, hier etwas Medizinisches — und dabei denkt er naturgemäß an Krankheiten und Krankheitsbehandlung — kennenzulernen, so waren die Bearbeiter der Ausstellung im Gegenteil bemüht, das frische, kerngesunde, pulsierende Leben in allen seinen Erscheinungen festzuhalten. Wir haben uns bemüht, dafür Sorge zu tragen, daß die Fortpflanzung erbkranker und asozialer Elemente eingeschränkt wird, wir haben der bedenkenlosen Rassen- Mischung Einhalt geboten und die Bevölkerung über die Gefahr der Erbkrankheiten und der R a s s e n m i s ch u n g aufzuklären versucht. So begrüße ich auch diese Ausstellung als ein Mittel der Aufklärung und der Erziehung, E r b g e s u n d h e i t und R a s s e n r e i n h e i t zum selbstverständlichen Allgemeingut des Volkes zu machen. Wir werden die Maßnahmen zur Verhütung erbkranken Nachwuchses ausbauen und ergänzen. Wir werden vor allen Dingen aber dafür sorgen müssen, daß in Zukunft nur erbge- sunde und rassisch wertvolle Menschen einander heiraten. Wir werden also die Vorlage und den Austausch von E h e- gesundheitszeugnisen vor der Eheschließung in Aussicht nehmen müssen. Dies war bisher nicht möglich; denn erst die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens und die zum 1. April 1935 vorbereitete Einrichtung der Gesundheitsämter im ganzen Reich ermöglichen es uns, die Eheberatung in Deutschland einzuführen. Es werden in jedem Stadt- und Landkreis Beratungsstellen für Erb- und Rassenpflege erstehen und nach Möglichkeit mit wissenschaftlich und weltanschaulich geeigneten A e r z l e n beseht werden, die von jedem zunächst freiwillig in Anspruch genommen werden können. Wir werden aber eine gesetzliche Regelung des Austausches von Eheerzeugnissen folgen lassen, damit Personen, die an Geistesschwäche, schweren Lrbleiden oder ansteckenden Krankheiten leiden, auch tatsächlich von der heirat abgehalten werden können. Damit glauben wir dem Leben des deutschen Menschen und dem Glück der Familie mehr zu nützen als mit der Befolgung naturfeindlicher Lehren, die aus einer Zeit stammen, in der die Schäden der Zivilisation und die Ursachen des drohenden Unterganges der Kulturvölker noch nicht in Erscheinung traten. Es kann niemand bestreiten, daß wir Nationalsozialisten in der kurzen Zeit unserer Regierung d i e Familie als die Wurzel jedes Menschen und die Urzelle des Staates wieder zu neuem Leben gebracht und in den Mittelpunkt der Staatspolitik gerückt haben. Diesem ist die Ausstellung gerecht geworden, indem die Familie als die Trägerin des Lebens, als die Keimzelle des menschlichen Daseins den Höhepunkt der Ausstellung bildet und sich die Gedanken von der gesunden kinderreichen Familie wie ein roter Faden durch jeden Raum, jede Halle hinziehen. Möge die Ausstellung zahllosen deutschen Volksgenossen lehrreiche Erkenntnisse bringen und möge das, was Sie hier sehen und was im Innern des beschauenden Menschen anklingt, ihm selbst und dem Leben unseres ganzen Volkes zum Segen gereichen und verständnisvolle Aufnahme finden. Mit diesem aufrichtigen Wunsch erkläre ich die Ausstellung für eröffnet!" mehr Dienstränge, sondern Dienststellungen kennzeichnen. .Sämtliche Führer von Bannen sind von jetzt ab an dem weißen Mützenbesatzstreifen erkenntlich, während die Führer von Gebieten einen hochroten Besatzstreifen an der Mütze tragen. Ebenso tragen der Stabsführer und die Abteilungsleiter der Reichsjugendführung sowie der Adjutant des Reichsjugendführers den hochroten Besatzstreifen. Bei den Mitgliedern der Stäbe fallen unabhängig vom Dienstrang die farbigen Besatzstreifen an der Mütze fort. Statt dessen erhalten die Mitglieder des Stabes der Reichsjugendführung goldene und die Mitglieder der übrigen Stäbe silberne Biese n an Mütze und Schulterklappe. Eine Aenderung erfahren auch die auf den Schulterklappen getragenen Rangabzeichen. Sämtliche Mitglieder des Stabes der Reichsjugendführung vom Bannführer auswärts tragen jetzt g o l ° bene Eichenblätter, während diese bei den Dienststellen außerhalb der Reichsjugendführung in Silber ausgeführt sind. Neue große Spende der Deutschen Beamtenschaft für die Stiftung „Opfer der Arbeit". Auf Anordnung des Reichsstatthalters Jacob Sprenger war im Jahre 1933 durch die damalige nationalsozialistische Beamten- a b t e i l u n g eine Sammlung für die Opfer der Arbeit in die Wege geleitet worden. Nachdem die nationalsozialistische Beamtenabteilung in der letzten Hälfte des Jahres 1933 750 00 RM. für die Opfer der Arbeit und im Jahre 1934 156 000 RM. gespendet hat, hat das Hauptamt für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, als Spende der Deutschen Beamtenschaft am 22. März der Reichskreditgesellschaft AG. einen weiteren Betrag von 118000 RM. überwiesen. Insgesamt sind der „Stiftung für Opfer der Arbeit" bisher 1 024 000 RM. an größeren Spenden zugegangen. Nicht einbegriffen sind in diesem Betrag die allmonatlichen Ueberweisungen der Beamtenschaft, die allein im vergangenen Jahre einen Betrag von 210 000 RM. ausgemacht haben. Göring ehrt einen verdienten alten Beamten. In Treptow an der Tollense (Pommern) feierte der Ruhestandsbeamte August Käding seinen 95. Geburtstag. Der Jubilar hat über 50 Jahre dem preußischen Staat treue Dienste geleistet. Als Veteran hat er die drei deutschen Einigungskriege mitgemacht. In besonderer Anerkennung der treuen Dienste des Jubilars hat Ministerpräsident ß! ™ .B. __ __H® s 5®^ ohne Mdst., dick und rund, 3V3 Pf. Unaufhaltsam geht sie voran — immer weiter voran! Wie sehr man bei der Herstellung dieser Zigarette darauf bedacht ist, etwas Besonderes zu bieten, zeigt auch der Weg, der mit der neuen Beilage beschritten wurde. Das großangelegte Sammelwerk „Die Nachkriegszeit ISIS bis 1934", Wird als Chronik einer bewegten Epoche überall lebhaft begehrt. Der große Erfolg einer großen Leistung! Von sämtl.deutschen Zigaretten hat nachweislich den allergrößten Umsatz (Jahresbedarf mehrere Milliarden!) ihren Dank. Oiefeen, den 35. März 1935. 01257 im 82. Lebensjahre. Gießen, den 24 März 1935. 1 Gasherd u. a.m. 1734D Rphapmann Gerichts«ollz., Gießen, übUdl UldUll WernerwallW, Tel.3108 1735 D Am 23. März 1935 entschlief unser verehrter Seniorchef Herr Christian Inderthal Gießen, den 24. März 19?r SELTERSWEG N§69 I/36L) Fernsprecher Nr. 2373 1672 D Die Lund, Wir betrauern in dem Verstorbenen ein Vorbild unermüdlicher Arbeitskraft und einen Vorgesetzten wohl wollender Herzens* güte. Wir werden seiner stets in Treue und Dankbarkeit gedenken. Jeder freie Platz in Deinem Hause kann ein Gastplatz sein! betreut MännedrmiadGßder Die tieftrauernden Hinterbliebenent Barbara Wende nebst Kindern. Das Personal der Firma Chr. Inderthal und Gebrüder Zeisse, Marburg. Brandwunden. Nächtliche Feuersbrunst in Stockholm. Johanna Inderthal, geb. Petri Gustel Weigand, geb. Inderthal Marie Inderthal Willi Inderthal und Frau Erica, geb. Sudeck, u. Sohn Peter Karl, Gertrud und Helmut Weigand Jungbmin für das Blut Kräuterhaus-Kor Wacholder- ■Etirahl* In einer der letzten Nächte, brach in dem unmittelbar an der sächsisch-böhmischen Grenze gelegenen Ort Seifhennersdorf in der evangelischen Kirche ein Brand aus. Das Feuer ist wahrscheinlich im Gebälk des Dachstuhls ausgekommen. Der besteht noch keine Klarheit. Alle sächsische Kirche einem Brande zum Opfer gefallen. Danksagung. Für die so zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlichster Teilnahme, die uns bei dem unvergeblichen Verluste unseres innigstgeliebten Entschlafenen durch Wort, Schrift, Kranzspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht wurden, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Die Beisetzung findet Dienstag, den 26 März, nachmittags 2.30 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. MWM (ach wolkiges und unbeständiges Wetter, im Süden Bewölkung und nur unwesentliche Niederschläge, bei westlichen Winden ziemlich mild, ausgeglichene Temperaturen. Aussichten für Mittwoch: Voraussicht- lich wieder überwiegend trockenes und heiteres Wetter. _________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot. für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlags Brühl iche Univ^sitäts Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkausspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Nachlasse von; bis 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Ametgs Füllfederhalter .«« mit Etuis der« loten. Abzugeb, bei Karla Amvt Schanzenstr. 6 p. Der außerordentlich schwungvolle Marsch wurde bald auch von vielen Kapellen des Auslandes übernommen. Bach-Feier in Japan. Zum 250. Geburtstag Johann Sebastian Bachs veranstaltet die Kaiserliche Musikakademie zu Tokio eine repräsentative Feier, in deren Mittelpunkt ein Festkonzert mit Werken des Meisters steht. Das J oan einer derl, und glab's: so a teuflische Hoffart tuat koa guat net!" Und durch alle Wirtshäuser ging darauf Vortragsabend Kreya Monis-Sturmfels. Freya MonjL-Sturmfels, die vor Der Vollbari. Von Michael Kohlhaas Namen haben oft die Menschen, Namen, so seltsam und ausgefallen, daß zunächst einmal gewiß e n jeder, der erstmals eine derartige Absonderlichkeit hört, erstaunt fragt: „Wie, bitte? Wie heißen Sie?" und selbst auf die Wiederholung hin noch ein paarmal den Kopf schüttelt ob der vernommenen Unglaublichkeit. Der Pächter des ärarialischen Solgenhofes bei Nußberg zum Beispiel heißt Roßbüxportner, ja, — auf Ehr! — Michael Roßbüxportner, und seine Feinde — denn wer hat schließlich solche nicht! — die sagen ihm nach, er habe schon einmal, um eine peinliche Zwangsvollstreckung abzuwenden, durch den Gerichtsvollzieher seinen Familiennamen versteigern lassem wollen: doch nicht ein einziges Gebot sei erfolgt: das langatmige Familienstück wäre eben für den täglichen Gebrauch einmal zu unpraktisch. Indes, das Gegenteil ist wahr: der Roßbüx- portner bildet sich sogar noch etwas ein auf seinen Namen und das nicht wenig: keine Rede davon, daß er ihn los sein möchte. Und noch eine Eigenart besitzt dieser Gutspächter. Einen wallenden Vollbart nämlich, der ihm gut bis auf den Hosenbund hinunterreicht. Und auf dieses Geschenk der Natur ist der Roßbüxportner um so stolzer, je unansehnlicher ihm seine übrige Gestalt geraten ist. So klein und putzig nämlich, daß er schon so manches Mol in seine eigenen Ohren hinein den Spott hat hören müssen: „Gschwind, da schaugts? Wo geht denn heut wieder der Dollbart mit'n Roßbüxportner hi?" oder etwa: „Js iatz dös der Roßbüxportner oder is leicht der Kaiser Karl aus 'm Untersberg auskömma?" Denn so viel wird hoffentlich ein jeder Leser aus der Geschichte wissen, daß Kaiser Karl der Große im Untersberg einen Riesepvollbart trägt, der ihm bis jetzt schon fast zweimal um seinen Marmeltisch herumgewachsen ist, und daß, wenn dieses zum dritten Male sich ereignet, überhaupt mit jeglicher Barttracht Schluß gemacht wird, indem der Weltuntergang dann unmittelbar bevorsteht. an diesem Tag die Rede: „Heut hätten bei Haar zwoa Ochsen an Kaiser Karl g'fressen." durch Abkürzung, wo nicht gar Weglassung der sonst üblichen Gesichtsreinigung. Und auch das kann nicht geleugnet werden: der lange Bart verhilft dem kurzen Mann zu einem Ernst der Erscheinung, der ihm sonst nie zukäme. Solchen Vorzügen gegenüber kann es unschwer auf die allenthalben in das Menschendasein verflochtene Tragik zurückgeführt werden und wiegt es eigentlich leicht, daß der hemmungslose Bartwuchs in einem Falle den Pächter Roßbüxportner unbedingt der unfreiwilligen Komik preisgibt. Immer dann nämlich, wenn Michael Roßbüxportner über seinem Leibgericht, einer Nudelsuppe mit Huhn, sitzt. Denn bei solcher Gelegenheit sieht es aus, als schmücke Vater Roßbüxportner, der Lieblingsspeise zu Ehren, seine Manneszier sogar noch mit Girlanden, die in Wirklichkeit freilich nur die „geschnittenen Nudeln" sind und überall hängen bleiben gleich Schlinggewächsen im Urwald. Ehedem blond, ist heute die Farbe des Bartes längst in ein ineinanderfließendes Spiel von Grau und Gelb übergegangen. Diese Verfärbung mochte auch die Ursache zu folgendem Begebnis sein: Auf dem Halsbacher Hornviehmarkt wollte der Pächter Roßbüxportner ein Paar Ochsen kaufen. Fand auch die geeigneten Exemplare und handelte mit dem Besitzer, zäh und unnachgiebig, hin und her und her und hin. Dabei stand er, wohlgefällig seinen Bart streichend, den Ochsen ungemein günstig, sozusagen griffnahe, vor dem Maul. Und weil es der erste Vollbart war, der den beiden Ochsen dermaßen gelegen vor die Nase kam, weil ferner für einen Ochsen kein Un- terschied besteht zwischen einem graumelierten Dollbart und einem vielleicht etwas angeschimmelten Bündel Heu und weil endlich die Ochsen seit vielen Stunden nichts mehr genossen hatten, so ergriffen sie wie auf Verabredung mit gierigen Mäu- lern die vor ihnen befindliche grau-gelbe Verschimmelung, zerrten damit noturnotwendig den Michael Roßbüxportner zu sich her, oben ihn daran mit leichter Mühe in die Höhe und wollten eben als zweites Frühstück den berühmten Dollbart zu sich nehmen, als gerade noch im letzten Augenblick die Bauern in der Nähe die drohende Katastrophe gewahrten und mit Geschrei, Stockschlägen sowie handfesten Griffen den Ochsen Dollbart und Roßbüxportner entrissen. Und wie die Bauern nun schon einmal sind, wenn llse-tt' »alter- Ewis veU i Abzugs SSW .22.00% pgoetmäH®1 S UK. ,ereil 20 Uhr IS? Reihe von Jahren am Gießener Stadttheater wirkte, und deren Name noch zahlreichen Theaterbesuchern in guter Erinnerung ist, gab am Samstag im Gartensaal des Gesellschaftsvereins vor einem kleinen Kreise geladener Gäste einen Vortragsabend. Das mit sicherem Geschmack zusammendestellte Programm umfaßte im ersten Teil überwiegend klassische Balladen, im zweiten Lyrik, im dritten eine moderne Novelle. Da die gesamte Vortragsfolge von Anfang bis zu Ende völlig frei gesprochen wurde, erwies sich die Bewältigung des Stoffes schon rein gedächtnismäßig als eine respektable Leistung. Das volle, biegsame, bühnenmäßig geschulte Organ der Vortragenden kam vor allem im ersten Teil der Folge in den balladesken Stücken mit ihren dialogisierten Episoden und dramatischen Steigerungen 3U einer (Entfaltung, für die der immerhin kleine Raum gelegentlich kaum die nötige Resonanz bot. Entschiedener Höhepunkt dieses ersten Teiles war die übersichtlich gegeliederte Wiedergabe von Goethes wunderbarer Ballade „Der Gott und die Bajadere". Dem verhaltenen Jubel in Conrad Ferdinand Meyers „Noch einmal" und Mörikes „Schön-Rohtraut" war zum Schluß dieses Teils die herbe Strenge der „Frauen von Nidden" (Agnes Miegel) kontrastreich gegenübergestellt. Von den rein lyrischen Gedichten im zweiten Teil gelang das unvergängliche Abendlied vom alten Claudius in seiner zarten und im schönsten Sinne einfältigen Haltung, die keinerlei rezitatorischen Aufwand duldet, am besten. Ueberzeugend und eindringlich wirkten auch Hölderlins „Heimat" und Kellers „Winternacht", während ein so edles Gedicht wie „Um Mitternacht" von Mörike sich der vollkommenen Ausschöpfung im Vortragssaal zu entziehen scheint. Ein starker und sympathischer Eindruck zuletzt: Schaeffers Novelle „Die Rosse der Hedschra" aus dem Bande „Das Prisma": die hohe Erzählkunst Schaeffers, feine strenge und dennoch leidenschaftliche Prosa fand eine klare, gebändigte und von innen her gesteigerte Interpretation. Die kleine Gemeinde dankte nut herzlichem Beifall. —y— Uebrigens, mit den Dollbärten wenigstens hat schon die heutige Mode aufgeräumt: doch je uner- bittlicher sie das tut, um so stolzer nur wurde der Roßbüxportner auf sein Haargestrüpp. Auch weiß er seinem Bart allerhand wohltätige Wirkungen lein, nachzurühmen: so einen ganz unvergleichlichen sogar a d Ochsen kennt, daß du öir auf Dein Bart Schutz vor Erkältung und eine nötigenfalls sehr oamal z'vui ei'bildst, und drum Hamm s n dir ganz willkommene Beschleunigung der Morgentoilette oafach wegfressen wollen. Laß da's g'sagt sei. Man- einer den Schaden und Schrecken hat, so sagten sie auch da zu dem geretteten und zerzausten Männlein: „Woaßt, Roßbüxportner, dös sell Hamm halt ttes Ze‘l Tede«16 Zeitschriften. — Soeben sind neue Ullstein-Modealben herausgekommen, um zu zeigen, was man im Frühjahr und Sommer tragen wird. Im Vergleich zu früheren Ausgaben Haven sie sich verbessert: jede Abbildung ist bunt. Hunderte von Modellen bieten sich lebendig und verlockend dar, Kleider, Kostüme, Mäntel, Blusen, Röcke u. a. m. Es gibt ein Ullstein- Album für „Damen-Kleidung", eines für „Jugend- und Kinoer-Kleidung" und ein „Großes", das beides vereinigt. Hochschulnachnchten. Eines der namhaftesten Mitglieder der Medizinischen Fakultät der Universität Amsterdam, der bekannte Chirurg Professor Dr. Otto Lanz, ist im Alter von 70 Jahren gest 0 rben. Professor Lanz, Schweizer von Geburt, hatte an den deutschen Universitäten Leipzig und München studiert und genoß als Gelehrter europäischen Ruf. Die von ihm verfaßten wissenschaftlichen Arbeiten wurden in verschiedenen europäischen medizinischen Zeitschriften, namentlich in deutscher Sprache, veröffentlicht. In Holland hat sich Prof. Lanz insbesondere als einer der bekanntesten Blinddarmoperateure einen Namen gemacht Ihren 7 0. Geburtstag begingen dieser Tage der em. Professor Dr. Ernst Schultze von der Universität Göttingen, der als Psychiater zahlreiche Arbeiten auf kriminalistischem Gebiete veröffentlicht hat, und Professor Dr. Camillo von K l e n z e an der Universität München, der sich als Germanist mit Arbeiten über deutsch-amerikanische Kulturbeziehungen und zur amerikanischen Literatürgeschichte einen Namen gemacht hat. Professor Dr. Anton I i r k u, Ordinarius für alt- testamentliche Wissenschaften an der Universität Breslau, ist an die Universität Bonn berufen worden. Professor Dr. Erich Seidel, Ordinarius an der Universität Jena, erhielt einen Rus auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde an der Universität Göttingen. Professor Dr. Georg Heck, Extraordinarius für Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Würzburg, ist zum ordentlichen Professor ernannt worden. Professor Dr. Enrique Paschen ist zum Honorarprofessor in der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg ernannt worden. Professor Paschen hat sich große Verdienste um das hamburgische Impfwesen und um die Erforschung der Ursache der Pocken 'erworben. 14 gültig/ Norden iges und ung und restlichen eroiuren. raussichi« heiteres n Druck. Mittel- Luftdruck, i mit sich lebhafte ädernde eher Re- Wetter- bei uns nd bann igen des Ache, unter 8 an injig Reichs. 5 einen Zu den 3 ober ® eitet- Stands, mit. betreffs Regung Danzig, Weitere Dan« erkehrs« 16. Die ebbm übenden timen. iSSS das Blut irt» Lange. S. Lang«, 1 übrigen ins 'M Theodor Verleg: nbrucketti HAH sij. inehr< s 15 % Montag, rs.Mrz MS Glatzen« Anzeiger (General-Anzeig« für Gberhesien) Ur. ZI Zweites Matt Am 1901 wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. lM Professor von Röntgens 90. Geburtstag. darum gekämpft und gearbeitet hat, sein Ziel zu erreichen: eines Tages nicht mehr an der Drehbank, sondern auf der Opernbühne zu stehen. Krollmann erzählt seinen Lebenslauf. „Ich war das jüngste von elf Kindern", beginnt Metallarbeiter Krollmann mir zu erzählen. „Mein Vater war auch schon in unserem Werk anaestellt und hat dort sein Brot verdient. Früh ist die Mutter von uns gegangen, und uns Kindern blieb nichts anderes übrig, als recht schnell einen Beruf zu ergreifen und zum Unterhalt der Familie beizutragen. Die meisten von uns fanden eine Anstellung in den umliegenden Fabriken. Dom frühen Morgen an standen wir an den Maschinen. Die Abende verbrachten wir meist im Sundwiger Gesangverein, dem noch heute zwei meiner Brüder angehören."... Man hatte den jungen Krollmann oft wegen seiner besonders schönen Stimme gelobt. Schon der Schullehrer hatte den Tenor des halbwüchsigen Burschen bewundert. „Glauben Sie mir, es ist nicht so einfach, sich ausbilden zu lassen, wenn nicht die geringsten Geldmittel dazu vorhanden sind. Aber meine Brüder, von denen einer in Hagen lebt, ließen mir keine Ruhe. Karl, du mußt zur Oper, laß deine Stimme schulen, paß auf, es klappt! So hatten sie mir immer wieder gesagt.. Und es hat geklappt! Karl Krollmann fuhr eines Tages nach Feierabend nach Hagen und fang den Musiklehrern vor. Sie waren begeistert. Das Ergebnis war, daß der junge Metallarbeiter von nun an regelmäßig zum Gesangsunterricht in das Konservatorium nach Hagen fuhr und hier fleißig studierte. Das Fahrgeld und den Stundenlohn hungerte er Die Geschichte eines heute noch völlig unbekannten Drahtschneiders aus dem Sauerlande klingt fast wie ein modernes Märchen, wie Erfüllung langersehnter Träume. Heute noch steht der namenlose Arbeiter Karl Krollmann an einer der vielen Drehbänke im „Sundwiger Messingwerk": in paar Monaten schon wird er seinen herrlichen Tenor auf jenen Brettern, die dann auch für ihn die Welt bedeuten werden, erklingen lassen. Die Gowjetbahnen versagen Ein starker Mann soll Ordnung schaffen. Von unserem A.-Äerichierstatier. Strecke hergestellt, also eine schnelle Verbindung zwischen dem westlichen Grenzgebiet und dem Fernen Osten geschaffen werden soll. Kaganowitschs Aufgabe ist weniger verwaltungsmäßiger Natur, er wird durch organisatorische Maßnahmen dem Uebel nicht beikommen können. Der Grund liegt vielmehr ganzen System der Sowjetwirtschaft! 27. März d. I. wäre der große deutsch« Physiker Professor Wilhelm Konrad von R ö n t • gen 90 Jahre alt geworden. Die Menschheit verdankt ihm die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen, die heute von unschätzbarem Wert auf fast allen Lebensgebieten geworden sind. Professor von Röntgen war 1845 in Lennep geboren und hatte im Jahre 1895 die Röntgenstrahlen entdeckt. Er starb am 10. Februar 1923 in München. Röntgen wurde 1875 Professor in Hohenheim, 1876 in Straßburg, wirkte von 1879 bis 1888 an der Universität Gießen, seit 1888 in Würzburg und von 1900 bis 1920 in München. Im Jahre Der Laruso von Sundwig. Akkordarbeiier Karl Krollmann setzt sich durch.—Gn Drahtschneider wird Operntenor. der Dienstvorschriften, auf Nachlässigkeit, ober gar auf Trunkenheit der Angestellten zurückzuführen inb. — Die anbere Erklärung aber liegt baran, laß bie Bahn, biefes empfinblichste Nervensystem eher Wirtschaft, heute bie Probuktivnsverteilkng )er Ueberinbuftriaüfierung zu Kriegszwecken zu besorgen hat, währenb sie im wesentlichen noch in bem ersten Nachkriegszustanb steckt. In ben letzten Jahren hatte bie Probuktion eine Zunahme von ast 25 v. H. aufzuweisen, — ber Güterverkehr aber konnte nur um wenige Prozent gesteigert werben. Wirb Kaganowitsch bie Aufgabe bewältigen? Ihm werben schon jetzt große Vorschußlorbeeren gespen- bet unb es heißt, er sei mit weitgehenden Vollmachten versehen. Als erste Opfer feiner Tätigkeit finb ber Chef ber politischen Abteilung Polonski und 40 Direktoren auf der Strecke geblieben. Offensichtlich plant er zunächst eine gründliche Säuberungsaktion — es wäre d i e vierte im Laufe der letzten drei Jahre. Wird Kaganowitsch das Mißverhältnis zwischen Können und Wollen beseitigen, wird er die Nachlässigkeit und Oberflächlichkeit der Sowjetbeamten erfolgreich bekämpfen, wird er vor allem die Sowjetindustrie zu besserer und pünktlicherer Belieferung der Bahnen zwingen können? Das Eisenbahnwesen hat neben der enormen wirtschaftlichen auch eine wichtige strategische Bedeutung. Erst in diesen Tagen wurde bekannt, daß ber Kreml ben Bau neuer Linie plant, durch die eine Verbindung der Ostsee mit dem Schwarzen Meer und von hier aus ein direkter Anschluß an bie transsibirische Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, 8. März 1935. Die Sowjetregierung hat in den ersten Märztagen einen für den wirtschaftlichen Aufbau und damit für die Zukunft des Landes außerordentlich bedeutungsvollen Beschluß gefaßt: der bisherige Derkehrskommissar Andrejew ist seines Postens ent« hoben worden und an seiner Stelle wurde Kaganowitsch zum Verkehrskommissar ernannt. Kaganowitsch war jahrelang als Parteisekretär der wichtigsten Organisation der kommunistischen Partei, des Moskauer Bezirksverbandes, die rechte Hand Stalins, und seiner Ernennung wird in den amtlichen Kreisen größte Bedeutung beigelegt. Die Berufung Andrejews zum Parteisekretär, die Versetzung des bisherigen Sekretärs des Vollzugsausschusses Nenukidse nach dem Kaukasus und andere Neuernennungen treten gegenüber diesem Platzwechsel an Bedeutung zurück. Er ist ein Ausdruck der schweren Sorge, mit der die Sowjetvegierung den unaufhaltsamen Niedergang des Transportwesens verfolgt: und die Berufung Kaganowitschs, dem neben großem organisatorischen Talent besondere Energie nachgerühmt wird, bedeutet, daß der beste Mann eben gut genug ist, um die Gefahren abzuwenden, die im gegenwärtigen Verkehrschaos für die gesamte Volkswirtschaft des Landes erblickt werden. Die Krise des Eisenbahnverkehrs, die drohende Transportkatastrophe ist keine Neuerscheinung. Aber es liegt an dem Umfang des von der bolschewistischen Regierung in Angriff genommenen Pro- gramms „des sozialistischen Aufbaus", dem niedrigen Ursprungsniveau und der Beschränktheit der Mittel, daß die Schaffung der „fortgeschrittensten Wirtschaft der Welt" sich nur in Etappen vollzieht, bfcren Kennzeichen eine für die Volkswirtschaft des ganzen Landes außerordentlich kostspielige Sprunghaftigkeit ist. Wie sich die Pläneschmiede ursprünglich kopfüber in ihre Wirtschaftsexperimente gestürzt haben, ohne zu beachten, daß die Grundlagen, auf denen sie bauen wollen, überhaupt er st geschaffen werden mußten, so haben sich auch die Mängel erst später gezeigt, so kamen Zug um Zug und Jahr um Jahr die „engen Stellen". Mithin ist das Land in einem dauernden Kriegszustand. Immer taucht eine neue „Front" auf, und ein neuer „Feind" gefährdet den Aufbau. Man kündigt neue Offensiven an, alle Kräfte werden eingesetzt, — während auf anderen Gebieten die Zügel schleifen ... So war es bisher auch im Verkehrswesen. Im ersten Fünftahresplan hatte man, von der Jagd nach Rekorden, von der Gigantomanie befallen, zunächst das Transportproblem fast ganz übersehen. Jahre hindurch hatte die Sowjetregierung alle Aufmerksamkeit nur dem Ausbau der Jndustri e zugewandt. Die Errichtung von Riesenwerken, die Erzielung gigantischer Produktionszisfern — wenn auch immer in der Zukunstsform — das waren die eigentlichen Ziele des ersten Plans Im Herbst 1931, als die schlechte Arbeit der Sowjeteisenbahnen dazu führte, daß in der Lebensmittelversorgung der Städte, sowie in der Versorgung der wichttgsten Industriezweige und Sowjetbetriebe mit Rohstoffen St 0 k - f ungen eingetreten waren, griff die Regierung ein. Volkskommissar Andrejew, dem der Ruf eines ersten Fachmannes vorausging, wurde mit der Leitung des Transport- und Verkehrswesens betraut. Er führte eine Reihe von Maßnahmen durch, die eine vorübergehende Erleichterung brachten. Was er aber nicht zu beheben vermochte, waren die schlechte Arbeitsdisziplin, der Mangel an technisch geschulten Kräften und das Versagen der Eisen- und Stahlindustrie, die ttotz aller Maßnahmen die Befriedigung der Bedürfnisse der Eisenbahnen nur zu einem geringen Prozentsatz durchführen konnte. Wenn Andreiew zunächst auch den darniederliegen- den Verkehr auf die Beine zu bringen vermochte, so wurden schon zwei Jahre später erneut die Rufe laut: „Die Bahnen versagen! Die Bahnen sabotieren den Plan Mitten in der Erntekampagne 1933, während das ausgehungerte Land nach Brot schrie, spitzten sich die Verhältnisse erneut in unerträglicher Weise zu. Die Regierung erkannte die Gefahr. Notdürftig wurden alle anderen Lücken verkleistert, man brachte alle Sorgen zum Schweigen — die Bahnen mußten um jeden Preis die Beförderung des Brotes bewältigen. Zwar gingen Tausende von Tonnen verloren, an den Knotenpunkten herrschte babylonische Verwirrung, und nur unter Aufbietung aller Kräfte gelang es, die größte Gefahr abzuwenden, — aber der laute Alarm verhallte wieder. Wie ein Strohfeuer brannte die vorübergehende „Transport- Begeisterung" nieder. Die den Russen eigene „Schlafrock-Stimmung" kam wieder auf: „Napljewatj" (ich spucke drauf), „es wird schon gehen" .. Aber es ging nicht! Auf dem letzten Parteikongreß sagte Stalin wörtlich: „Der Transport ist der Engpaß, in dem unsere ganze Volkswirtschaft stolpern kann oder bereits zu stolpern begonnen hat". Die Wagengestellung und die Wagenbeförderung gehen von Monat zu Monat zurück, der Zustand des rollenden Materials wird in den offiziellen Verordnungen als für die Zukunft des Landes gefahrdrohend bezeichnet und die Werkstätten sind durch das Sinken der Erzeugung von Eisen und Stahl, von Maschinen und Ersatzteilen in vielen Fällen völlig lahmgelegt. Vorübergehend mußten die Bahnen die Beförderung der wichtigsten Frachten ganz einstellen. Trotz der vermehrten Aufwendungen der Regierung ist die Lage in den letzten Monaten eher schlechter geworden. Es können täglich nur etwa 70 bis 80 v. H. der erforderlichen Wagen zur Verfügung gestellt werden, jährlich wird, wie auf dem Sowjetkongreß der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare Tschubar ausführte, der dritte Teil des Lokomotiv- beftanbes unbrauchbar gemacht unb bie „Behcmd- lung bes Materials ist bei uns gerabezu barbarisch". Währenb im Auslanbe bie Schienen normaler» weise 10 Jahre lang bienen, übernehmen bie Sowjetfabriken nur eine fünfjährige Garantie — oft aber müssen sie schon nach einem Jahre ausgewechselt werben. „Schlecht ist bas ganze System: Rücksichtslose Behanblung bes Materials, schlechte Organisation, Leerlauf, Disziplinlosigkeit..." Eine Ergänzung zu biesen Worten des Volkskommissars bilden folgende Zahlen: Seit Anfang 1935 warten allein bei der Schwerindustrie rund 500 000 Wagen Waren auf Abtransport, und in den anderen Industriezweigen herrscht ein gleiches Bild, während die Wagenstellung abnimmt, 29 v. H. der Güterwagen ständig leerlaufen, die Betriebsgeschwindigkeit sinkt Für die Verwaltung ist bezeichnend, daß der bisherige Kommissar Andrejew in einer besonderen Verordnung angedroht hat, die Erteilung unnötiger Befehle mit strenger Strafe zu belegen. Und von besonderem Interesse ist, daß bis in bie jüngste Zeit im Verkehrswesen über eine Million ber verschiebensten Vorschriften unb Verorbnungen galten. Wo liegen bie Ursachen bieser Krise? Sie ist zu einem Teil zu erklären aus ber falschen Einschätzung bes Faktors Mensch, mit ber schematischen bürokratischen Verwaltung unb dem Mangel an Pflichtbewußtsein unb Verantwortungsgefühl. So kommt es, baß sich bie Eisenbahnunfälle von Woche zu Woche häufen: bie allgemeine Verkehrsunsicherheit wirb am besten ba» Von der Drehbank zur Opernbühne. Die Maschinen bes Messingwerkes in Sundwig singen bas hohe Lieb ber Arbeit. In bas schrille Kreischen ber rotierenben Räder mischt sich das wuchtige Stampfen öltriefender Kolben. Akkordarbeiter K r 0 l l m a n n steht an der Drehbank. Fest hält er die Drahtschere in der Hand. Pflichttreu verrichtet er die ihm aufgetragene Arbeit. Zu privaten Unterhaltungen hat er jetzt keine Zeit. Erst nach Feierabend hat man Gelegenheit, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er hier im Werk. Acht Jahre ist er in den Arbeitprozeß eingespannt. Ein kleiner unbekannter Drahtschneider in der Belegschaft von siebenhundert Mann. Wir wandern gemeinsam durch die abendlichen Kleinstadtstraßen seines Heimatdorfes. Karl Krollmann, der jüngste lyrische Tenor Deutschlands, erzählt mir seine Geschichte. Mag sein, daß sie manchem im ersten Augenblick ein wenig unwahrscheinlich klingt. Sie ist nichts anderes, als der nüchterne Tatsachenbericht eines jungen beut= durch gekennzeichnet, daß diese Unfälle zum über-1 schen Arbeiters, dessen Lebenswunsch in Erfül- wältigenden Teil auf oberflächliche Durchführung • lung gegangen ist, eines Arbeiters, der jahrelang fungsausschuß bestand er fein Examen als Opern- ■ O b er - S ch m i tte n, 23. März^Ein s ch w e - .. a —' ü , \ , V I ( AVAtnwntA Hrtl TM APr mlPTPI flPF Obecheffen vor- Don- waltungszweigen: 1578,26 1018,22 18 732,— Reichs- 14 610 — Nachdem Bürgermeister Wagner auf steuer) Ucberroeif ungen aus steuern Ergänzungsmittel Kapitalzinsen Schuldentilgung Gemeindeumlagen 3 057,02 1 694,89 1 417,45 2 726 — Anfrage 503,10 217,45 53 000 — 234,06 7 730,50 3 318,— 560,— Einnahme 12 731,31 5 067,78 2 658,79 59 038,— 1187,80 2 000 — 1 200,— 190,— 16 128,43 280,— 1 879,81 länger. Der Intendant des Bielefelder Stadttheaters war zufällig anwesend und engagierte den 24jähri- gen Drahtschneider aus dem Sauerland sofort für die kommende Spielzeit als lyrischer Tenor!... Der Traum des Akkordarbeiters Krollmann ist in Erfüllung gegangen. Heute steht er noch an der Drehbank, doch feine Gedanken find längst auf der Opernbühne, wo er in einigen Monaten im Scheinwerferlicht stehen wird und seine Stimme erklingen Erzeugungsschlacht fanden ebenfalls eingehende Besprechung. Anschließend sprach Herr Bender von der Kreisbauernschaft Wetzlar an Hand von Lichtbildern aus dem Gebiet der Kreisbauernschaft Hes- sen-Nassau-Nordost über die heimische Landschaft, über Fachwerkbauten, Volkstrachten und Haus- inschriften. Den Vorträgen folgte eine rege Aus- spräche. Kreisobmann Langsdorf forderte im Schlußwort zur Zusammenarbeit und Volksgemeinschaft auf. Der Ortsbauernführer schloß die Versammlung mit dem Gruß an den Führer. Hofes, die Rodung einer Waldlläche und der einer Teilstrecke des Wasserleitungsprojektes gesehen. Landkreis Gießen. K Alten-Buseck, 23. März Im gutbesetzten Saale von Wilhelm Rühl veranstaltete der Verein für das Deutschtum im Ausland einen Lichtbilderabend, zu dem als Vortragende die Reichsrednerin Frau D e g e n e r (Berlin) erschienen war. Dem Vortrag voraus gingen die Begrüßungsworte der Frauenschaftsführerin, Frau Sarg, denen sich mehrere gutgewählte, schön vorgetragene Lieder und Gedichte der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Fay anschlossen. Mit großer Spannung folgten die Besucher bann dem fesselnden Vortrag der Rednerin, die ihre Ausführungen durch zahlreiche vorzügliche Lichtbilder ergänzte. Erschütternd waren die Schilderungen der schweren Leiden unserer deutschen Brüder während der Besatzungszeit, nicht minder ergreifend die Darstellung der unsagbaren Nöte und Bedrängnisse, die unsere Brüder im Ausland für ihre Liebe und Treue zum Vaterland erdulden mußten. Tiefen Eindruck hinterließen die Schilderungen über die Raumverteilung der Erde. Diese biete ausreichend Raum und Lebensmöglichkeit für 8 Milliarden Bewohner, während sie z. Z. von nur 2 Milliarden bevölkert sei, wovon die Hälfte Asiaten find. Dabei leide das deutsche Volk unter starken Raummangel und könne auf die ihm nach dem Weltkrieg entrissenen Kolonien nicht mehr verzichten. Starker Beifall der Zuhörer und herzliche Dankesworte der Veranstaltungsleiterin belohnten die Rednerin für den lehrreichen Vortrag. Nach zwei passenden Liederoorträgen des Gesangvereins und dem gemeinsam gelungenen Deutschlandlied wurde die Veranstaltung mit dem Treuebekenntnis zum Führer geschlossen. In anerkennenswerter Weise hatte Pfarrer Naumann den Lichtbilderapparat der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt und dessen Bedienung übernommen. * L i n d e n st r u t h . 25. März. Der 42jährige Bahnarbeiter Karl Müller erlitt einen Oberschenkelbruch des linken Beines und wurde zur Behandlung nach Gießen gebracht. * Londorf, 25. März. Der Arbeiter Heinrich Schmidt von hier erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte nach Gießen zur Behandlung gebracht werden. 1 503,50 80.— — 13 780,46 1195,20 7 275,73 82,50 erholt. Am S ch a f m a r k t betrug die Zufuhr nur noch 91 gegen 357 Stück, die nachlebhaftem Geschäft und bei 1 bis 2 RM. höheren Preisen geräumt wurde. Auch am Schweinemarkt hat sich die Preislage für fette Fleischschweine etwas gebessert. Nach mittelmäßigem Geschäft wurde die Beschickung von 4231 (4228) Tieren nahezu ausoerkauft. Nhein-Maimsche Mittagsbörse. Freundlich. Frankfurt a. M., 23. März. An der Wochen- schlußbörse konnte sich zwar kein größeres Geschäft entwickeln, die Haltung war aber nach der uneinheitlichen Bewegung des gestrigen Tages überwiegend freundlich. Von der Kundschaft lagen für einige Spezialwerte kleine Aufträge vor, dagegen verhielt sich die Kulisse etwas abwartend; sie wollte über das Wochenende keine neuen Engagements eingehen. Die Tendenz erhielt auch heute von günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft etwas Anregung. Daneben fand die gute Entwicklung der Steuer- und Zolleinnahmen im Februar Beachtung. An den Aktienmärkten überwogen bet allerdings kleinen Umsätzen und noch etwas uneinheitlicher Kursgestaltung zumeist Erhöhungen von etwa 0,50 v. H. Etwas lebhafteres Geschäft, besonders nach Feststellung der ersten Kurse, entwickelte sich am Montanmarkt, speziell für Rheinstahl mit 103,50 bis 104 (102,75), ferner fanden Stahlverein mit 81,25 bis 81,50 (80,75) größeres Interesse. Mannesmann notierten mit 80,13 bis 80 (79.65), Harpener mit 101,75 (101,25) und Mansfeld r Bergbau mit 98,13 (97,75). Chemische Werte Inr n außerordentlich ruhig, zunächst kamen nur 5-,G.- Farben mit 143,50 (144) zur Notiz. Auch Elett-"- merte hatten nur kleines Geschäft und nur ger ? Veränderungen zu verzeichnen, fester waren > AEG. mit 36,40 (36,25), Licht und Kraft mit 12" > (121,50) und Gessürel mit 121 (120,50). Mainkr - werke mit 94, Schuckert mit 101 und Siemens • t 147 lagen gut behauptet. Am Schiffahrtsatt' - markt begegneten Hapag mit 32,50 (32.25) n h einiger Nachfrage, dagegen lagen Nordd. Lloyd febr ruhig und mit 34 um 0,50 v. H. niedriger. S-?"'t tarnen zunächst zur Erstnotiz: Kunstseide AKU. 54 (53,40), Daimler Motoren 92,40 (92,75), Gement Heidelberg 118,65 (119,25) und Reichsbank mit unverändert 158,50. Am Rentenmarkt hielt die schon während der ganzen Woche bestehende Geschäftsstille für variable Anleihen an. Altbesitz bröckelten auf 111,75 (111,90) ab, dagegen blieben Zinsvergütungsscheine 91,30 zu 91,30 (unv.) gefragt. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldungsan- leihe lagen behaupte. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 25. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 852 Rinder (190 Ochsen, 91 Bullen, 323 Kühe, 248 Färsen), 625 Kälber, 20 Schafe, 3753 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 28 bis 42 Mark, Bullen 28 bis 40, Kühe 18 bis 39, Färsen (Kalbinnen) 26 dis 42, Kälber 27 bis 55, Hämmel 37 bis 38, Schweine 40 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber und Schweine mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig. einzelne Abteilungen des Voranschlages näher erläutert hatte, wobei er auch dorn zur Sitzung zugezogenen Stadtrechner Gehringer für die sorgfältige Aufstellung des Vorinschlages den Dank aussprach, wurde der Voranschlag einstimmig an- „ genommen. sich von feinem • kleinen Gehalt ab, bis es ihm endlich gelang, nach vierjährigem Studium eine greift eile zu bekommen. Bald war Krollmann soweit, daß man ihn nach Dortmund schickte, wo er nun begann, Solopartien zu studieren. Er pendelte zwischen der Drehbank und der Gesangstunde hin und her, teilte sein Leben in Drahtschneiden und Opernpartituren ein. Es war ein Dasein größter Entbehrungen und grenzenloser Arbeit. Es ist geschafft! Dann endlich im Oktober vorigen Jahres kam der größte Tag. Mit Herzklopfen stand Karl Krollmann auf der Bühne. Vor einem staatlichen Prü- Wir wünschen ihm „Hals- und Beinbruch", dem Akkordarbeiter Krollmann! R- E- P. (D Groß-Rechtenbach, 23. März. Die hiesige Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Haushalt- plan für das Rechnungsjahr 1935. Die Gemeindeumlage soll in derselben Höhe wie im Vorjahre erhoben werden. Die Bürgersteuer wird mit 100 v. H. des Reichssatzes angesetzt. An grötz'- ren Arbeiten sind die Jnstandsetzuna des Schul- " ' ~ ...... 1 1 Bau Ausgabe 3 880,— 2 186,20 2 411,19 28 568,54 23,74 438,— 652,— 70,60 12 515.03 1 304-,20 3 255,29 280,— 25 592,94 5 896,86 2 035,37 2 341,46 13 593,— 50 485,53 3 402,87 342-,17 883,49 21 852,90 3 613,85 5 758,59 150,— 260 — 16 958.40 564 — 269,10 rer Unfall ereignete sich in der Schlosserei der M o u f a n g s ch e n Papierfabrik. Als der mit Aufräumen beschäftigte Schlossergeselle Otto Albus an der Drehbank sich bücken wollte, fuhr ihm der D r e h st a h l i n s A u g e. Der Verletzte wurde der Augenklinik in Gießen zugeführt. Die Aerzte geben die Hoffnung nicht auf, die Sehkraft des verletzten Auges erhalten zu können. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Wißmar, 23. März. In der Gastwirtschaft von Wolf fand eine gutbesuchte Bauernver- ammlung statt, die im Zeichen der Wehrfreiheit und der Nahrungsfreiheit unseres Vaterlandes stand. Kreisobmann Langsdorf sprach eingehend über die nationalsozialistische Agrarpolitik und erörterte im einzelnen die vier grundlegenden Gesetze: das Reichsnährstandsgesetz, das Gesetz über Marktregelung und Festpreise, das Gesetz zur Neubildung des Bauerntums und das Reichserbhofgesetz. Fragen der Kreis Alsfeld. 8 Alsfeld, 23. März. Die hiesige Gruppe des NS. - Arbeitsdienstes veranstaltete im großen Saal des „Deutschen Hauses" einen Bunten Abend zum Besten des Winterhilfswerks, zu dem sich eine sehr stattliche Besucherzahl eingefunden hatte. Wirkungsvolle musikalische Darbietungen der schneidig musizierenden Gruppenkapelle wechselten in flotter Folge mit Chören, Tanzdarbietungen, Laienspielen, Mundartvorträgen, Sprechchören und turnerischen Darbietungen ab, die alle herzlichen Beifall fanden. Nach dem Lied „Spaten zur Hand" sprach Gruppenführer Z i m p e l, der in eindringlichen Worten das Ziel des Abends und die Bedeutung und Aufgaben des NS.-Arbeitsdienstes umriß. Arbeitsdienst bedeute Ehrendienst und angewandter Nationalsozialismus. Die deutsche Jugend habe in ihm eine Erziehungsschule, die Männer mit Zucht und Ordnung heranbilde, die der Uederheblichkeit von einst die Kameradschaft entgegenzusetzen hätten. Auch im Arbeitsdienst werde das Ziel des Führers, der Arbeit ihre Ehre und ihren Stolz wiederzugeben, in vorbildlicher Weise verwirklicht. Der wohlgelungene Abend, der der Winterhilfe einen erheblichen Betrag zuführen kannte, war zugleich ein erfreulicher Beweis für die herzliche Verbundenheit, die zwischen dem Arbeitsdienst und der hiesigen Bevölkerung besteht. Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 25. März. Das Ortsnetz des elektrischen Lichtes, das Eigentum der Gemeinde war. wurde an das Ueberlandwerk verkauft. — Am 27. d. M. feiern die Ehepaare Untererheber und Gemeinderechner Otto I o ft und Katharine, geb. Fuchs, sowie Landwirt Ernst Becker und Anna, geb. Schombert, ihre silberne Hochzeit. DerGiünbergerHaushaliSvoranschlag für 1935. + Grünberg, 23. Mörz. Im Anschluß an den Bericht über den Abschluß des städtischen Haushaltsvoranschlags für 19 3 5 (vgl. Gießener Anzeiger Nr. 70 vom 23. März) ist nach den Darlegungen von Bürgermeister Wagner in der gestrigen Gemeinderatssitzung noch folgendes zu berichten: Die Erhöhung auf der E i n na h m e f e i t e ist bedingt 1. durch einen Rechnungsrest aus 1933 im Betrage von 12 731,31Mk., 2. Mehrerlös aus Holz durch Erhöhung des Hiebsatzes mit 27 000 Mk., 3. Mehraufkommen an Reichssteuerüberweisungen mit 2000 Mark. Dagegen weisen auf der Ausgabeseite folgende Posten höhere Ansätze auf: Steuererlässe aus früheren Jahren, Arbeits- und Ersatzbeschaffungen, Holzhauerlöhne, Fürsorgelasten, Straßenunterhaltungen und Schulen, außerdem ist im Vermögensteil ein größerer Betrag für die Abdichtung des unteren ^riebwasserteiches, sowie zu Quellschürfungen und Einbau einer Regulierungsleitung vorgesehen. Die Bürgersteuer wurde um 6000 bis 7000 Mark gesenkt, die Realsteuern von 59 000 auf 53 000 Mark herabgesetzt. Darin ist die 25prozentige Ermäßigung der Sondergebäudesteuer enthalten. 21 uf die Gemeindegetränke- und -biersteuer kann infolge Senkung der Sondergebäudesteuer und der durch Neuordnung der Bürgersteuer entstehenden Ausfälle und der noch hohen Wohlfahrtslasten noch nicht verzichtet werden. Für Gesundheits- und Jugendpflege, zwei Gebiete mit wichtigen Aufgaben im heutigen Staat, wurden Mittel bereitgestellt, deren Erhöhung für später anzustreben ist. Nachfolgend die Ansätze in den wichtigsten Ver- Oer Opekabschluß 4934. Die Adam Opel AG„ Rüsselsheim a. M., legt als erste der großen Automobilfirmen ihren Jahresabschluß für 1934 vor. Das vergangene Absatzrekordjahr brachte den Opelwerken mit ihren 59 763 von insgesamt 150 329 am deutschen Markt abge- etzten fabrikneuen Kraftwagen einen gewaltigen Aufschwung. Der Bruttoertrag stieg auf 82,6 (47,73) Millionen Mark, Zinseinnahmen (vermutlich Kassaskonto) auf 1,77 (0,17) Mill. Mark, während außerordentliche Erträge auf 1,87 (3,54) zurückgingen. Demgegenüber erhöhten sich um 89 v. H. Löhne und Gehälter auf 37 (19,63), soziale Abgaben stiegen auf 2,89 (1,75). Freiwillige soziale Abgaben sind diesmal unter übrige Aufwendungen verbucht (i. V. 0,25). Besitzsteuern erhöhten sich auf 5,71 (0,95), die übrigen Aufwendungen auf 9,25 (6,46). Anlage- abschreibungen betragen 15,43 (12,95), darunter 3,2 Sonderabschreibungen auf Geschäfts- und Fabrikgebäude. Auf Werkzeuge wurden allein 7,75 Mill, abgeschrieben, sie erscheinen bilanzmäßig nur noch mit einem Markposten, da auch für das lausende Jahr hohe Ausgaben für Spezialwerkzeuge erwartet werden. Schließlich gingen die anderen Abschreibungen auf 2,54 (4,68), im wesentlichen auf Materialbestände, zurück. Es verbleiben für 1934 mithin 13,401 (5,013) Mill. Mark Reingewinn, so daß nach Tilgung des Verlustvortrages von 11,39 noch 2 Mill. Mark Reingewinn erscheinen, lieber dessen Verwendung liegen keine Angaben vor. Der Export wurde trotz steigender Schwierigkeiten und unbefriedigender Preise gefördert, er wurde absolut um 10 v. H. auf 8441 Stück erhöht. Der Gesamtexportanteil von Opel beträgt 65 (63) v. H. Das Fahrradgeschäft brachte eine bedeutende Umsatzsteigerung besonders der mittleren Preisklasse. Die Fayrradausfuhr wurde gehalten. Der Bericht weist u. a. hin auf die Entwicklung der Listenpreise des billigsten geschlossenen Opelwagens, der als 14-P5-Limousine im Juli 1928 noch 3500 Mark und im Winterpreis 1934 mit 23 PS und den sonstigen technischen Verbesserungen nur noch 1750 Mark kostete. Für die weitere Ausdehnung des deutschen Kraftwagenabsatzes verbleibe trotz der bekannten Rekordentwicklung für uns noch ein breiter Raum. Die Opel-Belegschaft stieg auf 18 000 Werksangehörige, die voll beschäftigt sind. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Aufschwung der deutschen Kraftverkehrswirtschaft erwartet. Das erste Vierteljahr verlief sehr zufriedenstellend; in den beiden ersten Monaten wurde der Umsatz stückmäßig beachtlich erhöht, der Auslandabsatz gegen den Januar und Februar 1934 erfuhr eine kräftige Steigerung um 125 v. H. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Arn Großviehmarkt bewegte sich die Zufuhr mit insgesamt 1199 (gegen 1195 in der Vorwoche) in normalen Bahnen. Die Qualitäten waren wieder gut. Lebhafter gefragt waren Kühe bei Preisbesferungen um 1 bis 2 RM., nur geringe blieben mit 15 bis 22 RM. unverändert. Dagegen waren geringe Bullen gesucht und etwas höher, Ochsen blieben unverändert und Färsen in mittlerer Qualität gewannen bis 2 RM. Der Markt wurde bei im ganzen zufriedenstellendem Geschäft nahezu geräumt. Kälber unterlagen großen Schwankungen, waren aber per Saldo gegen die Vorwoche unverändert, beste Tiere zogen sogar noch an. Nach zunächst ruhigem, später wieder lebhafterem Handel wurde ausverkauft. Die Beschickung war mit 1749 (1769) etwa die gleiche wie in der Vorwoche. Am Montagsmarkt notierten die einzelnen Gattungen wie folgt: a) 47 bis 50 (gegen 51 bis 54 am nerstag, dem 14. März), b) 39 bis 46 (44 bis 50), c) 31 bis 38 (37 bis 43), d) 23 bis 30 (27 bis 36). Am Donnerstag, dem 21. März, also am letzten Markt, hatten die Notierungen wieder folgendes Aussehen: a) 53 bis 56, b) 44 bis 52, c) 36 bis 43, d) 27 bis 35, mithin waren die Preise wieder kräftig Rechnungsrest Gebäude Grundstücke Wald Jagden, Fischereien Schäfereien Messen und Märkte Waagen Wasserversorgung Kleinkinderschule Badeanstalt Förderung der Hitlerbewegung Allgemeine Verwaltung Oesfentliche Sicherheit Gesundheitspflege Feuerlöschwesen Armenpflege Schulen Evangelische Kirche ECenbahn Friedhöfe Straßen Kanäle Landwirtschaftszwecke Grenzverhältnisse Oeffentl''che Anlagen Ruhegehalte Gemeinnützige Zwecke Steuern und Abgaben Sondersteuern (Hunde-, Ver- gnügungs-, Bürger-, Bier-, Getränke-Steuer und Zuschlag zur Grunderwerb- Kurszeiies der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 217. Frankfurt a.Dl. Herl.!' Sckiluk- Schluß!. ö Abend. kurv börse börke Datum 22-3 23.3 22 3 23 3 98,13 111,9 111,75 112 111,7 99,7 99,6 99,6 99,6 98 98 98,25 96,75 97 143,9 144 99,9 100 94,75 4i 95 88 I 119,25 | ~ I 88 114 10 97,25 100 100,13 97,5 O 101,75 101,25 156 156 37,5 125,4 37,75 6 166 8,25 167,5 101,25 90,65 97,5 105,9 101 147 121 103 53,4 5 6 4 7 7 O O O 6 94 104 92,5 102,75 124,25 88,5 80,65 92,5 102,25 100,75 146,75 121,25 91,25 103 124 88,13 80,25 144 210,5 101,25 107,13 94,75 36,75 220 100 96,25 102 100 96,25 102,5 O 6 92,75 153 54,4 117,5 114 81 112,75 80,5 124,25 92,75 153,25 88,5 36,75 219,25 Schluß!. Avend« vörsk 101,5 107,13 94,5 A.E.G. Bokula 36,25 140 109 121,5 88 120,5 101 147 121,25 100,65 90,25 147 125,25 88,25 79,65 94 152,5 Schluß« kurs 208 103 81,25 12 109 108,5 144 Schluß« furd 36,4 140,13 108,75 122 88,75 120,75 114 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Merallgesellschaft. .... 102,5 54,75 116 113,75 81,5 124,5 94,25 153,25 89,25 36,75 220 158,25 155 4% Oesterreichijche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente b. 1910 4*/j% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co...... Siemens & Halske... Lahmerer LCo..... 37 140,4 109,5 121,25 88 120,5 113,5 12 109,25 109 144 53,4 117 112,75 81 37 219,25 158,5 156 208 103,75 82 11,9 107,5 108 143 36,75 140,5 109,4 121,75 88 120,75 113,25 . o .. 5 . 5 7 y2 97,75 105 97,5 105,25 . t> 2K 88 .. 01 79,65 Philipp Holzmann .. .. Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Schluß!. Mittag« börse 25,5 1,2 7,4 6,7 6,75 10 Elektr. Lteferungögesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Reiten & Guilleaume O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 101,25 146,75 121,5 100 j 96,25 i 102 I 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 5 */2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4Y,% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4yz% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5*/2% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui ... 4*/2% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschnldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 sy2% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6*4% ehem. 41/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4'/2% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4*4% eheiy. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Lbl.Vl Steuerguisch.Verrechnungsk. 35-39 71 144 9 210,5 O' 100 4 101,75 100 96,25 102,13 Buderus ....... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Reuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Rühren...... 207,5 104,25 82 12 107,75 108 143 Mansfelder Bergbau .. Koksioerke........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Ctaoi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 88 I 88,25 I 118,9 I - Frankfurt a. M. | Berlin 99,75 107,9 94,5 __________Serlin,23.MLrz Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten.. Spanische Noten................. Ungarische Noten Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... O Zellstoff Waldhof O Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren O Deutsche Linoleum 6 Crenftetn & Koppel O Westdeutsche Kaufhof O Chade......................O Accumulatoren-Fabrik 12 Conti-Gummi............... 8 22 3 ! 23 3 **■* AS . 3 97,75 .5 — ' 12> 3 3*4 102,75 .. o; 81 >atum j 22 3 | 23 i Gritzner O| 38 I 37,9 I Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 94 94 I Süddeutscher Zucker.........9| 166,25 1 166,25 | Frankfurt a. M Aerlin Schluß- lurs Schluß. Abend- börw Schluß- lurs Schlußk. Ulittag- börse ‘-Datum 22 3 23 3 22 3 23-3 4% desgl. Serie 11 ............ 8,25 8,25 — — 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4,5 4,8 — 4,6 t"2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,8 7,05 6,7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,25 4,25 4,3 4,25 2*4% Anatolier .............. 34,75 34 34,9 34,13 Hamburg-Amerika-Paket ..... O 32,25 33,13 32,4 33,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O —— — 27,5 — Norddeutscher Lloyd .........O 34,5 34,5 33,9 34,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 81,5 82 81,25 81,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 108,25 108 107,75 108,4 Eoin merz- und Privatbank ... 0 82 83 82,5 83 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................O 84 84,5 84 84,5 Dresdner Bank..............0 84 84,5 84 84 Reichsbank ................ 12 158,5 158,75 158,75 22.März 23. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld | Brief Buenos Aire-. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel ... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 52,85 52,95 53,01 53,11 Danzig ... 81,21 81,37 81,23 81,39 London... 11,835 11,865 11,87 11,90 Helsingfors Paris .... 5,225 5,235 5,245 5,255 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .. 168,27 168,61 163,23 168,57 Italien... 20,72 20,76 29,72 20,76 Japan.... 0,693 0,695 0,695 0,697 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 59,49 59,61 59,67 59,79 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 10,74 10,76 10,77 10,79 Stockholm. 61,03 61,15 61,21 61,33 Schweiz .. 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.. Prag..... 33,97 10,388 34,03 10,408 34,02 10,392 34,08 10,412 Budapest . — — Neuyork... 2,485 2.489 Bantnoten 2,487 2,491 114,25 114,13 114,4 97,25 98 97 99,9 — — 100 100,13 100,13 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 97,5 105,9 105,9 105,9 24,5 25,5 _ 1,2 1,2 — 7,4 7,5 7,4 6,7 6,75 6,75 6,75 6,75 — 10,25 10,1 10,25 8,25 — — Geld Brief 2,439 57,83 2,459 58,07 52,80 53,02 11,835 11,875 16,42 ! 6,48 167,81 168,49 20,46 20,54 59,51 59,75 — — _ —- 61,00 61,24 80,39 80,71 33,55 33,69 O * « Montag, 25. März Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) M.71 Dritter Blatt I stete starke Verpflichtung für jeden einzelnen Hitler- | jungen bedeute. Er kam dann auch auf die Wieder Aus der Provinzialhauptstadt )ochen- Mdjdft unein= aerwie- |en für dagegen wollte Zements n gün- 15 An- ing der ir Be- Arn gestrigen Sonntagabend hatte der Bann 116 der Hitlerjugend einen seltenen und denkwürdigen Besuch. Im Auftrage des Reichsjugendführers besuchte dessen Stabsführer Har t - mann-Lauterbacher, in Begleitung des mit der kommissarischen Führung des Gebiets beauftragten Oberbannführers Pottho ff, die Kameraden des Bannes 116 der HI., dessen Formationen in Gießen und in der näheren Umgebung ihre Zu sehen. Wir stehen zutiefst ergriffen auf der Götterburg der Akropolis, überwältigt vom Anblick des Parthenon, und wissen in einem Augenblick mehr als nach dem Lesen vieler dicker Bücher vom perikleischen Zeitalter, in dem ein kleines geniales Volk die Schönheitsideale schuf, die bis heute der Welt Maßstab höchster Vollendung geblieben sind. Nach wenigen Tagen umgeben uns die Zeugen einer Macht, die einstmals drohend vor den Toren Europas stand und wir begreifen jetzt erst, was es hieß, daß die Türken „Konstantinopolis" zu Stam- bul machten. Wir bestaunen die Marmorkuppeln der Moscheen, die der Stolz gewaltiger Sultane wölbte, und den Wald der spitzen Minaretts, von denen sie den Namen ihres Siegeshelfers Allah rufen ließen. r . Jerusalem! Ort der Passion unseres Heilandes, Heiligtum der Christenheit und des Islam, der den unvergleichlichen Tempelplatz des in allen Farben gleißenden Felsendomes schuf, um den sich die altersgraue, arabische Bergstadt aufbaut, in der sich durch das Gewimmel der orientalischen engen Marktstraßen und überwölbten Basare die Angehörigen aller christlichen Konfessionen zu den Heiligtümern drängen. Nie gesehene Ordenstrachten und Priester- qewänder tauchen zwischen malerischen Beduinen- ünd Fellachentypen auf — Fülle der Anschauung, tausendfache Anregung zu nachdenklicher Betrach- ^Äeqypten! Pyramiden und Obelisken, die riesigen, über und über beschrifteten und bebilderten Tempelmauern und Säulenkolosse blicken uns als undurchdringliche Rätsel an, wenn sie in aller ihrer Ungeheuerlichkeit vor uns stehen, palmenuberfachert, zwischen unendlicher Wüste und dem lebenspendenden Strom des Vaters Nil. Zurück nach Italien. Neapel mit seinem lachenden Golf und seinem ewig dräuenden Vesuv, Capri und die sorrentinischen Küsten des Vergil und des Tasio! Wer wüßte nicht von Sizilien, der Aetnabe- herrschten Landschaft von Taormina, von Palermo mit seinen Zeugen der Normannenpracht, und jener Stätte, an der die deutschen Staufer von ihren weltumspannenden Taten und Plänen ausruhen. Weiter nach Tunis, nach Algier, ms bewegte Leben jener Hafenstädte, in denen sich der bunte Orient neben dem ausgleichenden Europäertum in all seinen Schattierungen trotz moderner Firnis Gelock, das der Reiterin etwas Sagenhaftes verlieh, etwas Balladeskes, und das schienen alle Menschen im Raum zu spüren, denn die Blicke der Tausend eilten den gleichen Weg: vom Pferd zur Frau, von der Reiterin zum Haar, und hier blieben sie haften wie an einem Phantom. Die letzte Ansichtskarte von Jsabell, der Berliner Kaufmannstochter, kam aus Madrid, wo die Blondinen selten sind und mit Leichtigkeit Triumphe erleben. tens1 ' tsnt'b’” >5) n-i) oyd W. 54 Cement mit un= während stille B uf 111.75 -Meine chsschuld- dungsan- dereinführung der allgemeinen Wehrpflicht zu sprechen, die er als Sprecher der HI. mit freudigen Worten begrüßte, dabei betonend, Don- s 50), s 36). letzten ende; 's 43, ch'tig ‘ nvch eslhäft räumt Preis- . Nach ig von der sich die Fahrzeuge -ter Straße in Stadt und Land bewegen, wird es von Tag zu Tag immer dringender, daß die 15 Millionen Radfahrer ihre eigene Bahn erhalten. Es ist heilige Pflicht des Staates und der Gemeinden, dafür zu sorgen, daß das Leben des vierten Teiles des Volkes genau so geschützt wird, wie das der übrigen Volksgenossen, die ihre Fahrbahn und ihren Gehsteig haben. Unsere Jugend, die den alten Radwanderern eifrig nachstrebt, an freien Tagen und in den Ferien hinaus zu radeln, um die Heimat, ihr Deutschland kennenzulernen, hat ein Recht darauf, daß man ihnen Wanderlust und Freude an Unbekanntem erleichtert. Auf vielen Radwanderungen durch Deutschland und auch im Ausland haben wir Führer von Jungradlern mehr als einmal mit dein Fuße im Gefängnis gestanden, wenn im gebirgigen Gelände an unübersichtlichen Straßenkurven, Kreuzungen usw. ein Zusammenstoß des Jungen mit einem Auto und dgl. möglich werden konnte. Der Führer haftet für alles, auch für das Leben der ihm Anvertrauten. Alle Vorsichtsmaßregeln können einen Unfall nicht ausschalten. Wenn ich auf meiner letzten Fahrt mit sechs Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren eine Ferienfahrt von Berlin über Köln, Frankfurt, zurück nach Berlin ohne Unfall ausführen konnte, so dankte ich dies meiner Erfahrung, die ich mir in zwölf Jahren auf Wanderfahrten mit über 60 000 Kilometer erwarb. Viel Sorge aber wäre erspart worden, hätten Radfahrwege zur Verfügung gestanden. Deshalb gehört zur restlosen Freude, zur restlosen Sicherheit aller radfahrenden Volksgenossen, die restlose Anlage von Radfahrwegen in ganz Deutschland. Deutschland muß und soll auch hier Bahnbrecher sein, denn Deutschland wartet darauf, daß die Jugend Vermittler der Kameradschaft von Gau zu Gau wird und sich das Wort erfüllt: „Auf Radfahrwegen die Heimat lernen,„ kann keinen gesunden Jungen verderben!" Otto Schoos. Dem Frühling entgegen. Von Hermann Ebers. Wie schwarze Schwäne umkreisen die Gondeln das weiße Schiff, das rank und schlank vor dem erlesensten Landungsplatz der Welt, vor Venedigs Piazzetta, liegt. Eine Stunde später rattert die Ankerkette, ein leises Vibrieren durchzittert den Schiffskörper, er beginnt zu gleiten, und die Bordkapelle spielt: „Muß i denn, muß i denn ..." Was hat Venedig mit einem deutschen „Städte" zu tun? Und doch, wir sind fast ergriffen, als Venedigs Paläste, Kuppeln und Türme kleiner und kleiner werden, bis sie dem Blick entschwinden. Unvergeßlich jene erste Stunde, die man in die Adria hi'naussteuert, bis kein Land mehr zu sehen ist. Ein unbeschreibliches Gefühl des Losgelöstseins von Alltäglichem überkommt einen, und ein Fieber der Erwartung auf jene Wunder, die jenseits die Meeresfernen sich aufschließen werden ... Dann erst das Auspacken und Sicheinrichten in der freundlich Hellen Käbine, die für drei Monate Heimat fein l°Wenn wir an diese Monate zurückdenken, so liegt Sonne, warme, goldene Sonne auf uns, wir atmen frische Salzluft. Himmels- und Meeresfarbe verschmilzt zu dem beglückenden Blau göttlicher Unendlichkeit. Küsten gleiten an uns vorbei, deren Berge klassische Linien zeichnen, Inseln, die Spitzen und Grate versunkener Berge sind, tauchen aus und verschwinden, farbige Barken mit bunten Segeln kreuzen den Weg, Delphine tanzen im strudelnden Kielwasser ihren Reigen, und das weiße Volk der Möven kreist tagaus, tagein über dem Schiff. Wir nähern uns den Ufern. Wir laufen Häfen an. Heute sind wir bei diesem Volk zu Gast, morgen bei jenem. Man führt uns zu den Denkmälern ihrer großen Vergangenheit. Wie vieles, was uns schon aus Bild und Wort vertraut zu fein schien, wird uns nun erst wirklich zu eigen, jetzt, wo es unseren Augen vergönnt ist, es leibhaftig vor uns Der Stellvertreter des Reichsfugendführers, Obergebietsführer Ha r tm a n n-L a uterb a ch er (Zweiter von links), beim Abschreiten der Front. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Ein denkwürdiger Tag der Gießener HZ. Oer Stellvertreter des Reichsjugendführers besucht seine Gießener Kameraden. Und nun steuern wir dem nordischen Meer entgegen, in den grauen Emst seiner bewegten Wogen, zurück zum Ernst des Alltags, nach der Heiterkeit jener homerischen Gestade und dem Zauber jener unendlichen Mannigfaltigkeiten, den Einst und Jetzt um die Küsten des Mittelmeers webten und weben. m bei । unein- ien von , beson- iwickelte ahl mit hlverein nteresse. (79 H nsW'r te fern ir - Nektr»- «L 58,29 0,203 3,05 53'U 81-39 11,90 5,255 16- 168- 20-8 0,6g 5,6’ 59,79 49,% 10- 61-35 80-Z 14,03 ,0> 2,191 soll, dann muß der Radler auch die Sicherheit haben, unbeschadet seiner Gesundheit und seines Lebens aus der Stadt hinaus und draußen von Ort zu Ort zu gelangen und ebenso heimwärts. Bei dem immer stärker werdenden Straßenverkehr, bei immer höher strebenden Geschwindigkeit, mit hannespassion mit obligater Flöte: „Ich folge dir gleichfalls" gehört zu den schönsten Arien Bachscher Werke und verbindet in prächtiger Weise die Singstimmen mit der Flötenstimme. Präludium und Fuge in k^-Moll für Orgel bildete den Höhepunkt der Veranstaltung. Herr Johannes Nebeling zeigte sich hierbei als ein Meister der Orgel, der das Fugenthema in klarer und verständnisvoller Registrierung gestaltete. Es sei hierbei fest- gestellt, daß die Orgel der Johanneskirche sich für die Wiedergabe Bachscher Orgelmusik besonders gut eignet. Auch die Orgelbegleitung zu den Gesangsund Jnstrumentalstücken wurde von Herrn Nebeling in vornehmer Weise — vielleicht manchmal zu zurückhaltend — ausgeführt. Eine Ansprache des Herrn Pfarrers Ausfeld und Gemeindegesang beschlossen die sehr eindrucksvolle Abendfeier. Störend wirkte sehr das Zuspätkommen und Fortgehen einiger Zuhörer während der Vorträge. Etwas mehr Rücksicht auf Ausführende und Andächtige wäre angebracht. K. Ein arbeitsreicher Tag bei der Gießener Sanitätskolonne. Am gestrigen Sonntag fand im Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen, Sonnenstraße 2, eine Zug- und Gruppenfuh- rerprüfung der Sanitätskolonnen in der Provinz Oberhesien statt. An der Prüfung nahmen 12 Prüflinge als Zugführer und 22 als Gruppenführer teil. Die Prüfung wurde abgehalten von dem Landes- Kolonnenführer, Hauptmann a. D. Lothe'isen, Provinzialinspekteur für Oberhessen, Medizinalrat Dr. Kortüm und dem Kreis-Kolonnenführer für standhaft erhält. w , Mallorca, die alte Hauptstadt der Balearen, ist der Auftakt zu Spaniens Herrlichkeiten. Orient und Okzident in ihrer schönsten Umschlingung erwarten uns dort: Granadas Märchenzauber, Sevillas unvergleichliche Fülle. Ein letzter Gruß der Mittelmeerwelt gilt dem köstlich gelegenen Lissabon und feiner „Ville- giatur Cintra", in der wir noch einmal die ganze Fülle wundervollster Vegetation des Südens, die uns auf unseren Fahrten begleitete, genießen können. Es geht heim. War es ein Traum? Wir waren doch in der deutschen Heimat geblieben, betreut, verpflegt, geführt und freundlich belehrt nach bester deutscher Art, wie es eben auf deutschen Schiffen ist und doch waren wir an vielen Stätten menschlicher Hochkultur gewesen, hatten fremdartige Spra- chen um uns klingen hören und Trachten und seltsame Sitten in bunter Fülle gesehen. Bald Europa, bald ein wenig Asien, bald Afrika — wie verzaubert tarnen wir uns vor. icht.) Um rieb: 852 248 Far« .eine. Es t Bullen bis do» s. Rinder Himmel Standorte haben. Der Bann versammelte sich zunächst auf dem Landgraf-Philipp-Platz und marschierte von dort aus unter Vorantritt des Spielmanns- und des Musikzuges der HI. geschlossen zum Trieb, wobei sich auch die Formationen des Jungvolks an dem Aufmarsch beteiligten. Es war ein schöner Anblick, die frischen Jungens in straffem Schritt und in guter Marschdisziplin ihre Straße ziehen zu sehen und anschließend den exakten Aufmarsch in einem großen Viereck vor der Polkshalle zu beobachten. Es bedurfte nur weniger Kommandos, um die Formationen in einer Gesamtstärke von etwa 1000 Jungens zur Aufstellung zu bringen. Kurz vor dem Eintreffen des Besuchs von der obersten Führung der HI. kam u. a. Pg. Kloster- m a n n bei der aufmarschierten Jugend der Bewegung an, außerdem hatte sich eine stattliche Menschenmenge als interessierte Zuschauer eingefunden. Gegen 18.45 Uhr traf der Stabsführer in der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Hartmann-Lauterbacher, mit feinen Begleitern ein. Nach der Meldung durch den Führer des Bannes 116, Bannführer Heim, schritt Stabsführer Hartmann - Lauterbacher daß bei dem Dienst in der HI. und in der besten Schule der jungen deutschen Menschen, in der Wehrmacht, das starke Fundament des natio- natfozialistifchen Staates für alle Zukunft gelegt werde. In diesem Zusammenhang wies er das vom Ausland verbreitete Märchen des angeblich kriegerischen Geistes der HI. entschieden zurück und betonte demgegenüber, daß die Aufgabe der HI. vielmehr auf dem Gebiete der Erziehung des einzelnen jungen Volksgenossen zur größtmöglichsten Leistungsfähigkeit im Beruf und damit für den Aufbau des Volkes liege. Er wies dabei auf den Reichsberufswettkampf hin, der ein Mittel zur Erreichung der besten Leistungen auf allen Gebieten des Berufslebens und des deutschen Wiederaufbaues fei. Als Dreiklang für die Lrziehungsaufgabe der HI. bezeichnete der Redner die weltanschauliche Erziehung der jungen deutschen Menschen in der Idee Adolf Hitlers, die körperliche Ertüchtigung jedes einzelnen Heranwachsenden Volksgenossen bis zur bestmöglichsten Vollendung und die Steigerung der beruflichen Leistungen bis an die äußerste Grenze des Könnens des einzelnen. Kirchenmusikalische Abendfeier in der Johanneskirche. In der Johanneskirche fand am Sonntag die „6. musikalische Abendfeier" statt, die ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach brachte. — lieber das Wesen Bachscher Musik ist in letzter Zeit anläßlich seines 250. Geburtsjahres von berufenster Seite soviel geschrieben worden, daß sich ein Eingehen auf die Bedeutung Bachs in der deutschen Musik erübrigen dürfte. In erster Lime ist es die evangelische Kirche, die immer wieder feine Werke — sei es im Gottesdienst oder im Kirchenkonzert —dem Hörer in Erinnerung brachte. Und so hat es sich auch der Organist der Johanneskirche nicht nehmen lassen, Johann Sebastian Bachs besonders zu gedenken. Der Orgelchoral: „O Mensch, bewein dein Sunden groß" leitete die Abendfeier ftintmungsDolI ein und brachte wohl manchem Zuhörer zum Bewußtsein, daß die Passionszeit begonnen hat. Ein Duett für Sopran und Alt aus der Kantate: „Jesu, der du meine Seele", gesungen von Else Zimmer (Sopran) und Tilly Wernecke (Alt), ließ zwei gut geschulte Stimmen erkennen, wenn auch kleine Jntonationsschwankungen den sonst schönen Eindruck etwas beeinträchtigten. Wunderschön erklang das Allegro aus der C= Moll-Sonate für Flöte und Orgel, in welchem die Soloflöte (Rudolf Meyer) mit der Orgelflöte wetteiferte. , n r , , Nach der Schriftlefung: Epheser 5, 1 bis 9 folgte ein Andante aus der O-Dur-Sonate für Cello und Orgel. Albert Krämer spielte mit schönem, sonorem Ton dies prächtige Stück und wirkte auch bei den Gesangssachen in dezenter Weise mit. Die nicht leichte Arie für Sopran aus der Jo- ber nationalsozialistischen Bewegung, des deutschen Volkes und der Größe unseres ewigen Deutschland. Seine dreimaligen Sieg-Heil-Rufe als Gelöbnis der Treue zu Führer, Volk und Vaterland fanden bei den Kameraden der HI. und den vielen übrigen Volksgenossen ein begeistertes Echo. Mit dem Gesang des Liedes der Hitlerjugend fand der Abendappell des Bannes 116 feinen Abschluß. Nach der Verabschiedung des Besuches von den Gießener Kameraden marschierten die Formationen geschlossen vom Appellplatz ab. Anlage von Radfahrwegen zur Förderung des Wanderns. Don ber NSV. Abt. „Schabenverhütung", Gau Hessen-Nassau, wirb uns geschrieben: Das Fahrrad ist ein billiges Verkehrsmittel im Vergleich zu anderen. Es gibt keine andere Möglichkeit, billiger und unbehinderter an jeden Ort zu gelangen. Das Fahrrad ist jederzeit bereit zu helfen, fei es für kurze ober lange Strecken. Es gibt kein Warten, es benötigt kein Fahrgeld, es ermöglicht bei Dringlichkeit den kürzesten Weg, es ist Tag und Nacht zur Stelle. Dies sollten sich gerade unsere ärmeren Volksgenossen überlegen. Wenn ber radelnde Städter Sonntags ober zum Wochenende weiter hinaus will, dann braucht er kein Fahrgeld, das der Nichtradler nun einmal hergeben muß, und er spart sich außerdem noch die Unannehmlichkeiten der überfüllten Eisenbahn- abteile, das Eilen zum Zuge und die Wege zum und vom Bahnhof. Jede Fahrt klingt schöner aus und der Gewinn der Erholung ist dauernder. Wenn aber der Gewinn einer Radfahrt restlos fein Bei der Erfüllung dieser Forderungen müsse sich jeder einzelne Hitlerjunge immer den Führer selbst zum Vorbild nehmen. Weiterhin gedachte der Redner in ehrenden Worten der Gefallenen des Krieges und der Blutopfer der nationalsozialistischen Bewegung im innerdeutschen Freiheitskamps, und er ermahnte dabei die Jungens, allezeit in dem borbildlichen Opfergeiste der Gefallenen alles einzufetzen und zu leisten für Deutschlands ~ >. Am Schlüsse feiner eindrucksvollen An- Reiterin. Von Hermann Linden. Wenn die Manegentür sich öffnete, feierlich-langsam, und Jsabell, die Kunstreiterin auf dem schwarzen Hengst „Aladdin" herauskam, um Nr. 6 des Programms vorzuführen, so war das ein Anblick, der Jebermanns Augen in eine zur Ratlosigkeit gesteigerte Entzückung versetzte. Da war ein Pferd, ein Prachtexemplar, Sproß echt arabischen Geschlechts, ein Pferd, das nicht nur herrlich gewachsen war und seidig glänzte, sondern das sogar em Tier war mit Talent, ein Pferd, das tanzte, em Pferd, das die langen, eleganten Beine mit einer Grazie in den Sand setzte, daß man sah, Musik bedarf nicht des Tons, Musik kann auch fein in stummer Bewegung. Daß zu dieser stummen Musik des tanzenden Pferdes die Zirkuskapelle glücklicherweise gedampft — obligatorische Begleitmusik machte, blieb ohne Belang. Es gab soviel zu sehen, daß man vergaß zu hören: denn auf diesem Pferd saß Jsabell, ein großes, vollschlankes, zu junonischen Formen neigendes vierundzwanzigjähriges Mädchen, eine Kunstreiterin von Ruf. Jsabell trug einen schwarzen Reitanzug. Schwarz das Pferd und schwarz die Reiterin, aber dies war das Bezauberndste: Jsabells Haar. Es war blond, lang, weich gelockt und spielte hinab bis zu den Schultern. Niemals hatte ich schöneres Haar gesehen, niemals em oldies edles Blond. Es war jenes Blond, mit dem die Natur geizt, das sie nur in Augenblicken der Gnade verschenkt, jenes Blond, das die großen Ve- netianer und Rubens in unersättlichen Malrausch versetzte, jenes Blond, mit dem das Zauberbild der Loreley' die Rheinschiffer zu nächtlichen Todesfah- ten lockt, jenes Blond, das Liebeskriege entfesselt, wo es sich zeigt, das die Lyriker in allen Sprachen der Welt besingen, jenes Blond, das den Liebhaber von Kultur abhält, im Haar der Geliebten launisch w wühlen, das ihn scheu macht und schüchtern, so daß er jede einzelne Locke zart und voller Bewunderung berührt, wie es Wundern der Natur ge- ziemt Solches Blondhaar hatte Jsabell. Schwarz war das Pferd, schwarz war das Reitkleid, aber da war das Blondhaar, das wie Gold funkelt, wenn das Scheinwerferlicht es mit vollster Schärfe traf, und biefes Haar mar es, biefes lange, schimmernde Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus. Im Frankfurter Schauspielhaus wurde das Drama „Zwei Sonnen über uns" von Herbert Kranz uraufgeführt. Algier ist der Schauplatz der Handlung, und die Fremdenlegion mit all ihren Tücken und Fährnissen steht mitten in der Ereignisse spannenden und dramatischen Verlauf. Das alte Lied: Junge Deutsche, denen nach dem Weltkrieg der innere Halt verlorenging, die kein Ideal mehr fanden, für das es sich verlohnte zu leben und zu sterben, fristen ein erbärmliches Dasein in der Legion. Nur wenige haben sich durchgerungen, sind trotz aller Verführungen Menschen geblieben, Menschen, deren Sehnsucht nach der Heimat schließlich wieder wach wird und die den Tag der Heimkehr nicht erwarten können. So auch der Held der Handlung, der seine fünf Jahre jetzt her- untergeriffen hat, ein Mann geworden ist und sich nun zur Heimkehr rüstet. Da taucht ein neuer Landsmann in der Legion auf, ein blutjunger Mensch, dem er es ansieht, daß er sich nicht, wie einst er selbst, durchzuringen vermag, daß er unter« gehen, daß er dem Laster oder dem Siechtum verfallen muß. Und da ist sein Entschluß schnell gefaßt: er bleibt, obwohl die Mutter inzwischen angekommen ist, um ihren geliebten Sohn mit in die Heimat zu nehmen. Verzweifelt ist die Mutter, die im Kriege ihre beiden anderen Sohne verloren, deren Gatte verstorben und deren einzige Hoffnung der Sohn in der Legion war. Aber sie fügt sich in ihr Schicksal, sie begreift, daß sie ihren Sohn nicht umstimmen kann, und als einziger Trost bleibt ihr die Hoffnung, daß die Flucht, die ihr Sohn, der alte Legionär mit dem jungen, dem „blauen' plant, gelingen möge. Ellen Daub als Mutter stand vor einer schwe- ren Aufgabe, die sie aber glaubhaft zu lösen ver- mochte. Joachim Gottschalk gab den Sohn nut viel Ueberzeugung, Wilfried S e y f e r t h den jun« gen, den „Blauen". Gerhard Geisler und Wal- ter Kiesler stellten in „Bommel" und „Böbe zwei charakteristische Typen von Fremdenlegionä« ren auf die Bühne. L- die Front der Formationen ab, denen er zuvor kameradschaftlichen Gruß entboten hatte. Anschließend richtete er an die Kameraden der HI. eine Ansprache, in der er einleitend an die Opfer der HI. in der Kampfzeit erinnerte und dann Richtlinien für die Aufbauarbeit der Hitlerjugend im Dritten Reich gab. Er ermahnte feine jungen Kameraden, allezeit mit voller i aues । Hingabe dem hohen Beispiel des Führers nachzu- Große. "ör \ streben, dessen Namen die HI. trage und der eine > spräche gedachte er des Führers Adolf Hit (e_r aus. An die Bevölkerung! Oie Hitlerjugend braucht eine Bücherei? technischen Nutzeffekt." TlS.-Gemeinschafi „Kraft durch Freude". 3u dem großen Varieteabend des Schumann- theaters am 6. April in der Festhalle in Gießen sind Karten im Vorverkauf zu haben bei sämtlichen Orts- und Betriebswarten der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", bei der Kreisdienststelle, Schanzenstraße "18, Zimmer 10, Musikhaus Chal- lier und Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP., Walltorstraße 16. An unseren drei Großveranstaltungen tm April (Schumanntheater, Saarsängerkonzert und Neunte Sinfonie) können sämtliche Volksgenossen teilnehmen. Entlassungsfeier der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Von der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen wird uns berichtet. , t Die Abschlußfeier für die abgehenden Schuler vereinte die große Schulgemeinde im Festraum der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Zwischen den Fahnen des Reiches hob sich das Bild des Führer ab. Lorbeerbäume und Blumen schmückten das Rednerpult. Der erste Teil der Feier galt dem verstorbenen Gauleiter, dem Führer der deutschen Erzieher, Hans S ch e m m . Mit einem Larghetto von Händel, das durch die Schülerinnen Seim und K r e n z i e n mit Harmonium und Violine vorgetragen wurde, nahm die Feier ihren Anfang. Hierauf las Gertrud Schneider Worte über Hans Schemm. Das Sarabande von Bach leitete über zu einer Ansprache des Schülers Walter Roemer. Dieser ließ mit wenigen Worten die geleistete Arbeit des Jahres an den geistigen Augen vorüberziehen. Er betonte, daß in seinen langen Schuljahren die Zeit in der Oeffentlichen Handelslehranstalt die schönste seines Lebens war, da hier zwischen Lehrern und Schülern ein kameradschaftliches Verhältnis besteht, wie man es sich besser nicht wünschen kann. Mit dem Gelöbnis dauernder Verbundenheit und Worten des Dankes schloß er seine Rede. Hierauf trug Steinmüller das Gedicht vor „Fester bindet den Helm". Das gemeinsame Lied „Siehst du im Osten das Morgenrot" wurde durch das Gedicht abgelöst „Wer brechen die Ketten". Hierauf ergriff der Leiter der Anstalt, Dr. habil. Kruse das Wort. Er wies darauf hin, daß mit dem heutigen Tage eine Gemeinschaft auseinandergeht, die zwei Jahre lang bestanden hat. Dre Lehrer der Anstalt haben ihre Tätigkeit nicht im.Stundengeben gesehen, sondern im Mitleben mit den Schülern und Schülerinnen. Daher ist dieser Tag des Abschiednehmens auch mit einem wehmütigen Zug belastet. Im Laufe seiner Rede ging er auf die wichtigsten Ereignisse des Schuljahres em. Auf allen Gebieten ist im vergangenen Jahre em we- entlicher Fortschritt und ein erfreulicher Auf- chwung festzustellen gewesen. Die Stadtverwaltung und die Industrie- und Handelskammer haben auch das ihrige dazu beigetragen, um die Schule weiter zu fördern und zu entwickeln. Zum Schluffe ging er auf das Bildungsziel der wirtschaftlichen Fachschulen ein, die gerade im nationalsozialistischen Staat eine besonders wichtige Aufgabe zu erfüllen haben. Mit Worten der Ermahnung an die abgehenden Schüler, die im Leben ihr Höchstes leisten sollen, schloß er die Ansprache. Sodann ergriff der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Dr. Pauly, das Wort. Er hob hervor, daß die Industrie- und Handelskammer stolz auf die Leistung der Schule sei und daß sie in das Lehrerkollegium und den Leiter der Anstalt vollstes Vertrauen setze. Den ins Leben tretenden Schülern gab er den Rat, nach den Lehrjahren nicht sitzen zu bleiben. Erst nachdem der junge Mensch über den Kreis seiner Heimat hinausgekommen ist, wird er die notwendige Erfahrung haben, um seiden Kreis Gießen Kratz. Die Feststellung der Prüfungsergebnisse ist noch im Gange. Um 18.30 Uhr wurde die Freiwillige Samtats- kolonne Gießen unverhofft durch den Landes-Kolonnenführer alarmiert. Um 18.40 Uhr standen von der Kolonne 2 Aerzte, 30 Mann und 4 Samtatskrast- roeigen bereit. Um 19 Uhr waren weitere 24 Mann und 4 Helferinnen auf dem Alarmplatz am Kolonnendepot zur Stelle, so daß innerhalb von 30 Mi- nuten 2 Aerzte, 12 Führer, 54 Mann 4 tzelferin- nen und 4 Sanitätskraftwagen bereitstanden, darunter 4 Leute aus Wieseck. Der Landeskolonnenführer besichtigte die Kolonne und deren Rettungseinrichtungen und sprach sich lobend über die Schlagfertigkeit der Sanitätskolonne Gießen Die Jugend des neuen Staates weiß, was Dichtung ist. Dichtung, das sind für uns jene Werke, die aus einem tiefen Glauben heraus geschaffen wurden, in denen die Seelenkräfte unserer Rasse und unseres Volkstums lebendig werden. Dichtung ist für uns keine Flucht aus der Wirklichkeit. So wie die Jugend politisch ist, so wendet sie sich auch dem politischen Buche zu. Gerade hier ist es schwer, die Grenze zu ziehen zwischen der „Jugendliteratur" und der „Erwachsenenliteratur". Ja, bei manchen Büchern gibt es diese Grenze gar nicht. Auf diese Bücher kommt es an. Wlr wollen uns darum auch mit jenen im weitesten Sinne politischen Büchern beschäftigen, die nicht ausgesprochen für die Jugend geschrieben find, die uns aber etwas angehen, weil in ihnen die Kräfte lebendig werden, die die Gegenwart formen. Die deutsche Jugend umfaßt drei Entwicklungsstufen, die ganz verschiedene seelische und geistige Bedürfnisse haben. Das Kleinvolk entspricht dem Märchenalter,, für das Wirklichkeit und Vorstellung auf einer Ebene liegen. Aus paradiesischen Märchenwelten wechselt es schroff hinüber in Wirklichkeiten seiner nächsten Umgebung, um ebenso rasch zurückzuschweifen in die Gefilde oes Märchenwaldes, des gläsernen Berges und des Zauberreiches von 1001 Nacht. Das Volks- und Dichtermärchen, die märchenhafte Volkssage,,die Umweltschilderung, sind seine literarischen Bezirke. Mit dem Heldenmärchen, dem exotischen Volksmärchen aus 1001 Nacht, betritt es bereits den Boden des Jungvolks. Dieses gehört dem Abenteueralter an. Der Robinson, jede Abenteuererzählung, stillen seinen Drang in die Weite; Heldensage, Ballade, Forscherfahrt und Kriegserzählung erfüllen seine Bewunderung des Heldentums und der großen Tat, wecken aufkeimen- Der nächste Lichtbilder-Vortrag findet am Donners* * tag, 28. März, statt. Bergingenieur Kurt Herde- m e r t e n , ein Teilnehmer der Grönland-Expedition von Professor Wegener, spricht an Hand zahlreicher Lichtbilder von einzigartiger Schönheit und Großartigkeit über das Thema „Mit Professor Wegener im Grönlandeis". Mit der Ansetzung dieses interessanten Forschungs- und Expeditionsberichtes will die Vortrags-Vereinigung nicht nur die dringende Forderung „Forschung tut not" zu einem tiefen und überzeugenen Erlebnis machen, sondern auch den deutschen Forscher, der sein Leben für seine Aufgabe und sein Volk einsetzt, ehren und ihm Dank bekunden. (Siehe heutige Anzeige!) *♦ Wiederauftreten von Frau Schubert-Jüngling. Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: In der morgigen Aufführung wird Frau Schubert-Jüngling nach ihrer langen und ernstlichen Erkrankung in gewohnter Frische erstmalig ihre Bühnentätigkeit wieder voll aufnehmen, nachdem sie bereits am Heldengedenksonntag in der kleinen Episodenrolle von Graffs „Heimkehr des Matthias Bruck" eingesprungen ist. Frau Schubert-Jüngling spielt in Björnsons Lustspiel „Die Neuvermählten" die Frau Amtmann und in Ludwig Thomas Lustspiel „Gelähmte Schwingen" die Sophie Summerer. ^Unfälle. Der 17jähnige Helmut M ö l l, Jhe- ringstraße 7, erlitt beim Sport einen Bruch des rechten Vorderarmes und mußte zur Behandlung in die Klinik gebracht werden. — Der hiesige Schlosser Ernst R a u, 22 Jahre alt, erlitt bei einem Verkehrsunfall an der Ecke Ludwigstraße-Liebigstraße eine schwere Verletzung des linken Fußes und Mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. nen Mann voll und ganz stehen zu können. Anschließend sprach der Leiter des Amtes für Berufserziehung in der Deutschen Arbeitsfront, Herr M e r t e s. Er unterstrich die Bedeutung des Leistungsprinzips im neuen Staat und die Verpflichtung des einzelnen, das Höchstmöglichste zu vollbringen. Keiner hat Anspruch auf Arbeit, sondern jeder ist verpflichtet, dort zu leisten, wo er das Höchste vollbringen kann. Mit einem weiteren Gedichtvortrag und einem Schlußwort des Leiters der Anstalt nahm die Feier ihren Fortgang. Es wurde gemeinsam das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen und mit einem Sieg-Heil auf den Führer die Feierstunde beendet. Gesund durch Eiereffen. In Deutschland werden je Kopf der Bevölkerung im Jahr nur 129 Eier gegessen. In England sind es 143, in Holland 200, in Belgien 213, in Amerika 267, in Neuseeland gar 300 und in Kanada hat jeder Einwohner jeden Tag des Jahres sein Ei auf dem Tisch. Wie vorteilhaft - ist aber auch der häufige Eiergenuß! Entgegen allerlei alten Ammenmärchen ist das Ei ein geradezu ideales Nahrungsmittel, das alle die Stoffe enthält, die sonst bei einer einseitigen Ernährung dem Menschen fehlen könnten. Es fehlt dem Ei im Gegensatz zu den meisten Nahrungsmitteln so gut wie jeder unverdauliche Ballast. Weil es so hochwertig, wird es am besten mit ballastreichen Stoffen, wie Brot, Gebäck, u. dgl. zusammen gegessen. Dadurch werden dem Darm die nötigen Mengen gegeben, die ihn zur Arbeit anregen. Ein hartgekochtes Ei verleiht ein größeres Gefühl der Sättigung, ist aber keineswegs schwer verdaulich. Dotter wird Roh und gekocht vorzüglich vertragen, auch von kleinen Kindern! Rohes Eiweiß wird dagegen schlechter ausgenutzt, da es für die Verdauungssäfte schwer angreifbar ist. Durch Erhitzen oder Schaumschlagen werden diese Mängel aber restlos beseitigt. Die Hauptsache sind jedoch frische Eier. Die Gewähr, wirklich vollfrische Eier zu bekommen, hat man, wenn man deutschgestempelte Eier kauft, die im Laden das Schild „Q 1, Vollfrische Eier" tragen. Der Kaufmann selbst verbürgt sich damit für die Güte der Ware, er kann das mit gutem Gewissen. Alle Eier, die einen unkontrollierten Weg zum Verbraucher zurücklegen, Eier mit zu geringem Gewicht, zu alte Eier, angebrütete Eier, die es bald in Menden Führerehrgeiz. Sachbücher in Erlebnisform aus Geschichte, Erdkunde, Naturwissenschaft und Technik nähren sein starkes Streben zur Erfassung der Sachwelt. Schwank und Schwanksage, die Groteske jeder Art, entspricht der Neigung dieser Stufe zur Uebertreibung, zum Humor, zur handfesten Belustigung. Die Zeit der körperlichen und geistigen Reife schaut in sich, sucht im inneren Kampf die Kluft vom Ich zum Du, zur Welt, zu Gott, zur Gemeinschaft, zum Staat, zum anderen Geschlecht, zu überbrücken. Diese Zeit liebt kämpferische Auseinandersetzung, sucht jeder Problematik mit unerbittlicher Entschiedenheit auf den Grund zu kommen. Die Literatur ist ihr Ausdruck des Lebens, Lebensgestaltung, Auseinandersetzung mit Beruf und Gemeinschaft, Volk und Staat, Gott und Universum. Zu den literarischen Bezirken der vorhergehenden Stufen tritt ihr Lyrik und Dramatik, Weltanschauungsdichtung, Soziales und Politisches; in der Naturwissenschaft steht ihr die Biologie, Menschen- und Rassenkunde, Erbbiologie und Gesundheitslehre im Vordergründe. In der Zeit der Reife führt die Literaturpflege unmittelbar in die große Literatur hinein. An den Pforten des Jünglingsalters steht Schiller, der große Idealist, an den Pforten des Mannesalters der große Lebens- künstler Goethe. Die Literaturpflege in der HI. verfolgt keine Lehrzwecke. Dadurch unterscheidet sie sich scharf von der literarischen Unterweisung der Schule. In her Literaturpflege soll die Jugend geistig und feelifd) wachsen, sie soll die geistigen Grundlagen der Volksgemeinschaft erfassen und erkennen, daß die tiefsten Urgründe der geistigen Volksgemeinschaft im gestalt teten Vätererbe beschlossen liegen. Daher braucht die Hitlerjugend ein wohlgeordnetes Büchereiwesen. In ihre Büchereien sollen alle Bücher, die eine Entwicklungsstufe geistig und seelisch fördern können, in ausreichender Anzahl vorhanden sein, sei es zum stillen Schmökern, zum Vorlesen am La- aen geben wird, sblche, die beim Kochen platzen, bleiben ungestempelt. Liebe Hausfrau! Mit gutem Gewissen können Sie deutschgestempelte Eier kaufen und auf den Tisch bringen. Daten für den 25. Ntärz. 1801: der Dichter Friedrich Frhr. v. Hardenberg (Novalis) in Weißenfels gestorben (1772 geboren); — 1907: der Chirurg Ernst v. Bergmann in Wiesbaden gestorben (1836 geboren). Daten für den 26. März. 1794: der Maler Julius Schnorr v. Carolsfeld in Leipzig geboren (1872 gestorben); — 1827: Ludwig van Beethoven in Wien gestorben (1770 geboren); — 1851: der Schriftsteller Julius Langbehn in Hadersleben, Nordschleswig, geboren (1907 gestorben); — 1888: Elsa Brandstrom in St. Petersburg, schwedische Delegierte des Roten Kreuzes, „Der Engel von Sibirien" (1915 bis 1920) geboren; — 1890: der Schriftsteller Franz Schauwecker in Hamburg geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Deutsche Arbeitsfront, Fachruppe Eisen und Metall: 20.30 Uhr monatliche Zusammenkunft der Fachgruppen Eisen- und Metallindustrie im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18. — Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.15 Uhr im Aquarium Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Hochzeit am Wolfgangsee". — Stadtkirche 20 Uhr Vortrag „Evangelium und Volkstum in Spanien". — Cafe Ebel 15.30 und 17.30 Uhr Wasch-Vorführungen, 20 Uhr Sonder-Vorführung. — — Die Vortrags-Vereinigung (Goethe- bund und Kaufmännischer Verein) teilt uns mit: Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Bezirk Oberhefsen. 2ün nächsten Dienstag, 26. März, abends 8 Uhr, findet im unteren Saale im Cafe Ebel in Gießen, Burggraben, eine Bezirksversammlung des BNSDJ. statt, in welcher der Landesbauernführer Pg. Dr. Wagner über das Thema: „Blut und Boden" sprechen wird. Die Teilnahme an dieser Versammlung ist sämtlichen Mitgliedern des Bezirks Ober- Hessen des BNSDJ. zur unbedingten Pflicht gemacht. Deutsche Arbeitsfront. Amt für Berufsfragen. Fachgruppe Eisen und Metall. Am Montag, 25. März, 20.30 Uhr, monatliche Zusammenkunft der Fachgruppe Eisen- und Metallindustrie. Tagungslokal: Ortsgruppenheim des Amtes für Berufserziehung in der DAF., Gießen, Lonysttaße 18. Es spricht Maschinenbaulehrer Paul T i e l m a n n , Gießen, über: „Der Kampf um den Oie Zfflandstöchter ■ und ihre Freier. Vornan von J. Schneider ^oerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 13 Fortsetzung Nachdruck verboten! - Ellen Panys bekam am Samstag ein kurz gehaltenes Telegramm, in dem James Pick sie bat, ihm eine Unterredung zu gewähren. Der Treffpunkt sollte ein kleines Cafe in den Anlagen der Ausstellung sein. Sie hatte ihn schon auf mysteriöse Weise verschollen geglaubt und nun diese Nachricht. Eigentlich war sie wütend über ihn, aber ihre Neugier überwog. Als er ihr dann, ernst, fahl im Gesicht, entgegentrat, zeigte sie sich doch als das Mädchen, das den Mann seiner Liebe nicht einfach fallen läßt. „Wo hast du denn gesteckt?" fragte sie nicht unfreundlich. „Du verschwindest ganz einfach, setzt Hotel und Polizei in Bewegung und tauchst nun plötzlich wieder auf, als ob es das Selbstverständlichste van der Welt wäre! Was ist denn eigentlich las gewesen?" „Ich war auf der Flucht." „Vor wem?" frage sie in wachsendem Staunen. „Dar dir, Ellen." Es berührte ihn fast peinlüh, daß sie sofort begriff. Ihr Gesicht war plötzUch ganz farblos und der große Mund verzerrt. „Schändlich! Du bist ein gemeiner Mensch!" stieß sie hervor. „Nein, Ellen. Aber ein armer Mensch. Als ich dir in Sektstimmung mein Wort gab, habe ich eine andere verraten, der ich mich schon versprochen hatte. Und nun bin ich zu dir gekommen, um dich zu bitten, daß du mich wieder freigibst." „Nein!" „So sehr liebst du mich?" fragte er, und suchte habet nicht in ihren Augen, sondern in den grünen Wipfeln der Bäume, die tanzende Schatten über die kleinen Tische warfen. „Für dich bin ich doch nur etwas Vorübergehendes, Ellen. Der anderen aber bedeute ich alles: Alles, Ellen, denn sie ist Vollwaise!" Die Amerikanerin brauchte nicht zu wissen, daß Margot noch Geschwister und Verwandte hatte. Bei einer Frau kam es immer darauf an, daß man an ihre Großmut appellierte. Sic mußte das Bewußtsein auskosten dürfen, die Gebende zu sein. James Pick kam sich in dieser Minute wie ein Bettler vor. Er hatte das gleiche Gefühl wie damals, als er an den Freitischen zu Mittag saß. Es würgte ihn in der Kehle. „Bedeute ich dir so viel?" forschte er nach einer Weile und bereute sogleich seine Worte, denn ihr Schweigen wirkte derart lähmend auf ihn, daß er alle Hoffnung über Bord warf. Endlich sagte Ellen in einem gemacht gleichgültigen Tonfall, den nur das Vibrieren ihrer Nasenflügel Lügen strafte: „Ist sie hübsch?" „Leidlich!" — (Vergib mir, Margot, bat er im stillen.) „Reich?" „Im Gegenteil, ganz arm." Ellen Panys verzog den Mund. „Nicht hübsch! Nicht reich! Manchmal seid ihr Männer geradezu rätselhaft!" James nickte, als verstehe er selbst nicht, wie er dazugekommen, Margots Verlobter zu werden ... „Warum ist sie nicht selbst zu mir gekommen?" fragte Ellen weiter. „Das wäre doch das Nächstliegende gewesen, mir zu sagen, daß sie dein Wort hat." „Sie schwieg aus Schonung für mich." War es nun recht ober nicht recht, daß er das gesagt hatte? Jedenfalls stürzte ihn Ellens Gesichts- ausdruck in tausend Zweifel. Er war im Begriff, zusammenzuklappen. Die letzten Tage hatten mehr an seinen Nerven gezehrt als gut war. Nun ging es ganz einfach nicht länger. Haß gegen das Mädchen, das ihn so zwecklos quälte, stieg in ihm auf. Es war ein Glück, daß Ellen Panys in diesem Augenblick zu sprechen begann. „Die Leute werden sich den Mund zerreißen, wenn ich eine Anzeige aufgebe, daß ich meine Verlobung mit dir gelöst habe. Man wird wissen wollen, warum." „Du wirst es barmherzig machen", sprach er teilnahmslos. Er konnte nicht mehr! Jetzt, wo die Erfüllung fo nahe war, drohte er zu versagen. „Was wollen wir also der Oeffentlichkeit mitteilen?" James schüttelte nur den Kopf. Er wußte es nicht. Er wußte nur das eine, daß er vollkommen in Ellen Panys Hand war. Sie konnte ihn verderben, feine ganze Zukunft vernichten, ihm „drüben" jede Möglichkeit eines weiteren Empvrstieges ein für allemal unterbinden. Er sah sich schon als Artist in Murrays Zirkus und Margot im Trikot eines Girls, alltäglich den Augen eines tausendköpfigen Publikums preisgegeben ... Dem gegenüber stand der Verlauf seines Lebens, wenn er sich in Amerika Sieg um Sieg holte. Mechanisch folgten seine Augen den Bewegungen Ellen Panys, die jetzt einen Bleistift aus dem Täschchen nahm und ein Blatt aus ihrem Notizblock riß. „Schreib, was die Presse von unserer Entlobung wissen soll." James schrieb: „Ich habe meine Verlobung mit James Pick 1 gelöst, auf Grund der Erkenntnis, daß er nicht 1 der Mann ist, der zu mir paßt." Ellen las, schüttelte den Kopf und strich das Ge- - schriebene durch. „Das glaubt kein Mensch! Du bist - ein schlechter Schauspieler, James. Aber eben deshalb, weil du keiner Falschheit fähig bist, will ich dir helfen. Und sie schrieb: „Ich habe meine Verlobung mit James Pick gelöst, weil ich mich durch eine Zusage gebunden fühle, die ich bereits vor Jahren einem Jugendfreunde gegeben habe." „Das wird man glauben!" meinte sie. Diesmal wartete James Pick nicht ab, was sein Hirn ihm riet. Er folgte nur seinem Herzen, lSgte das Gesicht auf Ellens Hände und fühlte, wie sie ihm über das Haar strich, während sie lächelnd sagte: „Du bist doch ein guter Schauspieler, James. Die Leute gucken schon zu uns herüber. Man wird in den Blättern noch dazuschreiben, wie schwer dir der Verzicht geworden ist." Als er aber aufsah, verstummte ihr Spott, denn in seinen Augen standen Tränen. * Klaudine fiel eine große Last von der Seele, als Margot ihr mitteilte, daß sie innerhalb von vier Wochen Hochzeit mit James Pick machen würde. Luzie behauptete zwar, die Ehe würde ja doch nicht lange halten, aber Klaudine war anderer Meinung. „Er wird verhungern neben ihr", meinte Luzie sachlich. „Sie kann ja 'nicht einmal einen Gulasch machen!" „Dann lernt sie's eben", war Klaudines Antwort. „Du kannst es ja auch nicht, Kleines. Oder?" „Aber sonst kann ich allerhand!" triumphierte Luzie auf. „Margot aber kann gar nichts. Zeig einmal her", sagte sie rasch versöhnt, als das Mädchen einen Brief hereinbrachte, und Klaudine Bobs Handschrift erkannte. „Ist er für Henriette?" „Ja." „Immer nur für sie!" maulte Luzie. „Soll ich ihn ihr hinauftragen?" Klaudine hielt ihn zwischen den Fingern fest und wehrte Luzie ab, die nach ihm greifen wollte. „Ich bringe ihn ihr selbst." „Und sagst mir dann, was er geschrieben hat, ja?" „Wenn ich ihn zu lesen bekomme, gern." Frau Henriette lag seit einer Woche an einer schweren Grippe zu Bett und empfand es ungemein wohltuend, daß sich die Töchter in so liebenswürdiger Weise in ihre Pflege teilten. Zwar fiel ihr Luzie durch ihr helles Organ und das Sprunghafte ihres Wesens ein wenig auf die Nerven, aber dafür war Klaudines Gegenwart um fo beruhigender. Als Klaudine ihr Bobs Brief brachte, sagte sie bittend: „Willst du ihn mir nicht vorlesen? Meine Augen sind noch so müde." Die Stieftocher schlitzte ihn auf und sah überrascht auf die wenigen Zeilen, die der Vogen enthielt. „Liede Mama! Bitte fahre sofort zu Niels. Du harfft mir die Bitte nicht abschlagen. Auch darfst Du die Reise nicht verschieben. Seine Sekretärin liegt hier im Lazarett an einer Bauchfellentzündung. Seinem Diener und dem Chauffeur hat er Urlaub gegeben. Ich weiß die Adresse der beiden nicht. Auch nicht, wo ich sie im Augenblick suchen soll. Bitte, liebe Mama, reise sofort. Ich bin ganz außer mir vor Angst. Du wirst es begreifen, wenn Du anliegenden Zettel liest. Ich grüße und küsse Dich in Verehrung Dein Dich liebender B o b* Der Zettel, den Klaudine aus dem Briefumschlag zog, lautete: „Mein lieber Bob!" Liege hier mit gebrochenem Bein von dösen Rückenschmerzen gequält. Sorge Dich nicht, wenn Du längere Zeit nichts mehr von mir zu hören bekommst. Sobald ich wieder auf den Füßen bin, besuche ich Dich. Immer Dein Niels." Darunter stand mit ungeübter, fehlerhafter Bauernschrift: „Es stet net gutt um den Hern. Er hat Hitzen und friren. Barthelmes — Karrer-Hütte." Henriette sah ratlos in Klaudines ernstes Gesicht „Was machen wir da? — Karrer-Hütte? Wo ist denn das? — Was hat denn Niels dort überhaupt zu suchen? Und wie konnte er sich den Fuß brechen? Niels war doch nie Bergsteiger gewesen." Klaudine wußte natürlich weder über das eine noch das andere Bescheid. Für sie blieb nur die Tatsache, daß Henriettes Stiefsohn verunglückt war und daß dieser Barthelmes wahrscheinlich der einzige sein dürfte, der ihm Hilfe angedeihen ließ. „Karrer-Hütte", wiederholte Henriette hartnäckige „Wenn ich nur wüßte, wo die liegt. Es war sehr leichtsinnig von Niels, keine nähere Adresse anzugeben. Vielleicht hat er es auch mit Absicht getan, damit niemand weiß, wo er ist. Man muß es' schon selbst herauszubringen suchen. Ruf' doch bitte bei Doktor Vierländer an. Der ist Alpinist. Vielleicht weiß er, wo diese Hütte liegt/' Der Hausarzt meldete sich. „Karrer-Hütte? — Warten Sie mal einen Augenblick, Fräulein Ist' land." Der Augenblick dauerte ziemlich lange. Aber dafür bekam Klaudine auch genauen Bescheid: Die Karrer-Hütte, ja — ob sie den Grundl-See wisse? Klaudine hatte keine Ahnung, wo der lag. Man mußte sich sagen lassen, daß es in der Steiermark war. Dort wäre auch der „Salzofen", von dem Klaudine wiederum nichts wußte und aufgeklärt wurde, daß es sich um eine große, vor noch nicht allzu langer Zeit erforschte Höhle handle. (Fortsetzung folgt!) >te aus Anlaß seines 60- a r Auf der Hardtterrasse ist eine neue Jugendherberge im Entstehen. Der eine Teil, der die Schlaf- und Waschräume und den Tagesraum für die Buben enthält, ist bereits fertiggestellt und wird in dieser Woche in Betrieb genommen. Die Herrichtung der Räume, die den Mädchen zur Verfügung stehen sollen, wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen, doch ist damit zu redyien, daß dje ganze Herberge kurz nach Ostern benutzt werden kann. Das Haus Asterweg 27, in dem die Jugend fast zehn Jahre lang eine Bleibe auf ihren Fahrten und ein Heim für ihre Abende gefunden hat, mußte infolge der großen Wohnungsnot für Wohnzwecke hergerichtet werden. Dadurch sah sich die Stadtverwaltung genötigt, die Herberge und das Jugendheim aus der Stadt hinaus zu verlegen und stellte für die Jugendherberge das Anwesen auf der Hardt- terrasse, in dem bisher eine Wirtschaft betrieben v . o . lsterweg kaum veranstaltet werden konnten, ist das neue Anwesen hervorragend geeignet. Sehr bald wird es sich in den Kreisen unserer Jugend herumsprechen, welch schöne Herberge sie nun in Gießen antrefsen kann. Führer genommen werden können. Verbandsführer Wenzel wies zum Schluß noch auf die großen Ereignisse des letzten Jahres hin. Den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und die im Krieg gefallenen und durch Tod Heimgegangenen Kameraden ehrte die Versammlung durch Erheben von den Plätzen. Besonders wurde die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht begrüßt. Das dreifache „Wehr-Heil!" galt dem mutigen Führer und Volkskanzler Adolf Hit -- l e r. Es folgten der Gesang des ersten Verses des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Der Verlauf der Verhandlungen. Schriftführer Breither verlas sodann das Protokoll vom 14. Herbstoerbandstag. Im Anschluß hieran wurde ein großer Förderer des Feuerlöschwesens, in Oberhessen, Altbürgermeister Fendt (Hungen) begrüßt. In der Zett vom 12. März 1934 bis 20. März 1935 wurde die städtische Feuerwehr in Gießen 126mal alarmiert; davon betrafen die Alarme 5 Kellerbrände, 4 Zimmerbrände, 3 Kaminbrände, 4 Autobrände, 2 Wald- und Rasenbrände, sowie 27 sonstige Brände und 2 Groh- brände (Seifenfabrik und Sägewerk). 52mal wurde die städtische Wache zu sonstigen Hilfeleistungen und ISmal aus Unfug alarmiert. Im vergangenen Jahre wurden an Mitglieder des Verbandes folgende Auszeichnungen verliehen: 4 für 40jährige Dienstzeit, 21 für 25jährige Dienstzeit. Das vom Landesverband gestiftete Ehrenkreuz erhielten mehrere Kameraden, die vom Kreisverband gestiftete Dienstschnalle erhielten 51 Kameraden. Der Verbandstag in Bad-Nauheim vom 25. bis 27. August v. I. und der 14. Herbstverbandstaa des Verbandes Freiwilliger Feuerwehren im Kreise Gießen am 2. September v. I. in Leihgestern waren sehr gut besucht. Vom 17. bis 23. September 1934 wurde von allen Wehren die F e u e r sch u tz w o ch e in bester Weise durchgeführt. Der Redner führte hierzu aus: „Wir wollen hoffen, daß man der Feuerverhütung in weitgehendstem Maße einen Dienst erwiesen hat, denn was durch Feuer alles vernichtet wird, zeigt die neueste Statistik aus dem 'Jahr 1931. In diesem Jahre sind durch Brandfalle, Wenn bereits im alten Haus im vergangenen Jahr die Uebernachtungsziffer von 2207 auf 3150 hinaufgegangen ist, dann können wir für das neue Jahr auf eine weitere erhebliche Steigerung rechnen. Eine solche kann ruhig eintreten, denn mit der Verlegung ist auch eine Erweiterung der Herberge verbunden. Standen bisher 45 Betten zur Verfügung, so werden es in Zukunft 70 sein, und die Notlager werden nicht mehr so oft wie früher in Anspruch genommen werden müssen. Die Wasch- die Sie schon längst kennen, aber auch von unseren mittellosen Kameraden gelesen werden wollen? Geben Sie der Hitlerjugend darum alle entbehrlichen Bücher zur Einrichtung einer HJ.-Bücherei, die dann aus der Masse des Schrifttums das von dem Volksganzen aus gesehen qualitativ Wertvollste auswählen wird. Fördern Sie die HJ.-Bücherei, bringen Sie ein kleines Opfer, indem Sie uns ein Buch aus Ihrer Eigenbücherei zur Verfügung stellen. Schreiben Sie uns noch heute eine Postkarte, und wir holen die für uns bestimmten Bücher bei Ihnen ab. Im voraus herzlichen Dank. Die Bannführung 116 Gießen. QJL-'Svoit Turner und Schützen opfern für das MW Feuerwehrtagung in Gießen. 15. Frühjahrs-Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Giehen. Gießen erhält eine neue Jugendherberge Von Or. W. Ilörke. Gestern fand im „Frankfurter Hof" zu Gießen der Frühjahrsverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen statt. Verbandsführer Fritz Wenzel, Gießen eröffnete die Verbandstagung und begrüßte zunächst den Vertreter des Kreisamts Gießen, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, den Vertreter des Landesverbandes, Stadtbranddirektor Braubach (Gießen), die Bürgermeister der Kreisorte und die Vertreter der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehren. Der 15. Frühjahrsoerbandstag wies eine starke Beteiligung auf, wie sie bisher noch nicht zu verzeichnen war; von 32 Wehren waren 55 Vertreter erschienen, dazu noch 80 Gäste. Verbandsführer Wenzel erstattete sodann den Geschäftsbericht. Er wies zunächst darauf hin, daß ein amtlicher Bericht über das Feuerlöschwesen im Kreis Gießen 1934 bereits in Nr. 5 der „Feuerwehrzeitung" und ein Auszug aus diesem Bericht in Nr. 65 des „Gießener Anzeigers" vom 18. März 1934 erschienen sei. Ergänzend wolle er noch folgendes anfügen: Bei den erwähnten Bränden ist noch der Stadtkreis Gießen zu erwähnen, dem die Gießener Freiwillige Feuerwehr, die Freiwillige Gailsche Wehr und die Freiwillige Werksfeuerwehr der Firma Poppe & Co., sowie die städtische Feuerwehr unter dem Kommando des Branddirektors Braubach angehören. Zweiter Rundfunksprecher- Wettbewerb „Wir suchen den besten Rundfunksprecher." Der zweite Rundfunksprecher - Wettbewerb der Reichssendeleitung und des „Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer", der für alle deutschen Frauen und Männer arischer Abstammung offen ist, beginnt am 1. April 1935 im ganzen Reich. In Veranstaltungen der Kreisgruppen des „Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer" (RDR.) sollen alle anwesenden Volksgenossen nach eigenem Urteil durch Stimmabgabe unter den Bewerbern die besten und befähigtsten Rundfunksprecher ermitteln. m v Das deutsche Volk sucht sich selbst die besten Rundfunksprecher — das ist der Sinn des Preisausschreibens, durch das Tausende von Männern und Frauen angespornt werden sollen, ihre Fähigkeiten als Ansager, Sprecher und Berichterstatter für den Dienst am nationalsozialistischen Rundfunk prüfen zu lassen. Für die besten Rundfunksprecher sind em erster Preis von 2000 Mark und vier weitere Preise im Gesamtwert von 1725 Mark, sowie 105 Trostpreise im Gesamtwert von 3150, Mark, die sämtlich in bar zur Auszahlung kommen, vorgesehen. Der Wettbewerb muß für den Bezirk jedes Reichssenders bis zum 1. Juli 1935 abgeschlossen sein. Drei Aufgaben werden dem Bewerber gestellt, von denen er eine wählen und vollendet lösen muß. Der Rundfunksprecher muß der nationalsozialistischen Idee dienen und sie dem Herzen des Volkes immer wieder nahebringen; deshalb heißt die Den Kassenbericht erstattete Rechner Rohrbach (Lollar. Die Einnahmen betragen 390,99 RM., die Ausgaben 348,27 RM. Der Vermögensausweis, Guthaben, Sparkasse 723,48 RM., Kassenbestand 42,72 RM., insgesamt 766,20 RM. Die Prüfungs- kommission beantragte durch Bürgermeister Rinn (Heuchelheim) Entlastung des Rechners, dem statt- gerfeuer ober beim Heimabend, zum Meinungsstreit oder Gedankenaustausch. Wir wollen das rechte Buch zur rechten Zeit an den rechten Leser bringen. Wir wollen dem jugendlichen Leser, fei er Arbeiter. Lehrlmg ober Schüler, zu dem Buch verhelfen, das er seiner eigentümlichen geistigen und seelischen Lage nach braucht und das seiner Art und Aas- sungsgabe entspricht. Haben Sie nicht in Ihrem Bücherschrank ein Buch das für Sie wertlos und unbrauchbar ist? Liegt nicht dort in Ihrer Kammer eine Menge Bücher denen man wenig Beachtung schenkt? Stehen nicht dort auf Ihrem Bücherbrett eine Anzahl Bucher, Opferschießen Gießener Schützen. Aus den beiden Schießständen der Gießener Schützenvereine herrschte am gestrigen Sonntag reges Leben. Die Schützen stellten sich in den Dienst des Winterhilfswerkes. Neben den Mitgliedern der beiden hiesigen Vereine nahmen an dem Schießen Angehörige der Nationalen Verbände in starker Zahl teil und verhalfen so der Veranstaltung nicht nur zu einem großen sportlichen Erfolg, sondern auch zu einem guten Ertrag für das Winterhilfswerk. Auf dem Stand des Schützenvereins Gießen beteiligten sich nicht weniger denn über 490 Schützen, auf dem Stand der Schützengesellschaft von 1926 etwa 150 Mann. Das Schießen nahm bei der großen Zahl der Teilnehmer den ganzen Tag in Anspruch. Insbesondere am Vormittag war die Beteiligung sehr stark. Die Leitung auf den Ständen des Schützenvereins hatte Herr Dr. van Bentheim, auf den Ständen der Schützengesellschaft von 1926 lag die Leitung in Händen von Herrn Eduard G o n d n e r. Die Erträge für das Winterhilfswerk, die allerdings noch nicht endgültig abgerechnet werden konnten, belaufen sich aus 245,50 Mark beim Schützenverein; bei der Schützengesellschaft wurden 65 Mk. ausgebracht. Die Schießergebnisse waren sehr befriedigend. Ergebnisse beim Schühenverein Gießen: Kleinkaliber (50 Meter): 1. Georg Schilling (NSKK.), 59 Ringe; 2. Franz Zeller, Verwaltungsführer VI/116, 59 Ringe; 3. Höbe!, Sturmbann f ü hrer V/116, 59 Ringe; 4. Heinrich Appel (NSKK.), 59 Ringe. Großkaliber (100 Meter): 1. Karl K e ß- ter, Schützenverein Annerod, 34 Ringe; 2. Max Schad, Schützenverein Gießen, 34 Ringe; 3. Fr. Konradi, Sturm 46/116, 32 Ringe; 4. Ernst Hohmann, Sturm 16/116, 32 Ringe. Die Ehrenscheibe des Winterhilfswerkes beim Schützenverein fiel an Herrn ÄZilli Bette, Gießen. Ergebnisse bei der Schühengesellfchaft 1926: Kleinkaliber: 1. Pasbach, Sturm 56/116, 35 Ringe; 2. Wehling, Schützengesellschaft, 33 Ringe; 3. Konrad Becker, Schützengesellschaft, 33 Ringe. Großkaliber (100 Meter): Hans Gotz, Schützengesellschaft, 33 Ringe; 2. Eduard Gond- ner, Schützengesellschaft, 33 Ringe; 3. Stein, Gießen, 31 Ringe. Wehrmannsbüchse (175 Meter): 1. Fritz Dewald, Schützengesellschast, 48 Ringe; 2. W. Wehling, Schützengesellschaft, 48 Ringe; 3. Horn, Burkhardsfelden, 46 Ringe. Scheibenbüchse (175 Meter): 1. Eduard G o n d n e r, Schützengesellschast, 44 Ringe; 2. Fritz Sero alt), Schützengesellschast, 44 Ringe; 3. Konrad Becker, Schützengesellschaft, 17 Ringe. Werbeturnen des Turnvereins 1846. Der Turnverein 1846 Gießen veranstaltete am gestrigen Sonntagnachmittag in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine große Werbeveranstaltung, bei der sämtliche Abteilungen des Vereins durch ihre Vorführungen Zeugnis von der in den Winter- monaten in den Uebungsabenden geleisteten Arbeit ableqten. Die Werbeschau gab einen klaren lieber» blick über die vielseitige Arbeit. In welchem Ausmaß Breitenarbeit im Turnverein 1846 geleistet wird, konnte man insbesondere an dem Aufmarsch ’ aller' Teilnehmer erkennen. i Der Turnverein 1846 diente mit dieser Werbe- veranstaltung auch dem Winterhilfswerk und tat anlagen konnten ebenfalls vermehrt und vervollkommnet werden. Auch für die Mädchen, die sich bisher mit Waschschüsseln behelfen mußten, wird in Zukunft bließendes Wasser zur Verfügung stehen. Die beiden neuen Waschräume sind mit Waschrinnen ausgerüstet, über denen eine Reihe von Zapfhähnen angeordnet find. Außerdem enthalten sie die von den Wanderern so sehr begehrten Brausen. Nach vollendetem Umbau werden zwei Tagesräume, ein großer und vier kleinere Schlafräume, zwei Waschräume und eine Küche für Selbstverpsleger vorhanden sein. Die Mädchenherberge ist räumlich durch die Küche und das Verwaltungszimmer des Herbergsvaters von der Bubenherberge getrennt. Beide Teile der Herberge haben gesonderte Zugänge. Im geräumigen Terrassenkeller kann eine große Zahl von Fahrrädern untergestellt werden. Damit ist eine Frage gelöst, die mancher Jugendherberge große Schmerzen macht. Das Radwandern hat nämlich in den letzten Jahren einen solchen Umfang angenommen, daß die vorgesehenen Unterstellräume an vielen Stellen nicht mehr ausreichen und neue Gelegenheiten geschaffen werden müssen, was natürlich Geld kostet. Um so besser, daß wir in der neuen Herberge in Gießen in dieser Hinsicht getrost m die Zukunft schauen können. Die neue Raststätte liegt nicht in der Stadt, sondern vor ihren Toren. Gewiß ist dadurch der Anmarschweg etwas größer geworden, ohne daß man ihn als übermäßig lang bezeichnen könnte. Denn 20 Minuten vom Stadtkern sind keine Entfernung, die bei der Wahl des Platzes für eine Jugendherberge entscheidend ins Gewicht fallen könnte. An gar vielen Plätzen, selbst in kleineren Städten, sind erheblich größere Entfernungen zu überwinden. Unsere jungen Wanderer nehmen das Mehr an Weg sicher gerne in den Kauf gegen die vielfachen Vorteile, die sie in ihrem neuen Heim finden. Noch ist das Werk nicht vollendet und doch sei schon heute einmal kurz gesagt, worauf zu gelegener Zeit zurückzukommen fein wird. Erneut hat unsere Stadtverwaltung in großzügiger Weise für die Jugend gesorgt. Erneut hat sie durch die Tat bewiesen, daß sie durch Förderung des Jugendwanderns, an ihrem Teil mithelfen will, daß unserem Volke ein gesundes und tüchtiges Geschlecht heranwächst. Dafür gebührt den verantwortlichen Stellen unser Dank. wurde, zur Verfügung. Die alte Herberge hatte einen großen Nachteil, so nett und zweckmäßig sie im Innern eingerichtet war. Das Haus lag eng eingekeilt in die Häusermasse der Altstadt, und die jungen Wanderer, die es benutzten, vermißten immer wieder schmerzlich einen Tummelplatz und Baum und Strauch und Ausblick. Dafür ist nun reichlich gesorgt. Die geräumige, von Bäumen beschattete Terrasse und die angrenzende Spielwiese bieten in verschwenderischem Maße, was die alte Bleibe versagte. Die freie Lage der neuen Jugendherberge und der umfassende Rundblick, den sie über Gießen und das Lahntal gewährt, sind geradezu ideale Vorbedingungen für ein Heim, das der deutschen Jugend ein gastliches Dach auf ihren Fahrten geben soll. Auch für Tagungen und Lager, die im As gegeben wurde. Im kommenden Jahre soll der Verbandsbeitrag nur für die Aktiven bezahlt werden. Die Freiwillige Feuerwehr L i ch beantragte, stärkeren Besuch der Feuerwehrfachschule zu ermöglichen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier gab Auskläruna und wies nochmals auf feine Anregungen hin. Loli... ~ ' jährigen Bestehens den Herbstverbandstag 1936, dem ourch den Kreisführer zugestimmt wurde. Die nachstehend verzeichneten Freiwilligen Wehren wurden in den Verband auf genommen: Ettings- a, Lauter, Eberftadt, Langsdorf, Raberts- , Stangenrod. Gasvergiftungen und Explosionen in Deutschland 2985 Personen ums Leben gekommen. Erschreckend an dieser großen Zahl ist, daß hierunter 1003 Kinder unter 15 Jahren und dabei wieder 815 Kinder unter 5 Jahren waren Alle Bevölkerungskreise werden aufgefordert, an ihrem Teil dazu beizutragen, daß derartige Unfälle vermieden werden. Die Ursachen sind besonders Spielen mit Streichhölzern, Feueranzünden mit Benzin oder Petroleum. In dieser hohen Zahl sind noch nicht die in die Tausende gehenden Fälle enthalten, wo Menschen für ihr Leben Schaden erleiden. Für den in den Broschüren der Feuerschutzwoche ausgeschriebenen Wettbewerb gingen eine Anzahl Lösungen ein, die an die oberste Stelle der PO., Amt für Volkswohlfahrt, Berlin, eingereicht wurden. Nach Kl e im-Lind en kam ein Preis. In unseren Kreisverband wurden 1934 neu aufgenommen die Wehren: Freiwillige Feuerwehr Münster, Mufchenheim und Freiwillige Werkfeuer- roehr von Poppe & Co., Gießen. Weitere sechs Anträge von Freiwilligen Feuerwehren zur Aufnahme liegen vor. Zur Zeit sind 27 Wehren mit 1933 aktiven, 409 unterstützenden und 207 Ehrenmitgliedern, insgesamt 2549 Mitgliedern dem Kreisverband angefchloffen. Nach Verlegung der Hessischen Feuerwehrfachschule von Friedberg nach Mainz konnte der erste Lehr- aam 2. Dezember 1934 beginnen. 8 Lehrgänge en abgehalten; an 4 Lehrgängen nahmen 13 Kameraden aus unserem Kreisverband teil, die die Schlußprüfung bestanden. Erfreulich ist, daß sich die Zahl der Feuerwehrfachschüler auch in unserem Kreise stark vergrößert hat. Es ist erforderlich, daß junge Kameraden an den Kursen teilnehmen, damit aus dem Nachwuchs gut durchgebildete und befähigte das in einer sehr schönen Form. Ein Eintrittsgeld wurde nicht erhoben, wohl aber den Zuschauern durch eine Sammlung Gelegenheit gegeben, für das Winterhilfswerk zu spenden. Mit besonderer Freude konnte man außerdem feststellen, daß jeder Turner und jede Turnerin — beim Betreten der Bühne zu den turnerischen Vorführungen — erst ein Geldstück in die aufgestellte Büchse warf. Die turnerischen Darbietungen, die nahezu vier Stunden in Anspruch nahmen, vollzogen sich in mustergültiger Ordnung und in raschester Folge. Wenn die eine Abteilung unter den Klängen eines Marsches die Bühne verließ, folgte die nächste Abteilung schon wieder nach. So mürbe das Interesse der zahlreichen Besucher stets wachgehalten. Die außerordentlichen Leistungen, die gezeigt wurden, erfüllten mit großer Freude und stellten den verantwortlichen Führern der Jugend und der Erwachsenen im Turnverein das denkbar beste Zeugnis aus. Den Auftakt bildeten einfache Hebungen der Schülerinnen und Schüler am Reck. Ihnen folgte ein luftiges und originelles Bodenturnen irer Schülerinnen, die sich hier als sehr gelenkig erweisen mußten. Im Pferdturnen waren Schülerinnen und Schüler sehr gewandt und sicher. Ein Volkstanz der Kleinsten löste bei den Eltern viel Freude aus. Die Jugendturner zeigten am Sprungtisch kühne Sprünge und fanden herzlichen Beifall. Schülerinnen boten dann einen schönen Volkstanz, der gut eingeübt war. Hervorragende und begeisternde Leistungen sah man von den Turnern am Barren. Ein lebendiger Volkstanz von Jugendturnern und Jugendturnerinnen auf geführt, beschloß in der glücklichsten Weise den ersten Teil der Veranstaltung. Im weiteren Verlauf des Nachmittags sah man nach dem eindrucksvollen Aufmarsch aller Teilnehmer und nach der kurzen Ansprache des Bereinsführer, R e i n i n g , formvollendete Freiübungen der Turner, bie in ihrer rhythmischen Bewegtheit von feinem ästhetischen Eindruck waren. Nicht , weniger schön waren bann auch die Ballübungen der Turnerinnen, die sich sehr graziös barboten und starken Beifall auslösten. Die Fecht- abteilung zeigte zunächst Schulfechten und bann einige scharfe Gänge, die den Fechtsport in seiner ganzen Kraft und Eleganz erkennen ließen. Ueber- raschend gute Leistungen brachten die Turnerinnen am Barren, bei denen sie nicht nur viel Geschicklichkeit, sondern auch persönlichen Mut zu zeigen hatten. Die Frauenabteilung trat zu dieser Werbeveranstaltung ebenfalls an die Oeffentlichkeit und zeigte unter der Leitung von Gauoberturnwart Paul Keulenschwingen in einfachen aber sehr schönen Formen. Mit großer Freude wurde der Auftritt der stattlichen Ältersabteilung begrüßt, die am Barren mit verschiedenen Hebungen aufroartete und die Beweglichkeit manches schon 65jährigen unter Beweis stellte. Die Darbietungen der Altersturner war der schönste Beweis für den Wert des deutschen Turnens. Nach einem Volkstanz wurde schließlich das Reck aufgebaut, an dem die Turner die hohe Schule des Geräteturnens vorführten und dabei Leistungen zeigten, die zu lebhaftem Beifall viel Anlaß gaben. Immer wieder begeisterten die schneidigen Hebungen und kühnen Abgänge. Am Reckturnen beteiligten sich diesmal auch die beiden Wiesecker Turner Bett in und Kreiling. Der Nachmittag in seiner Gesamtheit war ein schönes Erlebnis und ein Zeugnis bafür, daß im Turnverein 1846 ein frisches Leben herrscht, bas von jüngstem Schüler bis zum ältesten Turner alle in gleichem Geiste umfaßt. Mitglieber der Kapelle E i n b r o d t trugen durch ihre gute und verständnisvoll begleitende Musik nicht unwesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei. Nach diesen Reuaufnahmen zahlt der Kreisverband 33 Wehren, wovon in den beiden letzten Jahren 15 neu gegründet wurden. Ein „Gut Wehr" nach altem Brauch begrüßte die Neuaufgenommenen. Es folgte die Verlesung von drei Schriftstücken: „Wichtigkeit des Feuerlöschwesens und Brandverhütung", „Beteiligung bei den Sammlungen zum Winterhilfswerk bzw. Verkauf der Abschlußplakette" und „Feuerwehrzeitung". Kreisfeuerwehrinspektvr Bouffier teilte die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Alten - Buseck mit, die lebhaft begrüßt wurde. Zugleich machte er die Mitteilung, daß er bei den Prüfungen mit der Kreismotorspritze im Winter in verschiedenen Gemeinden die Hydranten in schlechtem Zustand und zugefroren vorgefunden habe. Er hoffe, daß dies für die Folge besser werde. Auch wünscyte er, daß in manchen Gemeinden die Wasserläufe besser gefaßt würden. Das Vertiefen in die Feuerwehrwissenschaft wurde allen empfohlen. Zum Pressewart für den Kreisverband wurde Weller (Wieseck) bestimmt. Es folgten dann verschiedene gute Anregungen. Stadtbranddirektor Braubach (Gießen) machte noch interessante Ausführungen über das Großfeuer in Nidda, bei dem die Feuerwehren wahre Bravourleistungen vollbracht hätten. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und Kamerad Köhler (Hungen), die ebenfalls in Nidda waren, ergänzten die Ausführungen. Kreisverbandsführer Wenzel brachte zum Schluß noch ein Gut-Wehr auf den Kreisverband aus, in das die Anwesenden herzlich einstimmten. Sein Dank galt Branddirektor Braubach, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und den Teilnehmern der Tagung. Der Herbstverbandstag findet vom 10. bis 12. August in Klein-Linden statt. 1. Aufgabe: Funkbericht über ein politisches Ereignis, eine Kundgebung der SA. oder SS., der Partei oder der Arbeitsfront. Der Rundfunksprecher muß als deutscher Mensch mit der Scholle verbunden sein; deshalb heißt die 2. Aufgabe: Funkbericht über ein Volksfest, ein Ereignis aus dem Leben des Arbeiters, des Bauern, des Handwerkers, altes Brauchtum, deutsche Landschaft. Der Rundfunksprecher muß ein moderner Mensch fein, deshalb heißt die 3. Aufgabe: Funkbericht von sportlichen Kämpfen, einem technischen Ereignis ober modernen technischen Bauten. Wer sich am Funksprecher-Wettbewerb beteiligen will, meldet sich bei der zuständigen Kreisgruppe des RDR. Die Teilnehmergebühr beträgt 1,— RM. RDR.-Mitglieder brauchen die Teilnehmergebühr nicht zu zahlen. Die Meldung muß bis zum 5. April 1935 erfolgt fein. Für den Kreis Gießen ist zuständig der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer Kreisgruppe Gießen. Gießen, Seltersweg 77II. een fjindcnburg wer öen deutschen Lustsport fördert, hilft Deutschland! e :5 2 E 3 •'o s-: ÖS?Q E 2 => a c Eß Kc* C.Q « £|e< 2 eg! - 3 t E-0-F.Ü S»> Q ' ®2e; 3 *°3i £ E^ Heimische Mnnschasten in Pokalkämpfen Frauenmord in Frankfurt. sie 5) a r • gefunden. öerdemitglled im Veutscheu Luftsport.verbaoüt Rennen gejagt werden dürften, sondern für den entscheidenden Einsatz geschont werden müssen. Im Uebrigen würden bei den Trainingsfahrten stets große Strecken (nicht unter sechs Meilen) gerudert. Die Rudervereine in Amerika seien finanziell sehr leistungsfähig. Das gehe schon daraus hervor, daß ein Verein mit 320 Mitgliedern allem über 111 Boote verfüge. Die Princetown-Universität habe allein 30 Achterboote. Täglich lägen 10 Achtermannschaften auf dem Wasser. Dem Trainer stehe also eine ungeheure Auswahl für die Olympiade 1936 zur Verfügung. Mit dem Olympia-Traming werde aber erst nach dem Ende der Saison 1935 begonnen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem System der Durchführung der Regatten in Amerika und stellte dabei heraus, daß man in Deutschland in dieser Hinsicht sehr viel gründlicher verfahre. Für die Amerikaner stehe zur Olympiade die Teilnahme an allen Wettbewerben im Rudern fest. Die Mittel stehen bereits zur Verfügung. . , Im weiteren Verlauf des Abends zeigte Herr Elschner noch eine stattliche Reihe von Lichtbildern, die die amerikanischen Verhältnisse in vieler Hinsicht veranschaulichten und die gro'ße Gegensätzlichkeit zu deutschen Verhältnissen erkennen ließen. Aus einer Fülle des Wissens über die Großen des Rudersportes in aller Welt schildert der Vor. tragende eine Reihe der besten Ruderer in Wort und Bild. Der Vortrag wurde mit anhaltendem Beifall ausgenommen. Der Vereinsführer, Herr Niemann, beschloß den Abend mit einer kurzen Ansprache und dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf 'Hitler. DsB.-Reichsb. II — Reichsbahn Dillenburg II 1:2. In diesem Spiel überraschten die Dillenburger — noch der angenehmen Seite und konnten, wenn auch einen knappen, aber doch verdienten Sieg erringen. Die dritte Mannschaft wurde in Garbenteich mit 5:2 Toren geschlagen. VfV.-Reichsbahn 1. Jgd. — Dillenburg 1. 3gb. 3:1. Der Jugend war es vorbehalten die Ehre des Tages zu retten. VfV.'Reichsb. 2. 3gb. — Spotte. Lollar 1. 3gb 0:2. Die körperliche Überlegenheit der Gäste gab in diesem Spiele den Ausschlag. DfV. Friedberg 1.3gb. — 1900 1. 3gb. Durch die Anwesenheit des Stellvertreters des Reichsjugendführers Hartmann Lauterbacher in Gießen konnte die Jugend der Spielvereimgung 1900 die Reise nach Friedberg nicht antreten. Tu. Allen-Buseck 1.3gb. — 1900 2.3gb. 3:2. nehmen. Dann ist Halbzeit. Hatte man geglaubt, daß die Gießener mit dem Wind im Rücken eine Wendung der Ereignisse auf dem Spielfeld erzwingen konnten, so wurde man bald eines Besseren belehrt. Trotz aller Feldüberlegenheit war der Gästesturm nicht in der Lage, den Naunheimer Torhüter in Verlegenheit zu bringen. Weitere Pokalspielergebnisse: Die Begegnung Dillenburg — Sinn endete mit einem 2:0-Sieg für Dillenburg. Watzenborn-Steinberg konnte in Langenaubach mit 4:0 gewinnen. Die Begegnung Bissenberg — Werdorf endete mit einem 3:1-Sieg der Bissenberger. Der Täler verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 24. März. In ihrer Wohnung in der Schüppengasse wurde am Sonn- tagmorgen die 37 Jahre alte ledh ' Of r£* Ä doch ermordet in ihrem l . Die kriminalpolizeilichen Feststellungen ergaben, daß der Tod durch Würgen am Hals eingetre/en ist. Als Täter konnte im Laufe des Sonntags der 31jährige Eduard Weber ermittelt und f e st g e • nommen werden. Er hat ein Geständnis dahin» gehend abgelegt, daß er die Nacht in der Wohnung der Ermordeten zugebracht und die Harbach so lange gewürgt habe, bis sie tot in seinen Ar«Mi lag. Handball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Die Ergebnisse des Sonntags. Gauklasse: CT. Kassel — 1900 Gießen. Gießen verzichtet: Tura Kassel — Tuspo. Bettenhausen 1:6, abgebr.; TV. Kirchbauna — Kurhessen Kassel 9:0 (7:5). Bezirks kl ässe: Kurhessen Marburg — TV. Kesselstadt 9:9 (6:3). Kreisklasse (Aufstiegspiel): TV. Herborn — TV. Katzenfurt 7:2. Freundschaftsspiele: MTV. Gießen — Wiesbaden 21:5; MTV. Gießen II — Wiesbaden II 17:4; TV. Heuchelheim — TV. Lützellinden 5:12; TV. Heuchelheim II — TV. Lützellinden II 6:7; TD. Dorlar — I/JR. 15 Gießen 4:15 (4:4); Dor- larer Jugend TD. Allendorf (Lahn) 4:0 (2:0); TV. Dornholzhausen — TV. Dutenhofen 7:4 (2:0); Dornholzhausen Jugend — TV. Dutenhofen Jgd. 10:5 (4:2); TV. Atzbach — TV. Hausen 8:6 (4:4); TV. Hörnsheim — TV. Gambach 5:9 (3:4); Hörnsheim II — Gambach II 6:5 (3:3); TV. Holzheim — TD. Kirch-Göns 6:6 (3:4); Holzheim Jugend — Kirch-Göns Jugend 2:12 (0:8); TD. Groß-Rechten- bach — TV. Niedergirmes 10:11 (4:8); Launsbach I — Treis I 15:3 (6:3); Pohl-Göns I — Münchholzhausen I 6:13 (1:6); Pohl-Göns II — Münchholzhausen II 4:5 (1:4); Pohl-Göns Jugend — Münchholzhausen Jugend 6:3 (4:2); Lang-Göns Jugend — Hochelheim Jugend 4:12 (2:6); Lang-Göns Schüler — Hochelheim Schüler 5:6. * TV. Wehlar (Gauliga) schlägt VfV.-Reichsbahn 10:2 (3:1). Die 200 Zuschauer, die auf dem Waldsportplatz zum Rückspiel des TV. Wetzlar erschienen waren, erlebten in dem Spiel der ersten Mannschaft eine Enttäuschung. VfB.-Reichsbahn war gegen das Vorspiel in Wetzlar nicht wiederzuerkennen. Bei offenem Feldspiel verging die erste Halbzeit ziemlich ruhig, lediglich der Wetzlarer Halblinke sorgte für etwas Tempo und konnte auch bald seine Mannschaft in Führung bringen. Kurz darauf glich VfB.-Reichsbahn aus. Bis Ende der ersten Halbzeit konnte Wetzlar noch zweimal einsenden. In der zweiten Halbzeit erwartete man allgemein ein energischeres Spiel der Gießener. Aber der Sturm brachte nichts zuwege. Wetzlar dagegen war in großer Form und jeder Angriff endete mit einem gefährlichen Torwurf. So konnte auch der Halbrechte der Gäste durch verschiedene Prachtwürfe den 8:2- Stand herbeiführen. Nur vorübergehend kam der Rundfunkpronramm Dienstag, 26. INärz. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert der Kapelle des NSDFB. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Instrumental- und Vokalmusik aus alter Zeit. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Fischdampfer vermißt. Ein Hörspiel. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten 15.15: Für die Frau! 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.30: Eine 42-cm-Mörser-Batterie im Weltkrieg. Don der dicken Berta und andern „Brummern". 18.50: Heber den neuen Spielplan der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie. Don Präsident Dr. Schlange. 19: Deutsche im Ausland hört zu. Werke auslanddeutscher Komponisten. Konzert des Funkorchesters. 19.50: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. „Auch kleine Dinge können uns entzücken!" 21: Aus dem Kaisersaal des Römers zu Frankfurt: Konzert. Werke von W. A. Mozart. 22: Nachrichten. Ziel an, wo Karl seinen Bruder Emil auf den 3. Platz verweist. In kurzen Abständen folgten Klappert und Weber. Das Ergebnis: Sieger Willi Neumann, 1:15,40 Std.; 2. Karl Muhl, 1:26,04; 3. Emil Muhl, 1:26,04,5 Std.; 4. Siegfried Klappert, 1:28,15 Std.; 5. Ewald Weber, 1:33,05 Stunden. Oer Rudersport in England, Kanada und Amerika. Lin Vortrag von Paul Elschner. Am Samstagabend weilte der in deutschen Ruberkreisen allenthalten gut bekannte Sportjournalist Paul Elschner in Gießen und hielt im Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft einen Dortrag über den Rudersport in England, in Kanada und in Amerika. Der Vereinsführer der GRG., Herr Niemann, hieß die Teilnehmer und insbesondere den Redner herzlich willkommen. Paul Elschner sprach zunächst von seinen Eindrücken in England In England seien, so führte er u. a. aus, die Verhältnisse im Rudersport wesentlich anders, wie in Deutschland. Es gebe dort drei Verbände, insbesondere auch einen Verband der Berussruderer. Die Jugend hänge mit großer Liebe am Rudersport. Interessant sei es, daß es in England nicht Klubhäuser der Rudervereine gebe, wie in Deutschland, sondern nur Gebäude, in denen die Boote untergebracht sind. Trainiert werde auf der Themse auch während des Winters, da das Wasser nicht zufriert. Die Mannschaften find dadurch im April fit. In England lege man sich hinsichtlich der Anzahl der zu bestreitenden Rennen wesentliche Beschränkung auf. Die Ruderer rekrutierten sich insbesondere aus Studenten und begüterten Kaufmannssöhnen, die nicht „verpflichtet" würden wie bet uns, sondern sich seriös verpflichtet fühlten. In England sei die Hochachtung vor dem deutschen Rudersport allgemein. Der deutsche Trainer genieße viel Ansehen. Von den Engländern werde es nicht recht begriffen, wieso man in Deutschland Veranlassung sehe, den Stil zu ändern. In England werde durchaus konservativ gerudert. In seinen weiteren Ausführungen beschäfttgte sich der Redner noch eingehend mit der Frage einer Stiländerung in Deutschland, betonte aber, daß wir für 1936 alles ander? zu tun hätten, als zu experimentieren. Die Leistungen für die Olympiade dürfen nicht gefährdet werden. Der Vorteil der Engländer und Amerikaner den Deutschen gegenüber liege in der ungeheuren Auswahl unter den Ruderern. Während es in Deutschland immer schwer sei, einen guten Achter beisammenzuhalten, kenne man in England und Amerika diese Schwierigkeit nicht. Gegen die Achter-Mannschaften von Amerika und Kanada werde kaum aufzukommen sein. Der Redner sprach dann im einzelnen von den Verhältnissen in Amerika und Kanada. In Kanada, das 23mal so groß wie Deutschland fei, gäbe es nur 15 Rudervereine und jährlGh nur sechs Regatten. In USA. bestünden nur 62 bürgerliche Ruder- vereine gegenüber 650 in Deutschland. In USA. würden außerdem jährlich nicht mehr als 12 Regatten bestritten. Man gehe dort von dem Standpunkt aus, daß die Mannschaften nicht von Rennen zu 1900 schlägt Wehlar 05 im polal- fampf 5:0. Ein Sonntag mit außerordentlich viel anderen Veranstaltungen! Nur ca. 400 Zuschauer hatten sich eingefunden, die aber durch eine Prachtleistung der Hiesigen viel Freude erlebten. Ein schuhkräftigerer Sturm bei den Gießenern hätte die Katastrophe für die Gäste zweistellig werden lassen können. Wetzlar spielte ohne Ackermann und Benner. Bei 1900 konnten Dörr, Birkenbiel, Hammer und Die Blauweißen erlitten, mit nur neun Spielern antretend, eine knappe 3:2-Niederlage, die auch dem Spielverlauf entspricht. 1900 Schüler — Io. Treis (Lda.) Schüler 4:0 (2:0). Die Gießener blieben nach einer feinen Gesamtleistung überlegener und verdienter Sieger. Die Gäste waren aber sehr eifrig. Fußball der Gau-Ligamannschasten Im Gau Nordhessen wurde am Sonntag nur ein Fußball-Meisterschastsspiel ausgetragen, das allerdings ohne größere Bedeütuna war, da der Meister und die beiden absteigenden Vereine schon ermittelt sind. Spielverein Kassel hatte Germania Fulda zu Gast und siegte überraschend hoch mit 9:1 (5:0) über die Domstädter. Mit diesem Sieg sicherte sich der Spielverein Kassel nun endgültig den dritten Platz in der Tabelle. Gau Südwest: Saar 05 Saarbrücken — FK. Pirmasens 2:4; Eintracht Frankfurt — Borussia Neunkirchen 3:1; Sportfreunde Saarbrücken — Wormatia Worms 2:2. Gau Bayern: 1860 München— Schwaben Augsburg 1:0; BC. Augsburg — Spvgg. Weiden 1:1; ASV. Nürnberg — Wacker München 1:1; FC. Schweinfurt 05 — Bayern München 1:0. Beginn dernordhesfifchen Aufstiegspiele Nach den Gauen Württemberg und Südwest beginnt nun auch der Gau 12, aus seinen Meistern der Bezirksklasse die beiden Mannschaften zu ermitteln, die an Stelle von Sport Kassel und Spvgg. Langenselbold in die erste Klasse aufsteigen. Die Spiele werden in zwei Gruppen ausgetragen und beginnen am 31. März mit folgenden Treffen: Nordbezirk: Kurhessen Marburg — Neuhof, Großalmerode — Kassel 06; Südbezirk: So. Kleinsteinheim — Meister Lahn/Westerwald, Spv. Wetzlar — So. 06 Bad-Nauheim. Der Meister der Gruppe Lahn/Westerwald wird erst ermittelt, steht aber bis zum Beginn der Aufstiegspiele fest. Gestern nachmittag eröffnete der Gießener Radfahrerverein 1885 seine diesjährige Rennsaison mit einem 50-Kilometer-Rennen. Der Verein hat durch Zugang von W. Neumann, Dortmund, eine wesentliche Verstärkung bekommen und dürfte nach den gefahrenen Zeiten bei Mannschaftsrennen ein starkes Wort mitsprechen. Um 15 Uhr entließ der Fahrwart die Fahrer auf die Strecke, die durch Rückenwind begünstigt, sofort em sehr scharfes Tempo einschlugen. Unter wechselseitiger Führung kamen sie nach Lollar, wo Klappert die Führung übernahm, und im 30-Kilometer-Tempo den Ort durcheilten. Ausgangs Lollar fiel Weber etwas zurück, konnte sich aber wieder heranarbeiten. Dann löste K. Muhl Klappert in der Führung ab und führte die erste Steigung zur Tiefenbach an, wo Weber endgültig ganz zurücksiel. Im 50-Kilometer-Tempo ging es die Tiefenbach abwärts, wo Neumann mit einem überraschenden Antritt dem Felde enteilt. Im 40er-Tempo durcheilten die einzelnen Fahrer Sichertshausen. An der Steigung ausgangs Bettenhausen vergrößerte Neumann seinen Vorsprung immer mehr. Emil Muhl läßt seinen Bruder Karl zurück. Klappert folgt weitere 50 Meter zurück. An der Wolfshäuser Serpentine kann man Neumann in bestechender Weise die Kurven nehmen sehen, ohne sich voll auszugeben. An der Nehebrücke kann Karl Muhl seinen Bruder Emil wieder erreichen. Beide nahmen nun die Verfolgung von Neumann auf. Den Wendepunkt in Marburg erreichte Neumann mit einem Vorsprung von 2 Minuten nach einer Fahrzeit von 31 Minuten. Auf dem Rückwege hatten die Fahrer sehr unter Gegenwind zu leiden. Hier zeigt Neumann feine große Klasse und vergrößert seinen Vorsprung immer mehr. Weber hat unterdessen wieder Klappert eingeholt und beide fuhren gemeinsam weiter. In großer Fahrt ging Neumann durch die Steigungen der beiden großen Serpentinen, um im 40er- Tempo Lollar zu durchfahren, dem Ziele entgegen. Nach einer Fahrzeit von 1 Stunde 15 Min. 40 Sek. ging Neumann als Sieger über das Zielband. Die Brüder K. und E. Muhl kamen geschloffen am Platzbesitzer etwas auf, aber die schwachen Schüsse gingen entweder daneben oder wurden von dem vorzüglichen Wetzlarer Hüter gehalten. Bei offenem Feldspiel kam Wetzlar noch zweimal zum Erfolg. Die Wetzlarer Mannschaft konnte sehr gut gefallen, ihr raumgreifendes schnelles Spiel mußte zu Erfolgen führen. Die Elf des DfB.-R. dürfte ihr schlechtestes Spiel geliefert haben. Nicht allem der Sturm, sondern auch die Deckungsreihen versagten vollständig. Der Schiedsrichter leitete gut. Die zweiten Mannschaften zeigten ein sehr schönes und flottes Spiel. Hier konnten die VfB.-R. einen überlegenen Sieg von 10:4 buchen. Der Sturm der Gießener vollbrachte Glanzleistungen. Vereinsrennen (50 Kim.) des Gießener Radfahrer-Vereins^ 855 Schmidt nicht mittun. Die Blauweißen stellten: । Schlarb; Zeller, Lippert; Mank, Heilmann, Hein- i bad); Wilhelmi, Langsdorf, Schmelz, Horz Kaps. Für den ausgebliebenen Schiedsrichter Krug (Friedberg) sprang Post (Wieseck) ein. Er machte feine Sache sehr gut. । Der Platzverein wählte Wind und Sonne im Rücken und verlegte gleich von Anbeginn an das Spiel in Wetzlars Hälfte. Angriff auf Angriff rollte auf das (Säftetor, es wurde aber zeitweise zu hoch gespielt. Schon bald nach Beginn verschuldete ein Wetzlarer einen Elfmeter. Mank verwandelte zum 1:0. Auch weiterhin bestürmten die Blau- weißen das Wetzlarer Heiligtum. Mittelstürmer Schmelz war aber oftmals zu langsam. Den zweiten Treffer erzielte der Linksaußen Kaps auf hohe Hereingabe von Wilhelmi durch direkten scharfen Schuß. Dann markierte Schmelz einen vom Spielleiter leider annullierten dritten Erfolg. Nach der Reihe ließen sodann 1900s Stürmer günstige Chancen verstreichen, so daß es zu keiner Erhöhung des Ergebnisses bis zum Seitenwechsel kam. Fast ohne Pause ging das Spiel weiter. Die . Blaumeisen hielten sich auch gegen den Wind ausgezeichnet. Um gegen den starken Wind aufzukommen, taten die Gießener das einzig richtige und hielten den Ball flach. In prachtvoller Kombination lief der Ball von Mann zu Mann. Damit wurde den Wetzlarern der Atem genommen, und die Erfolge fielen wie reife Früchte. 1900s Schlußleute waren außerordentlich sicher und ließen den Gegner gar nicht zur Entfaltung kommen. Dirigent war der in prächtiger Spiellaune befindliche Mittelstürmer Hellmann, gut assistiert von beiden Außenläufern. Im Angriff stellten sich die beiden Halbstürmer recht geschickt an. Zunächst verwandelte Horz eine Flanke Wilhelmis zum 3:0 und bann lenkte Schmelz einen Vorstoß von Kaps im Nach- schuß ein (4:0). Unheimlich wuchtig setzte zum Schluß Lippert einen 25-Meter-Strafstoß hoch ins Dreieck. Zwischendurch waren aber mehrere sichere Gelegenheiten vergeben. Auch gelang biefesmal nicht die Verwandlung einer der zahlreichen Eckbälle. Wetzlar machte hin und wieder einmal einen Durchbruch. Es fehlte aber die letzte Kraft und die Sicherheit zum Erfolg. An dem vorübergehenden Ausscheiden Wohlgemuths infolge Sturzes trugen die Gießener keine Schuld. Das Treffen hielt sich in annehmbarem Rahmen. Beide Parteien erleichterten dem Spielleiter sein Amt. DfB./R. in Naunheim 3:0 geschlagen. Die Hiesigen verloren in Naunheim, und zwar verdient. Die ganze Mannschaft, mit Ausnahme von Janz, hatte einen schwarzen Tag. Die Aufstellung der Mannschaft erscheint reformbedürftig. Als die Gießener in der angefünbigten Aufstellung antreten, wehte der Wind in einer Starke, die jede Ballkontrolle unmöglich machte. Obwohl die Gäste Platzwahl hatten, spielten sie erst gegen den Wind und konnten bald die Gießener in iüe Verteidigung drängen. Ihr Halbrechter erhielt in Abseitsstellung den Ball. Gegen seinen Schuß ist Janz machtlos. Angriffe der Gießener systemlos, wurden eine Beute der gegnerischen Hintermannschaft. Wieder ist es der Halbrechte, der einen Zusammenprall des Gießener Torwarts mit feinem Verteidiger geschickt ausnutzt, und durch Kopfball das zweite Tor für Naunheim erzielt. Die Hiesigen, aufgerüttelt, konnten nun das Spiel offener gestalten, mußten aber ein drittes Tor, das schönste des Tages, hin- Volkstümllche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweitertcsWlssen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher Hugo BermQhler Verlag Berlin-Lichterfelde W I Vermietungen Vortrags-Vereinigung [Mietgesuche | /CAalha.Dimrl Ka i if mH n nicr hör Vöroinl • _ (Goethe-Bund, KaufmännischerVerein) 1730 D über: beglückenden Art an 1732A Neu Hergericht. iiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Telefon 2095. 3-3immet. Büro IWniing 3 Räume tmrt.| |/|1|||Y1|q| do^mi^Zichehör, Aullllllul Iabzugeben. O1WS I4dM 3 L Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Johannesstr. 15. UIWffllllffflllHHimilli. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Sehrlft, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnelLgut und preiswert durch Brühl'sche Druckerei 1 SchiHfiÜ. L Rui 22&1 zum 1. April zu vermieten. isssD Dr. Schäffer in schöner Lage an ruhige Mieter zum 1. April zu vermieten. 01252 Hitterwaü £7 1. Das weihe Röss’l Hauptdarsteller: Rose Stradner /Else Elster Hansi Niese / Oskar Sima / Max Gülstorff Hans Junkermann / Eduard von Winterstein Vorher das herrliche Beiprogramm und Ufa-Ton'Woche — Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Laden in gut Lage ca. 100 qm groß, Mindesthöhe3,40 Mtr.,m.2Schau- fenstern, zu miet, gesucht. Schrift!. Ang. unt. 01256 an d. Gieß. Anz. Voranzeige! Die naturgetreue Wiedergabe des Boxkampfes Schmeling-Hamas in allen Einzelheiten von der 1. bis zur 9. Runde in 2 Nachtvorstellungen, abends 10.45 Uhr, Dienstag, 26., und Mittwoch, 27. März. Eintritt 1 -.50 bis 1.- 2 Zimmer und Küche fof.zuverm. 01255 RiegewtadLsL 5. VORTRAGSABEND Donnerstag, 28. Hari, abends 8 Uhr, in der Menen Aula Lichtbilder-Vortrag des Bergingenieurs Kurt Herdemerten Mit Professor Wegener im Grönlandeis Die Hitglieder des Ooethe-Bnndes und des Kaufmännischen Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 3 (G.-B.) bzw; Kontrollabschnitts Nr. 6 (K.V.) an der Abendkasse. Für Verbandsmltglieder (Volkshochschule, Reichsbund Volkstum und Heimat, NS Lehrerbund) zum Preise von 60 Pf., für Militär, Studenten und Schüler 40 Pfennig. Nichtnütglieder zu 1 Mk. bei Challier und an der Abendkasse. Sämtl. Plätze sind an diesem Abend nnnumerlert. Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllll Obst-mr'' Morgen Dienstag, den 26. d. M„ abends 8 Uhr, findet im Saale des Kaufmännischen Vereinshauses am Wemerwall ein Lichtbilder-Vortrag statt. — Es spricht Herr Weinbauinspektor Gteslas-FranWurt a.M. SchädliDgsbekämpiuDg im Obsl- und taleota namentlich mit Kupferkalkbrühe Eintritt frei für jedermann. — Für unsere Mitglieder außerdem: Gratis Verlosung von Dahlienknollen | Verkäufe | Mittelschweres ViM 8 Jahre alt, und 2 warntet' AleMWll verkauft 01250 Fritz Euler Hammstratze 16 Wegen Aufgabe der Wohnung: kcmpl. Bett, Kfi- chenichrank unfl verschied.Eiaxei- möbel billig xu verkaufen. Anzusehen Mittwoch, den27.3.,nachm. 3-5 Uhr, in der Buddeitraße 6 l. MeiueAnzeigen im Gießener Anzeigei werden von Tausenden Lichtspielhaus Giefeen H I Ab heute Montag __I ein herrliches Lustspiel: | MiettuWollMee Ein entzückendes, fröhliches Spiel im Rahmen der majestätischen Bergwelt des I Salzkammergutes an den Ufern des Wolf- I gangsees. — Dieser Film erinnert in seiner I