w ch O MA WM KM ä ?V'F/ 1 N < - ' z, i Dienstag, 24. Dezember 1955 Lr. 500 Erstes Blatt Euch ist ein Kindlein heul gefront ins R-.ch jener Stille, wo da, leise Atmen der Grötzte ist und aus der Ebene de Seele hörbar wird und mit Goldklang der Grund I gültigen Drnge den Endjreg behalt. ■3 «S -s Es war vor langer Zeit — zwei Jahre vor |2m Krieg — da weilte ich den Weihnachts- r onat über in Paris. Ich wohnte in Montpar- nsse, in einer jener traurigen möblierten Stu- ten, in fcenen schon zu gewöhnlichen Zeiten die paue, kalte Verzweiflung an den Wänden klebt. Am Weihnachtsabend ging ich, krank vor S udenelend und schlimmer Einsamkeit, auf die i tratze. Da standen nahe der Avenue de lDbser- Mtoire einige Buden. Ich dachte: Weihnachts- f.-arkt! Ein Strahl bunter Kinderwelt! Aber es raren Schießbuden und sonstiger Kirmes- runder; arme, nüchterne Verdienerei im Halb- lunkel. Dunkel lagen auch rings in den Häusern be Fenster der Wohnungen. Aber desto mehr Ivcht gab es in allen Gaststätten und Speise- Skalen. Da sahen die Leute, Familie bei Fa- uilie, und begingen Weihnachten in der Oeffent- Ichkeit mit munterem Schlemmen und Fröhlich- jiin — nicht unähnlich der Art, wie es in Deutschland etwa an Fastnacht zugeht. Landesart, Landesbrauch — aber nie hat vor Meinem inneren Auge der Glanz deutscher Weih- mcht sehnlicher geleuchtet als an diesem Pariser Ü bend. Ich dachte mich über die meeresweite, brodelnde Stadt, über Berg und Tal hinüber in tos kleine Dorf im Herzen des Pfälzerlandes, ftie ersten Kinderweihnachten stiegen aus. 93er- Hneite, vereiste Winterwälder hoch an den Äergen, der Bachlauf schwarz und schmal, zwilchen den Dicken Schneepolstern der User, Schnee ms der Dorsstrahe und tiefes Schweigen im pmen Tal und über den geduckten Hütten — d>er drinnen im Vaterhaus Wärme vom Holz- j-uer, in der Stubenecke der Tannenbaum mit | inen brennenden Lichtern, darunter das erste Märchenbuch, die erste Fibel, die ersten Gold- «isfel sür die Schultasel, und Spielzeug in -.olzschachteln, die ebenso wie der brennende Baum nach Tannendust rochen. Wie eng, wie I bein alles, wie arm — aber wie durchgoldet loort einem inwendigen Glanz, von dem das S.erz zehren wird bis zum letzten Tag! Ein Wehen 7»ar im Stübchen wie von heimlichen Flügeln tor Engel, und fast hörbar ein Harfenklingen von ;«r Weihnachtsbotschaft, wie sie mit unvergeh- -chen Worten im ersten kleinen Gottbuch der Volksschule stand. Welch ein Geborgensein in ;auter Seligkeit! Welch ein Blick in ein wirkliches V.anb der Liebe und der ewigen Heimat. Wir feiern vielleicht Weihnachten unser Leben lnndurch. Aber wer das unschätzbare Glück c-ehabt hat, als ein deutsches Kind unter seinem lasten Weihnachtsbaum zu stehen, dem ist in (irlebnisgestalt etwas mitgegeben, das er im foäteren Dasein vielleicht überlärmen, aber nie wieder austilgen kann. Der Weihnachtsweg nach innen ist ihm einmal gewiesen. Der Blick in den tiefen, kindlichen Grund, von dem aus sich fern Dasein ständig erfrischt, ist ihm ausgetan. Ins Dräuen und Glauben ist er einmal gerufen als in die wahre Lebendigkeit seiner Seele. Einmal hat er, nicht durch Lehre und Unterweisung, tondern in leibhaftiger Erfahrung Gott als Kind, stich selbst als Kind, das ganze Weltwesen als Liebendes und Geliebtes erlebt. Das bleibt itehen sein Leben lang, und wo irgend in ein gealtertes Herz, in eine verirrte Seele später a in Strahl der heimholenden Gnade fällt: das kindliche Weihnachtserlebnis ist das erste, was unter diesem Strahl ausglänzt und ihm sehn- Lche Antwort gibt. Die deutsche Art, das Weihnachtssest zu begehen, hat das Zeichen der Innerlichkeit, der Verinnerlichung. Gerade mit diesem Zug der Innerlichkeit schließt sich das christliche Weih- Lachtssest der Deutschen an das alte Iulsest der germanischen Vorfahren an. In innerlicher Anschauung als eine Herzenshofsnung und eine gläubig angenommene Zuversicht wurde die Sonne im Iulsest gefeiert. „Mitten im kalten Winter — Wohl zu der halben Nacht" begibt sich Joie Fröhlichkeit der Sonnenbegrüßung. Das Außen ist noch dunkel, aber innen das Herz weiß um das künftige Licht und ehrt seine frühe, kindliche Jugend. Das christtiche Weihnachtsfest feiert den Auf- Zang des „Sonnenhelden" Jesus Christus. Es weiß daß da die göttliche Liebe neu in die Jountle West hereinscheint — die unbedingte Sonne" in der ernstesten und unausdenkbaren Hochgestalt, in der sie zugleich Gott selbst und Mensch selbst ist. Es findet sie vor der Wiege, als etwas Junges und Anfangendes, als em Kind, das zunächst nichts andres nut sich bringt als die Anmutnng, daß wir selber vor ihm gläubig und einfach werden: Kinder. Wie liebend gerne hat das Hexz des Deutschen diese Anmu- 1 ung auf genommen! Wie leicht und froh hat das Kindliche im deutschen Wesen sich bereit ge- unden, vor dem Kind in der Krippe liebend und ehrfürchtig die Knie zu beugen! Tiefer und chöner als jede andre Art der Weihnachtsfeier )at die deutsche Art das Kind als Herz und Kern >er Heiligen Nacht begriffen. Sie stellt da alles, was Erwachsenenwelt ist, beiseite und läßt nichts gelten als das Kind, wie es schläft und lächelt in der treuen Hut der Gottesmutter, wie es glaubt und selig ist in der eigenen Brust, wie es der armen Krippe naht in der Gestalt der Hirten und wie es aus frommen Tieraugen mitten in den unverstandenen Glanz blickt. Wie die Iulfreude vor der jungen Sonne, |o steht die Christenfreude der deutschen Weihnacht vor der als Kind erschienenen Gottesliebe. Die ewig scböne, holde Gestalt der deutschen Weihnacht ist nichts anderes als die Wiedergeburt der alten Lichtgeburtsfeier. Sie ist ihre Verklärung und ihre Erlösung zu ihrem höheren, alles Irdische und Geistige umfassenden Smn. Sie ist dies im selben Sinn, wie der christliche Gottes- alaube die einzig echte Wiedergeburt, Auferstehung und Verklarung alles dessen ist, was im Glauben der Vorfahren wahre Frömmigkeit und wahres, selbstvergessenes Trauen war auf die Liebe, die überall um uns lebt. Deutsche Weihnacht heißt: Immer erneuter Aufbruch aus dem Gealterten und Erstarrten in die blühende, paradiesische Jugend der Seele! Deutsche Weihnacht heißt: Fahrt nach innen; auf den Grund kommen; Zurückfmden zu dem, was wir als gläubige, vertrauende Kinder waren. Der Deutsche kann nicht leben, wenn er nicht zeitweise durchdringt auf den „Grund", des Daseins aufklingt, die unbedingte Liebe. Und wenn sich für uns die Weihnachtsstimmung so oft als ein „Heimweh" anfühlt, so ist das nicht nur ein Heimweh nach Haus und Erde und Sippe, sondern es ist immer zugleich Heimweh nach dem Kinderland, Heimweh nach dem kindlichen Trauen und Schauen, das wunderbar im Einklang mit allem Leben steht. Das Märchen ist mit der deutschen Weihnacht verbunden — und kein Deutscher lebt, der nicht einmal unterm Weihnachtsbaum zu dem Wissen geiangt ist, daß das Märchen nicht von leeren Fabelweiten erzählt, sondern einzig wahre Kunde ist von der tiefsten und gültigsten Wirklichkeit. Als Kinder hören wir sie erzählen, als Väter und Mütter überliefern wir sie den Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8‘/2Ul)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Plahvorschrift nach vorh. Bereinbg. 25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B bliebe, deren unausweichliche Schlußfolgerung die Darwinsche Abstammungslehre und noch manches andere Produkt einer einseitig materialistisch eingestellten Naturwissenschaft ist. In der beseligenden Tatsache des Weihnachtsmysteriums wird die erste Erklärung durch eine zweite korrigiert, die um so viel wahrer ist, als sie die ganze Oberflächlichkeit der ersten einhüllt und den Menschen über sich selbst erhebt, ihm die Gewißheit einer höheren Abstammung gibt! Und diese Antwort sagt etwas ganz anderes: wohl seid ihr elend und vergänglich, und keine Macht kann euch dem Tode der Materie entreißen. Aber schaut auf dieses göttliche Kind! Wird es nicht hungern und dürsten wie ihr? Wird es nicht leiden und sterben wie ihr? Ist es nicht in Armut geboren wie viele unter euch? Atmet und bewegt es sich nicht ganz ähnlich wie die Tiere neben ihm, mit denen es den gleichen Lebensraum teilen muß? Ja, das alles ist so — dem Fleische nach! Seine Eltern haben es gezeugt, wie ihr auch gezeugt wurdet, es ist kein Mirakel dabei. Allein, das alles berührt nicht den geistigen Wesenskern dieses Neugeborenen. Der ist von Gott in die Welt gesandt und kehrt in ihn zurück, der überwindet den Tod, weil ec ewig, unsterblich ist — wie ihr auch! Dieses Jesuskind im bethlehemitischen Stalle sei euch ein Beispiel, es erinnere euch an eure doppelte Herkunft! An die irdische, dunkle denkt ihr zwar nur zu oft, an die himmlische, göttliche nur zu wenig. Dieses Verhältnis aber muß sich ändern, wenn die Menschheit nicht seelisch ganz verkümmern soll. Der heutige Mensch wird wieder lernen müssen, das Christentum als eine geistige Offenbarungstatsache nicht immer nur von dec moralisch-erbaulichen Seite zu nehmen; und nicht eher wird er sich von seinem blinden Glauben an die Stoffeswelt freimachen können. ---- D Weihnachtsboischafi. Von Ernst v. Niebelschüh. Als zu Beginn unserer christlichen Zeitrechnung in jener längsten Nacht, die dem kürzesten Tage voranging, das göttliche Licht in die Erden- sinsternis trat, als der Engel des Herrn den Hirten aus dem Felde die große Freude verkündigte und der Stern über der Herberge den weisen Priesterkönigen aus dem Morgenlande den Weg zur Krippe des Weltheilands wies, da geschah etwas, was durchaus nicht so „schlicht und einfach" war, wie es gewöhnlich dargestellt wird. Da öffnete sich der Vorhang, mit dem sich der gottentsremdete Mensch den Ausblick in eine geistige Heimat immer mehr versperrt hatte, und es wurde der Erde und allen Men- chen auf ihr eine Kraft geschenkt, die seit dieser ersten Weihnacht nfeiter und weiter wirkt und trotz aller Nückfälle in bas Dunkel bis in die 'ernste Zukunft zu wirken nicht aufhören wird. Denn Weihnachten recht feiern heißt ja nicht, in mehr oder weniger sentimentaler Weise sich eines einmaligen historischen Vorgangs erinnern. Weihnachten feiern heißt, das Geburtsfest dieser Christuskraft in der Menschenseele immer neu zu begehen, und den ewig wirkenden, den ewig lebendigen Christus in sich aufzunehmen. Von der irdischen Geburt des Jesus von Nazareth im Stalle zu Bethlehem, der Fleischwerdung von Gottes Sohn, ist der gewaltigste Impuls ausgegangen, fähig, die Menschenseele im Innersten umzuwandeln, in der herrschenden Finsternis das Licht einer neuen Erkenntnis zu entzünden. Dieses Licht aber — was anderes ist es als die Flamme einer Wahrheit, die bislang in den Herzen nur noch ganz schwach glühte? Dec Wahrheit, die sich zwar nicht wissenschaftlich beweisen, um so mehr aber erleben läßt; daß wir Gottes Kinder sind, daß wir in aller Vergänglichkeit an Gott teilhaben, wenn auch nur wie die Wassertropfen am Weltmeere. Das Christentum ist die seitdem allein mögliche, auch die allein erschöpfende Antwort auf die nie verstummende Frage: Was ist der Mensch? Die mächtigsten Gehirne haben sich darüber zuschanden gedacht, und je finsterer es in der Welt wurde, um so eifriger waren sie bemüht, dem Menschen den „Hochmut" auszutreiben, ihm zu „beweisen", daß er ein elendes Wesen sei, kaum mehr als ein höher entwickeltes Tier, aus Staub geformt und nur dessen Gesetzen unterworfen. Nun, auch das Evangelium ist nicht so weltfremd, diese tragische Verbundenheit mit dem Stoff und dam t die Macht des Todes in Abrede zu stellen. Aber es wäre keine „Botschaft aus dem Reiche der Engel" — denn das ist die wörtliche Uebersetzung von „Evangelium" — wenn es bei dieser einen Erkenntnis stehen 3 »'""H 2 («scheint täglich, außer Sonntags und Feiertags leilagen: Die Illustrierte (ießener Familienblättec jtimat im Bild - Die Scholle Monatsvezugrpreis: ♦Bit 4 Beilagen RM. 1.95 lhne Illusttierte „ 1.80 ^stellgebühr .. „ — 25 Luch bei Nichterscheinen nn einzelnen Nummern ji.folge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe Inter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Jtanffurt am Main UbSo -sASr Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 'M J um, M i» K» Weihnachtsheimweh Von Wilhelm Michel. Kindern, die uns mit weit offenen Augen lauschen, als. alte Menschen lesen wir sie an Winterabenden, wenn Sturm ums Haus geht — und wissen da vielleicht erst am tiefsten um ihre unzerstörbare selige Wahrheit. Wir lassen das alte, zerlesene Buch auf den Tisch sinken und denken still: Wv wären wir, wenn das nicht Wirklichkeit wäre, was die Märchen sagen? Wenn nicht den Schritten des Kindes ein Engel folgte? Wenn nicht böser Zauber, der uns ständig umgibt, ständig gebrochen würde von unbegreiflichen Kräften der Hilfe? Wenn die kindliche Arglosigkeit nicht einen geheimen Freund hätte, der sie oft zum Sieg bringt, wo die schlaue Berechnung versagt? Wenn nicht tausend schlimme Verwünschtheiten in und außer uns fortwährend aufgehoben würden vom redlichen Mut und von der Liebe tapferer Herzen? Die Wahrheit der Märchen ist nicht in allen Fällen die äußere, sie ist die innere Wahrheit; die Wahrheit im Herzen der Welt. Sie ist die Weihnachtswahrheit, daß das Kindliche insgeheim das Größte ist und auf der Ebene der wahrhaft - "P i 3^ *8 3$ * ty = $ 8%^ 3 Ä'CsZ’ sfsh« ? 2. * 5 ”5*3» "W\ 2 5 c d « 3 2,0 3 3 « O' rt 5 p c2 5-6 5 5 22 *3’ > öö.32d r®igc,3 l 2-° 3 - 5 0 2 ° tz-W 2- od* s S|» = 3i?B * y 23 ©5 ? * = @3 3-a® =ä=.z v3 er 3.23 J 2, T Z, j)3S' 3 ~2.c 3 _ 322-^2 3® . 2 ’-'h3 aaJl’ö ”'e3 3 S-5 3 ® ^2. ■2.® - n ja'O'O 3 s) ?c‘ 3 3 nE r» rzeit beginnen zu klingen, Weihnachtslieder: der Wald rauscht, und über dem Tannenwald schimmert der Stern von Bethlehem. Aller Märchenzauber des deutschen Gemütes webt sich um den Lichterglanz, um den immergrünen Lebensbaum aus unserm Walde. Alle Völker feiern Weihnacht, in ihren Kirchen klingt die frohe Botschaft des Weihnachtsevangeliums: „Seht, ich verkündige euch eine große Freude!" — aber die lichtgesegneten Völker in den heitern Mittelmeergärten ober im ewigen Sommer ber Tropen, bie Stämme ber Wüstensteppen wissen nicht um bie Einsamkeit bunkler Winternächte, in benen Adventsklage aufsteigt, wissen nicht von der vergrübelten Sehnsucht im Nordland. Es sind die geheimnisvollen Kräfte der deutschen Volkheit, die uns in Winterdämmerung den Adoentsgesang anstimmen lassen, es sind bie eingeborenen Kräfte ber deutschen Volkheit, bie Deutsche in frember Umwelt unter ben Weihnachtsbaum führen, sie bas deut- seheste aller Feste feiern zu lassen Deutsche Weihnacht, grüner Lichterbaum, sie bringen ihnen das Raunen des Waldes und den stillen Glanz blau- weißer Schneenächte: Jahrtausende brechen in ihrem Blute auf, — aufgespeicherte Gottesfehnsucht vergangener Geschlechter wird Stimme im deutschen Weihnachtslied Ja selbst dort, wo sie ihr Volkstum in der Fremde schon fast eingebüßt haben, wo ihre Sprache, ihre Sitten untersanken in der sie umgebenden fremden Welt, rührt das Weihnachtsfest an verschüttete Herzenstiefen, daß sie vor dem Christbaum stammeln wie jener alte Bauer im Jndianerdvrf Südamerikas: „Dies Weihnachtslied habe ich einmal — als Kind — mit meiner Mutter gesungen--" Die tiefsten KräUe von Deutschtum und Christentum verbinden sich im deutschen Weihnachtsfest, das in der Familie der Märchenzauber des deutschen Gemüt"s umm-'bt. und manche Heimwchtr^ne steigt am Heiligen Abend irgendwo fern in ber Welt aus ergriffenem Herzen auf. Und wenn auch viele Kin- ber unseres Volkes in ber Frembe im langen Jahreslauf, der erfüllt ist von hartem Daseinskampf, nicht zurückgedenken an die alte Heimat, — in der heiligen Nacht stehen sie um ihren Weihnachtsbaum, und wenn sie die alten Lieder singen, gehen ihre Gedanken zurück zum Mutterlande, das sie gebar, und Deutschland wird ihnen ein großer prangender Lichterbaum, der Wald rauscht um sie —. Tannenduft und Kerzenschein und Klang der deutschen Weihnachtslieber aus frohen Kinderstimmen, und immer wieder die Heilsbotschaft der Weihenacht: „Heute ist euch der Heiland geboren!" das bindet über den Erdball hin in der heiligen Nacht die Herzen der Deutschen zusammen, das ist deutsche Weihnacht in den Bauernhöfen der Donauschwaben, in Siedlungen Südamerikas, in der Kirchenburg der Siebenbürger Sechsen im südtiroler Dorf; das ist deutsche Weihnacht bei den armen halbverhungerten, im Elend einsamen Deutschen an ber Wolga, in deutschen Vereinshäusern Nordamerikas, bei den schwäbischen Siedlern in Bethlehem, das ist Weihnachten in deutschen Kirchen Polens und im um- büfterten kampferfüllten Grenzlanbe, in ber Einsamkeit unserer geraubten Kolonien; — aus allen Län- bern ber Erbe, aus ben abgeschiebensten Dörfern Weihnacht des jungen Schiller Von Wölfer von Molo Des Hauptmanns Gaul war an ben Haken bes runbbogigen Haustores festgeknüpft. Das sprach nicht für langes Bleiben, trotzbem 's ber Tag ber heiligen Nacht war. Trüb war die Stimmung der Ehegatten, scheu saßen die Kinder im Winkel und hielten sich dicht zueinander. Schweren Trittes schritt der Hauptmann Schiller in der schmalen Stube auf unb nieber. Das geschmückte Tannenbäumchen zitterte mit seinen Zweiglein, wenn es ber Lufthauch bes unmutig Wandelnden traf, ber laut feine Gebauten in Ordnung brachte: „Ich hab' den gemessenen Befehl, auf Werbung zu gehen. Da ist nichts zu wollen; es hat auch seinen Profit: Du unb bie Kinber werbet jetzt zu mir ziehen. Es ist mir verstattet, weil's bort billiger ist." Kaspar Schiller legte Hut unb Degen auf bie Bank, ernst sah er feine Kinber an, bie sehr ums Christfest bangten. „Das Hebe Christkinblein kommt eventuell früher", sprach er feierlich, „wenn brave Kinber im Hause sind! Sollte ich", schloß er, sich wenbenb, einen früher angefangenen (Bebantengang ab, ber zu seiner Frau Dorothea Meinung führte, „sollte ich opponieren, bamit ich im Hohenasperg Kasematten-Quartier nehmen muß? Wie ber Oberst Rieger ober ber Oberamtmann Huber, ber auch nichts getan hat unb boch sitzt?" Frau Schiller streichelte ihres Buben Kopf. Der hob sich unb fragte mit Kinberfreimut: „Derf benn ber Herzich bas mache?" „Fritzle", sprach bie Mutter erschrocken, „er ist boch Herr über Leben unb Tob! Er barf alles!" „Dann ischt also fei Unterschieb zwischen 'em Herrgöttle unb 'em Herzich?" „Dorothea!" sagte Vater Schiller, „geh mit den Kindern auf die (Baffe! Ich will das Christkindlein um Verzeihung bitten, daß ich einen so unheiligen Buben hab'!" „Des hätt'scht net sage solle", flüsterte die Schwester mahnend ihrem Bruder zu. Die Mutter nahm ihrer Kinder Händchen. „Marschiert aber nicht zu den Großeltern!" rief Kaspar Schiller; er setzte pharisäerisch hinzu: „Es wird sonst zu spät!" Die Seinen hatten ihn allein zu lieben! Die Türe klappte zu: der Hauptmann seufzte; er sah zum Bäumchen auf. Was sich der Fant für Gedanken machte? „Kein Unterschied zwischen ’em Herrgöttle und ’em Herzich?" Gar net übel! Kaspar Schiller rollte bi^ Augen? freches Munbwerk ist's! Man merkt ben Mangel ber väterlichen Erziehung! Das Wohl bes Ganzen heifcht Gehorsam unb Unter- orbnung; anbers lebt ber Mensch nicht im Leben. Freches Maulwerk! Energisch schlug er Feuer unb zündete die vier Lichtlein aus Unschlitt an, bie bas Tännlein schmückten. Vor bem Fenster wisperten die Kinderstimmen und stampfte der Gaul. „Dorothea!" rief Kaspar Schiller; er gab mit ber Degenspitze bem Wachs- engelchen auf bem Tannenwipfel einen Stoß, damit es schwankend schwebte — das schuf mehr Illusion! „Das Christkindlei war da; habet ihr es nicht bavonfliegen sehen?" Das aufgeregte Zappeln ber Kinberbeine war tm Vorraum hörbar. „Kinder", sagte die Stimme der Mutter, „am Ende hat's Christkindle gar ein paar Sternle vom Himmel aufs Bäumle g'hängt? Guckt nur fleißig!" „Ischt das schön!" sagte das Phinele. Vergoldete Aepfel und Nüsse schwankten im harzigen Grün. Die drei standen mit ehrfurchtsvoll erhobenen Blicken in der Türe. Tiefgerührt sah bie Mutter ihren Fritz: der hatte mit Inbrunst bie kleinen Hänbe gefaltet, bas rötlichgelbe Haar umwallte seine feine, weiße Kinberstirn Die blauen Augen blickten anbächtig zum Lichte empor. Wie ein Englein ftanb er, schien es ber Mutter, vor bem Weihnachtsbaum. „Fritz", sprach ber Vater ernst, „bring’ Er bie alt' Bibel!" Frau Dorothea tat hastig bie Schürze ab unb fühlte, ob ihre Haube zur hohen Andacht in Orb- nung säße. Sie knieten alle in einer Reihe vor dem Weihnachtsbaum nieder; die Weihe der Stunde floß in sie. Der Vater betete glaubenskräftig mit lauter Stimme vor: „... Als Maria, feine Mutter, dem Josef vertrauet war, erfand sich's, daß fie schwanger war vom Heiligen Geist. Doch der Engel des Herrn sprach: ,Sie wird einen Sohn gebären, bes Namen solltst bu Jesus heißen; benn er wirb sein Volk selig machen von beffen Sünden^ .. Frau Dorotheas friedliches Glaubenswort und der Kinber helle Stimmlein klappten nach: „... von beffen Sünden." „Maria gebar ihren Sohn ..." „Gebar ihren Sohn." Das Kind wuchs und ward stark im Geiste voller Weisheit; Gottes Gnade war in ihm. Simeon hatte recht gesprochen: „,Es wird ein Schwert durch feine Seele bringen auf baß vieler Herzen Gebauten offenbar werben!'" „... Auf baß vieler Herzen Gebanken offenbar werben..." „Haltet immerbar Gottes Gebote!" sprach Kaspar Schiller, erhob sich und wischte sich die Knie ab. Er schlug bie Bibel zu, baß es klappte. „Tu Er, Fritz, das heilige Buch an seinen Ort'." Er hängte die Mahnung an: „Ehret die, so euch vorgesetzt sind? Ihm, und Hütten, steigt in dieser Nacht das Singen auf zu dem ewigen Lichterbaum am Himmelszelte, das Weihnachtslied unseres Volkes! Selbst in ben tropischen Weltstäbten Südamerikas, wo im Dezember bie Hochsommersonne glüht mit weißem Glast, feiern bie Deutschen ihr Weihnachtsfest. Für bie Deutschen in Rio be Janeiro zieht ein Gärtner im hochgelegenen Petropolis, in ber früheren Sommerresidenz ber brasilianischen Kaiser, eigens Tannen für ihre Feier, unb wer keine Tanne erstehen kann, besorgt sich wenigstens ein paar grüne Zweige. Der deutsche Siebter in Sübbrasilien holt aus bem Urwalb bie grüne Araukarie. Von einem heiligen Abenb im armen Rancho ber beutschen Sieblerfamilie kann ich erzählen, wo bie Mutter, die Kolonistenfrau mit hartgearbeiteten schwieligen Händen die Pinie schmückte, — mit solch frommem Tun, als sie bie Kerzen aufsteckte unb ent- zünbete, als wäre es Gottesbienst. Unb bann rief sie die Kinder herein, und da sangen die Kleinen, ht- f4nn im Urwald geboren waren, unsere innigen Weihnachtslieder, daß es durch bie offene Tür in den nahen Urwald hinaus klang. Und im Schein der Kerzen sprach der Vater zu den Kindern von Deutschland, von dem fernen Nordland, das sie nie gesehen hatten, sprach ihnen davon, wie es dort ift in der heiligen Nacht, wenn Schnee die Lande deckt und zur Mitternachtsstunde das Läuten anhebt aus den Dorfkirchen über das Schneeland hin, — und bie Menschen aus ben Dörfern mit ihren Laternen, viele gelbrote Lichtlein über bem Schnee, ber hell- erleuchteten Kirche zustreben. Unb bann sagte ber Urwaldbauer zu feinen Kindern: „Seht, wo immer Deutsche leben in ber Welt, in dieser Stunde find sie vereint unter bem Weihnachtsbaum; in biefer Stunbe, wo immer sie wohnen unter fremden Völkern, fingen sie unsere lieben Weihnachtslieber unb denken an Deutschland." So klingt in der Dämmerung des heiligen Abends aus wobl hundert Millionen von deutschen Herzen in der W"lt das innige Weihnachtslied: „Stille Nacht, heilige Nacht", das alte Lied aus dem Salzburger Lande, das am 24. Dezember in der Wintersonnenwende erstand. Ein Pfarrer und ein Schullehrer — überall die besten Hüter des deutschen Volkstums — haben es geschaffen, der Pfarrer Josef Mohr war der Dichter, der Lehrer Franz Xaver Gruber war der Komponist. Das Lied zog mit der deutschen Weihnacht durch die ganze Welt. Pater Peter Klotz erzählte darüber: „In Botchia, am Fuße des Himalaya, hörte ich das Lied von indischen Kindern in hindostanischer Sprache, in Neuseeland, in Deutschostafrika und am Sambesi sogar in deutscher, aber auch in heimischer Sprache. Jndianerknaben sangen es am Aequator, in Süd- -'•Y|'ripn yrnb^naben im Süden, und erst in Bethlehem, der Stätte, wo die .Stille heilige Nacht« die Erfüllung fand." Solange aus geheimnisvoller Tiefe noch die Kräfte der deutschen Volkheit leben, solange von Geschlecht zu Geschlecht der Strom aus bem Born ber Herkunft weitergegeben wirb, solange bie Deutschen jenseits ber Grenzen ben Wert ihrer eingeborenen Volkheit erkennen unb schätzen und es bewußt empfinden, daß sie Art find von unserer Art, Flamme von unserer Flamme, so lange wirb die deutsche Weihnacht hundert Millionen Deutsche in der Welt zu seiner sennsuchtsvollen frommen Gemeinschaft vereinen, werden die deutschen Weihnachtslieder von Kind zu Kindeskind weiterklingen. Und wir in der Vvlkesheimat wollen in der Stunde, da wir unter dem Lichterbaum stehen, unserer Schwestern unb Brüdern im Grenzlanb unb Auslanb gebenden, wollen fühlen, wie ein Hin- unb Herfluten der Verbundenheit uns vereint, fühlen, wie ir|re Stimmen zu uns bringen: Norblands Tannenwälder rauschen in unfern Traum, Da wirb uns Deutfchlanb ein großer, ftrahlenber Lichterbaum, Und die Heimatfterne funkeln über dem grünen Gezweig, — Und im Traum find wir wie Kinder, und tun den Kindern gleich: Wir strecken die Hände sehnend und wollen die Lichter fassen ... Deutschland! Von deiner Seele wollen wir nimmer lassen! Weihnackien in aller Welt. Unsere Auda^ds-Bcr'ck» erstoiter cräMcn. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Erst..Escalade“ — dann Weihnachten. Dr. Rbst. Genf. Wie zu Hause in Deutschland ist Weihnachten sonst nirgends auf der Welt! Aber auch in Genf kommt der Deutsche bei einem abendlichen Gang vor Weihnachten durch die alte Stadt auf ihrem dunklen, gemütlichen Hügel, mit ihren uralten Hand- werkerlädchen, in denen jetzt erhöhte Tätigkeit herrscht, sehr bald in die richtige Stimmung. Von den Plätzen, wo Christbäume verkauft werden, weht heimatlicher Weihnachtsduft herüber. Die allgemeine Vorbereitung auf das Fest beginnt hier aber erst sehr viel später als bei uns. Weihnachten ist im Kanton Genf stark von einem Nationalfeier- Vg überschattet, der am 12. Dezember gefeiert wird. £lan gedenkt nämlich des Sieges über die Scharen des Herzogs von Savoyen, die im Jahre 1602 versuchten, die freie Stadt mit Hilfe langer Leitern nächtlicherweile zu erstürmen. Das Wahrzeichen dieses Festes ist ein beftielter Kochtopf, den eine unerschrockene Genfer Bürgersfrau in jener Nacht einem stürmenden Savoyer von ihrem Fenster herunter auf den Kopf geworfen haben soll, was er nicht überlebte. Das Ereignis wird eigentlich um zehn Tage zu früh gefeiert, denn in Wirklichkeit geschah es in der längsten Nacht des Jahres, also vom 21. auf den 22. Dezember. Die Vorverlegung, die der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahre 1701 zuzuschreiben ist, läßt den Genfern etwas Zeit, sich von dem lauten Trubel der „Escalade“ nfit ihren Karussells und Maskenbällen auf das stille Weibnachtsfeft umzustellen. Adventssonntage zum langsamen Dorbereiten gibt es hier nicht, und nach überstandener Escalade müssen die kleinen Mädchen schleunigst mit ihren Handarbeiten für Patentante oder -onkel, die in dieser Beziehung entschieden eine Vorrangstellung genießen, beginnen. Allerdings haben sie es insofern gut, als sie nicht unbedingt bis Weihnachten damit fertig werden müssen: wenn die Zeit nicht langt, können sie ihre Machwerke gernhe fo aut erst am Neuiahrstaae überreichen. Dieser Feiertag spielt hier Überhaupt in weitaus den meisten Familien eine viel größere Rolle als Weihnachten. Nur, wer kleine Kinder hat und an Neujahr in die Berge gehen will, putzt einen Christbaum auf und bereitet eine Bescherung am 25. Dezember. Die Weihnachtsgeschichte wird dabei aber nie vor- gelesen, auch Lieder werden nicht gesungen, sondern es gehört hier mehr oder weniger zum guten Ton, das englische Weihnachten nachzuahmen, das mit dem Kuß unter dem Mistelzweig, Knallbonbons und Freudentänzen um den Baum herum wohl auch besser in die noch etwas verhaltene Escalade» Stimmung paßt als das deutsche. Auch der Strumpf, den die Kinder am Vorabend erwartungsvoll in den Kamin hängen und beim Erwachen dank einer Persönlichkeit, die unserem Knecht Rupprecht entspricht, gefüllt finden, stellt eine Reminiszenz englischer Gebräuche dar. Der Christbaum ist zwar :n den Familien immer mehr im Vordringen begriffen, aber doch hauptsächlich eine Angelegenheit der zahlreichen Vereine, Sonntagsschulen, Waisen- und Krankenhäuser. Sogar in Feiern linksgerichteter politischer Gruppen ist er zuweilen anzutreffen. Es gibt nur einen Feiertag, auch keinen „Heiligen Abend", und am „zweiten Feiertag" geht das Leben schon wieder seinen gewöhnlichen Gang. Fritz, roär’s besser gewesen, Er wär' mehr in die Kirch' gegangen; Er kann nicht gut beten im Ton! Nun muß ich reiten, Dorothea!" Der Hauptmann wandte sich und nahm wieder Hut und Degen an sich Sie folgten ihm vor die Tür hinaus. Als er im Dämmerlicht auf Einem struvvigen Gaul faß und sich in den strohumsponnenen Bügeln zurecht schob, musterte er das hochgiebelige Häuschen mit den Riegelwänden, aus dem nun seine Familie ausziehen mußte „So was umschließet den Menschen und heget ihn, und er meint, es sei fein alles", sagte er. „Dann ziehet er fort, und das Haus hütet den andern, der nachfolgt, ebenso. — Fritzle", sprach er mit Nachdruck, als er die großen Augen seines Buben nachdenklich in gleicher Richtung blicken sah, ..nun kommet Er unter meine Zucht! Lebet wohl!" Mit der Hand grüßend ritt der Hauptmann davon. Die patschenden Huftritte verhallten im Schnee. Die drei liefen ins armselige Logis zu den Großeltern und heulten dort los: „Es gehet in die Fremde!" In den Winterwäldern. Von Johan Luzian In dem engen Waldweg hingen die Bäume voll eisblauen Schatten; wir krochen tiefer in Fußsack und Pelz und Decken und riefen schallender „Hüh!" und schlugen den Gaul, den faulen, daß er die schlenkernden Zottelbeine vor dem leichten Schlitten warf und sich, wie ein Jungpferd schnaubend, das Eis aus den Nüstern blies. Aber indessen öffnete sich über den Wäldern das Auge Gottes, und als wir nun aus der Fichtenenge kamen und schon die Acherkuppe entlang fuhren, fühlten wir aufatmend die Wärme und Freundlichkeit in der besonnten Stille. Und auch Muli, her lahme Gaul, fühlte die Güte des Himmels und wollte teilhvben daran. Er blieb einfach stehen und hob feinen alten, weißbraunen, zoteihaarigen Kopf der Sonne entgegen und schnob tief lind behaglich durch die Nüstern und ließ sich das Eis um das Maul tauen; er bleckte feine langen gelben Zähne der Sonne entgegen, als wolle er fie schmecken, und erhob sein rechtes, altersblaues Auge dem Licht entgegen, und das linke, das blinde, weiße, grauenhaft weiße sah uns an. Das Alter sah uns daraus an, der Tod und die Krankheit und das verkrüppelte Leben sahen uns aus diesem blinden Pferdeauge an mitten in der Hellen Sonne, die über das stille, schöne Wälderland schien. Ich hob schon die Peitsche, um Muli zu schlagen, daß er seinen Zottelkopf der Straße vor uns wieder zuwende und uns mit feinem Schauderauge verschone; aber du legtest mir deine rote Handschuhhand leicht auf den Arm und sagtest mitleidig: „Laß doch das alte Tier sich verschnaufen!" ... Da ließ ich die Peitsche sinken und zog dich, mein junges Leben, enger zu mir heran. Mir legten die Kopse gegen das Schlittenpolster zurück und saßen schweigend da nebeneinander in dem stehenden Schlitten unh blinzelten in das wärmende Licht. Muli hatte den Kopf auf die geschwungene Deichsel gelegt und rührte sich nicht, und sein totes, weißes Auge rührte sich auch nicht, es sah uns an. Aber war das nicht gut so, war das nicht ganz in der Ordnung, daß uns dieses Auge ansah, dieses Gegenstück zu dem Auge Gottes dort oben? War das nicht ein besonderes Zeichen der Vollkommenheit, daß wir es ansehen mußten in der blitzenden Schönheit dieser Schneestunde? Ja, dieses Auge wollte uns erproben: seid ihr starken Herzens, könnt ihr fröhlich fein in euch selber, könnt ihr lachend dem Alter und dem Vergehen ins Auge schauen?... Ja, wir waren es zufrieden, hier auf der Kuppe zu halten und beieinander zu fein und uns aneinander zu wärm"n und uns kleine Tannen zu zeigen, die aus dickem Schnee prächtige Kaiserkronen trugen, ober rn*" B""ren vi entdecken, die aus dem verwilderten Buschwerk schimmerten, und den Rauch aus dem Taldorf dort unt°n in die blaue Luft (feinen zu sehen und dem Falken nachzuschauen, der übAr bem weißen Acker flügelflirrend stillstand, bis er blitzend herunterstieß auf die Beute. Aber dann nahm ich doch die Peitsche wieder aus der Lasche und schlug den Muli, die lahme Mähre, schlug ihn, bis er ins Traben und Laufen und Rutschen kam und wir riefen beide fröhlich unser „Hüh!" über die Straße h;e sich zum Dorf und mm Wirtshaus hinun^rjenkte. Und Muli, der Alte zog uns durch die Wälder; schellenläutend fuhren wir im Schlitten dahin und fangen vor Uebermut: „Hüh, Schimmel, zieh!" ... Der verbotene Meihnochisbonm Als die Feier des Weihnachtsfestes in Deutschland noch nicht so volkstümlich^war wie heute, ist es des öfteren zu behördlichen Verboten weihnachtlicher Bräuche gekommen: einmal richtete ein solches sich sogar gegen den Weihnachtsmann persönlich. Ursache und Folgen dieses einzigartigen fürstlichen Erlasses aus dem Jahre 1682 sind nachzulesen in der Weih- nachtsnummer der „I11 u st r i r t e n Zeitung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig). Wie alljährlich wird in dieser Nummer viel echte deutsche Weihnachtsstimmung lebendig; Kinderglück unterm Christbaum lacht aus einer Reihe sprechender Photographien: künstlerische Darstellungen ber Weihnachtsgeschichte wechseln ab mit Weihnachtserzählungen. Der heilige VaAos besorg! die GesHäfie GedEet der hm^emden Vöge! Feldgrauer Nationalsozialismus Julius Bloem Flotte Nach demHfe/hnqfhfoetsen hid>f vergeben.' einer jeder offensichtlich ganz gerne. Die Silvesternacht wird aber recht nüchtern und prosaisch gefeiert! Man kennt kein überschäumendes Silvestertreiben hier, Grog und Punsch und „Prosit Neujahr" sind unbekannte Dinge. Kein Tollen erfüllt die nächtlichen Straßen, — im Gegenteil: die sind dann wie ausqestorben! Daheim hat man sich um den Tisch gesetzt und spielt Karten, denn „wer in der Silvesternacht gewinnt, bat das ganze Jahr hindurch Glück". Es wird mit Leidenschaft gespielt, und Riesensummen kommen zum Einsatz. Wie mancher Angestellte verliert im Spiel sein ganzes Monatsgehalt und sein Neujahrsgeschenk dazu, denn in Griechenland herrscht in vielen Betrieben die Sitte eine, sondern die deutsche Weltanschauung, in der sich jeder Volksgenosse mit gleicher Gewißheit bewegt: am innigsten aber der Soldat. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 2t. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Boden wie das Heer, so daß die Gleichblütigen sich in der großen Schicksalsstunde erkannten: die Front des Krieges schuf das edle Gold, das der Führer prägte, das Weltgefühl des Frontsoldaten entriß er dem Unbestimmten, indem er es in Gesetze verwandelte: Gesetze für den Staat und für das Leben. Kein Wort, kein Gedanke dieser Politik ist der Wehrmacht fremd Also erweist sich das Wunder, wie Nationalsozialismus und Heer auf getrennten Wegen zusammengekommen sind, als der natürliche Vorgang, daß die militärische und die politische Neuschöpfung des Reiches aus gleichem Ursprung fugenlos zusammenwuchsen. Wehrmacht und Bewegung bedingen und durchdringen sich gegenseitig auf eine so tiefe Weise, wie nur ein- und dasselbe Wesen zu handeln vermag. Die Glaubenskraft des Dritten Reiches macht den Soldaten stark bis in die Todesstunde, ohne die nationalsozialistische Idee wäre die Wehrmacht ein Schwert ohne Herz. Seit es den Führer gibt, dient das Leben und Sterben des Soldaten keineswegs nur der „Heimat", wie ein't die unklare Vorstellung sogar des Frontsoldaten lautete. Wenn die Wehrmacht die Grenzen des Reiches verteidigt, so meint sie nicht nur Acker und Dorf, Stadt und Fabrik. In jeder Stunde seines Dienstes sichert der geringste Soldat das Arbeitsfeld dieser und keiner anderen Weltanschauung, damit sie in ungestörtem Frieden wirken und sich ausbreiten kann. Je weniger er zum Nachdenken neigt, desto gewisser sagt sein Herz ihm, daß die Gegner des Führers auf der Lauer liegen, ihn und das nationalsozialistische Reich je eher je lieber zu überwältigen. Dies zu verhindern, schärft er seine Waffe. Staat, Volk und Heer als Glieder eines Körpers: das Ausland glaubt immer noch, das könne nicht sein und es stecke irgendein Mammutsschwindel dahinter. Mag es also sein uraltes Erfahrungswissen um unsere Zerreißbarkeit beliebig anwenden, es sucht vergeblich nach einem Spalt, den es zu einem Zwiespalt aufstemmen könnte. Vor allem ahnt der hysterische Wunschtraum, daß Gegensätze innerhalb dieses Körpers bestünden, nichts von der zauberhaften Gewalt, mit der das Heer selbst von der politischen Wende ergriffen ist: nicht aus Zwang und keineswegs nur aus Einsicht, sondern aus seinem eigenen Lebensgefühl heraus. Denn der Nationalsozialismus ist nicht irgend- imm"r wieder. Indessen lauscht unsere Seele nicht mehr so welt- o^fen auf fremde Meinung. Einst wurde jeder Unsinn, wenn man ihn nur oft genug wiederholte, in uns gefährlich wirksam. Die Kriegspropaganda der Entente bediente sich einer lügnerischen Einflüsterung, deren Methode wir grausam kennengelernt haben. Einmal ist unser ganzes Volk darauf hereingefallen — aber dies einmal genügte: die immergleiche Lüge ist entlarvt, ihr Zweck sofort durch- ■ schaubar Der Deutsche, der sich heutzutage solchen „bangen und wohlmeinenden Zweifel" zu eigen macht und ihn mit gefurchter Stirne weitersagt, ist entweder ein Verbrecher oder wahrscheinlich ein Narr. Wir sehen das Dritte Reich leben und bestehen a l s Bündnis zwischen Staat und Volk, Führer und Heer. Fällt das eine, so reißt es das andre mit ins Verderben. Nur bei Unauflöslichkeit dieses Bundes fließen Kraftströme zwischen Kopf und Herz. Fremde Gewalthaber mögen ein Land erobern und nicht zögern, die Unterworfenen durch Schwur an sich zu binden Aber der Eid, den die Wehrmacht auf den Führer geschworen hat, ist nichts als das natürliche Treuegelöbnis, das sich die Glieder desselben Körpers geben und das sie täglich stumm erneuern. Um die gleiche Zeit als Adolf Hitler namenlos und unbekannt mit feiner Arbeit begann, Deutschland der Ohnmacht zu entreißen, begann auch die Wehrmacht mit dieser selben Arbeit,' soweit eine solche überhaupt auf das militärische Gebiet zu beschränken war. Heute be- l müssen di- Handarbeiten ■r Beziehung 'n, beginnen als sie nich rtig werde' inen sie ihn Reuiabrstao ?r überhob/ viel qrö^re e Sinter hat i will, putzt Pescherunz benundTod! Das Heer war dieselbe Zelle der Entschlossenheit, die die Partei auf dem Gebiet der Politik bildete. Nie mit dem feindergebenen Geist der Republik paktierend, wartete es einmütig auf das völkische ^ wachen und auf das Abstreifen der Irrlehre. Längst ehe sie ihn kannte und seiner gewiß war, arbeitete die Wehrmacht für den Führer. Seit nun der Nationalsozialismus zum Staate ward und das Heer mit allem Nötigen versorgte (mit dem Gesetz der Wehrpflicht, mit Waffen und zu allererst mit einem Volk, das die pazifistische Verführung gründlich überwunden hat), ist dieses Heer dem Nationalsozialismus ohnehin zugeneigt als der einzigen Macht, die ihm Dasein und Leben verbürgt. Vergangene Zeiten, die den Blick auf das Möglichst-Irdische richteten, haben sich am „Wunder der ^mt-rnmark" entzückt Eine künftige Geschichtsschreibung wird ein deutsches Wunder von helle- I rem Strahlenglanz rühmen: wie Heer und IPartei auf ihren getrennten Wegen z u e i n - ander hingestrebt sind, als ob der deutsche Genius selbst den erhabenen Marschplan ausgehend die Verwandlung, die Erhöhung eines armen, Rümpfen Arbeitstiers in der Christnacht. Genial die Wision die Karel van den W o est y n e n , ein wahrhaft Begnadeter, in „Goddeelyke Verbeedingen" mufsteigen läßt. Und zwischen den beiden Tim- nm e r m a n s , mit dem verheißenden Vornamen i'sFelir, der durch seine Fabulierkunst so viel Freude ^vendende, mit seiner liebenswürdig-menschlichen »Erzählung: „Het Kindeken Jesus in Vlaanderen", sein anmutiges Gemisch von Phantasie und Wirk- ilichkeit. Timmermans gibt die Stille und die Freude -er Heiligen Nacht, die in den großen Städten des Wandes geschändet wird durch schrillen Lärm und Haute Lust. Timmermans läbt die Sterne leuchten Ä'.nd funkeln, zu denen der Mensch aufschaut, wenn ser aus der Mette kommt .. Der schwedische »Hulbock". C. A. Stockholm. Der Julbock" ist die symbolhafte Figur des schwe- ldischen Weihnachtsfestes. In mannigfacher Gestalt ninb vielfacher Abwandlung steht er gewissermaßen iim Mittelpunkt des festlichen Brauchtums, von dem ldie Weihnachtstage erfüllt und getragen werden. iDornehmlich schmückt der Julbock als Zierfigur und -Sinnbild den reichgeschmückten Weihnachtstisch, den ibuntbehängten Tannenbaum oder die vom Kerzen- Ilicht hellerleuchteten Fenster. Er ist gewöhnlich aus Btrohhalmgeflecht vergangener Roggen- oder Wei- .zenernte verfertigt, meistens von roten, allenfalls (bunten Bändchen verschnürt und trägt auf dem v.C.K. Athen. , Weihnachten ist in Griechenland ein Fest wie alle anderen Feste auch. Eine viel größere Bedeutung hat für den Griechen das Osterfest. In den letzten Jahren freilich nimmt durch den Einfluß des Auslandes und durch die vielen Griechen, die im Auslande lebten, die Bedeutung des Weihnachtsfestes zu und findet auch der Christbaum immer mehr Eingang. Diele wenden sich zwar gegen diese fremde „barbarische" Sitte, weil eine allgemeine Ausbreitung dieses Brauches zu einer schweren Gefährdung des recht spärlichen Nadelwaldes in Griechenland führen könnte. Und diejenigen, die sich gegen die Einführung eines „fremden" Weihnachtsfeftes aussprechen, haben wohl auch recht: das Fest kann in dieser Landschaft doch nie die Bedeutung und die Innerlichkeit erreichen, wie in unserer deutschen Heimat! Es fehlen eben die Grundbedingungen, die zum Weihnachten gehören: Kälte und Schnee ... und Ueberlieferung. Im Heim der Griechen steht kein Christbaum, gibt es kein freudiges Erwarten des von uns so sehnlich herbeigewünschten Festes. Wohl aber kommen die Griechen gern zu uns, staunen und bewundern den fremden Brauch aus dem fremden kalten Norden, freuen sich mit uns am hellen Kerzenschimmer des Christbaumes, bewundern die flimmernden und glitzernden Kugeln und find mit uns ergriffen, wenn das „Stille Nacht, heilige Nacht" angestimmt wird. Denn unsere Landsleute hier unten im Süden, selbst die Einsamsten, können es nicht lassen, — und wenn sie auch zehnmal vorher das Gegenteil erklärten: am Heiligen Abend haben sie sich ein eigenes Bäumchen geschmückt oder sind zu einer deutschen Familie geflüchtet, wo Weihnachten nach deutschem Brauch gefeiert wird! Kommt aber zum griechischen Kinde kein Christkind, so besucht ihn der Heilige Basilios aus Ca- larea. Das ist den Kleinen ein lieber Gast, da er heimlich in der Silvesternacht die schönsten Dinge berbeischleppt. die sich ein Kinderherz wünschen kann. Am Neujahrstage tauscht man auch allgemein die Liebesgaben aus: da beschenken der B''äu- tiqam hie Braut, die Eltern die Kinder, der Onkel die Neffen und Nichten, und auch Tantchen läuft schwer bepackt mit Schachteln und Tüten umher. Auf her Straße lärmt es schon in aller Herrgottsfrühe. Noch ehe der Tag beginnt, ziehen die Kurrendesänger von Tür zu Tür und singen bis des „dreizehnten" Gehaltes. Doch versammeln sich manche Familien auch zu einem schöneren Brauche: um den sriscbgebackenen Neujahrskuchen, in den, je nach der Vermögenslage des Hausherrn, ein Silber- oder gar ein Goldstück einaebacken wurde. Punkt Mitternacht wird diese „Pieta", wie der Kuchen heißt, im Beisein sämtlicher Familienmitalieder und der Hausangestellten in so viele Stücke geschnitten, als Häupter anwsfend sind. Schnell verzehrt jeder seinen Anteil in der Erwartung, der Glückliche zu sein, dem das Geldstück zufiel. Derjenige nämlich darf mit besonders günstigen Zukunft und einem in Hinsicht glücklichen Neuen Jahr rechnen. ghel, der. den die Gelehrten „den Aelteren" nennen. Sein Bethlehem liegt in Brabant, unzweideutig. Kalte Wir.terlust weht um giebliche Häuser, das Wolk, aus der Starre gelöst, lebt ungezwungen sein urtümliches Leben und ein bethlehemitisches Ereig- lis nach dem Evangelium, wie die Volkszählung, ist vollkommen aufgegangen im Tag wie ihn Brueghel mit feinen Augen fah. mit feinen Sinnen fühlte. Phantasie und Re-oli-mus der großen Maler vererbten sich in flämische Dichter unserer Tage, in drei Dicht"'' namentlich, hin sich von den Geheimnissen 3er Weihnacht magisch angezogen fühlten. Groh- nrtig gewaltig schier ist die Weise, die Stijn t r c u d e I s anschlägt in dem Stück: „Kertmis in Niemandsland" im Buche „Werkmenschen", beschrei- sitzt sie Tanks, Kampfflieger, ihre wehrhafte ~ befindet sich im Aufbau. Einstweilen aber ist noch keine Kriegsmaschine gegen den Feind gegangen, ohne daß ein fühlender Mensch sie bediente, ein Mensch, der wissen oder ahnen muß, wofür er kämpft. Die Wehrmacht bedarf der politischen I d e e, sie kann zur Not kämpfen mit wenig Menschen und mangelhafter Ausrüstung: ohne den völkijchen Glauben, der ihre Herzen befeuert, erlahmen ihre besten und technisch vollkommensten Waffen. Sie hat gelernt aus dem Zusammenbruch von 1918, der vor' allem ein geistiger war und der ein Volk in pazifistische Irrlehren verstrickte. Wenn uns die Gegner in Versailles verpflichtet hätten, die Wehrpflicht beizubehalten, so wäre kein Volk, sondern eine zerstörerische Masse in ewigem Wechsel durch das Heer gegangen: bis an die Kasernentore begleitet von kommunistischen Agitatoren und n-ich kurzfristigem Dienst wieder von Hetzern in Empfang genommen. Statt dessen wurde die eiserne Erziehungsarbeit der neuen Wehrmacht auf die Herzen der hunderttausend Mann beschränkt, die während ihrer zwölfjährigen Dienstzeit vom Irrglauben gereinigt, jeglichem politischen Wirrwarr jerngehalten und statt aller demokratischen Phrasen in dem einzigen blindgläubigen Gedanken geprägt wurden: Du und Deutschland — auf Le- ?,alme und Tannengrün, wenn sie die uns vertraute Ieihnachtsstimmung nicht hervorzaubern? Weih- uachten ist hier ein Fest der Freude an Tanz und Spiel in buntgeschmückten Gaststätten — unpoetisch und äußerlich. Ein Beweis, wie viele andere, daß man in Paris den Glanz der französischen Nation | ewundern. der eigentlichen Seele des Volkes aber . schwer nachspüren kann. Drum lassen wir den Pa- c ifern ihren „reveillon" und „bal de nuit" und ' wandern in die entlegenen Provinzen, um altem Weihnachtsbrauch zu lauschen. Da wird noch vielerorts die „büche de nöel" | ntzündet: ein riesiger Holzstubben, der groß genug «in muß, um zwei bis drei Tage zu brennen. Alt ; und jung versammelt sich um das Helle Feuer zu Weihnachtstrunk und Schmaus. Der Holzkloben wird mit besonderem Zeremoniell angesteckt und das Familienoberhaupt sagt dazu den Spruch: , Gott, gib uns die Gnade, im kommenden Jahr zu leben, und sollen unserer nicht mehr sein, so laß' unterer nicht weniger werden!" Schon lange vor Weihnachten wird ein trockener Stamm im Walde ausfindig gemacht, der als „buche de nc"’" geeignet 'st. Seine Kohlen werden später sorgfältig ausge- noben, da sie eine Heilwirkung gegen Tiererkran- '’ungen besitzen sotten Früher rourbe die „büche tip noel" in feierlichem Zuge aus dem Walde ein« ficholt, und vor dem Wohnhaus spielte sich dann noch ein K'mns Zwischen den guten und bösen Güstern ab. di" in G"st"lt von Kn"tbten um den Besitz n?s Holzklobens Listen, bis schließlich hie guten Geister fimten und hie „büche" in die Feuerstelle gebracht roerh-m pnnnt". Wenn das W-^hnachtsseuer lustig klackert, pocht es vrcmßen an die Fenster der Bauernhäuser, und ein nusgelassenes Volk von Jungen aus der Narbar- ichaft bittet um Einlaß zur Gnfgmcnnahme von Meibnachtsgaben Je besser ihre Svrüche und Lieder gefallen, desto reichlicher werden sie besch"nkt, und 3-inn zieht der Rummel weiter. Glückliche Menschen. die noch mmiq von städtischen Weihnachts- Bällen nach Rundfunkmusik wissen . ^as Weihnachtserlcbiris »ri flämischen Meistern. W. K. Brüssel. Nach Waffeln riecht's, nach frischgebackenen, allerorts in Flandern, in Brabant und im Antwerpischen um Heiligen Abend. Geht's auf Mitternacht, so mischt 'ich das profane Rüchlein an den offenen Kirchen- üren mit dem kultischen Dust des Weihrauchs der Mette. Weltliches und Geistliches gehen ineinander über wie auf den glorreichen Tafeln der frühen Meister. Innig und voller Glauben malten die Alten vemäß den Heiligen Schriften die Begebnisse der öteburt des Herrn, die Anbetung durch die Hirten anb die drei Könige aus dem Morgenlande. G"v- praphie machte ihnen keine Sorge: eine vage flandrische Landschaft in goldenem Schein war ihnen Palästina, das sie mit Menschen strenger Haltung bevölkerten, die einen mit flämischen Gesichtern an- 'chauen und Mämse aus Genter Wolle auf dem Leibe tragen. Eine wirkliche flämische Gegend aber um die Weihnachtszeit mit springlebendigen kleinen Leuten des wirklichen Volkes zeigt uns erst Brue - ,,"°ch be °« S' di! > ein, en unb °" W« lQnQe wird $en©eil,, '^rflinqen 1 in bet 'S ff*, ; ei, ' ?ns Der- ' Ntn: strahlens "bäum, lc,P grüne Deig, __ wb tun M lcrn gleich: w die Lichter n... wir nimmer n! - Siedel Ä t H ?. ent „ "'9' Slaj 'SÄ > einii^j# ibno*139 eines Widders eingeprägt findet. Oder es ist einfach ein Gebäck in Form eines Bocks. Vielerorts pflegen Bauern Stücke dieses Julbocks ähnlichen Festgebäcks bis zum Frühjahr aufzuheben und dem Vieh oder den Knechten mit auf das Feld zu geben; man behauptet, daß die Tiere davon gut gedeihen und die Aecker reiche Früchte tragen. Es finden sich ferner Landstriche, wo der Heilige Nikolaus auf einem Ziegenbock sitzend den Kindern des Dorfes oder der Familie Julgefchenke, zu schwedisch „Jul- klapper", verteilt. Nicht selten zieht ein Bursche als Julbock verkleidet mit dem Sternträger und anderen Gestalten, die an neutestamentliche Personen erinnern sollen, in der Heiligen Nacht durch Dorf oder Städtchen, fingen alte Lieder, sammeln Weinachtsgaben und treiben allerlei Unfug, erschrecken die Jugend und erheitern die Alten. Eine besondere Abart des Julbocks ist der Julspöck, zu deutsch Jul- Spuk. Schon der Name zeigt, welche Bewandtnis es mit einer solcherart verkleideten Gestalt hat. Allein das äußere Aussehen eines solchen Mummenschanzes mit aufgesetzten Hörnern und strohumwundenen Händen und Füßen flößt Schrecken und Belustigung zugleich ein Vor allem aber soll der Julbock in seiner mannigfachen Gestalt das Zeichen der Freude und des vergnüglichen Genusses oder heiteren Spiels sein. Denn Weihnachten ist und war ja stets das Fest der Freude. kommen, so geschieht dies fugendicht. Dennoch suchen die trüben Leuchten des Auslandes unentwegt im Gefüge des Reiches nach einem Spalt, in den sie ihren Keil hineintreiben könnten. Was mindestens künfhundert Jahre aufs leichteste gelang, warum soll es heute nicht mehr glücken: die Deutschen ineinander bekämpfende Haufen zu zersprengen? Wäre nun der Nationalsozialismus eine Weltanschauung unter vielen, so ließe sich denken, daß die Wehrmacht sich ihm nur aus Dankbarkeit zu Gehorsam verpflichtet fühlen würde: ebenso wie fremd- geartete Kräfte sich aus Zweckmäßigkeit verbünden, um sich eines Tages doch wieder zu trennen. Dem deutschen Schwert ist eine magische Fähigkeit verliehen: Andere Heere dienen unnachdenklich den staatlichen Gewalten, die nun einmal im Zug der Geschichte „ans Ruder geraten sind". Unser Heer aber mag einem Staat gehorchen: sein eigentliches Werk dient dem Genius der Nation. Und wenn in Deutschland eine Weltanschauung herrscht, die diesen Genius nicht meint und dessen unhörbare Befehle nicht zu vollstrecken sucht, so ent- fremdet sich hier das Heer. Das geschah im Kriege, als die Weltanschauung der Fürsten unterging. Das geschah in der Republik, deren vergänglicher Geist eine kleine marxistische Kaste bevorzugte, während das große Volk in der Ecke stand. Im Laufe der beiden vergangenen Jahrzehnte ist das Heer mehr als je zuvor zum lebendigen Gewissen unserer Nation geworden. Eben deswegen stand es den Mächten des früheren Staates mit geschloffenem Visier gegenüber: den bloßen An- svruch auf Macht erhoben sie alle, antiparlamenta- - risch waren auch die Kommunisten. Nur der Na- [ tionalsozialismus wuchs aus dem gleichen schmalen Kops kühn geschwungene Hörner. In manchen Gegenden des Landes trägt er an Leib oder Hörnern volle Roggenähren und weist dadurch in die fernste Vergangenheit altheidnischer Vorstellungsweise vom tiefen und unergründlichen Zusammenhang zwischen irdischer Fruchtbarkeit und himmlisch- göttlicher Zeichenwunder am Himmelsgestirn: als Symbol der Fruchtbarkeit auf Erden und gleichsam als Sinnbild der Verflechtung christlicher Freude über die Geburt des Heilandes in der Weihenacht und erfüllter Erwartung unserer heidnischen Altvordern am Tag der Wintersonnenwende, da der Sonnenball im Zeichen des Steinbocks seinen tiefsten Stand erreicht. Doch wie aller Brauch, so bildet auch die Figur des Julbocks bereits den festen Bestandteil einer unbewußt geübten Gewohnheit, die hingenommen und gehalten wird, ohne jede Nachdenklichkeit und Besinnung auf symbolischen Gehalt und sinnvoller Beziehung zwischen den Jahrtausenden des völkischen Lebens. Und so findet man in den verschiedensten Gegenden des Landes eine bunte und heitere Vielfältigkeit der Formen und der Verwendung des Julbocks^ je nach Spielart menschlicher Phantasie und nationalen Charakters. Der Julbock gilt ferner in Schweden fast allgemein als das eigentliche weihnachtliche Festgebäck. Es ist gewöhnlich ein Brot aus feinstem Weizenmehl, auf dem sich die Gestalt Mistel, Stechpalme und Tannengrün. V. G. Paris. Wenn in den Wäldern um Paris, in der Nor- -landie und der Bretagne, die buschigen Mistel- lester in den entlaubten Bäumen sichtbar werben, efinnt man sich langsam auf das bevorstehende Weihnachtsfest Die Mistel ist der erste Weihnachts- ote in der Hauptstadt. Den Druiden heilig, wurde ie einst in der sechsten Nacht nach der Winter- jnnenmenbe von keltischen Priestern nut goldenen Zicheln geschnitten und in weißem ausge- xngen; i-tzt aber fällt sie schon vor Weihnachten mter höchst prosaischen Messern arbeitsloser Stadter der armer Bauern. Ganze Wagenladungen gehen rach Paris und große Schiffsladungen schaukeln iber den nebeligen Kanal nach England. Huben ,nd drüben findet sich die Mistel aus den Blumen- liänben mit der Stechpalme dem zweiten Weih- nachtsboten, zusammen^ Diese setzt sich über d,e iltere Ueberlieferung der blatz-grunen Gefährtin '»urch saftiges Grün hinweg und brüstet sich den -veißlichen Beeren der Baumschmarotzerin gegenüber mit leuchtend roten Augen ihrer aus der Erde ehr- jch gezogenen Kraft. Aber schließlich wandern ^eide einträchtig in die Stuben der Menschen und mahnen ans Weihnachtsfest. In den letzten Jahr- ehnten hat sich in Paris freilich der Tannenbaum s.azugefellt. Die beiden anderen haben jedoch das Jtere Hausrecht. Aber was nützen Mistel, Stech- '?on Dr. Vatter Seit die Germanen in das geschichtliche Bild eingetreten sind, ist es zur festen Ueberlieferung der europäischen Politik geworden, Deutsche vor allem durch Deutsche bekämpfen zu lasjen: jeglicher Gegner des Reiches bediente sich der Eigenheiten unseres Wesens und schürte die Zwietracht, auf diese bequemste Art und selbst seine Geschäfte betreiben lassend. Von diesen tausendjährigen Gepflogenheiten läßt das Ausland nur mit Zögern und Bedauern ab, ja, es versucht einstweilen die vielbewährten Methoden auch weiterhin anzuwenden, um deutsche Gimpel zu fangen. Seit der Verkündung der Wehrpflicht hat ein gewisser Teil der ausländischen Oeffentlichkeit sein neues Stichwort gefunden. Wenn es gelänge, einen Keil zwischen Nationalsoualismus und Wehrmacht zu treiben, zwischen Führer und Heer — dann allerdings wäre das Wichtigste im Sinne unserer Gegner'getan. Dieser Wunschtraum kehrt in den Veröffentlichungen eines mißgünstigen Auslandes aber nie vorigen, fonbem i guten Ion, ipn, bas mit Knallbonbon? herum wohl :ne Escalade■ iterS/rumpf, Mgsooll i baut txnt ,ppre6)t er? imizenz er i ist zwar • •ingen b*gr^ , elegenheit d>: Waisen- d inksgericWi izutresien. k 1 ien „Heilig» g" geht w jen Gang. SchauberM >te hanbschuö' Mibig: ,M ,.. Da ließ '°> in junges Leien bie Kap'' , sahen schwel' oben Schlitten cht. aungene Deich nb sein tottti ts sah »ns an las nicht M ie ansah, W rf oben? » , Vollkommen her blitzende' dieses W rri Ifcrtro"* « die aus w 'und den blaue Lust f h* -Id- nb lan^" arbeitet hätte! Wenn zwei Kräfte derart schicksalhaft zusammen- zum späten Abend „0 Hagios Basilios erchetä“ („Der hl. Basilius kommt"). Jeder wünscht seinen Freunden „Chronia polla" („Viele Jahre"). Den Unverheirateten aber wird diesem Wunsche noch eine Zugabe gespendet: „und in diesem Jahre doppelt", derweil man den jung Verheirateten neckisch ein „in diesem Jahre dreifach" zuruft ... In der Weihnachtswoche wird der „Neujahrsmarkt" eröffnet Buden und Tische sind in der „Aeolusstraße" aufgestellt. Es herrscht dort ein gewaltiges Drängen und Stoßen und vor allen Dingen ein Lärmen und Schreien, daß man seine Freude ober seinen Kummer darüber haben kann. Am Silvestertage erreicht dieses Leben und Treiben den Höhepunkt. Am Nachmittag bewirft sich die vvr- wärtsschiebende Menge mit Konfetti, jubelnd und jauchzend werden Bekannten und Unbekannten bunte Papierschnitzel ins Gesicht geworfen. Besonders die jungen Mädchen müssen sich dann mancherlei von den jungen Burschen gefallen lassen — sie tun es Tagesbefehl her 6>A -Gruvye Hessen! SA.-Führer und -Männer der Gruppe Hessen? Wieder einmal steht Weihnachten vor der Tür. Wieder einmal neigt sich ein Jahr zu Ende, das uns harte Arbeit und Anstrengung brachte, aber auch viel Freude und Stolz. Freude darüber, daß der Führer erneut einen Teilabschnitt seines Weges zurücklegen konnte; Stolz darüber, daß wir ihm dabei im bescheidenen Rahmen helfen konnten und daß wir unseren inneren Wert, unsere Geschlossenheit und unsere Fähigkeiten gesteigert und ausgebaut haben. Manche Ausgabe haben wir in diesem Jahr gelöst, größere stehen uns für das nächste Jahr bevor. Bmutzen wir die kurzen Ferientage zur Erholung und zur Stärkung unserer Kräfte, denn wir wollen auch im Jahre 1936 i m er ft en ©liebe mitmarschieren, um dem Führer bei seiner Arbeit zu helfen. Denn das ist die große Aufgabe der SA., das war sie von Anfang an unb bas wirb sie immer sein: b e m Führer zu bienen. Wir wollen uns erneut sammeln unb uns mit erneuten Kräften auch im Jahre 1936 dieser Aufgabe zur Verfügung stellen als politische Soldaten des Führers. Auch im neuen Jahr soll uns wie stets als Höchstes gelten: Die Treue zum Führer! Der Führer der SA.-Gruppe Hessen: gez. B e ck e r l e, Gruppenführer. 41) Frau Luise Keßler, geb. Wagner Fräulein Theodora Strierath In tiefer Trauer: Familie Hubert Strierath Gustav Glock als Bräutigam. Düsseldorf, Neuß, Köln, Berlin, Gießen, den 23. Dezember 1935. Groß en'Lin den, den 24. Dezember 1935. Freitag, dem 27. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von Die Beerdigung findet am Das Seelenamt wird der Kapelle des Stoffeler^Friedhofes Düsseldorf aus statt. Beerdigung findet am 2. Weihnachtsfeiertag 2l/t Uhr statt. 7557 D 05489 Jakob Noll im 65. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen Für die trauernden Hinterbliebenen Emil Noll. Otto Krug und Kinder. Gießen (Bruchstraße 11), Hamburg, den 24. Dezember 1935. Gießen (Liebigstraße 14), den 23. Dezember 1935. Die Trauerfeier findet Freitag, den 27. Dezember, 13.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. 05484 7518 D Ist die billigste I Vereine 7526 D BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 IPreiswert zu verk. im 74. Lebensjahre sanft verschieden ist Die trauernden Hinterbliebenen Prinz Carl behör. 05488 Wieseck, den 24. Dezember 1935. 7566 D Lohnende Vertretung (Saale), Schwetschkestrahe 1 7532 V | Empfehlungen"! Verkäufe Frankfurt a.M. 7510V 100 Jahre in Hessen KleinToroeilö 1835 1935 7517V Verschiedenes Aachener und Münchener Tüchtiger und bestens eingeführter arischer Nachh.-Unterricli Vertreter» Einlanrilienhaos Versicherung A. G., Chemnitz erbeten. Mitglied der Wirtschaftsgruppe Privatversicherung Schadenzahlungen bisher mehr als Gebrauchte 600 000 000 RM Aufwendungen für gemeinnützige Zwecke rd. 43 000 000 RM Schlittschuhe in allen Preislagen Laden Bezirksdirektion Darmstadt, Rheinstraße 41 Nachschleifen u. Reparatur, in eigner Werkstätte Fernsprecher 1009 Reinig stets preiswert u. gut in Eisenhandlg.gut eingeführt erweisender oder Vertreter zum Besuche der Stadtkuildschaft ges.Ausführliche Bewerbung, üb. bisher. Tätigkeit, Alter, Gehalts- ansvrüch. u.Bild erbeten U.7563D an d. Gieh. Anz. für 2 13jährige Lyzeumschüle- rinnen gesucht. Schriftl. Ang. u. 05483 a.d.G.A. Aevven die arbeitssreudig und gut bekannt sind, zum Besuch der Landwirte. Verdienst bis RM.100- wöchentl. Schriftliche Angebote unter 7509D an den Giehener Anzeiger. Aelteres Mädchen od.alleinst. Frau f. Haus u. 5küche zu ölt. Ehepaar gesucht. Schriftl. Angeb. u. 05471 an d. Gieh. Anz. imVereiusheim (Waldsvortplatz) Der Vereinsführer. Montag mittag um 2 Uhr verschied unerwartet nach kurzem, schwerem Leiden in der Med. Klinik zu Gießen meine hebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante | Vermietungen^ WWIIikll- RM. 186- schon für [71G3a 8.30 RBl. monatlich NIEDERHAUSEN Bahnhofstraße. Oeffentl. Handelslehranstalt Gießen, Liebigstraße 16 (Liebigbau), Fernr. 2480. Höhere Handelsschule: Abschluß -Prüfung entspricht der Prüfung für praktische Kaufleute u. gilt als Prima-Reife. Schulgeld RM. 19.-. Zweijährige Handelsschule: Abschluß mit der Mittleren Reife. Schulgeld RM. 17.-. Gründliche fachliche Schu» lung und Erweiterung der Allgemeinbildung und nationalpolitisch. Erziehung. Keinerlei Kursbetrieb und keine Nebengebühren. Schulbeginn nur a.Ostern. Anmeldung und Auskunft täglich von 8 bis 12.30 Uhr. Prospekte kostenlos. Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als WeivniMine z.verk.Schr.Ang. u.05383 a.d.G.A. versehen mit den hl. Sterbesakramenten der kath. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Ällemereinigüng 1880-1930 N8.-Kullupgeraeinde Ring Deutsche fc Spielplan für Dezember Montag, 3V.Dez. von 20-23 Uhr Maskenball Oper von Verdi (CÄatzoorstell. f. die ausgefallene Vorst, a. 11.11.) Samst., 4. Jan. von 20-22 Uhr Komödie der Irrungen von Shakespeare Montag, 6. Jan. v. 20-22.15 Uhr DerMannm.dcu grauenSchläfen. Lustspiel von Leo Lenz. Die Vorstellung, vom 4.1. u. 6.1. gelten als Dez.- Vorstellungen l Spielplan für Januar Samst., 18.Jan. von 20-23 Uhr 92r®affenfdimieö Komische Over von Lortzing. Montag,20.Jan» von 20-23 Uhr DerDasseMmiek) ^komische Over von Lortzing. Samst.,25.Jan. v. 20-22.30 Uhr Der Stern von Sevilla DramavonLove de Vega. Montag,27.Jan. v. 20-22.30 Uhr Der Stern von Sevilla DramavonLove de Vega. Kartenausgabe für die restlichen Dezemberkarten und für die J.a-' nuarkarten: für Mont.-u. Samstagmitglied. am Samstag, dem 28. Dezember, v. 4-7 Uhr an der Theaterkasse tskD Entlaufen! Vor drei Wochen braun-weiher For-Terrier. Nachricht über Verbleib, auch vertraulich, Belohnung. 05477 Dame mit gut- gehend. Geschäft auf dem Lande bietetKaufmann od. Reisevertret. in d. 40er Jahr. eiimtitQi. Stallungen mit Heuboden u. Garagen Rodheimerstrahe 42 zu vermieten. Näh. Ä. Becker, Kevlerstr. 9.7551,0 [Stellengesuche] Geb.,tücht.,perf. Mädchen sucht in gt.Hause Stelle z. 15. 1. Gute Behandln. erw.Schr-Ang.u- 7508D a.d.G.A. BOrolrall welch, unbedingt zuverlässig in der Buckih. sowie in Stenographie u. Schreibmaschine bewand.,zuAnf. Januar gesucht, schriftl. Angeb. unter 7504D an den Gieh. Anz. Tüchtiges, saub. Tagesmädchen nicht unter 20J., für 1. Jan. 1936 gesucht. 7531D PloMrastelllll V.f.B.ReichsbatiD 2.Weibn.-Feier- tag, ab 15 Uhr: Gemütliches Beisannneoseib Dienstag, 24-Dezember lsM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 300 Zweites Blatt Sä Die iiaiiemsche Preise zur Ernennung Edens. anderswo zu sein scheint! — der es dem Kindlern yane icyenrcn lunntn, utgunn 311 weinen und mochte nicht mehr hineingehen. den Dölkerbundsmächten zu vergewissern, so eilige, am Sonntag eingebrachte W e h r v 0 r - bei die ihrem Angestryr, uno oe,av nuy» uuD — -- aeklunaen' Wh-/..... -- ri , „ dem Kindlein hätte schenken können, begann -S 1° W« ^^^^^nd nicht wäs Maria meinte, nichts anderes ist als der von feinem stolzen Roste läge des Kriegsministeriums für die Reorganisation und Motorisierung der Landarmee, die man bisher aus Wehrmüdigkeit und Sparsamkeit unterlassen hatte, und endlich die Ankündigung, daß Eden es als eine seiner ersten Pflichten betrachten werde, einen Ausgleich mit Aegypten zu treffen, um diese schwache Stelle Englands nicht zu einer großen Gefahr sich auswachsen zu lassen. Durch eine merkwürdige Ungunst sachlicher und personeller Zufälle ist England in der letzten Woche die Führung der großen internationalen Politik aus der -and geglitten, die es sich in der Entwicklung der abessinischen Frage zu sichern gewußt hatte. Ja es schien, daß England die Führung seines Selbst, die Kontrolle seiner eigenen Verantwortlichkeit verloren habe. Aber seine Staatsmänner und das ganze Land waren über diese Tatsache selbst so erschrocken, haben sie mit so harter schonungsloser Selbstkritik erkannt, daß darin auch die Gewähr für ein neues Sichaufraffen Englands liegt. Diesem Werk werden alle und die besten Kräfte! in den nächsten Wochen gewidmet sein. Da hörte es die Mutter Maria sagen: Was weint da draußen vor unserem Stall, ist nicht große Freude nun überall? Joseph, der soeben für Maria ein Süppchen kochte, und der sich dabei nicht stören lassen wollte, antwortete: Es ist der Wind, geht ein und aus, — er singt um die Hütte, er singt um das Haus. Sagte Maria wiederum: Es ist nicht der Wind, geh', schau doch geschwind, mir wollte doch scheinen, ich hörte ein Weinen? Da fand Joseph draußen das Kleine, nahm es an die Hand und führte es herein. Sie meinten aber, es weine, weil es nackend fei, und Maria bat Joseph: Nimm es ein wenig unter deinen Mantel. Als es aber darum nicht still ward, sprach sie: Vielleicht ist es hungrig? Gib ihm ein Löffelchen von meiner Suppe! Ünd als auch das seine Tränen nicht versiegen ließ, wußten sie sich keinen Rat, bis sie merkten, daß es sein Füßchen an einen Dorn geritzt hatte und wollten ihm ein Läppchen darum binden, und Maria nahm es auf ihren Schoß. Da gewann es ein wenig Mut und gestand, daß es sein himmlisches Spielzeug zerbrochen, sein Hemd zerrissen und sein Kränzlein verloren habe und nun nichts mehr besitze, was es dem Jesuskinde schenken könne, und darum müsse es weinen. Da ging ein Lächeln über das Angesicht Marias, und'sie drückte es in ihrer Freude an ihr Herz und küßte es, wollte es aber noch überdies trösten und flüsterte ihm zu: Wenn du dem Kinde gerne etwas schenktest und hast nichts dazu, ei so singe ihm doch ein Lied in seinen Schlummer, das wird ihm lieber sein als Kranz und Glockenspiel. Das wollte das Kleine nun gern genug, es traute sich nur nicht recht, so ganz allein, und Maria hob es empor, daß es in die Krippe schaue und seine Tränen darüber vergesse. Da sah es nun das Kind in seinem ersten Schlummer liegen und wurde darüber in seinem Herzen so froh, daß es vor Freude erst recht nicht zu singen vermochte und stumm blieb wie ein Fisch im eines italienischen Angriffes auf die britischen Streitkräfte im Mittelmeer gebeten worden sind, stattfinden werden. England werde sich dabei nicht mit bloßen mündlichen Versicherungen begnügen, sondern es wolle genau über die Art der militärischen Unter st ützung unterrichtet sein, sowie über die etwaigen Vorbehalte und die Schnelligkeit, mit der die Maßnahmen durchgeführt werden könnten. Vorerst keine Wendung im Abessinienkonflikt zu erwarten. Werden die bisherigen Sanktionen ausreichen, um den Frieden herbeizuführen? Frankreich noch nicht festgelegt. Sie Türkei und Griechenland nehmen in Paris Fühlung. men anwenden würde. Die konservative „E v e n i n g News" äußert ihre tiefe Genugtuung darüber, daß durch Edens Uebersiedlung ins Auswärtige Amt der Versuch eines besonderen Völkerbundsmini st ers zu Ende sei. Das Vorhandensein dieses Postens habe in der Vergangenheit bei den anderen Ländern fälschlicherweise den Eindruck erweckt, als ob England beabsichtige, eine Art „Pflegemutter des Völkerbundes" zu werden. Edens erste Aufgabe als Außenminister müsse darin bestehen, diesen Eindruck zu beseitigen. Der liberale „Star" glaubt, der neue Außenminister werde im Augenblick seine Aufmerksamkeit auf drei Aufgaben richten: 1. Sicherstellung der militärischen Zusammenarbeit mit den Ländern des ö st - lichen Mittelmeeres. 2. Engere Zusammenarbeit zwischen England und Aegypten. 3. Klärung der Haltung Frankreichs gegenüber E n g- l a n d und dem Völkerbund. Der „Star glaubt, aus der Tatsache der Entsendung der nord- französische!' Flotte nach dem Süden auf einen bemerkenswerten Frontwechsel Lavals schließen zu können. Erst vor vier oder acht Wochen sei Laval von London gebeten worden, der britischen Flotte in Gibraltar oder Alexandrien ein oder zwei französische Kriegsfahrzeuge zuzuteilen, damit bei einem italienischen Angriff auf die britische Flotte gleichzeitig auch die französische Flotte angegriffen werde. Diesen britischen Vorschlag habe Laval damals abgelehnt. Französisch-britische Flottenbesprechung London, 23. Dez. (DNB:) In letzter Zeit haben Besprechungen zwischen den Stäben der britischen und der französischen Flotten- und H e e r e s st e l l e n in der Frage der g e g e n s e itigen militärischen -NI » *0et^ ^Äls^nun eine große Stille darüber entstand, und Joseph sich nicht wenig verwunderte daß es als ein rechtes Kind des Himmels nicht des kleinsten Liedchens mächtig sei, ward es noch befangener als vorhin und so beschämt, daß es beide Hande vor das Gesicht legte und sein Köpfchen im Kleide Marias verbarg, als wäre es feine Mutter Da lächelte Maria von neuem, liebkoste es mit ihrer milden Hand und sagte leise zu Joseph: Sieh wie das Kind in r--- Paris, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unterredungen, die Ministerpräsident Laval am Montag mit dem italienischen Botschafter und anschließend mit dem griechischen Gesandten und dem türkischen Außenminister gehabt hot, bezogen sich in der Hauptsache auf die Frage der englischen Regierung bei den Mittelmeer-Mächten wegen des Beistandes im Falle eines italienischen Angriffes. Die französische Regierung, so verlautet, sei erst gestern amtlich von dieser englischen Anfrage in Kenntnis gesetzt worden, obgleich sie nach englischen Darlegungen bereits mehrere Wochen zurückliegen solle. Der griechische Gesandte Po litis habe in der Aussprache mit Laval darauf hingewiesen, daß seine Regierung entschlossen sei, sich streng an die Volker- bundssatzungen zu halten. Man legt diese Antwort hier dahin aus, daß England auf die Unter st ützung Griechenlands rechnen könne, wenn es vom Völkerbund Auftrag erhalte, die Durchführung der Sühnemaßnahmen sicher zu stellen. Der türkische Außenminister soll Lavol erklärt hoben, die Zustimmung der Türkei habe nur für den Fall Gültigkeit, daß auch alle anderen von England befragten Mittelmeer-Mächte bejahend antworteten. Dies ist nicht der Fall, da Spanien bisher noch nicht end- gültig Stellung genommen hat. Für Frankreich Sammlung in England. Mit der Ernennung des bisherigen Völkerbundsministers Anthony (Eben zum Nachfolger des un- cer f° dramatischen Umstanden zuruckgetretenen Außenministers S)o ar e beginnt sich die englische Politik nach der unglaublichen Verwirrung der letzten acht Tage wieder zu samm-ln und nach einer neuen Grundlage für eine kräftige Vertretung der englischen Interessen zu suchen. Es hat ziemlich Lange gedauert, bis das Kabinett Baldwin besten Führer sich selbst burch die lungften Ereignisse stark 'n seiner noch vor kurzem so glänzenden Autori- tätsstellung erschüttert suhlt diese wichtige Per- fnnenfroge losen konnte. Als bevorzugte Sanin- Laten aalten bekanntlich die beiden Chamberlains: Sir Austen, der frühere Außenminister und Mitunterzeichner des Locarnovertra- r,cs, und sein Stiefbruder Neville Chamberlain, der Schatzkanzler des Kabinetts, der als Liner der schärfsten Gegner des Pariser Friedens- planes der „logische" Nachfolger Hoares gewesen märe. Ob man aus der Ernennung des j ü n g - Weihnachtsreiter und Pflaumenmann. Von Johann Otto Bringezu. Mit der Volksethymologie ist es so eine Sache. Sie spielt nicht nur manchem gelehrten Laien, sondern fast ebenso häufig auch den Gelehrten einen Streich, einen lustigen oder einen verdrießlichen, das kommt auf die Gemütsart des Betroffenen an. Die Philologen wissen ein Lied davon zu singen, und von den Kinderliedern, den Spruchreimen, den Aufsageversen ein ganz besonderes. Aber in diesem Fall braucht man sich keine Sorgen zu machen. Es darf des gelehrten Rüstzeuges nicht mehr, um neue Verbindungen zwischen Wude-Wotan-Niko- laus-Weihnachtsmann und — worauf es hier ja besonders ankommt, zwischen dem „Wilden Jäger' und dem lustigen Weihnachtskuchenrelter herzuhatte er doch nicht einen einzigen Ton vernommen, schüttelte darum den Kopf und nahm das Kleine ein wenig brummend an die Hand, ihm ein Lager auf der Streu zu machen und deckte es mit einem Mantel zu. Als nun alle zur Ruhe gegangen waren, kamen ein paar der größeren Engel, um bei dem Kinde zu wachen. Die fanden das Kleine mit glühenden Bäckchen unter Josephs Mantel herausschauen, wunderten sich nicht wenig, wie es hierhergekommen, und nahmen es in seinem Schlummer in der Frühe wieder mit zum Himmel hinauf. ist die Frage des gegenseitigen Beistandes durch' den Notenaustausch vom 20. Oktober geregelt. „Oeuvre" schreibt, die Regierung von Ankara habe ihre Zustimmung von der Aufhebung der Artikel des Lausanner Vertrages abhängig gemacht, die die B e f e st i g u n g de r D a r- danellen verbieten. Die englische Regierung habe die Forderung im günstigen Sinne beantwortet, und Laval habe den türkischen Außenminister wissen lassen, daß Frankreich ebenfalls nichts einzuwenden habe, vorausgesetzt, daß England der gleichen Auffassung sei. In der Unterredung zwischen Laval und dem i t a li e n i s ch e n B o t s ch a f t e r soll Cerruti den französischen Ministerpräsidenten in erster Linis davon in Kenntnis gesetzt haben, daß die italienische Regierung nicht geneigt sei, auf den Pariser Einigungsplan zu antworten. .Oeuvre" berichtet weiter, Frankreich habe in der ganzen Angelegenheit, trotz der Ende der ver- gangenen Woche in Paris stattgefundenen Besprechungen zwischen französischen und englischen militärischen und Flottensachverständigen, seine endgültige Haltung noch nicht fe st gelegt. Es sei vielmehr wahrscheinlick, daß Laval zunächst einmal die außenpolitische Aussprache in der Kammer am kommenden Freitag abwarten werde, um sich ein genaues Bild über die Ansichten der Abgeordneten zu machen. . Diese Besprechungen sind befriedigend verlaufen. Sie wurden in Paris durchgeführt, Mitglieder des britischen General- und Admiralstabes hatten sich zu diesem Zwecke nach der französischen Hauptstadt beaeben. „Evenmg News berichtet, daß ähnliche Besprechungen voraussichtlich zwischen England und den übrigen Mittelmeermächten, die von England um die Zusicherung tätiger Unterstützung im Falle in die Niederungen des bürgerlichen Lebens herabgezogene profanierte Wotan und Wildjäger. Gewiß war die rein sinnliche Freude am Genüsse mit eine Ursache zur Verfeinerung des Kuchenrezepts — man hat schon immer und bei allen Völkern an Festtagen reichlich und gut gegessen —, aber dies allein war es auch nicht. Der uralte Fruchtbaskeits» mythos spielt im Verborgenen hier noch seine große Rolle, im Gehalt des Kuchenteiges wie in der Form des Gebäcks, ähnlich wie zu Ostern im Osterei; man könnte auch von den Stollen sprechen, die besonders im Sächsischen zu Hause sind und die dort von Weihnachten bis Ostern in keinem rechten Haushalt ausgehen dürfen; oder von den Pfannkuchen, auch Krapfen oder Prilken genannt, die man in manchen Gegenden Deutschlands gerade zu Weihnachten viel ißt und nicht nur wie im Süden und Westen um die Fastnachtszeit. Sie haben ihr „Gebild" nicht von ungefähr erhalten, wie der Nikolaus oder der Weihnachtsmann nicht fein Pferd und die Rute. Die Rute ist eigentlich kein Kinderschreck; sie war viel mehr als dies ein Zauberstab^>der Fruchtbarkeit bringen sollte. Man schlug das Vieh damit, um es fett und milchreich und fruchtbar werden zu lassen, und man strich — später in heiterer Kurzweil und ohne den verborgenen Sinn zu kennen — Menschen mit der Rute, die man lieb hatte und denen man Gutes wünschte. Von einem anderen Weihnachtsgebildbrot ser ebenfalls noch kurz die Rede. Neben dem Stutzen- oder Weckenreiter wird, in Mitteldeutschland insbesondere, noch ein Stutzenmädchen gebacken. Nicht nur als Gegenstück zum männlichen Reiter oder zum Pflaumenmann, nickt nur, um den Mädchen ein weibliches Kuchenwesen zu verehren wie den Jungen einen Gebäckmann, sondern auch einer gleichen, uralten Ueberlieferung folgend, um die man nicht mehr weiß, wenn sie auch nach außen hin treu bewahrt wird. Frija, auch Holda oder Berchta genannt, ging in den zwölf Nächten von Haus zu Haus, sah, ob die Mägde fleißig waren, ob der Flachs vom Spinnrocken oder Spinnwocken abgesponnen und ob an der Wäsche kein Fehl war. Sie strafte mit bösen Träumen, mit mancherlei Schabernack und Ungemach, und sie belohnte mit unverhofftem Glück und — nicht selten — mit einem schmucken Bräutigam. Wer es genau wissen will, mag es im Märchen von der Frau Holle nachlesen, die ja niemand anders ist als Berchta ober griia (Freia), wie das Volk sie sah und liebte. So liebte und so vertraut mit ihr war, daß man sie zuletzt auch — wie den Wotan-Weihnachtsmann — als süßen Kuchen buk, mit zwei großen Rosinenaugen, zwei Kuchenhenkeln als Armen und mit einen, Mandelsplittersaum am kurzen Rock, der sich mit seinen bunten Zuckerfadenmuster in seiner ganzen weihnachtlichen Festschönheit präsentiert. Völkerbundsratstagung keine neue Wendung zu erwarten. Gegenwärtig sei man geneigt, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die in Kraft befind- lichen Maßnahmen hätten eine gute Wirkung und es werde keineswegs für sicher gehalten, daß ihre Verschärfung durchführbar oder erwünscht sei. Die Wichtigkeit der Oelsperre sei, wie man jetzt glaube, sehr übertrieben worden, da es bei der gegenwärtigen Lage nahezu unmöglich wäre, sie wirksam zu machen. Der wirkliche Druck auf Italien bestehe darin, ihm seine Auslandsdevisen zu entziehen, ohne die es außerstande sei, auch die ihm nicht versagten Rohstoffe wie Oel, Kohle und Eisen zu kaufen. Andererseits werde darauf hingewiesen, daß die Auferlegung einer Oelsperre zweifellos die Gefahr vergrößern würde, der bereits die an den Sühnemaßnahmen beteiligten Länder ausgesetzt seien, das nämlich Italien militärische Vergeltungsmaßnah- daß es zu nichts mehr nutze war. Da mußte es nackend weiter gehen, stillte aber seinen Kummer zum anderen Male und sagte: Habe ich nicht noch das Kränzlein in meinem Haar?" Aber kaum hatte es das gedacht, nahm es ihm der Wind vom Kopfe, und solange es auch auf dem finsteren Felde danach suchte, fand es die Blumen nicht wieder. Als es nun vor die Tur des Stalles kam und sah die Mutter Maria darinnen sitzen, und den Widerschein von dem hellen Licht aus der Krippe auf ihrem Angesicht, und besaß nichts mehr, daß nur Pt e n Bewerbers weitreichende politische Schlüsse 1 ziehen kann, ist sehr fraglich. Immerhin ist es in- ! Leressant, die Wirkung dieser unvorhergesehenen , Berufung Edens auf das Ausland zu beobachten. Sie wird zunächst in Italien mit deutlichem I Mißtrauen aufgenommen, weil Eden dort als der । z unbedingte Vertreter der Völkerbundsgrundsätze und 31s der Mann gilt, der die englische Politik eigent- I [jd) auf diesen Weg geführt und der auch Den Widerstand des Kabinetts gegen die von Hoare iin Paris getroffenen Vereinbarungen geleitet hat. Man erwartet also von ihm die Fortsetzung Der Politik, die Italien hart an die verhängnisvollen Oelsanktionen herangeführt hatte, denen es nur 1 Durch die unerwarteten Ereignisse der letzten Woche | vorläufig entgangen ist. Aehnlich werden wohl die Gefühle s»in, mit denen der neue englische Außenminister in Frankreich ausgenommen wird, tmenn sich auch die Presse bemüht, dies nicht zu zeigen. Sie kann eskalier nicht verheimlichen, daß der j ..Favorit" Frankreichs Sir Austen Chamberlain mar, dem sein bekanntes Wort, daß er „Frankreich liebe, wie eine Frau", die unbegrenzte Hoffnung gganz Frankreichs eingebracht hat, die er als Außenminister vielleicht nicht in vollem Maße befriedigen könnte. Da man in Frankreich außerdem alle politischen Fragen und Ereignisse von einiger Wichtigkeit mit einem Seitenblick auf Deutschland zu beurteilen pflegt, so hatte sich Chamberlain durch seine in letzter Zeit offen und oft zur Schau getragene Abneigung gegen das neue Deutschland in Paris genügend empfohlen. Mit ausgesprochenem Wohlwollen wird Eden — und dies ist immerhin interessant und merkwür- ibig — in Moskau empfangen. Wahrscheinlich .geht biese Freunblichkeit in ber Hauptsache zurück iauf jenen Besuch, ben Eben in diesem Frühjahr rim Anschluß an die Berliner Aussprache zwischen idem Führer und Reichskanzler und dem damaligen 'Außenminister Sir John Simon in Moskau ab- - stattete. Die Sowjets hatten damals, als es sich ibarum hanbelte, England von der Völker- Ibundsfähigkeit des bolschewistischen Regimes iund von der Rechtgläubigkeit des Ost Paktes mit 'Frankreich im Sinne der Genfer Lehre zu über- ueuqen, den ganzen Zauber der berühmten, etwas .asiatisch durchsetzten russischen Gastlichkeit spielen llassen und damit sichtlich auf den jungen Diplomaten einen günstigen Eindruck gemacht. Man sieht also wohl in Moskau in dem vorurteilslosen jungen Konservativen, dem außerdem eine starke Vorliebe für die französische Kultur nachgesagt wird, eine Stütze für den Gedanken, die russisch-französische Freundschaft als einen Grundpfeiler ber europäischen Politik zu betrachten, ber evtl, burch bie Beiziehung Englanbs verstärkt werben kann, bamit bann ber Vorkriegszustanb wieberhergestellt wäre, was ja bas Jbeal vieler Leute in Paris, Moskau unb auch Wechnachtslegende. Von Wilhelm Scharrelmann. In ber Heiligen Nacht, als bas Jesuskinb geboren war, ben Hirten bie Botschaft ber Freube verkun- bet, bie himmlischen Heere ihren Lobgesang üoUenbet unb bie Tore bes Himmels sich banach roieber schlossen, geschah es, baß einem ber kleinsten aus ber seligen Schar, bas sich in seinem Fürwltz allzuweit oorgebrängt hatte, unversehens, aber bei allem Mißgeschick boch so weich unb gelinbe wie eine Pfir- sichblüte an einem winbstillen Frühlingabenb, auf bie nachtbunkle Erbe herabglitt. Da ftanb es nun, wußte nicht rechts noch links unb war nach der schimmernden Freude, aus ber es kam, in ber rabenschwarzen Finsternis ringsum« her mit einem Male so allein unb verlassen wie ein Stein auf bem Felbe. Nur ber Schein bes Sternes über bem Stall, in bem bas Jesuskinb lag, leuchtete fremb unb heilig groß. Als es seinen ersten Schrecken em wenig überwunden hatte, aber noch immer mit pupperndem Herzen dastand und sich keinen Rat wußte, was es tun sollte, um wieder zu den ©einigen zuruckzukom- men, kam es daraus, die Mutter Maria und das Christuskind aufzusuchen, ob es nicht dort Hufe fände, und ward darüber so froh, daß es sich sogleich auf den Weg machte. Ich werde dem Kinde das Glockenspiel schenken, das mir gehört, dachte es und faßte das zierliche kleine Instrument, das es aus ber himmlischen Höhe mit herabgebracht hatte, unwillkürlich ein wenig fester in ben Arm, um es in ber Dunkelheit nicht unvermutet zu verlieren. Aber kaum, baß es ein paar Schritte gegangen war, stolperte es so unglücklich über einen Stein, baß es ihm aus ben Hänben fiel unb bie feinen silbernen Glöckchen ba- ran zerbrachen. So will ich ihm mein Hernbchen schenken, tröstete es sich nach bem ersten Schrecken unb ging weiter. Da es aber im Finstern zu nahe an einen Dornenstrauch geriet, verwickelte sich sein Hernbchen barin, und die Dornen zerrissen das zarte Gespinst so arg, litik Englands, die die Sicherheits- und Ausbeh« nuhgsbebürfniffe Italiens mit allen Mitteln bekämpfe, um eine Demütigung Italiens unb bie Erbroffelung feiner berechtigten Bestrebungen zu erreichen. ..... Der offiziöse „P o p o l o b'Italia" schreibt, die allgemeine Lage Europas habe sich sichtlich verschlimmert. Nach ber Versenkung des Planes zur Schlichtung des italienisch-abessinischen Konfliktes, dem sich Laval aufrichtig gewidmet habe, stehe Europa vor einem drohenden Krieg, wie es die blutgierigen Sanktionisten gewünscht Mailand, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Obwohl gegenüber der Ernennung Edens in ber Presse noch Zurückhaltung bewahrt wirb, herrscht in ber Betrachtung ber allgemeinen Lage mieber bie pessimistische Note vor. Die „Stamva schreibt, nach ber Ernennung (Ebene zum britischen Außenminister seien keine Schlich tun gs- versuche im abessinisch-italienischen Konflikt mehr zu erwarten. Nach ben bisher keineswegs ermutigenben Erfahrungen zu urteilen, werbe Eben ben Zwang ber Versöhnung vorziehen. Die (Ernennung Ebens bilbe nur eine Episobe ber Po- Mit ber (Ernennung bes Außenministers hat bas englische Kabinett jeboch nur bie Vorbereitung für bie wichtigere Aufgabe ber Wieberherstellung bes gesunkenen Krebits unb ber Herausarbeitung einer klaren politischen Linie getroffen. (Einige Grunb- züge biefer Arbeit finb bereits zu bemerken, so bas Bemühen bes Kabinetts, sich burch biplomatische Schritte über ben Umfang bes tätigen Sanktionswillens auch für ben Kriegsfall 26.12. M Uhr 7$md rin? Call öeitti beiün.-Feiei' ab 15 Ubv. mütlickrs M« vereinslch ^aldworiM )er Verein* liiiÄ ighttfc Spielplan r Dezember ontag/ZvK on 2Ö-23 W laskenbail per von Bem Mvorstell. e ausgesalM orst. a. Il-Jl amst., lon 20-22U& Komödie »er Irrungen mShakelM tontag, 8.M 20-22.15 M cauenstblM Lultsrnel M Leo LM zieBorsteM om 4.1-A^ eiten als Vorstellungen SpielP|a“ für Janoaf SW ö* ’Sfe, xKI>1 r/äS öJvster» Ä Ä 'S»' MM yritänl Mark ^nunu Men, b® b5^.ßl? aus Mahtz parkend- sau SM JÄeneT Flieh: 9' mit weis, fe u* ltvlah bet- °Kugeb. AlohiUM Mlatzu' lilaufen! dreiWochtt m-weiher ferner. Acht übt; bleib, aut raulich, MUg- oifij .Kasten iser-Allee N Vereine «MM London, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unterstützung M i t t e l m e^e r staftge^ „Morning Post" schreibt, abgesehen von einem ben. Meinungsaustausch in ber Frage gegenseitigen Bei- ftanbes sei in bem italienisch-abessinischen Streit vor Mitte Januar, also bem Zeitpunkt der stellen. Daheim, am Harz, wenn bei den Großeltern der Weihnachtstisch gedeckt war, gehörte er in jedem Jahr unweigerlich auf den Bescherungskuchenteller Er war aus „Stutzenteig", einer mürben mit viel Fett gebackenen Kuchenmasse, die reich mit Rosinen durchwirkt und sehr süß war. Sein Roß konnte feurig dahersprengen oder in gemächlichem Paßgang einherschlendern, das kam darauf an, wie es um den Phantasiereichtum des Bäckergesellen bestellt war- nur bie Rute in ber Hanb bes Reiters, bie auch manchmal ein kunstvoll mit Manbelsplittern verziertes Teigstück, manchmal ein Tannenreisig war burfte niemals fehlen, ebenso mußte ber Kuchen selbst sehr süß unb mit viel Fett gebacken sein. Dies beibes: Fett unb Süße, finb überhaupt bie charakteristischen Merkmale bes sogenannten „Kult- aobätfs" ober ber „Gebilbbrote", bie man heute noch in allen Gauen Deutschland zu Ostern wie zu Weihnachten bäckt, unb mit Vergnügen verzehrt. Unb nicht nur in Deutschland sonbern in ben nor- laatc lene zu ^oiepy: oieu bischen ßänbern wie in Rußlanb auch. Sie gehören ftknem Schlummer lächelt, dazu wie die Rute zum Reiter oder die Leiter zum Pflaumenschornsteinfeger, ber im Grunbe auch haben. Italien treffe keine Schuld für das Scheitern des Friedensangebotes. — „Gazzetta d e l P o p o l o" schreibt: Die Ernennung Edens bestätigt, daß England nicht die Absicht hatte, eine Beilegung des italienisch-abessinischen Streites anzustreben und daß die Vorschläge eine Falle waren. Die Stellungen sind jetzt klarer, und Frankreich sowie die anderen Staaten wissen jetzt, was das scheinbar völkerbundsfreundliche, in Wirklichkeit aber imperialistische Englandan- strebt. Eden sei der Befürworter auch verschärfter Sanktionen gegen Italien und der Wortführer der unbedingten Treue Großbritanniens gegenüber dem Dölkerbundspakt. Zu den italienischen Presseäußerungen schreibt „Daily Telegraph", Italien scheine in der Ernennung eine vorsätzlich unfreundliche Maßnahme zu erblicken. Wenn aber Mussolini glaube, daß von dem neuen Außenminister schlimmeres zu erwarten sei, so würde er besser getan haben, das Pariser Abkommen schnell als Grundlage einer Vereinbarung anz unehmen, anstatt sich wie in Pontinia in heftigen Redensarten über die Greisenhaftigkeit Europas und die Heuchelei des Völkerbundes zu ergehen. Diese höchst unpolitische Rede habe ihm in Frankreich großen Schaden zugefügt Sie habe viele Franzosen beleidigt, die ihr Bestes getan hätten, um die Italien durch die Sühnepolitik zugefügten Schäden zu mildern. Gegenwärtig werde es b e - stimmt keine weitere Versöhnungsbemühung geben und selbst, wenn im Augenblick neue Sühnemaßnahmen nicht in Frage kommen sollten, werde eine Beseitigung der schon in Wirksamkeit gebrachten Maßnahmen kaum in Frage kommen. Die Italiener melden großen Erfolg bei Addi Abbi. Rom, 23. Dez. (DRB. Amtlich.) Marschall B a - do gl io drahtet: „Eine abessinische Kolonne in Stärke von 5 000 Mann hat in d e r Umgebung von Addi Abbi (Tembien) auf dem Marsch nach Norden unsere Linien angegriffen. Unsere nationalen und unsere erythräi- schen Truppen sind zu lebhaften Gegenangrif- f e n übergegangen. Der Gegner, vom Gelände begünstigt, versuchte Widerstand zu leisten. Es entspann sich ein sehr erbitterter Kampf. Unsere von der Artillerie und der Luftwaffe unterstützten Truppen kamen, Mann gegen Mann käl'npfend, vorwärts. Der Gegner wurde schließlich zurück- geworfen, in die Flucht geschlagen und von den erythräischen Abteilungen verfolgt. Der Kampf spielte sich in einem von hohen Bergen umrahmten Gebiet ab, das von der Artillerie, die auf den Anhöhen Stellung genommen hatte, unter Feuer genommen wurde. Die meisten Verluste sind bei Nahkämpfen entstanden, die mit der blanken Waffe ausaefochten wurden. Nach einem Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB. aus Asmara werden die V e r l u st e der Abessinier in den Kämpfen bei Addi Abbi von der italienischen Heeresleitung auf überOOOTote und 1000 Verletzte geschätzt. Auf italienischer Seite sind fünf Offiziere gefallen. Drei Offiziere und 100 Askaris wurden verwundet. Der italienische Oberstkommandierende hat den Truppen und den Fliegern zu dem Erfolge Glückwünsche ausgesprochen. DieAusweisungschwedischerMissionare aus Ztaliemsch-Somaliland. Kopenhagen, 23. Dez. (DNB.) Die neuen aus Jtalienisch-Somaliiand ausgewiesenen schwedischen Missionare sind am Sonntag in Malmö angekommen. Sie erzählten dem Vertreter der „Berlingske Tidende", daß sie den Ausweisungsbefehl ganz unerwartet am 23. November erhalten hätten mit der Weisung, das Land in s i e- ben Tagen zu verlassen. Am 30. November habe sich Militär eingefunden und vier Missionsstationen sowie zwei Kinderheime geschlossen. Mit einem italienischen Dampfer seien sie nach Italien gebracht worden. Reuter bestreitet Zwischenfälle an der libyschen Grenze. London, 23. Dez. (DNB.) Reuter meldet aus Alexandrien: Gerüchte über einen Zusammenstoß zwischen britischen und italienisch e n So l d a t e n an der Grenze von Libyen werden von Offizieren der britischen Luftstreitkräfte in Mersa Matruh als jeder Begründung entbehrend bezeichnet. Weihnachtsamnestie in Oesterreich. Umfangreiche Begnadigungen von Marxisten. Wien, 24. Dez. (DNB.) Bundeskanzler Dr. S ch u f ch n i g g. machte im Rundfunk Mitteilung von einer aus Anlaß der Weihnachtsfeiertage durch- aeführten Amnestie für politische Häftlinge. Diese Amnestie ist besonders für Teilnehmer an der marxistischen Revolte vpm Februar 1934 sehr weitgehend, da nur noch 16 deswegen Verurteilte Personen, und zwar nur solche, die unmittelbar an Bluttaten mitgewirkt haben, weiter in Haft bleiben. Unter den Amnestierten befinden sich auch die Generalstabschefs des Republikanischen Schutzbundes Major Eichler und Hauptmann Löw, die seinerzeit zu 15 und 18 Jahren schweren Kerkers verurteilt worden waren. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg erklärte, daß die noch schwebenden Untersuchungsverfahren gegen 19 ehemalige Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes e i n g e- st e l l t wurden. Diese 19 Personen sind schon seit längerer Zeit auf freiem Fuß. Unter ihnen befinden sich auch die bekannten Marxisten Seitz und Renner. Von den gerichtlich verurteilten 911 Teilnehmern a n den I u l i e r e i g n i s s e n 1 9 3 4 wurden 16 der Weihnachtsamnestie teilhaftig. In weiteren 60 Fällen wird ein Gnadenantrag erwogen. Amerika bestellt 103 Bomber Washington, 24. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das Kriegsamt hat zwei Bauaufträge für insgesamt 10 3 Flugzeuge vergeben. Bei der Douglas Air Craft Co. wurden 90 zweimotorige Bombenflugzeuge zum Preise von 6,498 Millionen und bei der Boeing Co. 13 viermotorige Bombenflugzeuge zu 2,5 Millionen Dollar bestellr. Die Vertreibung M a l m e d y , 23. Dez. (DNB.) Unter dem Titel „Unser Kampf" schreibt der „Malmedyer Landbote" u. a.: „Angesichts der Freiheiten, die in der belgischen Verfassung verbürgt sind, verbietet und b e - straft man in Eupen-Malmedy die Meinung, daß dieses Volk deutschen Ursprunges ist und als solches natürliche Rechte besitzt, die nicht etwa eine Anmaßung bedeuten, sondern die jedes Volk für sich als die Höch st en in Anspruch nimmt. Männer, die in dieser Meinung und heiligen Ueberzeugung gearbeitet und gehandelt haben, werden von der Scholle getrieben, die seit Generationen das Königreich ihrer Ahnen war. Der belgische Bürger verabscheut den Krieg ebenso wie wir, der belgische Bürger ist verständigungsbereit ebenso wie wir. Nicht ohne Grund hat ein Verteidiger im Ausbürgerungsprozeß erklärt, man solle über das Schicksal Eupen-Malmedys einmal eine Volksabstimmung in Belgien machen, um festzustellen, ob das belgische Volk wünscht, daß wir belgisch bleiben, und der Verteidiger fügte hinzu, daß die Mehrheit des belgischen Volkes der Meinung fein würde, Eupen- Malmedy — Land und Leute — d o r t h i n g e h e n zu lassen, wo es ihnen beliebt. Die Ausweisung aber hat gezeigt, daß Belgien das Land behalten, die bodenständige Bevölkerung aber, die diesem Lande, seiner Kultur und Tradition nicht die Treue bricht, entwurzeln und verjagen möchte. Die Ausgewiesenen sind ehrliche Kämpfer gewesen und werden es bleiben. Wir waren seit Jahrhunderten Deutsche, in uns lebt seit Jahrhunderten deutscher Geist. Wir achten auch den Geist anderer Völker und haben nur den einen Wunsch, für Öen Weltfrieden eine Brücke zu schlagen. Den Bau einer solchen Brücke haben wir oft begonnen. Der Partner aber, mit dem wir in diesem Staat zu leben gezwungen sind, hat jedesmal seine Mitarbeit verweigert. Daß sich die Verweigerer dieser Mitarbeit im Lager katholischer Belgier befinden, schmerzt uns besonders. Diese Menschen sollten doch einsehen, daß Naturrechte auch göttliche Rechte sind. . . Daß solche Menschen ausgerechnet einige Tage vor dem größten Friedensfeste, dem Weih- n a ch t s s e st, Familienväter aus der Heimat ver- Dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland ist über die Lage des Deutschtums in S ü d t i r o l ein Bericht zugegangen, dem wir folgendes entnehmen: Der Beginn des italienisch-abessinischen Krieges am 2. Oktober 1935 hatte auch für Südtirol schwere Rückwirkungen. Schon seit Ostern wurden immer mehr Südtiroler zum Militärdienst eingezogen bzw. aus dem Militärdienst nicht mehr entlassen. Einzig und allein in der deutschen Provinz Bozen wurden bereits am Karfreitag 1935 sämtliche Reserveoffiziere der Jahrgänge 1900 bis 1914, 300 bis 400 Männer, zum Militärdienst eingezogen, während in den übrigen Provinzen Italiens nur Freiwillige für den Ostafrikafeldzug angeworben wurden. Je näher der Kriegsausbruch rückte, desto zahlreicher wurden die Einberufungen; zur Zeit dürften 3000 bis 4000 Südtiroler, die meist von einem lag auf ben anbern ihrem Beruf und ihrpn Familien entrissen worden waren, unter den Waffen stehen, meist in süditalienischen Garnisonen. I In Ostafrika selbst dürften sich 600 bis 700 Mann befinden. Trotz verschiedener alarmierender Gerüchte scheint bisher allerdings kein Südtiroler gefallen zu fein, doch ist d i e Zahl der Tropenkranken außerordentlich hoch. Als Folge des Mufsolinibefuches in Bozen anläßlich der Manöver in Südtirol wurde die Freilassung der rund 90 Verbannten in Aussicht gestellt, die entweder auf den Liparischen Inseln oder in den Steinwüsten Süditaliens wegen ganz geringfügiger, in kaum einem anderen Staat der Welt unter Strafe gestellten Vergehen für Jahre schmachten. Tatsächlich sind aber kaum 50 von ihnen wieder zurückgekehrt, 20 von ihnen, die sich in militärpflichtigem Alter befanden, wurden sofort unter öie Waffen g e - rufen und z. T. zu Strafkompanien nach Süditalien versetzt. Mittlerweile wurden schon wieder eine Reihe neuer Verbannungsurteile gefällt, die beweisen, daß die Geste Mussolinis in keiner Weise etwa eine Milderung gegenüber der bisherigen Praxis bedeute. So wurden beispielsweise zwei Bauernbur- schen aus Algund bei Meran zu je 2 Jahren Verbannung verurteilt, weil sie in einem G ast - Haus deutsche Lieder (weder politische noch irgendwie italienfeindliche!) gesungen hatten, die Wirtstochter, die mit am Tische saß, wurde für 2 Jahre unter Polizeiaufsicht g e - stellt. Dabei gibt es in ganz Italien fein Gesetz, das das Singen in Gasthäusern irgendwie unter Strafe stellte! Ein Tischler aus Mühlen im Tau- ferer Tal (Pustertal) wurde zu 5 Jahren Verbannung verurteilt, weil er aus mündlichen und schriftlichen Berichten Aufzeichnungen über d i e Verhältnisse bei der italienischen Kolonialarmee gemacht hatte. Seine 45jäh- rige Haushälterin wurde wegen „Mitschuld" (!) zu 2 Jahren Verbannung verurteilt. Derartige Beispiele ließen sich in großer Zahl anführen. Verhaftungen wegen ganz geringfügiger Verdachtsgründe, oft ohne jeden Anlaß, sind an der Tagesordnung. Folter und Inquisition s- m e t h o d e n werden immer wieder gemeldet: so wurde ein Bauer aus Kurtatsch namens Franz Ritsch, kurz nachdem in Kurtatsch wieder der Mus- solinibaum ausgerissen war, von Karabinieri verhaftet und in die Karabinierikaserne nach Neumarkt aebrachf. Dort führte man den Gefesselten auf den Dachboden und zog ihn mit den Händen an einem Dachbalken hoch, bis seine Füße den Boden nicht mehr berührten. Dabei verlangten die Karabinieri immer wieder, er solle gestehen, daß er an der „Schandtat" beteiligt war. Er beteuerte, daß er nichts zu gestehen habe, wurde mit Gummiknüppeln und Fausthieben bearbeitet und vier Stunden lang am Dachbalken hängen gelassen. Dann erst banden ihn die Kärabinieri los und sperrten ihn wieder ins Gefängnis. Hier fiel der starke Mann in Ohnmacht. Ritsch wurde nach Trient vor die Konfinie- rungs-(Verbannungs ^Kommission gebracht, und, obwohl er seine Unschuld befeuerte, zu einem Jahr Verbannung verurteilt. Als er sich wegen der Behandlung durch die Karabinieri beschwerte, sagte der Vorsitzende: „Es ist ganz unmöglich, daß könig- der Heimattreuen. treiben, ihre Familie und ihrer Scholle entreißen, ist eine besondere Roheit. Trotzdem sind wir der Ueberzeugung, daß die Ausgewiesenen ihr Schicksal mit großer Würde tragen, daß sie keinen Augenblick daran denken, den Raum, der bis zum heutigen Tage ein Platz für den gerechten Kampf war, einem blinden Haß freizugeben. Auch heute, in den Tagen, da sie das Schicksal besonders trifft, erklären sie, daß sie an einer Wiedergutmachung und nicht an eine brutale Vergeltung des Unrechtes arbeiten werden. Nicht der Krieg und die Verwüstung ist ihr Ziel, sondern die Verstän - digung und der Friede n." Belgien will die „Säuberung" syrischen. Brüssel, 23. Dez. (DNB.) In einem Bericht über die Austreibung der vier Heimattreuen Eupen- Malmedyer von Haus und Hof glaubt die „Indopend a n c e Belg e" diesem Vorgang am besten in ironischer Form gerecht zu werden. Das Blatt gibt zu, daß in Malmedy und in Eupen eine gewisse Erregung über die belgischen Ausweisungsmaßnahmen festzustellen sei und daß die Gendarmerie eine Sonderüberwachung habe einrichten müssen, um den „üblichen" Machenschaften der Heimatbundleute vorzubeugen. Es sei weiter dafür gesorgt, daß Dehottay mit leeren Händen abziehe. Die Finanzverwaltung habe sein ganzes Mobiliar, die Druckerei seiner Zeitung, kurz und gut alles beschlagnahmt, was die Schulden dieses ebenso schlechten Belgiers wie Steuerzahler sicherstellen konnte. Man werde auf einige Zwischenfälle von feiten der Anhänger dieses entwurzelten Deutschenfreundes gefaßt sein können, aber bie Polizei f e i zur Stelle. Die Regierung sei, so scheine es, entschlossen, das Werk der Säuberung mit äußer st er Kraft fortzusetzen. Die Akten seien bereits in Vorbereitung. Das Blatt unterstreicht, daß Dehottay, als ihm sein Ausweisungsbefehl überbracht wurde, in Tränen ausgebrochen fei, und drückt feine Verwunderung darüber aus, daß dieser merkwürdige Mensch, der so sehr Deutschland liebe, gar nicht darauf aus sei, dorthin zurückzukehren. Der Begriff „Heimatliebe" und „Gesinnungstreue" scheint einem Blaff vom Schlage der „Jndspendance Belge" nicht geläufig zu sein. liche Karabinieri so etwas tun!". Der Fall ist einwandfrei erwiesen. Das größte Ereignis der letzten Wochen war wohl die „Volksabstimmung der^Süd- tiroler Schulkinde r". Im Mai d. I. hafte sich die italienische Regierung bereit erklärt, für die deutschen Schulkinder in Südtirol deutsche Sprachkurse einzurichten. Die Kinder, die an diesen Kursen teilnehmen wollten, mußten mit Gesuchen an die faschistische Landesschulbehörde darum nachsuchen. Am 12. September wurde erklärt, daß die Gesuche bis spätestens 30. September einzureichen seien. Obwohl jede Werbung verboten war und die Ankündigung nur in den italienischen Amtsblättern erschien, entwickelte sich die Gesuchsstellung zu einer Volksabstimmung in Südtirol, die würdig neben die Abstimmung im Saarland und neben die Wahl im Memelland tritt: 27 425 Südtiroler Schulkinder, das sind 88 v. H. der Gesamtzahl, haben um Erteilung des deutschen Unterrichtes nachgesuchf. Die italienischen Behörden hatten gehofft, durch alle Mittel eine möglichst geringe Anzahl von Gesuchen zu erreichen, um damit der Welt beweisen zu können, wie gering das Interesse der Südtiroler am deutschen Sprachunterricht sei. Statt dessen wurde daraus ein Bekenntnis Südtirols zum Deutschtum, wie es seit Beginn der faschistischen Diktatur in Italien nicht mehr möglich gewesen war. Die Abstimmung hat allerdings nur propagandistischen Werf. Die Italiener denken nicht daran, nun den Südtiroler Schulkindern etwa Unterricht in ihrer Muttersprache zukommen zu lassen. Am 21. November wurde in Bozen und Meran je ein Kurs eingerichtet. Der Unterricht erfolgt in italienischer Sprache durch italienische Lehrer, in dem beispielsweise auf die Tafel das Wort „sedia“ geschrieben wird, der Lehrer deutet darauf hin und erklärt dazu: „sedia, in tedesco si chiama Stuhl“. Deutsches Sprechen der Kinder untereinander ist in diesen Unferrichts- kursen verboten! In keiner der übrigen Südtiroler deutschen Gemeinden wurde bisher ein weiterer Sprachkurs eingerichtet. In Bozen und Meran wurde dafür die Mittagszeit von 12.30 bis 1.30 Uhr gewählt. Nun wurde durch die Verlegung der Geschäftsstunden zwecks Licht- und Heizungsersparnis im Zuge der Sanktionsabwehr der Volksschulunterricht überhaupt einheitlich auf die Zeit von 10 bis 13 Uhr verlegt. Wann nun diese Unterrichts- kurse stattfinden sollen, ist vorläufig schleierhaft. Ein Rattenschwanz von Haussuchungen, Vorladungen vor die Behörde und Verhaftungen ist das Ergebnis der ganzen Gefuchsakfion, da sich die italienischen Behörden nicht vorstellen können, wie ohne staatsfeindliche Propaganda ein derartiges Abstimmungsergebnis erzielt werden konnte. Im übrigen rouroen die auf Grund des österreichisch-italienischen „Kulturabkommens" vom 17. Mai 1934 gegebenen sechs Lizenzen zur Erteilung deutschen Privatunterrichtes (von 1925 bis 1934 war der deutsche Privatunterricht überhaupt verboten und stand unter schwerster Strafe, 1934 bis 1935 wurde er nur sechs Personen erlaubt) wieder entzogen mit der Begründung, daß nun das faschistische Kulturinstifut durch seine Deutschkurse für den Deutschunterricht Sorge trage. Die zwangsweise Namensoerwelschung dauert an. Äp allen Gemeindetafeln lieft man die Namen von Gemeindeangestellfen und anderen von der öffentlichen Hand abhängigen Personen, die, wie die Dekrete besagen, „freiwillig" um „Rückführung ihres Namens ins Italienische" (!!) ansuchen. Besonders uneheliche Kinder und Winferhilfsempfänger werden unter Androhung des Entzuges jeglicher 'Unterstützung dazu gezwungen, ihren Namen verwelfchen zu lassen. Der wirtschaftliche Vernichfungs- f e I b 3 u g gegen das Südtiroler deutsche Bauern- t u m geht nach wie vor weiter. Immer wieder gelangen Höfe infolge von Sfeuerrückständen zur Zwangsversteigerung; kein Privater darf mehr ohne Genehmigung der Präfektur Besitz erwerben. Zweck dieser Maßnahme ist, alle freiwerdenden Besitze in Südtirol in italienische Hände zu bringen. Der Fürstbischof von Buxen unter müitälischer Bewachung. Wien, 23. Dez. (DNB.) Die christlichsoziale „Reichsposf" und das „Neuigkeifsweltblatf" bringen die Nachricht, daß der Fürstbischof von Br ixen, Dr. Johannes Geißler, seit 15. Dezember unter militärischer Bewachung stehe, weil er in einem Rundschreiben an den Klerus der Diözese Brixen die Geistlichen gebeten habe, von einer Propaganda für öie Ablieferung von Metallen absehe n z u wollen, öas dies Aufgabe der Faschistischen Partei sei. An diese Meldung knüpft das chrisflichsoziale „Neuigkeifsweltblatf" einen außerordentlich scharf gehaltenen Kommentar gegen Italien, wie er in dieser Form feit Jahren in einem der österreichischen Regierung nahestehenden Organ nicht mehr erschien. Das Blatt schreibt, die Weisung des Bischofs, öie sich strenge öer Kirchenideologie anschließe, habe zur Ueberwachung öes Fürstbischofs geführt, obwohl sie vor ihrer Anwendung der zuständigen Behörde vorgelegf und von dieser als annehmbar bezeichnet worden sei. Die italienische Regierung, meint das Blatt, bediene sich bei der Rechtfertigung des Krieges aegen Abessinien vorzugsweise des Arguments, daß dieser Krieg ein Kampf für die Kultur und für den Fortschritt in einem barbarischen Lande sei. Wie aber solle Italien vor der Welt wirklich als geeigneter Kolonisator und Kulfurbringer erscheinen, wenn italienische Behörden ihre Misiion in der Ueberwachung eines Bischofs erblickten, der nur mit offizieller Genehmigung seine Pflicht erfüllt habe. im Der Reichskriegsminister hat den General d.Jnf.a.D. Freiherrn Seufter von Lötzen zum Bundesführer des neugebildeten „Soldatenbun- d e s" Öes neuen Heeres ernannt. SfellverfrefenÖer Bundesführer ist Gauleiter Staatsrat S ch w e ö e (Koburg). — (Scherl-Bilöerdienst-M.) Ein Weihnachtsgruß an die Deutschen im Auslande. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Der Leiter öer Auslandorganifation öer NSDA P., Gauleifer E. W. Bohle, überfenöet ’öen Deutschen im Auslanöe zum Weihnachtsfest 1935 folgenden Gruß: „Zum Weihnachtsfest 1935 und zum Jahreswechsel sende ich den deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen in aller Welt herzlich st e Grüße aus der alten Heimat. Die Deutschen draußen wissen, daß wir im Reich immer derjenigen gedenken, die fern der Heimat leben. Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist das Auslandsdeufschtum heute ein vollwertiges Glied der großen deutschen Volksgemeinschaft. Und wenn wir wiederum in diesem Jahre deutsche Weihnacht, das deutscheste aller Feste, feiern können, so wandern unsere Gedanken gerade in diesen Tagen zu allen Brüdern und Schwestern, die nicht das Glück haben, Weihnachten in Deutschland begehen zu können. In den Tagen des weihnachtlichen Friedens und in den letzten Tagen des Jahres, die den Menschen immer wieder zur Besinnung aufrufen, wollen wir alle, hier und draußen, in tiefer Dankbarkeit des Mannes gedenken, der es möglich gemacht hat, Weihnachten im Zeichen eines inner en und äußeren Friedens zu feiern. Allein dem Werk Adolf Hitlers verdanken wir es, daß ein einiges Volk sich in gegenseitiger Kameradschaft und Verbundenheit am Heiligabend zusammenfindet. Weil wir dies wissen und immer wieder freudig empfinden, wollen wir in diesen Tagen wiederum aus ganzem Herzen geloben, auch im kommenden Jahr mit allen unseren Kräften an der Vollendung des Friedenswerks unseres Führers mit zuarbeiten. Ueberall, auch im entlegensten Winkel der Welt, wo Deutsche wohnen, hat der Gedanke deutscherEinigkeit Eingang gefunden. Diesen Gedanken zu festigen und auch bem letzten Deutschen das Gefühl zu geben, daß er zu uns gehört, betrachte ich als die erste und schönste Aufgabe der Auslandorganisation unserer Bewegung. Die aufopferungsvolle Mitarbeit meiner Parteigenossen draußen hat uns im vergangenen Jahr diesem großen Ziel näher gebracht. Ihnen allen an der Jahreswende für ihre Mühen herzlich zu danken, ist mir eine kameradschaftliche Pflicht. Deutschland und Adolf Hitler — diese Losung wird auch im neuen Jahre unser ganzes Sein erfüllen! Flottenbegleiter „Fl/Z in Dienst gestellt Kiel, 23. Dez. (DNB.) Anfang Dezember wurde in Kiel öer erste Flotfenbegleiter „F 1" in Dienst gestellt. Es handelt sich bei ihm unö fünf weiteren auf öer Germaniawerft Kiel gebauten Schiffen um einen neuen Typ, öer, wie öer Name besagt, im Geleitöienst Verwendung finöen soll. Bei einer Standard-Wasserverdrängung von 600 Tonnen besteht öie Bewaffnung öer Flonen- begleifer aus zwei 10,5-cm-Geschützen, vier 3,7=cm* Flak unö zwei Flak-MG. Je zwei weitere Flotten- begleitet rocröen in Hamburg und auf der Marinewerft Wilhelmshaven gebaut. Das Deutschtum in Südtirol. Diele Stimmung wird gewiß von all den Politikern, Bfruppen und Parteien genährt, die — im Laufe Schützt die Haustiere vor Kalle! Sowjetvolkes." Willen zum Ausdruck kommen. MOTOR-OL les letzten Jahrzehnts aus ihrer Machtstellung Und ihrem Einfluß verdrängt — alle ihre Hoffnungen auf die Zeit des Kampfes um die Erb- ch a f t richteten. Das gleiche Gefühl erwächst aber luch ohne alles schürende Zutun aus der Erkenntnis, daß ein überragender Führer dem Volke und Staate genommen ist — ohne daß seine alle und •eben in ihren Bann zwingende Autorität sich oer- Quelle des innenpolitischen Gärens, das die Jahreswende 1935/36 kennzeichnet. Sie entspringt dem Streben der regierenden Männer, zur Festigung und Sicherung der neuen Staatsform den Kreis ihrer Freunde, Anhänger und Verteidiger zu erweitern, mit anderen Worten die in der Verfassung gesetzlich festgelegte Autorität im Vertrauen einer möglichst großen Mehrheit der Bevölkerung innerlich gestützt zu sehen. Don hier aus ergeben sich einerseits die Bemühungen, unter den alten Parteien oder den ihnen anhängenden Massen für Regierung und Verfassung Boden zu gewinnen — und ergeben sich andererseits Spannungen innerhalb des Regierungslagers aus den Fragen nach der Zweckmäßigkeit und Unzweckmäßigkeit dieses oder jenes taktischen Schrittes, dieser ober jener Maßnahme. Auch baburch wirb ber politische Boben aufgelockert. Einzelne Gruppen versuchen zu neuen Mittelpunkten ber Sammlung zu werben unb steigern zunächst bas verwirrende Durcheinander. Das kommende Jahr wird die Entscheidung bringen oder anbahnen, welcher Ariadnefaden aus dem | innenpolitischen Labyrinth herausführen soll. Drei Möglichkeiten ergeben sich dafür: die volle Anwendung der Staatsgewalt zur Sicherung des Erbes Pilsudfkis, der Ausgleich zwischen Teilen des früheren Pilsudfkilagers und Teilen der Opposition und endlich eine neue feste Zusammenfassung der Pilsudski-Anhänger und ihre Ergänzung aus den Reihen der jungen Generation. Die Riederdrückung aller oppositionellen Elemente, auf die Verfassung gestützt und mit dem festen Rückhalt ber Armee, würbe eine Uebergangslösung für etliche Zeit bebeuten. Sie würbe nicht den Führerstaat verwirklichen, der auf dem Vertrauen des Volkes Weisungen zu dessen Wahrung in der Zukunft entnimmt — greift in den Massen in steigendem Maße Xie Stimmung um sich, baß ber von Pilsubski gebaute unb kraftvoll entwickelte Staat „ohne T e - 'tarnen t" auf bie Erben gekommen sei. ' f z.J :al e n zum Bun« datenbun- lellvertretentn at Schwedt nst-M.) sowjetrussischen Politik an die europäische Kulturwelt" gesprochen. Zeitungen haben sich barüber verbreitet, unb bie Sowjetpropaganda ließ kein Mittel unversucht, um ihnen babei auf ihre Weise zu sekun- bieren. Trotzdem ist es eine unumstößliche Tatsache, baß bie „Mitwirkung ber Sowjetunion im europäischen Konzert" bie weltrevolutionäre Propaganda dieses Staates nicht abgeschwächt, sondern verstärkt hat! Roch kein Jahr war seit dem Eintritt dieses Staates in den Völkerbund verflossen, als in Moskau die berüchtigten kommunistischen Agitatoren aller Herren Länder sich zum 7. Kominternkongreß versammelten, um unter der Parole des „Trojanischen Pferdes", d. h. ruht, sondern eine militärische Diktatur, die die Spannungen verschärft. Der Ausgleich zwischen großen Teilen des Pilsudskilagers unb Teilen ber Opposition mürbe, wenn es sich um pilsub- skische Linke unb Bauern handelt, zwar zahlenmäßig die überwiegende Mehrheit des Volkes einigen, aber unrettbar in den Parlamentarismus alter 21 r t zurückführen, dessen Ueberwindung Pilsudfkis Arbeit gegolten hat. Ein Ausgleich zwischen pilsudskistischer Mitte und dem „Rationalen Lager" ist für die Generation der Kampfzeit um! die' Unabhängigkeit schwer zu vollziehen, entspricht aber der Sehnsucht großer Teile der Jugend. Er ist wohl eher noch Möglichkeit eines kommenden Jahrzehnts als des kommenden Jahres. Vielleicht als Uebergang dazu, aber jedenfalls zunächst als verständlichste Wahrung des Erbes des Marschalls erscheinen die Bestrebungen, aus neuorganisierten Gruppen derer, die seine Ideen erhalten und verwirklichen wollen, wieder ein „P i l s u d s k i l a g e r" zu schaffen, das sich nicht „ohne Testament" fühlt, sondern das ungeschriebene Testament vollstrecken will. Die entscheidende Stimme über Erfolg ober Mißerfolg wirb bie Jugenb haben. In ihr brängt immer mächtiger ein Rationalismus empor, ber freilich lebenswichtige Gegebenheiten Polens (wie etwa bie Tatsache, baß ein Drittel ber Bevölkerung nationale Minberheiten sind) außer Acht läßt — und daher die Verbindung zur Pilsudskischen Losung des soldatisch-disziplinierten Dienstes am Staate zur Förderung seiner Kraft und Stärke noch nicht gefunden hat. Von der Durchsetzung dieses Ideals in der Jugend aber hängt es ab, ob das Erbe Pilsudfkis gewahrt bleibt. Es bedeutet fein innenpolitisches Testament. valü klarer Frost, balö trüber Matsch - jetzt ist Ihr Magen Ihnen doppelt wert! Natürlich must er gegen olle Schwierig-' 1 keilen gewappnet sein. Kühlerhaube unö Frostschutzmittel tun es nicht allein * vor allem kommt es auf öas richttge 01 an. ESSOLUB SAE 20 ist kältebeständig - öas beöeutet leichtes Starten unö sofortigen Slumlauf. Unübertroffen hitzefest ist ESSOLUB ohnehin. Ss verbürgt sparsamen Ser, brauch unö Vollschmierung bis zum oberen Kolbenring. * Darum im Mutter erst recht in Dienst Ci Anq, i-ü IS> uns selbst beiZ0°Kälte Zwischen weiß und rot. Don unserem Or. £). v. 'Z.-Äenchterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Helsingfors, Ende Dezember. | erben konnte. Als Marschall Pilsudski im Mai 1935 die Augen ichloß, waren zwei der wichtigsten staatlichen Fra- ' gen geklärt und auf lange Sicht festgelegt: die i Nolle der Armee nicht nur als Schutz gegen ' nutzere Feinde, sondern auch als unerschütterliche Stütze der Regierung und als unbedingter Macht- ; ’ unb Ordnungsfaktor — und d i e Grundgedanken ber Außenpolitik, bie Polens Einfluß unb Belange im östlichen Europa sichern. Nicht abgeschlossen war beim Tobe bes Mar- fchalls ber innere Aufbau Polens zu einem Autoritär geleiteten Staate ohne politische Parteien mit einer Volksvertretung, in ber bie Besten und Tüchtigsten ber Nation bie zur Regierung Berufenen vertrauensvoll in ber gemeinsamen Arbeit zum Westen bes Staates unterstützten. Nur Anfänge unb Möglichkeiten zur Verwirklichung biefes vom Marsch all erstrebten Staates waren in ber neuen Verfassung geschaffen, als Pilsubski starb. Die Gegen- Iräfte völlig anderer Staatsideale waren noch un- Nebrvchen vorhanden. Und deshalb wird die i n - m apolitische Auseinandersetzung im Rammenden Jahre immer noch um bie Frage gehen: i Rückkehr zu Parlamentarismus unb Parteiensystem über Fortschreiten zum autoritären Führerstaat? Wie die Pilze nach dem Regen schießen in den letzten Wochen des alten Jahres neue Partei- unb Gruppenbildungen auf ber Rechten, jin ber Mitte und auf der Linken empor, in den Meihen der Pilsudski-Anhänger unb in benen ber Opposition. Durch Neuorganisation, neue Programme unb Satzungen werden alte Parteien aufgefrischt, Ansätze zu neuen parteiähnlichen Gebilden gehen daneben her. UeberaU werden Kräfte gestammelt, Truppen unb Reserven aufgestellt, Pläne .entworfen, Bünbnismöglichkeiten geprüft. Eine ber Mrsachen biefes „Grünbungsfiebers", bas lebhafte Llluseinanberfetzungen vorauskündet, find die Hoff- inungen der durch die neue Verfassung und die Wahlgesetze in den Hintergrund geschobenen Be- lrusspolitiker der alten Parteien, die Aenderung ber Wahlgesetze unb ber Verfassung und die Rückkehr ides Parlamentarismus liberal-demokratischer Prüfung durchsetzen zu können. Hierbei rechnen sie Darauf, daß es der jetzigen Regierung nicht gelingt, ’ ber gewaltigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Polens Herr zu werben — ber ersten '.Regierung, die „verfassungsmäßig autoritär" ist, I lhinter der aber nicht die Autorität Pilsudfkis steht. »Gäbe es nur diese eine Quelle des gegenwärtigen ?Parteigebrodels, so könnte man den Gang der Er- seignisse für 1936 bereits voraussagen: eine letzte Abrechnung zwischen dem Pilsudskilager und den Verfechtern der Wiedergeburt der vergangenen 'Parteienherrlichkeit. Daß diese Abrechnung zugunsten Les Pilsudskilagers und der neuen Verfassung aus- stallen würde, unterliegt keinem Zweifel. Es gibt aber auch noch eine zweite wichtige ruft \i\wh Leiter bei NEDA!' det den Deut' ist 1935 folgen- m Jahreswch ssen unb Solh1 chste Grüß- Deutschen brau- derjenigen ge- Im Gegensatz andsdeutschtM cb ber gro; nschast. Uni , deutsche Wei - iern können, n diesen Tagen die nicht ba: schland begehe" nächtlichen 6^ Jahres, d»e be mung ansru en n, in tiefe' : qebenken^ >ch'-n ^-ren or;f ■t Ad°l! «ft •s Soll I'ch ’ .rbunbffl6»1 . micber freul'S w« ®ii6er?,c im '-mm-" ' n d°- D°U * 8’i> ZgSA des maskierten Einbruchs in die nationale Weltanschauung und politische Organisation anderer Völker „zur Verteidigung der Sowjetunion" neue Richtlinien für ihre hemmungslose Agitation entgegenzunehmen. Daß auch die verantwortlichen Moskauer „Staatsmänner" diese Politik bejahen unb sie als unaufgebbares, eigentliches Ziel ihrer Tätigkeit ansehen, bafür ließen sich gerabe aus ber jüngsten Vergangenheit zahllose Beispiele anführen. So schrieb bie parteiamtliche „Prawba" noch am 1. Dezember, zum einjährigen Todestag des 1934 ermordeten Mitglieds des „Politbüros" Kirow: „Wir sind dabei zuversichtlich, die ganze Welt auf den Weg des Kommunismus zu lenken, und w i r werden s i e dahin lenken trotz des Widerstandes der Wölfe und der Schlanaen des Kapitalismus. Unsere Zuversicht beruht Darauf, daß sowohl die Stützpunkte wie die Hebel dafür von den Bolschewiki geschaffen worden sind, und daß diese Hebel in den Händen der Partei liegen, in deren Reihen Kirow gekämpft hat unb gestorben ist. Auf Siefen Hebeln ruht bie Hanb Stalins, ruhen Dutzende von Millionen Händen des unbesiegbaren Der Abessinienkonflikt hat in den letzten Monaten las außenpolitische Interesse fast allzu ausschueß- ich auf sich gezogen. Wir haben deshalb unsere Äuslandskorrespondenten gebeten, unteren Lesern ms Anlaß der Jahreswende über bie Kräfte -ölkisch-n Eigenlebens vor allem m den 2änbern zu berichten, beren innerpolitische Entwick- ung im letzten Jahre w e Niger beachtet wor- ven ist, als es zur richtigen Erfa fung unb Wertung Des Weltbilbes im ganzen wünschenswert gewesen wäre Die ersten drei Berichte aus Warschau, Hel- 'smgfors unb Moskau kreisen um bas Oftpro- 5t em. Weitere werden folgen. Erbschaft ohne Testament? Von unserem W Gt.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Warschau, Ende Dezember 1935. Die „Erbschaft ohne Testament" heißt eine poetische Broschüre unbekannten Verfassers, die vor wenigen Wochen in Polen erschienen ist. Die Zroschüre ist nicht weiter bemerkenswert, aber ihr Titel ist rasch zum politischen Schlagwort geworden: während der kleine Kreis der Mitarbeiter und Verbauten des Marschalls sich als „Vollstrecker e s Testaments und Willens Pilsudskis" fühlt mb ben ©runblinien seines Lebenswerks auch bie Rationen im Aufbruch. Eine Umschau unserer Auslands-Korrespondenten an der Jahreswende Bei all bem ist es ganz selbstverstänblich, baß bas nationalsozialistische D e u t s ch l a n b vom Welt- bolschewismus, besten „Hebel" bie Sowjetunion fein will, als ber gefährlichste Feinb betrachtet wirb. Das ist ber Angelpunkt ber Sowjetaußen- politik geworben. Will sie bamit vor aller Welt bezeugen, baß sie im heutigen Deutschlanb eines ber größten Hemmnisse unb ben festesten Widerstand gegen die Aggression der Weltrevolution sieht, was in der „offiziellen" sowjetrussiscben Außenpolitik mit der bekannten These, Deutschland selbst sei aggressiv, wiederkehrt? So läßt sich nur sagen: Auch in Haß unb in Feinbschaft kann Anerkennung wider Die alten Ziele mit neuen Methoden Von unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, Ende Dezember 1935. Wenn man im vergangenen Jahr sogenannte Rußlandreisende traf, die nicht zum ersten- mal hierher kamen, so stellten sie gern Vergleiche mit der Vergangenheit an. Don oberflächlichen Leuten hörte man bann häufig die Phrase: „Die Sowjetunion verbürgerlicht si ch". Ein jeder, der mit offenen Augen im Lande ber Bolschewiki lebt, wirb biefe Auffassung jeboch grünblich verkehrt finden. Worum es sich bei der fälschlich sogenannten „Verbürgerlichung" handelt, ist folgendes: Man hat manche „revolutionäre" über- radikale Programmpunkte über Bord werfen müssen, weil das Leben die Abkehr davon einfach erzwang. In dieses Kapitel gehören die größere Strenge im Schulbetrieb und Erziehungswesen, in der äußeren Organisation von Verwaltung und Wirtschaft, die Nachahmung traditioneller Rangordnungen einschließlich ber Wiederherstellung vorrevolutionärer Militärbienstgrade unb ber golbe- nen Tressen für bie neukreierten Marschälle. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet hat man mancherlei abgeschworen. Die Zeit liegt noch nicht lange zurück, wo bie Lebensmittelkarten als Garantie „gerechter sozialistischer Warenverteilung" gepriesen würben. Jetzt rühmt man sich, baß man sie abgeschafft hat. Nicht anbers war es mit bem Gelbe. Die Zurückbränaung dieses Antriebsfaktors der wirtschaftlichen und Arbeitstätigkeit wurde lange als Errungenschaft hingestellt. Nun hat man das Steuer herumwerfen müssen. Das Geld wird als einheitlich und unsentimental angewandter Wertmesser für unentbehrlich erklärt. Wenn man früher bem Sowjetrubel verschobene Kaufkraft gab, je nachdem in wessen Hand er sich befand (geschlossene Verteilungsstellen der Betriebe, freier Markt usw.), so will man heute nichts mehr davon wissen. Geld soll Geld sein und nichts weiter. Ob sozialistisch ober nicht, tut nichts zur Sache, wenn es nur bem Gewinninteresse bes Regimes bient. Auch bie jüngsten Währungsexperimente, bie ja nun mit dem Beginn des neuen Jahres einsetzen sollen, dürften von ben gleichen Gesichtspunkten eingegeben sein, wobei biesmal sogar bie bisher in Grund und Boden kritisierte Verflechtung in das internationale , Finanzkapital nicht ohne Anreiz gewesen ist! Mit der Theorie von Karl Marx im Leitartikel unb mit einer sowjeteigenen Nachahmung von Forbismus unb Taylorismus in ber Praxis, was man hier- , zulanbe „Stachanowbewegung" nennt, tritt t biejelbe Tendenz in anderer Form in das Rampen- - licht der lautesten Sowjetpropaganda. Wie las man bei Karl Marx? Er schilderte den „Heißhunger , nach Mehrarbeit", den er dem rohen Ausbeuter- i Kapitalismus zuschrieb. Ob man wohl den heutigen i „Stachanow-Leuten" diese Brandreden des Stamm- : vaters des Kommunismus eingerahmt dediziert? Immer wieder haben während dieses Jahres > europäische Politiker von einer „Anpassung der vJNti.i ■ „ M bQS «U6,r S-S-n & A,n 'int», PMrga, D "S bet 9 Unb Dnn ? Blatt, be: ’Tt ?9en ö(i0 Dieser (.unb für fr Lande 'Ichoss tXx Jungsein Das Jahr 1935 war für Finnland wie sein Vorläufer ein weiteres Jahr der äußeren und inneren Befestigung. Bis in allerletzter Zeit hielt Finnland in Fragen der äußeren Politik daran fest, sich von jeder G r u p p e n b i l d u n g fernzuhalten, wobei es sich begnügte, seine besonders herzlichen Beziehungen zu Skandinavien unb ben Ranbstaaten stets im gleichen Atemzuge als gleich wertvoll zu bezeichnen unb sich als Brücke zwischen Skanbinavien unb ben Ranbstaaten hinzustellen. Kurz vor Jahreswechsel gaben jedoch ! Finnlands Außenminister H a ck z e 11 und Staatsminister K i v i m ä f i im finnischen Reichstag bedeutsame Erklärungen ab, in welchen unter nur flüchtiger Erwähnung der Randstaaten-Beziehungen ein engeres Zusammengehen Finnlands mit bem Narben insbesonbere mit Schweden als neues Ziel ber finnischen Außenpolitik bezeichnet wurde. Die starke Unsicherheit über die künftige Gruppierung ber Großmächte unb ber Ausbau der russischen Grenze in Karelien dürften Finnland bewogen haben, aus seiner bisherigen Isoliertheit herauszutreten und eine etwas engere Anlehnung an den skandinavischen Block zu suchen. Gemeinsamer Schutz ber finnischen unb norbischen ’ Neutralität unb das Festhalten an der bisherigen Völkerbundspolitik unter Ablehnung von Paktverträgen aller Art scheinen das lose Ziel dieser Neu- 1 Orientierung zu sein, wobei weitergehende Ab- I machungen zwischen den nordischen Ländern und 1 Finnland vorläufig nicht zur Erörterung stehen. Die offiziellen Beziehungen Finnlands zu Rußland verblieben gut, sie wurden aber zeitweise durch die karelische Frage belastet. Die besonders von der Finnischen Vaterländischen Volksbewegung scharf formulierten Forderungen auf inhaltsgetreue Erfüllung des finnisch-russischen Frie- bensDertrages von Dorpat, welcher verschiedenen finnischsprachigen Gebieten Kareliens Selbstbeftim- mungsrecht zusicherte, wurden jedoch von Rußland nicht beachtet, sondern führten im Gegenteil vorläufig nur zu einer verschärften Russifizierungs- politik in Karelien. Die theoretisch vorhandenen schwachen Möglichkeiten, die über Karelien bestehenden finnisch-russischen Meinungsverschiedenheiten vor dem Völkerbund irgendwann einmal zu bereinigen, dürften weniger denn je Aussichten auf praktischen Erfolg haben. Die Vorgänge im abgelaufenen Jahre deutschen nämlich darauf hin, daß die Sowjets mit ihrer Zwangsrussifizierung ber Karelier vollendete Tatsachen schaffen wollen. Der Rüstungstaumel, in welchem sich die ganze Welt befindet, färbte auch auf Finnland ab. Die finnische öffentliche Meinung verlangt immer stärker nach einer Befestigung der Alandsin sein in gemeinsamer Verständigung mit Schweden, wobei man jedoch nur reine Verteidigungsgesichtspunkte im Auge hat. Dieses gleiche unb große schwebische unb finnische Interesse, bie unbefestigten Alanbsinseln keiner Großmacht ausgeliefert zu sehen, ist auch geeignet, bie aus bem Sprachen ft reit entstanbenen kulturellen Hemmungen zu mildern. Im deutsch-englischen Flottenabkommen erblickt man eine für Finnland äußerst wichtige Neuregelung der seestrategischen Machtverhältnisse in ber Ostsee. Der beutschen Aufrüstung zu Lanbe unb zu Wasser steht Finnlanb verständnisvoll gegenüber, was bei der finnischen Blickrichtung nach Osten keiner näheren Erläuterung bedarf. Finnland ist in der glücklichen Lage, augenblicklich mehr oder weniger problemlos zu sein, wenn man sein Verhältnis zu seinem Großnachbar im Osten als unabänderliche Tatsache betrachtet. Aus dieser Problemlosigkeit heraus ist es vielleicht zu erklären, daß innere Fragen, wie der finnisch- schwebische Sprachen st reit um die Fin- nifierung der Universität von Helsingfors, eine verhältnismäßig große Bedeutung einnehmen. Dieser Streit, welcher, wie ausdrücklich bemerkt werden muß, ein finnisch-schwedischer Sprachen- und nicht ‘ ein Rassenstreit ist, geht eigentlich nur noch um die Frage, welche äußere Form der schon längst Tat- ‘ sache gewordene Sieg des Finnentums bei ber Ge- ' staltung ber finnischen Universität erfahren soll. An • ber errungenen Vormachtstellung der finnischen Sprache über die schwebische im Lanbe ist schon längst nicht mehr zu zweifeln. Die Regierung K a v i m ä k i, bie nun schon brei Jahre am Ruber ist, hat sich trotz aller innerpolitischen Stürme, bie sich hauptsächlich um bie Sprachenfrage brehten, behauptet. In ber Art unb Weise zu regieren, übt bie Regierung eine versteckte unb mit sanften Mitteln ausgeübte Diktatur ber Mitte aus. Es entsteht babei ber Eindruck, daß der Einfluß des Reichstages im Schwinden ist. Die Hauptgegner der Regierung stehen rechts. Sie sind verkörpert durch die Vaterländische Volksbewegung, die Nachfolger der früheren Lappo- beroegung. In den beiden wichtigsten Fragen ber finischen Politik, nämlich in ber karelischen unb in ber Sprachenfrage, steht bie Vaterländische Volksbewegung in ausgesprochener Gegnerschaft zur Regierung. Ihre Kompromißlosigkeit läßt ihr die volle La Unterstützung der finnischen Jugend zuteil »erben; die weitaus überwiegende Mehrheit der finnischen Studentenschaft gehört zu ihren Anhängern. Die Vaterländische Volksbewegung und die Studentenschaft stehen ferner in der grundsätzlichen Ablehnung des Marxismus auf gemeinsamem Bo- oen und sehen hier eine gleiche Zielsetzung mit dem Dritten Reiche, dessen Leistungen sie voll anerkennen. Das Land steht vor Neuwahlen. Hier wird sich zeigen, ob die rege Werbung der Vaterländischen Volksbewegung Erfolg haben und das Land in eine neue Richtung drängen wird oder nicht. Dies hängt vor allem davon ab, ob der Vaterländischen Volksbewegung ein Einbruch in die marxistischen Wählermassen gelingen wird. Vorläufig ist die Fragestellung in Finnland noch immer wie im Freiheitskriege 1918 „w e i h" oder „r o t". Die Zrkunft muß erweisen, ob es Finnland gelingt, auf der Grundlage neuer Weltanschauungen die klaffenden Gegensätze, wobei heute die „weiße" Seite dank des finnischen Schutzkorps die Macht in der Hand hat, zu einer wahren Volksgemeinschaft zu überbrücken. Kunst und Wissenschaft. Der Villa-Romana-Preis verkeilt. Die Villa Romana E. D., die von Max Klinger und Georg H i r z e l 1905 gegründet wurde, hat ihren Jahrespreis diesmal aus besonderen Gründen geteilt und ihn für die Dauer von je einem halben Jahr dem Bildhauer Philipp H a r t h (Berlin) und dem Maler Wilhelm Maly (München) verliehen. Harth ist 1887 geboren. Er stammt aus Mainz, war zuerst Bildhauerlehrling, dann Steindrucker in der Werkstatt feines Vaters und gleichzeitig Schüler der Kunstgewerbeschule in Mainz. Nach eingehenden Studien der Malerei in Karlsruhe und Berlin war er vorübergehend als Architekt tätia. Die Holzschnitzkunst lernte er in Tiroler Werkstätten. Don 1914 bis 1918 war er im Felde, seit 1924 ist er in Berlin ansässig. Ursprünglich fertigte Harth fast ausschließlich Holzplastiken, bei denen seine starke plastische Begabung heroortrat. Auch später bei seinen Arbeiten in Stein verwendete er kein Gipsmodell. Interessant sind auch seine Reliefarbeiten, die teils an die besten ägyptischen und griechischen, teils an mittelalterliche Reliefs erinnern. Werke von Harth befinden sich in den Museen von Berlin, Königsberg und Essen. Maly wurde 1894 in München geboren und hat auch dort studiert. Don seinen Lehrern sind Engels und Werterich hervorzuheben. Don 1914 ab war er im Kriegsdienst, 1917 wurde er als Schwerkriegsbeschädigter entlassen. Maly wurde sowohl von der Akademie in München als auch mehrere Jahre später von der Stadt Köln durch Preise ausgezeichnet. Er war an allen größeren Ausstellungen der letzten Jahre beteiligt, u. a. auch an der Munch- Jubiläums-Ausstellung in Oslo. Inbetriebnahme neuer Rundfunksender in Gleiwih und Saarbrücken. Die Deutsche Reichspost hat einen neuen Rundfunk-Zwischensender in Gleiwitz in Betrieb genommen. Der Rundfunksender in Saarbrücken, der von 0,7 kW auf 17 kW verstärkt worden ist, wird ebenfalls in Betrieb genommen. Wetterbericht des Reichvwetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die über Frankreich mit Südwinden vorge- stoßene Warmluft, die dort bereits Anlaß zu verbreiteten und meist recht ergiebigen Regenfällen gegeben hat, macht sich auch bei uns in der Höhe schon bemerkbar. Da zudem ein neuer kräftiger Wirbel bei Irland die Warmluftzufuhr noch verstärkt, ist auch für uns ein Umschlag zu milderem und unbeständigerem Wetter zu erwarten. Da zeitweilig auch mit dem Auftreten von Regen zu rechnen ist, besteht die Gefahr von Glatteisbildung. Aussichten für er st en Weihnachtstag: Unbeständiges und zu Niederschlähen (teil- weise Regen) geneigtes Wetter, Temperaturen wei« ter ansteigend, lebhafte südliche und östliche Winde. Aussichten für zweiten Weihnachts« tag: Wechselnd bewölkt, vereinzelte Niederschläge, wieder ansteigende Temperaturen. Lufttemperaturen am 23. Dezember: mittags —3,4 Grad Celsius, abends —5,4 Grad; am 24. Dezember: morgens —7,9 Grad. Maximum —3,2 Grad, Minimum —9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Dezember: abends 0 Grad; am 24. Dezember: morgens — 0,4 Grad. Tvinlersporl-Wetternachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: dunstig, — 7 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Herchern Hainer Höhe, bedeckt, —7 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —5 Grad, 26 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — Großer Feldberg: Nebel, —6 Grad, 29 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. feine Kundschaft, seine Freunde und bekannten zum Jahreswechsel beglückwünschen will wählt dazu am zweckmäßigsten eine Verlag des Gießener Anzeigers 7529 D Ihre Verlobung zeigen an Schulstraße 7497 D Glückwunsch-Anzeige im Gießener Anzeiger Aenne Georg Alfred Äeh Äestellungen der Anzeigen für die Silvesternummer möglichst frühzeitig erbeten Gertrud Bepler Karl Hahn, Studienassessor Verlobte Gießen, Weihnachten 1935 Äahnhofstraße 11 Gutfleischstraße 1 7405 D Seltersweg 30 Gießen, Weihnachten 1935 Ihre Verlobung geben bekannt x Lotte Helf Hans Szczech Studien-Assessor Gießen, Weihnachten 1935 Frankfurter Strafee 13 Ederstraße 1 0546« Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Henny Sommerkorn Ernst Erhard Gießen Weimar Äleichstraße 12 Ärennerstraße 9 Weihnachten 1935 .______________________7513 D Auto-Lastzug zurMitnahme von Gütern bietet an: am 8.9‘nn.nad) Koblenz und zurück, Mitte Jan. nach Frankfurt, Darmstadt und zurück, Mitte Jan. nach Mainz, Wiesbaden und zurück.054«» Keßler & Merkel Kreuzplatz 6 Telefon 3368 BRANDPLATZ \ Möbel: führende T)X|I < Fachgeschäft I w W V Boxen Jagdhütten, Lager- und Geräteschuppen Wellblechbauten für jeden Verwendungszweck. Fahrradständer Eisenwerk Siegen 6. m. b. H. Marienborn-Siegen, Postf.95 Vertreter gesucht! 7.505V ... und zum Bauen ... Abermann Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Minna Äeck Theodor Köhler Ortenberg (D.*ß.) Gießen Weihnachten 1935 7564D Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Heinrich Möller und Frau Elly, geb. Herbst Äuddestraße 3 Frankfurter Straße 94 Weihnachten 1935 05437 billig 518lD Ihre Verlobung geben bekannt 7507 D 7498 D Heuchelheim, Weihnachten 1935 05473 05463 Verlobte 05431 Gießen Wuppertal-Äarmen Statt Karten! 7496 0 Ihre Verlobung geben bekannt grüßen als Verlobte Zeilstraße 33 05459 Dessau Gießen, Neuenweg 17 Statt Karten! 05458 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Weihnachten 1935 7500 D 05475 7516 VON Lina Wagner Ernst Nicolai Martha Haas Ludwig Sauer Frieda Eifert Karl Becker Darmstadt Darmstraße 42 Lauterbach in Hessen Pelzwaren Pelzrevaraturen Gießen Äleichstraße 21 Gießen Friedrichstraße 12 Anni Schott Hermann Zdienkoß Unteroffizier, 4/3. X 36, M. G. K. Marienhausen / Gießen (Westerwald) Weihnachten 1935 Else Kloh Emil Alof Verlobte Uslar (Provinz Hannover) Gretel Hoyer Karl Horst,Ingenieur Trockenes kurz- geschnittenes Tannen- 53950 AmnaWlz liefert Sägewerk Weller,Leihgestern Gießen Krofdorfer Straße 15 Ihre Verlobung geben bekannt Maria Duda Walter Wagner Sonnen-? ArnnMolr abzugeb. Bestell, erb. wir v Vostk. öamplsägewerklollar B.Nuhn A.6..Lollar. Lina Wagner Erwin Scharfenstein Unteroffizier 4/3nf. den Feiertagen. Von 11- * 58* - Ä l uk, 180** kam mit einem Kragen von kleinen Glocken um den Hals und mit einem Krüglein wegen der Weihnachtsmilch. Als die beiden aber den Altenteils- bauer sahen, vergaßen sie, warum sie gekommen waren; der Igel machte einen höflichen Kratzfuß, holte eine Pfeife aus der Tasche und fragte, ob einer der Herren eins mit ihm rauche. Und die Schlange hob und drehte sich. Wäre der alte Krohn nicht so taub gewesen, hätte er sicher gemerkt, daß die kleinen Glocken in ihrer Halskette wie ein Weihnachtslied klangen. Dann war es aber so weit: als sie schon zusammenrücken wollten, schlug es draußen vom Kirchturm Mitternacht. Im nächsten Augenblick fielen allen Tieren die Ketten ab, sie begannen sich wie die Menschen über allerhand Dinge zu unterhalten. Don Koben und Raufen kamen sie, stellten sich, so gut es ging, zum Tisch und fragten nach des Gastes Gesundheit; die alte Stute sagte ihm ein gutes Hausmittel gegen die Gicht, und jeder fügte einen Wunsch für Weihnachten hinzu. Aber die Tiere waren alle sehr höflich; keines von ihnen fragte, warum Peter Krohn gerade hier im Stall und nicht bei den Menschen Weihnachten feierte. So wurde es wirklich eine schöne, gemütliche Stunde; der Igel legte etwas Tabak auf das Tischtisch, er hatte genug für jedermann, und der alte heisere Wachhund, Der drüben bei den Menschen weggejagt war und humpelnd zum Stall hereinkam, wußte eine ellenlange, traurige Geschichte von einer Magd, der alle kopfschüttelnd zuhörten. Sogar tue fünf großen Balken über'm Stall bekamen in dieser Stunde die Sprache und redeten ernst und weise von der Zeit, wo Bauer Krohn jung gewesen war. Sie wußten noch jede Kuh beim Namen, die er einst gehabt hatte. , m . Sonderbar, dachte der alte Bauer, da muß man von seinen Kindern vergessen werden, um zu erfahren, wer alles an einen denkt. ,Ob er sich nicht auch eine Pfeife anstecken wolle", fragt der Igel gerade und reicht den Tabaksbeutel , Gewiß!", sagte der Altenteiler. „Da hätte er jetzt Lust drauf." , . Während er sich aber noch verwunderte, wo er eiaentüdi hauste, und wie alles nur möglich wäre, begann eine sanfte Musik vom Stallende. Alle Leute liefen zusammen und riefen, der Ommegang aus dem Garten fei da. Kamen auch schon mit Lichtern wie aus einem großen Tor der Erde sieben Unterirdische und hinter ihnen das Brunnenfraulem, danach drei dicke Apfelknechte und neun Hollerweibchen. Sie hatten noch Schnee an den Füßen, schüttelten sich, tanzten doch gleich wieder und trieben mit allen Tieren ihnen Schabernack. Der alle Hund wurde Kohl611 Kok$ ßrike*15 Eitorf fbraft mit mir?" D: nickte der alte Mann trübsinnig; Busemann f! ktTte blitzschnell auf den Stuhl und zog ihm fi m£ alte Mütze über den Kopf. Was glaubt ihr, i ir Augenblick, wo der Mützenrand die Brauen be- rüine, saß der Alte, hui, durch Wand und Tür bin- biurc bei den Tieren im Stall. Die Ohren sausten einoenig, sonst war nicht viel Besonderes dabei. Im Weihnachtsabend war Vater Krohn nie lange ii rr :5tatl gewesen, er sah aber bald, daß man zu cilir Lebzeiten noch zulernen muß. Was hat dieser S Bi| mann sich's da gemütlich eingerichtet! Nahe der ci(:t Laterne, die über die Kuhkvpse hinflimmerte lit) mod) die Pferde beschien, hatte er ein Laken Hfl eine alte Haferkiste gehängt. So fein und r v r «erlich war das Muster, da hatte wohl jemand f jiitert Jahr dran gewebt. Und eine alte Milch- lltf stand darauf und zwei Messer und zwei Teb l t — und der alte Krohn rieb sich die Augen, das m er doch nicht für möglich gehalten! Mur aber noch längst nicht genug! Busemann «tat wie durch ein Mauseloch fort und kam auf cfiirml mit einer brutzelnden Pfanne Bratkartoffeln lüiHr Und als der Duft davon durch den Stall c:, ruschelte der Igel aus dem Stroh, wünschte Ischiches Fest und hielt den Hut hin, um sich et- 1 e = Abendessen zu leihen. Und die.Ringelnatter, IL :zei den Kühen wohnt, solange man denken kann. Dezember treten diese Schutzleute ihre Weihnachtspatrouillen an, und zwar zu dem menschenfreundlichen Zweck, Post und Gaben in diese fernen Gegenden des hohen Nordens zu bringen. In der bittersten Kälte und unter dem Geheul der Schneestürme finden sie ihren Weg zu den Eskimos, denen sie den Sinn des Weihnachtsfestes klarmachen und deren überaus magere Speisezettel sie mit allerlei Leckerbissen verschönen. Wenn dabei auch die Lichter, die für den Christbaum bestimmt sind, in die Magen wandern, so muß man diese Verwendung hinnehmen, die dem Geschmack dieser Söhne des Schnees mehr entspricht. So manche Patrouille ist aber schon elend umgekommen, wie jene Weihnachtsexpedition von Fits- geralö, die vor Jahren mit Post und Gaben von Fort Macpherson nach Dawson unterwegs war. An Abenteuern und aufregenden Erlebnissen fehlt es diesen Weihnachtsmännern wahrlich nicht. So rettete Inspektor Wilcox im Dezember 1923 zu Pangnirtung auf der Baffins-Jnsel einige Eskimo- Familien durch seine reichen Weihnachtsgaben vor dem drohenden Hungertod. Auch 1927 fand Sergeant Baker auf seiner Fahrt von Bernard Harbour nach dem Tree-River eine Anzahl verkrüppelter oder sonst verletzter Eskimos, die er pflegte und reich beschenkte. Im selben Jahre meldeten Indianer das traurige Schicksal eines weißen Trappers Walter Lanner dem Korporal Lloyd-Walters, der in Fort Smith stationiert war. Der Unglückliche sollte sich irgendwo am oberen Lauf des Slave- Rioer befinden, und sofort machte sich der Schutzmann auf den Weg, um die Reise von mehr als 1000 Kilometer durch die weglose Schneewüste zurückzulegen. Er fand auch den Trapper, aber nur als Toten; er war bereits verhungert. Die Polizisten selbst feiern in ihren von aller Kulturwelt abgeschnittenen Stationen Weihnachten mit all dem Glanz dieses Festes. Die Ansiedler und Eingeborenen aus der Umgebung sind eingeladen, und alle hängen am Heiligen Abend ihre langen Strümpfe aus Renntierhaut auf, damit der „Weihnachtsmann" ihnen recht viele Geschenke hineintue. Die Eingeborenen bekommen Messer und Kleidungsstücke, Seife, Munition und seltene Kostbarkeiten wie Spiegel und Glasperlen. Am ersten Feiertag findet dann ein Gottesdienst statt, dem ein Festmahl folgt, bei dem Renntierlenden und Bärenschinken, Robbenflossen und ähnliche Leckerbissen der nördlichen Tafel, neben Tee, Biskuits und Tabak die Hauptrolle spielen. Dann vertreibt man sich die Zeit mit Schneeschuhwettlaufen, mit Ringen und Springen und Tanzen, und heutzutage bringt sogar der Rundfunk die Stimmen der Heimat, von der man träumt,. Mhkninis der Weihnacht, das Kind in der Krippe )qt ivch heute über Menschenherzen die Macht, sie bildender Weihnachtsfreude, zum unzerstörbaren 3ö>ttaratuteeiTÜl ®ott stieg in dem Kind von Bethlehem her- > Liehi2?n’i’!bf-’ um die sterbende Welt zu. retten, und be- terroea ihr das Größte: ewige Liebe. Denn dieses Kd wurde zum Manne und fein ganzes Leben nmWertlwlir Diebe. In der Kraft dieser Liebe ging er für ndero.bietder Menschheit nach Golgatha. Krippe und Kreuz ’schenDnjcken ücreiMen sich zu dem Erlösungswerk an der Welt. Üllllllllliniiii; De- Geheimnis der Weihnacht wird für uns zum SSSHp«» Erlebnis. Was Gott allen gibt, soll deutk»^,m7 sich jüder von uns aneignen. Wir sollen das Kind —VE Bethlehem nicht nur als eine geschichtliche * /zi GW kennen, sondern sollen es besitzen als den '/lllfljlebei igen Christus, der den Quell seiner Freude uiflere Herzen strömen läßt. Mein Heiland ist z) nrar geboren — das verheißt mir, daß ich gewiß IfrlWl! fkssn i'ann: nichts scheidet mich von Gottes Liebe, o j für mich gnadenbringende Weihnachtszeit gekäste zu ermöglichen. Kassen stunden der Theaterkasse: An I den Feiertagen: Bon 11—12.30 Uhr und an der LtdensgMir WV ÜiN. . |t bes btöifcn Ir Lichte dieser Freude laßt uns am Fest der ibes m Silben ßiiobi andere erfreuen. Je mehr wir solches tun -ignit Naiwll!. uuid O0 Weihnachten begehen, um so sicherer wird ienauebtmlici uunei Herz zu einem Bethlehem, aus dem in unser flanjtnWenöö CCflrl,5 Leben das selige Weihnachtslied klingt: „D r ' Nhliche, o du selige, gnadenbringende Weih- Dsnspropst u. Superintendent Lic.Sorrmann , Jriibe ist an diesem Abend in unferm Herzen H, ^.rwil Ln Lichtem des Tannenbaums aufgeleuch et. ^eu(6n..Ü> be doch auch das Herzstück von Weihnachten -WjWir häuslichen Feier nicht gefehlt, haben: die 111 (SefLtilte beschichte aus dem zweiten Kapitel des Lukas- e. Ski u.ES°Mliums, die anbebt trat bem &ebot bes «Ms Augustus, daß alle Welt geschätzt wurde, -nh eA imd oie so herrlich mit der Anbetung der Hirten 0 cnöar Kinde in der Krippe ausklingt! ,a)nee. 3n Weihnachtseoangelium öffnet sich die himm- lif'heWelt; aus Engelsmund erklingt die Botschaft -5 Freude: Euch ist heute der Heiland geboren! e, $UI?Dtar hat alle Menschenfehnsucht seligste Erfüllung ifahhJ;g6finnen, aller Hunger der Menschheit nach Licht, Äe unb Leben ist gestillt. Gott unb bte Seele, Hehr n «bi» L?e(e unb ihr Gott haben sich gefunben. Zsi das noch unsere Geschichte unb unser Weih- Hält bieser Traum noch vor am Morgen? Hält er stanb gegenüber ber lOrWeit bes Alltags? Werben wir nicht aufs )ncuc Kinber ber Sorge, Gefährten bes Leibs unb n Äfeen ber Sünbe, bie in wenigen Tagen nichts n mchrnvisten von der Weihnachtsfreude? So soll es Nichtwerden! Denn es ist uns möglich, ein Weih- ncWm zu erleben, das nie mehr vergeht, und der 5feit* gewiß zu werden, aus der unser ganzes Liche neu wird. Das Wunder von Bethlehem, das bmilftinfitar* inSigt,w«K sch dlnus, Bahnhofstraße: »achten und L Turnverein von 1846: 20 lenAugendrutk ________ lieSS njrch"r: 19.3O UHr: Weihnachtsfeier im Katholischen i in ihrer n°v renshaus. StbÄ wgeskalenber für den 2. weihnachlsfeierlag. iMafrerW Sudttheater: 15 bis 18 Uhr „Der kleine Muck"; ÄttlLj is 21.30 Uhr „Tanzgräfin". - Gloria-Palast, «ngeb.W (ffilt-sroeg: „Krach im Hinterhaus . — Lichtfpiel- t verlangen A enlosunltitbibv rnMrbebliM. zBuch ist durchs -Handlung z. <5i alt war Bauer Krohn, daß er sich auf bas zjeuuh J eii- nicht mehr verlassen konnte, das ihm doch bis- dirf.f.tftili larnqut gedient hatte. Immer glaubte er, es kä- d S nt a schritte, — er wartete ja, daß die von drüben AMM ihv^lr Weihnachtsfeier holten, — aber er wartete sä nllange, sie hatten ihn wohl vergessen. Niemand tciifiu ihm in seine gichtige Einsamkeit. teSSM U; er da nun trübselig saß und überlegte und IjOuut seine Gedanken vor sich hin sprach, stand -**■ iiänmal der kleine Busemann vor ihm, das ist ilmirps aus dem Stall, den man nur zu hohen „ "Im sieht. Kindsgroß war er und hatte eine n je rote Mütze auf dem Kopf. .Kämmst mit, Vater Krohn?" JEiie soll ich mit dir gehen," knurrte der Alte, rHie Kinder werden mich gleich holen!" — üch einer Weile kam Busemann wieder. Lvmmst jetzt mit, Vater Krohn, das Essen ist bali gar!" schönen Dank, Busemann, aber sie zünden wohl Abendkasse 1 Stunde vor Beginn jeder Vorstellung; bei Nachmittagsvorstellungen Vz Stunde vor Beginn. Am Freitag, 27. Dezember (3. Weihnachtsfeiertag), ist die Tageskasse von 10—13 Uhr und von 17—18 Uhr geöffnet. Roni-Gaslspiel im Stadltheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Auf Grund vielfacher Anfragen aus den Kreisen unserer Besucher teilt die Intendanz mit, daß der bekannte internationale Musikal-Clown N o n i auch bei uns ein Gastspiel geben wird, und zwar ist der Termin für dieses Gastspiel bereits für die ersten Wochen im kommenden Jahre angesetzt. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Velr.: Deihnachtsferien. Während der Weihnachtsferien der Hitler-Jugend, die am 23. Februar 1935 beginnen und bis 6. Januar 1936 dauern, ist die Adjutantur des Bannes wie folgt geöffnet: 24. Dezember (Dienstag) 8 bis 12 und 16 bis 17 Uhr; 27. Dezember (Freitag) 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr; 28. Dezember (Samstag) 15 bis 16 Uhr; 30. Dezember (Montag) 17 bis 18 Uhr; 2. Januar (Donnerstag) 16 bis 17 Uhr; 3. Januar (Freitag) 9 bis 10 Uhr, 4. Januar (Samstag) 16 bis 19 Uhr. Velr.: Tätigkeitsberichte und Stärkemeldung. Ich mache alle Unterbann- und Gefolgschaftsführer des Bannes nochmals darauf aufmerksam, daß ihre Tätigkeitsberichte, sowie Stärkemeldung des Monats Dezember pünktlich am 27. Dezember auf der Adjutantur des Bannes 116 vorliegen müssen. Heil Hitler! Der Adjutant des Bannführers, gez. Holding, Scharf. Das Weihnachtswunder Nicht zu den Mächtigen und zu den Reichen ward von den Engeln Kunde einst gebracht von einem hohen Wunder ohnegleichen in jener tiefen, stillen Mitternacht. Die armen Hirten aber, die da weilten auf sanften Hügeln rings um Bethlehem, die sahn als erste, als sie näher eilten, des Wunderkindes Sternendiadem. War es ein Zufall, war es Wunsch und Wille, daß schlichte Menschen, nicht in Schuld verstrickt, das Wunder der Geburt in nächt'ger Stille in einem Bündel Stroh zuerst erblickt? Die Stadt lag ruhig. Jeder schlief geborgen. Die Großen träumten, wie man kämpft und strebt und wußten nicht einmal am andern Morgen, was diese Hirten in der Nacht erlebt. Die armen Hirten im bescheid'nen Denken, von Gier und Streben, Ruhm und Ehrgeiz fern, nur sie vermochten fromm sich zu versenken in Bethlehems geheimnisvollen Stern. So wurden sie, in Himmelsglanz gebadet, von Welt und Wissensqualen unberührt, als erste von der Glaubenskraft begnadet, die heute noch zu Licht und Freude führt. Puck. Die Polizeistunde. Die Polizeidirettion teilt mit, daß die Polizeistunde allgemein am zweiten Weihnachtsfeiertag auf 2 Uhr nachts und für Silvester (31. Dezember 1935) auf 6 Uhr morgens festgesetzt worden ist. Die Weihnachtsfeier der T. Kompanie. In unserem gestrigen Blatte brachten wir ein Bild von der Weihnachtsfeier der 7. Kompanie unseres Jnf.-Regts. 36 in der Waldkaserne. Dazu wird uns — verspätet — noch berichtet, daß die schöne Feier in dem großen Mannschafts-Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes stattfand, der in festlicher Weise geschmückt war, um den Soldaten eine schöne, stimmungsvolle Weihnachtsfeier zu bereiten. Jedem Angehörigen der Kompanie konnte durch ein paffendes Geschenk, das mit dem üblichen bunten Teller noch bereichert worden war, eine besondere Freude bereitet werden. Als Auftakt zu der Feierstunde wurde gemeinsam ein warmes Essen eingenommen, sodann begann die Feier unter dem großen Christbaum mitten im Kasernenhof. Nachdem hier der erste Teil der Feierstunde sich abgewickelt hatte, folgten die weiteren Darbietungen im Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes, unter dem Kerzenschein zweier Christbäume, an den festlich geschmückten Tischen. Der Kompaniechef, Hauptmann Adam, hielt eine Ansprache an seine Soldaten, er erinnerte dabei auch an die Weihnachtsfeiern im Kriege und gedachte mit begeistert aufgenommenen Sieg-Heil- Rufen des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, unseres Führers und Reichskanzlers Adolf H i t - I e r. Bei dem anschließenden geselligen Teil der prächtig verlaufenen Feier wurde vielerlei Gutes geboten, um allen Festteilnehmern ein reiches inneres Erleben von der Feierstunde mitzugeben. II. a. wurde eine mit viel Witz zusammengestellte Weihnachtszeitung, zu der die ganze Kompanie beigetragen hatte, verlesen, in der mancherlei Begebenheiten des militärischen Dienstes in froher Art erörtert wurden. Der Nikolaus erschien auch bald an Ort und Stelle, um nach einigen ermahnenden Worten seinen reichgefüllten Gabensack an die Kompanie zu verteilen. Ferner wurden gemeinsame Lieder gesungen, Vorträge der verschiedensten Art ufm. geboten, dazu natürlich auch ein kräftiger Männertrunk getan. Erst etwa um die Mitternachtszeit fand die in allen Teilen in schönster und kameradschaftlichster Weise verlaufene Feier, die allen Teilnehmern unvergänglich in Erinnerung bleiben wird, ihren Abschluß. Weihnachtsfeier in der Chirurgischen Klinik. Sonntagnachmittag fand in der Chirurgischen Klinik eine schöne Weihnachtsfeier statt, bei der auch einige Mitglieder der Musikkapelle des Jnf.-Regts. Nr. 36 mitwirkten. Mit der Weihnachtsmusik „Santa Notte" von Triebe! wurde die Feier, zu der sich viele Patienten und sämtliche im Dienst der Klinik stehende Personen eingefunden hatten, eingeleitet. Der Schwesternchor der Klinik verschönte mit mehrstimmigen Chorvorträgen alter Weihnachtsweisen die erhebende Feierstunde. Pfarrer Feix verlas das Weihnachtsevangeliuni und predigte über die gnadenbringende Meihnachtsbotfchaft, die auch den Strahl der Hoffnung in die Krankenhäuser hinein- tragen möchte. Von kleinen Patienten wurden Ge- dichtchen vorgetragen, die die deutsche christliche Weihnacht verherrlichten und allen große Freude bereiteten. Den Abschluß der schön verlaufenen Feier bildete ein weiteres Musikstück der Militärmusiker. Den Mitwirkenden der Kapelle, Unteroffizier D i e t- Unser Dank an Alle? Die Kreisführung Gießen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes spricht der Bevölkerung von Stadt und Land den herzlichsten Dank aus für den bisher bewiesenen Opferwillen. Ist es doch dadurch möglich gewesen, den durch das Winterhilfswerk betreuten deutschen Volksgenossen ein Weihnachtsfest zu bereiten, das, anders wie in den wahren der hinter uns liegenden Systemzeit, den Aermsten das Gefühl wiedergab, zu uns zu gehören. Dankbar stellen wir damit fest, daß unser Gebiet den Ruf unseres Führers verstanden hat und ihm folgte. Damit sind wir dem von uns erstrebten Ziel der Volksgemeinschaft wiederum einen Schritt nähergekommen. Dir alle haben Pflichten gegeneinander, und es wird in jedem, der durch feine Opfer unsere Arbeit ermöglichte, oder der als aktiver Kämpfer im Kampf gegen hunger und Kälte mit uns stritt, das Gefühl höchster Befriedigung auslösen, wenn er feststellen darf, daß er seine Pflicht getan hat. So verbinden wir mit unserem Dank den Wunsch für alle, daß sie ein glückliches Weihnachtsfest verleben mögen. Und wenn wir im neuen Jahre wiederum zum Appell blasen, sind wir sicher, daß keiner fehlen wird. heil Hitler! Die Kreisführung Gießen des WHW. Letzte Weihnachtsarbeit im WHW. Seit gestern früh haben der Kreisamtswalter der NSV Pg. Klöß und seine zahlreichen ehrenamtlichen Mithelfer und Mithelferinnen am Winterhilfswerk in ununterbrochener Tätigkeit bis zum heutigen Dienstag früh eine letzte gewaltige Arbeitsleistung vor dem Weihnachtsfest vollbracht, um allen hilfsbedürftigen Volksgenossen noch zu rechter Stunde das „Christkindchen" zukommen zu lassen. In unermüdlicher Arbeit wurden noch annähernd 600 Pakete gepackt, deren jedes hochwertige Lebensmittel der verschiedensten Art enthält. Im gleichen Zuge der Abschlußarbeiten für die Weihnachts-Hilfe des WHW. wurde auch der umfangreiche Transport der gestifteten Kuchen zu der Sammelstelle bzw. zu den Verteilungsstellen durchgeführt, der am heutigen Vormittag mit Hilfe mehrerer Lastwagen im Kreise Gießen noch im Gange ist. Auch bei dieser Tätigkeit ift eine außerordentlich anstrengende Arbeit zu leisten. Kreisamtswalter Klöß und feine Helfer und Helferinnen haben aber die Gewißheit, daß mit dieser letzten großen Anstrengung für die Weihnachtsbescherung das schöne und glänzende Werk der Weihnachts-Winterhilfe einen glücklichen und allgemein befriedigenden Abschluß gefunden hat. Appell der Stlaßevwärter f er prov nz Oberhessen Im Saale des Ca^ Leib zu Gießen fand gestern ein Appell der Straßenwärter der Provinz Oberhessen statt. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied gab deren Obmann Pfeiffer dem Leiter der Provinzialdirektion Oberhessen pg. Klostermanu das Wort. Von starkem Beifall begrüßt, teilte der Redner mit, daß auf Anordnung des Führers und seines Generalinspektors für den Straßenbau jedes Jahr ein solcher Appell stattfinden wird, bei dem Beamte und Arbeiter fachlich und weltanschaulich geschult werden sollen. Weiter sagte er u. a.: Wenn wir auf das Bauprogramm der letzten Jahre znrückschauen, so können wir zufrieden behörden. Dem neuen Gedanken der Straßeneinteilung liegt die Absicht zugrunde, das Netz der Straßen höherer Ordnung möglichst zusammenhängend fertigzustellen. Am 1. April 1935 hatten wir in Oberhessen a) ca. 90 Kilometer Autobahnlänge, die von Frankfurt über Friedberg, Bad-Nauheim, an Gießen (Steinbach) vorbei über Alsfeld nach Eisenach führen werden; b) ca. 320 Kilometer Reichsstrahen — 14 v. h.; c) ca. 1065 Kilometer Landstraßen 1. Ordnung = 46 v. h.; d) ca. 924 Kilometer Landstraßen 2. Ordnung = 40 v. h. sein mit dem, was bisher geleistet wurde. In der Provinz Oberhessen wurde das Straßennetz bedeutend ausgebauk, so daß dieser Ausbau von verschiedenen Stellen als vorbildlich bezeichnet wurde. Wenn dieser Ausbau in den nächsten Jahren so fortgesetzt werden kann, dann haben wir in Ober- Hessen das beste Straßennetz weit und breit. Bei dem Ausbau hat die Tiefbauabteilung mit ihren Technikern und Arbeitern Vorbildliches geleistet, aber auch die Straßenwärter haben in den zwei letzten Jahren einen Dienst hinter sich, der sie froh stimmen muß in dem Bewußtsein, mehr als in früheren Jahren geleistet zu haben an dem großen Aufbauwerk des Führers. Es ist Großes geleistet worden, so daß wir froh und glücklich sind, so weit zu sein, daß wir als Block von 70 Millionen einen ruhenden Pol in der augenblicklich unruhvollen Zeit darstellen. Wir wollen den Frieden, um jene Werte zu schaffen, die uns wirtschaftlich und kulturell auf die Höhe bringen, die unserem Volke unter den übrigen Staaten gebührt. Dazu ist unser letzter Einsatz für das Werk des Führers erforderlich. Wenn wir zu pflichtfreudiger Arbeit bereit find, dann können wir das Jahr 1935 beschließen in dem Bewußtsein, alles getan zu haben, was der Führer von uns verlangt hat. Oberbaurat Eellarius sprach dann über „D i e Neuregelung des deutschen Straßenwesens nach dem Gesetz vom 2 6. 3. 1 9 3 4 und d i e Dien st aufgaben des Straßenwärter s." Nach einem Rückblick auf die Entwicklung im Straßenbauwesen bis zum Erlaß des neuen Gesetzes sagte der Redner u. a.: Durch das neue Straßengesetz vorn 26.3. 1934 erfuhr die Verwaltung und Unterhaltung der Straßen eine grundsätzliche Aenderung. Im deutschen Straßenwesen, dessen Zersplitterung in der Zeit des Kraftfahrverkehrs immer nachteiliger bemerkbar wurde, trat die dringend notwendige Zu- Davon waren in Unterhaltung der Provinz 2283 Kilometer, in der der Städte über 6000 Einwohner 25,1 Kilometer, zusammen 2309 Kilometer. Die Pro- oinzialstraßenbauoerwaltung Oberhessen hat erhalten: 1934 vom Reich 1,3 Millionen Mark, von der Provinz 1,2 Millionen Mark aus eigenen Mitteln; 1935 vom Reich 1,2 Millionen Mark, aus eigenen Mitteln 1,9 Millionen Mark. Für 1936 werden die Mittel vom Reich geringer sein. Es ist zu hoffen, baß der Leiter der Provinzialverwaltung, Pg. Klo st ermann, auch für 1936 wieder einen größeren Betrag für zusätzliche I n st a n d - setzungsarbeiten für d i e Land st raßen flüssig machen kann, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Steinindustrie und im Straßenbau- gewcrbe, sowie zum Wohle der oberhessischen Bevölkerung. Der Zustand der Straßen ist immer noch ein beachtlicher Gradmesser für die Kultur und den Wohlstand einer Provinz. Wir können stolz fein, daß unsere heimal- prooinz sich wieder den früheren guten Ruf zurückerobert hat, im Besitze eines der besten Straßennetze zu fein. Demgemäß ist die Tätigkeit der Straßenwärter verantwortlicher als früher. Sie verwalten wertvolles Volksoermögen. Je schneller und sorgsamer sie kleine Schäden in der Straßendecke beseitigen oder melden, desto besser bewahren sie die in den Straßen angelegten Kapitalien. Ackerschmutz ist der grimmigste Feind der Straßen. Auch die Schneeverwehungen sind gefürchtet. Die Straßenbauverwaltung hat aus freiwilligem Entschluß angeordnet, daß an Kurven und st eilen Straßen- Sand gegen d i e Glätte verwandt wird, was in anderen Ländern nicht erfolgt; dadurch ist schon manchem das Leben gerettet worden. So muß der Straßenwärter erkennen, daß sein Beruf einer der wichtigsten Kulturträger zum Besten des Verkehrs und der Lebenssicherheit ist. Sauraf Grünewald Ausbau der Ortsdurchfahrten im Zuge der Reichsstraßen, im Einvernehmen mit den Kommunal- der Appell. sprach dann eingehend über „Die in der Provinz Oberhessen bis jetzt zur Verwendung gekommenen neuzeitlichen Straßenbauweisen", die er in ihrer Materialzusammensetzung und Materialbehandlung erklärte. Diese rein technischen Ausführungen sollen den Straßenwärtern geeignetes Rüstzeug geben bei ihrer Arbeit zur Erhaltung und Pflege der Straßen. Oer Abschluß der Tagung. Während der Mittagspause gab Hauptstellenleiter der DAF. Schmidt Auskünfte auf Anfragen über organisatorische Fragen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen sprachen Gauschulungswart der Abteilung Verkehr und öffentliche Betriebe, P o r t e m e i e r - Frankfurt, in großen Zügen über die Berufsausbildung, und Gau-Betriebsgemeinschaftswalter Göbel- Frankfurt a. M. über die Weltanschauung des Nationalsozialismus. Mit einem Schlußwort von Oberbaurat Cella r i u s und dem Treugelöbnis zum Führer schloß sammenfassung ein. Den ersten Schritt zur vollständigen Umgestaltung und Vereinheitlichung unter Führung des Reiches bildete 1933 die Einsetzung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen. Wenn sich seine Tätigkeit auch zuerst, nach dem Willen des Führers, der großen Aufgabe der Schaffung eines Netzes von Autostraßen zuwendet, so wurde er doch schon mit dem Auftrage, auch das allgemeine Landstraßenwesen neu zu gestalten, betraut. Das neue Gesetz teilt die Straßen ein: 1. in Kraftfahrbahnen, 2. Reichsstraßen, 3. in Landstraßen 1. und 2. Ordnung. Die Einordnung der Straßen in diese Richtlinien bestimmt der Generalinspektor. Die Straßenbaulast wird wie folgt verteilt: für 2. (die Reichsstraßen) auf das Reich, für 3. (Landstraßen 1. Ordnung) auf die Länder, für die 2. Ordnung auf die Kreise. In Hessen ist die Uebertragung statt auf die Kreise auf die Provinzen vorgenommen worden. Dem Generalinspektor steht das Aufsichtsrecht über alle Straßen zu. Dieser bestimmt auch den r i ch , Unteroffizier Schubert, Gefreiter Clemens und Grenadier Bost, und allen übrigen, die die Feier hatten verschönern helfen, wurde von der Kliniksleitung herzlicher Dank ausgesprochen. Dann fand in den einzelnen Krankensälen bei Gesang und froher Unterhaltung die Bescherung der Patienten statt. Weihnachtsfeier in der Hautklinik. Eine größer angelegte Weihnachtsfeier bot am Montagabend die Universitäts-Hautklinik ihren Patienten und dem Personal. Schwestern und An- aestellte hatten in wochenlangen Vorbereitungen Vorsorge getroffen, die Feier so schön wie möglich auszugestalten. Nach einem gut vorgetragenen weihnachtlichen Dorspruch wartete ein aus Mädchen und Schwestern zusammengestellter Frauenchor unter Harmoniumbegleitunq mit Sonnets „Weihnachtslied" auf. Zwei Weiynachtsstücke stellten zu Herzen gehende Bilder von der Wirkung rechter Weihnachtsstimmung dar. Eine vortreffliche Wiedergabe fanden auch einige heitere Theaterszenen, die von Kindern der Angestellten der Hautklinik und der Lupusheilstätte aespielt wurden; sie fanden nam"nt- lich bei den Kindern Anklang, die mit größter Aufmerksamkeit lauschten. Pfarrer Feix predigte über das Weihnachtsevangelium. Die Bescherung in den einzelnen Sälen der Klinik brachte jedem Teilnehmer schöne Geschenke. UeberaU brannten Christ- bäumdjm, die weilen Räume hallten vom Gesang der Weihnachtsweisen wider. ,3m gleichen Schritt und Trist." Man schreibt uns: Am Sonntag, 5. Januar 1936, wird erstmalig in Gießen der Kysfhäuser-Film „Im gleichen Schritt und Tritt" laufen. „Wo wäre Deutschland geblieben, wenn nicht Adolf Hitler gekommen wäre? Adolf Hitler gehört unsere Treue!" Auf diesen Gedanken baut sich der auf Veranlassung des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" geschaffene Ufa-Tonsilm aus Die Zuschauer erleben in packenden, anschaulichen Szenen und Bildern den Geist des deutschen Soldaten, wo immer er steht, marschiert und kämpft. Kameradschaft, Volksverbundenheit und der Sieg einer Idee formen den Inhalt der Handlungen und Darstellungen. Man sieht die alten Soldaten unter ihren Bannern marschieren, man erlebt die in den Schützengräben in Blut und Eisen geschmiedete Kameradschaft und ihre harte Probe in-der nachfolgenden Zeit der Not, des Der- IV V- R.UU'1" chlrabi 5 bis 12, ßanj Uis |MV Sellerie 5 bis 25 TV Mm iß* ßälsbanr 60, Endivien 5 bis 30, Oderkohlrabi 5 bis 12, ßaiij 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, ** Rundfunkprvgramm. 90 Pf. Gänse 90 Ps. bis 1,10 Mk., Enten 1 bi 1,20 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Ps., NüH das Pfund 45 bis 55, Blumenkohl ,das Stück 10 k W et Ewa pW “*6 ** Sm Eindruck. Gießener Vochenmarktpreije. * Gießen, 24. Dez. Auf dem heutigen Woch^ markt kosteten Molkereibutter, das Pfund 1,55 Up Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., das Stück 4 bis 10, Wirsing, das Pfund 10 big y Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Rüben 9 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 18 big* Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, kohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 big- Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 D>. Aepsel, das Pfund 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 30 Mk., Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., jung Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 li ü\ den pentfeier miete $ tu it)rcr■ tän. Cr ln ria - Palast. Dieser Tage gelangte unter Titel „Was die lustigen Englein vor Weihnacht im Hollestübchen treiben" ein Weihnachtsmärch-, spiel zur Aufführung, daß von Frau Zimmer K o r s ch u ß versaßt und vertont worden war. fr Autorin veranstaltete die Aufführung und leiteten auch selbst. Das Spiel brachte eine Fülle der (g scheinungen. An der übermütigen, lieblichen Slhc der Engel, an der gütigen Frau Holle, an dm humorvollen Weihnachtsmann hatten alle, die tn Zuschauerraum das Geschehen auf der bunte Bühne verfolgten, große Freude. Das Spiel bray: zahlreiche tänzerische Darbietungen und Dieiga, die von den Kindern allerliebst aufgeführt rourfa Die Einstudierung der Reigen hatte Frau Schw mann übernommen. Die Aufführung des M, chenspiels war sehr gut besucht und fand viel Lr ertennung. thnfert''1 t Müßen ® t* £ lanM V ,*i irren tBM ent den v Miet Str ! Jnzwis, pvndseue ^ueripn ptier mi rtarts.. . < Al der hieß [It, entb Ächte i i'ung i £5 vergönnt «Men < 0. aus. Weihnachtsmärchenspiel im H rats und des internationalen Wahnsinns. Fer^ gewährt der Film einen Einblick in die Entsteh^ des Bundes und in feine überraschend zahlreich^ sozialen Einrichtungen. In keinem Lande der Gib gibt es ein so umfangreiches soziales Hilfswerk, sich Soldaten aus eigenen Kräften und mit eigen?1 Mitteln schufen. Es ist nicht nur da, um Wohlsah, zu üben, sondern um die Kameradschaft auch in Volksgemeinschaft zu pflegen. Dieser Film ist Zeitdokument vom Kampf alter deutscher Solda?? um deutsche Art und deutsche Freiheit. Er hinterlH bei allen, die ihn sehen, einen nachhaltigen, tief? Donnerstag, 26. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Weihnachtliche |ßjor» musik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische feier. „Laudate Dominum in cordis et organer Lobet Gott mit Saiten und Pfeifen. Eine Hörfol". um die Silbermannorgel im Straßburger MÜM'. 10.15: „Vom Himmel in die tiefsten Klüfte 11 milder Stern herniederlacht ...". Eine weihnaär:. liche Hörfolge von Otto Sonnen. 11.15: Weihnacht konzert. 12: Musik am Mittag. 14: Kindersu^ 14.45: Blaskonzert des Musikzuges der III/6< „Deutschland" 16: Nachmittagskonzert. 18: „Sw datenweihnacht ..." Ein Funkbericht aus unfern Kasernen von Carl Struve. 18.30: Bleib zu fjniL 3um Osterschmaus! Fröhliche Klänge für den geits tag. 19.50: Sportbericht. 20: Tanz im Lichternlon. 21.30: Wächter der Pforte. Eine Hörfolge um rich Eckart. 22: Nachrichten. 22.30: Weihnachten * gramm der Elite-Kapelle der amerikanischen mee in Neuyork. 23: Fröhlicher Tagesausklan« 24 bis 2: Nachtkonzert: Freilag, 27. Dezember: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.3" Frühkonzert, In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. II Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus d:r Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II, 14: Nack richten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15 Wirtschaftsbericht. 15.15: Bekenntnisse zwischen dui Jahren. Umfrage auf den Straßen und in btr Stuben. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.38 Rufe ins Volk: Dietrich Eckart! 19: Die ßanbjdjcr spricht: Die Rhön. 19.45: Der Tagesspiegel d« Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.1C Unterhaltungs-Konzert. 22: Nachrichten (auch o»; dem Sendebezirk). 22.25: Sportschau der Woche, 25 Unterhaltungs-Konzert. 24—2: Opernkonzert. Samstag, 28. Dezember. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.D Bunte Morgenmusik des Funkorchesters. In b£ Pause, 7: Zeitangabe, Nachrichten. 8.15: GyM nastik. 8.45: Bauernfunk. 9: Nachrichten. 9.15: M sik am Morgen. 10: Nachrichten. 11.45: Sozial dienst. 12: „Buntes Wochenende" im Reich btf Operette. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachricht^ aus dem Sendebezirk. 13.15: „Buntes Wochenende" 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei in' drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: HI.-Funk. !'■ Der frohe Samstag-Nachmittag des Reichssendn- Köln. 18: Eine Stadt macht einen Dichter. Joft^ von Eichendorfs am Neckar. 18.20: Stegreissendu^ 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon mW" roegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. H Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend -- Nachrichten. 20.10: Die Waffen der Frauen. DP5 rette von Paul Lincke nach „Lyfistrata". 22: richten. 22.15: Nachrichten aus dem (5enbebeiHu- 22.30: Und morgen ist Sonntag! 24 bis 2: Na«t>- konzert. 3 Millionen Mark Dezember - Winter Hilfe im Gan Hessen-Tlaffau. LPD. Frankfurt a. M., 23. Dez. Wie M Gauwalter der NSV., Bürgermeister Haua' Darmstadt, bei einer Weihnachtsfeier mitteilte, wir' den im Monat Dezember 1935 rund 50 000 Po -l Schuhe im Werte von 475 000 Mark im Gau sen-Nassau ausgegeben. Ferner wurden 150 OH) Weihnachtspakete, der größte Teil m't bochwertiq^ Inhalt, im Werte van fast zwei Millionen M«'> verabreicht. Daneben erfolgten 1500 Weihnacht' Patenschaften mit einer Betreutenleistung von rir'l 150 000 Mark. Dazu kam noch die Ausgabe W 206 000 Pfund frischer Fische vor den Feiertaß^ im Werte von 86 000 Mark und von rund 408 2 M) Zentner Kohlen und Briketts im Werte rtffl an5 000 Mark. Die Leistung der Winterhilfe in Gau Hessen-Nassau erreicht also im Monat "mber den hohen Betrag von 3 178 700 Mark Briefkasten der Hehoffion. sRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Ph. G., Gießen. Die Sache ist uns unbekannt. !-Slsfe!d WNg 3ro Ofct Nciä M >Hld ud lEinzche inetzes V .-Meilun Pichtet i hotte D ; WL. rmMeti Meisort fei Nr W&aöbadi, tjei tt-aßl irttyte istöndi Meriche feHiiller Paßstellen feffreien. miß bas hibetf] Ä'cinfi feier beg ft Inchtss , Heri. 1 ”°um * ben tj- !□ K tüBeibna »lerer c Eiter i.5 olidjer { n Urenkel l z mber 0 ®eiqe[, .ch 5b mc ttichi affen. Df t ha lchend « ufes, p T Fü "ioHe |5 einen lÄaote i lernte > q wech «i* lug. ifre. ( J Mrn b I Wen ° Di I | lärtg--1 8 lknde.' 1*K ipnbe " '8 der • totMe • Hule n : S Te • '®)onen 1 Men • ljnden • Wer d I EMi 'Ne« i N $i ifinns. bei Watzenborn-Steinberg. ein Bein abgerissen leritcnüW r ber: al Canöfrei» (Biehen un- Saboteure der heutigen Jugendarbeit. c f thsbienftes wurden mit schönen Weihnachtsge- kir^en erfreut. Die Kleineren erhielten Heftchen 7) Bildchen, die Größeren ein neues Testament. r Großen-Linden, 24. Dez. Am ersten Vtaa feiern die Eheleute Heinrich Krahl das if »er Silberhochzeit. Zugleich sind es 25 Lichtern erstrahlte. In Liedern, Gedichten und Zwie- gesprächen sangen und erzählten die Kinder von der Geburt des Heilandes. Nach einem Schluß- und Dankeswort des Geistlichen erfolgte die Bescherung, die diesmal ganz besonders feine Sachen (u. a. ein Eßbesteck) brachte. — Anschließend fand im Krankenhaus eine entsprechende Feier statt. Hier wirkte die Chor schule in dankenswerter Weise mit. Nach einem Gottesdienst, der durch den Krankenhausgeistlichen gehalten wurde, erhielt jeder Kranke von der Stadtverwaltung ein schönes Geschenk überreicht. Der Tag fand seinen Abschluß durch eine gemeinsame Weihnachtsfeier in der überfüllten und weihnachtlich geschmückten u irr dem'brennenden Lichterbaum ihre Geschenke, Ölt; Knaben Eisenbahnen, die Mädchen Püppchen. SBrester Lina von der Kleinkinderschulstation Aus der Tatsache, daß in Deutschland ca. 12 Millionen die Kenntnis der Kurzschrift besitzen, läßt sich ohne weiteres der Schluß zieyen, daß die meisten deutschen Volksgenossen erkannt haben, daß die Kurzschrift unerläßliche Voraussetzung ist für alle Berufe, in denen Schreibarbeit zu leisten ist. Ebenso teht fest, daß die deutsche Jugend sich dieser Erkenntnis nicht verschließt und dementsprechend die Kurzschrift erlernt, bzw. sich darin dauernd fortgeschlossen. r v 4: Dorf-Gill, 23. Dez. Gestern abend fand im Gemeindesaal die Weihnachtsfeier der NS. - Frauenschaft statt. Die Gliederungen der Partei, HI., BDM. waren fast vollzählig erschienen, auch die übrigen Einwohner beteiligten sich sebr stark. Nach einem Musikvortraq und den Begrüßungsworten der Ortsgruppenleiterin L. Euler trug die Singschar der Frauenschaft das alte Weihnachtslied „Es ist ein Reis entsprungen" vor. Es folgten einige kleine Weihnachtsszenen, von Kindern darqestellt. Die Ansprache hielt Lebrer Jung. Er verstand es, seine Zuhörer zu fesseln, indem er sie in die richtige Weihnachtsstimmung hineinführte. Er erinnerte vor allem an Weihnachtserlebnisse während des Krieges, betonte auch, daß das Weihnachtsfest im neuen Deutschland das Fest der Volksgemeinschaft, der roahren Kameradschaft und Nächstenliebe geworden sei. Es folgten noch weitere Liedvorträge der Frauenschaft und zwei Theateraufführungen „Weihnachten bei Einsamen" und „Frau Brands Stopfkorb", ein Werbespiel der NS.-Frauenschaft, die beide mit herzlichem Beifall ausgenommen wurden. Eine Verlosung, deren Preise von Frauenschaitsmitgliedern gestiftet worden waren, bildete den Abschluß. Die Frauenschaftsleiterin beschloß den Abend mit einem Sieg-Heil auf den Führer. △ Muschenheim, 23. Dez. Bei derTrelb - jagt) am Samstag in der hiesigen Gemarkung wurden 35 Hasen und 4 Fasanen zur Strecke ge- bracht. Dabei befand sich auch ein Hase mit einer Kontrollmarke Nr. 45670. KS' fcrer, gab in seiner Ansprache den Willen der (irsn und Kleinsten zum nationalsozialistischen ic। c kund Jungbannsührer Taesler (®Le.oen) Jahre, daß Herr Krahl in Großen-Lmden eine Brot- und Feinbäckerei betreibt. Seit dieser Zeit wird in der Familie das Heimatblatt, der Gießener Anzeiger, gelesen. > Großen-Linden, 23. Dez. Am Samstag veranstaltete die hiesige Volksschule mi Saale der Gastwirtschaft „Zum Rebstock" ihre Weihnachtsfeier. Rektor Siegfried begrüßte die Teilnehmer und gab einen Bericht über die Tätigkeit der Volksschule im vergangenen Jahre. Besonders gedachte er dabei des Bürgermeisters Michel und des Altbürgermeisters Lang, durch deren Mithilfe es möglich wurde, die Volksschule finanziell zu unterstützen. Ferner gedachte er des in Amerika weilenden Karl Keßler, der der Schule eine beachtliche Geldsumme schenkte, die für die Beschaffung von Lehrmitteln verwandt werden soll. Ferner 'soll die Schulbibliothek weiter ausgestaltet werden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden Weihnachtslieder gesungen, sowie Weihnachtslegenden vorgetragen. Zum Schluß der Feier wurde jedem Kinde als Weihnachtsgabe ein Buch überreicht. . . 0 Leihgestern, 23. Dez. Wie in jedem Jahre, so waren auch diesmal die Kleinkinderschüler die ersten, die dem Christuskind ihre Händchen entgegenstreckten. Einen herzlichen Willkomm für die feiernde Gemeinde, die die kleine Schar mit „Ihr Kinderlein kommet" beim Einzug in die Kirche gegrüßt hatte, die Weihnachtslieder abwechselnd mit Sprüchen auf den Lippen, so standen sie mit strahlenden Augen unter dem Lichter- baum, immer wieder ein Bild, das dem Erwachsenen an die Seele greift. Eine kurze Ansprache über den Text Jes. 1X5 ließ die Gedanken wach werden, die alle empfanden. Mit einem Dankeswort an Schwester Minna und Ueberreichung eines Geschenkes schloß die Feier. Jedes Kind seinen Pack" im Arm, zogen sie alle heimwärts an der Hand von Vater und Mutter, glückstrahlend über dieses einzigartige Erlebnis, in dessen Mittelpunkt sie standen. * Lang-Göns, 23. Dezember. Bei den H o l z- hauerar beiten im neuen Walddistrikt ereignete sich leider schon am ersten Tage ein U n f a ll. Gin älterer Arbeiter rouffDe von einem Baum so i unglücklich getroffen, daß er mit verschiedenen 23er-- , letzungen in die Klinik und) Gießen gebracht wer- UUI l III MU Miuyv —.....- ' n (leien und den Verunglückten aus ferner Lage i. Er wurde in lebensgefährlichem Zustand t 5 Alsfelder Kreiskrankenhaus eingeliefert. sel-Lied ausklang. ch t s f - i e r im Lokal PH. Engel- ..Ihr Kindrrlein kommet zogen die Kinder, geführt Hardt eingeladen. Zahlreiche Volksgenossen leiste- von der Schwester und ihren He sermnen m die ten der Einladung Folge, so daß der Saal gut be- Kirche em, in der der Weihnachtsbaum mit seinen setzt war. Der Stützpunktleiter eröffnete mit einer • orftrnhtte. Sin Liedern. Gedickten und Zwie- Ansprache die Feier. Nach gemeinschaftlichem Gesang eines Weihnachtsliedes wurde Die ReDe Des Reichsministers Goebbels gehört. Anschließend würben von SchulkinDern zwei kleine Theaterstücke gespielt. Das Spiel Der KinDer fanD reichen Beifall. Während her Pausen wurden Lose verkauft. Nach Schluß Der Theaterspiele trugen HI. unD BDM. im Sprechchor Das Gedicht „Jung-Deutschland erwacht" vor. Auch Die kleineren KinDer verschönten Den Abend durch Gesang und Gedichte. Alsdann fand die Bescherung der Kinder durch Den Nikolaus statt. Die Augen Der KinDer strahlten vor Freude als sie ihre schönen Geschenke erhielten. Auch Den.... ------------ ----- - - - • r. Großen sah man an, das; der Verlaus des Abends Turnhalle. Nach Uebertragung der Feier >n Ber m ihnen viele Freude bereitete. Mit dem Gesang des mit der Weihnachtsansprache von Reichsm,n,ster Horst-Wessel-Liedes wurde di- offizielle Feier ge- Dr. Goebbels, nach Bcgruhungsworten von Icklollen Pg. Koppe, einem Gedicht und Prolog (Liesel * A n n e r o d 23. Dez. Unser hiesiger Einwohner Korb und Waldtraut Zimmer) und gemeinsam Johann Jnderthal I. kann am morgigen gesungenem Weihnachtslied, wurde von her Ju« 1. Weihnachtsfeiertag in geistiger und körperlicher gend ein entzückendes Weihnachtsspiel angeführt, Frische seinen 74. Geburtstag feiern. Der hoch- das wegen der allerliebsten Darstellung großen Dei- betaqte Mann verrichtet noch alle landwirtschaftlichen fall fand. Zum Schluß kam der Weihnachtsmann Arbeiten. Seit 47 Jahren ist er Leser des Gießener und wurde mit seinen sinnigen Versen und reichen Anieiaers Gaben jubelnd begrüßt. Freudestrahlend nahmen t D a u b r i n g e n, 23. Dez. Am Samstagabend die Kinder ihr Weihnachtspäckchen in Empfang, veranstaltete die N S. - G e m e i n f d) a f t „Kraft das liebende Hande gebefreudige Herzen ihnen be- Durck Freude" eine Winterfonnwend- reitet hatten. Mit einem Sieg-Heil auf Den Führer freier Die SA.-Referve von Mainzlar, Die SA.-!und dem Horft-Wesiel-LieD wurDe her schone AdenD Kapelle aus Lollar, Die Hitlerjugend und Die Bewohner Der Nachbarorte nahmen teil und zogen durch die verschneite Landschaft hinaus zum wald- umfäumten „Hölzernen Born". Das gemeinsam hungerte Lied „Volk ans Gewehr" eröffnete Die feier' Der WanDerwart aus Gießen, Pg. Richter, brachte einen Flammenspruch zum Vortrag. Dann wurde Der Holzstoß entzünDet, Dessen Flammen hoch emporschlugen. Die FeuerreDe hielt Der Führer Des Bannes 116 Der HI., Pg. Schreiber, Musik Der SA.-Kapelle Lollar und gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Feier, Die mit Dem Horst-Wes- 14: ftinL. iges ber III • , । inzett. 18: richt aus ur.; , Llsu). Bleib zu emiffiete ge für den r K (irort V, trauen- Q - Der AbenD war gut besucht. , 22:' Elein-LinDen, 23. Dez. Unsere Klein- WJ1!« Senk'- f in ' e r f d) ü I e r feierten am Sonntagnachmittag 5 Äi« 2: ■ ii t bnr Kirche ihr Weihnachtsfest. Eltern, Ge- I- D fitjnl'ter, VerwanDte und FreunDe Der KleinkinDer- fiH wohnten Der Feier bei. Die Kleinen erfreuten ■ nti! WeDichtvorträgen echt kindlicher Art und mit )jr.'2rt Weihnachtsliedern, auch boten sie die ein- IntTri Abschnitte ber Weihnachtsgeschichte. Strah- -ttiSer’®11'1 nfe r Abschnitte Der Weiynacylsgejcyicyle. öirai;= »N-M''" b [Tb*n Auges empfingen sie am Schluß Der Feier M ®, I . -----------—““ ''e Hh 50^ •; i cif viel Zeit unD Mühe geopfert, Die Feier vor- Z eiten. Die Kollekte mit 11,60 Mark kommt ber „röen ! Skiilkinberschule zugute. — Im Anschluß an Diese r v W versammelten sich in Der Kirche Die GlieDer ’il ; k lc: MinDergottesDienstes zur gemeinsamen Weih- jei r sih-sfeier. Im Mittelpunkt Der Feier stanb ein von nonr k eilDrtsgeistlichen, Pfarrer König, unD von Den ertM ' jkilfTinnen eingeübtes Weihnachtsspiel „Chrlst- h die ü «eit<: t)CJTl unD Krippe", verfaßt von Weckerling, Das Dor 66Lb r- ti£ tiefen Sinn unserer Weihnacht wiDerspiegelte >b00" v' L1T) -Don LieDern Der KinDer unD Der ©emeinDe 's tfeiflod)ten war. Der Ortsgeistliche behanDelte Die m UW inachtsgeschichte. Sämtliche GlieDer Des KmDer- ____s,;__mitrhon mit frhnnpn ^Weibnacktsae- Festansprache. Mit Dreifachem Sieg-Heil auf Den Führer wurde Die Feier geschlossen. Allendorf a. D. LDa., 23. Dez. In un« serer StaDt murDen folgenDe SpenDen für Das Winterhilfswerk geleistet, Die von einer gro. hen OpferfreuDigkeit zeugen. Es wurDen gesammelt: im Oktober 114 Mark, im November 234 Mark, Mitglieder hervorragende Preise, 224 sehr gute I jin Dezember 400 Mark, außerdem 145 Zentner unD 133 gute Preise. Kartoffeln, 131 Laib Brot, 20 Weihnachtspakete. Nack diesen Ergebnissen steht die Ortsgruppe Sodann wurden bis jetzt bereits 75 mit (Sieben Mi an ber Sp tz- des Gaugebietes Hessen. Fleisch ober Wurstwaren gefüllte Buchsen aus Haus- Diese Zahlen beweisen datz hier energische, Erfolg schiachtungen bei der Ortsstelle des WHW. emge- verfprechende Arbeit geleistet wird. liefert. _. „„ ~ liniere ffdä L'L'L! ÄoÄ febriftfurfe finden in der Pestalozzischule, Werner- Waldbesitz im Kreise Gießen aufzuweisen hat, wall 18, Mo n? a^g und^ M i t t wo ch s von 19 fügt in ihrem. Bestand über eine b e deutende bis 22 Uhr statt. Der Unterrichtsplan umfaßt 9 i A n z a hl größerer Baume, sog. W s . Pphrnnnnp- 9 Kurie für Derkehrsschrif t. Dieser Tage wurde einer dieser Baume, eine 2 Kurse für red schriftliche Unterwei- Fichte, gefällt. Die Länge dieses Baumes betrug iuna und 4 Kurse für s ch n e l l s ch r i f t - vom Wurzelhals bis zur Kronenspitze ca. o = mnSeÄ ä“X,räu:iwää sir'iän * bestanden haben Die Teilnahme an diesen Kursen Bestes. Bereitwilligst hatte sich auch der ?DM. zur kann daher aar nicht dringend genug geraten wer- Verfügung gestellt und erfreute di- Gememd durch den. Die Deuifche Stenographenschost ist eine ge- verschiedene D^.bi^ungen Die Schuikinber „"K «I.e? w» Y WEtl |(g< SU i'l*Si cif° sbenb auf Die Erlernung Der Kurzschrift in einem An- im Saale von P. Walter eine schlichte Weih« fängerkursus. nachtsfeier der NSDAP, statt. Nach Der BesonDers zu empfehlen ist Dieser Lehrgang Begrüßung Durch Zellenleiter Opper folgte man 1. für alle Schüler, welche Ostern 1936 aus Der Schule Der Uebertragung aus Berlin. Im weiteren Berentlassen werDen, Die sich recht früh mit Der Vorbe- laufe Des AbenDs hörte man Weihnachtsgedichte, reitunq auf ihren Beruf befassen wollen, 2. für alle WeiehnachtslieDer und Sprechchöre der Schulkm- weitergehenben Schüler, für Stubenten, für Be- ber. Der Propaganbaleiter hielt eine kurze Anamte für alle kaufmännischen Lehrlinge unb Ge- spräche über bas Weihnachtsfest. Inzwischen war Hilfen also für alle Volksgenossen, welche viel «uch Knecht Ruprecht erschienen, ber Den KmDern Schreibarbeit leisten müssen, Die sie sich Durch Die allerlei Geschenke brachte. Mit einer Ehrung Des Kurzschrift wesentlich erleichtern jönnen. Führers ADolf Hitler fanb hie Feier ihren Ab- Die Maschinenschreibkurse beginnen am schluß. . Dienstag, 7. Januar 1936 in ber Öffentlichen + Grünberg, 24. Dez. Der älteste Ein- Hanbelslehranstalt, Liebigstraße (Liebigbau), unb w o h n e r unserer Stabt, Weichenwärter t. Jt. Joys, -war mit einem Anfängerlehrgang zur Erlernung © ö r n e r t, vollenbet am ersten Weihnachtsfelertag ber Zehn-Finger-Blinbschreibmethobe unb einem in körperlicher unb geistiger Frische fein 9 0 L e - Kursus für Fortbilbung, in welchem bas Ziel ver- b e n sj a h r. Er ist ber letzte hier noch lebenbe Be- folqt wirb, baß hie Teilnehmer schnell unb sicher teran von 1870/71, welchen Felbzug er im früheren schreiben können. Alles Nähere ist aus ber heutigen 2. hessischen Dragoner-Regiment Nr. 24 mitmachte. Anzeige zu ersehen. Am 16. Mai D.J. konnte er bas seltene Fest ber .......mu.-.-e—mMSB«—— iii i Diamantenen Hochzeit begehen. # Weickartshain, 23. Dez. Die Ortsgruppe ber NSDAP, hielt ihre Weihnachtsfeier im Saale von Hock ab. Nach der Uebertragung ber Rebe bes Reichsministers Dr. Goebbels hielt Lehrer Langohr eine kurze Ansprache, in ber er auf hie tiefe Bebeutung bes Weihnachtsfestes im Dritten Reich hinwies. Das Deutschlanblied unb bas Horst-Weffel-Lieb beschlossen hie Feier. Ll Nonnenroth, 23. Dez. Bei ber hier ab- gehaltenen Treibjagd mürben 17 Hasen, zwei Füchse unb ein Reh erlegt. I [_j Nonnenroth, 23. Dez. Die Schule lud - - ilnSamstagabend marschierten unter Dem Schein ?V^ftiiHi. ir streifte nochmals ihre Sitten unD Gebräuche n9 unb leitoej’ iren Derartigen Feiern, erwähnte ihren Gott ie Fülle bnÄBta, Den Gott Des Lichtes unD Des Lebens, so- lieblichen w« !:m Gott Des Bosen, Loki, unD ihre verschieDe- 1 Holle, an-ieni Crten Des Feuers, wie Feuerring, AnzünDen llen alle, iriirerStrohpuppe usw. aus ber j Znwischen waren Die Flammen Des Sonnenlos Spiel [iD'OnbEuers erloschen, unD nach einigen gewagten en unb )F.Kue prüngen mutiger Hitler-Jungen fanD Die ^geführt nFPeiimit Dem gemeinsamen LieD: „Vorwärts, vor- tte grau *mflirt...." ihr EnDe. nbU?anbbe5< ' * ^eichsauisbahn bei Alsfeld. n Dli 1 sfeld, 23. Dez. Wie aus einer Mitteilung DeL iesigen Bürgermeisterei zu entnehmen iftr iitbehren Die in Der StaDt verbreiteten Ge- gMM rinbl über eine Verlegung Der Linienf uh- rTr:| Der R e i ch s a u t o b a h n im Raume von mber. 2Ifefii jeglicher Begründung. In einer Verhand- ihnadillidif lutig-zwischen der Obersten Bauleitung Frankfurt nqelifche D ?Lichsautobahnen und der Stadt Alsfeld wurde rdis et ohM iüther schon im Raume der Gemarkung Als- en (fing ii Aussicht genommene Linienführung m ihren L» g W eiten b-zllalich des anzuschließenden Wege- fllm to» n«g< feftgekgt. Die für Alsfeld vorgesehene Bau- Eine m?fcicht- werden. 3m Müh'engetnebe Alsfeld, 23. Dez. Am Sonntagabend sich in der S e h r t s ch e n Mühle im Vadenrod ein schwerer Unfall. Em z im ßitbten^:ihre alter Müllergeselle aus München- Wic um' ©-fJatuad), Der Das Maschinenbaus nochmals pru- ? ffieihno.» fe »raüte, geriet Dabei i n s Getriebe. Bas ütamch r h e Bein wurde ihm bis zur Hälfte voll- "Tagest: ft ünO i g abgerissen, während ihm der linke Ol) irchenkel zersplittert wurde. Zum Gluck war der gi in Der Nähe unD konnte noch den Motor orchestcrs. # Qnr deutschen Eiche" stattfand, vorbereitet Men. 8.15:. Führer des Fähnleins, Jungzugfuhrer Rudolf Achten. S.1S-WO ----- hör en. 11-45: 2 je" im w (S 1UIC lullv -------------------- _ - ■ i-kend: M n ^e sich in längerer Ansprache gegen Wider- i Wochel' ic ce. un- Saboteure Der heutigen Jugendarbeit. ,wischen M E wechselten Dann in bunter Folge ßieDer aus 11? ‘y -----___ert ll. ^jfeilnachtsfeiertag feiert Das älteste MitglieD un- mei unb ort rni evangelischen KirchengemeinDe, Wagnermei- nisse zwW R. Konrad Lotz L, in geistiger und korper- sßen unb in |j Frische im Kreise seiner Kinder, Enkel und tagskonzeri.!' yjy-effel seinen 8 8. Geburtstag. — 21m 27. De- i9: Die W- ,l|rn. .r begeht Frau Marie Langsdorf, geb. TagessMl A8ck?l, in ber Wetzlarer Straße wohnhaft, ihren Nachrichten. ■ 8 5 $ e b u r f 5 t a g. Auch sie ist noch recht rü|tig ^richten ianS ^cht sich bis auf den heutigen Tag durch jau Der ©0^ ^len^cbjung leichter Arbeiten im Haushalt noch zu nernfonjert. fjurn. . _ , s«. Klein-LinDen, 23. Dez. Mit mel Sorg- *• fcfli -hatte unser Jungvolk seinen ® 11 e r n = @nmnaftlb1Jken & &er am Samstag im Saale Des Gast- .ir. . ff, . our deutschen Eiche" stattfand, vorbereitet ■ Hungen, 23. Dez. Die hiesige Molkerei« genossenschaft hat durch ein Rundschreiben einen dringenden Appell an die milchliefernden Mitglieder gerichtet, alle anfallende Milch zur Ablieferung zu bringen, um die Butterversorgung des deutschen Volkes sicherzustellen. Der Vorstand bittet die Genossenschaftsmitglieder, dem nationalen Gebot der Stunde nachzukommen und freiwillig eine entsprechende Kürzung in der Rücknahme der Butter von der Molkerei eintreten zu lassen, und zwar in gleicher Weise wie die gewerblichen Abnehmer. Die Molkerei wird es ihren Mitgliedern zu danken wissen und bei besonderen Vorkommnissen in der Familie den berechtigten Wünschen gerne nachkommen. Weiter hat der Vorstand beschlossen, durch Aufbesserung der Bewertung des Fettgehaltes der Milch sowie durch eine erhöhte Werkmilchunterstützung von feiten des Milchwirtschaftsverbandes ab 1. Dezember einen erhöhten Auszahlungspreis zu gewähren. Dringend wird in dem Aufruf davor gewarnt, sich von gewissenlosen Händlern und Schiebern dazu verleiten zu lassen, aus gewinnsüchtigen Beweggründen selbst Butter herzustellen und diese auf dem Wege des Schwarzhandels zu verkaufen. Am Schluffe wird in dem Schreiben an die rückliegende Zeit erinnert, wo durch eine bauernfeindliche Wirtschaftspolitik der Milchpreis auf die Hälfte des jetzigen Preises gesunken war und der Preis für minderwertige Fettprodukte höher lag, als der der hochwertigen heimischen Butter. ch Bellersheim, 23. Dez. Gestern fuhren die ersten Schlitten durch das Dorf. Den meisten Kindern war dies etwas Neues, denn seit zehn Jahren waren die Schlitten nicht in Erscheinung getreten. Die klingenden Schellen ertönten durch die Straßen und riefen jung und alt zu den Fenstern. An einzelnen Stellen, besonders den frischeingedeckten Straßenstücken, wäre noch weiterer Schneefall erwünscht. — In der letzten Zeit lagert am Ortseingang nach Trais-Münzenberg zu, oder im Grenzwalde zwischen den Kreisen Gießen und Friedberg, öfters als sonst wanderndes Volk, das durch Betteln im Dorfe manchmal lästig wird. — Nachdem die Holzfällungsarbeiten im Markwald an der Straße Trais-Münzenberg—Bellersheim beendet sind, wurde der Verkehr wieder freigegeben. Große Mengen Brenn-, Bau- und Werkholz von guter Qualität lagern hier. )—( Obbornhofen, 23. Dez. Dieser Tage wurden die Holzhauerarbeiten in unserem Gemeindewald beendet. Es wurden über 1200 Festmeter Holz geschlagen. Nach altem Brauch wurde am Samstagabend in der Wirtschaft „Zur Schule" der Schluß gefeiert, wozu die Gemeindeverwaltung ein Glas Bier gestiftet hatte. Ein Teil der Holzhauer, die Wohlfahrts- oder Erwerbslosenunterstützung beziehen, nimmt im neuen Jahre an den Holzfällungen im benachbarten Bellersheim teil. — Im Gemeindehause fand in diesen Tagen eine Versammlung aller Viehzüchter statt, um Maßnahmen gegen die an st eckende Bläschenkrankheit zu treffen. Bürgermeister Kammer wies an Hand einer Statistik auf die schweren Schäden hin, die diese Seuche dem einzelnen, wie der gesamten Volkswirtschaft anrichtet. Auf Anordnung der Kreisveterinärbehörde wurde die Bekämpfung jedem Viehhalter zur Pflicht gemacht. Zur Verbilligung wird die Gemeindeverwaltung die Medikamente im großen beziehen und diese zum Selbstkostenpreise in kleinen Mengen abgeben. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 23. Dez. Am gestrigen Abend fand im großen Saale des „Hessischen Hofes" die Weihnachtsfeier der Partei mit anschließender Bescherung einer größeren Anzahl bedürftiger Kinder statt. Nach der Rundfunkübertragung aus Berlin folgte nach gemeinsamem Gesänge des Weihnachtsliedes „O du fröhliche" die Bescherung der Kinder durch den Nikolaus. Zuvor waren allen vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen durch die Leitung der NS. - Volkswohlfahrt die Weihnachtspakete zugestellt worden. Nach kurzer Pause veranstaltete anschließend die NSV. einen großen Werbeabend, der einen recht guten Besuch aufzuweisen hotte. Der Musikzug A d e r - hold hatte den musikalischen Teil des Abends übernommen. Nach der Eröffnungsansprache des Ortsgruppenleiters Dr. Mörschel, der über Zweck und Ziel des Winterhilfswerkes sprach und auf das darauffolgende Bühnenspiel hinwies, wurde ein dramatisches Spiel von Laienspielern in Spiel und Handlung vortrefflich wiedergegeben. Verfasser und Spieler ernteten großen Beifall. Nach einem begeistert aufgenommenen dreifachen „Sieg-Heil" auf Führer, Volk und Vaterland folgte der gemeinsame Gesang der beiden Nationallieder. Der Reinertrag ist für das Winterhilfswerk bestimmt. Kreis Bübingen. 5p Nidda, 23. Dez. Die hiesige Reichsarbeitsdienstabteilung 2/225 „Otto B ö ck e l" veranstlatete in Anwesenheit vieler Erwachsenen in der Turnhalle eine Weihnachtsfeier für Kinder von drei bis 13 Jahren. Der herzlichen Begrüßung durch den Stellvertreter des Oberfeldmeisters folgte ein eindrucksvoll borgest tes Weihnachtsspiel, ausgeführt von Arbeitsri^ nern und Niddaer Kindern. Große Freude die Bescherung aus. Etwa 250 Kinder wurden i ihrem Alter entsprechenden Spielsachen bedacht, von den Arbeitsmännern in den Freistunden > staunenswerter Ausführung gebastelt wurden. die Arbeitsdienstmänner wurden mit praktis^ Geschenken erfreut. Der Abend wurde durch mungsvolle Weihnachtsmusik einer kleinen Kaprß des Lagers umrahmt. Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 22. Dez. Frau Anna Katha^ Maus, geb. Reuter, von hier, kann am 25. zember ihren 81. Geburtstag feiern. Fünf Jahre Zuchthaus für einen Knabenschänder. LPD. Mainz, 23. Dez. Die Große Gtra^., mer verurteilte den 51 Jahre alten Peter Wilj^. Spengler aus Mainz wegen Sittlichkeit-?,.' brechens nach § 176 Absatz 3 in fortgesetzt« an zwei Jungen unter 14 Jahren zu fünf ren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrveii- Er handelte stets unter Alkoholeinfluß. Schon Jahre 1929 wurde er wegen ähnlicher Versuche,, einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht nahm dem Antrag des Staatsanwalts auf Entmannuy und Unterbringung in eine Alkoholentziehunp anftalt Abstand in der Annahme, daß die Strafe den Verurteilten nachhaltig beeinfluss werde.________________________• Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag^ mittag geschlossen. Brauerei Ihring-Melchior kg. Lieh Zur Zeit im Ausstoß für die Festtage empfiehlt ihre hervorragenden Qualitäts-Biere la Bockbier (ff. Starkbier) Spezialität „Hessenquell Drucksache Bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrOhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 L § Fi H * M'scMäM* gegründet 1846 OM Am 1. Weihnachtsfeiertag, abeod'l 7% Uhr, im »Kath. VereinMw Weitatiils-Fe« Min Men M Mn MiWAsbeslM Selbstverständlich in die ... Bahnhofgaststätten, I denn hier finden Sie alles >' vereint, was man sich zi U einem richtigen Feiertagenurwünschen kann: eine vorzügliche Küche, einen gutenTropfen und stimmungsvolle Gastlichkeit! — Deshalb zu Weihnachten in die WMs-lSllWllen Gießen 7481 D I. ftnöben-Jnftitut lucius «gründet 1809 Forsthaus bei Echzell (Oberhesiea) Wir nehmen Ihnen die Sorge für die Erziehung Ihres jungen ab. Sei allen Vorzügen eines Landhelmes lehrplangemäßer Unterricht in kleinen Klaffen, Erziehung zu selbständiger Arbeit. (Sehr gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. «Sexta - Untersekunda- (vberrcalschule - Nealgpmnaslua. Gbersek.-Neife a. d. Anstalt Beste Empfehlungen, prosp. fttll Leitung: Dr. Lucius wt I sind stets gute Stenografen u. Maschinenschreiber! Uns« Unfönger-Eelirofloii für Kurzschrift beginnt af Montag, 6. Jan., in der alten Pestalozzischule,Wernerw.lK« um 19 Uhr. Unterrichtsgelr« RM. 6.50. Mitglieder und Erwerbslose besond. Bergünstig- Am gleichen Abend beginnen 7 Fortbildungskurse und ein Kurs zur Vorbereitung auf die Handelskammervrüfg.- Un' xnakDinenkhreWleOrgiiag^ beginnen am Dienst.,7.Jan.' in der O.HL. = Öffentlichen Handelslehranstalt, Liebig" stratze, um 19.30 Uhr. [7503D Seme WW blM- gtofenW Auskunft und Anmeldung W Beginn des Unterrichtes odr' bei Leder-Haas, Seltersweg $ ^x)ned>t Ruprecht reitet auf seinem Schimmel über die Milchstraße in den Fimmel, 5 V Kommt von der Erde grab nach Haus, schüttet beim Christkind sein Säckchen aus: Lauter Wunschzettel, hundert und mehr, denn unten auf Erden weihnachtet es sehr. was wünschen sich die Rinderlein? Hun ratet! Das kann doch nicht schwierig sein! Der Peter will — das ist leicht zu erraten! — Eine ganze Schachtel voll * . Zur Uniform wollen die meisten Knaben Auch und haben Und ^eder Bub, groß oder klein, Braucht einen der ist fein! Aber die artigen Mädel, die vielen, Wollen alle mit einer spielen. Zum richtigen Reitersmann gehört Ein schönes, stolzes Der Ludwig möcht gern .... fahren, seicht alle so bescheiden waren!) Genügsam ist der Friederich: Der wünscht bloß einen sich. Ein wär' auch nicht dumm, Der fliegt durchs Zimmer mit Gebrumm. Ein schlank und schnell, Wünscht sich der Kurt — (bloß ein Modell I). Für die Seefahrt schwärmt der Willi sehr, Da muß natürlich ein her! Aber die feine . Hat's unserm Walter angetan. Ein wär' auch nicht schlecht, Das wünscht sich Fritze Engelbrecht. Und Karlemann, was wünscht sich der? Ein und einen Und außerdem, zum Weihnachtsschmaus, Will er ein leckeres Der Erich würde schon allein Für einen dankbar sein. Dagegen Map, der Ingenieur, Schätzt eine sehr. Der kleine Klaus wünscht sich nicht viel, Er möchte nur ein Und Gerdchen, der so strampeln kann, Bekommt den bunten So mancher möchte einen wie wär's, wenn wir das Christkind bitten? Den Großen würde es Freude bereiten, Auf über den Schnee zu gleiten. Und wer noch nicht auf Skiern fährt, Vom Christkind neue begehrt. Die watzenborner Katharine, Die wünscht sich eine Der Franz hat eine Geige schon, Jetzt möcht er gern ein ....... Der Schorsch wünscht sich von Herzen nur Aus Wickel eine Und Erika auf alle Fälle Wünscht sich zwei bunte Das für Gretelein Soll freundlich eingerichtet sein. Und Liesel will's dem Christkind sagen: Sie möcht gern einen Für Bilder schwärmt der Otto sehr, Eine ist sein Begehr. Hier ist ein Brief vom Heinprich: Einen wünscht er sich. Und bloß den allerletzten Brief, Den nahm Knecht Ruprecht etwas schief: „Jetzt bin ich aber wirklich platt — Da wünscht sich einer 'ne ganze !" Aber das Christkind lächelt und spricht: „Ruprecht, so ängstlich ist das nicht, wir haben doch Häuserchen so viel, Und Hänschen freut sich an dem Spiel!" Knecht Ruprecht wurde ein bißchen verlegen Und brummte bloß: „XU — meinetwegen!" Der Ruprecht und das Christkind nun, die hatten stundenlang zu tun: Das war mal ein Stück Arbeit gewesen, so viele Briefe durchzulesen! Denn alle die Erdenkinder, die lieben, hatten zahllose Wünsche geschrieben, Die einen bescheiden, die anderen nicht — Knecht Ruprecht macht ein verschmitztes Gesicht.. Und als alle Briefe gelesen waren, sind sie hinunter zur Erde gefahren. Knecht Ruprecht wandert von Haus zu Haus, Lhristkindchen teilt die Geschenke aus: Einem jeden das, was es aufgeschrieben — und nicht ein Spielzeug ist übriggeblieben. Da gibt es für alle kleinen Leute heut eine richtige Weihnachtsfreude! — Liebe Rinder! In verschiedenen Verteilen unseres wcihnachtsgedichtes fehlen Worte, die Ihr suchen und einsencn sollt. Die vielen schönen Spielsachen rings herum werden Euch helfen, das in die verteile passende Wort zu finden. Und dann sollt Ihr dem Kätjelonkel eine Geschichte erzählen, die von dreien der von Euch gefundenen Worte handelt. Die schönsten Geschichten erhalten einen Preis und werden in der Beilage „Junge deutsche Nation" abgedruckt. — Jede Einsendung muß mit dem Vermerk Weihnachts-Preisaufgabe" bis zum 6. Januar 1936 an die Gchriftleitung des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße 7, gerichtet werden. Jeder Einsender muß Vor- und Zuname, Alter, Wohnort und Straße angebcn und die letzte Bezugsquittuny des Gießener Anzeigers beifügen. Losung und Preisträger werden am Samstag, ll.Januar veröffentlicht. Euer Aatielonkel. Oberpräsident Koch hat feine Oienstgeschäste wieder übernommen. Berlin, 23. Dez. (DNB. Amtlich.) Oberpräsident und Gauleiter Koch hat in ein schwebendes Disziplinarverfahren gegen einen Beamten vorzeitig eingegriffen. Während der deshalb gegen ihn geführten Untersuchung war er beurlaubt. Nachdem diese Untersuchung abgeschlossen ist und Oberpräsident und Gauleiter Koch auf die Unzweckmäßigkeit feines Verhaltens verwiesen wurde, hat er auf meinen Befehl die Dienstgeschäfte des Oberpräsidenten wieder übernommen. Alle anderen Gerüchte über die Beurlaubung des Oberpräsidenten Koch sind unzutreffend und unwahr. Oberpräsident und Gauleiter Koch genießt nach wie vor das Vertrauen des Führers und Reichskanzlers und seiner vorgesetzten Behörde. Göring, Ministerpräsident. Der Stellvertreter des Führers hat an Pg. Erich Koch folgendes Telegramm gerichtet: „Lieber Pg. Koch! Es ist mir eine Freude, Ihnen mitteilen zu können, daß die parallel zur staatlichen geführte parteiamtliche Untersuchung lediglich feststellte, daß Sie einem Verfahren vorgriffen, alle anderen Vorwürfe jedoch zu Unrecht erhoben wurden und Sie somit Ihr so erfolgreiches Wirken für Ostpreußen wieder voll aufnehmen können. Heil Hitler! Rudolf Heß." Im Zusammenhang mit einer Untersuchung, während der der Oberpräsident von Ostpreußen, Erich Koch, beurlaubt war, sind über ihn unwahre Gerüchte und Verleumdungen verbreitet worden. Lediglich auf seinen Wunsch werden die Urheber der Gerüchte nicht strafrechtlich verfolgt. Es wird jedoch ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß eine neuerliche Verbreitung auf Grund der entsprechenden Gesetze g e - ahndet wird. Zweite Verordnung zum Neichsbürgercreseh. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat eine Zweite Verordnung zum Reichsbürgergesetz erlassen, die klarstellt, welche jüdischen Person en als Beamte und als Träger eines öffentlichen Amtes im Sinne des § 4 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz anzusehen sind. Die Verordnung bringt ferner für jüdische Beamte, die ohne Versorgung ausscheiden, und für gewisse Gruppen von jüdischen Trägern eines öffentlichen Amtes, wie z. B. die Notare, denen die Gebühren selbst zufließen, die Möglichkeit, bei Würdigkeit und Bedürftigkeit Unterhaltszuschüsse zu erhalten. Ebenso wird jüdischen Beamten ohne Versorgung und den genannten jüdischen Notaren die Möglichkeit der Kündigung ihrer Wohnungen eröffnet, wie dies seinerzeit bei Durchführung des Berufsbeamtengesetzes geschehen ist. Die Verordnung bestimmt schließlich, daß Juden leitende Aerzte an öffentlichen Krankenanstalten sowie freien gemeinnützigen Krankenanstalten und Vertrauensärzte nicht sein können und mit dem 31. März 1936 aus ihren Stellungen ausscheiden. Vorläufige Einstellung von Reise- bewrliigungen nach der Schweiz. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Amtlich. Nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Verlängerung der bis zum 15. Dezember 1935 geltenden Reiseverkehrsregelung hat die schweizerische Regierung mitgeteilt, daß sie von sich aus beschlossen hat, den Reiseverkehr aus Deutschland bis zum 15. Januar a u f einen Höch st betrag von fünf Millionen Franken zu beschränken. Die deutschen Regierungsstellen sehen sich dadurch gezwungen, zu prüfen, ob nach dieser einseitigen Maßnahme der Schweiz die geltenden Vereinbarungen über den Reiseverkehr noch aufrecht erhalten werden können. Es ist nicht anzunehmen, daß diese Prüfung noch vor den Feiertagen abgeschlossen werden wird. Die von der Schweiz angeordnete Festsetzung eines Höchstbetrages müßte die Folge haben, daß die Reisebewilligungen nach der Schweiz weiterhin nicht mehr wie bisher von den örtlichen Reisebüros ausgestellt werden könnten, da hierbei keine Gewähr dafür gegeben wäre, daß der von der Schweiz festgesetzte Richtbetrag nicht überschritten würde. Die Erteilung der Reisebewilligungen könnte nur durch eine Zentralstelle in Berlin erfolgen. Das weitere darüber wird gegebenenfalls sobald wie möglich mitgeteilt werden. Inzwischen sind die örtlichen Reisebüros und Ausgabestellen vorläusig angewiesen worden, die Ausstellung von Reisebewilligungen nach der Schweiz bis auf weiteres einzustellen. „(Stiftung für Opfer der Arbeit auf (See.'“ Die gewaltigen Stürme des letzten Jahres haben so große Verluste an deutschen Seeleuten verursacht, daß die Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterparkei und der Deutschen Arbeitsfront als politische, soziale und fachliche Betreuer der Seefahrer sich verpflichtet gefühlt haben, sich für die Versorgung d e r Hinterbliebenen einzusetzen, um dadurch die größte Not lindern zu helfen. Nach dem Willen des Führers darf es in Zukunft nicht mehr Vorkommen, daß die Witwen und Waisen solcher Arbeitsopfer auf die knappen Leistungen der öffentlichen Fürsorge angewiesen sind. Es ist deshalb aus gestifteten Mitteln der NSDAP., der DAF., der Behörden, der deutschen Seestädte, der „Stiftung für Opfer der Arbeit" sowie der Reichsverkehrsgruppe „Seeschiffahrt" mit den deutschen Reedern und dank deren besonderer Unterstützung eine Stiftung errichtet, die den Namen „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" führt. Diese gliedert sich an die vom Führer gegründete „Stiftung für Opfer der Arbeit" an. Aus ihr sollen alle Angehörigen von verunglückten Seeleuten nach besonderen Richtlinien betreut werden. Das Grundvermögen beträgt zunächst 100 000 Mark. Es sind bereits die ersten Bewilligungen in Höhe von 10 000 Mark zum Weihnachtsfest erfolgt. Aus aller Welt. Wiederinbetriebnahme des Fernsehsenders Berlin—Wihleben. Im Rahmen einer technischen Feierstunde fand im Fernsehlaboratorium des Reichspostzentralamtes die Wiederinbetriebnahme des Fernsehsenders Berlin-Witzleben statt. Wie bekannt, waren seinerzeit bei dem Brande der Berliner Funkausstellung auch die Fernsehanlagen in Witzleben zum großen Teil vernichtet worden. Im Rahmen der Eröffnungsfeier erklärte Oberpostrat Diplom-Ingenieur F l a n z e, deutsche Schaffenskraft habe in denkbar kürzester Zeit einen Schaden wettgemacht, der nicht nur die Pioniere des Fernsehens betraf, sondern auch einen Verlust für das Volksganze darstellte. Er übergab die neuen Anlagen im Namen des Reichspostministers dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda für den Betrieb durch die Reichsrundfunk- gesellfchaft. Hierauf übernahm Ministerialrat D e m a n n im Auftrage von Dr. Goebbels den neuen Fernsehsender „Paul N i p k o w" Berlin für den Programmbetrieb durch die Reichsrundfunkgesellschaft. Er betonte, daß es das Bestreben des Reichspostministers sei, an dem großen Ziele fördernd und helfend mitzuwirken, damit alle deutschen Volksgenossen an dem Erfolge deutscher Geistes- und Schaffenskraft teilnehmen könnten. Am 15. Januar 1936 werde die Reichsrundfunkgesellschaft die Darbietungen auf dem Gebiete des Fernsehens wieder eröffnen. Der stellvertretende Reichssendeleiter B o e s e, der im Namen des Reichssendeltziters und der Reichsrundfunkgesellschaft für die Ermöglichuna des Programmbetriebes dankte, wies in feinen Ausführungen u. a. auf die zukünftige Programmgestaltung hin und hob hervor, daß alle Kräfte, die am Ausbau des Fernsehens mitarbeiteten, das Programm derartig gestalten würden, daß im kommenden Olympia-Jahr 1936 die Umwelt gller Völker aufhorchen werde. Wie es im Rundfunkprogramm einen Zeitfunk, ein Echo des Tages oder der Woche gebe, so werde mittels des heute betriebsfertig zur Verfügung gestellten Ton- und Bildsenders ein Bildberichtdienst eingerichtet werden, für den das Olympia-Jahr ein nahes Ziel weise: die direkte Uebertragung der Kampf- spiele vom Reichssportfeld in den Augusttagen des kommenden Jahres. England im Nebel. Eine dichte Nebelwand in einer Länge von rund 340 Kilometer erstreckt sich seit Montagmorgen über den größten Teil Süd- und Mittelenglands. Da gleichzeitig scharfer F r o st herrscht, ist infolge der Glätte der Kräftwagenverkehr auf den Landstraßen fast völlig lahmgelegt. Der Eisenbahn- und Luftverkehr ist starken Verzögerungen -ausgesetzt, und auf der Themse ist die Schiffahrt völlig eingestellt. In den Küstengewässern haben viele Schif.fe Notanker geworfen, und fast aus allen Gegenden des Landes werden mehr oder weniger schwere Verkehrsunfälle gemeldet. In London betrug die Sicht in den frühen Nachmittagsstunden des Montags an nie' Stellen kaum einen Meter. Sla Kältewelle. Auch in Berlin i>c ein plötzlicher Kälteeinbruch zu verzeichnen. In den Außenbezirken wurden noch um 9 Uhr 10 Grad Kälte gemessen. Es hat allerdings nicht den Anschein, als ob dieser starke Frost von langer Dauer sein würde. Nach Ansicht der Wetterkundigen steht vielmehr schon sehr bald eine wesentliche Erwärmung in Aussicht und es ist nicht ausgeschlossen, daß schon am zweiten Feiertag der Nullpunkt wieder erreicht ist. In Breslau sanken die Temperaturen aus minus 10 Grad, in Sprottau auf minus 14 Grad. Auch in den schlesischen Bergen liegen die Tiefsttemperaturen 10 Grad unter Null. In West- und Süddeutschland liegen die Temperaturen fast durchweg noch über Null. Hoher Schnee im Westerwald. Während der letzten Tage erlebte der hohe Westerwald Schneegestöber wie seit langen Jahren nicht mehr. Stellenweise liegt der Schnee bis zu 1,50 Meter Höhe. Viele Gemeinden mußten ihre Einwohner zum Schneeschaufeln aufrufen, um die unterbrochenen Verkehrsmöglichkeiten wiederherzustellen. Viele Autos, die sich etwas voreilig herausgewagt hatten, blieben stecken und mußten von Pferden oder mit Hilfe starker Männer aus ihrer hilflosen Lage befreit werden. Zahlreiche Häuser waren mitunter so voll Schnee geweht, daß man kaum die Fenster sehen konnte. Die Schneepflüge mußten mehrfach eingesetzt werden, damit wenigstens auf den Hauptverkehrsstraßen der Betrieb notdürftig aufrechterhalten werden konnte. Der gesamte hohe Werster- wald bietet eine Winterlandschaft von bezaubernder Pracht. Jüdische Schiebergeschäfle in Dien. Der jüdische Schriftsteller und Journalist Heinrich Eduard Jacob in Wien ist auf Veranlassung der Polizei verhaftet worden, weil er zusammen mit seiner Schwester umfangreiche Schiebungen in Wertpapieren begangen hatte. Wiener Blätter berichten über den Fall Aufsehen erregende Einzelheiten. Es hat sich herausgestellt, daß die 37jährige Schwester Jacobs, Alice, die mit ihrem Bruder im gleichen Haushalt lebte, das Haupt einer weitverzweigten internationalen Bande von Abenteurern ist. Sie fuhr ununterbrochen zwischen Paris und London hin und her und wickelte dabei ihre Geschäfte ab. Ihr letzter großer Betrug mit gestohlenen Northern-Railways- Aktien brachte ihr 28 000 Schilling ein. Sie stand mit einer dunklen Londoner Fin'anzgesellschaft in Verbindung, die in der internationalen Unterwelt sehr bekannt ist. Kürzlich bot sie einer Wiener Firma gestohlene Obligationen der Stadt Genua an. Sie scheint auch mit einer Bande in Verbindung gestanden zu haben, die falsche Mexikanische Schecks planmäßig aus Wien in die Tschechoslowakei schmuggelte. — Wie jetzt aus der Tschechoslowakei gemeldet wird, wurde Alice Jacob, die aus Wien geflüchtet war. in Gräfenberg verhaftet. An ihren verbrecherischen Geschäften scheint ihr Bruder verdient zu haben. Vier Personen im Kraftwagen verbrannt. Ein furchtbares Verkehrsunglück ereignete sich auf der sogenannten Himmelsleiter, einer steil ansteigenden Straße zwischen Rötgen und Waldheim im Aachener Bezirk. Ein von Monschau kommender Personenwagen stieß mit einem ihm entgegenfahrenden Kraftomnibus zusammen. Durch den furchtbaren Anprall wurde der Motor des Personenkraftwagens vollkommen zerstört. Der Benzintank explodierte. Im Augenblick war bei? Kraftwagen in helle Flammen gehüllt. Die vier Insassen 'konnten sich nicht mehr aus dem Wagen befreien und erlitten den Flammentod. Der Führer des Omnibusses sowie die Fahrgäste versuchten gleich nach dem Zusammenstoß Hilfe zu leisten. Sie schlugen, da die Türen sich festgeklemmt hatten, die Scheiben des Wagen ein. Es gelang ihnen aber lediglich, eine Frau aus dem Wagen zu zerren, die jedoch bereits tot war. Familie Lindbergh auf der Flucht nach Europa? Die Familie des Obersten Lindbergh soll sich, einer Meldung der „Neuyork Times" zufolge, aus einem nicht näher bekannten Dampfer als einzige Fahrgäste auf dem Wege nach England befinden, um dort dauernden Aufenthalt zu nehmen. Der Grund dieser Aufsehen erregenden Flucht soll, wie das Blatt schreibt, in den zahlreichen Ent- führungs- und Todesdrohungen gegen das dreijährige zweite Söhnchen liegen, die Oberst Lindbergh in der letzten Zeit erhielt und in der Um möglichkeit, seiner Familie ein * ungestörtes Leben zu sichern. Das Fliegerehepaar habe sich daher veranlaßt gesehen, die Vereinigten Staaten zu verlassen, und hoffe, in England ihr Kind in Ruhe und Sicherheit erziehen zu können. Oberst Lindbergh wird angeblich feine bisherige Tätigkeit als fach- verständiger Berater der Panamencan Airways und ber Transcontinental and Western Air beibehalten. Die Meldung der „Neuyork Times", die in ganz Amerika größtes Aufsehen erregt hat, scheint sich zu bestätigen. Es konnte einwandfrei festgestellt werden, daß das Ehepaar Lindbergh mit seinem Söhnchen mit dem amerikanischen Dampfer „American Jmporter" von Neuyork abgefahren ist. Ein naher Freund Lindbergh s, dessen Name nicht angegeben wird, bestätigt im übrigen, daß Lindbergh die Absicht habe, nach England überzusiedeln, da er mit der Wiederaufrollung des Falles Hauptmann durch den Gouverneur von New Jersey unzufrieden sei. Die Besitzung des Ehepaars Lindbergh in Hopewell wurde bereits vor längerer Zeit der Kinderfürsorge übereignet. Zur Abreise der Familie Lindbergh nach Europa wird noch bekannt, daß die Familie tatsächlich die einzigen Fahrgäste auf dem Dampfer „American Jmporter" sind. Eine Anzahl weiterer Fahrgäste, die Schiffsplätze auf diesem Dampfer belegt hatten, wurden in letzter Minute auf einen anderen Dampfer gebracht. Alle beteiligten Stellen lehnen im übrigen jede Stellungnahme zu der Angelegenheit ab. Gnadengesuch für Hauptmann. Die Verteidiger des wegen Ermordung des Li nd d e r g h - Kindes zum Tode verurteilten Hauptmann haben beim Gnadengericht des Staates New Jersey (USA.) ein Gnadengesuch eingereicht. Da einer der Richter beim Gnadengericht erkrankt ist, benötigt, Hauptmann fünf von den sieben verbleibenden Stimmen einschließlich der des Gouverneurs Hoffman für die Gnadengewährung. Einzelheiten des Gesuches wurden in Übereinstimmung mit dem Gesetz nicht veröffentlicht. Die endgültige Schließung des Sarges Pilfudskis. In der Leonhardsgruft im Krakauer Wawel-Schloß fand am Sonntag eine kurze militärische Feier statt, bei der der Kristallsarg mit der sterblichen Hülle des Marschalls Pilsudski in einen Bronzesarg eingeschlossen wurde. An der Feier nahmen die Witwe des Marschalls sowie seine beiden Töchter und ein Bruder des Marschalls teil, ferner der polnische Kriegsminister, Vertreter der Generalität, der Krakauer Wofwode und das Krakauer Offizierskorps. Der jetzige Bronzc- f a r g soll am 12. Mai 1936, dem ersten Todestag des Marschalls, durch einen geschlossenen silbernen Sarg ersetzt werden, der dann in einem marmornen Sarkophag in der Gruft unter den „Türmen der silbernen Glocke" in der Kathedrale des Wawel-Schlosses stehen wird. Vor der endgültigen Schließung des Sarges des Marschalls fand durch eine Abordnung von Aerzten nochmals eine Nachprüfung des balsamierten Zustandes statt, die ein zufriedenstellendes Ergebnis hatte. Der letzte männliche Nachkomme des „Ritters mit der eisernen Hand" gestorben. Wie das christlich-soziale „Neuigkeitsweltblatt" meldet, ist in Wien Freiherr Reinhard Götz von Berlichingen im 83. Lebensjahr gestorben. Mit ihm ist die Linie des berühmten Götz von Ber- lichingen, der im Jahre 1504 seine rechte Hand verlor und sie durch eine eiserne ersetzte, im Mannesstamm erloschen. Aiäft möds werden, Annelies! ORofltan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wieder ließ er einen Blick über Mia hingleiten, der eine deutliche Aufforderung für Günter enthielt. Günters Gesicht drückte keine übermäßig angenehme Ueberrafdjung aus. Der Bursche hatte natürlich auf der Lauer gelegen, um es durchzusetzen, daß er mit Mia bekannt wurde! Aber man mußte wohl oder übel der Form genügen. „Herr Schulenburg — Frau Rechberg", stellte Günter also vor. „Meine Braut kennen Sie ja bereits." Wieder machte Schulenburg seine Verbeugung. Seine Blicke verschlangen Mia förmlich. „Wir sind uns nicht ganz unbekannt, wenn ich nicht irre", lächelte sie mit einem verwirrenden Augenaufschlag. „Ich hatte das Glück, gnädige Frau. Wenn auch nur aus der Ferne — sozusagen ..." „Na, das ist doch immerhin etwas. Bei bescheidenen Ansprüchen ...", lachte sie dunkel. Er legte das Gesicht in komische Falten. „Bescheidene Ansprüche machen erfahrungsgemäß und leider nicht satt ..." Sie ließ ein erneutes Lachen hören, das wie ein Girren klang. „Sehr richtig. Ich stehe auch auf dem Standpunkt: Alles oder nichts!" Günter war sichtlich unruhig und verstimmt. „Es paßt heute leider ganz und gar nicht", sagte er, zu Schulenburg gewandt. „Ich habe meine Braut abgeholt, und wir sind eben im Begriff, zu gehen. Ein andermal vielleicht ..." „Ach, das ist schade!" „Nun", schien Mia zu überlegen, „ich werde im Weinrestaurant von Bekannten erwartet — es ist eine luftige Gesellschaft — wenn Sie also absolut ein paar Stunden totschlagen müssen und sich unter meine Fittiche begeben wollen ..." Schulenburg strahlte. „Sehr liebenswürdig, gnädige Frau! Ergebensten Dank! Sie erwerben sich damit ein Verdienst um eine einsame Seele." Auf Günters Stirn erschien eine Falte. „Oder wollen wir nicht doch noch ein Stündchen zugeben?" wandte er sich zögernd an Annelies. Aber sie blieb fest. „Ich möchte jetzt wirklich nach Hause. Du kannst ja noch bleiben, wenn dir daran liegt ..." Er atmete tief und wandte sich mit einem bedauernden Achselzucken wieder zurück. „Sie sehen ja, es geht wirklich nicht. Dann also viel Vergnügen!" Kühl und flüchtig lag Mias Hand einen Augenblick in der seinen. Ihr Blick ging über ihn hinweg. Dann wandte sie sich mit betonter Liebenswürdigkeit Annelies zu: „Es tut mir aufrichtig leib, Fräulein Fahrenkamp. Gute Besserung also! Und auf baldiges Wiedersehen!" Annelies und Günter gingen. „Ein unangenehmer Mensch, dieser Schulenburg!" sagte Günter draußen, um eine einigermaßen glaubwürdige Erklärung für seine schwere Verstimmung zu aeben. Annelies schwieg dazu. Sie kannte die Ursache zu dieser Verstimmung ganz genau. Mia Rechberg legte es mit voller Absicht darauf an, Günters Eifersucht zu erwecken. Und diese Absicht war ihr nur zu gut gelungen. Wie sehr mußte Günter dieser Frau doch wieder verfallen sein! War es nicht ein aussichtsloses Beginnen, ihn aus dieser unseligen Verstrickung lösen zu wollen? War es nicht besser, ihn — wenn auch unter Schmerzen — freizugeben, als sich den täglichen Qualen des zwecklosen Zusehenmüssens auszusetzen? Stumm legten sie die wenigen Schritte bis nach Hause zurück. 7. Kapitel. Die Rosen blühten zum zweitenmal. Ihr Duft lag wie eine schwere Wolke über dem abendlichen Garten. Günter atmete die Luft in tiefen Zügen ein, aber sie war zu voll von dem späten Blühen, als daß sie die Brust hätte befreien können. Der „Rosengarten", ein freier und sonniger Teil des großen Gartens, war der Obhut Onkel Korbinians unterstellt. Er pflegte seine Lieblinge mit Hingabe und Gewissenhaftigkeit und wachte fast eifersüchtig darüber, daß nicht etwa der Gärtner oder sonst eine fremde Hand sich darum bemühte. Günter blieb vor den hochstämmigen Büschen stehen und neigte sich über die wundervollen Blüten, die in allen Farben brannten und noch voll waren von der Sonne des Tages. Sie waren noch schöner als der erste Rosenstar, waren schwerer und gehaltvoller, als hätte das Jahr an seiner Wende ihnen seine gan$e köstliche Reife mitgeteilt. Alles, was zum zweitenmal blühte, war schöner, reifer und gehaltvoller. Auch das Herz. Auch das Herz ...? Günter atmete schwer. War dies zweite Blühen nicht noch viel beklemmender und beunruhigender als das erste stürmische Aufblühen? Er wandte sich plötzlich ab und ging dem anderen Ende des Gartens zu. Die Mutter war mit Annelies zu einer Bekannten gegangen. Der Senator nahm an einer Sitzung teil. Es war gut, daß man einmal Gelegenheit hatte, mit sich selbst ins reine zu kommen. Mit weiten Blicken sah Günter in die Abendferne, die der rosige Himmel über den dunklen Bäumen vor ihm auftat. Korbinian Sartorius saß im Turmzimmer. Er sah ihn langsam herankommen wie einen Traum- wandelnden. „Du scheinst ja auch an der Fernensehnsucht zu kranken", sagte er, als Günter eintrat. Es klang wie Vorwurf und leiser Groll durch seine Stimme. „Wenn du es sagst, wird es schon seine Richtigkeit haben. Du hast ja Erfahrung in dieser Hinsicht!" erwiderte Günter gereizt. „Gut pariert! Aber ich meine, es ist doch ein kleiner Unterschied dabei. Meine Sehnsucht nach den Weiten der Welt war etwas sehr Reales, und ich habe dabei ja auch meine Befriedigung gefunden. Du aber scheinst mir auf dem besten Wege, dich in uferlose Fernen zu verlieren und bestenfalls in l einem riesigen Katzenjammer zu landen." „Du bist ja sehr besorgt um mich! Aber wenn das wirklich eintritt, was du befürchten zu müssen e, bann ist das ja doch wohl meine ureigenste genheit, die ich ganz allein auszubaden habe." „Wieder ein kleiner Irrtum! Ich glaube sehr stark, daß du dabei nicht allein der Leidtragende bist. Es gibt nämlich noch andere Leute, die davon betroffen werden, und die es nicht verdienen, mit ins Unglück gerissen zu werden. Bitte das freundlichst zu bedenken!" Günter biß sich auf die Lippen und schob die Hände in die Taschen. „Du siehst Gespenster. Ich bin ein bißchen auseinander, vielleicht überarbeitet. Das ist alles. Ich habe auch schon daran gedacht, mir noch ein paar Tage Urlaub zu nehmen und mich in irgendeinen stillen Winkel zu verkriechen, wo man sich wieder in Ordnung bringen kann." „Das wäre vernünftig. Du siehst wirklich nicht gut aus. Und in der Stille kommt man am leichtesten wieder in Ordnung. Ich habe ja Erfahrung in dieser Hinsicht — wenn ich mich deiner Worte von vorhin bedienen darf ..." Günter lächelte matt. „Du bist zu gut und vielleicht auch zu sehr im Recht, Onkel Korbinian, als daß man sich ernsthaft mit dir streiten könnte! Aber ich möchte noch ein bißchen an die Lust. Die Brust ist zu eng und zu schwer von mancherlei; man muß sie draußen ein bißchen ausweiten." Günter verließ den Turm durch die schwere, eisenbeschlagene Tür in der Mitte der aus mächtigen Quadern errichteten Mauer. Ein paar Stufen führten hinab auf den Wiesengrund, durch den der schmale Pfad, von einem breiten Wege gekreuzt, an dem Werder vorüber zum Fluß führte. Die knorrigen alten Eichen auf dem Werder ragten wie dunkle Riesenschatten in den rosig überhauchten Himmel. Günter schritt darauf zu. Leise, abgerissene Klänge wehten im Abendwind zu ihm herüber. Sie kamen von der Terrasse des Continentalhotels. Günter schritt schneller aus und überquerte die vorgeschobene Spitze des Werders. An der rechten Längseite dehnte sich ein fast unübersehbares Feld von niedrigen, aber dichten Weiden- büschen aus, das bis zum Fluß hinabreichte. Günter hatte das Gefühl,.als ob die Welt, diese verwirrende und bedrängende Welt weit hinter ihm läge. Wit oft war er als Knabe und auch nach in spateren Jahren durch die Weiden gestreift, hatte sich Flöten geschnitten ober ftunbenlang mitten in biefer wundervollen Wildnis gelegen. (Fortsetzung folgtl) kkn K ^cht Ä $nh 9in 9e9en Oberft *n der Um h t ^ben Mer Der. nm3U Der. ^uhe und ^bergh t * m vrwavs m bei. die in 1 festeste! "P1 feinen "Pier,M 'st- Ein J‘Qme nicht 'd°tz Lind. ^Nebeln, des Falle; lr von 5lem 165 Ehepaar; vor längerer ^ergh nach Familie ich t e aus den E'ne Anzab! auf diese« Aer Minuli «Ue beteilig, tellungnahm in. wrbung de; verurteilte, mgericht bei bengefud, eim ßnaben> \nn fünf von chiießlich bei lie ©naben- i würben in veröffentlich !S pilfudskis. :üuer Weit kurze rroü- lsarg mit dn ki in einen wurde. 2Tn vc^alls fourie & Marsch^ er, Derirw ( abe unb h Bron-, sten Tode-i:: nen silbu- n in einer ir Gruft untfl in der Kol^ lird. Dor du les Morsch^ zten nochml! sustandes statt, intte. „Ritters mit ien. ikeitsweltblatt' rd Götz von gestorben. Götz von Beo chte -and ver- > im Mannes- n biß-»-" «® s ist alles. 3- n°ch °i"?° in irg-"d->" non ,-ch f wir«'-» „an am >--* a 6rfa»r""9; iner ®»-“ ", die davon bi’ bienen, mit j )as freundlich. und schob d» sie draußen $ .. **s de- a“6s> Sin d. dn-ch Oege 9cl 11“?'1' Ö«1'1 uf tftfi ;Ä S-tzs ÄS Ifc ■ «5 t f- Lugend-Fußball der Spielvgg. 1900 SJL-'Spoit ein« Tabellenführung. Winterhilfskegeln in Wieseck. Handball im Kreis VIII ckahn-M Aus den preußischen 7!achbargebieten Fußball der heimischen Mannschaften 1900 1900 Walther Bartels Scheller (Berlin),. Reichel für die Hypotheken wuchsen ihnen schließlich über den Kopf, dazu kamen Steuerrückstände und Kosten für dringende Reparaturen an den beiden bau- fälligen Häusern, daß sie schließlich nicht mehr ein noch aus wußten. Am 17. Oktober verfielen sie auf die Falschmünzerei, nachdem sie bereits 1932 schon einmal hundert falsche Zweimarkstücke hergestellt hatten, um sich für die erzielten 200 Mark Materialien zu kaufen, damit das Geschäft fortgesetzt werden konnte. Auch haben sie einmal 50 Zehnpfennigstücke hergestellt, um sich vor dem Verhungern zu schützen. Diese beiden vor- Das Winterhilfskegeln des Keglervereins Lahn-1 Bayern und Brandenburg haben für Busecker Tal wurde am Samstagabend mit einer den 23. Februar einen Fußball-Freundschaftskampf Ansprache des Vereinsführers Schäfer (Wieseck) abgeschlossen, der in der Reichshauptstadt ausge» eröffnet. Auf der bereits fertiggestellten Asphalt-1 tragen wird. LPD. Frankfurt a. M., 23. Dez. Schon Ende Oktober sind verschiedentlich in Frankfurt und in der näheren Umgebung falsche Fünf-Mark- ft ü cf e aufgetaucht, die so gut hergestellt waren, daß nur die Reichsbank mit Sicherheit die Falschstücke erkennen konnte. Von der Kriminalpolizei Frankfurt wurden sofort die Nachforschungen ausgenommen, doch konnte ein Zugriff nicht erfolgen, weil die Falschmünzer die Falschstücke nur in sehr bescheidenem Maße herstellten und weil in diesem Falle alle sonst gegebenen Voraussetzungen nicht zutrafen. Es handelte sich nämlich nicht um eine versteckte Werkstatt, und die Täter brauchten sich auch nicht auf allerlei Schleichwegen die Spezialwerkzeuge zu beschaffen, denn (Krefeld), Hoffmann (Klein-Steinheim), (Ludwigshafen), Hasselberg (Bochum), (Berlin). Straßenfahrer: Böhm (Berlin), Kreis Wetzlar. # Wißmar, 23. Dez. Die hiesige Sonn- t a g s s ch u l e veranstaltete unter Leitung von Herrn P r e i ß am Samstag ihre Weihnachtsfeier. Die Eltern und andere Einwohner waren zu der Feier zahlreich erschienen und folgten, ebenso wie die Kinder, mit großer Spannung den vielseitigen Darbietungen. Die Kinder wurden mit Geschenken noch besonders erfreut. — Ein ertragreiches Schlachtfest konnte ein hiesiger Einwohner vornehmen, der ein 9 Monate altes Schwein im ansehnlichen Gewicht von 3 9 5 Pfund schlachtete. Odenhausen, 23. Dez. Die hiesige Volksschule veranstaltete am Samstag ihre Weihnachtsfeier, die sehr stark besucht mar. Gesänge und Gedichte der Schulkinder wechselten in bunter Reihenfolge ab. Sehr stimmungsvoll war das Stück 2. Feiertag: 1. Jugend — Bad-Nauheim 1. Jugend In dieser Elf stehen 8 Mann, die schon mieöeu;3rz mit Erfolg in der Ligamannschaft gespielt haben. Ihr bekanntester Mann ist der Mittelläufer Keßler, ein Spieler mit ganz hervorragendem Können, den man schon für Repräsentationsspiele herangez-, gen hat. Nach ihm sind zu nennen Dechent und Rupp. Mit diesen dreien als Schlußtrio hat sich auch der VfB. den Aufstieg in die höchste Spielklasse erkämpft. Auch der Sturm ist sehr gut zu- ammengestellt, besonders der Jnnensturm versteht es, jede sich bietende Torgelegenheit auszunützen. Man ist gespannt, wie sich die Platzbesitzer gegen diesen großen Gegner behaupten werden. Vorher spielen die Jugendmannschaften beider Vereine. Da beide Mannschaften gleich stark sind, ist mit einem spannenden Spiel zu rechnen. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Launsbach I — Allen-Vuseck I 2:6 (0:5). Mannschaften. Das Eishockey-Turnier um den „Dr.- Karl-Ritter-von-Halt-Wanderpreis" wird vorn 26. bis 29. Dezember in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen. Beteiligt find an dem Turnier der SC. Rießersee, die Zehlendorfer „Wespen" und die ungarische Mannschaft Budai Torna Egylet. Die Un- aarn und Berliner spielen auch an Neujahr in Füssen im Turnier um den „Leinweber-Pokal". Frankfurts Fußball-Derby zwischen Eintracht und Fußballsportoerein am 24. November wird laut Urteil des DFB.-Gauführers im Gau Südwest nicht wiederholt, da das Treffen vom Schiedsrichter regulär durchgeführt wurde und es sich beim strittigen Tor um eine unumstößliche Tatfachenentscheidung des Schiedsrichters handelt. Bayern und Brandenburg haben für „Aus Frau Holles Weihnachtsstube", ganx entzückend das kleine Spiel „Beim Puppendoktor . Lehrer S ch n e i d e r wies in feiner eindrucksvollen Ansprache aus die Bedeutung des Weihnachtsfestes als eines Festes der Liebe hin. Es gelte Liebe zu üben am Bruder. Christus habe gesagt: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Der Führer sagte: „Opfern ist Hergeben des Notwendigsten." Beide Worte forderten uns alle auf, unser Letztes zu opfern. Den Höhepunkt der Feier bildete die Ankunft des Weihnachtsmannes, der allen Schulkindern ein Geschenk brachte. Lehrer Kreuter dankte zum Schluß allen, die zum Gelingen der schönen Feier beigetragen hatten. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die wohlgelungene Veranstaltung ihr Ende. (Bielefeld), Wölkert (Schweinfurt), Meier Hauswald (Chemnitz), Roland (Köln), (Chemnitz), Diederichs (Dortmund), Hupfeld (Dortmund), Wengler (Bielefeld), Krückl (München), Leppich (Kofel), Wierz (Düsseldorf). Nach langer Zeit konnte Alten-Buseck wieder mal mit einer starken Mannschaft antreten. Von Anfang an legten beide Mannschaften ein scharfes Tempo an den Tag. In der ersten Halbzeit waren dabei die Alten-Busecker klar überlegen und brachten dies in fünf Toren zum Ausdruck. Nach Seitenwechsel wurde Launsbach besser und konnte auf 2:5 verkürzen. Nachdem sich das Spiel dann verteilter gestaltete, konnten die Gäste durch einen Elfmeterball den Schlußstand Herstellen. Der beste Mann auf dem Spielfeld war der Mittelläufer der Gäste. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Durch diesen Sieg sicherte sich Alten-Buseck die 1. Feiertag: 1900 1. Jugend — Spo. Wetzlar 1. Jugend 1. Schüler — Butzbach 1. Schüler 2. Schüler — Spv. Wetzlar 2. Schüler > Ein Falschmünzer-Trio verhaftet Sie gestehen mehr, als ihnen nachzutveisen war. bahn begann das Kegeln, bei dem gute Resultate erzielt wurden. Diplome erhielten folgende Bundeskegler: Wilhelm Wagenbach (Alten-Buseck) zehn Kugeln 57 Holz, Wilhelm Müller (Wieseck) mit 56 Holz, Wilhelm Mandler (Wißmar) mit 55 Holz, Ludwig Kolberger (Lollar) mit 54 Holz, Karl Dö- ringer (Wieseck) mit 53 Holz, Willi Borschel (Lollar) mit 52 Holz. Nichtbundesmitglieder: Karl Krombach (Krofdorf) 55 Holz, Otto Weller (Wieseck) mit 54 Holz, Ferdinand Hamm (Wieseck) mit 54 Holz, Georg Keller (Wieseck) mit 52 Holz. An das Wmterhilfswerk konnten 68 Mark abgeführt werden. Kurze Sporlnotizen. Ein Rekord-Handballergebnis roiri) aus Baden gemeldet. Dort hat der Sportverein Schwetzingen den Turnverein St. Ilgen mit 41:0 (22:0) besiegt. Angesichts der kurzen Spieldauer von nur 60 Minuten eine respektable Leistung „beider" Oie Olympia -Kernmannschaften der Radfahrer. Vorerst 30 Fahrer in den Nationalmannschaften. Der Deutsche Radfahrer-Verband hat jetzt seine Olympia-Kernmannschaften der Bahn- und Straßenfahrer zusammengestellt, also die Fahrer benannt, die in den nächsten Monaten auf die Rad- fportwettbewerbe der Olympischen Spiele vorbereitet werden. Die Mannschaft der Bahnfahrer besteht zur Zeit aus siebzehn, die der Straßenfahrer aus dreizehn Fahrern. Der erste Renntag der beiden Nationalmannschaften findet am 5. Januar in der Dortmunder Westfalenhalle statt. Die Zusammen« setzunq der Mannschaften ist nicht endaültig, sie wird sich von Fall zu Fall je nach den Leistungen der Fahrer wohl noch ändern. Zur Zeit zeigt die Zusammensetzung der beiden Mannschaften folgendes Bild: Bahnfahrer: Merkens (Köln), Klöckner (Köln), Horn (Köln), Karfch (Leipzig), Jhbe (Leipzig), Krehn (Berlin), Wiemer (Berlin), Jung (Dresden), Rosenlöcher (Dresden), Mertens (Dortmund), Riemann (Hannover), Lorenz (Chemnitz), Arndt zu entscheiden. Für den zweiten Feiertag ist die erste Jugend als Gast in Bad-Nauheim und wird sich sehr anstrengen müssen, um ein gutes Ergebnis mit nach Hause zu bringen. Die erste Schülermannschaft fährt nach Friedberg und wird auch dort einen guten Eindruck hinterlassen. Auf eigenem Platze tritt die zweite Schülermannschaft gegen die Jungens vom Wald- sportplatz an. Das Vorspiel entschieden die Blau- Weißen für sich und sie werden wohl auch dieses Spiel für sich gestalten. Handball der Sp.-Vg. 1900. Von der Handballabteilung der Spielvereinigung 1900 werden am zweiten Weihnachtsfeiertag zwei Spiele durchgeführt. Die zweite aktive Mannschaft tritt in Londorf der ersten Elf des dortigen Turnvereins gegenüber. Da das Spiel werbenden Charakter tragen soll, werden in der Gießener Mannschaft einige Kräfte der ersten Garnitur mitwirken. Man erwartet ein faires Spiel. Auf dem 1900er-Sportplatz empfängt die erste Jugendmannschaft der Blau-Weißen die gleiche Elf des Wetzlarer Sportvereins 1905. Die Gäste sind in letzter Zeit stark nach vorn gekommen und werden dem 1900er Nachwuchs stark zusetzen. Auch hier steht ein interessantes Spiel bevor. * Die zur Zeit herrschende Witterung ist dem Handball wenig zuträglich. Das hat man auch am gestrigen Sonntag wieder gemerkt. Denn die zum -Keil vollkommen vereisten Plätze ließen schöne Spiele selten zu und es wäre vielleicht ganz gut gewesen, wenn das eine ober andere Spiel noch ausgefallen wäre. — Die Bezirksklasse und 1. Kreisklasse haben ihre Spiele ohne Ausnahme durchgeführt, während die unteren Mannschaften zum Teil aus den schon vorstehend erwähnten Tatsachen nicht antraten. Vezirksklasse. Tv. Wetzlar — Tv. H e u ch e l h e i m 9:1 (2:1). Die Heuchelheimer haben sich besser gehalten, als man erwartet hatte, ganz besonders in der 1. Halbzeit. Denn zu diesem Zeitpunkt hätte eine komplette Elf den Einheimischen sehr leicht das Nachsehen geben können. Nach der Pause hatten die Gäste ihr Pulver allerdings verschossen, so daß Wetzlar keine Mühd hatte, seinen Sieg sicherzustellen. Tv. Hochelheim — Tv. Münchholzhausen 6:6 (3:4). Hochelheim ging gleich mit 2:0 in Führung, mußte sich aber bis Halbzeit trotzdem noch 4:3 geschlagen bekennen. Nach der Pause kamen die Einheimischen immer mehr auf, so daß Münchholzhausen das Glück hatte, wenigstens noch einen Punkt zu retten. Hochelheim, das seine Mannschaft stark verjüngt hat, machte wieder eine sehr gute Figur. . ,, Tv Lützellinden - Tv. Roth 11:4 (4:3). Man war überrascht, welchen Widerstand die Gäste den Einheimischen in der 1. Halbzeit leisteten. Zu dieser Zeit sah es denn auch absolut noch nicht nach einem so hohen Sieg aus. Nach Halbzeit wurde es allerdings wesentlich anders. Lützellinden kam merklich ins Spiel und konnte Roth mit einer auch der Höhe nach vollkommen verdienten Niederlage nach Haufe schicken. I. Kreisklasse. Der Kampf um die Spitze wird von Sonntag zu Sonntag spannender. Hörnsheim, Groß-Rechten- bach und Niedergirmes dürften die Sache unter sich ausmachen, die zur Zeit auch ohne Zweifel die fpielstärkften Mannschaften darstellen. Tv. Hörnsheim — Tv. Garbenheim 18:5 (3:4). Ein ganz eigenartiges Ergebnis. In der Halbzeit ist Hörnsheim mit einem Tor im Rückstand, um dann am Schluß mit 13 Toren zu gewinnen. Es hat aber feine Bedeutung. Das eine Tor war vollkommen vereist, so daß beide Torleute keine Möglichkeit hatten, auch nur irgendwie ein- zugreifen. Diese Tatsache nahmen sich die Hörnsheimer Stürmer zur Notiz, schossen aus allen Lagen und verließen dann als sicherer und verdienter Sieger den Platz. Tv. Dorlar — Tv. Garbenheim 5:11 (1:4). Dorlar hatte abermals nur 9 Mann zur Stelle, so daß damit schon keine Chance für ein günstiges Abschneiden vorhanden war. Die Gäste nützten das geschickt aus und konnten einen ebenso sicheren, wie auch verdienten Sieg landen. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Niedergirmes 6:3 (4:1). Das interessanteste und vor allem auch aufschlußreichste Spiel kam in Groh- Rechtenbach zustande. In einer Art Vorentscheidung konnte Groß-Rechtenbach seinem Rivalen um die Tabellenspitze zwei wichtige Punkte abnehmen und sich dadurch weiter nach vorne arbeiten. Es war ein sehr schöner Kampf. Denn beide Mannschaften spielten äußerst fair, so daß auch der Schiri ein leichtes Amt hatte. Allendorf (Lumda) — Londorf 8:5. Die Londorfer mußten, trotz stärkster Aufstellung, eine in jeder Hinsicht verdiente Niederlage hinnehmen. Die technische Ueberlegenheit der Allendorfer Mannschaft ließ schon zu Anfang des Spieles ihren Sieg vermuten. Die 2:0-Führung von Londorf wurde bald ausgeglichen und bis zur Halbzeit auf 3:2 erhöht. Die schußkräftigen Stürmer von Londorf spielten zu engmaschig und behinderten sich dadurch selbst am Werfen. Außerdem fehlte es am Aufbau. Die Allendorfer Mannschaft hat mit diesem Sieg unter Beweis gestellt, daß ihr kein Gegner in ihrem Bezirk gewachsen ist. Allendorf ist jetzt Tabellenerster. In der II. Kreisklasse kam nur ein Spiel zum Austrag, und zwar: To. Allendorf (Lahn) — To. Wetzlar II 6:1 (3:0). Die Einheimischen standen erftmahg wieder komplett und konnten so die Gäste viel sicherer noch als das Ergebnis besagt, schlagen. In der Jugendklasse fielen sämtliche an- gesetzten Treffen aus. Eisläufen-die Mnlerfreude der Äsend. Auf dem fest zugefrore- ------------ —----- nen neuen Teich an der Schlageterstraße huldigt die Jugend dem Eislauf. Die große Eisfläche, die hier entstanden ist, gestattet es vielen Hunderten Besuchern, sich nach Herzenslust zu tummeln. Vielfältig ist das Leben auf dem Eise. Die Jugeiid jagt auf und ab und ahmt die Kunst der Fortgeschrittenen nach, dort wird das schnelle Eishockey gespielt und an wieder anderer Stelle das besinnliche Eiskegeln. Gießen hat mit diesem neuen Teich eine Eissportanlage, die ihresgleichen sucht. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 1900 1. Jugend — Bad-Nauheim 1. Jugend 1900 1. Schüler — VfB. Friedberg 1. Schulen 1900 2. Schüler — VfB. Gießen 2. Schuler Die Iugendabteilung der Spielvereinigung 1900 hat für die Feiertage ein reichhaltiges Programm aufgestellt. Am ersten Feiertag trifft die erste Jugend auf die gleiche Mannschaft des Spv. Wetzlar. Man wird hier den Gästen wohl ein kleines Plus zusprechen müssen, doch sind die Blau-Weihen in der Lage, auch ein schönes Spiel zu liefern. Die erste Schülermannschaft hat sich die Jungens aus Butzbach zu Gast geladen, und man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man hier mit einem schönen und spannenden Kampf rechnet. Auch auf eignem Platze empfängt die zweite Schülermannschaft die gleiche Mannschaft des Spv. Wetzlar. Die Kleinsten sollten wohl in der Lage sein, das Spiel für sich , FETeutonia" Watzenborn-Steinberg Sporto. Wehlar 05 — Teutonia Wahenborn- Steinberg 2:1 (0:0). Am Sonntag hatten sich die Teutonen etwas Großes vorgenommen, nämlich in Wetzlar (auf dem Platz des vorjährigen Meisters) zu gewinnen, um den Schluß der Tabelle immer mehr zu verlassen. In der ersten Halbzeit sah es nicht ganz so aus, denn Wetzlar war in der ersten Halbzeit mit dem Wind im Rücken leicht überlegen. Es gab zwar vor beiden Toren aussichtsreiche Situationen, aber zählbares blieb aus. Nach der Halbzeit ergab sich ein anderes Bild. Die Teutonen waren immer leicht im Angriff und es gelang auch dem Mittelstürmer Lang durch einen scharfen Schuß die Führung für seine Mannschaft zu erzielen. Seinberg blieb nun weiter tonangebend unb das zweite Tor lag in der Luft, als Lang die beiden Verteidiger umspielte und fünf Meter frei vor dem Wetzlarer Tor zu Fall gebracht wurde. Der fällige Elfmeter wurde nicht gegeben. Als nun eine Umstellung der Wetzlarer Mannschaft erfolgte, konnte Blech den Ball hoch zum Tor schießen und unglücklicherweise fiel er zwischen der Torlatte und den Fäusten des sonst sehr guten Torwarts Happel in das Dreieck. Dies war kurz vor Schluß, als dann die Wetzlarer Zuschauer zum ersten Male jubeln konnten und in der gleichen Minute kam das Verhängnis. Ein Eckball wurde von Wetzlar schön getreten, der Tormann umgerissen und der Ball wanderte fünf Meter vor dem Tor von Fuß zu Fuß, aber kein Spieler war in der Lage, ihn auf eine größere Entfernung fortzuschaffen, bis dann < endlich der Ball zum Tor befördert wurde und so die Teutonen auch den einen Punkt noch verlieren mußten. In der Folge kämpften die Teutonen aus das Unentschieden, das aber nicht mehr gelang. So verloren die Teutonen wieder eins von den vielen Spielen ganz knapp und der Sportverein war wieder einmal der glücklichere Sieger. Im Allgemeinen sah man aber die Teutonen (Happel-, Jung, Fett; Schäfer, Schmandt, Euler; Burger, Buß, Lang, Haas, Burk) wieder in sehr guter Form und konnte feststellen, daß es in den letzten Spielen ganz anders klappte, als in der Vorrunde. Sportverein 1920 Lollar. Fv. Wallau, Tabellenführer der Vezirksklasse, Gruppe Warbutg, in Lollar zu Gast. Ein schönes Spiel ist am ersten Feiertag auf dem Waldsportplatz in Lollar zu erwarten, wo sich die erste Elf des Spv. 1920, 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen mit dem Tabellenführer der Bezirksklasse, Gruppe Marburg, im Freundschaftsspiele trifft. Fußball im Turnverein Grohen-Linden Grohen-Linden I — VfB. Friedberg (Ligareserve). Am 2. Feiertag hat sich Grohen-Linden einen ganz großen Gegner verpflichtet. Es ist dies kein geringerer als die Reserve der Friedberger Bewegungs- spieler Den Gästen geht ein guter Ruf voraus, sie stehen in der 1. Kreisklasse Gruppe Friedberg an erster Stelle. Der VfB. Friedberg tritt in Großen- Linden mit folgender äußerst spielstarken Mannschaft an: Dechent; Rupp, Sauer; Ebner, Keßler, Eckhardt; Witzel, Süßenberger, Mase, Wingeseld, Engel. die Hersteller waren Inhaber einer mechanischen Werkstätte, in der sie über eine Presse von 40 Zentner Eigengewicht, über Stanzen, Schweih- apparafe und dergleichen mehr verfügen konnten. Als in emsiger Zusammenarbeit zwischen der Frankfurter Kriminalpolizei, der Hattersheimer Polizei und der Gendarmerie die Beweiskette geschloffen war, ist am vergangenen Samstag zugegriffen worden. Verhaftet wurden der 54 Jahre alte Heinrich Mook aus Hattersheim und dessen 23 Jahre alter Sohn Herbert, der bei seinem Vater in der mechanischen Werkstatt beschäftigt wird. Ferner der 52 Jahre alte Bruder Simon des oben genannten Heinrich Mook, der aber mit der Herstellung der falschen Fünf-Markstücke nichts zu tun hat, sondern für frühere Verfehlungen auf dem gleichen Gebiete in Frage kommt. Der Heinrich Mook betreibt feit 30 Jahren die mechanische Werkstatt in Hattersheim. Die Verhafteten stammen aus einer guten Familie, hatten früher auch ein gutgehendes Geschäft, unter anderen Dingen stellten sie auch Fahrräder fabrikmäßig her, doch war in der letzten Zeit der Verdienst außerordentlich gering. Heinrich Mook besitzt auch zwei Häuser in Hattersheim, die aber so hoch mit Hypotheken usw. belastet sind, daß sie eher als eine Last, denn als eine Einnahmequelle angesehen werden müssen. Die Gebrüder Mook verlegten sich schließlich auch auf die Ausnutzung von Erfindungen, und dabei scheinen sie den Rest ihrer beweglichen Habe vollkommen eingebüßt zu haben. Schließlich kam es soweit, daß Simon Mook in Hofheim im Taunus, wo er auch wohnte, Notstandsarbeiten verrichten mußte, um seinen Lebensunterhalt zu schaffen. Die Zinsen hergehenden Fälle sind der Polizei nicht bekannt gewesen, sie gehen aus dem umfassenden Geständnis des Herbert Wook hervor, der das Falschgeld in der Hauptsache vertrieb, aber keinen Pfennig für sich benützte, sondern alles ab- tieserte, damit die Schulden bezahlt werden konnten. Nachdem sie im Oktober sich das Flachmessing und die chemischen Artikel verschafft hatten — nebenbei bemerkt kiloweise, da sie über keine Mittel verfügten — fertigten sie zirka 15 0 falsche Fünfmark st ücke an, die so ausgezeichnet gearbeitet sind, daß sie mühelos von dem jungen Mook untergebracht werden konnten. Der Sohn fuhr mit seinem Fahrrad die Umgebung ab, wobei er auch bis nach Limburg, Mainz und Griesheim bei Darmstadt kam. Im ganzen wurde er bei den zirka 130 Stück, die er verausgabte, nur zweimal angehalten, einmal in einem Frankfurter Lebensmittelgeschäft, das ihm aber das falsche Fünfmark- stück einfach nur zurückgab, dann einmal bei einem Kleinhändler in Eddersheim. Dieser verfolgte ihn, mußte ihn aber laufen lassen, dabei fiel die Aktentasche und das Fahrrad des Herbert Mook den Verfolgern in die Hände. Daß war am 13. Dezember, während die Verhaftung erst am 21. Dezember erfolgen konnte, fo daß die Falschmünzer Zeit genug gehabt haben, die Beweismittel aus der Welt zu schaffen, was sie denn auch gründlich getan haben. Da sie aber ein umfassendes Geständnis abgelegt haben, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Die Verhafteten wurden heute dem Amtsgericht Höchst vor« geführt. irtschast. Oie Opel-Produktion 1935. Bisher 100 000 Vagen abgesehl. Fwd. Am 23. Dezember lief der 100 000. Wagen der Produktion der Adam Opel AG. 1935 vom Bande. Damit ist es einer Automobilfabrik in Deutschland gelungen, in einem einzigen Jahre 100 000 Automobile zu bauen und abzusetzen. Dies bedeutet insofern einen Markstein in der Entwicklung der deutschen Automobilindustrie, als es dadurch in Deutschland ein Werk gibt, das hinsichtlich seiner Produktionsziffer zu den größten Werken nicht nur Europas, sondern, von Nordamerika abgesehen, der Welt gehört. Die Abnahme des Wagens war von einem Festakt begleitet, bei dem Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, sowie die Verwaltung des Werkes und ein großer Teil der 18 000 Mann Opelbelegschaft zugegen waren. Von der bisherigen 1935er Opelproduktion entfallen 86 943 auf Personenwagen und 13 057 Wagen auf Last- und Lieferwagen. Der vorjährige Absatz der Opel-Werke betrug 1934 insgesamt 72 061 Wagen. Don den jetzigen 100 000 wurden 88 639 im Jnlande und 11361 (rund 9000) im Ausland abgesetzt. Die gesamte deutsche Automobilindustrie stellte 1930 zusammen 90 868, davon Opel 26127, 1932 = 50 275, davon Opel 20 981 Wagen her, für 1935 wird die Gesamtzahl der von der deutschen Automobilindustrie hergestellten Kraftwagen auf etwa 240 000 Wagen geschätzt. An diesen Ziffern ist der Aufschwung der Motorisierung Deutschlands eindeutig zu erkennen. Der 100 000. Opelwagen selbst, der 465 114. der Opelproduktion überhaupt, wurde zu Weihnachten unter der gesamten Belegschaft zugunsten des Winterhilfswerkes verlost. Das Los entschied für einen 41jährigen Arbeiter, der in der Preßabteilung als Schlosser beschäftigt ist. Nhein-Mainische Börse. Miltagsbörse weiter fester. Frankfurt a. M., 23. Dez. Bei geringem Ge- schäft war die letzte Börse vor den Weihnachtsfeier- tagen im Anschluß an den Wochenschlußverkehr weiter etwas fester. Auf Grund der vorliegenden günstigen Konjunktur- und Jndustrieberichte erfolgten seitens der Kundschaft einige Käufe, denen kaum Angebot gegenübevstand, während die Kulisse sich nur wenig am Geschäft beteiligte. An den Aktienmärkten ergaben sich zumeist Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. 5). IG. Farben erhöhten sich bei etwas lebhafterem Geschäft auf 148,50 bis 148,75 (148,13), Rütgers- werke gewannen 1,75 v. H. und Scheideanstalt 1 v. H. Von Elektroaktien setzten Gesfürel 2 v. $)., Siemens 1,25 v. H., Licht & Kraft 0,50 v. S). AEG. 0,25 v. 5)., Schuckert 0,50 v. H. und Felten 1 v. 5). höher ein. Am Montanmarkt befestigen sich Hoefch auf 83,75 (82,50), Stahlverein auf 73,75 (72,75), die übrigen Werte gewannen etwa 0,50 v. H. Im einzelnen gewannen Cement Heidelberg 1 v. H., Deutsche Linoleum 1,50 v. H. Muag 1 v. H., Daimler 0,50 v. H. und Reichsbank 0,25 v. H. Etwas schwächer waren Südd. Zucker mit 199,25 (200,25). Schiffahrts- und Zellstoffaktien lagen behauptet. Am Rentenmarkt war die Haltung bei kleinen Umsätzen ebenfalls fester. Altbesitz 110,25 (109,75), Komunal-Umschukdung 87,60 (87,40), späte Schuldbuchforderungen 96,90 (96,75), Zinsvergütungsscheine unverändert 91,50. Don Industrie-Obligationen erhöhten sich 6 v. H. Hoesch auf 104,25 (103,50). Am Auslandsrentenmarkt fanden Mexikaner etwas Interesse, 5 v. H. äußere Gold 12,65 (12,25), 4 v. H. Gold 7,60 (7,40), ferner 4 v. H. Ungarn Gold 9,05 (9). In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft allgemein sehr klein. Montanwerte waren noch etwas gesucht und leicht erhöht, so Stahlverein auf 74,25 nach 73,75, Hoesch auf 84 nach 83,75, ferner notierten Rheinstahl mit 103,75 (102,75) und Mannesmann mit 79 (77,13). Auf den übrigen Marktgebieten blieben die ersten Kurse unverändert, IG. Farben bröckelten auf den Anfangsstand ab. Höher lagen noch Jul. Berger mit 115,50 (114) und Gebr. Junghans mit 80 (79). An den Rentenmärkten ergaben sich im Verlaufe keine Veränderungen. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen still und unverändert. Von Staatsanleihen kamen 5,5 v. H. Pounganleihe nach Pause mit 102,50 (101,75) zur Notiz. Der Auslandsrentenmarkt lag später ruhig. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. ♦ Heute wurden nom. 13 200 RM. Vorzugsaktien Vereinigte Zellstoff- und Papierfabriken Kostheim- Oberleschen zu 70 v. H. öffentlich versteigert (die letzte Bewertung im Freiverkehr betrug 65 o. H. Brief). Abendbörse ruhig. Die Abendbörse hatte nicht nur wegen der längeren Derkehrsunterbrechung durch die Feiertage sehr ruhiges Geschäft, sondern es bestand nach den Befestigungen an der Mittagsbörse stärkste Zurückhaltung. Teilweise kamen einige Derkaufsaufträge heraus, so daß überwiegend leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. IG. Farben ermäßigten sich auf 148 bis 147,75 (148,40), ferner gingen die meisten Montan- und Elektroaktien um 0,25 bis 0,50 v. H. zurück. Etwas höher notierten andererseits Südd. Zucker mit 200 (198,50), Holzmann mit 87 (86,50) und Daimler Motoren mit 88 (87,75). Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos, aber aut behauptet. Don den im freien Verkehr gehandelten Werten nannte man Kommunal-Umfchul- düng mit 87,50 bis 87,60, Zinsvergütungsscheine mit 91,50 und späte Schuldbuchforderungen mit 96,90. U. a. notierten: Altbesitz 110,13, 6 v. H. Stahlverein 102,65, IG. Farbenbvnds 123,75, 6 v. H. Krupp 105, Commerzbank 84, Reichsbank 177,50, Harpener 109, Mannesmann '78,75, Hoesch 84,50, Rheinstahl 103,50, Stahlverein 73,75, AKU. 50,25, Daimler 88, Scheideanstalt 214, Licht & Kraft 127,25, IG. Farben 148 bis 147,75, Gesfürel 125, Hvlzmann 87, Metallgesellschaft 110, Moenus 78,40, RWE. 130, Schuckert 119,50, Südd. Zucker 200, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,25^ Hapag 14,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Dez. Auftrieb: Rinder 463 (gegen 989 am letzten Montagsmarkt), darunter 106 Ochsen, 32 Bullen, 229 Kühe, 96 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh. Auslandrinder (Oesterreicher) 94. Kälber 641 (407), Schafe 12 (72), Schweine 2779 (3331). Ueberstand: 22 Rinder, davon 19 Ochsen und 3 Kühe. Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen a) 43 (am 16. Dez. 43), b) 43 (43), c) 40 bis 43 (40 bis 43), d) 35 bis 38 (36 bis 39); Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (41 bis 43), d) — (38 bis 40); Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 34 bis 40 (34 bis 40), c) 28 bis 33, (26 bis 33), d) 21 bis 27 (18 bis 25); Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 41 bis 43 (41 bis 43), d) 37 bis 40 (34 bis 40). Kälber, andere a) 72 bis 76 (70 bis 76), b) 65 bis 70 (64 bis 68), c) 57 bis 64 (55 bis 63), d) 48 bis 56 (42 bis 55). Härnrnel und Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktverlauf: Rinder gute Qualitäten lebhaft, geringe vernachlässigt. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Härnrnel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch- und für Fettwaren: Beschickung: 416 Viertel Rindfleisch, 109 ganze Kälber, 19 ganze Härnrnel, 2440 halbe Schweine, 4 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in Reichsmark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77 c) 67 bis 75; Bullenfleisch b) 74 bis 77; Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68; Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter, höchster Preis 80, Flomen, höchster Preis 80. Marktverkauf: ruhig. Der nächste Viehmarkt findet am Montag, 30. Dezember, statt. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 23. Dez. Infolge des Frostes hat sich das Gemüse angebot verringert. Für Es- karol, Feldsalat und Rosenkohl war die Nachfrage gut, im übrigen blieb sie bei kaum veränderten Preisen schleppend. Ausl. Blumenkohl und Eskarol hatten flotten Absatz. U. a. notierten: Blumenkohl Steige 12 und 18 Stück 6,00 bis 7,00 ital., Eskarol 5 bis 16, Steige 18 und 24 Stück 3,25 bis 3,50 ital., Feldsalat groß 40 bis 50, klein (Mistbeet) 80 bis 90, Gewürzel gr. Bdl. 35 bis 45, Karotten 4 bis 5, do. frische 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 23 bis 27, Rote Rüben 4 bis 7, Rotkraut 9 bis 10, Sellerie je n. Gr. 5 bis 30, do. 50 Kilogramm 8 bis 12, Spinat 10 bis 16, Tomaten Steige 10 Kilogramm 4,50 bis 5,00 Canar., Weißkraut 4 bis 6, Wirsing 5 bis 10, Winterkohl 7 bis 8, Zwiebeln 10 bis 12. Der 0 b ft m a r 11 hatte weiterhin sehr gutes Aepfelangebot, wobei Durchscknittsware überwog. Birnenangebot gering. Nachfrage nach besseren Sorten gut, Durchschnittsware schleppend. Preise nahezu unverändert, la Auslesen über Notiz. U. a. notierten: Aepfel I 25 bis 30, II 16 bis 20, Goldparmänen 18 bis 30, Luiken 18 bis 22, Renetten 20 bis 28, Apfelsinen blond 15 bis 22 span., kernlos 25 bis 32 span., blond 17 bis 18 ital., Birnen I 20 bis 25, II 18 bis 20, Pastoren 15 bis 20, Mme. Vert6 20 bis 25, Erdnüsse 5 Pfd.-Paket 2,50, Haselnüsse 26 bis 35 ital., Mandarinen 23 bis 25 span., Walnüsse 28 bis 30 rum., 22 bis 24 bulg., 50 franz., 30 bis 36 ital., Zitronen Kiste 300 und 360 Stück 8,00 bis 8,50. Frankfurter Getreidebörse. 22,45, R 15 22,80,, gramm in Ma ) Mark Frachtaus- Waggonbezug. Weizenfuttermehl | Kirchliche Nachrichten Hauptgottesdienst; Kollekte. Münzenberg. 5: Cufasfaal (Lieblgstrahe 56, Hinter- Weber. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,10, gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 bis 2,95, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,70. Die notierten Preise sind Großhandelspreise je 50 Kilo, gramm in Mark Frachtparität Frankfurt a. M. bei 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,45, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlaa 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnuhkuchen m. M. 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 8,80, Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,70 big 9,00, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,60 bis 3,80, do. (gebündelt) 3,50 bis 3,70. gebäube). 13: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bech- tolsheimer. — Wieseck. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für den Kleinkinderschulfonos — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Annerod. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Rödgen. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Konfirmanden- chors; Kollekte; 16: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes (2. Abteilung); Kollekte— Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte; 16: Weihnachts-Kindergottes- dienst; Kollekte. — Treis a. d. Lumda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst (Frauen- und Mädchenchor), anschließend Hel- (friih): Christmette mit „Herr Gott, dich loben wir"; Beichte und hl. Abendmahl für die Jugend; Kollekte; 11: Gottesdienst; Kollekte; 19: Weihnachtsfeier; Kollekte. — Trais-Münzenberg. 9: Gottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für die Jugend; Kollekte. — Langd. 13: Gottesdienst; anschließend Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beifsberg. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; Kollekte. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 10: Hauptgottesdienst. — Alten-Vufeck. 10: Gottesdienst (Frauenchor), Kollekte; 19.30: Weihnachtsfestspiel; Kollekte. — Hungen. 10: Festgottesdienst; anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; 19: Abendfeier mit Krippenspiel. Baptislengemeinde (Garlenstraße 13). 1. Weihnochtsfeiertag, 25. Dezember. 9.45 Uhr: Prediger Lotz. 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 9.30: Propst Knodt; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde; 17: Mr. Becker; Liturgischer Gottesdienst. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst. — Pelruskapelle. 9.30: Pfarrassistent Frankfurt a. M., 23. Dez. Dor den Feiertagen konnte sich kein Geschäft mehr entwickeln, die Markt- und Preislage blieb gegen den letzten Markttag unverändert. In Brotgetreide war das Angebot etwas geringer, aber völlig ausreichend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 205, w 16 208, W 19 212, W 20 214; Roggen R 12 168, R 15 171, R 18 171, R 19 177, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte —, Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Hafer — Weizenmehl W13 28,05, W 16 28,30, W19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R12 OA R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 „ , gleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl ferDorbereitung für den Kindergottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottes- dienst. — Lich. 9.45: Beichte; 10: Pfr. Dr. Heymann; bl. Abendmahl; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Stiftsdechant Kahn (Lich); Kollekte. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; Kollekte; 14.30: Trauungsgottesdienst; Kollekte. — Trais-Münzenberg. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Langd. 10: Gottesdienst. — Reinhardshain. 10.30: Gottesdienst. — Beltershain. 12.30: Gottes- dienst. — Beitsberg. 18: Christvesper. — Kirtorf. 10:, Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 13: Hauptgottes.' dienst. — Vahenborn-Steinberg. 10: Hauvtgottes- dienst mit Posaunenchor. — Bettenhausen. 13: Hauptgottesdienst, Stiftsdechant Kahn (Lich), Kol- fefte. — Alten-Vufeck. 10: Gottesdienst (Posaunenchor); Kollekte. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Hungen. 10: Festgottesdienst; nachmittags Hausabendmahle. Baptiftengemeinde (Gartenftraße 13). 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember. 15.30 Uhr: Kindergottesdienst, Weihnachtsfeier. katholische Gemeinden. Mittwoch, den 25. Dezember: Weihnachtsfeft. Gießen. 5 Uhr: Christmette; 6: Deichte; 6, 6.30, 7, 8 hl. Messen; (in der Christmette und in allen Messen wird die hl. Kommunion ausgeteilt); 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Beichtgelegenheit; 17.30: Vesper mit Segen; 19: Beichtgelegenheit. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Dredigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 7: Hochamt; Beichte; 10: Hochamt und Predigt; 14: Vesper. — Lich. 6: Christmette; 10: Hochamt; 14: Vesper. — Ridda. 6: Christmette; 8.15: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, 26. Dezember. Fest des hl. Stefanus. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe; 17.30: Festandacht mit Segen. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lautrach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 14: Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 27. Dezember. Lich. 8 Uhr: Hochamt. — Laubach. 7.30: Messe. Reuapoflolifche Gemeinden. händelstraße 1 — Lderstraße 13. 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30 Uhr: Predigt. 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. 20.30 Uhr: Predigt. Veffentttcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpost amt: Für Schließfachabholer 1 dis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. 1. Weihnachtsfeiertag. Aerzte: Dr. Neurnann-Spengel; Sanitätsrat Dr. Schliephake. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Pelikan-Apotheke. 2. Weihnachtsfeiertag. A e r z t e : Dr. Geyer; Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Evangelische Gemeinden. 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 17: Studienrat Dr. Unverzagt. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Allen Friedhofs. 6.30: Christ- mette; Pfr. Ausfeld; 9.30: Pfr. Anthes. — Petrus- kapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Wieseck. 10: Hauptgottesdienst (Gesangsabteilung des Turnvereins); Kollekte für kirchliche Arbeit im Heiligen Lande; 17.30: Christvesper (Chorschule) mit Weihnachtsfeier der Kinderkirche. — Steinbach. 10: Festgottesdienst unter Mitwirkung des Ev. Frauenchors; Kollekte. — Albach. 12.30: Festgottesdienst und Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst; Kollekte; 18: Christvesper; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 16: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes (1. Abteilung); Kollekte. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; 16: Liturgischer Weihnachtsgottesdienst; Kollekte. — Treis a. d. Lda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl; Kollekte; 18: Liturgische Weihnachtsfeier (Kirchen- chor, Posaunenchor, Schülerchor). — Klein-Linden. 10: Gottesdienst (Nationale Sängervereinigung); Kollekte; 13.30: Gottesdienst; Kirchenchor. — Gar- benleich 10: Gottesdienst (Kinderchor). — hausen. 13: Gottesdienst (Frauenchor).— Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst mit Kirchenchor; 16: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes. — Lich. 10: Stiftspfarrer Kahn; 14: Stiftspfarrer Naumann; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche; Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Beichte; hl. Abendmahl; 17: Liturgische Weihnachtsfeier. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte; 19: Christfeier; Kollekte. Langsdorf. 11: Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. $ranirurt a. J)L Berlin (Schlußkurs (Schluyl. Abend- börse Schluß- kurs Schluß/. Mittag- börse Datum 21-12 23 12 21 12 23 12- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100.4 100,5 100.5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97 97 97 97 b'/r% Doung-Anlethe von 1930 .. 102,5 102,65 103 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 109,75 110,13 109,9 110,1 4*/,% Deutsche Reichsvostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 1929 100 100 100 99,9 (rückzahlb. 102%)............ 96,75 96,75 96,75 96,75 41/i% ehern. 8% Hessische Landes- banl Darmsdadt Gold R. 13.... 96,25 96,25 96 96,25 6y2% ehern. 4^% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,75 100,65 _ _ 4*/i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 92 92 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. —■ _ _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 112 112,4 112,25 112,13 4y2%ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,4 96,4 _ 5Yi% ehern. 4'/z% Franks. Hyp.> Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 100,75 100,75 _ _ 6y2% ehern. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 100,65 100,75 100,65 100,9 4’/2% ehern. 8% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4’/:% ehern. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 84-38 107,9 107,9 107,9 107,9 4% Oesterretchtfche Goldrente.... — _ 28,65 28,75 4,20% Österreichische Silberrente 1,2 1,2 — —— 4% Ungarische Goldrente....... 9 9,05 9,05 9,1 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9 8,85 8,9 8,95 4’4% desgl. von 1913.......... 9 9 9 9 5% abgest. Goldmexikaner von 99 12,24 12,65 12,5 12,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Sirte 1..................... 9,5 9,5 Ziankfurt a.M Berlin Schluß« für* Schluß!. Abend- hörfr Schlußkurs Schluß!. Mittag» bör'e Oatum 21 12 23-12 21 12 23-12- 4% desgl. Serie II ........... 9,5 9,5 — — 5% Ruman. vereinh- Rente v. 1903 5,8 5,8 — — 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,5 8,5 8.7 8,8 4% Rumänische vereinh. Rente 4,75 4.8 4,75 4.8 2^% Anatolier............ 38,75 39 39 39 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,75 14,75 14,9 14,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — —— — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,13 16,13 16.13 16,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 84,4 85 84,75 85,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 114 114 114 114,25 Commerz, und Prival-Bank ... 0 83.75 84 83,75 84 Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................ 0 82,5 83 82,5 83 Dresdner Bank.............. 0 83,25 83,25 83,25 83.25 Reichsbank ................ 12 177 177,5 177 177,5 Ä.E.G...................... c 34,5 34,75 34,65 34,75 Bekula.................... 10 134 134 134,25 134,13 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 110,5 112 111 112 Licht und Kraft ........... gy. 126,5 127,25 127,5 123,5 Felten & Guilleaume......... 4 108 109 108,75 109,5 Besellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 123 125 123,9 125,5 Rheinische Elektrizität ........ Rhein. Wests. Elektr.......... 6 6 129,65 125 130 130 124,75 130 Schuckert LEo............... 4 119 119,5 119 119,75 Siemens L Halske............ 7 163,75 165 164,9 165,25 LahmeyerLEo.............. 7 121,5 119,5 121,5 120,25 Buderus ................... 4 92,75 94,5 93 93,5 Deutsche Erdöl .............. 4 103,75 104,5 104,5 104,9 Harpener................... O 109 109 109,75 109 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 8 82,5 84.5 83,65 84,75 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........ « 125,5 125,5 125,65 125,13 Klöcknerwerke ............... 8 79,25 79,75 79,13 80,25 Mannesmann-Röhren........ O 77,13 78,75 77,75 79,13 Aranksun a. M. Berlin Schluß» kurs Gchlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse <)otum 21 12- 23 12- 21 12- 23-12 ManSfelder Bergbau...... .. 5 — 118 117,75 117,5 Kokswerke............... .. 6 — — 114 115,25 Rheinische Braunkohlen ... . 12 210 209,5 208,25 210 Rheinstahl ............... .. 4 102,75 103,5 103 103,9 Bereinigte Stahlwerke..... .. O 72,75 73,75 73 73,9 Ltavi Minen ............. .. 0 17,65 17,9 17,9 17,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 120,5 121,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 117,5 118 116,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 H — 176 175.25 174 I- G. Farben-Jndustrie..... .. 7 148,13 147,75 148,13 148,4 Scheideanstalt............. .. 9 213,5 214 Goldschmidt .............. .. 5 105,5 106,75 105,75 106,75 Rütgerswerke ............. .. 6 111.5 113,25 112,75 113,75 Metallgesellschaft........... .. 4 110 110 110 110,4 Philipp Holzmann........ .. 4 85,5 87 85,13 86,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 116,25 117,25 Cemenlroerf Karlstadt....... .. 6 128 128 - Schultheis Patzenhofer .... .. 4 — _ 100,13 100,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 50,4 50,25 50.5 50,5 Bemberg................. .. 6 101 101 101 101 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 116,5 116.5 116 116 Hellstofs Aschaffenburg ..... .. O 79,9 79,5 79.5 79,25 Dessauer Ga« ............ .. 7 #— —— 117 117,5 Daimler Motoren.......... .. O 87 88 87 87.75 Deutsche Linoleum......... -. 8 136,25 137,25 135,75 137,5 Orenstein L Koppel ........ .. O 73,5 74,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 24,75 24,75 24,9 24,75 Chade .................... 71/, 281,5 282 281 282,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 167 167 166 167,75 Eonti-Gummi............. 8 159,5 159,65 160 159,25 Gritzner............... .. o 24,5 23,5 22,75 23 Mainkraftwerke Höchst a.M.. 4 87,25 87 - Süddeutscher Zucker....... - io 200,25 200 200 198,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Banknoten. 21 .Dezember 23.Dezember Amtliche Geld Notierung Srief Amtliche Notierung Geld 1 25rief _ Buenos Btre-- 0,677 0,681 0,677 0,681 Brüssel .... 41,87 41,95 41,86 41,94 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 3.047 3,053 Kopenhagen. 54,72 54,82 54,75 54,85 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,255 12,285 12,26 12,29 Heljingsor».. 5,395 16,385 5,405 16,425 5,40 16,38 5,41 16,42 Holland .... 168,53 168,87 168,50 168,84 Italien ..... 19,98 20,02 19.98 20,02 Japan ...... 0,715 0,717 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Lslo..... : 61,53 61,65 61,56 61,68 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,115 11,135 11,12 11,14 Stockholm... 63,18 63,30 63,21 63,33 Schweiz ... 80,64 80,80 80,67 80.83 spanten... 33,97 34,03 33,97 34.03 Prag....... 10,285 10,305 10,28 10.30 Budapest .. —— — Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Herlin,23-Dezember (»eio 2)ne- __ Amerikanische Roten.............. 2.438 2,458 Dänische Noten ................. 54,54 54,76 Englische Noten ................. 12,225 12,265 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16.33 Iga no 16.39 168-76 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,40 61,64 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 63,04 63,30 Schweizer Noten................. 80,49 80,81 Spanische Noten................. 33,61 33,75 Ungarische Noten ................