M. 223 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 24. September 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte I Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11086 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'jche Untoerstläts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. 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Der „3ouc“ fügt hinzu, daß tnnn besonders eingehend über den Abschluß eines Luftpaktes und über die „österreichische Unabhängigkeit- gespro- Das Genfer Fiasko. Die Geschichte der Genfer Bemühungen um bi# Aufrechterhaltung des Friedens in der Welt ist um eine Enttäuschung reicher geworden. Der Beschluß des mit der Regelung des italienisch-abessinischen Konfliktes beauftragten Fünfer-Ausschusses, die Vermittlungsverhandlungen abzubrechen, ist ein neues Eingeständnis der Unfähigkeit, mit den Genfer Methoden der Kommissionsberatungen praktische Er- olge in der internationalen Friedensarbeit zu er- sielen. Die innere Krise des Völkerbundes ist durch ras Mißlingen der Schlichtungsoerhandlungen erheblich verschärft worden. Mögen einzelne Mächte auch in den jeweiligen Entscheidungen von Völkerbundsausschüssen einen Erfolg für sich sehen, so wird es andererseits doch immer wieder Mitgliedstaaten geben, die das genaue Gegenteil behaupten. Die Kommentare, mit denen die italienischen und englischen Zeitungen des Begräbnis des Fünfer- Ausschusses begleiten, sind dafür ein sprechendes Beispiel. Sie zeigen besser als alle schönen Programmreden am grünen Tisch des Glaspalastes die tatsächliche innere Unwahrhaftigkeit und die Unfähigkeit der Genfer Institution. Die Tätigkeit des Fünfer- Ausschusses bildete ge- wiß nur eine Episode in der Verfallsgeschichte des Völkerbundes, aber selbst ihr rein negatives Ergebnis kann für die künftigen Geschicke der Genfer Großmächte entscheidende Bedeutung erlangen. Dem Ausschuß ist nur ein kurzes Leben beschieden gewesen. Er wurde am 6. September dieses Jahres durch den Völkerbundsrat gebildet, um die Gesamtheit der italienisch-abessinischen Beziehungen zu prüfen und um eine friedliche Lösung zu suchen. Dem Komitee gehörten England, Frankreich, Polen, Spanien und die Türkei an, den Vorsitz führte der spanische Delegierte Madariaga. Schon die Einsetzung des Ausschusses konnte als ein Erfolg der englischen Diplomatie und der von ihr gepredigten Dölkerbundsthese angesehen werden. Italien hat' von vornherein sehr stark gegen dieses Komitee opponiert und auch nicht an der öffentlichen Ratssitzung teilgenommen, der der Fünfer- Ausschuß sein Entstehen verdankt. chen habe. Der englische Minister habe Laval mit- geteilt, daß seine Regierung bereit sei, eine ganze Reihe von Abkommen mit Frankreich zu treffen, um eine dauernde und aktive franzö- sisch-englische Zusammenarbeit in Europa zu gewährleisten. Lden habe zugegeben, daß die englische Diplomatie im Laufe der letzten Jahre eine Reihe von Irrtümern begangen hätte. England, so habe er im großen und ganzen erklärt, habe zwar lange gebraucht, um den Wert der kollektiven Sicherheit zu erkennen, die letzten Er- eignisse hätten ihm jedoch die Augen geöffnet, und man erkenne jetzt die Notwendigkeit einer solchen Politik, sowohl in Afrika als auch in Europa an, und sei bereit, in dieser Richtung sehr weitgehende Verpflichtungen zu übernehmen. Bericht an den Völkerbund. Italiens Ansprüche machen Fortsetzung der Vermittlung aussichtslos. Genf, 23. Sept. (DRV.) Der Fünfer-Ausschuß Hal am Montagvormittag beschlossen, am Diens- t a g wieder zusammenzutreten, um einen Bericht an den V ülker bundsrat auszuarbeiten, in dem das Mißlingen der Schlichtungsoerhandlungen festgesiellt werden soll. Die Sitzung begann mit einem Bericht des Vorsitzenden Madariaga über seine Unterredung mit A l o i f!, der lediglich die Ablehnung des Entwurfes des Fünfer-Ausschusses im einzelnen begründete und nicht etwa eigene Vorschläge unterbreitet hat. Dabei hat Aloisi zum erstenmal. wenn auch in diplomatischer Form, den Umfang der italienischen Ansprüche umschrieben: lic werden von den Mitgliedern des Ausschusses dahin aufgefaßt, daß Italien die sog. „geraubten Gebiete Abessiniens" für sich beansprucht, sowie Ferner die politische und militärische Ueberwachung des gernlandes von Abessinien verlangt. Bei dieser Sachlage er- 1 chien eine Fortsetzung der Vermittlungsver- ^anblungen aussichtslos. Die Vertagung des Ausschusses auf Dienstag vormittag soll den Mit- gliedern des Ausschusses die Möglichkeit geben, sich mit ihren Regierungen ins Benehmen zu sehen. Abessinien hat zuaesiimmt. Der Fünferausschuß hatte noch von der abes - i n i s ch e n Antwort Kenntnis genommen, in der die Vorschläge des Fünferausschusfes als Verhand- itungsgrunblage angenommen werden. Die abessinische Antwort unterstreich den Grund- «tz, daß die Hilfeleistung und Mitarbeit des Völ- erbundes kollektiv und international i «ein müsse. Sie hebt ferner als besonders wichtig ! hervor, daß dem Kaiser von Abessinien ausdrücklich Mas Recht zuerkannt worden fei, nach freiem Ermessen jeden Ratgeber auszufchalten, : der nicht fein volles Vertrauen genießt. Hinsichtlich des Gebietsaustaufches an der Somaliküfte stellt die abessinische Regie- •una mit Befriedigung fest, daß ihr dieser Vorschlag licht im Namen des Völkerbundes um soll nach fünf Jahren vom Völkerbundsrat revidiert werden können. Zum Schluß erklären die Vorschläge, die Vertreter Frankreichs und Englands hätten dem Fünferausschuß mitgeteilt, daß sie bereit wären, als Beiträge zur friedlichen Regelung des italienifch-abeffi- nischen Streites gewisse Gebietsoeränderungen zwischen Italien und Abessinien zu erleichtern, und zu diesem Zweck Abessinien gewisse Opfer in der Gegend der Somali- k ü st e zu bringen. Frankreich und England seien bereit, Italien ein besonderes Interesse bei der wirtschaftlichen Erschließung Abessiniens zuzuerkennen, vorausgesetzt, daß die Belange gewahrt werden, die Frankreich und England durch die geltenden Abkommen zuerkannt sind. Der britische Votschaster bei Mffolini. Rom, 23. Sept. (DNB.) Mussolini empfing am Montagabend den englischen Botschafter Sir Eric Drummond. Der Botschafter, der in der letzten Zeit nur mit Staatssekretär Suvich verhandelt hatte, überbrachte Mussolini eine persönliche Botschaft des englischen Außenministers. Reuter glaubt, daß der Botschafter die Zusicherungen wiederholt habe, die er am Freitag dem Staatssekretär Suvich über die Bewegungen britischer Kriegsschiffe im Mittelländischen Meer gegeben habe. Ward Price meldet der „Daily Mail", Suvich habe ihm mitgeteilt, der britische Botschafter habe Mussolini auch erklärt, daß die britische Regierung keinerlei Feindseligkeit gegenüber Italien empfinde. Sie bekümmere sich lediglich um die Aufrechterhaltung des Ansehens des Völkerbundes, ssabneltsbefprechuna in London London, 23. Sept. (DNB.) Am Montagnachmittag fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Baldwin in der Downingstreet eine Besprechung der führenden Kabinettsmitglieder statt, die etwa eine Stunde dauerte und ausschließlich der Vorbereitung der für Dienstagvormittag einberufenen Vollsitzung des K a- binetts galt. In dieser Besprechung dürsten voraussichtlich die Richtlinien für die Haltung vorgezeichnet worden sein, die der Vertreter Englands auf der bevorstehenden Ratstagung nach der Ablehnung der Vorschläge des Fünferausschusses durch Mussolini einnehmen soll. In den frühen Abendstunden fand im Hause des Ministerpräsidenten eine wei - tere Vorbesprechung statt, an der diesmal auch die Chefs der drei Wehrmini ft e- r i e n, sowie der Stabschef der englischen Luftstreitkräfte, Luftmarschall Sir Edward Ellington, teilnahmen. verkannt seien. , Havas meldet aus Addis Abeba:Die abesstmsche Regierung weigere sich, Gebietsteile abzutreten, die !‘ine Verbindung zwischen Jtalienisch-Somaliland und Eritrea ermöglichen Sie weigere sich ferner, •iner Abrüstung der abessinischen Streitkräfte zuzu- titmmen. In einer Ministerbesprechung unter dem Vorsitz des Negus sei festgestellt worden, daß die abessinische Regierung den Wunsch habe, dem vom Völkerbund v o r g e s ch l a g e n e n Weg zu folgen. Sie werde sogar im Falle eines italienischen Angriffes die Truppen weit von der Grenze zurücknehmen, um durch diese Maßnahme den Beweis ihres guten Willens „bzulegen. Selbstverständlich schließe eine solche Haltung eine spätere Verteidigung nicht aus. Das Echo in Paris. Paris, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nachdem her Fünfer-Ausschuß die Abessinien-Angelegenheit m Die Hände des Völkerbundsrates zurückgelegt hat, rechnet man in Paris nicht mehr mit der Möglichkeit einer -Friedlichen Beilegung des Streitfalles. In dieser Annahme werden die Blätter noch durch die Berichte Aber b i e Unterredung zwischen Laval und Aloisi einerseits und Laval und Eden inbererfeits bestärkt. Laval soll sich voll und ganz her englischen Auffassung angeschlos - e n haben und Baron Aloisi die heftig st en B o r w ü r s e über den Ton der italienischen „Gegen- -orschläge" gemacht haben, die angesichts der auf* gewandten Mühe, eine friedliche Beilegung herbei- iuführen, mindestens in einer anderen Form hätten vorgebracht werden können. Der „Jour" fragt besorgt, ob der Völkerbundsrat nunmehr Maßnahmen ergreifen werde, d i e I t a • ien endgültig von Genf fernhalten würden. Durch den Beschluß des Fünfer-Ausschusses, iie Angelegenheit in die Hände des Dölkerbunds- rates zurückzugeben, entferne man sich von der einigen bisher noch vorhandenen Aussicht, Italien für iiin internationales Vorgehen in Abef- inien zu gewinnen. Man laufe jetzt Gefahr, daß Italien die Verwirklichung feiner berechtigten Dünsche im Rahmen des Dolkerbundpaktes für unmöglich erachte, und gerade dieser Umstand könne m einem endgültigen Abbruch der Be- i iehungen führen. . Man glaubt in Pans nicht, daß England an militärische Sanktionen denke. Eden soll loem französischen Ministerpräsidenten die Gründe Dargelegt haben, die ffnnfanb r- b»r Auffassung Was Italien abgelehnt hat. Die Vorschläge des IüuferauSschusseS sahen Reform der abessinischen Verwaltung unter Mitwirkung und Au sicht des Völkerbundes, ein internationales Polizei« korps zum Schutz der Ausländer und der Grenzgebiete und besondere Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen Italiens vor. verbreitet werde, der für Gebietsveränderungen nicht ! uftänbig fei, fonbern von Frankreich unb gnglanb zu dem einzigen Zweck, zur friedlichen Regelung des italienifch-abefsinifchen Streites beb utragen. Die abessinische Regierung erneuert ihre Bereitwilligkeit, über Gebietsveränderungen, die für alle interessierten Staaten von Vorteil sein sollen, u verhandeln. Wenn die abessinische Reaierung in Zukunft mit Italien wirtschaftliche Abkom- nen abschließen sollte, so würden diese Abkommen gewissenhaft alle Rechte achten, die den Staatsan- gehörigen oder Schutzgenossen aller Vertragsstaaten die „Bemerkungen" des Barons Aloist würden den Fünfer-Ausschuß zu neuen Vorschlägen veranlassen. Da der Ausschuß sich dazu nicht bereit gefunden habe, deuteten die Italiener jetzt an, ihre Anregungen seien „inoffiziell" gewesen, unb somit sei roieber eine Atemp ause gewonnen. Der Ausbruck „inoffiziell" habe bei bem Manövrieren um Positionen währenb ber letzten Zeit eine große Rolle gespielt. Auf jeben Fall werbe ber Fünfer-Ausschuß, falls keine neue Wendung eintrete, am Mittwoch ober Donnerstag bem Völker- bunbsrat seinen Bericht vorlegen. Die britische Delegation wünsche nicht, bie Italiener ungehörig zu drängen oder bem Völkerbunbsrat ihren eigenen Standpunkt aufzunötigen, sie sei aber entschlossen zu verhindern, daß das Verfahren auf Seitenwege abgelenkt ober allzu sehr in bie ßänge gezogen werde. Es gelte, daran zu erinnern, daß der Streit im Notfall jeder Zeit der Völkerbundsversammlung überwiesen werden könne. Das Völkerbundssekretariat veröffent- lichte den vollständigen Wortlaut der Vorschläge des Fünferausschusses. Die Vorschläge gehen davon aus, daß es Aufgabe des Ausschusses sei, eine D e r h a n d 1 u n g s g r u n d l a g e zu finden, die sich von dem Grundsatz der Unabhängigkeit uni) gebietsmäßigen Unversehrtheit unb ber Sicherheit aller Mit- gliebs floaten b es Dölkerbunbes leiten lasse. Da für alle Völkerbunbsmitglieber bie Verpflichtung bestehe, bie Unabhängigkeit ber anberen Mitglieber zu achten, müsse feber Hilseleistungsplan vorher bie Zustimmung ber abessinischen Regierung erhalten. Zur Reform ber Verwaltung sollen ausländische Sachverstänbige nach Abessinien gesanbt werben mit bem Auftrag, ein P o - lizei- und Genbarmeriekorps zu bilben. Es soll über bie Ausführung ber Gesetze wachen, bie bie Sklaverei verbieten unb bas Tragen von Waffen für Personen, bie nicht zum Heer ober zu ben Polizei- unb (Senbarmeriefräften gehören, genauen Vorschriften unterwerfen. Weitere Aufgabe biefer Polizei wäre bie Sicherung ber Stäbte, in benen Europäer anfäf» s i g finb: Abbis Abeba, Direbaua unb Harrar, ferner bie Aufrechterhaltung ber Sicherheit in ben landwirtschaftlichen Gegenben. wo Europäer in größerer Zahl ansässig sind. Schließlich würde diese Polizei die Ordnung an den Grenzen des Reiches aufrecht erhalten unb bie Nachbar- gebiete vor Ueberfällen schützen. Die Auslänber sollen bie Möglichkeit erhalten, am Ausbau bes Wirtschaftslebens teilzunehmen. Zu biesem Zweck sollen bie Fragen bes Grunbbesitzes, bes Bergbaues, sowie bie Ausübung ber Hanbels- unb Jnbustrietätigkeit geregelt werben. Auf bem Gebiete bes Außenhanbels soll wirtschaftliche Gleichstellung mit ber Bebingung ber Gegenseitigkeit vorgesehen werben. Es sollen 33er« binbungsroege unb ein mobernes Post-, Telegraphen- unb Fernsprechwesen geschaffen werben. Auf bem Gebiet ber Finanzen ist Einführung eines mobernen Haushalts- unb Steuersystems, Schaffung staatlicher Monopole sowie Prüfung von Anleihen vorgesehen. Weitere Punkte bes Reformprogramms betreffen bie Justiz, insbesondre bie sog. gemischte Gerichtsbarkeit, bie für Angelegenheiten zwischen Auslänbern und Abessiniern zustänbig ist, ferner Unterricht unb Gesundheitspflege. Es soll ein Zentralorgan geschaffen werden, dem vier Hauptberater, nämlich bie Leiter bes Polizei- unb Genbarmeriewesens, ber Wirt- schafts-, ber Finanz- unb ber Justizabteilung angehören würden. Das gesamte ausländische Personal wäre im Einvernehmen mitdem Kaiser von Abessinien zu ernennen. Der oberste Vertreter bes Völkerbundes hätte mindestens einmal tm Jahr- on d"n Völkerbund zu berichten. Der Plan Unter lebhaftem diplomatischem Geplänkel fanden bann eifrige Beratungen im Schoße biefes Ausschusses statt, bie sich schließlich am 17. September zu bestimmten Vorschlägen verbichteten. Man erfuhr, baß b r e i verfchiebene Vorschläge formuliert worben waren. Der erste enthielt ben Plan eines internationalen Beistanbes für Abessinien burch ben Völkerbund. Der zweite war eine französisch-englische Vereinbarung, die die wirtschaftlichen Sonberinteressen Italiens in Abessinien unter Vorbehalt ber Sicherung französischer unb englischer Interessen anerkannte. Der dritte, ebenfalls eine französisch- englische Vereinbarung, enthielt gebietsmäßige Zugestänbnisse Frankreichs und Englands an Abessinien — darunter einen Zugang Abessiniens zum Meer bei Zeila — unter der Bedingung, daß Abessinien ebenfalls territoriale Zugeständnisse an Italien gewähre. Diese drei Vorschläge waren eine ins Blaue hinein geleistete Arbeit, die nur den einen Zweck hatte, bie Lage ber einen Partei ber anberen Partei gegenüber moralisch unb taktisch zu stärken. Denn barüber waren sich weber bie fünf Ausschußmitglieber noch die übrigen Völkerbundsstaaten von vornherein im Unklaren: Mussolini mußte diese Vorschläge a b l e h - n e n, da sie ben von ihm ausgestellten kolonialen Zielen in keiner Weise entsprachen. Am 21. September erfolgte bann auch prompt bie italienische Ablehnung. In ber Tatsache, baß ber Beschluß bes römischen Ministerrates ben Fünfer-Ausschuß mit befonberen münblichen Erläuterungen mitgeteilt würbe, glaubte zwar bie französische Presse ben Anlaß zu einer optimistischeren Betrachtungsweise ber Entwicklung zu finben, aber bie inzwischen erfolgte Feststellung bes gänzlichen Scheiterns unb ber Aussichtslosigkeit aller weiteren Verhanblungen hat auch bie letzte Hoffnung ber Franzosen begraben, mit den Mitteln der Kommis- sonsmaschinerie einen Vergleich zwischen Völker» bunbsibeologie unb italienischen Machtansprüchen zuftanbe zu bringen. Damit ist ber „letzte Schlichtungsversuch" — so wurde das fünfgliedrige Ratskomitee vor vierzehn Tagen in Genf bezeichn-t — gescheitert. Was wird nun werden? Eine direkte englisch- italienische Auseinandersetzung auf diplomatischem Wege ist nicht mehr möglich, ba bie britische Regierung aus innerpolittschen Gründen den Weg des Völkerbundes, den sie mit Erfolg beschritten bat, nicht mehr zurückgehen kann. So ist bas afrikanische Problem zu einem europäischen Problem geworden, von bem alle Genfer Mitgliedsstaaten berührt werden, ob sie wollen ober nicht. Das ist der Fluch der Genfer Satzungen. Es ist wahrscheinlich, daß ber Völkerbundsrat in Anbettacht ber gespannten Lage nicht auseinandergehen wird, sondern baß er ununterbrochen weiter tagt, um gegebenenfalls bei Ausbruch ber Feindseligkeiten in Afrika sofortige Entschlüsse fassen zu können. Es entspricht den britischen Wünfchen, daß bie italienische Unternehmung unter ben Augen des Dölkerbunbes vonstatten geht, denn England möchte selbst die Grenzen bestimmen, in denen sich der Ausdehnungsdrang des fa» schistftchen Imperialismus bewegen soll. Dazu kann sogar die „Rache für Adua" gehören. Wenn aber Italien die Grenzen des „erlaubten* Krieges überschreitet, wenn es eines Tages in bas Kernland Abessinien vorstößt, wenn es wichtige Positionen erobert — was bann? Diese Möglichkeit ist nicht ohne weiteres von ber Hand zu weisen, denn bie einmal entfachte Kriegsfurie richtet sich nicht immer nach ben vorher aus- klügelten Berechnungen der Auswärtigen Aemtetz veranlaßten, daßwirtschaftlicheund finanzielle Sühnemaßnahmen genügten. Das „Echo be Paris" schreibt, baß die Engländer sich über die Art militärischer Sühnemaßnahmen überhaupt nicht klar seien unb keine Pläne aufgestellt hätten. „Oeuvre" will bagegen erfahren haben, baß bie Englänber, ohne bie französische Regierung ba« von zu oerftänbigen, bie kleine französische Insel Chei-el-Said im Norben von Aben besetzt hätten. Obgleich biefe Insel sich nur aus einigen aus bem Meer herooragenben Felsen zusammensetze, bilde sie einen außergewöhnlich wertvollen Punkt, weil von dort aus ein großer Teil ber Küste von Erytrea beherrscht werde. Völlige Verwirrung. London, 24. Sept. (DNB. Funkspr.) Berichte aus Genf besagen, daß dort ein Zustand völliger Verwirrung herrsche. „Times" hat den Eindruck, daß die Italiener gehofft hätten, Die Verantwortung des Völkerbundes, der so viele europäischen Staaten dem schwer zu bestimmenden und gefährlichen Kollektiogedanken untertan gemacht hat, ist riesengroß. Was die Genfer Liga mit den friedlichen Mitteln des Fünfer-Ausschusses nicht erreicht hat, wird es noch viel weniger mit der vorbedachten Lenkung der Kriegsmaschine erzielen können. Denn noch problematischer als der Kol- lektivfriede ist der Kollektiokrieg. Ehertoks Konzession. Kein Erdöl, aber Gold und wahrscheinlich auch Platin. London, 23. Sept. (DNB.) Zwischen dem abessinischen Gesandten in London, Dr. Martin, und dem amerikanischen Börsenmakler Lio Chertok ist ein vorläufiges Abkommen über bas Konzessionsgebiet, das persönliches Eigentum Dr. Martins ist, zustandegekommen. Dr. Martin hat das Gebiet vor etwa zehn Jahren von dem Kaiser von Abessinien erhalten. Das etwa 13 000 Quadratmeilen große Gebiet liegt im n o r d w e st- lichen Teil Abessiniens auf der West - seite des Blauen Nils. Die Untersuchungen mehrerer Ingenieure sollen das Vorhandensein b e - trächtlicher Goldvorkommen ergeben haben, die sich teilweise in dem Fluß D a d e s s a, einem wichtigen Nebenfluß des Blauen Nils, befinden. Der ganze Fluß liegt innerhalb des Kvnzes- ionsgebietes. Oelvvrkommen sollen nicht fest- gestellt worden sein, doch hält man das Vorhanden- ein von Platin nicht für ausgeschlossen. Spannung im ösllichenIllittelmeer Istanbul, 23. Sept. (DNB.) Angesichts der zunehmenden Verschärfung des englisch-italienischen Gegensatzes im Mittelmeer ist der türkische M i n i ft e r r a t nach Ankara einberufen worden. In der Begleitung des Staatspräsidenten Atatürk, der mit fast allen Regierungsmitgliedern nach Ankara abreifte, befand sich auch der Höchst- kommandierende. Er wird neben anderen militärischen Sachverständigen am Ministerrat teilnehmen. Auch der Oberste Landesverteidigungsrat Griechenlands hat mehrere Sitzungen abgehalten. Den Vorsitz führte Ministerpräsident Tsaldaris. Es verlautet, daß die Versorgung der bewaffneten Macht mit Kriegsmaterial und Munition sowie 27 Flugzeugen, Zerstörern und Unterfeeboten be- schlossen worden sei. Ferner seien die Liefer- fristen von einem Jahr auf drei Monate und darunter herabgesetzt worden. Die normalerweise jetzt erfolgende Entlassung der Reservisten sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden. In den nächsten Tagen werden Manöver statt- firtben, an benen bie türkische Flotte und bie in ben Dardanellen liegenden griechischen Kriegsschiffe und Flugzeuge teilnehmen werden. Das Oberkommando bei diesen Uebungen führt der griechische Admiral, der seine Flagge zu diesem Zweck auf den türkischen Schlachtkreuzer „Yawuz^ setzen wird. Auch zwei rumänische Torpedoboote werden möglicherweise an den Uebungen teilnehmen. Kommunistische Wühlarbeit in Frankreich. Paris, 23. Sept. (DNB.) Die französische Presse beschäftigt sich mit der in Straßburg erfolgten Verhaftung einer deutschen Staatsangehörigen und eines Dänen, von denen bald bekannt wurde, daß. es sich um Kommunisten handelt. Man habe bei ihnen bedeutende Beträge vorgefunden, die dazu bestimmt gewesen seien, bie Kassen der kommunistischen Partei Frankreichs aufzufüllen. Man habe außerdem bei den beiden Verhafteten S ch r i f t st ü ck e beschlagnahmt, aus denen unschwer herooraehe, daß sie für di e Sowjets gearbeitet hätten. Die Schriftstücke behandelten Fragen der französischen Landesverteidigung. U. a. habe man einen bis ins einzelne ausgearbeiteten Plan aufgefunden, in dem bie Taktik b e r Kommunisten in ber französischen Kriegsinbustrie vorgeschrieben wird. Es sei beschlossen worden, bei einer ausländischen Macht (gemeint seien die Sowjets) diplomatische Schritte zu unternehmen. In Ostfrankreich habe man die Spuren eines gewissen Münzen beras (des berüchtigten Herausgebers der „Roten Fahne") entdeckt, ber als ehemaliger Mitarbeiter des Chefs der politischen Büros der Sowjetbotschaft in Berlin, Petrowski, mit der Leitung der kommunistischen Propaganda in Frankreich betraut worben sei. Neuer Zwischenfall in Nordirland. London, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) In B e I f a ft hat sich am Montagabend schon wieder eine politische Schreckenstat ereignet — die dritte im Laufe von vier Tagen. Eine Frau namens Sophie Mc Gabey wurde im Flur ihres Hauses von einem Unbekannten durch einen Revolverschuß schwer verwundet, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Niemand hat den Vorfall beobachtet. Frau Mc Gabey ist römisch-katholisch, ihr Ehemann Protestant, beide leben in einem protestantiscken Viertel. Bei den beiden vorausgegangenen Anschlägen hatte es sich einmal um einen Protestanten gehandelt, der am Freitag erschossen wurde, sowie um einen katholischen Schankwirt, der in seiner Gaststube getötet wurde. Ein Memel-Buch. Heinz Gerhards Roman „Kameraden an ber Memel" (Brunnenverlag Willi Bischof, Berlin SW 68. Preis Leinen 5,60 Mark. — (290) — Ein Buch, bas ein Deutscher von ber Memel selber schrieb, ergreift uns durch seine Lebensnähe. Im Schicksal eines jungen Deutschen unb seiner Freunbe erleben wir ben Kampf ber Deutschen von ber Memel um ihre völkische Selbstbehauptung. Wir teilen ihre Erfahrungen, ringen mit ihnen um bas Recht unb — leiben mit ihnen. Da begegnet uns ber pflichtgetreue Beamte, ber unter ben Rechtsbrüchen litauischer Willkürherrschaft seelisch unb körperlich zusammenbricht. Arbeitsame Bauern lernen mir kennen, aufrechte Menschen, die eine widersinnige Agrarpolitik langsam zugrunderichtet und ber Ausbeutung burch gewissenlose Profitgier überläßt. Für jeben einzelnen mürbe in ben letzten Jahren bas Los immer härter, aber selbst ber größte Terror, ber um unb über sie herrscht, die täglichen rechtswidrigen Verhaftungen, die nüber« rechtlichen Eingriffe in ihre Selbstvermaltung unb jenes schamlose Bluturteil von Komno können sie alle nur fester zusammenschmieben. Angesichts ber schmeren Prüfung, bie ben Memelbeutschen bei ben bevorstehenden, von ben Litauern mit unerhörten Nechtsbrüchen unb Dergemaltigungen sorgsam vor- bereiteten Wahl ermartet, ist bas packende Buch von höchstem aktuellen Interests Die Monatstürplakette des Winterhilfswerks 1935/36. Richtlinien des Reichsbeauftragten Hilgenfeld. Berlin. 23. Sept (DBB.) Für bas Dinter- hilfswerk 1935/36 werden, wie im Vorjahr, gleichfalls vronalskürplaketlen herausgegeben. Für ben Erwerb dieser INonalstürplaketlen hat der Reichsbeauftragte für bas Winterhilfswerk im Einverständnis mit dem Herrn Reichs- und preußischen Minister des Innern und dem Herrn Reichsfinanzminister folgende Richtlinien erlassen: Anspruch auf Aushändigung der Plakette haben: 1. s) Lohn- und Gehaltsempfänger, die wahrend der sechsmonatigen Dauer des WHW. 1935/36 (1. Oktober 1935 bis 31. März 1936) ein Opfer von 1 0 v. h. ihrer Lohnsteuer an das WHW. leisten. b) Lohn- und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen Einkommens zur Einkommensteuer nicht herangezogen werden, gegen ein Opfer von monatlich 0,25 Mark. c) Fe st besoldete, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn sie neben ihrer monatlichen Spende in höhe von 10 v. h. ihrer Lohnsteuer ein monatliches Opfer in höhe von 3 v. h. ihres für das Iahr 1934 veranlagten Eln - kommen st euerbetrages an das WHW. entrichten, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug gettlgt ist. Diese 3 v. h. werden also lediglich von der Einkommensteuer-Restschuld errechnet. 2. a) Gewerbetreibende und Angehörige der freien Berufe sowie sonstige Linkommensbezieher. die zur Einkommensteuer veranlagt werden, soweit monatlich ein Opfer in höhe von 3 v. h. bes für das Iahr 1934 veranlagten Einkommensteuerbetrages an das WHW. entrichten, b) Inhaber von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, wenn sie monatlich 3 v. h. des für das Iahr 1934 veranschlagten Einkommensteuerbetrages au das WHW. entrichten, c) Gewerbetreibende und Angehörige freier Berufe sowie sonstige Einkommenbezieher, die nicht zur Einkommen st euer veranlagt werden, wenn sie einen Mindestbetrag von monatlich einer Mark während der Dauer des Winterhilfswerkes opfern. 3. Kapitalgesellschaften (namentlich Aktiengesellschaften und G. m. b. h.), wenn sie während der sechsmonatigen Dauer des WHW. (vom 1. Oktober 1935 bis 31. März 1936) ein Opfer in höhe von i n s g e s a m t 20 v. h. der ihnen auferlegten Vorauszahlungen auf die Körperschafts st euer bringen. Falls im vorhergehenden Geschäftsjahr ein entsprechendes Einkommen nicht erzielt wurde und Vorauszahlungen auf die Körperschaftssteuer nicht festgesetzt sind, erhalten sie die Plakette, wenn sie für die sechsmonatige Dauer des WHW. insgesamt*/- vom Tausend des Reinvermögens vom letzten Bilanzstichtag opfern. Wer weder Reinvermögen besitzt, noch Vorauszahlungen auf die Körper- schaftsfteuer leisten muß, hat sich, um die Plakette zu bekommen, mit einem seiner Leistungsfähigkeit entsprechenden Betrage zu beteiligen, mindestens aber monatlich eine Mark an das WHW. zu opfern. Die obigen Richtlinien enthalten lediglich Mindestsätze zum Erwerb der WHW.-Plakette. Es wird jedoch die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß das von den Einzelpersonen und Firmen zu bringende Opfer in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit steht. Das gebührenfreie Abbuchungsverfahren der Eintopf-, Pfund- und Reichs st rahen- sammlungen bleiben von dieser Regelung un- berührt. Gez. Hilgen selb, Reichsbeauftragter für das WHW. Fertigstellung der Reichsautobahn Frankfurt a.M.-Mannheim-Heidelberg Mannheim, 23. Sept. (DNB.) Nach genau zweijähriger Bauzeit ist nunmehr bie gesamte Strecke ber Reichsautobahn Frankfurt — Darmftabt — Mannheim — H e i b e l b e r g fertiggestellt morben. Generalinspektor Dr.-Jng. Tobt begrüßte zahlreiche Gäste. Anschließend gab ber Leiter ber Obersten Bauleitung Frankfurt a. M., Reichsbahnbirektor Pückel, einen kurzen lieber- blick über bie Daten unb Arbeiten ber Strecke, bie durch schönste Walbungen, burch dichten Laubwald unb gesegnete Fluren führt. Mit dem seit Enbe Mai b. I. bem öffentlichen Verkehr übergebenen Autobahnstück Frankfurt — Darmftabt sinb im Zuge der großen Norb-Süblinie mit ber Fertigstellung ber Strecke Frankfurt—Mannheim—Heibel- berg insgesamt 85 Kilometer Autobahn vollenbet. Im Jahre 1936 wird die Linie an den beiden Hauptendpunkten weitergeführt, und zwar von Frankfurt nach Bad Rauheim und von Heidelberg nach Bruchsal. Die Strecken Bad-Rauheim bis Alsfeld und Bruchsal bis Karlsruhe werden im Jahre 1937 vollendet sein. Bei ber Linienführung der neuen Strecke werden lanbwirtschaftliche Reize erschlossen, bie man beim Befahren ber bisher bestehenben Straßen, insbe» sonbere ber Bergstraße, nicht kannte. An befonbers schonen Ausblickstellen sinb Abstellplätze eingerichtet, bie ben Fahrer zum Verweilen locken unb seinen Blick auf bie malerischen Höhenzüge bes Obenwalbes lenken. Neben kleineren Bauwerken mürben in bie neue Strecke brei große BrÜk- k e n eingefügt, unb zmar eine 400 Meter lange Beton- unb Großbrücke über ben Neckar unb Neckar-Kanal, eine Brücke über benMain unb über bie ausgebehnten Gleisanlagen bes Bahnhofs Friebrichsfelb. An brei An- schlußstelle n, nämlich in Darmftabt, bei Viernheim unb kurz vor bem Mannheimer Flugplatz ist eine Zu- unb Abfahrt möglich. Die Teilung ber Strecke für ben Verkehr nach Heibelberg unb Mannheim stellte an bie Planung ganz'besondere Aufgaben. Durch Kurven, Unter- unb Heber» ührungen mirb ber Verkehr fließen!) erhalten, unb ür ben reibungslosen Fortgang auf ber Haupt- trecke Sorge getragen. Die Einfahrt in Mannheim, bie in bie 52 Meter breite Lanb- straße ber Stabt, bie Augusta-Anlage, übergeht, ist besonbers wirkungsvoll unb beshalb von Bebeu- tung, weil in biesem Falle bie Reichsautobahn gradlinig in eine Großstadt einmünbet. Die neue Strecke wird nicht nur eine Verkehrsvermehrung mit sich bringen, die allein auf der kurzen Strecke Frankfurt — Darmstadt bereits 34 v. h. beträgt, sondern sie wird wesentlich zur Sicherheit unseres gesamten Verkehrs beitragen und durch die Art der Linienführung und die Beschaffenheit ihrer Oberfläche bedeutende Betriebserspar- nisse ermöglichen. Eine lange Autokolonne, an ber Spitze Generalinspektor Dr. Tobt, fuhr bann über bie neue Strecke. Auf ber Neckarbrücke unb vor ber Einfahrt nach Mannheim würbe kurz gehalten, um über bie Be- sonberheiten ber neuen Strecke unterrichtet zu werben. Nach einer Mittagspause in Mannheim ging bie Fahrt weiter zum Enbpunkt Heidelberg. In Mannheim zeichnete Professor Gropengießer vom Mannheimer Verein für Altertumskunbe ben Verlauf ber alten Heer st raße im Gebiet ber heutigen Reichsautobahn. Bei ben Bauarbeiten mürben bank ber engen Zusammenarbeit zmischen Bauleitung unb Altertumsforschung zahlreiche Funde gemacht unb glücklich geborgen. Professor Gropengießer überreichte bem Reichsstatthalter in Baben ein solches Stück, unb zmar ein Sonnen- mirbel aus Bronze, ein Symbol germanischen Sonnenkultes. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Rubolf Heß, empfing ben Präfibenten des „Reichsinstituts für Geschichte bes neuen Deutschland", Professor Dr. Walter Frank zu einer eingehenden Aussprache über Fragen und Aufgaben der deutschen Geschichtsschreibung unb Geschichtsforschung. Weil der Geschichtsschreibung, so betonte der Stellvertreter des Führers, eine besondere nationale Mission zusamme, dürfe auch das „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland" des warmen Verständnisses und der tätigen Förde- berung ber gesamten Bemegung sicher sein. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels empfing eine sva- nische unb eine französische Delegation von Zert- schriftenverlegern, die an dem Kongreß ber Zeitschriftenverleger in Warschau teilgenommen hatten. Mit ber Delegation mar ber Präsident der F^döration Internationale de la Presse technique et professionelle, Pawlomski (Warschau), erschienen, ber Leiter des Reichsverbandes der deutschen Zeitschriftenverleger. Dr. Bischoff, hatte bie Führung ber ausländischen Delegation in Berlin übernommen. Im Reichsjusttzmimsterium kamen die G e n e - ralstaatsanrnälte aus dem ganzen Reich zu einer Arbeitstagung unter dem Vorsitz des Reichsministers der Justiz Dr. G ü r t n e r zusammen. Aus dem Reichsjustizministerium nahmen u. a. Staatssekretär Dr. Freister unb Ministerialdirektor Dr. Crehne daran teil. Es wurden grundsätzliche Fragen der Strafrechtspflege behandelt, zu denen die Generalstaatsanwälts über die in ihren Bezirken gesammelten Erfahrungen berichteten. ♦ Heber bie letzte Unterrebung bes polnischen Außenministers Oberst Beck mit bem litauischen Außenminister Lozoraitis in Genf melbet bie halbamtliche Iskra, daß die polnisch-litauische Frage „nicht in eine neue Etappe eintreten kann". * Der polnische Staat s/präs ident hat 32 Mitglieder des neuen Senats ernannt. Hierunter befinden sich auch zwei Deutsche und zwar Ermin Haßbach, der viele Jahre Abgeordneter roar, und Ingenieur Rudolf Wies- n e r aus Bielsk. Von den Vertretern der übrigen nationalen Minderheiten Polens wurden je zwei Vertreter bei Htrainer unb ber Juden ernannt. An Canberra, ber Hauptstabt bes Australischen Bundes, mürbe bie Antwort bes Königs von En glaub auf bie Ergebenheitsbotschaft ber australischen Regierung anläßlich des 25jährigen Jubiläums veröffentlicht. Der König bringt barin fein Vertrauen zum Ausdruck, daß Australien in Hebereinstimmung mit ben übrigen Mitgliebern bes Reiches bei ber Aufrechterhaltung ber Ideale des Friedens und der Freiheit seine Rolle spielen mirb. Die Schilberungen, bie des Königs Söhne von ihrer Reise nach Australien gegeben hätten, zeigten, daß das australische Volk txotz räumlicher Fern- im Geists England nahe Die kämpfende Giadt. Von Dr. Hans von MalotM. Zur Zeit Danzig, September 1935. Herbstsonne über bem Danziger Land. Im milben Licht biefer späten Sommertage enthüllt ber herrlich geschmungene Bogen ber Danziger Bäberküste noch einmal seine beglücfenbe Schönheit. Zoppot — es blickt auf eine gute Saison mit starkem reichsbeutschen Besuch zurück — präsentiert sich bereits in ungemöhnlicher Ruhe und Behag- lichkeit. Der wirbelnde Akkord elegant-mondänen Badelebens klingt ab in einer sanften, besinnlichen Melodie. Wie die Kulisse einer Waldbühne zeichnet sich die grüne Hügelkette in die glasklare Luft. Weit und silbernglänzend träumt die See unter Dem Gang der Wolken, die weiß und ruhevoll über bas spätsommerliche Blau bes Himmels ziehen, unb in ben Olivaer Wälbern webt schon bie leise Traurigkeit verlöschender Farben. . Auch wer Danzig kennt, nähert sich biefer Stabt nicht ohne erregende Erwartung, denn die Bilder der Erinnerung sind blaß gegenüber bem Erlebnis ber Wirklichkeit. Danzig, — unmöglich über bich zu sprechen, über beine Sorge und Not, ohne das Lod deiner schwermütig-stolzen Schönheit! Stadt der dunkelnden Gassen, der Kuvpeln unb Türme, unb bämmrigen Tore. Wo noch sonst gibt es biefen ver- schmenberischen Reichtum ber prunkvollen Häuser- sassaben auf bem Langen Markt, wo biefen Blick durch die enge Welt der Häuserzeilen auf den jäh hochfchießenden Turm und die stürzenden Dächer ber Riesenkirche von St. Marien? Selbst bein großer Sohn unb grimmiger Verkünber ber Lebensverneinung, — wenn sein Blick vom Fenster bes schmalen Patrizierhauses in ber Heilig-Geistgasss bas Bild dieser Stadt umfing, das raumlose Gewirr roter Dächer und zierlich geschwungener Giebel, die spielerische Leichtigkeit des schlanken Rathausturmes, wie im Rausch hinaufsteigend in den hellen, gleißenden Raum, dann mußte auch Schopenhauer dich bejahen, bann war ihm bie Schönheit biefes einzigen Stabtbilbes „erstarrte Musik". Der Hebergang von den Wundern ber Vergangenheit zur Gegenwart ist hart unb doch nicht leicht zu erschließen. Der Fremde, bei flüchtigem Besuch unb verloren an ben Zauber bes Alten, sieht vielleicht nicht einmal bas verborgene Antlitz einer leiberfüllten Stadt, um das bie Sorge kreist. Unb boch ist btefe Sorge von höchster Aktualität, sie brückt ber Stabt ihren Stempel auf unb wirkt bop- pelt herb auf bem Hintergrunb einer reichen Vergangenheit. Danzig kämpft heute um seine <§xi st enz. Im vollen Sinn bes Wortes. Nicht mehr unb nicht weniger. Heber bie Schwere dieses Kampfes belehren bie Ein- und Ausfuhr- ftatiftifen in höchst nüchterner Sprache, und die Kaufmannschaft, die in den alten Kontoren ihrer Vorfahren das Erbe vergangener Zeiten verwalten möchte, blickt sorgenvoll in eine schier ausweglose Zukunft. Seit Jahrhunderten lebte Danzia von feinem Hafen, von der Vermittlung Der Waren unb Güter für das Hinterlanb. Diese naturgegebene Vermittlungsfunktion, Danzigs ßebensbebingung, ist heute von Grund auf gestört, der Hafen an manchen Tagen verödet. Die Frage nach den Ursachen dieser betrüblichen Entwicklung ist verständlich und berechtigt, die Antwort lehrreich und einmal mehr die — gelinde gesagt — phantastische Selbsttäuschung derer beleuchtend, die am grünen Tisch von Versailles Danzig zum Dasein einer „Fr eie// Stadt" verurteilten. Aus natürlichen, durch JaHr- hunderte bewährten Bindungen und sinnnvollen Zusammenhängen herausgeschnitten, einer ungewissen und neuartigen Existenz überantwortet, hat Danzig seitdem das Prädikat „frei" nur in negativer Hin- sicht, als Fessel unb Bebrängung, emp» finben können. Gewiß: mit der Neuvrbnung der D a n z i g - p v l n i sch e n Beziehungen, der Ersetzung des offenen Kampfverhältnisses durch ben beiderseits ausgesprochenen Willen zur wirtschaftlichen Kooperation wurde, der Weg beschritten, der den Versailler Friedensmachern wohl als Rechtfertigung ihres Tuns vorgeschwebt haben mag. Heute zeigt sich seine ganze Fragwürdigkeit. Was nützen Abreden über wirtschaftliche Kooperation, was bie als Sicherung gebuchten Bestimmungen bes Hafenabkommens, was die Zuweisung von Ein- unb Ausfuhrkontingenten, wenn bie lebenbige Entwicklung längst weitergegangen ist? Man braucht gar nicht einmal den Willen bes polnischen Partners, zu seinem Wort zu stehen, grundsätzlich in Zweifel zu ziehen; und die Unter» stellung, die polnische Politik sei zutiefst von dem geheimen Wunsch der bewußten Schädigung Danzigs beherrscht, wäre zweifellos falsch. Wenn aber ein aus Verfall und Staatenlosigkeit sich verjüngt erhebendes Volk wie das polnische anschickt, seinen Lebensinteressen Gestalt zu geben, wenn es, ehrgeizig und mit der ganzen Freude an der wiedergewonnenen Macht eine halbe Stunde von Danzig entfernt mit Millioneninoestierungen dem nackten Strand und Moor einen ständig sich ausdehnend en Hafen abringt, bann ist es nur zwangsläufig, wenn sich bas natürliche Schwergewicht des polm- scheu seewärtigen Handels nach Gdingen verlagert. Diese Erfahrung muß Danzig heute machen und sieht sich damit Realitäten gegenüber, die stärker sind als der Buchstabe ber Abkommen unb Verträge. Zumal nach der Einführung ber Devisenbewirtschaftung suchte sich der Warenstrom in noch nie erlebtem Maße den Weg über ben aufnahme» freubigen Kunsthafen jenseits ber Zoppoter Höhen. Danzig hat bie Devisenbewirtschaftung aufgegeben, bie Gulbenbewirtschaftung ist gelockert, der Handel genießt alle vorn Staat zu verantwortenden Erleichterungen. Nur eines lag außerhalb der Kraft Danzigs: den War en ström, der ben Weichsel- unb Mottlauhafen einmal verlassen hatte, wieder in bas alte Bett zu lenken. Daß bie Danziger Regierung auf bem Wege direkter Verhandlungen Erleichterungen zu schaffen sucht, enchebt sie nicht der Notwendigkeit, der Wirklichkeit ins Gesicht zu sehen. Diese Wirklichkeit besagt, daß Danzig in der bisherigen Form nicht leben kann. Deshalb die tief einschneidenden Sparmaßnahmen, deshalb — soll nicht eine die völkischen Existenzgrundlagen gefährdende Verarmung Platz greifen — der für alle Beteiligten schwere Entschluß, bie Pensionäre ins Reich zu schicken. Ein bitteres Los für bie Bettoffenen. Der Plakate unb Schilber, bie leere ober noch freiwerbenbe Wohnungen in ben Städten des Freistaates ankündigen, sind viele, und die Möbelspediteure haben in diesen Tagen vollauf zu tun. Diese durch die Not erzwungene HmfieMung ist ein tragisches Kapitel. Es ist nicht nur der Ausfall an Kaufkraft, es find auch nicyt nur die seelischen Komplikationen, das Scheiden von der Heimat, die schmerzliche Trennung von Verwandten, bas Zurücklassen teurer Gräber neben denen man selbst seins letzte Ruhs zu finden gedacht^ -- es P vor Eindeutsch-polnischesWirtschasisprotokoll Zagd in Flanderns Simmel Von Konteradmiral a. O. Brüninghaus. Greiser. Aus aller Welt Erhältlich in den Elektro-Fachgeschäften V/ $hk OSP AMDLampen e r or- Wie die Pressestelle des Danziger Senates mitteilt, hat der polnische Außenminister Beck ausgeführt, daß verschiedene aus der Tagesordnung stehende innerpolitische Danziger Fragen besser nicht vor den Völkerbundsrat gekommen wären. Beck begrüßte es ausdrücklich, daß der Rat in der Frage der Danziger Strafrechtsreform eine politische Entscheidung vermieden und die entsprechende Beschwerde der Danziger Opposition a n den Ständigen Gerichtshof im Haag weitergeleitet habe. Die Danziger Pressestelle schreibt weiter: „Aus dem Gang der Verhandlungen hatte man den Eindruck, daß der Rat für die Jnnerdanziger Verhältnisse kein allzu gro- ßes Interesse aufbrachte. Der Rat konnte sich offensichtlich dem Eindruck nicht verschließen, daß die von der Danziaer Opposition vorgetragenen Fragen überaus aufgebauscht worden waren. Dazu kam, daß die Erörterung rein juristischer Fragen von vornherein nur geringes Interesse erweckte." fern enger zu gestalten. Der Reichsleislungskampf der deutschen Studenten. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat in einem Schreiben an die an der Durchführung des Reichsleistungskampfes der deutschen Studenten beteiligten Stellen ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Durch Aufruf vom 2. September 1935 hat der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen die deutsche Studentenschaft und die deutsche Fachschulschaft zu einem Leistungskampf der studierenden Jugend Deutschlands aufgerufen. Ich begrüße diesen Reichsleistungskampf, der im Rahmen des allgemeinen Reichsberufswettkampfes der Jugend stattfinden soll, außerordentlich. Die Rektoren der deutschen Hochschulen wollen den örtlichen Studentenschaften für die Durchführung des Leistungskampfes mit allen Mitteln zur Verfügung stehen, vor allem auf eine rege Beteiligung von Dozenten und Studenten hinwir- ken. Ich lege Wert darauf, daß die Aktivität bei der Durchführung örtlich und zentral in die Hände der Deutschen Studentenschaft gelegt wird." Sechs Todesopfer der Pilzvergiftungen in Valence. Die bereits gemeldeten Pilzvergiftungen in Valence (Frankreich) haben bisher 6 Todesopfer gefordert. Außerdem befinden sich noch 15 Personen in ärztlicher Behandlung. Drei von ihnen schweben noch immer in Lebensgefahr. Richt aus dem fahrenden Zug springen! Im Bahnhof Fürstenwald bei Kassel ereignete sich ein Unfall. Der 14 Jahre alte Handwerkslehrling Ludwig Wagner aus Fürstenwald hatte aus Unachtsamkeit versäumt, in Fürstenwald, seinem Reiseziel, während des fahrplanmäßigen Aufenthalts auszufteigen. Erft nachdem sich der Zug wieder in Bewegung gefetzt hatte, bemerkte Wagner fein Versehen und sprang aus dem fahrenden Zuge. Er fiel auf den Bahnsteig und geriet mit beiden Füßen unter d i e Räder des fahrenden Zuges. Mit schweren Verletzungen an beiden Fußknöcheln mußte er nach Anlegung eines Rotverbandes in das Krankenhaus übergeführt werden. Das Bahnpersonal trifft kein Verschulden. Das berühmte deutsche Jagdgeschwader des Weltkrieges „R i ch t h o f e n" hat am 14. März 1935 durch den bekannten Erlaß des Führers und Reichskanzlers über die Reichsluftwaffe als neuer Wehrmachtsteil feine Wiedergeburt erlebt. Wie es in dem Erlaß heißt, gilt die Ehrung „dem unbezwungenen Sieger in der Luft, unserem Manfred Freiherr von Richthofen. Sie ehrt zugleich alle toten Helden unserer Fliegerwaffe". Die 16 Kampfmonate des Jagdgeschwaders „Richthofen" läßt Oberstleutnant Bodenschatz, der Chefadjutant des Reichsluftfahrtministers in dem mit heißem Herzen und dramatischer Darstellungsgabe geschriebenen Buch „Jagd in Flanderns Himmel" (mit einer Einleitung von Hermann Göring. Verlag Knorr & Hirth in München. Preis 4,80 Mark — 260) vor uns lebendig werden. Als Adjutant und Freund des großen, roten Fliegers ist er, wie kaum ein anderer, dazu berufen. Obgleich oder vielleicht gerade, weil nur Tatsachen wiedergegeben werden, wirkt das Buch außerordentlich stark. Die Berichte sprechen die klare, eherne Sprache des Krieges, die nichts beschönigt, aber doch in ihrer Knappheit einen tiefen Einblick in das heroische Leben dieser Elitetruppe des Feldheeres gewährt, einer Truppe von größtenteils blutjungen Männern, deren jüngster mit 19Jahren den „Pour le m 6 r i t e“ trug und deren erster Kommandeur bei feinem Tode 25 Jahre alt war, 80 Luftsiege hinter sich hatte, und, auch beim Gegner, mit Recht als der beste Jagdflieger galt. Die Engländer warfen nach dem Tode Richthofens ein Lichtbild, das den mit Kränzen bedeckten Sarg des Gefallenen widergibt, mit einer Mitteilung hinter der deutschen Front ab, die, übersetzt, lautete: „An das Deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Freiherr von Richthofen wurde im Luftkampf am 21. April 1918 getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren begraben. Die Kgl. Britischen Luftstreitkräfte." General Göring, der letzte Kommandeur des Richthofen-Geschwaders gibt in dem Buche eine aufschlußreiche Schilderung des letzten Fluges, in der er u. a. sagt, daß der „englische Richthofen", der Fliegermajor Bishop, ihm die Richtigkeit seiner Darstellung bestätigt habe. Der erste Nachfolger Richthofens wurde Hauptmann Reinhard. Richthofen hatte bereits am 10. März 1918 dem Adjutanten einen verschlossenen Brief übergeben, der, in Bleistift, die wenigen Worte enthielt: „Sollte ich nicht zurückkommen, so soll Oberleutnant Reinhard (Jasta 11) die Führung des Geschwaders übernehmen. Frhr. von Richthofen, Rittm." Ein wahrhaft soldatisches Vermächtnis. Nur fünf Wochen hat Reinhard das Erbe betreuen können. Er fährt, nachdem er feinen 20. Gegner aus dem flandrischen Himmel heruntergeholt hat, zur Abnahme neuer Flugmaschinen nach Berlin. Wir lesen hierüber: „Der Nachfolger 1935. hb. MU ’Wi 7 mil ’H'tt Vehgg, °ndane„ "nlichey Ä d„ lb« bai und in "aurig, * Stabt Wilder Erlebnis ?idUu fas Lob tabt der unb len Der. Häuser, en Blick den jäh Her der 1 froher mensDer« lster deg ?e>Ml liefe @e. ner Tie. Jen Rat. d in den lch Scho, e Schön. Musik'. Vergan. licht leicht Watt: 40 60 75 100 Preis: RM 0,97 1,28 1,47 1,86 2 In diesen Tagen findet in Berlin eine große Leistungsschau der deutsch en Mode statt. Die Schau ist von der Arbeitsgemeinschaft des inodeschaffenden Handwerks und der Mode-Union von Deutschland aufgebaut worden. Der Präsident öder Mode-Union, Pg. R. Di11enz. machte einem Vertreter des DNB. gegenüber folgende Ausführungen über das deutsche Modeschaffen: Vor einem Jahr wurde die Mode-Union von Deutschland gegründet. Sie ist eine Vereinigung aller schöpferischen deutschen Kräfte der Mode aus Handwerk unb Kunst. Schon im ersten Jahr veranstaltete die Union drei große Berliner Modeschauen. Ihr erstes internationales Hervortreten erfolgte mit seiner großen Leistungsschau im Februar d. I. in London, die große Erfolge auswies. Die Schau in London zeigte unwidersprochen, daß die deutschen Modeleistungen allen Ansprüchen der internatio- nalen Mode durchaus gerecht werden. Ein Jahr ist seit der Gründung der Mode-Union von Deutschland vergangen. Ein Meilenstein in der Entwicklung ist die Tatsache, daß jetzt die Innungen fees modeschaffenden Handwerks und die Mode- Union Hand in Hand gehen, um gemeinsam am Aufbau einer typisch deutschen Mode- Kultur zu arbeiten. Auch hier hat sich der nationalsozialistische Geist durchgesetzt Die erste Auswirkung dieser Solidarität ist die ggemeinfame Durchführung der großen Leistungsschau des modeschaffenden Handwerks und der Mode-Union von Deutschland für Herbst- und Win- Lermodelle. Uebrigens kommt Berlin durch diesen Zusammenschluß der Verpflichtung nach, die es als Meichshauptftadt ähnlich Paris, London ober Wien au erfüllen hat. Wenn auch im Reich gute unb Willkommene Ansätze zu selbständigen Modeschop- ffungen zu erkennen sind, so sind die Berliner doch oauf dem besten Wege, tonangebend zu werden. Es liegt nur an dem weiteren Ausbau dieser Zusam- menarbeit von Innungen und Mode-Union, daß man in absehbarer Zeit nicht nur von einer Pariser ober Wiener, sondern auch mit Respekt und Anerkennung von einer Berliner Mode sprechen Wird. litz einet Ze kreist Etat, st llirkt bop. chen Bet' ite um । Wörter, Schwere Ausfuhr, und die ren ihrer verwalte« usweglvse feinem aren unb rgegebene edingung, Hafen an den Up rrständlich b einmal e Selbst' en TW x6) sb vollem- ungeroü i tat Doch ativerP ig, emp rbnunj jungen, iffes M zur wirb beschritte«, als Recht' iben NH feit che SoDpe- n W® Zuweisung wenn die rgegan1 den Wille« : zu stehen, die linier* t von des gung > Wenn M ch nerjN lieft, feinö in es, ch' ber wiesen )on IW! em nackte» sdehneW langsläuH des pi^ gen vel> machens die N'1 ! und er DeE om in "2 aiN." oler * laß« l*1 mW lichtes a(S5 S hi 0 r. ben iww wj «"L Richthofens ist tot. Das Schicksal geht seltsame Wege. Die neue Maschine, die geprüft werden sollte, wurde zunächst in Adlershorst geflogen von dem Führer der Jagdstaffel 27, dem Oberleutnant Hermann Göring. Nachdem dieser wieder gelandet war, stieg Hauptmann Reinhard in den Sitz unb startete. In 1000 Meter Höhe brachen die Streben. Wunderbar behütete die Vorsehung den Oberleutnant Göring, als ob ihr befohlen worden wäre, ihn aufzuheben für einen anderen Weg, der jenseits aller Dunkelheiten für das deutsche Volk einmal bereitet werden sollte." Als Göring da- Erbe feiner beiden Vorgänger antritt, ist er bereits Sieger in 21 Luftkämpfen, trägt den Pour le msrite". Der Verfasser sagt kurz: „Der neue Kommandeur war richtig, er war eine Persönlichkeit." Wenige Wochen später kam die Katastrophe des 8. August, des Tages, von dem Ludendorff schreibt: „Der 8. August ist der schwarze Tag des deutschen Heeres in der Geschichte des Krieges". Die Oberste Heeresleitung warf den Tanks entgegen, was sie zur Hand hatte. Dazu gehörte das Jagdgeschwader Richthofen. Am Abend des schwarzen Tages hatte es 12 Gegner erledigt. Die Namen Übet, Lothar von Richthofen, Loewenharbt, Just, Wenzel und viele andere werden wieder lebendig. Der heroische Kampf des Jagdgeschwaders vollzieht sich von dieser Zeit ab als ein einziges, ununterbrochenes hohes Lied der letzten Verwegenheit, der letzten Hingabe und der letzten Aufopferung. Und zum Schluß — das bittere Ende eines heldenhaften Ringens gegen nahezu die gonge Welt. Aus dem Abschnitt des Buches, der sich mit dieser Phase des Krieges befaßt, fei ein Vorkommnis wiedergegeben, aus dem — wenigstens nach meiner Ansicht — hervorgeht, wie anders die Dinge auch an anderen Plätzen Deutschlands hätten laufen können. Göring fliegt mit feinem Geschwader, nach dem Waffenstillstand, von der Front nach Darm« stadt. Dabei der Zwischenfall, über den folgendes berichtet wird: „Eine Staffel hatte sich verflogen und war in Mannheim auf dem dortigen Flugplatz gelandet. Der Flugplatz war überschwemmt von Soldatenräten. Den völlig ahnungslosen und wehrlosen Offizieren wurden die Waffen abgenommen. Eine halbe Stunde später trafen die Offiziere in Darmstadt beim Geschwader ein. Oberleutnant Göring startete sofort mit dem ganzen Geschwader. Genf, 23. Sept. (DNB.) Der Dölkerbundsrat erlebigte in öffentlicher Sitzung die D anzig Verfassungsbefchwerden gemäß den Di schlügen des englischen Berichterstatters. Der Rat nahm besonders von dem Gutachten des Juriften- ausschusses über das Ermächtigungsgesetz, die Betätigung der verschiedenen Verbände, bas Presseregime und die Stellung der Juden Kenntnis. Eine vom 4. September datierte Beschwerde der Deutschnationalen u n d der Zentrumspartei in Danzig über die Aenderung der Strafprozeßordnung wurde dem Haager Gerichtshof zur gutachtlichen Aeuhe- rung Übermiefen. An der Aussprache beteiligten sich außer dem Berichterstatter Eden der polnische Außenminister Beck, der französische Ministerpräsident Laval, der Dölkerbundskvmmissar in Danzig, L e st e r, sowie der Danziger Staatspräsident Besprechungen zwischen der Danziger und der polnischen Wirtschastsvertretuna veranlaßt werden. Diese Besprechungen sollen schon in den nächsten Tagen stattfinden. Danziger Fragen vom Dölkerbundsrat erledigt. Drei Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Dresdner Eisenbahnunglück. Im Zusammenhang mit dem Eisenbahnunglück in Dresden-Neustadt wurden der Rangierleiter, der Lokomotivführer und der Heizer des Leergüterzuges nach emgehender Vernehmung vorläufig fest genommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt. „Graf Zeppelin" führt die neue Reichsflagge nach Südamerika. Nach Beendigung der 100. Ozeanfahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin" ist der Werfttrupp der Deutschen Zeppelinreederei an die Arbeit gegangen, auf den beiden 100 und 120 Quadratmeter großen Heckflächen des Luftriesen die Reichs- flaggen aufzumalen. Auf Feuerwehrleitern und hohen Hänaegerüften haben die Arbeiter Tag und Nacht gearbeitet, um in den wenigen Tagen, in denen das Luftschiff im Heimathafen weilt, das Werk zu Ende zu führen. Das Luftschiff startete Montag abend wieder zu einer neuen Reise nach Südamerika mit den Symbolen des neuen Reiches an beiden Heckflächen, den größten Flaggenabmessungen, die je ein deutsches Schiff geführt hat. Die Führung hat Kapitän von Schiller. Sämtliche Plätze sind belegt. Dr. Eckener nimmt an der Fahrt bis Rio teil, wo er während seines 14- tägigen Aufenthaltes mit der brasilianischen Regierung Verhandlungen über die Hafenanlagen und über den Luftschiffverkehr abwickeln wird. Auch wird Dr. Eckener den Hallenbau und die Anlagen des Luftschiffhafens besichtigen. Studienfahrt nationalsozialistischer Juristen nach Amerika. Anläßlich einer Studienfahrt von 50 Mitgliedern des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen nach Amerika fand an Bord des Dampfers „Europa" unter Teilnahme des stellvertretenden Leiters des Reichsrechtsamts der NSDAP., Hauptamtsleiter Dr. Fischer, und des Reichsgeschäftsführers des NS.-Juristenbundes, Dr. H e u- b e r, eine Begrüßung statt. Reichsgeschäftsführer Dr. Heuber überbrachte die Grüße des Reichsjuristenführers Dr. Frank. Die Reise habe den Zweck, den Teilnehmern einen Einblick in die Verhältnisse des amerikanischen Rechts- und Wirtschaftslebens sowie einen allgemeinen Ueberblick über das Leben in der Neuen Welt zu verschaffen. Es sei die Neigung des vergangenen Juriftentyps gewesen, sich in Paragraphen einzukapseln und am Anerkennung der Danziger Währung durch polen. Danzig, 23. Sept. (DNB.) Die Danziger und die polnische Regierung haben sich nach längeren Verhandlungen über die weitere 0 e ft a 11 u n g des D anzia-polnischen Warenverkehrs im Zusammenhang mit der Danziger Guldenbewirt- schastung geeinigt. Es wurde darüber ein Protokoll paraphiert, dessen endgültige Unterzeichnung von Danzig erfolgen wird, sobald die bevorstehenden Verhandlungen über die Hafenfrage (Erneuerung des Abkommens über die Ausnutzung des Danziger Hafens) abgeschlossen sein werden. Ueber das soeben paraphierte Protokoll geben beide Regierungen eine gemeinsame Mitteilung her- aus. In dieser Mitteilung bekennt sich auch die polnische Regierung zu der Auffassung, daß die Abmachungen trotz der Danziger Guldenbewirtschaftung ausreichen, um den polnischen Warenverkehr nach Danzig sicherzustellen. Die polnische Regierung hat damit gleichzeitig zu erkennen gegeben, daß auch sie den Danzi- g e r Gulden für unbedingt gesichert hält. Die offizielle Danzig-polnische Mitteilung lautet im wesentlichen: Was den Außenhandel und den Durchgangsverkehr über Danzig angeht, so wurde derbestehende Zu st and völliger Freiheit für den Devisenverkehr auch für b t e Zukunft gesichert, ferner die Z u- teilung gegen Gulden vom Senat der Freien Stadt Danzig in den Fällen auch für die Zukunft zugesagt, in denen die Notwendigkeit für eine solche Zuteilung vorliegt. Hinsichtlich des Warenbezuges aus Polen hat der Senat der Freien Stadt Danzig zugefichert, diesen Warenbezug nach Möglichkeit in normalem U m - fange aufrechtzuerhalten, die Guldenbewirtschaftung nicht zu Maßnahmen zu benutzen, die einen Rückgang des Warenverkehrs nach sich ziehen könnten, und bei der Handhabung der Guldenbewirtschaftung keinerlei unterschiedliche Behandlung Platz greifen zu lassen. Um beim Warenverkehr aus Polen auftretende Schwierigkeiten und Hindernisse im Geschäftsverkehr der einzelnen Branchen zu beseitigen, werden unverzüglich wirklichen Leben vorbeüugehen. Bei der gegenwärtigen Studienfahrt solle der deutsche Rechtswahrer den erforderlichen Ausgleich gegenüber der Arbeit eines ganzen Jahres in Büro und Arbeitsstube finden. Darüber hinaus trügen solche Studienreisen dazu bei, die Verbindung zwischen den Völ- allem auch ein Verlust an völkischer Substanz. Dop- reit schmerzlich für einen auf sich selbst gestellten, m 1 tänbigem Selbstbehauptungstampf lebenden Außen- )often des Deutschtums. Die Regierung ist sich — überflüssig, es zu betonen — der Schwere dieser Probleme bewußt. Wenn trotzdem und gerade aus Gründen der Selbsterhaltung der Entschluß gefaßt werden mußte, so kann das als Maßstab gelten für die Härte des Schicksals, das Danzig heute zu tragen hat. Es gereicht Der innerpolitischen Opposition nicht zur Ehre, sich in solcher Notzeit klein i zu zeigen. Schlimmer noch: hast sie mit dieser Not ein erstaunliches Spiel treibt in den Niederungen der Parteidemagogie. Eine gewisse Auslandspresse hat sich schon seit zwei Jahren dieser Opposition angenommen. Man sieht: an diesem Punkt hat das Danziger Problem mehr als lokale Bedeutung, steht es im Brennpunkt größerer Zusammenhänge, hat diese Stadt auf ihre Weise teil an dem Kampf, der heute überall gegen die deutsche Erneuerung geführt wird. Die klimatischen Bedingungen für diesen Kampf find auf dem Danziger Boden besonders günstig. Eine vom Völkerbund garantierte Verfassung sichert den alten Parteien organisatorische und propagandistische Möglichkeiten. Das gibt der Danziger Innenpolitik ihr eigenes Gepräge. Was im Reich gesicherter Besitz ist, die Volkwerdung und Sammlung in einer Willensrichtuna, ist in Danzig ständig umkämpfte Aufgabe. Die anhaltende Kampfsituation, die Notwendigkeit fortgesetzter geistiger Bewährung im Sperrfeuer der Opposition, — das ist das Kennzeichen der innerpolitischen Situation Der Freien Stadt. Das geistige Profil der Opposition wirkt erschüt- ternd, und der reichsdeutsche Besucher reibt sich zu- nächst verwundert die Augen. Da find sie alle noch. Weniger aus eigener Kraft als in der künstlichen j Treibhausluft der Verfassung schlecht und recht da- 1 hinlebend: Der klassenkämpferische Marxismus, der Apolitische Katholizismus, eindeutig und offen nach Oesterreich orientiert und eine weltfremde, ver- i staubte Reaktion. Ihre Presse kann es drehen unb wenden wie sie will. Eines kann auch die geschickteste Dialektik nicht aus der Welt schaffen: d i e Versündigung am Deutschtum dieses Staates, die demagogische Bedenkenlosigkeit, mit der geschichtliche Zwangsläufigkeiten dem nationalsozialistischen Regime in die Schuhe geschoben werden, doppelt schwere Versündigung auf einem Platz, dessen Lebensenergien von einer fremden Umwelt □n dem Grad feiner völkischen Geschlossenheit gemessen werden. Es ist spät geworden im Gespräch, und die Nacht steht in den Gassen als wir hinaustreten ins Freie. Mit einem Ruck versinken die unfreundlichen Bilder — ein böser Spuk. Matt schimmern bronzene Aäusersassaden im Mondlicht. Riesengroß wächst St. Marien in den Raum. Don St. Katharinen weht melancholisch der Klang des Glockenspiels herüber, silbern und heiter klingt es vom Rathausturm zurück. Und es gibt nichts anderes als das nächtliche Wunder dieser Stadt. E nIahr Mode-Union von Deutschland. München feiert zum 125. Male sein Oktobersest. Auf der Theresienwiese in München begann das berühmte O k 1 o b e r f e st, das in diesem Jahre zum 125. Male gefeiert wird. Zu einem fröhlichen Triumphzug gestaltete sich der Einzug der Bräu-Rosel, die unser Bild zeigt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ■'-'ZI ■ Z/ ß 'X.-. 0 .. 7 ,. 0 .. 6 >. 0 ,. 0 .. 0 , 12 .. 8 4H% ehem. 7% Pr. LandcSpfand- briefanst., Gold Komm. Obi.VI GtMleraotich.VerrechnungSk. 86-39 Philipp HoUmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 0 H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Bemberg ........ Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren . ... Abendbörse still, behauptet. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die Abendbörse batte so gut wie keine Umsätze. Soweit Kurse au gören waren, lagen sie auf Höhe des etwas freundlicheren Mittagsschlusses. Auch im Verlaufe blieb die Börse farblos. Buderus wurden mit 101,25, also von der Verwaltungsmitteilung unberührt, genannt. Adlerwerke Kleyer bei 103 gesucht. Für zertifizierte Dollarbonds bestand bei etwas erhöhtem Kurse Interesse. Renten lagen ruhig und unverändert. Von Auslandwerten zogen 3,5prozentige Schweizer Bundesbahn gegenüber ihrer Mittagssteigerung um 2 weitere 1 v. H. an, 4,5prozentige Schweizer Bundesbahn gegen die Mittagssteigerung um 4 v. H. unverändert. IG.-Farben schlossen 149,50, AEG. 38,90. Es notierten: Altbesitz 110,13, Der. Stahlbonds 101, Farbenbonds 124,90, 4prozentige Rumänen 5,25, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 184, 3,5prozen- tige Schweizer Bundesbahn 173, Adca 74, Com- mererzbank 87,75, DD-Bank 87,50, Dresdner Bank 88, Reichsbank 174,25, Harpener 112,75, Mannesmann 86,13, Hoesch 93, Rheinstahl 109 Brief, Laura- hütte 19,75, Stahlverein 79,75, Aku 52,50, AEG. 38.90, Bekula 143,65, JG.-Chemie 163,-50. 50proz. IG.-Chemie 139, Conti Gummi 154, Daimler 96,75, Scheideanstalt 235.50, Deutsche Linoleum 145, Licht & Kraft 132,.50, IG.-Farben 149,65 bis 149,50, Ges- fürct 124,25 bis 124,50, Goldschmidt 105. . Frankfurter Getreidebörse geboren wurde und eigentlich Katharina hei- sollte, aus lauter Begeisterung Louise genannt, zwei Monaten ist das Kind schon wieder mit auf der „Deutschland" nach „drüben" gefahren. Frankfurt a. M., 23. Sept. Das Weizenangebot war ft^r ausreichend, die Mühlen halten aber zurück, da sie mit Ware gut versehen sind. Der Roggenmarkt verlief normal, das herauskommende Angebot wurde glatt ausgenommen. Das Geschäft ist reines Bedarfsgeschäft. Futtergerste hatte infolge des großen Eigenbedarfes der Landwirte und der Verwendung im eigenen Betriebe nur sehr wenig Angebot für den Markt übrig. Hafer mar sehr schlecht angeboten, weil die Landwirtschaft mit der Abgabe zurückhält. Das Mehl- und Futtermittelgeschäft blieb im wesentlichen unverändert, für Weizenmehl wird zum Monatsende eine verstärkte Nachfrage erwartet, weil am 1. Oktober der Monatsaufschlag um 10 Pf. für 100 Kilogramm eintritt. Futtermittel sind weiterhin gefragt, besonders Kleie, während Mühlen-Nachfabrikate vernachlässigt sind. In ölhaltigen Futtermitteln erfolgte in der letzten Woche die entsprechende Gebietszuweisung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige für 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 199, W 16 202, W 19 206, W 20 208, Roggen R 12 162, R 15 165, R 18 169, R19 171 Großhandelspreis der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 27,75, W 16 28, W19 28, W 20 28,35, Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 und 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Menenfuttermi'hl 13,50, Weizenkleie W13 10,65, Schweine. Es notierten (für 50 Kilogramm) ht qnarf■ Ocküenfleifch b) 76 bis 80, c) 68 bis 76, BullenfleiU b) 74 bis 78; Kuhfleisch b) 62 bis 68, c) 52 bis 62; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 68 bis 78; Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78, Hammel fleisch b) 82 bis 85; Schweinefleisck b) 74, gett- maren d) roher Speck 77 bis 80; Flomen 76 bis 80. Marktverlauf: lebhaft. Frankfurter Kartoffelmarkt. F r a n k f u r t a. M., 23. Sept. Bei ruhiger Ten- Venz notierten gelbfleischige hiesiger Zegend 3 Mark weiß-, rot- und blauschalige piefiger Oegenb 2,70 Mk. (Großhandelspreise für 50 Kilogramm Frachtpantat Frankfurt a. M bei Waggonbezug.) Rindvieh- und Schweinemarkt in Hungen. - H u n g e n, 24. Sept. Der gestrige R indvieh- und S ch w e i n e m a r k t in unserer Stadt war mit 107 Stück Großvieh und 18 Stück Kleinvieh, sowie mit 490 Ferkeln beschickt. Auf dem Rindvieh, markt hatte die Viehverwertungs-Genvssenschafr Hungen 57 Stück Großvieh zum Verkauf gestellt, von'denen 28 Stück verkauft wurden. Die Preise bewegten sich 400 und 550 Mark. 2(uf Schweinemarkt wurde bei flottem Geschäftsgang der Auftrieb von 490 Ferkeln geräumt. Man bezahlte für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 bis 22 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 23 bis 27 Mark, altere Tiers 30 bis 33 Mark pro Stück. 23.9 100,65 97 102 110,25 100,3 96,5 21.9 100,4 97,25 101,75 109,65 100,13 97,25 96,5 100,25 23 9 100,5 97 101,75 110,13 100,3 96,75 96,4 100,13 9? 21 9 100,65 97,13 besseren Auftragseingang, unverändert lagen Da,m- ler und Junghans. Auch Verkehrswerte Widerstands- fähig, Hapag unv., desgleichen Reichsbahn-Vorzugs- aktien. Montanwerte auf den besseren Kohlenablatz gut gehalten, Buderus, von der heutigen Halb,ah- re-sitzung d-s m. unberührt, Klöckner 0,25 o.A, Mannesmann 0,13 v. H. höher, aber Rhemstahl 0,25, H. schwächer. Im einzelnen Aku 3, Hapag behauptet, Reichsbank kuchen m. M 18,30, Treber, Trockenschnitzel sowie Heu nicht notiert. Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt oder gebündelt 2,40 bis 2,60. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Frankfurter' Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 23. Sept. Auftrieb: Rinder 1019 (773), darunter Ochsen 224 (175), Bullen 109 (102), Kühe 405 (261), Färsen 281 (235). Zum Schlachthof direkt 8 Ochsen, 7 Bullen, 5 Rupe 2 Färsen. Kälber 334 (377), Schafe 27 (39), Schweine 496 (760). Es notierten (pro ein Zentner Levendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 (40 bis 41), d) 36 bis 40 (38 bis; 39); Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 (41), d) 38 bis 40 (38 bis 40); Kühe a) 41 bis 42 41 bis 42), b) 36 bis 40 (35 bis 40), c) 30 bis 35 (28 bisi 34), d) 23 bis 29 (22 bis 27); Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 40 bis 41 (40 bis 41), d) 34 bis 39 (36 bis 39); Kälber a) 66 bis 68 (66 bis 70), b) 59 bis 65 (59 bis 65), c) 51 bis 58 (53 bis 58), d) 42 bis 50 (44 bis 52); Lämmer und Hümmel b2) Weide- masthämmel 42 (42); Schweine al) 54 (64), aZ) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e) 50 (50), f) und gl) nicht notiert, g2) 54 (54). Marktverlauf: Rinder rege, ausverkauft; Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine wurden zugeteilt. _, . r , . Großhandelspreise für Fleisch u n b Fettwaren. Beschickung: 588 Viertel Rindfleisch, 93 ganze Kälber, 30 ganze Hämmel, 98 halbe Oie Erzeugerhöchstpreise für Schlachtschweine. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung gibt folgende Bekanntmachung der Preisüberwachungsstelle über die Einhaltung der Erzeugerhöchstpreise für Schlachtschweine im Giebiete des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen-Nassau be- kannt: Der Schlachtviehoerwertungsoerband Hessen-Nassau hat durch Anordnung vom 17. August 1935, die in der Presse des Reichsnährstandes, den Fachblättern der Metzgerschaft und der Tagespresse ausführlich bekanntgegeben worden ist, die für das Gebiet des Landes Hessen geltenden Erzeugerhöchstpreise für Schlachtschweine festgesetzt. Es hat sich herausgestellt, daß immer wieder diese Preise sowohl von Bauern und Landwirten, Händlern als auch aufkaufenden Metzgern zum Teil offen, zum Teil mit allen möglichen Ausreden und Umgebungen überschritten werden. Es handelt sich dabei um Elemente, die die zur Zeit etwas knappe Derforgungslage, die durch die vorjährige Futter- Mittelknappheit vornehmlich bedingt ist, böswillig und zu eigennützigen Zwecken ausnützen und die kein Verständnis dafür besitzen, daß jede Steigerung des Lebendgewichtpreises über die Höchstpreise hinaus unterbleiben muß, um zu verhindern, daß der Verbraucher selbst wieder höhere Kleinverkaufspreise zahlen muß. Die Preisüberwachungsstelle wird gegen diese preissteigernden gewissenlosen Elemente, wo sie auch sitzen mögen, mit aller Entschiedenheit vorgehen. Die ersten Strafverfahren sind eingeleitet und werden rücksichtslos durchgeführt. Der Name des Schuldigen wird in besonders krassen Fällen öffentlich angeprangert und der allgemeinen Verachtung preisgegeben. Der Dollstreckungsschutz wird nur in möglichstem Mindestumfang angewendet werden. Eine Berufung auf Unkenntnis der Höchstpreise wird als Entschuldigung nicht zugelassen. Buderussche Eisenwerke, Weittor. Der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Buderus- schen Eisenwerke in Wetzlar wurde der Abschluß für das erste Halbjahr 1935 vorgetragen. Umsatz und Geldergebnis bewegen sich ungefähr in der Höhe des ersten Halbjahres 1934. Der Aufsichtsrat beschloß, einer demnächst einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung die Uebertragung des Vermögens des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins G. m. b. H., Biedenkopf-Ludwigshütte, auf die Bu- derusschen Eisenwerke auf Grund des Gesetzes über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften vom 5 Juli 1934 vorzuschlagen. Buderus besitzt über 95 v. H. des Gesellschaftskapitals des Hüttenvereins. Die Verschmelzung bringt organisatorische und sonstige Dereinfachi'naen und Verbilligungen. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1120 — 1122: Bekanntmachungen l lotoii arrnei. .Feit. 76 big enschch gestellt. .Nt '.dem kschafts. >t- Man ; b>s 20 - Mark, re Tiere n Preis, Destim mit Orb kauf. desregi» tartoffefr im Klein, dem ©e» s 40 bi, hen Lank Sorte Hb et dies Pfennig Pfund. 10 Pfund flicht auf kosten aus und von iszugehen, Ausschlaa ufforde- lle Ver- ing mit jen oon ukausen. AuWg feit MU- bin feint biß ein• dt. übrige fc Marbuiz i Anzesüi' tters mit ihrwerl. ußere en Stund! ätfahrendtt iunber mit jcher stmd rbeitsdits i Abschiede I m. M .. *?■*#•; ,zv. -^a M K». L n*r *** > ■ A *11^ V 31 der Herbstblumenjchau am Sonntag haben e mf dem Neuheitentifch stehende Rankenpflanze, e mii” hier zum erstenmal gezeigte Neuheiten bei d r Jütte der ausgestellten Blumen nicht die Be- achtma gefunden, die ihnen zukommt. So die neue i N'rolühende und duftreiche Rankrose New Dawn, Blumenstttleben zu ebener Erde. lllufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) 8 e iourd) die kalten Nächte etwas mitgenommen aluzich, unter dem Namen Tovarid* volubilis. Diese 1 jlcrize wird in nächster Zeit als überaus schönes U nt) raschwachsendes Schlinggewächs eine wichtige | oL spielen. Die Anzucht ist die gleiche, wie von fl ibiea. Dieses einjährige Gewächs stammt aus i lli imerika und ist dort eine der häufigsten Balkon- -Z ch'iuckpflanzen. Ferner war eine Herbstaster zu si l)e-., die bei überreichem Blühen polsterartigen IBiris von nur 25 Zentimeter Hohe erreicht und sich äkrim sowohl für den Steingarten, wie auch für Die Gießener Herbstblumenschau im Bild Ein reicher Blumenflor grüßt allenthalben die Besucher. Ein riesiger Melonenkürbis von etwa 1 Zentner Gewicht. • zuziehen, mit dem erhaltenen Gelde ihre Schulden i Pünktlich zu bezahlen und mit den verbleibenden Beträgen I zu eigen macht. Aus der Provinzialhauptstadt Uraufführung im Sladttheater: „Holzappel". >g. Weber, am Tag des Deuteln lustiges Volksstück von S). Au, Sonntag, 6. Oktober, 20 Uhr, am ' „Pünktliche Leistung des Handwerks — Pünktliche Bezahlung des Kunden" Reichsstand will dadurch den Handwerkern Gelegenheit geben, ohne Verärgerung ihrer Kunden in einer einheitlichen Aktion ihre fälligen Forderungen ein» schen Bauern. Preise der Plätze sind: 0,70—1,50 Mark. Kartenvorverkauf in den bekannten KdF.- Vorverkaufsstellen: Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann, Oberhessische Tageszeitung, Kreisdienststelle Schanzenstraße 18, sowie alle Ortswarte. Gportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule: Von 18 bis 19.15 Uhr, Universitätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele: Von 20.30 bis 21.30 Uhr nur für Frauen, Alte einen Blick vom Innern des Wagens erhaschen kann. Er ist ein Wohnwagen, wie ihn das fahrende Volk benutzt. Und wirkttch ist er auch gegenwärtig bewohnt, denn man sieht die Profile einiger Gestalten und außerdem ringelt aus dem Rohr des Schornsteins blauer Rauch lustig in den Tag. Der zweite Wagen birgt Gerätschaften. Bohlen und Träger. Leitern und Gerüstteile. An den Breitseiten kündet ein farbiges Transparent den Namen des Unternehmens. Es ist ein tönender Titel, der mehr für eine Weltstadt-Revue als für diese zwei Wagen mit den mageren Pferdchen paßt. Aber großartige Ankündigungen gehören nun mal zu diesem Fach, das die Jllrkfivn ur Grundlage hat. So ziehen sie durch die moderne Stadt. Der Mann mit der Peitsche ist wahrscheinlich der „Herr Direktor" selber. Seine Frau am Kochherd im Wohnwagen wird die gefeierte Spitzen- und Seiltänzerin sein und der junge Mann auf dem Bock des Gerätewagens der Spaßmacher, Parterreakrobat Topfkultur und zu winterharten Einfassungen und Beeten eignet. Sie heißt Astra dumosus Victor. Unter dem überaus üppig gewachsenen Gemüse des Universitäts-Versuchsgutes dürfte aufgefallen sein, daß man auch im Spätherbst von der Salatsorte Maikönid einen unerwartet guten Erfolg erzielen kann. Nicht unerwähnt dürfen auch die herrlichen Koniferen der Heuchelheimer Baumschule Engelhard bleiben. pünktliche Bezahlung der Handwerker-Rechnungen. Abbau der Vorgwirlschaft. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks hat den bevorstehenden Vierteljahrestermin zum Anlaß genommen, um für die pünktliche Bezahlung der handwerkerrechnunaen einzutreten und gleichzeitig für den Abbau des Borgunwesens im Handwerk und für die Hebung der Schuldnermoral zu wirken. Der und Reiterkönig. Vielleicht ist er daneben noch Kunstschütze und Feuerschlucker, während der „Herr Direktor" als Verwaltungskünstler und Schlangenbeschwörer die Zuschauer bannt. Aber sicher ist damit ihr Programm noch längst nicht erschöpft. Die Stadt ist für sie nur Durchgangsstation. Keine Stätte des Aufenhalts. Der Aufenthalt winkt draußen, auf der anderen Seite der Stadt. In Dörfern und kleinen Ortschaften, wo man zwischen ein paar Bäumen die Arena aufbauen und die ganze Bevölkerung als Publikum laden kann. Dort finden sich dankbare Zuschauer und was wichtiger ist, will- ährige Spender kleiner Münzen. Nein, die Stadt lockt sie nicht. Aber die Bewohner der Stadt schauen ihnen nach, wie sie im gemächlichen Trott die Stadt durchqueren, um draußen wieder die Landstraße zu gewinnen. Ein Bild, das anziehend und zugleich schmerzlich-komisch wirkt. Denn es ist die sterbende Romantik vergangener Zeiten, die dort langsam vorüberzieht. Das Traumbild eines längft verklungenen Märchens ... H. W. Sch. Keine Aufträge an gewerbefremde Personen. (DNB.) Reichsschatzmeister Schwarz veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" folgende Anordnung: „Dienststellen der NSDAP, haben bei der Vergebung von Aufträgen aller Art ausschließlich Mitglieder von anerkannten Spitzenverbänden bzw. ihrer Untergliederungen, die sich als solche durch ihre Mitgliedskarte auszuweisen haben, zu berücksichtigen. Werden Arbeiten und Lieferungen im ganzen vergeben, so müssen die Unternehmer vertraglich verpflichtet werden, auch ihrerseits bei der Vergebung von Aufträgen, die die in Frage kommenden Gewerbezweige angehen, ebenfalls nur Mitglieder anerkannter Verbände zu berücksichtigen, soweit solche am Ort vorhanden sind. Es soll damit erreicht werden, daß gewerbefremde Personen möglichst zugunsten des ordentlichen Gewerbes ausgeschaltet werden. Berwaltungsbetriebe der Vereine und Verbände! Die Gaupressewaltung der DAF. teilt mit: Laut Anordnung 1/35 des Organisationsamtes im „amtlichen Nachrichtenblatt der DAF.", Folge 2, sind die Derwaltungsbetriebe der Vereine und Verbände, deren Betriebsführer, Angestellte und Arbeiter innerhalb dieser Vereinigungen Hauptamt- l i ch tätig sind, von der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft 10 „Verkehr und öffentliche Betriebe", zu erfassen. Die Verwaltungsbetriebe von Vereinen und Verbänden aller Art werden daher aufgefordert, sich zwecks Erfassung mit der Gau-Betriebsgemeinschaft 10 „Verkehr und öffentliche Betriebe" Gaufachgruppe „A", Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77, III. Stock, Zimmer 8/9, in Verbindung zu setzen. die Weihnachtsumsätze zu finanzieren; von einer Arbeitsbeschaffung vor Weihnachten durch Propagierung des handwerklichen Weihnachtsgeschenkes verspricht man sich nämlich gute Erfolge. Nach Einziehung der fälligen Forderungen soll dann das verhängnisvolle Borgunwesen im Handwerk abgebaut werden, denn der Handwerker ist nicht zum Bankier geschaffen; nach den großen Kapitalverlusten der Inflationszeit und der Wirtschaftskrise braucht er seine erarbeiteten Gelder mehr denn je zur Fortführung seines Betriebes. In einigen Tagen werden die Handwerker im ganzen Reiche damit beginnen, ihre fälligen Mahnungen und Rechnungen zu versenden; diese werden mit Klebezettel versehen, die eine freundliche Aufforderung des Reichsstandes zur Zahlung enthalten und dem Kunden zeigen, daß es sich hier nicht um ein Vorgehen des einzelnen Handwerkers, sondern um ein gemeinschaftliches Vorhaben des ganzen Handwerks handelt. Das Ziel ist, daß sich nach Bereinigung der jetzigen Außenstände das ganze Handwerk den Grundsatz Sterbende Romantik Mitten im Verkehrsgewühl. Autos flitzen vorbei, Motorräder rattern. Die Straße ist erfüllt vom tosenden Lärm, der herrisch die Stadt durchpulst. Straßenbahnen klingeln, Autobusse hupen. Fahrzeuge und Passanten bewegen sich nach den Weisungen des Polizeibeamten am Straßenkreuz. Da kommen sie angefahren. Zwei altertümlich anmutende, etwas schaukelnde Wagen, von mageren Pferden gezogen. Vorauf geht ein sonnenverbrannter Mann mit der Peitsche. Sein Schritt paßt sich dem Trott der Pferde an, deren Gangart dem Tempo der Kraftfahrzeuge Hohn spricht. Ein eigenartiges Bild, das oon zeitfremder Gemächlichkeit redet. Die Wagen erregen Auflehen. Kein Wunder, denn es scheint, als sei mit einem Male ein Stück vergangener Zeit lebendig geworden. Der erste Wagen sieht aus wie braun getäfelt. Er hat Fensterscheiben, hinter denen hübsche weiße Gardinen leuchten. Eines der Fensterchen ist geöffnet, so daß man Die deutsche Arbeitsfront t n.5.=6emeinf(haft „Kraft durch freuöe fall >5 16 0 5 4 4 5 8 Sepiembernachmütag auf dem Wasser. 5m übrigen sind wir nicht in Holland, sondern in ihssm; die Landschaft, die in ihrer sanften und ge- f idr mgenen Linienführung sehr lieblich genannt tDT en darf, ist uns nah und vertraut. Das ist Uli! Lahn, dort drüben, merkwürdig nah heran- jjd'fft, die markanten Konturen des Gleibergs, da i st hie Napoleonsnase, der Hangelstein, da hinten i Irrunt Wißmar... t Die dir tieilt, ereig» if der Berg' M u e r bad) t fuhr n einen m -niir-I a Don de" geklart. 2« 0,702 42-07 0,1 3,0g 54,g 46, 12,$ 5,3j 16.J 168,37 20,3) 6b «4 ii- 6b «4 $ l* w 42-J 64-5 i 33-n ; k- ist gar nicht kalt, die Sonne hat immer noch jtr,:, der leichte Wind, der uns von Zeit zu Zeit das Ufer hin abtreibt, weht angenehm über 8 i'Boot hin und spielt in unseren Haaren; er ihdit Lust zu essen, und auch wenn es nicht Pflau- > Machen wäre, was der kundige Seefahrer aus geräumigen Tiefe des Klepperbootes appetitlich am Vorschein bringt, und wenn nicht die Aepfel iteir klein und nicht sehr zahlreich) von den Bäu- irman der Landstraße bis zu uns heruberleuchte- i Io, Müßten wir, daß es Herbst ist oder doch stark «(Lüben Herbst zugeht. Es liegt in der Luft, uns an im würzigen Wind: September, blau tid ;golbener Tag, Abschied vom Sommer, letzte Wiesen und warme Nächte, an stille Wanderwege und kühles Bad im lauen Wasser. Von einem der schon meist verlassenen Sommerhäuschen her, wo sich eine lustige weibliche Gesell- chaft zusammengefunden hat, tönt eine Stimme grüßend zu uns herüber: Ahoi! Dies ist ein kleiner Fluß und ein stilles Wasser — aber ahoi! klingt die Stimme wie aus der Feme, und wenn wir die Augen schließen, sind wir auf hoher See, auf einem Piratenschiff, zum mindesten in einem Jndianerkanoe: alle Jugendträume und Abenteuer von ehedem sind für einen Augenblick wieder lebendig geworden Wir lassen uns treiben von der milden Strömung und schauen in den hohen Spätsommerhimmel hinein und betrachten die wunderlich geformte, riesige Wolke über uns — „wie ein Gaul mit einem Reiter drauf", phantasierte der junge Peer Gynt, im Heidekraut auf dem Rücken liegend und den Himmel suchend —, aber wir sehen weder den Reiter noch ein altes Weib auf einem Besen oben im Blauen, wie der verlorene Träumer im Norden, sondern wir sehen, näher und wirklicher, die Drachen steigen im Septemberwind, hier einen, da einen, noch einen und noch — wie lange ist das her, daß wir selber die Schnur in den Händen hielten und über Stoppeläcker liefen, hinter uns hochfahrend,, knatternd und schwankend, das papierene Ungetüm, zinnoberrot, zitronengelb, mit langem, schlagenden Ouastenschwanz . inzwischen ist allerhand Zeit vergangen, und wir müssen uns wohl darauf gefaßt machen, daß eines Tages ein kleiner Mensch mit unseren Augen vor uns hinttitt, uns bei der Hand nimmt und begehrt, wir möchten mit ihm gehen, hinaus ins Freie, aufs Feld, Drachen steigen lassen. Man braucht bloß in den Himmel zu schauen einen Augenblick im September, um zu merken, wie die Zeit an uns vvrübergerauscht ist. Und zwischen den Drachen von damals, ach, weit vor dem Kriege, in einer sagenhaften, unvorstellbaren Vergangenheit — zwischen unseren Drachen und den Drachen von morgen ober übermorgen, die unsere Kinder steigen lassen werden (aber wir dürfen bloß dabei stehen und zuschauen) zwischen diesen beiden schweben — abermals einen Zeitraum, ein Stück Lebenschronik, einen Wendepunkt sichtbar und sinnfällig an den Himmel malend — die unzähligen Punkte der gelben Fesselballons über den Fronten in Frankreich, von weitem nicht unähnlich, kaum weniger harmlos und spielerisch anzuschauen als die bunten Papierflieger über uns . . an diesem stillen Septembernachmittag auf dem Wasser. i tri; golbener Tag, Abschieb vom öommer, legte Dies jedenfalls ist gewiß: um in den Himmel zu (Erienmg an das Paradies der Ferien, an blühende | gucken und einmal gar nichts flu tun, bloß so suh Ü.f.f einmal kommen wir um eine Biegung, eine fLfs, oon hohem und dichtem Schilf besäumte Ml-ise im schmalen Fluß, und wenn wir uns h Wenig zurücklehnen, die Augen klein machen > unseren Blick so hmgehen lassen über das üi:i;e Bild des Hellen Nachmittags, dann können Eins vorstellen, wir trieben auf einem der lan- ki i uni) geraden Wasserläufe in Holland dahin, Eil und Ufer, ein wenig Gebüsch, viel Schilfrohr, me und leichter Wellenwind, rotes Dach hinter jiijixm Laubwerk: man könnte sich denken, so 1 hif,e es hier ober dort aussehen, wo der lustige tu) saftige, lebensfrohe Pallieter von Timmer- ruiriiö zu Hause ist, und wo der „Flachskopst f liitö Landmannes Ernest Claes wohnt. Doch uns die Windmühle, die wohl dabei sein tlilfie und eigentlich dazu gehört; statt ihrer taucht Ipiro dem Ufergebüsch die mächtige Silhouette ' fliie Pferdes auf; da ist ein Mann auf dem Acker ini Heinern Gespann, und der Schimmel ist nicht $ |iif ?r als andere Pferde auch, aber wenn er, wie eit’r jetzt, auf der höheren Böschung wendend, als t uuter Schattenriß vor der glühenden Sonnen- ftoiiie steht, wirkt er für uns, die wir so flach auf | * 5 A'li M s Hta 'M ( Sie Tflja B i, bei 11115 M Mac K ion I«? ■ ! $ 33 & lü?t lring 'M Wie Mit inen Hier W w 111 tot rie ituib lum «oar und di.ebc Mei itoui tabe »des ihä ximg TW. ilerl na <1611 NMc 8 bin H-3e tii IlDei $ s M Wg' «der u nu u nc li bt 8 C i Io i ur i w i m D gi i ur li di. n IE - i ürtel'Tk vm Yiestgen yrauenoeretn ein jcyones »iw i-uas SowSMMm Gebirge) mit herzlichen Glückwunschwor- SfiJm lf1 Aft.Das Bild wurde von der evangelischen Frauen» äber 1 W Leihgestern gestiftet und wirb in unferm Ge- ineldehaus aufgehängt werden. Pfarrer Wahl h w allen herzlichsten Dank aus. Gemeinsamer r mit ’ IbesMg beschloß das schön verlaufene Fest. 1 e Schulfeiern auf dem Lande. Wieseck. Volkstums gefeiert. Um 15 Uhr bewegte sich ein Feftzug, geführt von der Musik der HI., durch die Straßen des Ortes nach der Turnhalle. Eindringliche Sprechchöre und Gedichtvvrträae wiesen auf die Bedeutung des Tages hin. Der Leiter der hiesigen DDA.-Gruppe, Lehrer Arnold, brachte in feiner Ansprache eine Reihe von Ausschnitten aus dem Sprachenkampf an den verschiedenen volksdeutschen Fronten und betonte auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Auslandsdeutschtums für uns Reichsdeutsche. Mehrstimmige Chöre unter Leitung des Lehrers Reinheimer, sowie Reigen und turnerische Vorführungen unter Leitung der Lehrerin Fräulein Müller trugen zur Ausschmückung der Feier bei. Lang-Göns. tu. Lang-Göns, 22. Sept. Auch in unserer Gemeinde wurde der Tag des deutschen Volkstums festlich begangen. Die Feier war mit dem Abturnen des hiesigen Turnvereins verbunden. Die Turnhalle war überfüllt. Der Führer des Turnvereins eröffnete die Kundgebung und gab das Wort an Lehrer Hofmann, der in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages einging. Der Redner erinnerte zunächst an die wichtigen Aufgaben, die sich unsere deutschen Turnvereine gestellt hätten und betonte, wie nötig gerade das Turnen für die Jugend sei. Darauf sprach er vom deutschen Volkstum, von unfern Brüdern und Schwestern, die im Auslande lebten. In herzlichen Worten wurde die Arbeit des VDA. (Volkstum für das Auslandsdeutschtum) anerkannt. Man horte oon den Sorgen und Entbehrungen unserer Volksgenossen in den abgetretenen Gebieten und von der Aufbauarbeit der Deutschen in der ganzen Welt. Mit dem Worte: „Der einzelne ist nichts, das Volk ist alles" und einem „Sieg-Heil!^ auf das deutsche Vaterland schloß er seine Ausführungen. Das Deutschlandlied folgte. Darauf trugen einzelne Schülerinnen passende Gedichte vor, die beiden Oberklassen, unter Leitung der Lehrer H e r b st und Bender, fangen einige deutsche Volkslieder. Alle Vortragenden fanden reichen Beifall. In feinem Schlußwort gedachte darauf Lehrer Hofmann des Führers und brachte ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf ihn aus. Das Horst-Wessel-Lied bildete den Schluß. Bürgermeister Wenzel dankte allen Beteiligten und gab seiner Freude Ausdruck, daß hier Turnverein und Schule in so vorbildlicher Weise zusammengewirkt hätten. Auch sein „Sieg-Heil!" galt dem Führer. Grünberg. + Grünberg, 22. Sept. Der „lag des deutschen Volkstums" wurde hier oon den beiden Schulen durch eine Veranstaltung in der Turnhalle begangen, zu der auch die Schulen der näheren Umgebung erschienen waren. Auch eine große Zahl sonstiger Besucher hatten sich eingefunden. Die Veranstaltung brachte für den Tag pas- ende Gedichte und Sprechchöre, dazwischen mehr- stimmige Lieder der zwei Oberklassen der. Volks- chule und der Oberrealschule und turnerische Darbietungen der Knaben und Mädchen der Volksschule. Eine Ansprache oon Lehrer Selb wies auf die Ausländsdeutschen und die wichtige Arbeit des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland hin. Musikalische Darbietungen des Goethe-Orchesters umrahmten die Feier. Grotz-Eichen. ch Groß-Eichen, 22. Sept. (Tag der deutschen Schule.) Die Schule Groß-Eichen, hatte für heute um 14.30 Uhr zu ihrem Ehrentage eingeladen. Zahlreich war die Bevölkerung der Einladung gefolgt. Auch die Schule Sellnrod nahm teil. Die Feier wurde mit Freiübungen der gesamten Schule eröffnet. Sodann folgten in bunter Zusammenstellung Lieder, begleitet von ©itarren und Blockflöten, und Reigen der Kinder. In beiden Darbietungen tarnen Heimat und Volkstum voll zur Geltung. Lehrer Becker (Groß-Eichen) hielt eine eingehende Ansprache über deutsches Volkstum. Die deutschen Siedlungen in fremden Ländern feien, so führte er u a aus, der beste Hort für deutsches Wesen, wel- flitzen hatte, forderte er dazu auf, allen auslands- Vlrtrchen Volksgenossen so die Treue zu halten, wie u Überfleiß e, den ert Mika nj* ne Me •* M u sage" r Loi: Bruni' me, »w e Ä wandten oii (j n... u n alles ° 9 ßAlten-Buseck, 22. Sept. Am Samstag- abeö wurde das Fest der deutschen Schule als Tag desDeutschen Volkstums im Saale von PH. Ein» Ij:cii f e r feierlich begangen. Im reichgeschmückten (s®Q2 hatten sich schon vor Beginn der Veranftal- trjuc die Einwohner unseres Ortes zusammengefun- b-n. Unter dem Gesang des Wimpel-Liedes des 9pt. marschierten die Schulklassen in den Saal e jr. Dlad) der Eröffnung der Feier und Begrüßung äurc den Schulleiter Lehrer Ranft, trug die eßt Schulklasse einige Svrechchöre, Gedichte und £Hir vor. Sodann sprach Lehrer Fay in einer MM ren Ansprache über die Bedeutung des Tages. IferSRebner erläuterte zunächst die Verteilung der dplchen Volksgenossen über die ganze Erde, die Bfceis und Liebe der Ausländsdeutschen zur Heimos er schilderte ihre Leiden unte< fremder Will- k jr mb den Kampf ber gegen bie beutsche Schule gifihrt wirb. Er mahnte zur Erfüllung ber Pflicht gw-iüber ben Auslanbsbeutschen unb sprach von dir ^Ehrensache bes beutschen Volkes, bas Aus- l.M.beutschtum zu schützen. Mit bem Rütlischwur uhbDem Treuegelöbnis zu Volk, Führer unb Da- ti clmb, schloß Lehrer Fay seine eindrucksvolle 9 cd Machtvoll erklangen hierauf bas Deutschland- u-ibibas Horst-Wessel-Lieb. Anschließend trug ber 9tämerd)or einige vaterlänbische Chore vor. In ' un:.: r Reihenfolge wechselten Lieber, Sprechchore, tbtijte unb Theaterszenen ber Schulklassen ab ne Leitung ber Lehrkräfte Frau Sarg, Lehrer r ft, Dr. Haas unb Lehrer Fay. Alle Dar- dingen zeigten, daß mit viel Liebe und großem tieieffe von feiten ber Kinber wie auch ber Leh- l, »ie ganze Veranstaltung gut vorbereitet unb uckgefübrt würbe. Ungeteilter Beifall belohnte i irr Innerlichkeit dienen sollen, sowie über die gro- " Aufgaben, die die evangelischen Frauen zu er- ,'iKin haben. Nach einem kurzen Schlußwort des •irfepfarrers trat eine Pause ein, in welcher die un oärHgen Besucher Gäste des Lang-Gönser ;T lenoereins waren. Hrr zweite Teil des Festes fand in der Kirche, Ilie bis auf ben letzten Platz besetzt war, statt. Nach Iler idjer Begrüßung gab hier ber Ortsgeistliche, irer Wahl, einige Mitteilungen über bie Ge- : pte bes hiesigen Frauenvereins. Vor 20 Jahren - oährend bes Krieges — wurde der Verein mit I Frauen gegründet. Die erste Vorsitzende war ils Frau Pfarrer Weber (jetzt in Gießen). * Wieseck, 22. Sept. Die VDA.-Schulgruppe Kill zum Tag ber Deutschen Sckule zu einer ein- DlrulsDoüen Kunbgebung eingelaben. Der Leiter tilit Schulgruppe, Lehrer Stumpf, sprach in l litic ren Ausführungen von ben hohen unb großen Nus«ben bes beutschen Volkes im Mutterlanb für tlie eutschen Volksgenossen unter fremben Völkern. £Üil der Schaffung ber Volksgemeinschaft nach in- naiunb außen sei bie Verpflichtung um so bringen- kl?' geroorben. Nachbem ber Rebner noch über bie SSet utung bes Grenz- unb Auslanbsbeutschtums ge- Iw0 Kle 1 n - Lind en , 23. Sept. Am Sonntag- lij'TÜttag feierten unsere Schulkinber mit ihren £ 31 m, Eltern unb Freunben ber Schule auf bem ‘ jltplaß das „Fest der deutschen Schule . ilcngsoorträge der oberen Klassen umrahmten die le;. Die Kinder trugen Gedichte und Sprech- vor, die dem volksdeutschen Gedanken Rech- r in. trugen, und warben damit bei den Erwachse- r |iü für die edlen Ziele des VDA. Im Mittelpunkt L lci Feier stand eine Ansprache von Rektor Dr. ifrtißmann, in der er die Bedeutung des Aus- kludiibeutschtums für unser Volk und Vaterland s rcfß, auf die Nöte des Auslandsdeutschtums hin- r »ie und auf die Verbundenheit des Dritten Reiches r m Iben Ausländsdeutschen einging Seine Rede g |t:fälte im begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf tirie?en Führer, der als Grenzlanddeutfcher selbst & hier • M !^n8s4 t» 4ub 3 .art öe3 Üiriials Frau Pfarrer Weber (jetzt in Gießen). Ichen An Un ben Kriegsjahren konnte ber Frauenverein seine h denno^ 1'0 ^reiche Tättgkeit entfalten. In ber Zeit ber l9 hehl 2|n ation ruhte er, um bann von neuem zu fwir- 6d)QU ■ Hi Zur Zeit zählt ber Verein 136 Mitglieber. 1 aus 1 llvch biefen Mitteilungen fprach Frl. Wahrem tlg Joiff ithor hio 9rnfnnhpn der enanaelifrhen Rraii a . f f über bie Ausgaben ber evangelischen Frauen» Dq3U J H < Die Rebnerin betonte, baß biefe Aufgabe m, iHv', in bem Worte Frauenhilfe liege unb baß hier it Die h? 2 !r rutschen Frau ein Tätigkeitsfeld geboten werde, Intel erhft dem sie sich als echte Christin erweisen könne. Beidesvon großer Begeisterung getragenen Aus- rod vor1 M.mgen beschloß sie mit dem alten Bekenntnis Rock-°>!r Christen: „Jesus Christus gestern, heute unb ro» . m ile ©migteit!" tchenhp/? E>bann sprach Frau Kreuber (Gießen). Sie wssckni» Dsbrachte bie Grüße unb Glückwünsche bes Kreis- - 1 jüdinbes unb.ging ebenfalls noch einmal auf bie Hauptaufgaben" ber evangelischen Frauenhilse ein. Slfairer Reusch (Leihgestern) überreichte jobann fikitJ hiesigen Frauenverein ein schönes Bild (Das G.JLtfpovi Verbands-ZlOaMmpse aus dem Lande Sport- 1. Kilo 42,46; 2. Feldw. Äürgermeisterei erhältlich. 5416C Friedberg, den 24. September 1935. 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Man sah hier zu viel Einzelaktionen, die meist im Sande verliefen, und nie ein flüssiges, erfolgreiches Spiel aufkommen ließen. Der Sturm der Mtver war sehr unglücklich aufgestellt, und war auch in diesem Spiel das Schmerzenskind der Mannschaft. Die Hintermannschaft deckte in der ersten Halbzeit schlecht, Gegen Ende des Spieles wurde sie aber besser. Beim DfB.-R. war das Bild dasselbe. Der Sturm pleite recht schön zusammen, konnte sich aber vor )em gegnerischen Tor nicht recht durchsetzen. Läu- erreihe und Hintermannschaft taten ihre Pflicht, aber es bestanden auch hier einige Schwächen. Der Mtv. erzielte das erste Tor, dann kam der DfB.-R. zu Wort und zog auf 3:1 davon. An diesen Erfolgen trug die Hintermannschaft die Schuld, die allerdings von der Läuferreihe nicht richtig unterstützt wurde. Bis zur Halbzeit wurde dann wieder der Gleichstand (4:4) erzielt. Nach dem Wechsel sah man zunächst verteiltes Spiel, teils drängte der DfB.-R., später bekamen die Mtver wieder Oberwasser, die Hintermannschaft war jetzt auf der Höhe, aber der Sturm glänzte mit Vorbeischießen. Die unmöglichsten Sachen leisteten sich die Strürmer und in dieser Zeit wurde der Sieg verschenkt. Die VfBer hatten noch mit zwei Lattenschüssen Pech, auf der anderen Seite hielt der VfB.-R.-Tormann einen scharfen Schuß des Linksaußen der Mtver glänzend. Der Schlußpfiff des Schiedsrichters, der dem Spiel ein korrekter Leiter war, beendete ein Spiel, das spielerisch auf keiner hohen Stufe stand. Ergebnisse des Kampfes um die Deutsche Dereinsmeisterschast bei der Spielvereinigung 1900. 1. Tag. 200 Meter: 1. K. Schmidt 24,4; 2. Bepperling 24,6 Sek. 5000 Meter: 1. G. Koch 17,30; 2. Bäcker 17:32,4 Min. Hochsprung: 1. Herrmann 1,64; 2. Schlarb 1:59,5 Mtter. Dreisprung: 1. Jung 12,17; 2. Untoff. Krüger (1. Komp. JR. Gießen) 11,51 Meter. Kugel st oßen: 1. Feldw. Gugel (1. Komp. JR. Gießen) ,13,22 Meter; 2. Kilo 13,19 Meter. Speerwerfen: 1. Lippert 45,78; 2. Untoff. Krüger 4ß,97 Meter. 2. Tag. 400 Meter: 1. Bepperling 53,7; 2. Gefr. Langrock (14. Komp. JR. Gießen) 55,7 Sek. 1500 Meter: 1. Gren. Baumstieger (5. Komp. JR. Gießen) 4:28,7; 2. Mootz 4:38,7 Min. Stabhochsprung: 1. Jung 3,40; 2. Reitz Der dritte Verbandsspielsonntag sah den verein 1920 Lollar wiederum mit vier Mannschaf- Möikl zu verkauf. WilhelmstrLlv. Zigarren Geichäft izu verkauf. o