ns Unb c°nis, Mrf. °'".r 7. "J 500 Ä in- L'-bi- ^egatta e’ne ®e, Agend. A'eßen, ahrt üer» Ur. 1ZO Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 24-Juli 1955 Lrscheml tügltch, außei Ä , Sonntags und Feiertags Annahme von Anzeigen Veilagen: Die Illustriert« k ▲ M _ ▼ für die Mitlagsnummer Gieyener Familienblätter IfAf A jA MM ^M MM ■■ ▲▲▲ jA A A ▲▲ bis 8'/,Uhr des Vormittags «5* InWK^wr Jl nzMAw xä BS» vlVIlVIlVl 44lljvlwlvi SBiB infolge höherer Gewalt Lrmahigte Grundpreise: MM General-Anzeiger für Oberhessen ZWW Postscheckkonto: V ff tz ff ff gen, Bäder-, Unterrichts» u. Frankfurt am Main 11686 vruL uns Verlag: Vrühl'sche Univerfitätrvuch- und Stetttönitfcrci «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschastsftelle: Zchulftratze 7 meng^^bWün^sta^B M° am n"^aur. *e'enubeh r,e> mil nbcn vor nach. »-!- unb n|)auer Ziehung der beste Jtettte hasten in Te Knight 11:34 Z! Llt ihre Minuten. en. ^enskran« den. ischen Te. ttmentunft henvereine r Fricke, ' hielt ein 6 Verban« gen seiner rusch über m zweiten ragen. 3m ieder uni - Abschluß Buß- uni nkunst des Gesamt- 05 „Evan- ge Kin. ^chD^iei: geben, um dichte eim in großer 1 der Kin- rer Mül- kurze 2In= irfung der i. Die An> mit einem Gaß, ai= n und hel> e von aus« beging der igssest, mit mden war. dem schön. ach Turner und Lang' stiege. Sie Zesangsoor. Dann fpw ertreter de; mfels) uii „ Die neue und trägt afft". N erte sich « b die Sorp ch auch del ige FkE nkmal legte Ehren der inen senkte« vom gute«, ian sich 6el ien W* «erlehl. Kl vornnu«' Bit Bi”« nenaiil» * n pl°E' einen * ,lang'" öell'd"«' fiana^ ” Berl« Wachsende Spannung zwischenItalien und England Oie italienische presse richtet scharfe Angriffe gegen Englands Haltung in der Krage der Waffenlieferungen an Abessin»en. Sm „feindseliger Akt" „England ermutigt Abessiniens Unnachgiebigkeit." Rom. 23. 3utt. (DRV.) Die italienische po- Imif richtet sich nach den gestrigen heftigen An- c-iffen gegen Japan mit erneuter Schärfe tagen (Snglanb. Es wird die Auffassung vertaten, der Stimmungsumschwung in Japan fei c,f die Berichte angelsächsischer Korrespondenten iier den abessinischen Konflikt zurückzuführen. Die sssamte Presse wendet sich gegen die Absicht Eng- lmds, die Lieferung von Waffen nach Abessinien zuzulassen. Dies sei. erklärt „3iocna(e d'Italia". die offene Bekundung der ckffiven Solidarität zwischen Abessinien und Eng- lmd und eine neue Ermutigung der o7>essinifchen Unnachgiebigkeil. Wan vusse sich wundern, wie England sich überhaupt wch Illusionen über Kompromisse und Verhand- lmgen machen könne. Die Erfahrung lehre, dah Mn nicht den internationalen Bemühungen auf ds Zustandekommen fog. Kompromisse trauen solle. l$nn die übereinstimmenden englischen Zeitungsnachrichten über die Aufhebung des Waffen- arnsfuhrverbots zuträfen, müsse Italien dies äserdings ohne jede Aufregung als einen aus- g sprachen feindlichen Akt Lng- l n d s auffassen. Die italienische Ration werde a® wissen, dah unter dem Deckmantel des Völkerbundes England die Sklaven- h rden Abessiniens gegen die zivil!- sisrten Wenschen Italiens bewaffnet hcve. Italien werde auch wissen, dah, falls die okssinischen Unverschämtheiten stärker werden, Ärgland einen grohen Anteil daran habe. Die «iiÄische Regierung müsse sich vor Augen hallen, Sc, ihr Berhalken in der Frage der Waffenlieferungen für Amerika einen nicht unbedeutende internationalen Präzedenzfall schaffen öiirbe. 'Popolo d ' Italia" ergeht sich in ironischen Si rachtungen über die „hergebrachten Freundin ften". Die erste Folge der englischen Anleihen |n)i der Waffenlieferungen werde eine wachsende Ll-naßung und Feindseligkeit des Negus gegenüber StUien sein. Auf diese Weise werde O e l ins Fiuer gegossen, England übernehme eine schwere Verantwortung. Italien werde eine solche Lllllungnahme nicht leicht vergessen. — Die F.ampa" schreibt u. a.: „Wir erinnern England >aon, daß das italienische Volk eine i h m an = ze^ane Schmach nie vergessen wird. Eng- am spielt in Abessinien ein gefährliches Spiel. Die ta enische Freundschaft ist strategisch, politisch und !u!mrell mehr wert als jeder andere Reichtum. Es Jt Wunden, d i e nicht zuheilen, und LeLidigungen, die nicht vergessen werden. Wenn 1 italienischer Soldat fällt, wird der Krieg sich ti nur gegen den Barbaren richten, der geschossen sondern auch gegen jene, die ihm aus uner- iicher Habgier Waffen lieferten." Das Scho in London. Der „Bersöhnungsapparat" des Völkerbunds. wndon, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die genpresse gibt der Erwartung Ausdruck, daß .talienische Regierung auf der Sitzung des Vol- undsrates in der nächsten Woche eine aus- rliche Erklärung über ihre Beschwerden iah Forderungen gegenüber Abessinien abgeben ine e. Der neueste Aufsatz in „Giornale d'Jtalia", ivornch Italien es als eine feindselige • Jan ö l u n g Englands auffassen würde, wenn 'Ue Belieferung Abessiniens mit 1fr egsmaterial gestattet würde, findet Beachtung, aber keine Erwiderung. „Morning 1 Pf'" meldet aus Rom, daß auch direkte Dro- l|r gen erfolgt feien, wonach Italien sich im ’F. einer Freigabe der Waffenlieferungen an ! kl effinien für berechtigt halten würde, feine Polittk jjticnüber dem Britischen Reich zu ändern, und in fiteren Teilen Afrikas englanb« fffindliche Bestrebungen z u unter» ft. en. Kaisers Geburtstag in Addis Abeba. MJevölkerurrg huldigt dem amerikanischen ^^ks«ndten. —Ein Glückwunsch des Kaisers von Japan. I Jl*bis 2Ibebö, 23. Juli. (DRB.) Die Feier- l icht ten aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers c » Abessinien wurden durch Abgabe von 21 Sa- l-Essen eröffnet. Am Vormittag empfing der J«t|(tr im Thronsaal des Alten Schlosses die Prin- 5ft Die Minister und das Diplomatische jjttps. Der Doyen, der belgische Gesandte 5ichungsarbeit als an einem ungezügelten Rowdytum interessiert waren. Die Ausschreitungen, insbesondere Ueberfälle auf einzelne Angehörige der Hitler-Jugend und des Jungvolks, mehrten sich zusehends, so daß sich der Mini st er des Innern vor einigen Wochen genötigt sah, den nichtnationalsozialistischen Jugendverbänden das Tragen von Uniformen und die öffentliche Betätigung unter freiem Himmel zu verbieten, um dadurch den sicherheitsgefährdenden Zusammenrottungen vorbeugend.zu begegnen. Die Ueberfälle nahmen ihren Fortgang. In erster Linie waren daran Angehörige der Deutschen Jugendkraft beteiligt, einer Organisation, die sich hauptsächlich mit Sport befaßte und sich unter religiösen Vorwänden dadurch bemühte, der Hitler-Jugend Abbruch zu tun. Zur Beseitigung dieser Mißstände hat der Minister des Innern die Organisation „Deutsche Jugendkraft" mit allen Untergliederungen unter gleichzeitiger Beschlagnahme ihrer Vermögen aufgelöst und verboten. Ferner wurde in Erweiterung der früheren Anordnungen den nichtnationalsozialistischen Jugendorganisationen und denjenigen, die sich mit der Betreuung der Jugend befassen, jede Betätigung unter freiem Himmel sowie Turnen und Sport in geschlossenen Räumen untersagt und damit die Beschränkung dieser Organisationen auf die ihnen überlassenen religiösen, kulturellen und chari- tativen Aufgaben garantiert. Katholik und Mionalsozialifl. Eine Erklärung des Abtes Schachleitner. München, 24. Juli. (DNB.) Abt Albanus Schachleitner, Osb., ersucht den „Völkischen Beobachter", folgende private Mitteilung zu veröffentlichen: In letzter Zeit häufen sich in meinem Briefwechsel Anfragen aus allen Teilen Deutschlands, ich möchte doch über diese und jene aktuelle Frage meine persönliche Meinung dartun. Don vielen Arbeiten in Anspruch genommen, kann ich auf diese Anfragen nicht einzeln antworten. Hier das, was ich all diesen Fragestellern zu sagen habe: Jetzt erst recht! In unerschütterlicher Treue stehe ich zum Führer! Ich erblicke die mir von Gott für den Abend meines Lebens gestellte Aufgabe darin, den Volksgenossen im Inland und Ausland zu geigen, daß man und wie man derstrenggläubigeChrist (in meinem Falle: Katholik) und zugleich kämpfend und opfernd der begeisterte National- s o z i a l i st sein kann." Auflösung des „Reichsbundes katholischer $ronffämpfer*. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der Amtl. Preu- ßische Pressedienst teilt mit: Der preußische Mi- nisterpräsident hat auf Grund der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 den „Reichsbund katholischer Frontkämpfer" einschließlich seiner Untergliederungen aufgelöst, weil die Duldung konfessioneller Frontkämpferbünde geeignet ist, zur Spaltung der Volksgemeinschaft zu führen und in die Frontkämpfer konfessionelle Gegensätze hineinzutragen. England verstärkt seine Lustwaffe. parlamentarische Kritik am deutsch-britischen Flottenabkommen.- Lloyd Georges Vorstoß zurückgewiesen. London, 23.Juli (DNB.) Im Unterhaus fand am Montag eine Aussprache über den Flottenoorhaushalt und den Zusatzhaushalt der Luftstrelt- kräfte statt. Im Vordergrund der Aussprache stand das deutsch-englische Flottenabkommen. Der Konservative Vizeadmiral Campbell wies auf die Leistungen der deutschen Flotte im Weltkriege hin. Die deutschen Schiffe seien den englischen in jeder Hinsicht in der Konstruktion und sehr oft in ihren Leistungen überlegen gewesen. Es sei eine Benachteiligung für England, daß Deutschland seine Flotte nur für Zwecke der Heimatverteidigung zu bauen habe, während England an seine Uebersee- besitzungen denken müsse. Er hoffe sehr, daß England weiterhin sich energisch für die Abschaffung der U-Boote einsetzen roetbe. Lloyd George erklärte unter großer Spannung des Hauses: Am meisten habe ihn derjenige Teil des Abkommens betrübt, in dem England nickt nur die bestehende Zahl der deutschen U-Boote angenommen, sondern sogar mit Deutschland abgemacht habe, daß es unter gewissen Umständen noch viel mehr 0-Boote bauen könne. Angesichts der Erfahrungen Englands im Weltkriege halte er diesen Umstand für außerordentlich. England sei beinahe durch die deutschen U-Boote besiegt worden, es habe wenige Wochen vor dem Hungertode gestanden. Wenn es kein Gegenmittel gefunden hätte, wären England und seine Verbündeten geschlagen worden und Deutschland hätte triumphiert. Er stimme mit Admiral Campbell darin überein, daß der U-Boot- Krieg die grausamste Kriegsmethode sei. Er könne nicht verstehen, warum die englische Regierung biez Gelegenheit, d i e U-Boote völlig abgu» schaffen, nicht benutzt habe. Er glaube, daß Deutschland zu einer Zusammenarbeit für die Abschaffung der U-Boote bereit gewesen wäre. Oer Erste Lord der Admiralität Sir Bolton Eyres Monse'l erklärte, die Admiralität begrüße den Vorschlag eines großen Staates wie Deutschland, seine Flotte für immer auf ein Verhältnis zur englischen Flotte festzulegen. Wir hätten es viel lieber, wenn Deutschland keine U.-Boote hätte, aber wir können diese 35 v. H. ohne übertriebene Besorg- n i 5 annehmen. Man muß sich daran erinnern, daß das Abkommen, das wir zu erzielen hoffen, überhaupt keinen Wert hätte, wenn Deutschland nicht daran teilnehmen würde. Ich bin erstaunt, daß die internationalen Mitglieder des Unterhauses, wenn ich sie so nennen darf, einen Schlaganfall erleiden, weil nach Monaten und Jahren des Schwätzens etwas getan wird. Wir haben etwas getan. (Beifall.) Daß wir es schnell getan haben, scheint diese Leute noch mehr in Schrecken zu versetzen. Ich möchte die Kritiker und besonders Lloyd George fragen: Was würden Sic getan haben? Wie würde Lloyd George Deutsch- land daran verhindert habe, Kreuzer zu bauen, was würde er getan haben, wenn Deutschland 50 Kreuzer verlangt hatte? Deutschland hätte 100 v. h. unsere Flotte verlangen können. Angenommen, es hatte das getan: Welches waren die beiden Möglichkeiten Englands gewesen? Eine Möglichkeit ist, Deutschland mit Gewalt am Bauen z u verhindern. Ist irgend jemand bereit, das zu tun? Die andere Möglichkeit ist, eine große Verstärkung unserer eigenen Flotte durchzuführen. (Beifall.) Das hatte ungeheure Ausgaben mit sich gebracht. Ich glaube, daß wir uns selbst und der Welt im allgemeinen einegroheDohl- t a t erwiesen, als wir das deutsche Angebot Frauen und Kinder durch eine englische Blockade ausgehungert würden. Der Führer der Arbeiteropposition, Lansbury, erklärte, daß die ganze Abrüstungspolitik und damit die Politik der enalischen Regierung völlig gescheitert seien. Lansbury wiederholte seinen Vorschlag, daß die englische Regierung eine neue internationale Abrüstungskonferenz einberufen solle. Das Unterhaus lehnte dann den Antrag der Arbeiterpartei auf Herabsetzung des Flottenoorhaushalts mit 247 gegen 44 Stimmen ab. Luftfahrt - Minister Sir p. Eunliffe- Lister brachte dann einen Antrag „für die Verstärkung der englischen Luft- streitkräfte um 1 2 0 0 0 Mann" ein, womit das Unterhaus in eine Aussprache über den zusätzlichen Haushalt für die Luftflotte von über fünf Millionen Pfund Sterling für die Aufrüstung der Luftflotte einging. Der Luftfahrtminister erklärte, die Grundlage, auf der das ganze Programm beruht, ist die Erklärung der deutschen Regierung, über ihre Absicht, Köln, 23. Juli. (DNB.) Die Abordnung der British Legion traf am Montagabend mit einem Dampfer in Köln ein. Am Anlegesteg hatten zwei Ehrenstürme der NSKOV. und des Kysshäuserbun- des Aufstellung genommen. Die Spitzen der Partei, der Behörden, der NSKOV. und des Kyffhäuser- bundes hatten sich zum Empfang an der Landungsbrücke eingefunden. Außerdem waren zahlreiche in Köln wohnende Mitglieder der British Legion erschienen. Als die Gäste dann die Front der Ehrenstürme abschritten, wurden sie von der großen Menschenmenge mit begeisterten Heilrufen empfangen. Die Abordnung der British Legion legte Dienstag vormittag an den Gräbern der englischen und der deutschen Kriegsopfer Kränze nieder. Nach einer Gedenkfeier an der Heldenstätte auf dem Südfriedhof begaben sich die britischen Frontsoldaten zum Kölner Rathaus, wo sie im historischen Muschel- saal von Oberbürgermeister Dr. Riesen im Namen er Stadt Köln empfangen wurden. Auch hier hatten sich wieder die Spitzen der Partei und Behörden sowie der Frontkämpferverbände versammelt. Bei einem kleinen Frühstück, das die Stadtverwaltung zu Ehren der Gäste gab, hieß zunächst Oberbürgermeister Dr. Riesen die englischen Frontsoldaten aufs herzlichste willkommen. Gauleiter Staatsrat Grohs betonte, daß er die Gelegenheit wahrnehmen wolle, um sich zum Sprecher der Jugend zu machen. Ausdrücklich könne er hier erklären, daß die deutsche Jugend nicht im kriegerischen Geiste, sondern im Gei sie aufrichtigen Friedens erzogen werde. Die Jugend wisse, daß die höchste Ausgabe und Verpflichtung in der Erhaltung arteigenen Blutes liege. Sein Wunsch sei, daß die Jugend unseres Volkes und die des englischen in jenem Geiste groß werden möge, der den Frieden der Welt sichere; denn in dieseyi Frieden liege die Garantie für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg. Die Jugend unserer beiden Völker möge fortsetzen, was die Frontkämpfer unter großen Bemühungen begonnen hätten. — Im Namen der Abordnung der eine £uffffreiffraft zu haben, die bet f ranz öf Ischen gleichkomme. Es han. beit sich um die Ziffer von 1500 Frontflugzeu- gen, ausschließlich der Ueberseegeschwaber. Die Zahl ber Fliegerschulen werbe von fünf auf zehn erhöht. Insgesamt mühten 50 neue Flug- zeugstühpunkte, darunter 41 neue Flugplätze, errichtet werben. Unterstaatssekretär Sir Philipp Sassoon erklärte, daß die englische Regierung bestrebt sei, beit Westluftpakt sobald w i e möglich ab, zuschließen, während ber Gedanke einer in. ternationalen Polizei macht augenblicklich völlig in der Luft schwebe. „Wenn es uns nur gelingen würde, den Westlustpakt zu erzielen, dann würde e r für den Augenblick die internationale Polizeimacht Europas sein." Der Antrag der Arbeiterpartei auf Herabsetzung der Mannschaftsoerstärkung um tausend Mann wurde mit 224 gegen 44 Stimmmen abgelehnt Der Zusatzhaushalt des Ministeriums in Höhe von 5 335 000 Pfund Sterling wurde mit 195 gegen 42 Stimmen angenommen. Britifh-Legion dankte Major Fetherstone- G o d l e y für die überaus herzliche Begrüßung. Gr fei der Ueberzeugung, daß diejenigen am ehesten den Krieg verhüten könnten, die den Krieg felbf: mit feinen Schrecken miterlebt hätten. Er Halles für eine absolute Notwendigkeit, der Jugend zu zeigen und zu lehren, was die Soldaten selbst durch praktische Erfahrung in sich ausgenommen hätten, und er betrachte es als eine Pflicht, sich selbst, den, Vaterlande und der Zivilisation gegenüber das Erlebnis des Frontsoldaten in besonders starker Wejsi der Jugend nahe zu bringen. Kapitän Hawe; sprach im Namen seiner Kameraden Reichskriegsopferführer Oberlindober und allen denen, die sich während ihres Aufenthaltes in Deutschland um sie bemüht hätten und die Reise so interessant gestalteten, den herzlichsten Dank aus. Reichskriegsopferführer Oberlindober betonte, daß die englischen und deutschen Kameraden vom ersten Tage des Zusammentreffens an bemüh! gewesen wären, Kameradschaft zu halten, und dah man auf dem Wege dieser Bemühungen eigentlid) Freunde geworden sei. So stelle er sich auch den Weg unserer Volker vor. Jetzt sollen diejenigen, die im Kriege die Waffen gegeneinander geführt haben, sich zusammenschließen, nicht, um sich erneut zu bekämpfen, sondern um das Leben der Besten ihre- Volkes zu erhalten. Er überreichte den Gästen die goldene Ehrennadel der NSKOV. und bat sie, dieses Ehrenzeichen nicht nur als Anden/m, sondern auch als Verpflichtung für-lnt spätere Zukunft entgegenzunehmen. Mit den Worten: „Wir stehen zu Ihnen, stehen Sie zu uns" schloß Oberlindober seine Ausführungen. — Major Fetherstone-Godley dankte bewegt für diese Ehrung. Nach dem Empfang trugen sich die englischen Gäste in das Goldene Buch der Stadt Köln ein. Die Abordnung trat am Nachmittag mit dein fahrplanmäßigen FD=3ug nach Holland die Rückfahrt in ihre Heimat an. Vor dem Hauptbahnhos hatten sich große Menschenmengen eingefunden, die den britischen Frontsoldaten herzliche Abschiedsgrüßi darbrachten. Oie britischen Frontkämpfer traten von Köln die Heimreise an Smpfanq im Kölner Kathans. — Lleberreichung der Goldenen Ehrennadel der ASKD. annahmen." (Beifall.) Im Jahre 1934 sei Deutschland bereit gewesen, eine Truppenstärke von 300 000 Mann anzunehmen, heute betrage sie 550 000 Mann. Dasselbe treffe auf die Luftwaffe au. „Wir können uns nicht leisten, daß sich dasselbe bei der Flotte ereignet". (Lauter Beifall der Minister.) „Ich glaube, eine Admiralität, die der Regierung geraten hätte, das deutsche Angebot abzulehnen, und eine Regierung, die diesen Rat angenommen hätte, würde früher oder später überwältigend verdammt von der Menschheit vor den Schranken der Geschichte stehen." Sir Bolton ging dann ausführlich auf die Behauptungen Lloyd Georges ein, den er einen „M ei ft er der Konfusion" nannte. Die Behauptung Lloyd Georges, Deutschland habe bei den Flottenverhandlungen die völlige Abschaffung der U-Boote angeboten und England habe diesen Vorschlag abgelehnt, sei unrichtig. Lloyd George: „Haben die Deutschen der Admiralität mitgeteilt, daß sie bereit wären, mit England bei irgendwelchen Bemühungen f ü r die Abschaffung der U-Boote zusammenzuarbeiten?" Monsell: „Sicherlich. Ich habe das gesagt." Lloyd George: „Haben wir es aus dem Grunde abgelehnt, weil Frankreich und die anderen es nicht annehmen würden?" Monsell: „Nein, das ist absolut u n w a h r." (Ministerieller Beifall.) Lloyd George: „Dann haben die Deutschen nicht angeboten, mitzuarbeiten?" Monsell: „Ich habe immer und immer wieder gefagt, daß sie es taten und wir beschlossen, es vorzuschlagen, wenn wir zur allgemeinen Konferenz kommen." Lloyd George: „Nachdem Ihr Deutschland mehr U-Boote gegeben habt." Monsell (ärgerlich): „Wie könnten Sie es verhindern? (Ministerieller Beifall.) Wir haben ei ne bessere Chance, weil wir Deutschland mit uns haben." Winston Churchill behauptete, daß das deutsche Angebot einer Mit- arbeit bei der Abschaffung der U-Boote keinen großen Wert habe, denn, wie jedermann wisse, bestehe nicht die geringste Aussicht, daß e.re Lander der Abschaffung zu sti mm e n. Auch falle chm die Entgegennahme der Versicherung schwer, daß Deutschland bereit sei, die Anwendung von U-Booten gegen Handels- sch»sse emzuschränken. Welcher vernünftige Mensch könne glauben, daß Deutschland von dem Gebrauch der U-Bovtwaffe Abstand nehmen wolle, wenn seine Glaubenskrieg aus der„GrünenZnsel". Von unserem B.-Korrespondenien. Dublin, im Juli. Seit einigen Tagen gibt es Straßenkämpfe in Belfast und blutige Unruhen. Latenter Bürgerkrieg, der nur unter stärkstem Einsatz von Militär gebändigt werden kann. Vor einer Woche begannen die Kämpfe am 245. Gedenktag der Schlacht am Boynefluß. In jener Schlacht vernichtete Wilhelm v. Dranien endgültig die irische Freiheit, indem er den katholischen König Jakob II. entscheidend schlug. Die schon vorher begonnene Ansiedlung von protestantischen Engländern und Schotten auf den eingezogenen Gütern der Iren wurde von diesem Zeitpunkt ab energisch fortgesetzt. Im Norden Irlands entstand so eine Kolonie harter, kriegerischer und stockprotestantischer Landleute, die sich ihrer Verantwortung als Wächter über Irland immer bewußt blieben. Seit dem Tage der Schlacht am Boynefluß nennen sich die protestantischen Siedler Drangiften, nach dem Hause Dranien. Später taufte man sie U l st e r l e u t e. Und diese Generationen von Ulsterleuten haben es meisterhaft verstanden, stets ganz England auf ihrer Seite im Kampfe gegen die irische Unabhängigkeit zu halten. Während im Süden Irlands der Großgrundbesitz das Land vernachlässigte und die Pächter hungern ließ, in den Jahren 1845 bis 1847 zwei Millionen Iren auswanderten, blühte der Norden empor. Die berühmte irische Leinenindustrie zentralisierte sich in Belsast, der Hauptstadt der Ulsterleute. Zum politischen und rassischen Gegensatz gesellte sich der soziale. Immer, wenn O'Con- nel oder später Parnell und zuletzt 1913 Asquith d i e Forderung der Iren nach Home- R u l e, nach Selbstherrschaft, verwirklichen wollten, lohte in Ulster der Aufstand gegen die allzu willfährige Regierung in London hoch. Die öffentliche Meinung Englands stand naturgemäß hinter den Ulsterrebellen, die vielleicht nicht mit Unrecht fürchteten,^ bei einer Verständigung zwischen Iren und Engländern verraten zu werden, zum mindesten ihre Stellung zu verlieren. Als Lloyd George nun 1921 wirklich die Home- Rule für Irland durchsetzte, nachdem 1916 und später wieder 1920 und 21 de Dalera und die Sinnfeiner einen erbitterten Kleinkrieg gegen Engend geführt hatten, wurde Ulster vom übrigen Irland ab getrennt und blieb mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern bei England. England hatte dadurch seine Treue und seine Dankbarkeit für feine eifrigsten Parteigänger in Nordirland bewiesen, die mit dem Karabiner in der Hand in den blutigen Tagen der südirischen Aufstände treu zum Mutter« lande gestanden hatten. Kein Wunder aber auch daß Südirland diesen Rest Englands auf der grünen Insel als einen Pfahl im eigenen F lei« s ch e empfand. Die Erinnerung an die Boyne- schlacht, an die frühere Rolle der Ulsterleute bliei wie eine unbeglichene Rechnung im Bewußtsein eines jeden Iren. Solange de Valero alle Hände voll zu tun hatte, um sich gegen die widerstrebenden Parteien in dem neugeschaffenen Freistaat Irland zu behaupten, konnte er wenig Aufmerksamkeit dem nordirischen Problem zuwenden. In dem Maße aber, in dem die Blauhemden sich wieder beruhigten und de Valem Kurs auf Ausrufung einer irischen DU1 publik sich durchsetzte, begann die irische JrredeB in Ulster eine Regsamkeit zu entfalten, die kampfgewohnten Ulsterleuten bald auf die Nekvtt fiel. Eine groteske Situation: die katholischen befinden sich in Ulster durchaus in der Minderheit, Sie sind meistens Fabrikarbeiter und Knechte au! dem flachen Lande, wo sie allerdings in einigen Grafschaften vielleicht die Mehrheit besitzen. Belfast selbst wohnen die irischen Leinen- uni Werftarbeiter geschlossen in ihren Bierteln gegen1 über den Wohnvierteln der reichen und herrschenden protestantischen Ulsterleute. Man kann sich nur schwer einen Begriff von dem sektiererischen Fano- tismus mqchen, mit dem heute noch Ulsterleute Schotten und viele Engländer im „Popisme", dem Papsttum, den Teufel auf dieser schonen Erde sehen Wenn es erst vor wenigen Wochen noch mögliffl war, daß im benachbarten Schottland die Polizei eingreifen mußte, weil ein Teil der Bevölkert von Edinburgh gegen die Verleihung der Ehren bürgerurfunbe an den australischen Ministerpräsidenten Lyons mit Steinwürfen demonstrierte, nur weil Lyons Katholik ist, so gibt das einen ungefähren Begriff von dem religiösen Kampfgeist, M heute noch die Gemüter in Nordirland bis zu-' Siedehitze beherrscht. Es heißt, daß de Dalera sogar noch in diese» Jahr bereit war und entsprechende Vorschläge» London unterbreitete, die Oberhoheit des engllM Königs anzuerkennen und im Verband des britisch^ Empire zu bleiben, wenn man UI ft e r m'1 dem Irischen Freistaat vereinig^ wollte. Diese Vorschläge stoßen naturgemäß JJ London auf eine kalte Schulter, weil Ulster e>u ewiges Druckmittel auf Irland bleiben wird und ij Ulster England stets die Basis besitzt, um i”1 I Vl! * sS* n 5 ölig. J H o o n । ■ebf sei, ' einer i, ?ugenbliE >enn e5 v eVai* e intern^ ifenb E " °bM 95* i Laa gegen H tennade lhersto, 'egrüßun; l am ehi- 1 Krieg j n- Er |( er 3ugeni 'n selbst fc mmen hi» ich selbst,! lüber da; starker $ tän hac Reichst allen n Deuts- so intern bober n Kamen ii5 an bn lten, uni: 'gen eizm sich auch: diejenigen geführt ich erneut r Besten il 'n Gästen Sim ls 2lnbv Jlit den: Sie zu i jen. - 5. diese Sd iglischen $ In ein. ttag mit and die! j)auptbob ngetunbtn Abschieds? ifet* i zum M jer aber r auf der grj enen n die ftt Ilsterleute! m BeM uifl tfiF l zu tun b arteten in zu be^ ni nordin ber, in j# jnb de S» rische" rische W 'alten, dir ins die üholtsche" der M'2 ad Knech- ngs in e t beM [ Leinen Biertelnf trt S’Sf .ja n no» t Ä E her - öW» iB noij^ Es gestoßen, seien er» fsn, alte Frauen überfallen und e mit Kindern teinen beworfen und H- setzte Mchr in ■ u. deutschen Charakter der Freien Stadt Danzig an» (deutschen C zuzweifeln. und und der Freien Stadt Polen bestehende habe aus diesem der Freien Stadt Verordnung nicht Tragweite in das zwischen Danzig und der Republik Rechtsverhältnis dar. Ich Grunde das Landeszollamt Danzig angewiesen, diese auszuführen. Man findet unter den 1300 auslandsdeutschen Jungen die Vertreter von nicht weniger als 51 Staaten aus allen Erdteilen. Es handelt sich zum größten Teil um reichsdeutsche Jungen und Angehörige der Hitlerjugend, deren Eltern gegenwärtig im Ausland leben, und ausländischen Jugendorganisationen angehörende volksdeut» sche Gruppen, denen die Teilnahme am Deutschlandlager 1935 durch ihre Regierungen ausdrücklich gestattet wurde. Man findet da unter den Gästen aus fremden Zonen deutsche Jungen aus allen Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas, Kanada, Südafrika und Australien. Aus den Steinwüsten der Großstädte in den Vereinigten Staaten sind sie gekommen, ebenso wie aus den tropischen Urwäldern Brasiliens, den Pampas und Prärien Mexikos, Argentiniens, Chiles und den Einöden des hohen Nordens. Die meisten von ihnen sprechen noch fließend Deutsch, andere wieder haben einen starken ausländischen Akzent oder beherrschen gar nur mehr einige Worte ihrer Muttersprache. In diesen Fällen leben die Familien natürlich schon seit drei, vier oder mehr Generationen im Auslande. Ergänzend teilt die Danziger Regierung noch ... a. folgendes mit: Die Durchführung der Der- ordnung müßte zur Folge haben, daß Danzigs Handel und Industrie bei der Versorgung des polnischen Marktes mit Auslandswaren aus- geschaltet werde, daß der Danziger Hafen, dessen natürliches Hinterland Polen ist und der in seinen Ausmaßen und Einrichtungen auf dieses Hinterland eingestellt ist, vollkorn- men verödet. Die Rückwirkung im Zusammen- hang hiermit auf die übrigen Zweige der Danziger Wirtschaft müßte verheerend sein. Danzig ist in die Zollgrenze Polens Erstes Welttreffen der Hitlerjugend im „Deuffchlandlager 1935". 1300 auslandsdeutsche Zungen aus 51 Staaten. Indem ich Ihnen, Herr TNinister, den Protest des Senats der Freien Stadt Danzig gegen den Erlaß dieser Verordnung übermittle, e r - warte ich, daß diese Verordnung sofort zurückgenommen wird. Außerdem behält sich der Senat der Freien Stadt Danzig weiterhin vor, alle Maßnahmen zu treffen, die ihm zum Schuhe der Danziger Interessen notwendig erscheinen. Er behält sich insbesondere vor, Ersah für alle Schäden zu verlangen, die der Freien Stadt Danzig durch die Verordnung erwachsen sollten." Danzig protestiert gegen die Bedrohung seiner wirtschaftlichen Grundlagen. Der Danziger Senat fordert Zurücknahme der polnischen Zollverordnung. Am Mittwoch wird sich die Regierung darüber schlüssig werden, ob sie der Königin ihren Rück- tritt einreichen oder andere Maßnahmen in Vorschlag bringen soll. Als der Ministerpräsident nach Aufhebung der Kammersitzung das Parlament verließ, wurden ihm von einer großen Menschenmenge begeisterte Kundgebungen dargebracht. Es ertönte immer wieder der Ruf: „Es lebe Colijn!" eiinim einen Tag alten Säugling lag. Danzig, 23. Juli (DNB.) Anläßlich der gegen die Danziger Zollverwaltung gerichteten V e r o r d - nung des polnischen Finanzmini st ers fand eine Unterredung zwischen dem Danziger Senatspräsidenten Greiser und dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister Dr. Papse, statt. Dabei überreichte Senatspräsident Greiser dem Minister Papse eine Note der Danziger R e g i e r u n a , in der gegen die polnische Verordnung schärf st er Protest eingelegt wird. In der Note wird darauf hingewiesen, daß die Danziger Regierung nicht in der Lage sei, die Verordnung des polnischen Finanz- Ministers auszuführen, da die Verordnung gegen die bestehenden Rechtsgrundlagen verstoße. Die Note des Danziger Senats hat folgenden Wortlaut: Aus dem Gefehblalt der Republik Polen hat der Senat Kenntnis erhalten von einer am 18. Iuli erlassenen Verordnung, mit der die Tätigkeit der Danziger Zollämter auf die Abfertigung derjenigen Auslandwaren beschränkt wird, die für die Bedürfnisse des örtlichen Verbrauchs und Gebrauchs im Gebiete der Freien Stadt Danzig bestimmt sind. Diese Verordnung stellt einen Einbruch von außerordentlicher ist kein Zufall, daß der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, ferner Alfred Rosenberg, Reichsminister Darrs, Staatskommissar Dr. Lippert und noch viele andere führende Persönlichkeiten des Staates und der Bewegung auslanddeutscher Herkunft sind. Inmitten einer verständnislosen, wenn nicht gar feindlich eingestellten Umwelt lagen diese Männer in ständigem, hartem Kampfe um ihr Deutschtum, verzehrten sich in Sehnsucht nach einem starken, freien und in der ganzen Welt geachteten Vaterland, wie sie auch viel früher als die Heimat die ihrem Volkstum drohenden Gefahren zu erkennen und richtig einzuschätzen wußten. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, kommt dem ersten Welttreffen der Hitlerjugend vom 28. Juli bis 12. August im „Deutschlandlager 1935" in der Umgebung der Führerschule Kuhl- m ü h l e in der Mark unter Leitung von Oberbannführer Mieke erhebliche staatspolitische Bedeutung zu. In vierhundert Zelten treffen sich dort gegen 1300 auslanddeutsche Jungen und etwa 800 bis 1000 Angehörige der reichsdeutschen Hitlerjugend, um in zweiwöchigem, ungebundenem Lagertreiben gemeinsam die Volksgemeinschaft zu erleben. Am 28. Juli erfolgt die feierliche Eröffnung des Deutfchlandlagers durch den Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Ein großer Gebiets» aufmafcfd) führt dann am -3. August die gesamte Jugend nach Berlin. eingeschlossen worden, damit die für Polen bestimmten Waren auch in Danzig endgültig verzollt und ungehindert nach Polen weitergesandt werden können. Diese Regelung ist nicht nur im Interesse Polens, sondern auch im Interesse Danzigs erfolgt, wie es z. B. aus dem Warschauer Abkommen hervoraebt, nach welchem die Regierung Polens verpflichtet ist, in ihren Zollgesetzen die Interessen der Freien Stadt Danzig zu schützen. Wenn in Danzig nur die für Danzig selbst bestimmten Waren verzollt werden, so wäre nicht einzusehen, warum diese Waren nach der polnischen Gesetzgebung und dem polnischen Zolltarif verzollt werden, warum ihre Verzollung von polnischen Zollinspektoren überwacht werden soll, warum Polen einen Anteil an den für diese Waren bezahlten Zöllen erhalten soll, warum polnische Einfuhrbewilligungen für diese Waren erforderlich sein sollen usw. Die Verordnung steht hiernach also in einem unvereinbaren Widerspruch z u den Danzig-polni- scheu Verträgen. Schon auf die Nachricht vorn Erlaß dieser Verordnung hin sind sofort in großem Umfange Waren und Schiffe von Danzig nach Gdingen umgeleitet worden. Solange die Verordnung nicht aufgehoben ist, werden internationale Wirtschaftskreise sich nicht entschließen können, sich bei der Einfuhr von Waren aus dem Zollausland des Danziger Hafens und des Danziger Handelsapparates zu bedienen. Die hieraus dem Danziger Handel und der gesamten Danziger Bevölkerung erwachsenden Schäden müssen so groß werden, daß sie von Danzig nicht getragen werden können. Aus diesem Grunde muß sich die Danziger Regierung im Namen der gesamten Danziger Bevölkerung die Anmeldung von Schadensersatzforderungen, für die Polen allein verantwortlich gemacht werden muß, vorbehalten. Die Danziger Regierung wird ihre weiteren Maßnahmen von der polnischen Antwort auf die Danziger Note abhängig machen. Die Danziger Regierung ist jederzeit zu einer Verständigung mit Polen über die entstandenen sachlichen Meinungsverschiedenheiten bereit. Es muß aber mit allem Nachdruck hervorgehoben werden, daß Danzig s i ch keinesfalls bereitfinben wird, vor p o - litifchen Forderungen irgendwelcher Art zu kapitulieren. Die Entschlossenheit Danzigs, seine Schwierigkeiten aus eigener Kraft zu meistern, die z. B. bereits zu einem erheblichen Anstieg der Golddeckung des Danziger Guldens geführt hat, findet ihre moralische und rechtliche Begründung in dem deutschen Charakter der Freien Stadt. Auch von amtlicher polnischer Seite ist ausdrücklich erklärt wor- den, daß Polen heute nicht mehr beabsichtige, den Manche von den ausländischen Teilnehmern an dem großen Gemeinschaftslager wollen gleich mehrere Jahre in Deutschland bleiben, um ihre berufliche Ausbildung in oer Heimat zu vollenden und dann wieder als gesuchte Facharbeiter ins Ausland zu yehen. Andere auslanddeutsche Jungen hoffen wenigstens dieses Jahr noch in Deutschland verbringen zu können, um einmal die Heimat in ihrer ganzen landschaftlichen Schönheit, ihrer stolzen geschichtlichen Vergangenheit und mit ihren reichen Kunstschätzen richtig kennenzulernen. Es sind nicht wenige unter diesen Jungens, die sich heute schon darauf freuen, einmal einen echten deutschen Winter, wir man ihn in den Tropen nie erleben kann, und den ganzen Zauber der deutschen Weihnacht auf sich einwirken zu lassen. So werden Wünsche geäußert und Pläne gesponnen, deren Erfüllung neue, feste Bande zwischen der Heimat und dem Auslanddeutschtum knüpft. Die ersten auslanbdeutschen Jugendgruppen sind bereits in der großen Zeltstadt am Baalsee bei Zechlin eingetroffen. Das Lager ist in fünf Abteilunyen eingetreilt und wird beherrscht von einem Hügel mit Kommandoturm, von dessen Zinnen die Fahnen der einundfünfzig am Deutschlandlager beteiligten Nationen wehen. Ein eigener Bahnhof, eine eigene Postanstalt, die einen Sonderstempel und vom 25. Juli an sogar eigens für das Layer herausgegebene Briefmarken verwendet, ein Thmgplatz, ein Ehrenmal, eine Versammlungshalle, ein eigenes Zelt für Filmvorführungen, vorzüglich eingerichtete Krankenbaraken und elektrische Beleuchtung vervollständigen das Bild einer richtigen großen Lager st ad t inmitten herrlicher Umgebung, in der Gelegenheit zu allen Sportarten, darunter insbesondere auch Schwimmen, gegeben ist. Das Ufer des Baalsees steht ohnehin im Zeichen von Marine-Hitlerjugend aus ganz Norddeutschland, die dort den unvergänglichen Geist und die Zucht unserer Kriegsmarine pflegt. Die Verprovian- t i e r u n g der über zweitausend Lagerteilnehmer erfolgt wie bei allen derartigen Anlässen durch den H i l f s z u g „Bayern", der sich zu diesem Zweck mit ungeheuren Lebensmittelmengen eingedeckt hat. Die Verköstigung ist kräftig und reichlich und dem besonderen jugendlichen Nahrungsbedürf- nis angepaßt. So wird dieses erste Welttreffen der Hitlerjugend dazu beitragen, das Deutschtum in aller Welt zu stärken und durch die Schulung seiner zukünftigen Pioniere im nationalsozialistischen Geiste nicht zuletzt dem Gedanken der Völkerverständigung dienen. 119000 Arbeitsuchende eingestellt. Gute Entwicklung der Beschäftigungslage im Juni. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Nach den* vor« läufigen Ergebnissen der Statistik der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat die Zahl der Beschäftigten im Laufe des Monats Juni um weitere 1 19 000 zugenommen. Die Gesamtzahl aller am 30. Juni Beschäftigten beträgt damit rund 16 505 000. Seit Ueberwindung des diesjährigen winterlichen Tiefstandes der Beschäftigung (Ende Januar) haben in den vergangenen fünf Monaten rund 2 100 000 arbeitslose Volksgenossen in der deutschen Wirtschaft wieder Arbeit und Ve r b i e n ft finden können. Die Zunahme der Beschäftigten feit Januar d. I. blieb um rund 1 Million höher als die Abnahme der Arbeitslosen im gleichen Zeitraum. Diese unterschiedliche Entwicklung der Beschäftigtenzahl und der Arbeitslosenzahl zeigt, daß der diesjährige starke Zustrom von schulentlassenen Jugend- l i ch e n zum größten Teil von der Wirtschaft ausgenommen ist und daß darüber hinaus die vielen S a i s o n a r b e i t s k r ä f t e, die den Winter Über keine Arbeitnehmertätigkeit ausüben, weil sie einen wirtschaftlichen Rückhalt im elterlichen Haushalt oder Betrieb haben und sich daher ohne Inanspruchnahme der Arbeitsämter durchhelfen können, bei der gebesserten Beschäftigungslage wieder v e r s i ch e r u n g s p f l i ch t i g e Arbeit in den Saisonberufen ausgenommen haben. Schwerbeschädigte in der Reichskanzlei. Ein Geschenk für den Führer. Berlin, 23. Juli. (DNB.) In der Reichskanzlei empfing der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Parteigenosse Dr. Ley, in Anwesenheit von Ministerialrat Dr. Killy von der Reichskanzlei eine Abordnung der „Roten Erde" von fast 100 Männern und Frauen, zumeist Schwerkriegsbeschädigte des Werkes Dortmund-Härder Hüttenverein AG., Werk Hörde, die gekommenwaren, umdenFührerzu besuchen und ihm den Dank von 175 schwerbeschädigten Angehörigen des Werkes für feine heroischen Taten an Volk und Vaterland persönlich zu entbieten. Als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit überreichten sie die Nachbildung einer elfhübigen schweren Kurbelwelle aus Siemens-Martin-Stahl für ein Motorschiff mit einer Schenkungsurkunde. Dr. Ley begrüßte jeden einzelnen der Erschienenen und sprach ihnen den Dank des Führers für ihre Anhänglichkeit und für das schöne Geschenk aus. Man könne dem Führer nicht mehr danken als gerade dadurch, daß man ihm ein Stück der eigenen Arbeit gebe. Durch dieses Geschenk zeige aber auch der Schenkende, daß er die Arbeit und damit den Frieden wolle. Wenn die Schwerbeschädigten auf die Opfer zurückfähen, die sie im Felde und bei der Arbeit, an ihrer Gesundheit gebracht hätten, so könnten sie feststellen, daß ihr Opfer nicht umso n st, sondern für Deutschland gebracht worden sei. Das müsse für sie ein beruhigender Gedanke fein. Mit Grüßen an die Belegschaft und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß Dr. Ley seine Ansprache. Hierauf hatten die auswärtigen Besucher Gelegenheit, das Arbeitszimmer des Führers zu besichtigen. Auflösung des Reichsverbandes der Baltikumkämpfer. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der Reichs- Minister des Innern hat die Auflösung des Reichsverbandes der B altiku mkämp- f e r (Vereinigung ehemaliger Grenzschutz- und Freikorpskämpfer) und aller sonstigen Verbände ehemaliger Frelko rp s kämpf er verfügt. Mit dieser Auflösung sollen die Verdienste, die sich die alten Freikorpskämpfer um Volk und Reich erworben haben, in keiner Weife geschmälert werden. Die Reichsregierung erkennt vielmehr die Verdienste der Männer ausdrücklich an, die nach der Revolte von 1918 das Reich im Osten gegen bolschewistische Angriffe und in München, Hamburg und an der Ruhr gegen sparlakiftische und kommunistische Aufstände verteidigt und geschützt haben. Manches Jahr mußte seitdem vergehen, bis Adolf Hitler und seine Bewegung das neue Deutsche Reich aufbauen konnten, das in der NSDAP., der SA. und der SS. viele der alten Freikorpskämpfer auch zu seinen Kämpfern zählt. Da im nationalsozialistischen Staat neben der Partei, ihren Gliederungen, den ihr an» geschlossenen und den von ihr anetfann- ten Verbänden anderen Verbänden politischer Art ein Sonderlebennichlmehr z u g e b i l l i g t werden kann, wurde schließlich das verbot derjenigen Verbände notwendig, die sich nicht bereits selbst aufgelöst hatten. Versammlungö- und llniformverbot für den Stahlhelm auch in Erfurt. Erfurt, 23.Juli. (DNB.) Auf Grund des Gesetzes vom 28. Februar 1933 zum Schutze von Volk und Staat in Verbindung mit § 14 des Poli- zeioerwaltungsgesetzes hat die Staatspoli- z e i st e l l e für den Regierungsbezirk Erfurt im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten Staatsminister Dr. Weber das Tragen von Abzeichen oder von einheitlicher Kleidung jeder Art, die die Zugehörigkeit zum NSDFB. (Stahlhelm) kennzeichnet, verboten. Gleichzeitig sind alle Versammlungen ein» schließlich Pflichtappelle des NSDFB. und das öffentliche Zeigen der Fahnen des NSDFB. verboten worden. Die getroffenen Maßnahmen find durch die Tatsache gerechtfertigt, daß in letzter Zeit in großem Umfange Steuerungen und Handlun- gen einer Reihe von Stahlhelmmitgliedern oorge- kommen find, die in unverkennbarer Weise die staats- und parteifeindliche Einstellung weitester Kreise des NSDFB. klar zutage treten ließen und zu strengsten Maßnahmen staatspolizeilicher Art Anlaß gaben. Zusammenarbeit zwischen Reaktion und Zentrum in Danzig. Danzig, 23.Juli (DNB.) Wegen Verbreitung von Flugblättern, in denen die Danziger Regierung in übelster Weise äMische Zeitung „U n i v e r s e" berichtet in gro- M Aufmachung über das Blutvergießen 2 e I f a st. „Zwischenfälle von beinahe ungläubiger Grausamkeit ereigneten sich. In der Akademie» He setzte eine Menge von Drangiften katholische Mchr in Brand und schüttete Petroleum btr ein Bett, in dem eine Frau m i t Notfälle mit Gewalt Irland zum Derbeiben im Verband des Empires zu zwingen. Der englische Dominionminifter Thomas hat über dese Möglichkeit in seiner letzten Rede völlig un- zveideutig gesprochen und ist sicherlich auch in ^land verstanden worden. Außerdem kann man nit Sicherheit annehmen, daß sich die Ulsterleute ogen jede Auslieferung an ihre Todfeinde, die L'en, mit Waffengewalt zur Wehr s tz e n würden und England in die furchtbare Sage käme, zuzusehen, wie seine treuesten Parteigänger von den Widersachern Englands an die T and gedrückt würden. Es gäbe keine englische Re- garung, die eine solche Konstellation überlebte und nicht einfach vom nationalen Zorn hinweggefegt ttirbe. Und fo werden sich vermutlich auch weiterhin in L-lfast Iren und Ulsterleute bewaffnet gegenüber» sichen, Häuser eingeäschert, Menschen auf beiden 6-iten aus dem Hinterhalt oder im offenen Kampfe ei chossen werden. Ein ewiger Unruheherd im bri- tichen Reich. Rückwirkungen auf Sudirland. London, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Infolge btr schweren Unruhen in Belfast herrscht im irischen Fieistaat, und zwar besonders an der Westküste, g: c> ße Erregung. Die in Aufstand getretenen ittfarbeitet von Galway, der Hauptstadt der gleich- ncmigen Grafschaft, haben verlangt, daß alle protestantischen Angestellten der Stadt entlassen werden sollen. Es wurden Umzüge veranstaltet, um die katholischen Arbeite: mehrerer Fabriken zum Streik zu veranlassen. 2)2 Polizei zerstreute aber die Menge durch einen dkmmiCnüppelangriff. Am Dienstag spät abends bkchlossen die Dockarbeiter in einer öffentlichen Drsammlung die Fortsetzung des Streiks. 5(i Zöglinge der Polizeischule von Dublin sind nach Alway entsandt worden, um bei der Aufrechter altung der Ordnung zu helfen. Die Unruhen (pen am Montagabend begonnen, als die Dock- an»eiter s i ch weigerten, einen Kohlen- ■ impfer aus Belfast zu löschen. Am 2)-nstag früh wurde ein Küstendampfer solange ar der Abfahrt gehindert, bis ein p r o t e ft a n t i» ster Maschinist das Schiff verlassen hcüe. Bn Clones und Limerick stürmten die Kicholiken mehrere Hauser von Protestanten und rit teten große Zerstörungen an. In Limerick ging bii erregte Menge gegen zwei Freimaure r- Ijog e n vor und zertrümmerte die Scheiben einer piv test antischen Andachtshalle. In Kil- Mlock in der Grafschaft Limerick wurde eine pro» teitantische Kirche in Brand g e ft e cf t und Ms auf die Grundmauern niedergebrannt. Sch drei Häuser von Protestanten wurden schwer befjäbigt In Clones ging eine Freimaurer» I cg e in Flammen auf und brannte vollkommen itiiBer. In Trim in der Grafschaft Meath ging die Dinge ebenfalls gegen eine protestantische Kirche do: und zertrümerte mehrere wertvolle alte Kirchen- ferrter. In Limerick werden die Straßen von Liiuppen mit aufgepflanztem «Seiten» ;ewehr bewacht. Wachsende Spannung m Schottland politische Spannung in Holland. Sparprogramm des Kabinetts Colijn. Amsterdam, 23. Juli. Unter großer Beteili- g^nz iber Bevölkerung würbe am Dienstagnachmit- tlm im ber Zweiten Kammer die Aussprache über dl» Cparvorlage der Regierung Colijn fortgesetzt. Dlse stärkste Fraktion der Kammer, die K a t h o l i - Partei, kündigte der Regierung die Gefolg- cWjl e Katholiken habe e r ft angefangen, lerte aber bald in vollem Schwung sein. — Die ip und Protestanten war. Der Erzbischof :mi Edinburg Macdonald hat die Behörden । mfiieforbert, gegen die Unruhen einzuschreiten. Er । rfl. rt, daß es seit einiger Zeit für einen i'blll) o I i f d) e n P r i e st e r unmöglich fei, ♦ tfu • der Straße z u erscheinen, ohne den , viaussprechlich st en Beschimpfungen" i'oiu; gesetzt zu sein. „In den Fabriken und amt- Äin Werkstätten sind die katholischen Angestellten i mt besonders wehrlose Mädchen einer eutitterten Verfolgung ausgesetzt: rw hat sich bemüht, die Arbeitgeber zu veran- Illiffri, ihre katholischen Angestellten aus religiösen (itrhben zu entlassen." Der Erzbischof weist dann cuf t)ie „schimpflichen öffentlichen Ereignisse" a n - lif l i ch des Euchari st Ischen Kongresses |in, Ibie den Namen von Edinburg beschmutzt hüt- !*r. Priester habe man in wildester Weise ange» J der feine Oelikatess Essig- 1O4foüLL \\ \ 2 800 000 OEWINNE U.400 PRÄ? RM.2 60 0 0 0 0 Mietgesuche Der Hausschwamm ein Mllionen-Schädling Beatrice danken wir herzlichst im Namen aller Angehörigen. versch - denke i unb $ Walther Doering und Frau Hans Paetsch Gießen 24 Juli 1935 Lübeck 03121 03128 a.d.Gietz. B.NuhnA.G.,Lollar. | Anzeiger erbet. Töchlig.MädcheD Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der gut*1 »erfofört^efudit Familien- Drucksache Näbkenntn prm bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichenAur FrauH Nattmaun fOhrungsarten und Papieren zu mäBIgenPrels* Ludwigstr 8.miJ brllhl'svha Druckerei, Sclwletr. 7, Ruf 22» LudwigstrL. '♦O81M No blaue Daub und dem Hanfluß geborgenen Selchen auf Mit her 30 000. ' 3 das Hier oes mit gei o i wurl * " An 'JHeue bei jlru füt)i fahrt brach bei dem dritten Wagen eine Feder des Vorderrades. Dadurch verlor der Wagenlenker die Herrschaft über das Auto und der Wagen stürzte um. Sämtliche Insassen des Wagens wurden auf die Straße geschleudert, 16 wurden leicht verletzt, 5 hatten schwere Verletzungen daoongetragen. Don dem stürzenden Auto wurde noch eine Radfahrerin, die die Straße kreuzte, erfaßt und ebenfalls schwer verletzt. Sanitätskolonnen brachten die Verletzten nach dem Konstanzer Krankenhaus. verzweifelte Lage im chinesischen hochwassergebiei. „Kraft-durch-Freude"-Fahrer aus Leipzig, die sich gegenwärtig in Zell im Wiesenthal aufhalten, hatten mit drei großen Omnibussen einen Ausflug an Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei I Sonnige s-Zimmer- Wohnung in guter Lage zu sofort ob. später gesucht. Schrift!. Angebote unter 03124 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. üti-Hoi. in guter Lage, per alsbald oder L§ktob. gesucht. SchrFngeb.unt. 42661) a.d.G.A. Sannen- AnninWlz üimineb Seiten erb rtur n s43oltt Dampisägewerklollar Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVoölACo.. Gießen Seltersweg 44 Mir Laho ! von L der! 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Er gehört zu den holzzerstörenden Pilzen, von denen es Hunderte von verschiedenen Arten gibt. Jeder Pilz hat zum Wachstum Feuchtigkeit notwendig. Damit sind die Grundbedingungen klar für die Lebenstätigkeit des Hausschwammes und der übrigen holzbewohnenden Pilze: Holz als Nahrung und dazu die notwendige Feuchtigkeit. Ohne Holz muß der Hausschwamm verhungern, ohne Wasser muß er verdursten. Hieraus ergeben sich die Grundforderungen beim Hausbau, bei der Bewohnung der Häuser und erst recht bei der Durchführung von Schwammreparaturen: im Haufe darf nur gesundes, trockenes Holz verwandt werden, das zeitlebens im Haus auch immer trocken zu erhalten ist. Wo Feuchtigkeit im Haus nicht zu vermeiden ist, z. B. in nicht unterkellerten Erdgeschoßräumen, in Kellern (Kisten, Kartoffelverschläge usw. sind im Keller sehr oft vom Schwamm befallen und bilden dann für das Haus eine große Gefahr), Küchen, Klosetten, Badezimmern usw. sollte entweder gar kein Holz verwandt werden, oder nur solches Holz, das mit einem chemischen Mittel entsprechend geschützt ist. Ein Schwammschaden hat immer einen Ursprungsherd, nämlich Holz, das der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dieses befallene Holz wird von den weißlichen Pilzfäden des Hausschwammes durchzogen, ausgesaugt und bald vollständig zermürbt, daß es seine Tragfähigkeit völlig verliert. Von diesem befallenen Holz wachsen wurzelähnliche Hausschwamm-Stränge durch das Mauerwerk nach den angrenzenden Räumen, daneben, darunter, darüber, selbst zum Nachbar hinüber und können immer wieder neues Holzwerk befallen. Bei kräftiger Entwicklung bildet der Hausschwamm genau wie jede andere Pflanze dann Früchte, Fruchtkörper, große, oft pfannkuchenähnliche Gebilde, in der Mitte goldbraun, mit weißlichem Rande. Der goldbraune Teil trägt feine, grübchenartige Löcher, die eigentliche Fruchtschicht. Hier werden die Samen des Hausschwammes, seine mikroskopisch kleinen Sporen gebildet. Diese wer- Aus aller Wett. „Eisgekühlter^ Eisenbahnwagen. Die Reichsbahn führt in einem elektrischen Triebwagenzug zwischen Halle und Leipzig interessante Versuche mit einem „eisgekühlten" Eisenbahnwagen aus. In einem Trieb- und in einem Steuerwagen ist eine Klimaanlage eingebaut worden, die im Sommer die Aufgabe hat, die Luft im Personenwagen zu erneuern, zu kühlen und zu feuchten. Ein Motorlüfter drückt durch trichterförmige Blasöffnungen in der Decke gekühlte und benetzte Luft in den Personenwagen, so daß die Fahrgäste die Annehmlichkeit einer Temperatur haben, die bis zu 6 bis 7 Grad Celsius unter der Außentemperatur liegen kann. Die eingeblasene Luft kann entweder dem Wagen oder der Außenluft entnommen oder aus beiden gemischt werden. Sie wird durch Aufprall auf kleine Porzellanringe, die zu einem Filter aufgeschichtet und von Eiswasser überströmt sind, gekühlt und befeuchtet. Das Eiswasser stammt von E i s b l ö ck e n, die vor Abfahrt des Zuges eingefüllt werden. Der Eisverbrauch ist leider sehr hoch, da die Wagen keine besondere Wärmeisolation besitzen. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Kühlung ist, daß alleFenster geschlossen bleiben, damit die klimatisierte Luft im Wageninnern verbleibt. Die Anlage wird nur bei Außentemperaturen über 25 Grad Celsius in Betrieb gesetzt. Die Energie für den Lüftermotor und Pumpenmotor entstammt der Fahrleitung. Im Winter wird die Heizung der Wagen selbsttätig geregelt. Die elektrisch erwärmte Luft wird durch Blasöffnungen am Wagenboden in die Wagen eingeblasen. Im Wageninnern und außen am Wagen sind Temperaturfühler (Kontaktthermometer) angebracht, die in sinnreicher Weise die Heizung so regeln, wie es der Außentemperatur und der Jnnentemperatur entspricht. Die Warmluft kann entweder dem Wageninnern oder der Außenluft entnommen oder gemischt werden. Die Einrichtung verhütet, daß die Wagen zu stark oder zu wenig erwärmt sind. Das Aachener Schachturnier um die Deutsche Meisterschaft. Am Dienstagnachmittag kam die 11. Runde in Aachen zum Austrag. Koch verlor gegen Schönmann, und Schlage siegte über Blümich. Die Begegnung Michel—Ahues wurde remis. Die Partien Richter—Reinhardt, Brinkmann—Dr. Lachmann, Weißgerber—Rellstab und Engels—Elstner wurden abgebrochen. Engels dürfte feine Partie gewinnen. Spielfrei war Ernst. Der Stand nach der 11. Runde ist folgender: Richter 6% und zwei Hängepartieen, Ahues 5% und zwei Hängepartien, Michel 5 und zwei Hängepartien, Rellstab 5 und zwei Hängepartien, Schlage 5 und eine Hängepartie, Engels 4Vi und zwei Hängepartien, Ernst 4Va und zwei Hängepartien, Elstner 4 und drei Hängepartien, Schönmann 4 und zwei Hängepartien, Brinkmann 4 und zwei Hängepartien, Reinhardt 3% und zwei Hängepartien, Dr. Lachmann 3 Vi und eine Hängepartie, Weißgerber 3 und drei Hängepartien, Blümich und Koch je 2 und zwei Hängepartien. Die Kaiserslauterner Metzgereien wieder geöffnet. Wie die Stadtverwaltung Kaiserslautern mit» teilt, fand auf Grund der Maßnahmen gegen einen Teil der Metzgerschaft eine Besprechung der beteiligten Stellen statt. Trotz des schweren Existenzkampfes, den das Metzgergewerbe zur Zeit führt, ist die Metzgerinnung mit den zuständigen Behörden zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine Preiserhöhung für einfache Wurst- ,°°"i de ■Rn |N)b I in ■ lieben :1 eine L An, Mm 0 OU5 GCbst 2 i env Itag »All dugr Donnerstag, den 25 Juli 1935, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal im Löwen, Neuenweg 28) dahier, zwangsweise gegen Barzahlung : 1 Registrierkasse, Kassenschrank, 4 Schreibmaschinen, 3 Schreibtische, 2 Vertikos, 1 Nähmaschine, 2Charselongues,2Personenwagen, 5 Diwans, 2 Kühlschränke, 4Waren- schränke, 2 Registraturschränke, 1 Bufett, 1 Klavier, 2 Grammophone, 1 Tisch, 1 Blumengrivve, 1 Labentheke, verschieb. Flaschen Metallvutz u. Autoöl, Kaffeekessel, Kartoffel - Quetschen, Gardinen - leistewHackmaschinen,Besteckkasten, Schraubzwingen, Sensen, eine Dosenverschlussmaschine, 2 kleine Mantelkessel. 42Md Jirnhaber Stellvertr bes Gerichtsvollziehers Moll, Lubwigstrasie 33, Tel. 3239. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während in Westdeutschland das vorwiegend heitere und trockene Wetter anhält, macht sich im Osten mit stärkerem Druckfall verbunden bereits wieder vereinzelt eine feuchtere westliche Luft, strömung bemerkbar, die dort vielfach Bewölkung und in Schlesien auch Niederschläge hervorrust. Die Zufuhr dieser feuchteren Westluft wird durch die Entwicklung eines sehr mächtigen Hochdruckgebietes auf dem Ozean weiter begünstigt und auch bei uns wolkiges, nicht mehr so warmes Wetter hervor« rufen. Südwestdeutschland, das dabei am Vorder« rand des Hochdruckgebietes bleibt, wird voraussichtlich vorerst keine Niederschläge erhalten. AussichtenfürDonnerstagrJm Süden noch vielfach heiter und trocken, im Norden zeitweise bewölkt, bei schwachen Winden nicht mehr ganz so warm. Aussichten für Freitag: Mehr bewölkt und etwas unbeständigeres Wetter, im Norden des Bezirks einzelne Schauer, mäßig warm. Temperaturen am 23. Juli, mittags 23,8 Grad Celsius, am 23. Juli, abends 15,3 Grad, am 24. Juli, morgens 15,5 Grad, Maximum 25,3 Grad, Mini« mum 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juli, abends 21,8 Grad, am 24. Juli, w» gens 18,1 Grad, Sonnenscheindauer 14,6 Stunden. warenundurchführbar ist. Die beteiligten Kreise sind überzeugt, daß Preiserhöhungen für den Arbeiter untragbar sind. Es wurde deshalb vereinbart, den Höchstpreis für Hausmacher Leberund Griebenwurst (Konsumware) wieder auf den bisherigen Preis von 50 Pfennig für das Pfund herabzusetzen. Eine Ueberschrei- tung der gesetzlich zulässigen Fleischpreise lag nicht vor. Die Preise der übrigen Wurstwaren, die an sich keiner Höchstbestimmung unterliegen, werden künftighin im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung besprochen. Nachdem vorstehende Vereinbarungen getroffen wurden, wurden die polizeilichen Maßnahmen wieder aufgehoben. Hindenburgs erster Bursche 90 Jahre alt. In Ostwennemar bei Hamm i. W. begeht am 25. Juli d. I. Jakob Kutz, der erste Bursche des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg, seinen 90. Geburtstag. Kutz, der 1845 im Kreise Groß-Strelitz in Oberschlesien geboren wurde, trat 1865alsSoldatbeim5. Grenadier- Regimentin Danzig ein. 1866 machte er den Feldzug mit und war der erste Bursche des damaligen Leutnants Paul v. Hindenburg , den er nach feiner Verwundung bei König- grätz aus dem Feuer trug. Auch den Krieg von 1870/71 machte der Veteran mit, und zwar beim oberfchlesifchen Infanterie-Regiment 23. Mit 76 Jahren fuhr der Greis begeistert in feine oberschlesische Heimat, um dort am 20. März 1921 seine Stimme für Heimat und Vaterland abzugeben. Autounglück bei Konstanz. Sonniges möbl. Woho-u.Schlafzimin. evtl. mitKüchen- benutz. zu verm. Wo, sagt d.G.A, Geräumige Söienet und Stallungen im Schiffenberg. Weg 28 v er so fort zu vermiet. 4262D 6g. Phil. Gail LG. Zigarrenfabrik, Gießen. Morg. Donnerstag v. B‘/2 Uhr nachm. Zwiebelkuchen Bäckerei Lange Nenstadt 37. Nschereianteil- (schein) für Hecktwasser gesucht. Preisangebote mit Ang. des Wassers unt. -------------- j Gefängnis wegen Beleidigung des Führers und des Gauleiters. Mainz, 23. Juli. (LPD.) Das Bezirksschöffen« gerichtgericht verurteilte die 58jährige Frieda Weiß aus Guntersblum wegen groben Unfugs zu sechs Wochen Haft und wegen Vergehens gegen die Der« ordnung vom 21. März 1933 zur Abwehr heim« tückischer Angriffe auf die nationale Regierung zu dr.ei Monaten Gefängnis. Verärgert über eine Steuerpfändung und eine erforderliche Maß. nähme gegen ihren Sohn, beschimpfte die An« geklagte im September des vergangenen Jahres den Führer und stellte bezüglich des Gauleiters unwahre Behauptungen auf. Die Angeklagte hatte noch Glück, daß damals das neue Gesetz betreffend Formalbeleidigungen des Führers noch nicht in Kraft getreten war, sonst hätte sie eine höhere Strafe zu erwarten gehabt. Fünf Verletzte bei einem Fabrikbrand. Mainz, 23. Juli. (LPD.) In einem Fabrik, raum der Firma N o h a s ch e k in der Oberen Aue« straße entstand aus bisher noch ungeklärter Ursache ein Brand. Bei den Löscharbeiten erlitten ein Schwager des Firmeninhabers sehr schwere und vier Feuerwehrleute erhebliche Brand, Verletzungen, so daß sie ins Städtische Kran« kenhaus gebracht werden mußten. Bestrafte Ladendiebinnen. Mainz, 23. Juli. (LPD.) Wegen Rückfall« diebstahls in sieben Fällen wurde die 43jährigen Alexandra Grub aus Weisenau vorn Bezirksschöffengericht zu zwei Jahren G e > f ä n g n i s verurteilt und sofort verhaftet. Die mit. angeklagte 32jährige Anna Maria W e i n ö h l er. hielt wegen Diebstahls in fünf Fällen vier Mo. n a t e Gefängni s. Die beiden Angeklagten such, ten Mainzer Warenhäuser auf und stahlen dort, was sie nur erreichen konnten. beschimpft und beleidigt wird, hat die Danziger politische Polizei sechs sog. Deutsch- nationale verhaftet. Der eigentliche Verantwortliche, Abgeordneter Rechtsanwalt Weise, entging der Verhaftung durch eine Reise ins Ausland, wobei er offenbar berücksichtigt hatte, daß er als Abgeordneter nur unmittelbar nach Begehung der Tat verhaftet werden kann. Die Flugblätter, die von der Polizei beschlagnahmt wurden, sind bezeichnenderweise in der Druckerei des Danziger 3entr umsorg ans gedruckt worden, ein neuer Beweis für die enge Zusammenarbeit zwischen Reaktion und Zentrum. BUer für Bogel W Die heimischen Singvögel Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturbenkmalpflegr, 116 Setten mit 14 farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf fiunftbru* tafeln, 5 Karten und N Abbildungen im Text. Preis in Leinen gebunden RM. *80 „Wer sich nicht wissenschaftlich eingehend, sondern aus reiner CleW zu unseren gefieberten Freunden und aus der Freude tiefsten Statur» erlebens mit unserer Dogelwelt beschäftigen möchte, dem wert« diese Bücher willkommen fein.* Deutsche Alpenzeitwif Die heimischen Raubvögel Don Dr. Martin Cöpelmann. Herausgegeben von der Staatliche Stelle für Raturbenkmalpflegc. 88 Selten mit S farbigen unb I» Schwarztafeln, 9 Flugtafeln unb 26 Lbbtlbungen im Text. Preis In Leinen gebunben RM. 4- „3n bieser sorgfältigen Zusammenstellung finbet der ‘Raturfreai und Jäger alles Wissenswerte über die in deutschen Wäldern 1)«* scheu Raubvögel. Hervorragende Abbildungen vervollständig bas Buch.- Blätter für Ducherft«^ Unsere Raubvögel aus der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprechen der heimischen Raubvögel 35 Abbildungen von Dr. T. Demandt. Herausgegeben von Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege. Preis bart RM.M Das Heftchen bringt mit vielen Umritzzeichnungen die äußere 6^4* nung unserer wichtigsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. 91 den wichtigsten Form, unb Grötzenangaoen ist auch bie Fluga« und der Ruf kurz gekennzeichnet Naturdenkmäler aus der Vogelwett Don Oberstleutnant Friedrich von Lucanus. 144 Seiten mit # Bildern auf Kunstdrucktafeln. Preis geb. RM. 3,^ „Der unschätzbare Wert dieses Buches liegt nicht allein in ber Füllt neuer Tatsachen, bie es vor uns ausbreitet Nicht weniger btbeutfas ist die Anregung, welche von ihm ausgebt." Nhelmsch'Westfälische Sottsjettiflif Norderoog Ein deutsches Dogelparadies. Natururkunden von den HalliZt» und vom Wattenmeer von P.F. Weckmann.Wittenburg, ffinfuhreiw« Text von Professor Dr. F. Dietrich. Mit 64 fiunftbru&tafeln. Preis gebunden RM. V „Der Verfasser bringt uns in seinem Buche eine reiche Sammlmft von prächttgen Aufnahmen aus dem Dogelickuhgeblet von Norberool. Es sind ausgezeichnete Natururkunden, die an Naturtreue M zugleich künstlerischer Wiedergabe kaum übertroffen werott können." Die koralk Verlangen Sie kostenlos unser bebildertes Werbeblatt! Die Bücher sind durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Verlin-Lichterfelde_ den durch den geringsten Luftzug verbreitet. Wo sie auf feuchtes Holz kommen, kann immer wieder ein neuer Schwammschaden beginnen. Bei der Beseitigung von Schwammschädea ist der Bal eines erfahrenen Sachverständigen unendlich wichtig. Sonst werden für dauernde Reparaturen mehr Mittel zum Fenster hinausgeworfen, als die einmalige richtige Beseitigung kosten würde, Denn bei Pfuschreparaturen kommt der Schwamm immer und immer wieder. Jeder Fall liegt anders. Gar leicht kann zuviel, aber auch zu wenig geschehen. Sehr ost bietet ein Schwammfall Anlaß zu einem R e ch t s st r e i t, z. B. zwischen Hauskäufer und Verkäufer, zwischen Hausherr und Mieter, zwischen Bauherr und Handwerker, zwischen den Nachbarn usw. Die Reparatur darf daher erst in Angriff genommen werden, wenn völlige Rechtsklarheit, am besten durch ein Beweissicherungs-Verfahren geschaffen wurde. Der Schwammschaden muß nun in seiner gesamten Ausdehnung erfaßt werden, was sehr oft gar nicht einfach ist und sich zumeist erst aus der Oeff- nung der befallenen Stellen ergibt. Das schwammbefallene Holz wird auf ungefähr Vt Meter über den Befall hinaus entfernt und verbrannt. Schwammdurchwachsene Mauerteile werden erhalten, wenn sie baulich gut sind, in den Fugen gründlich ausgekratzt, mit der Lötlampe oder besser mit dem Gebläse ausgebrannt und wiederholt mit einem chemischen Schutzmittel behandelt. Die ursächliche Feuchtigkeitsquelle muß abgestellt werden. Das neu einzubauende Holz ist einer chemischen Schuhbehandlung zu unterziehen. Das mindeste ist ein mehrmaliger Schutzanstrich, noch besser eine mehrtägige Tauchtränkung in einer chemischen Schuhlösung, am besten die Voll-Imprägnierung. Bei sehr schweren Fällen, zumal wenn die Feuchtigkeitsquelle gar nicht zu unterbinden ist, muß Holz unter Umständen sogar ganz vermieden werben. Vor Geheimmitteln und Geheimverfahren bei der Schwammreparatur wird dringend gewarnt. 'N) Wer hx, Wien .Am Südwesten der Provinz Schantung, in dem Niederungsgebiet, durch das der Hoangho bis zu seiner Richtungsänderung im Jahre 1852 ins Meer strömte, sind die Hochwasserfluten in ständigem Steigen begriffen. Die Wassermassen haben jetzt die Städte Tschujeh, Tschiahsiang und Iungtscheng erreicht, deren Räumung vom Gouverneur angeordnet wurde. Am Nanjang-See an der Grenze von Schantung und Kiangsu sind die Deiche gebrochen. Mehrere 100 Dörfer wurden vollkommen überschwemmt. Unter den Flüchtlingen fordert Hungersnot und Seu- ch e n täglich Hunderte von Opfer. Aus dem Gebiet des Jangtse lauten die Berichte etwas günstiger. Dort wird seit einigen Tagen ein langsames, aber stetiges Fallen des Wasserstandes beobachtet. Es ist deshalb dort auch möglich, allmählich einen Ueberblick über die Ausmaße der Katastrophe zu gewinnen. So sollen sich im Jangtse-Gebiet nicht weniger als zehn Millionen Menschen auf der Flucht befinden. Im Bereiche des Tungting-Sees, des riesigen Binnensees im Norden der Provinz Hunan, ist der Sachschaden größer als bei der großen Ueberschwemmung im Jahre 1931. . _ « - - -------.........। * -» -- Nach Mitteilungen des Roten Kreuzes in Hankau den Bodensee unternommen. Auf der Rück-1schätzt man die Zahl der allein auf dem Jangtse 1 Garten (600-700 qm) nördl. der Stadt gelegen,-. Herbst zu pacht, gesucht. Schr Angeb.unt. 03120 a.d.G.A. verloren eine goldene Armbanduhr a. Dienst., 16.7. a.d.W.Schiffenb Weg,Gnauthstr., Blerchstr.b.Horst- Wessel-Wall. Da Andenk.gut.Bel. zuges. Abz.Frau Bergk, Sckiffen- berg. Weg17."'" | Verkäufe | Junge Vogelsb. Fahrkuh zu verkaufen bei Otto Bausch IZimmermeister Langsdorf. 42*°d | Kaufgesuche | Anhänger f. 4z20 Opel ges. DKW.« Motorrad fiir80Mk.z.verk. Oskar Moos, Wißmar, osn? WiömaüTjine billig zu kaufen, zu leiben od.bei Besitzerz. benutz, gesucht. Schrift!. Angeb. u. 03119 a.d.Gietz.Anzeig. |Stellenangebote| Mädchen 1 gesucht für Haus- u. Küchenarbeit ( zu sofortig. Ein- \ tritt. Zu erfrag. ! m d. Geschäftsst. 1 d. Gieß. Anzeig. Ur. 170 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) r Mittwoch, 24.)uli 1935 OasInfanterie-Negimeni Gießen übt in Oberheffen Aus der Provinzialhauptstadt 'ehr W9 WorM Sommermonaten dankbar sein. D. lags 151 | ihr. Theoretische Physik, kann am 24. Juli 1935 auf eine 6 0jährige Dienstzeit als Hochschullehrer zurückblicken; er hat sich im Jahre 1875 in Göttingen als Privatdozent habilitiert. wieder der Feind auf dem Komturberg (nördlich Wölfersheim) und ostwärts davon festgestellt. Nunmehr entschloß sich der Führer von Blau, mit seinem ganzen Bataillon den Gegner anzugreifen. Unter dem Schutze des Waldes wurde das Bataillon entwickelt, die Maschinengewehre und Minenwerfer wurden eingesetzt, und bald daraus trat das Bataillon in breiter Front aus dem Wald heraus zum Angriff an. Der Feind empfing Blau beim Austritt aus dem Walde mit starkem Feuer, war aber bald darauf wieder verschwunden, so daß der Angriff von Blau zunächst ins Leere stieß. Rot hatte damit den ersten Teil seines Kampfauftrages gelöst, nämlich den Feind zur Entfaltung, zur Entwicklung und schließlich zum Angriff zu zwingen, ohne es dabei zu einer Enscheidung kommen zu lassen. Bei diesem Stand wurde nördlich von Wölfersheim die Hebung abgebrochen und die Offiziere und Zugführer zur Besprechung gerufen. Nach kurzer Pause rückten die Kompanien in ihre Quartiere in Wölfersheim, Melbach, Södel, Beienheim, Weckesheim und Reichelsheim ab. In allen Ortschaften wurden die Feldgrauen außerordentlich herzlich ausgenommen und von der Bevölkerung in glänzender Weise bewirtet, so daß sehr schnell bei den Soldaten und der Ortsbevölkerung große Freude und Zufriedenheit herrschte. Am heutigen Mittwochfrüh tritt das Bataillon zu einer neuen Aufgabe von Reichelsheim aus an, die über den Horloff- und Nidda-Abschnitt bis in die Gegend von Selters führen wird. Ide, ter lieben wir gewiß auch die Geselligkeit, sitzen gern mit bekannten Familien zusammen, feiern auch Feste. Aber es sind doch nur Bekannte oder Menschen einer bestimmten Berufsschicht, mit denen wir zusammen sind. Hier im Sommer fallen alle Scheidewände, hier spricht der Mensch zum Menschen. Mit den Kindern fängt es an. Sie sind am eifrigsten in der „Anschlußfrage". Sie bauen Brücken, die auch für die Zukunft tragfähig sind. Wir Aelteren lernen die Arbeit unsrer Volksgenossen verstehen, wir werden bescheidener und stiller. Wir schauen hinein In Zusammenhänge, die uns oft noch fremd waren. Und all dies verdanken wir dem Sommer, der uns hinausführt in die deutschen Lande. Der Sommer hilft uns, daß wir» Kräfte sammeln für den Winter, daß wir auch immer mehr körperlich und seelisch verbunden werden mit allen deutschen Menschen. Dafür wollen wir den schönen Geheimrat Fromme 60 Lahre Hochschullehrer. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Herr Geheimrat Professor Dr. Karl Fromme, der seit einigen Jahren emeritierte Ordinarius für mbeniM-' buitbtn 5® , au* tthifl! lit titfitt”" scheSl^ Mffat verwieg acht sich. den beiü tliche L- Semölk vorruft. J d durch: )ruckgebi- mch bet r tter hen am $o6 irb dm ilten. : 3m 6i Korben je nicht d -relt allein^ ptnigtr^ °°n^ tbunW\ "Ä Knop „Ml* Ng t'ter«, •66 lehr t. 'che L • öle «r wahres Uleit^ Der erste Llebungstag. Auftrag, zur Sicherung der linken Flanke über Münzenberg—Echzell Ranstadt zu erreichen. Rot: Am 22. Juli hatte sich Rot am Horloff- Abschnitt zu hinhaltendem Widerstand eingerichtet. Zur Sicherung gegen einen aus Nordwesten gemeldeten Gegner war das III. Bataillon JR. 15 an die Waldränder ostwärts Oppershofen oorgeworfen worden. Die Masse des III. Bataillons besetzte diese Waldränder. Die 10. Kompanie hatte den Auftrag, bei Münzenberg die östliche Flanke zu sichern. Der verlauf der Hebung. Bei Beginn der Uebung um 7 Uhr war das III. Bataillon I. R. Gießen im Vormarsch auf Münzenberg. Auf der Vormarschstraße wurden Radfahrer-Spähtrupps vorausgeschickt, die dicht südlich Münzenberg bereits feindliches Feuer erhielten. Auch die Spitzenkompanie wurde bald darauf von dem Buchberg und den Waldrändern südlich Münzenberg aus mit Feuer empfangen. Der Spitzenführer entschloß sich daraufhin, seine Kompanie zu entwickeln und den Feind anzugreifen, um seinem Bataillon die Vormarschstraße freizumachen. Der Begleitzug wurde zu diesem Zweck eingesetzt und unterstützte kräftig den Angriff des Bataillons. Der schwächere Gegner mußte weichen und zo^ sich bald darauf durch die dichten Wälder in südlicher Richtung zurück. Die breit und tief entwickelte Spitzenkompanie stieß dicht hinter dem Feind durch die Wälder durch, der Rest des Bataillons konnte nach längerer Pause seinen Vormarsch auf der Vormarschstraße fortsetzen. Als die vordersten Teile von Blau die Waldränder westlich W o h n b a ch erreichten, wurde bereits Saubringen in der Verfolgung des roten Gegners, d r sich an der Bahn Wißmar—Launsbach und den d: hinter liegenden Höhen festgesetzt hatte. Da die Lohnbrücke zerstört war, entschloß sich der Führer v n Blau zum Uebersetzen über die Lahn südlich Geheimrat Professor Dr. Fromme, am 11. Juni 1852 in Kassel geboren, war von 1875 bis zum Herbst 1880 als Privatdozent der Physik in Göttingen tätig, und kam dann nach Gießen, wo er bis zu seiner (Emeritierung als allgemein geschätzter Hochschullehrer wirkte. Neben seiner akademischen Lehrtätigkeit stellte er sich der Allgemeinheit auch in ehrenamtlicher Arbeit gerne und tatfroh zur Verfügung. Von 1885 bis 1920 war er Mitglied des städtischen Schulvorstandes, von 1891 bis 1920 gehörte er der Kreisschulkommission an, im Theater- verein wirkte er seit 1897 als Vorsitzender, ferner war er im Aliceschul-Verein von 1892 bis 1914 als Mitglied des Vorstandes und von 1914 bis 1923 als Vorsitzender tätig. In allen Ehrenämtern hat er in vorbildlicher Weise stets dem Wohle der Gesamtheit gedient. Hierdurch, aber auch durch sein berufliches Wirken und durch seine ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften hat er sich in weiten Kreisen in Stadt und Land große Wertschätzung erworben. Deutsche Arbeitsfront. Sonderfahrt nach dem Nürburgring am 2 8. Juli. Wie uns unsere Gaudienststelle in letzter Stunde mitteilt, hat die Reichsbahn unsere Fahrt nach dem Nürburgring nicht genehmigt, da die Strecke Koblenz—Adenau eingleisig ist. Wir haben uns deshalb um einige Omnibusse bemüht. Der Fahr-1 nbcrSttd farbigen ■ n im bunien v Der verv-M ffr rüchch b::r Badenburg. Der Verlauf der Hebung. :Jn der Nacht vom 22. auf 23. Juli wurde das Bataillon innerhalb von 2 >2 Stunden unter 93er» nsndung von großen und kleinen Floßsäcken, Pon- Icins, Kähnen und Laufstegen übergesetzt. Hierbei eicreidjte ein Jnfanteriezug der 6. Kompanie mit ehern großen und vier kleinen Floßsäcken die Re- ilirdzeit von sechs Minuten. Daß es hierbei auch verschiedene nasse Füße gab, kann man sich iimfen. Nach beendetem Uebersetzen begann gegen 3.60 Uhr der Angriff auf die zwischen Launsbach urb Wißmar gelegenen Höhen, wo nun der Schwer- ii nkt des roten Gegners lag. Um 4.30 Uhr er» tihte das Signal „Das Ganze Halt". Rach der Uebung ging die Truppe an der Wiß- Mrer Brücke zu längerer Rast über, wo auch bald ii heißersehnten Feldküchen, mit Jubel begrüßt, schienen. Ein „schwerer Schlag" Erbsen mit Speck ülte die hungrigen Mägen der Soldaten. Auch der t'cntinenroirt Zengler ließ es sich nicht nehmen, odü dem Plan zu erscheinen. Um 8.30 Uhr marschierte das Bataillon weiter vcch dem Lumdatal, wo es im Laufe des Tages n ©taufenberg, Mainzlar, Daubrin« in und Treis a. d. Lumda Quartier bezog. Liberal! bereitete die Bevölkerung den Soldaten ir e sehr herzliche Aufnahme. Mm heutigen Mittwoch wird die neue Uebungs- cirgabe das Bataillon von Treis a. d. Lumda uns in Richtung Nordeck — Winnen — k- sdorf führen. Das DI. Bataillon Am gestrigen Dienstag früh begann auch das 1 Bataillon mit feinen Hebungen. Die Lage. Blau: Im Vormarsch nach Süden hatte die Truppe in der Nacht zum 23. Juli Ortsbiwack mir verstärktem I. R. 15 auf dem linken Flügel in Laug-Göns und Holzheim bezogen. Vom Feind 6er bekannt, daß er mit den vordersten Teilen die Tagend von Büdingen und Ortenberg erreicht hatte. $n Hungen waren rote Kraftradschützen vertrieben Berben. Am Morgen des 23. Juli wurde der Sormarfd) fortgesetzt. Das III. Bataillon hatte den Kurz vor L i ch kam die Meldung an das Bataillon, daß die Ausgänge von Lich und die Marsch- siraße nach Hungen von feindlichem Artilleriefeuer iselegt seien. Daher erhielt das Bataillon den Befehl, i»ach Süden auszuweichen, und es ging nunmehr entfaltet, d. h. zerlegt in Züge und kleinere Ein- Isiten südlich der Straße etwa von Birklar auf i n Waldstück südlich von Hungen vor. Kaum war liefe Bewegung angetreten, so verschwand das Ba- liillon, das bisher auf der Marschstraße einen recht sittlichen Eindruck machte, fast vollkommen dem ! uge des Beschauers. Die einzelnen Jnsanteriezüge, l e Fahrzeuge des Bataillons usw., kurzum alles l itte sich dem Gelände so angepaßt, daß der feind- Iche Beobachter die Truppe kaum noch erkennen Imnte und mit der Artillerie keine Wirkung mehr in erzielen war. Schließlich hatte das Bataillon in । efer Gliederung das befohlene Waldstück südlich ion Hungen erreicht und stellte sich nunmehr zum - ngriff gegen den roten Gegner bereit, der auf den (•genüberfiegenben Höhen eingebaut war. In diesem Augenblick wurde die Uebung durch hs Signal „Das Ganze Halt" und den Dffi» i erruf abgebrochen. Nach beendeter Besprechung I?s Hebungsverlaufs rückten die Kompanien in ihre r it Fahnen festlich geschmückten Quartierorte H u n- k«e n, Inheiden, Steinheim, Rodheim c d. Horloff und Langd ab. In allen Orten cnirbe den Soldaten eine überaus herzliche Aufriihme bereitet. k Am heutigen Mittwoch wird das Bataillon eine ti ue Aufgabe in Angriff nehmen, die um 6.45 Uhr b i Rodheim a. d. Horloff begann und die 2truppe bis in die Gegend von E i ch e l s d o r f f.lhren wird. Das II. Bataillon. Der Uebung, die — wie wir gestern bereits kurz erwähnt — in der Nacht vom Montag zum Diens- t g an der Lahn ftattfanb, lag als Zweck ein sslußübergang mit Behelfsmitteln jjugrunbe. Der Gommer und die Menschen. Als meine zwei Jungen dieser Tage von einer mehrwöchigen Radtour zurückkehrten, erzählten sie begeistert von den Schönheiten Süddeutschlands, von den netten Kameraden, die sie unterwegs getroffen hätten, von den schönen Jugendherbergen usw. Ganz besonderes Lob aber spendeten sie einigen Bauernfamilien, bei denen sie übernachtet hatten, einmal, weil das Geld ziemlich knapp geworden und zum andern, weil eine Jugendherberge noch weit gewesen war. Da waren sie in das erste beste Bauerngehöft gegangen und hatten um ein Nachtlager in der Scheuer gebeten. Aber zu ihrem Erstaunen wurde ihnen ein schönes Zimmer mit einem breiten Bette angewiesen, sie bekamen ein fürstliches Nachtessen und am andern Morgen ein kräftiges Frühstück. Mit Dank im Herzen schieden sie von den freundlichen Gastgebern. Diser Teil des Berichtes bewegte mich am meisten, und ich machte mir meine Gedanken darüber. Ich dachte auch an Geschehnisse ähnlicher Art, die ich auf früheren Wanderungen erlebt hatte. Es ist mit dem Sommer eine eigentümliche Sache. Wenn die Sonne scheint und draußen alles blüht und duftet, dann sind die Menschen freundlicher, zugänglicher und fröhlicher. Sie sind anders als im Winter. Sie nehmen teil an den Geschicken ihrer Nächsten, sie sind zu jeder Zeit hilfsbereit und gefällig. Ob das allein von der Sonne oder von der schönen deutschen Landschaft kommt, mag Dahingestellt sein. Wir können jedenfalls die Tatsache feststellen, daß es so ist. Da sitzen sie, bunt zusammengewürfelt, im Sonderzug der Reichsbahn. Alle haben dasselbe Ziel: die bayerischen Berge. In dem Abteil sind Studentinnen, Kaufleute, Künstler, Lebrer und Arbeiter. Das gemeinsame Ziel sorgt für den Gesprächsstoff. Wo zuerst kühle Zurückhaltung herrschte, da stellt sich bald eine schöne Verbundenheit ein. Man bietet sich gegenseitig Obst an, man trinkt zusammen ein Fläschchen Limonade. Hnd die Freude ist groß, als sich alle am Abend wieder in einem Gastbaus, in dem sie nun einige Tage wohnen sollen, treffen. Sie fühlen sich bald wie eine Familie, sitzen an einem Tische, erzählen sich luftige Schnurren, führen aber auch ernste Gespräche. Die Ausflüge werden gemeinsam besprochen und gemeinsam ausgeführt. Es sind nur wenige Tage, die sie hier bleiben. Aber diese Tage genügen, um Fäden zu schlingen, die so bald nicht wieder zerreißen. Oder ist es auf einem Rheindampfer nicht ähnlich? Da sind es nur Stunden, die die Menschen zusammen fahren. Aber in dieser kurzen Zeit werden Bekanntschaften gemacht,, manchmal sogar Freundschaften geschlossen. Der Sommer und die herrliche Landschaft diese beiden Zauberer, helfen mit, daß die Menschen alles Alltägliche hinter sich lassen und nur froh und glücklich in die Welt schauen. Gewiß gibt es auch Einsiedler, die diese gemeinsamen Fahrten nicht lieben. Wir haben wohl auch einmal das Bedürfnis, allein zu sein. Hnd wir erinnern uns gern an manche besinnliche Stunde, die wir ganz allein auf Bergeshöhe oder im Waldesschatten verbrachten. Wie lebendig stehen aber dann die Erlebnisse, die wir gemeinsam auf unfern Spaziergängen, auf unfern Wanderungen hatten, vor uns! Äir fühlen doch stündlich, daß wir Glieder eines Volkes sind, daß wir zusammenkommen müssen, daß wir gemeinsam leben und uns auch gemeinsam freuen sollen. Da ist der Sommer die beste Zeit. Schon in den Anlagen der Stadt, auf den Ruhebänken, finden wir die netteste Unterhaltung. Hnd wenn wir selber nicht „so in Stimmung" sind, dann sind es die Kinder, die vor uns spielen und bald ein Band schlingen um Alter und Jugend. Es ist doch so, daß die Alten gern in der Sonne sitzen und zuschauen. Die Jugend aber will spielen, will sich betätigen. Sie will auch hinaus in die Welt, sie will wandern, will sich ihre Heimat erwandern. Wie schnell sind solche Wandergesellen untereinander einig! Wie rasch werden Freundschaften geschlossen! Da braucht der Bauer einige kräftige Fäuste bei der (Erntearbeit. Die Nothelfer stellen sich ein. Man sieht ihnen bald nicht mehr an, daß sie den ganzen Winter hinter den Büchern oder auf dem Büro saßen. Die Sonne hat sie braun gebrannt und die frische Landluft ihre Lungen geweitet. Wie froh sitzen sie am Abend vor der Haustür mit den alten Bauern zusammen und erzählen von ihrem Vaterhause, von ihrer Arbeit und von ihren — Zukunftsplänen! So kommen Stadt und Land zusammen, lernen einander verstehen, einander schätzen und — Heben. , All dies bringt der Sommer zustande. Im Wm- । 23,8 8t am 24.$ trab, M 10 cm T MM t,6 Siw elm den übri: Hans & gen: U)tc: und $erc jteinbrudi leßen. Das Infanterie-Regiment Gießen ist — wie wir gestern bereits kurz berichteten — am Montagabend bzw. am gestrigen Dienstagfrüh zu Hebungen ü m Vataillonsverband ausgerückt. Heber den ersten Hebungstag liegen uns folgende Schilderungen unserer Sonder-Berichterstatter vor. Das!. Bataillon. Am Dienstagfrüh 5.30 Hhr rückte das I. Bataillon zu feinen Hebungen im Raume Hungen- Schotten von der Kaserne aus in Richtung Lich i«b. Zunächst wurde in friedensmäßigem Marsch >is zum Waldausgang bei Steinbach marschiert. Dort begann für das der blauen Partei angehörige I. Bataillon die Kriegslage. Nach dieser Lage marschierte das Bataillon als Dortrupp einer vormarschierenden Division über 2i ch nach Hungen. Man konnte zunächst das Bild ler durch diese Lage geforderten Marschsicherung leobachten. Zunächst ritten Reiter-Spähtrupps tegen den Feind. Ihnen folgte als erste Sicherung her marschierenden Division die Reiterspitze, gefolgt ton der Jnfanteriespitze, dann auf der Marschstraße tegen Lich in immer stärker werdenden Verbänden los zur Sicherung der Division gegliederte Baiail- bn. Infanterie-Kompanien mit zugeteilten Maschi- s'engewehrzügen, das Bataillon mit dem ungeteilten Ninenwerserzug und auf die marschierende Kolonne [erteilte motorisierte Kampfwagen-Abwehrgeschütze pgen vorbei. Der Abstand zwischen den Einheiten erschwerte dem Flieger die Beobachtung und Heber» W- rifbrotii '"«en Hi Ur|u «Uten" l(i ''Ich- Stt Kütffan ' wurde [ ieMu vy Vl. T. !■ Die nt lnähi( "er Mk Nen fu: Zahlen bc: Die Kriegslage. :ij;. Nach der Annahme waren am 22. Juli starke 1934 gi. blaue Kräfte aus der Linie Trohe—Alten-Buseck— 2. 3. 4. 5. von oer« 1179: Heinrich der Löwe aus Deutschland bannt. Ende seines Versuches einer kraftvollen Ouvertüre zur Oper „Die lustigen Weiber von Windsor" von Nikolai. a) Morgenstimmung, b) Aases Tod a. d. I. Peer-Gynt-Suite von Grieg. König Heinrichs Aufruf und Gebet aus Lohen- 1655: der Dichter Friedrich von Logau in Liegnitz gestorben (geboren 1604). — 1818: der Natur- Zu« sammenfassung und kolonisatorischen Ausbreitung des Deutschtums auf niedersächsischer Basis. — preis mit dem Omnibus beträgt einschl. Eintritt 7.— Wart. Die Abfahrt in Gießen erfolgt um 3.45 Hhr morgens vom Bahnhofsplah. Umgehende Anmeldungen bzw. Hmmeldungen vom Sonderzug auf Omnibus werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstrahe 18, entgegengenommen. Hrlaubsjug 34 Nordsee / Norwegen vorn 29. Juli bis 6. August. Die Fahrkarten zu obiger Fahrt können in den Dienststunden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, von den Teilnehmern abgeholt werden. Der Zug fährt ab Gießen 22.55 Hhr. Ankunft in Gießen am 6. August 5.48 Hhr. Aenne Markgraf. Oie neue 1. Salondame und Liebhaberin des Gießener Stadttheaters „Schon wieder bestürmt mich der Dramaturg mit einem (Eilbrief. Wer ich bin und wie ich bin soll ich erzählen. Ich habe eigentlich noch nie — außer auf amtlichen Vordrucken und bürotrocken — mein Ich und mein Leben in Worte gefaßt. Na, man versucht's halt mal von der berufskritischen Seite. Wie ich eigentlich aussehe und dergleichen mehr. davon wirst Du Dich, liebes Publikum, am einfachsten und besten unterrichten,, wenn ich spiele. Jedes geschriebene Wort gibt doch niemals ein eindrucksvolles Bild. Ich will und werde Dir auch ohne schriftlichen Lebenslauf und ohne Visitenkarte gefallen, denn ich freue mich sehr auf mein neues Tätigkeitsfeld in Gießen. Ich komme voll Unter» nehmungslust, Spielfreude und mit der festen Absicht, Freude zu bereiten. Was ich spielen möchte? Am liebsten alles! Von Rolle zu Rolle wechselnd, ob die entzückende kleine Frau ober die Mondäne, stets charakteristische Farben bereit haben, eine neue Gestalt erstehen zu lassen. Jedesmal gewandelt zu sein und jedesmal gleich liebenswürdig und interessant zu erscheinen. Für alle Regungen der Frau echte Töne der Güte und Innigkeit zu finden, hinter denen die Wärme eines mitlebenden Herzens zu spüren ist: eine natürliche Menschendarstellerin zu sein. Ob ich dies auch in Gießen erreiche, was ich mir zum Ziele setze, darüber sollst Du, liebes Publikum, entscheiden. Ich hoffe ein herzliches ,Ja!' wird die Antwort sein." Lohn und Gehalt am Tage der Musterung. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Es sind in einzelnen Fällen Zweifel darüber auf» getaucht, ob das wehrpflichtige Gefolgschaftsmitglied für den Tag der Musterung Lohn- bzw. Gehaltsanspruch hat. Nach § 32 des Wehrgesetzes darf den aus dem aktiven Wehrdienst nach Erfüllung ihrer aktiven Dienstpflicht in Ehren ausfcheidenden Soldaten bei Rückkehr in den Zivilberuf aus der durch den aktiven Wehrdienst bedingten Abwesenheit fein Nachteil erwachsen. Es ist infolgedessen nicht tragbar, daß der junge Wehrpflichtige am ersten Tage seiner soldatischen Pflichterfüllung durch Gehaltsoder Lohnabzug eine Einbuße erleidet. Der, Musterungstag ist für den jungen Rekruten ein Tag der Freude, an den er sich in seinem späteren Leben gerne erinnert. Ihn dafür in feinem Arbeitsverdienst zu beeinträchtigen, hieße seiner Begeisterung einen sehr bitteren Beigeschmack geben. Ich erachte es deshalb für eine Selbstverständlichkeit, daß der Betriebsführer dem wehrpflichtigen Gefolgschaftsmitglied am Tage seiner Musterung den üblichen Verdienst gewährt. Ser deutsche Gruft im Gerichtssaal. Es besteht Veranlassung, die Bevölkerung er- neut^barauf aufmerksam zu machen, daß von den Zuhörern bei den Gerichtsverhandlungen dem Gerichtshof beim Betreten des Verhandlungssaales der deutsche Gruß durch Aufstehen von den Plätzen und Erheben der rechten Hand zu erweisen ist. Den Besuchern der Gerichtsverhandlungen sei empfohlen, dieser selbstverständlichen Pflicht stets in geziemender Weise Rechnung zu tragen. Heute Militärkonzert am Stadttheater. Am heutigen Mittwoch, 24. Juli, findet von 17 bis 18 Hhr am Stadttheater ein Konzert des Musikkorps des Jnf.-Regts. Gießen statt. M u s i k f o l g e: 1. Offizier-Ruf! Marsch von C. Krauße. grin von Wagner. Es singt der Rhein! Rheinlieder-Potpourrt Höser. Daten für den 25. Juli forscher Johann Jakob von Tschudi in Glarus geboren (gestorben 1889). — 1850: die um ihre Frei- heit kämpfenden Schleswig-Holsteiner bei Idstedt geschlagen. — 1867: der Dichter Max Dauthendey in Würzburg geboren (gestorben 1918 zu Malong auf Java). Rindfleisch im eigenen East/' Die Geschäftsstelle der Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen teilt uns mit, daß der Verkauf des „Dosenfleisches im eigenen Saft" im Stadtbezirk sehr rege eingesetzt habe, nachdem sich die Hausfrauen von der Güte, Zweckmäßigkeit, leichten Verwendbarkeit im Haushalt, sowie bei allen sonstigen Anlässen, wie Wochenend, Ausflügen mittels Auto und Boot, wie auch von der wirklichen Billigkeit überzeugt hätten, alles Veranlassung genug, um immer wieder auf den Einkauf des erstklassigen Nahrungsmittels gerne zurückzukommen. Anders mit der Landbevölkerung, die dem Verbrauch des Dosenfleisches anscheinend im gewissen Sinne noch ablehnend gegenübersteht, während doch gerade für die Landbevölkerung die überaus leichte und schnelle Verwendbarkeit dieses Fleisches beim Herstellen von Mittag- und Abendessen eine große Ersparnis an Zeit und Mühe bedeuten dürfte, ganz abgesehen davon, daß doch mit den hier getroffenen Maßnahmen der Reichsstellen in erster Linie dem Interesse der Landbevölkerung gedient werden soll und wird. Es ist und wäre deshalb kaum zu verstehen, wenn die Landbevölkerung hier weiter eine ablehnende Stellung einnehmen wollte, zumal man darin sonst leicht eine Undankbarkeit den Regierungsstellen gegenüber erblicken könnte. Die Geschäftsstelle der Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen glaubt deshalb, daß es nur dieses Hinweises bedürfe, um auch die Landbevölkerung zu veranlassen, in gleicher Weise sich restlos hinter die Maßnahmen der Regierung zu stellen und sich an dem Absatz und Verbrauch des Dosenfleisches lebhaft zu beteiligen. Vornotizen. — Tages kalender für Mittwoch: RSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Stadttheater: „Hilde und 4 PS". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die törichte Jungfrau". * ** 25 Jahre im Dienste der Stadt Gießen. Der Oberfeuerweyrmann Heinrich Funk kann am heutigen Tage auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Stadt Gießen zurückblicken. Der Jubilar war ursprünglich als städtischer Arbeiter tätig und kam im Jahre 1914 zur Feuerwehr. In eifriger Pflichterfüllung versah er stets seinen Dienst. Er erfreut sich bei den Kameraden, wie auch bei den Vorgesetzten aller Achtung und Wertschätzung. ** Ihren 70. Geburtstag kann am morgigen Donnerstag Frau Sophie Lehr, Wilhelm- straße 31, bei bestem Wohlbefinden begehen. Das „Geburtstagskind" steht seit mehr denn 46 Jahren in Treue zu ihrem Heimatblatt, dem „Gießener Anzeiger". ** Eintrittspreise und Voroerkaufsstellen für das 1. Gaufest des R f L. Im heutigen Anzeigenteil sind die für das 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen festgelegten Eintrittspreise veröffentlicht. Gleichzeitig werden auch die Vorverkaufsstellen bekanntgegeben. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Fahrt der Betriebsgemeinschaft Dresdner Bank zum Edersee. Man berichtet uns: Einer Einladung der Betriebsführung folgend, unternahm die Gefolgschaft der Dresdner Bank, Zweigniederlassung Gießen, am vergangenen Sonntag eine Fahrt an den Edersee und nach Bad Wildungen. In schneller Fahrt brachte der Omnibus die Teilnehmer über Marburg, Gilserberg und Zwesten zu dem gigantischen Werk'deutschen Fleißes und deutscher Jngenieurkunst, der Edertalsperre. Nach Besichtigung der Anlagen brachte ein Motor- sanden zueuianm. Roman von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türm?-Verlag Halle (S.) 10 Fortsetzung Nachdruck verboten! Der einzige Mensch, mit dem er darüber sprechen konnte, war vielleicht die Jugendfreundin. Seit dem Tode Tante Albertas waren nun schon drei Monate verflossen. Innerhalb eines Jahres mußte diese unglückselige Testamentsklausel erfüllt sein. Wenn er daran dachte, stieg Zorn in ihm auf. Juttas Verhalten hatte in ihm eine solche Verachtung gegen Frauen erzeugt, daß der Gedanke, mit einer Frau Zusammenleben zu müssen, ihm unerträglich war. Die einzige Ausnahme war Karla. Aber die war schon Mehr als ein irdischer Mensch in ihrer Güte und Selbstlosigkeit. Eine solche Frau wie Karla gab es nicht zum zweiten Male auf der Welt. Was er sonst kennengelernt hatte bei kurzem Aufenthalt in den Tropenstätten, war alles immer so gewesen, daß ihn der Abscheu vor der Geldgier, der Charakterlosigkeit und Unaufrichtigkeit des Frauengeschlechts immer stärker ergriffen hatte. Uno doch mußte er sich zur Heirat entschließen! -venn Beltheim aufzugeben, war ein Gedanke, den er überhaupt nicht durchdenken mochte. Karla saß leicht zurückgelehnt in ihrem Sessel; ihre schmalen Hände ruhten leicht auf ihrem weichen, dunkelroten Kleide. Sinnend sah sie zu dem Jugendfreund herüber. Was für Gedanken mochten durch seinen Kopf gehen? Er saß so still und in sich gekehrt da. Auf seiner Stirn stand die senkrechte Kerbe, die sie von Kinderzeiten her kannte, wenn ihn etwas Schweres beschäftigte. „Was hast du denn, Dietz? Woran denkst du denn? Du siehst ja so ernst aus?" Da nahm Dietrich die Hände der Jugendfreundin- „Karla, eine schwere Sorge liegt mir auf dem Herzen. Es ist da eine unglückselige Bestimmung in Tante Albertas Testament. Es ist so schwer, es zu sagen." Karla wurde rot. Beinahe hätte sie sich verplappert und gesagt, daß sie durch Jutta unterrichtet wäre. Aber im letzten Augenblick hielt sie die Worte noch zurück. Sie wollte Jutta nicht bloß- stellen und Dietrich nicht beschämen. Nach Juttas Mitteilungen liebte Dietrich Jutta noch. Er hätte sicher gelitten, wenn sie ihm die gehässige Unterredung wiedergegeben hätte. „Sprich dich doch zu mir aus, Dietz! Wir sind doch beinahe wie Bruder und Schwester miteinander — du weißt doch, doß du mir vertrauen kannst." "Das weiß ich, Karla." Er nickte ihr dankbar zu. Dann begann er zu sprechen. Erst stockend, bann schneller. Die innere Erregung und Empörung über die Gewalt, die ihm durch Tante Albertas boot die Fahrtteilnehmer nach Schloß Waldeck. Der von diesem Schloß sich bietende Blick über einen Teil des riesigen Sees war für viele ein Erlebnis. Ein gemeinsames Mittagessen vereinte Betriebsführer und Gefolgschaft in den Räumen des Schloß ses. Gestärkt wurde alsdann die Weiterfahrt nach Bad Wildungen angetreten, dessen Kuranlagen zu einigem Verweilen einluden. Die untergehende Sonne sah den Omnibus mit den Fahrtteilnehmern auf der Heimfahrt. Dankbar wurde es von der Gefolgschaft empfunden, daß die Betnebssuh- rung sämtliche Kosten dieser Veranstaltung übernommen hatte. Abschließend kann man sagen, daß diese Fahrt ein Genuß für alle Teilnehmer war und gleichzeitig ein Bild echten nationalsozialistlfchen Gemeinschaftsgeistes bot. Große Strafkammer Gießen. Der am 13. April 1885 zu Möhringen geborene Alfred G u t wurde wegen Vergehens des fortgesetzten Betrugs nach §263 StGB, zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten und zur Tragung der Kosten verurteilt. Dem Angeklagten werden 6 Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Am 20. April 1933 gründete der Angeklagte mit einem Zeugen in Kirtorf durch Umwandlung durch die falsche Angabe, es handele sich um ein gut fundiertes Unternehmen, zu gewinnen. Amtsgericht Gießen Während eine Sache wegen Nichterscheinens des Angeklagten vertagt wurde, nahmen in zwei weiteren Sachen die Angeklagten die gegen die Strafbefehle erhobenen Einsprüche zurück. Oberhesfen. Pädagogen aus USA. besuchen deutsche Städte. LPD. Bad-Nauheim, 23. Juli. Unter Führung des Leiters des Instituts für Ausländer in Berlin, Dr. Kartzke, weilte eine amerikanische Studiengesellschaft, darunter sechs der bedeutendsten Pädagogen und Leiter höherer Lehranstalten, in Bad-Nauheim. In ihrer Begleitung befand sich auch Professor Ernst Beutler vom Goethe- Museum in Frankfurt a. M. Die Reise durch Deutschland wurde von der Henry-Janssen-Founda- tion zum Zwecke des Studiums deutscher Schulverhältnisse veranstaltet. Die Gesellschaft mar hier zu Gast bei dem Gründer dieser Stiftung, dem Deutschamerikaner Henry Janssen, der in Bad-Nau24 Stunden sind nur ein Tag, ober sie genügen vollaus, um den Entschluß zu verwirklichen: Auch ich werde Mitglied der 7lSV. Hier habt ihr meine Hand, ich will mithelfen, deutschen Brüdern und Schwestern, deutschen Müttern und Kindern zu helfen!-Zch will mich nicht schämen müssen, wenn die NSV. demnächst aus den roten Haustafeln mich nicht als Mitglied der NSV. ausweist. Hier, Mann von der NSV., melde mich als Mitglied der NSV. bei der Kreisamtsleitung der NSV. der „Dampfmolkerei und Mühle Kirtorf Oberhesfen m. b. H." die „Deutsche S e l b st h i l f e und Zweckspargesellschaft m. b. H." als Sitz des Unternehmens, dessen Gegenstand die Beschaffung von Darlehen durch kollektives Zwecksparen bilden sollte, wurde Gießen bestimmt. Als Stammkapital wurde die Summe von 15 000 Mk. angegeben, die zu gleichen Teilen von den obengenannten Teilhabern getragen werden sollte. Da aber weder der Angeschuldigte, noch die beiden anderen Beteiligten im Besitze von Barmitteln waren, war von dem Angeklagten geplant, das Stammkapital durch Aufnahme einer Hypothek auf den Grundbesitz eines der Beteiligten zu sichern. Dieser Plan konnte aber nicht zur Ausführung kommen, da das inzwischen ergangene Erbhofgesetz sine Belastung nicht zuließ. Trotzdem wurden von G u t Geschäfte mit Sparern abgeschlossen. Auf die Beschwerde der Sparer wegen der mangelnden Kapitalkraft der Gesellschaft wurde von der Polizei festgestellt, daß das Unternehmen noch nicht im Handelsregister eingetragen war. Trotz dieses gesetzwidrigen Zustandes hat der Angeklagte im Jahre 1933 insgesamt 83 Sparer mit einer Darlehensantragssumme von 106 000 Mark geworben und die von den Sparern eingezahlten Raten von rund 16 000 Mark entgegengenommen. Trotzdem G u t den Sparern zusicherte, daß die Darlehen nach Ablauf einer kurzen Wartezeit und Erfüllung der Bedingungen ausgezahlt würden, ist der größte Teil der Sparer bis heute unbefriedigt geblieben. Der Angeklagte, wußte die für ihn tätigen Vertreter Testamentsbestimmung angetan werden sollte, sprach deutlich aus ihm: „Und das Schlimmste ist dieser raffinierte Plan Juttas", sagte er zornig. „Sie hat geglaubt, mich wieder einfangen zu können." Karla sah den Jugendfreund erstaunt an: „Ich denke, du liebst Jutta noch?" Er lachte hart auf: , „Lieben? Ich verachte sie! Ich hasse sie! Denn sie hat mir den Glauben an die Frauen genommen. Mit einer Ausnahme", fügte er warm hinzu, „den Glauben an dich, Karla, den wird niemand und nichts in mir wankend machen. Aber sonst — nach meinem Erlebnis mit Jutta kann es mir niemand verdenken, wenn ich den meisten Frauen nichts Gutes" zutraue." Karla lächelte beinah heiter. Die Eröffnung, wie Dietrich zu Jutta stand, hatte sie geradezu von einem schweren Druck befreit. Also hatte Jutta wieder einmal gelogen. Sie kannte ja chre Neigung, die Dinge so zu drehen und zu wenden, wie sie ihr ins Spiel paßten. Schon in der Pensions- Zeit hatte sie diese Lügenhaftigkeit gezeigt. Karla zweifelte keinen Augenblick, daß Dietz die lautere Wahrheit sprach. Was er über seine Verachtung gegen die Frauen sagte, störte sie nicht weiter. Ja, sie lächelte darüber, so ein bißchen mütterlich überlegen. Der liebe, gute Mensch, er war durch Juttas Hinterhältigkeit so tief getroffen, daß ihm der Blick für chahres Frauentum getrübt war! Wenn ihr Lieblingswunsch in Erfüllung ginge, wenn aus Dietrich und Marlen ein Paar werden könnte, dann würde Dietrich bald anders urteilen. Dann würde er sehen, es gab nach Frauen auf der Welt, die ein reines Herz hatten, die selbstlos liebten und lauter bis in den Grund der Seele waren. Als Dietrich Karla nun fragte: "Was hälft du nun von dieser Testamentsbestimmung? Und was soll ich tun?", da sagte sie mit einem übermütigen Lächeln, das ihr Gesicht wunderbar verschönte: „Ganz einfach, Dietz — heiraten!" „Das sagst du so. Aber wen? Du weißt ja verlieben kann ich mich nicht mehr in eine Frau' würde lediglich eine Formehe schließen. Das mußte die Frau von vornherein wissen. Und ich glaube, dann wird sich keine finden, bet der nicht wiederum die Berechnung eine große Rolle spielt." „Das wollen wir sehen!" sagte Karla weiter. Dann lauschte sie — unten tönte die Klingel. „N heute noch Besuch?" fragte Dietrich ent- t(”W- hatte so gern noch ein Weilchen allein mit dir geplaudert.«- Hoffentlich sagt der Diener, daß ich nicht zu sprechen bin." . stand auf und ging ans Fenster. Unten im Schloßportal stand ihr Auto. Dietrich -- das ist nämlich der Vater. Er hat mich hierher gefahren und hat inzwischen em paar Sachen in der Stadt er» heim zur Kur weilt. In angeregter Unterhaltung wurden die bisher gewonnenen günstigen Eindrücke über die deutschen Verhältnisse im allgemeinen und die Schulverhältnisse im besonderen ausgetauscht. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über die gastliche Aufnahme und das Entgegenkommen in deutschen Städten. Landkreis Gießen. * Lang-Göns, 23. Juli. Am Samstag fand im hiesigen Rathaus die Generalversammlung der Spar - und Leihkasse statt. Der Vorsitzende K. A. Artz eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Mitglieder. Er gab bekannt, daß im vorigen Jahre drei Mitglieder durch Tod ausgeschieden seien, worauf die übliche Ehrung für die Verewigten erfolgte. Der Rechner Bürgermeister Wenzel erstattete den Geschäftsbericht von 1934, woraus zu entnehmen war, daß der Umsatz seit dem vorhergehenden Jahre bedeutend gestiegen ist. Da keinerlei Beanstandungen des Geschäftsberichts durch die Versammlung erfolgte, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Der Vorsitzende schilderte hierauf die günstigen Vermögensverhältnisse der Kasse, da diese über große Summen Wertpapiere verfüge. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Karl Bergt erläuterte noch einmal in Zahlen den Stand und das ansehnliche Vermögen der Kasse. Hierauf sprach der Vorsitzende den Wunsch aus, daß sich die Kasse immer weiter entwickeln möge nicht allein zum Segen der Kasse, sondern auch für die ganze Gemeinde. Er schloß dann die Versammlung mit einem Sieg-Heil. leöigt. Nun kommt er mich abholen. Er möchte dir doch nur guten Tag sagen." „Dein Vater? Das ist etwas anderes. Ich freue mich immer, ihn zu sehen." Jetzt meldete der Diener: ^„Herr Hauptmann von Weckenroth und Fräulein Fragend sah Dietrich Karla an. „Meine Freundin Marlen, Dietrich!" sagte Karla schnell. „Du weißt, ich schrieb dir doch nach Rio von ihr. Ich lernte sie in dem Sanatorium von Doktor Langgisser kennen. Sie war dort Gärtnerin. Sie ist seit einiger Zeit ohne Stellung und bei uns als lieber Gast." Etwas bedenklich sah Dietrich an sich hernieder: „Ich weiß nicht, ob ich eine fremde junge Dame so empfangen kann. Ich bin doch im Hausanzug." „Du bist Patient. Damit ist alles entschuldigt", entschied Karla. „Ich möchte Hoch, daß Marlen dich endlich einmal kennenlernt. Ich habe ihr ja so viel von dir erzählt." Eigentlich war es Dietrich nicht recht, jetzt noch fremden Besuch zu empfangen; aber er wollte Karla nicht kränken. Außerdem wäre es unhöflich gewesen, abzulehnen. „Ich lasse bitten!" 8. Kapitel. Der Diener verschwand und öffnete die Tür vor Karlas Vater und Marlen. „Guten Tag, mein lieber Dietrich!" Hauptmann Weckenroth kam mit ausgestreckten Händen auf Dietrich zu. Er brachte eine Welle von frischer Luft und Gesundheit mit sich: „Na — laß dich mal anschauen, mein Junge! Wie siehst du denn aus? Bißchen klapprig noch! Wird schon wieder werden." „Guten Tag, Weckenroth!" Dietrich schüttelte dem älteren Freunde herzlich die Hand. „Ich freue mich aud), daß du —" Er konnte nicht weitersprechen. Er stand und schaute auf das junge Mädchen, das etwas schüchtern und ratlos in der Tür stand, und das Weckenroth während seiner lärmenden Begrüßung ganz vergessen hatte. Herrgott, war das ein bezauberndes Geschöpf! Was für wundervolle, ernste Augen in dem klaren, hellen Gesicht! Augen von einem samtigen Grau, wie er es noch niemals gesehen hatte — überschattet von tiefdunklen, seidigen Wimpern. Diese seidigen Wimpern und dunklen Augenbrauen waren von einem eigentüm- lidjen Reiz zu der Lichtheit des Gesichts und des blonden Haares, das unter der kleinen Kappe her- oorfam. Er glaube noch nie etwas so Liebliches und Reines gesehen zu haben wie dieses Mädchen, das jetzt mit einem schüchternen Lächeln um den jarkn, geschwungenen Mund ihn anschaute. Er machte einen Schritt auf sie zu: du mich nicht bitte vorstellen, Weckenroth?" ®einaf) hilflos sah er von ihm zu Karla. „Ach natürlich; Entschuldige! Hab' ich in der Wiedersehenssreude ganz 'vergeßen." • Rodheim bei Hungen, 24. Juli. Der in die Chirurgische Klinik nach Gießen unter dem Der. dacht auf Schädelbruch bewußtlos eingelieferte Richard Bley von hier, hat, wie wir hören, gluck, licherweise keinen Schädelbruch erlitten, |on- dem bei seinem Unfall nur eine Kopfverletzung daoongetragen. Sein Befinden gibt zu Bedenken zum Glück keinen Anlaß. Kreis Friedberg. * Pohl-Göns, 23. Juli. In einer der Kurven bei unserem Orte ereignete sich gestern gegen 20 Uhr ein Autozusammenstoß. Ein Gießener Kraftwagen, der in der Richtung nach Gießen fuhr, stieß mit einem von einem tschechischen Staatsange, hörigen gesteuerten Auto zusammen. Der Unfall kam dadurch zustande, daß der Ausländer, seiner heimatlichen Gewohnheit entsprechend, links vorbeifahren wollte. Der Zusammenstoß war so heftig, daß der ausländische Wagen 16 Meter weit in das Feld geschleudert wurde. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Kreis Alsfeld. * Romrod, 23. Juli. Auf der Gießener Straße, kurz unterhalb des Waldes, ereignete sich durch einen doppelten Reifendefekt ein Autoun. fall. Der Kraftwagen, eine Opellimousine, geriet ins Schildern, drehte sich um sich selbst und schlug heftig gegen einen Baum. Der Kraftwagen- führer'blieb zum Glück unverletzt. Das Auto wurde schwer beschädigt. Runöfunfprogramm. Donnerstag, 25. Juli. 6.15 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. In der Pause: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9: Werbe- kontert. 9.15: Musik am Morgen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I des NS.-Reichs-Symphonie-Orchefters. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert für Violine und Klavier. 16.30: Bücherfunk. 16.45: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. „Eine Fahrt nach Rügen vor hundert Jahren". Von Carl Gustav Carus. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Einmaleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 18.40: Kunst und Glaube. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Neichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Sinfonie-Konzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Freitag, 26. Juli. 6.15 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozial, dienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Am Wohenende — Dolce far niente. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Ist ein Saison-Ausgleich in der Automobil-Industrie möglich? Eine konjunktur- politische Betrachtung von Dr. K. Kühn, Frankfurt a. M. 16.45: Kampf um das Reich. Friedrich Barbarossa oder Heinrich der Lowe. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19.05: Tanzfunk. 19.40: Deutsche Mikrophone. Ein nicht technisches Gespräch. 19 50' Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. N: Nachrichten. 20.10: Volksmusik. 20.30: „Auf der Alm, do gibt’s foa Sünd". Bürgerliche Komödie von Sigmund Graff. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.25: Sportvorschau. 22.45: Vom Nürburgring: Hörbericht vom Training zum Großen Preis von Deutschland. 23: Ausschnitte aus Bunten Abenden. 24 bis 2: Nachtmusik. Weckenroth wandte sich um, nahm Marlen bei der Hand und schob sie ins Zimmer: „Also das ist das kleine Fräulein Marlen Korda, die Freundin Karlas und unser lieber Hausgenosse, Und das ist der Dietrich, Fräulein Marlen! Na — die Karla hat Ihnen ja sein Lob sicher. schon in allen Tonarten gesungen. Eigentlich verdient er es nicht, der Nichtsnutz, der so leichtsinnig mit feiner Gesundheit umgeht und uns wochenlang in solche Angst versetzt." Gutmütig schlug Weckenroth Dietrich auf die Schulter. „Guten Abend, Herr Graf!" sagte Marlen Korda befangen. Zaghaft reichte sie Dietrich die Hand, die er ergriff. Es war eine Hand, die trotz der Feingliedrigkeit die Arbeit kannte. Er spürte es. Ein wunderbarer Lebensstrom ging von dieser Mädchenhand aus — von diesem schönen, reinen Gesicht mit den klaren, grauen Augen. „Vielen Dank, mein gnädiges Fräulein, daß Sie mich besuchen!" Marlen wollte etwas erwidern. Aber sie brachte keinen Ton über die Lippen. Das war also nun Dietrich Veltheim, von dem ihr Karla so viel erzählt hatte — der in Kar'as Worten ihr so lebendig und gegenwärtig geworden war. So wie er ausschaute, hatte sie ihn sich gedacht — und doch wieder anders! Kräftiger, blühen! — sicher, aber die Krankheit mußte ihn sehr oeräii» öert haben. Wie abgezehrt und schmal das schön» geschnittene Gesicht war! Nase, Kinn und Wan» genpartie hatten durch die Abgezehrtheit etwas Kantiges und Unerbittliches. Das war ein Mensch aus einem Guß, festgefügt auch in seinem Charakter! Ein Mensch, der sich sicher nicht wandeln konnte! Der streng und hart auf dem beharrte, roas er als seine Lebensgrunchatze anerfaniit hatte! Karla hatte von ihrem Sessel aus mit einem ge* heimen Lächeln die Begrüßurm ihrer beiden liebsten Menschen mit angesehen. Sie kannte Dietrich genau. Sie kannte Marlen noch genauer. Sie faf) in Dietrichs Augen das heiße Entzücken und auf Marlens Gesicht die zarte Verwirrung. Dicfe beiöen Menschen mußten zusammenkommen! Sie waren vom. Schicksal füreinander wie geschaffen. Was sie dazu tun konnte, würde getan werden. Aber behutsam mußte man sein. Ganz behutsam. Dietrich mußte von selbst erkennen lernen, wie misch seine Ansicht von Frauen war, daß er kein Nechte hatte, von Jutta auf andere zu schließen. Und Marlen, dies kleine, scheue Wesen — ob sie Dietrich wohl liebgewinnen konnte? Aber wer sollte Dietrich nicht liebhaben? „Bitte, nehmen Sie doch Platz!" Dietrich wies auf die Sessel. „Karla, willst du so gut sein, Hausfrauenpflichten zu übernehmen? Der Dienet bringt uns soeben den Tee." „Darf ich es nicht tun?" fragte Marlen schnell. (Fortsetzung folgtI) Verkehrssicherheit - eine Forderung unserer Zeit. Einführung des „Technischen Neisedienstes" im DDAC. Sau 3 (Hessen). Der Deutsche Automobil-Club, stets bestrebt seinen Mitgliedern immer mehr Vorteile zu bieten, hat neuerdings mit der E i n r i ch t u n g des „Technischen R e i s e d i e n st e s" seine Darbietungen wieder wesentlich gesteigert. Zweck und Ziel des Technischen Reisodienstes ist es, jedem Clubmitglied ohne zusätzliche finanzielle Belastung zweimal im Jahr Gelegenheit zu geben, sein Fahrzeug durch einen besonders geschulten Fachingenieur des DDAC. untersuchen zu lassen, wobei sich die Untersuchung nicht auf das Fahrgestell, die Bremsen usw. beschränkt, sondern auch auf Motor, Getriebe, elektrische Anlagen usw. ausdehnt. In dieser Tätigkeit wird der Reise- ingenieur der Clubs durch einen reichhaltig cms- gestotteten Gerätewagen, der mit Spezialmeßinstrumenten versehen ist, unterstützt, so daß wirklich ge- nauelte Arbeit gewährleistet ist. Heber den Befund der Untersuchung wird sofort schriftlich Mitteilung gemacht. Bei dieser Gelegenheit gibt der Reise- Ingenieur auch auf Fragen, die sich nicht auf Technik allem beziehen, bereitwilligst Auskunft. Ebenso steht der Reiseingenieur an zwei Tagen der Woche in der Geschäftsstelle, Frankfurt a. M., Goethe- Platz 5, Telephon 24 516, für alle technischen An- fragen den Mitaliedern kostenlos zur Verfügung. Der Club will mit dem Technischen Reiseoienst erreichen, daß rechtzeitig Schäden aufgedeckt und dadurch die Ausbesserungsarbeiten verbilligt werden. Reparaturen selbst, auch nicht im kleinsten Aus- maß, werden von dem Reiseingenieur des DDAC. nicht vorgenommen. Dies soll ausschließlich Arbeit des Fachyandwerks sein! Der Club arbeitet also streng im Sinne der Kraftfahrzeug-Jnnungen. Die Kraftfahrzeug-Untersuchungen des DDAC. in Gießen finden am 29., 30. und 31. Juli in der Grohgarage am Aulweg statt. Diejenigen DDAL.-Mitgtieder, die ihr Fahrzeug zur Untersuchung noch nicht angemetdet haben, können die Untersuchung noch am 31.3uU nach vor- heriger Vereinbarung mit dem Reise-Ingenieur vornehmen lassen. Verkehrssicherheit und Betriebssicherheit sind eine der wesentlichsten Forderungen der neuen Reichs- Straßenverkehrsordnung. Das DDAC.-Mitalied, das fein Fahrzeug überprüfen läßt, kann in jedem Fall mit Recht einwenden, daß es alles getan hat, um diesen Forderungen der Öffentlichkeit zu genügen. Wirtschaft. Der gerechte Preis auf dem Eiermarkt. Fwd. Bei der Eiermarktordnung des Reichsnährstandes ist immer betont worden, daß sie — weit entfernt von jeder Planung und wirtschaftserstar- rendem Hernnis — in erster Linie die Beseitigung des spekulativen Charakters des Eiermarktes, die Stetigkeit in der Versorgung und in der Dorratswirtschaft und schließlich die Herausarbeitung des möglichst ausgeglichenen gerechten Preises, gerecht und angemessen für Erzeuger, Verteiler und Der- braucher, zum Ziele hat. Die Praxis und die (Erfolge der Marktordnung im Hinblick auf eine reibungslose Versorgung der Bevölkerung beweisen, daß auf jedem Teilgebiet das Bemühen oorwaltet, sich den natürlichen Verhältnissen zwanglos und organisch anzupassen. Dabei gilt es, die von Heber» treibungen und Auswüchsen bereinigte und damit berechtigte Entwicklung der Erzeugung, des Verbrauchs und schließlich der Preisbildung herauszuarbeiten. Wenn im folgenden eine weitere Erhöhung der Berliner Hebernahmepreise für Eier bekanntgegeben wird, so stellt dies nichts anderes dar, als die zielbewußte und zielgerechte Ausrichtung auf den Winter-Eierpreis, der — wie auch im vorigen Jahre — noch vor Jahresschluß feinen Höhepunkt, zusammen- fallend mit dem natürlichen Minimum der Erzeugung, erreicht. Dabei handelt es sich nur um Preise für frische Eier, während das Wintervexbrauchsei, das Kühlhausei, zu niedrigen Preisen zur Verfügung stehen wird, sobald erst eine gleichmäßige kühle Witterung die Auskühlung gestattet. Oie Kleinverkaufspreise für Eier in Hessen. LPD. Frankfurt a. M., 23. Juli. Vorn Eierverwertungsverband Hessen wird mitgeteilt, daß innerhalb seines Gebiets auf Grund der Preisfestsetzung vorn 22. Juli 1935 folgende Kleinoerkaufspreise für Eier als angemessen angeleben werden: Klasse S über 65 Gramm Klasse A 60 bis 65 Gramm Klasse B 55 bis 60 Gramm Klasse C 50 bis 55 Gramm Klasse D 45 bis 50 Gramm 12V-bis 13 12 Pf. 11V- Pf. 10Vs Pf. 10 Pf. Pf- Sollte sich ergeben, daß diese als angemessen erkannten Kleinverkaufspreise nicht eingehalten werden, so ist damit zu rechnen, daß zum Schutze des Verbrauchers Kleinverkaufshöchstpreife festgesetzt werden. Lebhaftes Kartoffelgeschäst in Südwestdeutschland. Fwd. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Markt in Frühkartoffeln ist zur Zeit recht lebhaft, die Zufuhren halten sich auf der bisherigen Höhe. Aus der Wetterau und Rheinhessen beginnt man bereits mit der Anlieferung mittelfrüher Sorten, wie Böhms Allerfrüheste. Die Qualität der Erstlingernte befriedigt allgemein, so daß sich der Absatz leicht vollzieht, in großem Umfang natürlich an die Derbraucherstädte des Gebietes, aber auch weiterhin nach den seitherigen süddeutschen Abnahmebezirken Bayern und Württemberg, während Baden jetzt zusehends aus eigener Ernte oder aus der Pfalz versorgt wird. Jtinbermarft in Gießen. Auf dem gestrigen Nutzviehmarkt in Gießen standen 643 Stück Großvieh, 226 Fresser und 128 Käl- ber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 380 bis 490 Mk., 2. Qualität 270 bis 350 Mk., 3. Qualität 170 bis 220 Mk.; Rinder bis Njährig 100 bis 150 Mk., 3/<- bis 2jährig 150 bis 230 Mk., tragend 210 bis 420 Mk.; Kälber bis zu 2 Wochen 26 Mk., bis zu 4 Wochen 40 Mk., bis zu 6 Wochen 52 Mark. — Marktverlauf: schleppend, Heberstand. — Nächster Markt: 6. August. Unveränderte Lira-Aotiz in Berlin. Fwd. Die vorläusige Suspendierung der Lira- Golddeckung führte gestern zu einer weiteren Abschwächung der italienischen Währung. Das Pfund zog gegen die Lira auf 65,75 bis 63,75 bis 64,50 nach 60 vorgestern an. In Berlin blieb die Lira- Rotiz im Hinblick auf das bestehende Verrechnungsabkommen mit Italien unverändert 20,43. Die Parität für die italienische Währung in Berlin stellt sich bekanntlich auf 22,09. Für italienische Noten trat ein weiterer Rückgang von 19,90 auf 19,00 Mk. ein. ♦ * 6 proz. Preußische Staatsanleihe von 1928. Die Preußische Staatsschuldenverwaltung veröffentlicht folgende Mitteilung: Gemäß Artikel 10 der zweiten Verordnung zur Durchführung des Reichsaesetzes über Zinsermäßigung bei den öffentlichen Anleihen vom 15. d. M. wird der Einlösungsbetrag der Schuldverschreibungen der 6proz. Preußischen Staatsanleihe von 1928 mit der Endziffer 2, die nach der Bekanntmachung vom 8. April d. I. zur Einlösung am 1. August d. I. ausgelöst worden sind, um so viel gekürzt, als die einmalige Entschädigung von 2 v. H., die auf den am 1. August d. I. fällig werdenden Zinsschein gezahlt wird, Den Gesamtbetrag der Zinsermäßigung übersteigt. Diese Kürzung beträgt 1,50 v. H. des Nennbetrages der Schuldverschreibungen. Die am 1. August d. I. fällig werdenden Schuldverschreibungen werden also nicht mit 110, sondern nur mit 108,50 v. H. ihres Nennbetrages eingelöst. * Mansfeld-AG. für Bergbau- und Hüttenbetrieb, Eisleben. In der Generalversammlung wurden 5 (3) v. H. Dividende genehmigt und mitgeteilt, daß die mit der Ausgründung des Kupferbergbaues unter erheblichen Opfern der Aktionäre eigeleitete Konsolidierung der Gesellschaft im letzten Geschäftsjahre erfreuliche Fortschritte gemacht habe. Die Verwaltung hoffe auf Verständnis bei den Aktionären, wenn sie sich zwar bemühe, für das anvertraute Kapital eine angemessene Dividende zu erwirtschaften, wenn sie aber konjunkturelle und außerordentliche Erträgnisse überwiegend für die Erfüllung der großen gemeinwirtschaftlichen Aufgaben in Reserve stelle. Nhein-Mainische Börse. Wittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M. 23. Juli. Die freundliche Haltung, die schon an der gestrigen Abendbörlc herrschte, übertrug sich auch auf den heutigen Mit- taqsverkehr, wenn auch die Hmsatztätigkeit angesichts der noch zu beobachtenden Zuruckhaltung nur kleines Ausmaß hatte. Besondere Anregungen lagen nicht vor, auch die Auftragserteilung hielt sich in engen Grenzen. Auf der ermäßigten Basis zeigte sich indessen allenthalben etwas Äaufnetgung, so daß an den Aktienmärkten überwiegend weitere leichte Erholungen zu verzeichnen sind. Eine Ausnahme machten Linoleumwerte, die auf Presseerörterungen über die Dividendenfrage beeinflußt wurden und schwach tendierten. Deutsche Linoleum kamen mit 159 (165) zur Notiz, Conti Linoleum Zürich wurden mit 155 Brief (164) geschätzt. Etwas Nach- frage zeigte sich für Montanwerte, Rheinftahl gemännert 1 v. H., Harpener 1,25 v. H., Rhein. Braunkohlen 1 v. H., Klöcknerwerke 1,50 v. H. Mannesmann 0,60 v. H., und Stahlverein 0,25 o. H. IG. Farben zogen auf 155 (154,75), Deutsche Erdöl auf 112,50 (112) an. Am Elektromarkt blieben AEG. auf dem erholten Abendbörsenftand von 41,50 behauptet. Licht & Kraft zogen 1 v. H., RWE. und Siemens je 0,50 v. H. an. Schiffahrtsaktien waren bei kleinen Hmfätzen bis 0,40 o. H. höher. Fest lagen Reichsbank mit plus 1,13 v. H., Metallgefellfchaft mit 116,50—117 (114,75), ferner gewannen Deutscher Eisenhandel 1 v. H., Aku 0,60 v. H., Daimler 0,60 v. H., Eßlingen und Moenus Maschinen je 0,50 v. H. und AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H. Der Rentenmarkt lag still. Etwas gesucht waren Zinsvergütungsscheine mit 90,45 (90,35), im übrigen blieben die Kurse behauptet. Reichsbahn- DA. bröckelten um 0,13 v. H. auf 123,50 ab. Industrie-Obligationen lagen bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Von fremden Werten erholten sich 4proz. Rumänen auf 5,50 (5,30). Im Verlaufe blieb die Hmsatztätigkeit außerordentlich klein, auch die Kursveränderungen betrugen nach beiten Seiten nur Bruchteile eines Prozentes, wobei aber weiterhin Erhöhungen überwogen. So bei AEG., JG.-Farben, Klöckner. Etwas leichter lagen Hoesch, Eßlingen Maschinen und Deutsche Linoleum, letzte gaben auf 158,13 (159) nach. Durch feste Haltung fielen Kali Aschersleben mit plus 4 v. H., Westeregeln mit plus 2,50 v. H., Holzmann, Gesfürel und Felten mit Erhöhungen bis 1,75 v. H. auf. Scheideanstalt zogen auf 237 (236) an. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft bei unveränderten Kursen sehr klein. 6proz. Stahloerein unterlagen mit 102,13 bis 102 bis 102,13 einigen Schwankungen. Der Pfandbriefmarkt lag still und unverändert, auch Stadtanleihen wiesen kaum Veränderungen auf. Am Auslandrentenmarkt gaben 4proz. Ungarn Gold auf 10,25 (10,40) nach, mexikanische Anleihen zogen geringfügig an. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke Kleyer auf 103,50 (102,50) und Franks. Maschinenbau norm. Pokorny auf 104 (103). Tagesgeld war zu 2,75 (3) v. H. etwas leichter. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse entwickelte sich nur sehr kleines Geschäft, kursmäßig ergaben sich im Vergleich zum Berliner Schluß nur geringfügige Veränderungen Etwas fester lagen IG. Farben mit 155,50 bi- 155,75 (155,25), AEG. mit 41,75 bis 42 (41,75) und Mannesmann mit 91,50 (91), andererseits bröckelten Stahlverein auf 86,65 (86,75), Scheideanstalt auf 236,50 (237) und Nordd. Lloyd auf 19 (19,25) ab. Der Rentenmarkt stagnierte nahezu vollkommen, die Kurse erfuhren keine Veränderungen. Etwas fester lagen Franks. Hyp. Bank Liquid, mit 101,75 (101,65) und Rhein. Hyp. Bant Liquid, mit 101,90 (101,65). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, IG. Fak- ben-Bonds 127, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,50» 5% v. H. Franks. Hyp. Liquid. 101,75, 5% v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 101,90, 4 v. H. SBB. 193,25, 3% v. H. SBB. 180, Commerzbank 90,25, DD.« Dank 92, Dresdner Bank 92, Buderus 105, Har- pcner 112,75, Kali Aschersleben 130, Westeregeln 129,50, Mannesmann 91,50, Rheinstahl 113, Laura- hütte 21,25, Stahlverein 86,65, AKH. 63, AEG, 41,75 bis 42, BMW. 128, Bekula 139,40, Conti Gummi 156, Dt. Eisenhandel 103,90, Deutschs Erdöl 112,75, Scheideanstalt 236,50, Eßlingen Maschinen 85,25, IG. Farben 155,50 bis 155,75, Goldschmidt 110,75, Junahans 90,50, Metallgesellschaft 116, Moenus Maschinen 88, RWE. 132,40, Südd. Zucker 193,50, Nordd. Lloyd 19. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Gemüse» markt hatte reichliche Zufuhren, nur Spinat und Erbsen werden weniger angeboten. Für Salat- gurken und Kopfsalat haben sich die Preise weiter ermäßigt, für Erbsen zogen sie etwas an, im übrigen blieben sie unverändert. Das Geschäft nahm einen zufriedenstellenden Verlauf. U. a. notiertem. Blumenkohl I 35 bis 50, II 15 bis 30; Bohnen (gelbe) 10 bis 15, do. (grüne) 7 bis 15; Erbsen 14 bis 20; Karotten, Bündel 3V- bis 4, läse 5 bis 7; Salatgurken (Treibhaus) 10 bis 20, Einmachgurken (Salat) 1,00 bis 1,30, do. Essig 60 bis 100 (pro 100 Stück); Kartoffeln (Erstlinge) 6,50 bis 6,80; Kohlrabi 3 bis 8; Kopfsalat 5 bis 8; Römischkohl 4 bis 5; Rotkraut 13 bis 14; Spinat 15 bis 20; Tomaten I 25 bis 30, II 18 bis 22; Weißkraut 6 bis 7; Wirsing 8 bis 10; Zwiebeln 7 bis 8. Am Ob st markt lassen die Zufuhren in Himbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren nach, für letzte zogen die Preise leicht an. In Frühbirnen nimmt das Angebot zu, außerdem waren Bühler Frühzwetschen und Pflaumen erstmals in geringen Mengen am Markt. Zuckerbirnen ließen im Preiss nach. Das Geschäft war gut. U. a. notierten: Sommeräpfel 15 bis 35; Aprikosen 42 bis 50; Frühbirnen 15 bis 30; Heidelbeeren 30 bis 33; Himbeeren 35 bis 40; Johannisbeeren 20 bis 22; Sauerkirschen 35 bis 40; Pfirsiche 30 bis 45, do, (ital.) 30 bis 40; Pflaumen 35 bis 38; Spillings 25 bis 35; Stachelbeeren 12 bis 25; Bühler Früh- zwetschen 42 bis 48. Aus den preußischen Nachbargebieten. Kaufen Frankfurter Behörden bei Juden? Eine Richtigstellung des Oberbürgermeisters. LPD. F r a n k f u r t a. M., 23. Juli. Der Ober- bürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. veröffentlicht folgende Erklärung: „In der letzten Ausgabe, Nr. 29, bringt der „Stürme r" unter der Heberschrift „Interessantes Dokument aus Frankfurt a. M." den Abdruck einer Rechnung des Schuhwarenhauses S p e i e r A G. an das städtische Fürsorgeamt über Schuhe, die es an darin näher bezeichnete Personen geliefert hat. Im Zusammenhang damit wird die Behauptung aufgestellt, daß „die Stadt Schuhe für die notleidende Bevölkerung beim Juden kaufe". Diese Behauptung ist unwahr. Tatsächlich gewährt das städtische Fürsorgeamt bestimmungsgemäß die Unter- stützungen zum Teil in bar, zum Teil in Gutscheinen auf Bedarfsgegenstände. Nach den bekannten Anordnungen des Reichswirtschaftsministers ist eine allgemein sichtbare Beschränkung der Gutscheine auf deutsche Geschäfte nicht zulässig. Das Fürsorgeamt hat daher nicht die Möglichkeit, zu verhindern, daß Unterstützunasempfänger ihren Bedarf in nicht- arischen Geschäften decken. Wenn also Gutscheininhaber trotz anderweitiger Belehrung solche Einkäufe machen, so kann das Fürsorgeamt nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen sich der Zahlung auf Grund der Gutscheine nicht entziehen. Dieser Sachverhalt trifft auch auf den vorliegenden Fall zu. Die in der Rechnung aufgeführten Volks- aenoffen haben ihre Schuhe bei dem Schuhwarenhaus Speier gekauft, das dem Fürsorgeamt die Rechnung zur Begleichung zugesandt hat. Das Für- forgeamt ist verpflichtet, diese Rechnung einzulösen. Die Stadtverwaltung überläßt es jedem einsichtigen Volksgenossen, sich auf Grund dieses Sachverhalts ein Urteil über die Behauptungen des „Stürmer" zu bilden. Es soll aber an dieser Stelle heroor- gehoben werden, daß es richtiger gewesen wäre, wenn der „Stürmer" sich vorher bei der zuständigen Stelle nach dem wahren Sachverhalt erkundigt hätte. Auf diese Weise wäre der Sachverhalt klar- gestellt und damit vermieden worden, daß unbegründete Verdächtigungen und Gerüchte in der Bevölkerung unserer Stadt entstanden wären." Der Oberbürgermeister teilt dann mit, daß er dem „Stürmer" eine Presseberichtigung gemäß § 11 des Reichspressegesetzes zum Abdruck zugeschickt habe. Feuer bei derZG.-Farben- industrie in Höchst. £pb. Höchst a. 2R., 24. IuN. heute gegen 23.45 Uhr brach in einem Derk der IG.-Farben- i n d u str i e in h ö ch st a. 2N. ein Feuer aus dadurch, daß sich ein Gefäß mit leicht brennbarer Flüssigkeit entzündet hatte. Das Feuer griff auf mehrere andere in dem Raum befindliche Gefäße mit leicht brennbarer Flüssigkeit über. Die Feuerwehren waren rasch zur Stelle, fo daß der Brand gegen 3 Uhr bereits vollständlg gelöscht war. Ein Arbeiter kam bei dem Brande um» Leben, acht weitere mußten mit Brandwunden ins Krankenhaus gebracht werden. Der Fabrikationsbetrieb des Werkes ist in keiner Weife gestört. Der Brand entstand in einem Essigsäurebetrieb des Werkes. Das Feuer griff schnell um sich, so daß das ganze Gebäude, in dem sich der Säurebetrieb befindet, voll in Flammen stand. Der Feuerschein war im ganzen Gebiet zwischen Frankfurt und dem Taunus zu sehen. Am Löschen beteiligten sich neben der Werksfeuerwehr Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Frankfurt O.2JI. Berlin Gchluß- kurs (Schluß!. Abend« börse Schlußkurs (Schluß!. Mittagbörse Oatum 22 7 23-7 22 7 23-7. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,25 100,5 — 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,5 98 98,25 98,25 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. — 103 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mi 111,9 Auslos.-Rechten ............. 112 111,9 112,13 <1/i% Deutsche Reichspostschatzan- 100,65 Weisungen von 1934, I....... 100,7 100,75 100,65 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 192S (rückzahlb. 102%) ............ 97,25 97,25 97,25 97,3 4’4% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,4 96,4 e* 96,4 6¥i% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioüi ... 100,8 100,8 4Vi% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldvericbr. R.6 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- — 128,75 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,75 115,75 115,75 115,75 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6¥z% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,4 101,75 _ — W/o ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,5 101,9 101,9 101,9 4Yi% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 1k 97 97 97 97 4¥x% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 — Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-89 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterrelchilche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrenle 31,5 30 _ 30,25 1,7 1,75 1,7 1,65 4% Ungarische Goldrente....... 10,4 10,25 10,4 10,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 10,4 10 10,3 *Vi% desgl. von 1913.......... 10,5 10,13 10,5 10,13 B% abgest. Goldmexikaner von 99 12,4 12,25 12 12 4% Türkische Bagdadbcchn-Anleihe Serie I..................... W d- Frankfurt e. 1R Serlin Schluß- turs Gchlußk, Abend- börse Schluß« turs Schlußk. Mittagbörse Datum 22-7 23.7 22 7. 23 7 4% desgl. Serie 11 ............. — — — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,4 —— — — 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 10,25 9,4 9,7 9,4 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,3 — 5,3 5,5 3V4% Anatolier ............... 39,2 39,65 39,4 40,4 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 17,9 18,13 18,25 18 — — 28 28,5 Norddeutscher Lloyd .........O 18,75 19 19,25 19,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 86,5 87,25 87 87,65 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 116,5 116 115,5 115,13 Tom merz- und Privat-Bank ... O 90,25 90,25 90 90,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................O 92,75 92 92,75 92 Dresdner Bant..............O 92,75 92 92,75 92 Reichsbank ............... 12 189 190,13 188,9 188,5 A.E.G......................O 41,5 42 40,13 41,75 Bekula.................... 10 140 139,4 139,65 139,4 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 114,25 115,75 115 115,5 Licht und Kraft ........... 6 ft 132,5 133,5 132,9 133 Selten & Guilleaume.........O 108 109,75 109,25 109,5 Gesellsch.f.Elettr.Unternehmung. 5 125,5 127 126,13 126,5 Rheinische Elektrizität ........5 — — 138,5 138 Rhein. Wests. Elektr..........6 132 132,4 131,65 132,25 Schultert ä Co. ...••••••••••• 4 126 — 126 125,4 Siemens S Halske..,..»»««»»* 7 179,5 179,13 180 179,75 Lahmeyer L Co. ..»•••••••••• 7 132,5 — 132,5 133,65 Buderus ...... O 105,25 105 105 105,5 Deutsche Crdüt .«,••••••••••• 4 112 112,75 111,75 112,75 Gelsenkirchener.»•••••••••••» O Harpener........O Hoesch Eisen-Köln-«eueft-» .. • 111,25 112,75 111,5 102,75 112,75 103,5 103,25 103,75 Ilse Bergbau ...............• 160 161 —— — Ilse Bergbau Genüsse ........ • 131,5 131 131,75 130,5 98,5 100,25 99,5 100,4 Mannesman n-Röhve> »»»»»»»« O 90,4 81,5 80 81 Frankfurt a. M. Berkin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 22-7 23-7 227 237 ManSfelder Bergbau .. ....... 1 116 115 5 116 115,25 Kokswerte........... eeeeeee 6 — — 121 121,5 Phönix Bergbau...... .......0 — — Rheinische Braunkohlen .....12 219,65 220,5 219,75 220,75 Rheinstahl ........... .....8’/, 112 113 112,4 112,9 Bereinigte Stahlwerke. .......O 87 86,65 86,25 86,75 Otavi Minen ........ .......0 17,5 18,25 17,4 18,4 Kaliwerke Aschersleben. .......5 127 130 127 130 Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth .......6 126 129,5 126 129 .....iy» 197 197 197 197,5 3. G. Farben-Industrie .......7 154,75 155,75 155 155,25 Scheideanstalt........ .......9 236 236,5 — — Goldschmidt ...»••••• .......O 110,25 110,75 110,5 110,75 Rütgerswerke ...»•••• .......4 118,5 119,75 118 118,75 Metallgeiellichaft...... .......4 114,75 116 115,5 116 Philipp HoUmann . ... Zementwerk Heidelberg .......O 91 92 91 93,4 ......6 119,5 120 Cementwerk Karlstadt.. .......4 135 135 Schultheis Patzenhoser .......4 _ — 112,9 113 Aku (Allgemeine ftunftfeibe) .. O 62,4 63 62,75 63 Lemberg......,..... .......O —— 115,5 115,5 115,5 Zellstoff Waldhof..... .......0 — 119,5 118,5 119,5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 88,5 88 88,5 88,5 Dessauer Gas ........ .......7 — ■— 136,5 136,5 Daimler Motoren..... .......O 94 94,25 94,13 94,25 Deutsche Linoleum ... .......6 165 159 165 160,75 Orenstein L Koppel ... .......O — —- 88 89,75 Westdeutsche Kaufhof.. .......O 32,5 33,9 33 33,75 Chade ............... Acrumulatoren-Fabrik. .......0 294 295,5 294,25 295,5 ......12 —— 175,5 173 175,5 Conti-Gummt........ .......8 156 156 156 156 Gritzner............. Mainkraftwerke Höchst .......o - 37,5 38 — 94,25 95,5 —• Süddeutscher Zuck« .»■ 193 193,5 193,25 183,25 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 22.3ull 23.3ull Amtliche Notierung Geld ! Ärief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Ätret Brüssel..... Rio be 3an.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. OSlo.....: Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyort.... 0,663 41,885 0,139 3,047 54,88 46,93 12,29 5,42 16,42 167,93 20,41 0,721 5,684 61,77 48,95 11,14 63,37 81,16 34,06 10,30 2,477 0,667 41,965 0,141 3,053 54,98 47,03 12,32 5,43 16,46 168,27 20,45 0,723 5,696 61,89 49,05 11,16 63,49 81,32 34,12 10,32 2,481 Vanknoten. 0,668 41,885 0,139 3,047 54,98 46,96 12,315 5,43 16,43 168,03 20,41 0,725 5,684 61,90 48,95 11,165 63,49 81,17 34,06 10,305 2,483 0,672 41,965 0,141 3,053 55,10 47,06 12,345 5,44 16,47 168,37 20,45 0,727 5,696 62,02 49,05 11,185 63,61 81,33 34,12 10,325 2,487 Berlin, 23 Juli Geld Lrlef Amerikanische Noten»............. 2,435 41,72 2,455 41,88 Belgische Noten........ ..« Dänische Noten ..••••••••••••••• Englische Noten ..••••••••••••••• 54,93 12,28 16,38 167,61 18,96 61,69 55,15 12,32 16,44 168,29 19,04 61,93 Französische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten ............... Schwedische Noten............... 63,27 80,94 33J0 63,53 y Schweizer 9Zoten................. Spanische Noten................. Ungarische Rote® niiimiiinm den nicht nur das Material, sondern auch die Erziehung, das Gerittebfein, und das Springen. Bei den leichten Pferden siegte Dr. S ch l e u s n e r auf der. 5 i a n u a e * n u u t: t, vic ' ,7 ’ verschiedenen Kleine im Walde gesessen, verkrochen hatte, hndungsstelle j Glück, daß es keine giftige Schlange war. Ritzen Deutschlands von der Zollfahndungsstelle OJl.-tfport Das Vad-Muheimer Reit- und Fchrturnier Im letzten Satz führten die Deutschen schon mit 1 /X I | EZ El QT des Reichsbundes för Leibesübungen Gau XII (Hessen) ■ I f Bkl gRS ■ ■ Cw I Freitag, 2. August, bis Sonntag, 4. August 1935 lll IM Nanhlöoeo von3 bis 20 Vi H- erhalten Sie bei wieder- c , IlflulllUuuC boltea VröftentlichuooM einer AnzeigeI a.sanmetz,Aeuenwegi8 von „Kadi", bei den schweren, Richard B e st auf dbr. St. „Jolanthe". ins Ausland verschoben. Auf diese Weise hat der Gauner 9 0 0 0 0 Mark ins Ausland ge- Am vergangenen Samstag und am Sonntag fand im Zusammenhang mit den Veranstaltungen zur Hundertjahrfeier des Staatsbades Bad-Nau- Heim ein großes Reit- und Fahrturnier auf der v. Tfchammer-und-Osten-Kampfbahn statt, das eine Fülle der schärfsten Konkurrenzen brachte. Die Veranstaltung war von vielen Zuschauern besucht, die sehr auf ihre Rechnung kamen. 70 000 Mark konnten an Donnerstag, den 25. Juli, von vorm. 8 bis abends 7 Uhr, verkaufe ich im „Löwen", Neuenweg 28, folgende Gegenstände: leutnant a. D. B etz el auf „Alexander" nur Dritter werden. Einige Teilnehmer schieden vorzeitig aus. Eine Materialprüfung (um den Bad- Nauheimer Aerztepreis) sah den Stall Heilbronn mit dem 5j. FW. „Isländer v. Parsival-Jserlohn" in Front. An zweiter Stelle folgte der Stall Fried- richtshof mit „Cortez" v. Axid. Eine Eignungsprüfung für Gespanne, (o. m. Einspänner), die in zwei Abteilungen durchgeführt wurde, sah in der ersten Abteilung deutsches Halbblut, in der zweiten Abteilung Hackneyblut im Ring. In der ersten Abteilung stellte R. Eifer (11/147) mit dem 10s. FW. „Hans" (Gef. von Sturmmann Eifer) den Sieger. In der zweiten Abteilung stand H. Ludwigs 9j. FSt. „English Rose" in Front. Ala Slnielgeii.älliiengeftawi Annahme von Anzeigen tllr alle Zeitungen u. Heiti drohen Gießen/Schulstraße 7 Frankfurt a. M. beschlagnahmt werden. Der Effektenschieber steht seiner Bestrafung in Darmstadt, wo er seinen letzten Verkauf tätigte, entgegen. Wieder Registermarkschieber festgenommen. Frankfurt a. M., 23. Juli. (LPD.) Die Zollfahndungsstelle Frankfurt a. M. hat wieder einige Registermarkschieber unschädlich ge- macht, die durch ihr unsauberes Handwerk das deutsche Volk erheblich geschädigt haben. Diesmal handelt es sich um Schieber aus der Schweiz und aus Italien. Samstag, 3. August: 6.30 Uhr: Antreten der 12-Kampf- und 10- Kampf- Sonder-Ober und Unterstufe, 10- Kampf-Jugend-Hessenkampf. - 9.30 Uhr: Antret. d. Altersturner 9-Kampf Alu.A2. » MehrkampfCVolksturn.) ÄTbi0Ä'’ ^-Kampf-Unterst., 3-Kpf.- “• -L 1 u.2,3- K am pf-J ug.4- Kn f.- Turn eri n n 20.30 Dbr Festspiel: Deutsches Wollen-Deutsche Kraft Festfolge: Freitag. 2. August: 19.00Uhr: Abholen des Gaubanners am Bahnhof, Festeröffn, mit Bannerweihe u. Bannerüberg. a. Oswaldsgart, Marsch n. d. Festh., Kranzmederl. a. Kriegerdenkm., Jahngedenken am Jahnstein. Keine Blähungen mehr! Blähungs- und Verdauungsvulver. Frei von Wemikalien. Nicht abführend. Vorz. erprobtes Mittel bei Gefühl des Vollseins in der Magengegend. Spannung u. Beengung im Lewe, Luftausstoßen, Atemnot, Beklemmung, Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel, Unfähigkeit klar zu denken, Gemütsverstimmung. Schlechte Verdauung wird behoben, übermäßige Gasbildung verbind., Blähungen auf naturl. Wege aus dem Körper geschafft.-Preis 1,60 RM. Reformhaus, Kreuzplatz 5 4268d Großer preis von Deutschland Ein Großkampf -er Nationen. 3f]r neuer Ievvtth (Mrlck Jlorhffätter V Häm BRÄND 7S® ühr: Kreis- u.Veremsturn., Völk.Aussprache -12.80: Antreten z. Festzug 13.00. Festzug - Ab 14.16: Gemein Schafts tag d. RfL., Volkstänze der Turnerinn., Entscheidung 100-m- Lauf der Männer u.Frauen(19(W Platz), Handballspiel (1. Halbzeit) Blarburg-Gießen (1900-Platz) Faust- ballspiel (Turnplatz), 4x4(g-m-Staffel (1900-Platz). Schlußspiele d. Gautennistumieres (Städt. Tennis- ’ ■??n5biailspiel (2‘ Halbzeit, 1900-Platz), Fußballschule (Jugendl. d. Fachamtes 2. Turnplatz), fml^nT'H^PiFfra?^nu\känne-ri(1^Plat1z)’ Fußballspiel (1. Halbzeit) Bezirk I (Kassel) - Bezirk II (Gießen) (imp atz), Faustballspiel (Turnplatz), 10Xl/a-Runden staffel der Kreise (1900-Platz), Fußballspiel (2. Halbzeit, 19ilO-Platz). - 17.60: Allgemeiner Aufmarsch - Gefallenenehrung - Festfrei- ubungen der Turnerinnen und Turner (Festplatz). - 18.30; Siegerehrung - Ausklang Eine Ueberraschung brachte das Glücksjagd« springen, in dem zwar Oberleutnant Neckel« mann auf „Raubritter" den Sieg errang, aber der 15jährige Karl Kron aus Wiesbaden auf der Stute „Bella", die sonst im Gespann gefahren wird, auf dem zweiten Platz einkam. Einen Höhepunkt des Samstags stellte ein großes Dressurreiten für Reitpferds Klasse L dar, das ebenfalls in zwei Abteilungen (für Amateure und Berufsreiter) ausgetragen wurde. In der Abteilung für Amateure errang Frl. M. Wienand auf dem FW. „Flip von Alba" den Sieg, in der zweiten Abteilung dominierte unter Stallmeister Zimmermann der 6jährige br. W. „Reger von Jey-Wind". Eine Eignungsprüfung für schwere und leichte Reitpferde folgte. Beurteilt wur- Erslklllss.SoeziiilWlemeWeii (Dauermieter) sucht in nur bester Geschäftslage von Gießen, Seltersweg, Marktitraße, Mäusburg oder Schulstraße La-enlokal mögt, mit 2 Schaufenstern Iflt folott oder (Bötet ju mieten. Uwte kann sichergestellt werden. Umbaukosten, evtl. auK Hauskauf. ,?^Eliche Angebote mit Preis- erbeten unter 4246V an den G^tzenev Anzeigers Büfetts, Vertikos, Küchen- schranke, Schreibtische, Bücher- K.^e, Sofas und Sessel, Kuchentische, Kassenschränke, Betten mit Keil und Federn. Waschtische, 2 Glas-Ausstelll- Schranke, Dam.-Friseurtoilett., Spiegel, Sekretäre, Kommoden Fruchtpressen,Lanwen, Wäsche- mangel, Ausziehtisch, Friseur- stuhl, 1 Ladentheke u.v.a. 4263d Der dritte Tag der 16. Mim. Der dritte Wettbewerbstag, an dem nach anfäng- llcher „Knofe" schönes Sommerwetter mit blauem Himmel herrschte, brachte insofern eine weitere Ueberraschung, als erstmalig von einer Anzahl von Segelfliegern bei ganz schwachem Ostwind am Osthang gesegell wurde, was bisher für fast unmöglich gehalten wurde. Von der Sportleitung wurde ein Tagespreis in Höhe von 500 Mark für die Umrundung der etwa 7,5 Kilometer entfernt liegenden Milseburg mit Rückkehr zur Startstelle ausgeschrieben. Die Bedingungen wurden von dem Dresdener Spaeths auf „Condor" und dem Dessauer Pernthaler auf „Askania" je zwei- mal, von dem Stuttgarter Büchner auf „Condor", dem Darmstädter Krekel auf „Rhönfper- ber", dem Nürnberger Wagner auf „Rhönbus- sard", dem Essener Brixa auf „Rhönadler" und dem Königsberger König auf „Rhönbussard" je einmal erfüllt. Es war ein interessantes Schauspiel für die vielen anwesenden schaulustigen Fremden, die sich im Fliegerlager eingefunden hatten, dem auch Ministerialrat Geyer vom Reichs- luftfahrtministerium seinen Besuch abstattete. Der Rhönadler „Bad Kissingen" landete unter dem Kissinger Döbler in seiner Heimatstadt, etwa 25-Kilometer von der Wasserkuppe entfernt, glatt. Auch dort bot sich den Kurgästen ein nicht alltägliches Schauspiel. Unter den weiteren fünf auf Strecke gegangenen Segelfliegern, von denen die Landemeldungen im Augenblick noch ausstehen, befindet sich auch Peter Riedel auf dem „Condor" Der Reichsgruppe „Deutsche Lufthansa", der im diesjährige Wettbewerb zum ersten. Mal startete. Bisher wurden 133 Wettbewerbsstarts ausgeführt. (Aie genaue Entfernung des Hofmannfchen Strecken-Weltrekords beträgt 474 Kilometer.) Aus Anlaß ffsst Wiederkehr des Tages, an dem vor drei Jahren Günther G r o e n h o f f tödlich verunglückte, fand am gestrigen Abend im Beisein der angetretenen Fliegermannschaft die feierliche Flaggeneinholung vor dem Ursinus-Haus statt. Eine Glanzleistung peler Riedels. Der Darmstädter Segelflieger Peter Riedel hat gleich bei feinem ersten Start eine fabelhafte Leistung vollbracht. Trotz der Windflaute flog er bis Mosbach am Neckar, das sind etwa 138 Kilometer. Großer Zünfsatzlampf in Wimbledon, von Lramm - Lund unterliegen. Zu jedem Kampf gehört etwas Glück. Am Diens- tag fehlte es dem deutschen Doppel von Crarnrn- Lund im Davis-Jnterzonen-Schlußspiel gegen die Vertreter der USA., Allison-van Ryn. Unser Doppel war nicht schlechter als das der Amerikaner, Gottfried von Cramm-Kaj Lund waren Wilmer Allison- John van Ryn gleichwertig, aber die Deutschen hatten Pech. Nach zweieinviertel Stunden Kampf- dauer waren sie den etwas besser eingespielten Yankees in fünf Sätzen 6:3, 3:6, 7:5, 7:9, 6:8 unterlegen. Das verwöhnte Publikum von Wimbledon wurde öfters zu Beifallsstürmen hingerissen durch das Können der Deutschen. Allgemein hatte man doch einen leichteren Sieg der Amerikaner erwartet, gehören doch Allison-van Ryn neben Craw- ford-Qulst zu den besten Doppel der Welt. Und nach dieser sehr ehrenvollen Niederlage darf man auch von Cramm-Lund zur Weltklasse im Männerdoppel zählen. benötigt. Aber — wie schon gesagt — wir hatten Pech. Gerade zu dieser Zeit gelang Cramm-Lund kein Punkt, dieAmerikaner kamen schnell auf, gewannen das Spiel und auch das nächste und hatten damit Satz, Doppel und den zweiten Punkt an sich gebracht. Damit führen die Vertreter der Vereinigten Staaten nun 2:1. Die Darbietungen des Samstags erfuhren eins' besondere Note durch die eingelegten Schaunummern. So zeigte eine Wiesbadener jugendliche Reitergruppe ein „Römisches Rennen", das lebhaften Beifall fand. Einen ausgezeichneten Eindruck machte dann die SA.-Reiterftandarte 147, die Sechserzüge vorführte, vom Sattel aus gefahren. Mit großer Freude wurde die Vorfiührung eines MG.-Zuges der Garnison Gießen ausgenommen. Der zweite Turniertag. Aus der Von-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn, der herrlich gelegenen neuen Sportstätte Bad- Nauheims, fanden sich am Sonntag außerordentlich viele Zuschauer ein, die mit großem Interesse den weiteren Darbietungen des Turniers folgten. Der Sonntagvormittag hatte bereits einige Vor« Prüfungen gebracht, die scharfe Wettbewerbe ergaben und für den Nachmittag viel erwarten ließen. Dem Hauptturniertag wohnte auch der Reichs- stutthalter und Gauleiter Sprenger bei,, der für oas 13. Jagdspringen einen Ehrenpreis gestiftet hatte. Die Wettbewerbe des Sonntags wurden zunächst mit dem Jagdspringen der Klasse L eröffnet, das für alle Pferde gern. T. O., zu reiten von Unteroffizieren und Mannschaften, und für alle Pferde, die im SA.- und SS.-Dienst stehen (geritten von SA.- und SS.Reitern der Gruppe Hessen und Kurpfalz und der entsprechenden Abschnitte der SS.), offen war. In der Gruppe der Wehrmacht ging zunächst Oberfeldwebel Wendel (Garnison Gießen) auf dem 14j. Hannoveraner „Edelmann" in Führung, die er aber dem Oberwachtmeister Kleine (Garnison Fulda) auf br. W. „Jnderfürst" überlassen mußte. Der Wettbewerb gestaltete sich sehr interessant, denn die Führung ging bald an den Gefreiten Nagel (auf 7i. St. „Marga") über, bis chließlich Unteroffizier Mäuschen auf der 6j. br. Stute „Elsa" den Sieg an sich brachte. Zehn Teilnehmer lagen hn Wettkampf. In der Abteilung B (SA. und SS.), in der elf Teilnehmer antraten, konnte sich SA.-Rotten- ührer K^ o n e auf der 5j. Sch.-St. „Welfenkrone" den Sieg sichern. ♦ Eine Eignungsprüfung für Gespanne (Zwei- pänner) sah die Wetterau stark vertreten. Mit selbstgezogenen Halbblut-Pferden konnte der Sturmmann R. Eifer (11/147) den Sieg an sich bringen. Bewundert wurde allgemein die sichere Fahrtechnik. Das Pferdematerial war sehr gut. Im weiteren Verlaufe des Nachmittags folgte dann eine Dressurprüfung Klaffe L für leichte und schwere Pferde. In der Abteilung für leichte Pferde kam Major von Richter auf der 5jährigen Schst. „Welfenkrone" zum Sieg, in der anderen Klasse setzte sich Sturmmann B e st auf der 6jährigen br. St. „Jolanthe" durch. Mit großem Interesse sah man ferner dem Jagdspringen der Klasse M über 16 Hindernisse (drei Doppelsprünge) entgegen. Hier icherte sich Oberleutnant Peckelmann auf „Raubritter" erwartetermaßen den Sieg, nachdem ursprünglich Oberleutnant von S a l v i a t i auf „Dompfaff" und dann SS.-Scharführer Oberleutnant a. D. B e tz e l auf der RSt. „Kerze" in Führung lagen. Eine Eignungsprüfung für Pferde der Wehrmacht und der SA. brachte ebenfalls einen spannenden Wettbewerb. In der Abteilung A (Wehrmacht) kam Oberwachtmeister Kleine (Fulda) auf der 7jähriaen RSt. „Lola" zum Sieg, in der Abteilung B (SA.- und SS.-An- gehörige) setzte sich Major v o n R i ch t e r auf SchSt. „Welfenkrone" durch. Nach einer weiteren Eignungsprüfung für Gespanne gelangte noch die schwerste Dressurprüfung für Reitpferde, Klasse L, zur Durchführung. In der Abteilung „für alle Reiter" kam der Stall Friedrichhof mit FW. Tantris, von Schwabenstreich (Sattelmeister Eckhardt) zum Sieg. Auch die nächsten Plätze konnte der Stall Friedrichhof belegen. In der Abteilung für Amateure konnte sich Dr. Wienand auf „Flip von Alba" den Sieg sichern. Wervetag -es deutschen Handballs. Der Leiter des Fachamtes Handball, Richard Herrmann, ruft zu einem Werbetag des deutschen Handballs für den 1. September auf. Das neue Spieljahr stellt drei Aufgaben, die Vorbereitung der deutschen Vertreter für die Olympischen Spiele, die Verbesserung der Leistungen aller Mannschaften durch Schulungsunterricht und Werbung neuer Spieler und Mannschaften. Dem letzten Ziel soll der Handball-Werbetag zu Beginn des neuen Spieljahres dienen. Kurze Sportnotizen. Japanische L e i ch t a t.h l e t e n, die sich au einer Europareise befinden, gingen in Helsingfors zum ersten Male an den Start. Die beste Leistung vollbrachte dabei Nishida, der im Stabhochsprung auf 4,10 Meter kam. * Eine deutsche Segelflieger-Mannschaft wird sich unter Führung von Ernst übet an einem Internationalen Segelflug-Lager am Jungfraujoch vom 4. bis 18. September beteiligen. * E i n Handball-Vierländer-Turnier will der Ungarische Verband im Herbst dieses Jahres in Budapest zur Durchführung bringen. Deutschland, Ungarn, Polen und Oesterreich sollen daran teilnehmen. * D a n k der Dpferfreubigteit ber Vereine bes Reichsbunbes für Leibesübungen im Gau III (Bezirk I) ist es gelungen, Mittel bereitzustellen, um 43 bebürftigen Saarkindern einen breiwöchigen Aufenthalt in ber Reichshauptftabt zu ermöglichen. Die Tour de France-Fahrer hatten am Dienstag in Pau einen Ruhetag. Von Pau aus geht es nun ohne einen weiteren Ruhetag nach Paris, wo die Fahrer am Sonntag eintreffen. Wir suchen für den Saison-Schluß-Verkauf zwei tüchtige Aushilfs-Verkäuferinnen Persönliche Vorstellung von 8-11 Uhr Manfred Volz Gießen, Bahnhofstraße 2-4 ___________________4267D Enf LSschzüge der Frankfurter Vehr. Die Frank- rter Rettungswachen waren mit zahlreichen Vagen alsbald zur Stelle, jo daß die Verwundeten fo- fod In die Frankfurter Krankenhäuser überführt werden konnten. Der Umfang des Schadens läßt pch zur Zeit noch nicht übersehen, er dürfte jedoch recht beträchtlich sein. 8örl65000NM.Effekten verschoben. LPD. Frankfurt a. M., 23. Juli. Ein gemeiner Patron ist ein Ausländsdeutschen der, nach feinem Vaterland zurückgekehrt, dieses um 165 000 Mark begaunert hat. Er stand mit einer Schiebergesellschaft und einer holländischen Schieberbank in engster Verbindung. Diese Bank hat ihm durch fingierte Ausweise über den angeblich vor dem 31. Dezember 1933 erfolgten Erwerb deutscher Wertpapiere die raffinierte Effektenschie- t> u n g ermöglicht. Erst Anfang 1934 war ein kleinerer Teil der Wertpapiere erworben worden. Nach ihrem Verkauf wurde der Gegenwert wieder Wenn man die Starterliste des Großen Preises von Deutschland für Rennwagen einmal mit den dreihundert Namen jener Starterliste zum Eifelrennen vergleicht, dann glaubt man zunächst, baß ber Tag bes Eifelrennens in feiner sportlichen Leistung unb hinsichtlich ber Begeisterung ber Zuschauermassen wohl kaum erreicht wirb. Das Gegenteil ist jeboch ber Fall: wie man aus allen Teilen Deutschlands unb aus bem benachbarten Auslanb hört, war bas Interesse für sportliche Ereignisse auf dem Nürburgring noch niemals so groß wie gerabe im Augenblick, wo sechs Nationen mit sechs Marken, ben schnellsten Fahrzeugen ber Welt, zum großen Kampfe rüsten. Mercedes-Benz unb Auto-Union repräsentieren die beutsche Industrie in einer Form, wie es besser wohl kaum geschehen kann. Italien, von jeher im Wagensport mit an erster Stelle stehend, wird durch seine Nationalmarken A Isa- Romeo und Maserati vertreten. Dieses Land schickte in den letzten Jahren noch niemals eine solch hoffnungsvolle Mannschaft ins Rennen wie jetzt. Die Alfas kommen mit den neuen Wagen, die bereits außerordentlich schnell sind. Maserati aber kommt mit Wagen, die hier erstmalig durch die Scuderia Subalpina eingesetzt werden. Es ist dies ein Achtzylinder, bestehend aus zwei Zylinderblöcken, zu je vier Zylindern, V-förmig angeordnet, mit zwei Vergasern unb einem Rootskompressor. „ Die englische Jnbustrie, die zur Zeit durch die überraschenden Weltrekorde einiger junger Sports- leute viel von sich reden macht, ist durch zwei ERA» Wagen der English-Racing Automobils Ltd. vertreten, am Steuer die Fahrer Mays, Klassensieger im Eifelrennen, unb ber Deutsche von Delius. Das Mölsheimer Bugattiwerk läßt sich burch ben Italiener Taruffi vertreten. Das offizielle Training beginnt am heutigen Mittwoch unb wird bis zum Samstag in ber Zeit von 9 bis 12 unb von 15 bis 18 Uhr ftattfinben, am Samstag in ber Zeit von 9 bis 14 Uhr. Man erkennt also, bah ben Fahrern ausreichenb Gelegenheit gegeben ist, sich für bieses größte unb schwierigste Rennen ausgiebig vorzubereiten! Der Große Preis von Deutschlanb, der am 28. Juli zum Austrag kommt, ist ber achte Große Preis Deutschlanbs überhaupt! Daraus geht hervor, baß bie Geschichte ber Großen Preise bei uns noch gar nicht so alt ist, benn erst im Jahre 1926 würbe auf der Berliner Avus das erste Rennen dieser Art bestritten, Sieger war Rudolf (Tarne» ciola auf Mercedes. Seit dem Jahre 1927 finden die Großen Preise auf dem Nürburgring statt. Sieger des Großen Preises" im Jahre 1927 war ber alte unb inzwischen im Sport töblich verunglückte Otto M e r z aus Mercebes. Schon im nächsten Jahre siegte wieberum Caracclola auf Mercebes-Benz, um im nächstfolgenben Jahre, im Sportfeierjahr ber deutschen Nationalmarke, auf Alfa-Romeo sich diesen Lorbeer zu erkämpfen. 1933 fiel bas Rennen wiederum aus. Aber schon im nächsten Jahre hatte die deutsche Industrie doppelt gerüstet und Hans Stuck konnte auf Auto-Union in einem fenfatio- neUen Kampfe den Großen Preis des Jahres 1934 gewinnen! Wer wird der Sieger des Jahres 1935 feto? Das ist eine Frage, bie heute bereits Hundert- taufenbe bewegt, eine Frage, die in den Tagen bes Trainings immer unb immer roieber beschäftigt, eine Frage, bie währenb ber vier Stunben des Rennens viele Hunderttausende in Spannung halten wird! Die Veltbewerbe des Samstags. Bereits der erste Turniertag, ber Samstag, brachte eine Fülle interessanter Wettbewerbe. Das Jagbspringen (um ben Preis vorn Parkhotel) forberte Pf erbe und Reiter bereits zu hohen Leistungen heraus. Hier brachte Oberleutnant Necke Imann auf „Raubritter" ben Sieg c.c »in '(Runh ?n Oberleutnant v. Salviati auf „Jrrnen- 6.5 unb 40.15, em Punkt würbe also nur noch > traub" konnte hinter SS.-Oberscharführer Ober- Oie Ringelnatter im Kinderbett. LPD. Dillenburg, 23. Juli. Jrn benachbarten Eibach war eine Arbeiterfamilie imJZßalbe mit Holzaufbinoen beschäftigt. Hierzu hatte sie auch ihren kleinsten einjährigen Sprößling mitgenommen In ben solgenben Nächten wollte ber Kleine nicht mehr schlafen unb schrie fortgesetzt. Als bie Mutter bas Bettchen bes Kinbes untersuchte, fanb sie eine 80 bis 90 Zentimeter lange Ringelnatter, bie sich in dem Kissen, auf dem der ’ " " * ' " . Ein EintrltU^els^Dauerk. falle Veranstalt^ F^rÄ^d «v. Bahnhokstr., 2ig -Haus R a u, Marktpl., Zig.-Haus Reuter, Neuen Bäue. Friseur H.Faderl, Neustadt 6 Tageskarten für: Freitag 2. August. -.50 Mk. für Jugendliche S ; Beikarten f.Famihenangeh. 1.-Mk., Dauerkart. f. Jugendl, Erwerbei, Reiehsw, Arbeitsd. 150 Mk Einmaliger Eintritt für Sonntag -.50 Mk., für Jugendliche usw - 30 Mk. Samsta®’ 3- August, -.50 Mk., für Jugendliche usw. -.30 Mk.; Sonntag, 4. August 1- Mk für Jugendliche usw. -.60 Mk. Zuzüglich -.10 Mk. Sportgroschen für jede Karte meinsamem Marsche, nicht etwa vom hohen Thronsessel oermeinlicher Weisheit herab, sonderen aus suchendem, strebendem, jungem Herzen. 5. Große Dinge muß man, um ihre Umrisse deutlich zu sehen, aus ganz weiter Vogelperspektive betrachten. Nur von solchem Standort aus wird das Wesen der Kulturen sichtbar und der Weg zur Kulturwende, den heute unser deutsches Leben einnimmt. Die Kultur des Altertums, aus einer uns verwandten Art heraus geschaffen, steht unle- rem neudeutschen Wollen näher als die Ledens« formen der letzten drei Jahrhunderte. Alle Daseinsbereiche waren auf die Pflege, Erhöhung und artgemäße Ausprägung des Menschentums gerichtet, also auf das Volkstum und die Polis (den Stadtstaat). Die Kunst stellte, in Plastik und Dichtung, d"n leiblichen und seelischen Kanon des griechischen Menschen auf. Die griechische Philosophie hat man Hr.UO Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 24.Zuli M5 Junge deutsche Nation. Helfe oder Fahrt? Die Iungmädelsachbearbeiterin in der Reichsjugendführung, Gauführerin Lydia Schürer-Stolle, beantwortet in diesem Aufsatz die Frage nach der Notwendigkeit der Fahrt des Jungmädels. Gerade zur Reisezeit verdient dieser Beitrag besonderes Interesse. Alle zehn- bis vierzehnjährigen Mädel sind noch Kinder. Aber es ist etwas Besonderes um das Jungmädel, das im Sommer mit sauber aepacktem Rucksack, mit der Kluft unseres Bundes hinter seinem Wimpel auf Fahrt geht oder i n s Sommerlager abrückt. Es ist etwas Besonderes um die Jungmädel, die sich von den Eltern die Erlaubnis erbettelten, mit den übrigen auf Fahrt zu gehen, um dasselbe Leben führen zu können, wie alle übrigen, statt mit ins Seebad oder in die Berge zu reisen. Es kommt diesen Mädeln nicht darauf an, ob sie mehr Vergnügung und Bequemlichkeiten haben, sondern es geht ihnen darum, daß sie das Fahrtenleben in seiner einfachsten und kameradschaftlich st enForm in der eigenen Jungmädelschaft erleben tonnen. Es ist dabei für sie nicht ausschlaggebend, ob die Fahrt durch die Streusandbüchse der Mark Brandenburg oder durch die Ilandschaftlich schönste Gegend Süddeutschlands geht; lausschlaggebend ist für sie vielmehr der G e i st, der über der Fahrt und über dem einzelnen steht. Es äst der Kameradschaftsgeist dieser Mädel, der sie nicht eher ruhen läßt, als bis nicht auch das letzte 'Mädel der Jungmädelschaft mit auf Fahrt kann, idenn keine darf um des fehlenden Geldes willen mus dem Erlebnis ausgeschlossen sein. Ein rechtes Jungmädel kann nicht mit ganzer -Freudigkeit seine Ferien zwischen Strandkörben, Hotels und Pensionen, beim Kurkonzert auf den -Promenaden oder in einer vielbesuchten Sommerffrische verleben, wenn es an die Kameradinnen idenkt, die ein Fahrtenleben der Einfachheit und der »Gemeinsamkeit führen. Ein rechtes Jungmädel kann micht die Vergnügungen und Freuden einer solchen Sommerreise genießen, wenn es weiß, daß es einige fin der Jungmädelschaft gibt, die niemals heraus- Vamen aus der Stadt, die nur das Stück Himmel Rennen, das sie über dem Hof ihres grauen Häuser- gblockes sehen, und die so die Schönheit ihres Landes nur ahnen können. Dieser Geist der Kameradschaft, der nicht eher ruht, als bis auch die letzte erfaßt wird vom gleichen llErleben, und dieser Geist des Einsatzes und der Zucht, der sich in der Anspruchslosigkeit und Straffheit unseres Fahrtenlebens zeigt, ist es, der unsere Jungmädel vom Bloß-Kind-Sein" trennt, und der sie als jüngste Mädelschaft hineinstellt in ein Aufgabengebiet, an dem sich die einzelne charakterlich entscheiden muß Die Mütter unserer Junqmädel, die das Leben einer solchen Jungmädelschaft wirklich kennen, wissen, daß Fahrt unb Lager die st ä r k st e Ausdrucksform unseres Jungmädel- I ebene ist, weil der Kameradschaftsgeist und der Fingliederugswille der einzelnen sich hier besonders beweisen muß; sie wissen, daß die -Bindung des Jungmädels an Familie und Elternhaus keineswegs Barunter leidet, wenn es mit den übrigen auf Fahrt geht, statt die Sommerreise der Eltern mitzumachen. So ziehen unsere Junqmädelschaften als festgefügte Kameradschaft alljährlich unter der Verantwortung hrer Führerin auf Fahrt, um das Land aus eigenem Erleben heraus als ihre Heimat zu spüren Es ist etwas Eigenes um diese Junamädel. die auf Fahrt gehen, um schon früh ihren Blick zu weiten ■:ür die Schönheiten ihrer Heimat und darüber hinaus für die volitische Lage ihres Landes Sie wollen das Wesen unseres Volkes versehen lernen, so wie es sich in Sitten und Liedern, in der Lebensweise unserer Bauern und Fischer, unserer Arbeiter und Werktätigen zeigt. So werden durch das Erleben des deutschen Lan- »es aus der straffen Zucht der Jungmädelschaft her- iU5 und durch das Erfassen unserer politischen Lage and damit der deutschen Grenzlandnot bereits die ningsten Jungmädel in die Wirklichkeit u n - eres Volkes gestellt, und die Fahrt erzieht ■ ne neben allem Frohsinn zu Mädeln, die an ihrem Teil im Dienst stehen für ihr Volk l.Preie für Grieb mit Pflaumen Die Wiese wimmelte von lustigen Jungmädeln Wimpeln flattern überall, und an einigen Stellen aben sich die Jungmädel besonders dicht geschart. Was mag dort bloß los sein? — Mitten in der Menge steht ein großer Fahrtenpott, und längs herum liegen Päckchen und Säckchen. Heute \"t das große W e 11 k 0 ch e*n der fünf Jung- nädelschaften. Vorläufig sind noch alle bei der Beratung und Lemterverteilung. Gleich darauf laufen Trüppchen in den Wald, um nach einiger Zeit ganze Zeltbahn- hbungen voll Reisig anzuschleppen. Kochlöcher wer- iien gebaut und Wasser wird herbeigeholt. Bei der Äungmädelschaft 1 steigt schon blauer Rauch in die h)öhe. Haben die sich sogar einen Kohlenanzünder riitgedracht? Unten, wo die Jungmädelschaft 2 ihren Platz hat, ~t irgend etwas los Klage- und Zornrufe werden hüt, und ein Jungmädel saust in voller Fahrt zu Ma, der Gruppenführerin. Schnell spricht es sich herum: Der K 0 chp 0 tt i st umgekippt! Gerda wollte es besonders gut machen und das Wasser 110m Steg aus holen. Aber sie bekam den schweren mit Wasser gefüllten Pott nicht mehr in die Höhe. Leises Jammern aus der entgegengesetzten Richtung: Das kostbare, mit soviel Mühe mitgebrachte Ci für den Grieß ist in' Ernis Schuh geklatscht! Eifrige Debatte: Kann man es noch retten? — Wie sie es gemacht haben, erfährt niemand, darüber bewahrt die gesamte Jungmädelschaft eisiges Schweifen. Der Grieß hat nachher ausgezeichnet geschmeckt, Md man hat nichts gemerkt ... Allmählich beginnt es überall nach Mittagessen duften. Geschnuper: Was mögen wohl die an- Isrn kochen? Bei Gretes Feuerstelle riecht es sogar nach Gebratenem. Jungmädelschaft 3 ist ganz bekümmert. Mit so feinen Gerichten kann man sich na- törlich nicht messen, wenn im eigenen Topf nur tnfacher Grießbrei ist. Die Mädel sind von ihrer Niederlage fest überzeugt. Ein einziger Hoffnungsschimmer blinkt noch Es geht nicht nur nach der Qualität, sondern auch nach der aufgewendeten Zeit; und sie sind gleich fertig. Aber schon meldet Jungmädelschaft 1 bei Ulla, daß das Essen fertig fei. Da kommt auch Inge angerannt. „Los, Fips, melde du auch, der Grieß ist ja schon gar!" In der Mitte der Wiese tagt das Preisgericht. Ulla und Hanna als Ehrengäste und Schiedsrichter gehen feierlich von Pott zu Pott und bekommen von der betreffenden Jungmädelführerin immer einen Klex oder kleinen Happen aufgetan. Da sieht man auch endlich, was alles eigentlich gekocht wurde. „Himmel und Erde", mit Zimt und Zucker — fabelhaft! Inge hat Frühlingssuppe mit richtigen grünen Kräutern von der Wiese. Jungmädelschaft 4 behauptet, ihre Erzeugnisse seien Ringelpietze, hat man so etwas schon gehört? Und die Jungmädelschaft 2 mit dem versenkten Kochpott? Sie haben ihre Ehre als Köche gerettet und in einer Schale Rohkost fabriziert, die mindestens sehr schön aussieht, und mit Nüssen und Aepfeln verziert ist Ulla verkündet den Richterspruch. Alles sei sehr schön geraten, meint sie. Aber den Preis hätte ... Jungmädelschaft 3 gewonnen. Freudengeschrei auf der einen Seite — Staunen auf der anderen. Ja, denn Fips hätte ein richtiges Fahrten- e’ffen gekocht: Grieß mit Pflaumen. Sie wären schnell fertig geworden und hätten gut gekocht. Ach, und nun kommt es heraus: Bei den einen ist der Brei versalzen, bei den anderen die Rohkost zu süß. Die Frühlingssuppe bekam den zweiten Preis, sie sei fabelhaft, aber ihre Herstellung hätte zu lange gedauert. Und die Ringelpietze? Die sind zwar auch sehr schön geworden, aber davon würden die Mädel bestimmt nicht satt, und darum sei es kein Fahrtenessen. Als die Sieger ihren Preis bekommen haben — einen Handball für den Grieß und einen Schlagball für die Frühlingssuppe — er» schallt für alle der Ruf: „Guten Hunger!!" und jede Jungmädelschaft ißt nun zufrieden ihren eigenen Pott leer. Kat. Mgvolk-Zungen aus allen Simmelsrichlungen. O z ü V. sM M 1Mb Eine hübsche Gruppe auslandsdeutscher Jungvolk-Jungen, die an dem Weltjugendlager in Kuhl- mühle bei Strelitz teilnehmen. Der erste (von links) ist aus Rom, der zweite aus Asuncion (Paraguay), der folgende aus der Türkei, der nächste aus Bellavista (Paraguay) und der letzte Junge aus Schanghai in China. (Weltbild-M.) Von Vrasinen aus dem Weg zum Deuischlandlager Wir fahren nordwärts, wir fahren nach Deutschland! Leise wiegend zieht das Schiff seinen Weg dahin, Wasser spritzt am Bug auf, Möwen flattern hinterher, und wieder glänzt das große Staunen aus den Augen unserer Jungens. Noch fehlt ihnen etwas die Sicherheit der Bewegung an Bord. Sie wissen noch nicht recht, wo sie hingehören. Bei Tisch spritzten einige plötzlich wie von der Tarantel gestochen hoch. Wir wissen, was sie treibt und schauen ihnen mitleidig nach Aber das geht vorüber, wenn die neuen Kameraden in Rio dazu kommen werden, sind wir gewiß schon weitgehend seefest Am zweiten Tage schon rollt em fester Dienstplan: Wecken 7 Uhr, raus aus der Falle, rin in die Turnsachen, Morgengymnastik mit Rundlauf um die Deckaufbauten usw.. Waschen, Anziehen. 8 Uhr klingelts zum Kaffeetrinken. Allmählich hat sich ein steifer Appetit entwickelt, schon weil alles so lecker und frisch auf den Tisch kommt. Nach dem Essen ist Bordbetrieb, man macht sich etwas mit dem Schiff vertraut, 11 Uhr ertönt das Kommando: Angetreten! Marfchübungen! Es gilt, Musik in die Bande zu bringen, denn wir wollen als disziplinierte Gemeinschaft nach drüben kommen und zeigen, das uns Mumm in den Knocken steckt, trotz aller klimatischen „Einflüsse" Es entwickelt sich ein Leben wie auf einem kleinen Kreuzer Kommandos tönen, Marsch- schritt klingt über Deck, bald nimmt alles festere Formen an, und ein Sekretär der Berliner Gesandtschaft Uruguays ist hell begeistert, grüßt uns mit dem deutschen Gruß und meint, diese Jugend sei „fulminant". Die Passagiere, denen der Trupp Jungens in Montevideo erst etwas Schrecken einjagte, beginnen langsam Interesse zu zeigen und freuen sich üby den munteren Betrieb. Nach dem Mittagessen ist Bvrdruhe, dann liegen alle auf den Ladeluken und pennen oder schreiben Tagebuch oder unterhalten sich mit Leuten von der Mannschaft, zu denen sie rasch ein gutes Verhältnis gesunden haben. Oft steht d e r Kapitän bei uns. Er ist das Vorbild eines Kapitäns für solch ein Jungenschiff. Unermüdlich sinnt und grübelt er, wie er für uns sorgen kann, und Stewards, Matrosen, Maschinisten, Ingenieure, Offiziere wetteifern darin, seine Anregungen und Befehle durchzuführen. Heute hat der 1. Offizier an Achterdeck eine Brause anbringen lassen, damit sich die Jungen im Freien baden können. Für den Fahrtleiter wurde ein Büroraum eingerichtet, kurz wir fühlen uns behütet und betreut und werden nur schwer von diesem liebgewordenen Schiff und seiner Mannschaft scheiden können, das fühlen wir jetzt schon. Um 16 Uhr gibts Nachmittagskaffee, um 17 Uhr tritt olles auf der vorderen Ladeluke zum Singen an. Unsere Kapelle spielt neue Lieder vor, alte Weisen klingen dazwischen, das Publikum und die freie Mannschaft lauschen den Liedern. Besonderen Anklang finden auch hier wieder unsere brasilianisch en Volkslieder. Glutrot sinkt im Westen die Sonne und vergoldet mit ihren Strahlen die weißen Wolkenkämme. Schon steigen über den Sonnenball hinweg die Abendwolken hoch. Wunderbar solche Abendstunde auf dem weiten Meer. Manchmal summen auch die Seeleute unsere Lieder mit. Wasser spritzt am Bug auf. Meile auf Meile. Wir fahren nach Deutschland ... Als unsere Meldeliste schon geschlossen war, wurde plötzlich noch ein Mann nachgemeldet, aber noch ehe wir ihm absagen konnten, war er bereits mit Sack und Pack da. Im Zwilberuf ist er Schneider. Oben in der Kolonie verkaufte er seine Nähmaschine, um überhaupt nach Porto Alegre kommen zu können. Nun sollte er womöglich wieder nach Hause. Das ging doch wohl nicht. Also Telegramm nach Sao Paulo. Antwort: Unmöglich. Verdammt — was machen? Schließlich wurde er auf gut Glück mitgenommen, und siehe da, er ist noch an Bord und es geht. Und was das Wertvolle ist: er ist ein fabelhafter Geiger und hält unsere Musikanten gut in Schwung. Außerdem zeichnet er verantwortlich für alles, was mit Schneiderei zu- sammenhängt und hat uns zusammen mit der Kompaniemutter und mit einem noch zur Meute gehörigen Schneider-lehrling für Rio und die anderen Häfen eine große Flagge genäht, die der freundliche Kapitän in den Häfen aufziehen läßt und die besonders in Rio großes Aufsehen erregt hat Ueberhaupt war in Rio großer Betrieb: noch 72 Jungen kamen an Bord; Besucher, Eltern und Geschwister waren dabei, neue Passagiere kamen, kurz es war ein Durcheinander, daß es einem Angst werden konnte. Durch schärfste Kontrolle wurde Sorge getragen, daß keiner verschütt gehen konnte. Dann ging’s an Land. Um 15 Uhr sammelte sich alles wieder auf dem Schiff. Der deutsche Gesandte, Herr Minister von Schmidt-Elskop p, hatte Kaffee und Kuchen gestiftet und war zum Abschied erschienen. Unter vielen Tränen und Liedern fuhr das Schiff um 19 Uhr und ließ die lichtübersäte Stadt hinter sich. Erst jetzt konnte man überblicken, wie voll das Schiff nun geworden war Ein ganz besonderes Ereignis muß ich noch am Schluß dieses Berichtes erwähnen: Wir wußten, daß der „Graf Zeppelin" etwa unsere Route kreuzen müßte. Der Kapitän ließ deshalb telegraphisch um Ansteuerung bitten. Bald hatten wir ein Telegramm vom Zepp: Werden Sie wahrscheinlich ansteuern. Was das ausmacht, wenn 100 deutsche Jungens an Bord sind! Nun begann die große Spannung: Kommt er oder kommt er nicht? Zum Nachmittag wurde Uniform befohlen Erst hieß es: wenn er kommt, dann er uns gegen 16 Uhr überholen; dann wurde 18 Uhr daraus. Unsere Gesichter wurden schon länger. Da kam auf einmal ein Telegramm: Steuern Sie an. Nach den letzten Posittons- melbungen waren wir gar nicht mehr so weit von einander entfernt. Inzwischen war es dunkel geworden. Der Kapitän ließ ba£ Vorschiff mit Scheinwerfern beleuchten, wir stellten uns in brei Glie- bern auf; hell leuchteten unsere weißen Tropenhelme in bie Nacht hinaus. Unsere große Fahne würbe von vier Mann waagrecht gehalten. Da melbete bie Wache auch schon das Luftschiff — balb sahen wir am Horizont einen Lichtpunkt, der rasch näher kam, unser Schiff brannte Leuchtfeuer ab, bie Dampfpfeife tutete — ba war er schon heran. Unsere Arme flogen zum beutschen Gruß empor, brau» senb bröhnte er über uns hinweg. Als ganz beson- bere Ehrung machte er einen Bogen unb überflog uns nochmals. Laut klang aus 100 Kehlen bas Deutschlanblieb. Pioniere einer Kuliurwende. Worte an Oie Hitlerjugend Von Professor Erich Laensch, Marburg. Liebe Kameraden! So rede ich euch an, weil aUe, die jung sind, — ob den Jahren nach oder nur im Herzen —, zusammengehören und heute fest zusammenstehen müssen. Das gewaltige Werk dieser Tage fordert die jungen Menschen von beiderlei Art zum Einsatz auf, und zwar in enger Verbundenheit. Nur wen diese „beiden Altersklassen der Jugend" wie Pech und Schwefel auf Gedeih und Verderb zusammenhalten, kann bas Werk gelingen 1. Der Kampf um die Macht ist beerbet. Aber nun beginnen bie geistigen Kämpfe. Unser Führer hat immer mieber erklärt, baß bie ganze Tragweite besten, was heute bei uns geschieht, erst nach langen Zeiträumen erkennbar sein wirb. In ber Tat, wir jetzt lebenben Deutschen haben die Sendung, Pioniere einer Kulturwende zu fein. Natürlich wollen wir mit heißer Liebe Deutschland, und nichts als Deutschland. Aber um bas beutsche Schicksal zu meistern, müssen wir Die Wege, bie bas Leben in ben letzten Jahrhunberten gegangen ist, vielfach verlassen unb aus ben Kräften unseres Blutes heraus, wie bie alten Wikinger, einen Vorstoß unternehmen zu ganz neuen Ufern. Es wirb sich zeigen, daß wir damit eine Kulturwende einleiten. Wir richten gleichsam am Gestade des Lebens einen Leuch11urm auf; natürlich zur Rettung unserer eigenen Schiffbrüchigen. Aber er wird auch noch vielen anderen, bie mit ben Wogen ringen, zur Orientierung bienen; ganz von selbst, ohne baß wir unsererseits etwas bazu tun. Darüber mochte ich euch heute einige Worte sagen. 2. Und dann vor allem über bie Notwenbigkeit des Zusamm en stehens bei diesem großen Werk. Das ©schick, eine Sendung zu besitzen, ist immer mit Leid verknüpft. Das wird den tapferen unb Helbischen Menschen nicht entmutigen, fonbern in ihm nur bie Kräfte straffen, bie bas Leid besiegen. Schon biefe Schwere unserer Sendung erfordert den unlöslichen Zusammenhalt aller Mitstreiter. So war es immer, wenn eine menschliche Gemeinschaft eine Sendung hatte. Aber über dieses Zusammenstehen hinaus macht unsere deutsche Aufgabe noch etwas Besonderes und Einmaliges erforderlich: einen vordersten Sturmtrupp eine schwarze Schar gleichsam Verschworener; und dieser vorderste Sturmtrupp muß aus denjenigen bestehen, bie ich eben bie „beiben Altersklassen ber Jugend" nannte, aus den den Jahren nach und den im Herzen jungen Menschen. Das ist das andere, was ich euch in diesen Zeilen nahebringen mochte. 3. Welches sind nun bie neuen Ufer, denen wir, gleichsam als Wikinger des 20. Jahrhunderts, heute zustreben? Mit einem Worte gesagt: Wir wollen eine Kultur des Lebendigen erbauen. Wir wollen alle ©biete des Daseins auf die Lebensgesetze des Menschentums gründen; und natürlich unseres deutschen Menschentums, da wir eben Deutsche sind, und da Menschentum nie als ein allgemeines und abstraktes, sondern immer nur als ein besonderes existiert. Die für alles andere grundlegende Tat des Führers hat den Staat, der zu einem toten Paragraphensystem erstarrt war wieder auf seine lebend ig en Wurzeln zurückgeführt, auf das Volkstum. Alle anderen Dafeinsbereiche werden nachfolgen und in der kommenden neudeutschen Kultur des Lebendigen zum Leben erweckt werden. 4. Der Aufbau einer Kultur des Lebendigen aber verlangt als vordersten Sturmtrupp die Menschen von größter Lebendigkeit. Das find natürlich die „beiden Altersklassen der Jugend". Die „ältere" Jugend wird mehr gebraucht zum „Rate n". die jüngere mehr zu „Täte n". Beides aber muß in untrennbarer Perbindung geschehen; das Raten insbesondere wie am Feuer, auf Fahrt oder nach ge» Jungvolk auf Briefmarken. Die Reichspost gibt zum Welttreffen ber HI. im Deutschlanblager Kuhlmühle bei Wittstock zwei Postwertzeichen zu 6 unb 15 Rpf. heraus, beren Marken- bilb einen Fanfarenbläser bes Jungvolks zeigt. Die Marken würben von bem Münchener Maler Diebisch entworfen. (Scherl-M.) im Wanderer Die schwersten Gefahren bringen die sommerlichen lebendigen überhaupt noch keine Kultur. Am stärksten empfindet diese Unzulänglichkeit der deutsche G e i st; denn er ist der lebendigste. Er fand seinen treffendsten symbolischen Ausdruck in Jünglingsein tönend Wort, nirgends eine tonnende Schelle, er scheinen, da bleibt nur der nüchterne Zug der harten Stunden, und jede ist Anfang, jede' wird Demut und Dienst sein. Ein besonderes Kapitel stellt die Frage „W a s- s e r und Obst" dar. Im allgemeinen gilt die Regel, man solle Wasser nicht auf Obst trinken. Auch hierbei kommt es in erster Linie auf die genossenen Mengen und auf die Art des Obstes an. Wer nach reichlichem Genuß von rohem Obst viel trinkt, setzt sich nicht nur der Gefahr des bakteriell verursachten Darmkatarrhes aus, sondern kann sich, wenn er besonderes Pech hat, auch einen regelrechten Darmoerschluß zuziehen. Das rohe Obst saugt begierig das hinterherkommende Wasser auf, es quillt zu unförmigen Massen und versperrt in ver- hängnisvoller Weise die Darmpassage. In solchen Fällen wird dem unvorsichtigen Patienten unter Umständen die Operation nicht erspart bleiben. Eine ebenso wichtige Frage lautet: Wann, wie und was soll man in der Sommerhitze trinken? Die Wissenschaft gibt hierauf Antworten, die manchem noch unbekannt sein werden. Zunächst einmal hat man zwei Arten von Durst zu unterscheiden: die eine Art, d e r „r i ch t i g e" D u r st, beruht auf einer Austrocknung des ganzen Körpers. Sämtliche Zellen lechzen nach Wasser, das Blut beginnt sich einzudicken und automatisch krampft sich die Speiseröhre zusammen und meldet so den dringenden Ruf nach Wasser. Wenn man in solchen Fällen die Wasserleitung erst lange laufen läßt, um dann dis eiskalte Getränk hinunterzustürzen, so ist das grünte falsch. Das beste Mittel heißt hier: warmerTee! Denn die Körperzellen können nur Wasser gebrauchen, das 37 Grad warm ist, und wenn man kaltes Wasser trinkt, so dauert es lange, bis es im Magen- Darmkanal erwärmt wird. Erst dann kann es ins Blut fließen und dem durstigen Körpergewebe zugute kommen. Ganz anders ist es, wenn der Durst nicht auf einer Austrocknung und Wafferverarmung dern ausreichenden Urlaub zum Besuch der Zeltlager der Hitler-Jugend bzw. des Bundes deutscher Mädel zu gewähren, hat einen überaus guten und vollauf befriedigenden Erfolg gehabt. Allein in unserem Gebiet haben seither Tausende die straffe, Körper und Geist stählende Lagergemeinschaft sowohl in den Lagern der Jungens, wie in denen der Mädels erlebt. Sie danken es ihren Eltern und Erziehern und besonders ihren Betriebsführern und Meistern. Im kommenden Monat August sollen alle Jungen und Mädel, die noch keine Gelegenheit zum Besuche der Zeltlager hatten, erfaßt werden. Ich erwarte, daß die Betriebsführer des Wirtschaftsgebietes Hessen hierzu der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel auch weiterhin die erforderliche Unterstützung gewähren. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die nicht schon einmal die „Kehrseite" des Sommers am eigenen Leibe erfahren haben. Fast jeder hat es schon erlebt, daß er bei seinen schönsten Ferien- und Erholungsreisen von allerlei üblen Zwischenfällen, unangenehmen Magen- und Darmstörungen und sonstigen „Sommerkrankheiten" überrascht und gestört wurde. Diese typischen Krankheiten, die sich fast durchweg bei vernünftiger Lebens- und Ernährungsweise vermeiden ließen, gehören trotz aller Fortschritte der modernen Hygiene noch immer zu den häufigsten und gewöhnlichsten Ereignissen. So ist es eine altbekannte Tatsache, daß zahlreiche Infektionskrankheiten im Sommer einen Gipfel an Häufigkeit erreichen. Die Ursache liegt zum Teil darin, daß sich die Krankheitskeime, die verschiedenen Bakterien, bei der hohen Temperatur außergewöhnlich wohl fühlen; sie wachsen und vermehren sich viel schneller und g e - d e i h e n besser als in den kühleren Jahreszeiten. Das wird leider von unzähligen Menschen täglich vergessen. Auch der „gewöhnliche" Darmkatarrh, besonders die sogenannten „plötzlichen Verdauungsstörungen", die ja oft keine ansteckenden, eigentlichen Infektionskrankheiten darstellen, beruhen auf einer derartigen Ueberproduktion und Ueberwucherung qon Gärungsbakterien im Darmkanal. Verdorbenes Bier, schlecht ausgebackenes Brot, unreifes Obst stellen die besten Nährböden für diese kleinen Lebewesen dar. Es beginnt eine überstürzte Zerstörung der Nahrungsstoffe, bei dieser schnellen bakteriellen Zersetzung bilden sich giftige Substanzen, die den Darm reizen und zum großen Teil für das nun entstehende, höchst unangenehme Krankheitsbild verantwortlich zu machen sind. Jeder kennt die Symptome dieses Leidens; es ist von heftigsten Leibfchmerzen, Uebel- keit und Erbrechen begleitet, geht mit qualvollen Blähungen und Poltern im Leibe einher. Oft kommt der Patient einige Tage lang überhaupt nicht zur Ruhe, fein erzürnter Darm empört sich immer wieder. Bei diesen „einfachen" Verdauungsstörungen und Katarrhen gelingt es ja meist schnell, den Schaden zu reparieren und vor allem die Darmbakterien zur Raison zu bringen. Der Patient muß sich in schweren Fällen allerdings oft einer kleinen Hungerkur unterziehen, Bettruhe und warme Umschläge um den schmerzenden Leib tun immer wohl. Dann wird er allmählich unter vorsichtiger Diät (Breikost) wieder ans normale Leben gewöhnt. Wie man sich am besten vor all diesen üblen Störungen schützt, braucht kaum gesagt zu werden. Jeder weiß, daß er sich vor zu viel rohem Obst, vor verdorbenem Bier, verdächtigem Fisch und Fleisch, aber auch vor nicht einwandfreien Eisläden zu hüten hat — er vergißt es bloß leider immer wieder im entscheidenden Momente. mit Recht als „Prptreptik" bezeichnet, d. h. als Höherführung — setzen wir hinzu artgemäße Höherführung — des Menschentums, also des Volkstums. Allein diese Welt konnte unmöglich von Dauer fein, weil sie sich Täuschungen über das Wirkliche hingab und darum schließlich mit Übersehenen Wirklichkeiten zusammenstieß. Die Ausrichtung der Daseinsbereiche auf den Menschen erfolgte noch naiv, ohne klares Bewußtsein von der Stellung des Menschen in der Welt. Sein Wohnsitz, die Erde, galt als Mittelpunkt des Weltalls; die Naturkräfte wuren wie menschliche Strebungen vorgestellt. Alles wurde naiv aus dem Gesichtswinkel des Menschen, genauer des Hellenen, angesehen. Die Grundanschauung war naiver Anthropomorphismus, ja eigentlich „naiver Hellenomorphismus"; denn auch der Fremdling wurde als „Barbar" gering geschätzt und unterschätzt. 6. Die Kultur der Neuzeit brachte, nach einer kurzen Blüteperiode des Menschlichen in der Renaissance eine zunehmende Abwendung von allem Menschlichen und damit vom Volkstum. Das entscheidende Grunderlebnis waren damals die großen Erfindungen und Entdeckungen. Erstmals tauchte der Gedanke eines ins Unendliche gehenden Fortschritts auf, weil eine Entdeckung die andere überflügelt, eine jede dem Menschen neue Kräfte verleiht und ein Ende hierbei nicht abzusehen ist. Das scharfsichtigste Auge — eine Stümperei gegenüber den vom Menschengeist erfundenen Instrumenten, dem Mikroskop, das die Kleinwelt, und dem Teleskop, das den Weltenraum erschließt! Den Menschen in einem Stadion, auf der Rennbahn, schnellfüßig machen? Pfuschwerk und überholter Gedanke! Wir haben jetzt das Fahrrad, das bezeichnenderweise in seinen Anfängen „Velozi- ved", also „Schnellfuß" hieß; wir haben vor allem die moderne Schnellzuglokomotive. Verbessern wir lieber diese Maschinen, statt des kläglichen, von der Natur geschaffenen Transportinftrümentes! lieber« Haupt: Weg von allem Menschlichen! Der Anthropomorphismus, diese Neigung, alles nach dem Bilde des Menschen zu denken, hatte, so hieß es, die Naturerkenntnis verbaut, und damit den hat über sein eigenes Sterben ebenso nüchtern geschrieben wie über einen Vormarsch nach Sachsen, dennoch — Um den Mund ein Zucken: dennoch sind diese Papiere vergilbt und ihre Tinte verbleicht; dennoch wirken heute Worte wie die Verse eines Mimen, der vor leerem Hause agiert; dennoch — Der König blickt in die Kerze, still und hoch leuchtet sie vor dunklem Grunde, über dem Sarkophag der Toten eine heilige Flamme, Ja, sie sind zu Tausenden gefallen und geblieben, aber ihn selbst hatte das Schicksal aufgehoben und zurückgestellt von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr bis zu dieser Stunde in Trümmern. Das Schicksal verschmähte sein Opfer und sparte ihn auf — und zu welchem Ende. Als er die Tür öffnet und auf die Straße tritt, erscheint ihm in der Nacht die Antwort. In den Reigen der kalten Sterne ragen die Mauerstümpfe der Häuser und die Sparren eines ausgebrannten Daches — und da wollen ihn die Berliner mit Glockenläuten und Galakutsche erwarten! Seine Lippen bewegen sich und bilden'"die Worte, mit denen der Bürgermeister anzufahren ist: „Sag Er seinen Leuten, daß der Krieg ein schweres und gefährliches Handwerk ist, aber es ist nicht das höchste. Sag Er, daß es mir königlicher und würdiger dünkt, dieses Dorf wieder aufzubauen, daß mir Feiern ohne Verdienst und Leistung höchst verhaßt seien, daß die Untertanen meinen Namen nicht unnütz im Maule führen sollen, und daß wir einmal auch vielleicht feiern wollen — später, wenn ich das Werk meines Friedens vollendet habe, zu dem ich Mich in dieser Stunde bereite —" dann hat seine Stimme wieder den schneidenden Klang der Fanfare, als er in die Nncht hinausruft, um den Aufbruch nach Berlin zu befehlen. Gegen Morgen trifft er am Frankfurter Tor ein, öa find die Straßen verlassen, Schnee kommt, und m seinem Fall rattert die alte Kutsche nach dem Schloß, wo ihn die Diener empfangen und die Treppen hinaufleuchten. Da bleibt er einmal stehen J- erstarrten Finger gegen die Kerzen: öie Warme. Später streckt er sich im dunkeln Raum über sein Vett, der Kamin prasselt, und feine Röte bringt in Den beginnenden Schlaf: einmal noch glühen die Hauser von Hochkirch durch die blutende Nacht, daß er zornig emporfährt: was wollen diese Gespenster noch immer? 1 Sommerliche Krankheiten Gesundheitsstörungen, die sich vermeiden lassen. Von Or. H. karstens. Erkrankung, die mit größter Sorgfalt und Ausdauer bekämpft — ober noch besser verhütet werben muß. Der sicherste Schutz ist selbstverstänb- lich öie natürliche Ernährung an der Mutterbrüst; wenn dies nicht möglich ist, sollte jede Mutter es sich zum Gesetz machen, die Milch nicht nur morgens kurz abzukochen und bann kalt zu stellen, fonbern jebe eizelne Mahlzeit — unmittelbar bevor sie bas Kind zu trinken bekommt — kurze Zeit (etwa drei Minuten) a u f k o ch e n zu lassen. Dann bleiben die. hitzeempfindlichen wertvollen Substanzen der Milch trotzdem zum größten Teil erhalten, und das Kind wird vor schweren Ernährungsstörungen und Infektionskrankheiten geschützt. Wenn sich aber die ersten Zeichen des sommerlichen Brechdurchfalls gezeigt haben, dann bars nicht erst mit ber Nahrung herumprobiert werben, dann heißt es, s o f o r t z u m Arzt! Durch vorsichtige Diät, anfängliche Nahrungspause, Tee, Reisschleim und später allmähliche Milchzufuhr wird man den oft schwer geschädigten Darmapparat und den gestörten zarten Organismus wieder in Ordnung bringen. Sehnsucht. 11. Diese Kultur ist völkisch; denn in jedem lebendigen Organismus hängt der Teil vom Ganzen ab, und so auch das Individuum vom Volk. Nur eine Denkweise, die ganz am Unterlebendigen orientiert war, konnte dies vergessen. Dieses Unterlebendige — Maschinenwesen und Technik im weitesten Sinne — wird dabei nicht ausgeschaltet, wohl aber den Gesetzen des Lebendigen u n t e r st e l l t werden. Sv ist es auch in der Natur, die sich unorganischer Hilfsmittel, also einer Art von „Technik" bedient, aber diese stets mit ihren lebendigen Kräften beherrscht. Unsere jungen Flieger, in denen sich die alte Jkarussehnsucht Der Menschheit erfüllt, können uns für diese neue Stellung zur Technik ein Symbol sein. 12. Im Unterschied zur Neuzeit ist dasjenige, was heute aufgebaut wird, eine Kultur des Lebendigen. Vom Altertum unterscheidet es sich dadurch, daß wir nicht mehr naiv, sondern mit Hellem und klarem Bewußtsein vorgehen und so die Wirklichkeit streng realistisch ins Auge fassen. Die letzten Jahrhunderte sind an uns nicht spurlos vor- übergegangen. Das in voller Bewußtseinshelle entworfene Werk wird tiefer, gründlicher und vor allem b e ft ä n b i ge r fein; nicht mehr im selben Maße, wie bas naiv Entstandene, ber Gefahr ausgesetzt, an übersehenen Wirklichkeiten zu scheitern. Oes Königs Heimkehr. Von Gerhard Bohlmann Der Siebenjährige Krieg war beendet, und die Truppen waren schon vor einigen Wochen in Ber- lin eingezogen, als sich auch der König zur Heimkehr entschloß. Er wollte unerkannt bleiben, darum einer dürftigen, schwarzgestrichenen Kutsche durch den kalten Winter; klar und hoch wurden die Tage, und überall glitzerte unter dem Schein einer harten Sonne ber bichte Schnee. Die Vorhänge an ben Wagenfenstern waren herabgelassen, unb nichts war um ben König als Du bammernbe Dunkelheit bes Kutschraums,' bas Knarren ber Riemen unb bie Schläge ber Hufe auf knirfchenbem Schnee, bazu bas Schaukeln unb in den Gleisen ber zerfahrenen und ?ur$I°$ertcn Straßen: da kamen die sieben Jahre des Krieges noch einmal über ihn, aber erst jetzt wirkten ihre düsteren Geschehnisse mit einer so erdrückenden Wucht und von ihren Gesichten ging eine solche Lähmung aus, daß der Körper bes Fünfzigjährigen sich in einen bleiernen Schlaf flüchtete ber von brennenben Träumen burchsetzt würbe' Da waren es nicht die hohen Stunben bes Krieges Die ihn heimsuchen; es nahten bie Träume, bie mit einem todestraurigen Dunkel erfüllt waren, bas er« glühte bann unb entflammte sich, unb bie Häufer oon Hochkirch brannten unb erhellten bie blutenbe Nacht. Ober es schälten sich aus ber Finsternis sei- nes Schlafes graue Wolken über einer Ebene: sie bebeuteten Staub unb Pulverschwaben, barüber eine zerfetzte Fahne flatterte, bas Knarren ber Kutsch- riemen stieß bazwischen wie der zerrissene Schrei einer Trompete, und bas war wieder eine verlorene Schlacht unb sie hieß Kolin. Der hagere Körper bes Königs, über bem ein verschabter Uniformmantel zu weit geworden war, suchte im Schlaf nach Halt im schwankenden Wagen, und da nun dem Gesicht das Licht der Augen fehlte unb ber erschreckenbe hellblaue Blick verschlossen blieb, erschienen bie Zeichen ber vergangenen 3af)re: hart war bas Kinn geworben unb spitz ber Rücken ber Nase, schmal unb scharf lagen die Lippen, Verachtung unb Bitterkeit hatten sich in bie welkende Haut gesetzt. Der König erwachte, als an einem Nachmittag Der Leibjäger ben Wagenschlag öffnete unD einen Brief hineinreichte. Der König las, unb als er Dom Blatt aufsah, erschrak der Jäger vor ber blauen pärte ber Augen unb dem herben Hohn, der um den Mund ging. Auf Fahri. Schon lange sehnten wir Jungen uns danach, einmal eine schöne Radtour zu machen durch die schöne deutsche Heimat. Am Himmelfahrtstag wurde uns dieser Wunsch erfüllt. Die Führer hatten beschlossen, nach Münzenberg zu fahren. Schon am vorhergehenden Tage waren alle Jungen aufgeregt, sie packten die Tornister, brachten ihre Räder in Ordnung und bereiteten sich für diesen Taa vor. Am frühen Morgen waren alle Jungen versammelt, und nun wurde abgefahren, mit Sang und Klang zum Dorf hinaus. Das Wetter war sehr schön, und allen machte diese Fahrt große Freude. Gegen Mittag wurde es warm, und alle Jungen fingen an zu schwitzen. Den Jungen dauerte es schon zu lange, doch endlich kamen wir nach Münzenberg. Wir Jungen besichtigten hier die Ruine und bestiegen bann ben Turm. Natürlich gab es auch Schwächlinge, bie ben Turm nicht bestiegen. Man konnte von bem Turm aus außerorbentlich weit sehen. Auf ber Ruine konnten wir nicht rasten unb fuhren beshalb weiter zum Kloster Arnsburg. Vor ber Abfahrt gingen alle Jungen an bas Denkmal des früheren Gauleiters Peter Gmeinder. Auf der neu mit Kies hergeftellten Straße mußte mehrere Male geflickt werden. Einer der Jungen verstand das sehr gut, im Nu war der Schaden wieder geheilt und dann wurde weitergefahren. Erst nach einer Stunde kamen alle nach Kloster Arnsburg. Allmählich machte sich ein großer Hunger bei allen Jungen bemerkbar. Im nahen Walde wurde eine Kochstelle gebaut und vorschriftsmäßig abgekocht. Das einfache Essen schmeckte allen sehr gut. Nach dem Essen wurde einen Augenblick ausgeruht. Nach langem Hin- und Herüberlegen, wo die Fahrt weiter hingehen sollte, kam einer auf ben Gebauten, einmal nach Grünberg zu fahren unb bas Lager bes Jungvolks aufzusuchen. Diesem Vorschlag stimmten alle zu, schnell würbe alles gepackt unb bie Weiterfahrt angetreten. Auch auf biefer Strecke mußten wir roieber mehrere Male flicken; boch kamen wir enblich nach Grünberg. Nach langem Suchen fanben wir bas Lager auf einer Wald- roiefe. Die schmucken Rundzelte gaben bem Lager einen schönen Anblick. Doch balb kam bie Nacht heran, unb bie Heimfahrt mußte angetreten werden. Ernährungsstörungen aber bem Säugling mit bes Körpergewebes, fonbern auf einer Trocken- femem zarten, noch nicht widerstandsfähigen Or- heit in Mund u n d H a l s beruht. Hier braucht ganismus. Hier handelt es sich bei den Sommer- man nur Erfrischung und keine körperwarme Was- durchfallen nicht etwa um einen unangenehmen und serzufuhr. In diesen Fällen ist uns natürlich mit loggen Zwischenfall rote beim Erwachsenen, fon« einem „kühlen Trünke" viel besser gedient, als mit bem um eine sehr ernste und gefährli ch e einigen Tassen Tee. „Das werde ich ihnen verderben!" rief er aus. Er hatte nach manchen stummen Tagen wieder ben schneibenden unb hinreißenden Ton ber Fanfare, als er befahl, bie Fahrt sogleich zu unterbrechen; denn in dem Schreiben wurde mitgeteilt, das Gerücht von seiner Ankunft habe sich in Berlin verbreitet, und gegen Abend würden ihn die Behörden am Frankfurter Tor erwarten, dort solle er in eine Galakutsche gesetzt und unter dem Geläut aller Glocken in langsamem Zuge festlich zum Schloß geleitet werden — das war's, was ihn aufbrachte. Als er aus dem Wagen stieg; erglühten ringsum die verschneiten Felder unter ber sinkenden Sonne, unb bie Stämme eines nahen Kiefernwäldchens brannten rot auf; er befand sich in der Mark, we- nige Stunden von Berlin entfernt. Verheerend waren die Russen hier durchgezogen, und als ber König neben ber Kutsche ging, vornübergebeugt, unb die Hande auf dem Rücken verschränkend, tauchten vor ihm geschwärzte Trümmer auf, die Brandstätte eines Dorfes. Er blieb stehen, deutete grabaus unb sah nach dem Leibjäger hin. Blick Er dorthin, wollte er rufen, ift das zu Galakutsche und Fackelzug gemacht? — aber er nahm wortlos seinen gestreckten Arm zuruck unb nur um ben Munb bas Gefält wurde herber und tiefer, als schmecke er Bitteres. Seer roar das Dorf. Um feine Mauerftümpfe ging ber Wmb, er pfiff an ben Fensterrahmen, fauste öunfel zwischen ben verübelen Wänben ber Stuben unb entbanb ben Geruch von kalter Asche. Noch immer atmete ber Krieg ihn an, ber König ging in einem eisigen Brobem von Branb. H M Darüber fam bie Dämmerung, ber Schnee er« EÄ» geschwärzten Himmel stürzt sich bie Nacht über bas verlassene Lanb. — Sie haben bem König eine Art Unterkunft eingerichtet m einem Hausflur flackert auf einer Tonne eine Äerje, bie Fenster würben mit Decken verhängt, unb Da sitzt er nun unb wartet, bis bie Berliner nach Hause gegangen sein werben. Aus einem alten Kof- fer hat er sich einige Papiere geholt und vor sich hingelegt. Da ist bas kleine Blatt, bas er am Vor- abenb ber Leuthener Schlacht schrieb: „Disposition was geschehen soll, wenn ich getötet werbe". Hier em zweites: „Drbre an meine Generals, wie sie sich m dem Fall zu verhalten haben, falls ich sollte tot« geschossen werden"; bas war im Lager von Küstrin bevor er gegen bie Russen aufbrach, und so geht es biese Blatter sind feine Verfügungen vor großen Entscheidungen, er f)at sie im Angesicht des Todes geschrieben. Der König lieft hier und da und nickt: nirgends Anzeigen von anno dazumal. Es ist zuweilen vergnüglich, in alten Zeitungen zu blättern. Nicht nur ihres zeitgeschichtlichen Inhaltes wegen, sondern auch wegen des Inseratenteils. Die nachfolgenden Anzeigen, die von ber Schwierigkeit der beut« ften Sprache zeugen, fand ich in hannoverschen, westfälischen, märkischen unb thüringischen Zeitungen aus ber Zeit vor 50 Jahren. Warnung bes Magistrats in Grüneberg: „Bei ber vorgenommenen Butterrevision würben wieberum brei Frauen erwischt, welche nicht bas richtige Gewicht hatten!" » „Echte Rügenwalder Zervelatwurst, welche zu Spazierfahrten sich eignet, wirb hiermit empfohlen." „Alle, welche noch Akten aus bem Nachlasse meines verstorbenen Mannes beanspruchen, werden aufgefordert, sich zu melden, widrigenfalls sie ein- gestampft werden. Frau Advokat Müller." „Eine ältere, zuverlässige Person empfiehlt sich als Krankenpflegerin oder Wöchnerin." Anzeige einer Heil- und Massageanstalt: „Ich bitte, mein Institut nicht mit ähnlichen Schwindelunternehmen zu vergleichen." '„Ein Hausmetzger sucht noch einige Kunden zum Schlachten." „Magen- und Lungenleidende werden sicher beseitigt. Dresdner Straße 82." Amtsbericht über Typhuserkrankungen: „Die Quelle der Erkrankungen, eine Einzelperson, ist ermittelt und unschädlich gemacht." Anzeige eines Gemeindevorstehers: „Es ist ein bunter Hund verlorengegangen, auf Befehl des Herrn Landrat, welcher eine schwarze Schnauze hat, wer ihn findet, soll ihn totschlagen." Fortschritt. Schon darum verlangt der Fortschritt die Parole: „Los vom Menschentum!" Er verlangt sie auch deshalb, weil sich der „unendliche Fortschritt" nur auf unorganischem Wege, durch Maschinenwesen im weitesten Sinne, vollziehen kann, nicht durch lebendige Mittel. 7. Diese unorganische, lebensferne Denkweise wurde schließlich bis in den innersten Kern des menschlichen Daseins hineingettagen, in die W e r t e ro e 11. Das geschah im Kapitalismus und im Marxismus, ber ihm auf bem Fuße folgte. Ehemals galt etwa ber Wert bes heroischen, opferbereiten unb treuen Menschen bes Charaktervollen, Eblen unb Guten, Weisen ober Heiligen. Diese reiche und lebendige Wertmannigfaltigkeit wurde nun ersetzt und zerstört durch die tote Zahlenreihe von Verdienst- und Geldesziffern. Schon die Knder wurden wohl vor allem nach bem Platze beurteilt, ben sie in biefer Zahlenreihe voraussichtlich einst einnehmen würben, nicht aber banach, ob sie richtige unb echte Kinber waren. 8. Wo blieben in dieser unlebendigen, dieser unterlebendigen Kultur die seelisch tieferen Menschen, denen ihr instinktives Gefühl sagen mußte, daß dies nicht die ganze Welt sein kann? Da die unterlebendige Denkweise den gesamten Bereich der Wirklichkeit einnahm und für sich beanspruchte, blieb ihnen nichts anderes übrig, als bie Flucht in einen Bereich bes Ueberlebenbigen, rein Geistigen. Romantik, Neuhumanismus und besonders idealistische Philosophie waren solche wirklichkeitsferne Asyle. Die beiden ersten entrückten ben Oebilbeten in eine verklungene ferne Zeit, ber philosophische Jbealismns in eine ber Wirklichkeit überhaupt enthobene reine Jbeenwelt. 9. Die Kultur ber letzten brei Jahrhunberte war, in der Breite des Daseins, eine Kultur des Ueber- lebendigen; daneben stand, gleichsam als Ergänzung, bei einer kleinen Schicht von Gebildeten eine Kultur des Ueberlebenöigen, rein Geistigen. Der Bereich des Lebendigen fiel aus. 10. Der Begriff „Kultur" stammt von „Agri- cultura", d. h. aus dem bäuerlichen Lebenskreis der Feldbestellung. Kultur ist Aufzucht, Pflege, Höherführung eines Lebendigen. Darum ist eine Kultur des Unterlebenbigen ober lieber« Die Straße bis zu unserem Dorfe war neu her- gestellt worden, und deshalb waren wir in einer halben Stunde wieder zu Haufe. Vor dem Rathause wurde weggetreten. Diese Fahrt hatte allen Jungen große Freude bereitet. In Zukunft werden noch mehrere Fahrten unternommen, damit die deutsche Jugend die engere Heimat kennenlernt. H. Größer. Zeltlager der HZ und des BOM. 3m August sollen die restlichen Jungens und Mädels erfaßt werden. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Meine im Frühjahr dieses Jahres an die Betriebsführer des Wirtschaftsgebietes Hessen gerichtete Mahnung, den jugendlichen Gefolgschaftmitglie- gestalten: in Siegfried, Parzifal, zwischen beiden Welten, in Horst Wessel. Er ist der Typus des ständigen Wachsens und Werdens, der bleibende Jünglingstypus, und darum d e r lebendigste. Das ist der Grund, weshalb die „beiden Altersklassen der Jugend", wie wir oben sagten, fest zusammenstehen müssen beim Aufbau der werdenden deutschen Kultur des Lebendigen, die auf der von unserem Führer gelegten Grundlage erwachsen wird, in Erfüllung einer alten deutschen Bekanntmachung: „Sollten wegen der jetzigen Tollwut Besitzer von Hunden ohne Maulkorb angetroffen werden, so erhalten sie nicht bloß 20 Mark Geldstrafe, sondern sie werden mittels Gift ober Abbecker unschäblich gemacht." „Mein Abkömmling, Holsteiner brauner Hengst, 21ber hinfor ho« 5 Fuß Zoll groß, steht zum Verkauf. Hofbesitzer E/ und es beainnt dar Ä " ergraut ber Morgen, „Ein gut empfohlener Gehilfe finbet bei 200 Taler Frieden — bn clcS lm * fofort ober früher eine angenehme Stellung tfneoen — Da werden die Gesichte nicht mehr er- bei Apotheker B " foe.